Pr. 5897, Dienstag, den 18. Dezember 1888. S. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da«„Berliner VolkSblatt" «scheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSpreiS flir Berlin frei Wg Haus oierteljaWut) 4 Mark, monatlich IM Marl, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Mmk. Einzelne Nummer 5 Pf. SonntagS-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der PostzestungSpmsliste für 1888 unter Nr. 849.) Insertion« gebühr beträgt für die«gespaltete Petitzeile oder deren Äaum 25 Pf. Arbeits markt 10 Pf. Xki größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebcreinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag« m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Äureaux, oh« Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Kenthstraße 2.— Gepedition: Zimmerstraße 44. Die Grauel der Sklaverei. Bevor der Reichstag seine Weihnachtsferien antrat, bat 2 sich noch mit dem Wmdthorst'schen Antrage betreffend die «ekämpfuvg der Sklaverei in Afrika beschäftigt, und wäh- kend der Ferien und bis zum Wiederzufammentritt des Reichstags werde» unsere Kolonialschwärmer und Befür- worter der„Züchtung von Millionären" die Gelegenbeit wohl wahrnehmen und allerwärtS Stimmung für oen Kampf gegen die„Gräuel der Sklavenjagden im Inner« KfrikaS" machen. Schon wird aus verschiedenen Gegenden W Reiches berichtet, daß„Männer aller Parteien" zu« fammengetreten sind, um in öffentlichen Verfamnilungen chrer„Entrüstung" über das Treiben der arabischen Sklavenhändler Ausdruck zu geben, und so werden wir »uch dieses Mal unseren Entrüstung� Rummel wieder habe», ohne den der Normaldeutsche nun schon «nmal kein Jahr mehr vorbei gehen lassen kann. Daß dieses Mal die„Entrüstung" sich nicht gegen einge- borene Reichsfeinde, sondern gegen arabische Häuptlinge Achtet, welche für die Kulturmisfton des Herr» Dr. PeterS j# gar kein Verständniß zeigen und nicht begreifen wollen, »aß e« ein großer Kulturfortschritt ist, wenn die Neger Vicht mehr in die Sklaverei verkauft, sonder» auf den N» gründenden Plantagen der ostafrikanischen Gesellschaft Mr Zwangsarbeit angehalten werden— bringt Ab- wechslung in das Entrüstetfein unv macht die Sache natür« kich nur um so interessanter. I Was nun uns betrifft, so haben wir den Kampf für die f Armen und Enterbten von jeher auf unsere Fahne geschrieben, *** brauchen deshalb nicht erst besonders zu versichern, daß wtr Bestrebungen, die wirklich darauf abzielen, die armen Reger vor der Ausrottung durch die Sklavenjagden i» schütze«, unsere volle« Sympathien entgegen bringen. Soweit also nur der Wortlaut de« Wmdthorst'schen Antrags in Betracht käme, könnten wir demselben voll zu- stimme». Leider aber weiß alle Welt, daß die Bekämpfung de» Sklavenhandels nichts weiter ist, als der Deckmantel, Unter dem die Kolonialpolittk dem deutschen Philister mund« gerecht gemacht werden soll. Und gegen diese Kolonial- Politik, welche den Zweck verfolgt, Millionäre zu züchte», was wieder nur möglich ist durch schamlose und rücksichtS- lose Ausbeutung der Eingeborenen jener Landstriche, auf denen die Kolonien gegründet werden sollen, müsse« wir Un« verwahren. Man will den arabischen Händler« daS Negerfangen wge», weil man die Schwarzen auf den eigenen Plantagen Zwangsarbeit verwenden will. Da« ist der innerste T�vn des ganze« Rummels der Aotisklaverei» � Regung, und weil dem so ist, weil e» in Wirklichkett nicht um ein Kulturwerk, der« nur darum handelt, die Arbeitskraft der Neger JeuMeton. KaskswikoW. [38 Roma« vo» F. M. D o st o j e w« k i. Au» dem Russische» übersetzt vo» Wilh. He«ckel. f. Sie standen auf der Treppe, dicht vor der Thür der ZUartierwirthiv; Nastaßja befand sich eine Stufe höher und Achtete ihnen. Rasumichin war sehr aufgeregt; vorhin, als �Zaskolnikow nach Hause begleitete, war er noch ganz Mch und munter gewesen. Kotz der Masse von Getränken, V* er hinuntergegossen hatte. Sein jetziger Zustand aber f�Jte an Extase,— e« war, als ob alle», was er vorhin Lunken, ihm plötzlich aufs neue, mit doppelter Kraft, m »5 Kopf gestiegen sei. Er hielt beide Damen an den Havden, Vte mit dem größten Eifer sie zu überreden, stellte ihnen möglichen Bernunftgründe vor und drückte ihnen dabei. "K___ finfh« bei iebem Worte dl' die zer- größeren Eindringlichkeit halber, w ledem Worte so daß er sie, wie in einem Schraubstock, fast.. Wcht hätte. Awdotja Romanowna verzehrte er mit semen ohne sich im geringsten zu geniren. Zuweilen &• sie ihre Hände vor Schmerz auS semen großen c chlgen Tatzen, er merkte jedoch die Ursache Nicht und zog hJwchh# nur noch fester an sich. Hätten sie letzt von ,hm j�lanat. er solle sich kopfüber die Treppe hlaabstürzen, um Ken dadurch einm Dienst zu leisten.- er hatte eS ohne Anspruch und Zögern sofort gethan Pulcheria Alexan« »p wna fühlte, kotz der Sorge um ihren Rodia, daß der junge viel zu exzentrisch sei und.hr die Hand gar zu arg K*! da er aber, wie sie sich überzeugte, außerordentlich ür btjt. war. io lucyle pc vfc3v...... y 7 r I W•iu d'merken. Airdotja Romanowna war ebenso besorgt ich» sm-wW für deutsche Plantagengrüader nutzbar zu machen, deshalb haben die deutschen Arbeiter durchaus kein Interesse an der ganzen Antisklavenbeweguvg. ES ist wunderbar, daß die Herren vom Kartell und vom Zentrum über die Gräuel in Afrika, die an den Negern verüdt werden, gar so sehr in Aufregung gerathen, während sie den Zuständen in der Heimath gegenüber, die theilweise noch unter-aftikanisch sind, kühl vi» ans Herz hinan bleiben. Die Fabrikivspektorenberichte bekunde», daß in Sägemühlen, GlaSscbleif» und Polirwerken eine Arbeits- zeit bis zu 18 Stunven— sage und schreibe achtzehn Stunden üblich ist; glaubt man, daß die arabischen Sklaven« Halter ihre Neger eben so lange zur Arbeit anhalten? In unserer Hausindustrie, bei der Stickerei, GlaSperlenfabrikatton, Spielwaareninduflrie und in vielen andere» Zweige» wer« den Kinder von 5 Jahren ab schon zur Arbett vom frühen Morgen bis in die späte Nacht angehalten, wie Emanuel Sax und andere uns berichten und jeder sich selbst überzeugen kann, der die Heimstätten der Hausindustrien in Thüringen, Sachsen, dem nördlichen Bayern u. s. w., besucht. Hat man Beweise, daß Negerkinder schlimmer gemißbraucht werden? Aber weiter! Ja letzter Zett haben vor preußischen Gerichten zwei Verhandlungen stattgefunden, wo in beiden Fällen ein Abgrund von Elend aufgedeckt wurde, in dem sich die landwirthschastlichen Arbeiter befinden. I» dem einen Falle standen zwei Väter, beide auf Domäne» be- schäftigt, vor Gericht, angeklagt, daS Kind des einen zum Diebstahl verleitet zu haben, indem sie dasselbe durch eine Lücke in den Gekeidespeicher schöbe», von wo daS Kind den Männer« dann Roggen herausreichte. Die Ange« klagten gaben ihr« Schuld zu. Sie wiesen aber nach, daß sie nur sechzig Pfennige pro Tag ver- dienten, daß sie im tiefsten Elend sich befanden und daß sie nur in ihrer höchsten Roth sich zu dem Verfahren habe» verleiten lasse». Die Richter erkannte« au« all' diese« Gründen auf da» niedrigst zulässige Skafmaß. Ein an« derer gleichartiger Fall spielte sich dieser Tage erst vor dem Schöffengericht in Neustadt in Ober-Schleste« ab. Dort war eine Frau angeklagt, daß sie Kotz der ihr gewordene» Aufforderung, sich eine Wohnung zu suchen, nach wie vor in einem Stall»ächtigte. Die Frau konnte das letztere nicht leugnen. Da sie aber auf der Zuckerplantage nur 35 Pfennige pro Tag verdient und nicht mehr als 1 Mark pro Woche für Wohnung ausgeben kann, dafür aber an ihrem Ort keine Stüde zu habe« ist, so wkd sie wohl, auch wenn sie die ihr zuerkannten drei Tage ab- gesessen hat, ihre Schlafstelle im Stalle weiter behalten müssen. ES wurde in diesem Falle festgestellt, daß auf den Zuckerplantagen in Schlesien die Männer 45 Pf. und die Frauen 35 Pf. verdienen. Das ist ein Hungerlohn in des mmmmmaMmmmmmmmmmmmmmmmmmtmmmmmmmmmmmmmmmmmm solchen Schrecken ein, daß nur das unendliche VerKauen, welches NastaßjaS Erzählung in ihr zu Rasumichin erweckt hatte, sie abhielt, davon zu laufen und ihre Mutter mit stch fortzuziehen. Sie begriff übrigen«, daß sie ihm jetzt doch nicht würde entrinnen können. Zehn Minuten später hatte sie sich indeß einigermaßen beruhigt; Rasumichin verstand nämlich die Kunst, trotz seines nicht normalen Zustande«, alle« im Nu klar zu legen, und beide sahen sofort, mit wem sie e« zu thun hatten. — Zur Ouartierwirthin?— unmöglich... Unsinn! antwortete er Pulcheria Alcxandrowva mit Entschiedenheit. Mögen Sie auch zehnmal seine Mutter sein,— wenn Sie hier bleiben, so führen Sie eine« WuthauSbruch herbei und dann mag der Teufel wissen, wa« daraus entsteht! Hören Sie was ich thun will; vorläufig bleibt Nastaßja bei ihm und ich begleite Sie nach Haufe, denn Sie dürfen hier i» der Nacht nicht allein auf die Straße hinaus; in dieser Beziehung ist bei un«, in PeterSbura... doch, genug! Dann laufe ich sofort hierher zurück und bringe Ihnen, auf Ehrenwort, nach einer Viertelstunde Bericht; sage Ihnen, wie er sich befindet, ob er schläft u. s. w. Dann, hören Sie, laufe ich zu mir nach Hause— ich habe dort Gäste sitzen, sie sind alle betrunken,— hole Sossimow— da« ist der Arzt, der ihn behandelt,— auch er ist jetzt bei mir, aber nicht betrunken,— der ist niemals bekunke«,— schleppe ihn zu Rod'ka und komme dann wieder gleich zu Ihnen; binnen einer Stunde bekommen Sie also zweimal Bericht — und zwar auch vom Arzt; Sie begreifen, vom Arzt selbst, nicht etwa blo» von mir! Sollte es schlecht gehen, so schwöre ich Ihnen, daß ich Sie herführe, geht's aber gut, so legen Sie sich schlafen. Ich aber werde die ganze Nacht hindurch hier zubringen, auf dem Flur, damit er nicht« merkt; Sossimow aber lasse ich in der Wohnung der Wirthi» über- nachten, um ihn bei der Hand zu haben. Nu» also, was meinen Sie, da» besser sei, Sie oder der Arzt? Jedenfalls ist doch der Arzt nützlicher, etwa nicht? Nun, jetzt kommen Sie nach Hause! Zur Quartierwirthin können Sie nicht gehen; ich könnte c« vielleicht, Sie aber nicht, sie würde Sie nicht Wortes vollster Bedeutung. Hat man auch schon gehört, daß die Sklavenbesitzer OstaftikaS und Asiens ihre Sklave» hungern lassen? Solche Fälle tiefsten Proletarierelend» könnten wir«och zu Hunderten anführen, doch wir wollen un» damit begnü- gen, nur noch auf die maßlosen Leiden und Mißhandlungen hinzuweisen, denen eine Arberterkategorie ausgesetzt ist, die insofern ebenfalls mit ftemden Welttheilen zu thun hat, als sie auf den Schiffe« dient, welche erstere aufsuchen. Wir meinen die Lage der sogenannten Kohleazieher auf den AuS- wandererschiffen, speziell des Norddeutschen Lloyd. BerettS im Jahre 1885 machte der Abgeordnete Dietz auf die ge- radezu unmenschliche Behandlung aufmerksam, der diese Arbeiter auf den AuSwandererschiffe« ausgesetzt sind, und er konstatirte, daß in einem einzigen Jahre 16 derselben sich auf den Lloydschiffen über Boad in'» Meergestürzt haben, um den Mißhandlungen unv unerkägltchen Quälereien bei der furchtbar anstrengenden Arbeit zu entgehen. Aehnliche Mittheilungen dringe» auch jetzt wieder an die Oeffentlichkeit. Während vor einigen Wochen ein österreichisches Blatt eine Schilderung der brutalen, ja geradezu grausamen Behandlung brachte, der die Kohlenzieher auf den Ostindieafahrern de» Bremer Lloyd ausgesetzt sind, brachte kurz darauf die„Frankfurter Zeitung" eine Zuschrift zweier deutschen Reisenden, die auf dem Lloyd-Dampfer„Graf Bismarck" die Reise nach Bueno» Aires mitgemacht habe» und die über die Mißhandlung der Kohlenzieher folgende« schreiben: „Am 28. September unterm(zirka) 15. Grad nördlicher Breite hatten wir eine so hohe Temperatur, daß der Aufent- hall für die im Kohlenraum beschäftigte« Arbetter, welcher unserer Ansicht nach ungenügend ventilirt war, fast un- möglich erschien, umsomehr, als die betr. Arbeiter nur alle vier Swnden abgelöst wurden. Ei» siebzehn- bis acht- zehnjähriger Mann, der in Bremen als Kohlenzieher ange- mustert war, mußte infolge dieser Umstände zu v e r s ch i e- denen Malen fast besinnungslos die Arbett unterbrechen, und er eröffnete sowohl dem Schiffsarzt als auch den Passagieren, daß er die Beschäftigung nicht länger aushalten könne und seinem Leben ein Ende mache» müsse. Trotz alledem brachte man den bekeffenden jungen Mann zwangsweise wieder zur Arbeit. Die Folge davon war, daß der Unglückliche da» wahr machte, wa» er Tag» zuvor geäußert: ersprang Nachmittags 2t Uhrüber Bord und konnte nicht mehr gerettet werde«. Am 26. September hatte» wir einen zweiten, ähnlichen, gewisser» maßen noch Kaurigeren Fall zu verzeichnen. Ein verheiratbeter Mann von zirka 40 Jahren, Vater von drei Kindern, welcher gegen Arbeit«- leistung die Ueberfabrt nach Buenos Aires machte, wurde, nachdem einer der gemusterte» Arbeiter erkrankte, ebenfalls zum Kohlenziehen herbeigezogen. Der bekeffende hereinlassen, weil... nun weil sie eine Närrin ist. Sie würde eifersüchtig auf Sie werden, auf Awdotja Romanowna sowohl al« auch auf Sie;... auf Awdotja Romanowna aber sicher. Da« ist em ganz unberechenbarer Charakter!... UedrigenS, ich bin selbst ein Narr... lassen wir daS! Kommen Sie! Haben Sie Vertrauen zu mir?... traue» Sie mir oder nicht? — Kommen Sie, Mütterchen, sagte Awdotja Roma- nowna, er wird sein Versprechen halten. Er hat dem Bruder schon einmal das Leben gerettet; und wenn der Arzt sich wirklich entschließt, hier zu übernachten, wa« könnte da wohl besser sein? Ja, ja... Sie... Sie verstehen mich, denn Sie sind— ein Engel! rief Rasumichin entzückt,— lasse« Sie uns gehen; Nastaßja sofort hinauf und bleibe bei ihm, mit Licht- in einer Viertelstunde bin ich wieder da Pulcheria Alcxandrowna war zwar noch nicht vollstä». dtg uberzeugt, widerstrebte aber auch nicht mehr. Rasumichin nahm beide unterm Arm und schleppte sie die Treppe hin- unter. Die Mutter hatte aber ooch noch Sorge,... wenn er auch wirklich gut und gewandt ist. wird er aber das Ver prochene auch ausführen können?... in diesem eouftano!... , t,~ A verstehe, Sie glauben, weil ich in einer solchen Verfassung bm!- unterbrach er ihre Gedanken, als ob er sie errathen hätte, während er mit seinen langen Beme» solche Schritte machte, daß ihm die Damen kaum folgen konnten, wa» er übrigens nicht bemerkte. - Unsinn! Da« heißt... ich bin betrunken wie em Tölpel; daran liegt aber nichts; das kommt auch nicht vom Trinken; erst als ich Sie sah, stieg es mir zu P'e,VV, Uta« liegt an mir, achten Sie nicht dar- auf; ich schwatze, ick bin Ihrer nicht würdig... nicht im Mindesten bin ich Ihrer würdig! Wenn ich Sie nach Hause gebracht haben werde, so gieße ich mir hier, am Kanal, sofort zwei Etmer Wasser über de« Kopf und dann bin ich wieder nüchtern. Wenn Sie nnr wüßten, wie ich Sie beide lieb habe.... lachen Sie nicht, ärgern Sie sich Man« sprach sich gegen die Passagiere wiederholt dahin au», daß er bei seiner Körperkoostitution eine derartige Arbeit unmöglich aushalten könne. Dessen ungeachtet wurde er selbst dann«och gewaltsam herangezogen, als er faßt bewußtlos in krampfhaftem Zustande auf Deck ge« schafft wurde. Dem SchiffSarzt vorgestellt, erklärte dieser den Zustand als Verstellung. Nachdem der Unglück- liche sich einigermaßen erholt, wurde er von neuem in den Kohlenraum gebracht. Dort konnte er es natürlich nur ganz kurze Zeit aushalten, die Ohnmächten wiederholte« sich in sehr bedenklicher Weise und«ach Verlauf von einigen Stunde« war derselbe eine Leiche!" So weit der Brief in der„Frf. Ztg.". Wir wollen nur bemerke», daß auch in dem Fall, de» der Abgeordnete Dietz seinerzeit zur Sprache brachte, gerichtlich konstatirt worden war, daß der Oberheizer des betreffenden Schiffes die Gewohnheit hatte, die Kohlenzieber, wenn sie vor Er» schöpfung zu Boden gesunken waren, oadurch wieder auf die Beine zu bringen, daß er ihnen eine Schaufel mit glühende» Kohlen an den Kopf hielt. Das Opfer, dessen Leidensgeschichte Abgeordneter Dietz damals vortrug, hatte über all' de« Mißhandlungen den Verstand verloren. Es mußte in'S ZrrenhauS gebracht werden. Wir fragen nun, mißhandeln die Sklavenjäger Afrika'S ihre ihnen zur Beute fallenden Opfer viel schlimmer, als es de« weißen Sklaven geschieht, die, um die UeberfahrtSkoste» zu sparen, ihre Arbeitskraft dem hochrespektablen Bremer Lloyd verkaufen? Weiter aber fragen wir: wo bleibt die Entrüstung unserer patentirtcn Nationalen und der mit ihnen jetzt gemein- same Sache machende» ZenttumSleute gegen derarttge schwach- volle Mißhandlungen und Ausbeutungen unserer deutschen Stammesgenossen? Warum denn in die Ferne schweifen und sein Wohlwollen an die Neger AftikaS verschwenden, wo die maßlosen Leiden der heimischen Arbeiter eme ener» gische Hilfe doch so viel näher legten? Will man den Negern helfe«, gut, wir sind dabei. Erst aber verlangen wir, daß die Entrüstung sich nicht nur gegen die schwarze Sklaverei, sondern gegen die Sklaverei m jeder Form wende, und daß man den weißen Arbeitern, welche auf den deutschen Plantagen, Latifundien und Dominien ei» jammervolle« Leben führen, wenigstens dasselbe Wohlwollen entgegenbringt, das man für die Neger Afrikas jetzt plötzlich so ostentativ zur Schau trägt. Politische Ueberftcht. Da»®rga« de» belgische« Aoftatiste», de:„Pcuple, fährt foit, in längeren Auseinandersetzungen nachzuweisen, daß die Beunruhigungen der öffentlichen Meinung durch die Aus' sprengung seitens der feiernden Kohlenarbeitcr geplanter oder vereitelter Gewalttbaten von den gedungenen Federn der inter« esstrten Bourgeois und den Agent provocateurs ausgehen. Der Zweck dieser ganzen Hetzereien sei, den ruhigen Bürger gegen die Arbeiter in Harnisch zu bringen und der Regierung eine scheinbare Rechtfertigung zu geben, gegen die Streikenden mit Waffengewalt und Verhänzung von Auknahmema�rcgeln vor- zugehen. Diese Hetze erreicht den beabsichtigte« Zweck. Die Kohlenarbeiter, welche jeglicher haltbaren Organisation entbehren und keinerlei Untersrützungslaffen befitzen, haben den Streik de« gönnen in der Hoffnung, ihre Ausbeuter durch den ihnen in der jetzt günstigen Jahreszeit drohenden Verlust zu raschem Nachgeben zu dringen. Die Unternehmer wollen sich auch die Gunst der Zeiten nicht entgehen laffen, fie find aber nicht ge- neigt, ihre Arbeiter an den ihnen in den Schoß fallenden Vor- theuen tbellnehmen zu lassen. Was bleibt da zu thun? Da ist das bequemste Mittel für ganz gewissenlose Plusmacher, wie eS die belgischen Unternehmer fast ausnahmslos find, die Strei» kenden einestveilZ in Verruf zu bringen, anderntheilS ein,»- schüchtern. Liberale und Ultramontane reichen fich zu diesem Zwecke brüderlich die Hand. Die Frucht ihreS Einverständ- niffes find die Zustände, welche der„Peuple" brand- markt. Was der belgischen Bourgeoiste ihren Kampf erleichtert, ist, daß fie es bei dm Kohlmardeitern mit einer zum großen Theil durch Elend und Hunger herabgckommencn und degencrirten Bevölkerung zu thun hat, unter welcher die Schnapepest in erschreckender Weise grasfirt und die fast ohne jegltcke Schulbildung aufgewachsen ist. Unter dieser geistig und Pbvfisch heradgckommenen Bevöllerung giedt es natmlrch nicht wenige, welche durch die Jahr aus Jahr ein zu ervuldenven Unterdrückungen und Quälereim in einer Stimmung fich de- finden, die fi- das Opfer blinder Fanatiker und Agmts provo- lateurs werden läßt. Die letzteren benutzen die ästeten, und diese wirken in dem gewünschten Sinne auf die Massen. Die nicht! Aeraern Sie sich meinetwegen über alle, nur nicht über mich; ich bin sein Freund, also bin ich auch Ihr Freund. Ich will eS.... ich habe eS geahnt.... ,m vorige« Zahre schon, ich hatte so eine» Augenblick.... Übrigens— gar nichts habe ich geahnt, Sie sind za ganz plötzlich wie vom Himmel gefallen. Ich aber werde wohl die ganze Nacht nicht schlafen.... Dieser Sossimow fürchtete vorhin, daß er verrückt werde« konnte, - ns wÄu»u«. — Hat der Arzt da» wirklich gesagt? ftagte Awdotza Romanowna erschrocken.�� � � � � nicht wahr, eS ist aar nicht an dem. Er hat ihm auch Arznei gegeben, ein Pülverchen, ich sah eS selbst— und da kamen See auf einmal an. Ach! Wären Sie doch lieber erst morgen ae- kommen! E» ist nur gut. daß wir fortgegangen sind. Z» «iaer Stunde wird Ihne» Sossimow selbst Bericht erstatten; der ist nicht betrunken!— Ich werde dann auch nicht mehr betrunken sein.— Weshalb habe ich nur so viel m mich hineingegossen?.Ja, deshalb, weil man mit nur zu streiten avsing,— die Verdammten! Ich hatte mich schon ver- schworen, nie mehr zu streiten I... Solch«neu Unsinn schwatzen Sie da,... wir hätten uns fast geprügeU. Mein Onkel ist dort gebliebe», mag d e r jetzt prasidiren.... Nun, denken Sie nur, sie plädiren für vollständige Unperfon- lickkeit des Individuums und finde» darin das höchste Ideal! fT# s höchsten Fortschritt. Und wenn sie nur wenigstens Eigenes fchwätzten�so�abn�.— �_ unterbrach ihn Pulcheria Alexandrowna schüchtern; doch daS brachte thn nur noch jntht m 0laukn Sie denn!- rief Nasumichi» noch lauter.- Sie glauben wohl, ich ereifere mich, bloS weil ruhigen und einsichtsvollen Agitatoren und Olganisatorm der Arbeiter find der Bourgeoisie und der Regierung ein Dorn im Auge, diese müssen um jeden Preis unschädlich gemacht werden. und diese Taktik kommt bei den stattgehabten Verhaftungen grell zum Al-sdruck. Verhaftet find alle Mitglieder des General- rathS der repudlikanisch.soziolistischen Partei und dessen Haupt» anhänger in den einzelnen Bezirke». Diese strebten sammt und sonders, die Arbeitseinstellung vernünftig zu organistren, und warnten nachdrücklich vor Ausschreitungen. Das war aber ihr Berbrechen. Nicht verhaftet dagegen sind die Mitglieder eines sogenannten Aktionskomi- teet, das nach der einmüthigen Versicherung der liberalen und ultramontanen Blätter des Landes dieBewegung leiten und die Dynamit» attentate veranlaßt baden soll. „ pkft Blindheit der belgischen Polizei ist nicht Zufall, fie findet ihre Begründung in dem Gesagten. Eine Volksbewegung dadurch zu diskreditiren, daß. die Vertheidiger des Bestehenden die nölhigen Werkzeuge fich schufen, um die Bewegung durch zwecklose Gewaltthaten zu Grunde zu richten, ist ein altes und häufig angewandtes Mittel. Unsere Zett macht davon keine Ausnahme. Was früher Gift und Dolch oder das Henker bell durchsetzt, versucht man in unserer Zeit durch Dy» namit» und ähnliche Attentate zu erreichen. Eine Welle ge- lingtS, auch in Belgien, aber schließlich kommt das plumbe Spiel doch anS Licht und richtet fich gegen seine Urheber. DaS Verhalten der belgischen Regierung und der belgischen Bour- ge oiste erzeugt bei der dortigen Ardeiterklasse eine so namenlose Ecbltterung, daß, wenn einmal der Moment kommt, wo diese ihren Rückenhalt findet, ganz Belgien in Flammen steht und es um Regierung und Bourgeofie geschehen ist. Darauf arbeiten die henschmdm Klassen Belgiens wider Willm hin; die Stunde kommt, wo keine Macht der Erde fie mehr vor dem Untergang rettet. Gpfer de« Zoftalistengesetze«. Man schreibt uns: Der Leipziger Flugdlattprozeß, welcher den jungen Tölcke inS Irrenhaus brachte, hat noch ein zweites Opfer gefordert: den Fabriken beiter Kittler, der damals mitoerurthellt wurde. Infolge der Aufregungen und Gemüthsaewegungen, welche die plötzliche Verhaftung, der Prozeß und die Gefangenschast ihm brachten, veistel er dem Jrrfinn und ist vorige Woche gestorben. — Ein andrrer Leipziger ist dem Jrifinn verfallen, einer der Vemitheilten des„Ausruhrprozeffes" vom Herbst 1885. Zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurthellt— er sollte einem Polizei» diener, der aus einem Ardeiteizug ein rothes oder vorwiegend rothcs Taschentuch wegzunehmen versuchte, einige Püffe versetzt hatte— war er vor einigen Wochen, dem Anscheine nach körperlich ziemlich wohl, aus dem Zuchtbaus(Waldheim) zurückgekommen. Sofort aber nach seiner Rückkunft machten fich Zeichen der Geistesgestörtheit bei dem Unglücklichen bemerlbar, und jetzt ist er in voller Tobsucht, mit nur geringer Ausficht auf Genesung.— Und da ich gerade von Opfern des Sozialisten- gesetzes rede, jo sei noch des braven Steinmetzen A l d r e ch t erwähnt, der 1881, gleich nach Verhängung des kleinen Be» lagerungSzustandes über Leipzig und Umgegend, aus Schöne» felv(einem Leipziger Vorstadtoorf) ausgewiesen wurde,— ein Schlag, von dem er fich nicht erholen konnte. Er verfiel in Siechtbum und wurde vor ein paar Tagen in DreSdm begraben. I« ML«iche»e»«emtindekolleginm haben die paar deutsch freisinnigen Mitglieder, die fich in demselben befinden, Streik erklärt. Der Führer dieser kleinen Gruppe, ein etwas sehr rückfichtsloser Draufgänger, bezeichnete nämlich eine Aeußerung eines ultramontanen Heißsporns als„ordinär", worauf es natürlich einen Ordnungsruf setzte. Svätcr bezeich» nete der Ultramontane eine Aeußemng des Deutschfieifinnigcn als eine Unwahrbeit, und weil es dafür keinen Ordnungsruf gab, verließ der Liberale nrbst zwei Gefinnungsgevoffen als „beleidigte Leberwurst" den Sitzungssaal mit der Trllärung, daß er nicht mehr zurücklebre, bis ihm Genugthuuna werde. Da in Bayern die Ullramontanen fich grundsätzlich bei jeder Gelegenbeil dlamirm, so ist wohl anzunehmen, daß auch in diesem Falle der ultramontane Vorfitzende des Gemeinde» kollegiams zu Kreuze kriecht und den Liberalen verspricht, es„in Zukunft nicht wieder zu thun". {Ii* Kirlav-nbefreinng in Krasttie« hat nach einem l aus Rw Janeiro eine bedeutende Erhöhung dcr Waaren- einfuhr zur Folge gehabt. Tie Sklaven, in fteie Lohnardeller verwandelt, haben mannigfachere Bedürfnisse zu befriedigen ge> trachtet. In Kleidern, Hemden Schuhen, Regenschirmen und Waffen ist die europäische Einfuhr im dritten Quartale erheblich gcflkgcn. Von Waffen allein find seit dem Zeiträume der Sllavenbefr-iung für etwa 2 Millionen Mark eingeführt wor» den, desgleichen besteht für Harmoniums, an deren Einführung im wesentlichen Deutschland detbeiligt ist, große Rachfrage. Der Konsulardnicht detont, daß der Import noch dauernd zunimmt. Man ersteht aus diesem Bericht zugleich, daß die bisherige Sklaverei, eine niedrigere Form als die freie Lohnarbeit, that- sächlich bestandene Bedürfnisse niedergehalten hat, andernfalls führt die Form der fteien Lohnarbeit, deren Bafis die Geld- wtrthschast ist. zu neuen Bedürfnissen, deren Befriedigung durch sich der Wahrheit! Ich bin ein Mensch— denn ich lüge. Keine einzige Wahrheit wurde gefunden, bevor man nicht etwa vierzehnmal vorher gelogen hatte— vielleicht auch Hundertvierzehnmal,— und das ist gewissermaßen zu schätzen. Wir aber können nicht einmal selbstständig, eigenartig lügen! Wer mir etwas vorlügen will, der soll eS wenigstens auf feine eigene Weise thun, und ich küsse ihn dafür. Die selbstständige, eigenartige Lüge ist jedenfalls besser als fremde, nachgeäffte Wahrheit; im ersten Falle ist man doch wenigstens ei« Mensch; im zweite« aber höchstens ein Papagei. Zur Wahrheit gelangen wir schließlich dennoch,— wenn uns nur das Leben nicht vernagelt wird; man hat Beispiele davon. Nun, und was sind wir den» jetzt eigentlich? Wir find alle, alle ohne Ausnahme.— in Bezug auf Wissenschaft, Entwickclung, Denkkraft, Erfindungen, Ideale, Wünsche, Liberalismus, Vernunft, Erfahrung und in allem, allem, — noch in der ersten, in der VorbereitungSklasse. Wir kokettiren mit fremdem Verstand,— habe» un« da hinein gewühlt! Ist'S etwa nicht wahr? Habe ich nicht recht! schrie Rasumichi», die Hände der beiden Damen drückend und schüttelnd,— was meinen Sie? — Oh, mein Gott!... ich weiß e» nicht, sagte die arme Pulcheria Alexandrowna. Ja, ja,... obschon ich nicht mit allem einverstanden bin, fügte Awdotja Romanowna ernsthaft hinzu, mußte aber plötzlich ausschreiev, so stark hatte er ihr diesmal die Hand zusammengedrückt. — Ja? Sie sagen ja? Nun, dann sind Sie... Sie... rief er in Entzücke«— die Quelle alles Gute«, alle« Reimen, aller Vernunft... und aller Vollkom menheit! Gebe» Sie mir Ihre Hand, gebe» Sie, ... auch Sie, ich will Ihre Hände küsse«, hier, sogleich, auf den Knieen! Und er kniete auf dem Trottvir, da« glücklicher Weise gerade menschenleer war, nieder. — Hören Sie auf!... ich bitte, wa» thun Sie? ... rief die aufs äußerste aufgeregte Pulcheria Alexan- drowna. — Stehen Sie auf, stehen Sie auf! sagte Dunja lächelnd, aber doch auch beunruhigt. die Zehlungsform deS GeldlohnS erleichtert wird. So vrofltstt in einem gewissen Grade der Weltmarkt auch an der Aufhebung der Sklaverei, ein ihm viel wichtigeres Moment als die Dekla» mationen von der Unmoralität und Unfitilichkcit des Sllaoerel» verbältniffes. Gewiß ist die Aufhebung der Sklaverei, wie und wo fie aucb immer erfolgen möge, als ein Kulturfortschritt an» zusehen. Uebrigens detont der Bericht noch, daß die Sklaven� befreiung weniger Nachtheile für die heimische P oduktwn ge- habt bade, als anfangs defürchtet wurde. Die Störunzen in de» Arbeitsverhältnissen seien durch die sehr ergiebige Ernte an Kaff« mehr als ausgeglichen. Z«r Lage in(Sßaftika erhalten die„Times" aus Sanstbar wieder sehr liüde Nachrichten. In Kilwa und Lindt stehe eine starke Truppenmacht aus Eingeborenen gegen die Deutschen im Felde. Beide Stationen find bekanntlich längst von den Deutschen geräumt. In den Straßen von Sanfidar finden beständig Rahestörungen infolge des Benehmens der unbeschäftigten deutschen Angestellten statt. Fünf invalid gewordene deutsche Seeoffiziere(?) kebren am Dienstag beim. Der Generaldirektor der deutschen Plantagmgescllschast ist infolge eines Telegramms von Berlin plötzlich dahin ab» gereist. KUenvente und Getreidezölle. Im„Reichsfreund" findet fich eine interessante kalkulatorische Studie über die zur Beschaffung einer Altersrente erforderlichen Beiträge, vergliche» mit dem, was der Getreidezoll dem Arbeiter nimmt. Es wird derechnet, daß ein verheiratheter Arbeiter mit seiner Familie täglich mindestens 1 Kilo Brot verbraucht, welches ihm durch den Getreidezoll um 5 Pf. vertheuert ist. Jährlich macht VieS mtt Sparkaffenzinsen 18 20 M., in 35 Arderttjahren(statt 40 im Entwurf des Altersverficherungsgesetzes) auf Zins und Zinseszins 1213,17 M., wovon dem Ardeiter für die 10 letzte» Jahre seines Lebens 145,90 M. jährliche Rente gezahlt werde» kann. Durch den Getreidezoll wird dem Arbeiter also doppelt so viel Geld entzogen, als zu der ihm in Ausfichl gestellte» Minimalaltersrente, zu der er noch besonders betsteuern muß» erforderlich ist. Um eine 10jährige Rente in halder Höhe seines Arbeitslohnes nach 35 Jahren zu haben, mußte der Ardeiter nicht ganz bei Annahme 40jähriger Arbeitszeit nicht ganz V»o seines Ardeilslodnes zu 3* pCt. Zinsen anlegen. Leipzig, den 16 Dezember. Der gestrige„GebeimbundS- prozeß" hat mit der Verurthellung von 13 der 14 Angeklagte» geendigt. Zehn wurden zu je 4, einer zu 5, einer zu 6 und der härtest Bestrafte zu 10 Monaten Gcfängniß verurthellt. I« Summa wurden also 13 Arbeitern 61— einundsechzig — Monate Getängniß als Weibnachtsgeschenk bescheert. Uns das Verbrechen? Die Veructheilten haben, nach Annahme der Richter, das geheim zu thun versucht, was allen andere» Parteien öffentlich zu thun erlaubt ist, woran aber die Sozial» demokraten durch ein Ausnahmegesetz verhindert werden.— ?« der a« Mittwoch, de« 9. Januar, stattfinde«� de« schwäbischen Landtagswaht find bisher von der württemberarscken Arderrerpartei folgende Kandidaten aufgestellt worden: A. In den„Guten Städten": Stuttgart: Karl Kloß, Schreiner in Stuttgart. B In den Oderämtcrn: Stuttgart' Karl Kloß, Schreiner in Sturtgatt. Cannstatt: Jakob Stern, Schriftsteller in Stuttgart. Eßlingen: Theodor Lutz, Avotbeker in Stuttgart. Göppingen: Alfred Agster, Apolheker in Gmünd' Gmünd: Theodor Lutz, Apotheker in Stuttgart. H.ll: Christia» Schwend, Sagmühlenbesitzer in Hall. Hcidenbeim: Alfted Agster, Apotheker in Gmünd. Marbach: Jalob Stern, Schrift' steller in Stuttgart. Rottweil: Theodor Lutz, Apotheker m Stuttgart.— An die Wähler richtet fich folgender Aufruf- Ardeiter Württembergs! Je weniger die privllegirten Klaffen die Verpflichtung einer Verfaffungsreviston anerkennen, welch« Euch mit jenen die gleichen Rechte gewährt, und je zäder ste«J veialteten Vorrechten und Privileglen festhalten, um Eucd von der Mitbestimmung und Mtlberathung dessen, was zum Wod» des Land»s dient, auszuschließen, desto mehr zeigt durch die That, daß Ihr gewillt seid, nur solche Männer in den Land&i zu wählen, die für Euch strellen, die politische Freiheit fj* das ganze Volk fordern und die noch K, ästen die so»'� Ungleichhell zu beseitigen ernstlich bestrebt find. Am 9, JamA enthalte keiner fich der Wahl, denn auch für die unterlieg»"" Partei müssen die Zahlen sprechen! Salzverbrana, im Deutschen N eiche. Nach dem neueiw» „Monatshefte für Stallstil" ist der Salzverbrauch im Reicht j** sehr beträchtlicher und speziell der Verbrauch an Speisesalz lief fich im Etatsjahre 1887-88 auf 360 341 t oder 7,7 Kopf der Beoöllerung. Daß der größte Theil davon auf» ardeitente Klaffe entfällt, deren Hauptgewürz das Salz in gw? und in dösen Tagen ist, brauchen wir hier wohl nur anzudafts?! ebenso daß, je zahlreicher die Familie, je reichlicher der brauch namentl ch in ärmeren Famllien. Angenommen, Jr eine Familie von 7 Köpfen jährlich einen Zentner SpeifW verbraucht, so ergiebt dies eine Ausgabe von 10 M. pro o«*' welche Ausgabe durch Wegfall der Steuer von 6 M. pro 3«%, (eine indirekte Steuer) auf 4 M. fich ermäßigen würde. Y, die Hauptsache: Der Staat könnte es ohne Schaden. Steuerodjekte fände er noch genug, um den Ausfall a» steuer zu decken und daß gerade die unentbehrlichsten Levens 1 Mg — In keinem Fall, bevor Sie mir nicht die geben! So, nun ist's gut, jetzt stehe ich auf und wir 0� weiter! Ich bin ein unglücklicher Tölpel, ich bin werth, bin betrunken,— ich schäme mich... Ich bin � fj würdig, Sie zu lieben;... aber sich vor Jhnen zu beug' — da« ist die Pflicht eines jeden, der»och nicht ein �.0 plete« Vieh ist! Und ich habe mich gebeugt!... HYL, Ihre Wohnung; auch deshalb hatte Rodion recht, 39 4 Peter Petrowitsch hinauszuwerfen,— wie konnte er wage», Sie hier einzulogire«! Das ist ein % Wissen Sie auch, wer gewöhnlich hierher kommt? Sie sind seine Braut! seine Braut: ja? Nun, dann ich Ihnen sagen, daß, nach alledem... Ihr Bräutigam' ein Schuft ist! (Fortsetzung folgt.) An« Kunst«nd Zeben._ Hunde als Kchtetch Händler. Ii, dm Niederl � wurden früher, �wie man der„Tägl. Rundschau junde zum Schleichhandel abgelichtet. Man fls® M» die Thiere, ohne alle Begleitung zwischen zwei Grenzorten � und herzuzebcn. Meistens waren ihrer sechs deisamwe«, mit kleinen Waarenballen deladm, geführt von einem Spürhunde. Sie gingen nur um Mittemacht, in Finsterniß ad. Der Lcithund hielt fich immer einige � vor der Rotte und streckte die Nase nach allm ,,nh I# Sobald er etwas Verdächtiges witterte, lehrte er um" zur Truppe zurück. Alle ergrissen nun schleunigst verbargen fich in Gräben, Gesträuchen u. s. w-, um»„pn nun, bis Alles wieder ficht r war. Jetzt machten pi neut� auf den� Weg und trafen endlich über� der auch der Wohnung des einverstanvmen Empfängers ein. � hier meldete fich anfangs nur der Leithunv an. v« sjwn hielten fich in der Nähe versteckt. Auf ltch mit Fressen und Milch versehen folgendm Mitternacht und kehrten wiederum mit Waaren deladm, über die Grenze $0 Ig % -dt) Wifl herhalten muffen, dem Staate als Bksteuerungsobjrkt zu �m. ist bekanntlich die alte Klage der arbeitenden Klassen. � kommt eben für den Arbeiter alles zusammen, ihm sein Wta unnöthia zu vertheuern. Wie ganz anders steht es mit pn Salz zu Produktionszwecken. Daffelde ist steuerfrei. Es r®m davon 388 085 t oder 8,2kg auf den Kopf der Bevöl« «uitg, und zwar wurden verbraucht 220 818 t in Soda und I«audeisalzfadriken, 108 498 t zur Viehfütterunz, 21 600 t in Pwtfwn und Farbenfabriken, 12232 t in der Lederindustrie, rp t in der Metallwaarenindustrie und 6781 t zur Seifen« 1% Kerzenindustrie. s Aachen, im Dezember, wird geschrieben: Der Staat Gefahr! Ja, auch hier war derselbe in letzter Woche in pichr. Es ist der hiesigen Polizei gelungen, einen Kord mit Mln, diversen Schriften und einer alten Hose abzufangen. r man den Absender dieser Gegenstände nickt ermitteln Mte» fiel der Verdacht im Allgemeinen auf die hier lebenden Mlteiner, die man sämmtlick für ausgemachte Sozialdemokraten ff- Infolge dessen wurde denn in einem Hause, in welchem M Textilarbeiter aus Neumünster i. Holst, logiren, gehaus« Beute bestand in 7„Nichtgentlemen", nämlich in , Broschüren„Ein Nichtgentleman auf dem Zeugenstande". M einige Exemplare des„Wahren Jakob", Briefe und Mige unbedeutende Sachen wurden mitgenommen. Den Ad- P}wr hatte man trotzdem nicht ermittelt und man versuchte in Mnnter Weise durch Einschüchterung etwas zu erreichen. Die Leiter Tensfeldt, Gebrüder Kühl und Scheins wurden von ? Arbeit weggeholt und alsdann verhaftet. Scheins ist aus Mlen und Tensfeldt wohnt bei demselben. Bis zum nächsten M ttags wurden die Betreffenden in Haft gehalten, Wen über alles Mögliche Auskunft geben und mehrmals ihre Abschrift schreiben. Bei den Behaussuchten wurde jedes «mkelchen durchstöbert und alle Nachbarn ins Verhör Wommen. Nichts blieb von den Händen der Polizei Kchont. Kohlen, Betten u. s. w., ja sogar die Mch, die einem krank im Bette liegenden Ein« rjWer zur Erquickung gereicht wurde, mußte eine Unter« Zung(nach verbotenen Schriften?) erdulden. Als Tms« 2% auf dem Amte erschien, wurde er in äußerst Ii, Kens« Mdiger Weise empfangen.„Sehen Sie'mal den jungen cW"— sagte der Herr Kommissar—„das ist der Führer �Anarchisten!"— Darauf bemerkte der Kommissar noch, �Tensfeldt, habe ja wohl eine Konferen» von 2 Stunden mit hiesigen bekannten Sozialdemokraten C r ä w i n k e l gehabt. „.Meldt wußte von einer solchen Konferenz nicht das geringste Behauptung, wurde daraufhin aber .. welcher er ohne Nahrung bis zum 5n7mi.ii.tuge Mittags zudringen mußte. Abends schickte die M'ihin desselben 50 Pf. nach dem Polizkigefänaniß, damit die Maftirten sich Kaffee dafür kaufen könnten. Natürlich spazirt MUlle dem unser herrliches Deutschland an der Sviye r* Zivilisation und Frankreich ist ein„wildes Land", ?. welchem bi« Zivilisation und Kultur derartige Triumphe nicht kann. Wie gewissenhaft die Untersuchung geführt wurde, ■Wlt daraus, daß ein Beamter aus dem verdächtigen Hause (Ffle Aepfel holte, um sie mit denen in dem staatsgefährlichen ?°kde zu vergleichen. Später sind dann noch sämmtltche Hol- Mer vorgeladen worden, um ihre Handschrist vorzuzeigen. auf Tensfeldt ir hielten alle ihre Briefe w. retour. T. iTpde beim Transport nach dem Justizgebäude auch doppelt ?wacht, scheint also der bei weitem StaatSgefährlichste zu sein. N«, ermittelt ist noch nicht, ob die in dem abgefangenen (ptde enthaltenen Aepfel, die aste Hose oder die Schriften N?isgefährlich find. Die Polizei allein dürste darüber Aus« 'UNft geben können. v 9U der am 14. Januar in Negenadnr« stattfinden- .,*• K»ich»tag»n»ahl soll von den Ardeitern Herr Vollmar Zählkandidat aufgestellt werden. Bei der letzten Wahl 1887 Ueiten die Sozialdemokraten dort 813 Stimmen. Der Wahlist dem Zentrum sicher. ***#«#**»** wurden, nach einer Mel« �..g des„Berl. Tgdl., bei einem Buchbinder 20c 0 Exemplare Malistischer Drucksachen, welche demselben von einem Sozial« Anokraten zum Einbinden übergeben worden, polizellich de« ichlagnahmt.(Es find dies aller Wahrscheinlichkeit nach die �rdotenen Volkskalender, die von Herrn Fiitz Herbert heraus« �geden worden. Red. deS„B. V.") In der dortigen Regi- Wtskaserne, sowie in den sämmtlichen Privatwohnunaen der ?°utboisten VeS Regiments fand unter Leitung eines Offiziers .Haussuchung nach sozialistischen Schriften statt. Ueber das Re- >Mat ist nichts bekannt geworden. «rotzbritaunie». g. Aus Kairo wird unterm 16. d. derichtet, daß in dem Ureiden OSman Digma's an den englischen Befehls« Grcnfell mitgetheilt war, daß der Khalif ihm schrieb, er z?d°Oman Dsaleh nach dem Acquatorial Distrikt abgesandt. Lp seinem Eintreffen in Lado fand er, daß die Offiziere und Mannschaften Emin Pascha's dmselden, sowie seinen ihn de« tfi'enden weißm Reisenden gefangen genommen hatten. »r,.Im neueste» Gothaischl« Hoskalender findet sich unter Mecklenburg. Strelitz die malitiöse Notiz:„Finanzen. Zuver« läge Angaben find nicht bekannt." t. Noch»»iftirt die Sitte de» Mädchenrande» in der �iegowina. Aus Stolac wird dem„Srpski Dnevnik" z�erm 30. November geschrieben:„Vor ungefähr vierzehn t?sen kamen Paul Samardzic und drei seiner Genossen aus w�Olfe Dadar in die eine halbe Stunde von Stoloc ent APäSä*' CHIC IfUiVf. WAMiew w.» um das Mädchen Andja Milutinovic bei hZTT 5"»«»i»—»- Sie fanden dieselbe auf der Weide l»lirfto cTt �'Heerde Zugleich mit einem ihrer Brüder. Dieser lofort von den Burschen überfallen und an einen Baum« lbir»».fesselt, damit er nicht die Eltern des Mädchens alar« h«» j.iönne, Andja selbst aber fühlten die verwegmen Räuder Sträudms mst sich. Als nun die Burschen mit dem si&ap isn Mädchen die Brücke über die Suhavica pasfirten, riß >1 von ihren Entsührem los und sprang über die Brücke Wasser, in welchem sie alsbald untersank. Samardzic J«utti!lne Genossen zogen das Mädchm zwar sofort aus den vilein dasselbe war berests todt. Paul Samardzic ent« iq K.�urend seine Begleiter verhaftet und dem Bezirksgericht wlac eingeliefert wurden." Jiesuf*** Felssprengung. London, 14. Dezember. Eine Stetn�y�ssptengung wurde gestern in den Furnace Granit« Noh.>°'Uchm in Lochsync Syde in Wales vorgenommen. Das wurde 45 Fuß oberhalb des Steinbruchs 59 Fuß tief WÄin den Felsen hineingetrieben, hierauf Äna es 12 Fuß % ein, IJ,0 von da in nordwestlicher Richtung 36 Fuß, wo es mer mündete, tn der 10525 Pfund Pulver auf» pid 5 S; warm. Die Kammer war 7 Fuß lang, 5 Fuß breit betrug'jVs doch. Die Höhe dcs Feisms oberhalb der Kammer W. 150 Fuß. Es war gestern 1 Uhr Mittags, als das Jppst dcs elektrischen Funkens zur Explosion gebracht ' 75 bOO Tonnen Granit wurden losgelöst. {Bot W't'SpMiift vtttSM? London, 6. Dezember. Mlle efw* Jury wurde ncch dreitägigen Verhandlungen die �bge,�� entschieden, od ein Spiritist venückt ist oder nicht. % ein" Moior a. D. Owen hatten seine zwei Söhne(einer Pney, das gesetzliche Verfahren eingeleitet, um ihn tn -— Sfninerbt Tbatsachm wur« welche gekettet warm, wurdm von dm Insurgenten an Oman ausgeliefert. Unterhaus. Sckatzsekretär Goschen erklärte, die in dem Befitze der Regierung befindlichen Nachrichten, de« treffend die Gefangennahme Emin Pascha's und Starl.'y's, seien noch so unbestimmt, daß es unmöglich sei, infolge dessen die Maßnahmen zum Entsätze Suakin s zu suspendiren. bis nach vielen Wochen oder Monaten deren Schicksal festgestellt sein werde. Die Regierung habe keine Beweise der Gefangenschaft derselben, außer der Tbatsache, daß ein Brief oder die Abschrift eines Briefes, welcher im Befitze Stanley's gewesen, fich scheinbar im Befitze eines Offiziers des Khalifm befinde. Es sei außer Frage, daß die Belaffung der Truppen in dem engen und beißen Ouartier in Suakin mit der Gewißheit eines großen Lebmsoerlustes durch Krankheit verbunden sei, ebenso stehe es außer Frage, dieselben jetzt fortzubringen. Es sei unmöglich, bei dem die englischen Truppen delagernden Feinde eine Waffen« ruhe nachzusuchen. Die Regierung werde aber ihr möglichstes thun, um die Wahrheit der Nachricht fcstzustellm und eventuell wegen der Fiellaffung Emin Paschas und Stanleys unter« bandeln Auf weitere Anfragm erklärte Goschen, die deutsche Regierung sei von dem Geschehenen unterrichtet, aber nicht die amerikanische Die Regierung könne unmöglich die Operationm in Suakin suspendiren, eS werde aber nichts geschehen, dieseldm zu deschleunigen. G l a d st o n e hielt in einem sehr zahlreich besuchten Meeting in Limehouse, einem Stadtthell im Osten von London, eine Rede. In derselben griff er hauptsächlich die liberalen Unionisten an, weil fie darauf beständen, auf denselben Bänkm im Parlamente zu fitzen» wie die wirkliche liberale Partei. Er hoffe, Europa werde fernerhin von scharfen Krisen verschont bleiben; er stimme mit Salisbmy nicht darin übercin, daß die Kriegsgefahr aus übereilten Bewegungen der Völker entstände. vielmehr trugen dabei meist die Regierungen die Schuld. Es gebe allerdings eine Gefahr auf der Balkanhalbinsel, namentlich in Serbien; auch hieran seien namentlich die Jntriguen der fremden Mächte Schuld. Er hoffe, Salisbuiy werde sich ange» fichtS der Lage.auf der Balkanhalbinsel mit Klugheit benehmen. Alsdann prorestirte Gladstone energisch aegen jeden Versuch, eine Eroberung im Sudan zu machen. Weder englische noch egyptische Interessen erforderten die Festhaltung des gering» fügigen Hafens von Suakin. Gladstone schloß mit der Dar» legung deS Programms im Innern, dessen Hauptpuntte seien: ein dreijähriges Parlament, die Uebertragung der Polizeiver« wallung in London auf die Munizipalität, unentgeltlicher Unterricht und Trennung der Kirche vom Staate in Schottland und Wales. fraukreich. ommission der Deputirten« kammer hat den Gesetzentwurf der Regierung mit 18 gegen 4 Stimmen abgelehnt; auch der Gegenentwurf, betreffend die Bildung einer neuen Gesellschaft, wurde abgelehnt. Der Bericht des Referenten wird die Erklärung enthalten, daß die Kammer nicht das Recht habe, auf eine Angelegenheit, wie die vorliegende, gesetzgeberisch einzuwirken. Die D e p u t i r t e n k a m m e r hat die Vorlage der Regie« rung über das Panama Unternehmen mst 262 gegen 188 Stimmen abgelehnt. Der Finanzminisier war im Laufe der Debatte für die Vorlage eingetreten. Kelgie»». Georges Defuisseaux, Mamille und Mignon wurden von Charleroi nach Brüssel gebracht. Die Gefängnisse von Charlewi und Möns find mit Verhafteten überfüllt, elf Ge« fangene fitzeii In Charleroi allein wegen angeblicher Dynamit» Attentate. Viele liberale Blätter, welche bisher zu der auf starken Verdachtsgründen beruhenden Behauptung des Arbeiter« dlattes„Peuple", die Dynamitexplostonm seien das Werk eines Komitees von agevt» provocateurs, geschwiegen hatten, unterstützen jetzt diese Anklage und verlangen Erklärungen von der Regierung. Soziales««dArbeiterlteWegung. An die Ardettee Deutschland»! Hamburg, den 11. d. Am 8. Dezember haben sämmtltche Eisengießereibesttzer(mit Ausnahme einer Firma) die Aussperrung ihrer Former, im Ganzen 220 Mann, in's Werk gesetzt und so eine große Zahl von Arbeitern, zum großen Theil Familienväter, kurz vor Weih- nachten brotlos gemacht. Wohl selten ist ein Konflikt zwischen Arbeitgebern und Arbeitern so unberechtigt vom Zaune gebrochen, wie es bei dieser Aussperrung der Former Hamburgs der Fall ist. Es ist dieses Verfahren nur dadurch erklärlich, daß man ein planmäßiges Vorgehen der Eisengießereibefitzer in den bedeu« tendslen deutschen Städten annimmt. Wir wurden ausgesperrt, weil wir nachstehendes Plakat, welches am 6. Dezember in den Gießereien angeschlagen wurde, nicht unterzeichnen wollten. Der Anschlag lautete:„Hiermit fordern wir unsere Former auk, durch Unterschrist zu erklären: 1. daß fie das Arbeits- nachweisdurcau der Effenindustriellen Hamburgs anerkennen; 2. daß sie dasselbe im Falle der Arbeitslofigkeit benutzen; „Berg Zion" genannten Haus in Ventnor auf der Insel Wight ein phantastisch ausgestattetes Zimmer eingerichtet, das er das „Allerheiligste" benamste und tn dem er allerlei gottesdienstliche Handlungen vorzunehmen behauptete. Ein anderer Insasse des Hauses war eine junge Frau, Mrs. Marley, deren Gatte tn Newport, auf derselben Insel, wohnt. Sie war das Medium zwischen dem Major und der Geisterwell, und der Spuk er» erreichte seinen Höhepunkt, als dieses Medium einem Kinde das Leben geben sollte. Der Major gerikth in eine seltsame Auf« regung, behauptete, daß ein Prinz daS Licht der Welt erblicken werde, und als die Geburt stattfand, lud er ein halbes Dutzend Freunde und Bekannte in sein„Allerhelligstes", trotz der Ein- spräche des Arztes, und das Bett mit der Gebärenden wurde in die Mitte gestellt. Dem Kinde wurde göttliche Ehre er« wiesen. Diese Thatsachen wurden nicht in Abrede gestellt, ob» schon fie zumeist auf Aussagen des Majors selbst beruhten. Dieser brachte als Zeugen einige Geschäftsleute, worunter einen Bankier in Ventnor, der bezeugte, daß in Geldangelegenheiten der Major immer große Kaltblütigkeit gezeigt habe. Duser Um« stand wirfte auf die Geschworenen so überwiegend, daß fie dem Spiritisten den Verstand nicht absprachen. II»*» K«pf«rmL»s»n«-»th stn». Die in voriger Woche bei Aoolf Heß tn Frankfurt versteigerten Kupfermünzen aus der Sammlung drs verstorbenen Herrn Joh. Stebert tn Kassel brachten über 10000 M. Einzelne dieser unscheinbaren Sachen erzielten, schreibt die„Fiankf. Ztg.". ganz enorme Preise, z IB. ein Probesgtz preußischer Kupfermünzen aus den Jahren 1812 bis 1820 320 M., eine Serie österreichischer Rechnen« und Reitbpiennige 740 M., eine Reihe englischer Geschäftsmarken 510 M., eine ähnliche französtsche Serie 350 M., in Süd- deutschland geprägte Kupferkreuzer des Schwedenkönigs Gustav Adolf 76 M, 79 M. und 105 M. Große viereckige Kupfer- platten der späteren schwedischen Könige brachten 30—90 M. das Stück, der kupferne NoiHtHaler des berüchtigten Baron Görz 71 M.. ein seltenes spanisches Stück von 1837 80 M. Für fünf Probemünzen des Königs Hieronymus Napoleon wurden 88 M. bezahlt. Die Serie der Pfennige und Solidi der west- sälischen Städte brachte zirka 1000 M. Auch die überseeischen Münzen wurden hoch verkauft. Em Penny von Georg I. für Nordamerika von 1722 erziette 39 M., einige Cents der Ver» einigten Staaten aus den ersten Jahren 55 M., eine Serie Geschäftsmarken, meistens vom Jahre 1863, 240 M. 3. daß fie mit Formern, die von dem Bureau engagirt find, kollegialtsch zusammenardetten. Eine Verweigerung der ge» forderten Unterschrift würde uns zu unserem Bedauem ver» anlassen, die betreffenden Former am 8 Dezember zu entlassen resp. zu kündigen."(Folgen die Unterschriften sämmtlicher Ham- burger Eisenaicßeieibefitzer mit Ausnahme von S ch m i l t n s k q Söhne.) Dieses Schriftstück, dessen defehlender Ton einzig in seiner Art dasteht, erregte naturlich bei den Formern bc- deutende Auftegung, waS nur zu berechtigt ist, wenn man den Zweck deS ArdettSnachweisbureauS der E i s e n i n d u st r i e l l e n kennt, der auS den Statuten des Verbandes hervorgeht. Durch einen Zufall winde am gleichen Tage, an welchem dieser famose Ukas an- geschlagen wurde, in einem hiesigen Blatt, dem man keinerlei Gegnerschaft gegen den Fabrikanten« verein zuschreiben kann, nämlich in den �Hamburger Nachrichten", ein Auszug auS den Statuten des Vereins der Eisenindustriellen, sowie aus dem Reglement deS Arbeits» nachweisdureaus desselben veröffentlicht. Damach heißt es unter anderem in den Satzungen:§ 4. Kein Mitglied des Verbandes darf die wegen Ausstand entlassenen oder ausscheidenden Ar- heiter eines anderen Mitgliedes in Arbeit nehmen; die Namen dieser Ardeiter find dem Vorstand sofort anzugeben. Ist ei» solcher Arbeiter irrthümlich von einem Mitgliede angestellt, so ist derselbe sofort zu entlassen, dezw. zu kündigen. Für Fabriken, welche durch die Arbeitseinstellung eincS Gewerkes gestört werden, empfiehlt es fich, die Ardeiter der anderen gestörten Werke nicht zu entlassen oder in Zahl zu vermindern, sondern mit de- schränkter Stundenzahl arbeiten zu lassen, und find die Mitglieder verpflichtet, die wegm Kürzung an Arbeits- zeit etwa ausscheidenden Ardeiter eines anderen Mitgliedes während der Dauer des AusstandeS nicht anzustellen, sowie die Namen dieser Arbeiter dem Vorstande ebenfalls aufzugeben. Die Mitglieder haben dem Vorstande von einer Lohniordemng oder Ausstanddrohung, die ihnen von Seiten eines Gewerbes zugestellt ist. sofort Anzeige zu machen.§ 5. Für Mitglieder, welche fick im Lohnkampf mit einzelnen Gewerlen befinden, empfiehlt fich die Bildung von Gruppen und ist die Bildung einer Gruppe und Namen deS Vorsitzenden derselben dem Vorstand anzuzeigm, welcher die Gruppe nach Kräften zu unter- stützen hat— In dem Reglement deS ArettSnachweis» bureaus kommen folgende Paragraphen vor:§ 2. Personen, welche bei dm VerbandLmitgliedem in Arbeit zu tretm wünschen» sollen in der Regel fich an die Arbeitsnachweisungsstelle persönlich oder schriftlich wenden und erhalten, falls die Ge» schäftsstelle ihre Anstellung für statthaft hält, einm Arbeiis- schein, welcher für eine Woche Gültigkeit hat. Gleichzeitig mit dem Ardeitsschein erhält der Arbeitsuchende eine Liste der Ar- beitsgelegcnheiten in seinem Gewerde, und wird diese Liste auf Ansuchm täglich von der Geschäftsstelle berichtigt und ergänzt. § 4. Hat ein Arbeiter Arbeit angenommen, findet fich aber nicht zur Arbeit ein, so erhält derselbe in den nächstm zwei Wochen, vom Annabmetag gerechnet, keinm neuen Ardeitsschein von der Geschäftsstelle.— Die Fabrikanten scheuten fich nickt, den Formern zuzumuthen, ihr eigenes NachweiSdureau, das bis- her zur Zufriedmhett von Fabrikanten und Ardeitern funkt ionirt hatte, aufzugeben und das nach obigen Grundzügen ringe» richtete ArbeitSnachweisbureau der Eismindustriellen zu be- nutzen. Hätten die Former dem Anstnnen der Fabrikanten gehorcht, so hätten fie sich zu einer willenlosen Heerde erniedrigt, die blindlings den Winken der Fabrikanten gehorchm muß und aller Mittel deraubt ist, jemals die eigenen Jntereffm zu ver» treten. Einmüthig wiesen wir die Forderung der Fabrikanten zurück und als Antwort darauf kam die in dem Plakat ange» drohte Ausspenung. Man glaube nicht, daß die Fabrikanten gehofft haben, wir würden uns ihrem Befehl fügen. Von langer Hand her war die Aussperrung vorberritet. Dies wird schon dadurch allein bewiesen, daß bereits am 10. Dezember Morgens eine kleinere Zahl böhmischer Former hier eintraf, denen man auf Befragen gesagt hatte, daß keine Arbritsein- stellung oder Aussperrung in Hamburg vorgekommen sei; lediglich die vielen eiligen Schiffsaibeiten zwängen die Fadri» kanten dazu, von auswärts Arbeiter beranzuzieben. Zwar haben fich die böhmischen Former, nachdem ihnen die Sachlage klar geworden, in richtiger Erkmntniß ihrer mit den unseren gleichen Interessen geweigert, an Stelle der Ausgesperrtm zu ardeitm, jedoch zeigt dieses Beispiel wieder, wie wenig rückfichtsvoll die Mittel gewählt weiden. deren fich die Fabrikanten zur Bekämpfung ihrer Äraeiter de- dienen. In den nächsten Tagen sollen noch weitere hundert böhmische Former hier eintreffen, verlockt durch die Vorsplege- lur.g der Fabrikanten. Der österreichische Konsul, an welchen fich die bereits eingetroffenen Böhmen gewendet haben, hat seiner Entiüstung über das unqualifizirbare Verfahren der Fabrikanten Ausdruck gegeben und die Leute aufgefordert, mst Hilfe der Polizei ihre Papiere, die ihnen abgenommen worden, zurückzuverlangen. Die Fabrikanten haben zu ihrer Maßregel, wodurch fie die Former zu willenlosen Knechten machen wollten, die scheinbar günstigste Zeit gewählt, da auch in mehreren anderen Städten gegenwärtig Streiks bezw. Aussperrungen dir Former stattfinden. Die Herren rechnen darauf, daß die auswärtigen Kollegen der Aus« gesperrten� außer Stande find, die Gemaßregelten zu unterstützen. Der schlaue Plan der Fabrikanten dürfte aber an dem so oft bewährten Solidaritätsgefuhl der deuttchen Ar« briter scheitern. Wir unsererseits werden alles aufbieten, unser« guten Sache den Sieg zu erringen. Wir hoffen, daß wir so» wohl durch Fernhalten des Zuzugs, als auch durch Geldmittel tn diesem Kampfe unterstützt werden. Wir find entschlossen, uns nie die erniedrigenden Zumuthungen gefallen zu lassen und uns bis auf's Aeußerste zu wehren. Die Herren, die leichten HerzenS den Konflitt vom Zaune brachen und ein« großen Zahl von Familien eine entbehrungsreiche Zeit in Ausficht gestellt haben, sollen erfahren, daß ihr Wille denn doch nicht d« allein maßaedende ist. Briefe und Anfragen find zu richten an andern Die — �-"'I*•*»»*» JtzUW QU UV v Ostfeld,„Stadt Bremen", Niedernstr. 120. Alle Sendungen find zu richten an L. Eskelson, Paulstr. 40. ausgesperrten Former. HW Merfchuldung de»»fterreichlsche««ruud- disttze» ist von Jahr zu Jahr gestiegen. Ende des Jahres 1868 hafteten in Oesterreich auf Grund und Bode» 20844 Millionen Gulden, im Jahre 1873: 2491,5, 1878: 2939,5, 1883; 3129,8, 1885: 3269,9 Millionen Gulden, und Ende 1886 finden wir eine Schuldenlast von 3 300 231 000 Gulden k Die Bauern find es, die das H a u p t k o n t i n g e n t zu den landwtrthschafttichen Schuldn«n stellen. D« oderöster- reichische Bau« gilt noch als der am besten fituirte, und dock lasten auf dem bäuerlichen Befitze Obnösterreichs 140000000 Gulden Schulden. Diese nun zu4vCt. v«zinslich angenommen, «geben eine Zinsenlast von 5600000 Gulden. Rechnet man dazu noch die Grundsteu« mit 2482000 Gulden, Taren und Gebühren mit 1 424 780 Gulden, Steuern mst 200 000 Gulden, 3piozentige Amortisation mit 4 200000 Gulden, so haben wir eine Last von 15 706 708 Gulden. Dem gegenüber steht ein Reinertrag von 11 374 515 Gulden, es bleibt den od«öst«« reichischen kleinen Landwirthen ein jährliches Defizit von 3 826 265 Gulden. Zu de« belgische« Kohlengrube» spielt die intenfive Ausbeutung jugendlicher Arbeitskräfte eine Hauptrolle, 17 pCt. aller darin angewendeten Ardeiter find noch nicht sechzehn Jahre alt! Di« Gr-ßbruuereie« profitiren viel, sehr viel. Man höre! Es zahlen das Münchener Löwendräu 15 pCt., die Dresden« Sozielätsdraunei Waldschlößchen 20 pCt., die Verein-» bräunet Leipzig 21 pCt. Dividende. Müssen die— Aktionäie fich angestrengt und die— Arbeit« schauderhast gefaullenzt habm! Theater. Dienstag» den 18. Dezember. «peeahaa». Flick und Flock. Achttvspielstans. Auf der Brautfahrt. Watlner-Thrater. Madame Bonioard. Vor her: Der dritte Kopf. >fstvg- Theater. Nora. ««träfe» Theater. Die Welt, in der man fich langwM. Friedrich'- Wilhelm stadtische» Theater. Der Mikavo. Uiktaria- Theater. Die Reise in die Pyre näm. Ziestdenz Theater AdbS Constantin. KeUealliauce-Theater. Auf eigenen Füßen KoIK»-Theater. Rüdezahl. KSuigstädtische» Theater. Berliner Kinder Teutral-Thrater. Schmetterlinge. Adolf-Grrft- Theater. Die drei Grazien. Kavfma««'» Mari�t�. Spezialitäten» Vor- stellung. Go«c»rdia- Theater. Spezialttäten» Voll stellung. Theater der Neichshalle». Spezialitäten Vorstellung._ Berliner Theater. Dienstag» den 18. Dezember: Di« milde Jagd. (Melanie: Hedw. Niemann.) Mittwoch, den 19. Dezember: K-r Nradepfeil. (o. d. Egge: Frievrich Haast.) Donner stag, den 20. Dezember: Dt« mild« Jagd. (Melanie: Hedwig Niemann) American-Theater. Nr. IS. Berliner SehAnbelto-Konkurrenz. Di« Tabieaux werden von in Kerti» ge- d«r»«e« Kchönheiten dargestellt. Erstes Bild: Aschenbrödel nach F. tz, ddemann: Frl. Ntartha Kögel. Zweites Bist): Hinter Pafe« nach P. Thumann: Frl.*. Drittes Bild: Daffmr»« nach C. v. Bodenhausen: Frl.—. Wertes Bild: Da« Walser nach •i». Gräf: Frl.—. Fünilcs Btld: Zache«- de» Himmel nach Raphael: Fräul. Elise Elsner und die übrigen vier Damen.(Die mit �— bezeichneten Damen wünschen unaenannt zu bleiben.) Neu!! De» Weinnachte-Engel, Neu!! dargestellt von Fräulein Martha Elsner. Anfang 7's Uhr. Sonntags 6t Uhr. Billet.Vorv.rlanf ohne Knfgew im„In« 11-1 Ubr valtdmdank" v. Vormittags von 1 an der Theaterlaff«. [803 Oii'kns Ii. Schumann. -sricd ich- Karl � Ufer._ Ecke Karlstraße. früheren ZitfuS K rembser.) J«r«irlm» ist gut geheizt«nd gegen Ina geschnht.'AK; Dienstag» den 18. Dezember, Abends 7t Uhr: Wroß« KriUant D-rftelinng. Hervorzuheoeir find: Gastspiel des japancstschen Sei>-Equllibrislen Är O'Torra. Mustlallsches E.ttree der G.b:. Hozzini. Trapezkünstlerin Miß Julia. Rettkünstlerinnen Miß Adele und Sophie, VockcyMeiter Mc. Jos Hodgini, 2 Athleten zu Pferde. Die Schuivterve Brillant und Herz, gelitten von Frl Martha und Herrn Ernst Schumann. Zum Schluß: Die Jagd bei Boston, oe-ttten von mehreren Damen und Herren der Gesellschaft. Tanzeinlage: Der Jägertanz. Mittwoch, den 19. Dezember, Abends 7t Uhr: Große Vorstellung mit neuem Programm. & Passage 1«r. 0 M.- 10 A. K»t»er-Jl'anoram». Ja dieser Woche: Dresden. Käcks. Kchmekz. Iii. Cyllus: Amerika. Californien. El Reise Kr. Was. Schiff Hertha. B nxt- Eycl. SO Pf., Kind nur 10 Pf. Asonn. Dem altbewährten ruhigen A-seph Aoiker gratuliren zum heutigen Geburtstage Die alt.n Freunde vom Hetnrichsplatz [1578 Die dem W Ayendoiff dadurch zugefügte Beleidigung, daß ich gesagt habe, der p. Atzen- dorff holt fich Geld vom Mottenmartt, nehme ich hiermit zurück. 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Rl|_. |l P».»97. HBl Beilage zum Berliner Bolksblatt. Dienstag» de« 18. Dezember 1888 S. Jahrg. M. m SD». SRI M. SKt Ml oOcn, gante ipätf vp�n, üffel- isle«. tvr. :aßt I in: I sis!j ändiß, ndkki'». ho»-» ! 6 Mll iE: lil: 9'iri pe,| 58. ZoKales. _ bU S»rrr« tfemmriftnr, Ka«-zlnt-rnrh«er mtmtv- m»d Simwnrnuillnr r» frrUx. Unter dieser fepidwotle gebt unS von der �odnkommisfion der Maurer «n Berlin und Umgegend der folgende„offene Brief" ,u: ,»eehrte Herrm! Schon durch die Zeitungsberichte wird Jbnen «lannt geworden sein, daß die Gesellenschast der hiesigen Maurer in mehrfachm öffentlichen Versammlungen, u. a. am - 16 September d. I im Lokale Sanssouci und am 2. Dezember ki Königshof beschloffm hat, für die Bauperiode des nächsten «ahres folgende Forderungen zu stellen: 1. Die Abkürzung der Arbeitszeit während der langen Ar> beit-tage um eine Stunde, also von 10 Stunden auf 9 Stunden. 2. Eine Lohnerhöhung auf 60 Pfennige Stundenlohn. Ihnen wird bekannt sein, daß wir die erstere Forderung hauptsächlich deshalb stellen, um einen Ausgleich zu finden für die durch die immer mehr umstchgreifmde Maschinenarbeit brotlos «erdenden Arbeitcr, deren Zabl immer mehr wächst, so daß eine Ab« bilfe, durch Abkürzung der Arbeitszeit nur mehr Arbeitern Be» wästigung zu geben, dringend notbwendig ist und auch von Uns, wie von anderen Arbeitern mit Ernst und Energie ange medt werden muß. Die Erhöhung des Lohnes wird nothwendig, weil der Preis �*1 nothwendigen Ledensdedürfniffe, thellweise durch Zölle vec» ert, fich erhöht hat, auch die Mtethen in Berlin fortwährend m. Die nothwendige Abkürzung der Arbeitszeit ist dabei «uch in Betracht gezogen. Da durch unsere Fordetungen eine schlechte Einwirkung «rs die Bauthäligkeit oder auf die Wohnunzsmictben nicht ein »eten kann, well beide von ganz anderen Größen, de sonders von der Bau- und Gmndstücks-Spckulation abhängen, «-Ich« die Bauthätigkeit beeinflussen und die Miethspreise ufiein steigern; da ferner Sie, geehrte Herren, durch Lohnsteige- Umgen. die Fönen vorher bei Abschluß Ihrer Geschäfte bekannt waren, keine Einbuße erleiden, Ihnen vielmehr steigende Löhne ,1 Um steigenden Verdienst dringen: da Ihnen diese unsere For- '«rungen schon rechtzeitig bekannt waren, ihnen auch hiermst t\ uon der unterzeichneten Lohnkommiiston im Auftrage der Bcr- lmer Maurer nochmals rechtzeitig bekannt gegeben werden, so Ahnen wir mit Bestimmtheit auf Ihr Billigkeitsgefühl, daß Gk uns diese Forderungen ohne Anstand bewilligen und da- durch Erschütterungen und Störungen des Baubetriebes im Uächsten Fahre vermeiden werden. Wir wählen diesen Weg der Oeffentlichkeit, da wir keinen widern wiffen, um der großen Zahl der hilstqen Bauuntcr uebmer. die ja theilweise nicht einmal festen Wohnsty haben, unsere Forderungen bekannt»u geben. . Mit Hochachtung und Ehrerbietung vie Lobnkommisflon der Maurer von Berlin und Umgegend. I. A.: H. Fiedler, .(In Ein Mtftrmvtrtin Moabit hat fich kürz. m mJk U gebildet und am Tonnerstag Abend im Moabtter Kastno, M«ilSnockerstt. 63, seine erste Versammlung adgehasten. Da ist P' ,1 denngl-ich sehr nett hergegangen, wie dies unter echt„deut- I �hon VTöxuittn diese« Schlage« Mode und Brauch ist. Die Jttr schwach desuchte Versammlung leitete veir Blavier. Der aiedner des Abends war der Fudensreffer Böckel, der. wie gc- «ähnlich, die„Judenstage" löste und dabei Herrn Stöcker einige habe Grobheiten sagte. Nach Beendigung des„Vortrages" des Herrn Böckel empfahl der Vorfitzende die antisemitische Presse Und die Reformoereine. In Moabit sei das Feld im Allge« «einen sehr gut, wenn auch noch von christlich, sozialen und kon- «rvativen Ideen durchseucht.(Sehr gut! Pfui! Unruhe.) Scheibe: Mit solchen Redensarten werden Sie hier keine Propaganda machen.(Sehr gut! Widerspruch.) Vorfltzender: halten die christlich-soziale und konservative Bewegung für «tor selbstständtges Vorgehen nicht für förderlich.(Oho! Sedr Anhr!) Die Konservativen wie der Kartellkandidat Cremer, jetzt Christoph Joseph der Schwarze genannt(Heiterkeit), halten vor Wahl große Reden und lassen unS nachher im Stich. Die Uufervativen können das Volk—(Schluß! Quatsch!)— �-Scheibe: Man kann sehr gut konservativ und christlich' sozial 2® doch antisemitisch sein, wenn man in der Fraktion nur Mfiständig bleibt. Vorfitzender: Hat denn Hofprediger Stöcker M Selbstständigkeit bewiesen?(Nein! Jawohl! Schluß!) verbitte mir Ihre Schlußrufe, gehen Sie doch lieber hin- '(Oho! Wenn Sie noch weiter reden, dann gehen wir Milbings hinaus!) Einer der Anwesenden: Warum spricht f*. Böckel im Reichstage nickt so wie hier? Ich habe noch 7«e Rede von ihm gelesen. Dr. Böckel erinnert an seine Rede ß«. Zwischenhandel in der Tabakindustrie, zur Getreidebörse, Mchtdebatte(Bravo!), zum Armeelieferantcnthum. Ich kann £** nicht etwa auch beim Marine- Etat über die Juden reden; SP« da« Waffer scheuen ste.(Große Heiterkeit.) Einer der Versenden: Mit den Angriffen auf Stöcker bin ich nicht ein- gwnbm. Ihm verdanken wir die berliner Bewegung; den c«n dürfen wir nicht ausschließen, sondern müssen ihn hoch- KS«.(Lebhafter Widerspruch und Beifall.).Vorfitzendcr: Mker hat nur die chrisllich- soziale Partei hervorgerufen, die SS jetzt seine Leidaarde bildet und ihm in den Versammlungen h%ll Ratscht.(Bravo! Pfui!) Stöcker bat gesagt, man Me nicht den Grundsatz aufstellen, nicht bei Juden zu kaufen. W Nicht wabr!) Seine Frau kauft selbst bei Juden ihre kffkL(Mantel her, damit wir nachsehen!) Der Vorfitzende die Versammlung gegen 10% Uhr. I»°.A»b»» die Aevinfektionsordnuug vom 7. Januar KT und deren Resullate sprechen fich die Jahresberichte der »�närzte an den Magisttat vorsichtig aus. Die Desinfettions- �°ttacln(deren Eintritt bezw. Wiederholung derzeit noch nickt Mt ist), wie sie jetzt- selbst mit größeren Kosten- aus- »2« werden, haben einen sichtbar geringeren Einfluß ausgeübt �i.«��teituna von En» und Epidemien als Kanalisation und lunM � Reinlichkeit und Ventilation, als Räumung von ge- «» �widrigen Wohnungen und frühe, rasche Foitschaffung «rankbetten in den desinfizrrten Wohnungen 'Wbrrie. Typhus) nach einem bestimmten Stadium wieder- S6T berb-n?«enkranken, die nur überredet und nickt gezwungen « Q? wnnten. sofort ihre Wohnung mit einem Krankenbause die Schwierigkeit, ja Unmöglichkeit, die gefunden >>iid».forizubringen oder abzusondern, der Mangel an Wasche .Vifödung, das Fehlen eines zweiten Bettes, der Lefitz nur waren schwere Hindernisse für gündliche Des- W, 9' so daß desinfizirt werden m�'ßte, während der Kranke �«en.«itfernt wm. Ein Uedelfland ist ferner, daß die Ni einer durch ihre ttaurigen Verhältnisse hervorgehen- vor der Desin'ettion die Grundkr nfheit(Masein, « ben«i unbehandelt lassen und fick erst wegen der Folgen «r»t wenden. CO' 3. rti V 5»* im Duell erschossm» Ktudent Dlu« wmde am Sonntag mtt dm üblichen studentsschm Ehrm bestattet. I« Jache« de»„Ileichrödee'schen KUderliuge" ver» öffentttcht die„Post" jetzt folgende Mittheilung„eines Gewährsmannes» der in nationalliberalm Kreisen hat": „Herr von Bleichröder gehörte einst sein«« polttischen Glauoen nach zur sogenannten altliberalcn Partei und war s. Z. auch Vorsttzmder de« VerwaltungsrathcS der von Julian Schmidt herauSgegebenm„Berliner Allgemeinen Zeitung", in der Folge aber hat er persönlich fich immer zur nationalliberalen oder doch gemäßigtm Mittelpartei gehalten. So hielt er es denn für angemessen, auch seinersests einm Bestrag zu dm Kosten der letzten Reichstagswahlen beizusteuern und zwar direkt in den Wahlfonds des nationallideralen Parteivorstandes. Nur bat dieser Beitrag bei weitem und auch nur annäbemd nicht die Summe von 10 000, geschweige dmn von 20C00 Mark erreicht, vielmehr soll Herr von Bleichröder fich vertraulich damals dahin ausgesprochm haben, daß er, wenn erforderlich, einen Zuschuß zu seinem ersten gewiffcrmaßm pfltchtmäßigcn Bestrag zu leisten beabfichtigt habe, aber durch die inzwischen erfolgte Verdächtigung seines guten Willens, in Anbetracht der Wahlaffatte des Herm Cremer, davon zurückgebracht wor- den sei. Der nationalliberale Gewährsmann der„Post" hat ein Interesse daran, die Sache zu vertuschen und ist deshalb kein einwandsstcier Zeuge. Seinen Behauptungm steht die That- sache entgegen, daß Herr Cremer. der es wissen muß, offen er- klärt hat, ei seien für seinen Rücktritt 10000 M. gezahlt worden. Wer daS Geld bekommm hat, wird allerdings wohl nicht eher offenbar werdm, als bis Geber oder Empfänger den Schleier lüftm. „Neues au» Gflafrilla". Franz.?. hat als Matrose eine ostafnkanische Expedition mitgemacht, ist nun wieder zurückge- kehrt und hält fich gegenwärtig zum Besuch bei seinem Onkel in Berlin auf. Im Kreise der versammelten Familie erzähll er von seinen Abmteuem:.-- Als wir aus dem Walde heraus- baten,— sahen wir einen Löwm, ich lege an, er stürzt, ich : ihm das Fell ad und wir kehren in dm Wald zurück. wir müde waren, legten wir uns unter einen Baum. Plötzlich erwache ich von einem Geräusch und bemerke über mir in den Zweigen einen Tiger. Schnell zog ich meinen Revolver, schoß ihn herunter und zog ihm das Fell ab,— das habe ich alles in Hamburg bei den Alten. Nun gingen wir weiter in den Wald hinein. Auf einmal bemerken wir eine finstere Grube, und als wir näher treten—"„Hall'mal", unterbricht der Berliner Onkel,—„wenn jetzt etwa aus der Jrube een Leoparde herausspringt, denn— hau ick Dir aber eene runter!" — Schluß. gti titttv wegen Diebstahl« eraristeuen Person wurden u. A. gefunden: ein sogen. Ltliput-Operngucker, schwarz lackirt, und eine altmodische filberne Hrnenuhrkette, zwei- strähnig, aus kleinen ineinandergreifenden Ringen destehmd, an derselben ein Petschaft, destehmd aus einer Kugel mit darunter befestigter ovaler Platte, auf welcher der Name Andreas Hann, v: und eine Glocke etnaravirt ist. Die Bestohlenen wollen fich auf dem Kriminal- Kommissariat Zimmer Nr. 77 schleunigst melden. Mit przna anf die iS«0st»»folste N-rhaftnng de» Inwrlie» M. Weber, Friedrichstraße, macht eine Lokal- tomsponden, folgende nicht uninteressante Mitthestungm, die ein grelles Licht auf einen recht unsauderm Geschäftszweig werfen, der mtt dem Namen„Juwelmschieberei" belegt wird. Eine ganze Anzahl von Lmtm, sogenannte Agenten, deren Bc< kanntschaft unter der feinen Haldwelt eine große ist, offeriren den„Damen" Schmuckgegenstände zu unverhältnißmäßig hohen Preisen. Trotzdem veranlassen diese„Damen" ihre meist in glänzenden Verhältnissm lebenden Verehrer zum Ankauf solcher Gegenstände, die, sobald fie in ihren Lefitz übergegangen find, zu dem Juwelier zurückwandern.— Dieser theilldann den un- geheueren Verdienst mit dm Agenten und der„Dame", die natürlich gar nicht daran denkt, dm Schmuck zu beHallen.— Natürlich wird der Profit ein wesentlich höherer, wenn der ge» prellte Liebhaber auf Wechsel bei Hohem Zinsfuß kaust.— Uedrigens sollen in Sachen Geder'S noch weitere Verhaftungen erfolgt sein. Eine Kelohttung von 1000 Mark hat ein Kaufmann S. aus Schnetdemüdl im Herbeischcffung veruntreuter Gelder im Vi trage vom 10(00 Mark ausgesetzt. Im September v.J. sandte ein Kaufmann B. aus Berlin an den Kaufmann S. in Sckneidemühl 10000 Mark in Eintausendmarkscheiven. Als der Brief in Schneidemühl ankam, fand man in dem Umschlag nur Papierichnitzel. Auf der Post konnte die Defraudation be« ziehungsweise die Beraubung des Briefes nicht erfolgt sein, weil des notirte Gewicht bei der Aufgabe geringer war, als das von zehn Eintausend-Markscheinen. Entweder ist das Geld in dem Berliner Geschäft aus dem Brief herausgenommen wor- den, oder der Brief ist, wie dies schon öfters vorgekommen, mit einem andcrm, zu der Deftaudation bereits präparirten Brief vertauscht worden. Damals hatte fich der Verdacht auf einen Kasfirer gelentt, welcher auch in Untersuchungshaft genommen wurde, jedoch wepin unzureichender Belastung wieder entlassen werden mußte. Kaufmann S. in Schneidemübl klagte nun- mehr gegen den Absender B. auf nochmalige Zusendung der 100CO M.; die Postbehördewarnach Feststellung des Thatbestandes nicht Hofidar. S., welcher mtt seiner Klage in zwei Instanzen abgewiesen worden ist, setzt obige Belohnung aus, da er durch den Verlust stark geschädigt ist. Keit einige» Woche« find im N«»d»« und Weste« de» Ktadt, insbesondere in der Münzstraße, Friedrichstraße, Roonsliaße, Maaßenstrcße, Alsenstraße, am Kronprinzen- Ufer und in der zu Scköneberg gehörigen Ztetenstraße nächtliche Einbrüche verübt woiden, deren gleichmäßige Ausführung darauf hinweist, daß in allen Fällen dieselben Personen die Thäter waren. Gestoblen wurden außer baarem Gelde nur solche Pretiosen, welche zur Einsckmelzung fich eigneten, während andere W:rthsachen zurückgelassen wurden. Mehrfach ist den Einbrechern die erfolgreiche Ausführung durch Unvorfichtigkeit der Wohnungsinhabcr erleichtert worden. Die Korridore waren nämlich meistens mittelst Sickerheits-Schub-Schlöffer verschlossen, die fich mittelst falscher Schlüssel gar nickt oder nur sehr schwer öffnen lassen. Mutt maßlich in der intbümlichen Meinung, auf drese Weile die Eröffnung der Korridorthür zu erschweren, war der Schlüssel inwendig stecken geblieben. Diesen Umstand haben die Diebe benutzt, indem fie ein„Vierkant", welches in einen gerieften Dorn ausläuft, von außen durch das Schlüssel- lock in die Höhlung des Schlüssels hineintrieben, den Schlüssel herumdrehten und auf diese Weise die Thür mit dem richtigen "� Selbstmordversuch infolge verschmühter Liebe. Die � J JTIj.. ms-» tiMio ßMrfrtAii» von der betrogenen Liebe alte und doch>wiz neue Geschichte. I bat am Freitag Morgen ein junges Mädchens Namens Hedwig Ramsck, eine We.ßzeugnäherin. Hirtenstraße wohnhaft, zu dem verzweifellci'. Entschluß getrieben, ihrem Leben ein gewaltsames Ende zu machen. Dieselbe hatte, wie festgestellt wurde, am Morgen von ihrem Liedbaber einm„Absagebrief" erhallm, mit der Motivttung. daß er fich mtt einer ihrer Kolleginnen zu ver» Heuathen beabfichtige. Die R., die irgmd einm gisthalligm Stoff zu fich gmommm, vermochte sich noch bis zu dem Hause Amalimstt. 19 zu begeben, in welchem fie zu arbeiten pflegte; hier brach fie jedoch, von K-.ämpfen überwältigt, im HauSflur zusammen und wurde in diesem Zustande gleich darauf von Hausbewohnern aufgefunden. Die sofort von dem Vorkommnis verständigte Revierpolizei veranlaßte die Uederfühmna der mtt dem Tode ringmdm R. nach dem Krankenhause am Friedrichs« Hain. D»«i Einbruch»- Diebstählovrrsuch« in einer Nacht, nämlich in der Nacht zum Sonntag, find in dem nahen Rum« melsdurg verübt wordm. Zunächst brachen Diebe in die Woh« nung des dortigen Schmiedemeisters Br. ein» während dieser mit seiner Frau zu einem Vergnügen abwesend war; fie fliegen, nachdem fie eine Fensterscheibe eingedrückt, in die Wohnstube ein, sckeinen es aber nur auf Baargeld abgesehen zu haben, denn der rückkehrende Schmied fand zwar alle Kästm und Schränke durchsucht, vermißte aber von seinen Habseligkettm nichts, da die Diebe eine hölzerne Sparbüchse, welche Geld enthielt, nicht bemerkt zu baden scheinen.— Sodann wurde in derselben Nackt bei dem Schankwirtb B. eingebrochen, wo die Diebe ebmfallS eine Scheibe eindrücktm und durch das auf diese Weise ge» öffnete Kellerfenster einstiegen. Der Schankwirth hörte aber daS Klirren der Scheiben und begab fich nach dem Keller. Die Diebe scheinen die nahenden Tritte gehört zu haben, denn als B. den Keller betrat, waren die Thäter verschwunden, ohne von den vorhandenen Vorrätben etwas mitgenommm zu haben.— In der gleichen Nacht wurde noch ein dritter Diebstablsversuch mittelst Einbruchs in den Entenstall des Bäckermeisters B. unter» nommen; auch hier wurden die Diebe durch das Hinzukommen des Gesellen des B. verscheucht, ohne Beute gemacht zu haben. Di« Witt«»« eine» C»g»o».KchlSchterM«ist«r» hatte, wie die„Allg. Fleischer Ztg." vor einiger Zeit melden konnte, einer hiefigen Schläckterfrau die Summe von 9000 M. geboten, wenn diele ibrm Mann der Wsttwe abzutreten bereit sein würde. Eine Liebe ist der andern werth— die Schlächterfrau hat das Anerbieten der heirathslustigen Wittwe angenommen und fich von ihrem Manne scheiden lassen- Jetzt bat vor kurzem die Trauung der generösen Wsttwe mit dem um 9000 Mark erwordenen Manne stattgefunden.— Es lebe die Heiligkeit der Ehe! Auf dem städtische» Zentral- Viehhof wurde im letzten BetriedSjahre nach fachmännischer Berechnung Vieh im Gesammtwetthe von 118 Millionen 891 Tausend 610 Mark aufgetrieben. Die Einfuhr des frischen Fleisches im letzten Jahre nach Berlin deträgt wett über 20 Millionen Mark an K-M«S««g der K«»Slk»»»ug de» Ktadt Kerli». In der Woche vom 25. November bis 1. Dezember o. I. fanden 267 Eheschließungen statt. Ledendgedorm wurden 931 Kinder, darunter 100 außerehelich, todtgedorm waren 28 mit 3 außerehelichen. Die Ledendgedorenen find 32,8, die Todtgeborenen 1,0 pro Mille der Bevölkerung, die außerehelich Geborenen find bei den Lebendgeborcnen 10,9, bei den Todtgeborenen 10,7 pCt. Die Zahl der gemeldeten Sterdefälle betrug 556, die fich auf die Wochentage wie folgt vertbeilen: Sonntag 94, Montag 78, Dienstag 79, Mittwoch 87, Donnerstag 80, Freitag 68, Sonnabend 70. Von den Gestorbenen erlagen an Ma» sem 9, Scharlach 5, Rose 4, Diphtheritis 25, Bräune 3, Keuchhusten 10, Kindbettfieber 5, Typhus 3, Ruhr 0, Syphilis 0, Altersschwäche 20, Gehirnschlag 17, Lungenentzündung 38, Lungenschwindsucht 70, Diarrhöe 18, Brechdurchfall 8, Magendarmkatarrh 7. Durch Vergiftung kam 2 Perl on um(beide durch Selbstmord). Eines gewaltsamen Todes starben 19 Personen, und zwar durch Verbrennung oder Verbrühung 2, Er- trinken 3, Erhängen 4, Sturz oder Schlag 3, Schußwunde 2, Operation 0. Hierunter find 9 Todesfälle durch Selbstmord herbeigeführt. Dem Aller nach find die Gestor« denen: unter 1 Jahr all 179(32,2 Prozent der G» sammtsterdlickkeit), 1-5 Jahre 19, 5-16 Jahre 17, 16 bis 20 Jahre 12, 20-30 Jahre 29, 30-40 Jahre 48, 40 bis 60 Jahre 82, 60—80 Jahre 83, über 80 Jahre 15 Personen. In hiefigen Krankenhäusern starben 106, einschließlich 13 Auswärtige, welche zur Behandlung hierher gebracht waren. Auf die Standesämter vertheilen fich die Todesfälle folgendermaßen: Berlin. Köln- Dorotheenstadt(1)25, Friedrichstadt(II) 25, Friedrich- und Schöncberger Vorstadt(Hl) 35, Friedrich- und Tempelhofer Vorstadt(IV) 44, Louisenstadt jensests, westlich iV») 32, Louisenstadt jenseits, östlich(Vd) 26. Louisenstadt dies- seits und Neu-Köln(VI) 43, Skalauer Viertel, westlich(Vll») 54, Stralauer Viertel, östlich(Vllb) 35, Königstadt(V1U) 33, Spandauer Viertel(IX) 22, Rosenthaler Vorstadt, südlich(X») 41, Rosenthaler Vorstadt, nördlich(Xd) 22, Oranienburger Vorstadt(XI) 43, Friedrich- Wilhelmstadt und Moadst(XU) 38, Wedding(XU1) 38. Die Sterbefälle find 19,8 pro Mille der fortgeschriebenen Bevölkerungszahl (1 467 477).— Die Sterblichkeitsziffer in folgenden Städten des Deutschen Reiches mit mehr als 100 000 Einwohnern betrug in Aachen 17,5, Mona 21,4, Barmen 18,5, Bremen 20,1, Breslau 26.5, Chemnitz 32,4, Dan, ig 29,1, Dresden 19,5, Düffeldorf 23,6, Elberfeld 12,9, Frankfurt a. M. 13,3, Hamburg mit Vororten 25,9, Hannooer 20,7, Köln 19,9, Königsberg 22,3, Leipzig 20,4, Magdeburg 24,0, München 28,2, Nürnberg 20,3, Stettin 26,6, Sttaßburg i. E. 21,6, Stuttgart 18,1 pro Mille. Sn anderen Großstädten Europas mit mehr als 300 000 inwohnern betrug die Sterdlickkeitsziffer in Amsterdam?, Budapest(Vorwoche) 29,2, Dublin 22,9, Liverpool 23,5, London 16,5, Paris 20,1, Petersburg(Vorwoche) 23.0, Warschau(Vorwoche) 26,3, Wien«Vorwoche) 24,0 pro Mille.— Es wurden 2556 Zugezogene, 1520 Weggezogene gemeldet, so daß fich die Bevölkerung mit Emrechnung der nachträglich gemeldeten Ge« dorenen und des Zuschlages, der den Weggezogenen erfahrungs» mäßig zugerechnet werden muß, um 1280 vermehrt bat; die Em« wobnerzahl bettägt sonach am Schlüsse der Berichtswoche 1 468 757.— In der Woche vom 2. bis 8. Dezember d. I. kamen zur Meldung Jnfettions-Erkrankungsfällc an Typhus 20, Pocken 0, Masern 222, Scharlach 86, Diphtheritis 104, Kind« dettfieber 5. potizeidericht. Am 15. d. M. Vormittags wmde ein Mädchen auf dem Flur des Hauses Amalienftr. 20 bewußtlos cufaefunden und noch dem Krankenhause im Friedrichshain ge» bracht. Anscheinend liegt hier ein Vergiftungsversuch vor.— Nachmittags wurde ein Ardeitsburschc in der Elsaffer« straße von einem leeren Leichenwagen und eine Frau in der Brunnenstraße von einem GeschästSwooen überfahren: wurden jedoch nur leicht verletzt.— Um dieselbe Zeit beide _ r____*«»v|v»vv wurde in der Steinstraße der Fuhrherr Hedemann in der Nähe keiner dort belegenen Wohnung todt aufgefunden und nach einer Wohnung gebracht. Der von den Angehörigen hinzugc- zogene Arzt stellte Gehirnschlag als Todesursache fest.- Am 15. d. M. Volmittags kam der Schlosser Diodbe in der Ma- schincnfabrik von Schwmvkopff, Mülierstr. 172a, beim Beer» beiten eirtä M->finglheils bei in voller Beweaung befindlichen Fraisemaichine zu nahe, so daß ihm der linke Zeigefinger völlig abgeschnitten wurde. Ter Derbyte wurde nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht.— Abends fiel ein Tischler beim lieber« schreiten des Fahrdammes an der Ecke der Muskauer« straße und des Mariannenplatzes zm Erde und erlitt einen Bruch vcs linken Fußgelenks, so daß er fich nicht fortbewegen konnte und nach dem Krankenbause Bethanien gebracht werden mußte. — In der Nacht zum 16. d. Ms. wurde der Kutscher Klevzig am Friedrich Karl- Ufer aus unbekannter Veranlassung von dem Kutscher tzoffwann angegriffen und durch Schläge mittelst einer Glasflasche am Kovfe und an der rechten Hand nicht unbedeutend verlcvt.— Am 16. d. M. Morgens stürzte fich ein Mädchen im Verfolgungswahn aus dem 3. Stock des Quergebäudes Arndtstr. 7 auf den Hof hinab und verstarb nach wenigen Minuten. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause ge- bracht.— Vormittags wurde ein Raschmacher in seiner Wohnung in der Greifswolderstraße erhängt vorgefunden. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht.— In derselben Zett wurde vor dem Hause Annenstr. 44 ein Schriftsteller von einer Eqaivage überfahren und erlitt einen Bruch der rechten Kinnlade, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte. — Ein Arbeiter wurde in der Königstraße, nahe der Stadt- babndrücke, von dem Trittbrett eines vorüberfahrenden Pferde« bahnwogens erfaßt und gegen denselben geschleudert, so daß er eine bedeutende Verletzung am Kopf davontrug.— Im Laufe der letzten 48 Stunden fanden an acht verschiedenen Orten kleinere Brände statt. Nergnüyxugs-Chronik. Die erste Aufführung de« Meihnachtsmärcheu« „Rübezahl" von Paul Block findet heute Abend im Volkstheater statt; das Stück ist von der Direktion zum großen Theile neu ausgestattet und mit großer Sorgfall vorbereitet. Gerichts-Jeitnng. «w grober Unfug, der nicht scharf genug gerügt werden kann, weil unabsehbares Unheil dadurch angestiftet werden kann, führte gestern, den 1 6jährigen Schuhmacherlehrling Paul Grund vor die 96 Abtheilung des Schöffengerichts. Der Beschuldigte war im Besitze einer sogenannten„Knall-Zigarre", die er von einem herumziehenden Händler gekauft haben will. Es find dies Zigarren, welche dem ahnungslosen Raucher dadurch einen Schröck einjagen soll-n, weil sie bald nach dem Anzünden eine Feuergarbe hcrvorschießen lassen, verursacht durch einen im Innern befindlichen Feuerwerkskörper. Diese Wirkung wurde denn auch IM vollen Maße erziell, als der Angeklagte diesen Scherzartkel zur Anwendung brachte. Er schenkte ihn dem noch jüngeren Lehrling Kraule, dieser zündete die Zigarre an und nach wenigen Minuten erfolgte die Explofion. Krause erlitt aber dadmch eine Anzahl Brand» wunden im Geficht und sein Augenlicht ist längere Zeit ge« fährtet gewesen. Der Gerichtshof war mit dem Amtsanwalt der Anficht, daß dem Angeklagten ein empfindlicher Denkzettel gebübi e, und erkannte deshalb auf eine Haft strafe von drei Tagen. * Gin umfangreicher Diebstahlsprozeß beschäftigte gestern die 3. Srratkvmmer des Landgerichts-. Im Hause Lübeckerstraße 13 wodnte der Brauereiarbeiter Pohle, welcher seine ganzen Ersparnisse, im Betrage von 260 Mark, in einem Schubkasten des Wäschespindes aufbewahrte. Am 2. Oktober nahm Pohle von diisem Gerte 40 Mark, welche zur Zahlung der Miethe verwendet wurden; cs verblieben somit noch 220 Mark an dem Aufbewahrungsort. Als Pohle den Schub» kästen am 6. Oktober wiederum öffnete, war das Geld ver- schwunden. Obgleich das Schloß des Schubkastens ganz unversehrt und auch sonst nichts Auffälliges in der Wohnung wahrzunehmen war, konnte nach Lage der Sache doch nur angenommen werden, daß ein Dieb« stahl vorliege, und diesen konnte nur eine Person verübt haben, die mit den örtlichen Verhältnissen genau vertraut war. Der Verdacht lenkte fich auf die Frau des Brauereiarbeiters Schurig, welche häufig bei den Pohl'scken Eheleuten verkehrte weil beide Männer zusammen in einer Brauerei arbeiteten. Frau Schurlg wußte, wo das Geld lag, und es war ihr auch bekannt, daß Frau Pohle einen Abend um den andern zwischen 6 und 7 Ukr ihrem Manne das Abendessen nach der Brauerei bringen mußte und mithin während dieser Zeit nickt in ihrer Wohnung an» wiser d sein tonnte. Es wurde ferner ermittelt, daß Frau Schuria zur Z.it einen Dietrich besaß, dm ste zum Oiftnen ihrer Siubentt ür benutzte, wenn fie zufällig den Schlüssel nicht zur Hand hatte. Auf Grund der vorhandenen Verdachts» Momente wurde die Wohnung der Frau Schurig einer Durch« suchang unterzogen; hierbei wurden von den Beamten 50 M. in Gold vorgefunden, über deren Herkunft die Frau abweichende Angaben machte. Zunächst wollte fie das Geld auf ein Svar» kassenbuch erhoben h.-den und als fie aufgefordert wurde, das Buch zu zeigen, erklärte ste. ihre Mutter habe das Geld gegeben. Später änderte ste ihre Angabe dahin, daß die Summe von den 400 Mark herrühre, welche ste im vorigen Jahre geerbt habe. Die e Aussöge hielt fie gestern auch vor der Strafkammer aufrecht und es wurde auch festgestellt, daß fie in der That um die genannte Zett eine Erbschaft von 400 M. angetreten hatte. Die differirenven Angaben will fie nur in der momentanen Bestürzung gemacht haben.— Zur Sache waren nicht weniger als zehn Zeugen erschienen, deren Vernehmung einige Stunden in Anspruch nahm. Wesentlich belastenv war die Aussage der Zcuam Steffen, welche die Angeklagte am Abend des 3. Oktober auf dem Hofe des erwähnten Hauses gesehen haben will, während die letzt re entschieden bestritt. auf dem Hof, in der Nähe der Pohle'scken Wohnung, gewesen zu sein. Sie habe damals nur vor der Thür gestanden und eine Bekannte erwartet.- Belastend wirkten auch die Bebauptungm der Anklage, nach denen die Beschuldiate am 1. Oktober auf dem Leibamte Piänder in Höhe von 8 M. und am 4. solche in Höhe von 76 Vi. einlöste. Die Angeklagte bemerkte hierzu, daß fie zu Anfang O tober noch 110 M. besessen und von dieser Summe uas Geld genommen habe. Auf weitere Vorhaltungen des Vorsttzenven, daß fie fich damals nachweislich schon von anderen Perjonen Geld geborgt habe, entgegnete Frau Schurig, daß fi* ihren Bestand nicht habe angreifen wollen, weil ste im Begr ffe gewesen sei, fich von ihrem Mann zu trennen. Von Belang ist nur noch die Aussage der Zeugin Henschcck, welche bekundet, daß ste ihre Stubrntbür wtt einem Srückchen gebogenen Drobt geöffnet hade, als ihr zufällig einmal der Schlüssel fehlte; das habe fie Frau Schurig erzählt und diese habe fich darauf ebenfalls einen Draht zurecht gemacht, um eventuell auch einen Hllseschiüffel zur eigenen ttubertthür zu befitzen.— Em Antrag des Verlheiri ers, einen Sachverständigen darüber zu vernehmen, ob die Oeffnung des Schubkasten schloffes milteist eines gezogenen Drahtes durch einen Laien überhaupt möglich fei wurde abgelehnt. Der Staatsanwall hielt den vorliegenden Indizienbeweis für vollständig ausreichend und beantragte neun Atonale Gekängniß und d-r Gerichtshof veruttheitte die Angestaute diesem Antrage gemäß._ «in gewerbsmässiger paletotmardrr wurde gestern der ersten Straltammer des Lar.dgenchrs r in der Person de« &%%%% täul'ck-nzeig.n von in besseren Lokalen ausgefuhtten Paletot- drebstahlen ein, die mit d.m Tage aufhörten, als man den An« aeüo&ten im„Leipziger Garten" auf der Tbat eNappte. Eine in der Wohnung des Diebes vorgenommene Haussuchung ergab ein überraschendes Resultat; allerdings fand man keinen der Pf. vergestohlenen Röcke, wohl aber 11 Paar Handschuhe und sonstige Gegenstände. welche von den Bestohlenen als ihr Eigenthum, das fich in den llcberzrehern befunden hatte, rekognoszirt wurde. Trotz dieses erdrückenden Belastungsmaterials versuchte es der Angeklagte mit der Ausrede, daß er nur in dem Falle, bei dem er erwischt wurde, schuldig sei; die Handschuhe wollte er von einem jüdischen Manne in der christlichen Herberge„Zur Hei» math" gekauft haben. Schließlich sah er das Työrichte dieser Ausrede ein und gab sechs Fälle zu, wegen derer ihn der Ge- richtshok mit einer Gcfänanißstrafe von 2 Jahren 6 Monaten und 3 Jahren Ehrverlust belegte. Nach»incr Kerfugnug des poltzeiprästdiums dürfen Geheimmittel in Berliner Blättern nicht angevtiesen werden und find schon verschiedene Redalleure wegen Heber« tretung— in den meisten Fällen Handelle es fick um Schweizer« Pillen— mit Geldstrafe belegt worden. Gestern hatte fich dteserhalb der Redakteur des„Reichsboten", Heinrich Engel, vor der 94. Abthetlung des Schöffengerichts zu verantworten. Der Apotheker Richard Brandt, welcher die Schweizer-Pillen an- fettigt, hat Konkurrenz erhallen; ein Apotheker A. Brandt de» glückt sell einiger Zeit die Well mit Schweizer-Pillen, die er „verbeffett" nennt. Richard Brandt hatte nun im„Reichs- boten" kund und zu wiffen gethan, daß seine Pillen mll den sogenannten„verbeffetten" Pillen deS A. Brandt nichts gemein bätten, man möge ja auf seinen Namenszug achten. Diese Annonze gab Anlaß zu dem Strafverfahren gegen den genannten Redakteur. Derselbe bestritt zunächst, daß die Annonze dm Charaller einer Anpreisung habe, fie sei vielmehr einer Berich« tiguna gletchzuachtm. Femer bestritt er, daß Schweizer-Pillen als Geheimmittel anzusehen seien und schließlich stellte er die RcchtSgiltigkeit der Verordnung des Polizeipräfidiums in Frage. Die in Berlin erscheinenden Blätter fänden den größten Absatz doch in der Provinz, wo man ein derartiges Verbot nicht kenne. Der Gerichtshof beschloß, in Bettest aller angefochtenen Punlle Beweis zu erheben, und vertagte zu diesem Zweck die Ver« Handlung. Gin» fast«Kens»««erklärliche Geschichte» wie ste vor einigm Tagen in der Anklagesache gegen den Stcucrerheber Fischer, dem auf geheimnißvolle Weise 700 M. aus seiner Tasche verschwunden waren, zur Sprache kam, gelangte gestern zur Kenniniß der vierten Strafkammer des Landgerichts I. Wiederum befand fich ein städtischer Beamter, der Steuererheber Gustgv Adolf S t r a ch e, auf der Anllagebank. Am 24. Septbr. hatte dir Angeklagte die im Laufe der letzten Tage eingezogenen Steuern mit der Abrechnung bei seiner vorgesetztm Behörde ab« zuliefern. Er erschien aber erst am folgenden Tage und theilte dem Kaffenrendantm Werkmeister mit, daß ihm von den einbezogenen Geldern auf unerklärliche Weise 1237 Mark 51 abhanden gekommen seien, er müsse das Geld loren haben. Seine Behörde glaubte ihm nicht, wurde Anzeige erstattet und Sttache in Untersuchungshast genommen. Im gestrigen Termine wieder» Holle er die Betheueningen seiner Unschuld; er könne fich die Entstehung des Defektes nur dadurch erklären, daß er ein Packet mll Papiergeld, das er in einem Separatfach seiner Um- Hängetasche aus dewahrte, versehentlich herausgerissen habe, etwas kieinere Scheidemünze könne er wohl heim Wechseln eingebüßt haben. Die Tageszell oder den Ott, wo ihm dies Mißgeschick begegnet, anzugeben, war er außer Stande. Die Beweisauf« naime fiel für den Angellagten günstig aus. Der Magistrat ettheilte ihm das Zeugniß eines Beamten, der bisher zu einem Tadel keine Veranlaffung gegeben und auch sein unmittelbarer Vorgesetzter bekundete, daß er dm Angeklagtm sell 15 Jahren als einen pflichttreuen, gewissenhaften und nüchternen Beamten kenne. Die Möglichleit, eine solche Summe zu verlieren, liege ja vor, eL sei nur auffällig gewesen, daß Sttache dm Ver« lust nicht gleich nach der Entdeckung seiner Behörde zur An« zeige brachte. Der Angeklagte erwtdette. daß er die Hoffnung gehupt, der Fehler möge in den Listen liegen und deshalb habe er Tag und Nacht gerechnet, um ihn zu entdecken. Alle An« gaben, die der Beschuldigte über seine persönlichen Verhältnisse gemacht, haben fich als wahr erwiesen. Er bezieht ein Gehalt von 2300 Mark und lebt mit seiner aus Frau und 4 Kindern bestehenden Familie durchaus seinem Einlommen entsprechend. Seine Ehefrau betreibt fleißig die Schnciderei als Nebmgeschäft und zwei Zimmer der von ionm gemiethetm Wohnung haben ste möblirt an einen Oberpostsckrctär abgetreten, der dafür monatlich sechsünddreißig Mark zahll. Es fehlt ferner an jedem Nachweise, daß der Angeklagte irgend welchen kostspieligen Pasflonen fröhnt oder von Gläubigem bedrängt wird. Als der Oberpostsettttär von dem Unglück erfuhr, das seine Witthsleute betroffen, hat er sofort dem Angellagten 1200 M. zur Verfügung gestellt. Die Stadt konnte aber schon deshalb nickt geschädigt werden, weil der Angeklagte eine Kaution von 1500 M. geleistet hat. Trotz aller dieser Umstände glaubte der Staatsanwall nicht, die Freisprechung beantragen zu lönnm, er erbat fich Zustellung der Akten, um noch eingehendere Er« Mittelungen anstellen zu lassen. Der Gerichtshof gab diesem Antrage statt, verfügte aber gleichzeitig die Entlassung des An« gellagten aus der Untersuchungshast. * Die Uorvntersnchnng in Dache» de» große» PostdiedSahl« ist bereits geschlossen. Die in Untersuckungs« hast fitzmden Diebe werden voraussichtlich schon Ende Januar oder Anfangs Februar der Strafkammer vorgefühtt werden. * Urber die Grenze» der Ker»chtig««g de» Polizei- vrastdi»««, Sammlungen zu sozialdemokratischen Wahlzwecken zu verbieten, hatte gestern die Berufungs« kammcr V des hiestgen Landgerichts I zu befinden. Der Stein« metzgeselle Wilhelm Ernst Karl Losinski war zur Zeit der Nachwahl im sechsten Berliner Wahlkreise wegen unbefugten Sammelns zu Gunsten des Schriftstellers W. Liebknecht polizeilich festgenommen und bei ihm Sammelgelder im Betrage von 49 M. vorgefunden worden. Er wurde deshalb wegen Verletzung der Polizeivcrordnung vom 24. Mai 1881, welche das Geldsammeln zu Gunsten sozialdemottatischer Reichstags- wählen verbietet, angestaut, vom Schöffengericht aber.frei« gesprochen. Der Gerichtshof folgte dabei der Auffassung der Vettheidiguna, daß die Polizeivcrordnung vom Jahre 1881 fich unmöglich auf die Reichstagswahl vor ■... vom Jahre 1888 bezieben könne. Solche Polizeiverordnungen lönnten doch nur von Fall zu Fall erlaffen werden, da in jedem einzelnen Falle zu prüfen sei, ob die Sammlungen für gemeingefährliche, auf den Umsturz der bestehenden Gesellschaftsordnung berechnete Zwecke bestimmt find. Wenn die Polizeiverordnung vom 24. Mai 1881 generell auch auf die Wahl von 1888 und die noch kommenden bestimmt sein sollte, so würde fie dem§ 16 des Sozialistengesetzes nicht entsprechen und formell wie materiell unglltig sein.— Auf die vom Staatsanwalt eingelegte -„ Berufung bat die Strafkammer das schöffengericktliche Ettenntniß aufgehoben und den Angeklagten zu 30 M. Geldbuße evevt. 6 Tagen Haft veruttheitt und die eingezogenen 49 M. der Berliner Armenkasse überwiesen. Das Berufungsgericht nahm an. daß die Polizeiverordnung vom Jahre 1881 auch auf die Äeichstagswahl von 1888 angewendet werden müsse. Uerrine«nd Uersammittuge«. De» polizeiliche» AaflSs«»g verfiel am Sonnabend, den 15. d. M., die Versammlung des Vereins der Sattler und Fachgenoss-n. Auf der Tagesordnung stand: Vottrag des Herrn Kollegen Wirths über Zweck und Ziele unseres Vereins. Verschiedenes und Fragekail en.— Der Vortragende begann seinen inhaltreichen Vortrag mit dem Motto, daß, wenn Jemand etwas bezwecken will, er auch ein Ziel haben muß, auf welches er zu« steuern will. So sei es auch mit unserem Verein, der fich als löchstes Ziel die geistige Bildung seiner Mitglieder gestellt hat. Denn nur wenn der Arbeiter getsttg gebildet ist, wenn ihm klar geworden ist, warum er so tramig gestellt ist, wird fich sein materielles Wohl, sowie dos Gesammt-vohl feinet Mitarbeiter leichter durchführen lassen. Der Referent gab nun ew Bild von der Arbeiterbewegung in den Iahte» 1848—1878 und führte alle die Kämpfer, die für das Wohl der Arbeiter gestritten haben. des näbcr» an. Besonders hob er Jobann Jakoby, sowie Fe- dir. and Lassalle hervor. Auch die engeren Fackpenossen haben Männer gestellt, die fich für das Wohl des Arbeiters hoch verdient gemacht haben. So z. B. Kollege Auer und Kräcker. Vo� Laffalle et» wähnte Referent, daß er den Grundsatz aufstellte: das materielle Wohl der Arbeller hänge von seiner politischen E:» kenntniß ab. Auf dieser Grundlage entstand der allgemeine deutsche Arbeiterverein im Jahre 1863, welcher im Jahre 1878 aufgelöst wurde. Ebenso wurde auch zu gleicher Zeit der im Jahre 1872 gegründete deutsche Sattlerverband aufgelöst. Nach dieser Zell trat ein allaemeiner Stillstand in der Arbeiter» bewegung ein. Erst im Jahre 1881 begann man in die Bildung von lokalen Fachoereinen einzutreten. Auch der Verein der Sattstr und Fachgenossen wurde zu dieser Zeit ins Leben gerufen. Dieser Verein ist nun unausgesetzt thätig, dem Verein ein Sam» melpunkt zu sein, wo die Interessen der Fachgcnoffen vertrete» werten. Der Verein bietet seinen Mitgliedern moralische uid wissenschaftliche Votträge, um so geistige Bildung und Aufklärung zu schaffen. Aber auch in materieller Beziehung leistet der Verein sein Möglichstes. Er gewährt Unterstützung in votkommenden Fällen. In gewerblichen Stteittakeiten wird de» Mitgliedern freier Rechtsschutz gewährt. Er(Referent) bedavktt aber, daß trotzdem die Bethelligung am Verein eine so Mangel» hafte sei, und jschloß seinen Vortrag mit einem warmen Appell an alle Mitglieder. In der Diskusfion sprachen fick noch niedrere Kollegen im Sinne des Referenten aus. Von einem Redner wurde angefühtt, ob es denn doch nicht rathlam sei, von der Gründuvt von Lokalvereinen absehen zu wollen und in eine Zentrolisatio« einzutreten, um so den Mitgliedern auch eine Reisen nterstützrnl gewähren zu können Darauf betonte ein anderer Redner, da» diese Organisationsfrage nicht Sache des Vereins sei, er bedauerte aber, daß die Behörde dazu keine Versammlung genehmigte- Des weiteren aber, was eine Unterstützung anbeträfe, so W kein Verein so viel leisten, was zur wirklichen Linderung d* Roth aller gebraucht würde. Aber selbst wenn dies mözlm wäre, so könnte es einem solchen Verein so ergeben wie v«» Buchdruckern und Bildhauern, daß fie die staatliche Gcneb»» gung mußten nachsuchen und fich von der Polizei den Vorstand bestätigen lassen. Dies könne lein freier Arbeiter über sich ss* gehen lassen. Als nun Redner sagte, daß es außerdem Königreich Sachsen nicht möglich sei, eine Z-ntralisation zu fallen, da— erhob fick der überwachende Beamte und erklä? die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes s® aufgelöst. Dir Ncreinigung>** Drrchsler Deutschland», O# Verwaltung 11(Siockbranche) hielt am Montag, den 10. T? zember, ihre regelmäßige Monatsversawmlung ad. Zum erstk» Punkt der Tagesordnung wurde ein Brief aus Hamburg v«' lesen, in welchem den Berlinern Kollegen noch einmal Herz gelegt wird, für 60 Pf. Delegirtensteuer einzutreten uv» den Versammlungsbeschluß vom 20. November umzustoßen, u» einer ungünstigen Ktttik seitens der Generalversammlung dem Wege zu gehen. Diese Zumuthung wird nur von ein«® Redner vertreten, während alle Uebrlgen an dem Beschluß W hielten, indem hervorgehoben wurde, daß der Beschluß n3® reislicher Uederlegunu gefaßt worden ist, daß die Hrradsetzuvs von 60 Pf. auf 30 Pf. nur nothgedrungen stattgefunden da die Verhältnisse der Ortsverwaltung li in maßgebenden Kreise» sehr wohl erkannt werden und ein Versammlungsdeschluß übet hauvt eine Krllik schlecht vetträgt. Der gewählte Delegk« erklätte auch den anwesenden Kallegen gegenüber, daß er bß oben erwähnten ungünstigen Kritik mit großer Ruhe entgeze»- sehe. Zum zweiten Punll wurde die Lohnstatistik verlesen ut>° wurde auf Wunsch jeder Theil der Branche einzeln vorgettagm- Dieselbe ergab folgendes Bild: Mk. 10 Bieger...... 4 27,00 10 Zusammenpasser... 4 24,00 6 Dreher...... 4 27,00 21 Fertigmacher und Polster 4 24 00 20 Feiler und Schleifer. 4 20,00 11 Schnitzer..... 4 27,30 Der Durchschnittsvertienst jedes 73 Betheiligten zusammen ergiebt die Summe von In der_ Diskusfion hierüber wird zunächst Niedrigster W.-Verd. Mk. 13,50 17,50 13,00 8,00 12,00 6,00 Einzelnen Durchsch W/9W 20g 19# schwache Betheiligung geklagt, jedoch liefert dieses 4 über � schon einen kleinen Üeberblick,' so daß festgestellt kann, daß der Tmch'chmtisvertienst in der Branche noch � 18 M. betrüöt und Cafe damit eine Familie tfer 18 M. beträgt und daß damst eine Familie ihr nothwem Auskommen nicht haben kann. Der Vorfltzende strikt Hoffnung aus und wünscht, dahin zu wirken, daß die Statistik eine bedeutend größere Betheiligung aufweisen tfifl und bittet die Kollegen, in dem Sinn zu agilsten, um vieu�. im nächsten Jahr in eine Lohnbewegung eintreten zu MA Bttm dritten Punkt der Tagesordnung: Besprechung äb«�, SßSf träge der Statutenänderung, verliest der Vorfitzenve die ordnung der Generalversammlung zu Magdeburg. Der sitzende unterzieht jeden einzelnen Punkt einer eingehende« � sprechung und hebt einige Punkte, welche der Abänderung � dürfen, besonders hervor. Da zum vietten Punkt, Verschiebn� kein Redner eingettagen war, wurde die BersammluttS r schloffen. yf, Die Filiale I de» Derei»« der deutsche«***||, Aust reicher und verwandten Berufsaenoffen hielt a« d. M. in Deigmüller's Salon, Alte Jakodstraße, ihre Versammlung ob. Auf der Tagesordnung war als 1- von 'I Wahl eines Schriftführer. Zum Schriftführers wurde Kollege Hohlwegler einstimmig gewählt. Da Kollege wegler bis dato Beisitzer war, so wurde die Wahl eines t&t nöthig und wurde dazu Rodett Schobert gewählt. 2. nochmalige Besprechung des Antrages:„An sämmtii# V< Vereinsmitglieder Reiseunterstützung zu gewähren- ggf® Trempa nahm hierzu zuerst das Watt und trat ypi ein, daß nur die Fachvereine berückfichtigt sollen, die in unserem Organ verzeichnet Nach langer Debatte, an welcher fich viele Redner%.p« gegen aussprachen, wurde ein Zusatz(Antrag Hohlwe?'?�«' obigen Antrag angenommen:„die unser Organ osfi� kennen". Zum 3. Punkt, hielt Kollege Schweizer einen 0 aufgenommenen Vortrag:„Die moderne Naturwifißt' Derselbe richtete an die Mitglieder einen warmen zu verzagen; wie sich die Natur entwickelt, so werden wir nu®, tußf Tiegen. 4. Punkt: Versch edeneß. Der| rsts Bevollinäch»�«� den Antrag, die Büchettollektion für 15 M. von Dietz-,.�» ptf gart, für die Bibliothek anzuschaffen. Herr Dictz Kollektion für den Monat Dezember zu ermäßigten Das wurde einstimmig angenommen. Ei«« öffentliche Kistenmachevverfammluu« Montag, den 10. Dezember, in Deigmüller's Salon. y# Tagesordnung stand: Welche Stellung nehmen»u uns von der Gewerbedeputation des MagisstatS»US'gpilef Fragebozen über die Lohnstatitttk ein? Verschiedenes- hpi»» auf den Fragebogen angegeben hätten. Es W � Herr Stadtv. Tutzauer Veranlassung genommen, m Arbeits rath Ebetty zu sprechen, ob cs nicht besser sti-.. nUn? «»»»IT Jnftunt Herrn J «Jsfton. Redner Teweri «Uhalii Segen i seine Ti te 1 beita d» abreo für bc»a iffiHr ■natW te rt» das i 6;« n�ine 1878 er iai Nach irita» dunz atürt lUfM- Sow treten ! Ul d uM» leifirt l vm» DaSl angel' ÜW*® edtttt »Uli» nim isatio« migf- > far» !ebS Idjet' m u crf; K f(% ,y wküe die Sache in die Hand ncbmcn soll. Kollege Wabrmar.n «einte, daß man überhaupt blas 250 Tage als jährliche Arbeits» Zeit im Durchschnitt rechnen könne, wenn die �eierta»e abge> rninet würden und wenn man die Arbeitslollakert, sonne Kranl- W in Betracht ziehe. Als durchschnittlicher Wochenlohn lämcn so keine 15 Mark heraus. Der Stadto. Kistenfabrikant Erd- wann wäre ja in der Lage gewesen, der Gewerdedeputation Aufklärung zu geben, da er ja wiffen müsse, welche traurigen Ähne die Krstcnmacher verdienen. Es wurde hierauf folgender Antrag von Kollegen Lcichnitz gestellt, welcher einstimmig an» genommen wurde: Die heutige öffentliche Versammlung, welche Zum Zwecke der Berathung der vom Magistrat an den Vor- Hand des Jntereffcnvereins der Kistenmacher gesendeten Liste «sp. Fragebogen zur Lohnstatistik, behufs Steuereinschätzung, lilsammmderufen ist, wolle beschli-ßen, diese unbeantwortet an den Magistrat zurückzusenden und zwar aus folgenden Grün« den: 1. Weil es der Versammlung unmöglich erscheint, das richtige Material von allen indifferenten Kollegen zu erbosten und festzustellen: 2. weil eine Zahl von Firmen existirm, «eiche überhaupt nicht gestatten, daß zu ihren Ardestern jemand eigt, da sie fürchten, dieselben könnten dadurch dem bestehen» Jntereffenverein zugeführt werden; 3. ist die Versammlung b«c Anficht, daß eine derartige Statistik nur richtig durchzu» führen ist. wenn fick jeder Steuerzahler selbst einschätzt, wie cS >«n Beispiel in Sachsen der Fall ist. Di» grtit U»r»inig»ug der Dergald»?»«d Fach- »»«ollen hielt am Montag, den 10. Dezember, ihre Monats» vtrsammlung mst folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des jjrrrn Zudeil über„Gewerkschaftliche Angelegenheiten". 2. Dis» lusfton. 3. Bericht des Vrrgnügungslomitees. 4. Verschiedenes. Redner führte aus, daß nur durch starke Organisation in jedem «ewerk es möglich ist, den Ardeiter vor noch schlechteren Lohn» «erhältniffen zu sckützen und dem Kapital einen Damm ent» gegen zu setzen. Der Ardester hätte vom Staate keine Unter» MitzunL zu erwarten, de! bald ist es die Pflicht eines jeden, der seine Fomstie nicht dem Elend preisgeben will, fich einer Orga» «ifotion anzuschließen. Redner führte wester aus, wie auch die Unterstützung bei ArdertSlostgkeit, Schutz gegen Maßrege» «ngen und Krankheit in einem Fackverein gepflegt werden kann. Ts entspann stch eine kurze Dislusfion, in welcher sämmlliche zedner dem Vortragenden zustimmten. Eine Kommission zur «usarbcstung von Statuten betreffs der Unterstützung wurde Ijwählt. Zu Punkt 3 wurde berichtet, daß stch vom letzten vergnügen ein Uederschuß von 65 M. 20 Pf. ergeben habe. Nachdem noch zu Punkt 4 verschiedene Fragen erörtert waren, schloß der Vorfitzende die Versammlung. Fachverri» der Tapezirrr. Am 10. Dezember hielt der Fachverein der Tavczirer eine außerordentliche Gcncralver» sawmlung ad. Die Tagesordnung lautete: 1. Vortrag über -»Barock, und Rokokostil" von Herrn Lehrer Ludwig. 2. Er- »änzungswahl de« Vorstandes, Wahl zweier Bureauhalter zum Arbeitsnachweis. 3. Bericht des Vcrgnügungskomttces und Fragekasren.— Herr Lehrer Ludwig hielt einen für das Tape- zirergewerbe lehrreichen Vortrag. Die zahlreich desuchte Ver» mmmlung zollle dem Redner lebhaften Beifall. In den Vor- stand wurden neu gewählt Kollege Zack als 2. Vm fitzender, der frühere 2. Kasfirer M. Oest als 1. und an dessen Stelle Krllege Dahlstetn als 2. Kasfirer.— yn das Ardeiisnachweie-Bureau wurden roch folgende Kollegen dachgewählt: Corinth und Hagemann. Punkt 3. Das Ver» »nügungSlomitee derichtet, daß das WeihnochtSvergnügen des Fachvereins der Tcpezirer am Sonntag, den 30. Dezember, in den festlich geschmückten Sälen des Vereins junger Kaufleute, Beuthsrraße 20(Hendrichs Festjalen), stottfindet, und zwar ver- dunden mit Vorträgen, Tanz, Kmderdescheerung und einer degenieitigm Verloosung für Erwachsene, zu welcher jeder daran ■»teilnehmende einen Gegenstand mitzubringen hat. Das Er.trce deträgt für Herren inllufive Tanz 50 Pf., für Damen 25 Pf. Ferner find die Kinder der Theilnehmenden bei Herrn M. Lest, Kleine Alexanderstraße 6, anzumelden. Außerdem find Einlaß- Kltcn auf folgenden Stellen zu entnehmen: Atbeitsnachweis, Schützenfkage 18— 19; bei den Herren Oest, Kleine Alexanderstraße 6; Z-uit, Skalitzerstraße 69; Gröhel, Holl» Mannstraße 23, vorn 3 Treppen links: Scheerer, Restaurant, Mauerstraße 63-65; Diemann, Wallstraße 3—4.— Der Vorfitzende machte darauf aufmerksam, daß das neue Bureau des Ardeusnachweists des Vereins fich Scküvenstr. 18—19, bei Freigang befindet und bat er, dasselbe bei Bedarf in Anspruch »u nehmen. Außerdem wurde die Mittheilung gemacht, daß die kommenden Vereinsversammlungen Montag, den 14. Januar, und Dienstag, den 29. Januar k. I. in„F-uerstein's Saioi.", Alte Jakodstr. 75, stattfinden. Zum Schluß wurde die Zahl der Mttalieder bekannt gemacht, welche die stattliche Höhe von 206 erreicht hat. Hierauf erfolgte Schluß der Versammlung um �2 Uhr. Der verband d-ntsch-r Zimmerleute, Lokalverband Berlin W. und U. hielt am 10. d. M., Abends 8t Uhr, �teglitzersirotze 27. eine Verjammluug ad. mst der Tagesord» nung: i. Portiag. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Referent Herr Rüden sprach über Gcwcrkichaftlichcs. Im zweiten Punkt rjurde der Antrag gestellt, cwe Weibnachtsbescheerung für Kinder der Mtpl'cder zu veranstalten. Der Anttag wurde an» »enommen. Die Bescheerung findet am Tonnerstag, den 27. De- stimbtr, im Verbandslokal stall. Billeis» 50 Pf find ,n haben IäSsÄ VwÄS lirche 7a, H. 11. Um recht zahlreiche Belheiligung wrrd ge» veten. ,, D»r D-rein D-rlin-r Wohu«»S«mi-ch,r hielt am d. M. erne Wanvnocrsammtung in Niest s Salon. Weder« straße 17, ad, in welcher Herr Dr. Friedländer einen Vortrag stielt über:„Das Nervensys-em des Menschen". Der Vor» tragende erntete für feine Ausführung den Dank der Versamm» Mg. Nachdem noch der Vorfitzende, Herr Malgahn, über die Forderung der Hauswirthe, das Retentionsrecht auch auf die �dawdregarnisten und �chlafduischen am zudehnen, Ä" sten Wunsch ausgesprochen, der Entwurf dcS bürgerlichen Ge- sttzduchcs möchte das Retentionsrecht betreffend»um besetz er» stoben werden, erfolgte die Aufnahme neuer Mriglteder. Es Weideten fich 30 Herren zur Aufnabme. Die Samsung zur 'strrerstützung durch Exmisffon in Roth gerathener Milglreoer �rgab 9 M. 47 Pf. finden sollte. Auf der Tage ordnung der Versammlung stand Zn Referat des Kollegen Voges über die Frage:„Ist one �vhndeweguna in der Konfettionsdraki che nothwcnd�. 3u» Airich waren sämmtliche in der Konfektionk blanche ardestenden Kollegen ersucht worden, an diesem Sonntag nicht zu ard�uen WRZM--« w w, x°nke an da. Könial.cke Polizeipräsivwm»u BnUn stezug % d»S Verbots der Tellnsammlung w einer öff�tlichen Tach ��Versammlung hat daS Königliche Postzerprastdium folgen- '«.I«.«W,: eim lm e im die Beschwerde vom 4. d. Mls. erwidere ich Ihnen ÄSS&ÄÄ«»ÄÄ ÄÄ" pflichtigkest von Versammlungen veröffentlichten Bekanntmachung vom 13. Mai 1886(Nr. 112 des„Berliner Jntelligenzblatt" von 1886) ausdrücklich destimmt ist, daß die Anträge auf Ge« nebmigung einer Versammlung auch die Angabe enthalten müssen, od Entree erHoden oder eine Sammlung irgend welcher Art stattfinden soll. Da Ihr Genehmigungs-Antrag vom 22. d. Mts. eine der- artige Angabe nicht enthielt, so war es weder zulässig in der von Ihnen angemeldeten am 28. v. M. abgehaltenen Versammlung, ein JSirtree nach Belieben" zu erHeden, noch auf Grund eines im Verlauf der Versammlung gefaßten Beschlusses nach Schluß derselben durch Zahlung stei williger Betträge an eine dastimmie Person eine Sammlung zu veranstalten. Ihre Beschwerde muß ich daher als unbegründet zurück- weisen. Der Polizei'Präfident. v. Richthofen. An den Dachdecker Herrn Fritz Hanke, hier. Hiernach werden die Etnbcrufer von Ardeiterversammwngen in Zukunft gut thun, jedesmal auf der Eingabe zu bemerkm» daß eine Telleriammlung stattfinden soll. Die Adresse de» DtS»««»- Gesangverein»„Dchner- glöckchen" ist jetzt Melchiorstr. 15 im Restaurant bei Herrn ©tcbrnanr. Groß« öffentliche Dersanrnriung sä««tlicher Zim- ««»leate Berlins und Umgegend Mittwoch, den 19.Dezem- der, AdendS 8 Uhr. in der„Tonhalle" Fried richstr. 112. Tagesordnung: 1. Endgilttae Beschlußfassung über Kürzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung. Wir honen, daß alle Zimmer« leute erscheinen und laden zugleich Arbeitgeber und Poliere hierzu ein. Zm Deckung der Unkosten findet eine Tellersamm» lung statt. Fachverri« der Putzer. Mittwoch, dm 19. Dezember. Abends 8 Uhr, im Lokale des Henn Scheffer, Jnselstraße 10, Mit» gliederversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegm Herrn F. Gräschke über:„Zeitlohn und Stücklohn". 2. Ver» einsangelegenheiten und Verschiedenes. Kurs«» der erste« AUf« bei ZlnglLckesSlle«. Zwetter Lehradend am Mittwoch. den 19. d- Mts., Abends präz. 8 Uhr, Ate Jakodstr. 75. Theilnehmer werden dort auf» genommen. Freie Dereinigun g und Fach genossen der Maurer Kerlin». Donnerstag, den 20. d. M., Abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alle Jakobstraße 37, Versamm» lung. Tagesordnung: 1. Die Gewerkschaffsdestrebung der Ar» deiter auf rein materieller Grundlage. Referent Herr Theodor Glocke. 2. Diskusfion. 3. Beratbung der Vorlage der vom Vorstand auszeardestetm Geschäftsordnung. 4. Verschiedene VcreinSangelegenheiten. Sämmtliche Mitglieder werden ersucht zu erscheinen, um ihre Mitglieds karten in Empfang zu nehmen. Mitglieder werden aufgenommen. Die Ssse«tliche Doldsverl'ammlung, die von Herrn Nürnberg zum Freitag nach der Tonballe einberufen war, hat die polizeiliche Genehmigung nickt erhalten. Die Tagesordnung war:„Die Schule und die R.ligion". Referent war Herr Paul E-nst. «eslmg-,?«r«- und gesellige Vereine am Dienstag. Gesangverein„Gutenberg" Abends 8s Uhr im Restaurant Ouandt, Sttalauerstraße 43.— Gesangverein„Alpenglühm" Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, Prinzmstraße 97.— Schäfer'scher„Gesangverein der Elfer". Abends 9 übt bei Wolf und Krüger, skalitzerstraße 126, Gesang.— Männer» Sesangverein„Gartenlaube" Abends 9 Uhr im Restaurant Firk, !ottbusersttabe 22.- Männergesangverein„Steinnclke" Admds 9 Uhr im Restaurant Schulz, Stettinerstraße 56/57. — Gesangverein„Harmonie" Abends 8 Uhr in Neukam'S Bierhaus, Große Frankstrrtersttaße 49.— Männergesangverein „Ecko Ii" Abends 9 Uhr im Restaurant„Zum Flügel", Loth» ringerstriche 60.— Gesangverein„Sängcrhain" Abends 9 Uhr im Rest. Kaiser Franz Grenadierpl. 7.— Gesangverein„Hoffnung Aioabit" Abends 8 t Uhr Wilsnackerstraße 63, im Restaurant Jlges.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im Nestau. ran, Ncdelw. Langes«. 108.— Männergesangverein„Olnmpia" Abends 9 Uhr im Restaurant Gerth, Prinzenstraße 106.— Gesangverein„Liederlust" Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Naumjnftiafee 44.— Männergesangverein„Accor- dia" Abends 9 Uhr bei Weick, Alexandersttaße 31.- Gesangverein Ludwig'scker Männerchor Abends 9 Uhr Linden- straße 106, bei Poppe, Uebungsstunde. Gäste find willkommen. „Deutsche Ltederiafel" Abends 9 Uhr Oranienstr. 190.— Zitherklud„Amphion" Abends 9 Uhr in Triebel's Restaurant, Hoher Steinwcg 15.— Turnverein„Froh und Frei"(Männer- abthcilungf Abends 8s Uhr Bergstraße Nr. 57.— Berliner Turngenoffenschaft(V. Männerabtheilung) Abends 8i Uhr in der städtischen Tumhalle, Wasserthor- straße Nr. 31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männer- Adtheilung) Abends 8 Uhr Dicffenbachstt. Ztr. 60/61.— Verein ehemaliger Schüler der 37. Gemeindeschule Abs. 9 Uhr im Rest. Kinner, Köpnickerstr. 68.— Verein ehemaliger Schüler der 44. Gemeindeschule Abd. 9 Uhr im Restaurant„Älbrechtsgarten", Wilhelmsttaße 105.— Arends'scher Stenographmvercin„Apollo» bund" Abends 8% Uhr Brunnenstraße 129 a.— Are»d'scher Stenograpbenverein Abends 8s Udr im Restaurant„Zum eisernen Kreuz, Lindenstraße 71.— Deutscher Verein Arends'scher Stenographen Abends 8s Uhr in Randel's Restaurant, Brunnen» sttaße 129 a.— Verein„Roe" Abends 3t Uhr im Restaurant Eltze, Alexandrinenstt. 99.— Unterhaltungsverein„Harmonie" Abends 8 Uhr Wrangelstr. 136, im Restaurant schimpke.— Vergnügungsverein„Mollig" Abends 9 Uhr im Restaurant Reinicke, Gipsstraße 3, jeden Dienstag nach dem 1. und 15. — Zitherklub„Amphion" Abends 9 Ubr im»Münchener Hof", Spandau erstr. 11—12.— Rauchklud„Zum Wrangel" Abends 8 Uhr bei Herschleb, Adalbertsttaße 4.— Rauchklub„Deutsche Flagge" Abends 8 Ubr im Restaurant Händler, Wrangelstr. 11. — Rauchllub„Friedrichshaw" Abends 9 Uhr im Restaurant Kipping, Landsbergerstr. 116a.— Rauchklub„Lustige Brüder" Abends 8s Uhr bei Grothe, Fürstendergersttaße 2.— Rauchklub„Ohne Zwang" Abends 8s Uhr im Restaurant W. Haugk, Wewstraße 22.— Rauchllub„Kollegia" Abends 9s Uhr bei Thiemermann, Skalitzelstr. 65— Vergnügungsvertin„Fröhlich- lest", Grüner Weg 29. Große Gesellschastsstunde, verbunden mst Vorträgen. Gäste willkommen. Enttee frei.— Tamdour- verein„Einigkeit macht stark" Abends 9 Uhr im Restaurant Zuleger, Swincmünderstr. 144. Kleine Mittheilnngen. Nürnberg, 13. Dezember. Heute Morgen gegen 6 Uhr feuerte in der Vorstadt St. Leonhard ein Schuhmachergeselle auf die zur Arbeit gehende Tochter eines SchuhmachermeisterS wegen verschmähter Liebe mehrere Reoolverschüffe ab. Von drei Kugeln getroffen, brach daß Mädchen zusammen: sein Zustand ist nahezu hoffnungslos. Der Thäler entkam, drei Stunden später aber erfchoß er fich auf dem Zentralfriedhof. Das Mädchen wird als brav und ordentlich geschildert; der Geselle hatte bei ihrem Vater längere Zest in Arbeit gestanden. Mai«?, 13. Dezember. Das Schwurgericht der Provinz Rbeinheffen hat stch heute und morgen mst der Blutthat zu beschäftigen, welcher der Feldwebel Hübncr vom 118. Infanterie- Regiment während der letzten Manöver W Rheinheffen in seinem Quartier zu Ober- Olm zum Opfer gefallen ist. Derselbe war, wie man fich erinnert, am Abend aus dem Wirthshause heim» kommend, durch Klopfen und Rufen nochmals vor die Thür gelockt worden und haste im Augenblick des HerauStretenS einen Sieinwurf vor die Stirne erhasten, was nach Äan Ä m Ä wegen Beihilfe der Schreiner Carl Jnperal daselbst. Der crstere hat eingestandenermaßen den Wurf gethan, der letztere den Feldwebel vor die Thür gerufen. Nach den Angaben des Schultheis und dem Ecgedniß der Untersuchung stellt fich die That als ein Racheakt dar. Der Schultheis behauptet, während seiner Militärzett von 1882-85 durch Hübner Unrecht erfahren zu haben, und es sei darauf abgesehen gewesm, den letzteren durch, uprugeln. ,. M»tz, 13. Dezember. Im Seillestadttheile verbrannten heute Mittag zwei von ihrer Mutter in der Wohnung des dritten Stockes allein gelaffene Kinder, ein Knabe von vier und ein Mädchen von zwei Jahren, wahrscheinlich infolge des Spie- lens mtt Zündhölzchen. \- Literarisches. .Da» ttzenerst» F-stgesch-nk ist nicht immer dasjenige, welches dem Empfänger die meiste Freude bereitet: gar oft wird es nach flüchtiger Bestchtigung zur Seite gestellt, während weit anspruchslosere Gaden den Ehrenplatz eingeräumt erhalten. Zu den Geschenken, welche überall eines freundlichen Empfanges ficher sein können und den Beschenkten fortwährend an den fteundlichen Spender erinnern, gehört das Abonnement einer illusttirten Zeitung; handelt es fich um ein Geschenk für ewe Dame, so wählt man, das Angenehme mit dem Nützlichen ver» bindend, am besten eine Diodezeitung. Es ist deshalb ein glücklicher Einfall der„Wiener Mode", daß fie zu den bevor- stehenden Festtagen eine reizende Abonnementskarte anferttgen ließ, die als ein kleines Meisterwerk der Buchdruckerei eine Zierde jedes Gadenttsches bildet und gleichzettig den Bezug des beliebten Blattes für das Jahr 1889 fichert. Diese Abonnementskarte, die in jeder Buchhandlung für 6 fl.— 10 M. erhältlich ist, wird vorausfichtlich unter keinem Weihnachtsbaume fehlen und überall mit Freuve entgegengenommen werden. Letzte Uachrichte«. Verboten auf Grund des Sozialistengesetzes wird durch den Düffeldorfer Regierunsspräflventen das in der Nacht vom 1. zum 2. d. M. in der Stadt Neuß verbreitete Flugblatt mst der Uederschrist:„Ein Wort an Bürger und Volk!— An die Wähler des Wahlkreises Neuß und Grevenbroich. Zur Auf- Ilärung!" deginnend:„Bürger! Ardeiter! Unsere gesellschaft- lichen Institutionen flehen mit dem Wohlergehen der großen Mehrheit des Volkes im kraffcstm Widerspruche" und endigen»; „Arbester des Wahlkreises Neuß und Grevenbroich! Auch Ihr seid berufen, an dem großen Bcfteiungs werke der Menschheit mit einzugreifen, wählt daher in Zukunft einen Anhänger der Sozialdemokratie!" Verlag von Fr. Harm, Druck von H. Grimpe, beide Elberfeld._ «ele»r«ptzssche Depesche». (Wolffis Telegraphen-Bureau.) Schwerin, Montag 17. Dezember. Der Landtag ist heute in Malchin geschlossen worden. Kaidenkirchen, Montag 17. Dezember. Die englische Post ab London vom 16. Dezember, 8 Ubr 25 Minuten Nrch- mittaaS über Vlisflngen ist ausgeblieben. Grund: Starker Nebel auf See. Kern, Montag 17. Dezember. Der Nationalrath hat nach zweitägiger Debatte mtt 85 gegen 38 St. die Trennung der öffentlichen Volksschulen nach Konfesfionen als unvereinbar mtt der Bundesverfaffung erllört. Pari», Montag 17. Dezember. In parlamentarischen Kreisen gist die Annahme der Vorlage betreffend die Wieder- Herstellung des Einzelskrutiniums an Stelle des Listen» sttuttniums für wahrscheinlich.— Infolge wichtiger Enthüllun- gen über die jüngsten Bombenexplofionen hierseldst ordnete der Untersuchungsrichter Haussuchungen bei mehreren Anar« chisten an. Kriefkaste« der KedftJttio». B«t Anfragen»ttten wir dt«»donnemente-Ouittung beUusügen. Antwort wird nicht-rtheitt. Zimwerlenie M n. Zimg Es ist bei uns nichts ein- gegangen. K. N- M. Canitz. «rieflich» N- Krtz« Sbnlitzerssr. 1. Die Reichstagsverhandlungen nahmen zu viel Platz weg. 2. Die direkte Beantwortung dieser Frage ist uns augenblicklich nicht möglich. Vielleicht genügt eS Ihnen zu erfahren, daß auf den Kopf der Bevölkerung an Steuer für Kaffee ud Kaffee-Smrogate im Jahre 1886 1,06 M. im Jahre 1887 87 Pf. entfielen. F.®-®»«osse. Zu unserm Bedauern ist es uns nicht möglich, Ihre Frage zu beantworten. Wenden Sie stch an Herrn W. Werner, Buchdrucker. K. N- 141. Das erfahren Sie am besten in einer Ver- sammlung des Fachvereins der Schloffer, dessen Mitglied zu werden wir Ihnen nur ratben können. Zwei Wettende 100. Nickt mit verbundenen Augen. G. A. 1. Wenn Jimand bei Gericht gefragt wird, od er schon bestraft sei, so sind darunter nur gerichtliche Strafen, nicht auch Arreststrafen aus der Milttärzeit zu versieben. 2. Die nur mit einem Vermächtniß bedachten Verwandten haben kein gesetz- lickes Mittel, zu erfahren, wie groß der Nachlaß überhaupt ge- wesen ist. 3. Es genügt für die Anzeige bei der Staatsanwalt. schaft, wenn Sie Namen und Nationale angeben und an- % tä Strafsache wegen Meineides kann der Geschädigte nicht als Nebenkläger auftreten. Wenn aber eine Verurtheilung wegen Meineides erfolgt ist, so können Sie die Wiederaufnahme des früheren Prozesses verlangen. 6. Sie find keineswegs strafbar, der Briefträger nur, falls das, was Sie von ihm verlangen» in das Bereich seiner Ämtsverrichtungen fällt. M. F. Nr«-Lästig. l. Wenn Ihre Frau Sie unter Mitnahme Ihrer Sachen verläßt, so können Sie auf Rückgabe der Sachen klagen. 2. Alle Sachen, welche während der Ehe vom Gelde des Mannes oder vom Verdienst der Frau angc- schafft weiden, gehören dem Manne. 3. Hochzeitszeschenke ge. hören beiden gemeinschaftlich. 4. Die bloße, wmn auch un- wahre Behauplung der Frau. ste müsse für Ihren Unterhalt sorgen, ist kein Ehescheidungsgrund. 5. Ebenso wenig da» bloße Gerede der Leute über den Lebenswandel Ihrer Frau. wenn Sie ihr nicht Ehebruch beweisen können. Dagegen könnten Sie bei Gericht den Erlaß eines Rückkehrbefehles de- anttaaen und nachher wegen döslicher Verlaffung klagen. ursprünglich die Privalkaffe"deS° röinstchen«Äs�fttztÄftcht isll, wä% ,®: P' A? Bas gälten auf einer Nähmaschine kann der Hauswitth auch nach 10 Uhr Abends nicht verbieten. Das ist doch lern ruhestorender Lärm, wenn es auch den Mitbewohner« manchmal lastig sein mag. p�cklerstratz,. Stadttcisende find nicht krankenverflche. F- Ach-, Kiel. Alle Verbrechen, welche mit dem Tode oder mtt Zuchthaus- oder Festungsstrafe über 5 Jahren bedroht flnd. werden vom Schwurgericht adgeuttheill. Nur Hoch- und Landesverrath kommt vor das Reichsgericht. Prälaten. Nur volttische, nicht bloße Vergnügungsve reine na is äÄ�Äk"*111 Theodor F ricke t G-fchiist: Oranit« Stlllße ««»> d'«Ad-lb-.ftr.K.. Strumpiwaaren-F abrik. Grüsstft Auswahl In Trirot-Damen-Taille«» SommerstoflF, a 2,75, 3,50, 5,00 Mark. Winterstoff, mit Futter, a 4,00, 5,00, 6,00 Mark. Winterstoff, mit Futter, reich verschnürt, a 5,00, 7,00 M. Gestrickte Herren-Weste«, a 8,00, 8,50, 4,50, 6,00, 8,00, 10,00 bis 14,00 Mark. Gestrickte Damen-Westen, a 1,75, 2,50 3,00, 8,60, 4,50, 5,00 bis 7,00 Mark. Gefnndheits-Schweiß-Semde«. a 1,75, 2,00, 2,50, 3,00, 3,50 Mark. Echte Stuttgarter Normal-Hemde«. a 3,00, 3,50, 4,00, 4 50, 5,00, 6,00, 7,50 Mark. Normal-Kei«kleider, » 3,00, 3,50, 4,00, 4,50, 5,00, 7,00 Mark. Mittelstarke und starke Winter- Semkleider, a 1,25. 1,50, 2,00, 2,50, 3,00 Mark. Neuheiten in Damen-Capotten, a 2,50, 3,00, 3,50, 4,50, 6,00, 7,50 Mark. Trieot Kinder Kleidchen(Winterstost), a 2,75, 3,00, 3,60, 4,50, 5,00. 6,00 bis 8,00 Mark, 2. Geschäft: Jausowihblücke Ulli. 1, o. Ecke Aleranderstraße. ff Ulnstrirte Preislisten gratis und franco. ttwM VI» Webt, Wltr.»5 Pf. 1 Mete» breit Mir. 70 Pf. Ewzelne Sopha-Depige!: in Kip», Dmnnjt med Fanjastest-sfen für die Hälfte! »rnnie lt». 158. Lefövre,*r"rt~ Keine Fabrik- Arbeit!«nr in eigener Werkstatt angefertklb Paletots»o« 1» ZM. an. Anzüge(Mode 88) mm 15 P.«m Knaben-Anzüge für ,.»»« yw*, 762 empfiehlt W. Braunspan,'TSffife Zur pünktlichsten Lieferung i. Berl. Volksblatt. VolkS- tribüue, Westen Berlins und Uui' gegend empfiehlt fich F ♦ 1574] «-lsftr. 4, f.». 3 Kr. Billige Rester zu Knadew u. gu-ben An soDie Regen», Double- u. Plüsch-Mäntel, Trikots, Morgenkleider, Sammet, Atlas. u. s.w. 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Das vorliegende Buch dient lediglich zur Aufklärung und hält fich fern von allem bigotten und verdummenden Treiben, dm wir so oft in den deutschen Juzendschriften de» gegnen. Daß man gleichwohl allem Guten, Edcin und Schöten gerecht werden, daß man alle Saiten des menschlichen Öerzens auch ohne solche Z�that anschlagen könne,— deß ist der Inhalt des Buches vollg.Ittgsler Zeuge! Das hoffen wir getrost. Verlag von E. Thiele, Leipzig, Leplaystr. 12. Z« deziehe« durch die Expedition, Zimmerstraße 44. Hiolinen nebst Zubehör, in jeder Größe zu Fabrik» preisen; desaleichm alle anderen Musik-Illßmmenil! für Klein u. Groß. Eigene Fabrik und Reparatur» Werkstatt. R Effner, Holzmartttftraße 9. |ei Weihllllchtseillkütsti Herren- und Knaden-Garderoden Werkstatt. Geost« Answaht vo» Ktoffen«. 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