c aber idligrr >straße Kiffea Anti- n jede t Vor« «raucht ftr* 301. Ko««abe«d, de« 23. Dezember 1888« 5.$«»*# Drgan für die Interessen der Arbeiter. Da» �Nerliner Volksblatt" erscheint täglich Morgen» außer nach Sonn- und Festtaaen. AbonnementSprei« fvr verNn frei Wt Heus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Postabonnement 4 Mark. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. (Eingetragen in der PostzeitungSpreisliste für 1888 unter Nr. 849.) Jnsertionsaebühr beträgt für die 4 gespaltete Petitzeile oder deren Raum 25 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. SM rßcren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag» der Expedition, Berlin SW� Zimmerstraße 44, sowie von allen Anuoncen-Bureaux, otz« Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion: Keuthstraße 2.— Expedition: Zimmerstraße 44. g- )k 50. 00. 20. 50. 50. oo. 75. 75. 50. r reo m dl. 79. kl 89 cw »K , sowie »la? 1, [1573 -- j W J1691 iet� w." R-i"' Ueber halbes unb ganzes Freibenkerthnm spricht sich Herr Z. Stern in Stuttgart in einer Broschüre (Stuttgart, Ehrmann) au», aus deren Einleitung wir kurz Va» Folgende hervorheben wollen: ES giebt eine ganze Klasse von modernen Menschen, welche sich ungemein freisinnig geberden, so lange es sich um religiöse oder kirchliche Dinge handelt; kommt man aber auf politische Fragen zu sprechen, so ziehen sie ein ganz anderes Register. Radikal ,» der Religion, sind sie in der Politik mehr oder weniger reaktionär, oder zum mindesten indifferent. Löwen im Kampfe gegen den kirchlichen Aber- glaube«, auf politischem Gebiete zahme HäSlein, die den herrschenden Mächten au» der Hand essen. Helden auf dem Schlachtfeld der Religion, auf dem der Politik feige Memmen. Dem Himmel haben sie längst den Respekt gekündigt, vor politischen Autoritäten ziehe« sie den Hut, knieen nieder und beten an. Gott geben sie nicht, was Gottes, aber dem Cäsar geben sie, wa» er will. Za, es hat bisweilen den Anschein, al« ob sie ihre religiösen Ketzereien durch um so größere politische Orthodoxie wieder gut machen, wieder sühnen wollten. Sie sind Freidenker, aber nur halbe Freidenker, benn nur über religiöse Gegenstände denken sie frei, über politische Angelegenheiten ist ihr Denken unftei, bewegt sich >hr Geist in stockgläubigen Geleisen. Verständigen wir un» über den Begriff Freidenkerthum etwas näher. Freies Denken heißt ei« Denke«, das sich von allen überkommenen Vorurtheilen loS gemacht hat 1 und unbefangen der Wahrheit huldigt, soweit dieselbe nach 1 dem Stand der Wissenschaft erforscht ist. Das freie Denken »nteescheidet sich vom nicht freie» Donken dadurch, daß es sich weder von Autoritäten noch von Traditionen imponiren läßt, wie e» auch alle Fesseln der Gefühls- und PietätS- rücksichte» abgestreift hat. Logische Gründe nur sind ihm Maßgebend, die Logik allein ist seine Richtschnur. Solch freies Denken kann sich auf allen Gebieten, in ollen Provinzen de» Gedaukenreichs bethätigen. Der Dom- Herr Koperviku«, welcher, entgegen der allgemein herrschen. den Ansicht, die Bewegung der Erde um die Sonne lehrte, war astronomischer Freidenker. Galilei, welcher der Ansicht de« Aristoteles über den Fall der Körper erstmals entgegen. trat und de» Satz aufstellte, die Fallgeschwindigkeit der Körper ist von ihrem Gewicht unabhängig, war physikalischer meidenker. Der Philologe Wolf, welcher erstmals behaup- tete, die beide« griechischen Epopöen, ZliaS und Odyssee, Hammen nicht von dem einen Dichter Homer, wie man e» dahin geglaubt hatte, sondern sie seien das Werk ver- Ichiedener Autoren au» verschiedenen Gegenden und Zeiten� ?wr literarhistorischer, beziehungsweise philologischer Frei- �»ker. Und so könnten»och hunderte von seldststandtgen ■:o i** «S Jeuilleton. KaskolnUtoto. Roma» vo» F. M. D o st o j« w» k i.... de« Russische» übersetzt vo» WUH. Hevckel. [42 b* is 88. '«icht lieb? x �erdings einigermaßen befremdend... Wa« war'S, waS habe« Sie gehört? ftagte« beide {ttgletcß mmmi i geyav! yaoen, jühi* mmmmz Denkern aufgeführt werden, die sich in ihrem Urtheil von keinem anderen Faktor beeinflussen ließen, als von sachlichen Gründen, d. h. von der Erfahrung, von Beobachtung und Experimenten, und de» auS diese« gezogenen streng logischen Schlüssen. Nicht Jeder kann epochemachend sei» als freier Denker; aber jeder kann sich die Ergebnisse des freien Denkens auf allen Gebieten zu eigen machen und von jedem, der auf de» Namen eines freien Denkers Anspruch erhebt, kann erwartet werden, daß er dies thue, daß er nicht auf dem eine» Gebiet ein freier Denker ist, auf dem anderen die Ketten der Traditio« und Autorität nachschleppt; denn dann ist er eben kein ganzer, sondern nur ein halber Freidenker. Und darum nennen wir diejenigen halbe Freidenker, welche nur auf religiösem Gebiete mit Gründen allein operiren, während sie auf dem Felde der Politik von Autoritäten und traditionellen Vorurtheilen ihr Urtheil be- einflussen lassen, oder gedankenlos dem herrschenden Systeme Hecrfolge leisten. Nun bin ich weit davon entfernt, jemand einen Vor- wurf daraus zu machen, ivenn er kein ganzer, sondern nur ein halber, Viertels, achtels oder Duodez-Freidenker sei« will. DaS mag jeder mit seinem eigenen Bewußtsei« und seinem wissenschaftlichen Gewissen ausmachen. Nicht gegen den halben Freidenker wende ich mich, son- dern gegen das halbe Freidenkerthum. Von diesem behaupte ich, daß cS ein Unding ist. Ein Freidenkerthum, welche« sich nur auf das religiöse Gebiet beschränkt, auf politischem Gebiet aber reaktionär ist, schlägt sich selber in» Angesicht, sägt den Ast ab, worauf eS sitzt. Ist dasselbe aber nicht gerade reaktionär, sondern bloS indifferent, kämpft es ledig- lich gegen die kirchliche Unwissenheit und den kirchlichen .«Ibrrgl.iubc», während eS di? polmsche Unwissenheit und de« politische« Aberglaube» unangetastet wisse» will, sucht eS reli» giöse, nicht aber auch politische Aufklärung zu verbreite», so gleicht ei dcm Bauersmann, welcher seine Saaten auf unae- pflügten, steinigen Boden streut; die Winde verwehen sie nach allen Weltgegenden. Denn nur in gesunden staatliche» und gesellschaftliche« Zuständen kann, der- freie Gedanke gedeihen und sich prak» tisch verwirklichen; vernünftige piolitische und soziale Ver» Hältnisse sind der Boden, in welchem die Vernunft ihre Wurzeln ausbreiten, Blüthen treiben�und Früchte ttagen kann. Sind aber die politsschen.Hid dje sozialen Verhältnisse so beschaffe», wie sie nicht sein sollten, so kann, der freie Gel« danke iü ihnen' so»t>eiiig fortkomme»„ wie her' Weinstock in Sibirien.....»----- r' S'„ Nicht die Geistliche».ttagen dit Hauptschuld daran, daß die rsligiöst Aufklärung so langsame Fortschritte unter dem Volk« macht, der Gmnd liegt viel tiefet. DaS menschliche Glück, da» menschliche Wohlbefinden ist im höchsten Grade abhängig von den ökonomischen Ver- Ich bin■überzeugt, daß sie feister Liebe werth war, bemerkte Awdotja Rpmanowiza.... Möge■Gott nur verzeihen, aber ich freute mich da- mal« über- ihren Tod/obschon ich nicht wech�wer von ihnen beiden de« anderen zu Grunde gerichtet haben würde, schloß Pulcheria AlcxaiidxorvPÄ' urih begann bann wieder vor? sichtig, mit.. UntetbrechuNge» und' fortwährend zu Dünja hiaüverschielend, worüber diese augenscheinlich ungehalteij war,— über die gepbi�e Szene Zwischen Rodja und Lushln �*' 1 meisten beunr michin erzählte,, WI aber seine eigene Schlußfolgerung hinzu:, er beschuldigte Raskolirikow" geradezu der. vorbedachten Beleidigung. Peter Petrowitsch« und ließ die Krankheit nur sehr bedingt als EntschuldigungSgr�id gelten. — Da«. war schon vor der Krankheit geplant! fügte ez Isimu#-- — Da« ist auch weine Ansicht, sagte Pulcheria Alexast» drowna niedergeschlagen. Sie wunderte sich übrig««», daß Rasumichjn sich diesmal über Peter Petrowitsch so vorsichttg und sogar ehrerbietig äußerte; auch Awdotja Romano«»» war da» aufgefalle»..:- — Dies- also ist Ihre Meinung vo« Pete» Petrowitsch? — iko»«te Pulcheria Alexandrowna sich nicht Enthalten zu ftaze«.'.%'. Von dem zukünstigm'Mann Ihrer Tochter kg»« ich keine andere Meinsing haben, antwortete Rasuwichin fest, — ich sage daS nicht etwa bloS als HöflichkettSphrase, sondern... sondern ganz einfach deshalb, well Awdotja Römanowna selbst und freiwillig ihn gewürdi� hat, ihx Mang zu werdey. Wmn ich ihn aester» schlecht■ gemacht habe, so kam da« daher, weil Ich unoexantwortlich-be« trunken V..'u� sinnlo«, ja sinnlos, kopsl-Z war; ich hatte vollständig den Mrstand verlorey und heute schäm« tch mich darüber El. errötheje und schwwg.. Awdptja RymanoMlt erröthete gleichfalls, unterbrach das Schwnge« aber nichts Hältnisse«, in denen sich der Mensch befindet. Der Mensch von normaler LeibeS- und GcisteSbeschaffenheit ist glücklich, wenn er in wirthschaftlich günstigen Verhältnissen lebt, wenn er eine gesicherte Eristenz hat. Im andern Fall kann er zwar unter Umständen auch leidlich glücklich sein, wenn er ein Philosoph ist wie SokrateS, Diogenes oder Spinoza; die meisten Menschen aber sind keine Philosophen und haben auch das Zeug nicht dazu, welche zu werden. Da nun die meisten Menschen in schlechte«, prekären, schwankenden ökonomischen Verhältnissen leben, das Schifflein ihres Glückes fortwährend von Sturm und Wellen bedroht ist, so haben sie daS psychologische Bedürfniß, an eine über« irdische Macht zu glauben, die ihnen hilft in der Roth, beisteht in Gefahren, über sie wacht, daß ihr Schifflein nicht versinke oder an den Klippen und Sandbänken zerschelle. Erweist sich auch dieser Glaube oft genug als trügerisch, so hat er ihnen immerhin den Dienst geleistet, daß er ihnen Trost und Beruhigung einflößte in schlechte» Zeiten und ihren Muth belebte in Zeiten des harten Kampfes um» Dasein. Da kommt nun aber der Freidenker und beweist de« Leuten, daß ihr Ideal eine Illusion ist und auf thönernen Füßen ruht, daß ihr Glaube ei» Aberglaube ist..Manche geben den Gründen Gehör, prüfen, denken nach und lassen sich zur Vernunft bekehren. Aber die Mehrzahl der Menschen formt ihre Vorstellungen, ihre Ideen, ihre Weltanschauung nicht im Prägstock der reinen Logik, sondern de« Gefühls. Sie adoptiren Vorstellungen, die ihnen zusage», auch wen« sie logisch unhaltbar sind, und stoßen andere ab, wenn sie ihrem Gefühl widerstreben. Nicht Gründe bestimme« das Denken der meisten Menschen, sonder« die Neigung, der Wunsch ist der Vater ihrer Gedanken und ihrer ganze» Weltanschauung. Sie Staube» da«, was sie gerne glauben wollen. Nicht da« rena sachliche, interesselose Denken ist ihre Sache, sondern das Gefühl redet immer ein Wort mit. Item: Mit unerschütterlicher Zähigkeit hängen die meisten Menschen»och immer an den religiösen Vorstellun- gen, weil diese einem psychologischen Bedürfniß entsprechen, namentlich in den mißlichen oder schwankenden ökonomisches Verhältnisse«, in welchen sie leben. Die religiöse» Vor- stellungen dienen ihnen gewissermaßen wie die Krücken dem Lahme«. Werden wohl alle Lahmen ihre Krücken wegwerfen, wen« man ihnen zu beweisen sucht, daß sie ohne Krücken besser fortkomme« werden, sobald sie sich nur ei» bische« mehr anstrengen und zusammennehmen wollten? Ganz siewiß werden die meisten e» nicht thun. Aber sie werden shxe Krücken wegwerfen, wenn man ihre Lahmheit heilt, wenn man ihnen gesunde Beine schafft. Denn alsdann haben sie die Krücken nicht mehr nöthig. Da» soll heiße«: die freidenkerischen Bestrebungen werven .'"= sie hatte fem Wort fallen lassen, seit die Rede auf Lushin gekommen war. Indessen war Pulcheria Alerandrowna fichtlich unent. schloffen, ob sie. ohne die Unterstützung ihrer Tochter fort- fahren solle'. Endlich entschloß sie sich, stockend und der Tochter vo« Zeit zu Zeit fragende Blicke zuwerfend, zu der Bemeriung, daß ein Umstand ihr jetzt ganz besondere Sorge mache.' — Sehen Sie, Dmitrij Prokosjitsch, begann sie... puht wahr, Dunetschka, ich werde mit Dmitnj Prokofjitsch m.iMi'miMA+in s->!»« 1 Mütterchen! bemerkte Awdotja Roma- — Es'handelt' sich also um folgendes:— beeilte sich jene fortzufahren, als od durch diese Erlaubniß ihr ein Stein von M Brust genommen sei,- heute, ganz in der Frühe. empstagen wir von Peter Petrowitsch einen Brief, als Antwort aus die aostrige Anzeige von unserer Ankunft. Er hätte nämlich seinem Versprechen gemäß uns gestern eigentlich im Bahnhof enwfangen sollen. Anstatt dessen schickte er un» aber einen Dienstboten zur Begleitung, mit der Weisung, unS ist diese Wohnung zu bringen, und ließ uns sagen, daß er heute Vormittag selbst kommen würde. Anstatt dessen cTrt dleW Brief hier. Am besten ist'S, Sie le en ihn selbst; es ist erne Stelle dann, die mich sehr beun- ruhigt... Sie werden sie selbst finden und... dann sagen Sie mir gänz offen Ihre Meinung, Dimitrij Prokofjitsch! Sie kxnnnt Rodja» Charakter am' beste» und werden uns dgher auch den besten Rath aeben können. Ich kann Ihnen nur sage», daß Duqetschka ihre Entscheidung sofort gettoffen hat s ich aber"weiß'»och nicht, welchen Entschluß ich fasse» soll... tch habe, ans Sie gewartet. Rasumichvi eptfaltSle de» Brkef, welcher das gestrige Pawm trug, und KS.-folgende»:.- „Gnädige Frau, Pulcheria Alexandrowna! Ich habe MKÄNUH SM?» zuverlässigen erst bann Erfolg haben könne«, erst bann wirb ber freie Gebanke, das freie Wort allenthalben Gehör unb Anklang finben, wenn einmal ber freie Gebanke auf bem politischen und wirthschaftlichen Gebiete verwirklicht fem wirb, wenn bie sozialen Zustänbe so beschaffen fem werben, baß bie menschlichen Existenzverhältniffe nicht mehr vom Zufall ber Geburt unb anberen Umständen abhängig sind, wo vielmehr für die leiblichen und geistigen Bedürf- nisse aller Menschen ohne Unterschieb hinlänglich gesorgt ist, so baß jebermann seinen Bebarf an Magen, Geist unb Herz in genügenbem Maße burch Arbeit zu erreichen sähig ist, ohne auf bie Privatinteressen ober ben guten Willen anderer erst angewiesen zu sein. Denn baS freie politische Denken führt mit Nothwen« bigkeit zur Anerkennung jenes volkSwirthschaftlichcn Zbeal», welche» in ber gesellschaftlichen Regelung ber gesammten Produktionsverhältnisse bie einzig vernünftige soziale Form erblickt, innerhalb welcher da» Menschengeschlecht erst vom Fluch bcS Daseins, da» ist eben die ökonomische Roth und Sorge, erlöst sein wirb unb auf deren Grundlage allem sich eine echte Kultur aufbauen kann... Den Arbeitern gehört die Zukunft und dem Frei» denkerthum gehört ebenfalls die Zukunft, wenn e» sein Te- schick mit dem der Arbeiterbewegung innig verkettet. Darum fort mit dem feigen und bornirten halben Freidenkerthum! Schaaken wir uns muthvoll und be- geistert um das erhabene Banner de» ganzen Freidenker- thum»!_ Politische Urberstcht. Da» schmähliche Fiasko der deutschen Kolonial-Aden« teurer in Afrika hat diejenigen, welche ein Interesse daran haben, natürlich nicht kurirt. Im Gegentheil. sie meinen, nun erst recht müssedas deutscheVolk unddaSDeutscheReichfürdieverkrachten Abenteurer eintreten. Direkt sagen daS freilich nur wenige. Und die, welche es direkt sturen, find nicht gefährlich. Ader e» giedt leider lehr einflußreiche Personen, die es als Ziel verfolgen, ohne daß sie es dirett sagen. Wir stecken in einer Atmosphäre der polttt- schen Zweideutigkeiten, die jeden, der nicht verratben und ver- kauft sein will,»u einer Umlernung der deutschen Muttersprache nöthigt. Alle Worte.haben eine andere Bedeutung erlangt. Entweder bedeuten fie das Umgekehrte, als in der gewöhnlichen Sprache, oder etwas scheinbar ähnliches, das aber in Wirklich« keit etwas ganz anderes ist. Niemand will in Afrika„er- obern". Niemand will„Kriegszuge",„militärische Erpeditionen". Man wM dlos dem„Sklavenhandel" zu Leibe gehen. Allein um das erfolgreich zu können, muß man die Sklavenhändler ins Innere verfolgen. Und das kann man nicht unbewaffnet thun. Nur Soldaten dürfen es nicht sein. Bios wohldewaffnete Privatleute unds wohlbewaffnete Diener, diej von diesen Privatleuten ungeworden find. Natür- lich fällt es den Sklavenhändlem nicht ein, sich durch diese feinen Unterscheidungen der neudeutschen Kultur- jeiutterei täuschen zu lassen— fie schießen die bewaffneten „Privatleute" und deren bewaffnete Diener todt, und die Schande und die Kosten der Schande hat daS deutsche Volk zu tragen— gleichviel, od wir in Afrika offizielle, offiziöse oder private Niederlagen erleiden. Windtborst dean- tragt Maßreoeln gegen den Sklavenhandel, und nur solche Maßregeln. Und die ganze Kartellmajorität, voran das nationalliderale Hurrah-Volk, erklärt sich begeistert f ü r den Antrag und meint dabei, in den Gummisack der von Windt« Horst geforderten Maßregeln gegen den Sklavenhandel ließen sich spielend auch alle Emin- und sonstigen Expeditionen der Well hineinpressen. Und fie haben recht. BloS ein kleine« Malheur ist den Leutchen inzwischen pasfirt: E m i n P a s ch a ist gefangen, und wahrscheinlich auch Stanley, der große Afnkaforscher. DaS hat den Stand der Frage vollkommen ver« ändert. Jedes gewaltsame Vorgehen— offiziell durch das Reich, offiziös unter dem Schutze des Reich«, oder privat durch die deutschen Kolonialpolitiker veranstaltet— führt unfehlbar dm Tod Emin Paschas herbei. Möglich, daß dieser Um« stand die Leutchen, welche doch eine so inbrünstige Liebe zu Emin Pascha geheuchelt haben, doch etwas stutzig macht und fie von ihren tollen Plänen abbringt. Jndeß die Hoffnung ist schwach: wo die Privatinteressm ins Spiel kommen, wo es gilt, die Taschen von Abenteurern zu füllen, da pflegt die Vernunft zurückzutreten. Es giedt unseres ErachtenS nur eine Rettung: daß das deulsche Volk, in Ertenntniß der brennenden Gefahr, fich auftafft und mit imposantem Emst gegen den frevelhaften Versuch protesttrt, Deutschland zum persönlichen Vortheil einer winzigm Minorität in eine Polllik zu drängen, die nur schmachvolle und verderbliche Früchte zu zelligen und schließlich nur in einer Katastrophe endigen kann...,. Die ostafeikanisch» Kt-Kad« hat anscheinend bisher noch keinerlei nennenswetthen Erfolg aufzuweisen, wenigstens Diener. Auch die Ehre, Sie morgen früh zu besuchen, muß ich mir versagen, unaufschiebbare Geschäfte im Senat sind daran schuld, auch möchte ich Ihr Wiedersehen mit dem Sohn und Awdotja RomanownaS Wiedersehen mit dem Bruder nicht stören. Zch werde nun die Ehre haben, Sie morgen Abend, genau um acht Uhr, in Ihrer Wohnung zu besuchen und zu begrüßen; ich erlaube mir aber die instän« dige und dringende Bitte hinzuzufügen, daß bei unserm Wiedersehen Robion Romanowitsch nicht zugegen sein möchte, weil er mich bei meinem gestrigen Besuch auf eine beispiellos unhöfliche Weise beleidigt hat, und außerdem, weil ich eine nothwendlge und ausführliche Erklärung über einen gewissen Punkt haben möchte, dessen Auslegung ich von Ihnen selbst zu hören wünsche. Zch habe die Ehre. Sie hierdurch darauf aufmerksam zu machen, daß, wenn ich Rodion Romanowitsch, ungeachtet meiner Bitte, dennoch begegnen sollte, ich genöthigt sein würde, mich sofort zu ertfemen; die Folgen davon hätten Sie fich alsdann felbst zuzuschreiben. Zch theile Zhnen dies in der Voraussetzung mit, daß Rodion Romanowitsch, der gestern während meines Besuches schwer krank zu sein schien, fich zwei Stunden später als plötzlich wieder hergestellt erwie», nnd daß, da er also wieder ausgeht, er folglich auch zu Zhnen kommen könnte. Zch habe mich mll eigenen Augen davon überzeugt, daß er gestern in der Wohnung eines Sterbenden, von einer Kutsche überfahrenen Trunkenbold«, dessen Tochter, einem Mädchen von allbekannter Aufführung, unter dem Vorwand, e» sei zur Beerdigung bestimmt, gegen fünfundzwanzig Rubel gegeben hat, wa« mich sehr wun- dert, da ich doch wußte, wieviel Mühe ei Zhnen gemacht hat, diese Summe zusammen zu bringen. Zch benutze diese Telegenhell, der achtungSwerthen Awdotja Romanowna meine besondere Ergebenheit zu bezeugen. Empfangen Sie die Versicherungen der Ehrerbietung ZhreS ergebenen Diener» P. Lushin. — Wa« soll ich jetzt thun, Dmitrij Prokofjitsch. be- !iann Pulcheria Alexandrowna wieder und weinte fast. Wie ann ich Rodja den Vorschlag machen, nicht zu un» zu kommen? Testern erst drang er so hartnäckig auf die Ab- Weisung Peter Petrowitsch'« und heute sollen wir ihn erfährt man nichts davon. Dagegen wird jetzt gemeldet, die deutschen Kriegsschiffe„Leipzig",„Möoe" und„Carola", das llalienische Schiff„Dogali" und ein britisches Schiff seien auf gefährlichen Riffen aufgerannt. Nach Londoner Meldungen ist bisher kein Sklavenschiff weller gekapert worden. „Zur deutschen Zeitnngsmisere." Mit dieser Ueder« schrift veröffentlicht ein Blatt, mll dem wir fönst fehr fetten übereinstimmen, die Notiz des„Fränkischen Kouriers", daß die „AllgemeineZeitung" in München wahrscheinlich eingehen werde, well fie fich nicht in den Dienst einer Partei stellen wolle. Und das Blatt bewerft dazu:„Unsere gelehrten Mitarbeiter wollen daraus ersehen, weshalb es in Deutschland unmöglich ist, eine polllische Zeitung nur für Gelehrte zu schreiben. Unsere ungelehrten Leser dagegen mögen daraus ent- nehmen, welche Opfer in Deutschland eine Zeitung dringen muß. die es verschmäht, fich in den Dienst der großen Masse zu stellen und dem plebejen Tagcsgeschmack zu huldigen, statt ihn zu bilden. Im Uedrigen aber verhehlen wir uns keinen Augen« blick, daß auch diese Erfahrung an unserem„gebildeten" und �ordnungsliebenden" Publikum spurlos vorübergehen wird. Daffelbe wird fortfahren, die vornehmen Tagesorgane mit sriner Sympathie, die niedere Pceffe aber mll seinem Gelde zu unterstützen, und eines schönen Tages höchst ver- wundert aufschauen, wenn es die Volksmaffen von jenem Geiste durchttänft steht, den die„billige und populäre" Presse mll wenig Mitteln und klingen« dem Erfolg sell Jahren ihnen einzuflößen bestrebt war.— Käme es auf uns an, so müßte die gute Presse nahezu unent- geltlich sein, wie der Volksunterricht." Wir können die Bc- merkungm im Ganzen unterschreiben und was den Schlußsatz betrifft, so find wir berell, ihn ganz zu unterschreiben, wenn daS Wort„nahezu" gestrichen wird. Die Presse ist das ge- wattigste Erziehungsmittel und wer für die Unentgeltlichkell des SchuluntenichtS ist, der muß folgerichtig auch für die Unent« gettlichkell der Presse sein, der„guten Presse". Aber— wo stehen denn diese Wahrheiten? Und zugleich mll der Frage fällt unS das alle Sprichwort ein:„Wenn zwei dasselbe thun, ist eü nicht dasselbe." Haben nicht neulich erst im Reichstag die Kariellbrüder für eine Resolution gestimmt, die nach der Meinung ihrer Urheber das genaue Gegentheil dessen de« deutete, was fie— die Herren Kartelldrüver— hineinlegten? Und find wir nicht überhaupt durch die Reptilpresse daran ge- wöhnt worden, den Wörtern einen ganz anderen Sinn unter« zulegen, als fie im gewöhnlichen Sprachgebrauch haben. Also wo stehm diese Wahrheiten? Antwort in der„Leipziger Zeitung", dem amtlichen Organ der sächsischen Regierung, mll dessen antisemllisch-zunstzöpfisch« byzantinisch« servilen AuSschrei- hingen wir uns schon so oft zu beschäftigen hatten. Nun unterliegt es zwar keinem Zweifel, daß zwei Seelen in der Brust der „Leipziger Zeitung" wohnen— eine weiße, welche die Wissen« schaft liebt und die Wahrheit höher stellt als das Paiteiintereffe, und eine schwarze, die für Ackermann, Stöcker, das persönliche Regiment, die polittschen„Hetzen" jeglicher Art, kurz für den ganzen Kartell Katechismus schwärmt. Ader die weiße Seele bat fich bisher leider sehr schwach erwiesen und ist bei hundert Ge« legenhestm der schwarzen unterlegen. Und da gewinnt denn die Sache ein etwas anderes Ansehen. Die„nahezu unentgelt« liche Presse", mit der wir uns unter Umständen, d. h. wenn eS fich um Belehrung deS Volkes bandette, recht wohl befteunden könnten, nimmt unter solchen Umständen eine sehr dedenftiche Gestatt an und bekommt ein sehr häßliches und auch sehr wohlbekanntes Geficht— nämlich das Äeficht unserer R�ptllpreffe. Vollständig ist das Ideal frellich noch nicht erfüllt,„nahezu un- entgeltlich" ist die Reptllpreffe noch nicht, aber fie nähert fich doch dem Ideal und ist für eine große Zahl von Blättern auch schon wirtlich„nahezu unenlgeltlich", ja für verschiedene ganz unentgeMich,— und die Fama erzählt sogar, es gebe besonders — wiffenSdurftige Blätter, die noch dafür bezahlt würden, daß fie die erzieherische Reptllweisheit fich und ihren Leiern zu Gemüth führten. Die„Leipziger Zeitung" mag fich daher trösten— so well eS unter den heutigen Verhältnissen möglich, ist ll»r Ideal erfüllt. Sollte jedoch ihre weiße Seele mit der Erfüllung unzufrieden sein, je nun, dann muß fie fich von der schwarzen Seele trennen, mit dem„plebejen Tagesgeschmack" brechen, der„niederen Presse" einen Fußtritt geben und zu den Sozialdemokraten gehen: dort wird fie finden, waS fie ersehnt— vorausgesetzt, daß die weiße Seele den Schmutz der schwarzen recht gründlich von fich abgewaschen hat. Di» Fraktionsliste des Zivgeordnetenhaase» weist in a Zusom der neuen Zusammensetzung 126 Konservative, 97 Mitglieder des Zentrums, 2 weifische Hospitanten, 87 Nationalliberale, 60 Freikonservative, 29 Deutschfreifinniae, 15 Polen und 11 Wilde auf, nämlich die Minister von Bötttcher, Herrfurth, von Lucius, die Konservativen Cremer, von Eckardstein und Meyer-Arns« walde und die Lideralm Berger, Kteschke und LotichiuS, endlich Johannsen und Lassen(Dänen). Znr Atter»■ nnd Znoalidenoerstcherangsvorlag» demerkt in einer Artikelserie Herr Bödmert u. a.:„Wir möchten sehr zweifeln, od eS irgend einen Ort im Deutschen Reiche giedt, wo man mit 26 resp. 17 Pfennigen täglich wirklich die Ausgaben für eine wenn auch noch so descheidme Ledens- selbst abweism! Er ist im Stande und kommt absichtlich, wenn er e» erfährt und... und wa» soll dann daraus werden? — Verfahren Sie ganz so, wie Awdotja Romanowna e» beschlossen hat, sagte Rasumichin ruhig. — Ach, mein Gott! Sie sagt... Gott weiß eS, was fie sagt... sie erklärt mir nicht einmal ihre Abficht! ES ei besser, sagt sie,... da» heißt, nicht grade besser, aber eS sei, Gott weiß weshalb, nothwendig, daß Rodja durch« au» heute Abend um acht Uhr herkomme und daß beide durchaus hier zusammen treffen müßten... Zch hatte die Absicht, ihm nicht einmal diesen Brief zu zeigen, und wollte mit Zhrer Hilfe eine List gebrauchm, um ihn am Herkommen zu verhindern... denn er ist so reizbar... Ich begreife auch gar nicht, waS da» für ein Trunkenbold ist, was diese Tochter bedeuten soll und wie er dazu gekommen ist, ihr all' daS Geld hinzugeben... welches... — Welche« zu erlangen Zhnen so schwer geworden ist, Mütterchen, fügte Awdotja Romanowna hinzu. — Er war gestern nicht bei voller Besinnung, sagte Rasumichin nachdenklich. Wenn Sie erst wüßten, wa» er gestern in einem Gasthaus angegeben hat, geistreich war eS allerdings... hm! Von einem Tobten und von einem Mädchen hat er mir, als wir gestern Abend nach Haufe gingen, auch etwas erzählt; ich habe aber kein Wort davon verstanden... Uebrigen» gestern mar ich selbst... — Da« beste ist, Mütterchen, wir gehen zu ihm, und, ich versichere Sie, wir werden dort sofort sehen, was zu thun ist. Es ist übrigen» Zeit,— Herr Gott! schon zehn Uhr vorbei! rief sie,— und blickte auf ihre prachtvolle, goldene emaillirte Uhr, die an einer feinen venezianischen Kette um ihren Hal« hing und mit der bescheidenen Kleidung garnicht !armonirte.„Ein Geschenk de» Bräutigam« ," dachte Ra- umichin. — Ach, e« ist Zeit... die höchste Zeit, Dunetschka! rief Pulcheria Alexandrowna in Auftegung,— er wird am Ende gar denken, daß wir ihm zürnen, da wir so lange nicht kommen. Ach, mein Gott!... Bei diesen Worten warf fie geschäftig ihre Mantille um und setzte den Hut auf; Dunetschka kleidete fich auch Haltung desireit.n kann." Wenn solch zahme Heren sogar zu dieser Ernüchterung kommen, dann darf Herr von Bötticber wirklich nicht von„Verhetzern" reden. Erst Schäffie, Brentano, Platter, van der Borght und jetzt gar der Direktor des königlich sächfiscken statistischen Bureaus, Dr. Viktor Böhmert! Und Herr Böhmert ist, wenn wir nicht irren, sogar Geheimrctth oder zum mindesten Regierungsratb. Poch einmal die 70 Jahr»: Nach dem Geschäfts- bericht des„Vereins gegen Verarmung und Bettelet" zu Dortmund wcren von den 755 Durchreisenden 32 pCt. bis zu 20 Jahren alt. 41 pCt. 20-30, 24 pCt. 30-50, 3pCt. über 50. Also keine Attersrentner! Di» Petition gegen da«(stnittnngsbnch der Altert- und Invaliden- Verstcherung, die von dem Maurer Herrn C. Sckoch in Magdeburg angeregt und verbreitet wurde, ist, soweit die Unterschriften an Schoch eingegangen, mit etwa Ivv 000 Unterschriften dedeckt, dem Reichstage zugegangen. Das Zählen der Unterschriften war übrigens cine höchst lang« weilige und mühsame Arbeit. Viele Unterschriften zu dieser Petition find noch auf anderem Wege dem Reichstage zu« gegangen, so daß die Gesammtzahl der Unterschriften dies« einen Petition fich auf etwa 120 000 erstreckt. Außerdem find noch andere Petitionen mit ähnlichem Inhalt, aber in da Fassung etwas abweichend, dem Reichstage zugegangen. Die Zahl derselben ist über 360, ihre Untcrschristenzahl auch recht bedeutend. Dazu kommen noch die zahllosen Resolutionen gegen das OuittungSbuch aus Versammlungen, die keine Petition für nothwendig hielten. So ist diese Demonstration gegm die Vergewaltigung der Ardeiter durch ein als Arbettsbuch auf« tretendes Quittungsduch eine recht stattliche geworden. In de« Thema:„Königstrrn» Arbeite»'» eretn»" schreibt die„Fraalf. Ztg.": Königstreue Ardeiterverrint find die neuesten Blülhen des politischen Vereinssports geworden, nachdem die Brestauer Fackeln ihr pechduftendes Licht haben leuchten lassen. Es handelt fick dabei um eine neue Art des Ardeiterfanges von Seiten der Christlichsozialen, da man erkannt bat, daß des„theuren Gottcsmannes" Stöckers Misston bei den Arbeitern auf unftuchtbaren Boden gestoßen ist. Die Sache ist ganz die alte, wie dies schon der von allerlei„HinauSdeglei- hingen" verschönerte Radau in den Gründungsocisammlunge« dezeugt, nur die Firma ist gewechselt worden, aber dieser Wechsel findet nicht einmal in den Kirchen Zustimmung, deren Katetis« mus die Königstreue als Inbegriff aller Tugenden darstellt. „Wir müssen gestehen," schreibt der.Reichsbote",„daß wir die Bezeichnung„königstreu" für Arbettervereine lieber durch eine sachlich soziale ersetzt sähen. Das„königstreu" ist an fich kein soziales Prinzip, reizt unnöthia zu Widersprüchen, die fich dann auf die Person des Königs zuspitzen, verletzt Vit' jenigen Ardeiter, welche vielleicht ebenso königstreu find« als die„königstreuen Vereine", aber mtt den soziale« und wirthschaftlichen Anschauungen derselben nicht übet» einstimmen. Mit der Bezeichnung königstreu kann stri leicht schlimmer Mißbrauch getrieben werden. Man sollte die Känigetreue nicht zur Parteisache machen. In der Regel wirb man darunter auch die Zustimmung zur Polttik der Regterunfl verstehen:— nun denke man fich, wie wechselvoll dieselbe ist- Welche Wandlungen hat fie gerade in wirtkschfftltcher und sozialer Hinficht in den letzten 15 Jahren durchgemacht!" wäre es mit Ersetzung des Wortes„Königsheu" dura „Kanzlertreu"? Darunter kann man wirklich die Zastimnninll zur jeweiligen Polttik der Regierung verstehen, fie mag wechstu voll sein oder nicht. Damtt würden jene Vereine aber auch PJJ gleich für die Kartellpolitlk gewonnen sein, die bekanntlich ntffl® anderes darf und demgemäß will, als dem Herrn Rrichskanzl» das Regieren zu einer Lust machen.".„ ?« d»m letzten Leipziger«eh»i«bnnd»pr-z»F uns geschrieben: Die„Leipziger Zettung" triumphirt, daß Soiiatistenprozeß vom vorigen Sonnabend nicht wie Münchener auf den Schultern eines Nicht. Gentleman& 1» geruht habe. Wir wollen gern zugeben, daß der Leipziger Po Besch Beschul Stach§ Kenntni 19. Ott Sdolf C Freiburi Prozeß. «:rhäna feüsächl Monat Adresse anaellag Offenbu folgende Nürnbei wurde hug di Schäfer händi tasSabg« -. kann dai wohl Gute« bedeuten? Ach, mein Gott, Dirt � Prokofjiisch, Sie wissen wohl noch nicht einmal, daß � Peirowna gestorben ist? m — Rem, ich weiß e» nicht; wa« ist da« für ein«™ Petrowna?. cjj — Sie ist ganz plötzlich gestorben! Stellen&e 001••• srsittfo Petrowna.'" :«nÄ �ojeugt, daß Sie alles, wa« uns betrifft, ff* ~.sch zahle Sie schon ganz zu den Unsrigen.-- jiösen Eindru der poltti Arbeiter, Verdacht 7. Dezen «me Ker wm man «Oft, L°c «komme. Diploma Herr Ro wmmen, «»en sollt A'nigstci «opmha, ÄT «n der inir dos Wa, hak verletzt? �asumicl sprechen, ia korrix elendes. wohl er, �rihin, >hin.i werd wen. hl 61 1 »belanz '»vilen. etne "'»cht if 8 Wt|U itHA« r.taro, nial'ch Und h oder chaftS. i" zu it. bis t. über Kltcrf« im C. de, ist. eta» angca. I lang' ieser Äs« n find Die ; recht one« ietitioB u» dich auf' ttW e find oordeB. h-deB M deS erkannt bei den acht ist SbcglH' ilung« Wechsel atetis- SÄ ZK b dann t die» r sind. '°K el wtr» « ' dura S vi skanzl-i •SÄ W >t un� t trotiKj ;A i >d varu» urzurfich itmitthl� staltet d-- Leschlagnabme von Briefen u. s. w., die an einen Beschuldiaten(also im Untersuchungsverfabren) gerichtet find. Aach§ 1 ist der Betroffene von der getroffenen Maßregel in «enntniß zu setzen. Durch die Gerichtsoerhandlung vom 19. Oltober wurde das Strafverfahren gegen den Redalteur Adolf Geck und Genoffen von Offenburg vor dem Landgerichte Fieiburg i B. beendigt; cs handelte stch um einen Sozialisten' Prozeß. Keinem der Angeschuldigten wurde von der über ihn verhängten Briefsperre Äittheilung gemacht. Es desteht aber tbatsächlich eine solche, und zwar heute noch, also einen Monat nach der Urtheilsvublilation! Die Briefe, welche die Adrcffe des Redakteurs Geck oder eines serner damaligen Mit« angeklagten von hier tragen, sendet das kaiserliche Postamt vffenburg nach Freidurg i- B. Wie es dabei zugeht, zeigen folgende Thatsachen: Am 11. Dezrmber ging eine Postkarte von Nürnberg an Redaktem Adolf Geck in Offenburg ab. Dieselbe wurde dem Adreffaten am 15. Dezember eingehändigt und «ug den Vermerk von der Hand des Landgerichtsdirektors Schäfer in Freiburg IS.:„Dem Adressaten einzu« bändigen."— Am 12. Dezember sandte der Reichs- tags abgeordnete Bebel einen Brief aus dem Reichstage an die Adreffe A. Geck in Offendurg. Dieser Brief trägt den Anlunftsstempel„Offenburg 13. 12. 88, 1—2 Nachm. Die Einhändigung an den Adressaten erfolgte erst nach l»ei Tagen, am 15. Dezember. 11 Uhr, zugleich mit der über Freidurg eingetroffenen Postkarte. Offenbar lag auch dieser Brief dem Landgericht Freiburg vor.— Am 11. Dezember ging ein Brief von Altona an Herrn Karl Leh» Mann in Offendurg, an einen der im genannten Prozeß Frei» gesprochenen, ab. Herr Lehmann erhielt diesen Brief am 19. Dezember, also nach 8 Tagen. Auf dem Kouvert find zwei Bermel ke: 1)„befindet stch zt. nicht im Amtsgefängniß." 2)„Abzugeben. Gr. Landg. Schäfer." Der Briefumschlag ist derart beschmutzt, daß es rathsam ist, das Corpus delicti nur wit Handschuhen anzufassen. So etwas geschieht im„Muster« lande des Lideraltsmus" ruhig weiter, trotzdem in der Presse des Landes auf diese schreiende Ungesetzlichkeit aufmerksam gemacht wurde." Di« Aozialdemokrati« ist für die Menschheit da» »Htrafgeeicht Glatte»". Zu diesem weisen Schluß kam c'—• r\,<--- CTTt. i ct\__ 2 V sonders' iber tr«» DaM-s -kleidet-» Ute vf -hM Wied-' n RoW e Du»!* SÄ »»rrargeerenr voorrr». au vwinu uxiich ww-d>»•» ein v.'tt Fromm, der im Laufe der vorigen Woche in Dresden zu -iner religiösen Versammlung redete Er sprach vom Welt« Untergang und vom Weltgericht. Seinen Ausführungen ent» sprechend ist„Gottes Zorn jeden Augenblick im Stande, die schönste aller Wellen zu vernichten und die„sündige Mensch- tztil" zu vertilgen. Zuvor werde aber eine Revolution herein- dr-chen. um die Gesellschaft für ihre Sünden zu züchtigen. In dieser Revolution werden die Sozialdemokraten siegen!(Huhu!) Denn die Sozialdemokratie sei nur das„Werkzeug Gottes" und habe die Misston, alle Frevel der Menschhell zu strafen. Dies habe ihm(dem apostolischen Prediger) der„Geist des § Herrn" offenbart.--- So, so! Vielleicht stellt man den rediger milsammt seinem„Geist des Herrn" unter das ozialistengesetz. Dänemark. _ Aus Kopenhagen, 16. Dezember, schreibt man der /Boss. Ztg.": Ein Theil der Presse erörtert seit Wochen ver« ichiedene Mißstände der hauptstädtischen Po» II) ei, die jetzt unter der Leitung des Direktor Petersen steht. der entweder eine gewisse Schwärmerei für russische Vorbilder zu haben oder seinen Untergebenen in einzelnen «allen eine Rückstchtslofigkeit zu gestatten scheint, welche eines ilvilistrten Volkes nicht würdig ist. Neuerdings hat der poli» iniiche Eifer auch das internationale Gebiet berührt und da- durch Anlaß zu e ner Verstimmung in Schweden gegeben, wo keine Parlci von der Estruperei erbaut ist. Die Kovenbagener Polizei hat nämlich ein paar schwedische Ardeiter ausgewiesen, und wenn die Berechtigung zu der Maßregel auch außer Frage steht, so ist ste doch im Verkehr der skandinavischen„Bruder. »ölker" so abnorm, daß ste seitens der schwedischen Presse aller Parteien zu sehr berechtigten Reklamationen Veranlassung ae» geben Hot. Die Entschuldigungen, die von den dänischen Offi- ziösen gegeben werden, machen jenseits deS Sundes sehr wenig Eindruck. Der erste ausgewiesene Schwede war Sozialist und der polllische Grund seiner Ausweisung ist zweifellos; der zweite Arbeiter, welcher ein Opfer der Polizei wurde, gericth in den Verdacht sozialistischer Umtriebe, wurde darauf verhaftet und am 7. Dezember als unschuldig freigelassen. Inzwischen hatte der arme Kerl seine Arbeit verloren und wurde ausgewiesen, weil Am momentan die Existenzmittel fehlen sollten, obwohl ihm kost, Logis und Hilfe angeboten waren, bis er wieder Arbeit «komme. Die schwedische Presse verlangt, daß Schwedens Diplomatie stch des ausgewiesenen Mannes annehmen möge, und Herr Rosenöm würde auch wahrscheinlich in einige Verlegenheit kpmmen, wenn er die thörichte Herausforderung Schwedens rechtfer« k'Zen sollte. Schweden istwirthschaftlich die melkende Kuh Dänemarks, Kenigstens gebt die Sahne zu einem sehr großen Thell nach Kopenhagen. Es ist einfach unklug, einen so guten Kunden, wie Schweden es ist, zu verstimmen und die Sache wird dadurch oicht besser, wenn, wie Viele glauben, die dänische Regierung »n der Ausweisung unschuldig ist, welche die Polizei einfach Wir doch nicht böse, daß ich so rede? Ach, mein Gott, haben Sie denn an der rechten Hand, haben Sie sich verletzt? — Ja, ich habe mich verletzt! brummte der beglückte ••"—---,-......., "«ndes Kämmerchen, in dem er wohnt!.!. Ob er jetzt vhl erwacht sein mag? Und diese Frau, seine Zimmer- Jtthin, rechnet das für eine Stube I Hören Sie, Sie sagten .°khin, daß er zu große Offenherzigkeit nicht leiden könne,... i�werde ich am Ende mit meiner... Schwachheit... jpi lästig werden? Belehren Sie mich, Dmitrij Prokofjitsch jw ich mich verhalten soll! Wissen Sie, ich bin wie ver ine� aSi« D-Ä n sri ie ff ■P Sic ■nen. v..— Fragen Sie ihn nur nicht zuviel, wenn Sie merken, .J er verdrießlich wird; besonder» nicht, was sein Befinden "delangt; er kann das nicht leide». w,— Ach, Dmitrij Prokofjitsch, wie schwer ist eS doch zu» "e», Mutter zu fein. to— Nun, da sind wir an der Treppe.... Was da« erne fürchterliche Treppe ist!... in,.~r Mütterchen, Sie sind so blaß; beruhigen Sie sich, ia..„Häubchen, sagte Duvjll schmeichelnd,— er muß sich s filucklich schätzen, daß er Sie sieht; und Sie quälen sich ' fügte sie mit blitzenden Augen hinzu. �-stErlauben Sie, rch werde erst nachsehen, ob er er» Damen stiegen langsam die Treppe hinauf, dem wv» �«eilten Rasumichin nach; als sie zum vierten Stock- lamen, bemerkten sie, daß die Thür der Wirthin ein mmirt nenRnei i« und daß zwei lebhafte schm Swbe".7'»»"»«"'».°».«... (Fortsetzung folgt.) nach ihrem Belieben anordnete. Die Regierung hat den schwe» dischen Arbeitern bisher wesentliche Vergünstigungen gewährt. Bei den Regierungsdauten dürfen nur dänische Arbeiter ver- wandt werden; wenn diese aber in ausreichendem Maße nicht vorhanden, dürfen schwedische Arbeiter beschäftigt werden. Die Arbeitslöhne find bei der so deschränkten Konkurrenz in einigen Berufsarten sehr in die Höhe gegangen; ein Erdarbeiter, welcher bei fiskalischen Werken beschäfttgt ist, verdient in dieser Jahres- zeit noch über 3 Kronen. Käme es zwischm Dänemark und Schweden zu einem wirthschastlichen Kriege, so würde auch Dänemark die Folgen eines so unnatürlichen und schädlichen Zustandes empfinden. Man wird es zu einem solchen Kriege indessen nicht kommen lassen und die Kopenhagener Polizei wird wohl veranlaßt werden, mit dm Ausweisungen etwas vorfichtiger sein. Die Polizeiwillkür bringt immer Unhell, fie macht öses Blut und hllft nichts." Unterhaus. Bei der Berathung des Finanzgesetzes de- antragte Campbell, die zweite Lesung des Finanzgesetzes bis dahin abzulehnen, wo eine genügendere Debatte über die Budgets für die Ministerim des Auswärtigm und der Kolonien stattgefundm habe. Der Antrag wurde nach längerer VerHand» lung mit 83 gegen 49 Stimmen abgelehnt. Im Laufe der Debatte erklärte ver Kanzler der Schatzkammer. Goschm, die Operationen bei Suakim hätten die allgemeine Politik Englands in Bezug auf den Sudan nicht im Gertngstm geändert, hin- fichtlich Egyptens halte die Regierung an ihren wiederholten Erllärungen fest. Die jüngsten Ereignisse seim ermuthigend. da fie zeigten, daß die egyptischen Truppm unter mglischm Offizieren im Stande seien, den Derwischen im Felde zu de- gegnen, die Besttebungen der mglischm Regiemng, eine aus Eingedormen bestehmde Streitkraft zu errichtm, die fähig sei, Egyvtms Grmzm zu vertheidigen, seien somll nicht um- sonst.— Unterstaatssekretär Fergusson erklärt, die der Regierung jüngst zugegangene Nachricht aus Samoa sei vom 10. September d. Js. datirt; damals schien da» Resultat des Kampfes zwischen dm Anhängern T a m a s e s e S und M a» t a a f a's zu Gunsten des letzterm stch zu entschewen, der Konsul blieb neutral. Tamasese werde als de facto Herrscher anerkannt und es sei keine nme Anerkennung irgend eines anderen Herrschers erfolgt. Die Regierung sei jetzt kaum schon in der Lage ihre bestimmte Anficht darüber auszudrückm, wer die vorherrschmde Macht und das Uebcrgewicht behaupten werde. — Lord Stanhop e theilt mll: Eine weitere Depesche G r e n f e l l' s schätzte dm Verlust der Derwische auf 400 Mann, der der Engländer betrage 4 Mann, 2 Limtmants und mehrere Soldaten seien leicht verwundet, bei den Egyptern seim 18 Mann, darunter 13 nur leicht verwundet. Die egyptischm Truppen schimm vollständig das Vettrauen Grmfell'S zu rechtfertigen. Bei einem in Scardorough zu Ehren SaliS» b u r y' S gegebenen Dejeuner hiell letzterer nach Verlesung der Depesche über denSiegGrenfell'S bei Suakim eine Rede, in welcher er hervorhob, England wolle fich nicht aufs Nme in die egyptischen Wüsten vergraben, aber solange der Kbedive es wünsche, sei England durch da» Versprechen des Ministeriums Gladstone gebunden, die Besetzung der Häfen des Rothen Meeres aufrecht zu erhalten; man werde also nicht Suakin aufgeben dürfm, außerdem wäre es eine Tborheit, wenn die englische Regierung in dem Augenblick, wo fie stch an« schickt, dm Sklavenhandel zu unterdrücken, Suakim verlassen würde, da gerade im Rothen Meere ein hartnäckiger und ent« schridmder Kampf hierüber stattfindm würde. Salisdury fügt hinzu, man müsse fich auch der Verpflichtungm erinnern, die England dem Sultan gegenüber übemommm habe. England sei durch dm Pariser Vertrag verpflichtet, die Integrität des ottomanischm Reiches aufrecht zu halten. Fr««kr-ich. Die Deputirtenkammer derieth die R e k r u t i« rungsvorlage; verschiedene vom Senat genehmigte Be« stlmmungm betreffend die Befreiung vom Militärdienst wurden abgelehnt. Unter den Arbeitern beim Bau de» Eiffel- t h u r m s, welcher bereits eine Höhe von 220 Meter erreicht bat, fand eine Arbeitseinstellung statt, da die Arbeiter eine Lohnerhöhung verlangten, welche versagt wurde. Der Brüsseler Äeneralrath der belgischen Ardeiterpartei hat an die Kohlenarbeiter Bel- giens einen Aufruf erlassen, welcher einm großen Widerhall in den Kohlmardetterkreisen finden wird. Es heißt darin: „Hunderttausend ergebene Männer voll Selbstverleugnung und Energie werden immer von einer wmiger zahlreichen, aber dis- ziplinirtm und fest geeinigtm Gruppe befiegt werden. Aufs neue habt Ihr soebm diese Erfahrung gemacht. Ihr seid Hun» derttausend im Lande, Ihr habt für Euch das gute Recht, Eure Forderungen find berechtigt, maßvoll und verständig, Ihr fett zu allen Opfern bereit. Trotzdem habt Ihr soeben eine Nieder» läge erlitten und Eure Wunden bluten noch. Ihr seid eine ungeheure Menge; aber ohne Zusammenhang, ohne Disziplin JMt» Kunst und leben. digemtesenes«»schenk. Der polnische Roman» schriftsteller Simkiewicz erhielt in diesm Tagen ein kleines Packet, welches an ihn adresfitt und mit dem Stempel der Post zu Kiew versehen war. Bei der Oeffnung des Packeis ergab eS fich, daß in demselben 15000 Rubel entbaltm warm, und eine Karte mit den Motten: Eenrykowi Sienkiewiciowi.— Michael Wolodyjowski beilag. Der Romancier hat nun in der Zeitschttst„Slowo" ettlätt, daß die Annahme eine» solchen Geschenkes weder seiner Befähigung, noch seiner Pzantafie ent- spreche. Er sei zwar nicht reich, verdiene aber so viel und sogar mehr, als er brauche. Er könne deswegen, trotz aller Dankbar» keit für den Geber, der fich unter dem Pseudonym Wolody- jowski verberge, dies Geschenk nicht annehmen. Er habe das Geld als Depofitum im Landwitthschattlichen Kredttverein hinterlegt, wo es binnen drei Jahrm unter Beibringung von Beweisen in Empfang genommen werden könne. Nach Ablauf dieser Zeit werde er über das Geld nach eigenem Ermessen verfügen- «in» eigenthümlich« Mittheilnng wird der„Moming Post" von einem schottischen Konespondmten gemacht. Damach haben Maurer, welche im alten Schlosse Holrood kürzlich Aus- defferungen vornahmm, in einer Mauer in dm Zimmern der Königin der Schotten den Leichnam eines Säuglings, welcher in golddurchwirlte Kleider gehüllt war, die da» Zeichen„J" trugen, entdeckt. Es ist bekannt, daß Matta Stuart in dem anstoßenden Zimmer den König Jakob I. von England, resp. VI. von Schottland, gebar, und das Kind unmittelbar nach seiner Geburt nach einem anderen Otte gebracht wurde, da die Königin wenig Interesse für ihren Sohn zeigte. Es mtsteht natürlich jetzt die Frage, wer, falls daö aufgefundene Kind der ttchtige Jakob ist, das Kind ist, welches spater als König Jokob I. re- gierte. Der Einsender der Mitthellung setzt hinzu, daß an die Verwaltung der tgl. Schlösser nach London telegraphitt wurde, was mit der aufgesundmen Kindesleiche geschehen sollte. Die Antwort lautete, fie ruhig wieder an ihrem Fundott, deizusctzm und kein Gerede darüber zu machen. D»»«old liegt auf de» Ktrast«. In der Stadt Helena in Montana, Nordamerika, herrscht große Auftegung über die Entdeckung, daß fich unter dm Straßen der Stadt Goldlager befinden. Bei dem Legen von GaSröhren ist man auf eine reichhaltige Goldquarzader gestoßm. seid Ihr machtlos und Eure Versuche scheitern schmerzlich. Um in einem Kampfe für die Erhöhung der Löhne und für die Forderung seiner Rechte zu tttumphiren, muß man mll Ueber» einstimmung, mit Einheit handeln. Diese Uebereinstimmung und Einheit kann nur die Organisation geben." Der Aufruf fordert sodann die Arbeiter bringend auf, fich fest zu organifirm und durch Gruppirungen mächtige Arbeiter-Affoziationen zu schaffen. Dann„werdet Ihr hintreten vor diejenigen, welche von Euch fordern, daß Ihr fie durch Euere Arbeit dereichett, während fie verach ungsvoll Euch Euere Rechte als Bürger und Evern Antheil an den durch Euch aeschaffmen Reichthümern verweigern." Nachdem weiter der Theilnahme aller Ardeiter Belgiens für die Kohlenarbeiter und ihre Leidm gedacht worden, schließt der Aufruf also:„Um der Zukunft mit Vettrauen mt- gegenzusehm, um die Reformen, welche Ihr ersehnt und so nothwmdig braucht, zu erlangen, müßt Ihr Euch organifiren. Mll festen Organisationen könnt Ihr alles, ohne Organisation könnt Ihr nichts. Höret die Stimme der Ardeiterpartei, welche Euch zuruft: Es lebe die Einheit und die Organisation der Arbeiter! Es lebe das allgemeine Stimmrecht! Es lebe der Sozialismus!" Itaiie«. Deputirtenkammer. Bei der Berathung der Kam« munal- und Provinzialreform beantragte Baccarei nammt- liche Abstimmung über den von Crispi bekämpften Antrag Delbalzo's in Betreff der Wählbarkeit der Maires in den Arrondissementshauptorten. Der Antrag wurde abgelehnt. Die Kammer stimmte sovann dem von Crispi genehmigten Antrage Nicoteras zu, den Bettcht über dm von dem Arbettsminister vorgelegten Gesetzentwurf detreffmd Vorkehrungen zur Ver» pflegung des Militärs bei dem Transpott auf den bereits im Bettted befindlichen Eisendahnen und den Entwurf detreffend die außerordentlichen militärischen Maßnahmen am folgenden Tage zu berathen. Bei der geHelmen Abstimmung über die Kommunal- und Provinzialreform im Ganzen wurde die Vor- läge mit 187 gegen 83 stimmen angenommen. Kalka«lL»d-r. Wie der„Polit. Corresp." aus Belgrad gemeldet wird, hat der Verfassungsausschuß dem Antrage eines Führers des radikalen Partei, das Kapitel über die Vorrechte des Königs debattelos anzunehmen, zugestimmt. Rttßlattd. AuS Warschau mcldtt man: Die Ausweisungen dauern in verschärftem Maße in ganz Polm fort. Ein Erlaß des Polizeimeisters von Lodz ordnet an. daß selbst diejenigen Frauen von Ausgewiesmen, welche im Lande gedorm find, eben» falls sofort das Land verlassen müssen, widttgenfalls fie gewalt» sam an die Grenze ttanspottirt werden würden. Kottale« und Arbeiterbewegung. An» Anosperrung der Ftrnsbnrger Werftarbeiter wird uns von dort unterm 17. d. M. geschrieben: Um die Direktion der Flensburger Schiffsdaugesellschast zu veranlassen, den Bettted der Werft wieder aufzunehmen, wurde Ende voriger Woche von den verschiedenen Branchen beschloffen, falls bis zum 17. Dezember nicht sämmtliche Arbttter wieder eingestellt seien, zum Streik überzugehen und Forderungen auf Erhöhung des Lohnes und Abschaffung der Uederztttarbttt zu stellm. Die einzelnen Werkmeister hatten schon, um die nothwendigsten Ar- betten zu erledigen, einige Leute herangezogen, da es aber nicht im Interesse der Arbttter liegt, fich hinauswerfen»u lassen, wenn es den Herren gerade paßt, und dann wieder Nothnagel zu sein, wenn man nickt entbehrt werden kann, hielt man es für Pflicht, dies zu verhindern- Am 15. d. M. wurden von Maschmenbauern, Tischlern, Malern und Schmieden die betr. Anträge ttngerttcht, am 16.(Sonntag) traten die Direktion und der Ausfichtsralh zu ttner Sitzung zusammen und die betreffen» den dazu erwählten Vertreter erkielten noch an demselben Abend ein Swrttben, das folgenden Wortlaut halte:„Wenn wir in Antwort auf Ihr Schreiben auch unser Bedauern aussprechen müssen, daß Sie durch Drohungen btt uns Erfolge zu erzielen hofften, theilen wir Ihnen mit, daß wir in Anbetracht deS nahenden WtthnachtsfesteS dennoch beschloffen haben, die Ar» bester in dishettger Weise von Dienstag, den 18. dieses Monats Morgens 6 Uhr anfangen zu lassen. Vorstand und Direktion.(Folgen die Unterschriften.)" Man steht, aus reiner Humanität und wegen des Weih» nachtsfestes will jetzt auf einmal die Werstdirektion die auSgc» sperrten Arbttter wieder einstellen; etwas oersalzen haben uns die Herren die Weihnachtsfreude aber doch, denn einen Ausfall des dreiwöchentlichen Ardtttsverdienstes verschmerzt man nicht so lttcht. Wir hoffen ober, daß wir in anderer Hinficht den Votthttl wieder haben, daß die Arbeiter davon überzeugt find, wie es mit der Ardtttettreundlichkttt ihrer Brotherren bestellt ist. Wenn wir also auch in materieller Hinstcht eine Einbuße erlitten, die Unterstützung unserer Kollegen hat ste bedeutend vermindert, und auch die Derektion der Werft hat ihren Zweck nicht erreicht, ja, das Gegrntheil. Müssen wir nun auch„in bisheriger Wttse" wieder fottarbttten, so stehen wir künftig um so geschlossener da, wenn wieder ausgesperrt wird. Den unorganifirten Ar» dtttern ist die« eine gute Lehre für die Zukunft. Den Kollegen, die unS ihre Unterstützung haben zu Thttl werden lassen, sagen wir unfern besten Dank; die Abrechnung wird später folgen. Es wird hier aber darauf aufmerksam gemacht, daß der Streik der Former unverändert fortdauert. Uerewe und Versammlungen. Die Mitglieder der allgemeinen Krankenkasse der deutschm Drechsler(E. HO, Ortsverwaltung Berlin C, veranstalten unter sich am Mittwoch, den 26. Dezember(2. Weih« nachtsfttertag). in Fmerstein's Salon, Alle Jakodstt. 75, eine gemüthliche Abendunterhaltung, bestehend aus Konzert, deklc» matortschen Vorträgen mit darauf folgendem Kränzchen. Ein» laßlatten für Mitglieder und Gäste find vorher bei folgenden Mitgliedern zu haben: R. Kuckenberg, Parochialstraße 1—2; Fr. Sckiefke, Scklttermachersrr. 10; L. Leiding, Zossenerstr. 33. «»fang-, Tnrn- nnd gesellige Verein» am Sonnabend. Gesangverein„Harmonia" Abends 8 Uhr im Restaurant, Alte Jakobstr. 38.- Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant Andreasstt. 9.— Männergesangverein„Erato" Abends 9t Uhr btt Sckläwicke, Kleine Kurstraße 1.— Lüdeck'sch« Turnverttn(1. Lehrlingsabtheilung.) Abends 8 Uhr Elisadethstr Nr. 57—58.— Turnverein„Wedding", Pankstr. 9, Männer. adthellung von 8%— 10% Uhr Abends; desgl. i. LehrlingSabthec. lung von 8 bis 10 Uhr Abends.— Arends'sche Stenographen» klaffe des„Berliner Handwerkervereins" Abends 8* Uhr Sophien- straße 15.— Theater- und Vergnügungs-Verein„Catttas" Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Bierhause. „Caritas" Admiralstr. 38.— .rZm*:%»«*» � ...... ,M__________... Taubenfreunde Abends 3'/, Uhr im Restaur. HAmann, Manteuffelstt. 68.— Dänischer Verein„Freya" Abends 9 Uhr im Restaur Poppe, Lindenstt. 106. — Verttn der Württemberger Abends 8', Uhr btt Vaihingen Dorotbemstt. 84.— Verttn ehemal. Schüler der 34. Gemttnde» schule Abends 9 Uhr im Restaurant, Koppenstt. 53.— Verttn ehem. M. C. Luth�cher Schüler Abends 9t Uhr im Restaurant Bormann, Ohmgasse 2.— Rauchllub„Dualnr Abends 8 Uhr Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 23.— Ver» ngsverttn„Lustige 13", Abends 9 Uhr im Restaurant 0t, Annenstr. 9. im Theater. Sonnabend, den 22. Dezember. Gpernha«». Keine Vorstellunz. Kchansptelha«». Othello, der Mohr von Venedig. <»sstng-Eheat»r. Freund Fritz. Deutsche» Theater. Die glücklichen Bettler. Afolltter-Theater. Madame Bonward. Vorder: Der dritte Kopi. Friedrich- Wilhetm städtische« Theater. Der Mikavo. Utktoria-Theater. Die Reise in die Pyre» näen. Rrstdr»? Theater. Abbi Consiantin. FeUealliaure-Theater. Wegen Vorbereitung zu„Dos Damenbad" und„Die Heinzel- Männchen" geschloffen. Malk» Theater. Rübezahl. Sönigstädtische» Theater. Berliner Kinder Teutrat-Theater. Geschloffen. Adotf-Grust-Theater. Die drei Grazien. Kauf«««»« Dari�tü. Spezialitäten> Vor« stell» ag. Theater der Rrichvhalle«. Spezialitäten- Vorstellung. Amencaii-Theater. WatiRarthuafturutpaso« Mr. IS. Berliner SehttnheMu•Konbnrrenx. Die Tadlcaux werden von in Kertia ge- drreue» Kchöuheite« dargestellt. Erstes Bild: ZischendrSdel nach F. Hiddemann: Frl. Martha Kögel. Zweites Biid: Üutee Uose» noch P. Thumann: Frl.*. Drittes Bild: Hoffnung nach C. v. Bodenhausen. Frl.—. Viertes Bild: Da« Masser nach G. Bräf: Frl.—. Fünftes Büß: Lache« de» DIusmuI nach Raphael: Fräul. Elise SlSner und die übrigen vier Damen.(Die mit*—— bezeichneten Damen wünschen ungenannt zu bleiben.) Neu!! De» Wetnnachts-Gugel, Neu!! dargestellt von Fräulein Martha E l s n e r. Anfang 74 Uhr. Sonntags 64 Uhr. Billet-Vorvertauf ohne Aufgeii» im„In- oalidmdank" u. Vormittags von 11—1 Ubr an der Theatertaffe. [805 Berliner Theater. Sonnabend. 22. Dezember: Di»»itd« Jagd. (Melanie: Hedwig Niemann.) Sonntag,' 3. Dezember: Die n»ild« Jagd. (Melanie: Hedwig Niemann.) Cirkns GL Schumann. Zriedrich- Karl« Ufer. Ecke Karlstraße. (Im früheren ZirkuS K r e m b s e r.) HM' De»«irkn» ist gut geheizt und gegen Jug gefchSht."WR Sonnabend, den 22. Dezember, Abends 74 Uhr: Große Gala Vorstellung. Besonders hervorzuheben: Tandem mit vier Springpferden, geritten von Herrn Ernst Schu- mann. Ein Carouffel mit 8 Hengsten, dargestellt ron Herrn Max. Miß Victoria. Mr Victor Bedini. Mr. Franconi. Der ungarische Post- zug mit 12 Pferden. Seilkünftler Mr. O'Torra. Komische Entrees sämmtl. Clowns. Die Springpferde„Ringlet" und„Siegride", geritten von Frl. Martha und Adele Schumann. Zum 8. Male: Die schou« Kofi« oder Kchuize uud Müller t« Orient. Sonntag, dm 23. Dezember: Zwei große Extra Vorstellungen, Nachmittags 4 u. Abends 74 Ubr. Nachmittags ein Kind frei. Passage 1«r. S M- 10 A Kaluer-Panornm». Fn dieser Woche: Dresden. Kächs. Kchveiz. III. Cyklus: Amerika. Californien. I Reise Kr. Mas. Schiff Hertha.» r> cCnfi'20 Vf., Kinv nur 10 Vf. 5» oo im rr Zum Weihnachtsfeste!!! Präsent-Cigarrsn, lange und kurze Pfeifen, echte Wiener Meerschaumcpitzen, j alles in bekannter Güte, empfiehlt Hl. Meyer,[1678 1 Geschäft: 0.,.Koppenutr, 66. 2.(8 schaff; H., Vetfrwwciiptp. 28, Ausnahmsweise billige Knaben-Anzüge, sowie Knaben. Paletots verk. Karle, Laufitzerplay 1, Ecke Waldemarstr. Rrsterhandlung.[1573 Im Januar 1889 n i 4 m verlege ich mein Geschäft nach na w M No. 14 Chaussee Strasse No. 14 ——(eigene« Hau»).■ Mit der Verlegung meines seit 1873 bestehendm, fich des besten Rufes erfreuenden Geschäftes und der damit verbundenen Herstellung großartiger, den Anforderungen der Neuzeit entsprechender Geschäftsräume beabsichtige ich gleichzeitig eine Ueu Organisation"VI meines Geschäftes in's Lebm tretm zu lassen, von welcher ich seiner Zeit öffentlich Kenntniß geben werde. Die zur Zeit vorhandenen großm Waarenvorräthe, bestehend tn: Kleiderstoffen, Teppichen. Möbelstoffen, Gardinen. Tischdecken, Trikotagen, Keinen-«nd Kaum- wollwaaren aller Art» Masche- gegenständen%. stelle ich inzwischen zum Z5galyllchenAusverkaus und zwar sämmtliche;|tt0fr£-||t£ttl)(tt£l( für die Herbst- und Wintrr-Kaiso», wie dieselben noch täglich bis zum Schluß der Saison eintreffm, zum �tllt stli p stm- preise, Lagerbestände theils fiir die Halste de» Ketbstkostenpretse«, theus Mr jede« Preis! Die Anfertigung von Kinderkleider«, Kiudermäntel«, M-rgenrSckeu. Tricottaille» und Unterröcke« erleidet währmd des A«SPerltausS keinerlei Unterbrechung und werdm MaKbestellunge« oder Keparatureu ebmso prompt er- ledigt wie bisher. S Heine Invalidenstr. 113, O### 0 0«wischen Chauaaeeetraeee und # dem Stettiner Bahnhofe. Gngl. Tuil-Gardinru-Rrft-, Moecke& Polenz 11. Kelle-Alliaaeestr. 11, «eben de« Theater, empfehlen zu Weihnachtsgeschenken für die Deutsch» Hauafra«, auch auf Theilzahlung: Deutsche Nahmaschinen aller Systeme als: Kinger. Kingschiffchen. Wheeler- Wilson, Schneidermaschinen ete. unter mehjihrtaer Garantie.[1570 Warwar& Leiser Kosenthalerstraße 16|17 haben zum IDeiÜMdifs-llnsoßtkttf unten aufgeführte Posten um die Hälfte I» Preise herabgesetzt. VS' Winter-Jaguets.. 7-1°«. Y&' WintcrDaletots... i-->°. 'Am Winter-Dollmans. 1---». Ä'.»" Plnsch-Paletots... 17-20. % Plüsch- Dollmans.-o-«. % Rcgen-Paletots... 10-m. Streng reelle Bedienung. 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Aber wenn die Käufer dieser Bäume so recht vergnügt find, dann wäre es vielleicht reckt gut, wenn ste einmal meine kleine Geschichte lesen! Also: W-lhelm Krause heißt er. Maurer ist er, und ti> e F:au mit fünf Kindern hat er. Seit Wochen gehts mit der Maurerei nickt mehr; aber die Bedürfnisse im Hause werden bei dem kalten Wetter immer größere. Elwa vier Wochen lang hat der kräftige Mann beim Händler Kohlm getragen: jetzt fehlt auck diese Arbeit, und die Kinder— freuen fich mit hungrigem Magen auf das Weih. nachtsfest. Die Muster quält sich am W rschfaß in und außer dem Hause, ihre Arme und Hände bekommen eine bedenklich gekrümmte Form von den Anstrengungen dieser Arbeit und von den Vorboten des Rheumatismus. Das arme Weib klagt nie, geduldig verrichtet sie die schwere Arbeit und diese Geduld wirft auf den Mann nachdrücklicher als die Vorwürfe einer zänkischen Ehehälfte. Er mußte auf irgend einen Verdienst sinnen. Ja, wenn er 15 bis 20 M. sein Eigen nennen könnte, vielleicht würfe der Handel mit Weihnachtsbäumen etwas ab! Der dicke Hauswirth mit bem ewig lächelnden, freundlichen Geficht macht Geldgeschäfte; aber od er einem armen Maurer ein kleines Darlehn leihen würde, ohne andere Sicherheit als das dekannte„ehrliche An- veficht", das ist doch fraglich. Indessen eine Frage kann nicht Itaden und Wilhelm Krause faßte den ewig lächelnden, freund- lichen Hauswirth neulich Morgen vor der Thür ab, denn in den elegant mödlirten Wohnräumen mochte er den Herrn nicht belästigen, am allerwenigsten wegen silcher Geringfügigkeit. Und siehe da, der freundliche Herr lächelte und lächelte und ging verständnißinnig auf den Handel ein und kehrte mst Wilhelm Krause wieder um und ging mit ihm in die elegant mödlirte Wohnung und Wilhelm Krause war sehr erfreut von der Freundlickkest des Winhcs und nahm die aufgezählten fünfzehn Mark, nachdem er dem freund- «chen Darleiher vorgerechnet, daß er dafür zwei Mandeln Weih» Uachtsbäume kaufen könne und daraus vielleicht vierzig Mark mlen würde, not» bene, wenn er die Bäume sämmtlich bis zum Weihnachtsheiligen- Abend verkauft haben werde und dann— ia dann unterschrieb er dem freundlichen Wirth so einen Schein und noch dazu quer an der Seite und auf dem Schein stand .25 Mark" und„Prima-Wechsel". Wilhelm Krause hätte ja in der überwallenden Freude wohl auch noch mehr unterschrieben, aber als er die Sache recht überlegte, war in seine Weihnachts- baumfteude die Zahl 25 auf dem Wechsel doch ein recht bitterer Tropfen. Glücklicherweise reichten die 15 Mark gerade aus, um zwei Mandeln Weihnachtsbäume von dem Lehster Bahnhof zu holen und vom Holzhändler ein alles Brett zu erstehen, das in Ständer für Bäume umgearbestet werden sollte. Hierzu Mußte ein befreundeter Tischler auch noch das nöthige Hand- werkszeug leihen und da dieser Mann lein Hausbesitzer war, so schnitzte und bohrte an dm Tannmzweigen herum; wo die Natur stiefmütterliche Lücken gelassen balle, da wurde künstlich ein Reis defestigt und aus den zwei Mandeln en gros getauften Tannenreisern wurden 36 stattliche Weihnachtsbäume. Die stehen nun alle in Parade und Wilhelm Krause sitzt dahinter, Mchts auf dem Leide, nichts im Leide, denn das Bischen warmen Kaffee, den Mutter ad und zu mst den Kindem schickt, ist wohl für dm Augenblick eine recht hübsche Erwärmung, aber es will doch im Freim auch aarnicht Vorhallen. Und nun kommen m« Käufer und mäkeln und wollen keine Bäume mit iünsllich eingesetzten Aestm und drehen alle Bäume um und um und versprechm dann wieder zu kommen Und Wilhelm Krause atzt und frint und rechnet abwechselnd und beim Rechnen wird ihm ganz unheimlich warm, und dieser Wärme wegen rechnet ** vielleicht öfter als nöthig ist, um sicherste Gewißheit zu er- Ngen, daß man 25 M. bezahlen muß, wenn man neben dieser «umma und der Bezeichnung Prima-Wechsel seinm Ramm ge» Ssteden hat. Und wmn er nicht zahlt, nicht zahlm kann? ?.°llte der freundliche, ewig lächelnde Hauswirth denn kein Ein- sben haben, sollte er etwa dem Gerichtsvollzieher ebenso freund- zulächeln, um die Kommode und das Kückmspind abzu« vsirndm?— Und Wilhelm Krause steht ängstlich auf seine Weihnachtsbäume: Möchten ste doch allm Käufern Glück und «eude bringen, ihm aber die 25 M. für den freundlichen Haus- �rth und wenns sein kann noch ein paar Mark drüber, damit n nicht ganz umsonst gearbeitet und geftoren hat. ß. für dl« Kohrungen«ach Kool» in der Spandauer ?tadlheide ist eine Grundfläche bei der sog. Burgerablage in Absicht genommen, welche für besonders geeignet befunden % Mit den Bohrarbeiten soll bald nach Neujahr begonnen �ben. „, Der Hretterza«« a«>»» P-rdseit« der Königs�Kolon- Jjben ist am gestngen Tage gefallen und in neuem Schmuck M sich seitdem der Säulengang, welcher nach beiden Seiten M SandsteindeNeidung erballm hat. Eine erhebliche Ver- 5,°>>erung hat die nach der Gontardstraße zu belegene Front galten; dost erheben sich jetzt sechs große Sandsteinsäulen. Tlche die verdrstteste Galeste der Kolonnaden tragen und auf fast lebensgroße allegorische Figurm aufgestellt sind. &«ine Droschst» ist nach stner Lokallorrespondenz hier vom Endplatz gestohlen worden. Abends gegen 6 Ubr war auf ?*> Droschkenbalteplatz am Alexanderplatz der Kutscher der Zischte Rr. 3853(erster Klaffe) auf einen Augenblick in eine 25 belegene Gaststube gegangen. Als er zurückkehrte, de- % er das Fehlen sstnes Wagens. Sofostige Erkundigungen Ntoben, daß mehrere Personen in die Droschke, stne als Kutscher ä suJDl*»nsttt« htt»inder. fich an Wagm. welche in der WGMZWW feanö wmde völlig zermalmt und der dedauernswerthe 'Ät wuwmiststst Droschke nach stnem Krankenhaus tranS- HUZMWKZ fahren und lebensgefährlich verletzt wurde, ist in der vergangmen Ziackt seinen Leiden erlegen. Wie erinnerlich, wurde Reinhold stn Opfer sei»ks Berufs, indem er den Ststnwagen, der eine Scheibe des Pferdedahnwagens»estrümmest hatte, aufzuhallen suchte; da der Kutscher aber die Pferde antsteb, gesteth R. unter den Lastwagen und erlitt außer stner schwerm Kopfverletzung mehrere R ppendrüche. Der Unglückliche hinterläßt stne Frau und drst Kinder. Gin gräflicher Unglücksfall ereignete fich am Schiff, bauerdamm in der Stühe der Louisenstraße. Daselbst wird der 9 Stockwerke hohe Schomststn stner Pappenfabstk abgetragen und es waren damit die Schornststnfegergesellen Hochstetter und Mond beschäft. Um Unglücksfällen vorzubeugen wurden die abgettagenen Steine in das Innere geworfen und unten heraus- geholt. Als sich nun stn Ststn an der oberen Krone des Gesteins im Innern festgesetzt hatte, wollte Mond mit dm Füßen den Stein durchzwängen. Der Ststn gab aber im Verhällniß zu der Wucht des geführten Stoßes zu leicht nach, Mond verlor das Gleichgewicht und stürzte nach dem Innern in die Tiefe hinab, wo der Unglückliche todt ltegm blieb. Hochsterter wollte nun auf dm stsernen Tsttten hinunterftettern, verlor aber eben- falls das Gleichgewicht und stürzte sstnem Kollegm nach. Noch lebend konnte H. nach einem Krankmhaus tronsportirt werden, woselbst der Bedauernswerthe nahezu hoffnungslos dar- niederliegt. Tragisch«» End«.„An demselben Abend stürzte fich stn junges Mädchm aus ihrer in der 4. Etage belegenen Wohnung auf den Hof und verstarb auf der Stelle." So meldete unter dem 18. d. Mts. der Berliner Polizeidericht, dessen bekannte lakonische Kürze die wahrhaft ergreifenden Nebenumstände nicht errathen ließ, welche diesen Selbstmord deglsttetm. Die in der Arndtstr. 7 wohnende Nähterin Marie Tielscher hatte die Be- kanntschaft eines Mannes gemacht, welchem ste um so lstchter ihr Herz schenkte, als er ihr fest seine Hand zusagte. Aber die Er- füllung dieses Versp:echer.s verzögerte fich von Jahr zu Jahr, bis er auf ihr Andrängm, nun endlich Emst zu machen, da ste fich Murter fühle, ihr gestand, daß er verbstrathet und Familien- valer sei. Der Schande zu entgehen, beschloß die Betrogene fich das Leben zu nehmen. Am Vormittag des 18. d. Mts. kleidete ste fich in ihren besten Sonntagsstaat und begab fich in die Wohnung ihres Liebhabers. Dort bat ste die Frau unter Thränen um Verzeihung, daß ihr Mann durch ste seine Pflicht als Gatte und Vater verletzt, doch habe ste von sstner Ver« heirathung nichts gewußt. Als die erstaunte Frau die T. fragte, weshalb ste denn zu ih? gekommen, entgegnete ste, ste ahne, daß ste die ihr bevorstehende schwere Stunde nickt überleben werde und sie wollte deshalb Verzsthung bei derjenigen erflehen, welche sie, wenn auch unbewußt, soj schwer gekränft habe. Gern verzieh unter solchen Umständen die Frau dem unglücklichen Mädchen, das schließlich beruhigt mit der Bitte von ihr ging, ihrem Mann sstn Vergehen nicht wstter nachzutragen.— Als es dunkel ge- worden, wurden die Bewohner des Hauses Arndtstr. 7 durch eimnZdunipfen Fall erschreckt. Man eilte in den Hof und dort fand man mtseell, mll zeischmettettm Gliedern' die in ihrem Blute schwimmende unglückliche Marie T. Polizeibericht. Am 20. d M. Vormittags wmde im Thiergarten, nahe der Großen Quer-Alle«, stn unbekannter, etwa 30 Jahre aller Mann mit stner Schußwunde in der rechten Schläfe aufgefunden. Unzwstfelhaft liegt Selbstmord vor. Die Leithe wmde nach dem Lstchenschauhause gebracht.— Die Schornststnfeger Mond und Hochstädter hatten den Ab» druck eines etwa 40 Meter hoben Fabrikschornststns auf dem Grundstück Schiffdauerdamm 22 übernommen, ließen jedoch bei den Arbeiten die erforderlichen Vorstchtsmaßregem außer Acht und stürzten infolge dessen in das Innere des Schornsteins hinab. Beide erlitten schwere Verletzungen. Hochstädter wuede nach der Charitee ae bracht, Mond starb auf dem Wege dorthin und wurde seine Leiche nach dem Leichenschauhause geschafft. — Zu derselben Zeit erfolgte vor dem Hause Königstr. 27 stn Zusammenstoß zwischen stnem Pferdebahn wagen und stnem Rollwagen, wobei durch die Erschüttem g stn im Pferdedahn- wagen stehender Thierarzt umfiel und einen Bruch des linken Unterschenkels erlitt. Er wurde mittelst Droschke nach sstner Wohnung gebracht.— Vormittags fand ein klstner Brand in der Dresdenerstraße 34 und Abends in der Wall- straße 66, statt._ Gerichts-Zeitung. Prozeß Kelch. Der Prozeß aegen den im Stadtthstle Moadll allbekannten Rentier und Torfgräberstbefitzer Fstedstch Wilhelm Kelch, welcher schon einmal vertagt worden ist, ge« langt heute im großen Schwurgerichtssaale vor der ersten Straf- lammer hiesigen Landgerichts 1(Vors. Landgestchtsrath Braun) abermils zur Behandlung. Die Anklage wird wiedemm vom Staatsanwalt Müller vertrsten, die Vetthstdigung führen Justizrath Hagen, Rechtsanwalt Dr. Seiko und Rechtsanwalt Dr. Fr. Friedmann. Der Angeklagte wird, wie hier wiederholt werden mag, beschuldigt, seine lstdliche Schwester, die verehelichte Kaufmann St ein le in die Treppe so heftig hinabgestoßen zu haben, daß diesstbe eine außerordenttich schwere Gehirnerschütterung davon trug, sehr lange Zeit in stner An» stall in geradezu jämmerlichem körperlichen Zustande hat zu- bringen müssen und auch heute noch außerhalb zur Kräftigung ihrer Gesundheit verwstlen muß. Außerdem wird ihm zur Last gelegt, daß er durch stne MtttelSperson versucht habe, stne dst der Frau Ststnlstn bedienststeS Mädchen zur Abgabe stneS falschen Zeugnisses zu bewegen. Nach der Behauptung der An- klage sollen diese Versuche von einem dem Angellagten be- kannten jungen Manne gemacht worden sstn. welcher fich dem Mädchen genähert und ihr in Ausficht gesteW habe, daß er ste bei günstiger Aussage hstrathen werde.— Der erste Termin mußte vertagt werden, weil fich unter den medizinischen Sach- verständigen dst der Beurtheilung des Falles große Meinungsverschiedenhstten herausgestellt hatten. ES kam näm- lich zm Frage, od gegen den Angeklagten nicht der schwerere Thatbestand des§ 224 vorliege und dst der Verletzten „dauerndes Siechthum" festzustellen sst. Zur Klärung dieser Streitfrage warm im vorigen Termin die Henm Prof. Wal» dendurg und Dr. Long beauftragt wordm, fich nach Oyn- hausm. dem jetzigen Aufenthaltsort der Frau Ststnlstn, zu de« geben und die letztere dortzu untersuchen, ferner war deschloffen worden, die Allen dem Medizinalkollegium mit dem Ersuchen um ein Gutachtm zu übersenden. Die neue Verhandlung schstnt fich nun zu stnem großen medizinischen Kampfe gestaltm zu sollen, dmn es find nicht wmiger als zehn ärztliche Sachver- ständige geladen und zwar von der Vetthstdigung die Herren Dr. med. Wagner und Geh. Medizinalrath Prof. Berg- m a n n, von der Anklagebehörde die Herrm Prof. Dr. S o n- nenderg, Dr. Hollstein. Dr. Long, Dr. Oppen- beim, Dr. Großmann, Dr. Rohde. Dr. Lehmann aus Ovo Hausen und Kreit phyfikus Dr. Müller in Mindm. — Die Hauptbelastungszmgin, Frau Steinlein, hat von dem ihr zustehenden Recht, ihre Aussage zu verweigem, Ge- brauch gemacht, ebmso verweigert der Ehemann S t e i n l e i n seine Aussage. Außerdem find etwa 20 Zeugen zur Stelle.— Der Angeklagte destreitet wiederum, wie im ersten Termin, jedwede Schuld seinersstls Er Wiederboll seine frühere Darstellung, wonach am 11. Februar seine Schwester in Begleitung stner Frau Bertram zu ihm gekommm sst, um die Auszahlung stner Erdschaftssumme von ihm zu verlangm. Er habe zunächst dieBeglst- tettn fottgcschickt und seiner Schwester erklärt, daß ste fich mll ihren Ansprüch n an dm Justizrath tzagm wenden solle. Vre- selbe sst dann aber so ausfallmd gewordm, daß er ihr dm ferneren Aufmthalt in seiner Villa untersagm mußte. Seine Schwester habe aber plötzlich furchtbar um Hilfe geschrim, so daß er sie am Arm nehmen und die Treppe hinunter führen mußte. Da ste aber gar nicht zu bändigen war, habe er ste etwas gewaltsam niederdrücken müssen, und noch feinen Sohn zu rufen, welchen er beauftragen wollte, einen Schutzmann her- veizurufen. Inzwischen habe die Schwester versprockm, allst» gehen zu wollen, als er sie aber losgelassen, habe ste fich noch- mals umgedreht, mit stnem Regenschirm mehrere bunte Sckeibm zerschlagen und fich dann schleunigst zur Thür hinaus mtfernt. Er habe noch selbst gesehen, daß Frau Ststnlstn aufrecht gehend fich entfernt habe. Er destrstte entschieden, die Frau gewürgt oder die Treppe hinabgestoßm zu haben. Nach sstner Kenntniß sei die Schwester denselben Abend ganz ruhig nach Hause ge- gangen und auch am nächsten Tage mit ihrem Manne auSge» gangen. Von dm Versuchen des jungen Mannes, das Dienst« mädchm der Frau Ststnlstn zu stner falschen Aussage zu be» stimmen, sei ihm gar nichts bekannt.— Als erste Zeugin wird die Frau Bertram vernommen, welche die Frau Ststnlstn zu dem Angeklaaten belstget hatte. Dieselbe erklärt, daß mit ihnen auch der Ehemann Ststnlstn gegangen sei, welcher aber in der Abrmö'schen Brauerei auf die Erledigung der Unterhandlungen wartete. Als ste vor dem Hause des An» geklagten auf die Frau Steinlein mattete, habe ste plötzlich matt- erschütternde Schrste gehört und sst deshalb schleunigst nach der Brauerst gelaufen, um Herrn Steinlein herdstzuholen. Als ste vor der Kstch'schm Villa wieder angelangt warm, sahen ste Frau Ststnlstn lang auf der Marmortteppe liegen und als ste diesstde emporhoben, sst dieselbe kaum der Sprache mächtig gewstm und habe nur immer, auf ihren Hals deutend, gesagt:„Ach Gott, er hat mich so gewürgt r Nach ihrer langjährigen Bekanntschaft mit Frau Steinlein könne ste nur sagen, daß dieselbe vor jenem Vorfall niemals krank war und mit ihrem Chemanne sehr ver» träglich lebte. Richtig sst es, daß letzterer zwar bst seiner Ehe- frau angemeldet war, aber nickt bei ihr wohnte.— Die Zeugin Louise Hecht, welche Jahre lang Dienstmädchen bst der Frau Ststnlstn war, bestätigt, daß dieselbe vor dem verhängnißvolle« Tage niemals krank gewesen sst. Dieselbe sst an jenem Tage leichenblaß nach Hause gekommen, habe fich den Hals gehakte« und ganz hstser gesprochm. Sie habe wiederholt gesagt, daß der Angeklagte ste gewürgt habe. Frau Steinlein habe schon am nächsten Morgen nicht mehr aufftehm könnm» man habe deshalb schleunigst einen Arzt herbeiholen müssen, welcher die Verletzung sofott als eine lebensgefährliche erklätte. Bei den ersten Maßnahmen des Arzte« und den Streckoersuchen desselben habe ste, die Zeugin, Hilfe geleistet. Richtig sst es, daß fich ihr ein janaer Mann, der, wie fich später herausgestellt, mit dem Angeklagten bekannt sei, mit stnem Eheversprechen genähett habe. Sie habe fich dcnüder sehr gefteut, sei mit dem jungen Manne ausgegangen und habe auck stne Broche zum Geschenk erhallen. Derselbe habe fie sofett bezüglich der Frau Ststnlstn auszuforschm gesucht, immer de- tont, daß Kelch die Frau gar nicht verletzt haben könne. Er habe fie dann immer wieder gstraat, od es nicht ein anderer gewesen sein könne, und ste schließlich darauf hingewiesen, daß- fie vor Gestcht schwören müsse. Die von der Verthstdigung vorgeladene Frau Ulfett, die Vizewitthin in dem von der Ver- letzten bewohnten Hause der Kömerstcaße, will wissen, daß da« Dienstmädchen Louise Hecht fich vielfach durchaus unpassend gegen Frau Ststnlstn benommen habe und es häufig zu lärmen- den Szenen gekommen sst. Speziell schildett die Zeugin eine im Jahre 1884 vorgekommene derartige Szene, wobei deutliche Hilferufe laut geworden seien und die Hausbewohner gesagt hätten, das Mädchen schlage die Frau halb todt. Die Zeugin will auch Frau S. mehrfach auf dem Boden in stner Ecke zu« sammengekauett vorgefunden haben und behauptet, daß das Dienstmädchen Hecht zu ihr oft recht häßliche Be- mettungen über die Frau gemacht habe, wie:„Die Frau ist nicht recht richtig,"„dst uns herrscht die tollste Wirthschaft", „die Frau muß nach Dalldorf" zc. Schließlich behauptet die Zeugin zunächst mit aller Bestimmtheit, daß fie am Tage nach der That die angeblich so schwer Verletzte die Treppe habe hinuntergehen gesehen.— Die Zeugin Hecht ettlätt die« alles für„stinkende Lügen". Sie habe ihre Dtensthenin niemals ge- schlagen, dieselbe habe vielmehr fie nie aus dem Dienste ent- lassen wollen. Entschieden falsch sei die Behauptung, daß die Frau S. am 12. Februar noch ganz gemüthltch die Treppe binabgeoangen sst.— Ein früheres Dienstmädchen aus dem Hause Kö.-nerstraßr bestätigt dagegen, daß zwischen Frau S. und dem Dienstmädchen Hecht mehrfach erregte Szenen vorgekommen seien. Die Schwiegermutter der Verletzten. Fnm Wittwe Ststnlstn, weiß dagegen von solchen absolut nichts, im Gegenthstl sei die Schwiegertochter mit dem Mädchen immer zufrieden gewesen, auch mll ihrem Ehemann habe ste vetträgllch gelebt. Auch von irgend welchen Krankhstten der Schwieger- tochter, namentlich von Anzstchen geistigen Defekts, sst ihr durck- aus nichts bekannt. Sie habe gehört, daß die Schwiegertochter durchaus gesund und munter den Weg zu dem Angellagten an- getreten habe und in jämmerlichem Zustande wieder zmückgekehrt sei. Ihr gegenüber bade die Verletzte nur gesagt, daß fie ge» würgt und auf die Marmottreppe gedrängt worden sst. Weite« Schilderungen de« Vorfalls bade fie unterlassen. Am 12. Februar habe Frau S. fich aus dem Lstt nicht mehr erHeden können.— sjurcv oen großen, von der Vertbeidigung aufgebotenen Apparat soll nachgewiesen werden, daß stnesthetls die Annahme zuläsfig ist, daß Frau Ststnlstn die Halsverletzung bst de« ersten Cimenlungsversuchen erlitten und andernthstls, daß ih« ganze Körperlonstitutlon sowie auch ihr seelischer Zustand ei» normaler schon vor der Katastrophe nicht gewesen ist, namentlich. daß ihre Kopfhaltung immer etwas ungewöhnlich war. Als erster Sachverständiger wird der Hausarzt der Ststnlstn'schen Familie, Dr. med. Troßmann, vernommen. Er hat der Frau Strinlstn sstt ihrer Verhstrathung in allen Leibetnöthen dstgestanden und schildert fie als stne wenn auch nicht gerade robuste, so doch körperlich und geistig gesunde Frau. Sie habe stn etwas apathisches Wesen gezeigt und eher zu wenig als zu viel gesprochen, auch sei ihm vorgekommen, als od Frau Stein- lstn fich nicht in der eingehenden Weise um die Leitung des Hauswesens gekümmert habe, wie es die meisten Frauen zu thun pflegen. Von stnem schlechten Verhällnisse zwischen den Eheleuten hat der Zeuge nie etwas bemerkt. Anfälle von Hysterie hat er bst der Frau Ststnlstn nie bemerkt und könne er nur sstn Erstaunen darüber ausdrücken, daß dieselbe wie in krankhafter Menschenscheu auf dem Boden ge» kauert haben solle.— Der näckste Zeuge. Dr. med. Holl« stein, ist am Tage nach dem Ereigniffe zur Frau Steinlein gerufen worden. Er wurde von der Schwiegermutter der Kranken empfangen und ihm mügetheilt, daß die lentere von ihrem Bruder am Halse gewürgt und die Treppe hinabgcworfen worden sei. Sodann wurde er zur Patientin geführt, die er im Bette liegend fand. Sie nahm die Rückenlage ein, hielt die Augen geschloffen und zeigte eine auffallende Röthe im Gestcht. Sie stnockte dm Eindruck einer Schwerverletzten und mit heiserer Stimme klagte fie besonders über Schmerzen im Halse. Der Zeuge konnte anfänglich nur eine schwache Rölhung im Halse wahre ebmen, von Strangulationsmarlen oder dlut» unterlaufenen Stellen war nichts zu sehen. Die Hattung des Kopfes war keine besonders auffällige, als der Zeuge das Genick aber mit dem Finger betastete, traf er auf eine so schmerzhafte Stelle, daß er von weiterer Untersuchung Abstand nehmen mußte. Er vermuthete zunächst, daß eine Verrenkung vorliege, und ordnete zu diesem Zwecke an, daß die Patientin gezogen werden sollte, welches in der Weise geschab, daß er dm Kopf der Frau Steinlein hiett, währmd Frau Steinlein sen., sowie das Mädchen Hecht an dem Rumpfe, bezw. an den Beinm zog. Als zwei Tage später ein Halswirdeldruch festgestellt wurde, hat der Zmge es bei der Schwere der Verletzung für angezeigt gehalten, den Profeffor Dr. Sonnenburg hinzuzumfen und beide Aerzte find dann übereingekommen, die Patientin nach dem Sanatorium des Dr. Oppenheimer zu schaffen. Die Zeuginnen Frau Steinlein sen. und Hecht bestätigen, daß fie bei den Einrenlungsversuchen thätig gewesen find und daß Dr. Hollstein fie aufgefordert hat, stärker zu ziehen.— Dr. Hollstein erwidert auf die Frage des Vettheidigers Dr. Sello, daß die Pattentin etwas hervor- quellende Augen gehabt hat, und Dr. Großmann bestätigt, ibaß dieselbe dm Kopf in einer eigenthümlichm, nach vorn gebeugten Haltung trug. Die Venbeidigung führt dann eine Reihe von Zeugen vor, welche dm Sachverständigen über das Verhalten der Frau Steinlein unmittelbar nach der Verletzung Auskunst geben sollen. Da ist zunächst das Dimstmädchen der Vorzeugin Ulrich, welche bestimmt wiffen will, daß fie am Tage nach der That die Frau Steinlein die Treppe hinab aehm gesehm habe.— Die Portierfrau Witzig bekundet, daß in dem betr. Hause der Körnerstraße alle Hausbewohner darin einig gewesen seien, daß Frau St. in ihrer Behausung nichts zu sagm hatte und daß es mit ihr nicht ganz ttchtig sein könne. Die Hecht habe auch mehr- fach erzählt, daß, wenn die Frau sehr unartig sei, man ihr nur mit Dalldorf zu drohm brauche, dann sei fie sofott wie ein Kind. Auch dies destrettet die Hecht mtschieden. Die Ver» thetdigung stellt durch Bestagm der Zeugin Hecht fest, daß die- selbe die Anzeige wegen der angeblichm Verleitung zum Meineide erst sebr spät erstattet habe und daß ihr dieselbe von dem Zettungs- Berichterstatter Wagner aufgesetzt sei.— Der frühere Pottier des Hauses Kömerstraße 27, Grunewald, wiederholt auch seinerseits, daß man in dem Hause erzählle, daß Frau Steinlein von ihrem Dienstmädchen öfter geschlagen werde.— Em früheres Dienstmädchen des Angeklagtm will bemerk haben, daß Frau Steinlein» aß fie am 11. Febmar vorigen JahreS bei Herrn Kelch erschien, schon sehr aufgeregt war. Sie hat später Hilferufe gehört und wurde dann von der Frau Kelch nach einem Schutzmann geschickt. Sie will demerv haben, daß Frau St. nach dem Vorfall stch ohne fichtbare körperliche Anstrengung mtfemt habe. Sie habe dieselbe bis nach der Bandelstraße hin im«uge behalten.— — Aehnlich äußert stch ein zweites Dimstmädchen des Ange- klagten, welches demselbm dezmat, daß er ein ganz ruhiger, durchaus nicht leicht erregbarer Mann sei.— Die Söhne des Angeklagten, stnd. Jnr. Kelch und Gymnasiast Kelch stimmen in ihren Wahrnehmungen mtt der Darstellung des Vaters und der Dienstmädchen überein, werdm aber nicht vereidigt.— Der nächste Zeuge, schmiedemeister Karp, ist zur Zell, als der Streit im Kelch'schen Hause vorfiel im Nebmgedäud« beschäfttgt gewesen. Er wurde durch laute Hilferufe von seiner Arbett weggelockt und eitte nach dem Ke ch'fchen Hausflur, von woher die Hilferufe tönten. Er sah eine Dame vor einer verschloffmen Elurthür stehen, unausgesetzt kingein und dabei fottwährmd um llfe rufen.„Warum rufen Sie denn um Hilfe? Es thut Fhnm ja niemand etwas?" fragt« er die Dame, die aber immer wieder klingelte und dabei rief: Ich will mein Geld haben! Der Zeuge machte fie darauf aufmerksam, daß ihr Bmehmen doch sonderbar sei, worauf die Dame den Flur vettieß und eiligen Schrittes zu einem Herrn und einer Dame eilte, welche jenseits der Straße bei den Anlagm standen. Die drei Per- sonen hättm fich dann zusammen fortbegeben.— Die Schwester der verletzten Frau Steinlein und des Ange. klagten, eine Frau v. Czarnitzka, spricht fich zu Gunsten des Angellagten aus. Sie kann nicht glauben, daß ihrer Schwester eine solche Behandlung seitens des gemeinsamen Bruders zu Theil geworden, wie die Anklage behauptet. Sie verkehre in den letzten Fahren nur selten mit der Frau Stein- lein, die zwischen ihnm schwebenden Eibschaftsstrcitigkeiten hätten fie entfremdet. Frau Steinlein sei von jeher körperlich und gerstig schwach gewesen, dieselbe habe als Kind an der englischen Krankheit gelitten und erst mit dem vierten Jahre laufen gelernt. Etwa*ehn Tage vor dem der Anklage zu Grunde liegenden Vorfalle hat die Zeugin von einer Frau Conrad gehött, daß die Steinletn mtt so großer Gewatt gegen eine offenstehende Thür gelaufen sei, daß fie für längere Zeit definnungslos gewesen.— Der Kaufmann Dilmar, der die Kelch'sche Familie von Jugend auf kennt, hätt die Frau Steinlein nicht für unzurechnungsfähig, aber für beschräntt; er bestätigt, daß fie den Kopf stets in eigen- thümlicher Weise nach vorne gebeugt hielt. Er hat in den vielm Jahren seiner Bekanntschast mtt dem Angellag'en niemals de- merkt, daß derselbe einen bestigen, rohen oder gewaltthätigen Charakter gezeigt hat.— Es folgt die Vernehmung des Sach- verständigen Prof. Sonnenburg. Derselbe hat die vom Dr. Hollstein gestellte Diagnose sofort für richtig befunden. Die Halswirbelsäule war verletzt und zwar zeigte der fünfte Hals wirbel eine so bedeutende Einknickung, daß der hintenüber- gebeugte Kopf fast dm Stacken berührte. Ob eine wirkliche Fraktur des Halswirbels stattgefunden, darüber könnte mit Gewißhett nur eine Seitton Aufschluß geben, er Halle aber dafür, daß eine Frallur des Halswirbelbogms stattgefundm. Außerdem sei eine Rückcnmarkserschütterung zu konstatiren gewesen. Die Patimtin ist anderthalb Jahre lang in der Behandlung des Prof. Sonnenburg gewesen und als derselbe fie am 1. Juli 1888 untersuchte, war fie soweit hergestellt, daß fie den Kopf wieder in der normalm Stellung haltm konnte. Durch die erlittenen lokalen Verletzungen hatte fich aber ein Siechthum herausgebildet, wie er es in einem aus- führlichm Gutachtm zu den Allen niedergelegt habe. Auf direktes Bestagm des Vorfitzenden erklärt der Profeffor, daß nach seiner Meinung Frau Steinlein vorher gesund gewesen sei und daß er es auch ausschließen möchte, daß die Frau ihren kranken Zustand dem Laufen gegen die Thür zuzuschreidm habe. Die Verletzung könne edmso durch Würgen vermsacht sein, er Halle dafür, daß ein Sturz von der Treppe die Veranlaffung gewesen. Der Vertheidiger Dr. Friedmann stellt die Frage, ob Frau Steinlein am 12. Februar den Gang nach AÜ-Moabtt ansteten konnte, wmn fie die Verletzung schon am 11. bekommen hatte. Der Profeffor häll dies für unmöglich. Ueder die Ursache solch sellmrr Verletzungen könne man Genaues mit Bestimmtheit nicht feststellen, aber es erscheine ausgeschloffen, daß ein bloßes „Hinabführen von der Treppe", oder ein bloßes Hin- und Her- biegen der Frau eine solche Frallur veranlaßt haben könne. Gey. Rath. Prof.».Bergmann: Er habe bei der Studi- rung der Gutachstn der Aerzte, welche außerordentlich wider- sprechend lautetm, sofott die Ueberzeuaung gewonnen, daß hier überhaupt gar keine Verletzung der Wirbelsäule vorgelegen hat und keine Kompresfion des Rückmmarkes. Schon ein alles Spttchwott sage„wer den Hals fich bricht, stirbt". Er habe noch in keinem Falle eine wie hier von den Aerzten beschrie- bme Verschtedung der Wirbelsäule wahrgenommen, die nicht innerhalb acht Tagen den Tod zur Folge gehabt hätte. Der Sachverständige giebt nach dieser Richtung einige Beispiele aus setner Praxis, geht eingehmd die vorliegenden Gutachten der Aerzte durch und betont, daß die Verletzungen der Halswirbel- säule auch bei dm Aerzten Raum zu Jrtthümem lasse. Er seinerseits stimme in seiner Anschauung über den vorlieaenden Fall mit einer der hervorragendsten Autorität auf dem Gebitte der HalSwstbeldrüche. dem anwesendm Dr. Wagner aus Königshütte überetn. In dm vorliegenden Gutachtm kommen doch eine ganze Reihe von Dingen vor, welcke allen E.fah« nen auf diesem Gebiete widersprechen. Radikal unmöglich sei aß Jemand mit einem Halswirbelbmch, wie es hier geschehen sein soll, noch einem Andern um dm Hals fällt, außerdem würden fich die Erscheinungen der Lähmungen nicht so spät ent- wickeln. Bei einer Kompresfion des Rückenmarkes pflegen auch die unterm Extremitälm mehr zu leiden, als die oberen. Was die angebliche traumatische Neurose betrifft, so könne eine furchtbare Gemüthserregung:c. einen schweren Fall der Siemose auch hervorrufen, dabei würde aber das All- gkmttndefinden kein schwankendes sein, sondcm in voller Kon- tinuität sich immer verschlechtern Stach seiner vollen Ueder- zeugung liege hier, wie er in Uebereinstimmung mtt der Anficht des Medizinalkollegiums bebaupst, eine schwere Form der Hysterie vor und zwar im Anschluß an eine große physisch« Erregung. Damit stimme die Erscheinung der Schluck- deschwerden und die Herserkeit vollkommen überein und es stehe fest, daß Frauen mit großen hervottretmden Augen zu solche« Fällen der Sieurose besonders disponirt seim. Dann wäre ei nicht geboten, an dem Vorliegen einer Mißhandlung festzuhalte«, in dieser Beziehung müsse man nach seiner Ansicht zu einem norr liquet kommen, denn für die vorhandenen v törungen sei das Einwittm einer äußeren Gewellt nicht nöthig. Hysterie sei allerdings als ein zeitliches Sicchthum aufzufassen, fie sei aber helldar. Dr. Wagner aus Königshütte schließt fich voll und ganz dem Gutachten des Geb. Raths v. Bergmann bezüglich des Nichtvorhandenseins der Halswirbelverletzung und des Urspmnges der zum Sicchthum führenden Neurose an. Eine sichere Diagnose bei Halswirdelverletzungen könne fich nm bei einer Sellion er« geben, bis dahm sei die Möglichkeit zu Jrrthümern dmchaut gegeben. Nach seiner Ucderzeugung sei es absolut unmöglich, daß ein Mensch mit gebrochenem Halswddel noch mehrere Schritte zu laufen vermag, sei es gestützt oder ungestützt, noch unmöglicher sei es natürlich, daß ein solcher Mensch noch einen halbstündigen Weg zurückgelegt. Ihm seien 250 Halswirbel- brüche aus der Literatur bekannt, darunter nur ein einziger Fall, wo ein Mensch mit einem Bruch des fünften Halswstvels noch eine Mette gelaufen ist und 11 Tage gearbeitet hat, doch ersckie« dieser Fall nicht einwandfrei, vielmehr scheine hier ein Fall pathologischer Frallur vorgelegen zu haben. Auch bezügllch des sofortigen Auftretens von Lähmungserscheinunaen trete er dem Geh. Rath v. Bergmann bei und wenn die Sachverstän- digen als Kennzeichen hervorgehoben haben, daß fie den Körper des 5. Halswirbels vom Rachen aus nicht zu fühlen vermochten, so hatte er dieses Fühlen anatomisch für ein Ding der Un» Möglichkeit. Außerdem sei ibm auch in der Literatur kein Fall bekannt, wo durch indirekte Gewalt ein Bruch des Halswttdel» B o g e n s hervorgerufen worden wäre. Was die Neurose de» trifft, so habe er nicht den Eindruck gewonnen, daß dieselbe als Ursache ein trarun» haben muß, er sei vittmehr auch der Ueberzeugung, daß fich dieselbe vollständig mtt Hysterie deckt und daß doch eine Menge von Symptomen vorliegen, die gar nicht für eine Rückenmarksoerlctzung sprechen. Der Sachverständige schließt sttn Gutachtm mtt dem Resümee, daß er ttnen Bruch des Halswirbels oder eine durch Gewatt hervorgebrachte Verletzung deffelbm nicht als vorliegend erachtet, t andern die bei der Frau Stttnlttn aufgetretenen schwere« Körperverletzungen auf Schreck oder sonstige Gemüthsdewegungen zurückzuführen seien.— Der Vorsitzende ersucht dm Sachver« ständigen, sttn Gutachten schriftlich zu den Altm einzurttchm, da dtt den zu Tage getretenen Widersprüchen zwischen dm Sachverständigen doch r och ttne höhere gutachtliche Entscheidung angerufen werdm müsse. Der Verthttdiger Dr. Sello tritt mit Wärme für die Hafterrttaffung des Angeklagten, der derttts fieben Monate in Untersuchungshaft schmachte und unter dem fürchterlichen Druck, der auf ihm laste, zu erliegen drohe, ein» zumal die bisher gepflogenm Verhandlungen die Anklage in beiden Punkten fast total entkräftet hättm.— Der Gerichtshof beschloß sodann ttne nochmalige Vertagung der Sache, nach Eingang des Dr. Waann'schm Gutachtens ein Oder- Gutachtm der wiffenschaftlichm Deputatton für das Medizinalwesen ttnzu« holen und demnächst ttnen neuen Termin anzuberaumen. Der Angeklagte wurde gegen ttne Kaution von 30000 Mark auf freien Fuß gesetzt. Die Sitzung dauerte bis gegen sechs Uhr Abends. LeiesraPlsisch» Depesche». (WolffS Telegraphen-Bureau.) Kern, Frtttag, 21. Dezember. Der Nationalrath und Ständerath find übereinstimmend über die Petitionen vieler Grütlivereine um Zurückziehung des Krttsschrelbens des Bundes« ratheS über die Handhabung der polttischen Poliztt zur Tages« ordnung geschritten und haben den Antrag auf Erlaß eines Gesetzes über die Organisation der Fremdmpoliztt abgelehnt. Morgm finden die formellen Schlußfitzungen der gcgenwättigM Sesfion statt. Papi», Freitag, 21. Dezember. Vor dem Polizeikommissariat in dem Quartier des Archioes, fand in der vergangenen Nacht eine Dynamttcxplofion statt. Die Bordersttte des Hauses wurde zerstött, Menschm wurden nicht beschädigt. Verein der Sattler »nd Fachgenosse«. Da uns Sellens der Behörde zu unserem Weihnachtsveranügen am l.Fetettag im Palmen- Saal weder Tanz noch humoristische Vorträge genehmigt worden stnd, so verzichten wir auf das Vergnügen und findet dasselbe datze» nicht statt. Btllets werden zurückgenommen.[1602 Freunden und Bekannten, sowie ttner wetthen Nachbarschaft empfehle mein[726 Weiß- und Kairisch-Ki erlokal. P atzenhofer u. helle« Kairisch, ff. Weihtttee. W. Richter Adalbeetft». 23,«cke Waldeneaest». Allen Freundm und Bekanntem empfehle mein Arth- md Dlinschdiu-Ksknl mit Billard und 2 heizbaren Kegelbahnen. Johann Gfnadt, Kennnensteaße 88. [1192 Restaurant von F. flilan. Wienerntr. 31, vis-a-vis vom«öelitze» Meinen deruhmte« Düsseldorfer Punsch- trakt, Grogk, Glüowttn, Rum und alle fran- ischen und deutschen Liqumre verkaufe zu den sttagm von i Fiter a»f»Srt» zu Engro«. stsen. 1603 Max Schayer, Invaliden str. 153, Ecke der Ackerstraße. Gigarren und Tabake von____ . Klein, Rttterstr. 15. • Zahlstelle d. Güttler u. Bronzeure(E. H. 60). 1415 Empfehle meinen echten[1270 SO jährigen Nordhäuser sowie mttne best anerkannte Wttße. Lodert Nürnberg, Anklamerstr. 49, Ecke Strelitzerstraße. Meine Deine Tante Tante. 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Am W-ih»acht» H-tlig.Ab-»d»»>*£' »ester findet die Arb'it»i«»eti««g mittag» 5—6 Phr statt___. Ardrilsoochmis für Wchler. a.%/T BmWttn der Tischler bcgrünfctt v«mrttelung geschieht für Meister und Gesellen zlieder d«""'--------— usgabe er ' 10«h,. von 9 bt» Ii Mhr Vormittag». dre 4 Kasfirer der„Ortskrankenkaffe der Tisä und Pianofortearbetter Bettins" verpflichtet habe«- fich ihrerseits jeder Adreffenausgabe zu enthalten- ersuchen wir,«nr de» obengenannt«« lnfiit trt ysisibe chluck« steh« olchm ire ti mltav einem m sei ysterie U fei | ganz h W unges ignof« l on er» rchout öglich, ithme noch einen oitbel» -Fall. noch csckim - Fall üglich :eie et tstSn» Höipn achten, : Un« 'J£ )(e de» liefeite auch mit tomen echen. sumee. Gewalt achtet, imeten lungen zchver« eichen, r den ndung ) triit bereits r dem ein. ie te tshof nach lochten eiwu» :I auf S Uhr ln*aliden#trm#me 161, znrisch. Bpunnenstr. u. 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