IH.*«** ull, zrdnitlltc s ibl, 2 W -beten. uli, B°M» JaUfSotHT misaljui# jHntii 9« ten. Sul° Kr. 163. Sotmtag, den 14. H«li 1889. 6. Jahrg. lerlinerDolblilall. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer Erpedition Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemeni 4 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der Postzeitungsoreisliste für 1889 unter Nr. 866.) Für da« Ausland: Täglich unter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 4gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher: Amt vi. Nu. 41Ö6.»-*- Medalttion: S.— Exprdition: Ninrmerflvatze 44. ibä,' Der heutigen Kummer liegt für«usere Abonnenten m.'fj.nrt. (ClttUsCtUitl. Daß zwischen dem Reichskanzler Fürsten Bismarck und dem Chef des Generalstabes, Grafen Waldersee, verschiedene Anschauungen über das Verhältniß des Armee- kommandos zu der Gesammtpolitik der Regierung bestehen, ist dadurch klar geworden, daß die„Norddeutsche Allge- meine Zeitung", das Organ des Reichskanzlers, den Schatten des vor nun bald sechs Jahrzehnten verstorbenen Generals C l a u s e w i tz heraufbeschworen hat, um in dessen Aus- sprüchen eine Richtschnur für das berührte Verhältniß zu finden. Man hat sich jedenfalls nicht so leicht dazu ent- schlössen, gerade diese militärische Autorität zu zitiren, denn Clausewitz gehörte zu den Offizieren der Schule von Scharnhorst und Gneisenau, bei denen sehr frei- sinnige und theilweise demokratische Ideen vorherrschend waren, wie sie in den herrschenden militärischen und bureaukratischen Kreisen heute durchaus verpönt sind. Man kann auch das, was Clausewitz sagt, a n s i ch unbedingt unterschreiben, denn der General erklärt entschieden gegen den sogenannten absoluten rieg. Er sagt unter anderem, daß der Krieg, sowohl seiner Ursache und seiner Entstehung nach, als auch während seines ganzen Verlaufes und bei seiner Beendigung im innigsten Zusammenhange mit der allgemeinen Politik eines Landes stehe und dieser angepaßt werden müsie, wie das Mittel dem Zwecke. Clausewitz faßte seine ebenso scharfsinnigen als eingehenden, umfassenden und von einer Fülle kriegsqeschicht- lichen Materials getragenen Betrachtungen dahin zusammen, daß der Krieg nichts anderes als„die Fortsetzung der Politik mit anderen(d. h. gewaltsamen) Mitteln" sei.— Man sieht, es kommt bei diesem an sich unbestrittenen I Satze hauptsächlich darauf an, unter welchen praktischen Ver- j Hältnissen er angewendet wird. ,_ Wenn der Satz sich gegen eine militärische Strömung richten würde, die sich etwa auf einen Krieg mit Frankreich > Aul Rußland bezöge, so müßte man mit der Anwendung nete si4k bes Clausewitz'schen Satzes durch die„Nordd. Allg. Ztg." Bukarest'■ einverstanden sein, denn sein demokratischer Kern besteht in Staüof, der Behauptung, daß für einen Krieg nicht rein militärische ' einem � Erwägungen, sondern das Gesammtmteresse eines Staates nsamwes-, seiner Bevölkerung maßgebend sei. erste Aber so liegt die Sache offenbar nicht, denn der große ,' Geisterbeschwörer, der dem biederen Clausewitz keine Ruhe m?n&iu( i'm verein mit dem Kanzlerblatt der vielberufene fe vollst W o h l g e m u t h, der Mann des„lustigen Wühlens", der U«(r und die Differenz in den Anschauungen des Reichskanzlers l und des Generalstabschefs dreht sich offenbar um die Fragen, ne GesetL M k Feuilleton.[12 ernntz n M-ckdnick«rboten t_ Ansehen,,! Sr vcrst", die fol< Die icide« wAÄ lte ist bei™ Äimen„uuruiuu ganon zu Ihm jagte und Ihm mit der die Di% weisen Hand über den Rücken strich, worauf es aus dem Schöße jeden: � Nmmi's in den Timea's sich hinüber schmiegte, den Kopf > wne gu Timea's Gesicht emporhob und sein weißes Köpfchen an " fn U, y™1 Wangen zärtlich rieb, mit den spitzen Zähnen ..1"(frTßM vrt+fxo»»(sYY)it»»S* f-I_____ r< y• r Y___ Rrltbrii II Bkl>-> S-l«' >abcnd Sofobflt-Jl idreaisUM» •'ei leradldeUÄL 10 Uhr% verein«„ L Larilai 9 Jhciiier; UJ ■Ii ein. SchlA tr. 58.; Z rejg i" Sitzun»'' Sin GnlvmenpÄk. Roman von Maurus Jükai. Das weiße Kätzchen schien es vortrefflich zu verstehen, wenn Timea„horaion galion" zu ihm sagte und ihm mit der sein Obri uorr ryirn Dianen I nimmt hinüber und von da zurück. was uul zu löcher, ».». -Das liUtnrm'i m nd UN! diges a Noemi freut sich, daß das fremde Fräulein an ihrem Liebling so großes Gefallen findet. Aber in diese Freude mischte sich bald Bitterkeit, als sie merkte, wie sehr sich das fremde Mädchen schon in das Kätzchen verlievt hatte, es Tanz für sich behielt und abküßte; und noch schmerzlicher mar ihr die Wahrnehmung, wie leicht Narcissa ihr untreu SSfj!' une bereitwillig sie die Liebkosungen des fremden uitadchens annahm und erwiderte und garnicht darauf achtete, nenn Noemi sie beim Namen ruft, um sie herüber zu locken. „Horaion galion"(schönes Kätzchen) gefällt ihr besser. Noemi wurde ärgerlich über Narcissa und faßte sie am � rT Jie iu sich hinüberzuziehen. Narciffa nahm das übel, fuhr sogar mit ihrer Kralle nach ihrer Herrin und zerkratzte ihr die Hand. Timea trug um das Handgelenk ein blau emaillirteS Armband in Form einer Schlange. Als Narcissa ihre Herrin gekratzt hatte, zog Timea das biegsame Armband ) Armvanv in s!�' mUe%��Y 2----' 5"3-C.III1CU uua vicyiumc xviiuvunv sx'f.r wollte es NoSmi auf die Hand stecken, offenbar Die Del"1 n Absicht, ihren Schmerz damit zu lindern. Zeugen- welche der Reichskanzler in den zu Bern eingereichten Noten behandelt hat. Man vergegenwärtige sich die Situation: Die Zeitungen bringen eine Aeußerung von sehr hoher Stelle, in welcher eine bestimmte Aussicht auf eine baldige gütliche Beilegung des Handels mit der Schweiz enthalten ist; der Chef des großen Generalstabes der deutschen Armee richtet sich seinen Sommeranfenthalt schier demonstrativ in der Schweiz ein, verschiedene Minister aus dem Reiche thun dasselbe— und während deffen setzt die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" ihre Angriffe gegen die Schweiz fort; der diplomatische Notenwechsel dauert an, gewiffe Blätter ermahnen, dies Jahr die Schweizerreise auf dem„Altar des Vaterlandes" zu opfern und in diesem Augenblick wird gemeldet, daß in Friedrichshafen am Bodensee in dieser Woche bereits B e- schränkungen des Grenzverkehrs, resp. eine äußer st scharfe Kontrole deffelben eingetreten sind. Von München aus soll die Aenderung ergangen sein und die Kontrole wurde in der That auch in der Weise gehandhabt, daß die Zollbeamten sich jedes einzelne Stück aus den Koffern der Reisenden vorlegen ließen und sogar schmutzige Wäsche und Briefe genau durchmusterten. Viele Reisende werden deshalb diese Linien nicht mehr befahren und werden sich über Bregenz in die Schweiz begeben. Daß damit die Interessen der angrenzenden Gebietstheile von Württemberg, Bayern und Baden empfindlich berührt sind, liegt auf der Hand. Wenn nun politische und militärische Autoritäten mit diesen Maßregeln nicht einverstanden sind, so ist es zwar ein Zeichen niilitärhistorischer Belesenheit, wenn man in den Schriften des Generals Clausewitz einen Satz findet, welcher besagt, daß die Armee sich den Erwägungen der allgemeinen äußeren Politik unterzuordnen habe, allein der alte Clause- witz hat seinen Satz sicherlich nicht zu dem Zwecke aufge- stellt, um zu einem Fall ä la Wohlgemuth gegen ein so friedliebendes Land wie die Schweiz angewendet zu werden. Wir glauben uns auch nicht zu täuschen, wenn wir annehmen, daß die gewaltige Mehrheit des deutschen Volkes nicht mit dem Vorgehen gegen die Schweiz einverstanden ist, trotz aller Bocksprünge der offiziösen Presse. Hätten wir eine unabhängige Preffe, so würde die Sache ganz anders erscheinen. Aber trotz des offiziösen und halboffiziösen Trei- bens wird man in dem Mohren Wohlgemuth doch nur den Mohren sehen, der nicht weiß zu waschen ist. Und was soll denn eigentlich erreicht werden, und was wird erreicht werden? Im günstigsten Fall wird man die Schweiz wirklich ein- schüchtern. Und nachdem man einmal die Frage der N e u t r a- l i t ä t angeschnitten hat, nachdem durch alle diese Dinge in der Schweiz eine feindselige Stimmung gegen Deutschland ent- standen sein wird, dann wird, wenn die Schweiz in den Strudel des nächsten Krieges hineingeriffen wird, die kleine Noemi verstand aber die Sache falsch, sie glaubte, das fremde Fräulein wollte ihr damit Narciffa abkaufen. Die war ihr aber nicht feil. „Ich brauche das Armband nicht! Ich gebe Narciffa dafür nicht her. Behalten Sie Ihr Armband! Narciffa bleibt mein. Komm her, Narciffa!" Uno als Narciffa den Ruf nicht verstehen wollte, gab Noemi ihr plötzlich einen kleinen Puffer auf den Kopf, worauf das erschreckte Thier einen Satz über die Bank machte, pustend und schnaubend einen Nußbaum hinaufkletterte und von dort zornig herabknurrte. Als Timea und Noemi in diesem Momente einander in die Augen blickten, las jede aus dem Auge der Anderen eine trauniartige Ahnung heraus. Es war ihnen zu Muthe, wie jemandem, der für einen Moment das Auge schließt und in dieser kurzen Zeit Jahre durchträumt, und wenn er erwacht, Alles vergeffen hat, nur an das Eine erinnert er sich, daß der Traum sehr lang war. Die beiden Mädchen erkannten aus dieser Begegnung ihrer Blicke, daß sie gegen- seitig einmal in räthselhafter Weise in ihre Geschicke ein- greifen werden, daß sie etwas mit einanver gemein haben werden, einen Schmerz, oder eine Freude, und daß sie davon vielleicht, wie von einem vergessenen Traum, nur das Eine wissen werden, daß sie einander diesen Schmerz, oder diese Freude verursacht haben. Timea sprang von Noemi's Seite auf und übergab das herabgezogene Armband der Hausfrau; dann setzte sie sich zu Euthym und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. Timar verdolmetschte ihr das Geschenk.„Das Fräulein schenkt es dem kleinen Mädchen zum Andenken. Es ist von Sowie er ausgesprochen hatte, daß es von Gold sei, warf die Frau cS erschrocken aus der Hand, als war' es eine wahrhafte Schlange, sie blickte verstört auf Noemi und war nicht einmal im Stande ein„Ich danke schön!" hervor- zubringen._ �, Da lenkte plötzlich Almira die Aufmerksamkeit auf sich. Der Hund war plötzlich von seinem Lager aufgesprungen, Republik sich nicht auf die Seite Deutschlands stellen. Dann hat Deutschland eventuell 300 000 Mann mehr gegen sich. Wir wollen das nicht hoffen, aber das wäre, wenn es so käme, ein„theurer" Wohlgemuth, und wenn er dem Chef des großen Geueralstabe's auch zu theuer" ist, so finden wir das ganz in der Ordnung, so wenig wir sonst uns mit den Anschauungen des Grafen Waloersee be- freunden können. Lasse man den alten Clausewitz doch ruhig schlafen! Die WsMrKnM mb der ArdetterM.*) Als der Entwurf eines Postsparkassenaesetzes dem deutschen Reichstage vorlag, äußerte sich am 22. Januar 1885 Staatssekretär Dr. v. Stephan in einer Empfehlung der Vorlage, diese sei lediglich„ein Ausfluß des staatsmännischen Gedankens, welcher in der Allerhöchsten Botschaft vom 17. November 1881 niedergelegt ist, und alle Diejenigen, welche entschlossen sind, dem Banner dieser kaiserlichen Sozialpolitik zu folgen, werden sich, wie ich hoffe, auch mit dieser Vorlage befreunden. Die verbiindeten Regierungen betrachten: die Vorlage als ein wichtiges Glied in der Reihe derjenigen Maßregeln, welche zur positiven Förderung des Volkswohls, namentlich des Wohles der unbemittelten Klaffen der Arbeiter, der Landbevölkerung, kurz was man die breiten Schichten der Nation nennt, be- stimmt sind." Die Postsparkassen fanden im Reichstage nicht Freunde genug, um den Entwurf Gesetz werden zu lassen. Gründe mannigfacher Art wurden gegen sie in's Feld geführt: die Be- sorgniß, die bestehenden Sparkassen zu schädigen, die Annahme, sie seien überhaupt nicht nöthig, da es Spargelegenheiten genug gäbe, der Zweifel, ob die Post geeignet sei, der ihr solchergestalt vorgesteckten Aufgabe nachzukommen, ohne ihre eigentlichen Geschäfte zu vernachlässigen, außerdem partikula- nstische Angstmeierei und Anderes mehr. Soviel wir uns aber erinnern, hat die Behauptung vom Regierungstische, daß ge- rade der Arbeiter in Stadt und Land durch die neue Einrichtung die größte wlrthschaftliche Förderung erfahren würde, damals weder im Reichstage noch in der Presse die gebührende Beleuchtung erhalten. Dies holt jetzt eine kleine, aber sehr gediegene und scharf- sinnige Arbeit nach, welche Dr. Heinrich Braun in dem von ihm herausgegebenen„Archiv für soziale Gesetzgebung und Statistik"(Tübingen, H. Laupp'sche Buchhandlung) veröffent- licht. Das Ergebniß seiner Darlegung ist, daß von den Post- sparkassen die eigentlichen Arbeiter fast gar keinen Gebrauch *) Obiger Artikel ist den Münchener„Neuesten Nachr." entnommen. Das Braun'sche„Archiv", auf dessen Ausführungen er sich stützt, kann den Lesern des„Berl. Volksbl." nur dringend empfohlen werden. Es enthält eine Fülle schätzbaren Materials und auf's Beste bearbeitet, und beleuchtet alle sozialen und wirthschaftlichen Probleme. Red. d.„B. V." hatte mit hochgehobenem Kopfe ein langes Geheul ausge- stoßen und fing nun mit tiefer, die Luft erschütternder Stimme zu bellen an; in seinem Gebell lag etwas von dem Brüllen des Löwen; es waren ungestüm ausgestoßene Töne, wie zum Angriff herausfordernd, und dabei lief er nicht vorwärts, sondern blieb vor der Veranda stehen, stemmte die Vorderfüße vor sich auf den Boden und warf mit den Hinter- füßen die Erde auf. Die Frau erbleichte. Auf dem Fußpfade zwischen den Bäumen kam eine Gestalt herangeschritten. „So pflegt der Hund nur einen Menschen anzubellen," murmelte die Frau.„Dort kommt er. Er ist es!" Siebentes Kapitel. D i e Stimmen der Nacht. Der vom Ufer Herankommende ist ein Mann von jugend- lichem Aussehen; er trägt eine Blouse und Pantalons, um den Hals ein Tuch von rothem Kattun und auf dem Kopf einen türkischen rothen Fez. Er hat ein schönes Gesicht; wenn er ruhig einem Maler säße, so würde Jedermann zu seinem Portrait sagen, es fei ein Heldenbild; wenn er aber in lebhafter Bewegung ein- herkommt, ist der erste Gedanke, den er bei Jedermann er- regen muß: das ist ein Spion! Seine Züge sind regelmäßig, die Augen von einem dunklen Schwarz, das reiche Haar ge- kraust, die Lippen fein geschnitten; allein diese Runzeln um die Augen, diese hinaufgezogenen Mundwinkel, die stets schwitzende Stirne und die unstät umherblickenden Augen verrathen eine Sklavenseele, die nur den eigenen Gelüsten fröhnt. Almira bellte wüthend auf den sich Nähernden ein, der mit herausfordernder Nonchalance einherschlenderte, wie Einer, der sich bewußt ist, daß Anderen die Pflicht obliegt, ihn zu schützen. Noemi rief dem Hunde zu, still zu sein, aber er wollte nicht darauf achten; sie packte nun seine beiden Ohren mit ihren Händchen und zog ihn daran zurück; der Hund machen, also auch davon nur ganz verschwindenden Nutzen ziehen würden. Er gründet diese Annahme auf die Ergebnisse der Statistik der Postsparkassen in Oesterreich. Dort sind dieselben feit 12. Januar 1883 in Geltung. Der Zeitraum für eine Beob- achtung, die zu allgemein giltigen Schlüssen führen kann, ist also umfangreich genug; vie Aufstellungen der Statistik sind sorgfältig und umfassend; die sozialen Verhältnisse in Oester- reich, die in Betracht kommen, sind mit denen in Deutschland so gleich geartet, daß die Ergebnisse der Postsparkassen auch bei uns ziemlich die nämlichen sein würden wie dort. EZ kann hier nicht die Aufgabe sein, das gesammte Zahlen- Material der Braun'schen Arbeit dem Leser vorzuführen, der sich vermuthlich einer Kontrole dieser Ziffern doch entziehen würde. Nur soviel sei bemerkt, daß von den fast 600 000 Post- kassensparbüchern, welche am 31. Dezember 1887 noch im Kraft waren(904 000 waren seit 1885 angelegt, 317 000 wieder sal- dirt), mehr als die Hälfte,? nämlich 372000, d. i. 62 pCt. im Besitze von Kindern, Schülern, Studenten, Privaten, Ehefrauen und Wittwen waren. Diese Klasse der Einleger hat also mit dem eigentlichen Arbeiterstande nichts zu thun. Beamte und freie Berufsarten, wie Aerzte, Advokaten, Schriftsteller jc. verfügten über etwa 58 000 Sparbücher. Unternehmer, nämlich Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbsleute, Gutsbesitzer, hatten rund 83 000 Bücher. Personen ohne Beruf 6600. Auf Arbeiter aber und sozial Gleichgestellte trafen 78 667, das sind nur 13 pCt., der Gesammteinleger. Doch dieser letztere Satz vermindert sich noch, wenn man erstens in Betracht zieht, daß unter dieser Rubrik Handelsgehilfen mit 10 777, Sicherheitsorgane mit 4382 und Dienstboten mit 43 344 Büchern einbegriffen sind, die mit dem eigentlichen Arbeiterstande, was man jetzt wirtschaftlich so nennt, doch nur lose zusammenhängen. Zweitens weist Braun nach, daß auch die in dieser Kategorie eingezahlten Summen nur einen ganz verschwindenden Bruch- thcil des Gesammtbetrages, kaum l!j pCt., ausmachen. Schließlich ist noch in Betracht zu ziehen, daß unter allen Kategorien von Einlegern die Arbeiter mit dem nahezu höchsten Prozent- satz ihre in den Postsparkassen niegergelegten Ersparnisse wieder flüssig gemacht haben; von je 100 ausgegebenen Einlagebüchern warm bei ihnen nur 44f nach 5 Jahren noch aufrecht gehalten, während Dienstboten z. B. über 70 hatten. Daraus erhellt, daß die Einlagen der Arbeiter so geringfügiger Art sind, daß sie zu anderen als konsumtiven Zwecken nicht verbraucht werden können. Man muß dem Verfasser Recht geben, wenn er die Er- gebnisse seiner Untersuchung in folgenden Schlußsätzen zusammen- faßt: „Man würde sich kaum einer Uebertreibung schuldig machen, wenn man mit Rücksicht auf den Prozentantheil, den die arbeitende Klasse in der Bevölkerung ausmacht, und die überaus geringfügige Zahl eigentlicher Arbeiter unter den Ein- ~ostl'~~. legern der Postsparkasse, die letztere als für die Arbeiter kaum erlstirend, jedenfalls als ohne ernsthafte Bedeutung für sie er- klären würde. Von welcher Seite auch immer die Statistik der österreichischen Postsparkasse in'S Äuge gefaßt wird, ob man die Gliederung der Einleger nach ihren Berufen, ob man das Guthaben der Einleger nach der Höhe der Beträge be- trachtet, ob man die Frage erörtert, wie lange die Anlage der Ersparnisse Stich halten mag vor den dringenden Bedürfnissen des Tages, immer und immer wird es evident, daß, sei es das Maß der Theil- nähme, sei es die Art des Gebrauchs, den die Arbeiter von der Postsparkasse machen, keineswegs den Schluß gestattet, daß die Postsparkasse in einer Beziehung zu den Interessen eines namhaften Bruchtheils der arbeitenden Klasse steht oder gar diese Interessen irgendwie ernstlich förderte. Alle anderen Kreise der Bevölkerung stehen mit diesem Institute in innigerer Verbindung,Iund wenn man einmal die österreichischckPostsparkasse unter dem sozialpolitischen Gesichtspunkte betrachten will, so muß man sie als eine Institution für die mittleren Klassen be- zeichnen und auch anerkennen, daß sie deren Jnter- essen in verschiedenen und wichtigen Beziehungen för- dert. Die österreichische Postsparkasse ist vonviegend Depositenbank für kleinere Kapitalien, sie ist aber eine ganz insbesondere durch die vorzüglich ausgebildete Eheck- und Clearinginstitution ein wichtiges Hilfsmittel des Ver- kehrS und der Handelsinteressen. Als Organisation einer großen Schulsparkasse, die sie gleichfalls enthält, steht sie wiederum vor- wiegend im Dienste der besitzenden Klasse." Niemand wird die solchergestatt hervorgehobene Bedeutung der Postsparkassen herabsetzen wollen, wenn auch nicht zu verkennen ist, daß diese Ziele auf anderen Wegen eben- sogut oder besser erreicht werden können. Daran wird aber ebenfalls für die Zukunft festzuhalten sein, daß zu den Mitteln, welche für die Hebung der wirthschaftlichen Nothlage der Arbeiter vorgeschlagen werden sollten, die Postsparkassen nicht mehr gehören dürfen. Anschauungen, wie die im Eingang dieser Zeilen angeführten, hat das Resultat der österreichischen Sparkassenstatistik als unbegründet erwiesen. winselte und knurrte ob der seinen Ohren angethanen Unbill, hörte aber doch nicht auf zu bellen. Zuletzt setzte Noemi ihr Füßchen auf seinen Kopf und drückte so den Hund zu Boden. Jetzt endlich kroch er zu Kreuz; knurrend streckte er sich aus und ließ den Fuß des Mädchens auf seinem großen schwarzen Kopf liegen, als wäre er eine Last, die er nicht avzuschütteln vermochte. Der Ankömmling aber kam pfeifend und trällernd näher. Schon von weitem rief er: „Ah! Habt Ihr noch immer diesen verdammten großen Hund! Habt Ihr ihn noch immer nicht abstechen lassen? Znletzt werde ich ihn noch aus dem Wege schaffen müssen. Die einfältige Bestie!" Als der junge Mann in die Nähe Noömi's gekommen war, schwenkte er seine Hand mit vertraulichem Lächeln gegen das Gesicht des Mädchens, als wollte er ihr mit seinen zwei Fingern in die Wangen kneipen. Noemi aber zog schnell ihr Gesicht weg. „Nun, mein liebes Bräutchen, bist Du noch immer so wild? Ei, wie Du gewachsen bist, seitdem ich Dich nicht gesehen habe." Noemi sah mit zurückgeworfenem Kopf zu dem Sprecher auf. Welch häßliches Gesicht sie auf einmal zu schneiden verstand! Sie runzelte ihre Brauen, warf die Lippen auf und schleuderte einen trotzigen stechenden Blick empor. Selbst ihre Gesichtsfarbe veränderte sich. Der Rosenteint ihrer Wangen wurde plötzlich erdfahl. In der That, sie konnte abscheulich aussehen, wenn sie wollte. Der Ankömmling aber sagte zu ihr:„Ah, wie schön Du seitdem geworden bist!" Statt einer Antwort sagte Noemi zum Hunde:„Kusch, Almira!" Der Ankömmling trat nun wie Einer, der hier zu Hause, unter die Beranda, wo sein Erstes war, der Haus- frau die Hand zu küssen, dann grüßte er Timar mit freund- licher Herablassung, machte schließlich Euthym und Timea eine höfliche Verbeugung und alsbald öffneten sich die Schleusen seiner Beredtsamkeit.„Guten Abend, liebes Schwiegermütterchen! Gehorsamster Diener, Herr Kommissär! Mein Herr und mein Fräulein, ich heiße sie willkommen. Mein Name ist Theodor Krißchan, ich bin Ritter und Ka- DolitiMe Aeberstchk. „Glückauf", die in Zwickau erscheinende deutsche Berg- arbeiter-Zeitung, schreibt zur Abwehr gegen unberechtigte An- griffe und Denunziationen folgendes:„Bergarbeiter- Ächtung! Iii Nr. 53 des„Zwickauer Wochenblattes" vom 4. Juli er. besindet sich nachstehendes Eingesandt:„Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" sagt in Nr. 178 vom 29. Juni dieses Jahres in einem Artikel, welcher„Wohlfeile Rathschläge des Herrn Oechelhäuser" überschrieben ist, u. a.:„Eine allge- meine Bergmannsversammlung sollte thatsächlich, wie der Dort- munder Handelskammerbericht auch richtig hervorhebt, erst am 2. Juni stattfinden. Welche Tendenz die Versammlung gehabt haben würde, zeigt allein schon der Punkt 1 der Tagesordnung, welcher, wie das Knappenorgan„Glückauf" in Zwickau uns so- eben belehrt, in dem Antrage auf Einsetzung von„Lohnkom- Missionen"' bestand; deren Aufgabe würde die folgende gewesen sein:„Soll, was vorerst akzeptabel(-4c!) wäre, der Ueberschuß (Dividende) den Arbeitern zugute kommen, so müßte dieses in der Weise geschehen, daß zede Grube, jede Gesellschaft, den Ueberschuß an eine hierzu zu bildende Revier- oder Bezirkskasse abführte und derselbe von da zu gleichen Theilen an die im Revier oder Berginspektionsbezirk in Arbeit befindlichen Arbeiter zurVertheilung gelangte." Wie sich derfreundlicheArbeitsverbesserer das Verhältniß Denkt, wenn die Gruben statt Ueberschässe im Jahre Verluste gehabt und die Besitzer sogar noch erhebliche Zubußen gezahlt haben würden— was bekanntlich von 1876 bis 1886 weitaus bei den meisten Zechen der Fall gewesen ist und bei vielen auch jetzt noch der Fall ist— das wird in dem Antrage wohlweislich verschwiegen." Wir möchten uns hierzu einige Bemerkungen von unserem Standpunkte aus erlauben. Gewiß ist das Streben der hiesigen Behörden,[dem im Mai auch im Zwickauer Revier zum Ausbruch gelangten Ausstand der Berg- arbeiter ein schleuniges Ende zu bereiten, sehr anerkennens- werth gewesen. Eine weit dankcnswerthere Aufgabe aber würde darin liegen, dem Eintreten derartiger trauriger Vor- gänge überhaupt vorzubeugen. Wenn es aber für unsere Be- Hörden kein Mittel geben sollte, der Minirarbeit des oben an- gegebenen Zwickauer Blattes zu steuern, dem es so wohl gelungen war, dem in Westfalen zur Ausgabe gelangten Streikprogramm durch jahrelanges Agitiren im hiesigen Revier den Boden zu bestellen, wenn es diesem Blatt, das seinen Leseni jahraus, jahrein vorrechnet, welche Antheile auf sie von den zur Vertheilung gelangenden Dividenden der einzelnen Werke entfallen würden, das seinen Lesern vorhält, wie sie sich„abrackern" müssen gegen die so wohl ge- zahlten Obersteiger und Direktoren(siehe Nr. 53 des „Glückauf" vom Jahre 1887), wenn es diesem Blatte erlaubt sein kann, den kaum gewonnenen Frieden auf's Neue zu bedrohen, dann wird es s. Z. nicht Wunder nehmen dürfen, wenn aller Opfer ungeachtet der Unfrieden erneut losbricht und auf beiden Seiten erhöhte Bitterkeit zu Tage tritt. Den Ar- beitem kann man es nicht verargen, wenn sie Truggebilde, die ihnen Tag für Tag vor Augen geführt werden, schließlich für Wahrheit nehmen. Allerdings werden auch sie es mit büßen müssen, wenn die Werke etwa in die Lage gedrängt würden, ihrerseits eines Tages die Arbeit einzustellen. A. E. S.— Hierauf ist dein„Zwickauer Wochenblatt" ein„Gegen ein- gesandt" mit der Bitte um freundliche Aufnahme zugestellt, — leider wie voraus zu sehen war— nicht aufgenommen worden. Dasselbe lautet: In Nr. 153 des Zwickauer Wochenblattes befindet sich ein mit A. E. S.(Bergdirektor?) unterzeichnetes„Eingesandt", das in allen Punkten einer Bericht!- gung bedarf, bez. eine Erwiderung der ergebenst Unterzeichneten geradezu herausfordert. Der Herr Einsender zitirt zunächst die „Rheinisch-Westfälische Zeitung". Gerade dieses Blatt, welches sich während der westfälischen Streikbewegung durchaus zum Organ der Grubenbesitzer gemacht hat, ist nun ein sehr zwcifel- hafterBeratherzurBeurtheilung deutscherBergarbeiteroerhältnisse. Geht dasselbe doch jetzt selbst mit dem guten Herrn K o m- merzienrath Oechelhäuser ins Gericht, weil dieser sich in„gänzlich unberufener Weise" erlaubt habe, die Arbeiter- Verhältnisse im Ruhrrevier zu beurtheilen und Rathschläge zu ertheilen, welche von einer falschen, durch eine tendenziöse, ver- logene oder kenntnißlose Presse genährten Anschauungen aus- gehen. Was nun die„Rheinisch-Westfälische Ztg." dem vom Herrn Einsender angezogenen Artikel über die Forderungen der Bergarbeiter bemerkt, die auf den in Dorstfeld abzuhalten beabsichtigten Delegirtentag angeblich hätten erhoben werden sollen, so beruhen diese Bemerkungen auf durchaus irriger Vor- aussetzung bezw. auf thalsächlichen Unwahrheiten. Es ist ur- sprllnglich keine Rede davon gewesen und auch in der öffent- lichen Einladung zum Besuch des Delegirtentages nichts davon erwähnt, daß Forderungen, wie die in dem„Eingesandt" er- wähnten, aufgestellt werden sollten. Die Frage der Beiheiligung der Bergarbeiter am Gewinn der Bergwerke ist erst im Verlauf des Streiks u. a. mit in Erwägung gezogen worden, und zivar in erster Linie auf die von Herrn Prof. Dr. Böhmert, Direktor des kgl. sächs. statistischen Bureaus in seiner„Sozial-Korr." ge- gebenen Anregung hin. Kein Unbefangener wird in Abrede stellen können, daß es unter den obwaltenden Verhältnissen wohl pitän, der zukünftige Schwiegersohn dieser achtbaren Frau. Unsere Väter waren Busenfreunde und haben Noemi und mich noch bei Lebzeiten miteinander verlobt. Ich pflege jedes Jahr meine Lieben hier in ihrem sommerlichen Aufenthalts- ort zu besuchen, um zu sehen, um wie viel meine Braut schon gewachsen ist. Freut mich ungemein, Sie hier zu finden; Ihnen, mein Herr— wenn ich mich recht erinnere, heißen Sie Timar?— hatte ich schon das Vergnügen, irgend- wo zu begegnen. Der andere Herr, scheint mir..." „Versteht uar griechisch," fiel Timar ihm in die Rede, und bohrte zugleich seine Hände so tief in die Nocktaschen, als wollte er es dem Ankömmling schlechterdings unmög- lich machen, ihm aus Freude über die Wiederbegegnung die Hand zu drücken. Mit ihm, der in seinem Berufe beständig auf Reisen, hielt es ja nicht schwer, häufig zusammen zu treffen. Theodor Krißtyan fand es auch nicht nöthig, sich weiter mit Timar zu beschäftigen, sondern faßte das Leben von der praktischeren Seite auf.„Ist es doch, als wäre ich hier erwartet worden! Ein prächtiges Abendessen— ein unbesetztes viertes Kouvert. Schweins-Pörkölt! das ist meine schwache Seite. Danke sehr, liebe Mama, danke, meine Herren und mein Fräulein. Ich werde dem Souper alle Ehre anthun. Danke vielmals!" Nicht als ob ein Einziger der hier Genannten ihn ge- nöthigt hätte, Platz zu nehmen und mitzuhalten'; er aber that so, als folgte er ihrer Einladung, setzte sich an den von Timea verlassenen Platz und fing an, dem Pörkölt wacker anzusprechen, wiederholt davon auch Euthym anbietend und höchlich erstaunt darüber, daß es eine Christenseele gebe, welche dies Göttergericht verschmähte. Timar stand vom Tische auf und sagte zur Hausfrau: „Der Herr Passagier und das Fräulein sind ermüdet. Sie bedürfen mehr der Ruhe, als der Leibesnahrung. Wollten Sie nicht so gut sein und ihnen ihre Lagerstätte bereiten?" „Das wird gleich geschehen sein," sagte die Frau.„Noemi, hilf das Fräulein entkleiden!" No?mi stand auf und folgte der Mutter und den bei- den Gästen in die Hinterstube. Auch Timar verließ den Tisch, an welchem der neue Gast allein sitzen blieb und mit Waldenburg ruchs angek ehen, für d< ieber fchroe wer Erkäv it anzuspor Z« de» Wtm indau am benfeern zusammengesetzte Schiedsgerichte von den erftermjkibebinat N langt werden, verschweigt der Einsender. Ebenso versch«Kgi..- er, daß man Arbeitsämter unter Vor- oder Beisitz etnel-- aicrungsvertreters verlangt, Arbeitsämter, in denen die Arbeitgeber und Arbeitnehmer obschwebenden Differenz Streitigkeiten zu besprechen wären, um auf diese Weise einstellungen vorzubeugen. Der Herr Einsender versi weiter, daß die Bergbeamten im Zwickauer und OelMtzZ jst Revier zur Zeit keinen Bergmann in Arbeit nehmen, nflyMitarbcttcr heimer Abmachung, wie man annehmen muß. Von � Obersteigern wurde ausdrücklich erklärt, daß vor Sepl Niemand bezw. kein Bergmann Arbeit erhalte, während und da Nichtbergleute, wenn auch nur einzeln, angelegt w> sein sollen, wo Bergleute die Abkehr erhielten. Der Herr sender erkennt„das Streben der hiesigen Behörden an, auS bei Ausstand der Bergarbeiter ein schleuniges Ende zu bereu1 gchorfe beb Nun, es ist eine feststehende Thatsache, daß die sächsische»»einzelne Stü arbeiter von vornherein aus eigenstem Antriebe die VcnnitW»uZgepackt r der Behörden erbeten und angenommen haben. Sie«Blattes sah, damit den staatlichen Organen das ihnen zukommende �nau durch mittleramt zwecks Beilegung der vorhandenen Streitig!* einzelner Be und Versöhnung der Gegensätze offen und unzweideutÄ-rj-lärt, daß bester Absicht eingeräumt. Aber gerade dieses vermitWEchmeiz seit Eingreifen der Behörden ist manchen Direktoren, die ganzseitig enthäi gar nach eigenem Belieben schalten möchten, am weiften«welches von angenehm und der Fall steht durchaus nicht vereinzelt da, Sn aßrege! von gewissen Bergbeamten geäußert wurde, die Regien« berichtet; na behöroen— Amts- und Kreishauptmannschaften—?«Aurchsucht. ihnen gar nichts zu sagen, sie könnten mit ihren Leuten Reuesten Na fahren, wie sie wollten u. s. w. Dies ist auch dem Vwon der Reu Bürgermeister und Kreishauptmann bekannt. Die AusführnW. N." dem des Herrn Einsenders laufen lediglich auf eine TenunzijjJBayern, Wi des„Glückauf", Deutsche Bergarbeiter-Ztg., und des �Kontrole gec bandeS sächsischer Berg- und Hüttenarbeiter" hinaus,* lich e N ach „Minirarbeit die Behörden steuern" sollen. Der EinWVie uns au scheint nicht zu wissen, daß der„Glückauf" bis ganz vor Anwende bereits eine lange Reihe von Artikeln aus sachkundiger Feder geMorschach—l hat, in welchem„die Ergebnisse des Bergbaues und HUZdie Arlbergb betriebs" während der letzten Jahre durchaus Myßess. Ztg." behandelt wurden, und denen auch die theilweist günstige Lage mancher Bergwerks- und Höf triebsunterrechnungen keineswegs verschwiegen, sondern vn.. ziffernmäßig belegt worden ist. Daß in einem für ArMie fieundlic bestimmten Blatte auch das tägliche Risiko derse ben hinWwerbsmäßige der Schädigung an Gesundheit und Leben, welcher die MKoffer zu ös arbeiter fortwährend ausgesetzt sind, erwähnt wird, ist zwan sich wii ganz natürlich,— insbesondere auch den Thatsachen geae#B,ithin kein daß sehr viele Kohlenwerksbesitzer als sehr Vermögens Pommer sol Theil als Millionäre) gestorben sind, die ihren Reichthumssucht sein. durch die Erträgnisse des Bergbaues erworben hatten. recht gi sind dabei mehrere Gruben soweit abgebaut worden, dapW-mttschland Zeit für die Besitzer auch nichts mehr zu verdienen ist- „Truggebilde", die der„Glückauf" den Arbeitern an' Tag für Tag nach der Meinung des Einsenders vor■ führt, können lediglich in der Phantasie desselben eril Der„Glückauf" vertritt in„streng sachlicher, gesetzm' Weise" die berechtigten Interessen der Berg- und H arbeiter, er sucht die letzteren zu belehren und aufzuklären bietet ihnen Gelegenheit, ihre Beschwerden und Wünsche ruchten zuni pchweiz ein Deutschland •>P'V 1 tcber einm ir Sprache. bgeordnetei onds nicht umme nich Hingen find immune� di zuiprecyen. Der„Gluckauf" meint damit zugleich den allgem«mlgung Dt i Interessen zu dienen und gewaltsamen Ausbrüchen deckden. Jeder zufriedenheit der Arbeiter, Streik und ähnliche„traHuber die Ve Vorgänge", wie sich der Einsender ausdrückt,„vorzubei und dies wünscht Herr A. E. 8. ja selbst. Auch ist die Sl und Schreibweise des„Glückauf" stets eine sehr ruhige gemäßigte gewesen. Wenn sich der Herr Einsender£"> unterrichten will, in welchem Tone andere Blätter über hier in Betracht komme» ben Verhältnisse und Zustände aussprechen, so mag er nur dann und wann einen Bh' andere Zeitungen thun, denen— wenn auch selbst nur' einem gewissen Grade— der Tanz ums goldene Kalb z ist und welche die Arbeiter als vollgiltige Menschen betru...... Die„Rheinisch-Westfälische Zeitung", die sich durchaus s« einige Satze Werkbesitzer verdungen hat, ist für uns in dieser ron?« kein maßgebendes Organ. So viel an dieser Stelle Herren A. E. 8. zur Erwiderung und zur Aufklärung des, ehrten Publikums. Eine ausführliche Beleuchtung und f legung der Behauptungen und Angriffe des Herrn Eins« werden die nächsten Nummern des„Glückauf" enthalten. empfehlen dem Herrn, diese unsere Artikel recht aufmersaw so weit das bei ihm möglich, ohne Vorurtheil zu lesen-� impfindlichl eiß man n erden; ma uthungen Offiziö elungen, f öfen Wölfl auptmanru elegramm olff' scheu wird ihm, wenn er wirklich ein richtiges Verständniß der �>ne befonc Inne prlntinen rntTl. tn-6«itr jnm Hann aber r eren Blätti atrose wu tius." Di mm trot treffenden chen war etreffenden ine besond läge erlangen will, dies nur zum Nutzen gereichen. Unter de» verhasteten Maidenburger Kergl welche in Schweidnitz im Gefängniß ihrer„Strafe" har eine schlimme ansteckende Augenkrankheit ausgebrochen- Ursache dieser Krankheit darf man wohl in der schlechten, behrungsreichen Lebensweise, die die Arbeiter der Hungs wegen zu führen gezwungen sind, suchen. So lange tdaß bei de Schwalbe" etzteren Sa« Schwalbe" "hrt. We> Heißhunger Alles vertilgte, was auf dem Tische Eß übrig war; dazwischen sprach er aber beständig nach rück mit Timar und schleuderte mit der Gabel Almira die abgen« Knochen zu.„Sie müssen eine verteufelt schlechte gehabt haben, mein Herr, bei diesem großen! Wundert mich, wie Sie beim Demir Kapin und der talia durchgekommen sind. Fang' Almira! und sei At* Auf di 1883 ai urden ins -achtung i | fragliche Er lyolarUchtzo! dunkle Segi nicht länger zornig auf mich, dummes Thier!— Eri�schwedischen Sie sich noch, mein Herr, wie wir uns einmal in getroffen?- Nun, Das gehört auch Dir, Du schW�s nah Sie sich noch, mein Herr, wie wir uns �einmal in getroffen" Bestie!'(iber Beobaci Als er sich umsah, fand er, daß weder Tunar,£on ße Almira da waren. Beide hatten ihnen verlassen, �man zuweil war auf den Dachboden gegangen, wo er aus dust�früher hing Heu sich ein Lager zurecht richtete. Almira hatte H oberflächlich irgend ein Schlupfloch des Wanderblockes verkrochen, u Nun dreht auib er den Stuhl um nickt ohne l«« orn fogena Nun dreht auch er deu Stuhl um, nicht ohne � die Reste im Weinkruge und in den Gläsern der a,jjlJcin nug Gäste bis auf den letzten Tropfen auszutrinken. �ften"war d schnitt er sich von dem Stuhle, auf dem er gesessen, �schien das Spahn herunter und stocherte damit in den Zähnen fr Tlm 9 Utj wie einer, der sich sein Nachtessen redlich verdient hat. ,Aild es zefi Die Nacht war hereingebrochen; den viel umhe� worfenen und ermüdeten Reisenden that es wohl nicht"Bewohner in den Schlaf gewiegt zu werden.. JHtffchen Zak Timar hatte sich in dem lieblich duftenden Heu o�bec Riesens ausgestreckt und dachte, heute werde er einmal � e,,"" Doch er täuschte sich. Nach schweren Mühen zllobe�alle� wechselvollen Kämpfen ist das Einschlafen gerade j Spalten schwersten; die einander ablösenden Bilder stürntten �Straßen i chaotischer Szenenwechsel auf sein Lager herein; eis«�Zische Meili misch von verfolgenden Gestalten, dräuenden Felsen, man, selb fällen, Schloßruinen, fremden Frauen, schwarzen HfL Lrographisö Uif,™ e/h.« ho.misck-n h«.r+ w(S�irm h,M hnd s« wurde, docl weißen Katzen, dazwischen heult der Sturni, tutet das Horn, knallen die Peitschen, regnet es Gold, lachen, und schreien Menschenstimmen durcheinander. Es hau � oc{)t Mgsg nichts, die Augen zu schließen, er sah und hörte«ul Millioi mehr. (Fortsetzung folgt.) etzlichem und n erst' ifo nerfi isitz eines en die zw' Hfferenj Weise er versi md Oel men, nw, Von vor©i-,_ während igelegt Der Herr rden an, irischen x Vermitl n. Sie ommende Streitig« nzweidnil vermit' 'eiter trotz seiner schlechten Kost seine Freiheit und frische Luft lenießt, mag sich sein Körper ja noch einigermaßen halten und liderstands sähig zeigen. Sobald er jedoch dieses zum Leben nbedingt Notwendige noch entbehren muß, ist meistens die folge eine schwere Krankheit. Die Verhafteten sollen, wie der Waldenburger Hausfreund" berichtet, alle wegen Landfriedens- Tuchs angeklagt werden. Die annen Arbeiter müssen, wie wir ehen, für das wenige, was sie zu beanspruchen berechtigt sind, ieder schwer und doppelt büßen; nicht genug, daß ihnen das hwer Erkämpfte teilweise schon längst wieder abgedrückt ist. 8 ist Pflicht jedes zielbewußten Arbeiters, seinen unwissenden itarbeiter immer und immer wieder zum Kampf und Einig- t anzuspornen. Z« den Repressalien gegen die Schweiz, von welchen tr schon gestern berichteten, entnehmen wir jetzt noch eine aus- ihrliche Mittheilung der„Münch. Neuest. Nachrichten", daß in 'ndau am Bodensee seit kurzen« die Zolldurchsuchung ler aus der Schweiz kommenden Reisenden mit vermehrter chärfe behandelt wird. Die Koffer müssen bis auf jedes inzelne Stück, sogar gebrauchte Wäsche, vor den Zollbeamten alSgepackt werden: ja, der Gewährsmann des Münchener "llatteS sah, wie bei einem Herrn sogar ein PacketBriefe Mau durchgemustert wurde. Es scheint nicht ein Uebereifer ielner Beamten vorzuliegen, sondern auf Befragen wurde ärt, daß Anordnungen auf schärfste Kontrolle gegen die chweiz seit zwei Tagen aus München ergangen seien. Gleich- die ganz �zeitig enthält das Blatt ein Telegramm aus Friedrichshafen, n meisten»welches von dort ebenfalls über verschärfte Kontrolle- rinzelt da,fjn a ß r e g e l n für alle aus der Schweiz kommenden Reisenden e Regien? berichtet; namentlich werde das Gepäck ausnahmslos gründlich 'en— ha�urchsucht. Nicht mit Unrecht erblicken wohl die„Münchener en Leuten SMeuesten Nachr." hierin eine gegen die Schweiz gerichtete und ch dem vnoon der Reichsregierung anbefohlene Maßnahme. Die„Münch. AusführuW. N." bemerken dazu:„Daß die drei süddeutschen Staaten ; Dcnunz�Bayern, Württemberg, Baden, von dieser Verschärfung der md des ZKontrole gegen Provenienzen aus der Schweiz w i r t h s ch a f t- hinaus, OßXi ch e Nacht heile haben werden, unterliegt keinem Zweifel. Oer EinfnjWie uns aus Lindau gemeldet wird, haben verschiedene Rei- mz vor Kusssende bereits erklärt, sie würden in Zukunft statt der Route Feder genJSiorschach— Lindau— München!C. den Weg über Bregenz und s und HuMie Arlbergbahn nehmen."— Welche Wirkung, so fragt die chauS saV-Voss. Ztg.", werden diese Gegenmaßregeln haben? Sie be- teilweise Jkuchten zunächst sehr hell die offiziöse Behauptung, daß die chweiz ein„wildes Land" sei. Jeder Reisende, welcher von eutschland aus die schweizerische Grenze betritt, findet dort chie freundlichste Aufnahme. Wenn er nicht gerade wie ein ge- erbsmäßiger Schmuggler aussieht, braucht er keinen seiner ffer zu öffnen. Die Zollabfertigung ist die leichteste, welche an sich wünschen kann. Der Reise nach der Schweiz stehen mthin keinerlei Hindernisse entgegen. Gerade in diesem ~ommer soll die Schweiz von Deutschen zahlreicher denn je be- Reichtum flucht sein. Kehrt man aber aus der Schweiz zurück, so soll atten. Frckman recht gründlich spüren, wie viel höher die Zivilisation in irden, daß, Deutschland als in dem„wilden Lande" ist. b HB ndern vi' i für ben hin cher die vird, ist! hen gea< mögend sie der einmal die wohlbekannten Verhältnifse des WelfenfondS mr Sprache. Am 30. Januar 1869 hat Fürst Bismarck im tbgeordnetenhanse erklärt, er"könne eine halbe Million geheime fonds nicht brauchen und möchte die Verantwortung für solche vumme nicht übernehmen. Es würden sich andere Verwen- »ungen finden, die die nachträgliche Genehmigung und Zu- ffmmung des Landtages finden würden. Eine solche Geneh- ügung ist aber in nennenswerten Fällen nicht eingeholt wor- »en. Jeder Versuch, im Landtage irgend eine Rechenschaft »ber die Verwendung des Welfenfonds zu erlangen, ist mit impfindlichkeit zurückgewiesen worden. In der Oeffentlichkeit »eiß man nicht, wozu die Zinsen des Welfenfonds verwandt »erden; man kann nur Vennuthungen hegen, und diese Ver- luthungen gehen zuversichtlich nicht fehl. Offiziöse Herichterstattung. Der„Franks. Ztg." ist es gelungen, folgendes zu ennitteln:„Das Telegramm des ossi- gösen Wolff'schen Telegraphenbureaus, welches den Angriff des auptmanns Wißmann auf Tanna meldete, stützte sich auf ein Reuter'schen Bureaus. In dein von dem er Ste! "lärung ag und rnr Eins' enthalten, rnsmersam fe'ft en. elegramm des. olff'schen Bureau durchgeschriebenen Manuskript waren nur lnige Sätze aus dem Telegramme des Wolff'schen Bureaus Wie wir zetzt aus an- ,., rchstrichenen Sätze:„Ein atrose wurde verwundet. Die„Schwalbe" segelte nach Mau- itius." Das Wort Mauritius war in dem Wolff'schen Tele- gramm trotz der Durchstreichung noch zu erkennen. Da die treffenden Sätze bereits geschrieben, später aber wieder durch- richen waren, so ist es klar, daß init der Unterdrückung der etrcffendcn Sätze seitens des offiziösen Telegraphenbureaus äne besondere Absicht verbunden gewesen ist. Diese Absicht 'ann aber nur gewesen sein ,�den> Publikum zu verheimlichen, bei dem Gefechte ein Matrose verwundet wurde und die - � �.«.Schwalbe" nach Mauritius segelte. Die Unterdrückung des ctzteren Satzes wird nur verständlich, wenn man die Reise der ,Schwalbe" nach Mauritius auf Gesundheitsrücksichten zurück- tri. Wenn das offiziöse W olff'sche Bureau schon bei gering- afe" Hai gebrochen- schlechtem :r Hunger lange ein- — pBUre Munft unb Leben. nach rüö die abgenn schlechte roßen° und der und Auf der fchntedische» polar-Orpedition, welche 1882 1883 auf Spitzbergen eine Beobachtungsstätte errichtet hatte, urden insbesondere die Nordlichter einer sorgfältigen Be- Achtung unterworfen; so gelang es, über einige bisher noch �gliche Erscheinungen Gewißheit zu erlangen. Der unter der wlarllchUone lo oft Ivabraennmmene dunkle Kreisnfifrfitiit» tdna dunkle . V/-X.- gewonnen haben, nur durch den Gegensatz , r r �rlrch Kontrast) zu Stande, wenn eine .olarlichtzone sich über den ganzen Himmel mit Ausnahme eines nahe dem Horizont erstreckt. Ein anderes Er,'" : Timar, lassen. us dustl . tzone so oft wahrgenominene dunkle Kreisabschnitt(das _ mWiebie mal in �' Ulecks nahe vem Horizont erstreckt. Ein anderes Ergebniß der Beobachtungen geht dahin, daß niemals beim Polarlicht >«n Ton gehört wurde; das schwache, raschelnde Gräusch, das .man zuweilen vermmmt und auf welches andere Forscher schon �--i..isruher hmgewresen haben kommt von der losen, beweglichen, hatte M oberflächlichen Schneeschicht her, die von den leisesten Winden krochen,» über den unteren Schichten hm- und hergelricben wird. Auch obne t"',, sogenannter„Schwefelgeruch"(Ozongeruch) konnte nicht ,, Wer wahrgenommen werden. In der Form des Polarlichtes wurde LfJ« gut ausgesprochener täglicher Gang bemerkt. Am glänzend- t ix war die Erscheinung um 4 Uhr Nachmittags; dann er» lesessen, �schien das Licht als vollständiger, regelmäßiger Bogen. zahnen tr Um 9 Uhr Vormittags war der Glanz am schwächsten, ient hat. und es zeigten sich die Bogen in wirbelnde Fetzen aufgelöst. Ä"Ä nC �5? tröste Londons und dem Appetit seiner ohl nich' Bewohner wird man sich einen Begriff aus folgenden stati- ,�nilchen Zahlen machen können. Alle 4 Minuten erblickt in n Heu bt? der Riesenstadt ein Baby das Licht der Welt, so daß alle zwei imal kön'nHtunden 30 Geburten zu verzeichnen sind, während i» derselben nsjff'une Zeit 20 Personen ihren letzten Athem aushauchen. Eine MMWMß tfelsen, �wan, selbst wenn man täglich 20 englische, also vier arzen Hn, geographische Ateilen, oder zirka 29 Kilometer zurücklegen riet das �Ä'ourde, doch beinahe e,n volles Jahr dazu brauchen. Zur Stil- ÄVMSNMUM fügigen Nachrichten in dieser Weise die wahre Sachlage zu ver- heimlichen sucht, wie mag da die Redaktion erst bei wichtigen Dingen gehandhabt werden! Zur Kennzeichnung der Bericht- erstattung durch den offiziösen Telegraphen dürfte diese kleine Enthüllung wohl genügen." Unter der Uederfchrift: Lockspitzel im Kohlenrevier? berichtet man dem„Verl. Tagebl." aus Dortmund: „Seit einiger Zeit weilt in unserer Stadt eine Persönlichkeit aus Berlin unter dem Namen Max Seyffahrt. Es handelt sich hier anscheinend um einen Geheimpolizisten, dem man unter den Bergarbeitem sogar die Rolle eines„Lockspitzels" zuweist. Der mysteriöse Herr erscheint meist in Begleitung eines andern Mannes, der gewöhnlich in Arbeiterkleidung einhergeht; der„Ge- Heime" selbst wechselt fast jeden Tag seinen Anzug. In einer Wirthsch ist(Sievers), wo viele Arbeiter verkehren, trug sich folgendes zu: Der„Geheime" saß mit mehreren Arbeitern zu- sammen in vertraulichem Gespräch. Die Arbeiter schienen Ver- trauen zu dem Manne gefaßt zu haben, der scheinbar ihre eigenen Ansichten theilte, und sie fingen denn auch nach Herzens- lust an, mit ihrer Meinung und ihren Herzenswünschen her- auszugehen. Zur rechten Zeit sprang die Wirthin noch da- zwischen mit dem Ruf:„Haltet doch Eure Schnut!"(Mund). Natürlich allgemeines Aufsehen und Mundscbließen. UebrigenS ist der Herr schon vielen Leuten bekannt, und in der„Phönix- halle"(Restaurant) scheint er das auch schon gemerkt zu habe»,, denn seit einigen Tagen läßt er sich dort nicht mehr sehen. Hoffentlich verläßt er uns bald; denn iinsere Bergleute haben keine„Lockspitzel" nöthig." DaS„Verl. Tagebl." meint, der Vorfall bedürfe der Aufklärung, die hoffentlich schleunigst von zuständiger Seite erfolgen werbe. Warten wir sie also ab. Im Uebrigen kann es das Blatt nicht glauben, daß man zu so „bedenklichen Mitteln" greifen könnte. Wir haben schon vor Wochen auf Lockspitzel im Kohlenrevier aufmerksam gemacht. Pinneberg» 8. Juli. Am 2. Juli Abends erschien ein Gendarm in der Wohnung des Stellmachers W. mit den Worten:„Sind Sie W.?" Auf die bejahende Antwort ver- langte er die sofortige Herausgabe von Sammellisten und Geldern unter der Motivirung, daß W. am 29. v. M. Gelder für streikende Zimmerleute gesammelt habe. Da W. ihm hier- auf keine Antwort ertheilen konnte, wollte der Beamte eine Haussuchung vornehmen, wogegen jedoch W. energisch pro- testirte, indem er hierüber eine Beschemigung verlangte. Daraufhin wurde W. einfach verhaftet und ihm befohlen, sich anzuziehen. Wie W. seinen Koffer öffnete, griff der Gendarm hinein, wobei ihm die frohen, siegesbewußten Worte ent- schlüpften:„Da haben wir's, lauter verbotene Schriften." Doch er hatte zu früh triumphirt. Anstatt verbotene Schriften hatte er verschiedene Broschüren, u. a.„Die Klassengegensätze von 1789". Nun wurde lustig darauf losgewühtt, unter anderm wurde auch die„Nord-Wacht" Herausgewühlt, mit der ver- blüffenden Bemerkung, daß dieselbe doch bald verboten würde. (Na, na, abwarten! D. R.) Auch der„Wahre Jakob" erlebte ein gleiches Schicksal, ebenso„Robert Blum und seine Zeit". Damit der Humor sein Recht bekam, wurden auch Orts- krankenkassenbücher und— man staune— ein ganzer unbeschriebener Briefbogen beschlagnahmt. Als W. nun aber eine Bescheinigung über die beschlagnahmten Schriften verlangte, gab ihm der Jünger der heiligen Hermandad zur Antwort, daß dies der Bürgermeister machen werde. Endlich nach 24 Stunden wurde W. aus der Haft entlassen, wobei eS sich herausstellte, daß auf eine leichtfertige Denunziation hin(das Flugblatt „Ein Mahnivort an die arbeitenden Klassen" verbreitet und Gelder für einen sozialdemokratischen Verein, zur Entsendung eines Delegirten zum Pariser Kongreß, gesammelt zu haben) diese große Kraftanstrengung gemacht worden sei. Somit wäre der Staat also auch in Pinnebcrg wieder einmal gerettet. Aus der Provinz- Sachsen» Anfang Juli. Bekanntlich hat neulich der durch seine hohe geistige Bildung rühmlich aus- gezeichnete Herr Victor Schweinburg, der talentvolle Schützling des Herrn Ministers v. S ch o l z, die Frage auf- geworfen, ob das gegenwärtige höhere resp. Volksschulwefeit der Sozialdemokratie eincii„wirksamen Damm" entgegenzusetzen im Stande sei oder nicht. Die erhabenen Redensarten von„Halb- bildung" und dergleichen, welche dabei zu Tage gefördert wer- den, nehmen sich im Munde des Herrn«chweinburg noch schöner aus, als etwa in dem des Herrn Pindter und ähnlicher auf den Höhen der modernen Kultur wandelnder Geister. Was nun unser„höheres Schulwesen" anbetrifft, so scheint dasselbe in der That den Wünschen des Hern« Schweinburg nachzu- kommen, indem es durch die Pflege eines geradezu jämmer- lichen Byzantinismus und nicht minder eines kindischen Chau- viniSmus die Schüler politisch zu dressiren und zu„guten" Staatsbürgern zu erziehen bemüht ist. So finden wir unter den Thematen, welche am Gymnasium zu T. im Winter 1888/89 in der Prima für den deutschen Aufsatz gestellt wiir- den, u. a. auch das Folgende:„In wiefern kann die Kanzlerrede vom 6. Februar ein Meisterstück wahrer Be- redtsamkeit genannt werden?"— Was soll ein un- mittelbar vor dem Abiturientenexamcn stehender Primaner, der selbstverständlich sich die Gunst aller seiner Lehrer zu er- halten bestrebt ist, daraufhin anderes zu Papier bringen, als Krabben, Krebse-c. Demjenigen, dem dies nicht genug er- scheint, können wir noch mittheilen, daß außerdem noch mehrere Millionen Tonnen(ä 20 Ztr.) Fleischkonserven nebst Unmassen von Obst und Gemüsen aller Art und 50 Millionen Bushels Weizen verbraucht werden. Diese Kleinigkeiten werden mit 200 Millionen Quart Bier, 10 Millionen Quart Rum und 50 Millionen Quart Wein, zusammen mit 200 Millionen Quart Bier, Wein und Spirituosen hinuntergcspült. Non dem furchtbaren Gewitter, welches in der Nacht vom 29. Juni Hongkong heimgesucht hat, werden aus den mit der letzten chinesischen Post hierher gelangten Nachrichten fol- gende Einzelheiten bekannt: Um zu verstehen, wie solch' unge- heurer Schaden angerichtet werden konnte, muß man wiffen, daß der Stadtheil Viktoria am Fuße und anr Abhang emes steilen 1800 Fuß hohen Berges, welcher die Insel Hongkong bildet, gebaut ist. Um 2 Uhr Morgens brach das Gewitter aus und schwemmte Sand und Geröll den Abhang hinab. Die Straßen wurden zu Strömen. Nachmittags ließ der Regen etwas nach, dann aber öffneten sich die Schleusen des Himmels aufs Neue und ergossen ihr Wasser volle 24 Stunden ohne Unterbrechung. Ein furchtbarer Erdrutsch ereignete sich auf der Straße, welche von der Stadt nach ber Spitze des Berges führt. Als der 30. Juni anbrach, waren die Häuser in Queens read, dem Geschäftsviertel, theils voller Wasser, theils lagen sie in Trllmmerii und eine Menge Waaren sind ver- nichtet worden. Die Telegraphenlinien waren fortgewaschen oder unbrauchbar gemacht worden. Alle Geschäfte ruhten und die Einwohner und die Truppen waren die ganze Nacht bemüht, Leben und Eigeiithum zu retten. Eine schöne steinerne Brücke wurde um 4 Uhr Morams von den Wassern fortgerissen. Die Kranken eines Hospitals mußten am 30. fortgeschafft werden. da die Fundamente unterwaschen waren. Als das Gewitter am schlimmsten raste, ging das Gas plötzlich aus, indem eine der Hauptröhren platzte und das Wasser sich hinein eraoß. Auf dem Berge wurden 8 Leute vom Blitz getödtet, während ein neunter, welcher Brandwunden erlitt, der Genesung entgegen- geht. In der Stadt wurden viele Leute in ihren einstürzenden Häuseni degraben, ehe sie fliehen konnten. Der mittlere Theil der Stadt ist ein Trümmerhaufen. Die Straßen»ind Wege sind unpassirbar und mehrere Fuß hoch mit Sand und Schlamm bedeckt. In den 36 Stunden fiel der Regen über 30 Zoll hoch, d. h. dreimal so viel als durchschnittlich im ganzen Monat Jum während der letzten 20 Jahre gefallen ist. einen überschwänglichen PanegyricuS auf den Reichskanzler und eine niederschmetternde Philippika gegen die schwarzen, die- rosenroten und die blutrothen„Rei chs fein d e"? So wird es gemacht! In der Sekunda desselben Gymnasiums wurde im gleichen Winter das folgende, gewiß sehr gut gewählte Thema gestellt:„Welcher Künste bedient sich Antonius bei Shake- speare in der Leichenrede auf Cäsar, um das Volk für sich zu gewinnen?"— Ein wahres Glück, daß beide Aufgaben nicht in derselben Klasse gestellt wurden, sonst hätte ein leichtsinniger Schüler dieselben vielleicht gar durcheinander geworfen. Weich' gedeihliches Wirkungsfeld hätte da wohl ein aufmerksamer und rühriger Staatsanwalt gefunden! Gegen streikende Maurer Nürnberg« ist einem Telegramm des„W. T. B." zufolge Polizei und Militär requirt worden. Die Meldung lautet:„Nürnberg, 13. Juli. Gestern Abend fanden auf dem Psarrerplatze Zu- sammenrottungen streikender Maurer statt. Die Tumultuanten wurden durch die Polizei und eine requirirte Abtheilung der hier garnisonirenden ChevauxlegerS ohne ernstlichen Zusammenstoß langsam zerstreut. Von den Ruhestörern wurden 27 ver- hastet."— Die offiziöse Darstellung hat vermuthlich wieder einmal stark übertrieben. Wenn der Bericht des Nürnberger Arbeiterblattes, der„Frk. Tagespost" vorliegt, werden wir den- selben veröffentlichen. Ausmeilnng von Schweizern aus dem Elsaß. Dem Berner„Bund" entnehmen wir folgende Notiz:„Die zwei schon lange zu Blatzheim im Elsaß wohnenden Brüder Müller von T r u b wurden kürzlich aus dem deutschen Gebiete aus- gewiesen mit dem Befehl, binnen fiinf Tagen das Reichsland zu verlassen. Da die Brüder Müller mit Hciinathscheincn der Gemeinde Trub versehen sind und zufolge einer Bescheinigung des Bürgermeisters von Blatzheim„immer eine tadellose Aufl führung gehabt und dort durch ihren rechtschaffenen Lebenswandel in jeder Beziehung die allgemeine Achtung erworben haben", so wird der Bundesrath ersucht, er möchte oie deutsche Reichsregierung um Mitteilung der Gründe jenes Aus- weifiingsbefehls angehen und eventuell bei derselben für das vertragsmäßige Riederlassungsrecht der genannten Landesange- hörigen eintreten." Schwede«««d Uo-rwege«. E h r i st i a n i a, 12. Juli. Das neue Ministerium hat sich heute konstituirt. Advokat Stanz übernimmt daS Präsidium. Großbrttannie«. In der Parnellkom Mission verweigerte der Präsident den von Sir Charles Russell in Vertretung ParnellS verlangten Befehl zur Vorlage der Bücher der irischen patriotischen Union, und des Landlordvereins, dessen Sekretär Houston mit Pigott eng verbunden war, zu ertheilen. Diese Weigerung rief die größte Sensation hervor, und es heißt, daß. Russell die Vertretung Parnells niederlegen und Parnell selbst vor der Kommission nicht weiter erscheinen werde, da alle Bücher der irischen Landliga, so weit sie vorhanden, vorgelegt werden mußten. Die Weigerung des Präsidenten, den gleichen Befehl bezüglich des Landlordvereins zu erlassen, wird allge- mein als große Parteilichkeit betrachtet, und es wird damit der Werth des Befiindes der Kommission, so weit derselbe sich gegen Parnell richtet, so gut wie aufgehoben. Offenbar wäre die Regie- rung durch diese Bücher, welche die Subventionen der irischen patriotischen Union dargethan hätten, schwer kompromiitirt worden. Dies erklärt die Verweigerung und giebt der Be- hauptung Parnells, daß die Anklagen gegen ihn mit der Ab- ficht, ihn zu vernichten, nicht von der„Times", sondern von den Ministern, namentlich Salisbury und Balsonr, ariSgegan- gen seien, den Schein großer Berechtigung. Nächst der Fäl- fchung Pigotts ist diese parteiliche Entscheidung der Kommission der größte Triumph Parnells und erscheint bestimmt, ihm weitere Sympathien des Publikums zuzuivendcn. Frankreich. Die V ers a m l u n g d e r R e ch t en beschloß, zu bean- tragen, daß ConstanS in den Anklagestand gesetzt werde wegen der Erpressungshandlungen, welche gegen den früheren General- gouverneur von Jndochina in der Depesche vom 23. Mai 188& und in dem Berichte vom 10. Juni 1888 des Gouverneurs Richaud an die Regierung aufgesührt werden. Die Versamm- lung beantragte den Deputirten Lamartiniere, den Antrag in der Deputirtenkammer einzubringen. Deputirtenkammer. Schluß. Der Antrag der Rechten, ConstanS in Anklagezustand zu versetzen, wurde mit 343 gegen 179 Stimmen abgelehiit.— Die Kammer tritt zu- sammeii zur Berathung des vom Senate abgeänderten Budgets. Der A s s i s e n- G e r i ch t s h o f hat die HeranSgeber und den verantwortlichen Redakteur des„Jntransigeant", welche wegen Verleumdung des Generalprokurators Bcaurepaire angeklagt waren, freigesprochen und den Herausgeber der „Cocarde" zu 15 Tagen Äefängniß und 250 Franks Geldstrafe verurteilt. Das Duell zwischen den Deputirten Laur und Thomson fand statt und verlief, wie das bei derartigen politischen Duellen in Frankreich die Regel ist, nach ziveimaligem Kugelwechsel resultatlos. Kelsie«. Aus Brüssel, 11. Juli, schreibt man: Der 14. Juli,. der Tag des Ba stillen st urmes, wird diesmal in ganz. Belgien unter Betheiligung weiter Kreise der Bevölkerung gefeiert. Auf Beschluß des Generalrathes der belgischen Ar- beiterpartei wird in allen Orten, in welchen die Partei irgend einen Verband besitzt, der kommende Sonntag zu einem Festtage gestaltet. In Brüssel, Lüttich, Antwerpen, Gent, Verviers, Loewen, Huy und in allen Ortschaften des Henne- gau finden Straßenkundgebuiigen mit Musik, Bannern und Fahnen, Volksversammlungen und öffentliche unentgeltliche Volksfeste statt. Alle Arbeiter schmücken sich an diesem Ta,ze mit einem griinen Abzeichen,„um", wie das Organ des Ge- neralraths der Arbeiterpartei es ausspricht,„der Hoffnung Aus-- druck zu geben, daß der Tag bald anbrechen wird, an welchem. anderthalb Millionen belgische Bürger, die heute politisch rechtlos sind, politisch mündig werden und das Wahlrecht er- langen." Die liberalen und demokratischen Kreise des Landes feiern nicht minder diesen Tag, denn die nationalen frecheit- lichen Institutionen Belgiens sind aus der französischen Revo- lution hervorgegangen. Die bedeutsamste Kundgebung bereitet sich in der belgischen Hauptstadt vor. Der Brüsseler Stadtralh hat der Association beige du Centenaire de 1789 den großen Börsensaal zur Verfügung gestellt, um ein Festmahl zu veran- stalten. Hervorragende liberale Senatoren und Deputtrie, unter ihnen die Herren Janson, Houzeau, Neuiean. Carlier. Sabotier, D'Andrimont, liberale Parteiführer, Schöffen und Gemeinderäthe, Gelehrte und Künstler, wie Autontaten aus ganz Belgien nehmen an diesem Festmahle Theil. Es verlautet» daß auch der französische Gesandte am belgischen Hofe, Herr Bouree, sein Erscheinen bei diesem Festmahle zugesagt hat. Vrtefkssten. Bei Anfragen bitten wir die AbonnemeniS-Onittung beizufügen. Brieiiiltic Antwort wird nicht ertdciit. Den Einsendern eines Artikels an« der freireligiösen Gemeinde. Sie müssen sich mit der Veröffentlichung Ihres Artikels aus leicht begreiflichen Gründen noch einige Zeit gedulden, da wir augenblicklich die Angelegenheit kaum zur öffentlichen Diskussion stellen können. Sind der- artige Aeußerungen in der That gefallen, so halte» Sie sich davon überzeugt, daß wir in der schärfsten Weise vorgehen. werden. Theater. Sonntag, den 14. Juli. Theater. La Traviata. Friedrich- Miiheimstadtische» Theater. Der Bettelstudent. Montag: Dieselbe Vorstellung. Uiktaria- Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. KeNeaUiaaee-Theater. Kyritz-Ppritz. Gfte»d»Theater. Spezialitäten- Vorstellung. �Passage 1 Tr. 9 M.— 10 A. ImrW Kaiser-Panorama. Diese Wockie: Unter- Italien. Neapel mit Umgebung 1889. »eist Kr Maf. Schiff K-rtha. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. Mein Mi-- Mb VairW-Bier-8M befindet sich jetzt Eiseiibabnstr.85, pt. Carl Ufister. 544] Clgarren Fabrik empfiehlt 383 Franz Frank« No. S, KAsllner- Strasse*e 3. °° pos Krauzbinderel°° � J. Meyer, Lansttzerplatz 16,[1307 Guirlanden von 15 Pf. an. Große Auswahl. ResterhWblNg platz 1, Ecke Waldemarstr. jm Am KSnigsthor. Töglilh: Theater and Sftmlitlittii-Piirßellililii. 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Zvli, im„Gchsmm«, Lanböberger Allee 38� (am Friedrichshain): Eldßcs»>d chll Mr. 1 verbunden mit Theater vorstellung und Concert. bei folgenden Her..__ Millarg, Lehrterstr.% Billets sind auf allen Zahlstellen des Vereins, sowie bei folgenden Herren zu Ij 19, Scharnhorststr. 3, 3 Tr. Mitte, Jnvalidenstr. 21. Millarg, Lehrterstr. 22,' Markmann, Barnimstr. 46, 4 Tr. Kemp, Pallisadenstr. 63, 4 Tr. Koqer, Grüner Knchholz, Fruchtstr. 65 bei Müller, 1 Tr. Minier, Manteuffclstr. 6, 3 Tr. Glocke,' bahnstraße 32, 2 Tr. Miedemann. Wendenstr. 2, 4 Tr. Haberland, ReichenbergeE. 3 Tr. Schulz, Britzerstr. 42, 4 Tr. Monien, Kreuzbergstr. 9, Quergeb. 4 Tr. Mitte,# straße 95, 3 Tr. Gtfasstr, Nostizstr. 40. Apelt, Sebastianstr. 27,28(Möbelhaud« Merkel, Mittenwalderstr. 13, H. 4 Tr. NB. Ter Wirth hat eine Erklärung abgegeben, sein Lokal zu allen Arbeilerversamu» zu geben. Der Vorstand 704 In die Sitilolfft sttlins! Der Fachverein für Schlosser und Kerufsgenosse« Kerlin» veranstaltet in Jahre statt des bisher üblichen Sommernachtsballes_ am Sonnabend, den 20. Juli, eine Vampferpartle nach dem Müggelschlößch Für Belustigungen und Vergnügen aller Art ist gesorgt und werden die Kollegen" eingeladen, sich recht zahlreich an der besagten Partie zu betheiligen. Billets a l Mark sind bei folgenden Vorstandsmitgliedern zu haben: Pieper, f straße 108�1 H bei Gadegast; Warnicke, Breslauerstr. 13; B a e t h g e, Dieffenbachstr bei John; Dane, Mariannenstr. 10, III bei Mudrak; Roed er, Dorkstr. 75, pari. r. Sj Erster, Grüner Weg 3, Iii; Rölle, Wasserthorstr. 22, III Hof bei Schultz«; Fl Moritzstr. 10 bei Schmidtke und bei Gründe!, DreSdenerstr. 116. Abfahrt Punkt 7 Uhr Morgens von der Schillingsbrücke. 638 Das Comitee Aus; Arbeiter neu In bei ist, hört ml Deutschlanl aar nicht v so besser vc Nationen. sammen g nähernd f werden m Schweizer an u S odei Umständen stcllung zr Wo deutlck Nachbargef eine gewis freut di kommen sii stcllung bf Franzosen durch die l — und wc Krieg b massenhaft dürgsch, wollen keir mehr Deut Kriege l" Kronengarn ist da« best- Nähgarn für Hand- und Mafchlnen-Näher-i. l in allen Nummern garantirt volle« Maass, ist haltbarer als F andere Garn, näht infolge seiner Geschmeidigkeit auf jedem Maschs system gleich gut. Schwarzes Kronengarn, verändert seine Farbe nie. Weißes Kronengaru* burrf,aftlßcc®[g.e Man achte auf die nebenstehende Schutzmarke,-jm In allen soliden Geschäften der Branche käuflt« Schutzmarke. Kw" Roh Tabak! Grosse Auswahl in allen in- und ausländischen Rohtabaken empfiehlt zu de« bill|j Preisen 6* Ernst Förster, Q, Rosenthaler- Strasse 1617. 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Hierzn ein« im Kanonen wären, di Stadt.( Koch der mrte Men Punktes} sÄedliche nach ein« Bastille,' erreichten. und nach genöthigt� auf Gnai Zwe vom Aus -cchshun ßdlllL Beilage zum Berliner Bolksblatt. ISA. Sonntag, den 14. IuU 1889. 6. Jahrg. = erren zu � terstr. 22j Grüner A Glockti« cnbcrgcrfe Witte, � Nöbelhan!» merfoww'' Lottsles. ie-fooft! asse 18�)} janptgtt� W lterie-�/ hannisstr-�/ »alt befindet iO. 9$ tag». A leiit" A«s Pari» gehen uns von unserem geschätzten Mit- Arbeiter noch folgende Schilderungen zu:_. In der Ausstellung, deren Besuch fortwahrend ein rresiger ist, hört man bei zedem Schritt deutsch reden. Wenn auch Deutschland— außer in der Kunstabtheilung— ausstellcrisch aar nicht vertreten ist, so ist es in der Armee der Besucher um so besser vertreten— besser als irgend eine andere der„fremden" Nationen. Die englischen und amerikanischen Besucher zu- sammen genommen find an Zahl den deutschen nicht an- nähernd gleich, wobei freilich nicht außer Acht gelassen werden muß, daß auch die meisten Oesterreicher und Schweizer deutsch sprechen. Wie dem sei, der Chauvinis- jnuS oder„Deutschenhaß" der Franzosen hätte unter allen Umständen die denkbar beste Gelegenheit, sich in der Aus- stcllung zu zeigen. Er glänzt aber durch Abwesenheit. Wo deutjch gesprochen wird, sieht man auf keinem französischen Rachbargesicht einen unfreundlichen Zug. Im Gegentheil eher eine gewisse Befriedigung; und diese ist sehr erklärlich. Es freut die Franzosen ausrichtig, daß so viele Deutsche ge- kommen sind trotz der Antipathie, welcher die Pariser Weltaus- stcllung bei der deutschen Reichsregierung begegnet ist. Die Franzosen betrachten den Massenbesuch der Weltausstellung durch die Deutschen als einen moralischen Triumph — und wahrhaftig nicht mit Unrecht. Die Angst vor dem Krieg beherrscht hier Alles; und daß die Deutschen so massenhaft herkoinmen, wird allgenrein als eine Friedens- b ü r g s ch a f t aufgefaßt.„Die Deutschen, welche herkommen, wollen keinen Krieg mit uns," so argumentirt man,„und je mehr Deutsche herkommen, desto sicherer sind wir vor dem wäre komisch, wenn es nicht so traurig wäre, dieses iuternationaleMißverständniß: dieFranzosen gleich den Deutschen fürchten nichts mehr als den Krieg und die Fran- zofen sürchten von den Deutschen, die Deutschen von den Franzosen angegriffen, überfallen zu werden. Die Ausstellung und der Arbeiterkongreß werden wesentlich dazu beitragen, das Mißverständniß aus der Welt zu schaffen— das ist Die kulturelle Bedeutung der beiden Er- eignisse. So lange die Furcht der Deutschen vor einem fianzösischen, und der Franzosen vor einem deutschen Angriffe dauert, und so lange Franzosen und Deutsche durch gigantische Rüstungen einander neutralisiren, ist eine gesunde fortschrittliche Entwicke» kung nicht möglich.— Apropos— gestern Nachmittag hatte ich einen Freund aus dem Stadtrath abzuholen, und da die Sitzung noch nicht zu Ende war, so ging ich auf die Tribüne, um mir ein Stückchen französischen Parlamentarismus anzusehen. In der Kammer war ich schon früher gewesen— vor 5 Jahren— allein die Sitzung war damals sehr ruhig verlaufen, obgleich es eine der„großen Sitzungen" war, nämlich die, in welcher Herr Jerry, damals Ministerpräsident, seinen famosen, später so elend ins Wasser gefallenen Vertrag mit China verlas und sich als staatSmnnnischer Hexenmeister aufspielte. Gestern im Stadtrath ging es nicht ganz so ruhig her. Als ich die Thür zur Tribüne öffnete, drang mir ein Höllenspektakel entgegen. Verschiedene Stimmen tönten durcheinander, und so heftig, daß ich dachte, es müsse ein grimmiger Streit entbrannt sein. Ich sah auch mehrere Herren sehr erregte Handbewegungen gegen einander machen. Allein die lächelnden Gesichter der rnchtredeuden und nicht» gestikulirenden Herrn Stadträthe belehrte mich bald, daß die Sache keineswegs tragisch war. Und ehe ich ermitteln konnte, warum der Streit entbrannt war, hatten sich die Geister auch beruhigt und es ging von nun an ganz still her. Rur, daß die Redner oft unterbrochen wurden. Doch das ist in Frankreich erlaubt— und könnte bei dem lebhaften Temperament der Franzosen auch nicht verboten werden. Bei Beurtyeilung der„parlamentarischen S k a n- dale", welche in Frankreich so häufig sind— das Wort Skandal im Sinne des L ärm ens und Spektakulirens genommen— wird yon uns Deutschen meist dem lebhaften französische» Temperament nicht genügend Rechnung getragen. Franzosen, die mit einander streiten, können, ohne daß es ernst wird, mindestens das dreifache Maß äußer- w er Leidenschaftlichkeit erreichen, welches bei uns die Grenze zwischen Worten und— Handlungen bedeuten würde. Ich läge: äußerlicher Leidenschaft— denn der Schein ist ' leidenschaftlicher als die Wirklichkeit. Jedenfalls haben wir, weil unser Temperament ein kuhleres ist, kein Recht, auf diese nationale Eigenthümlichkeit der Franzosen mit Verachtung Bilm 14. Fuli 188». , Am heutigen Tage werden es hundert Jahre, daß das Sinnbild des politischen Absolutismus und Despotismus, das berüchtigte Staatsgefängniß der Bastille in die Hände des französischen Volkes fiel. Rufen wir uns deshalb die Ereignisse jenes denkwürdigen Tages, ihre Ursachen und Folgen, in das Gedächtniß zurück! Wenige Tage nach der am 27. Juni erfolgten Ver- einigung der Abgeordneten aller drei Stände erregte der König durch Zusammenziehung gewaltiger Truppenmassen zwischen Paris und Versailles oas Mißtrauen des Volkes, das sich noch steigerte, als die Entlassung und Verbannung des Ministers Necker bekannt wurde. Am 12. Juli brach in Paris ein Aufstand auch der den Abfall der Truppen und die Bildung einer Nationalgarde herbeiführte und mit der Erstürmung der Bastille am 14. Juli seinen Höhepunkt erreichte. Am Morgen dieses Tages lenkte die Nachricht, daß die Kanonen der Bastille auf die Straße St. Antoine gerichtet wären, die Aufmerksamkeit des Volkes auf diesen Theil der Stadt. Ganz Paris durchlief der Ruf:„Nach der Äastille! 'nach der Bastille!" Von allen Seiten siuthete die bewaff- nete Menge herbei, um sich in den Besitz dieses wichtigen Assssstes zu setzen. Der Ausschuß der Wähler versuchte eine niedliche Beilegung der Angelegenheit und[schickte deshalb «ach einaiiber fünf Deputationen an den Gouverneur der Bastule, Delaunau, die jedoch sämmtlich ihren Zweck nicht erreichten. Es blieb also nur der Weg der Gewalt übrig und nach fünfstündiger Belagerung sah sich der Gouverneur genöthigt, die Brücken niederzulassen und sich dem Volke aus Gnade und Ungnade zu ergeben. Zwei Tage nach der Einnahme des Schlosses wurde vom Ausschuß der Wähler der Abbruch desselben angeordnet. sechshundert Arbeiter machten sich an's Werk und nach herab zu sehen. Sie hat beiläufig auch ihre V o r t h e i l e, in- dem sie den Verhandlungen ein größeres dramatisches Interesse verleiht und— was wichtiger— die Debatten eingehender und fruchtbarer macht. Der Redner wird zu f o- f o r t i g e r Gegenrede gezwungen und mancher Gedanke, der bei unserer Manier unausgesprochen bliebe, kommt zum Ans- dnick. Im amerikanischen Kongreß ist die Unterbrechung und sofortige kurze Gegenrede offiziell durch die Geschäfts- Ordnung anerkannt; und die Einrichtung hat sich in der Praxis vortrefflich bewährt. Reben der Weltausstellung haben wir hier anch einer Ausstellung der revolutionären Erinne- r u n g e n, oder hi st arische Ausstellung der Re- volution, wie sie sich offiziell nennt. Sie allein ver- lohnt eine Reise nach Paris. Ich habe sie schon durchwandert und werde sie noch durchwandern. Heute sind die Eindrücke noch zu gewaltig, um sie auf dem Papiere zu ordnen. Rur Eins: die Veranstalter der Ausstellung sind mit einer lobens- werthen Unparteilichkeit verfahren— alle Parteien der Revolution kommen zum Wort, und der Zuschauer kann urtheilen. Man kann dort so recht deutlich die Entstehung der massen- basten Lügen und Mißver st änd nisse verfolgen, aus denen die Vulgärgeschichte der französischen Revolution besteht, z. B. die Geschichte des Wortes„S a n s k u l o t t e". Weil die kurzen Kniehosen der lüderlichen Aristokratie— die „Culotte"— dem bürgerlichen Puritanismus und Purismus mißfielen, ersetzte mau sie durch lange Hosen — pamalors, die von den eifrigsten Revolutionären als Protest gegen Hof und Aristokratie getragen wurden. Und die Männer der revolutionären Lang hosen nannten sich Sansculotte«, d. h. Nicht träger der aristokratischen Kniehosen. In Deutschland und England, wo man zwischen Kulottes und PantalonS nicht unterscheidet, wurde nun aus dem puritanischen Mann der langen Hosen ein Mann ohne Hosen gemacht. Dieser Mann ohne Hosen spukt auf allen englischen und anderen reaktionären Bildem jener Zeit und er ist Geschichte geworden, das heißt, was man so Geschichte nennt— das traditionelle Lügengewebe, welches dem Volk für Geschichte ausgegeben wird. Und wie mit dem Sanskulotte so ist's so ziemlich mit der ganzen französischen Re- volution— Alles entstellt, theilo aus berechnender Bosheit, thcils aus Dummheit und Unwissenheit. Wählerlisten. Der Magistrat erläßt folgende Bekannt- machung:„Die Liste der stimmfähigen Bürger ist nach Vor- schrist der§§ 19 und 20 der Städteordnung vom 30. Mai 1853 berichtigt und wird nunmehr in der Zeit vom 15. bis einschließlich Den 30. Juli d. I. täglich von Vormittags 9 bis Nachmittags 2 Uhr in unserem Wahlbureau, Königstr. 7, Hof rechts 3 Treppen, öffentlich ausliegen. Während dieser Zeit kann jedes Mitglied der Stadtgemeinde gegen die Richtigkeit der Liste Einwendunaen erheben. Dieselben müssen in der ge- dachten Zeit schriftlich bei uns angebracht werden; später ein- gehende Einsprüche können nicht berücksichtigt werden. Die I. Abtheilung besteht aus denjenigen Wählern, welche mindestens einen Steuerbetrag von 1631,60 Mark zahlen, und schließt mit denjenigen Namen, deren Anfangsbuchstabe„I" ist. Die>1. Ahtheilung de- ginnt mit dem Steuerbetraac von 1631,60 M. und denjenigen Namen, deren Anfangsbuchstabe„K" ist. Sie endigt mit dem Steuerbetrage von 363,20 M. und den mit dem Buchstaben „R" anfangenden Namen. Die III. Abtheiluna beginnt mit dem letzteren Steuerbetrage und den mit dem Buchstaben„S" anfangenden Namen. Wir machen hierbei noch besonders daranf aufmerksam, daß bei Berichtigung der Wählerlisten in Betreff des Wohnsitzes der stimmherechtigten Personen in Berlin die von denselben zu erstattenden polizeilichen An- und Abmel- düngen berücksichtigt werden. Demgemäß sind wahlberechtigte Personen, welche nach einem Bade, in eine Sommerwohnung oder dergl.— also nur vorübergehend— verreist sind, es aber unterlassen haben, solches auf der Abmeldung zu vermerken, in der Wählerliste gestrichen worden." Wiederum ist aus dem zoologischen Garten Neues zu melden, und zwar diesmal von dem sogenannten alten Raubthierhause, welches, zu den Bauten der eilten Periode des Gartens gehörend, früher schon einmal zum Abbruch bestimmt war. Jetzt hat es nicht nur ein neues äußeres Gewand in Gestalt eines freundlichen Anstrichs erhalten, sondern es ist auch in seiner ganzen Einrichtung so von Grund aus umge- staltet worden, daß es kaum wieder zu erkennen und nach dieser Verjüngung geradezu einem vollständigen Neubau gleich zu achten ist. Durch kluge Ausnutzung des vorhandenen Raumes und durch sachgemäße Umänderung und Eintheilung der Innen- und Außenkäfige ist jetzt Platz geschaffen für eine ganz um- Verlauf eines Jahres feierten die Pariser auf der Stätie der alten Zivingburg ein Freudenfest. Es würde uns natürlich zu weit führen, wollten wir hier eine detaillirte Darstellung der Geschichte und eine Be- schreibung der Einrichtung der Bastille geben; wir beschränken uns deshalb darauf, die folgenden Worte Linguet's, des Verfassers der„Denkwürdigkeiten über die Bastille" an- zuführen, die wohl das anschaulichste Bild von den Schreck- nissen des französischen Staatsgefängnisses geben. Linguet sagt:„Wenn man in den Berichten üher jene Reisen, die eine vorübergehende Kraftaufwallung ein den letzten Jahren so sehr vervielfältigt bat, liest, daß in Australien, auf einer jener Inseln, die oie Natur dort vor der übrigen Welt versteckt zu haben schien, in seinem Wesen nach sorgloses, gutmüthiges und sogar leichtfertiges Volk lebt, dessen Regierung durchaus nicht blutdürstig ist, und bei dem die ernsthaftesten Dinge immer einen heiteren Anstrich an- nehmen, in dessen Hauptstadt aber nichtsdestoweniger sorg- fältig ein Abgrund erhalten wird, in den alle Bürger ohne Ansnahme in jedem Augenblicke gestürzt werden können, und in den in der That täglich einige gestürzt werden auf Be- fehle hin, deren vernichtender Strahl nicht zu vermeiden, deren Prüfung nicht zu erhoffen, ja deren Grund oder Vorwand oft nicht zu entdecken steht. Wenn man ferner liest, daß der auf solche Weise ver- schwundene Unglückliche alsdann von der ganzen Welt geschieden und weiter von seinen Freunden, seinen Ver- wandten, besonders aber von der Gerechtigkeit entfernt ist, als wenn er auf einen anderen Planeten versetzt wäre, daß seine Beschwerden rettungslos unterdrückt werden oder wenigstens nur einen einzigen Vermittler nach außen haben, den ihre Unterdrückung umsomehr interessirt, je ernsthafter und greifbarer ihre Ursache, d. h. die Bedrückung ist, die sich nothwendig macht. Wenn man erfährt, daß er, wenigstens lange Zeit hin- fassende Sammlung kleiner Raubthiere, die früher nur in sehr geringer Anzahl geyalten werden konnte», weil es an einer aeeig- neten Wohnung für sie fehlte. Und doch gehören gerade die kleinen Raubthiere zu. den interessantesten Geschöpfen für alle diejeirigen, die Löwen. Tiger und Bären nicht mehr anstaunen. ES ist aber in der That auch ein eigenthümlich fesselnder Anblick, diese kleinen Raubritter der Thierwelt aus aller Herren Länder, diese Wildkatzen, Luchse, Waschbären, Marder, Schakale und Füchse, wissenschaftlich geordnet, in ihrer Verwandtschaft und Verschiedenheit neben einander zu sehen. Da ist neben der weißen Angorakatze, dem zahmen und sanften Knnstprodukt menschlicher Zucht, die fauchende Wildkatze mit der ganzen Ur- sprünglichkeit ihres Räubertemperaments, und von ihr zu dem kurzfchivänzigen, pinselohrigen Luchsen überleitend der Sumpf- luchs mit halblangem Schwanz und kaum angedeuteten Ohrpinseln. Es folgen die Leoparden im Kleinen, die prächtig gefleckten Tiger- katzen in mehreren Arten. Daneben Hausen die Kleinbären, d. h. die kleinen Sohlengänger, in ihren verschiedenen Gruppen: Waschbären, Rüsselbären und Marderbären vollzählig vertreten; darunter derhMarderbär oder Binturong, ein ebenso absondcr- liches Geschöpf, als werthvolles und seltenes Stück; dann die Marderartigen im weiteren Sinne: die schläfrigen Palmen- marder, die moschusduftenden Zibethkatzen und der komische, durch sein unennüdlicheS heiser lachendes Geschrei vielen Be- suchen! von früher her schon wohl bekannten Honigdachs, dem letzt hier unter seiner Sippe die ihm gebührende Stelle ange- wiesen ist. Auch die gemeinen Wegelagerer unter den Raub- thieren, die Hyänen, sind hier untergebracht, und ein Paar neu angekaufte Beutelteufel, ebenso häßliche als merkwürdige Thiere, die zwar der Art und Weise ihrer Fortpflanzung nach zu den Beutelthieren gehören, in ihrem Charakter und Leben aber echte Räuber sind: den Namen„Teufel" sollen sie von den australischen Ansiedlern wegen der sinnlosen Wuth erhalten haben, mit der sie auf alles losgehen, was ihnen in die Quere kommt. Das Bindeglied zu den Huudeartigen bildet der Marderhund, ebenfalls ein sehr seltenes, dachsartig aussehendes Thier. Die Schakale und Füchse endlich sind in einer gaiizen Reihe von Arten vertreten, wovon wir nur den Schabrakner- und Streifenschakal, sowie den afrikanischen Großohrfuchs und den nordamerikanischen Silberfuchs als besonders interessante Formen hervorheben wollen. Alles in Allem dürfte das lange veniachläfsigte alte Raubthierhaus in seiner jetzigen Einrichtung und Besetzung ein viel besuchter Punkt unseres zoologischen Gartens werden und seine Verjüngung einen wesentlichen Schritt vorwärts in der Weiterentwicklung und Ausgestaltung des schönen volksthümlichen Institutes bedeuten. K«i einem Krande in Potsdam verunglückte der Maschinenheizer Hermann Droöka. Es brannte daselbst in vorvergangener Nacht die Burghalter'sche Brauerei am Kanal ab. Das Feuer war in einem Hintergebäude der Brauerei aus unbekannter Ursache entstanden, und zwar in einem Raum, in welchem Heu und Stroh aufbewahrt wurde. Infolge dieses Brennstoffes verbreitete sich das Feuer mit rasender Geschwin- digkeit und bald stand das ganze zweistöckige Gebäude, sowie ein danebenliegendes einstöckiges Gebäude in Flammen. In dem zweistöckigen Gebäude befand sich auch der Pferdestall der Brauerei und eine Treppe hoch, gerade über der Brandstelle belegen, die Wohnung des Maschinenheizers Hermann Droska. Während es gelang, die Pferde rechtzeitig zu retten, konnte letzteres bei Droska leider nicht geschehen. Der Mann hatte sich um 11 Uhr zu Bett gelegt und wurde erst munter, als sein Bett lichterloh brannte. Er hatte noch so viel Geistesgegenwart, emporzuspringen, spürte aber bereits, wie die Flammen an seinem Körper nagten, und lief nun, am ganzen Lewe brennend, die ebenfalls brennende Treppe hinab durch das Flammenmeer der unteren Etage auf den Hof. Dort brach er mit dem Rufe:„Schlagt mich lieber gleich lobt," zusammen. Am ganzen Körper hatte Droska fürchterliche Brand- wunden erlitten. Man trug ihn zunächst nach dem Militär- lazareth nach der Burgstraße, wo aber mit Rücksicht darauf, daß Droska nicht Soldat, die Hilfeleistung abgelehnt wurde.— Giebt es etwas Schrecklicheres, ja Herzloseres, als einen Ster- b enden, der in den letzten Zuckungen liegt, barsch von der Thür zu weisen? Es mag sein, daß der gesetzliche Buchstabe verbietet, einen todtkranken„Zivilisten" etwas militärische Ver- bandwolle zu reichen— bei der„Christlichkeit", die jedoch in der Armee herrschen soll, ist ein derartiges Benehmen aber kaum zu verstehen.— Der Unglückliche starb am nächsten Tage im städtischen Krankenhause in Potsdam. Wir sinD wirklich gespannt, wie sich die Verwaltung des Militärlazareths in Potsdam zu diesem Fall stellen wird. Eine interessante Entdeckung wurde vor einigen Tagen im Moabiter Untersuchungsgefängnisse gemacht. Vor durch, ohne Bücher, ohne Papier, ohne Verkehr mit irgend einem menschlichen Wesen der Marter überlassen bleibt, nichts von dem zu wissen, was draußen vorgeht, was aus seiner Familie, seiner Ehre, seinem Vermögen wird, wessen man ihn beschuldigt hat, wessen man ihn beschuldigen wird, und welchem Schicksale er entgegegengeht— eine Marter, deren Qualen eine Einsamkeit, die von keiner Zer- streuung unterbrochen wird, mit jeder Minute empfind- licher macht, und deren Gefühl sie mit jeder Minute steigert. Wenn man ferner erfährt, daß er keine weitere Bürg- schaft für sein Leben hat, als das zarte Gewissen seiner Wächter, die, da sie, trotz des Ehrenzeichens auf ihrer Brust, im Stande sind, sich für Geld auf einen willkürlichen Befehl hin zu feigen Trabanten zu erniedrigen, geiviß nicht davor zurückschrecken würden, sich zu einem noch feigern und barbari- scheren Dienste herzugeben, wenn man ihn auf Grund des- selben Rechtstitels von ihnen verlangte; daß er also sehr mit Recht in jeder ihm gebotenen Speise den Tod sehen kann, daß ihm jedesmal, wenn seine Thür geöffnet wird, das un- heimliche Gekreisch der schweren Riegel wie der Vorbote eines Todesurtheils, wie das Signal für den Eintritt der Ver- mummten vorkommen kann, die ihn hinzurichten bestimmt sind, ohne daß das Bewußtsein seiner Unschuld oder der Gerechtigkeit ein Grund zur Beruhigung für ihn wäre, weil man auf sein Leben dasselbe Recht hat wie auf seine Freiheit, weil dieselben Hände, die sich dazu hergeben, ihn auf Grund einer Lettre de cachet täglich tausendfach moralisch zu morden, sich ohne Zweifel aber nicht weigmt würden, ihn auf Grund einer gleichen Ennächtigung ein- mal physisch zu tödten, und weil es endlich an einem Orte, wo alles Schmerz und Geheimniß ist, keinen Frevel giebt, der nicht mit derselben Leichtigkeit begangen und zugedeckt werden könnte.. Wenn man endlich liest, daß, im Fall er seine Ge- eine 0*� etwa vier Wochen wurden nämlich in der„Neuen Welt" in der Hasenhalde zwei feinaekleidete junge Herren beim Taschen- diebstahl abgefaßt. Der Gendarm, welcher sie schon längere Zeit beobachtet hatte und auf der That erwischte, lieferte die Diebe im Rixdorfer AmtSgesänanisse ab. Dieselben nannten sich Raczinski und wollten kein Wort deutsch verstehen, sondern nur polnisch sprechen. Nachdem die erste Untersuchung in Rix- i>orf beendet war, wurden die Diebe an das Landgericht II eingeliefert. In der üblichen Zeil erfolgte die Eintragung in die Register und dann mußten die Gefangenen das vorge- schriebene Bad nehmen. In der Badewanne machte der Auf- seher die überraschende Entdeckung, daß der eine der beiden Herren"— ein Mädchen war. Nunmehr hat die Unter- suchung eine andere Wendung genommen. Allem Anschein nach hat man eS mit zwei internationalen Gaunern zu thun, die ihren wahren Namen verschweigen. Im Rixdorfer Amts- Sefänan'ß hat man beide für Männer gehalten und als solche nd sie auch in die Register des Moabiter Untersuchungsgefäng- nisses eingetragen worden. Ihm„Fall" Sandrock. Die fortgesetzten Mißhand- lungen, welche der Knabe Robert Lindemann von Seiten der Frau Sandrock zu erdulden gehabt hat, sind, wie nunmehr be- rannt, schon einmal zur Kenntniß der Behörde gebracht wor- den, und zwar von Seiten der Frau des Schankwirths Wegener, welche tiefes Mitleid mit dem mißhandelten Knaben gehabt, und diesen öfters menschenfreundlich unterstützt hat. Frau Marie Wegner hatte nämlich wegen der grausamen Be- Handlung des Knaben und auch mit Bezug auf dessen früher verstorbenen Bruder eine Denunziation bei der Staatsanwalt- schaft angebracht, hierauf aber folgenden ablehnenden Bescheid erhalten: Auf Ihre Anzeige vom 13. Mai d. I. gegen den Stadt- Missionar Sandrock gereicht Ihnen zum Bescheide, daß die statt- gehabten Ermittelungen keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer von demselben begangenen strafbaren Handlung ergeben haben. Der Erste Staatsanwalt. Im Auftrage gez. Hoppe. Bezüglich der jetzt beim Landgericht gcfiihrten Untersuchung egen Frau Sandrock verlautet, daß durch das bisherige Ver- fahren das Bewcismaterial derart zusammengetragen worden ist, daß vennuthlich eine Anklage wegen fahrlässiger Tödtung erhoben werden dürfte. Frau Wilhelmine Sandrock, geb. Raabe, stammt aus Neu-Bliesdorf bei Wriezen und ist jetzt 49 Jahre alt. Ei« KleideraHfIcktttzer Hai schon wieder sein Unwesen getrieben. Am Mittwoch Nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr hatte sich die in der Werftstraße wohnende Schlossersfrau Minna W. in der Nähe des großen Sterns im Thiergarten auf einer Bank niedergelassen und spielte mit ihrem kleinen Hund. Bald gesellte sich ein junger Mensch zu ihr, der eben- falls auf der Bank Platz nahm. Frau W. achtete nicht weiter auf den jungen Burschen, da sie ihm den Rücken zugekehrt hatte. Nach einiger Zeit erhob sich der Fremde und entfernte sich langsam. Es fiel der Frau W. auf, daß der Mensch sich, fortwährend merkwürdige Blicke auf sie werfend, nach ihr um- sah. Unwillkürlich musterte sie ihr gutes Kleid und gewahrte zu ihrem Schrecken, daß sich in demjelben mehrere Längsschnitte befanden, die nur der junge Mann gethan haben konnte. Ob- wohl sie sofort die Verfolgung des Attentäters aufnahm, blieb dieselbe fruchtlos: der Aufschlitzer war entkommen. Frau W. beschreibt, wie die„Post" mittheilt, den gefährlichen Menschen als einen jungen Mann von 15 bis 17 Jahren, mit dunkelblondem Haar, spitzem Kinn, länglichem blassen Gesicht und von schwächlicher Figur, ohne Bart. Die Kleidung bestand in dunklem Jacket, braunen gestreiften Beinkleidern und weißem Strohhut. N erhastet wurde am Freitag Morgen unter dem Verbackte des Betruges und der Erpressung der Herausgeber und Redakteur des Wochenblattes„Neu-Berlin", Namens Friedenstein. Die Geschäftsbücher sind auf Requisition der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Das Blättchm war ein Skandalblatt der schlimmsten Sorte, es arbeitete nach dem Vorbild des„Un- abhängigen". In oerschirdrHen jUattera lesen wir, daß die Berliner Hausdiener Herrn August Bebel mit ihrer Vertretung auf dem f ariser Kongeß betraut hätten. Das ist ein Jrrthum: nicht err August Bebel, sondern der Buchdrucker Herr Wilhelm Werner hat von einer öffentlichen Hausdienerversammlung diesen Auftrag erhalten. Polizeibericht. In der Nacht jum 12. d. M. fand vor dem Hause Lothringerstraße 43 eine Schlägerei statt, bei wel- zwei Bäckergesellen bedeutende Verletzungen am Kopfe er- cher zwei Bäckergesel WWWMWWWW�W litten.— Am 12. d. M. Vormittags wurde in der Spree, nahe dem Grundstück Köpnickerstraße 3—5, die Leiche eines seit dem 9. d. M. vermißten Arbeiters aufgefunden.— Nachmittags wurde in der Nähe der Lichtensteinbrücke die Leiche eines un- bekannten, etwa 40 Jahre alten Mannes aus dem Landwehr- kanal gezogen und nach dem Schauhause geschafft.— Zu derselben Zeit wurde ein Mädchen in seiner Wohnung in der Steglitzerstraße auf dem Fußboden liegend todt aufgefunden. Dasselbe hatte seinem Leben augenschemlich durch Vergiften ein Ende hemacht.— Abends entstand in dem Dachstuhle des Hauses Grüner Weg 120 Feuer, wodurch derselbe völlig zer- stört wurde. sundheit behält, dies nur noch eine Strafe mehr ist, weil dann sein Empfindungsvermögen lebhafter und die Ent- behrungen um so schmerzlicher sind, daß aber, im Fall sie, wie fast immer geschieht, dem im Hause befolgten unab- änderlichen Systeme erliegt, dieser Umstand ihn hilf- und trostlos der fürchterlichen Vorstellung preisgiebt, der er nicht entrinnen kann, der Vorstellung, daß er seine Familie im Unglück und sein Gedächtniß in Schanden hinterlassen wird, daß seine Asche des letzten Tributs ent- behren wird, den die Liebe denen zollt, die sie verlor, daß vielleicht Niemand um sein Ende wissen wird, daß vielleicht seine Frau, seine getäuschten Kinder noch Gelübde thun und Anstrengung zu seiner Befreiung machen werden, während das Grab, in das er lebend hineingestoßen ward, nichts mehr von ihm bewahrt, als seine entfleischten Gebeine. Wenn eine solche Schilderung sich in den Reisebe- richten Cook's oder des Admirals Anson fände, welchen Eindruck würde sie da hervorrufen? Würden wir mcht den Berichterstatter für einen Betrüger halten? oder viel- mehr, würden wir nicht unter heißen Glückwünschen, daß wir in Ländern leben, die von einer solchen Sklaverei frei sind, eine mit Abscheu gemischte Verachtung für eine so barbarische Regierung und ein so verächtliches Volk empfinden? Ach! dies Bild ist das der Bastille, und es ist noch hinter der Wahrheit zurückgeblieben! Wie wenig giebt es jene Seelenqualen wieder, jene langen Zuckungen, jenen be- ständigen Todeskampf, der die Schmerzen des Todes ver- ewigt, ohne je dessen Ruhe herbeizuführen, kurzum alle jene Leiden, die die Büttel der Bastrlle verhängen können, die aber Niemand schildern kann." Wenn wir diese Darstellung Linguet's lesen, so können wir nur ausrufen; Heil dem Manne, der es wagte, den Schleier von diesen Schrecknissen zu reißen, und Heil dem Volke, das seine Worte zu würdigen verstand! Vevgnügunjgs � Chronik. Der Auvsteltungspark Halenhaide dürfte heute. Sonn- tag eine ganz besondere Anziehungskraft auf das Publikum ausüben, da er, mit Ausnahme desjenigen Theils, der für die Produktionen der Singhalesen bestimmt ist, in seiner ganzen Ausdehnung bei einem Massen-Ensemble-Konzert von drei großen Orchestern ohne Eintritts- g el d zugänglich fein wird. Auch die Z o o l o gi s ch e und Ethnographische A u s st e l l u n g des Ausstellungs- parks Hasenhaide, die sich seit ihrer Eröffnung einer täglich sich steigernden Beliebtheit erfreut, dürfte heute umsomehr Zug- kraft ausüben, da die Thierwell durch manche inieressante Exemplare und die ethnographische Abtheilung durch verschie- dene neue Objekte vermehrt worden sind. Die Interrssante Manderung durch die jetzige Pariser Wellausstellung im Kaiserpanorama erregt das weiteste Interesse und wird so viel besucht, daß des Nachmittags kaum ein Platz zu haben ist, daher werden diese Sehenswürdigkeiten noch eine Woche verbleiben. An Stelle von Nonvegen ist für diese Woche eine Reise durch Unter-Jtalien, Neapel mit Um- gebung und Ausgrabungen von Pompeji zur Ausstellung ge- bracht, auf welche wir ganz besonders aufincrksam machen. Auf Hergehen wider da« Sozialistengesttznnd Ge- heitnbnndeler lautete die gegen den Maurer Wilhelm G a n s ch o w, den Töpfer Herm. Tabbert und den Tischler R u d. Richter erhobene Anklage, über welche am Sonnabend die II. Strafkammer des Landgerichts I zu befinden hatte. Kurz nach 9 Uhr eröffnete der Präsident, Landgerichtsrath B r a u f e w e t t e r, die Verhandlungen durch Verlesung der Anklageakten. Hierauf werden die Zeugen aufgerufen. Von Seiten der Staatsanwaltschaft sind nur 6, der Kriminalkommissar Schöne, die Wachtmeister Bernhard und Weinert, sowie Frau Hochberg, Frau Krause und Frau Tabbert, von Seiten der Vertheidrgung, die in den Händen der Rechts- anwälte F l a t a u und Stadthagen liegt, ungefähr dreizehn Entlastungszeugen geladen. Von letzteren sind nicht erschienen der Vergolder Frenzel, die Frau des Kriminal- Wachtmeisters Weinert, weil sie verreist ist, der Maurer Behrendt und der Hausbesitzer Elsner. Rechtsanwalt Stadthagen er- klärt, auf die Vernehmung der Zeugen nicht verzichten zu können. Durch das Zeugniß der Frau Weinert hätte die Un- glaubwürdigkeit des Zeugen Weinert nachgewiesen werden sollen, Maurer Behrendt hätte erklären sollm, daß die An- gaben und Erklärungen, die er der Polizei gemacht habe, auf Unwahrheiten beruhten. Da alle 3 Zeugen ordnungsmäßig geladen worden, so beantrage er die sofortige Jnhaftirung der- selben. Der Vorsitzende erklärt, daß dies nur bei Maurer Behrendt angängig fei, die anderen Zeugen hätten sich ent- schuldigt. Schließlich wird ein Bote abgeschickt, um B. herbeizuholen. Ersterer berichtet nach seiner Rückkehr, daß Behrend augenblicklich außerhalb Berlins, bei Hannover, weile. Damit ist der Antrag der Vertheidiaung erledigt und es wird zur Beweisaufnahme geschritten. Ganschow giebt folgendes zu: Am 27. März 1889 habe der Wachtmeister Bernhardt in seiner Abwesenheit eine Haussuchung vorgenommen, bei welcher in seiner Wohnung nichts gefunden wurde. Dagegen sei bei der Nachbarin Frau Hoberg ein Packet gefunden worden, ent- haltend: 2 Nummern des„Sozialdemokrat", 50 Sammelbons a 20 Pf. und 100 a 10 Pf., 2 Notizbücher, eine Extraquittung über erfolgte Bezahlung einer Menge"ver- botener Schriften in Höhe von 853 M., abzüglich 1 pEt. Rabatt und unterstempelt„Das Zentralkomitee der Berliner Sozialdemokratie", sowie 19 Zettel mit Abrechnungen. Auf die Aufforderung des Vorsitzenden, sich über die Or- ganisation der Partei zu äußern, erklärt der Angeklagte, dies nicht zu können, da er von nichts wisse. Der Präsident betont alsdann, daß ein Geständniß auch nicht nöthig wäre, da die Gerichtshöfe es bald als notorisch werden halten müssen, daß eine Organisation bestehe. Heber die Haussuchung kann G- nichts aussagen, da er auf dem Bau verhaftet wurde. Auf die Frage, wie die beschlagnahmten Sachen in seinen Besitz ge- kommen, erklärt der Angeklagte: Von den Nummern des „Sozialdemokrat" müsse er annehmen, daß sie ihm kurz vor der Haussuchung in's HauS getragen wurden, um die darauf folgende Nachfuchung zu einer erfolgreichen zu machen. Die Sammelbons habe er jedes Mai erhalten, wenn er etwas für den Fonds zur Unterstützung der Familien Ausgewiesener gegeben hatte. Die erhaltenen Bons habe er sich aufgesammelt. Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß er diese Erzählung für eine Lüge halte. Wie die Rota über die 853 resp. 767 M. in seinen Besitz gelangt sei, wisse er nicht. Der Präsident ermahnt ihn, nicht zu lügen. Ganschoiv:„Ich sage keine Unwahrheiten!"— Präsident:„Das sind aber welche!"— Ganschow:„Von meiner Seite nicht; ich kann doch nicht zugeben, was ich nicht weiß!" In Betreff der auf- gefundenen Zettel mit angeblichen Zentralkomitee-Abrechnungen erklärt Ganschoiv, daß er sich die Notizen im Jahre 1885 behufs Kontrolirung eines Kotonnenführcrs gemacht habe, als er in Neumünster auf einem Bau gearbeitet. Auf den Eimvurf des Präsidenten, daß vor den ausgeworfenen Posten das Wort „Material" stehe, entgegnet der Angeklagte, daß dieses Wort von einer dritten Perton müsse hinzugesetzt worden sein. In welcher Straße ber Bau in Neumünster gewesen und bei wem er gearbeitet, wisse er nicht. In dem be- schlagnahmten Buche befinden sich Notizen wie:„12 h 12 d". Ganschow erklärt, dies solle bedeuten:„habe 12 Stunden dort gearbeitet". Der Vorsitzende dagegen behauptet, daß es„12 Herren- und 12 Damenbrllets" bedeuten solle und sich auf die in den 7 Hauptmannschaften des Kreises VI b verkauften Billets zum Maskenfeste der Berliner Sozial- demokratie im Eiskeller bezöge: der Angeklagte erklärt dies für eine Lüge. In einem anberen Notizbuche befinden sich Notizen, die Tabbert geschrieben haben soll. Ganschow erklärt, Tabbert nie gekannt zu haben. Tabbert wird hierauf vom Präsident gefragt:„Sind Sie in der Bewegung?" Tabbert:„Wie heißt: „Bewegung"; ich kenne keine." Bei Tabbert sind bei der Haussuchung 36 Billets zum Maskcnfest, einige Bücher mit Lohnabrechnungen und Wahlzettel von Lieb- knecht gefunden worden. Aus der letzteren Thatsache wird seine Theilnahme an dem Geheimbunde hergeleitet, denn auf solche Wahlzettel seien bisher stets die Abrechnungen der Hauptmannschaften geschrieben worden. Behufs Vergleichung der Handschriften Tabbert's und des Schreibers der Notizen in dem einen Buche des Ganschow, wird ein Sachverstandiger ge- laden, der später erklärt, daß Tabbert die betreffenden Notizen geschrieben habe. Bei Richter ist am 29. März ein Notizkalender mit Abrechnungen, ein Stimmzettel mit Notizen, sowie ein Notizbuch gefunden. Die Abrechnungen im Kalender' wer- den von der Behörde als solche vom Maskenfest angesehen: der Angeklagte behauptet, es seien Abrechnungen von einem Vergnügen der Zerrtralkrankenkasse der Tischler. Er bringt mehrere Zeugen hierfür bei, die zu seinen Gunsten aussagen. Von dem außerdem gefundenen Notiz- buch erklärt Richter, daß es ihm nicht gehöre, daß es untergeschoben sei; hierbei führt er Beschwerde darüber, daß oer Schutzmann Jacob f. Zt. auf dem Molkenmarkt die beschlagnahmten Sachen uneingcpackt aus der Rocktasche ge- zogen. Hierbei müßte es hinzugekommen sein. Die Behauptung, er mit Ganschow verkehrt habe, erklärt er fiir eine Frech- heil. Richter erhält hierfür eine Rüge. Ebensowenig sei er am 8. März im Prälaten mit noch 9 Personen, darunter Oelze, Frenzel und Noack(das angebliche C. 6.) zusammen gekommen. Dse Entlastungszeugen, Noack, sowie die Beamten$ Rohlke und Engel müssen dies bestätigen, die Beamte»» sich allerdings unklar. Hierauf wird zur Zeugenvernehmung! schritten. Die Beamten sagen in bekannter Weise über dies aeblichc Parteiorganisation in Berlin aus. Auf die 3» der Vertheidigung, worauf sich ihre Aussagen'# erklaren sie, daß sie zum Theil aus cigi Wahrnehmung, zum Theil aus„Mittheilungcn" wüßten. Gewährsmänner zu nennen, ist den Zeugen verboten, dB erklären sie, als Stadthagen fragt, ob Reinicke und Behn Mittheilungen gemacht. Das Hauptbemühen der Vertheidigs ist im Weiteren darauf gerichtet, nachzuweisen, auf wie Füßen die.festgestellten Thatsachen" der Polizei Mj Mindestens fei es doch unerfindlich, warum noch eine 0W oraanisation bestehen solle, da doch in allen Kreisen Wahl«"? bestünden. Jede Zusammenkunft einiger Sozialdemokrat� eine Sitzung des Zentralkomitee's. Wachtmeister Bern? berichtet über dieHaussuchung bei Ganschow. Frau Ganscha»' geöffnet und als sie ihn sah, die Thür sofort zugeschlagen' „sich etwas zu schaffen gemacht." Nach erfolgtem Einlaß sei' die Küche gegangen, um die Maschine zu durchsuchen-' diesem Augenblick sei Frau G. hinaus und zu den RaA leuten Hochberg gerannt und dort das später gefundene?» sowie einige Zettel, die sie ans der Brust trug, Dasselbe beitätigt Frau Hochberg. Die Vertheidigung, Laufe der Verhandlungen noch an, daß es nicht verboten fe bei G. gefundenen Bons zu vertreiben, eS feien nur? nur- _' vtnixiucil/ Li) l L ICH H**' jl zur„Unterstützung Jnhaftirter" verboten, die gefundenen» Ausgewiesener und Jnhaftirler". Sag zur„Unterstützung Ä___ Reinicke wird gefragt, ob er der Polizei Angaben gemacht� er antwortet mit„Nein", ebenso, ob er nie beim Wacht?- Bernhard gewesen sei. Auch von einer Organisation weiß er»« Nach-orfolgter Vernehmung der erschienenen Zeugen stellt dir- thcidigung den Antrag, behufs Vernehmung der Zeugen Bfl» (Maurer), Frenzel, Fritze, Olze und Grau die Verhanvlungj«, tagen. Der Gerichtshof zieht sich zurück und verkündet nach eintritt, daß dein Antrage stattgegeben fei, daß aber gletz auch die Inhaftnahme der Angeklagten wegen Fluchtver beschlossen sei. Gegen die letztere Maßnahme traten die. theidiger mit aller Entschiedenheit auf. Sie erklärten unter diesen Umständen lieber auf die gestellten Anträge ziehten zu wollen, ein Zugeständniß, welches indessen vo«� richtshofe zurückgewiesen wurde. Derselbe trat noch ein? Berathung und nun wurde der vorhin gefaßte Beschluß abgeändert, daß die Angeklagten gegen eine Kaution- dreitausend Mark aus der- Untersuchungshast zu lassen seien. Die Angeklagten erklärten, kaum die Kaution stell? können und wurden in die U n t ers.u ch u n gi" abgeführt. Die Verhandlungen dauerten 7 Stund?! Rechtsanwalt Stadthaaen protestirte gegen die übliche � nähme des Gerichtshofes, den Eintritt zum Zuhörerrau»� gegen Karlen zu gestatten und dieselben nur an Spitzel-J geben. Dies bedeute Ausschluß der Oeffentlichkeit. Der» sident wies die Anschuldigung zurück und erklärte, nicht D» eingehen zu wollen. zu lassen, vi ein Herz un Redner in! den Beschlü Streikführer beimaß, eS gearbeitet• Durchführui den Diskuss von allen h zuhalten un Forderungei jetzt könne> mehr werde Tvurde auch diese Fra> ö'rtert wer! Grothmanix überall Ar den Berlin« was ein fef in Wien bi noch weiter gende Resol Elysium la« aller Energi dahin zu w nicht voll u wird. Die dementspreck Kollege ver, Ut besucht ML Bauten, w Wer zu i hält, hat sicl werden.( den von de gefaßten B> zugehen, nii faßten Bes 'berufenden — Im Ans Tonhallen»« dieser Herr der. Dadur« Die Organi Filialen a> und das Z« allein die G klärte sich sc Zentralbure> Kerstan, W Herrn Wen ein Glückw« zu entsenden wurden feri der Unkoste kongreß in vcrsammlun Soziale Meberfichl.%%% l/ 3 41LHIVLU«yv Aufruf an alle Arbrtter Dentfchland«! Freunt'! sammlung r Brüder der Arbeit! Nachdem die Maurer Berlins seit-« Die g, Wochen im Generalstreik gestanden, sind wir jetzt zu de» stellen Streiks übergegangen. Der Sieg sowie die Erru» schaften, die wir bis jetzt erreicht haben, müssen alle Ä» Deutschlands als bemerkenswerthe bezeichnen. Mit Stolz man wohl auf eine derartige Bewegung, wie sie sich die tiner Maurer zum Ziele gesteckt hatten, blicken. Dank der* Willigkeit der Arbeiter Deutschlands, durch ihre materielle. moralische Unterstützung, welche sie uns wahrend deS| Kampfes zukommen ließen, glauben wir uns jetzt in die versetzt, um uns selbst helfen zu können und richten dah- alle diejenigen die dringende Bitte, welche noch im Besitz von uns herausgegebenen Sammellisten sind, dieselben,* zeichnet oder ungezeichnet, an uns zurück zu senden. Unermüdlich werden wir Das zur vollständigen® führung zur bringen suchen, was wir uns zum Ziele 8' haben. Wir sprechen daher im Namen der Berliner Maurer �. besten Dank aus, und sollten Diejenigen, welche uns im" ums Dasein so reichlich unterstützt haben, einmal in ein* liche Lage versetzt werden, so werden wir auch unsere® digkeil thun. war von un Mitgliedern Leitung die' da man hie Gefahr eine hielten die( Herr Pf ei Dienstmädch beschäftigt n die wohl sä rechnen und wollen, den »näß hohe Hoppe re« gesellen wi ogis auß bedaw vom Arbeiter fest schnitten. 6 Journ." zu über die be Die einzige Unterstützung,, die uns noch zu Theil n%j� kannn, ist, daß der Zuzug noch strengstens da wir noch nicht Alles errungen haben ferngeWW'�a Herr Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck CfWfn ..........." I.A.: Wilhelm Kerstan, �erfQ Mit kollegialischem Gruß. sst-aße 4. Ferdinand Grothmann, Stettinerstr. 19a, zu» im Zentralbureau, DreSdenerstr. 116. der 14 Stun gleichzeitig c Arbeitszeit> schicken, dm zugänglich »-ungenügend Verfoinnrluttgen. SÄ Die öffentliche Uerfammlnng der Manrer w! und Umgegend, welche am 12. d. M., im Elysiuni/, � � neuen Volkslokale in der Landsberger Allee, abgehalten?, sn„,. h- legte ein beredtes Zeugniß dafür ab, daß der flute Geist v?». j■. Maurern noch nicht gewichen ist, wie verschiedentlich bes»-» m,, t i wurde. Diesmal hatten sich die Leiter der Bewegung.�. Z!. über mangelhaften Besuch zu beklagen. Trotzdem keine anschlüge erfolgt waren, war der mächtige Saal doch h�über hn« f« den letzten Platz gefüllt. Das Bureau bildeten die über das bv estellten Fc Fiedler, Kerstan und Silberschmidt, nachdem die Herren ��n den For mann und Karl Schmidt, zum ersten Vorsitzenden vorgeschtU� abgelehnt hatten. Der Referent Herr Grothmann machte nachdem die Tagesordnung:„Bericht über die Lagt, Streiks nnd weitere Stellungnahme" bekannt gegeben folgende statistische Angaben: Im Osten werde aearbeit�. q,,'. 15 Bauten 9 Stunden, auf 26 Bauten 10 Äundeiw»z-c'' 9 Bauten Akkord. Durchschnittslohn 55 Pf. pro Stunde, igr r' Westen: Auf 22 Bauten zu 9 Stunden nnd 60 40 Bauten 10 Stunden zu 55—60 Pf., 3 Bauten ��bevorst<>6-„ß Im Süden: 22 Bauten 9 Stunden, 25 Bauten 10 StA B5Cn,fei. k,rl. 10 Bauten Akkord. Im Südost: 51 Bauten 10 StunK»Muf c.;.,#5 55-60 Pf., 8 Bauten 9 Stunden und 60 Pf., 3 Akkord. Im Norden(Filiale Ackerstraße): Auf 22,,.. k 9 Stunden, 38 Bauten 10 Stunden, durchschnittlich% 7 Bauten Akkord, 3 Bauten liegen still; im Norden G Metzerstraße): 6 Bauten Akkord, 8 Bauten 9 Stunde» 60 Pf., 41 Bauten 10 Stunden und 60 Pf., 15 10 Stunden und 55—60 Pf. Im. Zentrum: 4 Bauten 9 den, 24 Bauten 10 Stunden, 3 Bauten Akkord-____________ Moabit: 7 Bauten 9 Stunden, 22 Bauten 10 JrjJeine Ideale den, 4 Bauten Akkord. In Summa 103 C. zu 9 Stunden, 290 Bauten zu 10 Stunden- Bauten in Akkord. Des weiteren berichtete Referent letzte Mcisterversammlung, welche ihm hinreichenden längeren Ausführungen gab. Großen Unwillen rief der N' i beschluß, die„schwarze Liste" betreffend, in der Versan"� hervor, indessen— die Botschaft hörte die Versammlung allein ihr fehlte der Glaube. Auch die„Baugewerks-o* ivürdigte Herr Grothmann einer längeren Besprechung- Referent schloß init der Mahnung, die Bewegung nickss »ih e lm Äfi Kelle des di errSchrifts hema. R, indthorst't /wahrt hat, ichen Karte 'egeisterung urgerlichen «eselben ein »ehr zu gen och das G ehr auf ' mb"»1 ßtrtl wie sch> izei st eine i Wahl emokrat» tx Ber» Mansch»»! &' chsuchew «,(011 Ä lu lassen, vielmehr den Arbeitgebern zu zeigen, bah bie Maurer PWamtcni«n Herz unb eine Seele seien.(Lebhafter Beifall.) Der erste «oAmtinill Rebner in ber Diskussion war Herr Krieg, welcher ebenfalls liber die«! den Beschlüssen ber Jnnungsmeister, die Maßregelungen ber - vi. W Streikführer unb ber Streikenben betreffend, keinerlei Bedeutung [' W beimaß, es aber lebhaft beklagte, baß noch vielfach 10 Stunden ,.ä ojall gearbeitet werde. Dennoch zweifelte Redner nicht an der «nb,on 1 Durchführung der neunstündigen Arbeitszeit. In der folgen- vu» r.i den Diskussion, in welcher zahlreiche Redner sprachen, wurde von allen hervorgehoben, an der neunstündigen Arbeitszeit fest- zuhalten und mit aller Kraft dafür zu sorgen, daß die gestellten Forderungen allgemein zur Duränührung gelangen. Schon jetzt könne man zufrieden sein mit dem was errungen ist, und mehr werde noch errungen werden. In der langen Diskussion wurde auch die Polierftage verschiedentlich gestreift, doch wird diese Frage in einer besonderen Versammlung er- örtert werden. In seinem Schlußworte ermahnte Herr Grothmann, sich in keiner Weise beirren zu lasse» und -überall Aufklärung zu schaffen. Selbst aus Wien seien den Berliner Maurern Sympathiekundgebungen zugegangen, was ein sehr erfreuliches Zeichen sei, da die Arbeiterbewegung in Wien bisher auf sehr schwache» Füßen stand. Nachdem noch weiter Herr Karl Schmidt gesprochen hatte, gelangte fol- gende Resolution einstimmig zur Annahm�:„Die heule) im Elysium tagende öffentliche Maurerversammlung beschließt, mit aller Energie und allen gesetzlich zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß auf den Bauten, wo die Forderung noch nicht voll und ganz bewilligt ist, dieselbe in kürzester Zeit bewilligt wird. Die Versammlung beschließt daher, in kürzester Zeit eine dementsprechende Versammlung einzuberufen und ist ein jeder Kollege verpflichtet, dafür zu sorgen, daß diese Versammlung gut besucht wird. In dieser Versammlung soll der Tag festgesetzt werden, wann um 7 Uhr in ganz Berlin die Arbeit begonnen werden soll. Alle diejenigen Bauten, welche dann nicht bewilligen, bleiben liegen. Wer zu den gestellten Forderungen keine Arbeit er- hält, hat ffch zu melden und wird dementsprechend unterstützt werden. Im weiteren erklärt die heutige Versammlung, über den von dem„Bunde der Bau-, Maurer- und Zimmermeister" gefaßten Beschluß(betr. schwarze Liste) zur Tagesordnung über- zugehen, nicht aber iiber den von der Polierversammlung ge- faßten Beschluß, vielmehr in einer in nächster Zeit emzu- 'berufenden Versammlung direkt Stellung dazu zu nehmen." — Im Anschluß hieran wurden die Vorgänge in der letzten Tonhallenversammlung nochmals besprochen und legte anläßlich >en NaÄ mdene v* lung., Voten% :n nur in denen x".@4 gemacht I Wach«« weiß er« (dlun t nach >er fluchtvo >len die 'lärten I Anträge Jen vo« ch eimnj teschluß* mlion«* dieser Herr Grothmann sein Amt als Leiter der Bewegung nie- lshaft i« m stell i ungä! Stuni ibliche lrerrauni� % , nicht der. Dadurch wurde wiederum eine unliebsame Debatte gezeitigt. Die Organisation betreffend, beschloß die Versammlung, die acht Filialen am Sonntag(heute) Mittag 12 Uhr aufzulösen und das Zentralbureau auf 4 Mann zu verstärken und diesem allein die Geschäftsleitung zu übertragen. Herr Grothmann er- klärte sich schließlich bereit, sein Amt wieder aufzunehmen. Das Zentralbureau besteht nunmehr aus den Herren Grothmann, Kerstan, Wernau, Fiedler und Köhler(als Stellvertreter des Herrn Wernau). Sodann wurde Herr Grothmann beauftragt, ein Glückwunschtelegramm zum internationalen Arbeiterkongreß zu entsende», um das„Stimmvieh" abzuschwächen. Die Kollegen wurden ferner dringend ermahnt, die Sammlungen zur Deckung der Unkosten für den Delegirten zmn internationalen Arbeiter- lkongreß in Paris mit Eifer zu betreiben. Die nächste General- Versammlung findet bereits morgen, Montag, Abend in den _ UCLJummvuuy[inutt WIV rftl«! Bärgersälen, Dresdcnerstr. 96, statt. Mit einem dreifach do» j nernden Hoch auf den Sieg der gerechten� Freunds) jammlung nach Mitternacht. is seit V gerechten Sache schloß die Ver- zu den >ie E'" alle it Stolz sich die rnk der aterielle ö des t in die Die gestrige Derjammlung der streikenden Käcker war von ungefähr 2000 Personen besucht. Den Kommissions- Mitglieder» Herren Pfeiffer und Hoppe wurde die Leitung dieser und der ferneren Versammlungen übertragen, da man hierzu am besten Personen wähle, welche nicht der Gefahr einer Maßregelung ausgesetzt sind. Sämmtliche Äedner hielten die Situation für den Streikenden für durchaus günstige. Herr Pfeiffer konstatirt, daß jetzt vielfach Hausknechte und Dienstmädchen, ja in einem Falle ein Schlächter mit Backen beschäftigt würden. Andererseits sind von einzelnen Meistern, Sßhtl die wohl schon mit einer envarteten Knappheit der Backwaare «i gwW rechnen und ihren Kollegen rasch ein paar Kunden fortschnappen sotbon rooQen, den Gesellen für die kommende Woche unverhältniß- ...' I umß Hohe Löhne(sogar 40 M.) geboten worden. Herr 'd'mon H 5 p p e rechtfertigte eingehend die Forderung, daß die Bäcker- m.i. jj gejelleu wie die Gehilfen in allen übrigen Gewerben ihr Logis außerhalb der Wohnung des Meisters hätten. lkaiirer«*?1' bedauerte ferner, daß die Kleinmeister, trotzdem ....|m&"e vom Großkapital erdrückt würden, meist dem in ein«\ Arbeiter feindlich gesinnt seien und sich somit ins eigene Fleisch unkore schnitten. Eine derbe Abfertigung ließ der Redner dem„Kl. «T Journ." zu Theil werden, welches in einem läppischen Artikel Tbeil il�Tsber die beabsichtigte„Aushungerung Berlins" sich sogar zu -"-(«der Aeußerung des Verdachtes verstiegen habe, daß die Leiter der Streikbewegung die Streikkasse verspielen würden. Endlich iehalten> druck§,crr'�op?e auch mit der Innung ins Gericht. In der TibWs Versammlung derselben wurde erklärt, daß eine Verkürzung iii*l ) Qa � � I4 Stunden betragenden Arbeitszeit nicht ausführbar sei, unl) ' alenbroitio entwickelte man den Plan, die durch vierzehnstündige 1 1 i«.. Ti„ f... 4 1...,.!__. 1(' f C Jfl.. f.».. sArbeltszeit ermüdeten Lehrlinge in die Fortbildungsschule zu -schicken, damit sie anderen als sozialdemokratischen Einflüssen zugänglich würden. Mehrere andere Redner besprachen die ungenügenden Lohnverhältnisse; es ergiebt sich, daß 12 Mark z**«wöchentlich der Durchschnittslohn ist, der zwar zuiveilen über- � stiegen, aber häufig noch nicht einmal erreicht wird. Bäcker- Uieister D u p k e � erklärte, daß er die Forderungen bo eer illigt habe, daß aber seine Gesellen trotzdem streikten, iuilion 0", luaS F'hnen nicht verdenke. Dieser Redner ging Geilt vo«!?1nnn. F�enjnge» der Gesellen einzeln durch und licki befi�' lhaen im Wesentlichen zu. Diese Ausführungen wurden uut lebhaftem Beifall aufgenommen. Schließlich gelangte fol- eine Resolution zur Annahme:„Die heute am 13. Juli auf doch bi§"D>voli" tagende Versammlung der streikenden Bäcker spricht F�A�gende Resolution zur Annahme: keine Tivoli" tagende Versammlung................... über das bisherige Verhalten der Bäckermeister in Betreff der gestellten Forderungen ihre Mißbilligung aus. Dieselbe erklärt an den Forderungen festzuhalten und den Generalstreik bis auf weiteres zu verlängern. Die ganze Versammlung beschließt, usznhalten bis zum Entscheidungspunkte." Gin- reich besuchte Derjammlung de« fozialdemo- rattschen Mahlverein«(S. Wahlkreis) tagte am Frei- «tag Abend im„KönigSljos" Bülowstr. 37. Referent über das � die 5' achte zu« sie Lag« gegebe«. gearbeit«' -Oiinde. ie Parteien in Deutschland und die wi Pf./ jwvU fguben des Reichstags", sollte Herr Buchdrucker ,,(-« Äk?� e rne r, der Delcgirte der Berliner Sozialdemokraten zum in Arbeiterkongreß in Paris sein.— Nachdem Ein- C5hmbe« berste Herr Witsch ke die Versammlung eröffnet, erhob sich � 3 MÄ.'c'n Ersuchen die Versammlung zum ehrenden Gedenken Y 99 BiÄF?? vergangenen Sonntag beerdigten Genoffen und Führers ittlick 60'wi,'! b e l m Hasen clever einhellig von den Sitzen. Ein- «SfesDWlSL&SDW «uten 9 �3%(lemn w x rt®aQtc ein und referirte über das aufgestellte WM» 4 der SM," Parteien von der Sozialdemokratie trennt, daß 4 P/P-r&Ktwr AAa 4 sc g nicht"1 r das Zentrum, die Deutschfreisinnigen. Fürst Bismarck ist lediglich der Mann der Verhältnisse; er hat seine Zeit erkannt; die Veihältnisse haben ihn cmporgebracht und er muß jeweilig seine Politik nach den veränderten Verhältnissen drehen. Redner gab einen Rückblick auf den ökonomischen Entwickelungsprozeß innerhalb der letzten 40 Jahre, bis zu dem Auftreten der modernen Arbeiterbewegung. Die moderne Arbeiterbewegung beginnt für das oberflächliche Auge mit dem ersten Auftreten Laffalle's. Wohl hat dieser Mann Großes geschaffen, daß aber die Ackerkrume den von ihm ausgestreuten Samen aufnahm, das war allein die Wirkung der ökonomischen Verhältnisse, welche die Arbeiter ans dem Kleinbetrieb heraus und in den Großbetrieb hinein versetzten, die denselben den be- schränkten Horizont nahmen, der dem Kleinhandwerk naturgemäß anhaftet. Nachdem Vortragender die Abstimmung der Parteien über das Sozialistengesetz einer Betrachtung unter- kam er des Einzelnen auf die verschiedenen Parteien zu zogen, sprechen. Die Konservativen sind kapitalistisch-konservativ, nicht mehr wie früher Gegner des Kapitals. Das Zentrum hat den Boden verloren; die Deutschfreisinnigen werden mit Recht am Stimmenschwund endlich zu Grunde gehen. Denn die Bour- geoisie ist reaktionär geworden. Für die Sozialdemokratie sind auch die Deutschfreisinnigen zur großen reaktionären Masse ge- hörig. Die Antisemiten haben die Möglichkeit, in die unauf- geklärten Massen der arbeitenden Kreise einzudringen.— Von dem gegenwärtigen Reichstag zusprechen, unterließ Redner, weil derselbe ia doch im Grunde nichts anderes ist, als ein treues Spiegel- bild der eben geschilderten politischen Parteien. Der Geist der Brüderlichkeit, Solidarität und des Klassenbewußtseins, der die Sozialdemokraten belebt, werde bewirken, daß sich die Zahl der Vertreter der Arbeitersache im kommenden Reichstage wiederum vermehren werde. Man solle nicht mehr in etwaigen Stich- wählen dazu beitragen, daß, wenn die Deutschsreisinnigen nicht mehr laufen können, die Sozialdemokraten ihre Stützen dar- stellen. Die Sozialdemokratie kämpfe für wirthschaftliche und politische Befreiung und unter dem Zeichen des Sozialismus und der Demokratie werde man siegen. Lauter, lang aichal- tender Beifall folgte den Ausführungen des Referenten. Nach einigen anschließenden Worten des Vorsitzenden und Beant- wortung mehrerer Fragen schloß die Versammlung. Der Lokawerbnnd Kerltn-Gst«nd Umgegend de» Uerdand» deutscher Zimmerleute hielt am Mittwoch, den 10. d. M., Abends 8% Uhr, in Hoffmann's Salon, Gr. Frank- furterstraße 72 73, eine große Generalversammlung unter Leitung des Herrn Gruse ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Abrechnung vom 2. Quartal 1889. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Nach Verlesung des Pro- tokolls der vorigen Versammlung erhielt der Kassirer das Wort. Derselbe verlas folgenden Kassenbericht: Die Haupteinnahme betrug 140 M., die Ausgabe 140 M. Die Lokaleinnahme 83,65 M., die Ausgabe 65,43 M., bleibt Bestand 23,22 M. Nachdem die Richtigkeit des Berichts bestätigt war und nie- mand gegen denselben etwas einzuwenden hatte, wurde dem Kassirer Decharge erlheilt.— Im zweiten Punkt der Tagesordnung wurden mehrfach die Wünsche laut, die Vorstandswahl bis zu einer anderen Versammlung zu ver- tagen, da viele Mitglieder nach der großen öffentlichen Ver- sammlung sämmtlicher Zimmerleute Berlins, welche an dem- selben Tage in der„Tonhalle", Friedrich straße, stattfindet, ge- gangen waren und infolge dessen die Versammlung nicht so besucht ist, wie sie hätte besucht sein müssen. Diesem konnte aber nicht nachgekommen werden und wurde hierauf die Wahl vorgenommen. Es wurden folgende Personen gewählt: Herr Haberstroh zum 1. Vorsitzenden, Herr Schröder zum 2. Vor- sitzenden, Herr Elsholz zum Kassirer, Herr Schleuder zum ersten Schriftführer, Herr Hekert zum 2. Schriftführer, die Herren Keil und Gering zu Revisoren, zu Kontroleurcn die Herren Jerkoskie und Rudolph. Nach einer kurzen Debatte im Ver- schiedcnen und nach Erledigung des Fragekastens wurde die Versammlung um 10 Uhr geschlossen. Kerichtigung. In dem in Nr. 159 enthaltenen Bericht über die Versammlung der Stuckateure muß es heißen A. Werder, nicht Werks. N«rba»d deutscher Zimmerleute tlämmtliche Lokal verbünde Berlins)� Grobe GeueraUiedamiiilimfl am Sonntag, den 14. Juli, Vormittags 10 Uhr, im Königstadt-Kalino, Holzmarktslr. 72. Tagesordnung 1. Bericht der Delc- girtcn vom diesjährigeu Handwerkstage zu Weimar und Bericht des Verbands- Ausschusses. 2. Wahl des VerbandS-AuSschusscS. S. Verschiedenes. ES ist Pslicht eines jeden Mitgliedes in der Versammlung zn erscheinen, auch werden daselbst neue Mitglieder aufgenommen- Quittungsbuch lcgitimirt. N«r»in zur Mnlzrung der Ziiteressen der Steintriiger und ver- wandten BcrufSgenosscn Berlins. Sonntag, den 14. Zuli, Vormittags 11 Uhr, bei Schesser, Jnselstr. 10, 2 Tr. Tagesordnung: 1. Vierleliiihrlichcr Uassen- bcricht. 2. Wie gedenken wir den monatlichen Beitrag zu erheben? Z. Innere VcreinSangclegenheiten und Verschiedenes. Kollegen als Grtsle haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Vereinigung der Drechsler Deutschland« lOrtSverw. Berlin I). Versammlung am Montag, den 15. Juli, AbendS N Uhr. Annenstr. 18, im Louisenstädtischen Klubhause. Tagesordnung■ 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Kollegen CanziuS iiber. Dampskrast und Dampsmaschinen. Mit Erverlmenten. 3. Viertclsährlicher Kassenbericht. 4. Fortsetzung der Werkstellen-Tlatislik. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Die Mitglieder werden ersucht, die Frage- bogen zur Lohnstatistik ausgefüllt abzuliescru. Neue Mitglieder werden auf- genommen. Zrntral-Krankrnlials« der Tabakarbeitrr(Berlin II). Mitglieder- Versammlung am Montag, den 15. Juli, Abends 8)£ Uhr, bei Schuster, Elisabethkirchstr. 8. Tagesordnung: 1. Berichterstattung über die Generatver- sammlung zu Halberstadt. 2. Verschiedenes. Der Derband der ttlöbrlpolirrr Berlin» und Zlmgegrnd hält am Montag, den 15. Juli, Abends 8 Uhr, im AndrcaSgarten, AndreaSstrahc 28, seine ordentliche Generalversammwng ab. Tagesordnung: 1 Vierteljahrs- Kassenbericht. 2. Anträge. 8 Ersatzwahl sür einen Revisor. 4. Verschiedenes. - Alle Rlitglieder sowie Kollegen, welche Mitglieder werden wollen, sind hier- durch eingeladen. Ebenso laden roir alle Frerrudc»nd Kollegen zu der am 21. Juli stattfindenden Fanrilien-Kremserparthie nach Hakenselde ein. BttlclS sind zn haben in obiger Lcrsammlung, sowie bei den Kollegen r Gräber, Grüner Weg Nr. 85, Buck, Sorauerstrahe Nr. 5: Rau, Brnnnenstratze 94; Wolgast, Swuicmünderstr. 132, Wendt, Frankfurter Allee 118»; Baniee, Rclchenberger- strahe 28 und Weber, gliederstr. 6. Fahrvreis 1,50 M, Kinder, welche einen eigenen Plah einnehmen, 75 Pf. Schlich dei Billetvcrkauss am 17. Juli.— Den Kollegen zur Nachricht, das auS London zwei Berichte über die dortigen Arbeitsverhältnisse elngctroffen sind. Dieselben kommen in obiger Bersauunlung unter Verschiedenes zur Diskusslon. Uorein der htlodrtltischler. Versammlung am Montag, de» 15. Jult, Abends 8\ Uhr, Gartenstr. 13. Tagesordnung; 1. Viertcljahrsvericht. Bericht der Revisoren. 2. VereinSangelegenheitcn.- Das Eoinmerfest findet am 3. August statt. Verein der ZiiMziieider- Vorrichter und Dtepper. Montag, den 15. Auli, Abends 9 Uhr, Fischerltrahe 41, VereinSversammlung Eine grosse öffentliche Vorlammlung der Kau-Arbriter Berlin» und Klmgegend findet am Montag, den 22. Juli, AbendS 8 Uhr. in Scheffer'S Salon, Jnselstr. 10, 2 Treppen, statt. Tagesordnung; Endgittige Beschltchsassung über Aufhebung oder Nichtaushebung des partiellen Streiks. — Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jede» Bau- Arbeiter» zu erscheine». Name und Wohnung der VertraueiiSmänner, welche die srciwilligc» Beiträge zum GencralsondS entgegennehmen, bei deiieir jede Auskunft in Angclegeuheiteu. die uns Bau-Arbeiter bctressen, erlhcilt wird. find; 1. Robert Klinge, Kulmsir 18; 2. Paul Schröder, Prinzen-Allee 22; 3 Wilbelm Kichne, Langest». 25; 4. Heinrich Gebhardt, Prinzenstr. 7. ivtit v»r»!iiigung d»r Vergoldcr und Lnchg-noffru. Generalversammlung am Montag, den 15. d. M, Abends 8% Uhr, im Saale de» Herrn Scheffer, Jnselstr. 10. Tagcoordmmg; 1.«assenberichr. 2. Neuwahl des ersten Borfibenden. 3. Ausnahme neuer Mitglieder. 4. Bericht der Tariskomimsfion. 5. Verschiedenes. Gäste willkommen. Der Fnchvereli» saninrtlichrr an Dolzbearbeitunga-Waschlnen beschäftigter Arbeiter hält am Montag, den 15. Juli, AbendS 8% Uhr. bei Sacger, Grüner Weg 29, seine Generalocrsannnlung ab. Tagesordnung) 1 Abrechnung vom 1. Onartal. 2. Verschiedenes 3. Fragekasten. Gäste find willkommen. Nene Mitglieder werden anfgenommen. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. ver Verein zur Wahrung der Zntereffen fämmtllcher Kaäiirer hält am Montag, den 15 d. M., AbendS 8% Uhr. bei Gnadt, Brunnenstr. 38, eine Versammlung ab. Tagesordnung; Zweck und Nutzen der Verkürzung der Arbeitszeit. Referent; E. Pirch. 2. Disknlston. 3. Ausnahme neuer Mitglieder. 4. Verlchiedeneö und Fragekasteu. Gäste habe» Zutritt. Sozlaldemokratifcher Kefeklub„Kefftng". Montag, de» 15. Juli, Abends 9 Uhr, Waltstrahe 20, Restaurant Leonhardt, z n m Gedächtnis! H a s e» c l e v c I' S, Vorlesung aus seiner NovoUe-.„Eine entscheidende Reichs- sagssitzung.' Gäste habe» Zutritt. � Der verein Berliner Dauadiener hält am Montag, den 15. d. M., AbrndS 9 Uhr, Neue Grünstr. 28, eine Generalversammlung mit totgendcr Tagesordnung ab; 1. Mittheilungen, 2. VierteltahieSberickt, 3. Ausnahme linier Mitglieder, 4. Unsere-steüeiiverniitlelung, 5. Verschiedenes und Fragt- Verband der VorzeUanmaler«nd B»rufsg-noff-n Berlin«. Moniag. den 15. d. M,, AbendS S Uhr. bei Herrn Fcnerstcin, Alte Ialobstr, 75, Bersainnilung. Gäste willkommen, Verein zur Wahrung der Kntereffen der Schuhmacher«n» verrvandten B«rus»g»noff»n Berlins- GrohcS Soimnersest am Mon- tag, den 15 d, M, Nachmittags 4 Uhr, im Weimann's Volksggrten, Gesund brunnen, Brllet« sind bei sämintlichen VorstandSmitglledern, sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen zn haben, Mitgttedrroerfainmlung de» Kachoerein« der«apezirer Berlin» am Montag, den 15. Juli, AbendS 8 Uhr, in Feuei''' �' Alte Jakobstr, 75. TageSordnmig; 1 Vortrag mit DiSkuifion über die Nutz. anwendung der geiverkschgsttichen Organisatton. 2. Gewerkschaftliche« 3. Innere Vereinsangelegenheiten und Fragekasten, Ausnahme neuer tvlitglieder, Gäsle haben Zutritt, Veretnlgung der Dr»ch«l»r Deutschland»(OrtSoerivaltung N>, (Stockbranche). Mitgliederversammlung am Dienstag, den 16 Juli, in Schesftr'S Salon. Jnselstr. 10, Abends 8 Uhr, Tagesordnung; 1. Geschästlichetz. 2. GewcrkschgslltcheS, Reserent Kollege Hildkdrandl, 3, Kassenbericht 4. Ber- schiedenes und Fragekasten. In dieser Versammlung findet Ausnahme neuer Mitglieder statt, Der Hlnt«rstii>-f", Kül-wstraße 87—40. Tagesordnung: 1. Wodurch entstehen Unglücksfälle auf Bauten und in Fabriken. Ref. Karl Pirch. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes.[722 Sammtliche Kollegen haben die Pflicht zu er- scheinen. Der Vorstand. Uolfrleger! Eine große öffentliche Uerlammluug der Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend findet am Montag, den 15. Juli, Abends 8 Uhr in der„Tonhalle", Friedrich- ftraße 112 statt. Tagesordnung: 1. Sind die Forderungen der Rohrleger ge- rechte? 2. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind sammtliche Ar- beitgeber brieflich eingeladen.[699 ES ist Ehrensache eines jeden Rohrlegers sowie Helfers, in dieser Versammlung pünktlich zu er- scheinen. zreireligiöse Gemeinbe. Montag, den 15. d. Mts., Abends 8t Uhr, Kofentstalerstraße 38 Außerordeulllltie Uersavmlllug. Innere Gemeinde-Angelegenheit laut§ 7 des Statuts.(Zweite Berathung.)[692 Der Vorstand. J.A.:W. Krause, 2. Vorsitzender. Vereinigung der deutschen Maler, Wim, Anstreicher n. v. Berussj Filiale 5.[723 MrtgUeber-NersammltMg am Mittwoch, 17. Juli, Abends 8 Uhr, bei Gothmann, Brunnenstr. 34. Der Bevollmächtigte. berliner Mirkergesellenverband. Montag, den 15. Juni, Abends 8t Uhr, Versammlung in Kobert's Salon, Weinstraße 11. TageS-Ordnu na: 1. Kassenbericht. 2. Bericht der Kommission. 3. Verschiedenes.(695 Ein jeder Wirker ist freundlichst eingeladen. Gentral-Krankeukasse der Tabakarbeiter. Mitgliederversammlung am Montag, den 15. Juli, Abends 8 j Uhr, bei Ktynster, Elisabelhkirchstr. 6. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die Generalversammlung zu Halberstadt. 2. Verschiedenes. 713] Di- Grtooerwaltnng. PerdiHid dcMerZimerlciite. (Fokalv-rband K-rlin M-st«. Umgrgend.) Montag, den 15. Juli, Abends 8 Uhr, Mitglieder- Uersammluvg in Sange's Saal, Steglitzerstr. 27. Tagesordnung: 1. Abrechnung des 2. Ouartals 1889. 2. Wahl des gesammtcn Vorstandes. 3. Verschiedenes und Fragekasten. ES ist Pflicht eines jeden Mitgliedes zu er- scheinen.[720 Centrnl-Krnnken- und Sterdeknsse der Tischler n. u. g. A. K-rlin A. Bevollmächtigte F. Has-loph wohnt Der jetzt Grünauerstr. 4, vorn 5 Tr., und sind alle Krank- sowie Gesundmeldungen dorthin zu richten. Die OrtSverwaltung. Allen zur Nachricht, daß sich m meinem Lokal die Zahlstelle des AUge- m-inrn M-tallarb-it-ro-r-in» K-rlin«« Umg., sowie F i l i a l e 29, Hamburg, Kranken- lasse, befindet. Für gute Getränke u. Speisen sorgt 709] W. Grande, Heinrichsplatz 196. Möbel, eigen. Fabrik. Spiegel n. Foisterwaareo. Gr. Lager, bill. Preise! Emil Heyn, Brunnenstr. 28. Hof part. Theil». nach Ueberelnkunft Homöopath. Klinik teSfe Geschlechts-, Frauenkrankheiten. Für Kassenmit glieder Ermäßigung. Dr. Hoesch, Artilleriestraße 27, 8—10, 5—7 Uhr. 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Glänz-nd- Gala-Norst-Uung all-r Künstler, so� Berufsgenossen. Glänz-nb- Gala-Vorstellung Militär-Konzert. Mittwoch: Grstr» di-sjnhrige« Grnt-f-ll mit großem Grntef-stzug. Uorst-llun� _ Sonnabend: Komm-rf-st b-s Form-rbnnd-s. Gala-Vorft-Uung. 180. Königl. Vreuß. Staats Lotterst Haupt- und Schluß;,ehung vom 83. Juli bis 10. August tr. Hierzu empfehlen: Ochinalloose ohne jedeKedinMg: �#.240, �W.M. Griginalloofe mit Rückgabe u. Antheile an in unserem Besitz befind!. Originalloosv' '/i'/-'/«'/.'/. Via Vi.'ho'/»,'An__% M. 200. M. 100. M. 50. M. 40. M. 25. M. 20. M. 12%. M. 10. M. 6%. M. 6. M 3 f. Amtliche Gewinnlisten 50 Pf., Porto 10 Pf., Einschreiben 30 Pf. extra erbeten. Oscar Bräuer& Co.,�. Berlin W erscheint tc in s Haus 5 Pf. S> Expedition Für da» 712 Leipziger-Strasse 103 Haupilreffer 600 000 Mark baar. Vom 23. Juli bis 10. August er. Hauptziehung der Königl. Prentz. 180. 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August Haupttreffer 600000 IM. 2 ä 300000 etc etc. -mpst-hlt Loose und A«th-il- billigst.[711 - Anten gesp Ä.Äscitenl'tcim.�Ä�' 5 J««k- Arstritsmarstst-ch-ft» tüchtige Ziegeldecker, die gelernt Hab«'' n,in und k-, Dachdeckermstr., Köpnickerstr.„Nun Tüchtigen Schloffer auf Lurusartikel Montt. sofort Ti-br, Stallschreiberstr.�32.>■,"�u ----"Wucht, daß Korbmachergeselle�b� „Das Schanklokal. Mein a l t e s, seit 8 Jahren in meinem Besitz befindliches Schanklokal, in bester Arbeiter- legend, mit groß-« Umsah und billiger Rieth-, will ich wegen anderer Unternehmen Sofort event. später verkaufen. Fröhlich. Mant-uff-lstr. 86. 725] Anständige Schlafstelle ist zu vermiethen Fürstenwalderstr. 18 bei Horn._ 708 T i s c h I e r I ,„Es glommt, bri Meinen werthen Kollegen und Freusf htenvendm traurige Nachricht, daß ich ein lüftf? Ifongen?" Kairisch-Ki-rlobal erüffnet habe._ Winkler, Dieffenbach� Tüchtig- Kist-n«ach-r finden bei gutem Lohn dauernde Bes»� ''~.......—üble, in der Patentkistenfabrik, Mühl-Ntz Der«n-ntg-ltlich- Arb-itsnachu's Ktrumpfwirk-r, auch für Ntchiverbo�.� glieder, befindet sich Grüner Weg�P Leuschner. ÄdressenauSgabe "3* n mich d annst Du eben! D ugelegen är eine gi rnennung alten, abl tagen von 8—9 Uhr Abends, von 10— 11 Uhr Vormittags. Verantwortlicher Redakteur: K. Cr-uh-im in Berlin. Druck und Verlag von Wa» Kadiug in Berlin SW., Beuthstraße 2.