Kr. 168. Dienstag, den 16 Juli 1889. 6. Jahrg. kstraße 25 ne« Me». Walto» labilo« imanff« SMerVslKsbllltt. Krgan für die Interessen der Ardeiter. alloost» w rbetcn. Das„Berliner Bolksblatt" erscheint täglich Morgens auher nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in'S Haus vierteljährlich 4 Marl, monatlich IM Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer Expedition Zimmerstrahe 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemeni 4 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der PostzeitungsvrciSliste für 1889 unter Nr. 866.) Für das Ausland: Täglich unter Kreuzbano durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Insertion sgebühr beträgt für die 4gespaltene Petit.'eile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstrabe 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Tie Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt Nr. 4106. Vedsrlttion: Veukhpkrsltze S.— Expedition: MmmerstroGe 44. gronjfe asit# Bitut perrtpev Mongrcfj. Der 14. Juli 1889, der Tag des Zusammentritts des Pariser Kongresses, wird in der Geschichte der Arbeiter- bcwegung einen neuen Abschnitt eröffnen. Denn welcher Art auch das positive und praktische Ergebniß der VerHand- lungen sein möge— die Bedeutung des Ganzen besteht darin, daß die Arbeiter der ersten Kulturländer sich zum ge- mcinsamen Vorgehen entschloffen Haben, um die Frage der internationalen Fabrikgesetzgebung ihrer Lösung entgegen zu führen. Es ist in der That ein großartiges A r b e i t e r p a r l a m e n t, das sich in Paris konstituirt hat; es findet seines gleichen in der Geschichte nicht und der Ernst seiner Bestrebungen erhebt es thurmhoch über gewisse Spielereien, die schon seitens der Bourgeoisie mit den Arbeitern versucht worden sind. Wer denkt da nicht an das bekannte„Arbeiterparlament", das 1848 unter der Leitung von Louis Blanc im Luxem- burg-Palast zu Paris getagt hat? Damals verdankte die Bourgeoisie ihren Sieg über die Julimonarchie den Ar- deitern und mußte denselben nothgedrungen Konzessionen machen. Sie beschenkte die Arbeiter mit der schönklingenden aber heuchlerischen Phrase, daß sie ihnen die Million gebe, die gerade für die Zivilliste fällig sei. Wer wohl von dieser Million etwas bekommen hat? Dann kamen als Danaergeschenke das„Arbeiterparlament" im Luxemburg und die Nationalwerkstätten, Einrichtungen, die beide zum Nach- theil der Arbeiterbewegung ausschlagen und den Sozia- lismus in den Augen der Massen diskreditiren sollten. Das Arbeiterparlament von heute ist von solchen Spielereien völlig unberührt; die Delegirten sind frei aus der Mitte der Arbeiter selbst und aus denjenigen Per- fönen erwählt, die sich durch ihre Thätigkeit als Vertreter der Arbeiterintereffen bewährt haben. Daß der Kongreß einen ausgeprägt sozialistischen Charakter hat, ist selbstverständlich, denn die Sozialisten haben den Gedanken der internationalen Fabrikgesetzgebung zuerst erfaßt und in eine populäre Fonn gebracht und haben diese Sache Jahre lang in ihren Zeitschriften und in ihren Versammlungen de- handelt, bis endlich andere gekommen sind, um den Gedanken auch für sich, nach ihrer Weise zu fruktifiziren. Es entspricht also nur durchaus den Umständen, wenn man die Sozialisten in Sachen der" internationalen Schutzgesetzgebung in erster Linie auf dem Plane findet. Ohnehin ist es ja möglich, daß die internationale Konferenz der Regierungen in Bern dennoch zu Stande kommt, wenn sich die deutschen Staats- Männer in Sachen Woh lgemuth werden beruhigt haben. Daß Rußland„aus Opportunitätsgründen" nicht nntthut, ist begreiflich und auch ganz gut. In Rußland wäre eine Arbeiterschutzgesetzgebung unter den gegen- rvärtigen Umständen doch nur ein Hohn. Hiachdruit Bcrbottn.] Feuilleton. [13 (Bt# CBulfcmenrtfl* Roman von Maurus Jükai. Und mit einem Male fing man im Zimmer unter ihm jzu sprechen an. Die Stimmen waren ihm bekannt. Die .. j Hausfrau und der zuletzt Angekommene sprachen miteinan- **** � der. Den Dachboden trennte vom Zimmer nur eine dünne Bretterdccke, und man verstand dort oben jedes Wort, das unten gesprochen wurde, als würde es dem Horcher ins Ohr »"f Seflüstert. Sie sprachen leise, in gedämpftem Tone, nur rnt habes-�ann und wann hob der Mann seine Stimme. kerstr. 4�,„Nun, Mutter Therese, hast Du viel Geld?" begann �T�plder Mann. 12.�' 1.,»Du weißt recht gut, daß ich keins habe. Weißt Du - nicht, daß ich nur Tauschhandel treibe und kein Geld an- sellep-ehme?" fr y.,,»Das ist sehr einfältig, das gefällt mir nicht. Ich kann's to HrUßfy"'cht glauben." . ist so, wie ich sage. Wer zu mir Obst kaufen t> v l9' etwas mit, was ich zu meinem Gebrauch ' han. 9�8 foWe ich, hin mit dm Eklbe J enbachsl�»3 h, wüßte wohl, was. Du könntest es mir geben. %-P Du nie. Wenn ich Noemi zur Frau nehme, lannst Du ihr doch nicht als Mitgift gedörrte Pflaumen zeben. Du laßt das Glück Deiner Tochter Dir gar nicht ingelegen fem. Du solltest mir vorwärts helfen, damit ich et1,e 9ute Stellung sichere. Gerade jetzt habe ich meine W e flJilfc'i!?ennUnr9 öum ersten Dragoman bei der Gesandtschaft er ie an' r �[rhlt mir an Geld zur Hinreise, denn mar an chrr »nachr man i Da sich so ziemlich alle Parteien für die inter- nationale Arbeiterschutzgesetzgebung ausgesprochen haben, so müßte man eigentlich den Sozialisten dankbar sein dafür, daß sie die Propaganda für die Verwirklichung solcher inter- nationalen Maßregeln kräftig betreiben. Aber gerade bei dieser Gelegenheit zeigt es sich deutlich, daß jene Parteien, welche die Interessen der herrschenden Klassen zu wahren bestrebt sind, nur eine heuchlerische Maskerade aufführen, wenn sie behaupten, auch für die Interessen der Arbeiter eintreten zu wollen. Sonst könnten sie nicht die alten und abgedroschenen Verdächtigungen, die gegen die Sozialisten anzuwenden man gewohnt ist, auch auf den Pariser Kongreß ausdehnen. Die„Nationalliberale Korrespondenz" entstammt einer geistigen Atmosphäre, in welcher die poli- tische Heuchelei zur Lebensgewohnheit geworden ist. Man braucht sich deshalb nicht zu sehr zu wundern, wenn dies Blatt voraussetzt, auch bei anderen Leuten müsse die Heuchelei eine Lebensgewohnheit sein, denn der Mensch ist eben einmal so, daß er seine Mitmenschen am liebsten nach sich selbst beurtheilt. Das Organ der nationalliberalen Partei geberdet sich, als glaube es wirklich daran, daß der Pariser Kongreß eine„internationale Verschwörung" und daß die Arbeiterschutzgesetzgebung nur ein Deckmantel für allerlei „Umsturzprojekte" sei. Diese Auffassung würde einer Lockspitzelseele alle Ehre machen; indessen sind wir denn doch überzeugt, daß sich alle anständigen Menschen mit Ekel von dieser widerwärtigen und niedrigen Denunziationswuth abwenden. Und dabei geberdet sich das Blatt wieder, als ob der Nationalliberalismus das Deutschthum— im guten Sinne— gepachtet hätte! Gepachtet hat er nur die ordinäre Franzosenfresserei und den Rassenhaß. Wenn nun das Organ dieser Parteirichtung sich auf L a s s a l l e beruft und ihn in Gegensatz zur heutigen Sozialdemokratie bringt, was deutsche Gesinnung betrifft, so rufen wir: Hände weg! Lassalle würde sich bedanken, mit dem nationalen Schweifwedler- thnm auch nur in einer einzigen Beziehung verglichen zu werden; er hat es auch nicht verdient, daß ihm solche Unbill widerfährt. Denn kein Mensch von Verstand und Ehrgefühl wird die Vaterlandsliebe im Servilismus suchen wollen, und eine Partei, deren charakteristische Eigenschaft der Servilis- mus ist, macht dem Vaterlande auch keine Ehre. „Wir sind Deutsche so gut wie Sie und lieben unser Vaterland", rief unlängst Bebel im Reichstage dm Pächtern des Afterpatriotismus zu. Sicherlich, aber Lassalle hätte eben so wenig wie Bebel auch nur im Eni- ferntesten daran gedacht, daß Vaterlandsliebe etwas zu schaffen habe mit Rassenhaß und Chauvinismus. Die besten und edelsten Geister Deutschlands haben die Beschränkt- heit und Engherzigkeit des Chauvinismus in den härtesten Worten verurtheilt. Wir wollen in dieser Sache lieber mit Lessing, Kant, Schiller und Fichte Hand in hat mir mein Geld aus der Tasche gestohlen und nun ver- liere ich deshalb mein Amt." Die Frau antwortete in ruhigem Tone:„Daß Dich Jemand zu einem Amte ernannt haben sollte, das Du ver- lieren könntest, glaube ich nicht; wohl aber, daß Du in einem Amte bist, das Du nicht verlieren kannst. Daß Du kein Geld hast, das glaube ich Dir, daß es Dir aber ge- stöhlen worden, das glaube ich nicht." „Nun, so glaube meinetwegm gar nichts. Ich glaube Dir auch nicht, daß Du kein Geld hast. Du mußt welches haben. Hier pflegen Schmuggler anzulegen, die zahlen gut." „Sprich ganz laut! Ja, es ist wahr, manchmal landen aus dieser Insel auch Schmuggler, aber die kommm nicht in die Nähe meiner Hütte, oder wenn sie kommen, so kaufen sie Obst und geben mir Salz in Tausch. Willst Du Salz haben?" „Willst Du Dich lustig machen über mich? He, und solche Passagiere, wie sie heut bei Dir übernachten?" „Ich weiß nicht, ob sie reich sind." „Vbrlange Geld von ihnen! fordere es! Schneide kein so heiliges Gesicht.— Schaffe Geld herbei, woher immer! Lass' mich ungeschoren mit diesem einfältigen austra- tischen Tauschhandel. Erwirb Dir Dukaten, wenn Du in Frieden mit mir bleiben willst. Du weißt, wann ich am rechten Ort nur ein Wort fallen lasse, so ist es um Dich geschehen." „Sprich leise. Du Unglücksmensch!" „Ah, bittest Du mich fetzt schon, leise zu reden? Nun, bring' mich ganz zum Schweigen. Sei mir gut, Therese. Lass' mich ein wenig Geld sehen." „Wenn aber keins im Hause ist! Quäle mich nicht. Ich habe keinen Heller, ich will auch keinen haben. In meinen Augen liegt Fluch auf allem, was Geld ist. Da, hier sind meine sämmtlichen Truhen, durchsuche sie, und wenn Du etwas darin findest, so nimm Dir's." Der Mann, so schien es, säumte nicht von dieser Er- Hand gehen, als mit den armseligen politischen Stellen- jägern und Knopflochstrebern des Nationalliberalismus. So hoffen wir, daß aller Verdächtigungen ungeachtet in Paris ein gutes Werk zu Stande kommen wird und daß die Forderung einer internationalen Fabrikgesetzgebung in der ganzen Arbeiterwelt einmüthig sich laui macht. Dazu wird der Kongreß sein gut Theil beitragen. Die Ueber- zeugung von der Berechtigung und Dringlichkeit dieser For- oerung wird sich geltend machen und ihre Erfüllung bringen, früher oder später. Im intcrnntiOMlcn Kongreß. Paris, 12. Juli. In der gestrigen Sitzung des aus- führenden Komitee's wurde einstimmig beschlossen, daß alle Sitzungen des Kongresses öffentlich sein werden.— Unter solchen Umständen wird es ver deutschen Polizei nicht schwer fallen, sich wahrheitsgetreue Berichte zu verschaffen, ohne daß allzu katilinarisch aussehende Gentlemen oder Nichtgcntlemen dazu benutzt werden. Diese Sorte von Leuten ist hier nun ein- mal ebensowenig beliebt, wie in Deutschland selbst, und es könnte dem einen oder anderen einmal ein kleiner— Unfall passiren. Zum Glück haben die Franzosen sehr viel Takt, und wissen die Lage und Stellung der deutschen Delegirten richtig zu würdigen. Die erste Sitzung des Kongresses ist auf Sonntag 9& Uhr anberaumt; sie ist der Abgabe der Mandate und Konstituirung gewidmet. In die eigentlichen Verhandlungen wird der Kongreß erst am Montag eintreten.— Die deutschen Delegirten fangen an einzutreffen. Heute kam Bebel. Liebknecht ist seit Dienstag Morgen hier. Paris, 13. Juli. Heute Vormittag sind auf Nord- und Ostbahnhof gegen 60 deutsche Delcgirte eingetroffen. Gegen Abend waren die Delegirten vollzählig anwesend. Am Abend findet beim Pariser Stadtrath DaumeS eine Vorbesprechung bezüglich der Leitung des Kongresses ie. statt. Wahrscheinlich wird man übereinkommen, die Sitzungen von Morgens 9 oder (10 Uhr bis Nachmittags 4 oder 5 Uhr abzuhalten und den Rest des Tages freizulassen. ZWttttpHo Itcltcvlirfif. Zur Stellung der Münchener Sozialdemokraten zum Pariser Kongreß schreiben die Müncheuer„Neuesten Nach- richten":„Die Sozialdemokraten Münchens hatten bekanntlich beabsichtigt, ihre Stellung gegenüber dem internationalen Ar- beitertag in einer großen Volksversammlung darzuthun. Der nach Paris zu sendende Vertreter sollte durch öffentliche Ab- stimmung gewählt werden. Die zu diesem Zwecke bereits an- beraumten öffentlichen Versammlungen wurden jedoch, wie ge- meldet, polizeilich auf Grund des§ 17 des banenschcn VereinSgesetzcs verboten. Als die Arbeiter die Ausführung ihrer Absichten so vereitelt sahen, richteten sie an ihren Ge- laubniß Gebrauch zu machen, denn bald darauf hörte man ihn ausrufen:„Ah, was ist das? Ein goldenes Arm- band." „Ja. Das fremde Fräukein hat es Noemi geschenkt. Kannst Du es brauchen, so nimm Dir's." „Es ist seine zehn Dukaten werth. Nun, das ist immer- besser als nichts. Gräme Dich nicht, Noemi. Wenn hin Du _u meine Frau wirst, kauf' jch Dir zwei Armbänder, jedes dreißig Dukaten schwer, in der Mitte mit einem Saphyr — nein, mit einem Smaragd. Was willst Du lieber, einen Saphir oder einen Smaragd?" Er belachte seinen Einfall und da Niemand auf seine Frage antwortete, fuhr er fort:„Jetzt aber, Mutter Therese, bereite Deinem fünft tigen Schwiegersohne, Deinem Theodorchen, ein Lager, damit er süß träumen kann von seiner herzallerliebsten Noi-mi." „Jch kann Dir nirgends ein Bett geben. Im Neben- zimmer und auf dem Dachboden sind unsere Gäste; hier in der Stube mit uns kannst Du nicht schlafen. Das würde sich nicht ziemen. Noemi ist kein Kind mehr. Geh' hinaus auf den Gang und lege Dich auf die Linden- bank.",_ „O, Du hartherzige, grausame Therese. Du willst mich hinausschicken auf die harte Lindenbank, mich. Deinen einzig geliebten zukünftigen Schwiegersohn?" „Noemi, gieb Dein Kopfkiffen her. Da nimm! Hier hast Du auch meine Decke. Schlaf' wohl." „Ja, wenn da draußen nicht der vervammte große Hund wäre, diese garstige Bestie wird mich zerreißen." „Habe keine Angst vor ihm. Jch werde ihn an die Kette legen. Das arme Thier! Es wird nie angebunden, außer wenn Du auf der Insel bist." Frau Therese hatte Mühe, Almira aus ihrem Loch her- vorzulocken; der arme Hund wußte recht gut, was in einem solchen Falle ihn erwartete, und daß er nun an die Kette gelegt nossen Herrn Gg. v. Vellmar, welcher nach Paris reist, eine Zuschrift, welche sich, auf rein privatem Wege von Hand zu Hano gehend, im Laufe weniger Tage mit etwa 600 Unterschriften bedeckte. In diesem Schriftstücke„ersuchen die Unter- zeichner desselben, im Namen der Sozialdemokratie Münchens handelnd, Herrn v. Vollmar, ihre Gesinnung zur Kenntniß des internationalen Arbeitertages zu bringen" und auf demselben in nachstehend ausgeführtem Sinne zu wirken:„Die Sozialdemo- kraten Münchens begrüßen den sich in Paris versammelnden in- ternationalen Arbeitertaa als eine feierliche Kundgebung des allgemein menschlischen Geistes, welcher die trenneirden Schranken der Stammes- und Landesangehörigkeit überwindet und des Gefühles der StrebcnsgemeinschasI, ivelches die fortgeschrittenen Arbeiter der ganzen gebildeten Welt beseelen muß. Sie hoffen, daß dem Eindrucke dieser großen Thatsache dadurch seine volle Wirkung gesichert werde, daß unter Hinwegräumung unter- geordneter Meinungsverschiedenheiten die Vereinigung sämmt- licher in Paris erscheinenden sozialistischen Vertreter in einer einzigen Versammlung zu Stande komme. Die Sozialdemo- kraten Münchens erwarten vom internationalen Arbeitertage, daß dessen Berathungen und Beschlüsse die Einhelligkeit der entwickelten Arbeiter aller Länder über die wesentlichen Bedin- gungen eines wirksamen Arbeiterschutzes ergeben und dadurch einen mächtigen Druck auf die öffentliche Meinung und die herrschenden Gewalten zur Entwicklung der einzelnen Gesetz- gedungen wie insbesondere zur Herstellung internationaler Ver- träge in diesem Sinne ausüben werden. Sie erwarten ferner, daß die gleiche Einigkeit der Auffassungen und Bestrebungen auch über das weitere und höhere Ziel der Arbeiterbewegung vor aller Welt bekundet werde. Gegenüber den unaufhörlichen Kriegsdrohungen, den riesenhaften Massenrüstungen und der gehässigen Nationalitätenhetze erscheint es als eine Aufgabe des internationalen Arbeitertages, die Verwerflichkeit jeder aus dynastischem Eigennutze oder nationaler Herrsch- und Ruhm- sucht hervorgehenden Beunruhigungs- und Auariffspolitik, sowie das Verlangen nach einer vollkommenen Umgestaltung des Wehrwesens in dein Sinne auszusprechen, daß durch dasselbe die Vertheidigung der Volksrechte und der Unverletzlichkeit des Vaterlandes ebenso wirksam sicher gestellt werde, als es zur Ausführung ehrgeiziger und abenteuerlicher Absichten unbrauch- bar gemacht wird." Urber dir Uatttr de» dentsch-kchweizerilchrn Konflikte» läßt sich die„Nordd. Allg. Zta/' in einem hochoffiziösen Artikel wie folgt aus:„Bei der Besprechung der durch den„Reichs-Anzeiger" veröffentlichten Erlasse an den kaiser- lichen Gesandten m Bern ist von der oppositionellen Presse auf eine Verschiedenheit in der Tonart dieser Schriftstücke hin- gewiesen worden. Die Erklärung dafür dürfte darin liegen, daß die Situation zwischen dem 5. und 26. Juni, also drei Wochen lang, nicht die gleiche geblieben ist, und daß die Sprache der Diplomatie eben mit der Situation wechselt. Außerdem wird sich der Unterschied in Ton und Inhalt der Depeschen vielleicht auch dadurch erklären, daß die erste vom 5. Juni aus Grund einer Verständigung mit Rußland entstanden ist. Beide, die deutsche und die russische, sind an demselben Tage übergeben worden und waren darauf berechnet, durch einen gewissen Grad von Uebereinstimmung in Ton und Inhalt den beabsichtigten Eindruck zu verstärken. Dieser Zweck ist insofern erreicht worden, als die Schweizer Behörden sich beeilt haben, den russischen Reklamationen Rechnung zu tragen, und als zu erwarten ist, daß dies schließlich den deutschen gegenüber auch der Fall sein wird, wenn auch in weniger freundlicher Form und weniger beschleunigten Fristen, als es Rußlan dagegen über geschehen ist."— Die deutsche Regierung scheint sich an den Satz zu halten, daß eine Liebe der anderen werth sei. Weil die russische Diplomatie mit der deutschen gegen die Schweiz Front macht, geht die deutsche Diplomatie aus den höflicheren Ton der Russen ein. Die Russen als Muster interuationaler Höflichkeit sind jedenfalls eine neue Er- scheinung. Interessanter als dieser erste Theil des Artikels der „Nordd. Allg. Ztg." ist der zweite, in welchem klipp und klar ausgesprochen wird, daß die divlomatische Aktion Deutschlands der Schweiz gegenüber im Grunde nur gegen die deutsche Sozial- demokratie in der Schweiz und gegen die Schweiz selbst nur in so weit gerichtet sei, als die dem Reiche feindlichen Elemente dort„gehegt und gefördert" werden. Wörtlich lautet dieser zweite Theil des hochofsiziösen Artikels wie folgt: „Die diplomatische Aktion Deutschlands der Schweiz gegenüber ist nur gegen die deutsche Sozialdemokratie in der Schweiz gerichtet, und gegen die Schweiz selbst nur bis sie gelöst ist. Die Mittel zur Lösung können wechseln: führen die zunächst angewandten nicht zum Ziele, so können andere an ihre Stelle treten; ihre Anwendung wird stets mit einem politischen Meinungsaustausch zwischen beiden Regierungen eingeleitet werden. Die Aufgabe, die Sozialdemokratie zu bekämpfen, wird stets die gleiche bleiben für das Deutsche Reich wie für jede geordnete und ehrliche Regierung. Wie die Lösung derselben von der werden sollte; doch er war Gehorsam gewöhnt und so ließ er von seiner Herrin sich anketten. Aber dies machte ihn nun erst recht wüthend gegen den, welcher die Ursache seiner Gefangenschaft war. Sowie Therese auf ihr Zimmer zurückgekehrt und Theodor allein draußen auf dem Gange geblieben war, fing der Hund an, grimmig zu bellen und auf dem engen Raum herumzutanzen, den die Kette ihm frei ließ: dann und wann machte er einen Ruck, um zu versuchen, ob es ihm nicht gelingen werde, Halsband oder Kette zu zerreißen oder den Hollunderftamm zu entwurzeln, an dem die Kette befestigt war. Theodor aber neckte ihn noch mehr. Er fand Gefallen daran, ein Thier zu reizen, das ihn nicht erreichen konnte und vor Wuth darüber schiumte. Er ging ganz nahe an ihn heran, nur eine Fußbreite zwischen sich und dem Punkte lassend, welchen die Kette dem Hunde zu erreichen gestattete, und fing dann an, auf allen Vieren vor ihm herumzukriechen und ihm Grimassen zu schneiden. Er bohrte ihm einen Esel, streckte die Zunge gegen ihn heraus, spuckte'chm in die Augen und ahmte das Hunvegebell nach.„Hau! hau! Möchtest mich gern erwischen, nicht wahr? Hau, hau! Da ist meine Nase, beiß, sie ab, wenn du kannst. Nun, du bist mir ein schönes Hündchen. Du garstige Bestie! Hau, hau! So zerreiß, doch deine Kette! Komm, raufe mit mir. Schnappe uach meinem Finger, du hast ihn ja vor deiner Nase. Nur zu, wenn's beliebt!" Almira hielt plötzlich in ihrer größten Wuth inne. bellte nicht mehr; sie war zu Verstand gekommen. Klügere giebt nach, dachte fie. Sie reckte den Kops. empor, als wollte sie das vor ihr stehende vierbeinige Thier sich betrachten, dann machte sie Kehrt, und scharrte nach Hunde- art mit den Hinterfüßen nach rückwärts. Staub und Sand aufwirbelnd, so daß jenes andere Thier Mund und Augen voll bekam, worauf es seinen Platz verließ und das Gebell des Menschen, in Flüche ausbrach. Sie Der hoch rn Almira aber zog sich sammt ihrer Kette in das neben dem Hollunderstamme befindliche Loch zurück, aus dem sie nicht wieder hervor kam; sie bellte auch nicht mehr, nur ein sieberhaftes Keuchm ließ sich noch lange vernehmen. Auch Timar hörte es. Er konnte nicht schlafen. Die OppofitionS-Presse juristisch, sprachlich oder logisch beurtheilt wird, kann der Reichsregierung gleichgiltig sein, wenn sie nur den Erfolg erreicht, den Zielen des Kampfes gegen die Sozialdemokratie näher zu kommen. So lange dieser Erfolg ausbleibt, wird es eben Pflicht der Reichs- regierung sein, den Kampf auch gegen die Freunde und Förderer der Sozialdemokraten fortzusetzen und, wenn er in einer Form sein Ziel nicht erreicht, ihn in anderer wieder aufzunehmen."— Neues sagen uns diese Auslassungen, die auf dem bekannten Stück weißen Papieres der„Norddeutschen" erschienen sind, nicht. Der Kampf gegen die Sozialdemokratie ist allerdings der Angelpunkt, um den sich die ganze innere und wie man sieht, auch ein gut Theil der äußeren Politik des Reichskanzlers dreht. Diesem Kampfe verdankt er seine Erfolge gegen die bürgerliche Opposition. Das rothe Gespenst hat seine Wirkung aethan und die Bourgeoisie in die Arme der Reaktion getrieben. Ausgeblieben aber ist die Wirkung des Kampfes gegen die Sozial- demokratie selber. Diese„Aufgabe der deutschen Reichspolitik" wird ihre Lösung niemals finden, so gewiß, als der offiziöse Artikel selber einge st ehen muß, daß diese Lösung bis jetzt noch nicht gefunden worden ist. Dieses Emge- ständniß ist das Werthvollste an dem Artikel. Die reaktionäre kapitalistische Presse zieht noch immer in sittlicher Entrüstung über den K o n t r a k t b r u ch der Kohlenarbeiter bei Ausbruch des Streiks her und geberdet sich als die berufene Vertreterin von Recht und Ge- rechtigkeit, wobei sie natürlich ein Gesetz verlangt, das den Kontraktbruch unter Strafe stellt. Wir haben wiederholt Stimmen bedeutender Gelehrter über diese Frage veröffentlicht und damit gezeigt, daß eS nach Ansicht dieser Männer den Ar- beitern recht oft nicht möglich ist, ihre gerechten Forderungen durchzusetzen, ohne das geschriebene Recht zu beugen. Sie be- finden sich in solchen Fällen eben in einer Zwangslage, und da entscheidet das natürliche Recht auf Existenz über das ge- schriebene Recht auf Jnnehaltung gewisser privater Abmachungen. Juristisch begehen sie damit ein Unrecht, moralisch aber nicht. D as Ä e g en t h ei l g e sch ieh t a b er häufig genug seitens der Unternehmer bezw. Kapitalisten, resp. deren Beauftragten. Diese leisten ihren Arbeitern Versprechungen, von denen sie im Voraus Willens sind, sie nicht zu halten, und haben sie die Arbeiter mittelst dieses Kniffs erst wieder unter ihre Botmäßigkeit gebracht, so brechen sie thatsächlich ihr Ver- sprechen unter allerlei beschönigenden Ausflüchten. Ein solches Verfahren, das nach dem letzten Bergarbeiterstreik — um frühere Fälle nicht zu erwähnen— leider recht häufig beobachtet worden ist, ist moralisch zehn Mal verwerflicher, als der Bruch eines Kontraktes aus Roth, und darum hat die reaktionäre kapitalistische Presse wahrlich keine Ursache, die Arbeiter als alles Rechtsgefühls bar zu ver- dämmen und die Unternehmer oder deren Beauftragte als be- leidigte Unschuld hinzustellen. Das ist die Heuchelei in der abstoßendsten Form, und ein Strafgesetz gegen diese dürfte, wenn es möglich wäre, angebrachter sein, als ein solches gegen Kontraktbruch; gegen diesen kann zivilrechtlich eingeschritten werden, gegen Wortbruch aber seltener, und gegen ekle Heuchelei aber gar nicht. Die Ptackereien an der schuiefirr Grenze mehren sich. Berner Kaufleute theilen mit, daß sämmtliche aus der Schweiz uach Deutschland gesandten Güter schon seit Montag voriger Woche beim Passiren der Grenze der schärfsten Zoll- revipon unterliegen. Kisten und Ballen, jedes einzelne Kolli, müssen mindestens bis zur Hälfte ausgepackt werden, gleichviel welches ihr Inhalt sei. Ferner melden Telegramme aus Lindau am Bodensee, sowie aus Friedrichshafen weitere Einzelheiten über die jetzige Art der Zollkontrole auf der gesammten Grenze: Allem Anschein nach würde namentlich auf sozialpolitische Literatur gefahndet, und so müßten die Viehhändler ihre Geld- laschen öffnen. Rordostbahnbeamte ihre Aktenhefte; sogar die Briefschaften von Privatpersonen würden durchsucht. Einer der Ersten, die in Lindau einer strengeren Durchsuchung unterzogen worden sind, war übrigens der schweizerische Abgesandte zu den gegenwärtig in Friedrichshafen tagenden Verhandlungen der Vodensee-Uferstaaten. Ueker Maßregelungen der Kergarbeiter wurde auch in einer am 10. d. in Waldenburg abgehaltenen Versammlung von Bergarbeitern der Gruben des Fürsten Plcß lebhafte Klagen geführt. Fast wäre an jenem Abend auf den fürst- lichen Gruben ein neuer Streik ausgebrochen, welcher nur durch das Zureden einiger Häuer verhütet wurde. Veranlassung zu der anfänglichen Weigerung, anzufahren, gab die Entlassung zweier Deputirten der Bergarbeiter. Die Erregung unter den Bergleuten ist nach der„Schlesischen Volkszeitung" eine große. Man hört fortwährend Klagen über die Hcrabminderung der Gedinge, Verlängerung der Arbeitszeit u. s. w. Die Berg- leute fassen die ihnen zu theil gewordene Lohnerhöhung über- Haupt sehr problematisch auf. Die Köhlenpreise sind von ein- zclnen Verwaltungen bedeutend gesteigert worden, so daß diese Erhöhung die Zulage am Lohn weit überschreitet. Diese Er- höhung der Kohlenpreise hat naturgemäß auch rückwirkend sich geäußert auf Fleisch- und Brotprcise, und wer trägt diese Er- höhung? Nur die Arbeiter, welche die Konsumenten sind. Bodenthür hatte er offen gelassen, um Licht herein zu lassen. Es war eme Mondscheinnacht und als der Hund verstummt war, lag tiefe Stille über der Landschaft. Eine wunder- bare Ruhe, deren Melancholie die vereinzelten Stimmen der Nacht und der Einöde noch phantastischer machten. Wagengerassel, Mühlengeklapper, Menschenstimmen sind hier nicht mehr zu hören. Es ist dies ein Reich der Sümpfe, Inseln und Untiefen. Von Zeit zu Zeit schallt ein tiefes Brummen durch die Nacht, der Pfiff der Rohrdommel, dieses befiederten Sumpfbewohners. Der Flug von Nacht- vögeln zieht dahinsterbende Akkorde durch die Luft und der ausruhende Wind macht sich Aeolsharfen aus den Pappekn, durch deren zitterndes Laub er raufcht. Der Wafferhund heult im Rohr und ahmt die Stimme eines weinenden Kindes nach, und der Hirschkäfer schnurrt an der weißen Wand der Hütte. Ringsumher liegt das dunkle Dickicht, in welchem Feen ihren Fackeltanz zu halten scheinen, unter den morschen Bäumen fahren Irrlichter umher, einander verfolgend; den Blumengarten aber übergießt der Mond mit seinem vollen Silbergfanz und �ie hohen Malven umschwärmen Nacht- schmetterlinge mit silberglänzenden, pfauenartigen Flügeln. Wie erhaben, wie herrlich ist diefe Einöde! Die ganze Seele versenkt sich in ihre Betrachtung. Wenn nur keine Menschenstimmen sich hineinmengten in diese Stimmen der Nacht. Aber auch das ist der Fall. Dort unten, in den beiden kleinen Löchern der Hütte liegen gleichfalls schlaflose Men- schen, denen irgend ein böser Geist den Schlummer geraubt hat und die mit tiefen Seufzern die Stimmen der Nacht vermehren. Aus dem einem Zimmer hörte Timar in die Nacht hinausseufzen:„O du lieber Jesu!"... während aus dem anderen Zimmer„O Allah!" herauftönt. Dort kann man nicht schlafen. Was giebt's dort unten, das Niemanden schlafen läßt? Während Timar seine Gedanken zu sammeln sucht, fährt ihm etwas durch den Kopf, daß ihn antreibt, sein Lager zu verlassen, sich den Ueberrock, unter dem er ge- legen, schnell anzuziehen und auf der an die Bodenthür an- gelehnten Leiter zur Erde herabzusteigen. In demselben Augenblick wie ihm, war auch jemand aßen:„Luc a Aiaa un ir haben t angenen Mi enachrichtigt achen und st unsere An er drei gros «dt von Dei n diesem sin esem Grun md das Feä 'egenten!" Eine b erger S dneten G r «t nämlich i «gespost" si zogen, dere n, gerade se zum Po alt an G a lb drei err Grillen! esellschaft< ayern. Letz emokratische luftigen Höhe pitzen der l .en will, n higen und .ünstig stimn Die M, Z« den angeblichen„Injammenrattungen" der berger Maurer auf dem Plerrer schreibt die„Fränk. Taj „Die extra polizeiliche Verordnung(es handelte sich um öffentliche„Warnung vor Zusammenrottungen"), ivcllh> Sachen des Maurerstreiks vom Stadtmagistrate der tischen Hauptstadt Bayerns erlassen wurde, hat die von Seiten erhoffte und erwünschte Wirkung bereits gehabt. rend die seil einigen Tagen erfolgten Ansammlungen von Hundert Neugierigen am Plerrer, wie amtlichcrseits sell. statirt wurde, durchgängig harmloser Natur waren, hat sich Bild, kaum als der polizeiliche Ukas der amtlichen Fes' flössen war, vollständig verändert. Nachdem gestern(I Abend zwischen 6 und 7 Uhr auf polizeiliche Anordn städtische Feuerwehr sich den„Spaß" machte, die am versammelten Neugierigen mit Wasser zu begießen, kom Publikus nicht gleich in die ihm aufgedrungene Rolle i gossener Pudel finden, schüttelte darüber theils verwundert Kopf, theils ertönten mißbilligende Aeußerungen über m polizeilichen Geniestreich. Hierauf ließ sich flugs einer der wesenden Polizeibeamten seinen Amtsrock holen, schlüpl das Amtskleid und verlas schnell die Aufruhr» Als natürlich die Menge nicht gleich in alle Winde si? flüchtigen konnte, hie und da auch verwunderte und nn! gende Aeußerungen sich vernehmen ließen, ritt Kavallerie gezogenen Säbeln ein, im Hintergrunde erschien Infant«' aufgepflanztem Bajonnet und als nun auch die Polizei! Kourage kriegten, eine Anzahl Personen, die sie als mii oder vermeintliche Streiker erkannten, Herausgrissen und tirten, liefen die großen und die kleinen Kinder unter oblij Geschrei hinterdrein und— der„Aufruhr" war fertig. das bayerische Militär nicht verständig, so hätten leicht ui dige Menschen todtgeschossen werden können. Und das_ um deswillen, weil hier etliche JnnungSbaumeist« fiberale Korre ihren Arbeitern rnißgönnen, eine etwas vermin!) r u b e n v c Arbeitszeit zu erlangen, die von jedem gerecht%ten die Ar! kenden als vollständig gerechtfertigt erklärt wird../Haltungen HL Als Hauptgrund, warum der Magistrat jene extra voli�fimgen keiner Verordnung erließ, gab der Stadtvater und d e u t s ch ssneincn gehal sinnige Agitator Rath Scharrer an:„daß die artAen Bestrebm den Maurer(nämlich die über die zehnstündige Arbeil alten.— D hinaus) wissen, sie würden Schutz genießen". Wie die B kmd daran und wohl auch die Leute von dem Kaliber des Rath SvSchröder, B diesen Schutz auffassen, dafür folgendes Beispiel: OhnsAaß sie in de zu derselben Zeit, als der Rummel am Plerrer stall? oben. zwischen i und%7 Uhr, ging vor dem eingeplankten Bau Au» Do Baumeisters Schneider in der Gostenhofcr Hauptstraßk rrte von Zec Maurer, der ordnungsgemäß um 6 Uhr Feierabend 0%9A Abend hatte, vorüber, einen Moment durch die Spalte in den?Uö. 3 des B platz guckend. Sofort erhielt derselbe von dem innen Sonntag lichen Baumeister oder von einem der dort arbeitenden, en Delegrrtc sellen einen so wuchtigen Schlag auf die Nase, daß dn?enr sie wider sofort aufschwoll und der Verletzte vor Schmerz laut �n den Arm schrie. Der dort stationirte Polizeidiencr K., der I« rohe Handlungsweise mit ansah, rieb sich vergnügt �M.bndten Hände, ausrufend: So ist's recht, so ist es rMeg.ren au Kommentar überflüssig.- Im Uebrigen möchten wi�M�senUrchen Gesinnungsgenossen und überhaupt alle henkenden ��ug'rten dringend ersuchen, heute und an den folgenden Abcndcu�u»Nu p Plener nicht zu besuchen und überhaupt unter keine» V�ll�ute au ständen sich an irgend welchen Zusammenrottungen od« L multen zu beiheiligen. Es muß unbedingt unsere Aufgabe FU.ffage. An dem großen Publikum zu beweisen, daß die Sozialdewebfll. r" an den durch die eigenthümlichen Maßnahmen der Hörden größtentheils erst hervorgenrsenen Tumulten nrW��mrngZg theiligt, noch viel weniger ihr Urheber ist. Denn da man zutage die Sozialdemokraten nur zu gerne für alles W' L' Urr genehme und Unerquickliche verantwortlich macht, so 0%.�., 9, T, letzt, unsere Gegner mit diesen ihren Behauptungen d--■' � surdum zu führen und durch striktes Fernhalten von alle» jp r? multen und Zusammenrottungen den Beweis zu führen, ,i h,.m die Sozialdemokratie damit nichts zu thun hat." m. �att0eret| Zum Friedensschluß auf Samoa. Bekanntlich%cht; beschla fetzung »Magia die„Könige" Mataafa und Tamasese Frieden geschlossen, �ankenkasse d hierauf bezügliche Briefwechsel zwischen Beiden hat tnach vder, einen g Korrespondenz der„Franks. Ztg." aus Sydney) in der uArillenberaer, aus dem Samoanischen nachstehenden Woss�öpfer. Der «gragi, 27. April 1889. An Eure Hoheiten von l-chird in der( moega und Lusiiiusi und an Eure Partei. An die Tuschens gegen In vergangenen Tagen schrieben wir, daß es möglich fiil�andgericht II wäre, uns zu versöhnen und daß Frieden zwischen unS«cht Uetersen werden konnte, und Ihr wäret nicht im Stande, diePyalts von de entsprechen. Deswegen wünschen wir deutlich zu zeigen, Handlung ent! weder Nutzen und Segen in den Kriegen sind, die wir 0� Durch; haben, oder in irgend einem zukiinsiigen Kriege. Dcs'Monat Mai! ist es unsere feste Meinung heute, daß wir uns versöhnen l�ch wird noc und daß der Frieden zwischen uns bekannt'gegeben» � 3- gemeldi Es ist unsere aufrichtige Hoffnung, daß Ihr Euren Wille», bekannt geben werdet. Wir haben Euch, dre Großmächte, Als vor alle Leute in Kenntniß gesetzt, daß der Krieg zu Ende w'sexton di viel an uns liegt, gez. Die Häuptlinge und Regentc»����� Magiagi." Das Antwortschreiben Tamasese's lautet solgck ' gleiche 6�, „Ich wi unten in «chboden vi j>ar ich genö unten zn „Haben ? 3Be rr ein Wor „Ja, ich !„Und w rß irgend ei, rt auf diese ir hier irgei Anderem in einem der Zimmer dort unten der durch den Kopf gefahren. Und als Timar, an der Ecke des Hauses gedämpften Ruf„Almira!" hören ließ, rief zugleich eine Stimme aus der in der Veranda geöffneten Thür den, Almira, als wäre eine Stimme das gespenstige Ech� � ß andern. Beide Rufer traten überrascht auf einander zu. Die andere Gestalt war Therese.„Sie sind von Lagerstätte herab gekommen?" frug die Frau. „Ja, ich konnte nicht schlafen." „Und was wollten Sie mit Almira?"< y-v,"»v „Jch will Ihnen die Wahrheit gestehen. Mir W&n nicht sp Gedanke, ob nicht dieser... Mensch den Hund verS™�»erveh hat, weil er plötzlich so still geworden."»Ä � � „Ganz derselbe Gedanke kam auch mir. Almira!�.-nten Sie v den Ruf kam der Hund aus seinem Loche hervor.„Nichts, wedelte mit dem Schweif.„Nein, es fehlt ihm»sMuit. Sie sagte Therese.„Sein Lager auf dem Gange ist unber�währt. Dc Komm, Almira, ich will dich losbinden.".■/* fich geleg Das große Thier legte den Kopf in den Schoß rßUer nicht c Herrin und ließ sich ruhig das lederne Halsband ab»eb-shört." sprang an ihr hinan, leckte ihr die Wangen und wandffi„Ich �i! hierauf zu Timar, hob eine der großen zottigen Pfi�ie haben, o die Höhe und legte sie als Beweis seiner hündischen f clit ohne Ar achtung hübsch in Timars flache Hand. Dann schütten.W, aber vo Hund sein Fell, streckte sich der Länge nach aus, und � jjte mir Achi nachdem er sich einmal auf die rechte und dann fß �ie mit 5 liuke Seite geworfen� ruhig im weichen Gras lieget jnuleit� Ix, bellte nicht mehr. Man konnte vollkommen darüber ber" esem Dache sein, jener Mensch weilte nicht mehr auf der Insel..MU angethai ''"-'.Kennen Sie Wählen. Dcr Therese trat näher an Timar heran.„............. Menschen?" tzrde Ihnen „Ich traf einmal in Galatz mit ihm zusamine»' Men. Wen kam auf mein Schiff und benahm sich so, daß ich�rfir Lehmhü darüber ins Reine kommen konnte, ob er ein wehr sa oder ein Schwärzer sei. Zuletzt warf ich ihn hinaus-" wn', sondc besteht unsere ganze Freundschaft." Linien, wen „Und wie kamen Sie auf den Gedanken, W 1 Mensch Almira vergiftet haben könnte?" H ß*tt" der ränf. Tas e sich um i"), welch« ate der >ie von gehabt. igen von . sell n, hat stch dien Fed«� :stern(J1 Anordn! die am ;en, könnt ; Rolle al verwunden m über 8 einer der en, schlüpl u fr n hr« Winde sn e und mit Kavallene ; Jnfanb ie Polizei! sie als Tv» issen und nnter obul ' fertig n leicht ui Ünb daS iahen:„Luaiuamam, 1. Mai 1889. An Eure Hoheiten, Pula "!a Aiaa und Tuifaman und die mit Euch. Euere Hoheiten. >ir haben derr Brief erhalten, den Ihr uns am 27. des vergangenen Monats geschrieben habt und in welchem Ihr uns benachrichtigt habt, daß es Euer Wunsch ist, daß wir Frieden lachen und den Krieg zwischen uns beendigen sollten, und dies ist unsere Antwort: Wenn wir die Entscheidung der Konferenz >er drei großen Regierungen erhalten, die jetzt in der Haupt- ladt von Deutschland abgehalten wird, wenn wir wohl berichtet gn diesem sind, dann wollen wir Euch Gehör schenken. Aus nesem Grunde ist es unser Wunsch, daß wir Frieden haben id das Fechten für jetzt beendigen sollen. Wir sind, gez. die egenten!" Eine besondere Sehnsucht scheint sich des Nürn- erger Staatsanwaltes nach dem Reichstagsabge- ebneten Grill enberg er bemächtigt zu haben. Der letztere mt nämlich in seiner Eigenschaft als Redakteur der„Fränkischen Tagespost" sich wegen Beleidigung eine 14tägige„Sitzung" zu- izogen, deren Rechtskraft eingetrete« ist. Arn letzten Donnerstag an, gerade als sich die deutschen Ärbeiterdelegirten zur Ab- äse zum Pariser Kongreß anschickten, sandte der Herr Staats» irwalt an Grillenberger die freundliche Einladung, inner- alb drei Tagen seine Strafe anzutreten. Leider war wrr Grillenberger nicht zu Hause, sondern befand sich in Gesellschaft eines Freundes auf einer Erholungsreise in Süd- layern. Letzterer Umstand und die Thatsache, daß der sozial- imokratische Vertreter Nürnbergs nicht die Absicht hat, die iftigen Höhen des Eiffelthurms zu erklimmen, sondern nur die .pitzen der bäuerischen Hochalpen von unten aus sich an- hen will, wird hoffentlich auch den Herrn Staatsanwalt be- uhigen und ihn für das um Strafaufschub eingereichte Gesuch günstig stimmen. Die Maßregelungen der Kergleute. Die„National- baumeistcs Jberale Korresp." nimmt jetzt entschieden Partei für die ! vermi«V rubcnverwaltungen, welche den Bcrgarbeiterdepu� gerecht%ten die Arbeit gekündigt haben wird. :xtra polij ! e u t s ch rß die ai dige Ar! Vie die Rath S ei: Oh >rreu[tflW�öben._ I inkten Sa"!. Aus Sie behauptet, die Ver- ltungen hätten die Zusicherung, für die vergangenen Hand- mgen keinen Vergcltungsakt eintreten zu lassen, im allge- einen gehalten. Die jetzigen Entlassungen gälten indessen u Bestrebungen, die Arberterbewcgung im steten Fluß zu er- Ken.— Die Thatsachen liegen indessen so klar, daß Nie- and daran zweifeln wird, daß die Kündigung der Herren 'chröder. Bunte u. s. w. ein Vergeltungsakt dafür war, ab sie in der früheren Streikbewegung sich als Führer gezeigt Dortmund wird dem„B. T." berichtet: Der Dele- )auptstrabeiir>e von Zeche Germania Schacht II, W. Wolff, ist am Mitt« Mtb ae�hoch abend geWvch Abend verhaftet worden, und zwar auf Grund von§ 82 e in den 3 des Berggesetzes(Schmähung von Beamten). Wolff sagte t innen beftm Sonntag in der Dclegirtenversammlung mit Bezug auf das rbeitenden?en Delegirten von Zeche Germania vorgelegte Schriftstück, in c daß difrein sie widerrufen sollten, es sei ein infamer Streich, so etwas „er: laut'on den Arbeitern zu verlangen. ii der I W'" a. U., 15. Juli. Bei einer gestern in Bochum neranültt lattgehabten Versammlung von Bergarbeitern, welche von st e s rif�sflirten aus den Bezirken Dortmund, Essen, Bochum und iten wir u�clsenkirchen besucht war, wurde einstimmig beschlossen, die in he,,«See Deleairtenvers ammlung vom 19. Mai festgesetzte zweimonat- n AKeu�M� Frist zur Regelung der Wünsche und Forderungen der e,.»einen kergleute auf unbestimmte Zeit zu verlängern. inen„der? Uetersen, den 13. Juli. Maßregelung. Haussuchung. 0~..."Anklage. Am 9. Juli wurde der Töpfer B. Warttig ohne gliäien Grund plötzlich aus der Arbeit entlassen. Herr W. mr hier beschäftigt, nachdem er am 1. April 1888 aus dem lelagerungsgebiet Berlin-PotSdam ausgewiesen worden war. _.. den 13. Juli. eÄufgabe ozialdem? er Pol "hnstnnn'�eine Arbeit"machte er stets zur größten Zufriedenheit seiner Vor- •• Mletzten. Um so auffälliger ist seine Maßregelung, die ihn r, fn„jlleShalb besonders hart trifft, weil hier am Orte nur eine Ofen- st' ad Tbrik besteht. Er ist deshalb gezwungen, den Wanderstab nnn nllen wieder zu ergreifen und für sich und seine zahlreiche Familie „ k?:t,ren tn neues Heim zu suchen. Am 11. Juli wurde bei ihm sowie fuylei/(j hem Vorstand des FachvcrcinS der Töpfer nach Beweisen .iit Fachvereinsverbindungen und verbotenen Schriften gehauS- kanntlich KtcHt; beschlagnahmt wurde ein Mitgliedsbuch der Zentral» schlössen, ,'ankenkasse der Töpfer. Dasselbe enthielt eine r o t h e Hahnen- hat(nach,>der, einen gednickten Ausweis, unterzeichnet Bebel, Liebknecht, in der Wrillenberaer, und eine Abrechnung des G.-AusschusseS der »en WoEöpfer. Der Staat war wieder mal gerettet. Am 6. August n von �Aird in der Sache wider den Töpfer B. Warttig wegen Ver- n die T"°fehenS gegen das Sozialistengesetz das Hauptverfahren beim röglich sul�andgericht II Berlin stattfinden. Da er z. Z. seinen Wohnsitz hen uns ade, dies» u zeigen, die wir gl ge. Des" lersöhnen I zcgeben", cen Wille" I Uetersen(Holstein) hat, ist er auf Antrag seines Rechtsan- altS von der Verpflichtung zum Erscheinen in der Hauptver- mdlung entbunden. Durch Selbstmord sind in der deutschen Armee im conat Mai d. I. im ganzen 23 Mann gestorben. Nachträg- ch wird noch ein Selbstmord durch Ertränken vom Januar . I. gemeldet. Großbritannien. n->. 9!tS T beiläufig zehn Tagen der Nationalist " �" ntc" Verhaftung seines parlamentarischen Kollegen mtet „Ich will Ihnen die Wahrheit gestehen. unten in den Zimmern gesprochen wird. Jedes Wort, s vs 111 ven Qimmern getprocyen wtro, ist auf dem gleiche lachboden vernehmbar, und als ich mich niedergelegt hatte, , ,,,-,,4.>ar ich genöthigt, das ganze Zwiegespräch mit anzuhören, ei ck eine"" zwischen Ihnen geführt wurde." rär den�„„Haben Sie auch gehört, womit dieser Mensch mir stiae Ed)" 0�e. 1 Wenn ich ihn nicht zufrieden stelle, koste es ihn rr ein Wort über uns und wir seien verloren." �cr zu. M"�a' � es gehört." lind von„Und was denken Sie nun über uns? Nicht wahr, rß irgend ein großes, unnennbares Verbrechen uns verbannt rt auf diese außer der Welt gelegene Insel? Oder daß ir hier irgend ein lichtscheues Geschäft betreiben, von dem Mir"'cht sprechen darf? Oder daß wir heimathlose Erben ?und verg�nes vervehmten Nantens sind, die vor den Augen der Mächtigen sich hier verborgen halten? Sagen Sre, was Almira!" ynfen Sie von uns?" : hervor,„Nichts, liebe Frau; ich zerbreche mir nicht den Kopf ihm nTnÄmlt. Sie haben mir für eine Nacht ein gastliches Obdach ist unber�'-währt. Dafür bin ich Ihnen Dank schuldig. Der Sturm , ,/i sich gelegt; morgen setze ich meine Fahrt fort und denke Inerter n-��-...-v»»»-'*»»-» rnd abnehWört." nd Schoß i�oiter nicht an das, was ich auf dieser Insel gesehen und abnevV j„Id, will Sie aber nicht so von uns ziehen lassen. wollen, Dinge gehört, über welche Sie - w."2ch will Sie» gen haben, ohne zu n nbische"'llcht ohne Aufklärung bleiben dürfen. Ich weiß nicht wes- r schü� aber von dem ersten Momente, wo ich Sie sah, haben as, und-.wir Achtung eingeflößt, und mich quält der Gedanke, dann a fp te mit Argwohn und Geringschätzung von uns scheiden l8., äh Argwohn wird weder Sie noch mich unter rüber b s m Dache schlafen lassen. Die Nacht ist ruhig und ganz 2nsel. � �u ungechan, um die Geheimnisse eines herben Lebens zu men Si" Dahlen. Dann bilden Sie sich Ihr Urtheil über uns. Ich erde ehrten nichts verschweigen und treu die Wahrheit be- usamw�' �- Wenn Sie die Geschichte dieser einsamen Insel und daß ich Lehmhütte gehört haben werden, dann werden Sie ir ein Qpr) wiehr sagen, morgen ziehe ich weiter und denke nie mehr ,a* ran' fnnhevn__...--•- hinaus. en, da§ . sondern Sre werden von Jahr zu Jahr wieder- �sstrmen, wenn Ihr Beruf Sie vorüberführt, und eine Nacht O'Brien im Unterhause zur Sprache brachte und sich darüber beklagte, daß die Regierung eine Verbindung irischer Landlords dulde und billige, wahrend sie die Verbindung der Pächter mit allen der Dubliner Schloßregiemng zu Gebote stehenden Mitteln bekämpft, machte der irische Sekretär Balfoar die unter den Umständen verblüffende Bemerkung:„Wenn ich ein irischer Pächter wäre und die Grundbesitzer sich gegen mich verbänden, so würde ich gegen sie eine Verbindung schließen; und wenn ich ein irischer Grundbesitzer wäre und die Pächter verbänden sich gegen mich, so würde ich gegen sie eine Verbindung ein- gehen!!" Die Nationalisten haben sich diese merkwürdige Aus- lassung des Ministers gemerkt und mit Billigung Parnell's, des Führers der irischen Partei, ist eine Pächter-Liga ge- gründet worden, welche der'Kombination und den Syndikaten irischer Landlords entgegentreten und den Krieg ins Gebiet der Feinde hinüberspielen wird. Damit tritt die agrarische Revolution in Irland mit einem Schlage wieder in ein akutes Stadium. Die irische Nation hat die britische Regierung bis- her mit Hilfe der Nationalliga und die Großgrundbesitzer ver- mittelst des sogenannten Felozuasplans bekämpft, aber die Er- fahrung hat gelehrt, daß beide Mittel nicht ganz geeignet sind zur Erreichung der Zwecke der Jrländer. Die National- liga ist in erster Linie eine politische Organisation, die sich mit den agrarischen Fragen nur im Allgememen beschäftigt, indem sie vertriebenen Pächtern Unterstützung zukommen läßt. Als politische Organisation hat sie ihre Lebensfähigkeit trotz den scharfen Maßregeln des Kabinets auf's Glänzendste bewährt und obsdion hie und da dem Namen nach unterdrückt, ist sie jetzt noch stärker als zur Zeit ihrer Gründung vor sechs Jahren. Der von John Dillon gegründete Feldzugsplan, der bekannt- lich darin besteht, daß oie Pächter die Pachtzinsen einem Ver- trauenSmann ausbezahlen, bis der Großgrundbesitzer die von den Pächtern verlangten Reduktionen annimmt, hat in den meisten Fällen seinen Zweck erfüllt. Aber er litt an einem großen Gebrechen, er war ungesetzlich. Der Feldzugsplan war von den extremen Nationalisten angenommen worden, während Parnell im Herbst 1886 schwerkrank danrieder lag. Parnell hat ibn nie gebilligt und seine Mißbilligung offen ausgesprochen. Der Feldzugsplan gab den Vorwand zur Vergewaltigung Ir- lands und der illegale Charakter des Verfahrens wurde von dem obersten Gerichtshof in Dublin in einem Urtheil ausgedrückt. Schon damals bemerkte Parnell, daß er einen agrarischen Plan ausgearbeitet habe, welcher nicht ungesetzlich und ebenso wirksam sei, als der von Dillon aufgestellte Feldzuasplan, um den Uebergriffen der Großgrundbesitzer ein Ziel zu setzen. Von diesem Plan hat man seither nichts gehört. Parnell ließ der Methode seiner Kollegen freien Lauf, bis die KrisiS auf dem Landgut des Herrn Ponsonby in ein akutes Stadium trat. Bei diesem Anlaß erklärte der irische Leiter öffentlich, die Na- tionalpartei werde Sorge dafür tragen, daß kein Pächter, wel- cher ungerechter Weise infolge der Annahme des Feldzugsplans ausgewiesen worderr sei, Schaden erleiden werde. Auf dem ehemaligen Ponsonby'schen Landgut werden aber 400 Familien von Hof und HauS vertrieben. Diese Krisis ist, wie in früheren Briefen ausgeführt wurde, dadurch heraufbeschworen worden, daß ein irischer Landlord und englischer Abgeordneter Namens Smith-Bary an der Spitze eines englischen Syndi- kats die Güter des Herrn Ponsonby angekauft hat. Nun sollten die Pächter des Smith-Barry in Tipperary ihre halb- zährlichen Pachtzinsen erlegen. Der Agent wartete im Rent- amt. Keiner erschien. Sie hatten sich, 150 Mann stark, in einer öffentlichen Halle versammelt und bei diesem Anlaß ver- kündete ihnen William O'Brien, daß mit Parnell's Billigung eine„Tenants Defence League" gegründet worden sei, welche alle Pächter Irlands umfasse. Diese Erklärung, daß die Interessen aller irischen Pächter solidarisch sind angesichts des ungerechtfertigten Vorgehens der„kombinirten" Großgrund- besitzer, kommt keinen Tag zu fr ich. lieber das Verfahren verlautet zur Stunde noch nichts. Von diesen wird natürlich die Haltung des Kabinets abhängen. Balfour hatte im Unterhaus ausdrücklich erklärt, daß die Regierung den Kombinationen der Landlords und Pächter neutral gegenüberstehen werde, falls sie auf gesetzlicher Basis stehen. Die Zukunft wird lehren, ob der irische Sekretär, der im Namen des Gesetzes so manches Gesetz mit Füßen getreten hat, diesmal Wort halten wird. Dänemark. Kopenhagen, 11. Juli. Der große Streik der Bautischler hat jetzt fast vier Wochen gedauert und es ist noch gar kein Ende desselben abzusehen. Der Streik hat viel- mehr in der letzten Zeit größere Dimensionen angenommen, in- dem jetzt auch viele Maurer, Zimmerleute und Maler sich; demselben angeschlossen haben. Die Arbeitseinstellung begann in 9 Tischlerwerkstätten, hatte aber bald so erheblich an Ausdeh- nung gewonnen, daß jetzt über 1200 Tischler ohne Arbeit sind. Dieselben fordern eine Lohnerhöhung von 30 pCt. für gewisse Arbeiten, während die Meister nur 15 pCt. gewähren wollen. Dies ist der Kernpunkt des Streiks. Die bisherigen Versuche, einen Ausgleich zwischen Meistern und Gesellen anzubahnen, sind gescheitert, und die Meister haben daher den Widerstand der Gesellen mit einem allgemeinen„Lock-out" beantwortet. sich ausruhen unter diesem friedlichen Dach. Also setzen Sie sich an meine Seite hier auf die Flurtreppe und hören Sie die Geschidfle unserer Hütte." (Fortsetzung folgt.) Aus Vtmfl und Ocdcrr. Die Verunreinigung der Themse in A-nd-n ist ein Uebelttand, dessen Beseitigung ein sehr sd)wieriges Problem geworden ist. Das jetzt in der Ausführung begriffene städtische Projekt, dessen Kosten mit 25 Millionen Franks veranschlagt sind, sucht in zwei großen Etablissements auf beiden Seiten der Themse, und zwar in Barking und Croßneß, den Kanalunrath zu klären. Ursprünglich war diese Klärung mit Permanganat rn Aussicht genommen, jetzt aber ist es wieder zweifelhaft ge- worden. Der Board of Works hat Herrn Roscoe, einen aus- gezeichneten Chemiker, beauftragt, rücksichtlich der Behandlung des Pcrmanganates neue Studien zu madien. Andererseits beschäftigt sich gegenwärtig ein anderer Chemiker, Herr Webster, mit dieser Angelegenheit. Herr Webster versucht die Klärung durd) Elektrizität. Er giebt in die Flüssigkeit zwei Elektroden und leitet mittelst Dynamos einen Strom in dieselbe. Der Essekt ist sehr merkwürdig. In einer Flüssigkeit, direkt von den Kanälen der Stadt entnommen, vollständig schwarz wie Tinte, sieht man nach Einführung des elektrischen Stromes alle festen Theile sich in Bewegung setzen, die einen nach oben, andere nach unten. Rad) ca. 15 Minuten sind alle festen Bestandtheile, anstatt ge- fällt zu sein, vereinigt zu einem schwimmenden Kuchen auf der Oberfläche der Flüssigkeit. Dieses Resultat entsteht durch die Gasentwickelung, welche mit den festen Stoffen in Zusammen- hang tritt und dieselben an die Oberfläche befördert. Es ist nur nöthig, diesen Schaum von oben zu entfernen, um eine klare Flüssigkeit übrig zu haben, welche keine Spur von Geruch zeigt. Die Experimente Webster's gehen weit über gewöhnliche Laboratoriumsexperimente hinaus und er will nur noch ein großes Experiment durchführen, um alle Einivendungen wider- legen zu können. Die Thatsachen stehen fest, es handelt sich bloS um die Kosten. Diese dürften geringer sein, als die Be- Handlung mit Eisensalzen. Ueberdies ist der wegzuführende Abschaum nicht ein Viertel der Quantität, welche bei Nieder- schlagsmitteln erhalten wird. Andererseits enthält dieses Material Ammoniak und andere werthvolle Stoffe des Kanal- Der„Sozialdemokraten" hat einen an die Arbeiter aller Länder gerichteten Aufruf zur Unterstützung der hier streikenden Arbeiter gerichtrt. Frankreich. Die von den B o u l a n g i st e n provozirten Szenen in der französischen Deputirtenkammer haben sich auch am Sonnabend wiederholt. Der Deputirte und ehe- maliac Minister Viette brachte einen Gesetzentwurf ein, welcher die Vie lka n d i d a tur en untersagt, und begründete den- selben unter lebhaften Unterbrediungen seitens der Rechten mrd der Boulangistcn. Der Degutirte Eluserct(Jntransigeant) be- antragte auf die Tagesordnung überzugehen. Die Kammer verwarf mit 331 gegen 204 Stimmen diesen Antrag und er- klärte die Dringlichkeit. Der Deputirte JoliboiS(Bonapartist) erklärte, das allgemeine Stimmredit werde schließlich entscheiden. Jouvencel und Jaures(Republikaner) bekämpften den Ent- wurf als unnöthig und unwirksam und als einen Angriff auf das allgemeine Stimmrecht. Brisson sprach auch dagegen und sagte, das Land hätte sich nicht von dem Kaiserreiche befreie« können, das Volk habe gestattet, daß die Republik gestürzt worden sei. Er fügte hinzu, es sei die Pflicht der Majorität, die Freiheit zu schützen, und wenn das nicht auf gesetzlichem Wege gelänge, dann durch die Gewalt der Waffen.(Lauter- Beifall links.) Artikel I des Entwurfs, wonach niemand Kandidat in mehr als einem Wahlbezirk sein kann, wurde mit 295 gegen 237 Stimmen angenommen. Schließlich wurde der Gesetzen!- wurf im Ganzen mit 804 gegen 229 Stimmen genehmigt.— Vor Aufhebung der Sitzung wird die Zensur mit zeitweiliger Ausschließung über L e H e r i s s 6(Boulangist) verhängt, der sich weigert, die Tribüne zu verlassen. Bei der Wiedereröffnung der Sitzung tritt der Befehlshaber der Wache des Palais Bourbon mit einer Abthcilung Soldaten in den Sitzungssaal und fordert Le Herifse auf, die Tribüne zu räumen. Le Hcrisse antwortet, er sei in der Kammer kraft des Mandats seiner Wähler und werde nur der Gewalt weichen. Der Offiziere legt seine Hand auf Le Herisse's Schulter, worauf dieser ohne weiteren Widerstand von der Tribüne herabsteigt und von Sol- baten aus dem Palais geführt wird. In der Deputirtenkammer kamen weiter am Sonn- abend die von dem Senat vorgeschlagenen Abänderungen des Budgets zur Berathung. Die Debatte wurde aus Montag ver- tagt, trotz des Widerspruchs des Finanzministers Rouvier, welcher erklärte, es wäre der Regierung sehr daran gelegen, die Session am Sonnabend zunr Absdiluß zu bringen. Anläßlich der von der P a t r i o t e n l i g a am Sonntag be- absichtigten öffentlichen Kundgebungen vor der Statue „Straßburg" auf der„Place de la Concorde" hat der Mir ister des Innern, Constans, dem Polizeipräfckten von Paris strenge Weisungen ertheilt, alle Kundgebungen auf den öffentlichen Wegen, welche die Ordnung und den Verkehr stören könnten, zu verhindern. Die An klage gegen Boulangcr ist nach_ dem Bericht des Neunerausschusses des Senatsgerichts begründet wegen Komplotts gegen die Republik, sowie Veruntreuung von Staatsgeldern in der Höhe von 243 000 Franks. Der Bericht sollte am Sonnabend unter die Senatoren vertheilt werden. Paris, 15. Juli. Gestern Abend fanden in allen Stadtvierteln zur Feier des Nationaltags Festlichkeiten statt, welche heiter und ohne Störung verliefen. An den Fenstern der Bureaus der Patriotenliga auf dem Börsenplatze waren Transparente angebracht, welche den General Boulanger zu Pferde darstellten in schwarzem Anzüge mit dem Großkrcuz der Ehrenlegion. Von der vorüberziehenden Volksmenge wurden die Transparente viclfad) mit Zischen, Pfeifen und höhnischen Rufen begrüßt. In den Departements ist der Rationalfeiertag nach den vorliegenden Meldungen gleichfalls enthusiastisch begangen worden. Kpattie«. Das spanische Parlament ist wieder einmal der Schauplatz recht wüster Szenen gewesen. Nachdem vor einigen Wod)en die Mehrheit des Abgeordnetenhauses ihren Präsidenten thätlich insultirt, ihn angespuckt und mit Stöcken gesdilagen hatte, sind diesmal die Devutirten unter einander handgemein geworden, wobei es auch an Bedrohungen mit Stockdcgcn nicht gefehlt hat.— SAt Monatsfrist sind die Abgeordneten jetzt wieder in der Hauptstadt versammelt; es haben täglich Sitzungen stattgefunden, aber von allen den zahlreichen Regierungsvorlagen, welche den Cortcs aus der letzten Seflwn rmerledigt überkommen sind, ist, von der Firirung der Präsenz- stärke für Heer und Marine abgesehen, auch nicht eine einzige erledigt worden: ja es ist auch nicht eine einzige überhaupt zur Berathung gekommen.-...... 11 ist mit" mit der. von der Minorität provozirten parlamentarischen Untersuchung über die Vorgänge, welche zu dem Schluß der letzten Session geführt haben. Da inzwischen, am 1. Juli, das neue Finanz- tahr begonnen hat, sind durd> königlidies Dekret die Ansätze des letzten Staatshaushalts vorläufig weiter irr Kraft getreten� inHals ohne die dem Boden schädlidjen Chemikalien oder Niederschlagsstoffe. Gin nenra Heilmittel. Herrn Chemiker H. Baum ist es gelungen, im chemischen Laboratorium des Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. einen Körper herzustellen, der be- rufen scheint, der Salicylsäure in ihrer Eigenschaft als Heil- mittel und Antiseptikum ernstliche Konkun-enz zu machen. Die neue Substanz, Dithiosalicylsäure, stellt gleichsam zwei Moleküle Salicylsäure dar, welche durch zwei Atome Schrvefel zu einem Molekül verkettet sind. Prof. Hiippe in Wiesbaden hat fest- gestellt, daß eine 20prozentige Lösung von Ratriumdithio- salicylat nach 45 Minuten tödtend auf Milzbrandsporen ein- wirkt, während Natriumsalicylat unter den gleichen Versuchs- bedingungen keine nachweisbare Wirkung ausübt. Auch das Verhalten gegen Cholera- und Typhusbakterien, wie gegen das Bakterium des grünen Eiters und Staphylococcus aureus ist viel energischer als bei Natriumsalicylat. In der unter der Leitimg des Herrn San.-Raths Dr. Knoblauch stehenden Abthcilung des Frankfurter städtischen Krankenhauses ist das Natrium- dithiosalicylat II(es ist noch ein ähnlicher Körper, der mit i bezeichnet wird, dargestellt worden), in zahlreid,eir Fällen von akutem Gelenkrheumatismus versuchsweise angewandt worden. Herr Dr. H. Lindenborn hat darüber in Nr. 25 der„Berliner Klinischen Wochenschrift" berichtet. In den leichteren Fallen wurden Morgens und Abends je 0,2, in den fchroerrn Mer- gens 0,2 und Abends zwei- bis drei- und viermal stündlich 0,2 Gramm dosirt. Die leichteren Fälle waren nach zwei. die schwereren nach längstens sechs Tagen sdimerzlos nnd fieberfrei, die Anschwellungen der Gelenke ver- schwunden. Dem Natriumsalrcylat gegenüber besitzt das Natriumdithiosalicylat folgende Vorzüge: kräftigere Wir- krrng und infolge davon geringere Dosirung, keine Nebenerscheinungen von Seiten des Magens, keine Reben- Wirkungen auf Herz und Gefäße, kein CollapS, kein Ohren- sausen. Zur Illustration deS Vorgesagten theilte die„Franks. Ztg." noch folgenden Fall mit: Ein Arzt hatte einen Patienten, der an akutem Gelenkrheumatismus litt, bereits 200 Gramm Natriumsalicylat verabfolgt, ohne wesentliche Besserung zu er- zielen. Durch einen Vortrag des Herrn Dr. Lepsius im Physi- kalischen Verein auf das neue Medikament arrsmerksam gemacht, wandte er dasselbe an und erreichte nach fünftägiger BeHand- lung bei je viermaliger Dosirung von 0,2 Gramm die vorher vergebens angestrebte Heilung. Es steht zu erwarten, daß vre Dithiosalicylsäure und deren Salze auch zur Konservrrung von Bier Verwendung finden werden. konstitutionell zulässig, aber seit den Bürgerkriegen nicht «echr vorgekommen ist. Von den geplanten Ersparnissen ist natürlich nicht mehr die Rede und auch für das laufende Jahr steht ein Defizit von mindestens 100 Millionen wieder mit Sicherheit in Aussicht. Das praktische Resultat all' der Jnter- pellationen und Debatten im Kongreß kann dabei schon heute als gleich Null bezeichnet werden. Afrika. Kairo, 14. Juli.(Telegramm des Reuter'schen Bureaus.) Die Streitmacht der Derwische befindet sich bei Abu Simbcl noch in derselben Stellung, welche sie am Freitag inne hatte. Die egyptischen Truppen hatten gestern mehrere kleine Schar- mühet mit den Derwischen, wobei letztere etwa 90 Mann ver- loren. General Grenfell ist in Assuan eingetroffen und beab fichtigt, sofort nach Abu Simbel abzugehen. Zwei Bataillone egyptischer Truppen, sowie einige Artillerie-� und Kavallerie- nryptsscher Struppen, lonue emtge Arnuerie- uno»ravaucrie- Adiheilungrn, welche sich gegenwärtig in Assuan befinden, haben Befehl erhalten, nach KoroSko zu marschiren. In SarraS ist eine weitere etwa 1500 Mann zählende Streitmacht der Derwische angekommen. Gerüchtweise verlautet, für den Herbst sei ein Vormarsch der englischen und egyptischen Armee bis Dongola beabsichtigt. Soziale Mteberstchl. An die Tischler und gesammten Holzarbeiter, wie Bildhauer, Böttcher, Stellmacher u. s. w. Kollegen! Am 14. Juli tagt in Paris ein internationaler Ar- beiierkongreß; der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist von den Vertretern der deutschen Arbeiterschaft im Reichstage an die deutschen Arbeiter die Aufforderung ergangen, von allen Gewerken Deutschlands Delegirte zu diesem Kongreß zu ent- senden. Dieser Aufforderung sind wir nachgekommen und haben in der Versammlung am 3. Juli in der Tonhalle einen Delegirten gewählt. Es gilt nun, die Mittel zur Bestreitung der Kosten der Kongreßbcschickung aufzubringen. Holzarbeiter! Ihr wißt alle, daß, wie in den meisten anderen Gewerken auch in der Holzarbeiterbranche die Ausnutzung der Arbeitskräfte in den letzten Jahren bis auf's Höchste gestiegen ist. Da durch das fortschreitende Maschinenwesen immer mehr Arbeiter arbeitslos werden, ist es den Unternehmern leicht, zu den niedrigsten Löhnen arbeiten zu lassen. Uebermäßige Arbeitszeit, Nacht- und Sonn- tagSarbeit wird unter den augenblicklichen Verhältnissen allen Arbeitern zugcmuthet. Durch die größtmöglichste Ausnutzung der Arbeitskräfte der jugendlichen Arbeiter und in einigen Branchen auch durch die schlechtbezahlte Frauenarbeit, ist es uns sür die Dauer nicht mehr möglich, unsere Familien zu er- halten, eine menschenwürdige Existenz zu führen und unsere Pflichten als Staatsbürger zu erfüllen. Ferner gefährden die unzureichenden sanitären Einrichtungen in den Werkstatten und Fabriken unsere Gesundheit, die unvollkommenen Schutzvor- richtungen im Maschinenbetrieb machen jährlich Hunderte von Arbeitern erwerbsunfähig. Es ist deshalb nothwendig, daß Arbeiterschutzgesetze, und zwar auf internationalem Wege, einge- führt weiden müssen. Es ist ferner nothwendig, daß in dielen Schutzgesetzen die Festsetzung einer NormalarbeitSzcit vorgesehen wird, daß alle oben angeführten Punkte berücksichtigt werden. — Da nun der Kongreß in Paris sich mit allen diesen ragen beschäftigt, und ferner die auf dem Kongreß von den rbeitern der ganzen Welt gefaßten Beschlüsse aus die von der schweizerischen Regierung einberufene Konferenz, welche eben- falls der Frage der internationalen Regelung der Arbeiterschutz- gesetzgebung näher treten will, einen Druck ausübt, so werden die Holzarbeiter Berlins, die hier so zahlreich vertreten sind, und immer mit in den vordersten Reihen der Bewegung gestanden 'oben, den Werth der Vertretung sämmtlicher Holzarbeiter Berlins auf dem Kongreß einsehen. Gleichzeitig soll der Kon- grefi ein Verbrüderungsfest der Arbeiter der ganzen Welt sein. "'"" Beiträge zur Deckung der Unkosten zur Be- schickung des Kongresses nimmt die unterzeichnete, in der oben geführten Versammlung gewählte Kommissu angeführten Versammlung gewählte Kommission entgegen und giebt OuittungSlisten aus. A. Ap e l, Tischler, Steglitzerstr. 91, H. U. Geelhaar, Stellmacher, Zionskirchstr. 22. W. Oberschmidt, Böttcher, Belleallianceftr. 60 IV. S. Klose, Bildhauer, Dennewitzstr. 25, H. L Karge, Tischler, Teltowerstr. 30, H. part. Sitoationsbericht über den Streik in der G g- Bruner'schen Kunstanstalt in Nürnberg.(7. Woche.) Wir betrachten es als eine Pflicht, unseren folida- rischen Kollegen zu berichten, daß der Streik leider noch nicht beendet und der Ausgang desselben noch nicht zu ersehen, Obwohl wir nichts unterließen. Allen durch Aufrufe und Be- richte unsere Lage kund zu thun, so fanden sich dennoch wieder Leute, welche unsere durch den Streik offenen Stellen besetzten. Wenn wir sie ins Geschäft gehen sehen, so müssen wir uns fagen�die müssen sich glücklich fühlen, daß sie auf eine so kurze Spanne Zeit ein Asyl gefunden haben. Wir glauben st Sinne der Kollegen zu Handeln, daß wir nichts BcsseNt können, als die Namen dieser Herren immer wiedn P öffentlichen. Es sind uns bis jetzt weiter Nachstehe«' Kcnntniß gebracht worden: Lithographen F. Willstock? Theuner aus Görlitz, Gmeiner, Badcnser, zuletzt in 9p Hunger aus Leipzig, Kelch und Nicolai aus Breslau, p# und Jourdan aus Nürnberg, W. Reißmanu, Fürths aus Schwyz, Knehans aus Bielefeld, Dassel aus f' Kretzschmar aus Gohlis bei Leipzig, Müllers, Maier,( Grcner, Schmidt und Körper. Orte folgen nach.— drucker: Norbert Schlösser aus Crefeld, Krapp aus Wild aus Nürnberg, Schneeweiß aus Dresden, Lieb Arnsberg, Hommel aus Schweinfurth, Bielstein aus 1 Roth aus Essen, Heinrich Kleylein aus Nürnberg, versitälsdruckerei Würzburg thätig, C. Napravn», n. alkenau, Mayer aus Kaufbcuren, H. Herrmann un«-. h iele Indifferente glauben vielleicht, daß unsere 2W einem augenblicklichen Feuereifer entstanden und bald«■ q verrauscht sein wird. Dieselbe ging nicht ohne Grund)-.. v" sondern sie entstand aus den Mißverhältnissen unseres«ntrtdt•' Wir haben erkannt, daß es an der Zeit ist, uns itinn*' zusammenzufügen, wenn wir nicht in nächster Zeit M iQne,t di größeren Rückgang in den Kauf# 26. Juni, l! Fortschritt einen R........................., wollen.— Es ist daher Aufgabe eines jeden Kollegen,! Abschrift irrige Vonirtheile fallen zu lassen und mit Stolz einzutl« den Kampf für gemeinsame Interessen, damit sich die' unseres Banners....... Heitel. Wir nichts vermo werden E,. tretet Alle ein Einer für Alle, Alle für Einen g»uth zur, lauben sicher annehmen zu dürfen, daß' schieht es le, uns von unserem Banner zu trennet h�st zu b A glaubte die Streikenden zu entwaffnen, indem'er W gezogen h einen brieflichen Entschluß zugehen ließ, daß diejenigc»/! nach unser sind wir Nichts, �vereinigt sind wir Alles!" Herr! lheriäe erfolgt , 1 1 1 1 v*/***P pwy ill-t)/ VU[j UlCjvUlWy � iiUQj Uli I vi am Montag, den 27. Mai d. I., die Arbeit nicht so» auStausch bei ihm, Br., nicht wieder eingestellt werden. Herr Bs' würde.- wohl auf dieses hin annehmen, daß der Streik bcen� Echlußfoh wir dagegen veröffentlichen, daß der Streik unveräiibn dem Zwisc dauert, bis der letzte von uns in Arbeit steht. Außerd� ist im Ge für unsere solidarischen Kollegen über die Gg. Brum Interesse Kunstanstalt die Sperre verhängt. Für das Komitee k Enffchluß I im Namen der Streikenden: I. C. Fischer, Goß'' auf Schwi Goldene Sonne. j] j des Sinn« M lassungsve Theater. Dienstag, den 16. Juli. Theater. Martha. Friedrich- Wilhelmstadtifche« Theater. Orpheus. Widtaria-Theater. Die Kinder des Kapitän Grant OeUeaviaace-Theater. Kyritz-Pyritz. Dfte»d-Theater. Spezialitäten- Vorstellung. M" UmgebuN' Passage 1«r. 9 M.— 10 21. Kaiser-Panorama« Diese Woche: Unter- Italien. Neapel mit Pompeji. Pariser Weltausstellung 1889. gleise Kr. Maj. Kchtss Hertha Tine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. Jede Hihr .u repariren und zu reinigen kostet ici mir unter reeller, schriftl. Garantie auf 1 Jahr nur 1466 i Mark 50 Pfg. Kleine Reparaturen billiger. Neue Uhren zu Fabrikpreisen. Uhr- AlteSchönhauserstr.25, , wacher« part., im Laden. Cigarren-Fabrik empfiehlt 383 Franz Frank« No. 2, Kösliner- Straase No. 2. n Sterbekajse von Arbeitern ber berliner Maschinenbau-Actien-Kesellslhast (vormals L. Schwartzkopff). Sonnabend, den 27. Juli, Abends 8j Uhr, im Lokale des Herrn Stümke, Ackerstr. 123: Aneral-Aersanmlvllg. Tagesordnung: 1. Jahresbericht pro 1888/89 und Bericht der Revisoren, sowie Antrag derselben auf Er- theilung der Dechargen. 2. Wahl für zwei auszuloosende Vorstands- Mitglieder. 3. Neuwahlen der Revisoren. 4. Bericht über die außerordentliche General- Versammlung und Antrag des Vorstandes. VreWslhe Merle-ftostw weiter aus cnommen offer. z. Hauptzirhung 4. Klasse 18", Msttheilur v- 23. Juli bis 10. August. Hanptg«'«' Staaten 600 000 M. 8x300 000 M.:c. auch zugeb an Antheilloose � i Auslegung »/« 84 M.« 18 M.«'/„ 6 JH.,'K kaiserlichen S. Labandter, ältestes Lotterie-V«« Sinn, de gegründet 1860.— Berlin, Johannis str« entsprecher � tragsschluf 5. Mittheilungen. Das Ouittungsbuch legitimirt. lichcS Erscheinen ersucht 735 Um pünkt- Der Vorstand. Kerliiier TMitW-Perciil sör Arbeiter beiberlci GeslbteD. Am Königsthor. Heute, Dienstag: Croßr» Frsilteil- n. Sricpiciictroctf der Herren 91. u. W. Massow, Hornig u. Bonander. Z. Schluß: Die Erstürmung der Düppeler Schanzen. Pyrotechnisches Kriegsschauspiel von ca. 160 Personen. Theater v. SpecialWen-Uorh. VolkSbelust. aller Art. Bis 2 Uhr Kall. Entree 50 Pf. Billets 5 40 Pf. in den Handlungen. Alles Nähere die Anschlagsäulen. 694 180. König!. Kreutz. Ktaats Lotterie. Haupt-«ud Kchlustzrehung vom 83. pult bl« 10. August er. Kchlustztehung. Hierzu empfehlen: Origiualloose ohne jeheßehlMng: 1iW.240. 12W.M. I4W.6O. Griginalloose mit Rückgabe u. Antheile an in unserem Besitz befindl. Grigiualloojen: 'Jt_ Vi'/< V» Vi'A» Vi« V'O'/»'1*0 1**__'/so M. 200. M. 100. M.50. M.40. M. 25. M.20. M. 12t. M. 10. M. 6t. M.6. M. 3 f. M.3, Amtliche Gewinnlisten 50 Pf., Porto 10 Pf., Einschreiben 30 Pf. extra erbeteu Kauk- Geschäst. Amtliche Gewinnlisten 50 Pf., Porto 10 Pf., Einfchreiben 30 Pf. extra ervcien. Oscar Bräuer& Co., Ä. Berlin W., Leipaiger-Strass�lOS. Haupttreffer 600 000 Mark baar. Am Donnerstag, den 25. Juli, Abends 8) Uhr, in Gratweil'S Bierhallen, Kommandantenstraße Nr. 77--79: General-UersaMlung. 1. Kassenbericht des Kassirers. 2. Verfchicdene Kassenangelegenhciten. Männliche wie weibliche Mitglieder sind hier- mit eingeladen. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. 730 3.91.; P. Hundt. @ril|c Akchlllllllllllll Himberrsaft oder keine und a»>Z raihes an Nicdcrl Früchts'"' Niedcrlassr zu jimonadru. Bericht der dick eingekocht a Liter-Fl. ercl..•! Denkschrift Ingbrrliqueur(Specialitat).•«der den r Kerl.«etreide-Kümmel(unüber- j nberernstm trefflich)......... �n Vertr. Alter Aordhauser.....• 1 Gutfinden empfiehlt die Groß-Destillation v-». ben einzigl Lellan& Kell i«|lr. 13. I r™->«- 1 stück anzns Abds. 8 Uhr, Sonntags Mitt. au teppdeck« Fabrik, vranienstr. „Artikel 2, dern beizu' oder sich d D euischen E chweizer soll> ,»> Große Auswahl Stepp dr<� �rS Berfas Emil :h'ollen sie t LefifS Hörden bez des perelns geioerblllher kstlfsarbeiter sär Berlin und zlingegend Möbel. b�eVeK, Theilzahlung. Oranleuhr. 131. K. ll. M. Immi Soeben erschien: Das Gesetz. betreffend Invakiäiläis- und JUtcrsncrfiAming äer Arbeiter. Mit Erläuterungen von August Bebel und Paul Singer« Kartonirt Preis 50 Pf. Z« beziehen durch die Grpedition» Zimmerstraße 44. Eigarren und Tabake von G. Freiwaldt, vormals Fiefländer. 9 Mienerstraße 9. 450 Der unentgeltlilhe Arbeitsnachloeis des �Allg. Metallarbeiter-VereinS" befindet sich im Süden Neanderstr. 5; Norden Brunnen. straße 40/ Destillation, Abends 8»— 10 Uhr, Sonntags Vorm. 9%— 12 Uhr. am Mittwoch, den 17. Juli, Abends 8t Uhr, in Renz' Salon, Naunynstraße 27. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Vogtherr über Wesen und Bedeutung der freien Religion. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Schriftführers. 4. Besprechung über Rechtsschutz und Arbeits- Nachweis. 5. Verschiedenes. Jeder Arbeiter hat als Gast Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Mitglieder, sorgt für zahlreichen Besuch. Der Vorstand. Seide, Wolle und Salin»Äschrist Rei< 30 Mark. Einzelne it»'"'] in der Lac schädigte Steppdecken* beschaff die sc beipflichtet Spiegel n. Polsterf?.®s Gr Lager, bill. y Emil Hey«1; Safä —-----*,4" Brunnenstr. 28. Hof r S chweiz o: TheiU. nach Ueberel"� mit Frnnki schloffen ro berg bestir Hierdurch nehme ich die Beleidig� beil 7./7. gegen Herrn und Frau Zipke 729 734 Perein znrWelnng oolksthöNlilher Wahlen im 4. petlincr Peilhstags- Wahlkreis. Am Dienstag, den 16. Juli, Abends 8t Uhr, in Renz' Salon, Naunynstraße 27: General-Uersammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. Statutenänderung. 3. Vorstandswahl. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedskarte legitimirt. Der Vorstand. Empfehle mein Geschäft in frischen Klumen «nd Kränze«.__[647 Robert Me Nr. 2 Mariannenstraße U?"' Tölhtige Arbeiterinnen auf jede Art Wäsche verlangt sofort M. Greifenhage». Chat 27 Chausseestrasse 27. Im Bretaaf«on?.O.»p.«t»i, in tft soeben erschienen: Der Keile Melt-KaleM fiir 1890 Vierzehnter Jahrgang' I-Halti aale»dari»m.— Rückblick.— ffJS NN» Mirkie.— Im tkreiilaus bei Jahre» ITi vilb).— Mädchen au» dem Bolle — Wiedergeboren. Srzihlunn von R.kch — BlutI Bedicht mit Illustration.-- Freind Benjamin. Humereilc in' Mundart.— Die BerbreitungemittelderPIt»--� von Pros. Dr. Jl. Dodei-Port.— Lturw||l Morgen Gedicht von Herm. Linag.— N'Vwf. rothe» Wand. Erzählung von I.«. 9%* — De neien Schdiwweln. Eächstjche 0»*% — Bon der Sonne. Bon O»wald StiW'gs Der»verschiedene- Schult,» ychwäbisch). r"% gliet. Grzählung von E. Langer.— Ueb«»�, Einfluß de» Wasser« aus die Gestaltung � Erdoberfläche. Bon R. Bommeli.— 3'Li Diepgen(mit Portrait).— Juliu» idräcket> � Portrait).— Lsterglocken. Gedicht.— fLi DrumvslcBitd>— aiifn.nk, mai,.« Jahretzeiten.— Ein Waudtalender. -S-i Preis 50 Pfennig. einen fordern, ist vom 27. mächtigten daß die% Fremdenpc werden köi Artikel 2 i 30. Juni tautet;„1 niedcrzulas vngehorigk sein, der il won Zeug» ticher Au stimmen, v Lahre 181 Frankreich pflichtung solchen Fra »lngungen dingungen ubnaen Li bestehen. ..Wir k |İ! in hindern nicht im Z Absicht da sein, denn gesprochen niedergeleg des Vertra die Erleich diesem Be liche Maß gesichert Verantwortlicher Redakteur: Hi. Grönheim ,n Berlin. Druck und Verlag von Hn»» Fading in Berlin SW.. Beuthftraße Beilage zum Berliner glauben � )ls Bessert c wieder? Nachstehe Wiltstock.' letzt in% ■tcslau,"" 163. a, Lieber� lein ans* »erg. zulch IlapravnM eidgenössische Bundesrath hat seine Antwort auf die mann g Kftrfe des Fürsten Bismarck vom 2S. Juni soeben der Oefsent- insere � Zjchkeit übergeben. Der Wortlaut dieser Antwort, die bisher und ballig im Auszüge durch das„W- T. B." verbreitet war, wird jetzt der„V. Ztg." in folgendem Drahtbcricht aus Bern über- Bern, 10. Juli. Der Unterzeichnete hat den Auftrag er- halten, die Depesche Sr. Durchlaucht des Fürsten Bismarck vom 26. Juni, von welcher EMllenz v. Blllow ihm am 1. Juli eine Abschrift zurückgelassen hat, wie folgt zu beantworten: In seiner Note vom 15. Juni hatte der Unterzeichnete erklärt, er werde von sich aus nicht mehr auf die Angelegenheit Wohlge- >- � viuth zurückkommen; wenn er dies heute dennoch thut, so ge- m, daß l» schieht es lediglich, um in Entgegnung auf die Depesche wieder- zu trenne� fy'h zu betonen: 1) daß schweizerische Behörden in keinerlei nun eiii«" Weise, weder selbst dem Mülhauser Polizciinspektor eine rüstig Falle gestellt, noch an einem derartigen Unternehmen n ans, J2 mitgenrirrl haben; 2) daß die Verhaftung und nach- Zen.„Afl hörige Ausweisung dieses Beamten nicht um deswillen ' Herr A erfolgt ist, weil er in der Schweiz Erkundigungen ein- Zem er«• gezogen hat, sondern weil er daselbst Unruhen stiftete; 3) daß diejenige� nach unserm Dafürhalten ein freundlicher gegenseitiger Meinungs- t nicht fon«nstausch über diese Thatsachen volle Klarheit verbreitet haben Herr Br.> würde. Der schweizerische Bundesrath vermag deshalb die lreik been» Schlußfolgerungen, welche Se. Durchlaucht Fürst Bismarck aus unverändlv fcnn Zwischensalle herleitet, nicht als gerechtfertigt anzuerkennen, Außerdem ist im Gegentheil der Ansicht, daß er im wohlverstandenen Gg. BrUfl Interesse brider Länder gehandelt hat, indem er den festen Komitee t Entschluß bekundete, jeglicher künstlichen oder wirklichen Agitation : r, GosW ans Schweizer Gebiet ein Ende zu bereiten. In seinem Erlasse hält der Fürst Reichskanzler bezüglich des Sinnes und der Tragweite oes Artikels 2 des Niederlassungsvertrages seine Auffassung aufrecht und führt dieselbe weiter aus. Mit tiefem Bedauem hat der Bundesrath wahr- genommen, daß diesem Vertrage eine unerwartete Aus- " oaJ Regung gegeben wird, von der bis zu den neuesten äfft Isffj Mittheilungen der kaiserlichen Regierung zwischen beiden jauptge� Staaten nie die Rede gewesen ist. Wollten wir ) M.:c. auch zugeben, daß der Wortlaut des Artikels eine zweifache se M i Auslegung zulasse, so hätten wir immerhin von Seiten der 5 M., V«'. kaiserlichen Regierung den Nachweis zu gewärtigen, daß der tterie-Ock Sinn, den sie demselben beilegt, in Wirklichkeit deni Willen hannisstr-» entsprechend sei, welcher bei beiden Theilen zur Zeit des Ver- ——— kragSschlusseS bestanden hat. In dieser Beziehung nun kann aber keinerlei Zweifel obwalten. Die Botschaft des Bundes- und onbg raihes an die schweizerische Bundesversammlung über unseren Früchts� RiederlassungSvertrag mit Deutschland vom 3. Juni 1876, der ' Bericht der Kommission des Ständcrathcs(20. Juni 1876) und die Denkschrift des Reichskanzlers an den Reichstag(18. Nov. 1876) über den nämlichen Gegenstand, sie alle beweisen deutlich und übereinstimmend, daß keine der beiden Regierungen sich durch den Vertrag in dem Rechte beschränken wollte, nach eigenem Gutfinden Jedermann bei sich aufzunehmen, daß beide vielmehr Dienstag» den 16. IuU 1889. 6. Jahrg. Sie Avtmr! der Mmtz au DeutsGand. ie Grund I mseres< uns inn - Zeit ft«l ;n Kauf Kollegen, alz ein# it sich die' Einen!". e-ftast r n cl..- it). (unüber- llation Ue k 18. vl». dl m den einzigen Zweck verfolgten, Bedingungen festzustellen, unter clchcn Aufenthalt oder Niederlassung auf dem Gebiete des einen Staates Angehörigen des andern Staates gestattet wer- wen müsse. So äußerte sich, um hier nur dieses eine Akten- stück anzuführen, die Denkschrift des Herrn Reichskanzlers mit i«:« 1 gl Bezug auf Artikel 2 des NiederlassnngsvertrageS wie folgt: „Artikel 2, bestimut, welche Ausweisschristen Deutsche auf Erfor- dern beizubringen haben, um in der Schweiz Wohnsitz zu nehmen -» A oder sich dort niederzulassen. Auch in dieser Beziehung wird von 1 ihre Richtung gab, erhebt sich jetzt eine Bildsäule, noch nickt ganz fertig, jedoch schon voller Leben und sprechend ähnlich den jungen Camille darstellend,— keine 28 Jahre alt an jenem Tag, und 5 Jahre später, als sein Genosse und Kollege Robespierre ihn„im Älter des SanSkulotten Jesus von Nazareth" aufs Schaffot schickte, das Haar schon gebleicht, wie das eines Siebzigers— so schnell lebte es sich in der Revolution!-- Diese Bildsäule wurde gestern eingeweiht in Gegenwart vieler Tausende— durch Feierlichkeiten, geschmackvoll, packend, wie das die Franzosen zu machen wissen— besser denn irgend ein anderes Volk Der Erde.-- Und das packendste des Schauspiels, das sind die M e n- schen selbst— diese sprechenden Gesichter, diese blitzenden Augen, denen man es sofort ansieht, daß der Schritt vom Ge- banken zur That mit Blitzesschnelle gethan werden kann. Nach der Feier im Palais Royal besuchte ich wieder die A u s st e l l u n g. Der Eindruck war eher noch großartiger als das erste Mal. Der Eiffelthurm insbesondere— über den ich sonst mich nicht weiter auslassen will— ist ein imposantes, überwältigendes Werk. Nichts alberner als die Behauptung: er sei„nicht schön!" Der Eiffelthurm ist auch schön in seiner graziösen Leich- tigkeit— ein eklatanter Triumph des Geistes über die Materie — es ist die Schönheit der Bro o kl yn er Brück e, die ebenfalls von Knnstphilistern für„nicht schön" erklärt wird. Und dieser Wunderbau ist nicht bloS schön— er bedeutet auch eine neue Epoche der Baukunst. Fürwahr, ein Wunderbau, und was ich am meisten an ihm bewundere: eS klebt kein M en s ch en b lu t an dieser riesigen Filigranarbeit — nicht der geringste Unfall hat sich während der Herstellung des gigantischen Werkes ereignet: das ist der schönste Lorbeer- zweig m dem Ruhmeskranze des Meisters Eissel. Gin mordamerikanischer Ionrnalistenverbani» sollte 50 Arbeiter auf seine Kosten nach Paris zum Studium der 'Weltausstellung schicken, so lautete eine dem Wiener„Handels- Museum" aus Paris zugehende Nachricht, deren auch wir in Nr. 159 Erwähnung thaten. Der Mitarbeiter des Wiener Blattes hat a«S Unkenntniß oder Flüchtigkeit falsch übersetzt; er hat journalier mit JourDaliste verwechselt und so aus einer Arbeitervereinigung einen Journalistenverband gemacht. Die amerikanischen Arbeiter werden, wie uns von anderer Seite berichtet wird, auf ihrer europäischen Reise auch die bedeutendsten Industriestädte Deutschlands und Englands besuchen. Die Gefahren der Ansteckung der Zungen- fchwind sucht sind in Wirklichkeit viel größer, als sie allgemein in der großen Masse der Bevölkerung angenommen werden. Man ist dort sogar sehr geneigt, die Sache harmlos zu nehmen und seit kürzlich für die Behandlung der Lungenkranken in den Heilanstalten, und um dort die Ansteckungsgefahr zu beseitigen, ein sehr einfaches Mittel angegeben wurde, nämlich die An- füllung der Spucknäpfe mit gering mit Karbol oder Sublimat gemischtem Wasser, nimmt man die Ansteckungsgefahr vollends auf die leichte Achsel. Daß dies aber sehr gefährlich ist, ergeben die neuerdings in der medizinischen Literatur gesammelten Fälle eigenartiger Uebertragungen von Lungenschwindsucht. Zunächst berichtet ein Dr. Eisen- b e r g über 12 Fälle, in denen bei der rituellen jüdischen Be- schneidung die Lungenschwindsucht von einem tuberkulösen jüdischen Kultusbeamten auf die Beschnittenen übertragen wurde und zwar durch die bei dieser jüdischen Kultushandlung üb- licheu Manipulationen. In einem weiteren Falle, den derselbe Arzt beobachtete, kam es zwar zu keiner Ansteckung, aber er konstatirte in dem Mundsveichel des Kultusbeamten das Bor- handensein von Lungcnschwindsuchts- Pilzen, durch welche die Krankheit sich fortpflanzt und übertragen wird.— Einen anderen, nicht minder interessanten Fall beobachtete ein Dr. I. L L w e n t h a l in Halle. Die Ehefrau eines Schwindsüchtigen erkrankte etwa neun Wochen nach dem Tode ihres Mannes am linken Auge unter den Erscheinungen einer Hornhautentzündung. Bald zeigte sich an der inneren Fläche des oberen Augenlides eine speckig aussehende Wucherung, auch begannen die zunächst gelegenen Lymphdrüsen zu schwellen und zu vereitern. Die Vermuthung, daß eine Ucbertragung von Lungenschwindsuchtspilzen in das Auge stattgefunden habe, bestätigte sich dadurch, daß in den ausgestoßenen Geschwürs- Massen auf das Bestimmteste die Schwindsuchtspilze(Tuberkel- bazillen) nachgewiesen wurden. Nach Lage der Dinge wird man annehmen können, daß das linke Äuge der Frau durch kleine Theile des ausgehusteten Speichels ihres Mannes an- gesteckt wurde.— Ein Dr. Bremer in Würzburg ist der Meinung, daß durch die Unreinigkeit unter den Fingernägeln schwindsüchtiger Personen eine Ucbertragung der Krankheit auf Andere stattsinden könne. Unter den Finger- nägeln sind nämlich sehr günstige Bedingungen für die Ein- nistung und Wucheruug des Ansteckungsstoffes vorhanden, nämlich eine geschützte Rinne, Feuchtigkeit, Luftzutritt und Wärme. Dr. B. untersuchte die Ansammlungen unter den Fingernägeln Lungenschwindsüchtiger und fand auch hier die Ansteckungskeime; er glaubt, gestutzt auf bieten Befund, daß eine Uebertragung der Ansteckungskeime auf die "' md von da auf den Darmkanal möglich ist und eine Uebertragung der Krankheit auf diesen stattfinden kann; auch hält er es für möglich, daß der Tuberkulöse durch Kratzen die Krankheit in die Haut einzutreiben vermag.— Zwei andere Mediziner, Spillmann und Haushalter, untersuchten Fliegen, welche man vorher über den ausgeworfenen Speichel von Lungenschwindsüchtigen gefangen gehalten hatte; sie fanden in dem Verdauungstraktus der Thiere jedesmal Schwind- suchtspilze und konnten teststellen, daß diese Pilze ihre volle Lebensfähigkeit behalte» halten. Die gen. Aerzte glauben nun, daß jene Infekte» dag Krankheitsgift übertragen können, indem sie Nahrungsmittel verunreinigen; gewiß ein beherzigenöwerther Wink für Die fliegenreiche, heiße Sommerzeit. Weiter wird angenommen, daß die Schwindsuchtspilze aus dem Innern der Fliegen, wenn diese absterben und zerfallen, in die Luft unserer Wohnräume gelangen.— Man sieht daraus, die Ansteckungs- tefahr ist eine große und vielseitige und es bedarf besonderer lorsichtsmaßregeln, namentlich, wenn man sich in der unmittel- baren Nähe Lungenschwindsllchtiger befindet, um sich vor der Ansteckung zu schützen._._ Die grbräucklichfte« Mund- oder Iahnwafler hat im hygienischen Institut zu Berlin Dr. Archinard darauf unter- sucht: ob ihnen irgend eine deSinfizirende Kraft innewohne oder nicht. Die folgenden vier verschiedenen Wässer kamen zur Untersuchung: 1) Eau demlfrlce von Dr. Pierre in Paris, 2) Salizyl- Mund- und Zahnwasser(deutsches Fabrikat), 3) Eucalyptol- Mundwasser, 4) Eau de Mimhe(deutsches Fabrikat). Das Ergebniß war, wie vorauszusehen, daß keinem vieler Muster irgend welche desinfizirende oder entwickelnngs- hemmende Wirksamkeit zukam. Die Fabrikanten solcher Mittel werden daher besser thun, die ,;antrsept, schen" Eigenschaften ihrer Mundwässer nicht weiter zu betonen, sondern sie als das zu verkaufen, was sie sind: wohlriechende, tpnrrtuose Zusätze zum Zahnputzwasser von erfrischendein, angenehmen Getchmack. mn Ktudent schreibt der„Voss. Ztg." ernen sehr beweg- lichen Klagebrief über die Mißstände im UmversltatSgebaude. In Erwägung, daß der zu erwartende Umbau dw langst er- wünschte Besserung schaffen werde, laffen wir dem Bnesschrewer nur daS Wort zu folgender ergötzlichen Auslassung:„Em wahres Prachtstück eines Hörsaales, das für ewige Zeiten zum abschreckenden Beispiel in'seinem jetzigen Zustande erhalten wer- den müßte, ist das Auditorium Nr. 6. Die Sitze sind amphi- theatralisch aufgebaut, so daß an der Hinterwand der Fußboden über den Fensterbrüstungen liegt. Das dann noch eindringende schwache Licht trifft die meisten Hörer im Rücken, so daß oiese, sehr zum Vortheil ihrer Augen, schreiben müssen, wie Leonidas kämpfen wollte, nämlich im Schatten. In diesem Auditorium bat sich in den letzten Wochen eine— Katzenfamilie Häuslich «inaerichtet, deren Kleine ungenirt im Kolleg umherlaufen und durch Quieken und Miauen sich und die Studenten erheitern. Da nun die ganze moderne Technik nicht auszureichen tchemt, vier Katzen unter dem erhöhten Fußboden Hervorzuholen, sind alle Zu- und Ausgänge zu dein Versteck mit Holzkloben und Brettern verstopft, wahrscheinlich um die Thiere durch Hunger zur Kapitulation zu bringen. Ob nicht vielleicht eine Schaar beherzter Männer die Bestien friedlich und schnell herausschaffen könnte, mag der Weisheit der betheiligten Sachverständigen anheimgestellt bleiben." I« der jetzigen Lohnbewegung ist kein Ding zu dumm, als daß es nicht zum Schaden des Arbeiters angenommen iverden würde. Regierungsoraane und deutschfreisinnige Blätter, die sonst in dem zarten Verhältniß eines Hundes zur Katze leben, gehen Hand in Hand, wenn es gilt, dem gemein- samen Feind, dem in Wahlzeiten so beliebten„Bruder Ar- beiter", eins auszuwischen. So lesen wir in der„Norddeutschen Allg. Ztg." von gestern Abend: Im Lokaltheil des„Berliner Tageblatt" lesen wir(die „Nordd. Allg. Ztg.") folgende, übrigens durch andere hiesige Blätter bestätigte Notiz: „Steinträger-Sekt ist„bei die Hitze" ein beliebtes Getränk der Arbeiter vom Bau. Es ist eine Mischung von einer Flasche Weißbier, einer Flasche Sekt uno einem großen Kognak." Wer noch Beweise Dafür braucht, daß es sich bei dem Streik der Bauarbeiter in Berlin nicht um eineNothlagederselben, sondern um einen sozialdemokratischen Vorstoß mit dem„Generalstreik" ge- handelt hat, der kann in dieser Notiz einen solchen Beweis finden, welcher gleichzeitig auf die Höhe des Einkommens der Bauarbeiter ein erfieuliches Licht wirft. Eine so dumme Reportemotiz, die dadurch, daß sie kritik- loS in der jetzigen Gurkenzeit von verschiedenen Blättern abge- druckt wird, keineswegs wahrer wird, als Beleg für die wirth- schaftliche Lage der Bauarbeiter zu betrachten, ist ein Klopf- fechterkunststück, welches seihst der„Nordd. Allg. Ztg." zu albern sein müßte. Der Sekt— hoffentlich ist es deutscher— hat aller Wahrscheinlichkeit nach nur in der Phantasie des be- treffenden Reporters existirt, der damit durchaus nicht unschlau auf die arbeiterfeindlichen Tendenzen der Kapitalistenblätter spekulirt hat. Vielleicht lesen wir morgen oder übermorgen wieder die aus den Gründerjahren noch hinlänglich bekannte Geschichte von Steinträgern, die in einer Droschke zur Arbeit gefahren sind und auch den ganzen Tag Sekt getrunken haben. Die„Nordd. Allg. Ztg." kann dann mit der ihr angeborenen Weisheit wieder ihre Schlüsse auf die wirthschastliche Lage der Arbeiter ziehen. Zur KtatiftiK K erlins. Die Thatsache, daß Berlin jetzt rund Ii Millionen Einwohner zählt, veranlaßt eii einen Bericht- erstatter zu einein statistischen Rückblick auf die Bewegung der Bewohnerzahl der letzten Jahrhunderte. Zunächst ist dabei zu bemerken, daß alle Angaben über diesen Punkt bis zum Jahre 1709 auf Schlüssen beruhen, die aus den Begräbnißlisten der einzelnen Kirchspiele gemacht wurden. Seit dem Jahre 1583 eristiren solche Listen nur von der Nikolai- und Mariengemeinde, feit 1594 auch von der Petrikirche, worauf dann die übrigen Gemeinden folgten. Auf Grund dieser Todtenregister berechnete der Gelehrte Süßmilch die Einwohnerzahl der Städte Berlin- Kölln für das Jahr 1590 auf 12 000. In den Jahren 1599 und 1600 forderte aber die Pest bedeutende Opfer, so daß man nach Nikolai die Zahl der Einwohner beim Absterben des Kurfürsten Joachim Friedrich im Jahre 1608 nicht üder 11 000 annehmen darf. Der dreißigjährige Krieg, wiederholte Pest und andere epidemische Krankheiten forderten neue Opfer, so daß im Jahre 1631 nur 8100 Seelen vorhanden waren, eine Zahl, welche im Laufe des Krieges noch tiefer sank. Im Jahre 1661 betrug die Einwohnerzahl beider Städte zusammen nur zwischen 6000 und 7000. Seit dieser Zeit ist ein beständiges Wachsen zu konstatiren, besonders infolge der Einwanderung fianzösischer Flüchtlinge seit 1685, so daß für das Jahr 1700 ein Minimum von 28000 Einwohnern anzunehmen ist. Die erste allgemeine Volkszählung fand nach Vereinigung beider Städte im Jahre 1709 statt und ergab Christen und_ Juden mit Ausschluß der Hofbedien steten und der Gannson 49 885 Einwohner. Nach der Volkszählung vom Jahre 1716 hatten die Stadttheile Berlin 15 332, Kölln 10821, Werder 4131, Dorotheenstadt 3478, Friedrichstadt 12 144, Berlin-Vorstädte 10 637 und Kölln- Vorstadt 4493, in Summa 61 041 Personen, ohne die Garnison. Im Jahre 1735 wnrden bereits 67 743 Einwohner gezählt, eine Zahl, die sich in den folgenden Jahren besonders durch Aufnahme der Böhmischen Kolonie erheblich vermehrte, so daß sie im Jahre 1750 auf 113 289 und im Jahre 1755 auf 126 661 angewachsen war. Die 7 Kriegsjahre reduzirten diese Zahl wieder auf 98 090. Die Zählung von 1777 ergiebt 108 355 Bewohner in 9695 Häusern. Das Jahr 1809 zählt 150 068 bis 151 119 Einwohner. Im Jahre 1810 beginnen die Aufnahmen nach der sogenannten statistischen Tabelle. Eine durch- gehende Reform wurde aber im Jahre 1861 vorgenommen. In dem genannten Jahre wurden 521 903 Einwohner gezählt, eine Zahl, die sich seit jener Zeit nahezu verdreifacht hat. Drrnicktete Millionen. 4 912 200 M. eingelöster und gekündigter Berliner Pfandbriefe, sowie behufs Kapitalrückzah- lung oder Umwandlung zurückgeliefcrter Berliner Pfandbriefe sind mit den zugehörigen Koupons und Talons vorschrifts- mäßig am 10. Juli d. I. durch Feuer vernichtet worden. Du den menfchenätznlichen Affen des Aquariums haben sich jetzt auch zwei rolhhaarige OrangS von Börnes ge- fellt. Die beiden ziemlich großen Affen reisten von London ans ohne Begleitung in einem sorgsam durch Glasscheiben ge- schützten Käfig und sind glücklich angekommen. Man hat mit diesem Erpenment den thenren Begleiter gespart. Die Chim- pausen erhoben ob der neuen Ankömmlinge einen Höllenlärm. Gestern hatten sie sich schon benlhigt, und die Orang haben bei dem jüngsten Chimpansen Quartier bezogen. Sie halten sich zwar noch gesondert, meist in enger Umarmung bei einander sitzend, doch ist es nicht zu Feindseligkeiten mit dem alten In- fassen gekommen. Auf kleine Kinder abgrfetze» haben es, wie die„Post" mittheilt, ein Gauner und eine Gaunerin, welche die Kinder an sich zu locken verstehen und ihnen dann Schmucksachen oder Geld abnehmen. Vor einigen Tagen spielte die vierjährige Tochter eines Arbeiters auf dem Flur des Hauses Reichen- bergerstr. 28, als eine unbekannt gebliebene Frauensperson an das Kind herantrat und ihm 5 Pfennig in die Hand gah. Da- durch wurde die Kleine zutraulich gegen die gute Tante und ging willig mit derselben um die Ecke in ein Haus der Mariannenstraße hinein. Hier nahm die Frau der Kle-nen die goldenen Ohrringe aus den Ohren und verschwand damit; au' die vorher dem Kinde gegebenen 5 Pfg. hatte sie wieder an si zu bringen gewußt.— In der Michaelkirchstraße wurde ein acht zähriger Knabe von seinen Eltern mit 70 Pf. Kleingeld zum Schlächter geschickt, um Schmalz einzukaufen. Ein etwa 16jähriger Bursche trat auf den Kleinen zu und lockte ihn in den Hausflur Michaelkirchstr. 19. Hier bat der Bursche den Kleinen, bei dem im ersten Stockwerk wohnhaften Rentier eine Bestellung zu machen, er werde ihm auch 10 Pf. schenken. Er zeigte auch dem Knaben ein Zehnpfennigstück, und hierdurch ließ derselbe sich bewegen, hinautzugehen. Der Schwindler nahm einstweilen den Korb mit den eingewickelten 70 Pf. an sich. Als der Junge wieder herunterkam, schenkte ihm der Un- bekannte die 10 Pf. und fröhlich trottete der Knabe zum Schlächter und verlangte für 70 Pf. Schmalz. Als der Schlächter das Papier auswickelte, fand er statt der 70 Pf.— ein Stück GlaS darin. Der Schwindler ist mittelgroß, hat rothes Haar und Sommersprossen im Gesicht. G» spukt doch! So behauptet wenigstens der aus dem Resaner Spukprozeß vor dem Kammergericht bekannt gewordene Gerichtsassessor a. D. Puls in einer heute von ihm heraus- gegebenen dickleibigen Schrift:„Ter Spuk von Resau, eine praktische Studie über die Kultursrage: Giebt es natürlichen Spuk?" Die Schrift bringt 70 dein Resaner Unfug„gleich- artige Spukgeschichten", zwei neuere aus Resau, zwei andere aus Berlin, aus den Jahren 1886 und 1887, über 20% bei Geistlichen passirt." Wir find neugierig, was die Synode zu dieser Behauptung des Herrn Puls sagen f denn die Schrift enthält auch noch einen Abschnitt:( kirchliche Standpunkt und der Spiritualismus der ersten W gemeinden nach Vorschrift des- Apostel» PuluS." Laien interessanter sind des Verfassers spukgläubige Ausein» setzungen mit den„Antispiristen" v. Hartmann, 9«# denen Herr Puls auch Sardou beizählt. Durch eiue« recht bedauerliche« Unfall beim M hat der 15jährige Sohn des Kassen-Rendanten K. den* des linken Auges zu beklagen gehabt. Der Knabe min' gestern mit mehreren Kameraden nach Treptow gefahren� dort zu angeln. Der Wind war ziemlich stark und s«H es, daß beim Herausziehen einer Schnur der Angelhaken- welchem die Fische den Köder abgefressen, dem K. inl' ».. x....." festsetzte. Der � Auge flog und sich in der brach in einen lauten Wehrus aus, ohne daß der och stehende Freund, aus dessen Ängelrutbe der Unfall gel? darauf geachtet hätte. Derselbe vermuthete vielmehr, ff* Schnur an einem Strauch hängen geblieben, zog noch? an und diesmal so heftig, daß der Haken die Pupille yP zerriß. Der entsetzlich Leidende wurde sofort nach T? und von da nach der nächstliegenden Sanitätswache in � geschafft. Hier aber gelang es dem Arzt nicht, den Ham auszuziehen und so wurde sofort dieUeberführung des lw nach einem Krankenhause veranlaßt, wo konstotirl wurde, die Sehkraft des Auges rettungslos verloren sei. Angrschwrmnit wurde gestern Nachmittags in der» an der Ebertsbrücke die Leiche eines etwa 45 Johtt! Mannes; sie wurde von einem Schiffer gelandet und um Leichenschauhause geschafft. Die Leiche war von mitist HandelSm, gegen den wurde»ad der Vorbei Stuckverzi« auf den rc Quetschunc Kupfergrak bekannten, dem Schau infolge vo Stockes eit ten Hof hi Er wurde 14. d. M Krankenhat Melanchtot wehr gelösi schmnker Gestalt, hatte brauen Schnurrbart, spärliches Kopfhaar und war bekleidet mit schwarzem Kamir grauer Weste und blauem Shilips mit Bernsteinno! einem in den Taschen vorgefundenen Notizbuche wui Visitenkarte auf den Namen Franz v. H. und ein Schnetdemühl vom 8. Juli or. vorgefunden. Muthma! es die Leiche des unbekannten Mannes, welcher in der vom 12. zum 13. d. M. hinter der Nationalgalerie in du. gesprungen und nicht wieder zum Vorschein gekommen v geutv im Krankruhnuse Krttzanie«. Eine l Panik herrschte am Sonntag Nachmittag in dem Kranke» Bethanien. In einem Kellerraum war auf bis jetzt ns» aufgeklärte Weise ein Feuer ausgebrochen, welches eineii hettren Qualm und Brandgeruch entwickelte und, als V oberen Räume damit zu füllen begannen, eine erklärWj regung unter den Insassen hervorrief. Durch den Fcuei» wurde sofort die Feuerwache in der Köpnickerstrabe und erschien dieselbe denn auch mit bekannter Schnelltjj? der Brandstelle. Das Gerücht von dein Feuer hatte tjj ebenso schnell in der ganzen Uingegend des Mariannes verbreitet und bald füllte denselben eine nach Tausend� lende Menge müßiger Zuschauer, die sich erst wieder' als die Spritzen, welche den geringfügigen Brand 1* erstickt, abrückten. Derunglückte Luftschiffen vo« der Serlinff> tärischrn Luftschiffer-Adttzeilung. Am 12. Jttby mittags 9 Uhr, stiegen in Schöneberg bei Berlin der Gurlitt und zwei Soldaten in einem Ballon auf. Als so wird aus Bromberg berichtet, zwischen 12 und 1 Samotschin niederlassen wollten, blieb der Anker iw graphendraht hängen, riß eitrige Stangen uin und Run kappten die Soldaten einige der Taue, mit Gondel an dem Ballon befestigt war. Ehe aber Taue abgeschnitten waren, ergriff ein Windstoß den 3 trieb ihn weiter. Dabei wurde zunächst der eine So! ausgeschleudert und blieb bewußtlos über eine halbe am Netzedamm liegen. Ebenso fiel auch der Soldat aus der Gondel und stürzte in einen Wahl wo er außer dein unfreiwilligen Bade keinen Schade» Offizier Gurlitt, welcher sich durch einen Sprungs � retten wollte, verwickelte sich- dabei in das Ventiltau, inj er mit einem Fuße hängen blieb. Nun wurde der Dfra weitertreihenden Ball� dem mit rasender Schnelligkeit zwei Kiloineter fortgetragen bezw. geschleift und z«ar der Ortschaft Heliodorowo, wo der Ballon zwss(% Bäumen hängen�blieb. Hier befreiten dortige Einwog besinnungslosen Ofzier aus seiner fchrecklichcnLagc und ihn nach dem Dominium Samotschin. Der gänzlich bar gewordene Ballon ist bereits wieder nach Berlin sandt worden ;5 Nicht weniger«1« 4„Lrichenflederer sind Nacht von der Kriminalpolizei verhaftet worden. � haben zur genannten Zeit auf vier verschiedenen sitzenden Nachtschwärmern die Taschenuhren bezw. P" naies�abgenommen, wobei�sie ergriffen worden sind. _.__,_ Eine laute erschreckte gestern früh gegen 6 Uhr die Bewohner de».; Selbstmord eine» Theologen. Bei dem im Quergebäude H»!- 2. hatte schon seit längerer gu 27jährige Kandidat der Theologie R. ein möblirteS 7 Saarbrückerstraße 32. wohnenden Kaufmann L inne, aus welchem der Schall des Schusses Als man die unverschlossene Thür des Zimmers ösf»� % auf dein Bette der Körper des R., wobei der welchem ein dicker Blutstrom hervorquoll, über die � herabhing. In der Hand hielt R. noch eine Pistolc, j welcher er sich durch einen Schuß in die Schläfe*, Das Motiv zu dieser entsetzlichen Thatt ist unbeka» war ein lebenslustiger und dabei fleißiger Student- gestern Abend an seine auswärts wohnenden Eltern Brief dürfte wohl die eigentlichen Motive zum Selbst� halten. Die Leiche wurde gestern Vormittag nach de>» schauhause gebracht. Da» G«dr eine» Liebeoroman»? In de» stj ___ r:x___ x___ r■-r: jc. cn�i»" Abendblättern findet sich folgende polizeiliche Notiz, y ihrer trockenen Fassung eine ergreifende Sprache Notiz lautet: In der Spree bei Treptow, unweit, Häuschens wurde gestern Morgen die Leiche einet 35 Jahre alten, in anderen Umständen befindlich�' A Person aufgefunden. Dieselbe hat blondes Haar, ist groß und war bekleidet mit: einem weißleinenen sQjt .vwv rnu. ciutm lutiDitiutiv*'»» zeichnet E. W. 10, weißen Stoffbeinkleidern, weißen' rock, weißent wattirten Rock, einem schwarzen Sattn� blaugestreiftem Kleid, einer blaugestreiften Jacke, Sommermantel, weißen, baumwollenen Strümpfen E. W. 12, gehäkelten Strumpfbändern mit rolhem G» durchzogen, und Lederstiefeln; außerdem wurden»s*. 2 wetßleinene Taschentücher, gezeichnet E. w. 22 uns f ein Paar braune Handschuhe, l schwarzledern�z monnaie nut 2,85 Mark Inhalt, 1 goldener Trau( Gera .sprech en eines Na« abend vor vcrhandeltc Uebertretui dem Schutz des Voigt befunden f fönlich übe füllten Gl erhielt in mandat ir welches er daß die l Lokale nocl wobei er, x Während 1 Seite der' von der mann alsd machte und er werde il es dieser a der Aussog .Gerichtsho die Aussag Punkte dt Garantie den Bei habe n. Gi«« Prüfung i 25. Mai fr Wäschewag straße ein. sollte, über- gleiter, dei saß eine Ä dem Straß sich nähert« den schützet auch allen -lief in entg Bllrgersteig gestoßen, über seine 'Wagenführ zum Stehe Kutschern( aber auf G 'ficht, daß f elegt werd ahrläsj Gi«« 'herigen M« Schöffengei jährige Frc warten hati Hauses beg mm demsell stellter Sch den mußte, würde. 3 Feindschaft veit machet klagten un! spitzte, das den Hofre Diese Auff 'hielt sich, bewohnerin gestellt. I Diger aufgl 'Strafantrai anderntheil erthcilt Hab zu führen Der Verth, eines Straj der Gerich fahrens ar in der Beg rung zum i dem Gesetz Abgesehen mur eine V das Gerichi wirksam ha hie Bestraf welches nut könne. zeichnet F. w. 1860, 1 goldener Damen ring mit roth'�- und 1 Paar Granat-Ohrringe. Etwaige Angehörtg». jl leren wollen sich beim Anttsvorstehcr in Treptow cve»' j hiesigen Kriminalpolizei melden. gjj potiteiliericht. Am 13. d. Mts. wurde im Kanal hei� der Schönebergerbrücke die Leiche einer u' etwa 24 Jahre allen Frauensperson aufgesunden»"d ff Schauhause geschafft.- Zu derselben Zeil wurde � Reinigung der Charlottenburger Chaussee beschan'lU� Ohnetorge am kleinen Stern von einem EiSwage"« Er erlitt anscheinend bedeutende Verletzungen an-lo s'"d amArm.— Vormittags wurde ein Kausma M m der Wohnung seines Lehrherrn in der FnedrAJf straße mit emer Schußwunde in der Schläfe todt« Allem Antchem nach liegt Selbmord vor.- 3" wurde der vor dem Neudan Schulstr. 51 aufgestellte? � oco Bauzauns durch einen Wagen umgestoßen n i der N P? ,aS die* s sagen» P"! e Aus eins- n, Fechü? bei« ZA K. den v kuabe ttt«1 gefahren� und so 9" lnaelhal». »K-Ä 5 der dg Infall gel? mehr,* on noch« Pupille 9? nach»S vachc in v den Hak» ng des Kn irt wurd«, Handelsmann Werner, welcher den Wagen vorbeilassen wollte, gegen den rechten Oberschenkel, so dah oerselbe brach. Werner wurde nach der Charitee gebracht.— Nachmittags löste sich von der Vorderseite des Hauses Oranienstraße 44 ein Theil der Stuckverzierung los und fiel einer gerade vorübergehenden Frau auf den rechten Unterarm, so daß sie eine ziemlich bedeutende Quetschung erlitt.— Am 14. d. M. Nachmittags wurde im Kupfergraben, an der EbertSbrücke, die Leiche eines un- bekannten, etwa 45 Jahre alten Mannes aufgefunden und nach dem Schauhause geschafft.— Abends fiel ein Mann, anscheinend infolge von Trunkenheit, aus dem Flurfenster des zweiten Stockes eines Hauses in der Ruppinerstraße auf den gepflaster- ten Hof hinab und erlitt dabei einen doppelten Schadelbruch. Er wurde nach dem Lazarus-Krankenhause gebracht.— Am 14. d. M. Nachmittags fanden Britzerstratze 40 und im Krankenhause Bethanien und in der Nacht zum 15. d. M. Melanchtonstr. 12 kleinere Brände statt, welche von der Feuer- wehr gelöscht wurden. Bcitumv >s in der 45 Iah« l und Nl >on mittj arliches l Kammg- steninadit ie wun ö ein Nuthmol er in d« nie in d?, kommen r. Eine! m KranV ; jetzt no« hes eine«' f'jsA aen Feuel* f» •r hatte W| ItarianM Tausend» : wicd» n irand>eV Gerades«««erklärlich erscheinen die sich wider- .sprechenden Aussagen eines SchutzmanS und eines Nachtwächters, welche dieselben in der am Sonn- abend vor der 97. Abtheilung des Berliner Schöffengerichts verhandelten Strafsache gegen den Schankwirth Voigt wegen Uebertretung der Polizeistunde abgegeben haben. Nach der von dem Schutzmann erstatteten Denunziation sollen sich in dem Lokal des Voigt in der Nacht vom 11. zum 12. Mai er. noch Gäste befunden haben, wovon er und der Revieniachtwächter sich per- sönlich überzeugt haben. Sie Beide hätten auch noch die ge- füllten Gläser auf den Schanktischen stehen sehen. Voigt erhielt infolge dieser Anzeige ein polizeiliches Straf- mandat in Höhe von 6 M., event. zwei Tagen Haft, gegen welches er Widerspruch erhob. Im Termin behauptete er, datz die Gäste nach gebotenen Feierabend sich vor seinem Lokale noch unterhalten und daß er sich zu ihnen gesellt habe, wobei er, um das Lokal zu lüften, die Thür offen gelassen. Während dieser Unterhaltung habe der Schutzmann die andere Seite der Straße passirt. Der Nachtwächter bekundet, d a ß e r von der ganzen Sache nichts wisse. Als der Schutz- mann alsdann eine im Sinne seiner Anzeige liegende Aussage machte und hinzufügte, daß er dein Nachtwächter noch gesagt, er werde ihn in der Anzeige als Zeugen mit aufsetzen, bezeichnete es dieser als unwahr. Der Amtsanwalt beantragte ans Grund der Aussage des Schutzmanns Bestrafung des Angeklagten, der .Gerichtshof erkannte aber auf Freisprechung desselben, da die Aussage des Schutzmanns, welche in einem wesentlichen Punkte durch die des Nachtwächters erschüttert sei, keine Garantie für deren Richtigkeit biete. Einer der bei- den Beamten müsse einen Meineid geleistet Haben. Ei« erschütternder Zlnglücksfall unterlag gestern der Prüfung der vierten Strafkammer oes Landgerichts I. Am ."25. Mai fuhr der Kutscher Albert Roack mit einem Äöpnicker Zerlinek\ Wäschewagen, von der Göbenstraße kommend, in die Kirchbach- 2. Julizj straße ein. Kurz vor dem Hause Nr. 14, wo der Wagen halten sollte, übergab Äoack die Zügel seinem neben ihm sitzenden Be- gleiter, dem Arbeiter Scholz. Vor dem Hause Kirchbachstr. 12 saß eine Anzahl Kinder theils auf der Bordschwelle, theils auf dem Straßcndamm. Als der Wagen in langsamer Gangart sich näherte, riefen die Führer die Kinder an, die sich beeilten, den schützenden Bürgcrsteig zu gewinnen. Es gelang ihnen auch allen, nur der dreicinhalbjährige Knabe Rettschlag lief in entgegengesetzter Richtung und versuchte den jenseitigen Bllrgersteig zu gewinnen. Er wurde vom Pferde zu Boden gestoßen, im nächsten Augenblicke ging das rechte Vorderrad über seinen Kopf und zerschnietterle denselben. Die beiden 'Wagenführer sprangen sofort herunter und brachten das Gefährt zum Stehen. Die Auklagcbehörde giebt den beiden genannten Kutschern Schuld an dem Unglück, der Gerichtshof gelangte aber auf Grund der stattgehabten Beweisaufnahme zu der An- 'ficht, daß den Angeklagten eine Fahrlässigkeit nicht zur Last .. awlÄ gelegt werden könne und sprach sie deshalb von derÄnklage der fahrläffige« Töbtungfrei. t zimsch», Mne grundsätzliche Entscheidung, welche von der bis- • Einwog'Herigen Meinung zum Theil abweicht, fällte gestern das hiesige age und? Schöffengericht, Abtheilung 88, vor welcher sich das achtzehn- inzlich wPn jährige Fräulein Frank wegen Hausfriedensbruchs zu verant- äcrlin r"wotten hatte. Die Angeklagte hatte sich zu dem Vizewirth des j Hauses begeben, in welchem sie mit ihrer Tante gewohnt hatte, t" sind',"um demselben mitzutheilen, daß ein nach dem Auszuge festge- >rden% siellter Schaden, der von der früheren Mietherin beseitigt wer- nen Pliii? de? mußte, von einem bestimmten Maler ausgebessert werden icnv würde. � Mit diesem Maler lebte der Vizewirth indessen in und. J'Feindschaft und er verlangte deshalb, daß ein anderer die Ar- laute bert machen sollte. Hierüber entspann sich zwischen der Ange- ibncr des? klagten und dem Portier ein Wortwechsel, der sich soweit zu- äude HoL lachte, daß der letztere die Angeklagte wiederholt aufforderte, inacrer A dm Hofraum, in welchem sie sich befand, zu verlassen. Diese Aufforderung wurde nicht beachtet, die Angeklagte unter- Hielt sich vielmehr noch einige Zeit mit einer anderen Haus- dewohnerin. Darauf hat der Vizewirth den Strafantrag gestellt. Im Termine bekundete derselbe auf die vom Verthei- diger aufgeworfene Frage, daß er sich berechtigt halte, oen Strafantrag zu stellen, eineStheils weil er'Vizewirth sei und anderntheils, weil ihm der Hauseigenthümer eine Vollmacht erthcilt habe, inhaltS deren er berechtigt fei, Prozesse aller Art ■sin der r.% Anker>» > und mil de aber'"sK z den Ba» eine so» »e halbe ch der n Wassa'' Schad» prung ltau,»n SSZ der K! er die Pistole, %% i* ihfnt 8? L? fuhren und den Hauseigenthümer vor Gericht zu vertreten. (t.mi«Wj■ cr Pertheidiger hielt den Zeugen dennoch nicht zur Stellung ,«mes Strasaniragcg berechtigt und dieser Auffassung schloß sich .Zlhent* der Gerichtshof an, indem er unter Einstellung des Ver- fahrens auf Freisprechung erkannte. Keineswegs, so heißt es in der Begründung ist Jeder, der berechtigt ist, die Aufforde- rung zum Entfernen ergehen zu lassen, auch befugt, den nach dem Gesetz zur Verfolgung erforderlichen Strafantrag zu stellen. Abgesehen davon, daß die den: Vizewirth erlheilte Vollmacht mur eine Bedeutung für den Zivilprozeß haben könne, würde das Gericht selbst eine anders ausgestellte Vollmacht für un- ----- ln m?>irksam halten, weil das Recht, wegen eines AntragSvcrgehenS '(yfli tzre Bestrafung zu erlangen, ein höchst persönliches Recht sei, ■tfün, welches nur direkt ausgeübt, keinesfalls aber übertragen werden Satins ne" wc, M_ Eine unerlaubte Schönfärberei führte gestern den nvien, SÄ A��chtermeister Alexander Neumann unter der >Kem Anklage des Vergehens gegen da§ Zlahningsmittelgesetz sdcn volSse]?or die 92. Abtheilung des Schöffengerichts. Der Angeklagte 9) und Hatte die Lieferung für eine Unterossiziers-Speiseanstalt. Der j v�sirth der letzteren mußte viele Klagen über den„komischen" Geschmack der von ihm aus Schabefleisch bereiteten Beefsteaks nach dei# Zn den % ,e einer idlichen. „ii roch�< jffld aus einer anderen, ebenfalls von dem Angeklagten wbörigr.11 /u-a en. Fleischmischung hergestellten Klops hören, bis einer (ist Aaste cm es Tages seinem Verdachte dahin in unverblümter ow cvi «n'} Tv,. fciuciu �JCIUUUJIC uiujiu J Ausdruck gab, daß wohl Pferdefleisch b»- im tytä®;?n0' J61' Ivos er besonders aus der eigenthümlichen ... uist.l»alhen(färbe des Fleisches schließen wollte. Diesen Verdacht e iner schäfUS !aufinM iriebtwL tobt an/k Anwendung hoch' ■■ i �arve des Fleisches schließen wollte. Diesen Verbach konnte der Rcstaurateur nicht auf sich sitzen lassen, er nahm die halbverzehrte Boulctte, ferner das frische Schobefleisch, aus dem sie bereitet war und endlich das sogmannte, aus Rind- und Schweinefleisch bestehende Klopsfleisch, welches er alles zum Gerichtschemiker Dr. Bischoff trug, denselbm um eine Untersuchung bittmd. Diese hat das Resultat ergeben, daß das(Schabefleisch mittels einer Karminlösung roth gefärbt war und daß das Klopssteisch etwa 3 pCt. Kartoffelmehl enthielt. Beide Zusätze sind nach dem Gutachten des Sachver- ständigen unerlaubt. Wenn die Kanninlösung auch nicht gerade gesundheitsschädlich sei, so solle sie doch dazu dienen, bereits entfärbtem Fleisch wieder das Aussehen von frischem Fleisch zu geben und werde dadurch in dem Käufer ein Irr- thum Hervorgerufe». Einen ähnlichen Kunstgriff brächtm die Fischhändler zur Anwendung, wenn sie die Kiemen der Fische__ mit solcher Kanninlösung auffärbten, um in dem Kläufer dm Glauben zu erwecken, daß die Fische noch sehr frisch seien. Der Zusatz von Kartoffel- mehl sei um deshalb zu verwerfm, weil der NahmngSwcrth des Fleisches dadurch beeinträchtigt werde. Der Angeklagte behauptete, daß der geringe Zusatz von Mehl ein allgemeiner Gebrauch sei, man wolle dadurch nur verhütm, daß daS fein- zerkleinerte Fleisch sich binde und nicht auseinanderfalle, das Färben des Schabefleisches sei ebenfalls an der Tagesordnung und der betreffende Restaurateur habe darum gewußt, könne also nicht getäuscht worden sein. Die Beweisaufnahme ließ dm Angeklagten in allm Punktm im Stiche. Der Staats- anmalt beantragte eine Gefängmßstrafe von zwei Wochen, dem Vertheidiger gelang es aber, dem Angeklagten mildemde Um- stände zu erwirken, so daß das Urtheil nur auf 50 M. event. 10 Tage Gefängniß lautete. Eine Kurpfuscherin, die ihre unheimliche Kunst an- wendet, um'keimendes Leben zu ersticken, präsentirte sich gestern in der Wirlhschafterin Marie Bohn aus Äemau der Jerim-Straf- kammer am Landgericht II. Neben ihr hatte die unverehelichte Johanne Georgine Witte(bei welcher die Kurpfuscherei ange- wendet worden war) und die unverehelichte Karoline Stärke auf der Anklagebank Platz zn nehmm. Letztere hatte die Witte mit der Frau Bohn zusammengeführt und sich dadurch der An- stiftung schuldig gemacht. Da es bei einem erfolglosen Versuche geblieben war, so billigte der Gerichtshof mildemde Umstände zu, und verurtheilte demgemäß die Frau Bohn zu einem Jahre und sechs Monaten, die andern beiden Angeklagten zu je drei Monaten Gefängniß. Da die Entbindung Oer Witte bevorsteht, so wurde dieselbe aus der Haft entlassen. Dir so oft gerügte Unsttte, Schirme und Stöcke wage- recht unter dem Arm zu tragen, bildete die Basis einer An- klage, welche gestem die 99. Abtheilung am Amtsgericht l beschäftigte. Der Kommis Moses Schlesinger promenirte eines Abends am Mariannmplatz und tmg seinen Spazierstock unter dem Arm. Der Stock traf dann ein Kind ins Gesicht und zwar unmittelbar nebm das rechte Auge. Das Kind erhob ein lautes Geschrei, so daß die Leute zusammenliefen, und die Eltem, welche mit dem Kinde gingen, glaubten, dasselbe sei ins Auge getroffen. Als der Kommis zur Rede gestellt wurde, antwortete er mit Grobheiten, statt sich zu entschuldigen, wes- halb man ihn einem Schutzmann übergab. Die Polizeibehörde sah in dem Tragen des Stockes unter dem Arm einen groben Unfug und stellte dem Schuldigen ein Strasinandat über 10 M. zu, gegen welches er Widerspmch erhob. Der Gerichtshof be- tätigte die festgesetzte Strafe. NcvsttmmUmgim. Die streikenden Säckergeselle« waren gestem Vor- mittag wiederum iu Stärke von über 2000 Personen auf Tivoli versammelt, um über Streikangelegenheiten zu berathen. Beim Betreten des Saales wurden den Erscheinenden wiederum die Germania-ArbeitSbücher abgefordert und kam ein großer Theil derselben zusammen, ein Beweis dafür, daß am Sonntag noch verschiedentlich Arbeitseinstellungen� erfolgt sind. Die Versamm- lung wurde von der Streikkommrssion geleitet. Zu Beginn der Verhandlungen gab der Vorsitzende, Herr Pfeiffer, dem Alt- gesellen Nuoffer eine Ehrenrettung durch die Erklärung, daß derselbe nicht, wie behauptet wurde, die Arbeit wieder auf- genommen habe. Herr Pfeiffer konstatirte weiter, daß der Zu- sammenhalt unter den Streikenden ein erfreulicher sei, wenn- gleich auch nicht alle Gesellen die Arbeit eingestellt habm. Von den beiden JnnungS-Sprechmeistem sollen über tausend Stellen zu besetzen sein, abgesehen von dm Kommissionären. Der Zuzug sei wenig bedeutend. Die Meister behclfen sich, wie sie eben können. Um die Erbitterung nicht zu groß werden zu lassen zwischen Meister und Gesellen, befürwortete Herr Pfeiffer, die Vcrmittelung des Stadtsyndikus Eberty anzurufen. Herr Nitsche bezweifelte die von den Zeitungen gebrachte Notiz, daß die Militärbehörde gewillt sei, Mannschaften abzukommandircn und warnte eindringlichst vor Ausschreitungen. Der Altgeselle Nuoffer hielt den von Herrn Pfeiffer angeregten Weg, die Ver- Mittelung des Herrn Eberty nachzusuchen, für den durchaus richtigen und wünschte die Wahl einer diesbezüglichen Kam- Mission von 5 Milgliedem. Herr Schmidt hielt cS für sehr wohl angängig, daß in Bäckereien, wo Tag und Nacht gear- beitet werde, einen Schichtwechsel eintreten zu lassen, wodurch beiden Theilen Genüge geschehe. Herr Pfeiffer nahm sodann Bezug auf verschiedene Drohungen und Verdächtigungen gegen die Streikführer und ermahnte auch seinerseits zur strengsten Gesetzmäßigkeit, welche er fiir sich voll und ganz in Anspmch nahm. Auch theilte derselbe mit, daß unter den Lehrlingen bereits eine Fahnenflucht stattfinde, weil dieselbm mit Arbeit überbürdet werden. Wie Herr Manthei bekannt gab, streiken in Spandau nur 20 Gesellen, den übrigen seien ihre gestellten Forderungen bewilligt worden. Die Spandauer Kollegen wer- den die Berliner Kollegen nach Kräften unterstützen. Herr Becker wies darauf hin, daß es unmöglich sein würde, die ganzm gestellten Forderungen zur Durchführung zu bringen und rieth dazu, die Forderung betreffs Abschaffung des Rabattwesens und Abschaffung von Kost und Logis bei den Meistern fallen zu lassm, stieß aber mit diesem Ansinnen hei den Anwesenden auf lauten Widerspmch.— Auch Herr Schlüter erklärte sich für den vorgeschlagenen Vcrmittelunas- verfuch und wandle sich weiter gegm die Ausnutzung der Lehr- singe, welche theils verborgt werden, theils für mehrere Bücke- rcien arbeiten müssen, und hielt es für angezeigt, daß die Kommission hiergegen Schritte bei der Behörde thue. Ver- schiedcne Fälle wurden bekannt gegeben, wo Gesellen, die schon 13—15 Jahre auf einer Stelle arbcitm, die Arbeit eingestellt haben.— Herr Hoppe gab eine größere Anzahl Meister bekannt, welche die Fordemngen der Gesellen bewilligt haben und for- derte die Bäckergescllm auf, sich fortab mehr und mehr der allgemcinm Arbeiterbewegung anzuschließen. 45 Meister hätten bereits den Rabatt von 75 Pf. auf 30 Pf. herabgesetzt. In längeren Ausführungeu begründete Herr Hoppe die Berech- tigung des jetzigen Bäckerstreiks und stellte die Verkürzung der Arbeitszeit als nothwendigste Forderung hin, um allen Kollegen Arbeit zu verschaffen. Der letzte Artikel der„Vossischcn Ztg." wurde vielfach abfällig kritisirt. Herr Hoppe befürwortete ferner, den Generalstreik noch 14 Tage aufrecht zu erhalten. Neue Strerkkarten werden ausgegeben und sollen sich die Kollegen verpflichten, in Zukunft nur noch mit Inhabern solcher Streikkarten zusammen zu arbeiten. Gemaßregelte werden unterstützt werden. Auch wurde mitge- theilt, daß das Hamburger Agitationskomitee feine Thätigkeit aufgenommen habe und daß zur Organisation der Berliner Meisterschaft der Hamburger Obermeister Hartmann unterwegs sei. Auch wurde zur einheitlichen Organisation ermahnt. Die Versammlung beschloß in einer angenommenen Resolution an den gefaßten Beschlüssen festzuhalten und den Generalstreik bis auf weiteres aufrechtzuerhalten und wird an alle arbeitenden Kollegen appellirt, die Arbeit einzustellen. Auch wurde die be- stehende Slreikkommission beauftragt, die Vermittelung des Herm Eberty nachzusuchen.— Heute finden 2 Versammlungen statt: in Genz' Äall-Salon und im Saale des Handwerker- Vereins, Sophienstraße 15.— Die Versammlung wurde hierauf auf 55 Minuten vertagt. Die weiteren Beschlüsse theilen wir morgen mit. Die Generaloeeiammlung de» Fachveeei«« der Metallschrnubrn-, Farondreher«. Kernf»g»«. Kerl»»» tagte am Dienstag, den 9. Juli, in Dcigmüller's Salon, Alte Jakobstraße 48". Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung um 7 z Uhr. Hierauf ertheilte er dem Schriftführer das Wort zur Verlesung des Protokolls der letzten Versammlung, welches einstimmig angenommen wurde. Auf der Tagesordnung stand: 1. VierteljahreS-Kassenbericht(Abrechnung vom Streik). 2. Bericht über unsere Lohnbewegung, sowie über dieselbe in Luckenwalde. 3. Berichterstattung der Fachkommission über die eingelaufenen Lohnzettel. 4. Verschiedenes.— Zu Punkt 1 erhielt der Rendant das Wort. Nach dessen Bericht betrugen die Gesammtcinnahmen 549,90 M., die GesammtauSgaben 345,54 M. für die Monate März, April und Mai; der sich hieraus ergebende Ueberschuß von 204 M. 36 Pf. zum Bestand des Vorviertcl- jahres hinzu gerechnet, ergiebt eine Summe von 1 154 M. 80 Pf. Nachdem Kollege Fieker in seiner Eigenschaft als Revisor Vor- stehendes für richtig erklärt hatte, wurde von der Versammlung dem Rendanten die übliche Decharge erthcilt. Aus der Streif- abrcchnung ging hervor, baß sich die Ausgabe der Streikgelder auf 1304,85 M. belaufen hat, mithin ein Defizit von 150,05 M., welches jedoch von den eingegangenen Erträgen der Listen hin- reichend gedeckt worden ist. Auch hierfür wurde dem Ren- bauten von Seite des Herm Vorsitzenden Voigt Decharge er- theilt. Zu Punkt 2 thKlte derselbe mit, daß'noch i» der Fabnk der Herren Angemiann u. Schulz gestreikt worden sei, jedoch nur einen Tag, da sich die Herren alsbald mit dm Fordemngen einverstanden erklärt hatten. Ueber die Bewegung in Lucken- walde theilte der Vorsitzende mit, daß er dort gewesen sei und unter den Arbeitem der gute Geist nicht fehle. Der Streik habe eine Woche gedauert und seien im Ganzen 200 Mark Unterstützung gezahlt worden. Kollege Stabemack b»merkt, daß aus Anlaß der Bewegung 18 Arbeiter dem dortigen Metall- arbeiter-Verein beigetreten sind. Ueber die Bewegung in Finster- walde entspann sich eine lebhafte Debatte. Der Vorsitzende theilte mit, daß die Arbeiter der dortigen Firma Reichelt ani Montag ihre Forderungen gestellt hätten und zum Streik übergegangen seien. Fordcmng sei: 10 Stunden Arbeitszeit und 21 M. Mindestlohn. Bisher sei der Durchschnitls- lohn 9—12 M. gewesen, die besten Arbeiter hätten bei zwölf- stündiger Arbeitszeit nur 15—17 M. verdient. Kollege Bergmann hält diese Angaben nicht für richtig, denn nach einer ihm vorgelegten Statistik müsse sich der Verdienst höher be- laufen. Die Herren Stabemack und Hirsch widerlegen den Vorredner auf Grund der vorliegenden Lohnzettel und bean- tragen die Unierstiitzuna der Kollegen in Finsterwalde. Kollege Bergmann ist der Meinung, daß die Arbeiter der hiciigm Reichelt'schen Fabrik nicht streiken werden.— Kollege Metze! ist entgegengesetzter Meinung hierüber. Darauf wurde der folgende Antrag einstimmig angenommen: Beantrage, die Kollegen in Finsterwalde mit allen gesetzlichen Mitteln zu unterstützen, und daß sich die Versammlung mit ihnen solidarisch erklärt.(Hirsch.) Zu Punkt 3 theilte Kollege Rothe, Mitglied der Fachkommission, mit, daß in den Fabriken, von denen bis jetzt die Lohnzettel abgeliefert sind, der Minimal- Lohntarif inne gehalten worden sei; gleichzeitig macht er die Vertrauensmänner darauf aufmerksani, daß es nothwendia fei, auf den Lobnzetteln den Stand des Arbeiters, ob Schrauben- oder Faeondreher und die Stundenzahl anzugeben. Kollege Stabemack fordert, daß die Zettel von allen Fabriken verlese» werden; dies ist jedoch nicht möglich, da dieselben nicht in ge. nugendem Maße abgeliefert sind. Kollege Menke! giebt der Fach- kommission hierzu Schuld, daß dieselbe nicht streng genug vor- gegangen sei, die betr. Zettel einzufordem. Kollege Gunzow giebt den Vertrauensmännem die Schuld und stellt den An- trag, dieselben ihres Amtes zu entbinden; derselbe wird einstimmig angenommen.— Zu Punkt 4 theilt der Vorsitzende mit, daß aus Finsterwalde soeben ein Brief eingetroffen sei, worin mitgctheilt wird, daß Herr Reichest 18 Tagelöhner eingestellt hat und in der Umgegend Lehrlinge sucht. Gleichzeitig wünschen die Arbeiter Verhaltungsmaßregeln, ob die Arbeit eingestellt werden soll oder nicht. Hierdurch sieht sich Herr Voigt Heranlaßt, nach Finsterwalde zu fahren und die Ange- legenheit zu regeln. Weiter wird mitgethcilt, 1. daß die Firma Borsii u. Weiler zur Firma Willing u. Violet übergegangen sei, und 2. daß bei den Vertrauensmännem BillctS für die Ausstellung für Unfallverhütung zum Preise von 50 Pf. M haben sind, und außerdem zum Besuche der Tauchervorstellung, des Bergwerks und des Gefrier schachtes bc- rechtigen. Weiter wurde dem Kollegen Stabemack von der Versammlung eine einmalige Unterstützung von 30 Mark bewilligt. Dem Rendanten wurden die Mittel behufs An schaffung eines neuen Regals zum Aufbewahren der Ouittungs- bücher ebenfalls bewilligt. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung um 11% Uhr. Eine groffe öffentliche Dersammlung der Maler und Anstreicher Kerlin» und Umgebung tagte am Donnerstag, den 11. Juli, unter Vorsitz des Herr» Hohiweglcr in der Tonhalle mit der Tagesordnung: Assoziation, Streik- angelegenheit. Verschiedenes. Referent: Herr Hohlwegler.— Derselbe theilte mit, daß ein juristischer Referent Vormittags nicht zu haben sei und stellte den Antrag, eine Kommission zu wählen, die hierzu die nöthigen Schritte thue und in der näch- sten Versammlung hierüber Bericht erstattet. Gewählt hierzu wurden folgende Herren: Spnhr, Heidemann, Kube, Geschke und Sydel.— Zum zweiten Punkt der Tagesordnung sprach sich der Referent dahin aus, daß der Generalstreik am Montag aufgehobm werden niüsse, da sonst die kleinen Meister, welche unsere Fordcmng voll und ganz bewilligt haben, zu sehr geschädigt werden. Es seien ja nicht zu viele im Verhältniß, aber es acht nicht gut, den Ge- neralstreik noch länger hochzuhalten, es hieße das die Bewegung zu sehr auf die Spitze treiben. Es sprachen sich in diesem Sinne noch mehrere Redner aus, und ivar auch von der Lohn- kommission eine derartige Resolution verfaßt. Dieselbe besagte, daß bei den Meistern, die unsere Forderung bewilligt haben, am Dienstag, dm 16. d. M., die Arbeit wieder aufgenommen wird,, und wo nicht bewilligt ist, die Werkstättensperre(partieller Streik) verhängt wird, um so unsere Fordcmng durchzudringen. Von denjenigen Kollegen, welche in Arbeit treten, haben die Ver- heiratheten 2 M., die Unvcrheiratheten 2,50 M. wöchentlich an die Lohnkommission resp. Delegirten zu entrichten. Die verheirathetm, hier ansässigen Kollegen können nach Berlin zurückkehrm, die unverheiratheten aber haben Berlin zu meide», bis unsere For- derung überall beivilligt ist. Diese Resolution wurde gegen zwei Stimmen, welche den Generalstreik noch verlängert haben wollten, angenommen. Sämmtliche Arbeit wird nur von der Lohnkommission, Dresdenerstr. 116, vermittelt. Im Verschiedenen theilt Referent mit, daß ein Anstreicher, Lange. einen Brief an die Lohnkommission gesandt habe, worin der» selbe sich beschwerte, daß die Anstreicher zu wenig erörtert würden, was der Referent genügend widerlegt. Unterstützung wird gewährt, und zwar für Unncrheirathete 5 M. und für Verheirathete 6 M., außerdem für jedes Kind 50 Pf. Der Betrag wird aber nur Dresdenerstr. 116 ausgezahlt.— Des Weitcrm theilt ein Kollege mit, daß, als er einen arbeitenlm Kdllegen ansprach und ihm vorhielt, wie verwerflich seine Handlungsweise sei, derselbe„ihm thatsächlich Eine klebte, daß ihm der Schädel gebmmmt habe". Dafür habe cr denselben sistiren lassm uno werde gerichtlich vorgehen. Nachdem der Vorsitzende noch ermahnte, mit aller Kraft der Ueberreditug die Kollegen zu bearbeiten, dagegen entschieden vor körperlichen Mißhandlungen warnte, schloß der Vorsitzende die Versamm- lung mit einem dreifachen Hoch auf die Bewegung. Eine groHe öffentlich» Versammlung«er Waler und Anstreicher Kerlin» und Umgegend tagte am Montag, den 15. Juli unter Vorsitz des Hcrni Hohlwegler in der Ton- halle mit der Tagesordnung: Streikangelcgcnhelt. VerschiedeusS. Meferrnt Hoblwegler. Nachdem das Bureau gewählt war, ver- W der Vorsitzenoe die Antwort vom Polizeipräsidium auf die Beschwerde des Vorsitzenden der Malerversammlung vom 4. o. M., welche lautete:„Auf die am 5. b. M. hier eingegangene Beschwerde ohne Datum, erwiedere ich Euer Wohlgeboren ergebenst, daß ich die auf Grund des§9 des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878 erfolgte Auflösung der am 4. d. M. unter Ihrem Vorsitz abgehaltenen Versammlung der Maler und Anstreicher nicht für gerechtfertigt erachtet, und den mit der Ileberwachuna beauftragt gewesenen Beamten entsprechend rekti- sizirt habe. Der Polizei-Präsident. gez. v. R ich t h o f e n." Referent erklärte, daß wir mit dem heutigen Tage in den partiellen Streik eintreten und uberall da, wo unsere Forde- rnng bewilligt ist, die Arbeit wieder aufnehmen. Er bittet die- jenipen, die in einer Werkstatt anfangen, denjenigen Kollegen, die sich unserer Bewegung bisher fern gehalten haben, nicht so schroff entgegen hn treten, um mit ihnen Fühlung zu bekommen, damit ev. die sämmtlichen Kollegen, die in der betreffenden Werkstelle arbeiten, wenn die Sperre über diese Werkstätte ver- hängt wird, alle miteinander die Arbeit niederlegen, um auf diese Art unfern Sieg zu erringen. Wenn auch die Herren Reporter von den uns feindlich gesinnten Zeitungen in die Welt hinausposaunt haben, daß unser Streik ins Wasser ge- fallen sei und nichts genützt hat, so ändert dies an unserer Bewegung nichts. Der Streik ist durchaus nicht ins Wasser ge- fallen; er besteht fort, nur unter anderer Taktik. Genützt hat derselbe insofern, als gerade diejenigen, die unfern Bestrebungen entgegen arbeiten, doch jetzt dm Lohn bekoinmen, um welchen wir noch kämpfm. Wenn Jemand vor Anfang des Streiks 21 M. Lohn erhalten hat, und hmte bekommt er 27—30 M., so hat er dies doch nur dem Streik zu verdanken. Redner geht sodann über zu dm Dachdeckern, und tadelt das Ver- halten dersclbm zu uns, indem dieselbm zu dm Malermeistern aingen und die Fasadenarbeit fertig machten. Hierdurch wer- dm sie sich bei dm zielbewußtm Arbeitem aber keine große Sympathie emngm. Schließlich bittet Refermt noch, nur fest an der in der vorigen Versammlung gefaßtm Resolution zu haltm und auf gesetzlicher Bahn vorzugehen und fest zusammen SU haltm, denn Einigkeit macht stark. In diesem Sinne sprachm sich noch mehrere Redner aus und verwiesm auf dm Maurer- und Zimmererstreik, die doch fast alles bewilligt erhalten haben. Wmn wir den jetzt eingeschlagenen Weg weiter vrrfolgm, so wcrdm wir siegen, und jede Gewerkschaft sieht mit Hochachtung auf unsere Haltung. Eine Debatte entstand durch die Frage: Vermittelt die Kommission allein oder jede Filiale für sich dm Arbeitsnachweis, was durch dm Antrag, alle Adressm nach dem Zmtralbureau zu schicken und alsdann nach dm Filiolm, wo sie vermittelt werden, erledigt wird. Der Antrag wurde einstimmig angenommm. Angenommen wurde noch der Antrag, denjenigen Kollegen zuerst Adressen zukommen zu laffm, die ihre Karten alle Tage habm abstempeln lassm. Sodann machte Referent noch bekannt, daß es für die arbeiten dm Kollegen Arbeitskarten giebt zur Legitimation und daß die Marken-> 2 M. und 2,50 M. zum Unterstützungsfonds schon am Donnerstag an die Delegirten vertheilt werben. Dieselbm werden in die alten Unterstützungsfondskartm einge- klebt. Ein Redner führte einen seltenen, wohl einzig in seiner Ar» dastehmdm Fall an, der darin besteht, daß die Frau eines Malermeisters mit auf der Hängerüfwna in der Fennstraßc gearbeitet hat und polizeilich heruntergeholt werden mußte. Es kämm noch einige Redner mit solchm Angelegenheiten zum Vorschein, davon wurde aber Abstand genommen. Ein Maler- meister Lick bekräftigte die Behauptung, daß es meistens nur rninderwerthige Kräfte seien, die bis jetzt gearbeitet haben. Mit einem dreimaligen Hoch auf den partiellen Streik schloß der Vorsitzmde die Versammlung, da weiter kein Redner einge- zeichnet war._ � öffentliche Uersammlung der Putzer Kertin» «nd Umgegend war für gestern Nachmittag nach der Ton- halle einberufen worden. Dieselbe war von etwa 1000 Personen besucht und fand unter Vorsitz des Herrn Dietrich statt. Die Tagesordnung lautete im ersten Punkte:„Wie machen sich die Folgen des Ausstandes bei den Putzern bemerkbar?" Ueber denselben referirte Herr Dittrich. Derselbe erklärte, daß, als die Putzer f. Z. mit großer Majorität einen Generalstreik ablehnten, dieselben vollständig hierzu berechtigt waren und zwar in Anbetracht der angefangenen, kontraktlich übernommmen Arbeitm. Wmn ein Generalstreik sämmtlicher Bauhandwerker geplant gewesm wäre, dann wäre eS auch Ehrenpflicht der Putzer gewesen, in der Gmeralstreik einzutreten. Dies sei aber nicht der Fall gewesen. Die Absonderung der Putzer von den Maurern beruhe nicht auf boten Willm, sondern aus dm Zeitverhältnisscn, auf einem kapitalisti- schm System. Die Bestrebungen, die Putzarbeitm in Tagelohn zu verrichten, seien an der Erfahrung gescheitert, daß eine solide geregelte Akkordarbeit den Arbeitern eine viel größere Bewegungsfreiheit garantire, als dies unter dem hmtiam Lohnsystem der Fall sei. Tie Beseitigung der Akkordarbeit würde auf den größten Widerstand seitens der Unternehmer stoßen. Herr Dietrich bezeichnete es als den größten Fehler, den das Streikkomitee der Maurer gemacht habe, daß es, als die Putzer nicht ohne weiteres, ohne eine Generalversammlung abgehalten zu haben, in dm Generalstreik eingetreten sind, die Maurer zwei Tage nach Proklamirung des Streiks aufgefordert habe, Putzarbeiten zu übemehmen, was zur Folge gehabt habe, daß die Putzpreise heruntergegangm wären. Dies sei kein schöner Zug gewesen. Der Haß sei dadurch ge- schürt worden und würde es noch mehr, als die Maurer versucht hatten, die Tonhallen- Versammlung der Putzer zu sprmgm. Die Ereignisse, welche in dieser Versammlung zu Tage traten, seien voraus gesehm wordm. Des Weiterm habe dm Putzern die Erkmntniß vorgeschwebt, daß ein Gmeral- streik sehr schwer durchzuführen sei und daß es nur mit Hilfe einer festen und starken Organisation möglich sei, den Tarif hoch zu haltm und eine Besserung der wirthschaftlichen Lage herbei zu führm. Es sei nicht in Abrede zu stellen, daß die Putzer unter der jetzigen Krise zu leiden hätten, mdcm die Speku- lationSbauten die Preise zu drücken suchtm. Diese jetzige Krise würde leicht überwunden werden, wmn die Gesammtheit ge- schlossm dagegen Front mache und sich annähemd an den Tarif holte. Herr Dietrich gab zu. daß die Putzer moralisch ver- pflichtet gewesen wären, für die Gesammtheit einzutreten. Die entgegenstehenden Schwierigkeiten seim aber zu groß gewesen. leralstreik habe thatsächlich nur dm Unternehmern ge- Dcr Gen.—...... H._ nützt. Diese hätten Kapital herausgeschlagen, indem die Kon- trakte sämmtlich gelöst warm. Er schloß mit der Hoffnung, daß die Verhältnisse sich so gestaltm werdm, daß ein General- streik überhaupt unnöthig werde und zwar mit Hilfe einer festen, starken Organisation.(Bravo.) Der zweite Vorsitzende, Herr Reumann, gab ebmfalls zu, daß die allzahrliche Krise diesmal etwas fühlbarer sich bemerkbar mache, doch könne die- selbe bei gutem Willen wohl abgeschwächt werdm. Herr Däne ermahnte namentlich, jetzt in der bedrängten Zeit die Forderung: 9 stündige Arbeitszeit und 7 M. Lohn per Tag, voll und ganz aufrecht zu erhalten. Herr Flohr wunderte sich, daß dm Putzern immer von denen angerathm werde, die Preise hoch- zuhalten, welche gerade billiger arbeitm; auch wurde von anderer Seite darauf hingewiesen, daß die Putzer die 9 stundige Arbeitszeit nur aufrecht zu erhalten vermöchten, wenn die Maurer dieselben hätten. Herr Karl Däumlich geißelte die Thalsache, daß die Putzer währmd des Maurerstreiks gemauert hätten, theilweise sogar in Akkord, was von Herrn Buchholz in Abrede gestellt wurde. Auch sprach er dem Vorredner das Recht ab, in öffentlichen Blättern die Leiter der vorigen Tonhallen- Versammlung schlecht zu machm, erklärte im eigenen Interesse der Putzer dm Beschluß jener Tonhallmversammlung für ge- rechtfertigt und erklärte femer, daß die Gegner dieses Beschlusses, welche das„Prinzip" in den Vordergrund stellten, gar kein Prinzip hättm und überhaupt nie ein Prinzip habm würdm. Er konstatirte femer, daß die 9stündige Arbeitszeit im Allgemeinen von den Putzern innegehalten werde und fordert zur Organisation auf. Die folgmde Diskussion nahm einm meist persönlichen Charakter an und konnte den Redncm demzufolge in der Berichterstattung nicht gefolgt werdm. Die„Affäre Däumlich" wurde namentlich lebhaft erörtert und versetzte die Versammlung in eine gelinde Aufregung. In seinem Schluß- worte zog Herr Dietrich sein Resume dahin, daß die Putzer sich einmal ordentlich die Wahrheit gesagt und die herrschenden Schwächen und Fehler ausgedeckt hätten. Herr Däumlich glaubte zu schieben und würde geschobm und wird nach der Meinung des Herm Dietrich nun auch die Früchte emtm. Den erhobenen Vorwurf, daß der gefaßte Beschluß, alle vier Wochm eine Versammlung einzubemfen, nicht gehaltm wordm sei, indem seit der letzten Versammlung schon 8 Wochm verstrichm seim, entkräftete Herr Neumann dadurch, daß er er- klärte, daß aus dem Grunde während des Generalstreiks der Maurer keine Versammlung einberufen wordm sei, weil man keine gemischte oder aufgelöste Radauvcrsammlung habm wollte. Nach Erledigung des ersten Punktes der Tagesordnung erstattete Herr Neumann Abrechnung über die Einnahmen(Tellersamm- lungm) und Ausgabeu. Die Einnahmm betrugen vor seiner Zeit 141 M. 41 Pf., die Ausgaben 108 M. 60 Pf., blieb Bestand 32 M. 31 Pf., abgeführt an Herm Arndt. Währmd seiner Zeit: Einnahmm 133 M. 31 Pf., Ausgaben 112 M. 45 Pf., Bestand(außer der letzten Tellersammlung) 20 M. 86 Pf. Kontrolirt von Amdt. Der Kommission wurde Decharge ertheilt. Die Herren Neumann und Arndt legten ihr Amt als Kommissionsmitglieder nieder. Auf Wunsch der Ver- sammluug nahmen sie indessm ihr Amt wieder aus. Als fünfter Vertrauensmann wurde Herr Däumlich abgelehnt, da- geam gewählt Herr Siebert. Die Versammlung verpflichtete sich nochmals zur strengm Durchführung der 9 stündigen Ar- beitszeit. Der Ueberschuß der Tellersammlung wurde einem kranken Kollegen überwiesen. Die Freie Vereinigung der Hausdiener Kerlins hielt am 9. Juli bei Jordan, Neue Grünstr. 28, ihre erste Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Die wirthschastlichm Umwälzungen der französischen Revo- lution. 2. Diskussion. Vierteljahrsbericht. Aufnahme neuer Mitglieder. Verschiedmes. Zu Punkt 1 erhielt der Referent Herr I. Türk das Wort. Derselbe schilderte in 1% stündiger Rede, wodurch die Revolution herbeigeführt wurde.— Er schilderte, wie die Bedrückung des Volkes durch Adel wie durch Kirche bewerkstelligt wurde und der Kapitalismus durch die Verschwendung, welche am Hofe stattfand, nur noch LuxuS- gegenstände fabrizirte. Jeder andere Beruf wurde aber immer mehr und mehr herabgedrückt; um Geld zu haben, verpachtete die Regierung die Steuern an Geldbarone, welche das Volk nun wie eine Zitrone aus- preßten und das Doppelte des gezahlten Pachlpreifes ein- heimsten; wie die Prostitution immer mehr zunahm. Trotzdem sich Leute fanden, die eine andere Produktionsweise befür- warteten und soziale Reformen wünschten, blieb es doch immer beim Alten, eS kamen Minister und sie gingen wieder. So kam es, daß die Staatsschuld auf 12 Millionen Franks angewachsen war; um Schulden zu bezahlen, wurden immer neue Anleihen gemacht. So wurden dann am 24. Januar 1879 die Reichsstände zusammen berufen. Die Abstimmung geschah nach Ständen. Als am 20. Juni wieder eine Stände- Versammlung stattsinden sollte, hieß es, die Zimmerleute arbeiten im Saale; darauf beschlossen die Stände, nicht auseinander *u gehen, bis die Verfassung geändert sei. Das Volk jubelte diesem Beschlüsse zu; die Antwort aber war, daß König und Adel mit Kanonenkugeln dazwischen kamen. So kam der 14. Juli 1789 heran. Da ertönte der Ruf:„Zu den Waffen, nach der Bastille!" Dieses Bollwerk wurde denn auch vom Volke gestürmt. Es sollte aber nicht lange dauern, und die Arbeiter wurden wieder ebenso bedrückt, wie vordem, und Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit waren weiter nichts als Phrasen.— Lang anhaltender Beifall lohnte den Redner. — An der Diskussion beiheiligten sich mehrere Kollegen und sprachen sich im Sinne des Referenten aus, und meinten, durch die damalige Revolution ist der dritte Stand zur Gel- tung gekommen, Sache des vierten Standes ist es nun, sich dasselbe Recht zu erkämpfen, was andere bereits haben. Punkt 3: Kassenbericht, ergab einen Bestand von 7,95 M. Nachdem dem Kassirer Decharge ertheilt war, wurde zur Auf- nähme neuer Mitgliedes und Verschiedenes übergegangen. Es hatten sich 11 Kollegen aufnehmen lassen. Zu„Verschiedenes" ermunterten mehrere Kollegen, der Freien Vereinigung recht zahlreich beizutreten, ebenfalls aber auch auf Arbeiterblätter, wie„Volksblatt" und„Tribüne" zu abonniren. Schluß der Versammlung 12% Uhr. Der Lehrliursu« zur ersten Hilfe bei Unglücksfälle« der Derliner Arbeiter hielt am 8. Juli, bei Feuer- stein. Alte Jakobstr. 75, seinen festgesetzten Vortrag resp. Ver- sammlungsabend ab, zu welchen Damen Zutritt hatten. Der praktische Arzt Dr. Ä. Bernstein, Blücherstr. 17, hielt über die Entstehung und Beschaffenheit der Diphteritis bei Kindern einen längeren Vortrag, welcher von den anwesenden Zuhörern mit der größten Aufmerksamkeit verfolgt wurde, die hierauf folgen- den Fragen wurden von dem Herrn Doktor sehr deutlich beantwortet.— Bei dem nächsten Vortrag, welcher am 5. August stattfindet, wird Herr Dr. Bernstein seinen Vortrag über Diphteritis kurz wiederholen und die Behandlung dieser Krank- heil klar zu machen suchen. Zu diesem Vortrag haben ebenfalls Damen wieder Zutritt. Es wurden in der Versammlung die LegitimationSkarten sowie Statuten vertheilt und neue Theil- nehmer aufgenommen. Nach Erledigung geschäftlicher Mit- theilungen wurde die Versammlung geschlossen. KeschWerden. Am 29. v. M. war eine öffentliche Bau- arbeiterversammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes aufgelöst worden. Auf die eingelegte Beschwerde hat ver Polizeipräsident geantwortet, daß er die Auflösung für un- gerechtfertigt halte und den betreffenden Beamten rektifizirt habe. Dagegen wurde dem Steindrucker Herrn Seeger, Friedrichsberg, erwidert, daß eine Beschwerde, die er über eine Vcrsammlungsauflösung eingereicht hatte, unbegründet und da- her zurückzuweisen sei. meldungm dorlliin zu riditen. 4ln zptrtin Aerliner«Uasschleierr. Dienstag, den 16. Juli. Abend! 8 Uhr. Dresdcnerslr. 45, grobe Versammlung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht.— Alle Glasschleifer Berlin! sind ein- geladen. Kautttttin O»rlin»r Bildhauer. Dienstag, den 18. d. M. Abend! 8 Uhr, Annenstr. 16, Generalversammlung. ver Zlnterftühungebund der yauediener Berlin» halt am Dienstag, den 16 Juli, AbcndS 9 Uhr bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, 1 Tr., eine außerordentliche Generalversammlung ab. Tagesordnung■. 1 Mittdcilungen. 2. Abrechnung vom 19. Mai Ausgabe der BilletS zum Fest am 4 August tn der Philharmonie. S. Ausnahme neuer Mitglieder. Verschiedenes. 4 Frage- kästen._ 'r«ch»l»r Deutschland» sEtoerbranche). Mitgliederversammlung am �Dienstag, den 16. Juli, tn Ccheffcra Talon, Jnselstr. 10, AbendS 8 Uhr. Tagesordnung! 1 Geschäftliche!. 2. GcwerkschastlicheS. Resercnt Äollcge Hildebrandt. S. Kassenbericht 4 Ver. . lic schiedenc! und Fragekasten. In dieser Versammlung findet Ausnahme neuer Mitglieder statt. Wahlorrei» für den fünften Berliner N»ich»tag»n>ahlkr»i». Generalversammlung am Mittwoch, den 17. Juli, AbendS 8 Uhr, im Viktoria Restaurant, Münzsir. 11(unterer®aal)._ Tagesordnung, 1. Rechenschast! bcricht des Vorstandes. 2. Wahl eine! Kasfircr! und des zweiten Tchristsührer!. 3 Verschiedenes und Fragekasten.— Neue Mitglieder werden ausgenommen. per fosialdemokratifche Wahweretn für den ersten Berliner Zt»ich»taa»n»ahll«rri» hält am 17 Juli, Abend! 8 Uhr, im Lokale de! Herrn Jordan, Neue Grünstr 28, seine Versammlung ab. in welcher Rechtsanwalt Stadthagen einen Vortrag halten wird. Güstc willkommen. Um zahl» retcheS Erscheinen wird gebeten. ver Fachverein»er Papierardeiterinnen und vermandter Berufsgen-tfen heilt am Mittwoch, den 17. Juli, AbendS 8% Uhr. in Echcsser'S Lokal, Jnselstr. 10, eine Versammlung ab. Aus der Taget«! steht: I Vortrag der Frau Ottilie Post über:„Die Stellung der Frau' Industrie." 2. Verschiedenes und Fragekasten. Gaste Herren und: kommen. Die Mitglieder können ihr Mitgliedsbuch in Empsang nel>> Die Arbeiter werden ersucht, die Arbeiterinnen in der Pavierhrancht out t lammlung ausmerksam zu machen. v»rdan» deutscher W.chanih-r. Zahlstelle Berlin. Mit» 17. d. M., Abends 8% Uhr, im Restaurant Hänfel, Markgrasenstr.! sarinnlung. Tagesordnung! 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wie W unS zu dem UnlerstühungSiond!. 4. Veranstalten wir in diesem EtislungSsyt? 5. Verschiedenes und Fragekasten.— Gaste willkoi recht zablrcicheS und pünktliches Erscheinen wird gebeten. vrsnng-, Cum- und gesellig» Herein» am Dienstag: ZSutenbctg" AbendS 8% Uhr im Restaurant Ouandt, Etralaue .......... ML wutnuu oa uyi un aicuuuutm uumipt, Stralauerstrasl� Gesangverein.Alpenglühen' AbendS 9 Uhr im Restaurant Hildebrandt, � straßc 97.— Schafft scher.Gesangverein der Elser' AbcndS 9 Uhr j und Krüger, Ckaliherstrahe 126, Gesang.— Männergesangveretn.Gart AbendS 9 Uhr im Restaurant Firi, Kottbuserstrahe 22.- Gciat, Bouvardia' lMSnnerchor) Abends 8% Uhr im Restaurant.TeuNfM sorterstraße 15.— Mamiergesangverein.Steinnelke' Abends 9 Uhr NN* rant Schulz, Stettinerstraße 56—67,— Gesangverein.Harmonie 8 Uhr in Neukam s BierhauS, Große Franksurterftraßc 49- M!M> verein.Echo II' AbcndS 9 Uhr im Restaurant Drillhosc, Rosenrtl» Nr. 11—12.— Gesangverein.Süngerhain' AbendS 9 Uhr im Ret Kaiser Franz Grenadierplatz 7.— Gesangverein.Bruderherz' Uebw AbendS von 9%— 11% Uhr. Ausnahme neuer Mitglieder.— Gesangoerst nung Moabit' AbendS 8% Uhr WilSnaekerstraßc 63 im Restaurant 3 Gesangverein.Felicitas' AbendS 9 Uhr im Restaurant Nebelin, LangllM — Mttnnergesangvcreiu.Olvmpia' AbendS 9 Uhr im Restaurant Gcrth,» straße 108.— Gesangverein.Licdcrlust' Abend! 9 Uhr im Restanr"! mann, Naunynftraße 44.— Männergesangverein.Accordia' Abend!»- Wcick, Aleianderstraße 31.— Gesangverein Ludwig scher Männerlb«r> 9 Ndr Lindenstraße 106 bei Poppe, UcbungSstunde."Gäste find willki �Deutsche Liedertafel' AbendS 9 Uhr Oranienstraße 190.— Zither klub.8® Abend! 9 Uhr in TriebetS Restaurant, Hoher Steinweg 15— il Lroh und Frei' lMänneradtheilung) Abends 8% Uhr, Bergstraße Berliner Turngenojsenschaft iFünftc Männerabtheilung) Abend! in der städtischen Turnhalle. Wafierthorstr. 31.- Turnverein Haide' sMänner-Abtheilung) AbcndS 8 lldr, Dicstenbachstr. 60-81.' ehemaliger Schüler der 37. Gemeindeschule AbendS 9 Uhr im Restaurants KöpnickersN. 88.— ArendS scher Stenogravhenvercin.Apollobund? 8% Uhr Brunncnstraße 129».— Arendt scher Stenographenverein Abend»» im Restaurant.Zum eisernen Kreuz", Lindcnstr. 71.— Deutscher Verein»? scher Stenographen AbendS 8% Uhr in Randcl'S Restaurant BrumttM — Verein.Rot" Abend! 8% Uhr im Restaurant Eltze, Airrand; lneu'lt-' UnterhaltungSvercin.Hannonic Abends 8 Uhr Eisenbahnsir. 36b, im» rant von Liebe.— BergnügungSverein.Mollig' AbendS 9 Uhr im* Rcinicke, GipSstraßc 3, jeden Dienstag nach dem 1 und 15- 4 .Amphion' AbendS 9 Uhr im.Münchener Hos' Spandauerstr. Ranchklub.Zum Wrangel' Abend! 8 Uhr bei Herschleb, Adalber� Rauchklub.Deutsche Flagge' Abends 8 llhr im Restaurant Händler, straße 11.— Rauchkiud.FriedrichShain' AbcndS 9 Uhr im Restaurar LandSbcrgerstr. 116».— Rauchkluh.Lustige Brüher' AbendS Ä Grothc. Fürst enbergerstr. 2- BergnügungSverein.Fröhlichkeit. Weg 29. Große GesellschastSstunde, verbunden mit Vorträgen. konunen. Eiltrce frei.— Tambourvcrein.Einigkeit macht stark', 1886, Dirigent Willg Koch. AbendS 9 Uhr Sitzung im Restach Elsasserstr. 57, Ausnahme neuer Mitglieder.- Tambourvercin Sitzung AbcndS 8% Uhr, Grüner Weg 9-10. erscheint tax in'S HauS l 5 Pf. So, Expedition Für da« i bev i j Die Redaktion stellt die Benutzui» leben ist, dem Publikum zu fit Was Der Banker vereine ist j Borstand di Septemb -ist, in der i Iber Mitgliel findung sol Ablösung i! ig de! TprechiaalS, soweit Raum dafid! Übrigen zah Besprechung voi» Angelegenheiten fliijj t�rcr nteresseS zur Verfügung � lje �verwahrt sich aber gleichzeUig dagegen. I parteiisch Iii lhabene Thal ! gründete Kl I rechnerischer t dadurch nicht I Jahren, duni I und durch( lj wurden, wet deS EprcchsaalS,_ threr eingez, Inhalt deficlben identifizirt zu" werden.'" tiefe» Zwe Ter am 9. Juli erfolgte gewaltsame Tod des L Robert Lindemann durch Sturz oder Stoß aus dem in. � der 4 Stock hoch belegenen Wohnung seiner Pflegeeltess, satlon so sck den Hos veranlaßt mich zu einer Besprechung dieses tca Falles. Nach den Zeitungsnachrichten waren der verft Knabe und sein früher verstorbener Bruder uneheliche> Nach§ 12 der Vormundschastsordnung wird der Gf mütterlicherseits gesetzlicher Vormund seines unehelich geh Enkels, so lange das VormundschaftSgcricht einen* Vormund nicht bestellt. War nun der Großvater beider� mann'S oder der bis jetzt nur angedeutete hiesige � Vormund beider Kinder und wer von beiden Personen} unvernünftig gewesen, den Pflegevertrag mit den Stadtim Sandrock'schen Eheleuten in der Art abzuschließen, dal! bei etwaigem Tode eines oder beider Kinder Erben des 60 falschen Gru betragenden gemeinsamen Vermögens werden lolltnu ,he:felbe,i«r der Vormund nie von Engelmachcrn gehört? Und Vf Klunkern m Prediger Vertragabschließender gewesen, so war es �Sonalauacks doppelt leichlfinntg, geradezu eine Belohnung auf den" ff., Menschen gezetert hat. Möge sich der Vormund der uf �eyuld zu, lichen Kinder öffentlich gegen diese öffentliche A Zehnten den rechtfertigen. Ferner bestimmt der S 7 der Jnfifluud Jnvali für die Berliner Gemeinde-Waisen-Räihe, daß der beilegen ist." Waisenralb nächst dem Vormunde(est.§ 52 a. a. P' Ein sta Aufsicht über das persönliche Wohl des Mündels und � bemfelbc Erziehung in körperlicher und sittlicher Hinsicht zu führt"'" besondere Mängel und Pflichtwidrigkeiten, welche er. wahrnimmt und durch sein Eingreifen nicht selbst kann, dem Gerichte anzuzeigen have. Ein Waisenrath/ zugsberechtie herzustellen' muß, daß spiegelt hat, lrente aus s das ihm übertragene Ehrenamt treu erfüllt, muß die iM�1' H" stellten Mündel doch mindestens alle 4—6 Wochen brts»r» er durch Zur Notirung der stattgehabten Besuche ist jedem Wai>t�»or 2 Jahrz mitglicde vom Magistrate ein Buch mit den nöthigen W(Gegen?% eingehändigt worden. Eine Einsicht in dieses BchLm j u d e st e nun ergeben, wie oft der Waisenrath sich bei zmüssen wo rock'S von der Pflege und Behandlung der /«„n.' Lindemann persönlich überzeugt hat. Hat er sich Knaben unterhalten, so konnte es nicht unbemerkt blei derselbe eingeschüchtert war, jedenfalls konnte eS dem ralh nicht unbekannt geblieben sein, daß der Robert Lob seinen Pflegeeltern mehrmals entlaufen ist. Die Beweg welche die Veranlassung zum Entlaufen gegeben haben--Wcdibrufl verde Viv ö*"" vä-uuuuitu yvytvLitz VMVVJ»A der Waisenrath feststellen und dieserhalb auch bei an den' wohnern des Hauses Erkundigungen einziehen. Fif" nicht zu Gunsten SandrockS aus, so hatte der Waiicuriv! Gerichte Anzeige zu machen und auf eine anderweitig"� bringung zu dringen. Eine öffentliche Antwort hieran von dem betreffenden Waisenrathe erwartet.. ,, Berlin, den 12. Juli 1889. G. B a a ds. Holzmarktstrav' ii� :f sM-i Ei» nein D i e „Vor Gatte r war ein inander seh er dreiß vomi tauft besaß eir arten und eirathete. ui Heber die Eröffnung des Kongresses erhalten Paris vom Schriftführer des Kongresses, Herrn Long1" Privat-Telegramm, welches in wörtlicher Uebersetzung f" maßen lautet:,'" „Der Kongreß wurde gestern um 10 Uhr eröffo"'sW andig lel Delegirten sind anwesend. Der Saal erweist sich als„Mein Lafargue begrüßt die Delegirten im Namen des.*r Wf Vaillant und Liebknecht wurden zu Präsidenten ß�jein Y&oZT wird dann eine Kommission zur Prüfung der N!"" Alz � wählt. Heute war Versammlung in einem größeren Saas"' Rue rocbccbouart 42. Die Mandalsprüfungs-Koinnü� stattete Bericht. Die Zahl der Delegirten stellt sich folgend Paris 78— Provinzen 95— Rußland 6— Belitz"� j Polen 4— Schweden 2— Holland 4— UnS"1� Spanien 2— Oesterreich 8— England 21— Am"�, Rumänien 4— Italien 11— Schweiz 6— PortzA Griechenland 1— Böhmen 1— Norwegen 1 2— Bulgarien 1— Deutschland 83.— Im Go mitinbegriffen die 4 Delegirten aus dem Munizipob� gistrat) von Paris. Die Sitzung wurde um 2 Uhr und um 7 Uhr Abends wieder aufgenommen/ Väter sch ,;tt mich s hm und si � Kind da ,»Krißty elernter Kai lädtischen Ki cn Großspe! dreinge wenn i Verantwortlicher Redakteur:$. Cr-nhrtn, in Berlin. Druck und Verlag von DU» Fading in Berlin SW., Beuthstraße 2.