164. Mittwoch, den 17. Juli 188». 6. Ial>rg. in.«<» .TcuteM i Übt i°> L irmonit? - mmm riM ■ Ufbim« esangvtintz erlinerHolbsblall Krgan für die Interessen der Ardeiter. Sang-b�k Das„Berliner Bolksblatt" cischeint taalick Morgens außer nach Sonn- und Festlagen. AbonnenientSpreis für Berlin frei ldknd«»U in's Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1.35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer aimnibM* 5 Pf. Sonntags- Nummer mit dein„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer d willwW Ervedition Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemeni 4 Mark pro Quartal. _ tat(Eingetragen in der Postzeitungsvreisliste für 1889 unter Nr. 866.) ftflitroit/; Mir da» Anstand: Täglich uuter Kreuzbano durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. ~DW* Äbcnb# nverein »-61> teftcmtW (lobunb; in Abend» t i'ftfini"i ötuimemsj nbrimnlttj 36b, ii««! Jusertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitreile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstrabe 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -»>-» Fernsprecher: Amt VI.|tr. 4106.»-*- Vevscktton: VeushfivÄtze S.— Expedition: Mimmerptvotze 44. Der Vsttkevott ""Aver Genrerttsvereiirs A FnrrcrNdcnllrrtl'c. 15- iierftc. Ii'' «balbtrsw pänbltt, tftaural™ ri»\7 1 Was längst vorausgesagt worden, tst eingetroffen. gm iDj Der Bankerott der Jnvalidenkaffe der deutschen Gewerk- iwtr, m vereine ist jetzt thatsächlich eingetreten und wird von dem mtthM Vorstand dieser Organisation dadurch angekündigt, daß zum 3 6. September die ordentliche Generalversammlung einberufen | ist, in der über die Auflösung der Kaffe und die Abfindung Iber Mitglieder derselben beschloffen werden soll. Die Ab- «stndung soll bei den„anerrannten" Invaliden in voller 1 Ablösung ihrer Rentenansprüche in Kapital bestehen, den mm baföj! übrigen zahlenden Mitgliedern glaubt man aber 20 pCt. kilcn aflij ihrer eingezahlten Beiträge ausfolgen zu können. Das zu agtsk». biesen Zwecken vorhandene Vermögen der Kaffe beträgt *,273 938,25 M. ! dem P Als Grund für diesen die Mitglieder dieser Organi- legeelieri sation so schwer schädigenden Ausgang wird von allen un- 4 es tra>? parteiisch Urtheilenden die längst über jeden Zweifel er- er verN habene Thatsache angegeben, daß die im Jahre 1868 ge- Zeliche jg gründete Kasse von Hause aus auf vollständig verfehlter er rechnerischer Grundlage aufgebaut war. Ein Fehler, der auch .*3 dadurch nicht wieder gut gemacht werden konnte, daß in späteren �beider � Jahren, durch Verlängerung der Karenzzeit von 5 auf 15 Jahren 'siae W und durch Entziehung der Pension, die an Invalide gezahlt rsonen 4 wurden, welche bereits vor der Karrenzzeit-Verlänqerung ve- ZtadtmiÜ? zugsberechtigt geworden waren, das rechnerische Gleichgewicht en, daß. herzustellen versucht wurde. Der Vorwurf, die Kasse nach n des M falschen Grundsätzen eingerichtet zu haben, trifft den Gründer ollten i. derselben, Dr. Max Hirsch, Dieser selbst freilich kann das - Nunkern auch jetzt, wo doch der vollendete Schiffbruch seiner ; ffJi Sozialquacksalbereien vor aller Welt offenkundig daliegt, ' jt"{( ff noch nicht laffen und schiebt im„Gewerkverein"„der über- nd Boh� müßigen Wucht der staatlichen Zwangsversichcrung" die d der m Schuld zu, der„unsere freie Kaffe, die schon vor 2 Jahr- lichc 9# zehnten den deutschen Arbeitern den Segen der Alters- r Jnstlz und Jnvalidenversi6)erung zu gewähren unternahm, er- der bclw legen ist." a. a- � j| Ein starkes Stück, das sich hier Herr Dr. Hirsch leistet! elbst ß'] if-a—• V"V"'vvu. vv luum mit.imtia-""v �piivuuwi'- nrath,\ Iente uus seiner nun verkrachten Gründung versprach, hat dem ert ßuu Bcwp Bewror, � haben,■'I IRcchdruS Oftbottn.) FeuMekon. weilige,, hieran' laadesi .rklstranr die ihin� Dr. Max Hirsch den Muth, von einem Segen zu sprechen, chen dG bat er durch diese Gründung den deutschen Arbeitern schon i Wai!�»or 2 Jahrzehnten gewährt habe. Worin besteht denn dieser ageuKfi Segen? Wohl darin, daß die Mitglieder der Kaffe jetzt s 23u®g| min bestens•/« ihrer eingezahlten Beiträge verlieren 1 w V?nurlte": wozu außerdem noch die ausgelausenen Zinsen für iui) in'' �®eliicr kommen. kl bleir~— [14 ®tn Goldmenfiki. Roman von Maurus Jükai. Achtes Kapitel. Die Geschichte der Inselbewohner. „Vor zwölf Jahren wohnten wir in Pancsova, wo j wein Gatte städtischer Beamter war. Er hieß Bellovary. r �.jl war ein junger, hübscher, wackerer Mann und wir liebten [*(*" einanber sehr. Ich zählte damals zweiundzwanzig Jahre «iil! asi 4"reißig. Ich gebar ihm ein Töchterlein, das wir S"cn ,ki- �koLmi tauften. Wir waren nicht reich, aber wohlhabend. Long'! Er besaß ein Amt, ein schönes Haus, einen prächtigen Obst- ung Sorten und Felder; ich war eine Waise, als er mich | heirathete, und brachte ihm bares Vermögen zu; wir konnten eröM'.«"Itändig leben. h als P,„Mein Mann hatte einen Freund, Maxim Krißtyan, drZ 8° ,5" er sehr liebte. Jener Mensch, der eben hier gewesen, aemo�,- em Sohn von ihm. Damals war er dreizehn Jahr alt, . Ma"� schöner, lieber, aufgeweckter Knabe, ein wahrer Blitzjunge. 5<Ä wein Töchterlein noch auf dem Arm trug, sagten _ ,, il r'e-kbäter schon, diese müffen ein Paar werden,. und ich "rfol T wich so, wenn der Junge die Kleine beim Händchen onimlli naymund sie fragte: Wirst Du meine Frau werden? und lgender�öas Kind dann so herzlich dazu lachte. Belfl'f%„Krißtyan war Getreidehändler, ohne jedoch ein richtig Unga� Arternter Kaufmann zu sein, sondern nach Art jener klein- Ai»ek(| üadtifchen Kornspekulanten, die, auf einem Fleck sitzend, von Portugfi�" �"sisprtulanten sich ins Schlepptau nehmen laffen und — D:':; v Jj d reingehen; gelingt die Spekulation, so fahren sie gut i(BifloA a�' w�un nicht, so sind sie ruinirt. Da er immer gewann, ipalrÄ #0"* Es gehört wirklich eine Stirne, dick und hart wie Eichenpfosten, dazu, um räch einem solchen Fiasko noch den Muth zu haben, sich den um ihre durch Arbeit sauer erwor- benen Groschen gebrachten Mitgliedern gegenüber auch noch als Segenspender aufzuspielen! Und dieser Mann, dessen Selbstgefälligkeit und Eitelkeit nur noch übertroffen wurde durch seine pyramidale Unwissen- heit in sozialpolitischen Dingen und der außerdem noch ein gradezu abschreckendes Beispiel streberischer Wichtigthuerei ist, deffen höchster Ehrgeiz es war, befrackt und in Glacee an der Spitze von einem halben Dutzend seiner„Generalräthe" um Audienzen bei Ministern zu betteln, dieser Mann war Jahre lang eine„Zierde" der Fortschrittspartei und vertrat dieselbe mehrere Male im Parlament. Warum Dr. Max Hirsch eine Zeit lang eine Rolle im liberalen Lager spielen konnte, ist freilich bekannt genug. Man glaubte ihn und seine Gründungen zum Arbeiterfang gebrauchen zu können. Die Gewerkvereine mit sammt der jetzt verkrachten Jnvalidenkaffe sollten der Köder sein, mit dem man die Arbeiter an die liberale Partei feffeln, vor Allem aber von der Sozialdemokratie fern halten zu können hoffte. So lange diese Hoffnung vorhielt, war denn auch der t „soziale Doktor" eine sehr angesehene Persönlichkeit und zwar nicht nur innerhalb der Fortschrittspartei. Mit Aus- nähme ganz vereinzelter streng konservativer Kreise, denen es überhaupt ein Gräuel ist wenn in dem Arbeiter etwas anderes gesehen wird als oer„Knecht", der bitten muß und zu gehorchen hat, und den Ultramontanen, welche ja den Arbeiterfang von jeher auf eigene Faust und in besonderer Weise trieben, waren die Hirsch'schen Gewerkvereine von allen Parteien protegirt. Erst als sich herausstellte, daß die Geiverkvereine mit ihren Kaffen nicht das erhoffte Bollwerk gegen das Umsichgreifen des sozialdemokratischen Geistes waren, da hörte Dr. Hirsch aus, eine beachtete Person im öffentlichen Leben zu sein, er verschwand aus dem Parlament und sogar in seinen eigenen Vereinen drohte der Geist sozialdemokratischer Opposition. Bekanntlich bannte Hirsch dieses Gespenst durch den famosen Revers, wonach jedes eintretende Mitglied durch Unterschrift erklären mußte, bei Gefahr des Verlustes der Mitgliederrechte kein Sozial- demokrat zu sein. Wie dankbar werden heute dem Dr. Hirsch jene Ar- beiter sein, welche er in seiner namenlosen Feigheit und Angst vor der Sozialdemokratie durch die Erfindung dieses Reverses vor den Eintritt in seinen Verein und damit vor dem Verlust ihres Geldes bewahrt hat! Freilich werden dies auch nur die einzigen Dankbaren sein, die Hirsch heute in Deutschland noch zählen kann. Ein schmähliches Ende dieses jammervollen Sozialquacksalbers! Aber das Fiasko, das Dr. Max Hirsch und seine Gründung erlebt, ist nicht blos ein persönliches, sondern der Bankerott der Hirsch'schen Jnvalidenkaffe ist zugleich der dachte er, nichts sei einfacher, als die kaufmännische Wissenschaft. Im Frühjahr sah er sich in der Gegend um, wie die Saaten stehen, dann schloß er die Verträge mit den Großhändlern ab, über das nach der Erntezeit ihnen zu liefernde Getreide. Er hatte einen ständigen Kunden an dem Komorner Großhändler Athanasius Brazovics, der ihm jede» Frühjahr große Geld- vorschüffe machte für Getreide, welches er im Herbst um den voraus festgesetzten Preis auf deffen Schiffe abzuliefern hatte.— Es war dies für'.Krißtyan ein einträgliches Ge- fchiift; aber ich habe später oft darüber nachgedacht, daß dies kein Handel, sondern ein Hazardspiel ist, wenn man etwas verkauft, was noch gar nicht vorhanden ist. Brazovics pflegte Krißtyan viel Geld vorzuschießen, und weil dieser, außer einem Hause, kein liegendes Vermögen hatte, ver- langte er Bürgschaft von ihm. Mein Mann stand mit Freuden für ihn gut; war er doch Grundbesitzer und Krißtyans Freund. Krißtyan führte ein sehr behagliches Leben; während mein Mann Tage lang gebückt am Schreib- tische saß, saß Krißtyan den ganzen lieben Tag vor dem Kaffeehause, seine Pfeife schmauchend und mit Geschäfts- leuten seiner Sorte plaudernd. Einmal aber stellte sich dann die Geißel Gottes ein. Das Jahr 1819 war ein schreckliches Jahr. Im Frühjahr standen die Saaten prächtig im ganzen Lande. Man konnte auf billige Fruchtpreise rechnen. Im Banat schätzte sich ein Händler glücklich, wenn er zu dem Preise von vier Gulden einen Lieferungsvertrag auf Weizen schließen konnte. Da kam ein regnerischer Sommer, durch sechszehn Wochen rechnete es unaufhörlich Tag für Tag Das Getreide verfaulte auf dem Halme; in den als ein zweites Kanaan gepriesenen Gegenden trat eine Hungers- noth ein und im Herbste stieg der Preis des Weizens auf zwanzig Gulden die Metze; und auch da war keiner für den Handel zu bekommen, denn die Landwirthe hielten ihn zurück als Saatkorn." „Ich erinnere mich daran"— sprach Timar dazwischen Bankerott der einst so vielgefeierten freien Selbsthilfe der Arbeiter, durch welches System diesen nach manchesterlicher Doktrin einzig und allein Rettung sollte werden können. Herr Hirsch will ja zwar der übermäßigen Wucht der staatlichen Zwangsversicherung die Schuld an dem Bankerott seiner Kaffe zuschieben, dies ist aber um so unehrlicher, als in Wirklichkeit vieser Bankerott thatsächlich schon vor Jahren feststand, wo die Einführung der Zwangsversicherung noch im weiten Felde war, sicherlich aber keinen Einfluß auf den Stand der Gewerks-Vereins-Jnvalidenkasse haben konnte. Daß die Hirsch'sche Griindung zusammenbrach, zusammenbrechen mußte, daran trägt nichts anderes, als das falsche System schuld, auf dem sie aufgebaut war. Die Behauptung des Manchesterthums, daß es nur des ernsten Willens und ver nöthigen Ausdauer der Arbeiter bedürfe, um es ihnen möglich zu machen, auf dem Wege der Selbst- Hilfe und des Sparens ihre soziale Befreiung herbeizuführen, ist eben nichts weiter, als ein Trugschluß, und der Bankerott der Gewerkvereins-Jnvalidenkaffe ist blos ein neuer Beweis für diese Thatsache. Dabei kommt freilich auch noch ein weiterer Gesichtspunkt in Betracht, der wesentlich dazu beigetragen hat, daß die deutsche Gewerkvereinöbewegung in ihren positiven Erfolgen nichts als Niederlagen aufzuweisen hat. Die an- geblich den englischen Trades-Unions nachgebildeten Gewerk- vereine des Dr. Hirsch unterscheiden sich von ihrem Vorbild vor allem dadurch, daß sie nicht, wie diese, ins Leben gerufen wurden, um aus eigener Initiative und eventuell im Kampfe gegen das Unternehmerthum die Jntereffen der Arbeiter zu. wahren, sondern daß ihre Aufgabe nur sein soll, auf dem Wege des„friedlichen" Ausgleichs die vorhandenen oder auftauchenden Differenzen zu lösen. Die Arbeiter sollen sparen, um gleich den englischen Gewerksverbänden die Summen zusammenzubringen, ihre Invaliden zu unterstützen. Das Mittel aber, mit Hilfe deffen die englischen Trades- Unions es dahin zu bringen suchen, ihren Mitgliedern zu ermöglichen, daß sie die zur Ansammlung der Invaliden- fonds nothwendmen hohen Beiträge zahlen können, nämlich die Arbeitseinstellung, ist bei den Gewerkvereinen des Max Hirsch von Anfang an verpönt gewesen. Ist es nun schon den Trades-Unions nicht gelungen, ihre Aufgaben zu er- füllen, um wie viel weniger kann Dr. Hirsch mit seinen Gewerkvereinen dies Ziel erreichen! Um sparen zn können, muß man vor allem etwas haben, was sich sparen läßt. Es hilft nichts, wenn hunderttausende von Arbeitern nur taube Nüffe liefern, so groß der Haufen Nußschaalen auch sein mag, es wird sich nicht ein einziger Kern darin finden. Der Umstand, daß Hirsch die Beiträge zu seiner Kasse von Anfang an viel zu niedrig bemessen hat, ist kein bloßer Zufall. Hirsch konnte gar nicht anders handeln, als wie er gethan hat, denn bätte er die Beiträge so bemessen, wie sie sein mußten, um vie Kasse lebensfähig zu machen, dann wären sie so hoch ausgefallen, daß kein Arbeiter sie hätte —„ich begann damals meine Laufbahn als Schiffskom- miffär." „In einem Jahre also geschah es, daß Maxim Krißtyan den Vertrag einzuhalten außer Stande war, den er mit Athanas Brazovics geschlossen hatte. Die Differenz, welche er hätte decken sollen, machte eine enorme Summe aus. Was that nun Maxim Krißtyan? Er zog alle Gelder ein, die er ausstehen hatte, nahm auch noch bei leichtgläubigen Menschen Darlehen auf und in einer Nacht verschwand er von Pancsova, all sein Geld mitnehmend und seinen einzigen Sohn zurücklassend. Er konnte es leicht thun; seine ganze Habe bestand in Geld und er ließ nichts zurück, woran sein Herz hing. Wozu ist aber das Geld auf ver Welt, wenn es einen Menschen so schlecht machen kann, der nichts liebt als sein Geld? Seine Schulden, seine Verpflichtungen blieben denen auf dem Halse, die seine guten Freunde gewesen und für ihn gutgestanden. Unter diesen war auch mein Mann. „Und nun kam Athanas Brazovics und verlangte von den Bürgen die Erfüllung des Vertrages. Wohl wahr, er hatte dem durchgegangenen Schuldner Geld vorgestteckt, und wir erboteu uns auch, ihm dies Geld zurückzuerstatten. Wir hätten die Hälfte unserer Besitzungen verkauft und davon hätte die Schuld getilgt werden können. Er aber wollte davon nichts hören, sondern bestand auf der Erfüllung des Kontraktes. Nicht darum handelte es sich, wie viel Geld er hergegeben, sondern welche Geldsumme wir ihm zu zahlen schuldig waren. Er gewann dabei das Fünffache. Sein Vertrag gab ihm das Recht hierzu; wir drangen mit Bitten und Flehen in ihn, sich mit einem kleineren Gewinn zu begnügen, denn bei ihm handelte es sich nur darum, ob er mehr oder weniger ge- wann, nicht um einen Verlust. Doch er blieb unbeugsam. Er verlangte von den Bürgen die Befriedigung aller seiner Forderungen. Wozu aber sind dann, frage ich, Religion und Glauben und alle christlichen und jüdischen Kon- erschwingen können. In welcher Beleuchtung hätte aber die Harmonielehre dagestanden, wenn durch die Unerschwinglich- keit der Beiträge zur Alters- und Znvalidenversorgung auch dem blödesten Auge klar geworden wäre, daß unter der kapitalistischen Wirthschaftsordnung der dem Arbeiter be- zahlte Lohn nicht einmal dazu ausreicht, selbst den nach Hirsch- Duncker'schem Rezepte sparenden Arbeiter im Alter und bei Invalidität die Bettelsuppe zu garantiren? Dr. Max Hirsch mußte also flunkern und er hat ge- flunkert, und zwar im Interesse der„sozialen Ordnung". Wenn aber heute, wo der von ihm betriebene Humbug offenkundig vor aller Welt liegt, der„Musterknabe" sogar von seinen eigenen früheren Protektoren verspottet und ver- höhnt wird, so mag er vielleicht einigen Trost darin finden, daß wir ihm mit derselben Sicherheit, mit der wir ihm schon vor fahren sein heutiges Schicksal prophezeit haben, die Versicherung geben können, daß er noch lange nicht der letzte und auch nicht der schlimmste Sozialhumbuger ist, dessen Kartenhaus unter Spott und Hohn zusammen- brechen wird. Unter diesem Titel veröffentlicht der„Verl. Börsen-Courier" einen interessanten Artikel, der eine geschichtliche Erinnerung an einen Konflikt zwischen Frankreich und der Schweiz enthält, welcher eine verzweifelte Aehnlichkeit mit dem deutsch-schweize- rischen Streitfälle unserer Tage besitzt. Wir geben den Artikel wieder, soweit er sich ausschließlich mit jener ReminiScenz be- faßt. Den Schlußvergleich des Blattes uns zu eigen zu machen, haben wir keinen Anlaß: Reminiscenzen. Die Flitterwochen des jungen französischen Bürgerkönia- thums waren längst vorüber. Blutige Ausstände der republi- kanischen Partei im Süden Frankreichs hatten mit Waffen- aewalt unterdrückt werden müssen, unter den Arbeiten« begannen sozialistische und kommunistische Lehren empfänglichen Boden zu finden, und verblendete Fanatiker hatten Attentate gegen das Leben Ludwig Philippe's geschmiedet. Auch die legiti- mistische Partei erhob auf's Neue ihr Haupt, und die ersten Anzeichen bonapartistischer Agitationen machten sich bemerk- bar. Nach außen hin hatte die französische Diplomatie keine Erfolge aufzuweisen, und den alten Monarchien gegenüber hatte das Julikönigthum noch keine vollgiltige Stellung zu erringen verstanden. Louis Philippe lag vor Allem daran, sich als den Hort der Legalität, als Stütze der europäischen Ordnung aus- zuspielen. Gegen die Presse, die Geschworenengerichte waren nach mehreren vergeblichen Anläufen im Jahre 1835 einschränkende Bestimmungen bei den Kammern durchgesetzt, in- folge des Fieschi'schen Attentats die deutschen, polnischen und italienischen Flüchtlinge in Frankreich unter strengere Aufsicht ge- nommen worden, und ein Konflikt Frankreichs mit der Schweiz, wegen angeblichen Mißbrauchs des Afiilrechts durch einzelne Kantons- Regierungen bahnte sich an, der bald in der schärfsten Tonart ausgefochlen wurde. ES ist in den Verhand- lungen recht viel von Auews provocateur� auf der einen, von Repressalien, Absperrmaßregeln und dergleichen auf der andern die Rede, die diplomatischen Schriftstücke führen eine in Staats- schriften ungewöhnlich heftige Sprache, und dennoch gelang es in verhältnißmäßig kurzer Zeit, die Mißverständnisse zu be- seitigen, zu einer Verständigung zu gelangen und die guten Beziehungen zivischen beiden Ländern wieder aufleben zu lassen. Der Verlaiif der Angelegenheit ist daher wohl in jetziger Zeit iiiteressant genug, uin ihn in seinen Hauptzügen zu skizziren. Frankreich hatte seine Beschwerden geltend gemacht, die «idgenössische Tagsatzung halte geantwortet und Abhilssmaß- regeln angeordnet. Die Couriere gingen und kamen, die Differenzen blieben und vermehrten sich. Am 18. Juli 1836 ging eine energische Rote des damaligen französischen Ministers des Auswärtigen, des Herzogs von Montebello, ein. Die angenommenen Maßregeln genügen ihm nicht. Der Herzog be- lehrt die Tagsatzung, daß England wegen seiner insularischen Lage, Frankreich mit seiner mächtigen, administrativen Einheit, seiner Militärmachi und seinen Polizeimitteln das Asylrecht aus eiue ganz andere Weise ausüben können, als die Schweiz, die bei ihrer Föderativversassung, bei ihrer Zerstückelung in Staaten, diese Garantie nicht darbietet; um so dringender müsse von ihr verlangt werden, daß sie keinen Personen Aufenthalt ge- statte, welche für die Ruhe der benachbarten Staaten, nament- lich Deutschlands und Italiens, störend sein könnten. Ihr Verhältnis zu dem übrigen Europa müsse ein gefälliges sein. Würde daher die Bundesbehörde nicht mit dem Nach- druck gegen die Flüchtlinge verfahren, den man zu erwarten berechtigt sei, so müßten die Mächte sich selbst Recht verschassen. Der Herzog fordert die Eidgenossenschaft in barschem Tone auf, „ihre Pflicht zu thun" und erklärte: wenn die Schweiz nicht fessionen, wenn es erlaubt ist, eine solche Forderung zu stellen? „Die Sache kam vor Gericht; der Richter fällte das Urtheil, unser Haus, unsere Felder, unsere letzte Habe wurde mit Beschlag belegt, versiegelt, auf die Trommel geschlagen. Wozu ist aber das Gesetz da, die menschliche Gesellschaft, wenn es geschehen darf, daß Jemand an den Bettelstab ge- bracht werde wegen einer Echnld, von der er nie einen Groschen gesehen, und ins Elend gestürzt wird wegen eineS Dritten, der sich lachend aus dem Staub gemacht? „Wir boten Alles auf, um uns vor gänzlichem Ruin zu retten' mein Mann reiste nach Ofen und nach Wien, um eine Audienz zu erbitten. Wir wußten, daß der hinter- listige Betrüger, der mit seinem Gelde durchgegangen war, sich in der Türkei aufhielt, und baten, man möchte seine Auslieferung erwirken und ihn hierher transportiren, damit er denjenigen befriedige, der mit seiner Forderung gegen ihn aufgetreten war; aber wir erhielten überall die Antwort, dazu habe man keine Macht. Wozu sind aber dann die Kaiser, die Minister, die Machthaber, wenn sie nicht im Stande sind, ihren in Bedräng,, iß gerathenen Unterthanen Schutz zu gewähren? „Nach diesem furchtbaren Schlag, der uns Alle an den Bettelstab gebracht hatte, jagte mein armer Mann in einer Nacht sich eine Kugel durchs Herz. Er wollte nicht das Elend seiner Familie, die Thänen seines Weibes, das Hunger- bleiche Antlitz seines Kindes sehen, und entfloh vor uns unter die Erde. „Ach, vor uns unter die Erde! Wozu ist aber denn der Mann da, wenn er bei großem Unglück, das ihn trifft, keinen anderen Ausweg kennt, als sich aus der Welt zu schassen und Frau und Kind allein zurückzulassen? „Und noch immer war des Entsetzlichen kein Ende. Zur Bettlerin, zur Obdachlosen war ich schon geworden, jetzt wollten sie mich auch noch zur Gottesleugnerin machen. Die Gattin des Selbstmörders flehte vergeblich ihren Seelsorger an, ihren unglücklichen Mann zu beerdigen. Der Dechant war ein gar strenger und heiliger Mann, dem die Gebote der Kirche über Alles gingen; er verweigerte meinem Gatten ein ehrliches Begräbniß, und ich mußte es in der Lage oder Willens ist, die Flüchtlinge zu überwachen und ihre Komplote zu verhüten, so werde Europa derselben Mores lehren; die Zeit der Lügen und Ausflüchte sei vorbei; z- vous pousscrai!(Ich werde Sie antreiben) schloß die Note, mit einer in diplomatischen Schriftstücken wohl unerhörten Wendung. Die angedrohten Maßregeln treten ein. Baselland- schaft wurde durch eine Grenzsperre gedrängt, die so streng war, daß Einwohner dieses Kantons, deren Felder auf französischem Ge- biet liegen, sie bei Strafe einer dreimonatlichen Einsperrung, selbst während der Ernte nicht betreten durften. Eine am 29. August zur amtlichen Kenntniß des Tag- satzungs-Präsidenten gebrachte Instruktion für den französischen Gesandten in Bern goß neues Oel in's Feuer. Es hieß darin: Die vorgeschlagenen Maßregeln der eidgenössischen Kommission(nämlich, daß die Ausweisung der gefährlichen Flüchtlinge unter Mitwirkung des Vorortes unverzüglich ge- sthehen, die nöthigen Untersuchungen aber den einzelnen Ständen überlassen bleiben sollen) sind sehr ungenügend; denn so lange die Kantone über dieselben entscheiden und jeder in seinem Gebiete die Vollziehungsmaßregeln anzuordnen hat, so werden diese nur unvollkouimen geschehen, und das Uebelwollen oder der Widerstand eines ein- zigen unter ihnen kann Alles unnütz machen. Man muß eine offene, wenn auch harte Sprache mit der Schweiz reden. Wenn sie nicht auf guten Rath hören will, so kann sie sich als zer- fallen mit Frankreich betrachten, und ihr Widerstand wird eine hermetische Blockade gegen Menschen und Dinge zur Folge haben. Die Schweizer wurden hierdurch aufs Aeußerste erregt und protestirten in Volksversammlungen und Adressen gegen die Ein- Mischung des Auslandes. Der Lärm wurde noch heftiger, als der Herzog von Montebello um dieselbe Zeit die Verhaftung eines gewissen Konseil, als eines in das FieSchi'sche Attentat verwickelten Verbrechers verlangte und derselbe sich durch seine Papiere und Pässe als Agent der ftanzösischen Polizei auswies, der mehrere Flüchtlinge, wie Rauschcnvlalt, de Ludre, Mazzini:c. zu beaufsichtigen hatte. Inzwischen erhob die Tag- satzung den Antrag ihrer Kommission zum Beschluß und erließ eine Antwort an die ftanzösische Regierung, die ziemlich ein Nachhall des von dort her angeschlagenen Tons war. Es wird dw Voraussetzung zurückgewiesen, als ob die Schweiz, statt ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen, blas Ausflüchte suche. Denn es sei erivieicn, daß keines der konstatirten Kömplote gegen Frankreich gerichtet, sondern im Gegen- theile dieselben dort angezettelt worden seien, und daß die Befehle für die geheimen Söldlinge der Verschwörer von Paris ausgehen. Die Schweiz werde nie dulden, daß das Gastrecht zu Ruhestörungen der Nachbarstaaten miß- braucht werde. Sie werde sich stets angelegen sein lassen, ein gutes Vernehmen zu unterhalten, nur nicht um den Preis ihrer Unabhängigkeit als selbstständige Macht. Wag aber Conseil beträfe, so sei gerichtlich konstatirt: 1. August Conseil, dieser gefährliche Verschwörer, an dessen Unschädlichmachung dem französischen Gesandten so viel liegt, ist kein Flüchtling, sonbern im Dienst der Pariser Polizei, mit einem fixen Gehalt von monatlich 300 Franks und einem Zu- schuß von monatlich 150 Franks auf Reisen; 2. diese Polizei hat ihn mit einem falschen Paß als Napoleon Cheli nach Bern geschickt, daselbst sollte er mit den deutschen, ftanzösischen und italienischen Flüchtlingen Bekanntschaft anknüpfen »und, um ihr Vertrauen zu gewinnen, sich für einen Freund Fieschi's und Alibau's ausgeben, auch zu besserer Beglaubigung, und damit er seine Berichte auch später aus England fort- setzen konnte, zur Festnahme und Wegschaffung empfohlen werden; 3. als man ihm in Bern die Aufenthalts-Erlaubniß ver- weigert hat, ist er auf der Post nach Besanoon gefahren, von dem Präfekteil mit einem zweiten Passe und Reisegeld ver- sehen worden und als Peter Corelli nach Bern zurückgekehrt, mit der Weisung, sich bei den Gesandten zu melden, von denen er die weiteren Verhaltungsbesehle empfangen werde; 4. in dem Gesandschaftsholel hätte der französische Gesandte, Herzog von Montebello, der indessen die Note in Betreff Conseil's erlatsen, ihm gesagt, nach all' dem Aufsehen gehe sein längeres Verweilen in Bern nicht an, und der Gesandschaftssekretär Belleval hätte alsdann, weil der zweite Paß wegen des neuen Datums, falschen Namens, aber richtigen Signalements Ver- dacht erregen mußte, für ihn als Franz Hamann, Handlungs- reisenden aus Straßburg einen dritten Paß ausgefertigt, den- selben um zehn Monate zurück datirt, und, auf dem Tisch und mit der Hand zerknittert, ihm zehn Napoleonsd'or eingehändigt und unter anderen Verabredungen die Kantone und Städte be- zeichnet, wohin er sich begeben, gleichwie die Personen, die er beobachten sollte. So die eigene Aussage Conseil's nach seiner Verhaftung in Nidau, in Einklang mit den Umständen und be- sonders mit den Zeugnissen der Italiener Bertola, Mctara und Migliari, die ihn als Kundschafter durchschaut, zum Geständniß gebracht und seine Papiere der Behörde überliefert hatten, übrigens selber Spione der nebenbuhlerischen Polizeien gewesen sein sollen. mit ansehen, wie die theuere Gestalt des von mir abgöttisch verehrten Mannes vom Abdecker auf dem Leichen- karren hinausgefahren und im Friedhofgraben nothdürftig ver- scharrt wurde. Wozu ist aber dann der Geistliche da, wenn er solches Leid nicht abwenden kann? „Wozu ist die ganze Welt da? „Nur das Eine war noch übrig, daß man mich zwang, Selbstmörderin und Kindesmörderin zu werden. Zugleich mich und mein Kind umzubringen. Ich schlang ein Tuch um das Kind, das ich an der Brust trug, und ging mit ihm hinaus an's Donauufer. „Ich war allein, kein menschliches Wesen begleitete mich. „Ich ging dreimal am Ufer auf und ab, um zu sehen, wo das Wasser am tiefsten. „Da packte mich Jemand rückwärts am Kleide und riß mich zurück. „Ich sah mich um; wer war das? „Der Hund hier. „Unter allen lebenden Geschöpfen der letzte Freund, oer mir geblieben war! „Es war am User der Ogradina-Jnsel, wo sich dies mit mir zutrug. Auf jener Insel hatten wir einen schönen Obstgarten mit einem kleinen Sommerhaus. Auch dort war schon an alle Thüren das amtliche Siegel gelegt und ich konnte nur noch in der Küche und unter den Bäumen frei umhergehen. „Da setzte ich mich nun ans Donauufer und fing an nachzudenken. Was bin ich? Ich, ein Mensch, ein Weib, sollte schlechter sein, als ein Thier? Sah man schon einen Hund, der sein Junges ertränkte, und sich dann selbst um- brachte? Nein, ich werde mich nicht umbringen und auch mein Kind nicht! Ich will am Leben bleiben und es aufziehen! Aber wie werde ich leben? Wie die Wölfe, wie die Zigeuner- weiber, die auch kein Haus und kein Brot haben. Ich werde betteln gehen: betteln bei der Erde, bei den Tiefen des Wassers, bei ver Wildniß des Waldes, nur bei den Menschen — nie und nimmer. (Fortsetzung folgt.) _..Die Kommission der Tagsatzung sprach schließlich daher d« Ansicht aus, 1. daß, wenn nicht volle Gewißheit, doch höchste Wahl' scheinlichkeit vorliege, daß Herr von Belleval absichtlich eintf falschen Paß ausgestellt und sich dadurch eines Ve, brecht» schuldig gemacht habe, welches nach den franzässschen Gefeftt sogar mit der entehrenden Strafe der Verbannung belegt»>«' den konnte; 2. daß die Annahme, der Gesandte habe darum gewvk» und dazu Auftrag gegeben, mindestens auf einem bedeutende Grad von Wahrscheinlichkeit beruhe; 3. daß der Gesandle jedenfalls, nachdem ihm das zwo- deutige Verhältniß Conseil's unzweideutig geworden, die scbwtyo rischen Behörden mit seinen Requisitionen hätte verschont» sollen, durch die verlängerte Täuschung aber das Vertrauen£ seiner Person habe zerstören müssen. Beschluß: Die ftanzölW Regierung von der ganzen Sachbewandtniß in Kenntniß i« setzen und das Weitere ihrer Verfügung anHeim zu gel® ohne besondere rechiliche oder diplomatische Forderungen i8 stellen. Der Herzog von Montebello schäumte auf und verlangte 4» einer drohenden Note Widerruf und Genugthuung. Jnzwiftc? sollte aller Verkehr abgebrochen werden. Es wurden keine Pw mehr nach Frankreich ertheilt, die Reisenden auf den Grenz» zurückgewiesen, die Pariser ministerielle Presse ließ Ww» fallen, als ob es um den Bestand der Schweiz geschehen st» könne, wenn sie nicht auf allen Punkten nachgäbe. Die U# hängigen Blätter berechnen dagegen die Verluste, welche d» Industrie des eigenen Landes durch die Sperrmaßregeln leidet, und nach und nach beruhigt sich auch der Zorn der W' zösischen Regierungsmänner. Lord Palmerston, dessen Mich»!? oder Vermitielung man in Anspruch zu nehmen versuchte,# zu einem gütlichen Abfinden, und so läßt man den schweizer Bo Hörden unter der Hand zu verstehen geben, daß man die 4" müthigung eines alten Verbündeten nicht wolle, daß man mit ei?» bescheidenen Ehrenerklärung zufrieden sein werde. Sofort erll'w die eidgenössische Tagsatzung,„ihr sei nie eingefallen, Frankreich dessen Repräsentanten zu beleidigen. Der Kommissionsbeiw sei einzig und allein für die Tagsatzung bestimmt und et» als Meinung Einzelner anzusehen gewesen. Uebrigens entbaw die Note des Herzogs schwere Jrrthümer über die innere W der Schweiz, die leicht zu widerlegen wären, wenn man eint» auswärtigen Staate das Recht zuerkennen könnte, den Gatj ihrer Regierungen zu kontroliren." Mit dieser Erklärung(F sich Frankreich zufrieden, die für beide Völker lästigen Spt»' maßregeln wurden zurückgenommen und vor Jahresschluß ß* der Konssikt vollständig beseitig;. Die Situation zwischen dem Deutschen Reich und Schweiz ist in sehr vieler Beziehung eine gründe»' schiedene. Die Machinationen der ftanzösischen Polizei war» zu jener Zeit berüchtigt; sie hatte geschickte, aber keineswt? skrupulöse Leute in ihrem Dienst. Ein Theil der argen ffktzs' minationen der Schweizer mochte daher recht wohl gcreß' fertigt sein, und diesem Treiben gegenüber wird das AnftKi» der deutschen Polizei und ihrer Agenten verhältnißmiW harmlos erscheinen. Auf der anderen Seite ist seit jener 3» der Machtbereich der schweizer Bundesbehörden ein weit gedehnterer geworden und sie sind jetzt viel eher im Ston-t- berechtigten Beschwerden abzuhelfen. Den guten Willen d-tz8 baben sie bereits bekundet, und da von höchster deutscher Si�' der Wunsch nach baldigster Verständigung mit dem Nachbi». volke so vernehmlich ausgesprochen worden, steht zu hoffen, b'* die Differenzen, ohne allzu große Aufregungen, sammt den deutscher Seite angebahnten„Repressalien", die eine verdo»' tige Aehnlichkeit mit der von Frankreich vor 53 Jahren � Schweiz zugedachten Züchtigung besitzen, recht bald verschwundt° sein werden. puHfUriic Mcborstlkxk Macht und Recht. Buckle nennt an einer Stelle d» Literatur die Waffenkammer, in der die Waffen des mens«' lichen Geistes niedergelegt werden. Ein Stück aus dieser Ruß' kammer wollen wir den Lesern heute vorführen, fteilich ni« passend für den leichten Kampf, aber geeignet für den groM Sturmangriff, geschaffen Mauern zu brechen und Fnndamcn> zu erschüttern. Das Werk, das wir im Auge haben, ist Jhcring, ehemals Univcrsitätsprofessor in Wien, jetzt in Gießt»' und fuhrt den Titel:„Der Zweck im Recht." In seiner®c' sammtheit ist es nur fiir Juristen geschrieben; es enthält f viel Bcziehnngen auf das römische Recht, um nicht dem Lai» Vieles dunkel zu lassen. Doch gerade in den wefentlicht» Punkten hat der Verfasser die römisch-rechtlichen Anknüpfung� vunkte in den Hintergrund treten lassen und ist b? durch in seinen Untersuchungen, die uns vornehm� interessiren, über das Wesen des Rechts, über die Ausgabt» des Staates und über den Rechtsgrund des EigEZ thumS auch einem weiteren Publikum leicht vcrständü«- Die Gedanken des großen Juristen über die erste dies» die IUts Kunst nnst UesteN Gin förmlicher Aufruhr infolge einer HochzeitSfe'tj hat am Montag in Brüssel stattgefunden. Die„Voss. Z'ft berichtet darüber: Auf der Brüsseler Grande Place, dem Ro'v hausplatze, spielte sich Montag Mittag ein noch nicht d»' gewesener Auftritt ab. An tausend Personen, meist Frau»'' hatten sich daselbst versammelt und machten ihrer Erreg»»» durch Schreien und Toben Luft. Im Hochzeitssaale b, Brüsseler Stadthauses sollte nämlich ein Fischhändler Consta» mit einer„Dame der Fischhalle" standesamtlich gctro»' werden. Constant hatte aber mit einer anderen Fissv Verkäuferin ein langjähriges Verhältniß gehabt und d>» selbe treulos verlassen. So hatten sich alle„Damen b» Halle" vor dem Rathhause versammelt: zahlreiche Möii»% hatten sich ihnen angeschlossen. Diese Menschenmasse theuss sich in Anhänger des Fischhändlers und seiner Braut und i» Freunde der Verlassenen. Endlich gegen Mittag fuhren b« fünf Hochzeitswagen vor dem Ratyhause vor, in demselbt» Augenblicke erhob sich Ohren betäubendes Zischen, Pseifeß Schreien und dazwischen Rufe:„Bravo Constant!" Als d»* Brautpaar auf der Treppe erschien, flog ein Hagel gelb» Blumen auf dasselbe los, und eine Fluth von wenig pari»' mentarischen Schimpfwörtern ergoß sich, aber das junge P»» wankte nicht, unter donnernden Hochrufen seiner Getreuen M es zum Vermählungssaale hinaus und grüßte unentweß' die rings herum Tobenden. Nachdem der Hochzeitsz»- entschwunden, stürzte die ganze Gesellschaft nach"» EgiUe de la Chapelle, in welcher die kirchliche Trauung stau.' finden sollte. In wenigen Augenblicken war die Kirche gefijP l Freunde und Feinde harrten der Ankunft des Zuges.™»! Veranlassung der Geistlichen erschienen Polizeibcamte, um' der Kirche einen Gang für die Hochzeitsgäste ftei zu halt»'' Endlich»rschien der Hochzeitszug: Die Damen der Ha� warfen demselben Schimpfteden zu. Nach Beendigung Feier kam es vor der Kirche zu den schlimmsten Äuftritte»' Freunde und Feinde lagen sich in den Haaren; der La»» wurde immer größer, bis die Kutscher kurz entschlossen aus»' Tobenden und die Pferde einHieben und mit ihren Fahrgäste davonjagten. Ueber eiue Wichtige Kohlenbohrung bei Gleiwii wird dem„Oberschlesischen Wand." berichtet: Am vorigt Sonnabend wurde das fiskalische Bohrloch bei Nieborowitz on» lich in der Teufe von rund 500 Meter fündig. Die Mächte daha> ite Wahl- lich w"! n brecht i Gesch" -legt deutend« >aS zwei- .schweb lerschoni? itnlniB J8 zu gebe«. äugen Z» -langte« a Grenz« % 3% »chen se« die unf oclcht dt legelna- �MitB : mit tWJ ort crkla-, kreich«� onsbeilv rnd et« ' entb°� r ere M an eine« en Gant rung Cf n Spc� hluß w-l und dn zrundv� zei war« inesweß' t"(% AufnA? Fragen, und zwar mit dessen eigenen Worten, wollen w heute den Lesern unterbreiten.„Die Gewalt, wenn sie ssch Einsicht und Selbstübenvindung paart, gebiert das Recht. Recht, als Resultat des Kampses der Interessen, i,t� die Lr. des bellum omnium contra omnes(ftnCg aller gegen' mmsn« ssrt wsag des Rechts aus der Mach, des Starkeren, der eme andere Der üüo-i,. �"• s#s@ verschieden, sondern hia'.'r"", i"""«1" aar eine Erscheinungsform derselben, die m.ichslmrte Gewalt im Gegensatz zur wilden, rohen, regellosen d- ru'"ltht also das Recht herrscht an Stelle u. Gewalt, sonderndieGewaltselberherrscht fi. i's" d überall, sie nimmt den Thron ein, je dat das Schwert in Händen und das Recht dient dm e wie der Kompaß dem Steuermann. Aber wie nicht l,., wwvaß, sondeni der Steuermann am Ruder sitzt, ebenso fiöniv. Recht, sondern die Gewalt das Steuerruder in out«.™?5'.e wird aus der Gewalt das Recht? Nicht ein dun* iT1'!lt es, der plötzlich zur Herrschaft kommt. Stets qW«vtt e'ßene Jntereise geleitet, der hartherzigste Egoist, Srbns on Erfahrung reihend, sammelt sie sich einen über d Lebensregeln, die alle darauf hinausgehen, ihn an. rechten Weg, den er einzuschlagen hat, um von seiner Tbenr! k größten Nutzen zu ziehen, zu belehren. Diese Re*t � rechten Weges, des Richtsteigs der Gewalt, ist das scklnn.Dos Rech) ist demnach nichts Anderes, als der Nieder- der Lrv.�Lwng in Bezug auf die richtige Verwendung uerstZS�� Das Recht ist die Politik der Gewalt, aber wohl etiu' u-rst V—" �uu avewi in uie PVIIIII uet vjieiuuii, auei luuyi Ga«t fn«l? w-'"'4t die Politik des einzelnen konkreten Falles, " 4e Politik des Einsichtigen, Weilsichligen, welcher sich vnseH rst, daß der niedere oder vorübergehende Vortheil ge- 'werden muß, um den höheren, dauernden zu erreichen." (er«.«sst'iöse presse. Von dem heutigen Zustande un- sebr„'niwsen Presse wird in einem Blatt, das den Rummel nii*t ftnnt, ein Bild entworfen, das alles andere, nur vs?,i.!4weichelhaft ist. Die„Hamburger Nachr." sagen:„Eine bpnn, � Vertretung der Regierung in der Presse gab es auch, Pn-üm r ��tge Vielgestaltigkeit und Unsicherheit des offiziösen b« m t?8 auskam. Wir haben noch immer einen Direktor s'�retzbureaus— die Stelle, von welcher früher die ge- kann Leitung des offiziösen Preßdienstes ausging: heute le..� wan jedoch getrost behaupten, daß vielleicht Niemand lebestLn-'L'Hn zu schaffen hat, als der bezeichnete Herr; Fauit �4e Ressort treibt offiziöse Preßmache auf eigene cker manchen derselben jeder vortragende Rath, wel- eben st. � Höherem berufen fühlt. Die offiziöse Presse hat sie b«, a1"18 4rc Aufgabe vollständig gewechselt: früher hatte vertst-Ist"weck, die Politik der Regierung vor dem Lande zu i" diesem Zwecke sie so darzustellen, wie die Re- der snLi aufgefaßt zu sehen wünschte; jetzt wird mit Hilfe lia-n m„ Diplomatie— in der inneren, wie in der auswär- der««.~ gelrieben, eine Methode, welche bedingt, daß Zweck offiziöse Artikel sehr häufig einen ganz anderen wieder? der unbefangene Leser annehmen muß. Hin und nami>ntr-xm damit die beabsichtigte Wirkung erzielt werden; länoere Ä �"0 dies früher der Fall gewesen sein. Durch die seine i,n>ri�°"dung dieses Systems aber und namentlich durch sende SkenN- Z�iirtere Ausgestaltung ist eine beständig wach- Voraänn-». des Publikums hervorgerufen worden, die nach H wie den jüngsten sich zu absoluter und keineswegs eil steigern muß." Man kann bei an das betrübte Lied denken:„Ach der sein getreu ge- euer veit a«' Stando g'Ä Nachb< verdach ihren d« hwundc» cklk. Stelle dl- ai fibamcr'1 , ist f i Gieße"' iner athält p cm La««" sentlichf? du(ielier■�rilcn u» im» ucuuuu. tnu uvoivu. Leiter des Ä"!"' Also Herr Konstantin Rößler. Der fiuitrmst"iziosen Bureaus, soll schuld an allem wie er.st, ist völlig photographisch N°" «U» •a pä der StmW ai,3et[Q0tcn Sozialisten findet Ende Oktober Tack?«- wer des kgl. Landgerichts statt und wird 5... die lklst Ai>spruch nehmen." Uns erscheint, bemerkt hierzu ����r�Pr/� diese Nachricht unglaubhast, schon deshalb, vor 5 bis zeitsfti-! :s nicht d"' Frou� Zrreg»Z mle dck Eonsta" '4 men d« a emselbf 1% lentweS izeitszu« m mg K » ÄlS Glei«'d vorigst Nachts her 4 vom Suennondt'schen Komplexe, indem daSernzigebw- MUMMS Be�sjI�der. seit diesem Frühjahr abspan "...mstiis x'".. u. abspann, ist also der welch-, i. ols einziger Sieger hervorgegangen.— Das Areal, "och in, n,??�kfiskus durch seine bereits fundigen, sowie die % an». ,• Abbohten begriffenen Bohrlöcher deckt, mißt über e jwa'.Grubenfelber und dürfte, falls sich das Kohlen- wirklich so weit erstreckt, wie man anzunehmen Ursache M�werfmng des ganzen freien Feldes wohl auf über ..?1?olfelder( 218 Hektar) gebracht werden. Was urrikV lsUing anbetrifft, so wäre dies unseres Wissens e,n-. �Kohlengruben kompler Deutschlands, welcher sich n,r Hand befindet. Auch Oesterreich, Frankreich wenden rötet! weisen keinen sich in einer Hand befin- "sdestni?� omplex von nur annähemd gleich großer sienen% 9 auf. Was die Mächtigkeit der Flötze in diesem ,.?riiber enkomplere betrifft, so laßt sich bisher noch wenig -chern n vßwn. Von den bisher fündig geivordenen Bohr- orten m.4 nur schwache, kaum bauwürdige Flötze durch- Floh knnU s das Schönwalder Bohrloch hat ein bauwürdiges lassen.'tahrt. Es darf aber dabei nirhf oufeer Betracbt ae- Ä Per in und Es darf aber dabei nicht außer Betracht ge- "MCn Ynn L----; UVVL UUVCl IllUfl wwQVt vort Bestimmten und forderte sie auf, sich auf die Pol' begeben, um von dort die Reise anzutreten. In jener nung waren aber auch andere 40 wegen politischer U"1, nach Sibirien Deportirtc versammelt, und diese erklärten, würden von ihren Lcidengefährten nicht lassen? Gewalt eventuell mit Gewalt zurückweisen. Der*!- lizei- Inspektor Olesow entfernte sich hierauf. kam der Polizeimeister Suchaczow persönlich, in gleitung mehrerer Soldaten, und als auch er nichts ausriß konnte, ließ er die Soldaten das Haus besetzen. Die Jpk; tirten setzten sich zur Wehr und gaben Revolverschüssc� worauf die Soldaten mit Suchaczow die Flucht ergriffen.% eilte der Vizegouverneur Ostaszkin selbst mit 50 Soldaten| bei. Als auch jetzt die Deportirten sich weigerten, die W» auszuliefern, wurden sie von den Soldaten umzingelt und � gegriffen. Es entspann sich ein kurzer, aber blutiger% Beiderseits fielen Gewehr- und Revoloerschüsse, und ein � der Soldaten ging mit gefälltem Bajonett vor. Die griffenen vertheidigten sich muthig und gaben erst den% aus, als ihnen die Munition ausging. Auf dem Kampsfl? blieben todt: ein Polizeimann und die Deportirten Podbu� Pick, dessen Braut Gurewicza, welche von der Soldateska den Bajonetten aufgespießt wurde; femer Nikitin, Szur Muchanow. Verwundet wurden und zwar schwer: der Ä gouvemeur Ostaszkin, der Offizier Kzramsin und zwei baten. Von den Deportirten wurden 8 schwer und 4 mundet. Die übrigen wurden ins Gefängnist gebracht, tva" die schwersten Strafen harren. Theater. Mittwoch, den 17. Juli. Kheater. Silvana. Friedrich- Ntithelmstiidtisches Theater. Orpheus. Midtoria-Theater. Die Kinder des Kapitän Ärant. SAeatliaare-Theater. Gefährliche Mädchen. te»d-UH»ater. Spezialitäten- Vorstellung. ��»«�Vassag- 1 Tr. 9 M.— 10 A. ** Ajf-y Kaiser-Panorama. Igfigf Diese Wocke: Unter- Italien. Neapel mit »iSrÄto-w»« 188». Keife Kr. Mas. Schiff Hertha. Tme Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. S?"»tKS; Zm i WliWehliU der Aönigl. vom Ä3. Inli bis 10. Angnst Haupttreffer 600000 Hl. 2 ä 300000 etc. etc. empffehlt Loose«nd Anthelle billigst.[711 Ii. afrfienficim.�Ä»1.7'' Möbel, eigen. Fabrik. Sp'ßgel n. Poisterwaarßß Gr. Lager, bill. Preise! Emil Heyn, Brunnenstr. 28, Hof part. Theilz. nach Uebercinkunft Am KSnigsthor. 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Allen Freunden und Bekannten zur gefälligen Kenntnißnahme, daß wir SebastEanstrasse Nr. 72, Hof 3 Tf eine Buchdruckerei errichtet haben und bitten, uns bei Vergebung von Druckaufträgen gütigst berücksichtigen zu 736 V Maurer. Wilhelm Werner. C. Dimmich» Kor Äär'Neiie Welt. Heute, Mittwoch, von 4 Uhr ab: IHilitär-Ocncert. GvoFeS Fest. Puppentheater. Bonbonregen. Fest- und Fackelzug. Kinderspiele. Gratis-MliOllg: 1. GeMn: Tin lebender Ziegenbock mit Wngen. Austrete« der Fifchmenfchen. Keilknnftler Dlondin. Kl. Mist Melda. Towers Pantomime. stZrbr. Lockfort. Dinns-Trnppe. WM- Kaffeeküche von 3 Uhr geöffnet. Tanz-Kränzchen."MSS Gutree fiir Erwachsene 15 Pfg., Kinder 10 Pfg., wofür jedes Kind eine Mütze und ein Geschenk erhält. Norläufige Anzeige: Donnerstag, den 18. Inli: Knust-«nd Masten-Fenerwerk TsMliitmkrtiWer Wlltmiil für den erßcil Berliutt RnÄtiMchlkM Am Mittwoch, den 17. Juli, Abends 8� Uhr, im Lokale des Herrn Jord� Neue Grünstr. 28 i Grosse Versammlung« Tages-Ordnung: Sattler!!! 519 Der unentgeltliche Arbeitsnachweis des Vereins der Sattler und Fachgenossen befindet sich Dresdenerstr. 116, W e n d t' s Restaurant. Deutscher Kchneiderverbap� Donnerstag, den 18. Juli, Abends 8 im„Viktoria-Restaurant", Münzftr. U'. Mitglied er- U er sa mml«� Tagesordnung: Wichtige VereinSangelc�. heilen. Aufnahme neuer Mitglieder. Verantwortlicher Redakteur: K. Eronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SW.. Beuthstraßc 2. Hierzu eine Keilas� vorla! inbetwjj 'ret, W ■S% c hoffe, � igen--1 Beilage zum Berliner Bolksblatt. Ar. 164. Mittwoch, den 17. lull 1889. 6. Jahrg. F Lsttsles. _.Au« Paris erhalten wir nnter dem 14. folgende» �»iterru Kerichi: _ Bum! Bum! Bum! Trätetäh! Trätetäh! und so weiter und so weiter. Und das um V ober 7 Uhr Morgens. Man «. N* wirklich glauben, unter Wilden zu sein. Bum! «um. Trätetäh! Trätetäh! Kanonen. Trompeten und kurze M»nge. nervöse, hastige Melodien. Echt französisch. Mit imqen Melodien, scherzend, lachend, tanzend, stürmend nahmen d'e Wer vor 100 Jahren die Bastille. s �esi des 14. Juli— das große Nationalfest der v regnet und stürmt— aber die Wolken siud zerrissen— ottgen wird nicht lang dauern.— sm,!Äte Morgen um 1 Uhr gwg der Spektakel schon los. Wx i�Jte und sang in den Straßen, und trieb aller- «.üü �otria. Wie man die Allotria in Frankreich treibt: herzend, lachend, tanzend— mit Geschmack. An 5—6 verschiedenen Stellen wurde auf den Straßen, hrut Morgen passirten, mit einer geräuschvollen aber rxl f Heiterkeit getanzt, welche deutschen Polizeidienern eine dnwacht verursacht hätte. Und dazwischen KarousselZ, Feuer- Konzerte mit Ziehharmonikas.-- k„x l war heut Morgen um 1 Uhr und heut Morgen um Uhr war Paris schon wieder auf den Beinen— ?''CÜ und gespornt, mit riesiger Lebenskraft, sich wieder ?wusiren und— die Revolution zu feiern— um' Trätetäh! Da kommen die Schüler- « e!- ist inzwischen 19 Uhr geworden. Leider bin ich durch b,i.?'�stere Pflichten abgerufen. Aber ich werde Gelegen- haben, noch Vieles zu sehen.—* _ 2 Uhr Nachmittags. z»_ Zoeule Vormittag konstituirte sich der internationale /i erkongreß. Die Zahl der„fremden" Delegirten sich auf mmdestens 120— und die Zahl der franzöfi- elegirten ist ungefähr ebenso groß. Das Lokal reicht .®'e Stimmung ist wunderbar begeistert. Der Ge- —'Zternationalen Verbniderung beherrscht Alles. n...~~ Wir sind auf j dem Wege nach Longchamps— zur eini.u e'Jv®? evue. Ueberall die Trikolore: blau-weiß-roth— % y"e Jahnen und Flaggenbündel; blau-weiß-rothe Fähnchen Händen der Kinder. Auch viele blau- weiß- röche — untermischt mit blaurochen. Blauroth ist die In, a 4??uten Stadt Paris, und es hat seinerzeit, mit dem die 2.4 sauberen) weiß der Bourbonen die Trikolore gebildet, holt, n � Manchen nicht mehr recht sauber erscheint, wes- * dw Stadtfarben vorziehen. Rnh-v8 1 Wetter hat sich gebessert, die Eisenbahn ist gefüllt; wir der?5 r c""4 Platz auf dem Deck eines Wagens. Ha! Dort wnui'UeltHurm. Und etwas weiter ein gewaltiger, unheimlich viel-n�.Hügel! Wahrhaftig, er ist'S, der alte Gesell, der unserer deutschen Soldatm in ihrer Jugend schon Kopf- ihr«, o verursachte— freilich auch Tausende für immer von iog°dsschmerzen befreit hat: den Moni Valerien. Er nicht �wichen weit stärker geworden sein. Hoffmtlich kommt'S .w. Probe. In s„,.."hr- Auf Longchamps. Die Revue geht vor sich. ZI« � Kavallerie, Artillerie— Polytechnische Schule— dieiWk Wuth auf alles, was zum Nachtheil des Arbeiters Z��eutet werben kann, so erlebt man eben solche bösm Ky. Kontrole der Fahrgaste auf der Ktadlbastn ist vnd l�hr einfache, aber trotz alledem eine durchgreifende Pq.»�sver Zugleich eine sehr einseitige, und die Fahrgäste thun tu»fr schneller Abfertigung an den Schaltem genau darauf lo,!, chlen, daß sie für ihr Geld auch die richtigen Billets be- Fei.A�.' svas bei der Schnelligkeit der Abfertigung, bei der iftitthÜ.. her Schrift auf den Fahrkarten und bei den nicht "ick« r'eicht verständlichm Buchstabenzeichen anf dmselben der stanz leicht ist. Am Sonnabend löste ein Herr aus erli-i.'Q''on Bellevue zwei Billets nach Jannowitzbrücke und ?Nf daS gezahlte Mark�'"� Nn SUfcnnini. nnn der �vlterdame mit den Billets L Markstück 60 Pfennige von der illets zurück. Ohne die Billets "vf d->,. betrachtm, eilte der Herr mit seiner Begleiterin �schnitt?.. Perron, an dessen Eingange die Billets ein- 1"x' iq. werden. Im Begriffe, nachzusehen, ob er 5® zum Schlesischen Bahnhos für de» gezahlten Preis könne, mtdeckt er, daß er zwei Billets bis„Börse" näher «Nif «est also für 10 Pfennig pro Stück empfangen hat. Mehrere Zeugen erinnertm sich, daß der Betreffmde für die beiden Billets 40 Pf. bezahlt hatte, auch die Schalterdame gab sofort die Möglichkeit eines von ihr begangenen Jrrthums zu und bändigte zwei der gewünschten und bezahlten Billets aus. Be- denken dagegen hatte der Beamte am Perroneingange, welcher erklärte, eigentlich Niemanden ohne Abgabe der Billets heraus- lassen zu können. Noch unangenehmer hätte aber die Sache werden können, wenn der Inhaber dieselben gar nicht genauer beachtet hätte und bis zu dem beabsichtigten Ziele gefahren wäre. Dort wäre er, wie mit einiger Sicherheit anzunehmen ist, beim Verlassen des Perrons von dem Kontrolbeamten an- gehalten worden und hätte wahrscheinlich die übliche Strafe für die Benutzung eines Zuges ohne Billet für sich und seine Frau zu bezahlen gehabt. Man wird also jedesmal gut thun, sich bei Fahrten auf der Stadtbahn davon zu überzeugen, ob man auch das richtige Billet erhalten hat. Eine deutlichere Auf- schrift auf den Billets würde diese Nothwendigkeit in den dunklen Gängen vieler Bahnhöfe wesentlich erleichtern. Uo« einem Küsten, dem es beinahe geschehen wäre, aus Versehen ausgewiesen zu werden, erzählt ein Berichterstatter. Der zu Studienzwecken sich hier aufhaltende junge Mann, dem die Anfangsgründe der deutschen Sprache noch viele Schwierig- keilen machten, erhielt eines Tages einen Ausweisungsbefehl. Aus den Rath eines Freundes suchte der Russe eine Audienz bei dem Vorstande der zuständigen Abtheilung des Polizei- präsididiums nach und hier wurde ihm nun zu seinem großen Erstaunen eröffnet, daß er sich durch öffentliche, aufreizende Vorträge in Spandau unbequem gemacht habe und dieserhalb seine Ausweisung verfügt worden sei. Der junge Russe ver- mochte glücklicher Weise sowohl sein Alibi nachzuweisen, wie auch die Unmöglichkeit für ihn, vor einem deutschen Audi- torium Reden zu halten, und es gelang ihm hierdurch in letzter Stunde, den Ausweisungsbefehl rückgängig zu machen. Allem Anschein nach war er das Opfer einer Verwechselung geworden. Anläßlich eine« vorgekommenen Sireilfalle» bat die kaiserliche Oberpostdirektion bezüglich der Frankirung der Postanweisungen eine Entscheidung gefällt, welche im all- gemeinen geschäftlichen Interesse in weiteren Kreisen bekannt zu werden verdient. Ein Kaufmann in Wittstock wollte, so berichtet die„Prign. Ztg.", vor einigen Wochen mehrere Post- anweisungen auf Dem dortigen Postamt aufgeben. Wie das nun in Der Geschäftswelt üblich ist, hatte der Herr Post- anweisunasfomiulare benutzt, auf denen die Frankatur nicht aufgedruckt war. Der betreffende Kaufmann legte nun das zur Frankirung der Postanweisungen bestimmte Geld dem an Schalter Dienst thuenden Beamten hin mit der Bitte, die Freimarken aufzukleben; indessen der Be- amte erklärte, nicht verpflichtet»u sein zum Aufkleben der Marken, das müsse der Absender selbst thun. Dieselbe Behaup- tuug stellte auch der infolge des Streites hinzugekommene Post- amtSvorsteher auf. Der Kaufmann, der die Weigerung der Beamten für unberechtigt hielt, wendete sich Beschwerde füh- rend an die Oberpostdirektion in Potsdam und erhielt darauf von dieser die nachstehende, vom 10. Juli d. I. datirte Ant- wort:„Euer Wohlgeboren erwiedere ich auf die Eingabe vom 5., im Anschluß an meine vorläufige Benachrichtigung vom 6. d. M., ergebenst, daß Postanweisungen zwar fiankirt einge- liefert werden müssen, die Absender indessen nicht gehalten sind, die Anweisungen mit Freimarken zu bekleben. Das kaiserliche Postamt daselbst ist mit entsprechender Weisung versehen wor- den. Die kaiserliche Ober-Postdirektion. In Vertretung sgez.s Blindow." Dum Käckerstrelk meldet ein Reporter, daß gestern eine Anzahl Bäckergesellen aus Wien eingetroffen seien, die in den feineren Bäckereien Arbeit genommen haben. Ein derartiges unsolidarisches und unkollegialischeS Vorgehen würde die schärfste Rüge verdienen. Auch ein Zeichen der Zeil! Seit mehreren Wochen klagen, wie eine Lokalkorrespondenz berichtet, die Pferdeschlächter über großen Mangel an„Schlachtrossen". Dieser Mangel hat sich seit Jahren noch nicht so auffällig gezeigt, wie gerade jetzt. Im Durchschnitt wurden unter gewöhnlichen Verhältnissen täglich etwa 30 Pferde im Zentral-Schlachthause geschlachtet; diese Zahl ist aber jetzt auf fiinf bis zehn Stück täglich gesunken. Die Nachfrage nach Schlachtpferden ist infolge dessen lehr groß und um so größer, als der Preis des Rindfleisches so erheblich gestiegen ist, daß die Beschaffung desselben den ärmeren Klassen immer schwerer wird. An der Leipziger- und Friedrichftraßen-Gcke hatte am Montag Vormittag eine Anzahl von etwa acht bis zehn jungen Leuten in Begleitung eines älteren Herrn sich aufgestellt. Nach den Kopsbedeckungen der jungen Leute konnte man annehmen, daß diese Schüler einer höheren Lehranstalt waren. Der kleine Trupp ging langsam die Leipzigerstraße entlang und setzte die Vorübergehenden nicht wenig in Erftannen, als die sämmtlichen jungen Leute, der ältere Herr voran, im vollen Lause einen schnell vorüber fahrenden Pserdebahnwagen nach- eilten, sich an dem Hinterperron desselben festhielten und nun die verzweifeltsten, aber vergeblichen Anstrengungen machten, den Wagen zu besteigen. Ehe der Kondukteur das Bedenk- liche der Situation bemerkte und den Wagen zum Halten bringen konnte, lagen mehrere der jungen Leute bereits am Boden, schienen jeboch nicht erheblich beschädigt zu sein, denn als der Wagen hielt, stiegen sie sämmtlich ein. Nun aber, nachdem sich Der Wagen wieder in Bewegung gesetzt hatte, er- gab sich, daß die jungen Leute mit ihrem Fuhrer einen unrichtigen Wagen bestiegen hatten und, als ihnen dies klar ge- macht wurde, sofort daran gehen wollten, den Wagen während der Fahrt zu verlassen, wovon sie nur mit Mühe abzuhalten waren. Die Insassen des Wagens waren allem Anschein nach über die Waghalsigkeit der jungen Provinzialen mehr aufgeregt als diese selbst. Immerhin dürfte für Benutzung der Pferde- bahn den damit nicht betrauten Leuten aus der Provinz Vor- sicht anzuempfehlen sein. Der„Mollnskenkänlg". Durch die Berliner Kliniken macht gegenwärtig ein Mann, Schneider seines Zeichens, die Runde, der sich überall, wohin er kommt, mit gewichtiger Miene und ernstem Tone als der„Molluskenkönig" vorstellt. In der That trägt der Mann eine medizinische Kuriosität an sich, die, wie der„Berl. Ztg." geschrieben wird, schon das Aufheben ver- dient, das er davon macht. Fast an seinem ganzen Körper, auf Brust und Rücken, an Annen und Beinen, trägt er einige hundert Geschwülste von der Größe einer Erbse bis zu der eines Apfels, die in der Haut sitzen, zum Theil auch wegen ihrer Schwere an derselben herabhängen. Einem zartbesaiteten Gemüth vermag der Anblick dieses Mannes schon einen Schreck einzujagen, und eine ästhetisch veranlagte Natur wird sich gewiß erschreckt von ihm wenden. Der Träger dieser Sonder- heit selbst aber ist weit davon entfernt, sich darüber unglücklich zu fühlen, sondern er trägt sie stolz zur Schau. Die arztliche Diagnose seiner Mißbildungen lautet„Fibroma molluscum", und ob er nun durch diese Bezeichnung sich veranlaßt gefühlt hat, sich„Molluskenkönig" zu nennen, oder ob er selbst die Äehnlichkeit seiner Geschwülste mit Mollusken herausgefunden hat, verräth er nicht. Im Interesse der Wissenschaft(!) und — für Geld und gute Worte hat er sich eine seiner Geschwülste — man hat natürlich nicht die kleinste gewählt, herausschneiden lassen, und als medizinisches Kuriosum ist er denn auch nicht dem Schicksal entgange», der Gegenstand einer Doktorarbeit zu werden. Gl« Uhrenfchwlndler flüchttg. Der wegen Betruges vorbestrafte Kaufmann Emil Borndt, bisher Krausenstr. 6/7 wohnhaft, hat seit dem 9. d. M. Berlin verlassen. Derselbe pflegte aus verschiedenen hiesigen Uhrengeschäften goldene Herren- und Damenuhren bezw. Ketten unter dem Vorgeben zu entnehmen, dieselben zu verkaufen. In mehreren Fällen gab er an, bereits Käufer zu haben, in anderen wieder suchte er die Verkäufer durch einige Ratenzahlungen sicher zu machen. Die meisten der ihm zum„Kommissionsverkauf" gegebenen Werthsachen hat der Schwindler indeß bei einem in der Oranien- straße wohnhaften Pfandleiher versetzt und den Erlös zum großen Theil im eigenen Interesse verwendet. In diesem Geschäft sind allein neun goldene Uhren und sieben goldene Ketten von der Kriminalpolizei mit Beschlag belegt worden; einige Uhren und Pfandscheine wurden noch in der Wohnung des Flücht- lings vorgefunden. Die Firma I. u. F. ist um ca. 300 M., Kaufmann H. um ca. 400 M., Uhrenhändler M. um circa 200 M. u. t. f. geschädigt worden. Allem Anschein nach hatten mehrere der Geschädigten Anzeige zu erstatten bisher unter- lassen. Borndt, welcher nach angestellten Ermittelungen die Absicht zu haben scheint, Europa zu verlassen, ist 29 Jahre alt, 1,70 Meter groß, dunkelblond, tragt dunklen Schnurrbart und hat große und tiefliegende Äugen; seine Gestalt wird als „schlank und schmächtig", seine Gesichtsfarbe als„bleich und fahl" beschrieben. Zu de« Im Orunemald 1« leßlerer Zell gefundenen, noch nicht rekognoSzirten Leichen gehört diejenige eines Selbst- mörderS, der am 25. Juni im 128. Jagen des Forstreviers er- hängt aufgefunden wurde. Der Verstorbene war etwa 48 Jahre alt und wohlbeleibt. Derselbe gehörte anscheinend dem Hand- werkerstande an. Bekleidet war der Verstorbene u. a. mit einem schwarzen Kanrelottejacket, eben solcher Tuchweste, schwarz und grau melirten Beinkleidern, �welche bereits defekt waren, und Zuastiefeln. Ein schwarzer runder Filzhut wurde neben der Leiche gefunden. Außerdem wurden bei der Leiche ge- fimden ein Taschenkamm, ein Brotmesser und ein rothes Taschen- tuch mit Hellem rochen Muster. Wer über die Persönlichkeit des Verstorbenen Auskunft zu ertheilen vermag, wird ersucht, dem Amtsvorstand im ForsthauS Grunewald bei Zehlendorf Mittheilung zugehen zu lassen. KoolsunfaU auf dem Müggelsee. Sonntag gegen Abend, als der Regen etwas nachgelassen hatte, unternahmen vier junge Damen, von denen die eine eine sehr bekannte und beliebte Sängerin ist, die beiden anderen die Töchter eines Brauerei-Direktors sind, und die vierte die 18 jährige Tochter des Professors F. ist, eine Spazierfahrt auf dem Mügelsee. Die Sängerin ließ zum Ergötzen der an dem Ufer stehenden Menge ein schönes Lied erschallen, als plötzlich das kleine Fahr- zeug mit einem großen Kahn zusammenstieß. In einem Nu verstummte der Gesang und die vier Damen verschwanden zum Entsetzen der Menge im See. Dem Besitzer jenes Kahnes, der sich sofort in das Wasser stürzte, um zu retten, gelang es, zwei der Damen über Wasser zu halten, bis Hilfe kam, wahrend die beiden anderen erst nach großen Mühen bereits bewußtlos auf- gefunden wurden. Ein zufällig in der Nähe weilender Arzt brachte die erforderliche Hilfe, so daß sich die Damen sehr bald wieder erholten. Die Mutter der einen jungen Dame, der ein Unberufener die Nachricht nach der Villa brachte, ihre Tochter sei ertrunken, wurde derart erregt, daß sie jetzt schwer krank darniederliegt. Auf der Karromer Fähre, welche bekanntlich die Ver- bindung des Restaurants„Dr. Faust" mit dem Glienicker User vennittelt, schwebten Sonntag Abend etwa 60 Personen in großer Lebensgefahr. Die Fähre, stark besetzt mit Berliner Ausflüglern, Darunter viele Damen und Kinder, befand sich mitten auf der Havel, als ein großer Elbkahn mit vollen Segeln herannahte. Ein Zusammenstoß schien unvermeidlich. Große Verwirrung entstand auf der Fähre, alles drängte nach der Hinterseite, Kinder und Frauen schrien, nur einige Herren bewahrten ihre Geistesgegenwart, die auch den Fährmann ver- lassen zu haben schien. Sie griffe» energisch in die Kette und ihren vereinte» Bemühungen gelang es, im letzten Moment die Fähre zum Stillstand zu bringen und rückwärts zu dirigircn, eine Arbeit, wobei sich dir Herren die Hände wund gerissen haben. Gleich darauf segelte der Elbkahn vorüber. Selbstmord In einem Sladlbuhnkupee. Gestern Nachniittog 5 Uhr vernahmen die Passagiere eines vom Stadt- bahnhof Börse nach Friedrichstraße fahrenden Zuges eine Deto- nation. Als man am letzteren Bahnhofe den Zug revidirte, fand man in einem Kupee zweiter Klasse die Leiche eines anständig geklei- beten, etwa 40jährigen Mannes, der seinem Leben durch einen Revolverschuß in die rechte Schläfe ein Ende gemacht hatte. In dem Selbstmörder wurde durch einen hier ansässigen Ver- wandten desselben der Kaufmann Hermann Stein aus Stettin ermittelt; aus hinterlassen en Briefschaften ging hervor, daß der- selbe wegen Geldkalamität Hand an sich gelegt hat. Die Leiche wurde nach dem Obduktionshause geschafft. Eine erst» und mlrkllche Slnghalefeugrupp» unter Führung des Kirah von der Insel Ceylon hat für einige Tage ihr Zelt in Weiinann'S Volksgarten auf dem Gr- sundbrunnen aufgeschlagen und erregen die von der Karawane aufgeführten Tänze, namentlich aber die indische Pantomime „Morias", unter den Besuchern des Etablissements solche Sen- sation, daß am vergangenen Sonntag die Vorstellungen acht Mal wiederholt werden mußten. Pollzrlberlchl. Am 15. d. M. Morgens erschoß sich in seiner Wohnung in der Saarbrückerstraße ein Kandidat des höheren Lehramtes.— Als der Arbeiter Stolle Nachmittags an der Ecke der Gips- und Rosenthalerstraße den Vordertheil eines in der Fahrt befindlichm PferdebahnwagenS besteigen wollte, litt er aus und gerieth mit dem linken Fuß unter das Rad, o daß ihm die große Zehe abaequetschl wurde. Er wurde nach em St. Hedwigs-Krankeiihaufe gebracht.— Zu derselben Zeit erschoß sich ein Kaufmann in einem Wagen der Stadtbahn auf der Strecke zwischen den Bahnhöfen„Börse" und„Friedrich- straße".— Abends fiel ein Kellner vor dem Hause Linien- straße 198 in der Trunkenheit zu Boden und erlitt eine an- scheinend schwere Verletzung an der Stirn.— Zu derselben Zeit stürzte ein ebenfalls stark betrunkener Droschkenkutscher an der Ecke der Liesen- und Chausseestraße von seiner Droschke und zog sich hierbei eine so bedeutende Verletzung am Hinter- köpfe zu, daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— Eine Plätterin durchschnitt sich Abends in ihrer Wohnung in der Sarbrückerstraße die Pulsadern an dem linken Vorderarm. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde sie nach dem Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Goviihrs Rettung. Mordprozetz. Die grause That eines 17jährigen Burschen beschäftigte gestern die zweite Strafkammer des Landgerichts l. Aus der Untersuchungshaft wurde der Tischlerlehrlina Otto B r u n o t t e vorgeführt, welcher beschuldigt ist, am Abend des 20. März d. I. seinen Kollegen, den 10jährigen Tischlerlehrling Hermann Skupke durch Erdrosseln ermordet zu haben. Die Leiche wurde zwei Tage später in einer Müllgrube des Hauses Johanniterstr. 8, wenige Schritte von der Tilchlerwerkstatt, in welcher die That begangen war, gefunden und wurde anfänglich ein Selbstmord angenommen. Der Angeklagte würde sich vor dem Schwurgerichte zu verantworten haben, wenn er bereits das achtzehnte Lebensjahr erreicht hätte. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Brause wetter, die Anklagebehörde wird durch Staatsanivalt Ritzel ver- treten, die Vertheidigung liegt in den Händen des Rechts- anwalts W r o n k e r. Der Angeklagte ist ein junger Mensch von kräftigem, untersetztem Körperbau mit vollem, rundem, fast noch kindlichem Gesicht; augenscheinlich leidet er schwer unter dem Drucke des Verbrechens, der auf ihm lastet. Der Präsi- dent ermahnt ihn eindringlichst, in allen Punkten der Wahr- heit die Ehre zu geben und nicht wieder zu leugnen, wie er eS in der Voruntersuchung aethan. Der Angeklagte bekennt sich nach längerem Besinnen für nichtschuldig.— Präs.: Angeklagter, was war Ihr Vater?— A n g e k l.: Siiberarbeiter. — Präs.: Wer war Ihre Mutter?— A n g e k l.: Die habe ich gar nicht gekannt, meine Eltern haben sich schon vor so langer Zeit wieder getrennt.— Präs.: Wo sind Sie erzogen worden?— A n g e k l.: Seit meinem fünften Jahre bei meiner Tante, dann bin ich in eine Er- ziehungsanstalt gekommen, wo ich blieb, bis ich zum Tischler- meister Bormann in die Lehre kam.— Präs.: Wann war dies?— A n g e k l.: Im April 1880.— Präs.: Nach Ihnen sind noch zwei Lehrlinge eingestellt worden, Namens Beier und Skupke, wann ist Skupke eingetreten?— A n g e k l.: Im April 1888.— V o r s.: Skupke soll ein stiller, schwächlicher Mensch gewesen sein.— Angekl.: Ja.— Präs.: Sie sollen ihn häufig mißhandelt haben, Skupke hat häufig seiner Mutter ge- sagt, er wolle gerne Tischler werden, wenn Sie ihn nur nicht so schlecht behandeln möchten. Haben Sie ihn häufig geprügelt? — Angekl.: Gezankt haben wir uns häufig, geschlagen habe ich ihn nur einmal, am 20. März.— Präs.: Warum?— Angekl.: Skupke war zu seiner Mutter gelaufen und hatte dem Meister gesagt, ich hätte ihm den Rath gegeben, aus der Lehre zu laufen.— Präs.: Wann schlugen Sie ihn?— Angekl.: Es war in der Mittagsstunde, als wir allein waren. Ich gab ihm blos eine Ohrfeige.— Präs.: Haben Sie dann Nach- mittags wieder zusammen gearbeitet?— A n g e k l.: Ja, bis 7 Uhr.— Präs.: Dann war Feierabend, die Gesellen gingen fort und Sie und Skupke hatten die Werkstatt aufzuräumen. Um 7s Uhr kam der Meister nach der Werkstatt und sagte, daß er noch einen Gang fortgehen müsse, Skupke solle inzwischen einige Flaschen Bier jchm Abendbrot holen. Skupke that dies und kehrte nach der Werkstätte zurück. Was geschah nun?— Angeklagter schweigt.— Präs.: Wollen Sie nicht ein Ge- ständniß ablegen?- Der Angeklagte schweigt trotz aller Vor- Haltungen und Ermahnungen.— Präs.: Ich will Ihnen sagen, Angeklagter, was sich ereignete. Sie haben den Skupke geprügelt und am Halse gewürgt, bis er ohnmächtig wurde und neben einer Hobelbank zu Boden sank. Dann haben Sie sich einen Gurt geholt, denselben um den Hals des Ohnmächtigen gelegt und eine Schlinge hergestellt, die Sie so lange zugezogen haben, bis Sie sahen, daß Skupke todt war. Dann haben Sie die Leiche nach dem Fenster geschlevpt, haben die Blumen und was sonst vor dem Fenster stand, entfernt, sind selbst durch dasselbe hinausacstiegen und haben die Leiche dann hinausgezogen. Sie haben die Leiche dann in eine Spähne- grübe geworfen, die sich auf dem Hofe befand und mit einer eisernen Platte verdeckt wurde. Angeklagter, so ist das Geständ- niß, daß Sie vor dem Polizeikommissar von Arnould abgelegt haben und wie Sie es auch dem Gesellen Fleischer gegenüber eingeräumt haben.— Angekl.: Gesagt habe ich es, ich wurde aber dazu gezwungen.— Präs.: Wer zwang Sie?— Angeklagter schweigt.— Präs.: Was rst denn wahr an den: Geständniß?— Angekl. Kein Wort davon ist wahr. � P r ä f. So lassen Sie doch diese unglaubliche Verstocktheit fahren. Wollen Sie uns wieder mit dem Märchen kommen, das Sie schon in der Voruntersuchung aufgetischt haben?— Der Angeklagte schweigt beharrlich.— Präs.: Es ist eine solche Verstocktheit mir bei dem ältesten Verbrecher noch nicht vorgekommen. So gehen Sic doch endlich in sich. Hören Sie blos, wie unglaub- lich die Geschichte klingt, die Sie erfunden haben. Sie er- zählen, daß ein langer schwarzer Mann in die Werkstatt ge- kommen ist, gerade als Skupke gesagt hat:„Heute habe ich einige Mark bei mir." Der fremde Mann soll nun sofort über Skupke hergefallen sein, um ihn zwecks Beraubung zu er- drosseln. Sie wollen dabei gestanden und der Mann soll Ihnen einen furchtbaren Eid abgenommen haben, daß Sie unverbrüch- licheS Schweigen bewahren würden. Sehen Sie nicht ein, daß diese Räubergeschichte geradezu lächerlich klingt?— Ist diese Geschichte wahr?— Angekl-: Nein.— Präs.: Warum haben Sie denn gelogen?— Angeklagter schweigt.— Präs.: So gestehen Sie doch endlich die Wahrheit. Haben Sie Skupke geiödtet?— Angeklagter schüttelt mit den, Kopfe. — Präs.: Man sieht ja, wie S,e mit sich kämpfen, so sagen Sie doch endlich die Wahrheit. Haben Sie Skupke an jenem Abend geprügelt?— Angekl.: Nein.— Präs.: Als der Meister zurückkehrte, war Skupke fort, wohin war er gegangen? — Angekl.: Ich weiß es nicht.— Präs.: Angeklagter, sind Sie je in der Kirche gewesen, sind Sie eingesegnet-— Angeklagter: Ja.— Präsident: Als der Meister Sie beauftragte, Skupke zu suchen, erklärten Sie, Sie hätten ihn schon vergeblich gesucht. Sie sind dann mit dem Meister zum Abendessen gegangen und haben sich an- scheinend vergnügt niedergelegt. Haben Sie denn gar kein Ge- wissen?— Angeklagter schweigt.— Präs.: Die Leiche wurde ohne Fußbekleidung in der Grube gesunden, man wußte, daß Skupke Pantinen getragen und hat nach denselben gesucht. Sie erhielten den Auftrag, im Ofen nachzusehen. Sie haben in der Asche mit einem eisernen Haken gesucht und lächelnd erklärt, „es ist nichts drin", dann hat aber einer der Gesellen nach- gesehen und ein Stück Drath zu Tage gefördert, welches zweifcl- los die Ueberbleibsel von verbrannten Pantinen waren. Sie sollen nach Auffindung der Leiche auch vollständig ver- ändert gewesen sein; während Sie bis dahin fleißig waren, haben Sie von jenem Zeitpunkte an nichts mehr gethan. Sie sollen verschiedentlich Redensarten geführt haben, die Sie verdächtig machte». Sie haben geftagt, ob Amerika Verbrecher ausliefere, wie man sich am besten erschießen könne u. s. w. Sie sollen auch eines Mittags, als die Gesellen die Werk- statt verließen, die Äeußerung gethan haben, wenn sie zurück- kämen, würden Sie wohl„baumeln". Zum Kommissar von Arnould haben Sie nach Abgabe bes Geständnisses gesagt, nun würden Sie wohl in's Zuchthaus kommen. Was haben Sie hierauf zu erwidern?— Angekl. Die Ucberreste im Ofen rühren von meinen eigenen Pantinen her, die ich schon im Februar verbrannt habe. Das Geständniß vor der Polizei ist nicht wahr, ich mußte so sagen.— Präs.: Wanim?— Angekl.: Weil der Andere mir. gesagt hat, ich solle ihn nicht verrathen.— Präs.: Der Ändere? Wer ist das?— A n- geklagter schweigt.— Präs.: Wollen Sie eS nicht sagen? — Angekl.: Ich barf nicht.— Präs.: Sie kennen ihn? — Angekl.: Ja.— Präs.(mit eindringlicher, erhobener Stimme): Heißt er nicht Otto Brunotte?— Angekl.: Nein. — Prüf.: So nennen Sie doch den Namen! Stehen Sie zu dem Menschen in irgend welcher Beziehung?— A n g e k l.: aekl. Inge: der einer lesen. Ja.— Präs.: Ist eS ein Verwandter?— An Nein.— Präs.: Hat er Ihnen Geld gegeben?— S (lagt er: Nein. Nachdem die nochmaligen und eindringlichsten Ermahnungen des Präsidenten an der grenzenlosen Verstocktheit des Ange- klagten scheitern, wird das Jnquisitorium mit demselben ge- schlössen und in die Beweisausnahme eingetreten. Erster Zeuge ist der Tischlermeister B o r m a n n. Derselbe bekundet, daß der Angeklagte ihm zu besonderen Klagen keine Veranlassung gegeben habe, wenn derselbe auch mehrfach ein Betragen zeigte, welches man mit einem Berliner Ausdruck als „ruppig" oder„rüdig" zu bezeichnen pflege. Von Mißhand- lungen des Angeklagten gegenüber dem Verstorbenen ist dem Zeugen nichts aufgefallen. An jenem Abende habe er den Angeklagten bei seiner Rückkunft in Werkstatt allein angetroffen. Brunotte habe an Hobelbank gestanden und in einem Kalender ge- Der Zeuge fragte nach Skupke, da sie zusammen Abend- brot essen wollten. Brunotte erklärte, er wisse nicht, wo der- selbe sei, sah dann noch auf dem Abort nach und ging dann anscheinend unbefangen mit ihm zu Tische. Skupke sei ein williger, schwächlicher Bursche gewesen, den er nie hart habe anfahren dürfen. Bei der Anssindung der Leiche habe Bru- notte sich zunächst unauffällig benommen, erst einige Tage später erregte derselbe durch sein verändertes Benehmen Ver- dacht. Tischlergesclle Fleisch er, der nächste Zeuge, war bei Auffindung Oer Leiche zugegen. Er hatte dem Lehrling Beier den Auftrag gegeben, aus der Grube einige Spähne zu holen. Ein mit den Verhältnissen des Hofes unbekannter Kutscher hatte die Spähnegrube für eine Müllgrube gehalten und zu letzterem Zwecke benutzt, ohne von dem übrigen Inhalte etwas zu be- merken. Als Beier den eisernen Deckel aufhob, sah er einen nur mit einem Strumpf bekleideten Fuß aus dem Müll her- vorragen, er eilte zum Zeugen Fleischer zurück und machte von seiner Entdeckung Mittheilung. Der vermißte Skupke wurde in halb sitzender Stellung gefunden, um den Hals einen Hanf- gurt, wie die Tischler ihn zum Tragen schwerer Gegenstände benutzen und der als ein Eigenthum des Meisters Bormann erkannt wurde. Der Gurt war so fest um den Hals zugezogen, daß der herbeigerufene Polizeilicutenant Zaepenick den Knoten nicht mit den Händen zu lösen vermochte. Der Zeuge Fleischer wie auch der Zeuge Dresel, der ebenfalls bei Äormmn arbeitete, erzählen sodann, welche verfängliche Reden der Angeklagte geführt und dadurch den Verdacht der Thäterschaft auf sich gelenkt habe. Dresel er- wähnt noch des verdächtigen UmstandeS, daß der Angeklagte etwa fiinf Tage nach bem Vorfalle sich einige Taschentücher selbst ausgekocht und gewaschen habe. Die Mutter des ver- storbenen Skrupke schildert ihren Sohn als einen stillen, schwächlichen Menschen, der sich wiederholt bitter darüber be- schwerte, daß der Angekl. Brunotte ihm das Leben durch seine Mißhandlungen und sein rohes Betragen so schwer mache. Be- sondere Schwierigkeiten macht die Vernehmung des Lehrlings Beier, weil derselbe geistig von außerordentlicher' Beschränktheit ist. Er kann nur noch angeben, daß Brunotte ihm gegenüber eingestanden hat, die Leiche Skupke'S durch's Fenster geschleppt unb in der Spähnegrube verscharrt zu haben. Ueber die näheren Umstände, welche dem Verberpen der Leiche vorangingen und über welche der Zeuge sich früher im Sinne der Anklage aus- gesprochen hat, will er sich heute nicht mehr äußern können. Da Kommissar v. Arnould sich auf Urlaub befindet, so wird der Wachtmeister vernommen, der bei der entscheidenden Vernehmung des Angeklagten zugegen war. Der Wachtmeister bekundet, daß Brunotte nach langem Kampfe mit sich selbst und augenscheinlich aufs tiefste erschüttert, das Ge- ständniß ablegte:„Ja, ich bin'S gewesen." Er habe zuge- geben, daß er sich mit Skupke gerungen, ihn zu Boden ge- warfen und gewürgt habe, über die Einzelheiten habe er sich indessen nicht auslassen wollen. Dr. Munter hat als erster Sach- verständiger die Leiche zu Gesicht bekommen; ihm ist die eigen- thümliche Stellung ausgefallen, in der sie gefunden wurde. Die beiden übrigen Sachverständigen, Geh. Rath Dr. Wolff und Sanitätsrath Dr. Long, geben ihr Guthaben dahin ab, daß der Tod des Skupke infolge Erdrosselung eingetreten ist und daß ein Selbstmord sehr wenig Wahrscheinlichkeit für sich hat. Hiermit wird die Beweisaufnahme geschlossen und der Vertheidiger erbittet sich eine Pause, um mit bem Angeklagten allein ein Gespräch führen zu können. Nach viertelstündiger Pause wird die Verhandlung wieder aufgenommen. Der Angeklagte, den sein Vertheidiger ins Ge- bet genommen, ist nach dieser Unterredung völlig verändert, er sieht zerknirscht aus und vergießt reichlich Thränen. Er erklärt, nunmehr die Wahrheit gestehen und ein Geständniß ablegen zu wollen. Er wirb, um von den Richtern besser vernehmbar zu sein, aus dem Anklageraum hinaus vor den Zeugentisch ge- führt.„Wir hatten uns, als wir nach Feierabend allein in der Werkstatt waren, wieder gezankt, weil Skupke mich bei dem Meister angeschwärzt hatte. Ich faßte ihn und warf ihn zu Boden. Als ich auf ihm lag, sah ich in der Nähe einige Gurte liegen, ich stand auf und ergriff eine Gurte, die ich ihm um den Hals legte und zuzog."— Präs.: Angeklagter, Sie lügen schon wieder, Sie hätten doch beide Hände frei haben müssen, um die Schlinge zu knüpfen und Ihr Opfer würde doch nicht so lange ruhig liegen geblieben sein, bis Sie diese Arbeit fertig hatten.— Angekl.. Skupke war auch wieder aufgestanden, ich warf ihn aber noch mal zu Boden und warf ihm dann die Schlinge über, die ich zuzog. Als meine Wuth verrauscht war, sah ich, daß er todt war.— Präs.: Sie hatten doch garnicht nöthig, wlllhend zu sein, da der schwäch- liche Mensch sich ja nicht zur Wehre setzte. Sie hätten ihn ja prügeln können, wie Sie eS immer thaten. Ihr ganzes Ver- halten spricht aber dafür, daß Sie den Skupke mit Vorbedacht getödtet haben.— Angeklagter: Rein, das habe ich nicht.— Staatsanwalt Ritzel führt aus, daß das Geständniß des Angeklagten gar keinen Werth habe, auch ohne dasselbe sei an seiner Schuld kein Zweifel mehr gewesen. Es liege hier eine geplante Tödtung, also Mord, vor unb bei der beispiellosen Verstocktheit des Angeklagten und bei seiner grenzenlosen Verlogenheit müsse der jugendliche Ver« brecher so lange wie angängig unschädlich gemacht werden. Er beantrage daher das höchste zulässige Strafmaß— fünfzehn Jahre Gefängniß. Der Vertheidiger führte dagegen aus, daß dem Angeklagten bei Begehung der That die Ueberlegung ge- fehlt habe und mit dieser Ansicht drang er auch beim Gerichts- Hofe durch, denn das Urtheil lautete dahin, daß der Angeklagte nicht wegen Mordes, sondern wegen TodtschlagS zu bestrafen sei. Das Urlheil lautete auf sechs Jahre Gefängniß. Ein bemefkensrnerther Majeftiitsbeleidigungs- pro>el> wurde am Dienstag vor der Ferienstrafkammer am Landgericht II verhandelt. Angeklagt war der Buchhalter der Glan'schen Weißbier- Brauerei m Weißensee, Martin Wiegand. Nach der Anklage soll der Angeklagte die Betheiligung an einem Hoch auf den Kaiser mit Worten abgelehnt haben, die als eine Beleidigung aufgefaßt werden konnten. Die Verhand- lung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Der Angeber ist der Restaurateur Berner, Weißen- see, Langhans st raße. Der Gerichtshof schenkte dem Denunzianten Glauben und nahm die Beleidigung für erwiesen an, doch wurde auf die Betrunkenheit des Angeklagten Rück- ficht genommen und nur auf 2 Monate Gefängniß erkannt. AI» Mahnung beim Abschluß von Miethsver- trägrn mag eine Verhandlung wegen Betruges dienen, die gestern vor der 91. Abtheilung hiesigen Amtsgerichts l verhan- delt wurde. Der Fuhrmann A. hatte eine Wohnung nebst Stallung gemiethet und mit seinen Stiefeltern bezogen. Später war er nicht mehr in der Lage, dre Miethe aufbringen s können und es wurde gegen ihn bie Ermifsionsklage eiligeres Nachdem der Wirth ein obsiegendes Erkenntniß erstritten K; legten sich die Stiefeltern ins Mittel und erklärten, dabs' Eigenthümer aller in der Wohnung befindlichen Sachen% Ullb bafc ftß hip iTRnfmimrt imh blC � und daß sie die Wohnung weiter behalten und die ständige Miethe auch noch bezahlen wollten. Es wurde# ein neuer Kontrakt ausgefertigt auf den der Stiefmutter des Adam, Frau Emma R. und deren Nach einiger Zeit verkaufte nun Ä. aus dem Stalle eins f „„ verkaufte nun A. aus dem wiaue■* Pferde für 130 M., unb nun stellte der Wirth gegen FW* und deren Tochter den Strafantrag wegen BetniaeS, wen'' § 2 des Miethskontraktes stand, daß alle in der Wohnung's findlichen Gegenstände ausschließliches Eigenthum der M>E seien. Zur Wohnung gehörte aber auch der Stall, Wr hätten auch die barin befindlichen Pferde Eigenthnm der Mwt sein müssen, was jedoch nicht der Fall war. Frau und Tmp wurden wegen Betruges unter Anklage gestellt, im gewK Termine jedoch freigesprochen, weil eineStheils die Miethe F richtig gezahlt worden war, anderntheils der Vermiether daß er die Wohnung auch dann vermicthet haben würde, er gewußt hätte, daß den neuen Mielhern das Pferd gehörte. Freiburg in Schleste«. Wir erhalten folgenden Bcrrf Wieder ein freisprechendes Urtheil. Infolge der schlechten 1? und des niederen Verdienstes in der Rcgulatorgehäuse-Bw� sahen sich die hiesigen Tischler veranlaßt, sich zu organiM Sie errichteten Hierselbst vor Jahresfrist eine Zahlstelle � deutschen Tischlerverbandes. Diese Organisation war naluo» den Hiesigen Unternehmern ein Dorn im Auge, und so schwere Stunde ist dem Vorstande der jungen OrganiM durch das Drangsaliren der„Arbeitgeber" verursacht worp' Im Anfang dieses Jahres wurde nun auch ein Streik in hiesigen Fabrik mit gutem Erfolge durchgeführt. Dieses,!� das Nichtbefolgen einiger bürgermeisterlicher VerordnurS; (keine Beiträge mehr einzuziehen) vcranlaßte, daß man% herauStllfftelte, daß die Vorstandsmitglieder(7 Personen)#%! unerlaubter Errichtung einer Versicherungsanstalt nach ä 360 TL der Strafgesetzbuches in An klagezu stand versetzt werden kö'nnn- — Am 8. Mai d. I. war nun die erste Verhandlung vor hiesigen Schöffengericht und wurden sämmtliche Angeklagn? 5 M. oder 1 Tag Hast und zur Tragung der Kosten verurle� Der Herr Amtsanwalt hatte sogar 20 M. eventuell 5 Haft beantragt. Gegen dieses Urtheil wurde nun rechstO; die Berufung angemeldet, aber auch der Staatsanwalt lr dasselbe und so wurde nun am 13. d. Mts. in zweiter JnFj vor der Strafkammer in Schweidnitz Termin anberaumt, � nach �ständiger Verhandlung und kaum zehn Minuten la»? Berathung wurde das freisprechende Urtheil verkün� und sämmtliche Kosten, sowie unsere nothwendigsten% lagen und die Vertheidigungskosten der Staatskasse aufewv aerrn Rechtsanwalt Goldschmidt von hier, welchem wir ertheidigung übertragen hatten, ist auch ein gut Theil an fl" Erfolge beizumessen, denn zur vollsten Befriedigung hat d>�' Herr unsere Interessen vertreten. Durch den guten Ausfl? des Prozesses und unsere unermüdliche Thätigkeit ist unsere&•'. hier riesig gewachsen. Denn grade in der Zeit vom 20. Ja»", b. I. bis 20. Juni, wo uns alle Lokale abgetrieben ist bie Mitgliederzahl von etwa hundert auf 350 angewa«� Auch ein Lokal steht uns wieder zur Verfügung, und zwar F., schönste und renommirteste von hier. Da der Wirth b>s Lokals ein charakterfester Mann ist, glauben wir eine bleibe», Stätte gefunden zu haben. Dem Wirth wenigstens sind�'! Arbeitergroschen ebenso willkommen, wie die der„Besseren- Ueverstcht. An die Maurer Deutschland»! Werthe Kollegs Jedem von Euch ist wohl bekannt, daß wir Berliner Mowfi in der achten Woche im Streik liegen. Zwar ist am 3. der Generalstreik aufgehoben worden, aber damit ist unsere-. wegung durchaus noch nicht zu Ende. Wir hatten in e>». Resolution die Familienväter aufgefordert, nach Berlin zur�i zukehren, daran aber das berechtigte Verlangen geknüpft, Iedrr, der nicht an Kerlin gebunden, fern;n bleil� habe. Diese dringende Aufforderung ist leider d«�, au» nicht befolgt worden. Seit einigen Tagen J. sich der Zuzug so gehäuft, daß er bedenklich für Ausgang unserer gerechten Sache zu werden nnfä% Sollen wir eine Niederlage erleiden? Das wird Keiner Euch dulden wollen. Wir werden und müssen den Siegjf vontragen. Deshalb ist es nothwendig, den Zuzug streng sift wbaltcn. Das ist die beste Unterstützung. Folgt unserm% daß wir nicht gezwungen werden, von neuem den Gentes streik zu erklären. Die Absicht der Unternehmer geht baP, die Berliner Maurer auszusperren, und das ist möglich, starker Zuzug stattfindet. Kein deusscher Maurer wird.«*, diesem Plane des UnterneHmertHums Unterstützung QaviW. wollen. Deshalb sei ein Jeder auf dem Posten und thuesi»» Schuldigkeit: nur dann können wir den Sieg davontrog�, Lege ein Jeder Hand mit an, greife ein Jeder in die Spei� des Rades und helfe weiter drehen, dann werden wir in kurts Zeit in der Lage sein, in alle Gaue hinauSzurufen: daS pital hat eine Niederlage erlitten, und wir den Sieg � rungen, einen neunstündigen Arbeitstag erzielt. Alle arbeu« freundlichen Blätter werden um schleunigen Abdruck gebet� Das Streikkomitee der Berliner Maurer. Anfrnf an alle Arbeiter Deutschland»! Freunde � Brüder der Arbeit! Nachdem bie Maurer Berlins seit sie»? Wochen im Generalstreik gestanden, sind wir jetzt zu den Pr tiellen Streiks übergegangen. Der Sieg sowie die Errunge- schaften, die wir bis jetzt erreicht haben, müssen alle Ab*", Deutschlands als bemerkenSwerthe bezeichnen. Mit Stolz m» man wohl auf eine derartige Bewegung, wie sie sich die liner Maurer zum Ziele gesteckt hatten, blicken. Dank der Opm, Willigkeit der Arbeiter Deutschlands, durch ihre materielle moralische Unterstützung, welche sie uns während des W? Kampfes zukommen ließen, glauben wir uns jetzt in die% versetzt, um uns selbst helfen zu können und richten daher alle diejenigen die dringende Bitte, welche noch im Besitze»% von uns herausgegebenen Sammellisten sind, dieselben, ob i' zeichnet ober ungezeichnet, an uns zurück zu senden. u Unermüdlich werden wir Das zur vollständigen Du»?, führung zur bringen suchen, was wir uns zum Ziele gesi� haben.. Wir sprechen daher im Namen der Berliner Maurer umKi besten Dank aus, und sollten Diejenigen, welche uns im ums Dasein so reichlich unterstützt haben, einmal in eine wT liche Lage versetzt werden, so werden wir auch unsere digkeit thun. Die einzige Unterstützung, die uns noch zu Theil wer?» kann», ist, daß der Zuzug noch strengstens fern gehalten w' da wir noch nicht Alles errungen haben. � Alle arbeiterfreundlichen Blatter werden um Abdruck geoc' Mit kollegialischem Gruß. I. A.: Wilhelm Kerstan, Lübbes � straße 4. Ferdinand Grothmann, Stettinerstr. 19a, zur" im Zentralbureau, DreSdenerstr. 110. Die Kollegen der Ledern»nnrenfabrik von jji kiewir, Ä Runge haben die Arbeit niedergelegt. fern zu halten. Nähere Mittheilungen erfolgen später.■ kollegialischem Gruß: R. Hahn. P. Schultz. nne beT 1 Ebringen f • einflcrcw- rilten Wf m, bafe* Sachen ¥ d die» wurde � n 9W :ren TM Ic eins k en Frau» es, weil� M* t§ und To# int gestrA Miethe K' cther z» nitbe, v?- Pferd 0» ZmBeM lcchtenL� usc-Bra# VevfAtnnllungeir. Die»sfetttUche Versammlung der Maurer Kerlin« wrd Umgegend, welche am 15. d. M. unter Vorsitz der Herren Grothmann und Fiedler abgehalten wurde mit der TageSord- nung:„Unsere jetzige Lage und weitere Stellungnahme: wie ast es möglich, unsere Forderungen voll und gan» zur Durch- sührung zu bringen 1", hatte sich wiederum des lebhaftesten Fu- ipruchs zu erfreuen und die„Bürger-Säle" in der Dresdener- stratze 96 völlig gefüllt. Ein genaues statistisches Refultat war Herr Grothmann nicht zu geben in der Lage. Er konnte nur konstatiren, daß einerseits die Arbeit eingestellt worden, an- dererseits wieder aufgenommen worden ist, jedoch vermißte er vel den erfolgenden Arbeitseinstellungen eine rationelle Taktik. Der Zuzug sei am Sonnabend ein wider Erwarten starker ge- Wesen, ein Umstand, der nicht erfreulich zu nennen lei. Redner wünscht mehr Rücksichtnahme auf die Berliner Familienvater unter den Maurern. Es sei eine Spekulation der Bau- Unternehmer, jetzt äußerst loyal bei der Arbettsem- stelluna zu sein, um erst wieder das Massenangebot wie früher herbei zu führen und dann die Maurer zu zwingen, W ledern Preise zu arbeiten. Deshalb müsse eine rationelle Taktik Platz greifen. Wo die Arbeit niedergelegt worden sei, um das aufrecht zu erhalten, was der Streik bezwecke, müsse dieser Bau von anderen Kollegen gemieden werden. 193 Bauten (.-vuriiiw f,„t,,' uu" anveren inoucgen gcmieocii wcrven.-cmmcu aanif«"' o-n erP,tä die neunstündige Arbeitszeit bewilligt. Wenn die w Suj Xifl Qrtli A*,***** X A*aT*** nt rtrftetfem Ä&S > so?.% )rgan>s<# cht wo# eik in ne >icseS, f«% rordniwS? man WP len m* rg vor d- ÄÄ» recht}# nwalt iter JnstZ aumt,# uten l-oF wir u# n AuSS# »sereSa� 20. 34# en wWS ngcwaM, I � esseren• oh«- Äeit ausnutze«, um da zehn Stunden zu arbeiten ni-lvJf"�ord zu mauern, wo zielbewußte Arbeiter die Arbeit Wh drnin würden sie es dahin bringen, daß die Maurer Arb»!-??! ll streiken müssen. Nur durch einen Mangel an führ,,«,.,, seien die Forderungen der Maurer zur Durch- sortdm. äu bringen. Wenn der Zuzug in der bisherigen Weise wo£-,routbe eä unbedingt nothwendig werden, überall da, mir», /» rUnden gearbeitet werde, den Generalstreik zu prokla- Saftes Bravo.l Herr v. Saleski ermahnte dringend zur enir?( 1 sührte ein Beispiel an, wie durch Einigkeit Erfolge 10 istuf einem Bau, wo er gearbeitet habe, wurde (zm'"den gearbeitet und 60 Pf. Stundenlohn gezahlt. SWim!» ,9-) 33 Kollegen hörten Vormittags auf und sPenTi M die neunstündige Arbeitszeit bewilligt worden. reick», Forderungen durch den Generalstreik nicht zu er- erreick« �oscn seien, so müßten sie durch den partiellen Streik MiohL(Beifall.) Von anderer Seite wurde hervor- wordn. s Bauten zu meiden, wo die Akkordarbeiter entlassen seien hL öl'~ dort zehn Stunden gearbeitet werde, ebenso Stunh-Ü vsdn-Stunden-Bauten zu meiden und nur zu neun �ieriel» die. Arbeit aufzugehmen. Aus dem Halleschen Thor- werde Fr,h k � Herr Kliemann Günstigeres berichten. Dort die A-l. �"Wg nur neun Stunden gearbeitet, auch über sich kjd.oudlung sei„icht zu klagen seitens der Poliere, trotzdem Neh„ler nch�r herausneinnen als die Meister bezw. Unter- werden'. derartige Behandlung verdiene anerkannt zu hatte,,'../°Bdem die Berliner Maurer dieselbe zu verlangen Berlin-? b ihrer Leistungsfähigkeit. Außerhalb seien die bem S,!h?s. � wchtig gewürdigt und geschätzt worden. AnS richt-.. berichtete Herr Wagner wenig Erfreuliches. Er Arbeit Kollegen den Appell, am anderen Tage die beginn- cv�rgen, wo nicht um 7 Uhr Morgens die Arbeit weinen V i dreier Weise wurde die Debatte über die allge- geführt av terverhähnisse von verschiedenen Rednern weiter- die Forde Houptfrage war indessen die, auf welche Weise terr H-in voll und ganz durchgeführt werden können. oichrn-en i darauf aufmerksam, daß vielfach von den indessen a Je.Forderungen bewilligt worden seien, die Maurer hätten a? doch nicht von den Meistern bewilligt erhalten Kannten kr die Forderungen durchgeführt werden dazu, überln?�dner nicht für möglich, doch rieth Redner �orzuleoe?, I wo Aussicht auf Erfolg sei, die Arbeit wußten??"och gehöriger Vorbereitung. Diese Bauten r"e ein r.. oon allen Kollegen gemieden werden, sogen.' verderbenbringender Ort. Jeder müsse sich " haben die Kollegen die Arbeit eingestellt, dort IM k eine zu ne he?""immermehr an! Herr Grothmann bezweifelte, daß uAkac ää rein würbe t' �eu> würden. Er zweifelte auch, daß es möglich iein gearbeitet"(cht die Arbeit aufzunehmen, wo nur 9 Stunden k'elmehr h??L�) Pfg. Stundenlohn gezahlt wird. Er war �eitszejj Jr daß lediglich die Verkürzung der Ar- Mhrcn fh'n« e Aucksicht auf den gezahlten Lohn zum Ziele Wen. z."/. Der Stundenlohn würde sich ganz von selber Kräfte bi» balb gehörten gerade auf die Bauten tüchtige ermahnte ch?" iehn Stunden gearbeitet wird. Eindringlichst .Redner, an dem Prinzip der Verkürzung der Ar- alten und nicht auf Lohnhöhe zu sehen, sondern Nach Schluß der Debalte Die heute in den vt/ wu-Fviiinif vw-w*. "ur aus?!'äurb?."en und nicht auf Lohnhöhe zi �langte snk!"u?udige Arbeitszeit. Nack Schl i,ärgersäl»! Resolution zur Annahme:„3 t.m9cfle!ih k Wogende Versammlung der Maurer Berlins und h'n-u ,>>,,,I.? chiwßt, im Laufe dieser Woche in gütlicher Weise da- >sher ui�." wnen 9stündigen Arbeitstag zu erringen. Wo dies U'cht mor,;i...... r t... r.i k;.!n„rjk�f(Jn..r>n 1�4 i den p# ErrunM e Arbeä" Atz derOpss? teile so# IJS? daher � 5� zP Ä il werd? lten Lübb� zur ZP ii» haben sich die dort in Beschäftigung oder mündlich an skwefenZT.wogtich war, haben sich die dort M BemLrk" uehenden Kollegen schriftlich Bauten wureau zu wenden, oesgleichen die Kollegen von den g°»°ue�° die Forderungen bereits bewilligt sind, um eine n.J�osishk zu ermöglichen. Am Ende dieser Woche ist «tasiitif. Versammlung einzuberufen, um das Resultat der der närf,p Sollte dies kein günstiges sein, so soll in dachen». Woche auf sämmtlichen Bauten, wo zehn Stunden velann.e c ffwd' der Generalstreik erklärt werden.�— Ferner Lkrsau,«,, 3�"dcr Antrag zur einstimmigen Annahme:„Die Äaurer wöge beschließen: Um den Bestrebungen der Asiaene er? gehörigen Nachdruck zu geben, sowie das Er- �aur» ��uhalten, der Freien Vereinigung der Berliner . eacitiii„.-. Fachgenosseu beizutreten, da nur durch straffe l�fonder« k das Ziel erreichbar ist." Herr Kerstan machte noch Kollegen daraus aufmerksam, daß während des Streiks die Chaise,,'% unter 1 M. zum Streikfonds zahlen, keine Marken Zu i oy,' da für den Streikfonds laut Beschluß nur Marken Beträt,""gefertigt sind. Die früheren Marken zu kleineren dürfen"svaren für den Generalfonds der Maurer. Beide Fonds etbe->wcht mit einander verquickt werden und wird über "och ch"ds s. Z. besondere Abrechnung erfolgen. Nachdem . wsh�I�wtedmes" verhandelt worden war, machte Herr w P>. folgende Mittheilung: Der Restaurateur Hampel lasse m' daUe sich s. Z. bemüht, eine Zahlstelle der Kranken- 'hm'./"ndstein zur Einigkeit" zu erhalten, welcher Wunsch wurde ec Bestand 237 M. Einnahme pro Monat Juni 433,30 M., Ausgabe 238/17 M., Bestand 195,23 M. Der Revisor bestätigte die Richtigkeit der Bücher. Selcho fragte, wie es mit den noch ausstehenden Listen des Sommerfeld'schen Streiks stehe, ob dieselben schon eingelaufen seien. Wobig erklärt, bei der Revision seien fünf Listen vor- gesimden worden. Hein erwiderte, daß er dem Vorstand die Sachen unterbreitet habe: wenn das Material zusammen wäre, würde es bekannt gegeben werden. Es wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Ferner macht Kollege Klein bekannt, daß der Verein bis jetzt 2150 Mitglieder zähle, überbringt einen Gruß des neu gegründeten Stettiner Metallarbeitervereins, verliest eine Karte von Pirch; derselbe zeigt seinen Austritt aus dem Verein an, da er nur Anhänger von Fachvcreincn sei, er sei dem Verein nur beigetreten, um sich des seiner Zeit von der öffentlichen Versammlung gegebenen Auftrages zu entledigen; da der Verein nun lebensfähig sei, so glaube er seine Aufgabe erfüllt zu haben. Herr Pirch war trotz der Einladung des Vor- sitzenden nicht zur Generalversammlung erschienen. Kollege A. Meyer fordert zur regen Organisation für den Verein auf, wünscht, daß mehr Geld zusammenkomme, um die Ziele, die sich der Verein gestellt habe, im nächsten Jahre zu erreichen, und ermahnt, recht sparsam mit dem Gelde umzugehen. Herr Klein erwidert, daß der Vorstand kein Geld unnütz ausgebe, daß verschiedene Ausgaben gemacht werden müßten, um die Solidarität unter den Arbeitern wachzurufen. Kollege Günther spricht sich in demselben Sinne aus. Kollege Miethe giebt Rechenschaft über die Thätigkeit des Vorstandes; von Gründung des Vereins(17. Dezember 188) bis heute fanden 22 Versammlungen statt und 26 Vorstandssitzungen, in dieser Zeit habe ein Vorstandsmitglied, der Schriftführer, sein Amt niedergelegtem anderes Vorstandsmitglied,Sc'cho,wurde oon den Vorstandssitzungen ausgeschlossen; ausgelost seien der Vor- sitzende Miethe, der erste Kassirer Klein, Protokollführer Schu- mann. Es fände also Ersatzwahl für 5 Personen statt. Kollege Meyer beantragt, nach jedem Vortrage Diskussion stattsinden zu lassen. Er beantragt, dieses heute zu beschließen. Miethe erwidert, daß der Vorstand sich darüber einig war, über rein wissenschaftliche Vorträge keine Diskussion stattfinden zu lassen, doch könne die Versammlung bei den Anträgen darüber be- schließen. Schulz interpellirt den Vorstand über die Aus- schließung Selcho's aus dem Vorstand. Miethe erwidert, daß diese Sache nachher zur Sprache komme, und Selcho dann selber sprechen möge. Ein Antrag Hartmann, sofort in die Wahlen einzutreten, wurde angenommen. Selcho beschwert sich, daß ihm jetzt das Wort abgeschnitten sei. Erwidert wurde, er möge seine Sache im Verschiedenen vorbringen. Ein Antrag E. Fahrenwald'S auf Statutenänderung wurde nach kurzer Diskussion zur nächsten, event. zu einer außerordentlichen Generalversammlung auf die Tagesordnung gestellt. Miethe ftägt, ob die Kommissionswahlen nicht bis zur nächsten General- Versammlung bleiben könnten, da es sonst zu spät würde. Zuerst erstatteten die Kommissionen Bericht. Kollege Mengler (in Vertretung) erstattet Bericht über die Thätigkeit der Fach- kommission, daß 3 Arbeitsaus stände zu verzeichnetr waren, der 1. bei Schäfer, Adalbertstraße, wurde gütlich zu Gunsten der Arbeiter beigelegt: der Ausstand bei Duisberg, Köpnickerstraße, ist verloren gegangen, da einer der Ausständigen die Arbeit wieder aufgenommen hat; der 3. war ebenfalls geschlichtet worden. Er bittet, alle Vorkommnisse in Arbeitsangelegenheit der Kommission zu melden. Den Bericht der Arbettsvermitt- lungskommission erstattete Kollege Bolte, er erwähnt, daß ver- schiedene Arbeitsstellen nicht besetzt werden konnten, weil keine Kräfte vorhanden waren, und fordert zurreaen Betheiligung an dem Arbeitsnachweis auf. Ein Antrag, den Bericht des Kassirers und der Revisoren gedncckt erscheinen zu lassen,wurd e zum nächsten Punkt der Tagesordnung gestellt. Kollege Wunschmann erstattete Bericht von der Bibliothekkommission: dieselbe sei seit Donners- tag, den 10. Juli, eröffnet. Er bittet um recht rege Betheiligung, macht bekannt, daß verschiedene Kollegen mehrere Werke der Kommission zur Verfügung gestellt haben. Hartmann wünscht, daß nur soviel Kommissionsmitglieder gewählt werden, als durch Austritt fehlen. Den Kommissionen wurde durch Erheben von den Plätzen Dank erstattet. Der Antrag, bei der Wahl einm Redner für und einen gegen den Kandidaten sprechen zu lassen, wurde angenommen. Zum ersten Vorsitz standen zur Wahl die Kollegen H. Hartmann und Rost; Hartmann, Reichenberger- 'traße 73, wurde mit 85 gegen 56 Stimmen gewählt. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Kollege Unger, Kessel- straße 20, mit 97 Stimmen gewählt: Kassirer Klein, Ritterstr. 15, wurde durch Akklamation gegen 1 Stimme wiedergewählt. Zum Schriftführer wurde Kollege Riegcr, Prinzenstr. 79, einstimmig ge- wählt. Zum 3. Protokollführerwurde Kollege Mingau, Louisenufer Nr. 39 mit 60 gegen 8 Stimmen gewählt. Hierauf mußte der Vorsitzende die Versammlung um 5 Minuten vertagen, da die Unruhe in der Versammlung zu groß wurde, hervorgerufen durch das ungebührliche Auftreten des Kollegen Schulz, Vorsitzenden des Fachvereins der Klempner. Derselbe wurde auf- gefordert, den Saal zu verlassen. Ein Antrag, die Kommissions- wählen zur außerordentlichen Generalversammlung zu vertagen, wurde angenommen. Der Antrag, die Rechenschaftsberichte drucken zu lassen, wurde abgelehnt. Ein Antrag, das Arbeits- vermittlungSkommissionsmitglied Reinicke aus dem Verein aus- zuschließen, wurde angenommen. Der Antrag, dem internatio- nalen Ärbeiterkongreß vom Verein ein Glückwunschtelegramm zu übersenden, wurde ebenfalls, wie ein Antrag auf Schluß oer Versammlung mit der Motivirung, daß in nächster Zeit eine außerordentliche Generalversammlung stattfindet, ange- nommen. Zwei öffentliche Derfammlungen der Berliner streikende« Bäckergesellen fanden am gestrigen Nachmittage statt, und zwar im Saale des Handwerkervereins, Sophien- straße 15, und in Gentz' Salon, Elsasferstr. 10. Beide Ver- fammlungen erörterten die Frage:„Was angesichts des Streiks weiter zu thun sei?" Die größte und besuchteste Versammlung (1500 Personen) war die im Vereinshause, welche unter Vorsitz des Herrn Pfeiffer abgehalten wurde. Derselbe konstatirte, daß täglich neue Arbeitseinstellungen erfolgen und daß immer mehr Meister geneigt seien, die Forderungen der Gesellen zu be- willigen. Der Generalstreik könne aber nicht eher aufgehoben werden, bis nicht 600 Meister unterschrieben haben. Nach einer persönlichen Rücksprache mit dem Stadtsyndikus Eberty hat letzterer die Vermittelung angenommen, nachdem im allgemeinen Interesse die Herren Pfeiffer und Hoppe auf die Mitführung der Unterhandlungen Verzicht geleistet haben. Herr Pfeiffer machte außerdem die Zusage, daß die Beschlüsse der Unter- handlungskommissiou von der Gesellenschaft anerkannt werden würde, indem diese sehr wohl geneigt sei, etwas von den gestellten Forderungen abzulassen. Zur Unterhandlung sind seitens der Gesellenschaft dem Stadtsyndikus Eberty in Vorschlag gebracht worden die Gesellen Most und Schlüter, sowie die beiden Attgesellen Nuoffer und Liebetrau, sowie die Meister Dubke und Mitten- dorf»und die beiden Obermeister Kunze und Gemeinhardt. Wie verlautet, soll bereits am Donnerstag Vormittag die beider- seitige Verhandlung stattfinden. Die Lage des Streiks wurde als sehr günstig bezeichnet, umsomehr, als auch tn Breslau, Frankfurt a. M., Hannover, Dresden und Köln a. Rh. der Ausbruch einer Lohn- bezw. Streikbewegung bevorsteht, wo- durch der Zuzug nach Berlin bedeutend abgeschwächt werden wird. Die Streikenden wurden zum standhasten Ausharren er- mahnt und der Sieg in baldige Aussicht gestellt. Der Wunsch eines Redners, die Unterhandlungskommission zu beauftragen, von den Meistern zu beanspruchen, daß den Ge- fellen das verdiente Wochenlohn des Sonnabends Vormittags ausgezahlt werde, fand die lebhafteste Zustimmung der Ver- sammlung. Die gewerkschaftlichen Verhältnisse fanden in der allgemeinen Diskussion eine eingehende Beleuchtung und die TageSpresse wurde von verschiedenen Rednern wiederholt angegriffen und zwar aus dem Grunde, weil sie nicht gerrügend die Interessen des Allgemeinwohles vertrete. Altgeselle Liebetrau vertrat mit Wärme die Forderungen der Gesellen, diese als völlig gerechtfertigt bezeichnend. An das Ehrgefühl der arbeitenden Bäckergesellen wurde dringend appellirt, am folgenden Tage die Arbeit niederzulegen, dann würde in 8 Tagen der Sieg den Geselletr gehören. Auch wurde mehrfach hervorgehoben, daß es den Gesellen durchaus nicht in den Sinn komme, den Meistern Vorschriften machen zu wollen. Wenn verlangt werde, daß die Meister nur einen Lehrling halten sollen, so werde damit nur eine gleichmäßige Vertheilung bezweckt, indem viele Bäckereien gar keinen Lehr- ling haben, andere dagegen mehrere. Die Abschaffung des Rabattwesens sei ein eigener Wunsch der Meisterschaft, doch könnten dieselben es allein nicht beseitigen, durch die Ab- schaffung des Rabattwesens würde die Schleuderkonkurrenz be- seitigt und das Gewerbe wieder gehoben werden. Die Ver- sammlung beschloß, den Generalstreik bis auf Weiteres aufrecht zu erhalten und an den Forderungen bis zum Ende festzu- halten.— Am Donnerstag Abend 8 Uhr finden in densAbm Lokalen Versammlungen statt. Eine Keneralversaminlung de» Verein» Freie Vereinigung und Fachgenoste« der Maurer Keriin» fand Sonntag, den 14. Juli, im Saale des Herrn Orschel, Sebastianstraße 39, statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Abrechnung des Kassirers vom 2. Quartal und Bericht- erstattung der Revisoren. 2. Vorstandswahl. 3. Verschiedenes. Der Kassirer verlas die Abrechnung in den einzelnen Details. Dieselbe stellt sich wie folgt: Gesammt- Einnahme für das 2. Quartal...... 1574 M. 50 Pf. Gesammt-Ausgabe..... 829„ 64„ Bleibt Bestand. Dazu Bestand vom 1. Quartal Bleibt ein Bestand von. 744 M. 95„ 86 Pf. 05„ . 839 M. 91 Psi Hierauf berichteten die Revisoren, Kasse sowie Bücher ge- prüft und fiir richtig befunden zu haben. Es wird dem Kassirer hierauf Decharge ertheilt. Sodann schritt man zur Vorstands- wähl. Es wurden folgende Herren gewählt: Erster Vorsitzender Karl Freidank. Erster Kassirer Wilhelm Schulz Erster Schriftführer Franz Schwabe. Stellvertretender Vorsitzender für Osten von Salewsky. „ Kassirer„„ Hermann Hol-. „ Schriftführer„„ Tasch. Stellvertretender Vorsitzender für Süden Gustav Rascktke. „ Kassirer„„ Hermann Sprnnck. „ Schriftführer„„ Franz Scknilz. Stellvertretender Vorsitzender für Westen Franz Wilknitz. Kassirer„„ Ernst Henze. Schriftführer„„ August Orlowsky. Stellvertretender Vorsitzender für Norden Fritz Müller. Kassirer„„ Karl Schulz. An Stelle des ausscheidenden Revisors Herrn Albert Schlösser wurde Herr Julius Wagner gewählt. Im Verschie- denen wurden zwei Thürkontroleure für die im Mntterlokale Sebastianstr. 39 stattfindenden Versammlungen gewählt, und zwar die Herren Herntann Schwabe und Robert Sprenger. Herr Rückert erstaltet im Ramen der Agitationskommission Bericht über deren Thätigkeit und unterbrettet der Versamm- tung zwei verschiedene Fälle, wo zwei Mitglieder Rechtfchutz verlangen. Sie, die Kommission, habe diese Angelegenheiten geprüft und für nothwendig erachtet, daß den betreffende Kollegen der Rechtschutz gewahrt wird. Die Versammlung er- klärt sich damit einverstanden. Da weiter nichts vorlag, schloß der Vorsitzende Herr Freidank mit einem dreifachen Hoch aus das fernere Gedeihen des Vereins sowie der Arbeiterbewegung die gutbesuchte Versammlung. Der Verband deutscher Jimmerleute(sämmtliche Lokalverbände Berlins) hielt am Sonntag, den 14. Juli, nn Königstadt-Kasino in der Holzmarktstraße eine Generalversamw- lung ab mit folgender Tagesordnung: 1. Bericht der Dcle- girten vom diesjährigen tzandwerkertage zu Weimar und Bericht des Verbands- Ausschusses. 2. Wahl des Verbands- Ausschuffes. 3. Verschiedenes.— Jn's Bureau wurden gewählt die Kameraden Ortland, Schmidt und Kresmer.~ Hierauf erstatteten die Herren Loß und Wolter Bericht vom Handwerkertag. Dieselben erklärten, daß in kürzester Zeit jedem Mitgliede ein ausführliches Protokoll zu- gehen wird, infolge dessen beschränkten sie sich nur auf oie hauptsächlichsten Punkte. Hiernach erhielt Herr Wolter das Wort. Derselbe erstattete noch Bericht vom Vcrbandsausschuß. Derselbe hatte den Ausschluß von 42 Hamburger Mitgliedern bis auf einen als ungerechtfertigt erachtet. Infolge dessen wäre der Verband verpflichtet, dieselben wieder aufzunehmen. Ferner hatte derselbe den Ausschluß des Herrn H. Lehmann aus dem Verbände wegen seiner agitatorischen Thätigkeit gegen den Ver- band in Magdeburg bewirkt. Da der Verband mit der Thätig- keit des Ausschusses sehr zufrieden war, wurden die Herren Seitzt, Wolter, Rüben, Stehr und Schmidt wieder gewLH't. Hierauf dankte Herr Wolter im Namen des Ausschusses für das ihnen geschenkte Vertrauen. Im„Verschiedenen" wurden auf Antrag des Herrn Jäckel drei Personen, Herr Schmidt, Gruse und Rüben, gewählt, welche über etwaigen Ausschluß von Kameraden zu verfügen haben, welche sich gegen das Streikreglement vergangen haben. Ferner wurde noch von Herrn Jäckel ermahnt, für die Forderung mit erneuten Kräften einzutreten, da vorläufig keine so günstige Gelegenheit geboten werden wird, wie in diesem Baujahre.— Darauf schloß der Vorsitzende Herr Ortland die Versammlung. Eine öffentliche MüUrrgefeUen-Nerfammlnng fand am 11. d. M. im Saale des Herrn Funk, Bergstr. 12, statt. Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung um 9 Uhr. Aus der Tagesordnung stand: 1. Wie stellen sich die Müller Berlins und Umgegend zum Beitritt in den Zentralverband deutscher Müllergcsellen? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Aufnahme von Mitgliedern. Das Bureau bestand aus den Herren Wilke, Nietsch und Altenkirch. Herr Wilkc nahm zuerst das Wort. Er wundere sich, daß sich gerade die Berliner Müller in ihrer so sehr beschränkten wirthschaftlichen Lage glücklich fühlen, denn außerhalb haben die Müller schon viel mehr Interesse für die Aufbesserung ihrer Lage. In Berlin fehlt leider die Aufklärung und diese kann nur durch eine Organisation erzielt werden: darum müssen wir damit vorangehen. Wir müssen die ersten nöthigen Geld- beitrüge aufbringen, wir müssen uns Alle an der Agitation be- Ihciligen, wir müssen die Mißstände der Müllerei offenbaren, damit die, die noch im Dunkeln wandeln, Licht und Aufklärung erhalten. Denn dadurch sind wir nur im Stande, eine Organi- sation ins Leben zu rufen. Denn Ihr Berliner Müller seid verantwortlich, wenn der gegründete Verband nicht lebensfähig wird, Ihr müßt Euch anderen Gewerkschaften gegenüber schämen, so wenig Kollegialität zu besitzen, daß Ihr nicht einmal eine Einigkeit in Berlin unter Euch zu Stande bringt. Redner ermahnt noch einmal, dem Zentralverband deutscher Müller- gesellen beizutreten. Hierauf verlas Herr Wilke das Verbandsstatut und bittet noch darum, daß Alle, die sich Müller nennen, dazu beitragen helfen, daß auf dem Grundstein, den wir gelegt haben, reckit bald ein Bau aufwächst. Hierauf nahm Herr Altenkirch das Wort, er machte darauf aufmerksam, daß in England schon vielfach auslänoische Arbeiter eingestellt würden. Diese machen noch weit geringere Ansprüche als wir. Um uns vor diefer. lUnlurrenj zu schützen, ist eS dringend nöthig, unS. zu organi- streu und dem Verband deutscher Müllergesellen beizutreten. Zd» der folgenden Diskussion meldete sich keiner zum Wort. Zum 3. Punkt der Tagesordnung„Verschiedenes" verlas Herr Wille den Bericht aus dem„Bert. Volksbl." über die öffentliche Versammlung vom 4. Juli und bemerkte am Ende, daß eS kein guter Ruf wäre, wenn Streitigkeiten unter Kollegen in Versammlungen vorkämen, welche die gute Sache oft schä- digen. Er bitte in der Zukunft doch so etwas zu vermeiden. Die Ansicht des Herrn Wittmann war leider eine ganz andere, er verlas den§ 6 des Vereinsstatuts und meinte, daß sich Herr Wille ein Veraehen dagegen hätte zu Schulden kommen lassen. Er wurde in seiner Rede oft von Kollegen unterbrochen. Herr Wille erwiderte, daß er wohl Vorsitzender des Fachvereins wäre, betrachte denselben aber nur als Spiel- resp. Vergnü- gungsverein, der zu keinem Resultate führen könnte. Ich habe als Delegirter des Verbandes die Pflicht übernommen, für eine Zentralisirung der Müllerge- seilen zu agitiren und diese Pflicht will ich auch erfüllen. Vorredner scheine überhaupt nicht zu wissen, worin sich der Zentralverband vom Fachverern unterscheide. In diesem Sinne sprachen sich auch noch die Kollegen Nielsch, Schulz und Altenkirch aus. Sämmtliche Auwesende ließen sich als Mit- alieder aufnehmen oder versprachen dieses in der nächsten Woche zu thun. Es wurde noch eine Kommission von 5 Mann gewählt, die zur Aufnahme stets bereit ist. Es sind dies die !ollegen Wille, Perlebergerstr. 22. Altenkirch, Langestraße 51. Bruseberg, Steinhof Goldammer. Vogler, Schüttsche Mühle. Riebe, Borsig-Mühle. Mo« de« streikenden Käckergrselle« Spandau» wird unter dem 15. d. M. berichtet: Die gestern Nachmittag im„Hotel zum rothen Adler" statt- gehabte Versammlung der Bäckergesellen verfiel nach kurzer Dauer dem Schicksal oer polizeilichen Auflösung. Nachdem die Sitzung, welcher etwa 30 Gesellen und auch mehrere Bäcker- meister beiwohnten, um 3t Uhr eröffnet worden war, wurde das Bureau konstituirt und zum Vorsitzenden Herr Finkel ge- wählt. Derselbe nahm das Wort, um die Arbeiter-, Lohn- und Wohnungsverhältnisse der Gesellen am hiesigen Orte zu schildern. Nachdem er etwa 10 Minuten gesprochen und die Lage der Bäckergesellen im Ganzen als eine sehr schlechte bezeichnet hatte, geschah aus der Mitte der Anwesenden heraus ein Zwischenruf, welcher die Gesellen mit Sklaven verglich; in diesem Äugenblick erk ärte der überwachende Polizeibeamte die Versam- iung für aufgelöst. Die Erschienenen verließen darauf ruhig das Sitzungszimmer. Die Bewegung unter den hiesigen Bäckergesellen hat aber ihr Ende noch nicht erreicht. Für den Mittwoch ist Hierselbst eine neue Versammlung in Aussicht genommen. Während in mehreren Bäckereien die Gehilfen mit ihrer Lage zufrieden sind, soll eS doch einige Geschäfte geben, in denen das Personal sich in sehr schlechten Verhältnissen befindet. Besonders beklagen sich die Gesellen auch über die Unzulänglichkeit der Wohnräume, welche ihnen die Meister zuweisen. Im übrigen wollen sie sich, unter einigen Abweichungen, den �Forderungen der Berliner Berufsgenossen anschließen. K»r»ltttou»g der Schmiede Deutschlands(MUtilicMchaft Berlin). Mittwoch, den 17. b. M., Adendd 9 Uhr, bei poftmami, Äailerstr. 4, Versamm- Inng. Tagesordnung• Neuwahl der OrtSvcrwallung. Gaste haben Zutritt. Der Fachverei» der Papierarbeiterinnen und orrmandtrr Kerufsgenassen hült am Mittwoch, den 17. Juli, Abends 8% Uhr. in Schester'S Lokal, Znselstr. 10, eine Verlanunlung ab Aus der Tagesordnung steht: I. Vortrag der Frau Ottilie Post über:„Die Stellung der Frau in der Industrie." 2. Verschiedenes und Fragekastcn. Gaste iHerren und Damen) will- laminen. Die Mitglieder können ihr Mitgliedsbuch in Empfang nehmen,— Die Arbeiter werden ersucht, die Arbeiterinnen in der Papierbranche aus die Ver- sanmilung aufmerksam zu machen. prrri» g«n>rrblicher Ailfsarbritrr für Berlin und Zlmgegend. Mittwoch, den 17. Zull. AbendS 8% Uhr, in Renz' Salon, Nannanftr. 27, große Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Vogtherr Uber Wesen und Bedeutung der sreicn Religion. 2. Diskussion. Z. Wahl eineS Schrift- lührerS. 4. Vespreanrng über RechtSschuß und Arbeitsnachweis. 5. Verschiedenes.- Zeder Arbeiter hat als Gast Zutritt, Neue Mitglieder werden aufgenommen. Mitglieder, sorgt sllr zahlreichen Besuch. Prrsammlung des Prrein» der Nähmaschinen- und fsand- »rbriterinnrn Berlind und Umgegend am Donnerstag, den 18. Juli, AbendS 8� Uhr. In. Echeffer i Salon, Jnsclstr, 10. Tagesordnung: 1. Vortrag ded Herrn Türk über die moderne Poesie und die Arbeiterbewegung 2. DiS- rusfion. 3, Ausnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes,— Zur Deckung der Unkosten sindct eine Tcllersamnilung statt, Herren haben alS Gäste Zutritt,— Eine öffentliche Versammlung findet am Dienstag, den 23. d. M., in Renz' Salon, Naunynstr. 27, statt, Berliner Kanität«»»r»in siir Arbeiter beiderlei veschlecht«. Donnerstag, den 25. Juli. AbendS 6% Uhr, in GratweilS Bierhallc», Komman- dantcnstr 77- 79, Generalversammlung. Tagesordnung: 1 Äaffcnbericht de« KasfirerS, 2. Verschiedene Aaffellangilegenhcitcn.— Mannliche wie weibliche Miialicdcr find hiermit eingeladen. Mitgliedsbuch legitimirt, Die Kranken-«nd Kterbekass» der Berliner Kaupdiener iE. P, 61) halt ihre 3. ordentliche Generalversammlung am Donnerstag, den 18. d. M., Abend« 9 Uhr, stommandantenftr. 77— 79, mit folgender Tagesordnung ab: I. Mitthcilungcn. 2. ViertelsahrSbericht. 3 Verschiedenes, 4. Auslage und Fragekastcn. Neue großjährige Viitglicder haben Zutritt OuittungSbuch legitimirt. Um zahlreiche« Erscheinen bittet der Vorstand, Zentral-Kranken-«nd Sterbekasse drr Tischler und anderer Semerblicher Arbeiter. Berlin A Der Bevollmächtigte F. Haselovh wohnt jetzt Grünaucrstr, 4, vorn 4 Tr„ und find alle Krank- sowie Gesund- Meldungen dorthin zu richten, Gesang-, Turn-»nd grsellis» Merein» am Mittwoch: Männer- gesangverein.Jugendlust' AbendS 8* Uhr im Restaurant Paffod, Garten- straßc 182.— Mannergcsangverein.Cacilia' AbendS 9 Uhr im Restaurant, Kövnickerstraßc 127a.— Gesanavercin.Münnerchor Linde' AbendS 8% Uhr im Restaurant Kaller, Naungnstraße 70.— Mannergesangverein.SangcSsreunde' AbendS 9 Uhr im Restaurant Muschold, LandSbergerslraßc 31.—.Freva', Gesangverein der Freireligiösen Gemeinde, AbendS 8% Uhr im Restaurant Benecke, Große Hamburgcrstraßc 16.— Huvvertsche Silngervcreinigung jeden Mittwoch nach dem ersten im Monat, Abends 9 Uhr im Restaurant Heile, Ltchtenbergerslraßc 21.—.Scegerstchcr Gesangverein' Abend« 9 Uhr im Restaurant Schulz, Prenzlaucrstraßc 41.— Gesangverein.Schwungrad' AbendS 8% Uhr im Restaurant Tahm, Annenstraße 16.— Mannergesangvercin.Lor- bcerkranz' Abend« 9 Uhr im Restaurant Karsch, Oranienstraße 190.— Gesangverein.Nord-Jubal' AbendS 9 Uhr i» Vcttin S Bierdaus, Vcterancnstraße 19.— Mannergelangveretn.Schneeglöckchen' Abend« 9 Uhr im Restaurant Dobcr- stein, Marianncnstraße 31-32.— Gesangverein.Sangerrunde' Abend« 8% Uhr Buckowerstraßc 9.— Verein.Sangc« treue' im Restaurant Henckel, Brüder- straßc 28, I, UebungSstundc von 8% bis 11 Uhr AbendS,— Gelangverein .Bruderhund" Abends 9 Uhr bei Patzoldt, R eichen hcrgcrstraße 16.- Lübeck scher Turnverein(1. LehrlingSahtheilung) Abend« 8 Uhr Elisahethstraßc 57—58.— Turnverein.Wedding', Pankstraße 9. Manncrabtheilung von 8% bis ICH Uhr Abends; desgleichen 1. LehrlingSahlheilung von 8—10 Uhr Abends.—.Mehr Licht', Verein für Scherz u. Ernst, Abends S�UhrimRest, Heid. zruchtstr,36».— Schieflschcr Verein.Holte!' Abend« 9 Uhr im Restaurant Henke, Hollmann- straße 33.-*■ BcrgnügungSvcrein.Fröhlichkeil' AbendS 9 Uhr im Restaurant Sager, Grüner Weg 29.— Wissenschaftlicher Verein für Rollerstche Steno- gravhie. Abend« 8% Uhr im Restaurant Bcese, Alte Schönhauscrstraßc 42, Unterricht und UebungSstundc,— litollerstcher Stcnogravhenvcrcin Süd-Berlin Abends 8% Uhr im Restaurant Prinzenstraße 97, Sitzung und Ucbungi- stunde,— ArendS'scher Stenographen-Verein.Amicitia' Abend« 8% Uhr im Restaurant BehrendS. Schönebcrgerstraße Nr. 8.— ArendS'icher Steno- graphenvercin.Philia' AbendS 9 Uhr im Restaurant.Wilhclmsgarten', jtochstraßc 7.- Stenographische Gesellschaft Arend« im Restaurant Bürger. garten, Lindcnstr. 105. Unentgeltlicher Unterricht und Uebung.— Verein ehemaliger Schüler der 22. Gcmeindeschule AbendS 9 Uhr im Restaurant Leh- mann, Kursürftenstraßc 31.— Berliner Rauchklub.Wrangel' AbendS 9 Uhr im Restaurant Foge, Kövnickerstraßc 191.— Rauchklub.Havanna SO" AbendS 8% Uhr im Restaurant Pactzoldt, Reichenbergerstraße 18— Rauchklub.Ge- müthlichkcit' AbendS 9 Uhr im Restaurant Achsel, Äöpnickerstraße 161.— Rauchklub.Columbia" Abends 8% Uhr im Restaurant Bcper, Prinzenstraße 98. — Rauchklub.Frisch gewagt" Abends 8% llhr im Restaurant Tempel, BreS- lauerstraßc 27.— Rauchklub.Vulkan" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Grasestraße 82.— VcrgnügungSverein.Fröhlichkeit", gegründet 1880, Abends 9 Uhr Grüner Weg 29.-.Pollack-Cluv-Etntracht'. jede» Mittwoch. AbendS 8% Uhr bei G. Thiel, Wicnerstraßc 68.— Gesangverein der Tapezirer Berlin«. jeden Mittwoch Restaurant Sevdelslraße 30. von 9—11 Uhr Abend«— .Tambourvcrcin Gut Heil", 8 Uhr Langestr. 101. Geschäftliche Sitzung. Gaste keinen Zutritt,— UnterhaltungSverein.Harmonie", Sitzung AbendS 9 Uhr DreSdenerstr, 116 bei Wendt, Meuepke Msihrichkon. Mir der„Reichsanzeiger" meidet, sind die Ober- Präsidenten der Rheinprovinz und der Provinz Westfalen� und das Oberbergamt zu Dortmund durch die Minister der öffent- lichen Arbeiten und des Innern ermächtigt worden, die Unter- suchungskommission dahin mit Anweisung zu versehen, daß jeder Bergarbeiter, welcher bisher eine Beschwerde schriftlich oder mündlich angebracht habe, sowie überhaupt Jeder, welcher vernommen zu weroen wünsche, protokollarisch gehört werden solle. Hriissel» 15. Juli. Der gestrige Gedenklag des Bastillen- sturmes ist, wie der„Voss. Ztg." geschrieben wird, von der ganzen Arbeiterpartei Belgiens programmmäßig und rauschend gefeiert worden. AuS allen Arbeiterhäusern wehten die rothen Fahnen; die Fassaden der Häuser waren mit Blumen und mächtigen Inschriften geschmückt. Die Letzteren bezogen sich durchweg auf die Menschenrechte, auf das allgemeine€%# recht, auf die bewaffnete Nation. Am Gebäude des Gnj* Vooruit prangten die Inschriften:„Was ist der«£- Stand? Nichts! Was muß er sein? Alles!".. dern wir unsere Rechte als Männer!" Bei in allen Orten stattgehabten Straßenaufzügen wurden die rw Fahnen, mächtige Schilder, deren Inschriften theils diefw zösische Revolution feierten, theils die Forderungen des* meinen Wahlrechts, der Abschaffung der Privilegien, der ß waffnung der Nation zur Geltung brachten, rothe große Stra? mit Malereien, z. B. ein mächtiger Löwe, welcher seine Fefssk bricht, mitgeführt. Alle Musikkapellen spielten die MarseM' alle Arbeiter, denen' sich die Arbeiterinnen sammt ihren Kl» angeschlossen halten, sangen mit. Den Aufzügen schafft» Versammlungen an, in welchen alle Redner übereinssiw«- betonten, die französische Revolution habe die Bourgeois# freit, die nächste Revolution müsse die Arbeiter befreien.' Allem sei die Einigkeit der Partei nothwendig und das ß* meine Stimmrecht müsse erkämpft werden. In Brüssel die Rue de Baviere, in welcher sich die Maison du befindet, mit einem wahren Walde rotder Fahnen schmückt. Im großen Saale des Volkshauses hielten O'C beiterführer Herren Volders und Vandendorpe zündendes prachen, griffen das„Ministerium der Spitzel" schoaU- os an und erklärten unter allgemeinem Jubel, das � ei bei der Revolution betrogen worden, sie müsse w#ss holt werden, das allgemeine Stimmrecht müsse werden. Nachdem Herr Volders betont hatte, die Stc* waltung habe diese Arbeiterkundgebung nur unter der aung gestattet,„daß der Ärbeiteraufzug nicht bei dem schlösse und den Ministerien vorüberziehe, damit der Schlaf. Königs und die Verdauung der Minister nicht gestört setzte sich der imposante Zug trotz strömenden Regens wegung und durchzog unter den Klängen und dem der Marseillaise die Hauptstraßen der Stadt. Alle Ajfe verbände der Hauptstadt, der Vorstädte und ländlichen% waren mit ihren Musikkapellen, Fahnen und zahlreichen dern mit drastischen Inschriften erschienen. Depefltien. (Motff'« TrUgraphen-Knrea«.) Sern, 16. Juli. Der Bundesrath hat an die Minil#� der auswärtigen Angelegenheiten derjenigen Staaten, eine Einladung betreffend die Konferenz für Arbeiterschud � gestellt worden ist, ein Rundschreiben gerichtet, in welche vorschlägt, die Konferenz bis zum nächsten Frühling tagen, damit der Bundesrath das in Aussicht gestellte detois" Programm vor Zusammentritt der Konferenz famnillich# nehmern unterbreiten könne. pari», 16. Juli. Der KricgSminister Freycinct hol,? den Obersten Vincent eine Arreststrafe von 30 Tagen vert>?' wegen Verbreitung von Nachrichten in den Zeitungen* Autorisation. j London, 16. Juli. In der heutigen Sitzung der Kommission erklärt Parnell's Vertheidiger, Sir Charles daß er sowohl wie der mit ihm in der Angelegenheit verb�V Anwalt Asquith von Paniell eine schiiftliche Anzeige haben, daß sie nicht mehr berechtigt seien, ihn in der RoiNÄ zu vertreten. Der Vorsitzende der Kommission, Sir o j( tanncn, erklärt, Parnell bleibe natürlich nach wie vR ompetenz der Kommission unterworfen. t London, 16. Juli. Parnell-Kommission. Nach hss-v klärung Russell's und Asquith's zeigten die anderen Rechtsanwälte an, daß sie ihre Mandate gleichfalls nieder�» und verließen den Saal. � f« Mahlverei» für den fünften Berliner Keichstags-Mahlürris. Am Mittwoch, den 17. Juli, Abends 8 Uhr, im Aiktoria-Restanrant, Miinzstraße Nr. 11(nnterer Siilll). General-Uer sammlnng. T a g es- O r d nun g: 1. Rechenschaftsbericht des Vorstandes. 2. Wahl eines Kassirerö und des zweiten Schrift- sich S. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Uorstand. Verein w der gewerbl. VerhSUnisse der Töpfer Kerllns. Am Donnerstag, den 18. Juli, AbendS 7 Uhr, im Königstadt-Kasino, Holzmarktstr. 72: Mitglieder-KerstlmlNz. Tagesordnung: l. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Arthur Stadthagen. 2. Diskussion. 3. Innere Vereinsangelegenheiten. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Erscheinen jedes Mitgliedes ist Pflicht. Der Vorstand. 727 I. A.: Paul Arnold, Bergstr. 5, Hof prt. Fachverein der Stein drncher "*. Kichographe« Berlins Donnerstag, den 18. d. Mts., Abends 8! Uhr, in Jordan'« Salon, Ne«e Grnnftr. S8, Generat- U-rsammtang. Tagesordnung: 1. Kassenbericht._,..._. 2. Vortrag des Herrn I. Türk über:„Die wirthschaftliche Umwälzung der franzosischen Revolution." 742 3. Diskussion. 4. Abrechnung vom Sommerfest. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Gäste, welche sich als Mitglieder aufnehmen lassen, haben Zutritt. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Dorstand. Billets zu dem am 17. August in Sanssouci stattfindenden Sommerfest des Gesangvereins „Senefelder" sind in der Versammlung zu haben. Aerein zvr Wahrung der Jntereisen ber Cast- und Schankwirthe Berlins und Ilmgegend. Freitag, den 19. Juli, Nachmittags 6 Uhr, im Lokale des Herrn I. Henke, Blumenstr. 38, Grosse ausserordentliche General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Ergänzungswahl des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Vortrag. Referent wird in der Versamm« lung bekannt gemacht. 4. Verschiedenes und Vereinsangelegenheiten. 5. Fraaekasten. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet 743 D e r V o r st a n d. Mein Weiß- und Bainslh-Bier-Lokal defindet sich jetzt Eis* n1)&hnstr«35, pt. Carl Nfister. 544 j Verband deutscher Mechaniker u. verw. Berufsgeuoffe«. Zahlstelle Hcrlin. Mittwoch, den 17. Juli, Abends 8; Uhr, bei Hansel, Markgrafenstr. 83: DM'' Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. B. Wille. 2. Diskussion. 3. Wie verhalten wir uns zu dem Unter- stützungsfonds? 4. Veranstalten wir in diesem Jahre ein Stiftungsfest? 5. Event. Wahl eines Vergnügungskomitee's. 6. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkom- men. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird ersucht. 738 Oer Vorstand. Cchte« Uordhanser, Liter 80 Pf., im Restaurant von[1429 Emil Böhl, Frankfurter Allee 74. Jungen Arbeiter sucht Gaskronenfabrik von Gust. Dannhäuser, Sebastianstr. 17.[740 i Durofi die Ezep dilion, Simmer(lirafSe-W, 8% beziehen: Die Darwinsche Theorie. Von Dt. Eduard Avelino. Broschirl M. 1� Geb. M. 2,—. Karl Warr' Gekonowische Kehren. Gemeinverständlich dargestellt#. erläutert von Karl Kautsky. Brosch. M. 1�0. Geb. M. 2,—. Meltschopfung«nd Weltuntergang Die Entwickelung von Himmck und Erde vom Standpunkt der Naturwissenschaften dargestellt von(Oswald Kohle#' Brosch. M. 2,-. Geb. M. 1,50. Die landliche Arbeiterfrage. Nach dem Russischen des Kabinko" Brosch. M. 1,—. Geb. M. 1,50. Thomas More und seine Utopie. Mit einer historischen EinleituvS von Karl Kautsky. Brosch. M. 2,—. Geb. 2,50. Charte» Fourier, sein Leben und seine Theorien. Von A«s� Kekrl. Brosch. M. 2,—. Geb. M. 2,50. Das moderne Glend und die moderne UebervolkernoS' Zur Erkenn tniß unserer sozialen Entwicklung, Von Mar Kchippel. Broschirl uJl, 1/50.(Aeb. 3J?. 2/—. DolKsbibliotheb des gesammten menschlichen Wissens. Vo# M. LieKKuriht. a Heft 10 Pf. Heft 1— 81 bereits erschienen. Von Heft � ab„Dir französtsthr Keuolutton" von M. Liebknecht, Kerliner Arbeiter-Kibliotheb. Von Mar Schlppel. Erschienen Heft> bis 4. Heft 1: Ein sozialistischer Roman. Heft 2:- Der Nutzen der Gewert- schaften. Heft 3; Die Arbeiterinnen- und Frauenfrage der Gegenwart. Heft 4' Der Sozialismus in Frankreich seit der Pariser Kommune, a Heft 15 und 20 Pft Die Arbeiterinnen-Dewegnng Kerlin». Von A. K-rg-r. a Heft 30 Pf. Ferdinand Kahalle eine Gedenkschrift zu seinem 25 jährigen Todestag. Von Mar Kegel, a 50 Pf. Arbeiter-Notizhalender. Kleine Aufgabe a Exemplar 50 Pf. Die Klahengegeusahe no« 1789. Von Karl Kautsky. a Exemplar 50 Pf. Die Sonntags-Arbeit. Von August Kebel. Brosch. M. 1,—. Sybil. Roman von Diaraeli» übersetzt von Natalie Liebknecht. Die Ultter der Arbeit. Nach dem Amerikanischen des Zor von Natalie Liebknecht. Die französische Revolution. Von MUhelm du»». Gebunden in prachtbaud. a Exemplar M._5�0. Einbanddecke« zu Robert Klnm a Exemplar 35 Pf. Nidchdr, Verantwortlicher Redakteur: U. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SV/., Beuthstraße 2.