Nr. ZW. Donnerstag, den 18. InU 1889. G. Jahrg. lerlinerüplkstilalt. Brgan für die Interessen der Ardeiter. Das„Berliner'Lv lrsv»all- krlchemt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei vierteljährlich 4 Mark, monatlich U5 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer Sonntags-Nummer mü dem.Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer «Mtmion Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemeni 4 Mark pro Quartal. «i» i(Eingetragen in der Postzeitungsoreisliste für 1889 unter Nr. 860.) f"* Anstand: Täglich unter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Rauin 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr VonnittagS geöffnet. -» Fernsprecher: Amt VI.|tr. 4I0G.,--»- Vevaktwn: VeuthsttraHe S.— Expedition: Jimmevitrotze 44. Oben sxrnren, unten beznhlen! Diesen Spruch liest man nun in allen möglichen Trl,tmett'n den spießbürgerlichen Blättern, nach' « Ü t.,roorden ist, daß das schreckliche Eisen „? S'üi! bei Röhrmors durch einen schlecht' allen nachdem fest- s bahn schlechtbezahlten Und t V y 4. m V V» vwvvy VM«V»1„ f «>.■;auIn zu seinem verantwortungsvollen Posten befähigten tu*en�. 81 herbeigeführt wurde. Heber diesen Unglück- er9'8lt sich die volle Schale spießbürgerlichen Zornes ?Qn'si froh, einen Sündenbock zu haben. Indessen sei Lb"ran erinnert, daß man, wie gewöhnlich, den Brunnen % �decken will, nachdem das Kind hineingefallen ist. Die eiterblätter haben schon seit langen Jahren aus diese uj, te Angewiesen, deren Vorhandensein die Spießbürger- tCfet 4.» fTsirt. i w wf Ptl ttl dPf PTT � oh y »az«( J Bisten. Ieht endlich zugeben. Die unteren Beamten, in deren (tniT c,, Fürsorge für die Sicherheit der Reisenden gelegt, ht bezahlt, daß sie kaum existiren können; oft täglich eme Summe von Diensten zu die sie kaum bewältigen können. Schlecht fink V und übermüdet, wie dann die Leute oxt.'Junn ihnen leicht ein Fehler, ein Versehen, eine Ver- fteben'� Yassiren, woraus die schrecklichsten Folgen ent- Weis.' A�a's- und Privatbahnen sündigen hier in gleicher der v» Erinnern wir uns doch, vor einiger Zeit im Etat t e r i uh�dahnen in Elsaß- Lothringen Bahnwär- Vco t" n e n"iii, wenn wir nicht irren, 45 Pfennig Lohn daß di°s aufgeführt gesehen zu haben. Kann man verlangen, dige«- F�uen für einen so geringen Lohn die nothwen- in ufmerksamkeit bethätigen, namentlich wenn sie zugleich die zz-. Haushaltung oder' sonstwie beschäftigt sind? Aber der p ftett Direktoren, die sich gravitätisch auf den Polstern da""'"gen wiegen und große Gehälter beziehen, haben Mafi? t°ube Ohren gehabt'. Für sie ist das Bestreben �»gebend, die Bahnen recht„e r t r a g s f äch l g" zu machen kein-«. kann auf Weichensteller und Äahnwärtennnen Beiri-iu,-fühl genommen werden. Es wird an den sonach v r s° viel wie möglich gespart und man hat Konkn..� Erscheinung, welche sonst die Wirkung der tveen der Privatunternehmer ist. Die Herren Drrek- Aktinn" 8u sich das Wohlwollen der Regierung oder der reede l�Xr erwerben und zu erhalten, wenn die Bahnen des n--k �oberschüsse machen, während weder die Interessen difen• Publikums noch die der beim Betrieb verwen- angx��deren Beamten die Berücksichtigung erfahren, die „Oben sparen, unten bester be- üabi nun der Ruf: von allen Seiten ertönt, so wollen wir nur auch vtrio!' bafc er ernst gemeint ist und daß er nicht wieder dis man eine Abhilfe erreicht hat. Man kann verdenken, wenn wir einigermaßen skeptisch sind iLr über von Leuten, die in dieser Sache bisher die äußerste JrculUcto it. 1,5 ®tn GsldmenfÄl. Roman von Maurus Jükai. ;r,'"Plein armer Mann hatte mir viel erzählt von einer der �usel, welche vor fünfzig Jahren im Röhricht neben dalii»radina sich gebildet hatte. Er ging im Herbst öfter lagen, und sprach viel von einem ausgehöhlten Felsen, Jnul? n Schutz gesucht gegen Unwetter. Er sagte: die für«)' deinen Herrn. Die Donau hat sie aufgebaut— v.-'"emand. Keine Regierung hat Kenntniß von ihr, kein . nv ein Recht, sie als sein Besitzthum zu beanspruchen. Bö, pMgt und dort säet Niemand. Der Boden, die un m> baä®raä' die darauf wachsen, gehören Niemandem Jiiii.t enn sie herrenlos ist, diese Insel, warum sollte ich Dn>, 0011'lu besitz ergreifen? Ich erbitte sie mir von der �?ü. Warum sollte sie mir sie verweigern? Ich werde ru,,?' darauf bauen. Wie ich sie bauen werde? was für schon lxh � weiß es noch nicht. Die Roth wird es mich ihn'c�lv Kahn war mir noch geblieben. Der Richter hatte In bemerkt, und ihn daher nicht mit Beschlag belegt. tubpri" f.�ten wir uns; ich, Noemi und Almira. Ich in m-f hinüber auf die herrenlose Insel. Ich hatte lehrte mich'� noch kein Ruder geführt, aber die Noch wund'� � jenes Stück Erde betrat, ergriff mich ein was Gefühl. Es war, als hätte ich Alles vergesten, gab ,«�ußen in der Welt mit mir geschehen war. Es um- Nuh. eine wohlthuende, herzbesänftigende Stille und Nachdem ich Au, Hain und Wiese abgegangen war, Gleichgiltigkeit an den Tag gelegt haben. Wenn aber eine bestere Einsicht wirklichPlatz gegriffen hat, sowollen wir das freudig be- grüßen und wollen hoffen, daß sie sich auch praktisch und nicht nur in gelegentlichen Phrasen geltend macht. Aber wir wollen mit dem„Oben sparen, unten besser bezahlen!" auch nicht bei den Weichenstellern und Bahn- Wärterinnen stehen bleiben. Das Elend, daß die Leute, welche die meiste und die bärteste Arbeit zu verrichten haben, am schlechtesten bezahlt sino, ist ein allgemeines und findet sich nicht nur im Eisenbahnwesen, sondern schier in allen Branchen und Betriebszweigen. Dieser große Uebelstand, der am Marke der ganzen Generation zehrt und eine traurige Zukunft befürchten läßt, wenn nicht bald Abhilfe geschaffen wird, ist weniger eine Folge der Böswilligkeit Einzelner, als eine Wirkung der„freien Konkurrenz", die trotz Schutz- zöllen und ähnlichen Mittelchen unser Produktionswesen völlig be- herrscht. Andererseits ist es nun einmalMode geworden, lieber dem Arbeiter von seinem Lohne Pfennige, Groschen und Mark zu streichen, was ihm sehr wehe thut, als den Mehrwerth, resp. Unternehmergewinn nur im Mindesten anzutasten, was doch lange nicht so schmerzlich empfunden und oft kaum be- merkt würde. Wir wollen also das„Oben sparen, unten besser be- zahlen!" auch auf die übrigen Betriebe, nicht nur auf die Eisenbahnen angewendet wissen. Es sind anderwärts ganz dieselben Interessen des Publikums vorhanden und die Ar- beiter sind auch gleich schlecht gestellt. Aber warum stößt das Verlangen nach Abschaffung der Sonntagsarbeit, nach Einschränkung der Frauen- und Kinder- arbeit, nach Beseitigung der Akkordarbeit und nach Ein- führung eines zehiistündigen Normalarbeitstages auf einen so hartnäckigen Widerstand seitens der Unternehmer? Weil sie glauben, es könnte dadurch ein Theilchen des Unternehmergewinns ausfallen. Aber wäre denn hier nicht ebenso wie anderwärts die Forderung berechtigt:„Oben sparen, unten besser be- zahlen!" Was dort recht ist, muß doch auch hier billig sein. Aber wir leben in einer Zeit, deren charakteristisches Zeichen die rasende Jagd nach Gewinn, der Gelddurst, die übertriebene Genußsucht und der grobe Materialismus sind. Sehen wir uns doch heute thatsächlich vor die Chinesen- frage gestellt. Die Rheder haben ausdrücklich erklärt, sie hätten auf ihren Schiffen die Chinesen angestellt, weil diese mit niedrigeren Löhnen zufrieden sind. Um auf diesem Wege eine Steigerung oes Unternehmergewinnes herbei- zuführen, scheut man sich nicht, eine Kuli-Einwanderung vor- zubereiten, die, wenn sie zu Stande kommt, derKülturentwickelung unseres Landes unendlich mehr schaden wird, als ein un- glücklicher Krieg. Aber aus diesen traurigen Thatsachen schöpfen wir auch die Hoffnung, daß die Gesetzgebung nicht mehr lange Zeit ruhig wird zuschauen können, wie sich die Ausnutzung und wußte ich schon, was ich hier beginnen werde. In der Au summten die Bienen; im Hain blühte die Haselstaude, auf der Oberfläche des Wassers schwamm die Wassernuß; am Ufer sonnten sich die Schildkröten, um die Baumstämme krochen Schnecken, und im Sumpsgestrüpp reifte der Manna- schwingel. Das ist hier dein gedeckter Tisch!— Und das Gehölz war voll junger Obstwildlinge! Die Goldamseln hatten von der Nachbarinsel die Samenkerne hingetragen, und schon rötheten sich die wilden Aepfel auf den Bäumen, und der Himbeerstrauch hatte noch Spätfrüchte. Ja, ich wußte, was ich auf dieser Insel beginnen werde. Ich werde einen Garten Eden aus ihr machen. Ich allein. Die Ar- beit, die ich hier zu thun habe, kann auch ein einzelner Mensch, ein einzelnes Weib verrichten. Und dann werden wir hier leben wie die ersten Menschen im Paradiese. „Ich hatte den Felsen gefunden mit seinen natürlichen Grotten. In der größten lag eine Streu Heu ausgebreitet. Sie hatte einst meinem armen Mann als Ruhestätte ge- dient. Ich besaß ein Wittwenrecht darauf; es war mein Erbtheil. Ich stillte dort mein Kind, schläferte es dann ein, bereitete es in das Hey. und deckte es mit meinem großen Umhänqetuch zu. Zu Almira sägte ich: bleib' hier und halte Wache bei Noemi, bis ich zurückkomme. Dann ruderte ich zurück auf die große Insel. Ueber die Veranda meiner Sommerwohnung war ein Linnendach ausgespannt- ich nahm es herab. Das werden wir als Zelt, als Wecke, später vielleicht als Winterkleid benützen können; in das Linnen that ich dann, was noch an Küchen- und Garten- geräthen herumlag, und machte ein Bündel daraus, so groß als ich es auf dem Rücken schleppen konnte. Reich beladen im vierspännigen Wagen war ich in das Haus gekommen; mit einem Bündel auf dem Rücken hielt ich meinen Auszug: und doch war ich keine Verschwenderin und nicht schlecht ge- wesen. Wie aber, wenn dies Bündel trotzdem schon gestohlenes Gut ist? Wohl wahr, was darin, ist mein Eigenthum, aber daß ich es forttrage, ist es nicht Diebstahl? Verwüstung der Volkskraft immer unheilvoller gestaltet. Man wird, trotz aller Deklamationen engherziger Professoren und ihrer Nachbeter, eben doch einsehen müssen, daß die Arbeitskraft eines Volkes sein größtes Gut ist. Dies Gut zu erhalten, wird die Gesetzgebung der Zukunft sich ge- nöthigt sehen, dem arbeitenden Volke Luft zu machen und es vor dem Hinabsinken in den Abgrund des äußersten Pauperismus zu bewahren. Dann findet sich die Basis zu einer gedeihlicheren Fortentwickelung ganz von selbst. IllterullMnaler Arbelterkongreß zü Mrls. czn. Paris, den 15. Juli. Am 14. Juli, Vormittags UO Uhr, wurde in der„Salle PetreUe" der internationale sozialistische Arbciterkongreß programmgemäß er- öffnet. Der Saal erwies sich bei weitem zu klein, um ein Weltparlament der Arbeiter, wie man noch keins vereint ge- sehen, und das zahlreich herzugeströmte Publikum zu fassen. Eine sympathische Menge, der Mehrzahl nach aus Arbeitern bestehend, drängte sich Kopf an Kopf in den vor dem Sitzungslokal gelegenen Räumen bis vor die Thür. Paul L a f a r g u e eröffnete den Kongreß im Namen des Organisationskomitee's mit einem herzlichen und be- geisterten Willkommensgruß an alle ausländischen Delegirten, welche von Nord und Süd, von West und Ost herbei- geeilt, um sich um das proletarische Banner zu schaaren. Ganz besonders bewillkommnete er die in so imposanter Anzahl erschienenen deutschen Delegirten, die gekommen, den hehren Pakt der Verbrüderung zwischen dem deutschen und französischen Proletariat zu besiegeln. Ihre Anwesenheit auf dem Pariser Kongreß ist von um so größerer Bedeu- tung und Tragweite, da sowohl die deutschen wie die fran- zösischen Machthaber ihr Möglichstes gethan, einen völker- verzehrenden, freiheitsmörderischen Haß zwischen beiden Nationen zu schüren. Die Thatsache, daß die Arbeiter zweier Nationen, welche einander vor 18 Jahren blutig bekämpften, brüderlich die Hände reichen und Schulter an Schulter stehen, ist von mehr Bedeutung für die proletarische Bewegung, als alle Reden, die gehalten, alle Diskussionen, die gepflogen werden können. Das französische Volk hat nicht vergessen, daß es deutsche sozialistische Reichstags- Abgeordnete waren, welche mitten im Siegesrausche der Erfolge von 1870 das sozialistische Banner erhoben und sich mit den Besiegten, mit den Geächteten und Verleumdeten der Kommune solidarisch erklärten, welche gegen die Verge- waltigung von Elsaß-Lothringen protestirten. Das franzö- fische Proletariat verfolgt voller Theilnahme den heroischen Kampf, den das deutsche Proletariat so bewunderungswürdig mit ruhiger Entschiedenheit durchführt. Trotz einer politi- schen Schreckensherrschaft, trotz Belagerungszustandes und Ich wußte es nicht. Die Begriffe von Recht oder Unrechts von dem was erlaubt oder unerlaubt, waren in meinem Kopf ganz in Venvirrung gerathen. Ich floh mit dem Bündel wie ein Dieb aus meiner eigenen Behausung. Auf dem Wege durch den Garten schnitt ich von jedem meiner prächtigen Obstbäume ein paar Zweige ab, und Schößlinge von den Feigenstöcken und Beerensträuchern, las die herabgefallenen Samenrerne vom Boden auf und that sie in meine Schürze — dann küßte ich die herabhängenden Zweige der Trauer- weide, unter der ich so oft süß geschlummert und geträumt hatte. Nun war es für immer aus mit diesen glücklichen Träumen. Nie kehrte ich wieder an diesen Ort zurück. Endlich nahm mich der Kahn auf und trug mich die Donau hinab. „Während ich so zurückruderte, ängstigten mich zwei Dinge. Das Eine war: auf der Insel' Hausen unliebsame Bewohner, Schlangen. Gewiß giebt es deren auch in jener Felsengrotte. Der Gedanke daran flößte mir Abscheu ein und Furcht für Noemi. Das Andere, was mich ängstigte, war: ich kann mich Jahre lang erhalten von wildem Honig, Wassernüssen, Mannaschwingel; mein Kind ernährt die Mutterbrust- womit aber werde ich Almira füttern? Das treue Thier kann nicht von dem leben, womit ich mich er- nähre. Und doch bedarf ich seiner, ohne Almira als Be- schützer werde ich vor Furcht vergehen in dieser Einöde. Als ich mit meinem Bündcl�mich zur Felsengrotte geschleppt hatte, sah ich vor mir den Schwanz einer großen Schlange, noch zuckend, und weiter davon lag der abgebissene Schlanaenkopf. Was zwischen Kopf und Schwanz fehlte, hatte Almira gefressen. Das kluge Thier lag dort vor dem Kinde, mit dem Schweif wedelnd und mit der Zunge seinen Mund beleckend, als wollte es sagen: ich habe schon gespeist. Von da an machte er Jagd auf Schlangen. Sie waren seine tägliche Speise. Im Winter scharrte er sie aus ihren Löchern. Mein Freund— denn so gewöhnte ich mich den Hund zu nennen— hatte gesun? Gefängnisses steht es an der Spitze der sozialistischen Bewe- gung der ganzen Welt. Bedeutsam ist auch, daß nicht nur die Arbeiter, sondern auch die Arbeiterinnen auf dem Kongreß vertreten sind, ihre Zugehörigkeit zu der Masse der Arbeiter, gleiches Ziel und gleiche Hoffnungen mit ihnen bekennend. Gerade heute feiert die Bourgeoisie die Revolution, welche ihr als Klaffe zur Herrschaft verhalf, sie feiert die Zerstörung der feudalen Bastille, welche sie schleifte, um an ihrer Stelle die noch schlimmere, furchtbarere kapitalistische Bastille zu errichten. Die Revolution von 1789 hat mit der Er- drückung des Proletariats, mit deffen Auslieferung auf Gnade und Ungnade an die Bourgeoisie geendet. Die Ausstellung mit ihren Meisterwerken der internationalen Arbeit ist em lebendiges Bild des Fortschritts, der sich voll- zogen hat, aber sie zeigt auch deutlich, daß derselbe nur einzelnen Bevorzugten zu Gute gekommen ist.— Als das Bürgerthum seine Revolution begann, entsendete es Emissäre über ganz Europa, die beauftragt waren, Spm- pathie für die Bewegung und die vollzogenen Thatsachen zu werben. Das für seine Befreiung kämpfende Pro- letariat der ganzen Welt thut jetzt das Gleiche und das in Paris vereinigte Ärbeiterparlament der ganzen Welt feiert die große Revolution in würdigerer Weise, als dies die Bourgeoisie mit ihren offiziellen und militärischen Festen thut. Das Proletariat wird durch Auf- Hebung der Klassengegensätze beenden, was 1789 und 1793 begonnen. Das Proletariat legt den Grundstein zur großen Liga des Friedens und der Freiheit, zur Liga der vereinigten Staaten der ganzen Welt. Hier stehen die Apostel des neuen Evangeliums, den verschiedensten Nationen angehörend, aber alle um das nämliche Banner gruppirt. Nach der mit stürmischem Beifall ausgenommenen Rede wurden Liebknecht und V a i l l a n t zusammen als Präsidenten erwählt, um dadurch äußerlich das Band zwischen dem sozialistischen Frankreich und dem sozialistischen Deutschland zu kennzeichnen. Zu Beisitzern wurden erwählt der sozialistische Deputirte C o st a(Italien), A n s e e l e aus Gent, Frank t für Ungarn, Ferro ul(Frankreich); als Sekretäre sungirten laut Wahl L a w r o f f (Rußland) und Domela Niuwenhuis(Holland). Vaillant dankte darauf den Kongreßmitgliedern für seine Wahl und hob nochmals die Bedeutung des Kongreffes her- vor, die sich in die Worte zusammenfassen laffe:„Friede und Solidarität." Die Theilnahme, welche das Proletariat der ganzen Welt dem Kongreß entgegenbringe, sei ein M- weis für das Klassenbewußtsein und das Kraftgesühl der Enterbten. Sie wissen, welche Forderungen sie erheben und welcher Weg zum Ziel führt. Liebknecht ging in einer zündenden Ansprache nochmals auf die Bedeutung des Kongresses ein. Schon 18*19 auf dem von der Internationale organisirten internationalen Kongreß zu Basel hatte die französische Gruppe das Prole- tariat der ganzen Welt zu einem Kongreß nach Paris ein- geladen. Besonders Varlin hatte zu einem internationalen Kongreß zu Paris, allerdings in dem von der bonapartistischen Gewaltherrschaft befreiten Paris eingeladen, 20 Jahre sind seit der Aufforderung verstrichen; ein Krieg ist gekommen, die Kommune hat gelebt und ist gefallen. Varlin, einer der edelsten und bedeutendsten Vorkämpfer des Proletariats, ist verwundet durch die Straßen geschleppt, gemißhandelt, end- lich an einer Mauer füsilirt worden. Damit noch nicht zu- frieden, hat die Bourgeoisie die Kommune und ihre Träger mit Verleumdungen überschüttet. Die Regierungen und die Reptilienpresse haben späterhin Haß zwischen den Völkern zu säen, die internationale Verbrüderung zu hintertreiben gesucht. Trotzdem hat sich das universelle Proletariat in Paris zusammengefunden und steht Hand in Hand. In dieser Thatsache der Einigkeit und des internationalen Soli- daritätsgefühls liegt die wahre Bedeutung des Kongresses. tlnd um diese Einigung möglich und zur Wahrheit zu machen, haben wir den Kongreß bedingungslos Allen offen gestellt, die nur kommen und sich an demselben betheiligen wollten.— � Hierauf wurde die Wahl der Kommissionen vorge- schlagen, welche für jede Nation die vorliegenden Mandate zu prüfen hatte. Während einer Pause von zehn Minuten wählte jede Nation nach stattgehabter Besprechung ihre Kommission. Die Engländer enthielten sich noch der Wahl, da das Gros der englischen Delegirten erst Nachmittags ankam. Die deutsche Kom- Mission besteht aus Geck, Geyer und V o l l m a r, die den, was er zum Leben brauchte und hatte mich befreit von den Gegenständen meiner Angst. „O, mein Herr, das war ein unbeschreibliches Gefühl, als wir hier die erste Nacht allein zubrachten, und Niemand anderes mit mir war, als mein Gott, mein Kind und mein Hund. Zch wage es nicht es Schmerz zu nennen; es war eher ein fast wonniges Gefühl. Ich breitete das Linnen über uns Drei, und wir erwachten erst, als das Gezwitscher der Vögel uns weckte. Nun begann die Arbeit. Die Arbeit der Wilden. Vor Sonnenaufgang mußte ich hinaus Manna sammeln. Der Ungar nennt sie deshalb Thauhirse(harmat- kisa). Die armen Weiber gehen hinaus in das Sumpfge- strüpp, wo dieses Gewächs mit süßschmeckendem Samen wuchert; die Kleider aufgeschürzt, beide Hände ausgestreckt, gehen sie das Gestrüpp ab, uno der reife Samen fällt in ihren Schooß. Das ist die Manna, das Himmelsbrot der- jenigen, denen Niemand Speise giebt. Herr! Ich habe zwei Jahre lang von diesem Brot gelebt, und täglich auf den Knieen Demjenigen gedankt� der für die Vögel des Waldes sorgt. Wildes Obst, Homg von Waldbienen, Haselnüsse, Schildkröten, Eier von Wildenten, für den Winter zurück- gelegte Wassernüsse, Landschnecken, getrocknete Pilze bildeten meine tägliche Kost. Der Herr sei gepriesen, der seinen Annen den Tisch so reich gedeckt. Und während dieser ganzen Zeit mühte ich mich mit den Aufgaben ad, die ich mir gesetzt hatte. Im Gehölz veredelte ich die Wildlinge mit den mit- gebrachten Pfropfreisern und pflanzte in das umgebrochene Erdreich Obststräucher, Weinreben und Nutzgewächse. An der Südseite des Felsens säete ich Baumwollpflanzen und Seiden-Schwalbenwurz, aus deren Produkten ich auf einem Webstuhl aus Weidenholz Gewebe verfertigte, in die wir uns kleideten. Aus Rohr und Binsen flocht ich Bienen- körbe, in welchen ich Waldbienenschwärme auffing, und schon im ersten Jahre konnte ich einen Tauschhandel mit Wachs und Homg beginnen. Müller und Schwärzer kamen manch- mal auf die Insel- sie halfen mir bei der schweren Arbeit und Keiner that mir etwas zu Leide. Sie zahlten mir mit Handleistungen und den nöthigen Geräthschaften; sie wußten schon, daß ich kein Geld annehme. Als dann die Obstäume heranwuchsen, o da fing ich an, im Reichthum zu schwim- Russen wählten Lawr off, für die Prüfung der polnischen Mandate w..rd Mendelssohn beauftragt, die Mandate der Schweizer hat Brandt zu prüfen, der Italiener C i p r i a n i und C o st a, der Franzosen L a v i g n e, G u e s d e und Vaillant, der Belgier S t o u t e m a a s, der Spanier Mezza, der Niederländer Domela- Niuwenhuis, des deutschen Oesterreichs Dr. Adler, des slavischm Oesterreichs I b e s, der Ungarn F r a n k l, der Skandinavier Petersen. Nach Verlesung vieler Begrüßungsschreiben, welche aus verschiedenen Ländern eingelaufen, darunter eine längere und sehr applaudirte Adresse des Klubs„Lessing" aus Berlin, wurde der Vorschlag Lawroff angenommen, am folgenden Tag den Ueberblick über die russische Bewegung zu hören, den Genosse Lawroff zu geben versprach. Es fanden darauf Diskussionen statt, ob die Sitzungen des Kongresses am Tage oder Abends abgehalten werden sollten, verschiedene Redner verlangten nur eine lange Morgensitzung, um den auswärtigen Delegirten zu erlauben, Paris, Stadt und Leute kennen zu lernen. Andere dagegen traten für Abendsitzungen ein, damit das Pariser Proletariat, das am Tage für die Existenz kämpfen müsse, so zahlreich als möglich den Sitzungen beiwohnen könne. Anseele und Liebknecht be- tonten, daß die fremden Delegirten mit Freuden bereit seien, der Pariser Brüder wegen das Vergnügen zu opfern, während Bebel darauf hinwies, daß die Abendsitzungen nicht nur eine matte und schlappe Betheiligung, seitens der Delegirten Abgespanntheit begegnen würden, sondern daß dieselben in dem aktuellen engen Lokal absolut unmöglich seien. Im Prinzip wurde festgehalten, einen Mittelweg zu gehen, verschiedene Sitzungen des Morgens, andere des Abends zu organisiren. Endgiltiger Beschluß ward vorbehalten in Anbetracht des Umstandes, daß man noch auf eine Vereinigung des sozialistischen mit dem possi- bilistischen Kongresse hoffte und sich also für alle Eventua- litäten nicht binden wollte. Damit gelangte das Thema einer Vereinigung beider Kongresse zur Erörterung. Liebknecht wies daraus hin, daß die deutschen Genossen zu dem Kongresse gekommen seien,, der ihnen offen gestanden, daß sie aber trotz der unversöhn- lichen Haltung der possibilistischen Führer nach wie vor sehnlichst eine Verschmelzung beider Kongresse zu einem einzigen wünschten. Trotz Allem, was auf Seiten der Possibilisten vorausgegangen, strecken wir noch jetzt unsre Hand hin, der anderen Partei bleibt nur übrig, dieselbe zu ergreifen. Genosse Werner aus Berlin forderte Konstituirung einer bköpfigen Kommission, welche sich über die Frage einer Einigung schlüssig zu machen habe. Der Antrag wurde jedoch momentan abgelehnt, nachdem Ge- nosse Bernstein und Genosse Liebknecht darauf hingewiesen, daß, so lange die Mandate nicht geprüft seien, der Kongreß nicht konstituirt sei, und daß es außerhalb seiner Macht liege, eine solche Kommission zu erwählen. Sei der Kongreß konstituirt, so werde man Alles thun, um eine Einigung her- beizuführen, die vom Ausland, ja auch von Seiten der Fran- zosen aufs Lebhafteste gewünscht werde. Trotzdem dürfe man nicht vergessen, daß die Hindernisse gegen eine Vereinigung bis jetzt nur von Seiten der Possibilisten gekommen seien, außerdem, daß die Ausländer nicht mir nichts, die nichts über die Köpfe der französischen Marxisten weg verhandeln und von diesen, denen gegenüber sich die Possibilisten so unbrüderlich erwiesen, die Einigung mit der Pistole auf der Brust fordern können. Er könne auf das früher Gesagte verweisen: Hier ist unsere Hand, an Euch, Possibilisten, liegt es, einzuschlagen. Die nächste Sitzung ward für Montag früh i9 Uhr anberaumt. PolitifUic Meberstrhk. De» Rühmen» der Sazialgrsetzgebung, so wie durch dieselbe auch nur ein kleiner Thcil der Forderungen der Ar- beiier, nicht etwa auf dem Gebiete der gesammten Lebens- stellung, sondern nur soweit es sich um eine Unterstützuna bei Unfällen und Krankheiten handelt, erfüllt ist, üt kein Ende in der Reptilien- und der übrigen Kartell- presse. So einfach auch die Forderung ist, daß die Industrie für ihre Opfer aufzukommen habe, daß unter die Unkosten der Industrie auch die Entschädigung für die in ihrem Dienst zerschmetterten Menschenknochen falle, und daß selbst men. In dem angeschwemmten Erdreich wächst jeder Baum üppig, daß es eine Lust ist. Ich habe Birnbäume, die zweimal im Jahre reife Früchte tragen; alle jungen Bäume treiben frisch um Johanni. Uud die anderen Bäume tragen jedes Jahr. Ich bin ihnen hinter alle ihre Geheimnisse ge- kommen, und weiß jetzt, daß unter der Hand eines guten Gärtners es weder ein überreiches, noch ein Mißjahr geben darf. Die Thiere verstehen die Sprache des Menschen, und ich glaube, daß auch die Bäume Ohr und Auge haben für Denjenigen, der sie liebevoll pflegt und ihre geheimen Wünsche ihnen ablauscht und sie sind stolz"darauf, wenn sie ihm gleich- falls Freude bereiten können. O die Bäume sind so ver- ständige Wesen! In ihnen wohnt eine Seele. Ich halte den einein Mörder gleich, der einen edlen Baum umhaut. „Das sind meine Freunde hier. Ich liebe sie, lebe in ihnen und durch sie. „Was sie von Jahr zu Jahr mir liefern, holen sich die Leute aus den Nachbardörfern und von den Mühlen, und geben mir in Tausch dafür, was ich in meiner Haushaltung brauche. Für Geld habe ich nichts feil. Ich habe Abscheu vor dem Gelde, dem verwünschten Gelde, das mich aus der Welt vertrieben und meinen Mann aus dem Leben. Ich will nie mehr Geld sehen. „Deshalb aber bin ich doch nicht so thöricht, um nicht vorbereitet zu sein, daß einmal Mißjahre kommen werden, welche des Menschen Fleiß vereiteln; es können Spätfröste kommen, Hagelschläge, welche den Segen des Jahres ver- nichten. Auch für schlechte Jahre habe ich vorgesorgt. Im Kellerloche meines Felsens und zwischen seinen luftigen Spalten speicherejich auf, was ich an haltbaren Tauschwaaren besitze: in Fässern Wein, in Tönnchen Honig, in Ballen Schaf- und Baumwolle in genügender Menge, um vielleicht auf zwei Jahre gegen Roth geschützt zu ssein. Sie sehen, ich habe, wenn auch kein Geld, doch eine Sparkasse. Ich kann mich reich nennen, und doch ging seit zwölf Jahren kein rother Heller durch meine Finger! „Denn seit zwölf Jahren bewohne ich diese Insel, mein Herr. Ich allein mit den zwei Anderen; denn Almira rechne ich gleich einem Menschen. Noemi behauptet zwar, daß bei Zahlung des vollen Arbeitsverdienstes der Krüppel immer einen unbezahlbaren Schaden davonträgt, wir sagen, so eiir die Forderung auch ist, wird schon aus ihrer nur theiW Erfüllung ein besonderes Aufheben gemacht, als ob nM» den Arbeitern jeder Grund zur Klage genommen und sä*- Dank dafür mit um so größerer Unterwürfigkeit abstatten m» Wie bekannt, beträgt die größte Enischädigung, die volle Rss selbst für einen Arbeiter, oer so verkrüppelt ist, daß er � Hilfe nicht einmal ein Stück Brot zmn Munde führen ßs Zwei Drittel seines Arbeitslohnes. Man kann nun w; sagen: etwas ist besser wie nichts! aber wo in der Well' sich ein Gläubiger von dem zahlungsfähigen Schuldner d*n abspeisen oder fühlt sich wohl gar noch zu ganz besono� Dank verpflichtet? Dieses Anpreisen all Oes Ungeheuren, � nach der ganzen Kartellpresse für die Arbeiter geschieht, P mehr als alles Andere, daß man die Arbeiter gar J' als berechtigte Glieder des Staates und der Gesellschap' trachtet, daß man sich gar nicht zu der Ansicht aufzuschw� vermag, sie hätten irgend etwas aus eigenem RechU' verlangen, sondern meint, sie hätten jede Kleinigkeit, die# gewährt wird, als unverdiente Wohlthat zu betrachten, j1" der Ueberschrift:„Der Nutzen der SvzialgelO gel) u_n g" hält es die„Magdeb. Ztg." für werth, einen?; aus Sieglitz bei Berlin besonders hervorzuheben, welcher der besonderen Fürsorge für den arbeitenden Stand Ze# ablegen soll. Auf einem Neubau verunglückte ein'Maiirft. dem er vom vierten Stock herabstürzte und noch an deinF Tage verstarb. Die Baugewerksgenossenschaft hat nun st a n d s I o s"(es scheint als besonderes Verdienst zu# daß die Genossenschaft den gesetzlichen Verpflichtungen der Wittwe eine Rente von 252 M. 60 Pf. und Ie? der beiden Kinder eine solche von 189 M. 60? der Familie zusammen also eine Rente von 631 M- gewährt. Rrcht wahr, eine nette Summe! Es* nur hierbei ve.schwicgen, daß, um diese Summe K,: zielen, es nothwendig war, daß der verunglückte Maurer Zahresoerdienst von 1390 M. gehabt hatte. Wenn Arbeiter sich aus dem so prahlerisch hervorgehobenen Fou? Lehre ziehen sollen, so müßte es die sein, daß sie sich und? Familie fiir den Fall von Unfällen und Invalidität am Wj versichern, wenn sie einen möglichst hohen Lohn� ziele ir. Hätte jener verunglückte Maurer sich mit Jahresverdienst von 600 M., oer vielfach, besonders, wen»; Arbeitsstockung im Winter in Rechnung gebracht wird, 3 erreicht wird, so hätte sich die Wittwe mit einer Jahres!» von 120 M. und die beiden Kinder bis zum 15. LebenK mit je 80 M. begnügen müssen. Wie ganz anders ist die»! schädigung, wenn Jemand auf einer Vergnügungsreife a»! Eisenbahn verunglückt? Da wird eine ganz aiiverc Re«» aufgestellt, die einen passenden Maßstab zum Vergleich m»' Entschädigung der Unfallsberufsgenossenschaft böte. Reber de« Entwurf eine» Erfabe« für da» listengeseb sollen, wie es heißt, während der Ferien Buudesraths vertrauliche Verhandlungen der Regieninge» � pflogen werden, so daß bei dem Wiederzusammentritt» Bundesraths bereits eine Verständigung erzielt sein uns, Vorlage frühzeitig an den Reichstag gebracht werden(»%, So melden Kartellblätter, denen wir die Gewähr W Richtigkeit dieser Nachricht überlassen. Ruchwahl in Halberstadt. Bei der am Dienstag% gehabten Ersatzwahl für den verstorbenen naiionallMss Rcichstagsabgeordneten v. Bernuth erhielten nach den bis< vorliegenden Ergebnissen Stadtrath Weber(Nat.-Lib.)-j Bürstenfabrikant Dahlem(Soz.-Dem.) 2355, Bürgerin� a. D. John-Osterwick(Kons.) 1888 und Rohland(Frei*), Stimmen. Es wird wahrscheinlich eine Stichwahl nothw*1, zwischen den nationalliberalen und konservativen Kandisssj — Bei den Sevtennatswahlen im Februar 1887 erhietz, Kartellkandidat Bernuth 21 481 Stimmen, während 3164 ML demokratische und 139 freisinnige Stimmen abgegeben w»*? Der Magdeburger Zuckerring. Die Lorbeeren,>»!! die internationalen Knpfergauner, an der Spitze die RothlAL mit ihrem„Ringe" davongetragen, hat eine Anzahl burger Millionäre nicht schlafen lassen. Magdeburg büDss, kanntlich den Hauptmarkt für Zucker. Ein„Konsortium sich nun dort zusaimnen, suchte möglichst vielen Zucker»'st kaufen, trieb damit die Zuckerpreise in die Höhe, und t», somit diejenigen, welche Zucker zu billigerem Preise zU.ch kaufen übernommen hatten, dazu, ihnen die Differenz diesem und dem in die Höhe getriebenen Preise zu Wf Nachdem das„Konsortium" so einige Millionen Tasche gesteckt hatte, kam es aber selbst in Verlegenheit,% es hatte die ungeheuren Zuckermassen auf dem Halses wollte es diese auf den Markt werfen, so mußte es befnffQ noch mehr zu verlieren, als es gewonnen hatte, llebn? hätten die'Zuckerindustriellen selbst durch das plötzliche wsL Sinken der Preise noch einen neuen Schaden gehabt. sich denn nun auch ein Ausaleich gefunden, durch welche»� „Konsortium" mit ziemlich heiler Haut, und die Klügere»� demselben wohl noch mit gutem Profit davonkommen. Raubzüge auf Kosten des Gesammtpublikums sind ss, -------< wir unserer vier seien. Bei ihr zählt auch Narcissa. Das fältige Kind! ch? „Sehr viele wissen um unser Hiersein, doch in J1 Gegend kennt man Verrath nicht. Jene künstliche Abschliß die zwischen den Grenzen der beiden Länder besteht, hay hiesige Bevölkerung verschlossen gemacht. Niemand sich neugierig in fremde Dinge, Jeder bewahrt, was er ssff, instinktmäßig als Geheimniß. Von hier gelangt keine nach Wien, Ofen oder Stambul." Warum auch sollten sie mich anzeigen? Ich bin 1 mandem im Wege und schade Niemandem. Ich baue-ss auf meinem verlassenen Stück Erde, das keinen Herrn% Gott der Herr und der königliche Donaustrom haben& j gegeben, und ich danke ihnen täglich dafür. Dank dir, � Herrgott, Dank dir, mein König!" J „Ich weiß nicht, ob ich eine Religion habe. Seit)% Jahren habe ich keinen Geistlichen, keine Kirche 0% Noemi weiß nichts davon. Ich habe sie lesen und st&jy gelehrt; ich erzähle ihr von Gott, Jesus und Moses, II, ich sie kenne; von jenem gütigen, allliebenden, allbarmheiA allgegenwärtigen Gott, von jenem Jesus, der erhaben»> lss> Leiden und göttlich in seiner Menschlichkeit, und von jenem Feldherrn der Volksfreiheit, der, in der Wüste M ziehend, lieber Hunger und Durst leidet, anstatt die mit den Fleischtöpfen der Knechtschaft zu vertauschen, t Wohlthätigkeit und Bruderliebe predigenden Moses,'"J i mir vorschweben. Von jenem unerbittlichen Gott der Ily dem Gotte der Auserwählten, dem Opfer heischenden, schmückten Tempeln wohnenden Gott, und von jenem ri legirten Jesus, dem blinden Glauben fordernden, Zins■ erlegenden, Brüder verfolgenden Jesus und von jenem y erpressenden, Haß predigenden, selbstsüchtigen Mösts,( denen Bücher und Kanzeln, Glocken und KirchengesänS zählen, von denen weiß sie nichrs.. f „Nun wissen Sie schon, wer wir sind und ji hier machen. Erfahren Sie jetzt auch, womit dieser J" uns droht. (Fortsetzung folgt.) WoithnV fm fl""Cn-5C/ i.0 n'cr�en ihre Unternehmer noch als fäll!„i �imannilche Genie's gepriesen, und ihre Weisheit Aibt nitf o,', 1061111 es sich darnm handelt. Bann und „J»u schleudern, die sich vereinigen, mn Ct-r"-. O" um «Frnfinmge Zeitung�: Magdeburg in Szene ai utamen erfunden,' .,—,<41 ucuci gu(ajicuüciu, uic nu; ucicuiiHtu/ uu» «m paar Groschen Lohn mehr flir sich und ihre Familie zu erwerben.— Zu dem Magdeburger Zuckerring sagt die „Für den Zuckerschwindel, der m gesetzt worden ist, hat man einen neuen ...-------- der schon durch seinen nationalen Klang eine gewisse Sympathie zu erwecken geeignet ist. Man nennt ihn nicht einen Ring, sondern eine Hochpreisvereinigung. WeU che« Hochgefühl doch ein Name zu erwecken vermag! Nach unserer Auffassung ist dieser Magdeburger Zuckerschwindel wenig- Itens ebenso streng zu beurtheilen, wie die Hamburger Kaffee- schwänze, welche im vergangenen Jahre so viel Staub aufge- unrbslt hat. Während damals die ganze offiziöse Preise auf den Beinen gewesen ist, um diese Schwänze zu verurtheilen, und nach Matzregeln auszuspähen, durch welche der Wieder- holung solcher Vorgange vorgebeugt werden könnte, wird das Magdeburger Vorkommniß autzeroroentlich glimpflich behandelt, möglichst mit Schweigen zugedeckt und allenfalls die Besprechung desselben in den Handelstheil verwiesen. Die Knsis scheint für dm Augenblick beendigt�„.. Gewrrbrkchicdsgerichtc. Die„Franks. Ztg. wlder- (pncht der Nachricht, daß die bayerische Regierung die.lblicht habe, den Entwurf eines Reichsgesetzes über die Errichtung von Gewerbeschicdsqerichteii einzubringen. Die Gemeinden werden UM so mehr Veranlassung haben, ihre eigenen Bestrebungen vuf die Einführung solcher Gerichte fortzusetzen. � , Nnsammlungen von Kergarbeitern habm am �onn- fast allen Orten des rheinisch-westfalischen Kohlenbezirks Uatiaefiitthtm der bereits erwähnten Versmnmlun� m '-------<0 vvv VtlVllU VHVW*/.......~ I—....... O f.,,?1""' welche unter dem Vorsitz des Bergmanns Meier statt- li?/Änte Bergmann Schröder-D''''' fpimV«ergmann Scyroocr-Dortmund abermals, daß achten durchaus friedlich seien. In Bezug auf eine laut,. allgemeinen Bergarbeiterverbandes für Rhein- Westfalen traten Meinungsverschiedenheiten hervor. bon,l 5?" die Sache für nicht genügend vorbereitet und dem � DerfniHH, Jede Uneinigkeit schade und entferne von riitot?®n llkmeinsamen Ziele, auf das alle Bestrebungen ge- «jürtm x tnuB'en- Iii erster Linie handle es sich gegen- solck»?.«inen neuen Ausstand zu verhüten, denn ein Ein er den Bergleuten das größte Unglück bringen. Wesen gestellter Antrag auf Zlusschlietzung der an- aus der Presse wird abgelehnt, als Schräder Mn» J Bedenkliche eines solchen Schrittes aufmerksam macht. eine 3W1® � �lieblich dahin, am 28. d. M. in Bochum 18 A'elenversammlung abzuhalten, ans welcher der am so» Ä"? Dorstfeld stattstnoende Tag vorbereitet werden atin«, ,iarau�?urde die bereits gestern erwähnte Resolution festa-s-�'"?�. in der Delegirtenversammlung vom 19. Mai und 1,% �rist von zwei Monaten zur Regelung der Wünsche lanaern m'��en der Bergleute auf unbestimmte Zeit zu ver- luna Bezuglich der Beschwerdetabellen, welche zur Verthei- ennpini,.?'«11' wurde beschlossen, sie durch die Delegirten der wird fsür jer$Sn ausfüllen zu lassen. Bei diesem Gegenstande Bedenk» ch der jetzt angestellten amtliche» Erhebungen das gen«, m ausgesprochen, dag die zur Vernehmung herangezo- iinm»» �«Nonen aus dem Bergarbeiterstande vielleicht nicht geaensÄ�ssaete Vertreter der Arbeiter sein dürften. Dem- Siiifk. cmerkt Schröder, daß man in Dortmund in diesem geeia,,»»? Vertrauen zeige. Wenn übrigens wirklich eine un- wand n» Persönlichkeit verhört werden sollte, so sei es ja Nie- Die b-, �ownien, einen anderen Bevollmächtigten zu ernennen. In-�'Beschwerden gingen stets versiegelt dem Obcrbergamte zu. die habe man auch einen Minimallohn festgesetzt und in einer, st gewerblicher Schiedsgerichte beansprucht. Auch gab s!? zugleich jn Essen tagenden Bergarbeiterversammlung Allgemeinen die Ansicht kund, daß eine Wieder- lein eines Streiks für die Bergleute ein großes Unglück sllininlii«„, Bergmann Schmitz-Huttrop führte in dieser Ver- über �st folgendes aus: Die Klagen der Arbeiter On,(„« schlechte Behandlung durch die Be- daß bi° vollständig berechtigt und stehe es zweifellos fest, Berati.». stmten damit nur den einzigen Zweck verfolgen, die Sw IDtphpv mm fcirp'tf m frmhpn urth in der öffentlichen wohl»in. e h a l t n i s s e anbetrifft, so sei auf einigen Zechen seien tu. Aenderung erfolgt, auf den meisten Zechen dagegen fotb»rt l.m«Hri(|cn Löhne wie früher bestehen geblieben. Redner bis« Bergleute auf, den Waffenstillstand zu verlängern Aussei Beendigung der Untersuchung(Rufe: Nein! ResotuUn lleht nicht!) Schließlich wurde auch hier eine stche ir angenommen, wonach im Vertrauen auf die behörd- ?.«s!uchung der mit dem 19. dieses Monats abgelaufene werdei,?d vis nach Ablauf der Untersuchung verlängert lung /,§ dahin aber allmonatlich eine Delegirtenversamm- Fern»» I weiteren Beschlußfassung abgehalten werden soll. staae» die Versammlung, das Komitee zu beauf- WixmXt unt* Leven. einer®ln5'l'ch« Ehrerbietung. Wie tief soll die Verbeugung rill»» 4'«« den Eltern gegenüber sein? Mit dieser schwie- Der hatte sich kürzlich ein russischer Richter zu befassen. bvmk�.sttzer von der Odessaer Vorstadt Bogajewka, Krysha- Eni.- verlangte durch den Friedensrichter Herrn Dian die Grm-»„ Winer Tochter aus seinem Hause, weil sie beim rede»? st%nor ihren Eltern nicht verbeugen wolle. Auf Zu- Ning ,des Richters erklärte sich der Vater bereit, seine Forde- N'." 1"" cn Sitte gebräuchliche Verbeugung machen wolle. Die 'Leu Sitte gebräuchliche Verbeugung Ml Mter befolgte das Verlangen des Vaters: �.»le letzt die Tochter, I! als sie aber die schrie der Vater:„Niedriger, noch Kopf, bis zum Gürtel!"—„Nein," stfTn./»"v uie Tochter,„so lief beuge ich mich nicht, und wenn o>n f. dem elterlichen Hause muß!" Der Richter befahl dar- Au n»», Fechter, das HauS ihrer Eltern binnen sieben Tagen ubn»?' Darja besann sich hierauf eines Besseren, und v>e gewünschte Verbeugung bis zum Gürtel aus! Wer?usftsche Dichter II.©. T schere, ischewski, Ver- 8cift»nr5 seinerzeit von der russischen Jugend mit größter Be- floblirfT" aufgenommenen Romans„Was thun?", wurde an- revolutionärer Bestrebungen im Jahre 1864 zu stbenslb Arbeit in den Bergwerken verurlheilt und dann runa<;»»?st.$JchciH Sibirien verbannt. Bald nach dem Regie- wclck»»n Alexanders III. wurde dem schwergeprüften Dichter, Gefnn~° wgend welcke aeistiae Anreaung in Wiluisk als Astr? Aener eines welche geistige Anregung Polizcibeamten lebte, der Aufenthalt in er, unter völliger Be- m Saratow wohnen zu In seinem Blatte„Truth" macht der eng- Herzjnx Abgeordnete Henry Labouchere folgende offen- Am»»»*»:„Manchmal bittet man mich, eine politische (nbu»al,t � jwltm und ab und zu nehme ich auch die Ein- stche 3ft»fül �lets aber hat es mich gewundert, daß cS mensch stelitisrfi»» st�bt, welche bereit sind, mich anzuhören. wahr in,'Jagen sind allgemein ziemlich avgedroschen. A..- S.---- n----- Ifl. ifi.. 1 4 Die WaS WWMKR- e«iner Provinzialstadt. Ich fing an. Die Zu- die Grubenvenvaltungen die Sperre gegen die gcmaßregelten und entlassenen Arbeiter bis zum 1. August aufheben, um so dieselben vor dem Ruin zu bewahren. Endlich beschließt die Versammlung, daß durch die Beschlüsse den Entschließungen der Bochumer, sowie derienigen der großen deutschen Delegirten- Versammlung in Dorstfeld nicht vorgegriffen werden soll, um so leichter die angebahnte große nationale Vereinigung der Berg- leute herbeizuführen. Aus Dortmund schreibt man uns: Für die Bergleute der Reviere Dortmund und Essen wurde der Berginvalide D. E k h a r t aus Essen, ein alter Lassalleaner und Streik- deputirter, zum internationalen Kongreß nach Paris geschickt. Die Maßregelungen von Bergleuten seitens der Gruben- Besitzer dauern noch fort, so daß die Zahl der arbeitslosen Bergleute immer größer wird. Wenn nicht die Armuth zu groß unter den Bergleuten wäre, würde der Streik von neuem ausbrechen. Wenn die eingeleitete Untersuchung von Seiten der Regierung beendet, und man nicht zu Gunsten der Berg- leute eingreift, bricht nächstes Jahr der Streik unzweifelhaft von neuem aus. Im Anschluß hieran sei eine Nachricht aus Essen, den 16. d. Mts., welche das offiziöse„W. T. B." verbreitet, mit- gethcilt:„Nachdem auf der Zeche Dahlbusch in Rotihausen bei Gelsenkirchen der Deleairte Kampmann, welcher sich wiederholt in ungebührlicher Weise(???) gegen den Betriebs- führer benommen hatte, heute entlassen wurde(!), sind daselbst mehrere Bergarbeiter zur Nachmittagsschicht nicht ange- fahren." Stuttgart. Die in voriger Woche behaussuchten und wegen Verdacht des Vertriebs verbotener Schriften in Unter- suchungshaft genommenen, nach zwei Tagen indeß entlassenen Schriftsetzer Geiger und Maschinenmeister Guldenfels sind am Mittwoch auf's Neue verhaftet worden. Uetersen. Haussuchungen. Als am 26. v. M. die Darrenarbeiter die Arbeit niederlegten, hatten viele Bürger er- klärt, die Arbeiter unterstützen zu wollen. Am Freitag, den 5. d. M., wurde nun der Arbeiter B. von einem Gendarmen beim Sammeln betroffen, verhaftet und auf das Bürger- meisteramt geführt, wo ihm die Sammelliste und bei ihm ge- fundene 21 M. abgenommen wurden. Er sollte nun angeben, wo der auf der Liste verzeichnete Mehrbetrag geblieben sei und erklärte, den Betrag an Gröschner abgeliefert zu haben. Die Polizei, vier Mann hoch, erschien nun bei letzterem und forderte diesen auf, das Geld herauszugeben. Als G. der Polizei bedeutete, daß er das Geld nicht habe, erklärten die Polizisten, Auftrag zu haben, eine Haus- suchung vorzunehmen. Auf die Frage, ob sie eine Vollmacht dazu hätten, erklärten sie, das thäte nicht nöthig; wenn der Bürgermeister oder Amtsrichter in eigener Person käme, hätten sie ja auch keine, und als ihnen bedeutet wude, daß sie weder Bürgenneister noch Amtsrichter seien, sondern Unterbeamte, er- klärten sie, die Haussuchung auch ohne Vollmacht vornehmen zu wollen. Dieselbe war denn auch eine sehr gründliche. Ge- funden wurden mehrere Jahrgänge des„Berliner Volksblatt" und der Hamburger„Bürgerzeitung", der„Wahre Jakob", ein sozialdemokratisches Liederbuch und einige Broschüren über die Verhandlungen des Reichstages. Auch die Bücher der Tischler- fasse wurden durchsucht, aber keine Streikaelder gefunden. Die Beamten waren denn auch mit dem Resultat keineswegs zu- frieden und erklärten Herrn G., er müsse mit zum Bürger- mcister kommen. Dort berichtete der leitende Wachtmeister, daß außer den in seinen Händen befindlichen Schriften nichts ge- funden sei. Am meisten verdächtig kam ihm das„Verl. Volksbl." vor; dasselbe wäre doch verboten, meinte der Herr Wachtmeister. Jawohl, erklärte der Herr Bürgermeister, dasselbe war verboten, ist aber wieder freigegeben. Offenbar verwechselt der Herr Bürgermeister das„Volksblatt" mit der„Volks-Zeitung". Die beschlagnahmten Schriften wurden denn auch als nicht staats- gefährlich wieder zurückgegeben und Herr G. ebenfalls wieber entlassen. Dann wurde noch bei den Arbeitern N., B. und C. gehaussucht, jedoch nichts gesunden. Da» schWeizerischr Iustizdepartemeut hat, der„Franks. Ztg." zufolge, eine Untersuchung über die Organisation des Landesausschusses der deutschen Sozialisten, dessen Stellung zum Londoner„Sozialdemokrat" und zur Agitation in Deutsch- land eröffnet.— Kann man willfähriger gegen Deutsch- land sein? Zur Situation i« Europa. Der englische Premier- minister sagte im House of Lords: Die gegenwärtige politische Lage des europäischen Kontinents sei so unsicher wie nie zuvor, und es sei sehr zweifelhaft, ob die gegenwärtigen Herrscher sich auf weitere fünf Jahre behaupten könnten. Zu dieser Er- klärung vom ersten Minister Großbritanniens bemerkt der „Standard": Ein Heim für Kaiser und Könige außer Dienst wird ganz sicher ums Ende dieses ereignißreichen Jahr- Hunderts in London errichtet werden müssen; der Stadttheil King Crob(Königskreuz oder Königsleiden) würde dazu ganz geeignet sein. höhrer standen wie die Häringe beieinander. Nach 1v Minuten schien fast Jeder zu schlafen. Ich hielt eine Weile an. Meine Zuhörer wachten auj und riefen:„Fortfahren!" Ich kam mir vor wie ein Schlafmittel. Das war allerdings kein Kompli- ment für mich; ich konnte jedoch nicht leugnen, daß die Be- wohner dieses Thales des Schlafes gesunden Menschenverstand hatten!" Gin interrffanter Versuch mit dem Fernsprecher ist neuerdings in Norivegen veranstaltet worden. Der Eigen- thümer eines Setterhundes veranlaßte, daß dieser in der Nähe eines Telephons aufgestellt wurde, und rief ihn aus einer an- deren Fenisprechstelle an. Der Hund erkannte die Stimme seines Herrn sofort und erwiderte dessen Anruf mit einem fröh- lichen Bellen. Noch interessanter wäre es, zu erfahren, wie sich der Hund bei dem mittelst Phonographen bewirkten Anruf seines Herrn verhält. Leider ist nur geringe Aussicht vor- banden, daß der Versuch veranstaltet wird. Bisher fristet der Phonograph anscheinend fast nur mit Ausschluß der Oeffcnt- lichkeit sein Dasein und dem sehr ähnlichen Graphophon von Tainter ergeht es ebenso. Vielleicht liegt der Grund für die bisherige geringe Verbreitung des Phonographen darin, daß Edison ohne Einwilligung von Tainter dessen phonoaraphische Wachstafeln nicht benutzen darf. Ohne diese geht eS aber nicht, weil sich die Edison'schen Zinnfolien als unpraktisch heraus- gestellt habe». Durch Ginattimen vo« Gasen sind in Wandsbeck am Sonnabend mehrere Arbeiter einer Lederfabrik verunglückt. Eine etwa 11 Fuß tiefe Grube sollte wieder in Benutzung ge- nommen und deshalb von den zurückgebliebenen Gerbstoffresten gereinigt werden. Nachdem der Deckel von der Grube abge- nommen und eine Leiter in dieselbe hinabgelassen worden war, betrat ein Arbeiter die letztere. Er hatte jedoch erst wenige Schritte abwärts gethan, ats er, lvon den in der Grube ange- sammelten Gasen betäubt, hinabstürzte und in der Schlamm- masse versank. Ebenso erging es drer anderen Arbeitern, die dem Verunglückten zu Hilfe eilen wollten. Der fünfte Arbeiter wurde von einem gleichen Schicksal nur durch rasches Zugreifen der auf sein Hilfegeschrei herbeigeeilten Leute bewahrt. Nachdem die Gase entwichen, wurden die vier Verunglückten aus der Gnibe herausgeschafft. Zwei Aerzte waren schnell herbeigeeilt, doch war der zuerst hinabgestürzte Arbeiter bereits gestorben. Die andern drei lebten zwar noch, befanden sich aber fämmtlich in besorgnißerreaendem Zustande, und eö ist bis jetzt wenig Hoffnung vorhanoen, sie am Leben zu erhalten. Gesterreich-Uttgar». Wien, 14. Juli. Die„Grazer Tagespost" meldet aus Kufstein, daß wegen der schärferen Kontrole Schweizer Reisender an der deutschen Grenze eine ansehnliche Zunahme des Per- sonenverkchrs auf der Arlberg- und Brennerroute zu bemerken sei, namentlich auf der Strecke Buchs-Kufstein. Jn M ü n z e n b e r g ist der Streik der Bergarbeiter aus- gebrochen. Der Streik der Weber in Graz scheint beendet zu sein; die Mehrzahl der Streikenden soll morgen die Arbeit wiederaufnehmen wollen. Die jüngst verhafteten Streikführer Palccek und Sobotka sollen dem Strafgericht übergeben werden. Sie sind beschuldigt, durch gesetzwidriges Verhalten die Unterhand- tungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern gestört zrr haben.(!) Großbritannien. Der Oberhaus-Ausschuß zur Untersuchung des S ch w e i ß- systems beschäftigte sich am 11. d. mit den Zuständen in Leeds. Der Juwelier Jsaacs erklärte, daß das System vor 20 Jahren daselbst völlig unbekannt gewesen sei. Es habe mit der Bestechung der Mcister in den Fabriken begonnen. Wer kein Geld gab, habe keine Arbeit erhallen. Auf diese Art sei die Arbeit in die Hände einer kleinen Anzahl Vermittler ge- kommen, welche die Arbeiter in ihren Klauen hielten. Diese Vermittler zwängen die Arbeiter, in drei Tagen so viel zu thun, als früher in fünf. Der Rest flösse dann in die Tasche der Ausbeuter. Der Aus st and der Nieter in den Schiffsbauwerftcn am Clyde hat ein Ende gefunden, infolge dessen ist die drohende ArbeitSsperre, von welcher 40 000 Personen betroffen worden wären, abgewendet worden. Frankreich. Dem„TempS" zufolge lautet die Anklage gegen Boulanger auf Attentat, Komplott und Veruntreuung. Chiffrirte Depeschen, für welche der Schlüssel kürzlich gefunden worden sei, hätten den Beweis eines beabsichtigten Attentats gegen das Elisee erbracht, welchem mehrere höhere Offiziere ihre Beihilfe zugesagt hätten. Die Anklage wegen Äerun- treuungen stütze sich auf die Vorgänge bei Lieferungen für drn Staat, namentlich bei Lieferungen von Kaffee und von Militär- betten. Der„Temps" erwähnt ferner die Unterschlagung von Geldern des Kriegsministeriums, welche Boulanger für sich vci- wendet habe. Afrika. K airo, 16. Juli. General G r e c n fe l l nahm, nachdem er zu Oberst Woodhouse gestoßen war, eine sorgiä'tige Rekognoszirung der Stellung der Derwische vor, deren Stärke von ihm auf 2500 Mann geschätzt wird, und sandte dar nrf eine Proklamation in das Lager der Derwische, worin die- selben unter Zusage der Schonung ihres Lebens zur Ergebung aufgefordert werden. Wad el Njuini ließ den Ueberbringer der Proklamation züchtigen, brachte die Proklamation aber seinen Unterbesehlshabern in einer Versammlung' zur Kenntniß. General Greenfell kehrte, nachdem er weitere Anordnungen für einen etwaigen Zusammenstoß mit den Derwischen getroffen, nach Assuan zurück. Deserteure berichten, Wad el Niumi erwarte Verstärkungen, bevor er den Vonnarsch fortsetzte. Gerichks-Ieikung. Dresdner Landgericht. Wie schon kurz berichtet, fand am 10. d. M. vor der IV. Strafkammer gegen die am Morgen des 9. Mai verhafteten Arbeiter H a u p t v e r h a n d l u n g statt. Angeklagt waren: Klempner St eudteman u. Tischler Johne, Tapezirer B e r ck und Klempner Richter. Der Anklage zufolge sollen sich dieselben gegen die§§ 317 und 304 vergangen haben. Heber den Thatbestand ist folgendes zu berichten. Jn den ersten Morgenstunden des 9. Mai wurden die Angeklagten von der Polizei überrascht, als sie beschäfiigt waren, an der Eckender Schweizer- und Chemnitzerstraße eine rothe Fahne aufzuhissen, mit der Inschrift:„Hoch die Freiheitskämpfer von 1849!" Auf der Rückseite war die Zahl „40" zu lesen und sollte damit angedeutet sein, daß die er- bitterten Maikämpfe in Dresden vor nunmehr vierzig Jahren stattgefunden. Die Arbeiter wurden verhaftet und befinden sich seitdem hinter den Gefängnißmauern. Steudtemann, Johne und Berck trugen bei ihrer Bei Haftung Gummischläuche, in denen je ein Stück Blei eingebunden war, bei sich. Richter dagegen hatte einige kleine mit Sand gefüllte Säckchen im Besitz. Nachdem Steudtemann diesbezügliche Zugeständnisse gemacht, haben auch die übrigen Angeklagten während der Untersuchungshaft eingeräumt, schon die beiden rothen Fahnen vom 9. Mai und 25. Oktober vorigen Jahres aufgezogen resp. deren Anbringung gemeinsam beschlossen zu haben. Auf Grund dieser Aussagen ist die Anklage erhoben. ES liegt außer dielen Zugeständnissen absolut kein Belastungsmaterial vor. Im ersten Falle befestigte» die Angeklagten die Fahne mit der Die Staaten Europas haben, nach dm neuesten darüber vorliegenden Volkszäblungs-Ergebnissen und Berechnungen der Bevölkerung, ohne Berücksichtigung der Kolonialgebiete, folgende Bevölkerung und Fläche in ykitom.: Rußland mit Polen aber ohne Finnland 1885: 89 685 489 Einwohner auf 4 953 345,0 qkm; Deutsches Reich 1885: 46 855 704 Einwohner auf 540 608,8 qkm; Oesterreich-Ungarn mit Bosnien und der Herzegowina 1880: 39 218 303 Einwohner auf 673 420 q�m; Großontannien und Irland 1888: 37 810 208 Einwohner mit 314 628 qkm; Frankreich mit Korsika 1886; 38218903 Ein- wohner mit 528 572 qkm; Italien 1887: 30 260 065 Einwohncr mit 296 323 qkm; Spanien mit den Balearen und mit den Konarischen Inseln 1886: 17 355 882 Einwohner auf 504 516,9 q'-n>; Belgien 1887: 5 974 743 Bewohner mit 29 457 qkm; Rumänien 1882: 5 376 000 Bewohner ans 129 947 qkm; Schweden 1887: 4 734 901 Bewohner mit 450 574 qkm; Türkei 1882 ohne die Nebenländer 4 500000 Seelen mit 165 438 qkm Flächeninhalt; Niederlande 1887: 4 450 870 Seelen mit 32 999,9 qkm; Portugal ohne die Azoren und Madeira 1881: 4 306 554 Seelen mit 88872 qkm; Bulgarien und Ostrumelie», vereinigt 1887: 3 154 375 Bewohner mit 99 872 qkm; Schweiz 1880: 2 846 102 Seelen auf 41 346,5 qkm Fläche(ohne die Seen); Finnland 1886: 2 232 378 Seelen und 373 604 qkm; Griechenland mit den neuen Gebieten Arta, Trikkala und Larissa 1879: 1 979 561 Seelm und 64 689 qkm Fläche; Dänemark ohne die Neben- länder 1880: 1969 039 Bewohner und 38 302 qkm Areal: Serbien 1884: 1903 350 Seelen auf 48 586 qkm; Norwegen 1880: 1 913000 Seelen mit 322 963 qkm Areal. Unter 1000 om Bewohner haben folgende Staaten Europas: Montenegro 236 060 Einwohner und 9030 qkm; Luxemburg 1885: 213 283 Seelen aus 2 587,5 qkm; Monaco 1888; 13 304 Seelen und 21,6 qkm; Lichtenstein 1880: 9124 Seelen auf 157 qkm; San Mm wo 7816 Seelen mit 59 qkm; Andorra 5800 Seelen und 507 qkm. Die beiden bevölkerstm Staaten Europas sind demnach das Russische Reich und Deutschland, ersteres ist auch das größte Reich Europas, während in Bezug auf Areal das Deutsche Reich neben Rußland und Oesterreich-Ungarn erst an die dritte Stelle kommt. Die vier am geringsten bevölkerten Staaten Europas Monaco, Liechtenstein, San Marino und Andorra haben Be- völkerungSzahlen von Kleinstädtm, dieselbm sind auch zugleich die kleinsten Staatswesen, indem San Marino mit 59 qim noch nicht die Größe Berlins mit 63 qkm erreicht und Moncca mit 22 qkm bedeutend darunter steht. 1 Inschrift:„Hoch die Sozialdemokratie!'" an den Drähten vor dem Wettiner Gymnasinm. Um die Fahnen an den Telephon- Krähten zu befestigen, bedienten sich die Angeklagten einer Armbrust. Am unteren Theile des Bolzens war ein langer Bindfaden angebracht. So vorgerichtet, wurde der Bolzen auf die Armbrust gelegt und über die Drähte hinwegge- schössen, so daß der Bolzen auf der anderen Seite mit dem Bindfaden wieder zu Boden kam. Dann wurde an dem einen Ende des Bindfadens ein nach oben zugespitztes Bleigewicht angebracht. An diesem Gewicht befand sich Eisen- und Kupfer- draht mit den Karabinerhaken. Der Draht selbst war fest mit der Fahne verbunden. Nunmehr zog man mittelst des Bind- fadens die Fahne empor; die Karabinerhaken faßten die Telephondrähte und die Fahne blieb hängen. Die Ange- klagten wohnten damals zum Theil in einem Logis und be- gaben sich frühzeitig gemeinsam von der Wohnung Richters aus nach dem erwählten Platze. Jeder von ihnen trug die Geräthschaften abwechselnd. Geschossen hat in allen Fällen der Angeklagte Steudtemann. Johne war nur beim Aufziehen der Fahnen behilflich, während im ersten -und letzten Falle Berck und Richter Wache hielten. Wie Steudtemann mittheilt, ist die Anregung, eine rothe Fahne aufzuhissen, von Richter ausgegangen. Richter bestreitet dies «icht� Die übrigen Angeklagten wissen nicht genau, von wem mann angefertigt. Richter hat die erforderliche Armbrust für KVM.(?) gekauft. Berck hat den Stoff besorgt und die Fahnen mit schwarzen Tressen versehen. Johne fertigte die Inschrift. Die zweite Fahne, welche man am 25. Okt. an den Telephon- drähten über dem Freibergerplatz flattern sah, trug die Inschrift: „Trotz lvjähriger Verfolgung hoch die Sozialdemokratie 1878—88." Ju diesem Falle wich die Art des Aufhissens einigermaßen von der früheren Methode ab; so fehlte namentlich das Bleigewicht. Berck und Richter nahmen an dem Aufhissen selbst nicht theil, da sie es verschlafen hatten. Deshalb sind auch nur für diesen gill Steudtemann und Johne angeklagt. Die Vorbereitungen d wiederum gemeinsam getroffen worden, und zwar in der- selben Eintheilung, wie beim vorigen Fall. Das gleiche gilt vom dritten und letzten Fall an der Ecke der Schweizer- und Chem- nitzcrstraße, wo man— wie Eingangs erwähnt— nicht zur Vollen- dung gelangte. Zuvor hatten dre Angeklagten versucht, die Fahne am Postplatz aufzuziehen, aber die Armbrust schleuderte den Bolzen nicht bis zu den Telephondrähten hinauf. Als die Polizei am Platze erschien, hatte man an der Schweizer- und Chemnitzerstraße bereits den Bolzen über die Drahte ge- schleudert, doch verwickelte sich der Bindfaden, so daß der Bolzen wieder zurückgezogen werden mußte. Auch in diesem letzten Falle waren dre Vorbereitungen wie früher unter die Angeklagten verlheilt. Geschossen hat ebenfalls nur Steudte- mann, während ihm Johne behilflich war und Berck und Richter Wache hielten. Befragt, zu welchem Zweck sie die mit Blei gefüllten Gummischläuche und Sandsäckchen bei sich ge- führt, erklären die Beschuldigten, daß sie sich lediglich für den Fall einer Nothwehr vorgesehen hätten.— Auf Grund ihrer Manipulationen an den Telephondrähten wird ihnen iUr Last_ gelegt, absichtlich und mit Bewußtsein den elephon-Betriev gestört zu haben. Sämmtliche Angeklagten bestreiten diese Absicht mit Bestimmtheit. Sie erklären, überhaupt nicht gewußt zu haben, daß eine Störung des Be- triebeZ eintreten könne. Der Vorsitzende sucht dies zu entkräften, indem er namentlich Steudtemann'S Beschäftigung mit clektri- scheu Apparaten hervorhebt; Steudtemann habe dem Unter- suchungsrichter übrigens zugestanden, daß er gewußt habe, es könne eine Störung der Telephonleitung eintreten. Steudte- mann erwidert, daß jenes Zugeständniß von ihm gemacht wor- den, weil er vom Untersuchungsrichter allzusehr gedrängt worden sei. Letzterer habe gesagt:„Entweder sind Sie zu dumm oder Sie verstellen sich nur!" Dann habe sich der Untersuchungs- richter einmal vor ihn hingestellt und geäußert:„Sie wären werth, zweimal fünfundzwanzig aufgezählt zu bekommen!"— Der Vorsitzende fällt hier dem Angeklagten ins Wort und meint: Derartige Dinge, welche der Wahrscheinlichkeit entbehrten, gehörten nicht zur Sache.— Die Zeugen, welche sämmtlich Telephonarbeiter sind, bekunden, in welchem Zustand sich die Drähte befanden, als die Fahnen im ersten und zweiten Fall daran hingen. Vier bis fünf Drähte sind an einander gedrückt gewesen. Es habe längerer Zeit bedurft, sie wieder in Ordnung zu bringen: im ersten Falle bis nach 10 Uhr Vormittags, im zweiten bis kurz nach 7 Uhr früh. Der Staatsanwalt meint, man müsse exemplarisch vorgehen, weil die Fälle zu oft wiedergekehrt seien. Man hätte ja gegen die Angeklagten auf Grund des Groben-Unfug- Paragraphen einschreiten können; aber die ersten beiden Fälle seien verjährt gewesen, und die Strafe nach diesem Paragraphen würde viel zu gering ausgefallen sein! Man habe dann die Geheimbundsparagraphen angezogen. Aber die juristi- sche Konstruktion des Falles sei zu schwierig gewesen. Endlich(!) sei man auf den§ 317 gekommen, gegen dessen Anwendbarkeit nicht der leiseste Zweifel auftauche, und der eine energische Bestrafung ennögliche. In rührender Weise schildert Dr. Bähr das staatsgefährliche Gebahren der Angeklagten, von denen Richter und Johne sich offen als Sozialdemokraten� kannt hätten, während Steudemann seine Gesinnung verleugnet, Berck aber nur erklärt habe, daß er den PrinM der Partei nicht abgeneigt sei. Dr. Bähr bezeichnet im W seiner Rede die Fahnen, welche auf dem Gerichtstische M als ein„rotheS Gespenst",„alberne sozialdemokratische Dems� strationen" u. s. w. Die Angeklagten— zum u.). w. Tie Anaer Theil verheirathete Männer— muffen sich„diese vier bgci nennen lassen. Daß die Angeklagten vorsätzlich und nni- wußtsein den Telephonbetrieb gestört hätten und stören woM ""' Zweifle man hieran, so s ....... Falles sei eine störende Handlung an Leitungsdrähten zweifelhaft; er beantrage daher AmvenS« deS§ 367, welcher das Schießen auf öffentlichen verbietet.— Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Emil Lef)ifl®l- redet für die Freisprechung der Angeklagten, f s i' ihm auffällig, daß der Staatsanwalt die ParteffieM der Angeklagten als ein strafverschärfendes M?» betrachte, während vor dem Gesetze ja alle gleich seien. Auch Sozialdemokrat stehe unter dem Schutze des Gesetzes, bat. Angeklagten ein Ideal und eine Ueberzeugung hätten und# mit allen Mitteln einträten, fei ihnen mcht zum Schaden zurechnen, selbst wenn sie einmal über die Grenzen de§ schlichen hinausgingen. Wer sein Ideal verfechte, der verdien!'. eine günstigere Beurtheilung, Er bestreitet, daß sich die AJ klagten einer vorsätzlichen Betriebsstörung schuldig a&r, oder auch nur daran gedacht hätten. Der§ 317 hand»� von Telegraphen und nicht von Telephons. Als das' geschaffen worden, habe man noch gar keine Te evhony. rannt. Dieselben sielen deshalb auch nicht unter das ww Schon deshalb habe Freisprechung zu erfolgen. Der§*, das Schießen auf öffentlichen, belebten Plätzen betreU komme nicht irr Frage, weil um die dritte Morgenstunde� mand auf dem Platze gewesen sei. Er beantragt no% Freisprechung, eventuell mäßige Geldstrafe. Die zweimono� Untersuchungshaft sei genügende Sühne. Möge das 1% ausfallen wie es wolle, er bitte, die Angeklagten aus der% zu entlassen.— DaS Urtheil lautete, wie mitgetheilt,[ Steudtemann auf 10, für Johne auf 8, für Berck aufjj L für Richter auf 7 Monate Gefängniß. Außerdem je 5 M- Haft wegen in Mitthäterschaft verübten Schießens auf f" liehen Plätzen. Man hat angenommen, daß die Ange» vorsätzlich und mit Bewußtsein den Tele; betrieb gestört und darauf abzielende Handlungen vorgen o« haben. Theater. Donnerstag, den 18. Juli. $rpU'0 Theater. Der Postillon von Lon- jumeau, Friedrich- MUHelmstädtische» Theater. Orpheus. MUrtarta-Theater. Die Kinder des Kaprtan Grant... KeSealllance-Theater. Die Heinzelmännchen. chftend-Theater. Spezialitäten- Vorstellung. �Passage 1 Tr. 9 M.— 10 A. VüXTv Kaisen-Panorama. Diese Woche: Unter- Italien. Neapel mit Umgebung. ��'|jeltaugfteIIun0 1889. Leise Kr. Mas. Schiff K-rtha. Ttne Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. CteiMM»Iii! LitPMhe« Kerlins. In der Brandtstetter'schen Anstalt m Leipzig haben sämmtliche Steindrucker wegen Lohn- reduktion die Arbeit niedergelegt. Wir ersuchen daher, den Zuzug nach Leipzig ganz entschieden fernzuhalten. Der Uorstand de« Fachvereins der Steindrncker«nd 749 Lithographen. der „im Dritter Nachtrag zum Statut der NMrMk»kl>ffl d. KtrmMirder z« Kerlin? I vom 25. November 1884. Artikel I. In dem§ 58 werden die Worte„in Volks-Zeitung" aufgehoben und durch Berliner Volksblatt" ersetzt. Artikel II. Vorstehender Nachtrag zum Statut tntt mit dem Tage der Genehmigung seitens des Be- zirks-Ausschusses in Kraft. Berlin, den 29. April 1889. Der Vorstand der Ortskrankenkasse der Strumpfwirker. Moritz Voigt, Vorsitzender. Vorstehender Nachtrag zum Statut wird hierdurch genehmigt. Berlin, den 5. Juni 1889. (U S.) Der Bezirks-Ausschuß. Kayser. 752 Tmitt der Ahmschinen- und Kund- Arbeiterinneu Kerlin« und Umgegend. Am Donnerstag, denJ8. Juli, Abends 8 j Uhr, Zu beziehen durch die Expedition: Zimmerstr. 44. SSSBoEE Im Berlage van I.A. Zp.pUtz In Atnttgart ist soeben erschienen: Der Kellt Welt-Kalenkr für 1890 Virrzehnker Jahrgang Zuhält: Nalendarium.— Rückblick.— Messen «nd TO(tritt.— Im«rriilaus de» Jahre»(mit Btld>.— Mädchen au« dem Bolle(Illustration). — Wiedergeboren. Erzählung von R.Schwetchel. — Blutl Gedicht mit Illustration.— SKri' Arelnd Benjamin. Humoreske in pslljischer Mundart.— Die Berbreitungtmittel der Pflanzen. von Pros. Dr. A. Dodel-Port,— Sturm am Morgen. Gedicht von Herm. Lingg.— An der rvthe« Wand. Erzählung von I. E. Maurer. — De neien Schdlwweln. Sächsische Ballade. — Lon der Sonne. Bon O»wald Whler.— Der.verschiedene" Schulte»(schwäbisch).— Am Fliest. Erzählung von E. Langer.— Ucber den Sinflnst de» Watzel» aus die Gestaltung der Erdoberfläche. Bon R. Boimneli.— Joseph '"~- jjtSdtt(mit Herz ist ,. d.)— Fliegende Blätter(tllustr.). — Rebu», Räthsel>c.— Post- u. Delegraphen- Nachrichten.— Hierzu vier Kupfer: Die vier Jahreizeiten.— Ein Wandkalender. 180. König!. Vreuß. Ktaats-Kotterie Haupt-«nd Hchlnhzuhnng vom 83. Juli bis 10. August er. Hierzu empfehlen: OWnailolZse ohne jedeKedingung: 1iM.240. �UUSO, l\MM Griginalloos« mit Rückgabe u. Antheile an in unserem Besitz befind!. Griginalloosen! '/- V»'/.'/. V.O'/-o'U V«4'Js. ------- M. 200. M. 100. M. 50. M. 40. M. 25. M. 20. M. 12t. M. 10. M. 6t. M.6. 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Heft 6. ä Heft 80 Pfennige. Zu beziehen durch die Expedition, Z i m m c r st r a ß e 44. AröeitsmarKt. Karte« schneiderin, welche mit der Rollscheere vertraut ist, findet dauenide und lohnende Beschäftigung bei Milhelm Koehme, Reichenbergcrstr. 158, 751_ Luxuspapierfabrik._ Karockvergolderinnen verlangt 755 A. Merkmeister, Schmidstr. 8a. Präger, f welche inLuruSpapierfabnken am Dampfba�j thätig gewesen sind, finden Beschäftigung Milhelm Koehme, Reichenbergerstr- 750_ Luxuspapierfabrik. Verantwortlicher Redakteur: U.«ronhelm in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW.. Beuthstraße 2. Tüchtige Arbetterlnneu auf jede Art Wäsche verlangt sofort M. Greifenhage«, 27 Chausseestrasavjx Hierzu eine KeU«� 2" Beilage mm Berliner Bolksblatt. Ztr. 165. Donnerstag, den 18. Juli 1889. 6. Jahrg. y (108$ M 0�21 ■A Die Wirlsihe MdMiftitdM in den Jahren 1887—1888. („ÜRtue Zeit.") (Fortsetzung aus Nr. 161 und Schluß.) x-. �ie systematische Untersuchung der Inspektoren in den °?«n Jahren bezog sich auf die Zahl der beschäftigten Arbeiter »ach Geschlecht und Alterskategoricn, aus die Altersverzeichnisse, auf die Erfüllung der Vorschriften über die Arbeitsbücher, die x��lräge, auf die Dauer der Arbeitszeit, die Höhe der Ar- «nlsioyne, das Unterstützungskassenwesen, die Arbeiterwohnungen. w??- 0uf kaä Vorhandensein von Konsumvereinen, von Speise- "toten in den Fabriken, von Vorkehrungen zum Schutze für »Wt n und die Gesundheit der Arbeiter und die Arbeits- -..»auungen. Diese Untersuchungen waren zum großen Theil sur zeitraubender Natur, aber das Bild, was gewonnen wurde jn-V11 den Berichten im wesentlichen wohl wiedergegeben ist, Un genügen, um eine ziemliche Ueberstcht über die Lebens- Eine 8stündige Arbeitszeit bestand in 4 Betrieben, gleich .r 9» v 25„„ m 10 ßt ff ff ff 157 ff ff ff 10% ff ff ff ff 117 ff ff 11 ff fr ff fr 157 ff ff ff 11% ff rf ff ff ff ff # 12* ff ff ff 281 ff ff ff 12f ff ff ff ff 1 ff ff ff 13„ ff tr ff 80 ff ff f 1 8 f ff ff ff ff& ff ff unbestimmte„„„ 136 ,, r �/ürzeste Arbeitszeit bestand in den Tabakfabriken, nämlich Stunden, die längste in den Glashütten, Brauereien �Mälzereien u. s. w. Auch in den kleineren Mühlen, wo eme ziemlich unregelmäßige ist, kommt zeitweilig bis "'tlundiac Arknt«,«t«nr digt Arber tszeit vor. Inwieweit die Kinder und Arbeiter über die zulässige Zeit hinaus beschäftigt werden, ist, wie die ? selbst zugeben, schwer zu kontroliren, da man weder -A?ugaben der Unternehmer, noch den Angaben der Kinder tn lugendlichen Arbeiter im Ganzen Glauben schenken könne. �'ubern unter 12 Jahren arbeiteten 49 in solchen welchen die Arbeitszeit 12—18 Stunden dauerte, itimJ. JJ Betrieben, in welchen die Arbeitszeit von unbe- Dauer war. Von den 12— 14jährigen Kindern waren mFabrikm thätig/.welche eine 8- bis lOstündige Arbeits- itün� �. �55 arbeiteten in Fabriken mit 10/- bis II'/j» Arbeitszeit, 722 in solchen mit 12. bis 13'/2stündiger 266 in Fabriken, in welchen die Arbeitszeit lüllÄr?« war. Aehnlich lagen die Verhältnisse für die �»endlichen Arbeiter von 14—16 Jahren. 1954 arbeiteten in 10 i�Juit 8— 10 stündiger Arbeitszeit, 1839 in solchen mit iz>r..- �.stündiger Arbeitszeit, 2488 in solchen mit 12- bis U�undiger Arbeitszeit, 255 in Betrieben mit unbestimmter � Inspektoren geben zu, daß jedenfalls in den Glas- ioinn». �ud den Spinnereien(Leinen-, Baumwoll-, Seiden- stgjt��sOi) die jugendlichen Arbeiter über die gesetzlich ge- »der hinaus unausgesetzt beschäftigt werden. Man geht deren w uicht fehl, wenn man dasselbe auch von allen an- i» h!(Betrieben, ober fast von allen anderen annimmt. Hier, Dingen, wo gerade die gewerbebehördlichen Bevoll- � am ersten und meisten eingreifen sollten, zeigt sich .....—*■''- von von der «oi, am ersten und meisten eingreifen sollten, zeigt der Thätigkeit keine Spur. Man merkt überhaupt dem atigkeii derselben nichts, ebenso wenig aber auch P���Mgreifen der Gewerbebehörden und ihrer Organe �„Nachtarbeit fand bei 353 Betrieben statt, gleich 37 pCt. dir Fabriken, und zwar war bei 207 Betrieben(22 pCt.) der Arbeiter, bei 146(16 pCt.) nur ein Theil der reo,» betheiligt. Die Inspektoren haben häusig Nacht- derf �"? vorgenommen und haben auf die Abstellung der ent- A flebelstände nachdrücklich gedrungen., vri!s.i und FeiertagSarbeit war hauptsächlich in Dampf- in m Unternchmungeu mit kontinuirlichem Betrieb, und % Druckereien üblich, im Ganzen in 237 oder sammtlicher Betriebe. Die Zahl der dabei betheiligten betrug 12034 oder 13 pCt. der Arbeiter insgesammt. bv�.�ammiliche Inspektoren haben auch umfänglichere Erhe- Di» so.über die Lohnhöhe in den einzelnen Betrieben angestellt. Resultate find natürlich außerordentlich verschieden. Nutz- w��dungen und Vergleiche lassen sich aber nicht ziehen, gnAwer vor allen Dingen der Preis der Lebensmittel, der Ahnung, der Kleidung, kurz, der ganze Unterschied der landes- in% vrts üblichen Lebensweise im Vergleich zu Deutschland Hie» � gezogen werden müßte, wozu uns die Unterlagen en. M wünschen läßt die Versicherung der Arbeiter gegen jÄert und Unfall. In den meisten Betneben ist die u»x �Versicherung sehr unzulänglich, in 49 pCt. der Bctnebe v lur 27 pCt. der Arbeiter besteht überhaupt keme Kranken- l�Z/nmg. Gegen Unfall waren in 108 Betrieben(llpCt.) SiJc? Arbeiter(19 pCt.) versichert, wovon 82 Betriebe die bj�Merungsprämien aus Eigenem bezahlten, 26 Unternehmer Arbeiter zur Deckung heranzogen. hol.?°"sumvereine giebt es nur wenige. Das bedauert leb- für Inspektor für Budapest, welcher sich im Jahresbericht , 1887 hierüber also äußert:»Die Wohnungen und Konsum- tz�ve sind von großem Einfluß auf die Arbeitsverhältnisse, öilli» 14 billiger der Arbeiter wohnen und leben kann, desto ferne ,0nn er auch arbeiten, und desto leichter wird eS ihm j»«? fe. to dem Vordersatz steht.) Beide Umstände stehen a»,. �ger Verbindung mit der Konkurrenzfähigkeit der feiiwl4"'.3*1 ersten Falle kommen alle Erzeugungskosten �ehen, der zweite aber sichert ein verläßliches und FnN'ges Arbeitspcrsonal. AuS diesen Gründen sollten dre die m ihrem eigenen Interesse dahin wirken, daß Lebensbedürfnisse ihrer Arbeiter billiger zu stehen kommen." die r«"- den deutschen Fabrikinspektoren-Berichten pflegt man Arbfit� s'vg von Konsumvereinen und die Beschasiung von �«�W0|inU"ieU Ostens des Unternehmer unter der wohl- itnh'hjH �Bezeichnung»Wohlfahrtseinrichtungen" aufzuführen �110 tUiff v 0.VTUW,*B den Glauben zu erwecken, als opfere der Unter- G�?°us.eigener Tasche zu Gunsten seiner. Arbeiter be, »iQtiitlitf,? nngebürgert, dort sieht man noch die Dinge der r)SJ„?n,Und bezeichnet sie beim rechten Namen. Auch »vstr»?8nipektor sagt in seinem Generalbericht, daß es �rob-. Igttgengesetzten Deklamationen der Agitatoren zum aus dieser Ecke pfeift also auch schon in Ungarn der fahr wünschenSwertb fei, wenn der Arbeiter aus sich Dinge läge der ungarischen Fabrikarbeiter zu gewinnen. Nur die Schattenseiten dürften nicht genügend hervorgehoben sein, namentlich scheint uns der die Oberaufsicht führende Inspektor, Ministerialrath �Dr. Jul. v. Schnierer, sehr zum Optimismus geneigt zu fein. Die Fabrikinspektoren beklagen sich, daß sie bei bchörd- lichen Verfügungen bezüglich der Genehmigung neuer Fabriken oder bei Maßregeln aus polizeilichen und GesundheitSrück- sichten gegen bestehende nie zur Begutachtung herangezogen würden. Das habe bisher keine einzige Behörde im ganzen Lande gethan. Diesem Umstände sei eS vielleicht zuzuschreiben, daß die Polizei- und Sanitätsbehörden zahlreiche Verfügungen erließen, welche eher geeignet seien, noch in der Entwicklung begriffene und der nöthigen Pflege bedürftige Industrien zu Grunde zu richten, als die polizeilichen und hygienischen Jnter- essen zu fördern. Eine von den Inspektoren aufgenommene Statistik der Ar- beitszeit in den, in den beiden Jahren revidirten Betrieben ergab folgendes Resultat: 0,4 pCt. der Gesammtheit der Betriebe, » 2,6 ff ff tr fr fr ff 16,7 ff ff ff tr ff tr 12,5 ff ff ff ff ff ff 16,7 rr ff ff ff tr ff 7,1 ff ff ft rr fr ff 24,5 ff ff ff ft ff ff 0,7 ff ff fr ff tr ft 3,2 ff ff rr ff ff ff 0,8 ff fr ff fr rr ff 14,8 ff ff ft ff fr seinem ersparten Verdienste sich ein Wohnhaus als Eigenthum erwerben könne, wogegen sicher auch die»Agitatoren" nichts einzuwenden haben. Sie bestreiten nur, daß der Arbeiter so leicht in der Lage ist, sich aus eigenem Ersparten ein Wohnhaus zu erwerben, und daß zweitens die ihm vom Unter- nehmer gewährte Wohnung eine besondere Wohlthat sei. Was daran ist, hat der Budapester Kollege des Herrn Oberinspektors genügend dargethan. Der Jnspektorenbericht für 1888 enthalt auch einen aus- führlichen Bericht des Oberbergkommissars über die Arbeiter- Verhältnisse in den ungarischen Bergwerken, auf den wir noch mit einigen Worten zu sprechen kommen wollen. Ungarn hat einen ausgedehnten Metall-, Eisen- und Kohlenbergbau und damit in Verbindung eine Anzahl Metall- und Eisenhütten. Tie Gesammtzahl der in den sieben Berghauptmannschaften des Landes im Berg- und Hüttenbau beschäftigten Arbeiter be- trug 40 369, also nahezu halb so viel als die gesammte in den Fabrikbetrieben des Landes beschäftigte Arbeiterzahl beträgt. Unter diesen Arbeitern gab eS 33882(84,5 pCt.) erwachsene Männer, 4698(11,5 pCt.) jugendliche Arbeiter im Alter von 14—16 Jahren, 783 Kinder(1,7 pCt.) im Alter von 12—14 Jahren, 9 Kinder(0,02 pCt.) unter 12 Jahren, und 997(2,23 pCt.) weibliche Arbeiter. Von der Gesammtzahl der Arbeiter entfielen 36 pCt. auf den Metallbergbau, 16 pCt. auf den Eisenbergbau, 37 pCt. auf den Kohlenbergbau, 3 pCt. auf das Metallhüttenwesen und 8 pCt. auf das Eisenhüttenwesen. Die Zahl der eigentlichen Bergarbeiter war 35 533, die der Hütten- arbeiter 4836. In Privatunternehmungen wurden 79 pCt., in den Staatsbetrieben 21 pCt. der Arbeiter beschäftigt. Auf die Höhe der Arbeitslöhne, die im Metallbergbau, wo die drei- schichtige Arbeit besteht, etwas niedriger sind als im Kohlen- bergbau, wo die Arbeit zweischichtig ist, gehen wir aus den schon oben angeführten Gründen mcht näher ein. Die Form der Lohnzahlung ist sehr verschieden. Da die Bergwerke und Hütten mcht selten in wenig bewohnten oder ganz unbewohnten Gegenden sich befinden, haben die Arbeiter oft Wohnung durch den Unternehmer. Nicht selten bekommen sie auch das Breun- Material geliefert. Die Schulen unterhalten bei jeder größeren Bergwerkskolonie der oder die Unternehmer. Gesetzlich nicht geregelt ist auch das Unterstützungskassenwesen der Berg- und Hüttenarbeiter, das sich sehr unvortheilhaft von dein Unter- stützungswesen der deutschen Bergarbeiterschaft unterscheidet, obgleich auch dieses manche Schattenseite aufweist. In Ungarn steht es vollständig im Belieben der Unternehmer, ob und was sie an Zuschuß zu den Arbeiterunterstützungskassen ge- währen wollen. Der Staat zahlt einen gleich großen Betrag, wie die Arbeiter, in die Unterstützungskassen der staatlichen Berg- und Hüttenwerke. Aber die wenigsten Privatunternehmer erheben sich zu dieser Höhe. Namentlich sind es die kleineren Werke, auf welchen die Unternehmer nur geringfügige Beiträge an die Kassen gewähren. Für alle sieben Berghauptmannschaften stellte sich das beiderseitige Beitragsverhältniß also: Es bezahlten � ,,., die Arbeiter, Unternehmer in der Beszterczebanyaer Berghauptmannschaft Budapester Berghauptmannschaft.. Nagybanyaer Berghauptmannschaft.. Oraviczaer Berghauptmannschaft... Zips-Jgloer Berghauptmannschaft.. Zalatnaer Berghauptmannschaft. Agramer Berghauptmannschaft. fl. 167 148 132 551 42 951 452 302 82 090 79 969 3 065 fl. 167 254 27 535 38 455 114 200 22856 48 809 2 366 Am Ende des Jahres 1886 war bei sämmtlichen Bruder- laden ein Vermögen von 9 126 741 fl. vorhanden; dazu kamen im Jahre 1887 die Einnahmen mit 2 755 448 fl., von welchen 959 381 fl. durch die Arbeiter, 419112 fl. durch die Unternehmer aufgebracht wurden. Die Ausgaben beliefen sich in demselben Jahre auf 2852009 fl. und verblieb Ende 1887 ein Vermögensbestand von 9 027 204 fl. Derselbe hatte sich also in diesem Jahre um ungefähr 99 000 fl. vermindert. Von den 40 369 Arbeitern hatten 28 307 oder 69,9 pCt. Anspruch auf Kranken- und Altersunterstützung, 10 439 hatten nur Anspruch auf Krankenunterstützung und 1523 hatten weder auf das Eine noch das Andere Anspruch...,.. Die ungarische Arbnterschutzgesetzgebung und insbesondere ihre Handhabung muß noch ein gutes Stück vorwärts rucken, um auch nur den bescheidensten Ansprüchen zu genügen. A. B. K«« pari», de« 15. d. M., erhalte» wir folgenden Weitere« Kericht: Ich mußte gestern kurz abbrechen. Mein Eindruck in der Revue des Longchamp war, in wenige Worte zusammengefaßt: die französische Armee ist in gutem Stand, sie ist populär und— das Publikum ist nicht chauvinistisch. Die Zuschauer— viele, viele Tausende an der Zahl, so daß selbst eine Karte des Pariser Stadtraths mir und meinen Be- gleitern keinen guten Platz sichern konnte— die Zuschauer waren zur guten Hälfte Ausländer aller Art; auf der Stelle, wo wir uns befanden, wurde so viel Deutsch wie Französisch geredet. Echte Pariser und Pariserinnen um uns — kein gehässiges Wort, kein gehässiger Blick. Ganz im Gegen- theil! Auf dem Heimweg durch das Boulogner Wäldchen— beiläufig eine herrliche Anlage— wurden wir von unzähligen Franzosen und Französinnen als Deutsche erkannt— kein seind- uches Wort, kein feindlicher Blick— im Gegentheil. Höchstens, daß man uns hier und da mit einem Anflug sympa- thetischen Mitleids betrachtete. Diese„Wilden" können es nicht begreifen, wie glücklich und wie— frei wir zahmen Nationen sind.— Den Abend und die Nacht ging es lustig her in Paris. Flaggen, Fahnen, Illumination, Musik, Tanz, Marseillaise, Trompeten, Ziehharmonikas— ganz Paris, und ein gutes Stück Frankreich und Ausland auf der Straße— Alles lustig durcheinander wirbelnd. Guter Humor Alles beherrschend. — Spät Abends kam ich nach HauS; es war sogar vielleicht schon nicht mehr Abend. Und kaum war ich eingeschlafen, so ging der Lärm wieder los. Ich wohne im Studentenquartier, und die Pariser Studenten sind ein tolles Völkchen, das ein riesiges Talent zum Lärmmachen hat und mit ganz beson- derem Eifer das Waldhorn kultivirt. Es war ein Höllen- spektakel. Ich wurde an's Fenster getrieben. Kein Zweifel, eine furchtbare Prügelei! Die Arme und die Worte flogen durch- einander— jetzt geht'S los! Da plötzlich eine Lachsalve und unter tollem Hurrah und Waldhonrgeschmetter stürmt die wilde Jagd weiter. Ueber die Verhandlungen des Kongresses, über welche wir an anderer Stelle einen authentischen Bericht bringen, erhallen wir zur Ergänzung unseres Telegramms noch folgende Mit- theilungen: Das Telegramm, welches Sie bereits vorgestern erhielten, hat die Leser des„Volksblatt" über die Hauptvorgänge unter- richtet. Die Stimmung ist eine hochbegeisterte. Der Erfolg des Kongresses hat die Hoffnungen Aller übertroffen. Das erste Lokal war viel zu klein; wir mußten heute einen doppelt so großen Saal nehmen. Sollte die Einigung der beiden Kon- aresse sich vollziehen, so wird ein noch größerer Saal nöthig sein. Für die Vereinigung ist natürlich Jedermann; und auch die Possibilisten, die nun merken, daß sie vereinzelt dastehen, möchten gern aus ihrer unbequemen Lage herauskommen. Man wird ihnen ja auch behilflich sein. Nur ist es nicht ganz leicht, eine passende Form zu finden.— � � Uns Deutschen machen die Artikel der Reptilpresse über den Kongreß viel Freude. Wir sollen uns vor den Franzosen gedemüthigt haben! Wie stolz wäre ich, wenn mein Volk in der ganzen Welt des Ansehens sich erfreute, dessen die Abge- sandten der deutschen Arbeiter sich unter den»wilden" fran- zösischen Arbeitern erfreuen. Und wie froh wären die Vertreter der deutschen Arbeiter, wenn sie in Deutschland nur halb so— schlecht behandelt würden.— Der Inhalt eine» hohlen Zahne» gilt im gewöhn- lichen Sprachgebrauch als ein verschwindend geringer Raum und wenn Jemand ausdrücken will, daß eine Malzeit nur sehr klein war, so pflegt er wohl zu sagen, das Genossene war etwas für»den hohlen Zahn". Diesen kleinen Raum nun findet die neuere Wissenschaft in einer ganz wunderbaren Weise be- völkert. Bei der Untersuchung hohler Zähne mittelst des Ver- größerungsglases findet man eine große Anzahl von kleinen Lebewesen, welche die Höhle des Zahnes ausfüllen und außer- dem findet man andere Organismen, welche sichan den Wänden der Zahnkanälchen befinden. Diese letzteren Organismen de- merkt man aber erst, ivenn der kranke Zahn abgeschliffen ist und die Kanäle im Innern desselben freigelegt sind. Zwei ftanzösische Aerzte, Galippe und Vignal, haben gefunden, daß gerade die in den Zahn- kanälen sitzenden Lebewesen die eigentliche Weiterverbreitung der sogenannten Zahn-KarieS besorgen. Wie zahlreich und ver- schieden irlig diese Lebewesen sind, ergiebt sich aus dem Resultate des Verfahrens, daß die genannten Aerzte anwendeten. Sie nahmen einen an Karies erkrankten Zahn, schabten die enveichten kariösen Massen aus und zerstampften daS übrigbleibende Stück des Zahnes in kleine Theilchen, die dann auf Galatine aus- aesäet wurden. In der Galatine entwickelten sich nun sechs Arten kleiner Lebewesen. Von diesen wurden vier Arten be- ständig in sämmtlichen der untersuchten Zähne gesunden, während die beiden anderen Arten nur in vereinzelten Fällen zur Beobachtung gelangten. Unter den gefundenen kleinen Lebe- wesen fand sich' zunächst eine Art, welche die Fähigkeit besaß, die Milch zur Gerinnung zu bringen, wenn sie in dieselbe über- tragen wurde. Eine andere Art konnte in Milch übertragen werden, ohne dieselben zum Gerinnen zu bringen, doch wurde die Milch in eine bräunlich rothe Flüssigkeit verwandelt. Eine dritte Art der Organismen verwandelte einen bestimmten Be- standtheil der Milch, das Caseln, in einen eiaenthümlichen, noch nicht genügend erforschten, sehr übelriechenden Stoff. Eine vierte Art gewann nach längerer Fortpflanzung allmälig eine ganz dunkelbraune Farbe und verlieh dem Nährboden, auf dem sie auSgesäet wurde, einen stinkenden Geruch. Die fünfte Art stellte sich als ein ziemlich umfangreicher Spaltpilz dar, wurde jedoch nur in solchen Zähnen gefunden, bei denen die Zahn- säulniß bereits weit vorgeschritten war. Sie brachte die Milch zum Gerinnen und erzeugte Milchsäure in bedeutender Quantität, wurde jedoch selbst durch diese Milchsäure aetödtet.— Außer diesen Arten fanden sich in den feinen, den Zähnen anhaftenden Fleischfascrn noch drei andere Arten von Mikroben vor, die in den harten Theilen der Zähne niemals aufzufinden waren.— Aus dem Zusammenwirken aller dieser Lebewesen in ihrer Welt, der Höhlung eines Zahnes, resultiren nun die Schicksale, denen die erkrankte Masse des Zahnes anheimfällt: Die Milchsäure erzeugenden Lebe- wesen lösen mit diesem ihren Produkt die festen Bestandtheile des Zahnes auf; die organischen Bestandtheile hingegen werden von den die Eiweißsubstanzen zerstörenden Mikroben gleichzeitig zersetzt, während die im Munde befindlichen Organismen, die sogenannten Saprophyten, dies Zerstörungswerk wesentlich unterstützen. DaS ist, unter dem Vergrößerungsglas betrachtet, der Vorgang in der Höhle eines kranken Zahnes und die Ur- fache der Zahnschmerzen, jedenfalls in den weitaus meisten Fällen.. �_ von dem Direktor der Sternwarte, Professor D r. F ö r st e r, erhält der„Staats-Anz." folgende Zuschrift: „In der Nacht vom 11. zum 12. Juli sind auf der hiesigen königlichen Sternwarte von Herrn Dr. A. Marcuse zwischen 11 Uhr 27 Minuten und 11 Uhr 53 Minuten von zwei von Nord nach Süd gerichteten Wasserwaagen Wellenbeivegungcn des Erdbodens von ähnlicher Art beobachtet worden, wie sie schon früher auf anderen Stemwarten und zuletzt am 2. August 1885 von Herrn Professor Albrecht auf der Berliner und von zwei anderen Beobachtern auf der Breslauer und Köniasberger Sternwarte wahrgenommen worden waren. Derartige Wellen- bewegungen des Erdbodens sind nichts anderes als die Fern- Wirkungen von Erdbeben. Die Wellen verlaufen, ganz ähnlich den großen Wellen der Ozeane, mit einer Schwingungsdauer von einigen Sekunden derartig, daß während der einen Hälfte der Schwingungsdauer ein großes Stück des Erdbodens, vielleicht der Baugrund einer ganzen Stadt mit allen Häusern und Thiirnien, eine Neigung nach der einen Seite und während der anderen Hälfte der Schwingungs- dauer eine Neigung nach der entgegengesetzten Seite erleidet, ganz wie ein großes Schiff auf den breiten Ozeanwellen. Daß hierbei die Erdschichten und die Gebäude keine Zerrcißum ......(igen und Zertrümmungen erfahren, wird nur durch die Kleinheit dieser Fernwirkungen, die überhaupt nur durch sehr feine Winkelmessungsmittel wahrnehmbar sind, in Verbindung mit der Elastizität des Materials bedingt. Um die Größe dieser Schwankungen anschaulich zu machen, sei bemerkt, daß dieselben die Spitze eines Dhunnes von 100 Meter Höhe noch nicht um ein Zentimeter hin- und herbewegen würden. Bekannt- lich verursacht der bloße Winddnick viel stärkere Schwankungen hoher Gebäude. Ob nun die in der Nacht vom 11. zum 12. Juli hier beobachtete Wellenbewegung eine Fcrnwirkung des am 12. Juli telegraphisch gemeldeten Erdbebens in der Nähe von Taschkent in Mittelasien oder eines anderen fernen Erd- bcbens gewesen ist, bleibt abzuwarten. Am 2. August 1885 war die aus der Berliner, Brcslauer und Königsberger Stern- warte beobachtete Wellenbewegung in der Thal durch ein Erdbeben in der Nähe von Taschkent verursacht worden, dessen Wirkungen zur Fortpflanzung nach Berlin durch eine Strecke von rund 450Kilom. nahezu eine halbe Stunde bedurft hatten. Wäre auch diesmal ein Erdbeben in Turkestan die Ursache der hier beobachteten Erscheinung gewesen, so müßte der Hauptstoß desselben nach Obigem am 11. Juli etwa um 11 Uhr Abends, Berliner Zeit, stattgefunden haben, welcher Zeitpunkt der Ortszeit 2k Uhr am Morgen des 12. Juli in Taschkent entspricht. Roch einige Worte über das nahe Zu- sammenfallen des Zeitpunktes der beobachteten Erdbeben- erscheinung mit dem Tage einer Mondfinsterniß und einer besonderen M o n d n ä h e. Das vorerwähnte große Erdbeben in Turkestan vom 2. August 1885 war nicht mit einem dieser sogenannten„kritischen" Tage, sondern nahezu mit einein letzten Mondviertel und keineswegs mit einer besonderen Mondnähe zusammengefallen. Zur Zeit der Mondviertel finden bekanntlich die geringsten Gesammlwirkungen der Anziehungen der Himmelskörper im Sinne kleiner Gestaltänderungen des Erdkörpers und der auf demselben vorhandenen Flüssig- keitSoberflächen statt, weil alsdann die beiden für die Erde in wesentlichen Betracht kommenden Wirkungen dieser Art, nämlich die des Mondes und der Sonne, einander zum Theil aufheben, wogegen sie zur Vollmonds- und Neumonds- zeit an der Entstehung von sogenannten„kritischen" Umständen zusammenarbeiten. Auf diese Umstände und Beziehungen ist die Wissenschaft bereits seit längerer Zeit aufmerksam ge- wesen, und sie hat bereits festgestellt, daß ein starker und wesentlicher Einfluß der Stellungen dieser Himmels- körper auf die Entstehung von Erdbeben und Wetter- katastrophen nicht nachgewiesen ist, wenn man ordent- liehe Statistik treibt und sich nicht das Gedächtniß und das Urtheil durch den sensationellen Eindruck vereinzelten auffallenden Eintreffens trüben läßt, was bekannt- lich eine der wesentlichsten und gefährlichsten Schwächen mensch- lichen Urtheilens ist. Indessen hat vielleicht Herr Rudolf Falb, dem die Wissenschaft neuerdings eine erhöhte Aufmerksamkeit auf die bezüglichen Fragen verdankt, darin Recht, daß bei der Prüfung einer sehr großen Anzahl von Erscheinungen der in Rede stehenden Art ein kleiner Ueberschuß von solchen Fällen hervortritt, in denen Erdbeben mit den Zeitpunkten eines gesteigerten Zusammenwirkens'� der Anziehungen von Mond und Sonne nahe zusammengefallen sind, so daß, wie es scheint, die Steigerungen dieser Wirkungen einen zwar nicht wesentlichen, aber auch nicht verschwindend kleinen Äntheil an der Hervorrufung oder Auslösung solcher Erscheinungen haben. Von da bis zu einer praktisch werthvollen Voraussagung der Erdbebenerscheinungen für bestimmte Orte und Tage ist aber noch eine enorme Strecke, zu deren Zurücklegung die Menschheit noch sehr lange Zeit brauchen wird. Herr Rudolf Falb würde die An- Näherung an dieses Ziel nicht fördern, sondern schädigend wirken, wenn er nicht bestrebt wäre, von seinen öffentlichen Hervorhebungen kritischer� Tage das Mißverständniß fernzu- halten, als ob dieselben für Erdbeben- und Wettererscheinungen bereits an sich geeignet seien, im praktischen Leben als Anhalt für vorsorgliche Entschließungen zu dienen, während sie lediglich zur umfassendsten Beobachtung und Aufzeichnung der wirklichen Vorgänge anregen helfen sollten. Bei der großen Unbe- stimmtheit der„kritischen" Ansagen nach Ort und Zeit würden sie sonst auf die Dauer viel mehr Schaden und Unruhe anstiften als verhüten. Die Zeitungen würden gut thun, in diesem Sinne, welcher, wenn ich nicht irre, den tieferen Absichten meines früheren engeren Fachgenosscn Herrn Falb entspricht, zu wirken, als Mos die Fälle des Eintreffens hervorzuheben. Da aber solche Bitten meistens ganz wirkungslos verhallen, kann man nur darauf hoffen, daß das Uebel schließlich selber die er- forderlichen Gegenwirkungen hervorbringen wird. Man wird nämlich, auf dem bisherigen Wege weiter gehend, durch die verschiedensten Theorien, u. a. auch durch die Zenger'sche Theorie von dem maßgebende» Einflüsse, den die Erscheinungen auf der Sonne in Verbindung mit der Drehung der Sonne auf die irdischen Vorgänge ausüben sollen, allmälig soviel kritische Tage bekomme», daß ihre Wirkung auf die Ge- müthcr von selber verblasse» wird. Man wird alsdann auch bei uns auf die gegenwärtige, völlig unnöthige Erregung unseres großen Piibfikums über diese Dinge mit demselben Humor zurückblicken, mit welchem die übrigen Kulturvölker, ob- wohl sie andere mindestens ebenso wunderliche Erscheinungen bei sich selber finden könnten, diese Vorgänge in Deutschland jetzt betrachten." Dir Schwindel- Auktionen stehen in Berlin in voller Blüthe. Der„Verein Berliner Auktionatoren" hat sich nun die gewiß recht lobenswerthe Aufgabe gestellt, diesem Unwesen nach Möglichkeit zu steuern, und der Vorstand ist eifrig be- müht, genügendes Material zu sammeln, um die Staatsanwalt- fchaft in den einzelnen Fällen zum Einschreiten zu veranlassen. Neuerdings nun ist es dem wachsamen Vorstande gelungen, nachstehende Auktionsblüthe zu ermitteln und zur Anzeige zu bringen, die in der That recht lehrreich ist und einigermaßen zeigt,„wie's gemacht wird". Ein hiesiger Kaufinann F., wel- cher sich Auktionator nennt, und ein in der Nähe Berlins wohn- basier Handelsmann K. haben sich seit längerer Zeit, so wird berichtet, zu dein Zwecke verbunden, öffentliche Auktionen abzu- halten. Nachdem sie unter der unrichtigen Angabe, daß die zu versteigernden Gegenstände aus einem Nachlaß herrühren, so- gar die Kühnheit hatten, den Namen eines kürzlich Verstor- denen aus den Ankündigungen zu nennen, legte sich vor einigen Monaten die Kriminalpolizei ins Mittel und ließ die finawten Auktionen aufhebm. Während die Untersuchung in dieser Sache noch schwebt, setzten die Herren F. und K. in einem Laden an der Schloßfreiheit das— Auktionsgeschäft mit ungeschwächten Kräften fort. Am 14. Juni, als dortselbst eine große Zigarrenauktion abgehalten wurde, betrat der Friseur U. von hier das Auktionslokal und erstand meistbietend einen Posten Zigarren für 30 M. 50 Pf. Die Auktion wurde fortgesetzt und aus Zureden einer Anzahl sogenannter„Anreißer", d. h. bezahlter Mitbieter, erstand der Friseur des Weiteren Zigarren «n Gesammtbetrage von 8—900 M. Sein Einwand, daß er nicht ausreichend mit Geld versehen sei und daher vom Mit- bieten Abstand nehmen wolle, war dadurch beseitigt worden, daß der Herr Auktionator sich erbot, das Kaufgcld zu kredi- tiren, wenn nur eine geringe Anzahlung geleistet würde, was auch geschah. Am anderen Tage wurden 11. die auf der Auk- tion erstandenen Zigarren überbracht, aber nicht 800—900 M., sondern 1991 M. 70 Pf. Kaufpreis eingefordert. II., welcher anfangs nicht zahlen wollte, ließ sich jedoch durch den rede- gewandten Ueberbringer der Zigarren dazu bestimmen, die ge- forderte Summe zu zahlen. Hinterher mochte ihm aber doch wohl der Gedanke kommen, daß es bei diesem Geschäft nicht ganz reinlich zugegangen sei und nachdem er durch Sach- verständige hatte feststellen lassen, daß die Zigarren nicht die Hälfte des gezahlten Kaufpreises werth seien, forderte U. von dem Auktionator gegen Rückgabe der Zigarren das ge- zahlte Geld zurück. F., der sich anfänglich auf gar nichts ein- lassen wollte, erklärte sich einige Tage später, als 11. mit der Anzeige drohte, bereit, die Zigrrren für 1200 M. zurückzukaufen. II. ging indessen weder auf diesen ihm gemachten Vor- schlag ein, noch auf den andern, dahingehend, doch die 1200 M. zu nehmen und die Zigarren nochmals versteigern zu lassen, natürlich in dem Auktionsgeschäft von F. und K. Endlich er- schien der„Kompagnon" des F., der Kaufmann K. auf der Bildfläche und erklarte sich bereit, die Zigarren zurückzukaufen. Als aber die Bezahlung erfolgen sollte, wollte er nur 400 bis 500 M.�baar und den Rest in eigenen Wechseln, zahlbar in 4—6 Monaten, geben, worauf 11. indessen ebenfalls nicht ein- ging. Erst auf seine bestimmte Erklärung hin, sich auf gar nichts mehr einzulassen und die Sache der Staatsanwaltschaft anzuzeigen, erhielt II. die 1991 M. 70 Pf. zurück und ivurde dafür jeine Zigarren los, welche nun wohl einen anderen Käufer gefunden haben werden. Gl« Theil der Krrttnri' Bäckermeister sucht für die streikenden Gesellen dadurch Ersatz zu schaffen, daß sie persö'n- sich in den benachbarten Städten nach Arbeitskräften Umschau halten. Am Sonnabend waren einige von ihnen zu diesem Zwecke in. Brandenburg a. d. H., wie der„Br. Anz." aber mittheilt, hat keiner der in der dortigen Herberge anwesenden Gesellen Arbeit angenommen, trotzdem ihnen ein Wochenlohn von 18 Mark geboten wurde.— Bravo! Man schreibt der„Kötn. Uolks-Itg." von hier: „Gegenwärtig arbeitet die Reichsdruckerei an der Herstellung neuer Postwerthzeichen, welche am 1. Oktober d. I. zur Aus- gäbe gelangen. Für die zwei verschiedenen Gattungen von Briefmarken unter und über zehn Pfennig ist nur je eine Zeich- nung angefertigt und, nach Ausführung geringfügiger, auf die Form des Reichsadlers und der Kaiserkrone bezüglicher Aende- rungen, dem Schnitte der Stempel zu Grunde gelegt worden. Die technische Ausführung der neuen Postwerthzeichen entspricht in der Hauptsache der fittheren Herstellungsweise. Nur für das Gummiren, Trocknen und Zähneln der Postwerthzeichen sind neue mechanische Vorrichtungen eingeführt worden, welche sich bis jetzt durchweg gut bewährt haben und als Verbesserungen gegenüber dem bisherigen Verfahren zu erachten sind. Ein Er- >en der Leipziger Zeitschrift für Deutschlands Buchdrucker um Ueberlassung der neuen Entwürfe zur Veröffentlichung für die Fachkreise lehnte das Reichspostamt ab, weil die Aenderun- gen zu geringfügig seien und die Entwürfe daher das erhoffte Interesse nicht finden würden. Trotz de» Interrstes, welche« da« Anwachsen Kerlin» zur Weltstadt bietet, werden doch die näheren For- men, in denen sich diese ungewöhnliche Bevölkerungszunahme vollzieht, noch vielfach nicht genügend beachtet; insbesondere gilt dies von dem Antheile, welchen der stetige und starke Zu- zug von außen an der Gestaltung der heutigen Einwohner- schaft hat. Zu Grunde gelegt sind der nachstehenden, dieser Frage gewidmeten Untersuchung die Ergebnisse der auf dem ortspoltzeilichen Meldewcsen der Hauptstadt beruhenden Fest- stellungen, welche allerdings, der Natur der Sache entsprechend, zum Theil die Zu- und Abzüge nicht unmittelbar nach ihrem Eintritte bekannt geben, doch aber für längere Perioden ein im wesentlichen richtiges Bild über den Verlauf der uns beschäfti- genden Erscheinung bieten. Der Zuzug nach und der Wegzug von Berlin weist nach unserer Ouelle innerhalb des Jahr- zehntes 1879—1888 folgende Bewegung auf. Es wurdet: mittelt: er- Jnnerhalb des letzten Jahrzehntes ist hiernach neben einer regelmäßigen Steigerung des jährlichen Zuzuges sowohl wie des AntheileS der Einwanderung an der gesammten Be- völkentngsvermehntng eine ungefähr in gleichem Verhältnisse, wenn auch unregelmäßiger, �verlaufende Zunahme der Aus' Wanderung zu verzeichnen. DaS Wachsthum der beiden Pro- zentzahlen im Zeiträume 1879 bis 1888 von 70,6 auf 76,9 beziehungsweise von 71,6 auf 79,4 erscheint gering gegenüber der absoluten Zunahme der Einwanderung........ von 100: 154 der Auswanderung........ von 100: 150 und des IleberschusseS der Einwanderung über die Auswanderung...... von 100: 163. Wollte man auch annehmen, daß die Zahl der bei der Mehreinwanderung innerhalb der letzten 10 Jahre Betheiligten von insgesammt 351 509 Köpfen seit ihrer Zugehörigkeit zur Einwohnerschaft Berlins sich nicht in stärkerem Grade durch Geburten vermehrt habe, als sie durch Todesfälle vermindert worden ist, so gelangt man doch zu dem Schlüsse, daß immer- hin etwa 14 pCt. der gegenwärtigen Bevölkerung Berlins ent- weder selbst innerhalb der letzten 10 Jahre nach der Deutschen Reichshauptstadt eingewandert sind oder von Eltern abstammen, welche zu Beginn jenes Jahrzehntes der Berliner Bürgerschaft nicht angehörten. Nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 waren übrigens von 1 315 287 in Berlin als ortsanwesend gezählten Personen nur 557 226(— 42,36 pCt.) geborene Berliner. ©In» befondeve Art von NergnLgnngsvereinen zieht seit einiger Zeit die Aufmerksamkeit der den Vereins- lokalen benachbarten Beivohner auf sich. Es sind dies Trommler- und Musikvereine, welche an ihren wöchentlichen Zusammen- künften und Uebungsabenden zu einer wahren Plage für die Nachbarschaft werden. Der Inhaber eines größerer: Saales im Südosten der Stadt hatte während der Sommermonate wöchent- lich zwei Mal an einen Trommlerverein und ein Mal an einen Musiker-Dilettanten-Verein seinen Saal zu dem Zwecke über- lassen, damit diese Musiksieunde dort ihre Uebungen abhielten. Auf die erste Beschwerde der durch entsetzliche Blechmusik und Trommelwirbel bis 10 Uhr Abends gemarterten Hausbewohner verwies die Polizei zunächst auf den Klageweg; der Besitzer des Hauses war abwesend, der Verwalter aber verfocht>daS Interesse des Lokalinhabers. Schließlich fruchteten gütliche Vor- stellungen des Reviervorstandes doch soviel, daß die Trommel- Uebungen auf ledcrüberzogencn Bretten:, anstatt auf den: dröh- nenden, gespannten Kalbfell vorgenommen wurden. Es blieben ißmli aber immer noch die mitunter herz- und ohrenzerreiß Töne der Blechbläser aus der Dilettanten- Kapelle. Avil hat sich endlich, auf eingehend motivirte Beschwerde ß» Polizeipräsidium diese Behörde zum Einschreiten veranlaßt� funden, und zwar auf Grund der durch die amtlichen Hungen festgestellten Thatsache, daß die von der erw* Musikkapelle ab gegebene:: Töne auch auf der Straße noch F bar waren. Zwar versuchte der Wirth, diesem Uebelstande» durch abzuhelfen, daß er sämmtliche Fenster des Saales,' welchem die Uebungen abgehalten wurden, schloß. Allnas Temperatur der letzten Zeit verleidete den Musikliebhabern N liebgewonnenen Uebungs stunden und die lange gequälten baren haben vor Trommeln und Blechmusik Ruhe. AHM täglich aber versammeln sich Trommler und Musiker,'' außerhalb des städtischen Weichbildes ihre:: Künsten obzulttzf Zum Stralauer Fischtug. den man in diesem Iah« � schränken will, sollen seitens der Polizei nur noch solche HafO und Budenbesitzer zugelassen werden, welche sich im eines für den Regierungsbezirk Potsdam giltigen Wau?? gewerbescheines befinde::. Aller Wahrscheinlichkeit nach 0# die Feier vom 18. bis einschließlich den 25. August dauern- Einer der intercssantefte« punkte um Kerti» � einem Sonntag Vormittag ist der Ausgang der Wuhlhaides' Köpenick. Eine kleine Brücke führt hier über den Wuhlg«� der hier in die Spree mündet und bildet einen Engpaß, � den Alles hindurch muß, was von Berlin kommt, llnd� vorgeschobener Posten von Köpenick liegt unmittelbar jea>� der Brücke ein altes Wirthshaus, wahrscheinlich so alt, F" diese Heerstraße von Berlin zur Oder. Was Berlin an KtW Partien nach Hirschgarten, Friedrichshagen u. s. w., auSf«� macht hier Halt, und das ist an Sonntagen nicht w« gerissen| vesondert Frau G. glauben, man nur Schmutz der Mu schreiblich Nu: waarenge hatte sich Subalter Herr M. er bald i Bülowstr lchäft wa bei ihren Gatte Anffallen �adenver und als &3 Eben herrscht noch tiefe Sonntagsstille, da erschallen aus� dumpfe Paukenschläge, ein Dutzend Kremser rasseln Haide vwwty| v| u« luyt/ tili tni ciUfCl lViII V Oiflt die Brücke und in das Wirthshaus hinein stürmen 200 du«' Berliner, bald>» rothem Fez, bald in Hohen PapierwUr mit Schärpen, Kattunfracks und dergl. ausstaffirt. Nach' Minuten ist der ganze Spuk verschwunden und die alte W ruhe liegt über dem Fleckchen Erde, bis ein neuer dieselbe unterbricht. Nerdorbeue Milch. Nach den vor� etlichen Aether mußte di Gatten e dessen Ka auvertra: jonue sä, Paar, w v-rhältnil fcgt ins Mssgen i _ ,N«l mußten i voniberm m den d genascht, NDMpHH f**«! schon vom KreiSphysikus Dr. Fuhrmann in Berlin in uwiE lichem Maßstabe ausgeführten Versuchen kann ein 3®?, darüber nicht mehr bestehen, daß der größte Theil der sow®' lichen, oft tödtlich endenden Brechdurchfälle kleiner KinderjJ enuß verdorbener Milch zurückzuführen ist. Sollte kfohr, j Ä«' klagen , Da M hiesig den Genuß. zur Enrährung unserer Kleinen überhaupt nur solche Milch wendet werden, von welcher man sich die feste UeberzevM? verschaffen konnte und verschafft hatte, daß sie vollkommen und gesund ist, so gilt dies noch mit besonderer Verschaw? für die gegenwärtige gefährliche Jahreszeit, deren hohe Ter® ratur eben so sehr dem�Verderben der Milch, wie dem" h" ihr: Jeden T dem Verderben der wincy, w:e vc—-u artigen Verlaufe der Brechdurchfälle günstig ist. Man I'? aber nicht, wie es so häusig geschieht, nach guter Milch wann das Kind bereits erkrankt ist, sonden: man ernähre regelmäßig mit zuverlässig guter Milch, um es vor Kranit zu bewahren., In der Affäre des unter dem Verdacht der Erp«l>J und des Betrugs verhafteten Herausgehers des Wochen»� „Neu-Berlin", W. Friedenstein, schritt die Staatsanwalts, erst nach mehnvöchigen sorgsamen Erhebungen zur Festna� des Betreffenden. Unter Anderen wurden zur Ermittelung j Erpressetmanipulationen des F. dessen früherer Redakte»'' und die Direktoren mehrerer hervorragender Bühnen vern°, men, von welchen namentlich Direktor B. in der Lage war, Behörde sehr schätzbares Material zu liefern. Zeugen einer Art Mettfatzrt zwischen einem bahnzuge und einem Luftballon waren, wie ein Berichteri«,, mitlheilt, die Passagiere des fahrplanmäßig um 10 Uhr 35 � vom Stettiner Bahnhof nach Stralsund abfahrenden PerW. zuges. Der Zug hatte kaum die Bahnhalle verlassen, als � über demselben, in der Höhe von etwa 800 Metern, ein l-"' hallon der Militärluftschifferabtheilung schwebte. In rost% Eile, wie es schien von heftigem Winde getrieben, flog.� Ballon über die Ortschaften Pankow, Reinickendorf, Schaag fort und Immer in gleicher Richiung mit dem gleichfalls� Z IS »S Ballon über die Ortschaften Pankow, Reinickendorf, -■- gleichfalls jf schnell fahrenden Zuge. In Hermsdorf hatte_ der Boh� e |S?S 5% noch einen Vorsprung, dann aber jagte das Luftfahrzeug, fi, von einem Sturmwinde gepackt, vorwärts und entschwand� W darauf den Augen der Passagiere, welche diese eigen® � Wettfahrt mit lebhaftem Interesse verfolgt hatten. Als' Zug gegen i 12 Uhr Oranienburg passirte, erfuhr man, daß° Ballon bereits eine halbe Stunde zuvor über Oranienburg' schwebt habe. In der„Uat. Ztg." findet sich folgende beherzigenSw� Mahnung: Damen, welche mit ihrer Handarbeit im sitzen, seien gebeten, Zwirn und Seide oder sonstiges Faden®� das bei der Arbeit abfällt, nicht auf den Boden zu werfen- sieht schon nicht gut aus, wenn solcher Abfall auf sauber hallen em Bode:: liegt, aber auch etwas anderes kommt u"®, 1 K"- M �»ndwr tiV-iji/ UUll UUUf CIIÜUSJ UUUCLCi) lUlUUll � Betracht. Die Vögel tragen dergleichen zu Nest, und leichl if, schieht es dann, daß die tunge Brut in den Fäden die Fuss®!, lu»»» c» uuuu, uub uie junge-oru::n oen traoen o:e«"v.) sich verstrickt, deshalb nicht ausfliegen kann und elcndigi:®� Grunde geht. In einen: Garte:: auf den: Lande, von eben herkomme, wurde der Wein beschnitten. Da fand, Gärtner hinter dem Laube eiu Fliegenschneppeniest und d®, zwei tobte Vögel. Die Todesursache wurde bald erkannt!�, Füßchen der armen Thierlein waren mit Zwirn an das gefesselt, so daß sie nicht hatten ausfliegen können, die«r j aber, die sonst sehr kinderlieb sind, hatten sie endlich doch lassen. So mußten sie verhungern. Aehnliches kommt, 7, ich höre, nicht selten vor. Auch sagte man mir, daß To®' sich mit den Füßen in das Fadenwerk verwickeln und dal® Oual haben._,! Eine« interessanten Anblick bieten jetzt die Schmaus Dieselben sammeln sich zu Hunderten, ja zu Tausenden,..� mit ihren Jungen gemeinsam Flugübungen zu machen. SÄ sieht es aus, wenn die Alte:: die Jungen höher und locken, bis plötzlich die ganze Gesellschaft einen Dauerflug u® nimmt. k�' 'ein wird S M y rn: e-®« kann �uck un 8 mr. j Ein interessante« Schauspiel bot sich gestern Bewohnern des Oranienplatzes dar. Zwei große fr o: ff ßtr er» f»«*««w CYYI am ff»»»»Sa rr»,»»,* i Tauben kreisten in früher Morgenstunde munter über Häusern der dortigen Gegend. Plötzlich nahte ein Raul Ü »vuuici.il uci uui uyui vsscyCTiu. Tfnu�uui nuyic ein dem Anschein nach ein Sperber, und versuchte zuerst den r?. sodann den anderen Flug zu trennen, um Beute zu erh®®,, ...... Die Verfolgung M z wurde es dem Ro�, Die Tauben hielten jedoch zusammen. wohl über eine Viertelstunde und gewiß gelungen sein, seinen Plan zur Ausführung nicht der Besitzer der Tauben erschienen, , zu bringen, � um ihn vom■«-'T. zer ver-rauven erjcylenen, um lyn vom � u, aus durch eine Fahne zu verscheuchen. Hierauf kreisten d« freite» Thiere noch längere Zeit in der Höhe, bis sie pM».. nach Abzug ihres Bedrohers dem heimischen Schlage... In die furchtbarste Aufregung wurden in der fms'j Stunde des vorgestrigen Nachmittags die Passanten der 9% grafenstraße versetzt. Von der Hand seiner Mutter hatte jL der kleine, etwa sechsjährige Karl G. losgemacht, um den 2% bei der Krausen straße allein zu überschreiten, als ein bestacht. Rollwagen in schneller Gangart aus dieser Straße heraust � um in die Btarkgrafenstraße einzubiegen. Die Mutter ruUjp diesem Moment oen Knaben zurück, der wendet sich uckt, Serade in die Pferde hinein und über ihn hinweg geM ,f hwer beladene Lastwagen.„Mein Kind! Mein Kind!' die Frau und bricht bewußtlos zusammen. Während die nach einem benachbarten Laden gebracht wird, hat man j, zwischen vom Pflaster das Kind aufgehoben, das alle Wrtt Äi rädert und zerschmettert glaubte. Aber nicht über den AML:, hinweg, sondern nur an ihm vorbei waren die Räder gegachjj, allerdings so haarscharf, daß dieselben ihm die Klerder a* S I Nrtt be aenffen hatten und die Haut an mehreren Stellen des Korpers, besonders am rechten Fuß. ihm zerschunden worden war. AIS Frau G. aus ihrer Ohnmacht erwachte, wollte ste es gar nicht glauben, daß ihr Sohn fast unversehrt geblieben war, und als man nun den Kleinen, nachdem man ihn ein wenig von dem Schmutz und dem Blut der geschundenen Stellen germugt, ocr Mutler wieder zuführte, da war ihre Freude unbe- schreiblich. Durchgebrannt. Der Besitzer eines blühenden Kolonial- maarengefchäftes in der Potsdamer Vorstadt, Kaufmann M., hatte sich vor etwa einem Vierteljahr mit der Tochter eines Subalternbeamten verheirathet. Vor etwa 14 Tagen mußte Herr M. eine Geschäftsreise nach Hamburg antreten, und als er bald darauf von derselben zurückkehrte, fand er seine«n der Bulowstraße belegene Wohnung verschlossen. Auch in dem Ge- schaft war die junge Frau nicht anwesend, und da dieselbe auch bei ihren Eltern nicht zu finden war, so stellte der beherzte jsotte sofortige Recherchen nach der Vermißten an. Anfsallender Weise fehlte seit einigen Tagen auch der erste ».adenverkäufer des Kaufmanns angeblich Krankherts halben und als Herr M. sofort zu dem Chambreaarnie wohnender lungen Manne eilte, hörte er von dessm Wirthin, daß ihr Miether in Begleitung einer jungen Dame abgereist sei, wohin wußte die Frau nicht zu sagen. Run erst ging dem betrogenen Gatten ein Licht auf; eine sofortige Revision des Geldschrankes, dessen Kassenführung er während seiner Abwesenheit seiner Frau unvertraut, ergab, daß Werthpapiere in der Höhe von 5000 Rl., wTOte sämmtliche Schmucksachen fehlten. Von dem fluchtigen Paar, welches, wie sich nachträglich herausgestellt, ein LwbeS- UtthaUruß unterhalten, fehlt bis jetzt jede Spur. Der Gatte usP infolge der furchtbaren Aufregung schwerkrank in einem d�stgen Krankenhause darnieder... „'Üttttr allen Anzeichen einer schweren Uergiftnng Mußten kürzlich zwei kleine Kinder, welche im Treptow« Park vorübergehend ohne Aufsicht gewesen waren und wahrscheinlich *1 den dortigen Anlagen giftige Beeren oder andere Fruchte Genascht, schleunigst ihren Eltern zugeführt werden. Recht- K4W Eingreifen eines Arztes beseitigte in diesem Falle die Gefahr, immerhin aber ist die Mahnung am Platze, durch em- Sfi? Ijl'che Belehrung bezw. sorgfältige Ueberwachung der Kinder weselben vom Genuß jedweder wild oder auch in gärtnerischen Antagen wachsenden Beeren- oder anderen Frucht abzuhalten. »in M.uhnstnnig geworden. Vor ungefähr U Tagen flarb v hiesiger Fabrikant und wurde auf dem Jakobi-Kirchhof m ?"tz begraben. Seine junge Gattin war außer sich vor«chmerz, Mn.hre durchaus gluckliche Ehe hatte nur 5 Monate geivahrt. �den Tag erschien die Witlwc auf dem Kirchhof und pflegte vaSGrab des Verstorbenen. Vorgestern nun kam sie wieder und Ä ild) still auf den blumigen Hügel, was ihren Bekannten, � che gleichfalls die Gräber ihrer Angehörigen pflegten, tchon Mel. Als die junge Frau aber nun in ihren Sonnenschirm -Woher pumpte und so das Grab ihres Gatten begoß, eilte N hm}«, und jetzt begann die Wittwe mit den Händen die aufzuwühlen, die sorgfältig gepflegten Blumen auszu- '!"dcm sie fortwährend schrie:„Ich will meinen Mann Mer haben, er ist lebendig begraben worden!" Blumentöpfe, k;. o und Gewächse flogen weit umher. Niemand aber konnte frnp* � 4 wahnsinnig Gewordene bändigen, sie jchlen Riepen- zntte zu haben. Da kam eine Nachbarin auf die Idee, der Gnu, ige" zu erklären, daß das zerstörte Grab nicht das des Jot, sondern daß derselbe zu Hause auf sie warte, dcij arm"UCU"Vuuic vciyuuyit, ,, einer � elterlichen Wohnung damit, daß er Streichhölzer an irgend JO achtel in Brand setzte. Hierbei explodirten durch finbiirfJ? Umstand die sämmtliche» in der Schachtel be- Echo�,? Fundhölzchen und der Knabe ließ die hell brennende Äattenn a Dieselbe gerieth in einen Haufen Zeug und Kleid»,,,"nb setzte auch diese in Flammen, während die entse«.,!�"es Knaben gleichfalls zu brennen begann. Auf das Nejse fji Geschrei des Jungen eilt der Vater, der glücklicher besaß(a?r*m e'nctn Nebenzimmer befand, herbei und dieser gegpen oesgegenwart genug, dieser doppelten Gefahr zu he- inefterfL c m er den Knaben an die Stelle zerrte, wo der eine,,„"c gsimmte und dann über beide mit Blitzesschnelle Hilse Kübel Wasser ausschüttete. Trotzdem so baldige Brandl stelle war, hat der Knabe dennoch höchst bedenkliche er. fan den, besonders im Gesicht, davon getragen, so daß sein wird� llorettet werden sollte, doch zeitlebens entstellt Gvostere Berliner Gesellschaft, welche am vnountt! Sonntag einen Ausflug unternommen hatte, war des Zuhält»» Wetters wegen verhindert, sich viel im Freien auf- SefessJi"ib daher zumeist an die Räume des Etablissements vergnüg Welchem sie sich niedergelassen. Die junge Welt Äiidck,?� s'ch mit Tanz und hierbei fiel es auf, daß ein jungl' ttllsibnk» welches mit einem jüngeren Theilnehmer an der G nicht'' verlobt war, ausschließlich mit einem der Partie g< Wäntin�hörigen Einjährig- Freiwilligen tanzte. Als d diese'emer Braut hierüber Vorhaltungen machte, IL, den,(ä" Oer Drohung, sie werde sich das Leben nehmen, aus sein kann. Niemand glaubte, daß diese Worte ernst gemeint iiiciicf ,,.on, man hielt die„Lebensmüde" daher nicht weiter Zd«ek,ikl.-ÄP�te vielmehr, sie werde, nachdem sie sich draußen Fall Li„■ Wlbst wieder zurückkehren. Das war aher nicht der Dame ließ sich nicht wieder blicken, und als Mt d-,,. L�iiaer Zeit nach ihr suchte, fand man sie am See Trvch.� Kopf im Wasser, während der Körper auf dem ausgestreckt war. Sie halte das Bewußtsein bereits Jn ba!"ö Man hob die Selbstmörderin sofort auf, brachte sie %'ebprW t zurück und dort gelang es erst nach einstündigen .otebungsverfuchen, die„Ertrunkene" zum Bewußtsein Schwerkrank wurde das Mädchen dann nach es e- ar er lief W jjj. elterliche Wohnm.g gebracht. Den Bräutigam '!tre L..ekundete Vorliebe seiner Braut für zweierlei Tuch und Ksti>pn,, em Selbstmordversuch gezeigte Energie so bedenklich �lobnis% er Angst vor dem Heirathen bekommen und das »».�leunigst aufgehoben hat. 2üh' eine Am Montag Mittag zwischen 12 und aussuchung nach verbotenen Schriften bei arl Wallenthin, Liebenwalderstraße51, statt. GleiÄf Leiter-....... Vi den, wurde derselbe zu Dienstag Vormittag 10 Uhr nach nahint olkenmarkt Nr. 1, Zimmer 45a, beordert.— Beschlag- Ptot„,»en 150 Exemplare„Der Bauarbeiter" Nr. 1 und ein Maab�k,... � ersten deutschen BauarbeiterkongresseS, welcher in tagte, ferner ein Flugblatt, welches die Bauarbeiter ---- e- y.. �.« fw t CWl � X�our&'eist/ ��' Mon��� den 22. b. M., Bauarbeiter- Versammlung in SchefferS SÄ WWMMz »Arne* eit vom 9. Juni bis Philadelphia 19,8, in in Bombay—, in Kassel 29,7, in Magdeburg 52,1, in Stettin'30,6, in Altona 30,0, in Straßburg 24,4, in Metz 17,1, in München 31,8, in Nürnberg 30,6, in Augsburg 35,4, in Dresden 28,3, in Leipzig 24,9, in Stuttgart 20,9, in Karlsruhe 23,5, in Braunschweig 41,1, in Hamburg 29,6, in Wien 24,9, in Pest 35,0, in Prag 26,5, in Trieft 24,3, in Krakau 30,4, in Amsterdam 25,7, in Brüssel 19,6, in Paris 20,9, in Basel—, in London 16,2, in Glasgow 25,8, in Liverpool 17,8, in Dublin 22,8, in Edinburg 17,4, in Kopenhagen 25,6, in Stockholm 21,4, in Christiania 29,0, in St. Petersburg 29,4, in Warschau 37,9, in Odessa 30,4, in Rom—, in Turin 21,7, in Venedig 27,5, in Alexandria 40,1.— Ferner in der 15. Juni er. in New- Bork 24,2, in Baltimore 16,2, in Kalkutta 24,2, Madras 44,3. Die Sterblichkeit war in der Berichtswoche in den meisten Großstädten Europas, namentlich in den deutschen, wieder eine gesteigerte und meldeten nur wenig Städte kleinere Sterblich- keitszahlen als in der Vorwoche. Recht günstige, kleine Sterb- lichkeitsziffern(bis 15,0 pro Mille und Jahr) wurden aus keiner Großstadt gemeldet. Günstig(bis 20,0 pro Mille und Jahr) blieb die Sterblichkeit in Bremen, Metz, Darmstadt, London, Liverpool, Edinburg und Brüssel: mäßig hoch(etwas über 20,0 pro Mille und Jahr) in Wiesbaden, Aachen, Stutt- gart, Paris, Dublin, Stockholm, Turin. Dagegen wurden aus einer größeren Zahl, besonders deutscher Städte, hohe Sterblich- lichkeitsziffern(über 35/) pro Mille) gemeldet und zwar aus Breslau, Köln, Hannover, Magdeburg, Düsseldorf, Stettin, Charlottenburg, Duisburg, Frankfurt a. O., Görlitz, Kiel, Potsdam, Augsburg, Braunschweig. Noch immer sind es vor- zugsweise Darmkatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder, welche ungemein zahlreiche Todesfälle hervorriefen, wie in Berlin, Hamburg, Altona, Breslau, München, Nürn- berg, Dresden, Leipzigs Köln, Königsberg, Hannover, Magdeburg, Düffeldorf, Stettin, Braunschweig, London, Paris, Wien, Kopenhagen, Pest, St. Petersburg, Warschau, Odessa u. a., obwohl in mehreren derselben, wie in Berlin, Königs- berg, Stettin, Leipzig, Wien die Zahl der Opfer an diesen Krankheitsformen eine etwas kleinere als in der Vorwoche ist. — Die Theilnahme des Säuglingsalters an der Sterblichkeit war im Allgemeinen eine größere, in Berlin eine kleinere als in der Vorwoche. Von je 10000 Lebenden starben, aufs Jahr berechnet, in Berlin 188, in München 150, Akute Entzündungen der Äthmungsorgane führten seltener zum Tode.— Von den Infektionskrankheiten wurden Todesfälle an Masern, typhösen Fiebern und Pocken weniger, an Scharlach, Diptherie und Keuchhusten etwas mehr gemeldet. So waren Todesfälle an Masern in Köln, Barmen, Wien, Paris, London, St. Peters- bürg vermindert, in Breslau, Elberfeld und Warschau ver- mehrt. Erkrankungen waren dagegen im Regierungsbezirk Düsseldorf, in Wien, Pest, Kopenhagen und St. Petersburg häufiger, in Breslau und Christiania ein wenig seltener.— Stcrbesälle an Scharlach wurden aus St. Petersburg und Warschau in größerer, aus London in verminderter. Er- krankungen dagegen aus Berlin, Hamburg, Wien, Kopenhagen, Stockholm und St. Petersburg in größerer Zahl gemeldet.— Die Sterblichkeit an Diphtherie und Kroup war in Hamburg, Breslau, Köln, München, Stettin, Braunschweig, Prag, Kopen- Hägen, Paris, London, Warschau eine größere, dagegen in Berlin, Frankfurt a. M., Nürnberg, Wien, Pest und St. Petersburg eine verminderte. Erkrankungen kamen aus Breslau, dem Regierungsbezirk Schleswig und aus Christiania in größerer, aus Berlin, Hamburg, Kopenhagen, St. Petersburg in ver- mindert« Zahl zur Berichterstattung.— Sterbefälle an Unterleibstyphus waren in Paris, London, St. Petersburg selten«, Erkrankungen kamen aus Hamburg, dem Regierungs- bezirk Schleswig, aus Kopenhagen, Christiania, St. Peters- bürg in größerer, aus Berlin in fast gleicher, aus Pest in kleiner« Zahl als in der Vorwoche zur Anzeige. An Fleck- typhus wurden nur 2 Erkrankungen(aus St. Petersburg) be- richtet. An epidemisch« Genickstarre ist weder 1 Todesfall noch eine Erkrankung zur Berichterstattung gekommen.— Dem Keuchhusten erlagen in Paris wenig«, in Berlin und London ein wenig mehr Kinder als in der Vorwoche. Erkrankungen waren in Hamburg und Wien zahlreicher, in Kopenhagen etwas seltener.— Todesfälle an Pocken wurden aus Prag, Lemberg, Venedig je 2, aus Paris und Lyon je 3, aus Warschau 6 berichtet, Erkrankungen aus Wien 1, aus St. Petersburg 6. Der Gesundheitszustand in Berlin war auch in dieser Be- richtswoche nicht wesentlich günstiger und die Sterblichkeit nur wenig geringer als in der Vorwoche. Darmkatarrhe und Brechdurchfälle der Kinder führten auch in dies« Woche noch zahlreiche Sterbefälle herbei und war die Zahl derselben nur wenig geringer als in d« Vorwoche(397 gegen 408). Auch blieb der Antheil des Säuglingsalters an der Sterblichkeit ein hoher. Etwas zahlreicher als in der Vorwoche kamen auch akute Entzündungen oer Äthmungsorgane zum Vorschein, doch blieb der Verlauf meist ein mild«. Desgleichen gelangten Er- krankungen an Keuchhusten in größerer Zahl zur ärztlichen Be- Handlung, die Zahl der durch ihn hervorgerufenen Sterbefälle blieb jedoch eine kleine. An Masern und Diphtherie kamen erheblich weniger Erkrankungen zur Anzeige, auch Erkrankungen an typhösen Fiebern blieben in beschränkter Zahl. Nur Er- krankungen an Scharlach wurden in erheblicher Zahl zur Mel- dung gebracht. An Erkrankungen im Wochenbett kam eine zur Anzeige. Häufiger gelangten roscnartige Entzündungen des tellgewebes der Haut zur ärztlichen Behandlung. Weitere rkrankungen an Pocken sind nicht vorgekommen. Rheumatische Beschwerden aller Art zeigten gegen die Vorwoche keine wesent- liche Veränderung in ihrem Vorkommen. Poliseibericht. Am 16. d. Mts. Morgens wurde eine Frau in der Bernauerstraße von einem Schlachterwagen über- fahren und dabei so schwer v«lctzt, daß sie nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht werden mußte.— An demselben Tage Nachmittags fiel ein 13jähriaer Knabe beim Spielen an d« unteren Schleuse in den Landwehrkanal, wurde jedoch, ohne Schaden genommen zu haben, aus dem Wasser gezogen und seinen Eltern zugeführt. Geriihks-Äoikung. Eine sonderbare Freisprechung. Auf der Anklage- bank der 91. Abtheilung des Schöffengerichts befand sich ein in guten Verhältnissen lebend«(!) bisher unbescholtener 50- jähriger Bürger, der Schneidermeister B.(der GerichtS-Bericht- «statt« hat den Namen des Mannes verschwiegen. Red. des „Berl. Volksbl"), welcher des Diebstahls in neun Fällen beschuldigt war. Am Tage des Einzugs des Königs von IIa- lien wurde der Angeklagte von einem Schutzmann dabei er- tappt, als er einem im Gedränge vor ihmgehenden Herrn das Taschentuch aus der Tasche zog. Auf der Wache wurden neun Tücher mit verschiedenen Namen bei ihm gefunden, welche er geständlich alle gestohlen hatte. Schon vor sechs Jahren war d« Angeklagte wegen gleicher im Ausstellungsparke begangener Diebereien vor Gericht, er wurde aber aus dem- selben Grunde freigesprochen(!), den er jetzt zu sein« Eni- schuldigung geltend machte. Der Angeklagte behauptete näm- lich, er stehe unter dem Drucke einer schrecklichen Krankheit, der Kleptomanie.(Diese Krankheit, die es bekanntlich gar nicht giebt, tritt immer nur bei reichen Dieben auf. Red. des „B. B.") Seit seiner damaligen Anklage habe er es nicht ge- wagt, allein auszugehen, sondern sich stets von einem seiner Angehörigen führen lassen. Unglücklicherweise sei er am Tage des Einzugs des Königs von Italien von dies« Regel abgewichen. (Merkwürdig ist es, daß die Regel gerade an einem Tage ver- letzt wurde, wo die Gelegenheit zu Taschendiebstählen sich sehr be- quem darbot. Red.) Seine krankhafte Neigung, sich fremde Taschentücher anzueignen, trete nur auf, wenn er sich im Gedränge be- finde, er gerathe dann in eine so große Aufregung, daß d« Schweiß am ganze» Körper außerordentlich stark hervorbreche, eine unsichtbare Macht(?) ziehe seine Hand mit unwid«steh- lich« Gewalt(?) nach dem Taschentuche des vor ihm Stehenden, er müßte es nehmen und wenn zehn Polizisten neben ihm ständen(?). Er sei schon in der maison de sante in Schöneberg gewesen und habe besonders viel Kaltwasserkuren gebraucht, um«nec Wiederholung dieses schrecklichen Leidens vorzubeugen. Der praktische Arzt Dr. Katz, welch« als Zeuge vernoimnen wurde,«klärte, daß er den Angeklagten jahrelang be- Hon d e l t habe, er halte denselben einer unreellen Handlung nicht fähig, denn sein Geschäftsleben wie sein Familienleben seien untadelhaft. Dagegen habe derselbe in seiner Jugend an einer verheerend en Krankheit gelitten, ivelche eine kräftige Jn- angriffnahme mit stark wirkenden Medikamenten nothwendig machte. Der Zeuge meinte, es sei möglich und sogar wahr- scheinlich, daß das Gehirn des Angeklagten dadurch in Mit- leidenschaft gezogen worden sei, und er sich zu Zeiten in einem traumhaften Zustande(?) befände, der ihn unzurechnungsfähig mache. Immerhin müsse er aber erklären, daß er an Kleptomanie nicht glaube.(!) Da der zweite Sachverständige, Sanitätsrath Dr. Mittenzweig, sich im Wesent- lichen diesem Gutachten anschloß, so wollte der Staatsanwalt den Angeklagten ärztlich beobachten lassen. Der Vertheidiger, Rechts- anwaltGrabower bat dagegen denÄngeklaaten jetzt schon aufGrund der ärztlichen Gutachten freizusprechen und ihn nicht der„Tortur einer Beobachtung" auf seinen Geisteszustand auszusetzen. Der Angeklagte schloß sich dem Antrage seines Vertheidig«s flehent- lich an und versprach, nie wieder ohne Begleitung auf der Straße gehen zu wollen. Der Gerichtshof schenkte ihm Gehör und erkannte auf Freisprechung.— Ein Gerichtshof, in dem sich keine„bürg«lichen" Schöffen befinden, würde wahr- scheinlich anders geurtheilt haben. Gewisse Kneipen mit Damenbediennng fanden eine höchst abfällige Bcurtheilung seitens des Staatsanwalts und des Gerichtshofes in einer Verhandlung, die gestern die 88. Abtheiluud des Schöffengerichts beschästigte. Der Arbeiter W i l h. Anders hatte am Nachmittage des 14. Mai c. die Restauration von Richter, Grüner Weg 13, besucht,' woselbst zwei Kellnerinnen es sich angelegen sein ließen, dem Gaste einer möglichst hohen Zeche zu verhelfen, trotzdem Anders keineswegs so aussah, als ob er üb« Reichthümer zu gebieten hätte. Die beiden Heben verstanden das Geschäft denn auch so gut, daß Anders in kurzer Zeit 3 M. 50 Pf. zu bezahlen hatte, den weitaus größten Thcil für Brauselimonaden, welcke die Damen vertilgt hatten. Er entfernte sich dann in halb berauschtem Zustande und besuchte ein anderes Lokal, ging dann aber wieder zu Richter, wo man den flotten Gast und Limonaden- spendcr mit offenen Armen aufiiahm. Von seinem zweiten Be- such wußte Anders dem G«ichtshofe wenig zu erzählen. Er habe sich nach längner Zeit auf dem Sopha in einer Neben- stube wiedergefunden, vor ihm stehend eine der Kellnerinnen, welche ihn aus dem Schlafe geweckt hatte und energisch auf Bezahlung der Zeche in Höhe von 14 M. drang. Anders sollte drei Flaschen Maitrank und eine Flasche Rothwein be- stellt haben, für die letztere waren 5 M. angekreidet. Anders suchte mit Mühe und Roth einige Nickel aus seinen Taschen zusammen, mehr hatte er nicht. Nun ließ sich der Wirth ebenso energisch blicken, er holte einen Schutzmann und ließ den Gast wegen Zechprellerei zur Wache führen. So stand denn Anders gestern dieserhalb vor Gericht. Der Vorsitzende hielt den Zeugen Richter vor, wie er einem Manne wie dem Angc- klagten, der bereits stark angetrunken war, so viel Getränke verabfolgen könne; der Zeuge erwiderte darauf, er habe den Gast für einen Maurerpolier gehalten, und es sei Geschäftssache, einen möglichst großen Absatz zu erzielen. Der Staats- anwalt beantragte selbst die Freisprechung des Angeklagten, der eine betrügerische Absicht wohl nicht gehabt habe, sondern von den Mädchen zum Bestellen gedrängt worden sei. Der Gerichts- Hof erkannte nach diesem Antrage. Wegen Hergehen» gegen die Sittlichkeit, begangen durch den Verkauf ein« unzüchtigen Neujahrskarte, stand am Dienstag der Kaufmann Gustav Becker vor der zweiten Straf- kämm« des Landgerichts I. Der Angeklagte hatte am 31. Dezember v. I. in einem Schaukasten, der sich vor seinem Geschäftslokale befand, eine Anzahl Neujahrskarten ausgestell'. Ein voriib«gehender Geistlicher nahm Aergerniß an einer der- selben, er kaufte sie und übersandte sie der Behörde. Im Ver-- Handlungslermine gab der Angeklagte an, daß ihm auf Be- stellung bei einem Fabrikanten eine Sammlung Karten�zu- geschickt worden sei, die er ausgestellt habe, ohne sie naher anzusehen. Außerdem sei die fragliche Karte uicht anstößiger wie manche Kunstwerke und wie beispielsweise die Figuren auf der Schloßbrücke. Der Gerichtshof hielt keine dieser Emmen- düngen für stichhaltig, es sei Sache des Verkäufers, sich von der Natur der von ihm verkauften Waare zu überzeugen nnd die fragliche Karte mit der Kunst durchaus nichts zu Ihun, sie sei einfach gemein. Nach dem Antrage des Staatsanwalts wurde auf eine Geldstrafe von 30 Mark ev. sechs Tage Gefängniß erkannt. Verpmmnlttngett. Große össentliche Hutmacher- und Hutarbeiterver- fiiininlung. Die am Dienstag Abend im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße, stattfindende Versammlung legte durch üb«aus rege Betheiligung und animirte? Diskussion lebendiges Zeugniß ab für den unter den Berliner Hutmachern herrschenden KorpS- geist und das unter ihnen zu findende lebendige Streben nach Verbesserung der gedrückten Lage und Organisation. Dicht ge- füllt zeigte sich der stattliche Saal, als s9 Uhr die Versamm- lung eröffnet wurde, in der folgende Herren das Bureau bil- beten: Post, erster, S ch i e r g o t t, zweiter Vorsitzender und Lehmann als Schriftführer. Referent über den ersten Punkt der Tages- Ordnung war Herr Tischler Franz Bereu dt. Er sprach in einstündiger, reichen Beifall entfesselnder Rede über„Z w e ck u n d Z i e l e einer Arbeiterorganisatin". Redner plädirt schließlich für eine lokale Organisation der Hutmacher. Ein„Verband der deutschen Hutmacher", so führt Redner aus, zentralisirt, bestehe bereits und derselbe biete für Weniges Viel. Doch vermißt Redner dabei vornehmlich bas Eine, ihm am wichtigsten dünkende, die Möglichkeit der geistigen Aufklärung durch gecia nete Vorträge. Deshalb erkläre er sich auch entschieden für einen Lokalverband, in dem all dies geschaffen werden könne und der sich schließlich mit Leichtigkeit dem deutschen Zentralverband anschließen, mit ihm zusammen schaffen und wirken könne zum Wohle d« Kollegen und des Gew«kes.— Dagegen sind die Herren Zareck und- B o ra m a n n entschieden für Zentralisation und Anschluß au das Bestehende. Gegen 6 Stimmen ward am Ende ein An- trag A u g u st i n angenommen, dahingehend, eine Kommission von 7 Mitgliedern zu wählen, die mit dem Vorstand des Ver- bandes in Unterhanolung tritt und der geplante zweite Pur kl d« Tagesordnung:„Eventuelle Wahl des provisorischen Vorstandes" fallen gelassen.— Die Kommission besteht aus foi- genden Herren: Kleber, Post, Bergemann, G. Rasch, August in, Göbel und Bielefeld. Jnn«halb 14 Tagen soll wiederum eine den angeregten Gedanken weiter. ausarbeitende Versammlung einberufen werden. 1 Her Fachvereiu de» Schlosser«ud Kerufsgenosse» Sielt am Montag, den 15. b., in Feuersteins oberem Saal eine ziemlich gut besuchte Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Herrn Thierbach über das Thema: Wo- durch sind wir im Stande, unsere Lage zu verbessern? DiS- kussion. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Antrag, betreffend die Arbeitsnachweis- Kommission. 4. Ersatzwahl der Arbeits- nachweis-Kommission. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Nach Eröffnung der Versammlung wurde zunächst das Protokoll der vorangegangenen verlesen und angenommen. Sodann wurde, da der Referent noch nicht erschienen, Punkt 5 zuerst verhau- delt. Es wurde da von sämmtlichen Rednern aus die am 20. Juli stattfindende Dampferpartie des Fachvereins der Schlosser hingewiesen und die Kollegen ermahnt, gleichviel ob Vereins- oder NichtvereinSmitglieder, sich recht zahlreich daran zu betheiligen. Besonders den Mitgliedern, die seiner Zeit für die Partie gestimmt, wurde ans Herz gelegt, ihr Wort einzu- lösen und zu zeigen, daß wir einig sind, sei es bei einem Vergnügen, oder bei einer eventuellen Lohn- bewegung. In warmen Worten suchte ein Redner für die streikenden Bäcker Berlins Sympathie zu erwecken und er- mahnte Angesichts dessen, sich fest zusammen zu schließen und alle Fernstehenden zur Organisation heranzuziehen. Zur Auf- nähme meldeten sich 17 Kollegen. Inzwischen war der Re- ferent erschienen und wurde nunmehr Punkt 1 der Tagesordnung verhandelt. Herr Thierbach entledigte sich seiner Auf- gäbe zur vollsten Zufriedenheit. Er entrollte zunächst ein klares Bild von der Gesammtlage der Arbeiter, wonach dieselbe nichts weniger als beneidenSwerth ist. Er gab die Schuld daran der deutigen Produktionsweise, die es ermöglicht, daß ein kleiner Theil der menschlichen Gesellschaft in Ueberfluß lebt, während 00 pCt. der Gesammtheit kaum so viel haben, daß sie ihren Hunger stillen und ihre Blößen bedecken. Redner zeigte, wo der Heoel der sozialen Gesetzgebung angesetzt werden muß: Einführung eines Maximal- Arbeits tages, Regelung resp. Beschränkung (1 Red.) der Frauen- und Kinderarbeit muß unsere Losung sein. Redner beleuchtete noch die verschiedenen Ueber- griffe der Kapitalisten gegen die Arbeiter, wie die- selben selbst die wenigen zum Schutz der arbeitenden Klasse existirenden Gesetze illusorisch zu machen suchen. Redner er- mahnt zum Schluß zur festen einheitlichen Organisation. In der Diskussion widerlegt ein Redner speziell die irrige Ansicht, daß die Löhne der Maurer k. das Steigen der Miethen be- dingen und gab die Schuld der Grund- und Boden- spemlation. In seinem Schlußwort kam der Referent des näheren auf den Kuliimport zu sprechen, er widerlegte die Ausrede der Hamburger Rheder, es seien nicht genug Kräfte(Matrosen) zum Angebot dagewesen. Er plaidirt dafür, daß wir deutschen Arbeiter energisch, laut und ausdrücklich Protest gegen die Chmeseneinsuhr erheben. Es wurde ferner der Antrag an- genommen, die ArbeitSnachweis-KommissionSmitglieder zu ver- pflichten, ihr Amt auf ein halbes Jahr zu verwalten, und dem aesammten Vorstand die Kontrole über dieselbe zu überlassen. Zur Ersatzwahl der Kommission wurden 3 Kollegen für den Norden und 3 für den Süden gewählt. Nach Erledigung einiger Fragen wurde alsdann die Versammlung geschlossen, jedoch nrcht, ohne daß vorher noch einmal auf die Dampfer- partie hingewiesen worden wäre. «hw öffentliche Versammlung der MetaUardetter Serlina, zu welcher die Arbeiter der Firma Ludwig Löwe eziell eingeladen waren, tagte am Freitag, den 12. Juli, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße 72, unter dem Vorsitz des Herrn Paul Litfin mit der Tagesordnung: 1. Die Mißstände in der Fabrik von Ludwig Löwe. 2. Die Forderung der Löwe'schen Arbeiter. 3. Verschiedenes.— Zum ersten Punkt der Tagesordnung sprach, da sich von den Löwe'schen Arbeitern Niemand aus Furcht vor Maßregelungen meldete, einer der zuletzt Gemaßregelten, der Kol- lege Mummendey. Derselbe legte in längeren Aus- füyrungen die Verhältnisse der betreffenden Fabrik klar und kritisirte scharf das Verhalten der Direktion. Herr Hagemann, welcher schon 18 Jahre in der Fabrik arbeitet, gab wohl die Mißstände zu, wunderte sich aber, daß gerade die jüngeren Kollegen die Unzufriedenen wären. Herr Mummendey meinte, daß die älteren Kollegen nicht den Muth haben, vorzugehen, aus Furcht vor Maßregelungen. Die Kollegen Klein, Wanieke, Pirch und Litfin kritisirten noch scharf die Ausführungen des Herrn Hagemann, worauf folgende Resolution einstimmig Annahme fand:„Die am 12. Juli im Königstadt-Kasino tagende Metallarbeiterversammlung erklärt, daß die Zustände in der Löwe'schen Fabrik den Zeitverhältnissen nicht entsprechen, die Abstellung der dortigen Mißstände im Interesse der Löwe- scheu Arbeiter sowohl wie der Allgemeinheit dringend zu wünschen ist. Die Versammlung spricht die Erwartung aus, daß die Direktion der vorgenannten Fabrik die Verhältnisse un- parteiisch prüfen wird."— Zu Punkt 2 waren Fordeningen der Löwe'schen Arbeiter nicht direkt gestellt, die Kollegen War- neke und Litfin kritisirten das Verhalten der Arbeiter der be- treffenden Fabrik, welche noch so wenig organisirt seien, erst solle man sich organisiren und dann Forderungen stellen. Sie empfehlen als Organisation den„Allgemeinen Metallarbeiter- verein" und den„Schlosser-Fachverein". Zu„Verschiedenes" rief die Frage, wie oft ein Fabrikinspektor in die Fabrik käme, eine lebhafte Debatte hervor. Herr Hagemann, welcher, wie erwähnt, 18 Jahre dort beschäftigt ist, erklärt, daß derselbe innerhalb dieser Zeit drei Mal dort gewesen wäre. Schluß 11t Uhr. �, r (Offenbacher Kasse. Am Sonntag, den 14. Juli, fand im Lokale des Herrn Gnadt eine Versammlung der Verwal- tungsstelle Hl der Zentral-Kranken- nnd Sterbekasse für Frauen und Mädchen(E. H., Offenbach) statt. Auf der Tagesordnung stand: Kassenbericht des 11. Quartals, Wahl des Vorstandes nnd Kassenangelegenheiten.— Nachdem der Kassenbericht ver- lesen und nichts dagegen eingewendet wurde, schritt man zur Wahl des Vorstandes. Es wurden gewählt: zum Vorsitzenden Herr Dolz, Bergstr. 80, Hof, Ouergebäude pari.; zum Kassirer Herr Warneck, Kürschner, Bernauerstr. 43;»um Kontroleur Herr Brinkmann, Soldinerstraße 28, pari.; als Beisitzerinnen Frau Piele, Frau Grünewald und Frau Strauch.— Da sonst in Kassenangelegenheiten nichts Besonderes vorlag, wurde die Versammlung geschlossen.— Untersuchungsarzt für Neuein- tretende auf dem Gesundbrunnen ist Dr. Hünefeld, Pank- straße 31. z jflri übet- Die wirlhlchasllicht NmwiUzuna der snimSfilchc» Rniolulion" » SiOtuifion. 4.«brcdmumi vom SommtrWt 5.«erschiebeilkS und»tagt. taiim«RUglitbludi legilimirt, Güstt, weicht Ich als amiglithtr aufncfjmtn lafftn, habt» gultitt®lc«iflttö ju dem am 17' August In 6an»(ouri stau. dudtndt» Sommcifeil de« Gelangsvettini..Sentltldtr, werden In der«er- I.— g�ßtbt� ««rtUfebaft(votmal« 8. gchroorfcfovff). Sonnabend, den 27 Just,«dends % Uhr. Im Lokale bc8 Herrn Stümtf,«ckerstr. 123, Generalverlamm ung. Saatterbnung: I Zahreddericht pro I888"8» und Bttiibt btt Ifieoifortn, lowle an trag derlelven am Erlheilung der Dechargcn. 2. Wahl für zwei au«»». loolende VorstandZmugliedrr. 3 Neuwahlen der Neviloren, 4 Bericht Uder die außerordentliche Gcneralverlammlung und Antrag beb Vorstandes. 5. Mu> thcUungen. Das Ouittungdbuch legitimirt. Um pünktliches Erscheinen ersucht Krank»«-«nb Kegriibnißkass» b«0 hierein» pänimtlicher K»- rnfaklasse» tBerwaliungistelle III). Mitgliederversammlung am Eonnadend, den 20. Zuli, AbtnbS 8 Uhr, Brunnenstr. 38. Tagesordnung; Bericht der Abgeordneten. Raste willkommen Brie Utttgtirdern der Zentral Kranken«nb Ktrrbekass» b»r echter«. s. n>., artliche Verwaltungsstelle Berlin C., zur Nachricht, daß die jahlstelle 5 von der Hornstr. 11 nach der Waitendurgstr. 18 bei Bohnsack wrlegt ist. woselbst jeden Sonnabend von 8 bis 10 Uhr Beitrage entgegen ge- nommen werden.� �u4bi|t,un0 s.iner ZUitgtieber f» rührig« Kar- ganb be» Uereiii» ber Maschiniften»nb K»it»r veranstaltet am Sonntag, den 21. b: M, Vormittags 10 Uhr im Hauptgebäude der Ausstellung sllr Unsallverhütuug. Saal Y 3, einen Vortrag über:.Die Ten rll'llel u Dampstessel-AuSrüstungen aus der UnsallverdlllungS'AuSstellung". Den Vortrag hält Herr Oberingenieur Mar Krause. Nach Beendigung bei Vortrages findet eine Besichtigung der Äeffcihauler statt, worin sich die Gegenstände befinden, welche der Vortrag berührte. Zur befieren Information erhalt jeder Zheib nehmer der Versammlung einen Plan der AuifteUung, worauf lammniche «esielhauser schars markirt sind I»»trat-K»ank«n-«nb KterbaKass» b*» Tischt»»«nb anbrr»» g»«>»rbltch«r K»t>,itrr. Berlin A Der Bevollmächtigte R. Haseloph wohnt jcßt Grünauerstr. 4, vorn 4 Tr., und sind alle Krank» sowie Gesund- Meldungen dorthin zu richtm. «»sang-, Turn-«nb g»I«Utg»*»»»*»» am Donnerstag: Männer- gcfangvercin.SStttia" Abends 9 Uhr in«ettius Restaurant, Veteranenstr. 19. — Gesangverein.Breßelschluß' Abend« 8% Uhr im Restaurant Schumann. Alte Jakodstraße 38.— Mannergesangverein.Nordstern' Abends 9 Uhr im Restaurant Pohl, Müllerstraße 7.- Schäfer scher Gesangverein.der Elser' Abends 9 Uhr bei Wolf u. Krüger. Skalitzerstraßc 128, Gesang.— Gelang. verein.Blütbcnkranz' Abends 9 Uhr im Refiaurant Brandenburgstraße 80.— Münnergesangvercin.Alcrander' AbendS 9 Uhr im Restaurant Rose, Strauß. bergerstraße 3.— Mannergesangvercin.girmitaS" bei Kinner, Köpnickerstraße Nr. 88.— Gesangverein Mannerchor.Et. Urban' Abends 9 Uhr Annen- straße 0.— Mannergesangvcrein.LiedeSsrciheit" AbendS 9 Uhr im Restaurant Mieael, Stralauerstraße 57.— Gesangverein„Deutsche Lieder tasel" Abends 9 Uhr Kdpnitkcrstraßc 100.— Gesangverein„Norddeutsche Schleife" Abend« von 9—11 Uhr Michaelkirchstraße 39.—„vrunonia" AbendS 9 Uhr UebungS- stunde bei Lehmann, Alerandrinenstraße 32.- Turnverein„Hasenhaide"(Sebrl.- Abthcilung) AbendS 8 Uhr Dicfienbachstraßc 80—61.—„Berliner Turngcnossen. schast"(7. Lehrlings-Abtheilung) AbendS 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Brißcrstraße 17—18;— dcSgl. 6. Manner-Abthellung Abend« 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstraße 51.— Lübeckstcher Turnverein(Männer- Abtheilung) Abend« 8 Uhr Elisabethstraße 57- 58.— Allgemeincer ArendSstcher Etenographenvercin, Abthcilung„Louisenstadt", Abends 8% Uhr im Restaurant Preuß, Oranienstr. 51.— ArcndSscher Etenographenverein .Phalanr" AbendS 8% Uhr im Restaurant.Zum Buckower Garten'. Buckower. straße 9.— Deutscher Verein ArendS scher istenographen AbendS 9 Uhr in Heid!« Restaurant, Koppcnstr. 75. Unterricht und Hebung.— Berliner Steno- graphen-Vercin(Evstem Arcnd«) Abend« 9 Uhr im Restaurant griedrichstr. 208 — Stolzcstcher Etenographenverein.Nord-Berlin' Abend« 9 Uhr, Schlegel- straße 44.— Verein der.Naturfreunde' Abends 9 Uhr im Restaurant Wienerstraße 35.— Verein der ünruhstadter Abends 8% Uhr im.Königstadl-Kasino'. Holzmarktstraße 72.— Verein ehemaliger». W. Rettschlagstcher Schüler am 1. und 3. Donnerstag jeden Monats im Cas« Schüler, Land« bergerstraße 73, Abend« 8 Uhr.— Rauchklub.Kcrnjpiße' Abend« 8% Uhr im Restaurant Holzmarktstraße 44.— Rauchklub.Arcona' Abend« 9 Uhr dci Pasche. Reichenberger- straße 118.- Rauchklub„Dezimalwaage" Abend« 9 Uhr im Restaurant Lock, KrauISstraße 48.— Rauchilud„Vorwärts" Abend« 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restaurant„Zum AmboS", BreSlaucrstraße 27.—„Orientalischer Rauchklub" AbendS 9 Uhr im Restaurant Wiechcrt, Oranicnstraße 8.— Rauchklub„Krumme Piepe" Abend« 9 Uhr RüderSdorserstraße 67 bei Wunderlich.— Rauchklub „Eollegia" Abend» 0 Uhr bei Tdiemermann, Skalißerftraße 65.— Privat- Theatergesellschast„Adlerschwinge" Sißung% Uhr Gartenstraßc 14 bei Träger. — Musikverein„Vorwärts" Hebung Abends von 9—11 Uhr gischerstraßc 41. Neue Mitglieder erwüntäit.— Vergnügungsverem„»arineuv Abend« Invalidenstraße 139. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. VermtPHkes. Eine neue Aus«ahl journalistischer Kraftproben auS dem amerikanischen Hinterwalde, wie wir sie unser» Lesern schon wiederholt geboten, fanden wir in einem Feuilleton der „Münch. N. N." zusammengestellt. Der betreffende journalisti- sche Kraftmeier ist auch diesmal wieder der unfern Lesern schon bekannte Redakteur des„Krakehler", der Champion der Presse des HinterwaldeS von Arizona, der seinem Herzen wieder einmal Luft gemacht und alles, was ihn drückt und auält— es ist nicht wenig— in einer seiner letzten Nummern niedergelegt hat. Es finden sich darunter folgende achtbaren Leistungen: Abweisung. Man hat uns von einer Seite, die wir vorläufig nicht näher bezeichnen wollen, 25 Dollars und ein Faß Essig angeboten, wenn wir den Lebenslauf jenes Mannes veröffentuchen würden, welcher sieben Häuser von uns entfernt wohnt und begonnen hat, eine wöchentliche Zeitung herauszugeben, die dem„Krakehler" Kon- kurrenz machen soll. Obwohl wir recht wohl wissen, daß der erwähnte Mann ein Bigamist, Pferdedieb, Mordbrenner ist, weisen wir das Ansinnen, seinen Lebenslaus zu veröffentlichen, dennoch mit Entrüstung zurück, denn wir wissen, was wir einem Kollegen schuldig sind. Zwischen den Redakteuren des Westens wird leider ohnedies viel zu sehr mit Schmutz hin und hergeworfen. Die Gentlemen scheinen zu vergessen, was sie ihrer Stellung schuldig sind. Wenn z. Ä. einer unserer Aerzte einen Kranken durch Nachlässigkeit oder Unkenntniß tödtet, so sind seine Kollegen stets bereit, ihn freizuschwören. Macht aber einer unserer Redak- teure nur ein Mal eine kleine Reise, so schwören seine sämmtlichen Kollege» sogleich, daß er im Gefängniß sitzt. Das muß anders werden. Der Geist der Brüderlichkeit sollte stärker, der Berufsstolz ein höherer sein. Und darum sagen wir noch einmal, obgleich wir fest überzeugt sind, daß jener kahlköpfige, schiefbeinige, scheeläugige Idiot, welcher sich Redakteur des alten, Zeitung sein sollenden Aufwaschlumpens nennt und sieben Häuser von uns entfernt wohnt, auf Lebenszeit ins StaatSgefängniß geschickt werde» sollte,— obgleich dies für uns eine feststehende Wahrheit ist, werden wir doch nicht seinen Lebenslauf veröffentlichen, denn die Kol- legialität geht uns über alles. Man kann uns nicht be- stechen, und die Versucher mögen ihre 25 Dollars und ihr Faß Pflaumenessig behalien. Die Macht der Presse. Vor nun sieben Monaten wurde die„A. u. T. Postgesellschaft" eröffnet, deren Wagen unsere Stadt mit der Außenwelt verbinden sollte, aber bis letzt haben die Pferde sich lahm gelaufen, ohne nur einen einzigen Passagier zu befördern. Woher kam das? Die Gesellschaft hatte dem„Krakehler" keine Freikarte geschickt, und der- selbe hatte die Postgesellschaft deshalb gänzlich übersehen, ihrer mil keinem Worte in seinen Spalten erwähnt. Auf eine Aufrage im„Briefkasten" hin ließen wir nur einmal die Be- merkung fallen, daß die Pferde lahm, die Wagen unsicher, die Kutscher Diebe und Mörder nnd die Direktion ihre Helfers- Helfer seien, weiter nichts, zu welcher Bemerkung wir durch die Lage der Dinge berechtigt waren. Die Folge war, daß die Gesellschaft nicht einmal ihre Kosten einzunehmen vermochte,— eine Thatsache, die es wieder einmal klar zeigt, daß alle Gesell- schaften, welche ohne die Hilfe der Presse vorwärts kommen zu können glauben, sich in einem Jrrthum befinden. Heute nun gelangte die neue Post zur Vernunft und sandte uns einen Freipaß, der uns berechtigt, auf allen Strecken der Gesellschaft und auf 10 Jahre hinaus kostenlos zu fahren. Der„Kra- kehler" hat nunmehr das Vergnügen, die Oeffentlichkeit zu bitten, ihr Augenmerk schleunigst auf die Thatsache zu richten, daß die„A.& T. Slagc Line Compafnie, Limited" drei bequeme, wundervoll eingerichtete Wagen besitzt. Der Preis ist lächerlich niedrig, etwas mehr als aar nichts, die Kutscher sind Gentlemen, meistens Oberste, Kapitäns und Lieutenants der Miliz, die Direktoren sind Ge- neräle. Die Schnelligkeit kommt derjenige» einer Eisenbahn gleich. Im Himmel kann es keine schönere Einrichtung geben, als die neue Postverbindung. Unser Stolz. Wir sind in vielen Beziehungen das erste Blatt der Welt: Diese Bemerkung machen wir für diejenigen unserer Leser, welche einen schwachen Koos besitzen und die er- wähnte Thatsache nicht aus eigener Kraft entdecken. Wir be- gannen unser Veröffentlichungen einst mit zwei Exemplaren per Auflage, von welchen wir eines in unserer eigenen Tasche trugen und das Andere an den Postmeister sandten, welcher niemals einen Cent bezahlt hat. Heute jedoch beträgt unsere Auflage 198 Exemplare und sind wir bereit, Zweiflern unsere Bücher zu zeigen, wenn es uns gelingt, uns zu be- herrschen und ihnen nicht vorher eins auf ihre dicken Schädel zu schlagen. Unsere Verbreitung hat sich also um 94 Prozent erhöht und dies ist ein Punkt, den keine andere Zeitung der Welt erreichen kann. Wir haben niemals behauptet, daß der„Krakehler" Kaiser und Könige auf ihren Thronen zittern macht, oder daß er die Moralität der Volks- massen unseres Landes um 1000 Prozent gebessert hat, aber wir behaupten und können beweisen, daß viele Leute eit dem Erscheinen des„Krakehler" erst Lust am Leben haben, weil I sie wissen, daß Jemand für sie und ihre Rechte nnstil und daß viele Leute, welche im Begriff waren, sich hangen. Das Leben noch einmal versuchten, nachdem der»ist' kehler" erschienen war, dem sie somit ihr Dasein verdau Frei-Eremplare, Frei-Annonzen und Prämien verspreche»� nicht, dagegen versprechen wir jedoch jedem neuen Abonneuto auf unser Ehrenwort, aus ihm einen besseren Menschen P machen, wenn noch nicht Alles an ihm verloren ist. Nr. Meuests jFcrrlirirlilcii- Urber be««rur» Ausstanb auf der Zeche Da## im Gelsenkirchener Bezirk, liegt folgende, den Drahtbericht nj „W. T. B." ergänzende Mittheilung in der„Rh. Westf-A, vor:„Gelsenkirchen, 16. Juli. Auf der Zeche„Dahlbufch j heute die Arbeit niedergelegt worden. Nachdem der DemP Kampmann, eine höchst mißliebige(d. h. den Zechenba»"� mißliebig. Red.) Persönlichkeit, welcher sich wiederholt in u# bührlicher Weise gegen den Betriebsführer benommen hatte(ilVb seine Entlassung erhalten, ist die Belegschaft zur NachmittagSM nicht angefahren. Es arbeiten heute auf Schacht l 20,«* Schacht II 55 und auf den Schächtew III und IV zusammen P 16 Mann in der Erde. Kampmann hatte schon vor r Wochen wegen fortgesetzten passiven Widerstandes gegen � Arbeitsordnung abgelegt(!) werden sollen. Durch das J* ständige Bitten der Belegschaft hatte sich die Zechenvenvald� indessen bereit erklärt, ihn noch fernerhin bei* Arbeit zu belassen, stellte aber die Bedingung, da« sich fortan ruhig verhalten müsse und sich ketnm neuer„Ausschreitungen"(?) gegen die Verwaltung s»pj machen dürfe. Trotzdem hat sich Kampmann in einer am"j, tag abgehalten«' Versammlung der Belegs�/' �scheint Expediti Kr d« Weise gegen seine direkten K» öffentlich in so gesetzten geäußert, daß der überwachende Polizeibeamte„ unterbrach mit der Erklärung, wenn er so weiter rede, die Versammlung aufgelöst werden. Es ist klar, daß ein 1 friedenstörendes und die Äutorität untergrabendes Elements weiter geduldet werden durfte."— Die Haltung der Wests. Ztg." während des AusstandeS ist hekannt genug, daß diese Darstellung überraschen könnte. Augenscheinlich ir die Politik der Zechenverwaltungen dahin, die Bergleute f" Maßregelungen einzuschüchtern. Neue Enthüllungen au« Krlgie«. Die„JndeP dance" reproduzirt»ach der„Nouvelle Revue" den Won� eines offiziellen Berichts des Gouverneurs der Provinz UUV*» wiiigitutu ucxj vzyuuuci ucui» uci � gau, Herzog Ursel, an die belgische Regierung über die WTI I r 6 ei t e r u n ruhe n. Der Gouverneur beschuldigt WH (che Fockfpibet(!) jene Ärbeiterunruhen hervorgeruse»� haben und fiihrt die angebliche Thatsache an, das Streikko»', in Möns habe 15 000 Franks aus Straßburg erhalten; JT Frankreich wird darin beschuldigt, den Ausstand gefördert? haben. Die Angelegenheit erregt großes Aufsehen und< den Gegenstand einer Interpellation in der Kammer bildeii Ueber die Auklagelchrift gegen Konlauger lmdt? »offen wird der„Voss. Ztg." des Näheren gemeldet:»% 17. Juli. Die Anklageschrift gegen Boulanger, D un d Ro ch�e h) rt, acht Zeitungsspalten lang,"wird�verö� licht. Sie beschuldigt Boulanger, seit 1882 seinem Ehrgeü Zügel schießen gelassen zu haben. Seit 1884 habe er abgei" seute als Geheimagenten unterhalten und Zeitungen beeinst� WWWWWWWWWM> getheilt, wofür er ein Kaffeepräparat zur Annahme fiir'S% In seiner tunesischen Befehlshaberzeit habe er sich mit. .......'erzen yave er ucy mu p", seiner Geheimagenten in ein Trinkgeld von 210000 fffL Hcujciu/ luuiui ci ein Jiuiiccpiu�uiui jut Jcuirnujiue siu- � empfohlen habe. Als Krieasminister habe er zur Unterstul� von Zeitungen 242 693 Frks. verwendet, die er den Gkd� geldern entnommen habe. Aus denselben Mitteln had, 60 000 Frks. alter Schulden bezahlt, 12 000 Frks. neu einrichten lassen, Offizierkasino 140000 Frks. zugewendet, eine Wohnung, * dem von ihm ei-rii-ünd�» um Ein ig� Offizierkorps zu erlangen u. s. w. Die Straßenunruhen, Juni 1887, die Sännauftritte im Lyoner Bahnhofe»nd.- ouiu ioo(, vie«armauiirnie im Lyoner Bahnhofe»"Laj 1887er Nationalfeste werden Boulanger zur Last gelegt,»fv in II IM in 5"- bekannten geschichtlichen Nacht(2. Dezember tPi Elysee geplant haben. Die Anklage!®� mnrr fpin ßWh nfffim«» ftnhof ntar soll er in der bekannten den Marsch aufs Elys« fragt, woher Boulanger seist Geld nehme, findet aber Antwort; sie stellt blas fest, daß Boulanger 1888 1275% geschriebene Briefe bekommen habe, darunter 118 aus dem�ff lande, auch einen aus Deutschland. Schließlich soll er 8, baten zum Abfall vom Gehorsam verleitet haben, was dad®T iu uuiu vytijuisuiu uciu'ui'i yuuen,»vuv 4""� bewiesen wird, daß eines Tages ein Unbekannter zwei 3"% teristen in ein Wirthshaus geführt und ihnen beim Weinig Versprechen abgenommen habe, gegebenen Falls nicht aus. Boulangisten zu schießen.� AuS all diesen Gründen ist � langer mit Genossen der Verschwörung und des Anschlags-. einem Beginne zur Ausführung bezichtigt. Nach zweinia� Zustellung in einer» Abstände von je 10 Tagen kann die 1, Handlung gegen die Abwesenden stattfinden und etwa 9. August das Urlheil gefällt werden. Nie noch so unhaltba Ichlnninß b>e jede M und tu Verle Serichtx Emilie, "Wiese »cheiterk ivürde, Staaten soelche a en �"fttena Ä En �cht. Nicht Nl l0n bei � Lock °uch son »an mi| "Aem S % *•2? leinen Z Pol es j p: «nEdmo Sende ar H un Elvissen zO�uhr Jkach As % 3m Ro As flejsepdstctt. (Wolffs Telrgraphen-Kureau.) Kalberstadt, 17. Juli. Nach den bis jetzt vorliege� Wahlergebnissen erhielten bei der gestrigen Reichstagsersatz� Bürgermeister a. D. John-Osterwick(konserv.) 5300,©taSm, Weber(natl.) 4600, Bürstenfabrikant Dahlen(soziald.) 2- und Rohland(deutschfreis.) 1400 Stimmen. Aus 8% fehlen die Resultate noch. Voraussichtlich ist eine Sticht� zwischen John und Weber nothwendig.« pari», 17. Juli. Die Morgenblätter veröffentlichen� gegen Boulanger erhobene Anklageakte. Der Inhalt derffF, entspricht den bereits gestern aus dem„Temps" genieß, Mittheilungen und zählt alle einzelnen dem Angeklagten L Last gelegten Handlungen auf, die derselbe vom Jahre.-> ab, sowohl während seines Kommandos in Tunis, wie wall seiner dienstlichen Thätigkeit in Paris und Clermont begN haben soll. Insbesondere wird ihm die Aufwiegelung� Armee sowie die Bestechung von Beamten zum Vow gemacht. ,.««< pari», 17. Juli. Die Regierung hat den Seine-Proiy Poubelle beauftragt, sich nach Magdeburg zu begeben, uw.� dort die Gebeine Carnot'S hierher zu uberführen; mit(l Auftrage der Abholung der Ueberreste Latour d'Auoew\. aus Neuburg in Bayern ist der Präsident des DoubS-Trl tements Graux betraut worden. Uio be Janeiro, 17. Juli.(Meldung der„AfU Havas".) Als der Kaiser gestern Abend das Theater vey wurde em Revolverschuß auf ihn abgegeben. Der Kaiser unverletzt. Der Thäter soll ein Portugiese sein. �«tbnuk Es niß �atet hc ,V. „ da ei, wqz Uitersrifchrs. er„Volksfreund", aus illustrirtes UnterhaltungSblatQ, den Deilagen„Die Kunsthalle" und„Der Hausarzt","y im Oktober vorigen Jahres begründet wurde, konnte seit Mai nicht weiter erscheinen». Nunmehr ist der Verlag v" Redakteur deS Blattes, Emanuel Wurm, übergangen. nächste Nummer(Nr. 17) gelangt Ende Juli zur Verscvst.-� Die Expedition befindet sich nicht mehr bei R. Krieg,-gf straße 4, sondern nur bei R. Schnabel, Dresden, Zw' straße 8. »•rfl SSi' i *m«n ei Verantwortlicher Redaktem: it. Eronheim m Berlin. Druck und Verlag von Mi»» Kabing in Berlin SW., Beuthstraße 2.