le et# ch o# d-r> lerböTtnf rechen � �bonnenv mschen P etl. H : D-leg»" icnbaro'1' I in � Kr. Freitag, den 19. Juli 1889. 6. Jalsrg. L mtncn ß vor ff 'S; l K ÄrlinerDülbliliill. Brgan für die Interessen der Ardeiter. ... Das„Berliner Volksblatt" Mnnt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei m« Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt' 10 Pf. Bei Abholung aus unserer Edition Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemeni 4 Mark pro Quartal. «z(Eingetragen in der PostzeitungSvreisliste für 1889 unter Nr. 866.) ET'** Auslaud: Täglich unter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 4gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS. Anzeigen SO Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimpierstraßc 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festlagen bis 10 Uhr Vonnittags geöffnet. -*•-» Fernsprecher; Amt VI. Ur. 4106.,-*- Vednlttion: Veukhskrsltze S.— Expevikion: JimmerPtraHe 44. :amte ii> ede, ü** ein\oW ementv? Der ■'S unitu» ri leute ri» ,i0t Ä gerufe" r treikko-l eförd-tF i und" ' bilden "J �tn falsrficf proptxek. 3u der am 4. Juli stattgefunden en Unabhängigkeitserklärung der Bereinigten Staaten. . jemals in der Geschichte, und wenn die Zustände auch ii*? r!r waren, hat es an geschickten Lobrednern bereits gewordener Znstitutionen gefehlt, selbst die ch iminsten Tyrannen waren um Redner und Schriftsteller, r■, l£"e, Niedertracht in Tugend, jede Treulosigkeit in Offen- ni a>, Zuvorkommenheit zu verwandeln suchten, niemals ��egenheit. Wie man die Widersacher der Gottes- und Hexenprozesse als Gegner des Staates, der Iwr r ber Religion verfolgt und dem Scheiterhaufen zu �liefern suchte, mit der Erklärung, daß ohne Folter und Seerhausen die Menschheit in die Barbarei zurückfallen aT ,' so hat es auch bei der Gründung der Vereinigten Maaten vn*___...—~„z±ii W ------ ovmi.Vlwi mn vm».liglischen Anft. amerikanischen Kolonisten um die Früchte ihrer der jungen und Siege zu bringen. Alle Ränke nicht 0°"�or und ihrer Parteigänger haben jedoch mit � if'l 'when ff - uÄL fein nirfii s�ii-uuner, oas Blut der Amerikaner ist von geflossen, das Volk hat den Weizen den o T Unkraut zu scheiden verstanden, indem es auck;, fp der falschen Propheten widerstand. Mag man n>an n die amerikanische Staatsform denken, wie vollen?«'""d die heute dort eingeriffene Korruption mit rnan k Rechte auf das entschiedenste verdammen, so wird sobald man sich mit der englischen Politik des onieri��ohrhunderts, welche die herrlichen und fruchtbaren llinerit* �"�"tnnoeris, wercye oie yerrncyen unv dachte. Kolonien lediglich als Ausbeuwngsobjekt be- e xw'j, feinen d unbedingt, man mag wollen oder nicht, mit !ßt.% H*." �Mpathien aus die Seite der Amerikaner gedrängt. "iber l�. � es doch damals selbst im englischen Parlamente nicht der„ orragenden Stimmen gefehlt, welche für die Sache ncrn ��ikanischen Kolonisten Partei ergriffen. Wir erin- der �"r an einen der größten und befähigtsten Gegner anlSV sranzösischen Revolution im britischen Unterhause, zen), �"d Burke, der eine fast 30 Ouartseiten große, alän- hielt � überzeugende Rede zu Gunsten der Amerikaner .und an den ältern Pitt. Köln!/ r einträgliche Handel des Mutterlandes nach den Slusüm" u>ar im Jahre 1704 folgender: a/c.uoch Nordamerika und Wcstindien 485 265 Pfd. St. % Afnka 86 665„„ _ 569 930 Pfd. St. m?uhre 1772; Nordamerika und Westindien 4 791 734 Pfd. St. �Wka 886 399 ,,„ die öiu Ausfuhr aus Schottland, Sahr 1704 noch nicht existirte 364 000 1275� dewIr Wein? fi� schlags,� etwa I 6 022 132 Pfd. St. orliegc� sersa dd.)� Sticht 8 IseuMekon. wtbotm.] [16 S e-Prost� 2Iuoe°r.'. lagw, er geye, einen«aire ,u�e... nie aus chgupten, daß er ihn gefunden, die Andern, daß er seinen Spur gekommen. Nach Einigen soll er sogar P en V�lfr bestohlen, und das Geld, mit dem er Von fünfhundert und etlichen Tausend war der Handel zu Millionen angewachsen; derselbe hatte sich also im Laufe von nicht ganz 70 Jahren um nicht weniger als zwölfmal vergrößert. Die ganze Ausfuhr Englands einschließlich der Kolonien betrug im Jahre 1704 6 509 000 Pfd. St. Die Ausfuhr nach den Kolonien allein im Jahre 1772 6 024 000„„ Differenz 485 000 Pfd. St. Im Jahre 1772 war also der Handel Englands mit seinen Kolonien auf 500 000 Pfd. Sterl. demnach so groß, als der Verkehr, den England im Jahre 1704 mit der ganzen Welt trieb. 1704 betrug die Ausfuhr nach Pensylvanren 11459 Pfd. Sterl., im Jahre 1772 507 404 Pfd. Sterl., also beinahe 50 Mal so viel. Die Vereinigten Staaten hatten damals nicht ganz drei Millionen Einwohner. Das waren, wie man sieht, wirk- lich Kolonien, die großer Anstrengungen werth waren, wo den Ansiedlern nicht blos Tod und Verderben drohte, wie es in den neuen deutschen Kolonien der Fall ist. Aber die Machthaber im englischen Parlamente waren mit dem für die damaligen Verhältniffe immerhin riesigen Absatz nach ihren amerikanischen Kolonien nicht zufrieden. Durch eine Bill vom 5. April 1764 wurden von vielen englischen In- dustrieerzeugniffen, die nach Amerika gingen, sogar Einfuhr- zölle erhoben, die trotz dem zahlreichen englischen Papier- gelde, welches in Umlauf gesetzt war, mit baarem Gelde gezahlt werden mußten. Laut anderen Bestimmungen des britischen Parlaments durften die Amerikaner, trotz ihrer großartigen natürlichen Hilfsquellen, keinen Stahl malhen, kein Blech schmieden und keine Eisenhämmer anlegen, alles Hemmniffe, die nur dem englischen Geldprotzeiithum die Taschen bis ins unendliche füllen halfen. Durch eine Par- lamentakte vom 22. März 1765 wurde die Einführung des Stempelpapiers in die Kolonien verordnet, welches in Ver- bindung mit anderen Unzuträglichkeiten ungeheure Ent- rüstung hervorrief. Dieser Stempelerlaß wurde anstatt mit dem Wappen des Königs, mit einem darüber befindlichen Todtenkopse gedruckt und in den Straßen von Rew-Bork unter dem Titel:„Thorheit Englands und Untergang Amerikas" feilgeboten. Das Volk widersetzte sich und die Stempel-Akte wur- den im folgenden Jahre, als ein neues Ministerium ans Ruder kam, zurückgezogen. Trotzdem blieb die allgemeine Unzufriedenheit durch die übrigen unsinnigen Zollabgaben bestehen und steigerte sich immer mehr, so daß durch eine Koalition der Kaufleute ein Beschluß, der streng inne- gehalten wurde, zu Stande kam, gar keine Maaren aus England— nur einige unentbehrliche ausgenommen— mehr einzuführen. Trotz aller Mahnungen Burke's und Pitt's setzte die englische Regierung mit der Majorität des Parlaments die Drangsalirunaen der Amerikaner fort, die zum Aufstande und am 4. Juli 1776 zur Unabhängigkeits- durchging, verpraßt haben. Gewiffes weiß man darüber nicht. Von ihm selbst ist nichts zu erfahren, denn was er spricht, ist Lüge. Wo er sich herumgetrieben, was er gethan, darüber erzählt er nur Märchen, in deren Erfindung er so geschickt ist, und die er so täuschend vorzutragen weiß, daß es selbst denjenigen verblüfft, der mit eigenen Augen das Gegentheil davon gesehen, so daß er sich frägt, ob vielleicht doch nicht etwas Wahres an der Sache ist. Man sieht ihn heute hier, morgen dort. In der Türkei, in der Walachei, in Polen und in Ungarn ist man ihm begegnet, in allen diesen Ländern giebt es keinen berühmten Mann, den er nicht kennen würde; mit wem er einmal zusammenkommt, den betrügt er, und wen er einmal betrogen hat, der kann gewiß sein, daß er ihn noch einmal betrügen wird. Er spricht zehn Sprachen und für welchen Lands- mann er sich ausgiebt, dafür hält man ihn auch. Das eine Mal kommt er als Kaufmann, ein anderes Mal als Soldat, dann wieder als Seemann, heute ist er ein Türke, morgen ein Grieche. Er ist schon als polnischer Graf aufgetaucht, dann als Bräutigam einer russischen Fürstin, und auch als ein deutscher Wunderdoktor, der mit seinen Pillen jede Krankheit heilt. WaS fein eigentlicher Beruf, kann Niemand ergründen. Eins jedoch ist gewiß— er ist ein bezahlter Spion. Ob im Dienste der Türken, der Oesterreicher, der Russen, wer weiß es? Vielleicht dient er allen Dreien und noch Anderen. Er dient Jedermann und betrügt Alle. In jedem Jahre findet er sich einige Male auf der Insel ein. Er kommt in einem Kahne vom türkischen Ufer und fährt in demselben Kahn von hier an das ungarische Ufer. Was er dort zu thun hat� davon habe ich keine Ahnung. Daß er aber die Pein, die mir sein Erscheinen verursacht, nur zu feinem Privatvergnügen mir bereitet, bin ich stark geneigt zu glauben. Ich weiß auch, daß er ein Feinschmecker und ein Wollüstling ist. Bei mir findet er leckere Kost und ein auf- blühendes zungeS Mädchen, welches er damit zu ärgern liebt, erklärung führte, der noch ein langer überaus mühseliger Krieg folgte, welcher erst im Jahre 1782, als General Eonway im englischen Parlamente darauf antrug, den Angriffskrieg in Amerika einzustellen, und das Unterhaus, alle diejenigen, welche zur Fortsetzung des Krieges rathen würden, als Vaterlandsfeinde erklärte, sein Ende er- reichte. In dem Unabhängigkeitskriege haben sich neben vielen anderen besonders verdient gemacht ein Mann, der in der neueren Geschichte in Be- treff feiner Aufrichtigkeit und Charakterfestigkeit kaum seines Gleichen aufzuweisen hat, Georg Washington, der ehemalige preußische Offizier Steuden, der Franzose Lafayette, welcher außer seinem Degen, den er zur Ver- fügung stellte, Millionen für die Sache der Amerikaner opferte, Horatio Gates und die Polen Pulawski und Kosciuszko.. Wahrlich, so lange es zivilisirte Menschen auf der Welt geben wird, so lange Aufopferung für unsere Neben- menschen, Bürgersinn und Tugend ehrliche Würdigung finden, so lange werden die Väter der amerikanischen Ver- faffung, ein Georg Washington und der Erfinder des Blitz- ableiters, Benjamin Franklin, als Sterne erster Größe in der Geschichte glänzen. Benjamin Franklin, der einfache Buchdrucker und nach- malige Gelehrte, von welchem der französische Akademiker, der unsterbliche d'Alembert, sagte: Erimiit coelo ka w°n eceptrnmque tyranniB (Dem Himmel entriß er den Blitz, das Szepter den Tyrannen.) Benjamin Franklin war ein Mann, den die Geschichts- schreiber der europäischen Reaktion bisher nicht zu begeifern wagten. Als er, der nicht einmal eine Universität besucht hatte und doch Mitglied so vieler gelehrten Gesellschaften und zugleich großer Erfinder war, am 17. April 1790 starb, und die Nachricht von seinem Tode nach Frankreich kam, sagte Mirabeau in der Nationalversammlung von ihm: „Franklin ist tobt! Der Geist, welcher Amerika die Freiheit gab und Lichtströme über Europa ergoß, ist nicht mehr. Der Weise, der zwei Welten angehörte, der Mann, den die Geschichte der Wissenschaften und die Geschichte der Reiche einander streitig machen, behauptet ohne allen Zweifel eine hohe Stelle in der Menschenwelt. Nur zu lange haben Staatskabinete den Tod solcher Menschen angekündigt, die nur in ihren Trauerreden groß waren; nur zu lang hat Hofzwang heuchlerische Trauer angeordnet. Nationen müssen nur für ihre Wohlthäter Trauer anlegen, und die Neprä- sentanten derselben dürfen nur die größten Wohlthäter der Menschheit dazu empfehlen. Der Kongreß hat in allen Ver- einigten Staaten eine monatliche Trauer um Franklin ange- ordnet und so hat Amerika einem der Väter seiner Ver- faffung den schuldigen Tribut der Bewunderung entrichtet. Wäre es, Ihr Mitgesetzgeber, Euer nicht würdig. Euch zu daß er es seine Braut nennt. Noemi haßt ihn. Sie ahnt nicht einmal, wie berechtigt ihr Haß ist. „Doch glaube ich nicht, daß Theodor Krißtyan blos deshalb diese Insel besucht. Diese Insel muß noch andere Geheimnisse haben, die mir unbekannt sind. Er ist ein be- zahlter Spion. Dabei hat er ein schlechtes Herz. Er ist verdorben vom Wirbel bis zur Zehe und zu aller Nieder- tracht fähig. Er weiß, daß ich mit meiner Tochter.die Insel nur usurpire, daß ich nach menschlichen Gesetzen kein Recht auf sie habe. In, Besitze dieses Geheimnisses brandschatzt, ärgert und peinigt er uns beide. Er droht uns, daß er, wenn wir ihm nicht geben, was er verlangt, uns anzeigen werde bei der österreichischen und bei der türkischen Re- gierung, und sobald diese erfahren, daß in der Mitte der Donau ein neues Stück Land entstanden, welches in keinem der Friedensschlüsse verzeichnet ist, wird sogleich ein Ge- bietsstreit zwischen beiden Ländern daraus entstehen, bis zu dessen Beendigung man alle Bewohner von dort ausweisen wird, wie dies mit dem Gebiet zwischen dem Berg Allion und dem Esernafluß der Fall war. Es kostet diesen Menschen nur ein Wort, um alles das, was ich auf dieser einsamen Insel durch zwölfjährige, mühevolle Arbeit zu Stande gebracht, zu Nichte zu machen, um dieses Eden, in dem wir so glücklich sind, wieder in eine Wildniß umzu- wandeln und uns neuerdings heimathlos in die Welt hinaus- zustoßen. Ja noch mehr. Wir haben nicht nur vor der Entdeckung durch die politischen Behörden des Kaisers, sondern auch vor der Entdeckung durch die Pfaffen zu zittern. Wenn die Erzbischöfe, die Patriarchen, die Archimandriten und Dechanten erführen, daß hier auf der Insel ein Mädchen heranwächst, das noch nie, seitdem sie getauft worden, eine Kirche zu Gesicht bekommen, sie würden sie mir mit Gewalt wegnehmen und in ein Kloster stecken. Verstehen Sie jetzt, mein Herr, jene stillen Seufzer, vor denen Sie nicht einschlafen konnten?" diesem Akt zu vereinigen und an der Angesichts der Welt den Menschenrechten und dem Philosophen, der ihre Herrschaft in der Welt verbreitet hat, gezollten Huldigung theil zu nehmen? Das Alterthum hätte dem Sterblichen, der zum Nutzen der Menschheit Himmel und Erde mit seinem großen und tiefen Geist um- fassend, den Donner und die Tyrannei zu bezwingen ver- stand, Altäre errichtet. Das erleuchtete freie Europa ist inindestens einem der größten Männer, die für Philosophie und Freiheit gelebt haben, sein Andenken und seinen Schmerz zu weihen schuldig. Ich schlage vor, den Beschluß zu fassen, daß die Nationalversammlung auf drei Tage um Benjamin Franklin Trauer anlegen soll." Die Nationalversammlung beschloß mit großer Stimmen- Mehrheit, daß am 14. Juni die dreitägige Trauer ihren An- fang nehmen, Mirabeau's Rede gedruckt werde und ermäch- tigte den Präsident, wegen dieses Trauersalles ein Beileids- schreiben an den Kongreß von Amerika zu richten. Daß die englische Regierung auch noch tüchtige und schlaue Parteigänger in Amerika hatte, zeigt folgende Rede des John D i'k i n s o n, eines Miquel ersten Ranges, gegen die Unabhängigkeits-Erklärung, gehalten bei einer Versammlung in Pensylvanien. „Sehr oft halten sich die vom Parteigeist befangenen Menschen in ihren Reden mehr an das äußerliche Ansehen der Gegenstände, als an die Vernunft und Gerechtigkeit; man sieht, daß sie nicht die Stillung von Unruhen, sondem ihre Erregung, nicht die Unterdrückung der Leidenschaften, sondern ihre Aufreizung zum Zwecke haben. Sie beabsich- tigen nichts, als den Mächtigen zu gefallen, ihren eigenen Ehrgeiz zu befriedigen und den Launen der Menge zu schmeicheln, um ihre Gunst zu ernten. Aus diesen Gründen sollte, wenn sich bei den Volksbewegungen die Partei der Weisheit und Billigkeit gemeinlich unter der Minderzahl bc- findet, gerade sie es sein und nicht die Majorität, die bei schwierigen Umständen rathen sollte. Ich richte auf diese Wahrheit die Aufmerksamkeit derer, die mich hören, weil meine Meinung nicht die der Mehrzahl sein kann. Allein, ich wage zu glauben, daß dieselbe von allen unparteiißchen und gemäßigten Bürgern, die die Gewalt verdammen, welche man dem freien Willen anthu» will, und die Ueber- eilunq, womit man uns zu der wichtigsten und bedeutsamsten Ensscheidung hinziehen will, getheilt wird. Wohlan! verläßt der weise Mann die sicheren Gegenstände, um die zu ver- folgen, die nichts als Ungewißheit darbieten? (Schluß folgt.) Internationaler �rbetierhonareß zn Paris. czn. Paris, den 16. Juli. Der zweiten Sitzung des internationalen Kongresses ging die Verlegung des Sitzungs- lokals nach dem größeren und schöneren Saal der„Fant ißies parisiennes" voraus. Die Zahl der Delegirten sowie der Andrang des Publikums machten den Umzug zur Roth- wendigkeit. Der Kongreß nahm sofort die Prüfung der Mandate in Angriff. Aus Paris waren 62 Gruppen und Organi- sationen durch 78 Delegirte vertreten, die Provinz durch 121 Delegirte, welche 357 Gruppen und Organisationen aus 1100 Kommunen Frankreichs vertraten. Unter den Delegirten befanden sich 5 Deputirte der Kammer(Ferroul, Basly, Boyer, Camelinat und Cluseret) und fünf Stadt- räthe(Vaillant, Longuet, Ehauvüre, Daumas, Humbert). Einzelne Delegirte vertraten ganze Federationen, so ließen sich z. B. die 54 Gewerkschaften des Lyoner Gewerkschastsverbandes durch drei Delegirte repräsentiren, der Bürger D e l o n g vertrat 74 Gruppen aus 52 Gemeinden. Bis zu der Abendsitzung waren noch neue Delegirte eingetroffen, so daß die Zahl der französischen Delegirten auf 201 stieg. Von besonderer Wichtigkeit war, daß sich die dänische Partei in letzter Stunde zur Theilnahme an dem Kongreß entschlossen und jetzt ihrer früheren Haltung entgegen zwei offizielle Delegirte sendete. Der Delegirte Aller(Amerika) hatte von seinen Auftraggebern BrotWbcmd of Uniied Labonr(Brüderschaft der vereinigten Arbeit) zwei Mandate mit dre Weisung erhalten, nach Prüfung der Sachlage an Ort und Stelle sich auf den Kongreß zu begeben, wo die Sache der Sozialdemokratie am energischsten und unverfälschtesten Timar starrte in die volle Mondscheibe, welche hinter den Pappeln unterzugehen begann.„Wanim— dachte er bei sich— bin ich jetzt nicht ein mächtiger Herr?" „Und so kann dieser Mensch"— fuhr Therese fort— Jeden Tag uns ins Elend stürzen. Er braucht nur in Wien oder in Stambul die Anzeige davon zu machen, daß hier auf der Donau ein neues Territorium ist, und wir find zu Grunde gerichtet. Niemand in dieser Gegend wird uns verrathen, nur er allein ist dessen fähig. Doch ich bin auf Alles vorbereitet. Die Entstehungsursache dieser Insel ist einzig und allein dieser Fels an der Spitze der Insel. Dieser hält die anprallende Strömung der Donau auf. In einem Jahre als Milos mit den Serben Krieg führte, haben serbische Schwärzer drei Kisten Schießpulver im Gestrüpp dieser Insel versteckt. Seitdem kam Niemand sie abzuholen. Vielleicht sind diejenigen, welche das Schießpulver bier ver- steckt haben, von den Türken gefangen oder erschlagen war- den. Ich fand es und halte es in dem tiefsten Loche dieses großen Felsens geborgen.— Mein Herr, wenn man von dieser Insel, die jetzt herrenlos ist, mich vertreiben will, so schleudere ich eine brennende Lunte in das Schießpulver und der Fels mit uns Allen fliegt in die Luft; im nächsten Frühjahr aber nach dem Eisgange wird kein Mensch mehr hier von der Insel eine Spur finden. Jetzt wissen Sie, warum Sie an diesem Orte nicht schlafen konnten." Timar stützte sein Haupt in die Hand und starrte vor fich hin. „Noch eins will ich Ihnen sagen," sprach Frau Therese, fich nahe zu Timar hinbeugend, damit er die leise geflüster- ten Worte vernehmen könne.„Ich glaube, daß dieser Mensch noch einen anderen Grund hatte, hierher zu kommen, und wieder zu verschwinden, als den, weil er sein Geld in der ersten besten Kneipe verspielt hatte, und etwas von mir erpressen wollte. Sein Besuch galt entweder Ihnen oder diesem anderen Herrn. Seien Sie auf Ihrer Hut, wenn einer von Ihnen die Entdeckung eines Geheimnisses zu fürchten hat!" Der Mond verschwand hinter den Pappeln, und im Osten begann es zu dämmern. Die Goldamseln fingen zu vertreten werde. Nach Prüfung der Verhältnisse und reif- licherHUeberlegung habe er sich für diesen, als den rein soziallstischen Kongreß entschlossen. Mit besonderem Interesse und Beifall ward der Bericht der Mandatprüfungskommission der deutschen Delegirten entgegen genommen, die Wollmar verlas. Es hatten 125 öffentliche Versammlungen behufs Delegirtenwahl stattge- funden; die übrigen Delegirten wurden durch in Werk- statten, Fabriken 2c. zirkulirende Listen ernannt, die oft mit vielen Tausenden von Unterschriften bedeckt waren. Dem Charakter nach unterscheidet Wollmar zwei Arten der Mandate, nämliche wirthschaftlicher Natur, ertheilt den Vertretern Oer Berufszweige, und rein politischer Natur. Die Be- igung an der Wahl der Delegirten ist so stark gewesen, wie an einer Reichstagswahl. Bedeutsam ist, daß die in letzter Zeit streikenden Bergarbeiter durch 3 Delegirte(2 aus Westfalen und 1 aus Sachsen) vertreten sind. Unter den Delegirten befinden sich II Reichstagsabgeordnete, 4 ehemalige Reichtagsabgeordnete, mehrere Landtagsabgeordnete. Ganze Bezirke, ja ganze Provinzen haben sich vertreten lassen. Die Zahl der deutschen Delegirten beträgt 83; die Gesammtzahl der Delegirten 358, in der Abendsitzung war sie jedoch bis auf 392 gestiegen; sie zerfällt wie folgt: Franzosen 221 Deutsche 83 Engländer 22 Belgier 14 Oesterreicher Ungarn Holland Rußland Schweden Norwegen Dänemark Schweiz Polen Spanien Rumänien Amerika Portugal Griechenland Tschechen Bulgaren Vaillant hob noch ganz besonders hervor, wie bedeutsam es sei, daß daS deutsche Proletariat trotz Belagerungszustand und Repressivmaßregeln so zahlreich vertreten sei. Liebknecht führte darauf aus, daß die Welt noch nie einen ähnlichen internationalen Arbeiterkongreß gesehen. An so vielen Arbeiterkongressen er auch theilgenommen, so habe er selbst noch nie einen solchen erlebt. Die Kongresse der alten Internationale trugen einen ideologischen Karakter. Die alte Internationale war der in die Welt geworfene Speer, den sich das Proletariat erst holen mußte. Die Internationale hatte die Idee gegeben und damit ihre Mission erfüllt, sie konnte sterben. Jetzt, nachdem sich das Proletariat überall organisirt, ist die Zeit gekommen, eine neue Internationale an ihre Stelle treten zu lassen. Die Arbeiterorganisationen, welche sich verbrüdern, bilden die wahre Internationale. Roch nie hat die Welt ein ähnliches Arbeiterparlament gesehen. Die Chartistenbewegung in England war großartig und hatte ihr Ärbeiterparlament, aber dasselbe war nur national, die Kongresse der Jnter- nationale trugen mehr einen lokalen Charakter, da nicht- lokale Organisationen nur äußerst schwach vertreten waren Zum ersten Male sieht man einen wahrhaft internationalen Arbeiterkongreß, welcher die bewußte Arbeiterbewegung aller Länder repräsentirt, wie sich dieselbe auf Grund der Klassen- gegensätze entwickelt hat. Vaillant spricht in demselben Sinne und hebt hervor, daß der Kongreß in der Geschichte des Emanzipationskampfes der Arbeiter Epoche machen wird. Der Kongreß erklärt sich dafür, den jetzigen Ausschuß für die Dauer des Kongresses zu behalten und die Präsi- dentschaft der Reihe nach den Vertretern der verschiedenen Ländern zu übertragen. Der Ausschuß besteht aus Brandt(Schweiz), Liebknecht und Bebel(Deutschland), Lafurgue, Vaillant, Besset, Lavigue (Frankreich), Costa und Cipriani(Italien), Nieuwenhuis, Anseele, de Paepe(Belgien und Holland), Morris und Frau Marx-Aveling(England), Popp und Fränkl(Oesterreich- 3 4 6 3 1 3 6 5 2 5 2 1 1(noch nicht angekommen) 1 schlagen an. Es wurde Morgen. Von der Morova-Jnsel drangen die langgedehnten Hornklänge herüber. Es war der Weckruf für die Schiffsleute. Schritte waren im Sande zu vernehmen. Ein Schiffsknecht kam vom Landungsplatz mit der Nachricht, das Schiff sei zur Abfahrt gerüstet, der Wind habe sich gelegt, und man könne weiter fahren. Aus der kleinen Behausung traten die Gäste hervor: Euthym Trikaliß und dessen Tochter, die schöne Timea mit dem blendend weißen Antlitz. Auch Noemi war schon auf, und kochte frischgemolkene Ziegenmilch zum Frühstück, mit geröstetem Kukuruz statt Kaffee und Scheibenhonig statt Zucker. Timea trank nicht davon, sondern ließ statt ihrer Narcissa die Milch trinken, welche das von dem fremden Mädchen Dargebotene zum großen Verdruß Noemis nicht verschmähte. Euthym Trikaliß fragte Timar, wohin denn jener Fremde, der gestern Abends sich hier eingefunden, gekommen sei? Timar theilte ihm mit, derselbe se: noch in der Nacht weitergezogen. Auf diese Mittheilung verdüsterte sich sein Gesicht noch mehr. Dann nahmen sie alle Abschied von ihrer Hausfrau. Timea war verstimmt, sie klagte darüber, daß sie noch immer sich unwohl fühle. Timar blieb als letzter zurück, und über- gab Theresen ein türkisches buntfarbiges Seidentuch als Ge- schenk für Noemi, wofür sie ihm dankte, und versprach, Noemi werde es tragen. Dann entfernten sie sich, indem sir den Rasenpfad einschlugen, der zum Kahn führte; Therese und Almira begleiteten sie bis ans Ufer. Nogmi aber stieg auf die Spitze des verirrten Felsens, dort, zwischen dichten Moosblumen und den fetten Blättern des Mauerpfeffers sitzend schaute sie dem abfahrenden Kahne nach. Narcissa kroch ihr dahin nach, kauerte sich in ihren Schooß und schmiegte sich mit ihrem geschmeidigen Hals an ihren Busen.„Marsch! Du Treulose! So also liebst Du mich? Mich ließest Du in Stich, und machtest Dich an das andere Mädchen, blos weil es schön ist, und ich nicht. Geh; ich Hab' Dich nicht mehr lieb!" Und dann dückte sie das Schmeichelkätzchen mit beiden Händen an ihre Ungarn), Lawroff(Rußland), Mendelsohn(Polen), Petns� Jeffersen und Pelagren(Skandinavien), Mani(Rumäri« Jglesias(Spanien), Alles(Amerika), Jadard(Elsaß-LoM gen), außerdem wird dem Ausschuß noch ein Vertreters Decazeviller, der schottischen und d werestfälischen Kohledgr� zugesellt. j Es gelungen hierauf eine Reihe von Adressen® Telegrammen zur Verlesung, welche aus allen Up" Europa's eingelaufen sind, und die sämmtlich Verbrüdcr» des Proletariats und ernste Arbeit wünschen. Nachdem de Volders nach einen Brief der Bei? auf die Vereinigung beider Kongresse hinzielend, und wie auch den Possibilisten zugegangen, zur Verlesung trennt sich die Versammlung, nachdem für Abend 8 Uhr" zweite Sitzung anberaumt worden. Nclurefiponderrjen. Hamburg, 16. J»lu Die schon mehrfach besprochene � beleuchtete Thatsache, daß von einer Hamburger Rhederen' ihre Schiffe die deutschen Arbeiter durch Kulis ersetzt wM« veranlaßte auch den in Hamburg erscheinenden„ W er> arbeitet", Zeitschrift für das gesammte Gebiet des Schi"'*' und SchifffahrtivesenS, zu Betrachtungen über diese AngeUg heil, welche allerdings zunächst für alle Arbeiter, welche � mit der See- und Flußtchifffahrt in Verbindung stehen, vo»�? allergrößten Tragweite ift. Nachdem das Blatt ausgefühw? wie die englischen Rheder immer gerne deutsche und% navische Matrosen anheuerten, nicht' wie n der deutschen e. vielfach beHaupt t wurde, weil speziell die deutschen zuverlaM tüchtiger und nüchterner als die englischen Seeleute,, 1% einfach weil sie„billiger" sind,so wird, sagt der„Werftarbeiter, N auch der Versuch mit den Chinesen nicht deshalb gemacht, wcu� als Heizer in den Tropen widerstandsfähiger und ausdaueiv sind als unsere deutschen Arbeiter, sondern einfach der VtzjL halber. In seinen weiteren Erörterungen gelangt das dann zu der Frage, was dem Import dieser Asiaten geß� nun zu thun sei und bemerkt: ,. J „Ohne ein Reichsgesetz, das den Import der GM# strenge untersagt, ist vor der Hand mit sicherem Erfolg zu machen, und ein Reichsgesetz in dieser Beziehung W J m sehr weiter Ferne. Wo aber kein Anfang ist, da ri ri kein Ende, sagt ein Sprichwort, und darum lasset uns«nu Anfange beginnen, denn es giebt keinen anderen Weg-.,v Würden die Passagiere genau orientirt sein, dann man ihnen zurufen: Fahret nicht auf solchen DanwW", deren Rheder wegen der Billigkeit Chinesen und Aegec Bord haben, und dem deutschen Matrosen stände würde ma».� falls zurufen: Verheuert Euch nicht an Schiffe, wo Gd'V und Reger an Bord sind. Dieser Ruf würde Erfolg 9% aber er müßte mit Nachdruck immer und immer wieder,, Neuem unter die Bevölkerung Deutschlands gebracht Dazu gehört aber eine Organifation, die den Seeleutetz f jetzt noch fehlt, eine Organisation, womit keine Spielers trieben wird, wie es leider mit den bis dato best»>>°'jj Organisationen der Fall stets gewesen ist, weshalb R nach kurzem Bestehen jämmerlich wieder zu Grunde g'sy „Ein Seemannsverein, der Erfolg haben will,»uch./ji uumi unter ui and auc jetzt nod stehende, wegeilen für i Ä bura aus, Jahr ein sich bemühen, die Erlebnisse aus See, dss A Handlung, den Verdienst und seine Leistungen der ganzw« völkerung zu unterbreilen, um dieselbe auf seine Seile% kommen; er muß ferner durch praktische aufklärende S« � Jahr aus, Jahr ein Ihätig sein, um den Seemannsstaw 5 ganzen Welt aufzuklären. Rur Aufklärung ist es, weicri� Seemannsstand der ganzen Welt zu einer Macht heraw f: läßt, um endlich Erfolg erzielen zu können. Zwar ist 9�; Ziel, das zu erreichen man nicht von heute auf ntorfl' Stande ist, aber es ist doch das einzige sichere Ziel." „So lasset uns denn die richtige Antwort auf den 3�, der Chinesen und Neger geben: lasset uns zur That«9% und den Grundstein zur Organisation der deutschen und Flußschiffer, der Seefahrer Deutschlands legen: ent®, wir ein Statut und fordern den Verein d e r G? führer Hamburgs auf, das Steuer dieses Verein� Hand zu nehmen, er ist dazu berufen, er wird sein V Geschick damit befestigen und sich einen Platz in der für immer eröffnen. Vorwärts also, die Zeit ist gn"rw der Reichstagstribüne herab muß bald ein wettergedw � Seemann von echtem Schrot und Korn seine Beschwer; deutschen Volke unterbreiten!" Eine tüchtige Organisation wäre den Seeleuten at, wünschen, nur wirb dieselbe wohl auf lange hi ein frommer Wunsch bleiben, ba die wirklich zur See keine bleibende Statt haben, zu keiner Lektüre und keiner � klärung gelangen. Diese kommt ihnen erst dann, wenn Brust, preßte das glatte Kinn auf das weiße Kö Schmeichlerin— und starrte dem Kahne nach. In Auge glänzte eine Thräne. (Fortsetzung folgt.) . jene i Do 8 Mit Mns Mnnft nntt Da» Auftreten der Pest tu der provin» Aflst* hoffentlich durch die Maßregeln der türkischen Regierung dem Ursprungsherd beschränkt werden. Assyr liegt an der � fitste des Rothen Meeres zwischen Hedschas und Peiiwnj Gefahr eitzer Verschleppung der gefürchteten Krankheit,% in dem genannten Küstenlande auch in den Jahren 1826,' j 1854, 1862, 1868, 1874 und 1882 epidemisch aufgetreten, nach den heiligen Städten Mekka und Medina, welche 0% wärtig von vielen Tausenden von Wallfahrern besucht J liegt somit vor. Ueber das diesmalige Auftreten dcr� wird der„Corr. de l'Est" aus Konftantinopel gesssss1 v? dasselbe gehe bis in die Hälfte Januar zurück. Affrip holt schon hätten europäische Aerzte im April und Mal 9 � Jahres versucht, in das Land von Assyr einzudringen,%# den jedoch vom Gouverneur von 9) einen an der AuSfuri j- ihres Vorhabens gehindert. Die französische Regierung-,� durch ihre Konsuln von dem Stande der Dinge unteflsj worden mar, untersagte den Einwohnern Algeriens und*�4 fiens heuer die Pilgerfahrt nach Mekka, um die Verschleppet hi»r tinrh hpr.�ntnmk» in nprfeinh�m. üfttc 5Rfnrtß die französische Regierung vor den türkischen Behörden autHeJv Beweise von dem Bestände der Epydemie in Assyr, und st schloß man sich inKonstantinopel, endlich eine Enquete anzuoro � Nach den verseuchten Gegenden entsendete Militärärzte konssti � nicht nur das Vorhaudenseiu der Krankheit, sondern auch/ j dieselbe diesmal mit erhöhter Heftigkeit wüthe. Da cs j assyrische Hirten sind, welche die Hammel liefern und stttzL./ leiten, die anläßlich der religiösen Feste von Mekka im von Muna geopfert werden, so liegt, wie bemerkt, die y auf der Hand. Man darf jedoch hoffen, daß die von J Pforte getroffenen Maßregeln der Einrichtung der lstssssU» Quarantäne für yemenitische Provenienzen und der Abf4)',e" . Pettts» !umSaii>> rtreter rbriibefl"! c Bch- :ttb wik k t aebM ylk«' n. ochene«� Hedem? A»gelK >elche% i k,%% §MMWWi a##i W �@# Wl ben ausgesperrten Formem.steye haben*■■■< über Je Eisen- und Schiffswerft- Barone angefertigt, b a p i e r'"serfmurbig— auf zartem R o f a- «nb Sunnm®,e �gedruckten Listen, welche die Vor- den cntWt» r,c�'t Angabe der Geburtsorte der Streiken- .�uifch«, an alle Mitglieder des„Verbandes der Ittl)" DerfnnsF$,?,e crc*cn<7 unter der Bezeichnung„vertrau- ,..2 u dt, mit dem weiteren Vermerk, die 109 Darin Ver- i I i •Ä" K morge" i »ei*, inu oem weuerm-uermerr, oic iu«"""" j""' pchncten nach dem§ 6 des Verbandstatutes zu behandeln, smm mmmm ,en"0" Kupferschmieden nach hier zu warnen. er Ei°l DolMplh» Ueberstcht. X:. />/><> Mr-m flYrnnntpa rtpfipn il rein« K Sj hwerdl [öetbi;� rw S' ftbt Li:',," die schönen Tage von Aranjuee gehen zu Obigen znvor wird jetzt von dem großen Nutzen des pner SKt«,r„�?tar0§ in den Karlellblättern gefabelt, und das in uchkeit hJso?.autb dem simpelsten Kartellbruder die Schäd- ?s>i Stv� /?illienfonds klar werden muß. In den Blättern IMlSberirf,,// Miqnel-Bennigsen liest man jetzt einen„Rechen- �ar, das welcher den Wählern beweisen soll, wie gut es M aber«„Hurrah-Reichstag zu Stande kam. Daß man �'chstan"Rechnet, wenn man annimmt, daß der nächste W> Lobn>�!�r so wird wie der jetzige, das dürfte wohl selbst �irkuna-»?? einleuchten; sie werden staunen über die Vols« n u�elche die„Wobltbaten" des jetzigen Reichstags �enirsacht haben. die iWohlthäten" des jetzigen Reichstags Als ein Zeichen, daß man sich auf U�en.Bundes Hedschas durch den Kordon genügen %«Bcitcrp ml unheimlichen Gast wie in früheren Jahren «, Iftir°j"n0en energisch zu verwehren. Matw(inT. amerikanische Infekten nach Europa » so finiF biet in Wald und Flur Schaden angerichtet % Am««;»" auch andererseits mannigfach europäische Insekte �UtNatisiv, Lerschleppt worden und haben si� dort rasch W m ic trete -Ä ß �watisir/"«tiiwieppi worven unu yuueu„u, Je®infcfil«n« u 5 bat vor Kurzem eine Mittheilung über li�)«N« und Verbreitung des Kohlweißlings(Meris Psalter;« l croffe."t�ch', noch der sich dieser kleine Schmetter- crung-it . 1 HWW/ VW I vv*;'"y------- Mgten föA wenigen Jahrzehnten den aanzen Osten der Ver- P%'ut,n h„i?Q,.en erobert hat. In Rew-Aork soll die erste Ein- ß%t fri« v eu durch einen deutschen Lepidoptereologen er- * R(rbc,/r: c �.ffisch ausgeschlüpfte Exemplare mitkamen. .�ffen, j�„.�°en sich noch drei Orte der Einschleppung nach- F Cueb« C' �harleston und Florida. Besonders Rew-Pork t.�ken gewannen die Bedeutung von HauptverbreitungS- wag erfnin;'r6 Gebiete vereinigten sich bald. Die Verbrei- nn*% hauplsächlich nach Osten und Südosten, weniger w?* b«? sm rrFr �ängs des Lorenzstromes. Sobald sie das frtföfiipDirt.'l,bw eerreicht hatte, wurden in kurzer Zeit die . �.n�'�aaten uberschwemmt. Wie gewöhnlich bei der Ein- ugandischer Arten die Vernichtung einheimischer nächst- Formen erfolgt, so war auch mit der Verbreitung f n' Anierifa die Zuriickdrängung der einheimi- '°wdlc, � unschädlichen Weißlinge Pleris obcacea und Pomia Di, �?bunden. M Qu« tuvt* Stamme». �ai[[.,,aimbab berichten, daß lbQ d-SUI-f. r r< ünt-�Ä|tb®uF �N'. ihre» Stamme». m 2% ,|T4 ' Madrider Blätter lassen «."�la'�älgav oenlyien, oag ein letztes Exemplar der tzlswüsteten s!. enschlangen, welche früher die Insel Ue, m denen man aber lange nichts mehr gespürt rt�ruar bou« Seit erlegt worden sei. Seit dem Monat Ariwn das Ungeheuer im Norden der Insel, im �ulthieee n«-?Ä �>gel, Katzen, Hunde, sogar Esel und sufwißt. j s�aanden und schließlich wurden kleine Kinder - kjt eine 2>«| wohner der umliegenden Ortschaften organi- �brem ßgp. wgb auf die Schlange und entdeckten dieselbe — inrent o—»Yjuwu uuy uxe•c/cymiiuc uuu ciuucuitu uiviww Schüsse Js??" in Der Höhle von Galachar; einige wohlgezielte wlbe niirb< denr Leben des Ungeheuers ein Ende. Das- Kffan bt n,«.? letztes Exemplar seiner Gattung nach Europa �snen M«? � Das Thier hat eine Länge von 16 Metern, |ln Hirsch 2 Umfang und in seinem Bauch fand sich widadZ' die Henkersmahlzeit der letzten— Seeschlange bschliel Seiten der„Ordnungsparteien" indeß nicht um die Meinung im Volke kümmert, ist wohl die Notiz in der„Nationallib. Korr." zu betrachten, welche wir hier abdrucken;— sie ist wirk- lich lesenswerth. Das Sündenregister— pardon— der Rechenschaftsbericht lautet:„Dem Reichsiag, dessen Wirksamkeit mit der bevorstehenden kurzen Wintersession zn Ende gehen wird, kann Freund und Feind wenigstens das nicht absprechen, daß er eine ungemein fruchtbare Thätigkeit entwickelt hat und Schöpfungen hinterläßt, die unsere Reichseinrichtungen in der folgenreichsten Weise auszubilden und zu befestigen geeignet sind, ganz im Gegensatz zu den vorangegangenen Hemmschuhreichstaaen(!), unter denen die Maschine der Reichs- gesetzgebung oft kaum mehr nothdürftig arbeiten zu können schien. Es wird diesem Reichstag in der Geschichte unvergessen bleiben, daß er unsere Wehreinrichtungen der durch die gegen- wärtige bedrohliche Zeitlage gebotenen Vervollkommnung zuge- führt, daß er das Reich sinanziell genügend ausgestattet und befestigt und es in Stand gesetzt hat, nicht nur seine eigenen erhöhten Bedürfnisse zu befriedigen, sondern auch der Finanz- noth in den einzelnen Staate» abzuhelfen, daß er durch das JnvaliditätS- und Altersversicherungsgesetz eine sozialrcforma- torische That gethan hat, für die noch späte Geschlechter uns danken werden, daß er für die Entwickclung unseres Kolonial- wcsens die nothwendigen Rechtsformen geschaffen und wirksamen Schutz gewährt, daß er unser Genossenschaftsrccht den neuen Bedürfnissen entsprechend reformirt hat. Als sechste große Leistung, um nur das Allerhervorragendste herauszugreifen, wird voraussichtlich in der Schlußsession die neue und dauernde Regelung der Frage der Abwehr der sozialistischen Umsturzbe- strebungen folgen. Das sind alles Thaten ersten Ranges, die sich an Bedeutung mit den grundlegenden Schöpsirngen aus der ersten Zeit nach der Errichtung des Reiches messen können. Und es wird auch den Gegnern außerordent- lich schwer, diese große erfolgreiche schöpferische Wirk- samkeit einfach mit den abgedroschenen Redensarten von der herrschenden Reaktion abzuthun. Das sindet nachgerade bei den schlichtesten Wählern Widerspruch und Zurückweisung. Ein Vergleich der Leistungen des demnächst zu Ende gehenden Reichstags mit der Thatlosigkeit und Schaffensunfähigkeit der vorangegangenen muß aufs überzeugendste lehren, daß nur eine Volksvertretung, wie die gegenwärtige, in welcher die positiven, zugleich erhaltenden und fortschreitenden(d. h. wie die Krebse. Red. d.„B. V.") und vor allen Dingen schöpferischer Reformen fähigen Elemente das Uebergewicht besitzen, die Gewähr bietet, Daß unsere Reichseinrichtungen sich in gedeihlicher Weise ent- wickeln, anstatt einer unheilvollen Stagnation anHeim zu fallen. Das werden sich wohl auch die meisten Wähler sagen, wenn sie berufen werden, einen neuen Reichstag zu bilden. Aus der Uebersicht über die Thätigkeit der jetzt abgelaufenen Bundes- rathssession ist zu entnehmen, daß das ArbertSmaterial größten- theils erledigt worden, daß aber in den Ausschüssen stecken ge- blieben sind die Novelle zum Straf- und Preßgesetz(Ersatz für das Sozialistengesetz) und von Reichstagsbeschlüssen diejenigen über Verbot des Handels mit Spirituofen in den deutschen Kolonien und über Errichtung eines Reichszolltarifamts." — Wahrlich, die RcichstagSmajorität hat Großartiges geleistet.— Wie schön klingt es doch, wenn gesagt wird, daß der Reichstag durch die Bewilligung der Wehxvor- läge in der„bedrohlichen Zeitlage" Deutschland gerettet hat! — Wunderschön!— Aber war denn überhaupt eine Kriegs- gefahr vorhanden?— Wer hat denn Kriegsgerüchte in Die Welt gesetzt?— Wie stand es mit den Melinitbomben und den Bretterbaracken? Die Kriegsgefahr war nicht vorhanden, sondern sie wurde künstlich erzeugt;— erzeugt durch jene Presse, welche heute vor die Wähler tritt und erklärt, durch den Reichstag sei die Kriegsgefahr beseitigt worden. Nachdem nun die Wehrvorlage angenommen war, machte sich eine riesige Geldbewilligung nöthig. Auch auf diese Belastung derSchultern des Volkes ist man stob, denn es steht in dem Rechenschafts- bericht zu lesen, daß der Finanznoth abgeholfen worden sei. Abgeholfen?— Ja, aber in welcher Weise? Durch Besteuerung der notbwendigsten Nahrungsmittel w. des Volkes. Zum besseren Vcrständniß der„Hebung" der Finanznoth sei hier das Ergebniß der Steuereinnahmen im abgelaufenen Etatsjahr 1888 89, auf welches die Kartellpresse so stolz ist, vorgeführt. Die in Paren- these gedruckten Ziffern bedeuten den Unterschied gegen die im vorhergehenden Rechnungsjahr aufgeführten Beträge: Zölle........ 31 1338 401 M.(+ 41649391) Verbrauchsabgabe an Zucker 22 623 004„(4- 22 623 004) Salzsteuer....... 41631210„(4- 1 475 253) Verbrauchsabgabe v. Bräunt wein und Zuschlag zu der- selben...... Braust euer....... Uebergangsabgabe von Bier 110 126 649„(■+■ 68787585) 22 710 896„(-)- 1044 606) _ 2815332„(+ 322 225) Das große Mehr an Zolleinnahmen von ca. 42 Millionen Mark ist hauptsächlich die Folge der Erhöhung der Ge- treidezölle durch den Reichstag. Es ist dies eine Bc- stcuerung, welche hauptsächlich die viel Brot konsumirende Be- völkerung, das heißt das arbeitende Volk, trifft. Desgleichen zu einem bedeutenden Theil Folge der Branntweinsteuer. Für diese„Wohlthaten" ist den Kartcllbrüdern die„Sym- pathie" der„schlichten" Wähler jedenfalls gewiß.— Selbstverständlich durfte bei Aufzählung der Bravour- leistungen des Reichstags das Alters- und Invaliden- aesetz nicht fehlen. Dieses mit Ach und Krach durchgegangene Gesetz ist nun einmal berufen, als Wurst zu dienen, womit man»ach den„Speckseiten" der nächsten Wahl werfen wird. Inwieweit man damit Glück haben wird, wollen wir abwarten. Daß aber den Reichsrentnern>» spe so wohl werden wird, noch einmal für den Kartellbruder zu stimmen, glauben wir nicht, vielmehr hoffen wir, daß sie als Dank für die in Aus- ficht gestellte„Wohlthat" bei der nächsten Wahl für den sozialdemokratischen Kandidaten stimmen werden, bamit die im Prinzip zugegebene Verpflichtung des Staates, für die Arbeiter zu sorgen,' im nächsten Reichsiag besser ausgebaut wird. Als Schluß- und Knalleffekt muß dann noch das Sozialistengesetz dienen. Das Sozialistengesetz hat uns bis hierher gebracht— und das neue Gesetz wird dafür sorgen, Daß wir weiter kommen! In dieser Zuversicht sehen wir allem Kommenden mit Gemüthsnihe entgegen. So— und nun fragen wir die„Natl. Korresp.", aber auch die Wähler, wie sie über die Zusammensetzung des nächsten Reichs- tags denken. Der nächste Reichstag, auf 5 Jahre gewählt, wird berufen sein, sein mögliches zu thun, um die vomjetzigen Reichstage verübten Fehler gut zu machen. An den Wählern liegt's, ihr Theil dazu beizutragen, daß der nächste Reichstag ein anderes Gepräge erhält. Die jetzige Reichs tagSmehrheit hat zwar schon dafür gesorgt, daß die nächste Zusammensetzung eine bessere wird, aber das Volk darf nicht außer Acht lassen, daß, um bei der nächsten Wahl zu siegen, eine organisirte Ägi- tation nothwendig ist— denn darauf muß man sich gefaßt machen, daß die nächste Wahlbewegung nicht im geringsten an Intensität verlieren wird. Wenn also die Wähler sich wieder ins Unglück reiten wollen, so müssen sie Kartellbrüder wählen und dann— prosit Mahlzeit! UrKer die Schicksale jde« Koziattstengrsekr» schreibt die„Köln. Ztg.":„Bei der gegenwärtigen Zusammensetzung des Reichstags kann eine neue Gesetzgebung zur Abwehr der von der sozialdemokratischen Umsturzbewegung drohenden Gefahren noch immer auf eine, zwar nicht große, Mehrheit rechnen, welche die konservative und die nationalliberale Partei bilden. Aber auch ein Theil des Zentrums wirb nicht fehlen. Der demokratische Flügel wird freilich zu den übrigen radikalen Be- standtheilen des Reichstags stehen; der mehr konservativ ver- anlagte Theil aber wird dem Staate die wirksamen Waffen gegen die soziale und zugleich doch auch kirchliche Revolution nicht verweigern. Das ursprüngliche Sozialistengesetz wurde durch Konservative und Nationalliberale zu Stande gebracht? 1880, bei der ersten Verlängerung, gesellten sich 15, vier Jahre später schon 39 Zentrumsmitglieder hinzu, außerdem aber auch 27 Mitglieder der freisinnigen Partei. An diese Abstimmung vom 10. Mai 1884 sollte immer wieder erinnert werden. Denn damals hätten es nicht nur die Ultramontanen, sondern auch die Freisinnigen in der Hand gehabt, das so heftig angegriffene „Ausnahmegesetz" zu Falle zu bringen. Damals, als bie Fort- dauer des Gesetzes ernstlich bedroht war, haben sich aber auch die Deutschfreisinnigen zu Mitschuldigen bes„Verbrechens" ge- macht, aus Angst vor den Wählern, und sie würden wahr- schcinlich jedesmal so handeln, wenn sie nicht sicher sind, daß ein Sozialistengesetz auch ohne ihre Hilfe zu Stande kommt. Rur wenn sie Dessen sicher sind, stehen sie groß da als muthige und charaktervolle Männer. Bei der dritten Verlängerung im Jahre 1886 stimmten 27 Mitglieder des Zentrums für das Gesetz, bei der letzten Verlängerung endlich, im Februar 1888, war die Unterstützung aus dem Zentrum auf acht Mitglieder herabgesunken, fast die Hälfte der Partei aber fehlte; die Unter- stützung des Zentrums war damals nicht mehr nöthig zur Mehrheit. Man sieht aus dieser Erinnerung, welche großen und wiederholt geradezu entscheidenden Verdienste um das Zustandekommen Des Gesetzes sich das Zentnim erworben hat. Man wird daraus die Erwartung herleiten können, daß auch bei den bevorstehenden Verhandlungen die Partei sich nicht rein ablehnend verhalten, sondern an einer positiven Verstän- digung ernstlich mitarbeiten wird." So boshaft die„Köln. Ztg." gegen Zentrum und Deutschfreisinn auch ist. Recht hat sie gewiß! Moderne Innnngsdeftreknngen. Die Filiale des Schmiedeverbandes in H a l l e a. S. sah sich gezwungen, infolge baulicher Veränderungen des bisherigen Lokals mit dem Ver- einslokal zu wechseln, und hielt bei dem Restaurateur Faul- mann an, ob er gewillt sei, der Filiale ein Zimmer zur Ab- Haltung ihrer Versammlungen zu überlassen, was auch akzeptirt wurde; es hat darin auch schon eine Schmiedeversammlung stattgefunden.— Run ist aber im Faulmann'schen Restaurant auch das Vereinslokal der Schmiede- Innung und der Innung?- gesellen. Aus Fürsorge nun, daß die guten Jnnungsgeselleu nicht von den bösen VcrbandSgesellen angesteckt werden, kün- digte die Innung ihr Lokal; Herr Faulmann erhielt nämlich folgendes Schreiben:„Halle a.S., Herrn Restaurateur W.Fan!- mann. Antwortend auf Ihr werthes Schreiben vom 24. v.M.. da Sie gewillt sind, den Fachverein der deutschen Schmiede- gesellen zu übernehmen, so sind wir genöthigt, laut unserem Statut unsere Jnnungsherberge hiermit zu kündigen. Die He:- bergskommission: Ernst Knoll, Obermeister; Paul Heinze." Die Innung hat sich nämlich nach stattgefundener Versamm- lung beschwert, daß Herr Faulmann kontraktbrüchig geworden sei. Bei Uebersiedelung der Innung in Faulmanns Restaurant sei neben der Festsetzung des Schlafgeldes, der Kost u. f. w., nachfolgende Uebereinkunft getroffen:„Der Herbergswirth hat dafür zu sorgen, daß keine politischen Reden oder Aufhetzereien geduldet werden; solche Personen sind aufzufordern, das Lokal zu verlassen." Da die Innung in dem Schmiedeverband nun gleich eine ganze Korporation von Aufhetzcrn und Aussei em erblickt, hat sie es nun vorgezogen, dem bisherigen Lokal den Rücken zu kehren, damit die Jnnungsgeselleu nicht auch solche „Wölfe" werden. Bekanntlich verderben„böse Beispiele gute Sitten". Und die Sitten der Innung sind doch stets„gute" gewesen! Ausbreitung der Kinderarbeit. Die„Franks. Ztg." bringt nach den Berichten der süddeutschen Fabrikinspekioren eine Zusammenstellung aus Bayern, Württemberg, Baden und Hessen über die Ausbreitung der Kinderarbeit in Süddeutsch- land im Jahre 1888 mit Gegenüberstellung der Ergebnisse des Jahres 1886. Daraus ergiebt sich, daß in Süddeutschland 1888 3605 kindliche und 32 997 jugendliche Arbeiter, zusammen also 36 592 Kinder beschäftigt gewesen sind. 1886 betrug die Gesammtzahl der in Süddeutschland beschäftigten Kinder 31 558, das ist eine Zunahme um nicht weniger als 6 pC:. Im gesummten Deutschen Reiche ermittelte man 1884 erst 114 858 und 1886 bereits 155 282 jugendliche Arbeiter. Räch Analogie der süddeutschen Entwickelung dürfte sich für 1887 eine Gesammtzahl von 172 000 jugendlichen Arbeitern im ganzen Deutschen Reiche ergeben. In Kezug auf die zollfreie Ginfustr von Brot und Mehl im Grenzverkehr bis zu 3 Kilogramm hat neuerdings das Reichsgericht ein Urtheil gefällt dahin gehend, daß diese Vergünstigung eine unbedingte ist. Die Bewohner der Grenz- bezirke können demnach von dieser Vergünstigung Gebrauch machen ganz unabhängig davon, ob sie eine Verwendung für den eigenen Bedarf bezwecken oder nicht. vi- Repressalien gegen dir Ackniei? scheinen wieder rückgängig gemacht werden zu sollen. Man scheint also einzn- sehen, daß man einen groben Fehler beging, Grenzerschweningcn anzuordnen, deren nachtheilige wirthschaflliche Folgen der Natur der Sache nach lediglich Deutschland selbst tragen mußte. Der „Neuen Züricher Zig." wird nämlich aus Lindau geschrieben, daß die scharfe Grenzkontrole nur wenige Tage angedauert und seit Freitag wieder aufgehört habe. Jetzt habe man sich wieder der koulanten Behandlung von Seiten der deutscheu Zollwächter zu erfreuen wie früher. Im de» Erörterungen über die„Kriegstreibereien" gegenüber der Bismarck'schen Politik spielte auch eine angeb- liche Denkschrift des Grafen Waldersee, in der unter Hinweis auf die russischen Rüstungen die Nothwendigkeil eines Krieges betont gewesen sein sollte, eine besondere Rolle. Jetzt bringen die„Hamb. Nachr.", das Organ, dem„von bc- sonderer Stelle" die ersten Mittheilungen über die„militäri- schen Unterströmungen" in der deutschen Politik zugegangen waren, ein aus Dronthcim datirtcs Telegramm des Grafen Waldersee, das die Nachricht,„der Chef des Generalstabes habe dem Kaiser eine Denkschrift überreicht, in der zum Kriege gegen Rußland gerathen wird", für unwahr erklärt. Eine neue Kestechungsgefchichte wird der„Kreuz- zeitung" aus Kiel gemeldet. Darnach ist am Dienstag Abend auf telegraphische Requisition aus Berlin ein Schiffsbau-Ober- ingenieur in einem feineren Restaurant in Kiel durch zwei Kriminalbeamte verhaftet und am nächsten Morgen mit dem ersten Zuge nach Berlin übergeführt worden. Derselbe soll sehr bedeutende Vortheile für die Verletzung seiner Amtspflicht von Lieferanten angenommen haben. Nor der staatlichen Unterstichnngskommissto« in Bochum(Geheimrath Gamp) haben nach der„Köln. Volks- zeitung" die vernommenen Delegirt» auch die Wünsche ihrer Belegschaft bezüglich der SonntagSarbeit vorgetragen. Dieselbe sei ganzlich zu verbieten und bei ganz dringender Sonntags- arbeit die angefangene Schicht für voll zu rechnen. Ebenso müsse die Annahme der fremden Arbeiter, welche sich nicht als Bergleute legitimiren, ganz untersagt werden. Es sei dem ein- heimischen Bergmann durch solche fremde Elemente eine schwere Konkurrenz erwachsen, und an den meisten Unfällen trügen diese fremden Arbeiter die Schuld. Werter sei der Erlab eines Gesetzes nöthig, wonach Jeder, welcher die bergmännische Ar» beit betreiben wolle, erst ein Jahr Lehrhauer bei einem erfahre- neu Hauer sein müsse. Im Ganzen bezeichneten die Delegirt. n die Einführung solcher Zustände, wie sie zur Zeit des alte» Berggesetzes bestanden, als wünschenöwerth. Au» Kchl-st-n wird der„Franks. Ztg." geschrieben: Infolge der Erschwerung des GrenzverkehrS mit Mehl und Brot von deutscher Seite ist eine längst vergessene Zollbestimnmng von dem uns befreundeten Oesterreich aus der Rumpelkammer her v org esu ch t worden. Als jüngst eine Gesellschaft von Touristen aus Neisse sich über Jauernig nach Landeck begeben wollte, wurde sie von österreichischen Finanzwächten: angehalten und gezwungen, sich bis zu dem beinahe zwei Stunden ent- fernten Nebenzollamte zu begeben. Nach langem Harren wurde ! '%ic Tesellschaft zu Protokoll vernommen und jede Person mußte 2 Gulden Strafe zahlen, weil sie die Grenze über- schritten habe, ohne, ungeachtet dessen, daß Niemand etwas Versteuerbares bei sich hatte, ein Zollamt aufgesucht zu haben. Auf die an das Hauplzollamt in Zuckmantel abgefaßte Be- schwerde ging die Antwort ein,»daß der Vorgang richtig vom Nebenzollamt zu Seitendorf behandelt worden, da diese Be- Handlung in den diesseitigen neuen Zollbestimmungen begründet ist, nach denen sämmtliche Reisende, die aus dem Auslande kommen, wenn sie auch keine zollpflichtigen Gegen st ände mit sich führen, unmittelbar nach oem Uebertritt der Zolllinie sich zu dem nächsten Grenzzollamte zu begeben haben. Welche Belästigung diese Bestimmung für die das schlesische Gebirge desuchenden Touristen hat, werden Die- jenigen ermessen können, welche das Gebirge bestiegen und dabei naturgemäß öfter die Grenze, ohne es zu wissen, über- schritten haben. Kelgte«. AuS Brüssel schreibt man der„Verl. Ztg.":»In den Kreisen der hiesigen sozialistischen Arbeiter war vor einigen Tagen eine wahrhafte Panik ausgebrochen. Die Genossen- schaftsbäckerei in Gent»Vooruit" hatte ihre Bilanz veröffent- licht und eS hatte sich herausgestellt, daß das großartige Etablissement mit einem Defizit von ungefähr 6000 Irls, abgeschlossen hatte. Die Bäckerei hatte im vergangenen Jahre ihre Preise nicht erhöht, wie dies infolge der Mißernte in allen übrigen Privatgeschäften der Fall gewesen war, und daher war daS Defizit entstanden. Der kleine Fehlbetrag war übrigens aus den ansehnlichen Ueberschüssen, welche die Gesellschaft „Vooruit" aus ihren ansehnlichen Unternehmungen, wie Apotheken, Kolonialwaarenhandlungen, Holz- und Kohlenverkauf, Kleider- und Schuhmagazinen u. s. w. erzielt hatte, in über- reicher Weise gedeckt worden. Trotzdem versuchten die Genter konservativ-katholischen Kreise aus diesem unwesentlichen Vor- kommniß für ihre eigenen Zwecke Kapital zu schlagen. In den Lokalblättern der angedeuteten Richtung erschienen zu- nächst Berichte, die von ganz ungeheuerlichen Summen sprachen, die bei den geschäftlichen Unternehmungen des„Vooruit" verloren gegangen sein sollten. Man vv suchte es mit dem alten Kniss, daß man die Produktiv- Genossenschaft„Vooruit" einfach todt sagte. Das Blatt der Genossenschaft widerlegte allerdings die unsinnigen Gerüchte sofort, und in Gent selbst mögen dieselben übrigens auch nur wenig Schaden angerichtet haben. Dagegen tauchten auch plötzlich in den hauptstädtischen konservativen Blättem Nachrichten auf, nach welchen man auf großartige Defraudationen in der genannten Genossenschaft schließen mußte. Schließlich hieß es klipp und klar, Anseele, der erste Beamte und Gründer der Brotfabrik, sei mit 160000 FrkS. nach Holland geflüchtet. In den Arbeiterkreisen des ganzen Landes erregte diese Nachricht ungeheures Aufsehen. Anseele ist derjenige belgische Führer, der bei den Sozialisten ungemessenes Vertrauen genießt, und der überall als recktlicher und uneigennütziger Mann geschildert wird. Lügen haben je- doch auch hier zu Lande nur kurze Beine. Die konservative Partei muß es sich gefallen lassen, daß sie von Anseele, der in seinem Blatt in einem glänzend geschriebenen»Offenen Briest* die Verdächtigungen zurückweist und schlagend wider- legt, in der jämmerlichsten Weise abgeführt wird. DaS Ende vom Liebe wird sein, daß die sozialistischen Genossenschaften zum Entsetzen unserer Frommen einen um so größeren Zuspruch erhalten. Der Jahrestag der französischenRevolution wurde im ganzen Lande von allen steiheitlich Gesinnten in der großartigsten Weise gefeiert. Störungen der öffentlichen Orb- nung fanden nirgends statt." Frankreich. Der P o s s i b i l i st e n- K o n g r e ß ist, wie der»Franks. Zeitung" aus Paris geschrieben wird, im Wesentlichen nur von französischen, englischen und amerikanischen GewerkSvereins- Delegirten beschickt und tagt Rue Lanery. Deutsche Vertreter fehlen ganz. Der Generalsekretär Lavy verliest einen Bericht über die Einigungsversuche und zeiht die Deutschen der Haupt- schuld an der Spaltung.(Welche Behauptung! Red. des »B. V.") Der italienische Sozialist und Deputirte Costa mahnte zur Einigung und theilte mit, daß er von' den italienischen Arbeitern beauftragt sei, beide Kongresse zu besuchen. Zu Vor- sihenden wurden der Pariser Stadtrath Joffrin und der Eng- länder Snow, zu Beisitzern Costa und Frl. Simeon gewählt. Joffrin erklärte, daß er nichts gegen die deutschen Sozialisten habe, wenn dieselben aber den possibilistischen Kongreß stören wollten(Wie kommt Joffrin zu dieser thörichten Vermuthung? Red. d. ,,B. V."), so würden sie ihre Gegner finden. Jin Uebrigen drückte er den lebhaften Wunsch aus, daß die alte, von Marx begründete Internationale wieder aufleben möge. Nachdem die Prüfung der Mandate vorgenommen war, wurde die Sitzung auf morgen vertagt. An dem Festmahl, welches im Salle Waaram stattfand, nahmen zirka 800 Personen Theil, während der Kongreß viel schwächer besucht war. Neben Costa .war Hyndmann aus London zu sehen. Ein französischer Dele- girier machte in seiner Tafelrede einen heftigen Angriff gegen den Boulangismus. Kpuiti-tt. Ueber die sich häufenden Skandale in den spanischen Kortes berichtet man dem»Hamb. Korresv." aus Madrid. An dem letzten Skandal betheiligten sich der Ministerpräsident Sagasta, der Exminister Senator Marquis de Sardoal, verschiedene Minister, Senatoren und Deputirte, sowie der Präsident des Kongresses, umgeben von den Stabträgern und HuissierS des Hauses. Der Ort der Handlung war dies- mal nicht der Sitzungssaal, sondern daS Foyer, die sogenannte Sala de conferenclas. Der Skandal wurde provozirt durch eine Rede Sagasta's gegen den Ex-Kammerpräsidenten Marios, welche ihrer Form wie ihrem Inhalt nach so maßlos war, daß hier allgemein die Ansicht herrscht, der Ministerpräsident habe mit dieser Rede die Schiffe hinter sich und hinter den ihm bisher noch treu gebliebenen liberalen Fusionisten verbrennen wollen. Die Veranlassung hierzu soll in einem Zwischenfall mit der Königin zu suchen sein, der dem Minister bewiesen habe, daß er mit dem persönlichen Vertrauen der Regentin nicht weiter rechnen, daß er fernerhin nur noch leitender Staatsmann bleiben könne, wenn er sich auf eine ihm unbedingt ergebene starke Majorität, welche mit ihm steht und fällt, stütze. Sagasta hat nämlich im letzten Ministerrath wieder den Versuch gemacht, die Königin, wie seiner Zeit während des letzten Kammer-Konfliktcs geschehen, aus zu entfernen, sie auf eines ihrer ländlichen Schlösser, nicht Aranjuez, sondern La Granja zu schicken und sie daM von allen Rathgebern— ihn und seine Freunde auSgenonw' — zu isoliren. Die Monarchin aber hat sich dieses DisM"? über ihre Person in einer Weise verbeten welche keinen daran läßt, daß sie die Absicht gemerkt hat. Ganz unmoW* Weise und wohl nur in der Hitze des Gefechts haltt Sagasta in seiner gestrigen Rede gegen MartoS den Matt? de Sardoal, einen ebenso leidenschasilichen, wie zänkischen � leicht reizbaren Mann, mit in den Streit hineingezogen, er Beide— Marios und Sardoal— lächerlich machte'? niedriger Gesinnung beschuldigte. Sehr bezeichnend j spanische Zustände war, was bei dieser Gelegen� Sagasta von seinem früheren Verhältniß zu sagte. Es ist wohl selten vorgekommen, daß. Premierminister öffentlich von der Tribüne des vf ments herab erklärt hat, er habe einem Unterfa� seiner Partei, um ihn an seine Person zu M'i Ministerportefeuilles, Gouverneur- und Gesandienposten, putirtensitze, Generalspatente und Richterstellen(!) ohne M sowie ganze Stadtverwaltungen, ja, er habe ihm einmal/" offiziellen Wahlapparat für eine ganze, der liberalen Sachet' besonders treu ergebene Provinz zur Verfügung gestellt.* Alles erklärte Sagasta vier Jahre hindurch für Marios zu haben; und noch bezeichnender ist es, daß der Präsident unaufgefordert öffentlich und sichtlich unter der daß das nur Marios, nicht aber auch ihn blosstelle,% MartoS habe ihm das alles und natürlich noch ein ganz anderer Dinge mehr mit der Drohung seines Abfalles preßt. Marios steckte diese Beschuldigungen ruhig ein! Sardoal, welcher zufällig im Hause anwesend war und von Sagasta, wenn auch nicht in all' diese Dinge, so einen Theil derselben mit verwickelt wurde. Der Marqu» T von der Tribüne in das Foyer hinab, erklärte dort, der ein Lügner sei, ohrfeigen zu wollen, und drängte M®„ dem Foyer in ben Sitzungssaal ein. Dort warf sich Finanzminister entgegen und drängte den Wüthenden vo»� Ministerbank fort und zum Saal hinaus. In dff. de conferencias ging der Skandal weiter. Ein Theil dtt. wefenden Deputirten, Senatoren, Journalisten nahm für den Marquis, ein anderer für den Minister- Präsident die Stöcke traten in ihr Recht, wo nicht zum Schlag, M J wenigstens»ur Drohung in Unterstützung der Rede,. von verschiedenen Seiten versichert wird, fehlten diesmal� die Revolver nicht. Die Sitzung mußte aufgehoben wn. Der Präsident sammelte in Eile die Stabträger und W'v um sich und begab sich, von diesen begleitet, in die Vorsatt, � die aufgeregte Menge zu beruhigen, und ein anderer Wu Hauspolizei nahm Sagasta in die Mitte und brachte_ Minister in einem der Konferenzzimmer in Sicherheit-� Opposition zieht aus den Tumulten den Schluß, daß bicllC Regierung nicht mehr Herr der Situation sei, und forden,� sittlichem Palhos— als ob so etwas früher nie vorgeko«�. wäre— den Rücktritt eines Ministeriums, welches m",v höchsten Vertrauens- und Ehrenämtern des Staates Mm# Schacher treibe. Theater. Freitag, den 19. Juli. O»ok'» Theater. Silvana. Friedrich- Wilhelmstädtische« Theater. Orpheus. Wisttoria-Theater. Die Kinder des Kapitan Grant. «evealliance-Theater. Gefährliche Mädchen. Gftend-Theater. Spezialitäten- Vorstellung. -A» �Passage 1«r. 9 M.- 10 21. WlTy Kaiser-Panorama. AfißSf Diese Woche: Unter- Italien. Neapel mit Umgebung. Pompeji. Uenl Pariser Weltausstellung 1889. »eise Kr. Waj. Kchiff Hertha. Ein« Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. Soeben erschien Der wahre Hacov Nr. 78. Mit pMatt Wlhellll Kasellclever'L. Zu beziehen durch die Expedition, Zimmer- straße 44. teppdecken- Fabrik, Granienstr. 158, Emil Lefivpe. Große Auswahl Steppdecken in Seide, Wolle und Satin von 4 bis 30 Mark. Einrelne«wenig beschädigte Steppdecken& 3 Mk. Iachverein der TWer. Sonnabend, den 20. Juli, Abends h Uhr, in Zordnn's Salon, Neue Straße Nr. 28: General Uer lammluug. Tages-Ordnuna:< 1. Vicrteljahresbericht. 2. Wahl eines 1. Schriftführers. 3. Ersatzwahl der Kommisse 4. VereinSanaelegen heilen und Fragekasten. Neue Mitglieder werden anfgenommcn.— Um zahlreichen Besuch bittet 748 Der Vorstan»> cSesrhäfls-EröMtung! Allen Freunden und Bekannten zur gefälligen Kenntnißnahme, daß wir Nr. 72, Hof 3 Tp. Buchdruckerei errichtet haben und bitten, uns bei Vergebung von Druckaufträgen gütigst berücksichtigen zu wollen. P. Maurer. Wilhelm Weruer. C. Dimmick. 736 (Broße öffenMe Wmmlaiia der Klavier-, Klaviatur- und|tiano- Mechanik Arbeiter am Montag, den 22. Juli, Abends 8 Uhr, in den Bürgersälen, Oresdenerstr. 96. Tages-Ordnung: Kann die Organisation eine Besserung unserer Lage herbeisiihren l Um zahlreichen Besuch bittet_ Der Giabernfrr. 761 Fachvcrcm der Putzer. Sountag, den 2 s. Juli. Vormittags n Uhr, im Palmensaal, Neue Schönhauserstraße 20: WV Mitglieder-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Berathuna über das am 3. August im Schweizer-Garten stattfindende 8. StlstungSfest. Mitglieder-Billcts werden in der Versammlung ausgegeben. 2. Wahl eines 2. Hilfskassirers und Wahl der Ordnungsmänner. 3. Innere VeremSangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Frage- Uerein zur Mahrnng der Interessen W Klavierarbeiter u. vern». Kernfsgl. Am iomfOTd, kit 20. Juli, Adnds$s Uhr, in krntmil'» Sitthnl" UtUtunhnnttnjtnßt 77—79: General-V ersammlung. TageS-Ordnung: J 1. Abrechnung vom N. Quartal. 2. Vortrag des Herrn Julius Türk über: Die% schaftlichen Umwälzungen der französischen Revolution. 3. Vereinsangelegenheiten u. Verschieb Mitgliedsbuch legitimirt. 759_ Soeben erschien: Das Gesetz, betreffend Inoakiäitäts- und UftcrspcrficIWrung Act Arbeit Mit Erläuterungen von August Bebel und Paul Singep. Kaptonipt Preis 50 Pf. Zu beUechen durch W Erpedition» Zimmerssraße 44. � 1 Ich fordere den Schlosser Wunz! ÄllüUW Sbcrllltf! j hiermit auf, sich snne bei mir befindlichen Verein der Einsetzer(Tischler) Berlins. Sonntag, den 21. Juli, Vormittags n Uhr, Neue Friedrichstraße Nr. 44: General-Uersammlung. 73? Tages-Ordnung: �.,,.. 1, Der Lohntarif. 2. Abrechnung vom Jubiläum. 3. Innere VeremSangelegenheiten. A. Kr-gekasten. D„ D-rstand. Gräfestraße 9. Die Beleidigung gegen den Maurer, «vih nehme ich hiermit zurück. Grast M intcnrntioMlcn ArbelterOoMeß! Berliner Ardeiterdidliothek Heft 5: Charakterköpfe au» der französtschen Arbeiterbemeguag. Von Ossip Zetkin- Paris, t (GueSde.— Lafargue.— Dcville.— Vaillant. — Louise Michel.) 48 Seiten, preis 80 Pf. Diese Schrift bildet eine wichtige Ergänzung zu Heft 4:,-- c—-o——. Die fraazöstsche Arbetterbewegang seit der finden dauernde Stellung mit hohen Löhstst� «l&*% tt*«t tt# PtrtPr f tri ottiPr UfM'hW iVlöbel, eigen. Fabrik. Spiegel n. Polsterfii Gr Lager, HI». Pre� Emil Heyib. Brunnens tr. 28, Hof Tbellz. nach Ueberdo* Tüchtige Kchl-sterges-Uea auf Kunstskann hier in ästhetischer Beziehung Vieles lernen. »m mi? A�vkreich seit langer Zeit in Sachen der Bekleidung, ginnen« � kür die Menschen so wichtigen Industrie zu be- »>..- lonangebeild ist, findet man auch auf diesem großen Gebiete M, stnvet mail aucy aus oie,em groveu «llcz � übersichtliche Ausstellung geschaffen. Nicht daß ho der beik», zum Theil durch muthwillige Macht- boren unk 1k Geschlechts Närrisches in dieser Richtung ge- büiterlies r uoch größeren Narren anderer Länder als Erbe ttabefan!L!W Zustimmung hätte, nein; aber das muß jeder Mode W, rl-M�ven, daß gerade die diesjährige Frauen- mach,e.'kt, welche seit Jahrzehnten die Runde kchfockm. kehrt nach den verschiedensten Verirringen zur �umendn« zum schönen Faltenwurf zurück. In der Englis�, L.b? Stoffe ist dem Lurus breiter Spiclrauni gegeben. »b. EwkÄ- Dechen in jeder Hinsicht von den französischen John Run ker Schnitt, praktische Farben oder dann, wenn einen Unsnns nimmt, einen tbiimlick oriainelle.�u- Ä» 1« Un , melle Zu _______ jeti Jackeis Herrenkonsektion, üK ?c TW tarnen u.|. w. Vetren lvnirttivn, Hlmdertm,�"- Kinderkleider, die Pelzmäntel, sie stehen zu �gen— stumme Zeugen des Elendes und seiner trau- Irinnen'■ en Verfertiger nnd namentlich die Verfer- fyuis? S? durch Federn, künstliche Blumen, die für sicht. L'ehr bedeutsame Parfümerie sind entsprechend verHerr- deren �usendcrlei Sachen weist die letzte Abtheilung auf, Mliii f�?ve>iduna, zum Glück ein Großtheil der Menschen wird, kIÜ.. welche hohe Bedeutung dieser Industrie gegeben die beh-f«,eis[cn k>ie vielen Medaillen und sogar Orden, welche Di? av-�n., Fabrikanten erhielten. �vgey J�'Obelbronche— das Gebiet der Wohnungscinrich- «ls- wacht einen günstigen Eindmck. Sowohl Franzosen dem doben die Klippe glücklich umschifft, welche in deutscke VW/rligen Streben, stets Neues zu bringen, die kehrte. n„?belindustrie zum Nachahmen des alten Rokoko �'chniwZ.'"st® ist auch hier nur Reiches, Lururiöses, Aande idsi? ausgestellt— das AlltagSfabrikat für die Mittel- Äöbel 1 a�v'ger vertreten. Auffallend ist, daß die italienischen oder in sn. ßusschließlich mit Schnitzerei, und mit Intarsien . Di» m �ng mit Malerei verziert sind. %„„./"vPr'ericarbeiten sind ein Gebiet, das bei uns noch Aschen dungsbedürftig ist und es wäre gewiß nur zu rwäiaffüL n,enn auch in dieser Branche von unfern Museen spiele c�vgen gemacht würden als nachahmungswerthe Bei- dninebrt� i}nlerc Geschäfte. Ueberhaupt sollten von dort aus werden strengungen z» -vc«.- zur Förderung dieses Berufes gemacht �vM�./�werikoner bringen gute Korbmöbel zur Ausstellung, skhr allerdings, nebst den Sesseln überhaupt, auf ein �wffchinen Leben schließen lassen. Die Haushaltungs- ivsey-�s,. ssuden durch Amerikaner und besonders auch Fran- . g�lre-che Aussteller. Eppich»,,?!.».�ante Abtheilung ist diejenige der französischen � we unk»---....».„ckiA Snrh»«, aidl' mmi »»•»»VI( U�IVlUVH««WVV*»»».v»»»v.»•.»»»»-••.. wofÄi!""''''" Imitation gemacht. Da findet mannac Gewölk Kedertapeten, Goldbrokate, Seidenstoffe, Gobelins, ÄussA sammt den Leisten u. s. w. in selbst sehr schöner *BRl2"ß gedruckt; ähnlich ist es mit dem Wachstuch. Die "ohw/ k" Zssb amerikanischeii Konkurrenten treten mit Aus- doz So.?, Linoleums gegenüber den Franzosen zuriick, denen �»"»ÜCO h i p T K w%>— v— t r f— rv t— i t—.•»*•»»»v» ♦»♦<->»» rfy «S acs fri.sz: , 9«n S?' 1«.«-«-» fomml. Owivegen Italien, Oesterreich, England, Holland, «�ischx"N?werika, überhaupt fast allen Staaten, sind Cyche untrk»; V gebracht worden, die inteniationale Ver- S�ZvNner„�?®ssbcr zulassen. Während die italienische Arbeit Fachen yr. w m erster Linie an die Imitationen der alten t/vere Qtebi'fkD1"06" namentlich Oesterreich und Frankreich so» Aschen Nn»'?. reicher, prächtiger Vollendung. Die Sz�en sind befnn�f S,*'. e österreichischen verzierten GlaS- ve�»' als oWril,%obune— sie bieten nickis wesentlich GafUberunn die versuchte Anwendung der Platina- hfjfrl erzielt—„n1- Porzellandekoration, welche sehr schöne Micken Geaenft" k" Ii?" erfreut sich stets wieder an den »a 1ä Staffeleibildern in Plüsch- nnd Holz- einrahmung. BeachtenSwertb sind die malerischen Sujets aus holländischen Landschaften, Thierszenen, Genrebildern gewählt, mit jener originellen breiten Behandlung von Licht und Schatten, in weißem nnd blauem Ton gehalten, die den Beschauer sehr angenehm berührt. Auch an Vasen und Lampenfüßen ist die gleiche Technik mit Geschick verwendet. In den vollplastischen Terrakotrcnfigürche» liesem die Italiener weit das beste, ihre malerische Kleidung, hübsche Bevölkerung, graziösen Stellungen verwendend. Die neue florentinische— rch möchte sagen— Genrebildhauerei ist auch heute noch in den Bahnen des kühn verwendeten Natu- ralismus, Damen mit dem Schleier vor dem Ge- sichte in Marmor gehauen, und ähnliche mehr sind Sujets, die glücklicherweise nicht jedermann als Kunstwerk ansprechen. Dagegen ist in einer Reihe anderer Stücke frisches Leben mit einer Form vereinigt, die dem Wesen der Bild- Hauerei mehr entspricht. Einen wirklich großen Eindruck machen die Leistungen der französischen Bronzekunst, wie man sie in solcher Reich- haltigkeit nicht leicht wieder zusammenfindet. Auch Ruß- land, weniger gut Belgien, bringt eine Reihe jener feinen Ziergegenstände, die durch den angenehmen, warmen Ton des schönen Materials, das Spiel der Lichter, die malerische Wir- kung der meist realistisch dargestellten Szenen aus dem Volks- leben einen lieblichen Schmuck für die begüterten Klassen bildet. Auch bei der Bronze findet man nicht viel Neues, sllein das ist auch nicht nöthig; wir sind leider nur zu un- gesund verwöhnt, selbst bei der Wiederkehr anerkannt guter Leistungen stets nach Abwechslung, nach Fortschritt zu verlangen. Diese unglückliche Sucht bringt die blühendsten Kunstzweige in Verfall; Anzeichen hiervon finden sich auch vereinzelt in dieser Gruppe. Man stößt— glücklicherweise nur selten— auf gemalte Bronzen, wie beispielsweise bei einem Stierfechter,— da sieht man sogar das hervorquellende Blut am Bauch des Pferdes roth angegeben. Die Verwendung verschieden ge- tönter natürlicher Bronze kann ebenso wie die Verbindung mit Email an gewerblichen Gegenständen hübsche Effekte, die nicht stören, hervorbringen, allein das Bemalen raubt die be- nannten Hauptvorzüae des schönen Metalls. Es wäre zu be- dauern, wenn die Polychromie jene Kunst zu Falle bringen würde. Man erkennt übrigens unschwer bei den einzelnen Ge- schäften, wo die tüchtigsten künstlerischen Kräfte schaffen. Auch in Kuvfer wurde bekanntlich in letzter Zeit in Frankreich viel Gutes und noch mehr— Schlechtes gemacht. Das Kupfer der Aussteller ist in kolossalen und geringen Massen, allerdings in reeller Verarbeitung, aufmarschirt. Ueberhaupt reprösentirt sich die französische Metallbranche in ausgedehntem, wie uns scheint vortheilhaftem Maßstabe. Un- gemein vielseitig ist sie von der Bearbeitnng des Erzes bis zur eleganten, getriebenen, ziselirten Kunstarbeit, dem monu- mentalen und gewerblichen Guß, sowie den zahllosen Ar- tikeln, bei denen das Metall überhaupt Verwendung findet. Man hat dem französischen Metall aber auch räumlich Gele- genheit gegeben, sich günstig aufzustellen. Die Italiener haben in schmiedeisernen Kunstarbeiten eben- falls Günstiges gebracht. Auch das französische Glas erscheint in vielfacher Verwen- dung. Es findet sich unter Anderem eine Glasscheibe von 7,63X4,10 Meter, eine Glaskugel mit einem Durchmesser von 1,40 Meter, eine reiche Sammlung fa?onnirteS Glas u. s. w. In dckorirtem Glas leisten die Oesterreicher das Beste, die Amerikaner haben hierin keine gefälligen Formen, ebenso wie in ihren, mehr Metallwerth repräsentirenden Schmucksachen. Norwegen hat sehr hübsche, durch verschiedenerlei Technik be- handelte Silberschmucksachen, Oesterreich reichhaltige Granat- schmucksammlungen geliefert. Aber alle diese ausländischen Staaten trete,, gegenüber den großartigen französischen Abiheilungen, wenigstens äußerlich, zurück. Atolmles. De« Inhabern»an Arbeita-Nachweil-burei»«« der Handwerker- und kaufmännischen Vereine, soweit jene in Restaurationsräumen untergebracht sind, ist dieser Tage, der „D. Gastw.-Ztg" zufolge, eine Verfügung des königl. Polizei- Präsidiums zu Berlin zugegangen, sich innerhalb einer kurzen Frist darüber zu erklären, ob sie den Arbeitsnachweis bei- behalten wollen, in welchem Falle sie genöthigt sein würden, den Betrieb der Gastwirthschaft einzustellen. Viele dieser Ar- beitS-VermittelungsburcauS sind, namentlich im Gastwirths- gewerbe, naturgemäß in Restaurationsräumen untergebracht, wodurch sich die Kosten der Unterhaltung dieser Bureaus nicht nur gering bemessen, sondern dieselben auch Ueberschüsse zu wohlthätigen Zwecken abwerfen. Die Vereine, die von der polizeilichen Maßregel betroffen sind, wollen alles aufbieten, dieselbe wieder rückgängig zu machen. G» wird un« eine Postkarte folgende» Inhalt« zur Nerötfentlichnng«bergeben: „Wenn Sie bis morgen Sonnabend oder Sonntag Vormittag nicht regulirt haben, verlange ich sofortige Räu- mnng, die ich event. Montag in geeigneter Weise beantragen würde. Daß Sic durch Streiken in die Lage gekommen sind, ist für mich umsomehr ein Grund, nachdem ich 2 Wochen vergeblich gewartet habe, jetzt unnachsichtlich vorzugehen. C. Osten, Zimmermeister, Mitglied der Innung. Berlin S., Louisen- Ufer 44." Wir überlassen unseren Lesern die Auslegung dieser liebenS- würdigen Zeilen. Don Herr« Rudolph Falb erhält die„Voss. Ztg." fol- gende Zuschrift: Im„Deutsch. Reichsanz." hat der Geheime Regierungsrath, Herr Prof. Dr. Förster, Direktor der könig- lichen Sternwarte, anläßlich eines fernen Erdbebens(wahr- scheinlich jenes von Dscharkent, das sich in der Nacht vom 11. zum 12. Juli auch auf der Sternwarte in seinen leisesten Schwingungen noch bemerklich machte) auch meiner Auffassung über de«.Einfluß des Mondes auf diese und die athmosphäri- schen Erscheinungen gedacht und zwar in einer Weise, welche von den gänzlich absprechenden Urtheilen, wie sie noch vor Jahren und zum Theil auch jetzt noch fachlicherseits oft in nichts weniger als akademischer Form geänßert wurden, sehr vorlheil- Haft absticht. Ich kann hier nur bemerken, daß ich die in diesem Artikel geäußerten Anschauungen vollständig theilc, aber auf Grund meines umfangreichen Beobachtungsmaterials und meiner zwanzigjährigen Beschäftigung mit diesem Gegenstand einzelnen allgemein gehaltenenen Behauptungen durch sachliche Vertiefung eine bestimmtere Form zu geben im Stande bin. So zeigt es sich z. B., daß Fälle, die auf den ersten Blick gegen die Theorie zu sprechen scheinen, wie jener zitirte vom 2. August 1855, bei näherer Beachtung des ganzen Verlaufes der damit verbundenen langen Reihe von zahlreichen Er- schütterungen am Orte der Katastrophe wieder zu Gunsten der» selben Zeugniß geben; so daß man sich zur Annahme gezwungen sieht, es bewirkten Hindernisse, welche durch die inneren Erd- chichten dem mathematisch genauen Eintritte des ersten oder Katastrophenstoßes entgegenstehen, diese Nichtübereinstimmung; während sie im durchbrochenen Schlote nicht mehr bestehen, weshalb sich dann im Verhalten der darauffolgenden Stöße nach Zahl und Stärke ein genauerer Anschluß an die kritischen Tage ausspricht. Auf diesen Umstand, den ich fort und fort in ver- schieben en Publikationen betonte, haben nun aber bisher meine Gegner gar keine Rücksicht genommen, so daß hier thatsächlich die „Wlssenschaft" auf meiner Seite steht. Was wir also bezüglich eines bestimmten Datums wissen, beschränkt sich auf die Kenntniß des Mondeinflusses im Allgemeinen, der in Wirklichkeit größer ist, als meine Gegner zugeben wollen. Und danach haben wir in jedem Einzelfalle von vornherein unser Urtheil zu bilden. Die entgegenstehenden Störungsursachen sind unserer Kenntniß- nähme völlig entzogen. Demgemäß wird sich auch die wissen- schaftliche Erwartung— und nur mit dieser habe ich eS zu thun— auf das Verhältniß der berechneten Fluthwerthe be- schränken und sich konsequenter Weise in gewissen Fällen steigern müssen. Daß dieser Standpunkt korrekt ist, wird jeder Unbefangene eingestehen, und die Natur selbst scheint sich diesen Unbefangenen zuzugesellen. Von eine„überflüssigen Erregung" dabei ist im intelligenten deutschen Publikum nichts zu be- merken. Wo aber, wie bei den Grubenkatastrophen, noch schärfere Ergebnisse thatsächlich zur Vorsicht mahnen, wird sich weder eine uberflüssige Erregung, noch der prophezeite Humor, sondern als virws In medio die überall zweckmäßige Unfall- Versicherung durch verdoppelte Vorsicht von selbst einstellen. Rudolf Falb." Im wissenschaftlichen Theater der„Urania" Kielt Herr SophuS Tromholt einen Vortrag. Den Gegenstand des- selben bildete die Sonne. Gleich anfangs bemerkte der Herr Vortragende, daß unsere Kenntniß von der Sonne derjenigen, die wir vom Monde besitzen, entfernt nicht zu vergleichen ist. Denn, während die Erde vom Mond nur 52 000 Meilen entfernt ist, beträgt der Abstand von der Sonne 400 Mal so viel. Während ein Schnellzug den Mond in sieben Monaten er- reichen würde, müßte er bis zur Sonne weit über 200 Jahre fahren, und ein Billet zur zweiten Klasse würde nach unserem Tarif 10 Millionen Mark kosten. Ja, wenn ein Riesenkind auf Erden geboren würde, das seinen Arm bis zur Sonne ausstrecken konnte, um daran sich zu brennen, so würde es ein Greis werden, ohne den Schmerz zu fühlen; denn der Nervenreiz würde weit über hundert Jahre gebrauchen, ehe er in der Zentralstelle des Gehirns sich fühlbar machen könnte. Trotz dieser riesigen Entfernung ist es gelungen, ein Bild von der Sonne zu gewinnen. Schon vor einigen Jahrhunderten entdeckte Pater Scheiner Flecken in der Sonne. Man schenkte ihm jedoch keinen Glauben, da im Aristoteles nichts darüber zu finden sei. Doch hat man jetzt längst nachgewiesen, daß in der That dunkle Stellen, sogenannte Sonnenflecken, vorhanden sind. Einige derselben find ganz regelmäßig und zeigen einen dunkeln Kern, umgeben von einer helleren Partie. Doch ist dieser Kern, obwohl er tief schwarz aussieht, keineswegs ganz dunkel. Er erscheint nur so im Vergleiche mit der ungeheuren Helligkeit der Sonne, neben welcher selbst das elektrische Licht schwarz er- scheinen würde. Außer diesen regelmäßigen giebt es auch un- regelmäßige Sonnenflecke, welche ofi die merkwürdigsten Figuren zeigen. Auch verändern die Sounenflecke ihre Gestalt, theilen sich, vereinigen sich u. s. f. Die Sonnenflecke haben meist nur eine kurze Dauer, lassen aber in ihrem Auftreten eine gewisse Periodizität erkennen, die mit anderen kosmischen Er- ichcinungen(so mit dem Nordlicht) und auch mit gewissen irdi- schen Vorgängen in einem auffälligen, noch nicht aufgeklärten Znsammenhange stehen. Außer diesen dunklen Stellen giebt es auch besonders hell leuchtende. Diese nennt man Sonnen- fackeln. Sie sind immer in der Umgebung der Flecke zu finden, können aber auch ganz selbstständig auftreten. Licht in alle diese Verhältnisse brachte zum ersten Mal die Sonnenfinsterniß von 1851. Man bemerkte bei dieser Gelegenheit, daß um den schwarzen, durch den Mondschalten verursachten Kern der verfinsterten Sonne sich ein leuchtender Strahlenkranz(die Corona) herumlegt, an dessen Grunde rothe Flammen zucken. Diese Flammen, die man Protuberanzcn genannt hat, sind in Wirk- uchkeit von der ungeheuersten Ausoehnung. Oft messen sie 20 000 Meilen; aber noch weit größere sind gefunden worden. Ihre Gestalt ist die mannigfaltigste. Bald gleichen sie rieüucn Lanzen, bald Springbrunnen, bald explodirenden Massen. Ihre wahre Natur zu ermitteln, war dem Fernrohre nicht mög- lich, aber einer der einfachsten Apparate dce Welt schaffte Aus- klärung: das Spektroskop. Von der Untersuchung des bunten Regenbogensvektrums ausgehend, welches ein dreikantiges Glasstück(P' isma) auf eine weiße Wand wirft, aelangt man zu der Methode, aus dem Fehlen und Auf- treten bestimmter Erscheinungen im Farbenspcktrum auf das Vorhandensein bestimmter chemischer Elemente zu schließen, und mit dieser seit den fünfziger Jahren ausgebildeten Lehre von der Spektralanalyse gelang es trotz der unfaßbaren Ent- fernung, die uns von der sonne�trcnnt, dieselbe auf ihre Be- standttyeile hin zu untersuchen. So stellte man die Gegenwart mehrerer irdischer Stoffe auf der Sonne fest, entdeckte aber dort auch einen ans der Erde unbekannten Stoff, den man Helium taufte. Die Protuberanzen enviesen sich als bestehend aus Wasserstoffglas. Wenn man nnn alle durch die verschiedenen Bcobachtungsmethoden gewonnenen sickeren Ergebnisse zn- sammenfaßt, so gewinnt man folgendes Bild vom Bau der Sonne. In der Mitte befindet sich ein Kern, von dem uns nichts Näheres bekannt ist. Man nimmt meist an, daß er aus Gas besteht. Um denselben legt sich eine leuchtende Schicht herum: die Photosphäre. Sie ist ebenfalls gasförmig. Ab und zu brechen nun Gas- massen aus dem Kern hervor und reißen von unten her fürchter- liche Schlünde in die Photosphäre, Schlünde, so groß, daß man die ganze Erdkugel hineinwerfen könnte, wie ein Steinchen in einen Krater. Diese Schlünde werden dann mit stark licht- brechenden Massen ausgefüllt und erscheinen daher dunkel als Sonnenflecke. Ueber der Photosphäre schlagen dann die Pro» tuberanzen hervor als schreckliche Flammen. Oft am Grunde, so breit wie ganz Amerika, recken sie sich mitunter über 100000 Meilen lang in den Weltraum hinaus und werden von rasen- den Stürmen hin und her gepeitscht, bis sie sich wieder auf die Sonne zurückbengen. Die äußerste Schicht der Sonne steht vielleicht mit ihr nicht in direktem Znfammenhang. Sie besteht aus einer wolkenartigen Staubschicht, aber jedes dieser Staub- körner ist so groß wie die Alpen oder die Apenninen und besteht ans metallischem Stoff. Keines Dichters noch so wilde Phan- taste kann sich eine Vorstellung von dem grausigen Feuerwerk, von den entsetzlichen Erplofionen machen, die auf der Sonne seit Jahrtausenden stattgefunden haben und wohl noch Jahrtausende hindurch stattfinden werden. Käme die Erde nur für einen winzigen Augenblick der Sonne zu nahe, so würde sie zu Dampf auseinanderfliegen und von emem anderen Sterne aus würde man von dem ganzen Vorgange nur wahr- nehmen, daß ein Wolkenstäubchen vor der Sonne zerfliegt. So klein ist die Erde, so groß ist oie Sonne.— Zahlreiche Bilder des Nebelapparates unterstützen die Anschaulichkeit dieses mit vollendeter Rednerkunst gehaltenen Vortrages. Nicht für einen Augenblick war dem fließenden und schönen Deutsch des Herrn Vortragenden abzumerken, daß derselbe von Geburt und Ab- stammung ein Däne ist. fi» streikenden Kacker hatten sich an den Stadtsyndi- b e r t y mit dem Ersuchen gewendet, Unterhandlungen zwischen ihnen und den Meistern einzuleiten. Herr Eberty er- klärte sich hierzu bereit, falls auch die Meister bereit seien, auf gütliche Verhandlungen einzugehen. In einem gestern er- yaltenen Schreiben theilt, wie die„Voss. Ztg." berichtet, der Obermeister der Bäckerinnung, Herr Kuntze, Herrn Syndikus Eberty mit, daß er sich nicht für befugt erachte, ohne Zu- stimmung des Jnnungsvorstandes nachträglich(b. h. nachdem der Ausstand ausgebrochen und die demselben vorangegangenen Verhandlungen ergebnißlos gewesen sind) mit ihm gänzlich un« bekannten Personen in Verhandlung zu treten, und daß er für seine Person auf nachträgliche Verhandlungen verzichten müsse. Herr Syndikus Eberty hat hiernach den Betheiligten mitge- theilt, daß er, da dieselben über die Einleitung zu etwaiger Vermittelung und Herbei führuyg gütlicher Einigung nicht gleicher Anschauung seien, auch eine zu diesem Zweck in Aus- ficht genommene, wenn auch nur einleitende Besprechung, nicht stattsinden lassen könne. Eine rothe Fahne, welche am letzten Sonntage auf einer Pappel in der Landsberger Allee wehte, gab der Polizei zu Recherchen und gestern Nachmittag auch zu einer Sistirung Veranlassung. Dre mächtige Fahne trug in großen Zügen die Inschrift:„Zum Andenken an die Erstürmung der Bastille vor hundert Jahren. Hoch lebe die Sozialdemokratie". Sie wurde von Tausenden gesehen, da es 10% Uhr wurde, ebe die Polizei ihre Herunternähme bewerkstelligt hatte. Ein gestern sistirter Arbeiter giebt an, daß auf ihn oer Verdacht gefallen sei, die Fahne befestigt zu haben. Der Arbeiter ist indeß wieder frei- gelassen worden. Gin Thal der Thränen. Erst vor einigen Tagen hatten wir Gelegenheit, über drei auf einanderfolgenoe Unglücksfälle, die den Tod dreier Menschen in den Gewässern bei Schildhorn zur Folge hatten, zu berichten und abermals ringen 2 Elternpaare und eine Wittwe mit 6 Kindern verzweiflnngsvoll die Hände an den Leichen ihrer ertrunkenen Lieben. Es muß end- lich einmal ein energisches Wort seitens der Presse und zwar diesmal direkt an das Publikum gerichtet, gesprochen werden, denn nicht die Bootsverleiher, das Publikum selbst hat die weitaus größte Schuld an den zahlreichen Unglücksfällen. Schreiber dieser Zeilen wohnt auf Pichelswerder und ist fast täglich Leuge der widerwärtigsten Szenen. Bei dem Bootsver- leiher Bleich im Langmeier'schen Restaurant auf Schildhorn— mit dessen Boor am Sonntag abermals ein gräßlicher Unglücksfall passirte und auf den wir weiter unten zurückkommen— erschien am Sonntag Mittag ein Paar junger Leute mit dem Vcr- langen, ihnen ein Brot zu übergeben. In Anbetracht der Jugendlichkeit der Beiden verweigerte Herr Bleich die Heraus- gäbe und fünf Minuten daraus erschien ein bejahrter Mann, der ihm eine„runterhauen" wollte für die Frechheit, seinen „Herren Söhnen" ein Boot zu verweigern. Wenige Stunden darauf nahm ein älterer Mann, dessen Frau mit einer Schaar Kinder im Garten Kaffee kochte, ein Boot und fuhr in Be- gleitung eines ca. 19 jährigen Mannes nach Pichelswerder zu. Entweder waren beide des Riemens unkundig oder aus irgend welcher Ursache, noch Angesichts des Langmeier'schen Gartens kenterte das Boot und die Insassen stürzten ins Wasser, um augenblicklich zu versinken. Zufällig waren eine Anzahl Schwimmlehrer der Pfuhl'schen Militärschwimmschule Zeugen des schrecklichen Vorfalls. Mann auf Mann der Soldaten sprangen ins Wasser, um die unten im Schlingkraut um ihr Leben kämpfenden Menschen zu retten, aber trotz oft Minuten- langem Tauchen gelang dies nicht. Das aufregende Schau- spiel hatte Hunderte von Menschen herbeigelockt und fast wäre noch ein anderes, größeres Unheil passirt. Etwa 70 Menschen, Männer, Frauen und Kinder, drängten sich auf der, Lang- meier'schen Steg und ächzend drohte dieser unter der Last zu- sammen zu brechen. Der Bootsverleiher Bseich und dessen Frau mahnten und baten, den Steg„ als die Bretter schon knackten, wurden Beide energisch� ohne zu verlassen und endlich, jedoch etwas zu erreichen, allenfalls hätten sie ihre Hiebe be- sehen können, wenn sie versucht hätten, den Steg mit Gewalt zu räumen. Die beiden Leichen wurden erst Montag gefunden und liegen vereint mit einem ca. 15 jährigen Knaben, der am Sonnabend beim Baden an verbotener Stelle der Schildhorn- spitze ertrank, in primitiven Holzkästen im kleinen Leichenhause des Friedhofes der Ertrunkenen und Selbstmörder bei Schildhorn. Meber einen merkwürdigen Klitz/chlag geht der„Fr. O.-Z." aus dem im dortigen Kreise belegenen Orte Zechin fol- gende Mittheilung zu: Am 10. d. M. entlud sich Nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr ein nicht allzu schweres Gewitter. Gegen 4i Uhr schlug ein Blitzstrahl in den Schornstein des hiesigen Lehrerhauses, zertrümmerte die oberste Kuppe desselben, therlte sich dann hier, wovon ein Theil in dem zweiten Sparren vom Schornstein auf zwei Drittel hinunterlief und auf der Ostseite zum Dache hinausfuhr. Ein Theil schlug in die Vorderstube, lief durch oie ganze Breite der Stube an der Decke ent- lang, beschädigte diese, ging dann durch die Wand, welche Flur und Stube trennt, lief in gleicher Richtung über die Flurdecke und dann durch die Wand auf der Südseite nach außen. Ein Theil ging in die Küche, kam durch den Mauerkessel, lies am Fußboden entlang, dicht bei der Frau des Lehrers vorbei, zwischen zwei kleinen Knaben im Alter von sechs und acht Jahren hindurch und nahm seinen Weg durch die Wand auf dem Fundamente nach der Westseite, glühte hier außerhalb den Draht des Wein- spaliers auf Meterlänge und ist dann höchst wahrscheinlich in oaS Wasserfaß, welches hier stand, übergesprungen. Kurz zu- sammengesaßt: In allen Räumen, wo sich Menschen befanden, hat der Blitz seinen Weg genommen, ohne zu zünden und ohne Menschen und Möbel zu beschädigen. Auf de« Kerliner Straßen verkehrten im Jahre 1888 anzen 38681 Pferde.� Die� Zahl der in Berlin zur Verwendung kommenden Pferde hat in den letzten Jahren in sehr erheblichein Maße zugenommen. Wahrend sie von 1876— 1881 von 28 487 auf 28877 gestiegen war, hatte sie in den folgenden sechs Jahren 1881—1887 von 28877 aui 37 815 vermehrt. Mehr als 90 pCt. aller Pferde wurden zur Bewegung von Fuhrwerken benutzt, man kann daher annehmen, daß in ähnlichem Verhältniß eine Steigerung des Fuhrverkehrs auf der: hiesigen Straßen eingetreten ist. Die Zahl der im Dienste der Last- und Waarenbcfördcrung verwendeten Pferde hat in erheblicherem Grade, von 14 533 im Jahre 1881 auf 19 561, als die des öffentlichen Fuhrwerkes, von 11219 im Jahre 1881 auf 14 119 zugenommen. Es kann daher ange- nommen werden, daß auch die Menge des Geschäfts- und Lastfuhrwerks, welches seiner langsamen und schwerfälligen Bewegung wegen schon größeren Anspruch auf die zur Versiigung stehenden Straßenflächen macht, in annähernd gleichem Maße zur Füllung bezw. Ueberlastung der öffentlichen Verkehrswege beigetragen hat. Auch darf man nicht übersehen, daß neben den nach Berlin gehörigen Lastfuhrwerken eine große Anzahl solcher aus den Vororten, ans den hiesigen Straßen verkehrt, deren Zuglhiere in den oben angegebenen Zahlen nicht mit «»gegeben sind. Gin Kollimarder hat gestern Nachmittag von einem an der Ecke der Köpnicker- und Neanderstraße haltenden Roll- wagen einen Ballen Tuch(moderne gemusterte Beinkleiderstoffe) im Werthe von 460 M. gestohlen. Der Diebstahl ge- schah, während der Kutscher des Wagens sich nur auf einige Augenblicke in ein benachbartes Haus begeben hatte, um dort ein Kolli abzuliefern. Srtdstmord dttrch Erhängen beging am gestrigen Nach- mittage der Belforterstr. 10 wohnhafte Kanfmann Sch. Als dessen Ehefrau nach längerer Abwesenheit aus der Wohnung in dieselbe zurückkehrte, fand sie ihren Ehemann nahe der Schwelle der Küchenthür mit einer Schlinge um den Hals als Leiche vor. Der Selbstmörder hatte sich an der Thür erhängen wollen, der Strick war gerissen, die Schlinge aber so fest ge- zogen, daß Sch. doch den beabsichtigten Zweck, seinem Leben ein Ende zu machen, erreichte. Geldkalamitäten sollen ihn zu dem verzweifelten Schritte getrieben haben. Ein schnell herbei- gerufener Arzt vermochte nur den bereit? vor länger als einer Stunde eingetretenen Tod des Selbstmörders zu konstatiren. Gt« Kampf auf dem Dampfer. Auf einem Ver- gnügungsdampfer, den ein hiesiger geselliger Verein gemiethet, um einen Ausflug nach Friedrichshoaen zu untenichmen, kam es auf dein Heimweg infolge der Eifersucht einer bereits etwas sehr ältlichen Dame zu einem Kampfe zunächst zwischen Frauen. Beim Jnterveniren geriethen sich nun auch die Männer in die Haare und gar bald tobte aus dem Verdeck des Dampfers eine allgemeine� regelrechte, von zarter Hand unterstützte Keilerei. Der Kapitän ließ den Dampfer halten und erklärte, er werde sofort die ganze Gesellschaft landen, wenn man nicht Ruhe halte. Während oeS Kampfes waren zwei Lcnte über Bord gestoßen worden, und es fehlte nur sehr wenig, so wären dieselben er- trunken. Als der Skandal kein Ende nehmen wollte, landete der Kapitän und setzte etwa ein Dutzend Ruhestörer, Männer und Frauen, im Dunkel der Nacht am Ufer ab. Sie mußten nun zur Strafe zu Fuß nach Berlin wandern. Gin Roman an» dem Lebe«. Der ehemalige Schlächternreister und zuletzt Rentier Adolf Burchard verschwand im Mai 1883 mit der Gattin des Milchhändlers Konstantin Krause aus Berlin; letzterer lag damals hilflos erkrankt dar- nieder. Nach seiner Genesung machte er sich an die Verfolgung des ungetreuen Weibes, das er über alles liebte. Nach langen Irrfahrten wurde er endlich in Nottingham der Flüchtigen Hab- Haft. Am 11. April 1884 erschoß er den Zerstörer seines häus- lichen Glückes und floh darauf nach Amerika. Anfang Juni dieses Jahres ist nun jener Krause in Philadelphia gestorben und hat sein ganzes Bcsitzthum milden Stiftungen Berlins hinterlassen. Krause, der unter anderem Namen in Amerika gelebt, war von der englischen Behörde vergeblich gesucht wor- oen. Die schöne Sünderin, Frau Hemiette Krause, ist bereits Ende vorigen Jahres im Wahnsinn verstorben. Durch Uebrrfahre« grtödtrt wurde gestern das 3 jährige Töchterchen Agnes des Grüner Weg 29 wohnhaften Arbeiters Maatz. Das Kind wollte vor dem genannten Hause den Fahrdamm überschreiten, als ein vom Kutscher Wilhelm Lehmann geführter, leerer Mörtelwagen vonibcrhihr. Tie Pferde rissen die Kleine zu Boden, und ehe der Kutscher das Gefährt zum Stehen bringen konnte, ging das eine Vorderrad des schweren Wagens derselben über den Unterleib. Wenige Minuten nach dem Unfall starb das unglückliche Kind infolge schwerer, innerer Verletzungen. Wege« Störung einer gotteodienstlichen Handlung ist, wie die„Volks-Ztg." mittheilt, auf Antrag eines Predigers gegen den hiesigen Ziaarrenmacher W. die gerichtliche Unter- fuchung eingeleitet worden. Derselbe hatte bei dem Begräbniß eines Freundes in Finsterwalde einen mit natürlichen rotheu Rosen gezierten Lorbeerkranz in die Gruft geworfen und dabei einige Worte gesprochen. Bei seiner Vernehmung wurde W. über seine politische Gesinnung sowie darüber verhört, ob er mit dem sozialdemokratischen(?) Turnverein in Finsterwalde, der an dem Begräbniß Theil genommen, in Verbindung ge- standen habe. Auf offener Straße wurde gestern Nachmittag ein Pferd von einem anderen Pferde durch einen Huffchlag getödtet. Als ein Reitknecht zwei feurige Reitpferde an einem in der Rähe der Potsdamer Brücke haltenden Lastfuhrwerk vorüber» führte, schlug das eine der Reitpferde plötzlich heftig nach hinten aus und traf das eine Arbeitspferd mit solchen Kraft in die Weiche, daß das letztere lautlos zusammenbrach und bald darauf verendete. Polstrikericht. Am 15. d. Mts., Abends, wurde der Tischler Meißner vor dem Hause Schönhauser Allee 109 von einem großen Hunde umgerissen. Er erlitt durch den Fall so schwere innerliche Verletzungen, daß er am darauffolgenden Morgen verstarb.— Am 16. d. M., Vormittags, kam der Ar- beitsbursche Wennrich in der Jnstrumentensabrik von Hauptner, Louisenstraße 53, einer im Gange befindlichen Polirscheibe zu nahe und erlitt eine nicht nnbedeutende Verletzung des linken Beines, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— In der Rächt zum 17. d. M. wurde im Bassin der Pump- Station der Kanalisationswerke Holzmarktstraße 31/32 die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden.'— Am 17. d. M., Morgens, wurde im Berlin-Spandauer SchifffahrtS-Kanal, nahe der Kielerstraße, die Leiche einer etwa 40 Jahre alten Frauensperson aufgefunden nnd nach dem Schauhause geschafft. — Rachmittags wurde vor dem Hause Grüner Weg 69 ein 3jähriges Mädchen durch einen Möbelwagen überfahren und auf der Stelle getödtet.— Zu derselben Zeit wurde ein Kauf- mann in seiner Wohnung in der Belforterstraße erhängt auf- gestanden. «»»»»gttitg d»r Bevölkerung der Stadt Berlin. In der Woche vom 23 1)16)29 Juni 1889 sanden ,202 Edeschließungen Natt. Lebend geboren wurden 833«inder. darunter 96 außerehelich, todtgeborcn waren 31 mit 7 außerehelichen. Die Lcbendgeborenen sind 29,2, die Todtgeborenen 1,1 pro Mille der Bevöltcruug, die außerehelich Geborenen sind bei den Lebendaeborenen 11,5, bei den Todtgeborenen 22.6 vkt. Die Zahl der geineldeten Cterbesälle be- trug 924, die sich aus die Wochentage wie folgt vertheilcn: Sonntag 155, Montag 150, Dienstag 112, Mittwoch 183, Donnerstag 130, streitag 144, Sonn, abend 100. Von den Gestorbenen erlagen an Masern 2, Scharlack 2. Pocken 1, Rose 1, Diphtherie 22, Brünne 2, Keuchbusten 4, Kindbett. fieber 2. TnvhuS.3, Ruhr 0, Syphilis 2, Altersschwache 17, Gehirnschlag 15, Lungenentjiindung 39, Lungenschwindsucht 84, Diarrhoe 83, Brechdurchfall 277, Magendarmkatarrh 47. Durch Vergiftung kamen 2 Personen ", v____ l.____ v, v.._ jo an»"1.-1_______ um, hiervon 1 durch Selbstmord, 1 durch Alkohoiveraistung.(Delirium, tr-mens). Eines gewaltsamen Tode» starben 13 Personen, und zwar durch Ertrinken 0. Erhangen 6, Uebersahren 2, Sturz oder Schlag 3, Schußwunde 2. Hierunter sind 8 Todesstille durch Selbstmord her- beigesllhrt. Dem Alter nach sind die Gestorbenen: Unter 1 Jahr alt 574 (62,1 pEt. der Gesammtsterblichkew. 1-5 Jahre 79, 5-15 Jahre 22, 15 bis 20 Jahre 12. 20- 30 Jahre 37, 30- 40 Jahre 88, 40- 60 Jahre 90, 60-80 Jährt 58. Uber 80 Jahre ISgPersonen. In hiesiam«rankeuhausern starben 149. einschließlich 28 pluSwarltge, welche zur Behandlung dierher gebracht waren. Ans die Standesämter vertheilen sich die Todesfälle solgendermaßen. Berlin- Rölln-Dorotheenstadt(I.) 21, Friedrichstadt(Ii.) 21, Friedrich, und Schöneberger Vorstadt(HI) 49, Friedrich, und Tempclhoscr Vorstadl(IV.) 84, Louisen. stadt ienscit, westlich(V».) 68, Luisenstadt jenseit, östlich(Vd.j 43. Luisensladl diesscit und Reu-Kölln(VI.) 45, Stralauer Viertel, westlich(Vllu.) 71, Stralaner Viertel, östlich(Vlld) 56, König stadt(Vin.) 47, Svandauer Viertel (IX) 45. Rosenthaler Vorstadt, südlich(X*.) 62, Rosenthalcr Vorstadt, nördlich (Xb.) 61, Oranienburger Vorstadt(XI.) 97, Friedrich-Wilhelmsiadt und Moabit (XII.) 51, Wedding(XIII.) 89. Die Stcr befalle sind 32,3 pro Mille der fort- geschriebenen Bevölkerungszahl(1 489)872). Die Sterblichkeit Szisfer in folgende» Städte» deS Deutschen Reiche» mit mehr als hunderttausend Einwohner» betrug in Aachen 27 8. Altona 223. Barineu 28,8, Bremen 173, Breslau 34,3, Edemniß 39,6, Danzig 29,2, Dresden 25,6, Düsscldors 27,7, Elberfeld(?), Frankfurt a. M. 28,1, Hamburg mit Vororlen 27,2, Hannover 26,0, Köln 43,0, Königsberg 35,4, Kreseld 203,, Leipzig 26,8, Magdeburg 52,1, München 28,7, Rürnder» 35,9, Stettin 44,5, Straßburg i. E. 20,8, Stuttgart 18,7 aus Tausend. In anderen Großstädte» Europa» mit mehr al» dreihunderttaufend Einwohnern betriig die SterblichkeitSzisler in Amsterdam 25.2, Budapest(Vorwoche) 28,8, Dublin 23,2, Liverpool 20,5, London 15,2. Pari» 20,2, Petersburg(Vorwoche) 29,5, Warschau(Vorwoche) 37,3, Wie»(Vorwoche) 23,6 aus Tausend. ES wur- den 263SZZ»«czogene, 2409 Weggezogene gemeldet, so daß sich die Bevölkerung mit Einrechuung der nachtraglich gemeldeten Geborenen nnd deS Zuschlages, der den Weggezogenen ersahriingSinaßig zugerechnet werden muß, um 79 ver- mindert hat, die Einwohnerzahl beträgt sonach am Schlüsse der BerichtSwoche 1 489 593. Iii der Woche vom 30. Juni bis 8 Juli kamen zur Meldung In- fcktionS ErkrantungSsallt an Tgphui 27, Pocken 0, Masern 15, Scharlach 84, Diphtherie 61, Kindbetlfieber 1_ Geviihrs-Äetkung Mit dem Krtriebsmaterial der DampMraßrnb«� Gesellschaft Kerlin- Grunewald scheint es nach den vr aebnisscn einer Verhandlung, die gestern vor der Ferienstw' kammer am Landgericht ll stattfand, recht mißlich bestem f sein. Der Maschinensührer Reinhold Valentin Schlosser� wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Am Abend* 8. November v. I. hatte der Angeklagte den Auftrag mdp führen, einen in der Nähe deS Depots stehenden Perwn� wagen nachdem Depot zu holen. Er mußte zu diesem Zw« auf zwei Weichen um den Wagen herumfahren und sich dann mit seiner Maschine vor den Wagen legen. Die Maschs fuhr indessen in solch scharfem Tempo heran, daß es ew� heftigen Zusammenstoß gab und der Arbeiter Kuklinski,>( an der Stirnseite des Wagens stand, um die Koppeluna zunehmen, an der Brust und an Arme und Beinen übet# schwere Quetschungen erlitt, an denen er heute noch labon� Nach der Anklage sollte das fahrlässige Verschulden deS klagten darin bestehen, daß derselbe mit der Masch*,? schnell gefahren sei. Ter Angeklagte bestritt K Verschulden seinerseits und führte den Unfall auf struktionsfehler an der Maschine zurück. Der ReMw� sei undicht geweserr. In demselben habe sich%% angesammelt, so daß sich die Maschine bei langsamem des Hebels nicht in Bewegung setzte, bei stärkerem An|P? aber sofort mit voller Kraft losstürmte. So sei es auch diesem Falle gewesen. Regierungsbaumcister Bohl bcouv' hierzu in seiner Eigenschaft als Sachverständiger, daß. Dampf, welcher sich im Regulator ansammele, sehr leicht das Oeffnen der Zylinderhahne abgelassen werden könne.* gegen bekundeten der Angeklagte und seine Entlastungszcuß' Daß eine landräth'iche Verfügung bestehe, welche den Lola� tiven der Dampfstraßendahn verbiete, aus der Strecke Lawk abzulassen, weil den Dampf zur Winterszeit auf der Em» gefrieren und Gefahren für den übrigen Verkehr herbeiW� önne. Im Uebrigen bekundeten zahlreiche frühere Lokonwlst fll flfOV XßV rw«»f A UtlP" führer der Gesellschaft, welche gleichzeitig als.. Sachverständige vernommen wurden,� daß alle sechs der Gesellschaft nicht in ordnungsmäßigem Zustande best wären. Von einem der Sachverständigen, der die spejWL Betracht kommende Maschine vor dem Angeklagten gefa� hat, wurde kurz und bündig die Erklärung abgegeben, da? � betreffende Maschine von einein gewissenhaften Lokomotrostw/j auf der Straße gar nicht gefahren werden sollte. Auf die Frag� uui un i�uud«. HUI Hiu/i uciuyicu wciucii iuuic.=»"l ulC.ö£"Ts|tr Vorsitzenden;„Warum sind Sie denn alsdann selbst mit schine gefahren?" erwiderte der Sachverständige:„Un, uns, der Verantwortung zu sichcni und uns nicht irgend welche«?'' ' i, sind wir Alle abg'" klagen auszusetzen, sind wir Alle abgegangen und schon 1,, Andere vor uns!" Auch der Reg.-Baumcister Bohl sprach� dahin aus, daß die Maschinen nicht in ordnungsmäßigem S1 stände seien, hielt aber dafür, daß sich diesem Zustande Helsen lasse, z. B. durch Verbesserung des Regulaw Während der Staatsanwalt 3 Monate Gefängniß bcasttm� erkannte der Gerichtshof auf Freisprechung, weil es niwj nügend aufgeklärt sei, ob dem Angeklagten eine Fahrlalst zur Last saue. Die Mangelhaftigkeit der Maschine steßk l wenn auch der angesammelte Dampf abgelassen werden kou so verbiete dies doch wiederum die Polizei-Verordnung.% komme, daß Puffer an den Maschinen nicht vorhanden die Zusammen-Koppelung also nur im Moment des Zusainw� stoßes möglich sei und nach dieser Richtung hin nichts gestellt werden konnte, ob der Verletzte' se 5st bei der seiner Aufstellung die nöthige Vorsicht beobachtet habe. � Gin, Anzahl junger Kurlchen mußte unter der� Bruder Ferdinand, und Gustav Hafelem Richard 0-« war so(lein, daß er kaum über die Brüstung der Ant ,■[ schranke hinwegsehen konnte: trotzdem ist er schon wegen»{([ stahls vorbestrast. Er und Pannach trieben ihr Geschah JCIWH. Vit unv Pannary irieoen iyr Großen; denn sie begnügten sich nicht mit dem Lelegcn�� Wegnehmen von Gegenstanden, die sie leicht erreichen row � sondern brachen durch Fenster oder Thuren, ie nachdew.es> rade paßte, in Läden ein und schleppten fort, was sie wegvch� konnten. Eines Abends waren sie wieder in einen Laden« ........... HUI»-,--'UUllU IK. lUlCUCl 1»'.hstn ________ sich in dem Laden befanden, kam ein Nachtwächter.-eNNtz eilte Haseley entgegen und jammerte ihm vor, sein Brudc)- . V—-— i rrr,-,. verschwunden; dann bat er den Wächter um Auskunft,***, denselben wohl wieder erlangen könne. Die beiden Em».�t mußten die Unterhaltung wahrgenommen haben, verließen* den Laden und rannten davon. Der Wächter versotgE, zwar, allein Haseley wußte ihn durch Fragen immer j®) ... prägen immer aufzuhalten, so daß die Diebe entkamen. Nun hielt der A-�z» Haseley fest, denn er ahnte, daß dieser mit den Einbrechen Einverständniß wäre, und jetzt nannte Haseley die Nomen � Entkommenen. Da Haseley an jenem Abend wirklich ssV verlaufenen Bruder gesucht, er auch nichts von der ebenso wenig wie Ferdinand Handtke, erhalten hatte, ihi« � nicht bewiesen werben konnte, daß er von dem Dieb�nbl verurtheilt. Mit welch' sonderbaren Ausreden die AngekUC sich manchmal aus der Schlinge zu ziehen suchen, bewies Verhandlung, welche gestern von der 90. Ablheilung j Schöffengerichts stattfand. Der ehemalige Eisenbahnb«� Konopka lebt in einer so unglücklichen Ehe, daß seine Fr#L� von ihm getrennt hat und mit den Kindern wieder z« Eltern gezogen ist. An einem Maitage erschien K., um% Knaben zu einem Spaziergange abzuholen. Bei dieser hcit machte seine Frau ihm Vorwürfe, daß er gar ni%„, seine Kinder thue und forderte ihn auf, etwas zu den D' � Haltungskosten derselben beizutragen. K. erwiderte:„Nicht' � Pfennig-, worauf seine Eheftau erklärte, batz�i sich dann an seine Behörde wenden würde. Du das thust, so werde ich Dir Deine Augen,« Oleum malen," drohte der Ehemann, und da er schon wiederholt gedroht hatte, er würde sie„blenden", so wur&süi Frau ängstlich und erstattete Anzeige. Im gestrigen Te� erklärte der Angeklagte, er sei mißverstanden warben, er gesagt, er wolle seine Ehefrau„in Oel" malen lassen- siimmtliche Zeugen ihn aber Lügen straften und seine so wie so einen Anspruch auf Glaubwürdigkeit nicht konnte, so verschlimmerte der Angeklagte nur seine Lage, J der Gerichtsh �".....------........ � anderntheils, Berlin überhand von zwei Wochen. �0 Kri dem Ginkauf von jungen gefchlachteten hat man auf einen betrügerischen Geschäftskniff Jrw welcher, wie in einer gestrigen Verhandlung vor der 9v- y theilung des Schöffengerichts zur Sprache kam, nicht den auswärtigen Händlern ausgeführt werden soll- schlecht genährte Gänse werden nämlich dadurch zu ansch?.� besseren gemacht, daß sie mittelst einer Fedcrpose oMjflJ* y werden. Eine solche aufgeblasene Gans, deren boten ist, hat ein Thierarzt eines Tages in der �llarktha�ö einer Wildhändlerin beschlagnahmt, und die letztere wurde« einer Wildhändlerin beschlagnahmt, und die letztere wurde»"V ttn Bauche der Gans festgestellte freie Luft auf unnaturl'� Wege hineingekommen sei, die Luft rühre davon her, daß r ., Tl« haben köm strafkammc bank besin! verantwort des Ii. Jc nach Berli «ntreffen s Arbnterzue verspätet h stuh emgel lang: hatte zwei svagen zu d'es mitte des Raygir *u früh q Ter Zusan nnt dem Si erlitten abe PS %na loten. -K II Ä» # K und An aatgq gl. rst crienftwl' bestell! p s: ou# Ol«* in M 5 Hai m tinf d- boW* s �etm©tbla�ten die Gurgel nicht zugehalten und ihr Ai-iiÄ �chcmholen möglich gemacht habe. Da der Thier- '> w. ra M'e�' daß die Lust auf einem anderen Wege ,n 4 Qr" hineingekommen sei, hielt der Gerichtshof die ort schuldig und erkannte auf eine Geldstrafe von nfj»" Mlenbahnunfall, der leicht ernste Folgen hätte unterlag gestern der Prüfung der ersten Ferien- >- Landgerichts t. Der auf der Anklage- bstn.dlnhe Heizer Gustav Schröder wurde für denselben raniwortlich gemacht. Der Angelagte fuhr am Morgen «i Jrai,uar h; 3- den Personenzug von Frankfurt a. O. »in,»« fahrplanmäßig um 6 Uhr 20 Min. hier R�. � Auf dem Niedersch lesischen Bahnhofe stand ein n-rs? W Abfahrt bereit, der sich um einige Minuten k r und da der vom Angeklagten geführte Zug zu M eingelaufen war, so befanden sich beide Züge für eine wL* neben einander auf dem Bahnhofe. Der Angeklagte iwei, auf einem dritten Geleise stehende Post- di-- M1.holen und seinem Zuge einzureihen, er that Maschine. Hierbei soll er das Signal ... rsMirmeisters nicht abgewartet hahen, ist mit der Maschine D-r o r abgefahren und in den Arbeiterzug hineingerathen. „i, r Zusammenstoß war ein so gelinder, daß alle Passagiere frütu 9thcet*en davonkommen, die Maschine und zwei Wagen z.k aber erheblichen Schaden. Der Angeklagte bestritt zwar, bös L �uer Fahrlässigkeit schuldig gemacht, der Gerichts- von?�ann aber aus der Beweisaufnahme die Ueberzeugung �.Inner Schuld und verurtheilte ihn zu zehn Tagen °' an g n i ß. des Reichsgerichts.(Nachdruck ver- Leipzig, 15. Juli.(Vom Z ü ch t i au n g s- S>fhll. iL?om Landgerichte Gotha wurde am IS. Man der ßnrZL, Willweber in Friedrichsroda wegen vorsätzlicher (8 L�n« in Veranlagung der Ausübung seines Amtes 3v# unter Annahme mildemder Umstände zu noiWa verurtheilt. Nach einem herzoglich koburg- da-»Ä Gesetze vom Jahre 1872 ist den Lehrern gestattet, fibiktsÄ� �ungsrecht auszuüben, aber nur in angemessener, lolirl uud die Gesundheit nicht gefährdenden Weise. Zwei die yor Acm Erlaß dieses Gesetzes hatte das Ministerium an ein-?�uksschulinspektoren Anordnungen erlassen, wonach SüAtu ane Behandlung der Kinder und der Wegfall jeder Sa?Mung die Regel und nur in Ausnahmsfällen die . zugelassen sein sollte. Diese Anordnungen sind, niovh..,, plct uiird, den einzelnen Lehren, mündlich mitgetheilt Äjchtsch.. auch wohl nach dem Gesetze von 1872 noch als Rnnl/JS. bie schriftlichen Arbeiten vorlegen und gab dabei dem dea-bi�L.fuen Arbeit ungenügend war, ein PaarOhrfeigen. Zu die o,w hierbei, daß die oben envähnte Verordnung verbietet, ivar am Kopfe zu berühren. In der nächsten Stunde "ickt��unterricht, und jener Knabe konnte ein Erempel tii%. wollte auch die ihm vorgesprochene Ausrechnung �ber di� Angeklagte befahl dem Knaben, sich etafHU Bank zu legen und prügelte ihn dann mit einem kurzen v.�ocke. Dann wiederholte er diese Operation in Pick, �L�llchenräumen mehrmals, wobei aber der Knabe sich daß A mtlich über die Bank legte. Die Folge hiervon war, e nicht nur aufs Gefäß, sondern auch auf andere der Irl �elen. Wie eine ärztliche Untersuchung ergab, hatte vb-rtck.. Verletzungen am Gesäß, eine Geschwulst am an hp/AA Striemm auf dem Rücken und eine Anschwellung PcriptL �I'er- Der Gerichtshof erblickte hierin eine Körper- Annahm®.und zwar eine vorsätzliche. Begründet wurde diese reckt ZA damit, daß den Lchrem nur ein mäßiges Züchtigungs- Die n-u und daß sie nur auf das Gesäß ichlagen dürften. darin„fichreitung des Züchtigungsrechtes wurde namentlich suchtin, Kunden, daß der Angeklagte den Knaben wiederholt ond-�! Und zwar, während derselbe nicht auf der Bank lag, n. sich hin und her bewegte. Wenn der Ange- >° hieß es in den Gründen, seine Instruktion («ftf ?a9te, feie, und in ______ überschritt, deshalb wurde§ 840 e Körperverletzung im Amte) für anwendbar erklärt. Zuchpn..� wußte er auch, daß er die Grenze des lVors «r d�ck �5. �uissände wurden dem Angeklagten zugebilligt, weil weil A-i. Wiederspenstigkeit des Schülers gereizt war und l ckiLi. �vicoertpeniilgreii vrs«nyulrrv yciciz, mui uiiu ibrif,'e Verletzungen die Gesundheit des Letzteren nicht de��uet war.— In der Revision des Angeklagten, welche wurb- u'Äkeuat des Reichsgerichts zur Entscheidung vorlag, die Mangel der Vorsätzlichkeit geltend gemacht, welcher Zuwendung des§ 340 ausschließe. Ferner wurde.geltend %W70 % bewies u jeilung p hnbnbe&i um Nicht � % r4s m, er% lfM leien,' �'e mündlichen Vorschriften des Bezirksschulinspektors in..s�ue gesetzlichen Nonnen, und die Ministerialverordnung ei den: Angeklagten gar nicht bekannt gegeben wor- Der Reichsamvalt beantragte die Verwerfung der bteck � und bemerkte, daß Jeder zu bestrafen sei, der ohne I87n Afroanben am Körper verletze. Die Verordnung von sei..A'tehe zu Recht, weil sie ein Ausfluß der Vollzugsgewalt im M die rohe Mißhandlung seitens des Angeklagten stehe »--ick, ��Pruch mit den: Gesetze.— Dennoch hob das Rcichs- ,2� das Uttheii auf und zwar mit folgender Begründung: Es Und vorgestellt, daß der Angeklagte den Knaben mißhandelt Teil-z."d»>S auf das Gesäß geschlagen hat, aber in der Ur- lichllick l>dung ist nicht genügend festgestellt, daß er dies ab- Qlcin? und mit dem Bewußtsein, andere Körpertheile als das Anwp Ju treffen, gethan hat. Diese Feststellung war aber zur «UsvI'Ung des§ 340 erforderlich. UebrigenS ist auch davon Uwlck» den, daß die Beschränkungen des Züchtigungsrechts, Uiaßi» gegeben sind im Hinblick auf Gesetze und vorschrifts- geA® Aassene Instruktionen, nicht auf mündliche Angaben „übet werden können. 15. Juli.(Eine ländliche Idylle.) _.>. I. war in dem schlesischen Dorfe Hunern >n einer Feldscheune ausgebrochen. Der Erbscholtisei- und Rittergutspächter Hochmuth in dem Nachbarorte ~ � rfileii, wollte auf seinem ich befehle es Hier habe ich n ii» p?U>itz hatte das Gespann zu der Spritze zu stellen ios-. ff uicht thun. Als nun der Schöffe Jänsch aus Jha I'Men und u. a. die Worte gebrauchte Zu b-k-rn u wurde er ungemüthlich und sagte:. er r?ten, was wollen die verfluchten Bauern?" Dann machte über? gemeinschaftlich mit seinem Hofmeister Ulrich v Schöffen her und priigelte ihn unter Schimpf- ■' agnenSA if'ji llä-- en «-? >ie �lge davon war, daß das Landgericht beiden Männer wegen Widerstandes gegen die wegen Beleidigung und wegen Verweigerung beftri,,. 0011 den Angeklagten eingelegten Revision, in welcher Aurlru 1 wurde, daß Jänsch in rechtmäßiger Ausnutzung seines hob»w Sss.'A er die Stellung von Pferden erzwingen wollte, wioz j,® �eichsgericht(4. Strafsenat) das Urtheil auf und ver- in die erste Instanz zurück. .5»; B lhallen.f« ourde«f W X/ das ttcliciiirftl. looo gputr' gewesen. Es waren durch 17 Dclegirte gegen schluß. en vertreten und wurde der einstimmige Be- den, iuttetA'?lIec Entschiedenheit für die Interessen derselben ein- ''»wie mit allen gesetzlich zulässigen Mitteln für den- einen Verband deutscher Müllergesellen zu s Entschiedenheit für die Interessen derselbe grun- >en ein- selben zu agitiren. Kollegen! Tretet alle ein in den Verband; wir müssen einen Gedanken haben und der sei: unsere Lage zu verbessern. Geschlossen sind wir alles, einzeln nichts! Ueberall regthsich's in unserem Gewerbe, jeder Geselle schüttle seinen Schlaf ab; wir sind gezwungen, uns zu vereinigen, um ein menschenwürdiges Dasein führen zu können. Wir müssen die 18stündige Arbeitszeit abschaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, fordere ich jeden Gesellen, der Interesse zur guten Sache und noch Liebe zu seinem Gewerbe hat, auf, sich dem Zentralverband deutscher Müllergesellcn anzuschließen. Mit einem herzhaften „Glück zu" grüßt alle Kollegen von Nah und Fern Louis Petzold, erster Vorsitzender des Verbandes deutscher Müller- gesellen, Eisenach, Katharinenstr. 62. In Berlin ertheilt nähere Auskunft C. Wicke, Perleberger str. 22, und mögen sich daselbst alle Kollegen melden, welche dein Verband beitreten wollen. Achtung! Gelder zum Streikfonds der Maurer werden auf folgenden Stellen entgegengenommen: im Norden Metzerstr. 23, „„ Ackerstr. 109, Moabit Birkenftr. 24, Westen Bülowstr. 52, Steinmetzstr. 24 bei Marzigewsky, Südwest Horn str. 11, Südost Admiralstr. 27 bei Wagner, „ Skalitzerstr. 61, Osten Rlldersdorferstr. 8, „ Koppen str. 71 bei Braun, Zentrum Klosterstr. 98, „ DreSdenerstr. 116 im Zentralbureau. Sämmtliche Stellen werden Sonnabends von 7 bis 10 Uhr Abends und Sonntags von 8 bis 12 Uhr Vormittags geöffnet sein. VettamtnUmgim. Der Wahtuerei« für den Wahlkreis hielt am Äitt V. Kerllner Reichstags- tttwoch seine Generalversammlung im „Vikloria-Restaurant", Münzstr. 11 ab. Nachdem sich die Mit- glieder zu Ehren des verstorbenen Genossen Hasenclever von den Sitzen erhoben und das Protokoll der letzten Versammlung verlesen und genehmigt worden, erstattete der erste Vorsitzende Fritz Berndt den Rechenschaftsbericht über das verflossene Vierteljahr. Es haben in dieser Zeit 7 Versammlungen statt- gefunden; die Tagesordnungen derselben waren folgende: 1. Sozialismus und Darwinismus; 2. Die Aufgaben des Wahlvereins; 3. Nationalökonomisches; 4. Die besitzlosen Klassen im Entwurf zum bürgerlichen Gesetzbuch; 5. Ueber Parlamentarismus; 6. Die Zersetzung der bürgerlichen Parteien; 7. Ar- heiter- und Handwerker-Bestrebungen.— 4 von diesen Ver- sammlungen wurden aufgelöst: nur in 2 Fällen wurde Be- fchwerde erhoben, die jedoch stets zurückgewiesen wurde. Der provisorische Kassirer verlas hierauf den Kassenbericht; die Revisoren bestätigten die Richtigkeit der Buchführung. Hierauf tritt die übliche Pause von 10 Minuten zur Aufnahme neuer Mit- glieder ein, nach deren Beendigung der 2. Punkt der Tagesordnung durch die Wahl des Herrn Fritz Po st. Lichtenberger- st r a ß e 17, als Kassirer, des Herrn Holzmann als zweiten Schriftführer und des Herrn Gajewski als stellvertretenden Kassirer seine Erledigung findet. Die Errichtung des letzteren Postens aedingt eine Statutenänderung, die von der Versamm- lung genehmigt wird. Desgleichen wird der Wortlaut des Jj 1: „Aufklärung und Agitation für einen Kandidaten, der für Recht und Wahrheit eintritt", weil nichtssagend und schwankend, um- geändert in:„... für einen sozialdemokratischen Kandidaten". Es werden hierauf drei Revisoren— die Amtszeit der alten ist statutengemäß abgelaufen— gewählt, und zwar die Herren Zeiser, Erdmann und Leuschner. Es stand hierauf folgender Antrag zur Debatte: Es wird beantragt, den 5. Wahlkreis in 4 Bezirke zu t heilen, in denen abwechselnd Wanderoersamm- lungen abzuhalten sind. Die Versammlung ermächtigt ferner denVorstand, Einladungen zu diesen Versa m ml u n gen drucken zu lassen, welche die Mitglieder in den ihnen vom Vor st and bezeichneten Häusern jedes Mal zu verbreiten haben." Nach kurzer Debatte wurde der Antrag angenommen. Es wurde femer beschlossen, an einem der nächsten Sonntage einen Ausflug der Mitglieder mit ihren Familien zu veranstalten. Ort und Zeit wird später hekannt gegeben werden. Nach Erledigung einiger Anfragen hetreffend die Herabsetzung des Abonnementspreifes des„Berl. Volksbl." wurde die Versammlung geschlossen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß zu ihrer Bequemlichkeit zwei Zahlstellen eingerichtet sind, in denen die Beiträge entgegen- und neue Mitglieder aufgenom- men werden. Die Zahlstellen, die nur Sonntags von 10 his 12 Uhr geöffnet sind, befinden sich: 1. Zahlstelle bei Otto E r d m a n n, früher W. Hauak, Restaurant, Weinstraße 22. 2. Zahlstelle bei K u h l m e y, Restaurant, Neue Friednchstr., Ecke Rosenstraße._ Der sozialdemokratische Mahlverein des 6. Berliner Reichstagswahlkreises hielt am Montag, den 15. ds. Mts., in Schröder s Restaurant(Weddingpark) eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Vor Beginn des Vortrages erwähnte der Vorsitzende das Dahinscheiden des früheren Vertreters des 6. Berliner ReichstagSwahlkreiseS Wilhelm Hafen- clever und ersuchte die Anwesenden, zu Ehren dieses edlen Volksmannes sich von ihren Plätzen zu erheben. Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten. Mar Schippet hielt einen äußerst lehrreichen Vortrag über die Aroeiter und die Sozial- reform. Im„Verschiedenen" wurde ein Antrag gestellt, den früheren Vorsitzenden Reinicke vom Verein auszuschließen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen; ein anderer Antrag, dem mtemationalen Kongreß ein Glückwunschtelegramm zu senden, wurde abgelehnt, weil man das Geld zur Reichs- tagswahl besser gebrauchen könne. Hierauf machte der Vor- sitzende die Wirthe bekannt, welche ihre Lokale zu Versamm- lungen des Wah vereinS nicht hergeben. Es sind dies: Viktoria- faal, Perlebergerstr. 13; Artushof, Perlebergerstr. 11; Faustmann, Jnvalioenstraße; Tange, Gartenstraße 13; Puhlmann, Schönhauser Allee, und Schwarzmüller, Kolbergerstraße. Nach- dem der Fragekasten erledigt war, wurde die Versammlung geschloffen. Rohrleger-Versammlung. Am Montag, den 15. Juli, Abends, fand eine große öffentliche Generalversammlung der Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend in der Tonhalle, Friedrichstr. 112, statt. Dieselbe war von zirka 800 Personen besucht. Das Thema:„Sind die Forderungen der Rohrleger gerecht" stand auf der Tagesordnung. Der Einberufer Herr A. Becker eröffnete die Verjammlung um 9tz Uhr und schritt sodann zur Wahl eines Bureaus. Es wurden folgende Kollegen einstimmig gewählt: I. Reckner, A. Becker, C. Breit- holz und Em. Tolksdorf. Es ergriff zuerst das Wort Kollege Reckner. Derselbe kritistrte die Lage der Rohrleger, sowie der Helfer im Rohrlcgerfach und wies darauf hin, wie gesundheitsschädlich die Arbeit der Rohr- leger und Helfer ist. Im Winter in den zugigen Neubauten, sowohl in der Erde im Grundwasser, die Einathmung der schädlichen Bleidämpfe, der Umgang mit Mennige und Blei- weißkitt, der täglichen Beschäftigung in Kohlen- und vergifteten Spiritusdunst, in Kloaken und so weiter. Redner wies darauf hin, was für Verantwortlichkeiten einem Rohrleger aufgebürdet werden, und doch weist man ihn verächtlich ab, weil er eine kleine mäßige Verbesserung seiner Lage zu erringen sucht. Der- selbe hebt hervor, daß sämmtliche Arbeitgeber Berlins, leder einzeln brieflich eingeladen war, in dieser Versammlung zu erscheinen. Sie sind ledoch nicht erschienen. Daraus geht hervor, daß die Herren auf eine Einigung nicht eingehen wollen, daher müssen nun die Rohrleger und Helfer wissen, was jetzt zu thun ist. Es wurde nun noch die Innung und ihre Machination be- sprachen, woraus hervorging, wie man sich derselben gegenüber zu verhalten hat. Nach einer Pause von 5 Minuten ging man zur Diskussion über, welche eine sehr lebhafte war. Sämmtliche Redner sprachen sich für die vollständige Durchführung der Forderung aus; es wurde hervorgehoben, daß zwar einige Arbeitgeber freiwillig die Löhne erhöht haben, wodurch zu sehen ist, daß sie den Arbeitnehmern entgegenkommen wollen. Aber gerade die Jnnunasunternehmer wären dagegen, weil sie die Forderungen rundweg abgelehnt haben. Es wurde nun eine Resolution verlesen� welche lautete, die jetzige Lohnkommission aufzulösen, und dafür eine Agitationskommisston von 3 Mann zu wählen, um Gelder zu sammeln, damit wir unsere Forderungen zur Durchfühnuig bringen können. Diese Resolution wurde verworfen; dagegen der Antrag, die jetzt bestehende Lohnkommission, so wie sie jetzt ist, ferner bestehen zu lassen, mit großer Majorität angenommen. Es kamen sodann noch mehrere intenre Sachen zur Sprache. Auch eine Maß- reaelungsangelegenheit. Es ist ein Delegirter, welcher bei einem Klempnermeister als Rohrleger beschäftigt war, aus der Arbeit ent- lassen, weil derselbe einige Unterstützungsbeiträge gesammelt hat. Es wurde nun noch folgende Resolution angenommen:„Die heutige, in der Tonhalle tagende öffentliche Versammlung der Rohrleger und Helfer Berlins beschließt, voll und ganz für die gestellten Forderungen einzutreten und bei angebrachter Gelegen- heit obige Forderungen mit allen zu Gebote stehenden gesetz- lichen Mitteln zur Durchführung zu bringen." Mit einem drei- fachen Hoch auf die gute Sache, in welcher die Versammluug begeistert einstimmte, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Der Uerei« zur Mahrnng der Jnieresse« sämmt- licher Lackirer Kerlin» und Umgegend hielt am 15. d. M. im Lokale des Herrn Gnadt seine Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Zweck und Nutzen der Ver- kürzuna der Arbeitszeit. Referent: C. Pirch. 2. Diskufsio,!. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Zum ersten Punkt legte Herr Pirch in durchaus sachlicher Weise die Verkürzung der Arbeitszeit und den Nutzen, den die Arbeiter selbst daran haben, klar. Er meinte, bei den ietzigep Lohnbewegungen trete erfreulicher Weise immer eine Forderung hervor, und diese sei auf Verkürzung der Arbeitszeit gerichtet. Denn dadurch würde der kolossalen Uebcrproduklion ein Damm entgegengesetzt und es könnte auch die große Reservc-Armee — in Deutschland annähernd 1 Millionj— Beschäftigung erhalten und konsumtionssähig gemacht werden. Die Reserve- Armee rekrutire sich hauptsächlich aus den durch die Dampf- Maschinen auf die Straße gesetzten Arbeitern. Denn im Jahre 1886 waren schon doppelt so viel Maschinen im Betrieb, als sämmtliche männliche Personen ans der Erde mit den Händen zu schaffen im Stande waren. Dieses sind unhaltbare Zustände. Dadurch aber, daß öas Kapital über die ungeheuren Kräfte des Dampfes x. allein verfügt, ist Einzelnen das Wohl und Wehe von taufenden Ar- beilern in die Hand gelegt, und der Kapitalist sucht nur seinen eigenen Vortheil zu erringen und damit sich die Dampfkraft noch mehr rentire, wird die Arbeitszeit soviel wie möglich zu verlängern gesucht. Daß die lange Arbeitszeit auch in sanitärer Hinsicht nachtheilige Wirkungen auf das Leben des Arbeiters- ausübt, haben wir bei Berathung des Alters- und Invaliden- gesetzeS gesehen. Ein Arbeiter wird im Durchschnitt das 45. Lebensjahr nicht erreichen. Dagegen bringen es Pastoren, Förster k. bis zum 70. Lebensjahre und darüber hinaus. In- folge dessen müssen auch die Arbeiter darauf bedacht sein, sich eine möglichst kurze Arbeitszeit zu erringen. Im gleichen Sinne sprachen noch die Kollegen Jungermann, Schüßler und Nahr- Haft und legten den Kollegen noch ans Herz, daß, da unser Gewerk doch nur saisonmäßig betrieben würde, so müßten sie erst recht darauf bedacht sein, eine kurze Arbeitszeit zu er- ringen. Zum Punkt„Verschiedene?" wurde daraus anfmerk- sam gemacht, daß der Arbeitsnachweis besser in Anspruch ge- nommen werden sollte, da augenblicklich viele Stellen frei sind. Schluß m Uhr. Der Kiickerstreik hat eine merkmürdige Mirknng gehakt. Wir lesen darüber in der„Volks- Ztg.": Die alte Bäckerinnung und die„Concordia", die Führervereine der Bäckervereinigungen„Germania" und„Allemannia", welche sich sonst überaus feindlich gegenüberstanden, stehen auf einmal Schulter an Schulter. Obermeister Kuntze von der„Germania" lud die„Concordia" nach dem Blehlhause zu einer gemein- samen Versammlung ein, übernahm dort selbst den Vorsitz, das Referat über den Streik übertrug er aber Herrn Obermeister Gemeinhardt von der„Concordia". Da bisher fast nur Be- richte über die Gesellen- Versammlungen an die Oeffentlichkeit gelangt sind, entnehmen wir folgendes einem Bericht der „Bäckerzeitung" über die Meister-Versammlung:„Obermeister Gemcinhardt führt aus, daß man dem Gcsellenausschuß die Undurchfiihrbarkeit der Anträge klargelegt habe. Die Meister- schaft müsse an der Arbeitszeit von 10 Uhr Abends bis 12 Uhr Mittags festhalten, in welcher Zeit ein Schoß weiße Warne und zwei Schoß Brot zu schaffen seien, welche Arbeitsleiswrg wohl durchschnittlich bei den meisten Bäckereien zutreffe. Die Arbeitskräfte seien doch verschieden, indem ein Ge- selle vielleicht 8 Stunden, der andere 12 Stunben zu derselben Arbeitsleistung benöthigte. Es wurde dem (Gcsellenausschuß ferner bedeutet, daß eine bestimmt abgegrenzte Arbeitszeit doch nicht zu vereinbaren sei, was die Vertreter der Gesellen auch zugaben. An den Lohnforderungen der Geselle» seien dann aber doch die Verhandlungen gescheitert.„Kollege" Manegold sagt u. a.:„Die Forderungen seien nicht etwa nur von Bäckergesellen gestellt worden, sondern in der Versammlung seien auch viele andere streikende Arbeiter gewesen, und von solchen und nicht arbeitenden Bäckergesellen wolle man sich keine Forderungen diktiren lassen. Der Altgeselle Ruoffer selbst, als er ihn gefragt, ob die in Arbeit stehenden Gesellen solche Beschlüsse gefaßt, hätte darauf mit„Nein" geantwortet, und ein anderer Geselle habe erklärt, daß die gestellten Fordmingen seitens der Meister unannehmbar seien. Wenn man die vom Bäcker geführten Bücher zur Hand nehme, so ersehe man, daß die Micthcn seit Jahren um das Dreifache, die Gesellenlöhne die Hälfte gestiegen, die Einnahmen dagegen um die um Hälfte zurückgegangen feien und Mancher heut" zu Tage mit einer Unterbilanz arbeite. Die jetzige Gesellenbewegung bafsre auf sozialistischen Bestrebungen, welche sich darin dokumen- tircn, daß man einen sozialdemokratischen Abgeordneten nach Paris zum Sozialistenkongreß schicke. Er sei übei- zeugt, daß die seitens der beiden einmllthig vorgehenden Bäckerinnungen getroffenen Maßnahmen nichts befürchten ließe», obne daß man trotz des Generalstreiks der Gesellen an den Germaniaverband zu appelliren brauche, welcher in wenigen Tagen viele jüngere Gesellen und Lehrlinge nach Berlin senden würde.— Obermeister Kuntze befürchtet ebenfalls nichts vom Generalstreik; es seien viele Gesellen da, welche gern arbeiien möchten, und täglich sei er von solchen besucht worden, welche dringend Arbeit verlangten. Die ganze Agitation gehe von zwei Männeni aus, von denen der Geselle Pfeiffer schon seit zwanzig Jahren nicht mehr in einer Backstube gearbeitet und dem die Hetzerei unter den Gesellen so viel Geld ein- gebracht, um davon wieder ein paar Wochen leben zu könne». Der Obermeister ersuchte die Versammlung, bei eintretendcm Bedarf von Gesellen sich an die Sprechämter der beiden In- nungen zu wenden, entweder per Postkarte, Rohrpost oder Telephon(Nr. 971). In ähnlichem Sinne sprachen Obci- meister Gemeinhardt und eine andere Redner.—„Kollege" Manegold führt nochmals in von Beifall unterbrochener Rede aus, daß, wenn die Herren Gesellen nicht arbeiten wollen, sie ruhig streiken mögen; gerade in der jetzigen allgemein flauen.. Geschäftszeit könne man in fast jeder Backerei einen oder zwei Mann entbehren. Er sei dafür, sich an keine Be- diimungen zu halten und von dm Forderungm nichts zu be- willigen." Die freie Vereinigung der Uerg-lder«nd Fach- genossen hielt am 15. d. Mts. in Scheffer'S Salon, Insel- strahe 10, ihre regelmäßige Generalversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Kassenbericht. 2. Neuwahl des ersten Vorfifccndm. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Bericht der Tarifkommission. 5. Verschiedenes. Nach Verlesen des Proto- kolls, welches angenommen wurde, ertheilte der Vorsitzende dem Kassirer das Wort. Es ergab sich eine Einnahme des letztm Vierteljahres von 184,65 M., eine Ausgabe von 266,35 M., mühin ein Defizit von 81,70 M.. bleibt ein Bestand von 218,16 M. Da dieses von den Revisorm für richtig befunden wurde, ertheilte der Vorsitzende dem Kassirer Decharge. Der bisherige 2. Vorsitzende Kollege Richard Möhring wurde zum ersten, und Kollege Oskar Meyer zum zweiten Vorsitzendm gewählt. Zu Punkt 3 ließen sich eine wesentliche Anzahl Kol- legen als Mitglieder aufnehmen. Es zeigt dieses, daß die Kolleam erkannt habm, wo ihre Interessen vertreten werben und Daß wir nur durch eine starke Organisation unsere Lage verbessern könnm. Zu Punkt 4 wurde der Bericht der Tarifkommission durchberathen. Es wurdm noch ver- jdfiebene Aenderungen an den aufgestellten Preisen vorgenommen. Ter vorgeschriiienm oCi! wegen wurde von der weiteren Berathung Abstand genommen und zu demselben Zweck eine außerordentliche Versammlung zum Montag, den 29. d. M., hei Schcsfer festgesetzt. Ein Antrag, im Norden bei Petersohn, Veteranenstr. 23, eine Zahlstelle zu errichten, wurde einstimmig angenommen. Derselbe nimmt zu jeder Zeit Mit- glieder auf und Beiträge entgegen. Dem kranken Kollegen W. Ritze wurde eine Unterstützung von 15 M. gewährt. Mir erhalte« folgende» Kchreioe«: In einem großen Theile der sogenannten freisinnigen Presse befindet sich in der Dienstags-Nummer die unsinnige Notiz, daß die Drucker der Luxuspapierfabriken Berlins einen Streik vorbereiten, wobei bemerkt" ist, daß die Drucker dieser Branche einen wöchentlichen Lohn von 40— 45 Mark bei neunstündiger Arbeitszeit haben. Man weiß in der That nicht, ob man diese Notiz für einen Witz halten soll oder ob der vermuthlich auS der Provinz zugereiste Einsender, welcher wahrscheinlich auch Fachmann ist, von der ausnahmsweisen Hitze gelitten hat. Bewundern muß man aber, daß die Presse, welche sich rühmt, für daS Wohl der Arbeiter einzutreten, solche zynische Notiz, und sei es auch nur als Lückenbüßer, aufnimmt, ein Beweis, daß keine Ge- legenheit zu dumm ist, um den Arbeitern eins auszuwischen. Sollte es dieser Presse in der Zeit der sauren Gurken wirklich an„Stoff" fehlen, so möge man sich nach den Versammlungen der Arheiter bemühen, um wahrheitsgetreue Berichte zu bringen. Jedoch man merkt die Absicht, daß alle Bemühungen der Arbeiter, und seien dieselben noch so gerechtfertigt, mit Koth beworfen werden müssen. Der Herr Einsender hätte besser gethan, seine Nase auch in die Versammlungen dieser glorreichen Branche! zu stecken, statt den Daumen zu Hilfe zu nehmen. Bis jetzt weiß wenigstens noch kein„Luxusdaickcr" von einem Streit, und wenn derselbe Herr sich über die Löhne orientiren will, so steht ihm nach Angabe seiner Adresse statisti- fches Material zur Disposition. Außerdem wird jeder Drucker in Berlin dem Herrn sagen können, daß seine Angaben bös- willige Erfindung sind, vielleicht berechnet, die Steuerbehörde auf größere Einnahmequellen hinzuweisen, sowie die im Ab- nehmen Hegriffene„LehrlingSzüchterei" zu beleben. Wenn der Herr die Freundlichkeit haben wollte, eine Aktiengesellschaft ins Leben zu rufen, um den„Luxusdruckern" den Betrag nachzu- zahlen, welcher an seiner Angabe fehlt, so würde sich daS Gc- Ichäfl mit zirka 100 pCt. rentiren. Bemerkt sei hierbei noch, daß die Notiz selbst aus diejenigen Kollegen, welche den Ver- dcsserungen in unserer Branche nicht sehr hold sind, einen lächerlichen Eindruck gemacht hat. Sollte in Zukunft wieder eine Versammlung der„LuruSdrucker" stattfinden, so ist der Herr schon jetzt dazu eingeladen, vorausgesetzt, daß derselbe so viel Takt besitzt, vorher seine Visitenkarte abzugeben. Aufgelöst. Die am 17. Juni in Jordan'S Salon von etwa 300 Personen besuchte Versammlung des sozialdemokrati- scheu Wahlvereins für den ersten Berliner Reichstagswahlkreis, in welcher Rechtsanwalt Stadthagen sprach, wurde bei der dem Vortrage sich anschließenden Diskussion durch den überwachen- den Polizeiosfizier auf Grund§ 9 des Sozialistengesetzes aufgelöst. Näherer Bericht folgt. 0, V-« den Maurern Kpandan» wird berichtet: Zu der tcstern Abend im Hotel zum„Rothen Adler" stattgehabten llaurer-Versammlung hatten sich etwa 80 Gesellen emgefun- den. Nachdem em Bureau gewählt und zum VorsitzendenHerr Albert Grothe ernannt war, rcferirte derselbe über den Werth einer Vereinigung der Maurer Spandaus und der Umgegend. Er beleuchtete zunächst in Rücksicht auf die hiesigen Verhältnisse die Löhne der Maurer und führte aus, daß, da die MiethS- preise schon fo hoch seien wie in Berlin und die Lebensmittel hier bekanntlich sogar theurer seien als dort, der Verdienst durch- weg besser werden müßte. Obwohl im Allgemeinen jetzt gegen 50 Pfennig Stundenlohn gezahlt würde, gäbe es doch noch Gesellen, welche nur 30 Pfennig erhielten. Das schlimmste wäre es, daß im Herbst die Meister den Slundenlohn stets kürzten. Um das zu verhindern, müßte ein Mmimallohn für alle Maurergesellen festgesetzt werden, der niemals, auch im Herbst und Winter nicht herabgesetzt werden durfte. Um in diesem Sinne die Lage der Gesellen bessern zu können, sei ein einmüthiges Zusammengehen derselben nothwendig, und dies könnte nur durch eine feste Vereinigung bewirkt werden. Der Referent betonte dann, daß es nicht der Zweck derselben fei, einen Streik zu provoziren, l'ondern auf dem Wege gut- licher Verhandlungen mit den Meistern eine Verbesserung ihrer Lage anzustreben. Die Versammlung stimmte den Ausfuhrun- gen des Referenten bei und die Gründung einer Vereinigung der Maurer wurde beschlossen. Die Mehrzahl der Anwesenden erklärte sich zum Beitritt bereit. Die Statuten, welche von der #1 diesem Zweck eingesetzten Kommission aufgestellt waren, wurden verlesen und von der Versammlung im Allgemeinen gutgeheißen. Aus denselben ging hervor, daß die Vereinigung nch auch die Belehrung der Mitglieder in fachlichen und wirth- schaftlichen Angelegenheiten zur Aufgabe gemacht hat. Auch sollen, je nach den Kassenverhältnissen, Unterstützungen an be- dürftige Genossen gewährt werden. Die Statuten sollen der Polizeiverwaltung zur Genehmigung vorgelegt werden. Nach- dem der Vorstand gewählt war, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Sache der Maurer geschlossen. Änckrenwalde. Am Sonnabend fand hier eine Ar- beiterinnenversammlung statt. Als Referentin war Fräulein Z. Jagert-Berlin erschienen. Man kann mit Recht behaupten, daß die bloße Ankündigung, daß hier eme Frauenversammlung stattfinden sollte, ungeheures Aufsehen hervorgerufen hat. Vor Beginn der Versammlung war das Versammlungslokal bereits überfüllt. Taufende suchten noch vergebens m den«aal zu gelangen. Um 8 Uhr wurden jedoch die«aalthuren wegen Ueberfüllung geschlossen. Es zeigte sich, daß, wenn die Arbeiter und Arbeiterinnen nur wollen, kein Verbot im Stande ist, ste ■von ihrem Vorhaben abzuhalten. Hatten doch drei der größten Tuchfabriken Sonnabend beim Lohnzahlen bekannt ge- macht, daß derjenige, welcher die Frauenversammlung besucht, am Montag entlassen würde. Hätten die Herren Fabrikanten das am Montag durchgeführt, so hätten sie getrost ihre Thore schließen können, denn von den hier am Orte beschäftigten 2000 Frauen waren mindestens 1800 erschiene».— Die Versamm- Inua selbst hatte einen sehr guten Verlauf genommen und wurde das Referat des Irl. Jagert des Oefteren durch wahre Beifalls- falven unterbrochen. Zum Schluß ließen es sich ernwe Arbeite- rinnen nicht nehmen, durch stürmische Uinannung Frl. Jagert auszuzeichnen.— Das Beste sollte aber erst in der Diskussion kommen. Zu derselben meldete sich Herr Pastor Budy zum Wort. Seine Ausführungen waren so unglücklich, daß er von vornherein die Versammlung gegen sich hatte; vollends aber brach der Sturm der Entrüstung los, als er sich z» Belci- digungen der Versammlung hinreißen ließ. Er meinte näm- lich, daß die Arbeiterinnen selbst schuld an ihrem Elend seien, denn man träfe in den hiesigen Arbeiterfamilien nicht mehr Christenkinder, sondern solche, welche schlechter als die Kassernkinder wären, die Wohnungen strotzen von Schmutz und ein wahrer Peftgestank dringe dem Eintretenden entgegen. Das alles liege aber nur an die Leichtsinnigkeit der Arbeiter selbst, die zu frühzeitige Ehe» schlössen und wo das nicht möglich wäre, sündhaften Umgang pflegen.— Das war aber den Frauen doch zu viel, und fo machten sie mit dem Heren Pastor kurzen Prozeß. So ohne weiteres wollte der Pastor das Feld aber nicht räumen und mußte die Vorsitzende zum Schutze des Herrn die Hilfe der Polizei in Anspruch nehmen. Die nach Tausenden zählende Menschenmenge im Saal und Garten brach, als durch die Polizei geleitet, Herr Budy das Lokal verließ, in nicht enden wollende BravoS aus. Frl. Jagert kritisirtc zum Schluß noch scharf das ganz und gar unberechtigte Vorgehen deS Herrn Pastor und forderte die Anwesenden aus, sich auch in Zukunft recht zahlreich an den Versammlungen zu betheiligen. Nach einem kurzen Schlußwort des Herrn Tabert wurde diese für die hie- sige Arbeiterbewegung denkwürdige Versammlung von der Vor- sitzenden Frl. Waterstraat, die uns leider in Kürze verläßt, um nach Chikago überzusiedeln, geschlossen. Drrch-Ier«nd Kernfsgenossen! Diejenigen Kollegen, welche noch Sammellisten für den Delegirten zum Pariser Kongreß in Händen haben, werden ersucht, die Sammlung bis Sonnabend, den 20. d. M., noch zu betreiben, bis zu diesem Tage jedoch sämmtliche Listen und das event. gesam- melte Geld an die Kommission abzuliefern Sonnabend Abend und Sonntag Vormittag bis 10 Uhr im Verkehrslokal, Dres- denerstraße 116. Die Kommission. Der Verband der Möbelpolirer Serlina und Um- aegend veranstaltet am Sonntag, den 21. Juli, eine Familicn- Kremserpartie nach Hakenfelde bei Spandau. Abfahrt vom Verbandslokal mit Musik um 7 Uhr; jedoch stehen zur Bequem- lichkeit der weit wohnenden Theilnehmer von 6— 7 Uhr drei Wagen am Rosen thaler Thor und ebenso 3 am Mariannenplatz nahe der Muskauerstraßc. Billets 1,50 M. und für Kinder, welche einen eigen Platz einnehmen 75 Pf., sind noch bei den Kollegen Gräber, Grüner Weg 65; Buck, Sorauerstr. 5; Rau, Brunnenstr. 94; Wolgast, Swinemünderstr. 132; Mendt, Frankfurter Allee 118», Bansee, Reichenbergerstr. 29; Weber, Flieder- straße 6 und am Sonnabend Abends von 7— 9 Uhr in den Zahlstellen, bei Ecke, Zehdenickersir. 2; Henke, Blumen str. 38 und Moritz, Manteuffelstr. 27, zu haben. Freunde und Gönner sind willkommen. * ärtit N»r»inigung b»r Zuschn«id»r.»tepper und Porricht»? Berlin«. Sonnabend, de» 20. Juli. Abend« 8� Uhr. Alle Jakobste. 83, Skr- iammlunq. SnseSordmmq; Sottrag de« Herrn Sürt: Thoma« Moru« Utogia. Die wenigen noch übrigen Billets zur Damgfergartie am 11, Auguit werden ausgegeben. fl» Jlampffrparti* b»# Lnchvrrein» bee Schlosser und Beruf«- en Berlin« findet am 20. Juli statt und sind fümmtliche Kollegen eingeladen Abtadn Punkt 7 Uhr. Die Bidet«»IM. sind bei folgenden Kollegen zu haben: Im Norden bei Schmidt, Zionikirchftr, 48, im Osten bei Warnicke, BreSlauerstr. 13, im Süden bei Gründet, Dreidenerstr. 116, im Südwest bei Flaum. Moritzstr. 10 bei Störmer. KUgemetnr Stustiarbeiter-Pereinigung. Sonntag, den 21. Juli, findet eine grobe Herrengartie ger Bahg»ach Erkner refg. Nüder«dorfer Kalk- berge statt. Abfahrt vom Schleflfchen Bahnhof Punkt 7 Uhr. Kollegen gl« NichtMitglieder können Iii eilnehmen. Um zahlreiche Betbeiligung ersucht der Borftand. Zentral-Kranken- unb Sterbekass» brr beutschen Maaenbauer Krriln«(Bezirk« 41 Sonntag, den 21. d. SB)., Vormittag« 10% Uhr, Versammlung im VereinShaus„Süd-Oft", W a I dem a r st r. 75. Tage«- Ordnung; 1, Abrechnung vom 2. Quartal 1889. 2, Wahl der Ortsoerwaltung. 3. Wahl eine« Vergnügungikomitee. 4. Innere Kastenangelegenheiten und Verschiedene«. Pereinignng ber Drechsler Deutschi anb»(DrtSoerroaltung Berlm Ill>, Versammlung am Montag, den 22. Juli. Abend« 8% Uhr, in der Brunnenstrahe 38, bei I. Gnadt. Tagesordnung• I Ersatzwahl de« Vorstände«. 2. Vierteljahrd-Abrechnung oom Stteiksond«. 3, Betrachtungen über„Streik«". 4. Verschiedene«. Der gon den drei vrt«gerwalt»ngen Berlin» errichtete unenlgeltliche Arbeitsnachweis befindet sich in Wendl« Nestau- raitt Dresdener str. 118 und ist geöffnet Wochentag« Adend« gon 8% bii 9% Uhr und Sonntag« Vormittag« gon 9%— 11% Uhr. Wir ersuchen die Kodegen. nur diesen Arbeitsnachweis zu benutzen. In demselben Lokale befindet stch die Herberge und unter Verkehrilokal. Gesang-, Turn- unb gesellig» Perein» am Freitag. Kaiser icher Mflnnergcfongnerein Abend« 9 Uhr im Restaurant Tamm. Schönhauser Allee 28. - Gefanggercin.Paulebeutel' Abend« 8 Uhr im Restaurant Heniel, Aleran- drinenstr. 15,—.Liedertafel der Maler und gerwandter Beruf«, lenosten" Abend« 9 Uhr im Restaurant Kleine, Brandenburgftr. 00.— Buchbinder Mönner- chor Abend« 8% Uhr Annenftr. 16, Gesangoerein.Flöterlche« Doppel- Quartett' Abend« 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsbergerstr. 31.— Gesangoerein.Fortschritt' Abend« 9 Uhr im Reftaurant, Blumenstrahe 46.— Gesangoerein.Echo 1872" Abend« 9 Uhr Waldemarstrahe 12. Neue Mitglieder werden aufgenommen.— Gesangoerein.Ossian' Abend« 9 Uhr Dresdener- (trage 85 bei Gustaou«.— Hupperlsche Sanger-Sereinigung.Harmonie" Abend« 9 Uhr bei Niest, Weberstr. 17.— Gesangoerein.Säug er Hain" Abend« 9 Uhr Adalbertstr. 21.— Liedertafel de« Fachoerein« der Steintröger Berlin«. Abend« 8 Uhr Große Hamburgerftr. 4 UebungSstunde.— Gesangoerein.Ohne- sorge" Abends 9 Uhr Restanrant Neider, Alte Jakodstr. 83.- Gesangoerein .Widerhall' Abend« 9 Uhr bei Herrn Boge, Köpnickerslr. 191.— Gesangoerein .Lorbeerkranz' 8% Uhr Restaurant Weinftr. 11.- Berliner Turngenossen- Ichast(Fünfte Münnerabtheilung) Abend« 8% Uhr in der stadtischen Turnhalle, Wasferthorstrahe 31.— Turnoerein.Hasenhaide"(Mannerabtheittmg) Abend« 8 Uhr Diestendachstrahe 60-61.- Turnoerein Lroh und Frei"(Manner- abtbcilung) Abend« 8% Uhr Bergstraße 57.- Wissenschaftlicher Verein für Rollerssche Stenographie Abend« 8% Uhr im Restaurant Ziethen, Dorotheen- strahe 31, Unterricht und UebungSstunde.—.Allgemeiner Arendösscher Steno- graphenverein', Abtheilung„BorwörtS", Abend« 8% Uhr im Restaurant Kall, Mariannenplatz 11.— ArendSllcher Stenographenoerei»„Apollobund" Abend« 9 Uhr im Reftaurant. Seadelftr. 30.-„Verein ehemaliger Dr. Doebbelinsscher Schüler" Abend« 9 Uhr im Restaurant Kred«, Friedrichstrahe 208.— Voigt scher Ditettanten-Orchesteroerein Abend« 8% Uhr UebungSstunde im Ristaurant Eöllnischer Galten, Scharrenstrahe 12,— Zitheroerein„Alpenveilchen" Abend« 8%UI)t im Restaurant„Wahlstatt", Bellealliancestrahe 89— Rauchklub „Westend" Abend« 9 Uhr im Hobenzollerngarte». Steglitzerstrahe 27.— Rauchklub„Weichselblatt" Abends 8% Uhr im Restaurant, Skalitzerstrahe 147».— Tambour-Verein„Felsenfest", Sitzung 8% Uhr, Weihenburgerstrahe54. Dirigent und Vorsitzender t A. Friese. Ausnahme»euer Mitglieder.— Rauchklub„Ohne Zwang" Abend« 8% Uhr im Reftaurant W. Haugk, Weinftr. 22. Die Redaktion stellt die Benutzung de« Sprechsaal«, soweit Raum dafür abzu- Sehen ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesse« zur Verfügung. sse verwahrt sich aber gleicki, eilig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Geehrte Redaktion! In Nr. 164 Ihres geschätzten Blattes. betreffs der ordentlichen Generalversammlung des Allgemeinen Metallarbeitervereins Berlins und Umgegend, erlaube ich mir, um weitere Entstellungen zu verhindern, folgendes zu berich- 0 1) Der§ 6 im Statut des Metallarbeitervereins besagt, ausgeschlossenen Mitgliedern steht der Apxell an die General- Versammlung zu. Ich dächte, dieses genügte, daß Mitglieder, welche aus dem Vorstand ausgeschlossen werden, sich auch der Versammlung gegenüber rechtfertigen dürfen. Der Hinweis, sich zum„Verschiedenen" zu melden, ist der reine Hohn, denn auf der Tagesordnung war„Verschiedenes" ausnahmsweise unterlassen. Eine Rechtfertigung war also von vornherein aus- geschlossen. 2) Das Benehmen des Klempners Schulz war vollständig gerechtfertigt. Schulz halte vorher, ehe der Vorsitzende zur Ab- stimmung gelangte, um's Wort zur Geschäftsordnung gebeten; ob nun absichtlich oder durch Versehen dies unterlassen wurde, soll dahingestellt bleiben, Thatsache ist und bleibt, daß, als der Vorsitzende von Schulz unterbrochen wurde, Schulz schon vorher um's Wort zur Geschäftsordnung gebeten hatte. Die Sache erreichte ihren häßlichen Abschluß dadurch, daß sich zwei be- kannte Personen über Schulz hermachten. Letzterer ist denn auch ohne Veranlassung geschlagen worden. Auf welcher Seite das ungebührliche Betragen liegt, wird sich später ausweisen. Wilhelm Neu mann, Klempner, Görlitzerftraße 70._ Vsrmifchkes. Durch Entzündung»in»« Patrouenhanfe« kaim� Förde bei Grevenbrück Sonnabend Nachmittag in der donf Dynamitfabrik zwei Arbeiter ums Leben. Der BetriebsW- hatte noch nicht zehn Minuten vorher die betreffenden Mas«'' nachgesehen und alles in Ordnung gefunden, so daß der trau� Vorfall geradezu räthselhaft erscheinen muß. Sonstige Bein� stätten der Fabrik sind fast nicht beschädigt.-y-i Eine Fischvernichtnng wird aus Frankreich gemel� In den Solvaywerken zn Varrangeville zersprang ein Ms Reservoir mit Sodalauge, welches sich infolge dessen Meurthe ergoß und alles Thierleben auf eine sehr weite SlZ hin vernichtete. Der Schaden wird auf einige Hunderttw* w Franks geschätzt. Au» London meldet ein Telegramm:„Jack der schlitzer" scheint wieder aufzutauchen. In dem BE Whitcchapel wurde wiederum eine verstümmelte Frauen� mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Von dem Mörda keine Spur entdeckt. Heuere Da» am 13. Juli vom Schweizer Ltnndesrath s die Ministerien der auswärtigen Angelegenheiten den?� Staaten, denen das bundesräthliche Zirkular vom 15. MoE betreffend eine im Monat September in Bern abzuhaE» Konferenz für Arbeiterschutz zugestellt wurde, erlassene M*, schreiben lautet:„Aus das hierseitige Rimdschreibeii»' 15. März a. c, an sämmtliche europäische JndustriestoE' betreffend eine im kommenden Monat September in Ber«, zuhaltende Konferenz für internationale Regelung der JE, arbeit, haben bis setzt, in nachstehender zeitlicher Res» folge, ihre Theilnahme zugesagt: die hohen Regierst� der Niederlande, Belgiens, von Portugal, Oesters Ungarn, Frankreich, Luxemburg, Italien und Großbritafi« Die hohe russische Regierung hat aus Opportunitätsgru"� abgelehnt und von den hohen Regierungen Dänemarks.� des Deutschen Reiches, Schwedens und Nonvegens, I-A Spaniens ist dem schweizerischen Bundesrathe bis heutk � keine Erklärung zugekommen. Am Schlüsse des frühem-ff � schreibens hatte der schweizerische Bundcsrath bemerkt, dos., or««SM." sofern seine Anregung günstige Aufnahme findet,. vorbehalte, den Hohen Regierungen ein Detailprogs�, ''"'-" der Beral!| zu unterbreiten, welches als Basis zu dienen hätte. Da indessen die Vorarbeiten, dieses SpezialprogrSmm noch nicht zum Abschluß gelangt � und da femer einzelne der im Prinzip zustimmenden Regierungen bei ihrer Annahmcerklärung nicht zu unterschaty Vorbehalte gemacht haben, so ist der schweizerische BundEu 0«! zu der Ueberzeugung gekommen, es sei im Interesse der 8* zur Beseitigung noch bestehender Mißverständnisse und Mg zielung eines gedeihlichen Resultates der Verhandlungen a°L nothwendig, daß das hierseitS in Aussicht gestellte bc& Programm vor dem Zusammentritt der Konserenz von ia& lichen theilnchmenden hohen Regientngen einem weiteren dium und einer einläßlichen Prüfung unterworfen werde. K zu ist aber die Zeit bis zum kommenden Monat Seps�ss offenbar zu kurz, weshalb der schweizerische Bundesralh E, gestaltet. Eurer Exc. eine Verschiebung des Zusammen� der Konferenz auf nächstes Frühjahr vorzuschlagen. Dabei sich der schweizerische Bundesralh der angenehmen Erwan,. hin, daß bis dahin, nach Kenntnißnahme des hierseits arbeitenden Spczialprogrammes, auch diejenigen hohen mngen sich zur Theilnahme an den bezüglichen Besprech«!, werben entscheiden können, welche bis heute noch nicht haben. In der Voraussetzung, daß die dortige Hohe Rcg>� mit diesem Vertagungsvorschlage einverstanden ist, wir» � schweizerische Bundesralh nicht ermangeln. Eurer mehrerwähnte Spezialprogramm in möglichst naher Zeil° stellen." Depcfhicn. (MvW» Telegraphev-Kureau.) Krün«, Donnerstag, 18. Juli. Der Streik der arbeiter ist nahezu beendet. Alle Fabriken mit Ausnahme � sechs sind wieder in vollem Betriebe: in den letzteren st" Wiedereröffnung des Betriebes am Montage erfolgen. ad! VrtefktQflen. Bei Anfragen bitten wir die«boniieinemS-Ouittung beizufügen. Brief Antwort wird nicht ertbeilt. m N-rei« zur Wahrung der materiellen der Hteinträgerjund verwandten Kernfsgenosse«. � Ihr Herr Vorsitzender es für angebracht hält, einen zW« sich zu Ehren des verstorbenen Abgeordneten Wilhelm clever, von den Plätzen zu erheben, zurückzuweisen, so auch wir ein Recht zu haben, Ihre Berichte zutuckwelPZ dürfen. DaS Aufstehen zu Ehren eines Verstorbenen ist" lich nur eine Zeremonie, aber das absichtliche Zurückweise? t selben scheint uns eine solche Tendenz zu haben, daß rtlSi lange unS nicht eine ausreichende Erklärung für das Ver? Ihres Vorsitzenden zugegangen ist, auf die Veröffentl� Ihrer Berichte verzichten müssen. � jt G. K. Maurer. Die Regierung hat das Recht, den � tag so oft aufzulösen, als sie will. JFv. M. in Harburg. Die„Arbeiter- Chronik" im Verlage von Wörlein u. Co., Nürnberg. Wenden dorthin.__ y C. H. Steglitz. Wir haben Ihnen die Adresse beiden Herren leider nicht besorgen können. M. R- Kleine Alexanderstr. Nein. M. U. Andere Sparkassen sind uns nicht bekannt- R. U. Mündlich und schriftlich. j» A. M. Töpfer. Die Frage ist zu umfangreich, � h dieser Stelle beantwortet zu werden und unsere Zeit 1* p messen, als daß wir Ihnen schriftlich Auskunft geben kou � Wir können Ihnen nur rathen, die Frage in Ihrem � verein einem Referenten zur Beantwortung vorzulegen.;j< H. f. Ja. Wenn er sich weigert, dem Gesetz HM zu handeln und das Duell ablehnt, wird er aus dem Oitt« stände gestoßen. J Mittwe Normung. Die Kasse hat durchaus. v bankerott gemacht, sondern nur wegen grober Pflichtwidrig� des bisherigen Direktors Wille eine andere Verwaltung Vorstand erhalten.,.i|(f ©. H. Maler. Wir können über die Affäre erst b��ii wenn sie zur gerichtlichen Verhandlung kommt. Dmt?.!E sich ja herausstellen, was den Restanrateur Sperling, Gar straße 40, veranlaßt hat, Sie zu mißhandeln. i T. E. Reichenbergerstraße. Mit vorstehender Antma auch Ihre Anfrage erledigt., if M. V- Ihre dritte Frage hat sich, wie Sie atM gestrigen Nummer ersehen, erledigt. Die beiden erste« � in dcn� nächsten Tagen beantwortet werden. j y Muller 10«."In die haben wir keinen Einblick. Personalakten des Klings Verantwortlicher Redakteur:».«rvusteim m Berlin. Druck und Verlag von Mar Kadwg in Berlin SW., Beuthstraße 2.