Kr. 1x3. Siur// KÄ 'S cm# az � SM. aHe,|«i/� W WJW V ön im rf •'«i sswaiff Konnabrni», den 27, Juli 1889. 6. Jahr,». ell-K>.-, rauf aus ober. Ä Ä g s| in ßftliutrDollislilall. Drgi», für die Inicresse» der Arbeiier. scheint läoliff. m,„Berliner Volksblatt" ?® Haus„"SlP nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei L'f- Sonntnni � Mark, monatlich 1�5 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer mit dem.Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer r».?.# 1 Mark pro Monat. Postabonnemen» 4 Mark pro Quartal. ba» der PostzeitungSpreisliste für 1889 unter Nr. 866.) — Möglich unter Kpeuzbano durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Kr Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VcrsammlungS. Anzeigen 20 Pf. Inserate werven bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlm SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Amioncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an iSInnn.„«X Sonn- und Festtagen bis 10 Üjpr Vormittags geöffnet. -* Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4106. Bcöahtism: Veukhfiratze S.— Expedition: MmmeePkrosze 44. Der heilige Verlor. der � suhlt sich offenbar nicht mehr recht heimisch �es Fürsten B i s sagte er einmal ........... »ach 3Wfifr"®ufch, der Papst würde wohl noch einmal die Ctn>.« kommen und da könnte man ihm etwa ja auch 1" u als Residenz anweisen. Zur Zeit ist �Wschpn«>-�st gut Freund mit den Staatsmännern des Reicks von denen er bei den Wahlen von 1884 ix«. « 13Ü M m durch s" von denen er bei den Wahlen von 1884 geschich»_ beschichte Diversion dem Zentrum in den Rücken interessant Fulda ist's auch ganz schön und »%- nnli,. historischen Erinnerungen fehlts dort auch Nn�banz in der Nähe sind auf einem Hügel die lüi« iirrirf �teckelburg zu sehen, des väterlichen Schloffcs b'Sen römifi.uon Hutten, der als Revolutionär und besfen Ä�apstlichen Despotismus flüchtig werden mußte �identen y kmal vor Kurzem in Gegenwart vieler Polizei- 9° entbü'rrt üthe und anderer loyalen Herren dieser %el*' � ist. Wba-„w, Errungenschaft für Deutschland, wenn �ni> der m,., telpunkt des Erdreichs erhoben werden würde, �ater?>unkt ist doch stets da, wo sich der heilige diesen �bet gab es oft„unangenehme Ereignisse", öÄ � �>iqnvn Ä'unkt verschoben, so daß er sich lange Zahre �«sibo /i" Fontainebleau, zu Saler und zu Gaeta und �ftth bar», t c Man legte bekanntlich immer großen %%% dieser Mittelpunkt Rom war, M W . � 1001 S« N r�jni bnl""P aimtciputui ounu iuui. Und des- der heilige Vater bekanntlich nach dem Sturze s uats die schwere„Gefangenschast" im Vatikan Mhixj;' wie sich biedere altgläubige Landbewohner t von. Stroh schlafen muß, während er -�illi wie sich «»7 von&.' Stroh vi.»"vp, Lienen• italienischen Regierung ihm angebotenen 9iernna �."4* annimmt, weil er mit dieser gottlosen Re- w, n,H,. �us Papstthum seiner weltlichen Macht beraubt � schaffen haben will. Ml zu�, wag Leo XIIL bewegen, die Siebenhügel- Men-�/�äubigen haben ihn doch nicht im Stiche ge- Mnine h"x*st ihm zu seinem Jubiläum ein ansehnliche M n.pn■ Millionen und so viel Wein gespendet, daß «iß#*» rv. CtdPno*» 1Y—.. C."... .'UM �" wele Wandlungen durchgemacht, gute und A »ail.trn3 Feuilleton. [23 �tn Goldmenfih. 5" 63''j Roma»«o» Maurui 3 6 k a i :# K;. �%%% lu'verau�in�em, was darin ist, in Bausch und M�Waare�zu(5� �ilmacht heute noch. Bis morgen **'"®*h' Du weißt, bei Nacht setze ich keine Feder I «go$| W i 8'fÄ' ÄWsJS � � k d-.®,.»m % S% � w Händen hatte, sielen die Beiden über schlechte, und sie wird sich auch wieder den modernen Strömungen anpaffen. Rom ist auch offenbar für andere Dinge bestimmt, als der Knoten des vatikanischen Netzes zu sein/ Die Zeiten, da es die Seele einer wettbeherrschenden Republik war, liegen zwei Jahrtausende hinter uns, aber sie werden immer einer der stolzesten Träume bleiben. Die Märtyrer, die von diesem Traum bezaubert geopfert wurden, Arnold von Brescia, Cola Rienzi, Savonarola und Giordano Bruno, fielen als Opfer des Despotismus, welchen das Papstthum wie ein Alp aus Rom und die Römer legte. Unter diesem Druck verkam das Volk dieser großen Stadt und es gab eine Zeit, da seine Feigheit, Knecht- seligkeit und Verderbtheit ein historischer Hohn war auf jene stolzen Zeiten, da römische Legionen die Welt er- oberten. Die herrschenden Klaffen hatten sich mit dem Papstthum durch Anpassung und Vererbung ausgesöhnt und halfen ihm, alle freiheitlichen und volksthümlichen Regungen ersticken. Aber nachdem Pio IX. noch einmal nach 1849 eine grimmige Rache an der Demokratie genommen, womit diese ihren Glauben an das Märchen von einem„liberalen Papst" theuer zu bezahlen hatte, ist ein anderer Luftzug über die ewige Stadt hingegangen. Das römische Volk ist nicht mehr päpstlich. Der Kirchenstaat lebte nur noch von der Gnade Napoleons III. und mit deffen Sturze stürzte er auch. Die Schlacht von Mentana war der letzte Triumph der mittelalterlichen Idee des Kirchenstaats und -sein Untergang war weder tragisch noch rühmlich.'Auf dem Pariser Kongresse hat dieser Tage der italie- nische Abgeordnete C 0 st a eine Schilderung der so- zialistischen Arbeiterbewegung in Rom gegeben, wo- nach dieselbe sehr vorgeschritten sein muß. Die Arbeiter scheinen die historischen Fehler der herrschenden Klaffen wieder gut machen zu wollen. In dieser Luft ist dem Papst- thum begreiflicher Weise nicht behaglich und man kann darin vielleicht den Beweggrund suchen für die verschiedenen Encykliken, die der Papst gegen den Sozialismus erlassen hat. Eine solch veraltete Macht wie das Papstthum kann nicht gut gedeihen inmitten einer modernen Gedankenwelt und für uns moderne Menschen hat diese Macht sich genug- sam charakterisirt, indem sie dieser Tage den Versuch unter- nahm, das von stnsterem Fanatismus eingegebene Urtheil, durch das vor schier dreihundert Jahren der edle Giordano Bruno, ein wilder Denker und Aufklärer, zum Feuertode verdammt wurde, öffentlich zu rechtfertigen. Wir gehören nicht zu den sogenannten Kulturkämpfern, welche die bekannten abgedroschenen Phrasen wider den Stuhl Petri schleudern. Nichtsdestoweniger sehen wir in dem Aufgeben Roms seitens des Papstes ein bedeutsames Zeichen der Zeit. Ein Papst ohne Rom ist zwar immer noch ein Mann von mächtigem Einfluß, aber er ist doch nur ein halber Papst. Das Papstthum geht seinem Ende ent- gegen- sein Licht, soweit man von einem solchen reden kann, wird langsam verlöschen. ihn her und überhäuften ihn mit einer solchen Fluth von Vorwürfen und Schmähungen, daß er, um sie vom Kopfe sich abzuwaschen, getrost wieder in die Donau sich baden gehen konnte. Frau Sophie zankte Timar allerdings nur indirekt aus, indem sie ihrem Mann Vorwürfe machte, wie er einem solchen abgerissenen schmutzigen Kerl, einem solchen ver- soffenen bettelhaften Lumpen eine derartige Vollmacht ausstellen könne. Warum er nicht dm einen oder anderen Schiffsschreiber damit betraut habe, statt Timar, der mit dem eingenommenen Gelde durchgehen, es vertrinken und verspielen wird. Timar stand die ganze Zeit über mit derselben uner- schütterlichen Ruhe mitten in diesem Tumult, mit der er am Eisemen Thore den Stünnen und Wogen getrotzt hatte. Endlich brach er sein Schweigen:„Wollen Sie das Geld übernehmen, welches der Waise gehört, oder soll ich es dem städtischen Waisenamte übergeben?(Bei dieser letzten Frage erschrack Herr Brazovics.) Nun, wenn's Ihnen Recht ist, so kommen Sie mit mir auf die Schreibstube und bringen wir dort die Sache ins Reine, denn auch ich bin lein Freund von Dienstbotengezän k." Mit dieser Hundertfünfzig-Pfünder-Grobheit erreichte er, daß sowohl der Hausherr, als die Hausfrau plötzlich verstummte. Gegen derartige Keiferer und Polterer ist eine ewaltiae Dosis Grobheit stets das probateste Heilmittel. Zrazovics nahm den Leuchter und sagte:„Nun gut, trag' mir das Geld nach!" Frau Sophie aber that plötzlich, als wäre sie in der besten Laune und fragte Timar, ob er denn nicht vorerst noch ein Glas Wein trinken wolle? Timea war ganz verblüfft; von dem, was in einer ihr fremden Sprache von ihr gesprochen wurde, verstand sie ohnehin nichts, und ebensowenig vermochte sie die Gesten und Mienen, von denen die Reden begleitet waren, sich zu erklären. Warum ihr Pflegevater sie, die Waise, jetzt um- annt und küßt, und im nächsten Augenblick sie wieder von sich stößt? Warum er sie neuerdings auf den Schoß hebt, um sie aufs Neue wegzuschleudern? Warum die beiden m diesen Wir sehen darin eine jener Genugthuungen, wie sie die Weltgeschichte zuweilen bringt. Papstthum und Kirchen- staat haben einen Druck auf Europa ausgeübt, dessen schmerzhafte Nachwirkungen heute noch sehr zu verspüren stnd.— Nun haben wir, die Zeitgenossen am Ende des neun- zehnten Jahrhunderts, das Schauspiel, daß der Papst sich in Rom nicht mehr heimisch fühlt. Möge dies für die Stadt Rom und ihr Volk eine bessere Zukunft bedeuten! MlervatlRaler Arbetterkongreß zu Paris. Czn. Dr. Adler theilt dem Kongreß mit, daß die öfter- reichische Arbeiterpartei nur auf dem sogenannten marxistischen Kongreß vertreten ist. Die von den Possibilisten angekündigten Vertreter der österreichischen Arbeiter sind einzelne Personen� ohne Mandat und ohne jede Organisation hinter sich. Dies zur Charakteristik des possibilistischen Vorgehens in Sachen des Kongresses, zur Charakteristik auch der Forderung, die Man- date der hier anwesenden Delegirten zu prüfen. Die belgischen Delegirten fordern, daß jeder SituationSbericht nicht länger als eine Viertelstunde dauern dürfe. La fargue schlägt vor, die Vorlesung derselben ganz einzustellen, dagegen sämmtliche Rapporte binnen kurzem zu veröffentlichen. Der Kongreß sei nicht zusammengetreten, um Be- richte zu hören, sondern um die auf der Tagesordnung stehen- den Fragen zu erörtern. Der englische Delegirte Kitz verlangt, daß unbedingt ein Bergarbeiter gehört werden müsse. D u l u c q ist der Ansicht, daß jeder Bericht nicht länger als zehn Minuten dauern dürfe. Es sei eine Kommission zu ernennen, welche die Beschlüsse zu kondensiren und in einen Gemeinbeschluß zusammenzufassen habe. Er fordert, eine aus 30 Mitgliedern bestehende Komission in Gemeinschaft mit dem Ausschuß mit der Arbeit zu beauftragen. Die deutschen Delegirten'wollen, daß mit dem Anhören der Situationsberichte fortgefahren wird und W e d d e insbesondere bekämpft den Lafargue'schen Antrag. Uebcr die auf der Tagesordnung stehenden Fragen seien alle Arbeiter- Parteien im Prinzip einig. Der Vortrag der Situationsberichte trage dazu bei, das Band der Solidarität zwischen den Ar- beitern verschiedener Nationalitäten fester zu knüpfen. Nachdem man die Vertreter sogenannter großer Nationen gehört, müsse man auch die der Länder zweiten und dritten Ranges hören, wenn man sich nicht eines Verstoßes gegen den Geist der Brüderlichkeit schuldig machen wolle. Nachdem sich noch der amerikanische Vertreter Bush für den Antrag der Belgier erklärt, und Lafaraue seinen An- trag zurückgezogen, werden die geschäftlichen Debatten über die Frage durch einstimmiges Votum geschlossen. Der Ausschuß schlägt vor, daß er die Resolutionen über die auf der Tagesordnung stehenden Fragen ausarbeiten und dann dem Kongreß vorlegen will. Jedermann, wer Vorschläge und Anträge in petto hat, möge dieselben dem Ausschuß schrist- Mann hineinschreien, der dabei so ruhig bleibt, wie sie ihn bei Sturm und Wetter gesehen, bis er endlich ein paar Worte spricht, und auch diese gelassen, ohne Zorn, ohne Aufwallung, und damit plötzlich jene Zwei, die sich noch kurz vorher wie Rasende qcbcrdeten, beschwichtigt und sie verstummen macht, so daß sie ihm so wenig etwas anhaben können, wie früher die Klippen und Wirbel und die be- waffneten Herren Soldaten. Von all' dem, was um sie gesprochen wurde, hatte sie kein Wort verstanden. Und jetzt wird der Mann, der früher ihr treuer Begleiter gewesen, der für sie„dreimal" ins Wasser gegangen, mit dem sie allein m ihrer Sprache sich unterhalten kann, fortgehen, gewiß für immer, und sie wird seine Stimme nicht wieder hören. Doch nein, noch einmal schlägt sie an ihr Ohr. Bevor er die Thürschwelle überschritt, wandte sich Timar nach Timea um und sagte griechisch zu ihr:„Fräulein Timea, da ist das, was sie mitgebracht haben." Und damit zog er die Dulcrassa- Schachtel aus seinem Mantel hervor. Timea lief zu ihm hin, nahm ihm die Schachtel aus der Hand und eilte dann zu Athalie, um dieser mit holdseligem Lächeln das Geschenk zu überreichen, das sie aus fernem Lande ihr mitgebracht. Athalie öffnete die Schachtel. „Fi donc!" rief sie,„das necht ja nach Rosenwasser, gerade so wie die mit Rosenwasser benetzten Schnupf- tücher der Mägde am Sonntag, wenn sie in die Kirche gehen." Timea verstand zwar die Worte nicht, aber aus dem Aufwerfen der Lippen und dem Nasenrümpfen, womit sie gesprochen wurden, konnte sie ihren Sinn wohl errathen— und das machte sie sehr traurig. Sie machte einen Versuch und wartete Frau Sophie mit dem türkischen Könfekt auf. Diese aber lehnte ab mit dem Bemerken, sie habe schlechte Zähne und dürfe keine Süßigkeiten essen. Ganz niedergeschlagen bot sie nun auch dem Oberlieutenant davon an. Dieser fand es delikat und verschlang auf drei Ii* zustellen, damit dieselben in Betracht gezogen werden können. Der Antrag wird angenommen, ebenso wie der, noch heute die Verlesung der Sitationsberichte zu Ende zu führen. V o l d e r s giebt darauf einen Bericht über die Bewegung in Belgien. Die belgische Bourgeoisie ist schlimmer als jede andere, weil sie eine größere politische Macht besitzt. Nur sie besitzt das Wahlrecht, von dem der Arbeiter ausgeschlossen ist. So befindet sich die belgische Bourgeoisie nicht nur im Besitz des Grund und Bodens und aller Produktionsmittel, sondern auch der gesammten Staatsgewalt. In neuerer Zeit hat das Gesetz, welches die Wahlen regelt, einen Zusatz er- halten, der das passive Stimmrecht auf weitere Kreise aus- dehnt. Allein es wird nur Kleinhändlern, Werkmeistern und etlichen Arbeitern zu Theil, die ein sogenanntes BildungS- eramen bestehen, die die'em Zusatz zufolge in die Gemeinde- rathe eintreten können. Der Sozialismus hat in Belgien mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, welche die taktische Haltung der sozialistischen Arbeiterpartei beeinflussen. Eine Arbeiter- schutzgesetzgebung existirt nicht. Wenn man auch jüngst ange- fangen, sich mit der Frage ein wenig zu beschäftigen, so ist doch der böse Wille der herrschenden Klasse deutlich zu er- kennen. Der Mangel einer einigermaßen guten Volksbildung macht sich empfindlich fühlbar. Die politische Situation deS Landes wird durch seine ökonomischen Verhältnisse komplizirt. Belgien ist ein Land der Großindustrie, und zwar einer inter- nationalen, für den Weltmarkt produzirenden Groß- iudnstrie. Die Bourgeoisie benutzt infolge dessen die Kon- kurrenz des Auslandes als Blitzarbeitcr, an dem sie die Un- zufriedenheit des Arbeiters uiedergleiten läßt. Sie säet Haß Wischen dem belgischen und ausländischen Arbeiter. Die Sozialisten kämpfen gegen diese chauvinistischen Strömungen Vor 5 bis 6 Jahren fand man nur in den industriellen an. Zentren zerstreute sozialistische Sektionen. Nur in Gent existirte ein kompakterer Stab von überzeugten Sozialisten, von denen 1885 der Versuch ausging, alle gewerkschaftlichen Organisa- turnen, sozialistischen Vereine und politischen Studienzirkel zu- sammen zu gruppiren. So formirte sich die gut organisirte Arbeiterpartei Belgiens, welche auf rein sozialistischer Basis steht. Die beiden großen zur Partei gehörigen Korporationen, über welche ein besonderer Bericht vorgelegt werden wird, find rbenfalls vom sozialistischen Geist erfüllt. Die Gründung von Korporationen hat einen großen Einfluß auf die Mei- nung der Masse ausgeübt. Ganze Ortschaften traten der Be- wegung bei, blieben aber in großer Unwissenheit über die sozialen Fragen. In Städten und Industriezentren entstanden in kurzer Zeit mehr als 100 politische Vereine, Sozialisten wurden in Gemeinde- und Provinzialräthe gewählt. Obgleich der erste Enthusiasmus für die neue Partei wie ein Stroh- feuer schnell zu Ende ging, haben sich doch die Korporationen als ziemlich solide Basis erwiesen, auf der sich die einzelnen Organisationen und Mitglieder zusammenhalten. Es hält schwerer, derartige Organisationen aufzulösen und auseinander- zusprengen, weil ihre Mitglieder behufs Erhaltung des gemein- famen Besitzes verbunden bleiben. Außerdem liefern die Korporationen der Partei ansehnliche Munition. Von ihrem Reingewinn wird zuerst ein Prozentsatz für die sozialistische Propaganda abgezogen. Die Taktik, welche die belgische Partei verfolge, ist charakteristisch und erklärt auch, weshalb gerade sie so eindringlich auf dem Wunsche einer Vereinigung beider internationaler Kongresse bestand. Tie Situation des Landes hat der belgischen Partei die Nothwendigkcit gelehrt, Konzessionen zu machen. Die belgische Partei würde binnen Kurzem zerstört sein, wenn sie sich auf ein eigenes, scharf umgrenztes Programm stellen wollte. Schon der Unter- schied zwischen Wallonen und Flamländern schließt dies aus. So ist die Partei wohl im Prinzip streng, aber in der Taktik versöhnlich, den Arbeitern gegenüber tolerant, den Bourgeois gegenüber jedoch unbeugsam. Der Redner wünscht, daß sich die Parteien anderer Lander, welche sich in ähnlichen Verhält- nissen befinden, von den Prinzipien der belgischen Partei leiten lasseil möchten, um den internationalen Befreiungskampf des Proletariats um so früher zu Ende zu führen. Der böhmische Delegirte Steck giebt in deutscher Sprache einen interessanten Situationsbericht. Böhmen ist ein geistig zurückgebliebenes Land, da es seit der Reformation unterdrückt und gemißhandelt wird. Unter dem Vorwand, das Land zu germanisiren, suchte man jede frecheitliche Anwandlung zu ersticken, man raubte ihm sogar die Garantie der Rechte als Nation. Dies der Grund, weshalb das Volk mit den Feudalen ging, welche sich den Anschein gaben, die Interessen des Landes zu vertreten, während sie nur ihre eigenen Interessen zu wahren suchten. Die fortgeschrittene industrielle Entwickelung hat in Böhmen wie überall ein zahlreiches Proletariat ge- schaffen, das ohne Freiheit, Kultur, Literatur ist und sich in einer verzweifelten Lage befindet. Der einzige Heilsweg, welcher aus derselben führen kann, ist der, den die Proletarier aller Länder betreten haben: der Sozialismus. Vom Auslande her werden die sozialistischen Doktrinen in Böhmen eingeflihrt und durch Uebersetzung dem tschechischen Proletariat zugänglich ge- macht. Der Schwierigkeit, welche für die Propaganda durch die Sprache geschaffen ward, gesellten sich noch die unerhörtesten Bissen drei Würfel davon, für die Timea ihn dankbar an- lächelte. Timar aber stand an der Thür und sah zu, wie Timea lächelte. Plötzlich fiel es Timea ein, sie müsse doch auch Timar mit der türkischen Delikatesse aufwarten. Nur daß es schon zu spät war, denn Timar stand nicht mehr in der Thüre. Bald darauf empfahl sich auch der Oberlieutenant und ging. Ein Mann von Lebensart, wie er war, ver- neigte er sich auch vor Timea, was dieser sehr wohl that. Nach einer Weile kehrte Herr Brazovics ins Zimmer zurück und sie waren nun ihrer viere. Brazovics und Frau Sophie fingen nun an, in einem Kauderwelsch, das griechisch sein sollte, miteinander zu plaudern. Timea verstand dann und wann ein Wort, aber das Ganze erschien ihr wohl noch viel fremdartiger als jene Sprachen, von denen sie keine Silbe verstand. Sie besprachen mit einander� was sie denn mit diesem Mädchen anfangen werden, das ihnen auf den Hals geladen worden. Ihr ganzes Erbtbeil beläuft sich auf zwölftausend Gulden Scheinaeld in Golv. Selbst wenn es möglich, für die durchnäßte Waare noch etwas hereinzubringen, genügt das nicht, sie als ein Fräulein, gleich Athalie, zu erziehen. Frau Sophie meinte, man müsse sie ganz wie eine Magd halten, sie soll sich gewöhnen, zu kochen, auszufegen, zu waschen und zu bügeln- das werbe ihr von Nutzen sein. Zur Frau nimmt sie doch mit so wenig Geld kein Anderer, als etwa„ein Schreiber", ein Schiffskommissär, und da ist es für ihn besser, wenn sie als Magd und nicht als Fräulein erzogen ist. Aber Brazovics wollte davon nichts wissen— was würde die Welt dazu sagen? Zuletzt vereinbarte man sich über einen Mittelweg; Timea wird nicht einem ordinären Dienstboten gleich gehalten werden, sondern den Rang eines angenom- menen Kindes einnehmen. Bei Tisch speist sie mit der Familie, aber sie Hilst bedienen. Man stellt sie nicht zum Waschtrog, aber sie hat ihre eigene und auch Athaliens feine Weißwäslye zu besorgen; sie wird nähen, was im Hause gebraucht wird, aber nicht im Zimnier des Stuben- Mädchens, sondern in der Wohnung der Herrschaft. Sie wird Athalie bei der Toilette behilflich sein, das wird ihr sogar noch Vergnügen machen. Sie wird auch nicht in Verfolgungen hinzu. Dazu kam, daß sich die tschechischen Sozialisten ausschließlich unter den Arbeitern rekru- tirten. In Böhmen geschah nicht, was sich in anderen Ländern zutrug, nämlich daß gebildete Leute unter den Arbei- tern den Sozialismus bekannt machten. Kein einziger unter- richteter Mann ist unter das böhmische Proletariat gekommen, um diesem zur Erkenntniß zu verhelfen, wie sich kein tschechischer Advokat dazu hergeben will, die Sozialisten zu vertheidigen. Wie Behörden und Polizei mit den Sozialisten umgehen, hat der Redner an sich selbst erfahren. Er wurde verfolgt, ins Gefängniß geworfen, angeklagt, Mitglied des„Gcneralraths" zu sein, überall anarchistische Gruppen organisirt zu haben. ES wurden gegen 90 Protokolle über ihn aufgenommen. Per- sonen aus allen Theilen des Landes verhört, die er nicht ein- mal dein Namen nach kannte. Natürlich wurde er verurtheilt, obgleich dem Staatsanwalt absolut jedes Beweismaterial fehlte. Als Beweis für seine Schuld der Geheimbündelei ward ange- führt, daß die„Freiheit" in New-Pork von Most herausgegeben ward, ferner die Existenz eines anarchistischen Blattes in Chicago, das schon ein Jahr vor dem Prozeß ver- schwunden war. Der Staatsanwalt ist bald darauf im Wahnsinn gestorben.— Vielen Sozialisten ist es ähnlich wie dem Redner ergangen. Das bloße Äertheilen einer Zeitung wird mit Gefängniß oder Geldbuße geahndet. Die Voruntersuchung dauert oft Monate lang, während nach erfolgter Verhandlung die Strafe auf 2 oder 3 Tage lautet. Die Verhafteten werden in Ketten geschlossen an das Prager Landesgericht ausgeliefert. Die Post soll zwar frei und ehrlich funktioniren, sobald aber Jemand Arbciterblätter zugesendet er- hält, kann er wenige Stunden nach dem Empfang auf eine Haussuchung rechnen. Als Mitglied einer„geheimen Verbin- dung" wird er dann für 2—3 Monate verurtheilt, als„Haupt" einer solchen Organisation zu einem Jahr Gefängniß. Von 340 von einem einzigen Staatsanwalt als Sozialisten ange- klagten Personen wurden 110 für unschuldig befunden, der Rest ward verurtheilt. Letztere waren nicht weniger schuldlos als die Ersteren. Leute, welche ein wenig klüger und unterrichteter sind als die Kameraden, werden in den Augen der Polizei sofort»u den„Führern". In den letzten Jahren haben die tschechischen Arbeiter auch nicht eine Versammlung abhalten können. Trotz dieser Zustände hat der Sozialismus so tiefe Wurzeln geschlagen, daß er nicht mehr aus oen Köpfen der Tschechen auszurotten ist. Der Sozialismus wird sich in Böhmen ruhig weiter entwickeln und eines Tags siegreich sein. Der Delegirte Keir Hardie, welcher 60 000 organisirte schottische Bergleute vertritt, entwirst einen interessanten und thatsächlichen Bericht über die Lage seiner Kameraden. Er be- stätigt, daß, wie Morris sagte, der Parlamentarismus zwar kornimpirt sei, daß aber die Arbeiterschaft deswegen nicht auf die politische Aktion verzichten, sondern darauf hinwirken müsse, die politische Macht in die Hände zu erhalten. Erst wenn dies geschehen, werden die bestehenden und noch zu schaffenden Ge- setze aus der Theorie in die Praxis übergehen. Es heißt zwar, daß der englische Arbeiter nicht mehr als 9 Stunden arbcitet,inWirklich- keil muß jedoch der englischcKohlengräber 12— 14 Stunden schaffen, und dies Sonn- wie Wochentage. Die Kohlengräber verdienen 12 Shillings pro Woche, qualiftzirte Arbeiter 20— 40 Shillings, die Ueberzeit dabei mit eingerechnet. Von dem Gesammtein- kommen der Nation kommt auf die 12 Millionen Arbeiter X, auf die wenigen Kapitalisten V>. Die Trades-Unions umschließen höchstens Vi« der englischen Arbeiterschaft. Gerade die am schlechtesten gestellten Arbeiter ermangeln der Organisation. Unter dem Druck der Verhältnisse werden auch die TradeS- UnionS nach und nach vom Sozialismus ergriffen, sie find ge- zwnngen, die Intervention des Staats durch Ärbeiterschutz- gesctzgebung zu fordern, von der sie früher nichts wissen wollten. Zu dem steigenden Elend der Arbeitermasse trägt die Konkur- renz seitens ausländischer Arbeiter bei. Bei einem Streik der Matrosen ließen die Unternehmer Leute aus Belgien, Holland, Spanien ic. kommen. Als die Kohlengräber eines Distrikts nicht mehr für 16 Shillinge pro Woche arbeiten wollten, lieferte das russische Konsulat polnische Arbeiter, welche für 12 Shillinge pro Woche arbeiteten. Wenn der Arbeiter versucht, der Ausbeutung Widerstand entgegen- zusetzen, so heißt eS einfach: Ihr könnt iAlle fortgehen, wir werden Euch ersetzen. Das Elend ist so groß, daß V, aller Verstorbenen dem Hunger und Elend erliegt; eine Million Menschen lebt nur von Almosen. Derartigen Zuständen muß durch eine gute Arbeiterschutz-Gesetzgebung entgegen getreten werden, denn eine durchgreifende soziale Umgestaltung ist für die nächste Zeit nickt vorauszusehen. Die Kampagne, welche in Schottland für den 8 stündigen Normalarbeitstag geführt wird, übt einen bedeutenden Einfluß auf die Masse. Der Ausgang dieses Kongresses wird in England sicher einen tiefen Nachhall finden, er wird die Propaganda für Schutzgesetze kräftigen. Frau Jankowskaja verliest darauf im Namen des Zentralkomitees der sozialistischen Arbeiter Warschaus eine Er- klärung. Diese will kein Echo der berechtigten Klagen des polni- schen Proletariats sein, denn das Elend der Arbeiter bleibt sich der Gesindestube schlafen, sondern in einem Zimmer mit Athalie. Athalie braucht ohnehin eine Person, die ihr Ge- sellschast leistet und ihr zu Diensten steht. Dafür kann man ihr dann die Kleider geben, welche Athalie nicht mehr tragen will. Ein Mädchen, das nur zwölftausend Gulden hat, kann Gott danken, wenn ihn ein solches Loos zu Theil wird. Und Timea war zufrieden mit ihrem Loos. Nach jener großen, ihr unbegreiflichen Katastrophe, durch welche sie in die Fremde verschlagen wurde, klammerte sich die arme Ver- lassene an jedes Wesen, in dessen Nähe sie kam. Sie war arglos und dienstwillig. Es ist dies das Loos türkischer Mädchen. Es that ihr wohl, beim Nachtessen neben Athalie sitzen zu dürfen, und es war nicht nöthig, sie zu erinnern; sie stand von selbst auf, um die Teller zu wechseln und die Bestecke abzuwischen, und sie that es mit heiterer Miene und freundlicher Aufmerksamkeit. Sie fürchte ihre Pflegeeltern zu kränken, wenn sie ein trübes Gesicht zeigte, und doch hätte sie Ursache genug dazu gehabt. Besonders war sie beflissen, Athalie sich gefällig zu erweisen. So oft sie Athalie ansah, verrieth ihr Gesicht die aufrichtige Be- wunderung, welche junge Mädchen für eine entwickelte weibliche Schönheit zu empfinden pflegen. Sie vergaß sich oft im Anblick der rosigen Wangen, der leuchtenden Augen Athaliens. Diese jungen Kinderseelen glauben, wer so schön, der müsse auch sehr gut sein. (Fortsetzung folgt.) Aus Nunfk und Oel>cn. Die Farbe be» Meeres. Die Maler täuschen sich nicht: die Künstler aus dem Norden geben in ihren Gemälden dem Meere eine grüne Farbe, die italienischen Meister stellen das Meer in blauer Farbe dar. Das Meer hat in der That diese beiden Farben und der Grund dieser Verschiedenheit ist noch nicht genau gekannt. Wir sprechen von der„Farbe" des Meeres m allen Ländern gleich. Das eherne Lohngefctz, die glcif � fachen bringen allenthalben die gleichen Wirkungen hervor. W'f Momente gestalten jedoch das Loos der polnischen Ardem schaft zu einem besonders traurigen. Das feudale Joch l)<""', länger auf der Bevölkerung gelastet, als in Westeuropa," JJ-rtlrtdYt Xßr fiviK„ Jci solhanem R& Mit, wo vor G bandelt s Sozialden besserung darnieder. Das polnische Proletariat kennt N"'; etwas b g&rÜ Senden Ge uenetuiia varnicver. was pompcye Proieianai renm Preß- noch Versammlungsfreiheit, es kann sich deshalb a» � S*,, nicht in offenen und imposanten Organisationen zusaM» � em ssalle schließen. Die polnischen Sozialisten müssen zunächst sur � Saslnsf � Erweiterung der politischen Rechte der Arbeiter thati« 1�»>UMgen um die Propaganda zu erleichtern. Die Thäiigkeit der listen und Revolutionäre hat bereits großen Erfolg gehabh V ereignen sich Thassachen, die noch vor 10 Jahren unmoM gewesen. Damals endeten Protestationen gegen die beutung stets in gewaltthätigen Unruhen, während tich diesc-' u, letzt als organisirte Streiks manifestiren, welche die Sympal in»,». der �gesammten Bevölkerung finden, und die™ darität der Arbeiter unter einander zeigen. Wen» polnische sozialistische Arbeiterpartei auch später in Reih, u« Glied getreten, so wird sie doch ihre Pflicht zu erfüllen w>!' Die polnischen Gesinnungsgenossen fühlen sich mit dem ich,. tariat aller Länder solidarisch verbunden. Ganz besonders 8 dies mit Bezug auf die russischen und deutschen Sozialist� denen die sozialistische Arbeiterpartei Polens ihre na# Bundesgenossen erblickt._ Der dänische Delegirte Petersen führt zum Keir Hardie's an, daß die von einem Agenten behufs konkurrenz rekrutirten dänischen Matrosen den Konttakt brw" sobald sie durch die Gewerkschaft der Matrosen zu Kopew erfuhren, zu welchem Zwecke man sie für englische Schrm geworben.,.«« Nachdem noch dem Kongreß mitgetheilt, daß die ßWjl johen eL. Delegirten 150 Frks. für die Opfer der GrubenkatastroM j St. Etienne gezeichnet haben, wird die Sitzung auf U �' den vertagt. u eine Miete Arbeit ?uch du j�irtteik. t: Iii'�ur doi % Zwlittfihe Mleberstchk Fransöftlche Arbeiterfängerei. Man schreibt uns° riS, den 24. Juli 1889: Uusere� Kartellbrüder Paris. Bauern- und doch sehr plump. verstehen es weit oeper.«re reucn Limmer unv u wegung, um die Arbeiter für sich zu gewinnen. Und 0» „Possibilisten" seit der letzten Wahl in Paris offen Partei den topfen General ergriffen haben, so haben die Boulangm®- auf die Sozialdemokraten, oder„Marxisten" abgesehen,•*, um die Arbeiter zu täuschen, soll jetzt Vaillant von ihnen., Kanbibat für einen der Pariser Wahlbezirke aufgestellt wer. Die Biedermänner Nordau und Oberwinder werden vermuthlich neues Material für ihre verläumberische%% Feit schöpfen, und die boulangistische Kandibatur Vaillant» JJ einen Beweis der Zusammengehörigkeit des BoulangiSM»» der„Marxisten" lGuesde'S und so weiter) erklären.. Nun— es fällt mir nicht ein, den genannten 3% ,. „Mne s, At %%% � Üetkag W B Ä männern irgend Hindernisse in den Weg legen zu ich muß bloS mittheilen. �' französischen Arbeitern' holen, daß in Fra............................ Arbeiterklasse der Fels ist, an welchem die Fluthwellen der aktion zerschellen werden. Auch der Plan der BoulanA' Vaillant, den gefürchtetsten der Arbeiterführer, um seinen, Ruf zu bringen, wird mißlingen, denn dieser antike Chaw> dessen Leben eine ununterbrochene Kette von Opfeni war ,, dessen Bedllrfnißlosigkeit jede Versuchung zu Schanden# steht zu hoch auch für die raffinirteste Verleumdung. Die Wahlvorbereitungen in Frankreich haben jetzt Ernstes begonnen. Die sozialistische Partei, prächtig ßflüi, durch den Kongreß, wird mit größter Energie in den%% i kämpf eintreten und sie hofft, die tüchtigsten ihrer FährfO durchzudringen. Leider fehlt es den französischen Arbeiter".� Organisation. In dieser Beziehung stehen sie noch wen,; hinter den deutschen Arbeitern zurück. Aber— der � Lj hat ihnen gezeigt, wie weit sie zurück sind. Und sie weide» den Deutschen wohl etwas gelernt haben. �, w Mit Artikeln über den Käckerftreik verschwende, offiziöse Hauptblatt, die„Norddeutsche Allgemeine ZcUU � Papier und Druckerschwäi�e. In der vorigen Woche Mssy, den„Generalstreik" für etwas„wesentlich Sozialdemokratnw, ß, für einen„revolutionären Angriff auf die bestehende Ol'',, schaftsordnung" erklärt und eine Abwehr der„Gesellschall � solcher" gegen diesen Angriff als nothwendig bezeichnet. � läuternd gab sie an, daß zwischen den von den Unterne?"� festgestellten Arbeitsbedingungen und den Forderungen, � Arbeiter jeder einzelne Arbeitgeber einen Ausgleich treffen>„ Da�fM�ckl�ntchtäfagcnch�uib� STa» "".V,.f?„(sitf �5 rbeitern durchschaut wird; und ich kann nur wie,% H m Frankreich, wie in anderen Ländern, m' «er Ä« Üifc.®iti und nicht von dem äußeren Anblick. Das sind aber zweijl.■ verschiedene Dinge, welche nur Laien mit einander verweepi� können. Der äußere Anschein eines Körpers hängt- i ti'" WÄ tausenderlei verschiedenartigen und wechselnden.. �■ die Farbe eines Körpers hingegen ist eine ihm innewohne � r � Eiaenschaft�velch�f�ilcht�ni�n Ar�eine�EindrlwS �. i einen Diamant. Das ihm entstrahlende Feuer bildet äußerlichen Anblick; seine Farbe ist gleich Null, oder ne bei dem Diamanten vom Kap ein wenig gelblich. Der schein des Diamanten ist unendlich wechselnd, je nach ÄMm. Umständen; die Farbe eines Diamanten ist eine integrltt�,«i � unzertrennliche, meßbare Eigenschaft des Steins und unter*|,%nRC Wendung der geeigneten Mittel kann man stets ihre feststellen. Nun— dieser soeben erwähnte Unterschied ill JL, � lfich � immer in Bezug auf die Waffer der Meere gemacht wm j, Der Außenschein ist ja zweifellos unendlich wechselnd, ie jc dem Himmel, je nach der Höhe und Form der Wellen,... nach dem Winkel, unter welchem man auf das Meer ßeiUü M nach der Natur der Gestirne, welche dasselbe beleuchten. Meer ist silberfarbig beim Mondschein und roth beim So) j der untergehenden Sonne. Das alles ist aber vorübergehend. Das Seewasser besitzt, außer dem scheine, eine ihm eigenthümliche, seiner Zusammensetzung springende Farbe und hierüber giebt es keine McinungSver!�.. c»? Ipringenoe ifarve unv hierüber giebt es keine wcemungsv�"�. � denheit. Das Meer hat eine blaue oder es hat eine grüne 6° ß teu�fchel Von der durch Sandmischungen entstandenen gelben Farve � � «Mio unmittelbarer Nähe der Gestade, oder von den Münduh� großer Flüsse sprechen wir nicht. Im Allgemeinen siaa.�i warmen Meere blau, die kalten Meere grün. Es U wo% aber auch Ausnahmen und Schifffahrer haben schon g.Refufl dir Bemerkung gemacht, daß man in den Wassern bald auf blauen, bald aus grünen Wellen segelt- � Naturforscher, welche sich eingehend damit beschäftigt Hadem i»&% � Ursprung dieser doppelten Färbung zu ergründen, sind daM�i cyon 1?% grönländ'A kZ*« de unsere Augen zu thun hat. Dieser Unterschied ist elemell, ist das Ä-B,C der wissenschaftlichen Philosophie. Man"esj� i&bs'gj lil ein gen'�ei, W "e,. u N.der barg f«..... langt, vem Meere eine ursprünglich blaue Farbe zu geben-{'„'�eh Wasser sind reine Wasser. Sie sind grün in den Gegenden, Ret,% flebe Wasser des Ozeans Mengen von mikroskopischen Vegelalien es» ,jc»i Jprber tr»tfrnfrrtntfffi<»n �XfTrmiprr fitiS rtpffi imh rttrfif dtÜv,. rvJ" Uli« Diese mikroskopischen Pflanzen sind gelb und"nicht*Ui die Luftpflanzen; sie verdanken ihre Farbe einer im � Ze fc. ge wasser sehr leicht löslichen gelben Substanz,.K-t«t b»f, den Botanikern unter dem Namen„Distomin" wohl der � kech, iftoj ist. Die Farbe des Meeres wird von diesen mikroskop 1 � �%bi Pflanzen nicht allein durch ihre Anwesenheit im lebe» zurück ott;„Wir wüßten e �och hal h"??'- wo..... )cstcurevl>,■'[.l 1"".»«>ui, I.,. (es BnXu!!/"°�langt worden wäre(!), man solle Streiks °b Smi/il �besondere um Generalstreiks) darauf prüfen, Walbemofraten daran betheiligt seien oder nicht. Man die bei Streiks erhobenen Forderungen gerecht irmü™ a? Das offiziöse Hauptblatt läßt also„re- oesy-l"- j r™«e Anznste auf die bestehende Gesellschaftsordnung" sMkS&S&S WA«M 5ÄPPS255.ÄÄ im die-'r Kk Gesellschaftsordnung" am Ende entgegenhalten, daß b sich dicscl� Ebings d,e offiziöse„Norddeutsche" mit ihren oben Mrten die-Ken übet sozialrevolutionäre und doch gerechte Forde- [""L-; Rügen ein»»*-..»—.....—- die 5f; iZ"«sine etwas gefährliche Lektüre für Bäckergesellen und Wenn d» Arbeiter wäre. 1. Reih,«Treis. Ztg." beschäftigt stch wiederum mit dem erfüllen- Herr Richter schreibt:„Die Beurtheilung des nt deni Pr°l- LN?«kS, wie sie in der„Nordd. Allg. Ztg." ausgesprochen besonders ff" M ar�ch dre unsrige."„Doch wenn wir im... uns Sozialist� püV verstanden wir uns gleich." Daneben aber schreibt ihre näO' ßj ��daz Uebertricbene der Forderungen(damit ist, wie der„Freist Ztg. O�.mung der Beseitigung der Zugabe und des in ß die n(ata auf , aber unberührt gelassen/ .....wi. gu, Nebendinge kritisirt und die unberührt gelassen zu haben. Dieser Kritiker der »ringt es weder gegen die Regierung, noch gegen qv- wir uns gleich." Da ÜA*. ,da§ Uebertricbene der Forderung Ugiebt betreffenden früheren Artikel 3 der Streikbewegung an sich fcie ißnriJ v.H'.»® weder gegen dre yicuietunH,"uw ie sch>3 Itojen. wzialen Fortentwickelung zu einer Debatte im astropdr � yW, feine Behandlung der bedeutendsten Fragen bleibt f Ü St» ymMubaUerne. Hwei. ertrüge zwischen Deutschland und der M«KW«W . � Eine das Niederlassungsrecht beeinfluß�mrd. stM. Boulang"� Hölle'" K- n ParteiS?? i, älteste derselben ist der Post- if SfrttOQ nnm 1868, dann folgen der Handels- und . �Wb»r?Q?n' 1869 mit den Handelsverträgen vom to"" H. und 1. Mai 1880 und dem Zusatzvertrage brtrÄ �888. Ebenfalls vom 13. Mai 1869 ist der i»-06 Gull den Schutz der literarischen Erzeugnisse, Bertrnn �»"1 1888 gehört. Ein sehr bedeut- »�1. 1%»�' die Gotthard-Eisenbahn; derselbe datirt • lO( 0 ItYtS 4 st. st. 1 �*•/«/><« r->rvt W ihn-L VaillantS? mgismus Ländern,' m i 5# »H g&k'g äTg? �uslief»n. die Verträge vom 24. Januar 1874, betreffeno WmnasSüÄ Verbrechern, und der Konstanzer Grenz- M die n»nZ 3°om 24. Juni 1879. Hieran schließen sich 5 den beik»3!" uft wegen Ausübung der ärztlichen Praris stein nom d'» Uebereinkunft wegen der Lachsfischerei im Ilnz's. 7' Juni 1885. t?*«iinkn.nÜ. verschiedenen Mittheilungen über bi« %»Frkf. �� �''v�uer-Nortage hatte die letzte Meldung 3 GrnnÄa?'' daß die Selbsteinschätzung für den land- b'Jenen � aus der vom Minister von Scholz ent- in l* Segen die Sclbsteinschatzung kannte. .,- der Z �'�n der Großgrundbesitzer �.-n b°�elbsteinschätzung keine besonder Freude hervorge- WWNWK em ;".sß && Eindrucks Man bildet< ober Der, nach viel % integrüÄ,, W SA 5 dem % e e vom acktral vom Minister .wieder beseitigt werden solle, Scholz eine gewisse %eich%�3 insofern voraus, als man den Wideiwillen °nke Daß der Ge k z„7'n /in siril? T uniere iNroggrunoventzer ourcyicynlllua, techl I"ch in.ffttol ihres wirklichen Einkommens versteuern. iterai.k �bild»,!� Beziehung sogar eine Art Gewohnheits- keirJ»on l?om Schreiber dieser Zeilen ist in Bezug MeWfjx�uus zuverlässiger, den betreffenden word»� f33 folgende Geschichte als verbürgt ndbestn' in weiteren Kreisen bekannter schlesischer üblicher Weise mit dem dritten Theil >>>!>». tonn». rht!". mmens zur Steuer veranlagt ivorden. lieLst Und"w des sonderbaren Grundsatzes: noblesse Itftfn.p jonnten'ts. ich ihn einmal einem mit den Verhält- "il z�chkest cnnxr3°dne die geringste Hindeutung auf die er s�.�emerk»n. 7- nannte er sofort den richtigen Namen w �h«bare anderer ist dessen absolut unfähig!") —"'ainant wurde nun aber von seinem Land- w, Mr �b'�ußt: sobald sie nach einem wahrschein- Ue�Äubftn!" Dasein hinsterben, löst sich ihre ■ feÄent säsä® *ttftr»en i>i;;n""mer mehr und mehr ab; jetzt wird er nur 'nfiftW<3™' Riwa, Kola und Tuloma betrieben. kiltn» �abei noch immer mit den allercin- ?d„4 eine iu3\. hundert Muscheln kommt durch- 3o jehn n- d'e etwas größer ist als ein Hanfsamenkorn, SÄS S?. rnjthetei, �.«beutenden Tiefe gefunden: da aber überall K"<1 �.»esagt,„auf höchst einfache Art und Weise Mit �viehr un h vi iwgt sie nur sehr wenig ein und wird bC':» KTAÄ . der»„.von dem damaligen Gouverneur von vvgebrn�.«. Maria Alexandrowna zum Ge- »«tuscheln„'st bemerkt worden, daß die . S'ebt w*» häufigsten dort auftreten, wo eS ...f'v'Rer««x 1 Grund dieser Beobachtung und in � 3»urg»�/�. Sünstiger Anzeichen wird nun in est es For»rr � gebildet, um im Gouvernement - Munden u!"r l" Massen giebt und wo früher auch s gw Ii segell' ftfölSSES jebeii* pb, t ori-vyinen u�ffl.icut.... mden, Hen% Bedenkt di�r»-°»?�nement Pskow von Erfolg gekrönt gaLAtislgr''''*»««*•--- Aus Paris schreibt in-m nnrf, �anen wurde letzten Sonntag in PanS »»be mn»- vollkommen neuem System demonstrirt. e von J*'* Ä.uie von 300 Meter abgesteckt. Diese I chs Waggon« binnen einer Minute ohne �'1 bef?ä ItJc PtnX»"vch oollfnmm»«------« ani rath belehrt, er sei es seinen„Standesgenossen" schuldig, die Reklamation zurückzunehmen, denn diese hätten sämmtlich ihren Standard of life(Lebenshaltung) auf jenen Grundsatz der Drittelbesteuerung eingerichtet und würden theilweise in arge Verlegenheit kommen, wenn dem anders würde! Ein anderer Großgrundbesitzer, der zugleich Landrath war, stand in dieser Eigenschaft an der Spitze der Einschätzungskommission. Her- kömmlicher Weise schätzen sich die Vorsteher und Mitglieder der EinschLtzungskommission selbst ein. llnser Landrath hat sich nie höher als zu 4000 Thaler eingeschätzt. Nach seinem Tode aber stellte sich heraus, daß sein wirkliches Einkommen nie unter 16 000 Thaler betragen hatte, in guten Erntejahren aber sich bis auf 25 000 Thaler belief!"� Humanität der Innungsdrüder. Wenn einerseits die Arbeiter um ihre Erwerbsbedingungen zu verbessern, sich zu Ausständen gezwungen glauben, so zeigen sich die Innungen ihrerseits geschäftig, für die Meisterkreise die entsprechenden Gegenvorkehrungen zu treffen. Welcher Art dieselben sind, trat auf dem am 22. d. M. in Hannover eröffneten Verbands- tage deutscher Klempnerinnungen wieder zu Tage. Die Streik- führer, so wurde gesagt, dürfen innerhalb des Jahres von keinem Verbandsmeister einer anderen Stadt in Beschäftigung genommen werden, die Streikenden nicht innerhalb sechs Wochen. Um aber die Namen der Schuldigen zur größeren Kenntniß bringen zu können, gelangte folgender Antrag der Berliner Innung zur Annahme:„Für den Fall eines Streikes und so lange keine Einigung der Parteien erzielt ist, hat die vom Streike betroffene Innung unter Namensnennung der Streik- führer und der Streikenden Bericht an den Vorstand zu erstatten. Dieser hat dagegen umgehend die eingehende Namensliste zu vervielfältigen und durch das Fachblatt, sowie durch Versendung an die Jnnungsvorstände zur Kenntniß der Innungen des Verbandes zu bringen."(Was sagt die „Nordd. Allg. Ztg." dazu? Red.) Die Einführung von Verbandsmeister-Bnefen wurde gegen den Widerspruch der Berliner Delegirten besprochen, außerdem noch sämmtlichen Innungen des Verbandes auferlegt, die Papiere desselben, aus Lehrbrief, Entlassungsschein und Lehrvertrag bestehend, nach dem 31. Oktober d. I. auszugeben. Zu dem Verbände ge- hören nach dem Geschäftsbericht jetzt 45 Innungen mit etwa 2100 Mitgliedern. Die Denunzianten stellen stch ei«. Das deutsckfrei- sinnige„Berliner Tageblatt" denunzirt in edler Gemeinschaft mit der„Nordd. Allg. Ztg." den internationalen Kongreß, daß er nur einen Vorwand für eine höchst gefährliche Geheim- bündelei abgegeben habe. ES schreibt:„Daß man nach den Aeußerlichkeiten und Phrasen allein, die von dem Kongreß in die Oeffentlichkeit gedrungen, diesen nicht zu beurtheilen habe, hebt mit Recht die„Nordd. Allg. Ztg." hervor. Daß daneben auch geheim gehaltene Verhandlungen geführt wurden, gehe schon daraus hervor, daß man für„internationale Korresponoenz" ein Korrespondenzbureau in jedem Lande zu errichten beschloß. Die deutschen Sozialdemokraten, die im Vaterlande keinen Kongreß abhalten dürfen, haben sich im Aus- lande ein Stelldichein gegeben und unter den schützenden Flügeln der Pariser Versammlung ihre Angelegenheiten be- rathen. Daß sie dabei den Kriegsplan für die bevorstehenden Reichstagswahlen festgestellt und sonstige taktische Voroe- reitungen getroffen, ist kaum zu bezweifeln. Darin hat für sie wohl der eigentliche Zweck und Werth des Kongresses bestanden, dessen Bedeutung von diesem Gesichtspunkte aus gewiß nicht zu unterschätzen ist."— Jedes Wort, das von geheimen Neben- Versammlungen berichtet, ist eine Lüge. Die Vorbereitung für die Reichstagswahlen ist in allen Wahlkreisen lange vor dem Kongreß beendet worden. Z« den gouveenementaten Andeutungen von einem negativen Ergebnisse der Bergwerksenquete in Westfalen schreibt man der Münchener„Allg. Ztg." aus Berlin:„Es ist doch nicht ganz unbedenklich in dieser Weise den Teufel an die Wand zu malen und die Vermuthung aufkommen zu lassen, als würde die in Rede stehende Enquete absolut negativen Ergebnissen führen. Geschähe letzteres, o würde doch damit nur der Beweis geliefert, daß die Unter- iichungs-Kommission in den von den Bergleuten beklagten Uebelständen thatsächliche Uebelstände nicht zu erblicken ver- möge oder daß die von den Bergleuten behaupteten Thatsachen von den Grubenbeamten bestritten worden seien. Keineswegs aber dürfte man aus einem negativen Resultat der Untersuchung folgern, daß alle Klagen, welche von berg- männischer Seite laut geworden sind, aus den Fin- gern gesogen seien. Was über das Nullen von Wagen, über allzugroße Verlängerung des Aufenthalts unter der Erde für die einzelnen Bergleute infolge von zu langsam betriebener, durch Vorwegförderung von Kohle verspäteter Aus- fahrt bekannt geworden ist, mag sich nicht immer handgreistich nachweisen lassen, braucht aber darum nicht unwahr zu sein. Die Anrechnung von zu hohen Preisen für Materialien des Grubenbetriebes wird sich ja allerdings leichter erweisen lassen. Dagegen liegt auf der Hand, daß für die Berechtigung der Beschwerden über die Behandlung der Grubenarbeiter durch die Grubenbeamten strikte Belege nur in besonders markanten Zwischenfall zurückgelegt. Die Waggons rollten nicht über die Bahn, sie glitten über dieselbe. An Stelle der Räder hefanden sich„Schlittschuhe". So nennt der Erfinder die 40 Zentimeter langen, 20 Zentimeter breiten, hohlen, an der Basis offenen Eisenschuhe, welche durch ein vom ersten Wagen aus- gehendes Röhrensystem mit komprimirtem Wasser gespeist werden. Ist der Haupthahn geöffnet, so vermehrt sich der Druck des Wassers, die„Schlittschuhe" und mit ihnen die Waggons heben sich um einen halben Millimeter, aus den „Schlitlfchuhen" ergießt sich eine dünne Wasserschicht auf die Schienen, und der Zug beginnt zu gleiten. Soll angehalten werden, braucht man den Hahn nur zu schließen, der Druck des Wassers hört auf und der Zug bleibt stehen, ohne daß die geringste Erschütterung verspürt wird. Der Druck des Wassers variirt zwischen zehn und zwanzig Kilo, wo- durch die fabelhafte Geschwindigkeit von 140 bis 200 Kilometer pro Stunde(?) erreichbar erscheint. Das verwendete Wasser geht nicht verloren, sondern gelangt in Reservoirs, welche wieder zu benutzen sind.(?) Auch für Bergfahrten ist gesorgt. Vor den Steigungen befinden sich auf der Trace zwischen den Schienen Wasserspeier, welche sich während der Fahrt automatisch öffnen und die stark kom- primirte Flüssigkeit in die unter den Waggons befindlichen Turbinen münden lassen. Der eigentliche Erfinder dieser Schlittschuhbahn, welcher man eine große Zukunft prognostizirt, ist nicht mehr am Leben. Sein Name war Girard. Dessen Idee wurde von dem Ingenieur Barre ausgeführt, und er war es, welcher letzten Sonntag auf der Esplanade der Invaliden den Probezug geführt hat. Recht„jchneidige" Offiziere scheint Oesterreich zu haben. Erst vor kurzem wurde in Theresienstadt in Mähren der Bürger- meister von einem höheren Offizier in gemeinster Weise be- schimpft und lebensgefährlich mit dem Säbel verletzt, weil er diesem darüber Vorhaltungen machte, daß er mit dem Pferde auf seinem(des Bürgermeisters! Äcker ritt. Am Dienstag hat sich in Mauer ein zweiter Vorfall ereignet, der dem ersten ganz ähnlich ist. Bei einer Hebung wies em Adjutant die Zuschauer vom Platze, woraus ein Wortwechsel zwischen einem Zuschauer, Namens Wambacher, und dem Adjutanten entstand, wobei der erster? angeblich eine ungeziemende Bemerkung machte. Plötzlich sprengte Oberstlieutenant Sterzi hinzu, versetzte unter Schimpfworten Wambacher mehrere Hiebe mit der flachen Klinge auf den Kopf und beorderte fünf Soldaten, denselben in das Gemeindehaus zu bringen, wobei er den Soldaten den Auftrag gab. Wambacher sofort Fällen zu erbringen sein werden. Hat jemand seinen Abkehr- schein erhalten, weil er sich in Ueberschichten nicht fügen wollte, so wird das auch schwer in beweiskräftiger Weise fest- zustellen sein, wenn so, wie dies gegenwärtig der Fall ist, mit dem Begriff der„Ungebühr" umgesprungen wird, welche ja den Beamten das Recht zu augenblicklicher Entlassung des Arbeiters verleiht. Daß den Bergleuten in der That An- laß zu Beschwerden über die ihnen zu Theil gewordene Be- Handlung gegeben ist, daran wird wohl Niemano zweifeln, wer sich auch nur einige wenige Vorkommnisse vergegenwärtigt. Wenn, wie es in Bochum geschehen ist, ein bei der einen Zeche entlassener Arbeiter, der bei einer andern Unterkommen fand, hinterdrein auch von dieser wieder alsbald entlassen wurde, „dem Kollegen(des Obersteigers) zu Gefallen", so wirft das auf die Willkür, wenigstens eines Theiles der Grubenbeamten doch ein Helles Licht. Und wenn es Thatsache ist— und sie ist es— daß bei der Suche arbeitsloser Bergarbeiter nach Arbeit der Grubenbeamte dem Abkehrschein auf den ersten Blick ansieht, daß sein Besitzer in Unfrieden von seiner letzten Arbeits- stelle geschieden ist, so ist auch das so charakteristisch, daß man sich über die Stellung der Beamten zu den Arbeitern und über das, was sie sich diesen gegenüber herausnehmen zu dürfen glauben, ohne weiteres klar ist. Ein völlig negatives Ergebniß der Enquete in Aussicht zu stellen, heißt daher in der That, den Teufel an die Wand malen. Käme wirklich nichts bei der Enquete heraus, würde den Gnibenbeamten in allen Fällen Glauben geschenkt und durch ihre Versicherungen die Angaben der Arbeiter als widerlegt angesehen, so würde man allerdings mit denen, welche sich von der Art der angeordneten Unter- suchung von vornherein nicht viel versprachen, bedauern müssen, daß nicht zum wenigsten Kreuzverhöre in das Schema der Enquete mit aufgenommen worden sind."— Es ist viel, daß ein nationalliberales Blatt solche Zuschriften aufnimmt; in der Regel unterdrückt diese Sorte Blätter vernünftige Ansichten und veröffentlicht nur das, was einen gewissen Berliner Stem- pel trägt. Der Kergarbeiterstreik in Mestfitlen. Wie wir aus der„Germania" ersehen, veröffentlicht in der„Gegenwart" ein nicht genannter königlicher Bergrath einen Auffatz unter dem Titel:„Die Wahrheit über den Bcrgarbeiterstrcik", welcher die Thatsachen in ganz unglaubhafter Weise fälscht. Der Ver- fasser hält es für zweifellos erwiesen, daß belgische Anarchisten und deutsche Sozialdemokraten mit Hilfe der ultramontanen Presse die Bergleute zum Kontraktbruch verleitet und den Streik angezettelt haben. Selbst die„Kreuzzeitung" und die „Kölnische Zeitung" hetheiligten sich nach ihm an der Wühlerei, erstere aus vermeintlichem Interesse für die Agrarier, letztere aus Börseninteressen. Alle Klagen der Bergleute sind unbe- gründet. Die ganze Bewegung ist aus Parteiintercsse hervor- gegangen, die Presse ist in der gröbsten Weise getäuscht wor- den. Wenn die königlichen Bergbeamten mehr oder weniger auf demselben Standpunkt stehen, dann begreift sich, daß Die angeordnete Untersuchung keinen Erfolg hat. Statistik der Arbeiter-Krankenverfichernng. Das Statistische Amt veröffentlicht die Statistik der Krankenversichc- rung der Arbeiter im Jahre 1887, welche bisher für die beiden voraufgegangenen Jahrgänge erschienen war. Der Umfang des Personenkreises, auf den sich die gesetzliche Organisation der Krankenversicherung erstreckt, ist im Jahre 1887 nicht erweitert worden. Das Gesetz bezüglich der land- und forstwirthschaft- lichen Arbeiter ist in den einzelnen deutschen Staaten erst theils im Jahre 1888, theils mit dem gegenwärtigen Jahre in Wirksamkeit getreten. Die Zahl der Mitglieder der sieben Kassenarten, auf welche sich die Statistik erstreckt, betrug ins- gesammt am Ende des Jahres 1887 4 842226 Personen, davon kamen auf die Gemeinde-Krankenversicherung 628 935, auf die OrtS-Krankenkassen 1909046, auf die Betriebs-(Fabrik-) Krankenkassen 1374 683, auf die Bau-Krankenkassen 17 311, auf die JnnungS-Krankenkassen 41 700, auf die eingeschriebenen Hilfs- fassen 727 127, auf die Landesrechtlichen Hilfskassen 143 374 Personen. Hinzu kamen noch die Knappschaftskassen mit 383 061 Mitgliedern, so daß die Gesammtzahl der Versicherten 5 225 287, also ungefähr 10,9 Prozent der Reichsbevölkerung betrug. Nur in 9 von den 26 Staaten waren sämmtliche 7 Kassenarten vertreten, nämlich in den vier Königreichen, in Hessen, Mecklenburg-Schwerin, Braunschweig, Sachsen-Ältenburg und Hamburg; nur eine Kassenart kam in allen 26 Staaten vor, nämlich die Eingeschriebenen Hilfskassen. Von Wichtigkeit ist, daß die Statistik auch die Durchschnitts- größc der Kassen berücksichtigt, und zwar deshalb, weil die Größe jeder Kasse jedenfalls eines der Momente ist, die für die Leistungsfähigkeit der Kassen in Betracht kommen. Eine Kasse mit genngcr Mitgliederzahl ist den Zufälligkeiten bei der Er- krankung von Mitgliedern sehr ausgesetzt und kann schon durch wenige schwere Fälle in Verlegenheit kommen; eine sehr große Krankenkasse unterliegt dagegen der Gefahr unzweckmäßiger Verwaltung, insbesondere kann es leicht dazu kommen, daß den nach Verschiedenheit der Fälle verschiedenen Bedürfnissen der Mitglieder nicht mehr entsprechende Rechnung getragen wird. Der Umfang der durch die Kassen vermittelten Krankenfürsorge stellt sich in der Zahl der Erkrankungsfälle und Krankheitstage nieder zu hauen, wenn er sich rühre! Der Oberstlieutenant schrie diesen an:„Sie Hund! Sie Anarchist! Ich habe Lust, Sie niederzustechen, Sie Bestie!" Die umstehenden Zivilisten gaben ihrer Entrüstung lauten Ausdruck, allein Wambacher wurde in das Gemeindehaus gebracht, wo ihn der Bürger- meister sofort freigab. Wambacher mußte der ärztlichen Pflege übergeben werden. Unmittelbar nach diesem Zusammenstoß rill Oberstlieutenant Sterzi über ein Feld, und als ihm der Eigentümer darüber Vorstellungen machte, schrie er ihn an: „Gerade habe ich so einem Hund den Schädel zerschlagen, Sie Anarchist!" Die Unverschämtheit des zuerst erwähnten Offiziers scheint danach in Oesterreich Schule gemacht zu haben. Be- zeichnender Weise hat bisher noch nichts von einer Bestrafung der Offiziere verlautet. Orthographischer Hahnenkampf. Die„Bayer. Lehrer- Zeitung" veröffentlicht folgendes Gedichtchen: Drei Hähne treten de« Morgens Früh Zusammen mit Gravität, Zu untersuchen, wer'S Kikeriki" Wohl am korrektesten kräht. Der älteste räuspert sich und läßt Ertönen sein„Kikeriki". „So nur ist richtig", behauptet er fest, „Der Ruf mit dem einfachen i." Der zweite lange schweigsam bleibt, Er strmmt für„Kükerikü". „Was kümmert's uns, wie der Mensch eS schreibt, So macht es am wenigsten Müh'." Es fängt der jüngste zu krähen an, Hell schmettert sein„Kiekerikie", „Die neue Schreibart bricht doch sich Bahn In Prosa und Poesie." Dies hörte auf seinem HauSaltan Ein Doktor der Philologie; „Schweig' stille," rief er,„es kräht kein Hahn Nach der neuen Orthographie!" tor. Es wurden für 1,7 Millionen Fälle und 27 Millionen Tage im Jahre 1887 Aufwendungen gemacht. Auf ungefähr je 3 Versicherte kam 1 Erkrankunasfall. Die meisten Erkrankungen allen die Bau-Krankenkassen-Versicherten, was wohl den vei "Mlen häufig eintretenden Verletzungen zuzuschreiben nst. Die Anklage wegen Majestätobrleidigung, welche auf Grund des Artikels vom 9. März gegen die„Volks- Zeitung" gerichtet wurde, hatte, wie erinnerlich, mit der Frei- sprechung des Redakteurs Dr. Oldenburg geendet. Wie wir vernehmen, ist von der Staatsanwaltschaft gegen das freisprechende Erkenntniß die Revision eingelegt worden, die nunmehr vor dem Reichsgericht zur Verhandlung kommt. Rußland. Petersburg, 22. Juli. Die staatliche Fabrik- Inspektion soll, nach russischen Blättern, künftig auch auf alle Handwerker-Werkstätten ausgedehnt werden. Gleichzeitig ist beschlossen worden, eine Abgabe von all' den Werkstätten zu eicheben, in denen mindestens drei Lehrlinge beschäftigt werden. Das Ergebniß dieser Abgaben soll zur Einrichtung von Fort- bildungsschulen für Handwerkslehrlinge verwendet werden. Großbritannien. Unterhaus. Unterstaatssckretär Fergusson erwi- derte auf eine Anfrage bezüglich Armeniens, der Kurdenhäupt- ling Moussa Bey habe an den Sultan ein Gnadengesuch ge- richtet und darin erklärt, daß der gegen ihn erhobene Vorwurf der Bedrückung und des Brigantenthums unbegründet sei; er sei nach Konstantinopel gekommen, um sich über die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zu beklagen; er sei bereit, mit seinen Anklägern vor Gericht konfrontirt zu werden und sich dem Urtheil des Gerichts zu fügen. Der Sultan habe in einem Jrade verfügt, die Kläger müßten ihre Anklagen gegen Moussa Bey vor Gericht anbringen und zu diesem BeHufe sofort nach Konstantinopel kommen. Die Gerüchte von der angeblichen Verhaftung der armenischen Deputation seien unbegründet. Im Fortgänge der Sitzung beantragte der erste Lord des Schatzes, Smith, die königl. Botschaft, betreffend die Apanagen für den Prinzen Albert Victor und die Prinzessin Louise von Wales in Erwägung zu ziehen. Labouchere brachte einen Unterantrag ein, welcher besagt, daß die zur Verfügung der Königin und der übrigen Mitglieder der königlichen Familie stehenden Gelder ohne weitere Anforderungen an die Steuer- zahler ausreichend seien. Der oberste Appellgerichtshof hat die Entschei- dung des Lord-OberrichterS Coleridge in Betreff der Klage- fache des Reporters SimmS gegen den Herzog von Cambridge umgestoßen und dahin erkannt, daß der Polizeirichter Bridge berechtigt gewesen sei, die Vorladung des Herzogs zu verweigeln. Damit ist die Sache endgiltig erledigt.(Der Herzog vw bridge, Höchstkommandirender der britischen Armee uns .glied der englischen Königs familie, halte den Reporters auf der Straße thätlich insultirt. Der Ausgang der Saol den Grundsatz von der Gleichheit vor dem Gesetz m rw denklichem Lichte erscheinen.) Vriefklnplcn. Bei Ansragen bitten wir die Abonnements. Quittung beizufiiztn. Antwort wird nicht ertdeilr K. K. Schriftführer der Hilfsarbeiter. richten über öffentliche Vorträge, die mehrfach gehalten», in der Regel nur einmal, da man es den Lesern nm.l muthen kann, zehn oder zwanzig Mal dieselbe Sache zu p. Friedrichsberg. Wenn der Vater aus der J kirche austritt, scheiden die unmündigen Kinder dadurch mit aus. Die Kinder müssen ihren Austritt aus der v kirche persönlich erklären. Dies können sie erst nach zun � legtein 14. Lebensjahre thun.— Der Vater ist nattr Ausscheiden aus der Landeskirche nicht verpflichtet, seme» dern Religionsunterricht erlheilen zu lassen., jt w acht und| Theater. Sonnabend, den 27. Juli. Mr»v'« Theater. Silvana. Lrtedrich- Milhelmstädtifches Theater. Orpheus. Dtetarta-Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. KrtteatHauce-Theater. Gefährliche Mädchen. Gste«d»Theater. Wiener und Böhm. Der Straßenjunge von Paris. Passage 1 Tr. 9 M.— 10 A. Kaiser-Panorama. Diese Woche: ZweiterCycl: pariser Welt' «russtellung 1889. Unter-Italien mit Pompeji. Umf» Kr. Mai. Schiff Hertha. Sine Reife 8 Reisen 1 M. Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. Sole trinken «den jVf ll-S« Natur-Weine M Oswald Nier 1PI £ � HuptgueUft B E B II. I W �" W % II Cntnl«««. u« IIS rillali«& J* Ii BiatictU.d. J, ♦ p« US IV, F Ii Am KSnigsthor. Täglich: Theater- und Tpckiiilitättli-Pttslclsililß. Mr. Gcretti, Miss Blanche. Mitz«dela u. Victoria, Mist Stilvia u. Mr. Köhley, Familie Anterscn. Gcschm. Mohrmunn. Maro» ic. «ntrec 30 Pf. Im neuen grostc» Saale Ball. V&T 6. Siitpfeatraetlt. Zum Schluß: Beschiestnng von Met; und Schlacht bei Noiscville. Unter Mitwirkung von 160 Personen. MWMMMMWsMMMjMM Corallen. WWMWMWlZjsSlsSssWWWsWlSssMW! Granaten. 'I !« W# V# Gold- und Silberwaaren-Fabrikgeschäfft, 1 Treppe 66, Ora»ie«straße 66, 1 Treppe, zwischen Kommandanterrstraße und Moritzplatz. Billiger wie in jedem Laden. Massiv goldene Ringe. Trauringe(1 Dukaten). „(2 Dukaten). Goldene Broschen.. Golddouble- Ketten auf Silber...... Goldene Ohrringe.. Simili-Ohrringe i. Gold von M. 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Soeben erschien: Das Gesetz, betreffend Inoatläitäts� und Uftcr.söcrficficruriq der Arbeiter. Mit Erläuterungen von August Bebel und Paul Singer. Kartonirt Preis 50 Pf. Z« tzejktzen durch die Grpedttion, Zimmer Kratze 44._ Grosse öffentliche Vei Sammlung der pichend gkch mit Former unP�zi am Montag, den 29. Juli, Abends S'l, Uhr, in Heydri� Lokal, Bekthftraße 22. belr, M Tages-Ordnung: 1. Bericht über die eingegangenen Gelder für die ausgeschlossenen Former. 2. Bericht vom internationalen Albeiterkongreß. Referent A. Körsten. 3. Verschiedenes. Der GinbenM «W Fachttr. silmmtl. an Halzbearbeitnngs- Maschinen beschöstigter Arbeiter. Am Montag, den 29. Juli, Abends 8) Uhr, in Säger's Lokal, Grüner Weg 29: Nersammlmig. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn F. Zubeil über die Vortheile der internationalen Fabrikgesetzgebung. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Gaste sind willkommen! Reue Mitglieder werden aufgenommen. Um recht zahlreiches und pünktliches Er- scheinen bittet 835 Ter Vorstand. Zentral-Kranken-«. Sterkekatze der Tischler n. s. w. Reftmit Ä. Strafft 123 Ritterstrasse verbunden mit Fremdenlogis. Empfehle� -'...... �- stück-, m allbekannten vorzüglichen Frühstüt D D Sä ruatiatn, und Abendtifch.~ Sonstige Speisen umA tränke in bekannter Güte. Zwei Zimmer,,�» zu Zahlstelleu Verfügung.' und Arbeitsnachweis, Ks im fM ten Allen Freunden und Bekannten empsey'd l Weiß- iilil Biirislh-Kitt-Äl verbunden mit reichhaltigem FruhM än (Gertliche Verwaltungsstelle Kerlin G.) ._-' Uhr, Am Sonntag, den 28. d. M-, Vorm. 10j im Königstadtischen Kasino, Holzmarktstr. 72: Mittags- und Abeudtifch. Franz. Hochachtungsvoll A. E�dmanti« j vormals W. Haugk, MeinstraßeM! Ehrenerklärung! _. si;- Hiermit nehme ich die Beleidigungen, am 21. Juli d. I. gegen den ff s�salls Tagesordnung: Wahl der gefammten Ortsverwaltung und der Beitragssammlcr. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Mitglieder aus andern Verwaltungsstellen haben tetnen Zutritt. Um zahlreiches.und pünktliches Erscheinen ersucht Die Kommission. 832 I. A.: H. N o e S k e. Richard Meyer, istantzerilrapc MitzlitdMttsWstlmg. S gesprochen habe, wag mir aufrichtig Ich erkläre Herrn Richard M e p e r fl'ü Ebrenwann. E. Schmidt, Schalt'"' Ehrenmann 1 839 "ivotl freie Bereinigung der PergolDer nnd fatljgenodfen. Am Montag, den 29. d. M., Abends 8j Uhr, in Scheffer's Salon, Jnselstraße 10: ßrojjc lindtrordentlilhe Uersammlung. Tages-Ordnung: ' Ta'" 1. Bericht der Tarif- Kommission. 2. Verschiedenes. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 834 Der Vorstand. LtMliche Wmtimliiiin der Tischler u. Holzarbeiter Friedrichsbergs u. Umgegend am Montag, d. 29. Juli, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Bolle, Proskauerstraße 3, Ecke Frankfurter Allee. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Wiedemann über Zweck und Ziele der Organisation. 2. Diskussion. 3. Ve�chiedeneS. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 841 Der Eivberufer. Skalitzcrstraße 6� Um meiner braven K"" � hiermit nicht nachzustehe" Sijiijc ii. Etil, VrLkte Auswahl 1� -— billisstrn prnsi-- v. Wolf, Adalberttzr�) sich IIS ihn "«cht e i ari Vosameniier- nnd SchniMliA sowie Mösche eigener foA Ludw. Gerhard, sw.oron� Artikel für Herrenschneider. i Eine mäbl. Schlafstelle mit sep. m vermiethen Louisen-Ufer 8, v. 4 Tr. Möbl. Schlafstelle für 1 oder 2 H. jf r Grüner Weg 88, v. 4 Tr. r. b. Schie�> Sophaöezüge! Koste von 3i— 5 Meter fpottbillig. Emil Lefivre, Granienstr. 158. Jede Ubr zu repariren und zu reinig i bei mir unter reeller, schriftl. � jt (Mark 60 P% Kleine Reparaturen billiger. Reue M j �br. K Viraler, en. af�' r- Alte Schönhauie wacher, pari., rm tjchi Arveitsmarkt Tüchtige Korbmachergeu erhalten auf BambuSarbeitcn bmtemb" Beschäftigung. Schmidt �Eo., DreSde��- Tüchtiger Dreher auf Hartgummi Ausland bei hohem Lohn gesucht bei 6 840 Alb. Schulte, Scharr enstrap�s Me!" 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'f.% �ach- N M Kr. 17 z. i dn � fÜ"« t, scino-" Aorrefprrndenze�r. - QCtttclbct/ die Ver- |f.lJc5 di? dasselbe zu ersuchen, zustimmenden Äicht uns«--! m Schritte einzuleiten. Man hielt es für �?' v" tj�ß- politischen Polizei, deren neuester � Itriea„�.�"ß�erBundeSanmallschaft ist, endlich energisch �"«ren. Illusionen über den Ausgang einer Refe- xT"« Ülebt man sich keinen hin. Wir würden vor- '%( nick« x?" beim Volke mit unscrm VerwerfungSan- b>i noikm J!%bnngcn; vielleicht brächten wir nicht einmal «ewn»... �." S" lXX> �Unterschriften zusammen, obschon jeder giften. sich gesinnte Schweizer von öaus aus der politischen WL»«SWW und unwissentlich von einem falschen Patriotismus Wer gegen den Bundcsanwalt Sturm lauft, rrskirt HÄZSM ##$#% LrTm« Entsagung die Hände in den Schoosi legen, wurden neuem Thun aufgerüttelt., unseres Landes." �bensallz"?beitcrstimme" ist 5&' ihr Genossen in dm der Referendumsbewegung '_ T mng mit Wir täuschen uns selbst nicht über den mit ladenden �verftanden� und begründet ihre. Zustimmung mit nl� f»ni"tuttJL%en:................,. Mrtns �.•"nägang eines diesbezüglichen Referendumsbe- � Einmuth, mit welcher die Bundesversammlung durch Sanktionirung des Bundesanwaltes xkein hh'"ncht eine RefermdumS- Bewegung von vorn- Me kvw«?��slos, soweit der praktische Erfolg in Man wird, daran zweifeln wir nicht, die zur des Referendums nöthigm 30(XXI Un terschriflm ...ommen. Was darüber hinaus geht, ist freilich un- t: sich 4 sind die Stimmen im Volke nicht selten, %(Z �ssschiedm gcgm dm Bundesanwalt aussprechen, m e>n Produkt des Nachgebens und der Angst Scher verdammen. Diese Stimmen sind zahl- ?�che in ,bie.Neue Zürcher- Zeitung" und selbst �scht dar,"""s/rm Reihen glauben. Und dann handelt es sich Ullininenn.1°b ein paar Tausend Stimmen mehr oder minder Zotest.» ß�rach* werden, sondern um die Erhebung eines Misere q��'Vn die politische Polizei überhaupt. Wir für {"Wiiq sind daher aus diesem Grunde für die An- jjch eine T'sl Referendumsabstimmung, obwohl wir wissen, "seind.-n��e uns inlemationalm Sozialdemokraten neue 5 Sie Ig ß? und Infamien bringen wird. Man will uns �bler. w, brücken. Erst packt man natürlich die fremdm AStitr„ß* diesen aber wird man, wie die„Neue Zürcher- !%e eb. ausspricht, an die Sozialisten kommm, -�bke nick,■ i'ulisten sind und wissen, daß die sozialistische t. berp 1,,,."" Rahmen der bestehenden Landesgrenzpsähle, �kann«°uf internationalem Boden verwirklicht wer» "»•«*»erb-t-n.j Dir Uhr. Humoreske von Bruno Köhler. Uhr schlägt keinem Glücklichen!" lautet ein altes llk Aber m meiner Nachbarin Zimmer schlug die ,, �.Glücklichen, der Glückliche war ich! wohliges Empfindm stiller, harmloser Zu- Ein wT jaMe mein ganzes Wesen förmlich durchtränkt. �tosinh Behaglichkeit, wie sie meinetwegm ein Tagelöhner Seninck �."'ag, wenn er sich nach des Tages schwerem Un- sein warmes Lager strecken darf, erfüllte mich nstA v'ß! ja, bis in die Fingerspitzen hinein durchsttömte 3 lautere Gefühl einer friedfertigen Heiterkeit. war Junggeselle! deinen c ß/aube nicht, daß ich aus diesem Umstand allein »bleiiej., ��ufriedcn, die Beschaulichkeit meines Daseins Sefelk,«•"""£> nein! Aber ich betone doch:„ich war Jung- eigenen bannt immerhin eine völlige Freiheit der a�senHi� J.r�eßungen ausgesprochen ist und diese doch eine Ick* /bingung zum sich„Glücklichfühlen" ist. _ allein o(f bereits sechsundfünfzig Jahre. Aehnnit--" war zwischen dem grünen Tuch eines schreibet, r""b den kahlen, weiß getünchten Wänden einer " Sei!-' musterhafter Einförmigkeit dahin geflossen. die mi,"""n Jahr hatte ich die sonnige Höhe erklommen, schwebt �endes Ziel meiner irdischen Laufbahn vor- hrnner'"' mar Reaistrator geworden!— sogar„Ge- Brust das allgemeine Ehrenzeichen prangte an „ Sa�eiml�i mohl noch meinen Frieden! �Upt- q,"F freundlichen Straße, fern vom Getümmel der J40* �hren m�' Adern unserer ckadt, hatte ich seit zehn V i*""Heim aufgeschlagen. Wie lachte mir das Herz, —"wt Unus Do' meinem Bureau kommend, das liebe, alte " Meinen Blicken auftauchen sah. Der kleine Vor- Konnabend» den 27. Juli 1889. 6. Jahrg. Auch der„Grütlianer" ist nicht dagegen und Voraussicht lich wird auch der„Schweizerische Sozialdemokrat", der erst am Sonnabend erscheint, dazu stehen, so daß die Sozialdemo- kraten selbst mit der von Basel auSaegangenen Anregung ein- verstanden wären. Als politisches Agitationsmittel zur Auf rüttelung der Massen eignet sich der Feldzug gegen den Ge neralstaatsanwalt ganz ausgezeichnet. Inzwischen ist bereits ein den Sozialdemokraten und selbst den Demokraten sehr abholder Mann, der Ständerath und Staatsanwalt S ch e r b in Bischoffszell(Kanton Thurgau) an gefragt worden, ov er bereit wäre, diesen Posten anzunehmen, worauf er bejahend antwortete. In der Untersuchungssache gegen den LandeSaus- schuß der deutschen Sozialdemokraten ist in Zürich außer Eonzett und Manz— ebenfalls Schweizer— auch noch A t t e n h o f e r vernommen worden. Eonzett schreibt darüber in der„Arbeiterst.":„Die„N. Z. Ztg." enthält ein Telegramm aus Bern, nach dem durch Dr. Trachsler Verhöre mit'mehreren deutschen Sozialisten über den LandeSauSschuß und das„Treiben" der hiesigen deutschen Sozialisten vorgenommen worden find. AuchRedakteur Eonzett sei wieder verhört worden. Warum nennt das Blatt„Herrn Redakteur Altenhofer" nicht, der zur Beichte erscheinen wollte, alsConzett am grünen Tische sab,ader verblüfft über ConzettS Anwesenheit Augen wie ein glotzender Barbar machte und ans einen Wink TrachslerS verschwand und die Thür ins Schloß fallen ließ, er, der nur Gott und sonst Niemand fürchtet.__ Uns wundert nur, daß man den Denunziationen Atten- hoferS irgend welche Bedeutung beimißt. Von Bedeutung ist für uns die Frage, was der Bundesrath thun wird, wenn er sich überzeugt hat, daß Attenhofer unrichtige Angaben machte. Geschieht nichts mit dem Menschen, verweigert man uns Ein- blick in die denunziatorischcn Eingaben desselben, damit wir nicht den Menschen einklagen können, dann wissen wir, wie wir in Zukunft zu handeln haben. Ein Narr ist dann Der jenige, der im Wahne, durch seine Aufklärungen dem Vater lande zu dienen, indem er falsche Anschuldigungen gegen das- selbe zurückweist, im Verhör Äuskunst giebt. Die Bundes Herren werden für ihre Zeit entschädigt, dem Bürger aber mulhet man zu, seine Zeit zu verplempern, sobald es irgend einem professionSmäßigcn Verleumder der Sozialdemokraten ge- fällt, eine Eingabe an den Bundesrath zu machen, um sich als Retter der Gesellschaft aufzuspielen. Wenn der Bundcsrath uns fernerhin mit Attenhofereien belästigen will, dann behalte er seine zwei Bundcspolizeijuristen in Bern, wir werden den- selben nicht mehr Rede stehen." Außer den obengenannten wurden in der gleichen Ange- lcgenheit»och Redakteur Wullschleger in Basel— der die Auskunft verweigerte— und Redakteur Vogelsanger in Chur einvernommen. So weit wir informirt sind, sollten die selben Auskunft geben, wer ihnen das Manuskript zu dem Aufruf des Landesausschusses übermittelte. Durch die gepflogene Untersuchung hat übrigens der Buudesrath in Bern die sehr tröstliche Erfahrung gemacht, daß von den vier Mitgliedern des LandcSauSschusseS drei Schweizerbürger sind, daß in den sozialdemokratischen Vereinigungen«wchweizer und Ausländer gemeinschaftlich die Mitgliedschaft bilden und daß die Thätigkeit dieser sozialdemokratischen Organisationen sich ausschließlich auf die Schweiz beschränkt. D>e deutschen So zialdemokraten und Organisationen, die von der Schweiz aus das mächtige Deutsche Reich gefährden sollen, müssen erst noch gemacht werden— um sie entdecken zu können. Zum großen Streik der Ziaarrenarbeiter rm Aargau liegt die Nachricht vor, daß die Gemeinde Reinach be schlössen hat, eine Gemeinde-Tabakfabrik zu errichten. Zur Änhandnahmc der nöthiaen Vorarbeiten wurde eine sieben- gliedrige Kommission gewählt. Dieses Vorgehen, sowie die allgemeine, den Streikenden sympathische Haltung der ganzen Bevölkerung soll auf die protzigen Fabrikanten nicht ohne Ein- druck bleiben und sie etwas zur Nachgiebigkeit stimmen. Die kleinlichen Grenzplackereien der deutschen Zoll- beamten dauern fort. Lrrfmles. . alle« Katastrophe», so hat es auch nach dem Unglücksfall an der Köpnicker Dammbrücke nicht an Vor- schlagen gefehlt, wie in Zukunft derartige Vorfälle zu verhüten seien. Ankniipfend an einen Artikel, den wir aus der„N. Z." garten mit seinen Blumen, dem gelben, duftenden Lack, und den später erscheinenden bleichsarbigen, an den kommenden Winter gemahnenden Astern, war eine unerschöpfliche Quelle harmlosen Ergötzens für mich. Wie froh hüpfte ich die breite, etwas ausgetretene Treppe des einstöckigen, nur mit einer Mansarde versehenen Hauses hinauf. Schwelgte ich doch schon im Vorgefühl der Behag- lichkeit, die mich droben in meinem lauschigen Zimmer er- wartete, kam mir doch schon der Duft des würzigen Mokka's entgegen, den ich mir eigenhändig zu bereiten wußte! Um- schwebten mich doch schon die geliebten blauen Rinaclchen aus meiner langen Pfeife, die mich stets in einen Rausch des Entzückens versetzten. War ich droben angelangt, wurde bedächtig die Thür aufgeschlossen. Ich trat ein, und blieb lauschend in der Mitte vcs Zimmers stehen. Schmunzelnd übersah ich mein Reich, schlüpfte schon im Geist mit den Füßen in die riesigen Filzschuhe, die dort unter dem Bette hervor guckten, und rührte mich dennoch nicht von der Stelle; denn ich wartete gewissermaßen erst auf das Zeichen, um mich ganz meiner Behaglichkeit hinzugeben!— Auf welches Zeichen!— Ach, es bleibt nicht aus, es ist so pünktlich wie ich selbst! Da, da, hahaha!— Da ist's schon! Da schwirrt es tiefsummend durch die Luft:„Bamm! bamm!" O, die Gewohnheit, welche Macht besitzt sie über uns Menschen, und wie arglos geben wir uns ihr selbst gefangen! Dieses„Bamm, bamm!" war mir seit zehn Jahren gleichsam ein guter Kamerad geworden. Es galt mir als eiu wichtiges Etwas in meinem Leben, das einen räthsel- haften Reiz auf mich ausübte. Es war ein Ton, dem ich mit jenem Tag entzückter lauschte. Er gehörte gewisser- maßen zu meiner Häuslichkeit, verlieh ihr erst die süße Behaglichkeit, ward zum Echo meiner kleinen Freuden, und galt mir beinahe als Ausdruck eines mit Sinnen begabten Wesens! Es klingt bizarr, was ich da sage, und doch glaube ich entnommen hatten, schreibt uns nun ein Freund unseres Blattes, der Wassersportsmann ist. Folgendes: Es ist ein Jrrthum, wenn in dem Artikel der„N. Z." gesagt wird, auf dem Wasser fehle die Polizei und in Ermangelung derselben gehe der Vcr- kehr wirr durcheinander. Daß in einem so bureaukratischen Staatswesen, wie das unsere ist, der wichtige Wasserverkehr sich nicht ohne Aussicht abwickelt, dürfte selbstverständlich sein. Allerdings, die Wasserstraße ist keine Landstraße und die Fahr- Ordnung wird modifizirt durch die eigenartigen Verhältnisse, unter denen der Wasserverkehr überhaupt stattfindet. Es ist selbstverständlich, daß ein leerer Kahn, der gestakt oder ge- treidelt wird, einen anderen Weg nimmt, als ein schwer- beladenes Fahrzeug, dem Wind und Tiefgang seinen Weg vorschreiben. Trotzdem vollzieht sich der Verkehr nach gewissen Regeln, die allerdings nur der Fachmann kennt und überschaut, während der Laie den Eindruck hat, als ob Anarchie herrsche und jeden Augenblick ein Zusammenstoß eintreten könnte. Auch die Segelboote weichen einander nach strenger Regel aus,(Backbordschoot hat freie Fahrt) und dem Grünhom wird sie von den alten Wasserratten in kürzester Zeit gründlich plausibel gemacht. Ueberhaupt erzieht die Thätigkeit auf dem Wasser zu kaltblütigem, energischen Handeln und das ist mehr werth als hunderte von Reglements, an denen im Eisenbahnverkehr gewiß kein Mangel ist, und die dennoch Zusammenstöße nicht zu verhiudem ver- mögen. Daß durch das Fahre» ungeübter Leute in Mieths- booten schon viel Unglück entstanden ist, muß zugegeben werden, aber immer nur durch ganz mwernünftiges Betragen, Schaukeln u. s. w. Wollte man deshalb den Wassersport einschränken, dann müßten auch die Fenster der oberen Stockwerke ver- mauert werden, weil aus ihnen ebenfalls schon Leute gestürzt sind, man müßte die Streichhölzer verbicken, weil durch leicht- sinnigen Gebrauch derselben schon unendliches Unglück entstanden ist, u. s. w. Jede Einschränkung würde den Wassersport noch mehr wie bisher, zu einem Monopol der Besitzenden machen, die in der Lage sind, sich ein eigenes Boot zu halten, und denen es ein Leichtes sein würde, einen Fahrschein zu erlangen. Darauf scheint es überhaupt abgesehen, denn„wer einem Ruderklub angehört, oder Gast eines Bootsbesitzers ist, mag hinausfahren." Bleiben noch die Brücken, die allerdings ein Kapitel für sich bilden. Ihrer ganzen Anlage nach gehören Die Zugbrücken, durch welche bemastete Fahrzeuge zu gehen vermögen, einer Zeit an, in welcher der Kleinbetrieb in jeder Form im Schiffergewerbe herrschte. Mitlenveile haben sich die Verhältnisse geändert, die Fahrzeuge sind größer geworden, die Brücken sind noch die alten. Daß sie sich noch erhalten haben, verdanken sie nur dem Umstand, daß mit ihrer Umwandlung in feste Brücken ein weiterer Nagel in den Sarg des Kleinbetriebes geschlagen wird. Durch das Umlegen und Aufrichten des Mastes entsteht dem Scgelschisfer ein solcher Zeitverlust, daß er gegen die Dampf- schleppschissfahrt vollends konkurrenzunfähig wird. Trotzdem ist ihre Umwandlung nur eine Frage der Zeit. Bis dahin müssen alle Umstände sorgfältig envogen werde, durch welche das Durchfahren der Dampfer bei Nachtzeiten(den Segelschiffen ist der Durchgang nur bis Sonnenuntergang gestattet) besonders gefährlich wird. Und hier ist es nothwendig, daraus hinzuweisen, welche Verantwortung das fahrende Publikum durch sein Betragen auf sich nimmt. Schreiber dieses ist schon oft Zeuge gewesen, wie alles Bitten der Kapitäne um eine kurze Ruhe vergeblich war. Dazu kommt die unglückliche Plazining des Steuermannes, wie dieses schon in der„V. Z." treffend ausgeführt wurde. So lange die Distanz noch Meter breit ist, laßt sich ein Schiff zur Roth durch Kommando steuern, handelt es sich aber um Zentimeter, dann muß der Steuermann selbst sehen und blitzschnell korrigire». Denn eine Viertelumdrehung des Steuerrades ist in solchen Lagen mitunter schon zu viel, während eine Achtelumdrehung zu wenig ist. Ehe ein Kom- mando ausgesprochen, gehört und ausgeführt wird, vergeht kost- bare Zeit, wird es vollends durch Lärm übertäubt, dann ist das Unglück da. Das Publikum wird daher gut thun, sich während der Nachtzeit, wenn die Platzverhältnisse nur einiger- maßen es erlauben, nicht auf die Außenseite der Dampfer und vorzüglich nicht auf dem Vorderschiff hart ans Geländer zu setzen. ArnK als Arzneimittel und zwar speziell gegen die tückische Diphterie, wird von dem Dr. Rouge in Hungen (Oberhessen) empfohlen. Der genannte Arzt hatte seit Langem in seiner Praxis bemerkt, welchen schädlichen Einfluß auf den Verlauf der Krankheit jeder mechanische Reiz auf die Rachen- schleimhaut bewirkte; er erklärt dies damit, daß nach den an- gestellten Versuchen die Diphterie-Bazillen, ohne Schaden zu noch nicht genug von der Herrlichkeit des„Bamm, bamm!" berichtet zu haben. Wo es herkam?— Aus dem, nur durch eine dünne Wand von meinem Gemach getrennten Nebenzimmer. Dort wohnte— wie mir mein Aufwärter einmal flüchtig erzählte — eine ältere, alleinstehende Dame, eine richtige„alte Jungfer", wie er lächelnd hinzufügte. Ich entsann mich auch, ihr einmal auf der Treppe begegnet zu sein; erinnerte mich aber kaum, wie sie ausgesehen. Sie erschien mir weder groß noch klein, weder alt noch jung, weder hübsch noch häßlich. Nur eine schwarz und weiß gewürfelte Mantille war mir als das Bemerkenswertheste an ihrer Erscheinung im Gedächtniß haften geblieben. Was kümmerte mich auch das alte Fräulein! Mein Interesse galt nur ihrer Uhr! Diese war es, der jenes holde:„Bamm, bamm!" entströmte. Sie stand an der, meinem Zimmer zunächst liegenden Wand. O, ich hatte sie jüngst erblickt, als ich den Korridor hinab schritt, und die Stubenthür meiner Nachbarin zufällig einen Finger breit offen stand. Welche Uhr!! Wie ein Altar baute sie sich auf. Ein hohes, mächtiges Gehäuse, das an der Stirnseite ein mit Perlmutter kunstvoll ausgelegtes Zifferblatt zeigte. Der anze Bau schien aus Rosenholz gefertigt zu sein. Wie ätte die Glocke sonst auch wohl so melodisch klingen können l Ich höre das:„Bamm, bamm!" wenn ich davon spreche. Es war nicht das perfide, dünne Geläute jener langhalsigen Rokoko- Uhren. Auch nicht jenes brutale, mit einer schnarrenden Einleitung versehene:„Bumm, bumm!" einer Standuhr der Renaissance- Periode. Nein, es war ein, eine Fülle von Wohllaut verbreitendes ruhiges, gemessenes: „Bamm, bamm!" das wie Aeolsharfenklang, mit leisen Schwingungen die Luft durchzitterte, einen Traum holder Empfindungen in unserer Seele wachrufend. Mit diesem einschmeichelnden Ton trat ich in mein Zimmer. Er rief mich pünktlich zum Essen, gemahnte mich, das Lager auf- zusuchen, lullte mich in den Schlaf, und erweckte mich am ■»trurfadien, sich auf der unverledten Schleimhaut halten und «rst nach Verletzung derselben in den Organismus eindringen. Die Sorge des Arztes müsse deshalb darauf gerichtet sein, die gefährlichen Krankheitserzcuger zu entfernen oder unschädlich zu machen, ohne die Schleimhaut zu verletzen. Nach den gemachten Erfahrungen konnte dies am besten durch Anwendung von Spirituosen geschehen. Dr. Rouge kam auf diese Idee nach den günstigen Erfolgen, die er in mehreren Fällen seiner AnncnpraxiS erzielt hatte, wo statt des theurcn Weines guter alter Branntwein gegeben worden war: von diesem wählte er das von allen Spirituosen reinste und stärkste Präparat, den Arak. Mit diesem Arzneimittel hat er nun die Diphtcrie stets mit gutem Erfolge behandelt und empfiehlt feine Behandlungs- meise zur Nachahmung. Die örtliche Behandlung der Diphterie beschränkt er auf Ausspülen des Mundes mit Kalkwasser, unterläßt aber jede weitere Manipulation, um die Schleim- haut nicht zu verletzen. Zur Ernährung der Patienten sollen kräftige, aber nur flüssige Speisen venvendet werden, um nicht durch das Zerbeißen fester Nahrungsmittel eine Verletzung der Mundschleimhaut herbeizuführen. Die schmerzhafte tzalS- anfchwellung wird durch Kältcanwendung gemildert. Von allen anderen Arzneimitteln aber gebühre das größte Verdienst dem Arak: er habe nach den von Dr. R. gemachten Ersahrungen alles geleistet. Die lokale Wirkung dieses Heilmittels sei derart, daß der Krankhcitsstoff seine zersetzende Eigenschaft verliere. Von Kranken jeglichen Alters mit Vorliebe genommen, äußert der Arak feine Wirkung erst recht, wenn er in einer Stärke ge- nommen wird, daß bis zum Abende eines jeden KrankheitS- tages ein leichter Rausch bemerkbar ist. Ein einjähriges Kind erhielt zweistündlich einen halben Theelöffel, Kinder von zwei bis vier Jahren einen ganzen Theelöffel, von fünf und sechs Jahren einen halben Eßlöffel und von zwölf Jahren und darüber einen ganzen Eßlöffel Arak in je zwei Stunden. Die Kranken sollen danach gut schlafen und sich an jedem Morgen gebcffert fühlen, auch die örtlichen Anzeichen der Krankheit schwinden. Selbst bei hohem Fieber soll der Arak noch ge- aeben werden können, was schon aus der Thatsache gerecht- fertigt sei, daß die Körperwärme Betrunkener bis um U Grad Wänne gegen die Normaltemperatur sinke. Die Dauer der Krankheit bei der Arakbehandlung soll meist acht Tage nicht übersteigen. In einem Zeitrauzn von ein und einem viertel Jahre hat Dr. R. 40 DiphthcritrS kranke, und zwar 23 weibliche und 17 männliche in einem Lebensalter von 1 bis 18 Jahren gesund werden sehen und da keine BeHandlungsweise Aehn- I icheS geleistet habe, so müsse er es offen aussprechen: Der Arak habe alle an ihn gestellten Forderungen erfüllt, denn: 1. er wird von Kindern und Erwachsenen mit Vorliebe ge- nommen; 2. er beeinflußt die lokalen Erscheinungen in einer Art, daß sie für den Organismus ihre zersetzende Wirkung ver- liercn: 3. er macht die örtliche, leicht verletzende Anwendung anderer Mittel überflüssig; 4. er beeinflußt die Schleimhäute im Munde und Magen nur gutartig: 5. er macht sicherer als Wein und.andere Spirituosen den Körper widerstandsfähig und kräftig und 6. er ersetzt bei der selten fehlenden Tempe- raturerhöhung durch die angegebenen hohen Eingaben-Dosen jedes siebermildernde Mittel.— Das beste bei dieser Arak-Kur st jedenfalls, daß dieses Heilmittel nicht als Vorbeuge- mittel gegen Diphteritiserkrankungen empfohlen wird; die Herren Aerzte könnten sonst in die Lage kommen, vielleicht weniger Dixhierie-Erkrankungen, dafür aber desto mehr Fälle von— Säuferwahnsinn behandeln zu müssen. Jedenfalls wird dem Laien die Anwendung so starker Dosen von Alkohol bei Kindern nicht sehr einleuchtend erscheinen. Daf| die Meinkultur in Kerlin und der Mark Brandenburg einst eine nicht unbedeutende war, ist hin- reichend bekannt. Weniger bekannt dürfte indessen sein, daß hauptsächlich der Branntwein den„edlen Rebensaft" verdrängt l>a>. Daß derselbe schon zur Zeit des Weinbaues in Berlin und der Mark Brandenburg bekannt war, bekundet A. Streckfuß, wel- cher schreibt:„Der Branntwein war schon lange in der Mark Brandenburg bekannt, er wurde aber noch nicht als Handels- artikel gebrannt, sondern nur in den Apotheken als Medikament verkauft und hier und da etwa zur Erwärmung in ganz kleinen Quantitäten getrunken.— Man schrieb noch am Ende des 15. Jahrhunderts dem„gebrannten Wein" ganz wunderbare medizinische Wirkungen zu. So sagt ein im Jahre 1483 erschienenes Verzeichniß des ausgebrannten Wassers darüber: Der Branntwein ist gut für die Gicht, damit be- streichen. Wer heiser ist, der bestreiche sich mit gebranntem Wein um den Hals und trinke ihn drei Morgen nüchtern. Auch wer alle Morgen trinkt ein halben Löffel voll gebrannten WeinS, der wird nimmer krank. Item/ wenn eins sterben soll, so gieße man ihm ein wenig gebrannten Wein in den Mund, so wird er reden vor seinem Tod. Welcher Mensch den Stein in der Blase hat, der trinke alle Morgen ein wenig, das zerbricht den Stein und kommt von ihm und wird auch gesund. Auch wer gebrannten Wein trinkt alle Monat, so stirbt der Wurm, so da wächst dem Menschen an dem Herzen, an der Lunge oder Leber. Der gebrannte Wein ist auch gut dem Menschen, dem das Haupt wehe thut. Wer auch sein Haupt da- mit zwahet, der ist aller Wege schön und lang jung und Morgen mit zartem Ruf, wie eine Mutter, die ihren Lieb- ling wachküßt. Mein ganzes Leben dirigirte dieses:„Bamm, Hamm!"——— Eines Tages, es war ein Freitag und wir hatten ge- rade Vollmond— oh, ich werde es nie vergessen— kam ich, ein Liedchen trällernd, zu Hause an. Meine Bureau- stunden erstreckten sich von Morgens acht, bis Nachmittags zwei Uhr. Ich pflegte dann in einem kleinen Gasthof meine Haupt-Mahlzeit einzunehmen, machte darauf den gewohnten Spaziergang auf den Wall, und betrat mit dem Glocken- schlag vier Uhr mein Zimmer. Etwas Befremdliches be- gab sich heute— das:„Bamm, bamm!" begrüßte mich nichtj! Ich wartete, wartete— vergeblich! Nichts rührte sich. Sollte ich mich verfrüht, oder verspätet haben?— Nein, gewiß nicht!— Sollte meine geliebte Nachbarin— die Uhr — stehen geblieben sein?— Ach, unmöglich! Sie, die seit zehn Jahren auch nicht um eine Sekunde ihrer zeitein- theilenden Bestimmung untreu geworden war! Es wäre eine Vermesienheit gewesen, ihr diese Pflichtvergesienheit zuzu- trauen!— Da ich selbst keine richtig gehende Uhr besaß— die vom Vater ererbte war so unzuverlässig, daß ich sie als ein Andenken an den Verstorbenen in meiner Kommode aufbewahrte— bog ich mich zum Fenster hinaus, um nach der Thunn-Uhr zu spähen. Diese gab mir die Gewißheit, daß das traute:„Bamm, bamm!" heute ausgeblieben war! Ich suchte mich darüber hinwegzusetzen. Eine Reparatur wird daran schuld sein, sagte ich mir. Zehn Zahre, mein Gott, welch' ein Zeitraum. Sollte eine Uhr, nachdem sie so lange gegangen, nicht auch einmal das Bedürfniß haben, stehen zu bleiben." Merkwürdig war es, daß mich an diesem Abend eine seltsame Unruhe überkam. Zerstreut, unruhig irrte ich im Zimmer umher. Mir fehlte etwas— das beruhigende, ein- schmeichelnde:„Bamm, bamm!" (Fortsetzung folgt.) macht gut Gedächtniß, denn gebrannter Wein stärkt dem Menschen Sinn und Witz. Wer sein Antlitz damit zwahet, dem tödtet er die Milben und Nüsse, und wem der Athem stinket, der bestreiche sich damit und trinke ein wenig mit anderem Wein, so wird ihm ein süßer Athem. Diese wunderbaren Eigenschaften veranlaßten die Berliner, sich gegen Ende des 16. Jahrhunderts mit Eifer auf die Jabnkation dieses vorzüglichen Getränkes zu legen. Man be- nutzte damals aber noch nicht allgemein das Korn zur Brannt- weinbrennerci, sondern nahm dazu meist verdorbenen Wein. Die Brennerei wurde so bedeutend, daß man eine Abgabe auf dieselbe legen konnte, und so finden wir denn im Jahre 1595 schon den Blasenzins unter den Einkünften des Berliner Magistrats. Die Branntweinbrennerei hatte für Berlin da- durch eine besondere Bedeutung, als sie wesentlich dazu beitrug, den Weinbau zu beeinträchtigen. Je mehr das Branntwein- trinken Eingang fand, desto mehr verlor sich der Geschmack für die sauren märkischen Weine; der Absatz derselben wurde nicht nur in Berlin, sondern auch in Polen, Rußland und Schweden, wohin viele Weine ausgeführt worden waren, geringer und die Weinberge gingen nach und nach ein." Dessenungeachtet wird noch Heuligen TageS in der Mark Brandenburg an verschiedenen Orten Wein gebaut. Ein moderne« Kabqrintst. Das mächtig nach Westen strebende Berlin rückt dem Grunewald immer näher, welcher bekanntlich dazu bestimmt ist, den nachkommenden Geschlechtern den Thiergarten zu ersetzen, der mehr und mehr von Häuser- mauern erorückt wird. Heute aber ist der Grunewald noch ein Irrgarten im wahren Sinne des Wortes, in welchen Jeder- mann— wie einst im verfloffenen Labyrinth— wohl hinein-, aber nicht wieder hinaussindet. Wegweiser freilich giebt es genug im Grunewald, sie leiten aber, und zwar mit unfehl- barer Sicherheit, in die verschiedenen Vergnügungs- und Kneiplokale, die sich„in des Waldes tiefsten Gründen" etablirt haben. Da. weist eine Folge von ausgestreckten Armen durch den ganzen Weg nach„Schildhorn", eine andere Serie zeigt den durstigen Seelen den Weg nach dem Etablissement „Hundekehle", während weitere Reihen nach„Paulsborn", „Halensee",„Pichelsberg" u. f. w. u. s. w. hinweisen. Das sind indeß von den betreffenden Wirtben nur pro domo angebrachte„Leitfaden", die, wie gesagt, lediglich hinein-, nicht aber auch hinausführen. Der Fiskus dagegen hat als Eigenthümer des Waldes— abgesehen von dem einen vielarmigen Weg- weiser am Stern, welcher den Treffpunkt von mehr als einem halben Dutzend Wegen bildet— im ganzen weiten Forst keinen einzigen„Fingerzeig" errichten lassen, welcher den Besucher aus dem Gewirr der Wege und Stege wieder hinauswinkt. Es kommt daher sehr häusig vor, daß Ausflügler, welche mit den „Geheimnissen beS Grunewalds" nicht recht vertraut sind, den Heimweg nicht zu finden wissen und rathlos umherirren müssen, bis sie endlich auf einen Ortskundigen treffen, der sie mit einer zuweilen sehr komplizirten mündlichen Auskunft erst auf den rechten Weg leitet. Das sind Verhältnisse, die beim steten Näherrücken der Stadt Berlin an den Grunewald immer un- leidlicher sich gestalten und daher einer Abhilfe dringend be- dürfen. Wir geben einem allgemeinen Wunsche Ausdruck, wenn wir hiermit an die zustandige Stelle die Bitte richten, durch Errichtung von öffentlichen Wegweisern im Grunewald jenem unleidlichen Zustande ein Ende zu machen. Die Besucher des Grunewalds würden dem Fiskus sehr, sehr dankbar sein, wenn er solche„Fingerzeige" anbringen ließe, welche z. B. nach den in und am Grunewald gelegenen Bahnhöfen, nach der Station der Dampfstraßenbahn, nach den verschiedenen Haupt- Chausseen und Wegen hinweisen, damit der Grunewald auf- höre, für gelegentliche Besucher desselben ein Labyrinth zu sein. Wir schließen diese Zeilen mit dem Wunsche und der Hoffnung, daß sie auf fruchtbaren Boden fallen. Mi» streng die Fleisthjcha« in Hertin gehandhabt wird, ist wiederum ersichtlich aus folgender Mittheilung der „Telegr. Viehm.- Ber.": In der Fleischuntersuchungsstation Nr. 1 in den Stadtbahnbögen wurde vor einigen Tagen ein vom Fleischermeister Kürbis aus Klosterfelde eingeführtes Schwein, welches bei der Nachuntersuchung mit einer Tri- chine behaftet befunden wurde, beschlagnahmt und polizeilich vernichtet. Die Trichine wurde in einem Präparate, welches dem Schulterblatte entnommen war, gefunden. %' Dir Verfälschung von Kutter mit Margarine scheint in großartigem Maßstabe in Altona seitens der Detailhändler betrieben zu werden. Eine kürzlich dortselbst vorgenommene Untersuchung hat ergeben, daß von 54 Butterproben 39 durch Margarinzusatz verfälscht waren. Die Kerkuteskrücke ist nun gänzlich verschwunden; an Stelle des Engpasses, durch den sich mit Mühe ein starker Wagen- und Fußgängerverkehr zwängte, ist ein Fahrdamm von fast doppelter Breite der Vollendung nahe, während ein aus- reichend breiter Bürgersteig schon seit Wochen dem Verkehr übergeben ist. Auffälliger Weise wird der neu hergestellte Straßenzug zum Theil mit dem alten Pflaster bedeckt. Eine sonderbare»eituieise Geistesstörung und die eigenthümliche Art, wie sich dieselbe äußerte, bildet gegenwärtig im Norden der Stadt den Gesprächsstoff. Die Geschichte, so erzählt die„Post", ist interessant genug, um auch weiteren Kreisen mitgetheilt zu werden:„Der Inhaber einer Mäntel- schneideret in der Reinickendorferstraße, Herr K., beschäftigt seit langer Zeit einen Arbeiter, den er als ordentlichen und zuver- lässigen Menschen nur zu loben Ursache hatte. Dieser Arbeiter kam nun Anfang voriger Woche thränenden Auges zu seinem Brotherrn und erzählte ihm:„Denken Sie sich, Meister, als ich gestern Abend von der Arbeit nach Hause komme, bittet mich mein Sohn um die Erlaubniß, noch auf die Straße gehen zu dürfen, um zu spielen. Ich gebe sie ihm, und kaum ist er eine halbe Stunde unten, so bringt man ihn herauf mit gebrochenem Fuß— er ist überfahren worden. Sofort mußte ich einen Arzt holen, der die Sache für sehr bedenklich erklärte und einen Gipsverband anlegte. Die ganze Nacht hat der Junge vor Schmerz schreiend zugebracht." Als der Ar- beiter am nächsten Morgen wieder in das Geschäft kommt, ist er fassungslos und von Schmerz gebrochen. Auf Befragen erzählt er unter Thränen, mit einer überzeugenden Genauig- keit in den Einzelheiten, die Krankheit des Sohnes habe sich im Laufe des vergangenen Tages so verschlimmert, daß nach Hinzuziehung eines zweiten Arztes die schleunige Ueberführung des Knaben in die Charitee angeordnet worden sei, und knüpfte daran die bittere Klage, daß man ihm den Eintritt zu seinem Sohne verweigert habe. Am darauf folgenden Tage hatte der Schmerz des Arbeiters seinen Höhepunkt erreicht: Der Brand wäre in den gebrochenen Fuß getreten, so erzählte er, und sein Sohn gestorben. Der Arbeiter war sehr beliebt wegen seiner Treue und hatte deshalb seine Zuhörer, die Frau seines Chefs und die Arbeitsmädchen, zu Thränen gerührt. Als er weiter erzählte, daß das Kind von der Charitee aus auf dem Charitee- Kirchhof beerdigt werden würde, wobei er ganz genau Tag und Stunde der Beerdigung angab, machten die Arbeitsmädchen sofort eine Kollekte und kauften emcn schönen Kranz, ebenso der Chef, welcher auch einen Wagen bestellte, um an der Beerdigung theilzu- nehmen.— So kam der Sonnabend heran, am Nachmittage sollte die Beerdigung stattfinden. Die Mädchen schickten ihren Kranz Vormittags in die Wohnung. Doch siehe da, der Bote kam mit demselben und dem Bescheide zurück, daß die Frau des Arbeiters die Annahme des Kranzes verweigert habe, da ihr Sohn vollkommen gesund sei und ihm auch nie ein derartiger Unfall zugestoßen sei. Man war verblüfft und glaubte zu- nächst an einen Jrrthum des Boten; deshalb gingen einige Mädchen selbst hin und fanden die Aussage des Boten be- stätigt. Nun war natürlich die Entrüstung groß. Als der Ar- beiter, der mittlerweile auf Geschäftsgängen fortgewesen war, zurückkehrte, empfing ihn die Frau seines Chefs mit den bittersten Vorwürfen über den„Spaß", den er sich' i„ � erlaubt habe. Erschrocken wies der Mann diesen 55°,. d zurück und bat, man solle ihn zum Sarge seines Sohn�'.„.grui gleiten.— nn"*'' dem en.— Der Mann hatte also eine ganze Woche lm ltewohnlic „v... Wahne von dem Unfall und Tod seines Sohnes P?®ffi m A Nach der Versicherung feines Meisters ist die Annahm!.-»euung der n � kf Smitklb p.Argen pekuniäre Vortheile zu erlargen, ausgeschlossen. Trotz � werd« Geistesstörung besorgte der Mann zur Zufriedenheit oQ' b aufgetragenen Arbeiten.. �_™ die _ Die Reinigung der deutschen Sprache von J!" kc o Geschäftsverkehr mit der Reichsbank" räumen mit den st� �en u. s. i Gästen gründlich auf. Früher, könnte jed«„solide"**","*• mann mit der Reichsbank in Geschäftsverkehr treten, letzi) cht u jedem„ordentlichen" möglich. Falls er unbekannt ist,' ut er sich nicht mehr von einer zuverlässigen Person" ziren", sondem„vorstellen" zu lassen. Freilich r hüten,„Zinskoupons, Talons und Dividenscheine vci� fäüOT'' zu wollen, da er nur„Zinsscheine, ZinSUisten wch W leich«,« Af ber Antheilscheine niederlegen" kann. Die Rcichsbank uber»� übrigens nicht mehr die.Jtontrole" der Vcrwosungen��"er tu daS„Nachsehen" oder„Prüfen" derselben. Anstalt. Vä" «WiMSSW ß» oerden„Einzugspapiere" genannt. Statt der„Dem richtet man einen„Niederlegungs-Antrag" an die Jw f-Ä? nöthigenfalls mit einer„Werthangabe"," nicht ,Werthdeklaration". Aus verpfändeten„Objekten" Ss* pfändete„Gegenstände" geworden. Sind dies Wam�u g- vunu muß ihre„Menge und Beschaffenheit" bieselbe bleiben,�(w. sst ihre„Ouantität und Qualität", welche deshalb vorhs�• fronte % „Abschätzung" früher„Tare", unterliegen. In den Sblütu!»ros ......" anlei man sich brsber einen, man um einen„Erneuerungsschein". Statt des missions-GefchäfteS" betreibt die Reichsbank den Verkauf von Werthpapieren". Für„Nota" tritt„Rech�| für„Summation"„Ausrechnung", für„Ultimo FebrU« „letzte Februar" ein; man berechnet keine„Provisionen dern„Gebühren"; statt ausländische„Valuta" setzt w" ländische„Währung". Aus verschiedenen Gründen sind � Fremdwärter stehen geblieben; es soll und kann n«Y> auf einmal geschehen. Man sieht aber, was bei gutein� unmittelb -ZSÜ Prbrr l fe geschehen kann, ohne daß dadurch eine Erschwerung st'u wn nr»»vt VMtt Srtv» SVfi»i®X»«*«,J0Av» ftl/oCiA.* f-*„'IC Äl" ,"ach ( besind dem mit fremden Ausdrücken Geldverkehr zu besorgen wäre. bisher so überreich m B vern «>n der, ��?nderbarr Orthographie. Infolge der PflaMrf A. ü arbeiten, die zur Zeit in der Großen Franksurterstraße Siiiowt, nommen werden, isi auch die Kraulsstraße zrmW� gjh iiuuiukii iuuuui, i|i uuiy uic Oiiuill8|iruBe p»Ntln� Blumen- und der Großen Frankfurterstraße gesperrt.% auf... Kreuzdamm der Krauts- und Blumenstraße ist dies nU»» 3 Tchxff., ein. Schild mit der JnfchrifN„Die Straße ist � ftortosieln heißen gesperrt) angezeigt. Wenn auch die Schill 5% wfleÖ Kar �räphie oftmals einVrech t kuriose ist, so sollte man dotM� i?"' erjtd e bei Schildern, die im Verkehrsinteresse angebracht werden-. Utieu, fichlich der Rechtschreibung etwas sorgfältiger, wie in dv»%- liegenden Falle zu Werke gehen.., � vaft oebto*» Der Znstand der Solotänzerin Frl. Sonntag Jf'W,$>„ ti, immer keine entschiedene Wendung zum Besseren, w gieky nicht hoffnungslos. Die Heilung der Brandwunden gsd-j i>ns g, langsam von Statten. Die Schmerzen sind, so lang»on tz»? W Patientin ruhig liegen kann, erträglich. Wiederholt trete" s»1%� Lie Fieberanfälle ern. Durch einen Wahnsinnigen wurden in der vorgel„«et' Nacht die Bewohner mehrerer Häufer in der Pankm"?� s%nie furchtbare Aufregung versetzt. Auf einem Grundstuck � Straße, auf welchem sich ein Vorderhaus, Quergebaude unb � Seitenflügel besinven, wohnen in dem Keller des letzte v* B.'schen Eheleute. In der bezeichneten Nacht gegen 1%"«d �® verfiel B., der fchon seit einiger Zeit Spüren von 3 ,, der i zeigte, plötzlich in Tobsucht, und nur mit großer, Nonh$ mochte sich Frau B. den Angriffen ihres krank gewsf. y Mke.«,;/?• Gatten zu entziehen. In seiner Raserei ergriff dieser ei".,� Vkuot iht» mittelst welcher er seine gefammten Möbel demolirte.. Asänget n Stühle, Spinden u. f. w. zersplitterten unter den w"? p: Mtenb« Hieben durch baS scharfe Instrument; daS Wuthgehe"� Wmieub. Wahnsinnigen, das Klirren der zu Boden geschleuderten � gseuabiet-... uud verschicbenen Geschirrs erweckten bald die Bewohne" ,| Grundstückes und der Nachbarhäuser aus dem Schlaff»,!(Setttni. J lockten dieselben auf den Hof des Hauses bezw. an die-ff Mß � � Plötzlich züngelte an den Fenstern der B.'schen Wohnung„ Flamme empor, B. halte, wie Hausbewohner und �.euiiaen'm zeugen behaupteten, die Gardinen in Brand gesteckt! i,-.(si bekam er auch die auf dem Hofe stehende Mensch enan! z LNey, g Jl- den zu bewältigen. Gestern wurde der Unglückliche einer-,»k o, /■ anstalt überwiesen. Dom KUH erschlagen. Durch einen schweren Merf■" fall ist am vergangenen Sonntag eine in Berlin chOtz"veh Familie in die tiefste Trauer versetzt worden. Die indenstraße wohnende Familie K. hat am verflossenen A jj'l � 8»n d tag in Britz wohnenden Verwandten einen Besuch als dieselbe ihren Sohn, den neunjährigen Eiml, der sich vorher mit einigen� bekannten� Altersgenossen ra&g IWWWWUWWWWWWWW aW Straße befunden halte. Man begab sich auf die Suche-/ wßFerL Verlauf von etwa einer Stunde wurde der Kleine Britzcr Chausseestraße todt am Boden liegend aufgcfu� � ....................... ein Blitzstrahl hatte dem jungen Leben ein plötzliches End' fcollLi?" reitet._ ,,>? M», Ein theures Pferd. Um einen gewöhnlichen chtn gaul, den ein Gastwirth in Nieder-Schönhauscn vor 2%.' stkelf frist von einem Pferdehändler gekauft, ist ein kostspK �.ss der #8388 w*. Z'e St der rozeß geführt und dieser Tage endgiltig entschieden � sstwirih hatte das Thier als.fehlerfrei�gekaust��, �8*� der, er Gastwirth hatte das Thier als„fehle hatte er dasselbe aber im Geschirr, Menge. Nun wurde er gegen den.„ zog den Prozeß aber, nach bekannter Manier, in die,%'%(. q,- und so geschah es denn, daß das Streitobjekt noch""Vi; V�hofnitni Entscheidung das Zeitliche segnete. Endlich gewann der/ öettt zi>., wirth die Klage und somit hat der Händler nicht nur die J|e lss. r.. summe zurückzuzahlen, sondern auch alle Kosten zu M&b o"% in Summa 2000 M.— für ein„fehlerfreies Pferd" fieä it.A ■■ i"r-8" recht passabler Preis! � Geidbei, älter de« Ekvkolade- fc./' fanden gestern der Restaurateur auf dem Görlitzer Bahnh�fjl) � den Berlin und der Wirth im Cafe Sedan aus Blei Stücke, mit denen die Automaten„betrogen" worden Es ist nicht gelungen, die Thäter zu ermitteln. in der Reichs druckerci in der Anfertigung begriffenen Po st werthzeichen entnehmen wir der„VerkehrSz-«-'«» nelül folgendes:„Die neuen Marken unterscheiden sich von.de�tzjct heraus VerkehrSztg-' ......... icifUsciuca fiu; vu»»' �0' R iiiigen im Wesentlichen dadurch, daß der ihnen 'eichsadler und die Reichskrone, der durch, den Allerh�M' e.ne� SMa .V'Nez gestempelten Formulare zu Postkarten, Postanweisungen dingt. Entsprechend der veränderten Farbe der neuen eben li-d'O das offene Fenster gestellt hatte, herunterstürzte „Effekte"-� dass?».-'dar vor dem Kinde unten zertrümmerte. Obgleich den In- ff ls d'/ der Flüssigkeit theilweise überschüttet wurde, erlitt iit„Rc-dff°V.k«nerlei erhebliche Verletzungen, :b#T< -ovlsionen ' setzt nian Jen sind � lann nicht. n verung. reich»rsiS Heb *r das Kekinden de» bei e venuiglückten Kabitschke und zas fWaftrophi mi-\ ovuvuiujic«jiu vHivw Wtibel- r jj' Letztere auf dem Wege der Bi iiÄ.Ä«-siÄ dem Bauunfall der Dampfer- dcssen Tochter er- Besserung außer verunglückten und wWd rtcrftrqfeef „, Die �"iste beK?x V kgl- Klinik gebrachten Poliere" Seibt und Sn" den in ch ebenfalls verhältnißmäßig wohl, was auch tz,�" � Mielden �"st �"Angebrachten Röder, Puhlmann und [ich mehrfach vorbestrafter Mann NamenS ''"■frfitii' �tkdwerstrab x" Vormittags vor der Markthalle in der Fbl(BiijfWKlJSSS KrK'isaiö • igt� � MWWZMNL ######:# � �-�"�«'«»serverkrhr in Kerlin. London »fjsS zur nd.o � uf der Jannowitzbrücke im Dezember 1883 nschen« zte er% :S, den 3. auf der ünzstraße zwischen Leipziger- olirte.....................■" WWLAW�, ÄMMMSs � we Un Aoe evx he einer J' N � Paris 1874, wird in Bezug auf den Pont r Ä» � �'- f Trotr.o.i-r d, p" Personen. In dem Werke„Les Traveaux - Paris : diese Zahl bis zur Abfassung der Schrift sich ver- offen ai n kostsp'� Kx, Priisnn��nhlerlisten sind Einsprüche erhoben worden, bi»! a°bdnuna, � Entscheidung nach den Vorschriften der ig}. Die S?oM der Zeit vom 1. bis 15. August stattfinden in.�K neten-Versammlung daher genöthigt, Hut der ii.� m Dechen und eine Sitzung anzuberaumen, - Am 25. d. M. Vormittags brachte der is'-te Mithin"" t>uf dem Neubau Lefsingstr. 42 eine Platz- ptiht der Nagels zur Erplosion. Dabei drang ihm W» aÄnurs ..efüllte Grube. Er wurde zwar bald scheint jedoch eine nicht unbedeutende en erlitten zu haben.— Als zu derselben rer Wohnung in der Oderbergerstraße 3 men K-S« reuen iN �9»"' «WW iQgnge Frau aus unbekannter Veranlassung aus dem Fenster ihrer Wohnung in der Keffelstraßc und ver- starb auf der Stelle. Die Leiche wurde nach dem SchauhaUse geschafft. Gevilftks-Bcikmrg. Mögen unbefugter Veranstaltung einer öffentlichen Kollekle hatte sich gestern der Redakteur unseres Blattes, Reinhold Cronheim, vor der Berufungs- Strafkammer des Landgerichts l zu verantworten. Es handelte sich um einen Aufruf, den das Streikkomitee der Damenschneider zu Frank- surt a. M. an alle Kollegen Deutschlands gerichtet hatte. Es wurde darin gebeten, die Streikenden durch Abhaltung von fremden Arbeitskräften, sowie durch baare, nach Frankfurt zu richtende Zuwendungen zu unterstützen. Dieser Aufruf war m der Nummer unseres Blattes vom 13. Jan. er. zum Abdruck gelangt, und hierin erblickte die Anklagebehörde die obenge- nannte Uebertretung. Das Schöffengericht war anderer An- ficht und sprach den Angeklagten frei. Der Staatsanwalt legte gegen dies Urtheil Berufung ein, die er im gestrigen Termine vor der zweiten Instanz damit begründete, oaß das Erkcnntniß im Widerspruche zu früheren Ent- scheidungen des Reichsgerichts wie des Kammergerichts stände. Das Reichsgericht habe entschieden, eine Kollekte sei schon als eine„öffentliche" anzusehen, sobald sie über den Bekanntenkreis hinausgehe, und da im vorliegenden Falle ein geschlossener Kreis der Beitragspendenden nicht anzunehmen sei, verstoße der Auftuf gegen die betreffende Verfügung, wonach eine öffent- liche Kollekte nicht ohne vorherige Genehmigung des Ober- Präsidenten veranstaltet werden dürfe. Er beantrage eine Geldstrafe von 3 Mark. Der Vertheidiger, Rechts- anwalt Dr. Flatau, bestritt die Stichhaltigkeit der Ausführungen des Staatsanwalts. Nur Hauskollekten seien von der Genehmigung des Ober- Präsidenten abhängig. Von der Veranstaltung einer Kollekte durch Aufnahme des Aufrufs könne schon um deswillen keine Rede kein, weil die Beiträge nicht dem Angeklagten oder der Redaktion des„Berliner Volksblatt" eingesendet werden sollten. Außer- dem falle in's Gewicht, daß die in Rede stehende Polizeiver- fügung für Frankfurt a. M. keine Giltigkeit habe und schon aus diesem Grunde müsse die Freisprechung des Angeklagten erfolgen. Der Gerichtshof schloß sich den Ausführungen des VertheidigerS an, verwarf die Berufung des Staatsanwalts und bestätigte das freisprechende Erkcnntniß des Schöffen- gerichts. Die Geschnstshanbhabnng mancher Abzablnngs» gefchäfte brachte für die in denselben angestellten Verkäufer manche Gefahr strafrechtlicher Verfolgung. Bei der Fülle der abzuschließenden Kaufverträge ist denselben der Auftrag ge- worden, die Firma selbst zu unterzeichnen. Damit aber oer Chef eine leichte Kontrole darüber zu üben vermag, welcher von den Verkäufern das betreffende Geschäft abgeschlossen hat, haben dieselben zugleich die Anweisung erhalten, auf den Ver- trägen auch noch ihren Namen zu vermerken. Gleich nach Vollziehung der Verträge durch die Kunden sind dieselben zur weiteren Veranlassung dem Chef vorzulegen, dem eS selbstverständlich auch obliegt, die stempelpflichligen Urkunden recht- zeitig stempeln zu lassen. Da nun in dieser Be- ziehung von einigen AbzahlungS-Geschäften, darunter auch von der Firma A d a m i, behufs Ersparung der Stempel- betrüge zahlreiche Unterlassungen vorkommen, lo werden auch häufig Stempelstrafen verwirkt. Nun entstand die Frage, wer, der abschließende Verkäufer oder der Inhaber des Geschäfts, als Kontrahent anzusehen und demgemäß in die Stempelstrafe zu nehmen ist. Die Steuerbehörde hat Ersteren verantwortlich gemacht, und die 95. Abtheilung des Berliner Amtsgerichts I ist dieser Anschauung beigetreten und hat u. A. den KommsS I. zu 80 Mk. Strafe verurtheilt. Auf dessen Berufung gelangte diese Sache heute vor der Strafkammer Via zur Ent- scheidung. Rechtsanwalt Dr. Flatau führte aus, oaß der Angeklagte nur Schreiber des Vertrages gewesen, nicht aber als Bevollmächtigter seiner Firma anzusehen sei; dem- gemäß müßte sich das Strafverfahren gegen den Chef derselben richten. Das Gericht(heilte indeß die Auffassung des ersten Richtersund verwarf die Berufung. Eine stürmische nächtliche Mirthshansszene, welche für einige der Betheiligten äußerst schwere Folgen gehabt hat, beschäftigte gestern die dritte Ferienstrafkammer des Land- gerichts i in mehrstündiger Verhandlung. Es hatten folgende Personen auf der Anklagebank Platz zu nehmen: 1. Agent Samuel Spiro. 2. Student der Rechte Eduard Fleck. 3. Student der Mathematik Reinhardt S e e f e l d. 4. Student der Rechte Edgar H a a s e l a u. 5. Student der Rechte Willy Lehmann und 6. der Kandidat der Medizin Alfred R ö s e l e r. Der erste Angeklagte befand sich in Untersuchungs- Haft. Er war beschuldigt, den letztgenannten Angeklagten, Röseler, mittelst mehrerer mit der Krücke eines Spazierstocks gegen deffenKoofgerichteter Schläge derart verletzt zuhaben, daß derselbe dauernd den Verlust der Sehkraft des rechten AugeS zu beklagen hat. Die übrigen Angeklagten waren des gemeinschaftlichen Haus- friedenSbrucheS beschuldigt. Zeitweise wohnte der Landgerichts- Präsident Angern der Verhandlung, welche von dem Landgerichts- direkter Schmidt geführt wurde, bei. Die Anklagebehörde ver- trat Staatsanwalt Ritzel, die Vertheidigung lag in den Händen der Rechtsanwälte Dr. Bank, Wronker, Dr. Hoffmann und Dr. JverS. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zu Grunde: In der Nacht zum 17. April d. I. gegen 2 Uhr betraten die fünf letztgenannten Angeklagten das Lokal des RestaurateurS Scholz„Zum Tropfen Gift" in der Taubenstraße. Sie begaben sich in das letzte der drei Zimmer, aus denen die RestaurationS- räume bestehen, und forderten Bier. Der Wirth wollte sich nur zögernd zur Verabreichung von Getränken verstehen, da ihm die Neuangekommenen Gäste sehr aufgeregt schienen und die Zeit so weit vorgerückt war, daß er bald schließen mußte. Unter der Bedingung, daß der Aufenthalt nicht lange dauern solle, ließ der Wirth aber doch Bier verabfolgen. Die Studenten betrugen sich sodann höchst lärmend, einer von ihnen neckte einen Papagei, der dadurch fortwährend aufkreischte, und ein zweiter setzte sich an das Instrument und spielte. Der Wirth gebot Ruhe, fand aber kein Gehör und die Angeklagten sollen nun viele Male vergelllich aufgefordert worden sein, das Lokal zu verlassen. Nach längeren Auseinandersetzungen mit dem Ober- kellner wegen der Bezahlung bequemten die Angeklagten sich dazu, sich zu entfernen, sie thaten dies im Gänsemarsch und in möglichst langsamer Gangart. Beim Durchgehen durch die beiden ersten von Gästen besetzten Zimmer sollen die Studenten gegen die letzteren beleidigende Aeußerungen ausgestoßen haben, vor der AuSgangSthür kam es zu Thätlich ketten, wobei die Studenten der Uebermacht weichen mußten und herausgedrängt wurden. Nur der Angeklagte Röseler, der sich am meisten bei der Schlägerei betheiligt hatte, wurde im Lokale zurückbehalten und hier arg mißhandelt. Einer der anwesenden Gäste war der Angeklagte Spiro, der nach der Züchtigung, die dem Ange- klagten Röseler zu Theil geworden, seine Genugthuung hierüber aussprach und erklärte, daß der Lohn ein verdienter sei. Nun ging Röseler in drohender Haltung auf Spiro los, und biefe- soll nun mehrere Male mit der glatten Krücke seines Stockes Hiebe gegen den Kopf des Angeklagten Röseler geführt haben. Dieser brach darauf mit dem Schmerzensruf„Mein Auge! Mein Äuge! zusammen. Er wurde nach der SanitätSwachc gebracht, mußte aber die Augenklinik autsuchen, da die Verletzung sich als eine schwere zeigte. Die Sehkraft seines rechten AugeS ist fast vollständig erloschen. Die Angeklagten bestreiten ihre Schuld. Sie wollen sich sofort zum Gehen angeschickt haben, als der Wirth sie hierzu aufforderte. Beim Passiren der beiden vorderen Zimmer seien sie von den dort anwesenden Gästen, dem Wirth und dessen Kellnern thätlich angegriffen worden, und sie seien kaum im Stande gewesen, sich zur Wehre zu setzen. Der Angeklagte Röseler behauptete, daß man ihn auf das Grausamste mißhandelt habe, als man ihn von seinen Kommilitonen getrennt und im Lokale zurückbehalten hatte, von allen Seiten habe man mit Seideln, Untersätzen und mit der Faust auf ihn eingeschlagen, bis er zu Boden sank. Dann habe man die Mißhandlungen noch fortgesetzt. Aus einer tiefen Kopfwunde am Hinterkopfe blutend und halb betäubt habe er sich dann aufrichten können. Nun habe Spiro jene Bemerkung gemacht, die ihn noch mehr in Wuth setzen mußte, und er habe Miene gemacht, sich auf diesen zu stürzen. Die Um- stehenden verhinderten ihn indessen daran, und nun könne es sein, daß er ein Schimpfwort ausgestoßen habe. Spiro habe darauf mit dem Stocke einen Hieb gegen sein Gesicht geführt, welcher die Nähe des rechten AugeS traf, ein zweiter Schlag folgte und dieser traf das Aupe selbst. Der Angeklagte Spiro be- hauptete dagegen, daß Röseler ihm, nachdem er allerdings das Betragen der Studenten gemißbilligt hatte, einen Stoß gegen die Brust versetzte und ihn gleichzeitig„Judenlümmel" nannte. Nun erst habe er durch die Schläge mit dem Stocke geant- wortet. Er glaube aber, die Ansicht aussprechen zu müssen, daß Röseler die Wunde am Auge bereits bei der ersten Prügelei seitens der anderen Gäste erhalten habe. Die Beweisaufnahme war äußerst umfangreich, aber selten traten in einer Zeugen« Vernehmung so widersprechende Aussagen zu Tage, wie in der vorliegenden. Der Zeuge Scholz mußte einräumen, daß die ersten Aufforderungen an die Studenten zum Verlassen des Lokals nur bedingungsweise erfolgt wären, als er ernstlich seine Aufforderung wiederholte, wären die Angeklagten, wenn auch langsam gefolgt. Hoch und theuer versicherte der Zeuge, daß er keine Hand an einen der Angeklagten gelegt, und da- gegen bekundeten mehrere andere Zeugen mit aller Bestimmt« heit, daß der Wirth Scholz über die anderen Gäste hin- weg mit einem Gummischlauche auf die Studenten ein- schlug, als die Letzteren von der Uebermacht hinausprügelt wurden. Einer der Zeugen, der Bureauvorsteher Nebel, sprach seine Empörung über die beispiellose Rohheit aus, mit der die Gäste über den alleinstehenden Angeklagten Röseler hergesallen seien. Als derselbe am Boden lag, sei er von allen Seiten noch mit Füßen getreten worden. Von dieser Szene wollten andere Zeugen wiederum nichts gesehen haben. Kapellmeister Meier bekundete über den Vorfall zwischen Spiro und Röseler, daß der Letztere dem Ersteren eine Ohrfeige versetzte, bevor Spiro mit dem Stocke schlug, eine Behauptung, welche selbst die Vertheidigung des Angeklagten Spiro überschritt, denn dieser wollte nur einen leichten Stoß gegen die Brust erhalten haben. Derselbe wollte auch gesehen haben, daß Röseler bereits im Gesicht blutete, als er sich nach der ersten Mißhand- lung vom Boden erhob. Diese Wahrnehmung wurde von keiner anderen Seite unterstützt. Staatsanwalt Ritzel ging mit einigen Zeugen arg in's Gericht. Von vorne herein müsse er erklären, daß er den Hausfriedensbruch nicht für erwiesen halte und deshalb die Freisprechung der fünf Angeklagten beantrage. Für die Studenten sei das ominöse Lokal des Zeugen Scholz ein richtiger„Tropfen Gift" geworden, und wenn sie beim Verlassen desselben mit Bezug auf dasselbe den Ausdruck„Schand- lokal" gebraucht hätten, so möchten sie von ihrem Stand- punkte aus Recht gehabt haben. Nach der Beweisauf- nähme halte er für erwiesen, daß die Studenten gingen, als der Wirth sie ernsthaft hierzu aufforderte, und wenn sie dies im Gänsemarsch thaten, so sei dies kein Grund für die übrigen Gäste, die noch beim Bier sitzen durften, die Hinaus- gehenden zu verhöhnen. Die Art und Weife, wie Röseler so- bann behandelt worden sei, stelle die Gäste des„Tropfen Gift" auf gleiche Stufe mit„RowdieS". Es könne sich nur um die Verurtheilung des Angeklagten Spiro handeln und an dessen Schuld fei allerdings nicht zu zweifeln. Bei der Straf- abmessung komme erschwerend in Betracht, daß derselbe sich äußerst feige benommen habe, indem er sich nach dem ersten von ihm er- (heilten Schlag schleunigst einigeSchritte zurückging und dann, noch einmal vorspringend, den zweiten verhängnißvollen Schlag führte. Die außerordentlich betrübenden Folgen rechtfertigte ein hohes Strafmaß, er beantragte ein solches von zwei Jahren G e f ä n g n i ß. Alle Vertheidiger, mit Ausnahme desjenigen Spiro'S, Rechtsanwalt Bank, verzichteten auf's Wort. Der Letztere nahm seinen Klienten in erster Linie vor dem Vorwurf der Feigheit in Schutz und führte aus, daß derselbe sich im Zustande der Nothwehr befunden habe. Jeden- falls bitte er aber, die Untersuchungshaft im Falle einer Verurtheilung voll in Anrechnung zu bringen. Nach dem Plaidoyer des Staatsanwalts mußte die Urtheils- Verkündigung um so größere Ueberraschung hervorrufen. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß die fünf angeklagten Studenten zwar nicht des gemeinschaftlichen, aber doch des ein- fachen Hausfriedensbruchs für schuldig zu erachten und demgemäß zu bestrafen seien. Die Angeklagten mußten sich sofort auf die Aufforderung des berechtigten Wirthes entfernen, ein gemein- sameS Handeln sei aber nicht angenommen worden. Es fei hierfür auf eine Geldstrafe von je fünf Mark oder einen Tag Gefängniß erkannt worden. Der Angeklagte Spiro wurde zu einer Gefängnißstrafe von vierMonaten verurtheilt, wovon zwei Monate und zwei Wochen durch die erlittene Untersuchungs- Haft für verbüßt erachtet wurden. Der Verurtheilte wurde ans der Haft entlassen. Zwei Galanteriewaarenffandler hatten ihre sogenannte Ramschwaare dadurch zu verwerthen gesucht, daß sie aus den- selben„Ueben-aschungspackete" machten, zu 25 Pf. und 50 Pf. das Packet und so an das Publikum verkauften, d. h. sie wickelten Sachen im Werthe von 25 Pf. bis 5 M. in die 25 Pfennig-Packete, Sachen von 50 Pf. bis 10 M. in die 50 Pfennig-Packete so fest ein, daß es von außen nicht erkannt werden konnte und blieb es dem Glückszufall überlassen, ob die Käufer einen mehr oder minder werthvollen Gegenstand für 25 resp. 50 Pf. erhielten. Wenn dem Käufer bei dem Auswickeln des Packeis im Geschäfte selbst der erhaltene Gegen- stand nicht konvenirte, war einmaliger Umtausch gegen ein anderes„Ueberraschungspacket" zulässig. DaS Reichsgericht hat nun in dieser Geschäftsmanipulation das Veranstalten einer öffentlichen Ausspielung erblickt, welche, da sie ohne diel polizeiliches Erlaubniß erfolgt war, unter die Straf- bestimmung des§ 286 des Strafgesetzbuchs fällt. In den Gründen des Urtheils vom 25. Febmar 1889(Entsch. Band XIX. Seite 11) heißt es:„In diesem Verkanfs- modus muß die Veranstaltung einer Ausspielung erblickt wer- den, denn es war ein Einsatz von 25 oder 50 Pf. uothwendig, eS hing vom Zufalle ab, welchen Gegenstand der Nehmer in dem verhüllten Packete vorfand, und es war ihm sogar ein Gewinn in Aussicht gestellt, indem Packete mit Gegenstanden im Werthe bis zu 5 bezw. 10 M. vorhanden gewesen sein sollen. Ob der Käufer das Recht hatte, den Zufall zwei Mal entscheiden zu lassen oder nicht, wurde emen Unterschied nicht begründen. Daß er sich eine Waare wählen konnte, oder daß er die Ziehung fortsetzen konnte, bis er eine ihm entsprechende Waare gefunden hatte, ist nicht festgestellt und nach dem Sach- verhalte nicht anzunehmen." Damit, meint das Reichsgericht, seien alle wesentlichen Erfordernisse einer„Ausspielung" er- füllt, wobei das„Spiel" eben darin liegt,„daß der Spieler etwas werthvolleres oder weniger werthvolles, etwas brauch- bares oder unbrauchbares durch Zufall erlangen konnte." Der Appellhof von Krüssel hat vor einigen Tagen in Sachen der bürgerlichen Eheschließung ein höchst interessantes Urtheil gefällt. Der Fall war folgender: Vor einem Jahre fand eine Heirath zwischen einem Fräulein D. aus dem benach- harten Vilvorde und einem Studenten der Brüsseler Universität, V., statt. V., der sich zu den Freidenkern zählt, hatte feiner Zukünftigen bei der Verlobung versvrochen, sofort nach dem Austritt aus dem Gemeindehause, o. h. nach Vornahme der bürgerlichen Trauung, die Ehe in der Kirche einsegnen zu lassen. Kaum waren jedoch die Formalitäten der bürgerlichen Ehe- schlichung beendet, als V. die Weigerung aussprach, sich nach der Kirche zu begeben, und sich davonmachte. Die Neuser- mahlte strengte hierauf gegen V. einen Prozeß auf Nichtig-Er- klärung der Ehe an; das Gericht entschied jedoch, daß kein Grund vorhanden sei, diese Nichtigkeit auszusprechen. Darauf erhob die junge Frau die Ehescheidungsklage gegen V., indem sie sich darauf stützte, daß die Weigerung, zur religiösen Trauung zu schreiten, eine schwere Injurie darstelle. DaS Ge- richt wies sie jedoch mit der Klage ab, und zwar mit der Begründung, daß die Thatsache der Weigerung, die sie zu beweisen sich erboten habe, nur einen Mangel an Schicklichkert, keineswegs aber die schwere Injurie enthalte, aus der das bürgerliche Gesetzbuch einen Ehescheidungsgrund macht. Gegen dieses Urtheil legte die Abgewiesene Berufung ein, und der Appellhof refonmrte dasselbe durch eine des Näheren motivirte Entscheidung. Der Begriff der schweren Injurie, heiht es darin, ist im Gesetz nicht näher definirt, sondern der Beurthei- lung durch den Richter überlassen. Die Weigerung des einen der Ehegatten, zur religiösen Trauung zu schreiten, die er ver- sprachen habe, stellt jedenfalls eine schwere Injurie dar. Wenn Kinder aus dieser Verbindung hervorgingen� so würden sie von den Eltern und Freunden des Ehegatten, dessen Ueberzeugun- gen verletzt sind, ebenso wie von allen Gläubigen, als illegitim betrachtet werden, denn man kann nicht verkennen, daß in ihren Augen die religiöse Eheschließung allein die legitime Ver- bindung darstellt. Der Appellhof fügt diesen Ausführungen noch hinzu: Herr V. berufe sich vergeblich darauf, daß die religiöse Trauung seine freidenkerischen Ueberzeugungen verletzt haben würde, denn wenn er Freidenker sei, so müsse ihm die religiöse Trauung gleichgiltig sein.— In diesem Urtheil woljen manche Juristen, die sich als libres penseurs bezeichnen, enie schwere Gefahr für das. öffentliche und bürgerliche. Recht, dessen Grundlage hie Trennung von Kirche und Staat ist, . sehen;, sie nennen die Anschauungen des Äppellgerichts eine' Ungeheuerlichkeit und hoffen, daß die Angelegenheit noch vor den Kassationshof gelangen werde. Die bürgerliche Ehe- lchließung begründe nach belgischem Gesetz allein die Ehe, der Nichter habe somit nicht auf die Ueberzeugungen Dritter von der religiösen Weihe der Ehe und deren Bedeutung Rücksicht zunehmen, und könne aus der Weigerung,' einen„gesetzlich nichtigen" Akt vorzunehmen, kein Argument hernehüreN, um eine vollkommen giltig, regelmäßig und definitiv geschlossene Verbindung aufzulösen. Von anderer Seite wird geltend ge- macht, daß die religiöse Trauung vom Standpunkte des Gesetzes keineswegs ein„nichtiger" Akt sei; sie sei dies nur/ wenn sie etwa vor' der bürgerlichen Trauung vorgenommen würde; vielmehr sei sie dem bürgerlichen Gesetz über die Ehe- schließung gegenüber etwas GleichgiltigeS. Ferner handele es sich nicht um eine allgemeine gesetzliche Anerkennung und Respektirung der religiösen Ucberzeugung Anderer, sondern in einem bestimmten Falle um die durch ein feierliches Versprechen seitens deS einen handelnden ThcileS vorspiegelte Bekundung eines solchen Respekts, der aber dann der Wortbruch folgte, und eine solche schwere Täuschung jdes einen Ehegatten sei mindestens eine schwere Kränkung des andern TheileS. Der KassafionShof dürfte daher schwerlich, falls die Sache noch an ihn gelangen sollte, eine andere Entscheidung fällen, als die der Berusungsinstanz. WersÄmmlungen. Der Fachverein der Lithographie stein Schleifer«nd Kernf» genösse« tagte am Montag, den 22. d. M., bei Seefeld. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Herrn Zubeil über Unfallversicherung und Krankenkassengesetz. Der Referent war jedoch verhindert zu erscheinen und so mußte dieser Punkt der Tagesordnung fallen gelassen werdem Vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung gedachte der Vorsitzende mit warmen Worten zweier Männer, welche in den letzten Wochen das Zeitliche gesegnet. Es betraf dies zunächst den Kollegen und Mitglied Wilhelm Fischer, welcher nach mehr- wöchentlichem Krankenlager im 52. Lebensjahre durch den Tod aus unserer Mitte gerissen wurde. Der Verstorbene war unverheirathet. Des weiteren gedachte der Vorsitzende mit beredten Worten des Hinscheidcns des Vertreters der Arbeiterpartei des sechsten Wahl- kreiseS im Reichstage, Wilhelm Hasenclever. Das Andenken beider Männer wurde von den Anwesenden durch Erheben von den Sitzen geehrt. Des weiteren wurde beschlossen, am 14. September ein Familienfest bei Seefeld zu veranstalten, ebenso am 18. Januar künftigen Jahres das Stiftungsfest in üblicher Weise zu feiern, und wurde der Vorstand beauftragt, die erfor- derlichen Schritte zu thun. Unter Verschiedenes theilte der Vor- fitzende noch verschiedene interessante Sachen aus der Aus- stellung mit, und empfahl den Besuch derselben. Da weiter nichts Wichtiges vorlag, so wurde die Versammlung um 1 1 Uhr geschlossen. Krrichtignng. In Nr. 172 Ihrer geschätzten Zeitung (Beiblatt) heißt es in einem Bericht über die Versammlung der Maler und Anstreicher u. A: die Streikkasse habe nur zirka 800 Mk., die ausschließlich von den Berliner Gesellen vor dem Streik aufgebracht worden seien. Jeder einigermaßen in eine Lohnbewegung Eingeweihte wird das Unrichtige, das in diesem Satze enthalten ist, herausfinden. Um aber jedem falschen Unheil entgegen zu treten, finde ich mich als Referent der Versammlung verpflichtet. Obiges richtig zu stellen. Meine Worte waren folgende:„Bis jetzt haben wir für 3 Wochen Unterstützung sowie Agitationskosten aus unserem Fonds be- stritten(zirka 17 000 Mk.). Von anderen Gewerkschaften, sowie von den Kollegen aus anderen Städten haben wir zusammen noch keine 600 Mk. erhalten und deshalb den Streik aus eigenen Mitteln geführt." Dann heißt es weiter:„Die Ver- fammlung nahm einen Antrag nicht an, die Sammlungen in Höhe von 2 resp. 2,50 Mk. pro Woche fortzusetzem" Dieses ist falsch. Die Sammlungen gehen weiter. Der Antrag verlangte, daß in Folge der Sammlung Sonnabend nochmals Unterstützung bezahlt werden solle. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Joseph Hohlwegler. � � lUrtin der Sattler und Fachgenossciu Am Sonnabend, den 27. Zull, Abend« llhr. in Deiginüllcr's salon, Alle Jarobstraße 48»: Versammlung. SaaeSorbnuna; 1. Vortrag de««ollegen Asunann über NonnalarbcitStag. 2. DiSkuliian. s. Verschiedene« und Fragcrasten. Gäste sind willkommen. Um zahlreiche» Besuch bittet der Vorstand. £»rritt der Kuchbinder und verwandten BerufSgenosien. Heute Slbeud7«nnenstr. Iii. im Vcrcinsiokal � Gemuthiicher Abend. E« wird gebeten da« Milglied-Ibuch mitzubringen. Bekannte könneit eingk,ührt werde». Utschleroerein. Am Connabend, den 27. d. M.. Abend« S Uhr,«ott- Imferftrafoe 4» Generalversammlung. Tagesordnung ,1.. Kassenbericht vom 2. Vierteljahr. 2. Bericht über die Bibliothek. S. Wahl eine« Bibliolhekar«. 4. VcreinSangclegenhcit. Billct« znr Ausstellung für Unsallverhuwng» 5u Ps. fwd bei Herrn Winter zu haben Nur Mitglieder haben Zutritt, St» Landpartie der Nereinigung der dentschen Stellmacher. Mitgliedschast Berti» 5, sindet Tonntag. den 28. Juli statt. Treffnunkt: Aieran- derviah früh« Uhr 30 Min. Richtung Grunewald» Schiidhorn., jsachoeeein der postrieger. Am 28. Juli, bei Feuerstein, Alle Jakob. Uruhe 75: Versammlung. Tagesordnung: I.Antrag de« Kollegen Reckner. 2 Diskusston. 3. Wahl zweier Kommissionsmitglieder. 4. Verschiedenes und Frogekaste». Ausnahme neuer Mitglieder. «thische«esellschast. Eonniag, den 28. Juli, Abends 8% Uhr, bei T rillhose, Roseuthaierstr. 11-12 Vortrag de« Herrn Dr. Huber. Thema saus Verlangen): Bedeutung und Ziele der ethischen Gclellichasl." Nach dem Vor. »rag gesellige Unterhaltung. Damen und Herren als Gäste willkommen. ZLugerordentliche Neekammlnng de» perbande» deutscher Zimmerleute sämmtlicher Vokalverbände Berlind am Sonntag, den 28. Juli, Vormittag« 10 Uhr, in Orscheid Salon, Scbaftianstrahe 39. Tagesordnung: 1. Weitere Regelung der Zcilschrist. 2. Neugestaltung der hiesigen Lokalver» bände. 3. Regelung unserer freiwilligen Vcibandsbettcäge sznm llnicrstübungi. ""«roAe öffentliche persammiung der Tischler, Kildhauer, Stell- mncher, Kiittcher am Montag, den 29. Juli. Abend« 8% Uhr. In den Bürger» iätcn. Dreidenerftr. 96. Tagesordnung; Berichterstattung vom internationalen Arbciierkongreh in Parti. Referent Th. Glocke. Znteeesscu»ereiu der Aistenmacher. Montag, den 29. d M. Ge» neroiversamrnlrrna im Lokale dci Herrn Jordan. Reue Grllnftrahe 28. TageS» ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal 1869. 2. Statutenänderung und Verschiedenes. «eneeatrersammluug de» Kachuereiu» der Tapejirer Berlins am Montag, den 29. d. M., Abends 8 Uhr, in Feucrslein'S Eaton, Alle Jakob» ftroße 75. Tagesordnung; 1. Vortrag mit Diskusston über: Die moderne Poesie und die Arbeiterbewegung. Referent Herr Türk. 2. Vierteliahriderickt. 3 Errichtung einer Fachschule. 4. Antrag Nikiich. 5. Beschluhsassuna zum StistungSsest. 6. VercluSangeiegenheiten. OuittungSbuch legitimirt. Ausnahme neuer Mitglieder. Um recht zahlreichen und pünktlichen Besuch billet der Vorstand. Berliner WirliergeseUeuuerbaud. Montag, de» 29. Juli, Rubel eine Versammlung in Bobers S Salon, Weinstrohe 11, mit solgcnder Tagesordnung statt: 1. GeschästlichrS. 2. Verschiedene«. 3 Vortrag de« Herrn O. Thierbach über.Fachvcrcin und Innung". 4. Diskussion. Jeder Wirker ist freundlichst eingeladen. Perbaud deutscher Jimmerleute tBerli» Nord und Umgegend). Montag, de» 29. Juli d. I., Abend« 8% Uhr, in Köllner« Restaurant, Alte Hochsir. 32», Generalversammlung, Tagesordnung; 1. Innere Sngelegenhcuen, 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Au alle Möbelpolirer! Oesseiittiche Versammlung der Möbelpolirer am 29. Juli, im Saale deS Herrn Gnadt, Brunnenstrahe 38, Abends 8 Uhr. Tagesordnung; 1. Die jetzige Arbeiterbewegung und welche Moral ziehcn die Möbelpolirer daran«? iRcicrent Herr tsart tzurt.) 2. Diikusston. 3. Ver» schicdencs. Alle Kollegen, besonders die de« Nordens stnd hierzu eingeladen, Die Fachkoimniision. Fachuereiu der tzluüer. Das 8. Stistungssest de« Vereins findet am 3. August im Schweizer-Garten statt und ist der Eintritt für die Mitglieder frei, Gäste, durch Mitglieder eingeführt, zahlen 50 Vi. Enttee. Mkf der Billetverkaui iür Gälte am 30. Juli geschloffen Billel« find det k Herren zu haben: Daedne, Schwedterftr. 229. Peirick.Lübdcnerftr.?. 4 l Fehibeuincistr. 31; F. Gräichke. Görlitzerstr. 70. Wals, Borfigstr. 13 y Rügcncrstr. 36: Ulrich. TrcSkowslr. 41; Buchholz, Ackcrstr, 57; KelM-F�jv strahc 3. Rolle, Naungnstr. 87: Neumann, AivenSiedenstr. fi»»�Ä«s teuffclstr, 84: Krüger, Sophienstr. 8; Lempudl, Ewinemünderftr, l°» Fürstenbergerftr. II: SiemanowSkv, Ackcrstr. 73..... gchfi «»saug-, Turn- und g«s»Ulg» p«r»in» am Sonnabrnd»,. verein.Harmonia" AbendS 8 Uhr im Rcstauranl, Alte JattWnzl MSnnergcsangvercin.Treue' AbendS 9 Uhr im Restaurant AndreaM IN Männergesangverein..Erato" AbendS 9X Uhr bei Schläwickc, Klewt»-� — Lübeetschcr Turnverein(1. LehriingSabtheilunai. AbendS 8 um strahe 57-58.- Turnverein„Wcdding". Pankstr. 9, Männerat %— 1% Ubr AbendS. deSgl. I. LchrlingSablheilung von 8 bii 10 0», jp) — ArendSstche Sienographenklaffr des„Berliner Handwrrkervcrcw» 8% Ubr Sophienfir. 15.— Thealer» und VcrgnügungSvcrein.Mm? 8 llhr im Louisenstädtischen Bicrhausc, Admirasstr. 38. giinM Restaurant Hillmann, Mantcuffelstrahe 68.— Dänischer Verein„„ 9 Uhr im Restaurant Poppe. Lindenstr. 106.— Verein der Abends 8X Uhr bei Vaihinger, Dorolhcenstr. 84,— Verein tbcin.»�7�4 34. Gcmeindeschule Abend« 9 Uhr IM Restaurant. Koppenstt.�» A.s» ehem. M, C. Luther'scher Schüler Abend« 9% Uhr im Restamanl Ohmgasse 2.— Rauchkiub„Portorico" Abends 9 Uhr bis 11 Uhl«. strahe 157 bei Schutz.— Rauchklub„Qualm" Abend« 8 Uhr ,>M Tamm, Schönhauser Allee 28.- VcrgnllgunaSverein„Lustige 13 ji«> im Restaurant Aibrecht, Auncnstr. 9.— Tambourvercin„Scdan vi»» 9 Uhr, Grüner Weg 9—10, Ausnahme neuer Mitglieder 4. Lirhung der 4. Klasse 180. König!. Preuss. Lotterie. gsehnng vom SS. Juli 1389, t0»rmlt,-g». Nur die Gewinne über»1« Mark stnd den betreffende» Nummern in Parentheic beigefügt. (Ohne Gewähr.) «I 74 131 61[300] 241592 805 976 1274 33 507 71841 916[500]»065 172 210 69 522 93 669 770 859 74 75 939 77»524 89[6001 611 776 893 95 920 4026 13001 65 67 153 74 346 80 405 31 614 692 783[500] 813 75 939 99«127 88 94 342 52 435 53 503 655 87[6001 778 856 58 928 C110 47 71 296 506 69 928 41 7109 245 98 645 797 8028 50 137 267 386 417 28[15001 585 749[30001@055 97 181 271 588 833 942 10119 51 59 86 530 613 75 95 743(5001 65 11162 629 749 806 1»083 180 95 2Q8 330 431 502 77 93 755 1».'12 20 346 533 37[1500] 672 709 926 33- 14042[15001 48 61 154 218 23 372 400 604[1500] 34 635 721 855 1 5188 97 367 652 893 18021 J5000] 233 77 340 409 13 26(30001 35 618 47 816 1 7138 203 36 83 467 516 57 66 91 6-6 18!>07 99[30001 365 411 603 1 0022 45 118 224 35 50 330 82 480 918 15001 21 92■' «0035 220 377[1500] 418[S000] 35 585 93 741 97 820 87 933 59 »1122 289 383 404 47 61 701 83[1500] 90 805«»108 62 99 298 416 740 805 946 53«.1032 240 98 395 441 79 570 84 777 832 49 940 58 84105 35 278 79[.100000] 322 71 417 702 39 844 919 29[3001«5251 30» 416 37 39 633 39 44 721 818 27 44 904««117 223 379 798«7220 22 37 76 464 629 44 52[15001 724 63 78 98 806«0042 192 231 73 311 32 461 68 512[15001 60[1500] 623[500] 704 811[300] 912[300] 38 61 «0015 28 46 125(15001 326[3001 43 448(5001 679 624(3001 52 68 746 902 57 73 »«205 340[500] 77 587[9 673 78 715 18 806 61 994»1025 252 [3000] 90 325 448 891(15001 952 69»«191 380 448[5001 557 666 862 916 35 46»3002 307 48 98 499[3001 590 15001 691 740 64 905 3 4008 64 115 233 455 67(300] 585 91 625[500] 52 826 55 985»«010 210 305 37 444 693 685 829 45 909»»059 72 159 61 285 392 460 609 12[500] 81 755 97 922 40»7072 154 229 431 622 708 74 815 62 924»*271 328 80 631 942 85 3 0008 21 119 58 230[3001 36 320 76 688 730 95 t 40111 61[30001 512 846 62 41172 268 366 500 13 639 49 98 716 927 4«026 121 82 274 488 538 72 92 738 842 82 922 82 4 3004 35 179 279 85 419 502 66 606 91 709 853 73 915[15001 44051 183 98 222 26[300] 385 446 535 90 695 45010 65 98 262 636 83 809 40090 164 225 354 78 471 610 66 85 712 49 47091 167 475 553 91 853 4*007 15 46 131 95 207 21 515 71 612 64[300] 40095 124 367 6X5[300] 700 880[5001 84 997 ««006 35 134 212 35 44 99 361[ 00] 63 510 28 773 861 77[300] 960 115001«1076 289 322 63 66 433 766 908 26««013 20 68 70 206 91 96 333 414 31 635 860[300] 70 92 97 987«8053 232 67 71 302 57 81 593[15001 610 15 35 738 60 812 15 45 67 912 16 28[15001 78 5 4044 66 70 375 492 501 647 82 918 35066 188 276 353 81 416 47 62 561 614 742 56151 487 6:6 41 58 719[300] 978 57104 378 85 88 443 52 545 762 826 918 5*043[5001 55 102 42 58 215 82 370 544 83 622 93 957 «0074 115 97 268 350 561 611 67 76 96 902 68 ««056 242 390 561 722 58 83 863 61269 317 22 49 566 643 713 21 56 967««058 298 315 92 93 678 831 80 6 3096 149 251[5000] 471 7 6 500 6J1«4028 182 376 624 781 98 904 9 6 5 285 87 343 756 857 81 60002 143 57 62 221 312 437 98 658 77 712 894 941 67027 151[300] 59 278[3001 325 97 447[30001 512 98 613 749 803 78 900 91 6*168 332 7 7 419 90 98 604 860 71 937 60107[500] 32 430 94 675 [3000].35 56 803 952 59 70140 345 82[3000] 427 90 664 757 93 834 68 934 7 1011 95 [10(I«0I 126 276 94 355 88 669 662 77 712 834 935 7«Ü87 91 240 56 610 605 65 881 901 57 7 3066 80 142 313 649 770 817 977 7 4039 75 1300] 90 107[3001 92 221 301 17 92 94 402 505 749 59 810 43 51 904 »5003 74 88 179 250 80[3000] 303 553 860 82 76163 448 60 610 62 731 965 7 7124 48 60 416 22 571 86 643 69 770 7*013 247 444 97 130001 580 693 719 89 831 922 7 0031 52 107 10[1500] 21 79 92 296 303 44 803 21 34 91 *0099 143 45 246 352 584 752 82 810 14 53 64 81134[300] 232 49 76 388 467 83 609 82 700 75 816 26 36 75 961*«099 270[500] 311 64 427 64[3001 549 651 821 915*»334 451 507 26 90 650 986 89 98 84037 120 91 253 638 68 750 95[300] 85369 66 571 79[300] 624 00221 351 465 595 611 838 45 51 975 Ol 124 39 203 379 412 75 669 13001 85 815 903 21 0«001 39 155 60 255 322 60 68 528 695 706 4. Ziehung der 4. Klasse 180. Köntgl. Preuh. Lotterie. Ziehung vom 16. Juli 1889, SkachmittagS. 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Cronsseim m Berlin. Druck und Verlag von Wta» Kading in Berlin SW., Beuihstroße 2.