>r.l78. Freitag, den Ä. Angnst 188S. acht ei» g:: sich-ll-i» c durch''' ist eä,««' eu gcs» Jtlauhi4?| i'Dliff r 6. Jahrg. ysa z. m MiiurllolMatl. Brgan für die Interessen der Arbeiter. 931$ if,; Ö' X M S M W ? «M SLW»»--- j.-"»H'iq) aicoroenP"!"®«*1*« e t Bo lksblatt" ----• täglich uuter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 4gesvaltene Petit�eile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin SW., Aimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Pulses, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geostnet. -» Fernsprecher: Amt vi. Ur. 410V.« ♦- VedAltkion: NeuthstrolHe 2.— Expedition: Iintmeeitrotze 44. für �bonnrmenls- Einladung. � � Monat August eröffnen wir ein neues Abonnement "Kerlmer Uolksviatt" � wöchentlich erscheinenden � ,»So«niagsblatt�. 44 Selbstabholung aus der Expedition, �1 Mark pro Monat..— höckr??iutretende Abonnenten erhalten den interessanten �spannenden Roman Der(fteildmonsrfr �l»is y-i. von Maurus Jokai 8üt h nachgeliefert. glittet»Sonntagsblatt" haben wir eine Reihe ausge- °ni russischer Realisten erworben und beginnen ,«»nntag mit einer Skizze des berühmten SchnftstellerS Keo Tolstoi Zz.k,n"�«r F-inrman dmrssrr." rit Hungen werden von sämmtlichen Zeitungsspediteuren �Sena.» � Erpedition unseres BlatteS, Zimmerst raste 44 . z��onrmen. I ®i i j-ssfi wtt und Expedition des »serliner Uolksblatt". 3# i iä-»-» 22 SW 4 Ä .Twll'i Ii 110# HG 19 Sb Die 5.«.r®w ändern sich. 'fche Hauptstadt nahm vorige Woche das sieb, Ä?heite» ,,,% seinen Anfang, und wie es bei solchen Luc- l�iitift.-.""d Sitte, wurde neben der Pflege der Djx°uch getafelt und geredet. t- sechz.j��ster-, Schützen- und Turnerfeste waren während fcMet w ein Hauptagitattonsfeld für die„Vor- J'Un y. nationalen Gedankens", und die Völk, Metz, sAtteift.,™'e sie sonst hießen, die Agitatoren des Ratio- auf Befürworter der„preußischen Hegemonie", �unserer„nationalen" Feste, und ebenso �Feuilleton. [28 N Goldmrnfrh. � Roman von Mauru« Jükai. war es daher keine Ueberraschung, daß er einem bei Brazovics zugebrachten . rt wurde, wo ein Herr, der sich h titulirte, ihm zu wissen gab, daß Wi' und if,'l vorläufig in strenger Untersuchungs- U. �chrisUn � Schlüssel abforderte, um seine Bücher �#(«9 8" Weg«,. Das wirb cm« sielen werden. Timars Geheimniß war der all- L, fflte mi,?nier für Finanzen denunzirt worden. Diese si3>>n� Leitern des damaligen Hofkriegsraths den �UunasiZf'�-� M geyen, uno lyr oas ganze zu entziehen. Den Angriff unterstützen Weiten bei l! nur die Polizei-Hofstelle stand Vi. gegen if. �ofknegsrathes; endlich entschied die Staats- Mengen sm"r � wurde eine Kommission entsendet, �ld,,gUngsfg" Weisung, Niemandem zu schonen; die ganze in li�gineiftpr r Jl. 8u suspendiren, den Kommandaten, den »us.Jleii, q Wlbst vorzuladen, den Lieferanten festnehmen % �uminaluntersuchung einzuleiten und Alles SÄ f ' 8°S den Profoßen bei,— Alles sagte etwas Thrannenhaß nur so herum, und wenn die damaligen Poli- zeibeamten schon die Fixigkeit im Versammlungsauflösen be- sessen hätten, welche sie sich seit Bestehen der Arbeiterbe- weaung und speziell unter der Aera des Gesetzes„zum Schutze unserer Rechtsgüter", angeeignet haben, so hätten wohl die meisten Bankette jener Feste„im Namen des Gesetzes" geschlossen werden müssen. Nach dem siebziger Feldzuge und der sich daran schließenden„nationalen Wiedergeburt" änderte sich der Charakter der Feste. Nachdem Schleswig-Holstein annektirt, der Kurfürst von Hessen nach Böhmen ausgewandert und Oesterreich aus Deutschland hinaus gegrault war, gab es keine„Schmerzenskinder" mehr. Die Braun und Völk brauchten deshalb auch nicht mehr bei Schützen-, Sänger- und Turnerfesten deren Leiden zu beklagen; sie waren auch mittlerweile in den Reichstag gewählt, außerdem aber trugen sie und ihre Freunde als Gründer und Aufsichtsräthe zu den großen„wirthschaftlichen Aufschwung" bei, der dem Milliardensegen folgte und mit dem famosen Krach von 1873 74 endete. Wenn aber auch die Drahtzieher des Nationalvereins von den Nationalfesten verschwanden, die Feste selbst sind geblieben und ebenso die alte Gewohnheit, auf derselben in Politik zu machen. Daß es nationale Politik ist, die da getrieben wird, versteht sich bei dem Charakter der Feste von selbst. Das war auch früher so und kann und soll gewiß auch nicht anders sein. National sein bedeutet aber noch lange nicht chauvinistisch sein, und wenn in letzterer Beziehung auf früheren Festen arg gesündigt wurde, von den Reden, welche bisher von dem Münchener Feste bekannt wurden, läßt sich das nicht sagen. Nicht ein einziger Redner, selbst nicht der Debbchen-Doktor Götz aus Leipzig, der als Schriftführer der Deutschen Turnerschaft, auch einen offi- ziellen Speech verbrach und bei dieser Gelegenheit gräuliches Blech schwatzte— so forderte er die bedauernswerthen Zu- Hörer auf,„für das Vaterland, mag es da? deutsche oder sonst eines sein", einzutreten— ging, wie das früher immer üblich, gegen den„Erbfeind" los. Äuch die„inneren" Reichsfeinde kamen ziemlich ungeschoren davon. Wie sehr dieser Zug der Toleranz vorherrscht, dafür mag angeführt sein, daß der schon genannte Dr. Götz, wie er versicherte, sogar ein„warmes Bedürsniß" empfand, darüber zu klagen, daß„leider ein Zug durch die Welt geht, daß im leichtsinnigen Parteieifer die Nationen gegen einander ge- hetzt werden."— Wie viel Debbchen Herr Dr. Götz bereits „über'n Durst" getrunken hatte, als er diese„internationale Gefühlsduselei" zum besten gab, vermögen wir allerdings nicht anzugeben. Doch dem sei wie ihm wolle, daß Eine ist Thatsache, daß auf dem Münchener Fest ein Geist herrschte, der sich in vielen Beziehungen von dem unterscheidet, welcher auf ähnlichen Festen früherer Jahre waltete. Bei dieser Ge- legenheit verdient vielleicht auch erwähnt zu werden, daß unter den offiziellen Toasten sich keiner auf den Fürsten ganzen Untersuchung ging hervor, daß Timar die ganze er- säufte Schiffsladung unter Müller, Landleute, Fabrikanten und Viehmäster vertheilt hatte: daß nicht eine Hand voll davon in das für die Soldaten gebackene Brot gemengt worden. Man nahm die Soldaten selbst vor; diese sagten aus, niemals besseres Brot bekommen zu haben, als während der zwei Wochen, wo Timar sie verpflegte. Kein Anklager, kein belastender Zeuge stand gegen ihn auf, um so weniger konnte man die Militärbehörden der Bestechlichkeit beschul- digen. Hatten sie doch die Lieferung demjenigen gegeben, der sie am billigsten und besten herstellte. Zuletzt bekamen diese noch Oberwasser. Sie fühlten sich verletzt durch die Untersuchung, drohten, rasselten mit dem Säbel: die in die Enge gerathene Kommission bekam Angst, revozirte, rehabi- litirte und suchte so schnell als möglich aus Komorn heraus- zukommen. Timar aber wurde unter tausend Entschuldigungen und mit der Versicherung freigelassen, er sei in der That ein Goldmensch. Bei seiner Freilassung war Herr Katschuka der Erste, der sich beeilte, ihm zu gratuliren und vor aller Welt ihm demon- strativ die Hand zu drücken.„Freund, das darfst Du nicht auf ihr sitzen lassen! Du mußt Dir glänzende Satisfaktion verschaffen! Denke Dir, mich selbst hat man verdächtigen wollen, ich sei bestochen worden. Reise hinauf nach W,en und verlaoge Genugthuung. Der Denunziant muß exem- plansch bestraft werden. Und künftighin(fügte er leise hinzu) kannst Du sicher sein, daß uns Niemand mehr aus dem Sattel hebt. Schmiede jetzt das Eisen." Timar versprach, das zu thun und sprach diesen Vorsatz auch vor BrazovicS aus, als er mit diesem zu- sammenkam. Brazovics stellte sich empört über dis Unbill, welche seinem Freunde Michael angethan worden. Wer nur der schändliche Mensch sein kann, der ihn so ange- schwärzt? gegen Timar aus/ Aus der-„Nun, wer immer es sein mag," drohte Timar,„der Bismarck befand. Ob später vielleicht gelegentlich der diversen Bierreden, die in vorgerückter Stunde bei solchen Gelegen- heiten ja in zahllosen Mengen gehalten werven, der eine oder andere Redner des größten Staatsmannes des Jahr- Hunderts gedacht, wissen wir nicht. In den spaltenlangen Berichten, die die Münchener Blätter über das Festbankett und die dabei gehaltenen Reden bringen, ist von keinem Kanzler-Toast etwas zu lesen. Nicht unerwähnt und als Stimmungsbild gewiß be- deutungsvoll, muß auch der Empfang hervorgehoben wer- den, der den Schweizer Turnern in München bereitet wurde. Schon beim Festzug wurden dieselben vom Publikum allge- mein ausgezeichnet, und als ihr Vertreter Abends beim Festmahl, begleitet von einer prächtigen Rede, dem Vor- sitzenden der deutschen Turnerschaft einen prächtigen Strauß in den Farben der Eidgenossenschaft— Alpenrosen und Edelweiß— überreichte, da erreichte der Jubel seinen Gipfelpunkt. Bei der von gewisser Seite betriebenen Hätz gegen die„wilde" Schweiz, dem„Anarchistennest", ist es gewiß gut, daß in München gezeigt wurde, wie die nächsten Nachbaren der Eidgenossenschaft über diese und ihre Einwohner denken. Mag sein, daß wir uns täuschen, aber es will uns be- dünken, daß die Vorgänge auf dem Münchener Fest und be- sonders auch die Demonstration, die sich an die Anwesenheit der Schweizer knüpfte, langsam zwar aber doch sichtbar für Jeden, der sehen will, sich eine Umkehr zum Besseren voll- zieht. Die Zeiten ändern sich eben. Beweis dafür sind nicht nur die auf dem Feste ausgebrachten— oder vielleicht noch mehr, die nicht gehaltenen— Toaste, sondern vor allem die Thatsache, daß das Münchener Fest unter dem Protektorat des Prinzregenten steht und der Ehrenpräsident desselben der Kronprinz von Bayern ist. Wir schreiben jetzt 1889. Wie man aber die Turnerei und die Turner früher in Bayern behandelte, davon wüßten einige der im Festzug mit- geführten Fahnen allerlei zu erzählen. Hier die Geschichte einer derselben: „Die Jmmenstädter(Algäuer) Turnfahne sollte im Jahre 1847 eingeweiht werden; auf Reklamation eines sich von jeder freien Regung entsetzenden Bräumeisters(Bürger- meister) wurde eine Abtheilung Burghause r Jäger abgeschickt, die den Auftrag erhielten, alles was mit Turnerei zusammenhängt, zu zerstören, die Fahne war m der Mühle aufgewahrt. Die Mühle wurde deshalb rings von Militär mit blanker Waffe besetzt. Der Mitgründer des Vereins, Herr Franz Brutscher in Jmmenstadt, schwamm durch den Mühlkanal, wickelte sich die Fahne um den Leib und entkam wieder auf dem nämlichen Wege. Trotz heftiger Verfolgung entkam der Muthige vis nach New-Aork ohne jede Legitimation oder Papiere. Die Fahne deponirte er im amerikanischen Konsulate, wo sie einige Jahre aufbewahrt wurde. Als bekannt wurde, wer die Fahne gerettet, wurde wird es theuer büßen. Und wenn er ein Haus in Komoen hat, so setze ich meinen Kopf dafür ein, daß dieser Spaß ihn sein Haus kosten soll. Ich reise morgen selbst nach Wien hinauf, um bei der Hofkanzlei Satisfaktion zu ver- langen." „Ja, thu' das," sagte Brazovics und dachte bei sich: Gut, daß ich's weiß, ich werde auch dort sein. Und wirklich beeilte er sich, um einen Tag früher hinaufzukommen, als Timar. Dort bereitete er ihm dann mit Hilfe seiner alten Konnexionen die Wege so(was ihn allerdings ein Heidengeld kostete), daß Timar bloß seinen Fuß in das Labyrinth zu setzen brauchte, um nie wieder heraus zu finden. Von der Hofkanzlei wird man ihn an die Hofkammer weisen, diese giebt die Angelegenheit an die oberste Justizstelle ab, von der sie an die Polizeihof- stelle und von da an die geheime Staatskanzlei geht. Der arme Rechtsuchende verliert zuletzt die Geduld, ereifert sich und spricht im Zorn unbedachte Worte aus; ja, läßt vielleicht gar etwas im Druck erscheinen; dann packt ihn die Zensurstclle am Genicke, und zuletzt bittet er, daß man ihn laufen lasse, und schwört, nie mehr in seinem Leben die Thürklinke einer Hofstelle zu berühren. Er soll nur der Narr fem und sein Recht suchen gehen. Aber Timar war nicht der Narr. Er war schon lange gewitzigter als seine Rathgeber, als alle Beide. Er war schlau geworden, von jener Zeit an, wo er zu dem ersten unerlaubten Schritt sich hatte drängen lassen: er wußte bereits, daß man Niemandem etwas von dem sagen darf, was man zu thun Willens ist. Es verhält sich damit, wie mit der weiblichen Züchtigkeit. Bis zum ersten Fehltritt ist ihre ganze Seele von Grund aus rein, unwissend und unschuldig; sowie sie aber über den ersten Fehltritt hinaus ist, erwacht plötzlich die Erkenntniß in dem wie Krystall durchsichtigen Gemüth: jetzt braucht sie schon keinen Lehrmeister mehr, sie weiß schon Alles und versteht sich sogar darauf. Neues zu erfinden. Auch Timar ließ damals das Haus der Eltern des muthiqen Turners öfters nach ihm durchsucht; er kehrte aber erst wieder beim Regierungsantritt von König Max II. mit der Fahne nach Jmmenstadt zurück." — Es soll noch mehrere Fahnen geben, wenn auch nicht solche von Turnvereinen, welche nach Amerika gerettet wur- den, um nicht als Opfer der politischen Verfolgung zerstört zu werden. Sollte nicht auch für diese die Zeit kommen, wo sie wieder zurückgebracht und im frohen Festzug durch die Straßen deutscher Städte geführt werden können V BMeuMMe md Arbelter-WehW. lieber die angeblichen erzieherischen Wirkungen des Sozia» listengesetzes, welche die Verehrer desselben zu seiner Recht- fertigung und Verlheidigung entdeckt haben wollten, ist viel gelacht und gespottet worden. Und Angesichts des Denunzianten- thums und Lockipitzeltrcibens, das bei uns seit Erlaß des Aus- nahmegesetzes eine Ausbildung gefunden hat, wie es kein anderer europäischer Staat kennt, und wie es gewiß auch ohne Bei- spiel in der Geschichte dasteht, muß es ja auch unwillkürlich Hohn und Spott hervorrufen, wenn Jemand noch mit ernster Miene von erzieherischen Wirkungen des Sozialistengesetzes zu reden oder zu schreiben fertig bringt. In letzterer Zeit haben denn auch die Verehrer des Oktober- gesetzcs selbst die„erzieherische" Seite desselben weniger mehr betont, sondern unter Verzichtleistung auf das fadenscheinige Mäntclchen des„cihischen Zwecks" rund und nett und der Wahrheit gemäß erklärt, daß die heutige bürgerliche Gesellschaft das Sozialistengesetz brauche, um mit Hilfe desselben die„un- botmäßigen" Arbeiter zu bändigen und sie nach wie vor dem Kapitalismus möglichst dienstbar zu erhalten. Diese offene und ehrliche Sprache über den wirklichen Zweck des Sozialistengesetzes ist besonders gelegentlich der diesjährigen Lohnbewegung in den verschiedensten Unternehmer- vrganen zum Drrrchbruch gekommen und haben wir ja unseren Lesern eine lange Reihe von Proben aus den verschiedensten Blättern, angefangen von der„Rh.-Westf. Ztg." bis hinüber zu den„Grenzboten" und der„anständigen"„Äat.-Ztg." vor- geführt. Wir haben auch nicht mit unserer Genugthuung dar- über zurückgehalten, daß die Organe der politischen und sozialen Reaktion die HeuchlermaSke endlich haben fallen lassen und offen zu- gestanden haben, warum für sie das Sozialistengesetz eine der werthvollsten gesetzgeberischen Leistungen ist. Viele dieser Blätter gingen ja bekanntlich noch weiter und verlangten neue und noch schärfere und härtere UnterdrückungSmaßregeln. Eine solche Offenheit verdient immer Anerkennung, denn sie klärt die intercssirten Massen auf und hat deshalb lhatfäch- (ich eine erzieherische Wirkung, mit der besonders die Sozial- demokratie sehr einverstanden ist. Da aber des Lebens unge- mischte Freude nach dem Dichterworte keinem Sterblichen zu Theil weiden soll, so scheint auch den Sozialdemokraten die Genugthuung darüber, daß die Bourgeoispresse darauf ver- zichtet, dem Sozialistengesetz ein Mäntelchcn umzuhängen, vergällt werden zu sollen. Und zwar wird der Wernmthstropfen dieses Mal von demokratischer Seite den Sozialdemokraten in den Freudenbecher zu gießen versucht. Ein Blatt dieser Partei, der„Nürnberger Anzeiger", oder richtiger, ein Münchener Korrespondent desselben, hat näm- lich die Entdeckung gemacht, daß auch der Sozialdemokratie der Vorwurf nicht zu ersparen sei, daß sie bei den Arbeitern er- ziehlich nichts zu erzielen im Stande gewesen sei. Also nicht nur das Sozialistengesetz, auch die Sozialdemokraten leisten in puncto Erziehung nichts. So wenigstens sagt der„Rürn- berger Anzeiger". Und als Beweis für seine Behauptung führt das demo- kratische Blatt an,„daß die Ausschreilunaen der Arbeiter bei Festen, Ausflügen, Vergnügungsreisen, Bergtouren zc. fabel- haste Dimensionen annehmen und daß zehn Münchener Maurer gelegentlich einer auf vier Tage berechneten Vergnügungsreise in's Salzkammergut sich sofort nach Ankunft in Salzburg zum Frühstück mit je 17 österreichischen Vierteln Wein gütlich thaten und toll und voll besoffen haben. Dieses„Frühstück" der zehn Mann starken Gesellschaft kostete über hundert Mark und erst am nächsten Tage konnte die Vergnügungsreise fortgesetzt werden. Was an diesen Angaben Wahres ist, sind wir zu kontroliren nicht im Stande. Wahrscheinlich find diese m Wein schwelgenden Maurergesellen der Phantasie desselben Re- porterS entstiegen, der auch die nur mit Butterhörnchen und „Gefiorenem" ihren Appetit stillenden Münchener Mörtel- weiber ihren Ursprung verdanken. Sei dem aber wie ihm wolle, und sogar angenommen, daß einmal wirklich zehn Maurer an einem Tage im Jahre in derselben Weise gefrühstückt haben, wie es jetzt in der Blllthen- epoche des Bauschwindels und des Grundstückwuchers hunderte von Bauspekulanten alle Tage thun, was würde das für die Behauptung des demokratischen Blattes beweisen, daß die schon, als er in Pancsova den Behörden ein Schnippchen schlug, ahnen, welches Talent in ihm schlummere. Damals hatte er es im Interesse eines Anderen gethan, ohne für sich selbst einen Nutzen im Auge zu haben. Er that, was ihm aufgetragen war. Er führte die Verfolger hinters Licht. Jetzt that er es bereits im eigenen Interesse. Im Besitz der gefundenen Schätze, mußte er auf einen RechtStitcl bedacht sein, unter welchem er vor der Welt als reicher Mann sich zeigen konnte. Er mußte den Anschein haben, als sei er ein Spekulant, welcher in seinen Unternehmungen Glück ge- habt. Schon bei der ersten Unternehmung mußte er große Summen gewonnen haben. Wenn die Welt glaubte, er sei durch Bestechung zu diesem Gewinn gekommen, so war dies daS geringere Uebel. Den Beweis dafür kann man nicht liefern, denn es ist nicht wahr. Er hatte für die Proviantlieferung in so große Kosten sich gesteckt, daß ihm kaum ein Profit übrig blieb. Allein er war in der Lage, Häuser und Schiffe kaufen zu können, und mit Dukaten zu bezahlen; und Jedermann glaubte, das Geld, über das er verfügte, rühre von dem Unternehmen her. Er bedurfte eines Vorwandes, eines Titels, eines anscheinenden Grundes, um mit den Schätzen Tschor- badschi's sachte hervorrücken zu können. Was that er also, als er nach Wien ging? Timar mußte Satisfaktion bei der Hofkammer ver- langen, und konnte hierbei auf die Unterstützuug des Hof- krieasraths rechnen. Von seinen Komorner Gönnern hatte er Empfehlungsschreiben an die einflußreichsten Herren er- halten. Was that er nun? Er ließ Alle diese Empfehlungs- schreiben auf dem Boden seines Koffers liegen und ging direkt zum Chef der Hofkammer, bei dem er Audienz ver- langte. Dem Minister gefiel es, daß dieser Mensch nicht auf Umwegen, nicht durchs Fenster, sondern direkt durch die Thür herein wollte. Er ließ ihn vor. Der Minister war ein hochgewachsener Mann, mit glattrasirtem Gesicht, einem imponireiiden Doppelkinn, strengen Augenbrauen und einer Glatze: seine Brust schmückten zahlreiche Olden: er hatte beide Hände rückwärts unter die Rockschöße gesteckt, als er dies arme Menschenkind mit dem gewaltigen Schnurrbart Sozialdemokratie' keinm im guten Sinne erziehlichen Einfluß auf die Arbeiterschaft ausübe? Wenn man so verfahren will, wie es der Gewährsmann des„Anzeiger" thut, was läßt sich dann nicht alles beweisen? In welchen GesellschaftSschichten kommen denn keine Schlemmer, Diebe, Ehebrecher, Mörder und Tagediebe vor, seit wann ist es unter anständigen Menschen Gebrauch, für die individuellen' Handlungen Einzelner ganze Berufsklassen oder Stände verantwortlich zu machen? Was aber hat dann erst die Sozialdemokratie mit den zehn Maurern zu thun, die angeblich in Salzburg schwer gezecht haben sollen? Waren denn diese zehn Mann überhaupt Sozialdemokraten und haben sie sich als solche im Nebermaß den österreichischen Wein schmecken lassen?— Und doch nur, wenn dieses nachgewiesen werden könnte— dabei immer natürlich angenommen, daß die Zehn nicht zu den bekannten Steifleinenen Falstaffs gehören— ließe sich vielleicht mit einem Schein von Recht der Vorwurf erheben, den der„Anzeiger" gegen die Sozialdemokratie schlerr- dert. Wie aber dann, wenn sich herausstellen sollte, daß die zehn lustigen Brüder ultramontan, kartell-liberal oder gar volks- parteilich gesonnen sind; kann dann auch der Volkspartei mit sammt dem„Nürnberger Anzeiger" der Vorwurf nicht erspart bleiben, daß sie erziehlich nichts zu leisten im Stande wären?— Oder hat nach Ansicht des volksparteilichen Blattes und der übrigen Preßorgane, welche den Quatsch nachdruckten, nur die sozialdemokratische Partei die Aufgabe, auf die Arbeiter erziehlich einzuwirken? Nun, wir akzeptircn diese Annahme gerne und um so lieber, als sie auch ganz unserer Auffassung von den Aufgaben entspricht, die die sozialdemokratische Arbeiter- Partei zu erfüllen hat. Auch unsere Ueberzeugung ist es, daß die Sozialdemokratie auf die Arbeiterschaft erziederiich einzuwirken hat, wir behaupten aber auch, daß dies bis jetzt im umfänglichsten Maße geschehen ist und daß gerade darin, daß dies geschah, das Geheimniß des mächtigen Anwachsens der sozialdemokratischen Bewegung in Deutschland und des beispiellosen Opfermuches und der unerschütterlichen UeberzeugungStreue der Anhänger derselben zu suchen ist. Oder glaubt der„Anzeiger" und das übrige Preßgeschwister, daS mit Behagen die dummgehässigen Bemerkungen des„demo- kratischen" Blattes durch ganz Deutschland weiter verbreitete, die sozialdemokratische Partei Deutscblands wäre das, was sie heute nach 11 Jahren unerhörter Verfolgungen ist, wenn ihre Anhänger nichts weiter wären, als ein Haufen roher Gesellen, die in guten Tagen verschlemmen und verjubeln, was sie ver- dienen, und dann im Winter die„Wassersuppe" kaum mehr be- schaffen können, welche längst an Stelle der„GanSvierteln" ge- treten? Haben denn die Herren, die solch albernes Zeug schreiben und weiter verbreiten, sich noch nicht die Mühe genommen, eine Arbeiterversammlung zu besuchen oder die Biblio- thek eines Arbeitervereins sich anzusehen oder mit einzelnen Arbeitern sich zu untei halten und denselben in Bezug auf ihr volitisch-soziales Verständniß auf den Zahn zu fühlen?— Und wenn sie daS gethan haben, solltejhnen dann wirklich von der erzieherischen Einwirkung der Sozialdemokratie da gar nichts bemerklich geworden sein? Hat speziell der demokratische„Anzeiger" noch gar nie Belrach- tungen darüber angestellt, wie so es kommt, daß seine Partei den früheren Anhang unter den Arbeiten! so vollständig ver- loren hat und zwar gerade verloren an die die„erzieherischen Aufgaben" vernachlässigende Sozialdemokratie? Wahrlich, wir sind an Vorwürfen gegen die Arbeiterbewe- gung etwas gewöhnt, aber angesichts der Geistesprodukte eines Marx, Lassalle, Engels, Liebknecht, Bebel, Kautsky und Dutzende anderer sozialistischer Schriftsteller, deren Bücher und Broschüren in Hunderttausenden von Exemplaren in den Händen der Ar- beiter sich befinden und von diesen in ihren Mußestunden studirt werden, den Vorwurf zu erheben.�die Sozialdemokratie ild> habe nichts für die geistige Bildung und Erziehung der Arbeiter geleistet, das geht noch über das„Theilen" hinaus. Und es ist ein symptomatisches Zeichen für den Niedergang der bürger- lichen Demokratie in Deutschland, daß es ein Blatt dieser Rich- tung ist, in welchem die>er albernste der albernen Vorwürfe an daS Tageslicht gefördert wurde. jvlmxuio ttciiciTirfit. Die Seeschlange vom„Deitritt England» tum Dreibund" ist mit Eintritt der— allerdings etwas kühl aus- gefallenen— Hundstage wieder in unseren Zeitungsipalten aufgetaucht. Es fällt uns nicht ein, hundertmal widerlegten Unsinn nochmals wtderlegen zu wollen. Zur Information über die wirklichen Beziehungen des Deutschen Reichs zu England sei hier— in Uebersetzung— der Anfang eines Leitartikels mitgetheilt, der sich in der Saturday kciew(vom 20. Juli) befindet, d. h. im vornehmsten Wochenorgan der englischen Konservativen, einem der deutschfreundlichsten Blätter Englands. vor sich ließ. Timar trug einen einfachen schwarzen unga- rischen Anzug. Die erste Frage, welche Se. Exzellenz an Timar richtete, war:„Warum haben Sie nicht den Säbel um- gebunden, wenn Sie zur Audienz kommen?" „Ich bin nicht von Adel, gnädiger Herr." „So?— Wahrscheinlich sind Sie zu mir ge- kommen, um wegen der Verhaftung und Untersuchung, welche gegen Sie angeordnet wurde, Genugthuung zu ver- langen." „Davon bin ich weit entfernt," antwortete Timar.„Die Regierung hat nur ihre Pflicht erfüllt, indem sie auf Grund einer, anscheinend begründeten Denunziation nicht nur gegen mich, sondern auch gegen größere Herren, als ich bin, mit voller Strenge auftrat. Da ich nicht von Adel bin, so steht es mir nicht einmal zu, wegen Verletzung des prima« nonu* Beschwerde zu führen. Dagegen bin ich sowohl dem Angeber, als auch dem Untersuchungsgericht zroßen Dank schuldig dafür, indem sie durch die mit solcher Strenge geführte Untersuchung an den Tag gebracht, daß ich rerne Hände behalten bei der mir übertragenen Liefe- rung. „Ah, Sie haben also nicht die Absicht, gegen Ihren Angeber Satisfaktion zu suchen?" „Im Gegentheil' ich würde das sogar für schädlich halten, denn hierdurch würde vielleicht mancher ehrliche Mann abgeschreckt werden, der wirkliche Mißbräuche aufdecken will. Meine Ehre ist hergestellt; mich zu rächen, liegt nicht in meiner Natur. Außerdem habe ich weder Zeit noch Lust dazu. Was geschehen, sei vergessen." Während Timar so sprach, hatte der Excellenzherr schon eine seiner Hände hinter den Frackschößen hervorgeholt, um Timar damit auf die Schulter zu klopfen.„Sehen Sie, das ist eine sehr praktische Ansicht, Sie denken, Sie können Besseres thun, als Ihre Zeit mit Hin- und Herrennen in einem Racheprozeß zu verlieren Eine ganz richtige Auf- fassung. Was also führt Sie zu mir?" „Ein Offert, für das ich der Protektion Eurer Excellenz bedarf." (Krieg-der Fried-»' Der Artikel ist betitelt Peacc or War? und beginnt wie folgt: „In einem Telegramm der„Times" von ihre« Korrespondenten heißt es:„Der Gedanke, daß e-n. europäischer Krieg unvermeidlich sei, ist ausschließlich Ursprungs. Niemand in Deutschland oder in Oefterre>ch-u»� wünscht den Krieg." DaS ist jedenfalls ein Jrrchun-v�, Rußland der einzige, oder wenigstens beinahe der a-w-a des europäischen Friedens ist, und daß, wenn der Frieden gestört wird, dies wahrscheinlich Rußlands- � wäre, das ist unzweifelhaft richtig. Aber der Gedanke,'-LJ großer europäischer Krieg, wenn auch nicht unvarrcw doch kaum weniger wahrscheinlich ist, wie ein � � in einem heißen Juli— daS ist kicherb« ausschließlich russische Idee, sondern ein* Hd«,. allen halbwegs gut unterrichteten und dcnkfabigcn J in allen Ländern der Welt gemeinsam isü(1�* j,j es sehr angenehm, wenn wir glauben könnten-, in Deutschland Niemand Krieg will- � haben wir aber die besten Gründe zug t a daß esGruppen oonPersonen(hodles) tn-JJ j, land giebt, und zwar Gruppen vonsch'%, «stellten Personen, welche die er war � e r w ü r f n i s s e z w i s�ch e n de n�B o u I a n 0 i ft f" ä >> welche .e zwrtchen den Bv�. um, Antiboulangisten als die denkbar beste ü, legcnheit für einen frifchenAngriff reich betrachten, um den angeblich drohenden«n bereitungen der Franzosen ein Ende zu machen und oUe punkte summarisch aus der Welt zu schaffen. ES wird m geglaubt oder kann doch geglaubt werden, daß diese Anschauungen nicht(Heilt. Er hat ein zu stark» � esse,„Karl den Großen zu spielen", und die bisherigen iL seiner Politik nicht aufs Spiel zu setzen. Aber es g-� sonen in einer anderen Lage als Fürit Bismarck."—. Weiter brauchen wir nicht zu übersetzen. Genug,- � land glaubt man an eine einflußreiche Kriegspartei w � land,— eine Kriegs partei, welche einen Krieg gegen-si im Schilde führt. � Und es iit ein Organ der jetzigen, deutschfienn? d. h. der BismareFschen Politik im Ganren. a, lichen Regierung des Lord Salisbury, das diesem Ausdruck giebt. Die Existenz dieses Glauber.S— der° auch in anderen Ländern besteht und durch die Haltung� Rcptilienpressc förmlich gezüchtet worden ist und fo>WA gezüchtet wird— schließt aber jede Möglichkeit eines � englischen Bündnisses aus. Der englische Minister, � angesichts der Möglichkeit eines deutsch- französisch� ein Bündniß mit Deutschland einginge, liefe Gefahr- � Hoch- und LandeSoerrathS in Anklagestand versetzt zu Und das ist in England kein Spaß.— Unsere Reptilien, welche in diesem Mißtrauen deutsche Politik zum Theil die Frucht ihres eigenen% � erblicken, werden angesichts jener Auslaflungen der 5 Review" es wohl nicht mehr so ganz lächerlich finden daß sich in Frankreich die Ansicht festgesetzt hat, deutscher seitS ein Angriffskrieg geplant, den die deutsch' matte mit allen Mitteln vom Zaune zu brechen suche-. y Da» Sozialistengesetz. Wenn auch die Rachrich. z« „Berliner Börsenzcitung" der Regel nach Flunkereien J wollen wir doch die Mittheilung nicht unterdrücken der Regel nach Flunkereien. jeilung nicht unterdrücken, da?�! emer Versicherung,� die chr zugegangen� ist,, das.Sp-i � MUMM sein, ofe de ftfi Metheil! -lassen an sichten% I"«„Verl «ern noch "fliernng h j'uUschw Mzer mit sta»e ist "> der Not« # '''der Schr "»rnrntn hc läS ls- i© K 'denen | i Hamb i 'onofn d'sher M. V gs hing richtig ist, auf eine einfache Verlängerung des F«ej�- aesetzes zurückkommen oder ob sie einen andern W �> �»ss. ... „Ersatz" ausarbeiten will. DaS Unglück, den Jnhal� � Frühjahr vorgelegten Gesetzentwurfs nicht erfahren wollen wir gern ertragen. Die„Bärsenzeitung" w™, k» dem noch allerlei wunderbare Dinge zu melden. In einer. wie sie gehcimnißvoller sich nicht denken läßt, deutet st» Ipt hin, daß im August, wenn der Kanzler in Berlin« 7� selbst eine so wichtige Vorlage wie das Einkomincnste� j-kx 5� hinter anderen noch bedeutsameren Erwäaunaen der jmrd Ut.r" i Zusta Der Excellenzherr steckte wieder seine Hand un� Krone besitzt eine Herrschaft in der in und oinj' est-' Militärgrenze, in Levetincz „Ah, hm!" schnarrte der hohe Herr Stirn.„Was wollen Sie damit?"„j.™ „Ich bin in meiner Eigenschaft als Getreide � � kommissär viel in jener Gegend herumgekommen un. 30 die dortigen Verhältnisse. Die Herrschaft hat 30- Land; diese sind von dem Wiener Bankier das Joch zu vierzig Kreuzer, gepachtet. Die Abs« � des Pachtvertrages gehört ins Ressort der H"! X über die eingehenden Pachtgelder disponirt aber# kriegsrath. Der Pachtschilling beträgt Hunde y» Gulden. Silbermann theilte die Herrschaft Theile und verpachtete sie an Unterpächter, die einen per Joch zahlen."„ � „Run ja, er will doch auch etwas verdienen, w» „Natürlich. Die Unterpächter wiederum n-'Mj„a-, Felder in kleineren Parzellen an die Bauern der 1 � gegen einen gewissen Antheil an der Fechsung. in den aufeinandergefolgten zwei Mißjahren, und � in dem heurigen, hat der Banater Boden ,,$#5 kei�U das Saatkorn zurückgezahlt. Den Bauern ist wachsen, und sie konnten den Unterpächtern abliefern; die Unterpächter zahlten dem Genera und der Generalpächter, um seinen Kontrakt sagte Konkurs an und blieb den heurigen schuldig." (Fortsetzung folgt.) Ä Pach� &S «rnr mn 11 ,.7� Ö SS SIE 1 SP fii?- s X & w %'Ä >n An fcZltes � �& I &iT*%ita Äus iTunul und» Oo --.ML' Weiblich- A-rzt- in England. 91..,... 7» Damen sind in England bereits als Aerzte PMyM �».Aädch Von diesen wohnen 22 in London, 16 in anderen Mvr� Vereinigten Königreiche, 17 in Indien und der Rest f| � � in verschiedene Ländern. Dr. Keser, der L ob« t ihre« WA da euro« iÖ'l '*1� ksäbisen I Kreisen der vorangegangenen Noten. In amtlichen >... � staubt man, daß da Bundesrath, welchem die Note Ins durch den Bundespräsidenten am Mittwoch wurde, die Erörterung als damit vorläufig abge> de« ZSKUW ttflittunn l>ü>'"'' MMSKWS ÄsMMsM- «MMM» ��.vlso lediglich zum Abschluß gelangen für WW "*»* "»öttt tSS'Ä __ Wie ein Telegramm aus verhandelte das dortige Landgericht in mn*„.r,—"'«mi, ucujunucue oas vorirgr Jitin I, 8'? Sitzung eine Anklage wegen Bismarck-Belerdr ♦Ho*«s! i" verantwortlichen Redakieur"......' •'"'hni* wegen des aus der Berliner nrckten bekannten » ürnn» tr vuncgcn, oen xbon oes xninuuuuic» gl jij aber nicht für beleidigend«achtete. üh.-riJ'.'kttoi» der elecbc..Ber. Westfalia* versendl Redakieur des Hamburger „Bolks-Zeitung* mit d« Ueberschrift»Ufr, f. Z. verurtheilt worden. «o�crirfit«kV beantragte eine Geldstrafe. -- inkriminirten Ar- |(n .and ust- der inb ruvZ� le «. s . der Zeche»33 er. Weftsalia* versendet ein g, von den Direktoren Hilbk und Welch« unter- Ncserat über die Ursachen, den Verlauf und die allgemeinen AuSstandeS ber Bergarbeit«. Das Arbeit«, eine V«kürolng der ArbertSzert h«ber- u>ird bo� bin ich auch Sozialdemokrat! Und Mancher Hoj weiter finden, daß die Sozialdemokraten doch �es% ßen, die stets das Böse will, aber das Gute schafft. 5'cht zu wird in dem Referat gesagt, daß die Urbeltszeit Mbstc:%0, und die Arbeit nicht aesundhertsschadlrch s«. i" �rbeiMwerden der Beigarbeiter zu untersuchen. Ader Är.r.| S�"°a"etl haben. Das möchten die Herren wohl. Die Midicale, berichtet hierüber folgendes: #:## g'Wg.�eben ,hr ist Frau Garctl-3lnde.son erwahnenswerth, Mmmm# Üb n��iahf.„J-j*.�wuierlnnen muiien oeim isiniiiiir vuv MMsess» . dasienige, wo d« weibliche Doktor die Kalbst I J" Eiialan� dat. Die weiblichen Aerzte können Iii eine Indien gute Dienste leisten, 4(ii«»denen es„m/"8 von 40 Millionen Weibern be- i,%tQ�5°c(es hj."°nder das»Gottesurtel* anrufen, von � Nfen bpc e � Feuer, und Wasserprobe und zu den V?" o- e>, be« Jeuer. und Wasserprobe und zu den -Dui>ri.'"'elalicrfi, und von diesen brS herab zu ) gu.if oas man das amerikanische nennt, durfte Uetz'' Und""s man das amenromti ein getanzteS kreuzen, statt M zu rn den originellsten gehören. den nächsten Tagen rn %: '%% W* �»nst x„ I'bret die Mädchen und lehret die Kn � Tanzes und des»Anstandcs". Doch Jünger Knaben wir Presse, wenigstens die unparteische, ab« steht ihren Beruf glücklicherweise mit anderen Augen an, als die Herren Hilbk und Melch«. Diese aber mögen so fortfahren, die Be schw«den der Arbeit« zu behandeln; d« Erfolg wird nicht ausbleiben. UoUmar als Gideshrlfer. Die»Köln. Zeitung* hat einen neuen Zeugen dafür entdeckt, daß wir uns im Jahre 1887 in ein« großen Kriegsgefahr bestanden haben. Sie zitirt fol gende Worte, die Bollmar in Paris in den letzten Tagen (bei einem durchaus ap o kr y p hen Int e rvi ew) gesprochen haben soll.»Wir haben in dem französtschen Mi- nisterium Aenderungen, deren beruhigende Bedeutung noch stärk« ist, als die icS PrästdentenwechselS, d« mit anderen Gründen zusammenhängt Solche Mitglied«, die geneigt fein könnten, den Frieden ihres Landes und den Frieden Europas ihren p«sönlichen Plänen unterzuordnen, find ausgeschieden." — Danach verhielt es fich also so, daß Bollmar die Lage früh« kriegerisch beurtheilt hat(was« gewiß nie gethan) und«st jetzt von ein« friedlichen Wendung überzeugt worden ist.— Die»Frankfurter Zeitung" weist aber nunmehr nach, daß diese Worte des Herrn von Bollmar nicht jetzt gesprochen worden find, sondern bereits Anfang des vorigen Jahres, und daß sie nicht von Bollmar, den die»Kölnische Ztg." als Eideshelfer in Anspruch nimmt, gesprochen sind, sondern von niemand anders, als dem Reichskanzler, der also ein« friedlichen An- schauung für einen viel früheren Zeitraum Ausdruck ge- geben hat. Dir Unternehmer«nter fich. Wie es scheint, steht ein groß« Jnteressenkampf zwischen den Kohlenint«essenten und den übrigen Industriellen im westfälischen Revier bevor. Die Kohlengewerbireibenden behaupten, durch den Ausstand der Bergleute und dessen Folgen in schweren Schaden gekom- wen zu sein, obwohl ja doch die Kohlenpreise um sehr vieles mehr«höht sind, als die bewilligten Lohnsteigerungen be- tragen. Damit ihnen ein Pflaster auf die Wunde gelegt werde, verlangen sie, daß die Staatsregierung Ausnahmetarife schaffe, welche den Kohlenabsatz nach dem Auslande«leichtern. Hierüb« find die Eiseninteressenten in großen Schrecken ge- rathen, dem die»Köln. Ztg." in folgenden Worten Ausdruck giebt:»Würden die Frachten nach dem Außenkreise der Ab- satzgebiete noch weit« ermäßigt, so würde fich naturgemäß die Nachfrage nach Kohlen und Kokes noch vermehren und ein ferneres Steigen der Preise erfolgen. Man sollte ab« glauben, daß bei den heutigen hohen Preisen der Kohlenbergbau sehr wohl bestehen könnte. Alle anderen Großgewerbezweige, in «st« Reihe die Eisenindustrie, leiden unter den hohen Kohlen- und Kokespreisen. Die Ausfuhr vieler deutsch« Eisenerzeug- nisse wird durch dieselben ungemein geschädigt; in der Eisen- industrie hat die Ausfuhr verschiedener Walzwerkserzeugnisse, die mit vielen Mühen und Opfern zu hoher Blüihe gelangt war, vollständig aufgehört. Man rechnet beim Hochofenbetriebe, daß auf eine Tonne herzustellendes Roheisen eine Tonne Kokes verbrannt wird; demnach hat also d« theure KokespreiS allein eine Erhöhung des Roheisenpreises um 9—10 M. die Tonne bewirkt. Das ist eine so ungeheure V«theurung des Roh- eisenS, daß sie nicht allein den Wettbewerb deutschen Eisens auf den ausländischen Märkten unmöglich macht, sondern auch die Wied«einfuhr besonders englischen Ersens geradezu h«auS- fordert. Wir treiben augenscheinlich wieder ähnlichen Verhält- nissen und Kohlenpreisen entgegen, wie solche 1872 bis 1873 bestanden, welche daS schreckliche Darnicderliegen aller Gewerb- thäligkeil in den folgenden Jahren hervorriefen. Die Absatz- gebiete für Kohle find doch wahrlich groß und die Preise hoch genug; eine Erweiterung der«steren würde allen anderen In- dustrien Deutschlands zum Schaden gereichen und nur dem Kohlenbergbau noch zu einem sachlich nicht b«echtigten Nutzen v«helfen." Wrfi G»ist«»kinber die Kanernvereiue find, geht aus Folgendem hervor. Der Vorstand des hessischen Bauern- vereinS erstrebt nach d«»N. H. 33." neuerdings mittelst einer an die zweite Sländekammer zu richtenden Petition eine we- sentliche Zlbänderung der Schulgesetzgedung Nach seinen Wün- schen soll- der Schulunterricht auf dem Lande während der Sommermonate auf die Vormittagsstunden beschränkt, die UnterrichtSgegenstänbe sollen auf die allernothwendigsten DiS- ziplinen eingeschränkt, d« stete Wechsel d« Lehr- und Lern- mittel eingedämmt und die Fortbildungsschule ihres obli- gatorischen Charakters entkleidet werden. Die Massen- Petition soll von sämmtlichen VereinSmitgliedem unt«zcichnet w«den. Au» dem Saarkohlenrevier wird d«»Franks. Ztg." geschrieben, daß die Untersuchungs- Kommission in den ersten Tagen des August ihre Arbeiten wenigstens bezüglich des in- formatorischen TheileS beendet haben dürfte. Von dem Berg- mannsfcst, das alljährlich im August auf Veranstaltung der Verwaltung gefeiert zu werden pflegte, verlautel diesmal nichts. Nach d«»Franks. Ztg." geht die allgemeine Auffassung dahin, daß die Nichtabhaltung des Bergfestes ähnlich wie die Ent- zichung der Bauprämie den Charakt« ein« Strafe wegen des Ausstandes tragen soll. Auf die rechtliche Seite d« Frage: ob die Verwaltung verpflichtet sei, das Fest, welches aus ber leben in der Zeit des heißen Konkurrenzkampfes und so blieb auch Meister Ludasy nicht unbestrittener Älleinherrscher im luftigen Reich d« Elfen und Sylphiden; seil Jahren schon theilt L. Marosy mit ihm die Herrschaft. Daß diese beiden „Gegensüßler" einander befehden, ist selbstv«ftLndlich. Doch daß Letzter« in ein« Annonze an das P. T. Publikum mit einem meuchlerischen Seitenhieb auf den«bgesessenen Ludasy urbl et orbi verkündete,»man werde erst jetzt den Unt«schied zwischen Meister und Meister sehen", das war dem in sein« Kunst«grauten Veteranen zu viel, das konnte«, um dessen Haupt ein vierzlgjähriges Wirken den Lorbeer des Ruhmes gewunden, nicht auf sich sitzen lassen. Mit jugendlich aufwallend« Entrüstung wies« in d« jüngsten Nummer des„Komorner Wochenbl." diese»Erniedrigung und Beleidigung" zurück und« ford«te seinen Gegner— zu einem Tanzduell heraus»und, meinte«, da wir in ein« ungarischen Stadt wohnen, so wollen wir einen aemüthlichen ungarischen Solotanz aufführen. Sollte er diese Forderung zurückweisen, so habe er sich selber an den Pranger gestellt." Es wird das ein seltenes, interessantes Schauspiel sein, diese beiden alten Knaben um ihre Ehre tanzen zu sehen. Jedenfalls ab« bleibt Ludasy das unbestrittene Verdienst, für eine neue und unschädliche Art des DuellircnS Bahn brechenb eingetreten zu fein, und vielleicht werden die Herren Duellanten aus all« Herren Ländern finden, daß es denn doch besser und — sicher« sei, ihre Ehrensache auf die Fußspitzen, als auf die Spitze des SchwnteS zu setzen und ihre Streitigkeiten lieb« auszutanzen als auszufechten. Gin Niesien-Telefkop wird gegenwärtig inmitten der Gärten des Obj«vatoriume in Paris gebaut, und d« Thurm zu demselbeii ist soeben fertiggestellt. D« Thurm ist viereckig, hat zwei Etagen, ist achtzehn Meter hoch und endigt in einer Terrasse, die als Stützpunkt für das neue Instrument dient. Der Thurm erhebt sich auf einem Unterbau, auf dem sich eine breite Plattform befindet, und hier wird der Mechanismus auf. gestellt werden, mit Hilfe dessen man das Instrument nach allen möglichen Richtungen bewegen kann. Das Teleskop selb«, das im August noch aufgestellt werden soll, hat 240000 Franks gekostet; hierzu kommen die Kosten des Thurmes mit 120000 Franks, was zusammen eine Ausgabe von 360 000 Fr. ausmacht. Man gedenkt das neue Etablissement zum 15. Oktober zu«öffnen, denn zu jener Zeit finden mehrere wissenschaftliche Kongresse in Paris statt. Ginundzwanzig Ktnfieutinne» zählt gegenwärtig die Brüsseler Universität. Davon haben sich 7 dem Studium der Naturwissenschaften, 3 d« Heilkunde, 10 der Pharmazeutik und Stiftung eines preußischen Königs für Bergleute bestritten im- den soll, alljährlich abzuhalten, sei hier nicht eingegangen. Bei- söhnend kann eine derartige Maßnahme kaum wirken und in Berücksichtigung gerade dieses Umstände« wäre die Nichtabhal- tung zu bedauern. Der Moloch de« Militarism«« ford«t üb«all neue Opf«. So will die ullramontane belgische Regierung neue Batzen aus den Volkstaschen, um die Fest»ngSw«ke von Antwerpen vervollständigen zu können. Trotz ihrer großen Aus- dchnung und der Detachirnng d« Forts find diese nach dem Urlheile d« Fachmänner nicht mehr im Stande, d« Wir- kung der vervollkommneten Geschütze zu wid«stehen. Die Kosten dies« Arbeiten w«den auf die Kleinigkeit von dreißig Millionen Franks veranschlagt. Das kleine Ländchen kann sich gratuliren. Gesterreich-Uitgar«. Aus Graz wird berichtet: In Trifa il, wo der Aus- stand fortdau«t. wurden bisher 73 Verhaftungen vorgenommen. Den Gastwirthen ist verboten worden, an Ausständige Getränke abzugeben. 40 Knappen find eingetroffen, um unter militärisch« Bedeckung für die Sagorcr Glashütte Kohlen zu fördern. Unter den Familien herrscht infolge d« Verhaftung der Gatten und Väter große Niedergeschlagenheit. In Oistro sind mehr«e Sagorer Knappen wegen„ausreizender Reden" verhaftet, in Hrastnigg sechs Bergknappen festgenommen worden. Dänemark. ll Kopenhagen. Ein nettes Beispiel von»Ar bei t er- f r e u n d l i ch k e r t" verdient in weitesten Kreisen niedrig« gehängt zu werden. Es hat sich hier in Kopenhagen ein Papierring gebildet, der sämmtliche Papierfabriken ange- kauft hat. In einer dieser Fabriken(Dalums Fabrik) be- saßen die Arbeiter eine AllerSversorgungSkasse in Höhe von 18 000 Kronen. Diese Fabrik soll nun eingehen, unt» rS wurde deshalb zur Liquidation gcschriite». Laut den Statulen der Fabrik hätten die Arbeiter zu den 18 000 Kronen noch 9000 hinzubekommen sollen. Ab« die Herren Aktionäre beschlossen ohne weiteres, das Geld nicht zu geben, obschon sie im letzten Jahre 20, sage zwanzig Prozent Dividende bekommen hatten und der Papierpreis neu«dinas um 12—25 Prozent gestiegen ist. Einer der Herren war so freundlich und stellte den Antrag, den Arbeitern von den obengenannten 18000 Kronen noch fCOO Kronen zu'nebmen. 10 000 Kronen wären genug für die Arbeiter, meinte der Biedennann. DaS wagte man denn doch nickt, sondern ließ sich schließlich gnädigst herbei, diese 18 000 Kronen auf 20 000 abzurunden. Der Fabrikbetrieb wird nun eingefl.llt und dann können die Arbeiter sehen, wo sie wied« ZZeschäiir- gung finden. ES sind gegen 120 Personen auf diese ZVeise auf's Pflast« geworfen. Die Arbeit« haben beschlossen, die Gerichte anzurufen. Ob's was hilft, bleibt abzuwarten. Großbritaunie«. Bei dem Jahresbanket im Mansion Houfe hielt Lord SaliSbury eine Ansprache, in welcher« sich bezüglich d« Unruhen aus Kreta dahin äußerte, daß dieselben«nste Besorgnisse nickt rechtfertigten. Im Namen d« englischen Re- gi«ung wünsche er kategorisch zu«klären, daß sie kein B«- langen trage, Kreta zu besitzen. In Betreff Egyptens sagte Lord Salisbury, das gegenwärtige Auftreten d« Derwische daselbst beweise, daß der Zeitpunkt zur Räumung Egypt«.S noch nicht gekommen sei. England w«de seine Verpflichtung erfüllen, Egypten nicht eh« zu verlassen, als bis es im Stande ist, sich allem gegen seine inneren wie äußeren Feinde zu schützen. Den Gedanken, daß England mit Gleichmuth den Vorgängen in Osteuropa zusehe oder Unternehmungen zulasse, ohne Einspruch zu erheben, oder seinen entgegenstehenden Willen zu manifestiren, wies Lord Salisbury entschieden zurück. England könne sein« her- gebrachten Politik und seinen feierlichen Verpflichtungen, die es Europa gegenüber übernommen habe, nicht entsagen, ohne seinen Einfluß zu opfern. Der erste Gegenstand d« englischen Politik sei die Erhaltung des Friedens, ab« ohne Opf« an Ehre. Lord Salisbury schloß mit der Erklärung, daß die im- geheuren Rüstungen von heute ein« wichtige Garantie des Friedens bilden. Der Krieg würde ein so sürcht«licher sein, daß die Nationen davor zurückschrecken. Nach ein« Meldung des»Reuter'schen Bureaus" au« Toski vom 30. d. M. hat L i e u« e n a n t D a g u i l a r mit ein« Abtheilung egyptisch« Kavall«ie,«ner Kompagnie egyp- tischer Infanterie und einer Maullhier-Batteri« eine Truppe von Derwischen bei Anabi angegriffen und in die Flucht ge- schlagen. Der Verlust der Derwische beläuft sich auf 70 Tobte und 80 Gefangene. Von den Egyptern sind 3 Mann getobt« und 2 eingeborene Offiziere und 6 Mann verwundet. Frankreich. Ueber die französischenGeneralrathS w a h l e« liegt nunmehr bis auf die Stichwahlen ein endgiltiges Ergebmß vor. Darnack sind gewählt 805 Nepublikan«, 417 Monarchisten und Boulangisten; 171 Stichwahlen in 46 Kantonen stehen noch aus. Summa 1439 Wahlen. Di« Republikaner v«li«en 94 und gewinnen 78 Sitze, Boulang« bleibt bei zwölf. 1 d« Philosophie gewidmet. Infolge des Beschlusses der belgischen Gerichtshöfe, weibliche Personen nicht als Advokaten zuzulassen, haben sämmtliche Studentinnen das Rechtsstudium aufgegeben. Durch riue Strafanzeige mit Versen und mit Bildern wurden dieser Tage Staatsanwalt und Rick ter beim Bezirksgerichte Fünfhaus in Wien nicht wenig überrascht. Der Verfass« hatte den größten Theil sein« Anzeige in Versen abgefaßt und seine Klage mit Arabesken, gemalten Guirlanden u. f. w. geschmückt. Zunächst war in Prosa gesagt:»Am 27. Mai l. I. wurde ich während meines Spazierganges im Westbahnhofparke vom Wachtposten Nr. 1634 verfolgt, arretirt und mit Mißhandlun- gen,„bestanden" aus Zwicken, auf die Wachtstube gebracht. Dabei sielen die geschworenen Worte: Geh' mit. Du trotziger Bua, Ich Hab' von Dir schon gnua, wobei der Wachmann mit mir umriß Wie mit dem allergröbsten Gaun«, Dabei bin i ab« nur a klaun«! Am Wachzimmer hieß mich dann der Wachmann»Du kraupet« Hund," weil ich nicht schön angezogen und etwa« v«- wachsen bin. Dergleichen verbiete ich mir aber Trotz meiner Bein« krumpen Und trotz mein« Lumpen. Ich stelle daher an ein hochlöbliches Bezirksgericht die unterthänigste kraupete Lumpenbitte: eine Hauptvnhandlung anzuordnen und einem Hochgelehrten Wachmann ein wenig d-rs ftrafgesetzlichen Palligrafe in Erinnerung zu bringen, denn dieser Wachmann glaubt Gott und Wachmann in einer Person zu sein und thut so, wie wenn der Erdboden ihm allein gehören würde. Daß ich aber so ein kraupet« Lump nicht bin, siebt doch Jed« ein."— Der Verfasser stellt fern« die Frage, od es den»Sicherheilswachköpfen" gestattet sei. Jedermann zu mißhandeln und ob es gegen solche ein Strafgesetz nicht giebt. Da« sieht so manches Krüppelbein Stets das ganze Jahr nicht ein. Und so bitte ich ein hohes Bezirksgericht, üb« meine irenbeleidigungSklage gesetzlich zu manipuliren gegen einen hochgeborenen Wachmann. Wenn das aber nicht der Fat! sein sollte, so bitte ich, diese Klage ein« höheren Instanz vo- zulegen." Nach neueren Mittheilungen kommt Boulanger nur fünfmal in die Stichwahl. Die Monarchisten find natürlich über die Nie- derlage der Boulangisten sehr ungehalten, nnd es bildet sich unter ihnen bereits eine ziemlich starke Strömung, welche ver- langt, Boulanger nunmehr fallen zu lassen. Nach einer Pariser Meldung des„Verl. Börfen-Courier" zirkuliren Gerüchte, wonach Boulanger einen Selbst- mordversnch gemacht haben soll. Der„Börs.-Cour." versieht selbst diese Nachricht mit drei Fragezeichen. Auch an der Berliner Börse vom Mittwoch waren Gerüchte über einen Selbstmord BoulangerS verbreitet. Dieselben wurden aber, wie die„Berliner Börsenzeitung" mittheilt, nur viel belacht und nirgend geglaubt. Mie bekannt, hatte man kurzlich l« Kachle« zum ersten Mal den Per such gemacht, die Arbeiterpresse mit dem§ 153 der Gewerbeordnung zu bekämpfen. Als Versuchs- objekt diente das„Sachs. Wochenbl." Von unsichtbaren Geistern inspirirt, erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Redakteur Teistler, weil er durch Drohung, Ehrverletzung und Verrufserklärung einige Rosenkranz'sche Arbeiter zu be- stimmen versucht habe, sich dem in der genannten Fabrik aus- gebrochenen Tischlerstreik anzuschließen. Der Sachverhalt ist der denkbar einfachste. Einige Feit nach Ausbruch des Streiks nahmen die Zusammensetzer Weiß und Schlecht, welche zur Strcikkommission gehörten, die Arbeit in der Rosenkranz'schen Fabrik wieder auf, da der Firmeninhaber die auf die Löhne be- züglichen Forderungen bewilligt hatte und die Heiden Arbeiter von weitergehenden Forderungen absahen. Diese Thatsache wurde vom Angeklagten in einer Notiz den Lesem des„S. W." zur Kenntniß gebracht. Allerdings wurde das Verhalten der zwei Arbeiter scharf kritisirt, doch war keineswegs dabei der Zweck verfolgt, die Betressenden zu verletzen. Der Angeklagte bestritt in der Hauptverhandlung ferner, daß aus der Notiz die Ten- denz oder die Absicht hervorgehe, die Zusammensetzer Weiß und Schlecht zur abermaligen Niederleaung der Arbeit zu be- wegen. Nur in Verbindung mit diesem Zweck könne nach seiner Ansicht aus etwaigen Beleidigungen ein Vergehen gegen die Gewerbeordnung gebildet werde. Liege der Zweck, erne Arbeitseinstellung herbeizufuhren, nicht vor, so seien Beleidi- gungen auf dem Wege der Privatklage, nicht aber auf Grund der Gewerbeordnung zu verfolgen. Zudem behauptete der An- geklagte, daß eine Beleidigung oder Ehrverletzuna nur dann vorhanden sei, wenn sich Jemand beleidigt oder in seiner Ehre verletzt fühle. Hierüber werde die Vernehmung der Zeugen Schlecht und Weiß Aufklärung bringen. Amtsrichter Dost suchte dem Angeklagten vergeblich zu beweisen, daß eS auch eine objektive Beleidigung gebe, die strafrechtlich ver- folgt werden könne, gleichviel ob sich die in Frage kommenden Personen getroffen suhlen oder mcht. Der Angeklagte polemisirt gegen erne derartige Auffassung des Richters und führt aus, daß darüber, ob dre Ehre bestimmter Personen verletzt worden, nur die angeblich verletzten Personen selbst urtheilen können; der Gerichtshof sei nicht im Stande, Jemanden wegen Ehrverletzung zu verur- theilen, wenn die in Betracht kommenden Personen erklärten, ihre Ehre sei gar nicht verletzt. Der Vorsitzende bricht die Ein- Wendungen des Beschuldigten dadurch ab, daß er zur Zeugen- Vernehmung schreitet. Zeuge Weiß berichtet zunächst Allge- meines über den Rosenkranz'schen Tischlerstreik. Auf eine bezügliche Frage des Vorsitzenden erklärt der Zeuge bestimmt, daß ihn die Notiz im„Sächsischen Wochenblatt"„sehr kalt" gelassen habe. Er fühle sich durchaus nicht betroffen. Das gehe ja schon aus dem Umstände hervor, daß er keinen Strafantrag gestellt habe. Einen derartigen Antrag würde er überhaupt nicht gestellt haben, selbst dann nicht, wenn er durch den Artikel verletzt worden. Die Arbeiter bedürften zur Schlichtung solcher Angelegenheiten nicht der Gerichte. Daß die inkriminirte Notiz den Zweck verfolgt habe, ihn und Schlecht zur Wiedereinstellung der Arbeit zu bewegen, kann Weiß nicht aus dem Wortlaut derselben ersehen.— Der Amtsrichter meint, es könne möglicherweise einfache Beleidigung, also kein Vergehen gegen die Gewerbeordnung in Frage kam- mm. Hierzu bedürfe es aber zur Strafverfolgung eines An- träges. Weiß erklärt auf die eindringliche Frage des Richters, daß er diesen Antrag nicht stelle.— Schlecht sagt in derselben Weise aus wie Weiß. Auch er fühlt sich nicht in seiner Ehre gekränkt und sieht sich deshalb ebensowenig veranlaßt, einen Antrag auf Strafverfolgung wegm gewöhnlicher Beleidigung »u stellm. Er kann ebenfalls nicht finden, daß die beregte Notiz dm Zweck gehabt, ihn und Weiß zur Arbeitsniederlegung zu bewegm. Er habe sich gewundert, daß das Strafverfahren gegen Teistler eingeleitet worden, ohne ihn und Weiß vorher darum zu befragen. Die SiaatSanwaltschast ist überzeugt, daß mit der Notiz der Zweck verfolgt sei. Weiß und Schlecht zur Nieder- legung der Arbeit zu veranlassen. Ob Weiß und Schlecht diesen Zweck darin erblickt haben oder nicht, sei belanglos. Auch liege eine Ehroerletzung in dem Artikel, obwohl die Zeugen erklärt hättm, nicht verletzt zu sein. Die Staatsanwaltschaft beantragt daher aus diesen Gründm Verurtheilung. Auf Grund dieser Zeugenaussagen und seiner vorherigen Äusfüh- rungen plädirt der Angeklagte in einem längeren Schlußwort für seine Freisprechung. Er widerlegt die Anklage in allen Punkten und meint, der Staatsanwalt werde nicht aus der Notiz über den Rosenkranz'schen Streik etwas herauslesm können, was zwei direkt in der Angelegenheit betheiligte Arbeiter nicht darin gefunden. Auch könne der Vertreter der Anklage die Zeugen nicht zwingen, sich verletzt zu fühlen.— Der Genchts- Hof trat den Änschaunngen des Angeklagten zum Theil bei und erkannte auf kostmlose Freisprechung, weil nicht erwiesen sei, daß mit der Notiz der Zweck verfolgt worden, die Zeugen Schlecht und Weiß zur Arbeitseinstellung zu veranlassen. Der Umstand, daß die Betreffenden sich durch die Notiz nicht verletzt fühlten, sei nach Ansicht des Gerichts nicht maßgebmd gewesen. — Wir meinen, daß gerade der letztere Umstand bei der Ent- scheidung ausschlaggebend war. — Kollege Müller gedachte beim erstm Punkt dn � Ordnung der ausgesperrten Former. In markigen � schildert er denMuth dieser Leute, die bei einer so niedngen v � [ujuueri er orn wcuiy orezer Wellie, vre vei einer]0 Niconv"'' � stützung schon 8 Monate einm Kampf ums Prinzip führen,� fest mtschlossm sind, sich nicht zu beugen: steht doch£ sammle Formerschast hinter ihnm. Die Zahl der StrM. beträgt 88 Mann, und zwar in Hamburg 55, Altona 1°. Braunschweig 15. Diese Leute gelte eS zu unterstützen, sie nicht der Hunger zu thun treibt, was sie nicht zu tdan Kollegen versprochm haben. Die bisher in Berlin geW � ten Gelder repräsmtiren eine Summe von 12 314 M-, � proportionirter Weise vertheilt wurden. Es erhielten 5380 M., Altona 960 M., Braunschweig 4728 M.. 436 M., Flensburg 790 M., Bemburg 20 M.- Eine/" lauW Mission von 5 Mann wird die Richtigkeit dieser vor! Abrechnung zu prüfen haben. Der Fackiuerei« der Metallarbeiter in Masser- und Dainpfarmatnre« hielt am Sonnabeno,. 27. Juli, im Königstadt-Kasino, Holzmarktstr. 72, eine!l, suchte Mitgliederversammlung ab. Vor Eintritt in die 4%, Ordnung erklärte der Vorsitzende, daß der Wirth ß# Koppenstr. 75, wo die Versammlung wie früher bekam � geben, stattfinden sollte, erst vor einigen Tagen abgcl«, hätte und auf Anfragen nach dem Grunde, die Antwo schuldig geblieben ist. Das mächten sich die Kollegen n'� Sodann ehrte die Versammlung, das Andenken 1 Hasenclever's durch Erheben von den Plätzen. hielt Herr Schlosser Pirch einen etwa fünfoicrtelltua � Vortrag über internationale Fabrik- Gesetzgebung- 7 beifälligst aufgenommen wurde. Da Referent das Thcw» y führlich behandelt hatte, fand eine Diskussion nicht st«»' i* zweiten Punkt der Tagesordnung beschloß die Ver>aV. eine Pause von 15 Minuten zur Ausgabe der Wl%j 6. Stiftungsfest des Vereins, welches am 10. August mann, Schönhauser Allee 146, staltfindet. Zum dritten � der Tagesordnung, Arbeitsnachweis und Frenrdenunter» wurde ein Antrag, letzteres auch auf sämmtliche"""" die einem Fachverein angehört und sich -V Der polizeiliche« Auflösung verfiel eine imposante Formerversammtung, die am Montag, den 29. d. Mts., bei Heydrich den Bericht über die bisher in Berlin für die strci- kenden Former gesammelten Gelder und über den internationalen Kongreß entgegennahm, als Kollege Körsten lbekanntlich Former- delegirter auf dem Kongreß) sich in einigen Liebenswürdigkeiten geaen die Bourgeoisie erging. Der Redner zeichnete die fran- zösischen Verhältnisse, soweit dieselben die arbeitende Klasse be- rühren, bespricht die Zersplitterung der Kräfte in den vielen kleinen und großen Arbeitcrocreinigungen daselbst und schildert die Eindrücke, welche die Berichte der Delcgirten aller Länder hervorgerufen. Englands ausgebreitete Fabrikgesetzgebung ver- hindere nicht die Beschäftigung von selbst vierjährigen Kindern. Die vielgerühmten Trades- Unions sind kaum mehr als bloße Krankenkassen, und ihre Führer häufig Leute, deren eigenes Wohlergehen ihnen über alles steht.— Wie mancher werde bitter entläuscht, der den engen heimischen Verhältnissen zu entfliehen sucht und sich zur Auswanderung entschließt. Die Macht der Bourgeoisie, der er zu entfliehen trachtet, stellt sich ihm auch in der neuen Heimalh entgegen. Niedrige Löhne, politische Rechtlosigkeit der Arbeiter, Rückuchts- losigkeit u. s. w. zeichnet dieses Protzenthum-überall aus. Die Bourgeoisie arbeitet wie nach der Schablone. In England, in Amenka, in der ganzen Welt, überall dasselbe düstere Bild, dasselbe Jagen, Rmgen und überall die mangelnde flöhe Zu- verficht, diese Seele aller Thätiqkeit.— Um ein genaues Bild von den Arbeiten des Kongresses, sowie von den daselbst ge- haltcnen Reden zu bekommen, raihct Redner zum Kauf der in nächster Zeit erscheinenden Broschüre, vor der Hand aber zum Lesen der Arbeiterpresse, besonders des„Berliner Volks- blatt", das sehr eingehende und getreue Berichte geliefert habe. Leider war es dem Redner nicht möglich, den Vortrag zu be- endigen, da nach viertelstündiger Dauer die Auflösung erfolgte. meldet haben, auszudehnen, angenommen,»»sl beide Institute, Arbeitsnachweis sowohl wie Unterstützung, in die Hände des jetzigen Vowö, Herrn Wilhelm Ehrlich, Wollinerstr. 9, v. 3 Treppen& Bei„Verschiedenes" ehrte die Versammlung die sre'!�. Thätigkeit des früheren Vorsitzenden Karl Printz durch �« von den Plätzen. Ferner markte der jetzige Blblioihetj» j Eckart, Saarbrückerstr. 33, 1. Ouergeb. 3 Treppen rerM bekannt, daß wie flühcr jeden Mittwoch Abend die„ der Bücher stattfindet. Die Versammlung wurde mit merken, daß die nächste Versammlung in demselben � 16. August stattfindet, um 12 Uhr geschlossen. Eine Keneral-Derfammlung de« Interessen"� der Kistenmacher tagte am Montag, den 29. Juli, x des Herrn Jordan, Neue Grünstr. 28. Tagesordnung-'� rechnung vom 2. Quartal 1889. 2. StatuienändcruvS � Verschiedenes. Nach Verlesung des Protokolls erst«» ,zl Kassirer Bericht. Bestand am 21. Juli: Einnahme Iwcch Ausgabe 318,70 M., Defizit 205,05 M., alter Bestand � 50 Pf., bleibt Bestand 818,70 M. Da die RevüM-",' Vorstehende bestätigten, wurde dem Kassirer.Tccharfss< � Zum 2. Punkt war der Antrag gestellt, die EinsckreidchA von 50 auf 10 Pf. zu ermäßigen. Dieser Antrag wurde � mit allen gegen eine Stimme abgelehnt. Ein ander« � den Namen des Vereins zu ändern und zwar in„Verein! � sicher in der Kistenbranchc heschäftigter Arbeiter", wm'd,- falls abgelehnt. Zu Verschiedenem wurde erinnert,% Billets zur Dampferpartie bis Sonnabend, den 3. Aug Leichnitz, Markusstr. 25, bezahlt sein müssen. Aufgc» wurden 3 Mitglieder. Kollege Karge forderte noch tritt in den Sanitätsoerein auf. Theater. Lon Freitag, den 2. August. Krnst'« Theater. Der Postillon von jumeau.. � � Adolph Ernft Theater. D e lunge Garde KeUeaUtanre-Theater. Gefährliche Madchen. Friedrich- WUHelmftSdttfche« Theater. Diktoria-Th eater. Die Kinder des Kapitän Gstend�Theaier. Der Glöckner von Notre Dame. 1«r. 9 M.— 10 91. Kaiser-Panorama. In dieser Woche: Ue« I ZweiterCycl.: Pariser MeltanssteUnng. Erste Reise durch die male- rische flanzösische Schmelz. Meise Kr. Mal. Kchiss K-rtha. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. 8 Reisen 1 M. Unserm Freunde Mäxchen Preuss, Der jetzt schon schön zu reden weiß, Wünschen wir zum heutigen Tage, Daß er bis zur fetten Rente nicht verzage. 917] Mehrere Luxus-Mensqen. Sophaöezüge! R-st- von 3, 5 Meter faettWUla. Emil Lefirre. Oranienstr. 158, 4» Arbritsnmrkt. Weder auf Futtercrimmer bei gutem Lohn gesucht. Äton u. Alsred Lehmim, 921]__ Rieder-schönwetde._ Steinmetzen, anee«r Lehrling De» Kistenmachern sowie den in der Holzbranche beschäftigten Ar- heitern zur Nachricht, daß in der Patent-Kisten- fabrik-Akt.-Ges., Alte Jakobstraße und Mühlen- straße 8, die Arbeit infolge Lohndifferenzen niedergelegt worden ist. Es wird ersucht, den Zuzug femzuhalten. 1919 Die Kommission. Versammlung des Uerelns zm WahMg der Interessen der Klavlerarbelter nnd verwandter Kerufsgenossen am Sonnabend, den 3. August, Abends 8i Uhr, Kommandanten str. 77/79, Gratweil's Bierhallen. Tagesordnung: Punkt 1: Rechenschaftsbericht vom 2. Quartal. „ 2: Werkstattangelegenheiten. „ 3: Aufnahme neuer Mitglieder. NB. Diejenigen Mitglieder, welche noch BilletS vom Sommervergnügen in Händen haben, werden ersucht, dieselben zu begleichen. 915 Der Borstand. Soeben erschien: Das Gesetz. betreffend,. Invakiältäts- und Uftcrsncrficficrung dce UrW' Mit Erläuterungen von August Bebel und Paul Singer. Kartonirt Preis 50 Pf. Z« beziehen durch die Grpeditio«, Zimmerstraße 4 l. Ortskraukenkajse der Stelttdruiker Whograptzen z« Kerlin. tTCl�l�J� zu besetzen. Geeignete jl- Die Stelle eines Kassenboten ist -r--r-—--, welche Mitglieder der Kasse sein müssen, 300 Mark Kaution stellen und das Amt sofls K? nehmen können, wollen ihre selbstgeschriebenen Gesuche persönlich bis zum Montag, den 5- in unserem Kassenlokal, Friedrichsgracht 41, einreichen._ 918 Der Womin der Win. Morgen, Sonnabend, den 3. August, Abends 8 Uhr, in Jordan s Salon, Ueno Grünstr. 88: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Zadel über: Bakterien und Bakterienkrankheiten. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Ilm zahlreiches Erscheinen ersucht 923 Ter Vorstand. NB. Diejenigen Mitglieder, welche die Hand- werkerschule besuchen, erhalten die von der Ge- Werbedeputation zugesprochene Unterstützung in der Versammlung ausgezahlt. IWöbBl, eigen. Fabrik. Spegel u. Foisterw aaren Gr. Lager, WU. Preise! Emil Heyn, Brunnens tr. 28, Hof part. Theü*. nach Ueberdnkanft. I Central-KrMtn- u. BegräbchkO der Sattler u. f w. Sonnabend, den 3. August, Abends Sz Uhr, in Heydrich's Saal, Beuth- Strasse 20 i kr. MtMeMchiWlmg. TageS-Ordnung: 1. Punkt: Kassenbericht pro 2. Quartal. 2.„ Besprechung innerer Kassen-Angelegenheiten. 3.„ Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen, besonders des 2. Punktes, werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Mitgliedsbuch- legitimirt. 916 Der vorstand. Fiiihmck kr Ptthtr Sctlini Sonntag, den 4. August, Vormittags 11 Uhr, im Palmensaal, Nene Schönhanserstr. 80: Mglitkr-PtrstiimlW. TageS-Ordnung: 1. Diskussion über verschiedene Rechtsschutz- � 2. Erledigung von Unterstützungsgesuchen. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragebeantwortung. 905 Der Dorstand. Istrein der insejtt (Tischler). Sonntag, den 4. Aug«»*' J! Vormittags 10i Uhr, Neue Srtrdrt»'"' Genera#". Versa mm 8 in"' TageS-Ordnung: 1. Wahl zweier Vorstandsmitglied�' 2. Vorstandsanträge. 3. Vereinsangelcgenheiten. 4. Fragekasten. Um rege Theilnahme bittet 914 Der UM-MMarkiter-M" Berlins und Umgegen®* � Freitag, den 2. August 1889, Abends S Wedding-Park, Müllerstraße> Große IferfaiwulttW' TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Becker. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder- 4. Verschiedenes und Frageko � Um recht zahlreichen Besuch, haupll Metallarbeiter aller Branchen Charte Moabit und Tegels, bittet 920 Der Veraiitwortsicha Redatteur:{U Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Wa» Fading in Berlin SW_ Beuihstraße 2. ftorpt»itU '"10 JW 5» K 5R sß "0 l Beilage zum Berliner Bolksblatt. Ar. 178. Freitag, de« 3. August 1889. 6. Jahrg. (1'stengesetz" keine Rücksicht, da dies Gesetz Alles in - der Polizei stellt und also eine geordnete Be- gssell? unmöglich macht. Nach dem preußischen Vereins- es ,ft, eine Versammlung vorher nicht verboten werden, Wae* Erlaubniß dazu erforderlich, eS genügt eine böten'.dre eine Einwirkung auf öffentliche Angelegen- 'S»sk.°�-cken, sind verpflichtet, binnen drei Tagen nach glichen? des Vereins Statuten und das Verzeichniß der Mit- u»d x Orts-Polizeibehörde zur Kenntnißnahme einzureichen ki«n2-c dorde auch aus Erfordern nähere, natürlich wahr- Auskunft zu ertheilen. die Einreichung der Statuten und des Mitglieder- Wo& dal die Polizeibehörde ebenfalls sofort Bcjcheini- eT»'heilen. ttst ouk k, uien der Vorstandsmitglieder braucht der Verein Min ,i.?ere Anfrage der Polizei mitzutheilen, von vorn- Äoch.zl'.�v dazu nicht verpflichtet. Anzeigepflichtig sind„die wach, V; es genügt, wenn einer derselben die Anzeige >0� unt bl tz Vorsteher verantwortlich, wenn die An- 'ich, Genehmigung von Vereinsstatuten ist nicht erforder «bjuCy°' Jolche bei Gründung'~' .....„v. wvui.vu»» eines Vereins niemals Die Polizei hat auch nicht das geringste Recht, i* vfllnn«.* Po»zr> yll> aull) NIUN vu» »iibert J,®?' daß die Statuten eines Vereins so oder so ge es«n uiüssen, sie kann höchstens Auskunft verlangen, *0* Vollen hier die die Frage, was sind politische oder W �öffentliche Angelegenheiten? nicht erörtern. Essoll k tnTWdoben werden, daß es sehr gut Vereine geben iwar öffentliche Angelegenheiten erörtern, deren Wihki�ungen also angemeldet werden müssen, die aber keine n,:_8 auf öffentliche Angelegenheiten bezwecken. „dies sogenannte Debatlir- Vereine, in wel- itoliitin, sich im Reden übt. Diese brauchen keine -"" kein Mitgliederverzeichniß zur Kennt- un GöOotCs einzureichen." Es ift"im' Üebrigen PraxisI "Uch niQf,»ieichntffe einreichen, zuweilen m 5>deibonk!' diS sie dazu aufgefordert werden. ?az h.;??ein gegen die bis letzt besprochenen Bestimmungen, die Arbeitervereine in der Regel stets Statuten und wohl auch einreichen, zuweilen mit dem letzteren Wegen Zu M Wenn" eine Versammlung" abgehalten wird, ohne Zorstantz Zeitig angemeldet war, oder wenn ein Vereins -Witnii.ck ber da»u vervilichtet ist. keine Statuten und keil ereicht, ode _________,____ �|...... /Strafe vor Mark erkannt werden. Bei Einreichung »>."0Nt>( ungenreivci iuui, uuci lucmi mi >"ali-k' der dazu verpflichtet ist, keine Statuten und kein swe».-.�verzeichniß in der bestimmten Frist eingereicht, oder -dio Auskunft nicht erlheil I hat, kann auf Strafe— JeWIiA t Tr-vrark erkannt weroen.«ei Einreicyung Wentiich soffcher Statutm oder Verzeichnisse, oder Erlheilung "Ä z-.w talscher Auskunft tritt hierzu noch eine Strafe von tl, � degk ts. � sechs Wochen Gefängniß. Der Verein kann o An««!. /weder geschlossen noch verboten werden. H, ini. c wachen besondere Vereine, die auch vorhanden �chiil cJW un§ 360, Abschnitt 9, des Strafgesetzbuches ge» 'iet siKti die nämlich„Versicherungsanstalten" darstellen. § ,�'U des Strafgesetzbuches lautet: i bestraft•" Geldstrafe bis zu 150 M. oder mit Haft k'Wa"k��esetzlichen Bestimmungen zuwider ohne Geneh« %n, w Staatsbehörde Aussteuer-, Sterbe- oder Wittwen- IL schasuü�'werungsanstalten oder andere dergleichen Ge- rb, oder Anstalten errichtet, welche bestimmt Zahlung eines Einkaufsgeldes oder gegen »�°inaün»?dn Geldbeiträgen beim Eintritt gewisser soisten.� vder Fristen Zahlungen an Kapital oder Rente i�s�vert-k füglich lautet im Gesetz, betreffend den Ge- � dr bei VersicherungS- Anstalten vom 17. Mai 1853 'en Segen CjT* N'u'�eefchriften des§ 340 Rr. 6 des Strafgesetzbuches �Kes 1851(wo für jetzt§ 360 Nr. 9 des slrafgesetz- zfdiiier vl.«« Deutsche Reich getreten ist) findet auf Unter- fje bann* Versicherungsanstalten jeder Art... Anwendung. ii der»L»forderliche Genehmigung der Staatsbehörde ist Ms>iusuck�wksregierung des Wohnortes des Unternehmers von k J ,Wd darf nur ertheilt werden, wenn die Regierung 'w iiderrL"vbescholtenheit und Zuverlässigkeit des Unlerneh- »euot Hai.-' v aeugt yar- th-, ihrei," Polizeibehörden haben nun versucht, Fachvereine, in dungs.,,,�°tuten nach zufälliae Kassenbestände zu Unter- ... len nun vrrtuuu, b»ufällige Kassenbestände liever oder ____________ zu Unter- ____ an NichtMitglieder(z. B. verwenden, oder Arbeitervereine, t»r Der sn„''e gemaßregelt werden. st/öier ftrf.Z. eftanb eines solchen Vereins ist als Unter- tof.Beiviff» qvicht zu betrachten, wenn er auch die Leitung - itien».,. Beziehung hat. Der Direktor, der Leiter einer einen„Unternehmer" giebt, aber iwuiwcm in den Statuten sagt: Wir be- 'titgliedern Rechtsschutz und Unterstützung zu % bSch bunWÖ nTchi ber'llnlenieWer der- � bn? wehr.,. Gesetz vom 17. Mai 1853 setzt voraus, daß eine nin�.ei'toeber? eine Versicherungsanstalt gründen und rR � �5=5«�'%� �a»t unk?er ein Geschäft zu machen. Das ist dem dem Geist des Gesetzes nach unumstößlich richtig, wenn es noch überhaupt Sinn in deutschen Worten � �Da es nun bei den Fachvereinen sowohl, als bei den an- deren Unterstützungsvereinigungen der Arbeiter keine„Unter- nehmer" giebt, so kann der§ 1 des Gesetzes vom 17. Mai 1853 auf sie keine Anwendung finden. Nun gut, es sind aber auch gar keine„VersicherungS- anstalten", die die Arbeiter zu errichten beabsichtigen, wenn sie beschließen, aus überschüssigen Fachvereinsmitteln oder aus besonders gesammelten Mitteln Unterstützungen zu zahlen. Es hat in diesen Fällen den Arbeitern die Absicht ganz fern ge- legen, eine Verpflichtung dadurch zu übernehmen. Sie thun dabei ganz dasselbe, was z. B. die Personen thun, die Arbeiter- Kolonien gründen und dazu Geld sammeln. Sie sagen, wir nehmen auf und verpflegen, so lange wir Mittel haben, find keine Mittel da, oder ist kein Raum da, dann ge- währen wir nichts. Es ist ein Zusammeuschließeu zum Wohl- thun in gröberem oder kleinerem Kreise, aber nicht die Ueber- nähme einer Verpflichtung gegen einen Beitrag oder Einkaufs- geld bei Eintritt Gewisser Bedingungen oder Fristen, Zahlung an Kapital oder Rente zu leisten. Wenn es in dem Bunzlauer Statut hieß: Der Verein bezweckt, seinen Mitgliedern Rechtsschutz als Vor- schuß von Prozeßkosten in Lohn- Streitigkeiten zu geben und sie mit Reisegeld zu unterstützen, wenn sie gemaßregelt werden, so möchtm wir den Gerichtshof sehen, der in diesen ganz leeren und allgemeinen Redensarten die Ab- ficht finden kann, die der§ 360, 9 bei Versicherungsanstalten oorawss sprachlichen Ausdruck: Gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes oder gegen Leistung von Geldbeiträgen wird Kapital oder Rente gezahlt, liegt ein festes Rechtsverhältniß ausgesprochen, es setzt Leistung und Gegenleistung fest. Eine solche Festsetzung kann aber nicht in einem so allgemein gehal- tenen Satz der Statuten gefunden werden. Unter„Versicherung" versteht das Preußische Allgemeine Landrccht§ 1934, II 8, daß gegen Erhaltung einer gewissen Abgabe, der„Prämie", der Versicherer(der Unternehmer) die Vergütung des aus einer bestimmten Gefahr die versicherte Sache betreffenden Schadens übernimmt. Die Haftpflicht, die der Versicherer, der Unternehmer übernimmt, nach 8 2171 II 8 des A. L.- R-, besteht in dem Vergüten Oes Schadens. Eine solche Haftpflicht ist hier nicht vorhanden. Wir haben den Bunzlauer Töpfern aber noch gerathen, zum Statut zwei Zusätze zu machen, die über die Natur des Zweckes des Vereins keinen Zweifel lassen. Sie sollen zu den Bestimmungen über den Zweck des Ver- eins ausdrücklich hinzufügen: 1) Aus dieser Bestimmung erwächst den Mitgliedern kein klagbarer Anspruch. Der Rechtsschutz sowie jede Unterstützung aus der Vereinskasse wird nach freier Entschließung und nur so weit bewilligt, als Mittet dazu vorhanden find, durch die Mitgliederversammlung. 2) Selbst wenn einem Mitgliede zum Rechtsschutz oder zur sonstigen Unterstützung von der Mitgliederversammlung ein Betrag bewilligt ist, hat es auf denselben keinen klagbaren An- spruch, wenn ihm das Geld aus irgend einem Gnmde nicht gezahlt werden kann, die Mitgliederversammlung kann ihren Beschluß jeden Augenblick widerrufen, ohne daß dem dadurch Betroffenen ein Entschädigungsanspruch erwächst. Aehnliche Vorschriften sind schon im Jahre 1885 gegeben. Wir wissen ja, daß der§ 360, Abs. 9 nur als Vorwand benutzt wird, um die Arbeitervereinigungen, die freilich aus diesen Unterstützungsvereinen eine gewisse Kraft ziehen, lahm zu legen, sie auch nach dieser Richtung hin zu unterbinden, aber doppelt und dreifach muß es deshalb unsere Pflicht sein, hier nicht von der Schanze zu weichen, so lange sie sich noch irgendwie behaupten läßt. Wir fordern also hiermit ausdrück- lich auf, überall, wo es noch nicht geschehen ist. Wander- unterstützungskassen und Generalfonds für Unterstützung von Ausständen und von Gemaßregelten zu gründen, in den Statuten aber immer solche Bestimmungen aufzunehmen, aus welchen deut- lich hervorgeht, daß der Verein nicht beabsichtigt, eine Haftpflicht zu übernehmen, daß es sich nicht um Leistung und Gegen- leistung handelt, sondern um ein Werk der Wohlthätigkeit zum Nutzen der Arbeitersache. Wir haben uns schon öfters bereit erklärt, dabei mit Rath und That, besonders beim Entwerfen der Statutm, mitzuwirken, wmn man sich an ans wendet, wir wiederholen hiermit dieses Anerbielm. Die Gerichtshöfe habm sich bis jetzt fast ohne Ausnahme für uns günstig ausgesprochen, so daß wir wohl hoffen dürfm, diesen Posten, der für das Vereinigungsrecht der Arbeiter frei- lich von Wichtigkeit ist, zu behaupten. LxtVmles. lieber bell Ktadtbahuhof Feiedrichstraße, welcher allerdings auf einen solchen Verkehr, wie er ihn jetzt zu be- wältigen hat, von vornherein nicht eingerichtet war, werden fortgesetzt bald in dieser, bald in jener Richtung Klagm laut. Während der jüngsten Regentage, so schreibt ein Berichterstatter, sah eS vor unserem Wellbahnhof recht trübe aus. In strömen- dem Regen mußten die Reismden aussteigen. Der Bahnhof hat kein Schutzdach, trotzdem die eisernen Träger zu solchen über dm Portalen eingemauert sind. Was jedes Hotel ver- mag, sollte sich doch ein solcher Bahnhof auch leisten können. Ein fernerer Uebelstand ließe sich ebenfalls leicht beseitigen. Der Zugang zu dem Bahnhof ist leider sehr mg. Das läßt sich nun nicht mehr ändern. Der Verkehr aber ist ein solcher, daß das Gedränge hier oft unerträglich wird. Eine sehr statt- liche Front hat der Bahnhof hingegen nach der Georgen straße. Hier aber befindet sich kein Billetschalter, kein Aufgang. Wenig- stens sollte man hier einen solchen für den Stadtbahnverkehr anlegen._, Uo« den Gauluterne» in unseren Straßen wrrd gegm- wärtig eine Anzahl mit einer nmm Einrichtung aersehen. Der obere Theil der Laternen war bisher so eingerichtet, daß in dem Eisengestell Scheibm aus weißem Milchglas eingefügt waren. Diese Obertheile werden nun in der Art geändert, daß an Stelle der Milchglasscheibm eine Metalldecke tritt und unter derselben ein lampenglockenähnliches Milchglas angebracht wird, das die Strahlen der darunter brennenden Flamme nach dem Erdboden zurückwirft. Versuche mit dieser nmm Einrichtung waren vor einiger Zeit angestellt; es ist also wohl anzunehmen, daß sie sich bewährt habm. Die zum„Prälaten"(Aieranderplatz) gehörige Gartenanlage ist vollständig beseitigt worden, damit der Bau der neum Straße„An der Stadtbahn" bis zum Alexander- platz in Angriff genommm werben konnte. Die Pflasterungsarbeiten find auf der ganzen Strecke, welche die Hinterfront des Polizeipräsidialgebäudes einnimmt, bereits fertig gestellt, und auch der jetzt in Angriff amommene Theil soll derartig gefördert werben, daß die neue Straße bereits am 15. August er. dem Verkehr übergeben werden kann. Nach der Fertigstellung wird beabsichtigt, mit der Umwandlung des süduchm Theiles des Alexanderplatzes in eine Parkanlage zu beginnen. Die Aufstellung von Warnungstafeln ist jetzt auf dm meisten Brücken Berlin's erfolgt, wonach das Schrittfahren von Lastwagm, Omnibussm und auch Pferdebahnen über die- selben angeordnet wird. Der Grund für diese Maßregel ist darin zu suchen, daß der Waaenverkehr der Millionenstadt ein von Tag zu Tag wachsmder ist, und daß sich bei dem schnelleren Fahren von schwerem Fuhrwerk auf dm Bohlen der Brücken ein schwaches, fast unmerkliches Zittern der Brücke bemerkbar macht. Zur Niederlegung des„Körfengedäudes" auf dem alten Vieh-, jetzigen„Lagerhofe" sind die Vorarbeiten ziemlich beendet, und wird demnächst nach Abtragung von II Meter Erde die Feldstraße nach der Usedomstraße hin durchgeführt werden, nachdem bereits die an ihr liegenden Baustellen auf dem Lagerhof-Terrain verkauft sind. Auch die Verlängerung der Hermsdorferstraße über die Hussitenstraße und den Lager- hos hinaus nach der Brunnenstraße zu ist in dem neuen Be- bauungssystem bereits markirt, wiewohl gegenwärtig ihre Durch- führung wegen des in der Flucht stehenden großen Hammel- stallgebäudcS noch nicht bewerkstelligt iverdm kann. Die japanische Kophore, ein unserer heimischen Akazie sehr ähnlicher Baum, mit eben solchen gefiedertm Blättem und schmetterlingsförmigen weißm Blüthen— im Humboldthain in der Gruppe ausländischer Bäume durch schöne Exemplare zahl- reich vertreten— steht zur Zeit in vollster Blüthe. Ihr ver- einzeltes Auftretm auf Plätzm— z. B. Ecke Friedrichstraße und Belleallianceplatz— und in Gärten inmitten der Stadt führte zu der irrigen Annahme, daß einzelne Akazien in diesem Jahre zum zweiten Male Blüthen trieben. Dagegen können wir konstatiren, daß einige Kastanimbäume auf dem Gesund- brunnen in der Nähe der St. Paulskirche wie fast immer, so eben jetzt in diesem Jahre nochmals Blütbenkegcl zeitigten. Die neue Straße Ur. 153 in Uirbortfl welche seit einigen Tagen offen gelegt worden ist, hat an ihrer Einmün- dung in die Hasenhaide dieser ein gänzlich verändertes Aeußere gegeben. Die neue Straße zieht sich, von der„Hasenhaide" aus ziemlich steil bergauf gehend, an der Brauerei und dem Gartenlokal„Neue Welt" entlang, dessen Grundbesitz durch die Eröffnung der Straße ganz bedeutend an Werth gewonnen hat. Von dort aus ist die Straße bis zur Neuen Ouerstr. Nr. 152 in Rixdorf geführt, welche von der Hermannstraße nach den Schießständen geht. Von der Straße Nr. 152 aus dürste die Neue Straße Nr. 153 demnächst in der Richtung der Mälzerei in Rixdorf bis zur Wanzlickstraße fortgeführt werden und es ist hiernach klar, daß die neue Straße eine der Hauptverkehrs- ädern zwischen Berlin und Rixdorf zu werden verspricht. Gegen- wärtig bietet diese Straße, infolge der Bewegung bedeutender Erd- masscn, welche durch die Tracirung der Straße n öthig geworden ist, einen für Berliner Straßenverhältnisse sehr sonderbaren Anblick. Hinter der Brauerei ist die Straße oft drei bis vier Meter tief durch den Lehmboden geführt, der noch in mächtigen Bergen zu beiden Seiten emporragt und seinen Besitzern schönes Geld einbringt. An anderen Stellen wieder zeigen sich mächtige Lager weißen Sandes, wo die bekannten Berliner Sandfuhr- leute, welche sich durch das besonders laute Ausrufen ihrer Waare in Berlin bemerkbar machen, ihren Bedarf beziehen und mächtige Höhlen in die scharf im Lehmboden abgezeichnete Sandfläche hineingearbeitet haben. Diese Höhlen werden nur mit Bauschutt ausgefüllt, ja man verwendet sogar an einzelnen Stellen den anderweit gut verwerthbaren Lehm als Füllmate- rial und trägt von den besonders hervorragenden Punkten die Lehmmassen in die Sandhöhlen ab, zu welchem Zwecke eine besondere Transportbahn mit Kipp-LowryS angelegt ist. Ein Gang durch diese Straße, deren Betreten bei feuchtem Wetter des Lehmbodens wegen nicht zu empfehlen ist, zeigt die Hinter- fronten der an der Hermannstraße in Rixdorf gelegenen Grundstücke und damit ein selbst m der sonstigen Umgebung unserer Stadt seltenes Bild. Eine Interessante«rknndliche Erinnerung an den ersten deutschen Eiscnbahnbau befindet sich, wie das„Archiv für Post und Telegraphie" mittheilt, im Archiv der Nürnberg- Fürther Bahn. Ehe der Bau der ersten Eisenbahn in Deutsch- land, der am 7. Dezember 1835 eröffneten Linie Nürnberg- Fürth, vorgenommen wurde, ersuchte die bayerische Regierung u. A. auch das Ober-Medizinal-Kollegium um ein Gutachten über Schädlichkeit oder Unschädlichkeit des Betriebes für die Gesundheit. Dieses Gutachten lautet dahin, daß der Fahrbetrieb mit Dampfwagen im Interesse der öffentlichen Gesundheit zu untersagen sei. Die schnelle Bewegung erzeuge unfehlbar eine Gehirnkrankheit bei den Passagieren, welche eine besondere Art des delirium furiosem vorstelle. Wollten die Fahrenden der Gefahr trotzen, so müsse der Staat wenigstens die Zuschauer schützen. Der bloße Anblick eines rasch dahinfahrenden Dampf- wagenS erzeuge genau dieselbe Gehirnkrankheit: es sei deshalb »u verlangen, daß der Bahnkörper zu beiden Seiten mit einem dichten, mindestens fünf Fuß hohen Bretterzaun umgeben werde u. s. w. Die bayerische Regierung hat seiner Zeit wohl- weislich davon Abstand genommen, dies Gutachten jenes Ober-Medizinal-Kollegiums zu veröffentlichen. Ei« UerlUgungskrieg gegen die Masserpest findet, wie fast alljährlich zur Hochsommerzeit, auch jetzt wieder in dem im städtischen Gebiete liegenden Theile des SpreebetteS in aus- gedehntem Maße statt. Diese Wucherpflanze, die im Wasser schwimmt, ohne Wurzeln zu treiben, bildet durch ihre üppige Vegetation eine starke Belästigung für die Schifffahrt und kann diejelbe, wenn sie nicht von Zeit zu Zeit nach Möglichkeit aus- gerottet wird, besonders in schmalen Kanälen vollständig unter- brechen. Gegenwärtig sind auf der Obersprce eine Anzahl Ar- beiter mit ihrer Beseitigung beschäftigt, indem sie aus lanage- streckten Prahmen und mit eisernen langzähnigen Harken, dazu mit Köchern versehen, die unter der Oberfläche im Wasser treibenden rankenartigen Pflanzen herausfischen. In den größere« Korbmelbepflanznngen der Mark hat sich seit einigen Monaten, vermuthlich infolge der im Frühjahr stattgehabten heißen Witterung, ein Käfer gezeigt, der den Pflanzungen bedeutenden Schaden thut; derselbe frißt die Spitzen der jungen Triebe an, wodurch deren Wachs thum ver- hindert wird. Möglicherweise ist das Insekt auch durch den Bezug der Weidenstecklinae aus dem Auslande mit einge- schleppt und dessen Ausbildung durch die Frühjahrswitterung noch begünstigt. Killiger Mittagstisch. In der„Gärtner-Ztg." lesen wir: In einer hiesigen großen Gärtnerei- Firma legte am Sonnabend vor Pfingsten ein großer Theil der Gehilfen die Arbeit nieder und erklärte, dieselbe nicht eher wieder aufirehmen zu wollen, als bis ihnen eine Lohnerhöhung von 20 pCt. und einige andere kleine Forderungen gewährt seien. Am Montag. darauf gingen einige Abgeordnete der Feiernden behufs snoch- maligcr Besprechung der Angelegenheit»um fChcf der Firma. Derselbe crktärle unter anderen Auseinandersetzungen, bei einem wöchentiicken Gehalt von 10 M. könne man gan» gut jede Woche 5 M. sparen und erbot sich, ihnen einen MittagStisch für 3—0 Pf. zu liefern. Zu Frühstück und Abendbrot sollten sie für 5 Pf. Kommihbrot essen und Wasser dazu trinken, dann würden sie ein mehr als reichliches Aufkommen mit ihrem Lohne haben.— Ein billigerer MittagStisch kann unzweifelhaft nicht geliefert werde» und verdient dieser edle Menschen sireund auch in weiteren Kreisen als ein Wohlthäter seiner Arbeiter durch Herstellung eines wohlfeilen MittagStischeS bekannt zu werden. Zur näheren Erklärung möge dienen, daß dieser Philantrop, Herr Heinrich Schmidt, Inhaber der Firma I. E. Schmidt in Erfurt ist. Die Längenausdrsinunge« Kerltn«, wie sie sich nach dem Bericht über die Gemeindeverwaltung der Stadt Berlin für die Jahre 1882 bis 1888 bei der Kartirung ergeben haben, betragen nach allen Richtungen hin eine Meile. Am weitesten ist die Entfernung vom Südosten nach dem Nordwesten, das heißt von Treptow nach dem Forstbezirk Tegel, nämlich 10430 Meter. Hierbei handelt eS sich aber nur um die fahr- bare Wegelänge. Verbindet man dagegen den südöstlichsten Punkt der Peripherie, Stralau, mit dem nordwestlichsten im Tegeler Forstbezirk durch eine den Alcxanderplatz schneidende Luftlinie, so kommt sogar eine Länge von 11 ISO Meter heraus. Am kürzesten ist die Entfenrung von Nord nach Süd, von Pankow nach der Hasenhaide; immerhin aber beträgt auch diese Strecke 7600 Meter. Von Südwest nach Nordost, Weißensee und Schönebcrg, sind es 8550, von Ost nach West, wobei Lichtenberg und Charlottenburg die Endpunkte sind, 9300 Mir. Der Mittelpunkt Berlins lag früher am königl. Schloß, gegenwärtig liegt er zwischen der Börse und der Garnisonkirche in der Neuen Friedrichstraße. Ein KaUo« der Luftkchifferabtsieilung schwebte Dienstag Abend in größter Gefahr, in den Müggelsee zu ge- rathcn. Ter Korb des Ballons war nur noch wenige Meter von dem Wasserspiegel entfernt, als der Leiter des Luftschiffes die Gefahr erkannte und seinem Begleiter befahl, die Röcke über Bord zu werfen. Es geschah, und im nächsten Augenblick erhob sich der Ballon wieder um so viel, daß er gerade noch, aber ganz knapp, über den See weg kam. Die Röcke wurden von einigen Seglern aufgefischt. Die Mrchselfiilfttiunge« des flüchtig gewordenen Anti- quitätenhändlers Fränckel haben für den Rentier Roefcr aus der Friedrichstraßc sehr fatale Folgen gehabt. F. hatte seiner Zeit den ihm bekannten R. ersucht, einige dieser Wechsel im Gesammtbcirage von 17 000 M. mit seinem Giro zu versehen, was auch geschehen ist. Nun ist ein Theil dieser Wechsel fällig geworden, und da die Einlösung nicht erfolgte, gegen R. ein- geklagt worden. Dieser, nicht im Stande, Zahlung zu leisten, hat es jetzt vorgezogen, ebenfalls Berlin den Rücken zu kehren, während in seiner in der Friedrichstraße gelegenen Wohnung der Gerichtsvollzieher seines Amtes gewaltet und Alles, was er dort von Werth vorgefunden, beschlagnahmt hat. Unerträgliche Zustände herrschen gegenwärtig und, wie von den benachbarten Bewohnern versichert wird, schon seit dem Mai dieses Jahres in der Umgebung des städtischen Ablade- vlatzes an der Stralauer Chaussee. Gegen Mittag beginnen die von der Stadt kommenden Kehrichtwagen dort aus der Chaussee anzufahren. Die Marken für die Auffahrt nach dem Abladeplatze müssen in einen, dort in der Nähe befindlichen Schanklokal von den Kutschern in Empfang genommen werden, und die Kutscher benutzen die Gelegenheit gewöhnlich zu einem längeren Aufenthalt, während dessen sich draußen in der Sonnen- Hitze zwanzig, dreißig und mehr beladene Müllwagen zu einem stundenlangen Aufenthalte ansammeln. Allmälig fährt ein Wagen nach dem anderen in den Abladeplatz, um bei der Rück- kehr von dort nochmals für längere Zeit an der Chaussee Halt zu machen, so daß man etwa um siinf Uhr Nachmittags die Chaussee zu beiden Seiten mit Fuhrwerken besetzt sieht und zwar an der Nordseite mit den leeren Wagen, an der Süd- feite mit den beladenen, während in dem engen Straßenraum zwischen beiden sich die übrigen Fuhrwerke bewegen, welche die Straße passiren wollen. Am Sonnabend Nachmittag wurden von Vorübergehenden 42 theils beladene, theils leere Abfuhr- wagen gezählt, die dort aufgefahren standen. Eine strenge An- wersung an die Kutscher, bei der Fahrt zum Abladeplatze jeden unnützen Aufenthalt zu vermeiden und namentlich auch alle Klappen des Wagens fest zu schließen, dürste doch wohl am Platze sein. Die Untersuchung gegen den'verhafteten Herausgeber des eingegangenen Wockenblättchens„Neu-Bertin", W. Frieden« stein, nimmt immer größere Dimensionen an, da die Kriminal- behörde ein praktisches Verfahren eingeschlagen hat, um hinter die unlauteren Manöver des F. zu kommen. Sie studirt näm- lich mit peinlicher Genauigkeit alle erschienenen Nummern von �Neu-Berlin" und stellt bei denjenigen Geschäftsleuten und Privatpersonen, welche darin in bekannter Weise angegriffen und besudelt find, Nachforschungen an, wobei es sich fast aus- nahmslos eraicbt, daß, ehe diese Angrisse erschienen, F. oder einer seiner Bevollmächtigten bei den Betreffenden nutzlos den Versuch gemacht halten, irgend einen Vortheil, Abonnements, Inserate rc. zu erlangen. So fand gestern wieder die Ver- nehmung des Inhabers eines hiesigen gröberen Juwelen- gcschäfls statt, der eines TageS durch eine Kreuzbandsendung des ihm bis dahin unbekannten Friedenstcin'schcn Blättchens überrascht wurde, in welchem ein lobender Artikel über ihn stand. Bald darauf erschien F. persönlich bei dem Betreffenden und verlangte ein größeres Inserat. Der Juwelier erklärte, daß er prinzipiell nur in der Wintcrsaison inserire, worauf F. das Gelchäft mit der versteckten Drohung verließ:„Na, wir können ja auch das Gegentheil schreiben!" Und richtig erschien in einer der nächsten Nummern ein Artikel, in dem in ziemlich deutlicher Weise vor dem Einkauf in jenem Geschäft gewarnt wurde. Achnliche Fälle find so zahlreich eruirt, daß an einer Bestrafung und Ausweisung des F.— derselbe ist Ocsterreicher — nicht mehr gezweifelt werden dürfte. Kelbstmordversnch im Fremdenlogi«. Recht schwere Verletzungen durch drei Revolverschüsse brachte sich gestern Vor- mittag der 23 Jahre alte Buchhalter Richard Otto Schönfeld i« selbstmörderischer Absicht bei. Sch. hatte sich am Dienstag in das Frcmdenlogis, Jnoalidcnstraße 95 eingemielhet. Da der junge Mann im Laufe des gestrigen Vormittags nicht sichtbar wurde, so öffnete man gegen*11 Uhr die Thür seines Zimmers, in welchem man den Genannten mit schweren Verwundungen, doch noch bei Bewußtsein vorfand. Der Selbstmörder hatte sich zwei Schüsse in die Brust und einen in den Leib beigebracht. Mannschaften des achten Polizei-RevierS waren zur Stelle und requirirten den Kopp'schen Sanitätswagen, welcher den Schwer- verwundeten, der inzwischen das Bewußtsein verloren hatte, zur Charitee schaffte. Das Motiv der unseligen That soll eine un- heilbare Krankheit sein. Der Selbstmörder hatte sich den Re- volver erst gestern für 10 M. gekaust. Wunderbarer Weise sind die Schüsse von Niemand gehört worden. Gin junges, blühendes Menschenleben ist am Mitt- woch wieder in der H a v e 1 bei Schild Horn zu Grunde gegangen. Drei junge Leute, anscheinend Amerikaner, waren Nachmittags von Berlin gekommen und in einem Schildhorn- Restaurant eingekehrt. Gegen 6 Uhr Abends unternahmen sie eine Bootsfahrt. Zwei mielheten sich gemeinschaftlich ein Boot, während der dritte allein eins bestieg und aus den Havelsee hinaussegclte. Als er etwa in der Milte, zwischen der Schild- hornspitze und der Werft von Rothenbücher, angelangt war, kenterte das Boot, und der Insasse verschwand sofort unter der Oberfläche des Wassers. Der Vorgang war sowohl von den beiden Gefährten des Verunglückten, welche eine Strecke mit ihrem Boot entfernt waren, als auch vom User aus bemerkt worden. In Weinmeisterhorn wurden sosort zwei Boote be- mannt, welche der Unfallstelle zusteuerten. Die Mühe war ab vergebens. Von dem Unglücklichen war nichts mehr zu scheu. Einer von den Fremden sprang ins Wasser und tauchte unter, in der Hoffnung, den Verunglückten noch retten zu können; es war aber alles umsonst. Traurig begaben sich die zurückge- bliebenen Genossen, nachdem sie das verlassene Boot des Ver- unglückten ins Schlepptau genommen, ans Ufer und kehrten nach Berlin zurück. Ein schreckliches Unglück ereignete sich am gestrigen Vormittag in einem Hause der Forsterstraße. Daselbst war auf dem Hofe der 10 jährige Knabe W. mit dem Zerkleinern von Holz beschäftigt, als ein Spielkamerad sich das Beil erbat, um W. bei der Arbeit zu helfen. W. übergiebt diesem auch das Beil, glaubt sich aber nach dem ersten Schlag überzeugt zu haben, daß der Andere das nicht so gut verstände und verlangt die Axt zurück. Der Spielkamerad, hierdurch verletzt, will nun erst recht seine Kraft beweisen, er holt zu wuchtigem Schlage aus und trifft die rechte Hand des W., welche dieser dicht über den Hauklotz hinweg gerade ausgestreckt, um das Beil an sich zu reißen. Der getroffene Knabe sank mit einem furchtbaren Aufschrei zu Boden, während 3 Finger, bis zur Handwurzel abgetrennt, auf dem Hauklotz lagen und von dem Geschehenen furchtbares Zeugniß ablegten. Der schwerverletzte Knabe ein dessen mochte Haaren tiefe wurde nach der kgl. Klinik gebracht. Ein freches Attentat auf ein« Frau ist gestern Mor- gen zur Kenntmß unserer Polizeibehörde gelangt. Am vor- gestrigen Abend wollte sich die 40jLhrige Wittwe Schneider, aus Moabit zurückkehrend, nach ihrer in der Köslinerstraße 14 belegenen Wohnung begeben und pafsirte gegen 10% Uhr Abends die Birkenstraße in der Nähe der Perlcbergerstraße, als plötz lich ein junger, etwa 20—24 Jahre alter Mann an die nchi ihres Weges Gehende herantrat und Frau Sch. mit einer Flut-, unfläthiger Redensarten und schimpflicher Anträge überschüttete Entrüstet verwies dem frechen Burschen Frau Sch. derartige Reden, worauf Jener der Ahnungslosen einen Faustschlag in s Gesicht versetzte, der die Ueberfailene betäubte, und ehe sich dieselbe von dem wuchtig geführten Hiebe erheben konnte, riß der Strolch ein Messer hervor, Schneide etwa 20 bis 25 Zentimeter lang sein und die vergeblich um Hilfe Rufende an den fassend, brachte er derselben eine lange und Schnittwunde am Halse bei. Durch das fortgesetzte Ge schrei der Bedauernswenhen wurden nun Passanten herbei- gelockt, bei deren Herannahen der freche Bursche die Flucht er- griff und leider bei der herrschenden Dunkelheit den entrüsteten Verfolgern entkam. Nunmehr wurde die entsetzlich Zugerichtete, deren Haut buchstäblich in Fetzen vom Halse herunterhrng, zu einem Ärzte gebracht, welcker die klaf- sende Wunde mit 15 Nadeln vernahte. Frau Sch. ist bei diesem Vorgange noch von ganz besonderem Glücke begünstigt gewesen, denn wäre der Schnitt nur um eine Idee tiefer ge- führt worden, so wäre die Wunde nach ärztlichem Ausspruch absolut tödtlich gewesen. Der rohe Thäter war mit einem blauen Jacket bekleidet und trug einen grauen spitzen Hut, nähere Beschreibung vermag Frau H., welche sich in begreif- licher Aufregung befindet, über den Thäter nicht zu geben. Mieder ein Unfall der DampfschifffahrtsgefeUfchast „Stern". Das surchrbare Unglück auf der Oberspree bei Köpenick scheint die Gesellschaft„Stern" nicht vorsichtiger und aufmerksamer gemacht zu haben. Denn vorgestern Abend be- gegnete wiederum ihrem Dampfer„Sadowa" ein Unfall, welcher glücklicherweise ohne erheblichen Schaden anzurichten verlief. Der genannte Dampfer hatte auf der Rückfahrt von Köpenick nach Berliu das Mißgeschick, daß ihm die Speiseröhre der Maschine platzte: der Kapitän wurde infolge dessen ge- zwungen, vor dem Cafe Sedan die Fahrt zu unterzubrechcn. Die Passagiere mußten den nächsten Dampfer besteigen, während„Sadowa" nach Berlin geschleppt wurde. Vrelleicht werden die Behörden Veranlassung nehmen, die Schiffe des „Stern" auf ihr« Fahrtüchtigkeit einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen. Ei« Mahustuulger, der nur mit einem langen Hemd bekleidet war, spazirte am Mittwoch Mittag mit einer langen Pfeife im Munde die Linienftraße zwischen Schönhauser und Prenzlauer Thor entlang und verursachte daselbst enormes Auf- sehen. Der Geistesgestörte war aus der Wohnung seiner An- gehörigen, eines Kaufmanns B. in der Linienftraße, entwichen, und als bald darauf dieselben auf der Straße erschienen, um den Wahnsinnigen zurück zu tranSporliren, ergriff derselbe laut schreiend die Flucht. Erst am Prenzlauer Thor gelang eS, den Unglücklichen, welcher sich verzweifelt wehite, dingfest zu machen und unter Begleitung von Schutzleuten nach derB.'fchen Woh- nung zurückzuführen.— Ein zweiter Wahnsinniger dringt gegenwärtig in die Wohn- ngen in der Königstadt wohner, der Beamten und denunzirt daselbst die Direktion der Dalldorfer Heilanstalt, woselbst er, wie er überall versichert, zwei Jahre hindurch geweilt, weil dieselbe sich widerrechtlich in den Besitz einer ihm vom Kaiser geschenkten Million Mark gesetzt habe. Anscheinend hat man eS hier mit einem aus Dalldorf entwichenen oder als geheilt entlassenen Irrsinnigen zu Ihm,, der leider bisher noch nicht angehalten werden konnte. Urber die Selbstmorde und ihr» Urfacke« in den Jahren 1883/87 macht die„Etat. Korr." für Preußen folgende Angaben: Es staiben durch Selbstmord im Jahre 1883 0171 Perionen, im Jahre 1884 5000, im Jahre 1885 0028, im Jahre 1880 0212 und im Jahre 1887 5898. Die Gcsammtsumme der Selbstmörder war also im Jahre 1887 die niedrigste und um 314 oder 5 pCt. geringer als im Vorjahre. Unter den Selbstmördern des letzten Jahres befanden sich 4703(1880 5047) männliche und 1195(1105) weibliche Personen. Während also die Zahl der männlichen Selbstmörder um 344 abgenommen hat, hat die der weiblichen um 30 zugenommen. Was die Ursachen der Selbstmorde betrifft, so stößt hier die Statistik auf große Schwierigkeiten, weil die Ermittelung derjenigen Umstände, die den Selbstmörder in den Tod ge- trieben haben, oft schwer und ihrem Resultat nach fragwürdig, oft geradem unmöglich ist. Bleibt doch bei jährlich 18— 19 pCt. aller Selbstmorde die Veranlassung durchaus unbekannt. Im Uebrigcn wird mehr als der vierte Theil aller Selbstmorde auf Geisteskrankheit zurückgeführt, indem 1887 bei 1559(20,4 pCt. aller), 1880 bei 1071(20,9 pCt.) und 1885 bei 1582(26,2 pCt.) Selbstmorden diese Ursache angegeben wurde. Auffällig ist dabei, daß von den Männer» nur 22,7 bezw. 23,7 und 21,9 pCt., von den Frauen dagegen 41,1 bezw. 40,8 und 43.3 pCt. in Geisteskrankheit Hand an sich legten. Allerdings darf man hierbei unseres Erachtens nicht vergessen, daß Geistes- krankheit, insbesondere momentane Geistesstörung, oft als Ur- fache des Selbstmordes von den Verwandten angegeben wird, um andere Motive zu bemänteln. Im Uebrigen heben wir noch folgende Selbstmordsursachen für 1887 hervor: Kummer in 646 Fällen(die Zahl ist von 1883, wo sie 814 betrug, allmälig gesunken), Laster in 600, Lebensüberdruß in 592, körperliches Leiden in 519, Reue, Scham und Gewissens- bisse in 455, Leidenschaften in 193, Ä erger und Streit in 181 und Trauer in 32 Fällen. Auffällig wird es serner Vielen erscheinen, daß Kummer, von dem man gewöhnlich annimmt, daß er die Frauen eher niederdrücke, als die Männer, ver- hältnißmäßig viel mehr Männer in den Tod treibt als Frauen. Diese Ursache wird nämlich bei den Männern in 11,6(1886 13,0, 1885 13,8) pCt. aller Selbstmordtälle angegeben, bei den Frauen nur in 8,5(6,6, 8,3) pCt. Bei den„Leidenschaften" (hauptsächlich also wohl Liebe) überwiegen dagegen die Frauen mit 6,5, 5,7 und 4,9 pCt. die Männer(2,5, 2,3, 2,3 pCt.) sehr beträchtlich. Gemäß de« Neräffentlichnnge« de» Kaiserlichen Gesundheitsamts sind in der Zeit vom 14. Juli bis 20. Juli er. von je 1000 Einwohnern, auf den Jahresdurch- schnitt berechnet, als gestorberr gemeldet: in Berlin 26,1, in Breslau 38,7, in Königsberg 43,3, in Köln 42,8,>».« furt a. M. 26,1, in Wiesbaden 14,9, in Hannover Kassel 19,1, in Magdeburg 46,5, in Stettin 34,1, w � —, in Straßburg 29,7, in Metz—, in München 3.,- Nürnberg 37,0, in Augsburg 38,4, in Dresden 33,3, w) 35,3, in Stuttgart 22,7, in. Karlsruhe 15,6, in Broun« 33,2, in Hamburg 26,7, in Wien 28,5, in Pest 39,7, m 26,1, in Trieft 23,7, in Krakau 36,0, in Amsterdams Brüssel 24,5, in Paris 22,8, in Bafel-, in London Glasgow 21,9, in Liverpool 29,2, in Dublin 22,8, 15,8, in Kopenhagen 21,7, in Stockholm 29,4, m Ch 29,7, in St. Petersburg.31,5, in Warschau 38,8, m. I 39,8, in Rom—, in Turin 22,0, in Venedigs Alexandria 45,1.— Ferner in der Zeit vom 23. o> 29. Juni er. in New- Park 28,7, in Philadelphra 24' Baltimore 23/), in Kalkutta 24,4, in Bombay--W Madras 21,5.> Die Sterblichkeit hat in der Berichtswoche in den Großstädten Europas, besonders in den deutschen, abgeno obgleich sie noch immer eine sehr hohe blieb. Aur sN/ baden war die Sterblichkeit eine so kleine, daß die H lichkeitsziffer noch nicht 15,0 pro Mille und Jahr bcrechn trug. Einer günstigen Sterblichkeit(bis 20,0 pro Mm Jahr) erfreuten sich Bremen, Karlsruhe, Darmstadt,. London und Edinburg; auch in Stuttgart, Kopenhagen, Amsterdam, Glasgow, Dublin und Turin blieb die„ y keit eine mäßig hohe(etwas über 20,0 pro Mille und 3 Die Zahl der Städte, in denen die Sterblichkeit e«,. (über 35,0 pro Mille) blieb, war noch immer Jsine 0 � doch war sie besonders unter den deutschen Stadien � kleinere als in der Vorwoche, auch erreichte nur IN Königsberg, Magdeburg, Chemnitz, Charlottenburg, � Halle, Kiel, Rostock die Steiblichkeitszisser die Hove no. 40,0 pro Mille.— Hervorgerufen wurde diese hohe e keil noch immer durch die große Zahl von Todcm � Darmkatarrhep und Brechdurchfällen der Kinder.£*> selbe in vielen Orten, wie in Berlin, Breslau, Magdeburg, Hamburg, Dresden, Leipzig, Stuttgart, bürg, Stettin, Düsseldorf, Mannheim, Kopenhagen � anderen Orten eine gegen die Vorwoche vennindeiic� hat sie in anderen Orten, wie in München,....� berg, Frankfurt a. M., Königsberg, Danzig, Barmen, Ä Elberfeld, Aachen, Mainz, Wien, Paris, London, Pest, � Petersburg, Warschau, Odessa u. a. noch etwas Doch war der Antheil des Säuglingsalters an der sler � im Allgemeinen ein geringerer als in der Vorwoche-|| Munden.- W« Thaerst. W W«»« •"»«K 10000 Lebenden starben, aufs Jahr berechnet, in Berlin � in München 225 Säuglinge.— Das Vorkommen akut � zündungen der Athmungsorgane mit tödllichcm Ausgang. � ein beschränktes. Dagegen wurden Todesfälle an krankheiten meist etwas mehr, an Masern und typholen(JT! seltener gemeldet, als in der Vorwoche. So war dieS»j Sterbefälle an Masern in Breslau, Köln, Frankfurt mM" � und London etwas geringer, Magdeburg, Wien, Dubii � Petersburg größer, während in Barmen, Elberfeld un° 6 schau die Zahl der Sterbesälle die gleiche blieb und z» chen kein weiterer Todesfall gemeldet wurde; auch Erlron an Masern waren in Breslau, im Regierungsbezirk in Wien, Edinburg und Pest weniger zahlreich.— Das � lachsieber hat in Berlin, Königsberg, London, Liverpoo � in München und Petersburg weniger, in Warschau die � Zahl von Sterbefällen wie in der Vorwoche veranlaßt, Zayl von ivlervesauen wie m ver Vorwoche veranlaßt, krankungen kamen aus Berlin, Hamburg, Edinburg«n gerw� aus Wien, Stockholm und Petersburg in größerer theilung als in der Vorwoche.— Die Sterblichkeit anj® g«!/' fei 4UM von KL Ü nE sehr «, das i « W und Kroup war in Berlin, Königsberg, Frankfurt a. M-, Kiel, Elberfeld, Wien, Pest, Warschau eine größere, bürg, München, Paris die gleiche, in Breslau, Dresden,), sß Braunschweig, Kopenhagen, London, St. Petersburg ew nere als in der vorangegangenen Woche. Neue/ wurden aus dem Regierungsbezirk Schleswig, aus V») � Christiania in gesteigerter, aus Berlin, Hamburg un Petersburg in wenig veränderter, aus Kopenhagen i"* derter Zahl mitgeiheilt.— Todesfälle an Unterleib� � waren in Berlin, Hamburg, London und St. W,,.,«!# seltener, in Pest, Paris, Warlchau häufiger; neue Erkra» � kamen aus Berlin, dem Regierungsbezirk Schleswig,. � /t und Kopenhagen in etwas gesteigerter, aus@hripW}|%i4 St. Petersburg in etwas verminderter Zahl zur BerichtcrBLp — An Flecktyphus kamen aus dem Regierungsbezirk � sowie aus''«"--- Berlin gelheilt.— Dem Keuchhusten erlagen in London, P� V Liverpool etwas mehr, in Berlin weniger Kinder- � krankungen haben in Hamburg, Wien, Kopenhagen men.— Vereinzelte Todesfälle an Pocken wurden aus und Lyon, mehrfache aus den Vororten Wiens, ans)) und St. Petersburg(je 2), aus Paris# "frag(4), aus Warschau(5s, aus Venedig(7) 0 rkrankungen kamen aus Berlin 1, aus Wien und St-� ET'~ bürg je 4 zur Anzeige. Die sanitären Verl erhältnisse in Berlin gestalteten. sich,. � Berichtswoche etwas günstiger und auch die Slerblichk�Lp eine geringere, als in den letzten Wochen. Noch immer 6 J Darmkatarrhen und Brechdurchfällen zahlreiche Kindes, sank die Zahl der an ihnen gestorbenen Kinder von 26' jy 379 in der vorhergegangenen Woche. Der Antheil des � lingsalterS an der Sterblichkeit war ein wesentlich ff derter. Abgenommen haben ferner akute Entzündung� Athmungsorgane, die auch in erheblich weniger 80%,# Tode führten.— Das Vorkommen der Jnfeknonskrani« � 1 orese als aucy beten Erkrankungen an Masern, Scharlach und Diph).,� keinem Stadttheile in nennenSwerther Zahl. ErkrankaUll � rofenarligen Entzündungen des Zellgewebes der Haut g). � seltener zur ärztlichen Beobachtung, auch der Keuchh").� weniger Erkrankungen und Sterbesälle hervor. Erkra». am Wochenbelifieber sind nicht gemeldet worden: wo) ge gelangte eine Erkrankung an Pocken zur Anzeige und« � krankung an FleckiyphuS zur Aufnahme in die Chantee-.� � matische Beschwerden aller Art kamen in mäßiger .....'■~' 31. v. M- Polizeibericht. In der Nacht zum 31. t der Lehiierstraße, unweit der Perlebergerstraße, .. �Meine emer Schnittwunde am Halse vorgefunden. Ihrer nach war ihr dieselbe von einem Mann, welcher ihr u» Anträge gemacht hatte, mittelst eines Messers beigebra® � den. Die Frau wurde nach der SonitätSwache gobr � dort verbunden.— Am 31. v. M. Morgens biachio Kaufmann in einem Gasthofe in der Jnvalidenstraße 1 � mördenscher Absicht mittelst eines Revolvers zwei Er wurde noch lebend nach der Charitee gebracht. w"■ tags erschoß sich aus dem Flur des Hauses Mehnersu ein dem Trünke ergebener Weber mittelst eines Ter�.*< G i i SSW sfe ven N U i i hii Als Mittags der Kutscher Klawitter mit einem leeren wagen die Rüdersdorferstraße entlang fuhr, glitt vor 0�% Iii,, Nr. 58 der Futtersack, auf welchen Klawitter sich jf vom Wagen herab. Bei dem Versuch, den Sack 5" jdiens.�ß stürzte K. vom Wagen und wurde überfahren. Er erl'U H�.UMann nurzre n. vom Magen uno wurve uvmahren. Er �"«ann mesfse## Tischler in seiner Wohnung in der DreSdenerstrav 42/8, in M Si.« in Brown# st 39,7, m W SZ- 5# 38,8, tnCW medig 354/ m 23. Zun' elphm 24/' imbay 234/ in den m#! % w c. Cbn�g SreSlau,& luttgart,»5 penyaS« gji * wn der Feuerwehr gerettet wurde. GerWfiks-IeitttNg. ,N"gehrn« mider das Kozialistrngrseh und 15, wurde der Schuhmacher Franz Fischer am JlonQt- m't-"?/• Strafkammer des LandfterichtS I zu sechs fnngnth verurtheilt.(Der Staatsanwalt hatte em .....nntraat.i A k:. �-.c.—-k &• trat die Strafe sofort an und hat also »«de � 5" bereits Monate verbüßt. Vor einigen Tagen km!N!s,.?!?bllch von Plötzensee, wo er internirt war, nach i'wiSaiimn*1.�ntersuchungs- Gefängniß überführt. Der �nisnno- � nämlich gegen das Unheil des LandgenchtS «eil F. nicht als Leiter, sondern nur als k jii!„,"? einer verbotenen Verbindung bestraft worden lang ausdehnen, da F. hatte vor der Verhandlung (-■"vw« � einer verbotenen Verbindung Ae �,�'ttersuchungshaft kann sich sehr lanj ujr'i'äfenen beginnen. F. batie nnr t so.,; TA beginnen. rminderte ünchen, SPl ZM« gl wi wS-> nen akuter � »tz °''«W 2 s> B ißere, tn� res den. bürg eine e©ifrötw MWWWKM rÄl MZ iÄSl,«Ä,sd tii,?"® Lt' wobei der Angeschuldigte seinem Gegner einen „.D ß*.,? gegen die Brust versetzte. Dieser taumelte daraus folgenden Beobachtung durch die MM: i�Sten worden sei. Er muß ß« Arbeil Ä.°�2e�h.rt.haben, denn dicS nicht mit dem ver- i"' urhnit'~r yuucu, uctm als P. bald darauf kaw verlor und erfuhr, daß sein Vorleben durch Butow �iitiu� en, beschwerte er sich hierüber beim Polrzer- N(% und dieses lhcilte ihm mit, daß der Be- kden. Rüge erhalten habe. Hiermit nicht zu- ÄuL 9> b-kt�den, noch nicht genügend berücksichtigt hielt. �"tnii- Ste die zweite Instanz indessen das erstrichterliche kni der kleinen Ursachen und großen Wir« ! klne Verhandlung, die gestern die dritte Ferien- au4 SÖ �ödcsW z-l M A SZÄ »L I iß« � ji .5-A I de* #o, ?.% "«len _ rückwärts, glitt auf dem feuchten und . hi».."Ußboden aus und fiel rücklings über Ii, ktfloA.'m" stehende Fässer. Diese hatten an Z Verschlüsse mit eisernen Krampen und Utih ffiRen i, Hunecke zog sich dadurch nicht unerhebliche Rl,.. d">er nni-' trat während des Krankseins die Rose kL�Wnß � durch eigene Unvorsichtigkeit des Patienten ein di°. den Znk f Zungen hinzu, dieser letztere Umstand nun wL�noinl. des Hünecke herbei. Da der als Sachverstän- «ick, � dkm �5 Arzt einen unmittelbaren Zusammenhang ..... Tod des Hünccke , rn'Hq&im'Tr vermochte, so kam oer Angeklagte noch ver- �chtn"b« davon, denn das Urtheil lautete nur auf 3t. wngniß. Der Staatsanwalt hatte 6 Monate (elfbüm* zwischen einem Gast im Ausstellungspark t Oprt hphionßwXßM(?�nn<»r npknnnti» llir IjZUlniß oort bedienenden Kellner gelangte gestern zu der Äbtheilung des Schöffengerichts. Am 29. Ma Ch"4 Ri?" Schw. sich vor dem Dreher'fchen Restauran .ur ai %-'s, Vi«''" t"- �Ww. sich vor oetn atueper schcn Restaurant cZ&ei dem o�Sen- 3" heftiger Weise beklagte er sich «icks �igkeit s.5Ä"«../sturs, der ihn bedient hatte, über die W Mlbar r., Getränks. Der Kellner erklärte, daß er dafür h sich beim Besitzer des Nestau Hierüber wurde den Rest seines err Sch. so aufgebracht, ieres mit einer schnöden �ers� Kellner.............................. kj'Jtefl§er"©�'�i 0°b- Um größeres Aufsehen zu oermei. iL fitfej Kellner sich diese Beleidigung gefallen, nach Schluß 7>er den Sch. aber auf der Straße und stellte ""lir Rr. Rede. Der Letztere rief sofort:»Was wollen Sie !, I! W, der" Staatsanwalt gegen ihn f"enr*""'«toff.nn � V Strolch!*, worauf der Kellner ihm kl; � um Aun. j.. Kopf hieb. Der Geschlagene wurde beäba?L"'chk unerheblich verletzt. Der Kellner Kurs '"•-........— gegen ihn eine ■»in betragen und ihn in hohem Grade in.«"» Geldstrafe von 10 M. eine H., kDen Namen des»gebildeten� Rowdies l�stw'eiber verschwiegen. RedF iS'ogu�iin Ado?s 0 wertster Sendbote zeigte sich der le., 2 Cor k.. on ss e, welcher gestern wegen Unter- ?». Abihcilung des"""* »•«es hiesigen Hotels %«' chöffengenchts stand. war in die Lage ge- � � bcr �Ufr.' Wt 5Uöv*Lr, T»»»!»öv»»«V«VW...."—-O- V «in j!;@nbl,* L chen, wie Uhr und dergleichen versctzen zu !«slr. Sack?» datte sie so viel von ihrem Lohne erübrigt, Wda�wwder.eMöfen, zu kämen.@,e be« den sie in der Nähe des Pfandscheine und 27 M. " �..... ließ sich nicht BBS werden. gelang ihr auch. einen Schutzmann und diesem erzählte sie unterwegs, daß der Dienstmann bei Empfangnahme des Auftrags sich die Adresse des PfandleiherS in sein Notizbuch eingeschrieben. Als der Dienstmann sich auch dem Beamten gegenüber auf's Leugnen legte, ließ sich der letztere sein Notizbuch zeigen, und dies wurde zum Verrälher, denn die Adresse des Pfandleihers stand darin. Zu Letzterem hingeführt, wurde der Angeklagte mit voller Be- stimmtheit als Derjenige erkannt, der die Schmucksachen ein- gelöst hatte. Im Termine versuchte der Beschuldigte eme neue Ausrede, er behauptete, daß er die eingelösten Sachen ver- sehentlich an einer falschen Stelle, die er aber nicht mehr an- geben könne, abgegeben habe. Der Gerichtshof glaubte ihm nicht, sondern verurtheilte ihn wegen des groben Vertrauens- bruchs zu einer Gefängnißstrafe von 6 Wochen. Gi«r empfindliche Strafe wurde gestern durch Urtheil der 89. Abtheilung des Schöffengerichts dem Butterhändler Wilhelm Knütter auferlegt, weil er Butter als»reine Natur- waare" verkauft hatte, trotzdem sie zu zwei Drittel aus Mar- garine bestand. Der Angeklagte wollte sich damit entschuldigen, daß er die Mischung, die er auch bezogen habe, als solche nicht hätte erkennen können; der Sachverständige Dr. Bischof begut- achtete aber, daß jedes Buttergemisch, in welchem künstliche Butter vorherrsche, sich leicht durch den Geschmack erkennen lasse. Der Gerichtshof ließ es daher dahingestellt bleiben, ob der An- geklagte die Fälschung selbst vorgenommen oder sie bezogen habe, verantwortlich sei er in jedem Falle zu machen. Da der An- geklagte bereits wegen desselben Vergehens mit einer Geld- strafe belegt wurde, so hielt der Gerichtshof diesmal eine Frei- heitsstrafe am Platze und wurde auf eine Woche Gefängniß erkannt. VerfnmmUmgen. Gin» öffentlich» Kantifchlerverfnmmlnng fand am Mittwoch Abend im Königstadt-Kasino, Holzmarkt straße, statt. Dieselbe war von ungefähr 50 Personen besucht. Herr Schmitz als Einberufer machte den Vorschlag, sich damit einverstanden zu erklären, daß einige Personen von der»sogenannten" Sie- benerkommission die Leitung der Versammlung übernehmen. Aus der Versammlung heraus wurde hiergegen heftig protestirt. Nach langer Debatte wurde seitens des Einberufers dem Wunsche der Versammelten Folge geleistet. Tagesordnung: 1. der neu gegründete Bautischleroerein. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. Herr Schmitz suchte durch seine Reden darzulegen, daß es noth- wendig sei, einen Verein im Baufach zu gründen, welcher»unab- hängig" dastehen soll. Darauf theilte er mit, daß der Verein am 14. Juli gegründet und genehmigt worden sei. Außerdem machte er bekannt, daß in der nächsten Versammlung der Vorstand gewählt und Statuten berathen werden sollen. Die Ausführungen erregten allgemeine Heiterkeit. Weiter führte derselbe aus, daß der Verein genullt fei, einen Arbeitsnachweis einzurichten, da die bestehenden Vereine den Herren Bautischler-Meistem nicht die genügenden Kräfte zuführen.— In der folgenden Diskussion sprachen sich sämmtliche Redner gegen die Gründung eines . Vereins aus und forderten Anschluß an die bestehenden Ver- eine, um die Kräfte nicht zu zersplittern, da die Geldkosten, die eine solche Gründung verursachte, zu anderen Zwecken besser verwendet werden können, und lief in diesem Sinne eine Re- solution ein. In seinem Schlußwort erlaubte sich Herr Schmitz Verdächtigungen auszusprechen, die darin gipfelten, daß Gelder, die zur Beschickung des Kongresses verwandt worden seien, vergeudet sind. Als ein Redner hierauf erwiderte, wurde die Versammlung wegen zu großer Unruhe von dem Beamten auf« gelöst. D»r V»r»in zur Wahrung d»r Iut«r»ff»« d»r Kackirrr aller Branchm Berlins und Umgegend hielt am 29. Juli, Blumen str. 78, eine Generalversammlung mit folgen- der Tagesordnung ab: 1. Abrechnung vom 4. Quartal. 2. Bericht über die bisherige Thätigkeit des Vereins. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Zum I. Punkt erstattete Kollege Schüßler speziellen Bericht vom Stiftungsfest, wonach 68 M. Einnahme und 53,80 M. Ausgabe zu verzeichnen waren, mithin ein Ueberschuß von 14,20 M., die dem Kassirer Zernikow übergeben wurden. Derselbe theilte dann die genaue Abrechnung vom 4. Quartal mit, wonach an Beiträgen und Einschreibegeld 13,70 M. eingenommen wurde. Demgegenüber stehen die Ausgaben von 12,05 M. und ein Defizit von 2,25 M.; es bleibt also ein Defizit von 60 Pfg. Dagegen ist noch der Ueberschuß vom Stiftungsfest, bleibt ein Bestand von 13,60 M. Die Revisoren erkannten die Abrech- nung als richtig an. Dem Kassirer wurde durch Erheben von den Sitzen der Dank der Versammlung ausgesprochen. Zum 2. Punkt nahm der Vorsitzende Jungmann das Wort und sagte ungefähr folgendes: Als im Jahre 1886 der Verein gegründet wurde, war es wie ein aufloderndes Strohfeuer; der Verein zählte bald 330 Mitglieder; aber wie das Feuer verlischt, so wurde auch der Verein durch verschiedene Tren- nungen gespalten und der augenblickliche Mitgliederbestand ist 70. Redner meinte, daß bei der letzten Spaltung(wo es sich hauptsächlich um die Frage:»Lokalorganisation oder Zentrali- salion?" gehandelt habe) jetzt doch wieder viele Kollegen zu der Einsicht gekommen seien, daß unter den jetzigen Verhält- nissen eine Lokalorganisation vorzuziehen sei und sie dieserhalb auch unserm alten Verein wieder beigetreten sind. Der Vor- stand und der ganze Verein sollten nicht eher ruhen, bis die alte Mitgliederzahl wieder vollständig erreicht sei. Denn nur Einigkeit macht stark, und sind wir einig, so können wir auch unsere Lage verbessern und ein menschenwürdiges Dasein er- ringen, was wir bis jetzt noch nicht haben. Im vergangenen Jahre wurden 22 Versammlungen und 23 Vorstands- sitzungen abgehalten. In 11 Versammlungen wurden wissenschaftliche resp. gewerkschaftliche Vorträge gehalten.— Kollege Heil meinte: Unser Gewerk sei in viele Branchen getheilt; unter den Blechlackirern werde nicht genug agitirt, die Wagenlackirer sehen dieselben über die Schulter an, und darum beiheiligten sich auch so wenig von der Branche an den Gewerkschaftsbewegungen. Man solle sämmtliche Lackirer unter einen Hut zu bringen versuchen. Kollege Schulz giebt an, daß man bei Gründung des Vereins den Plan hatte, auch von dieser Branche einen Theil in den Vorstand zu wählen, aber bei der schwachen Beiheiligung sei es unmöglich gewesen. Die Kollegen Schüßler, Zerniaow und Anders traten auch den Ausfuhrungen des Herrn Heil entgegen und sagten: Bei den Blechlackirern ist schon viel gethan und agitirt worden, aber da fehlt der richtige Geist, und da die, welche dem Verein angehörten, bei der vorigjährigen Lohnbewegung nicht sofort einen großen materiellen Vortheil errungen haben, hätten sie es vorgezogen, dem Verein fern zu bleiben. Es sollte aber in Zukunft noch einmal versucht werden. Die größte Mühe wird gegeben und keine Geldausgabcn gescheut werden, um auch diese indiffe- renten Kollegen dem Verein wieder zuzuführen. Schluß der Versammlung- 11% Uhr. JJfr Fachv»r»in der Vapierard eiterinnen und v«r» waudteu K»ruf»ge»ossen hielt am 31. v. M. im Sahm- schen Lokale, Annenstr. 16, eine Versammlung ab. Die Vor- sitzende, Frau Greifenberg, machte zunächst die Mittheilung, daß der Fachverein auf dem Grabe Wilhelm Hosenclever's an dessen Begräbnißtage einen Kranz niedergelegt habe. Die Ver- sammlung erhob sich zu Ehren des dahingeschiedenen Arbeiter- freundes einmüthig von ihren Plätzen. Hierauf hielt Frau Mathilde Schultz einen kuyen und bündigen Vortrag über das Thema:»Arbeitszeit und Arbeitslohn". Energisch trat die Vor- tragende für eine Verkürzung der Arbeitszeit ein, welche höhere Löhne zur Folge haben würde. Zu erreichen wäre dieselbe nur durch Organisation, deshalb rufe sie den Arbeiterinnen zu: „Drgamsirt Euch!"(Beifall!) An der folgenden Diskussion betheiligten sich sowohl Arbeiterinnen wie auch Arbeiter und wurde in derselben die Rothwendigkeit einer Organisation und einer Agitation für den Kachverein noch näher erläutert. Frau Greifenberg beleuchtete speziell die Verhältnisse in der Kartonbranche und führte lebhafte Klage über die un- gesunden Arbeitsräume, lange Arbeitszeit und geringen Ver- dienst. Die guten»Buden" seien zu zählen. Um auch die im Statute als Zweck des Vereins vorgesehene Pflege der Ge- selligkeit zu üben, wurde für nächsten Sonntag eine Damen- partie nach Schmargendorf zc. beantragt. Dieselbe fand all- seitige Zustimmung. Treffpunkt 9 Uhr Morgens bei Sahm. Abfahrt um 10 Uhr vom Anhalter Bahnhof. Herren kommen nach. Einige krasse Streiflichter auf die sittlichen Verhältnisse in einigen Fabriken riefen theils große Entrüstung, theils große Heiterkeit hervor. Desgleichen war der Fall, als Fabriken be- kannt gegeben wurden, in welchen Arbeiterinnen 5—8 M. vr. Woche verdienen bei ausgedehntester Arbeitszeit. Nächste Versammlung am 13. August im Königstädtischen Kasino, Holz- marktstraße 72. . All» diejenigeu, welche noch im Besitz von Sammellisten zur Deckung der Unkosten der Delegirten-Sendung der Berliner Hausindustriellen zum internationalen Kongreß sind, werden ersucht, dieselben schleunigst abzuliefern. Die Kömmission: A. Täterow, Schneider, Mauerstr. 9; R. Gottschalk, Schneider, Petristr. 15; G. Kördel, Schuhmacher, Forsterstr. 53; I. Aster, Schuhmacher, Zimmerstr. 14; G. Maurer, Sattler, Schiffbauer- dämm 1; R. Bombin, Sattler, Admiralstr. 15; F. Feldmann, Buchbinder, Sophienstr. 26—27; H. Wibker, Buchbinder, Manteuffelstr. 5; M. Grassel, Tapezirer, Linden str. 12; G. Freiwald, Tapezirer, Wienerstr. 9; C. Höhden, Posamentirer, Dresdener str. 18. *** #»»#* aff«ttl»rf>« V»rlamn»l»na b»e Aan«t>i»n»r Berlin» und Umgegend am Kreitag. den 2 August, Ab-ndS 8% Ufjr, Neue Grünstraße 28, 1 Tr, bei Jorban, Tagesordnung: Bericht bei Delegirten vom intenrattonalen Arbeiter longreß. Reterent Will>elm Werner, Diskussion,«erlchtcdenei. Um zahireiche« Erscheinen ersucht der Einberuscr, Zur Deckung der Unkosten Teller- sammlung, Kranken- und BegräbniSkass» de» Verein« sammtlicher Ke- rufsklasse« sNerwaltungistcllc Iii). Miigliederversammlung am Sonnabend, den 3, d M,, AbendS 8 Udr. Brunnenstr, 88, Gaste willkommen, Atigemrin» Kranken- und Kkerdrkass» der MetaUardeiter lichc Verwaitunaistellc Berlin B>, Mitglieder> Versammlung am Montag, den 5. August, in GerthS Restaurant, Prinzenstr, 106. Tagesordnung, I. Abrech. nung vom 2, Quartal 1880 2, Bericht der Delegirten Uber die Beschlüsse der Generalversammlung, 3, Verschiedene.siaflenangelegenheiten, Mitgliedsbuch legitimirt. Um recht vünktlicheS und zahlreiches Erscheinen ersucht die Orti» Verwaltung,� � � paran»tb»d»nl»g»r Berlin«. Moutag, den 5 August, AdendS 8 Uhr, bei Jordan, Neue Grünsirasic 28, Generalversammlung, Tagesordnung; 1. Wahl des 1. Vorsihenden, 2. VlertellahreS. Abrechnung, 3. Statutenänderung, 4 Verschiedene« und Fragekasten, Um zahlreichen Besuch ersucht der Vorstand, «»sang-, Turn- und g»s«Nig« Verein« am Freitag, Kaiser Icher Männergesangvcrein Abend» 9 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28. — Gesangverein.Paulebeutel' Abend« 8 Uhr im Restaurant Hensel, Bleran- drinenstr, 15— Liedertasel der Maler und verwandter Bcrusigenosscn' AdendS 9 Uhr im Restaurant Kleine, Brandcndurgstr, 60.— Buchbinder-Männer- chor Abends 8% Uhr Annenstr, 16. Gesangverein.Flötcr scheS Doppel- Quartett' AbendS 9 Uhr im Restaurant Musehold, LandSbcrgcrstr, 31.— Gesangverein.Fortschritt AbendS 9 Uhr im Restaurant, Blumenstraße 46— Gesangverein.Echo 1872" AbendS 9 Uhr Waldemarltraße 12 Neue Mitglieder werden ausgenommen/— Gesangverein.Osstan" AbendS 9 Uhr DreSdener- straßc 85 bei Slustavu»,— Huppertstche Eänger-Vereinigung.Harmonie" Abends 9 Uhr bei Niest, Webcrstr, 17.- Gesangverein.Sängcrhain" Abend» 9 Uhr Adalbertstr, 21.- Liedertasel deS Fachverein« der Steinträger Berlin». AbcudS 8 Uhr Große Hamburgerstr, 4 UedungSstunde,— Gesangverein.Ohne- sorge" Abend» 9 Uhr Restaurant Neider, Alte Jakobstr, 83.- Gesangverein Widerhall" Abends 9 Uhr bei Herrn Loge. Köpiiickerstr, 191.- Gesangverein .Lorbeerkranz" 8% Uhr Restaurant Welnstr, 11.- Berliner Turngenossen. schalt iFtlnstc Männerabtheilung) Abend« 8% Uhr in der städtischen Turnhalle. Wasserthorstraße 31.— Turnverein.Halenhaide"(Männerabtheilung) Abend» 8 11 hr Diefsenbachstraße 60-61.- Turnverein..Froh und Frei"(Männer- abtheilung) AbendS 8% Uhr Bergstraße 57.— Wissenschastlicher Verein für Roller schc Stenographie Abend» 8% Uhr im Restaurant Ziethen, Dorothcen. straße 31. Unterricht und UedungSstunde,—.Allgemeiner ArcndSsscher Steno» graphcnvcrein", Abtheilung„BorwärtS", Abend» 8% Uhr im Restaurant Koll, Ätariannenvlaß 11.— ArcndSsscher Etenographenveretn„Apollobund" Abend» 9 Uhr im Restaurant, Seodelftr, 30.—„Verein ehemaliger Dr. Doebbcltnsschcr Echlller" Abends 9 Uhr im Restaurant Kreb», Friedrichslraße 208,— Voigtstcher Dilettanten-Orchesterverein AbendS 8% Uhr UedungSstunde im Restaurant Edllnischer Garten, Scharrenstraße 12,— Zitherverein Alpenveilchen" Abend» 8% Uhr im Restaurant„Wahlstalt". Bellcalliancestraße 89- Rauchklub WMwNWM Zwang" Abend» 8% Uhr im Restaurant W, Haugk. Weinftr, 22, Die Redaktion stellt die Benustung de« Sprechsaal«, soweit Raum dafür abzugeben ist. dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesse« zur Versügung, sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben idenNsizirt zu werden, Die Notiz in der Nummer 175 des»Berliner Volksblatt": »Polizeilich verboten wurden in der letzten Zeit wieder sämmt- liche öffentliche Frauenversammlungen", bedarf insoweit der Richtigstellung, als die Mäntelnäherinnen- Versammlung am 30. v. M., also in dieser Woche, stattfinden sollte. Von einer öffentlichen Versammlung, in der Frau Ihrer aus Velten Be- richt über den internationalen Kongreß erstatten sollte, wissen wir, als von der öffentlichen Frauenversammlung am 20. Juni beauftragte Ausstellerinnen des Mandats für Frau Clara Zetkin nichts. Das Verhalten der Frau Ihrer erregt um so mehr unsere Verwunderung, als Frau Ihrer als Mitunterzeichnerin des Mandats für Frau Cl. Zetkin genau wußte, daß die offizielle Deleairte der Berliner Arbeiterinnen Bericht erstatten wird. Hätte Frau Ihrer dennoch die Absicht gehabt, über den internationalen Kongreß zu berichten, so wäre es nur korrekt gewesen, sich mit den beiden Mitunterzeichnerinnen des Mandats deswegen in Verbindung zu fetzen, oder sie wenigstens von dieser Absicht zu benachrichtigen. Johanna Jagert, Weberstr. 10. Emilie Nikolaus, Borsigstr. 25, I. VevmtfiHtes. Wt-«. im Juli. Mittelalterliche Szenen. Wie Berichte über Ereignisse verschollener Jahrhunderte klingen die Mit- theilungen, welche hier aus Kroatifch-Kreutz über Vorgänge aus- laufen, die sich feil einigen Tagen in dem Dorfe St. Peter Corstec abspielen. Vor einigen Wochen verbreitete sich in dem genannten Dorfe und dessen Umgebung das Gerücht, daß ein Mädchen auf einem offenen Felde in ein Mäuseloch guckend, in der Erde die heilige Maria, die Mutter Gottes ent- deckt habe. Die heilige Maria, so sagte das Gerücht ferner, werde der Menge durch das Mädchen ihre Offenbarungen kund thun, vor der Hand nur dem Mädchen sichtbar sein, während die übrigen Menschen vorläufig damit vorlieb nehmen müßten, in der Erdössnung einen schimmernden Glorienschein und einen«uf einem Baume nistenden weißen Vogel zu sehen,, welch letzterer den„heiligen Geist" darstelle. Erst später solle die heilige Maria Allen sichtbar werden. Gleichzeitig verlautete, daß die Welt zu Grunde gehen werde, wenn nicht bald an Stelle einer vor viele» Jahren abgetragenen Kapelle eine Kirche erbaut und hierzu fleißig Geld geopfert werde. Nun feierten die Bauern eine ganze Woche hindurch. Niemand durfte selbst die nothwendigsten Arbeiten verrichten, wollte er nicht seines Seelenheils verlustig werden. Alle beteten und opferten, der Glaube an die jüngste„Offenbarung" war unerschütterlich. Ja, ein Bürger aus Bellovar, welcher Zweifel darüber äußerte, daß fich die heilige Maria in einer Erdöffnuna verberge, wurde von den fanatisirten Bauern erdrosselt. Nun, da Blut geflossen, mahnte der Dorfpfarrer ab, jedoch leider vergebens; die Bauern verwehrten intelligenten Leuten den Zutritt zur„geweihten Stätte". Die Bewegung wuchs so mächtig an, daß die Behörden Maßnahmen ergriffen, um den Unfug einzustellen und den ferneren Zuzug von Landleuten zu verhindern. Doch dieß Alles half nichts. Mit unglaublicher Zähigkeit hielt die Menge, von Schwindlern bethört, an dem Wahne fest. Für Sonnabend, den 20. d. M., waren „großartige Wunder" in Aussicht gestellt. Um 9 Uhr Morgens sollte eine große prächtige Kirche der Erde entsprießen und zwei Stunden später die heilige Maria dem Erdloche entsteigen, um sich dem Volke zu zeigen. Riesige Menschenmengen waren erschienen. Um 9 Uhr harrte das Volk erwartungsvoll mit der größten Spannung der Dinge, die da kommen sollten. Die bäuerlichen Veranstalter der ganzen Komödie waren in Meßgewänder gekleidet, sie forderten die Menge auf, sich zu Boden zu werfen und aller Kleidung zu entledigen, um ohne irdischen Tand in den Himmel schweben zu können. Ein Theil der bethörten Menge befolgte diese Weisung. Dann wurde laut gebetet und gellalscht, doch— die Erscheinung blieb aus. Trotzdem wurde die Zuversicht der Menge nicht erschüttert.„Um 11 Uhr", hieß es,„werden beide Borhersagungen in Erfüllung gehen." Ge- duldig harrte die Menge zwei Stunden, bis wieder die Ent- täuschuna erfolgte. Da verschob das„Festkomitee" die„Wun- der" auf 5 Uhr Nachmittags; am Himmel zogen sich schwere Wolken zusammen, ein heftiger Regen war zu er- warten, und die Veranstalter hofften, daß ver Regen die Land- leutc verscheuchen werde. So geschah es auch, das genarrte Volk ging auseinander, und die Veranstalter zogen sich mit einigen Tausend Gulden, die sie als„Opsergelder" vereinnahmt hatten, geräuschlos zurück. Es war der Anwesenheit eines Bataillons Infanterie und der Friedensliebe der Landleute zu danken, daß es nicht zu argen Ausschreitungen kam. Heute Nacht wurden siebzehn der bäuerlichen Veranstalter des Schwindels verhaftet. Das„geweihte" Mäuscloch wurde beseitigt; man fand in demselben eine Schlange mit schimmernder Hautfarbe, welche dazu bestimmt war, den „Heiligenschein" zu erzeugen. Der Zuzug von Land- leuten dauert noch fort, da viele von den gestrigen Vorgängen noch nicht unterrichtet sind, und für heute weitere „Wunder" angezeigt waren. Die gerichtliche Untersuchung wurde bereits eingeleitet. Ob die Anregung zur Jnszenirung des Schwindels von Bauern ausging, ist mehr als fraglich; vielmehr scheinen Pfaffen dabei beiheiligt zu sein. Die Unter- suchung wird dies jedenfalls feststellen/ Indianrr-Lirbe und-Uache. Aus New-Pork, 15. Juli, wird geschrieben: Aus dem sogenannten.Housc of rekuxe- in der Nähe von Louisville, Mo., einer Besserungsanstalt für jugendliche Miffcthäter, entsprang vor einigen Tagen ein junger Mörder, doch gelang es ihm nicht, die Freiheit zu gewinnen, denn an der Grenze des Jndianer-TerritoriumS wurde er ein- geholt und ins Gefängniß zurückgebracht. Banks ist ein Voll- blut-Jn dianer vom Stamme der Choctaw; das Blut des großen Häuptlings„Er-welcher-niemalS-die-Wahrheit-fprach" fließt in seinen Adern, eines indianischen Ulysses, von welchem die Sagen und Lieder der Choctaw-Nation erzählen. Von diesem sagenhaftcn Manne mit dem langen Namen scheint aber nur die alte Wildheit auf Banks übergegangen zu fein. Vor zwei Jahren verliebte er sich in ein hübsches, vierzehnjähriges Mädchen seines Stammes und begann nach indianischer Art um sie zu werben. Jeden Abend legte er sich auf die Schwelle ihrer Hütte und stöhnte, zuweilen erwartete er sie auch hinter einem nahen Gebüsch. aber„Sonnenblume"kümmertesichwederum Stöhnen, noch that sie, als ob sie ihn im Gebüsch bemerkt. Ja, nach einigen Tagen erschien ein junger Häuptling vom Stamme Kaw'S, welcher mit besserem Erfolg an der Schwelle Liebes- seufzer hauchte und das Herz der Schönen gewann. George Banks, der verschmähte Freier, gerieth in eine unbändige Wuth, er vergaß sowohl sein Christenthum als das Gesetz des„Vaters in Washington" und schickte sich an, für die ihm angethane Schmach nach der alten Sitte seiner Nation Rache zu suchen. Eines Abends, als die Liebenden umschlungen hinter einem Busche standen, galoppirte er auf seinem schnellen Pserde herbei und warf, nahe genug gekommen, seinen Lasso aus; so geschickt warf er denselben, daß die bleierne Kugel einige Male um den Hals des Opfers schwang und es zu Boden nß. Mährend der fremde Häuptling mit einem Schrei nach seinem Messer griff, sprengte Banks mit einem wilden Geheul des Triumphs davon, die arme, gefangene Sonnenblume über Stock und Stein hinter sitp Herschleisend, bis ihr Geist in die fernen Regionen„Pau- guks" entfloh und der Körper, ein blutiger, entstellter Fleisch- klumpen, am Wege liegen blieb. Vor der schrecklichen Rache des Kawkriegers schützten Banks die amerikanischen Gesetze. Er wurde verhaktet und nach LouiSville gesandt. Der Richter konnte sich nicht entschließen, das Todesurtheil über den 17jLH- rigen Indianer auszusprechen, sondern sandte ihn auf 5 Jahre in jenes.House of refuge". Schwindel nach bekanntem Muster. Aus Madrid, 28. d. MtS., wird geschriebm: Vor ein paar Tagen erschienen dem hiesigen Cafe Segovia mehrere junge Leute, offenbar m Künstler, verzehrten, ich weiß nicht was, und ließen, da es ff herausstellte, daß zufällig Niemand von ihnen Geld bei ff hatte, dem Wirthe eine Violine zum Pfände, die sie ganz besonder« seiner Obhut empfahlen und welcher sie, um ihren Werth zu zeigen, einige Töne entlockten. An einem der anderen Tische des Saales hatte unterdeß ein höchst elegant ge- '>kal gekleideter Herr gesessen, der, sobald die jungen Leute das Lo verlassen, den Wirth bat, ihm die Violine, deren Klang feine Aufmerksamkeit erregt und in der er ein Meisterstück irgend eines dekannten Geigenbauers erkannte, zu verkaufen. Der Wirth er- klärte, nicht über das Instrument verfügen zu können, da es ihm nicht gehöre und nur zur Aufbewahrung übergeben sei. Der Fremde bedauerte das lebhast und sagte gleichzeitig, daß er jeder- zeit bereit sei, 2000 Duros für die Violione zu zahle»; der Wirth möge versuchen, den Besitzer derselben zu deren Verkauf zu ver- anlassen. Beim Verlassen des Cafes überreichte der Fremde dem Wirth seine Visitenkarte mit Adresse: Marqu7 611 26 61 89 806 16 49 75»4071 78 86 104 229 60 66 301 6 27 421 86 513[1500] 37 45 662 902 18 49 77 85139 498[500] 5.4[500] 745 851 912»«U05 43 87 396 480[30001 84 89 525 92 911 29[3000] 33 44[500]»7008 53 70 84 362 70 85 456 64 80 954»»054 73 162 219 556 697»«01. 44 173 86 93 244 45 327 66 79 696 690 9. Ziehung der 4. Klasse 180. Königl. Preuh. Lotterie. Ziehung vom 1. August 1889, 91a6»ii[ttngS. Jlur die Okmiune Uder«1« Muri stud den veiregeudeu Nummer» in Pureulbeie deigemgr. [Odue iLewähr.) 181 257 342 58 441 548 70 649 779 920 1045 67 114 308 426 571 692 838 61»081 360 599 650 797 802 83[5001 941»115 229 41 83 306 85 499 619 27 32 45 75 808 4036 228 388 442 529 925 85 87 90[1500] 5054 173 82[300] 286 777 844«003 100 94 97 371 500[1500] 68 612 »168 287 395 506 83[5001 649 837[300] 8269 449 525 876»042 329 660 99 644[300] 86 15001 811 44 63 901 IO10Ü 38 267 1300] 83 305 498 507 13 18 637 860 71 987 11160 297 307 86 1500! 90 92 460 67 560 76 862 93 944 1»1I3 69 64 90 97 263 81 351 52 69 602 40 82 706 14 22 818 912 1»170 305 32 47 449 624 36 778 86 816[500] 54 73 961 14340 413 667 604 706 69 846 (15001 83 999 1 5313 476 91 896 904 77 1«070 102[1500] 299 722 32 67 815 71 17005(30001 678 857 67 952[1500] 66 73 1 8084 203 69 98 401 536 55 726 60 855 919 48 1»004[5000] 99 430 665 646 86 868 935 75 *0033 206 498[1500] 727 904»1011 224 62 472 656 606 39 779 847 74 986»*202 23(15001 31 372 405 519 37 92 807 955«3083 87 216 68 480 576 602 24 80 705 37 819»4041 85 191[1500] 202 64 302 421 634 672 923*5289 488 658 65 710 897 963[300'] 84»«234 72 337 827 82 932«»073 76 96 184 86 208 63 80 359 72 462 554 72 78 681 98 705 71 847 907 40«»066 70 85[500] 222 26 36 433 34 53 636 665 727 867 926 93«»411 603 667[300] 99 894 908 »«019[500] 35 116 28 294 405 692 665 732[500] 938 71[3000] »1024 247 468 503[3001 8 58 739 948 94»»051 203[500] 316 24 424 37 671 836 962 70 98»»131 271 484 583 611 703 813 32[30001 »4001 170[1500] 276 390 475 682 709 54 840 902»5209 488 568 714 83 944»«0.10 37 104[600] 260 99 13«««Ol 306 82 83 66*06 66 59 976 95»7037 120 68 201 79 98 831 473 627 64 783 862 82 95 918 »»055 273 345 644 812»«016 159 298[500] 306 600 1 650 826 86 4«085 200 319 447[1500] 81 564 652 829 40 63[500] 959 41152 817 413 65 71 524 661 700 15 809 4*019 368 458 69 602 807[1500] 46 87 91 933 84 4 8237 380 411 91 607 21 36 80 659 814 44124 60 90 [300] 288[1500] 666[500] 732[1600] 67 860 992 4 5014 82 121 31 200 29 63 82 723 30 69 922 90 4 0045 346 432 821 78 4 7034 173 84 221 416 61 63 540 62 90 666 823 4»186 203 84 356 476 530 54 926 43 45 79 4«002 133 68 270 338 62 626 31 32 66 725 889 902 66 61[3000] 5«144[300] 64 74 278 689 602 39 46 56 97 991 5 1036 67 104 67 339 435 74 75 562 938 5*044 295 303 14 78 95 418 632 74 744 88 847 64 900 40 58010 129 42 245 56 383 549 649 87 762 806 10 95 54097 J27 42[300] 354[300] 581 671 90[3001 728 836 41 95 5 5073 114[15001 73 90 291 675 5«188 89 205 50 53 66 4o0 675 5 7025 102 54 464 603 653 711 46 949 5»048 66 67 138 39 95 259 70[3000] 320 27 94 455 76 697 708 59 809 911 27 97[1600] 59159 206 342 444 67 86 98 648 773 ««066 87 2U 408 540 600 709 69 903 90«1108 324 26 36 414 793 837 948«*019 74[1500] 96 164 340 97 423 43 704 44«8039[1500] 256 57 313 32 417 88 731«4022 128 55 372 531 693 721 800 21 41 •5177 268 92 309 664 85 940 47««062 148 260 77 443 61 664 856 920 25 66[300]«»165 96 225 38 346 541 693 796 869«»006 10 35 93 129 67 212 78 348 94 412 621 603[1500] 82 776 78 801 31 79 986 ««049 145 69 443 51 662 706 825[500] 993 »«002 85 110 311 407 37[3000] 86»1021 82 105 210[500] 385 470 627 67 917»*046 119 60 347[300] 83 432 49 626 67 68 620 803 38 925»3182 275 309 27 31 631 72 677 732 885 90 902 69 7 4345 487 557 609 14 17 19 769[3000] 80 900 13 66 7 5012 95 236 361 621 60 61 704 27 65»«030 42 340 86 602[30001 8 645 743[SoO] 871 917 19 »»082 145 344 50 437 53 654 65 959»»119 97 246 71 429 513[1600] 729[600] 45 951»»197 263 76 321 477 81 580 660 819[15001 31 988 »«066 130 346 402 757 878 956 70 8 1001 147 487 649 61 829 960 68»»006 47 101 371 424 80 529 614 826 71 99 903»»003 19 38 167 206 49 61 86 319 26 31 744 851 93 967 95»4342[300] 660 922«5123 88 350 13- 0] 86 648 773 86 833»«033 86 193 397 610 65 603[300] »«166 370 437 642 680 700 07 71 807 97[300] 966«1093 176 431 32 605 900 19 99 5ft«»>>66 IIS J6 95M Uli.'. M. 6.»« U I W.-.W 611 32 605 900 19 29 56»*066 118 4 6 258 406 544 621 34 728 41 858 926»»023 56 146 69 335 71 438[3000] 61 83 85 87 516 654 90 724 [1500] 45[30001 55[300] 865 99 941 83»4041[300] 322 94 423 60 [300] 57 64 90 648 643 733 66[300]»5320 415 532 78 674 897 988 Weiteres des Präsidenten Rücken tüchtig zu kratzen. ich ihm dafür Garantien bieten zu können, dotz strebungen von Erfolg gekrönt sein werden."— der Korrespondent des in Cleveiand(Chio) L „Plain Dealer" und zwar in vollem Ernst. Er W die Absicht, humoristisch zu wirken. So weit die A>>>?:. übrigens den sogenannten„Rückenkratzer" betreffen, 9* Bericht an die Wahrheit. Ev ist aUgrmeiurr Gebrauch der Bui durch ihre Organe zu expedirenden Akten mit Aufschriften zu versehen. Die üblichsten BemermnS� „Sofort!"„Rasch!"„Gleich!"„Noch heute!" solchen Aufschriften versehener Akten ist Legion, le Beamten nicht in der Lage find, die Schrisiff'os „sofort" und„noch heute" zu erledigen. Die demnach fein säuberlich auf die Seite gelegt. Der Budaxester städtischen Amtes, dessen Akten von den. nicht sonderlich respektirt wurden, war nun in groBef heil, wie er ein in der That äußerst dringend� behandeln solle, damit dasselbe ja nicht liegen bleibe. wohnter Schablone— das fühlte ber Chef ganz es nicht, die Form muß diesmal eine andere war der rettende Gedanke gefunden; er nimmt oen und schreibt in großen Zügen:„Noch gestern!"__ /| a »«049 176 347 614 847 93 986 90«1081 116 68 85* 336 44 71 87 457 545 689 806[1500] 66 932 54 96»%» 83 346 467 625 718 19 61 812 � � 701 16 62 68[15«««] 97 900 MsMMß »5019 21 34[300] 100[300] 208[1500] 41 350 460[5(101 b6i�. 84»«042.120 43 66[500] 220.808 20 11« OOO] 32?20 774 837 932»8011 18 263 77 316 67[1500] 510 41 8->3 [15001 337 429 71 594 945 73 1»7)306 480 1 0 1 033 78 129 33 54 276 359 442[lS0E/' 901 36 61 10*262 76 318 77 81 82 638 711 946 53 67 M./ [1500] 427 607 635 750 836 914 66 1 04063 172 97(300', iV 605 8 717 44 90 816 928 1O5O60 473 579 93 924 68 99 J�SlI 26 38 96 463 83 98 506 615 44 47 731 97 880 972«-7 666 735 65 893 989 I.IM.>76 85»88 383 1711 597 89 601 96 100(134 44[fOO] 274 357 507 79 638 60 906 66 110083 125 1........--........... 204 41 45 328 477 546 53 613 776 83, 111101 95 234 45 50 302 74 83 435 563 78 673 744 884';il 1 1*096 333 811 63 II»207 306 463 532 790 831 922 I/Sl 285[500] 480 90 512 24 663 7-5 818 26 941 73 13001 HÄffl 291 310 43 781 890 990 116128 71 74 324 117058 358 639 86 964 11»001 41 54[1500:..„ � 95 725 875 964 65 1 10024: 64 425 80 601 38 99 751 87 1*0070 315 39 57 542 679 91 768 845 1*1049 60 214 385 470 686 745[1500] 70 847 1**033 63 73 7o 424 40 66 67 634 866 77 1500] 1*3009 79 97 354 68 7. 4'!; 722 800 60 944 1*4 25 31 37 96 156 469 524 620 70. 08- 57[300] 120 25 74 248[3000] 71[15001 518 620 744 826 3u-".jj! 208 13 475 627 715 1*»120 315 506 658 930 1*»127 396«t. 940 42 49 1*»032 115 349 63 73 450[500] 95 509 43 60.»Si 130021 139 91 299 357 495 529 59[3000] 614 739»SS 131139 64 237 40 366 589 643 701[1500] 13*004 59 69% 63 412 654 739 817 22 41 906 1 3»0u5 58 116 68 251 CWrfuJ.. 471 598 843 68 1 34077 109 61 396 744 49 934 38[5001 642 55 860 1 3007.8 24- 58 367 673 724 68 891 1»»Ü18 715 895[3000] 989 1 3«8.-6 99[500] 134 210 32 332 77 404 5091064*�1 «tonnt tag! üfe ätivn *** da» z Dos 20 30 1»»129 209 31[1500] 75 94 305[3000] 16[1600]: Hfl 872 937[300] 53 65 1 4«I58[500] 607 60 756 63[300] 73 830 930 53 66-5'« 275 348 78 467[3001 688 762 807 11 64 953 54 1 4*20»[%« 79 631 42 729 803 1 43146 264 380 471 505 611 22[1500] 9 J« 971 14 4015 20 87 217 324 533 44 79 879 986 1 43054.'%% 426 646 53 778 897 14« 141 247 99 300 37 1 47065 365 AI 644 748 998 14S032 266 70 96 383 450 557 603[300] 842 63[3000] 904 68 81 14»005 39 64 83 96 135 94 339 6-' ,0 1 50038 53 80 202 445 7 7 502 83 653 702 7 7 86 965.'Ali 203[1500] 24 48 311 418 551 611 715 61 874 983 1 5*009 ick, 492 99 623 72 737 818 71 77 153116 545 58 602 719 154068 130 59 79 352[500] 61 456 577 816 931 155058 1« 380 402 595 744 15«078 318 97 440 66 559 680 706 46»W 157372 7 7 97 592 616 715 99 814 16 43 88 1 5»115 33 7-6 544 672 821 15»088 265 79 331 405 44 644 50 710 92 881 69 85 167 293 661 71 710[500] 816 24 1«1050 526 99[300] 674 77 80 711 1«*038 53 196 20""""" 1«3189 233 48 62 404 81 99 501 84 625 92 852% � 100069 8 95 368 526 99[300] 674 77 80 653 885 1«3189 233 48 62 404_ 1«4135 440 83 549 71 679 955 13000] ..lilien* kpM �S-laden fische erdrüö ist er )en. 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Berantworilrcher Rebakieur: K» Erouheim in Berlin. Druck unv.Bertag von Ma» Kabiug in Berlin SW., Beuthslraße 2.J