'rahm, kl »i.«* Er bat tf Burwi Jlit MW merkungi itr. 179. Sonnabend, den 3. August 1889. S Jahrg. iou, Die! so -ndes 6K bleibe. mz wohl 2 c sein. imt den SerlmrVllllisblllit. Krgan für die Interessen der Arbeiter. « S Af# ,1 67 DaS . Einzelne Nummer bholung aus unserer «»„nirrnrage 44 1 jucart pro Monat. Postabonnemeni 4 Mark pro Quartal. Mor Jusertionsgebühr betraßt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlunaS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zlmmerstrabe 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -« Fernsprecher: Amt VI. Hr. 4106.,-*- ilcbalition: VeuthstraHe S.— Expedition: MmmeePtvoHe 14. 2# "Ä!( i ; MS»; i NnulQNger. ttütihK*«�obeplebiSzit" vom vorigen Sonntag ist zwar �evtili� Ölungen— welche Mühe sich auch die deutschen broM, Neben mögen, das Fiasko ihres Günstlings zu ver- W,- allein Boulanger wird darum doch wieder auf D„s o."� viel von sich reden machen. Lächerliche tobtet so" hgen wenig als„moralische Nieder- »»s�l'.�.�enn Jemand sich den" Fluch der Lächerlichkeit -- � W, so ist es Boulanger und wenn Jemand 63* Ü S SiS% anitas KS 638 i 613 S i L» i # p 8 •n ni. r'j Niederlagen" erlitten hat, und zwar Niederlagen doch;r,"�endsten Wucht— so ist es Boulanger. lind �ncheiT wieder emporgeschnellt wie ein Stehauf- INidL ��chrn Zeiwngen, die von chauvinistischer Selbst- ist oz m?!l"ber die„verkommenen"Franzosen durchdrungen sind, Kehler geworden, zu sagen, Boulanger sei durch die lfeuno �""cheiten seiner Gegner, insbesondere der Re- bchn, t i""' großen Manne gemocht und vor den natür- len>r.s,., geo seiner albernen und verwerflichen Handlungen liM worden. Das ist aber entschieden eine Ungerech- �»nö � uns nicht ein, dem jetzigen Ministerium ilaatJ,/ oder dem vorigen Ministenum Floquet »iL. auische Unfehlbarkeit zuschreiben zu wollen; wir fibtt J�oht, daß beide Ministerien sich Boulanger gegen- Fehler haben zu Schulden kommen — iv v�ler waren keineswegs so grob, daß sie spielt.D�ung Boulanger's und die Rolle, welche er H'ären könnten! Wir haben schon wiederholt in statin, fotern darauf aufmerksam gemacht, daß demo- ikichj s. Legierungen sich ihrer politischen Gegner nicht so Ln„u'�igen können, wie despotische; und es kann außer- �leugnet werden, daß z. B. die„Abführung" ünb.Ms durch Floquet— in dem bekannten Duell— Siinjftpri wie der„tapfere General" durch das *Utbj � ConstanS aus Frankreich„hinausgegrault" , jC gute Schachzüge waren. het, �rund, daß Boulanger alle Blamagen überdauert «uch also ein anderer sein. Und wir brauchen ihn Terki.» �uge zu suchen: General Boulanger ist das L stl 9 aller Feinde der französischen Republik, Ln vereinigt haben, ihn zum„großen Mann", zu >i>ni� �_ Schicksal bestimmten Retter auszupuffen. Legi- �rleanisten, Bonapartisten,— einige unzufriedene pllbljs � kurz alle inneren Feinde der französischen Re- CchL alle ohne Ausnahme— haben Boulanger auf den »elch» schoben; und die zahlreichen und mächtigen Feinde, bin; französische Republik im Ausland hat, haben sich Es?f� Bulben angeschloffen. wahr, Herr Boulanger hat auch persönlichen Ehrgeiz «r"iL eine selbstständige politische Rolle zu spielen, allein "gst begriffen, daß ein„demokratischer Bonaparte" [29 37 661, 8 i IseuMekon. ®wbotcn.]_ Gsldmenprh. Äoma» oott Maurus I ö k a i. ben waren sogar beide Hände des gnädigen Herrn unter lchößen hervorgekommen und fingen mit allen fünf JettL," 5« demonstriren an.„Ja, weil er fürstlichen Luxus sich sntlL.* Spitzbube. Denken Sie sich einmal, er hielt «Mditrfp' achttausend Gulden gekostet hatten, und «i» ss��wit ihnen herum. Jetzt werden sie versteigert. Ich Wlimp lle�zherr, aber ich bin nicht im Stande, mir so kost- . lirÄ« Zu halten." 'n sew� I, lhat, als nähme er keine Notiz hiervon, und fuhr �chisckin' de fort.„Die Hofkammer kommt jetzt um den bex denn es ist nichts da, was sie exequiren könnte; Hr Pächter und die Unterpächter sind verheirathet; «iitms.. f. vermögen gehört den Frauen als zugebrachte Hvfkxi'"le hunderttausend Gulden fehlen in der Kaffe des hält„jy der, wie ich erfahren, sich an die Hofkammer q\ ihr die Summe haben will." Und l-kzellenzherr öffnete jetzt die Schnupftabaksdose, Mische« r") � mit zwei Fingern hineingriff, warf ör u � uüt einem Auge dem Sprecher einen forschen- f«rt,'�'u unterthänigsteS Offert ist also," fuhr Timar ''Lnd.zusammengelegte Schrift aus der Tasche hervor- % beLod* pochte die Levetinczer Herrschaft auf 10 Jahre �eis. de, � �~ q. t-vv, den die Unterpächter dem Generalpächter .Hw Ü p� Loch einen Gulden/' v ,;%/ das ist schön." es..-.u�ue Pachtung hat schon ein Jahr verloren! flt schon Ende November, und alle Felder blieben heutzutage auch nicht mehr auf drei Monate möglich ist, und er hat sich darin gefunden, die bezahlte, wohlbezahlte Puppe sämmtlicher zahlungsfähigen Feinde der Republik zu sein— wobei ihn die geheime Hoffnung erfüllen mag, daß es der Puppe schließlich doch noch gelingen werde, seine Brotgeber über den Löffel zu barbieren und eine Dynastie Boulanger zu gründen. Zndeß wie dem sei— der„brave General" ist jetzt für die Rolle, welche er spielt, bezahlt, sehr gut bezahlt. Sehr gut— mit Millionen.... Und da stehen wir denn vor der Frage: woher diese Millionen-? Wer bezahlt den Boulanger? Es sind schon verschiedene Antworten gegeben worden, allein sie alle sind nicht vollständig befriedigend. Die Einen haben gesagt: Boulanger, der von Hause aus keinen Pfennig hat und bis zum Tag, wo er Kriegs- minister wurde, auch nur �Schulden hatte, werde von den Bonapartisten und Orleanisten besoldet. Nach Anderen wird er von einem Konsortium amerikanischer und französischer Bankiers( M a ck a y und Konsorten)„gehalten", die ihn jährlich mit ein paar Millionen versorgen unter der einzigen Bedingung, daß er, wenn das Glück ihm günstig ist und die Nepublick zu seinen Füßen liegt, ihnen Frankreich zum Ausrauben übergebe. Eine dritte Lesart ist, die Jesuiten und andere religiöse Körperschaften versorgten den Boulanger mit Geld, weil er ihnen die Wiederherstellung des Pfaffenregiments versprochen. Und wieder Andere reden von einer romantischen Geliebten, die viele Millionen reich sei, und den„brav' göneral" im Gold schwimmen laffe. Die letztere Lesart kann sofort ins Bereich der wesen- losen Mythen venviesen werden, obgleich Boulanger jeden- falls ein homme entretenn*) ist. Die drei anderen Lesarten enthalte» jedoch unzweifelhaft einen Theil der Wahrkeit. Es steht fest, daß die Kandidatur Boulanger's Gegenstano der Geldsperulation geworden ist. Von dein Einfluß, welchen die großen Finanzmänner und Finanz- gesellschaften in Frankreich erlangt haben, kann man sich bei uns kaum einen Begriff machen. Wie sich gelegentlich des „Kupferrings" zeigte, ist die„Hohe Finanz"(haute finance) aufs Engste mit der Politik verwachsen, und die Herren der „Hohen Finanz" sind so begehrlich geworden, daß es ihnen an den Eisenbahnen, Bergwerken, Kohlengruben ic. nicht mehr genug ist, sondern daß sie den ganzen Staat haben wollen. Bis zu einem gewiffen Grad ist Frankreich schon jetzt in den Langfingern der hohen Finanz, aber die Roth- schild und Konsorten, die gegenwärtig das AusbeutungS- gefchäft betreiben, haben raublustige Nebenbuhler, die ihnen die Beute abjagen und das Ausbeutungsgeschäft rationeller und vernünftiger betreiben möchten. „Der Staat ein Spekulationsobjekt! O, diese verkam- *) Ein unterhaltener Mann- Dirnen spricht. wie man von unterhaltenen brach liegen. Trotzdem erbiete ich mich, nicht nur dies in Verlust gegangene Jahr in die Pachtzeit aufzunehmen, son- der» ich verpflichte mich auch, den uneinbringbaren Pacht- schilling des vorigen Jahres zu decken." Der Exzellenzherr klopfte zweimal mit seinen Finger- spitzen auf den Deckel seiner goldenen Tabatiere und preßte seine Lippen scharf zusammen. Hm, dachte er bei sich, das ist ein Goldmann! Der weiß mehr, als man seinem Schafs- gesicht ansieht. Der ahnt, daß die Hofkammer dem Hof- kriegsrath das Reffort der Militär-Verpflegung aus der Hand nehmen will und daß es mit der Komorner Untersuchung darauf abgesehen war. Nun, nachdem diese schmählich Fiasko gemacht, ist der Hofkriegsrath mit seinen säbelrasseln- den hohen Gönnern wieder obenauf und möchte jetzt die Manipulation der Pachtungen in der Militärgrenze uns aus den Händen reißen. Sie denken, das gäbe keine schlechte Melkkuh und das durch den Konkurs des" Leventinczer Herr- schaftspächters entstandene Defizit bietet ihnen eine gute Handhabe. Und nun schlägt Dieser Mensch sich nicht zu den Gegnern der Hofkammer, die ihn verfolgt hat, sondern kommt zu uns und will unsere Position befestigen, indem er uns aus der Patsche hilft. Ein Goldmann das! Den muß man ästimiren!„Gut," sagte die Exzellenz.„Ich sehe, Sie sind ein wackerer Mann. Sie hatten Ursache, sich über uns zu beschweren und ließen die Klage fallen; Sie werden sehen, daß dies der richtige Weg ist, den ein vernünftiger Staatsbürger befolgen muß. Blos deshalb, um Ihnen zu zeigen, daß der Staat solche raisonnable Bürger zu belohnen weiß, garantire ich Ihnen, daß Ihre Offerte angenommen werden wird. Kommen Sie noch heute Abends hierher in mein Bureau. Ich stehe Ihnen für den Erfolg." Timar übergab seine schriftliche Offerte und empfahl sich mit tiefer Verbeugung. Sr. Exzellenz gefiel dieser Mann. Fürs Erste hat er so viel Raison, über ein von der Regie- rung ihm angethanes großes Unrecht, welches, wenn er'es menen Franzosen!" ruft vielleicht ein deutscher Reichs- Pharisäer aus. Nur sttll, Ihr germanischen Tugendbolde— habt Ihr den Berliner Lieferungsprozeß vergessen? Und die Kieler Unterschleife? Und die Dresdener Unterschleise? Und— last not least— den famosen Agrarierfeldzug gegen den Geldbeutel des„armen Mannes"?— Also still! In Frankreich ist die bürgerliche Gesellschaft bloß etwas weiter entwickelt, als bei uns, etwas„zivilisirter" und etwas methodischer. Genug, Banquiersgelder, zu denen Herr Mackey bei- tragen mag, wandern in Boulangers Riesentaschen. Außerdem auch Pfaffengelder und Dynastengelder. Das Geld riecht nicht, und der Boulanger nimmt das Geld, wo er es findet. Bonapartistengelder, Legitimistengelder, Orleanistengelder. Und die Gelder aller anderen mit Geld gesegneten Feinde der Republik! Heikel ist er nicht— er hat als Minister sogar die ge- Heimen Fonds bestohlen und seine Protektion verkauft ä la Wilson— das ist erwiesen. Mit der Intelligenz des Mannes ist's nicht besser be- stellt als mit seiner„Moral". Jndeß das schadet ihm nichts. Die Gesellschaft, welche ihn unterstützt, weil sie den Gott- seibeiuns von Republik los sein will, fragt nichts nach Moral, und was die Intelligenz betrifft, so wäre ein Allzuviel von diesem Artikel beim„tapferen General" ihr nur unbequem. Ein Werkzeug darf nicht zu intelligent sein— sonst hört es auf, Werkzeug zu sein. Die Generalrathswahlen des vorigen Sonntag haben den Beweis geliefert, daß Boulanger's Brotgeber ihren Ein- fluß und den Zauber seines Namens überschätzt hatten. Darum dürfen wir aber nicht schlußfolgern, die bevorstehende Kammcrwahl werde dem Boulangismus den Garaus machen. Die Feinde der Republik sind mächtig und können nicht im Handumdrehen besiegt werden. Die Gefährlichkeit, oder richtiger ausgedrückt: das Kritische der Situation besteht darin— und dies gilt nicht bloß von Frankreich—, daß die Bourgeoisie immer reaktionärer wird, weil sie weiß, daß alle Errungenschaften und Mittel der Demokratie dem sozia- listischen Proletariat zu gute kommen, und daß das Prole- tariat noch nicht im Stande ist, die Erbschaft der politischen Macht anzutreten. Immer mehr wenden sich in Frankreich die besitzenden Klassen von der Republik ab: desto festere Stützen gewinnt sie in den arbeitenden Klaffen, vorausgesetzt, daß sie deren Sympathien nicht gewaltsam verscherzt, und ihre einzigen ehrlichen Freunde nicht in das Lager der Unzufriedenen treibt. Jedenfalls ist die Republik noch nicht gefährdet— selbst ein Wahlsieg des Boulangismus würde die Existenz der Republik nicht bedrohen. Allein der stillschweigende„Hunger- Wechsel", den das französische Proletariat auf die Republik gezogen hat, muß endlich eingelöst werden. Im Verzug ist allerdings Gefahr. weiter verfolgte, unliebsamen Eklat zur Folge haben konnte, das Kreuz zu machen. Fürs Zweite bietet er dem Staat einen vortheilhaften Pachtkontrakt an, der um 50 Pro- zent günstiger ist, als der bisherige. Drittens kommt er mit einem hochherzigen Opfer der Hofkammer zu Hilfe und setzt sie in die Lage, den Angriff des Hofkriegsrathes siegreich abschlagen zu können. Er ist ein dreisacher Goldmann. Nein, ein vierfacher sogar. Doch davon weiß der Exzellenz- Herr noch nichts. Er sollte erst dann es erfahren, als er in sein Palais nach Hause kam, um zu diniren und sein Reitknecht ihm mittheilte,>jener Herr aus Ungarn, dem Se. Exzellenz aufgetragen, auf die Achttausend-Gulden- Pferde für ihn zu bieten, habe die Pferde gebracht- über den Preis werde er schon persönlich Sr. Exzellenz Bericht erstatten. Ein vierfacher Goldmann! Als Timar Abends den gnädigen Herrn in feinem Bureau aufsuchte, konnte er auf allen Gesichtern der ihm Be- gegnenden ein verbindliches Lächeln wahrnehmen— den Widerschein des Goldes. Der Exzellenzherr kam ihm bis zur Thür entgegen und empfing ihn dort. Er führte ihn an den Schreibtisch. Dort lag der Kontrakt ausgebreitet; fertig, mit allen Unterschriften, mit dem Amtsstempel und dem großen Siegel versehen.„Lesen Sie. Ich hoffe, Sie werden zufrieden sein." Das Erste, was Timar überraschte, war, daß der Kon- trakt statt auf zehn, auf zwanzig Jahre lautete. „Nun, sind Sie zufrieden mit der Kontraktdauer?" Ob er zufrieden war! Das Zweite, was Timar über- raschte, war sein eigener Name:„Michael Timar, Edler von Levetinczy." „Gefällt Ihnen dies Prädikat?" MorreMondenzen. Zürich, 81. Juli. Die von Deutschland erfolgte Kündi- «ung des deutschs. schweizerischen NiederlassungS- Vertrages wird in der schweizerischen Presse und auch sonst in allen Kreisen der Bevölkerung noch immer lebhaft besprochen. Obwohl die 33 000 Schweizer in Deutschland eine geringere Ziffer bilden als die 100000 Deutschen in der Schweiz und daher weniger Schweizer einen vertragslosen Zustand zu be- fürchten haben, als die grobe Zahl der hier lebenden Deutschen, .so ist man von der Thatsache der Kündigung doch nichts weniger als erbaut. Freilich, die entschiedenen demokratischen und sozialistischen Blätter nehmen die Sache nicht tragisch, sondern ziehen, schnell entschlossen, ihre Nutzanwendungen. So schreibt die„Züricher Post":„Wir denken. Etwas geht aus der Kündigung unzweifelhaft hervor: dab wir mit allen Kon- zessionen den Mäusen gepfiffen haben und daß die Kündigung für uns der Markstein für unsere Politik der Konzessionen sein muß." Der„Grlltlianer" sagt:„Weder mit dem Bundes- anwalt, noch mit dem sonstigen Eifer unserer politischen Polizei zufriedengestellt, hat Bismarck seinen Trumpf ausgespielt, in- dem er den Niederlassungsvertrag mit der Schweiz kündigte. Man will uns damit zur Preisgabe des Asylrechts und dazu zwingen, keinen sozialdemokratischen Elementen mehr Aufent- halt oder Niederlassung zu gewähren. Denjenigen Deutschen, die wir bei uns ohne seine Erlaubniß aufnehmen würden, würde er die deutsche Staatsangehörigkeit entziehen und der Schweiz damit eine neue Klasse von H e i m a t h- losen aufbürden. Das wird die Schweizer, denkt man, in ihrem eigenen Interesse veranlassen, ihre volitischen Freiheits- und RechtSbeyriffe über Bord zu werfen und an der Hätz gegen das„Rothwild" energischer theilzunehmen. Verständnißmnig nickt die„N. Z. Ztg." Beifall. Die Sozialdemokratie aber steht auch dieser Maßregel mit allem Gleichmuth gegenüber. Der große Staatsmann wird es erleben, daß er mit allen Trümpfen der Bewegung eben doch nicht Herr wird. Ihr gehört die Zu- kunft, trotz alledem." Nicht allein die„N. Z. Ztg.", sondern mit ihr die ganze Kapitallstenpresse ist still vergnügt über die Kündigung des Niederlassungsvertrages, sie erwartet, daß nunmehr oder doch in Bälde mit den fremden Hetzern und Wühlern aufgeräumt werde. Sie wird sich auch hierin einigermaßen in ihren Er- Wartungen getäuscht sehen, denn die deutschen Sozialdemokraten sind zumeist mit ordnungsgemäß ausgestellten LegitimationS- papieren versehen und ferner wird das„Wühlen" von den einheimischen Genossen in befriedigendster Weise besorgt, so daß sich die fremden Sozialdemokraten ihre Finger nicht zu ver- brennen brauchen. Die schweizerischen Sozialdemokraten sind cS denn auch, die in einer vertraulichen Landeskonferenz am letzten Sonntag in Zürich beschlossen, der Anregung der Basier Genossen wegen Referendums gegen den Bundesanwalt zuzustimmen und die Sammlung der 30 000 Unterschriften sofort in die Hand zu nehmen. Auch eine größere Anzahl Grütlivercine resp. Sektionen hat sich für das Referendum er- klärt. Nicht ganz wohlgemuth scheinen uns in dieser An- gelegenhcit die Demokraten gestimmt. Als„staatsmännische" Politiker haben sie für den Oberpolizeimeister gestimmt, und sie glaubten nichts anderes, als daß die Sozialisten ebenso staatsmännisch sein und ihnen nicht mit Referendum und derlei Zeug in die Quere kommen werden. Wider Erwarten ist dies nun'geschehen und die ernüchternde Familienluft mag ebenfalls die Begeisterung im eidgenössischen Parlamentssaale für den Generalstaatsanwalt etwas herabgemindert haben. Fatal ist für diese demokratischen Staatsmänner nur die Frage, wie sie sich in der Presse stellen müssen; um sich nicht selbst zu desavouiren, müssen sie mit Attenhofer, der„N. Z. Ztg.", der „Thurg. Ztg." und wie die offiziöse Presse heißt, öffentlich Arm in Arm für den eidgenössischen Polizeipräfekten aufmarschiren— sollte es aber zur Abstimmung kommen, vielleicht widerlegt mancher demokratische Nationalrath sein Berner„Ja" durch ein Züricher oder Winterthurer ic.„Nein". In unserem letzten Berichte erwähnten wir des Spengler st reiks in Luzern. Die Ursache desselben ist hauptsächlich folgende, von den Meistern den Arbeitern aufge- zwungene Werkstattordnung: 1. Jeder arbeitende Geselle hat die Entlassung seines früheren Meisters oder aber seine AuSweisschriften vorzu- «eisen. 2. Eingeführt ist die zehnstrindige Arbeitszeit, d. h. es sollen 10 Stunden auf dem Arbeitsplatz gearbeitet werden. Der Meister bestimmt die Tageseinlheilung, er ist ebenfalls be- rechtigt, die Arbeitszeit je nach den Geschäftsverhältnissen zu verkürzen oder zu verlängern. 3. Die Lohnbestimmung eines neu eingetretenen Arberters findet nach 14lägiger Probezeit statt und wird demselben ein D-komple von 5—10 Fr. vorenthalten, der aber nach regelrechter Entlassung wieder vollständig ausbezahlt wird. 4. Der Lohn wird nach Siunden und Leistungen berechnert, ausgenommen der Ueberzeit und Sonntagsarbeit, welche Mehr- L e v e t i n c z y." schon nachgeschickt Angesichte der hohe Viertes Kapitel. „M ichael Timar, Edler von „Das Adelsdiplom wird Ihnen werden," sagte mit huldstrahlendem Herr. Timar setzte seine Namensunterschrift mit Beifügung seines Prädikats unter den Kontrakt. „Eilen Sie nicht so sehr," sagte, als auch dies ge- schehen war, die Exzellenz;„ich habe Ihnen noch etwas zu sagen. Es ist Pflicht der Regierung, wackere Bürger, die sich in Erfüllung ihrer Pflichten um vas Vaterland verdient gemacht, auszuzeichnen. Besondere Rücksichten wird dies- bezüglich auf diejenigen genommen, welche auf volkswirth- schaftlichem und kommerziellem Gebiete sich allgemeine Auer- kennung erworben. Könnten Sie mir nicht Jemand nennen, den ich allerhöchsten Ortes für die Dekorirung etwa mit dem Orden der eisernen Krone vorschlagen könnte?" Se. Exzellenz war gefaßt darauf, die Antwort zu er- halten:„Hier ist mein eigener Rockknopf, gnädiger Herr, Du kannst für Deinen Verdienstorden keinen besseren Platz finden. Wenn es nur eines wackeren Mannes dazu bedarf, da bin ich." Und so war ja auch die Anfrage gemeint ge- wesen. Um so yrößer war daher das Erstaunen des hohen Herrn, als Michael Timar-Levetinczy nach kurzem Besinnen ihm zur Antwort gab:„Ja, gnädiger Herr, ich werde so frei sein, mit dem Finger auf Einen zu zeigen, der schon seit lange die allgemeine Achtung genießt, der im Stillen ein Wohlthäter der Bevölkerung jener Gegend ist, wo. er lebt; es ist dies kein Anderer, als der Pleßkovaczer Dechant Cyrill Sandorovics, der diese Anszeichnung in hervorragender Weise verdienen würde." Der Minister fuhr zurück. Ein solches Individuum war ihm noch nicht unter die Augen gekommen, das auf die Frage:„Wem sollen wir diesen Orden geben?" sich nicht nach dem Sviegel umgewendet und mit dem Finger aus sich selbst zeigeno, gesagt hätte:„Geben Sie ihn doch diesem wackeren Mann!" sondern statt dessen mit dem Finger herab- fährt an den äußersten Rand der Landkarte und dort in leistung dnrch Vereinbarung des Meisters mit dem Arbeiter festgesetzt wird. Bei auswärtigen Arbeiten ist der Arbeiter für alle geschäftlichen Auslagen schadlos zu halten. Versäumte Zeit wird in Abzug gebracht. 5. Jeder Arbeiter erhält ein Arbeitsheft, worin er die verwendete Zeit und Material für seine Arbeiten einzu- tragen hat. 6. Für fahrlässiges oder böswilliges Beschädigen und Ver- lieren von Werkzeugen ist der Arbeiter haftbar. 7. Bei unbegründetem Wegbleiben von der Arbeit und un- gebührlichem Betragen des Arbeiters kann sofortige Entlassung erfolgen. 8. Das Rauchen sowie Annahme von Besuchen während der Arbeitszeit ist nicht gestattet. 9. Jeder Geselle hat alles Arbeiten auf eigene Rechnung zu unterlassen. 10. Die Lehrlinge dürfen von den Gesellen nicht zu Privatdiensten verwendet werden. 11. Jedem neu eintretenden Arbeiter soll vorliegende Werk- stattordnung bekannt gegeben werden und verpflichtet er sich durch Aufnahme der Arbeit zur Erhaltung und Befolgung derselben. Die Arbeiter hielten an nachstehendem Entwürfe fest: 1. Jeder arbeitsuchende Geselle hat bei einem allfälligen Angebot von Arbeit auf Verlangen des Meisters seine Aus- weisschriften vorzuweisen. 2. Der Normalarbeitstag beträgt 10 Stunden. Der Beginn der Arbeit sowie der Zwischenpausen können vom Meister bestimmt werden. 3. DieLohnbestimmung eines jeden neueingetretenen Arbeiters soll wenigstens nach Verfluß von 14 Tagen sestaestellt werden. Das Zurückhalten eines allfälligen DekompteS ist dem Meister überlassen, jedoch darf derselbe nicht mehr als einen Taglohn betragen. 4. Der Lohn wird nach Stunden berechnet, mit Aus- nähme der Sonntags-, Nachts-, und Ucberzeitarbeit, welche Mehrleistung nach Vereinbarung des Meisters mit den Ge- sellen festgestellt wird. Bei allfallig auswärtigen Arbeiten soll der Arbeiter auf alle Fälle schadlos gehalten sein. 5. Die Eintragung der gelieferten Arbeit, über Zeit und verwendetes Material nach der Methode des Meisters ist un- bedingt Pflicht eines jeden Arbeiters. 6. Jeder neueintretende Arbeiter hat das Recht, das nöthige Handwerkszeug in gutem Zustande zu verlangen. 7. Die Auszahlung soll wenigstens alle 14 Tage stattfinden. 8. Jeder Meister ist verpflichtet, bei allfälligen Unglücks- fällen sofort die ärztliche Hilfe zu besorgen und die städtische Krankenkasse in Kenntniß zu setzen. Diese Werkstattordnung soll gedruckt und an sichtbarer Stelle in der Werkstatt angeschlagen werden. Die Lohnbewegung der Schlosser in Basel hat mit deren Sieg geendet. Sie erzielten eine lO proz. Lohnerhöhung, 25 pCt. Zuschlag bei Ueberzeitarbeit, Garantie des Tagelohnes bei Akkordarbeit und Zuschlag bei auswärtiger Arbeit von 1—2 Fr. Der Streik der Ziaarrenarbeiter im Aargau dauert ungeschwächt fort. Augenscheinlich ist beabsichtigt, durch längere Dauer des Streiks die Arbeiter mürbe zu machen, denn 600 Arbeiter sammt Familien durch die Arbeiterschaft der Schweiz allein erhalten lassen zu wollen, ist immerhin eine große, schwierige Aufgabe. Die schweizerische Gesellschaft für Boden- besitzreform schreibt folgende Preisfrage aus: „Welches sind die wahren Ursachen der wachsenden Nothlage des Bauern- und Arbciterstandes, in welcher Weise hängt diese Erscheinung zusammen mit der heutigen Besitzform von Grund und Boden und welche gesetzliche Reformen sind anzustreben, um die Nothlage der arbeitenden Bevölkerung zu Stadt und Land zu heben." Die beste Arbeit wird mit 200 Fr., die zweite mit 100 Fr. prämirt und Einsendung der Lösungen bis 1. März 1890 an den Präsidenten des Vereins, Herrn I. Fr. Schär in Basel verlangt. Die Frage kann als Ganzes oder auch nur bezüglich der Arbeiterbevötkerung bezw. der Bauernschaft (Landwirthschaft) behandelt werden. poUtirdtc Xtcltcvltrflf. F«r da« Kestrebe« der deutschen poliieiprefle, den jüngsten Bergarbetterstreik als eine Frucht sozialdemokratischer oder gar anarchistischer Agitation hinzustellen, lieferte der Pariser Kongreß eine nette Illustration. An die auf dem Kongreß anwesenden deutschen Bergarbeiter halte sich gleich in den ersten Tagen eine sehr bieder- männisch aussehende Persönlichkeit herangedrängt, die in sehr wohlwollender Weise Fragen stellte und Äathschläge ertheilte, namentlich einen internationalen Bund der Berg- arbeiter pries, der einen allgemeinen Weltstreik zu einem der entlegensten Dörfer einen Landgeistlichen, der weder sein Schwager, noch sein Gevatter ja nicht einmal ein Priester seiner Kirche, sich heraussuchend, sagt:„Den halte ich für einen besseren Mann, als mich selbst." Fürwahr das ist ein Goldmann ohne Gleichen. Dem müßte ein Goldarbeiter mindestens drei Karat Silber beimischen, wenn er ihn verarbeiten wollte! Da nun aber einmal die Frage gestellt war, so mußte sie auch ernstlich genommen werden.„Gut, gut!" versetzte der hohe Herr,„nur daß die Verleihung des Verdienstordens an gewisse For- malitäten geknüpft ist. Der Souverän kann sich nicht der Eventualität einer Zurückweisung aussetzen; wem daher eine solche Auszeichnung zu Theil werden soll, der muß vorher die Formalität erfüllen, eigenhändig darum einzu- kommen." „Se. Hochwürden ist ein äußerst bescheidener Mann, und würde sich, so wie ich ihn kenne, nur in dem Falle dazu entschließen, wenn man höheren Ortes ihn dazu auf- forderte." „So? Ich verstehe. Also ein paar Zeilen von meiner Hand würden genügen? Gut denn. Da er von Ihnen empfohlen ist, so will ich es thun. Ja, der Staat muß das verborgene Verdienst aufsuchen." Und der hohe Herr schrieben eigenhändig einige an- erkennende Zeilen an den Herrn Dechanten Cyrill Sandorovics mit der Versicherung, daß man ihn, wenn er es wünsche, mit dem Orden der eisernen Krone für seine bisherigen Verdienste dekoriren werde. Timar dankte lebhaft dem hohen Herrn für diese Gnade, und dieser versicherte ihn hinwiederum für alle Zeiten seiner hohen Protektion. Und dann hatte Timar noch das Angenehme, daß in sämmtlichen AmtSbureauS, wo man sonst noch alle erdenklichen lästigen Expeditionsformalitäten durchzumachen hat, Jedermann sich beeilte, ihm zu Diensten zu sein, so daß er Alles in Allem höchstens eine Stunde zu seiner Abfertigung brauchte, während es bei einem Anderen Wochen gedauert hätte, bis er durch dieses Amtslabyrinth sich hindurch gewunden hätte. Der Wasserkrug des Orsovaer Purisikators war dort in unsicht- barer Gestalt! Es war Nacht geworden, als er sämmtliche Urkunden organisiren hätte,„wodurch mit einem Schlage d» gam Gesellschaft auf den Kopf gestellt werden könnte-'* � arbeiter hörten den Mann ganz ruhig an—. pW"? � deutscher Sozialist,' der in London lebt, an die EMfraS und mite die Anwesenden aus, wer diese P Es war Herr Daubenspeck, der große, sehr doner„Anarchist", in dessen Kneipe zu Londo dunkle Existenzen verkehren und über den seine e» nassen die weitest auseinander gehenden Urthnle! besten und die schlechtesten. Der deutsche Parlng» � nun Herrn Daubenspcck vor, er habe das G e l d zu nach Paris von einem Korrespondenten oc � «SSkZ Zeitnng" erhalten und auf seine eigenen Gen W Z e h Isen(!.... Gehlsen) gewesen sein, der ist mir neidig," entgegnw� der Betreffende, einer seiner eigenen Genossen V getheilt.„Das kann nur— Gehlsen(der„Rn speck, mußte aber zugeben, daß er spondenten für die„Kölnische Zeitung, geben habe, ihm Berichte über die revolutionäre J besonders der Deutschen in London, zu liefern-, auch zugeben, daß, selbst wenn er(DJ ein ehrlich und nichts weiter fei, die deutsche Polizei- und d* presse alles Interesse daran hätten, die Bergarbeiter- � diesen WlderstandSversuch gegen die Hutigerlghn«�.� y w™ -VWA M fto tV? Aminen. SÄ«" M mit drückung, zu verleumden, und_ besseres Mittel haben könnten, als wenn sie Ml Anscheine von Berechtigung behaupten könnten, ch� vi haben die deutschen Bergarbeiter- Delegirtei Anarchisten berathen und verkehrt.—— Die ließen Herrn Daubenspeck stehen, der die sehr deutlich� K des deutschen Sozialdemokraten aus London in legenheit mit anhörte und dann wie ein begossener P« � davontrollte. Derselbe Herr Daubenspeck ist m L o bei General Boulanger gewesen und hat sein ü., mit ihm veröffentlicht, aus welchem er die„UeberzeM»� wann, daß Boulanger ein ehrlicher— Sozialist Ich, w Sozialisten aller Länder unterstützen müßten, um dur«. Sieg dem revolutionären Sozialismus zur Herrschalt i» helfen! Herr Daubenspeck Anarchist und Boulangsst" That ein sehr vielseitiger und zweideutiger Mann, � � Bergarbeiterdelegirten in Paris mit allem Recht absauf» � — die deutsche Polizeipresse hätte gewiß sehr bald u". Bündniß der Bergarbeiter mit den Anarchisten zu � wüßt! ,, Uo« der deutsch- schmelzerische« Kreme, Dem Stuttgarter„Beob." wird aus Friedrichshasen Wi Vorkommniß mitgetheilt:„Wenn einer eine Rem',, kann er was erzählen, absonderlich, wenn er eine t o u r in die Schweiz ausführt, wie dies leB;J Partie Ulmer erfahren mußte. Diese reisten nach 6«%� mit der Hunger die Gesellschaft nicht zu arg plage, fürsorgliche Hausfrau einen Kuchen gebacken mü glücklich auch zollfrei in das wilde Land gebrag weh, die Hausfrau hatte ohne die Zollbehörde Hafen gerechnet, denn nls sie bei der Rückkehr ins ue�A land das Schiff verließen, mußte der übrig geblieben'�» als„Konditoreiwaare" mit 60 Reichspfennigen verzoll: j Tableau!"— Der„Beob." bemerkt dazu: In Li" herrscht„gewohnte Koulanz"; in Konstanz giebt'S J, und in Friedrichshafen legt der Zöllner feine Hau° � Kuchenabfälle! Und warum dieser Durcheinander, der Jjg Fortdauer Handel und Wandel auf's Schwerste muß? Weil die Schweiz nicht dulden will, daß j innerhalb ihrer Grenzen die Leute zu Vergehen auM � sie nachher„entdecken" können, und weil die � bereit ist, ihre Fremdenpolizei nach den Grundsätzen° schen Sozialistengesetzes zu handhaben; darum wird o» Michel„vexirt"!-W Die Ded-e>*« König« oo» Sachse«-- man uns— worin er den Militärvereinen für bei den letzten Wahlen seine Zufriedenheit aussprichst zur Agitation bei den nächsten Wahlen auffordert,« � den sachsischen Sozialdemokraten große Bcfricdigun« V Und wir begreifen das. Wenn der Monarch selbst f laßt findet, eine Lanze für das Kartell zu brechen, dieses allerdings in einer verzweifelten Lage sein,-sty- hat außerdem noch den Vortheil, daß sie die Taktik g� � hüllt, welche bei den nächsten Wahlen in Sachsen un«/ scheinlich auch in anderen Ländern beobachtet werde» I Und das ist immer gut. r Außerdem kann diese Rede als Beweis dafür fl*" M die Absicht noch nicht aufgegeben ist, unter gewisse? pfl Zungen, z. B. einer Msioriiät für Boulanger, schon ähre die Reichstagswahl vorzunehmen. Ueber de« Sklavenhandel im dentsche»,"� biet bringt der Afrikareisende Gottlob Adolph Krause in der„Kreuzztg." nähere Nachrichten. Im deutschen � biet habe im Gegensatz zu d?r englischen Goldkullsty keine feierliche Verkündigung stattgesunden, durch � Sklavenhandel verboten und die Sklaverei aufgcho? Zweitens fei keiner der zahlreichen Sklavenhändler> ä des in Ordnung gebrachten Kontrakts in sein � packte. Und nun sputete er sich. Er ging""L/ soupiren, oder sich schlafen legen, sondern jagte zum Lamm", wo die Sattel- Neudorfer Eilbauern eim, pflegten. In der Gaststube ließ er sich eine Sew' y eine Knackwurst geben, welche er in die Tasche wegs wird er sie schon hervorholen. Dann«es � Fuhrmann zu:„Wir fahren auf der Stelle. Sch»� Deine Peitsche noch Deine Rosse. Für jede Meile d � Du einen Gulden Trinkgeld, und für schnelles:/ doppelten Fuhrlohn." Mehr brauchte er dem Kuss� sagen... X Zwei Minuten darauf jagte der Wagen mts?/ Peitschengeknall durch die Gassen Wiens. Die$ gut nachschreien, daß das Knallen mit der Peitsche y verboten sei. Die Eilbauern, welche zu jener p Eisenbahnen ersetzten, bildeten eine zusammenhängen � von Wien bis Semlin. Die Pferde standen Tag k zum Einspannen bereit, und so am Ende des D* J Peitschengeknall das Ankommen einer Eilfuhr am F führte der den Vorspann stellende Eilbauer seine 6?%,# vier Pferde schon aus dem Stall und nach zw« jagte der Wagen mit dem neuen Gespann wieder w s Berg und Thal, in gleichmäßigem Galopp; begegm�» zwei Eilfuhren auf der Straße, so spannten sw„' wechselten Pferde und Kutscher, die nun jeder halben Weg zurückzulegen hatten. Die Rasch?, jjfel Weiterbeförderung richtete sich nach der Größe' lohnes.„f Timar saß zwei Tage und zwei Nächte Wagen, ohne zu einer Mahlzeit abzusteigen,» Lä denn zu einer Nachtrast. Er war es schalst A, 5 auf dem Wagen zu schlafen, trotz allem Rw# Rasseln und hin und her Geworsenwerdcn. y" y, des zweiten Tages war Timar bereits in Sem»«, y»! er die Nacht hindurch bis zum ersten Dorf der" Herrschaft fuhr. (Fortsetzung folgt.) »«oi B°uf -toann-ti «ttbi Jtbiei % ttm iegfl« Grupp-P Zondon o®? ne oi"*"" tilc tt% 2� «Kp # nfe ! Mi' j£ itcn, in« en ie eutlich?. Ef M 1 . durch deutsche Behörden beider �ceantwortuna �°�h°ndels gestört oder wegen desselben zur Händler der Y&ÄL»? worden und drittens seien alle Sklaven- Uevenegte ctn Sklavenhändler in Salaga oder Tbftnhrt"**!. DWMWW RDWILMZW ÄSMMMAWs- »esuchn, sonst gewohnt waren, die Goldküste zu äofl auch die Sucht, ein neues Land zu sehen, sie mit lfl mit wächtig dazu bei, die Salaga-Händler nach dem hl>K.>. �-�°Logebiet hinströmen zu lassen, denn in Folge der ig,« % 'SÄ i age, und >ra »-S'S iMga rfe s W aul ,wt der englischen Goldküste von einigen einpn ü" benachbarten französischen Gebiet Pla- Heuer. Alle diese Umstände'wirkten zusammen, K AD )ert, $r :J: 5 schon C W ©cin�J „ira >«tiw SlftÄSi�sfgl MV» MKanui mm 'L°ndenten der östlichen Provinzen. Uniemf� Lieutenants Märker, angekündigt ist, auch .Tk 8i«tr,■ifP'ni.icre und Krankenwärter müssen wegen klimati- foTl WtV4U||V»*» ywv m* l�v.», �«!k».,.�°�°rbene Stabsarzt Dr. Schmekkopf durch � hfteit«• �oehme aus Weimar ersetzt werden; dieser ?r. Sit);, am 12. August von Marseille aus nach San- »emselben Schiff fahren auch einige Krankenwärter A'f NÄ« -Ä Gestern wurde Hierselbst eine Berg- ,....... Versammlung abgehalten, in welcher der K?dotbt' cjl" hiesigen BergarbeitcrkomiteeS, Berginvalide %rL!,.ober den Zweck seiner Theilnahme an dem Pa- cw' ein�,�s°ngresi äußern sollte. Eckhardt erklärte, er sei Hab-?' Antriebe und auf Selbstkosten dorthin gereist. fik Wohl der Kameraden stets am Herzen gelegen; #*wlicr werde er bereitwillig sein Amt als Komitcevor- y%rbt'« 5"egen. Von anderer Seite wurde das Verhalten sicher°is großes Unrecht bezeichnet. Die Versammlung, Hawi. � P�sonen beiwohnten, faßte keinen Beschluß. o? hiefio�B; 81. Juli. Zwischen italienischen Bauarbeitern % den s>?. Maurern kam eö am Montag, den 28. Juli er., Wagz g Mlatzen zu Streitigkeiten, die im Laufe des Nach- Mibei�t � Dimensionen anzunehmen drohten. Der � chi meldet hierüber:»Gestern Abend nach 6 Uhr Vtunst und Leben. «.-eil■"f""' wen jpunbfitagcn bis fast in die Thöler hinab d-n?Kr S,, 155 man am letzten Sonntag in Böningen am fallen. Aus Weißenburg meldet man oh m' D>e Nacht vom letzten Freitag auf Sonnabend L«Ne finh� �berlande Schnee gebracht. Dieser fiel bis 2�.. vc von 2000 Meter herunter. So waren der Niesen, t 0° pj v«,«v*''o weiß, j/iii uciji"w tij ii»»-—- o" f 'cv? Weißenburg zeigte der in einem geschützten Hofe Iii"■'fl'wettr Sonnabend Nachmittag 7j Gr., Sonn- K atio-J"8 GH Gr. R. Von einer kleinen Genietruppe, die �esat>. Signalwesen am Niesen machte, soll ein Mann gewesen sein, daß ihm ein Arm erfröre. &,-">gen I'�-stuliche Protuberanzen der S-nue. Von k ßi« von Optionen, die im Herbst vorigen Jahres auf der ;„migam 19, 8wgen, macht ihr Beobachter F-nyi zu Kalosca !>."d« letzt Mittheiluna. Am 5. September, zwischen Henk"' in lw i sah derselbe am östlichen Rande der � Helle m heüographischen Breite— 18 Grad— eine blen- %i,r8enfeh,t? sich erheben. Von einer Höhe von 'o'ei 17r%.Hen stieg sie mit einer Geschwindigkeit von im I',e>Ner S,?.wmetern m der Sekunde— ein Schnellzug läuft W*®onemJ} l5 Meter— bis zu einer Höhe von 321».' �"hen empor. Da der mittlere Sonnendurch- �>ensL,.i«'nminuten beträgt, so war die Ausdehnung dieser Q'hren,'°l" Zwölftel desselben oder 137 000 Kilometer. »)a"t Theile enthielt sie, wie die svektroskopische ,s$(h Ü 7ooo(»?8ab. Metalldämpfe, und selbst die des Eisens "iltn ojn. G. Ten. �ometer in den Weltenraum hinein geschleudert. 3 ri� �on.*%eit(' �°unittags 11 Uhr fand fast an derselben Stelle "(L?' unk Option statt von noch gewaltigeren Dimen- schick eiL 9"..s° schnell und plötzlich, daß sie den it,,Mte g e jonnltchen Erplosion machte. In 6 Minuten iL�otetn' Sekunden bis zu 158 Sekunden oder 113 000 "itfn?»u nlif, �w dem Leser einen Begriff von diesen (L. H'e'.sei bemerkt, daß der Durchmesser der Erde btLwdte llis�.nnmlich nur 6367 Kilometer beträgt, unsere '• Die in diesem Flammenmeer zu Asche ver- >N der � Geschwindigkeit war hier gar 297 Kilo- «it, sckn�'nnde. Die ganze Erscheinung währte nur " nach 14 Minuten herrschte wieder vollkommene 4 kamen zwischen dahicr beschäftigten Maurern und Steinhauern Ausschreitungen vor, die in der Wirthschaft»Zum goldenen Adler" in der Königsstraße(Herberge der Italiener) ihren Höhepunkt erreichten, indem daselbst die Fenster eingeworfen und sonstige Thätlichkeiten verübt wurden. Nachdem drei Rädelsführer(!) verhaftet worden, stellte sich nach und nach die Ruhe wieder ein."— Am Dienstag früh sind die Italiener den Bauplätzen fern geblieben. An» Harburg. tEine sozialdemokratische Versammlung sollte verschiedmen Zeitungen zufolge am Sonntag, den 21. Juli, in der Haake von der Polizei über- rascht worden sein. Wir hegten von Anfang an große Zweifel an der Richtigkeit dieser Notiz. Wie berechtigt oiese Zweifel waren, zeigt folgender dem„Hamb. Echo" zugegangener Bericht eines Augenzeugen:Ein Ausflug mit Hindernissen! „Tausende von harmlosen Spaziergängern strömten schon am frühen Morgen unserem herrlichen Waloe, der Haake, entgegen u. s. w.", so wußte einst unser„Harburger Anzeiger" zu be- richten. Wenn nun auch keine Tausende, so waren es doch am Sonntag, den 21. Juli, etwa fünfzig Arbeiter, meist Schneider und Schuhmacher, welche den gefährlichen Entschluß gefaßt hatten, einen Ausflug nach der Haake zu unternehmen; auch sollten dort zwei Fäßchen Gerstensaft geleert werden. Fröhlich zog die Gesellschaft immer ein bischen tiefer in den Wald hinein. Glücklich hatte man ein Plätzchen etwas abseits vom Wege gefunden und nun konnte der Schmaus beginnen.... Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ew'ger Bund zu flechten! Plötzlich ist die ganze Gesellschaft von Polizisten, Förstern und Gendarmen umringt. Keiner darf den Platz ver- lassen. In zehn Minuten sind Alle notirt. Einer arretirt und das liebe Bier konfiszirt! Ein Korb, der auf das Peinlichste untersucht wurde, ergab auch nichts Verdächtiges, sondern nur unschuldige Rundstücke mit Käse. Das proiektirte Frühstück war dem Sozialistengesetz zum Opfer gefallen. Zahlreiche Haussuchungen und Verhöre stehen mit dieser Angelegenheit in Verbindung. Da» Fürther Bezirksamt, das vor einigen Tagen den famosen UkaS erlassen hatte, daß jede Versammlung, in welcher der Delegirte beim Pariser Arbeiterkongreß, Segitz, aufträte, aufgelöst und jeder Verein, an dem derselbe theilnähme, als ein politischer betrachtet werden würde, hat diesen Beschluß jetzt dahin eingeschränkt, daß dem genannten Arbeiterführer nun jegliche Berichterstattung über den Pariser Kongreß ver- boten sei. Frattkr-ich. Der internattonvle Buchdruckerkongreß, welcher vom 18. Juli bis zum 21. Juli auf Veranlassung des französischen Buchdruckerverbandes in Paris stattfand, war von fast allen Gehilfcnverbindungen Europas und Nord- amerikas besucht. Vertreten waren: Frankreich mit 5500 Ge- Hilfen, deutsche Schweiz 1150, romanische Schweiz 350, Italien 3800, Oesterreich 7000, Ungarn 1800, Deutschland 13 500, Dänemark 750, Norwegen 500, Belgien 1500, Spanien 1130, England(London) 7500, Nordamerika 30 000; total 72480 Gehilfen. Als hauptsächlichste Beschlüsse werden von einem Korre- spondenten der„Berner Zeitung" aufgeführt: 1. Gruppe, a) Reiseunterstützung; b) Ausweis betreffend Verbandsangehörigkeit. Das Zentralkomitee des schweizerischen Typographenbundes wird mit der Ausarbeitung einer dies- bezüglichen Vorlage, unter Berücksichtigung des kilometrischen Systems, beauftragt, c) Rückerstattung des an Ausländer be- zahlten Viatikums. Dieser Antrag wird verworfen. 2. Gruppe, a) Ausdehnung und Verbesserung der inter- nationalen Gegenseitigkeit; b) Errichtung eines internationalen Bureaus; c) Proklamation und Konstituiruna des internationalen Buchdruckeroerbandes mit Widerstandskassen. Auch diese Traktanden werden dem schweizerischen Typoßraphenbunde zur Berichterstattung und Ausarbeitung des bezüglichen Vertrags- akteS überwiesen., 3. Gruppe. Errichtung einer internationalen Widerstands- kasse. Dieses Traktandum wird dem romanischen Verbände zur Berichterstattung und weiterer Vorlage überwiesen, in der Weise, daß sich derselbe mit dem schweizerischen Typographenbunde ins Einvernehmen zu setzen habe. 4. Gruppe. Verminderung der Arbeitszeit. Dieses Trak- tandum wird ebenfalls angenommen und die Verbände einge- laden, ihr MöglichsteS zu thun behufs Erreichung einer Arbeits- zeit von 8 Stunden. 5. Gruppe. Regulirung des LehrlinSwesenS. Dieser Punkt wird den Verbänden in empfehlendem Sinne zugewiesen. Ebenso das Tranktandum der 6. Gruppe, Unterstützung reisender Ver- bandsmitglieder im Erkrankungsfalle. 7. Gruppe. Gleichberechtigung der Mitglieder ohne Berück- sichtigung der Nationalität, wird, weil lokaler Natur, Tages-. ordnung erkannt. 8. Gruppe. Politische Thätigkeit der Verbände. Nach drei fruchtlosen Abstimmungen wird es den einzelnen Ver- bänden überlassen, sich mit den Fragen sozialökonomischer Natur den Interessen ihres Landes entsprechend zu be- schäftigen. Ruhe. WaS diese Vorgänge besonders anziehend und merk- würdig macht, ist der Umstand, daß sie zur Zeit eines Sonnen- flecken-MinimumS, dem wir uns jetzt nähern, stattfanden, wo sonst aus der Sonne eine große Ruhe zu herrschen pflegt. Pro- tuberanzen, in denen Metalldämpfe so weit sich erheben, sind übrigens auch zur Zeit des Maximums der Sonnenthätigkeit seltene Erscheinungen. Die Höhe der Mehrzahl dieser Gebilde bleibt innerhalb einer Bogenminute, d. h. 43 000 Kilometer, doch hat Aoung vom 7. Oktober 1880 eine beobachtet, die 13 Minuten oder mehr als eine halbe Million Kilometer sich in den Weltenraum erstreckte. Derunglückter Luftschiffer. Aus Brügge wird vom 31. Juli beuchtet: Auf schreckliche Weise hat in der Nähe von Brügge ein junger Luftschisser, Alfred Leclercq, mit seinem Äeronauten- Namen Chale genannt, seinen Tod gesunden. Leclercq hatte sich in dm Kopf gesetzt, mit einem zylmdrischm Ballon eigener Erfindung, ohne Gondel, Ballast und Anker in die Lüfte zu steigen. Mehrere Versuchsfahrten, so noch un- längst eine in Huy untemommene, warm ihm mißlungm. Vor etwa drei Wochen wollte er im Park Leopold in Brüssel einen der verwegmstm Streiche begehen, von dem man je gehört: bloS mit einem Gürtel am unterm Ende eines 15 Meter langen, vom Ballon herabhängenden Seiles befestigt, schickte er sich an, den Aufstieg zu unternehmen; auf dos flehentliche Bitten seiner Mutter, die sich an dm Polizeikommissar wandte, wurde jedoch die Fahrt verboten. Die Polizei von Blankm- berghe hat unglücklicher Weise nicht die gleiche Vorficht bewiesen. Am Sonntag Abmd, als es schon dunkelte, stieg er dort, frei- an seinem Ballon schwebend, in Gegenwart einer Menge Zuschauer auf, denen die Waghalsigkeit des jungen Menschen Schaudern einflößte. Eine Stunde später fanden Bauern den jungen Luflschiffer mit zerschmettertem Schädel beim Dorfe Lapscheure bei Brügge auf einer Wiese liegend. Kurz vorher hattm Landleute aus dem Orte einen starken Knall, dem Donner vergleichbar, in der Luft vernommen und den Ballon dann rasch herabstürzen sehen. Es scheint, daß daS Sicherheitsventil nicht in Ordnung gewesen und der Ballon geplatzt ist. Nach einer anderen Version wäre Leclercq beim Avstiea mit dem Seile, an dem er hing, gegen die Mauer eines Pachthofes geschleudert und zerschmettert �worden. Der Vorfall hat in Blankmberghe und Brügge die größte Auf- rcgung hervorgemfen. Leclercq war Ingenieur und Elektriker; er war erst 22 Jahre alt. Seine Mutter ist in Verzweiflung über das Unglück. Bei der Leiche fand man einen Kompaß, zwei Uhren und ein mit Bleistift aus Stempelpapier am Tage � General Boulanger richtete ein Manifest an seine Wähler, in welchem er denselben dankt und hinzufügt, wenn auch sein Erfolg bei den Generalraihswahlcn kein vollständiger gewesm sei, so sehe er doch mit vollem Vertrauen dem Resul- täte der Deputirtenwahlen entgegen. Zur Beantwortung der Anklage auf Unterschlagung wegen eines Postens von 30000 Franks läßt Boulanger im„Jntransigeant" eine Alexander Mon- dia gezeichnete, vom 31. Mai 1888 vatirte Ouittung veröffent- lichen, worin der Genannte erklärte, die bewußte Summe für mehrere im Auftrage des Kriegsministeriums in Deutschland ausgeführte Missionen erhalten zu haben. Nach Privatmel- düngen aus Brüssel zieht im übrigen der General seine Kan- didatur für die am Sonntag bevorstehenden Stichwahlen zurück. Das ist also ein Beweis, daß Boulanger auch in den Stich» wählen auf einen Erfolg nicht mehr hofft. Obgleich der orleanistische„Soleil" die Schlappe der Boulangisten zu beschönigen sucht, scheint sich die Trennung der Royalisten von den Boulangisten doch in Bälde zu vollziehen. In einigen Departements, wie in der Sarthe, der Maine et Loire und der Ben de«, ist sie bereits vollendete Thatsache. Die Ro- nalisten stimmten dort sogar gegen die Boulangisten. Nam- hafte Männer der royalistischen Partei, wie z. B. Büffet, erklären sich in ihren Unterredungen mit Journalisten ganz offen gegen weiteres Zusammengehen. DieBonapartisten halten da» gegen nach wie vor stramm zu dem General, ihre Zeitungen sprechen einfach den gestrigen Wahlen alle politische Bedeutung ab. Unter den boulangistischen Führern sollen Streitigkeiten auegebrochen sein; die einen wollen, baß die Partei mehr nach links wende, woraus aber Boulanger, dem die Hände mehr oder weniger gebunden sind, nicht eingehen will ober vielmehr kann. Der Ausgang der Wahlen hat übrigens, wie man der „Köln. Ztg." berichtet, auch Boulanger selbst äußerst hcrabge- stimmt. Am meisten besorgt er die Gefahr, daß England, falls die französische Regierung seine Auslieferung wegen ge- meiner Verbrechen verlangt, diesem Gesuche entspreche. In Regierungskreisen herrscht über den Verlauf der Ereignisse des letzten Sonntag große Freude. Viele, die bis jetzt im Geheimen zu Boulanger hielten, bekennen sich heute offen als dessen Gegner. Großbritannien. Lord Randolph C h u r ch i l l hat in seiner in Walsall bei Birmingham gehaltenen Rede ein soziales Programm entworfen, das in erster Linie die Lösung von vier Punkten verlangt: Reform der Landgesctze, Wohnungsfrage, Handel mit Spirituosen und Verkürzung der Arbeitszeit. Nach einem vor- liegenden Bericht begründete er diese Forderungen in folgender Weise:„Hinsichtlich der Landfrage hielt es der Redner allein schon im nackten Interesse der konservativen Partei, die Zahl der Grundeigenthümer zu vermehren, da Landbesitz konservativ mache. Es sei dies verhältnißmäßig leicht, sobald die Kosten der Uebertragung von Grundbesitz erleichtert würden, wenn auch gleichzeitig durch eine Reform des Erbrcckiis die großen Güter. komplexe des hohen Adels in kleine Stellen geiheilt wür- den. Der jetzige Zustand der Dinge sei nicht nur ein Aergcnnß und eine Schande, fondern auch eine Gefahr für die Frei- heiten des Volkes. Die Zeit der Abrechnung für die reichen Häuserbesitzer in den Städten werde auch herankommen, sobald dieselben nicht einsähen, daß ihren Rechten Pflichten entsprächen. Die städtischen Behörden müßten gesetzlich die Vollmaldt er- halten, für passende Wohnungen für die Arbeiterklasse Sorge tragen zu dürfen mit dem Rechte zwangsweisen Häuserankauss. In den meisten Fällen seien die Häuser von den jetzigen Be- sitzern so vernachlässigt, daß der Kaufpreis sehr niedrig sein könne. Das Beste an diesem Plane wäre, daß die Städte auf diese Weise das EigenthumSrecht an Häusern erhielten und nur eine mäßige Miethe fordern würden. Daß der Verkauf von Spirituosen beschränkt werden müsse, darüber seien sich alle rechtlich denkenden Leute nachgerade einig. Die Er- theilung von Schankkonzessionen müsse Sache ber städtischen Behörden werden. Schnapsfabrikanten hätten nach einer Entscheidung des Parlaments im vorigen Jahre keinen Anspruch auf Entschädigung, falls ihre Produktion be- schränkt würde. SchnapSverkäufer dagegen müßten entschädigt werden, wenn man ihnen ihre Lokale schlösse. Bezüglich des achtstündigen gesetzlichen Arbeitstages wies Lord Randolph auf das Beispiel der australischen Kolonien hin, wo der Normal» arbeitStag nicht durch Gesetz bestimmt worden sei, sich aber so eingelebt habe, daß Niemand cS wage, dem australischen Ar- bciter diese Einrichtung zu entreißen. Sicherlich passe nicht Alles, was für Australien gut sei, auch für England, aber es sei durchaus nothwendig, daß sich die Bevölkerung Englands in der Angelegenheit schlüssig mache. Die Regierung habe aus unerklärlichen Gründen ihren Vertreter auf dem internationalen Kongreß für Fabrikgesetzgebung angewiesen, sich an der Er» örterung der wichtigen Frage der Arbeitszeit nicht zu bei heiligen. Ohne Erörterung könne eine solche Frage nicht gelost werden. Vom Volk müsse das Parlament gezwungen werden, den oben erwähnten vier Fragen seine Aufmerksamkeit zuzuwenden, sonst werde nichts geschehen auf dem Gebiete des sozialen Fortschritts. der Auffahrt von der Hand des Unglücklichen geschriebenes Testament; er scheint also eine Ahnung von der Todesgefahr, der er sich aussetzte, gehabt zu haben. Wie man in Kttstland- Geschäfte macht. Der Ehra- niqueur der„Pet. Gas." erzählt in seinem letzten Feuilleton folgendes Gespräch, das er mit dem Besitzer eines Newa-Bugsir- Dampfers führte:„Nun, wie geht's?"—„Danke, sehr gut. Haben gestern eine Barke auf den Grund gesetzt."—„Wie denn das?"—„Ganz einfach. Oberhalb der Stadt rannten wir mit der Barke auf einen Stein in den Stromschnellen und bei Jshora ging die ganze Bude zu Grunde."—„Den Schaden werden Sie wohl bezahlen müssen?"—„Natürlich... DaS macht übrigens nicht viel aus; ich werde noch dabei was ver» dienen."—„Verdienen?!"—„Sogar recht tüchtig."—„Auf welche Weise denn?"—„Sehr einfach..."—„Und viel?" —„Etwa 3000 Rubel werden es sein."—„?!"—„Man sieht gleich, Sie verstehen nichts vom Geschäft."—„Na. weihen Sie mich doch ein."—„Sehr gerne. Sehen Sie: wir haben also die Barke auf einen Stein aufgefahren und auf den Grund gesetzt. Schön! Ich schreibe also dem Besitzer derselben und Absender des Holzes über die Havarie und bitte ihn, mir seine Unkosten aufzugeben. Er antwortet: Die Barke — 150 Rbl.; das Hol»— 4500 Rbl. Ich schreibe, das sei schon gar zu theuer und bitte um Nachsicht— er telegraphirt: „keine Kopeke billiger". Schön! Ich begebe mich direkt in's Äezirksbureau der Wasser-Kommunikations-Behörde und erkun- dige mich offiziell, mit welcher Summe der Kaufmann das Holz behufs Zahlung der Prozente von der Ladung aufgegeben habe. Man theilt mir offiziell mit, die Ladung koste 219 Rbl. Wunderschön! Nun schreibe ich ihm: Die Barke und das Holz übernehme ich und werde für dieselben beim Notarius 369 Rubel auf Ihren Namen hinterlegen: für die Barke— 150 Rubel nach Ihrer Angabe, für die Ladung— 219 Rubel, laut Angabe der betreffenden Behörde. Na, und der Kaufmann ist drin."—„Ja, wie ist denn das möglich?"—„Ganz ein- fach, sobald er sein Holz höher anschlägt, als er es der Behörde gegenüber gethan, so kann er dafür nach Sibirien kommen."— „Ja, warum giebt er denn eine Ladung von 4000 Rbl. Werth mit 219 Rbl. auf?"—„Naiver Mensch, Sie. Um die Krone um so und so viel Prozente zu betrügen!"— Wie gewonnen, so zerronnen, dachte der„naive Mensch". Versammlungen. Der Fachverein der Tapezirer Kerlin« hielt am Montag, den 29. Juli, in Feuerstrm's Salon, Alte Jakob- strahe 75, seine vierteljährliche Generalversammlung ab, welche außerordentlich stark besucht war. Aus der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Türk über das Thema:„Die moderne Poesie und die Arbeiterbewegung." 2. Vierteljahres- bericht. 3. Errichtung einer Fachschule. 4. Antrag Nikisch. 5. Beschlußfassung zum Stiftungsfest. 6. VereinSangeleaen- heilen.— Den ersten Punkt der Tagesordnung erledigte Herr . Türk in der bekannten Weise und wurde der Vortrag mit Beifall aufgenommen.— Zum VierteljahrcSbe- richt berichtet der Vorsitzende über die Thätigkeit des Vereins. Er betonte besonders, daß die Mitgliederzahl nahezu 400 beträgt. Die Einnahme des letzten Quartals be- trug 240,55 M., die Ausgabe betrug 148,92 M., bleibt Neber- schuß 91,63. Dazu Kassenbestand vom vorigen Quartal 57 M. 40 Pf., bleibt ein Bestand von 149,03 M. und wurde dem Kassirer Decharge ertheilt.— Ferner wurde über den Arbeits- Nachweis berichtet. Im verflossenen Quartal waren 232 Stellen zur Ausgabe gelangt, wovon 48 unbesetzt blieben, theils, weil der Minimallohn von 22,50 M. nicht gezahlt wurde, theils die S stündige Arbeitszeit nicht bewilligt wurde. Zum dritten Punkt betont der Vorsitzende die Nothwendigkeit einer Fachschule, er theilt mit, schon Schritte dazu gethan zu haben, um den jungen Kollegen namentlich in der praktischen Dekoration Anleitung zu geben. In der Diskussion, welche sehr animirt war,'wurde vom Kollegen Zack der Einwurf gemacht, daß die Sache wohl schwer durchführbar sei, er warnt vor Experimenten. Kollege Freiwalb trat dem entgegen und betonte, daß man die Sache auch vom agitatorischen Standpunkte betrachten müsse. Man würde Kollegen für den Fachverein werben, welche dem- selben noch fern stehen, dieselben würden dann auch die Ver- sammlungen besuchen. Nachdem noch mehrere Redner sich da- für erklärt hatten, wurde der Antrag einstimmig angenommen. Um die einleitenden Schritte zu thun, wurde eine Kommission von folgenden 5 Mitgliedein gewählt: Borath, Bredoreck, Grimpe, Kirchner und Malitz. Zu Punkt 4 erhält Kollege Nickisch„als Mitglied" das Wort zur Begründung seines An- träges,„den Arbeitsnachweis des Fachvereins zu Gunsten der Zentralisation aufzulösen". Da derselbe Vorsitzender des Hauptvorstandes des allgemeinen deutschen Tapezirervereins ist, und zugleich Mitglied des Fachvereins, so fiel ihm die Begründung käme ihr der Arbeitsnachweis zu. Der Fachverein könne ja doch auch eristiren, er könne politisch wirken und sollte doch das Gewerkschaftliche der Zentralisation überlassen. In der Diskussion erklärt der Vorsitzende es als absurd, daß ein Mit- glied einen derartigen Antrag einbringe und verlangt, daß man eine solche Zumuthung energisch zurückweist. Kollege Grimpe erklärt, daß der Tischlerverband über ganz Deutschland verbreitet ist, aber eine derartige Forderung noch nie gestellt habe, sondern daß es stets die Fachvereine sind, welche den Arbeitsnachweis führen. Kollege Frciwald verlangt, M L entschieden dagegen Front gemacht wird und°c es nicht als eine Förderung des FachverernS, I, als das Gegentheil. Die Einrichtung des � hat weit über hundert Mark gekostet, nun der Antrag Alles über den Haufen werfen, noch dazu zu. sten einer Organisation, die gar nicht das Recht hat,» � Berlin zu eristiren, er verlangt von den Kollegen, vuv i- Zumuthung mit Entrüstung zurückweisen. Nachdem neffl rere Redner dagegen gesprochen, wurde folgende vom« Resolution verlesen. Dieselbe ivur Freiwald eingebrachte......_________,_____. allen gegen zwei Stimmen angenommen:„Die heute m � stein's Salon tagende Generalversammlung des rfsw j der Tapezircr Berlins beschließt: Der ArbeitSnachwns � � wie vor Eigenthum des Fachvereins und tritk�der• selben unter keinen Umständen an eine andere Orgamlal� Sollte der Allgem. deutsche Tapezirerverein trotzdem on r. nachweisbureau gründen, so erblickt die heutige Versammlung Vergewaltigung der Rechte des Fachvereins darin, derselben mit � aller Energie �entgegenzutreten�wissen��., »Ii? Punkt 5 wurde einstimmig beschlossen, das Stiftungil�l Oktober stattfinden zu lassen und wird der Vorstand, tragt, ein diesbezügliches Lokal dazu zu besorgen.-7 Q wurde der Antrag wegen einer Statutenänderung, ms., Versammlung als eine außerordentliche Generalveriani einzuberufen, diskutirt. Die Versammlung findet am l-'Tp in obigem Lokale statt. Darauf wurde die Versammln einem dreifachen Hoch auf den Fachvcrein geschlossen- «s SÄ," un er sSy i«n Theater. Sonnabend, den 3. August. O»«>'« Theater. Die Regimentstochter. Adolph Ernst-Theater. Die junge Garde. OeLeaUtanre- Theater. Gefährliche Mädchen. Friedria,- WilhelmftSdttsthe» Theater. Girofl-z-Girofla. Mihtoria-Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Gstend-Theater. Der Glöckner von Notre- Dame. Passage 1 Tr. 9 M.— 10 31. Kaiser-Panopama. MeltansstrUung In dieser Woche: eul Zw eit erCycl.:! Pariser Erste Reise durch die male- rischc französische Schweis. "'. Mai. Schiff Hertha. Kind nur 10 Pf. Abonn. Peile Kr. Ma «ine Reise 20 Pf. 8 Stessen 1 M. Nach Nürnberg „Selber kommen!" 926 Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- nnii MW-Bier-LM, verbunden mit reichhaltigem Frühstücks-, Mittags-«nd Abendtisch. Franz. Billard. Hochachtungsvoll A. Erdmann, vormals W. Haugk, Meinstraße Zlr. 33. Soeben erschien Der wahre Iarov Nr. 79. 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Wienerstr. 36a.[935 Der Arbeitsnachweis der befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Zilm(vorm. Pfister. Die Adressen- ausgäbe findet jeden Abend von 8— 9i Uhr und Sonntags Vormittags von 10—11) Uhr, sowohl an Mitglieder wie an NichtMitglieder unent- geltlich statt. 201 Die Arbeitsvermtttewngs-KommWa« Stuckateut* Am 5. August, Abends 8 Uhr, in' # «er ov Neue Friedrich str. 44:. a L,«er sm vrrelns-versnmn'l» TageS-Ordnung'�� 1. Vorlesung über„Die Entstehung. Staatswesens." 2. Innere Vereinsangelegenheiten- 3 Verschiedenes. Mitglieder werden aufgenommen- Um zahlreichen Besuch bittet 925 Ter % SB «trakt ArbcitMchweiS für Tisthln. Der vom Fachvercin der Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich Dresdenerstratze 116, im Kestaurant Grandel(früher Mendt). Die Arbeitsvermittelung geschieht für Meister und Gesellen(auch NichtMitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8— vi Uhr Abends, Sonntags von 9—11 Uhr Uarmittags. Da sich die 4 Kassirer der„Ortskrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" ver- pflichtet haben, sich ihrerseits jeder Adressenaus- gäbe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Arbeitsnachweis zu benutzen. 382) Der Vorstand. ' Freie PcreichW to& Arbeiter. Am Montag den i». A» 8j Uhr, bei Jäger, st? Versammle TageS-Ordnung: 1. Vortrag über Rechtsschutz. Bernhard Jost. 2. AcbeitSnachw�ft Herr I. Schüler. 3. Antrag Stein. 4-�.., Aufnahme neuer Mitglieder und Gäste haben Zutritt.— Um' pünktliches Erscheinen ersucht 927 %;» f' Mheeler-Mlson-Nähmaschine,«� verk., Pallisadenstr. 2, i. d. "TTr. r„» Verantwortlich« Redakteur: D. Cronhei« m Berlin. Druck und Verlag von War Lading m Berlin SW- Beuthstraße 2. Htori« "A mat, uno ;tcinä, D W II ariii/ und� M Lorsta" Z't S hlossen� EjpW Beilage zum Berliner Volksblatt. >r. 179. enraße# iquelle.. 10 SRI.«'}] 17 25 20 S1$ 14, / r Rs dir ArdeMdrse Im J)»rl8 de! der KftdldMmmr der KMaidmerker. d,« rrschienen auf dem Kongreß am 17. Juli Nachmittags ii?k Pnsonen, ein Steinmetz, ein Maurer und eemBauardeitcr �dniden die Vertreter der deutschcu Bouhandwcrker zu einem U-°n demselben Abend nach der ArbeitZbörse ein, um sich der deutschen Töpfer machte den Dollmetscher. wir in der Arbeitsbörse anlangten, die von dem kf �wie wir sagen würden) der Stadt Par� den.!r- �unentgeltlich als Versammlungsraum und für ehre Arbeits- Weise hergegeben ist, wurden wir einige Treppen hinauf langen Korridor geleitet, auf welchem zahlreiche wundeten, die alle mit der Aufschrift irgend emes Ge- "«-Namens versehen waren. Es wurde uns erklärend be- 2; H'er find den,verschiedenen Sekretariaten der Syndikus- El™"v'" Magistrate von Paris unentgeltlich die Ge- und Sitzungszimmer für die Vorstande überwiesen. briflA werden nicht durch Lokalabtreibere: obdachsloL, eS &%%%:% .L •W i' der GoUesfurcht und guten Sitte. Wir waren k\'° verderbt, daß wir es hier besser fanden, als R; M- Wir traten dann in den kleinen Raum, der kür den Vorstand ausreichend, man mußte sich rücken, als wir eintraten. Der Raum genügte aber Zweck vollkommen. Ein Doppelpult, ewige Stroh- tekannte» K : Mann-M :he j IV Uhr"5 etfchi� ?onntllA- Wo�u�Männer mit intelligenten Köpfen, in weiße Blousen -?and» 1 urücki«� % % LZ- l'T# sich, als wir eintraten, von den Sitzen. Ein jVle-Ärger Mann mit treuem offenen Auge, der Sekretär °!°!tia'in � �,k>as Wort. Man bewillkommnete uns durch ."'»esen�uudschlag, den wir der Reihe herum mit allen bitte,«n- austauschten, wobei Auge sich in Auge Äckattei»» iahen, da war kein Versteckspielen, keine lh!b>e„Ük"omödie, keine gemachte Sache, das war �kner% Redlichkeit, mit welcher die französischen Mika x°rr Arbeit uns Deutsche begrüßten. Dieser Hand- °er wirda austauschten, als oie berechtigten Vertreter Un,d«.',?/u Bauhandwerker, eS ist der Brudergruß zwischen ?>t �br und allen französischen Bauhandwerkern gewesen. #1 Unh s? ihn mit dem Bande der gemeinsamen Solidarität Mi, Zukunft verbunden. Diese hier geschlossene Brüder- b&n." keine höhere Politik, kein Verhctzer der Völker zer- Nockz die herzlichsten Begrüßungsworte ausgetauscht fcl• W uns Sessel an und Herr Boule erbat sich die &. anwesenden Vertreter der deutschen Zimmerer, Iich""d.Töpfer Fragen zu stellen. Diese Fragen nun in eingehender Weise auf Lohn ... nkk Bedingungen der Bauhandwerker in Deutsch .�ichtj. besonders m Berlin und wurde überall ""i> ehrliche Auskunft ertheilt. Die Beantwortung 'uge rief unter den Franzosen eine kurze, halblaut I��Nung hervor. Man interessirte sich lebhaft für Iii Hier„T»n.«rfil5r. Bald erwiesen sich die Zustände bei ,' Ichlkck.il k>ie Zustände in Frankreich, bald auch als erheb ist Bssmaur�i" AesonderS die Maurer, d. h. die eigentlichen z�llewerli. r. ssehen hier nicht sehr gut. Die Führung im dir ij haben die Steinmetzen. Im Allgemeinen mächten öyf«iä"'""""• lten Löhne aber von den Berliner Löhnen unterscheiden. Eines besonders ist aber zu weiften unserer Leser wissen es, der Magistrat von ami«� IÄ ÄS. '«erll" durck.r«ss""h«in Lohn gelten soll, der von vorn- Haltung.,?? Übereinkommen zwischen der städtischen Bau- >dilx' Die-? t", Syndikatskanimern der Arbeiter festgestellt , den �""�hasiung dieser Arbeitszeit und des Lohnes �"'-«t.»"?rnehmern durch die Submissionsbedingungen k»�.' I uns«. N-frnnen.„1« hie Peibe»u fronen on rrtall iber die {® f(h!» AU die Reihe zu fragen an Unternehmer sich Anfangs dieser Bedingungen sträubten, weil % . 44: lMw ; u a 8' t,p tstehung rhciten °k- _ besÄuhr billiger Ä�eite� in Paris �hinderten, daß e- den ä,'•?. d« Festigkeit des Magistrats, zusammenwirkend rf' die 5?? dfkats kammern der betreffenden Gewerbe gelungen J.Ml hi?« ssungen ganz und voll auftecht zu erhalten. Bö« k""ht nur von den Bauhandwerkern, sondern �tadt aujf� anderen Gewerkschaften, die Arbeiten für M sää '"tsetzt und bestraft Ingenieure, dre bei der NstontrÄ� � der Bauten ihrer Pflicht nicht genügen, und "den.' ganz auf, die die Unternehmer in diesem Punkte ontntefr tet der y ölten Maßregel ist, daß auch in den -MtzWWH 4h.' ko weit 1/-daß man glaubt, die Besserstellung der Ar- heutigen Wirthschaftssystem möglich ist, Mittel durchführen zu können; daß also und n mit ihren unangenehmen Folgen , B"d,(ohnix Unternehmer bisher in Paris nicht vorgekom- 4er Snnh,.�]?' vorkommen werden. Jffi HHoerttn'"tskammer ist aber weiter nichts, als ein beut- %eH% loboTK unseren Lesern dies klar zu machen, wer- . Meli ditig de««-? der] Raum gestattet, eine vollständige .. 4 h. Pari« der Syndikatskammer der Stein- A' RestÄ �ehK-vn di?» bringen. ' gben unh x™ der Syndikatskammern durch die rBoiSr."sstärpr S!""ht man erst voll und klar, wo bei uns M-tiou w-w Was soll der Arbeiter thun, dessen »Liwahr,�? m'chf anerkennt, den man an dem ihm ge- "ur z-.? Bereinigungsrecht behindert, mit dem man wgungen verhandeln will? Kann er anders, b'4 Sonnabend, den 8. Angnst 1889. 6. Jahrg. als sich durch Streiks immer und immer wieder bemerklich machen? O, welche Bitterkeit ergriff uns deutsche Arbeiter- Vertreter, als wir sahen, wie unendlich besser man hier die Ar- beiter behandelt, als bei uns. Als die Befragungen beendet waren, luden uns die französischen Kameraden zu einem Trunk nach einer in der Nähe gelegenen Weinstube ein. Hier im trauten Kreise wurde noch manches üder die Verhältnisse beider Länder in sich und gegen einander gesprochen, das Verständniß der gegen- f eiligen Zustände ging weiter auf. Man stieß an und trank auf oaS Wohl der beiden Völker, man erklärte uns, daß man die deutschen Bauhandwerker hier gern sehe, wenn sie sich nicht als Lohndrücker benehmen, sondern als gute Kameraden sich der Organisation anschließen, den Arbeitsnachweis der ArbeitSbärse benutzen und der Organisation beitreten, die sie mit offenen Armen empfangen wird. Man sang uns die Karmagnole vor, das älteste Revolution» lied Frankreichs, das älter ist, als die Marseillaise. Als wir uns trennten, da suchten wir Deutsche mit der Ueberzeugung unser Lager auf: Die Wilden sind wirklich bessere Leute! Hätten wir eS doch so wie sie. („Vereinsblatt.") Die Kohnverhältnisse in Kerlin int September 1888. Wir finden hierüber folgenden Lobesartikel der städti- schen Verwaltung in der„Voss. Ztg.", auf den zurückzukommen wir uns vorbehalten. Der Artikel lautet: Die Zahl der erwachsenen Personen, welche in Berlin ihr Einkommen in der Hauptsache aus Arbeitslohn beziehen, wird wohl jetzt 400 000 erreicht haben, vielleicht übersteigen. Da ein sehr erheblicher Bruchtheil dieser Lohnarbeiter verheirathet ist, so hat die Annahme sicheren Grund, daß weit mehr als ein Drittel der erwachsenen Einwohnerschaft Berlins in seinen Ein- kommenverhältnissen von dem Auf nud Nieder der Höhe des Arbeitslohnes abhängig ist. Diese Schwankungen zu beobachten ist eine Aufgabe, welcher keine städtische Verwaltung— wenig- stens größerer Mittelpunkte von Gewerbe und Industrie— sich entziehen kann. Ueberdies bilden die ermittelten Löhne die Grundlage für Beiträge wie Leistungen der Krankenkassen und der Unfall-Bemfsgenossenschaften. Die städtische Gewerbedevutation und das statistische Amt der Stadt Berlin haben sich der schweren Aufgabe der Lohn- ermittelungen seit beinahe einem Jahrzehnt unterzogen; seit dem Jahre 1881 sind die Ergebnisse der Ermittelungen gedruckt und hierdurch, wenn auch mit Beschränkung auf die zunächst Betheiligten, an das größere Publikum gelangt. Im Jahre 1881 umfaßte diese Veröffentlichung kaum 6 Ouartseiten, ledig- lich Tabellenwerk. Diejenige des Jahres 1887 enthielt neben 15 Ouartseiten erläuternden Textes 63 Tabellenseiten und zwei Pläne; die Veröffentlichung für den September 1888 ist ebenso umfangreich. Der beigegebene erläuternde Text ist als ein großer Fortschritt zu bezeichnen. Die Ermittelungen sind also räumlich sehr erweitert und ebenso in die Tiefe gegangen. Es ist absichtlich überall nur von Ermittelungen die Rebe. Denn dieselben beruhen nicht auf einer eigentlichen statistischen Unterlage. Diese zu beschaffen ist unmöglich. Sie würde voraussetzen, daß mit der Feststellung des aus der Arbeit fließenden Einkommens auch eine Zählung der Inhaber desselben verbunden würde. Nur so könnte, wie der einleitende Text der letzten Veröffentlichung richtig hervor- hebt, eine Lohnstatistik ihrer Aufgabe, objektive Thatsachen zu sammeln, gerecht werden. Aber man brauche sich nur die be- zügliche Frage auf der allgemeinen Jndividualzählkarte bei Ge- leaenheit einer Volkszählung vorzustellen, etwa des Inhalts: „Wenn Sie Arbeiter sind, wie viel beträgt Ihr gegenwärtiger Tagelohn?" und dabei noch alle die weiteren Fragen nach Ar- beitszeit, nach Ueberstunden, nach der Art der Arbeit, nach Zeit und Stücklohn n. f. w., welche der genannten erst ihre ganze Bedeutung geben, um die Erfolglosigkeit eines solchen Versahrens einzusehen. Hat sich hiernach die Berliner Statistik nur darauf be- schränkt, auf dem Wege der Enquete ihre Ermittelungen über die Lohnverhältnisse der Berliner Arbeiter anzustellen, so hat sie hierin in Beschränkung auf das Erreichbare wohl gethan, und dies erhöht namentlich das Verdienst der vom statistischen Amt der Stadt geihanen Arbeit, welches bei der Bearbeitung des von der Gewerbedeputation nicht ohne große Mühe einge- sammelten Rohmaterials der Hunderte und aber Hunderte von Fragebogen eine eben so mühsame wie gewissenhafte Sichtung vorgenommen hat. Fragebogen wurden vertheilt an mehr als sechshundert Betriebsunternehmer, an alle Innungen, Orts-, Betriebs- und sonstigen Krankenkassen, an Gewerk- und Fachvereine. Die Zahl der befragten Jndividual-Personen und Korporationen und Vereinigungen war also eine von Jahr zu Jahr steigende, und es muß anerkannt werden, daß die Zahl derer, welche die übersandten Fragebogen unbeantwortet gelassen haben, eine verhältnißmäßig nicht sehr große ist. ES verdient dies besonders anerkennende Hervorhebung, weil die ganze Ermittelung ohne irgend welchen obrigkeitlichen Zwang erfolgte und weil sich nicht verkennen läßt, daß unsere durch immer mehr sich ver- tiefende Gegensätze leider immer erbitterter werdenden Lohn- kämpfe die Beantwortung von Fragebogen über Lohn- und Arbeitsverhältnisse immer schwieriger erscheinen lassen. Der Fragebogen selbst ist mit der Erweiterung und Ver- tiefung der Enquete mitgegangen. Trotz der nothwendigen Selbstbeschränkung auf das durchaus Gebotene mußten oie Fragen zahlreicher werden. So wurde nicht bloS Erkundigung eingezogen nach der Höhe des Wochenlohnes— niedrigster, höchster, durchschnittlicher— wobei wiederum in Berücksichtigung gezogen werden mußte, ob neben dem Geldlohn, Kost, Ouartier oder andere Leistungen in Natur gewährt wurden; eS wurde vielmehr auch nach dem Wochenverdienst bei Stücklohn zefragt; nach dem Stundenlohn, nach dem Ueber- Stundenlohn, nach der Entlohnung bei Nachtarbeit. Noch viel wichtiger aber waren die Fragen nach täglicher Arbeits- zeit. Sonntagsarbeit, ob der Lohn steigende oder fallende Neigung zeige? Ob Arbeit begehrt oder nicht begehrt sei, in welchen Monaten Arbeitsgelegenheit fehle jc. Zt. Es versteht sich von selbst, daß die Ermittelungen weibliche Lohnarbeiter(in Berlin jetzt allermindestens 80 000, beim Gewerkskrankenverein sind deren allein weit über 50000) in völlig gleicher AuSführ- lichkeit mit betroffen haben. Das war in dem weitesten Umrisse der Umfang der Auf- abe, welche die beiden verbundenen städtischen VerwaltungS- eputationen sich gestellt hatten. Es wäre überflüssig, hier näher auSeinandettusetzen, daß es sich hier um Ermitletunaen aller- ersten sozialen Interesses gehandelt hat und bei allen Fort- ungen dieser Enqueten stets handeln wird. Sie werden nur von Werth sein, wenn sie ununterbrochen, aber stets mit Zu- rückHaltung in Bezug auf den Inhalt und Umfang der Fragen angestellt werden und wenn sich aus diesen ununterbrochenen Untersuchungen, welchen alle Betheiligte, Arbeitgeber wie Ar-> beitnehmer, in ihrem Interesse jede Förderung zuwenden sollten — sichere Durchschnitte ziehen lassen. Diese Durchschnitte sind in Bezug auf die objektive Ermittelung des„Preises der Ar- beit" die Hauptsache. Fragen wir nun nach dem allgemeinen Ergebniß der bis- herigen Ermittelungen bezüglich der Arbeitslohnverhältnisse, so ist der allgemeine Eindruck der, daß außer bei dem Bqu- gewerde, wo die Lohnsteigerung bei Maurern und Zimmerern seit 1885 ganz unzweifelhaft ist, Lohnerhöhungen bei den meisten anderen Betneben seit 1885 nicht erheblich hervortreten. Wo Steigerungen eingetreten sind, erreichen dieselben keine äugen- fälligen oder auffallenden Mehrbeträge gegen die letzten drei Vonahre; sie erreichen nirgend die Lohnsteigerungen im Bau- gewerbe. Vielleicht sind diese Vergleichungen das Wichtigste bei den gesammten Ermittelungen. Sie haben jetzt erst, nachdem ein bestimmtes Quantum von Material vorlag, begonnen wer- den können. Bei ihrer Fortsetzung werden natürlich die Mit- theilungen dieser Durchschnitte an Umfang wachsen, dann aber, wenn sie auf gleichartigen Ermittelungen gegründet sind, von dem allergrößten Interesse für alle Belheiligten, ja unentbehr- lich für oas zukünftige Einigunasamt für Berlin sein, an dessen Zustandekommen wir trotz Allem und Allem nicht ver- zweifeln wollen. Werthvoll ist endlich die Beilage der diesjährigen Publi- kation der Lohnermittelungen. Auf einer farbigen Karte von Berlin enthält dieselbe die Vertheilung der Gehilfen, Gesellen, Arbeiter und Lehrlinge(männliche wie weibliche) nach der letzten Volkszählung vom 1. Dezember 1885. Hiernach betrug die Zahl der Arbeiter und Arbeiterinnen bis 200 pro Tausend im Westen Berlins, bis 300 pro Tausend in der inneren Friedrichstadt und im Viertel vor dem Potsdamer bis Anhalter Thor, 300—400 pro Tausend: Zentrum, innere Louisenstadt und Stadtviertel östlich des Belleallianceplatzes und Gegend des Königsplatzes: 400—500 pro Mille Gegend der Gneisenau-, Beramannstraße, Gitschinerstraße und Ouerstraßen, bie Gegend an der Neuen Königstraße, dem Wörtherplatz und in Moabit; 500—600 pro Mille die mittlere Louisen-, die Stralauer, Prenz- lauer, Landsberger, Schönhauser und Rosenthaler Vorstadt; 600—700 pro Mille die Gegend des städtischen Zentral- Vieh- Hofes, der Wedding und die Louisenstadt südlich des Lausitzer Platzes. Das Arbeiterviertel im ausgezeichneten Sinne(700 bis 800 pro Mille) ist die südöstliche Ecke der Louisenstadt an dem Görlitzer Bahnhof, Maybach- und Görlitzer Ufer. Die hockst sorgsame neue Publikation, welche wir hier be- sprochen, verdient in der That aufmerksame Beachtung weitester Kreise. Uon dem Vorstand der Käcker-Innnng?n Kerlin geht den Zeitungen folgendes Schreiben mit der Bitte um Veröffentlichung zu: Oeffentliche Danksagung. Nachdem nun der am 12. d. M. ausgebrochene Streik vollständig beendet ist, fühlen wir uns verpflichtet, allen Innungen und einzelnen Kollegen, welche uns durch schnelle und durchgreifende Hilfe mittelst Zuweisung von Arbeitskräften unterstützt haben, unfern herzlichsten Dank auszusprechen. Wir danken aber auch unseren Gesellen, welche während der kritischen Zeit ihre Werkstellen nicht verlassen haben, sowie insbesondere denjenigen, welche zum Theil aus weiter Ferne schleunigst herbeigeeilt sind. Sie alle haben gezeigt, da ß sre noch nicht von dem alles zersetzenden Geiste der Sozialdemo- kratie t nfizir t sin d; daß sie di e S tan d es ehre hochhalten, nicht zu gewöhnlichen Arbeitern herabsinken, sondern Bäckergesellen bleiben wollen, die auch später dem Mei st er stände Ehre machen werden. Aber auch der gesammten Presse, wie dem geehrten Publikum, welches die maßlosen Forderungen des Streik-Komitees mißbilligte und derMei st erschaft sympathisch gegenüber st and, glauben wir unsem Dank hiermit aus- wrechen zu müssen. Das Fiasko des Berliner Bäcker st reiks wird hoffentlich auflangeZeit hin ein warnendes und abschreckendes Bei- spiel für alle Streiklustigen bleiben. Berlin, den 25. Juli 1889. Der Vorstand der Bäcker-Jnnung zu Berlin. I. A.: C. Kuntze, Obermeister. Wir unsererseits möchten den Dank des Herrn Kuntze in der höflichsten aber entschiedensten Weise ablehnen. KiUige Arbeitskräfte. Die Ausnützung der Kinder- arbeit wird von den Arbeitern mit Recht bekämpft und auch der internationale Arbeiterkongreß zu Paris hat hierzu ent- schiedene Stellung genommen. Leider sind die wirthschaftlichen Verhältnisse der arbeitenden Bevölkerung derartige, daß selbst, namentlich in Berlin, schon Schulkinder»um Miterwerb benutzt werden. Besonders die Ferienzeit, welche eine Erholungszelt sein soll und für Kinder, welche in der Wahl ihrer Eltern etwas vorsichtig gewesen sind, auch ist, wird den armen Prole- tarierkindern erst recht zur Arbeitszeit. Abhilfe hierin sollen nun nach dem Glauben philanthropischer Bourgeois die sogen. Ferienkolonien schaffen. Zur Beleuchtung des Segens dieser Einrichtung dient folgende Zeitungsnotiz:„Versuchweise sind sechs Berliner Ferienkolonisten auf Veranlassung einer dem Halleschen Thorbezirk für Ferienkolonien angehörenden Frau Wolff während ihrer diesjährigen Ferienzeit nach der Havel- stadt Werder geschickt worden, um sich dort zu erholen und mit Kirschenpflücken für die sehr armen Eltern daheim noch etwas zu verdienen. D ieselben sind der Ohhut des Weindergsbesitzers Herrn Puhlmann in Werder anvertraut und auch m seinem Berge beschäftigt worden. Außer guter Kost, Wohnung und Wäsche erhielten die kleinen Kirschenpflücker pro Tag noch 50 bis 60 Pf. Dies Leben ist ihnen vorzüglich bekommen; mit rothen Pausbacken und fischmunter sind sie zurückgekehrt und haben 18— 20 Mark Verdienst mit nach Hause gebracht. Die Kolonisten und ihre Pfleger in Werder weinten beim Abschiede."— Die„Pausbacken" spielen bei den Benchten über die Ferienkolonien stets eine große Rolle, so daß eS wunderbar erschienen wäre, wenn sie hier ausgeblieben waren. Wunderbar muß es aber trotzdem erscheinen, wo die bei der nassen und kalten Witterung während des Ferienmonats zu ihrer„Erholung" im Freien arbeitenden Kinder die„PauS- backen" herbekommen haben. Was nun den täglichen Verdienst von 50—60 Pf. der„Ferienkolonisten" betrifft, so ist wohl an- zunehmen, daß die„Pfleger" auch Pflegegeld bezw. Entschä- digung für das den Kolonisten Verabfolgte erhalten und dem- gemäß wohl nur sehr wenig aus ihrer Tasche zu dem Lohne der Kinder zulegen. Jedenfalls müssen sie anderweitige Ar- beitSkräfte, die sie zur Obsternte nothwendig gebrauchen, viel theurer bezahlen, erhalten also in den„Ferienkolonisten" will- kommene billige Arbeitskräfte. Es ist daher schon zu glauben, daß die„Psteger" beim Abschiede der„Kolonisten" Thränen vergossen haben; auch ist es schon glaubhaft, daß auch die Kinder geweint haben, mögen sie es doch trotz alledem zu Hause noch schlechter haben. Da dieser»Versuch" so überaus out ausgefallen ist, darf wohl angenommen werden, daß in Zukunft die Ferienkolonisten in ausgedehntem Maße zur Arbeit verwendet werden. Dann soll man aber auch daS Kind beim rechten Namen nennen und nicht mehr sagen»Ferienkolonien", sondern„Arbeitskolonien", oder»Ferien-ArbeitSkolonien", das wäre jedenfalls richtiger! Aar Fenerbestattnng. Die Genehmigung zur Beisetzung von Umen mit Aschenresten ist" dem Berliner Verein auf dem städtischen Friedhofe in Friedrichsfelde, dem jüdischen Fried- hose in Weißenfee, und dem Friedhofe der Freireligiösen Ge- meinde ertheilt. Kürzlich hatte der Vorstand eine Eingabe an den Vorstand der DreifaltigkeitSaemeinde gerichtet, indem das Mitglied, Herr B., nach seinem Ableben die Beisetzung seiner Asche in einer Urne auf diesem Friedhofe wünschte. Hierauf ging folgende Autwort ein:»Dem Vorstand erwidert der Ge- meindekirchenrath auf das geehrte Schreiben vom 2. Juni 1889 ergeben st, daß derselbe nicht in der Lage und berechtigt ist, Theile des der Gemeinde gehörigen Kirchhofes zu einem anderen, als dem stiftungsmäßigen Zwecke, nämlich der Be- stattung von Leichen der Sitte und den gesetzlichen Bestim- mungen gemäß benutzen zu lassen. Es ist daher ausgeschlossen, einem Mrtgliede des Vereins für Feuerbestattung eine Stelle lediglich zu dem Zwecke zu überlassen, um dort Ueberreste von durch Feuer zerstörten Leichen aufzustellen." Der Gemeinde- Kirchenrath Schultz. Im Monat Juli cr. weist die internationale Gedächtniß- tafel der„Flamme" 54 Leichenverbrennungen nach, davon 13 in Gotha, 6 in Zürich 12 in Turin, 2 in TreSpiano, 1 in Bologna, 6 in Stockholm, 8 in New-Hork und 7 in Cin- cinnati. Krieg im Frieden. Zwei größere Unglücksfälle haben sich am Dienstag und Mittwoch beim Exerziren der Potsdamer Garnison zugetragen. Beim RegimentS-Exerziren auf dem Bornstcdter Felde überschlug sich am Dienstag das Pferd eines GardeS-du-CorpS von der Schwadron, welche bisher in Char- lottenburg garnisonüte. Der Soldat kam dadurch zu Falle und rannte dabei seinem Vordermann die Lanze thatsächlich durch die linke Seite des Unterleibs, so daß derselbe schwerverletzt in das Potsdamer Garnison-Lazareth gebracht werden mußte. Noch ärger war eine Verletzung, von welcher am Mittwoch Vormittag ein Soldat des 1. Garde-Regiments z. F. betroffen wurde. Auf dem Schießplatz bei Marquardt sollte am Abend «ine Felddienstübung des Regiments staltfinden, zu welchem Zweck ein Kommando unter Führung eines Unteroffiziers vor- ausgeschickt war, um an verschiedenen Punkten des Terrains sog. Kanonenschläge anzubringen. Dieselben bestehen aus einer größeren Quantität Pulver und Sprengstoff, welche in die Erde vergraben wird, während oben die Zündschnur heraussieht. Der markirle Feind hat dann den angreifenden Truppen gegenüber diese Kanonenschläge zu entzünden, um dadurch Artilleriefeuer zu markiren. Beim Eingeben eines solchen Kanonenschlages kam nun der Soldat der Zündschnur zu nahe, wodurch der Sprengstoff erplodirte und zwar mit solcher Gewalt, daß dem Soldaten der halbe Unterschenkel des rechten Beines fortgerissen wurde, während der dicht in der Nähe stehende Unteroffizier Verletzungen am Kopfe und an der Hand erhielt. Noch am Nachmittag mußte dem schwerverletzten Soldaten im Lazareth des 1. Garde-Negiments, wohin er per Wagen gebracht wurde, das Bein amputirt werden. Größere Transporte Militärgefangene sind während der letzten Tage nach dem»A. f. d. H." in Spandau eingetroffen und dem dortiaen FeflungSgeiängniß überführt worden. Dieselben kamen aus Posen und Rastatt. Seit der Anpreisung non GeheimmMel« in öffent- lichen Blättern durch die Behörden entgegengetreten wird, suchen die Geheimittelfabrikanten auf anderem Wege ihre Waare ins Publikum zu bringen und zwar geschieht dies neuer- dings, indem sie ihre Mittel durch Brochüren anpreisen, welche als Kreuzbandsendungen durch die Post an bestimmte Adressen geschickt werden. Eine dieser neuerdings vielverbreiteten Ge- Heimmittel-Brochüren führt den Titel»Taubheit endlich heilbar" und zwar preist sie als Heilmittel den von Dr. Mountain in London Chanpery Lane 64 erfundenen chinesischen Balsam an, der nicht blas nach jener Ärochüre Erneuerung der Ohr- trommeln und Wiederherstellung der Gehörnerven, sondern so- gar Heilung angeborener Taubheit bemerken soll. Der Preis dieses wunderbaren chinesischen Balsams ist auf 4,50 Mark Gemessen, stellt sich aber dadurch, daß letzterer aus der Apoiheke»zur Äustria" in Wien bezogen werden muß, einschließlich deS Porto auf 6 M. 70 Pf. Nach den von amtlicher Seite vorgenommenen Ermittelungen sind die Bestandtheile dieses Balsams, der aus Mohnöl, Gl>zcerin und Weingeist zusammengesetzt ist, in jeder Apotheke für 70 Pf. zu haben. Nicht minder schwindelhaft ist ____ �..........________,, die Anpreisung des Krampf- Pulvers von Dr. Stark" in Liebau(Schlesien), das in einer solchen Geheimmittel-Broschüre neben Krampf-Thee als Mittel gegen Epilepsie empfohlen wird. Dieler Thee besteht aus Baldrianwurzel, Veilchenwurzel, Engelsüß, Faulbaumrinde, Arnikablüihen, römischen Kamillen und Sennesblättern; das Krampf Pulver ist hergestellt aus pulverisirter Baldrianwurzel und einem reichlichen Zusätze von Zucker. Der Preis für die beiden Mittel ist auf 11 Mk. 85 Pf. berechnet; nach der Arzneitaxe sind die einzelnen Bestandtheile in der Apotheke für 3 Mk. 75 Pf. zu haben. Daß diese beiden Mittel gegen Epilepsie unwiiksam find, braucht kaum noch gekagt zu werden. Feuer in der Ausstellung. Gestern Abend entstand in der Maschinenhalle der»Allgemeinen Ausstellung für Un- fallverhütung" Feuer, das einige Draperien ergriff und sich sehr rasch über dieselben verbreitete. Trotzdem wurde der Brand 'von den anwesenden Aufsehern und Arbeitern so schnell ge- löscht, daß die in der Ausstellung staiionirte Feuerwehr-Abthei- lung nicht einmal in Aktion zu treten brauchte. Der Schaden, den die Flammen angerichtet haben, scheint trotzdem nicht un- erheblich zu fem, wie eine von der Direktion der mitbetroffenen Allgemeinen EleklrizitätS-Gesellschaft ausgehende Mittheilung besagt. Dieselbe lautet nämlich wie folgt:»Das Feuer in der Maschinenhalle der Allgemeinen Ausstellung für Unfallver- hütung ist in der Abtheilung der Flrma Erfurt u. Sinell aus- gebrochen. Die Flammen verbreiteten sich geschwind auf den anstoßenden Pavillon der Allgemeinen EleklrizitätS-Gesellschaft, legten dort die Dekorationen m Asche, mit denen die geschmack- voll arrangirte Ausstellung gegen den Nachbar abgeschlossen wurde, und ergriffen zuletzt die Apparate und Gegenstände, welche in der Nähe des Entstehungsortes sich befanden. Der verursachte Schaden dürfte sich auf mehrere Tausend Mark be- laufen, für die die Gesellschaft versichert ist."— Ueber die Entstehungsursache des Brandes ist- Näheres noch nicht fest- gestellt. Sin Kerliner Sittenbild. Ein bedauerlicher Unfall, wodurch ein Lohn seine Mutter mittelst eines RevolverschusseS nicht unerheblich verwundete, gelangte dieser Tage in einer Sanitätswach« des Ostens zur Behandlung. Die in der Großen Frankfurter straße wohnende Frau K. besitzt einen einzigen 16 jährigen Sohn, welcher in einem Engrosgeschäfte der Königs- ftadt in die Lehre ist. Der Vater des Knaben lebt von seiner Frau getrennt, und daS Verhältniß zwischen den beiden Ehe- galten ist ein so unerquickliches, daß es zwischen denselben zu außerordentlich turbulenten Szenen kam und der Mann mehr- fach gedroht haben soll, daß er feiner Frau doch noch einmal „Eins" versetzen werde. Infolge derartiger Redensarten schaffte sich der Knabe, der seine Mutter über all-S liebte, den Vater dagegen fanatisch haßte, zum Schutze derselben einen Revolver an, und als er vor einigen Tagen die Wohnung der Mutter betrat, zeigte er der erstaunten Frau die Waffe, gleichzeitig den Mechanismus des Revolvers und das Laden desselben aus- «inandersetzcnd. Hierbei vergaß der junge Mensch, den nun- mehr geladenen Revolver zu sichern, und im nächsten Augen- blick erdröhnte ein Schuß. Als der Pulverdompf sich verzogen, lag Frau K. vor Schmerzen stöhnend am Boden; die Kugel war der bedauernswerthen Frau, welche dicht vor ihrem Sohn gestanden, in das linke Bein gegangen und hatte derselben eine schmerzhafte Fleischwunde verursacht. Die Leidende wurde, nachdem ihr in der Sanitätswache ein Nothverband angelegt worden, nach einer Privat-Klinik geschafft, der junge K. da- gegen, welcher vor Schmerz und Reue fast wahnsinnig geworden, hat die unselige Waffe sofort vernichtet. Gin jechsjähviger sSerliner Junge, welcher seinen Eltern entlaufen war, hat vor einigen Tagen dem Rirdorfer AmtSbureau einen empfindlichen Schaden verursacht. Der Knabe war in Rixdorf vagabondirend von einem Gendarm aufgegriffen und nach dem Amtsbureau gebracht, wo er angab, Karl Ludwig zu heißen und nicht zu wissen, wo seine Eltern wohnen. Nunmehr wurde der angebliche L. nach dem Waisen- Hause gebracht, woselbst er, da sein Körper über und über mit Ungeziefer bedeckt war, einer gründlichen Reinigung unterzogen werden mußte, und wurde dem Knaben für die Zeit seines Aufenthaltes in demselben für seine vollständig zerrissene eigene Kleidung ein neuer Anzug übergeben. An dem darauf folgen- den Morgen war der hoffnungsvolle Junge verschwunden und alles Suchen nach demselben erwies sich als vergeblich. Ei« räuberischer Soldat ergriffe«. Der Musketier August Böttcher von der 4. Kompagnie des Infanterie- Regi- ments»Prinz Friedrich Karl von Preußen"(8. Brandenburgischen Nr. 64), welcher sich am 21. v. M. aus seiner Garnison Prenzlau heimlich entfernt hatte und in der darauf folgenden Nacht auf offener Landstraße zwischen Prenzlau und dem Dorfe Dedelow dem Lehrer Jahnke unter Bedrohung mit seinem Seitengewehr Taschenuhr und Portemonnaie mit 1,20 Mark Inhalt abgenommen hatte, ist gestern durch die hiesige Kriminalpolizei hier ergriffen und dem hiesigen Militärgericht überliefert worden. Eine« seltsame« Fnnd machten am Montag Morgen Arbeiter, welche sich nach ihrer Arbeitsstätte in Berlin begeben wollten, zwischen Tempelhof und Schönebera. Sie fanden auf ihrem Wege mit gräßlich entstelltem Gesicht und am ganzen Leibe zitternd einen anständig gekleideten Mann in ungefährem Alter von 50 Jahren an der Böschung des Ringbahndammes liegend. Sein ganzer Anzug war durchnäßt und mit Blut besudelt, welches ihm unaufhörlich auS einer klaffenden Kopfwunde llber's Gesicht rieselte. Nach der Ursache seines Zustandes befragt, antwortete der Mann kaum vernehmbar, daß er in Tempelhof am Sonntage stark gezecht und dann den Heimweg nach Schöneberg über die Felder angetreten habe. In der rabenschwarzen stürmischen Nacht sei er lange halbtrunken umhergeirrt. Plötzlich bei einem starken Windstoß habe es über ihm furchtbar gekracht, und sei ihm ein schwerer Ast auf den Kopf, dessen Bedeckung der Wind ihm abgerissen, gestürzt. Glaubhaft er- schien diese Erklärung und sie wurde auch durch äußere Zeicherr unterstützt. Die Arbeiter reinigten den Verunglückten, verab- reichten ihm Branntwein und Brot, dann führten sie ihn bis in die Nähe seiner Angehörigen in Schöneberg. Die genaue Adresse wollte der verunglückte Zecher aber nicht verrathen. Seine einzigen oft wiederholten Worte ivaren:»Warum bin ich nicht bei Muttern geblieben!— Nein, meine Herren, muß man sich nicht schämen, die Woche so anzufangen?!" Durch siedende» Wasser lebensgefährlich verbruht wurde am Mittwoch ein junges, blühendes Mädchen in dem benachbarten Fabrikstädtchen Velten. Die Aermste hatte ver- sucht, einen großen, mit kochendem Wasser gefüllten Waschkessel vom Feuerheerde zu heben, ihre Kräfte dabei aber überschätzt, denn oer Kessel kippte infolge der gewaltsamen Anstrengungeen des Mädchens um und ergoß sich der Inhalt über den ganzen Körper desselben. Die total Verbrühte wurde schleunigst nach Berlin in ein Krankenhaus überführt: leider geben die Aerzte aber keinerlei Hoffnung auf Erhaltung des jungen hoffnungs- vollen Lebens. Der R«f„Mittelfeuer" alarmirte in der vorgestrigen Nacht die Löschmannschaften unserer Nordoorstadt nach der in Prinzen-Ällee 56 gelegenen Gerberei von Emanuel Meyer. >WWW Dortselbst war Nacht« gegen 2 Uhr in noch nicht ermittelter Weise auf dem Dache des massiv gebauten Maschinenhauses Feuer ausgebrochen, welches von dem Nachtwächter des Reviers zuerst bemerkt wurde. Bei dem Eintreffen der Feuerwehr stand daS Dach bereits in vollen Flammen. Mit zwei Druckspritzen nahmen die Löschmannschaften den Kampf gegen daS Element auf und nach dreiviertelstündiger angestrengter Thätigkeit gelang eS, die Wulh der Flammen zu ersticken. Wie das Feuer, welches den Dachstuht total vernichtet hat, entstanden ist, war nicht zu ennilteln. Durch einen Kelbstntorbvetfuch au« Konkurrenzneid hat der in der Rosenthalerstraße wohnende Kommissionär Ernst H. seinem Leben ein Ende zu machen versucht. Der etwa 40jährige Mann betreibt seit langer Zeit ein schwung- haflcs Vermittelungsgeschäft, dessen eigentlicher Leiter sein Sozius war. Vor Jahresfrist war Letzterer aus dem Geschäft ausgc- treten und hatte ein Konkurrenzgeschäft etablirt, welches bald dasjenige seines früheren Mitinhabers H. überflügelte und wodurch diesem erheblicher Abbruch und pekuniärer Schaden gethan wurde. So kam eS, daß zwischen den beiden früher eng be- freundeten Männern eine bittere Feindschaft entstand, welche in Thältichkeiten ausartete und schließlich zu einem Jnjurienprozeß in Moabit führte, in welchem H. zu einer empfindlichen Geld- strafe verurtheilt wurde. Der allmälige bevorstehende Ruin feines Geschäfts hatte dem früher lebenslustigen und heiteren H. allen Muth geraubt und in den letzten Wochen machten sich bei demselben Spuren von Tiefsinn bemerkbar. Als die Frau des Kommissionärs am Donnerstag Nachmittag einiger Be- sorgungen wegen für kurze Zeit die Wohnung verließ, versuchte H. durch einen Revolverschuß in den Kopf seinem Leben ein Ende zu machen. Als die durch die Detonation erschrockenen Flurnachbarn in das Zimmer des H. drangen, fanden sie den- selben blutüberströmt am Fußboden liegen. Der sofort hinzu- gerufene Arzt stellte fest, daß die Kugel in den Hinterkopf gedrungen, doch ist der Zustand des Verwundeten nicht lebens- gefährlich. Hezüglich de« gemeldete« Attentat« gegen Frau Sch. ergänzt die Kriminalpolizei ihre erste Notiz dahin, daß die That in der Lehrterftraße kurz vor der Einmündung in die Perlebergerstraße verübt ist, und der Thäter— anscheinend ein Zuhälter— die Lehrterftraße in der Richtung nach der Krupp- straße entlang geflohen ist. Die Ueberfallene, welche sich in der Charitee befindet, will wiederholt»Hilfe" und»Wächter" ge- rufen haben. Fluchtig geworden unter Mitnahme dedeutender Summen ist der in der Linienstraße in der Nähe der Joachim- straße wohnende Schneidermeister Ernst Wilhelm. Derselbe hatte von hiesigen Engrosfirmen große Waarenposten auf Kredit entnommen, die er in der letzten Zeit zu Schleuderpreisen ver- kaufte. Als die Geschädigten hiervon Mittheilung erhielten, denunzirten sie W. bei der hiesigen Staatsanwaltschaft, welche nunmehr die Verhaftung desse den vornehmen lassen wollte. Inzwischen hatte W. von der ihm drohenden Verhaftung Wind erhalten und war spurlos aus Berlin verschwunden. Auch die sofort nach dem Molkenmarkt zilirte Frau des Durchbrenners zog eS nach einmaliger Vernehmung daselbst vor, ebenfalls zu verschwinden und alle angestellte Recherchen nach dem flüchtigen Ehepaar sind bis jetzt vergeblich gewesen. Der den Gläubigern des W. zugefügte Schaden ist ziemlich beträchtlich und mag an 6000 M. betragen. Jener Schwindler, welcher gegen Nfstzier«burfche» unter dem Vorgeben, daß er von den betreffenden Vorgesetzten der Burschen beauftragt sei, Kleidungsstücke zur Reparatur ab- zuholen, wiederholt Betrügereien mit Erfolg ausgeführt hat, ist heute in der Person des 27 jährigen Karl Rohde ermittelt und zur Haft gebracht worden. Der Gauner ist geständig, den mitgetheilten Betrug in der Wohnung �»teilt um l von uns-ocirua in i»ci«cuw,..—»„ Lieutenants v. T. in der Chausseestraße, sowie einen i gleichen-Schwindel bei einem in der Philippstraße wohn? � Dragoner-Offizier verübt zu haben. Die affchwindclten* dungs stücke(Offizier-Röcke, Paletots-c.) hat R. alsbald oew und die Pfandscheine verkauft..»a, polizeidericht. Am 1. d. M. Vormittags fiel em.� er Knabe bei der Badeanstalt Ziegelstraße 4 in die ngcr Er wurde bereit« bewußtlos durch die Schwimmlehrer da stalt aus dem Wasser gezogen und nach erfolgreichen belebungsverfuchen noch der elterlichen Wohnuna flebWv Zu derselben Zeit fiel in der Wäschefabrik von Wolf v.. feld, Zehdenickerstr. 12b,«ine Arbeiterin aus dem zweiten in einen Fahrstuhlschacht etwa 13 Meter tief hinab un? äußer einer nicht unbedeutenden Wunde an der SM» derartige Verletzung beider Beine, daß sie nach dem 1"™ � Krankenhause gebracht werden mußte.— Nachmittags wut der Ecke der Gollnow- und Landsbergerstraße eine W. MD flelouftn r Zwenden, um Frau von einem Geschäftswagen überfahren. Sie"'PlT-iü en Bruch des reckten vurv« nacy oem«rankenhause am Fneon�. gebracht.— Kurze Zeit Darauf wurde vor dem Hause M� » nach d ssW auch mit S&e&um %f%l G den straße 29 ein 3jähriges Mädchen von einem Postwagen � fahren und anscheinend innerlich schwer verletzt-—"- durch abgeschlagenen Putz zusammen und stürzte our"Tj runter beschäftigten Arbeiter Schulz, so daß derselbe«nsfl� fchraer Beriefet itorfi hem Ärnnfptifvmr*» 9�fcmiten acbtCW} � «Si! schwer verletzt nach dem Krankenhause Bethanien gabw�L% den mußte.— Am 1. d. M. fanden Gneisenaustr. w, � "chinen, Vera brach auf dem Hofe de« Grundstücks Melchiorstr. 4 nn Ein einem Hangegerüst aufgestelltes Schutzdach infolge Ueberw� � � die 3 Wz Unfallverhütungsausstellung und Pallifadenstraße 98 wurde worau Brände statt, welche von der Feuerwehr gelöscht wurdeii- *„j*!* 0rn>eg,>ng b»r tfroStkerun« b»e Siadt$trUn. 3« jitnj 7 Zuti bis 13. Zuli 1889 fnnbtn 260 tebeldiUtfrnigcii flott.""„(nV' wurden 931 Kinder, darunter HS außerehelich, todtgeborcn waren( außerehelichen. Die Ltdcndgedorenen sind 32,6, die?odtgeborene" � Mille der BeoölN.ung. die außerehelich Geborenen find bei den S'lhJXjjtck 12,5, bei den Todtgeborenen 32,5 pftt. Dir Zahl der gemeldete»«ur|* trug 920, die sich auf die Wolheiitage wie folgt rirrtheilcn: van � Montag 104, Dimstag 146, Mittwoch 140, Donnerstag 142, ffrettaS>�ls abend 113. Von den Gestorbenen erlagen an Malern 3, Z Pocken 0, Rofe 1, Diphtherie 18, Bräunt 0, Keuchhustm fiebcr 2, Tgphu» 8. Ruhr 3, Eyphil» 2,«llcrSfchwiiche 23,(t» 15, Lungenentzündung 34, Lungenschwindsucht 84, Diarrhoe� mV Ri® � fit"des Ueberfabren 3, Sturz oder Schlag 8, Schußwunde � find 10 Todcdfülle durch Selbstmord herbeigeführt. Dem find die Gestorbenen- Unter 1 Jahr Ott 543(59,0 pfct. bcr flerblichkeif). 1-5 Zahre 66. 5-15 Jahre 28, 15-20 Zahrc ftg d Ja lue 44, 30-40 Jahre 50, 40-00 Jahre 72, 00-80 über 80 Zahre 14 Personen. In hiesigen-Krankenhäufern fta™*% � schließlich 13 Auswärtige, welche zur Behandlung hierher grbra» Auf die Standesämter perthcflm(ich die Todesfälle folgettderinaßn. A. Källn-Dorotbecnstadt(I.) 24, Friedrichftadt(II.) 23, Friedrich- o» � bcrgcr Vorstadt(III) 41. Friedrich- und Tempelb-r..(IT.)«' ftadt fenseit, westlich 63, Luisenfta! Luilenstadt diesleit und Neu-Källn(Tl.) 59, Siratauer ruicrrci, Ktra 64, Stralauer Viertel, östlich(TIN.) 40, König ftadt(Tin.) 70,«»5 (IX) 31, Rofenthalcr Borftadt, südlich(X.) 70. Rosenthaler«or>°°-r (XL 1 48 rirnmpnhiirflfr SRnrftnht(XI) 08 SCrf#hriÄ.«Wfi�ftnftflM.H!. wf R inienburger Vorstadt(XI.) 98, Friedrich-Wilhelmstadt w (XU.) 78. Wedding(XIII.) 82, Die Stcrbefälle find 32.2 pro)#\lX Bevölkerungszahl(1488418). Die EterblichtcissMr>" geschriebenen Städten deS Deutschen VcicheS mit mehr alS hunderttausend SS Ki- err(< K m Königsberg 28,9, Krefeld 38,2, Leipzig 42,2. Magdeburg 55,4,-„j Nürnberg 35,4, Stettin 39,6, Straßburg i. 6. 29,7, Stuttgart 27,0 s.% H Dublin 16,3, Liverpool 24,6, London 19,8, Paris 22,3, Petersburg 31,2, Warschau(Vorwoche) 33,8, Wien(Vorwoche) 21,6 auf Tauic»°r,. den 4317 Zugezogene, 2320 Weggezogene gemeldet, so daß fich bw h.,' vgtz h. mit Einrechnung der nachttäglich gemeldeten Geborenen nnd Tg»llNlllich� der den Weggezogenen ersahrungSniäßig zugerechnet werden muß,, mindert hat, die Einwohnerzahl dettägt ionach am Schlüsse belJKkj nT fi'ge 54»'" Htengi Leu 1489 200. In der Woche vom 14. dt« 20. Juli kamen zur fektions-ErkrankungSfälle an Typhu» 42, Pocken 1, Malern 25, Diphtherie 69. Kindbett fteber 0. »ege Gevizhks Ii Die Gtto häufig i« fn der Steinmetz straße wohnhafte p begL. auch hatte im März d. I. allnächtlich ihren Artfcjf. m wurde mit großer Heftigkeit an ihrer jm»., � sogen und wenn sie öder ihr Ehemann dann dienst� � vi um den Betten sprangen und das Fenster öffneten,»»' dem Begehr des Klingelnden zu erkundigen, fanden> j mand draußen. Als der Unfug sich immer wiederhol� sich der Ehemann Otto eines Nachts im Thorwege oe überliegenden Hauses auf die Lauer. Bald erschien ein Mann, der kräftig an der Klingel zog und. o® Laufschritt entfernte. Der Aufpasser erwischte ihn'L die nächsten Minuten gehörten nickt zu den angcneh"' K Leben des Ergriffenen. Er wurde außerdem 8"' gebracht und dann mit einem Strafmandat Mark wegen groben Unfugs bedacht. Der IgL# regelte, ein gewisser Friedrich Behrens, hatte die wegen der Höhe der Strafe Berufung einzulegen, y■ Termine vor der zweiten Instanz konnte er aber niu�k dauern des Gerichtshofes darüber aussprechen hören, � auf eine weit höhere Strafe gegen ihn erkannt worden diese würde bestätigt worden sein. An die falsche Kdeesse wandte sich der Kleck Samuel Goretzky, als er eines Vormittags des Zentralhotels Geschäfte zu machen suchte. Er/ ihm begegnenden Herrn vertraulich und freundlich r(f. er einen verwundert fragenden Gegenblick erhielt,» den Herrn mit der Frage heran, ob derselbe nicht n � zu verkaufen habe. Der Gefragte schmunzelte und« jy" nicht abgeneigt und über das eventuell abzuschließen�» sprechend, gingen sie nebeneinander her. Als sie sick, Polizeibureau befanden, spannte der Begleiter platz" ,, Seiten auf, er legitimirte sich als Kriminalbeamter Goretzky auf, ihm in's Polizeibureau zu folgen,.rssä, wird das Ansprechen des Publikums seitens der � Ä alten Kleidern als grober Unfug angesehen und Go � hielt auch dieserhalb ein Strafmandat. Er beantrag� 1 �5 feSs .. ut oeanira»-�, liche�Entscheidung und� behauptete im gestrigen der Beamte ihm eine Falle gestellt habe. Nicht er habe Z angesprochen, sondern umgekehrt habe der Fremde»(i ihn die Frage gerichtet, ob er einen alten Ueberziev � Da der Beamte dies unter seinem Eide verneinte, der Angeklagte verurtheilt werden und wurde die � 5 M. oder 1 Tag Haft bemessen. ft. Menn e« stch um Thirrquälerei tzondtt»» j' die Beobachtungsgabe mancher Zeugen häufig durch, J leid mit dem vermeintlich mißhandelten Thiere und � � Gefühl des Zorns gegen den Tbäter getrübt. So in einem Falle, welcher gestern der Prüfung der 96-., des Schöffengerichts unterlag. Der 15 jährige Baa�f itoSul�'S milr % %% AnMlagn i§5 W 5# 1s Der» Ki SS* ir Paul Jänicke sollte einen Ziehhund in. � erregender Weise mißhandelt haben, war hierfür nw Z der Stelle von einem Augenzeugen, dem pensioniro J mann W., durch einige Ohrfeigen gezüchtigt, sondern�) von demselben angezeigt worden, worauf er in ein«, yo von fünf Mark genommen wurde. Der Angeklagte ihm sei bitteres Unrecht geschehen. Der als Zeuge»e � ehemalige Beamte bekundete, daß er eines Tages"r seiner 3 Treppen hoch belegenen Wohnung aus g*l«1, wie der Angeklagte den vor dem Wagen gespannte" � quer über den Damm geschleift und dazu forttf»� ,�'»ntv„„ Fußtritten und Fausthieben traktirt habe-� 8, � D eS nicht länger mit ansehen können und ßf bi «nen B ! wohnM ndelten% Lbald«w I KS Ä s« % WA KUMMZ .Uff!", hw v- n.' |onnta v //JoiHiss�euwim euinüiiimciicii% oer in der Nummer 41 des„Hamburger Echo" vom MÄ5MZiHWG>s«S esst, 4. c>.- m der Nr-ss»" Inhalt desselben knüpfte an die damals Mtzra*» jE.Si*ws«Ä&» -,.!Ä wurde«- A -•ss W W W ".MK W |f fisW Ä:*/ zunächst der inkriminirte Artikel zur Verlesung : wt � der Staatsanwalt das Wort zur Begründung der Tyrannei t,..--z-t-—------- sei objektiv eine n» erblicken. Für den Angeklagten komme es nicht '-----' ■ -rsvurg v � � ven Vorwurf der Tyrannei l 25. daß in der Politik starke Ausdrücke Gebrauch ' » ihn d -Sl' A rJ n. !#, e# die M w fv den Vorwurf der Tyrannei in dem Artikel er- '«„nrüffe er Iber Vertheidiger) demgegenüber be- i über die Knebelung .m,..---------—----- rfolges weit mehr die , Dj..Wuber stelle, daß der öffentliche Geist sich knebeln N iilJäfÜ Kritik sei zwar scharf, die Grenze des Er- ?etri>H, �rschrei'» r-—. x...«..m- Ri�'ttüge, der sie mit zuerst angewendet, habe keine son bfmV" beschweren, wenn es ebenso zurückschalle. Man da!.."geklagten unbedingt Glauben schenken, wenn er z(5JL«nte Beleidigung in dem Artikel nicht habe er- ' Md m.!?' die Absicht, beleidigen zu wollen, könne ihm nicht nachgesagt werden, weshalb er bitte, Angeklagte Stollen ver- ...., daß er für den Ton �antwortlich gemacht werde; das sei eben Privat- ttA >11 ItiSSl lff��naen'"x �decken können und sei auch nun durch die J Artjf.r? des Herrn Staatsanwalts nicht davon überzeugt. sr föÄ Ä (5* das«-Ä T�fassung garantire aber jedem Staats- Arlikxi der Kritik, deren Grenze des Erlaubten er in W.5'e fnrw- überschritten erblicken könne. Derselbe einl?' denn Lroße Anerkennung für den Fürsten Bis- svrlÜ Voli,is4,. �o größere Anerkennung könne es wohl für er wie es Fürst Bismarck ausge- K e# fct �. d«, wen»* schwerlich Strafantrag gestellt haben Mi« m�Äduheben ist. Tic durch den Präsidenten de- MllM*■'** vwtwf v v• v-------------- der Sl die oon L gegebene Begründung des Urtheils geht s«:r L9ent SRpi.iv■°™"ef der Unfähigkeit und eine dadurch be- sy J>»iiien Äfl Jri"'cht in dem Artikel zu erblicken. Bei ?z d'e Fraop„ den Vorwurf des Despotismus betreffend, k«T �eif& fcf.beleidigenden Inhalt zweifelhafter: weil '-' freizusprechen; un • r urusse aber die Beschlagnahme ae Kosten werden der Staatskasse auf- Mittle Mebevstihk. Ä.'Uen sowie den in der Holzbranche be die»?ktien.m.�5?.iur Nachricht, daß in der Patent-Kisten »i.�kbeit j�?,efellschaft. Alte Jakobstraße und Mühlenstr. 8, lit lJ®®�®dnbiffercnjen niedergelegt worden ist. ' en Zuzug fernzuhalten. Die Kommission. hi »irh Es �g, Tisch»«», und Holmrbeiterver- ' Jul, 8 und Umgegend tagte am Mon- ' Abends 8 Uhr, im Bolle'schen Lokale, Pros- kauerstraße, unter dem Vorsitz der Herren Plasse, Dekug und A. Schulze mit der Tagesordnung: Vortrag des Herrn Wirde- mann über Zweck und Ziele der Organisation. Diskussion und Verschiedenes. Der Referent schilderte in seinem einstündigen Vortrage die Entwickelung der modernen Produktionsweise und wies darauf hin, daß es vringend geboten sei, daß sich die Ar- beiter aller Orten organisiren, um der Ausbeutung einen Damm entgegenzusetzen. Nachdem in der Diskussion noch lebhaft dar- über oebattirt, ob in der hierorts zu schaffenden Organisation sämmtliche Holzarbeiter wie: Drechsler, Stellmacher u. s. w. mit einzuschließen seien, und nachdem ein anwesender Tischler- JnnungSmeister die jetzigen Verhältnisse im Gewerbe gegen früher als viel günstigere und infolge derMaschinenarbeit geradezu herrliche hingestellt— was ihm freilich vom Referenten in dessen Schlußwort trefflich widerlegt wurde— kam eine Resolution zur Annahme, nach welcher die Errichtung einer Zahlstelle des Deutschen Tischlerverbandes für Friedrichsberg und Umgegend beschlossen, und das Bureau der Versammlung provisorisch mit der Leitung der Geschäfte des Vorstandes be- auftragt wurde.— Nachdem sich noch Mitglieder aufnehmen ließen, schloß der Vorsitzende die ziemlich gut besuchte Ver- sammlung.— Infolge des Beschlusses ist die hiesige Zahlstelle eröffnet und findet die Mitgliederaufnahme im Lippe'schen Lokale Hierselbst, Friedrich-Karlstraße 11, Sonnabends Abends von 8—10 Uhr statt, woselbst auch Beiträge entgegengenommen werden. Gin« öffentlich« U-rfammInng d«r Möb«lpolir«r fand am Montag, den 29. Juli, Abends 8tz Uhr, im Lokale des Herrn Gnadt, Brunnenstraße 38, unter dem Vorsitz des Herrn Strauch statt. Zum ersten Punkt der Tagesordnung hielt Kollege Curth einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über die jetzige Arbeiterbewegung. Hierauf wurde folgende Resolution mit allen gegen eine Stimme angenommen: Die heute im Lokale des Herrn Gnadt, Brunnenstrabe 33, tagende Versammlung der Möbelpolirer erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten vollständig einverstanden und verpflichtet sich für eine gesunde Organisation einzutreten und den Verband der Möbelpolirer-nach Kräften zu unterstützen. Zu„Verschiedenes" sprachen u. A. die Kollegen Schön und Christow über verschiedeneMißstände in der„geschweiften Branche" und warnten die Kollegen vor den Werkstellen der Herren Thiele, Wilke, Teichert und Schmidt, da in diesen Werkstellen eine zu lange Arbeitszeit herrsche. Diese Mißstände können nur abgeschafft werden, wenn sich die Kollegen mehr der Orga- nisation anschließen und dem Verband der Möbelpolirer beitreten würden. Hierauf wurde noch auf den Arbeitsnachweis der Möbelpolirer hingewiesen; dieser befindet sich Dresdenerstraße 116 bei Gründet, Adressen- Ausgabe und-Annahme unentgeltlich. Zum Schluß gedachte der Vorsitzende in kurzen Worten des Ablebens des früheren Reichstagsabgeordneten Wilhelm Hasenelever. Die Versammlung ehrte das Andenken desselben durch Erheben von den Sitzen. Hierauf wurde die Versammlung um 10% Uhr geschlossen. Gin« öffentlich« N«rsi»mml«ng der Stnckatrnr« Kerlin» fand am Mittwoch, den 31. Juli er., Abends 9 Uhr, in Scheffer's Salon, Jnselsfraße 10, statt und beschäftigte sich dieselbe mit dem Thema: Wie stellen sich die Stuckateure zu dem Programm ihrer Delegirten, welches folgendermaßen lautet: 1. Geschäftliche Mittheilungen der Delegirten. 2. Lokale oder zentrale Organisation. 3. Regelung des Arbeitsnachweises und der Wanderunterstützung. 4. Fachorgan. 5. Wahl einer Streikoder AgitationS- Kommission. Der Vorsitzende Herr W. Schulz leitete die Versammlung. Der 1. Punkt, geschäftliche Mittheilungen, wurde debattelos erledigt, beim 2. Punkt, lokale oder zentrale Organisation, ist Herr Schulz als Delegirter für lokale Organisation, indem er an das Mißgeschick der Zentral-Orga- nisation der Maurer und Tövfer, die solche seiner Zeit an- bahnten, erinnert, wie leicht dieselbe auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes aufgelöst werden könne; somit die ganze Organisation auf lange Zeit hinaus lahmgelegt ist. Herr Hein- dorf tritt den» Wort.�Organisation" näher und unterzieht die Ursache de§ Bedürfnisses der Arbeiter aller Gewerke, sich zu organisiren, einer schärferen Kritik. Von einem harmonischen Zusammen- wirken zwischen Kapital und Arbeit kann unter der bestehenden verkehrten Produktionsweise keine Rede sein. Leere Ver- sprechungen, Entschuldigungen(die so billig wie Brombeeren sind) seitens der Unternehmer am Zahltage, trotz vorangegan- gener Vereinbarung der Löhne, sind wahrlich nicht geeignet, eine Harmonie herbeizuführen. Die erhöhten Miethen, Lebens- mittel und Steuern drängen den Arbeiter, von seiner Forde- rung nicht abzulassen: dazu kommt die erhöhte Verwendung des Maschinenwesens und die Fortschritte in der Technik.— Redner ist gleichfalls für lokale Organisation. Indem Redner noch das JnnungSwesen beleuchtete und dabei die Worte gc- drauchte:„Wir müssen unfern Arbeitgebern entgegen treten", löste der überwachende Polizeilieutenant auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes die Versammlung auf. Beschwerde wird eingereicht werden. Kr»U P»r»inigung d»r Zupchnrider. Kt»pp»r und PorridrUe Kerlin». Sonnabend, den 8. Auguil 1889, Abend« 8% Uhr, Alte Jakobltrahe Nr, 88: Vortrog de« Herrn M, Baglniko über Handwerker- und Arbeiterbeftre- bungen, Abrechnung der Domvierbtllet� AUgeinein« Kranken- und Slerbekair» der Metallarbeiter lE, H, Nr. 29 zu Hainburg), Filiale Berlin 8.«uderordentliche Mitglieder»-!- lannnlung am Sonnabend, den 3 August, Abend» 8 Uhr, bei P, Gottichalk. Badstrahe 22 Tagesordnung 1..«kaffenbericht pro Mai und Auni, 2. Wahl eine« Beoollmachtigten, 3 Berichterstattung von der Generalverlammlung, Kranken- und KegrSbniVKalse de» Verein» pammtlicher Ke- rus»klass»n tVerrvaltungSstelle III) Mllgliederverlaininlung am Sonnabend, den 8 d M, Abend« 8 Uhr, Brunnensir, 88. Gaste wlllkommen, Verein ,ur Mahrnny der Anteressen der Klavierarbeiter und verwandten Kerns»«,» ollen. Versammlung am Sonnabend, den 8 dS„ Abend« 8% Ubr, in Gratweit« Bierhasten, Kommandantenstrahe 77- 79, Tage«. ordnung, I. Rcchenlchasldbcrtcht vom 2. Quartal, 2 Werkstatt Angelegenbelten, 8«»snahrne neuer Mitglieder NB. Diejenigen Mitglieder, welche»och Blllet« vom Sommcrvergnügen in Händen haben, werden ersucht, dieselben zu be- glelchen,»r»� � Kischler. Heute, Sonnabend, den 3 August, Abend« 8 Uhr, in Jordan« Salon, Neue Grünstr, 28, Mitgliederversammlung, Tage«. ordnung r I, Bortrag de« Herrn Dr. Zadel über„Bakterien und Bakterien- krankdeitcn", 2. Diskussion, 3. VerelnSangelegenhelten, 4, Verschiedene» und Fragckasten Neue Mitglieder werden in der Versammlung ausgenommen, NB Diejenigen Mitglieder, welche die Handwerkerschule besuchen, erhalten die von der Gcwerbcdcputation zugesprochene Unterstühung in der Versammlung °"�8tbisch» Gesellschaft. Sonnabend, den 3. August. Abend« 8% Uhr, Generalversammlung bei Scheffcr. Jnselstrabe 10.- Am Sonntag, den 4 August, Abend« 8% Uhr, bei Hkvdrich, Beulhftrahc 22, 1 Tr., Vortrag und gesellige Unterhaltung. Gäste, Damen und Herren, willkommen, Fachoerein der Kuchbtnder UN» verwandten Kerusdgenolsen. Sonnabend, de» 3. August, Abend« 9 Uhr. Versammlung Annenstr, 18. Tagelordnung, I Vortrag Über.Unsere wirthschastliche Lage", 2, Verschiedene« und Fragckasten, Ausnahme neuer Milglleder Zentratkranken- und' Kegrabuihkals» der Zattler n. s.«. Eonnabend. den 3 August, Abend« 8% Uhr, in Hcvdrtäsi Saal, Beuthstr, 20) Grohc Mitgliederversammlung, Tagesordnung: 1.Kassenbericht pro 2. Quartal, 2 Besprechung innerer«assenangelegenbeiten, 3 Veeschiedene», Der wichtigen Tagesordnung wegen besonder« de« 2, Punkie«, werde» die Mitglieder ersucht, recht zahlreich zu erscheinen, Mitgliedsbuch legitimir« Krrrin der Kauanschläger Kerlin» und Zltngrgend. Generalver- sammluna am Sonniaa, den 4 Äuqust, Vormittag? 10 Uhr, Oranielytraße 51 bei Prcuh Quittungibuch legltunirt, Verein der Varauetbodenlegrr Kerlin». Moutag, den 5 August, Abend« 8 Uhr, bei Jordan, Neue Grllnstrahe 28. Generalversammlung, TagcSordnuna: 1. Wahl de» I,«orsthenden, 2 Vierteliahrci-Adrechnung, 8. Statutenänderung, 4 verschiedene« und Fragekasten, Um zahlreichen Besuch ersucht der Vo> stand,._ «thische Gesellschaft e s e i n u n d w i e s i e n l ck I s c i n s o l l lind) dem Vortrag gesellige Unterhaltting, Damen und Herren al« Gäste willkommen. Fachverein der Puher Kerlin«. Sonntag, den 4, August, Vormit- tag« 11 Uhr, im Palmensaal, Neue Schönhauserstrahe 20, Mitgltederversannn- lung Tagesordnung. 1 Diskuiston über verschiedene RechtSschugsragen, 2 Erlcdigiiiig von UnterstllhungSgcsuchen, 8. BercinSangelegenhciten, 4. Verschiedenes und Kraarbeanlwortung, verein der«insecher Kerlin»(Sischler). Sonntag, den 4, August, Vormittag« ICK Uhr, Neue Friedrichstrahe 44, Generalverlammlung, Tagt«- ordnung. 1 Wahl zweier Vorstandsmitglieder, 2, VorstandSanttägc 8 Ver- einSangelegenheiien, 4. Fragekasten. Soiiatdemokratifcher geseUlub. gesstng". Jeden Montag Abend» 9 Uhr, Wallltrahe 20(Nestaurant Leonhard», Vorlesung und Dlskusfioir, Gäste. duräi Mitglieder eingesilhrt, hahcn Zutritt, Der Verband deutscher Miillergesellen, Filiale Berlin, hält am Montag, den 5. August, Abend« 8% Uhr, im. Saale dt« Herrn Funk. Bergstrahe Nr, 12, eine öffentliche Versammlung ab. wozu sämmtliche Müller Berlin» und straheÄ' eingeladen sind. Der Einberufer: E. Wilke, Perleberger, Verein der parquetbodenleger Kerlin«. Montag, den 5«uaust. Abend« 8 Uhr, bei Jordan, Neue Grünftrahe 28, Generalversammlung. Tage«- oommg: 1 Wahl de« 1. Borsihenden, 2. Vierleljahresabrechnuna, 3. Sta- stitenänderung, 4 Verschiedene« und Fragekasten. Unr zahlreichen Besuch wir» gebeten. Der Borsland, Allgemeine Kranken-«nd Kterbekass» der dentsche« Ar»ch»l»v «. s. w._ Tagesordnung: 1, Kaffcnberlcht vorn 2. Quartal 1889. 2. Wahl eine« Vertrag. lammler«, 3 Bericht von der Generalversaminlnng. MitglirdSbuch kgiÄmiiL. Der Vorstand, ...5'�?'""su» der Kerllner Arbeiter ,nr ersten AUf» bei?n-» gl,ick«faUe». Montag, den 5, August, Abend« 8% Uhr, Alte Jakobstrahe 73. Vortrag de» prakt, Arzt Dr. Bernstein über:„DtphtheritiS und deren»ehmrd» lung". Damen haben Zutritt. Ausnahme neurrTheilnehmer. Um zahl»' reichen Besuch wird gebeten. Vereinigung der Dr»ch»ler Kentschland». OrtSverwalwn««eriin I. Versammlung am Montag, dm 5.«ugnst. Abend« mäzile W Uhr. Annenstr. KL Tagesordnung: l, Geichästlichei. 2, Vortrag dr« Herrn E, Wicchrnann über: „Vortheile»nd Nuhen drr Gewerkschast«. Organlsation". DiSkulsto», 8 Fort- sehung der WeikstcNen- Stattstlk 4, Verschiedene« und Fragekasten. Pfficht särmntlscher Mitglieder ist, zu erscheine» und die noch ouiitchendm Fragebogerr audgesüllt rnitzubringcn Gäste wistkoinmen. Nene Üliitglicder weiden arrs- genommen Vereinigung der Drrch«Ier Deutschland», Orlsoerwalwng Berlin M. Versammlung a>n Montag, den 5 August er,. Abend« 8% Uhr, bei Bolzmann, AndrcaSstr. 28. Tagesordnung■ l. Bericht und Neuwahl des Brvollmächttgten.. 2. Der VerbandSlaa deutscher Drechsler- Innungen in Hamburg vom 24 bis 26. August er. 3 Verschiedene«, Die Mitglieder werden dringend ersucht, in dieser Versammlung Alle z» erscheinen, Groß» össrntltchr Drecholrr- Versammlung am Dienstag, den 6, August, im«ünigstadt-Äastno Holzmarkistr, 72, Ecke Alerandcrstrahe, Tage«. ordnung: 1, Bericht der Kommission über die Sammlung zum internattanalen Kongreh in Pari« 2 Bericht vom internationalen Ardeiterkongreh, Referent. Karl Legten an« Hamburg,(Siehe Anschlagsäulen). Große öffentliche Versammlung der Kuäibinder und verwandte» Kernfogenossen anr Mittwoch, den 7. d. M„ Abend« 8% Uhr. irr Zordasti Salon. Neue Grünstr, 28, TageSordnuna: 1 Bericht der Kommilffon. 2, Die neunstündige Arbeitszeit, 8, Dle OrganisationSfragc, 4. Dlskirssta». 5. Benchtedcne«, zlntrrstühungsverrln der Ha««dien»r Kerlin». Die nächsttver- sammlung nndet nicht am 6„ sondern am 13. August statt, de« grohm am 4," August ln der Pbttharmonie ftattstndcndeu Feste« wegen, daffelbe lst mit einer giohen GratiSvcrloosung sür Dame» verbunden und sind Blllet« noch in dem Bnrcauj Kransenstr, 18, pari, zu haben, Grt»krankrnkass« siir da»«vldschmiede-Gewerb». Am Sonn. abend, den 10. August. Abend« 9 Uhr. sindet eine auhcrordentltche Geneealoer» sammlung der Delegirten in Engel'« Restaurant,.Kölnlicher Garten". Scheren. strahe 12, vorn pari,, statt Tagesordnung: 1. Vorlage de« Beschlüsse« de« Li- z>rf«au«!chuffeS über die Elatulenändenmg vom 28. Mal 1889. 2. Staturen- änderuna§ 26 und ß 61, 3. Verschiedene«, Um zahlreichen Besuch wird ge beten, I, A,: Ad, Behrcnd, Vors, Gesang-, Turn- und gesellige Verein» am Sonnabend: Gelang- verein.Hannonia' Abends 8 Ubr im Restaurant. Alte Jakvbsir. 38.— Männergesangvercln.Treue' Abends 9 Ubr im Restaurant Andreasstraic ft— Männergesangverrin„Erato" Abends 9% Uhr bei Schläwlcke, Kleine Knistr. I_ — Lübeck scher Turnverein(1. Lchrlingsabiheilnng). Abend« 8 Uhr Ellsabrth- strahe 57-58.— Turnverein„Wedding", Pankstr. 9. Männerabtheilrmg»MI BX-1(% Ubr Abends: deSgl, l. LehrlingSabtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends, - ArcndS'sche Slcnograpdciiklasse ded„Berllner HandwerkcrocrcinS" Abends 8% Uhr Sophienftr, 15.- Theater-»nd Vergnügungsvcrcin„Earlta«" Abend» 8 Ubr im Louisenstädtischen vlcrbause. Admiralslr, 38.— Theater- und Bei. gnügungSgesellschaft„Treue" Abends 8% Uhr in Bobert'S Ballsalon, Weinstr. IL — Vergnügungsverein„Schneeglöckchen". Abends 9 Uhr in Vettin« Bierhav«. Vcterancnstr, 19.— Gelelllgkcitsklub„Lustig" Abend« 9% Uhr im sttcstauranr Wcichclt, Taubenftr, 45.— Verein der Tauben freunde Abend« 8% Uhr im Restaurant Hlllmann, Manteuffelstrahr 88.- Dänischcr Verein„Freya" Abends 9 Uhr im Nestaurant Poppe, Lindenftr, 106,- Verein der Württemberg« Abends 8X Uhr bei Vaihrnger, Dorotheenstr, 84.— Verein ehem. Schüler d« 84. Gemeindeschuie Abend« 9 Uhr(in Restaurant, Koppenftr, 58.— Verein ehem. M, E, Lnlhcr'scher Schüler Abends% Uhr im Restaurant Borimnm. Ohmgastc 2,- Rauchklub„Portorico" Abend« 9 Uhr bis 11 Uhr Köpnickrr» strahe 167 bei Schulz,— Rauchklub„Qualm" Abend« 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.- VergnügungSvcrcln„Luftige IS" Abends 9 Uhr iin Restaurant Albrrcht, Annenstr, 9.— Tamdourvrrein„Sedan" Sitzung Abends 9 Uhr, Grüner Weg 9-10, Ausnahme neuer Miigliedcr— Tamdourverein .Herz Innig", Abends 8 Udr, Sitzung im Restaurant Strahburgersttahe 5 Dirigent»nd Vorsitzender Fritz Laukaut, Sprech p�ctl« Die Redaktion stellt die Benutzung des SprcchsaalS, soweit Raum dafür abzu- geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angeieqenheiien allgemeinen Jntcreffc« zur Verfügung;»r verwahrt sich abrr gleichzeitig dagegen, mit dem Jnhait deffclben identistjjrt zu werden, In Angelegenbeit der Arbeiiseinstellung in der Maschinen- fabrik von Max Hasse u. Comp, erlauben sich Unterzeichnete folgendes zu erklären: Erstens ist uns nicht bekannt geworden, daß Kollege Becker vor seiner Abreise nach Paris seine Entlassung bekommen hat. Zweitens sind wir bei jeder Besprechung ausge- schlössen worden. Daher sehen wir uns nicht veranlaßt, die Arbeit niederzulegen; denn eS war Pflicht und Schuldigkeit, sämmtliche Kollegen bei dieser Angelegenheit, die ja für jeden eine Existenzfrage ist, zu Rothe zu ziehen. Es kann doch niemand verlangen, daß 160 Arbeiter ohne weiteres sich dem Beschluß von 22 Kollegen sügen werden, zumal Kollege Becker erklärt hatte, auf seine Wiedereinstellung verzichten zu wollen. Wir waren der Meinung, wenn wir Kollege Becker materiell unterstützt hätten, unsere Pflicht erfüllt zu haben. Wir erklären im Einverständniß mit sämmtlichen weiter arbei- tenden 160 Kollegen das Vorgehen der 22 Kollegen, welche die Arbeit niederlegten, für ein eigenmächtiges und ungerechtfertigtes, das die Arbeitersache nur schädigen kann. Wenn der Berichterstatter über die am 30. v. M. stattge» fundeue Metallarbeiterversammlung meint, wir hätten, während die Kollegen ihr Werkzeug abgaben, uns über die Sachlage genua informiren können, so muß man die Hohlheit seiner Ansicht bewundern. Mit dieser Erklärung ist für uns die Sache erledigt. Im Namen sämmtlicher weiterarbeitenden Kollegen: Ernst Pflug, Wiesenstraße 10. Julius Thomas, Triftstraße 5. Emil Biele, Reinickendorf, Lette-Allee 17. Vermisiihkos. Urber KrrftrUung liünftlicher Kribe berichtet de Char- donnet in den„Comptcs rendus". Nach seiner Ansicht können die Eigenschaften der natürlichen Seide, die gleichmäßige Zu- sammensetzung des Fadens, seine'optischen Eigenschaften wie Durchsichtigkeit und Glanz nur davon herrühren, daß sie durch Verspinnen einer Flüssigkeit entstehen. In der That gelang es ihm, durch Verspinnen von Kollodium ein der Seide ahnnches Produkt zu erhatten, wenigstens so weit es die physikalischen Eigenschaften betrifft. Da Cellulose selbst nicht leicht m Losung gc- bracht werden kann, so benutzte er eine Ortomtro- Cellulose(borge* stellt au« Baumwolle durch Salpetersäure), von der sich 6,5 Thnlr in 100 Theilen eines Gemisches von 38 Theilen Aether und 42 Theilen Alkohol lösen. Diese Kollodiumlösung wurde i» ein kupfernes Gesäß gebracht, und durch besondere Vorrichtun- gen der Druck im Gesäß gleichmäßig auf mehrere Atmosphäre« unterhalten. Das untere Ende des Gesäßes mündet in ein System von Glasröhren, die in Haarröhrchen endigen, so daß die Kollodiumlösung in seinen Strahlen aus den Röhren aus- fließen kann. Die Glasröhren sind von anderen, weiteren um- schloffen, die mit Wasser gefüllt werden. Sobald die Kollodiumlösung ins Wasser gelangt, gerinnt sie in Form seiner Fäden. Diese treten mit dem herausflie- ßenden Wasser aus, werden durch mechanische Vorrichtung erfaßt und auf Rollen gedreht. Durch Erwärmen in Salpeter- säure vom spezifischen Gewicht 1,32 bis auf 35 Grad und lang». samtS Abkühlen bis auf 25 Gr. verliert die Nitrocellulose den größten Theil der Salpetersäure. Sie wird auf diese Weise der Explosionsfähigkeit beraubt, so daß der praktischen Verwen- dung der so gewonnenen Fäden nichts im Wege steht. Chardonnet machte sie sogar noch weniger brennbar als Baum- wolle selbst durch Tränken mit einer Lösung von phosphorsaurem Ammon. Auch gegen die Lösungsmittel der Nitrocellulose ist das er- halteneProdukt unempfindlich. Die physikalischen Eigenschaften der Cellulose-Seide stimmen mit denen der natürlichen überein. Die Fäden haben eine zylindrische Form: ihr Durchmesser gehtvon Ibis 40 Mikromillimeter. Sie ertragen einen Zug von 25 bis 35 Kilogramm pro Ouadratmillimeter, die natürliche Seide aus den Cocons 30 bis 45, gekochte Seide 15 bis 20 Kilogramm. Der Glanz ist stärker als derjenige der natürlichen Seide. Die Cellulosenseide saugt Flüssigkeiten, wie Färb- und Salzlösungen mit Leichtigkeit auf. Sie laßt sich so gut wie die natürliche färben. Größere Mengen hat Chardonnet noch nicht dargestellt, so daß das Ganze wohl nur als ein vorläufiger Versuch angesehen werden kann, der noch vieler Verbesserungen bedürftig ist, um das Verfahren zu einem technisch verwerth- baren zu machen. Einige Proben der Kunstseide sollen auf der Pariser Weltausstellung zur Schau gestellt werden. #(« Ktenographeustärlrungsmittel. Ein Herr Porter will eine sehr eigenthümliche Erfindung gemacht haben. Es heißt darüber in den Verhandlungen des Stenographenvereins im Staate New-Dork: Wenn sich der Stenograph nach langer Anstrengung todtmllde fühlt, soll er durch eine Maschine neu gekräftigt werden. Diese geheimnißvolle kleine Maschine befindet sich in einem Büchschen von Zinn, welches man in einer Tasche unmittelbar unter dem Arme trägt. Durch einen Druck des Armes wird sie in Thätigkeit gesetzt. Sie steht durch zwei haarfeine Drähte, welche unter der Kleidung bis in das Kopfhaar gehen, mit einem anderen kleinen Mechanismus in Ver- bindung� Dieser ist in einem ledernen Kästchen enthalten, das unter einem Seidenkäppchen verborgen ist, welches man bei Beginn der Arbeit aufsetzt. Merkt der Stenograph nun, daß ihm die Kraft ausgeht, so übt er den erwähnten s chwachen Druck auf die Zinnbüchse aus— kladderadatsch wächst seine Kraft wieder, die Hrrnthätigkeit steigert sich, und er kann dem schnellsten Redner mit Leichtigkeit folgen. Außerdem kann der Grad der neube- lebenden Kräftigung durch eine Schraube geregelt werden— wahrscheinlich, damit die Stärkung nicht über das menschliche Maß hinaussteige und der Redner dem Stenographen nicht mehr nachkommen kann. Wenn nun aber einmal die Schraube — locker wird? Seit einigen Jahre« kennt man eine merkwürdige Naturerscheinung, den sog. klingenden Sand, über welchen sich die Beobachtungen in letzter Zeit gemehrt haben. Zuerst nahm, nach der„Post", Meyen wahr, daß der Quarzsand des Juragebirges auf Bornholm bei jedem Schritt, namentlich bei etwas träger, schleichender Bewegung einen schrillen, kreischenden Ton von sich giebt. Auch der Strandsand in Kolberg in Pommern soll unter dem Tritt des Wanderers tönen, ebenso besitzt der Sand am oft- preußischen Strande, zumal auf der Kurischen und Frischen Nehrung die Eigenschaft, bald lauter, bald leiser zu klingen, jedoch nicht zu jeder Zeit. An derselben Stelle, wo TagS zuvor der schrille Ton mit Leichtigkeit derart zu steigern war, daß manche Passanten sich die Ohren zuhielten und selbst das Tosen der Brandung das pfeifende Kreischen nicht ganz zu übertönen vermochte, gelang es in den folgenden Tagen trotz aller Bemühungen nicht, auch nur das leiseste derartige Tönen hervorzurufen. Am ehesten ließ sich der Ton noch hervorbringen, wenn bei nachlassendem Winde oder beim Zurücktreten der See der Strand ftisch entblößt und im Sonnenschein schnell getrocknet war, so daß also der eigentliche Grund des Klingens nicht in der Zusammensetzung des Sandes zu suchen ist, sondern in gewissen physikalischen Bedingungen der Lagerung und des TrockenzustandeS des Sandes. Zu einem ähnlichen Ergebniß ist nun unlängst auch Dr. Carrington Bolton (New- Park) gelangt, welcher den rn der Nähe von Suez vorkommenden und aus Reisebeschreibungen auch schon länger bekannten tönenden Sand näher untersucht und eine Mittheilung überfeine Beobachtungen in der„Egyptian Gazette" veröffentlicht hat. Ter tönende Sandberg liegt etwa 4s Stunden von dem der Ostküste des Meerbusens von Suez entlang laufenden Gebirge Schebel-el-Tor entfernt, ist drei Meilen lang und etwa 1200 Fuß hoch und besteht aus weißen Sandsteinen, denen stellenweis mächtige Lager feinen gelben Flugsandes an- gelehnt find. Eines von diesen Lagern hat die Eigenthüm- lichkeit, einen tiefen Ton von sich zu geben, sobald der Sand entweder durch den Wind oder künstlich, mit Hand oder Fuß bewegt, den Abhang hinabgleitet. Der Ton ist ganz verschieden von dem oben erwähnten hellen Klang des Küftensandes, er erinnert vielmehr an den tiefen Baß einer Orgelpfeife oder eines entfernten starken DonnerS. Bei den Beduinen herrscht der Aberglaube, daß die Töne von einem im Innern des Berges verborgenen Kloster hemihren und zwar von einer Handirommel(NagouS), wie sie noch jetzt in dem Sinaikloster benutzt wird, und die Beduinen nennen den Berg deshalb Schebel- Nagous. Es gelang Dr. Bolton, auch noch an einer anderen Stelle tönenden Sand aufzufinden: einem Jßsigel des Wadi Werdau. An den abschüssigen an Stellen desselben hat sich unter dem Einfluß des Nordwindes feiner Flugsand abgelagert, der eine so eigenthümliche Beweg- lichkeit hat, daß jede in dem Sand hervorgerufene Verliefung durch Zusammenfließen desselben wieder ausgefüllt wird. Dabei entsteht dann ein liefer Ton, der zwar nicht so laut wie am Schebel- NagouS, aber immerhin noch auf hundert Schritt Entfernung deutlich vernehmbar ist. Als der Sand ziemlich gründlich auf- gewühlt wurde, konnte am folgenden Tage nach einer recht kalten Nacht kein Tönen mehr hervorgerufen werden. Dr. Bolton glaubt, daß der tönende Sand sich namentlich in der Wüste wohl öfter finden lassen dürfte. Upber»in- Kohrpoftv-rbindung swischen FranK- --ich und England berichtet die„Handels- und Gewerbe- Zeitung: Nachdem durch den bekannten Beschluß des englischen Oberhauses die Frage des unterseeischen Eisenbahntunnels zwischen der französischen und englischen Küste bis in unbc- stimmte Zeiten vertagt worden ist, gewinnt das Projekt einer Rohrpostoerbindung zwischen den beiden Ländern um so mehr an Bedeutung, als es die vermeintliche Gefahr einer plötzlichen Invasion Großbritanniens durch die Franzosen ausschließt. Der Durchmesser des Postrohrs soll so groß werden, daß dieses den größten Theil des Briefverkehrs überwältigen kann. Als UebergangSort ist die schmälste Stelle des Canals zwischen Dover und Calais in Aussicht genommen, und sollen zwei möglichst dünnwandige Stahlrohre von je 1,80 m Durchmesser, welche in einer Höhe von 50m über der Meeresoberfläche an mannesdicken Stahldrahttauen aufgehängt werden, zur Aufnahme leichter Briefwagen dienen. Die Drahttaue sollen alle 1200—1500 m über mäßig starke Pfeiler gehen, welche sich in einfacher Weise an günstigen Punkten des Meeresbodens fundiren lassen. Als Betriebskraft für die etwa 600 Pfund Brieffchasten fassenden Wagen ist die Elektrizität gewählt worden, welche durch eine geeignete, durch die Rohre gehende Leitung auf an den Wagen montirten Dynamos übertragen wird und d,e Wagenräder in Umdrehung versetzt. Das Projekt ge- winut um so eher die Aussicht auf eine nahe Verwirklichung, als die Kosten verhältnißmäßig wenig, nämlich nur 18 Mill. Mark betragen. Sbytblülhe. Die„Kölnische Ztg." veröffentlicht gegenwärtig einen Roman von Theodor Duimchen. Dieser Roman bat den Titel„Kopf und Herz". Bei dem Herrn Verfasser scheint nun zuweilen der Kopf mit dem Herzen durchzugehen, denn in einer der Roman-Fortsetzunaen findet sich die folgende schöne Stelle:„Der Lieutenant sah sie starr an. Der Ueber- gang war zu jäh für ihn. Eben noch finstere Nacht' TO ihm, verzweifelte Entschlossenheit, die keinen Ausweg mehr sieht, und nun alles verscheucht wie Wetterwolken, und sonniges Glück wieder sein!?! Er sank aufs Knie und küßte Manuelas Hand. Wie groß und edel sie war." Manuela nämlich, nicht die Hand, wie man nach dem feinen Stil des Autors leicht glauben könnte! Dcpcsckicn. >26 393 474 529 643 51 62 98 711 884 965«7024 109 30 257 13001 374 412 583. 24 874 980 81««341 58 461 92 522 65 642 46 700 853«»004 26 68[1500] 87 90 288 322 31 449 700 811 82 987 7 6078 128 248 64 397 516(30001 75 607[300] 21 66 1500] 751 863 71138 201 409 339 45 504 61 610 30 7*161 204 791 878 73097 245 315 434 600 15001 16 707[500] 833 970 7 4333[300] 60 91 445 604 741 13001 93 811 38 60 7 5419 510 29 680 756 805 7 115001 927 32 76174 97 317 451 92 804 8 84 7 7011 39 71 92 306 63 466 574 624 749 856 96 911 78165 295 331 94 99 624[30001 69 67 82 723 33 62 884 952 66 67 7»281 339 42 499 634 80 742 851 986[300] ««093 101 61[1500] 436 38 717 78 997 81157 205 17 94 339 564 610 54 702 42 96 852«*309 30 484 86 96[1500] 677 753 70 8 3053 120 1300] 36t[30001 438 80 98 566 721 53 889 84157 79 348 49[360] 4U 652 85 776 836 8 5080 173 273 80 81 84 88 368 95 96 730 906[500] 8«U01 202 32 55[3000] 63 82 375 81 632 848[5001 76 951 87147 79 283 509 18 60 89 695 726 874 932 88062 74 88 161 237 330 443 612 770 815[30001 20 8»043 171 300 478[500] 557 84 86 665 95 705 74 ««031 203 30(5001 361[500] 72 93 99 647 853 86»1219[1500] 75 340 41 15001 450 624 600 876 966[3001 69 95»*063 193 211 18 41 89 434 73 96 552 66 610 26 38[1500] 721 99 963»3218 57 302 454 536 10. Ziehung der 4. Klasse 180. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 2. August ms, NnMuiitlag?. Hut die Gewinne übet*1« SJIart stud den delregcndeü Nummer» in Purrnihcfr beigefügt. 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