etwa« ju I; «f gebt»- muß der überl-� igent die nhmen k 185. Sonnabends den 10. August 188 9. «. Jahrg. eine P�° k , cmvfarigt". elben ein ö!» KZ W ■ÜM il!' SerlimWlMM. Krgan für die Interessen der Arbeiter. »sibtw. � Das„Berliner V i«';§ Morgens außer nach Sonn- und Fe Berliner Bolksblatt" � AbonnementsprnS für Berlm frn 5 mertdiöfirfid) 4 Mark, monatlich 1�5 Äark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer kÄ.. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer tpevitwn Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemenl 4 Mark pro Quartal. K» Ä..,(Eingetragen in der PostzeitungSvreisliste für 1889 unter Nr. 866.) � Ilnslaiid? Täglich uuter Krciizbano durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträft für die 4 gespaltene Petit-eile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS. Anzeigen 20 Pf. Inserate werben bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zlmmcrstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. D,e Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher: Amt vi. Ur. 4106.,-«- Vedakkion: Nouthstratze S.— Exprdition: MmmerPtvMe 44. m i ÜB« ©te einheinrifrlre»» «Ho fvcmOcn tlvlicitcv tu Oer Srlxiveij. jouu?" Chauvinismus, diese häßliche Sumpfpflanze, hängt, � nicht atiö fiprrfAfftAftrtPrt(Sn'hthpn pnpunl unb ITö7� Ä W S N »FF 140 U); i p# III SW 'iflen . aus herrschsüchtigen Gründen erzeugt und wird, unverkennbar mit den wirthschaftlichen Ver- zusammen. Im Kampfe ums Dasein zieht sich derer zu, denen er im Wege steht. Es ist Hb« v®p derer zu, denen er im Wege steht, tjä tsi HA., ob es sich um den Konkurrenten des Unter i..® auf dem Weltmarkte oder um den des Arbeiters Wesi So werden die Engländer mit ihrer großartigen .eiiieT' 4"� ihrem weltumfassenden Handel von den dst p: Nationen mehr oder weniger angefeindet, weil sie (W Hi Nation bald da, der anderen bald dort in die �.'°?_men und das Absatzgebiet streitig machen. Die niurr'- ��iter hassen wegen ihrer vernichtenden «WBh.yy t yu||tu VVVI»H�«VIIVV.» Stnjf, Hiz die Chinesen und wußten es durch eine große züt � erreichen, daß aeaen sie das Einwanderungs- gstg- n« cutiojen, daß gegen sie das Einwanderungs- beschlossen wurde. Die Franzosen sind den Arbeitern iB&Jr'Hj nicht sehr freundlich gesinnt, weil dieselben zu Löhnen arbeiten. Die Deutschen empfinden große "xifo v?® Segen die Polen, die Böhmen, Ztaliener ze., Wi�A'Hch ihre geringeren Lebensansprüche die Löhne r' 3n Oesterreich stehen sich die verschiedenen «»s hj.»feindlich gegenüber. Die Deutsch-Oesterreicher sind Schechen und Slovenen, Kroaten und Ungarn ge- i>»d o? schlecht zu sprechen, weil dieselben bedürfnißloser Vv Jh selbst und daher für geringere Löhne arbeiten. 3%*,� �Zweiz ist man vielfach gegen die„Schwabe n", >.l14 Mok"Hchem Sammelnamen alle Ausländer zusammen- >5 Wmjr.'�tben, verstimmt. Auch hier behaupten die ein- �ipfi�s? Arbeiter, daß ihnen namentlich die Deutschen eine sie sich ch° und erdrückende Konkurrenz bereiten und daß "i'tfit•"'ei wohler befinden würden, wenn diese Fremden Lande wären. Diese Auffassung ist in der JetL;,;, unter der einheimischen Bevölkerung eine weit- fysiolXpJ;, und selbst ein Theil der schweizerischen »icht?°?ulischen Arbeiter ist von diesem Jrrthum Wurde doch erst kürzlich in der %, 0"mme" in einem Leitartikel in dieser Frage ge- lli> L' die Deutschen billiger arbeiten, als die Schweizer Vauf �selben eine harte Konkurrenz bereiten". Sogar % hier hingewiesen,„daß deutsche Kellnerinnen »». enn.,(/k_ verdrängt" haben sollen. Wir müssen sa V laiC.tl H ä# tiö7 M SetBofri?� �n gut sozialistisches Blatt durch solches Zeug �ionnr ber Unwissenheit ein Kompliment macht und die % Hi Vorurtheile fördert. .uuserer Auffassung und der Kenntniß der hier in 2r kommenden Verhältnisse geht es auf keinen Fall � �' Seite der schweizerischen Arbeiter von einer ..... UillcfOII. j, Q)#% o m ic tt r*. Roma» rzpu Maurus I ü k a i. Siebentes Kapitel. % Das Brautkleid. Tagen also sollte die Hochzeit sein lnd��g�Ztachmittag ging Athalie der Reil eihe nach ihre Me besuchen. Es ist das Privilegium der Bräute, �ihen vl� �uche allein, ohne mütterliche Begleitung, "Uen"Ursen; haben sie doch einander so viel anzuver- i*)«»«äs letzte Mal in ihrer Mädchenzeit! »»"Ä& war?°phib konnte sonach zu Hause bleiben. ■ 1 kroh, endlich einen Tag im Jahre zu lj Ruche T dem sie nicht auf Besuch %%%: aSÄ"« 3� 1 rm zu gehen oder ...»...........—...... cht genöthigt ist, �atiov'��bunne ihrer Tochter abzugeben und deutsche Kon- k? sie""Buhörru, von der sie kein Wort versteht, sondern HcheJ» Hause bleiben und an ihre glückliche Swben- °kchen 1, Zurückdenken kann, an die Zeit, wo sie an einem Neuen Sonntagsnachmittag sich die Schürze mit ge- sei,«» �kben füllte und sich dann vors Haus auf die fii.Niamt's"Hi dort bis zum späten Abend, während sie f/HSen? einzeln auslöste und zerkaute, mit dem j, Het � /Imbe lustig zu plaudern. Heute wäre auch ein � Ä und gesottene Maiskolben sind L allem sein zu können; Pen Kukuruz nicht v«.. Itteut. Schließlich fand sich ebenbürtige Gesell- ÄiÄ»'' Hau t flochten Kukuruz nicht essen, der Hülsen wegen, ' Aß 6m"»'■mmjt—' �'' schädigenden Konkurrenz durch die Deutschen zu reden. Der größte Theil der in der Schweiz lebenden ausländischen Arbeiter stammt aus Süddeutschland; jeder, der die Lebens- weise der süddeutschen Bevölkerung kennt und auf der anderen Seite die der Schweizer, der wird bei einem Ver- gleiche der beiderseitigen Lebensgewohnheiten keinen wesent- lichen Unterschied konstatiren können. Wenn also in diesem wichtigsten Punkte Uebereinstimmung herrscht, so ist damit auch schon die annähernde Gleichartigkeit der Löhne aus- gesprochen. Täuschend wirkt hier nur die verschiedene Geld- Währung, indem man bei der Frankenwährung mit etwas höherer Ziffer zu thun hat, als beim deutschen Gelbe. Allein das ist auch nicht immer der Fall. Die Tausende schweizerischer Textilarbeiter, Seidenarbeiter, Ssicker, Zigarrenarbeiter, Strohflechter%., die einen Tagelohn von 1,50 Fr. bis 2 Fr. verdienen, haben ebenfalls nicht mit großen Zahlen zu rechnen. Wie haltlos die Behauptung ist, daß die deutschen Arbeiter die Löhne drücken, zeigt sich hier an der Thatsache, daß in den vorgenannten Industrien fast ausschließlich nur schweizerische Ar- beiter beschäftigt sind und daß ihre erbärmlichen Hungerlöhne, an Thüringen, Schlesien u. s. w. erinnern. Wir sehen also, daß bei den Industrien mit den schlechtesten Arbeitslöhnen fast gar keine Ausländer thätig sind und sie daher auch für die erbärmlichen Verdienste nicht verantwort- lich gemacht werden können. Die meisten ausländischen Arbeiter sind wohl in den verschiedenen Gewerbszweigeu beschäftigt: namentlich die Schneider, Schuhmacher, Schreiner, Glaser, Buchbinder, Metallarbeiter ic. Einige dieser Gewerbszweige sind auf die ausländischen Arbeitskräfte angewiesen, z. B. die Glaser, die durchaus deutsche Gehilfen beschäftigen, da diesen Beruf nur sehr wenige Schweizer erlernen. Zum großen Theil auf ausländische Arbeitskräfte an- gewiesen sind serner die Schuhmacher(Gewerbetreibenden) und die Schneider und Buchbinder. In der Schreinerei sind schon viele Schweizer beschäftigt, wohl die überwiegende Mehrzahl, und in der Eisenbranche bilden die Ausländer gegenüber den einheimischen Arbeitern ebenfalls einen nicht großen Bruchtheil. Die Schweizer ziehen die Arbeit in den Fabriken der in den kleinen Werkstätten der Gewerbetreiben- den vor. In der Landwirthschaft find wohl ohne Ausnahme nur Schweizer thätig.. Die besten Löhne sind in der Maschinenbranche und der Uhrmacherei anzutreffen; in der letzteren sind ebenso wie in der ersteren hauptsächlich schweizerische Arbeiter beschäftigt. Ohne den Einfluß und oie örtliche Konkurrenz ausländischer Arbeitskräfte können wir bei den eigentlich nationalen Industrien, der Stickerei, der Seiden- und Textilindustrie auf der einen und der Uhren- und Maschinenindustrie auf der anderen Seite bedeutende Differenzen in der Lohnhöhe kon- statiren. So giebt der Fabrikinspektor Dr. Schüler den Jahresverdienst eines Baumwollspinners auf 560,— Fr. schaft ein. Timea kam zu ihr hingeschlichen. Auch sie hat heute nichts zu thun; mit der Stickerei ist sie fertig und das Brautkleid befindet sich schon beim Schneider, der es bis zur letzten Stunde des letzten Tages sicher fertig machen wird. Timea paßt gerade auf die Küchenbank neben Frau Sophie. Gleich ihr ist sie ein Wesen, das im Hause nur geduldet wird. Der Unterschied zwischen beiden besteht blos darin, daß Timea sich für ein Fräulein hält, während alle Welt weiß, daß sie nur ein Dienstbote ist, von Frau Sophie aber weiß Jedermann, daß sie die Herrin des Hauses ist, während sie selber das Gefühl hat, nur ein Dienstbote zusein. Timea also hockte sich auf die kleine Bank neben Frau Sophie, gerade so, wie es die Kindsmagd und die Köchin thut, welche, wenn sie die ganze Woche sich gezankt haben und ausgezankt worden sind, am Sonntag sich zusammensetzen und mitein- ander schwatzen. Nur drei Tage waren noch bis zur Hochzeit. Timea sah sich vorsichtig um, ob kein Lauscher in der Nähe, der sie hören konnte, und fragte dann mit leiser Stimme Frau Sophie:„Mama Sophie! Sag' mir doch, was ist das eine Trauung?" Frau Sophie zog den Kopf zwischen die Schultern, schüttelte sich wie Jemand, der innerlich lacht und schielte mit verfchmitzten Augen nach dem ftagenden Kinde hinüber. Ganz mit der boshaften Schadenfreude, wie sie alten Dienstboten jüngeren gegenüber eigen zu sein pflegt, ging sie auf die � Abs« lächerliche Einfalt des Kindes ein, in der Absicht, sie noch das ist Dir etwas Wunder- zu nähren.„3a, Timea," begann sie im salbungsvollen Tone einer Mürchenerzähterin, fchönes. Du wirst's ja sehen." „Ich wollte schon einmal an der Kirchenthüre lauschen," berichtete Timea offenherzig;„ich hatte mich hingeschlichen, als gerade eine Trauung dort stattfinden sollte; Alles, was ich sehen konnte, war aber nur, daß die Braut und der Bräutigam zu einem schönen goldenen Schrein hingingen." „Das war der Altar." (— 448,— M.), den eines Baumwollwebers auf 600,— Fr. (— 480,— M.), eines Seidenwinders(inkl. der Kinderlöhne) auf 354 Fr.(— 283,— M.), eines Seidenzwirners auf 460,— Fr.(— 368,— M.), eines Webers resp. Weberin ans 740,— Fr.(-- 592,— M.), eines Stickers auf 468,— Fr. bis 780,— Fr.(— 374,— M. bis 624,— M.) im Durchschnitt an; ähnlich sind die Löhne der Baumwolldrucker der Bleicher, Färber k. Für die Arbeiter der Maschinenindustrie berechnet Dr. Schüler den durchschnittlichen Jahresverdienst auf 1071,— Fr.(— 857,— M.) Ebenso oder vielleicht noch etwas besser dürften sich die Uhrmacher stehen. Zwischen den Stickern und Eisenarbeitern möchten wir die Schuh- macher und Schneider einreihen; etwas höher im Jahres- Verdienste als diese stehen sich die Schreiner, Glaser und Buchbinder. Die Glaser, wie schon bemerkt, fast aus schließ- lich Deutsche, haben wohl von s ä m m t l i ch e n Ar- beitern in der Schweiz die beste gewerkschaftliche Organisation, da alle Kollegen, bis auf einige in abgelegenen Dörfern arbeitende derselben angehören. Sie haben einen Minimallohn von 4,50 Fr. pro Tag. Bei dem Streik von 1887 waren es nur wenige Schweizer, die sich dem Ausstande nicht anschlössen. Die Gewerkschaften der Schneider, Scyuhmacher und anderer Berufe haben in ihrer Mehrheit nur die ausländischen Arbeiter'zu Mitgliedern; diese sind es also, welche kein Opfer scheuen, um ihre ökonomische Lage zu verbessern. Bei den Metall- arbeitern, Uhrmachern, Schreinern%. sind die ausländischen Kollegen meistens vollzählig in den Gewerkschaften, während ein großer Theil der schweizerischen davon nichts wissen will und seiner Gewerkschaft den Turnverein, Gesangverein oder die Schützengesellschaft vorzieht. Die Textilindustriearbeiter, die, wie schon dargethan, bis auf etwa 2 pCt. lauter Schweizer sind, besitzen überhaupt keine gewerkschaftlichen Organisationen; sie lassen sich geduldig jede Behandlung ihres Fabrikpaschas gefallen und leisten manchmal mehr in Servilismus gegen ihre„Brotgeber" und ihre übrigen Vorgesetzten, als der in einer Monarchie aufge- wachsene und erzogene Arbeiter. Soweit diese Är- beiter dem politischen Grütliverein angehören, bilden sie nur einen Hemmschuh für dessen Fortschreiten. Bei Streiks sind es zumeist in erster Linie die aus- ländischen Arbeiter, die ihren Unterstützungsbeitrag leisten, und ihre speziellen deutschen Organisationen bringen für manche Streikfache mehr Opfer, als selbst die bedeutendsten Sektionen des Grütlivereins. Wie man unter solchen Umständen, die den schweize- rischen Sozialdemokraten ja sehr genau bekannt sind, davon sprechen kann, daß die deutschen Arbeiter den schweizerischen eine schädigende Konkurrenz bereiten, ist uns unersindlich. Wir behaupten im Gegentheil, daß die deutschen Arbeiter vielfach es sind, die eine Verschlechterung der Verhältnisse zu verhindern suchen und es auch vermögen. Wir kennen Fälle, „Dann bemerkte mich ein böser Junge und trieb mich fort mit dem Ruf:„Hinaus da, Du Türkenniädel!" Da lief ich davon." „Also weißt Du", begann Frau Sophie zu erklären, indem sie die gesottenen Maiskörner einzeln von den Kolben ablöste und in den Mund steckte,„dann kommt der hoch- würdige Herr, der Pope, mit einer goldenen Mütze auf dem Haupt, um die Schultern einen langen Mantel von rau- schender Seide mit Gold gestickt und ein großes Buch mit Klappen in der Hand tragend. Der liest und singt dann wunderschön. Bräutigam und Braut knien dann nieder auf die Stufen des Altars. Der Pope fragt dann den Bräutigam und auch die Braut, ob sie einander lieb haben." „Und darauf muß man antworten? „Natürlich, Du Närrchen. Und nicht nur das muß man sagen, sondern der Geistliche liest auch noch aus jenem großen Buch zuerst dem Bräutigam und dann der Braut den Schwur vor, daß sie einander immer lieben und ein- ander nicht verlassen werden, bis der Tod sie scheidet. Das schwören sie bei Gott Vater, Gott Sohn und heiligen Geist und der gebenedeiten Jungfrau Maria und allen Heiligen, in alle Ewigkeit, Amen! Und das ganze Chor singt das Amen nach. Hernach nimmt der Geistliche von einer silbernen Schüssel die beiden Trauringe und steckt den einen der Braut, den andern dem Bräutigam an den Finger, legt ihre Hände in einander und wickelt ein goldenes Gürtelband darum. Der Kantor aber und der Chor singen zur Orgel:„öospodi Pomilaj! Gospodi Pomulnj!" O, wie gefiel Timea das melancholisch klingende Wort. ,, Gospodi Pomilaj 1" Das ist gewiß ein segenbringender Zauberspruch. ,,Dann bedeckt man den Bräutigam und auch die Braut mit einem geblümten, schweren Seidenstoff vom Wirbel bis zur Zehe, und während der Pope den Segen über sie spricht, daß deutsche Arbeiter in großen Fabriken eS ablehnten, Ar- Leiten zu niedrigen Akkordansätzen zu übernehmen und lieber zum Wanderstabe griffen, als daß sie die Hand zur Herab- drückung des Lohnes geboten hätten; schweizerische Arbeiter übernahmen aber, ohne ein Wort zu verlieren, die schlecht- bezahlte Arbeit. Daß es übrigens auch unter den 100 005 Deutschen in der Schweiz, wovon wohl zwei Drittel Arbeiter sind, solche giebt, die sich Alles gefallen lassen und um den elendesten Schundlohn und bei der schlechtesten Be- Handlung arbeiten, sei rückhaltlos zugegeben; aber wir können nicht zugeben, daß daraus gegen die ganze deutsche Arbeiterschaft in der Schweiz Waffen geschmiedet werden. Solche servile Elemente finden sich in der schweizerischen Arbeiterschaft sehr zahlreich und man kann ruhig behaupten, daß dieselben in den Reihen der hier lebenden deutschen Ar- beiter verhältnißmäßig weniger vertreten sind. Obwohl das Kleinbürgerthum und die Bourgeoisie es sind, welche die ausländischen Arbeiter in ihrem Dienste haben, stehen sie doch in ihrem wohlverstandenen Interesse nicht an, das Vorurtheil der einheimischen Arbeiter zu ihrem Vorlheil auszunutzen, und indem sie den Chauvinismus der- selben fördern und schüren, ein gemeinsames Marschiren der einheimischen mit den ausländischen Arbeitern zu verhindern. Sie treiben die Unverfrorenheit so weit, daß sie beständig in ihrer Presse das Kapitel der ausländischen Arbeiter- und Waarenkonkurrenz variiren und dieselbe dafür verant- wortlich machen, daß sie, die Herren, die Millionäre ihren fleißigen Mitbürgern leider keine höheren Arbeitslöhne zahlen können. Wenn trotzdem die Erkenntniß der wahren Ursachen der sozialökonomischen Misere mehr und mehr um sich greift und langsam die Scheidung der Bevölkerung in bewußte und scharf ausgeprägte Klassen sich vollzieht, so ist dieser Fortschritt zweifellos das Verdienst der Sozialdemokratie und wir stehen nicht an, ein großes Theil desselben dem Grütli- verein zuzuschreiben. Das Zentralkomitee desselben liefert den Sektionen die beste sozialistische Literatur für ihre Bibliotheken und betreibt damit die Ausbildung der schwci- zerischen Arbeiterschaft zur Sozialdemokratie systematisch. Das Weitere besorgen die Diskussionen und Vorträge und die sozialistischen Blätter. Der Vorwurf der Kapitalisten und ihres Anhanges gegenüber den deutschen Arbeitern, daß sie die schweizerische Arbeiterschaft unzufrieden machen und aushetzen, ist oder vielmehr war nicht ganz unbegründet. Die heutige schweize- rische Arbeiterbewegung ist in der That das Werk deutscher Demokraten und Sozialdemokraten. Der Griinder des Grütli- Vereins selbst, der Badenser G a l e e r, der in Genf als Lehrer wirkte, war also ein Deutscher; der Arbeitersekretär G r e u l ich, der seiner Zeit durch schriftstellerisches Wirken sehr zur Entstehung der Arbeiterbewegung beitrug, war bekanntlich ebenfalls ein Deutscher, desgleichen der sehr entschiedene sozialdemokratische Reallehrer Seidel u. a. Daneben wirkte weniger hervorragend in der Werkstatt, im geselligen Ver- kehr u. s. w., die große Zahl deutscher sozialistischer Arbeiter in agitatorischer Weise. Heute ist die schweizerische Arbeiter- bewegung festgewurzelt und wenn sämmtliche ausländische Sozialisten ausgewiesen würden, so könnte das auf deren Weiterentwicklung keineswegs hemmend, im Gegentheil nur fördernd einwirken; bei dieser Lage der Dinge ist es auch gar nicht nöthig, daß sich die fremden Sozialisten eyponiren und sich der jetzt eingerissenen Reaktion als Opfer über- liefern. Aber eine Thätigkeit, die ebenso still als fruchtbar aus- zuüben ist, verbleibt den deutschen Sozialisten immer noch, und damit ziehen sie auch keineswegs die Aufmerksamkeit des Bundesanwaltes auf sich. Unablässig sollen sie nach wie vor den chauvinistischen Treibereien entgegen treten und durch ihr eigenes Benehmen denselben jede Nahrung ent- ziehen. Der Chauvinismus der Arbeiter ist im Kampfe für ihre materielle Besserstellung ein mächtiger Feind, ein ge- waltiges Hinderniß; hier etwas Politiker zu sein und zu be- greifen, daß die Bourgeoisie sehr" intercssirt dabei ist und durch ihre nationale Het e die Arbeiter auseinander halten will, um alle Gruppen desto leichter beherrschen und aus- beuten zu können, erscheint uns hoch an der Zeit. Wir haben die gleichen Vorgänge, wie in der Schweiz auch in Oester- reich erlebt, wo auf der einen Seite die deutsche und auf der anderen die slavische Bourgeoisie die Arbeiter für die Nationalitätenhetze zu gewinnen suche, um sie von der Wah- rung ihrer eigentlichen Arbeiterinteressen abzuhalten. Die deutschen Kapitalisten jammern über die Slavisirung der halten die zwei Beistände jeder eine silberne Krone über das Haupt des Bräutigams und der Braut." „Ah!" Als Frau Sophie das lebhafte Interesse des Kindes wahrnahm, kam sie immer mehr in Feuer und suchte die Phantasie des Kindes an den Altarkerzen noch mehr zu ent- flammen.„Unterdessen singt der Chor beständig:„Guspndl Pomil j!" Der Pope aber nimmt die eine silberne Krone und reicht sie dem Bräutigam hin, damit er sie küsse. Wenn er sie geküßt hat, setzt er sie ihm schön aufs Haupt und sagt zu ihm:„Ich kröne Dich zum Diener Gottes und zum Herrn dieser Magd des Herrn." Dann nimmt er die zweite Krone und reicht sie der Braut zum Kuß. Zu ihr sagt er: „Ich kröne Dich zur Magd Gottes und znm Weibe dieses Ticners des Herrn." Hierauf beginnt der Diakonus zu beten für das junge Paar, und während er betet, nimmt der Geistliche sie bei der Hand und führt sie dreimal um den Altar herum. Wenn dies geschehen ist, nehmen die Bei- stände die seidene Decke herab, in welche die Beiden eingehüllt waren. Die Kirche ist gedrückt voll von Men- schcn, die sehen das alles mit an und flüstern einander zu: Das ist eine Braut zum Küssen! Das ist ein herrliches Paar!" Timea nickte in jungfräulicher Verzückung mit dem Haupt, als wollte sie sagen: So ist's gut, das muß schön sein! Frau Sophie holte tief Athem, um also fortzufahren: „Dann holt der Pope einen goldenen Pokal hervor, in dem Wein ist. Aus dem trinken Bräutigam und Braut eins nach dem andern." „Ist wirklicher Wein drin?" frug Timea erschrocken. Ihre jungfräuliche Scheu vor Wein traf zusammen mit der Erinnerung an das Verbot des Weingenusses im Koran. „Nun versteht sich, wirklicher Wein. Den müssen sie trinken. Der Brautfahrer und die Kränzeljungfern be- werfen sie dabei mit Weizenkörnern, die in Honig gekocht wurden. Darin liegt ein Segen. Ei wie das schön ist, sage ich Dir. Timca's Augen strahlten vom prophetischen Feuer eines magnetischen Traums. Sie malte sich die geheimnißvolle deutschen Landestheile, und doch sind sie eS, die die tschechi- schen Arbeiter in ihre Dienste nehmen, weil sie billiger ar- beiten und damit doch der Slavisirung den größten Vor- schub leisten. Die deutschen Arbeiter aber werden gezwun- gen, ihre Heimath zu verlassen und sich anderwärts lohnende Arbeit zu suchen. Die schweizerische Bourgeoisie schimpft über die„Schwaben", warnt die schweizerischen Arbeiter vor einer Verschmelzung mit denselben und indem sie beide Ar- beiterschaften derart verhindert und gegen einander hetzt, zahlt sie allen mit einander schlechte Arbeitslöhne und macht sich im Stillen über die dummen Arbeiter lustig. Da möchten wir mit dem Dichter der schweiz. Arbeiterschaft zu- rufen:„Wach auf mein liebes Schweizerland" und beher- zige die Mahnung Karl Marx's:„Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!" iTun'vel'prmdjmze». Zürich, 7. August. In der Angelegenheit des Referen- dums gegen den Bundesanwalt findet nächsten Sonntag ein öffentlicher Parteitag der schweizerischen Sozialdemo- kraten in Alten statt.— Inzwischen werden dieselben von der in Wonne sich tummelnden reaktionären Presse besudelt und beschimpft. DaS bereits parlamentsfähige Wort„vaterlandslos" und„unpatriotisch" wird ihnen jeden Tag an den Kopf ge- warfen und sie schließlich in verblümter Weise als„Vaterlands- verräther" gebrandmarkt— und das Alles, weil die schweize- rischen Sozialdemokraten nicht begreifen wollen, daß zur Fort- existen, der helvetischen Republik ein Bnndesanwalt erforderlich sei. Als Bundesgenossen schließen sich bei dieser Aktion den Sozialdemokraten die Ultramontanen an, wobei allerdings kein Pakt abgeschlossen wird. Zur Angelegenheit des Referendums selbst meint die„Züricher Post", daß die Magnetnadel das Schweizervolk vom richtigen Boden ablenken und auf falsche Fährte leiten könnte, und daß dann die freiheitsfeind- liche Richtung im Lande, die sich jetzt als die n a t i o n a l e au fsp ie lt, dies zu sehr z u un s er em Nachtheil a u s b eu t en würde." Das Blatt macht dann die Anregung, statt das Referendum anzurufen, einen Protest da- gegen zu erlassen, daß der Bundesanwalt als Vogt verstanden werde. Einen solchen Protest, meint eS, würden sicher viele Tausende auch Nicht-Sozialdcmokratm unterschreiben; er wäre eine Verwahrung an's Protokoll der Ge- schichte und Keiner hätte sich dann vorzuwerfen, durch Stillschweigen ein Gesetz sanktionirt zu haben, das Anderes gebracht, als es selbst besagt.— Uns dünkt, daß die „Züricher Post" sich mit ihrem Protest etwas ins Nebelhafte verliert— vielleicht schließt sich diesem Protest- Standpunkte gar Attenhofer und die„N. Zllr. Ztg." an. Unterdessen neigen die Wolken der Reaktion am schweizerischen Himmel immer höher und gewinnen zusehends an Deutlichkeit, und bald wer- den sie sich entladen in einer Weife, die sich wenig von der Praxis des deutschen Sozialistengesetzes unterscheiden wird. Dann möge man mit Protesten hinterdrein humpeln. Während so der Feldzug gegen die Sozialdemokratie in der Schweiz durch deren Behörden und den Einfluß der aus- ländischen Politik organisirt und durchgeführt wird, kommt aus Genf die Nachricht, daß sich unter den daselbst kürzlich aus- wiesenen französischen und russischen„Anarchisten" auch zwei russische Spitzel befanden. Dieselben hatten in einem Hause gegenüber dem Lokal der russischen Studenten Wohnung genommen und es sich zur Aufgabe gemacht, alle dort ein- und ansgchenden Russen mit Hilse eines Apparates zu photograhiren. Dafür, daß sie auf eine solche nieder- tiächtige Art und Weise das russische„Verbrecheralbum" de- reicherien, bezogen sie einen Monatsgehalt von 1000 FrkS.— Auch einem anderen Polizeispitzel ist man daselbfl auf die Spur gekommen; die Polizei hatte eben genügendes Mate- dal erhalten, um gegen ihn genchtlich einzuschreiten, als er Wind bekam und Reißaus nahm. Es ist ein in Genf ein- gebürgerter Deutscher, welcher eine Schlächterei belneb und nebenbei Spitzeldienste leistete. Also auch ein Kollege von Schröder! Der große Zigarrenarbeiter st reik im Aargau ist beendet und wird darüber von den Arbeitern ge- schneben:„Unsere Gewerkschaft hielt am Dienstag Abends eine außerordentliche Versa in mlung ab, um den von Herrn Fabrikinspektor Nüsperli ausgearbeiteten und von den Herren Fabrikanten abgeänderten Vcrsöhnungs- ausgleich zu behandeln und endgiltig Beschluß zu fassen. Nach einläßlicher und reiflicher Diskussion und lheilweisen hitzigen Debatten hat man nachstehenden Ausgleich angenommen. Wenn auch unfern billigen Forderungen nicht durchwegs ent- sprachen worden ist, so haben wir doch nach bereits fünf- wöchentlichem Streik das freie Vereinsrecht zugesichert erhalten. Das Bußensystem soll eingeschränkt werden und theilweise ganz Handlung aus, die halb ein Mysterium, halb ein Räthsel des Herzens, und erbebte in ihrem ganzen Wesen. Frau Sophie aber lachte in sich hinein und stopfte sich den Mund mit Maiskörnern voll, um nicht herauszu- platzen. Es war eine köstliche Unterhaltung. Schade, daß sie dann unterbrochen wurden. Der Küchenthüre näherten sich Männertdtte und plötzlich trat Jemand herein. Welche Bestürzung! Es war Herr Katschuka. Frau Sophie erschrak heftig, denn sie hatte nur Pan- tosseln an den Füßen und die Schürze voll Kukuruz. Was soll sie zuerst verstecken? Noch mehr aber erschrak Timea, obwohl sie nichts zu verstecken hatte. „Entschuldigung," sagte Katschuka mit familiärer Un- befangenheit,„ich fand vorn alle Thüren verschlossen und ging daher hinten herum zur Küchenthüre." „Nun ja," kreischte Frau Sophie,„meine Tochter ist in in Visite gegangen zu ihren Freundinnen. Die Dienstboten habe ich in die Kirche geschickt; nur wir zwei blieben zu Hause.- D'nun setzten wir uns in die Küche, bis die Dienst- boten nach Hause kommen. Verzeihen Sie, Herr Haupt- mann, daß wir so im Negligö sind." „Geniren Sie sich nicht, Mama Sophie," versetzte der Hauptmaun freundlich;„ich werde also bei Ihnen in der Küche bleiben." „Nein, bitte sehr, das kann ich nicht erlauben. Hier in der Küche! Wir haben nicht einmal einen Stuhl, worauf der Herr Hauptmann sich setzen könnte." Frau Sophie befand sich in der That in großer Ver- legenheit. Ins Besuchzimmcr kann sie den Hauptmann nicht führen, denn sie ist nur küchenmäßig angezogen- Timea kann sie nicht mit ihm gehen lassen, während sie firh umkleidet, denn da? würde sich nicht schicken. Herr Katschuka ist jedoch ein gewandter Knegsmann, der sich in jede Lage zu schicken weiß.„Machen Sie sich doch keine Umstände mit mir, Mama Sophie; da habe ich schon einen Stuhl, hier diese Kanne; es sitzt sich ganz gut darauf." Und er setzte sich Timea vts-ü-vi» auf die Wasser- kanne. Jetzt war nur noch die MaiS-Fatalität übrig. Auch von dieser befreite der Hauptmann die Hausfrau.„Wenn wegsallen, mit dem 15. Oktober der Lohn um 5 pG- � werden, d. h. pro 1000 Stück Zigarren mit 4 Franks lohn wird M CtS. Zuschlag kommen, macht in 14! 2 Franks. Mit diesem Ausgleich haben wir die BervW übernommen, gegen die Herren Fabrikanten auszusprechen., Am Donnerstag wurde die Arbeit der Gesammthnl«jd nommen. Die Gemaßregelten und sonstige Mitglieder, ds- Arbeit nicht mehr aufzunehmen gedenken, werden m grundenden Aktientabakarbeitergeschäfl Aufnahme finden,» petente Männer habe» die Sache in die Hand genommen'-' ist für Räumlichkeiten bereits gesorgt worden. DaS.d einziger, chtige Lösung. Näheres über dieses Thema IP-»� Sammtlichen Arbeiter- und anderen Vereinen, die ihre energische Unterstützung und Mithilfe uns ,u Stege ver halfen haben und das Bestehen unserer� sation grfichert, unseren verbindlichsten Dank. Näheres» folgen. ,_, � Vergleich. 1. Das freie Vereinsrecht wird den Arbeitern 2. Die Statuten der Zigarrenarbeiter-Gewerkschafi folgendermaßen abgeändert: § 1 soll heißen:„Die Förderüng der Interessen du bertcr.",&| § 2 soll lauten:„Hilfsbedürftige zu unterstützen,«" I gutachtung des Vorstandes nach Vcreinsbeschluß." � � Des nacy �erernsoeianuv. i � 13 soll heißen:„Der Kassabestand soll iinSüMN- werden. Für Ablösungen sind die IW# I sicher an des Präsidenten und des KassirerS erforderlich." �.,-ill! tlives rohnei T'P bor, W8t«itb. 5"«u. 5% s."- wl&i %% Mm n Wr s.K �.freien bejm verwendet werden, für kranke Arbeiter bestimmt weise fließen der bestehenden Krankenkasse zu. 4. Die Lohnabzüge für„Einfeuchten" und„ForwnV � werden aufgehoben. Für Las Auflegen der ,3#�"„tt�i den Fabriken, wo die>e Arbeit nicht durch die 3'# ig ih selbst besorgt wird, per Zahltag und per Zigarrenw Maximum 60 CtS. verrechnet werden. Die durch die Fadnkceglemente vorgesehenen büßen werden nach Vorschrift deS FabnkzesctzeS im% � Arbeiter verwendet, lieber den Grund und die v"' j|f| Bußen, sowie über deren Verwendung wird ein gen" ze'chmß geführt. i890 werden die Arbci.-_ Kopfzigarren, sowie auf kio Grande und Vevey r ähnlichen Zigarren gleicher PreiSla der Genehmigung"der von den nachgesuchten Zoll vjiauuc unu* Owgr iSlage um 5 pCt. erhöht 100 Kilo, welche in der �qi�session�in"der Bund-sM kommt, soll eine weitere Lohutlf' lung zur Behandlung durchgeführt werden. 6. Die Lohnzahlungen finden alle 14 Tage jedoch der Lohn für dre letzten 6 Arbeitstage als stehen bleibt. 7. Zwei Tage nach ihrer mündlichen �oder> Wiederanmclduna können die ausgetretenen Arbeiter«jj schäftigung bei ihren früheren Arbeitgebern— ji nöthigen Vorbereitungen getroffen werden können W aufnehmen. Die Wiedereinstcllung der vor AuS°s„ Streiks entlassenen Arbeiter ist Sache der beiderseil'S ständigung." Wir müssen offen gestehen, daß uns dieser wer „Vergleich" mit den Fadnkanten als Polizeibehörde J fällt. Dieser„Sieg" ist seine Opfer nicht werih- a gJ Ueberflusse wird telegraphisch der Wiederarrsbruch se � in den drei größten Fabriken gemeldet. Das ist die o Halbheiten! k&E «n lassen I 'en g; •fle darar Hiergegen haben die S ch u h m a ch e r in B*1 w* e n g l e r in L u z e r n in der Hauptsache rhreck» S p durchgesetzt. W l'Ul Politisckre Mekrcrflls Natiauale Misere und Chauvinismus. jähdge Geburtstag F r i e d r i ch L i st' s hat unsere nisten in eine peinliche Verlegenheit gesetzt. Sic M muptpunkte der Lebensgcschichte dieses wirklich Mannes mittheilen, den sie in einer schwachen Nationalheiligen gemacht haben, der aber in V internationaler Kosmopolit war, und seine nalion gerade diesem seinem internationalen Kosmopolit� seiner Vorliebe für die„wilden" Völker verdankte., je einen Mann gegeben hat, der in seiner Person°. digcn Beweis geliefert hat, daß das Nationale— J'-K berechtigt— nicht im Widerspruch steht mit dem 3'/ nalen, so ist eS Friednch List, welcher an jenem jr Nationalismus zu Grunde gegangen ist, der auch W poWk NM »Big# ich recht sehe, so thut Mama Sophie sich an Kukustss-.1 O, geniren Sie sich nicht damit. Nach Tisch � vortrefflich. Geben Sie mir eine Handvoll in nie»" ich esse das auch sehr gern.".& Frau Sophie war ganz breit geschlagen, o'W wie der Hauptmann das in seine Offiziersmütze 0' volksthttmliche Konfekt nicht verschmähte und gss"',, voll— dazu noch unenthülst— davon vertwd� machte ihn das ganz populär bei seiner Frau S? mutter. y „Ich war jetzt gerade in einer lebhaften Iis'> mit Timea," begann Frau Sophie die Konversat�.� von mir wissen wollte, was denn oas sei— eine> Timea war schon auf dem Sprunge gewesen. laufen, falls Frau Sophie die Wahrheit gesagt h Frau Sophie hätte nicht die Mama einer heil' si-äi' % Akung j auf M Tochter sein müssen, wenn sie nicht die Kunss� hätte, aus dem Stegreif bei dem erwarteten Gastes dem Gespräch eine geben. „Ich erklärte ihr, was eine Taufe ist. geängstigt davon. Da sehen Sie nur, wie sie ich schreckte sie damit, sie müsse sich einwickeln lall i Sie" '# ein Säugling, den man zur Taufe trägt, und müsse sie. Aengstige Dich doch nicht,' Narrchen, nicht wahr. Ich habe nur Spaß gemacht. Die'»en fs macht ihr, daß man ihr bei der Taufe die ganss ruiniren wird." (Fortsetzung folgt.) wst! il'Sä fnacsei bei( biÄto P Äus iUmJl und Oev" M Gin großer Kier streik wurde nämlich am vongen Svnnavrnv«nc besuchte Versammlung im großen Saale deS- ij. Hofes" abgehalten, in welcher»nan die Mißsta'- heimischen Schankwesen scharf beleuchtete und darl> folgende Beschlüsse faßte: 1. Nur solche Lokale z»° «enanl K «..i i-d. feSnS && "c 8lei ftankS t 5 S der� auf» .nd«� UMWZM �-'rachwng", die durch viele Zeitungen gegangen rst, m,t WBWNA «IM KWWZ KMURVss "uien lassen.--,. N, ationalliberalen gehen um das Sozialistengesetz Katze um den heißen Brei; für„mdlskrctc !>n i rt � das Gesetz von Neuem verlangern wollen, haben V�albcs"3a" und ein halbes.Nein." Am l.ebsten ware 'chwere Aufgabe, dem Brrndesrat den Entwurf emeS Ad.» iuzumuthen, welches den Nationalliberalen Gelegenhert W p« diesen beiden Richtungen zu glänzen. Weit richtiger ""iditfif'?�?ir die Nationalliberalen sich selbst an dre Arbeit , siird der Negierung und dem Parlament den„rechien «äiiÄ�wne des Strafgcsehbuchs. In dem freikonscr. >d->I �"Deutschen Wochenblatt" tritt der Professor v. Lilien- Eifer für die Abänderung des§ 4 des Strafgesetz- äw H hbe Herr v. Lilienthal behauptete, die Wlslcnschaft " Slrake� geWchm.!Da« %srn\ richtig, als unter der politischen Strömung der � entsch�. die Wissenschaft leider sehr vielfach zur Umkehr I NNNN0N0MNN ,-'�gflegenheit verwickelt ist, hat. V Nlarinebeftrchungs-Angelrg-nheit berichtet S in bie �""' dafe der Kaufmann Warmbold in Bremen, Z« r--------- feil dem 26. Juli vom . wird A".w�grn Urkundenfälschung steckbrieflich wirb de»' m Ä der Dresdener BestechungS-Angelegen» ..�vssuchen Zeitung" gefchiieben, daß der Musik- .stF W such ej�direklor Tckubcrl vom Plonier-Bataillon schwebt zwar u � z��ufersuchung, aber nicht wegen Unregelmäßigkeiten %eV onsgeschäften, �"dern wegen Mißhandlung von �kler noch immer in Haft gehalten wird. Gegen r. �u Z.�Ser rühmt sich, gegen das Ausland einen groß- s l�fall �dienst organisirt zu haben, und er will für den A ch.->.?uf den Beistand der Sozialdemokraten gerechnet wsalls ist Deutschland und sind die deutschen »ATach. schalen gemeint. Und jedenfalls— und das macht Ach inj, v* uns interessant— stand Herr Boulanger seiner A'chr famosen von Ehren berg in Verbindung. sIutherisF, der die deutsche Sozialdemokratie zu landes- chtfu i., Handlungen provoziren wollte, stand aber jeden- Jj ch dj. Sfas im Solde des Hern, Boulanger, sondern auch > w boulanger durch ihn auskundschaften wollten. Und von Ehrenberg nicht % en, imütz« 0% %% ften H LÄ und u Ä'«-§s die ga-f LJ««Den VWIVW Ulli UU9»U«iV �"izin, �und zu glauben, daß Herr. � behi?, wische Spion war, von dem Herr Boulanger sich (i«lird�/w �ssen. . �bck.��strUung der Erbunterthänigkeit. Tie Es wx wer in Oppeln hat folgenden Beschluß gefaßt: � skr,, x�/weckmäßig, den Gemeindebehörden das Recht zu as Aufsuchen auswärtiger Arbeit zu verbieten jvBfg.. �chnie für einen halben Liter Lagerbier auf 12 oder jAibg»,%aß,g| find oder werden, 2. die Brauereien um an- Z?»bioutin f �re Produkte und insbesondere Wieder- ( Jisa,. U/S Preises der sogenannten Familienfäßchen von °"s 18 Pfg. das Liter und 3. gegen die„Schleifen" salch,V'?�webel", d. h. Einfchänkcn mit viel Schaum), »i. werde» bei Festlichkeiten, Versammlungen zc. be- »jw H �ergisch Front zu machen, in geeigneten Fällen d,i°chnunn des Staatsanwaltes, und 4. eine gesetzliche B,' in p.-ui, die Führung eines gleichen Maßes(i Liter), U'!"' aus„�deulschland in allen Wirlhschaften anzustreben. i, bon? sachverständigen bestehende Kommission wurde *»—-*■"�'QnDntlu "whimd-in umgesetzt, zunächst mit dem Gastwirthsverein hcoiti>...?. und den Wirthen unter Androhung ihrer em in kurzer Frist zu beantwortendes Ultimatum a?» «?»- Uutergrund-Kahn, die sCity of Lon. '% Z>„A?au>hwarkALinie, besteht aus zwei Tunnel» von «zzwnreng.schwesser, welche aus gußeisernen KreiStheilplatten Ü'chof rcJ wnd. Sie erstreckt nch von dem Stockwell-End- i �rwinn« dcham-road durch Ooal, Elephant und Castle 6 Eitu-K du und geht dann unter der Themse hindurch zu fx-"dbahnhof in der König Wilhelmstraße. Die ganze «■r°ffen r... anncls beträgt etwa 5 km. Vor kurzem hat man in', tut' il" Betrieb die elektrische Kraft zu verwenden, und Und nn»" Einzelheiten ausgearbeiteter Entwurf aufge- s>x schloss-n �wommeir und ein Vertrag wegen der Ausführung Z>s.?i o,,,„worden. Die Erzeugung der elektrischen Kraft Stockwcll ls 1000 PI Wit"«j■%r Strom' wird auf der ganzen Länge mittelst $r. ��mez'l.- �ogenen Kabels geleitet, und �zur Zuführung _..... und agen für'mehr als 1000 Pfcrdekräfte erbaut und "e Maschinen nach Eüison-Hopkinson aufge- W �'udbahnhof in Stockwell" statt, wo Kessel stesf Ttvße I moftr rtTa innri 5Nfr»rh<»Frriftß erbaut tzM.................. rtjAv Solln'L für die Lokomotiven wird das Verfahren von Seifln'. ff° vpkinson mit oben liegenden Zuteilern ange- te-rffat, j.x" werden vierzehn elektrische Lokomotiven her- schZ'Nb,% für 100 Pfcrdekräfte. Diese Kraft ist aus- %% Zug mit 100 Fahrgästen mit einer Ge- wi>). bie'"��?n 40 Kilometern in(der Stunde zu bewegen & JMcn-' % Erf. sollen rn und aus ,n Abständen je drei Wagen Anziehen zu ent- von drei Minuten bestehen. Die bis- --■ auf Mei�SbrL» Ö*"' welche von Dr. Edward Hopkinson... fit n,i fwd Newry- Bahn gesammelt sind, haben, ob- wr m kleincrem Maßstäbe eingestellt sind, die 1. Personen unter 20 Jahren, 2. solchen Personen, denen die Verpflichtung der Fürsorge für Familienmitglieder obliegt, wenn die Erfüllung dieser Verpflichtung nicht ausreichend sicher ge- stellt ist, und würde eine Abänderung des FreizügigkeitZgefetzeS vom 1. November 1867 eoent. herbeizuführen fein."— Es wird also hier die Wiederherstellung von Zuständen gefordert, welche den Arbeiter an die Scholle fesseln. Europäisches Kklavenlebe». Aus dem Herzogthum Lauenburg wird berichtet:„Die Dienstmagd Frieda B. von hier hat sich ihrer Herrschast gegenüber widerspenstig und un- gehorsam und nicht ehrbar und züchtig benommen. Sie wurde deshalb auf Grund des Lauenburg, fchen Dienstboten-Edikts von 1732 im Schöffengericht in eine Haftstrafe von 3 Tagen genommen."„Widerspenstig",„ungehorsam", nicht„ehrbar", nicht„züchtig", welcher Abgrund von Verworfenheit! Und die wegen dieser„scheußlichen" Handlungsweise verhängte Strafe auf Grund des Dienstboten-Edikts von 1732(!!!) wurde nicht etwa, wie der Leser zu glauben geneigt sein wird, im Jahre 1789, sondern im Jahre des Heils 1889 am 19. Juli, länger als 100 Jahre feit der Erstürmung der Basiille, in dem Herr- lichen Reiche der Gottesfurcht und frommen Sitte verhängt, wo wir es ja schon so herrlich weit gebracht haben. Und da müssen wir noch Expeditionen ausrüsten, um die Sklaven in — Afrika zu befreien?" Megen Beleidigung eine» Bergmannes ist der ver- antwortliche Redakteur der Dortmunder„Tremonia" zu sechs Wochen Gefängniß verurtheilt worden. Die„Tremonia" hatte eine Annonze enthalten, in welcher dem Bergmann Feigheit vorgeworfen war. Die Staatsanwaltschaft erblickte in dem Inserat auch eine Ehrverletzuna, um den Betheiligten zum Bei- tritt zum Bergarbeiter-Ausstand zu veranlassen. Die Staats- anwallschaft beantragte eine Woche Gefängniß. Der Gerichts- Hof erkannte auf sechs Wochen Gefängniß und begründete das hohe Strafmaß damit, daß, wenn schon bei einem einfachen Bergmann, der gegen den erwähnten Paragraphen der Gewerbe- Ordnung verstoße, auf mehrere Wochen Gefängniß erkannt werde, so müsse bei einem gebildeten Mann eine weit höhere Strafe eintreten. Die Nerhandlunge« des Kaudwerkeetages i« Hamburg, der eine Anzahl der eingefleischtesten Zünftlcr aus allen Gegenden Deutschlands dorthin geführt hatte, sind vor- über. Jedenfalls in Anbetracht dessen, daß bei früheren ähnlichen Gelegenheiten die biederen Meister viel Blech geschwatzt und dadurch zu berechtigtem Spott Veranlassung gegeben hatten, fand diesmal der Tab unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Nur ein Hamburger Blatt, der„General-Anzeiger", genoß den Vorzug(um den er aber durchaus nicht zu beneiden ist), die Berichte— jedenfalls nach Ausmerzung der verblüffendsten Stellen— zugesandt zu erhalten. Wir beabsichtigen nicht, unsere Leser mit der Wiedergabe dieser Berichte zu langweilen, sondern wollen nur, immer nach dem„General-Anzeiger" zitirend, einige sehr drastische Stellen der Vergessenheit entreißen. So sagte z. B. einer der ersten Redner, Reichstagsabgeordneter „Der Handwerkertag will den Befähigungsnachweis um jeden Preis, um fremde Elemente zurückzuweisen. Die Unfähigen seien der erste Feind. Der zweite Feind ist die Großindustrie, das Kapital und die Pfuscher. Zu diesen natürlichen Feinden kommen die unnatürlichen, die verführte Masse der Sozialdemokratie. Auch der Handwerkertag erkennt die berechtigten For- derungen der Arbeiter an, zum Beispiel die in Westfalen, dagegen würden anbere Streiks aus reiner Frivolität entrirt, z. B. der der Töpfer und Ofensetzer in München, die selbst bei zwei willkürlichen Feiertagen wöchentlich immer noch 40—45 M. verdienten. Was nun die 6-8stündige Arbeitszeit anbetrifft, so kann nicht einmal der Meister sich nach so kurzer Arbeitszeit ausruhen. Die Streikführer kümmern sich nicht darum, ob auch die Meister die verlangten Löhne bezahlen könnten." Mit der Rechenkunst dieses Herrn ist es wohl nicht weit her: der zweite Feind besteht ja aus dreien: oder gilt hier das Hexeneinmaleins:„Drei ist eins"? Ein anderer Redner, E ü l e r- Bensberg, macht folgende Entdeckung: „Alle Stände hätten den BefähigSungSnachweiS, warum nicht auch die Handwerker? Auf diesem Wege sei nur eine gedeihliche Entwickelung des Handwerks möglich und könne ein fester Damm gegen die Sozial- demokratie gebildet werden, wenn wir dem Lehrling die Perspeknoe eröffnen werden, er sei ebenso später gesetzlich geschützt, wie der Advokat z. B. Redner weist in Ergänzung der Worte Biehl'S auf einen vierten Feind hin, auf die indifferenten Handwerker. Das gesammte Handwerk müsse geschlossen zusammenarbeiten. Es müßte, wie der Reichskanzler sich ausdrückte,„im- poniren"." Auf die eigentlichen Ziele der Zünftler wies Möller- Dortmund hin. Er sagte: „Die Handwerker sollen einen Wall gegen die So- zialdemokratie bilden, da dürfe man nicht auf halbem Bauart als eine zweifellos zweckentsprechende erwiesen und werden für den neuen Versuch, die Elektrizität als Zugkraft zu verwenden, von großem Werthe sein. Man darf der Fertig- stellung der neuen Anlage und den Betriebsergebnissen mit Spannung entgegengesehen, da ein ausreichender Erfolg für die weitere Einführung der Elektrizität als Zugkraft für die Tunnels von Stadtbahnen entscheidend sein würde. Eine neue Frrurvhrkoustruktiv« ist kürzlich von Prof. B. Hasert in Elsenach angegeben worden. Prof. H. Bruns, der Direktor der Leipziger Sternwarte, welchem ein kleines terrestrisches Fernrohr dieser Art vorgelegt wurde, äußert sich sehr günstig über die Leistungen desselben. Das Objektiv ist eine einfache Linse, nicht eine zusammengesetzte, wie sie bisher ver- wandt wurde, von 55 mm Oeffnung, die Brennweite beträgt 180, die Gesammtlänge des Fernrohrs 370 mm. Die Fehler des Ob- jektivs, welche be, der sonst üblichen Konstruktion der Objektiv- linsen durch Zusammensetzung aus einer CrownglaS- und einer Flintglaslinse ausgeglichen werden, werden bei dem neuen Fern- rohr durch ein in der Nähe des Brennpunktes angeordnetes drei- faches System korrigirt, welches aus zwei Crown- und einer Flintglaslinse besteht. Das Okular ist das gewöhnliche der terrestrischen Ferngläser. Selbst bei der stärksten Vergrößerung (etwa 40fach) erhält man noch vollkommen farbenreine Bilder von überraschender Schärfe. Doppelsterne von 10 Bogensekunden Distanz erschienen vollkommen getrennt und wahr- scheinlich wird man bei einer mäßigen Steigerung der Ver- größerung, welche bei der Schärfe der Bilder sehr wohl ange- wendet werden könnte, selbst Doppelsterne bis zu 2—3 Sekunden Distanz getrennt sehen können, eine überraschende Leistung für ein so kleines Fernglas. Ein merkwürdige« Zwillingspaar wurde in Oran (Spanien) geboren. Dasselbe, ein Mädchen-Zwillingspaar, wäre wohl geeignet gewesen, den Ruhm der einstigen siamesischen Zwillinge in den Schatten zu stellen, wenn es nicht bei der schweren Geburt erstickt wäre. Die Kinder, jedes für sich, was die inneren Organe anlangt, vollständig entwickelt, sind mit einer Körperseilc Schulter an Schulter, Rippen an Rippen und Hüfte an Hüfte an einander gewachsen. Die Arme an dieser Seite, an der die beiden Körper mit einander verbunden find, fehlen, wohl aber find zwei Rückgrate, vier Beine, zwei Köpfe, alles völlig normal, jedoch nur eine Nabelschnur vor- handen. Das Phänomen soll dem anatomischen Museum in Paris ubersandt werden, wo es bereits in den nächsten Wochen zu sehen sein wird. Die Mutter ist gerettet worden. Wege stehen bleiben. Mit all' den fakultativen Dingen komme man nicht weit. Die erste Etappe bilde der Be- fähignngSnachweiS, aber auch nur die erste; das letzte Ziel sei die obligatorische Innung.— Positive Erfolge seien noch nicht erzielt. Redner betont noch einmal die Nothwendigkeit der obligatorischen Innungen." Also LehrlingSprioilegium, Bevorzugung bei Lieferungen u. drgl. sind noch keine„positiven" Erfolge? Bescheiden find die Zünftler gerade nicht, aber friedfertig, wenn man nämlich dem bekannten Meister L a n g t h i m m- Hamburg glauben darf, welcher betonte, „daß gerade die Hamburger Jnnungsmeister oft den Gesellen die Hand zum Frieden geboten hätten. Er erkennt die Berechtigung vieler Klagen der Gesellen an." Weniger friedfertig war Meister V o ß- Hamburg, welcher bei Punkt 3, Petition an den BundeSrath und den Reichs- tag, betreffend Bestrafung des Kontraktbruches mit Haft- oder Gefängnißstrafe im Unvermögensfalle, folgende Rede hielt: „Man sollte glauben, daß, wenn das Wort „Gleiches Recht für Alle!" wahr sei, dieser Antrag nicht nöthig wäre, aber der junge Nachwuchs macht ihn nöthig. Die Ineisten Klagen beim Hamburger Gewerbeschiedsgericht sind wegen KontrakibruchS. Der Meister wird gewöhnlich wenn er die Kündigungsfrist nicht einhält, vemrtheilt, der Arbeitgeber ist als feß- haster Meister immer zu finden, anders aber verhält sich die Sache mit den Gesellen. Das ist ein großer Schaden für da§ seßhafte Gewerbe, für die Industrie. Schon 1873 wurde von den verbündeten Regierungen im Reichs tag ein ähnlicher Antrag eingebracht, der aus 2 Theilen bestand, der eine verlangte Gewerbegerichte, der andere betraf den Kontraktbruch, der mit einer Geldstrafe bis zu 150 M. oder Haft bestraft werden sollte. Der Hauptvertheidiger dieses Antrages war der Reichstags- abgeordnete Bamberger, welcher den Kontraktbruch als Schädigung des Eigenthums betrachtete und daher be- straft wissen wollte. Damals war der Kontraktbruch ein kleines Kind gegen die jetzigen Kontraktbrüche. Fast jede Zeitung beschäftigt sich mit dem Kontraktbruch, wenn auch ganz zart; denn die Meisten haben noch Furcht, offen mit ihrer Meinung hervorzutreten. Was solle man denn machen, wenn Hunderttausende kontraktbrüchig werden. Man sagt, zur Bestrafung der Kontraktbrüchigen würden die Gefängnisse nicht ausreichen, was würde man aber dann thun, wenn eine Armee die Waffen strecken würde." Damit war Langthimm ganz einverstanden, welcher folgen- den Geistesblitz zum Besten gab; „Wolle man überhaupt keine Strafe für den Kon- traktbruch, dann wären die Kontrakte überflü'sig: es existirten so wie so schon viele Handwerker, welche über- Haupt keine Kontrakte wünschten, lieber die jetzigen Verhältnisse in dieser Hinsicht lachten sich nur die Ar- bester in's Fäustchen. Redner verlangt einfache Hast- strafe für Kontraktbruch." Natürlich wurde die Bestrafung des Kontraktbruchs ange- nommen, d. h. vorläufig erst von den Zünftlern. Des weiteren wurde noch die Aufstellung von eigenen Kandidaten zum Reichstag beschlossen. Später folgte Besprechung eines An- träges auf Einführung der Legitimationspflicht für Arbeiter. Dabei äußerte Lewandowsky-Hamburg eine ganz vernünftige Ansicht; er meinte nämlich: „er wäre Schneider, und diese könnten dann keine guten Gesellen bekommen, da die meisten den Fach- vereinen angehörten." Darauf große Entrüstung und allseitiger Widerspruch gegen solch' ketzerische Sprache. Möller-Dortmunb und I. F. L. Voß- Hamburg sprechen unter stürmiscbem Beifall der ganzen Ver- sammlung sich scharf gegen den Vorredner aus. Der Antrag wird natürlich angenommen. Wir glauben, daß wir mit dieser Blllthenlese genug gethan haben; sie genügt, um den Geist der Versammlung zu kenn- zeichnen.„Nichts gelernt und nichts vergessen" seit dm letzten Handwerkertagen. Der Zünftler bleibt sich immer gleich:„der Zopf, der hängt ihm hinten!". Gesterretch-Ungar«. Graz, 8. Angust. Den streikenden Bergarbeitern im Trifailer Revier war eine Lohnerhöhung von 12 pCt. bewilligt worden. Die Arbeiter waren damit aber nicht zusrieden, hatten sich vielmehr zusammengerottet und, trotz wiederholter Auf- fordemng des Bezirkshauptmanns, sich geweigert, auseinander- zugehen.' Infolge dessen sind gegm 200 Personen wegm Auslaufs verhaftet worden. Frankreich. Am Donnerstag um 1 Uhr Nachmittags trat der fran- zösische Senat im Palais L„ r e m b o u r g in Paris als oberster Staatsgerichtshof zur Verhandlung des Prozesses gegen Boulanger, Dillon und R o ch e f o r t zusam- men, nachdem am Mittwoch Abend die zweite gesetzliche Frist, welche man den Angeklagten gewährt hatte, zu Ende gegangen war. Die erste Sitzung war eine öffentliche; dieselbe wurde durch die Verlesung der Anklagealkte beö Generalstaatsanwalts OueSney de Beaurepaire ausgefüllt. Da die Beschuldigten nicht vor dem Gerich'shofe erscheinen, so findet eine Zeugmver- nehmung nicht statt. Die Protokolle und die vor dem Neuneraus- schusse gemachten Zeugmaussagen werden dann dem Bureau des Präsidenten übergeben und gleschzeitig die gedruckten Exemplare unter die Mitglieder des StaatsgericktshofeS ver- t heilt. Dann werden im weiteren Verlaufe des Prozesses die öffentlichen Verhandlungen für geschlossen erklärt und die Sc- natoren konstituiren sich als Rathskammer, deren Berathungm mehrere Tage in Anspruch nehmen dürften. Seit dem 8. Juki 1847, an welchem Tage die bekannte Anklage gegen die ehe- maligen Minister des Juli-KönigthumS, Cubieres und Teste, zur Verhandlung gelangte, geschieht es zum ersten Male wieder, daß sich die französische Kammer als StaatSgerichtShof konsti- tuirt. Gegenwärtig zählt der Smat 299 Mitglieder, da ein Sitz erledigt ist, doch sind nach dm Bestimmungen des Ge» setzes über das Prozeßverfahren von der Theilnahme an der Urtheilsfälluna mehrere Kategorien von Senatsmitgliedein ausgeschlossen: erstens diejenigen Senatoren, welche zugleich Mitglieder der Regierung sind, also die Minister Tirard, Frey- einet und Faye, zweitms diejenigen, welche erst nach Erlaß des Einberufungsdekrets in dm Senat eingetreten sind, und drittens alle diejenigen, welche nicht an allen Sitzungen des Gerichts theilgenommen haben. Die Gesammtzahl der Auszuschließenden beträgt 29, wovon 22 Republikaner und 6 Mon arch i sten sin d und einer, Narquet, der boulangistischen Partei angehört. Ihrer volitrschm Gesinnung nach sinb die Mitglieder des«mats ganz überwiegend Opportunisten und Männer des linken Zmtrums. Die Parleianschauung würde also, wenn diese vorzugsweise dm Ausschlag geben sollte, unfehlbar zu einer Verurtheilung der Beschuldigtm führen. Aber im StaatSgerichtShof ist das juristische Element sehr stark vertrete». In der Zahl der Beisitzer befinden sich nicht weniger als neun ehemalige Justizminister. die sämmtlich hohe Richterstellen bekleidet haben, femer zwölf andere ehemalige Inhaber höchster Stellen bei dm Gerichts- Höfen. Man muß nun annehmen, daß diese Persönlichkeiten um einen politischen Widersacher gegenüber nicht parteilich zu erscheinm, besonder« peinlich nach rein juristischen Gmndsätzm verfahren werden, und da nach dem allgemeine« Urlheil die Anklage des Gmeral- Staatsanwalts sehr viel in Bezug auf ihre juristische Beweisführung zu wünschen übrig läßt, so ist eine Freisprechung des Generals durchaus noch nicht ausgeschlossen. Das Ur- theil muß mit einer Mehrheit erfolgen, hie mindestens eine Stimme mehr enthält als die Halste der Senatoren, welche daran als Richter theilzunehmen befugt find, also mindestens 138 Stimmen. Man rechnet darauf, daß drei, höchstens vier Sitzungen genügen werden. Zwei Senatoren, Leon Renault und de MonteSquion Fezenfac, haben von vornherein aus poli- tischen Gründen ihre Betheiligung abgelehnt, und die Rechte des Senats ist über ihre Haltung im Prozeß noch unfchlüsstg. Die Parteimehrheit soll beabsichtigt haben mit feierlicher Ver- Währung den Senatssaal zu verlassen und von den Verhandlungen eines Gerichtshofes fernzubleiben, dessen Befugniß sie bestreitet.— Heber den ersten Verh an d lun gs ta g liegen bis jetzt folgende telegraphische Meldungen vor: Paris, 8. August. Im Palais Luxemburg fand heute Nachmittag die erste Sitzung des obersten StaatögerichlshofeS statt. An den Eingangen zum Palais hatte sich nur wenig Publikum angesammelt, die ge- wohnliche Wache war durch ein Bataillon Infanterie ver- mehrt. Die Sitzung wurde um 1% Uhr eröffnet. Der vom Gerichtsschreiber Sorel vorgenommene Namensaufruf ergab, daß 26 Senatoren fehlten. Der Gerichtsschreiber verlas sodann mehrere auf den Prozeß bezügliche Aktenstücke; hierauf nahm der Staatsanwalt das Wort zur Begründung der Anklage.— Paris, 8. Aug., Nachm.(Sitzung des obersten Staatsgerichtshofes.) Der GcneralstaatSanwalt legte bei aründung der Anklage dar, daß Boulanger sowohl als Direktor der Abtheilung für Infanterie im Ministerium des Krieges, sowie während seines Kommandos in Tunis und als Kriegs- minister komplotirt und Verbindungen mit verdächtigen Person- lichkeiten unterhalten habe, um für sich Propaganda zu machen. Hierauf trat eine Pause in der Sitzung ein.— Die der Rechten angehörenden Mitglieder des Gerichtshofes beschlossen, so- fort nach Verlesung der Anklageschrist die Kompetenz- frage aufzuwerfen.— Paris, 8. August, Abends. Sitzung des obersten StaatSgerichtShofeS. Nach Wiederaufnahme der Sitzung setzte der Generalstaatsanwalt sein Plaidoyer fort, wies auf die von Boulanger begangenen Handlungen der Unredlich. keit und Untreue hin und kam dann auf die Rollen zu sprechen, welche Rochefort und Dillon gespielt hätten die als Mitschuldige Boulangers anzusehen seien. Mit einer Schilderung des Vor- lebens DillonS, eines ehemaligen Offiziers, der aus der Armee ausgestoßen worden sei, schloß der Generalstaatsanwalt für heute sein Plaidoyer, die Sitzung wurde zur Fortsetzung desselben auf morgen vertagt. K-lgUit. Die belgische Deputirtenkammer hat in ihrer letzten Sitzung die ersten acht entscheidenden Artikel des Gesetzes über die Ordnung der Kinder- und Frauenarbeit angenommen. Die Kammer- beschlüsse lassen sich also zusammenfassen: Das Gesetz erstreckt sich auf die Bergwerke, Gruben, Steinbrüche, Bauplätze, Hütten- werke, Manufakturen, Fabriken, auf alle als gefährlich, ungesund oder lästig anerkannten Etablissements, wie auf diejenigen, in denen die Arbeit mittelst Dampfkessel oder durch mechanische Kraft verrichtet wird, und auf Land- und Wassertransporte. Kinder unter 12 Jahren dürfen nicht beschäftigt werden; Mädchen unter 14 Jahren dürfen nicht zu den unterirdischen Arbeiten in den Bergwerken, Gruben und Steinbrüchen zuge- lassen werden. Innerhalb dreier Jahre nach der Verössent- lichung dieses Gesetzes wird der König, also die Regierung, nach Anhörung des Industrie- und ArbeitSrathes, des Provinzialrathes und oberen GesundheitSrathes, die Dauer des Arbeitstages und der Ruhepausen für die Kinder und jugend- für die» lichen Arbeiter von weniger als 16 Jahren und>-_ liehen Arbeiter unter 21 Jahren je nach der» Beschäftigungen und den Erfordernissen der Jndul™,/ Handwerke und Gewerbe feststellen. Kinder und W Arbeiter von weniger als 16 Jahren dürfen taglich Arveiler von weniger als 16 Jahren ourfen«g zwölsstündiger Arbeitszeit mit mindestens lt stündiger � pause angehalten werden. DaS Gesetz kann die iöen» von Kindern und jungen Leuten unter 16 Iahren w: weiblichen Personen unter 21 Jahren für gefährliche o � Kräfte übersteigende Arbeiten untersagen, oder auch der■ — bring unter bestimmten Bedingungen für eine gewi� Stunden für ungesunde Arbeiten gestatten. onen dürfen erst 4 Wochen nach ihrer Entbmd ll nt wieder zugelassen werden. Aus diesen Brschmn � nur zwei Neuerungen für die Kinderarbeit m i � wendung unter bestimmten Bedingungen.-- zahl Stunden für ungesunde Arbeiten gestaj�m lU Sß«. Personen dürfen erst 4 Wochen nach ihrer Entbmd u leiö Axhxü---------- ar... 5n,[AIulltn i"! � .HHI.................___ Kinder unter 12 Jahren dürfen in den genannten zweigen nicht mehr beschäftigt werden; für alle M, Arbeiter von weniger als 16 Jahren ist eine zwossstua j beitszeit festgesetzt: alles Andere ist dem Ermehen DK' rung allein überlassen und da die belgischen" außerordentlich einflußreich find, so werden dieArb gar nicht zur Geltung kommen. ItftU-«. [J Das Journal„ E s e r c i t o" meldet, daß vom i■ ab 70 000 Mann vom stehenden Heere unbeschra Urlaub erhalten würden. Es gehe daraus hervar, j, Befürchtung, der Friede könne gegenwärtig gest�' � nicht ernst zu nehmen sei. Das Gerücht von Mission des Kriegsministers erklärt der„Esercito™ begründet. $ .3" der j ng der P "bist selbst" Ecken auf G Theater. Sonnabend, den 10. August. Theater. Maurer und Schlosser. Mt»»M»ta-Uheat«r. Stanley in Afrika. Adolph Gruft-Theater. D>e junge Garde. Orfteutttauee-Theater. Unser Gast. Friedrich- With-tmftädttsthe» Theater. Girofle-Girofla. Gftead-Theater. Wild-Afrika. �Passage 1 T». 9 SD?.— 10 A. d. Kaiser-Panorama. In dieser Woche: Meul Zweite Wanderuw pariser WeltauvfteUuua. Zum ersten Male: Der Einzug Köuis Kumbert» tu Berti«. Im Ausstellungspark: Erster Cycl.: Pariser Weltaus steUuns- «ine Resse 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. 8 Reisen 1 M. Dem klnargel VerdummungSan stalt ein seinem Wiegenfeste. Halte Wort. rn der Nähe der kräftiges Hoch man immer hül 1025 Unserem Freunde Karlchen ein dreimal donnerndes Hoch, daß die ganzen Alten wackeln. 1028 O, Karlchen, flicke immer weiter, Bis 70 Jahre, nur nicht heute. Reftimt H. Stramm, #23 Ritterstrasse 123, Empfehle meinen ftitm-, Mittag- verbunden mit Fremdenlogis. allbekannten vorzüglichen Fruhp und Adeudtifth. Sonstige Sperien uno rse- tränke in bekannter Güte. Zwei Zimmer, passend leu und Arbeitsnachweis, stehen zur ung.[1449 Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß->»d BaW-Bier-LM, «rrbuudr« mit reichhaltigem Frühstücks-, Mittags-«ud Abeudttsth. Franz. Billard. Hochachtungsvoll M. Erdmann, vormals W. Haugk, Meinstrahe Mr. SL. Whe«. Cticftl. Größte Auswahl ,« de« billigsten Preise«. C»olf, Schuhmachermeister, Adalbertkr. 80. Spiegel d. Polster* aareo| Gr. Lager, bUL Preise I f Emil Heyn, Bninnenstr, 28, Hof part. 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Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11. d. M., von der Leichenhalle des Kichmeiil iln lopcjircr. MerordentL GentralveOnmlW am Montag, den 12. August, Abends S# Uhr, Alle Jakobst. 75. Dages-Ordnung: 1. Vortrag über die Entwickelung der Ar- beiterbewegung. Ref.: Herr R. BaginSky. 2. Starutenänderuna. 3. Vereinsangelegenheiten. Aufnahme neuer Mitglieder findet vor Beginn der Versammlung statt. Ouittungsbuch legi- timirt. Um pünktliches Erscheinen ersucht 1011 Der Vorstand. Atl 18. NB. Der unentgeltliche findet sich Schützenstr. ubeitsnachweis be- Schröder s Salon, Manteuffelstr. 9, Mitglieder- Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Bericht der Delegirten über Beschlüsse der Generalversammlung obiger Kasse. 2. Wahl der Aerzte und verschiedene Kassen- angelegenheiten. anedSbuch Mitgliedsbuch legitimirt. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 1017 Tie vrtsverwaltung. Arbkitsillilljwtio fm Tischler. Der vom Fachverein der Tischler begründete Der vom Fachverein der Tischler Arbeitsnachweis befindet sich Dresdenerstraße n Nestaura«! Grandel(früh 116, im Kestauraur urunoei zrrüher Mendt). Die Arbeitsvermittelung geschieht für Meister und Gesellen(auch NichtMitglieder des Vereins) ««eutgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentage«»o« 8—9, Uhr Abend», Ko««tag» vo« 9—11 Uhr Vormittag«. 382| Der U-rstaud. Der Arbeitsnachweis der Klavierardetter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Zilm(vorm. Pfister. Die Adressen- ausgäbe findet jeden Abend von 8— 9� Uhr und Sonntags Vormittags von 10— Iii Uhr, sowohl an Mitglieder wie an NichtMitglieder unent- geltlich statt. 201 Die Krbeitsnernrittehmgs-KommWo«. 1 Bürstenbetieher w. verl. Stallschreiberstr. 29, zweiter Hof 1 Tr._ 1022 1 Korbmachergeselle auf Lohn verl. R. Nagel. gojWcmoWii# Wlmeiu für dkn z. Herltuer Reichstagsmahlbrei» Familienausflug nach Friedrichsfelde 5» am Sonntag, den 11. August, Nachmittags. Abfahrt vom Aleranderplatz l Uhr 38- vom Schlesischen Bahnhof 1 Uhr 42 Minuten. Treffpunkt: Friedrichsfeld»* Wilhelm-Restaurant bei Hampel._«ll Die nächste Vereinsversammlung findet am Freitag, den 16. August, Münssfr. Klichittttill der Kttnilllchr lt. l!km. Beniftztiililld Kerttns und Umgegend. Abends 8tz Uhr, im Lokale des Herrn Gnadt, Brun' Montag, den 12. August, VersÄmmtung. Tages-Ordnung: 1. Berichtestattung vom internationalen Arbeiterkongreß. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreirben Beluch bittet 1020 inrf Referent: Hktt Der Das Sommernachtsfest findet am 24. August bei Gottschalk, Gesundbrunnen, Vfdß Montag Kchlltreill der Kormer«.»ew. Benlftzeiioiskli g, den 12. August, AbdS. 8i Uhr, in Gottschalk's Lokal(früher Huth), Versammlung."MW TageS-Ordnung: Vortrag des Herrn F. Krüger über:»Verkürzung der Arbeitszeit Wirkungen auf die Arbeiter." Diskussion. Wahl einer Arbeitsnachweiskommission für den Norden. Verschiedenes und Fragekasten. iiiid Ps Uung zc., fo( Äe ss Ä KWs- UMung- « i Berich <•?■¥''I Um recht zahlreichen Besuch bittet t Herren- Partie jui�lSÄ K des Umstt" Vereins der Klempner Kerlins und findet Sonntag, den II. August nach Grünau statt. Treffpunkt: Morgens 8 Uhr auf dem Görlitzer Bahnhof. Sämmtliche werden hiermit eingeladen. Der N- Zentral-Kranken- u. Kterdekasse der Tischler«. s. m. (E. H., Hamburg.) (Gertliche Verwaltungsstelle Kerli» A.) Montag, den 12. August, Abends 81 Uhr, in G. Scharnow's Engros Er F Uhren-Fabrik BerliE 8., am Moritzplatz. besteht seit 1860. Anerkannt beste Bezugsquelle Nickel-Remontoir-Uhren...... Silberne Cylinder-Uhren...... do. Ancre-Uhren, 15 Steine... Goldene Damen-Uhren, 14-kar.... do. Ancre-Herren-Remontoir-Uhren do. mit 3 Goldkapseln und Schutzdeckel... Regulateure, 14 Tage gehend, ca. 1 m lang do. in polirtem Nußbaumgehäuse Wecker-Uhren.......... 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Jahrg. .In t uT«« wir. daß der freie Wille des Einzelnen(Streik- verletzt, und die zuziehenden Gesellen gegen In- Vihutzt werden.",. i,vTiv bos bestimmt der§ 153 der Reichsgewerbeordnung ßL lytonftönblidi giltig für beide Theile. Vtli«� �kennlniß des Obertribunals vom 9. Oktober 1373 aus(Änttih ß 1�9-...-l. STWit.* nttf Xt«» nt« 1, Ii"" lagt ein Erkenntniß des Ober- Tribunals vom ®nCbminp ftin'ä S Jlcilltä�oon uuti id-L ff Ä?s»« Sii W'ß'gM den er noch dem Willen des Gesetzes geschützt fem �>e Drohung gefunden werden kann.,„ In»,?'st anerkannter Wille des Gesetzes, daß wie die.Bau- W. Hungen beizutreten, oder von ihnen zederzelt zuruckzl� ihj gehindert werden darf weder durch Zwang noch W djek-��Ä�" auch keineswegs, daß, wenn Arbeiter ?'l>se h,Z �"vtung sich irgendwie vergehen würden, die Mi S,,1?-Ergehen auf dem Fuße folgen würde, und daß �schart».'Zse üblich, wenn es sich um Arbeiter handelt, Mdiib/. �lallen würde. Wir sind sehr neugierig, was aber �hen«2,9.*" v.""® Anzahl Arbeitgeber in Halle a. S. Me» die einen Verein gegründet haben, der allen Wien fjüiqen Bestimmungen und durch Erkenntnisse des 'Wt."'chtshofes festgestellten Auslegungen in's Gesicht ein Statut vor, das sich nennt:„Satzungen des rll( q s-l Zeitgeber für Maurer- und Zimmergesellen in �rZWt,'■®ä ist unterschrieben: Halle, den 15. April 1889. k'WriiL,' Hildebrand. Vorsitzender. Ludwig Grote, �4» 1 SSfÄSs?-« �"".l'�liche Inhalt des§ 1 dieses Statuts lautet: mtliche %% Qu;' tinem Arbeitgeber, welcher Bundesmitglied ist, � Rnh en, die vqn einem Mitgliede des Bundes ent- lühr,/"ur unter den auf den AroeitSscheinen des Bundes liit�l Bedingungen Arbeit erhalten; ü n Äkr.Arbeitgeber(Listenführer) übernehmen die Kontrol- �@,r,n e sämmllichen bei den BundeSmitglieder beschäf- , c) z'.""t; cMhitb ist spätestens binnen 24 Stunden von dem »„n Arbeitgeber das von einem Gesellen ohne beider- lse» �'"ung(hört! hört!), also widerrechtlich(?) erfolgte »..") dj.» Arbeit anzuzeigen; a,- d(r a, f/tensührer sind verpflichtet, nach Kenntnißnahme >.'Allen Anstellung eines nicht ordnungsmäßig entlassenen id» lords�, rren � Stunden den betreffenden Arbeitgeber s?(den vs�lenen Gesellen sofort zu entlassen und danach wi� �lllenführer) von der Entlassung in Kcnntniß zu WrangellA die Satzungen eine Vereinbarung »ki'«wioen iur Erzielung günstiger Lohn- und Arbeits- ßy von k� �loll erreicht werden, daß Gesellen nur unter K"' genow� �t�ltern einseitig festgesetzien Bedingungen in ""g x�dten werden, und daß ein Geselle, der ohne Zu- Ch" Mo nol o-"ltei» Ab. Äunbiflung und Aussage die Arbeit verläßt, am j�witgliebern keine Arbeit mehr finden soll, es �ng ohne Zustimmung des Meisters also erschwert 9eheuerlich die letztere Bedingung auch erscheinen h��walligung der Arbeit «it. Reichsgxnierbeordnung, Arbeiter verbinden, das erlaubt da ist nichts dagegen zu Ilß vnn'x r" R.-G.-O. darf aber jeder Arbeitgeber zu .....' tj» le ovf r ss biefein Vertrage zurücktreten. Es darf in keiner den freien Willen eingeschränkt werden, wenn er Il�n Adngsmaßig" entlassenen Arbeiter doch in Arbeit W"b(n„ borf dafür auch vorher für den vielleicht ein- � fest �"ddgensverlust angedroht werden �' DaS anat*' ZkStt» pe» M. SlI Kn () gr, wir weiter, was die Satzungen bestimmen: so fcil �bkrtretungsfall dem Listenfühier zur Kenntniß »i>>" biir*! birselde sämmtliche Mitglieder des Arbeitgeber- it,3r, i)t„?dverzögerte Bekanntmachung durch die„Saale- W,.i(n?chmdiaten Arbeitgeber aber durch einen einge- tit.We einzuladen. Ein Nichterscheinen des Letzteren "kl ssn 91,, t• von 50 M. nach sich, jedoch ist ausnahms- $ iuläss�""dgSfalle Vertretung durch ein Bundes- nichts zu erinnern. Diese Bestimmung be gen »ink zn ennnern. .. lach auf bie Pflicht der Mitglieder, zu erscheinen, 4� 3,- ig t-t»< %% bili" einzelnen Fall, welcher von der Versammlung obthp, einfache Majorität als Uebertretung oder Um- IM» llenh, q,.vereinbarter Bestimmungen erklärt wird, ist der lUuv Taa, dtzeber mit 50 M. Konventionalstrafe pro Ge- i�tkor? bes nrx bestrafen, wobei jedoch die dann erfolgte Ent- qM anQ,f.1""95tuibri8 angestellten Gesellen als erneuter d>«?.�e»,l!Ä?? wird. lzA"sch(n im Ausdruck läßt dieser Abschnitt sehr viel b(n["?• Es ist eben Jnnunasmetsterdeutsch. Be- '-'"ll»�.../tzten Satz, daß die Entlassung als erneuter '■'''"»Es steht letz! sei, verstehen wir durchaus nicht. Es steht x.'»i� erz ,.1.es soll auf die freie WillenSbethätigung des foi„ �robim � empfindlicher Druck durch eine Vermögens- „.."lben gil?. susgeübt werden. Dies wird noch deutlicher K1ÄÄ"- W« �u»ig tz,.""besmitglied verpflichtet sich zur prompten �"w°Si�."5k?vwkien Strafgeldes, auch zur Hinterlegung �'cht-Wechfels in der Höhe von 600 SB., welcher, wenn 8 Tage nach endgiltigem Ausspruch der Versammlung das Strafgeld nicht bezahlt ist, in Umlauf gesetzt wird. Aerger kann die Bedrohung mit einem Vermögensnachtheil zur Verhinderung des Rücktritts von einer Verabredung zur Erreichung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen doch wohl nicht getrieben werden. Die übrigen Abschnitte deS Statuts handeln über die Or- ganisation und Verwaltung des Bundes. Sie find für uns ganz uninteressant. Wir haben die vorstehenden Bestimmungen veröffentlicht, damit sie zu Kenntniß der Behörden kommen, da wir bezweifeln, daß dieser„Verein", obgleich er öffentliche Angelegenheiten, nach der Auffassung unserer Gerichte, verhandelt, die Statuten der OrlS- Polizeibehörde eingereicht hat. Diese hätte sonst gegen den Verein da er zur Erreichung eines zwar gesetzlichen Zweckes(Beschrän- kung der Willensfreiheit der Arbeitgeber bei Annahme von Ar- beitern) doch ungesetzliche Mittel(Bedrohung durch einen in Aussicht stehenden Vermögensverlust) anwendet, auf Grund deS§ 153 der Gewerbeordnung vorgehen müssen, wie gegen einen Arbeiter, der einen Streikbrecher bedroht. Auf den weiteren Inhalt der mitgetheilten Statuten- bestimmung näher einzugeben, halten wir für überflüssig. Es find da die bekannten frechen und frivolen Versuche zur Ver- gewalligung und Verknechtung der Gesellen, die von den Arbeitgebern jetzt allerorts vorgenommen werden. Es wird dadurch der Friede unter den Bevölkerungsklassen in verhängniß- voller Art untergraben und der Klassenhaß geschürt. Wenn da, wo man in dieser Art fortwährend Unfrieden säet, endlich Sturm geerntet wird, soll man sich darüber nicht sehr verwun- dern. Die Vorgänge im rheinischen und westphäliscken Berg- revier zeigen, wohin die systematilihe Niederdrückung der berechtigten Ansprüche der Arbeiter führt. Lxrfmles. Der Kontraktbruch. Wie legen wir dem modernen Simson, dem erwachenden Proletariate, den Arbeitern solche Fesseln an, daß er wehrlos ist und uns nicht schaden kann? Das ist die Frage, die von allen Kreisen der Ausbeuter der Arbeit heute eifrig erörtert wird. Daß dabei die Erörterung so geführt wird, als ob der Arbeiter immer nur Unrecht haben kann, fällt sogar einem Blatte wie die„Kreuzzeitung" unan- genehm auf. Sie rügt e§, daß man unter anderem nur immer gegen das„Versetzen" der Arbeiter eifert, aber das„Versetzen" der Unternehmer niemals als ebenso strafbar anerkennen will. So dürfen wir uns auch nicht wundern, daß das Thema: „Kontraktbruch" in dm kapitalistischen Kreism und Blättern immer so behandelt wird, als ob Kontraktbruch nur bei den Arbei- tern vorkommt, als ob willkürliche Lohnabzüge, Maßregelungen von Arbeitern, willkürliche Entlassungen bei den Unternehmern gegenüber dm Arbeitern gar nicht vorkommen. Von welchen falschen Voraussetzungen die Soldschreiber des Kapitals dabei ausgehen, lehrt uns em Aussatz in der zünstlerischen„Bau- gewerkszeitung" über dieses Thema. Der Artikel beginnt mit den Worten:„Jedes ArbeitSoerhältniß ist ein Vertrag, d. h. die wechselseitige Willensübereinstimmung hinsichtlich dessen. was jeder Theil zu leisten und zu empfangen hat." Gut, wenn diese BegriffSerklärung richtig ist, so ist das Arbeits- verhältniß in der Regel kein„Vertrag", denn es fehlt ihm in dm m eisten Fällen die..Willensübereinstimmung" des Ar- beiterS. Dem Arbeiter werden in der Regel die Arbeits- bedingungen gegen feinen Willen aufgezwungen. Wir leben in einem Zeitalter der Lüge und der Heuchelei. So ist auch die Lehre von dem„freien Arbeitsvertrage" den that- fächlichm Verhältnissen gegenüber eine Lüge. Es giebl in der Regel keinen freien Arbeitsvertrag, weil der Arbeiter durch wirklichm physischen Zwang, durch den Hunger ge- zwungen ist, sich wider seinen Willm Arbeitsbedingungen auflegen zu lassen. Dies wird die zünftlerische„BaugewerkSzeitung" am wenigsten in Abrede stellen können. Sie predigt ja alle Tage, daß die Zünftler die Arbeiter„zwingm" sollen, die Arbeits- bedingungm, die die Innungen lediglich im Interesse der „Meister festgestellt haben, anzunehmen. Kann auch ein ver- nünftiger Mensch glauben, daß es einem Arbeiter jemals ein- fallen würde, di-~ Übereinstimmung beiler, kündigen------...... braucht, daß er sich einen Beitrag zur Jnnungskrankmkasse abziehen lassen muß, wider Gesetz und Recht, von der er nichts wissen will, weil er auf ihre Verwaltung keinen Ein- fluß hat, und die Bedingungen die denkbar ungünstigsten sind? Glaubt wirklich ein mit Vernunft begabter Mensch, daß ein Arbeiter sich ein„Arbeitsbuch" mit seiner„Willensübereinstimmung" aufdrängm läßt, oder sich den Räubereien der üblichen Fabrikordnungen unter- wirft? Wenn aber keine„Willensübereinstimmung" bei Antritt des Arbeitsverhältnisses besteht, wmn der Arbeiter durch Zwang in dasselbe hineingedrängt wird, durch einen Zwang, der weit schlimmer ist, als der Zwang eines Räubers, der dm Reism- den mit der Pistole bedroht und bei ibm die Handlung der Auslieferung der Börse ohne„WillenSübereinstim- wung" erzwingt, so ist �das ArbeitSoerhältniß nach dm Worten der„Juristen" der„BaugewerkSzeitung" selbst, kein Vertrag. Ziehen wir aus den Schlußsolgerungen des Artikels der „BaugewerkSzeitung" aber diesen Grundsatz heraus, so fällt das ganze Gebäude zusammen. Wo kein«Vertrag" vorhanden ist, weil die„Willensübereinstimmung" ber Eingehen des Verhältnisses fehlt, da giebl eS natürlich auch(einen„Ver- tragsbruch". Ein Räuber kann nicht klagen, wenn der Reisende ihm nicht sein ganzes Geld gegeben hat, als er die Macht oder Gelegenheit erhielt, es zurück zu halten. Wo kein„Vertragsbruch" in Ermangelung eines„Vertrages" möglich ist, da braucht man sich auch über die Be- strasung des Vertragsbruches kein Kopfzerbrechen zu machen. DaS ganze Gerede über die Bestrafung des Vertragsbruches bei Arbeitern hat eine bewußte Lüge, erne thatsächliche Un- Wahrheit zum Grundsatz, ist deshalb ganz haltlos. Zur Sache aber noch eine kleine Bemerkung. Selbst wmn man die streikendm Arbeiter noch sammt und sonders auf längere oder kürzere Zeit einsperrm könnte, wa» wäre dadurch erreicht? Werden nicht schon genug Arbeiter prozessirt und eingesperrt? Hat man sie dadurch bewegm können, von ihren Bestrebungen abzustehen? Unsereiwegen kann man Massmgefängnisse bäum, in welche man 20 Tausmd Maurer, 100 Tausmd Bergleute und noch einige Dutzend Tausende andere Arbeiter gleichzeitig wegen„Kontraktbruch" einsperren könnte, ändern wird es an der Sache nur das, daß die Streiks häufiger, weil billiger, werdm. Die Eingesperrtm braucht man ja nicht zu unterstützen, und sie müssen so lange im„Gmeral- streik aushaltm, als sie sitzm. Im sechsten Mahlkreise wurde bekanntlich vor einigen Tagm ein Flugblatt verboten. Eins dieser Flugblätter ist mit folgenden Glossen dem sozialdemokratischen Wahlverein deS 6. Wahlkreises zugegangen: Motto: Gegen Demokraten Helfen nur Soldaten!! Br. m. zurück an die Herren Börne, Türk. Grolhmann und Genossen. Der kleine Beamte wird sich nie verleiten lassen, mit dem mit dem intemationalm Judenthum verbrüdertm intemationalen Ganner t h u m, genannt Sozialdemokratie, gemeinsame Sache zu machen. Davor schützt ihn seine Intelligenz! Der arme Arbeiter, vielleicht auch der kleine Handwerker, ist ja leider nicht fähig, die Phrasen der Volks- Verführer, die von dem Gelbe derselben leben, zu durchschaum, ihre ganze Hohlheit zu erkennen! Der kleine Beamte wird stets, treu seinem Eide, zu König und Vaterland stehen, und frmt sich auf den Augenblick, wo er mit der Waffe in der Hand der revolutionären Dozialdemokratie entgegentreten kann. — Vor die Kanonen mit den Hallunken, dm Volksverführern; an die Laternen mit den Sozialdemokraten!! Hoch lebe unser gnädigster Kaiser und König, hoch unser geliebtes deutsches Vaterland! Einer aus den Reihen der„kleinen Beamten" für Viele! Der schnellste Weg zum sozialen Frieden ist der, die so- genannten„Leiter der Arbeiterbewegung", die arbeitsscheuen Subjekte, welche, zu faul, sick ehrlich mit ihrer Hände Arbeit zu nähren, von dem erbettelten(Tellersammlung) und erpreßten Gelbe der verführten Arbeiter ein fideles Leben führen, nach Kamerum zu tranSportiren. Diese tiefempfundenen Worte sind zu schön, als daß wir ihnen nicht die weiteste Verbreitung wünschten. Die Schlachtungen in den städtischen öffentlichen Schlacht- Häusern des Zentral-Viehhofes steigern sich von Jahr zu Jahr in außerordentlicher Weise. Gegenüber dem Vorjahre sind in dem Verwaltungsjahr 1. April 1888/89 nicht weniger als 150 714 Thiere mehr daselbst geschlachtet worden. Es sind in dem genannten Verwaltungsjahre nämlich geschlachtet und unter- sucht worden 1 075 529 Thiere, und zwar 141 814 Rinder, 115 973 Kälber, 338 798 Schafe und 479 124 Sckuveine, während im Verwaltungsjahre 1887/88 nur 924 815 Thiere geschlachtet und untersucht wurden. Die Steigerung der Vorjahre 1888/89 gegenüber dem Jahre 1887/88 beträgt bei den Rindern 8,48, bei den Kälbern 16,74, bei den Schafen 23,90 und bei den Schweinen 14,12 pCt. Von den im Verwaltungsjahr 1888/89 geschlachteten Thieren sind bei den Untersuchungen krankheits- halber zurückgewiesen und beanstandet worden 1724 Rinder, 120 Kälber, 193 Schafe und 4854 Schweine, zusammen 6891 Thiere. Trichinen sind bei 342 Schweinen, Finnen bei 1804 Schweinen und 108 Rindern vorgefunden worden. Wegen der verschiedenartigsten KrankheitSzustände ist eine große Anzahl von Organen und Theilen der geschlachteten Thiere zurückgewiesen und zwar allein an Lungen 39 299. an Levern 21 770, zusammen 61039 Stück, außer- dem 2874 neugeborene, beinahe ausgetragene Kälber. Auch die Menge des von außerhalb eingeführten frischen Fleische» hat, mit Ausnahme der Schafe, bei welchen ein Rückgang ein- getreten ist, im Verwaltungsjahr 1888/89 gegen das Vorjahr zugenommen. Es sind nämlich in den sechs städtischen Unter- fuchungsftationen in dem bezeichneten Verwaltungsjahr von außerhalb an frisch geschlachtetem Fleisch eingeführt worden: 122 950 Rindervierlel, 145438 Kälber, 74 237 Schafe und 10 564 Schweine. Ein erheblicher Theil des eingeführten Fleisches ist indeß zur menschlichen Nahrung ungeeignet be- funden nnd mit Beschlag belegt worden, und zwar 321 Rinder- viertel, 552 Kälber, 140 Schweine, 49 Schafe, 273 Lungen, 114 Lebern und 102 andere Organe und Theile; unter den beschlagnahmten Schweinen befanden sich 16 mit Trichinen behaftete, welche am Schlachtorte selbst bereits untersucht und als gesund befunden, abgestempelt wurden. Durch die städtischen Kontrolbeamten und Beamten des Königl. Polizeipräsidium» haben bei Revision von Fleischverkaufsräumen zahlreiche Be- schlagnahmen stattgefunden von ununtersuchtem Fleische. DaS Personal der städtischen Fleischschau Hesteht aus: 1 Ober- Thierarzt als Direktor, 33 Thierärzten, 8 At>theilungSvorstehern und 6 ersten Fleischbeschaucrn, 239 Fleischbeschauern(Mikro- skoprker), 70 Probenehmern, 14 Stemplern, 2 Kontrolbeamten, 7 Kontrolrevisoren, 1 Sekretär und 2 Buchführern. Aus dem Dumboldtliat«. Auf den prächtigen, mit gelblichweißen Blüihenrispen über und über bedeckten Sophoren des Humdaldthaines tummelten sich an dem verflossenen warmen, hellen Sonntagsmorgen Tausende von Honigbienen, über deren Erscheinen bei so vorgerückter Jahreszeit allgemein sichtliches Staunen herrschte.— Ein neues, ganz eigenartiges Bild ge- währt jetzt dort auch das kreisrunde, sogenannte„neue Plateau" in der Nähe der Brunnenstraße, dessen Zentrum eine frisch- grüne Rasenfläche bildet, die von zwei Baumkreisen, zwischen denen stch ein breiter, angenehmer Gang befindet, gesäumt wird. Der äußere Kreis besteht aus 28 Sumachbäumcn, deren lang- gefiederte Blattwedel bereits vollständig vergilbt sind, während die vor den Zwischenräumen des äußeren Baumkreises stehenden vierzehn prachtvollen Platanen des inneren Kreises, hoch über jene hinausragend, ihr schönes Laubdach, aus ihren feiten, leder- artig dicken, saftgrünen Blättern gebildet, in imposanter Wir- kung präsentiren. Die Körner und Insekten fressenden Vögel sind bereits abgezogen; an ihre Stelle treten mit dem Reifen des überreichen Beerersegens die dichtgefiederten Beerenfresser. Merkmürdigerweise läßt der Pirol— Goldamsel, Pfinaftvogel — seinen Ruf jetzt noch hören. Ein vogelkundiger Aufseher versichert, daß ganz ausnahmsweise heuer noch zwe» Exemplare sich am Platze halten. Hans in allen Gassen ist und bleibt dort das ganz allgemein gekannte und beliebte, fast zahme Schwarzdrossel- Pärchen, das, Nahrung aus der Hand der Spaziergänger gern entgegennehmend. 1« ber Schnee und Er» förmlich dringend darum bittend, hier uberwintert, und für welches das dortige Gewächshaus dann Pflegestation wird, nebenbei von dem alten dort stationirten Bahnwärter aus'« Grunewald war im Anfange dieses Jahres durch wissenschaftliche Untersuchungen, die man darin vorgenommen hatte, in ein gefährliches Gerücht gekommen; es war nämlich ermittelt worden, daß Holz, welches im Grunewald gefällt war und einige Zeit dort gelagert hatte, mit dem Hausschwamm unverkennbar an Ort und Stelle infizirt war. Daß diese Ent- deckung bei der berechtigten Sorge gegen den schädlichen Haus- schwamm geeignet war, den guten Ruf der aus dem Grüne- wald gewonnenen Hölzer zu untergraben, ist einleuchtend. Nun» mehr stellt sich aber heraus, daß diese Ermittelungen keineswegs für den Grunewald allein zutreffen, sondern auch in andern Forsten gemacht sind. Sogar abgestorbenes Holz, das man längere Zeit auf dem bloßen Erdboden im Walde lagern ließ, zeigte nach einiger Zeit unverkennbare Spuren des Haus- schwammS. Der Grunewald ist also in dieser Beziehung nicht schlechter als alle anderen Wälder, und es wird von den Forstverständigen nun empfohlen, die gesälllen Hölzer, namentlich rwenn sie geschält sind, nicht längere Zeit unmittelbar auf dem 'Erdboden liegen zu lassen. Ueber die Entstehung und Fort- Pflanzung deS HausschwammeS wird gegenwärtig unter den berufenen Gelehrten viel gestritten. Während einige den Wäl- dern die Schuld geben, sinken andere sie in der schlechten Be- Handlung deS Bauholzes in Berlin, wo diese« häufig lange im Wasser lagert und dann, ohne genügend trocken zu sein, sofort verbaut wird. In solchen rein sachwissenschastlichen Dingen ckann der Laie sich natürlich nur eine unmaßgebliche Meinung bilden. Wer aber gegenwärtig einmal die Obei baumbrücke -passirt und dort die weite Wasserfläche am südlichen Spreeufer mit Flößen bedeckt gesehen hat, auf denen dichte grüne MooS- tinb Ptlzb'ldungen wuchern, während die Luft mit einem nner- träglichen Verwesungsgeruch erfüllt ist, der von dem Holze aus- Keht, der dürste die Ueberzeugung haben, daß man nicht gerade riach dem Grunewald zu gehen braucht, um die Ursachen des HausschwammeS in den Berlinern Häu'ern kennen zu lernen. Kleber ein Beispiel agrarischer Fürsorge für den alten Arbeiter berichtrt die Charlottenburger„Neue Zeit": Seitdem das Gesetz, betreffend den durck zweijährigen Aufent- halt an einem Orte daselbst erworbenen Untcrstützunpswohnsitz, besteht, werben die Armenverwaltungen größerer Städte, so namentlicb auch Charlottenburgs, vielfach behelligt durch eine eigenthümliche Praxis, welche von Seiten einzelner Besitzer größerer Güter in der Provinz mit großer Vorliebe geübt wird. Es ist nämlich etwas ganz Gewöhnliches, daß solch ein Guts- besitzer, wenn einer seiner verheiralhetcn Arbeiter arbeitsun- fähig wird, sich seiner dadurch zu entledigen sucht, daß er ihn „a b s ch i e b t". Entweder zahlt dann der Gutsherr zwei Jahre hindurch an seinen ehemaligen Arbeiter Unterstützung, d. h. solange, bis derselbe den Unterstlltzungswohnsitz erworben hat, oder aber er bekümmert sich überhaupt nicht mehr um ihn. In beiden Fällen muß sebr bald die Armenverwaltung der Stadt, in welche der alte Arbeiter„abgeschoben" ist, eintreten. Char- lottenburg beherbigt z. Z. so einen Abaeschobenen, welcher fol- gendes Zeugmß besitzt:„Der Arbeiter Karl Knorr, 50 Jahre alt, ist zirka 40 Jahre in H ein- ri ch s d orf, theils als Knecht, thcrls als verheiratheter Arbeiter gewesen. Derselbe hat sich während dieser Zeit im Allgemeinen gut geführt; er ist hier aus dem Verhältnis ent- lassen worden, weil er keinen genügend kräftigen Hofgänger stellte, wiewohl er dies zu leisten im Stande war. Heinrichs- darf, lO. März 1889. Die Gutsverwaltung. Carl Kran/'— Vierzig Jahre, bemerkt dazu die„Neue Zeit", lst der Mann also bei der betreffenden Herrschaft im Dienst gewesen, er muß doch also im vollsten Maße seine Schuldigkeit gethan haben— und nun er seine Kräfte in diesem Dienst verbraucht hat, nun er alt und krank wird, wird er abgeschoben, kein Mensch bekümmert sich mehr um ihn! � Da» grosze F-os ist gestern, am vorletzten Tage der diesmaligen Z'khuna, endlich herausgekommen. Die Glucks- nummcr ist 140 239. Wohin das große LooS diesmal ge- fallen, ist noch nich, bekannt. In der Kandrocti'schcn Angelegenheit fand gestern Abend, nach einer Meldung des„Kl. I.", eine Besichtigung der Wohnung des Sandrock'schen Ehepaares in der Treskow- straße seitens des Untersuchungsrichters unter Bciziehung des Remerlieulenants, welcher den sterbenden Knaben gesprochen, und dieier höherer Polizeibeamter statt. Die Untersuchung dauerte über eine Stunde, Frau Sandrock war zu derselben nicht zugezogen worden. Au» dem Fenster gestürzt und tödtlich verletzt ist am gestrigen Nachmittag das 5jährige Töchterchen Emma des in der dritten Eiaae des HauieS Bellermannstr. 99 wohnhaft. n Gerbers H. Während die Mutter in der Küche mit dem Ab- kochen von Milch für die jüngsten der 6 Kinder beschäftigt war, hatte das 5jährige Mädchen einen Stuhl an das offene Fenster gerückt und sich dann von dem bestiegenen Stuhle aus über die Brüstung gelehnt. Hierbei verlor die Kleine das Gleichgewicht und stürzte kopfüber in die Tiefe, wobei sie einen Bruch des Schädels und anscheinend auch innere schwere Veilctzungen erlitt, so daß fast keine Hoffnung vorhanden ist, das jetzt im LazaruS-Krankenhause besindliche Kind am Leben zu erhalten. Auch ein„Aufschliher". Der Bautechniker F. G. aus Ostpreußen hatte, vom Anhalter Bahnhof kommend, sich vor- gestern dort auf einer Bank niedergesetzt und war fest einge- schlafen. Als er erwachte, fand er seine Rocktasche, in welcher der„Leichenfledderer" wohl Geld vermuihet haben muß, voll- ständig au'geschlitzt: seine Zeugnisse, Schlüssel-c. waren daraus entwendet. Der auf diese eigenthumirche Art Bestoh- lene hat der Kriminalpolizei sofort Anzeige erstattet, da zu er- warten ist, daß der Dieb mit den ftemdcn Zeugnissen Unfug treiben wird. Selbstmord rinr» predigtamts-Kandidatrn. Auf dem Buhnhose unseres an der Nordbahn gelegenen Nachbar- ortcs Birkenwerder hat sich am gestigen Abend ein dreiund- zwanzigjähriger Theologe erschossen, lieber den Vorfall wird uns Folgendes berichtet: Auf dem Personenbahnhof des oben- genannten Ortes hatte sich gestern Abend um den 9 Uhr 50 Minuten Abends von Oranienburg nach Berlin fahrenden Schnellzug zu erwarten, eine zahreiche, aus Vergnügungszüglern b stehende Menschenmenge angesammlt, als plötzlich ein junger Mann in eleganter schwarzer Kleidungaue den dcn Bahnhof um- gebenden Gartcnanlagen bis an die Bordschwelle des Perrons eilte, dort einen sechsläusigen Revolver an die Schläfe ' sie und mit den Worten:„Leb' wohl, du schöne Zelt" sich erschoß. Die Leiche fiel auf das Geleise und konnte nur mit Mühe, da der Schnellzug bereits heranbrauste, von dm erschrocken hinzueilenden Augenzeugen hervorgeholt und vor dem Zermalmen bewahrt werden. In der Brustlasche des Todten wurde eine Portefeuille mit Papieren gefunden, woraus hervorging, daß der Selbstmörder der in Berlin, Koppenstr. 23, wohnende Predigtamlskandidat Herrmann Krumsich, zur Zeit Hörer des hiesigen orientalischm Seminars, ist. Das Porte- monnaie, das man bei der Leiche fand, enthielt 1 M. 45 Pf. lieber das Motiv der entsetzlichen That konnte Näheres nicht festgestellt werden. Die Leiche des Selbstmörders wurde nach der Friedhofshalle von Biikenwerder geschafft. Gin schmerer KrtriebsunfaU ereignete sich am Mittwoch aus der A r t i l l c r i e- W e r k st a t t in Spandau. Das Eisen ei.. es Verschlaghammers fiel vom Stiel ab und traf einen Schlosser mit solcher Wucht im Gesicht, daß der Oberkiezer theilweise zerschmettert, die Lippe schwerverletzt und mehrere Zähne herausgeschlagen wurden. Der Verunglückte, der das Bewußtiein vollständig verlorm hatte, mußte mittelst Droschke in seine Wohnung geschafft werden.. Di- Krauerwagrn. Der Schauplatz einer schrecklichen Szme war am Munvoch Nachmittag das Prmzlauer Thor. lim die genannte Zeit spielte vor dem Exerzierhaus des Kaiser- Alexander-Regimenls eine Schaar Kinder, als die jäh bergab- gehende Prenzlauer Allee ein Braucrwagen heruntergerasselt kam und mitten hinein in die spielende Kmderschaar fuhr. Ein einziger Schrei des Entsetzens erhob sich. Man eilte, der Stelle des Unglücks zu und fand einen siebenjährigen Knabm, dem beide Beine duich den schwerm Wagm vollkommen zerquetscht warm und der außerdem aus einer tiefen Kopfwunde blutete, während zwei andere Kinder durch ein gütiges Geschick vor einer schwereren Verlegung bewahrt geblieben und mit einigen Beulen und Hautabschürfungm davon gekommen warm. Wäh- rmd man drc verletzten Kinder zunächst einem bmachbarlm Heilgehilfen überbrachte, entwickelte sich eine wilde Jagd hinter dem Kuischer her. Der hatte, als das Unglück geschehen war, seine Thiere zu noch größerer Eile angespornt, war d,e Linien- straße hemntergerast und bog in die Hirtenstraße em. Auf- merksam gemocht durch die hinterherströmende und schreiende Menge, warfm sich ihm hier einige Männer mtgegm, fielen den Pferden in die Zügel und brachtm dm Wagen zum Stehen. Bald warm auch Schutzleute zur Stelle und der Mann wurde zur Wache gebracht, wobei die Polizisten zugleich mit einigen Besonnenm aus der Menge eine förmliche Schutzwehr bilden mußten, damit die Leute ihrer Erbitterung dem Arrestanten gegenüber nicht duich Thällichkeiten Luft machten. Ginem nichtswLrdigrn Kub-nstr-ich sind zweimal hintereinander das in der Lothringerstraße besindliche Post- bureau und ein Theil der demselben übergebenen Briefschaften zum Opfer gefallen. Als in der Frühe des Mittwoch der vor dem Bureau selbst befindliche Kasten zur ersten Bestellung ge- leert und sein Inhalt ausgeschüttet worden war, machte sich in dem Bureau ein pestilmzialischer Geruch bemerkbar, der offenbar, offenbar von dem soeben hereingebrachten Stoß Briefe her- rührte. Man untersuchte diesm Stoß und es stellte sich heraus, daß die Ursache eine nicht näher zu bezeichnende Kothmasse war, welche ein Nichtswürdiger während der Nacht hineinge- worfm hatte. Den Beamten blieb nichts anderes übrig, als dre Briefschaftm reinigen zu lassen und von den dabei unbe- stellbar gewordenen Briefen soweit als möglich deren Absender zu ermitteln, um sie von dem Vorgefallenen zu unterrichten. Wer beschreibt aber den Unwillm der Beamten, als sie am Donnerstag bei der ersten Bestellung dieselbe Wahrnehmung machen müssen! Wieder hatte eine ruchlose Hand während der Nachtzeit das nämliche ekelerregende Manöver ausgeführt und einen Theil der dem Kästen anvertraut gewesenen Briese unbe- stellbar gemacht. Die Beamten befinden fich infolge dieser hinter einander ausgeführten Bübereien rn einer nicht geringen Verlegenheit und haben selbstverständlich der Kriminalpolizei und ihrer vorgesetzten Behörde von diesen Nichtswürdigkeiten Mittheilung gemacht. K-in Mord. Am Sonntag, wurde, wie bereits ge- meldet, in der Havel bei Nedlitz die Leiche eines Mannes an- geschwemmt, dessen Hände mit einem Bindfaden zusammen- gebunden waren. Die gerichtliche Leichenschau hat nun ergeben daß hier kein Mord, sondern ein Selbstmord vorliegt. Der Tobte ist als der Schuhmachermerster Pahlke aus Potsdam rekognoszirt worden, ein Mensch, welcher von seiner Ehefrau getrennt lebte. Am Sonnabend früh erschien er bei derselben, verlangte 1 M. und stellte außerdem das Ansuchen, von der Frau wieder aufgenommen zu werden. Als die Frau Pahlke ablehnte, ging er mit der Aeußerung, er werde sich nun das Leben nehmen, davon und führte diesen Entschluß auch aus, indem er sich ertränkte. Pahlke hat sich selber die Hände ge- Kunden, weil er als ehemaliger Schwimmlehrer befürchtete, mit freien Händen die selbstmörderische Absicht nicht erreichen zu können. Poth-iberichl. Am 8. d. M. Nachmittags fiel ein fünf jähriges Mädchen aus dem Fenster der im 3. Stock eines Hauses in der Bellernrannstraße belegenen elterlichen Wohnung auf das Steinpflaster hinab und erlitt dabei einen Bruch des linken Unterarms, sowie des Ober- und Unterkiefers. Nach Anlegung des ersten Veraandes wurde das Kind nach dem Lazarus-Krankenhause gebracht.— An demselben Tage fanden Veteranenstraße 25 und Bergstraße 14 kleinere Brände statt, welche von der Feuerwehr gelöscht wurden. An* d-m Schi-dsg-richt in UnfaUv-rstch-rnng». flachrn. Der 1858 geborene Maschinenwärter Wilhelm Pascdke erlitt am 8. Juni o. I. im Gewerbebetrieb eine Quetschung der rechten Hand so heftiger Art, daß alle Finger derselben mit Ausnahme des Daumens völlig steif und ungelenk wurden. Seine anfänglich volle Rente ward unter dem 18. Februar d. I. plötzlich auf 40 pCt., das macht nach Maßgabe des auf 3 M. 80 Pf. ausgerechneten Turchschnittstagesoerdienst ganze 12 M. den Monat, herabgesetzt. Dagegen wendet sich klagend der Verletzte, anführend, durch den ihn betroffenen Unfall sei auch Oer Arm in Mitleidenschaft gezogen worden. Er könne mit der rechten Hand nicht das Geringste mehr halten und müsse seinen Zustand noch immer als„völlig erwerbe- unfähig" bezeichnen. Da übereinstimmend mit diesen Angaben auch daS eingeholte Gutachten eines hervorragenden ÄrzteS konstatirt, daß dcS Verletzten Zustand dem Verlust der ganzen Hand gleich zu achten, wird desselben Rente auf 60 pEt.= 18 M. monailich erhöht. Mit G-ni« rnid Grazie hat der Lithograph Paul Spiel- vogel, welcher gestern vor der hiesigen Strafkammer stand, die Verbrecherlausbahn betreten und dabei eine solche Kühnheit be- kündet, daß ihn der Staatsanwalt einen„äußerst gefährlichen Menschen" nannte. Paul Spielvogel ist, wie sein gestriges Auftreten vor Gericht bewies, ein geborener Komödiant, der der mimisch und dramatisch zu wirken versteht und doch mußte er in der Schilderung seiner Lebensschicksale, welche er zum Besten gab, das Zugeständniß machen, daß es ihm an Er- folgen fehlte, als er wirklich auf die weltbedeutenden Bretter gestiegen war. Er will ein Opfer des Nerven- fiebers geworden sein, welches sein Augenlicht trüb:e und ihn angeblich für seinen Beruf untauglich machte. Er will sich des- halb der dramatischen Kunst in die Arme geworfen, aber doch bald gesehen haben, daß ihm dieselbe„nicht die Befriedigung gewährte, welche er erwartet hatte." Als er dann wieder zur Lithograghie zurückgekehrt war, sah er ein, daß dieselbe die Konkurrenz des Lichtdrucks nicht aushalten könne: er wandte ihr deshalb den Rücken und beschloß, da er das Genie eines Raphael in sich spürte, seine zeichnerischen Talente zu vervoll- kommnen und die Welt dereinst durch seine Schöpfungen in Entzücken zu versetzen. Dazu bedurste es aber des Studiums und so wurde P. Spiclvogel ein eifriger Besucher des K u n st- gewerbemuseums, m dessen Räumen er Stunden lang verweilte. Da der Mensch aber von der Luft und von Studien allein nicht leben kann, der sehr realistische Magen vielmehr auch sein Recht verlangt und Paul Spielvogel sich eines sehr leeren, aber desto begierigeren Magens erfreute, so wurde die Stätte der Kunst bald zum Schauplatz diebischer Frevelthaten. Der biedere Kunstjünger bildete sich zum Paletolmarder aus und ließ aus dem Lesezimmer des Kunst- institutS drei Paletots verschwinden, die er bei einem Rück- kaufshändler versetzte. Er putzte sich dann mit einem langen phantastischen Mantel aus und als er eines Abends dos Museum verließ, barg er unter demselben eine kleine Bronzestatuettc, welche die Fanny Elsler in der Tracht einer spanischen Tänzerin darstellte und einen Werth von 7— 800 Mark hatte. Und die einst gefeierte Tanz- künstlcrin wurde von dem Unmenschen zu einem Pfandleiher geschleppt und erhielt dort ihren' Platz in einer dunklen Ecke zwischen alten Hemden und abgetraganen Röcken, während 20 M. in die Tasche deS Spitzbuben wanderten. Für einen Theil des Geldes vervollständigte er seine aus Theaterbüchcrn und alten Sckmökern bestehende Bibliothek und dann machte er zu Hauke fleißig theatralische Studien, so daß cS seiner Wirthin, Frau Rosenkranz, ganz angst und bange wurde, wenn er mit seiner kindlichen Fistelstimme beim Hereinbringen des Kaffees entgegen lispelte:„Menschen! Heuchlerische Krokodilen- biui!" Und obgleich Frau Rosenkranz wiederholt recht theil- nahmsvoll fragte, was rhm denn fehle und ob sie ihm zur Be- ruhigung seiner Nerven statt des Kaffees nicht lieber Baldrian- thee kochen solle, trug er sich doch mit den giftigsten Plänen gegen sie, die er erbarmungslos zur Ausführung brachte. Frau Rosenkranz bewahrte ihre Spargroschen in Höhe von 440 M. in einem verschlossenen Spiegelspind, der Km>stjünger und dramatische Held Spielvoget hatte aber bald entdeckt, wo der Schlüssel bewahrt wurde und in einem günstigen trat er mit diesem vor das Schatzkästlein, nef--. öffne Dich!" und strich vergnügt die ganze Summe em � einigen Tagen tauch, e ein Geheimpolizrst in der Wohnu« Frau Rosenkranz auf, dessen Anblick auf den Airgekwg> � so beängstigende Wirkung ausübte, daß derselbe so,. � ging und stand und ohne Kopfbedeckung die Treppe. stürzte und das Weite suchte. Wohin? Paul Spiel»�V sicherte dem Richter gestern, daß er sich das Leben nehmen er besann sich aber noch rechtzeitig, daß der Selbstword cint.. er veiann»ich aber noch rechtzeitig, daß der Epelbstworv z... � sei und zog es vor, in die Fremde, nämlicb nach LepiM i« Da aber baarhäuptig ein anständiger Mann eine.nw �« anzutreten pflegt, so stürmte der Angeklagte nochmals � Räume des Kunstgewerbemuseums! � ihm wohlbekannten Räume oes«unugewervr».»>-.. dort dem Kunstschülcr Schmalz einen Hut und em JL# Leipzig, von wo er aber in kurzer Frist unter tz Geleit nach Berlin zurückgebracht wurde. Der verurtheilte ihn gestern zu 2tz Jahren Gesängniß und- � Ehrverlust, während der Staatsanwalt nur 2 Jahrc niß beantragt hatte.,, W» Eine bedenkliche SchieSnffaiee» welche am � u, die Anwohner des alten Viehhofes in Aufregung p führte gestern den Arbeiter Otto Robert Hermann 5 e � der Anklage der Körperverletzung durch eine Schuß« Bedrohung mit einem Verbrechen vor die Fcrien-sU'as� des hiesigen Landgerichts>. Der Angeklagte ist|e"„" Jahren Getreidearbeiler auf dem alten Viehhose uns � solcher namentlich damit beschäftigt, auf dem Boden � treibe durchzuschütten. Er arbeitete mit den Aibtttetn � und Krüger zusammen, und es kam wegen" zwischen ihnen zu Streitigkeiten. Thunek, wetM unmittelbarer Nachbar war, beschwerte stch daß der Angeklagte bei seiner Schüttarbeit es_ J richte, daß es rmmer so aussehe, als ob er i arbeite, während er thatfächlich immer die gun)en � wände stehen ließ. Bus den Wunsch des Angeklagte der Arbeiter Krüger Thuret's Nachbar, aber auch e �•- dieselbe Beobachtung und gerieth am 13. Mai mit geklagten gleichfalls in Zwist, der in Thätlichkeiten* drohte. Als die Frau deS Angeklagten demselben an Tage das Mittagessen brachte, ließ er ßm nannten selben aus feiner Wohnung einen dort verwahrten � mit einer Platzpatrone und vier schärfende � Gegner, holen, der mit einer Platzpatrone und vier scharfen e � geladen war. Er steckte das Mordinstrument zu stmjm,- schon an jenem Tage seine Gei wie zu nahe zu kommen, da eS ihne«« Tage schlecht gehen könne. Am nächsten mit dem geladenen Revolver wieder zur----------- zwischen ihm und Thunak bald wieder zu heftigen® kam. Als er von seinem Gegner bedrängt wurde,*o( lich den Revolver aus der Tasche und schob aus e Ä Der Schuß richtete kein Unheil weiter an, da nur o � patrone losgegangen war; der Knall lockte aber m" gl herbei und als er dem Angeklagten energisch � schoß dieser nochmals los, diesmal aber mit einer 1% jßf trone und er verwundete Krüger auch am Arm.~ ging unterhalb des Daumens in den Arm, blieb in oe theilen sitzen und konnte erst später heraus genoirmiei � Nach diesen Schüssen entfloh derAngeklagte: dieKnaflees'L� »iemlich viel Leute herbeigelockt und als dieselben den Fm®, � folgten, suchte derselbe sich seiner Haut zu wehren».,,� z noch zweimal auf feine Verfolger scboß, bl§ er»berwa � nach der Polizeiwache gebracht weiden konnte.— klagte fuchte gestern die Sache so darzustellen, als od der Nothwehr befunden und sich vor den Avgrt «."-""»en z°,«sreß j Mammelter '«eni°tion°l. denselben BMiulirte flÜ ??»» !?> f », s ssf Gegner nicht anders hätte schützen können. Auch �«JP er, bei dem ersten Schuß wohl gewußt zu haben, nur um eine Platzpatrone bandelte. Ueber diese wurde der Waffenhändler Hippolyt Mehles 0�%� nommen. Aus Grund der Zeugenaussagen und der daß der Angeklagte Aeußerungen wie:„Heute Schuß!" und„Heute muß Blut fließen" hatte fallen�"... der Gerichtshof zu dem Ergebniß, daß der Aug Grenzen einer Nothwehr bei Weitem überschritten 9"/'-u verurtheilte ihn zu i Jahr 3 Monaten Gefu Sloitnlo Aufruf an alle RlodeUtiftfaler Serlin» Aufruf an alle Modelltischler Kerlin» gegend! Kollegen, seit ca. 6 oder 7 Wochen ist jähnger Streik als beendet erklärt und der Sieg, rungen, ist nur dem einigen Vorgehen der Kollegen zu verdanken. irnlV , de« � In allen Verfammlungen, die abgehalten wurden vor dem Streik, ist immer von verschiedenen ReML„' vorgehoben und betont:„Die Organisation hoch zu 0° P dem Verein der Modelltischler anzuschlleßen."—- jedoch in sehr geringem Maße geschehen.,.„ 6 35 Kollegen, Oer Verein der Modelltischler, der fcho«, besteht, fordert hiermit Alle auf, die sich in der O*& iji kenntniß ihrer schlechten Lage, in der richtigen Erkenn AN menschenunwürdigen Daseins an dem siegreich beendet. beiheiligt haben, dem Verein beizutreten, um da«,, n' errungen wurde, zu erhalten. Wodurch sind wir w jd, es uns zu erhalten? Nicht dadurch, daß Ihr jetzt das alte Uehel der Gleichgiltigkeit verfallt, daß jede* für sich das, was errungen ist, zu erhalten sucht," � dadui ch, daß wir uns alle zu einem großen Ganzen, � großen Familie rechnen, wie dies ja schon oft""«vii Volksblatt" geschildert und besprochen worden ist-»pi 1 nur erhalten müssen wir was schwer errungen, i"'.,, da müssen frisch vorwärts schreiten, um bessere Früchte muyen frl,cy vorwärts icyrcllen, um ocyere die in Verkürzung der Arbeitszeit, Abfchaffung' �5 Akkordarbeit und einem entsprechenden Stundenlod � d sollen. Wir können jedoch nur dann ernten, wenn Theil von dem, was errungen ist, als Aussaat ßPss[ Kollegen! Der internationale Arbeiter konarcli-.. pangenen Monat in Paris beendet wurde, zeigt JeOe �(j Weg er von jetzt ab einzuschlagen hat, um zum 0, s»!. langen. Die Delegirten dieses Kongresses haben'.ij! J(AittoF�Re gearbeitet, wie überhaupt für das geiammte Prolel �. i liz� bren uns sollen, da wir als Arbeiter dem Staate und-™ i Sten"'� dem d. re Öffi c KW5" ert ob üpir' I# ss.s V �f enn Nr uu» iuulu, uu um mo•aiutu« ucin-ciuuic->>>>-„[[u-, gegenüber große Pflichten haben, gleiche Rechte eeXa�P, den, es ist demnach vor allen Dingen unsere A damit wir nichts die letztens � � für schnell zu organifiren,............»,.. eintreten in den großen Kampf, dem Proletariat ei würdiges Dasein zu erringen. Darum rufen wir auch den Kollegen zu, vre Bewegung nicht angeschlossen hatten: wacht ouk zur Erkenntniß! Lernt doch von Euren UnternehN p darin einig find� den Arbeiter zu unterdrücken, denn ei #"dies. eines geringen Vorcheils wegen." Schließt Euch JlffdetJ'I«tj was durch Einigkeit erzielt werden kann! Der noch immer zwei Versammlungen im Monat»n� Montag vor dem 1. und 15. jeden Monats straße 13, Restaurant Taeger, ab. Der" Äallschmieder. jein. ffteT�d von Die auf Donnerstag Abend- einberufen � «ffenttiche Dersaminlung aller i» der beschäftigte« Arbeiter hatte den Jordan'scheu e'nt, reten. M tne ei"' Wohnu"»� Sf'g MZ äS SIÄ3 k#------- üahre im 14.�1 % ,-Siras�Z % tc« srjl ftdi und� '1 ihm # i äv.; s ?F?' >ren, - D-'% ,&*% 1 "rS i -»l CK MchliV # 1 W,'/ rSCf/ A % ""in btr ffnm-tc'® die Emporen gefüllt. Nach Abrech- kr ön�Ä�V?" den Sammlungen zur Bestreitung »L„„Af,. � Delegirten vom internationalen Kongreß �t.row s.'!�? Referenten zu diesem Punkt, Herrn «ihm der q\ f die Kommission Decharge ertheilt worden, � er Hausindustliearbelter(Schneider, Ks,%) c,' Tavezirer, Sattler, Buchbinder, Posamentirer ".«ftS�Schnelder Pfeiffer, das-— »igen Vortrag über »ris. den ... Wort zu einem internationalen «.-r, uis vre ocuiuyen �eregiricn gemrunu... ,5.7°rse,er des Kongresses das deutsche Arbeiterlied gesungen, Ut Beifall gespendet. ES fe, imposant, wie viel- fcjf»«- w....... SttitZ; oie„Verbrüderung... J...... SSüL fe cS" auf dem Kongreß zu Tage getreten. Bei ?ort!Ü Sf dabe man getagt und keine Geheimnisse gehabt. lling dcs Näheren ein auf die Posnbilittcn und «chssten, kam auf die Stelluug des Pariser Gememder i?,>!e■ nrfr?," �ie Losung der Produktionsweise lauten �cAll- für Alle!" und nicht wie bisher:„Alle für %il< nrni"r'" Leistvollen, mit rhetorischem Schwung und Nninoe» v?her Begcistemog zum Vortrag gebrachten Aus- Mlzende q,. r�te langanhaltender, donnernder Berfall.— �titng '« Res o luti on kommt' zur Verlesung: ■£ie heute u. f. w. Versammlung hört üsse des Kongr~ der Meinungen e. 3« Errva�..»..... wahre Emanzipation der arbeitenden Mensch- .. von der sozialdemokratischen Partei resp. der Verivirklichnng ihrer Ideen abhängig ist, die dj.'f. k>eute u. s. w. Versammlung hört mit Freuden A»*-'« des Kongresses und erblickt darin den bpr Meinungen des gesammlen Proletariats die-®fke-.In Erwägung der Thatsache� daß Heil Olpkt V' l»yvvfc-Vg VW.. L N.ilf Mutige Versammlung das Versprechen, Krnt, r- des Kongresses hoäizuhalten und mit aller an k.» Durchführung derselben zu wirken, bis wir �web,« gelangt sind, welches uns Allen vor- iitüt Oft"un folgenden Diskussion nahmen Theil die . leif. i �- Feldmann, Maurer, Täterow und °?ikn p'..Als Letzterer des Grabes der Panfer Kommu- äuilös..?'"? und eine bezügliche Aeußerung(Hai, folgte die '""rbt a,"* der Versammlung. Ruhig und ohne ---- v r r'f v r �, der Hilf»- ...Auf.?»»» leerte sich der gefüllte Saal. kitex"»Auflösung der Versammlung L.. 91 f' Dutk�f � am I. August im Königiiädiischen Kasino Zi �S»ik, /�,.ens des Vorsitzenden jener Versammlung, Herrn . F hptm �nnfriKinrnfthium cmoelcat. Die Beschwerde beim Polizeipräsidium eingelegt. Die k. m?uch insofern Erfolg gehabt, als der Polizei- sik. �ibh, Auflösung als ungerechtfertigt erachtet und den 4% Ünj Beamten mit entsprechender Weisung ver- Bersg�kUch fanden am 26. Juli Abends drei öffent- k"°lvieri,, lungen der Maurer Berlins in den verschiedenen . uait, wovon dre in der Brunnenstraße 34 bei .�.Voch.Uj.wgende, beim dritten Punkt Verschiedenes dadurch o-,">ckt„ f." Auflösung verfiel, daß der überwachende Be- i. �hch� gestatten wollte, daß Leute, welche dem Beruf nicht ''''"i'""•'chen die Versammlung einberufen ist, Versammlung jedoch beschloß einstimmig, «,- Herrn sprechen zu lassen, und wurde dem- sm' das Wort ertheilt. Als jedoch der Redner das Jf sh*.'tine. üjichten, ho sehr schwer werden, diesen Beschluß A»„"gen$u*,wir, weil auf Fabrikzwang angewiesen, uns "i k'*"®iu5,-t Uiiktt anschließen können. Diese können van.„. en ihre Forderungen viel leichter durchführen. es lediglich mit den Metallarbeitern nicht mit der Frage vorgehen, würde sein, daher müssen wir bei Zeiten ,�'llen ihre m». uns biefi nutzlos sw orage zu ventiliren um nicht die Letzten -" wollen « sind, die| M't als A—----------- ist, k" dost eine geschlossene Kette so ' lii..?en.st?.? daß eine geschlossene Kette so leicht nicht hat wohl n Thema .. die Ein- loti-une-*« die"« verstotienen«irruv. Derselbe hat „4 UiiJ'Bt JftN'ton""mtg angenommen. Hierauf war vw erne stramme Organisation bekommen, damit wir den Beschluß deS internationalen Arbeiter-KongresseS in Paris in Bezug auf die achtstündige Aibeitszeit im nächsten Jahre zur Durchfuhrung bringen." Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Nachdem noch ein Antrag, einen älteren Kollegen H. mit 30 Mk. zu unterstützen, eingelaufen und einstimmig angenommen wurde, schließt der Vorsitzende die Versammlung mit einem warmen Appell an alle Kollegen, für das Gelingen der guten Arbeiteriache einzutreten. Eine öffentliche Ueefammlung de» Verein« der Klempner Beilins und Umgegend tagte am Mittwoch, den 7. August, Abends 8: Uhr, in Lehmann's Salon, Schwedter- skraße 23. Die Tagesordnung lautete: 1. Die erste Hilfe bei Unglücksfällen. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Zum ersten Punkt der Tagesordnung erlheilte der Vorsitzende Kollege Neumann dem Herrn Dr. Christeller zu seinem Vortrage das Wort. Redner führte einzelne Punkte an betreffs Knoidenbrüche sowie Verblutungen und Ver- brennungen. Der Vortragende erledigte sich hiermit zur größten Zufriedenheit der Versammlung seiner Aufgabe. Zum Schluß empfahl Redner gleichzeitig, daß ein Verbandskasten nebst Ver- bandszeug auf Bauten sowie in Werkstätten vorhanden sein müßte. Da nun der 1. Punkt erledigt war> erstatten der Vor- sitzende im Namen des Vereins dem Referenten seinen besten Dank. Zum zweiten Punkt„Diskussion" lief folgende Reso- lution ern:„Die heutige Versammlung des Vereins der Klempner Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Aus- sührungen des Referenten vollständig einverstanden. Sie er- sucht den Vorstand, eine Petition an das königliche Polizei- Präsidium zu übersenden, ein Gesetz zu erlassen, daß auf Bauten und in den Werkstätten aus Kosten ber Unternehmer ein Ver- bandskastcn nebst Verbandszeug aufgestellt werde, um den Arbeitern die erste Hilfe angedeihen zu lassen. Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Beim 3. Punkt, Aufnahme neuer Mitglieder, ersuchte der Vorsitzende, daß sich so Viele wie möglich einschreiben lassen möchten, damit der Verein recht stark und kräftig werde. Die Versammlung wurde auf 10 Minuten vertagt. Unter„Verschiedenes" führte Kollege Schulz aus, daß bei unserem Gewerbe die meisten Unglücksfälle deswegen entstehen, weil die Arbeiter durch ihre Nothlage viel zu sehr entkräftet. Redner ermahnt bie Anwesenden, daß es absolut notbwendig ist, eine stramme Organisation zu schaffen, um diesen Uebelständen ein Ende zu bereiten. Gleichzeitig macht Redner bekannt, daß am 11. August eine Herrenparlie nach Grünau stallfindet. Er ladet hiermit die Mitglieder ein, sich recht zahlreich daran zu betheiligen. Abfahrt vom Görlitzer Bahnhof Morgens 8 Uhr 35 Minuten. Kollege Selchow als Obmann der Arbeitsnachweiskommission macht bekannt, daß der Arbeitsnachweis am 15. August im Lokale des Herrn Stramm eröffnet wird und bittet um recht regen Zuspruch. Es erhielten folgende Redner das Wort. Heidcmann, Maler, Biedemann und Gimperlein. Hcidemann führte an, daß es wahrlich an der Zeit fei, sich eine Organisa- tion zu gründen. Er ersucht die Mitglieder, den Kastengeist gänzlich fallen zu lassen und mit sämmtlichen Arbeitern sich solidarisch zu erklären. Denn sie hätten von keiner anderen Seite Hilfe zu erwarten, als nur von der gefammten Arbeiter- fchaft. Redner ersucht die Anwesenden, die kapitalistischen Blätter nicht zu lesen, sondern nur für das„Verl. Volksblatt", sowie die„Volkstribüne" einzutreten, denn nur sie vertreten bie Interessen des Arbeiters. Kollege Biedermann, sowie Gimperlein sprachen sich betreffs des Arbeitsnachweises aus. Da sich Niemand mehr zum Worte meldete, schloß der Vor- sitzende um 11 Uhr mit einem dreimaligen Hoch auf das Ge- deihen des Vereins die Versammlung. Halle a. S. Der am 4. d. M. daselbst abgehaltene Verbandstag deutscher Bureaubeamten war aus fast allen Theilen Deutschlands, insbesondere Leipzig, Dresden, Halle, Hildesheim, Magdeburg, Chemnitz, Gera, Berlin k. recht zahlreich besucht. Aus dem Jahres- und Remsionsbericht heben wir hervor, daß der Vorstand zu seiner Freude eine ziemlich umfangreiche Thätigkeit konstatiren konnte. Zuerst war es der Antrag an den Bundesralh, die Kranken- versicherungspflickt auf sämmtliches nichtjuristifche Personal der Rechtsanwälte, Notare und Gerichtsvollzieher auszudehnen, welche den Vorstand beschäftigte. Der Antrag ist bem Vor- sitzenden des Bundesraths zur Berücksichtigung überwiesen. Die besondere» Verhältnisse der Bureaubeamten haben eS aber auch rathsam erscheinen lassen, für die Mitglieder des Ver- band es eine eigene Kranken- und Begräbnißkasse zu errichten, welche von dem Kassenzwange befreit. Die Statuten derselben und die dementsprechend nöthigen Aenderungen bes Verbandsstatuts erwarten noch die erhoffte Genehmigung des königl. sächs. Ministeriums. Die Unter- st ü tz un gS ka fse des Verbandes hat bis jetzt 280 M. 79 Pf. angesammelt. Bevor dieselbe in Thätigkeit tritt sollen 1000 M. angesammelt sein. Die Stellenvermittelung hat 275 Austräge aus Zuweisung Stcllungsuchender und 490 Gesuche um Ausgabe vakanter Stellen gebracht. Von 150 Fällen ist bekannt geworden, daß die Vermittelung Erfolg hatte. Die Mitglied- schaft ist von 400 Köpfen am Schlaffe des ersten Jahres auf 684 Köpfe gestiegen. Die Einnahmen betrugen 434 M., die Ausgaben 462 M. 93 Pf. Vorstand und Revisoren verzichteten gern auf ihr Honorar. Die Entlastung wurde anstandslos er- lheilt. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder und Revisoren wurden wieder gewählt. Der vollständige JabreSbericht wird in dem Organ des Verbandes der„Schreibstube" enthalteir sein. Als Ort des dritte» Verbandstages ist Dresden bestimmt worden, während Hildesheim schon im Voraus die Ehre für sich in Anspruch nahm, den vierten Verbandstag in seinen Mauern beherbergen zu dürfen. Die Versammlung gewährte ein anschaulich erfreuliches Bild feltener Elnmutbigkeit. Mehr und mehr bricht sich auch in diesem Stande die Einsicht Bahn, daß nur ein inniges Zusammen- halten iind Wirken eS ermöglicht, demselben diejenigen segensreichen Einrichtungen zu erringen, deren sich andere Berufe schon in erheblichem Maße erfreuen. AusnahmS- los wurden die Bestrebungen des Verbandes mit aufrichtigem Danke anerkannt und sicher werden die Erschienenen freudig und unverdrossen an diesen Bestrebungen mitwirken. Pirsamintnns d»« N»r»in» drr Kattl»r«md i! ächzen» Nrn um Conn�bend. den 10«uauft, Sveno» 8% Ufir. in DeizmIMer 8 Salon Site Satobfir, 48«. Tagesordnung 1«ortrag des Herrn Werner über„Eogat- resori» der«tbeiter". 2 DidkutNon. 3.«etichierttattuna der Bidltolhekkoin- Mission. 4. verschiedenes und Fragekasten.— Um recht zahlreiche» Besuch wird gebeten. Peesanemlunz der sreten Neretnigunz der KottZerder«nd Zederiueichter periin» am Sonnabend, den 10, Auguu. ÄdendS 8 Ubr, bei ttiodeit, Weinstratze lt. Tagesordnung. 1«ortrag de» Herr» R. Ba- ginSkg über Zweck und Ziele der gewerkschastlichen Bewegung. 2. BereinS- »ngetegenheiten. «ikchler-Uereln. Heute, Abend» 9 Uhr,.(iollbuferftr. 4» Miigtieder- Versammlung Tagesordnung: 1 Erledigung eine» UnlersiützungSgcsuche». 2. Bereinsangelegenheiten. £ari)v»r»in»er Puchbinder und verwandten BerufSgenossen. Eonn- abend, den 10. August, Abend» 9 Uhr.«nnenstr. 16 Versammlung TugeS. Ordnung: 1.«ortrag 2. ErgltnjungSwahl zur Arbeitsnachweis-«ommisslon. 3. Bt> schiedeneS und Fragekasten. Ausnahme neuer Mitglieder. verein zur Wolirung der Znlerrssen der«Ischler. Versammlung am Eonnibend. den 10. August, Abend« 8% Uhr, im Restaurant jfloth. Drei- btneritt. 10. Tagesordnung r 1. Vortrag de» Herrn ZuliuS Türk Über die wlrlh- tchastliche Umwälzung der sranzSstsche» Revotullon 2. Verschiedenes. Die Min glieder weiden eriucht, pünktlich zu eischeinen. z»Iänn»rorsnn«»»r«ln..penefetder"< Steindruck, er«ndi« 1 halt Sonnabend, den 10. d M, Abend» 8 Uhr, Blumenstrahe 78, eine Versammlung ab. Tagesordnung;.«äffende richt, Ge» Ichüslliche«,«iitheilungen. «ranken- und pegrSdniSkaffs» der periiner«iirtler-«nd «traue,»r» sEickgeschriebene Hilsskuffe Nr 60). Den Mitgitedern zur Nach. richt, bah der Rendant Mit flu selb jegl nicht mehr de« Sonnabend Abend« bei Fieischmann, DreSdenerffr. 80. ff hl, um Beitrüge entgegenzunehinen sondern Sonnabend» von 7-9 Uhr in der Desliilalion von Föltner, Kottbuser Pia» uib Aottbuserslratien»Ecke, � der AU,»«,,«ranken- und Kterbekass, der MetuU- arb-itera>,ikr»i»: Familienausflug noch Friedrichisetde gm Sonntag, den 11 August, Nachmillag». Abfahrt vom Aleranderplah 1 Ubr 38 zvlinuten. vom Echleffschen Bahnhos 1 Uhr 42 Minuten. Treffpunkt: Friedrich»selde, Kaiser- Wildeim Resiaurant bei Hampel. Die nächste Vereini-Versammtung ffndet am Freitag, den 16. August, Münzstr. II, statt. Zentrai«ranken und Sterbekalf« der«ischirr und anderer ge- weiblicher Arbeiter(Hamburg). Derlliche Verwaitungsstelle Berlin 0 und E Montag, de» 12 August, Abend» 8% Uhr. Ptilgiiedervcr sammiung im Wedding- Park, Plüllerstr. 178. Tagesordnung 1 Bericht de» Deiegirte» Herrn Nohiandt Über die stattgehabte Generalversammlung zu Berlin vom 30. Zuni bi» 6 Zuli d Z 2. Weiche Vortbeiie bietet der SanitätSverein den Mitglicdern oder deren Angehörigen in Betreff der billigeren Doktor- und Arzneikosten? 8. Verschiedene Kassen-Angeiegenheiten. Mitgliedsbuch iegitiinirt. Zcde« Mitglied ist verpflichtet. in dieser«er sammiung zu er'cheinen. Schneider-Versantmiung. Am Montag, den 12. August, findet rine große öffentiiche Schneider Pei sammiiMg Im Königstadt-Kaffno, Hoizmarkstr. 72. statt. Tagesordnung; Die Mißstände im Cchncidcr Gewerbe»nd wodurch sind dieselben zu beseitigen? Reserent; Kollege Holzhäuser an» Braunschweig Alle Schneider müffen am Platze sein. pnchverein sämnitticher an Nalibeardeitungsmafchinrn de- sckiäftigfer Ardeiter. Montag, den 12. August, Abend» 8% Uhr, in Säger'ff Lokal, Grüner Weg 29; Mitgiiederversginmlung. ZaacSoidnung 1 Vcrttag de» Herrn Dr. Zadek über Geschlcchti-Krankheiten. 2. Veischiedrne«. 3. Frag,. kästen. Gäste find willkommen Neue Ptitgiieder werden ausgenommen. Um recht zahlreiche» Ericheinen wird ersucht. Aufferardenttich« Benerat Versainntiung der produktiv-«nd Vohstofff-tSenotf-nschast der Kchneider|u periin lEingelr. Genossen. schaft) Zimmerstraße 30, am Montag, den 12. Anaust, Abend» 8 Uhr. im Lokal Plohrerrsiraßk 40. Tagesordnung; Beschiußsaffung über Auflösung der Genoffenschast. Der Ardeitrr-piidungvverein„periin pvrd" hält am Dienstag. den 13. d. MI», Abend» 8% Uhr, seine Versammlung in Lehmann'» Satan. Schwidtetstraße 23. mit soigcnder TaacSordming ab; 1. Vortrag über voik». wirthschastliche Enlwicktuna. 2. Diskussion. 3 Allgemeine«. 4. Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Ausnahme neuer Mitglieder Zahlstelle jede» Sonntag Vorinitlag im Gnadistchen Lokale von 10% 12 Ubr. Frei» V«rrtnlg»»g aller in der chirurgischen pranch» beschäftigten p»r»f»genoss»n. Dienstag, den 13 August, Abend« 9 Uhr. in den Armin. Hasten, Kommandanteustraße Nr 21. findet eine Versammlung statt. Zagedordmina; 1. Wahl eine» 1 Vorsitzenden und eine« Beifftzer». 2. Geweik- schastlicke» und Vereintangelegenheite». 3. Halten wir ein StisiungSsest ab oder nicht. 4 Verschiedene» und Fraoekasten. Um zahlreiche» Erscheinen der Mit- glieder wird gebeten. Gäste willkommen. Fachverein der MetaUfchranden-, pacondreffer«nd p»r«f«- grnoifen periin». Die nächste ordenlliche General. Verlorn mlrura ffndet am Dienstag, den 13 August, in DeiginüNef« Salon, Alte Iakobstrahe, Abend» präzise 7 Uhr, statt Tagesordnung; 1 Berichterstattung der Farlckominission über Innchailung de« Lohntaiss». 2. Antrag eine« Mitgtiede« betreffend Rech«». schütz. 3. Verschiedene» Die VereinSmitglicder werden ttsucht, zu dieser Ver- Kufford�rung l�Die Äff»™ derseniaen Vereine, weite die Verein». inserate für da« 2. Duatial noch nicht beglichen haben, werden freundlichst er- sucht, die» zu thun, oder ihre genaue Adreffe an die Erpedilion, Zimmerstr.«4. einsende» zu wolle».._.._, «»sang-,«urn«nd grfellig» Verein» am Sonnabend; Gesang. verein.Harinonia' Abend« 8 Ubr im lllestaurant. Alte Zatobstr. 38,— Männergesangverein.Treue' Abend» 9 Uhr im Nestanrant Andreaislraße s.— Männergesangvercin„Erato" Abend» 9% Uhr bei Schläwicke, Kleine Kursk, 1 — Liibccksicher Turnverein(1. LehrlingSabtheilung). Abend» 8 Uhr Elisabeth» straße 57- 58— Turnverein„Wedding", Panksir. 9, Männerabtheilung von 8%-10% Ubr Abend»; deSgl. 1. LehrlingSabtheilung von 8 bi» 10 Uhr Abend». — ArendSZche Stenographenklasie de»„Berliner Handwerkerverein«" Abend* 8% Uhr Sophienstr 15.— Thcaier. und Vergnügung«nerein„Earital" Abend* 8 Uhr im Louisenslädlischen Bierhause. Admiralstr. 38.— Theater,»nd Ver. gnügungSgesellschast„Treue" Abend» 8% Uhr in Boberf» Ballsalon, Weinstr. II. — VergnügungSverein„Schneeglöckchen", Abend» 9 Uhr in Vellin» Bier hau». Veteranenstr. 19.— GelelligkcilSklub„LuNia" Abend« 9% Uhr im NeNauraut Weiche», Taubenftr 45— Verein der Taubmsreunde Abend« 8% Uhr im Nestanrant Hillinann, Manteuffelstraßc 68.- Dänischer Verein„Freva" Abend» 9 Uhr im Nestanrant Poppe, Lindcnstr. 106.- Verein der Württemberger Abend» 8% Uhr bei Vaihinger. Dorothcenstr. 84.- Verein ehem. Schüler der 84 Gemeindeschule Abend» 9 Uhr im Nestanrant. Koppenstr. 58.- Verein ehem. M 5. Luthefscher Schüler Abend» 9% Uhr im Neffaurani Boniuum. Ohingaffe 2.- Rauchklub„Poriorico" Abend» 9 Uhr bi» 11 Uhr Köpnickdr. straße 157 bei Schulz.- Rauchklub„Qualm" Abend» 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.- VergnügungSverein„Lustige 13" Abend« 9 Uhr im Restaurant«lbrechi, Annenstr. 9.- Tambourvercin„Sedan" Sitzung Abend» 9 Uhr, Grüner Weg 9-10, Ausnahme neuer Mitglieder— Tanibourverein .Herz Znnig". Abend» 8 Ubr. Sitzung im Nestaurant Straßburgerftraße 5 Dirigent und Vorsitzender Fritz Laukant, Die Redaktion stellt die Benntzuna de» Sprechsaal», soweit Raum dafür abz». geben ist, dem Publikum zur Belvrechung von Angelegenhesteu allgemeinen Interesse« zur Bersügung; sie verwahrt sich aber gleichzeilig dagegen, mit dem �, Jnhall desselben identiffzirl zu rverderr. Obwohl wir gestern erklärt hatten, die Akten über den Zwischenfall in der Freireligiösen Gemeinde schließen zu müssen, werden wir von Herrn Kunert, unter dem Hinweis, daß er in der Angelegenheit erst zweimal zu Worte gekommen ist, wäh- rend von Seiten seiner Gegner dreimal an die Ocffentlichkeit appellirt wurde, ersucht, der folgenden Auslassung Raum tu gewähren. Wir thun das um so bereitwilliger, als wir selbst ieden Schein einer Parteilichkeit vermeiden möchten; im übrigen aber ist die Sache für uns nunmehr erledigt. Herr Kunert schreibt: Von der in Nr. 184 des„Berl. Volksbl." mit wunder- barer Grazie ausgeführten Nadelstichelei einer Dame Notiz zu nehmen, erfordert die Höflichkeit. Wer etwa von mir eine ernsthafte Entgegnung erwartete, den mache ich darauf aufmerksam, daß bereits in Nr. 182 des „Berl. Volksbl."(Mittwoch, den 7. August) drnch mich» prioii das widerlegt ist, was in dem Schreiben der Dame der Wider- legung werth ist. Im übrigen verdienen diese Blüten holdester Schreibart uneingeschränktes Lob; denn mit dem edelsten Feuer tritt die hochtalentirte Verfasserin ein für Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit ic.— Da ist über allen Gipfeln eine souveräne Ruhe. kein Geschwätz, kein unmenschliches Gekeife. In der That, ab, solute wohlthuende Stille und Lauterkeit,— und der Rest ist --- Schweigen. (Stcljrfe Redaktion! Da eS der Beruf der Presse ist, Möglichste Klarheit in Organisationsbestrebungen hei beizuführen und die Wiedergabe eines VerfammlungsbcnchtS nicht immer den richtigen Ton treffen kann, erbitte ich Ürir einen Platz zur Klarlegung der Verhältnisse innerhalb des Tapezirergewerbes. ES sollte mich freuen, wenn auch einmal ein Änderer wie die engagirtcn Parteien zum Wort gelangten; ich hoffe und weih, daß die Zentralisationsbestrebungen der deutschen Tapezirer vom unparteiischen Standpunkt nicht ungünstig beurtherlt werden können. Vom Kongreß zurückgekommen, auf welchem mit 21 gegen 5 Stimmen bte Zenttallsation beschlossen wurde, erklärte die Berliner Gehilfenschaft mit 50 gegen 46 Stimmen, sich nicht an die Zentralisation anzuschließen. Diese Abstimmung war der erste Fehler, denn eine Zentralisation kann überhaupt nur Werth haben, wenn Jeder mitmacht, so aber wurde die Jernhaliung förmlich dekretirt. Daß neben der Zentralisation der Fachverein eine nothwendige Ergänzung ist, betreffend die Ausklärung in sozialpolitischer Anschauung und Betheiligung, habe ich immer und immer wieder betont, und außerhalb der ZentralisaiionSversammlungen die Mitglieder mit Srsolg dazu angehalten, auch dem Fachvcrein beizutreten. Ich hoffe und mit mir die anderen„ZentralisationS- Menschen"(wie uns die FachvereinS-Mitglieder mit einer sonderbaren Betonung t i t u l i r e n), daß endlich die Einsicht Platz greifen werde: welchen Werth ein direktes Eingreifen zur Herbeiführng von Organisationen befitzt; sind dock bereits 30 Filialen errichtet, neben Fachvereinen oder der Betheili- gung an Arbeiterbildungsvereinen. Jede Stadt macht dem zun gen Verein eine kleine Konzession, um die„Verbindung" durchführen zu lassen, nur der Berliner Fachverein der Tape- arrer nicht. Im Gegen theil, wo Alles beisteuert, um durch eine Agitation zurückgebliebene Städte zu erwecken und zu einer Solidarität zn verpflichten, da sammeln sich die Berliner Jach- vrremS-Mitglieder einen Exlrastrumpf an, mit dem dann die Berlmer Verhältnisse„gebessert" werden sollen. Diese Be- strebungen sind aber geeignet, die Beschlüsse eines Arbeitertages (des Tapezircr-Kongresses) geradezu dem Spott der Unter- nehmer auszusetzen, und das werden wir nicht dulden. Ob der nächste Delegirtentag der Zentralisation beschließt: nunmehr die Filialen aufzuheben und örtliche Vereine mit freier Bewegung zu etabliren, soll mir gleich bleiben, ja sogar lieb sein, wenn bis dahin die Zentralisation ihr Werk vollendet hat, Organisationen zu schaffen!" Mitarbeiten soll aber bis dahin Jeder an diesem Werk, namentlich die Städte, die auf der Berathung vertreten waren; von einer größeren Selbstständigkeit wäre hier Abstand genommen worden, da der Fachverein die örtlichen Interessen genügend wahrt und gut arbeitet. Wenn aber nicht einmal diese geringe Solidarität bekundet wird, wenn serner direkte Bestrebungen die Mitgliedschaft der Zentralisation oereiuin, nun da war es wohl meine Pflicht als Bevollmächtigter der hirsigen Filiale, AgitationSeinrichlungen, also auch ein eigenes Ärdertsnachweisbureau, zu fördkru und selbstständia zu begrün- den. Den Fachverein der Tapezirer zu ruinirm hat Niemand im Sinn, obgleich ich das Recht dazu hätte, denn ein Verein der �.lsnobmegesetz« dekretirt ist kein sozialdemokratischer mehr und mein Ausschluß läßt sich durch nichts rechtfertigen, event. müßten auch unsere Abgeordneten aus dem Reichstage ausge- schlössen werden. Soviel Solidarität müssen die FackvereinS- Mitglieder lernen, neben dem Fachverein noch die Mitglied- schaft in der Zentralisation zu suchen und zu fördern; nichts weiter ist es, was wir wollen. R. Sander. Vevmifrfikos. Da« Hon plus ultra de« K�iritismu». Nenmork. Tanzende Tische, Geistererscheinungen, ja sogar die von Geister- bänden gemalten Bilder sind überwundene Standpunktein der Welt des Spiritismus, denn ein neuer— gewiß der uner- hörteste— Humbug feiert soeben seinen Eintriit in des Leben und wird von den Gläubigen mit gebührendem Jubel be- glüßt. Es handelt sich um ein neues Glied der spiritistischen Presse, um eine neue Zeitung, welche sich indeß wesentlich von allen anderen Preßoraanen der Welt unterscheidet, denn ihre MitarbeiteS bestehen zum größten Theile aus - gestorbenen Personen, welche mit der Redaktion in teiegraphischem Verkehr stehen. An der Treppe deS HauseS Nr. 184 William street in New- Bork befinde sich ein großes Schild mit der Aufschrift:„Up one(llght— Celesttal Cily", zu deutsch:„Im ersten Stock befindet sich die Himmlische Stadt". Das Letztere ist der Name der Zeitung, deren Her- ftrlluna einige Räume des ersten Stockes gewidmet sind. Außer vrei lebendigen, aber im Uebrigen bisher unbekannten Redakteuren und zwei Setzern nebst einem Drucker zählt die Zeitung nur todte Mitglieder, diese letzteren aber ohne Ausnahme von bestem Rufe. In der neuesten Nummer des Blattes ist eine Liste solcher Mitarbeiter abge- druckt, welche sich für die Dauer eines Jahres zu wöchentlichen Beiträgen verpflichtet haben, unter diesen Namen befinden sich diejenigen eines gewissen W. Shakespeare, Dichters aus England, momentan im ersten Himmel, eines Schiller, dessen Namen vielleicht Einigen bekannt sein dürfte, ebenso eines Herrn Goethe, eines Washington und eines Mannes, der sich Homer nennt; von anderen ausfallenden Ramen finden sich noch Grant, Sokrates, Bonaparte, Greely, Lincoln, Schopenhnuer, Darwin, Mac Clellan und andere. Unter dem Titel des Blattes stehen die Worte:„einziges spiritistisches Journal, welches direkte Telegramme von den Geistern Abge- schiedener empfängt und veröffentlicht." Die Geschäfts- sührung in der Osfize dieses schönen Blattes ist übrigens eine sehr einfache und praktische. Vor dem Tische des Haupt- redakteurs befindet sich ein telegrapischer Apparat, dessen Draht aber nicht eiwa in irgend ein Amt leitet, sondern außerhalb des Gebäudes über dem Dache fein Ende findet. Wie ein Blitz- ableiter, man kann auch sagen, wie ein Zeigefinger, deutet dre Drahtspitze nach den Wolken oder besser nach dem Himmel, wo aus der-�.allerdings unsichtbar«—„Anschluß" be- von werkftelligt werden soll. Wünscht man die„löbliche Redaktion" mit den seeligen Heiren Mitarbeitern zu kommuniziren, so wird die Anfrage an Goethe oder Washington oder Sokrates, einfach auf einen Streifen Papier geschrieben, versiegelt und auf den Operationstisch gelegt. Das ist alles. Nach etwa 5 Minuten kommt dann— tick, tick, tick, tick— die lelegraphische Antwort au« den fernen Regionen der Geister zurück, aus Strichen und Punkten bestehend, die der Redakteur übersetzt und unter die „Reuesten Telegramme" aufnimmt. Solcher Telegramme ent- Holl jede Rummer wenigstens zwölf Stück. Zuweilen„ticken" die Geister auch ungerufen, manchmal auch„ticken" sie einige Stunden lang gar nicht, auch wenn man sie dringend anruft. Da« Blatt gewinnt schnell Anklang und infolge dessen einen Leserkreis. Ungläubige behaupten zwar, es exrstire noch ein siebenter Mitarbeiter, welcher im Keller fitze und zu telegraphiren »erstehe, die Gläubigen aber läckeln über derartige kopflose Zweifel und drängen nach der Office der„Himmlischen Stadt", um die dort vollführten Mirakel zu bestaunen. #tw niedliihe« Produkt der Saure-Gurken-Zeit findet sich in der„Neuen Mülhauser Zeitung". Es heißt da:„Ein merkwürdiger Vorfall ereignete sich in dem Hause der Langen- straße 20. Das Kind des Tagelöhners Heger daselbst wurde plötzlich unwohl und mußte sich erbrechen, wobei ein kleiner Laubfrosch zum Vorschein kam. Bei näherer Untersuchung fand «an, daß das Fröschlern noch am Leben war. Der Frosch mag durch irgend eine Unvorsichtigkeit beim Wassertrinken als Laich in den Magen des Kindes gekommen und darin ausge- schlüpft sein." Dcpesrlictt. (UtolfT* Telegraph«»- Kuerau.) pari», Freitag, 9. August. Heute fand die. Beerdigung von Felix Pyat statt. Auf dem Kirchhofe hatte sich eine ziem- lich große Volksmenge, welche rothc Fahnen mir sich führte, eingefunden. Am Grabe wurden zahlreiche Reden gehalten und wiederholt Hoch'« auf die Kommune und auf die soziale Revolution ausgebracht. VviefkNften. Bei Snsragm btttm wir dir AbonnemenlS-Ouittung beijusiiaen. B riesliche «ntwort wird nicht erlheilr pou Herrn Puffer erholten wir ein längeres Schreiben, 16. Ziehung der 4. Klasse 180. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehun» vom s. ilugust IM», lv-riiiitlag». «m bU«nuiiin« Uber StlO IHart lins den deirenense» Rümmer» in Pnrembeie dergcnige. lOb«»ewiidr.) 98 224 42 322 48[SOOO] 96 498 509 638 865 926 89 99 1096 267 359 457 717 832 65 13001 90 967 4140 58 252 479 547 55 81 686 773 918 22»089 286 420 28 36 66 74 878 9.9 93 4269 79 328 69 4*8 580 606 806 89 69(5001 5079 89 122 475 87 517 27 612 81 782 969 0051 200 84[3001 300[15001 29[15001 32 39 42 455 608 36 54 98 612 761 803 7059 74 98 123 64 421 526 73 661«024 218 318 46 87 97 478 570 767 74 828 67 0266 422 48 606 13 97 600 6 93 848 900 lOOöl 181[5001 318 67 638 720 39 821 85 931 11241 322[30001 61 568[.0001 692 74> 79 807[1500] 22 35 14017 48 120 379[5001 767 967 13099 157[1500] 203 55 338[300] 455 661 87(30001 630 875 922 14178 257 300 427 65 560 677 708 843 52 61 924 1 5472 98 767 855 10013 116 23 66 78 218 22 350 622 603 93 1 7051 161[30001 84 412 88 502 31 611 726 841 68 929 1 8029 43 187 271 312 471 776 89 1»431 682 801 39 92 40188 270 319 510 622 30 78[30001 708 67 891 41127 76 294 311 616 739 820 43 76 903 49 74 44056 368 466 72 81 83 94 575 609 17 79 93 816 88 97 916 43007 152 564 614 44250 362 690 718 81 897 972 45068 71(15001 91 165 305 59 424 91 603 770 864 71 981 4C104 246 385 488 617 43 635 53 774[15001 808 71 47039 78 88 193 409 21 83 565 631 50 92 815[300] 32 86 977 4*120[15001 29 64 262 340 50 74 579 614 34 718 921(5001 64 80 4»139 210 358 403 544 82 631 819 40 66 »0046 149 62 223 318 67 83 444 525 630 737 862 905 72 86»1000 7 228 329 47 88[5001 675 78 909 97 99»4153 59 209 444 52> 92 6.7 (300) 65 718 19 25 809 902 8 3091 136 89 357 97 409 600 89 34071 131 23. 339 49 502 94 783 841 61 67»5031 46 1-3 234 346 433 503 56 762 955 89»«011 33 44 158 96 375 415 50 529 98 666 M) 724 64 939 8 7115 60 263 321[5001 551 65 784 972»*020 126 254 57 7 6 307 16 15001 505 81 93 627 879 908 8UU24 162[15001 255(30001 559 689 986 88 40015 172 291 434 766 816 41173 223 308 13 419[1500! 31 53 74 606[5001 899 44163 267 90 443 508 766 860 96 913 43.107 94 256 414 61 96 551 89 671 730 53 917 63 44008 130001 97 143 265 964 4 5001 17 69 186 219 81 436 15001-3 610 96 685 4 0008 1150,] 196 740 75 11600] 47051 248 476 539 64 664 8' 9 57 4*057 67 146 99 417 520 727 32 62 976[30001 40036 48 122 66 72 266 362 509[15001 87 3 913 0 74 115001 50167 202 3 3 410 29 67 94 672 811 23 36 981 90 5 1 043 147 64 130061 79 213 302 6 17 25 68 467 532 44[30031 61 76 96 616[500] 5, 52119 57 69 267 90 383 487 537 69 642 59 753 7 2 808 918 5 3368 818 13006] 51 54130 35 57 427 91 98 557[1500] 96 6.6 45 614 31 961 5 5 276 13000) 380 93 616 49 768 9-5 56000 98 152>,3 565 746 87 812 26 62 925 30 67. 0[5001 5 7 067 173 202 13 29 550 804 1X5001 24 95u 63 5*015 97 144 232 427 67 838 940 5 0057 73 106[15601 Ii 224 378 557 69 881 89 «0003 295 376[30001 411 69 13000] 535 735 11500] 835[130 OOOl 80«1115 84 231 44 369 666 68 83 93 1:100] 766-44 54«2031 12.. 68 88 526 49 61 646 834 341«8176 92 626 94 655 794 15001 841 73 970 «4015 219[300] 49 72 76 318 15001 19 57 625 65 948 80«5004 73 11, 001 77 120 35 82 245[300] 460 669 95 73« 43 994[30,811««072 147 313 19 13001 28 41• 55 515 7-4 808 96-«»209 99 945 57«SOoO 94 543 1500] 738«0020[l-uOl 174 87 285 31t, 60 86 668 824 81 977 7«019 249 335 38 66 94 469 635 54 758 94 800[3 3111] 27[500] 71043 68 161 277 303 41 42 89 679 711 816 7 2049 80 121 58 93 311 6« 62[500] 73 582 65« 773 811 60 70 86 116001 73065[5t, 0] 193[5«U] 310 95 442 4- 721 41 867 74110 32 44 4-2 509 39 81 640 991 75002 46 53 223 66 43- 62 535 63s 1300] 71-10 36 1301.1 78 910 68 7«ü 4 156 236 321 439 75 839 966 7 7024 11500] 227 457 73[15001 597 771 86 890 913 7*113 56 262 303 431 38 726 91 957 98 70033 36 235 55 642 *«004 65 206 348 442 512*1004 173 236 3-5 495 790 846 15001 *2014 15 139 69 74 2-1 336 47 452 513 794*8041 1-0 82 492 637-6 614 718»4019 31[ 0001 213 444 525-6 630 80 811 69 913»5012149 430 631 77 700 21 95*«107 21 26 228 334 58 63 94 491 552 63 766 847 931 36*7011 160 371 482 741 70 808 50 914 16 27»*080 454 58 [30001 5o2 768 922»U060 91 130 60 405 643 716 50-Ol 6. 79 905 53 »«148 270 94 418 67 524 80 630 707 9 38 66»16 UOOO.t] 92«96 0 1 024 29 179 291 353 92 407 30 41 53 130001 534 47 835(30001 54 62 961[30001 62 0 2042 46[50001 121 217 27 46 97 313 422 71 77 90 66! 95 675 829 917«3011 130001 38 78(300) 247 343 484 620 702 15001 823»4014 138 48 13000] 218 24 321 653 736 818 66 941 05029 16. Ziehung der 4. Klasse 180. Königl. Preuss. Lotterie. Zledun« vom 9. 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Trouhots» tn Berlin. Druck und Vertag von Ma» Hak tu, in Berlin SW., Beuthstraße 2.