e di- W Wg s? Herr?■ blulrunßE cm der, ähern. n- vollen 1. ik.18«. Sonntag, den 11. August 1889. 6. Ial»rg. ÖerlincrUolkslilflK. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonncinentspreis für Berlin frei s"'rrteljährsjch 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer Das„ Berliner Volksblatt' 10 Pf. Bei Abholung aus unserer "a° Nummer mit dem �Sonntags-Blatt Z'mmerstraße 44 1 Mark pro Monat. P...... Kr bn,,(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1889 unter N Anstand: Täglich unter Krcuzbano durch unsere Expeditron 3 Mark pro Monat. pro Monat. Postabonnemenr 4 Mark pro Quartal. •*'■------------ Nr. 866.) Jasertiousgebühr betragt(ur die 4 gespaltene Petilxerle oder deren Rauin 40 Pf., für Vereins- und Versammlung-. Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher: Amt VI. Up. 4106.»- S'V' Ztrdatltio»: NrukMraffe 2.— ExpedMon: BimmcvJTvafic 44. 933 W. ..'S tM i M bentigm Uummer liegt für unsere Abonnenten »K««ntag»-Klatt" bei. ,403 A i U i --"/j M 8 A O ■ M Herr ITHsjmaun. Wj o �'?ger von Bagamoyo ist seinem Vaterlande in in v. sehr„theurer" geworden, denn wie sogar �,ku»ieitung" zugesteht, haben die Kosten seiner b.e dazu bewilligten Summen schon um das 3>„ Y' t e überschritten. Wir zweifeln nicht daran, daß lin Aufgaben eines guten„Patrioten" nach dem ll>!e»°I"� Junkerblattcs gehören wird, sich über die er- ""i'""ch erwachsenden Ausgaben in Ostafrika >» ftiw 3�ut)m zu trösten, den Hauptmann Wißmann »0% r. kämpfen mit dem Häuptling B u s ch i r i er- Wir können uns indesien für jenen Kriegs- un mindesten begeistern, ganz abgesehen davon, --mg,;,,"fchiri eigentlich ein Patriot ist, der„seine Icn. n liegen eine fremde Invasion vertheidigt und der »on%"ndsleuten sicherlich auf dieselbe Stufe gestellt wird, «ie Deutschen jene Krieger, die Deutschland gegen ani ber Napoleons vertheidigt haben. Wir sehen MQ��Tebens nach der„Kulturmission" um, die von Sklavenhandel ist nirgends die Rede 5�'ivjr � militärische Operationen in Frage kommen- M �fahren, bestätigt nur unsere Auffasiung, daß � die �Handel nach wie vor in vollem Gange ist und '�Uchen Kaufleute in Ostafrika keineswegs so besielben find, wie man in den Nersaminlungen Q[Qi,r'w€reinä und anderer überflüssigen Verbindungen % � machen will. Weiftet, Wißmann bis jetzt an kriegerischen Thaten "c ziemlich billig, denn die Eingeborenen haben Wollen � und vcrtheidiqten sich hinter schwachen Rohr- Sh d».' fahrend Herr Wißmann bei seinen Angriffen Men n�Fktrer der Kriegsschiffe unterstützt wurde. Unter �«erUzitanden war die Ueberlegcnheit der Europäer eine Wiehes, gliche. Die Eingeborenen haben dies auch ein- in das Innere des Landes zurückgezogen, » i i » �c» o�u Äereich der Schiffsgeschütze zu kommen. Wird ? MonW �isimann dahin nachfolgen? Run, dazu wird »®e[b t Rüstungen machen muffen und wird dazu sehr so»,"che", nachdem er schon so viel verbraucht und % e,;""'e gar keine eigentlichen Vortheile erreicht hat. i�tn �? Innern des Landes befestigte Lager er- ■ Wir erinnern daran, daß im ersten Weiß- hl �>/ Afrika Briefe des Reichskanzlers ent- denen vor solchen Unteniehmungen � gewarnt und die Ueberzeugung ausgesprochen war, [36 �.Feuilleton. �tn GxrldursnfÄr. Sowa« von Maurus Zükai. .F�isen ad vocm Frisur dem Leser einige Auf- Mx ä.r"; Timea hatte prachtvolles langes und dichtes ßkn» 3? wachte es Spaß, ihre Friseurin die wunder- J gan-e k damit ausführen zu lasten. Einmal ließ sie ÄkL�chcit t � Timea's hinaufkämmen mit glatt gestriche- Fit � und oben einen Thurm aufbauen; ein an- b>�ifur �e Haare nach zwei Seiten zu einer Fleder- LW gii-v�einanbergetämmt werden; dann wieder ließ r?> Hr.„°erhörner aus den Haaren drehen, welche über fc �etKAr��en- Kurz, das Kind mußte in w. Äett«op,, Frisuren einhergehen, wie kein Mensch sie kubischen m"d bei der Ausführung dieser archi- fc�'Öoten®f'Ken wurden Brenneisen, Drahttäder, jt.' reb°,."4e und WachSpomade nicht geschont. C* ZZerw�.'hr ein, sie thue das aus Liebe zu wie r � und das arme Kind hatte keine Ahnung $ii>, �err F.�durch entstellt wurde. fe"< es ü/ �chuka klärte sie darüber auf.„Fräulein sucht Ihnen um diese Frisur nicht leid zu thun. "en viel schöner stehen, wenn Sie das Haar % en,. Sie haben so schönes Haar, daß es %, Mit go„F"de ist, es mit dem Eisen zu brennen Swi. Met,,"chspomabe tu verschmieren. Lasten Sie das Mehr %c, Welche zu verschmieren. Lasten zu. Es ist schade um jedes einzelne dieser oa§ nur verloren geht. Durch die Mißhand- die Damen Frisuren nennen, wird aber mrinirt. ES verliert seinen Glanz, spaltet e, bricht leicht ab und fängt frühzeitig aus- SiTknt dies künstliche Flechtwerk brauchen Sie ?aden so prachtvolles reiches Haar, daß Sie daß man Erfolge gegen die Eingeborenen nur auf dem Ge- biete erwarten könne, das von den Schiffsgeschützen beherrscht werde. Das wird auch richtig sein und die Kolonialschwärnrer werden schwerlich angeben können, was man thun soll, um über die Eingeborenen im Inneren des Landes Herr zu werden, ganz abgesehen davon, daß ein solches Unternehmen gar keinen sichtbaren Zweck hat. Nichtsdestoweniger soll eine eigene Abtheilung für Kolonialangelegen- Herten im Ministerium des Auswärtigen eingerichtet wer- den, was auf eine abermalige mit Kosten vennüpfte Er- Weiterung der Kolonialpolitik hindeutet. Man glaubt dadurch die kolonialpolitischen Unternehmungen von inehr sachverständiaenErwägungen abhängig zu machen. Ob dieser Glaube nicht ein frommer Glaube ist? Denn„sachverständige Erwägungen" im eigentlichen Sinne des Wortes können doch nur in den Kolonialgebieten selbst getroffen werden, während zur Zeit dort, wie es scheint, eine abenteuerlustige Kampfesstimmung den AuS- schlag giebt. Nun aber kommt eine andere Frage: Wenn Herr Wißmann sein Unternehmen fortsetzen soll, so muffen dazu erst die Mittel bewilligt werden, d. h. ohne die Z u st i m- mung des Reichstages kann die Kolonialpolitik in Ostafrika nicht auf neue Gebiete ausgedehnt werden. Die sogenannte nationale Presse ist gleich mit der Sache fertig; sie meint einfach, das Unternehmen Wißmann's dürfe nicht aufgegeben werden und der Reichstag werde „wohl oder übel" neue beträchtliche Geldmittel bewilligen muffen. Das bestreiten wir auf das entschiedenste. Es ist nun an der Zeit, daran zu erinnern, was die Regiernng bei der ersten Berathung der ostafrikanischen Vorlage erklärt hat. Sie erklärte damals, daß sie in ihren Kolonialbestrebungen genau die Grenze einhalten werde, die der Reichstag bestimme. Sie lud damit dem Reichstag die Verantwortlichkeit für die Folgen der oft- afrikanischen Kolonialpolitik auf, maß ihm aber auch in dieser Frage eine S e l b st st ä n d i g k e i t zu, die leider bei an- deren Fragen nicht vorhanden ist. Der Reichstag wird sich im Einverständniß mit dem weitaus überwiegenden Theil des deutschen Volkes befinden, wenn er keine neuen Gelder mehr für die Wißmann- schen Unternehmungen bewilligt. Denn Niemand wird glauben, daß die Ehre Deutschlands in's Spiel komme, wenn man den Kampf mit dem Negerhäuptling Buschiri aufgiebt; andererseits aber wird sich jeder denkende Mensch sagen müffen, daß die Wißmaun'schen Unternehmungen zwecklos, die Ausgaben dafür unnöthig oder wenigstens un- verhältnißmäßig groß sind. Wir haben zur Milderung unserer inneren Mis re kein Geld und sollten es für oft- afrikanische Abenteuer haben? Wenn die Herren vom daffelbe nur in einem einfachen Zopf aufzustecken brauchen, um die schönste Frisur zu haben, die man sich wünschen kann." Möglich, daß Herr Kawschka dies Alles nur aus menschenfreundlichem Mitgefühl für einen maltraitirten schönen Haarwuchs sagte und keine andere Absicht damit verband, als Timea's prachtvolles Haar von den Aben- teuerlichkeiten zu befreien, die man ihm aufzwang; seine Worte brachten jedoch eine tiefere Wirkung hervor, er selbst denken mochte. Von diesem Momente an Timea das Gefühl, als wollte der Kamm, den sie im stecken hatte, ihr den ganzen. Kopf auseinandertreiben, sie konnte kaum erwarten, daß Herr Katschuka ging. Hauptmann hielt sich auch nicht lange auf; er erbarmte sich der Frau Sophie, welche in seiner Gegenwart beständig mit der Aufgabe zu kämpfen hatte, ihre in zerriffenen Schlapp- schuhen steckenden Füße zu verbergen; Herr Katschuka»er- sprach, im Laufe des Abends noch einmal vorzusprechen und empfahl sich dann. Er küßte Mama Sophie die Hand, vor Timea aber machte er eine tiefe Verbeugung. Kaum war der Hauptmann zur Küchenthür hinaus, als Timea den großen Kamm herauszog, die aufgethürmten Zöpfe auseinanderriß und in einem Nu die ganze Frisur zerstörte; dann stellte sie sich an den Wafferkübel und fing sich die Haare und den ganzen Kopf zu waschen. als >atte ?aar und Der aw „Was treibst Du da, Mädel," herrschte Frau Sophie sie an.„Ob Du gleich aufhören wirst! Laste Deine Haare, wie sie sind. Athalie wird schön böse werden, wenn sie nach Hause kommt und das sieht." „Meinetwegen, mag sie böse werden," antwortete daS Kind trotzig, wand sich das durchnäßte Haar aus, setzte sich dann hinter Frau Sophie und fing an, das aufgelöste Haar in einen bescheidenen dreifachen Zopf zu flechten.— Der Trotz war bereits in ihrem Herzen erwacht. Sie fing an, sich nicht mehr zu fürchten. Die Worte des Hauptmanns flößten ihr Muth ein. Sein Wunsch, sein Geschmack wur- den für sie Gesetz. Sie legte den Zopf m ein einfaches Rad und schlang es sich um den Kopf, wie er gesagt hatte. Frau Kolonialverein und ihre Genossen solche Unternehmungen absolut brauchen, so mögen sie dieselben auf ihre eigenen Kosten veranstalten. Man kann in Ostafrika viel verlieren: Geld, Mannschaften und Schiffe. Gewinnen kann man gar nichts mehr. Und dafür große Summen auszuwerfen, daß ist dann doch etwas viel verlangt. Wlsellschafl und Kllzlaldeulukratie. Die Sozialdemokratie stützt sich auf die Wissenschaft, auf die Forschung, und zwar auf die Gesammtheit der Wissenschaft- lichen Disziplinen, sie unterscheidet sich dadurch von der Philo- sophie der zünftigen Gelehrten, welche die Welt in der Regel durch die Brille ihres Spezialfachs betrachten, und dabei sich selber noch in einen„äußeren'- Menschen, welcher dem TageS- aeschmacke speichcllcckcrisch huldigt, und in einen„inneren" Men- schen theilen, der die„einsame Leuchte" der Wissenschaft nur in seinem verschwiegenen Bibliothekzimmer anzündet. Alle Achtung vor der Gelehrsamkeit selbst solcher Leute, aber ihre Wirksamkeit ist ohne Segen, denn eben, weil man das Volk nicht in dem genügenden Maße in die Wissenschaft einführt, deshalb mrt steht es so trübselig um die Gesellschaft. DaS Papstlhum konnte nur deshalb zu einer solchen Macht gelangen, weil eS die Pflege der Wissenschaften auf die Klöster und Universitäten beschränkte, und die Gelehrten thaten hierzu ein übriges, indem sie Jahunderte lang nur lateinisch, das heißt in einer solchen Sprache lehrten, welche die Völker in ihrer Masse nicht mehr verstanden. Die Gelehrten drehten sich dadurch selber den Strick; das Volk hatte für sie, weil es sie nicht verstand, nur wenig Theilnahme, wenn sie sich gegen den heiligen Stuhl auflehnten. Luther verstand das Volk besser, denn nur, weil er deutsch lehrte, gelang es ihm, das Volk für seine keineswegs freiheitliche und am allerwenigsten konsequente Weltanschauung zu inter- essiren, so daß er„ungebraten" seine Tage beschließen konnte. Wir sind also der Meinung, daß die Herren Gelehrten kein Recht haben, am Volke zu tadeln, daß es für die Wissen- schaft kein Interesse habe. Im Gegentheil. Wo dem Volke eine gediegene Wissenschaft geboten wird, und zwar in einer allge- mein verständlichen Form, da strömt es herzu und belohnt den Lehrer durch elementaren Jubel. Dieser gemeinverständlichen Ausdruckswcise hat z. B. das düstere Kirchenlicht Slöcker seinen immerhin beträchtlich großen Erfolg zu danken; wenn die sonst freiheitlich denkenden Ge- lehrten nur in halbwegs genießbarem Deutsch vor dem Volke und insbesondere den Arbeitern sprechen wollten, so wären Leute wie Stöcker unmöglich. Die Gelehrten tragen ferner in hervorragendem Maße die Schuld an der Elendigkeit unserer Preß- zustände. Insbesondere sind die Universitätslehrer fast ausnahmslos derart geistig verweichlicht, daß man sich nach den Zeiten des Mittelalters zurücksehnen möchte, wo die Universi- Sophie lachte in sich hinein. Dies Kind ist ganz närrisch gemacht! Während Timea sich das Haar flocht, rückte sie ihr näher und suchte sich wieder bei ihr einzuschmeicheln.„Nun, jetzt last' Dir zu Ende erzählen, wie es bei der Trauung zugeht. Wo hat dieser närrische Katschuka uns unter- krochen? Ei, wenn er gewußt hätte, wovon wir gesprochen haben! Ja, ich blieb da stehen, wo Braut und Äräutigam aus einem Pokal trinken. Der Chor und der Diakon singen dabei fortwährend das„Goapodl Pomiluj". Dann verliest der Pope das Evangelium und inzwischen halten die Beistände die silbernen Kronen über den Köpfen des Brautpaare«. Der Pope übernimmt hierauf die silbernen Kronen, legt sie zurück auf die silberne Schüssel und sagt dann zum Bräutigam:„Sei gevriesen wie Abraham, ge- segnet wie Isaak und mehre Dich wie Jakob!" und zur Braut gewendet:„Sei gepriesen wie Sara, glücklich wie Rebekka und mehre Dich wie Nachel!" Und nach diesem Segen küssen Braut und Bräutigam sich dreimal vor den Hochzeitsgästen und vor dem Altar." Timea schloß die Augen vor dieser Szene. Athalie war nicht wenig erstaunt, als sie nach Hause kam und Timea mit aufgeflochtenen Haaren erblickte. „Wer hat Dir erlaubt, Deine Haare aufzuflechten? Wo ist Dein Giraffe-Kamm? Wo Deine Schleife? Stecke sie gleich auf." Timea preßte ihre Lippen zusammen und schüttelte den Kopf. „Wirst Du gleich thun, was ich Dir heiße?" „Nein." Athalie wur verblüfft von dieser Widersetzlichkeit. Es war unerhört, daß ihr Jemand zu widersprechen wagte. Und nun geschieht ihr das von einem angenommenen Kinde, das hier das Gnadenbrot ißt, das bisher immer so unterwürfig war und ihr einmal sogar den Fuß geküßt.„Nein?" fragte sie, zu Timea hintretend und ihr zornglühendes Antlitz Ti- laten die Freiheit der Wissenschaft gegen Papst und Kaiser mit- unter tapfer vcrtheidiaten. Heute sind sie, glauben wir, soweit, daß, wenn sie um die Einführung der Zensur befragt würden, sie den betreffenden Fragesteller einstimmig zum Ehrenmitgliede ernennen würden. Die Gelehrten treiben die Wissenschaft fast nur noch als Brotstudium und sie gerade liefern die charakterlosesten Zeitungsschreiber. Sie studiren römische Geschichte offenbar nur, um herauszufinden, was der Gegenwart noch fehlt, damit sie ein vollendetes Konterfei des römischen Zäsaren-Zeitalters werde. Das Verhalten unserer Gelehrten ist wahrhaftig kein Ruhm für Deutschland. In England, Frankreich, selbst in Rußland ist der Gelehrte ein Mann, zu dem das Volk Ver- trauen haben kann, denn dort steht der Gekehrte meist mitten im Volk, theilt sein Leid, zeigt ihm den rechten Weg zur Er- kenntniß, vertritt sein Recht gegen seine Bedrücker. Wieviel deutsche Gelehrte giebt eS, die dergleichen thun? Sie sind so dünn gesät, daß es ganz Deutschland als eine Helden- that begrüßt, wenn irgendwo ein zünftiger Gelehrter das trockene langweilige Kauderwelsch eines sogenannten„Objek- tioismus" bei Seite läßt und über irgend ein Volksübel den oberen Zehntausend eine einigermaßen verständliche Straf- predigt hält. Wie gesagt, alle Achtung vor dem Spezialwiffen der beut- schen Gelehrten, aber ihre Feigheit und ihr Buhlen um die Gunst der Mächtigen ist noch hundertmal größer. Vor allen Dingen müßten diejenigen Gelehrten, welche die Wissenschaft immer noch lieber haben als einen Orden, die Arbeiterpresse etwas unterstützen, und zwar durch volksthümlich geschriebene Artikel über zeitgemäße Themen. Große Honorare lassen sich dabei freilich nicht ergattern, denn die Arbeiterpresse hat keine Revtilicnfonds, aber ebenso gut wie die Arbeiter, denen das Schreiben eine viel größere Mühe macht, ihre Presse durch Artikel kostenlos unterstützen, ebenso gut können die Ge- lehrten die Arbeiterpresse unterstützen, wenn ihnen überhaupt daran geleaen ist, die wissenschaftliche Methode der Kritik und die Wissenschaft selbst in ihrer exakten Form dem Volksgeist einzuverleiben. Vor solchen Gelehrten erst können wir Achtung haben— vor andern nicht, denn was sind die letzteren weiter, als wissenschatliche Lakaien der Mächtigen, die sich aus des Volkes Tasche bezahlen lassen? poliftrrfnf Mebevstchk. Die sozialdemolrratifchen Führer Deutschland» und der Schweiz sollen, wie die„Allgemeine Schweizer Zeitung" erfährt, die Absicht haben, im kommenden Herbst in Basel ihren Parteitag abzuhalten. Es werden u. A. Bebel und" Liebknecht erwartet. Als Versammlungslokal soll die Burg- vogteihallc in Aussicht genommen sein. Da der„Bund" diese Nachricht rcproduzirt, ist zu glauben, daß sie ernsthaft zu nehmen sei. Nach dem„Dafürhalten des„Deutschen Tagebt." kann die schweizerische Bundesregierung,„wenn ihr an der Aufrechterhaltung ihrer Autorität auch nur noch etwas gelegen ist, im Interesse der Schweiz gar nickts anderes thun, als oie Abhaltung des sozialdemokratischen Parteitages in der Burg- vogteihalle in Basel einfach zu untersagen."— Dieser Waschzettel macht die Runde durch die freiwillige und unfreiwillige Reptilienpresse. Daß der Inhalt dieser Notiz mit der Wahr- heil auf gespanntestem Fuße steht, brauchen wir nicht erst her- vorzuhegen; drollig ist aber die Zumuthung an die Schweiz, eine Versammlung verbieten zu sollen. Diesen Leuten steckt die Polizeiwirthschaft so in den Gliedern, daß sie sich gar nicht hineindenken können, daß die Schweiz gar kein Vereins- und Versammlungsgesetz hat, mithin vom„untersagen einer Ver- sammtung" gar nicht die Rede sein kann. Koulanger und die Kozialisten. In seinem letzten Schimpf- Manifest sagt Boulanger, er habe ein Blatt— den „Aoenir National"(der aber bald wieder einging)— in der Absicht gegründet, um sich das Spionir-Handwerk zu erleichtern, und um— wir übersetzen hier wörtlich und in der ersten Person—„Leute unter der Hand zu haben, welche zu den ' Sozialisten eines gewissen Landes Beziehungen hatten, deren ich mich am Tage, wo der Krieg unmittelbar vor dem Aus- bruche war, zu bedienen gedachte, aber nur an diesem Tage. (Avoir saus la isa'n des gens ayant avec les socialistes d'un certa'n pays des rilations, dont je coicptais nie servir le jour oü, la guerre serait ä la veille d'eclater, in als seule- rnent c e jour I ä. Die letzten 4 Wörter des französischen Textes find im Original gesperrt. Warum? Das ist nicht recht ersichtlich; denn jedensalls würde sich Boulanger der„Beziehungen der Sozialrsten eines gewissen Landes" zu seinen„Leuten" doch auch nach Ausbruch des Krieges noch„bedient" haben.— Vielleicht soll das-ealemem auch t eist heiße», und bedeuten, daß Boulanger als gewissenhafter Friedensfreund und Verehrer des Völkerrechts nicht schon vor Ausbruch des Krieges sich zu mea's atabasterweißen Wangen so nahe bringend, als wolle fte dieselben in Brand setzen. Frau Sophie sah aus ihrem Winkel mit großer Schadenfreude zu und meinte:„Hab' ich Dir's nicht ge- sadt, daß Du es kriegen wirst, wenn Athalie nach Hause kommt?" Timea aber blickte Athalie in die flammenden Augen und wiederholte ihr„nein!" „Und warum nicht schrie Athalie, deren Stimme jetzt schon der ihrer Mutter glich, sowie ihre Augen denen des Vaters. „Weil ich so schöner bin," antwortete Timea. „Wer hat Dir das gesagt?" „Er." Athalie krampfte ihre beiden Hände wie Adlerklauen zusammen und ihre über einander gebissenen Zähne blitzten zwischen den schönen Lippen hervor. Es war, als wollte sie un nächsten Moment das Kind zerreißen. Da sprang ihre ungezahmte Wuth plötzlich in Höhnisches Gelächter um. Sie ließ Timea stehen und ging auf ihr Zimmer. Herr Katschuka machte noch an demselben Abend einen Besuch im Hause. Man hielt ihn zum Abendessen zurück. Bei Tisch überhäufte Athalie Timea mit ungewohnter Freund- lichkeit. „Finden Sie nicht auch, Herr Hauptmann, daß Timea so mit aufgelöstem Haar viel schöner ist?" Der Hauptmann bejahte es. Athalie lächelte. Jetzt war es kein Scherz mehr, sondern eine Züchtigung, was sie an diesem Kinde vorzunehmen hatte. Nur zwei Tage fehlen noch bis zur Hochzeit. Während dieser zwei Tage überfloß Athalie von ungewohnter Aus- merksamkeit und Zärtlichkeit für Timea. Diese durfte nicht zum Gesinde hinaus, und den Dienstboten war aufgetragen, wenn sie ins Zimmer kämen, auch Timea die Hand zu küssen. Frau Sophie nannte sie wiederholt kleines Fräulein. Auch das Brautkleid war schon vom Schneider gebracht worden. Welche kindische Freude hatte Timea beim Anblick desselben. Sie tanzte herum und klatschte in die Hände. „Komm und probire Dein Brautkleid," sagte Athalie zu ihr mit grausamen Lächeln. Timea ließ sich das Pracht- kriegerischen � Akten oder Kriegshandlungen verstehen wollte— eine Versicherung, die zum mindesten lehr überflüssig wäre. Wie dem nun sei: so viel ist gewiß, Boulanger behauptet, er habe„Leute" gesucht, die Beziehungen zu den Sozialisten eines gewissen Landes gehabt hätten, und dieser„Beziehungen" habe er sich eventuell beim Ausbruch eines Krieges bedienen wollen. Nehmenjoir an, Boulanger habe einmal nicht gelogen, so ist die erste Frage: welches ist das„gewisse Land' Da der Krieg, welchen Boulanger im Auge hatte, un- zweifelhaft ein Krieg zwischen Deutschland und Frankreich war, so drängt sich naturgemäß die Antwort auf: Deutschland!— die deutschen Sozialisten sind es, an die Boulanger gedacht hat!_ Sonderbarerweise läßt die„Kölnische Zeitung", dieses Erz- Reptil und Polizciblatt, es im Dunkel, welches Land Boulanger gemeint hat. Dieses Nichtbenutzen einer auf dem Präsentir- teller gebotenen Denunziationsgelegenheit mußte schon auf- fallen. Noch auffälliger wurde die Sache, als der„Hamburger Correspondent", ein der rheinischen„Cloaca maxima" ebenbürtiges Reptil- und Polrzeiblatt, das in neuester Zeit das Denunziationshandwerk mit wahrhaft fieberhaftem Eifer betrieben hat, die Boulanger sche Expektoration nicht nur nicht zu einer Denunziation der deutschen Sozialdemokratie benutzte, sondem positiv erklärte, die lombardischen Sozialisten seien ge- meint gewesen. Nun steht es aber für uns, wie wohl für jeden Unbe- fangenen, absolut fest, daß Boulanger an die deutschen Sozia- listen gedacht hat, und nur an sie gedacht haben kann. Die„Kölnische Zeitung" und der„Hamburger Korre- spondent" müssen einen sehr starken Grund gehabt haben, sich diese Gelegenheit zu einer Denunziation gegen die deutsche Sozialdemokratie entgehen zu lassen. Was war der Grund? Die Frage beantwortet sich von selbst, wenn wir uns die Reichstagsdebatten über den von Ehrenberg und ähnliche Ehren- männer ms Gedächtniß rufen. Herr von Ehrcnberg wollte die deutsche Sozialdemokratie in landeSverrätherische Unternehmungen stürzen, oder doch wenigstens in solche Unternehmungen verwickeln— das ist erwiesen. Und die Regierung, an welche die deutsche Sozial- demokratie ihr Land verrathen sollte, war die französische. Es handelte sich zum Theil um militärische Unternehmungen, Ver- rath von Festungsplänen u. s. w., und der französische Minister, an welchen man sich in der Sache zu wenden hatte, war der KriegSminister, war Boulanger. Wird es jetzt verständlich, worum die beiden Erz-Rcptil- und Polizciblätter daS Publikum auf eine falsche Fährte zu bringeu suchen und von tombardischen statt von deutschen So- zialisten reden? Die Episode von Ehrenberg ist eine sehr schmutzige und obendrein eine sehr blamable— um so mehr, als es höchst wahrscheinlich ist, daß der von Ehrenberg auch seinen Auf- traggebem gegenüber ein Doppclspiel gespielt, und dieselben aufs äußerste blosgestellt hat. Kein Wunder, daß die deutschen Reptilien der fatalen Ge- schichte aus dem Weg gehen. Es wird freilich nichts helfen.� Herr von Ehrcnberg ist nicht der einzige Gentleman dieser Sorte(sogar ein„Edelster"), der bei den französischen Militärbehörden eine derartige Rolle gespielt hat. Es waren noch viele betheiligt, und wenn nicht alle Anzeichen trügen, sind Enthüllungen der denkbar kom- promittirendsten Natur in Sicht. Der Prozeß gegen den Spion Bonninger, der soeben wegen Auslieferung, oder richtiger Verkaufs von Militär- Dokumenten„an Deutschland" zu 11 Jahren Zwangsarbeit verurthcilt wurde, war lange nicht so harmlos, als die deutsche Reptilpresse es hinstellen möchte. Er war eine bittere Revanche für die Spionenprozesse, die feiner Zeit in Deutschland gegen die sianzösilche Regierung in Szene gesetzt wurden. Und noch mehrere Prozesse der gleichen Kategorie sind angekündigt. Staatsanwalt«nd Reservelieutenant. Gewöhnlich paßt beides gut zusammen; wenn aber beides in einer Person vereinigt ist, dann kann es zu Konflikten kommen. Das hat der Leipziger Staaisanwalt Nagel erfahren, dessen Hutab!- Renkontre wir seinerzeit erwähn! haben. Herr Nagel rief be- kannllich einem Leipziger Arzt, der im Korridor des Leipziger Justizpalastes mit bedecktem Haupt auf und ab ging, sehr brüsk zu: er solle den Hut abnehmen, was in der jetzt landesüblichen Weise zu einer Forderung seitens des Arztes führte, dem es plötzlich einfiel, daß er Reservelieutenant ier und daß auch der Staatsanwalt in die gleiche Menschen kategorie gehöre. Als der Staatsanwalt die Forderung erhielt, fiel ihm aber seinerseits ein, daß er— StaalSanwali sei und als solcher, auch sich selbst gegenüber, auf Beobachtung des Strafgesetzbuches zu achten habe, und er war so vernünftig, die Forderung abzulehnen. Der Arme! Der Doktor- Reservelieutenant brachte die Sache vor das militärische Ehrengericht, welches das Duell billigte und den Staaisauwalt-Reserocosfizier, weil er das Gesetz nicht brechen wollte, für unwürdig erklärte, sich in— Reservelieute- volle Brautkleid anziehen, das sie mit eigener Hand gestickt hatte. Sie trug kern Mieder, sie war für ihr Alter schon ziemlich entwickelt, und das Kleid paßte ihr ganz gut. Mit welch verschämtem Wohlgefallen betrachtete sie sich in dem großen Stehspiegel. Ah, wie schön wird sie sein in dem Brautanzug! Vielleicht dachte sie sogar daran, welche Liebe sie einflößen wird? Vielleicht fühlte sie auch ihr Herz pochen? Vielleicht brannte auch dort eine Flamme, die Kunrmer und Schmerzen erweckt. Daran freilich dachten jene nicht, welche das grausame Spiel mit ihr trieben. Das Stubenmädchen, welches sie ankleidete, bis sich in die Lippen, um nicht laut zu lachen. Athalie aber, in ihrer tückischen Verstellung fortfahrend, putzte das Kind heraus, das seine Freude nicht zu ver- bergen wußte und auf dessen Marmorantlitz die neuen Ge- fühle, von denen es überrascht wurde, sich abspiegelten. Athalie holte auch den Brautkranz herbei, und probirte ihn auf dem Kopf Timea's. Die Myrthen und der weiße JaSmin standen ihr prächtig. „Ei, wirst Du morgen schön sein!" Dann zog man Timea das Brautkleid wieder aus. „Jetzt will ich's versuchen," sagte Athalie;„Ich möchte sehen, wie es mir stehen würde." Bei ihr mußte schon das Mieder zu Hilfe genommen wer- den, um die Taille in das Kleid zu zwängen, das an der schönen, stolzen Gestalt noch plastischere Formen erhielt. Auch den Brautkranz setzte sie sich auf und betrachtete sich gleich- falls im Stehspiegel. Timea seufzte tief auf, und flüsterte Athalie im Tone ungeheuchelter Bewunderung zu:„O, wie schön Du bist! Du bist sehr schön!" Jetzt wäre es vielleicht Zeit gewesen, dem Spaß ein Ende zu machen. Aber nein. Sie muß ihn ganz aus- kosten; einmal weil sie so anmaßend, und dann, weil sie so einfältig ist. Sie muß ihre Strafe haben. So wurde denn die verhöhnende Farce noch den ganzen Tag über von Allen im Hause fortgespielt. Dem armen Kinde war der Kopf schon schwindelig von den vielen Gratulationen. Sie lauerte an der Thüre auf Herrn Katschuka und lief davon, wenn sie ihn kommen sah. Sprach man seinen Namen vor ihr aus, so erbebte sie und gab verkehrte�Antworten auf nants-Gesellschast zu bewegen.--- Und infolge dicka� scheidung hat der Staatsanwalt-Reservelieutenant sein ' inten an t und als Staatsanwalt ve: nichtwilden Deutschland- arnt als Reservelieutenant Alio geschehen im nicktwil nach Erstürmung der Bastille ourcy oie„wuvc» u-- yi Dl» Dreadever Seckechuugsangelesenh�:.'°�«,> gleichzeitig mit den Nachrichten über UnregelmaSn ManneliefenlngSwesen bekannt wurde und wie om-,. Aufsehen hervorrief, hat einen kriegsgerichtlichen.y* fanden. Die dem Verfahren zu Grunde liegenden scheinen gegen den Musikdirektor Trenkler jedoch nifl � tastende Momente ergeben zu haben. Drenkler wurde, � „Leipz. Tgbl." berichtet wird, am Dienstag„wegen Annahme von Geschenken" zu 2 Monaten Arrest«rn» � und hat seine Dienstentlassung erhalten, und zwar, erkennung der gesetzlichen Pension. In wie weit re. Personen in die Angelegenheit verwickelt sind, erfahrt dieser Mittheilung nicht.. Wl Die KoaMionsfreiheit. Anknüpfend an ew A rung, welche Vollmar in München gemacht hören„ nach welcher im nächsten Jahre die Arbeitseinstellung� WWUSFSg •#4*5 zu bemerken, daß eS gerade ein nationalliberales sozialdemokratischer Verstoße gegen die heutige Ordnung, so wird eine andere Behandlung derselben wendigkcit und die Frage der Unterdrückung und v � rung der Ausstände eine immer brennendere werden- '' ras; , GnM niuu vr«„ voienri durch an den Liifaßfäulen gegen welches den ersten lebhaften Vorstoß tung des Koalitior.Srechtes führt. Gin seltsame» Dorkvmmniß wird aus meldet. Dort wurden, wie man der„Posener Zklwnii � angebrachte Plakate sur�'A 300 Arbeiter gesucht, welche� einen" Arbeitslohn von erhalten soften. Am Mittwoch Abend um Li �. ungetähr 60 Arbeiter in Begleitung eines Vorarveu� Reise nach Spandau antreten. Der am Bahnhol ze Polizeibeamte verhinderte die Reise jedoch, indem*, chj# arbeitet zur Polizeiwache brachte. Die Arbeiter ven � sich darauf um 9. Uhr Abends vor der Polt)�„«ch warteten, jedoch vergebens, auf ihren Begleiter. � habende Polizei beamte forderte die Arbeiter sch�eßiaia» Platz zu verlassen. Da sie dies nicht thun wollten, Räumung des Platzes mit Hilfe von Militär varg ,,■ aiuuiiiuna vcs-Piuse» nxu vuir von Jtmiwu Auf Grund welcher Rcchtebcstimmung die Gnefer 4 Abreise verhindert hat, ist nicht recht eisichillch�a» � verständlich ist, weshalb der Führer der Arbeiter wurde.. sst Eine Versammlung deutscher«nd P-lms«* F arbeiter in Königshütte in Oberschlesien hat beschw»*� fcäfflf M Igelnden 5 pMg AV-wen wr Sl? � #5 ren K-5 P »V"« I 8% «91 un wlche kurz lng de W wob 411 jk7?e die 5 % großen Bergarbeiterverein für Oberschlesien inS Leben � Eine Kommission hat bereits die Statuten in dcutt®" polnischer Sprache aufgesetzt. m Vo« Stanley und Gmin Pascha wird dem», Tgbl." auf Grund von Mitteilungen aus Sansibar � daß Stanley und Emin Pascha mit 9000 Mann und � Elfenbeinvorräthen auf die Ostküste zn marschiren. Punkt ihres Eintreffens in Sansibar lasse sich noch(- Sicherheit feststellen, da die Riefenkaravane sich sths,. vorwärts bewege. Eine Bestätigung der Nachriw abzuwarten; ganz unwahrscheinlich klingt sie � Dr. Peters würde von Glück sagen können, msN i Pascha an der ostaftikanischen Küste eintreffen wucs' Herr Peters seinen abenteuerlichen Zug nach dem Zm" begonnen hat. Elmshorn, 5. August. Die verhängnißoolle u � diesem Jnibjahr wurde bei dem Händler Mohrdiea uD Gastwirth AllcrS nach einer Kiste gehausfucht, wonf..� Schriften enthalten fein sollten. Da die gefährliche j) bei den behaussuchten Personen nicht gefunden eS, als ivenn wirklich die ganze Geschichte nur ei« sstjij wesen sei. Die Gemüther unserer ehrenwerihen SP � hatten sich von dem ersten Schrecken vor dem rotbsU kaum erholt, als es auf einmal wieder hieß: gefähiliche Kiste sei in Sicht!" Am 15. April würbe- auf Reguifition der Altonaer Siaatsanwallschast JÄ Händler Mohrdieck und dein Schuhmacher KannoiJ"'% sucht und zwar wurde die genannte Kiste 0' erster em wurde nichts Verdächtiges gefunden, aber W Mi 4� l ?nem ip — bei letzterem fand man endlich die lang ersehnte ans. Kiste. Doch— o Schreck— bei dem Oeffnen der a t.-cz-vu;— v vi>u;icu— uci utnx vj � sich heraus, daß weder Dynamit, noch was sonst wo?/ der schrecklichen Kiste vermuihet wurde, sondern die fty, lose Broschüre:„Robert Blum und seineZeit" darin entb-Z � Händler M. wurde dann an demselben Tage llo-�, Anordnung obengenannter StaatSanwaltkchaft 4) AJ', Untersuchungshaft gezogen. Nachdem Händler Med* i aus der Haft entlassen und die Voruntersuchung 9�?, ,4 schlössen, wurde I. Kannopke ebenfalls auf AnM Aftonacr StaatSwaltschaft 3 Wochen in Untersuäw'i�' 1 ÄCk fü W .«un e en ü in alle Fragen. Jedermann im Hause unterhielt s>4 Kosten. Ob wohl Herr Katschuka etwas davon ahi#-L leicht ja. Verdroß es ihn? Vielleicht verdroß � ,4 einmal. Möglich auch, daß er Dinge ahnte, von J Lacher nicht einmal träumten und so erwartete er# Gleichmuth den verhängnißvollen Tag. Am letzten Tage, welcher dem Hochzeitstage �, sagte Athalie zu Timea:„Heut mußt Du den(t* L fasten, morgen ist für Dich ein feierlicher gehen'�, Du wirst zum Altar geführt werden, und dort � � Dich zuerst taufen und dann trauen." � daher am vorhergehenden Tag fasten, damit Du den Altar trittst." Timea hielt sich an die Weisung und aß � Tag keinen Bissen. Nun weiß man aber, daß solche Pflegekinds� Regel einen sehr guten Appetit haben. Die NatP.j ihre Rechte, und gut zu essen ist bei ihnen daS � lüfte, von dessen Befriedigung sie schon etwas nnn. Timea kämpfte dies Verlangen nieder. Sie'' j Mittags- und Abendessen ohne etwas anzurühren � hatte man absichtlich ihre Lieblingsspeisen gekocht. un um 1)1# ..................... Hz's.me zimmer suchten die Mägde, die Köchin sie zu beivegen,� �5 jcj,®''/ Delikatessen, die man für sie bei Seite geschafft,, � snca an pffpn in» �UprffnTirpnp« Viiirfr»*♦»/>♦* fArttt" HC zu essen, im Verstohlenen dürfe man schon brechen, es erfährt's ja Niemand.'k"— machen, und bezwang ihren Hunger. 3"� ,'CrllC' Hochzeitstafel half sie die Torten und Sulzen /. Masse den Appetit reizender, leckerer Bäckereien � � aber sie kostete nicht von einer einzigen. Und® J sie an dem Beispiel Athaliens, welche g�w w den Vorbereitungen für den Hochzeitsschmaus ,41 thun machte, sehen, daß bei solchen Gelegne W naschen erlaubt sei. Sie mußte ihr Fast.., � Abends ging sie zeitig zu Bett; sie sagte, es frstj � war es auch. Sie zitterte vor Kälte sogar unt* t decke und konnte nicht einschlafen. Athalie sto'. schlafen ging, wie der Frost sie schüttelte un» �Us WS 0 SS# � übe. W Hunderl ett. x#"! . M* i Abs» Ätz» OUtbC,®".- oar t r.ru<- j, -fährt«<®'l w? n eine aben iflun«« s jf I@0% Iben l« � und ;rbCB. aleS Aufn flls� m 3 8* yhr Z orarbeilN». % Uize� beiter && i dcuM bent � W volle SA Seibe waren besckuldigt eines Vergehens gegen 8 IS r Metzes vom 26. Oktober 1878. Nachdem auch am 27. Juli K: iäW, S IT? Personen von der Strafkammer des Altonaer Land- 21k*£ Beschluß zugestellt, daß das Verfahren wegen s-l lu'.BewelseS eingestellt und die Haftbefehle aufgehoben Bnde waren zusammen 7* Wochen in Haft— und L"1 D°S hier kein Vergehen gegen genanntes Gesetz vor- iaienav o??i»sultat der Haussuchungen doch schon ergeben jj-kj', Die Arbeiter sind aber wenigstens ganz erheblich ge- fe�.wetm man sie auch auf Grund des Gesetzes nlcht be- ' rann.„Von Rechtswegen Punktum!" w �»»erreich kommt eine Nachricht, die wieder ein- wie der große Grundbesitz in seiner Entwickclung zum Chi. �schenwurdiger Zustände wird. Wenn die englischen °llen Mitteln ihren Grundbesitz ve. großem und »a, einzig und allein um ihr Kapital in sicherster hch'.°Mlegcn, dann aber, im Ueberfluß erstickend, tausend von ?»«en des besten Ackerbodens in Weide- oder Waldland tanp*'.P" ihren noblen Passionen, insbesondere der Jagd, Sltt mu'rk fo erleben wir ähnliches auf den Kontinent. Oesterreich gemeldete Fall, wonach der Fürst von T�'Mung bildete schon früher vielfach den Gegenstand Ich,. Verhandlungen im österreichischen Reichsralh, und �den af schon im November vorigen JahreS perfekt Bevölkerung der betreffenden Gegend that alle bLÄ: am den Verkauf zu hintertreiden. Eine Deputation, �iü>. dem Landeshauptmann von Obcrösterreich, dem lix�n der Krcmsthalbahn und dem Obmann-Slelloer- »hL s. Kirchdorf-Michcldorfer Scnsmqewcrks-Gcnossciischaft, diesfalls an den Kaiser. Tic Deputation sprach r Ministerium vor, sie machte geltend, daß die Gefahr 1(51,. ,8»' der Käufer werde das ganze Gebiet zu einem Jagd- iW�wondeln. die landwirthschasllichen Arbeiter wurden >iaz,-�wcrb verlieren, die Bauern allmälig aus ihrem Besitz in, ,9' und der Verkehr der Gegend gehemmt werden. r*c unglückliche Entwickelung solle die Regierung Iijft.°urch den Verkauf dieses Religionsfondsgutes herbei- §ch»ssun � nachdem sie sich gerühmt hatte, durch die L�UNg des bäuerlichen Anerbenrechts dem Bauernstande lU k*| wollen. Der Gegenstand kam dann im BildgetauS- »«ti, Ts, Abgeordnetenhauses zur Sprache, wo die Abgeord- Wirf.' Herbst und Dr. Bareuther für die Verhinderung des t I�. nntraten. Minister Dr. v. Gausch erktarte damals, i-dk ,. die Beschwerden, welche die Deputation vorgebracht tzÄKtt Ä!-� K Js°nngen. Inzwischen ist der Kauf doch perfekt gewor- �Aen wuß. so meint die„Neue Freie Presse�, an- � Mittel und Wege gefunden wurden, die gefuichtete Herrschaft in ein Jagdgebiet doch zu vet- »»»g' w�daß den Interessen der dortigen Bevolkemng Rech- «WtzS? f ��ustände in Oesterreich ist, daß das bloße Uns- �Iten Planes, den betreffenden Güterkomplex an den xvSZpNlM. L i=®Ä «'tuf,2 ,"Surneoent)eu unter ocr«evoiterung iener isegeno konnte. Diese Thalsache zeigt, daß die gehegten J bjl hen ,n zahlreichen anderen Fällen eingetroffen sind, daraus entstandenen Uebelftände den Charakter Kalamität angenommen haben. Und dem ist in ! R* 1®' ßriirnnrtrtftnn hf»fi flHnpn(Ämnhftcfthpfi nnffs woriu »"gpfcgj r�lich Die Ervropriation des kleinen Grundbesitzes voll- >,N Slhaf A. äa ufe".ssesammten österreichischen Alpen noch viel und zwar, weil der hohe und höchste und Deutschlands dort mit Vorliebe seine q # e er .V uu» uiuic JVim) U"U)|u)iU|«:ii|uucii,>vr>>" ° schlummernden Gefühle, welche in diesem Alter 3»n Schlaf der Verpuppung liegen, vorzeitig m aufgescheucht worden? fM�jen Hand in fe|ÄAÄ., � ooh? ��itcratur geworden stnt ho* � Endlichen Bevölkerung Swl.«nsimalg die Urheber wen ,n die Lage kommen du, KiWWKss in Hand. Diese Zustände haben _____.,„' Charakter angenommen, daß sie C" Aom.,!®' ergreifender Schilderungen in der österreichi- eralur geworden sind, sie haben aber auch in ....."" eine liefe Erbitterung er- en; vir mycuci dieser Zustände bitter zu '« die Lage kommen dürften. 390 Personen irdert worden. Frauen. Der "ud war noch so grausam, ihr ins Ohr zu flüstern: „ diese Zeit, wo wirst Du da sein V" r: tu«. das arme Kind auch schlafen sollen, wenn schlummernden Keküble. welche in diesem Alter fsf t Du" aß d-»� das-'»i lS Iva Sie s? 3� SAwäS iDit d�J Gould), bis im Marz 1684 sich wieder eine ss,rc>ll, die überwacht wurde. Im November v. I. I la« � zu- Hie Muscheln groß genug waren, JHT;t•'... i � liw em��er, aus dem auch der Lärm sie nicht weckte, n�.Morgen um sie entstand. doch war dies der Trauungstag! (Fortsetzung folgt.) f�sBUmsl und reden. i werden; 15 000 Muscheln wurden zunächst dem .—-"r--.. �stiin- ergab ...pecs(1 Rupee— 1 Mk. 92 Pf.) für P-,».. Die gegenwärtig befischte Bank ist die„Tho- V�en ti'.c.(R�etma 8 Quadratmiles groß und ligt 8 bis .°er fh"....... I ,<. kow,.«iu. entnnZ'�"ven. iduuu n/utiajein wuroen zunaa»! oen lud d ,J o(r i ftiv.fr' chen, um den Werth derselben von sachverstän gleich' s.»»Ä"'»" schätzen zu lassen. Diese Schätzung ergal ......" o-.rwn/ ne, t, ctiofiL � Miles östlich von der Hafenstadt Tuticorin. W»s Zeitschrift_„Nafure" vom 20. Juni dieses � hfr(IbKrniififhßr bieler Oberaufseher dieser W airwädfi-ia über anschaulichen Statthalter hat sich nach Trifail begeben. Die Ruhe daselbst ist nicht weiter gestört worden. Großbritannien. Das Oberhaus nahm die dritte Lesung der Apanagen- bill, sowie der schottischen Lokal-VerwaltungSbill an. Im Unterhaus erklärte der Unterstaatssekretär Fer- ausson, daß in Betreff der am 25. Februar in Old Calabar er- folgten Verhaftung des Königs Eyo durch ein deutsches Kriegs- schiff, die englische Regierung von der deutschen befriedigende Erklärungen erhalten habe. Die Vorlegung des Schriftwechsels erachte er deshalb für unnöthig. Im englischen Unterhause vertheidigte, nach einer Londoner Meldung der„Voss. Ztg.", am Donnerstag Balfour die irischen Polizeirichter gegen die Angriffe der Parnelliten und wurde von Edward Harrington häufig unterbrochen, woraus er sich mit einer Geberde niedersetzte, welche die Par- nelliten als beleidigend und drohend auffaßten. Inmitten der Erregung, welche entstand, wollte sich Harrington auf Balfour stürzen, um ihn, wie er später erklärte, nach der Schranke des Hauses zu zerren; er wurde aber von Parteigenossen an den Rockschößen zurückgehalten. Der Tumult dauerte eine Viertel- stunde. Dem Vorsitzenden Courtncy gelang es nur mit Mühe, die Ruhe herzustelleu. Schließlich erklärte Balfour, seine Ge- berde sei mißverstanden worden; er habe damit nicht beabsich- tigt, die Pamelliten zu beleidigen. Hierauf bat Harrington wegen seiner Leidenschaftlichkeit um Entschuldigung. Die Er- örterung wurde wieder vertagt. lieber die englische Arbeiterbewegung geht der „Voss. Ztg." ein interessanter Bericht aus London zu, von dem besonders der Schlußtheil beachtenSwerth ist. Da heißt es: „Die Lage der britischen Arbeiterbewegung ist nun folgende: ES ist unverkennbar, daß ein wesentlicher Theil der alten bri- fischen GewerkoereinSorganisation in das Lager des internatio- nalen Sozialismus übergegangen ist; auf dem bevorstehenden Dundeer Gewerkvereins- Kongreß wird es sich voraussichtlich herausstellen, wie groß dieser Theil ist. Es ist dabei aber zu berücksichtigen daß— von den einflußlosen Ligisten ganz ab- gesehen— die sogenannten gewerkschaftlich- parlamentarischen Sozialisten Großbritanniens in zwei Lager gespalten sind. John BuniS, Tom Mann, Cuninghame Graham u. A. sind nämlich bereits vor den Pariser Kongressen aus der „Sozialdemokratischen Föderation" ausgeschieden, und Burns hat an dem Pofsibilisten- Kongreß nur zu dem Zwecke Theil genommen, um den Hyndman, Burrows und Belant zum Trotz die Vereinigung der beiden Kongresse zu betreiben. Infolge dieses Zwiespalts haben wir hier jetzt zweierlei So- zialdcmokraten:->. die possibilistisch-föderalistischen mit der Hyndman'schen„Justice" als Organ und der„Sozialdemokra- tischen Föderation" als politische Organisation; 8. die mar- xistischen, welch' letztere den auf dem 1887er Gewerkschaftskon- greß in Swansea gegründeten„Nationalen Arbeiterwahlverein" kontroliren und mit H. H. Champion als Redakteur des„La- bour Elector" herausgeben. Auch das wird nun abzuwarten sein, wie weit dieser Zwiespalt— auf die weitere Entwickelung der sozialistischen Strömung im Gewerkvereinslager von Ein- fluß sein wird. Im übrigen sind noch folgende symptomatische Vorgänge zu verzeichnen. Die beiden tonangebenden Gewerk- vereinsfllhrer waren seit Jahrzehnten Herr Georg Ship- ton, Vorsitzender, und Heinrich Broadhurst(im letzten Gladstone'schcn_ Ministerium, Unterstaatssekretär des Innern), Sekretär des„Parlamentarischen Aus- fchusseS". Sie waren es, welche vornehmlich die Betheiligung der britischen Gewerkvereine an den Pariser Kongressen zu verhindern suchten. Sie sind dafür seit Mo- natcn die meist gehaßten und am bittersten bekämpften A> beiter- sührcr, läßt doch selbst der radikale„Star" sich nicht leicht eine Gelegenheit entwischen, um dem einen oder dem anderen von beiden eins am Zeug zu flicken. Shipton ist langjähriger Ge- neralfekretär seines Gewerkvereins der HauSmaler und Dekora- teure. Es war Brauch geworden, ihn stets widerspruchslos wiederzuwählen. Nicht so in diesem Sommer. Man gab ihm einen Gegner, der 325 Stimmen erhielt, während Shipton— bei seinen eigenen Berufsgcnossen— nur noch eine Minderheit von 242 auf sich zu vereinigen vermochte. Und während Shipton seine und seiner Genossen vom„Parlamentarischen Ausschuß" Gegnerschaft gegen eine britische Bethciligung an den Pariser Kongressen damit begründete, daß zwischen den britischen und festländischen Arbeitern keine Ge- meinschaft der Interessen bestände, die neuen, sozio- listischen Ideen aber von den altbewährten Gewerk- vereinen fern zu halten wären, hat das bisber liberale Unter- Hauemitglied Fenwick als Vertreter der Northumbcrländer Bergleute auf dem Possibilistenkongresse dort nicht nur stark sozialistisch angehauchte Reden gehalten, sondern auch den Vorsitz über die internationale Bergarbeiter-Konferenz geführt und bei diesem Anlaß folgende Erklärung abgegeben:„Wenn gelegentlich der Bergarbeiter-Bewegung' auf dem Festlande Kameraden für ihr Eintreten für diese Bewegung gemaßregclt werden sollten, so sind die Bergarbeiter meines GewerkoereinS bereit, diesen Gemaßregelten in ihrem Distrikt Arbeit zu ver- 2 MileS nördlich von Tuticorin ist auf sandigem Strande eine aus Hütten, Zelten, Beamtenwohnungen, Scheunen, Verschlügen und einem Bazar bestehende kleine Stadt errichtet. Kurz vor Mitternacht giebt der eingeborene Strandwächter mittelst eines Schusses das Zeichen zum Aufbruch der Böte, welche, gegen 50 an der Zahl, begünstigt von dem um diese Zeit einsetzenden Landwind, mit den Tauchern an Bord nach der Bank absegeln, welche bei Tagesanbruch erreicht wird. Ein Regierungsschoner giebt auf dem Fischplatz durch Hissen einer Flagge das Zeichen, daß die Fischerei beginnen kann. Die ganze Bank, wie auch das an dem Tage zu befischende Areal, ist durch Bojen bezeichnet, indessen kann bei ungünstigen Winden das Gebiet von den Boten nicht genau inne- gehalten werden. Ein Stein, an welchem ein Tau befestigt, hängt außen über Bord jedes FischerfahrzeugS, in gleicher Weise ist ein Korb oder Netz befestigt. Der Taucher nimmt beide Taue in eine Hand, stellt einen Fuß auf den Stein und holt, indem er sich die Nasenlöcher zuhält oder mittelst eines besonderen Klemmers schließt, tief Athem. Auf ein Zeichen werden die Taue und die Taucher auf den Grund des Meeres gelassen. Sobald die Taue lose werden, weiß man, daß die Taucher,— gewöhnlich zwei zu einem Stein— den Meeresgrund erreicht haben, worauf der Stein heraufgezogen wird, der Taucher folgt später mit dem von ihm mit Muscheln gefüllten Korb oder Netz. An einem Tage wur- den von 454 Tauchern 237 000 Perlmuscheln in ca. 5: Stunden zu Tage gefördert. Versuchsweise wird auch ein europäischer Taucher auf der Bank beschäftigt; die größte Zahl von Muscheln, welche er in einem Tage herausholte, waren nur 1500. Um'2 Uhr Mittags hört die Fischerei auf, auf ein Zeichen durchleinen Schuß kehren die Böte zum Lande zurück, wo die Muscheln in dem Schuppen schnell gezählt und in drei Haufen getheilt werden. Einen dieser Haufen bezeichnet dann der Regierungsbeamte als Eigenlhum der Fischer, welche nun ihre sauer erworbene Beute aus dem Schuppen hinaus bringen, wo ein Schwann von Ein- geborenen sie erwartet, um ihr Glück im Erwerben von einer Anzahl Muscheln— zum Preise von 1 Ruppce von 15 bis 40 Muscheln— zu versuchen. Bis soät in die Nacht sieht man noch die Leute mit dem Oeffnen der Muscheln und dem Durchsuchen derselben nach kleinen Perlen be- chäftigt. Die der Regierung gehörenden Muscheln werden so- ort bei 1000 Stück an die Händler versteigert, welche sie ent- weder sogleich auf der in Tuticorin mündenden Eisenbahn landeinwärts weiter schicken, oder in einem an dem nördlichen Ende der improvisirten Fischerstadt gelegenen Lagerplatz schaffen, und zwar zu sechs Schilling Lohn für 6j stündige Ar- beit." Im Geiste dieser Erklärung haben am 28. Juli in Halifax Delegirte bergmännischer Arbeiter von Porkshire, welch« unter Mitwirkung Cuninghame Graham'S zusammengekommen waren, um für Porkshire einen sozialistischen Bund zu be- gründen, feierlichst gegen die Verurtheilung zahlreicher ihrer deutschen Kameraden Protest erhoben und den Beschluß gefaßt, sür die Frauen und Kinder der Verurtheilten durch alle Zweig- vereine der Grafschaft Gcldsammlungen veranstalten. Einen gleichen Protest beschlossen am selben Tage die im Hude-Park versammelten Gasarbeiter Londons." Fratt Irreich. Sitzung des oberstenStaatsgerichtShof e s. Der Generalstaatsanwalt erinnerte im Fortgänge seines PloidoyerS an die Vorgänge auf dem Lyoner Bahnhofe bei der Abreise BoulangerS nach Clermont-Ferraud, an die Kundgebungen bei der Truppenschau auf dem Longchamps am 14. Juli 1887 und endlich all die Kundgebung gelegentlich der Präsidentschafts- krisis. Dieselben waren von Boulanger zugelassen und ge- billigt, und seien veranstaltet worden in der Abficht, Boulanger die Präsidentschaft der Repuhlick zu verschaffen. Alle diese Vorgänge bildeten den Anfang der Ausführung eines Alten» totes. Das Plaiboyer wird morgen fortgesetzt. De la Farge(radikal) hat die Kandidatur für Mont» martre gegen Boulanger angenommen. In einem Nekrolog auf Felix Vyat errinnert der „TempS" daran, daß derselbe von 1840 bis zum 4. September 1870 an Strafen erhallen balte: 212 000 Frks., Depor- tation 29 Jahre, 5 Monate Gesängniß, 5 Jahre Polizeiaufsicht und 10 Jahre Entziehung aller bürgerlichen Rechte. Und dieser Revolutionär war in seinem Privatleben der sanfteste Mensch. Sein kleines Hans in Saint-Gratien war in einem Garten voll Blumen und Fruchtbäumen versteckt und der HauS- Herr weilte dort am liebsten. ES verdient noch erwähnt zu werden, daß Pyat am 25. März 1888 zum Deputirten der BoucheS du Rhäne mit 40000 Stimmen gewählt wurde gegen Ed. Hervc, welcher nur 24 000 Stimmen erhielt. Schweix. Bern, 7. August. Ter bei der Zürich er Bomben- Angelegenheit schwer verletzte Pole Dembski ist geheilt aus dem Krankenhause entlassen und soeben über die französische Grenze gebracht worden. Die Genfer Polizei hat zwei neue Aueweisungen beschlossen. In Genf wurden der Verfasser und der Verbreiter der dort jüngst auSgetheilten anarchistischen Flugschriften entdeckt. Die Arbeiterschaft von Zürich soll den 1. Sep«. tember als zum 25jLhrigen Todestag Lassalle's eine größere Kundgebung vorbereiten.— Die hiesigen deutschen Studenten, welche sich zur sozialdemokratischen Partei rechnen, werden in Genf auf dem Grabe des großen Agitators einen Lorbeerkranz niegerlegen lassen. Suzisle ilvliciTuljl. An die Tabakarbeiter und Arbeiterinnen Kerlin«! Kollegen! Im Auftrage der letzten öffentlichen Tabakarbeiter- Versammlung sehen sich Unterzeichnete veranlaßt, an Euch ein Worte des Ernstes zu richten, an Euch, die Ihr von allem kollegialischen und brüderlichen Sinn nichts wißt oder nicbts wissen wollt, die Ihr niemals am Platze seid, wenn es gilt, Eure und Eure Mitarbeiter-Jnteressen zu wahren! Fragt Euch selbst: Sind denn die Zeiten nicht ernst genug? ist Eure Lage nicht eine bedauernöwerthe und eine der schlechtesten? fühlt Ihr denn kein Bedürfniß, Eure Lage, Euer Dasein zu einem menschenwürdigen zu gestalten? Jedenfalls könnt Ihr mcht umhin, Ihr könnt nicht andere, als diese Fragen mit Ja beant- warten. Habt Ihr dies gethan, dann erfüllt auch Eure Pflicht, Ihr Männer sowohl wie Ihr Frauen, an welche unsere Worte gerichtet sind. Kommt zu uns, kommt in unsere Versammlungen, laßt uns gemeinsam an der Verbesserung unserer Lage arbeiten, die Mille' dazu sind schon längst gefunden; es fehlt nur an Eurem Willen, an Eurem thatkräftigen Mitwirken und gerade dies Ihatk, ästige Eintreten fiir Eure und Eurer Mitarbeiter Interessen erfordert den ganzen Mann! Be- schämend genug muß es für Euch sein, wenn Ihr Euren In- dtfferentiSmuS, Eure Theilnahmlofigkcit mit der Energie und Opferfreudigkeit Eurer Kollegen vergleicht, welcte stets am Platze find und sich voll und ganz ihrer Pflicht als Arbeiter bewußt find, aber auch von einem edleren Geiste be- feelt sind, als von dem des Eigendünkels und des Egoismus. Darum, Kollegen, befolgt endlich einmal unseren Mahnruf und zeigt, daß Ihr nicht länger zusehen wollt, wie die Arbeiter anderer Branchen verächtlich auf uns herabblicken, weil sie— und dies ist eine nicht zu leugnende Thatsachc— mit ihrer idealen Gesinnung und UeberzeugungStreue geistig und auch sittlich über uns stehen: laßt uns den ehemaligen Ruf wieder erobern, laßt uns wieder zn den Pionieren der Arbeiter» (Kottoo) bringen, wo zunächst durch natürliche Agentien das Fleich der Muscheln aufgelöst und dann die Perlen sorg- fällig herausgewascben werden. Die gefährlichen Feinde der Perlmuscheln, zwei Molluskenarten, von den Eingeborene« „anorarn" und„killikny" genannt, finden sich z. B. an de« Muscheln fast gar nicht vor. Gin« grmüistlich« Redaktion. Man berichtet aus Thüringen, vom 7. d.: In Ruhla, das durch seine Meerschaum- und Pfeifen-Jndustrie einen Weltruf besitzt, schwimmt jetzt alles der Kirmeß halber in eitel Wonne. Davon ist auch das Blatt des Ortes, die„Ruhlaer Zeitung", erfaßt worden, denn dasselbe erschien zuletzt nur im Umfange eines halben Bogens und seitens der Redaktion war dazu folgende Erklärung ge- geben:„In der Befürchtung, unfern verehrl. Lesern durch die Auftischung der geringfügigen Erlebnisse der gegenwärtig auf allen Gebieten dominirenden„sauren Gurkenzeil" die bereits genossenen und noch zu genießenden Kirmeßfreuden nur zu ver- bittern und wohl auch mitunter eine„Ente" in leider ungc- nießbarem Zustande ptäsentiren zu müssen, bitten wir dieselben höflichst, mit dem heutigen Jnseratm- Inhalte der Zeitung vor- liednchmen und freundlichst berücksichtigen zu wollen, daß Re- daktionS- und Offizinspersonallsich auch aus Individuen zu- sammensetzt, bei denen sich das Bedürfniß nach einem gemüth- lichen Kirmeßbummel in wohl verzeihlicher Weise ebenfalls ein- mal dringend geltend macht." Gin bekannter Gelehrter hatte, so erzählt man, als Rektor der höheren Bürgerschule einer kleinen Stadt viel mit der Engherzigkeit der städtischen Behörden zu kämpfen, welch« ihm stets und überall ein Bein zu stellen suchten. Freilich legte auch der Rektor seinen Gefühlen wenig Zwang an und nahm keinen Anstand, in den auf Kosten der Stadt gedruckten Schul- Programmen die Väter der Stadt in unverfrorenster Weise als „Bö'oter" zu charakterifiren und sie nach allen Seiten hin her- unter zu machen. Am empfindlichsten aber kränkle er einmal den Bürgermeister des Städtchens. Nach einer Sitzung in Schulangelegenheiten, wo man natürlich wieder einmal verschic» den er Meinung gewesen war, kamen beide Herren die Rath- Haustreppe herunter, als der Herr Bürgermeister mit Entsetze« bemerkte, wie die den Markt besuchenden Schlächter eine Än- zahl schmutziger Ochsenhäute auf der RathhauSdiele aufgehängt hatten.„Was ist denn das?!" rief entrüstet der würdige Herr.—„Oh", bemerkte trocken der Rektor,„die Herrn Stadt- verordneten haben wohl ihre Ueberzieher vergessen!" ä. bewegnng geboren, tretet energisch mit uns ein für die Ver- bcsserung unserer so ticftrourigen Lage, kommt Alle, Ihr Tabak- arbeiter und-Arbeilerinnen, zu der nächsten so hochwichtigen Versammlung, deren Tagesordnung Ihr weiter unten findet, und tretet mit uns ein für das Wohl der Gesammtheit, für das Wohl Eurer selbst. Die Beauftragten: H. Gumpel. Rod. Drescher. F. Hesse. Deutammlungim. Gine große öffentliche Versammlung mit der eine Zeit lang nicht nur in Berlin sondern weit darüber hinaus lebhaft diskulirtcn Frage als Tagesordnung:„Waren die Forderungen der Arbeiter im Bäckerciberuf gerechtfertigte tagte, reich besucht, am Freitag Abend im„Königstadt-Kasino". — Als Vorsitzender fungirt Herr Schlüter, als Referent Herr Hoppe. Auf den Antrag des Letzteren wird, aus An- laß der Vorkommnisse in der letzten großen Versammlung der Bäcker im Handwerkervereinssaal, über Herrn Hoppe als Referent abgestimmt. Die Abstimmung ergab die Annahme des Herrn Hoppe als Berichterstatter. Referent nimmt darauf das Wort. Er stellt zunächst die Forderung auf elfstündige Arbeitszeit. Sodann verlritt er den Standpunkt, daß der Bäcker- geselle Kost und Logis außer dem Hause des Meisters erhalte. Ent- gegen den politisch reiferen Gliedern anderer Korporationen stehe der Bäckergeselle noch immer auf einem höchst niederen Standpunkte. Vortragender stellt sich sodann im wesentlichen auf den Standpunkt der allen, früher ausgesprochenen Forde- rungen. Erst, das ist seine Meinung, müsse auch die Bäcker- gesellenschaft politisch reif werden, um gleichberechtigt zu er- scheinen mit anderen Arbeitern. Im Allgemeinen hält Referent die früher aufgestellten Forderungen der Berliner Bäckergesellen in allen Punkten aufrecht, hält aber bei den gegenwärtigen, noch unentwickelten Organisationsverhältnissen eine Lohn- bewegung als jetzt nicht an der Zeit. Erst, das be- tont Redner immer von neuem, müßten die Bäcker- gesellen die politische und wirthschaftliche Reife erlangen und allgemein sich organisiren.— Dem Vortrag des Referenten folgte reicher Beifall.— Zur Diskussion nimmt zu- nächst, die Ausführungen des Referenten ergänzend, das Wort Herr Schulze. Er, gleich dem nächsten Redner, Herrn Schlüter, hält dafür, daß die Bäckergesellen von der Innung förmlich gezwungen wurden, in eine neue Lohnbewegung ein- zutreten.— Herr Löschte, ein Richtfachmann, hält gleichfalls die alten Forderungen der Bäcker für vollberechtigte. Gerade die Bäckergesellen stünden am denkbar traurigsten da von allen Handwerksgesellen. Selbst die Schmiede, die doch seit Alters her als Knechte fungirt hätten, stünden heut bedeutend besser da. Redner kritisirt an der Hand eingehenden statistischen Materials als Familienvater von 11 Köpfen den Wegfall des wöchentlichen Rabatts bei den Frühstücksbrötchen. Doch wolle er den auf 94 Mark herausgerechneten jährlichen Rabatt gern verschmerzen, wenn dieler ihn betreffende Ausfall den nothleidenden Berliner Bäckergesellen zu Gute komme. Im andern Fall würde er lieber sein Brot sonst woher beziehen, als von Berliner Bäcker- meistern.— Herr Pfeiffer hält dafür, daß man nicht erst auf die Organisation warten dürfe. Rasch und energisch heiße es hier vorgehen. Wenn die Berliner Arbeiter insgesammt hinter den Berliner Bäckern stünden, dann würden dieselben ganz sicher den Sieg erringen, schon aus dem Grunde, weil die gegenwärtigen Forderungen der Gesellen so gelinde seien, daß ohne Zweifel die anständigen Meister dieselben gern bewilligen würden.— Herr Thiel, zweiter Vorsifc� des Abends, sieht gleichfalls das Heil des Arbeiters»on sich in Aufklärung und Lektüre der Arbeiterblätter«*, pfiehll in dieser Beziehung vornehmlich das„Berliner blatt".— Gleicher Meinung ist in dieser Beziehung auch Ernst Günther, ein Richtfachmann. Er nerM'. Bäckern wiederholt auf das Lebhafteste, daß mit alt Sympathie die Arbeiterschaft Berlins insgesammt W' Berliner Bäckergesellen stehe.— Die gleiche VersicherM gaben all die zahlreichen Redner des ÄhendS, die einj, zuführen uns der Raum mangelt. Bei einer Knill_ oe. Haltens der Behörden gegen die streikenden Geselle- � Tischler Schade gab, erfolgte die polizeiliche lösungderVersammlung. �, Eine Versammlung der Hostarbitter' Tischler, Bildhauer, Stellmacher, Böttcher rc.,""t®" juimicr,-cnivyauer,«leumacyer, Vollmer zu, Montag, den 12. August, nach den Bürgersälen,% � straße 96, mit der Tagesordnung: Internationale U- schutzgesetzgebung(Referent Th. Glocke), nnbewfen sollte und in welcher dem Delegirten der Berliner tza». zum Pariser Kongreß Gelegenheit gegeben werden 1°�, der Frage der. Arbeilerschutzgesetzgebung auf die Verhau., und Beschlüsse des Pariser Kongresses bezüglich d'eser zurückzukommen, da bekanntlich die Versammlung, in" j Th. Glocke die Berichterstattung geben wollte, nach flllt"ad Minuten nach ihrer Eröffnung aufgelöst wurde, hat � J" liche Genehmigung nicht erhalten. Dem Einberufer yeri der schon am Montag das Gesuch auf Genehmigung reicht, wurde erst am Freitag Abend, trotzdem derselbe l. "'' Mal persönlich nach dem Pollzeipräsidlum Bescheid zu erhalten, die Versagung eingehan bis drei um den Theater. Sonntag, den 11. August. Theater. Der Postillon von Lon- jumeau. Uttetorta-Theater. Geschlossen. AMvtz Srnk-Theater. Die junge Garde. Montag: Dieselbe Vorstellung. GeteatUimre-Thrater. Unser Gast. Montag: Dieselbe Vorstellung. Lrtedrtch- WUHetmstädtische» Theater. Girofl�-Girofla. Montag: Dieselbe Vorstellung. Mvr»»-Theater. Wild-Afrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. M 1 Tr. 9 M.— 10 A. Kaisep-Panorama. MgQHF In dieser Woche: Neu I Zweite Wanderung d. Partter WettauokteUung. Zum ersten Male: Wettlner Jubelfesstug in Dresden. Im Ausstellunaspark: Alpenlandschaft. «tue Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Adonn. 8 Reisen 1 M. Mein Weiß- vnd Bamslh-Bier-Lokil! befindet sich jetzt EiSÖIibfthllStr.SSj pt. Carl Pfister. 544] Empfehle mein Lokal zum Arbettsnachmei» u. f. Zahlstellen. Zimmer mit Piano für Vereine. 1267 Arthur Ziemer, Euvrystr. 16. Smepl q. Foisterwaareu Gr, Lager, blll. 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Zu dieser Versammlung sind sämmtliche Vorstände aller Gcwerke eingeladen- treff der Wichtigkeit der Tagesordnung ist zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Ginber«p�> er Nachnahme. Fachverein der Tischler. Für den Westen! Dienstag, August, Abends 9 Uhr, in Rennefahrt'» Salon, Denncwi 33 Versammlung« 35 Tages-Ordnung: 1. Die wirthschaftliche Umwälzung der französischen Revolution. Referent 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten.' Kollegen als Gäste haben Zutritt. Reue Mitglieder werden in der Versaww z genommen. D e r V o rU��l Ngit-l Spiegel und Polster-Wall� eeetle Maare zu lolibrn preise«. Ganze Ausstattungen in r, w" und Nahbaum; Küchenmöbel in großer Auswahl empfiehlt Franz Tutzauer, Roh Tabakl � Große Auswahl in allen in- und ausländischen Rohtabaken empfiehlt zu beb � Kngen" W S i I Mir Ät v m , vo Ernst Förster, O., Rosenthaler• Strasse 1617. 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Beuthstraße 2. «ter»» ei«- :« WM D#*| -r und cliner t all hinttt heruns ein�ln ik d-§ gesellen, ich-»' (flÖlNi welche W dies«> in der ch kauin igun ei mm I tion @€1 cch°s fOT�I 28. ob««- BMage zum Berliner Bolksblull. i>r. 186. �r kragt der Ammer- md Mut-Mt. "lsen B-Wrm «u«8 der der Ansicht zu, daß die Schäd enschen bewohnten Räume in den gungen derselben zu suchen ist und nur auf >>eich»eitia mit der Kohlensäure ausgeschiedenen Der Grund des ZT.ung der gleichzeitig mit der Kohlenso ■M W»..«x-W-lk. «s« an-, loer Pertpiralio insenbibilis der Autoren �). �ischunaen��. �'"arrn die schädlichen Wirkungen der„Bei- '- rncn hi.rA X.....— k_ re:„n,.r, flirt A»» /"�üben(was noch keineswegs nachgewiesen ist), er- !«llm. d � Pe"enkofer den Nachtheil, tt..... welchen sie bringen ��.durch den zerstörenden Einfluß, welchen sie auf >lar.. i» finden, daß sie die Widerstandsfähigkeit des »otergr� �en �ankmachende Potenzen aller Art allmälig iitL�n die Luftverderbniß von den Bewohnern selbst herrührt, >le durch die Respiration und Perspiration der Luft 100.»rPy.' �——.— te oh» Ausscheidungen mittheilen, die eigenen -- •"Um n».®l nennt sie ganz treffend einwirken, elbstgifte" genannt. ~nHm.,•........[;.... ü.........„feine Exkremente, dn Rieche mir den Ausdruck," sagt er,„aber es ist in Uarz c%. nichts anderes." Er macht sie also zu dem, «dz d,»"?'ch sind— zu Fäkalstoffen und unterscheidet sie kl,«.l Stoben Fäkes nur durch die Flüchtigkeit; ihre Wir- tatfler*5'ft dieselbe; denn jedes Exkret wirkt auf seinen Er- �irknn.�Sihisch, ekelerregend, lähmend, giftig. Daß solche �unn» �der That der Zimmer- und Schulluft zu- �titunn.• �4 leicht beobachten, solbald die Menge der Aus- �Ntnio�T»ne gewisse Höhe erreicht hat; es tritt Unbehagen, sia gfifil' Unlust, Gereiztheit und verdrießliche Stimmung bei «ic« igr�n ein, besonders gegen Schluß der Schulstunden. Wm>,n �neswegs etwa Folgen einer rein physischen Ab- Uiirz n.S. sondern die physische Verfassung und Disposition Mlia,,.?.der mit Selbstgiften erfüllten Luft derart herab- fer„' daß dadurch die physische Leistungsfähigkeit der Kin- klg;??sirdert wird. Die geistige Regsamkeit läßt nach in- si>>«r Zt..?lperl>chcn Erschlaffung, die vollständig die Symptome M« cvL'Ulrng durch Seldstgiste trägt. Scbon die bleiche, T«i,n �larbe der Schulkinder dient als Beweis hierfür. isibs Ansammlung der Selbstgifte quantitativ von der K sie n„.�ßätigkeit der Insassen erneS Raumes abhängt, so �>e>i!c??totiv different nach Geschlecht und Alter derselben. "ltell'ehrer versichern, daß ihnen der Geruch von Mäd- tHu-,» bei weitem nicht so abstoßend, penetrant und tsi �."stkomme, wie der in Knabenktossen. Ferner scheint mbir �dllchkeit und Menge der ausgeschiedenen Selbstgifte "chiii�"gend am größten zu sein und mit dem Atter abzu- SS Mr, bic Giftigkeit der erwähnten Haut- K��u�en.fich wohl m.t Sicherheit aus folgendem �'e Selbstgiste werden zunächst der Luft mitgetheilt r'v �cioiifliTic roeroen junaajii uet«luyciytui ßch hier mit der heit; selbst in einem ganz ver- K» ».."siten iL" l''"„ W Ddjo f„"tirne verlieren sie sich, wenn auch niemals voll- afsi'. bot r. verhältnißmäßig rasch, noch ehe es möglich »"">Ne§ burch die natürliche Ventilation des betreffenden "Wen?'lkrnt worden seien, waS sich nach von PettenkoferS Di» Sr iLßt. fi"w. J, auf folgende Thatsachen: Sämmt ichen Gegen- nn i t wit einer von Selbstaiften erfüllten Luft in -»onh»» v*"' Mafien die Selbstgiste an, dem Fußboden, �- den Möbeln, den Utensilien, der Kleidung und I Maß He lU fli» S haften die Selbstgiste an, dem Fußboden, bi? ben Möbeln, den Utensilien, der Kleidung und %['ftube. Es könnte nur erwünscht sein, wenn alle 8« die Selbstgifte nicht allein auffangen, sondern auch Ochset.�"en, allein das Verderbliche ist, daß bei dem steten fr»; Wärme und Feuchtigkeit die Selbflaifte immer �-S��werden und so abermals in die Einathmungsluft sitisithtbarcn(Invisibllis) oder auch nicht wahrnehm- " �Üo�bliis) Ausdunstung. �annk«gsplsut»eret. �»terk-®°balb für unsere Gemeindeschüler die großen .''kno-!. vorüber sind, beginnt in allen wohlgesinnten fyi. re! ber himmlische Lobgesang über die Ferienkolo- Zssitroth x» charakteristisches Zeichen für den Kommer- ?»vott-' x? sich die weiße Weste gerade zupft und der rWt» �"richtigen Schwung verleiht, wenn er in ver- v ieibp��s�von denjenigen Wohlthaten spricht, die er �Iche Keuschheit zu Thcil werden läßt und ohne «if. Welt längst in Elend und Trübsal verkommen $4 üb» i. solchen Gelegenheiten gleitet ein sanftes Lächeln ssitkei, soiieste Gesicht, und während man mit der Nu �?nstert auf die Stelle schlägt, wo man das Porte- Sitdito» Tausendmarknoten trägt, spendet man mit »»h n zw« Nickel, die man opfermuthig für die Annen �"theii J" ouf den Altar der allgemeinen Wohlthätigkeits- o,."W or« 3ahr, welches von allen Sachver- tc4e Ahtn»w'®,.?"ifum seiner Art betrachtet wird auch bie F»?, i�ieiteu brachte— mit dem Lobaesang �.schieben» ionien hat eS unS leider nicht verschont. i>»». j. JieHw Proletarier wurden der Ehre für würdig t>>»i.�vvtm»-r,"""�ischon und Seebädern den zahlen- unb-. oiS angenehme Beigabe vorgeführt zu J'ereo% wirklich fanden sich denn auch unter kn üih? die J,""'8® Seelen, die es sich nicht nehmen ließen, um getrockneten kleinen Weltbürger Konfekt zu "siiüt berjeni». � M diese zum Vergnügen und zur ko,,gt>. Mn»*"--die es nicht nöthig haben", balgen der leinen daher nicht sagen, daß die Ferien- 4t»»�wtmi,i» hätten. Erwerben sich die Veranstalter nachher als Gegenstand berechtigter Neugier Sonntag, den 11. Angust 1889. 6. Jahrg. gelangen. Dafür zeugen vielfache Erscheinungen und Ersah rungen des täglichen Lebens. Der im Herbst zum ersten Male wieder geheizte Ofen z. B. theilt dem Gemache einen üblen Geruch mit, möge auch tagelang vorher tüchtig gelüftet worden sein. Dieser lästige Ofengeruch wird dadurch erzeugt, daß sein erstmaliges Heizen alle dem Staub und dem ganzen Zimmer anhaftenden Selbst- gifte massenhaft entbunden werden. Ein Zimmer, dessen Fuß- boden auf nassem Wege gereinigt wird, meidet jedermann als „ungesund", denn der Aufenthalt in einem derartigen Räume veranlaßt in kürzester Zeit Kopfschmerzen, Unwohlsein nebst Uebelkeit, Beklemmung und Mißbehagen mit Mißstimmung. Das verdunstende Wasser an sich ist unschädlich, denn man sendet Leute in das feuchte Seeklima; aber die im Staub und Fußboden haftenden Selbitgifte sind durch das Wasser fteige- worden und so in die Lust gelangt. Zur Entbindung der Selbstgifte genügt allein schon feuchte Luft. Die schönste Land straße zeigt bei nasser Luft den starken Kothgeruch, und in Dörfern verpesten alsdann die Düngerhaufen die ganze Atmo sphäre.— Darum aber auch bei feuchter Luft die mißmuthige Stimmung, das unbehagliche Gefühl im Wohnzimmer. Am intensivsten werden die Selbstgifte natürlich von der Kleidung aufgenommen. Jetzt ist es auch klar, woher die ae- drückte Stimmung, die„Unlust" rührt, wenn die Leibwäsche durch starke Transpiration oder Regen durchfeuchtet ist. Die frei gewordenen Selbstgifte theilen sich der Einathmungsluft mit. In wie fern durch diesen Umstand die Erkältungsgefahr notorisch gesteigert wird, werden weitere Untersuchungen darthun müssen. Auch die blasse Gesichtsfarbe der Plätterinnen rührt offenbar von der fortgesetzten Einathmung der Selbstgifte her, welche in den Wäschestücken sich angesammelt haben und unter dem Einfluß der Feuchtigkeit und des heißen Bügeleisens in Menge frei werden. Die Hitze ist hier nicht das Schädigende, denn sie müßte das Gesicht röchen, wie das bei Backern, Schmieden u. A. der Fall ist. Diese Erwägungen standen längst bei mir fest, als ich von neueren, hierher aedörigen Forschungen Kenntniß erhielt. Der franzosische Physiologe Claude Bernard bewies 1881/82 durch eine Reihe von Experimenten nicht allein, daß die mit Selbstgisten erfüllte Luft einen gesundheitswidrigen Ein- fluß ausübt, sondern auch, daß diese Gifte, in größeren Dosen allmälig eingeathmet, zwar ebenfalls unheilvoll, aber nicht un- mittelbar verderblich wirken. In Schulzimmem, Ball- und Konzertsälen, sowie anderen Versammlungslokalen verschlechtert sich die Luft nach und nach. Träte diese Luftverschlechterung plötzlich ein, so würde die Vergiftung von unheilvollen Folgen sein. So aber gewöhnen sich die Insassen jener Räume all- mälig daran, keuchen, erklären die Luft für unerträglich, fühlen Lusthunger und der Kopfschmerz stellt sich erst später, aber trotzdcm sicher ein. Kürzlich erschien in Frankreich sogar ein umfangreiches Weil über diese Selbstvergiftungen:„L'autointoxteaUon", in welchem Brown-Sequard und d'Arsonval die Resultate ihrer bezüglichen Versuche niedergelegt haben. Auf Grund experimenteller Unterlagen stellten die Professoren Kußmaul und Senator 1884 die Ansicht auf, daß das, was bis- her„Kächerie"*) oder„Dyskrasie"**) genannt wordm sei, in sehr vielen Fällen eine Art von Selbstansteckung war, und zwar durch Aufsaugung krankhafter oder übermäßig reichlicher Umsatzprodukte im tedenden Körper; es handle sich hier also um eine direkte chro- nische Selbstvergiftung. Kußmaul wies dies bei der Zuckerharn- rühr nach, und Senator zeigte, daß die sogen. Hypochondrie aus gastrischen Ursachen eine Folge von Selbstinfeklion ent- weder durch Schwefelwasserstoff oder durch giftige Fäulniß Produkte der normalen Eiweißverdauung sei. Auch das, was Gautier, Guareschi, Morso, Pauhet, M. Rieger, Selmi-Bologna und Pater-Paris über die ZerfetzungS- Alkaloide(Ptomaine und Leukomaine) im lebenden Organis- mus berichten, ist nichts Anderes, als die Lehre von den Selbstgiften. Es scheint in der That die fortgesetzte Einathmung dieser Selbstgiste zum Siechthum zu führen, indem die Körpersäfte nach und nach vollständig davon durchdrungen werden; denn wenn ein kränklicher Mensch geschildert wird, spricht man von seiner„Zimmerfarbe", und unter einem„Stubenhocker" denkt sich alle Welt einen Siechen. Der schlechte Ge- sundheitszustand unserer Känzlei-Beamten wird gemeinhin ihrer sitzenden Lebensweise zugeschrieben, knüpft sich aber sicher nicht an diese allein, sondern zum größten Theile *) Schlechtes Aussehen. **) Fehlerhafte Mischung und der Lymphe. der Körpersäfte— des Blutes und passender, zarter Scherze, und man hat das beruhigende Bewußtsein, daß auf diesem zeitgemäßen Wege Jedennann geholfen ist. Außerdem wird— was keineswegs Neben- fache ist— dem jugendlichen Proletarier das Gefühl der Abhängigkeit eingeimpft, er fühlt bereits in dem Alter, wo man ihm hinten noch nicht einmal die Hofen geschlossen hat, daß er die Paar Athemzüge wirklicher, frischer Luft, die er draußen athmet, als eine ganz besondere Gnade und ein äußerst werthvolles Geschenk zu betrachten hat, welches ihm von besseren Menschen ohne sein Verdienst und Würdigkeit zu Theil wird. So sieht er den„Geber" in den Leuten, die für ihn betteln, und so wird das Gefühl in ihm großgezogen, daß er sich stets als Mensch zweiter Klasse anzusehen hat, dem die besitzende Minorität schließlich sogar die„Arbeit" giebt— während es in der That umgekehrt ist. Die Ferienkolonien sind indessen nur eine vorüber- gehende Erscheinung in unserem öffentlichen Leben. Unsere wirklichen Kolonien dagegen legen immer mehr den Charakter von bloßen Ferienunternehmungen ab, und die Herren, die uns mit dieser Gabe beglückt haben, machen immer mehr Miene, sich in Permanenz erklären zu wollen. Herr Wiß- mann, der neue Nationalheilige, der uns unsere glor- reichen Siege in Afrika erkämpft, hat allerdings einen kleinen Fehler, den er allerdings mit vielen seiner Standes- genossen zu theilen scheint. Wäre das Geld nicht rund— so möchte die Sache noch angehen, so aber bleibt eS schlecht in den Händen, eS rutscht durch. Freilich ist es eine unabweisbare Forderung, daß der Offizier sich den . Sentiments der Krämerläden und Fabriken" durchaus fern hält, und so läßt es sich denn auch erklären, daß die ,Geld- mittel, die für unsere Kolonien bewilligt waren, längst zu Ende find, während die Kolonien leider immer noch weiter bestehen. Zwei Millionen sind ziemlich leicht verknallt, man denke nur an Champagner, und die Knallerei wird wohl an die schlechte Zimmerluft, an das uralte Mobiliar, die Registraturkasten, die Aktenschränke und dergleichen mehr; alle diese sind wichtige Quellen einer schleichenden Selbst- � Ist die Ansammlung der Selbstgifte in der Säftemasse auf einen gewissen Höhepunkt gelangt, so erkrankt der Organis- mus und eS treten fieberhafte Erscheinungen ein(Febriculae, Schulfieber der Autoren). Man behauptet sogar, daß die Haut- auSscheidungen eines derart Erkrankten deutlich den Geruch der betreffenden Lokalität, bei Schulkindern also einen intensiven Geruch nach Schullust, zeigen. Die schulhngienische Forschung wird nicht umhin können, sich mit Eiser oer Untersuchung der Selbstgiste zuzuwenden, ihre Quelle und Natur zu ergründen, ihre Wirkung zu studiren, die Art ihres schädlichen Einflusses auf den Organismus zu untersuchen und dann neue Maßregeln aufzufinden, sie unschäd- lich zu machen bezw. ihnen möglichst zu begegnen. Lokales. An de« Reichokmizler hatte der Magistrat bekanntlich nach der Veröffentlichung der kaiserlichen Verordnung, betreffend das Verbot der Einfuhr von lebenden Schweinen aus Rußland, Oesterreich-Ungam und dessen Hinterländern eine Vorstellung gerichtet, in welcher die Bitte ausgesprochen war, derselbe möge von seiner im§ 2 der betreffenden Verordnung enthaltenen Ermächtigung Gebrauch machen und für die Stadt Berlin eine Ausnahme von dem Verbot gestatten.?. Motivirt war die Bitte damit, daß die Schmalzfabrikation namentlich auf die schweren ungarischen Schmalzschweine, die sogenannten Bachuner oder Bakonier, angemiesen sei. Seitens des Reichskanzlers ist nun der Bescheid auf die Vorstellung beim Magistrat eingegangen, welcher dieselbe ablehnt. Der Reichskanzler spricht sein Be- dauern aus, daß es nicht thunlich sei, zu Gunsten der Einfuhr von Schmalzschweinen aus Steinbruch in Ungarn nach Berlin und anderen deutschen Märkten eine Ausnahme von dem durch kaiserliche Verordnung vom 14. Juli d. I. erlassenen Verbote zu gestatten. Die Erwägungen, welche zu dem Verbote Veran- lassung gegeben haben, seien so schwerwiegender Art, daß die in dem Schreiben des Magistrats hervorgehobenen Rücksichten dagegen zurücktreten müßten. Das Kleinste und hierdurch interessanteste Hau« Kerlin'» nnd zwar das Hau» Pankstraße 13 verfällt nunmehr in wenigen Tagen dem Abriß, um einer fünfstöckigen Mieths- kaserne Platz zu machen. Das Wohngebäude, welches nur zwei einfenstrige Zimmer und den Dachboden enthält und aus dem vorigen Jahrhundert entstammt, hat eine Gesammthöhe von 5 Meter, von der 2% Meter auf das Dach entfallen. Ein Lhn- licheS Miniaturgebäude existirt noch in der Dresdenerstraße, wo das eigentliche Wohnhaus nur zwei Meter und das zwei- stöckige Dach vier Meter hat. Ein Haus, welches bis vor kurzer Zeit in der Gartenstraße gestanden hat, war so niedrig, daß ein 12jähriger Knabe mit der Hand auf das Dach Hinaufteichen konnte, doch war dieses Gebäude keineswegs so klein gebaut, sondern durch Nivellirung der Straßenhöhe war es in den Erdboden hinein- aerathen, wie man dies auch bei einigen Häusern in der Garten- und Grenzstraße beobachten kann, die sich jhier mit ihren Dächern nur wenig über das Straßenpflaster erheben. Bei der großen Baulust, welche jetzt im nördlichen Theile unserer Stadt herrscht, dürften die hier erwähnten Gebäude auch bald der Spekulation anHeim fallen, um so mehr, als die Terrains, welche vor 25 Jahren mit wenigen hundert Thalern erworben sind, jetzt auch in jener Gegend mit Tausenden be- zahlt werden. � Uevrr dl« diesmalige Katterfttkehung plaudert die „Nat.-Ztg.": Das große Laos ist heraus! Das ist das„Er- eianiß des Tages", welches Hunderttausende weit lebhafter be- schäftigt, als alle noch so aufregenden Nachrichten über Boulanaer, den Schah von Persim oder den kretensischen Aufstand. Was gilt ihnen Hekuba, da heute, am 16. und vorletzten Tage der Lotterieziehung, das große Loos herausgekommen und auf Nummer 140 239 gefallen ist. Noch ist nichts Näheres darüber bekannt, wer die Glücklichm sind, denen die 600000 M. in den Schoß fliegen, aber die geschwätzige Fama wird wohl bald darüber zu berichten wissen. Immerhin war es eine der spannendsten und auftegungsreichsten Ziehungen, deren sich die sogenannten„ältesten Leute" zu entsinnen wissen. Bei der letzten Ziehung im Januar d. I. fügte es der Zufall, daß das große LooS gleich am ersten Tage in der ersten wahrscheinlich erst ihr Ende erreichen, wenn wir zu den übrigen Errungenschaften der Kultur, mit denen wir bis jetzt ausgerüstet wurden, auch noch das rauch- und knalllose Pulver erhalten haben. Den Arabern und Afrikanern soll es übrigens ganz gleichgiltig gewesen sein, ob sie mit oder ohne Knalleffekt in ihr Paradies geschickt wurden; für uns gewinnt die Angelegenheit jedoch ein höheres Interesse, wenn wir daran denken, daß wir die Mittel für die erhöhten Ausgaben aufzubringen haben. Doch, daran denkt der brave Mann nicht. Geld ist bei uns in Hülle und Fülle vorhanden, hat doch vorgestern erst wieder Jemand das große Loos gewonnen,— allerdings Hunderttausende waren zu dumm dazu. Die Spannung soll bei der diesmaligen Ziehung eine geradezu fieberhafte ge- wesen sein, wovon wir indessen nichts verspüren konnten, da wir nicht so glücklich sind, eins von den vielbegehrten preußischen Loosen zu besitzen. Man wird es begreiflich finden, daß den Nichtloosbesitzern auch die aufregendsten Ziehung ziemlich kalt läßt, man sieht aber aus der großen Spannung, mit welcher die Lotterielisten studirt werden, daß die Steuer, ivelche sich die Spieler mit un- nachahmlicher Bereitwilligkeit selbst auflegen, von allen Steuern am leichtesten beigetrieben werden kann. Zieht man den kolossalen Verdienst in Erwägung, den der Staat bei seiner Lotterie hat, so muß man sich in der That wundern, weshalb man noch nicht auf den die einzig vernünftige Idee gekommen ist, alle Steuern überhaupt auf drm Wege der Lotterie aufzubringen. Während heute vorzugweise der Besitzlose die Steuern aufbringt, würde dann der Dumme zahlen,— und wer das heutige Wirthschaftssystem kennt, der würde diese Art der Steuerbeitreibung als die Krone des Ganzen betrachten müssen.——— ZiehunpSsiunde, so zu sagen aus Anhieb heraufkam und vielen Lolleriespielern damit den Hautgout des Glücksspiels benahm. Diesmal hat nun die Glücksgöttin in ihrer Launenhafiigkcit «erade das Gcgentheil bestimmt. Sechzehn Tage lang drehte Nch das Glücksrad in dem Lotteriegebaude in der Schützen- straße, ohne das große LooS herauszugeben. An 60000 Gewinne waren bereits gezogen, darunter aber erst zwei von den Hauptgewinnen. Vtel zu viel nach Ansicht der mit Siebzig Bedachten, viel zu wenig für die vielen„ungezogenen" Spieler, deren Nummern noch im Rade ruhten. Natürlich steigerte sich die allgemeine Spannung von Tag zu Tag und in gleichem Maße mehrte sich der Nutzen der Agenten, welche mit ihren Loosen einen richtigen Terminhandel auf Stunden und Tage veranstalten. Selten hat der Ziehungssaal so viele Zuschauer herangezogen, als in diesen ausreguilgSvollen Tagen. Nicht wenige führte die Hoffnung dorthin, daß ihre Anwesenheit ge- nügen werde, ihre Nummer aus dem Glücksrade herausspringen zu lassen; und wenn sie auch, zumeist enttäuscht und gelang- weilt, von dem eintönigen Ziehungsgeschäste, sich wieder entfernten, so trösteten sie sich mit der Hoffnung auf daS näckiste Mal. Und dann malte ihnen die Phantasie ein so liebliches Bild aus, wie gut sie es haben könnten und wie glücklich sie leben wür- den, wenn ihnen, was doch nur eine Kleinigkeit wäre, das große Laos zufiele. Allein schon beim Hinaustreten auf die Straße pflegt die Fata morgana, diese trügerische Spiegelung eines so leicht und doch so schwer zu erhaschenden Glückes zu zerrinnern. Skeptisch angelegte Gemüther, die von dem Kunst- stück des Falkas gelesen hatten, begannen schon, als das große Laos noch immer nicht herauskommen wollte, sich in dem Ge- danken zu beunruhigen, ob überhaupt das große LooS in der Gewinntrommel sich befinde, ob nicht vielleicht durch ähnliche Praktiken wie in Temesvar die Kapsel mit dem großen Loose irgendwo angeklebt worden, und was dergleichen Ungereimt- heilen mehr sind. Alle diese Befürchtungen sind durch das Er- cigniß der vorgestrigen Nachmittagsziehung entkräftet worden. Das große Loos ist heraus, was am letzten ZiebungStage noch nachkommt, pflegt nicht sehr ins Gewicht zu fallen. Die auf- regungsreichen Tage der Lolterieziehung sind vorüber— bis die nächste Ziehung heranrückt. Die Pocken in Kerli«? Wie der„Verl. Ztg." ein Berichterstatter. welcher sich bisher als unterrichtet erwiesen hat, miltheilte, sollen bisher 4 Pockenkranke in die Charttee einge- liefert sein. Weiter schreibt die„Berl. Ztg.": Um uns vor der Veröffentlichung dieser immerhin beunruhigenden Nachricht des wirklichen Sachverhalts zu vergewissern, sandten wir vorgestern Abend um 7 Uhr sofort einen unserer Müatbcitcr behufs Einziehung von Erkundigungen nach der Charitee. Der dort dienst- thuende Portier hielt es iedoch für angemessen, unserem Abge- sandten den Eintritt in das Krankenhaus in unziemlichster Weise zu verweigern, obwohl dieser ihm den Grund seines Kommens nannte. Wir sind daher zu unserem Bedauern nicht in der Lage gewesen, die Nachricht auf ihre Richtigkeit zu komroliren, unb werden eS abwarten, ob die Verwaltung der Charitee nunmehr selbst in dieser Angelegenheit das Wort er- «reift. Im Uebrigen erwarten wir, daß die Behörde das Verhalten ihres allzu eigenmächtigen Portiers in schärfster Weise mißbilligen und ihm die, wie uns scheinen will, durch- aus nolhwendige Belehrung darüber ertheilen wird, wie er sich Abgesandten der Presse gegenüber für die Folge zu be- nehmen hat. Den Zprerfischenn wird der Fischmangel immer fühlbarer. Außer einigen Aalen und wenigen Plötzen— selten Hechten— geht nichts ins Garn. Nach Meinung alter Prak- tiker auf diesem Gebiete trifft dir Schuld daran lediglich die das Wasser vergiftenden chemischen Fabriken, und den Beweis dafür erhalte man regelmäßig nach jedem Gewitter. Der starke Regen in Verbnidung mit Sturm wühlt den Schlamm der Gewässer, in den sich die Gifte niedergeschlagen, auf, diese lösen sich wieder im Wasser, was, so vergiftet, den Wasser schluckenden Fisch nothwendig tödten muß. Die Geschäftsstandhabung einzelner Berliner Trödler bei der Abhaltung von öffentlichen Versteigerungen hat sich zu einer Kalamität entwickelt, der gegenüber die Be- Hörden zum Einschreiten genölhigt sind, da diese Trödler-Ringe sich nicht blas aus die öffentlichen Bei steigerunden innerhalb Beiliiis beschränken, sondern auch nach den Ortschaften der Umgegend sich begeben, durch ihr Bei halten bei den Zwangs- «erkäufen andere Bieter vom Mtibiele» abhalten und so die Verkaufsgegenstät� gewöhnlich billig in ihren Besitz bringen. In Berlin ist di�' Geschäftsbetrieb der Trödler bereits der- artig organisirt, daß viele Bieter gegen eine bestimmte Eni- schädigung an die Trödler dielen den Ankauf der gewünschten Gegenstände überlasten und sie später von dem Trödler erwerben. In letzterer Zeil und nun auch die Behörden aus dieses ge- meinschädliche T'etben aufmerksam g'wvrden und es sind von dem Oberpräsidenten IN Potsdam die sämmtlichen Regierungsbehörden und von diesen die Polizeibehörden ange- w.efen worden, in allen zur Kenniniß der Polizeibehörden ge- langende» Fällen, in denen die Tröoler andere Kauflustige vom Mtibieun aus öffentlichen Versteigerungen abgehalten haben, der Staaisanwaltschaft Mittheilung zu machen. Es wiid dabei auf eine Entscheidung des Reichsgerichts Bezug genommen, nach welcher die Strasbcstimmung des§ 270 des preußischen Strafgesetzbuchs durch das deutsche Strafgesetzbuch nicht aufge- hoben ist, die dortige Slrafbesttmmung vielmehr noch zu Recht besteht, wonach Derjenige sich straffällig macht, der Andere am Mit bieten bei öffentlich en Versteigerungen Hindert. Es würde sich darnach auch Derjenige, welcher die Hilfe der Trödler in Anspruch nimmt, um auf diesem Umwege Verkaufsgegenstande aus einer öffentlichen Versteigerung zu ei stehen, sich der An- siiftung zu der aus§ 270 des preußischen Strafgesetzbuchs strafbaren Vergehen schuldig machen. Drei Taschendiebe wurden am Freilag Vormittag in der Ruhmeshalle abgefaßt. Einer Dame war der Schirm aus der Hand geglitten; als sie sich nach demselben bücken wollte, kam ihr ein elegant gekleideter Herr zuvor, hob den Schirm auf und überreichte denselben, sich höflich verbeugend, der Dame. Diese glaubte hierbei eine Berührung in der Gegend ihrer Kletdertasche bemerkt zu haben, sie griff nach ihrem dort unter- gebrachten Portemonnaie, das sie eben noch gebraucht hatte, dasselbe war verschwunden. In dem Moment trat ein Herr auf die Dame zu und sagte ihr, daß sie von dem galanten Herrn bestohlen sei. Dieser hatte inzwischen das Portemonnaie einem Komplizen zugesteckt und auch dieser halte es bereits einem Dritten zugespielt. Der Vorgang aber war von dem ousmerksam gewordenen Publikum bemerkt worden und die Taschendiebe wurden der Polizei ubergeben.„Wenn ich-, nicht mit eigenen Augen gesehen hatte, glaubte ich s nicht!" ruf etn über das andere Mal ein älterer Herr aus der Provinz. Dem polizeiprästdenten von Potsdam. Herrn Wolff- gramm, ist dem„B. T." zufolge folgendes EttendetHn Abenteuer passirt. Am Dienstag Abend fuhr Herr Wolffgramm von Berlin mit einem Stadtbahnzuge nach Hause, wobei er im Koupee entschlummerte. Herr Wolffgramm merkte ,n diesem Zustande nicht, daß er Potsdam bereits erreicht hatte, sondern schlief ruhig weiter, als der Zug auf dem Außenperron stehen blieb. Derselbe Zug setzte sich nun einige Zeit später wieder nach Berlin in Beiveaung und zwar mit Herrn Wolffgramm, der nunmehr auf der Fahrt von dem Schaffner ermuntert und nach semem Billct gefragt wurde. Natürlich war der Herr Präsident sehr verwundert, als er erfuhr, daß er wieder auf der Fahrt nach Berlin begriffen sei; noch mehr verwundert wurde er aber, als er als billetloscr Passagier ein Sirafbillet zahlen sollte. In Neuendorf verließ Herr Wolffgramm den Zug und begab sich dann zu Fuß nach Potsdam.- Auch der göttliche Homer schlief bekanntlich bt-weilen— warum also nicht ouch ein Polizist? Der Tischler Dombrowsky, Langestr. 45 wohnhaft, wurde am Sonnabend in einem Schanklokal der Langenstraße von zwei Kutschern, welchen er einen„Bon zur Unterstützung für Ausgewiesene" zum Kauf anbot, festgehalten und der Polizei übergeben. Er wurde sofort nach dem Molkenmarkt geschafft, wo er mehrere längere Verhöre zu bestehen hatte, gleichzeitig wurde am Sonntag, als er noch in Haft war, sowie Montag in seiner Wohnung gehaussucht, allerdings ohne Erfolg. Haupt- sächlich wurde nachgeforscht, von wem er die Bons erhalten habe. Diese Person konnte er jedoch nicht angeben, da er die- selbe nur von Ansehen kannte. Seltener Fund. Auf dem alten französischen Friedhofe vor dem Oranienburger Thore entdeckte kürzlich der dortige gärtnerische Arbeiter� beim Grasschneiden ein sehr stattliches Exemplar der europäischen Landschildkröte und lieferte dieselbe — nachdem er sich von seinem Schreck über„das Unding" einigermaßen erholt— pflichtschuldig als„Fundgut" an seinen Vorgesetzten, den Inspektor auf dem neuen Friedhofe in der Liesenstraße ab, wo sie sich zur Zeit im Freien aufhält und, weil regelmäßig gefüttert, nicht entweicht. Ueber«ine seltsam« Berliner Uacht-Szene berichtet eine hiesige Korrespondenz:„In der Nacht zum Donnerstag verließ der Bäckermeister Tr. Ch., Molkenstraße 3, mit einem in der Friedenstraße 2 wohnhaften Herrn Mar Kl. gegen ein Uhr das Seidemann'sche Lokal gegenüber dem Polizeipräsidium. In der Molkenstraße wurden Beide von einem femgekleideten, anscheinend nüchternen Herren angeredet:„Meine Herren, wissen Sie vielleicht, wo man eine ordentliche Tracht Prügel bekommen kann? Ich will verbauen werden!" Nachdem der Fremde den Ernst seines sonderbaren Anliegens wiederholt be- lheuert hatte, sagten die Beiden dem Fremden die Erfüllung seines Wunsches zu. Der Bäckermeister ging nach seiner Woh- nung, um einen Stock zu holen und der Fremde wartete auf der Straße zusammen mit Herrn Max Kl.,, welchem sich wäh- renddeffen auch noch der Restaurateur Seidemann, der nach seiner Prioalwohnung unterwegs war und eine Laterne in der Hand hielt, zugesellte. Der Fremde ersuchte nun, auf dem Hofe des BäckernreisterS verhauen zu werden. Dies wurde ihm abgeschlagen, und so einigte(sie) man sich, nach dem neuen Nikolmkirchhof zu gehen und dort die Prozedur zu vollziehen. Da 50 Hiebe zu viel waren, wurden 25, und schließlich 15 festgesetzt. Der Fremde legte sich nun freiwillig über eine der Pflasterungsarbeiten wegen dastehende Theertonne. Bäcker- meister Ch. schlug, Restaurateur S. leuchtete dazu und Herr M. Kl. zählte. Beim vierten Hiebe sprang der Fremde auf und schrie:„Au, mit was hauen Sie denn?"—„Mit einem Ochsenziemer," lautete die Antwort. Hierauf ergriff der Fremde die Flucht. Der hinzukommende Wächter sah ihn noch laufen." Im Kaiseepanorama bleibt die zweite Abtheilnng der Pariser Weltausstellung, welche sich eines außergewöhnlich starken Besuchs zu erfreuen hat, noch für diese Woche bestehen. Im AuSstellungspark(Filiole des Kaiserpanorama) werden Alpenlandschaften zu sehen sein. Polizeibericht. Als am 8. d. M. Vormittags der Arbeiter Brauner auf dem Neubau Pappel-Allee Nr. 129 mit dem Niederlegen einer 2 Meter langen und 11 Meter hohen alten Fundamentmauer beschäftigt war und dieselbe zu diesem Zwecke vorschriftsmäßig untergraben hatte, fiel die Mauer plötzlich auf ihn, so daß er einen Bruch deS Schulterblattes und eine Quetschung des linken Schienbeins erlitt. Er wurde nach der Charitee gebracht.— An demselben Tage Nachmittags wurde die Ilijährige Tochter eines Arbeiters in der Küche der elterlichen Wohnung in der Wolllnerstroße, in welcher sie kurze Zeit ohne Aufsicht geblieben war, von der Mutter in einem auf dem Fußboden stehenden, mit Wäsche und Wasser ge- füllten Waschtopfe liegend, tobt aufgefunden. Tie Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht. Am 9. d. M. Nachmittags fiel ein achtjähriges Mädchen beim Spielen auf der Treppe des Hanfes Alte Schönhauserstraße 50 über das Geländer etwa 2i Meter tief hinab und erlitt außer einer Verletzung der Schulter anscheinend auch innerliche Ver- letzungen.— Zu derselben Zeit wurde ein 8 Jahre alter Knabe an der Ecke der Straße Alt-Moabit nnd der Stromstraße von einem Wagen überfahren. Er erlitt einen Bruch des linken Oberschenkels, so daß er nach dem städtischen Krankenhause in Moabit gebracht werden mußte.— Am 9. d. M. fanden in der Sebastianstraße 64 und Rosenthalerstraße 40 und in der Nackt»um 10. d. M. in der Friedrickstraße 113 und Kreuzbergstraße 47 kleinere Brände statt,'welche von der Feuerwehr geloscht wurde. Verpstnmlungen. Gin« öffentliche Maureeveesammlung tagte am Frei- tag, den 9. d.M., Abends 8 Uhr, in der Kommandanteiistraße, unter dem Vorsitz der Herren Grothmann, Kasten und Wagener. Zum ersten Punkt der Tagesordnung nahm zunächst das Wort Herr Grothmann und meinte, wenn die Berliner Maurer es ernst mit der Sache meinen und nicht vergessen, daß sie sieben Wochen gestreikt haben, so ist alles aufrecht zu erhalten. Aber dazu gehöre in erster Linie, daß sie sich der Vereinigung an- schließen; eS ist ja eine Thatfache, daß die Unternehmer eine Schlappe erlitten haben, denn das beweise das Klage- und Wchegebeul, welches unausgesetzt von den Herren ausgestoßen wird. Es brauche wohl Keinem mehr erzählt zu werden, daß der Arbeiter im Baugewerbe an Bildung und parlamentarischer Schulung dem Unternehmer weit überlegen ist, denn ein Jeder, der sckon Gelegenheit gehabt hat, beiderseitig Versammlungen zu besuchen, wird dieses zugestehen müssen. Redner unterzog dann noch die verwerfliche Akkordarbeit einer scharfen Katik. Gerade dadurch werde eben der Lohn immer mehr und mehr gedrückt und die Vergangenheit habe es gelehrt, daß gerade die vielen und schweren Unglücksfälle nur durch Älkord- arbeiten entstehen. Im Weileren verlas Herr Grothmann dann den Artikel der„Baugewerkszeitung"(„Sorgt für Hilfs- truvpcn") und kritlsirte denielben in gebührender Art. H.rr v. Salewski schloß sich den Aussührungen des Vorredners an und meinte, wenn die Kollegen nur da Vereinigung beitreten möchten, so würde sich alles von selbst regeln. Die Herren Weise, Jezorke und Schell sprachen in demselben Sinne und bedauerten, daß es immer noch zu viele grcbt, die noch nicht zur Erkenntniß gelangt sind. Es wurde dann ein Antrag ver- lesen, und sprach nach demselben noch Herr Kerstan und meinte, wenn der Antrag angenommen würde, daß dann die An- wesenden auch danach handeln müssen. Es müsse eine stärkere Agitation in den Baubuden betrieben werden. Da Antrag wurde dann einstimmig angenommen. Derselbe lautet:„Die beute in der Kommandantenstraße 72 tagende Ver- sammlung der Maurer Berlins erklärt, mit aller Kraft an dem Errungenen festzuhalteu und verspricht, Mann an Mann dem Verein beizutreten, um zum nächsten Frühjahr durchschnittlich einen neunstündigen Ar- beitstag zu erringen. Ebenw soll auch für dieses Jahr dahin gewirkt werden, daß auf allen Bauten, wo die neun Stunden noch nicht errungen sinb, danach gestrebt wird." Zu Versckie- denem wurden dann die jetzt zirkuliren den schwarzen �Listen be- kannt gegeben und diese Machmalion genügend kritisirt. Dann wurde noch mitgetheilt, daß eS jetzt 207 Bauten sind, auf welchen unsae Forderung voll und ganz bewilligt ist. Es wurden dann noch vaschiedene Erlebnisse von einzelnen Bauten mitgetheilt und mehrere gewerkschaftliche Angelegenheiten erle- digt. Darauf wurde die gut besuchte Vasammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Arbeiterbewegung geschlossen. Versammlung de« Fachvereins der G###' ij Versammlung tagte wiederum in Feuerstein � Jakobstr. 75, und waren zu derselben viele Mn# � schienen. Da aste Vorsitzende, Herr Büchner, croW Sitzung um%10 Uhr und verlas zunächst die TageS" Dieselbe lautete: 1. Aufstellung eines juristischen Hlls 2. Wahl einer Kommission zur Prüfling der Lohnverhältnisse. 3. Ausgabe von statistischen ErhebwQ 4. Einrichtung von Zahlstellen. 5. Verschiedenes. tritt in die Tagesordnung verlas Herr Büchner einen unterzeichneten Antrag behufs Ausschluß eines � Kollege Cassuben erklärt der Vasammlung, daß oer schließende, Herr Landschaftsgärtner Wolf, Hochstestraö£, Haft, in einer öffentlichen Gärtnerversammlung liegen. � teressen des Fachvereins aufgetreten sei und demzuios jj Ausschließung gerechtfertigt wäre. Mieten» schiebung des Antrages bis zur nächsten Versammlung � Wolf nicht anwesend, man solle Herrn Wolf dann 19 ÄOHUI uiuu uuiuciciiu, mun[oue vcrrn tuuu. jjz zum künftigen VereinSabcnd einladen und dort uder � fchlicßung abstimmen. Der Antrag fand Billigung un � nun die vier ersten Punkte der Tagesordnung lchn� Als juriftilcha Hilfsmann wurde Herr Schwabs straße, Markthalle Iii, gewählt. In die Kommisston der Lohn- und Arbeitsverhältnisse wurden 20 Kollege, � am genannten Adam, und konnten dieselben gleich u.».............—«j stischen Erhebungslisten in Empfang nehmen, der Tagesordnung entwickelte sich eine lebhafte* TA Kollege Kassubcn sch.lderte eine am 2. August m tagende öffentliche Gärinaversammlung, bei der« PQjp Auseinandersetzungen zwischen Vertretern des � solchen des Verbandes kam. Redner nennt daS ertn gehen der Pankower eine Art von Egoismus. T>e!» � welche die Pankower Kollegen an dem Abend haben, spricht sich gegen ein Hand in Hand geben � Fachvcrcin aus, trotzdem sind indessen viele Gehilffn kow in unserem Fachverein, und darf man von ot � wohl auch den Gesammtanschluß der Pankower, v'ijs der Gärtnerbewegung anschließen, erwarten. Herr V»«# Herr Kleitzmann kriiisireri den Verband in treffen„ und ernten lebhaften Beifall; ebenso beleuchtete Herr Steglitz unter großer Heiterkeit in kerniger Rede dfl in verrchiedenen Pankower und Weißenseer Gärtnere vi Grolhahn hält es für das Beste, in Zukunft etn � ruhiges Verhalten dem Verbände gegenüber zu,, w Dann wird noch von Herrn Käsewurm% behufs Regelung des Besuches des Fachvereins"Uz» aufgestellt. Herr Abromeit wünscht, daß dem M'i, J(1 Entscheidung in diesa Frage überlassen werde, um> � liebige Personen von diesem eventuell aufgeforvei � sollen, ihrer Stellung als Gäste Rechnung zu tragen.• Herr Abromeit die Frage für ein kleines Etnweib gnügen zum Oktober dieses Jahres an.(Beifällig men.) Als 2. Vorsitzender wird Herr Grothalm 0* Büchner lheilt mit, daß die nächste Versammlung.„sip Feuersteins Salon am Dienstag, den 20. August, l Hierauf schließt derselde die Versammlung um U V,, Die Vrrlammlung der Freien Verriniii«ns# Vergoldergewerbe beschäftigte» Arbeiterinu � lin« am Mittwoch Abend bei Scheffer, Jnselstroste,.F ziemlich interessanten Verlauf. Die als RefercnN oigte Frau Jhrer-Velten war nicht erschienen; sie rf im Rheinlande. Es wurde beschlossen," v#" ■~■ NN»mit etnr« a-,kin aUQ,, Äjite? w blickliä % lkÄe! citerinnen das©est?, durch die Vorlesung der von Frau Klara Zetkin riser Aibeiterkongresse gehaltenen Rede zu ersetze� wachende Beamte machte Miene, dies zu verhtnk' deß nach, als der Vorleser sich bereit erklärte, die Stellen wegzulassen. Dies fand aber in der-, entschiedenen Widerstand, welchem Fräulein 3�.� I gab; sie erklärte, daß alsdann die Vorlesung(, Gegentheil von dem bewirke, was ihr Zwe» Vorlesung fand hierauf unter lebhaflc»' JA und öfterem Beifalls Ausdrucke statt. E>u � � junger Kaufmann vetmochte indeß feine nicht zu verbergen, daß die Arbeiterinnen. Frau Zetkin habe persönlich referiren wollen, daS stattet worden. Daß man nun ihre Rede verlese, dasselbe hinaus, somit handele es sich um eine btret � Umgehung und um den Versuch, die Polizei ttbss J% legen. Die Versammlung inleresfirte es höchlich, t! ß« in ihrer Mitte die Rechte der Polizei noch eifriger als diese selbst; du Stimmung war daher währen® eine sehr heitere. Um übrigens keine falschen Metn',.� dieselbe auskommen zu lassen, aklärte Frl. Jagcr!®% daß Frau Zetkin in Paris sei und hier wenigste' H davon wisse, daß ihr dorthin ein Verbot des P®"� f in Berlin zu referiren, zugegangen sei.— Zst? wähnte Frl. Gräber, daß eS noch Vergoldergchn!' aus ih:e Mitarbeiterinnen in verwerflicher Weise et» unsere Kolleainnen verkuotten. wenn fte»u Mnl M Wtawtai iff ««m i I unsere Kolleginnen verspotten, wenn sie zu Veff!" gehen. Dies wären Sachen, die nicht dazu beitragen�! 7 trauen zu einer Organisation zu erhöhen. Mann den Aroeiterinnen die Achtung zollen, die ihnen ge eine organisirte Arbeiterin werde nicht die Lust. die der Mann beim Niederlegen der Arbeit gen'O dern sie wird mit ihm— Schulter an Schulter ste. Mitkämpferin für die Rechte der Ardeit sein. � rj Der Fachverein der Tischler(Kssbezir« M Donnerstag eme Mitgliederversammlung in dem„x'-l Kasino, Holzmarkt straße, ab. Auf da TageSvr®>1 1. Haben wir ein Bedürfiiiß, uns zu vrganinren- kussion. 3. Vcreinsangelegenheilen und Versstl' stf Beoollmächtigie, Kollege Schade, eröffnete'um 9.. � sammlang. Derselbe referirte über den ersten Pu" W Ordnung und führte aus, daß die Kraft des E'")„ d ring, das Leben des Einzelnen zu kurz sei, m» Q f", Verhältnissen genügen zu können; demzufolge � r,4 Mensch das Bedllrsniß, sich»u oaeinigen, welche* Jamilie, in der Gemeinde, dem Staate und tungen zeige. Redner führte sodann die 3"',, Mittelalter an und wies nach, daß dieselben dant® J Macht bildeten, und bald die Handwerkcrverbände � liche Verordnungen lahm gelegt wurden. Der% nun zu den heutigen Zuständen im Tischlergewcr, w beleuchtete unter anderen die lange Arbeitszeit,. g'' Werkstätten von Morgens ig bis Adends 8,® arbeitet würde, und kam zu dem Schlüsse, daß e® w'i nickt mcbr weiter acben könne. Wenn der ..""MI 0 M, Mi fcSÄt ÄÄÄ? ÄVy SM; Ii vegingi nur an dem �nvifferentrsmus oer �*■ r:*Ux SÄ'&Ä%% MS? Kollege Wiedemonn hervor, daß der Kleinnretst � Vermittler zwischen Grobp.oduzent und Arbeiter sei aber auch der verbissenste Gegner des Arbc fji forderte die Kollegen aus, unermüdlich w®'.% Verein einzutreten, damit, wenn eine Lohnbeweg; oder lang eingeleitet wird, der Verein thatkrosug M Stande sei. Nach einigen Bemerkungen der und Blockhoff zu Vaeinsangelegenheiten und schloß der Bevollmächtigte um llf Uhr die Ven..jt Au» Kottbn» erhalten wir folgendes � heut versammelten Arbeitervcrtreta der Nordve<_ Berufegenossenschast unterstützen die Vorschläge Suddeutschland betreffs der Wahl der mch'J' flö® glieder zum Reichsversichcrungsamt und deren Jf. Karl Kämpfe, Bamberg Anton JeuS, Augsburg Jakob Jena, Forchheim' Iii ## 1 lartver., i Salon,■ "K l 4?il ArbntS- FV s-k beantragt er,*# üb-rd'-e isr.'Ä wabe ou zur •1 'Ä ) angC'� H W de de,' rtnere'� t n» ,s dur» (Wi 1 Wilhelm Buchholz, Berlin 1437 Karl Guthcit, Berlin 271 Dd mn«; tr Noase, Berlin 274 du, dieselben allen Arbeiterocrtretern zur Wahl auf ".».!�.��e. Die Arbeilerverireter finden cS nicht dem jweae des lltiR,nUIlr2"'----- DFMMMHW w## MZUWZZ�s rlifaSiÄHSsÄ� Buchdrucker®tl6. Werner bnf SchlolTtr und Kerufssenossen. Versammlung am ,. d>'r.in»..�uir Abends 8% Ufjt. in b-ndrich s Saal. Beulbnraße 22 % ni,...*® odrUtifchl»r. Versammlung am Vloniaa. den 12 August. «""'oitni �artenslrohe 13. JagcSorbming: 1. VeieinSangclegcnhcite». r? fi« 5nU' llDCCI ir-w rüMW I KA ■CUKSdo i?» der Intfressen fammtlich»r Zackirer lotitto; brumm t" Udr Vlumenilrahe 78 eine Verlammluug mit sol- S'"ho„, jj,,, ab: l Die wirthschasillchc Umwälzung der franjdst cken >,< BetldMiI f"" �üii.• 2. Diskusston 2. ilusnabme neuer Mit. der Blecki.T«� Fragekaften. Ju dieser Versammlung werden die if,®äiif dringend ersucht, ridjt pünktlich mrd zahlreich zu er fafifh to*belf»ir Ju tritt. Ck?;®t den ,*,*■•..«Uf dsksenigen. welche noch Quittungslislen in HSnden » dt ffliiniiVkli'' dieselben bis Montag Abend tm die auf den Liften «�""»».iud�r Äonnnisston abzuliisern. e,,.««» fn rnmoditr und vrrniandter Kerufdgenossen I«..des fitrrn!®'®*"*'- Montag, de» 12. August. Abend» H% Ulli, im �Itrsio,,." �üerdi. Brunnenstrahe 38. Versammlung. ZagrSordnung; �'u* 2"dm internationalen Arbeiter kongreh Re leren!. Herr »irb ged!,dd"d»euer Mitglieder. 3. Verschiedene». Um recht zahsteichen -�sriNdbrun, �us SominernachlSsest stndet am 24 August bei Gott lT-"»"• den ig u, Former und vermandter Krrnsogrnolsen V"122»-„rUguit. Abend« 8% Uhr. in Gottschalks Lokal(feiifict buth). ■ 7i.i*'ttutrim"l'"'""" Tagesordnung: 1 2>oetraa de» Herrn ssr. strüger 4 fcJSffrion 3' der Arbeitszeit und deren Wirkungen aus die Arbeiter" d?de,.e, Wahl einer ArbeitSnachweiskonuniistou sür den Norden. ,„"'�.?ragtr.>sten. ' d ��'rus»,."ii�ung der Znteressr» der Schustmacher und vcr Ab!?k?dssen Berlin». Gewrauiersammlung am Montag, den "9. s-',.?Ss Uhr. in Gratroeir« Bicrhallen, siominandantenstrahe Ii i �9r>l,s»t?dodri»na: I Vorstandswahl. 2. Verschiedenes. 3, Frage ''T'friHi l'aitimlrt. ! S;.u3Ulir t"® d'r foeiiirtr iFillale 4) am Montag, den 12. August, � tobrMm Nestaurant von 6. Prog. Auneultr. 9. Tagesordnung «süung. 2 Sind wir berechtigt, bessere Lob», und Arbeit« . S,;;'*tfc,i! Reserent t.riollege Regerau. 3. Verschiedenes. Zahl ' DfÄI rwtbtfchr. Garte willkominen '"■dl S»rekl«b„Lesstng". Jeden Montag. Abends , Z7ka,gls»..d'?s> r�Iestouian, Lcondardt). Vorlesung und Di«k»ss>on. Gaste. d rai.5"ngesührt. baben Zutritt. !? 6. und s«rrdrk<>>se der Tischler u. f. m. fflS,'„ O ertliche VermaltungSstellc Berlin A Montag, den g"'Sit||"'"'°» Ubr. in Schräder« Salon. MÜnteuffilftr. 9, Mitglieder "tt-L. iiber�?d,'d°'dnu»g"l" Ä irr echnrlng' vom 2. Quärral 2 Bericht der »„.Beschlüsse der Gentralveriamnilurg obiger Kasse. 3. Wahl der legiiinrirl. Um toi;,"" rrttiiw:;-""'""" rtjcnrraiui t luimmui«„u.u" n»«»*''�'9 u' V Kassenangelegenbeiteir Mitgliedsbuch ircm,•- r, r'«,"**«» Erscheinen wird ersucht. I Btiin i k Etaiutenilndermrg 8. Vereinsangelegenheiten Aus- 'HSnii"'" Ilm 1 ü'sdet vor Beginn der Bersamnrlung statt. Ouit!u,!g«- r her bei» k!? v2nklllche« Erscheinen wird ersucht- Der unentgeltliche bim» ISSi tt godstr rst,» 98f()t g unftt RcchtSsch»«. 2. Besprechung über das diesjährige Litifr%"% �u, nähme neuer Mitglieder. 4. Verschiedene» und Frage- % si W" Sk äiL Mit, �9%!* �.*5,»«bi.r-giirlr.U.rinn.n und #,. V. N,,i1en.................. I «f �ÖftraSi- TO C>° itugust. Abend« 8 Uhr. im KSnigstadt, � Uder,..W'p�- Tagesordnung r I. Vortrag des Fräulein Vosalie WMSW . Gaste Tempel, «WWW« Ma'strndenecke bei Jabnke. Die Ardeitsper- s-sWKs ist gcössnet von 9X-11 Uhr. Lübeck3cher Turnverein 93' W lS-r 3S4 149 736 Montag; Gesang- ig,.ssöpnickerstrahe Restaurant, Land«. Abend« 9 Uhr im Eintracht I" '..Alte Uhr.b a/.u. iiuiii.ni.iun. w.--... �verein I ign ihranienstrahe 190.-„Deutsche Lledertasel" Sdend» '"stra�%., Gesangverein..Mvrthendlatter" UebungSstunde t? Abend« 8- Turnverein..Hasenbalde" kLedr. MSNMSW Udr� im Restaurant Poop-. Liu�nsirahe I(l8 WMMßZMZMs "hr bei 8lvrh. Dietdenerrtrahe 10 ft Verniisthkes. V»» München al» Kierstadt aeben die nachfolgenden Aufstellungen einen kleinen Begriff. Einen Kran» bis an den Rand gefüllter Maßkiüge könnte man auf der Erdkugel vom Nordpol bis zum Südpol aneinander reihen, und wollte man dann die Menge des in diesen Krügen befindlichen Bieres berechnen, so stieße man auf die überraschende Thalfache, daß da noch viel weniger davon vorhanden wäre, als die gute Stadt München in einem einzigen Jahre zu eigenem Genüsse und zu Nutz und Frommen der Mitwelt braut. Ein Münchener Bierstaiifliker hat nämlich berechnet, daß aus den 40 München er Brauereien, in denen nach amtlichem Ausweise im Jahre 1886 nicht weniger als 1 006 488 Hektoliter Malz verschrotet wurden, in demselben Jahre 201 297 600 Liter Bier hervorgingen. Um diese Biermenge in Maßkrüge von 10, Zentimeter Durchmesser zu füllen, brauchte man 201 297 000 Stück Krüge. Diese Krüge, in einer geraden Linie hart neben einander aufgestellt, würden eine Reihe bilden, welche 2848 geographische Meilen oder 21136 Kilometer lang wäre. Allein die Linie vom Nordpol bis zum Südpol beträgt auf der Oberfläche der Erde nur 2695 geographische Meilen oder 20002 Kilometer, und unsere Maßkrugreihe würde also noch 134 Kilometer über den Südpol hinausrcichen. Aber das ist noch gar nichts! Man kommt zu noch erstaunlicheren Resultaten, winn man berechnet, wie groß die Ackerfläche sein müßte, um die zur Berechnung dieser Menge Bieres nöibige Gerste anzubauen. Da man hierzu 1 184 100 Hektoliter Gerste bedarf und auf 100 Onadratmetern im Durchschnitte 25 Hektoliter Gerste wachsen, so müßte die Äckerfläche 47 364 Ouadrakilometcr groß sein, d. h. mehr denn 140 Mal so groß als Schaumburg-Lippe mit seinen 340 Quadratkilometern ober gar Reuß-Äreu.wit seinen 310 Quadratkilometern. Der Bierkonsum wird in München auf 492'/ o Liter pro Jahr und Koos veranschlagt, in Wien auf 296 Liter, in Berlin auf 240 Liter, in London auf 254 und in Paris nur auf 20 Liter. Die unbestrittene Ehre, die erste Bierstadt der Welt zu sein, kommt aber den Miinchenern nicht gar zu billig zu stehen. Nimmt man nämlich an, daß für den Liier durch- schnittlich 25 Pf. gezahlt werden(22. 24 und 40 Pf.), so trank München 1886 um 32 281050 M. und täg ich um 88411 M. Bier, und auf den einzelnen Kopf der Bevölkerung trifft dann jährlich eine Ausgabe von 123 M. 21 Pf. täglich eine Ausgabe von 33'/iv Pf. Die Münchener Bierausfuhr be- trug 1886 721981 Hektoliter im Werthe von 18 049 525 M. Um diese Menge mit einem Male fortzuschaffen, wäre ein „Bierzug" von 12 033 Wagen mit 400 Lokomotiven erforderlich; der Zug würde eine Länge von 700 Kilometer haben. Grosse Verbreitung hat unter den Männern in China ein Spiel gefunden, welches man Ttchakfik nennt. Die bcihei- ligten Perionen sitzen um einen Tisch herum, in dessen Mitte eine Schüssel steht, welche etliche Würfel enthält. Jeder Mit- spielende greift der Reihe nach nach den Würfeln— er macht einen schnellen Gtiff, hält dieselben einige Augeablicke lang und läßt sie sodann wiederum in die Schüssel zurückfallen. Die Anzahl der Augen auf der oberen Seite der Würfel wervcn zunächst gezählt und somit wird das Glück oder Unglück des Spielers entschieden. Die beim Spiel Be- theiligten regen sich für gewöhnlich sehr dabei auf und es ist kein allzuseltenes Ereigniß, daß Chinesen ihr ganzes Vermögen dabei in einer Nacht verloren haben.— Zu den ältesten Zeit- vertreiben in China gehört das sogenannte Tschai-mui Spiel, welches für gewöhnlich mährend oder nach einer Mahlzeit vor- genommen wird. Es besteht darin, daß die beiden am Tische sich gegenüber sitzenden Personen die Anzahl der Finger erraihen, welche gegenseitig vor das Gesicht gehalten werden. Das Rathen muß zur gleichen Zeit geschehen, wodurch einem keine Zeit zum Zählen und Zögern gegeben wird. Derjenige, der ver- spielt, muß ein kleines Täßchen gewärmten Samschu's(der chinesische Branntwein) trinken, und nach dem Lärm und Gellen zu schließen, welche stets mit diesem Spielen verbunden sind, ist das Resultat einer solchen Abenduntcrhaltung wohl mit seltenen Ausnahmen ein schrecklicher Katzenjammer. Wenn schon die mannigfachen Spiele um Einsätze kaum unter die Kategorie von Unterhaltungen gerechnet werden dürfen, so wollen wir doch zum Abschluß bei Aufzählung der Amüsements der Chinesen die hauptsächlichsten derselben in aller Kürze erwähnen. Das sog. Fan-tan Sviel wird auf einem kleinen viereckigen Tische gespielt; dadurch, daß man Zahlen, die sich gegenübergestellt sind, erräth. Das Po-tsz-Spicl besteht aus einer Anzahl von Schnft�eichen, die auf kleine Särciben geschrieben find. Diese werden in eine messingene Schachtel von etwa 2) Zoll im Quadrat gelegt, und der Spieler muß das Schrifizeichen errathen, welches zu oberst liegt, wenn die Schachtel geöffnet wird. Außerdem giebt es ver schiedenartige Loilcricn, die alle zahlreich von der heutigen Bevölkerung benuht werden.— Aus dem Gesagten wird hervor« gehen, daß der Charakter der Unterhaltungen der Chinesen äußerst niedfertiger Natur ist— ein anderer Beweis für die Behauptung, daß sich der nationale Charakter eines Volks am deutlichsten auf seinem Spielplatze abspiegelt, wie das Sprich- wort sich ausdrückt:„Kein Mensch ist in seinen Vergnügungin ein Heuchler." Gin gefährlicher Schulinspektor. Aus New-Pork wird der„Fraukf. Ztg." geschrieben: Die Mount-Welcome- Schule im nordöstlichen Theile von Kentucky, 12 Meilen von Barboursville entfernt, war vor einigen Wochen der Schau- platz wildester Aufregung. Die Schule, welche von einer Miß Sarah Jarvie geleitet und von etwa 40 Kindern aus der Um- gegend besucht wird, liegt inmitten romantischer GebirgS- regionen, rings vnn dichten Wäldern eingeschlossen. Falls die Kinder nickt von erwachsenen Personen begleitet werden, kommen dieselben meisteniheils zu Pferde zur Schule, einestheils wegen des weiten gebirgigen Weges, andern- theils, um der Gefahr von reißenden Thieren abgefangen zu werden, zu begegnen. So lange die Schule besteht, hatte sich jedoch kein Unfall dieser Art ereignet und um so überraschender wirkte daher folgender Vorfall:„An dem betreffenden Tage, einige Stunden nach Mittag, erwartete die Lehrerin den Be- such des County- Schulinspektors. Plötzlich scholl ein eigen- artiges Getäusch durch die Luft, das wie ein Pochen an der Thür klang. In der Meinung, der erwartete Inspektor sei angelangt, ließ Miß JarviS die Kinder von den Bänken auf- stehen und öffnete ein Fenster, um hinaus zu sehen, kaum war jedoch der Fensterhaken gelöst, als sich ein große schwarze Tatze durch den Spalt drängte, welcher der un- geschlachte Kopf eines braunen Bären folgte. Die diesem An- blick folgende Bestürzung unter den Kindern war undeschreib- lich; unter wildem Angstschrei stürzten sie über- und durch- einander. Nur Miß Jarvis behielt ihre Kaltblütigkeit. Sie ergriff einen Stuhl und schlug auf den Bären ein, so oft er Miene machte, sich auf die Fensterbank zn schwingen; dabei rief sie den Kindern zu, durch die Hinterthür zu ent- fliehen und Hilfe zu holen. Erst als das letzte der Kinder den Raum verlassen hatte, trat die kühne Lehierin zurück und eilte hinweg, während der wüthcnde Bär mit einem mächtigen Satze in das Zimmer sprang. Ebenso schnell jedoch halte Mitz Jarvis das Haus umschrittcn, das Fenster flog zu und Petz war tu der Falle. Die Geistesgegenwart des jungen Mädchens halte gesiegt. Zwar brach der Bär bald genug seine Fesseln, er zertrümmerte etn Fenster und entsprang, doch hatte Miß Jarvis inzwischen Zeit gefunden, das Weite zu suchen. Merkwürdiger Weise kehrte der Bär gerade in dem Augenblicke, wahrscheinlich von einer erfolglosen Suche, nach dem Schul- zimmer zurück, als einige der inzwischen alarmirten Farmer mit ihren Schußwaffen anlangten. Zwei wohlgeziclie Schüsse endigten die Laufbahn des gefährlichen SchulinspekiorS. Allerhand Amerikanische». Aus Chikago entliefen vor drei Tagen ein sechszehnjähriger Knabe und ein Mädchen von vierzehn Jahren und wandtetr sich nach Kansas City, wo sie ver- suchten, sich trauen zu lassen. Als man ihnen Schwierigkeiten machte, begaben sie sich in ein Hotel und zeichneten als„Mann und Frau", aber der Wirth schöpfte Verdacht und verweigerte ihnen die Aufnahme. Endlich fanden sie in einem schlechten Boarding-House Unterkunst, wo zwei von dem Vater des Mädchens nachgesandte DetektiveS das Pärchen ausfindig machten und festnahmen. Der fechszehnjährige„John" erklärt nun, eine Stellung suchen und Heirathen zu wollen, und„Edith" sagt, sie liebe keinen als ihren John und wenn man sie nicht zu ihm lasse, würde sie zum zweiten Male davonlaufen. — Die Gastwirthe und Restaurateure Cincinnatis sind zum Theil ein Opfer eines schlauen Schwindlers geworden. Eine in allen Blättern erschienene Annonze versprach nämlich gegen Einsendung von einem Dollar Aufschluß darüber,„auf welche Weise man mehr Bier absetzen könne als bisher"; statt der erwarteten vortheil- haften Instruktionen empfingen die Opfer jedoch nur eine Karte mit den niederschmetternden Worten:„Verkauft weniger Schaum!"— Aus einem Gesängnisse South Carolinas ent- sprang kürzlich ein Verbrecher. Man verwendet im Süden noch überall Blulhunte zur Verfolgung Entsprungener; in diesem Falle waren die ersteren aber von gar keinem Nutzen, denn der Flüchtlina hatte sich einige Pfunde Schnupftabake ver- schafft und denselben auf seinem Wege verschüttet. Die Hunde ließen bald vom Suchen ab und waren durch nichts zur Arbeit zu bewegen. Die jedenfalls sehr originelle Idee sicherte dem Entflohenen die Freiheit.—.Tie Luftschiffahrt nimmt in den Vereinigten Staaten gegenwärtig die Fonn eines Fiebers an. Wer nicht selbst lenkbare Luftschiffe erfinden kann, sucht wenigstens mit dem Fallschirm zu expcrimcntiren und Manche gehen sogar zu den primitiven Ftugmaschincn des Mittelalters zurück. So verfertigte ein gewisser Henry Shepard in Connecticut ein Paar zehn Fuß langer Flügel und„flog" mit ihrer Hilfe von dem Dache feines Hauses. Resultat: Bcinbruch, Schulterverrenkung, Handverstauchung, drei Löcher im Kopfe, zahlreiche Haut- abschürfungen.— In Arkansas hat eine ebenso originelle als verrückte Wette stattgefunden. Es handelte sich darum, wer von zwei Männern die meisten MoSquitostiche ertragen könne. Beide zogen sich aus und wateten in einem Sumpf umher. Räch 20 Minuten fiel der erste Mann, nach 25 Minuten der andere und an dem Aufkommen beider wird gezweifelt. Der Preis bestand nur aus zehn Dollars.— Wie ein amerikanischer Redakteur über die Hölle denkt, zeigt ein Leitartikel im„Siour City Journal", in welchem es wörtlich heißt:„Die Hölle ist der unangenehmste und unanständigste Platz, welcher je von den Astronomen entdeckt wurde und es giebt wohl kein« größere Beleidigung, als Jemand einzuladen, zur Hölle zu gehen. Nichts könnte einer gebildeten Person je ungelegener sein, als über einem Feuer sitzen und hier ungezählte Zeitalter hindurch langsam braten zu müssen. Laßt uns Alle versuchen, edlere und bessere Menschen zu sein und unser Zeitungsabonne- ment rechtzeitig zu erneuern. Man Kirf im Ganzen und Grossen beokachtet» daß die hinterlassen en Briese der Selbstmörder darauf gerichtet sind, einen Mantel der Romantik über die grauenvolle Nacktheit der Lebcnsflucht zu werfen. In letzter Zeit ist aber eine Spezies aufgetaucht, welche es vorzieht, unbekümmert um die Meinung der Wrlt, mit einer Grimasse von dieser Abschied zu nehmen, und den Hinterbliebenen ein briefliches Testament voll bitteren Hohnes oder bösartigen Humors zu dedizircn. Ein Fall solcher Art ist neuerdings bekannt geworden. Bei Graz wurden dieser Tage im Gebüsch am Murufer ein Hut und ein Brief einer Frau gefunden, welche am 10. Juli ihrem Mann, dem ven- sionirten Militär Strigl in Graz, unter Mitnahme von 13 000 Gulden Werthpapieren entwichen war. Im Briese an de» Gatten heißt es:„Deine Schätze und Deine Frau findest Du in der Mur begraben." Die Leiche der Frau wurde bald darauf aus dem Flusse gezogen. 17. Ziehung der 4. Klaffe ISO. KSnigl. Preuff. Lotterie. Liehung vom 10. August 1889, Echlust. Kur die Gewinne über»10 Mnrt sind den betressende» Nummer» in Parcntheie beigefügt. (Ohne Gewähr.) 1O102 42 310 508 614 63 887 908 1 1037 229 868 1*166 323 432 95 1 3186 511 56 670 946 1 4134 210 942[500] 15196 227 480 634 866 1«206 95.345 1 7161 294 369 879 13025[15001 85 254 631 973 11)109 427 82 507 *0306(SO 000] 454*1060 303 443 819 33**0:1 249«3115 [15001 573*4145 215 87 370 604 81 700 964«5149 346 422 624 933 53*«158 13001 315 530 816*7032[300] 451*3051 147 687*0062 219 30.3>01 988 801)87 237 427 503[1500] 8 1022 264 483 743 3*178 383 774, 33210 56 455 752[5000] 921 34516 678 722 76[500] 967 35004 605 800.32 89 902 17 3«156 280 81 561 663 90 830 87133 42 508 88239 467 659 3 0226 71 4>4 648 620 48 707 40290 340 487 608 41106 248 77 405 9 20 641 82[30001 728 50 4*092 307 25 552 931 48312 476[30001 816 4 4054 172 525 84 806 45277 383 749 931 40362 477 076 47291 435 577 720 849 4 8073 266 403 55[15001 661 659 4 0232 396 615 817 50020 339 707(15001 883 6 1 027 457 072 82 5*050 270 813 966 5842.3 49 SO 887 98 938 43 91 54ü16 761 952 79 55246[600] 93 370 71 713 940[1500] 5O670 91 57221 416 723 69 813 60 99 5 8200 366 436 607 5OS00 32 «0023 42 283 440 76 85 80,3 82 01.383 443 0*162 307 444 716 86 03087 237 71 360 445 649 94 04017 123 245 360 500 664 767«5025 152 399 468 559 00501 715 849«7180 463 826 0 8028 79 132 216 24 69 477 614 800 967 80«1)206 81 628 7.30 844 72 92 925 71)164 208 7 1 049 84 270 403[30001 605 7*065 150 486 550 69 641 836 7.1024 203 99 650 727 48 896 994 7 4380[300(0 510671 750G1 214 772 70Ü02 110.9 oll 862 7 7017 46 620 40 826 919 78016 341 525 704 71)045 233 368 522 706 900[3001 80297 434 534 609 710 8 1074 307 631 827 8 20.38[3000] 162 2.37 63 382 411 572 73 979 8 3092 631 632 99 8 4217 362 436 41 77 69t 707 993 8 5037 125 328 510 20 31 618 8 0030 291 483 727 61 94 87106 28 121 200 28 45 312 760 838 924 72 88184 287 88 89051 180 200 [30001 84 541[500] 663 733 62 826 »«072 141 57 73 217 42 434 92 546 658 843»1007 138 324 406 159 636 814 32 911 80»*026[1500] 40 78 320 676 796»3077 115001 65 368 69 588 673 824 63 940»4163 219 512 912»5095 244 358 769 870 13000]»«242 441 596 928»7055 87 97 124[3000] 44 285 80 486 628 60 766»8100 9 337(15001 530 889 97»»185 614 741 72 995 100011 121 22 275 406 836 IO1031 102 93 730 1 0*098[5001 121 214 97 11500] 372 13090] 103190[1500] 281 376 425 1 04572 90 853 74 1 05098 16001 230 353 965 1 00173 268 81 454 58 682 83 768 896 107336 530 35 636 960[1500] 90 1 08126 449 91 508 619 904 10*020 869 98 430 808 36 110316 414 990 96 111424 84 723 11*013 53 87 430 40 6 2 952 99[300] 113080 141 231 708 114008 14 283 359 407 608 803 43 71 115015[300] 65 253 71 350 630 714 11«035 76 581 750>07 117019 149 65 84 375 450 601 931 32 118254 307 11 75 578 612 927 80 11»OU 201 1*0566 919 53 91 1*1356 433 71 669 816 93 1**682 961 1*3020 77 385 429[300] 643 707 81 949 1*4110 353 97 1*5034 252 302[509 1 806 1*0003 232 754 65 908 1*7221[500] 716[3000] 1*8172 89 251 67 748[500] 1*»445 796„„ 518 KT.%%%« 8»%% 458 689 765 74 922 1 47474 1300] 617 30 57( 91 148120 646 140380 150168 87 247 362 708 25 1 5 1 032 79[600] 405 694 774 913 50 15*229 368 420 83 625 733 89 1 53109 25 762 81 154045 112 60 329 441 766 806 38 56 84 959 1 5 5353 476 819 1 5 0016 167 231 381 624 873 1 57110 346 630 1 58364 755 849 71 159149 329 40 583«96 100118 653 813 1 0 1 0:6 132 341 465 720 917 1 0*027 72 74 103250 459 703 37 1 04667 80 962 69 1C5074 86 110 217 390 635 69 77 92 726 993 lOOOU 203 302 782[300] 107195 332 95 722; 43 108158 62-26 71 434 932 1 01)125 57 615 750 897 904 „aaa X 80202 60 700 28 899 1 8 1207 608 600 44 719 83t 902 00 70 18*096[3000] 459 602 774 1 83694 1 84006 60 374[1500] 419 516 664 759 835[[500] 185312 79 846 1 80009 61 196 290 478 62b 8(0 187110 59 234 47 363 489 516 776 188037 343 61617 793 969 1891041 285 381 497 773 868 DahUo« fi«> die Di«ge» welche das Glück berbeirufen, »ahllos die anderen, welche es verscheuchen. Der Fetisch dars nur von seinem Besitzer angerührt werden, sonst verliert er seine Kraft. Wiederum giebt es Glücksbringer, deren Zauber wächst, wenn eine fremde Hand sie belastet. Nicht bloS ein lebloser Gegenstand, auch ein Mensck kann Fetisch sein. Die »N. Fr. Pr." erzählt eine drollige Geschichte von einem ftan- zösischen Abgeordneten aus Südfrankreich, der seine Ferien in Nizza zuzubringen pflegte und öfters von da nach Monaco fuhr. Immer drängte sich eine aanze Schaar elegant geklei- trter, aber anscheinend verrückter Menschen hinter ihm her ins Eifenbahnkoupee. Sie umwarben, umschmeichelten ihn; wurde er ungeduldig und grob, so thaten sie um so höflicher in ihrer grinsenden Zudringlichkeit. Es waren Spieler, die nach Monte Carlo fuhren! Der bewußte Abgeordnete hatte nämlich einen etwas hohen Rücken; ein Höcker aber ist ein Fetisch ersten Ranges, und wer die Gelegenheit erhaschen kann, sich an einem solchen zu reiben, ihn nur mit dem Aermel zu streifen, dem dreht sich das Glücksrad ganz nach Wunsch und Willen. Jener Abgeordnete ist heute Senator. Er heißt Naquet und ist eine Hauptsäule der Boulangistischen Partei. Wir möchten wetten, daß ihn der„General" nicht ohne Neben- gedanken in seinen Kreis gezogen hat. Boulanger ist Lebe- mann und hat die Neigungen eines solchen. Gewiß spielt er, wie ja auch sein Adjutant Rochefort mit Leib und Seele dem Baccarat ergeben ist. Solche Leute haben immer den Aber- glauben der Spieler, sie brauchen ein„Porte-Bonheur", einen Fetisch. Kein Zweifel: Naquet ist das Glücksschweinchen des Boulangismus. Elektrisches Licht im Eisenbahnmaggo«. Die Ver- waltung der englischen Südöstlichen Eisenbahn hat eine neue Einrichtung getroffen. In den Wagen der Hauptzüge sind automalische Apparate in der Form elektrischer Lampen ange- bracht, welche, nachdem ein Penny in eine dazu bestimmte Ritze hineingeworfen worden, nach einem Druck auf einen Knopf ein elektrisches Licht von fünf Kerzen kraft für Zeitungs- leklüre u. f. w. erzeugen. Nach ein« halben Stunde ei lischt das Licht von selbst oder es kann auch durch einen Druck auf einen anderen Knopf eher ausgelöscht werden; ebenso kann es durch Hineinwerfen eines Penny in die Ritze immer wieder er- neuert werden. Funktionirt der Apparat zufällig nicht, so fällt der Penny in solcher Weise durch, daß er vom Reisenden wieder erlangt werden kann. Petor»' Gmin Pascha- Expedition verspotten die „Lustigen Blätter" in launiger Weise in folgenden„Peter'S Rothlage in Aftika" überschriebenen Reimen:„Um S Uhr zähl' ich die Mannschaft nach— Und finde, es sind zu wenig— Um 10 Uhr unterhandle ich— Mit einem schwärzlichen König; — Um 1 1 Uhr wird es gehörig warm— Da brennt die Sonne schon mächtig— Um 12 Uhr such' ich den Schatten auf— Und schlafe und schnarche da prächtig;— Um 1 Uhr gehe ich auf die Jagd,— Um 2 verspür' ich im Leibe— Ein Hungergefühl, das ich um 3— Durch fleißiges Effen vertreibe;— Um 4 Uhr nehme ich Messungen vor,— Zu sch'n, wo ich eigentlich stecke;— Um 5 Uhr fühl' ich mich müde bereits, Und komme nicht weiter vom Flecke;— Um 6 Uhr zünd' ich die Pfeife an,— Die Nerven durch Dampf zu erfreuen,— Um 7 klopft ich einen Skat— Mit meinen weißen Getreuen; — Um 8 Uhr halt' ich die Matte bereit— Aus naheliegenden Gründen,-- Nun sagen Sie mir, wo bleibt da Zeit— Den Emin Pascha zu finden!!" Eine«euc Augenkrankheit ist in Wien beobachtet worden. Diese Krankheit trat zu Ende des vorigen Herbstes plötzlich in vereinzelten Fällen an verschiedenen Orten auf und wurde von mehreren Wiener Augenärzten sofort als eine bis- ber unbekannte Hornhaulerkrankung erkannt und in genaueste Beobachtung genommen. Die zuerst ganz vereinzelten Fälle mehrten sich, so daß bald eine ziemlich große Zahl Erkrankter zur Beobachtung gelangte, die, wenn auch nicht das Wesen der Erkrankung, so doch die Präzisirung des Bildes und ihres Auftretens und des Verlaufes gestattete. Die Erkrankung geht mit mäßiger Schwellung der Augenlider, Er- scheinungen von Katarrh der Bindehaut und mit Licht- scheu einher und zeigt sich auf der Hornhaut selbst durch das Auftreten von sehr kleinen weißlichen Fleckchen, die in großer Zahl nebeneinander sitzen und kleine Hcrdchen bilden, die sich ziemlich scharf von einander trennen. Dadurch veran- laßt diese Erkrankung auch eine bedeutende Herabsetzung des Sehvermögens, die den Patienten zu jeder Augenmbeit gänz- lich unfähig macht. Die Dauer der Krankheit zeigte sich in einzelnen Fällen als sehr verschieden; während sie bei einigen in 14 Tagen schwand, hielt sie bei anderen 6—8 Wochen an. Professor Slellwag, der seine Erfahrungen über biete Krankheit in der„Wiener klinischen Wochenschrift" veröffentlichte, spricht sie nicht als gerade bösartig an, läßt sich aber vorläufig nicht in eine Deutung ihres Wesens ein. Hoffentlich wird es den Aerzten bald gelingen, dieser so rasch aufgetauchten Er- krankung ebenso rasch Herr zu werden, was bei dem starken Ueberhandnehmen der Äugenerkrankungen im allgemeinen um so wünschenSwerther wäre. Urber Erkrankungen an Pilzvergiftung in München, liegt folgender amtlicher Bericht vor:„Montags Mittags er- krankte infolge des Genusses giftiger Schwämme eine Familie von acht Personen. Zwei Kinder im Alter von zehn und sechs Jahren sind beieits gestorben, die übrige Familie ist noch nicht außer Lebensgefahr. Die Schwämme waren von der Familie selbst gesammelt worden." Der Buchhalter König machte am Sonn- tag mrt feiner ganzen Familie einen Ausflug nach Nymvhenburg, bei welcher Gelegenheit auch eine größere Anzahl von Schwäm- men gesammelt wurde. Leider scheint König giftige und eßbare Schwämme nicht zu unterscheiden gewußt und eine größere Anzahl giftiger Schwämme, wahrscheinlich sogenannte knollige Blätterschwämme mit nach Hause gebracht zu haben. tag Vornnitag richtete Frau König die gesammelten�� (jiuu.nurny viw yny.....> selbst zu. Zum Mittagsmahl wurden die Schw°. der Familie gegessen. Schon nach kurzer Zelt wt ganze Familie unter den bekannten, choleraähnltchen. fymptomen Ein Arzt, der zu Rath gezogen wurve, �, sofort Vergiftung durch den Genuß von Schwämmen. ordnete schleunigst Gegenmittel an. Leider konnte n°) airr«„ sw-il.._____ o__; crnxSA-n UN M», Allen Rettung gebracht werden. Zwei Mädchen un 1 A»tv»X A X X«»-/»« v-TÄ/w*(judj wtC" i 10 und 6 Jahren sind bereits gestorben,—,- � milienmitglieder sind bis jetzt noch nicht außer Das Dienstmädchen, welches am wenigsten von den gegessen, ist deshalb auch am leichtesten erkrankt. � Eine Zungenübung. In einer Nummer o-, Times"(Vol. V. Nr. 220 May 8>k 1889) befindet iw% 6. Mesajana des Jahres 108 datirte Bekanntmachung lich siamesischen Postbehärde, welche wörtlich, no) uameuuyen Pvnoeyoroe, roeitge toorn'w jii i anhebt: Im Namen seiner allergnädigsten Maie! „Somdetsch Phra Schow Norg Bu Pa T6« � Bhanurangsi Schwangschwongse Kroma Pbra wongse Bhanurangsi Varadai", königliche Hoheit- Posten und Telegraphen, thun hiermit kund u. t- m- Vriefkeetsten. 9fl Anfragen Mttrn wir die Abonnementi-OuilNing bcizusüSiN Antwort wird nicht erlheiit. Herr Mar Kretzer ersucht uns, die Erklaning � nehmen, daß„er sich nicht an die sozialistischen%'b gedrängt habe", sondern daß er von dem Redakteur, beiterblaltes zur Lieferung von Beiträgen ausgefor —(Der betreffende Redakteur hat aber wahrschewu� gangenheit dieses Herrn nicht gekannt. D- Red.) E. Ö. Kchönlrinstr. Wir können Ihnen d'-n beantworten, wenn der Reichstag wieder zusammen» Fragen Sie dann noch einmal an. M. K. Altena. Die Abfälle werden als wendet. Eine andere Velwendungsart ist unS u «. U. Wien. Die Partitur ist hier Nicht°u'�n P. K. Die Angelegenheit beschäftigt die Lok", j» G. Sparer. 1. Sie brauchen keine Erlaub» niglich.,(• j,,(C' Käpnickerstr. 175. Nur körperlich GebreM' wenn sie mittellos sind, zurückgewiesen. ,,. K. T Wenden Sie sich an das betr. Maier. Vereinigung Filiale H uub iV'.Ajr Filiale l und IV werden ersucht, die Adressen m einzusenden. W {*>«9, An z in' ktt Z!? Wi W >itztZ. � gtjiillKiniifriitiii Wihliinn« i>. 6. Bcrl. RcWttigwlihlkreists. Grosse öffentl. Versammlung am Die«stag, de« 13. Angust, Abends 8'Iz Uhr, wl Restaurant Wedding-Park, Müllerstrafte 178. Tages-Ordnung: Berichterstattung vom internationalen Arbeiterkongreß. Ref.: Herr Becker. Diskussion. Verschiedenes und Fragekasten. Mitglieder werden aufgenommen. 1045] Oer Vorstand. Große öffentl. Kistenmacher-Vtlsammlting am Montag, den 1Ä. d., im Lokale des Herrn Deigmnller, Alte Jasodstr'sie 48a. TageS-Ordnung: I. Bericht der Tar'ftommisfion über die Sitzung mit den Fabrikanten. 3. Endgiltiger Beschlutz ü»e? den Arbeitstarif. Kein Kollege darf in dieser Versammlung fehle«! 1049] Die Tarif- Kommission. Gr. öffentl. Korbmacher-Uersammlung für Berlin und Umgegend bei Roll, Adalbirtslraße 21, Av. nds 8 Uhr. Tagesordnung: 1. Die Lage der Luxus- und Gestellarbeiter, und ist es möglich, m diesem Jahre noch in einen Streik eintreten zu können? Referent: Herr Ernst Fischer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. «ö wird gebeirn, alle oben Genannten mögen Mann an Mann erscheinen. 1052] Die Beauftragten. Stukkateure I Grosse öffentliche Versammlung sammtl. Stukkateure Berlins u Um geg. s« Dievstag, den IZ.h., Abds. präz. 8 Uhr, in Schesfer's Lokal, Tagesordnung: 1. Bericht der Delegirten. 2. Verschiedenes.[1044 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Oer Einberufer. Blllilirdeittt-Bllti« der Rosechaln InliitWeikt»Dil !»l!»k»rbtitcri»»e» Berlins. UersammUmg Unser 15. Stiftnitpfc# findet am Sonnabend, den 17. August, v■ nr r. ort« in j-hmann» Salon. Schwedterstr. 23, statt, am Montag. �den 12. August, Abends 8 wozu Freunde ergebenst einladet 1038] Der vorstand. Offene Kasse findet nicht statt, Einlaßkarten find vorher bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern zu haben._ Uhr, bei Pastor. Neue Königstr. 7, im großen Saal. Tagesordnung: 1. Ist eine Lobvbewegung innerhalb unserer Branche mit Aussicht auf Erfolg möglich. 2. Diskussion.[1039 3. Verschiedines N""° Versammlung am Montag, den 12. August, Abends 8t Uhr, bei Fonerstei», Alle Jakob ftr. 75. . ageS-Ordnung: 1. Vortrag von Herrn Dr. Bernstem, über Geschlechtskrankheilen.]1046 2. Die Arbeitseinstellung bei Wwe. Neubert. 3. VerschieheneS und Fragekasten. Sämmiliche Kollegen sind hierzu dringend eingeladen. _ Der vorstand. Dienstag, den 13. d. M-, Abends 9 Uhr, Neue Grünstr. 28: Weraammlung. TageS-Ordnung: echsschutz. 2. Besprechung daS diesjährige SlifiungSsest. 3. Aumahme 1. Unser Rechttchutz. 2. Besprechung über neuer Miiglieder. kästen. 4. Verschiedenes und Frage- (1035 Möbel»»d PslKewDDtt» Eigene Tischlerei.[1040 Solide und feste Preise. Otto& Slotawa. Moabit. Bremerstraße 67 AHge«emer Metallarbeiter- Uerein Kerlina«. Umg.__ «.»«i..«m-«. Rea»derstr..tzr 5. starr. sichere«rotstelle, krankheitshalber zu verkaufen 798] Die Kibiiotheka-Kommifsto«. fBl �Oc tober!' Anhaltische Bauschule Zerbst | Bauhandwerker, Steinmetzen, Bau- und Möbeltischler etc., sowie Fachschule für Eisenbahn-, UHI Wasserbautechniker. Staatl. 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Vortrag von Otto Thierbach über Innung und Fachverein. !. Diskussion. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Die Lokalftage für den Norden. Neue Mitglieder werden ausgenommen. Ilr. Hocsrh, homoöpath. Arzt für Brust-, Unterleibs-, Geschlechts-, Frauenftank- heiten. Für Kassenmitglieder Ermäßigung. Artilleriesft.27, 8—10, 5—7 Uhr. Sonnt, nur 33m. [1048 Im Tuchgeschäft PrilMArch 33, gegenüber der Turnhalle: Hereen- und Knaben- Anzüge, Paletots» sowie D amenkleibe«'» Degenmautel-c. langen Tischler Werkzeuge. Posenerstr. 22. [1030 beste englische und deutsche, unter Garantie, fertige gangbare Hobel[949 E. Vogtherr, Berlin C. Zanbsbeeg erste. 64(am Alexanderplatz). Unfern Freunden gralusiren Von dieser Stelle hier, Damit unser Lstar Ever» Unterschreibt den ReverS! Daß Otto Hildebrand.,. 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