e den "3". V.:: !N0 dtt*' m in®1,,!. ,, wen" »alvewW ite. ff,1* ski«fiffl >1 x.189. IN r Cfg P/oM,! ralh'Prt, atc bei11' ,t es-" • oet'�-7! die im ÄÄ Juk� ibe»u erW kofetform ßangennW nur die Z? fhummt mit w bei m Ute bai Xjeidnrl, der Srejf mem ffrt •gen, out /HnjeiMf >e in ftety11 werden � nidil nord in M n Suhto A iK/and gH? me Mi�/ Donnerstag, de« 13. August 1889. 6. Jahrg. MinnlMlall. �rtiau fftt die Jnieressen der Ardeiier. Das„Berliner Volksdlatt" Morgens außer" nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei S P! J vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. dem Mark .Sonntags-Blatt" 10 Pf.' Bei Ab pro Monat. Poftabonnelneni 4 ° Nummer mit hon Zimmerstraße 44 1_____........................... fi» b„.-> �Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 168S unter Nr. 866.) � Auala»»»,« Täglich uuter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Einzelne Nummer aus unserer ark pro Quartal. 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Ich, Zeit ist nichts zu dumm, es findet doch schalt- � � muß man sich sagen, wenn man das «ich r f"mger deutschen Blätter gegenüber dem in Frank- Öttcibe abspielenden Boulanger-Skandal ßdettiL« r vdle General Bum hat auf die Anklage des e'ncm Manifest als„Enthüllungen" «lj�. worin er auch die Verwendung seiner ge- Fonds erzählt. Man ersieht daraus, daß Herr spannt£ln von Spionen über ganz Frankreich »ab e- auch in anderen Ländern zahlreiche Agenten Hai« Avuffler zweifelhaften Charakters in Nahrung gesetzt ei« Ctün� � v � o n III. war mit seinen Polizeikünsten schier tyijj Per gegen den„braven General", wobei man aller- uch hinzufügen muß, daß der letztere außer in .rung von Staatsgeldern und Großmäuligkeit sich ausgezeichnet hat. Indessen würden uns diese >«« z'�aZen" nicht besonders interessiren, wenn Smt mr v" blättern nicht gerade auf einen Punkt Gewicht der' nämlich auf das Verhältniß des Herrn Bou- Ais ,, Avenir National", welches Blatt er sizi j».. geheimen Fonds unterstützt hat. Boulanaer selbst � bitte"1»Manifest", wo er auf den„Avenir National" für dieses Blatt verwendeten Gelder zu sprechen A tm Jung i werdf VM ,LÜst� m-n' ra s-rj «Ol >em* i elben' s« IM SW Ä, SW fll' m fk N G tweinl tetS s-l� �'4 S D »Um % v Meinen Kundschafterdienst zu ergänzen, welcher JjttRtt r,.Vorsichtsmaßregeln der fremden Regierungen sich �erfit�mieriger gestaltete, wollte ich ein Organ zu meiner > vef.9 haben, das mir unter dem Vorwanoe auswärtiger behilflich wäre, überallhin Agenten zu .et ,c,v mit ihnen zu verkehren. Vor allem wollte ich H«>"ietn ernstes Geständniß— Leute unter der Hand "'fftiio�6 mit den S o z i a l i st e n eines ge- viiz� Iandes Beziehungen anknüpften, ven ich am Vorabend eines Krieges Mi«, Zuziehen gedachte; aber er st dann. Lar mir daran gelegen, in der Redaktion des «e« ''lOeoh"""61 Zu haben,"die"sich a n sozialistischen Zungen betheiligt hatten." � M gruben, daß diese Redewendung des Generals k. Doch �utschland ernst genommen wird? mird es theilweise, uud zwar einerseits von !3V» und berufsmäßigen Verleumdern in der N-«..V..................... te"' welck™nn von der nicht geringen Anzahl der Dum- M Erfiii �bles für wahr halten, was man den Sozia- ■ Bsir.mmes anzudichten bestrebt ist. jetzt„greifen an der Sache, daß der General Bum, Jen seiner zahlreichen Diebstähle, Unterschla- I�irthu Durchstechereien angeklagt ist, seiner heillosen Und r* mu„patriotisches" Mäntelcken umzuhängen gnkreidz r? L�berdet, als sei er nur bestrebt gewesen, �'bctalf Anhänger zu schaffen. Wir halten diesen Feuilleton. Ei s39 l./ ufW"1 J Zjiiß< W Gsldtnoirfih. n Herr n Maur«, JSkai. I»a!° �hend��Ä? �ufzte so stark, daß er beinahe das vor � Jx, indem � ausgeblasen hätte.„Ach Fräulein!" »ikm vd nak>,„ v? auf den Tisch liegenden Zirkel in Zdn/ Äutter„'ii'. leider nicht möglich. Sie kennen � Sie ist eine ehrgeizige Frau, eine un- und�ur. � Sie lebt selbst von einer schmalen Vip"' Melchx„■ leine Seele. Sie haben keine Ahnung V�ana(.i„°n>pfe ich mit meiner Mutter wegen meiner B Aarvnln"�/. ZU bestehen hatte. Sie ist eine ge- ls« 5- Sie b hat nie in diese Verbindung ernge- Me■*, lQ«n irf, c-""hl einmal zu unserem Hochzeitstage. �hreiwxg� O'.'f mein Fräulein, nicht bringen.— Ich e lhalienö», meiner Mutter mich überworfen." r�.�fs jrtzt, wogte fieberhaft; ihr Gesicht glühte: "n bgvms" beiden Händen die Linke des treulosen . ipis' Wöhrens Jacher der Verlobungsring fehlte und !�i,°ls sollip» Thränen ihr über die Wangen rannen, i« �„Wenn die stummen Wände es nicht hören, . 1® ich Ii,.»- meinetwegen Ihrer Mutter gettotzt, h Htschuk«.ber ganzen Welt." »e« �°.nen MpinÄ"'�t, in die Alles sagenden Augen 3U blicken: er zeichnete mlt dem Zirkel, Äch u de« Hnnb. �; er zeichnete mit vem �irre», �blen,�»ollte°' geometrische Figuren auf den �usinn" �tzjffx� aus den SinuS- und Cosinus- l>i'"' che? Unterschied zwischen Liebe und daß k��rte we�.„Ich bin schon so tief ge- ™mach mich noch tiefer erniedrigen kann. Mann für einen politischen Dummkopf, der nur als Werk- zeug einer mit ungeheuren Mitteln und mit großem dema- goglschen Geschick arbeitenden reaktionären Koterie gefährlich werden konnte. Aber seinem jämmerlichen Mangel anVerständ- niß für alle politischen nnd sozialen Erscheinungen hat der gute Mann mehr als einmal bewiesen. Mit seinen Agenten wird es ihm gegangen sein wie so manchen Leuten, die der Spitzeldienste benöthigt sind. Diese Agenten müssen lügen rind erfinden, um ihren Lohn zu verdienen und sich leistungS- fähig zu erweisen. So mögen sie auch dem„braven General" vorgeschwindelt haben, die deutschen Sozialisten seien von ihm entzückt. Der Mann, der so viel zu stehlen und zu bestechen hatte, konnte natürlich keine Zeit finden, sich über die Gesinnungen der deutschen Sozialisten in Bezug auf seine Person selbst ausreichend zu unterrichten. Sonst hätte er nur einen Blick in die deutschen sozialistischen Blätter thun dürfen, um zu sehen, daß man ihn dort schon längst für einen Hanswurst und politischen Gauner erklärt hatte, als die„N o r d d e u t s ch e Allgemeine Zeitung" der Meinung war, daß man mit Herrn Boulanger„ganz gut auskommen" könne, wenn er in Frankreich zur Macht gelangen sollte. Wir betrachten heute noch den General Boulanger als den Angestellten eines reaktionären Konsortiums, welches über ungeheure Geldmittel verfügt und dessen Ziel ist, durch die Erregung innerer Wirren in Frankreich die Republik zu stürzen. Boulanger kann doch erst an einen Krieg denken, wenn er sich zum Diktator aufgeworfen hat. Und zum Dank für die Erdrosselung der französischen Republik sollten die deutschen Sozialisten im Kriegsfall mit ihm„Be- ziehungen anknüpfen", die ihm„von Nutzen sein könnten! Dies ist die Logik eines Dummkopfs oder eines schurkischen VerläumderS. Statt auf diese vagen Redensarten Werth zu legen, thäte man viel besser daran, die Hintermänner des Herrn Boulanger zu erforschen, welche das große Konsortium zum Sturze der Republik bilden. Es soll der Gedanke eines industriellen Amerikaners sein, die Wiedereinführung der Monarchie in Frankreich auf diesem so zu sagen industriellen Wege zu betreiben. Aber diese Art von „Industrie" ist gefährlich und hat, schon mehr als einmal den Frieden Europa's bedroht. Es wäre interessant, die Leute kennen zu lernen, welche so leichtfertig mit der Kriegs- gefahr gespielt habm. Mag nun die Anklage gegen Boulanger zu einer Ver- urtheilung führen oder nicht— das Bild des Abenteurers, der sich im Interesse der europäischen Reaktion zum Diktator Frankreichs aufwerfen wollte, ist für immer gezeichnet. Von einer Bande von politischen Jndustrierittern, Glücksjägern und katilinarischen Existenzen umgeben, hat der„brave Ge- neral" eine Regierung der Immoralität geführt, wie sie in unserer Zeit kaum erhört ist. Wenn er dabei gedacht hat, unter der Maske von Korrespondenten des„Avennir National" Ich habe nichts mehr auf dieser Welt zu verlieren. Wären sse nicht, ich hätte mir bereits das Leben genommen. Jä gehöre Ihnen. Befehlen Sie, was ich Ihnen sein soll. Jö habe den Verstand verloren und mir ist Alles gleich. Tödteü Sie mich, wenn Sie wollen, ich werde mich nicht rühren." Herr Katschuka hatte während dieser leidenschaftlichen Rede herausgezirkelt, was er antworten solle. Fräulein Athalie! Ich werde ein aufrichtiges Wort zu Ihnen sprechen. Sie wissen, daß ich ein rechtschaffener Mann bin." Danach hatte Athalie ihn uicht gefragt. „Ein rechtschaffener, ritterlicher Mann verschmäht e das Unglück eines Weibes �ur Befriedigung niedriger Leiden- schaften zu mißbrauchen. Ich will Ihnen einen guten Rath geben, als wohlmeinender Freund, als Einer, der Sie grenzen- los verehrt. Sie haben, wie sie mir sagten, einen Onkel in Belgrad. Gehen Sie zu ihm. Er ist Ihr Blutsverwandter, der muß Sie freundlich bei sich aufnehmen. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß ich mich nicht verehelichen werde, und begegnen wir uns noch einmal im Leben, so werde ich Ihnen stets dieselben Gefühle entgegenbringen, die ich seit Jahren für Sie gehegt." Katschuka log nicht als er dies Gelöbniß that. Aus dem aber, was sein Gesicht in diesem Augenblick zeigte, las Athalie heraus, was er nicht sagte. Daß der Hauptmann jetzt und seit Jahren sie nicht liebt, daß er eine Andere liebt, und wenn diese Andere arm, zur Bettlerin gemacht ist, dann hat der Hauptmann begründete Ursache, bei seinem Ehrenwort zu versprechen, daß er sich nie verehelichen werde. Das war es, was Athalie in den kalten Mienen ihres treulosen Bräutigams las. Und da durchzuckte etwas blitzartig ihr Gehirn. Auch ihre Auqen blitzten dazu. „Werden Sie morgen zu mir kommen," fragte sie ihn, „um mich zu meinem Onkel nach Belgrad zu begleiten?" „Ich werde kommen," beeilte sich Katschuka zu ant- motten.„Jetzt aber gehen Sie nach Hause. Hat Sie Je- mand hierher begleitet?" Agenten bei den deutschen Sozialisten zu gewinnen, so ent- sprach das seiner sonstigen Praxis und war nichts weiter als eine Version des modernen Lockspitzelthums. Es wären ihm wohl auch Leute als„Agenten" entgegen- Sekommen, vielleicht solche, die zugleich nach anderer' Seite ir Geld dieselben Spitzeldienste thun."Aber die deutschen Sozialisten kennen die Subjekte, die sich in den trüben Strudeln der unterirdischen Politik umhertreiben, und die zu solchen Dingen fähig sind. Sie haben dafür gesorgt, daß diese Subjekte überall, wo sie auftreten, mit der ge- bührenden Verachtung empfangen werden. Nein— es kann keine größere politische Kluft geben als die sich aufthut zwischen den deutschen Sozialisten, denen Ehrgefühl und Charakter kein leerer Wahn sind— und dem„braven General" Boulanger, der sich für jede der Armee gelieferte Epaulette hat zwanzig Centimes Provision zahlen lassen. Seine Fonds reichen an die deutschen Sozia- listen nicht hinan. Vsttttphe Meberstrhk. Die Begriff, den Schweher Regierung steht in politischen L a n d e» a u S s ch u ß der deutschen Sozialdemokraten aufzulösen und Zuwiderhandlungen mit der Ausweisung zu bedrohen. Man scheint in Bern, schreibt die„N. fr. Pr.", jenen Landesausschuß als ein fozialiftischeS Agitationskomite zu betrachten, welches berufen ist, Propaganda für den Sozialismus zu machen. Nicht bloS Redakteur Conzett, sondern auch Redakteur Vogelsanger in Chur und Redakteur Wullscheger in Basel sind von dem Bundes- sekretär Dr. Trachsler vernommen worden, weil die Proklama- tion des gedachten LandesausschusseS gleichzeitig in der„Ar- beiterstimme", im„Grütlianer" une im Baseler„Arbeiter- freund" erschien, welche Thatsache zugleich ein Beweis der Solidatttät und AklionSgemeinschaft bildet, die zwischen deutschen Sozialisten und schweizettschen Grütlianern besteht und sich neuerdings in der Agitation gegen den Bundesanwalt ,eigt. Die genannten Redakteure, die das Manuskttpt zum Druck bekamen und es verbreiteten, sollten aussagen, au» wem der Landesausschuß der deutschen Sozialisten bestehe. Herr Schwetnburg wird jetzt in der Presse immer als „der Galizier Schweinburg" bezeichnet. Herr Schwetnburg ist aber, wie der„Verl. Ztg." mitgetheilt wird, gar kein Galizier. Wenn auch nicht viel darauf ankommt und wenn auch Herrn Schweinburg's Begeisterung für alles Nationale von der Sozialreform bis zur Kuhbutter nicht weniger komisch wird, wenn man seinen wahren Geburtsort nennt, so mag dieser Jrrthum betreffs des vielgenannten Mannes doch bettchtigt werden. Schweinburg ist in Nikolsburg, also in Mähren, als Sohn des dortigen Vorbeters geboren. Er hat sich, um hier naturalisirt werden zu können, taufen lassen, und zwar von Professor Paulus Cassel. Denn Herr v. Puttkamer hatte eine (erst später bekannt gewordene) Verfügung erlassen, nach welcher Juden aus Russisch-Poien, Galizien, Mähren und Böhmen „Ich kam allein." „Welche Verwegenheit! Wer wird Sie zurückbegleiten?" „Sie dürfen es nicht," sagte Athalie bitter. Wenn um diese Stunde uns Jemand mit einander gehen sähe, welche Schande wäre das— für Sie. Ich kann allein gehen. Ich fürchte mich nicht. Ich habe nichts mehr, was man mir rauben könnte." „Mein Diener wird Ihnen folgen." „Das soll er nicht. Die Patrouille könnte den armen Teufel arrektiren; nach dem Zapfenstreich dürfen ja die Ge- meinen sich nicht mehr auf der Gasse sehen lassen. Ich werde allein nach Hause finden. Also morgen!" „Ich werde um acht Uhr früh dott sein." Athalie hüllte sich in ihren schwarzen Mantel und war davon geeilt, noch ehe Katschuka Zeit gefunden hatte, ihr die Thür zu öffnen. Es war ihr vorgekommen, als hätte der Hauptmann, als sie zur Thür heraus war, sich schnell den Säbel umgegürtet. Will er vielleicht von Weitem ihr folgen? An der Ecke der„Anglia" blieb sie stehen; Nie- mand kam ihr nach. Sie rannte im Dunkeln nach Hause. Und während sie so durch die finstere Nacht dahin eilte, kochte sie in ihrem Gehirn einen Plan aus. Wenn nur ein- mal der Hauptmann mit ihr im Wagen sitzt, wenn er sie nach Belgrad begleitet, dann soll er sehen, daß keine Macht der Erde ihn mehr von ihr befreit. Als sie die lange Markt- halle durchschtttt, stolpette sie wieder über jenes Weibsbild, das auf den Steinen lag. Diesmal erwachte es gar nicht und fluchte nicht. Welch guten Schlaf die Elenden haben! Als aber Athalie vor dem Thore ihres Hauses an- gelangt war, legte sich ein Gedanke wie Blei auf ihre Seele. Wie, ivenn der Hauptmann nur deshalb so schnell mit seinem Versprechen bei der Hand gewesen wäre, sie nach Belgrad zu begleiten, um sie los zu werden? Wenn er morgen nicht käme, weder um acht noch später? Eine quälende Eifersucht regte ihre Nerven auf. Als sie das Vorzimmer erreicht hatte, suchte sie im Dunkeln auf de», unter keinen Umständen in Preußen naturalisirt werden sollten; und Herr Schwcir.burg kannte— entweder Herm von Puttkamer'S keine Ausnahme zulassenden Gerechtigkeitssinn, oder seine eigene, eine Ausnahme nicht rechtfertigende Un- bedeutendheit. Jetzt ist Herrn Schweinburg's Beruf, die Sozialreform zu preisen, welche bekanntlich eminent christlich ist; kein Zweifel also, daß Herr Schweinburg heut ein ebenso guter Christ, wie deutscher Patriot ist. Ei«- beochteuvtttertbe Massrrgel ist, so wird dem „Sachs. Pffochenbl." geschrieben, in diesem Sommer von der deutschen Militärbehörde ergriffen worden. Es wurden näm- lich alle Mannschaften der Reserve, welche als Einjährig- Frei- willige gedient haben, einberufen, zu einer Uebung, welche acht Wocherr dauert— das Maximum der gesetzlich zulässigen Zeit. Offenbar ist diese Maßregel zunächst ein Theil jener krampf- haften Bemühungen, die Kriegsiüchtigkeit der Armee von Gipfel zu Gipfel zu heben, jener Rüstsucht, von welcher die europäischen Großmächte epidemisch befallen sind. Warum aber sind gerade die früheren Einzähriper, zu einer so langen Uebung, welche sich übrigens so oft, als dies gesetzlich möglich ist, wiederholen soll, �— i /n r i_____ t:.. c»??' i?— Drei Gründe liegen hierfür vor, wie in mili- eingezogen_. � tärischen Kreisen verlautet. 1. Hat sich herausgestellt, daß die Leistungen der Einjährigendenen der Dreijährigen gegenüber ab- fallerr; 2. hat die Armee imFalle eines Krieges eine größere Anzahl von Reserveosfizieren und Unteroffizieren nöthig, als bisher auf dem Wege der hergebrachten Beförderung geschaffen wurde; 3. sucht man durch Eischwerung des Einjährigen-Dienstes den Andrang hierzu zu vermindern, weil man im Zudrang zum Emjährigcn-Eramen eine Quelle des Proletariats vom Komptoir, Bureau und Siudium erblickt. Also die Reservistenübung ist sowohl für die sozialen wie für die politischen Bcr- hälmisse von Bedeutung. Sie spricht von der Wahr- scheinlichkcit einer baldigen Mobilmachung und von dem Anwachsen des Proletariats. Bezeichnend ist hierbei der Umstand, daß nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich das Bedllrfniß empfunden worden ist, dem Institut der Einjährigen zu Leibe zu gehen. Durch das fran- Stsche Wehrgesetz vom 15. Juli wurde dieses Institut, welches on jahrelang Gegenstand politischer Angriffe war, thatsächlich beseitigt.— Mögen der Bourgeoisie Krieg und Heer durch die dadurch auferlegten Lasten recht verleidet werden. Schon jetzt erweckt die den B» iraeorsie-Söhnen auferlegte Reserve-Uebungs- plage ein vernehmliches Murren. Solch eine Uebung schädigt das„Geschäft�, d. h. den Geldbeutel; und in dieser Beziehung läßt sich das Bürgerthum bekanntlich nicht viel gefallen. Ein weiterer Umstand, welcher zur Verleitung des Krieges mit bei- tragen dürste, ist die Einführung des rauchlosen und ziemlich knallosen Pulvers, welche wenigstens bevorsteht. Man bedenke: Eine Schlacht, in welcher man rauchendes Pulver verwendet, ist größienlheiis ein Kämpfen aus der Ferne; auf die Rauch- wölken wird geschossen, die Kämpfer bekommen einander ge- wöhnlich gar nicht zu Gesicht. Ferner benimmt die Rauch- wölke, welche die Schießenden umhüllt, dem Kampfe manches von seiner Schrecklichkeit. Anders aber wird die Sache sein, wenn das neue Puloer eingeführt ist. Die Parteien werden dann einander bedeutend näher auf den Leib rücken und wohl stets zu einem Kampfe Mann gegen Mann gelangen, und keine blutige Szene wird durch eine Wolke verhüllt werden. Sicher- lich wird hierdurch die Schrccklichkeit des Krieges gesteigert und somit die Agitation gegen den Krieg einigermaßen angefeuert werden. Die Kriegervereine. In Görlitz wurde in einer Ver- sammlung des Vereins zur Erzielung volksthümlicher Wahlen die Mittheilung gemacht daß aus dem Görlitzer Kriegerverein „Kameradschaft" zwei Mitg eder ausgeschlossen worden sind, weil sie durch Beitritt einem Maurerfachvercin eine sozial- demokratische Gesinnung dokumentirt hätten. Infolge dieses Ausschlusses verlieren die Mitglieder alle Rechte, die sie durch ihre bisherigen Beiträge an die Untcrstützungskasse erworben hatten. Es ist auch nicht wahrscheinlich, daß ihnen die bisher geleisteten Beiträge zurückgezahlt werden. Der Maurerfachvercin ist vor zwei Jahrrn, wie der„K. H. Z." in einer Berliner Korrespondenz miigeiheilt wird, deshalb aufgelöst, weil er sich während de- letzten Reichstagswahl mit anderen Fachvereinen in Verbindung gesetzt hatte. Die Frage der Kriegervereine und ihrer Unterstützungskassen kann unmöglich von der Tagesordnung verschwinden, wenn über die Behandlung dieser Vereine wie bisher eine vollständige Ungleichmäßigkeit und Unklarheit herrscht. Jedenfalls verdient die Frage eine nähere Elörterung, ob die Voistände der Kriegervereine berechtigt sind, solchen ausge- schlossenen Mitglledenr ohne weiteres diejenigen Beiträge, die sie Jahre lang zu den Unterstützungskassen gezahlt haben, vor- zmenthalten und ihnen alle durch diese Zahlung erworbenen Rechte zu nehmen. In einem ähnlichen Falle ist die Sache bekanntlich vor die Gerichte gebracht worden. Indcß die An- gelcpenheit verdient doch mehr die allgemeine Aufmerksamkeit als bisher. Eure eigen thümliche Beleuchtung erfährt die Frage, wenn man in Eiwägung zieht, wie es mit der politischen Thätigkeit der Kriegervereine bei den letzten Wahlen sich verhalten hat. Ins- besondere zeigen die Vorgänge im Königreich Sachsen, daß man Tische nach der Kerze, welche sie dort hatte stehen lassen, und nach dem Feuerzeug. Statt dessen gerieth ihr ein Messer in die Hand. Ein scharfes Küchenmesser mit bleiernem Griff. Auch das leuchtet gut im Finstcrn. Sie preßte das Messer in ihre Faust und ging so im Finstern auf und ab. Sie klapperte mit den Zähnen. Der Gedanke ging ihr im Kopf herum: wie, wenn sie dem Mädchen mit dem weißen Gesicht, das neben ihr im andern Bette schläft, dies Messer in's Herz stieße? Dann wäre ihnen Beiden geholfen. Man würde sie, als die Mörderin, hinrichten, und so fände sie den Ausgang aus der Welt. Ah, es bedurfte eines Stoßes mit diesem Messer dort, wo jene weiße Gestalt auf dem weißen Kopfkissen schlummert. Nur daß sie nicht dort schläft! Athalie besann sich erst als sie in ihr Zimmer ge- gangen und an das Bett Timea's getreten war, daß diese jetzt mit Frau Sophie draußen in der Gesindestube schlief. Das Messer entsank ihrer Hand und jetzt überkam sie Furcht. Sie begann zu fühlen, wie verlassen sie war, wie sinster es um sie sei, finster auch in ihrer Seele. Trommel- schlüge weckten Athalie aus einem schweren ängstigenden Traume. Sie hatte geträumt von einer jungenDame, welche ihre Nebenbuhlerin ermordet hatte und dann zum Richtplatze ge- führt wurde; schon knieete sie auf dem Schaffst, der Henker mit blankem Schwert stand hinter ihr, der Richter verlas das Urtheil:„Bei Gott ist Gnade!" die Trommel wirbelte — da erwachte Athalie. Es war die LizitationStrommel. Die gerichtliche Ver- steigerung begann. O, dieser Trommelschlag ist noch schrecklicher als der, welcher zum TodeSstreich das Signal giebt. Mit anzuhören, wie mit lauter, bis auf die Gasse dringender Stimme die bekannten, altgewohnten, uns lieb gewordenen Gegenstände ausgerufen werden, die noch gestern unser Eigenthum gewesen. „Zum ersten, zum zweiten Mal, wer giebt mehr?" Und dann: „Zum dritten Mal" und die Trommel wirbelt und der Hammer fällt. Dann beginnt es von Neuem:„Zum ersten, zum zweiten Mal, wer giebt mehr?" Athalie zog sich ihr Trauerkleid an � das einzige das man ihr gelassen— und ging— Jemanden suchen. Im Ganzen waren nun noch ihre Mutter und Timea, welche dort aar kein Bedenken trägt, den Kriegervereinen auch eine politische Thätigkeit zuzuweisen. Bei uns in Preußen müssen aber Vereine, welche sich mit politischen Angelegenheiten be- schäftigen, den Bestimmungen des Vereinsgesetzes, ebenso auch der Aufsicht der Polizeibehörden und der Anzeigepflicht unter- stellt werden. Solche Vereine, welche eine politische Thätigkeit entwickeln, dürfen sich nach dem Vereinsgcsetz auch nicht mit einander in Verbindung setzen, der Görlitzer Maurerfachvercin ist deswegen aufgelöst worden. Die Vorstände des nieder- schlesischcn und Lausitzer Kriegerverbandes haben aber, wie in derselben Korrespondenz der„K. H. Z." mitaetheilt wird, während der letzten Wahl einen gemeinsamen Ausruf an die Kameraden zu Gunsten des konservativen Kandidaten des Görlitzer Wahlkreises veröffentlicht. Gleichwohl ist, so viel man weiß, diese Thätigkeit, welche mit dem Veremsgesctz nicht in Einklang zu bringen ist, unbeanstandet geblieben. Für die Dauer wird es unmöglich sein, die verschiedenen Vereine mit zweierlei Maß zu messen. Wenn, wie der frühere Kriegs- minister im Reichstage geäußert hat, die Regierung darauf hält, daß die Kriegervereine sich mit keinerlei politischen und religiösen Fragen befassen, so wird man auch Vorsorge treffen müssen, daß oergleichen Nebergriffe, wie sie sich verschiedene Kriegervereine bei den letzten Wahlen erlaubt haben, zurück- gewiesen werden. Man darf wohl annehmen, daß auch die Volksvertretung in nächster Zeit auf die Frage, die sie schon wiederholt beschäftigt hat, noch einmal unter besonderer Bezugnahme auf die letzten Vorgänge wieder eingehen wird. Eine seltsame Enthüllung bringt die„Köln. Ztg." von angeblich gut unterrichteter Seite. Danach ist an die„Parla- mentarischc Korrespondenz des Zentrums", nicht zu verwechseln mit der„Falkenberg'schcn Korrespondenz", kürzlich sowohl von Rom, wie von klerikaler Münchener Stelle aus das Ansinnen gerichtet worden, gegen den Dreibund in Deutschland Stcm- muna zu machen. Die„Köln. Ztg." bemerkt dazu, daß die römischen Jntransigcnlen Jmlien auch auswärts gern Schmie- rigkeiten machen wollten. Der Kardinalstaatssekretär Rampolla liebe Herrn Crispi nicht und denke ihm zu schaden, wenn er gegen die dortige Auswärtige Politik schreiben lasse.„Mit Ge- nugthung" hebt die„Kölnische Zeitung" hervor, daß die„Par- lamentarische Korrespondenz" des Zentrums das an sie gestellte Ansinnen zurückgewiesen und nicht allein die nationale Pflicht, sondern auch das kirchliche Interesse engegengehalten habe, welche in einer Erstarkung des orthodoxen Rußlands und der akatholischen Mehrheit in Frankreich keine Förderung finden könnten. Die„Kölnische Zeitung" knüpft daran eine lange Lobeserhebung für die Zentrumspartei, in der an einzelnen Stellen nunmehr auch eine milde, besonnene und gerechte Auf- fassung zum Durchbruch komme. Nach der„Germania" ist die obige Mittheilung der„Köln. Ztg." völliger Schwindel. Auch der Leiter der„Parlamentarischen Zentrumskorresp." erklärt in der„Kölnischen Volkszeitung die Nachricht für völlig erfundeu. Der Koulanger-Prozeß hat sich zu einem Ereigniß des ersten Ranges gestaltet. An der moralischen Vernich- tun g des sauberen Haupthelden und seiner sauberen Tafel- runde ist nicht mehr zu zweifeln. Ein unglaublicher S ch m u tz ist zu Tage gefördert worden, und darin gerade liegt, von den politischen Folaen abgesehen, die Beden- tung dieses Prozesses. Liederliche Lumpen wie Boulanger sind keine Seltenheit und sie sind überall zu finden. Daß aber dieser liederliche Lump der Abgott der Ordnungspar- tei en a l ler S o r t en un d a l l e r Länder hatwer- den können: der französischen Pfaffen und Monarchisten, der deutschen Kartcllbrüder, kurz der internationalen Schärmer für Thron, Altar und Moral, das ist es, was diesem Prozeß seine eminente Kulturbedeutung giebt— das ist es, was ihm für uns ein mindestens ebenso großes Interesse ver- leiht, als seine politische Seite— die Enthüllung der Mittel, mit welchen die internationale Reaktion aibcitet, um ihr lichtscheues Ziel zu erreichen. Sobald der Prozeß be- endigt ist, werden wir uns des Näheren mit ihm beschäf- tigen.— Di- franzöftschen Sozialdemokrat-» sind mit aller Macht in den W a h l k a m v f eingetreten G u e s d e und Lafargue werden im Süden kandidiren— GueSde in Marseille, dem Wahlkreis des verstorbenen Fetix Pyat (der beiläufig kurz vor seinem Tode die Kandidatur noch" ange- nommen hatte). Der Kreis gilt für sicher; ebenso rechnen die Freunde Lafargue's mit Bestimmtheit darauf, daß er gewählt wird. V a i l l a n t kandidirt in seinem Geburtsort V i e r j o n, im Zentraldepartement Frankreichs, dem Eher. Auch seine Aussichten sind sehr oute, obgleich die Possibilisten in ihrem blinden Haß sich alle erdenkliche Mühe geben, ihn als Boulangisten zu verdächtigen. Den einzigen Anhaltspunkt, den sie für diese Anklage haben, ist das perfide, von uns schon erwähnte Manöver der Boulangisten, daß sie Vallaint vor 4 Wochen auf die Liste der in Aussicht genommenen boulangistischen Kandidaten setzten. Als ob es nicht der gewöhnlichste Spitzbubenkniff wäre, sich der sie aufsuchen konnte. Wahrscheinlich sind sie in der Küche. Beide waren schon lange wach und schon lange ange- kleidet. Frau Sophie war dick, wie ein Faß. Wohl wissend, daß Niemand sie am Leibe visitiren werde, hatte sie wohl zwölf Kleider übereinander angezogen und einige Servietten und silberne Löffel sich in die Taschen gesteckt/ Sie konnte sich kaum rühren. Timea war in ihrem einfachen ärmlichen Alltagskleide. Sie kochte am Herd Milch und Kaffee. Beim Anblick Athaliens brach Frau Sophie in lautes Schluchzen aus und hing sich an ihren Hals.„Ach meine liebe, theure, schöne Tochter! Wohin ist es mit uns ge- kommen und was wird noch aus uns werden? O daß wir diesen Tag nie erlebt hätten! Nicht wahr, dieses abscheuliche Trommeln hat Dich aufgeweckt?" „Ist es noch nicht acht Uhr?" fragte Athalie.(Die Küchenuhr ging noch.) „Ob es schon ist! Beginnt doch die Lizitation um neun Uhr. Hörst Du denn nicht?" „Hat uns Niemand gesucht? „Thörichte Frage! Wer sollte um solche Zeit uns auf- suchen?" Athalie sagte weiter nichts, sondern setzte sich auf die Küchenbank, auf dieselbe kleine Holzbank, auf der Frau Sophie Timea die schönen Trauungsceremonieen geschildert hatte. Timea bereitete das Frühstück zu, röstete die Semmel- schnitte über den Kohlen und deckte den Küchentisch— für die beiden Damen. Athalie hörte gar nicht auf die Ein- ladung, so sehr auch Frau Sophie sie nöthigle.„Trink, mein liebes, mein einzig schönes Kind! Wer weiß, wer uns morgen Kaffee giebt! Alle Welt ist uns Feind gewor- den, alle unsere Bekannten schmähen und verwünschen uns. Was wird aus uns werden! Was wird aus uns wer- den!" Dies hinderte sie jedoch nicht, ihre Tasse Kaffee hinabzuschlürfen. Athalie aber dachte an die Belgrader Reise und den erwarteten Reisegefährten. Frau Sophie hatte eigenthümliche Selbstmordgedanken über leichte Todesarten.„Wenn doch im Kaffeesatz eine Stecknadel wäre, die mir im Hals stecken bliebe, so daß ich Freundschaft ehrlicher Leute zu rühmen. 3) 4 ebenfalls eine Kandidatur angeboten worden ist, Alhb e l eh n t— er fühlt keinen Beruf für die parlamenl Karriere. Die Wahlen werden im Laufe des nächsten---. � statifinden. Sobald dieselben beendigt sind, gedenken � französischen Sozialdemokraten die Agitation kur. Normalarbeitstag, und für die vom mlcrnawi"� Arbeiterkongreß beschlossene internationale-n---- f e st a t i o n des 1. Mai 1890(zu Gunsten des stundentagS) mit allem Nachdruck in dtt nehmen.»,) Die Possibilisten werden sich nicht bethciligen. heißt, die Heiren Führer haben eS so beschlossen; eS u »u hoffen, daß das Gros der noch treu gebliebenen � schast sich um die sonderbündelnden Herren Fuhre kümmern und mit den sozialdemokratischen» gemeinsame Sache machen wird. Schon jetzt»eigen sich die Wirkung«, des intm'-»� ArbeiterkongresseS auf die Franzosen. Er bisher nicht genügend von ihnen begriffen�.. .her nicht" genügend von ihn«,.bepnffme- ��"�.s» der O r g a n i s a t, o n zum �Verstandn.ß gebrach'� in ist es gerade das Betsplel der Deuts ch e n, in es gcraoe oas Vex,plei oer e u t j che n, vcu» � Linie diese heilsame Wirkung zuzuschreiben ist. '" vorher bekannt, daß französischen Arbeitern Sozialdemokratie bei Stimmenzahl verfügte schon den Wahlen über eine c.••<."V. und daß sie trotz aller fortwahrend wuchs, aber der Kongreß erst gab ihnen ein'«( trgcs und vollständiges Bild der deutschen Aiberterbewsg»? Die Franzosen haben sich, gewissermaßen durch den schein, von der Mach� der Organisation überzeugt und Ä Anzahl der tüchtigsten Kräfte in Frankreich arbeilet französischen Aibeitcrn, die als Gesarnm � daran, den___________________________...___. in politischer Bildung den Arbeitern aller anderen� voraus sind, auch die Vortheile der Organisation zu näl Di-„Stat. Corr«sp." macht über die Zman�h � rungen in Preußen während der Jahre 1881 brS IKxh Angaben:* � Die Zahl der beendeten Zwangsoersteigerungeu 1881 17 473, 1882 16 197, 1883 13 573, 1884 10 K»'. 10 309, 1886 10 500, 1887 10 233 und 1888 10 050. � nähme war also bis 1884 sehr stark, seitdem aber nu trächtlich. In dem Gebiete der neuen Subhastation«- aebung hat sich, abgesehen von dem ersten Jahre, � Herabminderung um 26,7 pCt. zeipte, eine Abnahme uo nicht feststellen lassen, denn die betreffenden Zahlen d« � 5 Jahre lauten hier 7868. 8118, 8529, 8433 und �7' gegen rn den verhältnißmäßig kleinen, landwirthscham> mdustriell überwiegend günstig gestellten Gebieten j». Gesetzgebung(Rheinland, Hessen) die Zahlen eine stet ö nähme(2060, 2191, 1971, 1800, 1726) zeigen. Bei Erhebung sind die Grundstücke, welche hauptsächlich M. sti oder Forstwirthschaft dienen, noch besonders gezählt, u � eraicbl sich, daß die Zahl dieser landwirthschattlichs" stücke an der Abnahme nicht betheiligt ist, vielmehr ie%� nur unwesentlich schwankt. Der Antheil der ländlichen schaften an der Gesammtzahl der subhastirten Gru � betrug 1881 56,40 pCt., sank dann 1882 auf 52,99 p.5« 1883 aus 52,77 pCt., um darauf stetig zu steige", 1888 59,13 pCt. ausmachte. Daß an den Zwang-" U rungen immer mehr größere Grundstücke betheiug � ergiebt sich aus der Summe der versteigerten Fläche, 79 268 Hektar.-------------------------" 1888 118 6' M»IVV««ivv*- yi-VDVH. Vfi. Uli V UVlt* vv... jv- aus der Summe der versteigerten Fläche,�«»- tar, 1885 88 067, 1886 108 459, 1887 179 Hektar betrug. Sieht man von dem 1�(! ainlh-il h-r NähfifA-« ßlrUN"'. t.irtt' nicht sehr bedeutenden Antheil der städtischen Grn»�.,� '"............--.-. Durchs diesem Flächeninhalt ab, so ergiebt sich, daß der �u'."ng5 N umfang der versteigerten Besitzungen, der 1881 nur' �4 1884 13,83 Hekar betrug, sich 1888 auf 19,97 Hew" M hat. Der Grundsteuerreinertrag ist nicht in dem glei« M gestiegen; er betrug 1883 681 972, 1884 82358»-�- 1059 173 und 1888 1 028 731 Mark. Der GebaU"' nutzungswerth ist von 7 902 346 M. im Jahre 1 � j« 3 057 584 M. im Jahre 1888 zurückgegangen, worasw die günstige Lage des städtischen Grundbesitzes schlie»4"�� Nach wie vor ist der Antheil der östlichen Provinzen, �jc» Subhastationen beträchtlich. Im OberlandeSgerichtsde» gelangten 22126 Hektar, in den Bezirken Breslau�»» tnaoa---, o oo a en M Jl£ Är Marienwerder 19 686, Königsberg 16 384, Berlin Stettin 11455 Hektar zur Bersfiigerung, so daß- östliche Hälfte des Staates»/.» der gesammten Fläche entfallen; die vier Grenzprovinzen allein 0"%� subhastirten Flächeninhalts, während sie nur'/»"er. fläche des Staates umfassen... U-b-r-in- ab-rmalig- Erhöhung d-- 9..�, wird aus einer größeren Anzahl� von sachsischen �- ml. ivu-v UU�J vvuvv VV v DW'l«vii�uiji vvil fUU)|l|U)i,u—'„«jjv, richtet. In Stollberg ist das Sechspfundbrot um." � uujici. O"«oiuuueig in uus ota)9piunuoiui Burgstädt um 4 Pf. theurer geworden. Diese Prel»l.�« wird von der dortigen Arbeilerbevölkerung um� »vu-v vi/u vti. vuniycu<4ivciitiuc;vuiiciunu um iv pfunden, als auch xn letzter Zeit die Fleischpreise uw � pro Pfund, die Äutterprcise aber sogar um 8-�12 1"' Höhe gegangen sind. !»- d-- Wu?I«.L� daran erstickte." Dann kam das Bügeleisen dort vom Gestell herabfiele, gerade vorübergeht und ihr den Schädel einschlüll� das würde sie gerne sehen, wenn eins jener deretwillen die Komorner Gegend berüchtigt ist, und das Haus über den Kopf aller derjenigen,. sind, einstürzen machte. Weil aber keine dieser � e»" ...v.v.y.v. v»vvv ♦vn.v � sich einstellen wollte und auch Athalie nicht zum SP bringen war, blieb ihrnichts übrigals an Timea ihre" flj zulassen.„Die da nimmt die Dinge ganz leicht. ., V: sat dankbare. Sie weint nicht einmal. Freilich, P.Jh. lachen. Sie kann in Dienst gehen, oder bei ei" � macherin arbeiten, und sich so erhalten. Sie freut l noch, uns los zu werden und auf eigene Faust jfa können. Nun warte nur, Du wirst schon an u" denken. Du wirst s noch bereuen. Nicht ein vergehen, und Du wirft's schon bereuen." Timea y M nichts gethan, was sie zu bereuen hätte, aber e j sah es schon voraus, und ihr Kummer darüber �? überboten von dem Schmerz, den sie über Athalie empl""� M aber wird aus Dir werden. Du mein süßes, cinzl? rm• l• r-.*. rrn"'-V gU»" t Wer wird Deiner sich annehmen! Was wird schönen, weißen Händchen!". j,ie- „Geh', lass' mich in Ruhe," sagte Athalie,. � i mernde Mutter vom Halse abschüttelnd.„Sieh, Fenster hinaus, ob nicht Jemand zu uns heraufl" � Niemand Niemand> Wer sollte lU i Die Zeit schritt inzwischen vor; Trommel ?a» St „.feZestu Mereibeßt ®«tlm ein L°us an! J« berichtet i} von S des Ich f>e Erl b'°jent if: t 0berfc Mmg-artil Wirnt. Di �Mchen S d'e The für Ä wahre LWtt Plun! G unter fol ,7�.(und Ljwjen, ?'enuber --«uiiiei 9 am w" � di » k" dm» Minist.- !k,Miaen I SÖ iZK! hirfr'»» Ks 5ÄU "«Ä". ....... eine Öfen -K La te I %irn} Äd'auni chMer bei frbie*» Wte �0-[9( Oeln„ »nair,bec( Ä sieb»tr j 1(%S ll m > � En »i Ks Inf, '0�1 zjj hj 3q|( ' En "woh syn d 'otÄIeu, w Ie um '"tfll und /«Utii Sgl ha: %er K Ks pA" W Kt"-. A x�'An! Ä�erie „Niemand, kommen!" Niemand! Wer sollte zu 8<�l� �,1.1» IllglUlsU�l-U W»,.»7�, Ausruf lösten einander ab; so oft die KüchenuY' l( r fuhr Athalie auf und ließ dann den Kops w>eo� i/J starrte vor sich hin. Die einen violetten Schimmer, WiMfi eine gallige Olivenfarbe' ihteLfl verdu" Hände sinken und Wangen bekamen färbten sich blau, erne gaurge xmvenzaroc o�r schöne Antlitz, die starren Augen mit blauen � angeschwollenen Lippen, die schlangenartig zusamme"9.gi Augenbrauen, die auf der bleichen Stirn tiefe R» � zeugten, verwandelten diese ideale Schönheit"V schreckendes Zerrbild. Sie saß dort, wie ein 9 Engel, den der Himmel ausgestoßen. Es ging 1� l!«; fe/S x°nbe- Snte W an auch ZK? UeiSng S beSSr t.ill«, d- ist. h°t � parlaMMliM!» ächsten gedmk-n on für inlcrnoto«11* °l-«•! 1 des die H°» lieben.« M-' > ftiihrer � che« Artest� intcrn« t ihnen die -cht. U«dZZ dem ln««° Wohl w°r' daß die dcuif� ine b/l rx Verf»-«-� ihnen rw � irsZS ?i'NAZ zn»u fi-h�s iS aber«»" astatio�. Zllhre,da< ahme ud-r°°° ah'� d«- und ft irthsch-stl'KF ebieten.ffl eine stetig . Be' d-A .chlich zur/« czählt. V astl-che'',B-« mehr fest indlick-NW tcn Gr«« � 52,99 pE'j§- ftei3e,1/nÄfi< ZwangSufV bcthcst'st. igg) fM 33 823 5®' m« Gebaudts Ä �xtJa«i S-?- AS?-- ZS'Ä SS», »ra� üftilEr a f. der Uiehpreise hat nach der„Allgem. Z!M„Äenurg- besonders erhebliche Nachtheile für diejenigen 'tete o� der zur Folge, welche große Lieferungen für In- BfiMin Cn J,c* ru Submission übernommen haben. So hat l;-er"" rrn Lieferant in kurzer Zeit gegen 30 000 M. ver- �.andeeen Städten wird dem genannten Blatte Aehn- d'S der„m s~a?n. Oberschlesien ist nach der„Franks. Mg." di-a°. der Regierung zugelassenen Milderungen die Wir- «nt fi«, rt.???nCs®infuhtDetbotä eine sehr fühlbare. Nicht i,- 3 der Preise für Schweinefleisch um zirka Ürdip pI/ssMlreten, sondern auch alle Wurstwaaren, die �bnin-i-Ä-, �?an Ernährungsverhältnisse sehr wesentliche ttilidmi S dulden, haben eine bedeutende Preissteigerung in Preisdifferenz zwischen diesseits und jenseits d? Ä l 5"� kann nickt treffender illustrirt werden als i-statlache, daß die Bewohner von Schoppinitz bei Nfa 1,!;� �3, Pfund Schweinefleisch 65 Pfennige bezahlen fiit ein m? v"'hke russtschen Grenznachbarn in Sosnovice Pf-, also noch nicht die Hälfte bezahlen. *4«,.Umständen Versuche über Versuche gemacht st slkmü»- stcherlich oft mit Erfolg), russisches Schweinefleisch QÄ v h'�mter dem Rücken der vielgeplagten Zoll- lii Stej,�!? d'e Grenze zu schmuggeln, erklärt sich schon durch ülurf,.enz zwischen hüben und drüben. Grenzbezirken der sächsischen Oberlausitz ,7Jl! Ziagen über den Mangel an Schlachtwaare, ff.'den m doS�Veibot der Schweine Einfuhr herbeigeführt N doni!.. Zittau hatte man wenigstens nach Eröffnung " Schlachthofes, die in Kürze bevorsteht, auf eine � da R Verbots gehofft: nach dem Bescheid, der kürz- st�eil*? Stadtbehörde seitens des Reichskanzleramts ««ttjii,»sworden ist, hat man aber alle Hoffnungen auf eine . 8eirf«!2iUv�8unR aufgegeben. Sind' 13* August. Heute hat hier eine Konferenz �ttden x nr're�' vorliegenden Enqucteberichte über die Be- r. � fv dem niederrheinisch-westfälischcn Berg- kt gü, stchtflefunben. An derselben nahmen der Oberpräsi- p!,' � Regierungspräsidenten Fr Hr. v. Berlepsch und Ssbeamt«frl�aupimann Eitert und andere höhere Regie- H�wte Thcil. 9r f!''-*® wird geschrieben: Unter dem Vorsitz des be- Pstrmitenhäuptlings Liebermann v. Sonnenberg, der r '"• pxylvUClliluli 11 V» wv iv»iv»i vv vy/ vvv schon seit längerer Zeit in Leipzig wohnt, hat gestern eine Versammlung dcutschsozialer Vertrauensmänner �>Me» u stattgefunden, welche die Gründung eines anti- -k 2,!' � andesvereins für das Königreich Sachsen mit dem t Herren Als Vorfitzende des Vereins fungiren -kder°n. cv' jedermann und der Ingenieur Fritzsch. Von , l in N ��esse sind die Beschlüsse, welche die Versamm- 'ktchl-n�3?af die bevorstehenden Landtags- und Reichs- s7'tl>K>n?�aßl hat. Um nicht etwa den Freisinnigen und �ttdigun»� �" die HLnde zu arbeiten, �soll zunächst eine ter d'' ?�Parte�"VV Kandidaten zugebilligt werden. Sollten die p djx � npf"" vv*-w«iwuniiaj öu iuuuicu|ciu. h r�all.� ölJnt darauf sein, welche Stellung .st»>!n»..�fasen zu dieser Forderung der Ar �«iend���Psth überdies in Sachsen die Mehrzahl der stel>, Der -°chs gft..... 1 te lstSS auf 1 442 885 084 M. ld. h.+ 56 Millionen «0 mit den Kartellparteien angebahnt werden, jedoch die antisemitische Partei und ihr nach Maßgäbe Uni«, r a V1" oen Karieupaneicn ange B-dingung, daß auch d.e r1 StllvJ■«dige anerkannt wird UN fcst'flpari-; etnr'3c Kandidaten zugebilligt................. st dje cv"1« hierauf nicht eingehen, so würden dieselben allein rW npi verantwortlich zu machen sein. Man darf be- � HU' Wgk'" die sächsischen ntisemiten ein- ffraeliten sich zum Nationalliberalismus bekennt. * ffnanrielle Lage der Uemohner Sachse«» « dem unlängst erschienenen statistischen Jahrbuche stozeyen„Agende Zahlen. Die zur Einkommensteuer heran- i&! Saht,.f-mfunfte der Einwohner Sachsens bezifferten auf 1442 885«"''' A. daz Vorjahr und Sn�et ist buchten, d sich &.Z* St-dÄ t 'er en uw.Ä ; PreMZ/ n so K �- tJP "Ä + 207,2 Millionen M. gegen �■'st zu beachten, daß alle Hauptauellen des Em- <7' bas Nwd'ger geworden sind, und zwar betrug im Jahre (I � �'"kommen aus Grundbesitz 247,5 Millionen Mark R �' dasjenige aus Renten l07,8 Millionen Mark E'+ le �"S aus Gehalten und LöHnen'58Z,8 Millionen ..kttie.�9 vEt.), und endlich dasjenige aus Handel und ß,, �er,-3 Millionen M.{+ 3,22 pCt.). Die Gesammt- J"Wn;,* Einkommensteuer herangezogenen Personen(die -lAi ü'teuer 4n(�nffzfprt hpt pinem Einkommen ?ii" 30?»« beginnt in Sachsen bei einem Einkommen «7vCl. �0 betrug 1322 650, wovon nicht weniger als „u, ärmeren Klasse angehörten, deren Einkommen rn,«ist> vbersteigt. Weitere 25 pCt. bildeten die mittlere /Q:?............... t:« OOA� cm..V,X ja.�vern Einkommen von 801 s\k6'- «,«• Z»» zstwohner i M. bis 3300 M. und hatten ein Einkommen von 3301 M. und füglich des Sparkassenwcsens geht aus dem stati- >e hervor, daß bereits im Jahre 1886 auf je «•„ oi-fx/v". des Landes auch ein Sparkassenbuch entfiel. ll-�kernn.'stsguthaben betrug 1886 auf den Kopf der "stit,"0 berechnet 145,5 M. gegen 136,00 M. im Jahre sächsische« Krubenbezirken, 12. August. h'er, den sie erwartete, kam noch immer nicht. r'to,ioii ri�e Üärm der Versteigerung rückte näher. Die rw"®""n Zimmer zu Zimmer. In den Vorder- Win.? man angefangen, jetzt kam die den >..... � Reihe an die an deren Ende sich die Küche befand. (Fortsetzung folgt.) N und Leben. d-� � Kedräiung dr« Jupiter am 7. August ? üben �»Kreuzzlg.":„Endlich einmal hat ein gütiges Ge- - äuna i'nxm felteneii himmlischen Schauspiel gewaltet, die w"1 ativAt Q.. Jupiter durch den Mond wurde von vorzug- ifeii" Umständen begünstigt. Wie wir voraus- �''nur das Wetter klar, der Himmel vollkommen chffUli. am Süd- und Westhorizont lagerten schwere «.k» zrÄsf bloßem Auge bot das Phänomen einen inter- hk�eib. i. Von der linken(östlichen) Seite sah man Lff unb„ v® Jupiter langsam dem Rande des Mondes 4 h'llste u« kommen. Der Jupiter ist nächst der VenuS e ern ging$6 ? i/'« allen Planeten und hat einen beträchtlichen lind""ud eme bedeutende Lichtfülle. Aber indem er «d�len a« iff'n den Glanz des Mondes eintrat, verlor fein CH h", veuigfcit, immer kleiner und kleiner schien er zu rnk versn?"Ute man seinen Lauf leicht bis zum Mond- bor'", üuie!1' wo er nur noch als winziges Lichtpünktchen V einem Stent 5. bis 6. Größe. Es ist bekannt, kn's NA». von der dritten Größe an, in der Nahe des «vor'' in»» iss'wwen ausgelöscht werden. Beim Heraustreten »»-, �"ehin.n v'�lben Erscheinungen in umgekehrter Reihenfolge 5,'s kstin.„'�Der Mond schien an seinem rechten Rande ern V'st' an d Vickelchen zu haben, wie ein Tropfen hing der p-./cmselben, eine Bemerkung, die übrigens nur gute bp-wAin?eu konnten, während andere erst 4 bis 5 Minuten iu'ch et'.«" den Planeten in der Nähe des Trabanten £""b, ,,.xlen konnten. Schnell nahm er dann an Helligkeit te.. rweni abermals wenige Minuten verflossen waren, Ni�""st« Schönheit, ein Gigant unter den übrigen �ÄtenfW anders nahm sich' der Anblick im Fernrohr aus. ter ObjefT vSWcheü, mit einem Bamberg'schen Fernrohr von vier "eh""Na"uffung unter Anwendung einer 120fachen Ver- � bew im Verlauf zu beobachten. Zunächst erblickt man Vlaneleti seine Monde, und zwar war der eine sächsischen Berggesetz vom 16. Juni 1868 für die Bergleute noch obligatorilch sind. Man erwartet von den preußischen Bergleuten, die ebenfalls noch Arbeitsbücher zu führen haben, ein gleiches Vorgehen. A«» Mestpreuste«» 11. August. Eine seltsame Ver- fügung, die ein sonderbares Licht auf die hier geübte Praxis der Handels- und Gewcrbefreiheit wirft, hat auf Antrag des Magistrats in Graudenz der Bezirksausschuß in Marienwerder erlassen. Darnach wird bestimmt, daß nur den in der Stadt Graudenz wohnenden Verkäufern wollener, gestrickter. Putz- und Kurzwaaren, der Maaren der Bürstenmacher, Böttcher, Drechsler, Kammmacher, Kleiderhändler, Klempner, Korbmacher, Kürschner, Leinwandhändler, Naqelschmiede, Pantoffelmacher, Posamentirer, Scheerenschleifer, Schuhmacher, Seiler, Töpfer und Weber der Verkauf auf den Wochenmärkten der Stadt Graudenz gestattet werden darf und„auswärtige Verkäufer dieser Waaren zu den Wochenmärkten nicht zugelassen werden sollen". Diese'Bevorzugung einheimischer Geschäftsleute auf Kosten des kaufenden Publikums ist mit den noch in Kraft stehenden Bestimmungen der allgemeinen Marktordnung unoer- einbar. Frankreich. Ueber die Bous angerfrage liegen folgende Mit- theilungen vor: Paris, 13. August. Sitzung des Obersten Gerichts- Hofes. Der Präsident verlas ein Slbreiben des Senators Kerdrel, welcher im Namen der Mitglieder der Rechten erklärt, daß sie es ablehnen, an den Sitzungen des Obersten Gerichts- Hofes weiter theilzunehmen. Hierauf erfolgte eine längere Be- raihung über die Frage des Verfahrens und der Kompetenz. Schließlich wurde mit 201 gegen 7 Stimmen und 2 Stimm- enlhaltungen entschieden, daß der Gerichtshof für alle Anklage- punkte kompetent fei, und beschlossen, mit der Prüfung der- icnigen Thatsachen zu beginnen, welche die Anklage wegen KomplotS begründen, und darauf über die Anklagen wegen Attentats und Veruntreuung zu verhandeln. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde sodann in namentlicher Abstimmung mit 206 Stimmen gegen 6 Stimmenthaltungen Boulanger des Komplots für schuldig erkannt. Paris, 13. August. Sitzung des obersten Gerichtshofes. In namentlicher Abstimmung werden Dillon und Rochefort der Mithilfe am Komplot, und Boulanger sodann mit 193 tegen 10 Stimmen wegen Attentats anläßlich der bekannten sorgänge am Lyoner Bahnhofe für schuldig erklärt. Die Sitzung wird aus morgen vertagt. Die Presse beschäftigt sich selbstverständlich nur mit dem Boulangerprozcß. Wir lassen einige Urtheile hier folgen: Das„Journal des DebatS" findet das Requisitorium des Generalstaatsanwalts etwas zu lang für eine bloße Anklage- fchrift, aber von richtigen Proportionen, wenn es vor allem galt, einen Mann und eine Partei zu beleuchten, ein politisches Sittenbild zu entwerfen. Der General Boulanger und sein Anhang sind dadurch tödtlich getroffen und in die Unmöglich- keit versetzt, noch länger mit der Losung:„Krieg der Ver- derbniß!" zu prahlen: aber auch andere erhalten einen wuchtigen Schlag, von dem sie sich nimmer erholen würden, wenn der- gleichen in Frankreich eine Partei zu Bodeu werfen könnte. Diese anderen sind die Radikalen. „In der That konnte man der langathmigen Anklage nicht zuhören, ohne beständig zu sagen: Was man diesem Obersten, diesem Brigadegeneral, diesem DivisionS general, diesem Kriegs- minister vorwirft, das konnte unmöglich ein Geheimniß fein. Und wenn man es wußte, wie konnte man ihm da zusehen und ihn jedes Mal durch eine neue Beförderung oder durch eine neue Vermehmng der Popularität belohnen? Diese Anklage enthält eine(janze Beichte. Lange vor Herrn Ouesnay de Beaurepaire hatten wir gesagt, was wir von dem eigenthümlichen Minister dachten: aber warum, wir wiederholen die Frage, warum legte der schlaue Staatsmann, welcher dem General Boulanger das Portefenille des Krieges anvertraut hatte und heute der Erbe desselben ist, damals eine solche Vorliebe für dm Mann an den Tag, welcher heute von ihm und seinm jetzigen Mitarbeitern so heftig an- gegriffen wird? Warum weigerte er sich ein Jahr später, ein Kabinet zu bildm, in dem Boulanger kein Platz angewiesm wurde? Auf solche Frage antwortet Herr Ouesnay de Beaure- paire selbst. Boulanger, sagt er, ist ein sehr gefährliches Bei- spiel für unser Heer, weil er der politische General par excel- lence ist. Sehr richtig, und niemand wird das Geaentheil sagen. Aber wie hat ein General nur wegen seiner poliiischm Meinungen sich so hoch emporschwingen und so viel Unheil stiften können? Nur mit Hilfe von Männern war dies mög- sich, denen politische Meinungen alles sind oder, noch besser, welche ihre Freundschaften, die Förderung ihrer Kreaturen und ihrer Interessen über alles andere stellen. Als die äußerste Linke den General Boulanger wegen seines Radikalismus be- §ünstigte, war der politische General geschaffen. Man wußte, aß der Mann nicht makellos war, aber man hatte an ihm einen Frmnd, und einen Freund an der Spitze des Heeres zu sehen, mtschädigt für alles Uebrige. Darum scheint uns diese Anklage gegen einen Offizier, aus dem die Radikalen einen durch denselbm vedeckt, der eine stand im Femrohr links, zwei andere rechts vom Planeten. Der Jupiter erhob sich nur 15 Grad über den Horizont; trotzdem konnte man ihn scharf beobachtm, da die Lustverhältnisse sehr gute waren. Im Fern- rohr nähert sich der Jupiter von rechts, da dasselbe umkehrt. Bis zum Rande kann man die feinen Pünktchen, die Monde, verfolgen. Nachdem der zweite, wie schon der erste, plätzlich hinter dem Monde verschwunden, beginnen wir Sekunden zu zählen. Eintönig klingt es: 1,2,3...damit der Antritt des vor- deren Jupiterrandes an dm Mondrand scharf, auf Zehntelsekun- den zeilig fixirt werden kann. Jetzt ist der Jupiter, der im Fern» rohr nichts von seiner Größe in der Nähe des Mondes einbüßt, hinter den Mond getreten, dessen zackiger Rand, an dem zwei Gebirge deutlich hemorragen, sich scharf vom Planetm ab- hebt, der jetzt sichelförmig aussieht; immer schmaler wird die Sichel und nun wird der Antritt des zweiten Randes an den Mondranb festgestellt. Endlich verschwindet auch dieser und der linksstehende Mond. Während nun der Zeitpunkt des Eintritts trotz des nicht ebenen Mondrandes sich recht gut be- stimmm läßt, ist dies beim Austritt wmiger leicht. Beim Em- tritt schätzt man die Entfernung des Siems vom Monde, so- wie ben Weg, dm der Stem in einer Sekunde zurücklegt, und kann aus dem Verhältniß beider auf ein Zehntel einer Sekunde genau feststellm, wann der Antritt stattfand. Nicht so beim Austritt, hier muß aufgepaßt werdm, wann der erste Lichtblitz auftaucht am Mondesrand; indessen kommt dieser Augmblick so überraschmd, daß man, obgleich dieser Moment vorher be- rechnet ist, doch leicht Fehler in der genaueren Zeitbestimmung macht. Dasselbe gilt von dem Moment, wo der Stem austritt, wo also eine schmalschwarze Linie zwischen beidm Gestimen zu sehen ist. Ei, im wundemollm Anblick beim Austritt bot der Farbenunterschied: der Jupiter schim vollkommm grünlich, während der Mond blcndmb weiß sich ansah. Der Mondrand warf einen förmlichen Schatten auf die Jupiterscheibe, natürlich nur scheinbar, wie dies beim HelligkeitSkontrast beider leicht zu erklären ist. Die Bildung eines Tropfens beim Losreißen des Planeten vom Monde war nicht zu bemerkm. Welchen Nutzen habm nun die Sternbedeckungen für dm Astronomm, dem es selbstverständlich nicht nur darum zu thun ist, ein interessantes Schauffiel mit anzusehen? Für solche Orte, die mtweder keine Stemwarte besitzen, oder derm Obser- vatorium nicht telegraphisch mit irgmd einer Haupt-Stemwarte verbunden find, Finftemisse, Bedeckungen und Planetenvor- Übergänge ein Mittel an die Hand, die Längmdifferenz mit großer Genauigkeit zu bestimmen. Alle diese Phänomme KciegSminister machten, für sie selbst niederschmettemd. Die radikale Partei hat sich nach allem Geschehenen nicht als er. e regierungsfähige, sondern als eine zersetzende Partei erwiesm. DieS war von jeher unsere Ansicht und wir verkündm sie aufS neue." Der opportunistische Abgeordnete Emmanuel Arene fchil- dert im„Matin" die Verlegenheit der Smatorm der Rechten, welche Boulanger verurtheilen würden, wenn sie nur ihrem Ge» wissen folgen dürftm, und wahrscheinlich heute sich aus dem Staatsgerichtshofe unter dem Vorwande der Inkompetenz des- selben zurückziehen werdm, um nicht mit dem Gmeral auch ihre Frmnde, seine Bundesgenossm, ins Wasser werfm zu müssm. Sie könnm ihn nicht verurtheilen, und da sie ihn nicht freisprechen wollen, so nehmen sie Reißaus. Ein schmählicheres Brandmal hätte dem Angeklagten nicht aufgedrückt werdm können, als durch diese Weigening der erbitterten Feinde der Republik, sich zu erheben und ihn wmigstms zum Scheine zu vertheidigm. Die Rechte erhebt dm Kompetenzkonflikt: das rft der einzige Jnfektentod, den sie gcgm das Ungeziefer, mit dem Frankreich bedroht war, zu gebrauchen wagen. Das schönste Lob der Anklage, die beste Konklusion der ersten drei Tage des Staatsgerichtshofes liegt in den Wortm eines Smators der Rechten zu einem republikanifchm Kollegen:„Wir sind gezwungen, uns zurückzuziehm, aber Sie müssen recht darauf loshauen!" Fratl Edmond Adam(Juliette Lambert) giebt Allen, die sich bei ihr erkundigen— und sie sollen zahlreich sein— ob der Spion Foucault de Mondion wirklich, wie er andeutete, die Bilder von europäischm Höfen geschrieben habe, welche in ihrer„Nouvelle Revue" unter dem Namen eines Grafm Paul Vassili erschimen, die bestimmteste Versicherung, er wärel ganz und gar unschuldig. Die verschiedenen Auskünfte würdm ihr, so erfährt man, durch hochgestellte Persönlichkeiten, derm Namen sie allein kennt und deren Manuskripte sie verbrannte, geliefert und die Redaktionsarbeit besorgte Frau Adam selbst, so daß sie eigentlich die Hauptköchin bei diesen wildm Gerichtm ge- wesm wäre. Der„Gaulois", der sich dieser Tage zum Ritter des verfolgten„Diplomaten", de Mondion, aufgeworfm hatte, fügt hinzu:„Das hindert aber nicht, daß Herr de Mondion verschiedene höchst bemerkenswerthe Arbeiten in der„Nouvelle Revue" und anderswo veröffentlicht hat." Der„Jntransigeant" veröffentlicht einm Brief ohne Datum, in welchem ein Oberst Chevroton, dem Gmeral Bau- langer auf sein Verlangen das Zeugniß ausstellt, derselbe wäre am 14. Juli 1887 in Chermont-Ferrand gewesm und hätte un- päßlich, wie er sich bei der Truppenschau meldm ließ, das Zimmer gehütet. Der Militärarzt Papillon, von welchem Bou- langer ein ähnliches Zmgniß verlangt, ist gegenwärtig in Mar- feille und hat auf einen Brief ChevrotonS noch nicht geant- wortet. Der„TempS" bemerkt hierzu:„Auf derlei Zeugmaus» sagen hat der GmeralstaatSanwalt schon im Voraus geantwor- tet, daß der Staatsgerichtshof im Laufe seiner Berathung die Erklärungen von zwei weiteren Zeugen und ein Dokument fin- den werde, aus dem hervorgeht, daß vier oder fünf Personen bereit sind, unter Eid die Anwesenheit des Herm Boulanger in Paris zu versichem. Zu einer Gewißheit käme man nur, wenn man die Zmgen einander gegenüber stellm würde; dazu muß- ten aber die Debatten kontraviktorisch sein und das hängt aus- schließlich von dm Angeklagten ab. Türkei- Die Zirkular- Note, mit welcher die türkische Regierung auf die griechische Note in Betreff der Insel Kreta antwortete, wurde durch den Wiener Botschafter Saadullah Pascha dein Grafm Kalnoky mitgetheilt. Das Zirkular beginnt mit einem Resume der griechffchm Note, mtwickelt dann die Geschickte der Agitation auf der Insel und deutet die von der türkischen Regierung zur Beruhigung der Agitation ergriffmen Maßregeln an. Im weiteren Verlaufe kommt die Note auch auf die AuSschreitungm zu sprechen, welche der muselmanischm Bevölkerung vorgeworfen werdm. Der türkische Minister schreibt wörtlich: Unter dm wmigen Thatsachm, welche ich weiter unten aufzählen zu müssm glaube, werden die hcrvorlretmdsten genügen. Jene, welche die sozusagm permanente Sachlage kmnm, in Stand zu setzen, dm Grad der Wichtigkeit zu beurtheilm, welche man den gegenwärtigen Unruhen beizumessm hat, und sie über die Ursache und dm Beweggrund aufzuklären, welche diese Gährung hervorgerufen haben. Die christ- lichen Banden habm sich auf sechs ottomanische Soldaten, welche außerhalb der Stadt Kanea Wasser Holm gingm, ge- stürzt, fünf von ihnm getödtet und den sechsten verwundet. Einige Individuen, welche denselben Banden angehören, habm blutige Schlägereien mit dm Bauem deS Dorfes Kalos herbeigeführt. Fünfzig dieser selben Banditen haben mit bewaffneter Hand einen Einbruch verübt und dm Inhalt der Bezirkskasse von Kidonia geraubt und diesm Ort selbst ausgeplündert. An- dcre sind in die Wohnungen und in die Felder der mufel- manischen Bevölkerung gewisser Ortschaften des ArrondissemmtS von Molipotamo sofort, nachdem dieselbe sich geflüchtet hatte, finden zu derselben absoluten Zeit statt für alle Orte, an dmen sie überhaupt sichtbar sind. Für eine Hauptsternwarte find sie nach der mittleren Ortszeit mit größter Schärfe berechnet, und wenn man nun an anderen Orten diese Zeit des Phä- nomms durch Beobachtung von Eintritt und Austritt genau festlegt, so giebt der Unterschied beider Zeitm ohne weiteres die Längendifferenz gegen die Hanptstemwarte. Für die letzte Be- deckung ist beispielsweise für den Eintritt berechnet für Berlin 8 Uhr 12,5 Min. mittlere Berliner Zeit, in HelsinaforS würde beobachtet fein 7 Uhr 26 25 Min, also liegt HelsingforS um 46,25 Min. westlich von Berlin. Die Kais»« der Kergbesteigunge« hat wieder eine Reihe von Abstürzm im Gefolge. So wird aus Graz ge- meldet: Der etwa 60jährige Rentier C. Jellinghaus aus Halle war am 6. ds. Mts. mit den Hallstätter Führern Zauner und Wimmer auf dem Dachstein. Beim Abstieg in den unteren Schwadring, wo am schmalen Steig ein Drathseil angebracht ist, wendete sich der vorangehende Führer Wimmer zu Jelling- Haus mit den Wortm, er möge hier behutsam gehm. In dem Augenblicke stürzte Jellinghaus schon auf Wimmer, welcher sich noch stemmm wollte, hinunter und riß denselben dreißig Meter tief mit„sich. Der zweite Führer stieg so- gleich nach, fand aber Jellinghaus schon todt und seinm Kollegen leicht verletzt. Der Führer versichert, keinen Laut oder einen Hilferuf gehört zu haben. Er eilte zur Austriahütte um Hilfe. Inzwischen kam der Ramsaner Fuhrer Schrempf mit einem Touristen. Schrempf führte den Herrn in die Austria- bütte und eilte zur Schildlechen und holte Träger, während der Führer Zauner seinem Kollegen einen Labetrunk brachte. Die Leiche des Jellinghaus wurde zur Austriahütte und von dort nach Ramsan getragen.— Aus Oberstorf in den bairischm Alpen wird dem„B. T." gemeldet: Die Gattin des Bezirks- amtmanns in Sonthofen und die Tochter des Forstmeisters in Rcgensburg sind dieser Tage bei einer Bergpartie durch Herabstürzen verunglückt. Die Leichen sind aufgefunden. Inn» Studium der Lepra-Kranlchrtt(Aussatz) ist Dr. Lutz, vonnalS Assistenzarzt in der Klinik von Dr. Unna in Hamburg, seitens der Regierung von Hawaii berufen wordnr. Seine Hauptaufgabe wird, wie der„Hamb. Korrefp." meldet, darin bestehen, die neuen von Dr. Unna angebahnten Behand- lungsarten in Hawaii anzuwmden und, wmn diese sich auch an jenem eigmtlichen Herd der schrecklichen Krankheit bewährm, dort einzuführm. Dr. Lutz hat sich bereits feit mehrerm Jahrm im Innern von Brasilien mit eingehendm Studien tropischer Krankheiten beschäftigt. eingedrungen. Es kamen dann der Angriff auf das Fort In- daja. welcher von denselben Banden ausgeführt, aber zurück- gewiesen wurde, der Mord von zwei muselmanischen Landleuten, weicher während des Angriffes erfolgte, der auf einige ftied- liche mufelmanifche Dörfer bei ErnimoS unternommen wurde, «nd endlich die Niederbrennung des Dorfes Galata. Diese bündige Auszählung wird ohne Zweifel die Thatsachen auf ihren «irklichen Werth zurückführen und beweisen, daß eS sich hier durchaus nicht um Grausamkeiten und Maffacres handelt, welche die muselmanische Bevölkerung begangen haben soll. Ebenso falsch ist es, daß eine Vertheilung von Waffen und Munition von Seite der Militärbehörde an dm Muselmanen stattgefunden hat." Das Zirkular thcilt dann mit, daß Schakir Pascha, ehemals Botschafter in Petersburg, als Oberkomman- dant der kaiserlichen Truppen und als interimistischer General- gouverneur nach Kreta geschickt worden ist. Schakir Pascha wird den Belagerungszustand über die Insel verhängen, ent- fprcchmd dem Gesetze Kriegsgerichte aufstellm, deren Mitglieder zum größten Theile aus Konstantinopel geschickt wurden, und eine in gemäßigten, aber entschiedenen Ausdrücken verfaßte Proklamation erlassen, in welcher die rebellischen Banden auf- gefordert werden, die Waffen niederzulegen. Die kaiserlichen Truppm werden ihrerseits berufen sein, ihre Pflicht zu erfüllm. DaS Zirkular schließt, indem es das Vertrauen ausdrückt, daß dank dm energischen Maßregeln die Sicherheit und die Ordnung auf Kreta recht bald wiederhergestellt sein werden. Vcrrrtisikzkes. Modern« Henkersknechte an der Arbeit. Aus Sidney, 23. Junr, wird der„Franks. Ztg." geschrieben:„Am 12. April wurde in Sidney em deutscher Juwelier, Ludwig Dom, in seinm Laden besinnungslos aufgefunden. Wie die Untersuchung ergab, waren in der zweiten Nachmittagsstunde zwei Männer in dm Laden getretm, hatten sich von dem Be- sitzer, einem schon bejahrtm Manne, mehrere Ringe zeigen lassen, waren dann aber plätzlich über diesen her- gefallen, hatten ihn gewürgt, zu Boden geschlagm und warm unter Mitnahme mehrerer Geamstände verschwunden. Es gelang der Polizei, den einen der beidm Misset Haler, einen gewissen Williams, festzunehmen, der, vor das Geschworenen- gericht gestellt, schuldig befunden und am 31. Mai zu vierzehn Jahren Zuchthaus, sowie zu fünfundzwanzig Peitschenhiebm ver- urtheilt wurde. Diese letztere Strafe wurde am 17. Juli voll- streckt. Fünf Minuten vor oer festgesetzten Zeit wurdeWilliamS aus seiner Zelle im Darlinghurstgesängnisse nach einem abseits ge- lcgmm Hofe geführt, wo neben dem Gefängnißdirektor und dem Aerzte ein halbes Dutzend Aufseher seinerwarteten. Auch Vertreter der Presse waren zugelassen worden. An der Hof- mauer lehnte ein eisernes, nahezu quadratisches Ge- stell, deffen untere Endm in dm Boden festgcrammt waren. Davor lag ein kleiner grüner Teppich. Williams wurde nunmehr einem handfesten Aufseher übergeben, der ihm Jacke und Hemd herunterzog, eine Prozedur, die sich der Verurtheilte, ei» sehr strammer Bursche von etwa 25 Jahren, auch ohne Widerstand gefallen ließ. Dann führten ihn die Warter vor dm Eismrahmen, hießen ihn die Arme hochheben, seine Beine sprcizm und schnallten ihn mittelst starker Lederriemm an den Hand- und Fußgelmkm an das Gestell fest, so daß er nicht die leiseste Bewegung machm konnte. Der Wärter zog sich Rock und Weste aus und holte die„neun- schwänzige Katze" hervor. Unwillkürlich machtm die Zuschauer eine Bewegung, die dem seiner Strafe harrmdm Misse- Ihäter nicht mtgangen zu sein schim, denn er fing merklich an zu zittern und seine Gesichtszüge zeigten eine fahle�Blässe. Der Wärter glättete inzwischm mit einer gewissm Behaglichkeit die gefährlichen neun„Schwänze" der„Katze", trat dann zurück und stellte sich wenige Schritte nach links hinter dem Gefangenen auf, des Zeichens gewärtig. Nunmehr trat der Gefängniß- direktor vor.„Die Strafe besteht in fünfundzwanzig Peitschen- hieben," worauf eine mtspicchende Handbewegung folgte. Der Wärter hob die Katze mit der Rechtm, deren geknotete Lederriemm er plötzlich durch die Finger der Linkm gleiten ließ, gab ihr einen blitzschnellen Schwung und ließ sie pfeifend aus den nacktm Rücken des Verbrechers niedcrsausm. Die furchtbare Wucht des Hiebes zeigte sich sofort in einem breiten rothen Streifen, der von der rechtm Schulter nach der linkm Hüfte lief.„Eins", schallte die Stimme des kontrolirenden Beamten, und abermals fauste die„Katze" nieder auf den Rücken des Gefangenen, der an allen Gliedern zitterte und hörbar schwer zu athmcn begann, sonst ober keinen Laut vernehmen ließ. „Zwei",„drei",„vier" und so fort bis zum achtm Hiebe, bei welchem Williams einen gellmdm Schmerzensschrei nicht unterdrücken konnte, den er bis zum zwölften Hiebe, wenn auch merkich schwächer, wiederholte. Von da an schien er wie betäuet zu sein und röchelte nur noch leise, während der anfänglich einzige rothe Streifm sich mittlerweile auf seinem Rücken in einen breiten, dunkelroth gefärbtm Fleck verwandelt hatte. Blut floß indessen nicht, was nicht oft vorkommt. Der Aufseher waltete seines Amtes mit der Regelmäßigkeit einer Maschine, kein Laut war in dem kleinm Hofe zu vernehmen als das leise Seufzen des Verbrechers und das Pfeifen der Peitsche, unterbrochen von der strengen Stimme des die Hiebe zählenden Beamtm. Als der letzte Hieb gefallen war, waren noch nicht volle fiebm Minuten vergan- gen, seitdem Williams in den Hof geführt worden war: den Zusckrnuern hatte es eine Ewigkeit gedünkt. Ebenso schnell, wie der Verurtheilte, dessen Rücken jetzt aussah, als ob sich eine breite, rothe Schürze von der rechten Schulter nach der linken Hüfte hinziehe, an den Rahmen festgebunden worden war, wurde er auch wieder abgeschnallt. Festm Schrittes ging er an den wenigm Zuschauern vorüber, wahrend der Wärter ihm im Gehen die Gefangencnjacke überwarf. hinfällig wird, ist nach dortigem Recht, das in den nen Kantonen verschieden, uns auch nicht näher bewiw beurtbeilen..... in M. Es kommt darauf an, ob das Madchen nach dem 15. Mai in das Krankenhaus gekommen■ � dies erst nach dem 15. Mai geschehen, und kann da». � ttftrfmipistm. hnfe htt» hitrrfl hprt Dienst LlUM, m., nachweisen, daß die Krankheit durch den Dienst so mnß die Herrschaft bis zum 1. Oktober pflegungskoften tragen; andernfalls nur bis zum die Kur- und� pflegungskoften tragen; andernfalls nur vis Jedenfalls kann das Mädchen das ihr von der � botene annehmen, ohne dadurch weitergehende Rem„ geben. Es darf aber natürlich keine Quittung auSs welcher ein Verzicht auf Rentenansprüche enthalten � ?. Der Wirth kann Sie nicht hindern, KrankheitS halber zu verkaufen, wenn er nicht gegen o des neuen GcschäftS-JnhaberS gegründete Einwendung kann. Für die Kontraktsdauer sind Sie aber siu 3°?, Miethe mitverpflichtet. Der Käufer tritt als Afterm.> Wenn der Wirth vie Weitervermiethung nicht gestatte, L er gegründete Bedenken gegen den Afternriether mm � machen kann, so werden Sie vom Miethskontrakt em,.(■ 2 Mettende M. U. 1. Alimente' brauchen eheliches Kind nicht gezahlt zu werden, wenn die nn_ � geschlechtlich bescholtene Person ist, insbesondere lud � j. Vviefkrrrste». Bei Anfragen Wttrn wir die AbonnementS-Ouittung beijufügen. Briefliche Antwort wird nicht erthcilt, U. I. I. T. Der am 1. Oktober 1890 erfolgende Ablauf des deutsch-schwcizeri chen Vertrages wird, selbst wenn der Vertrag nicht erneuert werden sollte, keineswegs zur Folge haben, daß dann alle Deutschen aus der Schweiz ausgewiesen werden. Ob im Falle einer Ausweisung der Miethskontrakt des Ausgewiesenen iM* öder Geschenke hingegeben hat. 2. Daß die Mutter Anerbieten des unehelichen Vaters, sie zu heiratheu, � geht, schließt die Alimentationspflicht des Letzteren uw ®, Kritzerstr. Wenn Sie bisher postnumerando�, gezahlt haben, der Wirth aber verlangt, daß Sie dem schriftlichen Miethskontrakte von jetzt ab MN zahlen, so müssen Sie diesem Verlangen nachkommen/ falls Sie sich der Gefahr der Ermifsion aussetzen.« O. S. 33. Ein Pfandleiher muß die verfallenen der öffentlich versteigern lassen, kann aber hierbei>Nl> Lj, so das Pfand selbst kaufen. An Zinsen darf er bei bis zu 30 M. nur 2 Pf., bei größeren Darlehm nur Mark und Monat berechnen. Jf. t. Sie müssen das Geld dem Meister das Haus senden. 2. Das ist uns nur so erklarliai. die Anfrage irrthümlich an den„Lokal- Anzeiger f. L. Ein Dienstmädchen, das sich verhmoif)� � kann der Herrschaft jederzeit zum Ablaufe deS Qua digen. Eine bestimmte Frist ist nicht vorgeschrieben- F. 44. Wenn Sie als Zeuge gefiagt werden, � ß schon vorbestraft sind, so müssen Sie diese Frage wi ü Sie schon eine Strafe wegen Beamtenbeleidigung JtP Gewöhnlich werden aber in Zivilgerichten die Zeugen" Vorstrafen befragt., j G. U.» Mariannenstralse. Wenn derjenige �, der den Miethskontrakt abgeschlossen hat, während der M zeit stirbt, so können die Erben in demselben Ouartai�» nung mit einer sechsmonatlichm Frist nach Oua kündigen. Zwei Mettende. Die Forderung für zum gebrauch entnommene Mehl- und Varkostwaaren" 2 Jahren, vom 31. Dezember des Jahres der En�gd Die Verjährung wird durch Anerkennlniß der SG Leistung einer Theilzahlung unterbrochen. vecM'J Theater. Donnerstag, den 15. August. Th rater. Don Juan. Utttt-ria-Skenter. Stanley in Afrika. Ad«t»fa«rnst-Thrater. Die junge Garde. OeSeaöttmee-Tkenter. Die goldene Mittel- straße. Feie» eich- MUHelmstAdttsche««heatee. Giroflä-Girofla. Gste�d-Theetter. Wild-Aftika. M 1 9 M.— 10 A. Kaisep-Panopama. In dieser Woche: N««! Zweite Wanderung d. Nartser WeltausKrUttna. Zum ersten Male: M-tttner Jubelfest,«g tu Dresden. Im Ausstellungspark: Atpenlandschast. «ine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Adonn. 8 Reffen 1 M. teppdecken- Fabrik, Granienstr. 158, Emil Lefivpe. Große Auswahl Steppdecken in Seide, Wolle und Satin von 4 bis 30 Mark. Einzelne«enig beschädigte Steppdecke«& 3 Mk. �u beziehen durch die Erpedition: Zimmer str. 44. pdel. eigen. Fabrik. d. Poisterw m Gr. Lager, bill. 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Mrttttlajt dl der Pmiii Kchiedc». büoMt ü1 lemals ist dem Schreiber dieser Zeilen die Trost. •ot iw �tbeiterlage so packend vor Augen getreten, alt j. w ��gen, da er in einer kleinen ichlesilchen Stadt A ternw'a gestattet- K zer niffl»;—'H_— uutT vir-vcryaunriic, uniri &t»fl"tÄÄwfJ""* die.?!uu J den bedeutendsten Gewerken dieser Stal packend vor Augen getreten, - in vu rr in einer kleinen schlestschen S.�. Irtfii,;>, �8— über die Verhältnisse, unter denen dort die LWHer der«-------------a. geben stiften, pränil� «tu -re sich k Mutter«' rathen, um, eren iw' amerando- Sie cnllr b I mmen Ken. lersaßtnj® '-i"«' frl er be> H en nur l t'l sterk-siA .'l°r K p] izeige- � oder 4 Werkstätten ar- Mark, sie Herbst 16 L Qu« rieben. werden rage -d? � k" bedeutendsten Gewerken dieser Stadt gehören vor- ��.?te Tabakarbeiter und die Schuhmacher. Erstere sind seitew dmasiig gut fituirten unter den Goldberger Ar. ste verdienen bei I lstündiger Arbeitszeit einen ».�mttslohn von IV M. pro Woche. Von den Schuh- �lini.t � nur einigen wenigen annähernd so gut,— totn,' rn den bestbezahlenden 3 oder 4 Werkst" tafli.' k r"'e verdienen gleichfalls durchschnittlich 10 to is J r. nbtr für gewöhnlich 14 Stunden, im �?'unden täglich arbeiten. Vtt|,,lt sitohe Mehrzahl der Goldberger Schuhmachergesellen ife« L.• weniger,— nämlich bei ganz unmenschlich hoher r.T' tmen wöchentlichen Durchschnittslohn von nur 6 M. KftHen �achtliche Anzahl der Goldberger Schuhmacher- ?U,""'dtent jedoch noch weniger, ohne eine Stunde in der to iBtB?e?tacr du arbeiten, und das sind 5 M. in der Woche, tat. i-1 k 5 6 wal 14 Stunden, das find 84 Arbeitsstunden lS Ski", der sogenannten»guten" Zeit 6 mal 16 und Vi«, t. und dazu 6 Stunden sonntäglicher Arbeit also im "»k,,,0.!' ll4 Arbeitsstunden zählt und alles in allem an > überhaupt 168 aufweist. ?« wnsten find nun verheirathet, und von '/"'.m,1' istw /""tatheten unter ihnen geht es noch schlimmer, vor , Än totatb!»�. 5?.'bre Arbeitgeber noch mehr als an den Unoer. m toiil-k'„ �Sie arbeiten nämlich in ihrer eigenen Wohnung, Zeugen lil" fu s" M Winter neben den verhältnißmäsiig hohen Aus- *«!!» Ri r Familie, Licht und Beheizung bezahlen, ja, sie -.11 Hl I Hu) Jpftftr Va* f ,> � ss«l ;«S> «ii�I r zu« 1 wen««!' er >er S-h� gs � 11 lob. .rstan' tah'«.x*, l??01 auch das Werkzeug, sowie Nägel, Hanfgam , F.?)twft kaufen. 3 nii/d'w ein verheiratheter Schuhmachergeselle in Gold- nur mit seiner Familie hungern, sondern sogar ver- sich_ würde, wenn er nicht irgend welche Nebeneinnahmen äffen vermöchte, braucht gewiß nicht de§ Näheren SU werden. «jrt. der Mehrzahl der ____„____ dortigen Zigarren tau troriS�, wenn diese allein den Unterhalt für ihre Fami g�tnm— sie haben dann ein Einkommen zwischen 500 Wnchu.wtl�er Weise vermag sich nun die Familie, die �kB, Itch 5 jiöpfe zählt, von diesem Einkommen zu er- {?** I-.....-e Reihe von Ausgaben rnährung nichts zu thun tauen greifen ihnen mitarbeitend wacker unter die t aehen in die Zigarrenfabrik oder in die Hulfabrik, . Tag für Tag 11 Stunden und verdienen sich des durch spjche harte Arbeit 3 M., 3,50 M., 4 M. oder Klblt!/ ihrer Frauen geht es also slllllllw l ttahoi, Schuhmacher so wie es den t Hersi'l ünstraßt■ kussion- 1 V« .""�s l. Zunächst wollen eine gan toV"tuten sein, welche mit der ?toh|jMK zuvörderst die Wohnung, welche für eine in ihren � sstz,? üüch noch so bescheidene Familie ungefähr 50 M. >. E- i�nsprucht. - b isi� on also, wenn wir den JahreSverdienst von Mann "Ob Jjp zusammen auf 550 M. voranschlagen, noch übrig gehen des Weiteren ab: 6ür Steuern jährlich....... 5 M. » Kleidung Mann, Frau und Kinder) • Schürzen, Wäsche tc. einschl. Waschen • Kopf- und Fußbekleidung.... " Hausgeräth......... • Handwerkszeug, Nägel u. s. w... Zf. Taschengeld......... n KrankheitSauSgaben u. bergt.... (fc, JnSgelamml 225 M. tohW*"® bitft Summe abgezogen von obigen 500 M., so ta Ikk, �trhöchsteus für die Ernährung der ganzen Familie -- Äi- übrig L75 M.. d. s. auf den Tag rund 75 Pf. stüstzlr.«taucht nun die in ihren Bedürfnissen allennaßigste n r0fr ��uhmachergesellen-Familie zur tag- � tuil �üh stück besteht aus Kaffee und Brot; wenn sie eS to«triiii so sparsam einrichtet, muß sie doch mit Brenn- �" Pf. darauf verwenden. Zum zweiten Frühstück 5 65 33 43 15 8 26 20 muzettsammler in den Tropen. Bon Oskar A. Droege. svef ov. K�öiat zi. ton(.„r6 ü�thtjahl unserer werthen Leser wird schon Gelegen- Wy �"ben, die kolossalen Quantitäten von Orchideen, tattot.' Knollen, sowie andere Warm- und Kalthaus- v?""zustaunen, welche fast täglich in London auktions- tot».�üft werden. Die meisten dieser Naturschätze wer- Spital% �iglischen Unternehmungsgeist und englisches "bvn �lümmelt, versandt und dem Handel übergeben; lÜ�iter."verkannt der beste Markt dafür und erst in toll, mj,"w kommt Gent und New-Dork. Deutschland er- "l � Ausnahme von Cacteen und Agaven, für welche tolh k«."' Ländern wenig Begehr ist, fast AlleS aus zweiter . Dio« �n"b>. tot$5 rf �asis für diese großartigen Zmportationen ist natürlich ? alz t! jeder gutsituirte Privatmann in England sieht tobeg ltverständlich an, bei seiner Villa ein Glashaus zu Äe Z'j.�ll sein Nachbar auch eins hat und nachdem er -"wil zugebracht, ein Odontoglossiim von einer ">> tz. b" unterscheiden, wird er ersucht, bei einem Freunde "tot t�'Pwt zu besehen, welches zwei braune Punkte mehr Lippx heller nuancirt hat. Er darf stundenlang thun. »l?en- als bewundern und staunend mit dem Kopfe ?Vk'" 9erl sich und bestellt in London für einige tausend utUrp � Orchideen— theilweise um sich darüber zu n tor)'pr'Uln großen Theil aber, um selbst se,ne Bekannten xtot st?' �Sein ZntereFe steigert sich und bald darauf er- hochgradiges l�rchideenfieber. Der Liebhaber ist ia"> sch-i Pflanzenschätze, der Händler in London ver- » to�A"kü Geld und die Preffe von ganz„Old England kt�üde k"">8, daß daS kontinentale Pflanzengeschäft im b'tick,�..vur v,el Geschrei und wenig Wolle ist, während U'tit hinten in Brasilien oder Java sich ein Donnerstag, de« IS. August 1889. «. Jahrg. wird wieder Brot und, wenn eS hoch kommt, etwas Butter oder Weißkäse genossen,— daS kostet nicht unter 10 Pf. Zu Mittag giebt eS Kartoffeln und immer wieder Kartoffeln— Fleisch höchstens in der Woche einmal, zumeist tritt, wenn über- Haupt etwas, der Hering dafür ein. Auf diese Weise kann das Mittagessen an den Nichtfleischtagen auch mit 25 Pf. bestritten werden. Bei der Vesper gehts wie beim zweiten Frühstück und bei dem Abendessen ähnlich wie beim Mittagbrot, jenes kostet 10, dieses allerwenigstenS 25 Pf. Auf diese Weise stellt sich die allerbilligste Ernährung jeden Tages auf das winzige Kostensümmchen von einer Mark. Statt dieser einen Mark, welche die Goldberger Schuh- macherfamilie unbedingt braucht, um Mann, Frau und Kinder vor der Pein des Hungers zu schützen, hat sie günstigen Falls aber nur zur Verfügung 75 Pf. Was thun nun vie bedauemSwerthen Menschen, um diesen grausamen Unterschied zwischen ihren unabweisbarsten Bedürfnissen und ihrem Einkommen auszugleichen? Sehr einfach: Diejenigen, welche zärtliche Mütter und brave Väter sind, hungern für oder mit ihren Kindern; die- jenigen, die es nicht find, lassen ihre Kinder allein hungem oder schicken sie auf den Bettel. Die hohe Kindersterblichkeit, die bassen Wangen der Väter und Mütter, die Lungenschwindsucht, welche besonders der Frauen sicheres Laos,— sie schreien zum Himmel und sie reden zu den Menschen eine leider noch viel zu wenig verstandene oder beachtete Sprache! Stehen nun die Goldberger Schuhmacher allein in dem Sumpfe solchen Elends, in dem sie lange vor der Zeit eines naturgemäßen und kulturwürdigen Lebensendes zu Grunde gehen müssen?.-. �. Man stage nur in den kleinen Städten und auf dem Lande in unserer Provinz, die wegen ihrer Schönheit und ihres Reich- thums einst als die Perle in der Krone des österreichischen KaiserstaateS galt und jetzt noch ebenso schön und ebenso reich ist, nur daß ihre Schönheit und ihr Reichthum sehr wenigen Glücklichen zu Gute kommt. In Schlesien steht eS überhaupt im allgemeinen nicht besser mit den Arbeitern,— das behaupten wir heute und das wer- den wir im Laufe der Zeit mit Hilfe der schlesischen Arbeiter beweisen. Von einzelnen Theiten dieser Arbeiter ist daS übrigens schon allen Kundigen bekannt,— wer kennt wenigstens so oberflächlich, die Lage der Weber des Eulen- und Riesenge birgeS nicht,— wer ahnt nicht zum mindesten, wie eS dem Bergarbeiter in Oberschlesien und dem ländlichen Tagelöhner in allen Theilen Schlesiens geht, wer hat nicht von der trau- rigen Lage einzelner Industriezweige, so der Nagelschmiede, der Zundholzschachtelarbeiter u. s. w. etwas läuten hören. Wer oder was ist nun schuld an solchen für uns Kultur menschen an der Schwelle des 20. Jahrhunderts christlicher Zeitrechnung so überaus beschämenden Zuständen? Die Arbeiter selbst? die Arbeitgeber? das herrschende Wirth- schaftssystem? Nun die Arbeiter sind nicht von aller Schuld freizu sprechen! Benützen sie denn so, wie sie es könnten, und wie sie eS schließlich müssen, wenn sie bei der fortschreitenden Maschinen- Produktion nicht schließlich schaarenweise mit Weib und Kind zu Grunde gehen wollen, ihre beste Waffe— die siegreichste, die es giebt,— die Vereinigung der Massen? Nein— sie thun es bei weitem nicht in genügendem Maße. Die Goldberger Schuhmacher hätten z. B. gewiß die allerdringendste Ursache, Mann für Mann dem Unterstützungs verein deutscher Schuhmacher, der seinen Sitz in Nürnberg bat, anzugehören,— statt dessen stehen genau 7 Mann in den Reihen dieser trefflichen Organisation. Ein Wenig von ihrem Elend haben also in der That in diesem, wie in allen übrigen Fällen die Arbeiter ihrer eigenen Gleichgiltigkeit zuzuschreiben, ihrem Mangel am Gefühle der Zusammengehöngkeit und an dem guten Willen, selbst Hand anzulegen zur Besserung ihrer Verhältnisse. Und ein Theil der Schuld trifft auch ihre Arbeitgeber,— wenn diese auch in Goldberg zum Beispiel keine Groß- kapitalisten sind und selbst es über eine bescheidene Existenz auch dann nicht hinausbrinaen, wenn sie Grundstücksbesitzer werden und sich etliche tausend Thaler auf die Seite legen können. Die Goldberger Schuhmachermeister, von denen der größte etwa 3 Gesellen und 3 Lehrlinge beschäftigt, machen einander nach Kräften Konkurrenz und drücken dabei die Preise auf emen viel zu niedrigen Stand, � sie schaden damit dem eigenen Gewerbe auf das Empfindlichste. Außerdem aber und zum Theil deswegen zahlt der größere Theil der Goldberger Schuhmachermeister den Gesellen einen möglichst geringen Lohn Deutscher die Beinkleider zerreißt und monatelang kein Bier trinkt, um die glänzenden englischen Erfolge zu Stande zu bringen. Die größere Mehrzahl der Reisenden, welche von Londoner Häusern zum Sammeln in die Welt geschickt wer- den und deren Ruhm begründen, sind Leute, welche in Deutschland oder Böhmen das Licht dieser Welt erblickt haben. An tüchtigen, abenteuerlustigen und dabei kenntniß- reichen Leuten, welche gerne in die Wälder gingen, fehlt es in England'gewiß mcht, aber die fast stets auf unsere Landsleute fallende Wahl ist doch ohne Zweifel ein Be- weis dafür, daß sie der Aufgabe besser als andere ge- wachsen sind. Die Prosperität Englands hat natürlich viel dazu beigetragen, den Luxus m exotischen Pflanzen hier all- gemein zu machen, aber man sollte doch meinen, daß nach Jen großen Veränderungen und Fortschritten der letzten zwanzig Zahre wir nicht hinter England zurückzustehen brauchten. Das Sammeln von Pflanzen und deren massenhafter Import hat sich natürlich erst mit der Zeit entwickelt. Die ersten Anfänge dazu gingen von wohlhabenden Privat- leuten, Verwaltungen der botanischen Gärten und anderen ■ssenschaftlichen Instituten aus, welche Reisende ausrüsteten, id sich in die Kosten der Ausbeute theilten. Diese Ex- peditionen bereiteten den Weg vor, Pflanzensammeln einfach als kaufmännisches Unternehmen zu betrachten, und zwar bedeutend sicherer und mit tveniger Risiko verbunden, als Walfischfang, Perlenfischerei oder Kupferbergwerke. Auf der einen Seite wußte der Importeur nach den vorausgegangenen Erfahrungen ziemlich genau, wie hoch sich die Orchideen, Palmen, Baumfarn, CycaS u. s. w., mit sämmtlichen Kosten !>iS nach London geliefert, im Preise stellen würden,— auf der anderen kannte er vie Preise, welche daS Publikum ge- willt war zu bezahlen, so daß er seinem Sammler nur vie gewünschte Stückzahl, die er abzusetzen hoffte, aufzugeben und schneidet damit zweifellos desgleichen sich selber ins Fleisch- Zahlten alle wenigstens einen Durchschnittslohn von 10 Mark wie es ein kleiner Theil von ihnen thut, so wäre doch der ärgste Hunger für gewötzpliche Zeit von der Schwelle der Goldberger Schuhmacherwohnungen gebannt, und die Gesellen wurden bestimmt durch die Erhöhung ihrer LeistungSfähiakeit bei etwas weniger Sorgen und etwas besserer Kost ihren Meistern das bischen Mehr an Lohn wieder einbringen. Erheblich mehr freilich können die Goldberger Schuh- machermeister ihren Gesellen nicht zahlen, wenn sie von ihren paar Arbeitern leben und sich selbst nicht viel mehr, als es jetzt geschehen muß, anstrengen wollen; denn sie verdienen an jedem Gesellen etwa ebenso viel, als sie ihm selbst an Arbeits- lohn auszahlen und das ist— wie wir gesehen haben, herzlich wenig. Mehr Schuld an der jammervollen Arbeiterlage— erheb- lich mehr als die Arbeiter selbst— haben mit ihrer Preis- und Lohndrückerei die Arbeitgeber ganz zweifellos. Als dritter und letzter der Schuldigen kommt nun das kapitalistische Wirthschaftssystem an oie Reihe! _ Derjenige Fehler desselben, der uns bei Betrachtung der Goldberger Schuhmacherverhältnisse besonders ins Auge fällt, ist die Inkonsequenz desselben. Das kapitalistische WirthschaftS- system drangt zur Großproduktion, läßt aber die Kleinproduktion — auch wo dieselbe die schauderhaftesten Verhältnisse im Ge- folge hat— ruhig bestehen. Bei unserer„freien" Privatwirthschaft wird eben ins Blaue hinein produzirt, und die Produktionsanstalten werden eben so oft ohne alles Kapital auf dm Flugsand eines lächerlich ge- ringen Kredits gegründet, wie auf das bombensichere Fundament eines Thalennillionen- Kapitals. An der einen Stelle wird die Arbeit auf das allerraffinüteste produktiv gestaltet, an vielen anderen so unproduktiv, daß Arbeitgeber und Arbeiter in gleicher Weise zu Grunde gehen müssen. . Jn Goldberg kommt auf ungefähr drei Gesellen ein Meister; bei leidlich eingerichteter Schuhwaarm-Großproduktion reicht ein Mann der Kategorie Werkführer, Zuschneider, Buchhalter u. s. w. für mindestens zehn Arbeiter aus, demnach sind in Goldberg mindestens drei Viertel aller Meister überflüssig — bilden Hindernisse und polypenartige Krankheitserreger am eigenen Gewerk. In Goldberg, wie überall, wo das Kleingewerbe weder leben noch sterben kann, zeigt sich so recht eindringlich, daß eine vernünftige, möglichst produktive Gesammtorganisation der Arbeit seitens des Staates zum Wohle der Arbeiter und Nutz und Frommen der Gesammtheit nothwendig ist. Besorgt das Großkapital die Ueberführung des Kleinqe- werbe« in den Großbetrieb so recht kapitaltstisch, so werden die Arbeiter bestens Falles gleich Esau mit einem Linsengericht ab- gespeist. Freilich, wenn unser heutiger Staat es machte, so wurde er es mit den Schuhmachern und allen übrigen Arbei- tem so machen, wie heule mit den Bahnarbeitern und ähn- lichm staatlich Beschäftigten,— sie würden mit kapitalistischen Sparlöhnm nach Hause geschickt, wie zuvor. Also, �es muß ein ganz den Interessen der Volksmasse dienender Staat sein, der die Großorganisation der Arbeit übernimmt, nnd daß dieser sich entwickele— dafür kann wiederum nur das Volk selbst sorgen! rolmleo. Eine hochinteressaute Darstellung der Entwickelungs- geschichte der Berliner Gemeindeverwaltung seit Einführung der Städteordnung findet sich in der Einleitung zu dem schon mehrfach erwähnten Verwaltungsbericht für die Jahre 1882 bis 1888, welcher gewissermaßen auch ein Jubiläumsbericht ist, da da die regelmäßige Berichterstattung bis auf das Jahr 1829 zurückgeht, also zwei Menschenalter umfaßt. Die Jahre 1809 bis 1828 bilden die e rst e Periode der neuen Entwickelungs- geschichte, die zweite umfaßt die Jahre 1829 bis 1849, die dritte die Jahre 1850 bis 1860 und die vierte, in welcher wir noch stehen, beginnt mit dem Jahre 1861. Es ergiebt sich aus dieser geschichtlichen Darstellung überzeugend, daß in diesen beiden Menschenaltern unsere Stadtgemeinde in einem Maße an Kraft und Bedeutung gewachsen ist, wie kaum eine andere auf dem Kontinent. Die Jahre 1809 bis 1829 brauchte die Stadt, um die Roth der schweren Zeit einigermaßen zu überwinden und die Initiative der städtischen Behörden wurde durch die Furcht vor neuen Ausgaben ge- hemmt. So kam es, daß die Armenverwaltung bis brauchte. War eine Spezies überfüllt, die Preise ge- drückt oder die Pflanze aus der Mode, so gab er einfach Auftrag, sie zu lassen, wo die Natur sie hingepflanzt hatte; weglaufen konnte sie ihm nicht. Auf diese Weise war der Importeur, sobald er einen jungen Mann in die Tropen sandte, des Gewinnes ziemlich gewiß, wenn der Betressende nur seine Pflicht betm An- schaffen und Verpacken der Pflanzen that, hatte aber außer- dem noch das nie zu erschöpfende Feld der Neuheiten. ES ist überflüssig zu sagen, daß hierin noch ganze Vermögen stecken. Gewöhnlich nimmt man fälschlicher Weise an, daß im- portirte Pflanzen von den Reisenden persönlich gesammelt werden. Bei Expedifionen für wissenschaftliche Zwecke sind die Strapazen im Urwald freilich unumgänglich, aber ein geschäftsmäßiger Sammler kann keine gröberen Fehler be- gehen, als seine Zeit mit langen Ausflügen, in der Hoff- nuna Neuheiten zu finden, vergeuden zu wollen. Er muß Kaufmann sein, scharf berechnend, gewohnt zu bieten und tu feilschen, scharfsichtig, um die immer wiederholten und stets schlauer angelegten Versuche der Eingeborenen, ihn zu betrügen, abschlagen zu können und muß vor allen Dingen .ründliche Erfahrungen im Verpacken von Pflanzen, Zwiebeln, 5amen u. f. w. haben. Einnehmendes Wesen und taktvolles Auftreten erleichtern größere Einkäufe zu billigeren Preisen, denn fast alle Pflanzen werden partienweise von Indianern aufgekauft. Von gärtnerischer Wissenschaft genügt voll- tändig eine genaue Kenntniß der Arten, welche in Europa einen guten Markt finden und bei Neuheiten rasche Ueber- icht, ob dieselben der Farbe, Form oder Blüthezeit nach vortheilhaft zu versilbern sind. Das Linne'sche System in Mono- und Dycotyledonen ist im Allgemeinen sehr fchätzens- werth; für den Sammler genügt aber die Eintheilung aller Pflanzen in verkauf- und unverkaufbare, und dieses System muß er griindlich studirt haben. Hält er sich nicht stets vor »um Jahre 1819 in den Händen des königlichen Annen» oirekloüums verblieb und daß den Straßenbau bis gegen das Ende der dreißiger Jahre der Staat besorgte. Unbestrittene' Herrin über ihre Straßen ist die Stadt erst seit dem l. Januar 1876. In der Schul Verwaltung regte es sich zu neuen Or- ganisationen erst in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre; die S ch u l d e p u t a t i o n erhielt ihre definitive Stellung erst im Jahre 1829. In der ersten Periode zeigten die Kommunal- behörSen noch eine große Zurückhaltung auf allen Ge- bieten, in der zweiten dagegen gingen sie mit steigen- dem Selbstvertrauen an neue Organisationen, namentlich auf dem Gebiete des S ch u l w e s e n s. Die Berufung eines Stadtschul raths erfolgte zum ersten Male im Jahre 1826. Die Gründung der Kommunalarmenschulen fällt in dieses Gebiet. Ein mittlere Bürgerschule(das jetzige Andreas- Gymnasium), ferner drei höhere Bürgerschulen wurden in den Jahren 1832—1836, die erste städtische höhere Mädchenschule (die Luisenschule) im Jahre 1838 eröffnet und im Jahre 1849 die Fortbitdungsanstalten eingerichtet. Ueberall sieht man in dieser Periode eine lebhafte Thätigkeit auf dem Gebiete des Sckul- und Armenwesens, und. der gesteigerte Muth der Ver- waltung zeigte sich in der Ueberuohme der öffentlichen Straßen- beleuchtung(Gründung der städtischen Gasanstalten im Jahre 1847) und in dem gescheiterten Bestreben, auch das Feuerlösch- wesen zu übernehmen. Durch den Beschluß der Begründung des FriedrichshainS wurde in dieser Periode zum ersten Male die Bahn einer sürsorgeuden Thätigkeit für die Gesundheit der Be- wohner und den Schmuck der Stadt betreten. Wie in diese Zeit das rasche Ausblühen der Berliner Industrie, namentlich auf dem Gebiete des Maschinenbaues und der Beginn der großen Eisenbahn- bauten fiel, so mehrten sich auch die Einnahmen der Stadtkasse und es zeigten sich viele neue Ansätze zu künftiger kommunaler Entwickelung.— Der Charakter der folgenden Periode, welche auf die politischen Erschütterungen des Jahres 1348 folgte und bis 1860 reicht, ist ein wesentlich anderer. Infolge des jenen Erschütterungen nachfolgenden Rückschlages und der Herrschaft des Polizeipräsidenten von Hinkeldey war der Muth der Kom- munalbehörden zu neuen Aufgaben gelähmt, es herrschte volle Stagnation und es wurde in dieser Zeit beispielsweise nicht eine einzige höhereSchule errichtet. Dagegen wurde aufdem Gebiete der Armenpflege durch die 1859 stattgefundencEröffnung desRummels- burger Waisenhauses ein Schritt vorwärts gemacht.— Die vierte Periode, welche die Stadtverwaltung noch jetzt in rastlosester Arbeit findet, begann im Jahre 1861 und wurde durch drei wichtige Ere gnisse eingeleitet: Durch den Regierungsantritt des Königs Wilhelm am 2. Januar 1861, durch die Jnkom- munalisirung von 2412 Hektaren am I.Januar 1861 und durch die Grundsteinlegung zum neuen Rathhause am 11. Juni 1861. Mit Hilfe des wachsenden Wohlstandes und des wachsenden Kredits der Gemeinde ist in dieser Periode schon Unglaubliches erreicht. Dazu aehöit vor allen Dingen die Verwandlung der Armenschule in die Volksschule durch die im Jahre 1870 eingeführte Unentgeltlichkeit des Schulunterrichts. Anfang 1861 bestanden 20. Ende 1888 177 Gemeindeschulen, von welchen 152 in städteschen Schulhäusern sich befinden. Augeblicklich giebt es nur noch eine einzige Privat- Elementarschule. In demselben Zeitraum hat die Stadt sieben neue Gymna- sien, vier neue Realschulen und vier neue Töchterschulen errichtet, während der Staat in diesem ganzen Jahrhundert nur zwei Gymnasien(Wilhelms- und Luisen- Gymnasium) ge- stislet hat. Die weitere riesige Thätigkeit aus dem Gebiete des Schul- und des Armenwesens liegt vor Jedermann offen. Aus dieser Periode ist zu verzeichneu: ein neues Warsendaus, ein neues Arbeitshaus, die Dalldorfer Irrenanstalt, die große Siechenanstalt, das städtische Obdach, die Heilstätten für Ge- nesende, dre Desinfektionsanstalten. Ihre eigentliche Signatur erhält diese vierte Periode aber erst durch die Unter- nehmungen der Wasserzufuhr durch städtische Werke, der Kanalisation, der Gründung des ViehmarkteS und Viehhofes, ferner durch die Uebernahme der Straßen- und Brücken- baulast durch die großen Schmuck- und Parkanlagen und durch die großen Umwälzungen in den Straßen- zllgen, die noch rm Gange sind.— Die Steuerkra ft der Einwohner ist für diese Aufgaben in hohem Maße in Anspruch genommen worden. Die Quote der städtlschcri Einkommen- steuer wurde im Jahre 1877 von 60 pCt. auf 80 pCt. erhöht und beträgt seit 1878 100 pCt. Diese Erhöhung ist eine di- rekle Folge der durch den Verlrag vom Dezember 1875 seitens der Stadt übernommenen Lelfiungen. Die für diese Leistungen in den 11 Jahren 1876-1887 aufgewendeten Kosten— im Jahresdurchschnitt 2087 000 M.— betrugen beinabe das Vierfache der vom Fiskus zum Betrage von 556431 Mk. übernommenen Rente und im Ganzen waren sie mit 22 957 000 M. Doppelt so Horb, als das für die Ablösung der Rente seitens des FrSkuS im Jahre 1882 gezahlte Kapital von 11474 000 M.— Schließlich sei aus der umfassenden geschicht- lichen TarsteUung noch erwähnt, daß in dem 30 jährigen Zeit- abiäinitl von 1829—1858 die Zivilbevölkerung Berlins um 67,54, die Reiirernliahme aus den kommunalen Steuern um 185,94 pCt. gestiegen ist. Dagegen hat die Zunahme der Be- vöikerung vom Jahre 1859 bis gegen Ende des zweiten 30 jährigen Zeilraums 199,76, die Zunahme in bem Rein- ertrag der kommunalen Besteuerung 516,10 pCt. betragen. Di» städtische Schuldrputation richtet folgendes An- schreiben on die Eltern der Gemerndeschulkinder:„Während Augen, daß er für seine Chefs nur Waaren anschaffen, aber nicht für die Gelehrten botanisiren soll, so verliert er für erstere Geld und erzielt bei letzteren höchstens einen Achwngs- erfolg. Will ein Sammler Ketscher oder Angelschnur auf die Reise mitnehmen, oder gar ein Herbarium anlegen, so ist er von vornherein unbrauchbar. Gesunde, feste Konstitution und solide Prinzipien sind selbstredend unerläßlich. Von London aus erhält er genaue Instruktionen, damit möglichst viel Zeit und Geld gespart wird. Diese Instruktionen be- ruhen natürlich auf Erfahrungen früherer Reisenden und werden durch jeden nachfolgenden erweitert. Nehmen wir beispielsweise an, der sogenannte Sammler wird nach Amerika geschickt, so hat er außer Empfehlungen und kolorirten Abbildungen seltener Species genaue Angaben, wo und wie die verlangten Arten zu finden sind. Er schlägt sein Hauptpuartier an einem Platze auf, welcher möglichst im Mittelpunkt einer Ochideenregion liegt, weiß die Adressen und Wohnplätze der verschiedenen Indianer, welche bei früheren Kollegen mit Auszeichnung gedient, kennt genau die früher bezahlten Preise, bestellt dann Muster und schließt daraufhin Lieferungskontrakte für größere Partien ab. Die Herren Lieferanten stöhnen, natürlich, daß Alles abgesucht ist, die Bäume leer sind und nur noch tveit hinten in den Wäldern vereinzelte Exemplare, die natürlich viel theurer rvären, säßen. Es wird ihnen entgegnet, das sei nicht wahr, und es werde nur der gebotene Preis bezahlt. Auf beiden Seiten also bewegt sich die Konoersation ungefähr in derselben Sphäre, wie zwischen tischfrau und Hausfrau, nur daß daS Objekt verschieden ist. ns Geschäft kommt zu Stande und Patricio oder Tiburcio erhält außerdem noch den Auftrag, andere in die Augen fallende Sachen zu bemustern, um den Chefs Neuheiten senden zu können. Zn den nächsten Tagen hat der Reisende Ruhe und kann nach Herzenslust durch Wald und Feld schweifen, bis die ersten Partien der bestellten Orchideen, Fant, Cacteen oder Agaven eintreffen und in der Regel fortwährenden Aerger zur Folge haben. Ent- wir den Eltern die Wahl der Stelle, von welcher sie den Be- darf an Heften, Papier, Federn u. dgl. für ihre Kinder be- ziehen wollen, vollkommen frei lassen und nur darauf halten, daß die nothwendigen Gegenstände in ausreichender Güte be- schafft werden, sind wir veranlaßt, einen wohlgemeinten Rath der Beherzigung zu empfehlen. Seit einiger Zeit hat sich die Unsitte weit verbreitet, daß die Verkäufer von Schrcibwaaren dem Käufer allerlei Zugaben liefern, welche meist in Spielereien bestehen, zuweilen aber auch zu unsittlichen Vorstellungen und bösen Gedanken anreizen. Der Verkäufer muß den Werth der Zugaben dadurch wieder erlangen, daß er eine minderwerthige Waare liefert. Zugaben annehmen heißt daher, das Einkaufs- geld zwischen eine weniger gute Waare und eine unnütze Zu- tyat theilen, dabei aber die Kinder noch der Gefahr einer sehr schlimmen Verführung aussetzen. Wir ersuchen daher die Eltern unserer Schulkinder, dieselben nur zu solchen Handlungen von Schreibwaaren zu schicken, welche keinerlei Zugabe geben, den Kindern aber zu untersagen, um Zugaben zu bitten." Hleber d»« Wedding, der am 15. d.M. das 600jährige Jubiläum seines Ueberganges an die Stadtgemeinde Berlin feiert, find mt städtischen Grundbuch ausführliche Mittheilungen zu finden. Die erste sichere Nachricht, welche über den alten Wedding uns erhalten ist, ist eine Urkunde vom Jahre 1251, nach welcher ein Ritler Friedrich von Kare dem Nonnenkloster in Spandau eine Mühle schenkte, welche innerhalb des Dorfes, welches W e d d i n g e genannt wurde(vocsbawr), an dem Flusse Pankow gelegen war. Das Dorf war damals nicht mehr vorhanden und außer der gedachten Wassermühle an der Panke war nur noch ein gutsherrlicher Hof übrig, welchen die Stadt Berlin wahrscheinlich schon um die Mitte des 13. Jahr- Hunderts als Lehn erworben hatte und von dem Landesherrn im Jahre 1329 als Eigenthum zugesichert erhielt. Nachdem die Stadt Berlin damit die steie Verfügung über die zu dem bis- herigen Lehnshose gehörigen Ländereien erworben hatte, wurden die an der Ponke gelegenen Aecker und Wiesen an Berliner Bürger veräußert. So besaßen die Tuchmacher nach einer Urkunde vom Jahre 1326„up dem Weddinge" nicht unbedeutende Ländereien, und das alle Berliner Stadtbuch aus dem 14. Jahrhundert erwähnt, daß auf dem Wedding 10 Kavele und 39 Ackcrrücken gegen Zins verpachtet waren. Die Haide aber verblieb der Stadt als HolzungS- und Weiderevier. Bis zum Jahre 1601 bestanden auf dem Wedding noch keine Baulichkeiten. Erst damals erkaufte der Oberkämmerer Hieronymus Schlick, Graf zu Passau, von verschiedenen Bürgern gegen fünfzig Ackerstücke und Wiesen und gründete dort eine Meierei und Schäferei, welche später vom Kurfürsten gekauft wurde. Letzterer erkaufte 1635 zur Vergrößerung des„Vorwerks auf dem Wedding" mehrere Ackerstucke und Wiesen des Konsistorial-Präsidenten Peter Fritze und im Jahre 1648 von der Tuchmachergilde 14 Ackerstücke. Mit dem Nebergange des Vorwerks in den Besitz des Kurfürsten kam dasselbe mit allem Zubehör unter die Rechtsprechung des Amtes Mühlenhof und schied aus dem Wcichbilde der Stadt.— Im Jahre 1766 wurde der Wedding dem Dr. med. Wilh. Böhm, dem Gründer des Gesundbrunnens, in Erbpacht gegeben, von welchem es im Jahre 1797 der Seehandlungsdirektor Nöldichen für 15 500 Thlr. erwarb, aus dessen Kceditmasse cS die Stadt Berlin im Jahre 1817 für 31 050 Thlr. als Erbschastsdomäne meistbietend erstand, das ErbschaftSoechällniß aber, durch Zahlung von 18 750 Thlr. Kapital, in steies Eiaenthum ver- wandelte. Der Wedding erhielt verschiedene Benennungen. Das alte Vorwerk wurde der„alte Wedbing" genannt, die von Nöldichen angekauften Ländereien und Etablissements dagegen der„neue Wedding". Außerdem entstand auf ursprünglichem Haideland die„Kolonie Wedding", eine Anzahl Etablissements in der heutigen Koloniestraße, dem Gesundbrunnen gegenüber, welche Friedrich 11. im Jahre 1784 vom Magistrat anlegen und mit böhmischen Gärtnern besetzen ließ, um die Obstbaum- zucht zu fördern. Als die Stadthaide von den Holzdieben so verwüstet wurde, daß sie der Stadt gar keinen Nutzen mehr gewährte ,_ beschloß der Magistrat im Jahre 1803, dieselbe gänzlich abzuholzen und die Meiereien, das Vorwerk Wedding und die Gemeinde Reinicken- dorf, welche darin mit Kühen und Schafen zu hüten berechtigt waren, durch Landvergüligung abzufinden. Erst nachdem die Stadt in den Besitz des Vorwerks Wedding mit seinen Län- dereieu gekommen war, begann dieselbe im Jahre 1818 mit der Parzellirung des Weddings- und des Kämmerei-Haidelandes, welches neuen Ansiedlern zur Bebauung in Erbpacht gegeben wurde. Die ersten Niederlassungen erfolgten in der Müller- straße und in Neu-Moablt. Auch die Stadthaide wurde par- zellirt. Obgleich man hierbei im Einzelnen stets genau bezeich- nete, ob eine in Pacht gegebene Parzelle dem„Haidelande" oder dem„Weddinglande" angehörte, so stellte es sich in der Praxis doch als nolhwendig heraus, diese verschiedenen Terri- lorien als: den Med ding, die Kinnmereihaide, die Kolonie Wedding, den Gesundbrunnen und Alt- und Neu-Moabit in Reviere einzuthcilen und ihnen entsprechende Nomen zu geben. So entstanden die beiden Reviere Wedding und Moabit. Seit dem 1. Januar 1861 ist der Wedding dem Weichbilde von Berlin emoerleibt und umfaßt jetzt eine Bevölkerung von 70 000 Seelen. Di» sogenannten Dampfdrel'cherei-Kenosl'rns'chafte», welche in einzelnen Gegenden bald nach der Ernte ihre Thäng- keit zu beginneit pflegen, indem eine Mehrzahl von Grund- weder haben die Leute die schönsten Exemplare der Orchideen in kleine Stücke zerrissen, um möglichst viele zu liefern, oder sie wollen ganz werthlose Orchideen zwischen Odonto- oloffen einschmuggeln. Laelias halten sie über Chlor- «der Schefeloämpfe, um dafür als neue Spezies„nldn" Extrapreife zu fordern,— Cacteen sind mit der Hacke durch- gehauen und Agaven lose durcheinander geworfen, so daß alle Exemplare brandig sind. Die Politik des Indianers ist stets, ein dummes Gesicht zu machen und nichts begreifen zu wollen. Er weiß sehr gut, wo er gesündigt hat, spielt aber immer den Beleidigten, wenn man, um sich seiner Haut zu mehren, aufschlägt oder Abzüge macht. Die Vorräthe des Sammlers an Langmuth und Magnesia müssen uner- schöpflich sein. Nachdem die Quantitäten stark genug sind, werden die Pflanzen sortirt, gereinigt und verpackt. Häufig findet man Indianer, welche mit der Zeit großes Interesse an bestimmten Pflanzen nehmen, die lateinischen Namen lernen und den Werth von Neuheiten wohl zu schätzen wissen. Solche ver- pflichten sich dann, sie zu liefern, verrathen aber selten den Standort, wie überhaupt auch unter Sammlern jedes Gespräch über das Geschäft verpönt ist. Wer fragt, der bekommt Alles, nur nicht die Wahrheit zu wissen. Da die englischen Häuser Kaufpreis, Verpackungs- und Versendungsspesen, sowie per- sönliche Ausgaben ihres Reisenden aus Erfahrung wissen, wird der finanzielle Theil der Expedition durch monatliche Anweisungen aus Bankiers in den größeren Plätzen leicht geregelt, und bei soliden Firmen ist es meistens nur Schuld deS Reisenden, wenn er mit dem Gelde nicht auskommt. Interessant und angenehm ist das wochenlange Leben in kleinen Dörfern oder entfernten Minen nun nicht, die Arbeiten nehmen Geist und Körper vollständig in Anspruch; Fieber und Ruhr haben auch schon manchen Vorgänger früh- zeitig in's Grab gebracht, und dabei giebt es keine große Aus- wähl unter Leuten, welche die Lust und die nothwendigen Eigenschaften für diesen Posten haben. Daher verstehen sich gute Salaire Antheil am Gewinn bei Neuheiten und hohe besitzem eine Lokomobile nebst Dreschmaschine aemeinsa«.?! Aus dreschen des geernteten Getreides benutzen, haben d-M threr Versicherungspflichtigkeit auf Grund des UnfallvmV nmgsgesetzes zu Zweifeln Anlaß gegeben, die d-S Ncherungsamt kürzlich in einem gegebenen Falle entschlcdr« � Danach sollen solche Vereinigungen von Landwirthen, � eme Dampfdreschmaschme ausschließlich oder überwiegt»«»?! Ausdreschen des Getreides ihrer Mitglieder verwende»," landwirthschaftliche Betriebe angesehen und bei den>»» w irt h sch aftlli ch en B eru fs- G en o ssensch»� versichert werden. Nimmt jedoch die Verwendung der Maschine für nicht zur Vereinigung gehörende Landwaihe n größeren Umfang an und gestaltet sich so der Bett'tb i» Z Lohndrescheret, so ist der gesammte Betrieb der Dresch»-!� emschließlich der innerhalb der Mitglieder sich vollj--� Thätigkeit, welche sich aus der Gesammtheit der � p lungen nicht ausscheiden läßt, auch fernerhin ern»f' ständigen Eisen- und Stahl-BerufS- G � f ch a f t zu versicherndes, gewerbliches Untern� Dabei ist indessen noch zu beobachten, daß � Arbeiter, welche von dem die Maschine benutzenden 1. � gestellt werden, als im Betriebe des letzteren beM> dann zu gelten habett, wenn die Verleihung der werbSmäßig betrieben wird. In diesem Falle itiw Heizer und der Maschinist und allenfalls auch das personal bei der Eisen- und Stahlberufsgenosscnichasi, die übrigen Arbeiter einschließlich deS Einlegers bei" p wirthschaftlichen Berussgenossenschaft zu vernchew- besondere Heranziehung zu den Kosten der vnia rung der landwirthschaftlichen BerufSaenossenschatten N die einzelnen Landwirthe, welche einer Dampfdrcscheret-� schaft angehören, trotzdem nicht statt, da jeder swze � wirth in den Beiträgen, welche er für seinen gesam»".. � wirthschaftlichen Betrieb zahlt, die Gegenleistung 1»» � dem Ausdrusch verbundene Unfallrisiko schon ersulll; Diese Entscheidung hat für die sämmtlichen ber der drescherei belchästigten Arbeiter darüber Klarheit sie in jedem Falle bei den in dieser Beschäftigung häufig vorkommenden Unfällen Anspruch auf Cnii>». jy haben, sobald die landwirthschaftliche Unfallversicherung � getreten ist, und diese Entscheidung kann ihnen nr.,� ü, »«* streitig gemacht werden. Üeber die Beitrage und Kompetenz der Berufsgenossenschaften mögen sia) Unternehmer ruhig weiter streiten. �-uluiWf Die Nerbreikung des Flugblattes der if Mission ist verboten. Gründe sind nicht angcg oF fchwerde wird eingereicht.— Wester ersucht uns,.>» kommifsion um Ausnahme deS Folgenden: Den � A«j- Blattes sei mitgetheist, daß es unmöglich ist, wu att � und Kartcnschrerbern bezüglich der Lokalfraae zu low Die Lokalbesitzer, die— außer Gottschalk, welcher -wv»M»vv|»yvv/ V IV UUQVi V(t( IUU41/»Vvvv-/- l yr worden— nicht auf der Liste stehen, find alle von o, missinn 1117" Anlfcpnmrt itfirr ht*»ro hesucht.® Am alias fühlt sich der� Vorsitzende verankaßt, faule anonyme� Mission zur Acußerung über diese Frage eine ablehnende Haltung eingenommen. !- 0 J* clben ins«euer.« Kl» Wer»»»schuldet so vi»l» Ehescheidung»";., iiif Frage, die Mancher und Manche sich schon vorzclegl»' p die zweifelhafter Natur sind, zu beantworten; dieselben ins Feuer. uns grobgedruckt jetzt in amerikanischen Zeü gegen. Und zur Befriedigung unserer Wißbegier folg' bar darauf die Antwort, also lautend:.��r-itl»- „Zur Hälfte beginnen alle die häuslichen Zwtst>!L„ib* im County-Gericht(dem Grafichafts-Gericht).ans und zur Verhandlung kommen, meistens beim tisch, wenn ber Hausfrau Gemüth durch die nna,„,1 li ch e Hitze des Back- und KochofenS e r rc»�« gereizt ist. Personen, die nur MarvinS renoimU S' und Crackers benutzen, zanken nie. Wollen Sie zufiicdcn leben, so bestellen Sie sich MarvinS .Königin Jubiläums" Brot, sowie ein oder zwei vi Soda Crackers bei Ihrem Grocer und zwar ohne-2ft sofort."- Das ist eine groteske Reklame und doch entym'$■ tiefe Wahrheit, nämlich daß der„Mittagstifch", d- Familien-Kochen, welches von staats- und gesellschai(*r.stto; Philistern(die aber feldst meistens sehr gern im p kneipen) für den Grundstein der Familie, des Stoa'» Gefellschaft erklärt wird, in Wirklichkeit die Kltppe�.�|# glücks ist. Der Verfasser obiger Rcklame-Annonze � den Qualen, welche d,e sogenannte Hausstätt, richl'�JT� sklavin zu erdulden hat, auch noch die kolossale Vergc> Zeit und Material erwähnen können. t K»i den bereit« merklich länger w«» Abenden tritt die„Lampenfrage" wieder in den der häuslichen Erörterung. Soweit dabei die 1,..j, Beleuchtung in Betracht kommt, verdient auf die Erg;» neuerdings auf Anrufen hiesiger Lompenfabrikan>0 gehabten Untersuchungen von Petroleumlampen hing�j» werden. Es handelte sich darum, den Einfluß der ö jv formen auf die Leuchtstaft der Petrolenmflamme zu rj f Hie» bei ergab sich, daß die neuerdings in den H»" � brachten Lrmpenzylinder, welche, etwa von dem untere» � der Flamme beginnend, nach oben zu mit einer bed"' Auebauchung geformt sind, sowohl in Bezug auf du Reisespesen für zeitweiligen Aufenthalt bei zivilisirten Leu� ßl selbst..Wäre jemand mit einem Gehalt engagirt, wcW�ll verlangte Arbeit nach überseeischen Begriffen nich» f so würde ihm bald gesagt, er sei ein Esel und er � nach handeln, um das nicht auf sich sitzen zu lasse».• � tische Nachtlager unter Palmen, Besteigung Jagden auf Tiger und Wildschweine, sowie zarte-i»' y» mit braunen oder gelben Töchtern des Landes sind Sammler leicht erreichbare Ideale, die aber bald d»™ D Wesenheit von Insekten aller Arten und Spezies ihr« verlieren. Weitere Ausflüge in unbewohnte und unerforscht«, Jstf den sind natürlich im Interesse der europäische" � � geber, doch hängt die Ausbeute derselben meistens � Tüchtigkeit und dem scharfen Auge der indianisches Hunde, welche jeden Europäer auf der Suche nasi» Pflanzen oder Insekten übertreffen, ab. � dem europaischen Chef und seinem Sammler Diss««« i,.0I welche meistens daher rühen, daß Letzterer bei der � l des Gewinnes aus dem Verkauf von Neuheiten ühc gp � wird. Wer von beiden Seiten daS Recht auf[..M hat, ist in der Regel schwer zu entscheiden; einer behaui � ganze Partie sei blattfrisch angekommen und sofort J y Presse verkauft,— der andere, nur die Hälft«_ � Leben gewesen, hätte durch schlechte Verpackung g««.-; wäre erst nach monatelangen Kulturkosten rea Wst\ Lösung des Kontraktes begeht der Sammler, kleinere Aufträge, den großen Fehler, auf eigene � arbeiten zu wollen und befindet sich ohne Ausnay,,.� t_______ 0 1"-v».* üiv tnV ? d°r Bist W) von 9 fe«°r di M«n Nicht lu-Btößei Mnnuim« ttbiT nach kurzer Zeit in schweren Geldverlegenhelten, � �. feine Sendungen gut ankommen. Der Ressenv vollständig, daß, um beim Psianzensammeln® M dienen, die Pflanzen tausendweise verschickt wer sonst geht Alles in Unkosten auf. rresp-� gemeinfaffl# . H°W beM» S llnfallvoW re baä SttJf : cntschitdni p dwirthni, äberwitga« r verwendt«,* 'et den ssens-h°� )ung der DM Zandwirthe M NF S»z.M i ein bei' i-Gen-fl«' UBmM daß di'I-Z enden La-MZl bes-b-W.? r N«c das Tranig cnschast, d< -rs bei»er versichern- � er Unfalls IÄÄ r einzelnes erÄÄ bei der M it geschah RUN« lf EnlsM. icherung � jf inen tttil : und sich die V »er -WZj »'K u korresxA. zelchcr A le von da K. 'ch°- IN ujme 3»� ziesciben Zwist'�Ä anä®f'«f /-"Ä ss'S 3 S chne v enthalt� 'ZD S.aatäf# Ütpped/ onze b«"� ■t3> ' ift �kSr&'V tbrifflnie»(.1 ;rPü i unteren»� ter bede»l� auf die�K itienSe�lf VA h°h�A iarte Äbe"� s sind r. p AU'-" K'Ä istens anischea che nach � Jahres Differ�gÄ oer n übervo'Al 4 sein"., jd behaus K"� »5ie der Flamme, wie in Bezug auf �er�rauch�von «mnmalkrial zurückstehen hinter deniemgmLamp z>«g�pe mit einem Einschnitt über dem D°» r°nde d� �mpe �°rml sind: dieser Emschnitt bedingt em Zusammendrängen� �llnrnne, das deren Leuchtkraft erhöht und e>nen'v Mnuch des Brennmaterials zur Folge W- W«t« fteu'e nb heraus, daß bei den ausgebauchten Zylmdern ??�elung der Flamme bedeutend grober war, wohdchen eing.Iniffien Zylindern. E>n m ermgn Entfernung s e. Lampe aufgehängtes Thermome.er zeig-sin- p* a" e'ne Wärmesteigerung von 1?4..�?d, � �7 Umdern nur um 8,? Grad. Ern ahnlrcher Nnterfchreo der Warmesteigerung wurde auch bemerkt bet �„lin- »an Zylindern verschiedener Lange. Bet ku f. I«* war die Wännesteigerung geringer, losere Zylmder h'h'm nicht blas die Warmesteigerung, sondern bew rkten a�w f g Ioßeren Verbrauch des BrennmatenalS. Letztere � Meinungen sind vermuthlich von etnander abhanM. echijsten Lampenthe.le bewirken verflucht gung des gwnwatmals, wodurch nicht bloS«n starkner Verbrauch > bedingt, sondern auch der.lästige Geruch, der Lampen >,7' e>ws noch bedeutsamer ist, �berttigeführt wird. die Explosionsgefahr bei den Am Montag ?"-�r,llyri wird. *%**?"*. Geyege■ ""u ßtnli.nrf' /fN Berliner Kriegerverein i sein«, r???/ s�» diesjähriges Sommerfest, das durch einen feierte, wie das im Puhlmann- W"'r'.!??1 ein oteSfatirigeS S> H Abschluß fand. tanzlusttger Referendar < Mädchen,"" Zu dem letzteren hatte eingefunden, der einem dessen Eltern ebenfalls anwesend �-gar eifrig dm Hosmachtt und hinbei etn a�muntenr. �.�iitaegenkommen fand, obwohl vre lugen. � � N'e Braut ein»--- iI4 � r-Wie �»et h „„«"temes anderen ist.' Rachts 2 Uhr war der Ball r»d alles rüstete sich zur Heimkehr, auf welcher der iL /*kserendar f-mi or. äur Heimkehr, auf weicher oer d �eite gab gr/t �"»«foretien und bereit Eltern ehrbar Tsbterftraße' m>Ä. Schönhauser Allee, an der Ecke der s�sshält»»�" /e dos junge Paar in seiner angenehmen sehr unliebsame �Weise gestört,-äler Re- esi n s Uch plötzlich hinterrücks am Genick gepackt, und Ilm r\otir,U___ t____: x �. iörjLfi:— x;� l�ebtcrftr?�* � der Schönhauser Allee, an der Ecke der ?g ar -! �Miwi V?�s°h,, batte er bereits einige Schläge weg, die Ai oesüfi,»01.' stumpfen Instrument gegen seinen Hinter- A lsittriiy worden waren, und zwar mit lolcher Wucht, daß bill-ü?� beinahe besinnungslos zu Boden sank. Auf Min, Sit.(�tej/ welches nun das junge Mädchen und erhoben, eilten mehrere andere Personen hinzu bwedi�-ö? ben Attentäter, der nun die Flucht nach der �»iktei si0'!6 ergnffen hatte. Auch ein durch den Lärm an- fan~!5ub"iann schloß sich den Verfolgern an, denen eS wackln iL gelang, den Fliehenden zu stellen und dingfest -Aoblp P,"".- Lichte besehen" entpuppte derselbe sich als der ?? von /?�WM des jungen Mädchens, das sich den Abend Ayl. m /m Referendar so eifrig die Kour hatte schneiden s1 ittu, v�'enrStfiutigam waren schon seit einiger Zeit an Aßp,, i,„v,n Beständigkeit seiner Verlobten Zweifel aufge- rüettt». 0 um sich Gewißheit zu verschaffen und die etwa ''/ui frischer Thal" zu Überraichen, war er dem Feste k" U)ihte",nS sern geblieben, hatte sich auf die Lauer ge- Üi�jilltikx ssmen Nebenbuhler in der geschilderten Weise 7 iich�,. uberfallen. Nun hat er die Gewißheit, aber auch fo.ii esicht auf eine Anklage, denn auf der Polizei- I tln Und 7 Attentäter mit sammt seiner Braut, deren /Aü t., em,.Referendar gebracht worden ist, gab letzterer ,'bNvttl?� ß°uf heimtückischen Ueberfall und schwere /iUi�tp Mng mittelst eines gefährlichen Instruments gerich- �lilb t.'�irag gleich zu Protokoll. Der Attentäter hatte sich c$«„ Angriff feines Hausschlüssels bedient. «% furchtbaren Schickfatsfchlag ist ein alter �"d,«in;,n' e'n Herr Sch., getroffen worden. Sein einziges Jsw hj-Aunger Mann von einigen zwanzig Jahren, der in � bip Bankgeschäft eine angesehene Stellung dekleidete -wahrer seines erwerbsunfähigen Vaters war, ist seit 1,7 dy» verschwunden. Er halte mit einigen Freun- Frühe des Sonntags eme Fußpartic nach Köpenick .AA'e � In Treptow angelangt, wandelte die tungen �»»vi e ,?. �'n der Spree zu baden. Da es des Mar- M d.. Lhr war, so entledigten sie sich an einer beliebigen ,>si.7 ttsers ihrer Kleider und gingen ins Wasser, dem d« vd. D a Schwimmens ganz nach Herzenslust sich hm- N CchF gaben die Freunde, welche sämmtlich ausgezetch- !>? r.T�er waren, gar nicht auf einander Acht und hatte >gkraul°us den Augen verloren. Als sie aber nach 3°', an der Stelle, wo sie ihre Kleider nieder- ?ns Land gingen, warteten sie vergebens auf *i%en l ern fit wohl eine Stunde auf den Freund geharrt, ti'7"S Boot und forschten auf dem W-ffer nach ihm. (Je tiiw sn a?es Suchen vergeblich. Der Freund kam Nicht f.»."'cht.schein und selbst gestern war die Leiche des Sch. � aufgefunden. Wahrscheinlich hat ihn mitten tm -""■ die Tiefe gerathen 'tu....—.«... i..,. w.»......»ad, daß tig, uen Hilferuf vernommen hat, den er gewiß auSge- (i'l»tf,,"e und der bei der herrschenden Stille wahrscheintich 'ws- �Uiwon worden wäre, wenn er auf solche Weise in die b lbiv.. Trinkens gekommen wäre... r'�ewoi. Mische Familien szene setzte gestern Nachmittag K, e S„i C eines HauleS in der Kaiserstraße in die furcht- 7re(?""fl. In dem betreffenden Hause wohnt bei einer »/h Q,txei"e junge hübsche Frau, welche, ohne bisher ge- Alk>, Weben zu sein, von ihrem Manne getrennt lebt. t)-' j>e k. Brutalität kannte und mit Recht fürchtete, so VR. ih,1imc.®Q"en, der ihr, wie sie wußte, fortwährend nach- di,,- L Aufenthalt zu verbergen gesucht und ein ganzes kr'tai 7 dies auch gelungen. Wer beschreibt daher das h,jg°er unglücklichen Frau, als sie gestern das Haus ver- i./Alilt"ad ihr auf der Treppe der gefürchtete Mann e»t- i." it.___ cw.r— Ar.-sx.--i w.—jL:--- k 17— ,!,re? Aufenthaltsort■ Ask,� das gebracht hatte. Mit einem jähen Schrei, zurück"? �°"?x�°llte, flüchtete sie in die S.'sche >d>st'gen c.und verfchloß die Korridorthür. Aber mit a�s/Uu Mi,.„A�nlt hatte dieser die Thür gesprengt und �ei7Fluchm..,7'L besser bewaffnet vor der Frau, die keinen *-• ludb mpfir frttthprn nnr �fnaft Utlb w..( J- I w V VW JJVJ»«»««/•---- Jrf,,i,:cr ihren Aufenthaltsort durch irgend einen Um. \ k?�ea ��"Äuch mehr machte, sondern vor Angst vJ�leche« gelähmt dastand und den Mann ruhig zuschlagen »usaey c. Glücklicherweise warm durch den auf der tc' de« c?®enen Angstruf der Frau die alarmirten Be- iJoßpp L?uses sowie auch der Vizewirth, ein Mann "liiit''H°ld„„/�erftafl, heibeigeeitt, und dieser packte k/" wollt, eniwand ihm das Meffer, als er ebm wieder ?in>nkien k,.x, trotzdem er wüthmd um sich schug und nch S 7?ery t S'e, ward er dmnoch festgehalten und fii.,.?lück /""n' r* Die Frau von hat dm eine jene Sil us'urhA F Ä'N Corres?-� Ad bj. �„iur„FL. �ache geschleppt._ "viljx, Fäuste d.» X Stichwunde davongetragm, wäh- bearbeflej h"� Menschen ihr Gesicht big zur Un- dtt�/�iche Lynchjuftiz wurde am Sonntag «.......:— Messerhelden verübt. In ■ de kam es nach >kl"/te>,"'Peitpp, 7''A'k»r,> x/taqji zwilwen vr» Ballthcilnchmem � die dowit"5� dem Lokal auf der Straße zu Thät- k/Wf Ä auZb..!, endeten, daß einer der dabei Beiheiligten infam n,"t Gott, ii bin gestochen!" und bald iung�drach. Der Messerheld, ein in Rirdorf Meß.' erg�f Mmsch, wollte nun nach vollbrachter That fii.1 h'r � an d« sÄ??de jedoch gefaßt, und säininlliche �il�i« h, Ichlun.« �?ilerei, Freund oder Feind, fielen über \ ,.e wulbe»?"Jbnewherztfl auf ihn los. Schließlich e".e Menge dm Messerhelden die Straße genrunge wurde geholt und mit derselben l hieb einer aus der Schaar in rohester Weife auf dm bereits Bewußtlosen ein, so daß dieser, aus zahlreichm Wunden blutend, leblos am Bodm lag. Dann mtfemte man sich und nun fchafftm einige Passantm, welche dm mtfetzlichm Akt der Lynchjustiz mit angesehen, den Zerschlagenen nach der Wohnung desselbm. Die Verletzungen, welche der Messer« stecher erlittm, sollm derartig sein, daß wenig Hoffnung vorhanden ist, den furchtbar Zugerichtetm am Lebm zu er- halten. Auf der Kpre» erfchosfe«. Eine laute Detonation er- schreckte am Dimstag Abend die Bewohner der in Stralau an der Spree gelegenm H.'schm Villa und die Hinzueilendm fandm an der an dieser Stelle ziemlich tiefen Landungsbrücke einen leeren Kahn treibmd, desfm Boden und Rand Blut- spurm zeigte, währmd der Insasse desselbm verschwundm war. Sofort, da ein Selbstmord gemuthmaßt wurde, stellte man Nachforschungen an und es gelang den anwesmdm Fischern, mittelst Netz von dem Grunde der Spree die Leiche eines jungen, elegant gekleideten Mannes hervor zu hebm. Aus dm Papieren, welche derselbe bei sich gehabt, geht hervor, daß der Selbstmörder ein etwa 25jähriger Kaufmann Sch. ist, welcher in der Friedrichsgracht wohnte. Derselbe miethete sich, wie nach- her festgestellt wurde, am Dienstag Nachmittag um 4� Uhr bei dem Bootsverleiher Riegel hier an der Waismbrücke ein Boot und fuhr dann direkt nach Stralau, um sich an oben ange- gebener Stelle gegen Uhr Abends mittelst eines Revolver- fchusses in den Kopf das Leben zu nehmm, worauf die Leiche ins Wasser stürzte. Der Tobte, dessm Motive zur That noch unbekannt find, wurde nach dem Stralauer LeichmschauhäuSchm gebracht. Gefleddert wurde im Humdoldtshai«»der Fried- richsstain, genauere Angabe der Oertltchkeit weiß der Be- raubte nicht zu machen, ein Förster aus der Provinz Branden- bürg. Derselbe war für einige Tage nach Berlin gereist, um dem HochzeitSfest eines nahm Verwandten beizuwohnen. Das- selbe fand in einem Lokal des Nordost-Viertels statt und der stark angeheiterte Forstbeamte begab sich gegen 1 1 Uhr Abends um frische Luft zu genießen, nach dem Hose. Wahrscheinlich den Weg verfehlend, befand er sich eine Stunde darauf in einer ihm unbekanntm Parkanlage, wo ihn mehrere Männer, die den Zustand des Angetrunkmm bemerkt, nach einer abge- legenen Stelle führten und ihn daselbst auf eine Bank setzten. Die edlen Samariter müssen jedoch die Gelegenheit des Leichen. fledderns für günstig erachtet haben, denn als der Förster aus einem Halbschlummer erwachte, bemerkte er zu seinem größtm Schrecken, daß sein Portemonnaie mit zirka 120 Mark Inhalt, seine Uhr und Kette, sowie sein Stock gestohlm worden warm. Da der Gefledderte weder Zeit noch Ort seiner Beraubung an- geben kann, so ist wenig Hoffnung vorhanden, daß cS gelingen wird, dm oder die Diebe zu mtdecken. Gin jugendlicher Durchgänger an» Dresden, ein Kaufmanns lehrling, der seinem Prinzipal daselbst einige Hun- dert Mark entwmdet und sich damit aus dem Staube gemacht hatte, ist gestem Nachmittag infolge telegraphischer Requisition auf dem hiesigen Anhalter Bahnhofe dingfest gemacht wordm. Von dem gestohlenm Gelde fand man bei dem Burschm, der erst 13 Jahre zählt, nur noch entm verhältnißmäßig geringen Betrag vor: er scheint sich erst in Dresden amüstrt und auch auf der Reife sehr flott gelebt zu habm. Gin schwere« Unglück traf am Montag Abend in „Schonert's Ostbahn-Park" die bereits in der zweiten Woche daselbst unter großem Beifall auftretende Seilkünstlerin Donna Eroina. Dieselbe hatte, wie man der„Staatsb.-Ztg." schreibt, von 7 Uhr an ihre waghalfigm Kunststücke auf dem 60 Fuß hohen und 400 Fuß langen Thurmseil aufgeführt und wollte, nachdem sie mitten auf dem Seile stehend, ein Feuerwerk von Fontainm, Bombenrö'hren, Raketen, Leuchtkugeln ic. losgebrannt hatte, gegen 10 Uhr das Seil verlassen; schon war sie am Ende des Seiles angelangt, nur noch einen Schritt hatte sie zu machen, um die daselbst angebrachte Bühne zu betreten und vom Seile sich herabzulassm, da— ein jäher Aufschrei, die Balanzirstange entsällt ihren Händm und die Künstlerin stürzt aus der schwindelnden Höhe herab. Zwar ist unten ein Fallnetz ausgebreitet, aber dasselbe ist nicht stark genug, um dem aus solcher Höhe fallmdm Körper von herkw lischem Baue und mehr als cinhundertundfiebcnzig Pfund Ge- wicht den nölhiaen Widerstand zu leisten, und die Unglückliche stürzt unaufhalffam zur Erde. Ahes ist starr vor Schreck: nur ein Herr aus der Zuschauermenge springt der Aermsten hilf- reich zur Seite; sie stöhnt nur:„Luft! Luft!" und diese Bitte wird ihr durch rasches Zerreißen der engen Bekleidung nach Möglichkeit erfüllt. Sodann wurde die Verunglückte in scho- nendster Weise nach ihrer nahen Wohnung gebracht.— Die Aufregung unter dem zahlreichen Publikum! des„Ostbahn- Parks" war natürlich eine ungeheure, und das tiefste Mitleid mit der Künstlerin allgemein.— Der herbeigerufene Arzt, Dr. Hesselbarth, ei klärte den Bruch eines Hals- Wirbelknochens und mehrerer Rippen für wahrscheinlich. Ob innere Organe verletzt sind, ist noch zweifelhaft. Der Zustand der Unglücklichen ist jedenfalls ebenso bedenklich, wie schmerzhaft. Ein fast gleich aufregendes Nach- spiel fand eine halbe Stunde später statt. Em Diener der Donna Eroina, welcher zu ihrer Empfangnahme auf oben ge- nannter Bühne stand und dessen mangelhafter Aufmerksamkeit man theilweise das Unglück der jungen Dame zuschreibt, weil er nicht rechtzeitig nach der Balanzirstange gegriffen und so der Künstlerin die nöthige Stütze zur Besteigung des Podiums gewährt hatte, wurde erst eine halbe Stunde nach dem Un- glücksfalle vermißt, und man vermuthete, er habe die Flucht ergriffen oder sich das Leben genommen. Bei näherer Nach- forschung fand man ihn indessen auf bezeichneter Bühne in den heftigsten Krämpfen liegend, und eS ist nur zu verwundern, daß der Arme in diesem Zustand nicht in die Tiefe stürzte. Nur mit größter Mühe konnte der Kranke heruntergebracht werden. Der Schreck über den von Krämpfen befallenen Diener scheint somit die Ursache des Sturzes der Künstlerin gewesen zu sein. polizeibericht. Am 13. ds. MtS. wurde der Drechsler Pohlmann in einem Schanklokal in der Weberstraße bei einem Streite durch Messerstiche am Kopf und an der rechten Hand schwer verletzt. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde er nach dem städtischen Krankenhause am FriedrichSbain gebracht. — Im Laufe des TageS fanden an drei verschiedenen Stellen kleinere Brände statt, welche von der Feuerwehr bald gelöscht wurden. Cinr Anklage grobe» Unfug«, welche am Montag gegen den Schlächtermeister I. vor der Berusungs- Strafkammcr des Landgerichts l verhandelt wurde, bildete für ihn eine bittersüße Rückcrinncrung an sein Junggesellenleben. Vor seiner Verhetrathung hatte der Angeklagte ein Mädchen kennen gelernt, mit dem er ein Verhältniß einging, das seinerseits nur als em vorübergehendes„Techtelmechtel" aufaefaßt wurde, wahrend„sie" sich mit aller Energie in den Gedanken htnemgetraumt hatte, dermaleinst als Frau Meisterin mit einer prallsitzenden weißen Schurze hmter dem Ladentische zu han- ttren. Eines Tages überraschte sie ihn mit ihrer wohlgelungenen Pholographie. Herr J. nahm sie an;„ein Bild ist immer noch kem Ring, dachte er.- Es gingen Monate ins Land, I. wurde kühl wie der herannahende Herbst, er wurde kalt wie der darauf folgende Winter, schließlich sah das Paar sich nicht mehr. Eines Tages. eS war im März d. I., erfuhr Fraulem F., daß ihr früherer Schatz sich verheirathet habe Sie wurde hierüber sehr böse und beschloß, dem Treulosen wenigstens einigen Aerger und Verdruß zu bereiten. Dies ist denn auch sehr schön gelungen. Eines Nachmittags begab sie sich nach feiner Prioatwohnung. Auf ihr Klingeln wurde ihr von einer Frau geöffnet.„Ich möchte Herrn I. sprechen."— „Dann will ich meinen Mann rufen."— Der Gerufene erschien.„Ich will mein Bild wieder haben, Du---" und nun bekam der Angeklagte in Gegenwart seiner Frau allerlei Unangenehmes zu hören. Er hatte das Bild längst nicht mehr, wußte auch nicht, wo es geblieben. Schließlich drehte er der scheltenden Dame den Rücken und ging wieder in seine Stube. Fräulein F. hatte gerade eine Lampenglocke gekauft, die sie gegen ihr verrathenes Herz drückte. Kurz ent- schloffen, spielte sie den letzten Trumpf au«, sie nahm die Glocke und warf sie dem davongehenden I. gegen den Rücken, daß die Scherben nach allen Windrichtungen davonflogen. Nach diesem Knalleffekt eilte sie schleunigst davon. — Am Abend wollte der Angeklagte seine Stammkneipe auf- suchen. In der Nähe derselben vertrat ihm eine Frauensperson den Weg. Es war Fräulein F., die ihm augenscheinlich auf- gelauert hatte. Der Angeklagte dachte an die Nachmittagsszene, die Galle lief ihm über und er versetzte der vor ihm Stehenden ein Paar Ohrfeigen. Die Gemißhandclte schrie furchtbar, Publikum und Schutzleute eilten herbei, die Persönlichkeit des I. wurde festgestellt und er wegen groben Unfugs unter An- klage gestellt. Das Schöffengericht ahndete die That ziemlich schwer, es wurde auf eine Woche Gefängniß erkannt. Die zweite Instanz berücksichtigte dagegen alle Umstände, welche der Straßenlzene vorangegangen waren und setzte das Strafmaß auf 30 M. herab. Eine roste Handlung trug dem Uizemirtst Fritz Mindolpst gestern durch Urlheil der 96. Abtheilung des Schöffengerichts eine zweimonatige Gefängnißstrafe ein. Der Angeklagte hatte in feiner Eigenschaft als Vizewirth auch für die Reinhaltung des Hofes des betreffenden HauseS zu sorgen. Der Wirth glaubte eines Tages, ihm anzeigen zu müssen, baß er in dieser Beziehung seine Pflicht nicht vollständig erfüllte und zwar hatte der erwachsene Sohn desselben diesen, wie sich später herausstellte, nickt ungefährlichen Auftrag'auszurichten. Windolph wurde über die Rüge so erregt, daß er zunächst der Mittelsperson die Thür zeigte und trotzdem der Sohn des Wirths sich sofort zum Gehen wandte, ergriff der Angeklagte dennoch einen Beilstiel und führte damit einen so wuchtigen "sieb gegen den Kopf des Gegners, daß dieser, aus einer liefen !opfwunde blutend, sofort zusammenbrach. Eine große Narbe an der Stirn wird den Verletzten Zeitlebens an diesen Zu- sammenftoß mit dem Angeklagten erinnern. Das Gericht fand keine Veranlassung zur Bewilligung mildernder Umstände, sondern erkannte nach dem Antrage des Staatsanwalts wie oben erwähnt. Die Ui«sttl>eU«chtnng de« Trepprnflnrs hatte dew Maurer Wilhelm Franke, der eine Vizewirthstelle zu verwaltm hatte, eine Anklage wegen Körperverletzung zugezogen. Er atte, da er in den Abendstunden selten zu Hause war, feine frau mit dem Anzünden der Gasflammen beauftragt. Eines Lages, als die Flurbeleuchtung vor Eintritt der Dunkelheit noch nicht angezündet war, hatte Jemand das Unglück, die Treppe hinunter zu stürzen und sich erheblich zu beschädigen. Er wurde nun als Vizewirth der fahrlässigen Körperverletzung angeklagt. Der Gerichtshof erkannte jedoch auf Freisprechung, da der An- geklagte ein für allemal seine Ehefrau mit dem Anzünden der flammen beauftragt hatte, und dies eine Verrichtung ist, die feine besondere Vorkenntniß und Geschicklichkeit erfordert. Verlmmulungen. Gin» stark besuchte LffeutUche Nertammlnng der tistenmacher tagte am Monlaa, den 12. August, unter dem orsitz des Kollegen Kqufhold, bei Herrn Deichmüller, Alte Jakobstr. 53-. Auf der Tagesordnung stand: 1. Bericht der Lohnkommission über die Verhandlungen mit den Fabrikanten. 2. Verlesen des neuen Arbeitstarifs. 3. Verschiedenes. Bevor zur Tagesordnung übergegangen wurde, ließ der Vorsitzende das Protokoll von der kombinirten Sitzung verlesen. Das Protokoll wurde ohne Debatte angenommen. Darauf legte erden Inhalt der Verhandlungen, welche mit den Fabrikanten stattgefunden hatte, der Versammlung vor. Hierauf ertheilie er den Kollegen Tschernig das Wort, welcher in längerer Rede die Gründe eines partiellen und Generalstreiks klar legte und zu der Ueberzeugung gelangle, daß er nur für einen Generalstreik sein könnte. Ferner wurde über eine 9 ständige Arbeitszeit und em gänzliches Beseitigen der Ueberstunden, aber namentlich der Sonntags- arbeit gesprochen. Viele Kollegen hegen immer noch die Furcht, bei Vorkommen eines Streikes aus der Fabrik entlassen zu werden. Sie hätten eine solche Maßregel aber nicht zu be- fürchten, wenn Mann an Mann stände. Das hätte jetzt der partielle Streik bei Vallentin gezeigt, wo alle Kollegen bis auf einen einig waren und so ihre Fordennmen in kurzer Zeit durch- setzten. Da der Kollege Teichsel nach Bewilligung gemaßregelt und seine Entlassung angeordnet war, so legten sämmtlrche Kollegen nochmals von Neuem die Arbeit nieder und erreichten nicht nur, daß Kollege Teichsel in Arbeit blieb, sondem auch daß der Kollege Abel, welcher nicht mit gestreikt halte, sofort enilassen wurde. Kollege Torfstecher wollte, daß der Kollege Abei in keiner Werkstelle aufgenommen werden sollte. Dieser Anschauung widersprach jedoch Kollege Kaufhold, indem er meinte, Abel hätte jetzt eine Rüge bekommen und würde vorkommen- den Falls nicht wieder unsolidarisch handeln, und man könne ihn ruhig in einer anderen Fabrik arbeiten lassen. Hierauf ver- liest Kollege Kaushold die neuen Tarife in Bezug auf Hand- werk und Dampfbetrieb, welche von der Versammlung ange- nommen werden, und macht gleichzeitig bekannt, daß an diesem Sonnabend eine Versammlung statisindct. Näheres durch Säulenanschlag. Kollege Tschernig brachte folgende Resolution ein:„Die heule in dem Lokale des Herrn Deigmüller tagende öffentliche Kistenmacherverfammlung erklärt sich mit dem vorge- legten Tarife einverstanden und verspricht zu der zum Sonn- abend statlfindenden Generalversammlung, wo wahrscheinlich der Streik kundgegeben wird, allseitig dahin zu wirken, daß alle Kollegen aus dem Platze sind. Kambinirte Kistung der Tarif- Kommisfion der Kistrnmacher mit dien Fabrikanten am 10. August 188!? bei Herrn Heydrich, Beuthstraße 22. Der Einberufer Kollege Tschernich eröffnet die Sitzung um 9tz Uhr und erlheilte dem Referenten Kollegen Kaufhold das Wort. Mit folgenden Worten leitete er seine längere Rede ein:„Was hat uns be- wogen, hier zusammenzutreffen? Durch das stete Steigen der Miethen und Lebensmittel, wäre es endlich an der Zeit, die Augen aufzumachen, sowohl die Fabrikanten wie die Arbeiter hätten diese Pflicht. Der Generalstreik vor sdrei Jahren hat deutlich genug gezeigt, wie schwer eS ist, wenn die Fabrikanten mit den Arbeitern nickt Hand in Hand gehen, darum fei heute eine gemeinschaftliche Zusammenkunft anberaumt, um ein güt- licheS Uebereinkommen zu treffen. Redner legte besonders den Fabrikanten ans Herz, ihre Werkstellcn, wenn es zu einem Generalstreik kommt, mindestens drei Tage zu schließen, dann würden die Kausleute schon von selbst kommen, und dadurch könnten die Fabrikanten am Leichtestru höhere Preise erzielen. Sollten sich die Fabrikanten mit uns nicht in gütlichem Wege einigen, so müßte ein partieller Streik stattfinden, welcher weit gefährlicher sei-als ein Generalstreik. Ein Fabrikant stimmte den Ausfiihrungen voll und ganz bei und betonte besonders, daß den Arbeitern in ihren Forderungen seitens der Fabrikanten entgegengekommen werden müßte, was auch theilweise von den Fabrikanten anerkannt wurde. Ein Fabrikant hob besonders hervor, daß wir wohl schwer zu unserem Ziel gelangen werden, da sich zu wenig Fabrikanten bei der Sache betheiligten, auch er würde, wenn es zum Streik käme, keinen von der Lohnkommission in sein Komtoir oder Fabrik lassen. Ferner meinte er, er bezahlte im Verhältniß anderen gegenüber noch sehr gut, so würde in andern Fabriken für eine grobe Kiste bis 50 auch über 50 Pf. weniger bezahlt, als bei ihm. Ein Fabrikant meinte, er bezahlte wohl die besten Löhne in ganz Berlin und käme genau den Forderungen des bisher, gen Arbeitstarifs nach Herr Wahrmann von der Genossenschaft wußte nicht, in welcher Eigenschaft er sich befinde, und meinte, er wäre so als»Zwitter" erschienen. Diese Aeußerungen wurden von Fabrikanten sowohl wie von der Tarifkommission mit besonderem Jubel aufgenom- men. Herr Wahrmann kam den Ausführungen des Referenten Kaushotd im Wesentlichen nach und meinte zu den Fabrikanten, sie sollten doch keine Zänkereien hervorrufen, weil ein Fabrikant meinte, die Genossenschaft sei es gerade, welche die Preise bei den Kunden ganz und gar herunterbrächte, und ein Kunde von ihm hätte gesagt, er hätte dem Reisenden von der Genossen- schaft einen Groschen angeboten, damit derselbe nur gehen sollte. Kollege Tschernig findet in den Ausführungen des Fabrikanten keine anzüglichen Worte und weist die Beschuldigung des Herrn Wahrmann zurück und meinte, daß gerade Herr Wahrmann anzüglich geworden wäre. Tschernig theilte noch mit, daß ein partieller Streik bei Vallentin, jetzt Aktien- gesellschaft, und bei Gauert stattgefunden hätte, und wäre die Kommission verpflichtet gewesen, den Kollegen zu unterstützen, was auch zu Gunsten der Kollegen durchgeführt worden sei, da sämmtliche anwesenden Arbeiter in beiden Fabriken die Arbeit niederlegten. Ein Fabrikant stellte den Antrag, daß wir durchaus fest zusammenhalten sollen, waS mit Bessall aufgenommen wurde. Kollege Friese brachte zur Ausführung, daß wir uns die großen Kisten voll und ganz nach dem Tanf bezahlen lassen sollten, er stellte den Vergleich, wenn in einer Fabrik 10 Mann arbeiten und es kommen 10 große Kisten und erhält jeder eine, bekommt aber für die eine 50 Pf. weniger, weil es eine große Kiste ist: was soll nun Einer ver- dienen, wenn einer immer kleine Kisten zu machen bekommt, wenn ihn die großen nicht heraus reißen? Referent Kaufhold legte den Fabrikanten noch ans Herz, unter sich eine Versamm- lung einzuberufen, was auch von den anwesenden Fabrikanten angenommen wurde. Die Stimmung der Fabrikanten uns gegenüber war gut. I« der am 13. August tagenden Uerjammlung fammtlicher Lackirer aller Branchen Berlins und Umgegend stand auf der Tagesordnung: 1. Wirthschaftliche Umwälzung der französchcn Revolution. Referent: Herr I. Türk. 2. Dis- kusfion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Zum ersten Punkt führte Referent in l�stündigem, sehr lehr- reichem Vortrag der Versammlung an der Hand eines statt- üchen Zahlenmaterials die wirthschaftliche Umwälzung der französischen Revolution vor Augen. Bis zum Schluß herrschte die größte Aufmerksamkeit und eS wurde vom Vorsitzenden »auf allgemeinen Wunsch" Herrn Türk der Dank der Ver- sammlung ausgesprochen. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Jungermann, Schüßler und Nahrhaft, und wiesen darauf hin, wie bei der französischen Revolution das ganze Volk hinter den Führern gestanden, so müßte auch die ganze Gehilfenschaft Berlins hinter dem Verein stehen, und alle Mann für Mann dafür ein- treten, dann könnte man auch einigermaßen auf Erfolg bei einer eventuellen Lohnbewegung im nächsten Frühjahr rechnen, denn die erbärmlichen Zustande, welche in einigen Werkstätten wieder Platz gegriffen haben, spotten aller Beschreibung und es wäre die höchste Zeit, einmat gänzlich Remedur zu schaffen und ein jeder Kollege sollte soviel wie möglich, soviel als nur in seinen Kräften steht, dazu beitragen, das Werk voll und ganz zu vollenden. Zum 3. Punkt wurden noch einige Miß- stände im Gewerk erörtert und schloß der Borsitzende darauf die Versammlung um 12 Uhr. Der Fachverri» der Gas-, Master-, Heiiungs- Zlohrteger und Kerufsgenost'e« Kerlin» hielt am Sonn- tag, den l l. August, in Feuerstem's Salon, Alte Jakobstraße Nr. 75, seine regelmäßige Mitglieder- Versammlung ab. Die Tagesordnung lautete: 1. Endgiltige Beschlußfassung über den Antrag Reckner. 2. Vierteljähriger Kassenbericht. 3. Wahl des 1. Vorsitzenden und 1. Schriftführers. 4. Verschiedenes und Fragekasten.— Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde das Protokoll der Versammlung vom 28. Juli verlesen und angenommen. Zunächst wurde, der dritte Punkt der Tages- mdaung: Wahl des 1. Vorsitzenden und 1. Schriftführers, auf Antrag des Kollegen Reckner zuerst erledigt, und zwar wurde»um Vorsitzenden Kollege Reckner, zum 1. Schriftführer Skalsky gewählt. Da der 2. Schriftführer die Niederlegung seines Amtes der Versammlung gemeldet, wurde auch für diesen Posten ein Ersatzmann gewählt und fiel die Wahl auf Kollege Müller. Zum 1. Punkt der Tagesordnung: Endgiltige Beschlußfassung über den Autrag Reckner, die Beiträge der Mitglieder von 10 auf 15 Pf. wöchentlich zu erhöhen und dafür als Fachorgan die»Metallarbeiter-Zeitung" obligatorisch einzuführen, referirte der Antragsteller. Derselbe befur- wartete seinen Antrag aufs wärmste, und glaubt durch obligatorische Einführung der»Metallarbeiter- Zeitung" für den Verein ein untrügliches Agitationsmittel zu schaffen, weit den Mitgliedern speziell Ausklärung über Fach- angelegenhcit und Bewegung der Metallarbeiterschaft Deutsch- land» geboten wird. In der stallfindenen Debatte erklärten sich sämmtliche Redner für den Antrag: bei Abstimmung über denselben gelangte dieser mit großer Majorität zur Annahme; und zwar wird die Zeitung demzufolge vom 1. September d. I. an«ingeführt, die Zustellung derselben an die Mitglieder wurde dem Vorstande überlassen. Punkl 2 der TaaeSordnuna: Kassen- bericht pro 2. Quartal. Die Einnahme betrug inkl. Bestand vom 1. Quartal 141,85 M., die Ausgabe 114,30 M., bleibt ein Bestand von 47.55 M. Nachdem der Revisor Kollege Becker erklärte, die Kasse für richtig befunden zu haben, wurde dem Kasfirer die Decharge ertheilt. Zu Punkt 4, Verschiedenes und Fragekasten, macht Kollege Becker auf die am IS. August stattfindende öffentliche Rohrlegerversammlung aufmerksam und ersucht um recht rege Beiheüung an derselben. Nachdem noch zwei Fragen verlesen, wovon der eine Fragesteller mit der Frage zur nächsten Vorstandssitzung eingeladen worden, schloß der erste Voi fitzende mit einem warmem Appell, einzutreten und zu agitiren für die Organisation der Rohrleger, die Versamm- lung um-2 Uhr. Die Zentral-Kranstenkass- der Maurer, Kteiuhauer » s. w.»Grundstein zur Einigkeit", örtliche Verwaltung Berlin I., hielt am 21. Juli ihre Mitgliederversammlung in de» Gratweil'schen Bierhallen in der Kommandantenstraßc ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Abrechnung vom zweiten Quartal 1889. 2. Neuwahl des gesammten Vorstandes. 3. Verschiedenes. Im ersten Punkt verlas der Kasfirer Herr Müller die Abrechnung, die eine Einnahme inkl. des alten Be- stände« von 22 900,33 M. ergab, der eine Ausgabe mkl. der «ach Altona gesandten 7013.50 M. von 21 083�57 M. gegenübersteht. Die Abrechnung wurde von den Revisoren bestätigt und wurde dem Kasfirer Decharge ertheilt. Hierauf wurde zur Wahl geschritten und folgende Herren in den Vorstand ge- wählt: Als erster Vorsitzender Weiße, als erster Kasfirer Müller, wiedergewählt, als Schriftführer Pankow; als stell- vertretender Bevollmächtigter Herr Ferkel, als stellvertretender Kasfirer Herr Jensch, als stellvertretender Schriftführer Herr Hnnze. Als Revisoren wurden gewählt: Die Herren Schmidts, LÄtknitz und Heldenberger. Da im Verschiedenen noch einige Sachen erledigt, welche weniger von Bedeutung waren, wurde bie Versammlung geschlossen. Aer Verein zur Mahrnng der materiellen Interessen der Steinträger und verwandter Berufsgenossen Berlins hielt am Sonntag, den 11. d. MtS., seine Mitglieder-Versammlung in Scheffer's Salon, Jnselstr. 10, ab. Die Tagesordnung war folgende: 1. Vereinsangelegenheit. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Herr Gutsch sprach'zur Vereinsangeleaenheit darüber, daß die Versammlung so schwach besucht war, daß es doch wenigstens Pflicht eines jeden Vereins kamer a den wäre, alle 4 Wochen zu erscheinen. Dann wäre es auch Pflicht jedes Einzelnen, Abonnent zu sein auf das Organ der Bau- arbeiter, das könnte ein Jeder wohl halten, ebenso auch das„Berliner Volkeblatt". Das find die Blätier, die uns den Stoff geben. Da sich weiter keiner zum Wort meldete, wurde der Brief von Frankfurt vom Vorsitzenden vor- gelesen, der den Inhalt halte, daß am 18. August das Stiftungsfest gefeiert wird und wir dazu fieundlich eingeladen wären. Herr Gutsch fragte die Versammlung, ob wir gewillt sind, zwei oder einen Delegirten hinzusenden. Herr Gaßmann stellte den Antrag, nur einen hinzusenden. Darüber wurde von der Versammlung abgestimmt und der Antrag einstimmig an- genommen. Herr Gutsch wurde als Delegirter gewählt. Herr Steinburg stellte den Antrag, dem Mitglied Karl Döhring eine Unterstützung zukommen zu lassen, weil er schon längere Zeit krank ist. Auch hierüber wurde von der Versammlung abgestimmt und der Antrag einstimmig angenommen. Es wurden 15 M. bewilligt. Herr Sleinberg führte noch an, beim nächsten Mal eine Tellersammlung zu veranstalten, damit der Kasse Geld zugeführt würde, und dann lief ein zweiter Antrag ein, für das kranke Mitglied Karl Mörschel eine Unterstützung zu bewilligen. Es wurden ihm 20 M. bewilligt. Dann wurde von Herrn Weber das dies- jährige Stiftungsfest zur Diskussion gestellt. Hierzu meldete sich zuerst Herr Knaak, der befürwortete, daß es nicht nöthig wäre, in diesem Jahre ein Stiftungsfest zu feiern, weil wir noch zu kämpfen haben und das Geld zu etwa« Anderm ver- wenden können. Darüber entspann sich eine längere Debptle. Es wurde dann von verschiedenen Rednern darauf hingewiesen, doß ein Stiftungsfest gefeiert werden muß. Der Vorsitzende ließ schließlichabstimmen und es wurde einstimmig von derVerfammlung angenommen, das Stiftungsfest zu feiern. Herr Noak stellte den Antrag, gleich dazu ein Komitee von 9 Mann aus der Mitte der Versammlung zu wählen. Es sind folgende Herren gewählt: Furchner, Kerften, Mahorn, Heckmann, Wernau, Grimm, Knobel, Kandale und Gutsch.— Zum zweiten Punkt, »Verschiedenes", theilte P. Schröder der Versammlung mit, daß sie 18 Mann stark an der Liedertafel seien und 14 bis 16 Mann stets zur Singstunde erscheinen. Herr Nedel sprach sich über den Kameraden Franz Schneider dahin aus, daß wir ihn aus dem Verein ausstoßen sollen, weil er sich vieles gegen die Kameraden hat zu schulden kom- men lassen. Die Ausschließung wurde angenommen. Herr Noak legte den Kollegen nochmals ans Herz, daß es Pflicht wäre, auf den»Bauarbeiter" abonnirt zu sein. Herr Wallen- thin war dafür, in jedem Monat eine Wanderoersammlung einzuberufen, denn es wäre darüber schon lange debattirt wor- den, daß eine solche stattfinden muß. Da stch nun weiter Keiner mehr zum Wort meldete, schloß der Vorsitzenden die Versammlung. Die nächste Versammlung findet am 15. Sep- tember statt. durch Milglieder ewgrsuhrl, haben ZutriM llm recht zahlreiche» Erscheinen wird ersucht. Vtttin|nv Wahrung der Kuterelse» sder Gast- und»chanie- wirth» Herrin» und Umgegend. Versammlung am Freitag, den IS Äugusl, Nachmittag» SX Uhr, i» Bründel» Restaurant, Dreidenerslr IIS, Zage». ordnung: I. Vortrag de» Herrn Türk über i„Die tSeschichte der sranzöstlchen Reoolulion," 2 VereinSangelegenheiten und Ausnahme neuer Miiglicger, S, Fragekasten und Verschiedene», Gaste willkommen, Un> zahlreiche» Er- scheinen wird gebeten, Hauardetter- Mereta der ztasenthaler Uarftadt. Unser IS, Sltstung»sest findet am Eonnabend, den 17, August, in Lehmann'« Ealon, Echwcdtcrstr, 2S, statt, wozu Freunde ergebenst eingeladen werden,— Offene.Rasse findet nicht statt; Einlahkarten find vorher bei sümmtlichen Vor- standSmitglicdern zu haben. AUgemein» Kranken- und Kterbekast» der WetaUarbeiter rrl>» beschäftigte» Personen«E, H. Nr, 60), Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Rendant Mirsterfeld oe» Sonnabend» Abends nicht mehr bei Fleischmann lRestaurant) die Beitrüge entgegennimmt, sondern de» Eonnabend« Abend» von 7- 9 Uhr bei Föllner, Destillation, Rott. huserplob- Ml» Rotlbuserslrahen-Ecke, «»sal ang-,»urn- und gesellige verein» am Donnerstag: Männer- gesangveretn.LflliticT Abend» 9 Uhr in Vettin» Restaurant. Veterancnstr, 19, — Gesangverein.Bretzelschluh' Abend» 8X llbr im Restaurant Schumann, Alte Jakobsirahe 88,— Mgnnergesangvercin.Nordstern' Abend» 9 Uhr im Restaurant Pohl, Müllerstrahe 7,— Echäset icher Gesangverein.der Elser' Abend» 9 Uhr bei Wolf u, Rrüger, Ekaliderslrahe 128, Gesang,— Gesang. verein.Blüthenkranz' Abend» 9 llbr iin Rcllaurant Brandenburastrasze 60,— Männergesangveret».Alerander' Abend» 9 Uhr im Restaurant Rose, Strauß- bergcrslraße 8,— Mfinnergelangvercin.Firmita»' bei Rinner, Röpnlckerstraße Nr 68,— Gesangverein Mflnnerchor.St, Urban' Abend» 9 Uhr Annen- ftraße 9,— Mitnnergelangverein.Liededsrelheit" Abend» 9 Uhr im Restaurant Miegel, Sttalaucrstraße 57,— Gesangverein„Deutsche Liedertasel' Abend» 9 Uhr Röpnilkerslraßc 100,— Gesangverein„Norddeutsche Schleife" Abend» von 9—11 Ubr Michaelkirchstraße 39,—„Brunonta" Abend» 9 Uhr llebungk- stunde bei Lcdmann, Alerandrinenstraße 82— Turnverein„Hascnhaide"(Lehrt,. Adtheilung) Abend« 8 Uhr Dieffenbachstraße 60-61,-„Berliner Turngenossen- schaft"(7, Lehrlingi-Abtheilung) Abend» 8 Ubr in der städtischen Turnhalle, BrißersNaße 17—18:— deSgl, 6, Münner-Ablbeilung Abend» 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstraßc 51,— Lübeck' scher Turnverein lMänncr- Adtheilung) Abend» 8 Uhr Ellsabethstraße 57-58,— Sllgemcineer Srendi'schcr Slenographenvercin. Abthellung„Louisenstadt". Abend« 8X Uhr im Restaurant Preuß, Oranienstr, 51.— Arendi'Icher Stenographenverein .Phalanx' Abend« 8X Uhr im Restaurant.Zum Buckower Garten', Buckower. ftraße 9,— Deutscher Berein Arcndi'scher Stenographen Abend» 9 Uhr in Heidt'« Restaurant, Roppenstr, 75, Unterricht und Uebung,— Berliner Steno- grapben-Vcrein(Svstem Arend«) Abend» 9 Uhr im Restaurant Friedrichstr, 208 — Stolze'schci Elenograpdenverein.Nord-Berlin' Abend« 9 Uhr, Schlegel- ßraße 44,— Verein der.Naturfreunde' Abend» 9 Uhr im Restaurant Wiener- ftraße 85— Verein der Unruhstädter Abend« 8X Uhr im.Röuigstadt-Rafino', Hoizmarktstraßc 72,— Verein ehemaliger F, W, Rcttschlag'scher Schüler am I, und 8, Donnerstag seden Monat» im Eos» Schüler, LandSbergeislraße 78 Abend» 8 Uhr,— Rauchklub.Rernspige' Abend» 8X Uhr im Restaurant Holz- marktstraße 44,— Rauchklud.Arcona' Abend» 9 Uhr bei Pasche, Reichenberger- ftraße IIS,- Rauchklud„Dezimalwaage" Abends 9 llbr im Restaurant Lock, RramSjlraße 48.— Rauchklub„Vorwärt»" Abend» 9 Uhr bei Herrn Tempel, Restaurant„Zum Amdo»", BreSlauerstraße 27,—„Orimtalischer Rauchklud" Abend» 9 Uhr im Restauraul Wicchcrt, Oranicnsttllße 8,— Rauchklub„Rrumme Piepe" Abend» 9 Ubr RüderSdorscrstraße 67 bei Wunderlich,— Rauchklud „Kollegia" Abend» 9 Uhr bei Thtemermann, Ekalißerslraße 65,— Privat- �heatergisellschast„Adlerschwinge" Sißung 9% Uhr Gartenstraße 14 bei Träger, — Munkvcretn„Vorwärts Uebung Adcud» von 9—1 1 Uhr Flscherftraßc�tl. Neue Villglteder erwünscht,— VergnügungSveretn„Farlnellv Avend! Jnvalidcnstraße 189, Gäste willkommen, Ausnahme neuer Mitglieder, Wortttiphkos. Das dem Wiener Anthropologen-Kongress über die Streitfrage Hissarlik- Troza zugegangene Sendschreiben des Hauptmanns a. D. Ernst Bötticher(Mitglied der Berliner Aiuhropologischen Gesellschaft) hat Herrn Professor Vilchow veravloßt. Bö'iticher's Behavpiungen»furchtbaren Unsinn" zu nennen und ausdrucklich zu bemerken,»er wähle dicscn Ausdruck, weil Bölticher sich nicht genirt habe, kw«�� I jlr. 19< rote Schliemann in taktloser Weise anzugreisen. antwortet nun Herr Bötticher in einem zweiten in welchem e« u. a. heißt:»Mein Sendschreiben wenn es Herrn Virchow nicht schon ohnedies wäre, keinen Zweifel, daß es sich nicht um die Peo'W mann's, mit dem ich nie im Verkehr gestanden, den iw.,cß gesehen habe, handelt, sondern um den streng wtsseMG Nachweis wissenschaftlicher Wahrheit, ohne Ansehen der pr Dieser Nachweis ist die Pflicht jedes Forschers, der erkannt zu haben glaubt, mag auch der mobernx, � Deutschen doch sonst am wenigsten eigene Personenkur gegen toben. Ich habe beiläufig nie gehört, o°» Virchow den Angreifern eines Mannes wie Furn Taktlosigkeiten vorgeworfen hätte. Sollte es nur Sa»' � Person, nicht auch leine ein-n- f<4n hte.kierrn V'rlb. so nahe geht? ruck, seine eigene sein, die Herrn Mein Buch, auf welches das SefidM. fnfn-i ff hcn.-f, sich bezieht, führt streng wissenschaftlich den Schliemann- Dörpfild � daß daS von Virchow und.........—->,»- worfene Bild von Hissarlik-Troja»grundfalsch"'.-!- daß man es mit dem objektiven Thatbestand kem« nau genommen hat und dies Buch beansprucht u» � mühevoller und zeitraubender Arbeiten ein ehrlich»» � gehendes Studium._ Wenn Herr Virchow, anstatt e � solchem Studium bafirte Widerlegung zu versuchen, Ausdrücken" zu imponircn und feine Autorität m P schale zu werfen vorzieht, indem er mein von�Prol-�� de■ mit einer für ihn sehr interessanten Vorrede beehrtes kirnirnTtiliPtttan. SVnrfAmi. der hervorragenden Forschern anerkanntes, der vorgelegtes Werk, ignoiirt, so läßt dies die begr�» Vermui'hung zu, daß ihm die Unmöglichkeit einer 23'� N wohl bewußt sei. Dafür zeugt auch sein Bestreben,, fr 4»' seine' eigentlich am meisten an derUnterdrückung meiner 4b essirten Person aus dem Treffen zu ziehen und gegen Schliemann zu reden. Da« sind Fechterkünste, v Virchow rechnet mit demGewicht seiner Aussprüche, wor sich auf Widerlegung einzulassen, meine Arbeilen au«, � wie schon seit fünf Jahren, durch das durch'S Fenst,„st!' gesprochene»Unsinn" zu dtskreditiren sucht. Mit ich also vor aller aller Welt die Klage, daß Proieno � die Wahrheit über Hissarlik zu unterdrücken sucht, seine wissenschaftliche Autorität, welche er für g- Troja eingesctzi hat, schädigt und nicht in seine anthrop, Theorien paßt, und ich fordere alle ehrlichen Forsch??., jfc1 Material, welches ich beigebracht, gewissenhaft zu es möglich gewesen, so hätte Professor Virchow 8fw>B j# stand genommen, die Behauptungen 1 b>0 Sendschreibens Verleumdungen zu nennen. E§' Grund wie Verzweiflung, wenn derselbe � ausdrücklich den ebenso trivialen wie unparlas"' Ausdruck»furchtbarer Unsinn" wählte, und e« M'-v drückend ihm selbst das Gewicht meiner Enthüllungen Sprichwort kennzeichnet ja den, der sich in solchen u?- sp»' Schimpfen legt. Wo wirklich furchtbarer Unsinn zu A(ji;- daS will ich weiter noch, als es in meinem Buw o schehen, später darthun. Man wird sich wundern. von dem Professor Vircho rühmt,»wir wissen, tvaS w und machen keine Anleihen bei Hypothesen«df aus dem äußeren Schein der Dinge höchst oberflaG leitet ist." S€ pari«, 10. August.(Ein romantischer FaU-l fft?*' »ri.«« 'stion Z, s Jl« �„S ■Biktor pari«. 10. August.(Ein romantifcher Abend fand hier auf dem Boulevard de la Ehapeue ss ,, richtung statt auf Grund eines von einer 3M Uebelthätern gefällten TodeSurtheilx. Vor etwa g � wurde ein gewisser Mouiier, selbst'Zuhälter, bei e> gerei unter Zuhältern getödtet. Seine Freunde uo» f beschlossen, dem Getödteten ein Denkmal zu si» jflHj veranstalteten zu diesem Zwecke Sammlungen, 500 Franks ergaben. Diese Summe wurde einkw»•'. � der sauberen Gesellschaft, Bassaler, anvertraut, der sie durchzubringen. Hierüber empört, traten seine Kaw»je; sammen und beschlossen, Bassaler zu tödten, und derselben Stelle des Boulevard de la Chapelle, wo Moun � worden war. Programmmäßig wurde dies uril�.�sir Abend von zwei durchs LooS bezeickneten Banditen iUltO; tz�enu r £'"an it,..�zu ko ,! aber ' weist bescher -N"r dah «W von denen einer Viel wird ihnen lurcys Lvo« vezeicnneien-oanvr»-.- jetzt bereits hinter Schloß una"A bei der Liebhaberei der Franzosen Komödienhafte wohl nicht geschehen. Depefrkren. (Wulff'««el-graph-n-K»?-«».) pari«, 14. August, Nachm. Sitzung des obersten der hokes. In der Vormittagssitzung erklärte v>->- 7.,m Dillon und Rochefort der Theitnahme an dem Alten � und sprach sich mit 100 gegen 97 Stimmen dahin Vorgänge im Dezember 1887 bei Gelegenheit der ■'-|---■ Der ntveuUNg-.SÄ krisis nicht als Altentat anzusehen seien. sodann auf die Frage wegen der Veruntreuung gywj Gelder über. General Campenan hielt die daraus Thätsachen für vollständig festgestellt. Roger une � behaupteten, daß der oberste Gerichtshof w hpt diesen Punkt nicht kompetent sei und die Vngeleg ein Kriegsgericht gehörr. Die Sitzung wurde sodan "«tagt-«F pari«, Mittwoch 14. August. Der oberste � erklärte in heutiger Nachmittaggfitzung Boulonge � � Veruntreuung und der Unterschlagung öffentl>a> ßj und zwar mit Ausschließung von mildernden schuldig. pari», Mittwoch, 14. August. Der verurtheilte Voulanger, Dillon und Rochefort zur nach einem befestigten Ort. a London, 14. August. Unterhaus Bei der oberste K? ,-r. ßk»# f berathung der Zehnten-Bill kündigte Webster an, de � � seits laut werdenden Einwänden, wolle die Regiert L st läge dahin abändern, daß der Grundbesitzer statt für die Zahlung des Zehnten verantwortlich fein>ou' beantragte die Vertagung der Debatte, damit" eggldf der Weiterberathung von dem Wortlaut der drnd" änderung der Bill Kenntniß nehmen könne. M'l w der Regierung wurde hierauf die Debatte vertagt- y Vriefkssten_ Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Ouittung beizufÜS Antwort wird nickt ertheilt. �»-« K. S. Kirdorf. Sie müssen sich zunäch» lizeibehörbe zur Anstellung eines Sühneverjulvee. können dann unter Einreichung des Sühneatteu und Lohn klagen. Die Anrufung Ihrer frühere» � y als Zeugen würde aber nicht berücksichtigt wero�'crhrki sich vielmehr darauf gefaßt machen, daß die Frau, Drenstherrn als 2-»----" cxk'.i �«de. di �..De l�omni «*!• 5 > b« Z�msch �ssx"'cht cb - itn C aus vo er Wi. »• e mtl I dl •ommt, s ü'Bungs �»1 über 5. die st �««ivtn. � Co S? „ die Ä"? "'cht K IU; Si.Ä'ö P-ftS: Zeugin gegen Sie aufintl. Kteinke-Kchula«. sie müssen sich beschwer„ if. Ihr Postamt wenden. Das Versehen kann nur � pä» macht sein. Die betreffende Nummer erhallen � per Kreuzband nachgeliefert. �8 v Ä' so d'-�v�ch' Ä?' s Ä1" W' ttstw Aweit� Käi Verantwortlicher Redakteur: K» tu Berlin. Druck und Verlag von ttt Berlin öW., Beuidstraße 2.