e diesen !un Sä-H 'schl�A Äf; den'S � VÄ» öneS� llcdlw«14� Ä.ß &Q8s= Stummer mit dem �Sonntags-Blatt" 10 Pf. Be. Abholung aus unserer Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemen, 4 Mark pro Quartal. Kr k,.,(Eingetragen in der Postzeitungsvreisliste für 1889 unter Nr. 866.) Ausland: Täglich uuter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. »ij Morgens irfm mertellahrlich 1 �.�""Äags-Numm Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zlmmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vonnittags geöffnet. -• Fernsprecher! Amt Vi. Hr. 4IÖ6.•- ♦- �i/sew-Lp ver MA. Neuth strafe S.— Expedition: Jintmerfientze 44. Alitflo Eine r-Merlrltökke. ondenz" des konservativ- liberalen öhmert veröffentlichte kürzlich eine Zuschrift lfchen Fabrikanten mit folgender charakteristischer p- I« rZv. enn eine Fabrik mit einem Staate vergleicht, � d»'nan e'ne �e'�£ von Aehnlichkeiten finden, und man V�n �kommen, die Fabrik einen Staat im Kleinen zu «bkiz' man wird sich sofort sagen müssen, daß die ktilBerf'i'.ein absolutistisch regierter Staat ist. Der «sse» ist Alleinherrscher, ob immer ein ausgeklärter, st» 3((,.r dahingestellt; es fragt sich nur, ob der Arbeiter Mi. W, mitzusprechen, und da sein Begehren keines- i.-Unk billig erfüllt würde, liegt es uns ob, �i e, die zu seinen Gunsten sprechen, zu erörtern." "oiij.--Deutsche Metall-Arbeiterzeitung", welche davon �?°vnnen, bemerkte dazu sehr treffend: "ienm �drikant ein Zar im Kleinen, ein Miniatur- hA-Ä iT�M" emerkung scheint, so schreibt die„Fränkische »iksizej /q,. stanz genau auf die Verhältnisse in den Hui, Nürnberger) königlichen Zentralwerkstätten zu in,. der jetzige„Oberchef" sich als wirklicher 3?«, /cheänkter Alleinherrscher betrachtet, trotzdem NlElii Werkstätten der königlichen Generaldirekiion � sind, ist außer allem Zweifel; ob er j. aufgeklärter ist, diese Frage lassen wir ebenfalls � der erwähnte österreichische Fabrikant, eingedenk .tfUjortes:„Wem Gott ein Amt giebt, dem verleiht �»dezu unerklärlich ist nun das Verhalten der Ar- ,vHt n genannten Werkstätten, und man wäre fast Allisch' an hochgradige Zufriedenheit und an ein geradezu �erhältniß zwischen Unternehmer und Arbeiter zu N«'.welches absolut nichts zu wünschen übrig ließe, 3e ein e6en doch ab und zu aus dieser stagnirenden �cilhtx Schmerzensschrei das Ohr der Oeffentlichkeit ¥ in.) obersten der ß lAltentw ->hm&fä :uuna le# 9er noch nichts davon an die Oeffentlichkeit ge ti�etbürf /"telligentere Arbeiter steht nämlich fortwährend ?�it der Urheberschaft, wenn etwas an die Oeffent- SS'Ä "w»s leii köw Urheberschaft, �wnit,� und es haben dieselben bei dem herrschenden schon �"steshstem einer- und dem Byzantinismus anderer- Ii""s nn � unliebsame Erfahrungen gemacht, woraus !Sil(j.ch erklärlich ist, daß sast bei keder Veröffentlichung, �.fe dortige Zustände brachten, so und so viele ''e mit der Sache gar nichts zu thun hatten, zu berste � ulang-r sentit«1 nden u» ö-rst- � zur v* .'d - kr eftierun? v.Jcuillcton. [40 Goldinenfck Aomo« von Maurus ZÄfai :-"chtL�dhie hatte trotz ihrer Verzweiflung noch so viel ' rtr» wahrzunehmen, daß es mit der Ver- 4 �on l- sSvell ging. Kaum ist etwas ausgerufen, so schlug �ppen n..Rommel zu-„Niemand giebt mehr!" Die !» deisammenstehenden Kauflustigen lärmen:„Da ' stet.„wand mitlizittren, der Mensch ist ja närrisch\" dieser Narr sein? jr?,. Acn«� iKN ni*. dW nur noch die Kücheneinrichtung, man Zt-~ M statt de» � in f-ste- Kit da« '»»u-lvnrn uouly ist, wo wenn ein«e» rrpunve» �»fas'a-! i»? sich niifst ch auseinanderlegt und davon trägt. Hier .*.£» nit � W1'- Allna r"0" der Stelle. Jetzt solgt die Haupt- ..ntitdf«�ten fluchend retirirt Alies. � � � � Jetten' � S'-bt Niemand mehr?. te»»Mal schlägt die Trommel Käufer gefunden. „Zum ersten . zum dritten Mal l" zu. Auch das Haus uns kamen, und uns um Bestätigung ersuchten, daß sie nicht die Einsender des betreffenden Artikels seien! Außer- den, hätten sie Maßregelung zu befürchten. Daher ist auch der JndifferentismuS bei den Arbeitern leicht erklärlich, wenn auch nicht völlig entschuldbar. Wir werden nun aus dem unS zugegangenen Material, für das wir glücklicher Weise allein die Verantwortung zu tragen in der Lage sind, dasjenige veröffentlichen, was geeignet ist, dem großen Publikum ein richtiges Bild über diese fiskalische Muster- Werkstatt zu geben. Nun zunächst zu den Lohnverhältniffen. Nach den Berichten über die EtatSberathunaen in der bayerischen Abgeordnetenkammer beträgt der Durchschnittslohn in den königlichen Zentralwerkstätten Nürnberg 2 Mark 70 Pfg. Nachdem nun eine 5 prozentige Zulage stattgefunden, (welche aber für Kranken-, Alters- und Jnvalidenkasse wieder abgezogen wird) würde derselbe jetzt 2 M. 85 Pf. betragen. Me es in Wirklichkeit(und da hauptsächlich von den jungen Arbeitern die Zentralwerkstätte als das Eldorado ihrer Wünsche— nämlich bald wohlbestallter Lokomotivführer zu werden, betrachtet wird) aussieht, mögen folgende Zahlen beweisen: Es erhält ein Schlosser, der sein Handwerk richtig er- lernt und den Befähigungsnachweis durch eine Musterarbeit erbracht hat: 2 M. 20 Pf., 2„ 10 2„ 1„ 1.. 80 60 bis herunter zu 1„ 50„ Dagegen werden Tagelöhner, welche kein Handwerk er- lernt haben, mit 2 M. eingestellt. Damit soll nicht etwa gesagt sein, daß diese zu viel bekommen, denn es bekommt keiner etwas geschenkt und die Zeiten sind schon längst vorüber, da sich der Arbeiter noch konser- viren konnte für die alten Tage, was nach der An- ficht des gegenwärtigen„Oberchefs" auch nicht nöthig ist, da ihm nichts zuwiderer zu sein scheint, als eine Spinne und ein alter Arbeiter, denn anders ist ei nicht zu verstehen, wenn sich derselbe darüber beklagt, daß er überall alte Ar- beiter und Invaliden sieht. Da war denn doch die Ansicht seines Vorfahrers eine humanere. Als einmal die jungen Arbeiter um Zulage baten und dabei auf das Mißverhältniß zwischen ihrem Lohn und dem der alten Arbeiter, sowie deren geringerer Leistungsfähigkeit hinwiesen, richtete er die Frage an sie, ob sie nicht auch alt werden wollten. Da war auch noch Aussicht zum Altwerden vorhanden, aber jetzt ver- fallen die jungen Arbeiter, bei den großen Ansprüchen, welche an ihre Leistungsfähigkeit gestellt werden, frühzeitigem Siechthum, und die Altersversorgung mit 65 Jahren scheint daher oen meisten so hoch zu hängen, wie dem Fuchs in der Fabel die Trauben, welche demselben deswegen auch zu sauer waren. Und sauer im wahren Sinne des Wortes „Nun, jetzt ist'S Zeit, zu gehen, mein süßes, schönes Töchterchen. Sehen wir noch ein letztes Mal zum Fenster hinaus; wenn nur der Thurm der Sankt- Johanniskirche jetzt einstürzte und uns Alle erschlüge, die wir hier bei- sammen sind." Athalie aber saß noch immer auf der Küchenbank, har- rend und harrend und nach der Wanduhr blickend. Die aber zeigt schon auf Zwei. Noch ein schwacher Hoffnungs- strahl schimmerte durch die egyptische Finsterniß. Vielleicht war es die Scheu, dnrch die lizitirende Menge sich durchzu- drängen, welche den Hauptmann bisher abgehalten hatte, zu kommen; vielleicht erscheint er, sobald der Hof sich geleert haben wird. „Hörst Du nicht, daß Jemand sich nähert?" „Nein, mein süßes, schönes Töchterchen, ich höre nichts." „Doch, Mutter. Vom Gange höre ich Jemand herauf» schleichen, leise, auf den Fußspitzen." In der That nähern sich dumpfe Tritte. Es wird an die Küchenthür geklopft, wie ein höflicherzGast that, der um Erlaubniß bittet, eintreten zu dürfen, und wartet, bis sie ihm mit einem„Herein!" ertheilt wird; und erst jetzt öffnet sich sachte die Thür und herein tritt mit herabgenommenen Hut und sich höflich verbeugend— Michael Timar Levetinczy. Er blieb, nachdem er sich vor den Damen verneigt hatte, an der Thüre stehen. Athalie stand mit dem Ausdrucke der Ent- täuschung und des Haffes in ihren Mienen vor ihm auf; Frau Sophie rang die Hände und blickte, zwischen Furcht und Hoffnung schwankend, auf ihn. Timea sah ihm sanft und ruhig ins Äuge. „Ich," begann Timar, das„Ich" vorausschickend, wie irgend ein Papst in seiner Bulle,„ich habe jetzt dies Hans, mit Allem, waS darin zu verkaufen war, in der gerichtlichen Lizitation erstanden. Ich kaufte es nicht, um es für mich zn behalten, sondern um eS Derjenigen zu übergeben, die allein tn diesem Hause nicht feil, für mich aber der einzige Schatz auf wird dem Arbeiter die Altersversorgung, das heißt, werden ihm die Beiträge, welche er zu leisten hat, denn wenn man nach Jahresfrist„Zulage" erhält, so ist sie so bescheiden, daß sie gerade für die MehrauS- gäbe für obige Kasse reicht, und er kann dann mit dem „großen" Lohn vom Vorjahr wieder weiter darben. Wenn nun in den Privatfabriken auf Grund der heutigen Produktionsweise das Bestreben dahin geht, die theuere Arbeitskraft der alten Arbeiter zu ersparen' und solche durch jugendliche Kräfte zu ersetzen, so darf die könig- liche Zentralwerkstätte selbstverständlich nicht zurückbleiben. Es werden daher auch Lehrlinge mit einem Anfangslohn von 60 Pf., mit einer Steigerung bis zu I M. 60 Pf. ut 4 Jahren, angenommen und nach Ansicht des mehr er- wähnten Herrn sollen die Resultate, welche bisher erzielt wurden, ganz günstige sein. Es soll dadurch eine„Ver- jüngung" des Arbeiterstandes herbeigeführt, ein neues Ge- schlecht erzogen werden, das, nach Heinrich Heine,„im Herzen die Treue und auf dem Hintern das Wappen" trägt. Aber warum nicht auch Frauen- und Kinderarbeit einführen? Die Resultate, welche in der Privatindustrie damit erzielt werden, sind doch auch„günstig"! Aber was noch nicht ist, das kann ja noch werden. Wenn nun die alten Arbeiter, welche noch einen etwas besseren Lohn haben, mit der Zeit theilweise pensionirt wer- den(wenn dieses Wort dafür gebraucht werden kann), theil- weise aussterben, so ist es klar, daß der Durchschnittslohn mit der Zeit unter den ortsüblichen Tagelohn gewöhnlicher Tagearbeiter-, der in Nürnberg 2 Mark beträgt, herabsinkt. Dies dürfte aber weder der kgl. Generaldirektion, noch dem bayerischen Landtag bekannt sein, sondern allein an der ab- soluten Alleinherrschaft des Herrn„Oberchefs" und seiner technischen Beamten liegen. Eine große Rolle spielt auch die Akkordarbeit, und, im Gegensatz zu dem allgemeinen Bestreben der heutigen Ar- beiterbewegung nach Verkürzung der Arbeitszeit, die Nach- arbeit. Zu dem, daß die Ansprüche auf bessere, exaktere Arbeit immer größere werden, sind die Akkordpreise so niedrig ge- stellt, daß die Arbeiter oft nicht einmal auf ihren Tagelohn zu stehen kommen, und im wahren Sinne des Wortes mit Defizit arbeiten, da der Rückstand später, wenn bei besser- bezahlten Arbeiten etwas über den Tagelohn verdient wird, zuerst in Ansatz kommt. Dazu hat der Arbeiter die Ver- antwortung für die Fehler, welche die Herren Techniker machen, zu tragen, welche nach den seinerzeitigen Ausfüh- rungen des betreffenden Referenten in einer öffentlichen Versammlung sich mit den alten Praktikern in den Haaren liegen. Dieser Ausfall, und, um gleich zwei Fliegen auf einen Schlag zu treffen, nämlich die Ausnützung der Ar- beiter zu verdoppeln, soll nun durch Ueberarbeit den Ar- beitern wieder„ersetzt" werden! Welche Humanität! Was die Arbeiter seither in 10 Stunden verdienten,„dürfen" sie jetzt in 13 Stunden verdienen! Wie genannter Herr auf„gutes Einvernehmen" zwi- Erden ist.— Fräulein Timea, von heute an sind Sie die Herrin dieses Hauses. Alles darin, wie es liegt und steht, gehört Ihnen: die Kleider, die Schmucksachen in den Schränken, die Pferde im Stall, die Werthpapiere in der Kasse, so wie sie bei der gerichtlichen Beschlagnahme hier vorgefunden wurden. Alles ist auf Ihren Namen geschrieben und die Hausgläubiger alle sind befriedigt. Von heute an sind Sie Herrin des Hauses — empfangen Sie es von mir. Und wenn in diesem Hause ein Plätzchen ist, das Raum hat für einen ruhigen Menschen, der nur mit Verehrung und Bewunderung Ihnen lästig fallen würde, und wenn Sie dies Plätzchen mir überließen: wenn in Ihrem Herzen eine kleine Zufluchtsstätte für mich wäre und Sie meine Hand nicht ausschlügen, dann wäre ich überglücklich und würde Ihnen geloben, daß der ganze Zweck meines Lebens sein wiro, Sie so glücklich zu machen, wie Sie mich." Timea's Gesicht strahlte bei diesen Worten von jung- fräulicher Glorie. Die vereinigten Strahlen unaussprech- lichen Schmerzes, edlen Dankgefühls, heiliger Opferwilligkeit verklärten dies Antlitz. „Dreimal... dreimal..." stammelten ihre Lippen, doch ohne einen Laut hervorzubringen, nur im Innern ver- standen die gleichgestimmten Nerven, was sie aussprechen gewollt. Dieser Mann war so oft ihr Retter. Er war stets so gut gegen sie. Er hat nie Spott mit ihr getrieben, ihr nie geschmeichelt. Und jetzt giebt er ihr Alles, was ihr Herz wünscht. Alles? O, nur Eins nicht. Doch das ist ohnehin ver- loren, gehört einem Andern. Timar wartete ruhig auf eine Antwort, Timea schwieg lange. „Uebereilen Sie sich nicht mit Ihrer Antwort, Fräu- lein Timea," sagte Timar.'„Ich werde warten, bis Sie sich entschlossen haben. Ich werde morgen kommen, oder in einer Woche, oder wann immer es Ihnen belieben wird, mir eine schen Unternehmer und Arbeiter sieht, oder wie er den Wünschen seiner Untergebenen gerecht zu werden sucht, be- weist folgendes: Anfangs wurde 12 Stunden, das heißt zwei Ueber- stunden,, mit Ausnahme des Sonnabends, gearbeitet, sowie Sonntags fünf Stunden. Als nun die Arbeiter den Herrn um einen freien Sonntag ersuchten und sich erboten, dafür dann lieber am Sonnabend nacharbeiten zu wollen, gab er ihnen die„freundliche" Erklärung:„So, das ist schön von Euch, daß ihr Sonnabend auch arbeiten wollt! Ihr könnt Sonnabends arbeiten, aber des Sonntags auch!" Und da- bei ist es geblieben, nur mit dem Unterschied, daß sie jetzt bis 9 Uhr, also 3 Stunden, nacharbeiten mußten! Zn den Werkstättenverordnungen heißt es zwar, daß die Arbeiter, wenn nothwendig, auck) zur Nach- und Sonntagsarbeit verpflichtet sind, allein alle Tage ist denn doch kein „Nothfall". Die Zustände in Bezug auf die Krankenkasse sowie die Unfallversicherung sind, trotz der vielen Vorschriften, welche die Arbeiter von Zeit zu Zeit bekommen, und die mit der Zeit eine kleine Bibliothek vorstellen, den betreffenden Ge- setzen geradezu entgegenstehend. Es wird z. B. der Prozentsatz von Akkord- und Nacharbeit den Arbeitern bei Berechnung der Kassenbeiträge abgezogen, dagegen im Krankheitsfalle nicht mitberechnet(!!), was bei einer längeren Krankheits- dauer eine hübsche Summe ausmacht. Dawo Verpflichtungen auferlegt werden, sind doch auch Rechte zu beanspruchen, und es wäre daher am Platze, daß diese Frage einmal prinzipiell zur Entscheidung der Oberaufsichtsbehörde, welche in diesem Falle die Generaldirektion als Vorstand der Kasse und Aufsichtsbehörde in einer Person ist, unterbreitet würde. Allein wo kein Kläger, da ist auch kein Richter, und die Beamten, welche mit der Ausführung der Kassenverwaltung betraut sind, betrachten es unter dem bestehenden absolutisti- schen Regiment, wie es scheint, als ihre Hauptaufgabe, die Arbeiter im Krankheitsfalle in ihren Bezügen so viel wie möglich zu kürzen. Bis jetzt haben sich die Arbeiter diese unerhörte Berechnungsweise mit Lammsgeduld gefallen lassen und da, wenn der Arbeiter auch nur sein Recht sucht, das Gespenst der Maßregelung ihm entgegengrinst, so wird wohl die Generaldirektion nicht eher in die Lage authentischer Interpretation versetzt werden, als nicht irgend ein junger Arbeiter, dem nichts daran liegt, diesem„Paradies" Valet zu sagen, die Sache zum Austrag bringt. Aus den Vorschriften zur Verhütung von Unfällen ist ersichtlich, daß bei vorkommenden Unfällen die Schuld, wenn irgend möglich, auf den Verletzten überbürdet werden soll, denn wenn genau nach denselben gehandelt werden sollte, wäre das Arbeiten eben überhaupt bald unmöglich; sie kommen aber auch erst bei einem Unfall in Betracht. Ein eigenthümliches Licht auf die Anschauungen des Herrn „Oberchefs" wirft dessen Verhalten einem verunglückten Ar- beiter gegenüber, der an einem Auge schwer verletzt und dem von dem Kassenarzt bezeugt wurde, daß er nur leichte Arbeiten, bei welchem das Auge geschont wird, verrichten darf, und jede Zugluft vermieden werden muß. Diesem Arbeiter wurde trotz eindringlichster Bitten, ihm eine andere Arbeit zu geben, weil die Zugluft auf dem angewiesenen Arbeitsplatze seinen beiden Augen schade, dies nicht nur ver- weigert, sondern den anderen Arbeitern gegenüber, welche die Angaben desselben bestätigten, dieser als„Faullenzer" bezeichnet! Wenn nun Vorschriften zur Verhütung von Unfällen von der kgl. Generaldirektion gemacht werden, sollte man doch meinen, daß es Aufgabe der betreffenden Herren Be- amten wäre, bei vorkommenden Unfällen die Vorschriften auch anzuwenden und nicht noch durch solche ganz unver- ständliche Starrköpfigkeit,(um nicht einen stärkeren Ausdruck zu gebrauchen) das Unheil zu vergrößern. Dies scheint aber für genannte Herren nur eine„sozialistische Anschauung" zu fein, welche ausgerottet werden muß. Dank dieser beharr- lichen Weigerung hat sich nun der Unfall des genannten Arbeiters verschlimmert, so daß Gefahr für das gesunde Auge vorhanden ist und das verletzte Äuge herausgenommen werden mußte. Nun bestimmt bekanntlich das Unfallver- sicherungsgesetz, daß der Unternehmer, welcher durch Fahr- lässigkeit, durch Unterlassung der vorgeschriebenen Sicher- heitsmaßregeln einen Unfall herbeiführt, der Berufsgenossen- schaft regreßpflichtig bleibt. Für den Herrn dürfte Angesichts solcher Handlungsweise eine kleine Lektion nach dieser Rich- Antwort zu geben. Sie bleiben Herrin über Alles, was ich Zhnen übergeben habe; ich habe daran keine Bedingung geknüpft, es ist Alles schon auf Ihren Namen überschrieben. Wollen Sie mich nicht mehr in diesem Hause sehen, so kostet es Sie nur ein Wort. Nehmen Sie sich eine Woche, einem Monat, oder ein Jahr Zeit zu überlegen, was Sie mir antworten sollen." Timea trat jetzt mit entschlossener Miene hinter dem Herde hervor, hinter den die beiden anderen Frauen sie zurückgedrängt hatten, und näherte sich Michael. In ihren Mienen lag etwas von gereiftem Ernst, der ihrem Antlitz eine frauenhafte Würde verlieh. Seit jenem verhängniß- vollen Hochzeitstage hatte sie aufgehört, ein Kind zu sein. Sie war ernst und schweigsam geworden. Sie blickte Michael ruhig ins Auge und sagte:„Ich habe mir'« schon tiberlegt." Frau Sophie lauerte mit neidischer Schadenfreude auf Timea's Worte. Ei, wenn sie zu Timar sagen würde:„Ich brauche Dich nicht, Du kannst gehen." Von einem so verrückten Mädchen, dem man einen andern schönen Mann in den Kopf gesetzt, läßt sich das wohl er- warten. Und wenn Timar, um sich zu rächen, plötzlich sagte:„Nun dann bleibe wie Du bist, Du bekommst weder das Haus noch meine Hand, ich gebe beides Fräulein Athalie." Und wenn er dann Athalie Heirathen würde! Als ob solche Fälle nicht schon vorgekommen wären, daß ein wackerer Freier von einem hochnäsigen Fräulein abge- wiesen wurde und dann aus Rache auf der Stelle die Hand der Gouvernante, oder der Kammerzofe verlangte und sie heirathete. Diese Hoffnung sollte jedoch der Frau Sophie nicht er- füllt werden. Timea reichte Timar ihre Hand und sagte mit leiser, aber ernster Stimme:„Ich nehme Sie zum Mann." Michael ergriff die ihm dargereichte Hand— nicht mit dem Feuer eines in Liebe entbrannten Jünglings, sondern mit der Huldigung eines Mannes, und blickte lange in die überirdisch schönen Augen des Mädchens. Und das Mäd- chen gestattete ihm, ihr auf den Grund der Seele zu blicken. Timea wiederholte ihre Worte.„Ich nehme Sie zum Mann tung gar nicht« schaden und ihn für die Zukunft etwa? milder stimmen, denn dieses ist nicht der einzige Fall, sondern nur einer aus verschiedenen herausgegriffen. Der Hauptpunkt, der sich wie ein rother Faden durch die ganze Werkstattordnung hindurchzieht, ist die Strafe, welche zu den großen Löhnen ein scbönes Seitenstück bildet. Man erinnert sich unwillkürlich an das Gleichniß von den vergrabenen Talenten in der Bibel; allerdings nur in um- gekehrter Form. Wenn ein Arbeiter ein zum allgemeinen Gebrauch bestimmtes Stück Werkzeug zerbricht, muß er es bezahlen, und zwar zu einem Preis, der viel höher ist als in einer Handlung. Erst kann nicht genug gearbeitet wer- den, dann soll kein Werkzeug beschädigt, dann das be- schädigte bezahlt werden; und da« Alles zu diesen„großen" Löhnen! In den Berichten der Fabrikinspektoren war von den Verhältnissen der Zentralwerkstätten nichts darin enthalten, es wäre aber doch nicht so uninteressant, etwas darüber gerade durch die Herren Fabrikinspektoren zu erfahren und würden dieselben von den Arbeitern Material genug er- halten, wenn sie sich einmal sehen lassen und mit den Ar- beitern konferiren wollten. Es ist dieses Kapitel noch lange nicht erschöpft, jedoch ist aus Vorstehendem erstchtlich, daß unter solchen Verhältnissen von Zufriedenheit unter den Arbeitern genannter Werkstätte, die, weil Staatsinstitut, eine wirkliche Musterwerkstatt sein sollte, keine Rede sein kann. Thatsäch- lich sind die Arbeiter der bayerischen Staatswerkstätten nicht besser daran als die Bergleute in Westfalen und Schlesien und es wäre endlich an der Zeit, daß sich auch die Arbeiter der Zentralwerkstätten organisiren und durch Gründung eines Fachvereins der gesammten Werkstätten-Ärbeiter, der ihre Interessen zu wahren und ihre Lage zu verbessern suchte, Hand an's Werk legten, denn: Einigkeit macht stark. Einzeln seid ihr machtlos, vereint aber eine Macht, welche sogar solch' absolutistische Herrschaft in den richtigen Schranken halten kann. Die Interessen sind bei den Zentralwerkstätte-Arbeitern, weil unter einem Kommando stehend, ohne Branchenunter- schied die gleichen, und die Arbeiter könnten daher ganz gut in einen einzigen Fachverein zusammentreten, da der In- differentismuS unter ihnen noch zu groß ist, als daß man von ihnen verlangen könnte, daß jeder in seinen betreffenden Fachverein sich aufnehmen ließe, und es könnte auf diese Weise am ersten eine Organisation veranlaßt werden. Dies könnte für eine öffentliche Versammlung als Tagesordnung aufgestellt und dann wertere Beschlüsse gefaßt werden. Volittphe Ueberstchk. Die deutsche üozialdemnkratie ist in der angenehmen Lage, sich nie den Kopf zerbrechen zu müssen. Andere Leute besorgen das für sie. Welche Mühe hat unseren Gegnern nicht der Pariser Kongreß gemacht— und macht sie noch! Die „heißen Debatten", die Herr Pindter in den Kongreßberichten nicht finden konnte und die offenbar auf einen geheimen Neben- kongrcß schließen lassen, haben dem genannten Biedermann ichon mehrere schlaflose Nächte verursacht; und eS wird noch lange dauern, ehe Herr Pindter und Genossen den harten Kongreß- Bissen verdaut haben. Ein etwas kleinerer Bissen, wenn auch ebenfalls schwer verdaulich, ist der Baser Zukunftskongreß, den unsere Reptilien— vermittelst des schweizerischen Bundes- ratheS— schon verboten haben, ehe er noch geplant war. Und ein dritter Bissen— aller guten Dinge sind drei— ist das neue Raths« nnd Auskunftsbureau in Plauen. Die „Weserzeitung" hat glücklich entdeckt, daß cS eine Frucht des Pariser Kongresses sei. Da diese Entdeckung zufällig keine dcnunziatorische Grundlage zu haben scheint, so wollen wir einmal unserer Gewohnheit zuwider Gnade für Recht ergehen lassen und der„Weserzeitung" sagen, daß sie auf dem Holzweg ist, und daß dieses Bureau zur Entlastung einiger bisher mit Korrespondenzen überlasteter Genossen bereits seit 4 oder S Jahren geplant war. Die Gerüchte, daß da» deutsche Klokadegelchwader in Ostafrika wesentlich verringert werden sollte, werden durch den offiziösen Telegraphen theilweise bestätigt. Nach einer Sanfibarer Meldung ist die Kreuzcrfregatte„Leipsig", Flaggschiff des Chefs des Kreuzergeschwaders, Kontre-Admiral Dcinhardt, Kommandant Kavitän zur See Plüddcmann, am 13. August d. I. von Sansibar nach Kapstadt in See ge- gangen. Der Kreuzer„Möwe", Kommandant Korvettenkapitän und werde Ihnen eine treues, gehorsame Gattin sein. Nur um eins bitte ich Sie. Nicht wahr, Sie werden es mir nicht abschlagen?" Das Glück machte Michael selbswergessen; er vergaß, daß ein Kaufmann nicht ein weißes Blatt Papier unter- schreiben darf.„O, sprechen Sie! Was Sie gedacht, ist schon erfüllt." „Meine Bitte ist," sagte Timea,„wenn Sie mich zur Frau nehmen und dies Haus das Ihrige sein wird, und ich die Frau in Ihrem Hause sein werde, mir dann zu ge- statten, daß meine Pflegemutter, die mich als eine Waise zu sich genommen, und meine Adoptivschwester, mit der ich aufgewachsen, hier bei mir bleiben. Betrachten Sie sie als meine Mutter und meine Schwester, und behandeln Sie sie so gut..." Dem Auge TimarS entschlüpfte unwillkürlich eine Thräne bei diesen Worten. Timea, die verrätherische Thräne ge- wahrend, ergriff TimarS Rechte mit beiden Händen und machte einen neuen Sturm auf sein überraschtes Herz. „Nicht wahr, Sie werden thun, worum ich Sie gebeten? Und Sie werden Athalie zurückgeben, was ihr gehörte? Ihre schönen Kleider, chren Schmuck. Uno ste wird bei uns wohnen, und Sie werden gegen sie so sein, als wäre sie meine leibliche Schwester. Mama Sophie aber werden Sie auch Mama nennen, wie ich?" Frau Sophie, dies hörend, begann laut zu schluchzen, sie sank vor Timea auf die Knie, bedeckte unaufhaltsam ihre Hände, ihr Kleid, selbst ihre Füße mit Küssen, während sie unzusammenhängende, unverständliche Worte ausstieß. Timar wischte dw Thräne aus dem Auge und im nächsten Moment war er schon wieder ganz Herr seiner selbst, stand ihm wieder jener durchdringende, klare, voraussichtige Blick zu Gebote, der bei jeder kritischen Wendung ihn leitete und ihn über seine Rivalen erhob. Dabei kam seine rasche Findigkeit ihm zu Hilfe, welche im Nu ihm zu- flüsterte, was geschehen müsse, um entfernten Eventualitäten aorzubeugen. Er nahm Timea'« beide Hände in die seinigen. „Sw sind ein edleS Wesen, Timea!— Sie erlauben doch, daß ich Sie von nun an nur schlechthin bei Ihrem Namen nenne?— und ich werde Ihrem Herzen keine Schande dieh«» Riedel, hat am 13. August d. I. von Sansibar aus reife angetreten._ Rückgang de» Deutfchthums im Glien. E§ w uns nicht erfreulich, daß zwar wir Deutsche im Reich großen Staatswesen geborgen sind, daß aber oußsrhaw Grenzen überall das Deutschthum einen viel härtere» um die Existenz zu bestehen hat, als früher, ehe das � � Reich gegründet war. Wo man unsere SiammeSgeiiov. Auslande früher mit Glcichgiltigkeit behandelte, weil w für ungefährlich hielt, sucht man sie ietit»u unterdruaea � zu verdrängen, weil man glaubt, l. deutschen Eroberungstriebes seien. Ohne Ostseeprooinzen hätte Rußland niemals sich soweit können, wie es geschehen, hätte es niemals seine mutiz« � erreichen können; und nun werden zum Dank danir vu. � mit einem Ingrimm und mit einer Rücksichtslosig'eu r. � wie sie solche noch nie vorher kennen gelernt hlchflK-lL«« Oesterreich-Ungarn müssen die Deutschen heute viel hm ihre Existenz kämpfen als jemals vorher; dort ist das ch,. � thum seit den Gothenzügen niemals so schnell ruawa � gangen, wie jetzt nach Begründung des Deutschen � unter der Regierung unseres Freundes Franz Josef. J» selbe zur Regierung kam, waren Prag, Lemberg,„-ü Pest deutsche Städte; heute ist Prag eine Lemberg eine polnische, Ofen-Pest eine waiPr' Stadt, und bei dieser ist die Entdeutschung so weil � schritten, daß selbst die meisten reichsdeutschen Ztf'fjL uralte deutsche Bezeichnung„Ofen" fallen gelassen ya° � durch die Bezeichnung„Budapest" mit ihrer Kennws Magyarischen zu prunken lieben. Und alle diese drei � find zu Mittelpunkten einer neuen antideutschen � worden. Leider ist auch kaum eine Aussicht vorhanscw � das, was seit einigen Jahren im Osten dem Deutschl?� � loren gegangen ist, von ihm in absehbarer Zeit ww" � wonnen werden könnte. Höchstens könnte dies lm wenn Deutschland vom Mittelpunkt der europäischen ai sich zu dem Pionier des Liberalismus umgestaltete, � seine Grenzen öffnete und mit liberalen Ideen und w> Jndustrieproduklen sich den Osten auf's Neue� zn � suchte, woran unter dem herrschenden System natürlich denken ist., tU' Irr Krzug auf dt- von der Drutjchen Kolo«>aw fchaft, Adtheilung Berlin, einberufene Protestverjai« schreibt die„Nordd. Allg. Ztg." u. A. folgendes: i,j> Was die deutsche Emin Pascha-Expedition beOTw � ß wohl zu beachten, daß die kaiserliche Regierung darüber, � die geplante Ausführung des Unternehmens für erachte, nicht bestagt worden ist. Wäre das geschehen, I? dem Emin Pascha-Komitee rechtzeitig gesagt worden 1*"' derselben gewichtige Bedenken entgegenttehen. Dadurch insbesondere, daß die Expedition. zu ein« »UMvmuj iiouti wuß uit O'z. ct/MTr: entsandt wurde, in welcher bereits beruhigende NachricW � das Schicksal Emin's vorlagen, ist Verdacht erregt warb i � dieselbe weniger philanthropische als politische Zwecke r � Sollten in der That solche Ziele ins Auge gefaßt stno��j in vn �cyui jyiujc oiClC luv �auye nahmen beabsichtigt sein, welche als Eingriffe in die v � anerkannte englische Interessensphäre betrachtet werden w$ so wäre dies zu beklagen. Die bestehende FreundjG. England ist für uns von größerem Warthe, als Alle«, Expedition am oberen Nil im günstigsten Falle könnte. Beabsichtigt die Expedition Anknüpfung von* � beziehungen außerhalb der deutschen Jnleressensvhare,. � sie dazu eine Unterstützung vom Reiche oder baS �üw � der Regierung nicht nachgesucht und nicht zugesagt Sie muß daher die Gefahr ihres Privatunternehwe.■< tragen. Will die Expedition auf eigene Hand Annen im Sudan vornehmen, dann ist ihr Unternehmen von l � Berechtigung, wenn es auch nach unseren Gesetzen nicht werden kann.— gj«» Man darf gespannt sein, wie sich die professionirtcn � färber unserer Kolonialpolitik zu diesem Rüffel stellen Eine Konferenz über die Untersuchung, die Beicbwcrden der Bergleute im niederrheinisch-wew»> Kohlcnbezirk, hat am Dienstag in Dortmund stattgcfun � derselben nabmen der Oberpräsidcnt Studt, die Rbg � Präsidenten Frhr. v. Berlepsch und Winzer, Oberbergba' � Eilert und andere höhere ÄegierungSbeamte TheiL—-* wird es ja werden.... Kit Um Abschaffung der Arbeitsbücher wollen&>< i lcute aus den sächsischen Grubcnbczirkeu in einer � den sächsischen Landtag bitten. Die Arbeitsbücher st» pf dem sächsischen Berggesetz vom 15. Juni 1886 für 61 � leute noch obligatorisch. Man erwartet von den. � Bergleuten, die ebenfalls noch Arbeitsbücher zu füh�" ein gleiches Vorgehen. Af Au» Leipzig schreibt man uns: Die Niederlage o- f brinuS-Brauerei in Dresden hat den Arbeitern man auch die hartnäckigste Lolalsperre erfolgreich brc4)uk �trrtiipn rtiifi Spm /rSitiiFp ii«S«rtr*"TitvtPrt 211 � mi* beiden Frauen aus dem Haufe und von Timea zu und zu bewirken, daß der stattliche Hauptmann du Athalie heirathe. Nun aber war an ihm die Reihe, von FrnU mit Küssen und Dankesergüssen überhäuft zu werds"-$ Herr von Levetinczy! O theurer, lieber, großherstö a# von Levetinczy, lassen Sie mich Ihre Hände, fir Ihr kluges Haupt küssen!" Und sie that auch, u» � Ij ihrem Programm versprochen und küßte dazu n Schultern, den Rockkragen und den Rücken Tiniars,./ schloß sie Michael und Timea in ihre Arme u.. pt ihnen ihren heißen Segen:„Seid glücklich ander!" Es war unmöglich, über die-, armen Frau nicht zu lächeln. Aber Athalie verdar Allen ihre Freude.„ick, � Stolz, wie ein böser Engel, der aufgefordert s%'1 zu bekehren und der lieber die Verdammung fl seinen Stolz zu brechen, wandte sie sich von Tiinar � fprach mit von Leidenschaft erstickter Stimme: Ihnen, mein Herr. Aber von Herrn Katschuka J weder in dieser, noch in der anderen Welt mehr etwa« � Ich werde nie seine Frau werden, ich bleibe hier be' — als ihre Magd." (Fortsetzung folgt.) .„«j K» AZ' H!„>che AÄiib Slii�fei >,51 in£' da P 5? 7°dde N;1" il s K.A fcj> © ifte .'ÄZd! er-n«� °S W genoff« f Seil man f' .nick« � 5ionirctto -n t«f.K eur-M? utig-M C die feit verW n. Au»» l härt-r? >asDom� �ckwaw � R-iKÄ f. W d» ' ntHt»»1 Gesicht auf Sieg begonnen. Vor»twa N Jahre � Ardntern da« gröble Lokal unserer Stadt, die- welche sie bis dahin unbestritten sur ehre Vereine iwmlungen halten benuken durck b,e bekannten arn vnd chatten benutzen können, durch die bekannten Kniffe dessen>.�>lassungen entzogen. Der Wirth büßte infolge aas die ��pttheil seiner Kundschaft ein, aber er wurde - eine oder andere Weite lä>adloS gehalten, s wcht zur Kapitulation gezwungen werden kcmnt.., sich ä« Arbeiter ihre Taktik geändert, und ihre Waff Wen die Brauerei, aus welcher ider betreffe Das Jet bezieh.- die Naumann'sche Brauer« n WM.Fm, djeset Brauerei ist sur so lange Zeit m Boycot g . der Wirth der Tonhalle Wn- LokalUat«� Aibntern verschließt. Die Brauerer, welche bererts«NN � erlitten hat, behauptet stets und' W*°us den Wirth der-Tonhalle kemen � H, und die.Leipziger Zeitung ist dabei spaß'» s�ch« Jauern als Eldeshetferin zur Serie g�p��en- � dauert fort, Msen verfangen natürlich nicht, und der Bop den j.d'e Tonhalle sich wieder den Atbeitern offnet. Aus jAchreien der �Leipziger Zeitung«hellt, dtz a t konservativ«» stellen einen Beamten aus Wiest, die-„etne� etwas unsympathische Per. den nationalliberalen Kartellbrüdern nicht rm ..w.Ä etwas f j| t�r �e Jianb.x.,?,e, Sozialdemokraten haben, da der tüdhtioM, r« 0ei udlehnte, den Lithographen Günther, " d« in einem unserer Vorstadt dörf« die TemfAi■7' Gemeinderathsmitglied ist, aufgestellt; �heim in!.«sinnigen nicken mit dem Kohlenwerkbesitzer AnJ.a6. Feld. Der Wahlkampf, in den unsere Partei tickt" �fällt. Die Sozialdemokraten haben, da der bis» ! «gJE"« IN Ott. �»Nt ,n stacht eintreten wird, verspricht sehr lebhast und inter» zu werden. wnsteriiise Krirfgeschichte. Der Vergolder A. neligj u M Halle a. S. wurde s. Z. wegen Versäumniß des »tt uUerrichig seines Sohnes auch vom Landgericht als Instanz zu 6 M. 50 Pf. Strafe verurtheilt, weil «liissx zrrthümlich annahm,„das Kind wäre getauft und Miss,.» d am Religionsunterricht Iheilnehmen.� Da beide !�um Ansicht des Angeklagten auf einem Rechts- e-r Richters beruhten, legte er gleich am Tage nach WÄ«kündigun° Revision ein, um ein Urtheil des � dkn» herbeizuführen. Alsdann wandte sich derselbe Mx 50 li0"1"0" Herrn Michaelis, Berlin, Markgrafen- ;sly z„'iDe.tS»r bereits den Religionsprozeß Ewald(Branden- ijUife».�geführt hatte.(Laut§385 der Strafprozeßordnung z».„ W Sachen von einem Rechtsanwalt geführt werden.) 0 �glen, der sich inzwischen auf einer Geschäftsreise S%OHn!Uii nun von seiner Frau eine zur Unterschrift vom giefg»? �Zugesandte Vollmacht mittelst eingeschriebenen jge d�ch,.Lüneburg, postlagernd, nachgesandt. Da bis zum � Abreise Hoffmanns von Lüneburg kein Brief einge- lallet f, 1°''eB derselbe einen schriftlichen Auftrag am »'äje,, Postlagemde Sachen zurück, des Inhalts, eingehende s»? nachzusenden. Letzteres geschah nicht. Als Hoffmaun My i; nach Lübeck kam, erfuhr er dort durch einen zweiten "er Ffau, daß auf der Post in Lüneburg ein Brief vom «»Ii iiw rv.liege. Er schrieb nun dreimal an die dortige w»»d�.�achsendung desselben, aber immer ohne Erfolg, und Wilixss.»>?. dann auf den Rath eines Lübecker Schalterbeamten ?°'»tts(s snantwor! karte an den Postdirektor zu Lüneburg, Ml. �folgende Antwort«hielt: Lüneburg, den 5. Juli Mr,jh.Me unterbliebene Nachsendung Ihrer im gefälligen vom 2. d. M. erbetenen hier postlagemden Sen- r�ib* urcb das Verschulden eines hiesigen Beamten her- worden. Das Versehen ist an dem Schuldig«, ent- »i Alz�Kerugt woiden. Kaiserl. Postamt. I. V.: Ritter.� oJ" kam auch der bewußte Brief an, trotzdem des durch den Rechtsanwalt eine zweite Vollmacht w �»ntn sofort vollzogen und per Eilboten demselben Witt i]jf 1 Wörde» mnr' Tiurrf, hnfi..Verleben des Vostbeamten'' »."k.s�osde» war! Durch das„Versehen des Postbeamten" «>- dgg �'logige Frist zur Revisionsbegründung verstrichen, !>„ N d Rammergericht beschloß dementsprechend die Ver- zck.ch ki»« Revision, von welch«» Beschluß dem Angeklagten szl� z.j,.6»au brieflich nach Paris, wo sich derselbe während ,?eb s.k°«and, Nachricht gegeben wurde; Herr Hoffmann Tesch�" dem Rechtsanwalt und forderte denselben t.Md m gegen die Verwerfung einzulegen und auf «t i�rs,•OuschuldenS des Postbeamten die Wiednaufnahme i» K»e Fr lu beantragen. Femer richtete Herr Hoffmmn Ikr�webur die Aufforderung, die von dem Postdirektor » k m,,!? erhaltene Karte sofort dem Rechtsanwalt zu über- J&''fler I»uch mittelst Einschreibebriefs geschah. Da— •— wurde der Brief„aus Versehen" des M»it»gl? iu Halle a. S. unfrankirt abgesandt. Der Rechts- v* dtn unfrankirten Brief feldstverständlich nicht an . do». kam mit 40 Pf. Strafporto zurück. Auf Rckla- ����JwrJietrtffenbe Beamte erst die 30 Pf. gezahltes föxtnjl und Cclum. von elektrisches Mineral, einen schwarren »!ir?we z. llanz außerordmtlicher Härte und spezifischer bir'.'eibar f0 schwer wie Platina, aus dem Elektri.zität lo schwer wie Platina, aus dem Elektrizität eHniifT"Vnd welchen Apparat«zielt werben kann, <1,1«Lobua» m e Ronald H. King auf der nrr...... �-** r..c.— ns- �'Vl. v�iciiroiccDmicr �lonaiu«v. Jim» uuj vc». t, fjtinee? m Birma, Asien, entdeckt haben. Er brachte H, avlj.owrerfiaes Stück des Steins, 5,2 Zoll lang und l,., es»,<«t auf den Galvanometer feines Laboratoriums, Vtn Sv? � wie ein Elektromagnet wirkte und einen dih?, Btbr??1,«llab, sobald es in elektrische Verbin» LÄntiaÄ?. wurde. Der Stein ist außerordentlich iL1' sich ,,gdig und bei längerer elektrischer Verbindung Vü�wtit R,eni8 graues Pulver von seiner Oberfläche ab. wl, oogenblicklich den Stein in seinem Laboratorium, t Hir Glühlichtlampen zu unterhalten. �?kues>�?�ich» Eiaheilung eine Schneidezahne» ist L"«. ÄrrN?'llNlß auf dem Gebiete der Zahnheilkunde, das Tch.ss, aus Wien berichtet wird. Der Zahnarzt Dr. �"sgend--.Wim theilt über das sonderbare Heilkunst« s»i,i,i. ober»»./W' �inem 38 jähr. Herm brach die Krone deS »ls?>chen Eri?"«> Schneidezahnes ab. Da er ein Gegner des hig der, Satzes mar, so wollte er den V«lust, wenn möglich, Äk°or, dys« ersetzt haben. Dr. S. schlug ihm als einzigm Aus» fi? die i w einem anderen Jnoividnum genommen« s<ä>r Zahnlücke eingesetzt werde, der dann, wenn . iw..... v, v----...— daselbst V.�fen»,»»? äur EinHeilung vorhanden wären, daselbst '>»'t- iedvch ,e,- Die Wurzel des abgebrochennen Zahnes wi., skr»M, 0 zur Ueberpflanzung des neuen Zahnes &!>»fcbem Tiden. Der Patient ging auf den Vorschlag S. ihm nur wenig Hoffnung aus M Z» versr.n'"gm machen konnte. So waren bereits krschj?kn, als ein etwa 18 jähr. Mädchen bei dem 1" C Äum?. denselben wegen eines ziemlich umfang. ii& bi- Aen Q�fchwüres zu konsultiren, welches von dem v..Mchneidkzahn ausging. Die Leidmde wünschte, .» Sdafte A?r?rlSgezogm werde, da derfelbe wiederholt sehr r goiogm werde, da derlelde wieoeryoti icyr zzReß»„??weUungm deS Gaumens verursacht hatte. Äeli cheir? n oden erwähnten Herrn kommen und zog ÄL ieiat» u?4°dn aus; derselbe war keineswegs gesund, Q,>g ausn.??, der sogenannte Zahnnerv(die Pulpa) als dde d?. D« Zahn wurde in warmes Waffergelegt. r1088 2. Wahl der örtlichen Verwaltung. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Borstand. Feilenhauer und Feilenschleiser Berlins. Oeffentl. Uersammluug am Freitag, den 16. d. M., Abends 7t Uhr, in Gothmann'« Kalo«, Brunnenstr. 34. Zahlreiches Erscheinen ist dringend nöthig. Quittung. 61,80 M. von der„Bäcker-Union" in Chikago erhalten, wofür wir unfern besten Dank aus- sprechen.*[1085 Die Bäcker Berlins. I. 21.: Julius Schlüter. Lneiu zur Wchiiug Der Mressen der Slavierarbeiter 11. um. BerOgen. Sonnabend, den 17. August, Abends 8t Uhr, in Keuerstem'S Salon, Alte Jatobstrafte 7S: Versammlung. Tages-Ordnuna: 1. Vortrag des Herrn K a n i tz über:„Queck- filberkuren und deren Einfluß auf den menschlichen Organismus." 2. Einladung der Mechanikfabrik von Lexow. 3. Vereinzangelegenheiten und Verschiedenes. Den Mitgliedem zur Nachricht, daß BistetS »um diesjährigen EttftnrgSfest daselbst ahge- hoben werden können. 1098) Dor Vorstand. Fachverein der Tischler. S o n n b e n d, den 17. August, Abends 8t Uhr, in Jordan'» Salon, Neue Grünstraße 28: Außerordentliche Gemlil-BersWiiiliiitsi. Taaes-Ordnuna: 1. Vortrag de« Herrn Rod. Schmidt über den Kampf ums Dasein. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Arbeitsvermittlers. 4. Vereinsangelegenheiten. Verschiedene«. Fragekasten. Reue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. 1090) Der vorstand. Sophatiezage! Moste von 3t— 5 Meter spottbillig. Emil Letevre, Kranienstr. 158, Fachverew der Metallardeiter in Gns-, Wnffer- und Dnmpfnrmntueell' ItfnGglierten-Vsöe'ssmnHiiiiig am Sonnabend, den 17. August, Abends 8; Uhr, im Königstadt-Kastno, HolzmarM 10S6j 1. Vortra sein sollen." 2. Gäste fi-l TageS-Ordnun«. he« Herrn Dr. Suber über„Die Schulen, wie sie fem, uno w* "Jahresbericht und Jahresabrechnung. 3. Verschiedenes und Sr®0efoI e durch Mitglieder eingeführt haben Zutritt. Der Vorn a—„ GreGe offentlicde Versammlung sämmtlicher Kistenmacher Berlins. am Sonnabend, den 17. Augusch Abends 8�UHr, in«ratweil'S vierhallen(oberer � TageS-Ordnung Entscheidender Beschluß zum" Streik, ob Generalstreik oder partieller. Die Kistenfabrikanten sind hierzu eingeladen. iftenfabrikanten sin.„ Der wichtigen Tagesordnung wegen sllst kein Kollege fehlen. Der !inberufer> Die seit 1877 destehealte, weitbekannte llhnenfabpik von Max Bu*** 157 Invalidensftpasse 157, neben der Markthall«. � verkauft jetzt sämmtliche Uhren tu bedeutend herabgeset' Preisen.„Ii Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet Grosse Ahschlü38' � Pfonhelmer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Fif®3 Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- und Korallenwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. Specialität i Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsachen werden auf das Ge*1 hafteste ausgeführt. Wff Sptea-l 2441 v.„ nnd Polster Maars) reelle Maare zu solide« preisen. Ganze Ausstattungen in und Nußbaum; Kücheumöbel in großer Auswahl empfiehlt tzj, D!' UASUUMZ» S-.D,, Köpuickerstraße Soeben erschien: Die Alassengegensätze von{7Sj Zum hAnderTjahrigen Gedenktag der großen Revolntis� Von ItapI liautslTM.. ä Gremplar 5v Pf. Miederverkänfer erhalte« Rabatt. jK > e z i e h e n durch die Expedition, Zimmer st raßc Nr. 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Masse, Naunynstr. 50.[1110 Maschinenmeister 1099] I klberlc& Co., Luffenufer 11. Vergolderinnen auf Barock- und Silber- leisten, sowie Tischler auf fournirte Leisten, verlangt[1083 Merstmeister, Brunnenstr. 151/152. Mdel, eigen. Fabrik. SMel d.?öisterp> Gr Lager, blU. Emil Brunnenstr. 28, TheUz. nach Ueber«" Kranzbinderei Laustberplah lö|< n mit Maleret von � en gros J, Meyer, Atlasschleifen............., Guirlanden von 15 Pf. an. Große Kränze. 'Liie r* 'bh Sknt Verantwortlich« Redakteur: K.«ronhetm m»erlin. Druck und«erlag von»ss Ksbwg m Berlin SV- Beuthstraße 2. KUrtn«te« aesorcmu»«' en it W U'' a ReiSe , di-Arbn� ch nicht ub« och p iblatt druaeu .nstist« C ilcher die Sn icr AuMdn kollege M' hier gemeint f" Zeugen«J' läge g -rrn Tbritleit« SÄ- Beilage zum Berliner Volksblatt. >r. l90. Freitag, den 16. August 1889. 6. Jahrg. Ge*1"� P>i y MerMr md GeselWft. Von Dr. Edmund Wengraf. (..Neue Zeit".) truck» �"'teratur— ein Spiegelbild der Zeit. Das Gleichniß allgemein als richtig anerkannte, als unanfechtbar n»«-. Wahrheit aus. Aber diese Wahrheit ist, was nicht tön.�nugend beachtet wird, eine doppelsinnige. Sie enthält �.�grundverschiedene Dinge: erstens die Feststellung einer täonl u zweitens die Aufstellung einer Forderung. Sie 7'® erstens, daß die Literatur ein Spiegelbild ihrer Eni- Iwi. Ä?zm bieten müsse, daii dies naturaemän ibrem Werden iiTWÄ"'�ten müsse, daß dies naturgemäß ihrem Werden ' entspreche, und zweitens, daß sie ein solches ! jjj �eten solle, daß dies ihre Aufgabe, ihr kultureller Muß ist leicht zu erklären. Wer überhaupt einer ley,?' Geschichtsauffassung zugänglich ist, dem muß es ein- Q®.dte verschiedenen LcbenSäußerungen der Gesell- k'V? Zeitalters miteinander in organischem Zusammen- «j l>aß die GLterproduktion, die soziale Gliederung, hh-rm � und religiöse Leben, Kunst, Wissenschaft und l'imi daß dies alles in einer nothwendigen und natür- Wi�Wlnrirtfennftit verläuft. Ebenso wie im einzelnen . Körper der Zustand des Gehirns mit jenem der »""atur, also mit Lebensweise und Ernährung in engster �/�uug steht, so greifen im Gesellschaft- körper alle mate- »iab.;• geistigen Thätigkeiten und Entwickelungen auf's in- fo,'s�uander. Jeder Schriftsteller, jedes Buch wurzelt un- toi J".• zeitgenössischen Welt. Boccaccio's Novellen konn- tsz It anderen Boden entstehen, als in dem Italien »llr jT Jahrhunderts, sowie der Don Ouixote des Cervantes �riw,», Spanien des 16. und der SimplizissimuS von teL�eiShausen nur in dem Deutschland des 17. Jahrhunderts &" werben konnten. Darum bedarf es auch eines gewissen toier» h'uorischer und nicht bloS ästhetischer Bildung, um zu �>>»"?�hien Würdigung dieser klassischen Werke zu gelangen. >lnw,,. �uach die Literatur so tief und fest in dem Erdreich ihrer dir wurzelt und nichts anderes ist und sein kann als ''tolimf � des geistigen Lebens der Mitwelt, so ist ihre Ver- ag mit dem naturtreuen Abbild, das ein Spiegel zurück- ijitck!-» jL ein Gemeinplatz, der sich aus einer richtigen Ge- M"Massung von selbst ergiebt. Trotzdem das nun so svri�i.ndllch ist, macht man es noch zum Gegenstand einer der vi,'"Agenden Forderung! Trotzdem verlangt man von sie was sie ja doch auf jeden Fall leisten muß, ob Hfie'i i oder nicht. So sinnlos und überflüssig eine tl�i�'orderung scheinen mag, sie hat ihre volle Berech- �knn mir an einen einzelnen Zeitgenossen mit dem ernsten nr herantreten, er möge sich als Mensch seinerzeit �tt'n t11 belhätigen, so kann er darauf die wohlfeile Ant- daß er ja nur zu leben brauche und durch die �sbliA �che seiner Existenz jener angeblich so bedeutsamen toi» d.!?itS vollauf nachkomme. Wie werden wir rhm �to>r Ü Etlichen Inhalt unserer Forderung begreiflich machen? »t%/0ifach. Wir werden ihm sagen: In seiner Zeit � �.h�ißt noch nicht: mit seiner Zeit leben. Es genügt ..leite wird, .�9 niilT DV"vu; juiwi. um sciucv«.vtn., toih, LH einen Theil der Mitwelt zu bilden, wie die .„htol des Stromes, m welchem sie fortgetragen.. wissen, woher und wohin. Der Kulturmensch soll nicht sondern bewußt, nicht nur getrieben, sondern auch »»z s"»en Weg durch seine Zeit finden, er soll mitfühlen, »»d l:>uhll, mitdenken, was sie denkt, ihr Getriebe erforschen l-Wen, und sich mit ihrem ganzen Ideengehalte erfüllen. Mi./!" die Literatur? Bedeutet für sie, in ihrer Zeit »ich, � so viel wie mit ihrer Zeit leben? Auch ihr ziemt to» i"J Unbewußtes Hintreiben im Strome der Zeit, sondern !°Il �Äles Mitarbeiten an deren Ausgestaltung. Auch sie htolh»Äsen, was die Zeit fühlt, mitdenken, waS die Zeit »»je/. ch sich aufnehmen, was die Zeit erfüllt. Sie soll �»acn �"ssoungen, Wünsche und Träume zum Ausdruck »»d re unsere Leidenschaften und Ideen, unsere Zweifel ity.Erkenntnisse, das Niedere, an dem wir kleben, die„J!* Höchste, wonach wir trachten, die Gemeinheit, . �.niederzieht, wie die Ideale, die uns emporheben. ?Httiur hos zu viel verlangt?— Die Anhänger des alten l>n �?-n Zopfes behaupten, daß die ausschließliche Aufgabe dkz Q?uon Literatur— wie aller Künste— die Darstellung Sbm)0nen sei: die Wahrheit und Wirklichkeit lerne man ia «c? vi, un Leben genugsam kennen, wozu brauche man sie in Ztod Ö'ur wiederzufinden? Es ist das eine der plumpsten Ur �dgreiflichsten Philisterlügen, durch welche man die Ab- M... Literatur vom Leben der Zeit zu beschönigen sucht. ?!»«» r u wahr, daß wir die Wahrheit und Wirklichkeit im �toa, 1° kründlich kennen lernen? Heute, wo Gesellschaft und Jansen, vielverzweigte, dem Spiel tausendfacher Kräfte unter- Uitzt k unabsehbare Organismen sind, wie nie zuvor, wer !y.°a die Einsicht und den Scharfblick, aus eigener Si iu '"'»»iiiJ;"urer uno ericyopscnoer �r,u,iu»u »!fi>ia- i">genössischen Lebens zu gelangen? Vielleicht einige Sier f"nserlefenc Geister, der Durchschnittsmensch gewiß nicht. to» ihm nun ein Bild von Alledem bieten, was weder totwa$a*ib, noch seine Einbildungskraft ihm auszumalen Glwa die TageSpresse, die stets nur dem Aktuellen Itotäfct? und niemals den engen KreiS der Augenblicksinteressen • Oder die Wissenschaft, die sich immer mehr in Spezial- Äerat,�"?plin zu übersehen vermag? Bleibt also riur die Mti* übrig. Der Dichter, der Schriftsteller, der sich n.cht IWwtt au ziffernmäßige Belege, an statistische Bcweise zu A«Ntat� braucht und die Lücken der wissenschafilichen Argu- tollen." durch Phantasie und lebendige Darstellung auszu- er allein ist berufen, das Bild dieser wirren, S K,.Ti.tn steter Gährung begriffenen. Altes und Neues Uten Ä�uander werfenden Zeit zu erfassen und festzu- 0fite K' � er das nicht, wozu bedarf man dann inner 5 �.�lterawr wirklich nichts weiter sein als em söge- Sebili.?»edleres" Unterhaltungsmittel, ein Behelf, die Zeit auf �»b B®else todtzuschlagen. etwa ein Ersatz sur Trinkgelage toht spiel? Wenn wir die Gesänge HomerS lesen, er- > Viit,°°Uendetes Bild des alten Hellas vor unseren Augen, Ai«sen if'vtr wirthschaftlichen und sozialen. Politischen und �ssie�. hhttnisse, ein Bild seiner wissenschaftlichen und Leistungen. Bei Homer können wir lenren, wre tz.», stocken wohnten und speisten, wie eS mit Handel bei ihnen stand, wie ihr Kultus, wie'hre Kneg- � dottis�ussen war. Und hat diese Fülle realen Gehalte« 'schen Werth dieser unsterblichen Lieder beeinträchtigt? J.tor« c. x ober nachforschen, welche Vorstellung unseres Zeit- ig � wohl aus unserer Literatur gewmnen lasse, so werden »uvi verblüffmden Ergebnissen kommen. ES sind vornehmlich zwei literarische Gatwngen, die ihrer Form und Technik nach zur Aufnahme und Darstellung mo- dernen Lebens geeignet sind: der Roman und das Drama. Welche Stoffe, welche Ideen finden wir nun im zeitgenössischen deutschen Roman und Drama behandelt? Im Roman be- gegnen wir zwei mit Vorliebe gepflegten Formen, dem Fa- niilienroman und dem historischen Roman, von welchen jedoch der letztere keine besondere Betrachtung und Beachtung erfordert, da er nichts ist, als eine Zuruckversetzung des neudeutschen Familienromanes in'S Altdeutsche, Altrönrische oder Altegyptische. Unser �historischer" Roman würde weit passender als DekorationS- und Kostümroman bezeichnet werden, denn nur auf diesen Aeußerlichkeiten beruht kein histori- scheS Gepräge. Man sieht darin unsere biederen Berliner und Leipziger Mastbürger sammt ihren Gattinen und Töchtern statt an der Spree oder der Pleiße am Nil oder Tiber spazieren gehen und statt in Frack und Robe in Toga, Palla oder sonsti- gern Kram der literarischen MaSkenleihbudr prangen. Von wahrhaft historischem Geiste ist bei solchem Mummenschanz keine Rede. Im Drama aber herrscht das Familienstück, das„bür- gerliche" Schau- und Lustspiel unbestritten vor. Roman und Drama bewegen sich seit so und so viel Jahrzehnten unausgesetzt in demselben alten Stoff- und Gedankenkreise. Im ersten Kapitel oder Akt verlieben sich Zwei in einander, und im letzten Kapitel oder Akt wird unter den üblichen Thränenströmen die Verlobung gefeiert. Dazwischen giebt es allerlei dunkle Jntriguen und spannende Verwickelungen, es kommen einige Bösewichte vor, welche die zwecklosesten Schurkereien verüben, das Liedespaar hat das unerläßliche Martyrium durchzumachen, am Schlüsse aber wird das Böse destraft und das Gute belohnt, und jede Jungfrau, die sich 500 Seiten oder 50 Szenen hindurch tugendhast verhalten hat, kriegt einen schönen, braven und reichen Mann. Geliebt wird in dieser Literatur schrecklich viel. Die Leute haben den ganzm Tag keine andere Be- schäftigung, als über ihre Liebe nachzudenken, von ihrer Liebe zu reden, dann und wann auch ihre Liebe durch einige möglichst keusche Küsse zu belhätigen. Ein Wiener Schrift- steller erhielt kürzlich von einem deutschen Verleger, dem Heraus- geber eines illustrirten Familienblattes, ein Schreiben, in welchem er um baldige Einsendung einer Novelle ersucht wurde — mit dem Beifügen:„Bitte aber darauf zu sehen, daß recht viel Liebe darin vorkommt". Wie man sieht, wird von dem Erzähler..recht viel Liebe" begehrt, so wie man im Kaffee- hause eine Tasse mit recht viel Oberschaum bestellt. Und in der That, unsere Literatur ist eine große Garküche, in welcher zur Zufriedenheit der Gäste jahraus jahrein nach altbewährten Küchenrezepten gearbeitet wird. Das ist bequem und billig. Nichts leichter, als das Rezept für einen deutschen Muster- ronian zu aeben. Man nehme eine tüchtige Portion Liebe, wo- möglich auf zwei oder drei Liebespaare vertheilt, mische dazu etliche spannende Geheimnisse und etwas interessanten Familien- tratsch, rühre das alles gut durcheinander, würze es dann mit einigen moralischen Betrachtungen, gieße ein wenig verdünnte Sentimentalität darüber, garnire es mit ein paar realistischen Beobachtungen— und das Meisterwerk ist fertig. Für Her- stelluna eines Dramas wären als weitere unerläßliche Zuthat einige Witze aus alten Jahrgängen der„Fliegender Blatter" zu empfehlen. Es ist eine bezeichnende Eigenthllmlichkeit dieser unserer Belletristik, daß deren handelnde Personen zumeist den begüterten, den„vornehmen" Ständen angehören. Da unsere Schriftsteller ihre Figuren nichts arbeiten und nichts denken lassen, so müssen sie dieselben auch in eine äußere Lebensstellung versetzen, wo man eS nicht nöthig hat, zu arbeiten und zu denken. Darum treten uns in Buch und Schauspiel lauter Grafen und Barone, Komtessen und Baronessen entgegen, allenfalls steigt man bis zu einem Fabrikantensohne oder einer Kommerzienrathstochter hinunter, aber bei Leibe nicht tiefer! Denn tiefer, das heißt, wo Arbeit und Vernunft beginnen, da hat man eben noch einiges Andere in der Welt zu lhun, als blos— zu liebm. Wenn ein späteres Zeitalter zur Erforschung und Be» urthetlung des unserigen einst keine andere Quelle besitzen sollte, als unsere Romane und Dramen, zu welch' wunderlichen Schlüssen würde eS gelangen!„Ja, das war eine glückliche Periode,"— würden unsere Nachkommen neidvoll seufzen— „das reine goldene Zeitalter, dieses IS. Jahrhundert! Die Menschen brauchten damals nichts zu arbeilen, sie hatten keine Sorgen, ihre Wirthschaft ging ganz von selbst, und die Tafel war immer für sie gedeckt. Es gab eine einzige Sache, mit welcher sie sich ernstlich beschäftigten und die ihnen zuweilen einigen Kummer verursachte— das war die Liebe, und zwar eine rerne, edle, keusche, anständige, salonmäßig abgedämpfte Liebe, frei von wüster Leidenschaftlichkeit, frei von sinnlicher Rohheit. Und wie uneigennützig die Menschen damals waren! Das Geld spielte bei ihnen gar keine Rolle. Der ärmste Schlucker verzichtete eher auf die reichste Erbschaft, als daß er em geliebtes Mädchen im Stiche gelassen hätte. Allerdings war der- gleichen tollkühner Edelmuth in jenen glücklichen Tagen keine allzu gefährliche Sache. Denn damals fand jede Tugend schon auf Erden ihre gehörige und pünktliche Belohnung, sowie andererseits kein Laster der verdienten Strafe entging."... So würde uns die Nachwelt auf Grund unserer Literatur beurtheilen müssen. Diese Anschauung würde sie von einer Epoche gewinnen, die wie kaum eine vorangegangene von den wildesten Partei- und Klassenkämvfen durchlobt ist, in welcher Roth und Elend immer breitere Volksschichten erfassen und zur proletarischen Tiefe hinabzerren, in welcher das heiße Ringen um die Existenz, die quälende Sorge um das tägliche Brot zu dem Grundzug wird, der die Gescllschaftsphysiognomie beherrscht. Und eine solche Zeit der Erschütterungen und Drangsale besitzt eine Literatur der verliebten Tändelei und philiströsen Be- haglichkeit! Sollte man diesen schroffen Gegensatz für möglich halten? Muß man hierin nicht eine Verneinung deS vorerwähnten historischen Gesetzes erblicken, nach welchem Literatur und Gesellschaft in organischem Zusammenhange stehen und sich daher übereinstimmend entwickeln sollen? Und doch ist der Widerspruch nur ein scheinbarer, zeigt sich als folcher nur dem oberflächlichen Beobachter und löst sich bei näherer Be- trachtung in vollem Einklang auf. Wir unterschieden früher eine unbewußte und eine be- wußte literarische Widerspiegelung des Zeitlebens, einen Reflex, der sich ergeben muß, und einen, der sich ergeben soll. Was den letzteren, also die eigentliche Aufgabe der Literatur, anlangt, so erhellt klärlich, wie wenig die moderne deutsche Belletristik dieser Aufgabe gerecht wird. Es ist selbstverständlich, daß diese Erscheinung nur auf wirthschaftliche und soziale Ursachen zurückzuführen ist. Der kapitalistische Charakter unserer Epoche gelangt auf geistigem Gebiete zu ebenso scharfem Aus- drucke wie auf materiellem, und dieser kapitalistische Zeit- charakter äußert sich in der Literatur vor Allem in dem ge- schäftSmäßigen Gepräge, welches dieselbe annimmt. Unsere Literatur isi von der künstlerischen Höhe, auf der sie einst stand, in das Getümmel des großen Marktes hinuntergezogen worden, wo heute mit Allem gehandelt wird, mit den Produkten der Hände wie mit jenen des Kopfes, mit den Erzeugnissen der stoff- lichen wie der geistigen Industrie, mit gewerblichen wie mit sitt- lichen Gütern, mit Baumwolle, Essen und Leder wie mit Recht, Glauben, Moral. Ehre, Charakter, Wissen und Talent. Dies Alles wird auf dem Markte feilgeboten und erstanden, dies Alles hat seinen Börsenpreis, seine schwankenden Kurse, dies Alles wird mit blankem Gelde bezahlt, dies Alles unterliegt den Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Ist etwa Gerste heute ein ge- suchterer Artikel als Charakterlosigkeit? Und ist nicht das An- gebot dieser Waare so sehr gestiegen, daß die Nachfrage anfing, wählerisch zu werden? Erzielt nicht die Dutzendware der Charakterlosigkeit nur mehr geringe Preise, und muß nicht die Sorte schon eine auserlesene sein, wenn sie gut bezahlt werden soll? Die Umwandlung aller, auch der nichtökonomischen, Güter zur Waare, die Verwischung jeglicher Grenze zwischen Käuflich und Nichtkäuflich ist ja das Kainszeichen, aber zu- Sleich auch die Fades Hippocraüca der kapitalistischen Wirth- haft und ihrer Ausbeutunasmoral. So ist denn auch die Literatur zum Industrie- und Han- delszweig geworden, in welchem dieselben Erscheinungen wie auf anderen Wirtblchastsaebieten zu Tage treten. Wenn irgend eine Farbe zur Modefarbe der Saison erklärt wird, so wird die Nachfiage nach Kleidern, Hüten, Bändern dieser Farbe eine große sein, der Preis dieser Artikel wird in die Höhe gehen und die Produktion derselben so lange zunehmen, bis das große Angebot den Preis wieder hcrabdrückt. Genau so in der Literatur. Wenn irgend eine literarische Gattung gerade in Mode kommt, sagen wir der Kostümroman, so werden unver- sehens an allen Ecken und Enden Schriftsteller auftauchen, die, obgleich sie sich zuvor niemals mit historischen Studien befaßt hatten, nunmehr einen dickbändigen historischen Roman nach dem andern fabriziren,— wenn thunlich sogar mit gelehrten Anmerkungen— bis das Publikum das Zeug wieder satt be- kommt. In den letzten Jahrzehnten ward allenthalben das Altdeutsche modern. Und mit den altdeutschen Möbeln, Stickereien und Butzenscheiben ist denn richtig auch eine altdeutsche Literatur gekommen, und unseie Lyriker und Romanschriftsteller wußten sich in altdeutschen Burg- und Klostergeschichten und in altdeutschen Sprachverrenkungen nicht genug zu thun. Gegenwärtig überschwemmen die Erzeugnisse des japanischen GewerbcfleißeS unsere Märkte, und eS ist nicht unwahrscheinlich, daß uns auch noch ein japanischer Literatur- rummel bevorsteht. Die Operettenbühne hat den ersten Schritt dazu bereits gemacht.— Wenn ein Galanteriewaarenfabrikant irgend ein neues Sächelchen, etwa eine neue Zigarrentaschen- form, ersinnt und das Ding Anklang findet, so laufen Be- stellungen auf Bestellungen ein, und der glückliche Geschäfts- mann setzt alle Hebel und Hände in Bewegung und läßt Tag und Nacht arbeiten, um der Nachfrage entsprechen zu können. Er muß sich beeilen, seinen Erfolg auszuschroten, denn vierzehn Tage später kann sich die Gunst des Publikums dem jüngsten Erzeugnisse eines seiner Konkurrenten zuwenden, und die günstige Konjunktur ist vorüber. Hat ein Schriftsteller mit einem seiner Werke einen Erfolg erzielt, hat das Buch „Sensation" erregt, dann drängen sich Verleger und Zeitschrifter, an ihn heran, man reißt ihm seine Manuskripte aus den Hän- den, und er schmiert athemlos ins Blaue hinein, um seinen Er- folg auszunützen und daraus so viel Geld als möglich zu schlagen. Auch er weiß, wie wandelbar der Geschmack fernes Publikums ist, auch er fürchtet die nachdrängenden Konkurrenten, und so will er einheimsen, was einzuheimsen ist. preßt sein Hirn aus wie eine Zitrone, treibt Raubbau mit seinem Talent und ist nach wenigen Jahren ausgepumpt und fertig. Die Konkurrenz, der Wettbewerb um den Absatz ist heute ebenso wild und ungestüm auf dem literarischen Markte, wie auf irgend einem andern. Es fehlt aber auch ihr Begleitübel nicht: die Ueberproduktion. die in'S Maßlose wachsende, anarchische, die Grenzen deS Konsums in keiner Weise berücksichtigende Waaren- erzeugung. Im Jahre 1873 kamen auf den deutschen Bücher- markt nicht weniger als 11050 Werke, im Jahre 1884 bereits 15 607. Darunter waren Werke der schönen Literatur 1873: 7# pCt., 1884: 8,4 pCt., das heißt 1873: 862 Werke, 1884: 1310 Werke. Die Jahrcsziffer der belletristischen Erscheinungen ist also in einem Jahrzehnt gestiegen: relativ um 0.6 pCt. ab- solut um mehr als 50 pEt., während die absolute Vermehrung der Gesammtbücherzahl nur ungefähr 40 pCt. beträgt. Wenn man nebenbei in Betracht zieht, daß der neueste Jahrgang deS Kürschner'schen Literaturkalenders beiläufig 16 000 lebende deutsche Schriftsteller und Schriftstellerinnen aufweist, daß so- mit, wenn man die Zahl aller auf Erden lebenden Deutschen mit 65 Millionen veranschlagt, auf je 4000 Deutsche bereits ein Säiriftsteller kommt, so dürfte das Gesagte hinreichen, um die Behauptung einer literarischen Ueberproduktion zu recht- fertigen. (Schluß folgt.) Mxmmmrmler.. Ktadtverordneten-Urrsammlung. Außerordentliche Sitzung vom 15. August 1889- Vorsteher Dr. Stryck eröffnet die Sitzung um 5) Uhr. Der einzige Gegenstand der Tagesordnung ist die Beschluß- fassung über die gegen die Richtigkeit der Gemeinde-Wähler- liste, resp. gegen die Streichung der Namen von Wählern in derselben erhobenen Einwendungen. Es kommt hierbei Haupt- sächlich auf die Frage an. ob die Aufnahme und Verpflegung von Personen in städtischen Krankenhäusern schon als eine Armcnunterstützung aus öffentlichen Mitteln anzusehen und ob die betr. Personen hierdurch nach Bestimmung des Z 5 Nummer 2 der Städteordnung ihres Wahlrechts ver- lustig zu erklären und demgemäß in der Wählerliste »U streichen sind. Der Magistrat vertritt diese Ansicht und hat demgemäß eine Anzahl Personen aus der Wählerliste ge- strichen. Es ist hiergegen in 24 Fällen Einspruch erhoben worden. Einige der gestrichenen Personen berufen sich darauf, daß sie die Kurkosten nachträglich beglichen haben, andere be- haupten, daß ihnen vom Magistrate Theilzahiungcn bewilligt worden sind, noch andere führen an, daß ihnen bisher weder eine Mittheilung darüber, wieviel sie zu zahlen haben, noch überhaupt eine Aufforderung dazu zugegangen ist. Die Ver- sammlung war schon bei früheren Gelegenheiten der Ansicht, daß eS einer Armen-Unterstützung nicht gleich zu achten ist, wenn ein Hausbaltungs- Vorstand oder eines seiner Angehörigen die Wohlthat des städtischen Krankenhauses genießt, ohne sofort einen Vorschub zu zahlen und daß derselbe daher sein Gemeindewahlrecht nicht verlieren kann. Es müsse erst das Unvermögen nachgewiesen werden, die erhaltenen Vorschüsse überhaupt zurück zu erstatten, bevor von einer Unterstützung im Sinne des Armenrechts die Rede sein könne. Zunächst habe die Krankenhausverwallung an den Betreffenden einen Zivilanspruch und erst wenn dieser auf eine Erfüllung keine Aussicht habe, könne die Unterstützung einer Armenunterstützung gleich geachtet werden. Diese Ansicht ver- tritt der Ausschuß, der daher beantragt, die Reklamanten in der Wählerliste isu belassen. Der Stadtverordnete Dr. Meyer II erstattet Bericht und indem er die vorstehenden Ansichten des Ausschusses entwickelt, fügt er hinzu, daß es äußerst wünschenSwerth sei, wenn in der vorliegenden Frage endlich einmal eine Einigung erzielt werde, sei es durch Nach- geben des einen Theils oder durch eine Höhere Entscheidung. Der Magistrat beharre aber auf seiner Ansicht und so müsse auch die Versammlung bei den von ihr ausgesprochenen Grund- sätzen beharren. Die Versammlung schließt sich diesen Ansichten des Ausschusses an. Einer der Reklamanten war zur dritten Steuerstufe veranlagt worden, hatte nachgewiesen, daß er seinem Einkommen nach nur in die zweite Stufe gehöre und war auf sein Ersuchen demgemäß herabgesetzt worden. Da der Reklamant aber Inhaber des eisernen Kreuzes zweiter Klasse ist und solche von der Kommunalsteuer befreit sind, so hat der Ausschuß, im Widerspruche mit dem Magistrat, die Wiederaufnahme des Reklamanten in die Wählerliste beschlossen, denn die Steuer- Pflicht desselben sei nicht als aufgehoben, sondern nur als unter- brachen anzusehen, und er könne deshalb in seinem Wahlrechte nicht beschränkt werden. Der Referent trägt sodann sämmtliche 24 Fälle vor und kommt zu dem Resultat, daß der Ausschuß nur in vier Fällen die Proteste als unbegründet zurückgewiesen hat, während in den übrigen 20 Fällen die Reklamanten nach- kläglich in die Wählerliste aufgenommen worden sind. Nachdem die Versammlung in allen Punkten die Be- schlüsse des Ausschusses genehmigt, wird die Sitzung um 6 Uhr geschlossen. Lttlrnles. Dem Berichte über die GemeindeverWaltnng Ker- Uns«iihrrnd die letzten stebrn Jahre ist auch eine lehr- reiche Tabelle über die gesammten Einnahmen und Ausgaben mährend dieses Zeitraumes beigefügt. Versucht man aus diesen Zahlenreihen diejenigen Momente hervorzuheben, welche für die finanziellen Grundlagen der Verwaltung, sowie für den in den Ausgaben sich offenbarenden Charakter derselben vorzugS- weise bezeichnend sind, so gelangt man zu folgenden Ergeb- nisscn: Die Einnahmen aus der K ä m m ere i- V erw a l- tun g haben nur einen sehr geringen Antheil an den gesammten Einnahmen. Er erreichte nur in einem Jahre- 1883/84— die Höhe von 2 Prozent derselben. Die Ueberschüsse aus den städtischen Werken haben im Durchschnitt der sieben Jahre 14,92 Prozent der Gesammt- einnahmen ausgemacht. Dieser Prozentsatz würde noch hoher erscheinen, wenn nicht seit 1384/85 die Bezahlung des zur Straßenbeleuchtung gelieferten Gases an die Kasse der Er- leuchlungsanstalten eingestellt worden wäre. Die Einnahmen aus der Steuerverwaltung sind absolut von Jahr zu Jahr erheblich gestiegen, haben aber doch im Durchschnitt einen niedrigeren Prozentantheil der Gesammteinnahme geliefert, als in deu vorhergegangenen 5 Jahren(69,30ZpCt. gegen 73,39 pCt.). Es kommt dies daher, daß die in den letzten drei Jahren ver- anlaßten starken Verkäufe von Anleihescheinen den Prozentantheil dieser Einnahmen an den Gesammtein- nahmen erheblich gesteigert haben. Hiermit hängt auch zusammen, daß trotz des absoluten recht erheblichen SteigenS der Einnahmen aus Dotationen und Renten der Prozentantheil derselben(3,87 pCt.) nicht viel höher ist, als früher. Unter den Zuschuß erfordernden Verwaltungen hat von den zur Verfügung stehenden Mitteln den größten Antheil wiederum die Schulverwaltung in Anspruch genommen und zwar beinahe ein Viertel(24,69 pCt. gegen 19,72 pCt.). Die zweite Stelle nimmt jetzt die T i e f b a u v e r w a l t u n g «in, welche im Durchschnitt 14,40 pCt. der verfügbaren Mittel verwendete. Dann erst kommt die Armenverwaltung, welche 2,27 pCt. weniger in Anspruch genommen hat, als in den Jahren 1878—1882, nämlich 12,38 gegen 14,65 pCt. Auch die damit im � nahen Zusammenhang stehende Verwaltung der Krankenhäuser ist mit 5,34 pCt. etwas unter dem Satze der vergangenen 5 Jahre geblieben. Die Straßen- «rleuchtung erfordert durchschnittlich 9,14 pCt. Die OrtSpolizeioerwaltung einschließlich Nachtwacht- und Feuerlöschwesen, hat trotz der erheblich gestiegenen Ausgabesummen einen etwas geringen Prozentsatz in Anspruch genommen, als in den Vonahren; 6,64 gegen 6,87 pCt.— Die vorstehend erwähnten sechs großen Verwaltungen: des Schulwesens, des Tiesbaues, des Armen- Wesens, der Krankenhäuser, des Erleuchtungs- und Straßen- reinigungSwesenS und der Ortspolizei nahmen im JahreSdurch« schnitt 68,07 pCt. der zur Verfügung stehenden Mittel in Anspruch. Auf Besoldungen und Geschäftsbedürfnisse entfielen nur 9.22 pCt. Seine Sonntagsruhe hat nun auch un'er„Kaufmann", der Koloniaiwaaren- Händler. Nach vieler Mühe einiger agi- tations- und opfermuthiger Herren haben die Kausleute sich endlich aufgerafft und entschlossen, sich und ihren nicht minder vielgeplagten jungen Leuten an Sonn- und Festtagen einige Ruhe zu gönnen, und halten sie nun an diesen Tagen ihre Läden von 2 Uhr ab geschlossen. Allerdings ist noch immer ein widerstrebender Rest geblieben, der nicht schließt, doch wer- den auch diese Herren bald einsehen, daß das Publikum jenes Bestreben gern anerkennt und unterstützt, indem es sich sür den Richteinkauf an den Sonntag-Nachmittagen einrichtet, an den wenigen noch offenen Läden achtlos vorübergeht und deren In- Haber dadurch veranlaßt, sich ebenfalls eine Erholung zu gönnen, wenn sie nicht schon auf ihre jungen Leute die schuldige Rück- ficht nehmen wollen. Der städtische Friedhof an der Gerichts straße ist an der der Adolsstraße zugekehrten Flanke mit„amerikanischen Nußbäumen" dicht bestanden. Wie die alljährlich sich ent- wickelnde Blüthen- und Fruchtbildung„dieser Amerikaner" be- weist, scheint ihnen ihr Standort durchaus zu konveniren. In diesem Jahre ist der Iruchtsegen ein ganz auönahms- weise reicher. Die Nüsse fitzen in Knäueln von 4—6 Stück beisammen; sie unterscheiden sich von unseren heimischen Wall- nüssen durch mehr spitz-ovale Form und einen reichen Besatz mit oraubraunen klebrigen Wollhaaren. Auf demselben Friedhofe steht als Unikum an einem der Familie R. gehörigen Grab- Hügel„ein alter echter Oclbaum", der als kleines Gewächs direkt aus Corsika eingeführt, hier gepflanzt, zu dem nun statt- lichen alten Oeldaume heranwuchs. Derselbe ist durch seinen trauerweidenartigen Wuchs, seine kleinen maltsilbcrweißen Bmtier charakterisirt, entwickelt in jedem Frühjahr zahlreiche kleine gelbe Blüthen, denn ein intensiver herrlicher Duft— ähnlich dem der Orangenblüthen— entströmt, jedoch bilden sich nur ab und zu einzelne verkümmerte Früchte lOliven) bis zur Größe vrn Korneliuskirschen heraus, die nie zur Reife gelangen. Da von der Rinde dieses Baumes sich jedes Jahr nur die Ober- haut(Borke) löst, während die darunter liegende Bastschicht fest zusammenhält, erscheint der Stamm wie in einem Geflecht befindlich. Das schwer« G«witt«r, welches sich unter heftigem Hagetschlag vorgestern Nachmittag über Berlin und Umgegend entlud, hat durch die Gewalt des begleitenden Windes, durch die schweren Hagelschlossen und auch durch Blitzschläge be- deutenden Schaden angerichtet. Die Obstbäume namentlich haben durch den Hagel gelitten und find die Früchte durch den- selben in großen Massen abgeschlagen. Leiber ist auch ein Menschenleben dem Gewitter zum Opfer gefallen. Vier Ulanen des in Moabit garnisonirenden 2. Garde-Ulanen-Re- gimentS ritten eben am Zelt Nr. 1 im Thiergarten vorbei, als ein Blitz herniederfuhr, der einen der Ulanen und zwei Pferde — nämlich das eigene des Soldaten und ein gleichfalls von ihm geführtes Offizierpferd— tödtete. Die drei Uebrigen stürzten zwar hin, kamen aber mit dem bloßen Schrecken da- von; während Einer von ihnen an der Unglücksstelle blieb, ritten zwei nach der Kaserne und erstalteten die Meldung. Der Hingeraffte ist ein der ersten Eskadron angehörender Vier- jährig-Freiwilliger.| Der Scklestsche Bahnhof hat nun auch seine nach außen hin sichtbare Uhr wieder, allerdings nicht an der früheren Stelle, oben in dem Glasseide der Bahnhalle, wo sie weitbin sichtbar war, sondern in dem Thurm der Südseite des Gebäudes. An der früheren Stelle war die Regulirung und namentlich die Reinhaltung der Uhr, die dort dem Kohlenrauch aus den hun- derten täglich die Halle passirenden Lokomotiven ausgesetzt war, mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Gegenwärtig ist das Uhrwerk von dem schützenden Mauerwerk des ThurmeS umgeben Allerdings liegt die Uhr hier etwas versteckt. Das Zifferblatt ist von einem ziemlich starken Mauerkranz eingefaßt, so daß dasselbe nicht, wie sonst bei Bahnhofsuhren, leicht in die Augen springt. Zur Warnung sei«in Schwindelmanöver mitge- theilt, welches jetzt von Budapest aus in Szene gesetzt wird. Im„Leipziger Tageblatt" befand sich kürzlich ein Inserat, wo- nach sich ein„Bankbureau" in Budapest, Herbstgasse 6 t, erbot, Darlehen in jeder Höhe an Kaufleute, Professionisten ic. rückzahlbar in 30 Jahren— verzinst zu 6 Prozent— zu gewähren. Im allgemeinen Interesse frug ein Leipziger Geschäftsmann bei einer der ersten Budapester Firmen an und erhielt den Bescheid, daß das angefragte Bankinstitut überhaupt kein„Institut" sei und selbst nicht einmal ein Bureau habe. Der Inserent sei eine dunkle Persönlichkeit, der mit seiner Frau ein Monats- zimmer in Miethe habe und in armseuzen Verhältnissen lebe. Höchst wahrscheinlich sei demselben nur daran ge- legen, die 30 Pfennige in Briefmarken zu bekommen. Ein zweiter Geschäftsmann, der sich zum Schein mit einer An- frage an das„Bankbureau" wandte, hat nun dieser Tage ein Antwortschreiben erhalten, woraus hervorgeht, daß man eS thalsächltch mit einem Gauner zu thun hat. Derselbe geht darin wirklich auf den Leim, entprwpt sich in der unverfroren- sten Weise als ganz gewöhnlicher Beutelschneider, der nicht nur Portos, sondern auch Stempelgebllhren von nicht unbeträcht- licher Höhe einzukassiren versteht. Der Wortlaut des Briefes, dessen Name hiermit zur Warnung aller festgenagelt wird, ist folgender:„Budapest, 10. August 1889. Laut den heute ent- haltenen Informationen steht der Ausfolgung des Gel- des nichts mehr im Wege, ersuche deshalb bei Erhalt dieses nur postwendend den Betrag von 12 M. 50 Pfg. für Stempel auf den Schuldschein nebst 1 M. sür Gcsuchsstempel, zusammen 13 M. 50 Pf., einzusenden, nach dessen Erhalt Ihnen das Geld inkl. Schuldschein allsogleich zugesandt werden kann. Zeichne in dessen Erwartung achtungsvoll Viktor Jos. G a I l a b, Szcntkimalyigasse 6."— So plump dies Manöver auch ist— bemerkt die„L. G. Z."—, so rentabel mag es lein. Denn gerade die Ung ücklichen, die vor ihrem finanziellen Ruin stehen, greifen nach jedem Strohhalm, um sich über Wasser zu halten, und werfen solchen Schwindlern, die gerade die Roth- läge Anderer ausbeuten, die letzten Groschen in den Rachen. Um so eher scheint es angebracht. Jedermann vor dieser Sorte Leute immer und immer wieder zu warnen, die Gauner selbst aber, wo es immer möglich ist, zu entlarven und öffentlich zu brandmarken. I« d«? Affär« Sandrock theilt das ,.D. B." aus an- geblich zuverlässiger Quelle mit, daß die in Untersuchungshaft genommene Frau Sandrock am Dienstag Nachmittag einstweilen auf freien Fuß gesetzt worden sei. Ob diese Meldung richtig ist, haben wir bis jetzt nicht feststellen können, denn in ihre frühere Wohnung in der Treskowstraße ist Frau Sandrock bis jetzt noch nicht zurückgekehrt. Gefunden hat am 11. d. M. Nachmittags ein Dienst- mädchen auf der Treppe des Hauses Luisenplatz 7 eine Kaffe- kanne, eine Theekanne und eine Milchkanne, welche muthmaßlich aus einem Diebstahl herrühren und dort niedergelegt worden sind. Die Gegenstände sind von Metall, gut versilbert und zwei derselben innen vergoldet. Die Henkel derselben haben die Form eines Adlers mit Klauen. Die Gefäße können bei der Kriminalpolizei in Augenschein genommen werden. Gin Kampf mit«iu«r Mahnstnnige« versetzte am gestrigen Abend die Bewohner des Hauses Neue Hochstraße 29 in erklärliche Aufregung. Daselbst wohnen seit einiger Zeit die Tischler M.'schen Eheleute in der 3. Etage; schwere Schicksals- schläge, der Tod mehrerer Kinder und sonstige ungünstige Lebensverhältnisse haben Frau M., welche im Uebrigen als eine sehr ordentliche, fleißige Frau geschildert wird und mit ihrem Gatten im besten Einvernehmen lebt, zu einer GewohnheitS- trinkcrin gemacht. Gestern Abend nun gegen 11 Uhr verfiel die Unglückliche, während sie sich allein in der Wohnung befand, in rtelirioln U?n>ens, welchem Zustande sie � furchtbar tobte und hierbei m die Möbel demolirte; alle Versuche des inzwischen hinzugekommenen ManneS, die Tobende zu beruhigen, waren vergeblich. Plötzlich eilte die Wahnsinnige ans Fenster, riß die Flügel desselben aus und versuchte es, sich hinabzustürzen, wurde jedoch von ihrem Gatten, der ihr auf dem Fuße gefolgt war, daran gehindert. Nun entspann sich ein entsetzlicher Kampf: die Geistesgestörte hing bereits zum Fenster hinaus, und der Mann konnte nur noch die Beine seiner Frau festhalten; laut schreiend versuchte die Unselige sich zu befreien, hierbei mit dem Kopf, der nach unten hing, an die Mauer schlagend, während Herr M. kaum noch im Stande war, die schwere Last zu halten. Endlrch kam Hilfe in der höchsten Roth. Hausbewohner hatten den Lärm gehört, drangen in die M/jche Wohnung, und es gelang, die Wahnsinnige wieder ins Zimmer herein zu ziehen. Die Unglückliche wurde auf Veranlassung eines sofort geholten Arztes nach dem Krankenhause geschafft. Gi« Mordversuch. Dem in der Schönholzerstraße wohnenden Schuhmacher Z. war feine 16 jährige Stieftochter entlaufen und halte bei der verehelichten Maler R. Ausnahme gesunden. Als Z. heute Morgen zwischen 5 und 6 Uhr die verehelichte R. und seine Stieftochter in der Wohnung der Ersteren, Glünthalerstr. 21, am offenen Fenster sitzen sah, machte er der R. Vorwürfe darüber, daß sie die Enlweichung seiner Stieftochter begünstigt habe. Als ihm hierauf vorge- halten wurde, daß er dem Mädchen nachgestellt habe, gerieth Z. in solche Wulh, daß er sein Schustcrmesser hervorzog und durch das Fenster der R. zwei Stiche in die Brust be- ziehungsweise in den Unterleib versetzte. Nach ärztlichem Gut- achten sind die Verletzungen nicht lebensgefährlich. Z. ist ver- haftet worden. Dolh«ib«rickt. Am 14. d. M- Nachmittags fiel ein acht- jähriges Mädchen im Haufe Landsbcrgerstraße Nr. 105 die Treppe herab und erlilt außer einer schweren Gehirn- erschüttcrung einen Bruch beider Vorderarme. Es wurde nach dem städlischen Krankenhause am Friedrichshain gebracht.— Um dieselbe Zeit wurde der Gefreite Wille der ersten Eskadron des 2. Garde-Ulanen Regiments im Thiergarten, in der Nähe des Zelts Nr. 1, nebst seinem Pferde vom Blitze er- schlagen.— Zu derselben Zeit wurde der Äibeiter Müller vor dem Hause Schönhauser Allee 177-4 von einem Möbelwagen überfahren und an der rechten Hüfte und am Oberarm ziemlich bedeutend verletzt, so daß er nach dem städtischen Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte. UeXrovstchk. Zimmerleut« Krrliv» und Ums«g««d. in später Abendstunde das folgende: Wir geben be'crnii,. Marken, sowie Karten von heut, Freitag, auf folgenden v entgegengenommen werden können:„ C. Stehr, Wilsnackerftr. 26, H. r. S. 4 M. Leonharbt, Antonstr. 34, H. 4 Tr. Chr. Hilgenfeld, Bergstr. 60. H. Knüpfer, GreifSwalderstr. 29, v. 3 Tr. H. Jockel, Blumenstr. 19. G. Eisholz, BreSlauerstr. 5-, H. 2 Tr. I. Schmidt, Lausitzerstr 3. Fr. Schreiber, Gneisenaustr. 82. Wllh. Zipke, Eisenbahnstr. 37, v. 4 Tr. Otto Loß, Schillstr. 14. Jul. Raumann, Steinmetzstr. 28. Fritz Schäfer, Liebenwalderstr. 48. Eine zahlreiche Betheiligung an der freiwilligen vlnn» erwarten(die Beauftragten). Au di-«ischl-v Berliu». Kollegen! In Lübeck,*� dorf, Brounschweig und Freiburg i. Schl. haben die � die Arbeit niedergelegt. Nachdem von den deutsch� die Forderungen der Betreffenden, in erster Linie«er � der Arbeitszeit, als gerechtfertigt anerkannt worden>>"' � j,, unbedingt von dort der Zuzug fern zu halten~u„JL tf Streikenden durch Geldmittel zu unterstützen. Koueg' appelliren an Euer Solidaritätsgefühl, denn was heuie\ � auswärts streikenden Tischler gegeben wird, bekommen unserer nächsten Lohnbewegung in Berlin hier doppea � jj denn alle Orte sehen zu, was Berlin beginnt und w' � ihnen gegenüber verhält. Darum, Kollegen, säumt n � unterstutzt die theilS streikenden, theils ausgesperrten nach Kräften. Listen sind bei der Fünfer- Kommilsion die am 18. März in Sanssouci gewählt wurde: Oranienstr. 171, lN.— Manien, Kreuzbergstc. 9, 0( bäude II.— Müller, Oppelnerstr. 46, Hof!"•""j, id Lausitzerplatz 2, Hof I, und Millarg, Lehrterstr. 22, giebt die Konnnission auf jede Auflage die nöthige» Haltet also den Zuzug fern von: Eilenburg, Praum � Bergedorf, Freiburg i. Schl., Bremen, Fürth, Mainz, Kiel und Pforzheim. »„Eine Rchler Mdener Vordi Artigen Z Änien? -K»« ? kommt Htmi . ,-4en fr, w°l � solcher ?F.hde jfrn, w frl, bei Töpfer Berlins, Kollege»! Wiederholt haben durch Annonzen, falsche Vorspiegelungen und Vcrlprm�F mrch Annonzen, fauche �orsplegelungen uno >iesige Ofensetzer nach Dresden zu locken versucht-* Streikbrecher zum Schaden der Dresdener Kall S w�den Leider sind ca. 40. Berliner Ofensetzer den � gefolgt und schädigen unsere Dresdener Kollegen >4�4,4�4 UJiU UUfllt,«Oll-XJVI.Ul.l UW—-u- jpr Kollegen Berlins! Ich fordere Euch nochmals aul� yi arourgrn joeiuns; ow svrvere esucy noQjuuur- Lockungen nicht zu folgen und unseren Dresdener Komi). p Kampf nicht zu erschweren; bedenkt, ihre Niederlage lwzd iii unsere. Auch mache ich noch darauf aufmerksam, do?.,, � in Dresden zu verarbeitende Waare(Meißener Schow � Schmelzarbeiter einen annehmbaren Verdienst erj» zzp indem er viele Wochen gebraucht, sich darauf em» Berlin, im August 1889. Mit kollegialischem Gruß E® Bernauerstr. 3. ffsL'l 1 spreck Tiici m S'Ä kleine »im w osen, KS MI jj° der C sr �orr fmen z Ks« tefr V w1"iü ds.?- «ff™ i�en und ?»ich. ■"lejatbi K« die sin Verfmnrnlunge«�, GW« öffentliche Deefammlnug der Maurer»� und Umgegend tagte am Mittwoch, den 14. Aug»!', 8i Uhr, in Feucrstein's Salon, Alte Jakobstr. 75,»„ Vorsitz der Herren Grolhmann, Kerstan und Ferkel. t zunächst zum ersten Punki der Tagesordnung das Grolhmann und sprach sich über den vergangenen ?um zweiten Punkt der Tagesordnung„Stellung»?� en Beschlüssen der Lokalkommtssion" führte J»»11®«( Grothmann an, daß die Arbeiten der Kommission hätten bei einzelnen Wirihen, diese sei aber allein Z» �■ wenn die Gewerkschaften nicht dazu Stellung»od» zzf kam nochmals auf die Angelegenheit der r. branerei zu sprechen. Durch das einheitliche Bow�v Maurer ist schon ein ganz guter Druck ausgeübt mm �# wenn dieses überall so gemacht würde, so würde»» übel uns die Lokalinhaber kommen müssen. Ais Redner sprach zunächst Kollege Wilschke und berichte»\> Thätigkeit der Kommission, und führte einen Fa» Frankfurterstraße an, wo der Wirlh es versuch» Polizeibehörde die Schuld in die Schuhe zu' weil er sein Lokal nicht hergab. Als»o eine Versammlung stattfand und der Fall dof'./ wurde, erklärte der überwachende Beamte(derselbe>o lich den Wirlh beeinflußt haben), daß es eine grobe u f. _____ am'____.r__ in......... w• r.. hrtl..'A' VV»V VVVU»|*Vil).«/MVV*»// vup Vi» vmv£ f, p vom Wirlh gewesen ist, wenn er dieses gesagt ha>- ä ebenso würde es wohl in den meisten Fällen sein,"■■i" «oenio wuror es rvvyr in ven meinen ezauen ,a», Berlin 450 große Lokale, von denen 3« Wirthe g�» ujrc Lokale ju jeder TWutn�'hoiY uno zu jeDcr Versammlung herzugeben und � stände der freien Hilfskassen, Fachvcreine u. s. w-,•, f««?* vtieJPif rtltf KtlW•-4 doch strikte daran halten und'sich nicht auf einf sprechungen von den Wirthen einlassen, denn sie refl�ft!� bei«? �5. driiH auf die Vergnügungen der Arbeiter, denn Vergnügen würde doch immer etwas verdient, v dann die Resolution der Lokalkommiision und forderte> aus. die Maurerschaft möge die Sache näher erwäge»' r mehr nach den Vergnügungen soviel hingehen, wo Versammlungen abhalten dürfen, dann werden u»6 jttfl der nächsten Reichstagswahl Lokale zur Verfiigu� f Es wurde dann eine Resolution verlesen»si.■>5 für dieselbe Herr Kerstan und meinte. Angelegenheit die hier Anwesenden auSschlai denn wenn wir keine BilletS zu den! vertreiben, so könnte eben Niemand hi» derartige Vergnügen würden nicht besucht fei«-' dann noch, daß über die Tonhalle dunkle Gerüchts ,.y,K sind. Bis dieselben nicht klargestellt find, möge. y. Niemand dieses Lokal aufsuchen. Es wurde den».■" lution einstimmig angenommen, welche lautet:»Mf. i gerg-! 14. August in Feuer stein'S Salon, Alte Jakobstr- öffentliche Maurerversammlung erklärt sich mit de», � der Lokalkommission einvei standen und verpflichtet»StA ' verpfucyie' den von der o � J ., betheilige» A In Betreff der VersammlungSangelegenheit erkläre»� � VergnügungSangelegenheiten nur bei d Kommission ermiltelten Wirthen sich unser Gewerk das größte ist,'und klein sind, daß deu Einberufern keine Schranken zu setzen sind. Im Weiteren vcrpi»>»,-�m! Maurer, auch wenn mal am äußersten Ende der �- Versammlung stotlfindet, dort hingehen zu wolle» nuiiiuiuti, uuu zu f* durch einheitliches Vorgehen kann die Arbeiterschm��H reichen."— Im Verschiedenen wurden verschiedene$«J heilen erledigt, und an Stelle des Vertrauens»'»'$ilj ~)lUee 197 nn(Piletlc.l,1,>, an H. Jul. Wulf, Pappel-Allee 127, an Scheel Herr Julius Wagner gewählt.— In kommfffion zum Sireik wurden die Herren Heinze, und Silberschmidl gewählt. Aus der Mitte der wurde mitgetheilt, daß der gewesene Verlrallensw» jetzt durch allerlei Denunziantenstreiche die M* vi führen sucht, und er wird ja dafür seiner» nicht entgehen. Nachdem noch ein Antrag ange»» daß der Streck in derselben Weise weiter gesüd® j bisher, und mehrere unliebsame Erlebnisse eror, a« i wurde die Versammlung mit einem dreifache»* Arbeiterbe, vegung geschlossen. f? S» Ä jert SÄ® !>» K"- i !'Hen l®1»» große SrjS U? mt l fcftattv len K?« d Mm' d'®? 'Ii an,,\ »9 s S>»Ä i%i w \i ir Uni snili'iier a W Ä«! SS'. Ä SK f? »übt Kbe ¥es Ä* ; SoW»� 2o« n s*» if, PS ®ri "5 S .6 Ä j «Im gut besucht» öff-utUche. Oschle» Krrliu» tagte am l2. August m dm Burgcy� � $«si)eiietftr. 96, unter dem Vorsitz des Herrn MM g �Sliordming: 1. Können die Tischler B�rlmS �>Aen Branökennrnn�'k"'''"'" m�°�anisation Stellung zu einer Lobnbeweaung Referent E. Wiedemann. 2. Diskussion. Herr iu kurzen Zügen die Umwälzung im durch die Einsührung und AuSnutzung der f«wnra und die dadurch entstandene Thnlung d r Ar. lommt dann auf die Branchenvereine und hegt vie � �tuvg, dasi durch Theilung der Arbeit sich'mmer m� �chen bilden würden. Wenn BrnnAe ibren verein mm wollte, so würden in Mit cher Vereinchen gebildet � „: ide gerochen und das Ganze..—. v �nft.u fein Um, wie es jetzt schon bei vielen Vereinen der Fall zu i lur*' ferenn irgend einer Besserung der Lage U solche kleine Vereine könnte doch keme Reo- �. Redner kam dann auf den Braunschwelge f sprechen, wonach wir verpflichtet waren, i™1 �Weroerbanb anzuschließen. Da ,unl(■„;n �cn !? Behörde durch Verbot der Zahlstelle ein Stern. � M,S-legt ist, so haben wir unbedingt W», lout Äongr� ■Wtah, einen Lokalverein über ganz Berlm zu h„',," dx M zehn, wie sie jetzt bestehen, und wurden die Vor, tan .a llemen Vereine, wenn sie dem Kongrebbcsch„. Uim wollen, unbedingt verpflichtet fem, d,e kleinen Bererne los-� r* �• �iUu und sich dem größten Verein, dem Fachverein der Nu?' anzmcblieken. Redner kommt dann auf den Streik der u7t�w!Yter und betont, daß die �iigfleder deS Modells Wn-Vereins bei der Lohnkommission doch dahm zu w,rre --------- isse des Kc Tischler e in viel n erwähn rein und. schwachen Organisation i?"--ueri Kai er St ßpT mv V,uutue in viel kürzerer Zeit Wm*; rc.. emann erwähnt dann den im Entstehen be- «ki u Bautischlerverein und kommt zu dem Resultat, daß ««UW.. Jetzigen schwachen Oraanisation ein Streik daß die Bes4>st!kr ooa, oayin zu wirren W> U dadurck?rI0rc[Le? gehalten würden, L bet Streif m.'iA,?tfd&l?rr Deutschlands hinter sich gehabt � wurde m viel kürzerer Zeit beendet, gewesen ....... ein Streik fehlschlagen würde; es müßten wenig- :., v iwe, Drittel der Kollegen orgamsirt sein.— Ä�kussion befürchtet Herr Heß, wenn die Nemen Ver- ?i, l'ch zu Gunsten des Fachvereins auflösen wurden und der %.s? wurde so stark werden, um in eine Lohnbewegung mit Ö. antreten, die Behörde sehr leicht zur Auflösung «lisU konnte.— Herr Rüdiger(Klavierarbeiter) greift zurück he»>,, tstehung der Branchenvereine, die nur den Zweck hatten, »ij,?Uegen, welche aus irgend einem Gmnde dem Fachverem Urcten wollten, in Branchenvereine leichter heranzu- sutd für ihre Ausbildung zu sorgen. Daß der Zweck ÜllUt erreicht ist, zeigen ja die Vcreinchen, die, außer dem d« ,, Arbeiterverein, der ja von 4(XX) Arbeitern 600 im Ver- "'' hat, wovon noch ein großer Therl keine . K;"«vv,'u�;4 ijui, u>uuü» iiuui ein uiübct �.yeu ieiue A bic rn schwach sind, daß es wirklich an der Zeit ist, - Branchenvereine dahin streben, � �— .% ihre der in ihrer Vereine zu ulm un�lchiistiaten Kollegen in °5ein u° �Nch dann dem größten Verein, dem Fach- !d Seam anzuschließen. Herr Schönberg(Einsetzer) �»d z- r-'chluß an den Fachverein, ohne einen wesentlichen "«M B.nrF.flw atizugeben. Herr Röhn(Bodenleger) entwirft i» dm, Madigen Situationsplan der Bodenleger und kommt iU.Usullat, daß schwerlich ein Anschluß der Bodenleger H Ki.},'st, da die Bodenleger zu zwei Dritteln aus Zimmerern Nob.a.Äachorn bestehen. Die Herren Ballschmiederund Pietsch Ichler Ä) geben zu, bei dem Streik der Modelltischler hu.! haben, erklären aber, dem Fachverein der 'st m?! beitreten zu können, da die Modelltischler größten- flijiistlj.Dwriken arbeiten und sich dem Metallarbeiterverein > �inn.? statten. Die Herren Appelt, Schade U.A. sprechen "i Ni.. des Referenten. Herr Merkel erwähnt den Verein 1'"% r?0 der Interessen der Tischler, welcher schon 5� stiiii* st'' oder nur einige Dutzend Mitglieder zählt, von I. Uoch Rremand gehört hat, daß er die Interessen der sft iitibrn'stwler in irgend einer Weise gefördert hat, er blüht cU Srfii"? Verborgenen. Nachdem Herr Wiedemann in Ä n vrte noch einmal für einen großen Lokalverein statte, kommt folgende Resolution zur einstimmigen „�LoiL•„In Erwägung, daß eine Lohnbewegung, welche ,�ismd l»"d Arbeitsverhältnisse der Tischler Berlins durch- Jw», soll, nur dann mit Erfolg durchgeführt werden ,T« grofn die Tischler Berlins sammt und sonders einer ein- sUmart,» Organisation angehören, unbeschadet der Ver- d � fln« der Beschäftigung der verschiedenen Branchen, iiUr1 in einer großen Gesammt- Organisation � kl-!? �~ besser gewahrt werden können, als in & IqZU Verein, beschließt die heute den Bürger- dahin zu da der taa-ür sLsrein, oei«,Ii stet.st" den schönsten Hoffnungen berechtigt.— i»«statin.�. Unbarung sind die Mitglieder sowie deren Fa- skn» �®DhIt0e derechtigt, einen der zirka Iu. /aucht erst drei Monate nach der Gesund- �a,,» gisten Äaigen, ebenso sind bei den Badeanstalten, �»ii» a> kg/, Optikern zc. Ermäßigungen eingetreten. Herr ikilliÄchast-n? dem Schluß, daß dieses schon bedeutende Er- bei- sir � und empfahl den Mitgliedern die Ver- st'»»,! Lbet �'sstte. Herr Weise war nicht ganz der Ansicht, �»«l,?l»ssl!ul rum durch Unruhe sowie Schlußrufe von �»tl. eh f. d uuflen abgehalten. Zwei HilfSkassirerwahlen für siw K-s'.Süd-Ost mußten vorgenommen werden, und >dt».�Rud-West Herr Lehmann,. für Süd- Ost Herr « Ais gewähsi"'i-'"'-, hetze äkf.nt.L'""uf folgte Schluß St, U»Ö Nerjammlung � ttn 13 Jugegenb fand unter Vorsitz des Kollegen August, Abends 8 Uhr, in Scheffer'S Salon der Versammlung. der Stuckateur» statt. Tagesordnung: I. Bericht der Delegirten vom ersten deutschen Stuckateur- Kongreß. 2. Verschiedenes. Bevor die Versammlung in die Tagesordnung eintrat, verlas der Vor- sitzende das Antwortschreiben vom Präsidium, auf Grund der Beschwerde über die Auflösung der Versammlung vom 31. Juli, Dasselbe lautet:„Berlin, den 8. August 1889. Auf die Be- rede ohne Datum erwidere ich Euer Wohlgeboren ergebenst, ich die auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes vom 21. Oktober 1878 erfolgte Auflösung der am 21. Juli d. I. abgehaltenen Versammlung der Stuckateure Berlins und Um- gegend nicht für gerechtfertigt erachtet, und den mit der Ueber- wachung beauftragt gewesenen Beamten mit entsprechender Weisung versehen habe. Der Polizeipräsident, v. Richthofen. An den Stuckateur Herrn Schulz Wohlgeboren hier".— Nach Erledigung dieser Angelegenheit nahm Kollege Heindorf als Delegirter zum ersten Punkt das Wort. Derselbe gedenkt des Empfangs der Hallenser Kollegen, und theilt mit, daß der Kongreß durch den Kollegen Rindfleisch(Halle) am 5. August er., Morgens 81 Uhr, eröffnet wurde. Einladungen dazu waren an 13 Städte ergangen, jedoch nur 10 durch Delegirte ver- treten, darunter Berlin mit 3, Hamburg 2, Leipzig, Dresden, Chemnitz, Halle, Breslau, Köln, Elberfeld, Barmen, Magde- bürg mit je 1 Delegirten. Die Bureauwahl gestaltete sich folgendermaßen: Schulz, Berlin, 1. Vorsitzender; Pätzel, Leipzig, 2. Vorsitzender: Mädel, Hamburg, erster, Tiede, Magdeburg, zweiter Schriftführer. Auf das Gedeihen des Kongreffes waren Telegramme eingelaufen aus Leipzig, Dresden, Berlin. In Leipzig sind die Lohnverhältnisse leidlich zu nennen, es find dort im Ganzm 30 Kollegen, davon gehören 56 dem Fach- verein an. Die dort gestellten Lohnforderungen wurden von 22 Firmen bewilligt, die Mielhen sino theuer und die Wohnungen schlecht. Die Hamburger Verhältnisse sind gut zu nenneu, eS arbeiten dort 170 Kollegen, wovon 92 dem Fachoerein angehören, Lohn sehr gut, Arbeitszeit 9t Stunde, wird pünktlich innegehalten, Sonntags wird nicht gearbeitet. Der kollegialische Verkehr beruht auf Solidarität. Lebensmittel und Miethen sind den Verhältnissen angepaßt. Berlin kenn- zeichnet der Vortragende mit den Worten,„Haben wir vor Augen und geht auf Chemnitz über, wo die Verhältnisse auch leidlich zu nennen find und besser wären, wenn die Stadt nicht den vielen durchreifenden Kollegen unterworfen wäre. Es herrscht dort lOstündige Arbeitszeit bei einem Lohn von 50 bis 55 Pf. die Stunde, im Akkord der Meter 50 Pf., Rosette 50 Pf., Werkstatt-Tagelohn von 3,50—4,50 M. Für Breslau gestalteten sich die Verhältnisse nicht derartig. Es herrscht dort 11— 12 stündige Arbeitszeit bei einem Lohn von 25—40 Pf. die Stunde, auch wird Akkord gearbeitet, Woute Meter 0,40, Leiste 0,10—15, und ist die Sonntagsarbeit vorherrschend. Hier allein arbeiten namentlich Frauen m den Werkstätten bei einem Wochenlohn von 6 M. Die Wohnungsverhältnisse sind günstiger und Lebensmittel billiger als hier. Dresden ist als gut zu bezeichnen. Es find dort im Ganzen 70—80 Stucka- teure beschäftigt, 46 gehören dem Fachverein an, die Uebrigen sind Schweizer und Tyroler, die sich der Vereini- gung nicht anschließen, aber sich doch solidarisch fühlen, indem sie den Preis nicht drücken, sondern auf Lohn halten, welcher sich pro Tag auf 6 M. stellt. Auch eine Forderung von sani- tärer Bedeutung hatten dieselben in ihren Tarif aufgenommen und durchgebracht, nämlich in der kalten Jahreszeit auf den Bauten nicht bei Koakskörben und offenen Fenstern zu arbeiten. Ueberstundenarbeit wird mit 100 pCt. Ausschlag bezahlt, daher ist dieselbe sehr selten. Auch wird von den Stuckateuren Rüstung zu stellen sehr selten verlangt. Elberfeld-Barmen schlechte Zustände, der Verein, welcher 1885 gegründet ist, zählt 60 Mitglieder von 210. Arbeitszeit 14 Stunden, Lohn 5 M. bis 4,50 M. Köln reiht sich dem an mit elsstündiger Arbeits- zeit, früh 5 Uhr bis Abends 9 Uhr. Zur Zeit viel Arbeit vor- banden. Verantwortlich für die Zustande werden die vielen Fremden(Nassauer) gemacht. Es gehören 80 zahlende Mitglieder dem Verein an, Lohn auf Bau beträgt 5,50 M, Werk- statt 4— 4,50 M., Rüstung ausgeschlossen. Halle glänzt namen t- tich durch die Lichtarbeit, was geradezu eingerissen ist. Die Fassadenarbeit wird dort ausschließlich durch Maurer gemacht und sind dort im Ganzen nur 16 Kollegen vertreten, wovon 11 dein Verein angehören. Der Durchschnittslohn beläuft sich auf 16 Mark per Woche, Lohntarif wurde bewilligt, Rllstungs- frage so wie hier. Magdeburg macht den Schluß in diesen Mittheilungen. Ein Verein, der schon seit 1868 mit den Bildhauern gemeinsam im Hirsch-Duncker'schen Fahrwasser sich bewegte, konstituirte sich 1886 für sich. Die Verhältnisse sind dort erbärmlich zu nennen. Lohn im Durchschnitt 17,50 M., niedrigster 12 M., höchster 24 M., Arbeitszeit 10—15 Stunden, die Wohnung schlecht und theuer. Der Delegirte selbst wurde von 330 M. für 2 Stuben und Küche auf 450 M. gesteigert, die billigste Arbeiterwohnung kostet 210 M. Zum zweiten Punkt, Organisation, entschied sich der Kongreß, da die ver- schicdenen Städte unter verschiedenen Gesetzen stehen, in Sachsen eine Zentralisation nicht möglich ist, für lokale Organisation. Die Arbeiter müssen sich organisiren angesichts der Schmutz- konkurrenz, die namentlich in Magdeburg aller Beschreibung spottet. Zum dritten Punkt, Fachorgan, wurde das Vereins- blatt als solches erhoben. Beim vierten Punkt, Unterstützungs- frage und Arbeitsnachweis, wurde zum Beschluß erhoben, überall Arbeitsnachweise zu errichten, und den durchreisenden Kollegen je nach Lage der Verhältnisse eine Wanderunterstützung zu zahlen. Fünfter Punkt, Streik oder Agitationsfond. Kom- Missionen, deren Aufgabe es ist, in dem Sinne zu wirken, sollen sich überall bilden. Eine Resolution, welche den Sitz der Streik- oder AgitationSkommission, deren Aufgabe eS ist, bei etwaigen drohenden Streiks die Verhältnisse zu prüfen, und von deren Beschlüssen es abhängt, ob dieselben auszuführen sind, als in Hamburg bezeichnet und zur Gründung eines Fonds das Markensystem anzunehmen beschloß, je nach Lohnverhält- niß der einzelnen Städte wurde einstimmig angenommen: zu diesem Zweck auch beschlossen, ein Flugblatt in 3000 Exemplaren über ganz Deutschland zu verbreiten. Die Demoralisirung der Arbeiter durch die ungesunden Kellerwerkstätten, die Berlin fast allein beherbergt, wurde scharf gerügt, auch die Gründung einer freien Hilfskasse besprochen, jedoch Verhältnisse halber nicht zum Beschluß erhoben. Der normale Arbeitstag soll überall ange- bahnt werden. Um dies Alles zu erreichen, bedarf es der Opferwilligkeit der Kollegen, damit das, was der Kongreß ge- schassen hat, auch reiche Früchte trägt. Rachdem Kollege Werder die Diätenfrage erörtert und die Opferwilligkeit verschiedener Städte gekennzeichnet hatte, wurde eine Frage an die Delegirten seitens des Kollegen Schwidursky, welche Stellung zur Lohn- oder Akkordarbeit genommen, befriedigend beantwortet und ge- langte folgende Resolution zur Annahme:„Die heute in Scheffer'S Salon tagende öffentliche Versammlung erklärt sich mit den Beschlüssen des 1. deutschen Stuckateur-Kongtesses voll und anz einverstanden. Dieselbe giebt durch vorliegende «iesolution den Delegirten ihr Vertrauen zu er- kennen und verspricht dem jetzt bestehenden Fachoerein bei- zutreten, auch in jeder Weise dahin zu wirken, daß der Fach- verein der Berliner Baustuckateure allen anderen Städten als Vorbild diene". Kollege Rösener ersucht die Versammlung, den sämmtlichen Delegirten des Kongresses ihren Dauk hiermit zum Ausdruck zu bringen und wünscht, daß dies erreicht wird, was sie angebahnt haben, zum Segen unseres Berufes und zum Vorthetl aller Arbeiter. Unter„Verschiedenes" handelte es sich darum, ob man die beiden Vertrauensmänner bestehen läßt, oder andere wählt. Die Versammlung entschied sicki für letz- tereS. Kollege Montag als solcher wurde wiedergewählt, und an Stelle des Kollegen F. Grünenberg, Fr. Scherbing gewählt. Ein Antrag Heindorf, zur Aufbringung der Gelder Listen drucken zu lassen, wurde angenommen, auch macht derselbe auf die ausliegenden Listen zum Abonnement auf das Vereinsblatt aufmerksam. Kollege Werder verliest ein Flugblatt der Maurer, welches, ziemlich bis zum Schlüsse gelesen, vom Überwachinden Lieutenant verboten wird. Kollege H. Grünenberg macht die nächste Vereineversammlung, welche am Montag, den 18. dS., Abends 8 Uhr, Neue Fnevrichftraße, bei Röllig's stattfindet, bekannt. Derselbe weist darauf hin, in dem Smne der heute gefaßten Resolution zu agitiren, und schloß der Vorsitzende um 121 Uhr die Versammlung. D»r Fachverein der Tapezirer Kerlin« hielt am Montag, den 12. August, eine außerordentliche Generalver- sammlung in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75, ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn R. Baginsky über die Bedeutung der Gewerkschaften. Der Vortragende er- ledigte sich seiner Aufgabe zur vollsten Zufiiedenheit der An- wesenden und erntete reichen Beifall. Die hierauf folgende Diskussion war eine sehr lebhafte und wurde namentlich Herr Nickisch, welcher wiederum versuchte, für Zentralisation Propa- ganda zu machen, von Herrn Baginsky mit treffenden Worten widerlegt. Zum 2. Punkt, Statutenänderung, wurde ein An- trag gestellt, daß der Arbeitsnachweis für jeden Tapezirer un- entgeltlich sein soll. Es sprachen zu diesem Antrag mehrere Redner für und gegen, und wurde der Antrag, da derselbe nicht Zweidrittel-Majorität erhielt, abgelehnt. Zu Vereins- angelegenheiten machte der Vorsitzende bekannt, daß am 13. Oktober das Stiftungsfest des Fachvereins in Hcydrich's Festsälen, Beuthstraße, stattfindet. Ferner wurde bekannt gemacht, daß der Unterricht der Fachschule ant 5. September bei H. Freigang, Schützenstr. 18/19, Abends von 8— 9 t Uhr stattfindet. Ein Antrag, daß jedes neu einge- tretene Mitglied die Fachschule sofort benutzen kann, wurde an- genommen.— Ferner kam der Sprechsaal-Arlikel in Nr. 185 des„Berliner Volksbl." von R. Sander zur Sprache. Es entspann sich hierüber eine lebhafte Debatte und wurde der Beschluß gefaßt, in Anbetracht der Worte, mit welchen R. Sander bei Ausschluß aus denr Verein den Saal verließ, die Parole soll sein:„Nieder mit dem Fachverem", in dieser Sache einfach zur Tagesordnung überzugehen, da alle derartigen Anzapfungen von dieser Seite aus nur getreu dieser Parole geschehen, und außerdem für den aufmerksamen Leser, welcher die Verhältnisse im Tapezirergewerbe kennt, die Antwort bereits in dem Artikel selbst liegt.(Wir unsererseits werden, wenn die Sachen so liegen, uns den Artikelschreiber vom Halse zu halten wissen. Red.) — Außerdem wurde beschlossen, am Sonntag eine Partie mit Familie nach Pichelswerder zu machen. Treffpunkt bis 2 Uhr Station Grunewald. ?llit polizeilicher Auflösung endete die Versammlung achvereins der Papierarbeiterinnen, die am Dienstag im „Königstadt-Kasino", Holzmarktstraße 72, stattfand, und in der Frl. Rosalie Fromberg über die Lage der Kartonarbeiterinnen sprach. Rednerin betonte Eingangs ihrer Ausführungen, daß, wenn man über die Lage der Kartonarbeiterinnen spreche, man stets denselben Ausführungen begegne, die man bei Geleaenheit einer Kritik der Lage der Arbeiterinnen überhaupt höre. Ueberall dieselben Uebelstände: schlechte Luft, übermäßig lange Arbeits- zeit, geringer Lohn, der noch stets durch diejenigen Arbeiterinnen gedrückt werde, die bei Angehörigen wohnen und die deshalb nicht so viel für ihren Lebensunterhalt auszugeben brauchen, wie diejenigen, welche allein dastehen. Wie könne überhaupt eine Arbeiterin mit 3 bis 7,50 M. Wochen lohn auskommen, sie müsse in der Prostitution einm Nebenverdienst suchen. Diesen Mißständen könne nur durch eine starke Organisation abgeholfen werden. Rednerin schließt unter dem Beifall der Versammelten, indem sie zum Beitritt in den Verein auf- fordert. Die Diskussion beschäftigte sich neben einigen ergänzenden, speziellen Mittheilungen über die Lage der Karton- arbeiterinnen hauptsächlich mit der auch von der Referentin angeregten Frage, was gegen die Fabrikanten zu thun fei, die ihren Arbeiterinnen unsittliche Anträge stellen. Von einem Redner wurde befürwortet, eine schwarze Liste derselben im Verein zu führen, damit dieselben keine Arbeiterinnen mehr erhalten, während Herr Jahn eS für besser hielt, den Weg der Oeffentlichkeit zu betreten und die betreffenden Fabrikanten in der Presse zu brandmarken. Herr Feldmann wandte sich gegen diese Ausführungen. Diese Mißstände könnten nur mit einem Sturz der heutigen korrumpirten Gesellschaft verschwinden: dies müsse man den Arbeiterinnen klar machen. Schwarze Listen zu führen, gehe für die Arbeiter nicht an, da sie bestraft wer- oen würden. Leider gebe es in Deutschland zweierlei Recht. Die Fabrikanten dürfen alles thun, wenn wir aber.... Weiter kam der Redner nicht, denn der überwachende Beamte löste hierbei die Versammlung auf Grund des 8 9 des Sozia- "(tein* � gutbefuckte Versammlung des Fackverei«« der Schlosser, die Montag, den 12. in Hendriks Saal statt- fand, fiel wiederum dem§ 9 zum Opfer. Die Tagesordnung derselben lautete: 1. Vortrag des Buchdruckers Werner über „Arbeiter und die Sozialreform". 2. Aufnahme neuer Mit- glieder. 3. Bericht des Vergnllgungskomitees. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Nach Eröffnung und Verlesung deS Proto- kolls der vorherigen Versammlung wurde zunächst die Antwort beS Polizeipräsidenten auf die vom Vorstand erhobene Be- fchwerde über die Auflösung der Versammlung vom 29. Juli oerlesen. Es wurde die Beschwerde zurückgewiesen, da in dem Vortrag des Herrn M. Baginsky die auf den Umsturz der heutigen Gesellschaftsordnung hinzielenden Bestrebungen so deutlich zu Tage getreten seien, daß der betreffende Beamte zur Auflösung verpflichtet war. Alsdann wurde, da der Referent noch nicht erschienen war. zunächst Punkt 3 verhandelt. Hierzu giebt das Komitee die Abrechnung von der Dampferparthie, wonach, wie allseitig vor- ausgesehen wurde, ein ganz bedeutendes Defizit bleibt. Darauf giebt unter Verschiedenes Kollege Warneke, der seiner Zeit bei dem Rostocker Schlosserstreik gewählt wurde, fieiwillige Bei- träge entgegenzunehmen, darüber die Abrechnung. An Ein- nahmen hat derselbe 141,80 M. zu verzeichnen, an Ausgaben für die Schlosser Rostocks 80 M., Zimmerer Berlins 20 M., Former Hamburg» 20 M., Näherinnen Hamburgs 10 M., Metallschläger Schwabachs 10 M., kleine Ausgaben IM M., macht in Summa 141,30 M., mithin bleibt ein Bestand von 0.50 M. Kollege Pirch tadelt darauf den Jndifferentismus der Berliner Schlossergesellen. Hat doch z. B. der Fachverein der Schlosser Nürnbergs 1000 Mitglieder, während der Berliner Verein nur 400 hat. BemerkenSwerth hierbei sei, daß die Schlosser in Nürnberg, jetzt dort die lOstündige Arbeitszeit ohne Streik und nennenSwerthen Ausstand durchgeführt haben, kraft ihrer Organisation. Redner ermahnt, sich recht zahlreich dem Fach- verein anzuschließen und die Versammlungen zu besuchen und nicht beim Weißbierglas und Skatspiel fitzen zu bleiben. Als ex des Weiteren wörtlich sagte:„Wenn der Ruf erschallt, zu- sammen zu kommen, um über unsere Lage zu berathen, habt Ihr Hierher zu kommen und nicht hinter dem Ofen zu hocken," sah sich der uberwachende Beamte veranlaßt, die Versammlung aufzulösen. Die Versammelten gaben ihre Stimmung durch einige kräftige Hochs auf den Fachverein kund. Beschwerbe wird erhoben. Gin» öffentliche MetaUarbeit erversammlung, einbc- rufen von der Unterstützungskommission der Berliner Metall- arbeiter, fand am 13. August, unter dem Vorsitz des Kollegen Reckner, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28, statt, um sich über die Stellung der einzelnen Vereine der Unterstützun»s- kommission gegenüber klar werden. Kollege Schulz als Re- ferent führt etwa folgendes aus: Am 13. Mai wurde in Sans- souci in öffentlicher Metallarbciterversammlung eine Kommission gewählt, welcher die Aufgabe gestellt war, durch einheitliche Listen für ganz Berlin freiwillige Beiträge entgegenzunehmerr und bei eintretenden Lohnstreitigkeiten die Arbeiter, gleichviel ob Metallarbeiter oder nicht, thatkrästigst zu unterstützen. Bekannt sei eS, daß bei Arbeitseinstellungen stets diejenigen am reichlichsten bedacht werden, die zuerst auf dent Platze erscheinen, während diejenigen, welche zuletzt anfangen, „beinahe" leer ausgehen. Die einzelnen Vereine leien, da sie nicht in Verbindung trctm dürfen, nicht in der Lage, zu wissen, wer Geld bekommen habe und wer nicht; welchem Uebelstandc die Kommission abhelfen sollte, indem sie das gesammelte Geld in Empfang zu nehmen und nach Bedarf zu vertheilen hätte. Dieser Aufgabe könne dieselbe, die inzwischen vom Polizei- Präsidium als Verein erklärt und Statuten einreichen muhte, nur gerecht werden, wenn sich sämmt- liche Fachvereine der Metallbranche solidarisch erklären, und anstatt eigene Listen auszugeben, auf den Listen der Kommission zeichnen würden, um so ein großes Ganzes zu schaffen. Würden die Vereine, so wie bisher, mit eigenen Listen weiter arbeiten, dann sei die Unterstützungskommission ein todtgeboreneS ~' enn dieselbe könne nur etwas leisten, wenn sammtliche „...». r p, r Pi r rrv•. Die Arbeiter, sowie auch dies von den Lieferungs- lange zu arbeiten, resp. um mit der Konkurrenz Kind; denn...... Metallarbeiter einig und fest zusammenstehen. Die Lohn bewegungen in diesem Frühjahre seien meist alle am Geld« mangel und mangels einer guten Organisation zu nichte ge- worden und bedeute eS eine Zersplitterung der Kräfte, wenn jetzt, wie es schon vorgekommen, wieder einzelne Vereine Unter» stützungSkommissionen gründen. Die Versammelten mögen sich darüber aussprechen, ob sie gewillt seien, die Kommission zu unterstützen, oder ob eS wie bisher weiter gehen sollte.— Uln der Diskussion sprachen sich verschiedene Redner dahin aus, daß die große Masse sich ablehnend verhalte, und eS schwer sei, dieselbe zum Zeichnen auf den Listen der Kommission zu de- wegen. Durch die einzelnen Listen komme mehr Geld ein und müsse man deshalb mit denselben weiter arbeiten. Von anderer Seite wurde dagegen geltend gemacht, daß gerade die Kom- Mission berufen sei, das einigende Band der Metallarbeiter zu bilden, um, wenn auch in getrennten Reihen, vereint schlagen zu können. Zu einer Beschlußfassung kam es nicht; dagegen wurde beschlossen, noch eine Versammlung mit derselben Tages- Ordnung einzuberufen und dahin zu wirken, daß dieselbe recht zahlreich besucbt werde. «ine öffentliche Korbmacher-Uerfammlnng tagte am Montag, den 12. d., bei Roll, Ädalbertstr. 21. Die Tages» ordnung lauiet: 1. Die Lage der Gestell» und Lurus-Arbeiter, und ist es möglich, noch in diesem Jahre in einen Streik ein- zutreten? Reserent: Herr Ernst Fischer. 2. Diskussion und Verschiedenes. Nach Wahl des Bureaus, welches sich aus den Herren Hänel als erster, EgerS als zweiter Vorfitzender, Fechner als Schriftführer, zusammensetzt, wurde in die TageS- ordnung eingetreten. Der I.Punkt der Tagesordnung konnte, da der Referent, Herr Fischer, nicht erschienen war, und zwar ohne jegliche Entschuldigung, nicht erledigt werden und mußte daher zur Diskussion übergegangen werden. In derselben beleuchteten einige Redner die Mängel der oben genannten Branchen, wovon besonders die Ausführungen des Herrn Göring hervorzuheben find, daß jetzt bei der beginnen- den Herbst- und Weihnachtssaison in vielen Werkstätten die Arbeitszeit bis ins Unendliche ausgedehnt wird. Von einer geregelten Arbeitszeit sei überhaupt keine Rede. Es wird bis 10 und 12 Uhr, sogar in einigen Werkstätten bis 2 Uhr und sogar ganze Nächte gearbeitet. die Unternehmer, besonders gilt meistern, seien gezwungen, so so lange arbeiten. zu lassen, gleichen Schritt zu halten, denn werden nicht die Lieferungen zur bestimmten Zeit fertiggestellt, so verlieren Beide, Unterneh» mer wie Arbeiter, die Arbeit. Man würde aber, so fährt der Redner fort, auch noch gerne spät arbeiten, wenn man nur noch etwas dabei verdiente, aber bei der langen Arbkitszeit kommt es vor, daß sich minder begabte Arbeiter, mit einem Lohn von 12— IS M. begnügen müssen. Er(Redner) wäre schon zu- frieden, wenn er nur ungefähr 18 M. verdienen würde! Herr Steinicke(Unternehmer) schlägt vor, einen Minimallohn unter sich zu vereinbaren, welcher ungefähr den jetzigen Ver- hältmssen entfpräche, und von demselben nicht abzuweichen; und wollte ein Unternehmer diesen Lohn nicht zahlen, fo müßte sofort die Arbeit niedergelegt werden. Im weiteren Ver- lauf der Diskussion ergreist Herr Fechner das Wort und weist darauf hin, daß die oben angeführten Mißstände in allen Ge- werkschaften anzutreffen sind, und seien die Klagelieder überall dieselben. Die Hauptsrage der heutigen Versammlung sei da- her: Wie schafft man am besten solche Uebelstände ab. Redner macht nun darauf aufmerksam, daß, so lange die Kollegen ver- einzelt dastehen, niemals etwas erreicht würde, nur wenn man sich zu einem großen Ganzen vereinige, und sich der festen Organisation anschlösse, sei etwas zu erreichen. Der Fachverein sei da, aber so lange die Mehrzahl der Kollegen denselben ignorire, werde man herzlich wenig erreichen. Redner macht nun den Vorschlag, eine Kommission zu wählen, welche damit betraut wird. Er fordert zum Schluß die Anwesenden auf, sich bis auf den letzten Mann dem Fachverein anzuschließen. Im gleichen Sinne sprachen sich die Herren Karl, Krüger und Franke aus, nur kann sich letzterer nicht mit der Wahl einer Kommission einverstanden erklären, sondern macht den Vor- schlag, dem Vorstand des Fachvereins die Sache in die Hand zu geben, denn der Fachoerein sei ja dazu da, und so lange rvie die Kollegen denselben umgehen, respektive sich nicht an demselben betherligen, werden alle KommrssionSwahlen nichts nützen, da meistentheils so wenig Zusammenhalt zwischen den KommissionSmitgliedern existire. daß dieselbe in der nächsten Versammlung schon nicht mehr beisammen sind. Von anderer Seite wird darauf hingewiesen, daß der Vorstand ebenfalls in dieser Angelegenheit nichts machen könne, wenn sich die Kollegen dem Verein nicht anschlössen, außerdem habe der Vorstand so alle Hände voll zu thun, und komme man bei solchen Ange- legenherten, wie Lohnbewegungen und Streiks mit Kommissionen am weitesten. Dementsprechend wird ein Antrag angenommen, welcher besagt, 7 Kommissionsmitglieder zu wählen, worauf die Versammlung geschlossen wird. Feil-uhau-r-Nerfammluug. Am Montag, den 12. dieses Monais hielten die Ferlenhauer und Ferlenschleifer die 4. öffentliche Versammlung bei Cothmann, Brunnenstr. 34 ab. In derselben wurde das Resultat auS den verschiedenen Werk- statten erörtert und wurde konstatirt, daß schon 9 Meister unseren Preis ohne jede Einwendung bewilligt haben. Es wurde ausgeführt, daß das, was diese Meister können, auch alle im Stande sind. Es wurde folgende Resolution ange- nommen:„Die heute bei Cothmann's tagende Versammlung beschließt einstimmig, den von der Kommission aufgestellten Tarif voll und ganz aufrecht zu erhalten und strebt mit allen gesetzlichen Mitteln dahin, unsere Lage zu verbessern." Auf An- regung der Versammlung meldeten stck ca. 20 unverheirathete Gesellen, welche Berlin verlassen wollen. Die nächste Ver- sammlung findet Freitag, den 16. d. M., Abends 7.- Uhr, bei Cothmann's, Brunnenstr. 34, statt. Um zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten.. Kottbu». Verboten wurde eine am 13. d. Mts. anberaumte öffentliche Volksversammlung. Das Verbot hat folgerrden Wortlaut:„Kottbus, den 12. August 1889. Die von dem Herrn Karl Lewandowsky, hier, Dienstag, den 13. d. MtS., Abends 8 Uhr, im Wobusa'schen Lokale bei der hiesigen Polizeiverwaltung am 10. d. Mts. angemeldete öffentliche Volksoersammlung wird hiermit, da dieselbe von einem Anhänger der sozialdemokrati» schen Partei anberaumt worden ist und in dieser Versammlung laut Bekanntmachung in der Nummer 188 des„Koitbuler An» ;«* vom 13. August er., ein Mitglied derselben Partei als zei! tedner auftreten sollend zwar der LandtagSabgeordnete Friedrich Geyer aus Großenhain, auf Grund des 8 9 Abf. 2 des So» ziatrstengesetzes verboten. Die Polizei. Verwaltung. Der Erste Bürgermeister. I. V.: Marz darf. An den Herrn Karl Lewa..- dowsky, hier, Reustadterstraße."— Der Einberufer wird Be» schwerde führen. ZuckeuWald,. 13. August. Der neu gegründete Fach- a r" erste Versan verein der Hularbeiter hielt gestern seine erste Versammlung ab, die sehr stark besucht war. Nach vollzogener Wahl des Vorstandes(�Vorsitzender Fritz Helfinger) fanden weitere Ein- zeichnungen m die Mitgliederliste statt. Die für Anschluß an dem Zentralverband gestellten Anträge wurden vorläufig noch zurück gelegt, da allseitig anerkannt wurde, daß, wie hier im Orte dre Verhältnisse liegen, vor allen Dingen darauf zu sehen ist, die hiesigen Kollegen erst überhaupt zu bewegen, einer Lokalorganifaiion beizutreten und den Kollegen im Ganzen ein klein wenig Klassenbewußtsein beizubringen, um dieselbeir mit der Zeit für die Frage, oh Anschluß an die Zentrale, empfäng- lich zu machen. Hier ist in Betracht zu ziehen, daß seit länger denn 10 Jahren, obgleich beinahe sechs- tausend Arbeiter in den hiesigen Fabriken beschäftigt sind, von einer Organisation überhaupt nie die Rede war, erst in letzten Zeit fangen, durch unermüdliche Agitation einiger denkender Arbeiter, die hiesigen Hut- und Tuchmacher an, auS ihrem Schlaf zu erwachen und sich ihrer Menschenwürde be- wüßt zu werden. Wie schlecht eS mit dem Lohn hier steht, wird wohl genug bekannt sein; es ist demjenigen Arbeiter, der schon längere Zeit in der Branche Arbeit hat, kaum noch mög- lich, 15 Mark zu verdienen. Löhne von 10 und 12 Mark sind schon außergewöhnlich, denn oft kommt eS vor, daß Arbeiter mit 7 und noch weniger Mark nach Hause gehen. Infolge der gedrückten Lage ist auch hier eine zu große Liebedienerei unter den Kollegen eingerissen und jeder ist voller Furcht, um es ja nicht mit den Herren Meistern zu verderben. Darum glauben die aufgeklärten Arbeiter zunächst eine starke Lokal-Organisation gründen zu müssen, um dadurch zur Zentralisation zu kommen. «LintlUt,»«, Arvittirinnen- Persaminlung. welche am 17. b. In Iorbon« Saal. Neue GrÜnstraße S», staltfinben(oOle, lll bie xolizelllche Ge- nedmigung wrfoqt roorbrn. loqtborbmmg war,„®ie Fachvereine unb ihr Nutzen für bie Arbeiterinnen" Neserentin Frau H. Baake Soiiatdqmoleratischer WuhIorreU» für den 5. berliner Keich»- tagen- alitkrri». Ver'awmlung am Freitag, ben 18. August, AbcnbS 8 Uhr, im Bittoilll iiieftaurant, Mstnzstrahe II«oberer Eaa». Zageiorbnuna: I, Der MW~"öjm Nilbergana be» Kleingewerbes unb bie Entwiltelung ber.«avitalmonopale. Referent Herr Werner, L, Ditzkulfion. s, Verschiebenei unb Fragetasten. Um zahlreiche» Besuch wirb gebeten, zrugeeneln» Kranken- nud Kterbekass»»er Metallarbeiter e»eneS. Kranken-«ad Kegräbnihkalf« de» Zierein» fämmtticher Ke- r«f»ktalf»n lBerwaltungdstellc 8). Rlitgliebe, Versammlung Connabenb, ben 17. August. AbenbS 8 Uhr, Brunnenstr. 38. Gaste willkommen Frei» ZIereinignng der Zuschneider, Stepper und Zlorrichter KerUn«. Tonnaben b. ben 17. üluout, AbenbS bZ Uhr, Versammlung Alte Iakobstiahe 83. Tageiorbnung l I. Rechnungslegung über die Damvserparlic« 2. Vortrag be» Herrn Pfeiffer über ben internationalen Arbeiter-Kongreh zu Pari». Mietheroerein für eöpenich und Ilnegegend. Sonnobenb, ben 17. August. Abenbi 8Z Uhr, in Klein» Hotel, Friebrichslraie. Versammlung. Tageiorbnung i I. Vortrag. 2 Ausnahme neuer Mitgliebcr. 8. Verschiebe»?» unb Kragekasten. Gaste stnb willkommen, Zun» Kesten der Weistnacht»- Kescheerung für die Zpittwen «nd Ztztaisen feiner a erstorbenen Mitglieder veranstaltet ber Vnei» ber Maschinisten unb Heizer am Eonnabenb, ben 17. b. MtS. im Schweizer- Garten tam KdnigSthor) eine Ertra-Gala-Vvrstellung mit barans solgenbcm Tanzkranzchen. Anlang bei Festes Nachmittags 8 Uhr. Entree 80 Ps.— De» wobltbaiigen Zwecke» wegen machen wir Frcunbe unb GSnner bei Vereins baraus ausmcrtlam, Billcti stnb an ber Kaste zu haben, zachperei« der Metallarbeiter in Sa«-, Master- und Dampf- Armatur»«. Eonnabenb. be» 17. August. AbenbS 8Z Uhr, im Kanigstabt- Kastno, Holzmarktftr, 72, Mitgliederversammlung, Tageiorbnung � 1. Vortrag bei Herrn Dr, Huber über;„Die Schule», wie sie sein und wie ste nicht sein sollen." 2. Jahresbericht und Jahreiabrcchnimg. 8. Verschiebenei unb Frage- kästen. Gaste, durch Mitglieder eingeführt, hasten Zutritt. Kauarbeiter- Zierein der Dosenthaler Dorstadt. Unser 15. Etistungiseft findet am Sonnabend, den 17. August, in Lehmann S Salon, Schwldterftr 28, statt, wozu Freunde ergebenst eingclabc» werden.— Ofiene Kaste findet nicht statt; Einlahkarten find vorher bei sammtlichcn Vor- standimitgliedern zu haben. Allgemetu» Kranken- und Kterbekast» der deutfche» Drecheler «. s. m.(ist. H Nr. 88). Oertliche Verwaltungsstelle Ber tili B. Sonntag, den 18. August, findet die Dampservartie nach dem Müggelsch Shchen statt. Abfahrt von der Cchlllingistrücke vünkllich Z7 Uhr früh. Für Unterhaltung ist besten» gesorgt. Billet« sür Erwachsene 1,25 M., sür Kinder 0,85 sllt, stnb noch bii Sonnabend Abend bei den Komiteemitgliedern: Bode, Ckalitzerstrahe 1 IV; Schnitzer, Manleufsctstrafie 51* Hos 1. Tboni, Noungnstrafie 37 Hof III unb aus ben Zahlstellen zu haben. Die Theilnahme an der Partie steht, soweit noch Billeti vorhanden sind, allen Freunden unb Gönnern der Kasse frei, Kraukeu-«nd Kegrübnitzkast« de« Der»in» fämmtticher Ke- rufeklasten(VrwaUungiilclle 5, Moabit), Versammlung Sonntag Vor- mittag« l0Z Uhr. Bandristr, 10, Gaste willkommen, Zserdand deutscher ZImmerlent»(fiimmtiiche Filialen Kerlin»). Generalversammlung am Dienstag, den 20. August ct., Abenbi 8tz Uhr, in Echtster» Satan. Inielftrabe 10 Tageiorbnung: Wahl bei Hauvikasstreri unb zweier Revisoren sur Berlin unb Berschiebenei. «»fang-,«urn- und eesetlig« Derein» am Freilag, Kaiser scher Mannergeiangvercin Abenbi 8 Uhr im Restaurant Tamm. Schönhauser Allee 28 — Gesangverein.Pauiebentel' Adenbi 8 Uhr im Restaurant Hcnsel, Aleian. brinenstr. 15,—.Liebertasel ber Maler unb verwandter Berusigenosten' Abenbi S Uhr Im Restaurant Kleine, Bra»benburgftr.80,— Buchbtuber-Mönner. chor Abend« 8X Uhr Annenslr. 16.- Gesangverein.Flöterchchei Doppel- Quartett' Abend» g Uhr Im Restaurant Muscholb, Lanbibergerftr. 31.— Gesangverein.Fortschritt Abend» S Uhr im Restmirant, Blumenstrafie 46— Gesangverein.Echo 1872" Abends 9 Uhr Walbcmarstrabc 12, Rene Mitglieder werben ausgenommen. Gesangverein.Ossian" AbenbS 9 Uhr Dresdener- strafte 85 bei Guftavui.— dupperfsche Sänger-Vereinigung.Harmonie" Abenbi 9 Uhr hei Niest, Weberstr. 17,— Gesangverein.Söngerhaiu" Abenbi 9 Uhr Ädalbertstr, 21.— Liebertasel bei FachvereinS ber Steintröger Berlins. AbenbS 8 Uhr Grobe Hamburgcrstr. 4 UebunaSstunbe.- Gesangverein.Ohne- sorge" Abenbi 9 Uhr Restaurant Reiher, Alte Iakvbstr. 83.— Gesangverein Widerhall" Abend» 9 Uhr bei Herrn Vage, Köpnickerstr. 191.— Gesangveretn .Lorbeerkranz'®i Uhr Restaurant Weinstr. 11.— Berliner Turngenostcn- schait(Künste MinnerabtheUung) Abend» 8X Uhr in der stödtischen Turnhalle, Wasterlhorftrabt 31,— Turnverein.Hasenhaide"(Mönnerabtheilung) Abend» 8 Uhr Diestenbachstraße 60-61.- Turnverein..Frech unb Frei"(Mötiner- ablbeltung) Abend» Ä Uhr Bergstrabe 57.— Wistenschastlicher Verein sür Roller sche Stenogravdic Abend» 8X Uhr im Restaurant Ziethen, Dorothcen- strabe 81. Unterricht und Uebungistunbe,—.Allgemeiner Arendi schcr Steno- graphenveretn", Abtheilung„Borwört»", Abend» 8Z Uhr im Restaurant Kall, Marianueirplotz 11,— Arendistchcr Stcnographcnoerein„Apollobunb" Abend« 9 Udr im Restaurant. Scvbelstr, 80,-„Verein ehemaliger Dr. Doedbelinstcher Schüler" Abend» 9 Uhr im Restaurant Krebs, Friedrichstrabe 208.— Voigtscher Dilettantcn-Orchesteroerei» Abend» 8Z Udr Uebungistunbe im Restaurant Eöllnilcher Garten, Echarrenstrabt 12,— Züherverein„Alpenveilchen" Abenbi lm Restaurant„Wahlstatt", Bellealliamestrabe 89— Rauchklub Westend" Abenbi 9 Udr im Höhenzollerngaricn, Steglitzcrstrabe 27.— Rauch- klub„Weichselblatt" Abends 8!s Uhr im Restaurant, Skalitzerstrabe 147»— Tambour-Veretn„Fcllensest", Eibl und Borsttzender,».Friese, Aust.„„.............. v........... Zwang" Abend» 8Z Uhr im Restaurant W. Haugk, Weinstr. 22. fitzung 8Z Uhr, Weibenburgerstrabe 54. Dirigent Ausnahme neuer Mitglieder.— Rauchklub„Ohne va.r*_______ i im r.___.1 ZMevarisÄzes. Ein neuer Roman von Minna Kautsky. Minna Kautsky, die sich in früheren Jahren durch ihre dichte- rischen Erzeugnisse auf dem Gebiete des sozialen, oder besser sozialistischen RomanS, wir meinen ihre Werke:„Stephan von Grillenhof",„Herrschen und Dienen",„Die Altm und die Neuen", bereits bei dem Volke, besonders bei den aufgeklärten Albeitern und Arbeiterinnen vonheilhaft eingeführt hat, ist wiederum mit einer neuen Schöpfung, die sich„Victoria"*) be- titelt, ebenfalls einem Roman, hervorgetreten. Der soziale Roman, der heutzutage fast von jedem Dichter und jeder Dichterin kultivirt wird, ist eine Kulturerscheinung, ein Zeichen unseres Zeitalters. Alles versucht sich an ihm, alles will mit herumquacksalbern an den Problemen, deren Lösung jeder gern für sich in Anspruch nehmen möchte. Und in der Thot, die heutige Gesellschaft bietet ja auch genug Stoff zu Betrachtungen über die Wurzein des allgemeinen Niedergangs, des immer mehr um sich greifenden Pauperismus, des überwuchernden Despotismus der Kapitalsmacht, des geistigen und moralischen Zer- falls, der Charakterlosigkeit in jeder Form, mit einem Worte der Klassenherrschaft. Aber wie wird von den meisten jenes Problem gelöst? Viele verweckseln Ursache und Wirkung, andere find auf dem richtigen Pfade, haben aber nicht den Muth, tiefer in die Materie einzudringen, die sich ihnen in Fülle darbietet. Wieder andere fürchten als krasse„Naturalisten" •)„Viktoria", Roman von Minna Kautsky, 2 Theile in 1 Band. 307 Seiten. Zürich 1889. Äerlagsmagazin (I. Schadeiitz). oerschrieen zu werden, wenn sie eS wagen, den—- lüften, wie sie es selbst wünschen, und aller Welt zu TO daß nur nicht„in der besten der Welten leben, s°ndn«.J eilr— r 5r. Wahrheit entsprechendes Kulturbild aus« j aelellschafllichen Leben genug der Korruption, deS ich Unrechts, � selbst des Gemeinen und Ekelhasten-«j haben wurde. Wir erinnern nur an Zola! m � griffe auf ihn bieten wahrscheinlich noch einen G Wortschatz, als ihn seine eigenen Werke enthalten- lst es neuerdings einem Spielhagen ergangen, blas (ich um herkömmliche, angeerbte Vorurtheile nicht kumwer•• gesammte subventionirte und auf Subvention lauernoc>, errnnert ihn an seine Pflicht, die er verletzt habe, tn seiner eigenen Meinung folgend, mit der servilen Ton« Fortschrittler nicht Stange halt. Wer es aber nun gar wagt, seiner Ueberzeugu sprechend einzutreten für die Emanzipation der W.vTJ Unterdrückten und Partei zu nehmen für die Geächz Gehetzten, der kann von vornherein sicher sein, wit werden von denen, die sich in der Anmaßung ihrer alten M j noch ungestraft ein noch dazu ungerechtes U'theil erlaiiM" 4 Minna Kautsky gehört zu ihnen. Aber sie kämpft m cJ die Kampsenden, für die sie schreibt. Sie weiß von daß der Kreis derer, die sie lesen und verstehen, wö/jl ist, aber ihre Ausdauer ist zugleich Bürgschaft sür Sehen wir uns die„Victoria" etwas näher an. �-'U beiden Theile des Buches zergliedert sich in eine Kapitel, deren ein jedes" recht gut_ für� si». als ein modernes Zeitbild bestehen konnte� sind alle verknüpft mit einander, einmal durch o� dann aber auch vi gemälde, das von keit sich abwickelt unv rn aucn«fragen, o»- jjzj denkenden Leser aufdrängen, in poetischer� Fon. � ficht der-Verfasserin vor sein geistiges Auge s--.. ,, sich ein armes Fabrikmädchen, die schließlich � M einem jungen Maler, nachdem dieser bereits unter sJ Zehntausend" eine unglückliche Bekanntschaft hatte- � ums Dasein ist er vorübergehend reich gewesen, o®« zurückgeworfen worden in die Reihen seiner schadis' genossen, die eben nur dann, wenn ihre Leistungen st Geschmack des Publikums treffen, sich emporarvc � Ein spießbürgerlicher Kleinmeister, der Z#; hungertes Vermögen für das Studium verwandte, welcher es aber bei allem, MWW ii'�i zur ersehnten Professur brachte, ein wirthschastlich brikant, den das Gcldspekulantenthum noch vollends� v,*,»» v vr' v vs-| � v 4 M*v*»»*vev**/ v«e*»»ivv*-- rthövjs ein noch junger, durch anstrengende Arbeit scbo» ■ Fabrikarbeiter, ein eitles Bürgermädchen, brochener_____________— f| die Mittellosigkeit des Mittelstandes, dem sie an« verdecken möchte, sie alle sind mit ausgezeichnet zu» raktcristik geschaffen. Sehr originell, ein gerader u. � Menschenschlag, wie wir ihn in seiner Eigenarttg' —„/•*/»*.»V»»»v,v|v»»»v4 ffl'jm nur in den österreichischen Gebirgswäldern sinben/,,�*! Ol____ v.*» rti. jt v.- v» tili1',!l m Figur des Pecher Pode wiedergegeben. Der deutsche Dialekt verleiht hier noch einen besonderen gesagt, Kautsky's„Viktoria" enthält so manche-.-i Guten und Schönen, sie liefert den, �e« Neue, daß ein unverfälschter Sinn für« M ein empfängliches Gemüth für alles Edle un bei den untersten Bevölkerungskloffen zu suchen«'� „Oben" der allmächtige Geldsack dominirt und,sem feiert über die materielle und geistige Sklaverei � Im Uebrigen hat das Buch noch den Vorthe», U Durchschnittswaare, die Heuligen Tages ,«» Markt geworfen wird, um ein Bedeutenoes überrag auf seinen poetischen Gehalt. Wir möchten manch�Al und deren giebt eS viele jetzt, anralhen, was ForM�ji» betrifft, sich Minna Kautsky, sei dies auch nur eim-lfi' schriftstellerin, zum Muster zu nehmen. Der Roma die sich gern einmal mit gesellschaftlichen Fragen, a a so trockener Form, wie sie eben nur die Prosa mei beschäftigen wünschen, angelegentlichst zum Stud>U"�>,G Sprerlifcrnl. Die Redaktion stellt die Benutzung deS SprechsaalS, soweit . M........... des vpreanacus. ioweu eben �ist, dem� Publikum �ur Besprechung von länjjel�ew� znteresseS zur Verfügung (zeitig dag« lle verwabrt sich über gleimzellit»—■ � 3nl)aa desselben identiftzut zu werden. si» dL 175„Berliner Volksblat�A �u�,"Soz-oleS" ein von der Lohnkommiiston Schuhmacher erlassener Aufruf: An die Scbuhma� Aufruf enthält noch meiner Ueberzeugung.F» Unnchtlgkerten. Wenn, wie in dem Aufruf steht, � glaubie, die Arbeitszeit regeln zu müssen und die'S fH ......''*' erv�M gens 6 Uhr bis Abends 8 Uhr" bestlmmte, so von vornherein als unwahr. Eine bestimmte Aroc> j überhaupt nicht. Jeder Arbeiter konnte kommen/ wann er wollte, da ein jeder im Stücklohn stan ,, � Mackill selten nach der Werkstatt kam. Wenn, Aufruf behauptet wird, die Kollegen ihrerseits o.-zti stellten, wie zehnstündige Arbeitszert, keine Sonn M bedarf dieses einer Richtigstellung. tfjl Räch meiner Ansicht haben die Herren Gcscu�pl statt Machill gar keine Veranlassung gehabt, ihre» fst Forderungen zu stellen. Wenn die Herren.�- in der Woche sich anders eingetheilt hätten, so h nöthig, Sonntags zu arbeiten. Die gestellten Fm Gesellen lauten: 1. Arbeitszeit von 7—7 Uhr- 2. Anschaffung einer Werkstatt-Uhr.- 3. Auszahlung des Lohnes Sonnabends vor» 4. Abschaffung der SonntagSarbeit. � j Obige 4 Forderungen schickten die Horrmr- jb>l Bogen durch den Lehrburschen an den Arbeitgeoe■ ff einer Stunde fühlten zwei derselben sich beaofl� Arbeitgeber zu unterhandeln, worauf sich Herr �Ksi» Punkten 1— 3 einverstanden erklärte. Am Punkt 4 erklärte Herr Machill, infolge der ,Ko0, ganz auf die Sonnt�Sarbeit verzichten�zu Zeit darauf' -enn nun oie«onniaasaroeli verzicr>ien zu if legten alle bis auf zwei Mann dm MF i die Lohnkommission der SchuHma«* m| ? Q v:. CT71___»Ti„ xi. Om.Xlrt ftlf*-.1, veranlaßt fühlte, über die Werkstatt Machill zu verhängen, so hätte ich doch von derselben bie Lohnkommission nur aus intelligenten Aro. � 1 �" informiren,«Aifl W sich an Ort und Stelle zu Arbeitgeber zu hören, und dann erst ihrer halten.(?) Es wären dabei Sachen zu Tag« Lohnkommission ein derartiges Vorgehen nich' können. Nach dieser Darlegung, glaube ich, der den Vorwurf der Leichtfertigkeit nicht ersparen i«. AchtungSoo vierzehn Tagen vorgelegen hat. Der Artikel wm zur Veröffentlichung ungeeignet verworfen derholtef--------# 1 dÄ geben demselben auf wiederholtes Drängen nur. 11 1�7 fjit» /X*,, n rCt Iii k- NM die Lohnkommission der Schuhmacher w zusetzen, dem sonderbaren Heiligen,.' gebet* förmlich verliebt zu sein scheint, u - n'niß au ®at " des L«st ?>N die' de, '*11. 3iit W KL*•; �fen «u. Ä verantwortlicher Redakteur: U. te Berlin. Druck und Verlag von IN«« Fadwg in Berlin SW., Beuthstraße 2.