Üi Schl°-' itli zu i�l , sondea � aus ti schrei�g alten t® ,1 lal die>1 ten. btoS-itj funtWB'J auernde V j tm eriettg«*� r heute �. »S An -rlauwÄ mpft«' lon»oen en't% ir ehr-A an.■>*' Ä « W nie- , die ahre§ her« U b-u l! Z-l-xA �4 itec be" jjjsj itte- 3* J n. b««VJ ik. 191. Sonnabend, den 17. August 1889. « Iahex. KMerVvlksdlM. tifPi ngen ra arbeiten»Jj sei« gjjj !"W Ilich NND lendS m schon M idjen, M .Ä artSeii; nden" Der l deren �Ben-e� ir da'A : und A ,en d seen-�i rei d-«l rthech i o g'0* betrVSJ nanehee-.-"> urnn- laffen. Dieselbe hatte eine Notiz aus H gtlen 4,- ktt übernommen, in der mitgetheilt wurde, �ntei, �.einer Manoverübung eine größere Zahl � 9"' V' «on � ungen Marsches . erlegen sein. «on llch das bei der politischen Stellung der„Post" j,! 9 versteht, wurde diese Mittheilung des Unglücks, puppen betroffen haben solle, ins M U»�/9end welcher kritischen oder l. ysa gegen das Truppenkommando"gemacht. ?»ii 9te Strafantrag seitens des Generalkommandos, nicht etwa zum An- gar tadelnder Be Trotzdem Ü-Sc ftL Nachricht war' glücklicherweise— falsch. Die Anglich auf Beleidigung(§ 186) gerichtet, "9 de« �"U'altschaft fügte dem aber noch die Beschuldi- A groben Unfugs hinzu. rsvlu»' n» Kz» erert« erwähnt erkannte die erste Instanz in bei- ssion?| bjerpr, auf Freisprechung. Das Reichsgericht erachtete ub�„Ah lür beo�-.�.nur in Bezug ans den Beleidigungsparagraphen j, � gcnhätt ,1g Dal11 ksblat»� S?i, °>1 KrbeiWja nnien ft'Wl :nn, eits Zonnte� Ä *tmb[9�öiü>et/ den groben Unfug nahm dieselbe aber als 3ilk �e>s öe die- �lrafgesetzes erfordere erstens, daß der Han- Berliner Gericht hatte ausgeführt, der§ 360, u?,$ u 6 r.°ssvntlic�e Ordnung dadurch verletze, daß er f.. e* Ach' 1,1 a ls solches im Gegensatze zu ein- g»s1?nen oder zu individuell abgegrenzten Personen- l'yrde oder ungebührlich belästige. Die einzelnen vor ten � jeber«" M0«CjlA r« uf; Ko"! Innen die- acher e�K Slrb� r E! cht .Feuilleton.... Gnlbnrenfih. Roma» vo» Maurus JSkai. Such. 1. Mio herrruwft Jns-l. Dj-?, ErstesKapitel. � vochzejt der Alabasterstatue. d»» �>e s'warüberglücklich, Timea's Verlobter zu sein. K? �sten N-.» Schönheit des Mädchens hatte gleich bei I" Daz fnJfönwng sein Herz erobert. Er bewunderte wl"'. gcwan» �"öth, das er später an ihr kennen ge- �'ne Bm,'Hess Sichtung ab. Das frevle Spiel, das i»» estteti.J�ejst� sehen Hause mit ,hr getrieben, hatte in ,>9- h'?' Sympathien für sie geweckt. Das leicht- c»ht steen des Hauptmanns hatte seine Eifer- sli�.ge Hvn3p��!"p"ryieu sur pr gr,v.�.. Än« nngesg�. des Hauptmanns hatte seine Eifer- WL Endlich'•». 3 Sllles waren Symptome der Liebe. »st"P- Das r5- eT an das Ziel seiner Wünsche - schone Mädchen ist sein. Es wird seine N>?�.eu große Last ist ihm von der Seele ge- d�swar � Selbstanklage. Denn von dem Tage an, gefun�'Ä«"-" S-hiff die Schätze Ali Hchor-. � We.An S/ifiirt• nflcf) iebem die iWVV* � T JfS gefunden hatte,.■ 5tthi!(v;roaht! Ein Wohlthäter der Ar � ein ■t-ichi«®ln Goldmann? Nicht wahr. �etzt ist tzjesxr P�zeß entschieden. Der runcrc R'-Hter Personen, die durch den Inhalt des inkriminirten Artikels zu der Besorgniß hätten veranlaßt werden können, daß rhre Angehöngen von den berichteten Unfällen vielleicht betroffen seien, umfaßte nicht den Begriff des gefährdeten oder belästigten Publikums. Das Reichsgericht konnte diese Ansicht nicht theilen, es war mit der Revisionsschrift der Meinung, die Angehörigen des 3. Garderegiments seien weder einzelne Personen noch individuell begrenzte Per- sonenkreise; bei der unermeßbaren Zahl dieser Angehörigen und bei dem Mangel einer Beziehung derselben zu einander sei ein unbegrenzter Per sonenkreis als betroffen anzunehmen. Das Gericht erster Instanz hatte zur Begründung des freisprechenden Urtheils ferner ausgeführt, der§ 360 Nr. 1 1 habe zur Voraussetzung das Bewußtsein des Handelnden, daß seine Handlung eine ungehörige sei, welche das Publikum gefährde oder ungebührlich belästige. Ein solches Bewußtsein habe dem Angeklagten, als er den Artikel aus dem lokalen Blatte in dem Glauben an die Wahrheit der darin mitgetheilten Thatsachen in die„Post" aufnahm, nicht beigewohnt. Auch dieser Grund, der von der Ansicht aus- gehe, dast die Verübung des groben Unfugs ein doloses Delikt sei, der Thäter daher den ganzen Thatbestand in seinem Willen aufgenommen haben müsse, erachtete das Reichsgericht nicht für zutreffend, indem es folgendes ausführt: „Allerdings gehöre zur Verübung groben Unfugs ein vorsätzliches Thun, es werde aber nicht Vorsätzlichkeit in Bezug auf den Erfolg, d. h. die Gefährdung oder unge- bührliche Belästigung des Publikums erfordert, vielmehr sei sei schon das Vorhandensein einer Verschuldung dieses Er- folges ausreichend. Wenn also Jemand bei der nöthigen Ueberleguna zu der Ueberzeugung hätte kommen müssen, daß seine Handlung das Publikum gefährde oder ungebührlich belästige, so verübe derselbe groben Unfug, wenn er unter Hintansetzung dieser Ueberlegung die Gefährdung oder un- gebührliche Belästigung des Publikums herbeisübre. Das Bewußtsein, das Publikum zu gefährden ooer unge- bührlich zu belästigen, brauche dem Thäter nicht beigewohnt zu haben, und auch sein Glaube an die Wahrheit der die Beunruhigung bewirkenden Thatsachen sei deshalb nicht ent- scheidend, weil derselbe eine Verschuldung an dem Erfolg nicht ausschließe, sofern dieser bei Anwendung der gehörigen Aufmerksamkeit und Ueberlegung hätte vermieden werden können." So die vielbesprochene Entscheidung des höchsten Ge- richtshoses über das Wesen des„groben Unfugs". Nun werden unsere Leser wohl verwundert fragen, was wir denn mit der Wiedergabe des Erkenntnisses eigent- lich bezwecken? Darauf diene zur Antwort: Als der Spruch des Reichsgerichts seinerzeit bekannt wurde, ward in einzelnen Organen, und selbst die verurtheilte„Post", befand sich unter denselben, die Befürchtung laut, daß mit„dieser spricht sein freisprechendes Urtheil. Die bestohlene Waise erhält ihr Vermögen zurück. Sie erhält es verdoppelt zurück. Was ihrem Gatten gehört, gehört auch ihr. Sie wird nie erfahren, daß die Grundlage dieses großen Vermögens einst ihr gehörte; sie weiß nur, daß es jetzt das ihrige ist. Und damit ist das Fatum versöhnt. Ist es aber auch wirklich versöhnt? Timar dachte nicht an das Sophisma: oaß er zu den wiedererstatteten Schätzen Timea noch eine Zugabe darbot: sich selbst, und als Tausch dafür das Herz des Mädchens verlangte;— und daß dies ein Betrug, ein Gewaltstreich war. Timar wollte die Vermählung beschleunigen. Für ihn gab es das zeitraubende Hinderniß nicht, daß noch erst die Ausstattung herbeigeschafft werden muß. Er hatte in Wien schon alles fertig gekauft; Timea's Brautkleid war von der berühmtesten Pariser Modistin angefertigt worden, und die Braut hatte nicht nöthig, an demselben noch sechs Wochen lang zu sticken, wie bei jenem andern.— Jenes andere doppelt unselige Brautkleid war in einen Wandschrank be- graben worden, den nie jemand öffnete. Von dort wird es niemand hervorholen. Aber andere Hindernisse kirchlicher Natur stellten sich heraus. Timea war noch immer nicht getauft. ES war nur natürlich, daß Timar wünschte, Timea solle sich, wenn sie einmal vom mohamedanischen Glauben zum Christen- thum übertrat, gleich in die protestantische Kirche, der ihr künftiger Gatte angehört, aufnehmen lassen, damit sie gemeinschaftlich den Gottesdienst besuchen können. Nun aber trat der protestantische Geistliche damit her- vor, wie es für den Uebertritt eine unerläßliche Bedingung sei, daß der Neophyt sich vorher mit den Glaubenslehren jener Kirche bekannt mache, in welche er aufgenommen zu werden wünscht. Und da bei der protestantischen Kirche nicht, wie bei der griechischen, nur das bloße Sehen und Hören genügt, sondern auch das Verständ- niß gefordert wird, so sollte die Jungfrau einige Zeit nisse ieser Kugel am Bein" eine Berichterstattung seitens der Presse, über Vorkommnisse, die der Redakteur nicht selbst erlebt, also nicht mit eigenen Augen gesehen habe, kaum mehr möglich sei. Denn, wenn der gute Glaube an die Wahrheit der berichteten Thatsachen nicht genügen, vor einer Anklage wegen groben Unfugs zu schützen, dann stehe der Redakteur vor den, Dilemma, entweder aufregende Nachrichten, die eventuell geeignet sind,„das betheiligte Publikum zu„be- lästigen", überhaupt nicht zu bringen oder sich mit der Wie- dergabe einer jeden solchen Nachricht der Gefahr eines groben Unfug-Prozesses auszusetzen. Diesen Besorgnissen nun, welche sich, wie erwähnt, auch der loyalen Presse bemächtigt hatten, trat damals ein „reichsfeindliches" Blatt entgegen, indem es darauf auf- merksam machte, daß die groben Unfugsdelikte nur auf Antrag der Staatsanwaltschaft verfolgbar seien und daß es in dem einzelnen Falle von dem Er- messen dieser Organe abhängen werde zu entscheiden, ob eine„Belästigung" des Publikums vorliege, und wenn ja, ob dieselbe eine„ungebührliche" sei. Dieser Hinweis ans das Anklagemonopol der Staats- anwaltschaft beruhigte denn auch die gutgesinnte Presse sehr bald wieder und daß sie gut daran that, ihre Best fahren zu laffen, dafür brachte die„Kölnische Ztg." Tage folgenden Beleg: „Ein Wolff'sches Telegramm mit einer Meldung der „Rheinisch-Westsälischen Zeitung" über Vorgänge auf dem Stahlwerke Hoesch ist geeignet, außerhalb unbegründete Beunruhigungen hervorzurufen. Der ganze Vorfall besteht darin, daß sich gestern auf jenem Werke 12 Platz- arbeiter weigerten, unter den alten Bedingungen weiter zu arbeiten. Die Arbeiter erhielten ihre Entlassung. Auf der Straße haben dann einige, nachdem sie sich bettunken hatten, Lärm gemacht, so daß zwei derselben verhaftet werden mußten. Auf dem Werke ist mchts vorgekommen, vor allem hat die Polizei nicht von der blanken Waffe Gebrauch gemacht." Das Telegramm, von dem hier die Rede ist und dessen Angaben sich als Unwahrheiten gröbster Art erwiesen, hatte folgenden Wortlaut: „Dortmund, 8. August. Laut Meldung der „Rheinisch-WestfälischenZeitung" stellten heut eine größere Anzahl Platzarbeiter auf dem Stahlwerk die Arbeit ein. Dieselben verübten Gewaltthätigkeiten, so da diePolizei von derblankenWaffe Gebrau machen mußt e." Daß mit der Verbreitung solcher erlogenen Nachrichten, welche von der.Mhein.-Wests. Ztg." systematisch betrieben wird, und zwar nur zu dem Zweck, um Stimmung gegen die Bergarbeiter zu machen, ein„unbegrenzter Personenims" — denn wer will die Zahl der Angehörigen dieser Arbeiter feststellen— b e l ä st i g t wird, dürfte kaum jemand zu bezweifeln wagen. ,, Ungebührlich" freilich scheint aber diese Belästigung nicht zu sein, denn sonst wäre die tn denjenigen Gegenständen Unterricht nehmen, deren Kenntniß ihr nöthig ist, um sich zu überzeugen, wie viel „vernünftiger" und„annehmbarer" jene Dogmen sind, welche sie künftighin zu befolgen haben wird, als die„Jrrthümer", m denen sie aufgewachsen. Hier aber bot sich eine große Schwierigieit dar. Die mohamedanische Religion hat näm- lich in ihren Dogmen mit dem weiblichen Geschlecht nicht» zu schaffen. Die mohamedanischen Frauen sind keine Mit- glieder der Kirche; es ist ihnen nicht erlaubt, beim Gottes- dienst der Männer anwesend zu sein; für sie hat die nach Mekka zeigende Tafel„Mehrab" keinen Sinn; sie sind zu den Waschungen nicht verpflichtet, weder zum„Ab- destan", noch zum„Güzül", noch zum„Thüseret"; sie halten weder das Ramazanfasten, noch feiern sie das Beyramfest; sie pilgern auch nicht nach Mekka zur Kaaba, küssen nicht den von Sünden reinigenden Stein, trinken nicht aus dem Brunnen Zenzeme'S; der Geistliche traut, unterichtet, konsirmirt sie nicht und läßt sie nicht beichten; sie haben nicht einmal eine Seele; sie besucht nicht in der TooeSstunde der die Seele vom Leibe scheidende Engel Asrael; sie verhört nicht nach dem Tode der Engel Monkai und Nakir über das Gute und Böse, das sie in ihrem Erdenleben gethan. Sie werden nicht gebadet im JSmail-Brunnen und nicht hinabgeworfen in die Grube Morhut; sie erweckt nicht vom Tode die Posaune des Engels Jzrafil; auf ihre Stirn wird nicht das Wort „wvmeu"(treut geschrieben; sie laufen nicht über die Brücke Alsirat und fallen auch nicht von ihr herab in die siebenerlei Höllen, von denen die Gehenna noch die menschlichste Tem- peratur hat während die folgenden: Ladyana, Hosama, Szair, Szakar, Jahim und Al Harija jede um einen Grad heißer ist. Von all dem haben die Frauen nichts zu fürchten; dafür gelangen sie aber auch nicht ins Paradies, in den Schatten des großen Baumes Tuba, denn ihrer bedürfen dort die Männer nicht mehr; diese erwarten dort die in ewiger Jugend blühenden„Huris", jeden ihrer siebenund- StaatSanwnltschaft sicherlich schon gegen daS Organ der Kohlenbarone eingeschritten. Man sieht also, die vielbesprochene Auslegung des Un- fugsparagraphen Seite«» des Reichsgerichts, sie übt die ge- fürchtete schlimme Wirkung nicht, das Anklagemonopol der Staatsanwaltschaft schützt davor. 4*1 ovretp ottdenzen. Zürich. 14. August. Der von ca. 50 Delegirten und einigen Demokraten besuchte sozialdemokratischePar» t e i t a g, der letzten Sonntag in Ölten versammelt war, de- schloß mit allen gegen eine Stimme die Ergreifung des Referendums gegen den Bundesanwalt. Die Demokraten Locher, Curti und Gscheind hatten sich vergeblich bemüht, die Sozialisten von ihrem Beginnen abzuhalten und ihnen den neuen Beamten schmackhaft zu machen. Aber die verstockten Sozialdemokraten hören nicht mehr auf den väterlichen Rath ihrer demokratischen Freunde, unter deren Leilhammelei sie bis vor kurzem noch marschirten und entwickeln sich immermehr zur selbstständigen und unabhängigen Partei. Darüber sind viele alte Politiker sehr ausgebracht und sie würden am liebsten schon jetzt den kommenden Bundesanwalt zu Hilfe rufen, um mit seinem Beistand das alte Hörigkeits- und Vormundschafts- verhältniß wieder herzustellen. Die liberalen und konservativen Politiker suchen die Situation in der Richtung auszunutzen, daß sie den isolirten Demokraten die Hand zum Bunde reichen, um vereint und dadurch mächtiger gegen die vaterlandslosen und internationalen Sozialdemokraten zu Felde zu ziehen. Diese u n st a a t s m ä n n i s ch e n rmd unfähigen Wühler kompromittiren ja durch ihr Verhalten förmlich die alten erprobten schweizerischen Staatsmänner, die bei Bis- marck'S Stirnrunzeln sofort wußten, was er will— und daher den Bundesanwalt einstimmig votirten. Jetzt soll er ihnen durch die unpatriotischen und unverständigen Sozial- dcmokraten wieder gestohlen werden. Aber das wolle Gott verhüten! Man wird jetzt in den anständigen und deutsch- freundlichen Blättern jeden Tag bemüht sein, dem Schweizer« volle klar zu machen, daß der Bundesanwalt ja nur gegen die ausländischen Wühler aufgestellt werde und auf die Ausweisung einiger Dutzend„Schwaben" komme es doch nicht an, es ver- bleiben davon noch genug im Lande. Unter dem Fetdgeschrei „gegen die ausländischen Wühler" werden die„staatserhaltenden" Parteien den Referendungssturm der Sozialdemokraten abschlagen. Und dann geht's gegen die unbequemen inländischen Sozialdemokraten los, worüber sich diese auch vollständig klar sind und woraus auch ihr heftiger Widerstand gegen den Bundesanwalt sammt der ganzen übrigen politischen Polizei resultirt. Der„Grütlianer" will von nun an in eigener Rubrik die Thätigkeit der politischen Polizei registriren und beginnt damit bereits in seiner heutigen Nummer, in welcher er die gegen den LandcsauSschuß deutscher Sozialisten geführte bundes- zolizeiliche Untersuchung kritisch beleuchtet. Zu dieserAngelegenheit .elbst wir» aus Bern berichtet, daß der Polizeisekretär Dr. TrachSler gegenwärtig damit beschäftigt sei,über die stattgehabteUntersuchung zu Händen des Bundesrathes einen Bericht auszuarbeiten. Die sozialistenfresscrischen Blätter knüpfen an diese Nachricht die den stillen Wunsch verrathende Betrachtung„daß der BundeSrath ohne Zweifel berechtigt fei, den Landesausschuß auszulösen und dessen Mitglieder auszuweisen." Mit Erfüllung des letzteren Wunsches wird es etwas hapern, da von den vier Mitgliedern dieses Ausschusses drei Schweizerbllrger sind. Gleich dumm wie dieser Wunsch, find die Auslassungen der deutschen Offiziösen, welche die deutschen Sozial- demokraten in der Schweiz das Referendum gegen den Bundesanwalt ergreifen lassen! „Und mit solchem Mob muß man sich herumschlagen" sagte ein- mal Friedrich der Große über die Russen; wie würde er wohl die Reptilien von heute nennen? Je gehässiger aber die Gegner sich geberden, desto mehr J ordern sie in der Schweiz unter der Arbeiterschaft das Klassen- ewußtsein. So hat in Basel eine Bürgerversammlung be- schlössen, zu der diesjährigen St. Jakobsfeier keine r o t h e n Fahnen zuzulassen. Diese historische Schlachtcnfeier machten bisher auch die Arbeiterorganisationen mit und daL gleiche wollten sie auch dieses Jahr thun. Infolge jenes Beschlusses werden sie sich aber nicht daran belheiligen und kommen somit zu dem Standpunkte der deutschen Sozialdemokraten gegenüber der Sedanseier. Sie arbeiten für uns, unsere Freunde, die Feinde. Nicht viel weniger Aufregung wie der Referendumsturm der Sozialisten verursacht bei den„staatserhaltenden Elcmenten" der Sieg der St. Galler Demokraten und der mit ihnen verbündeten Ultramontanen über die„Liberalen" bei den am letzten Sonntag stattgefundenen Wahlen des Verfassungs- rathek. S7 Revisionisten stehen gegen S4 Reaktionäre, die vom k- fiebzio. Dem Mohamedaner ist die Frau weiter nichts als eine Blume, die verblüht und abfällt, ihre Seele ist der Duft der Blume, welchen der Wind davonträgt und er ist nicht mehr. Dem hochehrwürdigen Herrn war daher seine Aufgabe in nicht geringem Maße erschwert, als er Timea zur Aufnahme der„vernünftigen" Religion bewegen wollte. Zuden und Papisten hatte er schon genug bekehrt, aber mit einem Türkenmädchen hatte er eS noch nicht versucht. Am ersten Tage, als der hochehrwürdige Herr Timea die Herrlichkeit der anderen Welt erklärte, indem er darauf hinwies, daß dort im Himmel alle die hier unten einander angehört und sich geliebt, sich wieder finden und mit ein- ander vereinigt sein werden, richtete das Mädchen die Frage an ihn: Ob in der andern Welt sich Diejenigen wieder zusammenfinden werden, welche sich geliebt haben, oder Diejenigen, welche der Geistliche zusammen gethan hat? Es war dies eine verfängliche Frage, die aber der hochehrwürdige Herr von seinem puritanischen Standpunkte, auf den er sich stellte, sehr gut also beantwortete: da es nicht denkbar, daß Jemand einen Anderen lieben sollte als Denjenigen, den der Geistliche ihm angetraut, und da hinwiederum nicht möglich. Denjenigen, mit dem der Geistliche uns vereinigt hat, nicht zu lieben, so ist jene Verheißung der Schrift ganz korrekt. Er hütete sich aber wohl, Herrn Timar diese Frage mitzutheilen. Am andern Tage fragte ihn Timea, ob ihr Vater, Ali Tschorbadschi in der andern Welt gleichfalls dorthin kommt, wohin sie kommen wird? Auf diese heikle Frage wußte Se. Hochehrwürden wirklich keine befriedigende Antwort zu geben. „Aber nicht wahr, ich werde dort wieder die Frau des Herrn Levetinczy sein?" frug ihn Timea mit lebhafter Neugierde. Auf diese Frage konnte der Herr Senior mit Freuden die gnädige Versicherung ertheilen, daß dies gewiß der Fall sein werde. „Nun, dann will ich den Herrn Levetinczy bitten, daß «r, wenn wir im Himmelreich beisammen sein werden, meinem Vater gleichfalls ein kleines Plätzchen einräume, da- mit auch der bei uns sei; und nicht wahr, das wird er mir Himmel das Privilegium ausschließlicher Regierungsfähigkeit erhalten zu haben vermeinen und die deshalb das Ende des KantonS prophezeien, wenn geheime Abstimmung, Wahl der RegiemngS- und Sländeräthe durch das Volk und verschiedene andere Erweiterungen der Volkörechte staltfinden. Und ein- müthlg stimmt die reaktionäre Presse der ganzen Schweiz in d«n Chorus ihrer St. Galler Zopfbrüder ein und besudelt die dortigen Demokraten in unfläthigster Weise. Der gemeine Ton der ehemaligen berüchtigten Berliner„Provinzial-Korr." ist zur Zeit der vorherrschende in der„anständigen und gut- gesinnten" Schweizerpresse. Der nunmehr beendigte aargauische Zigarrenarbeiterstreik soll, wie aus Bern gemeldet wird, ein charakteristisches Nachspiel haben. Gegen A. M er k, den Präsidenten des schweiz. Gewerk- schaftsbundes, der als Gehilfe am schweiz. Arbeitersekretariat ange- stellt ist, soll der Bundesrath wegen seiner Agitation während des Streiks eine Untersuchung einleiten wollen. Abgesehen vom Juchtengeruch dieser Meldung glauben wir vorläufig nicht an ihre Richiigkeit, weil sich die Bundesbehörde in Bern durch eine einfache Anfrage an den Arbeitersekrctär Greulich Jnfor- mation verschaffen kann, ob diese Agitationen Merk's auf Kosten des Sekretariats stattgefunden oder nicht. Nach unserem Wissen werden derartige Agitationskosten aus der Kasse des Gewerk- schaftsbundes bestritten. Das Arbeitersekretariat dürste zu solchen Zwecken kaum einen Heller hergeben können, da e§ m ohnehin unzureichend dotirt ist. Andererseits dürfte Merk's Stellung als dürftig besoldeter Gehilfe dieses Sekretariats schwerlich ein Grund sein, ihm seinen freien Willen und seine Rechte zu beschneiden und ihn zu verhindern, bei einem Streik zu agitircn. Trotz alledem halten wir bei der gegenwärtigen reaktionären Strömung eine Untersuchung gegen Merk nicht für ein Ding der Unmöglichkeit— wir sind bereits so weit in der Reaktion vorgeschritten, daß alles möglich erscheint. Bekanntlich hat der genossenschaftliche Gedanke bei der Bauernschaft der meisten Ländern schon Eingang gefunden und vielfach zu praktischen Resultaten ge- führt. In der Schweiz haben die landwirthschastlichen Ver- einigungen, gemeinschaftliche Einkäufe und Verkäufe:c. schon eine ziemlich starke Verbreitung erfahren. Einmal auf dem genossenschaftlichen Gebiete thälig, werden bei Erfolg die Theil- nehmer zu immer weiteren Schritten ermuthigt. Als Beweis dafür fei hier das Statut eines kürzlich im Kanton Luzern be- gründeten Bauernvereins mitgetheilt. Dasselbe lautet im Auszüge: 1. Gemeinsamen Bezug von landwirthschastlichen Betriebs- Materialien und Konsumartikeln. 2. Belehrung mit Wort, Schrift, Beispiel, Kursen, Proben und so weiter. Allfällig später durch: 3. Gemeinsamen Verkauf der Produkte. 4. Gemeinsamen Betrieb einzelner Zweige oder Neben- gewerbe der Landwirthschaft. 5. Beschaffung von Betriebs- und Anlagekapital für die Mitglieder. 6. Vereintes Vorgehen zur Abwehr von Unglück. Das„Volksblatt" brachte kürzlich einen Artikel über die Arbeitsverhältnisse, namentlich die Arbeitslöhne der Schweiz. Wir sind heute in der Lage, einen Beitrag zu den schlechten Löhnen hiersclbst zu liefern. Dem„Grütlianer" wird aus dem Kanton Thurgau berichtet: „Ich erhielt von der Firma S. in K. per Eilgut einen Korb mit Stoff für 61 Hemden. In einem beigegebcnen Schreiben wurde bedingt, daß die Hemden zum Theil mit Kragen und innerhalb acht Tagen zu liefern seien. Zuthalen, wie Knöpfe und Faden habe ich selbst zu beschaffen. Bezahlt werden 25 Cts. per Stück! Weil ich zur Zeit nicht besonders beschäftigt war, behielt ich die Waare, nahm mir aber 14 Tage Zeit zur Fertigstellung. Nach Ablieferung erhielt ich per Mandat 14,50 Fr. statt 15,25 Fr. Es wurden eben noch 0,75 tranks für Fracht und Portoauslaaen in Abrechnung gebracht. uslagen hatte ich 3,85 Fr., bleiben also noch 10,65 Fr.— 17 CtS. für ein Hemd!" Dieser Lohn kann zweifellos durch ausländische, kaum durch chinesische Arbeiter noch tiefer herabgedrückt werden. palifirdste Uebsrpirhk. Der Termin der Neich»tag»mastl. Die„Frkf. Ztg." schreibt:„Es ist bezeichnend, daß gerade von nationalliberaler Seite die Hinausschiebung des Termins für die nächste Reichs- tagswahl befürwortet wird. Gegen derartige Bestrebungen wendet sich in bemerkenSwerther Weise im Chemnitzer„Amts- blatt" ein Vorstandsmitglied des konservativen LandeSvereinS für das Königreich Sachsen, ein strammer konservativer Prntei- man, der Professor und frühere Landtagsabgeordnete Straunier, welcher ausführt, daß eine derartige Hinausschiebuna der Neu- wählen dem Geist der deutschen Verfassung widerspreche. Dieser verlange, daß möglichst zu keiner Zeit und jedenfalls nicht länger nicht verweigern können?" Auf diese Frage kratzte der Herr Senior sich gewalfig hinter dem Ohr, und meinte, er werde diesen skrupulösen Fall der allgemeinen Kirchensynode unterbreiten. Am dritten Tage sagte er Timar, er dürste doch das Beste sein, das Fräulein schon jetzt zu taufen und zu trauen; über die weiteren Dogmen möge sie dann ihr Herr Gemahl aufklären. Am nächsten Sonntag ging denn auch die Ceremonie vor sich. Timea kam bei dieser Gelegenheit zum ersten Male in eine protestantische Kirche. Dieses einfache Gebäude mit feinen weiß getünchten Wänden und seiner Kanzel ohne alle Verzierung und Vergoldung machte auf ihr Gemüth einen ganz anderen Eindruck, als jene andere Kirche, aus der schlimme Buben sie vertrieben hatten, als sie einmal sich hinein- gefchlichen. Dort war ein goldener Altar, große Wachskerzen brannten in silbernen Armleuchtern, die Wände waren voll be- hängtmitBildern, Weihrauchdüste durchzogen die Lust, geheim- nißvoller Gesang ertönte uud beim Klingeln mit dem Glöckchen sank das Voll auf die Knie— all' das, die Bilder, die Klänge regen die Phantasie an. Hier aber sitzen in langen Bankreihen Männer und Frauen abgesondert, jede? hat sein Gesangbuch vor sich liegen, und wenn der Kantor in- tonirt, fällt die ganz« Gemeinde ein und singt das ganze Lied herunter. Und dann tritt eine allgemeine Stille ein; der Geistliche steigt die hohe Kanzel hinauf und begann zu sprechen, ohne irgend welche Zeremonie; er singt nicht, er trinkt nicht aus dem Kelch, er zeigt keine geheiligten Gegenstände, sondern spricht nur in einem fort. Timea versteht nichts von dem, wa» er sagt. Sie staunt nur darüber, daß in dieser Kirche drei Ouarres von Bänken vollgestopft sind mit Weibervolk; und die? tausend- köpfige Weibervolk spricht nicht, öffnet nicht den Mund, es wagt nicht einmal eine Nachbarin der andern etwas zuzu- Süstern. Ein schrecklicher Ritus! drei Legionen Weiber, die urch volle zwei Stunden zum Schweigen verurtheilt sind. Wenn es ihnen mindestens erlaubt wäre„Amen!" zu rufen, sobald die Predit zu Ende ist. Timea sitzt in der ersten Kirchenreihe neben der Frau Oberkirchenkuratorin, welche ihre Taufpathin sein wird und „VollS-Ki/ als ganz unbedingt nothwendig, dem Volke gfgcnübcr � SlaatSregicrung seine verfassungsmäßige Vkrtrewna l Wesen des konstitutionellen Staates liege,,(äniittfl- politische Fragen, wie sie jederzeit plötzlich emtreim � nicht ohne Mitwirkung der Volksvertretung erledigt � An diesem Grundsatz zu rütteln, werde am wenigsten 0 erhaltenden Parteien beikommen.. x�nhettW Di« nächste Srsston. Von offiziösen Korrest � wird jetzt mit auffälliger Geflissentlichkeit betont, M � gierung bisher noch gar keine Veranlassung g«aw 9» mit Vorbereitungen für die nächste Session de« R.lch�o» Landtages zu beschäftigen. Die Objektivität der„Post" schildert die in folgender Weise:„, unttN« „Das zarte Gemüth der„Post" fühlt sichj�f» � gestrigen Leitartik tief verletzt. Sie klagt über"Wn Tons" und über„Gassen- Jargon", weil wir den o» der �konservativen Korrespondenz" abwechselnd eine schmacklen Rarren" oder einen„eitlen und gewi � Streber" genannt haben. Die Ausdrücke ffnd unfew/ � � es zu, und wir hätten sie lieber auch nicht gebraucht--„j sie das Mißfallen der„Post" erregen, das koimni � jli unciwartct. Oder auch nicht ganz unerwartet,.-"ost Wp die„Volks-Zeitung" unterdrückt war, verlangie" A«; vative Korrespondenz" mit der ihr eigenen sittlichen 0; � die Aufrcchterhaltung dieser widerrechtlichen MaßrcgU � ehrte den— damals wehrlosen— Redakteur dm e- � mit einer Fülle der ausgesuchtesten Injurien, indem � als mildernden Umstand gelten ließ, daß man nM � ob er ein„abgeschmackter wissenloser Streber" angenehmen und erfrist� em Narr" oder sei. Diese Auslassungen wurden damals von der demschen Allgemeinen Zeitung", mit höchstem Behagen nachgedruckt,____ machte, wie wir gern anerkennen, eine Ausnahme. ........ Augriffe, der„Const� genehmen uno nn � n der„Post", MV der„Kölnischen 3"«,- ; nur die„Kreuz � � die durch und durch unwahren Correspondenz" atf die Koalitionsfreiheit der Abwehr erheischten, kam uns der gute Gedanke, die oei mäßig noch mildesten der Ausdrücke, mit denen � vative Correspondenz" die durch widerrechtliche Gemli. � los gemachte„Volks-Zeitung" überschüttet hatte, m v wehr zu verflechten; die„Conieroative Coirespondcn» � nichts weniger, als wehrlos. Wir kannten unsere � jj,) heimer und wußten, daß sie in die Falle gehen wursm- mit der ihr eigenen Grandezza tappt denn zuerst hinein. Die noch verhältnißmäßig mildesten der-im» jz denen sie zugejubelt hatte, als sie für die Vergewalüg � Preßfreiheit gebraucht wurden, nennt sie„Verroyu Tones" und„Gassen-Jargon", wenn sie gegen die-l>e 8 j�r guna der Koalitionsfreiheit gebraucht werden. DM der Reaktion ist ein alter; schon Börne hat ihn tictstii witziger gekennzeichnet, als wir es vermöchten. EHnvur jj er mit dem Jahrzehnten freilich nicht geworden. Gegentheil! Aber die„Post" und ihresgleichen stirb a j» fortfahren, ihn als kostbarste„GeisteSwaffe" zu hüten �Der Mnndpatriotismus, welcher jetzt in Dcnst� grassirt, ist nur eine Form der S e r v i l i t ä t und-.�1» der häßlichsten. Der Mundpatriot hat blos fein.e p# Interessen im Auge, das Vaterland, welches er stets st1 führt, ist ihm nur ein Deckmantel seiner niedrigen Bestes oder auch ein � Handelsartikel. Wenn Jemand NM nehmen will, diesen Mundpatrioten einmal die MaSke 9 zu reißen und sie in ihrer wahren Gestalt zu zeigen, wir zum Studium der leider in Vergessenheit geralhenen � j, enthaltend die nach dem Sturz des Kaiserreichs j�i den Tuillierien gefundenen Bettelbriefe d 1" tfo# Patrioten. Ein Auszug dieses hochlm-sli�i» Wirtes in ist deutscher Uebersctzung bei Bracke eil und jedenfalls noch im Buchhandel zu haben- jenen sauberen deuischen Patrioten, die den französische»> � strcichs- und MeineidS-Kaiscr hündisch anwedelten u»�! bettelten, befanden sich Leutchen, die nachher in DO'Lpi' unter den Monopolisten des deutschen Patriotismus sts.�� und die Briefe in ihrer Gesämmtheit find typisch sm Geschlecht der Mundpatrioten. Jedenfalls wird ein Durchlesen des BucbcS sich sehr wohl verlohnen; cS' wahre Fundgrube für den Kulturhistoriker im Allgcmest j! den Spezialisten der politischen Zeitkrankhcl' Besondern. Der Keschluss de» internationale« Arbeite»' � grelles, am 1. Mai 1890 in allen Kulturländern� s eine Manifestation zu Gunsten des achtstu» NormalarbeitStageS zu veranstalten, ist in den einigten Staaten vonNordamerika und t» � l a n d mit besonderer Begeisterung aufgenommen» zsjl Während für die Staaten des europaischen Festlandes d stundentag mehr oder weniger noch eine ZukunftS'� d cru n g ist, die unter normalen Verhältnissen erst mühsamer, kraftvoller Agitation verwirklicht werden t» ,»' er für die beiden genannten Länder eine praktische l sie zum Taufbecken stihrt. Ihr Taufpathe aber ist» Ober-Kirchenkurator. yf Auch dieser Akt bietet keine die Phantasie aufregend monie; der hochehrwürdige Herr hält am Taufbecken eine verständige Rede; endlich hat auch diese ein Ende; die-»£ neigt ihr Haupt über das Taufbecken und der Geistlich.,, x sie im Namen der heiligen Dreieinigkeit:„Susan» � Diesen Namen hatten die Taufpathen ihr ausgesucht, richtet der Herr Senior eine Ermahnung an die TaulZ�i- und zählt ihnen ihre Verpflichtungen auf; die Frgfl J Kuratorin führt ihren Täufling in die Bank zur»» � erhebt sich die ganze Gemeinde und betet; aber» hi». Geistliche betet laut, alle andern blos stumm vor Timea aber denkt bei sich, warum man sie gerade��jp getauft, da sie doch zufrieden gewesen mit ihrem Namen? Nach dem Gebet setzten sich alle nieder und der jz! intonirte bei dieser Gelegenheit den 83. Psalm:„Goii-M. � was iu Timea den leisen Zweifel erweckt, ob man I vielleicht jetzt zur Israelitin getaust habe? rm�fi Alle ihre Zweifel zerstreut jedoch endlich Se. y«.jW würden, jener jüngere Geistliche, der jetzt die Kanp und, nachdem er eine sehr schöne Predigt gehalten, i1» eine Schrift aus dem Buch herausnimmt und davo» � liest; hiermit werde jverkündigt, daß der hoch-»»» geborene Herr Michael Timar, Edler von Levetinczy./ lieh helvetischer Religion, sich verlobt habe, mit der cy(Cii tugendsamen Jungfrau Fräulein Susanna Tu»�,�' Tschorbadschi, verwaisten Tochter des weiland hoch-»'�jj>l> geborenen Herrn Ali Evlen van Tschorbabschi, � helvetischer Religion. Und auch dazu sprechen die drei Legionen v kein Wort. � � 5'1l Timea beruhigte sich mit dem Geschehenen. ersten Aufgebot mußten noch zwei Wochen bis zu»- verstreichen; Michael war während dieser zwei Wocy, lich bei Timea. Däs Mädchen empfing ihn stets»f. richtiger Freundlichkeit. Michael war glücklich im Tw p der Zukunft. So oft er Timea besuchte, traf er A'Y seiner Braut. Diese fand in der Regel einen Vorw» Zimmer zu verlassen, nnd statt ihrer erschien da» »US fori °>l für, Ntrnb eint >ch-n hat x�ramm. £.-«ngelsä r'Cn 8 a n V« Grob $ Sf0tl die ?nt, 8 Sl> — eil den engl schiieller, YS.?!? Mischen Ai hndent-g d i>°«derly �kilam. „ Na 2Ä rfebicbi l'C S,«* die Itro NÄ «if»™«', N N � V k bitfi iM a** ' fc ?�Lorb,t-u"8- In England ist die achtstündige Ar. »>,.! verschiedene Gewerbe bereits ganz oder doch an« «.?? Angeführt, und die organistrten Arbeiter der meisten P �ben längst den achtstündigen Arbeitstag auf ihrem Sb««nn. Derselbe ist beiläufig eine alte, Forderung '"Vklsachsischen�Mrbeiter, denn er war in früheren s��andesgesetz in England. Unter Alfred ,1, losten— also vor über tausend Jahren■*- herrschte »ri„,f9o �le Dreitheilung des TageS m 8 Stunden s>, 8 Stunden Vergnügen und Muße und 8 Stunden »dii!... c'?.? Eintheilung, die sehr vieles für sich hat, und ingliichen Arbeitern nie vergessen worden ist. Auf glitte Verwirklichung als in England hat die Forde- itJL üchistündigen Normalarbeitstages Aussicht in dem l'-mmverwandten Amerika, wo überhaupt kurzer, fte.l, ch � intensiver gearbeitet wird, als in der alten Welt, Ä �"geschlossen. Im Frühjahr 1886 hatten die ame- ftunz!?.en Arbeiterorganisationen die besten Chancen, den A>1,!» gliche Aeußerung vor. Das ReichLamt der Manne i-iid' wir der„Krcuzztg." entnehmen, bekannt, daß fol- «»it,. Finnen von allen Lieferungen für die Marine aus- Aiiden sind: Eduard Lax u. Ko. in Hamburg und "bolf Warmbold in Bremen und G �»en. Neb» j Gustav Beling in .�'".�Srisf- von Ort»-Krankenkasse«. Es geht dem MiSblatr aus Bunzlau folgende Beschwerde zu: v�t�i, hiesigen öffentlichen Blättern ist folgende Anzeige v- r. KreiS-OrtS-Krankenkasse. iliiti». m wiederholt der Fall vorgekommen, daß Kastenmir nachdem sie 13 Wochen lang�kra' r r'' (ichtt rte Krankenunterstützung gewährt Hn, nicht gesund waren, sich doch sich nach wenigen Tagen wi,„- W. alä die 13 wöchentliche Krankenunlerftutzung U" nehmen. hCu:iaxJw6 krank gewesen sind und worden ist, unge- zur Arbeit gemeldet wieder krank zu melden in An- h®t««f�et0tJ,9e8 Verfahren läßt sich mit den, Gesetze über .Niize»?Nirslchenlng der Arbeiter nicht in Uebereinstimmung !?le'st geeignet, der Krankenkasse nicht absehbare Nach- ÄlitLr 0e". Wir haben deshalb beschlossen, daß Kassen- („ welche 10 Wochen und darüber krank waren, erst JJftitttrf, te Kasse als Mitglieder aufgenommen werden, wenn M»!,, sw ärztliches Attest den Nachweis bringen, daß sie �uud arbeitsfähig sind. rcen Gemeindevorsteher, Kranken-Kontroleure und . bes Kreises ersuchen wir, hiernach für die Folge °ilil... fahren, auch jeden bezüglichen Fall bei uns zur �„brmgen. ''«u, den 8. Juli 1889. . Der Kassen-Vorstand 0. Tau. r Kreis-Orts-Krankenkasse. 'int A""äh demselben Schema verfährt die hiesige„All- ... Aus(�Krankenkasse." m''litt m Act sind schon zwei Kollegen(Steinmetzen) hier „Nttn 1-llachdem sie ein halbes Jahr Krankenunterstützung s» all' wollten sie wieder ihre Beschäftigung auf- h'ln au«,, e?»ber Arzt verweigerte ihnen einen Gesundheits- ..w der sä, stsstan, ohne denselben erhalten sie aber keine Arbeit, d.. Nick, �, sagt, er könne sie ohne ärztliches Gesundheits- ■ ohnx„Umstellen, weil sie die Kasse sonst nicht aufnehme, Setter e..Aufnahme dürfen sie nickt arbeiten. Unser Bericht' dem hinzu tx%e i derselben noch erinnerte. Dann, daß sie Frau % bnrf, r00" erzählte, erblickte er einen Beweis, daß sie A liebe. k,<). n'enn Sie wüßten, lieber Levetinczu, wie sehr daS b ilnd r ��nen hängt." fttop« f1™" wurde nicht verlegen, wenn sie Frau Sophie �llen p T�e. Sie affektirte keinen verschämten Widerspruch Wrf"kräftigte aber auch die Nichtigkeit der Behauptung v bes� �schäwtes Erröthen. Sie zeigte sich Michael gegen- u der ernst und folgsam. Sie gestattete ihm, ihre Hand d en./".'gen zu halten und ihr lange in die Augen zu likpu roe"n er kam und ging, drückte sie ihm die Hand a, Ka, 8 ihn an. ls,"phle aber wußte Michael täglich irgend etwas .. AuH hst�en, das Timea ihr von ihm erzählt hatte. t stti ß? der Hochzeitstag war endlich herangekommen. Aus «lften. senden strömte die Schaar der Hochzeitsgäste zu- ? iep-�,°'"e lange Wagenreihe stand der Gasse entlang wie Wik. unheilvollen Tage; doch passirte diesmal kein Un- i>s°vwrr°utigam holte die Braut aus dem einstmaligen V die Hause, das jetzt schon ihr Eigenthum war, i/! Ätn.H6"b, der Hochzeitsschmaus aber war im Hause 9r�' Npf. PQmä hergerichtet. Mama Sophie ließ es sich putie n,men' die Anstalten zum Mahl zu überwachen. i, 9»etf,0" Zu Hause geblieben und sah, hinter dem Bor- «tÜsül oerf!-' durch dasselbe Fenster, an welchem sie an lullet rduuguißvollen Tag die Ankunft ihres Bräutigams z>dgf«rn wie die lange Wagenreihe mit den Kränze!- "ständen. Brautführern, der Braut und dem stch in Bewegung setzte. (Fortsetzung folgt.) Sommermonate brinaen kann. So wird er durch das Vor- gehen des Krankenkassenvorstandes zum Betteln gezwungen. Wir bemerken zu dem Falle Folgendes: Ob ein Unternehmer einen Arbeiter anstellen will oder nicht, liegt natürlich ganz in seiner Willkür. Will er einen Arbeiter ohne Gesundheitsattest eines Arztes nicht annehmen, so kann ihn niemand dazu zwingen. Wenn aber der Unternehmer einen Arbeiter einstellt und dies der Ortskrankenkasse anmeldet, so ist der Arbeiter durch diese Anmeldung ganz ohne Zweifel Mitglied der Ortskranken- lasse und diese hat kein Recht, ihn zurückzuweisen. Sie darf sich ihre Mitglieder nicht auswählen, sie muß alle Personen aufnehmen, die in einem versicherungspflichtigen Betriebe arbeiten. Wenn also die beiden von der Ortskrankenkasse in der Art gemaßregelten Arbeiter irgend in einem gewerblichen Be- trieb Arbeit erhalten, sind ste auch Mitglied der Ortskasse. Nicht die Erlaubniß zu arbeiten, hängt von der Kassen- Mitgliedschaft ab, sondern wer Arbeit erhält, ist Kassen- Mitglied. So lautet das Gesetz. Anders ist es frei- lich damit, ob die Krankenkasse dem Arbeiter nun auch die Unterstützung zahlen muß, nachdem er„ausgesteuert" oder bei- nahe ausgesteuert ist, d. h. nachdem er die längste, statuten- mäßige Zeit Krankengeld erhalten und sich nach kurzem Ar- beiten an derselben Krankheit, die ihn nicht verlassen hat, wieder stank meldet. Dieser Fall ist nur nach den Um- ständen zu entscheiden und gehört vor die Gerichte. Die Kasse müßte in diesem Falle auf Zahlen des Kranken- geldeS verklagt werden. Für den Entscheid des Gerichtes, daß dieser dem Arbeiter günstig ist, können wir nicht ein- stehen. Also nochmals: Die Ortsstankenkasse hat kein Recht, einen in einem ver- sicherungSpflichtigen Betrieb in Arbeit stehenden Arbeiter die Kassenmitgliedschast zu verweigern oder zu entziehen, der Unter- nehmer kann aber nicht gezwungen werden, einen kränklichen Arbeiter zu beschäftigen. Die Bekanntmachung der KreiS-OrtS- Krankenkasse und das gleiche Verfahren der städtischen Orts- Krankenkasse sind beide den bestehenden Gesetzen nicht entsprechend, denn das Gesetz gestattet den Ortskassen keine Auswahl ihrer Mitglieder. Ob aber ein„ausgesteuertes" Kassenmitglied, wenn eS, ohne inzwischen gesund gewesen zu sein, an derselben Krank- heit, für die er stüher Krankengeld bezog, wieder krank wird, Krankengeld abermals erhält, ist mindestens fraglich. Da ist der Rechtsweg zu beschreiten. Das Richtigste ist immer, den Kranken wieder in Arbeit zu bringen, ihn dann bei der Kasse anzumelden und wenn diese Widerspruch erhebt, den Be- schwerdeweg zu beschreiten. Die erste Instanz ist der Magistrat oder der Landrath als Aufsichtsbehörde der Kasse. Außer Arbeit braucht der betreffende Arbeiter deshalb nicht zu bleiben. Der Betriebsuntemehmer hat feine Pflicht gethan, wenn er den Arbeiter anmeldet, und sich dadurch zum Zahlen des KassenbeitraaeS anbietet, den er ja zu ein Drittel tragen muß und von dem er zwei Drittel dem Arbeiter anrechnen darf. Dem Betriebsunternehmer(Meister) kann dann kein weiterer Nachtheil entstehen, er ist vollkommen gedeckt für jeden Fall. Hiernach wäre der Meister zu belehren, der etwa Neignng hätte, den betreffenden Arbeiter anzustellen. Wir bitten unsere Freunde, auf solche Uebergriffe der OrtS- krankenkassen zu achten und ihnen mit Entschiedenheit entgegen zu treten. Gin Dentsch-Amerikaner, der zum internationalen Arbeiterkongreß nach Paris delegirt war, faßt das Ergebnis seiner Beobachtungen nach einem amerikanischen Arbeiterblatte m Folgendem zusammen:„Genossen, nach allem zu urtheilen, kann ich für heute nur sagen, daß ich einen unwiderstehlichen Trieb und Wunsch empsinde, zurückgekehrt, von neuein an die Arbeit zu gehen für unsere glorreiche Sache. Amerika erachte ich mehr denn je als die Hoffnung aller Nationen, als die Stelle, wo der Sozialismus wachsen und von wo er seinen günstigen Einfluß und seine Macht über alle Lande ausüben wird. Laßt freundschaftliche Beziehungen zwischen den Sozia- listen aller Länder bestehen. Wir werden sicherlich alle„dahin kommen" und daher glaube ich, daß Amerika, unterstützt durch eine weise Taktik der Sozialisten, mit seinem rasend schnell sich entwickelnden Kapitalismus eine gute Chanze hat, zuerst dahin zu gelangen— nämlich zum Sozialismus." An» Mecklenburg, 16. August. Aus der letzten Schweriner Nachwahl zum Reichstag, die im Mai dieses Jahres stattfand, wird jetzt ein Aktenstück bekannt, das wieder einmal zeigt, wie manche Beamte es mit ihrer Amtspflicht nehmen, handelt es sich um Bekämpfung der verhaßten Sozial- demokratie. Am 19. Mai wurde der Schuhmacher Schröder in Lübstorf, einem Bauerndorfe bei Schwerin, von dem Orts- schulzen verhaftet, weil er Flugblätter und Stimmzettel für den sozialdemokratischen Kandidaten verbreitete. Auf die Ein- wenduna des Verhafteten, daß der Schulze zu diesem Gewalt- akt kein Recht habe, weil er nichts Ungesetzliches begangen habe und das Flugblatt nicht verboten sei, las der Schluze dem Schröder eine angebliche Verordnung der AmtSpolueideHörde vor, wonach Personen, welche sozialvemokratische Flugblätter vertheilen, angehalten und an das Amt einzuliefern feien. Und so geschah es. Schröder wurde verhaftet, am nächsten Morgen dem Amtsoerwalter S. von Oertzen, demselben der die famose Verordnung erlassen, vorgeführt und dann ohne weiteres entlassen, nachdem ihm die abgenommenen Flugblätter und Stimmzettel wieder zurückgegeben worden waren. Schröder erhob gegen das Verfahren Beschwerde, das Großhcrzogl. Ministerium des Innern fand aber die Verhaftung terechtfertigt, weil Schröder keine Legitimation gehabt. Das Zerfahren des Schnitzen finde in der Bestimmung des§ 3 des Bundes-Paßgesetzes seine ausreichende Begründung. Diese Auslegung des§ 3 des Paßgesetzes ist eine durchaus Willkür- lich, da Schröder, worüber der Schultze doch gar nicht im Zweifel war, sich nicht auf einer Reife befand. Schröder machte nunmehr den Versuch, den Schnitzen wegen widerrechtlicher Freiheitsberaubung durch die Staatsanwaltschaft belangen zu lassen, diese lehnte aber die Verfolgung ab. Mittlerweile gelang es Schröder, den Wortlaut der v. Oetzen'schen Instruktion zu erlangen und diese dürfte allerdings geeignet fein, gegen v.Oetzen eine gesctz- liche Handhabe zu bieten. Da dieselbe unzweifelhaft einen Mißbrauch der Amtsgewalt enthält. Das famose Aktenstück lautet: In den letzten Tagen sind in den verschiedensten Gegen- den unseres Landes sozialdemokratische Flugblätter vertheilt worden. Es steht zu erwarten, daß Versuche hierzu auch in den Ortschaften des hiesigen Amtsbezirks gemacht werden. Das unterzeichnete Amt fordert daher die Ortsvorsteher zur Wachsamkeit auf, und erwartet, daß dieselbe so viel an ihnen ist, gerne und mit Eifer die Hand bieten werden, die Versuche, die sozialdemokratische Agitation in unsere Gemeinden zu tragen, im Keime zu ersticken. Lassen sich Personen beiVertheilung sozialdemokratischerFlug- blätter betreffen, sosinddieselbenfestzunehmen und an das Amt abzuliefern. Sollte eine Festnahme nicht möglich, dem OrtSvorsteher aber doch bekannt werden, daß eine sozialdemokratische Agitation durch Vertheilung von Flug- blättern oder in anderer Weise stattgefunden hat, so ist sofort an das Amt zu berichten. Angehaltene Flugblätter sind an daS Amt einzusenden. Schwerin, den 6. November 1888. Großherzogliche« Amt gez. v. Oertzen. Es kann nach dem Wortlaut dieses Ukases auch nicht mehr dem geringsten Zweifel unterliegen, daß derselbe unge- setzlich ist. Der Amtsverwalter von Oertzen fordert zur Ver- Haftung der Austräger und Vertdeiler sozialdemokratischer Jlus.» blätter auf, einerlei ob dieselben Legitimation haben oder nicht, ob die Flugblätter verboten sind oder nicht: hier liegt ein Amtsmißbrauch vor, der auf Grund des Preßgesetzes zu ver- folgen ist. Wir werden sehen, od auch jetzt noch die Staate- anwaltschaft die Verfolgung des von Oertzen verweigert und wie sich die mecklenburgischen Behörden weiter zu diesem Falle von Rechtsverletzung stellen. Auf alle Fälle wird diese Ange- legenheit auch noch den Reichstag beschäftigen. Dresden, 16. August. Die ErganzungSwahlen zum fach- fischen Landtag sollen Ende September oder Anfang Oktober stattfinden. Dieser Termin ist ungewöhnlich spät; was für Gründe bei dieser späten Wahlterminansctzung mitspielen, ist schwer zu sagen. Kaum treten aber die Wahlen in den Vor- dergrund, so zeigt sich auch die Erbärmlichkeit des sächsischen Freisinns in ihrer ganzen Größe. In zwei Wahlkreisen der Altstadt Dresdens scheidet je ein sogen, freisinniger und ein ultrakonservativer Abgeordneter aus. Der eine ist der Bürger- meister Böhnisch, der andere der Schuldirektor Heger. Aus Furcht vor der Sozialdemokratie haben sich nun sämmt- liche in Frage kommenden Parteien: Freisinnige, Nalionallibe- rale und Konservative dahin geeinigt, daß die ausscheidenden Kandidaten in ihren Wahlkreisen wieder aufgestellt werden und keine Partei der andern einen Gegenkandidaten gegenüberstellt. Damit ist der sächsische Ordnungsbrei aufs neue besiegelt und das Vaterland mal wieder gerettet. ZWicka«, 14. August. Der Delegirtentag der Porzellan- maler Deutschlands, welcher am 11. und 12. d. M. Hierselbst stattgefunden hat, war von 24 Delegirten aus den veftchie- densten LandeStheilen Deutschlands besucht, welche inSgesammt 2000 Porzellanmaler vertraten. Beschlossen wurde u. Ä. die Gründung eines Verbandes deutscher Porzellanmaler und ver- wandter Berufsgenossen, welcher den Schutz und die Förderung der Rechte seiner Mitglieder auch durch Gewährung von Unter- stützungen an reisende und unverschuldet arbeitslose Genossen, sowie in Krankheit«- und Sterbcfällen bezweckt. Der Sitz des neuen Verbandes wurde nach Fraureuth bei Werdau verlegt. Im Interesse einer gediegenen Ausbildung der Maler beschloß man, daraus hinzuwirken, daß überall eine vierjährige Lehrzeit eingeführt werde. Planen i. D-, 1s. August. Die hiesigen Bäcker haben in Anbetracht des S> eigens der Mehl- und Kohlenpreise abermals eine Erhöhung der Brotpreise beschlossen, welche am 15. d. M. in Kraft tritt. Die Preissteigerung beträgt 1 Pf. pro Pfund, so daß alsdann das Pfund Brot l. Sorte mit 12 Pf., das II. Sorte mit 11 Pf. verkauft wird.— Da die Perlensischcrei in der Elfter wohl als eingestellt zu betrachten ist, so baben sich neuerdings mehrere erfahrene Perlenfischer aus dem sächsi- schen Vogtlande nach Rußland anwerben lassen, wo sich eine Gesellschaft gebildet hat, welche beabsichtigt, innerhalb des Gouvernements Pfkow die Perlenfischerei in größerem Umfange zu betreiben. DsUitttN. Amsterdam, 14. August. In Friesland steigt die Roth unter der arbeitenden Bevölkerung von Woche zu Woche und man kann sich annähenid vorstellen, zu welchen Austritten es im nächsten Winter kommen wird, wenn jetzt schon, mitten im Soinmer, Hunderte von Fcldarbeitern von den Bürger- meistern Brot und Arbeit verlangen. Der Zustand ist um so sorgenvoller, als der Wohlstand unter dem mittleren Bürger- stand zusehends abnimmt, während die Steuern, namentlich diejenigen für die Gemeinden, eine geradezu unerschwingliche Höhe erreicht haben, so daß eine Menge woblhabender Familien es vorzieht, anderswo zu wohnen, wodurch natürlich die Steuerlast für die Zurückbleibenden nur um so unerträglicher wird. Mit einem zweckmäßigeren und gerechteren Steuersystem könnte dem Nolhstande zu einem guten Theil abgeholfen wer- den, allein von Seiten der Regierung geschieht nichts; dafür hat man es auch glücklich soweit gebracht, daß die Sozial« demokratie in dieser Provinz festen Fuß gefaßt hat und in Kreisen, welche sich früher durch gute KönigSgesinnung aus. zeichneten, überzeugte Anhänger geivinnt.— Das scheint also doch ein Zeichen dafür zu sein, daß die Leute von der„guten KönigSgesinnung" nicht satt werden. Und das Steuersystem allein wird es auch nicht machen. Amerika. Die Gedenkfeier der Erstürmung der Bastille wurde am letzten Sonntag von der Central Labor Union, der Socialistic Publishing Society, der deutschen Sektion der Soz. Arbeiter- partei und dem Arbeiterbund im Nord Chicago Schützenpark abgehalten. ES mögen zwischen 7—8000 Personen auf dem Festplatze erschienen sein. DaS Arrangcmentekomitee hatte keine Mühe gescheut, um daS Fest zu einem Erfolg zu machen. Als Redner waren die folgenden Personen eingeladen worden: In deutscher Sprache Paul Grottkau: in englischer Sprache Lucy Parsaus; in böhmischer Sprache Frank Chapek; in schwedischer Sprache G. ÄhleninS und in norwegischer Sprache Jens L. Christensen. DaS Fest verlief in größter Ordnung und die Anwesenden amüsirten sich vortrefflich. Die englische Sektion hielt am Sonntag Nachmittag in Waverly Hall Hall ihre regelmäßige Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand das Thema:„Freie öffentliche Bäder." Es wurde beschlossen, für die folgende Petition Unterschriften zu sammeln und dieselbe an die Kommissäre der Parkanlagen auf der Südseite zu senden: „Die Unterzeichneten ersuchen Sie, einen der großen Seen, welche jetzt im Jackson Park angelegt werden, zu einem öffent- lichen Badeplatz zu bestimmen und dort billige Räumlichkeiten für Änkleidezimmer anzulegen. Tausende würden gern einen solchen langgewünschten Badcplatz benutzen. Zur Unterstützung diese« Gesuchs weisen wir Sie auf die Thatsache hin, daß jetzt, namentlich an Sonntagen, sehr viele Personen das Secufer besuchen und dort, entgegen dem Verbot und den Ge- setzen der Schicklichkeit, baden. Wir hoffen, daß Sie diesem Gesuch Ihre Beachtung schenken werden, zumal da wir wissen, daß Sie die Nothwendigkeit von zweckmäßigen Einrichtungen für körperliches Vergniigen anerkennen, wie Sie es durch den Bau von TanzpaoillonS und durch die jährliche Bewilligung von Geldern für die Instandhaltung von Schlitt- schuhbahnen bewiesen haben. Die Kosten einer solchen Bade- anstalt sind übrigens nur mit wenigem Aufwandt ver- Kunden."„ Ferner wurde der Stadtrath ersucht, den Kommissär für öffentliche Arbeiten aufzufordern, Erkundigungen darüber ein- zuziehen, wiewiel die Einrichtung öffentlicher Badeanstalten kosten würde. Die Versammlungen der Südwestseite-Branch find, obgleich mäßig besucht, lehr interessant. Es ist in letzterer Zeit eine Einrichtung getroffen, wonach jeder Genosse verpflichtet ist, von Zeit zu Zeit, d. h. wenn die Reihe an ihn kommt, eineu Vortrag oder eine Vorlesung zu halten. Vvteskrrlsten. »et Snfraarn dittm wir die AbonnemenlS.Outituiig betzufSgen. vrieslilb» ilntwori wird nicht crilieilt. P. D. 33. Man kann nicht gezwungen werden, die Frage der Polizei, ob man schon bestraft ist, zu beantworten: auch macht man sich durch unrichtige Beantwortung nicht strafbar; Unannehmlichkeiten kann man sich aber sehr wohl da, durch zuziehen. Theater. Sonnabend, den 17. August. I'« vstoate». Rigoletto. tenier. Stanley in Afrika. Zidolptz Grnst-Theater. Die junge Garde. Sei!»atlt>l«ce-Uhrater. Unser Schwiegersohn. Nora. Gesfing-Theater. gv*»»i' Girofl�-Giroflä. Zentral Theater. Leichtes Blut. Uheater. — 1«r. v M.— 10 A. W*LMrv Kaiser-Panorama. aHHIf In dieser Woche: Ne«! Zweite Wanderung d. Nartter Weltaus KeUuna. Zum ersten Male: Mettiner Judelfestzug in Dresden. Im Ausstellungspark: Alpenlandschaft. Eine Steife 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. 8»eisen 1 M. Skitarant H. Stramm, 123 Ritterstrasse 123, verbunden mit FrcmdenlogiS. Empfehle meinen allbekannten vorzüglichen FrnhstL«»» Mittag» und Ad endtisch. Sonstige Speisen und Ge- tränke in bekannter Güte. Zwei Zimmer, passend telleu und Arbeitsnachweis, stehen zur ng.[1449 1016 Die villissten HerrenfilzhOte erhält man von 2 M. an KnabenfiizhQte„„„ 1„„ CylinderhUte„»„ i„„ vm Fabrikkomtoir: Dresdeneretr. 116. Todes- Anzeige. Nach kurzem, aber schwerem Leiden ist unser Kolleae[1118 Otts Thiele am Donnerstag, den 15. d. M. verschieden. Seine Beerdigung findet am Sonn- tag Nachmittag i4 Uhr vom Trauerhause echönletnftrasze 18 statt. Die Kollegen der Pianofortefabrik «. Wiesner& Co. Soeben erschien Der wahre Jacob Nr. 80. Zu beziehen durch die Expedition, Zimmer straße 44. Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- mldBamsch-Bitt-Lakal, verbunden mit reichhaltigem Frühstücks- Mittags» und Adendtisch. Franz. Billard Hochachtungsvoll M. Erdmann, vormals W. Haugk, Meinjtraße jly. 88. Schahmaaren- Zager eigenes Fabrikat -mpfiehu A. Manthey, 952 Schuhmachermeistcr. Finten str. 845, nahe d. Neuen Königstr. sJ'Hi Am KBnigsthor. Täglich! Täglich! Thtilter- lllld SVezilllitüteil- Vorßellmg. Voldsdelostigungen alier Art. La». Im neuen Saale: Abends elektrische Beleuchtung! «Mm 30 Pf. Alles Nähere die Anschlagssäulen. IWMWMMMlMMMMW Oranaten. lSiNisiisWWWisslZllSlWlWWW! OorMen.(J. 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Fritz Schäfer, Liebenwalderstr.�v. irntflrrte»«(SIrtwt freie Vereinigung der Vergolder und fachgenoffen. Montag, den 19. ds. MtS., Abends 8] Uhr, in Echcffer's Salon, Jnselstraße 10: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über:„Giordano Bruno, seine und unsere ZeiP'. Reser.: Herr Vogt- Herr. 2. DiSkusfion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Gäste find willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 11191 Der Vorstand. sni 1 Gr. Lager, Emil eigen. Fabrik. bin. Hey"' 28, Hof Brunnens tr,"ÄS 0 TheiU, nach Ueberd�l Fachv. der Buchbinder Gr- Echiiht 1. 0 wol», Schuhmackt�A Adaldertstr. und oeru». Serutsgenossen. Versammlung am Sonnabend, den 17. August, Abends 9 Uhr, Annenstriste 16. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Jaffe über„Was ist Bildung."[1113! 2. Verschiedeves und Fragekasten. Mitglieder werden aufgenommen. Die Versammlung wird präzise 9 Uhr eröffnet. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der vorstand. Der Arbeitsnachweis des Vereins befindet sich Dresdenerstr. 116 und steht derselbe allen Kollegen zur Verfügung. Zu beziehen durch die /I Grpedition: Zimmer str PtibltttS ScittsthtrZltitlitttlcittk. Lotalvcrband verlin Zentrum. Große Generoiversomwillng am Sonntag, den 18. August, Vom. 10 Uhr, in Heydrtch'S Saal, Beuihstraße 22. Tagesordnung:[1116 1. Wie verhalten sich die Mitglieder des Lokalverbandes Zentrum zu dem gefaßten Be- schluß der Generalversammlung vom 28. Juli 1889 in betreff der Auflösung und Verschmelzung. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Es ist Ehrensache eines jeden Mitgliedes bei dieser Versammlung zu erscheinen. I. A.: H. Günther, Mai kusstr. 30. Gr. öffentl. Versammlung der lZas-, Wasser-, Heizungs-Rohrleger uitd kebilsen Berlins am Montag, den 19. August, Abends 3 Uhr, in Feurrstein'S Salon, Alte Jakobstr. 75. Tages-Ordnung: 1. Nutzen und Werth der Gewerkschaftsorga- nisation. Referent Herr Wilh. Werner. 2. Diskussion.[1117 3. Welche Schritte sind ferner im Punkte unserer Lohnbewegung zu thun. 4. Verschiedenes. Erscheinen Ehrensache. Die K-Hnkommisston. Berein zur Wahrung der Juteresseu der Klavierarbeiter u. vem. BerusSgeu. Sonnabenb, den 17. August, Abends 8t Uhr, bei DeigmLUer, Alte Jarobstr.-18», Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Hern. Kanitz über Ouecksilberkuren und ihren Einfluß auf den menschlichen Organismus. 2. Einladung der Kollegen der Mechanikfabrik von Lerow. 3. Vereinsangelegcnhciten und Verschiedenes. Billets zum diesjährigen Stiftungsfest sind daselbst zu haben., 1121 Der vorstand. Taehverein der Lithographiestein- schleifer und Berufsgenossen.;. M- Versammlung"MW am Montag, den 19. August, Abends 9 Uhr, bei Krefeld, Grenadierstr. 33. 1. Vortrag des Herrn M. Canitz,„Wie chützen wir uns in gesunden Tagen vor Krank- heit nach den Grundsätzen der Naturheilkunde?" t. Innere Vereinsangelegenheiten. 3. Ver- chiedeneS. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Fachverein der Marmor-«nd Granitschleifer Krrlins. Dersammlung , n n t a g, den 18. August, Vorm .. Ulli am S 0 n n t a g, den 18. August, Vorm. 10t Uhr, im Vereinslokal, Alte Jakobstr. 48a. Sin Snlagc>on y.«. IP.PUk w| tft(»rten«rschiku».- »er JfBf Wkit-KckÄtl Kr 1890 »irrzrhntrr IahrgaN« 9a|»(«t ■«Itak.ria«.—«ück»llck.' «■k nirftt.- Z« Crciflauf brt 3«' — MUch«»u« bon Bolle<3 -K 1 oon Bift).— Mitchen«ut dem 8c — nitk«tci»rra. BttidlnngMI - Bin««edlcht mit Jllustr der Sonne. Bon vswald«» rn'önit Porir'äitj."— Nuliu«'»ri»c>f ittt.— Ogeialotfen. Gedicht."Sm- Trumps I(Bild.)—Fliegende Blatte» -«edu».«ithsel ,e.- Post. u. leler""7- Stekgen(mit -lOrttal" «tachrtchtck.— Hierju vier»upser! "- elender. Jahre« eeiira.— Gtn tQanblalcl »ift* »reis 50 Pfennig.' u o®'' beh! w ch >on M Tie 5»»jx« Pr SM Aeftl in& der w®ltinbe i« dp I �"."ger M haup - iusanr d>e wi wn x eevinach ii S'Srund iS«nes ?»egenii de der G KS >»llen! chung >en vi bei Zu beziehen durch die Erpeditw«�� Arkettsmarbd Tüchtige Schloffergesellen � Plattner' o»! ff verl. _& L i p p e l t_ Lehrmädchen gcsu� y Junge Mädchen bei' nach erlernen das Oberhemden,«ragen, Manschetten der Lehrzeit dauernde und von m der Wäschefabrik Mojfö, Alte Jakobstr. 77. Korbmacherges. a.Rohrkiepen v.Holze-�Ü- Ardcittitiluljioeis fiir A Der vom Fachverein der Tischler Arbeitsnachweis befindet sich �e»denerftraße� i zlcjtaurant Grandel(ftn im Restaurant Grandel(früh?.. Die ArbeitSvemittelung geschieht und Gesellen s'"' unentgeltlich Mochentagen»0« 8:— Hl Sonntags von 9 382] lenniiiaung gc,w�v h, v.i (auch NichtMitglieder fA j. Die Aoressenausgob "HM' Der Arbettsna «d, c�mbe| denc 51 r�chew S{er ft Di �/hern L ° ausgab« findet jeden Abend von"Tyiu, l: von Sonntags VomittagS von 10— 1)' � �rjx. �fgefi an Mitglieder wie an Nichtm'tg�,(is3 ist» geltlich statt. HöiVy.' 3m» Die Arbeitsvermittewnso�-�/ . den ckdioid sittliche, l-�.der Ur Üchablon SitJ�e nati �'wsh°t he'Ä.d« bi M'sen s VU'*'° �■tr1 dtp S., Dag MK K K.-bi NN F ""et lten" W" '-1 Sffi kTJfomen Vr�legen, i W W h?>lf un Nv ä er x . Kette -Mvk�en. 5er s' HK?. & 0el f�'�man befindet fich nach wie vor Waldems Restaurant Tllrn(vorm. Pfister. D't verantwortlich« Redakteur: M Trouhets» in Berka. Druck und Verlag vor Mao Kading m Berlm SVi„ Beuthstraße 2. «im» iH ttS. Beilage zum Berliner Bolksblatt. >>r. INI. t mittti"®"1 instand- zenden 5 82.„ v. 4 Tr. M ans ,«# « lsss -�S �äArl« tt C�y»' ßtctütur M GeselWft. Von Dr. Edmund Wengraf. (�Neue Zeit".) (Schluß.) t» v neht es nun dieser riefigen Produktion gegenüber mit fcft• �nch hier findet sich die gleichfalls von an- bieten her bekannte Erscheinung, daß die >> bot r"r. rte?n3e5s parallel mit der Produktion anwächst, weit eher in sinkender als in steigender Richtung »« x...!? der literarischen Konsumenten wird schlecht- Publikum" genannt. Wer ist nun das Publikum? h» �.�5�b(iiker und Literarhistoriker find rasch dabei, Publi- toln," ,n't-Volk" zu übersetzen. Allem der Begriff hat ha:r! knyer zu begrenzenden sozialen Inhalt. Das Publi- tz, derienige Theil der wohlhabenden Klaffen, der * und geneigt ist, Bücher zu kaufen oder doch Ht ,e Leihbibliotheksgebühr zu zahlen, also ein nur Rl R* L.0tt Bruchtheil des Volkes. Und dieser Bruchtheil �uptsüchljch aus dem gebildeten und besitzenden Mittel- �'�unnen, also aus einer Bevölkerungsschicht, welche littaSJ; wrrthschaftliche Entwickelung der Gegenwart keinen Zufluß erhält, sondern immer weiter vermindert und ¥ km? x F"* Das Absatzgebiet der literarischen Produktion s...'aib m langsamem Schwinden, diese selbst m" md,. begriffen. Diese soziale Thatsache ist es, welche emen �7«rund des Verfalles der modernen deutschen Literatur �Ilos eines Verfalles, welchem unsere Aesthetikrr rath- und d»»»., �genuberstehen, da sie von dem wirthsckaftlichen Unter- �toei»,. Gesellschaft keinen Begriff haben und für literarische «>>» Msten stets nur nach literarischen Ursachen suchen. «btt �"tzverhältniß zwischen Produktion und Konsumtion »In heftigsten literarischen Konkurrenzkämpfen, zu �rito-x Wettrennen um die Gunst des Publikums, zur �.xsWg aller ästhetischen, wenn nicht gar aller ethischen Fler x iur ftlavischen Unterwerfung der Schriftsteller �. wechselnden Modegeschmack, zum Aufhören kbij Mwduellen Färbung, jedes zielbewußten Strebens, Ntox..en Ernstes in den schriftstellerischen Leistungen. 1% i�,"utergang aller selbstständigen Talente in athem� '�azavlonenwäfiiaer Nielick-reiberei. unserer elben trachten. Sie suchen den Ausfall, iv-" uen lyeueren modernen Produkten ergiebt, durch fit i t Volksausgaben älterer Schriftsteller wettzumachen, 'ktn JJ»' allenthalben aus dem Boden schießen und mit �et tl öFr,lich billigen Preisen auf einen Maffenabsatz be distr» Die berufsmäßigen Schönfärber und Lobredner a>»..f. �age preisen mit gewohnter Phrasenhafligkeit �.�rforischritt, der darin liege, daß unsere Klassiker >i>-bis in die ärmsten Hütten" drängen. Gewiß Neb. Fu Fortschritt, aber nicht minder gewiß ist, daß die •Vit,»» bleiben sich verdammt wenig um die Ausbreitung von und Auftlärung" bekümmern— so wenig, wie die l''aaten u. s. w. wird von Paris aus gedeckt, wo einige v«er|,ttnen alle spanischen und portugiesischen Bücher drucken � die vom südamerikanischen Buchhandel vertrieben ht*U übrigens noch ein anderer Umstand hinzu, um das �(ܰwt. der modernen deutschen Literatur zu verengern. „a"fd)e Publikum besteht nämlich vorwiegend aus den Mädchen der wohlhabenden Klaffen, während das S bkvu�.'schlecht von der Belletristik nichts wissen will. Ul � Lche Philrster begnügt sich mit seiner Zeitung. Wozu ""b„f�cher lesen? Er behauptet, dazu keine Zeit zu haben. �dings, Geschäftssorgen und Skatspiel lassen ihm wen,g fc. J*U.'»ur Folgt Ht fick j?'F�ung dess tot den theuere ' �ße» � eingerichtete und dementsprechend mit guten, N Pf tlen ausgestattete, aber zum Aufenthalt am Tage, �»ipc.'Fn, Schreiben, Arbeiten durchaus ungeeignete •bt» i» ltchtarn,».«Äiifilon SRlns Sit Knolönder in fcbreiben itner. � Seit «i-en zu lassen. gefallen. australische Küche ist, einige Eigenthümlichkeiten ab- U von 5 chdedeutend mit der englischen, die ja bekannt- �sevs� konttnental-europäischen grundverschieden ist. Arr»iÄ?F°nzsuppe, nachgeahmte Schildkrötensuppe, Fisch und Ä-Hes Fleisch; dazu die vielerlei Tunken, wie z. B. An- '�orcestershire tc., ungesalzene, schlechtgekochte Gemüse, �iserk>.�ut, denn man rn Salz tunkt, rohe Sellerie, � bipt!,)6' Käse, Thee und Apfelsinen-Marmelade spielen !�>4p"k Australische Levensformen. WUttncheä hat sich, seit ich vor beinahe einem Jahrzehnt 'en und ganze licher gemordet allerersten und die Mehrzahl der Zimmer bloß zum � besuchte,' geändert.' Im großen und ganzen ist . unserem alten Welttheile ähnlicher geworden. K ,uvch immer sind� auch in den allerersten und aller- m Höhlen. Was die Engländer zu schreiben rHii* erledigen haben, besorgen sie im Lese- oder Mx»UtUler. Ohne sich durch das Geräusch der umge- Zeitungen, durch das Sprechen und Rauchen der UnS Deuschen will diese Sitte ite* Äf 01'� J wie in England. Dreimal des Tages, um(5 Uhr, werden in den bessern Gast- fc!? boz��F solide Mahlzeiten eingenommen. Auch der, � bald �ungz ein wenig befremdend vorkommt, gewöhnt Und gern daran, früh morgens um 8 Uhr Fisch, «. Wieden» gern voran, fruy morgens um o rcyi > FpfiiU �rten von frischgebratenem Fleisch, in continal- Sinne ein ganzes Mittagsmahl, zu sich zu ?!>s«r ön � englisch-australische Küche der ersten Gast- rF reich" Vtklbourne, Sydney und Adelaide und eben so ' Privathäuser ist zwar weniger manninkaltia als Die englisch- australische Kitche der ersten Gast- ~' id Adelaide und ebe ,, u veniger mannigfaltig oder französische, aber was man bekommt, ist ..........'öchst p'-er..�on vortrefflichster Beschaffenheit und wird höch Auf dem Lande und'" schon mehr Glückssache, wenn �Utwerhin sagt man nicht zu viel, an den kleineren man gute Küche wenn man be- Sonnabend, de« 17. Angnst 1889. 6. Jahrg. Muße übrig. Außerdem hat die heute in Deutschland Herr- schende Richtung, die das ganze geistige Leben der besitzenden Klassen dem Willen eines Einzigen, des leitenden Staats« manneS, unterwerfen will, die jede freie Gedankenreaung ver- pönt und ächtet, jede volks thümliche Erörterung bedeutsamer politischer und sozialer Fragen zur„Reichsfeindschaft" und zum„nationalen Verrathe" stempelt, diese Richtung hat im Bürgerthum die Selbstständigkeit des Denkens unterdrückt und die freithätige Theilnahme am öffentlichen Leben auf das geringste Maß herabgesetzt. Der deutsche Bürger hat heute kein Bedürfniß nach einer Literatur, welche den großen Problemen der Zeit eine würdige Behandlung und Darstellung angedeihen lassen würde. Der gleiche Druck lastet naturgemäß auch auf dem deutschen Schriststeller. Ehedem war es die Philosophie, welche der deutschen Literatur den leitenden Ideengehalt gab, und jeder deutsche Schriftsteller von Bedeutung konnte sich einer gründlichen philosophischen Bildung rühmen. Gegenwärtig ist die Philosophie von ihrer maßgebenden Stellung m der Reihe der Wissenschaften weit zurückgedrängt. An ihre Stelle find als führende Disziplinen die Slatmwissenschaft und die Nationalökonomie getreten. Was soll aber der deutsche Schriftsteller mit Naturwissenschaft und National- ökonomie anfangen, wenn der mit dem Pietismus ver- brllderte Absolutismus und die blinde Unterwerfung der bürgerlichen Gesellschaft unter beide, ihm weder gestatten, eine freie moderne Weltanschauung, noch vorurtheilslose soziale Anschauungen zu vertreten? Die Literatur ist ein Geschäft, und sowie der Kaufmann, der Jurist nur diejenigen Kennt« nisse sich aneignen, welche sie praktisch, d. h. geschäftsmäßig verwerthen können, so auch der Schriftsteller. Darum studirt der moderne deutsche Schriftsteller— gar nichts mehr und steht den wichtigsten Zeitfragen mit der Theilnahmslosigkeit eines Unwissenden gegenüber. Um das zu leisten, was man von ihm verlangt, braucht er eben nichts zu wissen. Und das weibliche Publikum, für das er schreibt, weiß ja ebenfalls nichts. Ob nun Haussklavin oder Zierpuppe— und eines von beiden ist ja die deutsche Frau der besitzenden Klassen immer, wofür sie denn auch von unseren Teutschthümlern als das Ideal aller Weiblichkeit verhimmett wird— ob sie nun ihre Lebensaufgabe im Stubenscheuern oder im Toilettemachen er- blickt, in beiden Fällen geht sie an dem Streit und Leid der Gegenwart kalt und fiemd vorüber. Diese Frau weiß nichts von der Bitterniß des Daseins, nichts von den Schwierig keilen des Erwerbes. Sie lebt, in ihre idyllische Häuslichkeit eingesponnen, ein wahres Traumleben und hat von den Zuständen der umgebenden Welt die kindischesten Vorstellun- gen. Für diese Frau schreibt nun der deutsche Schriftsteller. Er schreibt so oberflächlich, wie sie es ist, so schal Lsthetifirend, wie es ihre Erziehung und Bildung ist, so nichtig, wie es ihr Lebensinhalt ist, und er schildert eine ebenso unwirkliche Welt, wie es jene ist, die in ihrem Hirn existirt. Hiermit ist also der scheinbare Gegensatz zwischen unserer Literatur und unserem Gesellschaftsleben behoben und deren nothwendige Wechselbeziehung klargestellt. Wenn unserer Lite- ratur auch die bewußte Widerspiegelung der Zeitverhältnisse mangelt, die unbewußte ist vorhanden. Die moderne deutsche Literatur ist das getteue Spiegelbild ihres Publikums, näm- lich der modernen deutschen Frauenwelt der besitzenden Klassen. Fragt man in Deutschland einen gebildeten Mann: Warum lesen Sie nichts von unserer neueren Belletristik?— so wird er antworten: Weil unsere Schriftsteller nur für Frauenzimmer schreiben. Und fiagt man den Schriftsteller Warum schreiben Sie nur für Frauenzimmer?— so wird er antworten: Weil mich die Männer nicht lesen. Beide haben Recht, Schriftsteller sowie Leser— oder vielmehr Nichtleser—, aber Beide sehen über die nächstliegende Ursache nicht hinaus und können deshalb ihrem Jrrkreise nicht entrinnen. Und doch läßt gerade die Thatsache, daß unsere Literatur heute im schlimmsten Sinne verweiblicht ist, so sehr sie einerseits in tiefgehende soziale Uebelstände einblicken läßt, andererseits einen Ausblick in eine bessere Zukunft gewinnen. Die Beschränkung auf ein werbliches Publikum wird ein rascheres Abbröckeln und Eingehen des literarischen Absatz- gebieteS zur Folge haben und somit den Eintritt einer litera- rischen Krise beschleunigen. Die anhaltende Verschlechterung der wirthschaftlichen Verbältnisse treibt eine von Jahr zu Jahr sich mehrende Zahl von Bürgerfiauen aus der ruhigen HäuS- lichkeit in den allgemeinen Daseinskampf hinaus. Immer hauptet, daß die Kost der bessern Klassen reichlich und wegen des Vorwiegens von besser als bei uns gebratenem Fleische, von Etern u. s. w. sehr nahrhaft sei. Aver sobald man auch nur eine Stufe abwärts geht, bekommt man äußerst schlechte Kost, die selbst in der ersten Kajüte vieler Küstendampfer die Regel ist. Ein Mittelding giebt eS nicht. Daß man auch um billigen Preis oder an kleinen Orten schmackhaft zubereitete Speisen bekommen sollte, scheint dem Engländer nicht einzuleuchten. In vielen der bessern Gasthäuser wird, auch wenn sie keine Kaffeepaläste sind, bei Tische bloß Thee oder Kaffee getrunken. In diesem Lande der Wassertrinker, der Mäßigkeitsapostel und der Trunkenbolde könnte guter Wein unmöglich nach Verdienst gewürdigt werden. Kein größerer Unterschied als der zwischen englischer und australischer Dienerschaft. Ueber die letztere läßt sich nicht viel Löbliches sagen. Noch am besten sind deutsche Dienstmädchen, die bei einem Lohn von 8— lOM. wöchentlich in Familien und IS— 20 M. in Gasthöfen Stellung zu finden pflegen und gewöhnlich auch, wenn sie etwas ver- stehen, binnen wenigen Jahren einen Mann bekommen. Im Norden vertteten vielfach Chinesen die Stelle der Dienstmädchen. Neuerdings haben, um den drückenden Mangel an guten Dienstboten auszugleichen, einige vor- nehme Familien den Versuch gemacht, ob indische(aus- schließlich männliche) Dienerschaft sich auch für dieses Land eignet. Viele Familien beHelsen sich, die häusliche Arbeit aufs Allernothwendigste beschränkend, ganz ohne Dienstboten. Allgemein sind jene kleinen, asbestgefüllten Gasöfen ver- breitet, welche, da Hausherr oder Hausfrau sie ebenso schnell anzünden wie auslöschen können, keine Ansprüche an Diener- schaft stellen und in diesem Klima zur Heizung an besonders kalten Tagen vollkommen ausreichen. Trinkgelder, Service und Bougieberechnung sind in australischen Gasthöfen unbekannt. Außer in den Kaffee- palästen, wo man auch Zimmer ohne Kost bekommen kann, zahlt man für den Tag oder die Woche eine gewisse Summe, welche die Wohnung, drei Mahlzeiten und überhaupt alles außer Bier und Wein in sich schließt. Beim Weggehen pflegt man dem„Porter", der die Stiefel geputzt und das geringer wird die Schaar derjenigen, die sorglos zwischen ihren vier Wänden Klavier spielen und Romane lesen können. Auch an das weibliche Geschlecht Kitt stets allge- meiner und zwingender die Nöthigung heran, durch eigene Arbeit den Lebensunterhalt zu erwerben. Und so wird der deutsche Schriftsteller, nachdem er längst seinen„geneigten Leser" verloren hat, schließlich auch seine„schöne Leserin" ver- lieren. Hier zeigt sich wieder einer jener überraschenden Zulam- menhönge, w,e sie nur eine materialistische Geschichtsauffassung aufzudecken vermag, indem sie den vielverschlungenen Fäden nachspürt, welche die Werkstatt der materiellen mit jener der geistigen Güter verknüpfen. Die Frage, ob und wann wir Deutsche zu einer ihrer Aufgaben be- wußten modernen Literatur gelangen werden, steht in engster Beziehung zur modernen Frauenfiage. Der soziale Druck, welchen die ökonomische Roth auf unsere zeitgenössische Gesellschaft ausübt, hetzt die Frau'aus ihrer Stube auf die Gasse hinaus, wandelt aber auch die mehr oder minder„züch- tige" Hausfrau zur modernen Staatsbürgerin um und macht aus einem beschränkten, willenlosen, mißbrauchten Geschöpf ein freies, seiner Pflichten und Rechte bewußtes Wesen. Diese unzweifelhaft bevorstehende Umwandlung der Frau wird zu einer ebenso gründlichen Umgestaltung unserer Literatur führen. Publikum und Literatur beeinflussen sich ja gegenseitig. Jedes Publikum hat die Literatur, die es verdient, und um- gekehrt. Unsere heutige Literatur ist die einer bevorrechteten Klasse und zwar des geistig unreifsten Theiles dieser Klasse. Erst eine Gesundung der Gesellschaft wird uns eine gesunde Literatur bringen, eine wahre und echte Volksliteralur, die ihre erhabene Sendung begreifen und erfüllen wird. Nur die vollendetste. Gedankenlosigkeit vermag heute von einer„Nationalliteratur" zu reden. Was soll das für eine Nationalliteratur sein, von welcher neun Zehntel der Nation nichts wissen? So lange nicht die Literatur, wie alle anderen kulturellen Güter, aus einem Besitzthum privilegirter Stände zum Gemeinaute des ganzen Volkes geworden ist, so lange wird man gut thun, von eine„Nationall, teratur" wie auch von sonstigen„nationalen" Segnungen und Errungenschaften zu schweigen. Die Mohttungafrage ist nicht nur für gewöhnliche Sterbliche, sondern auch für die Herren Hausbesitzer eine bren- nende und wird sich demzufolge der am IS. und 20. August in Dresden tagende VerbandStag sder Haus- und städtischen Grundbesitzer-Vereine Deutschlands mit dieser Frage beschäf- tigen. Nicht uninteressant ist es nun,„d,e Wohnungsfrage vom Standpunkte der Hausbesitzer" beleuchtet zu sehen. Unter den für die Verhandlungen über diese Frage aufgestellten Thesen mögen hier nur diejenigen Mittel hervorgehoben werden, welche „zur bauen, den und naturgemäßen Lösung der Wohnungs- frage empfohlen werden können". Diese sind nach der„D. Städte-Ztg.": a. Erlaß zweckmäßiger Bauordnungen behufs Herstellung ordnungsmäßiger und gesundheitlicher Wohnungen, am besten Erlaß emer Reichsbauordnung, welche nicht nur angeben soll, waS zu geschehen hat, sondern auch vor- beugen soll, daß der bauende Bürger nicht mit unnöthigen Beschwernissen belastet wird. d. Aufhebung der Steuern und Lasten, welche gegenwärtig auf dem Grundbesitze als Sonderabgaben ruhen und Herstellung aller WohlfahrtS- und VerkehrSeinrichtungen auf städtische Kosten. c. Gesetzliche Beschränkung der ungemessenen zivilen Haft- Pflicht bei Unfällen, welcher gegenwärtig die Hausbe- sitzer bei Uebertretung polizeilicher Vorschriften aus- gesetzt sind. d. Einführung mustergiltiger MiethSvexträge und HauSord- nungen. Bei kleinen und dürftigen MiethSverhältnissen ist unbe- dingt auf kurze Pränumerandozahlungen zu halten. Für diese Verhältnisse empfiehlt es sich, an Stelle der bisher üblichen Zwangsvollstreckung in das Hausmobiliar die Vollstteckung in einen Theil des Lohnes zu gestatten. Gepäck getragen, aber auch blos diesem, ein Trinkgeld zu geben. Wenn man Kellnern, Kellnerinnen«. s. w. Trinkgelder geben wollte, so würde das geradezu Aufsehen erregen, und vielleicht zurückgewiesen werden. Die natürliche Folge ist, daß man, namentlich als Fremder, unglaublich schlecht bedient wird. Und wer jemals in Europa über das Trink- geldersystem, das doch wenigstens die Möglichkeit, sich gute Bedienung zu verfchaffen, offen lassen würde, seinen Unwillen ergossen hat, könnte hier dessen glühendster An- Hänger werden. Wer in englische Familien eingeführt ist, wird auch hier und vielleicht hier wegen des freien Tones noch mehr als in England die vielen schönen Seiten des behaglichen englischen Familienlebens schätzen lernen. Ist man erst einmal etwas näher mit ihm befreundet, hat mans Brot und Salz mit ihm genossen, so zeigt sich der Engländer gern gastfrei und liebenswürdig. Je besser man ihn kennen lernt, desto mehr pflegen seine vielen guten und großen Charakter- eigenschaften hervorzutreten. Und bei den Kolonialfrauen und Kolonialtöchtern der gebildeten Stände vereinigt sich Bescheidenheit, Liebenswürdigkeit, Freundlichkeit mit einem beinahe vollständigen Mangel der in Deutschland so oft zu findenden Schüchternheit. Indem ich einige Vorzüge hervor- hebe, will ich nicht leugnen, daß mir, soweit meine eigene Beobachtung reicht, die oft gehörte Behauptung, die ge- wandten Weltformen könnten den gegenüber Europa stark 'ervortretenden Mangel an Tiefe nicht ersetzen, auf Wahr- eit zu beruhen scheint. Wer fnsch aus Deutschland kommt, wird sich, so lange er nicht in englische Familien eingeführt ist und wenn er nicht ihm zusagende deutsche Landsleute findet, in diese« englischen Kolonialländern höchst vereinsammt und Unglück- lich fühlen. In Frankreich, in Italien, überhaupt in allen jenen Ländern, wo mitteleuropäische Lebensformen maßgebend sind, mag der einzelne auch ohne. Umgang mit einheimische« Familien und selbst wenn er keine Landsleute fände, ein erträgliches Leben fähren. Restaurants, Kaffeehäuser, Bier- Häuser, Theater, vor allem ein gemüthlicheS Gasthaus können i. Bei vachpcwiesener gewohnheitsmäßiger Verunreinigung und Verwüstung der Mahnungen und bei rohem Ver« halten der Bewohner, welches den guten Ruf eines Hauses gefährdet, empfiehlt eS sich, durch willige und rasche polizeiliche Unterstützung der HauSwirihe Abhilfe zu schaffen oder dem Eigentümer durch Gesetz oder Ortsstatut entsprechende Befugnisse einzuräumen. g. Erleichterung des Erwerbes von Grundeigenthum und Vermeidung der vielfachen persönlichen Belästigungen der Hausbesitzer durch Polizei und Magistrat, damit diejenigen Bürger, welche ruhig leben und ihre kleinen Ersparnisse in Grund und Boden anlegen wollen, nicht, wie es jetzt häufig der Fall ist, vom Ankauf oder der Erbauung eines Wohnhauses förmlich zurückgeschreckt werden. Schubresultat: Die Wohnungsfrage kann, so weit sie die wirkliche Herstellung von Wohnungen betrifft, nur aus dem Volke heraus gelöst werden. Die Beschaffung der Wohnungen muß den Gegenstand der privaten Erwerbs- thätigkeit bleiben. Die persönliche Freiheit der Miether wird hierbei am besten gewahrt, und die wirthschaftliche Ausnutzung und Pflege des Grundbesitzes am vollkommensten erreicht. Das Eingreifen des Staates und der Kommunen hat sich auf den Erlaß der nothwendigen gesetzlichen oder orts- statutarischen Bestimmungen zu beschränken. Im Uebrigen sollen die staatlichen und städtischen Neihältnisse derartig beschaffen sein, daß dcm Kleinkapital Lust und Gelegenheit zur Anlage im Grundbesitz geboten und damit eine möglichste Vermehrung der„seßhaften Bevölkerung dauernd in Fluß ge- halten wird". So denken sich die Hausbesitzer die„dauernde und natur- gemäße Lösung der Wohnungsfrage". Mo» der Lokalkommissto« geht uns folgende Mit- theilung zu: Herr Kliem, Inhaber des sogenannten Volks- a a r t e n s in der Hasenhaide, weigert sich, sein Lokal zu Ver- fammlungen berzugeben. Das Lokal ist deshalb zu streichen. Die Arbeiter Berlins werden ersucht, hiervon gefl. Notiz zu nehmen. Zur KejVitigung städtischer AbfaUftoffe. Zu dieser Frage finden wir in der„Volks- Ztg." folgenden lehrreichen Artikel:„Wenn auch die Aufmerksamkeit bei der Beseitigung städtischer Abfallstoffe bis heute sich wesentlich auf Kanalisation und ihre verschiedenen Ausläufer beschränkt, so gicbt es doch noch große Mengen Abfälle, welche dem Wege der Kanalisation nicht übergeben werden können und deren schließl'cher Verbleib nicht weniger Beachtung verdient. Dazu gehören der Straßen- und Hauskehricht. Mil dieser Frage hat sich im September v. I. der deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege ausführlich beschäftigt und in einer Reihe von Thesen seine Beschlüsse über Straßen- befestigung und Straßenreinigung formulirt. Man wird fort und fort bei der Durchsicht dieser Verhand- lungen an ein Wort des berühmten englischen Physikers Fora- day erinnert, welches auf die Frage, was Schmutz fei, antwortete Ein Ding am unrechten Orte. Auch der Schmutz einer Stadt- bleibt, was er ist, so lange er nicht an den rechten Ort gelangt und verschmutzt seine Lagerstätte. Kommt er aber an die rechte Stelle, so heißt er Dünger oder Brennmaterial. Wenn Städte ihren Kehricht einfach in der Umgebung ablagern, unbekümmert darum, wie diese AbgangSprodukte auf Boden, Luft und Wasser dieser Umgebung einwirkten, so kann dgS bequem und billig sein, den Grundsätzen der Hygiene entspricht es nicht, und die Umgebung hat ein Recht, dagegen sich zu wehren. Bedenkt man, daß in lOO Kilogramm Straßenkchricht zirka 40 Kilogramm in Wasser löslicher Substanz sich befinden, welche also durch den Regen ausgewaschen werden und in den Boden gelangen, so erscheint eine Vergiftung von Brunnen der Nachbarschaft einer solchen Abladestelle sehr möglich, ganz ab- gesehen von den Ausdünstungen, welche durch Gährung und Jäulniß der 23 pCt. organischer Substanz im Kehricht herbeigeführt werden. Liegt die Abladestelle an einem Fluß- laufe oberhalb einer Stadt, so werden die Auslaugungen des Kehrichts der Stadt zugeführt und erscheinen in ihren schädlichen Bestandtheilen inmitten der Stadt von Neuem, aus der man sie vorher entfernte. Die Zulassung solcher Lagerstätten an Flußläufen von Seiten staat- licher Behörden erscheint kaum möglich.... von Seiten derselben Behörden, welche es der kleinsten Fabrik, die heute eine Abwässerungskonzession nachsucht, verbieten, ihre Abwässer ungereinigt dem Flußlaufe zu übergeben! Nach der Festschrift zur Naturforscherversammlung in Berlin — 1886— nnrd em großer Theil des Straßenkehrrichts Berlins auf Schiffe verladen und in die Provinz als Dünger verkauft. Je weiter die Kanalisation der Stadt fortschreitet, desto mehr nimmt die Menge des Straßenkehrichtö ab und desto gesuchler wird er als Dungmittel, doch bleiben von den ca. 90 000 Fuhren per Jahr noch genug übrig, für welche durch besondere Ablade- plätze ein Unterkommen gesucht wird. Für diesen Rest besteht die Forderung, ihn möglichst schnell unschädlich zu machen! Mit dieser Frage haben sich hervorragende Ingenieure be- schäftigt und ihre Aufmerksamkeit dem nächstliegenden Wege der Vernichtung, nämlich der Verbrennung zugewendet. ihm nach des Tages Arbeit Ruhe und wenigstens so viel Zerstreuung bieten, daß er sich mcht allzu vereinsamt suhlt. Aber die Gasthäuser, die Restaurants, die Kaffeehäuser dieser englischen Kolonialländer sind von solcher Ungemüthlichkeit, daß, wer wildfremd in solche Stadt kommt und eS in der dunkeln, dumpfen Höhle, welche fein Schlafzimmer darstellt, nicht auszuhalten vermag, stundenlang umherirren, Dutzende von widerwärtigen„Bars" sehen kann, wo die Leute stehend ihren Gin, Whiskey oder Brandy schlucken, ohne mit aller Mühe ein Plätzchen zu finden, wo er auszuruhen, ein GlaS Bier zu trinken, eine Zigarre zu rauchen, eine Zeitung zu lesen vermöchte. Wir Deutsche haben in dieser Hinsicht entschieden andere Bedürfnisse als die Engländer. In mancher Hinsicht sehr viel bescheidenere Ansprüche an das Leben stellend, sind wir nach einer andern Richtung hin anspruchs- voller. Das Leben in diesen englischen Kolonialländern er- scheint uns— wohlverstanden, so lange wir fremd sind und nicht in Familien verkehren— im höchsten Grade einförmig und langweilig. Daher die Thatsache, die man überall beob- achten kann, daß auch seit vielen Jahren im Lande ansässige deutsche Großkaufleute, daß die Kommandanten und Offiziere unserer Kriegsschiffe, daß überhaupt alle Deutsche, selbst, wenn sie in den elegantesten und vornehmsten engtischen Klubs Zutritt haben, doch stets gern zu einem etwa vorhandenen deutschen Gast- oder Bierhause kommen, selbst wenn das- selbe derartig einfach und bescheiden sein sollte, daß sie es in Deutschland kaum betreten würden. Die deutschen Klubs von Adelaide, Melbourne, Sydney u. s. w. entsprechen einem wirklichen Bedürfniß und verschönern sich auch äußerlich von Jahr zu Jahr, obwohl sie selbstverständeich hinter den feinern englischen Klubs zurückstehen und stets zurückstehen werden. Dauernd und ohne Unterbrechung hat eS deutsche Gasthäuser und Restaurants blos in Südaustralien, nicht aber in Viktoria und Neu-Süd-Wales gegeben. Aber man kann beobachten, daß, wenn ab und zu in Melbourne oder Sydney ein besseres Restaurant nach deutscher Art geleitet wird, sich sofort deutsche Kundschaft dorthin zieht. (Schluß folgt.) ver- In den englischen Städten Derby, Hull, LecdS, Bradford, Bolton, Dublin, Nottingham u. A. find die Oefen von Fryer und von Hayley in Gebrauch. An manchen dieser Orte werden noch werthvollere Bestandthcile theilS durch Zentrifugen, theils mit der Hand ausgesucht, vielfach brennt aber der Kehricht un- ausgesucht in diesen mit weiten Einfüllschachten versehenen Oefen, einmal angezündet, selbststänbig weiter. Die Einrichtung ist so getroffen, daß halbverbrannte, schädliche Gase nicht ent- weichen können. Ein solcher Ofen in LeedS verbrannte in einem Jahre: 14 000 Tonnen Kehricht, 59 Betten, 131 Matratzen, 264 durch Krankheit verendete Schweine, 1 Kuh, 8 Schafe, 650 Kilogramm verdorbenes Fleisch u. f. w., diente also gleichzeitig zu Abdeckereizwecken. Solche Oefen verdienen in der That den Namen„DestruktorS", zu deutsch„Vernichter", der ihnen bei- gelegt worden ist. Der Kehricht vermindert sich auf% seines Volumens und V' feines Gewichts; die Asche wird mit Kalk zu Mörtel verarbeitet; die beim Verbrennen entwickelte Wärme dient zum Heizen von Dampfkesseln, welche theils Mörtel- Maschinen, theils andere Werke m Bewegung setzen. Die westliche Vorstadt Ealing von London und die Stadt Southampton vereinigen mit dem Slraßenkehricht den Schlamm, welchen ihre auf chemischem Wege gereinigten Ab- wässer in den Klärbassins zurücklassen. Man verkauft, was zu Düngerzwecken sich verkaufen läßt und verbrennt den Rest in einem Fryerschen Ofen. Man kann nicht leugnen, daß hierdurch Stadt und Umgegend gründlich vom Schmutze befreit werden. Die Zahl der Beispiele, welche zeigen, wie städtische Ge- meinwesen bestrebt sind, ben auf die Dauer unerbittlichen Forderungen der Hygiene gerecht zu werden, ist damit nicht erschöpft. Auch die Stadt Berlin hat die Zahl der Gegner ihrer Rieselfelder bis auf einzelne Wenige vermindert, indem sie mit Erfolg dahin trachtete, das chemisch vollkommenste System der Abwasser- Reinigung durch Rieselfelder dcm Ideal einer Rieselfeldcrwirthschaft immer näher zu bringen, nämlich: Land- wirthschaftlich vorlheilhaft zu berieseln und doch nur gereinigtes, unschädliches Abwasser von den Feldern zu lassen. Die Ver- werthung oder Vernichtung der übrigen Abfallstoffe findet hoffentlich im öffentlichen Interesse bald eine zeitgemäße Be- rücksichtigung. Der einzige Kluge. Wir wollen unseren Lesern eine Geschichte erzählen. Es war einmal— jede gute Geschichte fängt mit:„Es war einmal" an. Also, es war einmal ein Mann, der hatte sich durch seine Rechtschaffenheit die Gunst der Götter erworben, und eines Tages erschien ihm die Gottheit und erlaubte ihm, einen Wunsch auszusprechen, der ganz be- stimmt erfüllt werden sollte. Da wünschte der Mann, daß er der einzige Kluge unter allen Menschen sei, und daß alle Uebrigen Narren sein sollten. Sein Wunsch wurde erfüllt. Aber siehe da, nach einer kurzen Weile hielten alle Menschen ihn für einen Narren. Die Kinder liefen ihm auf der Straße nach und riefen:„Seht den Narren!" und alle Welt spottete und verfolgte ihn. Das ist die Geschichte.- Was? Ist das Alles?- ist Alles. Die Geschichte ist zwar kurz, aber sie ist sehr lehrreich. Der Mann lebt nämlich heute noch, trotzdem die Geschichte sich schon vor unendlich langer Zeit zugetragen. Wie Ahasver, der ewige Jude, wandert er auf der Erde herum, und er- scheint unter allerlei Namen unh Gestalten. Gar oft schon hat man ihn umgebracht, aber er steht immer wieder auf und tritt seine Laufbahn von neuem an. Vor nahezu 2300 Jahren war er in Athen, und nannte sich SokrateS. Er predigte allerhand Zeug über ben Staat und die Götter, was den Leuten sehr gefährlich schien, weshalb sie ihn vergifteten, von Rechtswegen. Aber Narren sind nicht umzubringen, denn die Sage geht, daß er späterhin in vielerlei Gestalten wieder aufgetreten sein soll. Wenige Jahre später wurde in Rom ein gewisser Man- lius, auch von Rechtswegen, von einem Felsen herabgestürzt. Dieser ManliuS soll derselbe Narr gewesen sein. Er vertheilte sein ganzes Vermögen unter die Armen, und vertheidigte die Plebejer gegen die Patrizier. Er wurde wegen Hochverraths zum Dode verurtheilt. Die Sage geht, daß er etwas über zweihundert Jahre später nochmals in Rom erschien und sich Diberius Gracchus nannte. Damals hielt des Volk auch den klugen Mann für einen Narren. Es ging nämlich damals ganz sonderbar in Rom zu. Es gab einen armen Plebejerstand und eS gab unermeßlich reiche Grundbesitzer, welche sogar noch die Gemeindeländereien be- nützten. Gracchus war Volkslribun. Die Geschichte gefiel ihm nicht. Er empfahl eine gerechte Vertheilung des Grund und Bodens, und Versorgung der Armen mit Ackergeräthen. War eS ein Wunder, daß man ihn für einen Narren hielt. Er wurde erschlagen, aber er war nicht todt. Narren haben ein gar zäheS Leben. Denn die dummen Geschichten, die wir da eben erzählt haben, sind schon über 2000 Jahre alt, und doch soll der Mann noch vor 300 Jahren gesehen worden sein. Es wird behauptet, daß jener Giordano Bruno, dem man kürzlich in Rom aus demselben Platze ein Denkmal setzte, auf dem er damals lebendig verbrannt wurde, derselbe Narr gewesen sein soll. In unserem Vaterlande ist oer Narr wiederholt erschienen. Ganz besonders häufig will man ihn vor etlichen dreihundert Jahren, als die Bauern revoltirten, gesehen haben. Einmal soll er als Ulrich von Hutten, ein ander Mal als Florian Geyer, dann wieder ein Mal als Thomas Münzer aufgetreten sein. Auch andere Personen standen damals in dem Rufe der Narrheit, es soll aber immer derselbe Narr gewesen sein, und weil man damals die Narren für von Gott verlassene Menschen hielt, darum ging eS ihnen meist sehr schlecht. Dem Münzer wurde z. B. der Kopf abgeschlagen, einem andern Narren wurden die Augen ausgedrückt, worauf man Stroh in die leeren Augen stopfte, und ihn auf freiem Felde sich selber überließ. War dieser nicht der Narr, von dem wir erzählen, so war eS gewiß der andere, welcher der Pfeifer von JlSfeld hieß, der an einen Baum gebunden und langsam lebendig gebraten wurde, indem man ringS um ihn ein großes Feuer anzündete. Trotzdem unserem Narren, welcher doch in Wirklichkeit der Kluge war, so übel mitgespielt wurde, erschien er doch wieder, unb immer hatte er wieder dieselbe Marotte. Immer sah er hie Dummheit der anderen, immer erkannte er infolge der ihm von der Gottheit verliehenen Klugheit, die Ursachen der Leiden der Menschheit, und immer hielten die Dummen ihn für den Rarren und sich für die Klugen. Geschichtskundige behaupten, daß eS derselbe Narr war, der in der französischen Revolution als Camille Desmoulins und als Danton abwechselnd auftrat und unter dem Messer der Guillotine starb. In den Jahren 1848 und 1849 ist er in Deutschland viel- fach beobachtet worden. Er starb einmal als Robert Blum auf der Bngittenau zu Wien, und erlag ein andermal den preußi- scheu Kugeln in Rastatt. Man versichert uns, der Mann gehe heute noch umher. Im Gesängnrß und im Exil ist er unter allerhand Namen zu finden; in den Eisfeldern Sibiriens kann man ihm gar oft begegnen. Es gicbt keine Todesart, die er nicht schon ge- storben ist. Feuer und Schwert, Galgen und Rad haben ihn schon vom Leben zum Tode gebracht, aber immer kommt er wieder. Ob er's bereut, jenen Wnnsch ausgesprochen zu haben? Wer weiß eS? Es ist eine Narrheit, der einzig Kluge in einer Welt voll Narren sein zu wollen, wenn man nicht zu gleicher Zu Nero und Caligula sein kann. Denn für eine Welt voll? ist der einzig�Kluge der Narr._ � Dieser Narr aber ist es, welcher die Welt zeichoä! Narr ist es, welcher dem Fortschritt seine Bahnen Narr ist es, welcher das Licht der Aufklärung angezi und eS sorgfältig unterhält; dieser Narr ist eS, weiche Schöne und Edle in der Welt geschaffen hat. An dem Scheiterhaufen, welchen die Klugen dem. errichteten, entzündet sich die Fackel der Freiheit, welch später Denkmäler setzt. Es ist immerhin möglich daß der Narr in einer Well Kluger für den Klügsten gilt, aber der Kluge gilt in el»er � «nTl fiir h<>rt unb lUlt selNttN auf voll Narren für den einzigen Narr,.... büßt er das Bestreben, die Narren kluq zu machen Ueber die Mirkung de» Tabakrauche»»"' rjj kroorganismeu im allgemeinen und im besonderen krankheitSerzeugenden hat im hygienischen Institut der u sität zu Pisa Dr. Vicenzo Tasnnari ExperimentalunterM. gen angestellt, welche er im„Zentralblatt für Bakleriolog Parasitenkunde" berichtet. Die Frage, welchen Emst» � Tabakrauch auf die verschiedenen Bakterien und belonon: diejenigen äußert, welche auf den Menschen krankheitSerj' wirken, war bis jetzt trotz der vielen Arbeiten über on kung des Tabaks unerörtert geblieben. Bei seinen Ex?e � ten, die verschiedenen Bakterien der Wirkung deS Raum unterwerfen, versuchte eS Tassinari, möglichst den-v jr� nachzuahmen, welcher in der Mundhöhle des MenstYw, Rauchen stattsindet. Zu diesem Zwecke kittete et zw«. trichter an ihren Mündungen mit Paraffin luftdicht zu! � und befestigte an das eine Trichterende die Zigarre, deSandern Trichters bildete gewissermaßen daS � einer Zigarrenspitze, welche der Experimentator auch m-„g, benutzte. In dem kleinen, von den Trichtern eingel«� � Raum befand sich ein Netz von Platindraht, an welw � kleines, mit der zu untersuchenden Bakterienkultur b«m � Leinwandstrcifchen hängt. Ein Baumwollfilter zwllwm � Trichtermundstück und der Bakterienkultur schützte den. � mentator vor der Einathmung der Bakterien.� W nutzte bei seinen Versuchen die m Italien gebräuchlich«' � sorten, und zwar die große und kleine Cavourzrgam, � große Virginiazigarre und den besten Zigarettenlavo'.� Bakterien wurden 30 bis 35 Minuten der Wirkung d« � rauches ausgesetzt. Die Menge des verbrauchten Tav° � trug stets 3; bis 4f Gramm. Sieben verschiedene-v« � � arten wurden der Untersuchung unterzogen, von denen � Bazillen der asiatischen Cholera, des TnphuS, Nsilzdran jjj, der Lungenentzündung hervorheben. Während sonst a ßj turen dieser Bakterien� wie genaue Kontrolversuche�erga��!. innerhalb 12 bis 24 Stunden entwickeln, zeigten diescld?'� turen ein ganz anderes Verhalten, wenn sie dem Ewst��«, Rauches ausgesetzt waren. So entwickelte sich unter Wirkung des Rauches der großen Cavourzigarre der w«! bazillus erst nach 100, jener der Lungenentzündung«'<. i# 72 Stunden. Cholera- und Typhusbazillen zeigten» Stunden noch keine Entwickelung. Der Rauch, der � Cavourzigarre verzögerte das Wachsthum der zwei«st„jJ zillerrarten um viele Stunden, während die der letzt« � 93 resp. 90 Stunden noch nicht entwicklungsfähig war«� js besonders feindlich und ungünstig der Entwickelung bLj«; Rauch der großen Virginiazigarren den Bazillen der 1 if entzündung und des Typhus. Nach 146 bezw- Stunden zeigte sich bei den genannten Arten nicht dies Spur eines Forlkommens. Am harmlosesten war v« � des Zigarettentabaks den Mikroorganismen. Seine Em � j« hemmte nur für wenige Stunden das WachstfmM, h jd doch aufzuheben. Tassinari kommt zu dem Schlüsse, � Tabakrauch die Eigenschaft besitzt, die Entwickelung � L Arten von pathologischen Bakterien zu verzögew und derer ganz zu verhindern. m»1* Mnv durch den Koulanger-Prozeß bekanw» � dene Persönlichkeit, der Aktenfälscher Faucautt gz. dion, hat anscheinend vor einiger Zeit auch in B«'' M '- wie«fjrf t rollen gegeben. Jener betrieblame Herr hat,- � über ihn gebrachten Mittheilungen und seinen eigen ständmssen mit ziemlicher Gewißheit hervorzugehen � n nicht nur ein vielbewegtes Leben geführt, sondern st?„ den verschiedenartigsten Dienstlelstungeii zweideutig„~ u. A. der Spionage, hergegeben. In Bezug auf%.(# sönlichkeit schreibt nun ein hiesiger Hausbesitzer der« f; Zeitung:"„Herr Foucault de Mondion ist unzweifcm.M selbe, der in meinem Hause im Westen ein großes � jr lokal vom 1. August 1885 bis 1. Ottober 1887 für? � lichen Miethspieis von 2100 M. miethete, um dsti Weingeschäft, speziell einen Verkauf der Weine de A?- Chaigneau u. Cie. in Bordeaux, zu betreiben. Nack M verschwand derselbe ganz im Geheimen plötzlich un6,lV5 durch einen Zufall, Saß sein Domizil sich in Paris v«.�L nesischen Botschaft, Place Victor Hugo 7, befinde.. 1. Januar 1886 sällige Mieihe erhielt ich von ihm aK/ Die Mieihe für 1. April 1887 blieb aus, ebenso stst.«» Auflage jede Antwort. Es mußte zur Klage gssäst'�rj den, aber auch diele wußte der Herr dadurch zu machen, daß er für die zur Zustellung befugte~ � Paris plötzlich unsichtbar wurde, während meine gungen seinen Aufenthalt dort Place Victor Hugo 7 D Nachdem unsere fortwährenden Zustellungsbemühung« Jahr vereitelt waren, genehmigte die 6. ZivilkamM«. ziT Ilgen Landgerichts I die öffentliche Zustellung und am 14. Mai 1887 endlich Versäummßurtheil gegast, geil,.z klagten in Höhe von 2310 Mk. nebst Zinsen und j» eine bedeutende Höhe erreicht haben. Ich wandte w huL hiesige französische Botschaft mit der Bitte, es nicht» daß ein in hoher diplomatischer Stellung sich befinde�. j4 � mann hier in Berlin unregulirte Schulden Hintenast'hsy hielt aber keine Antwort. Die Vcrmuthung liegt nao/�s� angebliche Einrichtung eines WeingeschäflS nur der v fiir Foucault de Mondion war, um hier feine Spw j, auffälliger zu betreiben." Immer human! Der bei der Neuen Omwu M> schalt seit ihrem Bestehen als Schaffner angestellte P? � d, ein Mann, der während seinea fünfjährigen Dienstz« des geringsten Versehens schuldig gemacht und aß«1 tf'-J seiner Linie Alexanderplatz—Moabit eine bekannte u 5? Persönlichkeit war, ist von der Gesellschaft Knast � entlassen worden. Allerdings hatte Richter auch � Heuren Verbrechens sich schuldig gemacht. Er ha«' � j heit gehabt, vom Direktor einen zweitägigen Urllwd um der Beerdigung seines außerhalb Berlins® � fj Vaters beiwohnen zu können. Der Herr Direktor 9 offenbar kein Verstandniß für diese„sentimentale wag � � Schaffners und verweigerte den Urlaub. Richter20. 3 taKldet; ZM'z Wiflet F •Hft n �i ben| ? ben| Ms-Nr vf' Ä.? V» Na« tr fefa toti P: »t r�f «linik.. P�don, bei sofortiger Entlassung untersagt hat, Sinti t,; t � �ber ihre Lage an die Oeffentlichkeit zu bringen. " rn�Form eines Tagesbefehls erlassenen Verbots u>» vorm eines ücagesvefcyis erianenen-vcrool» '�en Beamten unterschreiben zu lassen, hatte die Dl- mw den Angestellten lieber die Zunge herausreißen sollen. i« a,I» �""We Mittel, von welchem wir der Gesellschaft �/olg versprechen können. s iit das Äe- versprechen können. *Z*U �war.en Pocken in Kerlin schreibt die .ss��diunische Wochenschrift": riebt»n? Merlin im letzten Frühjahr eine Typhusepidemie diech dj,' i>en Monaten Juni und Juli die Kinderwelt „n er Bernauerstraße erfahren wir folgende Details, �>d Mi'"rJl6 rläffigfter direkter Quelle ftam- ?. �il mit den amtlichen Mittheilungen h bfm setzen. Danach ist der Sachverhalt folgender: � SofeK Bernauerstraße 39 hat die Wittwe Wmter auf Äer n'i drei Treppen eine Wohnung innc, welche sie mit Miln, r""verheiratheten Schwester und mit der von ihrem ��>vrki». lebenden Frau HanneSki(gleichfalls einer dem 9»?. W.) theilt.— Frau H., welche fett 4 Jahren Slläfft.n, 0er Hannecki, zuletzt in der Markusstraße in "e wohnbaft. verbeiratbet war, hatte sich, weil der > Äkau � Ufcv,~.--,----,, lila' e 0w zu ihm zurückzukehren, was jene jedoch stets ab- ?'tix �veute Morgen gegen i? Uhr— Frau H. lag noch im h j(.-, war die Inhaberin der Wohnung, Frau Winter, in R beschäftigt, als plötzlich die Flurthüre aufging und Kail � Person leise hinter der ihr den Rücken zukehrenden M>l jft'"ach der Seitenthür schlich. Bestürzt wendete sich Äsll,' um u�d erblickte ihren Schwager Hanneski: schnell tWrfiV rIe Frau, welche nichts Gutes ahnte, die Stuben- t,,!'Mießcn, als der Eindringling einen Revolver zog und ße S6lStm Kolbm desselben einen derartigen Schlag gegen versetzte, daß sie halb bewußtlos in die Kamin- Ä Absank. Nun eilte H. in das Zimmer, in welchem schlief und gab auf die sich von ihrem tde von der Thür aus ein Schuß ab, welcher .-mir. /ein Zeit verfehlte. Nunmehr stürzte sich der e»f e auf die Wehrlose und hieb mit dem Revolverkolben � L».Leblich um Hilfe Rufende ein, wobei noch zwei °°»d�'e steckende Kugeln sich entluden und I �dte"Kleine die Hand des rechten Armes von H. leicht ialck" Dann schleuderte H. den Revolver zu Boden, riß Mich M?wesser hervor und versetzte der sich noch.immer ver- Brenden in die rechte Seite des Rückens �ie j S ch u lt erb l a t l d re i M effer st i ch e, so- 5tich" die linke Seite des Rückens einen 7>»> tzs. In diesem Augenblick wurde die Thür, welche H. st" 3\{'en die Küche hinter sich verriegelt hatte, die durch �«rZasch Donationen herbeigerufenen Nachbarn erbrochen; dieses MiibeiL""�w"fie den Mann derartig, daß er von feinem M lfM, Wien Opfer abließ und dieses Zeit fand, sich bis i"im Vu Mieppen, wo es obnmächtig zusammenbrach.— ir sich i teJu Hilfe Geeilten in das Schlafzimmer eindrangen Ne f\k cß H. zu bemächtigen, fanden sie diesen auf der Bett- rX'fltn"16' während aus einer Wunde am Halse ein dichter f sich t lluoll. In dem Augenblick des Alleinsein's hatte Ä�to-rr selbstmörderischer Absicht zwei Schnitte mit dem r'kftiliiir deigebracht. Frau H. ist im Gesicht durch die " hj�/de entsetzlich bis zur Unkenntlichkeit entstellt und auch !- �"orh völlig geschwollen; die 28jährige Frau wurde l/Xyk�i""ung eines herbeigerufenen Arztes nach dem Lazarus- r'* SDJx.Je llcschaffl, während der nicht lebensgefährlich ver- w Gefn«- welcher 45 Jahre zählt, durch die Polizei nach Vol�Ä?VN-Abtheilung in der Charitee überführt wurde. vvicht. Am 15. ds. MlS. Morgens brachte der �«r gg wer Ziebell der verehelichten Maler Bathmann in 5"leiki.Muna, Grünthalerstr. 21, infolge eines Wortwechsels ö in �S SchuhmachirmesserS je einen Stich in die Brust °en Unterleib bei. du-��i�witischen„Moabiter Nachrichten"» ver. /?/"> zw.jw deren Redakteur Oswald K n o r r, hatten heute d�.Aenirin?irafprozeß zu bestehen. Der erste hat mit lN«kÄ�'!uNg~"«..... i, Qtk n�.�ssung des Redakteurs wegen Beleidigung zu 40 � ew.�Ächiossen, und in dem zweiten handelte cS sich wieder �°ab.���"digungsklage, n"�"— N"''""'" bee n�?"ierhaltungeblattes III xivvuvil*;m»vv welche von dem Verlegen des Albert L ö w e n t h a l ange- k /"»> Z �"ierhaltungSblatteS" Albert Löwen th a l ange- hK �°rden ist. Jnknminirt ist ein vom Beklagten ver- Ü�sch�ukel, in welchem dem Kläger unter der Bczetchnung "im. cr>._____ t üim-hi- hnfc er Um '((her m'xl" welchem dem Kläger unter der Bczercynung Xils fatt�öer" der Borwurf gemacht wurde, daß er sich sfcate ftv r Borspiegelungen bei deutschen Staatsbürgern W.�ilich, sli s?n schwindsüchtiges, unter Ausschluß der «ic; bDi.„ erscheinendes Blüiichen zu verschaffen ver- V? Arii�j. Der Beklagte hielt sich zur Abfassung sur durchaus berechtigt, da ein Vertreter Dkn.Vx �, bei einigen christlichen Geschäftsleuten die ww l10JQWe behauptet habe, sein Blatt sei daL einzige, s�lt- ihois"xv"ch dem Charfreitage vor Ostern erscheine, wäh- �nirf1"fdii» öie„Moabiter Nachr." am Sonnabend vor � zu illnen stnd. Er beantrage, die namhaft gemachten ad-» s;» f„rfA-n SHnrfmpaelmt- gen des Vertreters voll einstehen müsse. Der Mandatar des Klägers Rechtsanwalt Dr. Fried mann beantragte, diesen Beweisantrag abzulegen, da durch die Aussage der laudirten Zeugen nicht der dem Kläger gemachte Vorwurf erwiesen wer- dm könne. Der Gerichtshof mtsprach diesem Antrage und verurtheilte den Beklagten zu 50 M. event. 10 Tagen Haft, wobei er als strafmildemd in Betracht zog: daß hier nur aus Konkurrmzneid über die gesetzlichen Grenzm hinausge- gangen sei. „Kaden Sie aber schön- Schmachtlöckche» k" rief am Nachmtltag des 13. Juni er. ein junger Mensch einer in einem Putzgeschäft in der Nähe des Oranienplatzes fungirendm jungen Dame zu. An diesm Wortm nahm ein des Weges kommmder Herr Anstoß und veranlaßte die Festnahme des DrechSlergesellm Joseph Martin, der ruhig weiter ging und von welchem die anstößigm Worte ausgesprochen worven sein sollen. M. stellte sofort in Abrede, Allotria getrieben zu habm, er erhielt aber ein auf eine Woche lautendes Strafmandat, gegen welches er Einspruch erhob. Jnfolae dessen gelangte oieser Vorfall zur Kenntniß und zur Beurtyeilung der 96. Ab- theilung des Berliner Schöffengerichts. Als Zeugin wurde zuerst die angeblich belästigte junge Dame vernommen. Dieselbe bestätigte zunächst, daß ein junger Mann zur geöffnetm Ladenthür die Worte hincingerufm habe:„Habm Sie aber schöne Schwächt- löckchen!" Ob dies aber der Angeklagte gewesen ist, könne sie beim bestm Willen nicht bekundm. Als einige Zeit darauf Jemand festgmommm wurde und sich in Verfolg dieser That- ache ein Menschenauflauf bildete, habe sie die Ladenthür ge- chlossen und nichts mehr wahrgenommen. Vors.: Haben Sie ich denn nun durch dre Worte des jungen Mannes belästigt gefühlt?— Zeugin: Das kann ich gerade nicht fagm, wohl aber hat mich das nachherige Hineingncken der Menfchmmenge in den Ladm belästigt, weshalb ich auch die Thür geschlossen habe. Der A m t S a n w a l t verzichtet bei dieser Sachlage auf die Vernehmung weiterer Zeugen und beantragt Frei- sprechung dos Angeklagten, aus welche der Gerichtshof auch erkannte, da eine Belästigung des Publikums überhaupt nicht eingetreten ist.— DaS muß übrigens ein komischer Kauz ge- wesen sein! Eine Anklage wegen Gotteslästerung wurde gestern vor der ersten Ferienstraskammer des Laneperichts l gegen dm Konditor Hugo W e st p h a l verhandelt. Der Angeklagte be- suchte am Mittage des 13. Mai eine Restauration tn der Stralauerstraße, woselbst er sich mit der bedienmdm Kellnerin in eine Unterhaltung einließ. Die Kellnerin trug an einem Armband cinm sogenannten Gottesthaler, auf dessen einer Seite sich die Mutter Marie mit dem Chrisstuskinde befand. Als der Angeklagte sich die Münze zeigm ließ, ließ er einige kritische Bemerkungm härm und knüpfte daran die Worte, es sei haarsträubend, daß im neunzehnten Jahrhundert ein Mmsch noch an dergleichm glaube. Als einer der an- wesenden Gäste den Angeklagten darauf aufmerksam machte, daß dergleichm Aeußerungm ihn ins Gefängniß bringen könnte, erwiderte er(er war angetrunken), er werde beweifm, daß�er höchstens mit einer Geldstrafe belegt werdm würde. Der Staatsanwalt beantragte neun Monate Ge- f ä n g n i ß und wegen Fluchtverdachts sofortige Verhaftung. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten wegen Gottes- läftemng und wegm Beschimpfung der katholischen Kirche mit einer Gefängnißstrafe von 6 Wochen, indem als mildemd in Betracht gezogen wurde, daß der Angeklagte etwas berauscht gewesm. Al»„geradezu nichtswürdig bezeichnete der Vor- sitzende der ersten Ferienstrafkammer des Landgerichts l gestem das Verfahren, welches den Büffetier Gottlieb August Stamm auf die Anklagebank führte. Stamm war des Vergehens gegm das Nahrungsmittelgesetz und der Körperverletzung bcschuldtgt. Nachdem er längere Zeit im Restaurant Grand Hotel, Alexander- platz eine Stellung als Kellner bekleidet hatte, übernahm er gegm Neujahr den Ausschank von Salvatorbier für eigme Rechnung. Wie der Angeklagte angiebt, hat er dem Inspektor des gmannten Restaurants das Bier mit 75 Pfenigen pro Liter bezahlen müssen und es fei ihm unmöglich gewesen, hierbei zu bestehen. Dies mag ihn wohl bewogen haben, ein ebenso verwerfliches als unappetitliches Verfahren zur Anwendung zu bringen. Nach der Anklage hat er die Neigen, welche von den Gästen stehm gelassen wurden, nicht fortgegossm, sondern ein- fach frisches Bier darauf gezapft und dieses Gemisch mußten die Kellner den Gästen wieder vorsetzm. Aber der Angeklagte soll noch eine Angewohnheit gehabt haben, so abscheulicher Art, daß es an einen anderm vor Jahren stattgehabten Proteß erinnert. In einer Ecke des Büffets standen häufig leere Fässer und soll der Angeklagte sich nicht gescheut haben, dieselben in einer Weise zu bmutzm, die jedem Gefühl von Anstand und Rein- lichkeit Hohn spricht. Er bestritt dies zwar, wurde durch die Beweisaufnahme aber zweifellos überführt. Es tratm mehrere seiner früherm Kollegen als Zeugen gegen ihn auf. Der Kellner Müller bekundete, daß er recht häufig gesehen, wie der Angeklagte die stehen gebliebenen Bierreste von Neuem verschänkte und einmal habe derselbe sogar dem Zapfer, der mehrere Reste fortgoß, mit den Worten Vorballungm gemacht:„Da gehen mir wieder 20 Pfg. zum Tmfel". Der Zeuge erklärte femer unter seinem Eide, daß er den Ange- klagten mindestens zweimal dabei ertappt habe, als derselbe ein hinter ihm stehendes leeres Faß zum uriniren benutzte. Auf die Frage des Präsidenten, warum der Zeuge denn zu solchen Ungeheuerlichkeiten geschwiegen, örwiderte der Gefragte, er hätte schweigen müssen, um seine Stellung nicht zu verlieren. Der nächste Zeuge, der 60jährige Tafeldecker Wilde, ist der- jenige, der dem Prinzipale des Angeklagten von der Geschäfts- praxis des letzteren Mittheilung und dadurch dem Unfuge ein Ende gemacht hat. Am 30. März bemerkte der Zeuge, daß der Angeklagte mehrere Gläser, welche Neigen enthielten, ohne weiteres wieder auffüllte und nahm er Veranlassung, denselben auf das Un- gehörige dieses Verfahrens hinzuweisen und mit dem Staats- anmalte zu drohm. Der Angeklagte wurde hierüber so erregt, daß er dm altm Mann schlug und ihm einen Fußtritt in die Gegmd des Rückens versetzte, daß der Getroffene zu Bodm sank. Auch dieser Zeuge bekundete unter seinem Eide, daß der Angeklagte mehrfach die leeren Fässer zu dem erwähntm Zweck gemrßbraucht habe. Der Staatsanwalt ging mit dem Ange- klagtm arg ins Gericht, nach gebührender Kmnzeichnung seiner Handlungsweise beantragte er gegen ihn wegm des Vergehens gegen das NahmngSmittelgesetz sechs Monate und wegm der Körperverletzung eine Woche Gefängniß. Der Ge- richtShof erkannte auf vier Monate und eine Woche Gefängniß. 5»r»;mlo Zitc1>ertiiiik. Inn, Hamburger Form erstreik. In der Freitags- nummer der„Hamburger Nachrichten" befindet sich eine Notiz, in welcher es herßt, daß der Ausschluß der Former seinem Ende entgegm gehe. Wir lesm hierzu im„Hamburger Echo": UnS ist von einer Annäherung der Gießereibesitzer nichts bekannt, und unsererseits ist dieselbe selbstverständlich ausgeschlossen, trotzdem es nicht nur für beide kämpfende Parteien, sondern auch für daS Publikum im Allgemeinen wünschenswerth erscheinen muß, daß dieser aus reinem Muthwillm von den Fabrikanten herauf- beschworene ungerechte Kampf beendet wäre: denn wie ein Gußtheile zur Verfügung gestanden hätten; ja eS ist vorgekommen, daß die betreffmden Säulm gar nicht habm geliefert werd n können, so daß man schmiedeeiserne Träger zusammmgeschraubt und mit einem steinemen Mantel versehen hat, um nur weiter arbeiten zu können. Welcher Beschaffenheit die von den im« portirtm Streikbrechem hergestellten Arbeiten sind, ist schon genügend kritisirt; es ist auch erklärlich, daß die Herren einm so hohen Lohn, 60—70 M. wöchentlich verdienen, wenn sie eine derartige Arbeit, wie wir mehrmals zu sehen Gelegmheit hattm, bezahlt bekommen. Von den 220 Mann find noch 48 ausgesperrt; erst in letzter Woche habm wieder 8 Familim- väter Hamburg verlassen und find nach einer mitteldmtschen Stadt übergesiedelt, desgleichen tritt heute wieder einer die Reise nach Amerika an, der achte seit dem Ausschluß. Wir habm Aussicht, daß sich die Zahl der noch Ausgesperrten in allemächster Zeit noch um die Hälfte vermindert und dann können wir dem Winter ruhig mtgegm sehen, wenn es den Fabrikanten bis dahin nicht gefällt, eine Einigung herbeizuführm. Die Aussperrung kostete bi» jetzt den Arbeitem 59 000 M., davon entfallm allein M. 6000 auf Exportkosten, und haben wir im letztm Monot allein 12 000 M. für Beförderung der Jmportirtm in die Hei» math ausgegebm. Es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die Aussperrung dm Fabrikantm mtndestmS das Zehnfache kostet. Wir wollm hier nicht weiter untersuchen, in welchem Verhältniß die Vor- theile zu diesm großen Opfern stehen. Aber so viel können wir schon jetzt mit Sicherheit behaupten, daß die Hamburger Former nie und nimmer das Arbeitsnachweisbureau der Eisen- industriellm anerkmnen, lieber werden wir Mann für Mann Hamburg verlassm und es werden nur soviel am Platz bleiben, als nöthtg sind, die Sperre aufrecht zu erhalten. Auf keinen Fall soll den Herren Fabrikanten, selbst wenn sie noch eine Million daran wenden, wie Herr Blohm gesagt habm soll, die Genugthuung zu Theil werden, daß sie sagen könnm, die Former Hamburgs sind nach einem iijährigm Kampfe zu Kreuze gekrochen. Das Komitee der ausgeschossenen Former. VersÄtnittlungen. Der Arbeiterbildnngu-r-in„Kerlin Nord" hielt seine regelmäßige Versammlung am 13. August in Lehmann'S Salon, Schwedterstraße ab, derselbe war zahlreich besucht. Herr Richard BaginSki hielt einen ausgezeichneten und lehrreichen Vortrag über„volkswirthschaftliche Entwicklung." An der aus- giebigen Diskussion, weiche sich im Sinne' des Referats be- wegte, betheiligten sich die Herrn Emil Schmidt, Wernau, Grothmann und Gnadt. Der Fragekasten zeitigte eine recht interessante Debatte. Es fand sich folgende Frage vor„Steht der Verein auf demxBodm des Schlußsatzes der Eeklämng im Briefkasten des hmtigen Volksblattes, betr. die freireligiöse Ge- meinde? Herr Dombusch meint, dieFrageistganzberechtigtundeS wäre dm Zwecken des Vereins entsprechend, wenn er sich dar- über ausspricht, eventuell Stellung dazu nimmt; er für seine Person unterschreibe Wort für Wort des Schlußsatzes, und er habe die Notiz mit einer gewissen Genugthuung gelesm, denn ihm wäre vor einiger Zeit in einer Versammlung in Reinickm- dorf, wo Herr Vogtherr gesprochen, bei der Aeußerung:„Die Arbeiter, welche die„Fretretigiösilät" zum Steckenpferd machen, entziehen damit gewöhnlich der speziellen Arbeiterbewegung einen großen Theil ihrer Mitwirkung; mit der Freireligiosität habe man noch keinen Hund hinter dmt Backofen vorgelockl", von Leuten, die Genossen sein wollen, ein„Pfui" zu Theil. Herr Augustin ist gegen eine Erörterung und spricht der Fiage jede Bedeutung ab. Herr Baginsky hält es wohl sür nöthig, daß die Arbeiter sich über Werth und Wesen der freireligiösen Bewegung und deren Größe volle Klarheit verschaffen. Schließ- lich wird der Vorstand von der Versammlung beauftragt, in der nächstm Versammlung ein diesbezügliches Referat halten zu lassm. Zu erwähnen ist noch, daß die in unserem Statut vorgesehme Erhebung von freiwilligem Eintrittsgeld für Gäste, vom Polizeilieulenant mit dem Bemerken inhibirt wurde, er hätte für diesen Abmd dazu Befehl und wir sollten uns nur beschweren. Der Fachverein der Former nnd verwandter Kerufsgrnossen hielt am Montag, den 12. August, eine gut besuchte Versammlung in Gottschalk's Lokal(früher Huth),, Badstr. 22, mit folgender TageSordnug ab: I. Vortrag des Herrn Fritz Krüger über:„Verkürzung der Arbeitszeit und derm Wirkung auf die Arbeiter.� 12. Diskussion. 3. Wahl einer Arbeitsnachweiskommission für den Norden. 4. Ver- schiedenes und Fragekastm. Der Referent, Herr F. Krüger, erntete für feinen Vortrag den lebhaften Beifall der Versammlung. In der sich hieran schließenden Diskussion sprachen die Kollegen Schäfer, Behrendt, Stopsack, Müller u. Ä. Folgende Resolu- tion wurde einstimmig angenommen: Die am 12. August in Gottschalk's Lokal tagende Versammlung des Fachveretns der Former und verwandter BerufSgenossen erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und verpflichtet sich jeder Theilnehmcr der Versammlung, sür seine Person mit allen Kräften dahin wirken zu wollen, daß er immer mehr Kräfte dem Fachoerein zuführt, damit derselbe in absehbarer Zeit mit der Forderung auf Verkürzung der Arbeitszeit vorgehen kann. Jeder Theilnchmer der heutigen Verfmnmlung hält diese Forderung als die zuerst zu stellende, indem er die Ueberzeugung gewonnen hat, daß die Bewegung derselben alle anderen Ausbesserungen unserer Lage von selbst Herbeiführen wird. Zu Punkt 3 giebt Kollege Schäfer einen Uebcrblick, was der Arbeitsnachweis im Norden im letzten Halbjahr geleistet hat. Es erhielten demnach 58 Kollegen Arbeit nachgewiesen. Leider konnten die Meister resp. Fabrikanten nicht immer mit For» mern versehen werden, da im Kontrolbuch zu wenig eingeschrieben waren. Kollege Schäfer stellt den Antrag: 7 KommtssionSmit- glieder und 2 Kontroleure zu wählen; derselbe wurde ange- nommen. Gewählt wurden Kraus, Hoffmann, lTh ärmer, Meierhoff, Haupt, Rosenow und Strube als KommisfionSmiu glieder und Schäfer und Barthold als Kontroleure. Der An- trag, den Arbeitsnachweis des Nordens zu verlegen wird zur nächsten Versammlung auf die Tagesordnung gesetzt. Nach Beantwortung einiger Fragen schloß der Vorsitzende um i:12Nhr die Versammlung. Die Töpfer hielten am Donnerstag eine Versammlung im Königstadl-Kafino, Holzmarktstraße, unter Vorsitz des Herrn Thieme ab, um zunächst einen mit reichem Beifall aufge- nommenen Vortrag des Kollegen Jaeubey über„Die Ver- gangenheit im Töpfergewerbe" zu hören, und nach einer DiS- kussion hierüber, in der namentlich der neuaegrundete Meister» verein eine scharfe Kritik erfuhr, sowie nach einstimmiger An- nähme einer Resolution:„Nichts von dem Errungenen auch bei der schlechtesten Bauperiode abzulassen", ihre gewerkschast- liche Lage zu diskutiren. Herr Thteme ermahnte die Anwes.n- den, auf keinen Fall, wenn auch noch so wenig Arbeit sei, sich Abzüge gefallen zu lassen. Die Meister könnten ganz gut zahlen. Sie bauen sich Häuser, die Aktiengesellschaften zahlen fette Dioi- dende: alles doch nur durch die Arbeit der Arbeiter. Des weiteren tabelt Redner das erbärmliche Verhalten einiger Kollegen, die trotz aller Ermahnungen nach Wilhelmshaven und Dresden ge» gangen seien, um ihren dortigen streikenden Kollegen Kon» kurrenz zu machen. Nach Wilhelmshaven feien 12 Kollege« durch die Magdeburger Baudörse angeworben, 40 Kollegen seien nach Dresden gereist. Der Geschäftsführer von Villeroy und Bock suche noch mehr Streikbrecher Iu erwerben, jeder tüchtige Kollege möge sich vor ihm üten. Herr Träßdorf-Dresden giebt einen kurzen z Bericht über die Lage des dortigen Streiks. Sie sei eine sehr ante gewesen, bis die Berliner gekommen seien und die Stellen besetzt hätten. Man sei ein gut Stück zurückgekommen; doch wenn jetzt jeder Zuzug fern bleibe, so werde der Sieg noch errungen werden. Von 250 Kollegen seien 160 ab« gereist; nur wenige seien zu unterstützen, Geld sei genügend da, nur— keinen Zuzug, Herr Habantz glaubt, daß der frühere Vertrauensmann zum groben Theil an dem Zuzug Schuld habe, da er den Streik für ungerechtfertigt erklärte. Herr Thieme hatte hierauf Mittheilung von einer höchst be- dauernSwerthen Angelegenheit zu machen; bei Uebernahme der Kasse aus den Händen des Herrn Maschke habe sich ein Manko von 345 M. herausgestellt. Herr Jacoben erklärt, daß Maschke die 300 M. dadurch unterschlagen habe, daß er von den bewilligten 700 M. nur 400 M. an oie streikenden Zimmerlcute auszahlte. (Entrüstung: Rufe: Pfui!) Gegen diese Gemeinheit, das für die darbenden Familien von kämpfenden Arbeitern bestimmte Geld zu unterschlagen, müsse Front gemacht werden; man möge dem Vertrauensmann Thieme Vollmacht ertheilen, die gericht« lichen Schritte einzuleiten.(Bravo!) Nach langer Debatte und gehöriger Klarstellung beschloß die Versammlung demgemäß. Die Gesellen des Hausleitersschen Geschäfts, wo M. arbeitet, wollen seine sofortige Entlassung fordern, event. die Arbeit niederzulegen. Die Versammlung beschloß ferner, um ähnlichen Vorkommnissen vorzubeugen, zwei Revisoren mit cinmonatlicher Ausdauer zu wählen, die jeden Monat*u berichten baben, wie die Gelder verwendet wurden. Gewählt' wurden Minzerpost und Geora Günther. Nachdem noch angeführt, die Versamm- lungen nicht mehr im Königstadt-Kafino abzuhalten, da dies Lokal nicht auf der Liste der Lokalkommission steht, schloß die Versammlung.— Nächste VereinSversammlung am Dienstag im Königstadt-Kasino. Aufa�lüst- Uersammlung. Die am 13. d. M. stattgesund ene Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins des 6. Berliner ReichStagSwahlkreiseS wurde wieder aufgelöst, nachdem der Refent des Abends, Herr Becker seinen Bericht über den internationalen Kongreß abgestattet hatte. Der Saal war längst vor der angesetzten Zeit vollständig gefüllt. Der Rcfcrent überbrachte der Versammlung vor Allem den Gruß sämmtlicher Vertreter des Proletariats und erinnerte am Ein- gang seiner Rede an das Wort von Karl Marx: Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Hierauf zum eigentlichen Bericht übergehend, erwähnte er zuerst, mit welcher Begeisterung be- sonders die Bebel'sche Rede von allen Vertretern ausgenommen wurde, und nachdem er die General- sowie die Spezialberichte von allen vertretenen Staaten der Versammlung vor Augen geführt und die Resolution verlesen hatte, welche auf dem m- ternationalcn Kongreß angenommen worden, löste der Beamte die Versammlung auf. Ar» Verein gewerblicher Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend hielt an« Mittwoch, den 14. d. M., im Vereinhaus Süd-Ost, Waldemarstraße 75, eine gut besuchte Mitglieder- Versammlung ab mit der Tagesordnung: 1. Monats- und Vierteljahresbericht. 2. Vortrag des Herrn Fritz Krüger über „Altes und Neues aus der Naturgeschichte". 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Der Monats- und Vierteljahresbericht wurde vom Kassirer verlesen und von den Revisoren für richtig erklärt. Infolge dessen ertheilte der Vorsitzende dem Kassirer Dccharge. Es erhielt nunmehr Herr Fritz Krüger das Wort zu seinem Vortrage. Derselbe führte im Laufe seines Vortrages an, Die Erde habe Platz und Nahrung für die Menschhert genü- gend, es brauchen deshalb keine Kriege geführt zu werden, um die Menschheit auf gewalssamem Wege zu vermindern. Redner weist zum Schluß seiner Rede darauf hin, sich den Anforde- rungen der Jetztzeit nicht zu entziehen, sondern einzutreten in den Kampf für das allgemeine Wohl. An der nun folgenden Diskussion betheiligten sich zunächst Kollege Günther. Derselbe schließt sich namentlich den letzten Ausführungen des Vortra- genden an, betreffe der Rechte und Pflichten, die wir haben und führte u. A. den Bäckerstreik und seine Folgen an. Durch den Streik hätten bis jetzt die Meister den größten Vortheil; die gesammte Arbeiterschaft müßte sich mit den Gesellen solidarisch erklären und nur bei solchen Meistern kaufen, die den Gesellen ihre gerechten Forderungen bewilligt hätten. Als zweiter Redner trat Kollege Schmidt auf. Derselbe unterzog die söge- nannte� Schundliteratur einer scharfen Kritik und bemerkte, daß man für das Geld, welches man für Schauerromane ausgebe, sich eine gute, den Geist bildende Literatur beschaffen könne. Der Referent wies nunmehr in seinem Schlußwort noch auf die hinfällige Behmiptung hin, daß der Maurerstreik schuld sei an den enorm theuren Wohnungsmieihen. Der Grund dafür sei einfach der Grund- und Bodenwucher und der Häuserschwindel. Bei„Verschiedenes" wurde der Antrag gestellt, nicht mehr wie bisher die Versammlungen durch Einladungen bekannt zu machen, sondern einen bestimmten Tag im Monat festzusetzen, an dem die Versammlung stattfindet. Kollege Günther sprach für und Kollege Schmidt gegen den Antrag. Kollege Rosenow glaubt, daß die Agitation durch Zeitelvertheilen, wie bisher, zweck- mäßiger sei. Kollege Borchert ersucht den Antragsteller, den Antrag zurückzuziehen und es dem Vorstand zn überlassen, wie die Sache am besten gehandhabt werden könne. Der Antrag wurde zurückgezogen. Kollege Rothenburg spricht über die Be- Handlung der Arbeiter auf dem Kohlenplatz von Leopold Pauli Nachfolger seitens der Angestellten der betreffenden Fnma. Arbeiter, die schon lange Jahre dort arbeiten, müssen Worte Jören wie: Sie stinken vor Faulheit. Kollege Schmidt ordert alle Arbeiter auf, sich dem Verein anzuschließen. Dies wäre der beste Wall gegen eine derartige Handlungsweise. Kollege Günther spricht über die Lohnver- Hältnisse der Berliner Messinawcrke. Dort besteht ein söge- nannter Generalakkord. Derselbe wird so gehandhabt, daß kein Arbeiter weiß, wie viel Mann dabei betherligt sind, und wie viel ein Jeder verdient. Damit nun der niedrige Lohn nicht auffällt, zahlt man wöchentlich 12 M. 50 Pf. Kostgeld und am ersten Sonnabend eines jeden Monats, wird der Akkord- nachschuß ausbezahlt. Dieser beträgt täglich ungefähr 30 bis bis 40 Pf. Dazu zahlt nun die Firma den Arbeitern einen täglichen Zuschuß von 40—50 Pf. Im Monat Juli z. B. betrug der Akkordnachschuß 31 Pf., der Zuschuß 63 Pf. Die Berliner Messingwerke verschenkten also an ca. 100 Arbeiter in einem Monat 664 M.(welche Humanittät!!!) und machten nicht bankerott. Zum Schluß wurde folgende, rom Kollegen Roenow gestellte Resolution einstimmig angenommen: Die heute im Vereinshaus„Süd-Ost" tagende Mitgliederversammlung des Vereins gewerblicher Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend er- klärt den Streik der Bäckergesellen für gerechtfertigt und ver- pflichtet sich, nur bei solchen Meistern ihren Bedarf zu decken, die den Gesellen die Forderungen bewilligt haben. Kollege Borchert ersucht um rege Betheiligung bei dem am 24. August im Lokale des Hcrm Uebel, Naunynstr. 27, statlfindenden Sommernachtsball. Hierauf schloß der Vorsitzende um 12 Uhr die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die zielbewußte Arbeiterschaft. Dt» Lackiver, Filiale IV der Vereinigung der deutschen Maler, Lackirer, Anstreicher und verwandter BerufSgenossen, hielten am Montag, den 12. August, bei Protz, Anncnstr. S, ihre monatliche Versammlung ab. Die aulbesuchte Versamm- lung wurde um Sz Uhr vom ersten Bevollmächtigten Kollege Rautenhaus, eröffnet. Auf der Tagesordnung stand als l. Punkt: Abrechnung vom 3. Ouartal. Kassirer Jakobi verlas den Kassenbericht. Hiernach belrefen sich die Einnahmen auf 24,90 M., alter Bestand 17,37 M., Summa 42,27 M.; Ausgaben 16,70 M., bleibt Kassenbestand 25.57 M. Die Re- visoren Wallrath und Mechau bestätigten, daß sie alles rn bester Ordnung befunden hätten. Hierauf wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Punkt 2,„Gewerkschaftlicher Vortrog", des Kollegen Retzerau über das Thema: Sind wir be- rechtigt, bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse uns zu schaffen? Der Referent führte in tz stündigem Vortrag klar und deutlich aus, daß der Arbeiter voll und ganz be- rechtigt wären, sich bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu schaffen, daß aber der Einzelne machtlos sei und nur eine starke und feste Organisation dazu im Stande wäre. Leider sind die Lackirer seit vorigem Jahre in zwei Richtungen gespalten, was um so bedauerlicher wäre, als wir hier eine große Organisation in der Vereinigung der deutschen Maler, Lackirer, Anstreicher nnd verwandter Berufsgenossen hätten, in welcher die Lackirer eine selbstständige Filiale bildeten, doch hoffe er, daß die Zeit nicht mehr fern sei, wo auch die Lackirer wieder vereint marschiren und eine Besserstellung erstreben würden. Rauschender Beifall lohnte den Referenten für seinen Vortrag. Bei der darauf folgenden Diskussion sprachen mehrere Redner im Sinne des Referenten. Bei Punkt„Verschiedenes" berichtete Kollege Jakob, daß er mit feinen Kollegen die Arbeit niedergelegt habe. Als Grund führte er unwürdige BeHand- lung seitens des Meisters und Kollege Höpfner berichtete gleich- falls, daß er die Arbeit wegen unwürdiger Behandlung nieder- gelegt hätte. Große Entrüstung riefen beide Fälle bei der Versammlung hervor und mehrere Redner sprachen sich dahin aus, daß daran nur die Zersplitterung der Lackirer schuld sei; die Meister wüßten das gut genug, denn sonst würden sie sich derartige Nebergriffe nicht erlauben. Kollege Warnke berichtete von einer Rirdorfer Werkstätte, in welcher nur Lehrlinge und Schulknaben beschäftigl werden und letzterem den 4Wochen Ferien und sonst nach Schluß der Schule auch Kaffeebüchsen bronziren müssen. Auch dieser Bericht rief allgemeine Entrüstung her- vor. Kollege Link ermabnte die Kollegen doch nur Aibeiter- blätter zu lesen, das„Berliner Volksblatt" und die„Volks- tribüne", die unsere Interessen vertreten. Zum Schluß machte der Vorsitzende bekannt, daß die nächste Versammlung am 9. September stattfindet, und daß die Kollegen wieder recht zahlreich erscheinen mögen, denn es stände dann Vorstandswahl auf der Tagesordnung. Schluß 11 Uhr. Der Fachverein der Kernmacher und verwandter Berufsgenossen Berlins und Umgegend hielt am Montag, den 12. d. M., in Gnadt'S Lokal, Brunnenstr. 38, eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Nachdem der Vorsitzende auf das am 24. d. M. stattfindende Sommernachtsfest aufmerksam ge- macht hatte, erhielt das Wort als Referent Herr A. Körsten zum Bericht über den Internationalen A-beiter-Kongreß zu Paris. In seiner Rede hob derselbe alle wichtigen Punkte, welche daselbst verhandelt und beschlossen worden, hervor. Namentlich sprach er sich befriedigend aus über die Zu- vorkommen heit, und die den Deutschen erwiesene Gast- sreundschaft. Nie hat ein Arbeiter wohl ein schöneres Fest kennen gelernt als den 14. Juli in Paris, den Tag des Sturzes der Bastille, und damit des Feudalismus. Redner er- klärt, weswegen die Einigung mit den Possibilisten nicht zustande gekommen; am meisten seien die Verhältnisse Frankreichs daran schuld. Alle Delegirte der verschiedenen Nationen sprachen sichüber- einstimmend aus, daß die Bourgeoisie der Welt eine größere Bastille aufgebaut hat, die Ausbeutung der Massen durch den Einzelnen. Der Kongreß zu Paris sei wohl der erste allgemeine Arbeiterkongreß zu nennen. Das edelste aller Ziele, drc Ver- brüderung der Proletarier aller Länder ist da geschaffen worden. Vereint werden jetzt die Arbeiter ihrem hohen Ziele zustreben. In erfterLinie sei es der achtstündigeNormalarbeitStag, welcher in allen Ländern eingefühlt werden müsse. Die Technik, die Ueber- vroduktion, die Nächstenliebe bedinge dieses ernstlich. Mit dem Worte der Nächstenliebe im Munde allein sei allerdings nichts gemacht; handeln ist die Ausgabe. Zu Gunsten dieser Forderung werde am 1. Mai nächsten Jahres eine große Demonstration staltfinden, ein großer Ruhetag in allen Ländern, je nach den bestehenden Verhältnissen eintreten. Redner sprach noch über internationale Arbeiterschutzgesetzgebung, Vermehrung der Fabrikinspektoi en, Verbot der Nachtarbeit für Frauen und Kinder. Zum Schluß führt er an, daß nur eine stramme Organisation, verbunden mit dem Sprachrohr(Pai lament) nach oben uns unserem Ziele näher führen kann. Vor einigen Jahren wurde lelbst von Sozialisten die Gewerkschaftsbewegung als hinderlich angesehen, dieses sei anders geworden, jeder sieht ein, daß sie die Vorschule ist, welche den Arbeiter stählt und reift für die Sache der Arbeiter. Ein gesetzlicher Normalarbeitstag ohne eine kontrolirende starke Organisalion würde ebenso umgangen, wie jetzt manches Gesetz(Beschäftigung der Lehrlinge unter 16 Jahren über 10 Stunden); darum müsse gemeinsam'ge- arbeilet werden, jeder müsse seine Pflicht thun.' Wer sich nicht um sein Wohl bekümmert, dem kann auch nicht geholfen wer- den.(Reicher Beifall.) Hierauf schloß der Vorfitzende dicVer- sammlung. Der Facht»»rein der Tischler hielt am Dienstag, den 13 August, in Rennefahrt'S Salon, Dennewltzstraße 13, eine Mitgliederversammlung für den Westen ab. Auf der Tages- ordnung stand: 1. Die wirthschaftliche Umwälzung der fron- zösischen Revolution. Referent Herr Türk. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Vor Eintritt in die TageS- ordnung macht der Vorsitzende Kollege Glocke bekannt, daß das Mitglied Erich Schulz Sonntag Morgen beim Baden er- trunken ist. Der Fachverein verliert in ihm ein tüchtiges Mit- glied, welches stets bemüht war, die Interessen des Vereins nach innen sowie nach außen zu vertreten. Die Mitglieder ehren sein Andenken durch Erheben von den Sitzen. Hieiauf >ielt Herr Türk seinen interessanten Vortrag. Die Anwesenden olgten den Ausführungen des Referenten mit der größten ufmerksamkeit und spendeten demselben zum Schlüsse reichen Beifall. Da sich Niemand zur Diskussion meldete, theilte der Vorsitzende mit, daß laut Beschluß der Generaloersammlung, welche m Sanssouci tagte, für den Westen ein Bevollmächtigter und ein Protokollführer zu wählen ist. Ersterer Hai die Pflicht, nach Bedarf für den Westen resp. für den Halleschen Thor- bezirk Mitgliederversammlungen einzuberufen und zu leiten. Zum Bevollmächtigten wurde Kollege Manien, zum Protokoll- führer Kollege Grunert gewählt. Von den Mitgliedein wurde der Wunsch ausgesprochen, regelmäßig alle vier Wochen eine Mitgliederversammlung abzuhauen. Kollege Manien ersucht die Mitglieder in Anbetracht dessen, da der Wirth seinen Saal den Arbeitern zu allen Versammlungen unentgeltlich giebt, auch dafür zu sorgen, daß die nächste Versammlung gut besucht ist. Schluß der Versammlung 10h Uhr. Der Fachverrin siimmtlicher an Kolzbearbeitung»- Maschinen beschäftigter Arbriterr hielt am Montag, den 12. August bei Säger, Grüner Weg 29, seine Mitgliederver- sammlung gb. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Dr. Zadeck über Geschlechtskrankheiten. 2. Innere Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten.— Der Vorsitzende machte bekannt, der Referent habe noch in letzter Stunde abgesagt. Hierauf verlas der Vorsitzende ernen lehrreichen Artikel über unsere moderne deutsche Romanliteratur. Diese Vorlesung wurde von der Versammlung mit größter Ruhe angehört und dem Vorsitzenden nach Schluß der Dank der Versammlung ausgesprochen. Hieraus sprach Kollege Wolff über die Ausstellung zur Unfallverhütung. Es habe ihn lehr gewundert, daß dort in der Lesehalle nicht eine Arbeiter- zeitung ausliege und daß nur sogenannte Bauern- zeitungen dort vorhanden wären. An diese Bemerkung knüpfte sich eine rege Debatte über die Ausstellung Unter Verschiedenes macht der Vorsitzende bekannt, daß zu dem am 31. August stallfindenden Sommernachtsball bei sämmt- lichen Vorstandsmitgliedern BilleiS zu haben sind und bittet um recht regen Umtatz. Ferner bemerkte der Vorsitzende, daß von verschiedenen Kollegen der Wunsch ausgesprochen ist, einen ärztlichen Vortrag, zu welchem auch Damen Zuiriit habet., zu veranstalten. Köllcge Brühmil stellt den Antrag, daß dieser Vortrag mit Damen am 14. September in Säger S Lokal stattfinden soll. Dreier Antrag wurde auch einstimmig angenommen. Schließlich machte der Vorsitzende bekannt, daß die sammlung im Norden der Stadt am 27. August, u straße, bei Herrn Lehmann, stattfindet. Näheres noch durch Annonce in dieser Zeitung. » �« „ jPolsirMch nicht««nehmigt wurden zwei Balammlunaor August die eine nach dem„Wcddingvarl". die andere nam Ealan. Schwedlerstraßc 23, vom Mietherverein für den Rordw waren, tfauarbfittc- N«rri» dir gtoftnihalrr 16. EtisNingSsest findet am Sonnabend, dm 17, Auaust,>n.mi' Salon, Echwcdterftr 23, statt, wozu Freunde ergebenst ttni>eutden S* Offene Kaffe findet nickt statt, Einlaßkartm find vorher bei lamm ftandimitaliedern zu haben,__»»Mp Facho»r,t» d»r£UtlaUorb«lt»r l«<6a»-, Walft»' s? osnii's*' Armatur»». Sonnabend, den 17, August AbmdS llhr. an- jsrrz Kasino, Holzmarktstr, 72, Mitgliederversammlung, Tagesordnung..iz» je» d-s Perm Dr, Huber über:„Die Schulen, wie fie lein und wie n--- sollen," 2 JadreSbei ickt und Jahresabrechnung, 3, Verschieden» tasten Gaste, durch Mitglieder eingeführt, baben Jutritt,, mftt»n Zum Arsten der Mrihnacht»- Kesisterrung für ffs'?s,«!<' und Mais»« seiner verftordenrn Mitglieder veranslaltet der Maichinistm und Heizer am Eonnabend, den 17, d, MtS, NN Barten»„M» icrhallen lobercr Saal), Tagesordnung: Entscheidender Beschiu«' ob Generalstreik oder partieller Die Klitenfabiikanten find hittju Der wichliam Tagesordnung wegen darf kein Kollege fehlen, Herein de» technischen Personal« der deutsch-", �>r- Sonnabend, den 17, d, M„ Abend« 11 llhr, Fischcrftrabe 41(im de« Herrn Dr, Harrach über Naturwiffenschart,...g.ittt Herein zur Mastruns der Anterrsten der Klaoierore � � «ermandtrn Aerufogenost»«. Eonnabend, dm 17, Ailgutl,-, �. ' �--"" hffr»«.«ertnmmlUllO. 4M,. irff in Deigmüller's Salon, SUie Jakobstr 48», Versammlung, EiniiutA» X. NfUlllUtz UtD venu JUllllö UlHl.„T�uruiuuciiuiCii l..1» non i menschlichen Organiömu«", 2. Einladung der Mechanlksabrir pe 3, Vereiniangelegenh.iten und Verschiedene«, Den Vlitgliedem- rscht, dah Billeti zum diesjährigen Stistungdseft daselhst vbgedo können, Fachoerein der Tischler. Sonnabend, dm 17, August,% in Jordan'« Salon, Neue Grünstraße 28- Bußerordenttw � verlammlung, Tagesordnung; Vortrag de» Herrn Nob, Kamps um» Dasein, 2, Diskuifion, 3, Wohl cineS«rW!'°.iel ch 4 Bereindangelegenhkilen, Verschiedenes, yrugrun«». � fr den in der Versammlung aufgenommen,•nttWlI. Kranken-«nd Aegrnbnihkasse de» Herein«* r«f»ktals«n lVerwallungdslelle 5, Moabits, Versammlung mittags tOK llbr, Bandelstr 10. Gäste willkommen,~ Kachoerri« der Korbmacher Serltn« den 18, August, Vormittag« 10 llhr, bei Roll, uouiae.n", Tagesordnung: 1, Bericht über den Korbrn«? �«r 3. Fragekasten, Neue VlitlW und PmgeS'�'zM,� -«datbe.n tt-. Aäil' S-Vjf P* Veilammlung......_____ Oranienburg. 2. Abrechnen vom Korbmacher, Etteik zu schiedeneS und Fragekastm, 4, Wahl eine« Bibliorhrkar«, glieder eingesuhrt haben Zuttitt,— Neue Mitglieder werden genommen._... 9(1*5 Herband deutscher Zimmrrlent», Lokal Verband Ltuln A? llmgegmd. Außerordentliche General. Versammlung am jjietJ 18. August d, J, VormistagS loji lldr, in Krüger« Rcstaur«wn �»t>t«" straße 32», ZaaeSordnung: 1, Innere Angelegenheiten dei � Berlin Nord, 2. VerichiedeneS und Fragekastm, snna131.1 Herein Kerttner Uagelset, miede. Versmnmlung am« �,»6 18, August, Vonniitag« 11 Uhr, Lichlmbergerstr, 21, bei Heise•s»,..,, 1 Die Arbeit de« Berel»» lm verfioffenen Jahre, 2, Wie verda � gff Meister zu unterem ArbciiinachwelS? 3. Verschiedenes, Kolleg- haden Zutritt, �„,,.A � Fachaereln der pnber A erlin». Sonntag, den 18, 11 Uhr, im Lokale deö Herrn Linde, Neue Echönhaulerstr, 20, Mitalieder-Veisammlung Tagesordnung: 1 Abrechnung vom 2, Wie verhallen sich die Mltalleder zu dem am 3, März d, P-.Miit- schluß, betr. die neunstündige ArbetlSzeit? 3, Erledigung von 3"»d! und llnterljvdungdgesuchen 4, VcretnSangelegenhcitcn, Verschied-" beanlwortung, «thische««fellschaft. Am Eanniag, den 18, August,--G,» F, im Königstädt-Kallno, Holzmarktstraße 72: Vortrag und Dt«--,. „BildungSzweck und BildungSintttel der Menschen," Nach"fSl-n-r" selltge Unter halnmg, Herren und Damen alS Gäste stet« millw nähme neuer Mitglieder, Damm und Herrm, in der an i stattfindenden Versammlung der Gesellschosl, jg-Tj Herein der«inseher Kerlin«(Tifchler). Sonntag,'•u Vormittag» lOÜ lldr. Neue Fi iedi ickstraße 44: General.VersamM> ordnung: 1, Wahl eine« Kalfirer- StellvertteterS 2,®o.P jz 8. Kollealalltät und Pfilchten der Mitglieder, 4 Fragekastm, Keei» Hereinigung der Kurtonarbeiter, Veriaminlu"« � t«, den 19. August, AbcndS Punkt 8X llbr, bei Säger, Grüner Wsg g ordnung: 1 Besprechung über gewerbliche Statistik, Rcserent V- j fco 2. Regelung de« Arbeitsnachweises, Reserem Herr I Sckmss. deneS und Fragekasten, Auf: ahme neuer Mitalteder, Gäste ggfis.izerr� Die Hereintgung der Hr»ch«l»r Deutschland«,>v gdj-j Berlm III, hält am Montag, dm IS, August, Abend» Sst llhr,' Herrn Gnadt. Brunnenstraße 33, eine Versammlung ab,» 1. Dcfinirlve Wahl eine» Bevollmächtigten, 2, VereinSangelegenv a schlcdeneS, Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwünscht,» ,1» Lachverein der Albumarbeiter. Montag, den 19«d" SX llbr, Versammlung Oranienslraße 180, ZaaeSordnung: 1-jf welm. Wie stellt sich der Verein dierzu? 2, Verschiedenes,,%i/ «»sang-, Tum- und gesellig» Herein« am Sonnab-ff�gr verein.Harmonia' AbendS 8 Uhr im Restaurant, Alle Männergciangvcrein.Treue" Abends 9 lldr im Restaurani And» j« U Männergesangoereln„Erat»" Abend» SX Ulir bei Schläwicke, Ar« — Lüdeck'scher Turnverein(1. LehrlingSabtheilungs, AbmdS 9 straße 67—68,— Turnverein„Wkdding", Pankstr, 9, MStMssn nl>r 8X-10X lldr Abend«: deSal, 1, LehrlingSabtheilung von 8 dri sssuip JJf — ArmdS'iche Slenographmklaffe deS„Berliner HandwerierM-«V 8X Uhr Eophienstr, 16,- Theater- und BergnügungSveretn»9° tfly 8 Uhr im Louisenstädtlschm Blerhause,«dmiralstr, gnügungSgesellschast„Treue" AbmdS 8X lldr in Bobert'S Ballsa>g,„,«4 - LergnügungSverein„Schneeglöckchen". AbendS 9 llhr Beleranenstr, 19.— GcsclligkeitSklub Weichelt, Taubenstr, 46,— Verein Restaurant Htllmann. Manlmffctstraße«8, 9 llhr im Restaurant Poppe, Sindenftr, '&SM Suftia" AbmdS 9% dm Taubensreunde, — Dänischer Verein ,M,ll> 10«,- Verein MJ0*" AbmdS 8X llbr bei Vaihsngcr. Dorotheenftr, 84,— Verein edein,� I Kfntt Ä bi« 11 9Ä straße 167 bei Schulz,- Rauqiluo„uimlm" Avenos 8 UhjJjßie#*!)� Tamm, Schönhauser Allee 28,— VergnügunaSverein„Lufttge AbmdS 9X Uhr>m Soppens» Ohmgaffe 2, � llhr 34, Gcmeindcschule AbmdS 9 Uhr im Reslaurant, ehem. M, E, Lulber'lchcr Schüler Ohmgaffe 2,— Rauchklub„Porto..________. straße 157 hei Schutz,— Rauchklub„Qualm" Abend» Tamm, Schönhauser Allee 28,— VergnügunaSverein„L im Reslaurant Aldrecht, Annenstr, 9,— Tamhourperesn„Sedan„.„i».- ,1 9 Uhr, Grüner Weg S—lO, Ausnahme neuer Mitglieder 7; ttiaig* .Herz Innig", Abends 8 lldr, Sitzung lm Restaurant Straß" Dirigent und Vorsitzender Fritz Laukant, Vettefrhetß. (Walff'« T-1egraphen-Knr»a«.) Paris» 16. August. In dem heute stattgehabt� �„ ratb theilte der KnegSmmister Freycinet mit,° As.,'j nächsten Ministerrathe� welcher Dienstag, den 20. a- � � finden soll, die Maßregeln unterbreiten werden, die in der Boulanger- Affaire kompromittirten j Beamten deS KnegsministertumS ergreifen würde. Petersburg, 16. August. Das„Journal de 3/ � bourg" bemerkt zu der Verurtheilung Boulanger-' eien Boulanger und Genossen für Frankreich wo-„zl>Z rage sich, ob der Boulangismue Boulanger nicht a ozialen Gesichtspunkte aus überleben werde. bricht die Äefürchiung aus, die Republikaner v. tff'K» Streit unter einander aufs Neue beginnen und N«" M/ publikaner würden nunmehr Gelegenheit haben, w und Disziplin zu beweisen. Was die durch®ie u tf",# Boulangers desorganisirlen Konservativen betressc,� dieselben Mühe haben, ihre Reihen vor den- icp-'-jufi Ordnung zu bringen, falls ihnen nicht der o�[he[e»1/ den Republikanenr diese Aufgabe erleichtere, püsS � bezwcitcln, daß Boulangers Rolle bereits ga"K'�» l»6 sei. Die„Neue Zeit" glaubt, Frankreich werde. jjf Wahlen über Boulanger sein endgiliiges Urthe« Lfnh DIJ Petersburg, 16. August. Die Gesetze, betten g orßanisasion der Provinzialbehörden für bäucrlla! � � Herten und für die bäuersichen FriedenSgerichle, N hje f veröffentlicht worden. Die Einrichtung belresiN' j fetzung von Distriktchefs, die ausschließsich durch° SÄ nannl werden, bezieht sich nicht auf Ruifisch-P� Dsf, � land, Rothrußland und die baltischen Provinzen- � Ufa« sagt, die gedachte Reform bezwecke, znw Bauern" eine stabilere Verbindung der Behörde m herzustellen. s-iT «fl.. Am. Verantwortlicher Redakteur: U. Urangst» tn Berlin. Druck und Verlag von Mar Babing in Berlin SW.. Bevthstratze 2.