Nr. 6. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mit illuftrirter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1897 unter Mr. 7487. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 14. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgefpaltene Kolonelzelle oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Dormittags geöffnet. Ternsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Deutsche Politik im Jahre 1896. I. % Es Freitag, den 8. Januar 1897. lingen. Politische Nebersicht. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Die Artillerie- Tollheit ist epidemisch. Auch die Schweiz ist angesteckt. Wir erhalten folgendes Telegramm: Bern, 7. Januar. Wie die Schweizerische Depeschenagentur" meldet, wird das eidgenössische Militärdepartement demnächst dem Bundesrath Anträge und Kreditforderungen unterbreiten, die ihm ermöglichen sollen, die Versuche mit neuem Artilleriematerial zum Abschluß zu bringen. Kanonen. So muß auch die Schweiz unter der Krankheit " Versuche" mit neuem Artilleriematerial heißt neue der Militärstaaten leiden. Arbeitern Dvationen bereitet hätten, weil sie sich nicht als| Menschen zweiter Ordnung behandeln lassen wollen. Indeß die Börsenrevolte bereitet uns auch so immerhin noch Ver Als der ehemalige Ministerpräsident Graf Taaffe sich in gnügen. Wir sind gespannt darauf, wie die Kanik, Plöß und dem Tempel staatsmännischen Ruhmes verewigte mit dem Kardorff einander aus der Tiefe ihres Bewußtseins heraus die lapidaren Programmfage:" Es wird halt weiter fortgewurstelt", Rornpreise bestimmen werden. hat er nicht nur für seine eigene Politik, sondern für die der Auch den kleinen Geschäftsleuten haben Regierung und Staatsmänner der europäischen fin de siècle- Bourgeoisie das Reichstagsmehrheit so nebenbei etwas unter die Arme greifen treffende Wort gefunden. Nicht zum wenigsten eifern wollen. Durch die Gesetze über den unlauteren Wettbewerb seine heutigen Kollegen in Preußen Deutschland ihm und das Detailreisen sollte der kleine Ladenbesitzer sowohl erfolgreich nach in der Kunst des Fortwurstelns. Bei gegen den Großbetrieb im Detailgeschäft wie gegen die Kon- Zur Augelegenheit Normann Schumann schreibt der den Kräften, mit denen sie als beauftragte Leiter des bureau- furrenz der proletarischen Hausirer geschützt werden. Also römische Berichterstatter der Köln. 8tg." u. a.: kratischen Verwaltungsapparates zu rechnen haben, ist das echte Mittelstandspolitik. Zweifellos sind dadurch eine ganze nach dem Sturze Crispi's auf und erklärte, er sei KrisenberichtDr. Mund tauchte in Rom plöglich während der Ministerkrisis Fortwursteln denn auch die einzige Kunst, durch die sie sich Anzahl Händler schwer geschädigt worden. Polizei und erstatter für den" New- York Herald". Bemerkenswerth ist, daß er über Wasser halten können. Es ist ihre Aufgabe, die Armee Gendarmerie haben neue Machtvollkommenheiten erlangt. Aber sich auch in Rom als Vertrauensmann des Grafen Waldersee auszufrieden zu erhalten, das Großbürgerthum zufrieden ein unheilbarer Utopist muß sein, wer glaubt, daß derartige gab. Er suchte den Korrespondenten der„ Köln. 3tg." über die zu erhalten und die Agrarier zufrieden zu erhalten, Maßregeln dem untergehenden Kleinbetrieb auch nur um eine Bersönlichkeit des Botschafters auszufragen, und da ich ihm das in ohne daß im übrigen Volke die Armuth bedenkliche Dimen- irgendwie nennenswerthe Spanne Zeit das Leben verlängern hiesigen deutschen Journalistenkreisen umlaufende Urtheil nicht ver fionen annimmt. Um diese Aufgabe haben sie sich denn auch können. Wo wir uns umblicken in der letztjährigen Wirthschafts- schwieg, nach welchem Herr von Bülow der künftige deutsche redlich bemüht und sich so von Fall zu Fall so leidlich hin- politik des Deutschen Reiches, wir kommen auch diesmal zu darüber besser unterrichtet zu sein; der künftige Reichskanzler Reichskanzler sei, belächelte diese Meinung und erklärte, durchgetappt durch die Ereignisse des Jahres bis auf zwei dem Schluß: es gelingt nichts mehr an Rettungsmitteln für fei Graf Waldersee. Diesen Namen nannte er im Laufe des Ge ihrer Kollegen, die bei Schwankungen des im Zickzackkurse untergehende Betriebsformen und es kann nichts mehr ge- sprächs, bei welchem er meist den stummen Zuhörer spielte, noch einherschlingernden Staatsschiffes gelegentlich über Bord geöfter, hob feine engen Beziehungen zu Waldersee hervor und ergangen sind. Dem Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff wähnte besonders, daß er noch fürzlich mit Waldersee die militärische soll es übel bekommen sein, daß er gegenüber dem Chef des Bedeutung Italiens als Bundesgenossen besprochen habe, daß Militärtabinets eine eigene Meinung über die wichtige Frage Waldersee der einzige Mann in Berlin sei, der die militärische der Reform des Militär- Strafprozesses bethätigt hatte. Ohnmacht Jtaliens richtig durchschaue, wie sie sich ja jetzt unleugbar: Berlin, 7. Januar 1897. half ihm nicht vor dem Verderben, dargethan habe; der Dreibund habe am längsten gelebt u. f. 10. daß er wie Einen Pyrrhussieg der Agrarier nennt der Pariser Mund war immer sehr elegant, ging nur im Belzmantel und tein zweiter im Reichstage in der Rolle des Sozia- Temps", der in deutschen Dingen beiläufig sehr gut Bescheid seidenen Bylinder und erwähnte gern seine Villa in Luzern, liftentödters zu glänzen gesucht hat. Sein Fall war weiß, in seinem heutigen Leitartikel das Börsen wo er seine Frau zurückgelassen habe, die aber baldigst in Rom indeß immer nur ein persönliches Ereigniß. Der eine gese 3. Und das französische Blatt meint, die preußi- mit ihm zusammentreffen werde, um ihn nach dem Orient zu General ist gegangen, ein anderer ist an seine Stelle getreten fchen Junker sähen jetzt ein, daß sie mit ihrem begleiten. mit den nämlichen Intentionen und dem nämlichen Maß von Versuch, die Börse zu die Börse zu Knebeln, eine große Dumm- Daß Normann- Schumann oder Mund, der, wie man aus diesen politischer Einsicht, vielleicht mit etwas mehr Geschick, sich mit heit gemacht hatten. Nun bem Militärkabinet auf guten Fuß zu stellen. An dem den Verstand unserer Agrarier. Bei einigen mag ja das Ge- Ansehen zu geben, zu jener Zeit wirklich vom New- York Herald" Mittheilungen ersieht, in Rom gerade wie in der Schweiz den da überschäßt der" Temps" Namen des Grafen Waldersee mißbrauchte, um sich ein besonderes Syftem, daß die Fürsorge für das Militär im Reiche der fühl aufdämmern, daß sie sich blamirt haben, allein angestellt war, geht aus einer Buschrift hervor, die der BoltsGottesfurcht und guten Sitte an die erste Stelle rückt, ändert bei den meisten ist die Unwissenheit so böotisch, daß Beitung" schon vor einigen Wochen von vertrauenswürdiger Seite dieser Personenwechsel nichts. es erst einiger Zeit bedürfen wird, ehe die Röntgen- Strahlen aus Konstantinopel zugegangen ist und der wir in diesem ZusammenBedeutsamer ist der. Wechsel im Handelsministerium. Der harten Thatsachen die dreifache Binde, die den Schädel bange folgendes entnehmen:„ Im Juni( 1896) war Normann- Schu Der Abgang des Herrn v. Berlepsch, nachdem er noch die umhüllt, durchbrungen haben. Das französische Blatt hat seine mann hier. Im September wandte er sich aus der Schweiz hierVerordnung zur Regulirung der Arbeitszeit in den Bäckereien helle Freude daran, wie diese Junker durch ein Polizeigesetz her um eine Wohnung. Er gab sich dabei für einen Korrespondenten im hygienischen Interesse durchgebrückt hatte, war eins der die Börse in ihre Gewalt zu bringen vermeinten, und wie Blattes mir erklärt, daß der Mensch schon seit Juni entlassen sei. des New- Yort Herald" aus, während der hiesige Bertreter des Zeichen, daß die sogenannte neue Aera der Sozialreform im sie nun da stehen, wie die begoffenen Pudel oder ein gewisses Hier galt er allgemein als Spiel und Spion. Thatsächlich stamint Sande verlaufen ist. Herr v. Stumm hat ihr die Leichenrede Thier am Berg. Es war allerdings eine koloffale Naivität! von ihm ein ganz gemeiner Artikel im„ New- York Herald", der gehalten und das Echo feiner Stimme schallt aus ver- Ebensogut tann man die Gedanken einfangen, und dem Wind im Temps" vom 3. Juli wiedergegeben war. Unter anderem wird schiedenen offiziellen Rundgebungen der jüngeren Zeit un- einen Zügel anlegen, wie die Börse ins Joch der Junker darin von einer Unterredung zwischen Kamphövener Pascha verkennbar wieder. und dem deutschen Kaiser erzählt, bei der der Kaiser sich Durch die Stellung, die die Reichsregierung in der In der Börse das sagten wir schon hundertmal in sehr scharfen Ausdrücken über den Sultan persönlich aus Arbeiterfrage eingenommen, hat sie sich Dank und Anerkennung steckt das Herz des Kapitalismus, und der Kapitalismus ist gesprochen und die Rückberufung der deutschen Offiziere aus bei der Großindustrie erworben. Da drückt sie denn auch gern der Nährvater der Herren Junker ebensowohl wie der Börsen- bei seiner Reise nach Deutschland den Kaiser überhaupt nicht ge ein Auge zu, daß dem Ronkurrenten durch die Gunft der Staats- finanz. Indem sie der Börse zu Leib geben wollen, beweisen sehen, da dieser von Berlin abwesend war. Das wußte Herr Nor gewalt, dem Agrarierthum wieder neue Liebesgaben in den fie nicht blos ihre folossale Unwissenheit, sondern sie sägen im mann natürlich ganz genau und er wollte nur heßen; der Ausdruck Schooß geworfen wurden. Das Buckersteuer Gesetz hat indeß wörtlichsten Sinne des Wortes den Aft, auf dem sie figen, ab. über den Sultan persönlich" sollte im Palais die gewünschte Er keineswegs die gewünschte Wirkung auf die Dauer gehabt. Wenn die streitenden Börsianer nicht freiwillig den Kopf in den bitterung gegen Deutschland hervorbringen. Man hat mir auch Die Erhöhung der Ausfuhrprämie wirkte derart auf die Ver- Bolizei- Maulkorb stecken, wie das die Sitte wohlerzogener Pudel viel von der Thätigkeit Mund's als agent provocateur bei den mehrung der Rübenzucker- Produktion ein, daß die ist, werden sie von den Junkern flehentlich angebettelt werden, Armeniern erzählt, und es deckt sich das mit den Beröffentlichungen Ueberproduktion bald bie erhofften Profite reduzirte, doch ja wieder in den Mammonstempel einzuziehen. der Internationalen Korrespondenz"; doch habe ich noch keine Beund nun ist wieder der alte Jammer da in der Und da giebt es sonderbare Schwärmer, die uns allen weise dafür." Schaar der Rübenzüchter, daß die Profite nicht aus Ernstes der Antisemiterei anklagten, weil wir den Börsenstreik reichen zu der standesgemäßen Lebensweise eines edlen nicht mit religiösem Ernste behandelt haben. Die Mächtigen Landjunkers. Unablässig schallte denn auch im vergangenen bedürfen doch wahrhaftig keines Mitleids. Und die MärtyrerJahre wieder aus dem agrarischen Lager der Ruf nach dem miene steht den Herren von der Börse gar schlecht zu Gesicht. großen Mittel zur Verbesserung ihrer Lebenslage, das der Antrag Ranig ihnen gewähren sollte. spannen. " Deutsches Reich. Die Kommission für Arbeiterstatistik wird," wie wir schon gemeldet haben, am 9. Januar zur Berathung der Ergebnisse zusammentreten, die durch die Erhebung über die VerKönig Ludwig II. von Bayern, dem die Rolle zu- hältnisse in der Kleider- und Wäschekonfektion erzielt worden sind. Diese Ergebnisse sind im kaiserlichen Statistischen Amt zu einer Denkschrift zufammengestellt worden, die sich im Druck befindet. Die Denkschrift entwirft nach dem Hamb. Corr." ein anschauliches Erhabener göttlicher Freund! " Raum kann ich den morgigen Abend erwarten, so sehne ich mich nach der zweiten Vorstellung schon jetzt. Sie schrieben an Pfistermeister, Sie hoffen, daß meine Liebe zu Ihrem Werke durch die in der That etwas mangelhafte Auffassung der Rolle des Kurwenal von seiten Mitterwurzers nicht nachlaffen möge! Fremdenblatt" Widerspruch. Nicht die Zahl der Seuchenfälle habe sich Geliebter! Wie konnten Sie nur diesen Gedanken sich auftommen lassen! Ich bin begeistert, ergriffen. Entbrenne in Sehnsucht nach wiederholter Aufführung! Aber ferner als je sind sie diesem erträumten Ziele. fiel, im Namen der deutschen Fürsten Ende 1870 dem König Selbst die offiziellen Leiter der konservativen Partei verweigerten von Preußen die deutsche Kaiserkrone anzubieten, schrieb nach Selbst die offiziellen Leiter der konservativen Partei verweigerten der ersten Aufführung der Oper„ Tristan und Isolde" au den agrarischen Bündlern ihre Unterstügung. Und noch sind Herr v. Plötz und seine Genossen nicht stark genug, die mit Richard Wagner folgenden Brief: allerhand Aemtern und Würden behafteten und verschwägerten offiziellen Leiter der Partei ablösen zu können. Auf das Bild des Herrn v. Plöz selbst ist obendrein ein trüber Schatten durch die Enthüllung gefallen, daß er es einmal„ probeweise" an der verhaßten und geschmähten Börse mit Termin- Spekulationen sich versucht hat. Aber nicht einmal eins der kleineren Mittel", das Margarinegesetz, konnten die Agrarier einheimsen. Sie hatten sich zu sehr darauf versteift, den unbequemen Butterfonkurrenten, die Margarine, durch Färbung mit Himmelblau oder Rosenroth den Konsumenten völlig zu verekeln. Soweit konnte die Regierung nicht gehen und das Gesetz scheiterte. Das Ge bahren des Margarinehäuptlings Mohr trägt allerdings viel dazu bei, daß man nachträglich den blindwüthigen Butterproduzenten mildernde Umstände zubilligen muß. Dies wunderhehre Wert, Das uns Dein Geist erschuf. Bild voll den wirklichen Verhältnissen in diesem Zweige der Konfektion und läßt gesunde Reformen als nothwendig erscheinen. Der Bund der Landwirthe" hatte die sofortige zeitweise Sperre gegen die Kinder- Einfuhr aus Desterreich- Ungarn ver langt und als Begründung angeführt, Desterreich sei generell ver feucht. Gegen diese Behauptung erhebt nun das offiziöse Wiener erhöht, es werde nur infolge des besseren Funktionirens der Veterinärpolizei jezt jeder Fall ausnahmslos angezeigt. Das Wiener Blatt pflegt teine scharfen Worte zu wählen. Troßdem sind die Vorwürfe, die es den Bündlern macht, gewichtig genug: 1. Sie' haben nicht die Wahrheit gesagt, als sie von einer generellen Ver feuchen- Sonvention nicht, denn diese weiß nichts von einer allgemeinen feuchung fprachen, und 2. sie fennen die deutsch- österreichische Bieh Sperre. der Kaiserin, Graf Der Oberhofmeister " Wer dürft es sehen, wer erkennen, ohne selig zu preifen? Das so herrlich, hold, erhaben mir die Seele mußte laben! Heil seinem Schöpfer, Anbetung Ihm! Mein Freund, wollen Sie die Güte haben, dem trefflichen Künstlerpaar zu sagen, daß seine Leistung mich entzückt und begeistert hat; Mirbach, hat sich durch seine längere Rede, die er gestern an Ge meinen herzlichen Dant, wollen Sie ihn den Beiden( Herrn und richtsstelle hielt, das begeisterte Lob des Berliner Tageblattes" Frau Schnorr) tünden? Ich bitte Sie, erfreuen Sie mich bald mit errungen. Schweinhagen, so nennt ihn der ehemalige Aylwardteinem Briefe! Nicht wahr, mein theurer Freund, der Muth zu Moniteur, wird nun von der Staatsbürger- Zeitung" abgeschüttelt. neuem Schaffen wird Sie nie verlassen, im Namen Jener, bitte ich Er wird als im Judenfold stehend gekennzeichnet, seine Ver Sie, nicht zu verzagen. Jener, die. Sie mit Wonnen erfüllen, die öffentlichung foll darauf berechnet gewesen sein, die antisonst nur Gott verleiht! Sie und Gott! Bis in den Tod, bis semitische Partei zu verdächtigen. Ein Agent provocateur hinüber nach jenem Reiche der Weltennacht, bleibe ich hätte den Artikel nicht schlauer abfassen können. In diesem Zone geht es weiter. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß der windige Schweinhagen auch der politischen Polizei in ihrem Rampfe für Religion, Ordnung und Sitte gegen den Umfturz langjährige Dienste geleistet hat. Ein letzter Trost war indeß den Agrariern geblieben, das Börsengeset. Der Terminhandel in Getreide sollte das durch eingeschränkt und auf die Preisbildung auf einem misteriösen Wege zu gunsten der Kornproduzenten ein gewirkt werden. Mit dem 1. Januar dieses Jahres trat das Gesetz in Kraft und nun erleben Agrarier und andere Menschen das unerwartete Schauspiel einer Börsenrevolte, die Habitués der Produktenbörse wollen nicht mitthun, weil fie nach agrarischer Auffassung von vernherein als anrüchiges Volt unter Sittenkontrolle gestellt werden. Adr.: Dem Wort- und Tondichter Schade nur, daß der aufschäumende Mannesmuth in der Brust dieser Helden nur dann seine Spannkraft übt, wenn es ihnen an das eigene Geschäftsinteresse geht. Wir Berg, den 12. Juni 1865. Richard Wagner München. Ihr treuer Ludwig. Man sieht, in diesem unglücklichen Fürsten war damals haben nie gehört, daß die Börseaner, wie es jetzt schon der Wahnsinn entwickelt und das war fünf und ein Die Effettenbörse der Produktenbörse gegenüber gethan, den halbes Jahr vor Gründung des deutschen Reiches. -Das Zeugnißzwangsverfahren gegen die Frankfurter Beitung". Nachdem das Landgericht die Be fchwerde des Redakteurs Giesen verworfen hatte, wollte ein Polizist gestern Abend Giesen verhaften, der jedoch nicht zu Hause war. Giesen trat heute früh die Haft an. ©m Verfahren gegen die„Hamburger Nachrichten" wegen imndesverralhS ist bis nun noch nicht eingeleitet. Wenn zwei das- selbe thum ist es nicht dasselbe.— BrcSlau, 7. Januar. Heute Mittag 12 Uhr tagte im groben Saale des Vincenzhauses die Versammlung des Bundes der Landwirthr. Eine Resolution wurde angenommen, die nach dem„Breel. Generalanzeiger" folgenden Wortlaut hat:„Tie heute in Breslau ver- sammelten über ISOV Mitglieder des Bundes der Landwirlhe halten nach wie vor fest an den Forderungen des Bundes, namentlich an der Durchführung des Antrages Kunitz und Einführung der internationalen Doppelwährung. Sie erwarten von der Staats- und Reichsregierung die energische Durchführung des Börse ngesetzes und die kraftvolle Zurückweisung des illoyalen, dem Gesetz hohnsprechenden Vorgehens der Börsen- interefsenten. Diese Forderung allein kann der bedrohten Land- wirthschast und dem gesammlen Mittelstande nachhaltig helfen, deren Erhaltung eine nationale Nothwendigkeit ist. — Der badische Städtetag, der auf den 14. d. Mts. zur Stellungnahme gegen de» geplanten Militärbureaukratismus im Gcmeindedienste nach Karlsruhe einberufen war, ist wegen des am 12. erfolgten Zusammentritts des Landtages auf den 21. Januar verschoben worden.— Schweiz. Zürich, S. Januar.(Eig. Ber.) Im 4. Kreise der Stadt Zürich fand am letzten Sonntag die Wahl zweier Mitglieder in den Kantonsrath statt, wobei der liberalkonservativ-demo- kralische Ordnungsbrei über die sozialdemokratische Partei siegte. Die beide» bürgerlichen Kandidaten erhielten 8S0 und 840, die sozial. demokratischen bSL und 547 Stimmen. Die Wahlbetheiligung war namentlich von unserer Seite eine schwache, wie folgender Vergleich zeigt: Am 6. Dezember erhielt Greulich in demselben Wahlkreise beim dritten Wahlgang für die Nationalrathswahl 1038, der Mischmaschkandidat Schäppi nur Sgl Stimmen; wäre am Sonntag von unseren Leuten eine nur annähernde Wahlbetheiligung geübt worden, so hätte unsere Partei gesiegt. So bedeutet der Wahl- ausgang den Verlust eines bisher innegehabten Mandats.— Das von Politikern, welche die Bauern umschmeicheln, angeregte Bauer nsekretariat wird von einem Theil der Bauern und ihrer Presse aus mannigfaltigen Gründen, so auch aus Abneigung gegen die Bureaukralie, abgelehnt.— Frankreich. Paris, 6. Januar. Infolge einer gestern vor der spanischen Botschaft stattgehabten Kundgebung solle» acht spanische bezw. italienische Anarchisten, welche als Verbreiter anarchistischer Ideen und Anstifter von Ordnungsstörungen in einer Versammlung fest- gestellt wurde», ausgewiesen werden. Die Regierung ist entschlossen, alle Anarchisten auszuweisen, welche aufrührerische Handlungen be- gehen.— Da wird auch so mancher Unschuldige daran glauben.— Paris, 7. Januar. Der frühere Minister Constans richtete an den Senat einen Protest gegen die bei den Senatswahlen am letzten Sonntag vorgekommenen Wahlmanöver. Er behauptet, er sei im zweiten Wahlgange thatsächlich gewählt gewesen.— Spaßhaft in, daß der blutigste Wahlmacher Frankreichs, Herr Constans, sich über ihm nachtheilige Wahlmanöver beschwert.— — C a s i m i r P e r i e r, der große Sozialistentödter, dem aber, als er den„Drachen" vor sich sah, das Herz bald i» die Hosen fiel, so daß er von seinem Pnäsidentenposten feig desertirte, verspürt das Bedürsniß, wieder einmal von sich reden zu machen. Er ließ dieser Tage aussprengen, es sei ihm der Gesandtschasts- Posten i» London, der gerade vakant ist, angeboten worden. Die„Petit Republique" erklärt die ganze Nachricht für eine Reklame; kein Mensch— und das ist gewiß richtig— habe daran gedacht, einem so lächerlichen Jämmerling»och irgend ei» Amt anzubieten; er sei ja auch zu nichts zu gebrauchen. Die Ver- höhnung des unglücklichen Casimir bildet übrigens nur die Einleitung zu dem Verlangen, de» Londoner Gesandt- schastsposten und alle anderen Gesandtschastsposten a b z u- schaff e n. All' diese Posten— französische wie andere— seien entweder die reinsten Sinekuren oder unsinnig lheuere Spitzelnester. Die wirklichen und nothwendigen Arbeiten der größten Gesandt- schuft seien durch einen einfachen Kommis oder Schreiber zu erledigen — und zwar besser als es jetzt geschieht. Und hierin hat das französische Bruderorgan nicht so ganz unrecht. Freilich, wenn wir einmal die überflüssigen Staatsämter abschaffen wollen, dann lassen sich noch viele auszählen.—- Belgien. Brüssel, 6. Januar.(„Voss. Ztg.") Die englische Regierung hat de» Antrag auf Schadenersatz für die Festnahme des englischen Agitators Ben Tillet in Antwerpen zurückgezogen, da die belgische Regierung die„Gesetzlichkeit" ihres Verfahrens nachgewiesen hat.— Italien. Rom, 4. Januar.(Eigener Bericht). Die Annäherung des Ministeriums di Rudini an die ehemalige Crispi'sche Kammer- Majorität scheint Fortschritte zu machen. Die Hauptbediiignng von welcher der Crispi'sche Anhang seinen Anschluß an das Ministerium di Rudini abhängig machte, war die, daß der von diesem Ministerium begonnene Feldzug gegen die Korruption in der Staats» und Gemeindeverwaltung und insbesondere im Staats- bankenwesen abgebrochen oder doch soviel als möglich ein- geschränkt werde. Dieser Wunsch des Crispi'schen Anhangs ist zum theil befriedigt worden. Insbesondere sind die in letzter Zeit hervorgetretenen Spuren von neuen, bisher unbekannt gebliebenen Erpressungsversuche» Crispi's in Palermo und Bologna soweit als möglich vertuscht worden. Wenn' dieses Verfahren mit der gebotenen „Ritterlichkeit" gegen den gefallenen Gegner begründet werden konnte, so fehlt dagegen ein solcher Entschuldigungsgrund für andere Fälle. Einen betrügerischen Bankdireltor in Como(Lom- bardei) hat man ins Ausland entkommeu lassen, weil die von ihm geschädigte Banca d'Jtalia in Rom Ursache hatte, einen Prozeß zu vermeiden, der ihre leichtfertige und parteiische Geschäftsführung an das Licht gestellt hätte. Der Generalsekretär im Handels- und Ackerbauministerium ist zum Rück- tritt genöthigt worden, weil er die de» anfänglichen Absichten des Ministeriums entsprechende Reinigung seines Departements von un- zuverlässigen und bestechlichen Beamten auch dann noch fortsetzen wollte, als das Ministerium in diesem Punkte sein« Meinung ge- ändert hatte. Die neue Richtung deS Ministeriums ist die erklärliche Folge der aus Mangel an Entschlossenheit unter- lassenen Kammer- Auslösung. Der Crispi'sche Anhang kann, so lange Crispi nicht wieder an die Regierung gelangt. nichts besseres wünschen, als eine auf Kosten des ursprünglichen ministeriellen Programms zu stände kommende Annäherung an die jetzige Regierung. Das Ministerium di Rudini kann, nachdem es durch seinen Richtnngswechfel die äußerste Linke sich entfremdet hat, ohne die Anhänger Crispi's auf keine feste Majorität mehr zählen. Dieser Sachverhalt hat auch darin Ausdruck gefunden, daß piemontesische Abgeordnete von ministerieller und von Crispi'scher Farbe in Rom unter der Billigung des Ministeriums eine Versammlung abgehalten haben, deren Zweck es war, den Einfluß Giolitti's auf die piemonlest- fchen Abgeordneten zu brechen. Giolitti ist als Hanptgegner Crispi's und wegen seiner Maßregeln gegen die von Crispl gegen reichliche Geldentschädigung protegirte Banca Romana den An- hängern Crispi's ganz besonders verhaßt. Dem Mlnist-rmm di Rudini hätte er, wenn dieses auf semer ursprünglichen Richtung hätte beharren wollen, eine sehr werthvolle Stutze sein können.— Mustlaud./ - Russische Soldaten als Arbeiter aus d e u t s ch e m G e b i» t e. Einen Tagesbefehl des russischen Kriegs- ministerS veröffentlicht der„Rilßk. Invalid'; in demselben �ißt es: »Durch die Untersuchung sind Fälle festgestellt worden, daß Soldaten des 19. und 20. Schützenregiments(im Grenzgebiet) während der Dienstpaiisen die Grenze überschritten und wegen des lohnenden Verdienstes zur Arbeit dort verblieben. Der Kriegsminister hat nun dem Kommandirenden des Wilnaer Militärbezirks anheimgestellt, die Kommandeure der bezeichneten Regimenter, welche in den ihnen unterstellten Truppentheilen die Ordnung nicht zu wahren wußten, mit den entsprechenden Strafen zu belegen.— — Ratio nalitäts- und Namenwechsel. Prinz Georg Radziwill, der, wie gemeldet, kürzlich das russische Bürgerrecht er- worden hat, hat nunniehr den Titel„Fürst zu Nieswicz" erhalten.— Petersburg, 6. Januar. Die Getreidesendungen für die Roth- leidenden in Indien beginnen seit dem 30. Dezember in großen Partien in Odessa einzutreffen. In England sieht man bekanntlich diesen sehr interessirten Liebesdiensten sehr ungern entgegen.— Bulgarien. Sofia, 7. Januar. Die wegen Betheiligung an der Ermordung Stambulow's unter Anrechnung der Untersuchungshast zu 3 Jahren Gefäugniß verurtheilten Tllfektschiew und Atzow haben gegen dieses Urlheil Berufung eingelegt.— ItavtatnenkÄriPches. Ter BuudeSrath überwies in seiner heutigen Sitzung nach- stehende Vorlagen den zuständigen Ausschüssen— und zwar den Antrag Sachsens, betreffend die Aushebung des Kaminzug-Termin- Handels in Leipzig und die Vorlagen, betreffend den Entwurf eines Gesetzes für Elsaß-Lothringen über die Erhebung von Abgaben behufs Deckung der Ausgaben der Handelskammern, betreffend eine Zusatz- alte und eine Deklaration zur Berncr Uebereiukunst über die Bildung eines internationalen Verbandes zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst vom 9. September 1886, betreffend den Entwurf eines Gesetzes über das Auswanderungswesen, betreffend den Entwurf eines Gesetzes wegen Feststellung des Landeshaushalts« Eials von Elsaß-Lothringen für 1897/98, betreffend den Entwurf einer Verordnung wegen Abänderung der Verordnung vom 22. Januar 1874 über die Verwaltung des Reichskriegsschatzes und schließlich betreffend den Entwurf eines Gesetzes über die K ii n d i- gnng und Umwandlung der vierprozentigen Reichsau leihe. Gesetzentwurf betreffend die Regelung der Nichtcrgehältcr. Der dem Landlage vorgelegte Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Regelung der Richtergehälier, steht in engem Zusammenhange mit der geplanten Gehaltsaufbesserung. Die Begründung des Entwurfs erkennt an, daß die Gehalts- regelung nach Dienstaltersstufen die naturgemäße Grundlage der Reform bilden würde. Für die Land- und Amlsrichtcr wird aber dies System als undurchführbar bezeichnet, so lange nicht eine Be- schränkuug in der Zahl der Anwärter für das Richteramt sich erinög- licheu laffe. Dabei wird milgetheill, daß die Zahl der Referendare am 1. Juli v. I. 3506 erreicht hat und infolge hiervon ei» erheblich weiteres Hinausschiebe» des Termins für die erste Anstellung in sichere Aussicht gestellt. Den jetzigen Unglcichmäßigkeiten in den Gehallsverhältnissen verschiedener Oberlandesgerichts- Bezirke soll daturch abgeholfen werden, daß an stelle der getrennten Etats- verbände für die einzelnen Oberlandesgerichts-Bezirke ein gemein- sanier, die ganze Monarchie umfassender Elatsverband der Land- und Amtsrichter gebildet wird. I» diesen Verband sollen auch, entsprechend einer im vorigen Jahre im Abgeordnetenhause gegebene» Anregung, die Staatsanwälte, und zwar unter völliger Gleichstellung im Gehalte mit den Richtern, aufgenommen werden. Für die übrigen höheren Justizbeamten mit aussteigenden Ge- Haltern ist, soweit es nicht(wie bei den vortragenden Rathen) schon gilt, das Dienstaltersstufen-System in Aussicht genommen. Wegen der Verschiedenheit des Gehaltssystems für die unterste und die höheren Stufen des Richteramts hat von einer Beseitigung des Uebelstandes abgesehen werden müssen, daß bei der Beförderung eines Land- oder Amtsrichters, dessen Gehalt das Mindestgehalt der Oberlandesgerichts-Räihe oder LandgerichtS-Direktoren übersteigt, der Beförderte einen Gehaltsverlust erleidet. Maßgebend für die Gehaltsbemessung bei diesen höheren Stellen ist vielmehr allein der Tag der Anstellung in der betreffenden Gehaltsklasse. Für die Richter, deren Gehälter nach Dienstaltersstufen geregelt werden, sind zwei Gehaltsklassen beabsichiigt. Die erste Klasse um- faßt die Senatspräfldente» bei den Oberlandesgerichten, die Land- gerichtspräsidenten und die Oberstaatsanwälte. Das Gehalt steigt von 7500 M. in 12 Jahren bis zu 11 000 M.(gegenwärtig nur bis 9900 M.); die Höhe der dreijährigen Zulagen beträgt dreimal 900 M. und einmal 800 M. Die zweite Klaffe, der die Ober- landesgerichtsräthe, Landgerichlsdirektoren und Ersten Staatsanwälte augehören, beginnt mit einem Gehalte von 5400 M., das mittels dreier Zulagen von je 600 M. in neun Jahren auf 7200 M. an- steigt. Gegen den gegenwärtigen Zustand tritt, abgesehen von der Erhöhung des Mindest- und Höchstgehalts(zur Zeit nur 4800 und 6600 M.). eine belrächiliche Abkürzung des Zeitranms bis zur Er- reichung des Höchstgehalts ein. Für die Land- und Amtsrichter, sowie die Staatsanwälte sind Gehälter von 3000 bis 6300 M.(statt der bisherigen von 2400 bis 6000 M. für die Richter und 2400 bis 4800 M. für die Staalsanwalte) vorgesehen, und zwar sollen acht Gehaltsklaffen(3000, 3500, 4000, 4400, 4900, 5300, 5300, 6300 M.) gebildet werden, deren jede rund 500 Be- amte umsaßt. Die Zeit, in der die einzelnen Gehaltsklaffen durch- laufen werde», richtet sich bei dem hier befolglen Gehaltssystem nach dem Dienstalter der jeweilig vorhandenen Beamten. Nach der Dienstaltersliste vom l. Oktober 1896 würde, wenn damals die neue Gehaltsregelung schon in kraft gestanden hätte, der jüngste Richter der obersten Gehallsklasse(6300 M.) ein richterliches Dienstaller von 29 Jahren 11 Monaten gehabt haben, während gegenwärtig das Dienstalter des jüngsten Beamten mit 6000 Mark Gehalt in einigen Bezirken über 34 Jahre, in einem Bezirke sogar 89 Jahre 9 Monate, im Durchschnitt aber 32 Jahre 2 Monate beträgt. Der durch die Vorlage in Verbindung mit dem Gehalts- ausbesserungsplane erforderte Mehrbedarf wird berechnet: Bei Gehalteklaffe 1 auf...... 89 900 M. bei Gehaltsklaffe 2 auf...... 833 300„ bei den Land- und Amtsrichtern sowie den Staatsanwälten auf.... 1 943 400 zusammen auf 2 866 600 M. (Berk. Corr.) TaS Rheinische AgitationSkomitce veröffentlicht soeben den Bericht über seine Thätigkeit im Jahre 1896. Nach einer Schilde- rung der Zwistigkeiten im Solinger Kreise wendet sich der Bericht der Maifeier zu, deren Verlauf als äußerst zufriedenstellend be- zeichnet wird. In mebreren großen Fabriken in Krefeld. Düffel- dorf, Barmen-Elberfeld und anderen Orten wurde auf Drängen der Arbeiter an diesem Tage der Betrieb eingestellt. Bon der Parteibewegung kann ein erfreulicher Fortschritt gemeldet werden und die Gewerkschaftsbewegung weist bei ihren Streiks mehrere Erfolge auf. Die Aemeinderaths-Wahlen ließen nur in Gräfrath ein positives Ergebniß verzeichnen. Bei den Gewerbegerichts-Wahlen verloren unsere Genossen in Düsseldorf ihr innegehabtes Terrain an die vereinigten Gegner, trotzdem sie gegen die vorige Wahl ganz bedeutend an Stimmenzahl gewonnen hatten. In Kalk hatten die Genoffen gleich- mlls eine Niederlage zu verzeichnen, während di« Genossen in Mühlheim und Köln über die vereinigten Gegner den Sieg davontrugen. Zur Agitation wurde ein Kalender in 90 000 Exemplaren und eine große Zahl unserer bekannten Agitationsbroschüren verbreitet. Nicht weniger denn 13 Anklagen hat Wessel i» seiner Eigenschaft als Redakteur der „Volkstribttne" erhalten. Bis jetzt sind ihm dafür 11 Monate Ge- ängniß und gegen 600 M. Geldstrafe zudiklirt worden, während drei Anklagen»och schweben. Gewehr hat 4 Monate Gefängniß wegen Beleidigung durch die Presse absitzen müssen. G r i in p e hat mehrere Preßprozesse schon überstanden, 100 M. Strafe bis jetzt davon- gelragen, während drei Anklagen noch schweben. Hofrichter hat vergangenes Jahr 4 Monate Gefängniß verbüßt, die er sich im Brau- weilerprozeß zugezogen hat, und 50 Mark Geldstrafe im Münter- beleidigungsprozeß. Von unseren Parteiorganen zeigt die„Rheinische Zeitung" in Köln und die„Niederrheinische Volks- t r i b ü n e"iuDüffeldorf eine aussteigende Tendenz, währenddieübrigen Blätter sich in einer weniger günstigen Lage befinden. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß das Oberverwallungsgericht als letzte Instanz das Agitationskomitee, bestehend aus 3 Personen, als politischen Verein erklärt hat. Man sieht, unsere Genossen haben unter äußerst schwierigen Verhältnissen zu kämpfen. Sie werden auch im neuen Jahre dazu beitragen, daß die Partei in dem industriereichen Rhein- land im Arbeiterstand eine feste Anhängerschaft gewinnt. Hannoverscher Provinzial-Parteitag zu HildeSheim. Der Parteilag trat nach dem Meister'schen Bericht in die Diskussion ein, wobei mancherlei Beschwerden und Wünsche betreffs der Agitation und der Presse geäußert wurden. Es folgte ein Referat des Genossen Rauch über die Wahl agitalion, das in der Mahnung gipfelte, es müsse mehr als bisher für die Agitation insbesondere auf dem Lande gelhan werden, wenn bei den Neuwahlen zum Reichstage günstige Resultate erreicht werden sollen. Es zähle die nationalliberale Partei noch nicht zu den Tobten, gerade diese Partei werde uns noch viele Schwierig- keilen bereiten. Unsere Stellung zu den„Welten" müsse ganz davon abhängig gemacht werden, unter welcher Wahlparole die Neuwahlen staltfinden. Es lasse sich gar nicht verkennen, daß es manchmal besser sei, wenn ein Welse gewählt werde. Stephan- Hildesheim will die Eni- scheidung über das Verhalten bei den Stichwahlen den einzelne» Wahlkreisen überlassen wissen. Stein- Limmer giebt für den 9. Wahlkreis die Erklärung ab, daß nian in der Stichwahl nur dann für einen„Welsen" eintreten könne, wenn es sich als Wahlparole um Schaffung einer Regierungsmehrheit oder um Bildung eines volksfeindlichen Kartells handele. Die Welsen hätten uns gegenüber im 9. Kreise so schofel gehandelt, daß man es nur unter ganz besonderen Anlässen verantworten könne, für dieselben in der Stichwahl einzutreten. Becker- Hameln unterstützt die Ausführungen Srein's durch mehrere Beispiele aus der letzten Wahlperiode. W o ll e n t h i e n- Goslar führt an, daß in Goslar beschlossen sei, keinen Welsen mehr zu unterstützen; dieser Beschluß sei auf das vor einigen Wochen gezeigte Verhallen des welfischen Agitators Kappuh» aus Hannover zurückzuführe». Meister beantragt hieraus:„Der Provinzial- Parteitag stellt sich auf den Standpunkt, welchen die Gesammtpartei auf den Parteitagen für das Verhalten bei Stichwahlen eingenommen hat. Hiernach haben die Genossen bei Stichwahlen unter Gegnern Stimmen»- Haltung zu üben. Nur in besonderen Fällen soll es den Genossen einzelner Kreise anheimgegeben sein, eine von diesem Be- schlusse abweichende Stellung einzunehmen." Lohrberg- Hannover beantragt hierzu noch:„Wenn es sich um solche besondere Fälle handelt, haben die Ver- t r a u e n s l e u t e der betreffenden Kreise sich sofort an die Provinzial-Agitations-Kommisston zu wenden." Der Antrag wird einstimmig angenommen. Br a« n s- Vegesack möchte für den 13. Wahlkreis vom Parteitage die Kandidaten- frage gelöst wissen, wird aber mit seinem Antrage an die AgitationS- Kommission verwiesen. Nach längerer Diskussion über Anträge, die das Erscheinen der„Rundschau" betreffen, wird der Antrag der Hildesheimer Genoffen angenommen, wonach die„Rundschau" von jetztan regelmäßig vierteljährlich herausgegeben werden soll, und wonach die einzelnen Wahlkreise die Verpflichtung haben, sich an der Verbreitung dieser Agitationsschriftzu betheiligen. Auf Antrag Hannovers wird dann beschlossen: Die Wahlkreise in der Provinz haben, wenn sie auf Unterstützung in der Agitation seitens des Provinzial-Agitations- komitee's rechnen, je nach der finanziellen Leistungsfähigkeit des Kreises einen monatlichen Beitrag von 10 pCt. an dasselbe zu leisten. Die weiteren Beschlüsse des Parteitags sind: Die Ber- trauensleute haben in ihren Kreisen dafür Sorge zu tragen, daß eine regelmäßige Korrespondenz sowohl mit dem Agitalions- Komitee als auch mit der Redaktion des„Volks- wille" aus dein Kreise stattfindet. Im Frühjahr ist eine Agitationstour zu unternehmen, wobei hauptsächlich die Lage der Frauen erörtert werden soll. Zwischen der Einberufung und der Abhaltung des Parteitags hat künftig ein Zeitraum von 6 Wochen zu liegen. Nachdem die Neuwahl der Agilationikommission vor- genommen war. aus welcher die Genossen Sittig, Brey, Meister, Rauch und W i e h l e als gewählt hervorgingen,' schloß Genosse M e i st e r den Parteitag mit einer Ansprache, worin er dem Wunsche Ausdruck gab, daß die Verhandlungen und Beschlüsse des Parteitags der Sozialdemokratie zum Nutzen gereichen möchten. Eine Parteikonferenz für den zweiten ryürttembergi- che» ReichSlags-Wahtkreis wird Sonntag, de» 17. Januar, im Nusstsche» Hof ,n Kann statt abgehalten. Neben de» üblichen Berichten wird der Rechenschaftsbericht über die Landtagswahl gegeben werden. Aus der Schweiz. Das in Sachen der Berner Partei' Ireitigkeite» vom letzten sozialdemokratischen Parteitag in Winterthur eingesetzte S ch i e d s g er ich t hat eine Erklärung ver- öffentlicht, wonach es vorläufig kein entscheidendes Urlheil fällen will, da ein solches nicht geeignet wäre, eine wirkliche Einigmig der streitenden Brüder herbeizuführen. Das Schiedsgericht verlangt die fernere Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Waffenstillstandes. Gleichzeitig erklärt sich das Schiedsgericht in Permanenz, um die Befolgung seiner Anordnung zu überwachen und bei der ersten Ge- legenheil weitere Vorkehrungen zu treffen. Die sozialdemokratische Vereinigung„Vorwärts" in Bern ist mit dieser Erklärung des Schiedsgerichts nicht zufrieden und verlangt einen materielle» Ent- 'cheid. Polizeiliches, Gerichtliches ,e. — Wegen Beleidigung des Pfarrers Haase in Hafe ström durch einen Artikel der„Königsberger Volkstrivune" vom 26. September wurde Genosse E r d m a n n in Königsberg als verant- wörtlicher Redakteur zu 100 M. Geldstrafe oder 10 Tagen Gesängniß verurtheilt. Am Donnerstag hatte sich derselbe Genosse wegen eines Artikels„Mariaberg i» Ostpreußen" zu verantworten. Durch diesen Artikel, der in der„Königsberger Volkstribüne" vom 18. Juli erschienen ist, fühlt sich die Verwaltung der Jdiotenanstalt i» Rasten- bürg beleidigt. Ueber den Ausgang der Verhandlung ist noch nichts bekannt. — Wegen Beleidigung eines Polizeibeamten war Genosse Mannigel als verantwortlicher Redakteur des„B o l k S b l a t l s für Halle" vom Schöffengericht zu 500 Mark Geldstrafe oder 100 Tagen Gefängniß, und der Urheber der Mitlheilung, Schneider B o ck i s ch, zu zwei Monate» Gesängniß verurtheilt. Das Land- gericht als Berufungsinstanz setzte diese Strafe auf 6 Wochen herab und die über Mannigel verhängte Evenlualftrafe reduzirte es auf einen Monat Gesängniß. � Das in Waldenburg i. Schl. erscheinende Blatt „Feierabend des Arbeiters", Organ des Vereins zur Förderung des Wohls der arbeitenden Klassen, hat, wie so ziemlich die ganze bürgerliche Presse, die unwahren Angaben mit verbreitet und tendenziös gegen uns ausgenutzt, die der belgische Anarchist de Witte über die Leiter der Genossenschaft„Vooruit" in Gent veröffentlichte. In der Wochenausgabe der Breslauer„Volks- wacht", der„Wahrheit", wurde dem„Feierabend", der natürlich die vom„Vorwärts" und der BreSlauer„VolkSwacht" gebrachte Zurückweisung des Witte'schen Schwindels ignorirte, für sein Ver- halten der Text gelesen, und dieser ging dem Redakteur R. R ö d e n- deck so zu Herzen, daß er gegen den verantwortlichen Redakteur der„Wahrheit", Genossen Zahn in Breslau, Straf- antrag stellte. Die Staatsanwaltschaft nahm sich des armen Wurms von Feierabend. Redakteur im öffentlichen Interesse an und beantragte vor der Waldenburger Straftammer gegen den schriften einiger hervorragender Gewerkschaften aus Versehen wegbarbarischen Sozi 14 Tage Gefängniß. Das Gericht meinte aber, geblieben sind. Der Ruhm bleibt den Hirsch- Duncker'schen Gewerk daß die Beleidigung des Herrn Rödenbeck mit 50 M. Geldstrafe schaften allein, den Hamburger Streifenden die Unterstüßung veroder 5 Tagen Gefängniß ausreichend gefühnt sei; der Schutz des weigert zu haben. § 193 habe dem Angeklagten zugebilligt werden müssen, denn die " Wahrheit" sei ein Blatt, das die Jutereffen der Sozialdemokratie Speicherarbeiter angeschlossen. Die Gesammtzahl der Streitenden Ju Aarhus haben sich dem Ausstand der Hafenarbeiter die vertrete, und die Ehre der Sozialdemokratie sei durch den Artikel wird auf zirka 500 geschätzt. des Feierabends" angegriffen worden. Wegen Veröffentlichung einer Mittheilung über ein Renkontre zwischen einem Arbeiter und einer Militärperson in Sangerhausen wurde Genosse Coors als verantwortlicher Redakteur der Thüringer Tribüne" vom Erfurter Landgericht zu 300 M. GeldStrafe oder 60 Tagen Gefängniß verurtheilt. Der Arbeiter, der das Renkontre mit der Militärperson gehabt haben wollte, wurde zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt, weil er, wie das Gericht auf grund der Zeugenaussagen als zweifellos festgestellt erachtete, einen ganz harmlosen Vorfall in verleumderischer Absicht aufgebauscht habe. ihr das Polizeipräsidium vor einigen Wochen die Abstempelung und damit die Erlaubniß zum Anschlagen eines Platats verweigerte, weil an der Spitze des Platats die Worte standen: Arbeiter und Arbeiterinnen! Männer und Frauen des Volkes! Abonnirt auf die Volksstimme! und weil deshalb das Platat ein Aufruf sei. Das übertrifft die Dresdener Polizeiprattit allerdings noch um verschiedene Pferdelängen. " " Die Hafenarbeiter- Bewegung. Aus Hamburg wird uns geschrieben: Wie ich schon mit theilte, sind die Streitbrecher jezt, nachdem die Behörde sich auf die verschiedenen Anzapfungen im Echo" hin hat bequemen müffen, die Einquartirung der der importirten Leute auf Logisschiffen im Freihafengebiet zu verbieten, in großen Masseulogis in den vom Staat zum Niederreißen angekauften Häusern am Brookthor einquartiert. Dadurch ist die strenge Isolirung von der Hamburger Bevölkerung durchbrochen, und als erste Frucht davon wurden viele tausende von Flugblättern an die Streitbrecher vertheilt. " hof 20,-. Dr. D. d. 2. A. 5,75. eine Mitgliederzahl von 318 erreicht. Die Einnahmen des Vereins betrugen 534,70 m., die Ausgabe nur 9,90 M., so daß ein Vermögen von 524,80 m. vorhanden ist. " " " " " " " • " Die organisirten Maurer von Wiesbaden, Mainz und bevorstehenden Lohnbewegung zu unterstützen. Bei einen Streit den umliegenden Ortschaften schloffen ein Kartell ab, um sich bei der zahlt jeder Ledige 50 Pf., jeder Verheirathete 25 Pf. pro Woche. Spenden für die Hamburger. Das Gewerkschaftskartell in Wer am Streiforte zu den neuen Bedingungen arbeitet, muß 1 M. üneburg hat bis jezt die für die dortigen Verhältnisse gewiß bezw. 50 Pf. abgeben. Auf diese Weise sichern sich die Maurer der sehr stattliche Summe von 1200 m. nach Hamburg abgesandt. Von beiden Städte eine gegenseitige Streitunterstützung von 500-700 M. der Expedition der„ Boltsstimme" und dem Vertrauensmann der pro Woche. Partei in Magdeburg sind bis jetzt 9000 M., von der Expedition Gewerkschaftspresse der Niederlande. In den Niederlanden der Voltsiimme" in Frankfurt a. M. rund 6080 M. für den erscheinen nach Angabe des„ Korrespondenzblattes" der Generalgleichen Zweck abgegangen. tommission folgende Gewerkschaftsblätter: 1. 1. Weekblad" ( Wochenblatt) des allgem. niederländischen Diamantarbeiter- Bundes. Die Voltsstimme" in Frankfurt a. M. theilt mit, daß ftreikenden Hamburger Hafenarbeiter folgende wöchentlich. 3. De Schyvenschurder"( Scheibenſcheuerer), Bei der Berliner Gewerkschaftskommission gingen für die 2. De Diamantsnyder"( Diamantschneider), Amsterdam, Beiträge ein: Amsterdam, monatlich. 4." De Sigarenmater"( Bigarrenmacher), Amsterdam, wöchentlich. 5. De Bootwerter" Sozialistische Akademiter d. Heymann, 4. Nate 34,-. K. und 2. 1, W., St., 2 staffenboten 2, Verein Zuftige Brüder d. Hugo Berghauer 1,70. Saus( Bootarbeiter), Rotterdam, wöchentlich. 6. De Fabriets. btener eines Softieferanten 1,-. Amerikanische Auttion bei Lindemann, Rirdorf bode"( Fabriksbote), Belft, wöchentlich. 7. De Schoen= einer Mufterwerfitatt D. 2. 9,10. Weißenfels d. Kirchner, Listenvorschuß 50,-. 3,20. Raczmašti und Frau 2,-. Deutscher Arbeiterverein in Brüssel 40,82. Aus mater"( Schuhmacher), Vresten, wöchentlich. 8. De Cafe Schiller, Frete Vereinigung der Kaufleute 9,-. Wohlthätigteits- Vorstellung Schoenmatery"( Schuhmacherei), Voetünchen, wöchent des Frauenvereins der Berliner 2ogen u. D. B. B. 14,85. Sylvefterfeter bei lich. 9., De Kleebermatery"( Kleidermacherei), Voetünchen, Leupoldt, Charlottenburg 2,-. Deutscher Holzarbeiter: Verband, Bahlstelle Adlers- wöchentlich. 10. 10. Ous Batbelang"( Unser Fachbelangen), Demokratischer Verein Jung- Deutschland 14,45. Verein der Blätterinnen Berlins, 4. R. 50,-. Mühlhausen t. Th., Kollegen u. Ganges: Organ für die Typographen und Lithographen, Amsterdam, brüder d. M. H. 15,-. Albert Wolf in Btelenzig 1,50. Bom Bobtenberge t. Schlesien zweimal monatlich. 11. De Timmermann"( Zimmervon Genossen 5,-. Konzert bet Hellmuth in Heidingsfeld 15,-. Ulrich und mann) 12. Büttner, Verband in Heidingsfeld, 15, Haag, zweimal monatlich. De Batters seidingsfeld 9,10. Schneiderverband in Würzburg 9,-. Arbeitergesangverein Frischauf in bode( Bäckersbote), Haag, zweimal monatlich. Buchdruckerverband in 13. De Würzburg 20,-. Bimmererverband in Würzburg 6,-. Gefangverein Eintracht eingever"( Signalgeber), Zwolle, zweimal monatlich. 10,3wet arme Bulgarter 2,50. Dentende Sozi in Würzburg 4,90. Steglib: 14. Propaganda Geschrift"( Propaganda- Schrift), Organ Friedenauer Arbeiterbildungsverein( darunter gesammtes Vereinsvermögen 16,-; gesammelt in einer Vereinsversammlung 8,30; ungenannt durch den Borstzenden für den Niederländischen Tapezirer- und Möbelbekleider- Bund, ), 25,30 Arbeiterradfahrer, amerikanische Auttion, 3. Rate, 11, Lifte 3038, Haag, monatlich. 15. 15. De Smidsgezel"( Schmiedegefelle), Graveure und Giseleure 8,10. Beffelstraße," 5. Rate, 7,50. Tischleret Bülow- u. Amsterdam, monatlich. 17. De Schildersgezel"( Der Maler Silberwaarenfabrit Ritterfir. 3, 12,25. Liften 3954 und 3946 durch Nerretter, Utrecht, monatlich. 16. De Meubelmater"( Möbelmacher), Grimmstraße, 6,-. Rothe Rotte 2, Buchdruckerei Rosenbaum u. Sart, 4. Rate, 8,35. P. D.", Rochftr. 61, 3, Deutscher Korfarbeiterverband, Bahlstelle Berlin, und Anstreichergeselle), Amsterdam, monatlich. 18. De Kalt: 3. Rate, 7,60. Sylvefternacht bet Kretschmer 3,-. Besselstraße 14, Tischlerei von und Steenbewerker"( Ralf- und Steinarbeiter), Amsterdam, Interessenverein der Buchdruckerei- Hilfsarbeiter Berlins und umgegend 41,52. monatlich. Bielbewußte Brauer der Brauerei Tivolt( Schultheiß II.) d. B. W. 15,-. Die Bergarbeiter Belgiens halten am 10. Januar in ifte 2588 b. Döring( darunter Beerdigung in Wilhelmsberg 4,70) 8,55. Liften straße 56 4,50. Gefangverein Lieberluft bei der Beerdigung Moevus 2,60. Mtelte, greß ab. 3339, 3338, 3335, 4295 d. Jacob 89,35. Geburtstagsgäste bet Tefch, Reichenberger: Charleroi Nord einen außerordentlichen Rona ismannstr. 18 1, Listen d. Wilhelm Börner: 1383, 2800, 3566, 3571, 3572, Englischer Bergarbeiter- Kongreß. Der Bund der englischen 3573, 4272, 4278 44,05. Heinrich Köhler's Geburtstag, ausgebeutelt 1,-. A. Ziefche 1,- Georg Kaifer 1,-, Bäcker der Bäckerei Brigerfir. 21, 2. Rate 3, Bergleute, der alle britischen Kohlenarbeiter Drganisationen mit Farchmin-, 50. Lochabend, Mariendorf 1,20. Gastwirthsgehilfen aus der Ausnahme derer von Süd Wales, Northumberland und Durham Der Schnelldampfer Fürst Bismarck" ist nach Brunsbüttel ge- Brauerei Friedrichshain, 2. Rate 12,50. Lifte 3980, Gastwirthsgehilfen durch dampft, um dort Passagiere und Mannschaft aufzunehmen. Es soll Groffe 7,95. Lifte 4448 bito 6,20. Burow und Telle, Gastwirthsgehilfen umfaßt, trat gestern( 6. Januar) in Leicester zu feinem Jahresnämlich die Mannschaft des von längerer Seereise zurückgekehrten gadhverein der Gludateure Werlins und umgegend D. D. 200,- 200 000" 2. Rate meister) der Stadt begrüßt, der sie in der Stadt willkommen hieß Bom Rongreß zusammen. Die Delegirten wurden vom Mayor( BürgerSchnelldampfers, Normannia" gleich auf den„ Fürst Bismarck" über- 23, Liiten d. Grbe 3634, 21, 27, 33, 45, 28, 29, 30, 23, 03, 12, 41, 43, 42, 2322, und ihnen ans Herz legte, außer den Interessen ihres Standes mustern. Hoffentlich gelingt es noch, die Leute aufzuklären. Die Mannschaft des Dampfers Montevideo" ist auf grund der§§ 3, 61, 64, 77, 73, 62, 56, 54, 53, 55, 3119, 49, 34, 35, 21, 17, 47, 27, 16, 41, 42, 43, 44, hatte wohl in der Zeitung von den Hamburger Rhedern gelesen und 30, 31, 41, 23, 12, 14, 19, 84, 33, 32, 37, 1358, 63, 51, 65, 60, 72, 52, 79, 67, 68, 69, auch das Gemeinwohl im Auge zu behalten. Der Herr Mayor BO und 53 der famosen Seemanns Ordnung, die die Seeleute 45, 46, 37, 39, 40, 38, 22, 25, 11, 760, 59, 52, 33, 43, 56, 55, 29, 23, 31, 32, 39, 26, dachte wohl, einer der Herren könne sich nach Leicester verirrt haben. ja ganz in die Hände 44, 32, 35, 45, 81, 36, 47, 21, 26, 34, 53, 424, 88, 85, 48, 49, 22, 50, 26, 86, 23, 25, der Rheder giebt, gezwungen, 21, 38, 37, 28, 30, 27, 46, 45, 48, 4109, 10, 12, 11, 18 200,-( darunter Charnier- Der Präsident des Bundes", das Parlamentsmitglied Pickard, Schauermannsarbeiten zu verrichten. Weigern fie sich, so Fabrit E. Jacob, Manteuffelstr. 56, 15,65). ist das Gehorsamsverweigerung, und diese wird mit schweren Weitere Sendungen nimmt das Berliner Gewerkschaftsbureau ausreichenden Lohn", auf welchen jeder ein Recht habe; er befür hielt eine längere Eröffnungsrede; er sprach für den zum Leben Gefängnißstrafen geahndet. Mehrere Heuer und Schlafbaase( R. Millarg, Berlin S., Annenftr. 16, vorn part.) in der Zeitwortete den gesetzlichen Achtstundentag und betonte, daß haben durch schwindelhafte Depeschen, des Inhalts, der Streit von 9-1 Uhr vormittags und von 6-8 Uhr abends entgegen. die Arbeiter, was sie erreichen wollen, nur durch eigene Kraft, sei zu Ende, Seeleute aus pommerschen und preußischen Küstenstädten herbeigelockt. Als die Leute die Situation im und Orgauisation erreichen können. hiesigen Hafen fennen gelernt hatten, sind sie mit Unterftübung Des Streitfomitee's ihrer Heimath wieder gu gereift. Strafanzeige gegen die Baase wegen versuchten Betruges wird erstattet werden. Interessant ist es, daß diese Depeschen der Unternehmer, die jedermann als erstunten und erlogen erkennen fonnte, nicht von der Beförderung ausgeschloffen find, obwohl man bei den Arbeitern günstigen Depeschen die allerftrengste Benfur übt und neulich einem Korrespondenten der Berliner Volts- Zeitung" eine Depesche zurückhielt, die absolut der Wahrheit entsprach. Das den Streifenden von vielen Ewerführer- und Stauerbaasen gemachte Anerbieten, gegen wesentlich erhöhten Lohn die Arbeit wieder aufzunehmen, haben die Arbeiter abgelehnt und die Baase an die Lohnkommission verwiesen, weil solche Einzelbewilligungen nur den Zweck haben können, die großartige Einigkeit der Arbeiter zu zerstören. wenu H Böcker, 4. Rate, 4,50. 2,50. Von einigen Zimmerern des Westens, 2. Rate, 9,-. 20, 21, 56, 47, 55, 53, 52, 46, 57, 26, 43, 44, 39. 08, 51, 24, 25, 50, 48, 49, 45, 29, Gewerkschaftliches. 4 " = D " Es liegt ein Antrag vor auf Nationalisirung( Berstaatlichung) des Landes und der Bergwerke, und ein anderer auf Berstaatlichung aller Arbeitsmittel. zuschlages von 10 pet. Und die westschottischen Bergarbeiter verAuf der Tagesordnung steht auch die Forderung eines Lohnlangen 1 Shilling( gleich 1 Mart) mehr per Tag. Die Verhandlungen des Kongreffes werden voraussichtlich sehr lebhaft und bedeutsam werden. Soziales. Zuzug von Arbeitern nach Hamburg ist während der Dauer der dortigen Lohnbewegung aufs strengste feruzuhalten! Gelder sind zu senden an das Berliner Gewerkschaftsbureau( N. Millarg, Berlin S., Annenftr. 16.) Achtung, Bauarbeiter! Nachdem wir im November v. J. einen Aufruf erlassen haben zur Abhaltung eines öffentlichen Bauarbeiter-( Hilfsarbeiter)-Kongresses, fönnen wir heute, nachdem eine genügende Betheiligung sicher ist, Der ,, Täglichen Rundschau" wird aus Hamburg geschrieben: den Kongreß auf Montag, den 15. Februar 1897 Ueber die Sonntagsruhe in Deutschland hat der Profeffor, Wenn man auswärts lieft, daß, wie es jetzt thatsächlich jeden Tag abends 6 Uhr, nach Berlin, in Hente's Festfäle Dr. E. Dubois von der Universität in Gent dem belgischen vorkommt, im Hamburger Hafen 100 und mehr Arbeit Nachsuchende früher Renz), Naunynstraße 27, einberufen. Die Ministerium, das der Frage der Einführung der Sonntagsruhe von den Stauerbaasen zurückgewiesen würden, und gleichzeitig er Tagesordnung lautet: 1. Wahl einer Mandatsprüfungskommission; näher treten" möchte, einen Bericht geliefert, aus welchem bürgerfährt, daß in den Versammlungen der Streikenden tagtäglich von 2. Berichterstattung der Delegirten über die örtlichen Verhältniffe; liche Blätter u. a. folgendes zitiren: Prof. Dubois erkennt an, daß neuem zum muthigen Ausharren ermuntert und der nahe Sieg der 3. Organisation und Agitation unter den Bauarbeitern Deutsch die Luft an Ausflügen, die Liebe zur Natur durch die Sonntagsfeier Arbeiter prophezeit wird, so muß das den meisten Leuten lands, Referent: Kollege Krens aus Hamburg; 4 die Presse, in außerordentlicher und anzuerkennender Weise zugenommen habe. als ein schwer Iösbares Räthsel scheinen. Die Löfung ist Referent: Rollege Lange aus Hamburg; 5. der moderne Aber auch diese Art, den Sonntag zu verbringen, wie die Sonntags die, daß nicht mehr Arbeiter zum Löschen und Laden Bauschwindel und seine Folgen für die Arbeiter, Referent: ruhe überhaupt, nöthige den kleinen Mann zu größeren Ausgaben, gebraucht werden tönnen, als es jetzt jezt eben eben geschieht, Kollege Töpfer aus Hamburg; 6. Die Arbeiterschuß als das in früheren Zeiten der Fall gewesen ist. Der Verkehr in den fchaften bie nöthigen Bedienungs- Mann gefeße, Referent Reichstags- Abgeordneter G. Legien; 7. Anträge Schaut und Vergnügungslokalen sei bedeutend angewachsen, der. schaften für die Dampfträhne und Winden aus der Mitte des Kongresses. Besuch der Kirchen aber nicht. und Schutenführer zum Heranschaffen und Abführen Wir ersuchen nun die Kollegen, welche noch keine Delegirten Daß der Besuch der Kirchen nicht zugenommen hat, kann der Kaufmannsgüter vorhanden sind. Leute, die Schauer- gewählt haben, sich aber auf dem Kongres vertreten lassen wollen, natürlich nur einen Gläubigen wundern. Schon hieraus ergiebt mannsdienste zu verrichten wünschen, sind jetzt übergenug da(? Red. Die Wahl ungefäumt in öffentlichen Versammlungen zu vollziehen sich, woher der Herr Professor seine Weisheit geholt haben mag. d.".), aber die im Handhaben der Fahrzeuge auf dem Wasser ge- und das Resultat sofort dem Unterzeichneten einzusenden. Die übten Männer, sowie gelernte Maschinisten sind noch sehr knapp, jenigen Kollegen, die nicht in der Lage sind, selbständig einen einigten Pinfelfabriken an Milzbrandvergiftung In Nürnberg ist abermals eine Arbeiterin der Wer und deshalb dauert der Streit auch immer noch fort und sein Ende Delegirten zu entfenden, ersuchen mir, sich durch einen anderswo gestorben. Seit Jahren fordern die Arbeiter der Borsten- und Pinsel ist nicht absehbar. Die beste Stüße für die streitenden Hafenarbeiter gewählten Kollegen vertreten zu lassen. Wir lassen hier die Namen industrie die Desinfektion der Borsten. Die Unternehmer weigern ist der Aus stand der Ewerführer. Kurz vor Weihnachten, der bis jetzt gewählten Delegirten folgen, damit sich die Kollegen fich aber, weil die Borsten durch die Desinfektion angeblich leiden. nach der Aufforderung des Senats an die Streifenden, die Arbeit vor orientiren tönnen, welche Orte auf dem Rongreß vertreten sind Der Nüruberger Magistrat hat zwar jetzt, im Sinne einer an ihn läufig wieder aufzunehmen, um dann einen Vergleich anzubahnen, schien und welchem ste ihr Mandat die Niederlage der Ausständigen dadurch besiegelt, daß die Giver 1. Altona Ottenfen- Stellingen: 6. Mädelmann- Gims- fowie zur Betheiligung an einem Preisausschreiben für die beste Des anzuvertrauen gedenken. gerichteten Eingabe, seine Geneigtheit zur probeweisen Desinfektion, führer in der weitaus größten Mehrzahl für die Beendigung des büttel und S. Dobse- Ottensen; 2. Bergedorf: A. Töpfer- infettionsmethode erflärt, aber ehe die beste" Desinfektionsmethode Streits waren, wie deren Abstimmung in der Bersammlung vom Hamburg; 3. Bremen: W. Brandmohr und Simon- Bremen; gefunden ist, wird wohl noch manches Arbeiterleben dem durch die 19. Dezember ergeben hatte. Man nahm damals allgemein an, daß 4. Breslau: M. Lukas und M. Schön- Breslau; 5. Char Borsten übertragenen Milzbrandgift zum Opfer fallen. Was kommt die Ewerführer und die Staatsquai Arbeiter nunmehr nicht weiter lottenburg: M. Reimann Charlottenburg; 6. Hamburg: es auch in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung auf ein Arbeiters) den Schauerleuten zu Lieb mitmachen würden. Es war eine Krens und Herrmann Hamburg; 7. Riel: G. Schüße Kiel; leben mehr oder weniger an? Täuschung, besonders so weit es auf die Ewerführer antam. Die 8. Leipzig: D. Müller- Leipzig und G. Baum- Voltmarsdorf; Solidarität blieb einstweilen aufrecht erhalten und auch heute noch 9. Magdeburg: M. Frech- Magdeburg; 10. Wilhelms Der deutsche Kreditoren- Verband hatte vor einiger Zeit eine deutet im Hafen nichts darauf hin, als ob die unerquickliche Lage burg: G. Lange- Hamburg; 11. Berlin: D. Rennthaler und Umfrage wegen des gefeglichen Schubes außergericht sich sobald ändern werde. W. Noad- Berlin; 12. Steglig: R. Sauer- Steglit; 13. Riglicher Vergleiche veranstaltet. Die darauf eingegangenen Der Gewerkverein", das Organ der deutschen Gewerk- dorf: R. Heinemann Rigdorf; 14. Oldenburg i. Groß- Antworten sprachen sich, wie am Dienstag in einer Bersammlung vereine, herausgegeben von Dr. Mar Hirsch, bringt in der herzogthum: R. Pursch Oldenburg; 15. Neumünster: Bült des Verbandes bekannt gegeben wurde, durchgehend dahin aus, daß letzten Nummer folgende bezeichnende Notiz: Neumünster; 16. Vegesac- Bremerhaven: Ahrens- Bremen; vor der Einleitung jedes Bwangs- Konturfes ein außergerichtlicher Der Hamburger Hafenarbeiter Ausstand hält nun schon sech3 17. Schöneberg bei Berlin: G. Behrendt- Wilmersdorf; 18. Sar Vergleich zwischen Gläubiger und Schuldner anzustreben sei. Dieser Wochen an, und es ist immer noch nicht abzusehen, wann er sein burg: H. Friedrichsen- Harburg; 19. Verden a. Aller: A. Göbel- Borschlag fand die Zustimmung der Versammlung, und wurde be Ende finden wird. Da richtet denn die Zentral- Streitfommission Verden. schlossen, die Staatsregierung zu ersuchen, daß bei der in Aussichti einen Aufruf an die Arbeiterschaft Deutschlands und bittet Wegen der Beschaffung von Wohnungen in Berlin wende man genommenen Revision der Konkursordnung ein Vorverfahren die darin um Zusendung von Mitteln zur Unterstüßung. Der Aufruf sich rechtzeitig an den Kollegen O. Rennthaler in Berlin SO., gefegliche Bestätigung finden möge. trägt die Unterschriften von neunundzwanzig Gewerkschafts- Falckensteinstr. 21, Hof 3 Tr., wegen der Formulare und Delegirtenführern mit Angabe der betreffenden Gewerkschaften. Die Kom liften an den Unterzeichneten. mission hat den Aufruf auch an uns zum Abdruck im ,, Gewerkverein" Wir ersuchen nochmals, uns die Resultate( Delegirtenliste) um eingesandt, den wir aber ablehnen müssen, denn wollte man offiziell gehend zusenden zu wollen und zeichnen mit kollegialischem Gruß unter den Gewerkvereinern Gelder sammeln, dann hätte man unsere Die Kommission zur Einberufung des Kongresses Gewerkvereine bezw. den Zentralrath angehen müssen, den Aufruf der Bauarbeiter Deutschlands. zu unterschreiben. Wir haben eine ansehnliche Anzahl unter unseren Gewerkvereinen, die erheblich größer sind, als sie auf dem Flugblatt An die Klempner Berlins! Kollegen, angesichts des Druckes verzeichnet stehen. Eine Korporation von mehr als 70 000 Arbeitern seitens des Unternehmerthums ist es um so mehr zu bedauern, daß aber einfach links liegen zu lassen, und sie dann kurzer Hand zu sich noch in vielen Werkstätten die Kollegen um nichts fümmern, inersuchen, Gelder zu sammeln, ist, gelinde ausgedrückt, etwas start. folge dessen auch keinen Vertrauensmann haben. Kollegen, seht demWo wir mitthaten sollen, wollen wir auch mitrathen. Auffällig ist gegenüber, wie sich die Unternehmer vereinigen; laßt Euch dieses es auch, daß eine Anzahl größerer Gewerkschaften unter dem Aufrufe einen Ansporn sein, überall dafür zu wirken, daß wir in allen fehlt. Wie wir hören, sind von unbetheiligter Seite neue Einigungs- Werkstellen Vertrauensleute haben, dann kann der neue Verein versuche im Gange. Es wäre dringend zu wünschen, daß recht bald der Kleinmeister( Gründer se gewaldt) uns nichts schaden. ein ehrenvoller Friede zu stande täme." Näheres in der Konferenz der Vertrauensleute, welche am 10. Januar Die Gründe, die zur Ablehnung für den Abdruck des Aufrufes bei Stabernack, Inselstr. 10 I. tagt. F. Zimmermann, Ber: angeführt werden, find faule Ausreden. Eine Gewerkschaft, die trauensmann der Klempner Berlins, Forsterftr. 3, S. IV. wirklich die Interessen der Arbeiter vertritt, wartet nicht, bis ihr die Aufforderung zugeht, für die Streitenden Maurer und Zimmerer werden ersucht, den Zuzug fern zu zu sammeln, sondern sie ergreift selbst die Initiative. halten von Vegesack, Kreis Blumenthal und Burg. Das ist seitens der Hirsch- Dunckerianer bisher nicht geschehen und da m m. war auch von einer Organisation nicht zu erwarten, deren Mit glieder mit Zustimmung der maßgebenden Personen das Anwerben gebeten. von Streifbrechern betrieben. Andererseits hätte aber auch die Samm lung unter Leuten, die Vereinen angehören, die von so hoher sozial Ju Halle a. S. hat die Organisation der Eisenbahnpolitischer Ginsicht" geleitet sind, höchstens ein Fiasto ergeben. arbeiter( Berein zur Wahrung der Intereffen der Eisenbahn Schließlich set bemerkt, daß die unter dem Aufruf fehlenden Unter- arbeiter von Salle und Umgegend") nach zweimonatlichem Bestehen " 3 J. A.: Albert Töpfer, Hamburg, Wichernsweg 6. Um Abdruck in sämmtlichen arbeiterfreundlichen Blättern wird Für die Streitleitung: J. A.: A. Pape, Vegesad, Hafenstraße 56. Der Verdienstorden vom Heiligen Michael ist in Bayern vor zwei Jahren geftiftet worden, um gutgefinnte, brave" Arbeiter auszuzeichnen. Der Prinz- Regent hat diesmal den Orden auch einer Fabritarbeiterin verliehen. Mit Recht meint darüber die Franks. 3tg." In der Ordensliste wird also weibliche Fabrik arbeit als vollwerthig anerkannt, im Versammlungswesen im Noalitionsrecht aber nicht. Es wäre den Fabrit arbeiterinnen ganz gewiß dienlicher, wenn man in Bayern die Praxis nmgekehrt üben und zunächst einmal für Koalitions- und Ber sammlungsfreiheit sorgen wollte!" " besteht, nach Angabe des Evangel. Arbeiter- Boten", zur Zeit aus Der Gesammt Verband evangelischer Arbeiter Vereine 237 Vereinen mit 52 402 Mitgliedern, wovon 82 822 dem Arbeiter, 9470 dem Handwerker- und 10110 einem anderen Stande" an gehören. Von den einzelnen Verbänden aus dem Gesammt- Verbande fei der rheinisch- westfälische Verband mit seinen 118 Vereinen und 28 245 Mitgliedern, wovon 19 148 dem Arbeiter, 4070 dem Hand werfer- und 5027 einem anderen Stande" angehören, erwähnt. In diesem Verbande bestehen 96 Vereinsbibliothefen mit 20 547 Bänden. Die Vereine haben ein Gesammtvermögen von 152 233 M. baar, dann 62 858 M. Mobiliarvermögen und 837 500 M. Immobiliar vermögen. Bedeutung haben die evangelischen Arbeiter- Bereine bekanntlich weber in politischer noch in sozialer Beziehung. Die Arbeiterschaft in Oberrab bei Frankfurt a. M. ist mit ihrem Gesuch um Errichtung eines eigenen Gewerbegerichts oder um Einbeziehung dieses Drtes in den Bereich des Frankfurter, Gewerbegerichts vom Handelsminisier Brefeld als letzter Instanz abgewiesen worden. Der Minister hat„nicht die Ueberzeugung gewonnen, daß im vorliegenden Falle ausreichender Anlaß gegeben ist, um in das von dem Gesetze zunächst vorgesehene Beschluß- fassungsrecht der betheiligten Gemeinden einzugreifen." Oberrad hat etwa 7000 Einwohner und eine nicht unbedeutende Industrie. Erfindunge» zur Sicherheit des Bergmannes. Manschreibt uns: Die Technik wie die chemische Wlssenichaft sind gleichmäßig bestrebt, durch Erfindungen und Verbesserungen mannigsacher Art eine größere Lebenssicherheit des Arbeiters im Bergbau herbeizu- führen. So ist es zwei Männern des Bergfaches, Professor Gärtner und Direktor Walcher-Uysdel, gelungen, einen Rettungsapparat— Pneumatophor genannt— herzu- stellen, der die Ersticknngsgefahr durch giftige Gase bis zu einem ge- wissen Grade beseitigt. Man hat festgestellt, daß vor allen Dingen in Kohlenbergwerken ca. LS pCt. der bei Grubenkatastrophen getodteten Menschen den Tod durch Erstickung fanden; da die Gruben auch nach solchen Katastrophen gewöhnlich mit giftigen Gasen gefüllt sind, so ist es für dieRettuiigsmannschasten eine Unmöglichkeit, ihren Kameraden Hilfe zu bringen. Der Pneumatophor hat nun den Zweck, dein Vernnglückte» wie dein Retter für eine gewisse Zeit frische Luft zuzuführen. Nach der„Zeitschrift für Gewerbe" ist dieser Nettungsapparat, der aus einer Sauersloff-Flasche, einem Nasenklemmer, einem Laugenapparat und einem Athmungsbeutel besteht, Sö enr lang und 45 cm breit, bei einein Gewicht von etwa 9 Pfund. In eine Umhänge- tasche zusammengelegt, ist er nur 35 cm lang, 25 cm breit, und bei einer Stärke von 10 cm sehr leicht transportabel. Durch wenige Handgriffe zum Gebranch fertig gemacht, gestattet er eine Athmnngsdauer von mindestens einer Stunde in der Ruhe und einer halben Stunde bei Bewegung. Der Beutel ist aus gas- dichtem Stoffe hergestellt und innen mit einem Material ausgekleidet, das Flüssigkeiten aufsangt. Man athmet nun den Sauerstoff aus dem Beutel; bei der Ausathmung gelangen Kohlensäure und der von der Lunge nicht absorbirte Sauerstoff— 90 pCt.— in den Beutel zurück; das Aetznatron, das nach dem Zertrümmern der Flasche die Wände des Beutels benetzt, absorbirt die Kohlensäure und macht daher den Sauerstoff wieder athembar. Der Apparat hält sich jahrelang funktionsfähig und läßt sich immer in wenigen Sekunden in Thäligkeit setzen. Der Pneumatophor soll sich bei verschiedene» Versuchen vor- züglich bewährt haben. Leider werden den Nutzen dieser Erfindung in unserer Zeit nur wenige Bergarbeiter kennen lernen. Unsere profitsüchtigen Kapitalisten haben ja aus Sorge um die Dividende schon so viele andere Verbesserungen nicht eingeführt, daß es Thorheit wäre anzunehmen, die Bergwerksdirektionen würden sich befleißigen, die neue Schutzvorrichtung anzuschaffen. Der Bergarbeiter aber ist durch das wohlorganisirte Ausbeutungs- system gezwungen, alle Kräfte und seine ganze Aufmerksamkeit auf die Bewältigung seiner Arbeit zu richten, damit er seinen geringe» Verdienst auf einer Höhe erhält, die wenigstens nothdürftig zur Be- frie'vigung seiner geringen Bedürfnisse ausreicht. yn einer anderen Richtung ist, die chemische Industrie be- schäftigt, indem sie durch Vervollkommnung der Spreng- rnittel bestrebt ist, Leben und Gesundheit möglichst wenig zu ge- fährden. Die Schlesische» Dynamitwerke haben einen neuen Spreng- stoff erprobt, der durch Stoß, Reibung oder Feuer nicht zur Explosion gebracht werden kann und dessen Explosion nur durch Temperaturen zu ermöglichen ist, die im praktischen Leben nicht vor- kommen. Die Sicherheit dieses Sprengmittels ist so groß, daß es sogar zur Vefördernng auf allen Eisenbahnen selbst in gemischten Zügen zugelassen ist. Die Gasentwickelnng, die bei andern Spreng- stoffen schr bedeutend und gesnndheilsschädlich ist, tritt hier nur in so geriugem Umfange ein, daß die Arbeit angeblich sofort nach Abthun der Schüsse wieder aufgenommen werden kann. Das neue Sprengmittel führt den Namen Dahemit. A. Oesterreichs Bergwerksproduktion. Im Jahre 1395 betrug in ganz Oesterreich der Werth der Bergbauprodukte 77 350 857 fl. (4- 3 009 855 fl. gegen 1894), jener der Hütrenprodukte 35 259134 fl. (4» 100773 fl.) Der Gesammtwerth der Bergwerksproduktio» (das heißt der Bergbau- und Hüttenproduktion) unter Abzug des Werthes der verhütteten Erze betrug für ganz Oesterreich 97 745 539 fl. (4- 2 857 162 fl.) Fast die Hälfte davon, nämlich 47 409 074 fl., brachte Böhmen auf. Die Fabrikation von Gummischuhen in Rnstland deckt nicht blos de» groben inländische» Bedarf, sondern steigert alljährlich auch ihren Absatz im Auslande. Vor dem Jahre 1880 importirte noch Rußland alle im Jnlaude verwendeten Galoschen aus England. Um diese Zeit wurde die erste Fabrik in Riga gegründet, die das Beispiel zur Errichtung zahlreicher ähnlicher Fabriken gab. Im Jahre 1833 be- gannen die russischen Fabrikanten Gummischuhe zu erportiren; damals führten sie nach Deutschland 2204 Kisten aus, im Jahr 1895 dagegen schon 17 944(1 Kiste— 144 Paare). Ferner exportiren sie nach Dänemark, den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Das Hauptabsatzgebiet ist Deutschland. Die japanische Zündhölzchen- Ausfuhr hat sich von 0,7 Millionen Groß im Jahre 1890 aus 10,9 Millionen im Jahre 1895 gesteigert. Auch Deutschland bezog im letzten Jahre Zünd- Hölzchen aus dem fernen Jnselreiche. Sozialreform i» Reuseelaud. Dem Parlament von Neu- seeland liegt ein vom Minister R. I. Seddon eingebrachter Gesetz- entwurf über die Altersversorgung vor. Derselbe bestimmt, daß der Staat verpflichtet ist, jedem seiner Angehörige» nach zurückgelegtem 05. Lebensjahre auf Verlangen eine Rente von wöchentlich zehn Schilling zu zahlen unter der Bedingung, daß der betreffende: 1. bei Stellung der Forderung in der Kolonie wohnhast ist; 2. bis zum Tage der Antrag- stellung mindestens 20 Jahre in der Kolonie gewohnt hat; 3. während der letzten 10 Jahre nicht über 18 Monate außerhalb der Kolonie ansässig war; 4. die letzte» 3 Jahre ununterbrochen in der Kolonie seinen Wohnsitz hatte; 5. außer der Pension und etwaigem persönlichen Verdienst ein Jahreseinkommen von nicht mehr als 50 Pfund(1000 M.) hat. Da Arbeiterpartei und Radikale die Parlamentsmehrheit bilden, so ist die Annahme dieses Entwurfs, dem sich die aus„Besitzende» und Gebildeten" bestehenden Gegner der Regierung widersetzen, sehr wahrscheinlich. Auch in anderer Richtung ist Neuseeland sehr vorgeschritten. Im Kaufmannsgewerbe herrscht fast überall der 9>/s stündige und in der Industrie der 3 stündige Arbeitstag. Bei Vergebung öffentlicher Arbeiten werden die Zwischenunternehmer übergangen und solche meistens von Arbeitergenossenschaften in eigener Regie ausgeführt. Neuseeland hat ein Arbeitsministerium und staatliche Arbeilsbureaus. Die Einführung von kontraktlich gedungenen Arbeitern und chinesischen Kulis ist verboten. Die Agrargesetzgebung enthält eine Reihe von Bestimmungen, die den Zweck haben, die Bildung von Latifundien zu verhindern und die früher geschaffenen Latifundien zu vermindern. Die noch nicht vergebenen Regierungsländereien werden nicht an Farmer verkauft, sondern auf 93 Jahre in Erbpacht gegeben. Bisher lieben amerikanische Kapitalisten durch Strohmänner Ländereien ankaufen, um diese dann zu Latifundien zu vereinigen. Diesem Treiben wird durch die Gesetzgebung nunmehr Einhalt geboten und andererseits der Bewirthschafiung des Bodens durch Farmer, sowie der Bildung landwirthschaftlicher Genossenschaften Vorschub geleistet, indem der Staat denselben Betriebskapital zu niedrigem Zinsfuß vorschießt.- Versa ntinruttgen. Der Schriftgiesier- Kongreß in Offenbach nahm in seiner Sitzung am 5. Januar das Resultat der aufgenommenen Statistik entgegen. Danach sind 003 Mitglieder des Verbandes der Deutsche» Buchdrucker. Die Zahl der Lehrlinge beträgt 200 und die der Hilfs- arbeiterinnen 549. Ferner sind noch 127 nichtgelernte Schriftgießerei- Arbeiter beschäftigt. Hierauf behandelte Berk Hahn-Berlin in einem zweistündigen Referat die Organisationsfrage. An der Hand vieler Beispiele bewies der Referent, wie schwach das Koalitionsrecht der Arbeiter ist und wie bei den Lohnkämpfen der schon an sich schwächer gestellte Arbeiter bei den staatlichen Organen nicht nur keine Hilfe findet, sondern in seinen Bestrebungen fort- während gehindert wird. Dem Arbeiter wird in solchen Fällen genau vorgerechnet, mit wie wenig er auskommen müsse. Daß jemals den Unternehmern eine derartige Rechnung gemacht worden, davon ist noch nie die Rede gewesen. Zu bedauern ist, daß in Deutschland die Arbeiter den Organisationen nicht den Werth beilegen, der ihnen zukommt. Wir Schrislgießer sind ein sicherer Beweis, daß man ohne Organisationnichts.durch dieOrganisation alles erreichen kann.worunter natürlich nur das zu verstehen ist, was in den Grenzen liegt, die dem Arbeiter gezogen sind. An den Orten, wo die Organisation eine gute ist, sind auch die Lohnverhältnisse gut und wo sie nicht auf der Höhe sich befindet, sind auch die Arbeitsbedingungen dürftige. Wenn nun der größte Theil der Schristgießer im Ver- bände der deutschen Buchdrucker organisirt ist, so ist doch nölhig, daß sie sich in besonderen Fachvereinen zusammenfinden, um ihre besonderen technischen Angelegenheiten zu erledigen. Die Tele- girten nahmen nach eingehender Diskussion folgende Resolution an: „Die Vertreter der Schriftgießer Deutschlands erklären sich mit dem Referenten einverstanden und verpflichten sich, mit aller Kraft dafür einzutreten, die Fachorganisationen auszubauen resp. zu gründen und für den Verband der Buchdrucker eine rührige Agitation zu ent- falten. In diese Fachorganisalionen sind nach Möglichkeit auch die Hilfsarbeiterinnen und Messinglinien-Arbeiter, überhaupt alle mit Schriftgießer-Arbeit beschäftigten Personen aufzunehmen. Ferner stimmt der Kongreß der Errichtung einer Zentralstelle zu und be- schließt, daß in allen Städten, wo der Beruf vertreten, Vertrauens- Personen gewählt werden, welche mit der Zentralstelle in ständigen schriftlichen Verkehr treten. Die Versammlungs- berichte dieser Fachorganisationen sind im„Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer" bekannt zu machen." Hierauf kam der Antrag zur Annahme, daß in bestimmten Zwischen- räumen je nach Bedarf, jedoch mindestens innerhalb 5 Jahre ein Kongreß stattzufinden hat. Als Zentralstelle wurden die 5 Berliner Delegirten gewählt.— Dem gestrigen Bericht ist noch der Situations- bericht von Breslau nachzutragen. Es existiren dort 2 Hausgießereien und eine, die für Kundschaft arbeitet. Bezahlt wird der 73er Tarif. Die dortigen Kollegen wünschen eine Verkürzung der Arbeitszeit. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer nahm in seiner Mitglieder-Versnmmlung am 3. Januar die Abrechnung vom 4. Quartal entgegen. Danach betrug die Einnahme 791,43 M., die Ausgabe 232,11 M., mithin ist ein Bestand von 559,32 M. vorhanden. Bei den hierauf vollzogenen Ersatzwahle» wurde Dittrich zum Revisor, Kunert, Schacht und V e h r e n d in den Ausschuß gewählt. Die Abrechnung vom Vergnügen am 0. Dezember ergab einen Neberschnß von 40,43 M. Aus dem Vergnügungsfonds wurde sechs kranken Mitgliedern Unterstützung gewährt. Sodann beschloß die Versammlung, die Bibliothek nach dem Lokal von B l a u r o ck, Gipsstraße 10, zu verlegen und bewilligte für Neuanschaffung von Büchern 50 M. Mit der Mahnung, eifrig für die Verbreitung des „Bauhandwerker" zu agiliren, schloß die Versammlung. Der Maskenball findet am 9. Januar im Schweizergarten statt. Der Vereiu der Jnstrumententräger hielt am 3. Januar im Lokale von W. Schmidt, Wrangelstr. 141, seine ordentliche Generalversammlung ab. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Nach Erledigung einiger geschäftlichen Angelegen- heilen berichtete der Vorsitzende den in der letzten Versammlung nicht Anwesenden, daß der Verein zur Unterstützung der streikenden Hamburger 80 Mk. an die Berliner Gewerkschafts-Kommission ab- geliefert habe. Es bleibe aber jedem unbenommen, das Versäumte nachzuholen. Dieser Anregung nachkommend, ergab eine freiwillige Sammlung 21,50 Mk., welche als zweite Rate den Streikenden über- wiesen wird. Eine öffentliche Versammlnng der Maurer nnd Bauarbeiter(Steinträger, Putzerträger, Rabitzarbeiter sowie alle auf dem Bau beschäftigten Arbeitsleute), die sehr stark besucht war, tagte am Mittwoch bei Keller, Koppenstraße. Die Versammlung halle lediglich den Zweck, eine Verständigung herbeizuführen, in wie weit die Berufsgrnppen sich gegenseitig zur Erringung besserer Lohn- nnd Arbeitsbedingungen unterstützen könne». Der erste Referent Maurer Silberschmidt verwies in längeren Ausführungen auf die Lohnbewegungen im verflossenen Jahre, die fast ausnahmslos, begünstigt durch die andauernde gute Konjunktur und das entschlossene Vorgehen der verschiedenen Berufskategorieu, von Erfolg begleitet waren. Der Redner, der sodann den Bauschwindel nnd den Baustellenwucher beleuchtete, ist der Meinung, daß auch in diesem Jahre die Bauthätigkeit eine sehr lebhafte sein wird, aber das Unternehmerthum alles auf- bietet, die Errungenschaften der Arbeiter wieder illusorisch zu machen. Der Redner schilderte hierauf die äußerst traurige Lage der auf dem Bau beschäftigten Arbeitsleute, die wegen ihrer schwachen Organisation bisher nicht im stände waren, sich Arbeitsbedingungen zu schaffen, die wenigstens annähernd den Bedürfnissen entsprechen. Mit dem Hinweis auf die verschiedenen gemeinsamen Interessen der Bauarbeiter und der Maurer, befürwortet der Redner in warmen Worten die moralische Unterstützung der Bauarbeiter in agitatorischer Beziehung, um sie kampfesfähig zur Er- ringung besserer Arbeitsbedingungen zu machen. Der zweite Referent, Bauarbeiter Gntsch, schloß sich vollständig den Ausführungen Silberschmidt's an und betonte, daß es die Auf- gäbe der Bauarbeiter sein wird, gleich den Maurern die neunstündige Arbeitszeit zu erringen und für die Fest- setzung eines Minimallohnes zur geeigneten Zeit einzutreten. Den beiden Referate» folgte eine längere Diskussion, an der sich Baier, Krüger, Beiersdorf. Rennthaler, P f i st e r und andere im Sinne der Referenten betheiligten. Schließlich gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: „Die Versammlung verpflichtet sich, mehr als bisher gegenseitig Solidarität zu übe». Sie wird dahin wirken, daß jeder Arbeits- genösse der Organisation seines Berufes angehört, da beiden Berufen gemeinschaftliche Interessen eigen sind und erst dann daran gedacht werden kann, für die Dauer die wirthschastliche Lage zu verbessern." Nach einer Mittheilnng von Fritzsche haben 20 Maurer auf dem Bau von Böttcher in der Eichhornstraße die Arbeit niedergelegt, weil von ihnen verlangt wurde, Ueberstunden bei Licht zu arbeiten. Ersatz hat sich nicht gefunden und ist die Widereinstellung der Ausständigen zu erwarten. Einen weiteren Fall führte der Redner an, wonach der Baumeister Schlüsselburg mit einem seiner Polire auf dem Bau Markus- strnße 13 in Konflikt gerielh, weil der betreffende angeblich die Maurer zu human behandelte. Der Polier sollte zur Strafe nach einem Ausbau versetzt werden, worauf er und mit ihm 25 Maurer die Arbeit niederlegten. Nachdem sich auch die übrigen 3 Poliere und die Maurer, ungefähr 120, solidarisch erklärten, erfolgte die Wieder- einstellung der betreffenden. Die Zimmerer beschäftigten sich am Mittwoch in einer sehr stark besuchten Versammlung mit der Tagesordnung:„Wie gedenken wir im Jahre 1897 unser öffentliches Sammelwesen zu gestalten und wie erhalten wir unsere Errungenschaften im neuen Jahre?" Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung aus Anregung Päselers das Andenken des im Zuchthause verstorbenen John Ä e v e durch Erhebeüvon den Sitzen. Der Vertrauensmann Fischer erläuterte hierauf in eingehender Weise die Nothwendigkeit einer Regelung und gleichzeitigen Aenderung der gesammlen Agilations- weise in der Lohnbewegung, um einestheils die bisher ein- gerissenen Mißstände zu beseitigen und anderentheils auch die Anhänger beider Organisationen zu befriedigen und ein einheit- liches Vorgehen im Kampfe mit dem Unternehmerthum zu ermöglichen. Die bisherigen Beschlüsse der Innungen, sowie des Bundes der Bauunternehmer in Berlin auf Verlängerung der Arbeitszeit und Herabsetzung der errungenen Lohnforderungen er« heischen ein frühzeitiges Vorgehen aller belheiligten Arbeiter im Bau- gewerbe auch zur Beseitigung der vielfach eingerissenen Ueberfeierabend- arbeit und der mangelhafte» gesundheitlichen und Schutzvorrichtungen. Infolge dessen haben sich bereits die Lohnkommission und die Platz- deputirten-Versanimlung mit der Regelung all dieser Fragen befaßt und eine entsprechende Resolution ausgearbeitet, deren erste 3 Punkte auch von der'Platzdeputirten-Versammlung angenommen wurden. Redner empfiehlt zum Schluß die Annahme folgender Resolution: Die Versammlung beschließt: 1. Vom 1. Januar ab werden Marken k 20 Pf. zum Agitations- und Unterstützungssonds herausgegeben und ist jeder Zimmerer, sofern er in Arbeit sich befindet, verpflichtet, wöchentlich eine Marke zu kaufen und eine Sammelkarte zu lösen. Die arbeitslosen Kameraden müssen einmal wöchentlich ihre Karte zur Abstempelung vorlegen. 2. Um jedwede Außenstände an Marken zu vermeiden, sind sämmtliche Kassirer verpflichtet, erst dann Marken zn verabfolgen, wenn sämmtliche Beiträge auf Listen gezeichnet und der ganze Betrag baar bezahlt wird. Ein jeder Sammler erhält alsdann über den Betrag eine Quittung ausgestellt, Marken und eine Hälfte der Liste zurück. 3. Sämmtliche gesammelten Beiträge, sowie die Arbeitslosigkeit müssen von der Lohnkommission gebucht werden. Alle Zimmerer ohne Unterschied sind verpflichtet, einer der bestehenden Organisationen beizutreten. 4. Um einen Ausgleich in den Beitragsleistuugen herbeizuführen, verpflichten sich die Zimmerer Berlins, die von den Verbandsmitgliedern mehr- gezahlten Orgauisationsbeiträge an die Zimmerer Deutschlands zurückzuzahlen, sofern sie den gefaßten Beschlüsse» vollständig nach- gekommen sind; jedoch bestimmt hierüber die öffentliche Zimmerer- Versammlung. Von Obst war als Ersatz für Punkt 4 folgender Antrag gestellt: Um den Zimmerern Deutschlands in ihren Kämpfen beizustehen, verpflichten sich die Zimmerer Berlins, in moralischer wie materieller Beziehung das möglichste zu thun und ist der Vertrauensmann verpflichtet, mit den im Lohn- kämpf befindlichen Städten in Verbindung zu treten. F r i t s ch- Steglitz ist mit der Resolution einverstanden, beantragt aber, daß alle Vertrauensleute der Vororte das Recht erlangen, in die Sammelkarten den Vermerk wegen Arbeitslosigkeit zu machen. Dummer wünscht unter lebhaftem Widerspruch 'Auflösung beider Organisationen und an deren Stelle eine lose Organisation und Sammelkarten für Alle. Webers, Knüpfer und Steht erklären sich gegen den Antrag Obst und Punkt 4 der Resolution, da diese nur neue Zersplitterung hervor- rufen würden. Fischer bemerkt, daß in späterer Zeil allen Ver- trauensleuten der Vororte das Recht der Abstempelung wegen Arbeits- losigkeit ertheilt werden wird. Bei der hierauf erfolgte» Abstimmung werden die ersten 3 Punkte der Resolution einstimmig angenommen, dagegen Punkt 4 und Antrag Obst durch Uebergang zur Tages- ordnung gegen eine erhebliche Minorität abgelehnt, der Antrag F r i t s ch- Steglitz aber angenommen. Fischer verliest hierauf die Zahlstelle» und theilt mit, daß die Samm- lungen am 9. Januar dieses Jahres beginnen. Die Zahl- stellen werden in nächster Zeit in einem allgemeinen Flugblatt mit- getheilt werden. Auf Antrag Dummer werden den streikenden Hafenarbeitern als dritte Rate 500 Mark einstimmig bewilligt. Die Schmiede beschlossen in einer öffentlichen Versammlung am 0. Januar, sich den allgemeinen Sammlungen, die von den Berliner Metallarbeitern geleitet werden, anzuschließen und ihren angesammelten Fonds mit Ausnahme von hundert Mark dem allgemeinen öffentliche» Fonds zu überweisen. Es wurden zwei Revisoren ernannt, die die Kasse der Lohnkommission und der Agitations- Kommission vor der Uebergabe zu prüfen haben; beide Kommissionen wurden außer Thätigkeit gesetzt zu gunsten des Vertrauensmänner- Systems. Als Vertrauensmann der Schmiede in die Zehner- Kommission wurde Helm und als dessen Stellvertreter Krause gewählt. Den Rechenschaftsbericht vom Maifonds gab H e t m. Der 180 M. betragende Ueberschuß wurde ebenfalls dem öffentlichen allgemeinen Fonds überwiesen. Die noch vorhandene» Maimarken sollen vernichtet werden. Zum Schluß erging an die Anwesenden die Ausforderung, für recht rege Betheiligung an den Sammlungen für die Hamburger Hafen- arbeitet zu sorgen, außerdem wurde der am 31. Januar festgesetzte Besuch der Urania noch einmal in Erinnerung gebracht. Depefchen und lehke Merchvichken. Hamburg, 7. Januar.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Der Chef der Kriminalpolizei, Rath Roscher, und der politische Kommissar Rosalowsky revidirten heute im Hafen sämmtliche Schiffe. Die Rheder sollen die Polizeibehörde ersucht haben. Reportern keine Notizen über Unglücksfälle im Hafen zu geben.— Die Unglücks- fälle mehren sich täglich; heute sieben, worunter ein Todesfall. Hau, bürg, 7. Januar.(B. H.) Auch gestern blieb der Stand des Hasenarbeiter-Slreiks unverändert. Bei 3 Kohlenfirmen legten die Arbeiter aufs neue die Arbeit nieder. Hamburg, 7. Januar.(W. T. B.) Die Nachricht der„Weser- Zeitung", daß auf zwei aus Kalkutta in Hamburg eingetroffenen Dampfern Erkrankungen vorgekonnnen seien, ist, wie die„Ham- burgische Börseuhalle" mittheilt, nach eingezogenen Erkundigungen unrichtig. Festgestellt ist. daß auf dem in voriger Woche von Ost- indien hier angekommenen Dampfer„Bangalore" sechs Personen erkrankt sind; davon war eine schwindsüchtig und ist gestorben, die anderen waren unbedeutend erkrankt. Hamburg, 7. Januar.(W. T. B.) Der auf Grund geralhene Schuelldanlpfer„Fürst Bismarck" sitzt noch fest, jedoch in günstiger Lage. Sobald der Wind umspringt und mehr Wasser bringt, wird der Dampfer wieder flott werden. Frankfurt a. M., 7. Januar.(B. H.) Der„Franks. Ztg." wird ans Prag berichtet: Die bei den vorgestrigen Exzessen ver- hasteten Personen gestanden beim Polizeiverhör unumwunden, daß sie Anarchisten seien. Strasibnrg i. E., 7. Januar.(W. T. B.) Vor der hiesigen Strafkammer wurde heute gegen den im Oktober vorigen Jahres verhafteten ehemaligen Geldagenten de Castres verhandelt, der sich fälschlich als Arzt ausgab und als solcher praktizirte. Der An- geklagte, welcher einer angesehenen Brüsseler Familie entstammt, aber auch schon in seiner Heimalh mit Gefängniß be- straft wurde, hat hier unter Mißbrauch des dekannten ärztlichen Namens eines Verwandten und ohne selbst Arzt zu sein, eine Poliklinik errichtet und verschiedene Lieferanten durch Betrug geschädigt. Der Angeklagte wurde wegen Betruges in fünf Fällen zu einer Gesammtstrafe von einem Jahr sechs Monaten und wegen Fälschung eines Diploms sowie Führung falschen Namens und Titels zu einer mehrwöchigen Haftstrafe verurtheilt, welch' letztere als durch die Untersuchnngshasl verbüßt erklärt wird. Brest, 7. Januar.(W. T. B.) Das Kriegsgericht hat alle Soldaten, welche wegen Aiükschreitungen verHaftel worden waren, die sie anläßlich des St. Barbarafestes am 4. Dezember verübt hatten, freigesprochen. Neapel, 7. Januar.(W. T. B.) Heute Nachmittag ist die Kuppel der zum Militärhospital gehörigen Kirche eingestürzt; zwei Unteroffiziere und zwei Soldaten wurden unter de» Trümmern be- graben; bisher ist ein Unteroffizier unverletzt hervorgeholt. Ferner wurde eine Frau getödtet nnd eine andere verwundet. Melbourne» 7. Januar.(W. T. B.) Die Schiffsmaschinisten willigten heute ein, aus sämmtliche» Schiffen die Arbeit wieder auf- zunehme», mit Ausnahme der Schiffe einer Firma, welche sich geweigert hat, die während des Ausstandes angenommenen Nichtgewerkvereinler zu entlassen. Der Rhederverei» nahm für diese Firma Partei und lehnte es ab, irgendwelche Maschinisten wieder in Arbeit zu nehmen, falls nicht alle Firme» von dem Gewerkverein gleich behandelt würden. Der Ausstand hat daher wieder begonnen. Die Stadt Port Darwin ist durch einen Orkan fast gänzlich zerstört; die telegraphische Verbindung ist unterbrochen. Verantwortlicher Redakteur: August Iaeobey in Berlin. Für den Jnseratentheil verantwortlich: Th.«loike in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 4 Betlage». UnterhaltuugSblatt. Nr.K. 14. Irilige il« Jowätts" Serlim UcksM 8. Vommunsles. Stadtverordueten�Versammlung. Oeffentliche Sitzung vom Donnerstag, 7. Januar, nachmittags S Uhr. Auf der Tagesordnung der heutigen ersten Sitzung im Jahre steht zunächst die Erledigung einer Reihe formaler Geschäfte, welche nach der Slädte-Ordnung bezw. nach der Geschäfsordnung zu Anfang jedes Jahres für die Dauer desselben ein für allemal vorab zu besorgen sind, und zwar an erster Stelle die Wahl des Vorstehers und des Vorsteher-Stellvertreters. Die bisherigen Inhaber dieser Aemter, Stadtvv. Dr. L a n g e r h a n s und M i ch e l e t. waren vor Jahresfrist durch Zuruf wiedergewählt worden. Auf Vorschlag des Alterspräsidenten Stadtv. Reiß wird Stadtv. Dr. L a n g e r h a n s durch Zuruf einstimmig wieder- gewählt. Dr. Langerhans nimmt die Wahl dankend an. Ruch der bisherige Vorsteher- Stellvertreter M i ch e l e t wird auf Vorschlag des Stadtv. Kalisch wiedergewählt, desgleichen die bisherigen drei Beisitzer und drei Beisttzer-Stellvertreter. Auch im Jahre 1897 sollen die ordentlichen Sitzungen der Vev fammlung am Donnerstag von b Uhr ab stattfinden. Bezüglich der Wahl der ständigen Ausschüsse wird beschlossen, es bei der bisherigen Zusammensetzung derselbe» zu be lassen. Diejenigen besonderen Ausschüsse und gemischten Deputa- tionen, welche, im Jahre 1896 eingesetzt, den ihnen ertheilteu Auftrag noch nicht erledigt haben, sollen in ihrer bisherigen Zu« sammensetzung ebenfalls weiter in Funktion verbleiben, soweit die ihnen zur Berathung vorliegenden Fragen materielles und aktuelles Interesse haben. Namens der gesammte» Versammlung spricht Stadtv. Reiß dem Vorstande und besonders dem Vorsteher den Dank für die bisherige Geschäftsführung aus; die Mitglieder erheben sich unter Beifallsrufen von den Sitze». Zur Kenntnißnahme und Aeußerung hat der Magistrat der Ver- sammlung die von ihm beabsichtigte Neueintheilung der G e m e i n e e- W a h l b e z i r k e vorgelegt. Seit l Auflösung der Versammlung und der Neueintheilung der Wahlbe�..te im Jahre 1833, d. h. innerhalb einer Zeit von 13 Jahren haben sich so erhebliche Verschiedenheiten in der Zu- nähme der Bevölkerung der einzelnen Stadttheile und so starke Verschiebungen in der Wählerzahl der einzelnen Wahlbezirke ergeben, daß dem Magistrat zur Beseitigung dieser Ungleichheiten eine Neueintheilung erforderlich erscheint. Die Mög- lichkeit dazu auf dem Verwaltungsivege hat das Gesetz vom 1. März 1391 gegeben, welches den Magistrat zur Durchführung eines be- zugltche», der Bestätigung der Regierung bedürfenden Beschlusses krn'ächtigt. Am stärksten find naturgemäß bei der fortschreitenden Entvölkerung der inneren Stadt und dem rapiden Wachsthum der Außenbezirke die Verschiebungen in der dritten Abtheilung; der Wahlbezirk 2(Alt-Köln-Friedrichswerder) hat zur Zeit 2797, der Wahlbezirk 40(Moabit) dagegen 23 802 Wähler. Auch in der zweite» Abtheilung schwanken die Extreme zwischen 28S und 1293, ,» der ersten zwischen 43 und 275. Die vom Magistrat projektirte Neueintheilung basirt ans der Voraussetzung, daß zeder Wahlbezirk nur aus ganzen Stadtbezirke» bestehen, also kein Stadtbezirk zerrissen werden darf und daß die Wählerzahl der völlig bebauten Bezirke, und bei denen eine Abnahme der Bevölkerung zu erwarten steht, höher bemessen werde» muß, als nach dem Durchschnitt erforderlich wäre, wogegen die Wählerzahl der noch nicht völlig bebaute» Bezirke unter dem Durch- schnitt bleiben muß. Nach der vorgeschlagenen Neueintheilung beträgt die Durchschnitts- Wählerzahl jeder der 42 Wahl- oezirke dritter Abtheilung etwa 7000; doch bleiben auch hiernach »och immerhin Schwankungen zwischen 4632 und 8657; die Zahl der Wähler der zweiten Abtheilung betrüge danach zwischen 501 und 740 der erste» Abtheilung zwischen 71 und 127. In der dritte» Abtheilung würden nur 7 von den 42 Stadtverordneten ihren bisherigen Bezirk ganz oder theilweise weiter vertreten. Die Wähler zahl für 1396 beträgt: III. Abtheilung 289 464, II.„ 8 970, I... 1 349. Ohne Debatte wird die Vorlage aus Antrag Perls einem Ausschusse von 15 Personen überwiesen. In die Gewerbedeputation wird der Stadtv. Paul durch Zurus gewählt. Die Vorlage wegen einheitlicher Regelung der Grundsätze für die Vermiethungen und Verpachtungen städtischer Grundstücke bean- tragt Stadtv. Ullstein einem Ausschuß zu überweisen. Stadtv. M o m m s e n beantragt einen Zusatz, wonach die Ver- miethung von unbebauten Parzellen zur Errichtung von Schau- buden n. dergl. stets nur durch einen Kollegialbeschluß der be- treffenden Verwaltungsdeputation soll bewirkt werden können. Er will mit diesem Zusatz verhindern, daß sich auf Bauplätzen inmitten der Siadt AussleUniigen von Riesenpferden, Schwertfischen, Tingel- tangel u. dergl. der Würde der Stadt abträgliche Dinge ansiedeln, worüber schon oft in der Versammlung Klage geführt worden sei. Slidtv. Singer: Auch ich wünsche nicht, daß auf städtischen Plätzen Geschäfte und Schaustellungen etablirt werden, ivelche für eine vernünftige und anständige Geschäftsführung unbequem find, aber die prüde Auffassung des Vorredners kann ich doch nicht als Maßstab für die Stadtverwaltung anerkennen. Ganj abgesehen von dem finanziellen Jntereffe, welches die Stadt an der Nutzbarmachung unbebauter Plätze durch Verpachtung hat, scheint mir die Anschauung. als ob wir inmitten der Stadt leerliegende öde Plätze haben solle», nur um dort kein Volksleben stattfinden zu laffen, unrichtig. Man braucht nicht gleich an Tingeltangel und dergleichen zu denken; eine Reihe harmloser Volksvergnügen kann auf solchen Plätzen be- trieben werde», ohne daß die Stadt davon Schaden hat, während das Publikum daran Vergnügen findet»nd eine Anzahl Leute davon ihr Brot habe». Solche Dinge lasse» sich nicht generalisiren. Ent- spricht ein Unternehmen nicht der Würde der Stadt, dann wird es nicht bewilligt werden. Wer sich des alten Berliner Weihnachts- Marktes erinnert, wird nicht sagen können, daß er davon einen schlechten Eindruck gehabt hat. Jedenfalls ist der rein puritanische Standpunkt des Stadtv. Mommsen der Großstadt viel weniger ent- sprechend, als der Zustand der Plätze, über den er sich so abfällig ausgesprochen hat. Stadtv. Mommsen erwidert, daß ihm Puritanismus fern liege und er wohl mißverstanden sei. Er wolle derartige Ver- miethnngen und Verpachtungen gar nicht ausschließen, sondern blos die Verwaltung zwingen, in allen solchen Fällen in eine Würdigung der näheren Umstände einzutreten. Stadtrath N a m s l a u steht in der Frage im wesentlichen aus dem Standpunkte Singer's. Unter Ablehnung des Antrages auf Ausschußberathung wird die Vorlage mit dem Antrag Mommsen angenommen. Die Vorlage wegen Abänderung der Weichbildgrenze und die Festsetzung von Fluchtlinien für die den ehemaligen Pionier- Uebnngsplatz umgebenden Straßen geht an einen Ausschuß. Schluß gegen 7 Uhr. » �» Räch dem zwischen der königlichen Eisenbahnverwaltung und der Stadtgemeinde Berlin geschlossenen Betricbsvertrage vom 3./24. Januar 1831 haben die Versender bezw. Empfänger von Güter» für die Benutzung der Geleisanlagen des städtischen Vieh-»nd Schlachthofes ohne Rücksicht auf den Werth der Sen- dünge» eine Uebersührgebühr von 7.20 M. für de» Wagen zu zahlen, wovon die Stadtgemeinde 5,20 M. und der Eisenbahnfiskus 2 M. erhält. Die in Frage kommenden Güter sind Kohle, Rinde (Gerberlohe), Salz, Sand, Kies u. s. w., insbesondere aber Dünger. Um künftig Beschwerden vorzubeugen, hat sich die königliche Eisen- bahndireklion hiersclbst vorbehaltlich der Genehmigung des Ministers der öffentlichen Arbeiten, bereit erklärt, den ihr von den Uebersührgebühr«» beregter Sendungen zufallenden Theil von 2 M. aus 1 M. zu ermäßigen, wenn die Stadtgemeinde Berlin ihren Authcil von 5,20 M. ans 3 M. herabsetzt. Der Magistrat hat auch bei der Stadtverordneten-Versammlung beantragt, sie möge sich damit einverstanden erklären, daß der Antheil der Stadtgemeinde an den Eisenbahnüberführ-Gebühre» für von und zum städtischen Vieh- und Schlachthof gehende Sendungen geringwerthiger Massen- artikel von 5,20 M. auf 3 M. für den Wagen herabgesetzt wird, wenn die in Änsstcht gestellte Ermäßigung des Antheils des Eisen- bahn-Fiskus von 2 auf 1 M. eintritt. Das in dem Bericht der gestrigen Nummer bezeichnete Ravens- sche Grundstück Wallstraße 93. welches der Ausschuß der Stadt- verordneten-Versaminlung einstimmig zur Enteignung empfiehlt, ist nicht dasjenige Ravens'sche Grundstück, für welches, wie irrthümlich angegeben, 2100000 M. gefordert werde». Ninderelenv in der GvoHPkndk. Unter diesem Titel hat Herr K. A g a h d, Lehrer an einer Volksschule in Ripdorf, eine» Aufsatz(in„Deutsche Blätter sür erziehenden Unterricht, 1896, Nr. 27 und 28) veröffentlicht, in dem er eine Charakteristik seiner Schulklasse zn geben versucht. Er hebt bei jedem seiner 55 Schülsr das seiner Ansicht nach Typische hervor. Schon die Wahl des Titels deutet an, daß meist das Elend rn i t seinen ni a n n i g f a ch e n Folge- erschein» n gen das eigentlich„Typische" für die Groß- st a d t- I u g e n d ist. In der That muß Herr A. bei der Mehrzahl seiner Schüler konstatiren, daß Armuth, schlechte Ernährung und gewerbliche Nebenbeschäftigung, chronische Krankheit und Gebrechen, mißliche Familienverhältnisse u. s. w. auf die E n t w i ck e l u n g des Charakters und der Befähigung ungünstig eingewirkt haben und den Erfolg des Unterrichts beeinträchtigen. In erster Linie gilt das von der gewerblichen Neben- b e s ch ä f t i g u n g. Ein Junge setzt Kegel aus und trägt Back- waare aus;„so noch ein Jahr," sagt A.,„und er ist ruinirt an Leib und Seele." Ein anderer dagegen, vom Lande zugezogen, ist frisch, munter und fleißig, obwohl er alle Morgen bei einem Fuhr- Herrn Wage» wäscht und wenig schläft. Ein dritter, ein schwäch- licher Knabe, macht Christbaumbehang; er erzählte einmal, daß er und die Mutter nachts um 2 Uhr dabei eingeschlafen seien, während der Vater weiter arbeitete. Ein Junge sieigt jeden Morgen von 4 Uhr an einige 80 Treppen; er schläft zuweilen in der Schule ein. Einzr muß mitverdienen, obwohl Vater, Mutter und Gc- schwister, nach A.'s Ansicht, guten Verdienst haben. Ein anderer soll sogar„wohlhabende" Eltern haben, muß aber seinem Vater, einem Molkereibesitzer, jeden Morgen und oft noch mittags und abends Milch austragen helfen; er fehlt alle 8—14 Tage,„um seine Beine zn ruhen". Schlechte Ernährung hat A. mehrfach bemerkt. Von einem Schüler sagt er, er sei dementsprechend blaß, schläfrig und energielos. Dem Jungen fehlten auch, weil der Vater feit 8 Wochen arbeitslos war, die Hefte; er erhielt sie„nach einem nothwendigen peinlichen Verhör— aus Gnaden". Drei andere werden, trotz schlechter Ernähruug, als brauchbare Schüler bezeichnet. Ein Junge stahl— aus bitterster Noth, wie sich herausstellte— ei» Tuch.„Es war so kalt, ich hatte keins!" entschuldigte er sich. A. fügt hinzu:„Wir haben ihm verziehen. Er hält sich brav." Von Krankheiten und Gebrechen werden angeführt: Schwindsucht bei einem Jungen, nervöses Kopfweh bei einem anderen (der Vater„ein Säufer", die Mutter ernährt die Familie kümmer- lich durch Schirmnähen; Miethsrückstand, Exmisfloii), Schwerhörig- keit bei drei, Kurzsichtigkeit bei zwei Jungen(sür den eine» hat wegen seiner Armuth die Klasse Geld zu einer Brille gesammell, der zweite ist auf einem Auge halb, auf dem andere» ganz blind). Schwache Begabung infolge von Diphtherie und Scharlach wird bei einem(der auch verkrüppelte Hände hat, aber trotzdem der beste Schreiber ist), Zurückbleiben wegen Krankheit bei vier anderen konstatirt. Mit den E l t e r n seiner Schüler ist A. vielfach sehr unzu- frieden. Die Mutter eines Jungen will den Lehrer korrigiren, ein auderer, der schwach begabt ist, wird von den Eltern zu sehr an- gelrieben, ein dritter, gleichfalls schwach begabt, soll sogar auf eine höhere Schule. Drei Jungen müssen die Schularbeiten über Klavier und Geige vernachlässige». In zwei Fällen ärgert sich A. darüber, daß die Väter das Lernen von biblischen Geschichten u. s. w. für überflüssig halten. Auch den Lehrern wälzt A. einen Theil der Schuld an den geringen Leistungen seiner Klasse zu. Mehrere Schüler bezeichuet er als„Opfer des Abwimmelungssystems". Bei einem sehr schwach versetzlen Jungen, der„sich wie ein Wurm quält", sagt A.:„Der Lehrer wollte seine für die Versetzung geforderte Prozentzahl(nach der er selber beurtheilt wird!) heraushaben oder noch einige Schüler mehr versetzen." Schließlich noch ein Wort über das Klassenzimmer, in dem diese Kinder einen großen Theil des Tages zubringen müssen. Es ist grau in grau gestrichen, sagt A., und selten dringt ein Sonnen- strahl hinein. Bänke nach altem System, verbessert durch Ver- breilerung der Schreibplatte; die einzige Ventilation das Fenster; Fußboden vor einem halben Jahre gescheuert. Staub i» Menge. Ein trauriges„Kulturbild" vom Ende des 19. Jahrhunderts! Uokale-s. Das Statistische Jahrbuch der Stadt Berlin, das soeben in einem stattlichen Bande von 567 Seiten erschienen ist, enthält nicht blos die Statistik des Jahres 1894, sondern auch die einst- weiligen Ergebnisse der beiden Volkszählungen vom Jahre 1895. Aus dem überaus reichlichen Materiale, das leider noch immer nur in Ausnahmefällen die Verhältnisse in den Vororten mit- behandelt, heben wir außer dem sehr eingehend behandelten be- völkerungsstatistischen Material die sozialstatistischen Abschnitte hervor. Dieselben berühren den Wohnungswechsel, die Gewelbeverhältnisse und Arbeitslosen, Angaben über die Innungen, die Thätigkeit des Gewerbegerichts, Ausstellung von Arbeitsbüchern, ziemlich ein- gehende Angaben über die Arbeitslosigkeit, die Berussverlheilung, Getreide-, Mehl-, Brot» und Fleischpreise, die Arbeiterversicherung, das königliche Leihamt, die Erwerbs- und Wirthfchastsgenossen- schasten, die Arbeitsvermiltelung, die Armenpflege und Wohlthätig- keits- Anstalten, die Asyle für Obdachlose, Kranken- und Waisen- Anstalten u. f. w. u. s. w. u. s. w. Wir haben öfters hervorgehoben, daß die sozialstatistischen Er- Hebungen der Stadt Berlin vielfach ungenügend sind, aber trotzdem ist das Statistische Jahrbuch der Stadt Berlin eine sehr reichhaltige Fundgrube für den Sozialstatistiker und für den an der Entwickelung der Stadt Berlin nach irgend einer Richtung Jnteressirten. Dem Statistischen Bureau wäre zn empfehlen, mit den Gewerkschaften auch in Verbindung zu trelen, um deren statistisches Material sür das Jahrbuch zu ver- werthen.— ES ist seit einiger Zeit Gerichtsbrauch, dir elektrischen Bahnen, welche jetzt an stelle der Pferdebahnen die Straßen der Stadt durchkreuzen, als Eisenbahnen zu betrachten, und Fuhrleute ic., welche das Unglück haben, mit Wagen der elektrischen Bahn zu kollidiren, einfach wegen Gefährdung eines Eisenbahntransports zu bestrafen. Wie unhaltbar eine derartige Interpretation des Gesetzes zur Zeit ist, wo von den Verwaltungen der elektrischen Bahnen keine der auf Eisenbahnsträngen gebräuchlichen Sicherungen getroffen werden, das ist dieser Tage selbst in einen vom Landgericht II gefällten Urtheil, das wir am Dienstag veröffentlichten, zugegeben worden. Nunmehr ist von Kutschern eine Petition a» den Reichstag gesandt worden, in welcher gebeten wird, wenn thunlich noch im Laufe seiner gegenwärtigen Tagung entweder auf dem Wege eines Initiativantrages oder durch Ueberweisuiig der vor- liegenden Petition als Material sür eine Revision der tzs 315, 316 des Reichs-Strafgesetzbuches an die verbündeten Regierungen dahin wirken zu wollen, daß die Anwendbarkeit dieser strafgesetzlichen Be- stimmunge» auf die Gefährdung derjenigen Eisenbahn- Transporte beschränkt werde, ivelche auf besonderen, dem gewöhnlichen Straßen- verkehr grundsätzlich entzogene» Bahnwegen fortbewegt werden. Ueber Bestrafung wegen Beleidigung u. s. w. von Koni- inuual- Beamten hat das„Gemeindeblatt" im Jahre 1896 in 41 Fällen zu berichten gehabt(von denen natürlich ein Theil noch aus 1395 herrühren wird). 39 mal handelte es sich um Beleidigung (darunter 38 mal um wörtliche, 1 mal um wörtliche und thätliche, 9 mal überdies um öffentliche), 1 mal um Bedrohung, 1 mal um vorsätzliche Körperverletzung. Nebenher ging noch 3 mal Haus- friedensbruch, 1 mal Sachbeschädigung, 1 mal Widerstand gegen die Staatsgewalt, 1 mal grober Unfug. Unter den Personen, gegen die sich die Beleidigungen u. s. w. richteten, waren 13 in den Armenkommissionen thätige Männer(darunter 12 Vorsteher), 16 Rektoren, Lehrer und Lehrerinnen, 5 Steuererheber, 1 Magistrats- Mitglied, 1 Stadtsergeant. Auf Gefängniß- strafe, von 3 Tage» bis zu 6 Monaten, wurde in 18 Fällen erkannt(darunter 14 mal bis zu 1 Monat und hierunter wieder 7mal bis zu 1 Woche). In 23 Fällen wurden Geldstrafen von 3 M. bis zn 75 M. verhängt. Unter den Bestrasten waren 28 Männer und 13 Frauen. Ueber die Anlässe zu den Beleidigungen u. s. w. erfährt man natürlich nichts. Es wird sich meist um Verweigerung von Unterstützungen, Bestrafung von Schulkindern u. s. w. gehandelt haben. Ob nicht auch die„Beleidigten" manches dazu hätten beitragen können, zu verhüten, daß die entstandenen Meinungsverschiedenheiten mit einer Bestrafung der„Beleidiger" endeten? Im städtische» Obdach hat die Abtheilung für nächtlich Obdachlose im Jahre 1396(bezw. 1895) 283 437(280 239) Männer, 9302(14 433) Frauen, zusammen 293 289(294 672) Per- sonen beherbergt. 1896 hat also bei den Männern— zum theil vielleicht infolge stärkeren Zuzugs von Arbeitsuchende»— wieder eine kleine Zunahme, bei den Frauen dagegen eine so bedeutende Abnahme stattgesunden, daß schließlich auch die Gesammtfrequenz noch etwas hinter der des Vorjahres zurückgeblieben ist. Be- merkenswerlh ist, daß die Anfang Dezember 1896 erfolgte Er- öffnung eines neuen Vereins- Asyls für Männer auf die Frequenz des städtischen Obdachs zunächst keinen Einfluß gehabt zu haben scheint. Das städtische Obdach beherbergte in» Dezember 1895 32 785, im Dezember 1896 aber 34 965 Männer. Es sind also nicht weniger, sondern noch etwas mehr geworden. Auch eine Armcnuutcrstntznng. Eine Mutter mit 4 Kindern, deren Mann schon längere Zeit an der Lungenschwindsucht im Krankenhause liegt und die, da sie ebenfalls an der Proletarierkrankheit leidet, nicht im stände ist, für ihre 4 Kinder ausreichend zu sorgen, wandte sich am 16. November v. I. um Unterstützung an den Armen- konimissions-Vorsteher Mau in der Heunigsdorferstraß«. Nachdem die arme Frau bis zum 10. Dezember noch keiueAntwort auf ihr Gesuch be- kommen hatte, brachte sie dem Herrn Armenkomniissions-Vorsteher ihrAn- liegen nochmals vor, welcher nun versprach, dasselbe der Armen- direktion vorzulegen. Getrieben durch den Hunger der Kleinen begab sich die Mutter am 16. Dezember abernials zum Armenkommissions-Vorsteher und ersuchte dringend um Linderung ihrer Noth. Jetzt endlich wurde ihr die langersehnte Unterstützung gewährt, und zwar erhielt sie täglich ein Brot zn 25 Pf. und für 10 Pf. Schmalz. Auf den Einwand, daß sie doch damit ihre Familie nicht sättigen könne, erhielt sie die Antwort: Wenn ich Ihnen ein Fllnfzigpfenuig- Brot bewillige. dann verkaufen Sie jedenfalls die Hälfte davon. Es blieb also bei der knappen Portion, womit sich denn auch die arme Mutter nebst ihren vier Kindern bis Neujahr, so gut oder schlecht es eben ging, durchgeholfen hat. Mit dem 1. Januar hörte die Brot- und Schmalz-Zuweudung auf. Statt dessen erhielt die Frau eine ein« malige Geldunterstützung von 12 M. Im Besitz dieser Summe überlegte sie sich, ob sie hiermit einen Theil der Miethsschuld abtragen, oder Brot für die Kinder kaufen sollte. Sie entschloß sich, das letztere zu thun, und sieht nun mit Bangen der Zeit entgegen, wo die paar Mark verausgabt sind, und der Hauswirth sie womöglich wegen rückständiger Micthe auf die Straße setzen wssfd. Das ist ein Fall unter vielen, welcher zeigt, wie es mit der viel- gepriesenen Versorgung der Armen in unserer heutigen Gesellschaft aussieht. Und da schlagen behäbige Philister vor Entrüstung die Hände über dem Kopf zusammen, wenn jemand, durch die bitterste Roth getrieben,»nd jeder Hilse beraubt, auf Abwege geräth, und verdammen die„Umstürzler", ivelche eine Gesellschaftsordnung an- streben, in der niemand mehr zu hungern braucht. Die eigenthiiuiliche» Begriffe von der Heiligkeit des Eigeu- thmus, die in der Berliner Verkehrsanstalt gang und gäbe sind, werden weiter an einem Fall beleuchtet, dessen Opfer ein Filial- Vorsteher der Gesellschaft geworden ist. Der Herr wurde am I. Juli v. I. als solcher angestellt und mußte 1000 M. Sicherheit hinterlegen; angeblich war diese hohe Summe nöthig, weil den Filialvorstehern oft große Summen anvertraut werden müsse». Thalsächlich sind dem Angestellten während seiner dreimonatlichen Thätigkeit meist etwa nur 50 Mark bis höchstens 120 Mark wöchentlich durch die Hände gegangen, und alle Woche mußte ab- gerechnet werden. Bei der jim Oktober vorgenommenen Unnvand- lung der Gesellschaft in eine Genossenschast mit beschränkter Haftpflicht verweigerte der Filialvorsteher seine Zustimmung, sowie die Uebernahme von Antheilscheinen und wurde daher entlassen. Ansangs November kündigte er mittels eingeschriebenen Brieses die Kantion zum ersten Januar. Am 31. Dezember wurde ihm die Antwort, daß er für den dritten Theil der Kautionssumme Antheil- scheine nehmen müsse; zur Rückzahlung des Geldes sei die Gesell- schast nicht verpflichtet. Auch zwei anderen früheren Vorstehern wurde die Kautioiissninme vorenthalten. Der Geschädigte will die Gesellschaft im Zivilprozeß belange». Vielleicht findet die Staats- anwaltschaft jetzt Gelegenheit, gegen die Praktiken der Gesellschaft einzuschreiten, durch die bekanntlich auch eine nicht unbeträchtliche ZInzahl armer Arbeiter um ihr Geld gebracht worden ist? Dnbois- Reyuiond und Wilhelm I. Wie unschuldig der alle Kaiser Wilhelm an dem geflissentlich verbreiteten Märchen ist, daß es sein Sehnen und Trachten gewesen sei. das Verlangen des deutschen Bürgerthums nach Einheit zu erfüllen, das ist an vielen Beispielen, vor allem aber aus den Aufzeichnungen im Tagebuche des Kronprinzen Friedrich Wilhelm sonnenklar be- wiesen worden. Jetzt frischen die Zeitungen abermals eine Wider- legung des Märchens ans durch Erwähnung einer der vielen Lob» reden. die der verstorbene Dubais- Neymond im Beisein Wilhelms I. auf die Hohenzollern- Dynastie und ihren an- geblichen geschichtlichen Berus gehalten hat. Der am 30. Januar 1868 gehaltene Bortrag des Gelehrten endigt mit folgenden Worten:„Napoleon ist es gelungen, den Grund einer neuen Dynastie zu legen, Friedrich wird, deß sind wir heute gewiß, der Gründer des neuen deutsche» Reiches heißen." Dieses Wort veranlaßte König Wilhelm, beim Schluß der Rede an du Bois heranzutreten, indem er ihm bedeutete:„Wenn Sie noch einen Schritt weiter gegangen wären, so hätte ich den Saal verlassen müssen." Diese Aeußerung beweist, wie recht Georg Herwegh hatte, als er in den bekannten preußischen Konfliktspoesien den König fagen läßt: " Ich habe nie als Komödiant Gespielt im deutschen Fache; Gist besser, Preußen in der Hand, Als Deutschland auf dem Dache." Im Thiergarten wurde gestern die Leiche des Kaufmanns Behufs Aufnahme in die Rekrutirungs- Stammrolle haben Birkenbach aus der Mariannenstr. 21 aufgefunden. Er hatte sich fich in der Zeit vom 15. bis einschließlich 31. Januar alle im Jahre vergiftet. 1876 geborenen männlichen Personen sowie diejenigen, welche zwar Gestern Vormittag machte der zwanzigjährige Handlungs früher geboren find, aber keine endgiltige Entscheidung über ihre gehilfe Benno L. in seiner Wohnung in der Neuen Königstraße Militärverhältnisse erhalten haben, bei der Gemeindebehörde ihres ben Versuch, sich durch einen Schuß in die rechte Schläfe zu G. Darwin, einem Sohne des berühmten Charles Darwin, gegenwärtigen Aufenthaltsortes zu melden, melden, und dabei, falls tödten. die Anmeldung nicht am Geburtsorte selbst erfolgt, am Geburtsorte selbst erfolgt, ihren gebracht. Geburtsschein oder ihren Losungsschein vorzulegen. Für die zur Zeit Abwesenden haben deren Eltern, Vormünder, Lehr, Brot- oder Fabrikherren die Anmeldung zu bewirken. Die Unterlassung der Anmeldung zieht eine Geldstrafe bis zu 30 M. oder drei Tage Haft im Unvermögensfalle nach sich. Die schifffahrttreibenden Militärpflichtigen, die nicht immer in der Lage sind, einer Schiffermusterung beizuwohnen, tönnen auf ihren von der Ortsbehörde beglaubigten Antrag von der Ersatztommiſſion in den ersten beiden Gestelljahren schon vor der Musterung auf ein Jahr zurückgestelt werden. genommen werden straße 19 vor dem Hause Eberswalderstr. 5 aufgefunden. Wie Behn, 1 gebauchten Gestalt der Erde hatten schon Newton und der in ein Krankenhaus gebracht worden, zu dem Unglück gekommen uyg bens den Schluß gezogen, daß die Erde früher einmal ist, weiß man nicht. flüssig gewesen sein müsse; da nach der Kant- La PlaceAnd Lebensüberdruk hat der 53 Jahre alte Arbeiter schen Weltbildungstheorie die Erde in gafigem Zustande Wilhelm Scholz, der in der Straußbergerstr. 6 in Schlafstelle wohnte, von dem glühenden Gasball, dessen Reft uns heute als Sonne fich erhängt. leuchtet, losgeschleudert wurde, so nahm man früher allgemein und nimmt heute noch vielfach an, daß durch die Abkühlung der Erde ihre Oberfläche erstarrt sei und daß jetzt eine feste Kruste von etwa 10-15 Meilen Dicke das Innere umschließe, das noch immer in feurig- flüffigem Zustande bei einer Temperatur von 20 000 Grad sei. wurde start durch die Untersuchungen von Lord Kelvin und Diese in den Kreisen der Geologen vorherrschende Anschauung Er wurde nach dem Krankenhause am Friedrichshain erschüttert, Danach befindet sich das Erdinnere unter einem so une geheuren Druck, daß selbst die festesten Stoffe in jeden Raum hinein Der Zustand des Kaufmanns Jfibor Brock, welcher in seinem gepreßt werden, und ihn ebenso wie Wasser und Luft ausfülleir; auf Geschäft in der Alexanderstraße von dem ehemaligen Hausdiener grund solcher Betrachtungen gewinnt die Meinung, daß das Innere Wolff und dem„ Schornsteinfeger- Müller" überfallen worden war, der Erde starr sei und noch fester als Stahl, so sehr an Boden, bat erfreulicherweise einen günftigen Berlauf genommen, so daß die daß auch bereits manche Geologen versuchen, die vulkanischen Ere Aerzte mit Bestimmtheit hoffen, ihn am Leben zu erhalten. scheinungen mit einer solchen Annahme in Einklang zu bringen. Ueber den Selbstmord eines Berliners wird aus Breslau Im zweiten Theile des Vortrages ging Herr S. von dem rein berichtet. Am lezten Sonntag früh traf dort in einem Hotel ein hypothetischen Gebiete auf ein der exakten Forschung mehr zugäng etwa breißigjähriger Mann ein, der sich als Kaufmann Lewy aus liches über, nämlich auf das Problem der genaueren Geſtalt der Oberfläche der Erde. Das durch Umdrehung einer Ellipse ent standene Gllipsoid fann nur als erste Annäherung der Erdgestalt gelten; die Abweichungen, welche die thatsächliche Lothrichtung auf der Erde an vielen Stellen von der dem Ellipsoid entsprechenden hat, ergeben für das Geoid( so nennt man die Oberflächengestalt der Erde) zuweilen nicht unbeträchtliche Abweichungen von dem Ellipsoid. Bugleich gestatten diese Messungen sehr interessante Schlußfolgerungen auf die Vertheilung der Massen im Erdinnern, die sich auf Tiefen beziehen, in denen direkte Arbeiten und Beobachtungen vorzunehmen wegen der dort herrschenden Hige ganz unmöglich erscheint. Bt. Berlin ins Fremdenbuch eintrig. Nachmittags entfernte sich der Raufmann aus dem Hotel unter Zurücklaffung seines Gepäcks und blieb verschwunden. Gestern früh wurde er in einem Gehölz in der Nähe der Stadt als Leiche vorgefunden. Es wird angenommen, daß Geloverlegenheiten den Selbstmord veranlaßt haben. Aus den Nachbarorten. In Frankfurt a. M. ist gestern das neue Goethe- Gym Gerichts- Beifung. Die Findigkeit der Berliner Handwirthe weiß gar leicht den zum Schuße der Miether getroffenen Gesegesbestimmungen ein Schnippchen zu schlagen. Eine bemerkenswerthe Erscheinung in dem Verhältniß zwischen Vermiether und Wiether sind neuerdings Kaufgeschäfte über Möbel geworden, welche der Miether dem Vermiether zum Eigenthum überträgt und welche zweifellos zu denjenigen Sachen gehören, an denen nach der neueren Gesetzgebung dem Vermiether ein Pfandrecht wegen rückständiger Miethe nicht zusteht. And Rigdorf. Einen unheimlichen Fund machten gestern zwei Gewöhnlich entstehen diese Raufgeschäfte in der Art, daß in Bäckerjungen in einem Hausflur der Kaiser Friedrichstraße. Einer solchen Fällen, wo der Vermiether wegen rückständiger derselben stieß mit dem Fuß an einen Gegenstand, der sich als eine Miethe die Räumung der Wohnung zu verlangen berechtigt sein männliche Kindesleiche erwies. Der Polizei wurde hiervon Anzeige würde, er auf dieses Recht für eine gewisse Zeit verzichtet, wenn gemacht. Ob ein Verbrechen vorliegt, steht noch nicht fest. Bei nafium eingeweiht worden. ihm für die schuldige Miethe das sonst nicht pfändbare Mobiliar Ausschachtungsarbeiten auf einem Grundstück in der Bergstraße verkauft wird. Der Wirth entrichtet den Kaufpreis dadurch, daß er fand man gestern Vormittag mehrere Menschenschädel. Wie dieselben den entsprechenden Betrag vom Miethspreise quittirt. Das öftere an die Fundstelle gelangt sind, ist bisher ein Mäthsel. Ein Vorkommen derartiger Fälle beweist jedenfalls, daß diese kleinen schrecklicher Unglücksfall trug sich im Hause Jägerstr. 14 zu. Die Ein netter Armenkommissions- Vorsteher. Wegen thätlilcher Miether wegen einer anderen Wohnung in Verlegenheit sind, denn verehel. Arbeiter I. hatte ihre beiden Kinder im Alter von 3 und Beleidigung einer Frau Dorau hatte sich gestern der Armenkommissions. sonst würden sie gewiß nicht ihre legten und unentbehrlichen 4 Jahren für kurze Zeit allein gelassen und als sie wieder Vorsteher Wetzel vor der 140. Abtheilung des Amtsgerichts I zu verant Habseligkeiten opfern, die ihnen nicht zurückkam, fand sie das jüngste in Flammen stehen. Die Kinder worten. Der Angeklagte, ein Greis mit weißem Haupt- und Barthaar, fönnen, selbst wenn sie vom Gerichtsvollzieher aus der Wohnung des dreijährigen Knaben Feuer fingen. Obwohl die Mutter sofort sich hier hinreißen, die Frau in gemeiner Weise zu attackiren. Der hatten inzwischen ein Licht angezündet, wobei die Kleider erschien eines Tages in Armenfachen bei der Frau Dorau und ließ Zwangsweise entfernt werden. In einigen Dor Gericht zur Erörterung gekommenen derartigen Fällen stellte sich freilich dem Kinde die brennenden Kleider abriß, auch ein Arzt baldigst zur Angeklagte bestritt das zwar, durch die Beweisaufnahme wurde aber heraus, daß das geschlossene Raufgeschäft an mancherlei formellen Stelle war, fonnte das Kind leider nicht mehr gerettet werden. Gs festgestellt, daß er auch gegenüber einer Frau Franke, deren Mann Fehlern zu leiden schien, wodurch es zweifelhaft wurde, ob rechts- starb am nächsten Morgen unter entfeßlichen Qualen. Der feiner einige Tage vorher gestorben war und die zwecks Klage gegen die Berufsgiltige staufabschlüsse überhaupt vorlagen. Die Fälle tamen in zeit von dem Amtsdiener Schmidt zum Krüppel geschlagene Zimmer Baugen offenschaft von ihm ein Armuthszeugniß verlangte, nicht nur Dessen nicht zur gerichtlichen Entscheidung, sondern wurden durch mann Töpfer befindet sich jetzt infolge feiner Arbeitsunfähigkeit mit sehr liebenswürdig war, sondern auch sie unfittlich berührte. gütlichen Bergleich beendet, wobei sich die Hausbesitzer gerichtlich seiner Familie in bitterster Noth, sodaß ihm schließlich nichts anderes Da Frau Franke, gegen deren Glaubwürdigkeit absolut nichts an verpflichteten, gegen Bahlung einer gewissen Summe die streitigen es hier nicht Pflicht der Gemeinde, einen solchen bedauernswerthen burfte und sich ihn nicht zum Feinde machen wollte, zögerte sie mit übrig bleiben wird, als Aufnahme im Armenhaus zu suchen. Wäre zuführen ist, der Fürsprache des Armenkommissions- Vorstehers be Sachen herauszugeben. Im Apollotheater erregt zur Zeit der Zauberkünstler Melota, ber durch einen ihrer Beamten so zugerichtet worden ist, in der Angeige; als sie biefelbe endlich erstattete, war die Strafthat die Lage zu setzen, sich und seine Familie ernähren zu können? Hermann durch durch seine verblüffende Geschicklichkeit berechtigtes bereits verjährt. Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht auf Staunen. Zum Zeichen, daß er nicht nach der landläufigen Taschen: Berlins außerordentlich verschieden gestellt. So hat Gerichtshof erkannte auf 500 Mart Geldstrafe, indem er der Ju bezug auf die Zahl ihrer Aerzte sind die Vororte die soziale Stellung des Angeklagten 3 Monate Gefängniß; der und unterhält so das Publikum durch Illusionen, die ebenso elegant Schöneberg bei ca. 71 000 Einwohnern 64 Aerzte, das fast Meinung war, daß auch durch diese Strafe die moralische Verals sicher ausgeführt sind. Als Gesangsstern gilt in diesem Monat gleich große Rixdorf dagegen nur 19 und das nur doppelt so urtheilung des Angeklagten genügend ausgesprochen sei. die Kreolin Carlotta Cara, deren feuriger Vortrag der fremd. große Charlottenburg mit gegen 150 000 Einwohnern sogar Ein anderer Armenkommissions- Vorsteher. Die Verhaftung ländischen Eigenart nicht entbehrt. Neben der Sängerin glänzt 212 Aerzte. Lichterfelde besitzt bei 15 000 Einwohnern 20, das ebenso- des früheren Bureauvorstehers Adolf Osch, welche im Monat Juli Miß Etcharon durch Jongleur- und Turnspiele; eine ganz spezielle große Wilmersdorf nur 9, Weißensee mit 25 000 Einwohnern 10, erfolgte, erregte im Norden Berlins um so größeres Aufsehen, da Kunst bietet Miß Ntombelle dar, die durch verschiedenfarbigen Sand Rummelsburg, das ebenso groß ist, sogar nur 6, Steglitz aber mit der Genannte sich bisher eines besonderen Ansehens erfreute und Bilder voller Naturtreue hervorzaubert. Aus den älteren Programm- 14 000 Einwohnern deren 11, Friedrichsberg- Lichtenberg mit 35 000 auch Mitglied der Armenkommission war. Es wurde bald ruchbar, stücken finden namentlich die Vorführungen des Kinetographen mit Einwohnern 16, Friedenau mit 1/5 dieser Seelenzahl aber 7 Aerzte baß derfelbe unter dem Berdachte schwerer Sittlichkeitsverbrechen den lebenden Photographien berechtigten Beifall. und Zehlendorf bei ca. 6000 Ginwohnern noch mehr, nämlich 8. stand. Gestern fand gegen ihn Verhandlung vor der dritten Straf Von den übrigen Bororten hat das kleine Dalldorf 14 Aerzte, fammer des Landgerichts I statt. Mit ihm hatten noch zwei weib Bankow ebenfalls 14, Nieder- Schönhausen 10, Tempelhof 7, Lantliche Personen auf der Anklagebant Blaß zu nehmen, die unverehelichte wig 6, Röpenick 5, Neu- Rahnsdorf 4, Adlershof, Tegel, Friedrichs- Schildermann und die erst 15jährige Bertha Fint. Die Verhandlung, felde je 3, Halensee 2 Aerzte und Wannsee, Schlachtensee, Johannis welche etwa zehn Stunden in Anspruch nahm, fand unter Ausschluß thal, Treptow, Stralau, Grünau, Niederschönweide, Südende und der Deffentlichkeit statt. Aus der Urtheilsverkündigung durch den VorBlößenfee je einen Arzt. Aus dieser Statistit geht flar hervor, daß fizenden, Landgerichts- Direktor Roeseler, ließ sich folgender Sachverhalt die Zahl der Aerzte mit der Wohlhabenheit der Einwohnerschaft entnehmen: Der Angeklagte Osch hatte, obgleich er Gatte und Bater steigt. Fint ein Verhältniß angeknüpft, als die laufen freigegeben worden. Die Eisfläche des Müggelsees ist gestern zum Schlittschuh selbe noch nicht 14 Jahre alt war. Zu den Zusammenkünften gab die Angeklagte Schildermann gegen Entgelt ihre Wohnung her. Als Spandau am legten Dienstag haben, wie der„ Ang. f. b. S." noch Fint sich von Osch überreden, eine fernere strafbare Handlung mit Bei dem Unfall eines Borortzuges auf dem Bahnhof fich die Folgen des sträflichen Umgangs bemerkbar machten, ließ die mittheilt, acht bis zehn Personen sichtbare Verlegungen meist gering: fich vornehmen zu lassen. Der Gerichtshof versagte dem Angeklagten fügiger Art davongetragen. Welcher Natur die infolge der Er Osch mildernde Umstände und verurtheilte ihn zu fünf Jahren fchütterung entstandenen innerlichen Beschädigungen sind, wie die Buchthaus und 10jährigem Ehrverlust, die Schildermann wurde des Oberingenieurs Böhle, darüber läßt sich gewisses noch nicht zu 6 Monaten Gefängniß, wovon zwei durch die erlittene Unterfeststellen. Ebenso wenig ist die Ursache des Unfalles aufgeklärt: fuchungshaft für verbüßt zu erachten, und die Fink zu 3 Wochen Gees ist wohl anzunehmen, daß der Maschinenführer wie gewöhnlich fängniß verurtheilt. Sophist an dieser Stelle alles versucht hat, um den Zug rechtzeitig zum Salten zu bringen. Sehr wahrscheinlich ist, daß die Karpenterbremse versagt hat. Ein neuer Kursus über Armenpflege( 10 Sonnabend- BorLesungen) beginnt, wie uns Frau Jeanette Schwerin, Berlin SO., Schmidftr. 29, mit dem Ersuchen um Bekanntgabe mittheilt, am Sonnabend, den 16. Januar 1897, abends 7 Uhr, im Langenbeck hause, Biegelstr. 10/11, Sof II. Schriftliche Meldungen zur Theil nahme( für jedermann unentgeltlich, auch für Männer) werden bis 10. Januar 1897( unter genauer Angabe der Adresse) bei Frau Schwerin erbeten. Auch werden Theilnehmerfarten voraussichtlich am ersten Vorlesungsabend im Langenbeckhause noch zu erhalten sein. Der Kursus ist namentlich aus Anlaß der wahrscheinlich bevorstehenden Einführung der Frauen in die öffentliche städtische Armenpflege eingerichtet. 0 n war, mit der nifchen Farmer Thomas Kneebs, der sich troh der Der bekannte Betrugsprozek gegen den amerika geftellten Raution von 10 000 Mart schon über ein volles Jahr in Untersuchungshaft befindet, wird am 2. Februar b 3. I s. vor der 4. Strafkammer des Landgerichts I( Saal 68) zur nochmaligen Verhandlung gelangen. Eine außerordentlich ausgedehnte Epidemie von Biegenpeter herrscht zur Zeit im Norden unserer Stadt. Unter Ziegenpeter oder Mumps versteht man eine entzündliche Schwellung der vor dem Ohr gelegenen Ohrspeicheldrüse, welche von den Aerzten allgemein als ansteckend bezeichnet wird. Wie Dr. P. Markuse in Der heute erscheinenden Nummer der Deutschen medizinischen Wochenschrift" mittheilt, ist diese Biegenpeter Epidemie in bezug auf die Zahl der Erkrankungen fast mit der Influenza Epidemie zu vergleichen, als sie bei ihrem ersten Auftreten in Eine Kommiffion der königl. Eisenbahndirektion bat am Berlin im Jahre 1890 Legionen von Menschen auf das Krankenlager Montag, wie das Teltower Kreisblatt" aus Groß- Lichterfelde mit warf. In einem großen Theil des Nordens, in der Gegend der theilt, auf der Anhalter Eisenbahn die Stationen Südende, GroßBrunnene, Demminer, Swinemünder- und Bernauerstraße, aber auch Lichterfelde besucht, um mit den Gemeindevorstehern an Ort und bis in den Wedding Stadttheil hinein hat Dr. Martufe Fälle von Stelle Berathungen zu halten Einen Denkzettel erhielt der 20jährige Steinfegerlehrling über etwaige Verbesserungen Garl Lehmann durch Urtheil der 135. Abtheilung des Schöffen= Biegenpeter faft in jedem Hause und in jeder Familie, wohin er im Betriebe der Anhalter Bahn. sonft zu kommen pflegt, beobachtet. Hauptsächlich graffirt die Seuche foll Dem Vernehmen nach gerichts wegen einer groben Ausschreitung, die er gegenüber seinen au der Viktoriastraße eine Güter Expedition unter den Kindern. In einzelnen Schultlaffen fehlen bis zu gerichtet werden. ein betagten Eltern begangen. Der Angeklagte war an einem Abende Für Groß- Lichterfelde sollen ganz einem Drittel die Kinder wegen Erfrantung an Biegenpeter. er des vorigen Monats von der Arbeit angetrunken nach Hause ge Fast stets bringt ein Kind aus der Schule die Erkrankung mit hebliche Veränderungen geplant sein. So soll die Personenbeförde kommen. Als ihm seine Eltern hierüber Vorwürfe machten, wurde und steckt nach und nach seine sämmtlichen Geschwister und Spiel- dem plant man an der Stelle, wo jetzt die Dampfstraßenbahn hält, packte und ausholte, um sie seinem Vater gegen den Kopf rung wieder nach dem alten Bahnhof zurückverlegt werden; außer er von einer solchen Wuth ergriffen, daß er die brennende Lampe fameraden an. Glücklicherweise zeigt die Krankheit überwiegend eine Auseinanderziehung der Geleife, wodurch in der Mitte ein zu schleudern. Die Mutter verhinderte dies, indem sie ihm einen leichten Verlauf; bereits nach etwa acht Tagen ist der Prozeß Bahnsteig geschaffen wird. Hier soll auch eine Unterführung für in den Arm fiel. Nun eilte der Angeklagte in die Küche, beendet. Es fehlt aber auch nicht an schweren Fällen mit hohem den Personenverkehr bis zur Lantwigerstraße angelegt werden, um ergriff das Beil und drohte, feinen Bater damit zu Fieber, heftigen Schmerzen beim Kauen und Deffnen des Mundes 2c.; fernerhin ein Betreten der Geleise zu vermeiden. Voraussichtlich schlagen. Wiederum legte sich seine Mutter ins Mittel, aber dem in drei Fällen ist sogar Uebergang zur Bereiterung beobachtet werden diese Veränderungen nur Borbereitungen für die Anlage des bäßlichen Auftritt konnte erst durch den herbeigerufenen Schußmann worden. Bei der unerhört schnellen Verbreitung dieser Seuche hält dritten und vierten Geleises sein. Dr. Markuse die Einleitung einer Sammelforschung und genaue statistische Erhebungen bezüglich der Ursachen und des Wesens der Krankheit für wünschenswerth. Ueber ein Zuviel an Schülersport wurde geflagt. Wie die Boff. 8tg." erfährt, hat jetzt das brandenburgische Provinzial- Schulfollegium die Berliner Direktoren höherer Lehranstalten zur Bericht erstattung in dieser Frage aufgefordert. Kunft und Wissenschaft. " er ein Ende gemacht werden. Im Termine vergoß der Angeklagte bittere Thränen und versprach Buße und Besserung. Seine Mutter bat deshalb für ihn und wollte den Strafantrag zurückziehen. Der Bater war indessen nicht so weichherzig. Der Staatsanwalt be antragte eine Geldstrafe von 30 M., der Gerichtshof war aber der Ansicht, daß der grobe Verstoß gegen das vierte Gebot eine härtere Strafe verdiene und erkannte auf eine Gefängnißstraße von zwei Wochen. ahnen, daß ihm diese so verhängnißvoll werden sollten. Was seine Schierling", Lustspiel in 2 Aften von Emil Augier, deutsch von Sigmar Im Schiller Theater findet heute die erste Aufführung von Der Wirthschaft betrifft, so ist seinen näheren Bekannten schon lange Mehring, und Shakespeare's Die Komödie der Frrungen" statt. manche Eigenheit fein Geheimniß mehr gewesen. Der 80 jährige Fm Bürgerfaale des Rathhauses wird Sonntag Abend auf vielseitiges VerMann duldete z. B., wenn er Jemand zu viel Geld herausgegeben langen der Karl Löwe- Abend" wiederholt. hatte, teinen Widerspruch. Er hatte Recht und nahm nichts zurüd, Im Friedrich- Wilhelmstädtischen Theater geht heute Abend„ Die einen Frrthum gab's bei ihm nicht. Lieferte jemand etwas, so war der Waise von Lowood" in Szene. Die Jane Eyre spielt zum ersten verlangte Preis in der Regel zu billig. Forderte man z. B. für ein Male Frl. Marg. Belg. Morgen Nachmittag geht erstmalig die Stinder: paar Stiefel 15 M., so gab er 20 M. mit der Begründung, daß tomödie Max und Moriz" in Szene. niemand eine solche Arbeit für 15 M. liefern könne. wie sich nun herausstellt, im großen, fowie im kleinen, und es ist daher kein Wunder, daß schließlich die Rechnung nicht stimmte, sondern so und so viel fehlte. Daß Moritz von dem veruntreuten Gelde etwas für sich verwendet hätte, glaubt niemand, der ihn Die Zustände im Theater des Westens. Plötzlich entlassen sollen von der Direktion des Theater des Westens die Schauspieler Ferdinand Bonn und Franz Haid sein, da die Herren sich über das Theater und die Direktion„ schlecht" ausgesprochen haben. Es eriftirt Die Vernutreuungen, die sich der Rechnungsrath Morih in in Theater- Kontrakten ein Paragraph, der sofortige Entlassung an die vierte Straffammer am Landgericht II eine Beleidigung auf, in Als Vergehen gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung faßte der Verwaltung der Kaiser Wilhelms Atademie für das droht, wenn ein Mitglied dem Institute, dem er angehört, oder über militärärztliche Bildungswesen hat zu Schulden kommen lassen, er an demselben engagirte Mitglieder Ehre und Ansehen schädigende welcher das Schöffengericht nur eine mit 20 Mark Geldstrafe zu scheinen nach dem bisherigen Ergebniß der Untersuchung in einem Aeußerungen macht. Diesem Paragraphen wären also die genannten fühnende Beleidigung gefunden hatte. Am 7. Mai v. J. entstanden ganz eigenen Lichte. Der alte Beamte, der gegen seine eigene Person Herren verfallen. Wie das Frobl." hört, soll Herr Bonn die in der Bartels'schen Buchdruckerei zu Neu- Weißensee Lohndifferenzen, ebenso streng war, wie gegen seine Untergebenen, genoß seiner ganzen Absicht haben, Raution zu hinterlegen und wegen rückständiger Gage welche den Chef veranlaßten, mit Ausnahme von zweien oder dreien Lebensführung wegen die größte und allgemeinſte Achtung. Ronturs ausbringen zu lassen. fein ganzes Personal zu entlassen. Am Vormittag des nächsten Man wußte, daß er seine Schrullen hatte, aber niemand founte Tages versammelten sich die Entlassenen in einem nebenan belegenen diesen wurde nun viel über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Lokal und ließen die noch arbeitenden Kollegen herumholen. Mit die Kollegen zur Niederlegung der Arbeit zu veranlaffen. Nur der Bartels'schen Offizin disputirt, ohne daß der Versuch gemacht wurde, Schriftfeher Heinrich Gottlieb August Wendt sagte zu dem Schriftlezer Pfannenberg: Du bist nicht werth, daß man Dir ins Gesicht spuckt!" Das Schöffengericht hielt dies mangels einer Drohung oder Nöthigung für eine einfache Beleidigung, dagegen legte der Staats anwalt Berufung ein und die Strafkammer entschied, daß zwar nicht eine Drohung, Nöthigung oder Berrufserklärung vorliege, wohl aber eine Ehrverlegung und diese sei im§ 153 ausdrücklich vorgesehen. Ueber Probleme der Erdphysik sprach Herr Dr. Sch wahn Es wurde daher auf eine Woche Gefängniß erkannt. am 6. Januar in der Urania, Abtheilung Invalidenstraße. Leider Das Elephantenbein. Es hätte sich so nett drinnen kneipen hatte sich nur ein geringes Publikum eingefunden, das den inter- lassen, trotz der Enge. Aber wenn es regnete, wurde das Bein Mit gebrochenem Schulterblatt wurde Donnerstag Morgen effanten Darlegungen mit großem Intereffe folgte. Aus der eigen nicht nur auswendig, sondern auch inwendig naß und das war den um 3 Uhr der 39 Jahre alte Stutscher Karl Behn aus der Thaer- I thümlichen, an den Polen etwas abgeplatteten, am Aequator aus- Gästen unbequem. Es war im linken Borderbein; mit den übrigen tennt. Das ging, Im Oftend- Theater findet eingetretener Hindernisse wegen die im Annoncentheil angegebene Borstellung nicht statt. An stelle dessen wird heute Der deutsche Michel" gegeben. " war gerettet, zwei sind ertrunken, alle übrigen sind verschwunden; man nimmt an, daß sie ebenfalls ertrunken find. brei Beinen sollte es besser stehen. Aber es auch wichtigsten technischen Grundfäße für die Kunst des öffentlichen Redens. Lehre in Aussicht genommen worden, daß in dem Bauch Des vom Aufbau eines Vortrages.) Herr Heinrich Schulz. Elephanten täglich Die Schulräume sind zur Benuzung der Bibliothek und des reichen BeitKonzert stattfinden, und unter dem schriftenmaterials, schon von 8 Uhr abends an geöffnet. Bauch weibliche Bedienung thätig sein sollte. Reines von beiden Am 15. Januar wird voraussichtlich die geplante öffent: Chimay, die sich in den Zigeuner Rigo Janost so verliebt hat, daß Für eine Fürstin sehr verständig urtheilt die Prinzessin Itche Lesehalle, die mit 8eitungen, Beitschriften und Büchern war der Fall und auch hieraus leitete der Pächter des linken reto ausgestattet t, für die allgemeine unentgelttie Beste dem braunen Busztensohne bis in die Lehmhütte seiner Eltern Borderbeines seine Berechtigung her, die Zahlung der Restmiethe zu nugung eröffnet. Der Vorstand. verweigern. Denn er meinte, daß Konzert im Bauch und weibliche Basewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Vereinstalender find zu richten an Friedrich Prinzen Chimay zu verlassen und den Zigeuner- Primas Rigo nach Stuhlweißenburg gefolgt ist. In einem Briefe an den Brüsseler Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Soir" fagt sie bezüglich ihres Entschlusses, ihren Mann, den Bedienung, darunter auch dem Verkehr im linken Vorderbein zu Kortum, Manteuffelitr, 49, v. 2 Tr. gute kommen würden. Es handelte sich um den Elephanten, welcher demnächst zu heirathen: Rigo sei keineswegs ungebildet, während der Gewerbe- Ausstellung im Nordpol stand. Zur Zeit sondern ein Künstler und Ehrenmann; diejenige Frau solle den schwebt beim Amtsgericht Berlin eine Klage des Inhabers des ersten Stein auf sie werfen, welche lieber einem Manne ohne Verganzen Thieres gegen den Bächter des linken Vorderbeines und da dienste, dem nur der Adelstitel als Empfehlung zur Seite stände, hat der Beklagte vorstehende Einwände durch seinen Rechtsbeistand, angehören wolle, als einem verdienstvollen rechtschaffenen Manne. Rechtsanwalt Dr. Schöps, geltend machen lassen. war Es wird nunmehr die Aufhebung der Beschlagnahme beantragt werden. Versammlungen. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle zuschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an P. Gent, S. Dresdener straße 107/8. Arbeiter- Randherbund Berlins und Umgegend. Menderungen im Bereinstalender find zu richten an Otto Schulz, Kottbuser Damm 72. Kommandantenstr. 20. Bortrag des germ Dr. med. B's hm über, Grtaltungs: Oeffentliche heute Uhr, in Arminhallen", Herrn Böhm trantheiten und deren naturgemäße Behandlung". Verein der Buchdrucker und Schriftgießer für Riedorf- Brik. Sonntag, den 10. Januar cr., nachmittags 1 uhr, Bersammlung in den Bittoria- Gälen, Hermannstr. 49. aufzufaffen. thal. 1896. Eingelaufene Druckschriften. und Aus Bombay wird vom 4. Januar englischen Blättern beDas Flugblatt An die arbeitende Bevölkerung Char richtet: Die Wirkung der Peft auf die Thätigkeit der Gerichtshöfe lottenburgs", das mit dem Sage schließt:„ Wer für Gerechtigkeit ist bemerkenswerth. Im Grafschaftsgericht allein sind sonst 400 Pround gegen das Unrecht, wer für Freiheit und gegen die Bedrückung, geffe anhängig, jetzt nur 75 Fälle. Gestern wurde gar kein neuer wer für das Wohlergehen Aller und gegen die Ausbeutung der Prozeß angeftrengt. Wahrscheinlich werden in allernächster Zeit Masse durch Wenige ist, der schließe sich der Sache der Unter dieser Rubrik zeigen wir sämmtliche der Redaktion zugehende literarische fräftigere Maßregeln zur Bekämpfung der Seuche ergriffen werden Sozialdemokraten an und trete ein in den Wahlverein", Neuigkeiten an. Wir bitten unsere Leser die Nennung der Schriften nicht als müssen. Der Auszug aus der Stadt dauert fort. Der Handel durch Beschluß des Amtsgerichts Charlottenburg vom Empfehlung der Rebattion, sondern lediglich als Empfangsbestätigung Bombay's dürfte durch die Best einen Schlag erleiden, von dem sich 27. Ottober 1896 beschlagnahmt worden und darauf hatte die Blos über diejenigen Erscheinungen, welche im Interesse unserer Leser auch die Stadt jahrelang nicht erholen wird. Der Gesundheitszustand der Staatsanwaltschaft gegen den Verleger Gen. Sellin und den Drucker aus politischen Gründen besprochen werden müssen, veröffentlichen wir, soweit Europäer bleibt merkwürdig gut. Daraus läßt sich vielleicht der Gen. Görte sowie gegen fieben andere Genossen, welche sich an der dies der Raum unseres Blattes zuläßt, Kritiken. Genügt einer Verlagsbuchhandlung Schluß ziehen, daß die Lebensgewohnheiten der Eingeborenen in die Anführung der übersandten Rezensionseremplare in dieser Rubrik nicht, so Verbreitung betheiligt haben sollen, die Anflage wegen Verbitten wir von der Zusendung der Neuerscheinungen des Verages absehen zu wollen. erster Linie die Krankheit weiter verbreiten. In Bombay nimmt ächtlich in a chung von Staatseinrichtungen erhoben. Der deutsche Lehrerverein in den ersten fünfundzwanzig Jahren man an, daß die Mehrzahl der Flüchtlinge in einem oder zwei Die Straffammer des Landgerichts II Berlin hat jedoch auf feines Bestehen 1871-1896. Im Auftrage des geschäftsführenden Aus- Monaten, wenn ihre Ersparnisse erschöpft sind, nach der Stadt eine Schußschrift des Rechtsanwalts Dr. Herzfeld die Eröffnung schusses bearbeitet von Robert Rißmann. Berlin, Druck von W. u. S. Löwen zurückkehren wird. Die Flüchtlinge sind nirgends gern gesehene des Hauptverfahrens abgelehnt, da das Flugblatt Ernste Antworten auf Kinderfragen. Ausgewählte Kapitel aus einer prat- Gäste. Im Mofussil ist die Bevölkerung nahe daran, sie mit Ges teinen strafbaren Inhalt habe. tischen Pädagogit für's Haus von Rudolf Benzig, Dr. phil., Dozent an der walt zu vertreiben. Den Unglücklichen, die nicht genug Geldmittel Humboldt: Utademie in Berlin. Berlin 1897. Fero. Dümmler's Berlagsbuch zur Rückkehr besigen, wird die Regierung wahrscheinlich unter die handlung. Preis 2,80 M. Friede der Judenfrage. Bon J. Menzinger. Berlin, Schufter u. Löffler. Arme greifen fie bei den Nothbauten beschäftigen e devenir social, Revue internationale d'économie, d'histoire et de müffen. Solche Bauten werden jetzt nicht nur in der Präsidentphilosophie. Paraît tout les mois en un fasc. de 96 pages gr. in- 8°. Abonnement annuel: France 18 fr.; Etranger 20 fr. 16, rue Soufflot, Paris. fchaft Bombay, sondern thatsächlich in ganz Indien eröffnet. Sommaire No. 12( Décembre): Les ouvriers du bâtiment et leurs anciennes Ueber die Hungersnoth schreibt ein in Indien praktizirender engcorporations en Roussillon. Florent Serruier. Etude sur Vico( fin), lischer Advokat feinen Angehörigen in der Heimath: In der ganzen Stadt stockt es. Nach den Reuter'schen Drahtberichten zu urtheilen, kennt der Staatssekretär für Indien den Ernst der Lage nicht oder veröffentlicht absichtlich schöngefärbte Nachrichten. In ganz Indien werden Sammlungen veranstaltet. Alle hiesigen Richter und Advokaten haben zur Hungersnothsammlung beigesteuert. Die Preise sind auf das Doppelte geftiegen. Und trotzdem erklärt der britische Staatssekretär für Indien, daß es nicht nöthig sei, in England Sammlungen anzustellen! Wenn Japan Indien wäre, so fänden in ganz England Versammlungen statt zum Besten der von der Hungersnoth Heimgesuchten, und Beiträge würden in Menge fließen. Die Regierung sollte felber Korn einführen u. f. w. Aber sie will nicht, damit man ihr nicht den Vorwurf mache, sie mische sich in das Geschäft der großen Getreidehändler. Ich sehe ferner, daß der Staatssekretär Saaten sendet. Was uützt das, wo in dem dürren Erdboden nichts wachsen tann? Weizen sollte er schicken." Wie weiter aus Bombay gemeldet wird, sind nach amtlicher Feststellung bisher 2850 Personen an der Pest erkrankt und 2028 aus Indien einschließlich Karachi eine fünfzehntägige Quarantäne Bersonen gestorben. Die türkische Regierung hat für Herkünfte angeordnet, für verpeftete Schiffe eine zwanzigtägige Quarantäne in Kamaran und für Herkünfte aus Mohammerah eine zehntägige Quarantäne in Basra. Zu den Schlußverhandlungen der 14. Generalversammlung der Kranken- und Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter wurden zunächst nachfolgende, auf das Statut bezügliche Beschlüsse gefaßt: Das im§ 13 vorgesehene Krankengeld, welches für die Dauer der ersten 26 Wochen gezahlt wird, hat folgende beachtenswerthe Erhöhungen erfahren bezw. ist jetzt wie folgt normirt worden: 1. Klasse: täglich-90 M., wöchentlich 5,40 m. 2. 3. 20 D 1,24 1,65 " 4. " " 5. 2,15 2,65 " " " 8,40 " 9,90 " 12,90 " 15,90 " G. Sorel. Discussion doctrinale: Le socialisme et la science sociale. Paul Lafargue. Revue critique Ferri: Socialisme et science positive( David). Notes bibliographiques. Walras. Labriola, Antonio, Prof. L'uviversita. Roma, Libreria Löscher, Corso 307. Le collectivisme par H. Lafontaine. Editeur du journal ,, La Bataille". Namur, 59 Ru de fer 59. Vermischtes. Die alberne Broschüre des Werftarbeiters Th. Lorenzen in Kiel, die sogar vom Evangelischen Arbeiterverein desavouirt wurde, ist in Breslau an die Arbeiter der Eisenbahn Waggonfabrit vorm. Linte vertheilt worden. Während der folgenden 26 Wochen ist die Kaffe zur Zahlung Diese Fabrik ist in den Händen einer Aktiengesellschaft, die auf der Hälfte der vorher normirten Säge verpflichtet. Eine sehr wichtige das abgelaufene Geschäftsjahr 13 pet. Dividende vertheilt. Neuerung ist der dem§ 14 neu hinzugefügte Absatz 5: Mit- mit welcher Begeisterung fonach die Arbeiter jener Fabrik das glieder, welche infolge dauernder Erwerbsunfähigkeit dauernder Erwerbsunfähigkeit fein Lorengen'sche Evangelium der Bedürfnißlosigkeit aufnehmen werden, Krankengeld mehr zu gewärtigen bezw. zu beanspruchen haben, kann sich jedermann selbst sagen. es tönnen sich auf ihren Antrag das Sterbegeld sichern gegen einen Beitrag von wöchentlich 10 Bf. Bestimmt wurde von der GeneralJu bezug auf die Soldatenbriefe hat das Reichs- Postamt versammlung ferner, daß die nächste Generalversammlung nach einem worden, daß die Nachsendung portofrei beförderter Briefe an solche neuerdings eine wichtige Verfügung, erlassen. Es ist bestimmt Beitraume von 22 Jahren stattzufinden habe. Bezüglich der Wahlen Militärpersonen, welche vorübergehend beurlaubt oder bereits aus wurde beschlossen, daß die jetzt bestehenden 62 Wahlabtheilungen auf dem Militärverhältniß entlassen sind, ebenfalls portofrei zu geschehen 55 zu vermindern find. Bezüglich der verfügbaren Kassen hat. Bisher wurde für solche Sendungen stets Strafporto in Angelder wurde Sie Ermächtigung ertheilt, folche außer öffentlichen Sparkassen auf ein unveräußerliches Ronto- rechnung gebracht. in Witterungsübersicht vom 7. Januar 1897. Swinemünde buch nur nach Art der Gelder Minorenner( Mündel- Der Hegen- Tanzplatz bei Thale am Harz ist auf eine eigene gelber 2c.) anzulegen. Soweit sich die Anlegung verfügbarer Gelder Art um den Fernsprech- Anschluß gekommen. Eisbelastung hattte den auf Hypotheken bezw. Ankauf von Staatspapieren erstreckt, ist die Draht der Leitung, die von der Stadt nach dem Heren- Tanzplatz Genehmigung des Ausschusses erforderlich. Das hierauf mit allen führt, in der Nacht an mehreven Stellen zum Reißen gebracht. Zwei seinen Abänderungen einstimmig angenommene Kassenstatut tritt Drahtstücke von je 135 Meter Länge sind dann dicht an den Beitungsstangen Stationen. laut Beschluß der Generalversammlung mit dem 1. Juli 1897 in abgefniffen worden und verschwunden. Der Amtsanwalt von fraft. Es folgte sodann die Generalversammlung der Quedlinburg glaubt, daß gewöhnliche Diebe sie entwendet haben Frauen- Sterbefasse. Auch hier fanden einige Statuten- und forscht nun nach den Spizzbuben. Voraussichtlich wird er aber änderungen statt, deren bemerkenswertheften folgende sind: Bei damit kein Glück haben. Denn es ist viel wahrscheinlicher, daß die eintretendem Todesfalle erhalten die Hinterbliebenen nach 6monat Heren nach ihrem Tanzfeste in jener Nacht einmal auf dem modernen licher Beitragsleistung des verstorbenen Mitgliedes ein Sterbegeld Draht, statt auf ihren veralteten Befenstielen davongeritten sind. Hamburg von 70 M. statt wie bisher 65 M. und nach einjähriger Mitglied. Die Sachverständigen von Thale sind auch dieser Ansicht. schaft 140 m. statt wie bisher 130 M. ausbezahlt. Es folgten Auf dem Bahnhofe zu Liffa entgleiste Mittwoch Abend bei sodann die verschiedenen Wahlen. Der Ausschuß wurde insgesammt der Ausfahrt der nach Breslau bestimmte Güterzug mit seinen sechs ien. wiedergewählt und verbleibt der Sitz desselben in München. Das letzten Wagen. Ein Wagen stürzte in den Park des Kreis- Stände- Haparanda. Schiedsgericht wurde ebenfalls einstimmig wiedergewählt. Dasselbe hauses. Der Materialschaden ist bedeutend. Verlust an Menschen- Petersburg Resultat hatte die Vorstandswahl. Siz desselben wie der Kaffe ver- leben ist nicht zu beklagen. Die Strecke nach Breslau ist ge- Gort.. bleibt ebenfalls in Hamburg. Hiermit waren die Verhandlungen er- sperrt. Aberdeen. ledigt. Mit einem dreifachen, Hoch auf das fernere Gedeihen der Paris. Raffe schieden die Rafsendelegirten offiziell von einander. Berlin Wiesbaden München Barometerftand in mm, reduzir auf d. Meeressp. 777 751 764 757 Windrichtung Windstärke 12000( Stala 1-12) I QQQEZUE Wetter SD 4 wolkig bedeckt bedeckt Still wolkig bedeckt Nebel Schnee 3 heiter 7 bedeckt 3 Regen Temperatur nach Gelfius ( 506. 4º R.) 858 7 Aus Dirschau wird berichtet: Ein Brudermord hat die Bewohner der Ortschaft Rambeltsch in große Aufregung versetzt. Der Arbeiter Ropezti hat seinen 30 jährigen Bruder, als dieser angeWetter- Prognofe file Freitag, 8. Januar 1897. trunken vom Tanzboden heimkehrte, mit einem Spaten nieder- Beitweise heiteres, vielfach woltiges Frostwetter mit ziemlich geschlagen, sodaß die Schädeldecke zertrümmert wurde und sofortiger frischen öftlichen Winden; keine oder unerhebliche Niederschläge. Tod eintrat. Der Mörder wurde verhaftet. Der Sozialdemokratische Agitationsverein für den Wahlkreis Stralsund Franzburg- Rügen hielt am 3. Januar feine Generalversammlung ab. Der Kaffenbericht vom letzten Quartal ergab eine Einnahme von 80,75 M. und eine Ausgabe von 6,19 M., somit ist ein Bestand von 74,56 M. vorhanden. Erdbeben im bayerischen Walde. Aus Passau wird vom Gelefene Zeitungen und Broschüren wurden 37 Kilogramm ge- Donnerstag berichtet: Gin vorgesteru früh bei Grafenau wahrsammelt. An stelle Behrends wurde Weißenftein als Revisor ge- genommenes Erdbeben ist nach Berichten der„ Donau- Zeitung" fast wählt. Die Sigungen werden jeden Sonntag nach dem 1. und im ganzen bayerischen Walde verspürt worden. Stellenweise war 15. im Monat, vormittags 10 Uhr, bei Linke, Jüdenstraße 36, ab- die Erschütterung sehr heftig. In mehreren Ortschaften flüchteten gehalten. die Bewohner aus den Häusern. Auch in Hals, eine halbe Stunde von Passau, wurde ein heftiger Erdstoß wahrgenommen, während in Passau selbst nichts bemerkt wurde. Arbeiter- Bildungsschule. Freitag Abend 9 Uhr bis 10% Uhr: Südost Schule, Waldemarstraeß 14: Natur- Erkenntniß( antite und moderne Natur: betrachtung. Problem der Weltbildung im Alterthum. Griechische Weisheit und biblische Ueberlieferung. Die Entthronung der Erde aus ihrer bevorzugten Ein belgischer Dampfer, der sich mit einer Ladung Phosphat Stellung im Weltenall. Mechanistische Auffassung und experimentelle Forschung. auf der Fahrt von Antwerpen nach Bayonne befand, ist, Die Einreihung des Menschen in das Naturganze[ Samart- Darwin]. an den Tête de chat Felsen Seelenproblem. Atomismus und Materialismus. Grenzen der Natur- Erkenntniß.) wie aus Brest berichtet wird, Herr Dr. G. Joël. Nord- Schule, Brunnenstr. 25: Rede- lebung( Die gescheitert. Von der 18 Personen betragenden Mannschaft sind drei Restaurant und Festsäle Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW., Beuthstr. 2. Wir empfehlen: Die politische Polizei in Preussen Bericht über die Verhandlungen im Prozeß Leckert- v. Lützow- v. Tausch. Nach stenographischen Aufnahmen. Mit Einleitung u. Anhang. 96 Seiten Groß- Ottab. Preis 25 Pf. Porto 5 Pf. Die Verhandlungen dieses hochwichtigen Prozesses sind von dauerndem Interesse; durch Beifügung des Anhanges, in welchem wir die fälschlich dem Auswärtigen Amt zugeschriebenen Artikel der„ Kölnischen Zeitung"," Münchener Neuesten Nachrichten" u. f. m. gegen die Unverantwortlichen" im Wortlaute zum Abdruck bringen, ist der Werth der Schrift noch erhöht worden. Sämmtliche Parteischriften 287/14 sind auch in den Parteispeditionen vorräthig. Damen und Herren Das Wohl fühlt sich [ 8682* bei jeziger Witterung, per Brunnen- Strasse 110 ( neben dem Pferdebahn: Depot) bei Jgnatz Sello bezieht anerkannt guten Rum, Fl. inkl. von 90 Pf. an, vorzügl. Glühwein Extrakt, 1, Fl. intl. v. 1,10 W. an, Ingwer, Pfeffer: minz 2c. ff. Liköre( Literfl.) intr. 1,10 m., iterft. intl. 55 Pf., Stons: dorfer infl. Orig. Fl.( Ltr.) à 80 Pf., Halb u. 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Das kann der betreffende Lungenkranke weit beffer in gutem Essen und Trinken anlegen ober, wenn er das ausführbar machen kann, in einem längeren Aufenthalt in einer Lungenheilstätte( am Grabowsee, in Malchow oder sonstwo). Orts- Krantentaffe der Kaufleute, Handelsleute und Apo theter. Wir bestätigen Ihnen gern, daß die Mittheilung in unserer vorigen Nummer nicht von der Verwaltung gemeldet wurde. " Süddeutscher Postillon". 1. Wernau Wir sehen uns genöthigt, die Geschäftsverbindung mit der Firma Schwedter- Strasse 23-24. 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Tauben- Strasse Schiller- Theater Urania, No. 48-49. ( Wallner- Theater). Eintritt 50 Pf. Wissenschaftl. Theater abends 8 Uhr. Naturkundliche Ausstellung Freitag, abends 8 Uhr: Zum 1. Male: täglich geöffnet von 10 Uhr vorm. ab. Der Schierling. Die Komödie der Jrrungen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Schierling. Die Komödie der Irrungen. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Dir. Rich. Schultz. Freitag, den 8. Januar 1897: Emil Thomas a. G. Zum 109. Male: Deutsches. Die versunkene Glode. Eine wilde Sache. Berliner. Der Schuß. Leffing. Madame Sans- Gêne. Westen. Harakiri. Neues. Marcelle. Residenz. Der Frauenjäger. Unter den Linden. Der Schmetter ling. Thalia. Goldene Herzen. Hierauf: Das Wetterhäuschen. Zentral. Eine wilde Sache. Schiller. Der Schierling. Oftend. Schwerenöther. Belle- Alliance. Adam und Eva. Volts. Robert und Bertram. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Die Waise von Lowood. Alexanderplatz. Sein Verhältniß. Paffage- Panoptikum. Traumbilder. Spezialitäten. Apollo. Spezialitäten. Belle- Alliance- Theater Volks- Vorstellung unter Regie vbon Julius Türk. Sonntag, 10. Jan., nachm. 3 Uhr: Zum lezten Male: Don Carlos. Tragödie von Friedrich Schiller. Philipp: Wilhelm Ruff; Elisabeth: Therese Freyburg a. Gast; Don Carlos: Richard Jurgas; Marquis Posa: Jul. Türt. Eintrittskarten à 60 Pf sind in den bekannten Zahlstellen zu haben. Die Billets werden verloost. Friedrich Wilhelmst. Theater. Freitag: Die Waise von Lowood. Schauspiel in 3 Atten von Charlotte Birch- Pfeiffer. Jane Eyre: Marg. Beltz als Gaft. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: May und Moritz. Eine lustige Bubengeschichte in 5 tollen Streichen mit Gefang von Friz Schäfer. Abends 8 Uhr: Vor Sonnenaufgang. Soziales Drama in 5 Aften von Gerhart Hauptmann. Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Volksstück in 4 Aften von 2. Anzengruber. Abends 8 Uhr: Der Veilchenfreffer. Lustspiel in 4 Aften von G. v. Moser. Montag, zum 1. Male: Das Edikt des Kaisers. Drama in 5 Aften von Heinrich Driesmans. Billets ohne Vorbestellgebühr an der Theaterkaffe, außerdem im Invaliden dant, Unter den Linden 24, bei Baut Romeid, Leipzigerstraße 6, und Julius Lengenfeld, Markgrafenstr. 50. Alexanderplay- Theater. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von W. Mannstädt und F. Freund. Musik von J. Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen und die folgenden Tage: Eine wilde Sache. Volks- Theater 34 Reichenbergerstr. 34 nahe dem Kottbuser Thor. Weihnachtsfest= Dekoration sämmtlicher Säle. Robert und Bertram Große Gesangsposse in 4 Aften von G. Näder. Sonntags 7 Uhr. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. bis 4 M. Alcazar Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstr. 52/53( City- Bassage) Annenstr. 42/43. Vornehmster Familien- Aufenthalt. Riesen Januar- Programm! Neu! Papa's Zahnschmerzen. Neu! Bosse mit Gesang in 1 Aft. Leonhard und Falconi, Oper: und Operetten- Duettisten ohne Konkurrenz. Brothers Rifton, Luftturner. Lotte Sieger, preisgekrönte Kontra- Altistin. Der urkomische Wehling. Die be rühmte Barrison. In Vorbereitung: Der Ehrenpokal. Freikarten haben Giltigkeit. Wochentags 8 Uhr. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. R. Winkler. Circus Renz Karlstrasse. ( Jubiläums Saison 1896/97.) Freitag, den 8. Januar 1897, abends 72 Uhr: Parade- Gala- Vorstellung. Kolossaler Erfolg. Neue freie Volksbühne. = Unserem Durststill Stations: Bor. ſteher [ 31646 Wilhelm Zippke Seine Stammgäste. Sonntag, den 17. Januar, nachm. 22 Uhr, im Central- Theater: zum 36. Geburtstage ein donnernWinterschlaf von Dr. Mar Dreyer. 2. Aufführung: Sonntag, den des Hoch! 31. Januar. Montag, den 25. Januar: Kammermusik- Abend 150/5 Gesundbrunnen Badstrasse 35/36 Sternwarte alienſtr. 57/62 bei Steller, Koppenſtr. 29. Lehrter Stadtbahnhof. Täglich von 72 Uhr abends ab 50 Pf. Im Theater: Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge, mit Experi menten u. gr. Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesanschläge. Münz u. Kaiser Wilhelmstr.- Ecke Winkler's großes Anatomisches Museum Freitag von 2 Uhr ab: Damentag. Entree 50 Pf. 126M PassagePanopticum. Nur noch kurze Zeit! Traumbilder. Weihnachtsfeerie m. Musik u. Gesang. Ohne Extra- Entree. Castan's Panopticum. Neu! Die wunderbaren indischen Neu! Pygmäen. Neu! Neu! Ur- Australier ( Kannibalen). Apollo- Theater. Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Tägliche Vorführung des Sensationsbildes Endlich allein! Auftreten der schönen Creolin Carlotta Kara der vorzüglichen Akrobaten The Kellinos Robert Steidl, Mr. Ganivet 1. f. w. u. f. w. Kaffenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr.. Viktoria- Brauerei Lützow- Strasse 111/112. Heute sowie von nun an wieder jeden Freitag und Montag: Gesundbrunnen Badstrasse 35/36 Marienbad Sonnabend, den 9. Januar 1897: Großer Wirner Masken- Ball arrangirt von den sozialdemokr. Parteigenossen Reinickendorfs. Anfang 8 Uhr. 222/10 Kranken- und Begräbnißkasse der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen zu Berlin.( E. H. Nr. 24.) Sonnabend, den 16. d. M., abends 81/2 Uhr, im Englischen Hof, Neue Roßstr. 3, Entree: Damen 25 Pf., Serren 50 Pf. General- Versammlung. Das Comité. Klempner. Tages Ordnung: 1. Kassenbericht pro 4. Quartal 1896. 2. Jahresbericht pro 1896. 3. Bericht des Vorstandes. 4. Entschädigung der Revisoren laut§ 27 des Statuts. 5. Wahl des Vorstandes und der Re Sämmtliche Mitglieder werden er sucht, pünktlich zu erscheinen. 24/13 Der Vorstand. Bruno Gröblehner, Vorsitzender, Kassirer, Wißmannstr. 18 I. Wasserthorstr. 14 i. Sonntag, den 10. Januar 1897, vormittags 10% Uhr, visoren. 6. Kassenangelegenheiten. findet bei Stabernack, Inselstr. 10, eine Konferenz der Werkstatt- Vertrauensleute reubeneid, statt. Es werden alle noch nicht vertretenen Werkstellen ersucht, Vertrauens: männer sofort zu wählen und zu derselben zu entsenden.( Siehe Gewerk: schaftliches.) F. Zimmermann, Vertrauensmann, Forsterstr. 3, Stfl. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute, Freitag Abend, bei Cohn, Beuthstr. 20/21( oberes Zimmer): Sitzung der Ortsverwaltung. 80/8 Die Beitragsammler werden ersucht, in dieser Sizung Billets zum Maskenball in Empfang zu nehmen. Die Ortsverwaltung. R. Kranken- Unterstügungs- und Begräbnißkasse der Lederzurichter Berlins ( E. H. Nr. 50.) Sonntag, 17. 5. M., vorm. 11 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11, General- Versammlung. Verband deutscher Zimmerleute Lages Drömung: 1. RechnungsZahlstelle Berlin. Sonntag, den 10. Januar, vormittags 101/2 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße Nr. 20: I. General- Versammlung. Tages- Ordnung: Versammlung in Halberstadt. 3. Stellungnahme und Diskussion eventueller 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1896. 2. Die bevorstehende General Anträge zu derselben. Kameraden, erscheint vollzählig, denn die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert es. Der Vorstand. Ferner werden die Mitglieder darauf aufmerksam gemacht, daß am 17. Januar, nachm. 42 Uhr, die Bezirksversammlung für den Westen, Kreuzbergstr. 48 bei Goßmann, stattfindet, und am 24. Januar für den Norden, Kolbergerste. 23. In beiden Versammlungen findet nach dem Vor: trag geselliges Beisammensein statt. Achtung! 254/6 Große öffentliche Achtung! Versammlung der Brauerei- Arbeiter Berlins und Umgegend Sonntag, den 10. Januar 1897, nachm. 1 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße Nr. 27e. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Das Verhalten des Direktors Arendt vom Münchener Brauhaus zur Vergleichs- Kommission der Brauerei- Silfs 41/9 Der Wichtigkeit der Tages- Ordnung wegen ist es Pflicht aller Kollegen, zu erscheinen. Lustige Blätter! Stettiner Sänger arbeiter. 4. Berſchiedenes. Sonnabend, den 9. Januar 1897: Lustige Blätter! Sonntag, den 10. Januar 1897: Heute und die folgenden Tage: Pifante Novität! Sein Verhältniß. Sittenbild aus dem Berliner Leben in 4 Aften von Karl Bohle. Anfang 8 Uhr. 2 Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr: Bons, auch die zu anderen Vor- Auf vielseitiges Verlangen: Aufstellungen ausgegebenen, behalten ihre führung des großen militärischen Giltigkeit. Sonntag, nachm. 4 Uhr, Ausstattungsstückes 1870/71. zum letzten Male: May u. Morių. Eine lustige Bubengeschichte in 5 tollen Streichen mit Tanz und Gefang von Friz Schäfer. Billets find schon 3 Tage vorher ohne Vorbestellgebühr an der Theaterkasse zu haben. Thalia- Theater. ( vormals Adolph Ernst Theater). Goldene Herzen. Schwank in 4 Aften von E. Karlweis. Hierauf: Das Wetterhäuschen. Musikal. Genrebild von Adrian Roß. Deutsch von Hermann Hirschel. Musit bon Selby. Morgen und folgende Tage: Die selbe Vorstellung. In Vorbereitung: Frau Lieute: nant. Vaudeville- Operette in 3 Aften von G. Serpette und V. Roger. Ostend- Theater. Gr. Frankfurterir. 132. Dir. C. Wein Täglich: Schwerenöther. Poffe mit Gefang von Ost. Klein. Musik von G. Steffens. Anfang 8 Uhr. Sonntag, 10. Januar, nachm. 3 Uhr: Auf allgemeinen Wunsch bei ermäß Preisen: Der deutsche Michel. Parodie- Theater Oranienftr. 52. Gastspiel der reisenden Schauspielergesellschaft des Direktors Joh. Lumpe aus Dobern bei Bensen in Böhmen: Die Kreuzfahrer oder Emma von Falkenstein. Großes romantisches Sittenſchauspiel. Anfang Woche 8 Uhr, Sonntags 72 Uhr. Entree 75 Pf. bis 3 M. NB. Ber: ehrungswürdige: Da dieses Stück sich überall des besten Beifalls er freute, so glaube ich in der Wahl des selben auch hier keinen Fehlgriff ge= than zu haben. Einem zahlreichen Besuche entgegensehend. Hochachtungsvoll Johann Lumpe, Direktor. Abends 71/2 Uhr: Kolossaler Erfolg! Lustige Blätter! Preise der Bläge zur Nachmittagsvorstellung: Logensis 3 M., Parquetu. Tribünensis 2 M., Balton 1 M. 50 Pf., II. Platz 1 M., Gallerie( Stehpl.) 50 f. Außerdem hat jeder Besucher das Recht, auf das von ihm gelöste Billet 1 Kind weitere Kind zahlt auf Balton, II. und unter 10 Jahren einzuführen. Jedes III. Plaz die Hälfte. Abends gewöhnliche Preise. Franz Renz, Sgt. Kommissionsrath und Direktor. ( Meyfel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader). Anfang präz. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf.( siehe Plakate). ,, Emma, mein Mause: schwänzchen! Neueste Burleske. Sonnabend, 9. Januar: Spandau ,, Rother Adler". Sonntag, 10. Januar: Konzerthaus Sanssouci. Burg: Circus Busch. een- Palaſt, fake 22. Bahnhof Börse. Der Einberufer. V legung vom 4. Quartal 1896. 2. Be richt der Revisoren. 3. Vorstands: wahl: a. ein 2. Vorsteher, b. ein der Ersatzmänner. 5. Geschäftliche Mittheilungen. 31616 Saffirer, e. ein Kontrolleur. 4. Wahl Der Vorstand. G. Busse. Achtung, Kupferschmiede! Oeffentliche Versammlung der Kupferschmiede: Gesellen Berlins Sonnabend, den 9. Januar 1897, abends 29 Uhr, bei Herrn Feind, Weinstr. 11, Verkehrslokal der Kupferschmiede. Tagesordnung: 1. Wahl von Revisoren zum Dis positionsfonds. 2. Beschlußfassung über die Utensilien aus der ehe: maligen Brüderschaft der Kupferschiede Gesellen von 1871( Fahne, Willkommen, Becher, Standarten, Marschallstäbe u. dergl. mehr). 3. Ver schiedenes. 99/2 Der Vertrauensmann der Berliner Kupferschmiede. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. NB. Die Kollegen werden ersucht, es den älteren Kollegen mitzutheilen, die der alten Zunft angehören; des gleichen denen, die der jezigen modernen Organisation angehören und den„ Borwärts" nicht lesen. Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins. Schippanowsky's Sonntag, den 10. Januar, vormittags 10 1hr, im Lokal des Herrn Wilke, Andreasstraße 26: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Disfuffion. 3. Abrechnung vom 4. Quartal. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 31/4 Achtung! Verein der Former! Achtung! Sonntag, 10. Januar, vorm. präz. 10 Uhr, im Vereinslokal, Hirtenstraße 21. Ordentliche General- Versammlung. D.: Jahresabrechnung. Reviſorenbericht. Vorstandswahl und Gen Fest stellung des Krankenzuschusses, der Sterbeunterstützung und des Reservefonds. Der wichtigen Tagesordnung halber wird um rege Betheiligung ersucht. 61/6 Der Vorstand. J. A.: A. Mewes. Verband der Arbeiter in Gasanstalten, Direttion Winkler& Fröbel auf Holz- und Kohlenplägen und sonstiger Arbeitsleute. Das durchweg neue Freitag, den 8. Januar 1897, urkomische Karnevalsabends 71/2 Uhr: Gr. humoristische Vorstellung. Sensationeller Erfolg. Nach Sibirien. Besonders hervorzuheben: Die Fahrt mit der Troika einen 30 Fuß, hohen Berg hinauf. Original Idee des Dir. Busch. Außerdem: Pierrots Aben: teuer, tomische Szene der Pierra: Troupe. Der Clown Mr. Alfred Daniels als Operntenor. 100 Clowns, männliche und weibliche, und Spring potpourri von 20 der besten Parterrespringer. Auftreten der Clowns Mr. Sidney u. Cyrillo. 4 arab. Schimmel Hengste als Schaukelpferde, dressirt und vorgeführt vom Dir. Busch. Elektr. Quadrille, geritten von 6 Damen und 6 Herren. Die weltberühmten Reit: fünstlerinnen Geschw. Powell. Auftreten der unvergleichlichen Drahtseilkünstlerinnen Geschw. Deike. Morgen: Nach Sibirien. Sonntag: 2 Borstellungen; nachm. 4 Uhr: Zscheus. Abends 712 Uhr: Nach Sibirien. ( Verwaltungsstelle Berlin.) Sonntag, den 10. Januar, abends 62 Uhr, Riesen- Programm. im Lokal von Kinz u. Ko, Alte Jakobstr. 83: Noch nie dagewesen Sensations- 25 Nummern. Nur noch turze Zeit: Die drei Wunder Lilly, Elsa u. Frieda auf dem Doppeldrahtseil. Anfang 7 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Berliner Possen- Theater Münzstrasse 17. ( Eingang Königsgraben.) Direttion: Joseph Aschinger und Leonhardy Haskel. Sein Portrait. Schwank von L. Haskel Des Löwen Erwachen. Operette von Brandt. Der Lumpen ball. Burleste von M. Dannu. L. Hasfel. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Vorsitzenden und Schrift führers des Ortsvorstandes. 4. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Wegen der wichtigen Tagesordnung ersucht um zahlreichen Besuch 42/12 Der Ortsvorstand. Tischler- Verein. General- Versammlung. Sonnabend, 9. Januar, abends 9 Uhr, Melchiorstr. 15: T.- D.: 1. Abrechnung vom 4. Vierteljahr 1896. Jahresbericht pro 1896. Bericht über die Bibliothek. Wahl eines Bibliothekars. Bewilligung etwa nöthiger Gehälter für den Vorstand. Inseratenfrage. Ein Unterstützungs198/8 gesuch. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Schäftebranche. Berein deutſcher Schuhmacher. Filiale V. Versammlung Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke 3. Neu! Neu! Neu! !! Im Frühlingsglanz!! Populäre Konzerte: Im Fliederhain, In der Rosenlaube, Im Obstgarten, In der Hopfenlaube, Jm Weinberge. Entrée frei! Entrée frei! Theater- Abtheilung: Auftreten von Humoristen, Komikern 2c. Hauswirths Töchterlein. Poffe. Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Verloren 11/3 gegangen ist die Liste Defateure" Berlins am 31. 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