k 193. Dienstag, den 20. August 1889. 6. Jahrg. Wll. orm. � Zustand- idustriestlN ibi!«-"' tMnZMblxll. Brgan für die Interessen der Arbeiter. 5�n. m Das„Berliuer Volksblatt" j».Haus»itrteIiäfir?SS4Q?mCr f"0� Un� Ä��tagen. AbonnementSpreiS für Berlin frei �.. �--->"° amM- --* Kl'ch unter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jasertioasgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petit-eile oder deren Raum 40 Pf., für Vereine- und VersammlunsS. Ansäen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstrabe 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3-�7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittaas geöffnet. —.-, Fernsprecher: Amt VI. Hr. 4106.•-*- Vevalttton: VeukhPtvaHe S.— Expedition: IintmerPtroHe 44. hon-SnsPÄl. 186;(,ll£v] ich K S ei fann-Vl3e»[' der -1 t gegeben. Vimlsmger's � vvurk Heilung Kuja �en französischen Senat ist keineswegs ein so Ktoto«**©teignib, als die Anhänger des„tapferen S«t>k r. und namentlich seine Freunde in der deutschen preffe uns Glauben machen wollen. kit» Jht komisch klingt im Munde unserer Kartellbrüder „?tun8' dem Prozeß sei deshalb jede ernsthafte Be- g abzusprechen, weil Boulanger von politischen Geg- Richtet worden sei. ann hat es je einen politischen Prozeß gegeben, in ' ks anders gewesen wäre? Wir kennen alle politi- prvzeffe der neueren Zeit— sagen wir seit der Mitte ■Jahrhunderts— und wir kennen keinen, der mit �erurtheilung endigte, in dem nicht politische ZU Gericht gesessen hätten- Oder kann kinen einzigen namhaft machen? Glaubt man, -.�lanVwelches leider die meisten politischen Pro- o,—.. CVT. r r*rt o w.c.....«»!..t Jtx ZÄM I l' eine Ausnahme bilde?« "sonderbaren Schwärmer, tledum- Es würde uns kinderleicht der sich solches einbildete, u führen.. ien damit kein Berdammungsurtheil aus über in politischen Prozessen, sondern über die poli- Ise selbst. Daß die Parteistellung der Richter ..__. en Prozessen ins Gewicht fällt, das liegt in der U. f* K(i. n politischen Prozesse, bei denen es sich stets um ek oder„Verbrechen" handelt, die nur einer oder von k!, d«, � m Parteien als Vergehen oder„Verbrechen" erscheinen, aber nicht, meist sogar als verdienstliche Hand- '�besondere die politischen„Verbrechen" betrifft niii�«»langer angeklagt war und schuldig befunden 'Wu'ritt unS die juristische Undefinirbarkeit und Un- . derselben handgreiflich vor Augen, wenn wir uns ■ g wärtigen daß Boulanger, hätte er sein„Attentat" »««» �lott" gegen die Republik erfolgreich durchgeführt, % Millionen ver« l'S-r' verehrte, von Millionen als GesellschaftS «ne, von allen europäischen Regierungen nach ' feierlich anerkannte„Konsul" oder Kaiser von geworden wäre. Daß die reaktionären Parteien, wünschen, II'«denso von selbst, als das kein Sozial- Nfyi.rt Verurtheilungen in den jetzt modischen Sozia- .»lW billigt. K.»eich i freie � � den Sturz der französischen Republik u�rilung Boulanger'S nicht zustimmen, neH' n aw »ritt er» -30 iß!; Äk! _ u.. prinzipielle Gegner der politischen Prozesse können l'kNi m sribstverständlich mit dem politischen Theil des w"- 52'?cr geführten Prozesses nicht einverstanden er- ?.Ä?. kS \f ilini ttfctt wr? 'S« hnah"� Kitz er v AttStt«.. mgung� -■betts« tiano sUH Cuo> Mten Mler je: Kai i Seinacht. ätten eS prinzipiell wie taktisch für richtiger »langer einfach als Hochstapler, kurz als gemeinem Verbrecher den s�euillrton. [43 Gslvrnonprh. � Roma« oo« Maurus ZSkai. �>mea in dem Augenblicke, wo sie Michael�bat, »»» ��.ertauben, daß Äthane und Frau Sophie mit ihr "« demselben Hause wohnen bleiben, auch aus etwas Nkilltl� Nh>vll- hören können, als auf die Stimme ihres gusen Herzens, so würde sie zu ihrem eigenen >«' He> 3)!n?i besseres haben ersinnen können, als daß sie '«Ä'u-!Ä a-? bei sich behielt, welches die Braut des oo»?! iL�ietf �sen, mit dem sie nie mehr zusammentreffen darf. stt'-'!■ hj ecken unerbittlich hassenden Augen verfolgen sie ;*«; ��u-ar in der That ein wahrer Hausdrache für auch im Kleinen. VAJ!»04 nur im Großen, sondern auch im Kleinen. ö so».�ugfügiger Umstand entging ihrer Aufmerk- zu i. er eine Gelegenheit darbot, Timea einen Zu tick., n eine Gelegenheit lä y V®'e fand heraus, daß Timea ihre Groß- � K. Ftn�r heücs Licht stellen wolle, daß sie das einst- 1 mi• bes Hauses auch jetzt noch wie eine ! IO für«sne Dame bei sich im Hause hielt, Grund iVssÄ""is«.-baue, um vor Jedermann sich das Ansehen Vea" � lÖftr r Mit m e i,e hier nur Dienerin r...�«walt den Besen aus der s,->.?umen kam; immer wieder ertappte sie sie da- �llL�itw��kider ihrer Herrin putzte, und besonders, graste da waren, war sie nicht aus der Küche Timea nahm den Besen aus der Hand, wenn sie ZU ibr ihr m.r ba waren, war sie nicht aus der Küche vvst si<,a},e hutte von Timea ihr ganzes früheres ■putz- und Toillette-Gegenständen zurücker- Aber abgesehen von diesen prinzipiellen oder theoretischen Bedenken müssen wir zugestehen, daß, wird einmal der Be- griff des politischen Verbrechens anerkannt, wie das nun einmal in allen europäischen Staaten der Fall ist das Belastungsmaterial gegen Boulanger hundert Mal zur Verurtheilung genügte— und sicherlich an juristischer Beweiskraft dem Anklaaematerial keines deutschen politischen Prozesses irgend nachsteht. Hätte das Anklagematerial sich ausschließlich auf das politische Gebiet beschränkt, so würde die Verurtheilung Boulangerls moralisch und politisch allerdiugs sehr leicht ins Gewicht fallen. Der Makel des Hochverraths war ihm bei seinen bisherigen Anhängern nur ein neuer Empfehlunas- brief geworden, und daß das polittsche Märtyrerthum ihm eine Machtquelle geworden ist, das fangen sogar die deutschen Philister an zu begreifen. Daß Boulanger mit seiner schwelgenden Tafelrunde die Märtyrerkrone sich erwerbe, das ist zum Glück für die Re- publik eine Gefahr, mit der nicht mehr gerechnet zu werden braucht. Denn für gemeine Verbrecher giebt's keine Märyrer- kröne— außer in den Augen gemeiner Verbrecher. Und diese sind doch nur eine winzige Minorität. Boulanger ist moralisch vernichtet worden. Und darin liegt der Schwerpunkt des Prozesses. Mag auch diese oder jene Thatsache, welche der Staatsanwalt in dieser Beziehung vorbrachte, vor scharfer Kritik nicht Stand halten, so ist doch das über jeden Zweifel hinaus aktenmäßig festgestellte Anklagematerial so wuchtig, sind die erwiesenen Thatsachen so kompromittirend, daß Boulanger mit seinen Spießgesellen sür ewige Zeiten aus der Gesellschaft ehrlicher Menschen verbannt ist. Ein Individuum, was der niederträchtigsten Handlungen: des Betrugs, des Diebstahls, der Unterfchla- gung öffentlicher Gelder und der bodenlosesten Jmmoralität überführt worden ist, kann nicht Präsident der französischen Republik werden, und also auch nicht in die Lage kommen, die französische Republik zum Vortheil der internationalen Reaktion zu vernichten. Diese Wirkung des Prozesses ist seine große politische Bedeutung. Die Verschwörung, als deren besoldetes Haupt Boulanger figurirte, ist zu Nichte gemacht; und wer sich jetzt, nachdem diesen faulen„Messias, diesem„kommenden Mann" und„Retter des Vaterlandes" die geschminkte Larve vom Spitzbubengesicht gerissen ist, noch mit Boulanger ein- läßt, tritt gleich ihm aus der Reihe ehrlicher Menschen. Es ist natürlich, daß die internationale Reaktion das Werk Boulanger'S sortsetzen, und sich dafür ein geeigneteres Werkzeug aussuchen wird, indeß die furchtbare Nieder- läge, die sie durch die Entlarvung BoulangerS erlitten hat, erschwert ihr das Spiel und vermindert ihre Chancen. Den Boulanger können die sog. Ordnungsparteien nimmermehr von ihren Rockschößen abschütteln— er war ihr Mann— ihr Ideal— in ihm hat sie ihre passendste Verkörperung gefunden. In ihm und mit ihm ist sie verurtheilt worden. halten; sie hatte Schränke voll Tibet-, Merino- und Grosdenaple-Kleidern- sie wählte jedoch zu ihrem Anzug die abgetragensten uno schmutzigsten heraus, welche sie sonst nur noch angelegt hatte, wenn sie sich frisiren ließ, und dann war es ihr noch leichter ums Herz, wenn sie sich in der Küche ein Loch ins Kleid brennen oder beim Her- richten der Lampe einen Oelfleck hineinmachen konnte. Sie wußte, wie sehr sie Timea damit kränkte. Auch ihre Schmucksachen, die Tausende werth waren, hatte sie zurückerhalten; aber sie trug sie nicht, sondern kaufte sich um zehn Kreuzer eine Glas- Broche und steckte sie sich an. Timea nahm ihr dann heimlich die Broche weg und ließ statt des Glases einen edlen Opal einsetzen; die ab- getragenen, schmutzigen Kleidern aber warf sie einmal alle ins Feuer und ließ Athalie einen Anzug machen von dem- selben Stoff, den sie selber ttug. O man konnte Timea betrüben, aber nicht in Zorn bringen. Auch in ihrer Art zu sprechen, trug Athalie Timea gegenüber eine unausstehliche Unterwürfigkeit zur Schau, ob- wohl oder gerade weil sie wußte, daß Timea sich davon ge- kränkt fühlte. Wenn diese etwas von ihr verlangte, so rannte sie, das Gewünschte mit einer Dienstfertigkeit zu holen, als wäre sie eine Negersklavin, die...sich vor der Peitsche fürchtet. Sie sprach nie mit ihrer natür- lichen Stimme, söndern peinigte Timea damit, daß sie, wenn sie mit ihr zu reden hatte, ihr Organ zu jenem dünnen, hohen Kapaunen-DiSkant forzirte, der immer etwas kriechend Demüthiges an sich hat; mit affektirter Schwäche stieß sie mit der Zunge an und stellte sich, als könne sie kein S aussprechen. Dabei ließ sie sich nicht betreten, daß sie sich einmal vergessen und Timea geduzt hätte. Die raffinirteste Bosheit aber übte sie damit aus, �daß So groß der Triumph der Republik, so verhängnißvoll wäre es, wollten die französischen Republikaner die Hände jetzt in den Schooß legen. Die soziale Frage klopft an das Thor; die Republik hat die Pflicht, sie zu lösen; — und sie muß es thun— bei Todesstrafe. Wir hoffen, daß die Hüter der Republik ihrer Aufgabe sich gewachsen zeigen werden. Der Boulanger hindert sie nicht mehr— er ist nicht bloS verurtheilt, er ist gerichtet. Dorstfeld, den 18. August. Der Delegirtentag rheinisch- westfälischer Bergarbeiter wird um 12 Uhr von Herr Kegel eröffnet. Der geräumige Saal ist in allen seinen Theilen ge- füllt. Das Bureau wird aus den Herren Siegel- Dort- mund, S eib el- Bochum und S t ü t l e r. Essen, als Vor- sitzenden, und den Herren Reinhard und B a u e r als Schrift- führern in freier Wahl gebildet. Als Berichterstatter giebt Herr Bunte- Dortmund eine Uebersicht über das Zustandekommen des Delegirtentages. Alle seien gekommen, um sich zu vereinigen. Die Unternehmer sind vereinigt. Wir müssen dasselbe thun. Durch einen guten Ver- band unterstützt durch eine eigene Presse repräsentiren die Berg- arbeiter eine Macht, geeignet, einen Ausstand zu vermeiden. So hat das Organ des sächsische» KcrgarbciteroerbandeS viel dazu beigetragen, Westfalen milhi Arbeitskräften zu über- schwemmen. Der Verband soll'�Jie unterstützen sowie statistisches Material sammeln, um an kompetenter Stelle die Beschwerden der Bergarbeiter zu unterstützen. Schröder- Dortmund berichtet zunächst über die heutige Lage der Bergarbeiter. Von den gemachten Versprechungen ist bitter wenig geholten. Ein nochmaliger Streik wäre undurchführbar gewesen. Es ist ein Leichtes, eine betrogene Masse zu Extravaganzen zu reizen, aber später würde man eS tief zu bedauern gehabt haben. Es würde die Flinte geschossen und der Säbel ge- hauen haben. Unserem guten Verhalten und besonnenem Auf- treten haben wir es zu danken, daß das von Einzelnen ent- worfene Statut so schnell genehmigt ist. 1875 war es unmög- lich. Es wurden die Statutenentwürfe als sozialdemokratische gekennzeichnet. 1373 verfiel die junge, neugeschaffene Organi» sation dem Sozialistengesetz. Ich würde es bedauern mit Thränen in den Augen, sollte unsere jetzt gewonnene Grund- läge verloren gehen. Die„Rhein.-Westf. Ztg." giebt ihrer Freude Ausdruck über den Keil, der unsere Reihen spaltet. Beweisen Sie heute, daß die Freude eine verfrühte war. Fehler haben wir alle gemacht, denn unsere Ausbildung ist eine mangelhafte. Wer Uneinigkeit sät, hat die Lage des Ar- beiterstandes noch nicht erkannt. Ueber den 3. Punkt der Tagesordnung:„Abschaffung der Ueberarbeit und Regelung des Gedinges", referirt Siegel- Dortmund. Selbst die freiwillige Ueberarbeit barf nicht gestattet fein. Es giebt Bergarbeiter, welche in 288 Tagen 406 Schichten verfahren haben. Bei solcher Arbeitszeit ist der Bergmann Invalide. In Sachsen sinb 42 Schichten in einem Monat verfahren. Schlimmer wird in Sibirien nicht gearbeitet. Solche Kameraden können nie aufgeklärte Arbeiter werden. sie in unerschöpflichen Lobeserhebungen über den einen Gatten vor dem andern sich erging. Wenn sie mit Timea allem war, seufzte sie auf:„O, wie glücklich sind Sie, Timea, daß Sie einen so wackere» Mann haben, von dem Sie so geliebt werden!"— Kam dann Timar nach Hause, so empfing sie ihn mit naiven Vorwürfen.„Ist das schön, so lang auszubleiben? Timea ist schon ganz desperat, sie erwartet Sie mit solcher Sehn- sucht. Gehen Sie leise zu ihr hinein, überraschen Sie Ihre Frau. Halten Sie ihr von rückwärts die Hände vor vie Augen, sie soll errathen, wer da ist." Und die Beiden mußten die Verhöhnung ertragen, welche unter der Maske zärtlicher, einschmeichelnder Theil- nähme ihr Herz verwundete. Mußte doch Athalie am besten wissen, daß sie Beide nicht glücklich waren. Wenn aber Athalie allein war, wie warf sie da jene Larve, mit der sie sich und Andere quälte, weit von sich und machte ihrem unterdrückten Jngrimme Luft. War sie allein auf ihrem Zimmer, wie warf sie dann den Staubbesen, den Timea ihr vergeblich aus der Haus zu ent- ringen versucht hatte, zornig auf den Boden und schlug dann wieder mit dem Besenstiele auf Stühle und Sopha, um, wie sie sagte, den Staub auszuklopfen, in Wahrheit aber, um ihre Wuth an ihnen auszulassen. Wenn beim Ein- und Ausgehen die Schleppe ihres Kleides sich zwischen der Thüre einzwängte oder der Äermel an der Thürklinke hängen blieb, dann riß sie zähneknirschend daran, so daß entweder das Kleid in Fetzen ging oder die Klinke abbrach, und dann fühlte sie sich wohl. Zerbrochenes Geschirr, schartige Gläser, verstümmelte Möbel zeugten massenhaft von den unheilvollen Stunden in denen sie sich allein mit Athalie befunden. Und besonders Einen stummen Gegenstand gab es, über den sie die volle Schale ihres tropfen- weise angesammelten Ingrimms auszugießen pflegte, die Arbeiterreservearmee muh verringert werden. Die Arbeits- sperre die bis zum 1. Januar 1890 dauern soll, wird nicht aufrecht zu halten sein. Bunte: Der Hauptzweck der heutigen Versammlung, soll die Vereinigung sein. Sie kann am Besten erreicht werden, wenn wir das Bockum« Statut klipp und klar annnehmen. Mängel können später beseitigt werden. Die Unternehmer thaben schon internationale Verbände. Im September findet «in deutscher Bergmannstag der Grubenbesitzer in Halle statt. Dem muß der deutsche Beraarbeitertag gegenüber gestellt werden. Ebenso muß für die Einführung eines AlbeiterrechtS gesorgt werden. Wenn wir auck jeden zugezogenen Bergmann als Kameraden, Dulder und Kämpfer bewillkommen, so wünsche ich doch, dah dieselben in ihrem Lande bleiben. Dieselben können hier nicht mehr als in der Heimath verdienen. Wir suchen uns aufzuklären und zu verbinden. Niederplanitzer Knappen senden telegraphischm Gruß zur Vereinigung. Schröder verliest das Bochumer Statut. Zimmermann aus Sachsen. Wir Sachsen wollen eine Vereinigung über ganz Deutschland. Der sächsische Ver- band exillirt 13 Jahre. Nehmen Sie das Statut einstimmig an. W. B e h r e n gibt seiner Freude Ausdruck über die Annahme des Statuts. Es kann Niemand geben, der Zwiespalt säen will. Der Verband kann uns aufklären und Macht schaffen. L ö w en st ein-> Annen freut sich, daß in zwölfter Stunde eine Einigung erzielt ist. Weg mit dem Haß, her mit der Liebe. Nehmen wir das Statut an, damit die Freude des Unternehmerthums zu Schanden wird. W a l t h e r, als Gewerkoereinler, erhält nach stürmischer Gegenrede das Wort. Ich habe am 19. Mai die Wiederauf- nähme der Arbeit angerathen. Ich bin autorisirt, im Namen des Verbandes mit einer Pauschalsumme beizutreten. Ab- änderungsanträge, welche Redner machen will, werden zurück- gewiesen. Müller- Essen: Essen war gegen die Beschickung des Delegirtentags. Redner hat es möglich gemacht. Nur vereinigt sind wir eine Macht. D i ck m a n n- Gelsenkirchen giebt eine Darstellung der Entstehung des Verbandes und freut sich über die heutige Vereinigung. Redner befürchtet Gegenmaßregeln der Gruben- besitzer. Darum schneller und einmüthiger Beitritt. G e r l a ch- Unna wünscht, daß heute nicht nur schöne Reden gehalten werden, sondern daß auch schöne Thaten folgen. Wir sind Soldaten dar Industrie, die zum Kampf aufs Schlacht- feld ziehen. Angesichts der Gefahr müssen wir zusammenstehen. Wir wollen weiter nichts als Menschen sein. Schröder: Ebenso, wie der Massenkontraklbruch nicht bestraft werden kann, ebenso könnnen uns auch die Werkbesitzer nicht maßregeln, treten wir sammt und sonders in den Verband. Eine Resolution Mü ll e r- E s s e n, das Bochumer Statut anzuerkennen und demVer- band in Masse beizutreten, wird ein st immig angenommen. Mann aus Löhe, stellt den Antrag, jedem Bergmann die Bergpolizeigesetze zugänglich zu machen. Vielen Unfällen würde dadurch vorgebeugt. Müller- Essen verlangt, dem Vorstehenden hinzuzufügen, daß jeder Revierbeamte verpflichtet ist, monatlich einmal die Gruben unverhofft zu befahren. Hierauf tritt eine einstündige Mittagspause von 2 bis 3 Uhr ein. Um 3 Uhr 20 Minuten werden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Zu Punkt 5 der Tagesordnung: Wann soll der erste deutsche Beraarbeitertag stattfinden? nimmt das Wort der schlesische Delegirte Gebhardt. Derselbe sucht zuerst den Zuzug schlesisch« Bergarbeiter nach Westfalen zu rechtfertigen. Die schlesiichen Grubenbesitzer haben ein Kartell geschlossen, wonach einem oppositionellen Häuer nichts anderes übrig bleibt, als der Heimath den Rücken zu kehren. Um derartiges in Zukunft zu verhindern, ist ein deutscher Berga: beiterlag noth- wendig, um vereinigt derartigen Maßregelungen entgegentreten zu können. Bunte begründet eingehend folgende von Sachsen ge- stellten Anträge: „l. Einen deutschen Delegirtentag von Bergarbeitern zu berufen für das Jahr 1390 im Mittel von Deutschland. 2. Ende d. I. eine Vorberathnng von Deputirten aus Westfalen, Schlesien, Sachsen, Bayern?c. in Mittel-Deutsch- land vorzubereiten, damit Ort, Zeit und Programm zum deutschen Delegirtentag festgestellt werden kann. 3. Der Delegirtentag für Deutsckland muß mmdestenS 5 Monate vorher öffentlich ausgeschriebeg werden. 4. Sind statistische Fragebogen baldigst in Zirkulation zu setzen, damit schon die Vorderalhung der Deputirten Unter- lagen erhält. 5. Ist dahin zu wirken, daß vorläufig provisorische Ver- «inigungen unter Bergarbeitern stattfinden, welche je nach Lage und Verhältniß zum Gelingen des deutschen Delegirten- -nicht deshalb, weil er st»mm war, oder als ob er nicht hätte reden können, sondern deshalb, weil er ihre leibliche Mutter war. Die arme Mama Sophie ver- kroch sich vor der eigenen Tochter und fürchtete sich, mit ihr allein zu bleiben. Sie war die Einzige im Hause, welche Athaliens natürliche Stimme zu hören bekam, und der Athalie täglich die bodenlose Tiefe de» Strudels zeigte, den ihr Haß aufwühlte. Frau Sophie fürchtete sich, mit ihrer Tochter in einem Zimmer zu schlafen, und zeigte in einer .vertraulichen Stunde ihrer»reuen Köchin die blauen Flecke, welche die Hand der schönen Athalie an ihren Armen zurück- gelasien. Wenn Athalie mit unterdrückter Wuth Abends in ihr Zimmer kam, zwickte sie ihre Mutter in den Arm und schrie ihr ins Ohr:„Warum hast Du mich geboren?" Und wenn Athalie, nachdem sie mit zur Schau ge- tragener Sanftmuth und verhaltener Wuth ihr Tagewerk vollbracht hatte, endlich schlafen ging, dann brauchte sie nie» mand, der ihr behilflich gewesen wäre, sich auszukleiden; sie zerrte sich die Kleider vom Leibe, riß die Schnüre entzwei, die sich verknotet hatten, ihre aufgelösten Zöpfe mußten es leid n, mit Kamm und Händen von ihr zerzaust zu werden, als wären sie das Haar einer Anderen oder als hätten sie etwas verbrochen; dann stampfte sie mit den Füßen auf die umhergestreutcn Kleider, blies die Kerze aus, indem sie den Docht des UnschlittlichteS fortglimmen ließ, bis er von selbst erlosch— möae sein stinkender Oualm das Zimmer füllen — und warf sich auf ihr Bett; dort verbiß sie sich in daS Kopfkiffen und zerriß eS mit ihren Zähnen, während sie vachdachte über die Höllenqualen, die sie auszustehen hatte. Erst dann kam Schlaf über sie, wenn sie in der Stille der Nacht eine Thür im Hause sich schließen hörte— die Thür in das einsame Schlafzimmer des Hausherrn! Darüber freute sie sich, darüber schlief sie ein. Ihr fürwahr konnte eS kein Geheimniß geblieben sein, daß der junge Gatte und die junge Gattin— nicht glück- sind. Mit Schadenfreude wartet sie darauf, welches Unheil sich daraus entwickeln werde. Keines der Beiden ließ sich etwas merken. Es gab keinen heftigen Wortwechsel zwischen ihnen, keinen Zwist, vicht einmal ein unbewachter Seufzer entschlüpfte ihnen. tage« thätig. eingreifen und für Aufbringung-der Mittel Sorge tragen. 6. Ist ein Aufruf zu erlassen an Arbeiter in Berg- werken, Hochöfen, W a l z w e rk h ü t t e n und an die Arbeiter der Steinbruchsberufsgenossenschaft, in welchem aufgefordert wird, die„Deutsche Bergarbeiter-Ztg." zu lesen und zu verbreiten, und sich mit dem Dortmunder Zentralkomitee in nähere Verbindung zu setzen. In diesem Aufrufe find die Beschlüsse des Dorstfelder Delegirtentages mit den eingegangenen Anträgen dazu bekannt zu geben. 7. In allen Revieren und Provinzen im Reiche sind je ein oder mehrere Vertrauensleute zu ernennen oder wählen zu lassen, welche mit dem Zentralkomitee westfälischer Knappen- vereine in Aktion treten. Schröder befürwortet ebenfalls die Anträge, Haupt- sächlich betonend, daß der deutsche BergmannStog, der von den Bergarbeitern einberufen und beschickt werden soll, den Namen Beraarbeitertag führen muß. um die öffentliche Meinung nicht im �Unklaren zu lassen. Mit dem deutschen Bergarbeitertag soll ein Schritt weiter auf dem Wege der Freiheit gethan werden. Der sächsische Delegirte Zimmermann giebt Aufschluß über die Motive, welche die Sachsen zur Stellung der Anträge geleitet haben. Dieselben gipfeln darin, daß sich die Kosten des Tages gleichmäßig auf die Bergarbeiterdistrikte vertheilen sollen. B u n t e weist auf das Beffpiel der Maurer, Zimmerer, Tischler, Schneider:c. hin, die jährlich ihren Kongreß abhalten. Was diese Gewerke können, das müssen die 350 000 deutschen Bergarbeiter auch können. Die Anträge Sachsens werden einstimmig angenommen. Als Ort, an welchem die vorbereitenden Arbeiten bewerkstelligt werden sollen, wo der Delegirtentag abgehalten werden soll, wird E i S l e b e n bestimmt. Es erscheint noch ein Delegirter aus Aachen, Schnacken. Derselbe plädirt für die Vereinigung und führt etliche drastische Beisviele der BeHandlungsweise der Bergleute durch die Beamten an, die allgemeine Heiterkeit«regen. Schröder giebt an der Hand praktischer Beispiele ein Bild des jetzigen Grubenbaues um die Nothwendigkeit der An- nähme folgenden Antrags Schröder, Bunte, Sigel darzuthun: „Der Delegirtentag wolle beschließen, das Komitee zu be- auftragen, sich mit einer Anzahl Vertrauensmänner in den deutschen Bergrevieren dahin zu unständigen, um eine Ein- gäbe an den deutschen Reichstag vorzubereiten, worin gefordert wird, ein Gesetz zu erlassen, daß») Arbeitsämter gebildet werden, ähnlich den Handels- und Gewerbekammern unter Vorsitz von Reichskommissarien; daß die Wahl der Abgeord- neten jedoch nur aus Arbeitern und durch Arbeiter geschehen darf, b) Alljährlich unaufgefordert in einem bestimmten Zeit- räum Lohnkommissionen aus gleichen Theilen von Arbeitern und Unteinehmern zu wählen sind, welche den Lohn den Pro- duktionS- und Konsumtionsverhältnissen entsprechend feststellen; c) Schiedsgerichte gebildet werden, die bei Ausbruch von Streitigkeiten zu vermitteln haben." Der Antrag wird einstimmig angenommen. Hiermit ist die Tagesordnung erschöpft. Vertreten waren auf dem Delegirtentag 44 V«eine und 66 Zechen mit ungefähr 200 Delegirten. Der Geist, welcher den Delegirtentag beseelte, war ein ausgezeichneter. Kein Mlß- ton störte die schöne Einigkeit. Einige schwache Versuche, Un- stieben zu stiften, wurden durch die umsichtige Leitung des Bureaus vereitelt. Der rheinisch-westfälische Arbeitcrverband ist Thatsache ge- worden, der alle seither sich gegenüberstehende MeinungSver- schiedenheiten ausgleichen wird. Die fern«e Wirksamkeit der seitherigen Führer für den Verband wird für die Bergarbeiter der Prüfstein sein, um den Werth oder Unw«th der seither gegen dieselben erhobenen Verdächtigungen zu erkennen. Hoffen wir, wie ein Redner meinte, daß mich» nur für diese Woche, sondern ein für allemal der„Rhcinisch-Westfälischen Ztg." die Freude über die Uneinigkeit der B«garbeiter verdorben ist. Ein Antrag, die Anwesenheit des Kaisers in Münster zu benutzen, um demselben die der- malige Lage der Bergarbeiter vorzutragen, wird abgelehnt. Mit einem Hoch auf den Bergarbeiterstand wird der Dele- girtentag Abends 6 Uhr durch den Vorfitzenden geschlossen. Glück auf! »* h- Zürich, 17. August. Der Bundesanwalt tritt mit immer entschiedenerer Deutlichkeit in die Erscheinung. Seine Freunde selbst, die ihn und seine Mission in einen diplomatisch- polizeilichen Wolkenschleier hüllten, gerathen angesichts des eröffneten Referendumsturms völlig aus dem Häuschen und was man sonst nicht erfahren hätte, das wird jetzt in d«Wuth üb« die Dreistigkeit der Sozialdemostaten ebenso offen als „unstaatsmänuisch" offenbart. In der Schweiz giebt es be- kanntlich keine offiziöse Presse nach dem Must« der deutschen Reptilien, dagegen rechnet eS sich jede Zeitung als eine hohe Timea blieb unverändert dieselbe; nur der Mann wird von Tag zu Tag düster«. Stundenlang sitzt« an der Seite seiner Frau und hält manchmal auch ihre Hand in der seinigen; er sieht ihr aber nicht in die Augen und steht auf und entfernt sich, ohne ein Wort zu sprechen. Die Männ« wissen nun einmal ihre Geheimnisse nicht so gut zu hüten, »vie die Weib«. Zu ein« Zeit nahm Timar die Gewohnheit an, öfter zu verreisen und den Tag anzugeben, an �welchem er zurückkehren werde, um dann früher als um die bezeich- nete Zeit einzutreffen. Ein andelmal überraschte er seine Frau zu ganz ungewohnt« Stunde, wo kein Mensch ihn erwartet hätte. Er thut so, als hätte ein Zufall ihn nach Hause geführt und will nicht zeigen, waS er hier sucht. Doch es steht ihm auf d« Stirn ge- schrieben, daß er Argwohn hegt. Eifersucht läßt ihm keine Ruhe. Eines Tages sagte Michael daheim, er inüffe nach Levetincz reisen und werde kaum vor einem Monat zurück sein. Alle seine Vorbereitungen waren für eine läng«e Abwesenheit getroffen. Als die Eheleute mit einem Kuß von einander Abschied nahmen— einem kühlen, pflicht- schuldigen Kuß— war auch Athalie anwesend. Athalie lächelte. Ein Ander« würde vielleicht dies Lächeln gar nicht bemerkt, od« doch nicht, wie Michael den Hohn herausgefunden haben, der in jenem Lächeln lag. Den Hohn d« Schad wfrcude über Einen, d« nicht ahnt,»vas hinter seinem Rücken vorgeht. ES war, als sagte sie ihm mit diesem Lächeln:„Za, geh' nur. Du Thor!" Michael nahm den Stachel des schadenfrohen hämischen Lächelns mit sich auf den Weg. Er fuhr mit diesem Stachel im Herzen bi« Mittag gen Levetincz, zu Mittag ließ« den Wagen umkehren und um Mitt«nacht war« wicd« in Komorn. Zn seiner Wohnung führt«» zwei Extraeingänge nach seiner Stube und die Schlüssel dazu trug« beständig bei sich. Er konnte so in seine Wohnung, ohne daß»nan im Hause erfuhr, daß er zurückgekehrt sei. Aus sein« Stube vermochte« dann durch ein gemeinschaftliches Vor- zimmer in Tnnea's Schlafzimmer zu gelangen. Seine Frau pflegte ihr Schlafziminer nicht»«schloffen zu halten. Auszeichnung an, wenn sie einmal dem Bundesrate lagerungsstätte dienen kann. Gewöhnlich wird viele pulation ausgeführt durch das Mittel eines sogen. stadt-Korrespondenten", deren es in Bern nichl.'weM, nnd die die steiwilligen Reptilien deS Bundesraives Ein solch' wund«barrS Geschöpf fällt nun in einer � stadt-Korrespondenz" in den„Basler Nachrichten polizeifeindlichen Sozialdemostaten her und in seiner«nn � versteigt es sich zu folgenden Kraftleistungen, denen». � zweifelhaft der offiziöse Hintergrund nicht fehlt. � »i. a. —...... ES ist anzunehmen, daß Manch«, emged. Satzes«Scripta rnanent*(Schreiben thut bleiben) nichl g� fein wird, seine Zukunft und diejenige seiner Famuic � zu setzen. Dieses Bedenken dürfte Manchen, der sonll ,�� Aef«endumbegrhrrn ganz einv«standen ist, von der u». abhalten.... Gelingt es momentan nicht, 30000 Unterschriften zusammenzubringen, so bedeute die gesammte Partei eine schwere Niederlage, welche, hinterher dieselbe verschuldet haben will, leicht zur einzeln« Fraktionen von ohnehin schon jetzt gespaltenen nach sich ziehen könnte, während die Refercn � Unterschriften, schwarz aus weiß, d�ew zur gelegentlichen K r» e g s d e u t e zur �en» j, Generalanwalt z als willkommene Kriegsbeute z-.-. blieben."— Das ist doch offen gesprochen und. � kennen diese RückHaltlosigkeit. Auf..die einfachste der Welt, durch CD"t— �— r~"*1 anwalt eine demostaten in„vyut.w., um mu, Verfolgungen durchzuführen. Man bedenke, dofl.. greifung des Referendums gegen ein mißliebiges � � gute gesetzliche Recht jedes schweizer Bürgers ist 7" wird die ganze Infamie ermessen können,� die der kommenden Gen«alanwalt nach obig« Ouclle ,» Mission enthalten ist. Wir müssen uns füglich wund die noch nicht im Scrvil'SmuS und Byzanimiewus' j;, Jagd nach mühelosem Gewinn verkommene soMw beiterschaft angesichts dieser Dreistigkeit ruhig dlctv>' zeigt sich ihre üb«legene Ruhe und Disziplin, �er-� Arbeiterfrermd" sagt zu dies« Letstung mit Rcchl'' 0 es die Gegner in Bekämpfung der Sozialdemokraiie Maße weiter, wird es bald jeder anständige Schwe" � f als eine besondere Ehre ansehen müssen, Sozialoew. � schollen zu werden. Unsere Restrendumbewegung 9ere diese Weise an Chanzen.".& Als besonders int«essant bemerken wir noch, D0° 0 bedienten„Basler Nachr." ein hochanständt gr, � statisches Blatt sind, dessen Redakteur, Dr.®»jj# im Ständerathe ebenfalls für den BundeSanwa» � während d« andere, d« Achtundvierziger, Professor � ein geistreicher Theologe ist. Und doch der duftenoe "........." i«/ geschmack in diesem Blatte! Der Gießer G ö ck l e r, der im November Maschinenfabrik in Oerlikon seinen Peiniger, den Delange, mit einem Stück Eisen verwundete und Jahren Arbeitshaus verurtheilt wurde, ist vor 8 Haft entlassen und der Rest seiner Strafe in) yt? Landesverweisung umgewandelt worden. M schlägigen gesetzlichen Bestimmungen ist dieses Verl«« korrekt. Vom Gesetze nicht vorgeschrieben wird hiufllW'>, j« Entlassen« aus dem Gefängniß direkt zur Bahn � t0. Grenze verbracht werden muß, ohne seine Famru» 0 haben. Darüber hielt sich die„Arbtrst." aus und das moralpredigende Börsenjobberorgan, die„R- 7 ijf und beschimpft Göckler in d« ärgsten und unfläthU]' 0 „Mordgesell«",„Todtschläger", sind die Titel, die o unglücklichen Familienvater in das Ausland werden..#. Göckler ist nach Mailand gereist, wo er Arl>e � wird. Obwohl« kein Sozialdemokrat,"�ilB die schweizerische Arbeiterschaft während seiner Host' M' stützung sein« Familie gegen 4000 Fr. aufgebraffl'-■" Edelmuth der Arbeiter und dort die feige Verleb Reichen. fttit Polifilrfic Itclivf Die„Dordd. AUg. Ztg." bringt in ihr« � p,.. Sonnabend Abend einen Leiter, in dem tief L suchungen üb« die Bedeutung des M 152 und loo � wcrbeordnung(Koalitionebestimmungen) angest« ohne daß man aus demselben recht ersehen kann, wo � bezweckt. Wir meinen, über die Bedeutung der ,j|' in den§§ 152 und 153 könne bei Niemand ein Unzweifelhaft sollte damit im Gegensatz zu den st" y boten den Arbeitern das Recht zu Verabredungcti � einigungen zum behufe der Erlangung günstiger« ZAz Arbeitsbedingungen, inSbesond«e mittelst Emstr� ________— Sie war gewohnt, noch im Bett zu lesen und da� Mädchen mußte in der Regel nachsehen kommen, 0 jjrfj eingeschlafen war, ohne das Licht auszulöschen,�« anderen Seite stieß das Zimm«, in welchem f-' � jn Frau Sophie schliefen, an das Schlafzimmer Michael näherte sich geräuschlos der Thüre und, behutsam. Alles war still. Sie schliefen. hint« einem Schirm von Milchglas stehende wurde das Zimm« wie von einem matten Dännn leuchtet. �) m Michael zog den Betworhang zur Seite.. � f Statue einer schlafenden Heiligen lag vor ihm, � 1 in d« Kajüte d«„St. Barbara" unter �| schlügen wied« zum Leben erweckt. Sie schien... st tief zu schlafen. Sie empfand nicht Michaels* ihn nicht durch die herabgesenkten AugenwimP$ schlafende Frau sieht aber den Mann, den sie lw' � Schlaf und mit geschlossenen Augen. Micha«,..\ üb« ihren Busen hin und zählte ihre Herzsch Herz schlug ruhig normal. Kein»««ätherisches.�tf ist zu entdecken.... nichts, was dem hungrigen das sein Opf« sucht, Nahrung aeben könnte. Er stand lange dort und betrachtete die Gestalt. Da plötzlich fuhr er zusammen vor ihm. Sie war angekleidet und hielt einen �'y in der Hand. Wied« lag jenes beleidigende Lächeln auf ihrem Gesicht.„Haben Sie etwa» gesien?" fragte sie leise. V] Michael zitterte, wie ein auf der That e«o«>, „Bst!" sagte er, auf die Schlafende de eilte vom Bett fort.„Ich habe mein«+ gessen."..y „Soll ich Timea wecken, damit sie sie herg', jji � Timar ärgerte sich, daß« das erste Wa>.� P Leben sich bei ein« plumpen Nothlüge betreten � Papiere hatten ja ihren Aufbewahrungsort nw) Aj! sondern in seinem eigenen Zimmer.„Nein, weck* � Frau nicht. Die Papiere sind in meinem � j suchte nur die Schlüssel.", IC „Und Sie haben sie schon gefunden?"> S cWl S-ä.ng «Sc l 3V tSrülfc als K- b tieft )gen. Itfmenige jirf' öesmifil ß einet„Sa«1* )ten" über in er Sntüft»! denen aber w t. ßtieiil� eingeben! I t) n/cht getnü milie ans Spie r fonft mittel ber ttttteifief bie näliil? teulet biefeS ß dje, banieanl ur Mkäc allenen Saip/ ; ferenbtn bem Qertj ier ü«»«' fft daß di- ig/s .WT 0 ic m 1 jfg *tto ilitns .. werden. Meinungsverschiedenheit kann m--estehen über die Einschränkung, welche der Z 153 isewerbkordrung enthält. Hierüber haben aber nicht mvakteure der„Norddeutschen Allgem. Ztg."— und � setzen bin...°ss.."Norooeui,chen Allgem. 310/-— und iit 0ni*f' �;ß.ut�I�enDetft nicht— zu entscheiden, sondern lÄ- V®,efe haben auch in einer amuen Reibe von .'chieden und zwar nach unserer anzen Reihe von nsicht in weit ein �erem Sinne, als es der Gesetzgeber seiner Zeit ge Aber das ist in Deutschland nichts Neues mehr Buche» ist auch bei anderen Gesetzesparagraphen erlebt war« Wir erinnern nur an die Auslegung gewisser Straf- MWphen über geheime Verbindung, Aufreizung zum Mnchatz, Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen I«» Bemerkenswerth ist nur dabei, daß alle diese Aus- ywn immer nur gegen die Arbeiter und ihre Vertreter Achteten und hauptsächlich die politischen Vergehen be- hr, und �i��ussührungen� der„N. A. Z." scheinen sich aber rtoATi? 0e9en �ne bestimmte Partei zu richten, welche sie «.kT �'a>t nennt. Sie macht daher die etSwas merkwürdig '«d dunkrl klingende Äeußerung, daß die Koalitionsfreiheit sozioli! bleibt- Ter techt- A kratic'"Le Schwea� gStf!* »ch, di fefsor ufiende™ "k er rex� r, den nd de�. N??; >. Nach�! VersabM »4- mili- Ä und nnn V „R- löiw�V, die nd Arbei' it. Hast �i-r ?raa>t. Serleuin» M ?-FÄ ein�rtiil w stab il «d d.-S »w,'*4*. T»4 ner st'jLn! unbÄ en- nde W7j Dänin**1' «nJ1? gewerblichen Ardeiter und die gewerblichen Arbeid L/s bestehe, daß es aber nicht fedem Beliebigen gestattet sei, «ni.a senden Arbeiter oder Arbeitgeber zur Koalition zu ver- Wörtlich sagt sie dann:_ ,, dun sten, wenn man den wahren Sinn dieser Strafbe- '�inung 15z H.-O.) erforscht, wird man dabin gelangen, M?1e Bert«, die durch ihr ganzes politisches Verhalten die „A.bes zur Arbeitseinstellung aufreizenden Dritten spielt, k>,.Ach sich der Gesetzesübertretung schuldig macht, und dreS ä.j.°.Mehr, als sie ihren Parteiapparat in den Dienst der Irrung solcher Koalitionen durch unbetheiligte Dritte stellt. Li Gelehrten der„N. Allg. Ztg." würden uns zu Dank en, sag,� sie uns, welche Partei sie meinten, die an- ihren Parteiapparat in den Dienst der Jnszenirung ■'--- Dritte stellt. Daß die " dies nicht offen >".»»»«>»t» voll sich selbst noch sehn a. fühlt. Und es dürste ihr in der That schwer fallen, Behauptung zu beweisen. Wir waren anfangs ge- iu glauben, sie verstehe unter ihren dunkeln VrMgen die sozialdemokratische Partei, wir beruhig- tiii. ni ab« sofort, als wir entdeckten, daß auf der- ttto. r.le des Blattes, die ihren hier gekennzeichneten Leiter > bezüglich der Enauetberichte über die Beschwerden »�eudeitn in dem niederrheinisch- westfälischen Bergwerks- »nnier anderem mittheilt: � �, die Einzelheiten(der Enauetberichte) wird noch W S,l9en bewahrt. Doch vernehmlich ist, daß die vorge- nach Ansicht der an der Berathung� betherligten fcL(Beamten) keinen Zweifel darüber ob- lassen, daß die A uS sta n d S b ew e g un g liV'.non Außen hineingetragen, sondern reine Lohnbewegung war. die„Nordd. daß D" -'�ordd. Allg. Ztg." auch zu dem Troß der £ d'e seit Monaten frech behaupteten, hinter dem bt stehe die Sozialdemokratie, so freut uns, »nUmp Abdruck jener Notiz nunmehr ihre eigenen Lügen Ntyilick' Dieses Dementi macht es uns aber auch zunächst � bcutitrfi'dh auf ihren Leiter eher zu antworten, als bis sie � a>tt„tzxx Sinn desselben ausgesproch«r hat. JWllt' nngebliche Krssernng der Lohntierhältnisse >"ssien? gewitser Seite im Anfang d. I. aus den Er- Alt jpk, Berufsgenossenschaften nachweisen. Aus den be- A siizz �stentlichten Jahresberichten der Fabrikinspektoren ,"ir zLAen Staaten für 1888 geht das Gegentheil hervor. W bj Ij n>er bayerischen Beamten erklärt, daß die hier »Sjtoj,, erhöhten Arbeitslöhne durch Erhöhung einiger Ar likWpreise, wie Kartoffeln und Brot, ausgeglichen würden. Ltinj Me Fabrikinspektor bemerkt ausdrücklich, daß der Ar LAnd der Industrie keine Erhöhung der Löhne zur A>»Lbt hat. Die Vermehrung der Produktion und die », Anlagen habe eine weitere Zunahme der Zahl in"ifrT herbeigeführt, die den Arbeitslohn nicht steigerte, Ale» A Ae Arbeitslosigkeit verminderte. Dagegen trat in dem •LH»!../ des Jahres eine Erhöhung der Preise einzelner i�djL�nn. Eine Besserung der Löhne läßt sich also auch Berichten nicht erkennen, und wie niedrig die Löbne Awg A und, geht aus den weiteren Auslassungen des Be« Hat doch selbst ein Fabrikant der Tertilindustrie U �iab? �"strn, daß manche Familie, trotzdem Mann, Frau n»tbt>e®>tarbeiten, nicht so viel verdient, um auch nur K Sie �'tigsten LebenSuntnhalt zu bestreiten. h�üen 5'A»,,ntr Karckellpresse druckt mit einem gewissen jMffott, trnigen Stellen des Manifestes von Boulanger, Jn* ob« tsenossen ab, in welchem diese in der gepfeffertsten a'AruL°uch in der beleidigendsten Fonn der französischen Ätm?' der Kammer und dem Senat wegen ihrer Verur- £>4� Text lesen. Wir haben dasselbe ebenfalls mit ' Wien? K'Asen, wir haben uns aber auch die Frage vorge- ���ahr�PIötzenfeewoh�ü�ei�mglücklichn�eut- hierauf den Wachsstock anzündete nnd Michael damit in sein Zimmer leuchtete. >"fery e fr den Wachsstock auf den Tisch- und stch nicht. Michael warf verlegen seine Papiere �ßte der; er fand nicht, was er suchte: natürlich er AhrL. mcht, was er suchte. Endlich verschloß er seinen b'etien, t.afrd etwas herauszunehmen. Wieder begegnete Ken» Ufr'schen Lächeln, das vou Zeit zu Zeit über tlie-">ppen zuckte.„Befehlen Sie etwas sagte siz' 1n Erwiderung des auf sie gerichteten forschenden blieb stumm. «i Äin. r daß ich rede?" tD sliir« mar es bei diesem Worte zu Muthe, eW C Welt über ihm ein. Er vennochte nicht zu J�°frn Sie, daß ich von Timea rede?" siüsterte Mneg' näher zu ihm hinneigend, und mit ihren �ltbttfLch(angenaugen den betäubten Mann in ihren mtjg A bannend.„WaS wissen Sie?" fragte Michael äti!f,eä'r~~ Wollen Sie, daß ich rede?" f. feI war unschlüssig. werd®e 2hnen aber voraus, daß Sie sehr unglücklich "Aed"' wdun Sie erfahren, was ich weiß." »"VS hm, d'L« VO�Xi cknen?. f einen A ige"d/# jtiOfn' j : v -ten ll� "'m6* Tf** 11 frnS (Fortsetzung folgt.) A AWslSwnK und V-ven. �b Rw�bonilche Journalistik. Au« New-Work, 3. b«., i5>, Uneben: Unter den vielen Landzeitungen. soge»an" en welcke ihren Weg«uS dem fernen Westen SS N? doch zivilisirten Städte und D'stnkte des Ostens Aw«? d hur zumeist ihres witzigen, die lachende Seite deS „.A Wald und in der Prärie schildernden Inhaltes jS« galten werden, befindet sich auch der„Villard Header. AelchLi Lelt«, Anführer, und„Villard ist die»Stadl, c dieser Leiter erscheint. Man wurde Billard rndeß schen Journalisten abfielen, der nur den dritten Theil dieser Beschuldigungen gegen die verbündeten Regierungen und den deutschen Reichstag veröffentlichte. Die Gesetzgeber im„wilden" Frankreich lassen sich diese Sottisen von ihren Gegnern gefallen, ohne mit den Augen zu zucken, und kein Staatsanwalt kräht darnach. Im zivilisirten Deutschland würden, vorausgesetzt, daß auch nur annähernd dergleichen mog- lich wäre, den Staatsanwälten die Haare vor. Entsetzen zu Berge steigen und die schwerste Verurtheilung de« Attentäters wäre sicher. Außerdem würden aber auch die„Nordd. Allg. Ztg." und die ganze Kartellpresse nach Verschärfung der Straf- gesetze schreien, um ähnliches Unheil zu verhüten. Dafür leben wir aber auch in einem„zivilisirten" Lande und jene in einem „wilden". Die Gymnaste»«nd die Gethodorle. Ein orthodoxes Blatt klagt darüber, daß es bei den meisten Gymnasiallehrern schlecht umS theologische Nierenstück stehe.„Man kann ohne Uebertreibung— sagt das Blatt— behaupten, daß der größte Theil der heutigen Gymnasiallehrer nicht auf positiv-gläubigem Standpunkte steht, sondern mit dem Glauben an Jefum Cyri- stum, wahren Gott und Mensch, mit dem Glauben an ein ewiges Leben gebrochen hat. Nicht einmal alle Religionslehrer sind positiv-gläubige Leute, aus dem einfachen Grunde, weil es gar nicht so viele giebt."— Das ist vom Standpunkte des geistigen Fortschritts aus recht erfreulich. Du dem Ansinnen an die„Parlamentarische Zentrums Korrespondenz", welches nach der„Köln. Ztg." von Rom und von kleiikaler München« Seite aus bezüglich der Bekämpfung des Dreibundes durch die Zentrumspresse gemacht sein soll, bemerkt die„Germania" auch gegenüber der Aufrecht- «Haltung der Nachricht durch die„Köln. Ztg.", daß dieselbe auf Unwahrheit beruhe. D« päpstliche„Osservatore Romano" sagt der„Germania" zufolge,„daß die Behauptung der„Kln. Ztg." nicht nur eine böswillige Insinuation, sondern geradezu eine Falschheit ist. Wir bemerken, daß seit einiger Zeit hin und wieder in Berlin Nachrichten dieser Art, die für den apo- stolischen Stuhl beleidigend sind, geschmiedet werden." Auch der„Krcuzzeitung" wird von einer mit den Verhältnissen an- geblich vertrauten Seite geschrieben, daß weder an die Bischöfe noch überhaupt nach einer Seite hin eine Aufforderung«gan- gen ist, den Dreibund zu bekämpfen. Aus Dresden, 18. August, wird uns geschrieben: Dresden ist ein Hauplsitz d« Jnnungsbeweaung, wie es ab« mit den Einrichtungen der Innung gehandhabt wird, davon legte eine Versammlung der Glasergehilfen Zeugniß ab, die vor einigen Tagen hier abgehalten wurde. Die betreffenden Arbeiter ver- ständigten sich über eine Reihe von Forderungen, die sie an die Meister richten wollten; so Herabsetzung der Arbeitszeit auf 10 Stunden, die meist 12 beträgt und durch die Ueberstunden nicht selten bis auf 15 steigt, Erhöhung des Durchschnittslohnes auf 21 M. per Woche, d« jetzt in vielen Fällen nur 15 M. beträgt, Aufschlag von 15 Pf. die Stunde für Ueberstunden. Als die Frage entstand, wie die Forderungen den Meistern mitgetheilt w«den sollten, wurde der Vorschlag gemacht, den auf Grund de« Jnnungsstatuts gewählten Gesellen- ausschuß damit zu betrauen. Darauf wurde ab« von anderer Seite mitgetheilt, daß der GesellenauS- schuß von der Innung in gar kein« Weise respektirt werde und eine Einrichtung ohne allen Werth sei, die am besten sich selbst auflöste. Diel« Vorschlag fand allgemeinen Anklang und der anwesende Vorsitzende deS Gesellenausschusses sprach sofort dessen Auflösung aus. Dem Delegrrten d« Maler zum Pariser internationalen Arbeiterkongreß wurde eine Versammlung, in welcher er über denselben berichten wollte, verboten. Dresden ist gerettet. Die„Nationallib. Korresp." lobt die Dresden« Deutsch- freisinnigen, daß sie mit den Kartellbrüdern sich bezüglich der LandtagSwahlen verständigten und hofft, das Beispiel werde im ganzen Lande Nachahmung finden. Die„Nationallib. Korresp." scheint nicht zu wissen, daß die sächsischen Deutschfreifinniaen — abgesehen von einzelnen ehrenwerthen Ausnahmen— schon leit vielen Jahren bei allen Wahlen in Sachsen zum Ordnungsbrei gehören. Der Aufschwung der deutschen Industrie, die unge- heuere Mehrung des Nationalreichthums, der Glanz und die Pracht unser« großen Städte, veranlaffen unsere nationale Presse oft zu den größten Jubelhymnen, und vollends kommt sie aus dem Häuschen, wenn dies« Aufschwung in d« aus- tändischen Presse an«kannt wird. So wandelt letzt durch die Presse ein Artikel des„Pariser Figaro", der selbstgefällig wiedergegeben wird. Merkwürdig ist nun doch, daß, so wie eine Einschränkung der Kinderarbeit, oder eine Begrenzung der Arbeitszeit, oder ein Groschen Mehrlohn von den Arbeitern v«langt werden, dieselbe Presse ein Jammergeheul erhebt, als ob durch solche Ford«ungen unsere ganze Industrie vernichtet werden würde. fnr jage auf Kanstbar wird dem„Berl. Tageblatt" ondon Folgenves gemeldet: Der Sultan entließ und v«- bannte seinen bisherigen Vertraut«! und Hauptberather Mohamed Bakaschmal, d« bei seinem Fremdenhaß den Sultan unheilvoll eeeinflußte; die Befürchtungen, es könne zu ein« ganz ohne Erfolg auf d« Landkarte suchen, denn diese„Stadt" hat weder eine Bahn- und Postverbindung, keine Straßen, keine Kaufläden; die ganze Stadt besteht nur aus einem ein- zigen Hause. In diesem wohnt der Redakteur deS„Seader", Är. Richard H. Copeland. welcher zugleich Reporter, Setzer, Druck«, Expedient und Kassir« feines Blatte« ist. Früher halte die Stadt zwei Häuf«(war also doppelt so groß, als heule) und so unglaublich dies auch klingen mag, damals existuten auch zwei Zeitungen. Das andere Blatt hieß„The Advocate". Zu jener Zeit hoffte die Stadt Villard stark auf Zuzug aus dem Osten; es träuime ihr allerlei von einem sckmellen, immensen Aufschwung; Kirchen, Schulen, Gerichts- Häuser— und nicht zu vergessen— Biersalons kamen in diesen Träumen vor, besonders aber eine Eisen- bahn die Villard zu ihr« Station erheben sollte—— und die Kanonenschüsse, welche die beiden Zeitungen aus diesem Anlasse in Foim rasselnd« Leitartikel stärksten westlichen Kalibers auf einand« abfeuerten, während sie über die Lage, den Bau der Eisenbahnen, Kirchen, Bi-rsalons, Schul- und Gerich'Shäuser striiten, machten die ganze Gegend lachen. Aus jener Zeit datirt auch die Popularität des„Villard Lcad«", der schon damals die tödtlichste» Beleidigungen und derbsten Grobheiten in eine niedliche Zuckerpille lachenden Humors einzukleiden»«stand und deshalb schnell bekannt ward. Ganz Nord Dakota hielt ihn und hält ihn noch in Ehren, ja, obgleich die Zeit der Aufregungen längst vorbei, zählt das Blatt jetzt Sudskribenten in allen Staaten. Die schönen Hoffnungen der beiden Blätter zerplatzten ober wie bume Seltenblasen und„'n»- Ad-ocate" vermochte sich bald nicht mehr zu halten. Er lud sein Holzhaus und feine Dnlckerei auf einen weißgedeckten Wag«i, einen„Prärie- Schooner", schüttelte dem zurückbleibenden Kollegen die Hand und zog hinweg in ferne Regionen. Aber der„Leader" existirt nach wie vor und hofft noch imm« auf das Wachsen der' Stadt. Da« Kreolin, ein Sl«nkohlenlheerprodukt, hat in den letzten Jahien, namentlich seiner angeblichen Ungiftigkeit wegen, eine sehr ausgedehnte Verwendung als Antiseptikum gesunden. Dr. Fr. van Ack«en sieht sich daher««anlaßt, aus der Klinik des Professor G«hardt einen Fall von Kreolinvergiftung mit- zutheilen. Es handelte sich um einen 30jährigen, vorher stets gesunden und kräftigen Arbeiter, d« etwa 250 ccm unver- dünnleS Kreolin eingenommen hatte. Zunächst trat Bewußt- losigkcit ein, zwei Tage später Krämpfe in den Armen und andere Folgeerscheinungen. Die Ausscheidung des Giftes dau«te 9 Tage. Aus diesem Fall und anderen Beobachtungen Erhebung gegen die Fremden kommen, find damit gemindert. Alle vor Sansibar liegenden Kriegsschiffe haben ab« solche Stellungen eingenommen, daß sie diejenigen Punkte d« Stadt, wo die Fremden am meisten gefährdet«scheinen, mit ihren Kanonen bestreichen und die Hauptgebäude der Europäer schützen können. Die deutschen und britischen Kriegsschiffe sind gefechtsbereit, um den Anführer der Sultans-Truppen, Gen«al Matthews, eventuell bei der Auftechterhaltung 0« Ordnung wirksam zu unterstützen. Der Sultan hat Sansibar»«lassen und sich in sein Landhaus eingeschlossen.— Aus allen diesen Mittheilungen geht jedenfalls übereinstimmend hervor, daß die Stimmung in Sansibar gegen die Fremden nichts wenig« als eine rosige ist. Ueber die häufige« Selbstmorde von Kohleuzieher« auf den Dampfern des Norddeutschen Lloyd b«ichtet man d« „Magdeb. Ztg." aus Bremen, 15. August:„In d« letzten Zeit haben sich die Fälle von Selbstmord unter den Arbeitern auf den Dampfern des Norddeutschen Lloyd und zwar speziell unter den Kohlenziehern in auffallender Weise wiederholt. Erst letzthin beschästigte sich das Seeamt in Bremerhafen mit zwei Fällen, welche im April und Juni auf der„Trave" und dem „Neckar" vorpekomm«, sind. In beiden sprangen die Selbst- mörder über Bord und alle Bemühungen, sie zu retten, waren erfolglos. Die Verhandlungen des Seeamtes ergaben zwar, daß Mängel in der Einrichtung der Schiffsräume nicht die Schuld tragen; aber vielleicht find diese Vorkommnisse doch die Veranlassung, daß noch mehr zur Erleichterung der Arbeit in den unteren Schiffsräumen gethan wird."— Der Schreib« dieses Aufsatzes sieht um den Kern der Sache wie die Katze um den heißen Brei herum. Was soll z. B. das heißen, daß Mängel in der Einrichtung der Schiffsräume die Schuld an den Selbstmorden nicht tragen! Es ist keinem Menschen ein- gefallen, auf die Einrichtung d« Schiffsräume die Schuld zu schieben, wohl ab« wurde mehr als ein Mal behauptet, daß die armen Menschen selbst in Krankheitsfällen gezwungen worden sind, übermenschlich zu arbeiten; daß sie, wenn ihre Kräfte nicht mehr ausreichten und sie den Anford«unften zu erliegen drohten, körperlich gezüchtigt worden sind, und daß sie deshalb den Tod in den Wellen gesucht haben. Wir sagen nicht, daß diese Behauptungen wahr seien, wir wiederholen nur, was schon wiederholt öffentlich gesagt worden ist. Wenn d« Schreiber sagt, daß vielleicht diese Vorkommnisse die Veran- lassung sein könnt«:, daß noch mehr zur Erleichterung der Ar- beit in den unt«en Schiffsräumen gethan werde, so deutet er nur schüchtern den wahren Grund der häufigen Selbstmorde an. Wir dächten aber doch, eS wäre die vornehmlichste Pflicht der Presse, laut und deutlich, ohne Vertuschung und ohne Umschweife die Dinge beim richtigen Namen zu nennen und darauf zu dringen, daß die Uebelstände abgestellt werden. Dänemark. Man schreibt der„Franks. Ztg." aus Kopenhagen: „Unter den hiesigen Sozialdemokraten hat sich eine Gruppe gebildet, die mit den jetzigen Führern unzufrieden ist und de- sonders gegen die Verbindung der Sozialdemokratie mit der Linken heftig protestirt. Diese Gruvpe, die sehr energisch ngitirt, um sich Anhänger zu verschaffen, hat ein eigenes Organ,„Der Arbeit«", gegründet, welches von Herrn Gerson Tri« redigirt wird, und sie hat in den letzten Tagen mehrere Versammlungen abgehalten, in welchen es sehr stürmisch herging. In einer dieser Versammlungen, die in voriger Woche in Svendborg ab- gehalten wurde, wurde eine Resolution gefaßt, des Inhalts, „daß die Sozialdemokratie jede Verbindung mit den bürg«- lichen Parteien abbrechen soll." Gegen dielen Beschluß hat der Vorstand der Sozialdemokratie im„Sozialdemokrat" en«grsch protestirt, indem er aus den Beschluß, welch« von dem sozial- demokratisch«. Kongresse im Jahre 1888 gefaßt wurde, hinweist und die neue Gruppe heschuldigt, eine revolutionäre Bewegung bei den Arbeitern hervorrufen zu wollen. Das Resultat dieser Agitation dürfte sein, daß die Sozialdemokratie bei den bevor- stehenden Wahlen nicht mit der Linkenpartei gemeinschaftlich auftreten wird." ?rankr-ich. es Innern hat die Verbreitung und das Anschlagen von Manifesten seitens d« durch den obersten Gerichtshof Verurtheilten unt«sagt. Ungefähr 13 ovo Bürgermeister aus den Gemeinden Frankreichs, welche nach Paris gekommen waren, um sich an dem von der Stadt Paris veranstalteten Banket zu betheiligen. wurden im Hotel de Villc empfangen und begaben sich dann in corpore durch die Rivoli Straße nach dem Industrie- palaft. Bei dem den Bürgermeistern gegebenen Banket sagte der Präsident C a r n 0 t in sein« Erwiderung des Toastes, welchen der Präsident des Muniupalrathcs aufihn getrunten hatte: Das Fest sei eine Kundgebung der nationalen So- lidarität. Frankreich könne nur durch den Besuch der Fremden ge- winnen, die Gäste könnten bestätigen, daß die Republik dem ftanzöfischen Volke gestattet habe, seinen Rang in der Well wieder einzunehmen, seine Unabhängigkeit sich« zu stellen, und den Fortschritt vorzubereiten, den eine arbeitsame Demokrati« «giebt sich das wichtige Resultat, daß das Kreolin als eine giftige Substanz angesehen werden muß. Bei Aufnahme ein« f genügenden Menge kommt es zu bedrohlichen Erscheinungen: citenS des Nervensystems, obwohl sich nicht leugnen läßt, daß einmal große Mengen zur Heibeiführung dieser Vergiftung nothwendig sind, andererseits die Gefahr des Kreolintode« aucfi bei recht bedenklichen Symotomen nur eine geringe zu sein scheint, jedenfalls viel gerig«, als bei der sonst ähnliche» Karbolfäurevergistung. Der„Sstafi Al." erzählt:„Eines Abends, als die schöne Si, Tocht« eines mächtigen Mandarinen, dem große» Laternen feste beiwohnte, wurde sie derart von der Hitze belästigt, daß sie nicht umhin konnte, ihre Maske vom Gesicht zu nehmen. Dieses jedoch d«i Blicken der profanen Menge preiszugeb«, galt für einen Verstoß gegen das herrschende Gesetz. So hielt sie denn die Maske dicht vor ihr Antlitz und bewegte sich dabe» hin und her, um sich Kühlung zu««schaffen. Die andere» anwesenden Damen bemerkten diese kühne aber reizende Er- findung, ahmten sie nach und sofort fächelten zehntausend Hände mit»ehntausend Masken. So ward der Fächer erfunden und nahm fortan die Stelle d« Maske i» China ein. Ledendts degradett wollte sich vor einigen Tagen in Wien ein 8 jähriges Mädchen aus Furcht vor Strafe. Dasselbe wurde am linksseitigen Wienflußuf« oberhalb d« Maria Th«esia-Brücke von einigen in die Arbeit gehenden Persvnen in einer ungefähr einen Met« tiefen und ebenso breiten Grube, welche jedenfalls für einen einzusetzenden Baum be- stimmt ist, in sitzend« Stellung, bis zur Brust in Erde v«- graben, schlafend aufgefunden. Sofort zogen die Arbeiter das Kind heraus. Man fragte die Kleine üb« ihr sonderbares Benehmen aus. Und sie erzählte, sie habe sich aus Furcht vor ein« Strafe� welche sie von ihrer Mutler»u erwarten habe, weil sie einen zum Ankaufe von Brot bestimmten Zwanziger v«loren— lebendig begraben wollen. Sie habe die erwähnte Grube fm: ihren Zweck ganz geeignet gesunden, sich in dieselbe gesetzt und mittelst eines langen Stockes habe sie das außerhalb der Grvbe liegende ausgegrabene Erdreich auf sich in die Grube hinab- geschafft. Von dieser Arbeit ermündet, sei sie dann eingeschlafen. Den Abend vorher war das Mädchen zum Brotholen geschickt worden, ohne zurückzukehren, und sie halte die ganze Nacht in der Grube zugebracht. Die anwesenden Arbeiter, welche die Er- zählung des Kindes angehört hatten, schoflen den Zwanzig« auf das Brot zusammen und brachten das Mädchen ihreu Eltern zurück. röi Auge haben müsse. Bezüglich der Ausstellung sagte Carnot, dah die Fremden durch ihre Sympathien zu dem glänzenden Erfolge des Werkes beigetragen hätten, welches sie als das früsjte und friedlichste Denkmal Europas bezeichneten, sowohl einer eigenen Natur nach, als durch die Kundgebungen, welche es hervorgerufen habe, ein Denkmal, welches nur zu Gunsten Frankreichs spräche. Der Präsident fügte hinzu, die Republik bedeute ganz Frankreich und werde alle unheilvollm Spaltungen beseitigen können. Italie«. Sämmtliche Bäckergesellen in Livorno haben die Arbeit eingestellt. Rom, lS. August. Gestern Abend wurde während einer musikalischen Aufführung auf dem Colonna-Platze eine Bombe geworfen. Ein Gendarm, eine Frau und ein Kind wurden veiwundet. Unter der Volksmenge brach eine Panik aus, jedoch kehrte die Ruhe bald wieder zurück und die Mufikaufführung nahm ihren Fortgang. Vov|V»mmlumzim. Dresden, 12. August. Am Sonntag, den 11. August, tagte im„Trianon" eine imposante Arbeiter- und Arbeiterinnen- Versammlung(ca. 3000 Personen) aus dem Gebiete der Buch- bindern, Kartonnagen- und Luruspapierwaaren-Fabrikation, zu welcher als Tagesordnung:„Die Stellung der Frau in der Industrie und die Forderung eines gesetzlichen Arbeiterschutzes" bestimmt worden. Fräulein Johanna Jagert aus Berlin referirte über dieses Thema in klarer, übersichtlicher Weise und ward oft von Beifall unterbrochen. Ter Grund- gedanke, der sich durch ihre Ausführungen hindurchzog, war: Die ökonomischen Verhältnisse haben dazu geführt, Frauenarbeit in steigendem Maße in der Industrie zu verwenden. Dieser Thatsache gegenüber sei der Unkenruf:„Zurück ins HauS mit der Frau!" ein vergeblicher. Die Frau werde im Gegentheil noch immer weiter in die verschiedenen Industriezweige einzu- dringen, gezwungen, getrieben von den Verhältniffen. In ihren Detailaussührungen berührte die Referentin die elende Lage der Arbeiterinnen, daS schlechte BezahlungSsystcm gegenüber den Löhnen der Männer bei gleicher Leistung, die Haus- arbeit, den mangelnden Schutz der Frauenarbeit u. s. w. und forderte ausreichende, gleiche Bezahlung bei gleicher Leistung; ausreichenden Schutz der Jndustrie-Arbeiterinnen, Ausdehnung der Fabrikinspektion auf die Hausindustrie, Verbot der Nachtarbeit für Frauen, sowie endlich Vereins- und Versammlungsfreiheit im vollsten Umfange für die Frauen, was heute noch nicht gewährt sei. Den Frauen der In- dustrie thue Organisation vor allem Roth; müßten sie arbeiten wie die Männer, so gebe man ihnen auch die Rechte gleich den Männern.(Anhaltender Beifall.) Zu demselben Thema äußerte sich Herr Goldstein in längerer Rede. Er warf Rückblicke auf die Stellung der Frau in der Ver- gangenheit, in der die Einzelproduktion beziehentlich die Ar- beit der Frau im Hause(backen, brauen, spinnen u. s. w.) noch nicht durch die gesellschaftliche Arbeitstheilung(Manu- faktur, Großindustrie) verdrängt war, gleicherweise ging er auf die rechtliche und soziale Stellung der Frau in verschiedenen Kulturperioden �ein. In Hinsich t�der gegenwärtige theilte er den Standpunkt der Referenlm.«"yy: den weitesten Kreisen herrschendeu Ansichten, daß in die Familie gehöre, nahm er gleich der Refere den Stellung und wies auf die sich ausbreitende in die den St------ O M..„«v.w MM| V.V, des Familienlebens hin, deren Hauptursache°>e arbeit in der Industrie abgebe. Schulter an würden Arbeitsmann und Arbeiterin in der nachtlen o � ihre Lohn- und Arbeitskämpfe kämpfen.(BeltatJ-) J, � Mitheilungen der Buchbinder und Cartonnagenarbeiln interessante Dinge zur Sprache, so unter anderem ewe% liehe Fabrikordnung.— Leider muß gesagt werden, oaß � den VersammlungSverhältnissen von früher weniger» � jüngeren Kräfte in der Versammlung von dem vis? � achteten Grundsatze: Die Gegner auch zum Won w lassen! wenig kannten. Es wurden zwei Geaner total nw, macht. Das darf sich nicht wiederholen. Die älteren dlSYP»».� beiter lassen die Gegner zum Wort kommen. W»-J müssen der bürgerlichen VersammlungS-Unordnung 6 die proletarische Ordnung im VersammlungSwesen au � vertreten.— Die Versammlung ward übrigens auM- � die überwachende Behörde der Meinung u>ar, das. � sammlung um 2 Uhr zu schließen sei, während der der Versammlung als verantwortlicherLeiter eme�uanv � bestntt und die Debatte weiter gehen lassen wollte.»! wird angemeldet. Nerboten wurde in Dresden eine öffeaki« � Versammlung mit der Tagesordnung: Berichtenla"» � internationalen Kongreß. Referent: W. Schwei« Berlin. Theater. Dienstag, den 2V. August. Theatr». Der Postillon von Lon-> jumeau. Uttt-nets-Theate». Stanley in Afrika. Ad-tVj»«rnst- Theater. Die junge Garde. G-««*>Ua«e».Gh*ate». Unser Schwiegersohn. Lrsstttg Theater. Der Fall Clemenceau. Otteortoi. Vtlhetmstadtische» Theater. Girofl6-Girofla., Mte-ev. Theater. Der Trompeter von Säkkingen. Zeatral-Theater. Leichtes Blut. Schweher-Garten. Heute, D i e n st a g: > Kentfiz-Norftellung M für den artistischen Leiter und Tanzparodisten> Herrn Wilberg und des GroteSque- Komikers' ___ Herrn Spezt._ i «BP* Bolksbeluftiguiiien Ball.-M» Gatre» 30 Df. All. Näh. d. Anschlagsäulen. ,»«ssaa» 1 Gr. 9 M.- 10 A. Kal**p«Panopama. In dieser Woche: 1. Reise: England u. Schottland. 2. Cycl.: Pariser Wettaasttellang. Im Ausstellungspark: Rom. Line Stesse 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. S Reisen 1 M. Todes Anzeige Den Einsetzern Berlins zur Nachricht, ser Kall daß unser Kollege C.«Deutfrfimann (1147 am Sonnabend, den 17. d. M., Abends 5i Uhr, verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 21. August er., Nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Weidenweg Nr. 12, nach dem Friedhof der St. Markus-Gemeinde, Wil- Helmsberg, statt. Um rege Theilnahme ersucht Der Borstand� Berlin, den 19. August 1889._ Elch NÄs-NttlmMz m Dmechg, de« 22. lupft d. Z.. WM 8'l- lljs, in Hehdrich's Salon, Beuihstr. Tages-Ordnung:.|r 1. Die Vorgänge in der Berliner Freireltg'ösen Gemeinde, i»sbeso>w� Verhalten»eS Herrn Sunert. und wir stellen sich die Berliner Arbeiter»oZU' Herr Schade. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Herr»unert wird hierdurch ,u dieser Versammlung e„geladen!__ � tiafffiW1 w Todes Anzeige. Nach langen und schweren Leiden ist mein Mann, Vater und Schwiegervater, Spna« Nkien,«p, am Sonnabend, den 17. d. M., verschieden. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 20. August, Abends 5 Uhr, von der Thomas- Leichenhalle aus statt.(1051 Gr. öffentl. Steinmrlz-Rersammlu«� am Mittwoch, den 21. August, Abends 8 Uhr, im Kokale Domal k, Zohaumsnroße Ur. 20- TageS-Ordnung: 1. Schlußabrechnung vom Streik. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes- � Sämmtliche Steinmetzen Berlins sind hierzu eingeladen, und wird um ein t Erscheinen ersucht.---- Empfehle mein Geschäft in frische« Klume« und Kränzen. 1647 Robert Meyer9 Nr. 2 Mariannenftraße Nr. 2. Durch die(Expedition, Simmecfbaße 44, zu beziehen: Die Darwin' sche Theorie. Von Dr.«duard Avelwg. Broschirt M. 1�0� Geb. M. 2,—. Karl Ware' Gekonomische Lehren. Gemeinverständlich dargestellt u. erläutert von Karl Kantvkq. Brosch. M. 1,50. Geb. M. 2,—. Meltschopfnng«ad Weltuntergang Die Entwickeiung von Himmel und Erde vom Standpunkt der Naturwissenschaften dargestellt von Gsmald Köhler. Brosch. M. 2,—. Geb. M. 1,50. Aio ländliche Arbeiterfrage. Nach dem Russischen des Kablutrvw. Brosch. M. 1,-. Geb. M. 1,50. Thomas More und feine Utopie. Mit einer historischen�Einleitung von Karl Kantoky. Brosch. M. 2,—. Geb. 2,50. Tharles Fourier, fein Leben und seine Theorien. Von August Aebel. Brosch. M. 2,—. Geb. M. 2,50. Das moderne Glend«nd die moderne UeberoSlkernng. Zur Erkenntniß unserer sozialen Entwicklung. Von Mar Kchippel. Broschirt M. 1,50. Geb. M. 2,—. Berliner Arbeiter-Kibliothek. Von Ma» Kchwp-l. Erschienen Heft i bis 5. Heft 1: Ein sozialistischer Roman. Heft 2: Der Nutzen der Gewerk- schaften. Heft 3: Die Arbeiterinnen- und Frauenfrage der Gegenwart. Heft 4: Der Sozialismus in Frankreich seit der Pariser Kommune. Heft 5: Charakter- köpfe aus der französischen Arbeiterbewegung von Ossip Zetkin-PariS f.» Heft 15 und 20 Pf. Di» Arbeiterinuen-Kewegnng Kerlin». Von a. L erger. - Heft 30 Pf. Ferdinand Laifalle» eine Gedenkschrift zu seinem 25 jährigen Todestag. Von Mar Kegel.- 50 Pf. Arbeiter-Notizkalender. Kleine Ausgabe a Exemplar 50 Pf. Die Klalfengegenfatze von 178S. Von Kar»»autakh. » Exemplar 50 Pf. Die Sonntags-Arbeit, Von August Bebel. Brosch. M. 1,—. Sgbil. Roman von Disraeli, übersetzt von Natalie Kiebkuecht. Die Uitter der Arbeit. Nach dem Amerikanischen des Zor von Natalie Liebknecht. Die stanzoßflhe Revolution. Von MUhelm KW». Gebunden i« Prachtband, a Exemplar M. 5�0. Broschirt in Heften ü 20 Pf. Glubauddeeke« zu Robert Kwm a Exemplar 35 Pf. Orffeiülidie Derfammkng sämmtl. Feileahauer u. Feilenschteifer Ber� an« llienstag, den 20. August d. J., Abends 8 Uhr, im Wedding- Park, Muller-Stratze Nr. 178. _ Um zahlreiches Erscheinen bittet_(11491_ Der Einberm�. Grosse Versammlung> der Klempner Kerlins«nd Umgegk« am Bonnerstag, den 22. August er., Abends 8 Uhr,_ i« Gratweil's Kierhalle«, Kommandlintenftrahe 777/ � Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:„Organisation der Gewerkschaften W. Metzger aus Hamburg. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder, sowie Vcr° l der Statuten. 4. Verschiedenes. Sämmtliche Kollegen werden hiermit eingeladen... 1144j Her Vorsts'"'� Fachverein der Tischler. Morgen, Mittwoch. Abends 9 Uhr, in Aorda-'s Salon, Reue Grünstraste Nr. 28(unterer Saal), kombintlte Sitzung der Vorstands-, Werkstattkontroll- und Arbeits- vermittlungS-Kommissions-Mitalieder. 1145( Der Vorstand. Ver»amn,Iung der Freien Vereinigung der Harnen» mäntel-Schneider u. Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie findet heute, Dienstag, Abends 81 Uhr, in der Komman- dantenstr. 20, statt.[1050 Mitglieder werden aufgenommen. Ki«i>cw«zM Nr. 56, Hof P; __ iSs&SftW Cig«rren-Fal»r(� empfiehlt- Franz FraüfV Wo 2, Kdallner» StraB««~ Allgemeiner Metallarbeiter- Kerein Kerlins«. Umg. Große Versammlung Mittwoch, den 21. August, Abends 8 Uhr, in Sud-Ost, Waldemarstr. 75. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn C. Baake. Thema „Uebervölkerung". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes, Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Um recht zahlreichen Beluch bittet Der Vorstand. Am Sonntag, den 1. September, findet eine Dampferpartie m.Wnsik nach Potsdam» Nedlitze statt, wozu Billets b 1,25 M. in der Versamm- luna, sowie bei den Kassirern Otto Klein, Ritter- straße 15, und Karl Lenz. Reimckendorferstr. 48 und den Vorstandsmitgliedern zu haben sind. Tisch, rr-wrr!tze«t beste englische und deutsche, unter(r fertige gangbare Hobel E. Vogtherr, Berlin Landsbergerstr. 64;,;(am MWnderarbelt Karte werden abgeholt.-nniijet F. Kleinert. KatzbaMs� Eing-) � n'3- Eine freunbl. Schläfst,(fep. Ewg-/ bei Moükopf, Weißenburgerstr. 83�L Echte« Nord hallst Liter 80 Pf., im Restaurant von" _ Emil Bdhl, Frankfurter � Möbel, djxen. Fabrik. Swel i. "Emil H«»*. Brunnenstr. 88, �0- ThelU. nach V-d-r' MO] Empfehle allen Freunden und Genossen meine VIa«enei Und Bilder- Wiä-« u. f. SefteHunflen»cch Sopßabezüge! Neste von 3k— 5 Meter lp ottbillig. Emil Lefivre, OranicnBr. 158. Arbettsmarstt' _ � rfW 20 Mädchen zum Falzen und Hrftrn.�. 2 Schläfst, f. Schuhm. Friedenstr.68d. Niemann. Verantwortlicher Redakteur: N.«rouhetts m Berlin. Druck und Verlag." von Ms» Babing m Berlin LV.. Beuthstraße 2. Il48j'' K n o l Schlosser lDrcher u. A. verlangt der Arbeitsnachweis Allg. Metallarbeitervereine j und Umgegend. ß Zu melden im Arbeitsnachweis>>„ Norden, Neanderstraße 5 und Bninne«! w, Abends 8i— 10 Uhr. Kiers» ein« '.ü fm die an all.) Z» 1 irbeiter ilM i eine awliM n' 5fl| Im1 ««"f a i bisher ?rt tof1"' ilntunbW sjiplinW'T? Wir S-t? eng g .'N au�. rj aufgelast,« bo'in#; ?SS nlliche-> rstattUHg>" weii--� Beilage zum Berliner Volksblatt. >r. 193. Dienstag, den 20. Angnst 188S. 6. Jahrg. wie- iroItal£5>. bl�'nr wagiftratliche Einmischung in Arbeitsein- ' Wir lesen in der �VolkS-Zta.": In Glogau n vre Maurer ohne Jnnehaltung der gesetzlichen vierzehn- > �'öungSftist die Arbeit eingestellt. Darauf hat der " �- In der erften«!r �?S'strat zwei Entscheidungen erlassen. I! i» 0»?'rurJ,&t''t rr die Maurergesellen, die Arbeit sofort mnehmen, in der zweiten wird denselben unter An Weim,,?"? Geldstrafe von zwanzig Mark aufgegeben,»die liriink«�? �eeS Arbeitsverhältnisses sofort zu beginnen." Die Entscheidung lauten: dnzi, �klagten find durch die, kraft Gesetzes vorläufig voll toiber' flM'che�un« des Magistrats verurtheilt worden, das ''�ehn Tage�l Parteien bestandene Arbeitsverhälwiß noch tia» Entscherdung haben die Beklagten bisher nicht Ge »rtelstet, weshalb der Kläger beanträgt hat, �>e Beklagten durch Geldstrafen zur Fortsetzung des - w jjjj* wi "0#� �llemein in öffentlicher Versammlung seitens der k»..v �rro Zimmerer Arbeitseinstellung beschlossen sei, hätten in, rrn Recht, noch eine Verpflichtung, die Arbeit unter ««Ny��rrgen, nunmehr aber von der allgemeinen Versammlung Dip"in Bedingungen wieder aufzunehmen. Ifztwa c.�Ssührungen der Beklagten gegen den klägerischen s�ben x c vollständig hinfällig: oie Beklagten irren, wenn sie irr die Verhängung von Geldstrafen zur Erzwingung »> r�lch Urtheil vom 12. August cr. auferlegten Hand- in»»Zulässig sei. Die Beklagten haben ihre Arbeitskräfte Utende m ��fdungen und diese lediglich an ihrer Person $s>ng, �afllchlung kann von keinem dritten erfüllt werden. Schern K«F§ 774 der Zivil- Prozeß- Ordnung zu, nach ldrlzr. ,aer Schuldner zur Vornahme einer Handlung durch »ich, r»,?.er Haft anzuhalten ist, da eben die Handlung einen dritten auszuführen ist. Daß die übrigen .iefors""ssen der Beklagten ebenfalls vollständig hinfällig sind, !»»� Weiler keiner Erörterung. Nicht die Gesinde-Ordnung, ß«|| Gewerbe- Ordnung legt den Gemeindenbehörden « bsj'sderdung von Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und »»i.»>?0iern betreffend Fortsetzung des ArbeitsverhälinisseS ■''nt m'.'�tgesetzter Verweigerung der Wiederaufnahme der 2tai r?� tn somit die Beklagten mit einer Geldstrafe zu be- \ioai! die in Höhe von 20 M. i. e. zwanzig Mark nach iWig aller Thatumstände für angemessen erachtet ist. »Iii z.1! �swiderung dieser magistratlichen Ausführung ersuchen %>l>--v itouer Maurer durch ihren Rcchtsbeistand, Rechts- .......~ ■»illi�1'. �'"flauer Maurergesellen beabsichtigen, die Arbeit frei- aufzunehmen. Sie werden sich voraussichtlich bei W luf*. ungen beruhigen, ohne den ordentlichen Rechtsweg e?tn* Gerade deshalb sehen wir uns genöthigt, �ih»�chtl>chen Standpunkt näher klarzulegen; die Scheu, � We Entscheidungen einer Kritik zu unterziehen, muß hier uz«> 0. Gabriel um die Aufnahme der folgenden Gegen- allgemeinen Interesse der Frage zurücktreten. j�terzT'« vrs«�ver-�rror., �.�»chtssprechung des Reichsoberhandelsgerichts und nach 1»-�-- und den Motiven der Gewerbeordnung ist das HIl; es kann nicht auf Erfüllung, sondern nur ''I®.f i'8' w-.t�latz wegen Nichterfüllung, nur auf das Interesse Irtf D'1 ik*§ 408 Theil I Titel 5 Allgemeines Landrecyr.) � fti ftanhrmun0 des§ 408 elf. findet überall bei Verträgen pd or-if 0fn Anwendung, wo nicht besondere Ausnahmen Z» Lee,«' Solche Ausnahmen enthält die Gesindeordnung, annsordnung, das Landrecht in Z 904 Theil 1 Tit. 1 1, "»Hilfen �'e Gewerbeordnung, wenigstens nicht für Ge- "'ichtiger als das erste Urheil, welches eine nur Bedeutung hat, ist die zweite Entscheidung, in ter ..,z x. Aus der Hochschule ?- Schwindels in England. lffl!tf0tibeh!rf!(?er als man glaubt, sind die Angehörigen jener I1, ir,. von listigen Raubthieren in Menschengestalt, sltss �«Wikei/?feT in allen Klaffen aufspürt und welcher die ei-aitdftf. Nt, und Leichtgläubigkeit ihrer Mitbrüder als Fährte "7s/ rfc tzj. L®«.ffe ihnen nachgeht, um sie zu berauben. ES Te� ��wdler und Hochstapler, welche den Leuten ,■%» urebr oder minder unehrliche Weise aus den � Zur(grf' uuv die für dieses Geschäft eine Geschicklich- /'tn alt? aii. irQ8en, welche mit derjenigen eines Diplo- �'h». Talleyrand- Schule wetteifern könnte. : Iss'vpfe sind in allen Schichten der Gesellschaft zu wn» Literatur, der Kunst, in Handel und Wandel; 5j* Fassn".uur blickt, werfen sie ihre Netze aus, bauen sie tor"Ur benlrJ' hellen sie ihre Fangeisen; ja man hat es zu hg'glücklichen Sterne, unter dem man geboren sein zjj- nten, wenn man ihnen nicht zur Beute fällt. dir J!??iles in der Natur absondert, so theilen sich ' l c\rrJf..;r____' Kt. 1�1 Süde".. enP nii I - gegeben—____ tefw"'"'!6 fei« r'Üf1' welcher mittelst eines falschen Wechsels �I.'-auf-!? Nebenmcnschen um Tausende erleichtert, �4 riQr fcurrf" �®heren Stufe", als derjenige, der seinen be?.." Vorspiegelungen nur um einige �"sper gj,x! sst. Wie es in der Kunst Künstler und Äin�ls k>0 giebt es auch solche in dem Gewerbe des «.Kewmh England ist der Betrug nun zu einer feinen **>.(11,1, 2ohn Bull spricht von einer„Ilixa art Hit,"ieietzn�»einer hohen Kunst des Schwindels", über' uns verständlicher werden wird, wenn IL(lrüii>.r:.t®""8o von Londoner Gaunern gebrauchte W�nn Ä umerrich.et haben. tz!' stiegt f?n®>n dem großen britischen Reiche einen Und'®mmt die hohe Polizei, packt ihn bei den 4lt � Tretmühle ist um einer Arbeitskraft reicher. em Mann, der in einem seinen Hause in ?!n*>,"t,",.l9Utr®öllnifse5 anzuhalten. Wtrfl� Beklagten dieser Antrag des Klägers zur »«ter he.«"i? zugestellt war, widersprachen sie demselben ."»chthun,, x daß sie nicht durch Geldstrafen zur iL» Oer Arbeit angehalten werden könnten. Sie seien .oten und ständen nicht unfer der Gesinde-Ordnung. welcher die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses zur Vermeidung einer Strafe geboten wird. Zunächst ist die auf 8 774 der Zivilprozeßordnung gestützte Entscheidung formell fehlerhaft, indem es darin heißt:„Der Magistrat erkennt." Die in Gemäßheit der 8ß 774, 770 Zivil- Prozeßordnung ergehende Entscheidung ist in zedcm Falle Be- schluß, nicht Urtheil(Entscheidung des Reichsgerichts, Band 18, Seite 360); der Magistrat durfte also nicht erkennen, sondern mußte beschließen. Materiell ist die Entscheidung falsch, weil regelmäßig mechanische und gewerbliche Arbeiten als vertretbare Hand- lungen anzusehen sind. Der Kreis der unter§ 774 zu sub- sumirenden Handlungen ist ein sehr enger. Die Motive der Zivilprozeß- Ordnung rechnen dazu, abgesehen von den Fällen, in denen zivilrechtlich ein direkter Zwang stattfindet(z. B. in der Gefinde- Oronung), Urtheile auf Ableistung des Offen barungseideS, Rechnungslegung, kurz nur solche Handlungen, bei denen die Vornahme durch einen Dritten absolut aus- geschlossen ist. Diese Ansicht findet sich näher begründet in dem hervorragendsten unserer zivilprozessualischen Komentare, in Wilmoivski-Levy. Dementsprechend hat auch das Reichsgericht die unter§ 774 der L. P.-O. fallenden Handlungen streng begrenzt. Moderne Heilmittel. 1. Koka-niSmuS.— Morphinismus.— A l k o h o l i S m u S. Die Gefährlichkeit mancher„modernen" Heilmittel weist die„Allg. med. Zentr.-Ztg." in einigen Abhandlungen nach, die auch für weitere Kreise von Interesse sind. So wird daran erinnert, daß vor fünf Jahren ein französischer Arzt, Dr. Regnard, bei einer Vorlesung, die er über die Morphiumsucht der höchsten Pariser Gesellschafts- schichten hielt, ein Fläschchen mit weißlichem Pulver vorzeigte, dessen Inhalt damals noch kaum bekannt war. Aber er prophezeihte bereits das Auftauchen einer neuen BetäubungS- melhode. Heute haben wir sie schon lange im Koka>smu§. Das weißliche Pulver war KokaM, ein Alkaloid, das aus den Blättern eines in Peru und Bolivia wachsenden Baumes gezogen wird. Jetzt ist bereits die Rede davon, den Baum nach Algier und Spanien, wo er natürlich eine außerordentlich lohnende Kultur schaffen würde, zu ver- pflanzen. Wehe dann der Menschheit am Ende des 19. Jahr- Hunderts! Peruaner und Brasilianer gebrauchen ja die Kokainblätter schon seit Langem zu Thceaufgüssen, welche nach Tisch genoffen werden, und Bergleute kaunten die Blätter, um sich zur Arbeit frisch zu erhalten. Aber bis vor kurzem fand noch keine fabrikmäßige Herstellung des Kokains für Europa statt und das Kilogramm kostete deshalb noch 25 000 Franks, weil ein Pfund Bläiter zur Herstellung eines Grammes srtrakt nothwendig war. Seit einigen Jahren ist der Preis jedoch infolge verbesserter Gewinnungsmethoden ungeheuer ge- fallen, und damit hat auch die Anwendung in der Medizin überhand genommen. Sonst sehr empfindliche Körpertheile, das Auge, der Schlund, können durch Kakain völlig gefühllos ge- macht und deshalb leicht operirt werden. Bei äußeren Extremi- täten werde die Koka-nisirung schon schwieriger, weil ein Arm z. B. nicht dadurch unempfindlich zu machen ist, daß man seinen Besitzer Kokain aufschlucken läßt. Man half sich auch hier durch Einspritzungen, nebenbeimacht die Bestreichung des Zahnfleisches mit Kokain das Ziehen eines Zahnes schmerzlos. Krampf- und Ohnmachtserscheinungen bei manchen Personen nach Anwendung des Kokains sind die Kehrseite der Medaille. Vielfach haben sich Morphiumcsser von ihrer Sucht durch Anwendung des Kokains befreien wollen; hier liegt der Ueberaang zum chroni- schen Kokainismus, zum letzten Mvdelaster. Die Folgen des- selben bei gesteigerten Dosen sind schrecklich. Ein 48 jähriger Kaufmann bekam zunächst Gesichtsvisionen, sah die Möbel tanzen, fühlte kleine Würmer unter seiner Zunge, alles schien ihm verkleinert in seiner Umgebung, so daß er sich wie Gulliver in Liliput vorkam. Das Gefühl, als sei der Körper von kleinen Thierchen durchwühlt, scheint ein Hauptsymptom des Kokainismus zu sein. Ein 44 jähriger Apotheker, der in Paris be- handelt wurde, glaubte Luft und Kleider mit Mikroben erfüllt und zerstach sich mit Stecknadeln, um dieselben auszugraben und zu entfernen. Ein 39 jähriger Arzt, ebenfalls Kokainist, zlaubte sein ganzes Gesicht mit kleinen Kokainkrystallen bedeckt. sr kratzte und schabte sich wie ein Wahnsinniger, um den lästigen Ueberzug zu entfernen.„Ich habe Alarm geschlagen," ruft Dr. Reynard zum Schlüsse aus,„und meine Pflicht gethan, indem ich warnte. Es wird noch hundert Kokain- kranke geben, oie ihre Sucht und die Folgen ver- South Kensington wohnt, Tausende von Menschen, indem er sie durch eine betrügerische Annonze zum Ankauf von Schwindelwaaren verleitet, so zuckt die Polizeimit den Schultern und sagt:„Y.m shonld not have beou such a fool"(Sie hätten nicht solch' ein Narr sein sollen). Der Betrogene hat dann vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben gelernt, daß nicht alles, was in den Zeitungen steht, die lautere Wahr- heit ist. Auf der niedrigsten Staffel der englischen Schwindelei stehen die sogenannten Annonzenschwindler, welche in den Zeitungen Ankündigung einrücken, wonach sie aus irgend einem Grunde ihr Mobilar oder ihren Silberschatz, eine Stradivarius-Geiqe, einen Rembrandt loS zu werden wünschen. Auf der ersten Seite eines großen Londoner Blattes sieht man oft die folgende Anzeige. „Eine Dame, welche, aus Gesundheitsrücksichten, nach Indien reisen will, wünscht ihre hochfeine Einrichtung mit roßem Verlust zu verkaufen. Hier bietet sich eine gute elegenheit für junge Leute, welche sich zu verheirathen edenken, eine billige Einrichtung zu erhalten. Man wende an Mrs. T. Dies liest sich sehr unschuldig, aber es ist doch der reinste Schwindel, da die MrS. X. schon seit 20 Jahren„aus Gesundheitsrücksichten nach Indien reisen will" und jährlich 200 bis 300 Einrichtungen, welche sie für billiges Geld auf Ver- steigerungen kauft oder in der Provinz anfertigen läßt, in dieser Weise an den Mann bringt. Es sind alte Sachen, in welchen die Motten Absteigequartier genommen haben. Mrs. X. erzielt immerhin ziemlich hohe Preise für den Kram. Erst nach einem Jahre finden die Käufer, daß sie gründlich hinein- gefallen sind; ein Gegenstand nach dem andern fällt in Stücke, und die Betrogenen lernen, daß sie sich den gezahlten Preis eine gute und neue Einrichtung in einer soliden Möbel- Handlung hätten kaufen können. Die Engländer lieben es aber, zum Altkäufer zu lausen, so daß die MrS. X. noch immer sehr gute Geschäfte macht; denn sie beschränkt sich nicht auf ihr Haus in South Kensington, sondern hat verschiedene Häuser in allen Stadttheilcn, woselbst sie oasselbe Spiel treibt, und wohin die Dummen, trotz allen Warnungen, noch immer pilgern. bergen. Auch Horizont auftau schon ein neues Modelaster am _.an glaubt jetzt Wunder der Schmerz- stillung mit Äntipyrin verrichten zu können. Aber die Störung des Nervensystems durch Einwirkung chemischer Substanzen bleibt nicht ungestraft, man wird bald die verderblichen Folgen dieses Heilmittels zu verzeichnen haben unter dem Sammel- namen des Modelasters des— AntipyrinismuS. 2. Äntipyrin. Dieses neue Modemittel, welches gegen- wärtig gegen� verschiedene Leiden, wie Kopfweh, Migräne, mr es geyanen wiro, oenn einige Aerzte beobachten bei Wendung desselben schädliche Nebenwirkungen. So sah z. B. D. Huchard in mehreren Fällen nach dem Einnehmen von Anli- pyrin Vergiftungserscheinungen, wie heftigen Frost, Ohnmächten und Blauwerden des Gesichts und der Extremitäten. Außer- dem beobachtete derselbe Arzt, daß bei Frauen nach einer Gabe Äntipyrin die Regel(Menstruation) alsbald aufhörte; dieser Umstand bestimmte ihn, dieses Mittel nicht mehr in den ersten Tagen der Regel zu verordnen. Ferner beobachtete Dr. Brandenberg in einem Falle, wo Äntipyrin eingenommen war, eine merkwürdige Affektion der Nerven; die Patientin bekam 5 Minuten nach dem Einnehmen von einem Gramm Zahnweh, welches alle Zähne des Unterkiefers betraf und außerdem Kopf- schmerzen(hinter den Ohren), Ohrenschmerzen(ohne Ohren- sausen), Augenthränen und NasenauSfluß. Die Erscheinungen schwanden in umgekehrter Reihenfolge, daS Zahnweh dauerte 4 Stunden. Um sich zu vergewissern, daß diese Schmerzanfälle wirklich vom Äntipyrin herrührten, bewog B. den Patienten, noch i Gramm zu nehmen. Nach 10 Minuten traten die früher beobachtete» Erscheinungen ivieder ein; daS Zahnweh dauerte diesmal 12 Stunden, aber die Gelenkschmcrzen, welche infolge des Gelenkrheumatismus vorhanden waren und gegen welche Äntipyrin gereicht worden war, schwanden ebenfalls. 3. Antifebrin. Auch bei Anwendung dieses neuen Mittels hat man unangenehme Nebenwirkungen beobachtet. Frau D., welche an Migräne litt, hatte sich infolge einer Anzeige in einer Berliner Zeitung aus der nächsten Apotheke für 25 Pfg. Antifebrin holen lassen und die ganze Dosts, ca. 1t Eßlöffel voll(nach Angabe des betreffenden Apothekers 4 Gramm) in zwei Portionen mit Wasser verrührt um 11 Uhr Vormittags kurz nacheinander eingenommen. Nach ungefähr drei Stunden stellte sich nach Aussage der Mutter anhaltendes Erbrechen, kalter Schweiß und tiefe Ohnmacht ein. Da die Mutter von dem Antifebrin nichts wußte, hielt sie den Zustand für heftige Migräne und sandte erst Abends um 9 Uhr, als die Erschei- nungen immer gefahrdrohender wurden, zum Arzt, der die Kranke noch immer mit geschlossenen Augenlidern daliegend fand. In einen eigenthümlichcn Zustand war, ganz abgesehen von anderen krankhaften Erscheinungen, das Nervensystem der- selben gerathen. Während die Frau vollständig bewußtlos war und nur zeitweise unter leisem Stöhnen sich hin und her warf, antwortete sie doch auf alle Fragen prompt und vernünftig, wenn auch nur mit schwacher Stimme oder einer leichten Kopfbewegung. Sie theilte selbst mit, daß sie Antifebrin genommen und seit- dem in dem grauenhaften Zustand eines fortwährenden Fallens sich befinde und daß ihr Sensorium vollständig betäub« sei. Erst am nächsten Tage kehrte das Bewußssein zurück. Merk- würdigerweise wußte die Patientin nicht das Mindeste von dem desolaten Zustand, in welchem sie den vergangenen Nach- mittag und dieNacht sich befunden hatte, konnte sich auch nicht auf die Gegenwart des Arztes besinnen— und doch hatte sie mit ihm gesprochen und auch ohne Widerspruch die ihr ge- reichte Arznei genommen— sodaß es den Anschein hat, als ob roße Dosen Antifebrin das menschliche Nervensystem in einen Zustand versetzen, welcher dem von Hypnotisirten nicht unähnlich ist, insofern, als beide Beeinflußten Fragen beant- warten und gegebene Befehle ausführen, ohne das Bewußtsein von ihrem eigenen Ich zu haben. Derartige Fälle können sich um so leichter wiederholen, als das Mittel in den betreffenden Inseraten dem Publkum zu einem außerordentlich billigen Preise empfohlen wird. „Klim-bim" ist das neueste Schlagwort, mit dem der wunderlhätige„Gewerkverein" den Pariser internationalen Kongreß und die von demselben gefaßten Beschlüsse belegt. „Das einzig praktische Resultat, wenn von einem solchen über- Haupt gesprochen werden kann, ist die nach endloser Debatte angenommene Resolution, betreffend dm Arbeiterschutz"; mit Der m ____ Mann mit der Silberkammer, welcher sich... „augenblicklicher Schwulität" befindet, ist ein anderer, der das Publikum aus ähnliche Weise aussaugt, auch er wohnt in Kmsington und muß dort wohnen, weil man ja im Osten von London mit blechernen Löffeln speist, auch keine Silberkammern hat. Sein Vorrath wird in Birmingham angefertigt und besteht aus Messing, welches leicht versilbert ist, aber sonst sehr gut aussieht. Es sind meistentheils„antike" Salzfässer, Zuckerdosen, Fruchtlöffel, Messer� Tafel-Aufsätze und dergleichen mehr, die er mit einem Verdienst von 200 bis 300 am Hundert an den Mann bringt. Personen, die billige HochzeitSgeschenke machen wollen, aber doch nicht als Knicker zu gelten wünschen, sind seine Kunden. Wenn später die Dienstmädchen des Beschenkten die Gegenstände putzen, so reibt sich die dünne Silberrinde ab, und das Messing blickt stellenweise hervor; das Messing ist eben bescheidener Abkunft und hat sich schon lange ge- schämt, mit geborgten Kleidern zu prunken. Natürlich erfährt der großmüthige Geber niemals, wie er angeführt worden ist, da man einem geschmkten Gaul ja nicht zwischen die Zähne sieht, und so kann der Mann mit der augenblick- lichm Schwulität ruhig weiter schwindeln. Das Gesetz kann ihm nichts anhaben, und die hohe Obrigkeit sieht es auch wohl gern, daß er endlich aus seinen Schwulitäten heraus- kommt, damit er eS zu etwas bringt und seine Mitbrüder nicht weiter gröblich betrügt. Dem Geigenschwindel fallen auch jährlich Hunderte von Engländern zum Opfer. Beim Morgenkaffee fällt dem pat-�r farnilias, dessen Sohn gern das Geigenspiel lernen möchte, eine Ankündigung auf, in welcher ein Herr, der sich in„be- drängten Umständen" befindet, eine echte Stradivariusgeige, im Werth von 500 Pfd. St., für 10 Pfd. St. zu verkaufm wünscht.„Du, Mutter!" wendet er sich an seine Frau; „übermorgen ist John'S Geburtstag, da möchce ich ihm doch gern eine rechte Freude machen. Sieh' mal, hier bietet ein armer Kerl seinen Stradivarius für 10 Pfd. St. an. DaS Ding ist unter Brüdern 500 Pfd. St. werth. Dem Dr. Joachim haben sie sogar neulich eine derartige Geige ge- schenkt, welche 1000 Pfd. St. kostete. Weißt du was, ich- kaufe das Ding, und wenn der Bengel dann auf einer Stradi- dieser Leistung glaubt sich das Oman für»freie Selbsthilfe" (nebenbei mit domiihig bittendem Blick nach Fürsten-, Fabri- kanten- und Beamtengunst) und seine Anhänger über den Werth und die Bedeutung des Kongresses hinwegtäuschen zu können. Dabei begeht aber das Blatt die Unvorsichtigkeit, die Resolution Bebel- GueZde zum Abdruck zu bringen und siehe da, auf einmal dämiikert den Artikelschreiber doch die Meinung .auf, daß z. B. die Forderung des achtstündigen Maximal- Arbeitstages doch ihr Gutes haben kann. Alle anderen For- derungen haben, wie es scheint, für die Arbcitersache keinen Werth oder sind überhaupt nicht durchführbar ohne die der gewerkveremllche„Selbsthilfe",„man" ist vielmehr Meinung,„als ob man es im Interesse der Arbeiter selbst thun wurde, seine Bestrebungen auf dag zunächst Erreichbare zu richten und den Weg, auf welchem die Förderung des Ar- beiterwohles zu erreichen ist, schrittweise weiter zu verfolgen". Ueber das„zunächst Erreichbare" ist indeß nichts angedeutet; wenn es aber nach Ansicht des„Gewerkverein" noch Jahr- zehnte langer angestrengter Arbeit bedarf, um vorläufig den Ivstündigen Maximalarbeitstag zu erreichen, ist doch n Forderung nach einem 8stündiaen Maximalarbeitstag wo hl die zu er- reichen, so ist doch wohl die Foroerung nach einem Sstündigen MoximalarbcitStag nicht zu früh gestellt. Wir meinen, daß gerade die Forderung nach einem östündigen Maximalarbeitstag die Einführung des Ivstündigen beschleunigen und von da den Uebergang zum Lstündigen erleichtern wird. Doch was unterfangen wir uns, die Weisen des„Ge- wcrkverein" belehren zu wollen; die Forderungen deSinter- nationalen Kongresses sind nun einmal für diese Herren „Phantastereien", wie alles, was nicht der„Denker"' stirn des„ver- d'enstvollen Begründers der deutschen Gewerkvereine" entspringt „Phantasterei" ist und sei es noch so faßlich und klar. „Eine ernste Aufgabe" des„Gewerkverein" sei die Er- ziehunp des ganzen Menschen zum tüchtigen denkenden, sich seines WertheS bewußten Staatsbürgers, der auch außerhalb der Organisation eine geachtete Stelluug in der menschlichen Ge- fellschast einnehmen sollte, so schreibt wenigstens der Gewerk- verein in Nr. 3l vom 2. August d. I. Allein— und das ist bezeichnend für die Stellung, welche die Herren des„Gewerk- verein" zu der Aufgabe: die Erziehung des ganzen Menschen anzustrehen, einnehmen— einige Zeilen weiter unten giebt das Blait die Äuslassung„eines der angesehensten Preßorgane der Reichshauptstadt" über die berechtigten Forderungen der Ar- beiter wieder, welche lautet: „Wir verlanged, daß dem Arbeiter dieselben Mittel ge- währt werden, um zur Befriedigung seiner Wünsche zu ge- langen, die anderen Klassen auch zu Gebote stehen. Kein Hinderniß soll ihm in den Weg gelegt werden, keine Willkür- liche Vertheuerung der Gegenstände, deren er zu seinen, Wohl- befinden bedarf, keine Beschränkung in der besten Verwendung seiner Kraft. Die Freiziigigkeit, daS Recht, seine Ansichten durch die Presse geltend zu machen, vor allen Dingen daS für ihn wichtigste aller Rechte, das Koalitionsrecht, soll ihm unver- kümmert zustehen. WaS überhaupt erreichbar ist, wird er mit Hilfe dieser Rechte erreichen können und was er selbst mit Hilfe dieser Rechte nrcht erreichen kann, das wird wohl unter den gegebenen Verhältnissen überhaupt unerreichbar sein. Jeder Versuch aber, den Aufbau unserer Gesellschaft umzustürzen, die in ihrer heutigen Gestalt nicht eine Schöpfnng menschlichen Witzes, sonder, t ein Ergebniß einer unüsterschbaren geschicht- lichen Entwickclung ist, kann ihm nur denselben Schaden bringen, wie allen anderen Klassen." Verständnißinnig sekundirt hierzu der„Gewerkverein" in folgender Weise: „Daß gerade den Arbeitern, als den lam wenigsten Be- sitzenden, der Schaden am empfindlichsten sein wird, ist zweifel- los und deshalb ist es gerade für die gemäßigten, besonnenen Elemente unter den Arbeitern eine ebenso ernste als lohnende Aufgabe dafür zu wirken, daß der Gedanke der Selbsthilfe und Seldftvenvallnng in ihren Reihen gestärkt und gekräftigt wird. Dies kann aber am besten und erfolgreichsten nur geschehen, wenn die Reihen unserer Anhänger immer mehr gestärkt und vermehrt werden." Dem Arbeiter sollen dieselben Mittel gewährt werden, um seine Wm sche zu befriedigen, wie anderen Gesellschaftsklassen, kein Hinderniß soll ihn daran stören, keine Beschiänkung ihm auserlegt werden zur besten Verwendung seiner Kraft; aber den Aufbau unserer Gesellschaft in ihrer heutigen Gestalt soll man nicht„umstünen", das könnte dem Arbeiter, als den am wenigsten Besitzenden empfindlichen Schaden bringen; daher ist es eine„lohnende" Aufgabe, den Gedanken der„Selbsthilfe" und„Selbstverwaltung" zu stärken durch Gewinnung neuer Anhänger für die grrrrroße Gewerkvereinssache—. Man könnte lachen über den großen Blödsinn, mit welchem diese Wunderdoktoren ihr Publikum trakiiren, wenn cS sich bei den Herren nicht darrnn handelte, den politisch und wirthschaft- lich weniger aufgeklärten Theil der Arbeiterschaft von dem wahren Ziele der Arbeiterbewegung abzulenken. Eine Gesellschaft, in welcher der eine Theil Vorrechte be- sitzt, während der andere Theil nicht einmal gewöhnliche Rechte genießt; in welcher ein Theil sämmtliche Werthe und Produk- tionsmiitel besitzt, während der andere Theil nichlS sein eigen nennt als seine Arbeitskraft und wo dieser Theil nichts zu ver- lieren hat, weil er nichts mehr besitzt, noch von einem Schaden zu varius nicht Fortschritte macht, soll ihn der Kukuk holen." Ge- sagt, gethan; die Violine wird bestellt, sie langt an, und der Käufer hat 10 Pfd. St. für einen Artikel bezahlt, denerüberall für 10 Sh. hätte kaufen können. Der Name Stradivarius prangt natürlich auf dem Instrument, und das genügt den guten Leuten. Der arme Violinlehrer, der sich unterstanden hat, die Echtheit der Geige zu bezweifeln, wird fortgeschickt. „Was versteht der dumme Mensch davon!" Eines Tages will aber John die Geige verkaufen, um sich für den Erlös eine Flöte anzuschaffen, weil er des Geigenspiels überdrüssig geworden ist. Der Violinhändler beweist ihm dann, daß sein Vater gründlich hereingefallen ist, und die Geige wandert in die Rumpelkammer. Die gefährlichsten der Anzeigen-Schwindler sind die- jenigen, welche unter dem Vorwande, Leuten eine feste An- stellung bei irgend einer Gesellschaft geben zu können, �hohe Kautionen verlangen. Ein Stellungsloser, der noch einige Pfund Sterling in seinem Vermögen hat, liest in der Zeitung: „Ein junger Mann, welcher 100 Pfd. St. Kaution stellen kann, wird für eine Aktien-Gesellschaft als Sekretär gesucht. Gehalt drei Pfd. St. die Woche und hohe Tantiemen. Offerten bittet man unter£. V. Z. an die Expedition dieser Zeitung zu senden," Der nichts ahnende Jüngling beantwortet die Annonze. Bald erhält er einen Brief, auf welchem der hochtrabende Name einer Schwindelunternehmung steht. Man bittet ihn, sich morgen um 10 Uhr in den Geschäftsräumen der Kom- pany einzufinden, um den Direktoren sich vorzustellen. Ge- schniegelt und gebügelt tritt er am nächsten Morgen an. Seinen Augen bietet sich ein kostbar ausgestattetes Geschäfts- zimmer mit einem großen Geldschrank und Oelgemälden dar; ein junger, feingekleideter Herr empfängt ihn und ersucht ihn, einige Minuten zu warten, da der Herr Direktor so eben stark beschäftigt sei. Nach einer halben Stunde tönt die elektrische Klingel; man ersucht ihn, näher zu treten. In einem Gemach, welches noch prächtiger und geschäfts- mäßiger als das zuerst betretene aussieht, sitz ein alter ehr- reden, den dieser Theil zu erleiden haben wird, kann man nur von den Vor- und Hintermännern des„Gewerkverein" er- warten. Das nennt diese Gesellschaft„Erziehung des ganzen Menschen". Trotzdem oder gerade deswegen, werden die Herren mit ihrem„Klimbim" der Selbsthilfe und Selbst- Verwaltung Hirsch-Dunker'scher Kouleur bei den denkenden Ar- besten, immer mehr Fiasko machen. Nicht mehr lange und die meisten Saulusse der Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereine werden um so eifrigere Paulusse der reinen zielbewußten und zielerreichenden Arbeiter- bewegung sein. Dann allerdings ist es mit der Herrschaft der Hirsch- Duncker'schen Harmonie-Apostel vorbei. Skropheln«nd Schwindsucht, diese beiden echten Pro- letarierkrankheiten, haben neuerdings mehrfach eingehenden For- schungen unterlegen. Man war nämlich schon seit einiger Zeit fast allgemein der Ansicht in ärztlichen Kreisen, daß beide Krank- heiten eigentlich nur verschiedene Krankheitsformen der gleichen Krankheitsursache seien. Der Krankheitsstoff war zwar noch nicht näher unte, sucht, und namentlich war der Einfluß desselben bei seiner Ueberlragung auf einen gesunden thierischen Körper noch nicht erprobt. Als derartige Versuche vor einiger Zeit zuerst von einem Arzt vorgenommen wurden, ergaben sie zunächst ein Resultat, das derbisherigen allgemeinenAuffassung zu widersprechen schien. Es wurden nämlich die vereiterten Drüsengewebe von Skrophelkranken auf sogenannte Versuchsthiere verimpft, doch wollte es anfangs nicht gelingen, die Krankheit auf diese Weise zu übertragen, und man gab die bis dahin festgehaltene Auf- fassung, daß beide Krankheiten auf die gleiche Ursache zurück- zuführen seien, als unbeweisbar auf. Aeußerlich hatte die Auf- fassung ja auch nur wenig Wahrscheinliches, namentlich für den Laien, denn diesem wurde es schwer, zu glauben, daß der keuchende und hustende hinfällige Lungenschwindsüchtige, der langsam aber sicher zu Grunde geht, an demselben Grundübel leiden sollte, wie das bleiche Kind mit den bläulichen Augen- rändern, dem welken Fleisch, dem zu Verkrümmungen geneigten Knochenbau und den mancherlei Leiden an Augen und Ohren, das zwar schwächlich und verunstaltet, doch ein kümmerliches Dasein fristet. Und doch war die anfangs gehegte Meinung von dem Wesen dieser beiden Krankheiten begründet. Ein italienischer Arzt, De Renzi, hat kürzlich die früheren erfolg- losen Versuche wiederaufgenommen und erfand in den Drüsen- Massen skrophuiöser Thiere und Menschen überall und über- einstimmend den berüchtigten Schwindsuchts- oder Tuberkel- Bazillus. Auf Grund dieses Befundes, der sich bei mehreren Untersuchungen beständig und gleichmäßig erwies, und auf Grund weiterer Versuche, welche er mit der Verimpfung ge- schwollener Lymphdrüsen-Massen skrophelkranker Thiere vornahm, gelangte der Italiener zu folgenden Schlüssen: 1. Das skro- phulöse Ansteckungsgift ist das gleiche wie bei der Schwind- sucht. 2. Das Ansteckungsgist skrophuiöser Drüsen erzeugt bei Kaninchen und Meerschweinchen Lähmungen und Schwindsucht(Tuberkulose). 3. Die Erfahrung giebt keine Anhaltspunkte dafür, daß das Skrophclgift abgeschwächtes Schwindsuchtsgift ist. Mit dielen Beobachtungen stimmen einigennaßen zusammen die Mittheilungen eines deutschen Arztes namens Kanzler, der sich eingehend bemüht hat, das Wesen der Skrophulose zu erforschen. Er stellt dieselbe dar als eine Art Ncrvenschwindsucht, die äußerlich sich durch besondere Schwächezuständc und Begleiterscheinungen bemerkbar mache. Oft leiden die Kranken daran, daß leichte Verletzungen bei ihnen schwer heilen, oder gar in einen geschwürarligen Zustand übergehen; dabei neigt der Kranke zu Katarrhen, zur Bildung von Drllsenschwellungen und schwebt in beständiger Gefahr, von der Lungenschwindsucht ergriffen zu werden. Was das ört- licke Skrophellciden, namentlich die örtlichen Drüsen- anschwellungen anbelangt, so sollen nicht alle diese Krankheits- erscheinungen den Schwindsuchts- Charakter zeigen. Versuche mit dem Skrophelgift haben nach seiner Behauptung niemals Skropheln, allemal aber Tuberkulose erzeugt. Dagegen wird angeborene Skrophulose sehr oft, angeborene Tuberkulose äußerst selten beobachtet. Aber der an Skropheln leidende Körper ist außerordenilich geneigt, das Schwindsuchtsgift in sich aufzu- nehmen und zu vermehren und disponirt also zu Tuberkulose. Von Einfluß auf die Entwicklung der Skropheln sind erbliche Belastung, also namentlich Abstammung von schwindsüchtigen Eltern, mangelhafte oder fehlerhafte Ernährung, ungesunde Luft, ungenügendes Licht und voraufgeganaene Krank- heiten, wie Masern und Keuchhusten. Bei der Behandlung spielen die Hauptrolle eine gesunde äußere Behandlung des Körpers, Aufenthalt in frischer Luft, stärkende Bäder und aus- reichende Ernährung. Alan sieht also, die Skropheln, diese jetzt so ausgedehnt auftretende Kinderkrankheit, ist die Folge der elterlichen Neigung zur Schwindsucht, wenn diese selbst noch nicht vorhanden war, und der Vorbote der demnächst bei dem skrophelkranken Kinde folgenden Schwindsucht, wenn ihr nicht durch sorgfältige Pflege vorgebeugt wird. Der grosse antisemitisch-nationale Dnt»ustrieUr in der Breitenstrahe hat für sein Geschäft andere Grundsätze auf- gestellt, als man bei seinem bewährten Patriotismus erwarten sollte. Die„Berl. Ztg." schreibt hierüber: Die bei ihm ange- stellten Leute wissen davon zu erzählen, daß, auch wo nationale Angelegenheiten in Frage kommen, er so knauserig sein kann, wie — um in seiner Sprache zu reden— irgend ein Jude. So würdiger Herr, der sich bei seinem Eintritt erhebt und ihn in der leutseligsten Weise anredet.„Also Sie bewerben sich um den Platz des Sekretärs?" beginnt er. Das Opfer nickt befangen.„Na, das ist so eine Sache," fährt der alte Herr fort"und zeigt ihm etwa 100 Briefe.„Dies sind alles Bewerbungsschreiben um den Posten, und die Gesell- schaft ist somit gezwungen, sich den besten Mann auszusuchen; ich weiß wirklich nicht, was ich Ihnen heute sagen soll. Sie schreiben, Sie seien bereit, die ge- wünschte Kaution zu stellen? Gewiß," antwortet das Opfer, „und ich würde es mir zur Ehre anrechnen, Ihrem werthen Hause zu dienen."„Das glaube ich wohl," erwidert der alte Herr;„es ist nicht Jedem vergönnt, bei einer so ange- scheuen Firma, wie die unsere ist, als Sekretär angestellt zu werden."„Dürfte ich mir die Frage erlauben," beginnt der junge Mann von neuem in schüchternstem Tone,„mit welcher Art von Geschäft befaßt sich Ihre Gesellschaft?" „Mein junger Freund," lautet die Antwort,„die Gesell- schaft hat ein Patent erworben, den Londoner Straßen- schmutz in Dünaer umzuwandeln, und hat bereits mit den ersten Landwirthen Verträge abgeschloffen, diesen„Kunst- Guano" für Jahre hinaus an dieselben zu liefern."„Ach, ich möchte so gern vie Stellung haben, bemerkt der junge Mann hierauf fast zagend.„Wissen Sie was," unterbricht ihn der alte Betrüger,„ich habe den größten Einfluß bei den anderen Direktoren, dem„ehrenwerthen" Alfred Nudel und dem Baron Trudel; Sie gefallen mir, und die Gesell- schaft erhält jedenfalls die geeignete Person. Ich werde mich für Sie verwenden und habe wenig Zweifel, daß Sie die Stellung schließlich erhalten werden. Der Jüngling vergießt Freudenthränen und verläßt den alten Herrn.„In den nächsten Tagen," ruft dieser ihm noch nach,„werden wir Ihnen schreiben." Nach einer Woche erhält der junge Mann einen Brief, daß die Direktoren geneigt seien, es mit ihm zu versuchen; er solle morgen sich einfinden, um die Kautionsangelegenheit zu erledigen. Erkundigen könne er sich über die Gesellschaft hat er, wie wir erfahren, keine Verpflichtung gkMl, bcnjew� Angestellten, welche in diesern Jahre von dem Gesch»��„ ivhujc m uiv| vjii ouijic uuu utm— n«j wurden, zu einer achtwöchentlichen Reserveübung eingw, werden, für die Dauer der Uebung ihr Gehalt weiter zu zar' er hat vielmehr alle diese jungen Leute entlassen uns. � vut uiviuiciji uuc uit'jc lun�eu �cuic cimwiiyv � Salair nur bis zum letzten Tage vor Beginn der Uedung» ***** gwm ic�icu uui-ocymii ww-y-•• � gezahlt. Doch was sagen wir- Nicht bis zum letzten, bis zum vorletzten Tage; solche Uebungen pflegen an Montag zu beginnen, und was sollte den Herrn veraman,' xmvmug zu orginnen, uno was«ouie oen V?"» für den vorhergehenden Sonntag zu bezahlen Geschäftsmann, dessen Name her allen nationalen w mit einer beträchtlichen Summe in den Zeitungen U....-. nme in uen oc,,u".tiv;' ä muß— Noblesse ob I i�e— muß ehen zu Haufe äußerst Ae« fern. Auch auf mündliche Versprechen, daß die auS fcewj. ntmnfen Grunde Entlassenen sofort nach Beendigung derW fnnfm-n ii-fm.,,. s)T„n„rT,.„„ i». finden tmiriW' kö nn en" dstse" n lch"' a 1 � �'M Geschäft finden WIMM' "''' � WM f-st bauen. Uns ist wenigsten- Mann trotz jenes-om mmen wurde und j westig um eine Steg- r.-»nden hatte, sich-»» "-'elle zu bewerben. Ein Anderer hatte '~—.»AI. 11» w| V I*. VV» VAV«l».A Üjlfly Fall bekannt, in welchem ein junger Mann icotz len � fprechens nachher nicht wieder angenommen wurde un; brotlos ist, da er es nicht für nöthig gefunden hatty"?� zitj seine eigenen Kosten eine weite Reise nach Berlin. in das Geschäft des großen Industriellen einzPreten. in vas«leuyasi oes grogen �nouirncucn eruzun-»" Verlauf von drei Tagen halte der Pechvogel seine Ernberum � dem Salair lur Entlassung neben.. Erst das Geschäft, und dann der P* ordre und— seine Tage in der Tasche. triotiSmus. to,, ffil»|? eiern« der Arbett» ein in den siebenzratt3 stehender, schwerhöriger Bahnarbeiter, ist Frestag � auf dem Potsdamer Güterbahnhofe von ernem Pkrio der Stadtbahn überfahren und auf der Stelle g worden.. �..„z, j» Der Tischler August Schulz aus Podelzig Sonnabend um 5K Uhss Morgens"in seiner Wohnung mar-Straße Nr. 62, 2 Treppen, wiederum verhaftet, .....----- r.....'(ben Angel ist kurz foft demselben dasselbe Schicksal bereits in derselben Angelsö � in Bremen passirt war. Der Thatbestand ist kurz � Der genannte Schulz arbeitete drei Jahre in HanroassV zwar von 1886—89. Im Februar 1887 bekam er einen, � kollegen. Dieser benutzte die Gelegenheit, als niema" � Hause war, dem Sch. Werthgegenstände in Höhe von zu entwenden und zwar 45 M. in baar, einen Winter' � zreher, einen Anzug und Wäsche und die Papiere. ging nun mit den Schulz'schen Papieren nach führte dort denselben Streich aus, worauf Sch. von bürg aus steckbrieflich verfolgt wurde, aber durch in W1 in Hannover vor der Verhaftung geschützt wurde. � Zwischenzeit ist der wirkliche Thäter schon längst rn verhaftet worden und vom Gericht verurthcilt. �aa sein Domizil in Bremen genommen und sich dort an» � hatte, wurde er sistirt, nach vier Stunden wieder enliail. z* jetzt in Berlin passirt ihm dasselbe. Welcher BeHorde Pflicht ob, den Steckbrief außer Kurs zu setzen? � nütz Haussuchung. Am Sonnabend Vormittag wurde die Frau des Vergolders Gerndt von einem-M heamten verhaftet und nach dem Molkenmarkt sistirt wurden der Frau�die Wohnungsschlüssel ai wurde ihre in der Rüdersdorserstraße 63 belegenen durchsucht. Beschlagnahmt wurde eine Broschüre sozin'L Vorträge und 15 Sammellisten zum internationale» kongreß. Merkwürdiger Weise wurde der Ehemann der in keiner Weise behelligt.... Der Maler Herr Menuing, Brunnenstr. 57, wo» � hat am Sonnabend Nachmittag 5 Uhr auf bem Wege vo..� Neubau Buchholzerstr. 3 bis zur Destillation von � g. Buchholzerstr. 6, einen Hundertmarkschein verloren. wollte den Hundertmarlschein in der betreffenden Defl � wechseln. Dem Wiederbringer wird eine Belohn�«» 20 M. zugesichert. Zu einem Hilde der drolligste« Hitnaiionv'v'�. gab, nach Berichten hiesiger Blätter, der letzte starke � regen auf der Schönhauser Allee Veranlassung. �"ajtt zur Pappel-Allee hat die Straße � franseckistraße bis zur Pappel-Allee hat die Straße Fall, und jeder kräftige Regen verursacht schon en. ständige Wanderung aller Brückenbohlen, die dann rege p an der Danzigerstraße ein förmliches Bollwerk bildet A. Mittwoch nun war ein Wagen der Pferdebahnlinie.„n' markt— Pappel-Allee in letzterem Endpunkt angelavs gezwungen, inmitten einer mächtigen Wasser P Passagiere auszusetzen. Während die Herren, von � � Bohle hüpfend, das Trockene zu erreichen wußten, starrj� Damen rathlos in die den Wagen umspülenden Avr» � Fluth. Der Schaffner kraute sich verlegen in den 4. zi, Die Damen konnten und wollten nicht aus dem Wagov' jis und doch war die Zeit, die Station wieder zu verlom.(ß» angerückt. Aber ein Berliner Pferdebahnschaffner w 4 zu helfen. Mit einer höflichen Verbeugung bot Damen seine strammen märkischen Schultern an, uno># wurde das Anerbieten angenommen. Aber waren einverstanden. Schon hatte der Brave eiy j/ lachender Frauen aufs Trockene gelandet, als eine — es war die letzte— von sehr respektablem UmiNg�# testirte.„Kondukteur", meinte sie droheng,„wenn fallen lassen, mache ich Ihnen bei der Direktion anl s-? bei T. u. Ko. Letzteres thut er auch und erhält cw � gute Auskunft. Leider weiß er nicht, daß diese Hetft» � selbe Geschäft betreiben wie die Guanogesellschaft' �sis andern TageS trägt er seine 100 Pfd. St. nach dein KM des alten Herrn und tritt dann seinen Dienst an..sLfick' gefällt es ihm nicht, daß er als Sekretär nur zum�v � schreiben benutzt wird, tröstet sich aber dann mit dem � daß aller Anfang schwer sei. Nach einigen Wochen ruft' � alte Herr wieder in sein„Privat.« cffice" und theilt w daß die Gesellschaft nichts dagegen habe, wenn er ft Monat Urlaub nehme. Er giebt ihm das Gehalt Tage im voraus und noch dazu eine kleine Gratis'.< Als er nun einen ganzen Monat nach besten Kras„$ RamSgate sich amüsirt hat und wieder seinen/ Jiuy UIIIU|IV( yui UUU IVICVCV|CUIU«(>£" treten will, wird ihm von dem Thürhüter des Hauff. netheilt, daß die Gesellschaft seit 14 Tagen 5"' schwunden sei. Auf der Polizei hört er dann f die Gauner ungefähr 50 junge Leute in ähnlicher trogen hätten. Nach Monaten erhielt er eine Vor Man hatte die Gauner abgefaßt. Als er seine � vor Gericht erzählte, lachte ihn der Herr aus und v'�ii trocken, man könne es den Pfiffigen nicht verdenke''' � sie den Dummen die Taschen leerten. Der Rich'" theilte beide Betrüger zu je fünf Jahren Zuchthaus. Eine andere gefährliche Abtheilung in der des Schwindels sind die sogen. Company Promotor»-, Leute geben sich, wie der verstorbene Franz Moor,- mit Kleinigkeiten ab. Sie arbeiten in der vorss Weise. Das Gesetz kann ihnen selten etwa? anhao begeben- J�i# sie sich nicht leicht in dessen Schlingen Beg",»- � giebt es auch Ausnahmen, und eine derselben zeigt, w Gauner arbeiten. (Schluß folgt.) �»rK m W-L'ifö, >, d. i. Itfl n™.-". aei-dl« n-« ,0 äS •®>5 ,hnU«S r# ?'Ä n re9{IPw bild-� in«„i. "i,. Ä •-lie!" schmunzelte der Mann,„vorläusiz packen mir anhängia. wir werden s schon scha "Sult hatte feine flräfte überschätzt- Aufemer «nta dem Wasser verborgenen Boble rut'cbte � hatben Mlinmiaer Schrei, und die dicke Dame insi mi � �-"n Kanal/ Schnell en.schlosien, spr-ng d� Sch« w- be.den Beinen ins Wasser, und unter der M.th'M Sender Herren wurde die Erboste herauSg � Meise wohnte die Verunglückte ganz en der Nahe, Jnte-——•' r'""" — vn,u uinen ycacntneu iut ne?nven m „ Auf Kahnhof I-hanni»thal.s° schreibt em ori�� � �«hterstauer. ist neulich das Unglück �g u��kehren wollte, �hnarbeiler, der nach beendetem Nacht dien I h teilen Frei- � nnem Rangierzug todt«fuhren wurd., Zbend wurde fast an derselben Stelle ern� N-ng�� m Fuh oberhalb des Knöchels abgefahren. Unglücks- Änderung der Bahnanlag- eintr, tt,. können sich soieye rr � 'a>io r* Äni0�f®"n,e l- ü, 'Nb Uebergang nach iiibgi ch.bnn Engpaß drangen sich »u, �50QUlUll9tvu» Q alle Personen- Güler- umÄlF -ilt lN 1* öfe , 2)i*JV ie t®! hindurch. Die Rangirbude liegt hart vor der «totm«!).•. n'k mit dem Stellen der Geleile beschäftigten btr»bkn�� durch die Brücke von einem künstlichen Berge hilTcn ven, Rangirzüge nicht sehen können. Außerdem ßssgi.,'vude hart am Geleise, so daß ein unbedachter Schritt U» meii. H?' Diese Bude muß mindestens verlegt werden, Unglücksfälle zu verhüten. «dir dn,f? llt zwar nicht das Land, wo die Zitronen blühen, «übr�?.« �tadt, wo diese Frucht iu unglaublichen Mengen �rlin 7- wird. Das Quantum der im vorigen Jahre nach <«. Iz« sW�uhrten Apfelsinen und Zitronen beläuft sich aus Utd itanT.>{'r-' wovon ungefähr 127 000 Ztr. auf Apfelsinen . � Ä7..uuf Zitronen entfallen. kne �Auilaum der zwanzigtaul'endstrn Eheschließung «t»ti Vi s�'ltag von dem Vorsteher des Standes- �fUni"1 s Stallschreiberstraße, Herrn Standesbeamten iJtrben vifS' in den Registem des Standesamts verzeichnet �elm'"�uj! Vi. Standesamt umfaßt einen Bezirk von 130 000 Maum t, Register des Amtes sich über einen 15jährigen !° ergi.z, Wrecken und bis zum 5. Oktober 1874 zurückgehen, Jsw. daraus, daß auf diesem einen Standesamte im '«»rr° cj�'i lahrlich 1333 Ehen beurkundet worden sind, die �fce> �adt also ein Boden ist, auf welchem sich ohne �ti.N?, Gierigkeiten Herz zu Herzen findet. So eine Standes- (Mono'w'htf wächst mit den Jahren zu einem unglaublichen .kd»-.®'!'«für jene 20 000 Eheschließungen sind auf dem Su�r'!1. bereit« 99 große Registerdände angelegt; dazu Änik, Negisterbände für die bis jetzt beurkundeten 54 780 k�er � und 82 Registerdände für die 44 712 Todesfälle. k, ew«n? Hauptregister wird hier, wie auf jedem Standes- "«(S jj��Mniregifiei: geführt, dessen Eintragungen am Schlüsse 7 Jahres von dem Oberpräsidenten zur Revision ein- �brt alsdann vom königl. Amtsgericht Berlin I. auf- jktDun Ow— Hoffentlich wird die Ehe des Jubiläums- r iun/� windeslens 20 000 glückliche Tage aufweisen, "'Mtor Ehemann aber es nicht als seine Aufgabe ™)1 biik� bie vielen Nullen, welche jene Jubiläums- v seinerseits in der Ehe noch um eine zu vermehren! »kl �"fkrieb auf de« Markt des städtische« Are �'"sehhyfxs auch in dem abgelaufenen Beiriebs- b- April 1888 bis 31. März 1889 eine ansehnliche iSkm, Der Auftrieb betrag: 209 962 Rinder, 625 552 142 105 Kälber und 746 296 Schafe, zusammen vsOtifi, �bicre. Im Jahre 1887/88 sind dagegen nur ,"k 7": 190 566 Rinder, 591757 Schweine, 141833 „I.iSlk, 898 348 Schafe, zusammen 1622 504 Thiere, i,i ifti«»? 1888/89 mehr aufgetrieben 93 411 Thiere, M 7°� 11 396 Rinder, 33795 Schweine, 272 Kälber 5 �kwi Schafe. Um den annähernden Werth des i?its J- tyts zu ermitteln, sind aus_ dem vorigen I i k iw�Afe der Bücher von Vieh-Kommissionshandlungen J'che si�?sswerih der einzelnen Viehgattungen gewonnen, i/ks liLPj8 iianze maßgebend sein dürften. Der Umsatz des ,■ Äl ai) /®9 berechnet|tch hiernach rvie folgt: 201 962 Rmder - p»' Stück gleich 50 940 500 M.: 625 552 Schweine -----» �— 142105 Kälber zu llÄ Stück gleich 48 793 056 M.: 14t Msiit...Stück gleich 13 433 328 M. Der nur»k auf 121243184 M. oder durckick .. Gesammtumsatz «»s°uf 121243184 M. oder durchschnittlich wöchent- Illeben- � M. Von den auf den Zentral-Viehmarkt Ä»»s-S»l � Dhieren wurden in den Schlachthäusern des tZkne®"°wlhofes geschlachtet: 141814 Rinder, 479 124 795 i ü�9'v0"VUIVU, uuv wcwj ic/ij wuiwiv./ »"f den$n' Äbzug dieser Thiere von den zum Auf- ''ssjk SU™.? gelangten Thier n würden also zur Ausfuhr � Binder i!«- JL r-ni unb?flci,er hinaus gelangt sein V°.iusanin. � Schweine. 26 312 Kalber und 407 498 Ä 640 386 Thiere oder 37M pCt. des Auftri.bs, der .nd be<, enteil � ichter aus- •"VJ ß auf dem stäotischen Zenlrah l»,�twei»�®��ck>Ieten Thiere beträgt bei Rindern 277 Kg., ß) Jg. sn6? Kg., bei Kälbern 62 Kg. und bei Schafen Wen..?? Abzug von 1724 Rindern, 120 Kälbern, 193 deren Fleisch als zur mensch- linss"? licht geeignet zurückgewiesen und beanstandet lttli,, ber ftädlische Schlachthof für den Verbrauch 4Ä. Rinder zu 277 Kg. ÄäQo �tmdfleisch, 474 270 Schweine 'äl'lTi noo Schweinefleisch. 115 673 Kälber zu 62 VoJig. oi. x Kg. Kalbfleisch und 338 605 Hammel zu >�'53 6 602 797 Kg. Hammelfleisch, zusammen also k»6,?? Fleisch. Ueber die städtischen UntersuchungS- �"r von auswärts emgebrachtes frisches Fleisch Mi gleich 38804 930 zu 90 Kg. gleich � iur Ainh"?? verblieben zum Verbrauch nach Abzug von S 4p tPtl zu 58 Kg V Än Ü- P. Stück P.___ '-Stück 140 Schweinen, 552 Kälbern und und ergaben an Fleischgewicht 122 629 » � � p- Stück 7112482 Kg. 144 886 Kälocr ?.Stück 5 795 440 Kg., 104 924 Schweine zu Stuck 8 709 692 Kg. und 74 188 Hammel zu 1409 572, zusammen 23 026 186 Kg.; hierzu ckwisch von etwa 6000 Stück hier geschlachteten , Wird die Menge desjenigen Fleisches, e«. nn.. v, Lungen, Lebern, Herz, Nieren, Köpfen > ien,„ den geschlachteten Thieren verzehrt wird, mit Ks?»«« n?« kijenige frische Fleisch, welches in Poftpacketen, °i«-e---,d � Räucherwaaren alles Geflügel und iA %» mit na'ch (?:k ,7* 33000 Kg. 'il�en' vnn L V�Knt, 7°?. den gesä NetÄNeir„u?5°ienige..„»v„.w.w, tz i.Ar, 7 Salzfleisch und in Speck und> S'kfkl n'r�Wbrt wird, sowie ferner all' TCntPri» ft r,Ri h�r fSüfnmmtfutr i-Ttt--"loies veranschlagt,« Die vier einzeln Äiiio.®'' geschlachtete Pferde 33 000 Kg., und Herz, Ktes l?, ss:.si w., sowie sonst in Poftpacketen u. s. w. , ftn'ck), Räucherwaaren, Geflügel u. s. w. mit 3 7oq g.�ehen also für den Verbrauch vorhanden ge- >s>el�» den7.,k�®' Fl?s�' hiervon find in Abzug zu �-- n.�a sg�'n hiesigen Zentralschlach.hof geschlachteten $ tluä»u Ivz Kg. gleich 1 283 000 Kg., W�etneff.-rl0* Frankreich und etwa 400000 Kilo- und"�''ch- welches IN die Jndustriebezirk andere Theile Deutschlands ausgeführt wird was in besonders eingerichteten Kühlwagen geschieht. Wird diese zuletzt angeführte Menge Fleisch mit 1687 000 Kg. von den 133 700626 Kg. in Abrechnung gebracht, so ergiebt sich, daß für den Berliner Verbrauch verblieven sind 132 013 626 Kg. Fleisch, was bei einer Bevölkerungszahl von 1450 000 Be- wohnern auf den Kopf 91 Kg. Fleisch für das Jahr aus- macht. Alle diese Angaben beruhen auf sorgfältig angestellten Schätzungen: von einer unbedingten Richtigkeit der ange- führten Zahlen kann zwar nicht die Rede fem, die etwaigen Unterschiede aber können das Gefammtergebniß nur um ein Geringes verändern. Erostfener. In vergangener Nacht nach zwei Uhr wur- den die Bewohner der Friedrichstraße plötzlich durch Hefligen Feuerlärm von den Betten aufgeschreckt. Mächtige Flammen- faulen züngelten vom Dache des Hauses„Zum Sternecker- Bräu" gen Himmel, der weithin geröthet wurde. Obgleich die Feuerwehr in kürzester Zeit eintraf, so war es doch kaum möglich, das Feuer, das rapid um sich griff, auf den Dachttuhl zu beschränken. Vier kranke Leute, welche in dem Dachstock wohnten, wurden noch vor Eintreffen der Feuerwehr von wackeren Nachbarsleuten aus ihrer hilflosen Lage gerettet. Ein solch' athemraubender Qualm hüllte die Zimmer ein, daß das Ret- tungSwerk mit Lebensgefahr verknüpft war. Hunderte von Neugierigen umlagerten die Brandstätte, auf welcher mehrere Züge der Feuerwehr ihre Thätigkeit entfalteten. Ueber die Eni- stehungSursache konnte Niemand Auskunft ertheilen. Die Feuer- wehr hatte zwei Stunden zu thun, bis sie völlig Herr des Brandes wurde. Der Dachstuhl, sowie ein Theil des obersten Stockwerkes wurden zerstört, und muß der Schaden beträchtlich genannt werden. Leider trifft er meist unbemittelte Leute. Der Hausbesitzer ist versichert, während es die Miether leider nicht sind. Erst mit Tagesanbruch konnte die Feuerwehr abrücken. polizeiberichk. Am 18. ds. MtS. Vormittags wurde eine Ii au vor dem Hauke Werderscher Markt 9 von einer Droschke überfahren und erlitt hierbei außer einigen Hautab- schürfungen anscheinend innerliche Verletzungen, so daß sie nach dem St. HedwigS-Krankenhause gebracht wergen mußte.— Nachmittags fiel ein 9 jähriger Knabe vordem Hause Brunnen- straße 145 beim Spielen zu Boden und brach den linken Vorderarm. � Ein obdachloser Arbeiter stürzte Abends vor dem Stralauer Thore beim Ringen mit einem anderen Manne nieder und erlitt einen Brach des rechten Fußgelenks, so daß er nach dem städtischen Krankenhause Am Friedrichshain gebracht werden mußte.— In der Nacht zum 19. d. M. stürzte sich eine 53 jährige Frau aus bisher noch nicht ermittelter Ver- anlassung aus dem Kiichenfenster ihrer im 4. Stock eines Hauses in der Liebenwalderstraße belegenen Wohnung auf den ge- pflasterten Hof hinab und erlitt außer verschiedenen Knochen- drüchen anscheinend schwere innerliche Verletzungen. Sie wurde noch lebend nach der Charitee gebracht.— Zu derselben Zeit gerieth auf dem Grundstück Friedrichsstr. 178 der Dachstuhl des Vorderhauses und des Seitenflügels in Brand und wurde zum Theil zerstört. *•* K«n,«gung d»r H«»ölk»runa der Ktadt Merlin. In der Woche vom 28 Juti bi« 3. Suaufl 1889 fanden 187 Edefchtiebunge» statt. Lebend geboren wurden 871 Kinder, darunter 82 außerebeiich. todigeboren waren 81 mit 6 auberehetichen. Die Lebendgeborenen sind 80.4, die Todtgeborenen 1.1 pro Mille der Beodlkerung. die außerebetich Geborenen stnd bei den Lebendgeborenen 9.4. bei den Todtgeborenen 19.4 pkt. Die Zahl der gemeldeten Eterdefttlle betrug 593. die sich auf die Wochentage wie folgt oertsteilen I Sonntag 80, Montag 89. Dienstag 92. Mittwoch 88, Donnerstag 88, Freitag 83. Sonn- abend 78. Von den Gestorbenen erlagen an Malern 2. Scharlach 3, Pocken 0. Rose 2, Dlpdtberie 11, Bräune 4, Keuchbufien 4. Kindbett. fieder 1, Topdui 4, Ruhr 2, Eppbilii 3,»Iterdichwäche 16, Gebirnfchlaa 16, Lungenentzündung 18, Lungenfchwlndfuchi 80, Diarrhoe 55, Brechdurchfall 85, Magendarmkatarrh 28. Durch Vergiftung kamen 2 Personen um. Eine» gewalifamen Tode» starben 11 Personen, und zwar durch Verbrennung oder Verbrühung 1. Erhängen 8, Ersticken. 1. Uederfahren I, Sturz oder Schlag 2, Schußwunde 8. Hierunter stnd g Todesfälle hurch Selbstmord herbeigeführt, Dem Alter nach stnd die Gestorbenen- Unter 1 Jahr alt 277<46,7 pEl. der Gefammtsterblichkeit). 1-5 Jadre 60, 5-15 Jahre 23, 15-20 Jahre 9. 20-80 Jadre 81. 80-40 Jahre 89, 40-60 Jahre 80. 60-80 Jahre 62. über 80 Jahre 12 Personen In hiestgen Krankenhäusern starben 114, ein- schließlich 9 Auswärtige, welche zur Behandlung hierher gebracht waren. fluf die Standesämter»ertheilen stch die Todesfälle folgendennahen! Berlin- Kölln- Doroldeenftadt<1.1 17, Kriedrichftndt(II.) 15, Friedrich, und Schöne- berger Borstadt 27, Friedrich- und Tempelbofer Vorstadt UV.) 47, Louisen- stadt jenfeit, westlich(V».) 40, Luifenfladt jenfeit, östlich lVb.) 86, Luisenstadt dieffeit und Neu-Kölln(VI.) 88, Stralaner Viertel, westlich>ali>,m»>kraiisch»r Wahl«»»»!» 8. Mahlkreio. Am Dirnstag dm£0. d. M, AbmdS 8X Udr. in Sliäre'« Salon. Fichlestraße W, nahe der balmhaide und der HanpaUncke» Brauerei- Bersainmlung.?aoeSordnnng- I. VieileljahrrSbericht der Rcniloren. 2. Borlra» oder-..Nlkdergana des KleineemeideS". Rescrml: Zh.(Blarfe. 8 Diskussion. 4 Verschiedenes und gl asekasim. Gaste willkommen. Milgitkder weiden dort ausaenommen und Beiträge erhoben. Um zadireiche« und pünktliches Erscheinen wird ersucht. KsztaldrmsKrat. Wastlvrrein für den«. Krrttnrr Keichstag» «»»sttkrri«. Große Mitgliederversammlung am Dimstag. den 20«naust AdcndS 8X Uhr, im Lokale deS Herrn Lebmann sEirber'i Salon). Schwedter straße 24. Tagesordnung- l. Vortrag des Herrn Buchdrucker Werner über' »Der MarinralarbeitSiag". 2. Diskussion. 8 Verschiedenes und Kragekasten- Gäste haben Zutritt. Mitglieder werden ausgenommen. ZiUgrmrii» Prrsanrmtxng htt Kuchbindrr. Album, Karton-, Z»d»r- unb Galantort»- Arbeiter und verwandten BerusSgmosien am Dienstag, den 20 August, Abend« S Uhr, in Jordan S Salon, Neue Griinftraße Nr 28. Tagctordnung-. 1 Wahl der in letzter Versammlung beschlossenen Aommission. 2. Die Entwickc,ung der Arbeiterbewegung. Referent- Herr W. Werner. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Dieser wichtigen Tagesordnung wegen Ist e« Pflicht eine« jeden Kollegen, zu dieser Versammlung zu er- scheinen. Kraust««- Zl»t»rft«tzung»- Kund der Schn»id»r. Mitglieder-Ver- saminlung am Dienstag, den 20 August, Abend« 8X Uhr, in der Komman- dantenstraße 20. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegirten über die in Gotha stattgesundene Generalversammlung. 2. Verschiedenes.— Die Zahlstelle Lotdringerstraße Nr. S8 im Restaurant ist täglich von Morgens 8 bis Abends 10 Udr geöffnet. £: Lachorrein der«ärtnrr Kerliu» und Umgrg»nd. Dimstag, den 20. August cr.. Abend« S Uhr, in Keuerstein S Salon, Alte Jakobstiaße Nr 75, Versammlung. Tagesordnung. I Wahl zweier weiterer Mitglieder zur Er- hebungS-Koinmission. 2. Regelung der Organsrage 8. Fragekasim 4. Ver- einSangelegenheiten und VeischlcdeneS— Mitgliedskarte legitimirt. Gäste haben Zutritt Neue Mitglieder werden ousgmommcn. «auo»r»in Korlt»«« Kildhau»« lAnnenstraßc IS). Am Dienstag, den 20. August, Abends 9 Uhr, Vortrag dei Rechtsanwalts Herrn Daniclewicz über „VereinSgelttze'. Allgemein« N«rfammlung drr Kuchbindrr, Album-,«arton-, z»der und vala«f»ri« Arbeiter und verw. Berussgenoffen. Am Dienstag, den 20. August, Abends 8# Uhr, in Jordan s Lokal, Neue Grünftraße 28. Zageioidnung- 1. Wadl der in der letzten Versammlung beschloffenen Kam» Mission. 2. Die Entwickelung der Arbeiterbewegung. Reserent-, Herr Wilhelm Werner. 8 Diskussion. 4. Verschiedenes. Dieser wichtigen Tagesordnung wegm erwartet die Kommission ein zahlreiche« und pünktliche« Erscheinen Perein rur Pegelung d«r gewerblichen Prrstältniss» der Söpf«r K»rlin». Am 20. August Abend« 7 Ubr, im Königstadt-Kasino, Holzn arkt- straßc 72: Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1 Vortrag des Herrn JuliuS Wernau über:„Die soziale Lag' der Arbeiter und deren Hebung'. 2. Diskussion. 8 Innere VeieinS-Angelegenhiiten. Neue Mitglieder werden ausgenommen. Gäste willkommen. Erscheinen jede« Mitaliede« ist Psiicht Pereinigung d»r Maler, Anllreicher und Lachir«r. Mittwoch, den 2l. August. Abend« 8 Uhr. bei Cothrnann. Brunnenslraße 84: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: I. Berichterstattung der Kiliale. 2. Vortrag deS Kollegm Hoblwegler über:„Welchen Nutzen brachte die diesjährige Lohn- bcweaung". 8. Verschiedenes. «in» groß« Kchn»id»r-P«rfammlung der Fr«i»n Pereinigung drr Schneid«? Krrlin« sindel am Mittwoch, den 21. August, Abend« Llj Uhr, in Gratwtil's Bielhollen. Kommandanlenslraße Nr. 77- 79, statt. Die Tagesordnung lautet: I. Die wirthschattlichen Umwälzungen der französischen Revolution. Referent: Herr I. Türk. 2 Diskussion. 8 VereinSangelegenheltm. 4. verschiedenes und Kragekasten Alle Schneider Beilin« sind zur Versammlung eingeladen. iNäherei siehe Inserat am Mittwoch. «Srosi» Slfintlich» Steinmeb- Persammlung am Mittwoch, den 21. August, Abends 8 Uhr, im Lokale Domack, IohanniSstraße 20. Tagesordnung: 1. Schlußabrechnung vom Streik. 2. GewerkschasllicheS. 8. Ver- schiedenei.— Säwmtliche Steinmetzen Berlin« sind hierzu eingeladen, und wird um ein zahlreiche« Erscheinen ersucht. Perband dentfcher Mechanist»? und verwandter BerusSgenossen. Zahinelle Berlin. Versammlung am Mittwoch, den 21. August, Abeng« 8jlUbr, Markgrasenslraße 88 Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. DiSkulsion. 8. Wahl eine» Revisor«. 4. Verschiedene« und Kragekasten.— Ausnahme neuer Mit- glieder Gäste willkommen Um tablreichei Erscheinen wird ersucht. «in» ang,rord«ntlich» Mitglied»?- Persammlung d»r Vereinigung drr deutschen Stellmacher, Mitgliedschast Berlin, findet am Mittwoch, den 2l d. M, Abend» 8X Uhr, dei Scheffer, Jnselstraße Nr. 10, statt. Reseient: Herr Otto Thierbach. Die übrige Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. «rast» Polstauersammlung am Donnerstag, den 22. August. Abend« 8X Uhr, in Hegdrich'S Salon, BeuthiNaße 22. TageSoidnung: 1. Die Vor- gänge in der Berliner Kreireligiösen Gsmeinde, insbesondere da« Verhalten dei Herrn Kunert. und wie stellen sich die Bei liner«ibctter dazu. Reserent: Herr Schade. 2. DiSkulsion. 8. Verschiedene». Herr Kunert wird hierdurch zu dieser Versammlung eingeladen.... K»l,arb,itrr! Alle dieienigen Kollegen, welche noch Listen von der "'--------■—--------- m—u—(n ____________________..... an Herrn Apel. H 2 Tr., oder Mittwoch Adei.d im Restaurant Hilitber, --■ da im Lause nächster Woche die Abrechnung Kommtlston zur' B-strettung der'Unkosten'zum Parte«rbeiterkongreß Händen haben, werden ersucht, dieselben bis Mittwoch Abend Sleglttzerstraße 91, H. 2 Tr., Belle-Alliance-Plotz. abzuliefern, stattfinden soll. «»sang-,•«?» »nb g»s«llig» N»r»i«» am Dimstag: Gesangverein und Krüger. Skalitzerstraße 12«, Gesang.- Männcrgtsangvcrcin.Gartenlaube Abend» 9 Uhr im Restaurant Ktrk, Kottbuserstraße 22.— Gesangverein .Bouvardia" lMännerchorj AbendS 8X Uhr im Restaurant.Teutonia". Bel- forterftraße IS.— Männeraci angverein.Steinnelke' Abend« 9 Uhr tniRestau- rant Schulz, Etettinerstraße 56-67.— Gesangverein.Harmonie" Abend« 8 Uhr in Neukam'S Bierhau«, Große Kranksurtcrstraße 49.— Männcrgcsang- verein.Echo IT Abend» 9 Uhr im Restaurant Drillhose, Rosentdalerstraße Nr 11—12.— Gesangverein.Eängerhain" Abends 9 Uhr im Restaurant Kaiser Kranz Srenadierplatz 7.— Gesangverein.Bruderherz" Uebunatstunde Abend« von 9X-lvl Uhr. Ausnabme neuer Mitglieder.— Gesangverein.Hoff- nung Moabit" Abend» 82 Uhr WilSnackerstraße 83 im Restaurant Jlge«.— Gesangverein.KclirttaS" Abend« 9 Uhr im Restaurant N-belin, Langeftraße 10«. — Wännergesangvcietu.Olympia" Abend» 9 Uhr im Restaurant Gcrtd, Prinzen- straße 108.— Gesangverein.Liedcrlust" AbendS 9 Uhr>w» üll tfi mann. Naunynstraße 44.— Männergesangverein.Accordia" Abend»« Weick, Alerander straße 31.— Gesangverein Ludwig scher Biännnw«- 9 Uhr Lindmslraße 108 bei Poppe. UebungSstunde. Gäste sind .Deutsche Siederlasel" Abend« 9 Uhr Oranienstraße 190.- Zitdervub Abend» 9 Uhr in Triebes S Restaurant, Hoher Steinweg IS. 7?'«- ,Kr°h und Frei" Männcrabtheilung) AbendS 82 Ubr, BnMA» l» Berliner Turnacnoffenschast lKünste Männcrabtheilung) Aden» � in der städtischen Turnhalle, Wafferthorstr. 81.- Turiwerrtn�-�j- Haide"(Männer-Abtbeilung) AbendS 8 Uhr, Dicffenbachstr. w-m.MA ehemaliger Schüler der 87. Gemeindcschule AbendS 9 Uhr im Restauran � Köpnlckcrstr. 68.— ArendS'scher Stenographenverün.Spollobuno � 85 Uhr Brunncnstraßc 129».— Arendt'scher Ctenographenvernn Aben � im Restaurant.Zum eisernen Kreuz", Lindenstr. 71.— Deutscher Bern � scher Stenographen Abend« 82 Uhr in Rondel'» Restaurant Brunaear, - Verein.Rae" Abend««2 Uhr im Res-irant Eltze, Alerandrfncm»-� Unterhaltungiverein.Harmonie" Abend« 8'hr Eisendahnstr 36», rant von Liebe,- VergnügungSverein.Mo. r" Abend» 9� Ubr i« - M ziger Bark„Eintracht" von der englischen Panzerkorve� tioe" in den Grund gebohrt wurde, bringt die folgenden genauen Bericht des Kapitäns Ratzki, vtiv.fa der„Eintracht": Am 8. d. M. verließ die„Eintrachi' � Mittags Sunderland. Der Wind war schwach schauern. Abends 8 Uhr war das Schiff 15 r.j jsä' von Sunderland ONO entfernt. Um 12 Uhr Nachl nahm ich die Wache. Es war zu diefer Zeit die nicht klar, doch konnte ich Fischerfeuer auf eine v � recht gut sehen. Der Wind war SSW- und'jLLBl daß das Schrff nur 1t Knoten lief. Der gesteuerte«o � O. z. N. Zirka 5 Minuten nach 12 Uhr, nachdem w jj abgelöste Wache zu Bett gegangen war, bemerkte � Steuerbordseile zwei weiße Feuer dicht über einander sich mit großer Geschwindigkeit näherten. UngeW� � Minuten später kam das zu den weißen Feuern gkhonfi,�«' itammeu i+jiuci lum uuv gu ueu luciBt»(jt-uciu hie 11 Licht in Sicht und fast zu gleicher Zeit sah ich auch.,$ risse eines großes Schiffes. Mit starker GeschwindiZ /zz« dasselbe auf uns zu, und ungefähr drei Minuten«« ti Sichtbarwerden des rothen Feuers traf das fremde �!' „Eintracht" in der Steuerbordseite zwischen Groß- u.fjk mast mit solcher Heftigkeit, daß die„Eintracht" blS O � große Luke buchstäblich durchschnitten wurde. Wahkesi� Zeit hatte ich, als ich sah, daß die Kollision ,l0Ll)' Schreiens unvermeidlich war, die andere Wache weae> welche auch sofort unangekleidet an Deck stürzte..�7 j»� sammcnstoß erfolgt war, kommandirte ich die Besatzum � große Want an oer Steuerbordseite mit dem Befehl, solle versuchen, auf das fremde Schiff überzuspringen, � Rettungsboote der„Eintracht", die über der großen LlU zertrümmert waren. Das Ueberspringen gelang, w Besatzung nur das nackte Leben gerettet. FünO�'. A Minuten nach dem Zusammenstoß kamen die P einander und die„Eintracht" sank auf der Stelle. ich, daß wir uns auf einem Kriegsschiff befanden, 10 kleines Fahrzeug im Schlepptau hatte, aber Irotzdein M Fahrgeschwindigkeit von 8 Seemeilen durchs-s Die Signallaternen der„Eintracht" brannten'O p's und klar, als das Schiff sank. Leider H"*. ein zweiter bedauernswerlher Unfull ereignet. hatte sofort ein Rettungsboot ausgesetzt und mit 12 mC welches um die„Eintracht" herumfuhr, um sich zu uC.,t ÖjJ ob noch Menschen an Bord seien. DaS Boot war bordseite zu nahe gekommen und wurde von der, sinkenden Schiffes erfaßt und niedergedrückt. Da Luftkasten versehen war, kam es zwar wieder aus, Seekadett und ein Matrose des englisches Kriegsschiffe-' LiA mundet morden. DerMatroseliegt hoffnungslos darniedrr ß, schwerlich mit dem Leben davonkomnien. Am 6 Uhr Abends langte die Korvette mit uns in Die schiffbrüchige Besatzung fand übrigens an Boro. j» tischen Kriegsschiffes die zuoorkommenoste Aufnahme pflegung und die Offiziere veranstalteten zu Gunsten eine Sammlung, welche 610 M. ergab. Die Redaktion stellt die jeden ist, dem Pudlikum zu "raung: sie V SAsrechstral. bii em»Wt. Jon>rii im Besprechung von An: verwahrt sich aber gleichzeing ge MW.___________ Jntereffe« zur Verfügung: nhalt desselben identifizirt zu werden. In der Nummer 190 des„Verl. Volksbl.".""iM im Sprechfaul eine Notiz eines Herrn Prosch, jeorm Arbeiters des Herrn Maschill, welcher aus irgend ew� sich zum Vorinund seines Arbeitgebers aufspielt.- Artikel wird der Lohnkommiision der Berliner Schusi.,-� O Vorwurf der Leichtfertigkeit gemacht. Die KornM'O G mit gutem Gewissen diesen Vorwurf als rechtfertigt zurückweisen; dieselbe hat vielmehr, ZiWal mit sämmtlichen dabei betheiligten Arbeitern, auS vorging, daß Herr Muchill in die Hauptforderung- der SonntagSarbeilskommission, nicht eingehen wollte, � � verhängt. Ein Grund für die Kommission, unnütze ��sjiisi�� schwenden, lag nicht vor. Außerdem sind die.-5 jch y jener Werstall der Kommission mehr als zu vc> Posch mußte in seinem Artikel selbst i11« eine regelmäßige Arbeitszeit überhaupt 01°. Die A bester konnten kommen und neben, wann.gs i« 4 wie es aber damit bestellt ist, wird Außerdem wird in jener Werkstelle zahlt, auch wird die SonntagSarbeit in einem � welches aller Beschreibung spottet. Herr Machw'L, 3#'# auf der Suche nach Dutzenden von Arbeitem und>.» ck x? theile der„Volks-Zeitung" ständiger Gast. 11"S unbegreiflich, wie sich ein Arbeiter dazu �rgev,-„jgk»» iv.. ledigt und werden auf fernere Anzapfungen n'�' warten.„,- Mitglied der Lohnk-"' Depefilheir. (M-lff'»«elegraphtt.-Kur--«'' � Kern, 19. August. Gestern wurde h'LO�ei stärksten Ausdrücken abgefaßtes Manifest der � chisten an die Arbeit-r verbreitet, welches g�(?,m(. rath und, wegen der Ausweisung von Anarchist,.� jp- politische Polizei und den BundeSanwalt anarchistische Manifest wurde von der Polizei Jlom, 19. August. [Cy Infolge des gestern, CY1____ t.___ 44�*»'u„«it lonna-Platz statlgefundenen BombmattentatS., Nacht und heute� Vormittag mehrere Nacht nommen. Im unler 2 schwer. Ganzen sind sechs Personen � �eit 68 5« Z s°lbs S�'ch-' W-s- :<'■ Veraulworlltcher Redakteur: U. m Berlin Druck und Verlag von M« O»»tng m Berlin SV., Beuthstraße 2. recht vor OÄ �Sen. 1«n