lb-M« Ö Stinniw Jr, d»HHSSL' rflut.*0'™ »dcnd»»jS. nMttin■& Ü-ei' a-bund in Äbnl -r Sttri" VrunneM-', 'Ä-Mx br W«lKA Mittwoch, de« 31. August I88S. S. Jalsrg. MnerMsM Brgan für die Interessen der Arbeiter. Sonntags-Nummer mit ■"»ton Zimmerstrahe 44 1 dem.Sonntags-Blait" 10 Pf. � Bei Abholung aus unserer Mark pro Monat. Postabonnemem 4� Mark pro Quartal. t Vj(ffinnVttrUBe � i.1 u/tonai. vonauuiuicincui-X ii/iun M'"der Postzeltung-oreisliste für 1889 unter Nr. 366.) _* �"öüch uuter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Ma Mark pro Monat. Jaferti onsgebühr, � b.träat für die 4 gespaltene PetitM oder deren Raum 40 Pf., für VeremS- und Versammlung. veiragi sur ou»gr,pu t � � Nachmittags m der Expedition, Berlm Sw., Zimmerstrabe 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des P�is� angenommm. N ExpedU on ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3-7 Uhr Nachmittags, an �' Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vomutta� geöffnet. -- Fernsprecher t Amt vi. Ur. 4101».» erteKou� VedaKkion: VeukhPkrsTe S.— Expedition: Äinttneepteotze 44. uten»a? Der Friede. 't>i»ll i>>-»mblick schwimmt M-, über»»- g 1 inde- ob- und bis du-� Vahrens trotz > wecken� Als d-f � SO Mi @(6f y jil De. Nt' n, wK %pA n wx.-i M war d«>p| erI°N' i daS Z if, do� nf*>S nßeDjjpf Kord chme insteu Union H ilifttf""" dag-srn >!,.-m"-"! erugenoua flywlmmi Aues uoer vor �rre- �le �l'cherungen, so daß man bald glauben Kitto' unter seinen ungeheuren Rüstungen stöhnende � datte sich in ein Arkadien verwandelt und auf »ey° ��ätzen müßte man statt der tönenden Kommando- Nhip Märsche bald die sanfte Schalmei des Hirten W„ ,r U'enn man sich an derartige Dinge nicht schon die ai,Äe,?0�nt Hütte. Aber die Insurrektion auf Kreta, wied . uns nur zu deutlich daran, daß das Feuer unter W if lvrtglimmt und daß die Staatsmänner an der Itick, m»kranken Mann" zu Konstantinopel nicht so »«:L"he kommen lassen wollen. Ohnedies ist leicht u�u, wie man in Petersburg unter lächelnden 9' js��uerungen nur schwer seinen Grimm ver- fynuj« k>ie nun auch äußerlich erfolgte An- ?«l jL Oglands an den Dreibund. Diese Anlehnung » nur e'ne 5ra0e der Zeit; im Kriegsfall hätte d Ijx.j.'"St kommen müsien, und wenn sie vorher kommt, Iii i•n �er Natur der Dinge. "um �'ken nicht die überschwänglichen Hoffnungen, "n die Annäherung Englands an den Dreibund eWfrt f,�at' Es grebt Leute, die sogar den naiven �»z�I'hegen und ihn offen aussprechen, die Annäherung 5$ ti» an Deutschland, Oesterreich und Italien werde en Einfluß auf die innere Politik dieser "Usüben; man werde mehr bestrebt sein, auch im "nd sozialen Leben freieren Strömungen Raum zu sich den englischen zu nähern. Wir .M°en Schwärmern, die von solchen Träumen und, ihr Vergnügen lasten. Zn diesen Zeit- SuJ ein gutes Stück Pessimismus berechtigt, °?5 sj) 7 da in der Presse mehr als zu irgend einer Zeit ?!">-» 5 T a l l e y r a n d' s gilt, daß Worte nur dazu Mfeöffn r' die Gedanken zu verbergen. Wenn die !" sprechen, so kann man nie recht wissen, was sie ?->rbej, Nchtigen; stellen sie die Situation friedlich dar, ? djx sie an der Verherrlichung der Regierung; wenn A g�tuation aber kriegerisch ausmalen, so handelt es neuer Kredite für die Offiziösen zu welchem t!' darum, die"Bewilligung..v»v.. S*e» �Bereitschaft zu bewirken. Aber auch di uke n, k�kive Wahrheiten sagen, gleichviel z m"1. l Sn t �Qrtischt werden. m � Serien. �61 Hinsicht ist besonders ein Artikel der„Post" ' bÄ desselben offizösen Organs, das die Situation jedens»�'. M tzk-i«f.uls gefährlich ausgemalt und die Entscheidung als � e<« �? enbiu �rs Schneide" hängend bezeichnet hat, ein Artikel, t- J t. 5 Q,U� von dieser Seite die schrecklichen Wirkungen tf �»lt üf"Nneten Friedens eingesteht und solcher- gän»l'�� � allgemeinen Friedensversicherungen einen sehr tM 'Up:?- bek-n� zugcb�I m in« (er [44 FeuNiciott. � tÄ\ Roma« vo« MaUt«ch weiß so :$M«•» A Ä n-i. si-Kch.. i- Ai � eilst, last lii-a©inest abstl"l � ist wie ei- st' � 5 �'ch. wen Timea so treu Zr. � d°Ä&«• vümlich. daß Tnnea i Zusammen. evTOartet? d. iß.1�1 Timar zuckte bei diesem Wo � mch � � �icht wahr, das hatten Sre �o eweseu. v°" � � N war. es wäre Ahnen wrllkown verdren', � fe � Sbee»°»»".?!%i»,»SÄ Sie W? und verstoßen zu können � genommen� Zaßerstatue.' die Sie aber betrügt Sie auch nrch � Untrüglicher" Kjk �- i f i ftrabt ihnk1"" % #.), er e>? -n d-" SA konfi-iK- achavs tzttz k oerl»"' Äht�wacht m> Gewißheit. O, Ihre Gattenehre ist Hl« jUtn qt) �~€nn Sie den hundertäugigen Argus der si« itf als jJrrchk®* bestellt hätten, wäre sie nicht besser ge- A fpjjj.7 vttch. Mir entgeht nichts von dem, was �te» nic�s>' den tiefsten Falken ihres Herzens i» t-. wejsx 7. empfinden, was mir geheim bliebe. Sie detifch,'n'ß a�onfcelt im Interesse ihrer Ehre, als Sie mich ?'fk � nn"sif en. Sie werden mich nicht daraus -.!"4. wich h-ff-ü J- Jen. Si- Mj..'. vor ij/ daß, so lange ich hier bm, jener pWi! ife Sie zu zittern haben, sich Ihrem ch' nahern kann. Ich bin das Demant- Mtm.' Stadt„ �"use. Mögen Sie alles erfahren. Wenn Sr dau�lassen, fft Zhr Haus, so lange Ihre Ab- „ Dkri. st- em Kloster. Kerne Besuche werden »n or Männer noch Frauen. Tie Briefe, vrau kommen, finden Sie alle unerbrochen bitteren Beigeschmack verleiht. Man geberdet sich, als habe man in der„Post" einen ganz neuen Gedanken gefunven, wenn man da liest:„Man redet immer von dem bedrohten Weltfrieden, der beschützt, von dem furchtbaren Krieg, der verhindert werden soll! Wenn aber die Waffen für den Frieden eintreten, so ist kein Friede mehr, und wenn die Waffen den s u r ch t b a r e n K r i e g v e r h i n d er n müssen, dann ist er d a."— Ganz richtig— aber ist das neu? Seitdem der dritte Napoleon das am Mark der Völker so stark zehrende System deS be- waffneten Friedens in Europa eingeführt hat, haben die demokratischen und sozialistischen Strömungen immer betont, daß dies System auf die Dauer hinaus einen Schaden anrichten müsse, der schier eben so stark ist, als ein verheerender Krieg. Man weiß wohl, daß es nicht an dem guten Willen einer einzelnen Regierung liegt, die ganze ungeheuere Kalamität zu beseitigen. Aber wer früher das sagte, was heute in der„Post" steht, der mußte es über sich ergehen lassen, daß er als„vater- l a n d s l o s" bezeichnet, als„Franzosenfreund" verdächtigt und der Absicht geziehen wurde, er wolle Deutschlands Wehrkraft schwächen, um eS dem Feinde auszuliefern! Es ist das noch nicht so lange her, seitdem diese Verdächtigungen im Gange waren, und wir wollen uns deshalb den Artikel der„Post" sorgfältig aufbewahren. Es giebt in Deutschland Niemand— es müßten denn Insassen der Irrenhäuser sein— der ernstlich Deutschland waffenlos an Rußland oder irgend einen anderen äußeren Feind ausgeliefert sehen möchte— vielleicht einige Finanzgrößen ausgenommen, die im größten Wirrwarr die besten Geschäfte zu machen pflegen. Die„Post" geht noch weiter' in ihrem offiziösen Kauder- welsch appellirt sie auch an die Opferwilligkeit der„Zivilbevölkerun g". Das heißt so viel, daß auch dies Blatt endlich einsieht, wie schwer die Lasten sind, die zu Gunsten der Kriegsrüstung dem Volke auferlegt wer- den, und daß man sich vor einer Zukunft fürchtet, welche diese Lasten mit geradezu fieberhafter Schnelligkeit zu steigern droht. Es scheint sonach, daß auch den Offiziösen nunmehr die Augen aufgehen, mögen sie sonst mit ihren Auseinander setzungen bezwecken, was sie wollen. Wir zweifeln nicht daran— die entschiedene Stellung� nahnie Englands tzegen Rußland wird auch die Kosacken- Staatsmänner in ihren Krieasgelüsten dämpfen, wie ande- rerseits durch die politische Vernichtung des Abenteurersund Schwindlers Boulanger eine Gefahr beseitigt ist. Denn die Diktatur dieses Menschen hätte Frankreich unziveifelhast in einen Krieg verwickelt, während die Republik sich weiter einer friedlichen Politik hingeben kann und wird. Trotz alledem ist die Situation unsäglich traurig. auf Ihrem Schreibtisch; Sie können sie ihr zu lesen geben, oder sie ins Feuer werfen, nach Beliehen. Ihre Frau setzt während Ihrer Abwesenheit keinen Fuß auf die Straße; sie fährt nur aus in meiner Begleitung; ihr einziger Spaziergang ist die Insel. Und ich bin immer um sie; ich sehe sie leiden, aber ich höre sie nicht klagen. Wie sollte sie auch mir klagen, mir, die ich dieselbe Höllenqual leide wie sie, und um ihretwillen. Denn von der Zeit, wo dies Geistergesicht hier im Hause erschien, schreibt sich mein Unglück her. Bis dahin war ich glücklich gewesen. Ich wurde geliebt.— Fürchten Sie nicht, daß ich in Thränen ausbrechen werde. Jetzt liebe ich schon nicht mehr, jetzt hasse ich nur und von ganzer Seele.— Mir können sie getrost Ihr Haus anvertrauen. Sie können die Welt nach allen Richtungen durchreiten und ruhig sein; Sie haben mich hier zurückgelassen. Und so lange Sie bei Ihrer Zurückkunft Ihre Frau lebend antreffen, können Sie gewiß sein, daß sie Ihnen treu geblieben.— Denn wissen Sie, mein Herr, wenn Sie je mit jenem Manne nur ein fteundliches Wort wechseln, oder sein Lächeln erwidern, oder einen Brief von ihm lesen würde, so würde ich nicht auf Sie warten, son- dern selber sie umbringen, und Sie kämen nur zu ihrem Begräbniß nach Hause.— Nun wissen Sie, was Sie im Hause zurücklassen. Den geschliffenen Dolch, den die Wuth der Eifersucht auf daS Herz ihrer Gattin gezückt hält. Und im Schatten dieses Dolches werden Sie Ihr Haupt dennoch täglich zur Ruhe legen, und während ich Ihnen Abscheu ein- flöße, dennoch genöthigt sein, sich verzweifelt an mich festzu- klammern." Timar fühlte alle Energie seiner Seele gelähmt bei diesem Ausbruch dämonischer Leidenschaft. „Ich habe Ihnen Alles gesagt, was ich über Timea, über Sie und mich selbst weiß. Ich wiederhole nochmals: Sie haben sich ein Mädchen zur Frau genommen, die einen Anderen liebt. Dieser Andere hatte mir gehört. Sie waren es, der mir dies Haus genommen; unter Ihrer Hand sank mein Vater, sank mein Vermögen in Staub; und dann Europa hat nur die Wahl, daß die Früchte seiner Arbeit von einem Krieg oder vom bewaffneten Frieden aufgezehrt werden. Man kann für diesen Zustand keinen Einzelnen verantwortlich machen; aber der Mann, dessen Kopfe ein erlösender Gedanke in Bezug auf diesen Zustand entspränge, wäre gewiß der größte Geist seiner Zeit. ItotcniationalE KoMMtik. Unter diesem Titel hat der„Fränkische Kurier" vor einigen Tagen eine Broschüre des Züricher Professors Wolf über dieses Thema ansgefchlachtet, d. h. aus der Schrift ein paar Argu- mente entlennt, die er zu einem— allerdings dummen, wie daS beim„Ehrenkurier" selbstverständlich— Ausfall gegen die verhaßte Sozialdemokratie benützen zu können glaubte. Er beginnt den Artikel mit dem Hinweis, daß die bekannte Berner Konferenz für Anbahnung einer internationalen Fabrikgcsetz- gebung mit Rücksicht auf den deutsch-schweizerilchen Konflikt verschoben worden sei. Für die Schweiz mag der Konflikt den Anlaß zur Vertagung geboten haben; wer aber die Ansichten des deutschen Reichskanzleramtes über Normalarbeitstag und Sonntagsruhe z. B. kennt, der kann sich der Meinung nicht verschließen, daß deutscherseits dieser Konflikt einen sehr be- quemen Vorwand bot, die Betbeiligung an diesem Versuche, einer internationalen Regelung der Fabrikgesetzgebung Hand und Fuß»u schaffen, hinauszuschieben oder ganz abzulehnen. Man darf nicht vergessen, daß Deutschland noch vor einigen Jahren seine Theilnahme an einer ebenfalls vom Berner Bundesraihe einbemfenm ähnlichen internationalen Staaten-Konferenz rund- weg abgelehnt hat, und daß zur vorliegenden Konferenz eine ganze Reihe von Staaten— nur nicht die Reichsregierung— bereits ihre Betheiligung zugesagt hatten, noch ehe der Wohl- gemuth-Konflikt geschaffen war. Dieser gäbe ja allenfalls eine Erklärung, niemals eine Begründung zur Ablehnung— heute scheint er überhaupt nur eine Maske für die Abneigung zu sein, die im Reichskanzler« amt gegen eine weitere Fabrikgesetzgebung als solche herrscht. Will man aber zu einer internationalen Regelung des Arbeiterschutzes die Hand bieten, so ist selbstverständlich die erste Voraussetzung hierzu die Schaffung einer nationalen Ar- beitSgesetzgebung, und die deutschen Arbeiter haben jedenfalls das Schicksal nickt vergessen, welches die Ztegierung unter ver- ständnißinniger Beihilfe der„bürgerlichen" Parteien dem von den Sozialdemokraten im Reichstag eingebrachten Arbeiter« fchutz-Gesetzentwurf zu Theil werden ließ. Und doch bot jener Entwurf nur einen Theil dessen, was der Arbeiter heute schon vom Staate gegen die übermäßige Ausbeutung vom sanita» rischen Standpunkte aus zu fordern berechtigt ist. Die Broschüre des Züricher Professors liegt uns nicht im Original vor: ob der Professor alle die„Halbheiten" verbrochen, welche der„Kurier" ihn sagen läßt, oder ob Ehren kurier un- fähig war, den vorsichtigen Herrn Professor richtig zu zitiren, bleibe ununtersucht. Wolf und Kurier sind einander würdig. Dr. Wolf verspürte nämlich früher eine starke Nei- gung zu sozialdemokratischen Exkursionen, rehabilirte sich dann setzten Sie Timea zur Herrin des Hauses ein. Sie sehen jetzt, was Sie gethan haben. Ihre Gattin ist nicht eine Frau, sondern eine Märtyrerin. Nicht genug, daß Sie seibst leiden; Sie mußten zugleich noch die Gewißheit erhalten, daß Sie auch diejenige, nach deren Besitz Sie gerungen, unglücklich gemacht haben, daß es für Timea kein Glück giebt, so lange Sie leben. Mit diesem Stachel in der Brust können Sie Ihr Haus verlassen, Herr Levetinczy, und werden nigends einen Balsam finden für Ihre schmerzende Wunde;— und darob freue ich mich von ganzem Herzen." Mit glühenden Wangen, knirschenden Zähnen und flam- menden Auaen verneigte sich Athalie vor Timar, der erschöpft in einen Lehnstuhl sank. Das Mädchen aber ballte ihre Faust, als wollte eS einen unsichtbaren Dolch ihm ins Herz stoßen. „Und jetzt... jagen Sie mich fort aus Ihrem Hause, wenn Sie den Muth dazu haben." Von dem Gesicht des Mädchens war alle Weiblichkeit weggelöscht. Statt der ge- heuchelten Unterwürfigkeit war es ganz beherrscht von der Fune einer ungezähmten Leidenschaft.„Jagen Sie mich fort von hier, wenn Sie den Muth dazu haben!" Und stolz wie ein triumphirender Dämon verließ sie Michaels Zimmer. Sie hatte auch den brennenden Wachs- stock, den sie auf den Tisch gestellt, mit sich genommen und ließ den niedergebeugten Gatten im Finstern. Sie hatte ihm ja schon gesagt, daß sie nicht die unterwürfige Dienerin, sondern der Schutzteufel dieses Hauses sei. Als Timar da« Mädchen mit dem brennenden Wachsstock in der Hand nach der Thür von Timea's Schlafzimmer sich bewegen sah, flüsterte ihm Etwas zu, aufzuspringen von seinem Stuhl, de« Arm AthalienS zu ergreifen und den Fuß vor die Thürschwelle fetzend, ihr zuzurufen:„Bleiben Sie denn für Ihre Person hier rn diesem verfluchten Hause, da mich daS Versprechen bindet, das ich Ihnen gab; aber nicht zusammen mit uns!" Und dann hineinstürzen in Timea's Zimmer, wie an jenem verhängnißvollen Abend, als das Schiff untergegangen war, sie in seinen Armen von ihrem Lager aufzuheben und bei Antritt der Züricker Professur in einer Schrift für Einfüh- rung des Schnaps- Monopols�), und er läßt die Hoffnung zu, daß er in dieser Entwicklung zum— sagen wir: hoffähigen, im Doppelsinne hoffähigen— StaatSsozialiswuS noch rascher und weiter vorrückt, falls Aussicht auf ruhmreiche Karriere vor- handen ist. „Ehrenkurier" zitirt natürlich nur ein paar Sätze gegen die Sozialdemokratie— ein geschickler Dieb läßt heutzutage Werth- papiere liegen und begnügt sich mit dem schnöden Gold und Silber, woffir er unkontrolirt Abnehmer sindet— und da findet er großen Gefallen an dem Ausspruch: die soziale Frage sei keine bloße Magenfrage, sie sei vielmehr eine Frage der erregten Phantasie, sie sei kein physiologisches, sondem ein psychologisches Problem. Gewiß ist sie das auch! Wem unter den deutschen Sozia- listen ist es je eingefallen, zu behaupten, die soziale Frage sei nur eine Magenfrage! Aber es gehört auch ein Stück Unver- frorenheit oder Unwissenheit dazu, leugnen zu wollen, daß sie auch ein großes Stück Magenfrage in sich schließt. Freilich, der BrSmarck'sche tönende Ausspruch von dem verschleierten Pro- pheten, der Putlkamer'sche JunkercynismuS von den„sich mästenden Arbeiterführern" und das Gejammer der bürger- lrchen Presse über die von„gewissenlosen Agitatoren" betriebene„Verführung" der armen Arbeiter hat so ein wissenschaftliches Mäntelchen umgehängt bekommen— was schadet's, wenn der Spießbürger daraus ganz was Anderes lieft, als der Professor sagen wollte. Das ist ja die Absicht— und im Grunde wollen Alle das Gleicbe! Weshalb hat„Ehren-Kurier" überhaupt den Artikel publizirt? Weil die alte Freihändlerlegende von den segensreichen Wir- kungen der freien Konkurrenz, die Lassalle dem guten alten Schulze, der wenigstens ehrlich daran glaubte, schon so erbar- mungslos zerblättert hat, hier mit neuem Brimborium vorge- bracht wird. Als besonderer Trumpf wird Kautsky zitirt, der „einmal zugestanden(!) hat, die Maschine habe den Zweck, Waaren zuverwohlfeilcrn!" WelchemSoziatisten isteswohleingesallen, diese eine Seile der maschinellen Produktion zu bestreiten? Freilich, „Ehrcn-Kurier" bringt es fertig, Marx und Kautsky zu widerlegen, weil,„nach der sozialdemokratischen Lehrmeinung die Maschine in den Händen der Industriellen nichts als ein Kampfmittel ist, gerichtet gegen Denjenigen, welcher sich an ihr oder mittelst ihrer beihätigt". Hat man solchen Blödsinn je aus dem Munde eines Sozialisten gehört? Gewiß ist die Maschine heute ein Kamofmittel gegen die Arbeiter, aber die Dummheit, zu behaupten, sie sei nichts alsfdieS, ist Eigenthum des„Kurier", nicht der Sozialdemokraten- Und weil Marr die heule jedem Arheiter durch die Erfahrung nahegebrachte Tendenz der Maschine, Weiber und Kinder an Stelle gelernter Berufs- arbeiter zu setzen, Arbeiter mit Muskelarbeit entbehrsich zu machen und deren Arbeit mittelst Maschinen verrichten zu lassen, die von Frauen und Kindern bedient werden, bereits vor einem Menschenalter konstatirt hat, natürlich aber nur als eine Seite der verschiedenen Folgen der Maschinenarbeit, während „Kurier"-Wolf das Fälscherstückchen der Generalisirung leisten, deshalb soll Marx von Kautsky widerlegt sein! Nicht minder verblüffend wird auf die Arbeiter der Be- weis wirken, daß die Verwohlfeilerung der Produkte für den Arbeiter von größerem Werthe war als beispielsweise Lohner- höhung oder Arbeltsverkürzung, und daß in dieser Preisver- Minderung ein Stück Sozialreform liege, das der deutsche Arbeiter bisher nur nicht— gewürdigt habe. Besser wäre freilich gewesen, der Herr Professor hätte, wie man dem Sinne nach erwartet, geradezu geschrieben: das der deutsche Arbeiter bisher nicht empfunden habe, denn gemerkt hat er von dieser „Sozialpolitik" Vortheilhaites gar nichts. Der Nürnberger „Kurier"(mit den sozialen Krebsbeinen) übersetzt hier den zahmen Züricher Wolf folgendermaßen:„Der Preissturz, der sich inner- halb eines Dezenniums vollzogen hat, ist ein riesiger; er ist durch die internationale Konkurrenz hervorgerufen worden, die auch seinen Beistand gewährleistet, während die Löhne nicht wesentlich zurückgegangen sind. Es ist nicht zu bestreiten, trotz der Ableugnung der Arbeiter, daß eine erhebliche und stetige Besserung der Lebenslage der Arbeiter eingetrelen ist. Und wenn die Arbeiter selbst den Preissturz leugnen, so führt Prof. Wolf folgende Thatsachen an: Hätte Großbritannien für die Artikel, die es 1886 importirte, die Preise von 1373 zu zahlen gehabt, so hätte es— in dem Einen Jahre— nach offiziellen Daten um 4000 Millionen Franks mehr zahlen müssen, als es thatlächlich gezahlt hat. Hätte es für die Artikel, die eS 1886 exportirte, die Preise von 1873 bezahlt bekommen, so härte es ernen um 34 Millionen Franks größeren Gewinn gemacht. Daß der Zwischenhandel— wie manchmal behauptet wird— die ganze Preisermäßigung ausgesaugt habe, ist durch den deutschen Verein für Sozialpolitik als falsch dar- gethan worden; der Zwischenhandel hat den Konsumenten die niedrigeren Preise nicht vorenthalten." *) In der Schweiz kolportirte damals in verwässerter Form und mit moralischen Arabesken der Bundesrath den Bismarck'schen Gedanken, der SchnapS müsse„mehr bluten". mit dem Allarmruf:„Das Haus stürzt zusammen, retten wir uns!" hinauszurennen mit ihr aus diesem Hause und sie an einen Ort zu bringen, wo Niemand sie bewacht.... Dieser Gedanke schwirrte ihm im Kopfe.... DaS hätte er jetzt thun sollen!... Die Thür des Schlafzimmers ging auf und Athalie blickte noch einmal zurück; dann trat sie in das Zimmer, die Thür fiel zu und Michael blieb allein in der Finsterniß. O in welcher Fmsterniß! Dann hörte er, wie in dem Schloß der Thür der Schlüssel zweimal umgedreht wurde. Sein Schicksal war be- siegelt. Er stand auf und tappte im Dunkeln nach seinen Relse-Effekten umher. Er zündete kein Licht an, machte kein Geräusch, damit nicht Jemand im Haase erwache und eS mcht ruchbar werde, daß er hier gewesen. Als er alle seine Sachen beisammen hatte, schlich er sachte zur Thür hinaus, schloß sie leise hinter sich zu und verließ vorsichtig und ge- räuschlos, wie ein Dieb, wie ein Flüchtling, sein Haus. Jenes Mädchen hatte ihn daraus vertrieben. Draußen auf der Gasse empfing ihn das Aprilwetter mit einem Schneegestöber. Das ist ein gutes Wetter für Einen, der nicht gesehen werden will Der Wind pfiff durch die Gassen und trieb ihm d,e Schneeflocken ms Ge- ~ ht; Michael Timar aber machte sich in einem ungedeckten Wagen auf den Weg, in einem Wetter, bei dem man keinen Hund auf die Gasse jagt. Drittes Kapitel. Lenzfluren. Bis nach Baja begleitete den Reisenden rauhes, nach- winterliches Wetter. Hie und da bedeckte die Felder frisch- gefallener Schnee, und die Wälder standen noch kahl da. Die stürmische kalte Witterung paßt vollkommen zu den Gedanken, mit denen Timar sich beschäftigt. Jene« grau- same Mädchen hat Recht. Nicht nur der Mann ist Unglück- lich, sondern auch die Frau. Nur daß der Mann es doppelt ist:' denn er ist der Urheber ihres beiderseitigen Mißgeschicks. Auf den ersten Fehltritt folgt die Strafe. Als er Timea's Schätze fand, behielt er sie mit dem Vorwand für sich, mit Ä? luer als typisches Bcifpiel anzuführen, ist grund. falsch. Einmal ist dieses ganze gewaltige Zahlenspiel aus den Milliarden auf 60» Millionen zu reduziren(4000 Millionen Import gegen 340» Export); zweitens ist über die Zusammen- setzung der Ein- und Ausfuhr- Artikel kein Anhalt gegeben, so daß jeder Schluß erlaubt ist; dann ist England mit seinen Kolonien, seiner Kolonialgesetzgebung und Politik für die Kontinentalstaatcn ein ganz anormales Beispiel, und end- lich hat gerade England durch seine Kolonien eine solche Masse von faullenzenden reichen Konsumenten, wie kein anderes Land und find daher für den angeführten Zweck diese allge- meinen englischen Ein- und Äusfuhrziffern völlig beweis- unfähig. Ganz abgesehen davon, daß der Zwischenhandel thatsäch- lich überall die niedrigeren Preise vorenthält, welche Produkte kommen denn überhaupt für die Lebenshaltung des Arbeiters in Betracht? Dreiviertel sämmtlicher Produkte, die einen „riesigen Preissturz" erlebt haben, kommen für den Arbeiter als Konsumenten gar nicht in Betracht! Und Vieles, was für ihn hauptsächlich in Frage kommt, hat sich sogar wesentlich vertheuert! Die Ausbeutung, die am Geldbeutel der Armen durch die Getreidezölle sich in Gestalt der Brotverthcuerung allein geltend gemacht hat, macht in Deutschland dieses Argument in den Spalten eines„freisinnigen" Blattes zu einem Hohn auf die Arbeiter! Und die Zölle auf Lebensmittel überhaupt, die systematische Ausbildung der indirekten Steuern, die Vertheucruna der WohnungS- Verhältnisse— das alles sind Dinge, welche die Arbeiter am eigenen Leibe verspürten, wenn auch nicht zum Ueberflusse noch Hand in Hand damit in dem letzten Jahrzehnt eine lang- same, aber permanente Reduktion der Löhne gegangen wäre. Gewiß ist für einzelne Berufe und für eine Reihe von Individuen in den letzten Jahren eine„Besserung der Lebenslage" eingetreten, die Arbeiterklasse als solche kann sich dessen— leider!— nicht rühmen. Gerade daS An- wachsen der Sozialdemokratie ist ein gewaltiger Protest gegen die zunehmende Verarmung breiter Volksschichten, und diese wachsende sozialdemokratische Stimmenzahl ist zugleich der genaue Barometer dafür, in welchem Grade im Volke die Er- kenntniß der Ursachen dieser Pauperisirung wächst- die Erkenntniß, daß die heutige schrankenlose privatkapitalistische Produktionsweise diese Verarmung bedingt und durch sie zu- gleich prosperirt. Verbohrte Freihändler und streberhafte Professoren sieilich bringen eS sogar fertig, in diesem wilden, anarchischen Kampfe der sieien Konkurrenz, diesem Kriege der wirthschaftlich Starken gegen die wirthschaftlich Schwachen, der für die Besitzenden die Gegenstände des Genusses verbilligt und immer neue Genuß- mittel schafft, eine Einrichtung zu sehen, vor welcher der Arbeiter bewundernd niederknieen und dankbar die Gesellschaftsordnung anbeten sollte, die sie zeitigt. Der Arbeiter aber weiß es, daß dieser wüste Kampf aus seine Kosten geführt wird für die „oberen Zehntausend", daß Tausende sozialer Existenzen ver- nichtet werden müssen, um Einen Millionär zu züchten,— und wenn er es nicht wüßte, die übermäßige Ausbeutung in Gestalt verkürzter Löhne und verlängerter Arbeitszeit, die bald perma- nenten entsetzlichen Krisen, das täglich sich vermehrende unge- heure Heer der Arbeitslosin, diese industrielle Reserve- Armee, die auf seinen Lohn drückt und trotzdem noch von ihm erhalten werden muß— sie demonstrirten es ihm unabweisbar vor Augen! Daher sein Ruf, der nimmer verstummen wird, bis er Erfüllung gefunden, der Ruf nach Arbeiterschutzgesetzen, und zwar auf internationaler Basis, weil nur in dieser Ausdehnung ein Erfolg zu erwarten! Und wenn einzelne Regierungen sich heule noch so sehr da- gegen sträuben: dieselben hygienischen und sozialen Gesichte- punkte, welche die Arbeiter heute zu dieser Forderung veran- lassen, werden morgen die bürgerliche Gesellschaft zum Erlaß und zur Durchführung dieser Gesetze zwingen! Die„Sozialreform" ist heute ein Schlagwort gegen die Sozialdemokratie, morgen ist sie eine Thatsache für die sozial- demokratie! („Fränk. Tagespost") Norreftrcmdimjen. Hamburg, 18. August. Unsere Schwcsterstadt Lübeck, gleichfalls„freie" Reichs- und Hansestadt, unterliegt bis jetzt dem kleinen Belagerungszustande nicht; doch weiß die dortige Polizei in allerlei Weise das freie Versammlungsrecht derart einzuengen und zu beschränken, daß den Arbeitern fast jede Bewegung innerhalb des ihnen zustehenden Vereinsrechtes ge- nommen wird. Das Neueste in dieser Beziehung ist eme Polizeiverordnung, welche vorschreibt, daß in jedem Lokal für jede darin abzuhaltende Versammlung 75 Ouadrat-Zentimeter Grundfläche ä Person vorhanden sein muß. Außerdem muß in der Mitte des Versammlungsraumes ein Gang von 1,50 Meter frei bleiben. Ein Plakat, welches die ihnen einmal Timea sich zu erobern. Er hat sie erorbert und büßt nun dafür. Der Arme ist nur ein Kommißmensch; daS schließt jedoch die Möglichkeit nicht aus, daß der Arme glücklich sei;— der Reiche ist ein gefeierter Mann, deshalb kann aber der Reiche doch unglücklich sein? Aber warum muß er denn unglücklich sein? Ist denn nichts Liebenswerthes an ihm? Besitzt er denn nicht jene edlen Eigenschaften, welche einem Manne die Liebe des Weibes erringen können? Eine ein- nehmende Gesichtsbildung, ausdrucksvolle Augen, eine kraft- volle männliche Gestalt, gesundes Blut, ein liebefähiges Herz? Könnte ihn ein Weib nicht auch dann lieben, wenn er arm und in untergeordneter Stellung wäre, nur um seiner selbst willen? „Und doch liebt sie mich nicht?" Dies ist die bitterste Selbstanklage in der Brust des Mannes, drückender noch als das Bewußtsein einer Schuld, sich sagen zu müssen:„Die Frau kann keine Liebe für mich empfinden." Wozu ist aber dann das Leben? Welchen Zweck hat unser Dasein dann noch? Zu pflügen, zu säen, Geschäfte machen? Geld anzuhäufen und dann von Neuem das Pflügen und Säen und Spekuliren und Geldanhäufen zu beginnen? Vielleicht auch um seinen Nebenmenschen wohl- zuthun? Hm! Das ist das letzte Auskunftsmittel. Wer in seinem eigenen Hause keine Liebe findet, der sucht sie aus- wärts. Wer ein liebeleeres Haus hat, fängt an. Bäume zu pflanzen, und wird Pomolog. Das ist das erste Stadium. Im zweiten Stadium wirft er sich auf die Hühnerzucht und die Veredelung des Geflügels. Im letzten Stadium aber vertieft er sich in menschenfreundliche Unter- nehmungen und fängt an, Wohlthättgkeit zu üben. Welchen Dank hat er dafür? Bis nach Baja verfolgten Michael diese bitteren, trost- losen selbstquälerischen Gedanken. Dort hielt er Rast. Auch in Baja hatte er eine Geschäftsstation, und wenn er in's Flachsland Ungarns reiste, ließ er seine Briefe sich dorthin schicken. Es erwartete ihn hier schon ein ganzer Pack Briefe. Er erbrach gleichgiltig einen nach dem andern; was kümmerte ihn, ob der Raps erftoren ist oder nicht; daß Grundfläche und die Zahl der anwesend sein konntt Personen angiebt, muß während der Versammlung ausW sein. Vom 1. Oktober c. ab müssen die Treppen, wel»! den in oberen Stockwerken gelegenen Versammlungsw führen, 1,50 Meter breit sein. Wenn gegen diese Aerordnu s gehandelt wird, find Wirth und Leiter der Versammlung� dar. Nun kann ja allerdings behauptet werden, duie Verordnung entspringe nur der Weisheit eines hohen w- der„sieien" Stadt Lübeck und sei begründet in dflie" sicher Fürsorge, betreffend die Gesundheit und persomm Sicherheit der Sichversammelnden bei etwa eimw Feuersgefahr u. f. w. Dieses, sage ich, kann 1° Grund für die erlassene Polizeiverordnung uflfWL werden und man könnte diesem ja auch �. schenken, wenn diese Vorschriften— allen Vereinen � Versammlungen gegenüber unparteiisch gehandhabt wuroe.• aber ist nicht der Fall und das geht schon daraus fyvoot, dir Wirthe, welche ihre Lokalitäten zu Fachvereinsver'� lungen hergeben, durch die Polizei in jeder nur möglime» in ihrem Gewerbe beeinträchtigt werden. Z. B- wuiiea, Wirthe auch Sonntags ihre Lokale um 10 Uhr Abends sch � oder es wird ihnen die Konzession, beim Lübecker Schankzelte zu errichten, nicht ertheilt u. s. w. tlucy oben erwähnte neue Polizeiverordnung nur Fachoe�� sammlungen gegenüber in Anwendung gebracht, Vereine, welche Gnade in den Augen der hoch- und wi Polizei finden, sogar Krankenkassen-Versammlungm, kann � auch mit weniger Quadratzentimeter pro Mann bencUM. der meist alterlhümlichen Bauart der Häuser in Lubea � überhaupt schwer, ausreichende Versammlungsräume Sv.,ni den, un' ......beiter( lungSrechts. Der Lokalverband der Z-...-m» hat beschlossen, gegen diese neue Verordnung energy« zu machen, aber es wird wohl nicht viel nützen; die ei � werden auch in diesem Falle zusehen müssen, wie It«'"Lp günstigsten mit dem PolizemkaS abfinden. DaS Eine avn � wiß, jjaß die Behörden mit allen Chikanen gegen die Atde» das Gegentheil von dem erreichen, was man bezweckt. D« ihr Vereines. beiter werden sich dadurch erst recht nicht Versammlungsrecht verleiden lassen, sondern nur zäherer Energie daran festhalten.. M Die Hamburger Kupferschmiede sind nich' � beabsichtigten Generalstreik eingetreten, weil die Kollegen � Werkstatt sich weigerten, an einem solchen theilzunehmen-. � fremden Gesellen sind vielleicht bis jetzt zirka em DaF",. gereist, um die Feiernden zu ersetzen; aber auch diele Zahl genügt häufig, um einen Keil in die Lohnbewegung � Gewerkes zu treiben. Haben eS doch auch die Gießereien Platze verstanden, ihre Betriebe mit Helfe der Böhmen, Oberl�. � .........'~"alten, w°hr�. Ausstand bels�. Lehrlinge und Meister in Gang zu erhalten, währen Former nun schon\ Jahr sich im______ Diesen aber steht die ganze Sympathie der übrigen schast zur Seite, wäyrend für die Kupferschmiede es m l Alb-� B! »vuyvvitv(wt uit Ol 1 1 1 J U) miv v v'tf# V1 Lohnbewegung von zweifelhaftem Werthe ist, daß sie ganisation, gleich den Buchdruckern und Bildhauern, Stt „königlich preußischen" Gewerkverein gestempelt haben. J Hamburg bildet in diesem Sommer mehr noch"siKfie den Anziehungspunkt für alle möglichen Zusammen,�. Nachdem die Redner des Deutschen Handw r � Jnnungs-Bundes sich hinter verschlossenen gegenseitig angesalbadert haben und außerdem sch, ebene einzelne Innungen ihre geheimen Ko" hier abhielten, bei denen die Verhandlungen allemal fache find, Hauptzweck aber der Genuß aller möglm gnügungen bildet, sehen wir gegenwärtig den deus Radfahrerbund innerhalb Hamburgs Mauern.. der That lächerlicher Aufzug war der Korso dieser durch die Stadt um das Alsterbassin. Man wag I? Jedem sein Vergnügen gönnen, wenn die Herren ckta in ihren englischen Jockeymützen, Kniehosen und mit allerlei Ordensklimbim nicht gar zu id* l-l sich ausnehmen würden, insbesondere wenn sie sich, f' degrüßend, die Manieren der Offiziere nachzuäffen I muhen. Es ist die Creme der deutschen Bourgeoisie. J wir in diesen Leuten da vor uns haben. Turn-, Getan», iw Schützenfeste find so ziemlich außer Mode. Dieser nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Die deutsche feiert jetzt ihre Bundesfeste beim Kegeln, Skaisoiclen un fahren, immer in echt kartellbrüderlicher Art. Ein Tron� � uns, daß die deutsche Arbeiterschaft höhere folgt, als diese ganze seichte Gesellschaft! EIN geistige 3'tl{ xwttttphe Zu spät. Der großartige Erfolg der Panier � ausstellung kann jetzt auch von den ärgsten Chauvmiiu xa mehr geleugnet werden; und trotz aller Abmahnung� der Einfuhrzoll in England erhöht worden, daß K talliques steigen? Unter den eingelaufenen Briefen i"i pi sich aber doch zwei, die ihm nicht gleichgiltig waren- � eine war von seinem Wiener, der andere von' Stambuler Agenten. Der Inhalt dieser Briefe sie � j' sehr. Er steckte beide zu sich, und von diesem begann die Apathie zu schwinden, die sich seiner dem � hatte. Er gab seinen Agenten wieder ihre Ordres jjsi wohnter Raschheit und Energie, notirte sich aufmerlfa � Berichte, und als er damit fertig war, machte er P wieder auf den Weg. Jetzt hatte seine Reise schon einen Zweck. � hohen, wichtigen aber doch einen Zweck. Es galt/' armen Menschen eine Freude zu bereiten, aber ein Freude. f Das Wetter hatte sich geändert. Der Himmel � geklärt und die Sonne schien warm hernieder. In ami wo den Winter in der Regel sofort der Sommer sind solche rasche Uebergänge nichts seltenes.~ U(Wr Baja hatte sich auch schon die Phusiognomie der~?r geändert. Während Michael so mit gewechselten■ck1 Vi in südlicher Richtung dahinjagte, war es, als sei? in einem Tage um Wochen vorausgeeilt; schon bei empfingen ihn Wälder mit Hellem Grün; in der von Zambor waren die Felder schon mit einem duw � fr Sammetteppich überzogen; bei Neusatz prangte die reitS in buntem Blumenschmuck, und in der Ebene(T cosva lachten ihm die goldenen Tafeln der RapsP�j � gegen und die Hügel sahen auS, als wären sie l* nai$; rosigem Schnee— die Mandel- und Pfirsichbäume in Blüthe. Die zweitägige Reise ist wie ein tffi Vorgestern noch in Komorn schneebedeckte Felder un schon an der unteren Donau blühende Haine! (Fortsetzung folgt.) 5'-J6 m"' tlftt i* > m Berl inaV d« Z°AnWe fifr b°he Ö'«lore Kl° sein ?INlg«— 15 fe mg amüM eilen die Deutschen nach Paris in weit weiäe!>'! m � je vorher zu einer anderen Wettausstellung. � HÄn.!'111 s-hon ein, daß Deutschland auf der �»flni her«.?.n>cht vertreten ist.„Jedenfalls kommt das »i bnvj.»,...?olluna der französischen Industrie zu statten «T. und meim it �nofuhr� seufzt das„Leipziger Tage- ."'cht � großer Fehler gewesen, daß Deutsch. in« an �ahr die für Berlin geplante Industrie- ZlJM Werk gesetzt habe. Quinte ni-n 1. tet sich das„Tageblatt"— man könne das ''tt Judns,�„o'cht noch nachholen, man solle eS einmal mit Ä Ceftp�Ü ü9 ker drei„Friedensmächte": Deutsch- Wtuij. j. m�pch®, und Italiens versuchen, und diese Aus- . Än �Ä�°Ufmden lassen. Msn Sll/s» �kommt zu spät. Die Gelegenheit, auf L�nti � die Fortschritte unserer Industrie > Derin?!!1!?!�ickelungSgrad zu zeigen, ist unwider- s�n' �e nächste Weltausstellung wird 1892 in ti�euun-n, s5' es in New-Uork(welches riesige &); Jfi"Joch') oder in Washington(was wahrschein- �l»uSstkN„�,..,oer gegenwärtigen und der nächsten lnie r.?9 eine AchtelsweltauSstellung sich nicht Ik-"Ott b-r snTT. ei denn, man habe die Abficht, ,5 ftcihnA« o/ r herauszufordern. Der ganze Gedanke ?�en»n!�?�stellung ist lächerlich. ProvinzialauS- ? Är�l�."0'onaIe Ausstellungen haben einen Sinn und iSiiu-»..Aung. Desaleiiben internationale Ausstellungen, d. Aber ein Etwas, das nicht Zwitterding zwischen nationaler — das hat weder ein Recht �»- Idee ist um so abgeschmackter, rine j�oÜliche Lage der drei in Frage kommenden ioslliif,-!. ci, verschiedene ist und eine Gemeinschaft der N'ijße.?,? �uteressen nicht besteht. Ja, hätten wir einen >«� OlIenfAn!.? �*" Zollverein— dann hätte die . in„jx, 8 uoch einen Sinn. Aber an einen solchen �'»eriw. i1. denken, und wird er einmal möglich, r!"!, e traurigen Zustände, welche zum söge- ö�Iand'"n>-bund- geführt haben, beseitigt sein, und sich nicht mehr durch Polizei- und Zoll- bnfc � �oien und„wilden" Völkern absperren. Für �„oos unglückliche Projekt um seines„patriotischen" Itlllla»»_____ Cj.fi. Pj.' C.• /n t r ff, -- �---» i � IT A« !< tSm m-Wvg- Desgleichen i h ift � �öffnet sind.' >'! int"..ntcht Fleisch, ein Zwi � Ä'T'er Ausstellung ; l N'g/eit zu sein. Die .�lq,„jj;1"er Zeit Der PetcrS-Crpeonion pno wir vor . t« Kkz, i.,�?er—, wollen wir nur die Frage anregen: »„ii, keim die Ehre und den Profit(Lokalprofit �1�,'eln) der Achteisausstellung haben? Berlin, als uiiymaiiuie'-ptojeu um fciuc» Millen doch ernsthaft in die Hand sollte genommen in der Zeit der PeterS-Eppedition sind wir vor \ l» '%# If,1"®! it» MF �in) dv.vuu>.H-------'—'J' Wii,™u"e hat, hätte doch seiner Lage wegen mcht mehr *......... ic-rt..ri._. cm;«»» Krtfi tri - Rom; unzweifelhaft wäre Wien, das in ur Italien und dem Deutschen Reich dk��tste Ort. Die Urheber des abenteuerlichen Berlin denken, würden also auch nach tzT8'bren Zweck nicht erreichen. '.�'strafuug de» Kontraktbruch» wird in arV16''"* immer weiter agitirt. Der frühere frei« ..Mlii�B-�mnmann hat als Vorsitzender des land- Hauptvereins der Provinz Posen eine Petition h l jipf;: cn ocr Regierung gegen den Kontraklbruch unter «>,!�iuz-v,�!?�vng an den Reichskanzler abgesandt. Wie Äi§*2(?- berichtet, wird die Regierung in der Petition ��«.»U thun,—'" Z'Qbe. dahin gehend, daß erstens jeder anderes KontraklSverhältniß eingehen will, von k""voeres«oniransveryaunig emucijcii.u.u, '"Iii1 künen m Polizeibehörde beizubringen hat, laut wel» tüt Ni>ckA-» agSvcrpflichtungen gegen den früheren Ar- to>,,.�./owmen ist, und daß zweitens jeder Arbeitgeber, ä. fcgwükl vüchige Arbeiter beschäftigt, dem ersten Arbeit- '-----«-■—»-- cy„ k.. er Rodft�■ regreßpflichtig gemacht werden kann. In der >ag icAa'a-"litortSi oerein8 Posen, welcher dieser Petition beitrat, :n RbWL z,11'. daß die gegebene Anregung die Staats- d bföt M bief, e' tfi veranlaßt habe, ihre Aufmerksam- x' f«iiJ �titii5ri sc Mißlichen Zustände zurichten. Die Eisenbahn- >, ge?/?' k,. Vitt, habe bereits angeordnet, daß künftig kein ssen P®,* ftjk'oV, anzunehmen sei, der nickit durch Attest nach- :oiiie," j i» k er"m Wege gesetzlicher Kündigung sein Gesang' �.rhaltiiiß aufgegeben habe. Ferner hätten auch :@P0«#''tlfi, Ütnt Posen Erhebungen stattgefunden, ob und in ic BourÄ..p Schädigungen durch Kontraktbruch einge- len und�z, � Gt. Ober-Präsidialrath DziembowSki empfahl aus Trost," die unveränderte Annahme der Petition »?.'»irtl>r�i.daß die vorliegende Frage eine offene Wunde st'W oft liehen Betriebe berühre. Er wies aber darauf ->"wana. ein polizeiliches Attest beizubringen, und ld�i sijr?)"cht sich weit über die landwirthschaftlrchen Kresse A y:»loar mniii**»« htof�r � fl kl KM einen»vorm iT'VUjQt''* Vit------ j. Sil'.°>e o,,-.dachen würden und in dieser allgemeinen Form > lMi..Rffiung der gesetzgebenden Faktoren finden tzk' �!«r»u»mung oer geiepgevrilvr» � würde es den Herren gefallen, wenn auch die UHitik.Ä Annahme eines neuen Arbeiters durch„Attest jÄ, o-n"t nachzuweisen hätten, daß sie den früheren h?:-T.�vubcr ihre kontraktlichen Verpflichtungen erfüllt k�liZi„r�ss"lls verdienen diese Agitationen der Agraner ?����samkeit der Oeffentlichkeit. Es ist bezeichnend, �Vlunlsl und Leven. Wft. Zeiwug. st!5': n"'ct Eounty-Wächter Ein amerikanisches Blatt, : I"*"»#»«li i,.r' brachte diesen folgenden Bsolii%�. 1 bot p>'ere geehrten Leser! Da eS uns vielfach vor- r beinst� C unsere Zeitung halten, während •!>»> n°»�k0'"e Ze't haben, dieselbe zu lesen, so haben b könn�. v>ir denen das Blatt dennoch nutz- »S z�len Nb drucken wir deshalb unsere Zeitung in „„k n„s Meaenvavi ��e» k," zu lege,............ Pi, k-r�lieofn ku dann. Sollte es hier und oa voriominr», (Äi die bei�"� sofort sterben, so kann man überzeugt tVc�ie P.k.. on Fliegen nichts taugen— das Papier z �len»nN de«„Wächters". dtS. Wir warnen » Ute. gon, unsere Erfindung nachzuahmen, wir hKu J? ew Patent nachgesucht." ".�««»rikauisches. Aus New- York, 7. ds.. rr.---- 1-. a// ""icf. und nun auch bei unseren zungen rucinev «"tv�n Ä stisto Urwald um den romantischen Mir A"1 üü'■ zwei eras genießt gegenwärtig das seltsame � iwem sl??90 Dämchen zu sehen, die sich mutterseelen« 9�«' I 6h?9*1' boLL™"chlwöchenllichen Camp in die Wildniß Laachh�u«m See, Meilen und Meilen von Phil- Ii? Inl""t.,.tadt entfernt, steht ein altes, kleines Block- Va'w<((">> die mstk�dem Namen„Trombly's Camp"; bebc��l � ��chtet.-�e» gemiethet und sich chäuslich Nahrungsmittelzusuhr„ Gertrude HutchingS, giebt eS beide Sie sind natürlich stets bis an von dem ManneSmuthe, den sie li? Bh.fl'fißeu i.°*waffnet: von oem wcannrvu.u.v.,... (. i( Äende« a9t 1° die Thalsache des LaaerlebenS allein D�w�n�iwiß ab.— tzDer originellste amerika- kii9cht ien(Storni'J r'-t"b"* Frage jener Mann, welcher ?? 1' v-�°w i« �si'as seit geraumer Zeit glauben machte, die \n(sie. ffa-�ust unter, und ihnen deshalb„Himmels- sich' ituil?ne durch die Gerichte, in deren Händen letzt befindet, verbürgte Thatsache, daß'er 150 daß dieselben jetzt in„so offener Weise für eine weitere Aus- nahmegesetzgebung für die Arbeiter im Interesse der Unter- nehmer eintreten. Der„Kreuzztg." entnehmen wir auch noch, daß in ähnlicher Richtung auch in Anhalt agitirt wird und daß auf der Generalversammluna des ProoinzialoereinS Posen im Dezember d. I. in dieser Richtung Anträge gestellt werden sollen. Urber eine angebliche Kvifi» im Finanzministerium berichtet die„Magd. Ztg." aus Berlin:„Die Nachricht, daß sich die in den jüngsten Tagen rasch auf einander folgenden Berathungen des Staatsministeriums auf die bevorstehenden Sessionen des Reichstags und Landtages bezogen haben, mag richtig sein. Einen hervorragenden Gegenstand der Erörterung dürfte aber auch die Frage der künftigen Leitung des Finanz- ressorts gebildet haben, da, wie ich aus einer Quelle, die mir als untrüglich gilt, erfahre, Herr v. Scholz nach Beendigung seines Urlaubs zum 1. Oktober aus seiner Stellung ausscheiden wird. Früher ist davon ja gerüchtsweise wiederholt die Rede gewesen, ohne daß sich die Nachrichten bestätigt hätten. Diesmal wird ein berechtigtes Dementi schwerlich zu erwarten sein, die Angelegenheit müßte denn unerwartet noch eine rückläufige Be- wegung annehmen."— Die Bestätigung der Nachricht bleibt wohl abzuwarten. Ueber die Nernehmung der Kergleute in Gbev- sichlest en vor der staatlichen Untersuchungskommission bringt der „Oberschlesische Anzeiger" aus Beuthen einen Bericht, wonach die Kommission seit etwa dem 7. d. M. in Beuthen täglich von Morgens bis Nachmittags 4 Uhr Sitzungen abhält. Die Berg- arbeiter entsenden dazu ihre selbstgewählten Vertreter, die alle Wünsche und Anliegen ihrer Genossen vor dieser Kommission zum Ausdruck bringen.(?) Die Arbeiter verlangen dem ge- nannten Blatt zufolge u. a. einen festen Tagelohn von 3,50 bis 4 M. für den Häuer, ferner die Abschaffung der Orb- nungSstrafen, Einstellung der Maßregelungen und die Ent- scheidung eines ArbeiterauSschusseS anstatt eines Arztes für Unfälle. Entgegen der frühere« Annahme, wonach die Er- öffnung des Reichstages, wie gewöhnlich, erst für die zweite Hälfte des Monats November in Aussicht genommen war, geht, einer offiziösen Meldung zufolge, zur Zert die Absicht dahin, den Reichstag erheblich früher, und zwar bereits in der zweiten Hälfte des Monats Oktober einzuberufen.„Man würde aber fehlgehen"— so schreibt der Offiziöse weiter—,„wenn man aus diesen DiSpofitionen auf die Absicht schließen wollte, dem Reichstage ein größeres Maß gesetzgeberischer Aufgaben zu stellen, als bisher beabsichtigt war. ES liegt vielmehr nach wie vor in der Absicht, die letzte Session der laufenden Legislatur- Periode nicht mit mehr gesetzgeberischem Material zu beschweren, als dies nothwendig ist.� Daß zu den nothwendigen Vorlagen in erster Linie der Etat und der Ersatz des Sozialistengesetzes gehören, ist bekannt." Polizeilich beschlagnahmt auf Grund des Sozialisten« gesetzes würde eine Nummer des in Lüdenscheid erscheinenden deutschfreisinnigen Blattes,„Reform". Das ge- nannte Organ hatte m seiner Nummer 9« vom 17. August einen Artikel unter der Ueberschrist„Rückblicke auf die Zeit vor 40 Jahren" veröffentlicht. Derselbe zählte nach süddeutschen Blättern die Opfer der Standgerichte auf. welche den badischen Feldzug des Jahres 1849„gekrönt" hatten und gab dazu ein für die Urheber jener Standgerichte allerdings sehr wenig schmeichelhaftes Zitat aus einer Rede, die Ludwig Bamberger im Frühjahr 1866 auf einer damals in Paris stattgehabten Turnerversammlung gehalten hat. Das Blatt hat an zu- ständiger Stelle Beschwerde eingelegt.— Die deutschfreisinnigen Blätter sind über die Konfikation der„Reform" natürlich sehr entrüstet. Wir verdenken ihnen das auch keines- wegS, möchten aber doch bei dieser Gelegenheit daran erinnern, daß die„Reform" ihr jetziges Schicksal in letzter Linie den- jenigen deutschfteisinnigen Reickstagsabgeordneten verdankt, die 1884 für die Verlängerung oes Sozialistengesetzes stimmten, als es allein in ihrer Hand lag, das Gesetz zu Fall zu bringen. An» Leipzig schreibt man uns: Die„Leipziger Zeitung" liebt es, gleich anderen Polizeiorganen, von den grauenhaft umstürzlerischen Reden und Beschlüssen des Internationalen Arbeiterkongresses zu svrechen, welche die Fortdauer des Aus- nahmegcsetzes nothwendig machen. Von dem hier erscheinenden „Wähler" aufgefordert, auch nur ein einziges Wort zu be- zeichnen, das ihre Denunziation erhärte, ist das seines An- standes sich rühmende Blatt die Antwort schuldig geblieben.— Dafür tischt es seinen Lesern Albernheiten wie folgende auf: „AuS der am vorigen Sonntag abgehaltenen Versammlung der deutsch-sozialen(antisemitischen) Partei möchten wir die nach- folgende nicht uninteressante Bemerkung des Vorsitzenden, welche unseres Wissens in den bisherigen Berichten keine Auf- nähme gefunden hat, nachträglich mittheilen: Herr v. Lieber- mann erwähnte, er habe in Erfahrung gebracht, daß die Führer der hiesigen Sozialdemokratie ihren Anhängern den Besuch antisemitsscher Versammlungen verboten haben, und zwar sei dies geschehen in der Befürchtung, daß die Arbeiterbevölkerung in jenen Versammlungen die Anregung dazu empfangen Paar(Gänse-) Flügel zu 10 Dollars das Paar absetzte, mit deren Hilfe die Leute sich am Tage des Weltuntergangs er- heben und gen Himmel schweben sollten. Er fand 150 Dumme, macht eine Summe von 1500 Dollar«.— Eines gelungenen „Tricks" bediente sich kürzlich die New-Yorker Polizei, um die Ufer des East-River von Badenden zu säubem. Von den Fährbooten aus, die ununterbrochen hin- und herfahren, sah man täglich Erwachsene sowohl als Knaben ohne jegliche Be- kleidung im fteien Wasser baden, ein Anblick, der besonders bei den Ladies viel Aergerniß erregte. Verbote blieben erfolglos. Verhaftungen schienen unmöglich, denn die Badenden kamen nicht eher ans Ufer zurück, blS„die Luft rein war". Eines Tages erschien nun ein Detektiv, ließ sämmtliche am Ufer liegende Klerdungsstiicke fortnehmen und nach dem nächsten Polizei« quartier schaffen. Erst spät am Abend, nachdem eS ganz dunkel geworden, erschienen etwa 30 nackte Gestalten im Polizerbureau und baten flehentlich um ihre Kleider, die ihnen denn nebst einer ernsten Verwarnung auch zu Theil wurden. Seitdem sind die Ufer ftei von Badenden ohne genügende Bekleidung. — Ein Ringkampf zu Pferd« ist das Neueste auf dem Gebiete des amerikanischen Spor ting-Unwesens. Im Cincinnati Ball- park hat ein solches„match" um den Preis von 400 Dollars stattgefunden. Die Ringer suchten einander von den Rücken der Pferde aus zu umfassen, was ihnen auch gelang. Sie riffen sich gegenseitig von den Pferden und bestiegen dreselben wieder, bis endlich einer der Kämpfer, Pierre, fernen Gegner Walsh mit beiden Armen umschlang, vom Pferde hob und zu Boden schleuderte, während er selbst im Sattel sitzen blieb und damit den SiegeSprei« gewann. Der Kampf wurde in sechs „Runden" oder erneuten Angriffen beendet und befriedigte die Zuschauer in hohem Grade, da eS daö Sensationellste, Aufregendste war, was bisher von professionellen Boxern und Ringern geboten wurde. In süngfter Jett hat der durch seine faunistischen Seen- Untersuchungen auch in weiteren Kreisen bekannte Zoolog Dr. Otto Zachanas mehrfach die Errichtung eines zoologischen Obser- vatoriums befürwortet, dem die Aufgabe zufallen soll, ein gründliches Studium der einheimischen Süßwasserthierwalt an- zubahnen. Als Oertlichkeit für die Verwirklrchung der zweifellos wissenschaftlich werlhvollen Idee ist der Plöner See in Ost- Holstein ausersehen worden, ein Wasserbecken von 50 Quadratkilo meter Fläche und beträchtlicher Tiefe. Hier gedenkt Dr. Zacharias(rm Verein mit einer Anzahl anderer Forscher(die EntwickelungSgeschichte, die näheren Lebensbedingungen und das wechselseitige Verhältniß der verschiedenen in einem könnte, der Sozialdemokratie die Heeresfolge zu verweigern. In den früheren Versammlungen der Antisemiten, namentlich der im Krystallpalast abgehaltenen seien zahlreiche Vertreter der Sozialdemokratie anwesend gewesen, keiner derselben aber habe das Wort ergriffen, obgleich durch den Vorfitzenden gerade diese Partei dazu ausgefordert sei. Nach Schluß der Ver- sammlungen sei nun mehrfach beobachtet worden, wie die einzelnen Grupven der Sozialdemokraten ihren sonstigen Wort- iührern Vorwürfe darüber gemacht hätten, daß auch nicht Einer das Wort ergriffen habe, um die Gegner zu widerlegen. Ja man habe auch wiederholt die Aeußerung von sozialdemokratischer Seite gehört, daß das, was die antisemitischen Redner, beson- derS Stöcker, gesagt hätten, ja gan� vernünftig gewesen sei und daß die Leute ganz Recht hätten. Dre hiesige Sozialdemokratie fei daher in Besorgniß gerathen, daß bie Arbeiter sich von ihr wenden werden, und suche dem vorzubeugen. Die jüdische Presse habe aus jenen Vorfällen den abgeschmackten Vorwurf erhoben, daß die Antisemiten sich mit der Sozialdemokratie ver- bänden wollten."— Natürlich rst es keinem Leipziger Sozialdemokraten ein- gefallen, sich in der oben bezeichneten Weile zu äußern. Wenn die Leipziger Sozialdemokraten in keine Judenhetzer-Verfamm- lungen gehen, so hat das, abgesehen von dem Ekel, seinen Grund darin, daß durch den Besuch anständiger Leute diesen Winkelversammlungen nur eine von deren Veranstaltern er- wünschte Bedeutung gegeben würde. UebrigenS ist es auch in Leivzig die Sozialdemokratie, welche es verhindert hat, daß die Judenhetzer Anhang im Volk gefunden haben. Sie verfügen blos über sog.„Gebildete", darunter einen ChoruS von Radau- studenten. Das ist alles. Schweis. Ueber den Inhalt des Manifestes des Schweizer n a r ch i st e n an die Arbeiter gehen der„Voss. Zeitung." folgende nähere Mittheilungen zu:„Das Aktenstück wendet sich im Anfang wegen der Ausweisungen gegen den Bundesrath, denselben als Regierungsbande bezeichnend, und alsdann gegen die politische Polizei und den BundeSanwalt und schließt mit folgenden Worten:„Was Sie anbetrifft, Herr Generalprokrr- rator, der Sie jährlich 10 000 Franks erhalten werden, um Ihr Werk als internationaler Polizeidiener zu verrichten, so mögen Sie wohl versichert sein, daß die Anarchisten im Stande sind, allen Ihren UnterdrückungSges etzen die Stirne zu bieten, wäh- rend man aus den Taschen der Steuerpflichtigen schöpfen wird, um Ihr erbärmliches Werk zu besolden, werden wir Anar- chisten aus der Unterstützung der Massen die nöthigen Kräfte schöpfen, um alle Ihre Einschüchterungsmaßregeln zu vereiteln. Mögen Sie endlich wissen, daß die Schöpfung der politischen Polrzei in unserm Lande dazu dienen kann, frischeres Blut in unsere Adern fließen zu lassen und immer neue Kämpfer unseren Reihen zuzuführen,— und Dir, Bundesregie-• rung, die Du Dich soeben zu Füßen eines Königs von Italien gebeugt hast, in Göscbenen, wo Du italic» nische und schweizerische Proletarier hast erschießen lassen. Dir, die Du den Niedermetzelungen von Paris, London, Chicago, Wien, Petersburg und so vielen anderen Orten Beifall zuqe- jauchzt hast. Dir, die Du feigerKWeise die besten der Verthei- diger der Unterdrückten ihren Regierungen ausgeliefert hat, Drr haben wir nur zwei Worte zu sagen: Auge für Auge, Zahn für Zahn! Hoch die Anarchie! Unterzeichnet ist das Manifest, welches nach Orthographie und Satz auf fremden resp. französischen Ursprung hindeutet, und von welchem der Name des DmckerS und des Druckorts abgeschnitten erscheinen, „die schweizerischen Anarchisten von Baser, Freiburg, Äarau, Locle, Rorschach, Sanct Gallen, Bern, Chaur oe Fonds, . irich, Lausanne, Genf, Lugano, Winterthur, Biel, GlaruS und Luzern, im August 1389." Von Kolporteuren wurde keiner gepackt, hingegen viele Exemplare konfiSzirt. Polizeiliche Er- Mittelungen dürften bald Licht über dieses Manifest der Anar- chisten verschaffen." Frankreich. Die boulangistischen Blätter veröffentlichen folgende„A n t- wort der Verurtheilten": „An die ehrlichen Leute! Die summarische Hinrichtung, welche die Gegner der republikanischen Nationalpartei das Urtheil des Staatsgerichts- Hofes nennen, ist, wie Jedermann weiß, die Folge eines zwischen der Majorität einer ehrlosen Kammer und einen für ewige Zeiten verdammten Senat geschlossenen Bundes. Die eine sagte zum anderen: „Befteit uns von den Leuten, die unsere Wiederwahl an- fechten und dafür werden wir Euch am Leben lassen." Da kommen die eifrigen Revisionisten, welche die Ab- schaffung des Senats an die Spitze ihrer Wahlprogramme ge- fetzt hatten und erklären, er habe die Republik gerettet. Das Volk wird sich über die Beweggründe, die einen so schmählichen Handel eingbaen, nicht läufchen lassen. Das vor dem be- schränkten Stimmrecht auf dem Bauche kriechende allgemeine Stimmrecht, die Sicherheit der Bürger, die Ehre der Nation in den Händen der Spießgesellen Ferry'S— das ist das Resultat des gegen uns verübten ungeheuerlichen Frevels. großen See zusammenlebenden Thicrarten zu studiren, so daß also im kleineren Maßstabe und für das süße Wasser das Nämliche geleistet werden soll, was in der großen Neapeler Station hinsichtlich der Erforschung der Fauna des Meeres geschieht. Dieser Gedanke des Dr. Zacharias hat neuerdings die Billigung der namhaftesten Naturforscher (z. B. R. Virchow'S, Eilhard Schulze'S, Leukart's, Karl Vogt'S u. s. w.) gefunden, so daß es wohl zu einer Realifirung des- selben kommen dürfte. Auch von botanischer Seite ist auf die Ersprießlichkeit einer solchen Station behufs Klarstellung gewisser pflanzenphysiologischcr Probleme neuerdings von Professor F. Ludwig(Veraleiche Nr. 28 der naturwissen- schaftlichen Wochenschrist, Berlin) hingewiesen und betont worden, daß auch der Staat ein wesentliches Interesse daran habe, im Hinblick auf die Förderung der Wrssenschaft das Projekt des Dr. Zacharias zu untersten. Wie wir hören, wird in der That gegenwärtig ein darauf bezüglicher Antrag des Dr. Zacharias in Erwägung gezogen. Bei dieser Gelegenheit möchten wir daran errnnern, daß die Idee einer zoologisch- botanischen Station in Oesterreich bereits auf guten Boden gefallen ift, insofern ein dortiger Herrschaftsbesitzer, Baron Bela Dertscheni in Unter-Pocernith (Böhmen), auf eigene Kosten ein Haus an einem der ihm gehörigen Sceen errichten lassen will um dasselbe Herrn Professor Fritsch in Prag(der ähnliche Seen-Unter- suchungen anstellt, wie Dr. Zacharias) zur Benützung zu über- geben. Unter solchen Umständen ist es wohl angezeigt, daß wir in Deutschland uns beeilen, die Idee erner lakustrischen Station auch auf unserem Gebiete zu verwirklichen. Es ist dazu die geringe Summe von 16000 Mark zur ersten Ein- richtung von Dr. Zacharias gefordert worden und ein Drittel dieser Summe durch wohlhabende Gönner der Wissen- schaft bereits gezeichnet. Es dürfte doch wirklich möglich sein, auch die anderen zwei Drittheile auf dieselbe Weise auszubrin- gen. Etwaige finanzielle Beiträge werden von dem Bürger- meister der Stadt Plön, Herrn Kinder, entgegengenommen. Bei Erfechtsübunge« ist in der Schwerz in der Nähe von Zürich ein Soldat, der Korporal Huber von Schaffbausen,. erschossen worden. Die wahren Häupter der unter dem Senate stehenden Repuhlik find zur Stunde der falsche Zeuge Alidert und der Schwindler Benet. Aber diese Orgie der Willkür, der Ver- leumdung und der Pflichtvergessenhett naht zum Glück ihrem Ende. Trotz der neuen Staatsstreiche, die im Dunkeln geplant «erden, verstauen wir der Festigkeit des WahlkörverS. Wir appelliren also gegen die Lüge an die Wahrheit und gegen die Diktatur des Koths an die ehrbare Republik. Es lebe Frankreich! Es lebe die Republik! General Boulanger. Arthur Dillon. Henri Rochefort. London, IS. August 1889.* Unter dieser über zwei Spalten hinweg gedruckten Styl- Übung schimpft Rochefort im„Jntranfigeant* über den „Diktator Merlin*(Präsident des Neuner-Ausschusses). Der Titel ist übrigens nur ein Vorwand, um über alle Die- jenigen herzufallen, welche die drei Verurtheilten nicht für makellose Engel halten,„die Strolche des Luxembourg*, die einen„Schweinehund-Ausschuß* gebildet haben, über Ferry, welcher auf die Erbschaft des auf einer Seite gelähmten Sadi Carnot lauert, die Clcmenecau, Pelletan und die übrigen Radi- kalen, welche etwas spät ihren Jrrlhum einsahen u. s. w. Dann verhöhnt Rochefort den Einfall der Vorstände der Linken des Senats, die an die Regierung das Ansinnen stellten, sie sollte dem Urtheil des Staatsgerichtshofcs Achtung verschaffen, und erzählt, der Minister des Innern habe geantwortet:„Wie sollte ich Euch Achtung verschaffen, da ich mir selbst niemals Achtung zu sichern vermochte?" u. s. w. Großl»rita«nie«. Unterhaus. Unterstaatssekretär F e r g u s s o n erklärt in Beantwortung einer Anfrage, die Anwesenheit des englischen Geschäftsträgers und des englischen Militärattaches bei der am IS. d. M. stattgehabten Gedenkfeier des jüngst durch den Namen der Königin ausgezeichneten preußischen Garde-Dragoner- Regiments sei ein selbstverständlicher Akt der Artigkeit; die ...... �. Thatsache, daß eL sich dabei um die Jahresfeier der tapferen Rolle jenes Regiments in der Schlacht von Mars la Tour ge- handelt habe, gebe der Sache keine politische Bedeutung. Das heroische Verhalten des Regiments bei jener Gelegenheit sei eine Waffenthat, auf welche alle Deutschen stolz seien und die alle Nationen ohne Rückficht auf die Geschichte und die Er- gebnisse de« Krieges, während deffen dieselbe stattgefunden, be- wundern könnten. Die Theilnahme englischer Offiziere an der Feier scheine spezieller Weisungen nicht zu bedürfen.(Beifall.) — Labouchöre fragt, ob die Behauptung eines Berliner Blattes begründet fei, daß während des Besuchs des deutschen Kaisers in Osborne ein Einvernehmen erzielt worden sei, welches die Identität der Politik zwischen den dem Dreibund angchörigen Mächten und England über die europäischen Fragen sichere und Vorkehrungen für alle Folgen dieser Politik treffe. NnterstaatSsekrctärFergusson erwidert, der fraglicheZeitungSartikel beruhe augenscheinlich auf reiner Vermutbung; welchen Charakters der Artikel sei, zeige sich in der Angabe desselben, daß die mit Lord Salisbury getroffenen Arrangements von dessen Nachfolgern festgehalten werden würden. Fergusson fügte hinzu, er müsse die LabouchSre am 19. v. M. erlheilte Antwort aufrecht er- halten, daß die Aktion der englischen Regieiung im Falle eines Krieges ebenso wie bei allen anderen Fragen der Politik durch die leweiligen Umstände und Englands Interessen entschieden werde. Die Regierung sei keine Verpflichtungen eingegangen, die ihre Freiheit in jener Hinsicht fesselten. Labouchere frägt Fergusson, ob seine Antwort so zu verstehen sei, daß absolut reine Unterhaltung über diesen Gegenstand während des Be- fuchs des deutschen Kallers stattgefunden habe? Fergusson erwidert, er wisse nicht, welche Unterhaltungen während des Besuchs des deutschen Kaisers stattgefunden hätten, es sei aber absurd, anzunehmen, daß kein MemungSauStausch erfolgt sein solle. Endlich erklärt Fergusson auf eine Anfrage, die Schweiz habe vorgeschlagen, die A rb e i t ers ch u tz- konferenz bis nächstes Frühjahr zu vertagen, ohne ie- doch ein bestimmtes Datum für den Zusammentritt derselben anzugeben. Gegen 2000 Schiffstauer und andere Dockarbeiter legten in London die Arbeit nieder und schlössen sich den übrigen Streikenden an. Verssrnrnlungest. AI, ftütuifaatt und 16. d. M. im„Cothmannschen Lotale* in der Brunn£| eine öffentliche Versammlung ab, die wiederum(P' � war. Es wurde zunächst Bericht über die geaenwarng.,, des Streiks erstattet, die als eine unveränderte bezeichne Zwei Arbeitgeber, welche die von den Gesellen gefteUl. derunoen bereits bewilligt hatten, haben diese Bewillig 3,, träglich wieder zurückgenommen. Es arbeiten gegejro W 10 Werkstätten 50 Mann, so daß die Zahl der Sww � etwa 180 Mann beträgt, welche■ fest an den v a Gesellen aufgestellten Bedingungen halten. geber machen nun neuerdings den Versuch, sich r, siren, um die Streikenden einzuschüchtern uns � müthig zu machen. Unter diesen Umständen stt®' Streikenden doppelt nöthig, treu zur Sache zu ya( einen den Zeitverhältnissen entsprechenden Lohn zu�U Es wurde nochmals darauf hingewiesen, daß alle machungen, welche den Streik und die Lohnbewegung � hie im„Berliner Volksblatt* veröffentlicht werden. Mi- //■v/vvuitvi. fWMVUlUll vvivi|vuitiu;i«vvfcvv*»* � jjjjji.' wie die Meister der Lohnbewegung gegenüber vorgehe"' folgendes Stückchen mitgetheilt. Kurzlich wurde Annonze in hiesigen Blättern veröffentlicht: �Tuch»ge Hauer, aber nur solche, finden dauernde Beschastlgung«■ wöchentlichen Verdienst von 25 bis 30 M. richtstraße� 83. In der Versammlung fiagte man W Herrn Mägdesrau'S sämmtliche Arbeiter bei ein« stündigen Arbeitszeit einen Durchschnittsverdienst von nachweisen können? Wenn sämmtliche Feilenhauer � einen derartigen Durchschnittslohn hätten, wäre eS wogt � nicht eingefallen, die Arbeit niederzulegen. Es wuiw an alle Arbeitsgenossen der Aufruf gerichtet, bie zu unterstützen, damit diese ihre gerechtfertigten o0! durchzusetzen in der Lage sind. in-W diese, Theater. Mittwoch, den 21. August. Ar»U'» Theater. Ein Maskenball. MUttarta-Uhrate». Stanley in Aftika. Adalptz Hrnst-Theater. Die junge Garde. FeSsaAiavee-Theater. Vaterfreuden. Kelftag-Theater. Der Meineidbauer. #rt«»rt4- WUhrlmstadtisches Theater. Giroflä-Girofla. Kp»«d. Theater. Der Trompeter von Säkkingen. Aevtral-Theater. Leichtes Blut. Schwryer-Gsrten. Heute, M i t t w o ch_� Letztes Kwder-Freaden-Fest. KrattSpräsentverthetlung, Kinderbelustigungen BALL. Täglich: Theater- und Speztoliiäten-Vorstellung. «ttttt 30 Df. -A-.«atface 1«r. 9 M.— 10 31 L?y Kaiser-Panorama. In dieser Woche: 1. Reife: England u. Schottland. 2. Cycl.: Pariser MeltauaSellang. Im AuSstellungSpark: Rom. Sine Reife 20 Pf., Kind nm 10 Pf. Abonn. 8 Reffen 1 M. Fachverein der Steindrucker n. ßithogravhe« Kerlins. Donnerstag, den 22. August, Abends 8( Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grün straße 28: Versammlung. TageS-Ordnung: 1, Vortrag des Hrn. H. Canitz über:„Die Lunge, ihre naturgemäße Pflege im gesunden und kranken Zustande*. 2. Diskussion. 3. Ver- schiedeneö und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Aufnahme neuer Mit- I lieber. Um recht zahlreiches und pünktliches irscheinen ersucht Der Borstand. Herzlichen Dank allen Denen, die meinem Mann H. Soustmann die letzte Ehre erwiesen haben. 11571 Kran Soustmann und Tochter. Jede Uhr zu repariren und reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens nur 1 Mb. SO Pfg. Kleine Reparaturen billiger. Lager aller Arten neuer Uhren. Verkauf zu Kabrtkpretfe«. 1190) E. Rothert, Uhrmacher. 1. Geschäft: Andrea» str. 62. 2. Geschäft: Chausseestr. 78. Kerew zur Wahrmg der Zutereßen in m- Ulli Schankmrtbe Berlins. Aretiag, den 23. August er.. Nachm. 3) Uhr, Blumenstraße 38, bei Henke, Kersammlnng. Tagesordnung: Vortrag des Hm. Türk über:„Geschicht- liche Revolution*. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches u. pünktliches Erscheinen ersucht 1155j__ Der vorstand. kr. Zthlltiiln-KttstmliiU der Freien Uerewigung der Schneider Serlms. WM"»euRs,"Wg Mittwoch, den 21. August, Abends 8f Uhr, m Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77—79. TageS-Ordnung: der 1. Die wirthschaf-lichen Umwälzungen zöfischcn Revolution. Ref.: J.Türk. I Den ftlern dieser Zettvng> geben Wir bei Cinbanf 5 pCt. Rabatt. IS S0M. 7M. IS W. 20 W. SM. S elegsnteEinsegnungs- Rnzvge, elegante Herren- Jaquet-AnzQoe, gediegene Winter» Stofffhosen. elegante Herbst- Paletots. eleg. Winter-Paletots mit Wollfutter. Knaben- Stoff- Anzüge. Knaben- Winter- Paletots. elegante Kammgarn- Anzüge. elegante Joppen. 36 M. 10 M. 28 16 1 elegant. Ball-Anzüge Umtausch gestattet. Uach außerhald gegen Nachnahme. 1156 Gebr. Neustaät� Jernsaiemerstraße 41 (Ecke Krauscnstraste). Meimamr's Uolksgarten.. i Eingang: Kadstr. 56. Lesundbrunnen. 2. Eingang: ff"1! � Mtttwoch: mt Mlll Kench ffir den Malire Kerrn Ma Mrdonilllj.� Großes glänzendes japaneftsches Gartenfest Gr. Gltt«-Dopp«l-Mil.»Co»cert. Schlachtmusik, Zapfenstreich und Krillant-qf- fenermerk und glänzender orientalischer Festzug. Anfang 4 Uhr. Entree 50 � 11611 Max Weim»�5� Soeben erschien: Die Keschichte der Grde. Von K. Kommeli. Heft 8. ä Heft 20 Pfennige. Zu beziehen durch die Expedition, Zimmer st raße 44. GchteN N�dhäuser, Liter 80 Pf., im Restaurant von sl42S Emil BShi, Frankfurter Allee 74. Mel, eigen. Fabrik. legei i. töisten aareD Gr Lager, blU. Preiset Emil Heyn, Brunnenstr. 28, Hof part. Tbell«. nach Ueberdukonft. N-rei«z.Regelnng d.gewerbliche« Kerhättn-ssc d. Töpfer Kerlin». Das WMlilhil>M»NlN M befindet sich Bresdener-Strasse IIS, Wendt's Kestanrant (Jnh.: W. Gründet.) Wochentags von 7— 9 Uhr Abends, Sonn- und Feiertage von 11—12 Uhr Vormittags. Daselbst werden Beitragsgelder und neue Mitglieder jeden Abend von den-tu jour habenden Kollegen entgegengenommen und eingetragen. Der porstaud. fronzöstschc» 2. Diskussion. 3. Vereineangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. .Alle Kollegen ladet ein De? Vorstand. 11164 Soeben erschien Der wahre Iarov Hr. 80. Zu beziehen durch die Expedition, Zimmer. straße 44. Der Arbettsnachweis der Durcü äie EzepelliLion, Aimmerstea�e zu beziehen: Von Dr. Eduard Aveliug. Broschirt Die Darwin sche Theorie. Geb. M. 2,—. Karl Marr' Oebonomische Kehren. Gemeinverständlich dargest�� erläutert von Karl Kantssiy. Brosch. M. 1„50. Geb. M. 2,—. Weltschöptnng«nd Weltuntergang Die Enwickelung von und Erde vom Standpunkt der Naturwissenschaften dargestellt von Gomald KP? Brosch. M. 2,—. Geb. M. 1,50. Die ländliche Arbeiterfrage. Nach dem Russischen des Kablu"-� Brosch. M. 1,-. Geb. M. 1,50. Thomas More und feine Utopie. Mit einer historischen', von Karl Kautskq. Brosch. M. 2,—. Geb. 2,50.. Charles Fourier, fein Leben und feine Theorien. Von Kebel. Brosch. M. 2,—. Geb. M. 2�0. Das moderne Glend und die moderne Uebervolkrr«� Kerliner Arbetter-Kibliothek. Von m«» schippet. Erschiene» Zur Erkenntniß unserer sozialen Entwicklung. M. 1,50. Geb. M. 2,—. Von Mar Kchippel. Brost kimer �roerrer-KioiioryPN. �on Mar Ktytppe». ENcyrenen � e, bis 5. Heft 1: Ein sozialistischer Roman. Heft 2: Der Nutzen der$0? 4; schaften. Heft 3: Die Arbeiterinnen- und Frauenftage der Gegenwart. Der Sozialismus in Frankreich seit der Pariser Kommune. Heft 5: Charo. köpfe aus der französischen Arbeiterbewegung von Ossip Zetkin-PariS's. a 15 und 20 Pf. Di» Arbeitrrinnen-Kewegnng Kerlin». Von A. K-rg--. a Heft 30 Pf. Ferdinand Kastall», eine Gedenkschrift zu seinem 25 jährigen Todestag- Mar Kegel.» 50 Pf. Arbetter-Kotizbalender. Kleine Ausgabe a Exemplar 50 Pf. Di» Klastengegenföh» von 178S. Von Karl»amtsky. a Exemplar 50 Pf. Di» Konntags-Arbeit. Von A«g«st Kedel. Brosch. M. 1,—. Kybil. Roman von Disraett, übersetzt von Natalie Liebknecht. Di» Uitter der Arbeit. Nach dem Amerikanischen des Zor von 9� Kebknecht. Di» französtfch» Revolution. Von zpuheim Li-». Gebnnden in prachtbanb. a Exemplar M. 5�0. Broschirt in Heften ä 20 Pf. Einbanddecke« zu Robert Klnm a Exemplar 35 Pf. befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant»Ilm(vorm. Pfister. Die Adressen- ausgäbe findet jeden Abend von 8— 9i Uhr und Sonntags Vormittags von 10— lltz Uhr, sowohl billig zu verkaufen an Mitglieder wie an Richtmitglieder unent-- geltlich statt. 201 Die Arbeitsoermtttelnngv-Kommiftio». Ein Mehl- und vorkost-Aeschäst mit vielem Bier- und Schnapsverkauf(Fabnkkm andschaft) ist JohanntSftr. 21. 11126 Die billigste« Herrenfilzhüte erhält man, NeflertzudlMg en'pWl,~,l-ari?'-Saufi6-tr- platz 1, Ecke Waldemarstr. Knabenfilzhüte Cylinderhüte im Fabrikkomtoir: vo« * 4 verantwortlich« Redakteur: v.«r-«k-tm m Balm. Druck und V«lag?von»a» Kadwg in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Bresdenen� «t«« gen. lerum e"' aeaenwarnge v- t oezeichnela'� en Bewilligung� T ber"®�� V '}, st» f -rn und en ist he ,» h-lt-n? Lohn.iuA fir!« aß zewl alle Ueber die� Beilage zum Berliner Bolksblatt. >r. lS4. Mittwoch, de» 31. August 1889. 6. Jahrg. r vorgehen, � wurde l& Tucht'g-f� 'se, te man nun, bei ein« wst von l» ilenhauer� e es wohl NM Zs wurde° . die Stre�, gten Furd-rnn" Panb>� " M JA- .iurt»t-jr free 50 P' KozIllideUgKratie und die Maschinen. jJf?" lollti es nicht für möglich halten und doch ist es ein deutscher Professor und noch dazu ein tj,?? der Nationalökonomie die Behauptung aufstellen kann: ' e z Theorie" erkläre die Maschine als einen Feind Unterstellung in dem Leit m n wir einer derartigen............. >®ni' r�lldnd eines politischen Bourgeois-BlatteS begegnet itzu'�LUrden wir uns darüber weder wundern, noch daran �».«uffalliges finden. Diese Art Presse hat nun einmal ..-Z>WW»»WWW>. � ,? iu erfüllen, die Sozialdemokratie um jeden Preis � b»! Waffen des Geistes" zu überwinden. Wenn diesem Kampfe die �Nationalliberale Correspondenz" , die Entdeckung gemacht hat, dab die Forderung des W. �ibritstags eine»Erfindung des bekannten sozialdemo- feit offi«güalors Wilhelm Hasenclever" sei, und wenn das- � s�rgan der Partei der Gentlemänner weiter das i«*,N. der Forderung einer gesetzlichen Beschränkung « c l g�" dadurch nachgewiesen zu haben glaubte, � �' ein Eisenbahnzug, der Abends um 6 Uhr hirtZft� dargest-� von Ud �abl«� i�Einlei� Zon lker«� enen&K Gen>�' ?er- f, t. Heft. CbarH estag- nns der Lüneburger Haide befände, müßte dort N und die Fahrgäste in den Wagen übernachten, \i»nie Lokomotioführer, Schaffner und Bremser den ���.tstag" einhalten und zwischen Abends 6 bis >l, jL? Uhr nicht arbeiten würden,� ist das allerdings >!i. Slück, aber lange noch nicht vre größte Dummheit, U Wortführer und geistigen Vorkämpfer der politischen Me, th? sozialistischen Arbeiterbewegung schon geleistet � iii n ��elm, der mehr giebt, als er hat: und wer in ollen Kulturstaaten sich mächtig regenden Arbeiter- iteL 9 nichts weiter zu sehen veimag, als das»Werk '» h. slkwissen- und vaterlandsloser„Hetzer und Schürer", vom Normalarbeitstag als von einer»Erfindung „wr-" reden, und wenn von dieser Seite die Be- ® gekommen wäre, die sozialistische Theorie erkläre die � SAr i �tn Feind der Arbeiter, so hätten wir das nicht »7..zuckens für werth gehalten, sondern eS ruhig zu tz�dngen" gelegt. ? anderes ist es aber, wenn eine Behauptung, wie dtryi ,,?sude, von einem Manne aufgestellt wird, dessen idd an hervorragender Stelle des Lehramtes zu walten in dem Fache der StaatSwissenschaften und zwar " Nationalökonomie. •nb �''-lem Manne in solcher Stellung darf man erwarten S.roohl auch alle Welt, daß, mag er auch sonst für einen Standpunkt einer Erscheinung gegenüber Wltlll< wie die sozialdemokratische Arbeiterbewegung sie a»? nch vor allem bemühen muß und wird, die treiben- , Z�N> und Theorien derselben kennen zu lernen.____ Ät n.y1 eben so einfachen wie selbstverständlichen Pflicht Mq./?llckommen zu sein, muß aber dem Verfasser der in erschienenen Broschüre:»Die gegenwärtige Wirth- !�btt R* Kum Vorwurf gemacht werden. In dieser Schrift wSt St dämlich die mehrerwähnte Aeußerung über die an- �dke hxr sozialistischen Theorie in Bezug auf das Ver- wJ«tL'ebeÜfr zu der Maschine. Verfasser derselben ist ZLi � Professor der Staatswissenschaften an der Uni- S» L°°bl wir nun überzeugt sind, daß keiner unserer Leser �>°M?blick in Verlegenheit käme, dem Herrn Professor ! seiner fn Tinltt»« mir _______________ Zuweisen, so halten wir �"i kür überflüssig, die treffliche Abfühinng, welche �iest!'w neuesten Hefte der Zerlschrift»Deutsche Warte .""rb, hier zum Abdruck zu bringen. v« Km-«. n..«r---- 1— von dem Perner- .............. Wolf'S vre fozialistrsche Theorie die Maschrne als Fernd »U.mrrs erkläre", angeführt und daran folgende AuS- �«eknüpft: St n°ügemein ausgesprochen, enthalt der Satz eine be- S» iSilarheit oder vielmehr eine bewußte Unwahrhert. i die Sozialisten je die Maschine in dieser allae- uten Fassung als Feind des arbeitenden Volkes k? wird uns einwenden: Haben die Sozialisten � tzut s. �ianc an bis auf Marx und Engels die Lerden St»'mi.beiter unter der Herrschast der Maschine nrcht etwa KrH?' Sarben geschildert und so die letztere zum . � Arbeiters gestempelt? Ganz gewiß! Kern ver- ,..»».»5.-lliensch wird nämlich behaupten wollen, daß die r- ff'''«eschlossenen Augen an der Thatsache vorüber- sind, daß in England fast 800000 Handbaumwoll. "o« der Maschine erschlagen wurden(Marx). Herr Wolf v An» der Hochschule � Kchtoindels in England. 1.(Schluß.) jfjsi � iu England sehr leicht, eine Gesellschaft zu gründen. S hj.?°ivrs haben nur den Namen ihrer Unternehmung izSut°men der Direktoren auf dem Stempelamte im S eintragen zu lassen. Dann können sie in S iv»'.ch�ruhe das Publikum betrügen. Die Direktoren >l» Fällen die unlautersten Charaktere, welche . Si.t�illng einer Kleinigkeit ihren Flamen für die S nu?"Ü hergeben. Sehr oft besteht das Direktorat . b n aus dem Comvanv Promotor, einem Buchhalter , dem Company Promotor, einem Buchhalter * ei«- 3 Laufburschen. Als Rechtsbeistand fungirt s> jener Rechtsanwälte, die wegen Vergehen an � Und, von der Rechtsanwaltschaft ausgeschlossen wur- bJ'botor W' vüen Schandthaten bereit sind. Sobald der S Pubii» Eintragung besorgt hat, geht er an die Arbeit, v,S&"vm ausjzufaugen. Zu diesem BeHufe wird em, testen Sprache verfaßter Prospektus in 20- bis l? fiir bS��kn an das geldbesitzende Publikum versandt, librin neue Unternehmung Gönner und Aktionäre zu- JS�'M Falle bestand die Gesellschaft aus acht k>ie sich die Hull Tallow Company nannten ven. ein.kkunitnl NN» piner halben Million Ster- sich die ein Kapital von erner..... lein» ,»�1, während die ganze Gesellschaft in Wirklich- izÄ Toi».? Pfund Sterling besaß. Der Promotor hatte in Hull veranlaßt, ihm seine Anlage zu chw ihm goldene Berge für dieselbe versprochen, «az Geschäft gelinge. In dem Aufruf, den die hätte Recht, wenn er sogen würde, die Sozialisten behaupten, daß in unserer Wirthschaftsordnung, d. h. unter dem System der freien Konkurrenz, die Maschine die Tendenz habe, den Arbeiter zu verdrängen und seine Position gegenüber dem Maschinenbesitzer zu verschlechtem. In diesem bedingten Sinne hat er seine Behauptung aber nicht aufgestellt. Dies geht unwiderlegbar daraus hervor, daß er die sozio- listische Theorie in höchst unkritischer und böswilliger Weise mit der Auffassung des Laim in dmselben Tiegel wirft. Wie faßt denn der Laie die Sache gewöhnlich auf? Unser Autor denkt offenbar an die naive Ansicht des ersten bestm Kleinmeisters, der durch die auf Maschinen-Betrieb basirende Großuntemehmuna zu Boden gedrückt wird, oder an die Meinung des durch die Maschinen arbeits- und brotlos ge- wordenm ungebildeten Arbeiter». Diese Leute sehen natürlich in der Entwicklung der Maschinentechnik, weil sie eben darunter leiden, alles wirlhlchaftlicke Unheil, und daher lautet auch ihre Parole:»Fort mit der Maschine!" Ist das aber auch etwa das Feldgeschrei der Sozialistm? Gründet dmn der Sozialismus, und das sollte Herr Wolf als Dozent der Geschichte des Sozialismus doch wissen, die Eman- zipation des arbeitenden Volkes nicht gerade auf die Entwicke- hing der Maschinentechnik? Die letztere bedeutet ja nach der Ansicht der Sozialistm eine enorme Steigerung der Produk- tionskraft der Arbeit, und diese ermöglicht nach ihnen auch erst allen Gliedem der Gesellschaft die volle Befriedigung ihrer ge- steigerten Kulturbedürfnisse, oder mit anderm Worten, die so- zialistische Gesellschaft. cm Nach den»Theorien" modemer Soz, allsten soll d,e Ma- schine auch die Menschheit von dem verkrüppelnden Fachidiotis- mus befreim. Sogar der Utopist Owen war schon dieser An- ficht. Den Sozialisten erscheint daher die Maschine als größter Wohlthäter der Menschheit. Sie bekämpften daher auch nie die Maschine, ihr Kampf galt stets nur den Maschinenbesitzem. Das weiß bald jedes Kind. Wohl bekomm's, Herr Professor! Lc-kAles. Zahlen«der die Ketheiligung an den Kammnnal- wahlem. Zur Vomahme der Neuwahlen im Monat Oktober 1883 warm l35 184 Wähler berufm. Davon haben 77 808 oder 42,02 pCt. gestimmt. Zu den Ergänzungswahlen waren im Jahre 1885 80 805 Wähler berufen, von denen 27 819 oder 34,43 pCt. gestimmt habm, während 1886 81899 Wähler be- rufen waren und 27 147 oder 33,18 pCt. gestimmt haben. In der ersten Abtheilung wählten 1883 78,28 pCt., 1835 52,27 Prozent, 1887 59,04 pCt. In der zweiten Abtheilung be- tbeiligtm sich 1883 59,13 pCt., 1885 43,17 pCt. und 1887 47,15 pCt., in der dritten Abtheilung dagegen 1883 39,78 Prozent, 1885 31,23 pCt. und 1887 27,60 pCt. Bei den ReichStagswahlm wurdm im Jahre 1884 69,46 pCt. und im Jahre 1887 74,02 pCt. aller Stimmen abgegeben. Die Direktion der Kerliner Stadt- und Ringbahn hat soeben einem Bedürfnisse abaeholfm, welches seil Eröffnung der Stadtbahn bestanden hat. Der Bahnhof»Alexanderplatz" hatte nämlich bisher keine von Außm sichtbare Uhr. Zwar be» findet sich eine solche in der»Straße an der Stadtbahn", an dem auf der nordöstlichm Seite des Bahnhofs befindlichen Thurme, aber diese Uhr war von der Königstraße aus so gut wie gar nicht zu fehm und von der Stelle, wo sie zu sehen war, konnte man ihrer Höhe wegm dm Stand des Minuten- zeigerS nur schwer erkennm. Bei der Benutzung der Stadtbahn spielt aber schon eine halbe Minute eine mt- scheidmde Rolle und dämm wird es von dm ständigen Passa- gierm mit Freudm begrüßt, daß die Direktion unter der Brücke neben dm Königekolonnaden, grade über dem Eingang zum Bahnhof eine große, weithm sichtbare Uhr hat anbringen lassen. Diese Anschaffung ist um so anerkennmöwerther, als es diesmal dazu nicht erst der Anregung seitens der Presse be- dürft hat. Vielleicht werden nun auch noch bis zu dm heißen Tagen des nächsten SommcrS die auf den Bahnhöfen der in- neren Stadt fehlmdm, aber recht nöthigm Trinkwasserbmnnm hergestellt und vielleicht wird auch bis dahin noch eine gene- relle Verfügung über das Besprmgm der Perrons erlassen. „Rur für Männer!" Die Unzulänglichkeit der Ver- kehrsmutel am Sonntag gießt allemal einen Wermuthstropfeu in das Vergnügen derimigm Taufende, welche am Sonntag Nachmittag einen Ausflug in Berlin'S Umgebung wagm, ohne in der glücklichm Lage zu sein, über eine eigene oder gemiethete Equipage zu verfügen. Ist es schon schwer, hinaus zu kommen, so ist die Heimkehr noch viel schwerer. Und doch würden die Schwierigkeiten bedeutend geringer sein, wollte das Publikum Hull Tallow Company erließ, hieß es, die Gesellschaft habe große Schmelzwerke in Hull und habe Kontrakte mit hol- ländischm Butterine-Fabrikm für die Lieferung von geschmol- zenem Rindertalg abgeschlossen. Es seien so viele Bestellungen eingelaufen, daß die Gesellschaft in sechs Monaten eine hohe Dividende zahlen werde. Die sonst so gescheidten Engländer fielm auf den Schwindel hiuein. Die Aktien waren in wenigm Tagen vergriffen. Die Direktoren hielten fortwährend Meetings in London und in Hull. Alles schien nach Wunsch zu gehen. Da mußte es einem der Aktionäre, der für über 1000 Pfund Aktien genommen hatte, einfallen, währmd seiner Ferien, die er in Scarboro verbrachte, nach Hull zu gehm, um sich die großartigm Werke und Fabriken der Hull Tallow Comp, anzusehen. Er fand, daß diese aus einem Stalle bestanden, und daß der eine der Direktoren der Hausknecht eines Hotels am dortigen Platze war. Er suchte den guten Mann auf und hörte von diesem, daß Mr. Maurice Jones, der Company Promotor, ihm 10 Shilling für die Benutzung seines Namens gegeben. Dem Aktionär waren die Feiertage natürlich gründlich verdorben, er verließ Scarboro und reiste nach London, um Herrn ZoneS aufzusuchen. Jones empfing ihn mit Lachen und ließ ihn zur Thüre hinauswerfen. Das war ihm aber doch zu viel; er setzte sich mit einem Rechtsanwalt in Verbindung, und dieser mit der Polizei, welche, wie gewöhnlich, nichts thun konnte oder wollte. Jones machte aber einen gewaltigen Fehler. Er ließ in den Zeitungen anzeigen, daß das Direktorium am 15. Mai ein Meeting im Cannon Street Hotel abgehalten und eine Dividende von 10 gCt. festgesetzt habe. DaS Meeting hatte aber thatsächlich nicht stattgefunden. Er wollte durch diese Ankündigung nur noch einige Aktien ver- kaufen. Ein Dummer war darauf'reingefallen, und dieser em wenig Rücksicht auf den Mitmenschen nehmen. Das kann man besonders bei der Pferdebahn beobachten, speziell bei den großen Verdeckwagen, welche des Sonntags den Verkehr mit den Vororten vermitteln. An jeder Haltestelle stehen des Abends große Gruppen, in denen schwache Frauen und er- müdete Kinder die Mehrzahl bilden. Die Männer würden wohl auf das Mitfahren verzichten und»u Fuße gehen, wenn nur Frau und Kind ein Plätzchen fänden. Kommt aber ein neuer Wagen daher geklingelt, dann ruft der Kondukteur den Anstürmenden entweder entgegen:„Besetzt!" oder„Nur für Männer!" Letzterer Ruf bedeutet, daß nur noch auf dem Verdeck Platz ist, das bekanntlich nur von Männern bestiegen werden darf. Das Verdeck ist vielleicht noch zum größten Theile leer, und bleibt leer, denn die Männer, welche sich unter den Anstürmenden befinden, wollen nicht für sich, sondern für die Angehörigen Platz haben und mögen diese selbstver- ständlich nicht allein lassen. Dabei sitzen im Innern des Wagens, der bei schönem und warmem Wetter der reine Schwitzkasten ist, Männlein und Weiblein in bunter Reihenfolge: oder die Männer stehen auf dem Vorder- und Hinterperron, wo auch Frauenspersonen stehen könnten, vot» bere, wenn die Herren der Schöpfung nur die paar Stufen zum Verdeck hinaufsteigen wollten, aber umsonst ist das Flehen: »Nur ein Plätzchen für meine Frau und das Kind!"— unten ist es voll, der Kondukteur darf außer Männern, die nach oben wollen. Niemand mehr zulassen und von den unten stehenden oder sitzenden Männern rührt sich keiner, um nach oden zu. gehen. Ist das Wetter schlecht, so kann man die Rücksichts- losigkeit gegen den Nächsten damit wohl entschuldigen, daß sich jeder selbst der Nächste ist, aber bei solch' schönem Wetter, wie z. B. am Sonntag Abend, da ist diese Rücksichtslosigkeit ge- radezu unverständlich. Mag sein, daß ein großer Theil des Publikums etwas schwer von Begriffen ist, aber es steht doch auch fest, daß ein gutes Wort bei den Berlinern noch immer eine gute Statt findet, darum wäre es vielleicht zu empfehlen, daß die Pferdebahnverwaltungen ihre Kondukteure instruirten, männliche Passagiere soweit angänglich höflich zu ersuchen, auf dem Verdeck Platz zu nehmen. Die Gesellschaften würden da- durch ihre Einnahmen vermehren und wenn alsdann auf dem einen oder anderen Wagen noch Platz ist, dann würde der Platz nicht»nur für Männer" zugänglich sein. Die von den Arbeitern Krrlins grmählte Kam» Mission zur Beseitigung des denaturirten Spiritus ist mit ihren Arbeiten soweit vorgeschritten, daß nunmehr die Ver- sendung der Petitionslisten geschieht.— Alle Diejenigen, welche gewillt find, die Kommission ourch Sammeln von Unterschriften zu unterstützen und welche bisher noch keine Petitionslisten er- halten haben, ersuchen wir, ihre Adresse der Kommission mitzu- theilen.— PetitionSlisten sind zu haben bei folgenden Kam- missionSmitgliedern; Gustav Reuter, Gr. Frankfurterstraße 128, Emil Schade, Gubenerstr. 61, Gustav Milbrodt, Adalbert» straße 94, Robert Weber, Fliederstr. 6, Carl Kurth, Lottum- straße 13-, Fritz Zubeil, Waldemarstr. 73 und bei dem Kassirer der Kommission Robert Berger, Große Frank» furterstr. 95, H. 1 Tr. Bei letzterem sind auch sämmtliche aus- stehenden Sammellisten abzuliefern und werden ebendaselbst freiwillige Beiträge entgegengenommen.— Wir machen noch ganz besonders darauf aufmerksam, daß auch sämmtliche Hau»- flauen, welche weniger oder mehr den billigen Spiritus zu Heiz- resp. Kochzwecken im Haushalt verwenden, im Interesse ihrer selbst und ihrer Kinder verpflichtet sind, die Petition mit zu unterschreiben. Ueber die Gefahren des Hypnotismu», insbesondere in seiner Anwendung als Heilmittel, hielt aus dem letzten ober- bayerischen Aerztetag im Anschluß an interessante Demon» strationen seines Assistenzarztes Geh. Rath Dr. v. Ziemßen einen längeren Vortrag, in welchem der gelehrte Mediziner einen energischen WarnungSrus vor der Verwendung der Hypnose als Heilmittel erhob. Nach Ziemßen'S Ausführungen ist das Studium der hypnotischen Erscheinungen besonders in Frankreich im Schwünge. Während sich die Charcotschule fast vollkommen verneinend zur therapeutischen Verwendung der Hypnose verhält, legt die Nancyschule außergewöhnlichen Werth darauf. Neulich hat Prof. Forel-Zürich auf dem Kongresse der Schweizer Aerzte seinen Kollegen die Hypnose aufs Dringendste als Heilmittel empfohlen. Solchen Empfehlungen gegenüber sei es nothwendig, einen Warnungsruf erschallen zu lassen, wie das auch von anderen deutschen vorurtheilsfleien Beobachtern, wie Binswanger in Jena und Seeligmüller in Halle geschehen sei. Die Erfahrungen, die bei den auf der Klinik des Vortragenden von Dr. v. Schrenck ausgeführten Versuchen ge- macht wurden, stimmten mit den negativen Erfahrungen von BinSwanger u. A. überein. Redner formulirt sie dahin, daß 1) das Verfahren so gut wie nichts nützt, wenigstens nur vor- übergehend bei ganz leichten funktionellen Störungen, 2) daß es sehr viel schadet. In München und von den übrigen Dumme war klug genug, die Anklage gegen Jones und Freunde wegen Betruges einzureichen. Als die Polizei die Geschäftszimmer des Herrn Jones betrat, fanden sie dort eine alte Weste und einen alten Rock. Herr Jones war aus-- geflogen. Es ergab sich, daß die Gesellschaft, trotz ihren 18 Buchhalter, auch nicht ein einziges Buch geführt hatte. Der Riesenaeldschrank war leer, die Buchhalter entlassen, der Rechtsbeistand verschwunden. Jones blieb lange Zeit ver- schollen; das Geld ging aber aus, und so mußte er für neue Einnahme sorgen; oenn Leben kostet Geld, namentlich ein Leben nach dem Geschmack solcher Schwindler. Jones wußte sich zu helfen; er hatte noch das Checkbuch der Gesell- schaft, wenn auch kein Pfennig in der Bank war. Er schrieb verschiedene Checks aus und ließ dieselben durch seinen frühern Buchhalter umsetzen. Eines Tages wurde der Buchhaltcr abgefaßt, und dieser gab um sich frei zu machen, Jones' Adresse an. Die Polize, ließ ihn umgehend verhaften, und er sitzt jetzt auf zehn Jahre im Zuchthause. Wenn nun auch die Company Promotors immerhin schon eine gefährliche Art der„akademischen Schwindler" sind, so sind sie doch noch immer nicht so schlimm, wie einige der englischen Lebens-Versicherungs-Schwindelgesell- schaften. Dem Company Promotor fallen gewöhnlich nur die besitzenden Klassen in die Hände, die einen Verlust er- tragen können. Die LebenS-Versicherungs-Gesellschaften finden ihre Opfer aber unter den Armen. Sie veranlassen diese durch falsche Vorspiegelungen, sich und ihre An- gehörigen versichern»u lassen. Im Todesfalle zahlen sie die Versicherungssummen nur sehr schwer aus; die Polizen enthalten Fallgruben, die ein Arbeiter nicht entdecken kann. Auf langwierige Prozesse kann er sich nicht einlassen, und so muß er mit leeren Händen ausgehen.. Wenn der Unternehmer sein Schäflein in's Trockene ge- deutschen Bcobackitern seien zwar bei den einfachsten Formen der nervösen Störungen und der Gcmeingcfühle überraschende Erfolge erzielt worden, z. B. bei Zahnschmerzen, Kopfweh, Migräne, Schlaflosigkeit u. s. w., aber immer nur vorüber- gehend, niemals dauernd. Das Alles aber seien zudem nur Symptome von Krankheiten. Es widerstehen sehr viele Per- sonen den hypnotischen Einwirkungen, und wenn von den Heißspornen des Hypnotismus behauptet wird, das liege nur an der Mangethastigkeit der betreffenden Hypnotiseure, 50 sei das doch ein zu wohlfeiler Einwand, als daß »erselbe auf die Dauer Giltigkeit haben könnte. Bei ernsteren Nervenkrankheiten, z. Ä. Epilepsie, Chorea,:c. seien bisher Erfolge überhaupt noch nicht erzielt worden. Wenn man also nur die einsachsten Formen von Nervenkrankheiten vorübergehend günstig beeinfluffen kann, so scheine es doch ein etwas schweres und ernsthaftes Verfahren, das Gehirn„in den Zustand von experimentellem Blödsinn" zu versetzen. Man hat gesagt, es heiße mit Kanonen nach Spatzen schießen, wenn man die Hypnose gegen Kopfschmerz, Zahnweh und dergleichen Dingen anwende. Am näcbsten für diese Behandlung liegt das Gebiet der Hysterie, und sicher würden bei der jetzigen Hocbfluth der hypnotischen Strömung viele Hysterische hypnotisirt. Redner sei in letzterer Zeit mehrfach darüber befragt worden, ob man es in solchen Fällen mit Hypnose„versuchen" solle, und gewiß komme das auch manchem anderen Arzt vor. Das Publikum sei nun einmal nach Neuerungen lüstern und habe Sinn fürs Wunderbare, so daß in nächster Zert diese Strömung voraussichtlich noch einen höheren Grad erreiche. Nun sei aber von BinSwanger u. a. fest- gestellt, daß man den Zustand von Hysterischen im geringem Grad durch Anwendung der Hypnose erheblich verschlechtern und einen vorübergehend hysterischen Zustand durch fortgesetzte Hypnose in einen dauernden verwandeln könne, aus dem die Kranken nur schwer mehr zu befreien sind. Der Zustand solcher Hypnotisirter erreichte einen derartigen Grad, daß die Kranken sich schließlich selbst hypnotisirten und von einer Hypnose in die andere versielen, indem sie irgend einen Punkt oder Licht- strahl firuten zc. Sie schlafen dann schließlich keinen natür- lichcn Schlaf mehr, sondern gehen von einem hypnotischen Schlaf in den andern über. Also auch für die Hysterie scheine das Verfahren nichts zu sein, und unmöglich könne eS für ein krankes Gehirn gesund sein. Das wäre, wie wenn man den Morphinismus mit CocainismuS austreiben wollte. Die nachthnligen Folgen, welche in diesen Fällen von konsequenter Hypnose beobachtet wurden, sind Stelgeruna der Hypnotisir- barkeil, schlußlickeS Vorwalten der Selbsthypnose, Stei- gerung der Hysterie bis zur großen Hysterie des Dr. Charcot und endlich anormale Geisteszustände, wie sie neuer- dings Binswanger beschrieben hat, die bis zum hellen Blödsinn gediehen sind und nur mit großer Mühe durch natürliche, ver- nunftmäßige Behandlung sich beseitigen ließen. Wenn nun aber die Wirkungen der Hynose als Heilmittel so untergeordnet sind und stch nur auf ganz untergeordnete Störungen erstrecken, so sei eS zu widerrathen, solche Versuche zu machen, selbst in Fällen, wo die Indikation dazu möglichst klar liege. Redner wiederholt daher für seine Person den Rath, die praktischen Aerzte möchten sich des HypnotlSmus möglichst wenig bedienen. Die historrfche Beobachtung und Erfahrung lehre, daß solche Strömungen von Zeit zu Zeit kommen und gehen, und daß ihre Dauer um so kürzer ist, je enthusiastischer die Dinge auf- genommen werden. So glaube er, daß auch diesmal die Strömung bald ihr Ende erreichen und ins natürliche ruhige Bett der wissenschaftlichen Beobachtung zurückgeleitet werde. Er vertraue in dieser Beziehung insbesondere aus den gesunden Sinn der deutschen Aerzte, welche objektiv die Neuerung beob- achten werden, auf daß diese hypnotische Hochflulh keine wirk- lich ernsten Gefahren für das Publikum und die Wissenschaft mit sich bringe. Krschla�uahmrn von Lebensmitteln seitens der Vete- rinärpolizei sinden fast täglich und namentlich in der Zentral- Markthalle, als dem Hauptstapelplotze für alle von außerhalb nach Berlin gelangenden Viktualien statt. So wurden am ver- flossenen Sonnabend beispielsweise mehrere Schweine und zirka 1000 Pfund Rindfleisch als zur menschlichen Nahrung unge- eignet konfiszirt und der Abdeckerei zur Vernichtung über- wiesen. Allabendlich nach Schluß der Geschäftszeit erscheint der Wagen der Abdeckerei, um die von der Behörde beschlag- nahmien Fleischwaaren in Empfang zu nehmen und sofort nach der Müllerstraße zu überführen, woselbst der VernichtungS- prozeß vorpenommen wird. Ei» Epfer der Arbeit. Der Arbeiter August Müller, Landwehrstraße 2V wohnhaft, verunglückte am 20. d. M. auf der Dowpsbaggermaschine zu Fricdrichshagen. Er rvurde von drei seiner Mitarbeiter nach dem Krankennause Bethanien ge- bracht. Der Unglücksfall soll durch den Mangel vorschrislS- mäßiger Schutzvorrichtungen verschuldet worden sein. Aaussvchung. Am verfloffenen Scnnabend Nachmittag wurde beim Schlosser Gustav Scholtz, Breslauerstr. 8, gehauS- sucht. Resultat— 0,0.— Man schien der Adresse nicht ganz sicher zu sein, als aber einer der Beamten der Bilder von Lossalle und Marx ansichtig wurde, entschlüpfte ihm ein vor- eiliges: Ah! Hier ist'S richtig! Eine Jugverspntung von 70 Minute« auf der kurzen Strecke von Berlin nach Spandau, und zwar ohne daß irgend bracht hat, rückt er einfach aus, und die Armen haben das Nachsehen. Auch sogenannte Sparkasien, welche nach Art der Adele Spitzeder arbeiten, sind in England viel zu finden. Greenway's Bank beraubte die Armen in der schändlichsten Weise. Als es zum Krach kam, zeigte es sich, daß die Be- sitzer lange Jahre hindurch in der großartigsten Weise von von den Ersparnissen der Arbeiter gelebt hatten. Das Gesetz war stark genug, diese Leute zn packen; sie wurden zu mehreren Jahren Zuchthaus verurtheilt. Etwa dreißig arme Leute verloren ihren Verstand infolge des gehabten Verlustes. Die Regierung beabsichtigt, in kurzer Zeit die Gründung derartiger Sparkassen zu verbieten. Die Stock Exchange oder Börsenschwindler sind wieder eine andere Sötte von Piraten, welche die ihnen Vettrauen- den schmählich täuschen. Sie machen ein Offize auf, das mit Telegraph und Telephon versehen ist; dann rücken sie fpaltenlange Annonzen iu die Zeitungen ein, in denen sie angeben, die besten Spekulationsgeschäfte machen zu können. Sie verlangen nur einen Vorschuß von 10 Pfd. St., für welche sie Werthpapiere zu kaufen angeben. Gewöhnlich zahlen sie ihren Runden auch den Gewinnst aus, jedoch nur ein Mal Sobald die Kunden höher zu spekuliren anfangen und ihnen eine gute Summe übergeben haben, machen sie die Bude zu und entfliehen. Einem dieser Schwindler, einem gewissen Eronmire, gelang es, von mehreren Kunden über eine halbe Million Mark zu erschwindeln; er legte das Geld in einer französischen Bank an und entwich. Später gelang es den Behörden, seiner habhaft zu werden, und er wurde zu acht- zehn Monaten Gefängniß verurtheilt. Das Geld konnte man ihm, nach dem englischen Gesetze, nicht abnehmen. Heute wohnt er in Dulwich, hält Pferde und Wagen und lebt herrlich und in Freuden. Daß er Wittwen und Waisen unglücklich gemacht hat, bedrückt sein Gewissen nicht. Wie man aus dem hier Erzählten ersieht, besitzen die akademischen Schwindler eine Pfiffigkeit, welche wohl einer besseren Sache würdig wäre. So lange, als das Publikum sie mit der Dummheit unterstützt, werden sie nicht aussterben. ein Unfall störend dazwischen getreten wäre, das erscheint denn doch nachgerade als der„Gipfel" der.... Pünktlichkeit im Eisenbahnverkehr. Die Sache ist nämlich die: Denjenigen Spandauern, welche am jüngsten Sonntag mit einem Vororts- zuge nach Berlin oder den Zwischenstationen sich begeben hatten und mit dem beliebten Abendzuge S Uhr 18 Min. in Spandau wieder eintreffen wollten, wurde der Sonntag einmal wieder gründlich verdorben. 70 Minuten, sage und schreibe siebzig Minuten Verspätung hatte der Vororts, ug, welcher fahrvlan- mäßig Abends 3 Uhr 40 Minuten vom Bahnhof Friednchstraße abgelassen werden soll. Die Passagiere aus Spandau, welche zu Hunderten auf den Perrons standen, mußten sehen, daß die Kunerzüge mit großer Pünktlichkeit vorübersuhren. Vor ihren Augen entwickelt sich mit tadelloser Präzision der Stadtbahn- verkehr, welcher die Beförderung der vielen Tausende von Ber- linern mit Leichtigkeit fertigbrachte. Aber der Vorortszug wollte nicht kommen. Anfangs war eine Verzögerung von 20 Minuten in Aussicht gestellt, dann sollte dieselbe 55 Minuten dauern: endlich nach langen 70 Minuten lief der erwartete Zug ein. Dieser Uebelstand, welcher sich nun schon seit längerer Zeit wiederholt, ist geradezu unerträglich geworden. In dem Maoße, wie er sich gestern zeigte, hat er vielen Personen schweren Ver- druß bereitet. Zahlrerche Soldaten mußten über ihren Urlaub von Spandau fernbleiben: Kinder, mit denen die Eltern einen Ausflug unternommen hatten, trafen erst lange nach lOUhr zu Hause an und kamen so um einen Theil ihrer aewohnheilS- mäßigen Nachtruhe. Die Unannebmlichkeiten, welche eine so abnorme Zugverspätung für die Paffagiere im Gefolge hat, sind so mannigfach, daß man sie hier nicht alle aufzählen kann. Der Fahrgast hat aber das Recht, eine pünktliche Beförderung von der Bahn zu verlangen, sobald nicht unerwartet elementare Hindernisse, Unglücksfälle k. eintreten. Beim Vorortsverkehr kommen nun fast täglich Verspätungen vor. Diese werden aber wohl nicht eher aufhören, als bis die Vorortszüge von dem Fernverkehr völlig getrennt werden und ihr eigenes Geleise er- halten, das heißt, bis die Fernzüge vom Stadtbahnkörper gänz- lich ausgeschlossen werden. Damit die Eisenbahnverwaltung sich aber veranlaßt sehe, baldigst Abhilfe zu schaffen, hält der ,,A. f. d. H." ein Vorgehen der Behörden und der Bewohner sämmtlicher betheiligter Vororte im Wege der Petition für er- forderlich. Eine gar merstWÜrdige„Aeberfasirt" wurde— dem „Berk. Tgbl." zufolge— am verfloffenen Sonnabend auf der Wache des 14. Polizeireviers in der Neuen Friednchstraße ver- handelt. Daselbst erschien nämlich in der neunten Abendstunde die Rosenstraße 27 wohnhaste Frau F. und theilte dem am- tirenden Wachtmeister mit, daß sie nebst ihrem Kind soeben in der Rosenstraße von einem Bierwagen überfahren worden sei, und zwar derartig, daß ihr die Räder des Fuhrwerks über Arme und Beine gegaugen seien. Auf Anordnung des Be- amten wurde denn auch der Jüdenstraße 36 wohnende Bier- fahrer W. durch einen Schutzmann zur Wache sistirt. Der Wachtmeister befragte zunächst Frau F., welcher Art ihre und des überfahrenen Kindes Verletzungen seien und wo sie das letztere gelaffen habe. Da die Frau indeffen keine bestimmte Körperstelle namhaft machen konnte. wo sie eine schmerzhafte Empfindung habe, so stellte der Wachtmeister unter großer Heiterkeit der anwesenden Schutzleute eine Art militärischen Exerzitiums mit ihr an, indem sie auf sein Kommando zuerst den rechten, dann den linken Arm und ebenso die beiden Beine nach vorn strecken, resp. aufheben mußte. Ebenso prompt wie schmerzlos führte die Frau diese Bewegungen aus und gab auf nochmaliges Befragen zu, daß auch das „überfahrene" Kind sich völlig wohl und munter in ihrer Wohnung befinde. Nun wurde der Bierfahrer hereingeführt und examinirt, wie er dazu gekommen sei, die Frau nebst ihrem Kinde zu überfahren. Der Mann, welcher sich bisher vergeblich den Kopf über die Ursache seiner Sistirung zerbrochen hatte, war wie aus den Wolken gefallen und erklärte in aroßer Auflegung, daß er keine Ahnung von der ganzen Geschichte habe. Allerdings sei sein Wagen in der Rosenstraße einige Minuten ohne Aufsicht stehen geblieben, während er Bier m ein HauS getragen habe, allein überfahren habe er keine Katze, viel weniger zwei Menschen, wie ihm denn seit seiner 15jäh- rigen Thatiakeit als Bierkutscher ein solcher Unfall niemals Sassirt sei. Der erstaunte Wachtmeister inquirirte nun die Frau '. nochmals auf das Eingehendste, und klärte sich die Sache in folgender höchst überraschender Weise auf: Frau F. war einfach auf der Treppe des Hauses Nr. 27 fest eingeschlafen und... träumte lebhaft,� daß sie selbst nebst ihrem Kind in der angegebenen Weise überfahren worden sei. Als sie bei ihrem jähen Erwachen den Bierwagen vor sich stehen sah, ver- mengten sich Traum und Wirklichkeit in so sinnvenvirrendcr Weile bei ihr, daß sie nichts Eiligeres zu thun hatte, als auf die Revierwache zu laufen und die Sistirung des W. zu ver- anlaffen. Selbstverständlich wurde diese unerwartete Lösung mit stürmischer Heiterkeit aufgenommen, der Biettahrer W. ent- lassen, der Frau F. aber ernstlich bedeutet, die Polizei künftig mit ihren merkwürdigen Träumen unbehelligt zu lassen. I« furchtbarer Aufregung geneihen vorgestern Abend die Tausende, welche nach dem Dunkelwerden sich auf den Festwiesen der Stralauer Budenstadt befanden.— Unter beständigen Rufen:„Hilfe, der Menschenfresser tödtct mich," jagte ein etwa 23jähriger Mann in rasender Eile die Dorf- stroße von Stralau entlang, gefolgt von einer Schaar gleichfalls kreischender und johlender Kinder und halbwüchsiger Bursche, während hinterdrein ein veritabler Indianer gerannt kam, dessen Hände durch klirrende Eisenketten gefesselt waren. — Die Ursache dieses eigenihümlicken aufregenden Aufzuges war folgende: Unter den zahlreichen Glücks- und Schaubuden auf dem Stralauer Festplatze ist auch eine solche vorhanden, in welcher„Wild-Amerika" zu sehen ist, und in welcher sich Sioux befinden, die, wahrscheinlich um den Effekt zu erhöben, an den Händen durch Elsenketten gefesselt sind. Gegen 8 Uhr Abends nach Schluß der Vorstellung hatte einer der Zuschauer, wel- cher wahrscheinlich für den geopferten Nickel noch nicht genug an dem giausigen Spiel halte, einen derRothhäute geneckt und zwar so unmenschlich, daß der rothe Krieger, Europas über- tünchte Höslichkeit nicht kennend, die Schaubude verließ und hinter dem Schuldbewußten einher jagte. Die Szene, welche nun folgte, ist unbeschreiblich und artete durch die gellenden Hilferufe, das Kettengerassel des wilden Mannes, das Geheul der Frauen und Kinder fast zu einer Panik aus. Bis zur Ringbahn erstreckle sich diese Menschenjagd, bis der Missethäter halb todl vor Ermattung zusammenbrach. Und nun wäre es ihm schlimm ergangen, wenn nicht beherzte Männer den In- dianer ergriffen und nach der Schaubude zurückgebrachi hätten. Der Verfolgle erhielt übrigens von den dieser Szene Beiwoh- nenden noch eine gehörige Tracht Prügel, die er als Verursacher der noch günstig abgelaufenen Panik auch reichlich verdient hatte. Eine recht lebhafte Htrastcnsscne rief am Montag Nachmittag der SchutzmannSpotten an der Ecke der Königs- und Poststraße durch seinen großen Diensteifer hervor. An der bezcichneien Stelle fuhr ein Rollwogen nn scharfen Trabe nach der Langen Brücke zu vorüber. Hinten auf dem Wagen laß ein Hausdiener mit einem Packet. Das ging eigentlich Nie- manden etwas an, denn darüber, ob Jemand mitfahren darf oder nicht, hat streng genommen wohl nur der Wagenführer zu bestimmen. Der bezeichnete Schutzmannsposten nahm jedoch ein Aergerniß daran, er rief dem Hausdiener zu, heruntcrzu- steigen. Das war aber leichter angeordnet als wie ausgeführt, denn der Kutscher fuhr im floiten Tempo weiter. Da lief der Schutzmann nach und riß den Haus- diener vom Wagen. � Es hätte leicht ein Unglück ge- schehen können, ober glücklicher Weise ging es ohne ein solches ab. Da der Schutzmann seinen Posten nicht verlassen soll, so nahm er den Hausdiener zunächst bis zu seiner Ecke mit zurück und nun wollte er denselben„aufschreiben". Schnell hatte eine Menge Menschen zusammengefunden und»crW Herren machten den Schutzmann darauf aufmerksam, oav diesem Einschreiten keine Veranlassung gehabt halle un wohl vielmehr Sache des Hausdieners wäre, sich die-W tj des Schutzmanns auszuschreiben. Das mochte letzter« auch einsehen, denn ehe er noch zum Schreiben gckommen steckte er kurzer Hand sein Notizbuch in die Tasche und so die Menge energisch zum Weilergehen auf. Der Autlavl sich denn auch bald wieder zerstreut, nur der Hausdiener sich noch nicht zerstreuen, er wollte doch nicht gavz zweaim � gehalten sein, doch zog er endlich auch seiner Wege,°., Schutzmann die Frage an ihn richtete:„WaS wollen®|{ eigentlich von mir?",„j Ein ganz foudrrbares Schauspiel war es. � Sonntag in ber späten Nachmittagsstunde die Pailan« Dorotheenstraße in nicht geringe Aufregung versetzte. nannte Straße kam von der Friedrichstraße her� ein v � herauf gerast, das über und über mit Blut überstro der Neuen Wilhelmstraße hinstürzte und verendete. DoS Thi* war ein Reitpferd, vollständig geschirrt und gezäumt und seinen Reiter verloren haben. Polizisten und Passanten � den Blutspuren nach und bald zeigte ein großer, W° � Friedrichstraße entstandener Auflauf die Stelle, an wew � Thier seinen Reiter verloren hatte. Derselbe w»r � einem Hanse der Dorotheenstraße eben heraus» als das Pferd aus irgend welchem Ilmstande!.y mit dem Reiter, der eS nicht zu zügeln vermochte, nnd direkt gegen einen Pferdebahnwagen der Linie« � graben— Charloltenburg so heftig anstürmte, daß da§ seinem Kopf eine Scheibe des Wagens zertrümmerie.. � dem heftigen Anprall stürzte das Pferd zu Boden, Reiter unter sich begrabend, dann sprang es blitzsanen � empor und raste die Straße hinab, bis eS in der bczw � Weise verendete. Das Thier hatte sich den Hals dum und das zweimalige Hinstürzen hatte einen LungenläM � beigeführt. Der verunglückte Reiter, der bewußtlos» � Pflaster liegen geblieben war und allem Anscheine NM � einem Beinbruch schwere innere Verletzungen davon«-Aj. hatte, wurde mittelst Droschke nach der königl. Klimk u° Die Insassen des PflrdebahnwagenS find mit dem Schrecken davongekommen..„.rch Eine blutige Schlägerei, welche am gestrigen fon,. mittag in der vierten Stunde in der Münzstraße KM hatte die ganze Gegend alarmirt und einen kolossalen''' � ..... verursacht. Eine hiesige Korrespondenz berichtet dar«„ � folgt: Um die angegebene Zeit unterhielt sich eine 1/ Gästen in der fogenannten„Münz-Bodega" mit Kf' j(! Unter den Spielern befanden sich auch mehrere Vertr� berüchtigten �un5t der.�ubätter. nnd dips,» hielten, so nahm die Balgerei große Dimensionen an, „Mützen-Pttnzen" gerielhen derartig in Wuth, daß fM T.,,# griffen und nun mit erneuerter Energie auf ihre Gegner ew".«ü Inzwischen hatte sich, angelockt durch das EfifjL»j! Kämpfenden und den durch das Schleuder« mit Gläsern verursachten Lärm, eine nach Hunderten schenmenge vor dem Lokal angesammelt, wodurch ein°g � Verkehrsstockung in dieser ungemein frequenten£# stand. Em hinzugekommener Schutzmann drang ein, um Ordnung zu schaffen; derselbe geneth aber m kritische Lage, denn gleich nach seinem Eintritt war vo, � kannter Hand die Thür von innen verriegelt morden, xj«. Kämpfenden stürzten nunmehr auch auf den BeapV� f» Dem kräftigen Manne gelang es jedoch, die V gelange von sich abzuwehren, bis noch zwei andere flute, welche sich durch eine Hinterthür Eingang pv ......._______: geberbete/».jiiff' wältigen und zur Wache des 16. Polizeireviers ifldec� straße zu schassen. Die Uniform des einen Beamte» M mit Blut besudelt. Während die Schutzleute ihreK�el� merksamkeit und Thalflaft der Jnhaftirung deS zuwendeten, benutzte das übrige Gelichter die Gelegen« schleunigst daS Weite zu suchen.«"! Gin Zujammenstoß eines Straßen- DampfwogfW einem Wagen der Pferdedahn fand gestern Abend und S Uhr an dem Kreuzungspunkt der Ziethen- � straße statt. Als der um die genannte Znt von Ä'M-! ankommende Dampsbahnzug heranfuhr, wollte ein P"Lj � wagen der Linie Blücherplatz— Lützowplatz, ungeal fortwährend hörbaren Läulens des DampfwagenS,' letzteren vorbeifahren, wurde aber von der Maschine«1...» dabei nicht unerheblich beschädigt, worauf die auf zerstreuten GlaSsplitter u. s. w. hindeuten. Die, j/1 selbst entgleiste dabei durch den heftigen Anprall und es geraume Zeit, bevor diese Störung deL Verkehr» wurde. MV Der Selbstm-rdverjuch eine» Arztes erregt'M ßF der Siadt großes Aufsehen. Der in der Perlebers j(# wohnhafte Dr. med. L. feuerte gestern Vormittag' � � Wohnung aus einem Revolver zwei Schüsse auf»A Ae? ihn zwar schwer, aber nicht tödtlich verletzten, obwotzi � Kugeln die Lunge des Lebensmüden getroffen zu ham jÄ'' Als Herr Dr. L. einen dritten Schuß auf sich abgebe..�0 fiel ihm seine infolge der Detonationen erschreckt Gattin in den Arm und entwand ihm die Waffe- V* J der erst 36 Jahre zählt, aber nicht mehr praklizirte,, sein Vermögen gestaltete, von den Renten zu leben, Kfi Selbstmordversuch in der Geistesstörung verübt zu TlM,"Z während der letzten acht Tage hat er wiederholt(ss?U� � er nicht länger leben könne, weil er eine große gen habe, die sein Gewissen beunruhige. Auf fe'ssf' fiefr wurde der verwundete Lebensmüde in das Zlugnlm, geschafft.(, K Im Westen der Stadt erregt der Selbsti»1» 6� jungen, hübschen Mädchens nicht minder jss?®. yi fation. Dre in der Kurfürstenstraße wohnhafte Jnh�,�ebA Kravatten- und Handschuh-Geschäsls, Frl. Martha™ hat heute Vormitiag 11 Uhr ihr Leben in den unmittelbar an den Laden der örten um die» Je,, WÄZZ lache am Boden liegen. Sie hatte in einen Schuß in den Mund gefeuert, der orn oiei der Lebensmüden herbeiführte. Ein unglückliche»~ tM. hältniß in Verbindung mit schlechtem GeschästSganS den Anlaß zu der verzweifelten That gegeben zu ha-e' vor einigen Tagen hat das unglückliche Mädchen ei»&»>, mord ausführen wollen, indem eS sich die Pulsader».�,«1: n,u ge � HÜ schneiden versuchte. Ihre noch rechtzeitig hinzu Schwester verhinderte die Lebensmüde damals a», Ach endung der That und bewirkte ihre Rettung. der Unglücklichen erregt allgemeine Theilnahme. Z« rrkognoszire» ist in R»m«nel»t>ur0 eines vollständig entkleideten Mannes, welche am v? tag daselbst von der Spree in der Nähe des Haafl argeschwemmt wurde. Da der Todie, welcher nach halle des Rummelsburger Arbeitehauses gebrach' schon stark in Verwesung übergegangen, ist anzu» V JU die Leiche schon längere Zeit im Wasser gelegen-., ,�0� kognoszirt dagegen ist die Leiche jenes«jS welcher sich om 13. August in der Nähe der Heine« erschossen. Es ist dies der Kammmacher Johann r � hierselbst, RheinSbergerstraße 13 wohnhaft; über I Hatte ni nk nb verfdieku tfam, ba& ir" hätte imi iii die Xuma - kttmr wf gefomtnm mr, che und fork# er Suflauf M 'ouebitnermil'i inz zweck/o««- Wege, däk vollen Sit ton ir es. d-tt 4» e Paffan/e» rfefrte. � Her ein cfkömt mir,® >ete. tottlty? html und: Dassanien eilin er. Hart ob k an weldjer 'elbe war berauigeritlitf tftanbe Jcft k °�inie«Ä? -r Lm>e bdasTS«x immerte. l» i Boden- 1�° litzs-bnell«'� der � lg dm1«;- tÄ, ungenschlog i(f ußtloS a" � -ine nach davonge> sslinik übe-� mt dem dl«»" g-stngkÄ Maße stK lossalenj�V tet darüber, ine Anz<� mit KarlA re Vertr- � ln»irten[C« rnd�Äin äS ->> ZN« lit SIuHleo-! ch eineO'�e -n m in da« � aber t«''"„„(C mAi** vorden,"„u n Be°n"-° f, die Ä i anderes inaang'W 'schienen. � Bcamlen-.�. rbdc ,»%((' n-derTr> amten � M M m Wil-A, «'?S -»!"i» Die f'V und cS° F rkehr- � fSii? chmohl 1*tik W SÄ '�y H-M ugu"04, s e'" bstniard A». groHe Mi rSKZ die-«»M als sie in eine zerischd� offKK K-°Ä »SF -der ZU DaS ..«"'�i8 �äHertS; IK. war ein außerordentlich Zum 24. d. M. sollte der junge Mann als "wgen wcrd?«"""»ehnwochentlichen Uebung fbtt Ein dritter Selbstmörder ist berliner om Boxhagener Weg, dicht an � iienm™«. erhangt aufgefunden worden. Dort fand � genannte Zeit ein patrouillirender Lichtenberger Gendarm S vwgen ca. 20jährigen Mann an einem Zaunvfahl er- Üti»�' r?? den Taschen des Selbstmörders, bei dem alle lw- s"ltsversuche ftuchtloS blieben, fand man nur ein Z-Mren-Etui mit einem Billet zu einer Festlichkeit und N°ene Kotillon-Orden. Irgend welche Papiere, durch SSk«ttsonalien des nach der Lichtenberger Leichenhalle >i>t>? Selbstmörders festgestellt werden konnten, waren ""«wmnbw. ,,,f''bstmotlitietrnch. Der Glasermeister S., der seit •.iik �e.!t Zeichen des TiefstnnS erkennen lieh, versuchte .näh in der achten Stunde sein Leben gewaltsam zu i' indem er steh in einer neben seinem Laden in der Tleck- to&JWflien Kammer aufknüpfte. Zum Glück wurde diese �.�dmsche Thai von dem im selben Hause wohnhaften y®. wahrgenommen; derselbe zerschnitt den Strick, imk der Lebensmüde hing, und es gelang auch i ein eu Hungen, den letzteren wieder ins Leben zuruckzurufen. Im dem Müggelsee sind, wie ein Berichterstatter von tzzk- dd, am Freilag drei Personen ertrunken. Als Stach- �»5 nne von Köpenick kommende kleine Dampfbarkasse den i» A oufgeregten See bcfuhr, kenterte dieselbe in der Nahe /«hnsdori dadurch, daß die Wellen von hinten über das Ll'weggingen und so das Maschincnfeuer löschten. Die iktk, ertranken, ehe Hilfe gebracht werden konnte � tonnten nicht sogleich aufgefunden werden. Die !,llSn"W, Montag, den 26� d. M., in Weimann's ■"»uft9" r! e" llNesundbrunnen) stattfindende große Arbeiter, »Mk,.. u�wncht in mehrfacher Beziehung recht interessant Vta'• 3j n ß T1 rtfl t /*m X /% i t C» nv ö*»övt KJefn P» Os•••%■•/» I V« V» ry-s V g» V �» v v«y••«..»»•II»---» Das vorliegende Programm stellt außer Konzert "Soid.u �Auftreten einer Reihe Spezialisten von hervor- -ff.>u Aussicht. Außerdem wird eine Gratis- .-rraiJJ�Sr�or und hübscher Gegenstände dazu beitragen, Ü�br �fs�ohmer auf das Beste zu unterhalten. Es ist um- fSttoinl knen Zahlreichen Besuch zu hoffen, als der ganze Mr„.n-,?fr neugegründeten �Berliner Arbeiterinnenkranken- Das Eintrittsgeld beträgt nur 25 Pfg. Kasse «uche ist„an 3 Uhr ab geöffnet. '«»In!?* ett Veröffentlichungen des Kaiserlichen »- V'tvamtv sind in der Zeit vom 4. August bis von je IOOO Einwohnern, auf den Jahresdurch- -)net, als gestorben gemeldet: in Berlin 20,5, in Q, sm,'n Königsberg 26,8, in Köln 23,5, in Frank» Mtf i?, l5,g, in Wiesbaden 12,3, in Hannover 23,3, in U, i»'X' m Magdeburg 36,7, in Stettin 21,3, in Altona bftn ur0 25'3' ,n Metz—, in München 42,0, in rn, in Q.-'n Augsburg 30,1, in Dresden 28,9, in Leipzig Al, i- Stuttgart 17,9, in Karlsnihe 20,3, in Braunschweig A in n-�f urg 23ch, in Wien 19,2, in Pest 30,1, in Prag Mk olf Peff 23,4, in Krakau 27,7, in Amsterdam 20,0, in Paris 22,4, in Basel—, in London 16,4, in in o*n Liverpool 19,2, in Dublin 24�, in Edinburg j.??p�hagen 21,3, in Stockholm 18,9, in Christiania jl S'1 Petersburg 26,6, in Warschau 37,4, in Odessa 'i-anW 22,5, IN Turin 25,3, in Venedig 26,4, in -.Mj ° 42,2.-, tt- in Nero» in i 25,0, erner in der Zeit vom 14. Juli bis York 32,0, in Philadelphia 26.9, in Kalkutta 23 8, in Bombay 22,7, in (St i» �lerblichkeitsverhältnisse haben sich in der Berichts- K meisten Großstädten Europas günstiger gestaltet, '."ch- besonders aus einer größeren Zahl deutscher K"ns?�lich kleinere Sterblichkeitsziffern gemeldet werden }C di» qv-anvoche. Sehr niedrige Sterblichkeitsziffern(bis oD.und Jahr) melden Wiesbaden, Mülhausen i. E., Ä»> m»."�.l, Münster, Darmstadt. Günstig(bis 20,0 pro Sterblichkeit in Frankfurt a. M., Stuttgart, J, rVo(i,ono' Bremen, Mainz, Wien, London, Liverpool, %K, Antwerpen, Amsterdam, Stockholm. Auch in Berlin, (« Sfc'fc-'ritin, Kopenhagen, Prag, Brüssel, Paris, Glas- Z,>.Mnia u. a. war die Sterblichkeit eine mäßig hohe Zl!"fo sirnn2?'0 pro Mille). Hohe Sterblichkeitsziffern(über Adebnfl �f) melden von den deutschen Städten nur noch k l\ß' Halle, München, Chemnitz. Auch in dieser Woche -WOtarrlip und Rreibdurchs L-ufn-�Katarrhe und Brechdurchfälle der Kinder noch k ten, wie in Berlin, Köln. Hamburg. Breslau, fi �en ai lcn' wie tn«erun, i l'npott' Ä�burg, Dresden, Lei pzi „• Nürnberg, W ig, Magdeburg, Königsberg »�«ter-i.—"i"«»/ �lumuciy, Wien, Pest, Paris, London, Ä ieh( uro, Warschau u. a. zahlreiche Opfer gefordert, doch Ält) � fast allgemein kleiner, nur in München, Leipzig, ■'"te z./'was größer als in der Vorwoche.— Die Theil- . ouglmgsalterS an der Sterblichkeit war im All- kleinere, in Berlin eine wenig größere, als in Ür'b in m Bon je 10 000 Lebenden starben, aufs Jahr be- J' an a»,, riin 104, in München 223 Säuglinge.— Todes» (JdUfin utet} Entzündungen der Alhmungsorgane wurden im ->5? seltener berichtet.— Von den Infektionskrankheiten }fk%�'Sfolle an Masern, Scharlach und typhösen Fiebern ii�eiliiti'"u Diphiherie, Keuchhusten nnd Pocken seltener zur ..Serinn-k � So wurden Sterbefälle an Masern aus London a- V'J„Lfr' aus Petersburg in größerer, aus Paris in gleich VNeti m> in der vorangegangenen Woche gemeldet,.Er- }» un-h-n�' cckeM jd bis •n, Ner-n,""•, Königsberg. London, Pest, Warschau, C�kuna»»? in Paris weniger Opfer gefordert. Neue sttoMdkn-l v" nur aus Hamburg und St. Petersburg �Mer oagegen aus Berlin, Pest und Edinburg etwas fli&rie»»! Berichterstattung.— Die Sterblichkeit an Vi�rt o tm oup war in Breslau, München, Königsberg, hJßou fi' Nürnberg, Wien, Kopenhagen, London, geringere, dagegen in Berlin, Hamburg, V gestki„?""lchweig, Stettin, Pest, Paris, Odessa eine Neue Erkrankungen kamen jedoch aus K�S-n o� �em Regierungsbezirk Schleswig, aus Pest, k Ät��nftmma in größerer Zahl zur Anzeige.— �Oerti?,� pp�us vcranlaßte in Effen, Pest, Paris, Ler g-rll etwas mehr, in Berlin, Hamburg, London .�Äkerunn-�.. Ei krankungen haben in Berlin, Hamburg, °tf I ttfl älr' Schleswig, in Pest. Kopenhagen und St. Sfi.,,'' 6n,?ei,0mmeT1' während im Regierungsbezirk Düffel» kkawen erheblich abgenommen hat.— An Fleck- �iJ�arfcho,. 8®t- Petersburg und Odessa je 1, aus London �& Und J* 2 Todesfälle, aus dem Regienings bezirk �'rlksp'dkw�s. S>. Petersburg je 1 Erkrankung zur Anzeige. Nij.. fülle Genickstarre sind weder Erkrankungen noch V.,nt t6eninknn.t geworden.— Dem Keuchhusten erlagen in % fast di?ks Glasgow mehr, in Berlin, Hamburg und k kungxv gliche Zahl von Kindern wie in der Vorwoche. Uibur» gelangten aus Wien und Kopenhagen in größerer, Vhikam i k05m0erer Zahl zur Mittheilung.- Aus "-S jn'nQe Qn A°desfall an Tollwuih zur Berichterstattung.— t[iB.�ueken wurden aus Prag 2, aus Venedig 3, * 3»nd nb.P°riS je 7 gemeldet, E.krankungen aus efp von . z> 3 Und Paris je 7 gemeldet, Elkrankungen aus >n k Tesunnk®t. Petersburg 1. Ähf�uti„„„ pheitsstand in Berlin war in der Berichtswoche, ein i.vLt-i1?!0ch immer hohen Säuglingssterblichkeit terblichkeit eine MemtiÄ"""f vv»» � 5% in be?snUnf,,0ir unb auch die-...... "Ut 3?,e in dk Borwoihen. Zahlreich, wenn auch nicht so rinkaion.? vorhergegangenen Wochen, kamen noch vvhe und Brechdurchfälle mit tödtlichen Aus- gängen zum Vorschein, während akute Entzündungen der ÄthmungSorgane wenig Sterbefälle hervorriefen. Das Vor- kommen der Infektionskrankheiten blieb meist ein ähnliches wie in der Vorwoche. Masern, Scharlach, Diphtherie und typhöse Fieber kamen in beschränkter und nur in der Rosenthaler Vor- stadt in hervorragender Zahl zur Anzeige. Auch Erkrankungen an Wochenbettfieder und an rosenartigen Entzündungen des Zellgewebes der Haut blieben vereinzelt. Erkrankungen an Keuchhusten wurden nicht häufiger beobachtet, die Zahl der durch ihn hervorgerufenen Sterbefälle blieb eine kleine(5). Dagegen kamen mehrere Erkrankungen an Pocken zur An- zeige. Rheumatische Beschwerden aller Art zeigten rn ihrem Vorkommen im Vergleich zur Vorwoche keine wesentliche Ver änderung. Poliseibericht. Am 19. d. M. Morgens wurde ein obdachloser Tischler auf dem Felde bei der Straße 19, Ab- theilung lX, mit mehreren Kopfwunden aufgefunden und nach der Wache des 61. Polizeireviers gebracht. Der Verletzte, welcher seiner Angabe zufolge am Abend vorher von zwei Un- bekannten gemißhandelt worden ist, wnrde nach Anlegung eines Verbandes nach der Charitee überführt.— Vormittags fiel die zweijährige Tochter des Schiffers Brüning beim Spielen von dem hinter dem Grundstück Vor dem Stralauer Thor Nr. 4 liegenden Kahne des Vaters in die Spree und ertrank. — Zu bei selben Zeit brachte sich ein Arzt in seiner Wohnung in der Perlebergerstraße mittelst eines Revolvers zwei Schüsse in die Brust bei. Er wurde noch lebend nach dem Augusta- Hospital gebracht. Schwermuth scheint die Veranlassung zur That gewesen zu sein.— Gegen Abend stürzte der Arbeiter Draeger vor dem Hause Rosenstraße 23 beim Abspringen von einem in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwaaen zur Erde, wurde überfahren und am rechten Unterschenkel schwer verletzt, so daß er nach dem Lazarus- Kraukenhause gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit wurde ein obdachloser Lumpen- sammler in der Bernauerstraße von einem Schlächterwagen überfahren und erlitt einen Bruch des rechten Oberarms. Er wurde ebenfalls nach dem Lazarus-Krankenhause gebracht. Geriihks-Ioikung. Der„dicke Gruft" vor Gericht. Mit freudestrahlendem Antlitze verließ der„dicke Ernst" am Dienstag den Sitzungs- saal eines der in Moabit tagenden Schöffengerichte, denn daß er fo„billig" wegkommen wurde, das hatte er sich nun und nimmermehr träumen lassen. Der„dicke Ernst" ist nämlich Ernst Lippold, jener berüchtigte Leichenfledderer aus dem Logengarlen in der Wallstraße, der mit seinen Komplizen August Lauer und Emil Amm, der Kriminalpolizei in die Hände gefallen ist. Ueber dieses Kleeblatt hat ein Berichterstatter auf dem Korridor des Gerichts von den Freunden desselben noch folgende Momente erfahren: Lippold hat sich noch unmittelbar vor seiner Verhaftung einer„Heldenthat" gerühmt, die er unmittel- bar zuvor begangen hatte. Eigentlich war dies ein Akt empörender Niederträchtigkeit. Er hatte mit seinem Freunde Lauer, der eigentlich das Aufschlitzen der Kleider ihrer schlafen- den Opfer besorgte, während Lippoldt immer seinen Ochsen- ziemer zum Zuschlagen bereit hielt, einen jungen Mann in irgend einer Anlage schlafend getroffen. Der junge Mann wurde nach allen Regeln der Kunst„gefleddert", aber er hatte absolut nichts bei sich, weder Geld noch Uhr. Empört über diese Armseligkeit unter glänzender Außenseite nahmen die beiden Verbrecher ihre feine Scheere her und schnitten der „Leiche", d. b. dem Schlafenden, eine quer über den Ober- schenke! gehende Falte aus dem Beinkleide heraus, und ebenso zwei Falten aus den Rockärmeln, so daß der gute Anzug des lungen Mannes so aufgeschlitzt war, daß ein Zunähen sicher nicht mehr möglich gewesen ist.(Wenn der Geschädigte sich nur melden wollte, dann würde diese Niedertracht nicht ganz ungeahndet bleiben.) Am Sonnabend vor drei Wochen hat Lippold im Friedrichshain eines seiner Opfer wieder mit dem Ochsenziemer beim Erwachen über den Kopf geschlagen, das Opfer lief davon und entkam den Händen seiner Verfolger. Doch wurde Lippoldt in derselben Nacht noch„alle", d. h. ge- faßt. Er hatte mit Hilfe des Lauer einem im„Hain" schlafen- den Arbeiter das Portemonnaie mit 5,75 M. aus der Tasche genommen. Dabei wurde Lippold ergriffen. Nachdem derselbe zum nächsten Polizeibureau gebracht worden war, hatte Lauer die Frechheit, aus dem Trottoir vor der Wache auf und ab zu patrouilliren. Vom Nachtwächter befragt, was er da wolle, erwiderte er,„ich warte auf meinen Freund, den sie eben arretiri haben." Der Wächter ging nach der Wache und erzählte dies seltene Beispiel treuer Freundschaft. Schutzleute holten sofort den„Freund" herein und lieferten ihn unter dem Verdachte der Theilnahme in„Moabit" ein. Nach zwei Tagen wurde er wieder entlassen, weil der Untersuchungsrichter kein Belastungsmaterial fand. Zwar war bei Lauer die feine Scheere gefunden worden, die er zum Aufschlitzen gebrauchte, er hatte aber dem Untersuchungsrichter vorgeredet, er brauche die Scheere zum Ausbessern feiner Kleidungsstücke. Triumphirend er- zählte Lauer diesen Beweis seiner Schlauheit in der Ver- brecherkneipc, aber die Freude sollte nur von kurzer Dauer sein, denn mittlerweile hatte Amm, der Dritte im Bunde,„ge- pfiffen". Lauer hatte nämlich einen Kriminalschutzmann auf dem Michaelkirchvlatze gefleddert und diesem eine goldene Uhr abgenommen. Diese Uhr gab er dem Amm zu versetzen, gleichzeitig mit Papieren, die er einem anderen Opfer ab- genommen. Amm, der erst 18 Jahre alt ist, konnte die ge- stohlenen Papiere nicht als Legitimation gebrauchen, weil das Alter nicht einmal annähernd stimmte. Er nahm daher feine eigenen Papiere und dies führte zu seiner Entdeckung. Nun hatte Amm kurz vorher dem Lippold 3 M. geliehen. Dieser erzählte bald daraus, daß er in der vorangegangenen Nacht sieben Mann„gefleddert" habe und zeigte viel Geld. Amm bat nun um Rückgabe der geliehenen 3 M., Lippold aber erwiderte:„Lausejunge, soll ich Dir gleich eine'runterhauen?" Darüber empört,„pfiff" Amm nach seiner Verhaftnng und Lauer wurde sofort wieder eingezogen. Lippold hat den Lauer vollkommen entlastet und so hatte sich der„dicke Ernst" am Dienstag nur allein vor dem Schöffengericht zu verantworten. Die Mißhandlung des unermittelt gebliebenen ArbeiierS mit dem Ochsenziemer bestritt er und konnte ihm dieselbe nicht bewiesen werden. Den Diebstahl im„Hain" ge- stand er ein und deshalb— und weil es sich„nur um Leichen- fleddere«" handelte— übte das Schöffengerichte Milde und erkannte während der Staatsanwalt drei Monate beantragte — nur auf sechs Wochen Gefängniß, wovon drei Wochen auf die Untersuchungshaft gerechnet wurden. Dabei ergab das Strafregifter, daß Lippold wegen Freiheitsberaubung, Erpressung, Kup- pelei, Diebstahl, Hehlerei und Körperver- etzung vorbestraft ist. Von Neapel bi« Kerll« ist ein weiter Weg, und wer denselben antritt, um hier an der Spree sein Glück zu ver- suchen, muß vor allen Dingen jede Romantik zu Hause lassen. Die kleinen Gipsfigurenhändler, welche theils durch eigenen Willen, Iheils auf elterliches Geheiß das sonnige Italien ver- lassen, um die frostigen Straßen und frostigen väuser Berlins mit dem Schlachtruf„Schöni Flguri kauft!" zu durch- wandern, sind nur sehr schwer daran zu gewöhnen, daß sie hier nicht so frei, wie der Vogel auf dem Dache sich bewegen können, sondern für ihren zerbrechlichen Kunsthandel einen Gewerbeschein haben müssen. Diese kleinen glulhäugigen Abgesandten Italiens beschäftigen unsere Ge- richte häufiger, als ihnen und auch dem Richter lieb ist, denn im Ganzen handelt es sich immer um eine ganz untergeordnete Uebertretung, aber um eine etwas umständliche Verhandlung. da dem Angeklagten dieser Art- ein gerichtlicher Dolmetsch der italienischen Sprache zur Seite gestellt werden muß. Trotz der ziemlich hohen Kosten, die daraus entstehen, lernen die kleinen Kerle aus Milano, Venetia oder Piacenza doch nickt die in dem prosaischen Berlin verlangte polizeiliche Ordnung. sondern sündigen immer wieder von Neuem. Die drei halberwachsenen Burschen, welche gestern die An- klagebant des Schöffengerichts zierten und sich Guido Augustino,Pietro Panesi und GiuseppePacini nannten, waren drei prächtige Typen dieses italienischen No- madenthumö, welche mit verschmitztem Lächeln die an sie ge- richteten Fragen des Dolmetschers Dr. Giovanoli beantworteten. Sie waren dabei abgefaßt worden, als sie, ohne den vorschrifts- mäßigen Gewerbeschein zu besitzen, mit Büsten von HauS zu HauS wanderten. Um ihre Strafen schienen sie sich nicht allzu sehr zu grämen, denn sie wissen recht gut, daß die„unu marca", auf welche in allen diesen Fällen erkannt wird, nicht von ihnen, sondern von dem„pairmie" bezahlt wird. II patrone ist der italienische Unternehmer, in dessen Lohn und_ Brot ein Theil der„italienischen Kolonie" auf der Schönhauser Allee steht. Soweit sich aus den Aus- sagen der drei Angeklagten feststellen ließ, ist II patron- ein sehr gut siluirter Herr, welcher sich die kleinen schwarzlockigen Burschen mit dem sepiafarbigen Tain! aus den verschiedensten Theilen Italiens„verschreibt" und sie hier mit dem bekannten Gipsfigurenkasten in alle Winde schickt. Der spekulative Herr scheint Furcht zu haben, daß der vom Polizeipräsidium zu ersor- dernde Gewerbeschein für Umderziehen nicht ertheilt werden könnte, und so begnügt er sich damit, den kleinen Burschen eine Bescheinigung seines Polizeilieutenants mitzugeben, daß sie bei ihm angemeldet seien. Da die betreffenden Verurthei- lungen sich häufen, so wurde den drei Angeklagten durch den Amtsanwalt die Mission, ihrem Herrn und Meister mitzv- theilen, daß er nun das nächste Mal wegen„Anstiftung" mit auf die Anklagebank kommen würde. Den drei Vertretern Jung-Jtaliens erschien diele Androhung nicht sehr tragisch; mit demselben verschmitzten Lächeln, wie sie gekommen, gingen sie wieder; draußen lachten sie einander zu;„»»a marka!" und veischwanden dann, um wahrscheinlich schon am Nachmittag in der altgewohnten Weile von HauS zu HauS zu ziehen und zu ruken:„Schöni Figuri kaust!" Die Sitte vieler Kutscher in Kerlin» gerade bei der Vorbeifahrt vor Pferdeeisenbahnwagen die Schnellfüßigkeit ihrer Pferde zu zeigen, ist durch die ziemlich harten Strafen, mit welchen die Gerichtshöfe bei vorgekommenen Unglücksfällen diese Unart ahnden, bis jetzt noch nicht aus der Welt geschafft worden. Gestern stand wieder solch ein ungestümer Rossclenker, der Handelsmann Wilhelm Bergrath, vor den Schranken der II. Ferienstrafkammer am Landgericht I. Derselbe kam am 1. Mai mit einem Marktwagen die Potsdamerstraße entlang: er fuhr in flottestem Trabe und in der Nähe der Potsdamer- Brücke zwängte er sich mit seinem Gefährt in so unfinniger Weise zwischen zwei einander entgegenfahrende Pferdeeisen- bahnwagen hindurch, daß der Rentier Marsop, welcher gerade im Begriff war, einen der Wagen zu besteigen, von dem Pferde des Angeklagten umgerissen und überfahren wurde. Da der schon bejahrte Mann fast 4 Wochen unter den Folgen des Unglücksfalls zu leiden hatte und der Gerichtshof der Ansicht war, daß solche Gefährdungen des öffentlichen Verkehrs in jedem Falle nachdrücklich zu bestrafen feien, so wurde der Ange- klagte zu einem Monat Gefängniß verurtheilt. Da»„Gegenüber" ist bekanntlich schon für manchen PegafuS-Ritter und solche, die es werden wollten, die Ursache der schwermüthigsten und hoffnungssteudigsten Poesien ge- worden; das„Gegenüber" der Frau C. konnte die poetische Ader nicht in Fluß bringen, im Gegenlheil war eS die Quelle fortgesetzten AergerS für die junge Frau. So oft dieselbe nach des Tages Last und Mühen zu ihrem Fenster hinaus- blickte, sah sie an dem Fenster des ihr gegenüber liegenden Hauses einen Mann, der ohne alle Rückficht auf feine Um- gebung die eifrigsten anatomischen Studien an seinem eigenen Körper vorzunehmen schien und dabei mit der unglaublichsten Offenheit zu Werke ging. Da diese Schaustellung männlicher Körperformen in dieser ungenirten Weise schließlich doch zu weit gmg, wurde die Polizei veranlaßt, den sonderbaren Schwärmer, der als der Kaufmann Karl Wilhelm KrieaerSmann festgestellt wurde, darüber zu belehren, daß solche Indiskretionen an un- verhülltem Fenster nicht begangen werden dürfen. Herr Kriegersmann scheint anderer Ansicht zu sein, denn als ihn gestern das Schöffengericht wegen nachgewiesener 5 Fälle der Erregung öffentlichen AergernisseS zu 100 M. Geldbuße, event. 20 Tage verurtheilte, erklärte er, Berufung dagegen ein- zulegen. Soziale Ueberstchl. Vv« der patentkistenfabritr-Kktlengtf'rllfchast wurde folgendes Zirkular an die Kaufmannschaft versandt:„Trotz- dem wir schon vor 14 Tagen unseren Arbeitern freiwillig eine Lohnerhöhung von 25—30 pCt. bewilligt haben, sodaß die- selben zwischen 30 bis 50 M. pro Woche verdienen, ist in der gestern Abend stattgehabten Versammlung der Kistenarbeiter ein sofort beginnender Generalstreik beschlossen worden, der nur aufgehoben werden soll, wenn nur'/, aller Kistenfabrikanten den noch um 30 pCt. höheren Lohnansprüchen zu genügen sich bereit erklärt haben. Wir werden im Interesse des fchleunigsten Wiederbeginnens unseres Betriebes bereit fein, eine Verständignng zwischen V« der Fabrikanten und den Ar- beiterausfchuß herbeizuführen und Sie nach erfolgter Einigung sofort in Kenntniß zu setzen." Hierauf erwideit die Streik- kommission folgendes: Der vor vierzehn Tagen statt- gefundene partielle Streik bei der Patent- Kistenfabrik- Aktiengesellschaft hat seine wohlberechtigte Ursache gehabt. DaS wird dadurch bewiesen, daß sämmtliche Arbeiter in der genannten Fabrik in 24 Stunden zweimal die Arbeit einmüthig niedergelegt haben, obgleich die Arbeiter in 2 Werkstätten in der Jakobstraße und in der Mühlenstraße ge- theilt arbeiteten. Die oben angegebene freiwillige Lohnerhöhung beruht vollständig auf Unwahrheit. Dieselbe hat lange nicht die Höhe des für Berlin anerkannten Normal-Arbeitstariss erreicht. Der wöchentliche Verdienst von 30 bis 50 M. ist viel zu hoch gegriffen. Der Durchschnittsverdienst ist nicht einmal 27 M. Die angeführte Lohnerhöhung beruht ebenfalls auf Unwahrheit, da dieselbe nur auf gehobelte Arbeit stattgefunder. Diese Firma scheint wohl absichtlich unsere gerechten Forde- rungen zu hintertreiben, um sich selbst Vortheile zu erringen. Die Kommission der streikenden Kistenmacher. I. A.: H. Frießc. R. Hering. VurlmnmUwgen. In der öffentttchen Versammlung der Zuschneider, Dorrichter, Stepp er und Stepperinnen Berlins, welche am 19. d. M. im Königstadt-Kasino abgehalten wurde, waren erfreulicherweise die Stepperinnen auch in größerer Zahl per- treten. Einberufen war die Versammlung, um in erster Linie die Frage zu erörtern:„Auf welche Weise kann in wascr« Branche eine Lohnaufbesserung, erzielt werden?" Den Vorntz führte Herr Kraule, während Herr Schlüter über den oben ar» geführten ersten Punkt der Tagesordnung refenrte. Derselbe wb hervor, daß die Versammlung diesmal von anderer Seite ««berufen worden sei, als die bisherigen, nämlich von Seiten des Ortsveceins der Zuschneider:c. Er betrachtete dies als ein Zeichen der Zeit. Der OrtSverein habe erkannt, dah er allein zu schwach sei, etwas zu unternehmen und sei nunmehr gewillt, Hand in Hand mit der ganzen Arbeiterschaft einen Schritt vorwärts zu thun, der unbedingt nothwendig sei. Redner ermahnte zur Einigkeit und Brüderlichkeit und bat, sich nicht durch Vor- urtheile von der gemeinsamen Arbeit zur Erreichung des gemeinsamen Zieles abhalten zu lassen. In längeren Ausfüh- rungen begründete Redner nochmals die in den Vorversamm- lungen schon des Oefteren erörterte Nothwendigkeit einer Lohnaufbesserung. Schwer sei es zwar, nach der Meinung des Referenten, unter den in der Schäfiefabrikation ebenso, wie in der Schuhmacherei herrschenden Verhältnissen eine Lohnbewegung erfolgreich durchzuführen infolge des UmstandeS, daß die Arbeit außerhalb Berlins fertiggestellt werden würde, trotz- dem müsse sich niemand durch diese Schwierigkeit abhalten lassen, in eine Lohnbewegung einzutreten. Arbeiter wie Ar- beitenn müsse sich nur vor allen Dingen einer Vereinigung anschließen in dem vollen Bewußtsein, dadurch nicht nur feinem eigenen Interesse, sondern auch dem Interesse der All- gemeinheit zu dienen. Wenn alle 1200 in der Schäftefabri- kation beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen organisirt wären, würde eine Lohnbewegung leichter durchzuführen sein. Leider sei den Arbeiterinnen in der Schäftefabrikation keine Gelegenheit geboten, sich einer der bestehenden Vereinigungen anzuschließen, mit Ausnahme des OrtSvereinS. Sollte der Beitritt zu diesem Vereine Anstoß erregen, so empfahl Redner die Gründung eines eigenen Vereins der Stepperinnen. Im Uebrigen wünschte er sehr ein Zusammengehen der Freien Vereinigung mit dem OrtSverein und ein Beiseitelassen aller Reibereren m der Diskussion, wie sie bereits wieder bei der Bureauwahl zu Tage getreten seien.(Es waren für das Bureau vorgeschlagen die Herren Weiß u. A., welcher Vor- schlag indessen abgelehnt wurde.) Der Vorsitzende Herr Krause beleuchtete seinerseits ebenfalls die Lohnverhältnisse der Schäftebranche und bezeichnete dieselben als gänzlich unhalt- bar. Tüchtige Zuschneider und Vorrichter verdienen bei elf- stündiger Arbeitszeit im günstigsten Falle 15 Mark Woche, der Jahresdurchschnitts- Verdienst beziffere mit Einrechnung der arbeitslosen Zeit auf höchstens 12 Mark pro Woche. Weniger tüchtige Kräfte verdienen noch weniger. Arbeiterinnen verdienen vielfach nur 5—6 M. pr. Woche. Ein Zusammengehen mit dem OrtSverein hielt Herr Krause für absolut unmöglich(sehr richtig), da derselbe für eine Lohnaufbesserung nichts thun könne und unter der Vormundschaft des Herrn Dr. Max Hirsch auch nichts thun dürfe. Mit der Wahl einer Lohnkommission erklärte sich Herr Krause einverstanden, indessen nicht nach dem Vorschlage des Referenten, welcher aus dem OrtSverein und der Freien Ver- einigung je 5 Personen in dieselbe gewählt wissen wollte, da dies schon an und für sich ungesetzlich sei. Sein Vorschlag ging dahin, eine Lohnkommission, bestehend aus 6 Arbeitern und 3 Arbeiterinnen, nach freier Wahl einzusetzen. Herr Höfke vertrat unter großer Unruhe der Versammlung mit Wärme die Tendenzen des GeweikoereinS, dem Ortsvereine eine kr>llante Beleuchtung angedeihen lassend. Die beiden Heerlager, welche die Versammlung bildeten, geriethen in der weiteren Debatte ziemlich hart aneinander und es entspann sich ein ungemein lebhaftes Redescharmützel, in welchem die an- wesenden Arbeiterinnen den Gegnern des OrtSvereinS wacker zur Seite standen und sich durchaus nicht für die gepredigte Harmonie zwischen Kapital und Arbeit erwärmen konnten. Fräulein Bader trat sehr warm für Organisation und Auf- k'ärung der Arbeiter und Arbeiterinnen ein, ebenso für Ver- kürzung der Arbeitszeit, warnte aber vor Anschluß an den Ortsverein.(Lebhafter Beifall.) Ebenso scharf trat sie der Auf- fassung entgegen, daß die schwachen oder untergeordneten Ar- deiterinen, wie Schmermädchen u. dgl., bei Seite zu lassen seien, vertrat vielmehr den Standpunkt: Einer für Alle, Alle für Einen!(Großer Beifall.) Die Versammlung beschloß nach Be- endigung der Diskussion mit großer Stimmenmehrheit folgende Resolution;„Die heute im„Königstädtischen Kasino", Holzmai kt- stmße 72, tagende öffentliche Versammlung der Zuschneider, Vornchter, Stepp« und Stepperinnen Berlins erklärt, daß die Verhältnisse in unserer Branche einer Aufbesserung dringend bedürfen. Die lange Arbeitszeit muß verkürzt, der Lohn muß «höht werden. Zu diesem Zwecke bedarf es einer festen Or- ganisation. Deshalb verpflichten sich die anwesenden Arbeiter, der„Freien V«einigung der Zuschneider, Vorrichter und Stepper" beizutreten. Für die Arbeiterinnen der Branche em- n stehlt es sich, öffentliche Versammlungen einzuberufen. Der OrtSrnem wird es, um eine Einigkeit zu«zielen, für seine Pflicht erachten,>» corpore der„Freien Vereinigung" sich an- zuschließen."— Zum Schluß wurde eine Lohnkommission ge- wählt, bestehend aus den Arbeitern Herren Kroalewski, Vonhoff, Charpenti«, Glößenkamp, Hoffmann, Feske, Krause, Selkuß und Zeplner, sowie den Arbeiterinnen Fräulein Martin, Frau Werner, Fräulein Bader, Frau Böse und Frau Nikolai. Der Fachverein der Kordmacher Kertws und Um- gegend hielt in Roll's Salon am 18. d. MtS. seine monat- lrche Sitzung ab. Tagesordnung: 1. Bericht über den Korb- moch«streik von Oranienburg. 2. Abrechnung vom Korbmacher- streik in B«lin. 3. Verschiedenes und Fragekasten. 4. Wahl eines Bibliothekars. Die Kollegen von Oranienburg haben in Kürze den Streik zu ihren Gunsten gewonnen. Die Abrechnung des Streiks von Berlin und Umgegend ergab als Einnahme 611,75 M., als Ausgabe 506,30 M., blieb Bestand 105,45 M. Um den Kollegen, die durch ihre Solidarität den Streikenden zum Siege ver- Holsen haben, mit genauer« Mittheilung dienen zu können, wurde beschlossen, die Abrechnung in ihren Einzelnheiten im „Skrliner Volksblatt" zu veröffentlichen und soviel Exemplare, wie zum Gebrauch nöthig, anzukaufen und an die Kollegen auß«halb zu schicken. Zum Punkt 3 d« Tagesordnung er- k örte Herr Reddimann, das Spind zur Blbiiolhek sei zum Presse von ungefähr 18 M. zur Anfertigung vergeben. Weiter wurde ein Vergnügnngskomitee zu dem am 5. Oktober statt» findenden Stiftungsfest gewählt, bestehend aus den Herren Fiich«, Jungnickel, Rielsch, Bartel, Reddemann. Zum Biblio- thekar wurde als erster He« Jungnickel, als zweit« Herr Fcchn« gewählt. � * AUa»«»i,>rr Wrtallarb»it»r-N»r»l» A«»Iin« und Zltng«g»nd. Wrofct 4'ntsnimiiinfl am Mtliwack. den 21.»u«ust 1889,«benbä 8 Uhr, im totale CiU>.Ot,. Sßalbtmadtraftt 75. Tageiordnuna; 1.«otttaa de« Herrn fe Sftnnft. Thema. Uebervötkerung," 2. Dietuisicm. 8. aufnähme neuer Mi, Härter 4. t-erfchied-neti und graatfaflen.«äfif haben Zulrilt. Der lUKtitotimdie«rdeildnachmel« befindet fid) im füttn Neanter. ftrofct 5 Defiillaiioti»um Heim im Norden, Brunnensirahe 40 bei Schauer U' d«, lSuiich Abend« oon Uhr bt« 10 Uhr. Sonntag« von 10 bi« 1 IX Uhr geSgnrt Die Bibliothek befindet sich Neanderstrahe s, Destillation zum Helm und weiden tafelbft Montag« und Donnerstag«. Abend« von dX bt« 10 Uhr, Bücher ausgegeben Di.jenigen Mitglieder, weiche noch mit ttiteren Beiträgen re stiren, weiden ersucht, dieseiben in dieler Veriammtung, refp. bei den Zahiftellen zu ordnen. Jede Art Befchwerden. sowie votauiiichtiiche«rbeitdeinstellungen Maßrege. lungen u. s w sind iosort beim Vorst«enden, Joseph Hgrtmann, Reichen beiger- luoße 73, ein, ureichen Am Sonntag, den 1 September, findet eine Dampferpartie mit Musik nach Pottvam-Nedii« statt, wozu Billet»» 1,25 M in der Berfammiung, sowie bei den Itasstretn Oliv«lein, Ritterstraße 15, und Äatl Lenjner, Reinickendorfer- jtiaße 48, und den Vornan d«mitgiirdern ,u haben find Gin, arosi» HrtI»»lt>er-X>«»:soio»,tuna d»r Fr»i»n P»e»intgung dar Schneid»,»«tin» findet am Mittwoch, den 21. August. Abend«»X Uhr. in«taiweix« Bierhallen,«ommandantenstraße«r. 77- 79. statt. Die Tage«. Ordnung lautet, l. Die wirthschastiichen llmwätzungen der srunzSsischen Revolution Reirrent. Herr I. Türk. 2. Diikussion. i.«erewtongelegenheiten. 4 Verschiedene« und Kragetasten Alle Schneider »ei Ii»» find zur Versammlung eingeladen.(Nähere« stehe Inserat am 'Mittwoch) Vtctiniauna d.r Maler,»nftrrich», NN» ituklrtr. Mittwoch. den 2L August. Abend« 8 Uhr. bei Gothmann, Bruunenitraße 34, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung, I, Beruf terstaitung der Filiale. 2. Vortrag de« Kollcgen Hobiwegler über;„Weichen Rußen brachte die dietishrige Lohnbewegung", 8. Verschiedene«. «ro», öff»u»tich« Kteinmech- Persammtung am Mittwoch. den 21. August, Abend« 8 Uhr, im Lokale Domack, ZohanniSstraße 20 Tage». Ordnung: 1. Schlußabrechnung vom Streik 2 Gewerkschaftiiche» 8 Ver- schiedene».— ESmmttiche steinmeden Berlin» find hierzu eingeladen, und wird um ein zahlreiche« Erscheinen ersucht, N«ba«d deutscher Mechaniker und verwandter Berusigenossen Zahinelle Berlin. Versammlung am Mittwoch, den Ll.Augitst. Abend« 8XUHr Markgrasenstraßc 88. Tagesordnung, I. Vortrag. 2. DiSku'ston. 3 Wahl eine» Revisor«. 4. Verschiedene« und Fragekastcn.— Ausnahme neuer Mit- giieder Käste willkommen Um»ahlreiche« Erscheinen wird ersucht «iu» auyrrordentlich» Mitgtled�t- Persammtung dir Per- »tnigung der deutsch,» KteUmacher. Milaiiedschasi Berlin, findet am Mittwoch, den 21. d. M, Abend« 8X Uhr, bei Scheffer, Jnselstraße Nr.IO, statt. Referent, Herr Otto Thierbach. Die übrige Tagesordnung wird in der Ver- sammlung bekannt gemacht. Altgemetu»»ranke«- und Kterdekass» der Metallarbeiter ,u Kamburg, Filiale Berlin 2 Donnerstag, den 22. August, Abend« 8 Uhr, Wafferthorsiraße 54 bei Rautenberg, Versammlung. Mittheilung der General- versammlungSheschiüffe. Grast» Kalkaaersammtung am Donnerstag, den 22. August. Abend» 8X Uhr, in Hevdrich i Salon. Beuthftroße 22. Tagesordnung: 1. Die Vorgänge in der Bertiner Freireligiösen Gemeinde, insbesondere das Verhalten teS Herrn Aunert, und wie stellen sich die Berliner Arbeiter dazu. Referent Herr Schade. 2. Diskulfion. 8. Verschiedene«. Herr Kunert wird hierdurch zu dieser Versammlung eingeladen Hotsarbeiterl Alle diejenigen Kollegen, welche noch Listen von der Kommission zur Bestreitung der Unkosten zum Pariser Arbeiterkongreß in Händen haben, werden ersucht, dieseiben bi« Mittwoch Abend an Herrn Apei Stegiißerstraßc 91, H. 2 Tr., oder Mittwoch Abend im Restaurant Hiischer, Belle-Alliance-Piaß, abzuliefern, da im Laufe nächster Woche die Abrechnung stattfinden soll. Aus«rund de» Kasiatiftengrseis»« wurde die zu Sonntag, den 17. d MtS. einberufene Volksversammlung in Stettin verboten. Der Former «. Körstcn au« Berlin hatte da« Reserat,„BoikSwirthschastiiche Entwickeiung», übernommen. «»sang-,«urn-«nd gesrlligr Per»!»» ant Mittwoch: Männer- aesangvcrcin.Jugendlust'«hendS SX Ubr im Restaurant Paffod, Garten- straße 182.- Mannergesangverein.Cäcilia' SbcndS 9 Uhr im Restaurant, .Männerchor Linde' Abends 8X Uhr im Männeraesangverein.SangeSsreunde' --------........____________., LandSbergerstraße 31.—.Kreva', Gesangverein der Freireligiösen Gemeinde, Abends LX Uhr im Restaurant Benccke, Große Hamburgerstraße 18.— Hupperfsche Sängervereinigung jeden Mittwoch nach dem ersten im Monat, Abend« 9 Uhr im Restaurant Heise, Lichtenbergersnaße 21.—.Seegcrffcher Gesangverein' Abend« 9 Uhr im Restaurant Schulz, Prenzlauerstraße 41.— Gesangverein.Schwungrad' Abends 8X Uhr im Restaurant Sahm, Annenstraße 18— Männeraesangverein.Lorbeerkranz' Abend« 9 Uhr im Restaurant Aarsch, Oraniensttaße 190.— Gesangverein.Nord-Zubal' Abend« 9 Uhr in Vettm« Bier hau«, Veteranenstraße 19.— Männergesangverein.Schneeglöckchen' Abend» 9 Uhr im Restaurant Dober- stein, Mariannenstraße 81-82— Gesangverein.Söngerrunde' Abend« 8X Uhr Buckowerfiraße 9.- Verein.SangeStreue' im Restaurant Henckel, Brüder- straße 28, 1. llebuttgSstttndc von 8X bi« 11 Uhr Abends.— Gesangverein Bruderbund' Abends 9 Uhr bei Päßoldt, Reichenbergerstraße 16.- Lübeckscher Turnverein(1. LehriingSahtheilung! Abend« 8 Uhr Elisabethstraßc 57-58.- Turnverein.Wcdding', Pankstraße 9. Männerabtheilung von 8X bi« IQX Uhr Abend«. desgleichen 1. LehriingSabthcilung von 8—10 Uhr Abend«.—»Mehr Licht' Verein für Scherz U.Ernst. Abend« 8XUhriinRest. Heid, Frttchtstr.86».- Schlefischer Verein.Holtet' AbendS 9 Uhr im Restaurant Henke, Hollmann- straße 88.- BergnügungSverein.Fröhlichkeit' Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg 29.— Wtfsenschastiichcr Verein für Rallerffche Steno- graphic. Abend« 8X Uhr Im Restaurant Bcese, Alte Schönhauserstraße 42, Unterricht und llebuttgSstunde.— Rollerffcher Stenogravhenverein Süd-Berlin Abend« 8X Uhr im Restaurant Prinzenstraße 97, Stßung und' UebungS- stunde..— Arcndi scher Stenographen-Verein.Slmlcitia" Abend« 8X Uhr im Restaurant Bchrend«, Schönebcrgerstraße Nr. 8.— Arend« Icher Stenogravhenverein.Philio" Abend« 9 Ubr im Restaurant.WiiheimSgarten', Kochstraße 7.— Stenographische Gesellschaft Arend« im Restaurant Bürger- garten, Lindenftr. 105. llnentgeitiicher Unterricht und Ucbung.— Verein ehe- maiiger Schüler der 22. Gemeindeschule Abend« 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kursürstenstraße 81.- Berliner Rauchklub.Wränget' Abend« 9 Uhr im Restaurant Foge,.»öpnickerstraße 191.- Rauchklub.Havanna 80' Abend« Ks Uhr im Restaurant Paeßoidt, Reichenbergerstraße 18.— Rauchklub ,Gc- müthlichkeit' Abend« 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpnickerftraße 181.— Rauchklub.Columbia' Abend« 8* Uhr im Restaurant Beyer, Prinzenstraße 96. — Rauchklub.Frisch gewagt' Abend« 8X Uhr im Restaurant Tempel, BreS- lauerstraße 27.- Rauchklub.Vulkan' Abend« 9 Uhr im Restaurant Schulz. Gräfestraßk 82.- VergnügunaSverein.Fröhlichkeit', gegründet 1880, Abend« 9 Uhr Grüner Weg 29.—.Pollack-Elub-Etnlrachf, jeden Mittwoch, Abend« 8X Uhr bei G. Thiel, Wienerstraße 68,— Gesangverein der Tapezircr Berlin«, jeden Mittwoch Restaurant Scvdelstraße 80, von 9-11 Uhr Abend«— .Tambourverein Gut Heil", 8 Uhr Langestr. 101. Geschäftliche Sißung. Gäste keinen Zuttitt.— Unterhaittrngiverein.Harmonie', Sißung Abend« 9 Uhr DreSdenerstr. 116 bei Wendt. Vermipthkes. Armenische Frauen. Einem Reisebriefe der„Vossischcn Zeitung":„Einige Tage im kleinen Kaukasus" entnehmen wir folgende interessante Schilderung der armenischen Frauen Ihre Tracht hat einige Aehnlichkcit mit derjenigen, die auch sonst vom Oriente her bekannt ist, weite, rockartig aussehende faltenreiche Hosen, grellroth bei jüngeren, dunkelblau bei älteren Frauen, ein kurzes, etwas tiefer als die Taille hinabreichendcs, manchmal mit einem Gürtel zusammengehaltenes baumwollenes oder seidenes Hemd, stets ebenfalls von greller Farbe, nament- lich einfarbig roth oder gelb, und darüber eine kleine Tuchjackc mit aufgeschlitzten Aermeln, welche mit Schnüren oder Schnür- äsen und Knöpfen zusammen gehalten und an den Rändern durch angenähte Münzen geschmückt werden. Der Kopf ist mit einem Barett bedeckt oder, bei älteren Frauen, mit einem Tuch verbunden, das Haar gänzlich verbergend. An den Füßen tragen die Frauen weiche lederne Pantoffeln ohne Ab- sätze, oder solche, die eine steife lederne Sohle und hohe Ab- sätze, aber keine Kappen besitzen und sich noch weiter dadurch auszeichnen, daß die Absätze in die Wölbung der Fußsohle hineinpassen, während die Fersen ohne Stütze ver- bleiben. Die Frauen genießen zwar große Achtung, dürfen sich aber nicht, wie die Männer, ungezwungen bewegen. Rur älteren Frauen gestattet die Sitte es, mit allen Männern sich zu unterhalten, sonst darf die Frau auf eine an sie von einem Fremden gerichtete Frage nicht antwor- ten, oder nur mit Zeichen, welche„ja",„nein",„ich weiß eS nicht",„ich darf nicht sprechen" u. s. w. bedeuten. Das letztere Zeichen stellt sich sehr bald ein, sobald nämlich die Fragen sich nicht durch elementare Zeichen beantworten lassen. Eine längere Frau entschließt sich höchstens dazu, einige Worte stimmlos zu flüstern, aber nur wenn sie sicher ist, unbeobachtet zu sein. Roch eher darf ein Mädchen, wenn auch jedenfalls nur flüsternd sprechen, als eine junge Frau oder eine Braut, denen die Sitte es strengstens untersagt, auch nur ein Wort zu einem Manne zu sagen. Die Braut spricht, mit Aus- nähme der Mitglieder ihrer Familie, nur mit Frauen, während die junge Frau selbst nicht mit den männlichen Verwandten ihres Mannes, ja nicht einmal mit dessen Brüdern sprechen darf. Was bei der malerischen Tracht der Frauen störend wirkt, ist die durchaus nicht ideelle Sauberkeit. Wie im Süden Europas gehört auch in Kaukasien das Waschen und Baden nicht zu den nothwendigen Bedürfnissen. Ebenso läßt auch die Sauberkeit der Kleidung vieles zu wünschen übrig. Hervorgehoben ver- dient aber der stark entwickelte Sinn für weibliche Schönheit »u werden: nur schöne, wohlgestaltete und gesunde Mädchen haben Ausficht, Männer zu bekommen; häßliche und kränkliche dagegen find dazu verurtheilt, sich nie zu vermählen, selbst wenn sie wohlhabenden Geschlechtern angehören, dem Manne oder dessen Verwandtschaft ein Vermögen zuführten. Diese Leute lassen sich in ihrer natürlichen Empfindung nicht be- irren; sie wolle eine gesunde, kräftige und schöne Nachkommen- schaft haben, und darin, nicht im Vermögen, erblicken sie das Glück. Eine Unterredung mit Edison. Die Pariser Aus« gäbe des„Newyork Herald" veröffentlicht soeben eine inter- essante Unterredung, die einer ihrer Mitarbeiter mit Edison in dessen Wohnung, Hotel du Rhin, gehabt hat. Zunächst fragte der Interviewer selbstverständlich nach dem Eindrucke, den Paris auf den großen Amerikaner machte.„Nach dem, was ich bis jetzt davon gesehen habe," antwortete Edison,„finde ich es immens. Ich habe mir vorgenommen, es ganz und gar kennen zu lernen, ehe ich abreise. Gestern machte ich mit einem Freunde eine Wagenfahrt durch die Straßen der Stadt. Nachdem wir eine Weile unterwegs waren, fragte er mich, ob ich wohl wüßte, wo wir uns befänden. Ich schloß die Augen, um einen Augen- blick lang den Plan der Stadt zu betrachten und antwortete, daß wir ganz in der Nähe der Place Vendöme sein —„Wie," unterbrach ihn der Interviewer,„Sie MKw. Augen, um den Plan zu betrachten?"—»Jawohl ,mt Edison und deutete mit den Fingern gegen seine ......, be ich Alles hier drinnen. Wenn ich den Wnti, Stadt eine Zeitlang aufmerksam betrachtet habe, vermag«, mir im Kopfe mit geschlossenen Augen Linie für- zuziehen. Ebenso geht es mir mit den Maschinen- mir den Mechanismus einer solchen, die i' stellen will, brauche ich nur die Augen zu Das WW.... M ich aber zum Ausgleiche ein fehr fchlechteS �'jy, für die Gesichter der Personen, die ich gesehen habe-��, „das habe ich Alles hier drinnen Stadt eine Zeitlang aufmerksam betrachtet yaoe, vr....«v. mir im Kopfe mit geschlossenen Augen Linie für � t>& ♦*»»»• Kör» gj>afd)incn. � ich g-s-hen h°b°'A >W»�. WH... W...„u schließen, und W derselbe deuflich in allen seinen"Einzelheiten vor■ ist ein großer Vorzug, nicht wahr? Tasm � aber zum Ausgleiche ein sehr schlechtes Ge tu» oie Gesichter der Personen, die ich gesehen habe- liegt dies daran, daß ich mich wenig um dieselben benim — Nun fragte der Berichterstatter, ob es wahr sei, daß � einen Apparat erfunden habe, vermittelst dessen eS daß z. B Frau in weiß nicht," sagte für die Menschheit dagegen� protestircn> em Mann in New-Uork sehen könnte, n»« Paris treibt. Der große Erfinder lacheltif ,� er,„ob das eine wirkliche ich°rb�Ü" „ob das eine wäre, jedenfalls würden Aber im Ernste, einer Erfindung, die es einem Manne, der S- der Wall- Street wohnt, nicht nur gvstatlet seinem im Zentralpark wohnenden Freunde zu tel sondem ihn auch dabei zu sehen. Eine solche Erfinbu�, � nützlich, und ich werde mich der Lösung dieses Probten» � «„4, cy„ habe bis-u ResulU zielt."— Der Berichterstatter erkundigte sich jetzt, ob der . imng meses P"""- nach meiner Rückkehr zuwenden. Im Uebrigen habe.--- � mit der elektrischen Weiterleitung von Bildnissen W r p Entfernung von 1000 Metern ganz befriedigende Reim � nozraph in seiner gegenwärtigen Gestalt die denkbar Vollkommenheit besäße.„Fast", erwiderte Ebison, in den letzten Instrumenten, die aus meinem ¥• fj~ IV 144*9 4«ßVI.»«V4*4«V/v.-*--, 1 vorgegangen siikv. Die gewöhnlichen, im Verkehr V0>"- � Phonographen können sich freilich mit den genauen ufi- meines Laboratoriums, an denen ich meine Experimente � nicht messen. Mit diesen kann ich einen Ton hervort � der laut genug ist, um in einer großen Volksoersainmta � standen zu werden. Meine letzten Verbesserungen ,.� sich hauptsächlich auf die Wiedergabe von Zum � Während 7 Monaten habe ich täglich 18—20«tun � dem einzigen Worte„Specia" gearbeitet. Ich sp�w. t'1' Phonographen hinein: Spezia, Spezia, Spezi«, wartete konsequent: Pezia, Pezia. Es war, um � werden. Endlich habe ich es aber- doch herausbekomme-„ Sie können jetzt 150 Worte in der Minute in den? hineinsprechen, er wird sie Ihnen Sie werden sich � Arbeit machen, einen Bei wenn ich hnen alle deutlich und klarwtef � egriff von der Schwienglei � * Ihnen sage, daß die �.„u - � auf dem Zylinder bei benT Laute„S" so klein sind, �.ßjt sie kaum mit dem Mikroskope wahmehmen kann. Ihnen auch eine Anschauung meiner Art, �„.<.„,11# Ich bin kein Theoretiker und kein Gelehrter. Die � Jy und Gelehrten erzielen große Erfolge, indem sie m jp Sprache doziren, was andere gelhan haben. Aber° Formelnkenntniß zusammengenommen hat der Welt p drei oder vier Erfindungen von einigem Werlhe � ist sehr leicht, allerhand staunenerregende Sachen zu' d;! Die Schwierigkeit liegt aber darin, sie so zu vervollkomm � sie einen wirklichen praktischen Werth im Verkehrsledev.� ten. Das sind die Sachen, mit denen ich mich Zum Schlüsse der Unterredung sprach Edison die � aus, daß es ibm gelingen werde, auch das Problem baren Luftschiffe zu lösen.. ßJfi „Eotteogericht" i« Ceylon. In einem Dm fi war jüngst einer Frau Reis gestohlen worden unv Dorfälteste den Uebelthäter nicht herausfinden konnte,'" an, daß es nothwendig sein werde, am dritten Tage cw-.M gerichl" mit siedendem Oel abzuhalten. Die dabei F Prozedur ist folgende: Von einem Freunde des Kf«� � aus frisch gepflückter Kokosnuß Oel hergestellt und m yf Kessel siedend heiß gemacht. Ein jeder Verdächtige seine Hand hineinstecken und er darf soviel von dem M'» � jö als er herausbringen kann, gegen den Kläger, welcher steht, spritzen. Jeder Schm'erzenSlaut eines Verdch- rmr als Beweis seiner Schuld. Ein Fall solchen„Gotle-�fV kam nun jüngst zu gerichtlicher Verhandlung, da vier � wohner, welche gezwungen worden waren, ihre Hände" �1 des Oel zu stecken und dieselben so verbrannt hatten,. � einen Monat nicht arbeiten konnten, den Dorfältesten> zick Helfershelfer verklagt hatten. Sie hatten den Schm* wf wunden und nur ein Bube von 17 Jahren hnt�rLf? worauf er für schuldig erklärt worden war. Der den allen Brauch nicht gelten und verurtheilte den-t- v> � sowie zwei andere Personen jeden zu 100 Rupien � oder zehn Monaten Gefängniß.• aj# Die Ablösung der Uetzstaut, die namentlich be> marksleiden einzutreten pflegt und Erblindung zur tfv w zählte bisher zu den schweren, unheilbar scheinenden heilen des Auges. Ablösung der Netzhaut zog allzen dung nach sich und keinem der bekannten Augenoper«'� es bisher gelungen, durch einen operativen Eingusi j,hti i, dieser Krankheit befallenen Patienten das Gesicht f np r geben. Wie jedoch der in Paris wirkende Sveii Augenkrankheiten Dr. Galezowsky in der medizinn�t i'f III medizinsiÄ dcmie zu Paris berichtete, hatte in mehreren Fällen ihm nach langjährigen Studien und Versuchen voll Operation bei Netzhautablösungen entschiedenen Erst# � durch die Hornhaut eine Nähnadel, in die er vor«„ m Faden Zwirn eingefädelt hat, dringt bis zur abgelot�stf haut und befestigt dieselbe mittelst einer Naht in der. � Auges. Unter siinf solchen Operationen soll ihm"« Angaben nur eine mißlungen sein. Depesckteti. (Molff'» Telegrapheu-Kurea«.). Hambyrg, 20. August. Ein Privattelegra�jF. „Hamburgischen Börsenhalle" aus Barbados vom � meldet, die Städte Äur Eayes, Jeremie und Jacmet' ��0 hätten sich für die Sache des Nordens erklärt und M die Waffen ergriffen. Der Regierung des Generam � sei dadurch jede Aussicht auf Erfolg genommen.• u pari«, 20. August. Der Kriegsminister Freyct dem Ministerrath das Resultat der Untersuchung die boulangtt'tischen Umtriebe verwickelten M"1' mit. Danach haben sich von dem stehenff��».) welches 26 000 Offiziere zählt, 59 Offiziere an U theiligt, welche einen politischen Charakter tragen I« den der Gegenstand entsprechender Strafmasfeff g« 22 Offiziere der Territorial Armee sind ihrer hoben, 21 Unteroffiziere des stehenden Heeres, bezw.« sind degradirt, verfetzt oder mit Gefängniß bestraf. Ap 3 Gendarmen wurden entlassen, ein Ztvilbeamter D � Ministeriums wurde aus seinem Amte entfernt.. je}1 Als Termin für die allgemeinen Wahlen mir«* 29. September genannt. ftwaf Nanry, 20. August. Der Orient- ExpreßM vergangene Nacht in der Nähe von Frouard infolfir�.fieiÄ sammenstoßes mrt einem Güterzug. Personen sin« verletzt worden; nach dreistündiger Arbeit war wieder fiei. dt« Verantwortlicher Redakteur: U. Uronstetm m»erlm. Druck und Verlag von Dtar Babing in Berlin SWV«euthnraße.L.