sein mM Sie >hl� anlfflunw it seine Sti»- den Plan vermag Ä l«« Linie>»' OT ien. ehcn habe- � Ken, und 1»� eilen vor g Dafür..?? habe. lM bekua««� s-i- d-lK es fc.195. Donnerstag, de« 22. August 1889. 6. Jahrg. inte, was IF lächelte. >l,che WA n die?< h arbeit- loratonn«'� cht bcnndi«' luen Ap?�, rimente«!� heniorbn# ffamm te# rii« SÄ £ S.! ekomn"n. f. i den T.k, larwi-Ä- 'S« °-°LZ B in. vie ie in g-� Aber Welt na» > n zu Ikomm»� IKT >««'«" «erliimVckMs. Drgan für die Interessen der Ardeiter. Berliner Bolksblatt" Abonnementspreis für Berlin frei W � � �. entlich 35 Pf. Einzelne Nummer �edin��tags- Nummer mit'dem.Sonniags-Blat� 10 Pf. Bei Abholung aus unserer "°n Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemeni 4 Mark pro Quartal. Ke z.,,(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 188g unter Nr. 866.) � Attsiand: Täglich uuter Kreuzbano durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jusertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung. Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin SW., Zimmerstrabe 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 8 7 Uhr Nachmittags, au und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. Ferusprechrr: Amt VI. Ur. 4l6ti.» ♦- Sonn- -» Vedstlikion: VeukhPtraHe S.— Expedition: Mmmeepkeatze 44. Die nächsten �eichsicigsitmhlen. wb(Ut rotni9e Wochen dürften uns noch von dem Zeit- ksfaimen. wo der jetzige Reichstag zu seiner letzten lvi.,, zusammentritt. Zu s)en hauptsächlichsten Aufgaben Ä" gehört bekanntlich neben der Entscheidung über das Mu.r des Reichsbankgesetzes vom 14. März 1875 und �Metzung des Etats sür 1890 91 die Verlängerung r;»Ersatz" des Sozialistengesetzes. � Etatberathungen dürsten dieses Mal schwerlich be- sh v: �ustegung veranlassen. Eventuelle Neuforderungen Ausrüstung der Armee oder die Vermehrung der her Zustimmung von*/« des Reichstages bereits h» Verein sicher und dasielbe dürfte der Fall sein be, Wir Umwenden Forderungen für die Wißmann- uH Unh sonstigen Ausgaben, die mit der Kolon, al- K h weniger' glatt wird die Entscheidung Uber das hen des Bankgesetzes herberzusuhren sein. Hier einen Ausgleich zwischen den Anhängern Do-fc tiä 5 Kla�-k und, fjn« «ige wu.� zem h-'°5,!e. erdachtK Iotle§�> a mrtJV ände � 'ff'ufj? fjQß >er enDoHs ,ien' .v't' lich bes ur. > enden J)? allzeit�� "gfff.iS cht«"?» SP-�'Ä, izinisnA/ ll-n yy vorauf . OQlFtrf."<*«»uvcity qivi[u;�u vtu wv 1�' Silti � her Reichsbank und den Vertretern der bis � Einrichtungen herbeizuführen. Die Verstaat- Sl' njelrf, h?uptsächlich von den Agrariern gefordert wer- •sfitt bei einem reinen Staatsinstitut ihre Jnteresien Utsn h/Uhet glauben. Run wird man freilich Seitens Ni�fU nicht so ungeschickt sein und etwa so rund fV-Ben. daß zu den vielen Vortheilen, welche die io c* und übrige Wirthschaftsgesetzgebung der d der„nothleidenden Landwirthschaft" schon juch ig jjt, nun auch noch eine besondere Begünstigung w rffujlg billigen Kredits auf Kosten des Reiches A»„ctb rl' Man wird im Gegentheil die Verstaatlichung a? bsj Alchen" Standpunkt aus verlangen und man kann die � Gelegenheit auf gewaltige Donnerreden gegen ,liche" Arbeit ausbeutende Kapital gefaßt machen. >* auf �.ungt es aber auch schon vorher, ehe der Gegen- !-? Tagesordnung kommt, einen Modus ausfindig v�ib{(4' �fr die Wünsche der Herren Agrarier befriedigt; SM bQw nr Fall sich die Herren von Mirbach und v. Kar- itf i üb'0ffai"Kv mit der Wiederholung ihrer bekannten �en ct die Schädlichkeit der Goldwährung begnügen Kjbei bemerkt sind wir prinzipiell durchaus mit der »a» der Verstaatlichung der Reichsbank einverstanden; liNe üpt:0� trotzdem der darauf abzielenden, jetzt im O dies Agitation kühl gegenüberstehen, so ge- lw chiMn"v-1' u>eil wir wissen, daß die Vertreter der Ver- Slbx � diese Forderung nicht stellen, um die durch ühter ro, Eriche gewonnenen Erträge den Steuerzahlern fcj durck stgmmtheit zu Gute kommen zu lasicn, sondern �>i°e»>.s.Ttertheilung blos erreicht werden soll, dieses �eldinstiwt dem Großgrundbesitz mehr als bisher irfo. vorder m .gelöste?,� i der N Nl A« 5--/ H �.�FeuMewn.[)5 ©oltimenrrft. Roman von Maurus Zäkai. �diacht�l stieg im Levetinczer Kastell ab, um dort zu jL�Iter,• gab noch am Tage seiner Ankunft dem Instruktionen. Am Morgen des andern Tags "lau �eif>orr [(1* eln � H d.« htt'""d er Ä'ir Lv"11''""I'WII* ,w............ U.tom Aufr�!? Ordnung. Unser Herr Johann Fubula �0� für bn er die ganze Flottille gesetzt; hier gab Zj Und"�� gehen" Herr kann auf MiuAes �I��'�evetinczy befolgte denn auch diesen guten .a»d � fehl sk Fibula. Er ließ sich einen Kahn bringen, �to�reich 7.°vlant für eine Woche, seine Doppelflinte W, JetteunbpH �shießbedarf hineinzuthun. Niemand wird w'-i S!o4p eil voll-f*' wenn er aus dem Röhricht, das um jrO 5>!w�,aichi.„�ü/on auserlesenem Wasserwild, vor einer Wschnep�ckkehrt. Es wimmelt dort von Wildenten, K« tefoei, und Reihern, welche letzteren man nur ihrer ! � �tifcker Äegt; selbst Pelikane kommen vor und auch . kt{( �&vS.nen wurde schon geschossen; will man doch '»S?» �"irte» huet einmal gesehen haben! Wenn »'ch°°»�ten in dies Sumpfrevier hineingeräth, kann »ei TiniQr r; r!r �eder zum Vorschein kommt! Und I Tj ang. hw Äagd, sür den Schiffsinann ist das fian"beffen lud Michael seine Flinte nicht. Er Oftrm, den Wellen hinabtragen, bis er die u-2nsel erreicht hatte, dort ergriff er das .-M L dienstbar zu machen. Staatssozialistische Phrasen üben auf uns nicht den geringsten Eindruck aus, am allerwenigsten aber, wenn sie von jener Seite zur Anwendung kommen, welche jeder Gewaltmaßregel gegen sozialistisch gesonnene Proletarier zustimmt. Außer dem Etat und der Bankfrage wird noch das Sozialistengesetz den Reichstag in der nächsten Session be- schäftigen, da der„Ersatz" noch nicht fertig zu sein scheint, eine Milderung wohl ausgeschlossen ist, eine Verschärfung den Kartcllparteien angesichts der vor der Thüre stehenden Neuwahlen, aber sehr schlecht bekommen dürfte, so wird man sich wohl mit einer einfachen Verlängerung begnügen Sind die Wahlen erst vorüber, dann wird sich während der fünf Jahre, auf welche Zeit der nächste Reichstag ja gewählt wird, schon eine passende Gelegenheit zur endgilstgen Regelung dieser Frage finden. Wie dieselben aber ausfallen wird, das dürste wesentlich davon abhängen, was die nächsten Rcichstagswahlen für ein Resultat bringen. Täuschen nicht nämlich alle Anzeichen, so wird die nächste Reichstagswahl überhaupt von einer Wichtigkeit für die deutsche Arbeiter- schaft werden, wie vielleicht wenige ihrer Vorgängerinnen. Es gährt und brodelt mächtig im Deutschen Reiche und die nächsten Jahre dürften nach mancher Richtung gar inter- essante Umwälzungen bringen. Die Zahl Jener, welche„auch mit aus der Schüssel essen wollen", vermehrt sich nicht blos zusehends, sondern— was viel bezeichnender ist— das Ver- langen nach dem Mitessen wird mit jedem Tage kecker und dringender gestellt. Das kann, ja wird aller Wahrscheinlich- keit nach zu häuslichen Zwisten führen, bei denen aberjschließ- lich den Arbeitern die Rolle des Prügeljungen zufallen könnte. Wer nämlich heut zu Tage das erfolgversprechendste Rezept gegen die von der„sozialrevolutionären Umsturz- partei" drohenden Gefahren, zu präsentiren vermag, dem er- öffnet sich ja die Aussicht auf eine glänzende Zukunft. Was Wunder, wenn deshalb so viele auf der Suche nach diesem Rezept sind und gar manche auch schon mit der Behauptung auftreten, es gefunden zu haben. Besonders jene, welche so sehr nach der„Schüssel" drängen, ver- künden immer lauter, daß sie im Besitz des einzigen Hilfsmittels gegen den„Umsturz" sind und täuscht mcht alles— so herrscht an mancher Stelle starke Neigung den Streit über das beste Rezept gegen die Sozialrevolu- tion— und damit über die besten Plätze an der großen Suppenschüssel— durch ein experimentales An- wenden der verschiedenen Rezepte zurEnt- scheidung zu bringen!— Käme es aber dazu, es wäre schlimm für die Arbeiter. Man bedenke nur, was alles schon in Vorschlag gebracht ist. Beseitigung der geheimen Abstimmung; Verschärfung der Bestimmungen des Strafgesetzbuches, welche von der Aufreizung der verschiedenen Gesellschaftsklassen handeln und vor allem auch Erhöhung des Strafmaßes für diese Ver- gehen: weitgehende Beschränkung oder gar Aufhebung des Koalitionsrechtes der Arbeiter; kriminelle Bestrafung des Doppelruder und setzte quer über die Donau. Als er um die Insel henim war, orientirte er sich schnell. Aus dem südlich dahinziehenden Röhricht ragten die Spitzen der be- kannten Pappeln hoch empor; dorthin hielt er sich. Zwischen dem Rohr waren schon Wege gebrochen, kreuz und quer, wie es nöthig war; man muß sich nur darauf ver- stehen. Wo Michael einmal gewesen, da fand er sich auch im Finstern zurecht. ... Was wohl Almira und Narcissa jetzt treiben mögen? Was sollen sie bei so schönem Wetter thun? Was Anderes, als der noblen Passion des Waldwerks pflegen. Nur daß die Jagd in gewisse Grenzen eingeschränkt ist. Die Feldmaus will bei Nacht gejagt sein, und das ist nicht? für Narcissa; auf Vögel zu pirschen ist Narcissa streng untersagt; sür Almira hinwiederum sind die Murmelthiere, welche seit drei Jahren, wo die Donau ufror und sie über das Eis hinüberkamen, auf der Insel >ausen, mit Interdikt belegt. Auf diese ist nicht erlaubt, �agd zu machen. Nun, so machen wir Jagd auf Wasser- wild! Auch das ist ein schöner Sport. Almira watet in das reine, klare Wasser zwischen den am Grund aufge- häuften großen Kieselsteinen und steckt behutsam die rechte Vorderpfote in ein Loch, aus dem etwas Dunkles hervor- guckt. Plötzlich macht sie einen großen Satz, zieht die hineingesteckte Pfote heraus, hinkt winselnd auf drei Füßen aus dem Wasser, und am vierten Fuß hängt ein großer, schwarzer Krebs, der sich mit seiner Scheere darin verbissen hat; Almira hinkt verzweifelt herum, bis es ihr am Ufer gelingt, das gefähr- liche Ungethüm abzuschütteln, das nun von beiden, von Almira und Narcissa ins Examen genommen wird, um welchen Preis eS sich bereit finden ließe, sich sein Fleisch aus der Schale herausnehmen zu lassen. Der Krebs geht natürlich auf einen solchen Handel nicht ein, sondern retirirt mit aller Macht rücklings ins Wasser; die beiden Jäger schieben aber den reaktionären Gesellen mit ihren Pfoten Kontraktbruches tc. Das sind nun so einzelne der Heil- mittel gegen die Umsturzbestrebungen. Doch ist die Liste derselben damit noch lange nicht erschöpft! Man denke nur an die Expatriirung oder Jnternirung! Wollen nun die Arbeiter verhindern, daß es zu den drohenden Experimenten kommt, so werden sie ein Mittel dazu in den nächsten Wahlen haben. Eine Million Arbeiterstimmen auf Arbeiterkandidaten abgegeben, würde manchem die Lust am Experimentiren mit dem Reichstags- Wahlrecht, der Koalitionsfreiheit und mancher anderen Em- richtung, die den Arbeitern nützlich ist, gründlich verleiden. Würden aber gar ein paarmalhunderttausend Stimmen über die Million auf Arbeiterkandidaten abgegeben und sollte es der Zufall wollen, daß das dritte Dutzend Ab- geordneter, das der Reichskanzler den Sozialdemokraten schon vor Jahren gönnte, nächstes Mal wirklich in den Reichstag einzieht, so wäre das wohl das beste Mittel, um der Lust zum Experimentiren mit den wenigen Rechten, welche die deutsche Arbeiterschaft hat, ein für alle Male ein Ende zu machen. f ortfdjritt vud Cleud. Gegenüber den berechtigten Klagen der Arbeiter über die fortschreitende Verschlechterung ihrer Lage unter der Herr» schaft der kapitalistischen Produktionsweise und ihrem Verlangen nach durchgreifenden Reformen und Schußmaßregeln gegenüber der Verelendung großer Volksmassen, verweisen die Verlheidiger des jetzigen Systems nur zu gern auf frühere Zeiten größerer Abhängigkeit des Arbeiters und behaupten, daß gleichwie unsere aesammte Kultur fortgeschritten sei und das Nationalvermögen sich vermehrt habe, auch die Lage des Arbeiters sowohl in poli- lischer als in sozialer Hinsicht sich in fortschreitender Besserung befinde und auch sein Einkommen gleichfalls eine verhältniß- mäßige Steigerung erfahren habe. Nun ist aber männiglich bekannt, daß die Arbeiter das Wenige, was sie an politischer Freiheit gewonnen, an wirthschastlicher Freiheit doppelt und dreifach einge- büßt haben und deshalb aus dem Regen in die Traufe gekommen sind; denn ohne wirthschafiliche Freiheit und Unabhängigkeit ist die politische keinen Heller werth. Und was die Behauptung anbetrifft, daß auch das Einkommen der Ar» beiter verhältnißmäßia gestiegen sei, so ist auch dieses hinfällig. Mit der Steigerung des Einkommens, wo eine solche vorhan- den ist, sind auch zugleich die nothwendiaen Ausgaben ge- stiegen, und wo der Arbeiter sich Bedürfnisse angeeignet hat, die früher nicht vorhanden waren, da hat er seine LeoenShal- tung in einem anderen Punkte eingeschränkt, um dies ermög- lichen zu können. So ist es eine unbestreitbare Thatsache, daß die Ernäh- rung weiter Arbeiterkreise für nicht im Entferntesten an die- jenige der Arbeiter und Handwerker früherer Zeiten heranreicht. Daher die geläufige Redensart von der„guten alten Zeit", die in diesem Sinne ihre volle Berechtigung hat. Betrachten wir uns einmal die Verhältnisse der Ar- vorwärts, bis er bei einem Schlag auf den Rücken fällt, und nun sind alle drei in Verlegenheit, was weiter zu thun — Almira, Narcissa und auch der Krebs. Almira's Aufmerksamkeit wird jetzt plötzlich auf einen anderen Gegenstand gelenkt. Sie hört ein Geräusch und bekommt Witterung. Ein Bekannter nähert sich auf dem Wasser. Sie bellt ihm nicht entgegen, sondern läßt nur ein tiefes Brummen hören. Es ist dies bei ihr eine Art Gelächter, wie von einem alten gemüthlichen Herrn. Sie erkennt den im Kahne Sitzenden. Michael springt aus dem Kahn heraus, befestigt ihn an dem Weivenpflock, kratzt dann Almira den Kops und fragt sie:„Nun, wie gehts? ist hier Alles in Ordnung?" Der Hund erwidert hierauf allerlei, aber freilich in der neufundländischen Hundesprache. Nach dem Tone zu schließen, ist die Antwort eine beruhigende. Da auf einmal stört ein klägliches Jammergeschrei die gemüthliche Wiedersehensszene. Die Katastrophe, welche vor- auszusehen war, ist erfolgt!— Narcissa ist dem auf dem Rücken liegenden krabbelnden Ungethüm so nahe gekommen, daß dieses mit seiner Scheere sie inS Ohr zwickt und dann noch mit den sechs Hakensüßen sich in ihre Backen eingräbt. Timar stürzte an den Schauplatz des Unheils, packte mit ge- wohnter Geistesgegenwart, die Größe der Gefahr erkennend, den gepanzerten Missethäter an einer Stelle seines Leibes, S der seine Waffen nicht reichten, preßte den Kopf des ieres zwischen seine kräftigen Finger und nöthigte eS so, sein Opfer loszulassen; dann aber schleuderte er das Ungethüm mit solcher Gewalt ans Ufer, daß eS zerschmettert seine schwarze Seele aufgab. Narcissa sprang, ihren Dank zu bezeugen, dem ritterlichen Befreier auf die Schulter und knurrte von dort noch zornig auf den getödteten Feind herab. Nach dieser einleitenden Heldenthat, wie sie, glaube ich, in keinem Roman fehlen darf, machte sich Tiniar daran, seine mitgebrachten Effekten auszuschiffen. Sie sind alle in einem Tornister untergebracht, und den kann er sich leicht beiter eines Industriezweiges� der von jeher einer der blühendsten mar und dessen Entwickelung im jetzigen Jahr- hundert unaeheure Fortschritte gemacht hat. Die Betriebs- •axi ist eine so vollkommene und ertragsreiche geworden, daß für bie Arbeiter dieser Industrie eigentlich glänzende Zeiten einge- treten sein müßten. Wir meinen die Textilindustrie. Die Leinen- und Wollenweber waren in der Blüthezeit ber Zünfte die geachtesten und mächtigsten Gewerke, mit mancherlei Vorrechten ausgestattet. Zn Nürnberg hatten z. B. bie Weber einen ganzen Stadttheil für sich inne, ebenso in Augsburg. Die Mitglieder der Gewerke wuchsen bald zu reichen und wohlhabenden Bürgern empor; ihr blühendes Ge- werbe war für sie die Quelle von Wohlstand, Macht und Ansehen. Das jetzt noch in Bayern vertretene Ge- schlecht der Grafen v. Fugger entstammt einer Leineweber- familie in Augsburg, welche Kaiser und Fürsten zn ihren Gläubigern zählte. Damals mußten von den auf das Wohl ihrer Unter- thanen fürsorglich bedachten Fürsten und Herren Luxus-, Getränk- und Speiseordnungen erlassen werden, welche genau bestimmten, was für Kleidung Handwerker und die Handwerksknechte tragen, wie viel an Getränken: Bier, Meth, Wein rc. sie zu sich nehmm und welche Portionen Fleisch und andere Speisen ihnen zugestanden und verabfolgt werden durften, um übermäßigen Luxus und allzu gutes Wohlleben unter dem„gemeinen Volk" zu verhüten und den Patriziern und„Herren" ein Vorrecht zu bewahren.— Heute bedarf es solcher Verordnungen nicht mehr, bei deren bloßem Lesen dem niederen Proletarier das Wasser im Munde zusammenläuft.— In Sachsen bestimmte z. B. eine für Dienst- und Werkleute 1843 erlassene Landesordnung, daß sie sich zufrieden geben sollten, wenn sie außer ihrem Lohn täg- lich zweimal. Mittags und Abends vier Speisen, Suppe, zwei Fleischgerichte und ein Gemüse, an Festlagen aber fünf Speisen. Suppe, zweierlei Fische und zwei Zugemüse erhielten. Bei Gastereien sollten nicht mehr als sechs Schüsseln Mittags und fünf Schüsseln Abends, auch nur zweierlei Arten von Wein und Bier aufgetragen werden.— Dagegen betrachte man sich heute die armen Weber und Arbeiter des sächsischen Voigtlandes und Erzgebirges mit ihrer wöchentlichen Speisekarte: Kaffee— Kartoffeln; Kartoffeln— Kaffee!— Der mittelalterliche Handwerksgesell läßt sich natürlich mit dem heutigen„freien" Arbeiter nicht vergleichen. Er war einem gewiffen Zwang unterworfen und mußte sich innerhalb fest ge- zogener Grenzen bewegen. Dafür war ihm aber auch ferne Existenz garantirt und er spielte in der Gesellschaft eine ganz andere Rolle als heute. Mit dem Aufblühen des Manufakturwesens änderte sich das Bild indeß schon weserrtlich. Nachdem Hargreeve die„Jenny" erfunden, vermittelst deren die Arbeit eines Spinners um das 120fache vermehrt wurde, und Arkwright im Jahre 1867 die„Spinning Trostle", aus deren Verbindung mit ersterer Cromptons„Mule" hervorging, welche Erfin- düngen dann durch die Kardir- und Vorsvinnmaschine Arkwrights vervollständigt, im Jahre 1804 durch Cart- n> rights verbcsserten mechanischen Webstuhl wieder überholt wurden— waren in der Textilindustrie die ersten Bedingungen zur Umwandlung des Kleinbetriebes in den kapitalistischen Groß- betrieb gegeben, insbesondere, als die Entdeckung der Dampf- kraft und die Erfindung der Dampfmaschine allen diesen Werk- zeugmaschinen eine erhöhte Bedeutung gab und deren An- wendung noch vortheilhafter für die Unternehmer gestaltete, indem dadurch die theueren menschlichen Arbeitskräfte zum großen Theil überflüssig gemacht wurden, die dann für eine erweiterte Prodution Verwendung finden konnten. Im Jahre 1782 waren die englischen Spinner und Weber nicht in der Lage, die seit drei Jahren aufgcstauete Wolle zu verarbeiten; nach 20 bis 30 Jahren konnte schon nicht mehr genug Rohmaterial herangeschafft werden; einen so rapiden Aufschwung hatte die Produktionsfähigkeit genommen. Mit dem Still- und Wohlleben des auf seiner Scholle ansässigen, selbstständigen Handwerkers war eS nun allerdings voibei. Er wurde unbarmherzig in das Getriebe modernen Industrie eingespannt oder er mußte zu Grunde gehen. Der mechanische Webstuhl ermöglichte es, die Pro- ouklionsfähigkeit des einzelnen Fabrik-WeberS schon im Jahre 1826 auf das 6— 7sache derjenigen des Handwebers zu steigern. In einem seltsamen Kontrast zu dieser gesteigerten Ertrags- fähigkeit der Arbeit, welche den Fabrikanten unermeßliche Vor- theile brachte, steht nun aber der Rückgana des Einkommens, der Löhne der Arbeiter. Während ein Handweber im Jahre 17S5 in England noch 33, Schilling(38% Mark) Wochenlohn verdiente, erhielt der das 5— 7sache leistende Fabnkweber im Jahre 1816 nur 14, 1825 nur 13, 1830 nur noch 12 und 1834 bis 1844 gar nur 11 Schilling wöchentlich. Das Einkommen der Fabrikanten aber hatte sich in dieser Zeit beinahe ver- dreifacht. Das war vor ca. 50 Jahren. Seitdem hat der rastlose über die Schulter werfen. Aber die Flinte, die Flinte! Almira kann ihn nicht sehen mit der Flinte in der Hand, Jiier aber kann er die Flinte nicht laffen, denn sie könnte eicht von Jemand fortgetragen werden. Was war hier zu thun? Da kam Timar der Einfall, sie Almira zwischen die Zähne zu geben, die dann in ihren Löwenkinnbacken das Gewehr wie eine Trophäe stolz vor ihm hertrug, eS quer im Maule haltend, wie ein Pudel den Spazierstock seines Herrn. Rarcissa blieb auf der Schulter Michaels sitzen, ihm ins Ohr spinnend. Michel aber schritt hinter Almira einher und ließ sich von ihr den Weg zeigen. Timar fühlte sich wie ausgewechselt, als er auf dem Rasenpfade dieser Insel dahinschritt. Hier war heilige Ruhe, tiefste Einsamkeit. Die Obstbäume dieses Paradieses stehen jetzt in Blüthe; zwischen ihren weißen und rosa- farbenen Blüthenpyramiden wölben sich Dornröschenlauben; der prächtig grüne Rasenteppich ist bunt ausgestickt mit Veilchen und Butterblumen; der goldige Sonnenstrahl ent- lockt den Blumen ihren Liebeshauch, den Duft— die Lüfte sind geschwängert davon; mit jedem Athemzuge schlürft man Gold und Liebe ein. Den Blüthenwald durchschwirrt Bienengesumme, und aus diesem geheimnitzvollen Summen, aus diesen Blumenaugen spricht die allesschaffende Natur. Stelle, wo die mit lila Blüthen behangenen Hollunderbüsche sich öffnen und die kleine Jnselbehausunq sichtbar wird, blieb Michael wie bezaubert stehen. Die kleine Wohnung scheint in einem Flammenmeer zu schwimmen, aber nicht von Feuer-, sondern von Rosaflammen. Sie ist ganz bedeckt von Rosen- guirlanden, die sich bis zum Dach hinaufziehen, und ringsum, auf einer fünf Morgen großen F�che, nichts als Rosen. Tausende von Rosensträuchern und klafterhohen Rosen- bäumen, welche Pyramiden, Hecken und Laubqänge bilden. Es ist dies ein Rosenhain, ein Rosenberg, ein Rosenlabyrinth, besten Pracht blendet und schon von weitem einen Dust verbreitet, der uns wie eine überirdische Atmosphäre um- fängt. Kaum hatte Michael den durch diesen Rosenhain sich schlängelnden Pfad betreten, als ein klangvoller Freudenschrei ihm entgentönte; man rief seinen Namen:„Ah, Herr Timar!" Fortschritt auf technischem Gebiete und die unbeschränkte Kon- lurrenz die Verhältnisse noch weit schroffer zugespitzt. Die Spinnmaschine, welche zur Zeit ihrer Einführung kaum ein Dutzend Spindeln besaß, trieb bereits in den siebziger Jahren 3000 Spindeln, deren jede einzelne etwa das Fünfzigfache lieferte, wie am Ende des vorigen Jahrhunderts, denn die Gelchwindigkeit der Umdrehung derselben betrug 1883 bereits 10000 in der Minute gegen zirka 6000 im Jahre 1862 und 4500 im Jahre 1839. Während beim Weber die Schüsse der Schützen früher zwischen 90 und 112 wechselten, beliefen sie sich Anfang der siebziger Jabre schon auf 170-200, also das Doppelte. Dabei konnte ein Arbeiter jetzt drei und vier Stühle statt früher nur einen beaufsichtigen. 1870 produzirte ein Ar- heiter in einer Baumwollfabrik von Rhode-Jsland jährlich 9600 Pards(Ellen) Normaltuch bei einer Arbeitszeit von 13 bis 14 Stunden; 1886 erzeugte ein Arbeiter in derselben Fabrik bei Ivstündiger Arbeitszeits 30 000 Parks. Trotzdem die Ar- beiter die Herabsetzung der Arbeitszeit um fast ein Drittel er- rangen, verdreifachte sich doch der Ertrag ihrer Arbeit. Nach Atkinson produzirt heute ein Arbeiter in den besten Baumwoll- spinnereien der Vereinigten Staaten ebenso viel Geipinnft wie 1600 chinesische oder 3000 indische Handspinner. Das Schicksal der Hand- arbeiter ist damit besiegelt. Herkncr konstatirt in feinem Werk über„die oberelsässische Baumwollindustrie und ihre Arbeiter", daß die Zahl der Spindeln in den Maschinenspinncreien dcS Oberelsaß von 466 363 im Jahr 1828 auf 1 237 314 im Jahre 1862 stieg. In den mechanischen Webereien stieg die Zahl der mechanischen Webstühle von 12 128 im Jahre 1851 auf 25 153 im Jahre 1862, während die Zahl der Handwebestühle inner- halb desselben Zeitraums von 20 000 auf 4000 sank.— In dieser Weise haben sich die Verhältnisse weiter entwickelt, inso- fern nicht die austretenden Krisen der weiteren Ausdehnung der Produktion einen Hemmschuh anlegten. Durch die Verminderung der benöthigten Arbeiterzahl und die raffinirteste Ausbeutung der Frauen- und Kinder- arbeit wurde es den Fabrikanten möglich, die Löhne immer mehr herabzudrückcn. In der Leinenbranche stieg von 1832 bis 1873 die Produktion in England um das Dreifache, und trotz des Sinkens der Preise der Ertrag derselben von 7 Mill. Pfd. Sterling auf 22 Mill. Pfd. Sterling, also ebenfalls um das Dreifache, während die Zahl der Arbeiter von 172 000 auf 144 000 herabging und der Lohn derselben kaum das nothdürftigste Leben erhielt. 1838 gab eS noch in Großbritannien 800 000 Handweber allein in der Baumwoll- blanche; 1861 betrug die Zahl der Dampfweber aller Textil- branchen Großbritanniens und Irlands nur 230 654. Die Pro- duktion war aber unglaublich gestiegen. Herabdrückung der Löhne und der Lebenshaltung, sowie steigende Arbeitslosigkeit, das ist die Signatur des„Fort- fchritts" für die Ar beiler. Schon in den sechziger Jahren kon- statirte in England ein Arzt, daß die Bewohner der Gefäng- nisse reichlichere Nahrung erhielten, als ganze Klassen von „freien" Arbeitern; bei uns hat die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung", also ein einwandsfreier Zeuge, dies zu wiederholten Malen erst in neuerer Zeit behauptet, und die sich stetig verkürzende Lebensdauer, sowie die fortschreitende De- generation der Arbcitsklaffe beweisen auch, daß die Er- nahrungsweise der letzteren eine ungenügende ist. Auf die Weber trifft dies jedenfalls in erster Reihe zu. Was die Ar- beitSlosigkert anbetrifft, so sind, nach Berichten der englischen Gewerkoereine zu urtheilen, etwa 10 Prozent der englischen Fabrikweber durchschnittlich arbeitslos. Verkürzte Arbeitszeit bei entsprechendem Lohnverlust für die noch Beschäftigten ist an der Tagesordnung. Die HauZweber hat man so ziemlich aus der besten der Welten hinausgehungert, und wo sie noch vegetiren, führen sie ein bedanernSwertheS Dasein. In den vierziger Jahren mußte ein schlesischer Weber von früh bis nach Mitternacht arbeiten, wenn er pro Woche ein Gewebe von 140 Ellen vollenden wollte, wofür er dann vom Fabrikanten 14 Silbergroschen erhielt. Die Fabrikanten zogen aus den Knochen der Weber das lautere Gold und wurden Millionäre.— Im Oberelsaß, wo die Zahl der Weber in den Fabriken von 23 362 im Jahre 1828 auf 19 000 im Jahre 1851 her- abgegangen, der Werth der erzeugten Waare aber trotz Sinkens der Preise von 20 Millionen Franks auf 40 Millionen Franks pro Jahr gestiegen war, verdienten und ver- dienen heute noch die HauSweber in den Vogesenthälem, welche für die reichen Fabrikanten in Markirch arbeiten, 80 bis 120 Pfennige täglich bei angestrengtester 14- bis 16stündiger Arbeit mit Hilfe der Familie von etwa drei Personen. Davon geht die Feierzeit bei Arbeitsstockungen, sowie die Lieferzeit, der Weg nach der Stadt bei der Ablieferung, verloren, wodurch der Durchschniltsverdienst sich noch verringert.�) Ein Umerpräfekt zur Zeit der vierziger Jahre berichtete an die franzäsiscke Regierung über die Ausbeulung der Arbeiter durch die Mühlhauser Fabrikanten,„welche kolossale Ver- mögen erworben hätten, während ihre Arbeiter im Elend *) Dr. jur. K. Kärger.„Die Lage der Hausweber im Weilcrthal." Straßburg, 1886. Und die, welche seinen Namen gerufen, kam ihm ent- oegengelaufen. Timar hatte sie schon an der Stimme er- rannt: Es war Noemi. Die kleine Noemi, die er seit dritthalb Jahren nicht gesehen. Wie sie seitdem herangewachsen, wie entwickelt sie ist, wie umgewandelt! Ihr Anzug ist jetzt nicht mehr ver- nachlässigt, sondern einfach zwar, aber nett. Im reichen, goldblonden Haar steckte eine aufgesprungene Rosenknospe. „Ah, Herr Timar," rief das Mädchen, dem Ankömmling entgegenlaufend und ihm schon von Weitem die Hand entgegenstreckend und begrüßte ihn dann in aufrichtiger Freude mit einem herzlichen, warmen Händedruck. Michael erwiderte den Händedruck und blieb eine Weile ganz verloren in den Anblick des Mädchens. Siehe, da ist ein Antlitz, das vor Freuden strahlt, wenn es ihn kommen sieht.„Wie lange haben wir Sie schon nicht gesehen!" sagte das Mädchen. Zlnd wie schön sind Sie geworden!" rief Timar. Das Mädchen hatte in der That während der letzten Jahre sich sehr zu seinem Vortheile verändert. Die Physiologie der Mädchengesichter bietet die eigenthümliche Erscheinung dar, daß die Züge mancher ideal schönen Kinder, wenn sie die Entwickelungsperiode durchmachen, in die Breite gehen, stark werden und so ihre Lieblichkeit verlieren, während ein anderes Gesicht in dieser Zeit früher an ihm nicht bemerkte Reize zu einer nicht geahnten Vollkommenheit, zu einer idea en Schönheit entwickelt. Vielleicht giebt es dafür eine natürliche Erklärung? Vielleicht modeln die sich entwickeln- den Gefühle das sich entwickelnde Gesicht und werden dessen Züge von anhaltenden Gemüthsstimmungen und Neigungen, von Kummer und Freude, Unruhe und Seelenfrieden ebenso umgewandelt, wie die Muschelthiere ihr Gehäuse um- wandeln. Von Noi-mi's Gesicht strahlte Sympathie.„Also er- innern Sie sich meiner noch?" fragte Timar, ihre darge- reichte kleine Hand in der seinigen festhaltend. „Wir haben oft an Sie gedacht." „Ist Madame Therese gesund?" „Dort kommt sie." Als sie Michael erblickte, beschleunigte sie ihre Schritte; schmachteten." Die Zahl der Millionäre unter den ten in� Mühlhausen betrug� damals sechszig� �veq � � mit dem Einkommen —.....„v...______________ der sich ein Bild von der auf Anr�ung der ö � mit jahrmarktsmäßiger Reklame in alle Welt b'uau? � diesen Umstand mache man vmapwer mccrame in uuc und Arbeiterfreundlichkeit dieser Geldp»..� Wohin wir blicken, gewahren wir auch setzt noiy ejri:.......■« n. v„ CV� QiiXUtvi mx ILUO Philantropie Wohin.Uli Uiiucn, gcwlliirrn tun uuui------. oder gar noch schlimmere Zustände. In Böhmen undJW» ain Niederrhein, wo Hunderte von Webern in Lumpen � gehen, weil ste— zu viel Seide und Sammet fabrizal � �.'"Sachsen, Schlesien, in der Lausitz u. f. w.-, find die Lohne der Textilarbeiter auf ein Mimmum flfl � und das Gespenst der Arbeitslosigkeit steht drohend M Thür, wahrend bei den Fabrikanten sich der goldene 9»» aufthurmt. � Schon der Utopist Fourier schrieb zu Anfang d-el-- � Hunderts:„Im Schatten der vorhandenen foüalin gebung sieht man nicht, daß das Elend der Volker im- sozialen Fortschritt wächst. Wir sehen die gesährl'-h- dem Einfluß des Handelsgeistes(Schacherfle'fW' � dahin fuhrt, die heiße Zone mit schwarzen Sklaven i decken...... und die gemäßigte Zone mit weißen® die man in die industriellen Bagnos treibt..-- man irgend welche Gerechtigkeit in einem Zustand de erblicken wo der Foitschritt der Industrie M einmal den Armen die Arbeit garantirt?"—_, d» Heute sehen wir dies Alles trotz des„Schatten- sozialen Gesetzgebung" nur zu genau....„„i ijW n•„ cht am wie ein Keil wirkt der Fortschritt au � striellem Gebiet in der menschlichen Gesellschaft, zwischen dieselbe und scheidet sie in Schmarotzen»- � Schaffende, in Genießende und Darbende; sch»ch�,.�ida einen Seite unermeßliche Reichthümer auf und preßt»»i andern die schutzlose Masse in Elend und Roth.. � .. Fortschritt und Elend sind unter den modervev�-�, schaftlichen Berhdtnissen untrennbar. Der Ueberfluß an auf der einen erzeugt die Armuth auf der andere» Erst wenn die Interessengegensätze zwischen Kapital UN aufgehoben find und die Interessen der Gesaimnihert als schnür der wirthschaftlichen Thätigkeit dienen, wird»er« schritt unserer Kultur Allen, ohne Ausnahme, zu G«° M („Nordd. Voll-dt-t Voltkisrhe Die Referendum-Hewegung, welche die sä � Sozialdemokratie gegen den Bundesanwalt ins Wert> � anlaßt mal wieder einen Theil unserer„liberal" lem$ Presse, sich den Kopf unserer schweizerischen Genolie,. � brechen. Der Berncr Korrespondent des„Verl. DatP» d»> z. B. die sichere Niederlage der Partei voraus und il Die Partei einen Schlag werde versetzt erhalten,?»> � sich lange nicht erholen dürfte. Der gute Mann iW-.Zjjjf ihre Stärke und ihre Bedeutung giebt sich die Sozialdemokratie gar keiner Täuschung hin, sie mf'feLrt'1' nau, daß sie zunächst nur einen kleinen Theil des# volles hinter sich hat, sie weiß aber auch, und das �-»M? der deutschen Sozialdemokratie gelernt, daß eine Partei nicht dadurch groß und einflußreich wird,. � bei aller und jeder Gelegenheit zum Schwanz.cher Mi lichen Parteien hergiebt und auf die Gelten eigener Meinungen und Forderungen verziw'e schweizerische Sozialdemokratie will endlich selb st i � auftrelen und ihre eignen Wege gehen. Und wenn einen Theil derjenigen verliert, die jetzt scheinbar i hören und bisher mit ihr gegangen sind, weil sie** fest und entschieden aufzutreten, so mag das nach lein, liberalen Begriffen ein" Verlust fein, nach sozialdew»� bin j* Auffassung ist e§ ein Gewinn. Besser 5000 Mann/ � p man sich fest verlassen kann, die wissen was sie ff! fit S eifrig für ihre Ueberzeugungen werben, als � mitlaufen, so lang es ihnen paßt, und bei jeder enüal» Gelegenheit sich der Partei als Ballast anhängen ihrer Aktionsfreiheit hindern. Die schweizerische f[e» l! kratie macht heute denselben Läuterungsprozeß durch, � deutsche Sozialdemokratie vor zwanzig bis», t zwanzig Jahren durchmachte, und dieser wird � hier, davon sind wir im voraus überzeugt, nur zum der Partei ausschlagen.—. i,! Die Blätter melden die Verbreitung eines anauv tüte Blatter melDen Die Berbreltung eines Manifestes in Bern, in welchem plumpe Drohungen 0 einzusetzenden Bundes anmalt und den Bundesrath.ig!, sind. Das„Manifest" scheint ein echtes und rechtes machwerk zu sein, nur bestimmt, der Referendum � der Sozialdemokratie einen Knüppel in den Weg�i, M Die Schwei» ist ja seit 19 Jahren schon das M � „anarchistelnder" Polizeiseelen, und die vorliegende �....�tk' ist zu schön, als daß man sie ungenutzt sollte vor» schon von weitem hatte sie den ehemaligen Schiff� erkannt, der auch jetzt in grauem Rock und gehängter Jagdtasche ihrer Hütte sich näherte „Gott zum Gruß! Sie haben lange auf smL lasten!" rief die Frau ihrem Gast entgegen.„�L Sie sich doch unser erinnert?" Und damit umti Michael ohne Umstände, wobei ihr sein vollg*��. Tornister in die Augen fiel.„Almira," rief si* nachkommenden Hunoe zu,„nimm diese Tasche uu» ins Haus." �.. „Es sind auch ein paar Braten darin,, Michael. ✓ „So? Dann gieb gut Acht darauf, Alnsiw' Narcissa sich nicht daran vergreift."" Darüber fühlte Roemi sich gekränkt.„O, R" gar nicht so schlecht erzogen!" � f Um ihren Fehler wieder gut zu machen,, Therese das Mädchen. Und Noemi ließ sich versm) „Jetzt aber gehen wir'hinein," sagte Theres*- j", zutraulich am Arm nehmend.—„Komm mit, N0' rf' „Gleich, ich will auch den Korb hineintrage» schon voll."-slvch�! Ein großer, aus weißen Weidenruthen g*'.�"!» kahnförmiger Korb stand am�ge�und�Aochauf�Ä Inhalt war mit einem darübergebreiteten Linnen Ro/ml machte sich daran, den Korb mit beiden � ff aufzuheben. Michael sprang hinzu. No-mi kindliche muthwlllige Lache auf und zog das Linn�jV weg. Der Korb war angefüllt mit Rosenblättern. Z paerte deshalb doch den Korb an dem einen >L'W an und so trugen sie zusammen den gewaltigen Rosenbürde den mit Lavendelsträuchern eingefap „dachen Sie Rosenwaster daraus?" fragt* �/ Therese warf Noemi einen Blick zu.„Scha' Alles gleich erräth.", „Auch bei uns in Komorn wird viel Rosen macht. Viele arme Frauen leben davon.".„ gsCj „So? Also auch anderswo ist die Rose e>� � Diese kostbare schöne Blume, die allein schon 0cn 9 fei im S-bB» L-rgl-'-b«" eit« und d-rS°br.''-� im lelbproijrn. -och bie gltifyt i uttb Mim Humpen not» fatrgirt tat» /. w., üben! imum gefunle« vbenb mba olbene Gemw ng bietest' hiialen(Hein- Bölter mit in« jr/ichf Wihi'l eegcirteS), ta miaoen ß b" !>ei§en Stimm ----(*«« inb bec Xviit ie felift m r@d)iitienS tritt auf riß Wfftl. ■�"dnebuno'�hnR�?� man übet die Urheber dieser . M' bald im Klaren sein. '�-ro" xsne entnimmt dem Pariser »'Kbonntpif m j derzenigen politisch bestraften lNUNa I � bie später trotz ihrer Bestrafuna oder ''''... b�arrayende Rolle im öffentlichen Leben °fd s»« aarotzende u modernen rfl-ß-nT anderen A »ital und� nih-rt°>§ wird der- � ';XiS uM ÄSO Senosseni?� l. Taaedl A und gl-» ß lN, von°� mn'rrd� '.zW rife t&ß sft'iä wenn d« ,r tsd nach, iald-«N'�f llanN'Xy sie nn-lU««- fSffi» x Ä hs*'«�5 vird d|y C iUm# - an.« ng" t'M aS !nde lte vorudl . spielten. Diese Nutzanwenduna dezre �ordd. >wlun!, von Boulanger und Genossen, a,.. tun,.en hin hätte diese Lifte, nach verschredenen Ä ch� Entern können. Zum Beweis, datz auch ande � ��una M unoen möglich ssnd. Wir ennnern an dre N-runy « Ullmdnnokralen Lothar Bucher, der spaler Führer � AnchikanzlerS wurde, an den Republikan � einen ? tischen Ausstand, Karl Schurz,.der vo g fand, j Mgegenkvmmenden Empfang beim Rnch�. � g��gen- °n Jul. Andrassy, der 1849 wegen wn« yervorr�� �."bkil'gung an der ungarischen �Äj�prässdent und �ssderlt. spater öfterreichisch-ungarrscher � desgenosse V�F�ung ebenfalls ein Freund und �Reichskanzlers wurde. Welche Stellung lotenden Aiati und Verschwörer CnSpr gegenüber An- ;f�mann Deutschlands inne hat,lst.auS dessen? Mihnt in � fif t», cn V.'v*''4WllUÖ lllIie yai, X|i aiiö i ,-US Lf m noch in aller Gedächtniß. M jiehS 11" Beispielen sollte die„Nordd. Allg. Ztg.". die vü• m Sachen politischer Meinungen tolerant zu fem. lnin,°b Herr Pindter in 20 Jahren nicht ftoh wäre, S''-fel wichsen zu dürfen, für deren ausnähme- Jr. Verfolgungen er heute eintritt.«!»»,." an allgemeinen mit ihren Bischösen an der Spitze 1« �.oetnb anrücken und ihn mit Ave Marias beschießen. h��arden� die Preußen vor.einer so sonderbaren Armee 'afe**'inen unten Zwist zwischen der Deutsch-Ost- Mi n Gesellschaft und dem Sultan von Sansibar wird •W"'1 ssgadoner Meldung der„Vossischen Zeitung" der Sansibar berichtet. Nach dem Londoner Blatt Wte«»'e Einnahmen längs der deutschen Küstenlinre im Sw" J°hre nur 2i LakhS Rupien. Infolge der Ruhe- wC'anpstng der Sultan nur u Lakhs netto von den •Ii fii.V welche jetzt verlangen, diese Summe solle die Grund- dirz.>e Zahlungen der nächsten drei Jahre bilden. DteS % nl0 bemerkt die„Times", nach anderer Meinung eine Gerechtigkeit gegen den Sultan bedeuten, da Seyid Ä ,»? zwei Jahren sogar 12 Lakhs Rupien ablehnte. - ton„ hat die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft mit dem ?an Sansibar einen Zollvertrag abgeschlossen, wonach fiitn'm Namen des Sultans erhobenen Zöllen zunächst .betrag von 250 000 Mark und sodann von dem 'Hill, q.aden Betrag eine Provision von 5 Prozent zurück- S jliJ'h dem Ergebniß des ersten Verwaltungslahres sollte zufolge alsdann die Pachlsumme für die nackste !>»! �erlragsverhältnisses bemessen werden. Da m das Hiltipu brs Pachtvertrages der Aufstand M Ostafrika fallt, �»»° z?unmehr die Frage, wie es mit der endg.ltmen Be- Pachtsumme gehalten werden soll. Schiff��jt K, Iii 0 Cd* Die Deutsch- Gesellschaft versucht natürlich die durch den l" litftu,"""'stcb verminderten Ergebnisse der Zollverwaltung «' mhns des Pachtanspruchs des Sultans zu Grunde zu ÄW dieser die Anerkennung dieses Verlangens zu z Ali*,'weint. Ein Lakh Rupien ist— 100 000 Rupien; �art..,stkhen zur Zeit sehr schlecht im Kurs und sind von di ungefähr 2,30 Mark gefallen. t».'nOr t">v beu nächsten Neichstagawahle« bekundet z"t w einem Artikel, in welchem sie zum Ausgangs- � Um Betrachtungen die Niederlage der Kartellbrüder bei h/' feftf» Ersatzwahlen zum Reichstag nimmt. Die„Post" *3»ich« �gestehen,„daß die breiten Schichten der Bevölke- Mer zj'u vollem Umfange die Befriedigung theilen, von �aesn, Aslftig und materiell bevorzugte Minderheit bei den J6 f-L°blen so beredtes Zeugniß ablegte."— Die„Post" . des ferneren Hchicklalo de» Sozialisten- �? der Reichskanzler, wie die„Köln. Ztg." hört, Äi.�r he �°gen eine längere Besprechung mit dem Staats- C habe», Reichsjustizamtcs v. Oehlfchläger. In neuerer � viibiini» �ber diesen Gegenstand Verhandlungen zwischm norien Regierungen stattgefunden. Es sind von den- S •m, W| Almir», O, 9� K r die Welt liebe! Und sie erfreut nicht nur sein Ar b„., Sieb* ihm auch noch Brot. Sehen Sie, voriges Äti � cn wir ein schlechtes Jahr; die Spätfröste ver- »Aller bft und den Weinstock; der nasse, kalte ? dag zerstörte den Bienenstand, das Geflügel z? hätte �"u�nieh wurde von Seuchen hingerafft; Ac>>.jL unsere ersparten Vorräthe angreifen müssen, (JAi, 5: die Rosen gewesen, die uns aus der Roth Rosen blühen jedes Jahr und bleiben uns herese,?!, t, litragen, ■n gefl"» lochaufg-Z innen iü£jP Heiden ni schlus as ittern ien i Korb"y agefaßte" I .gte (gchfl«, Hofenn" . �ij�denden Blumen." A dort lne Behausung hatte, seitdem Timar zum letzten- biMeit ��en, eine Vergrößerung erhalten; es war ein i RoU""d dann noch eine Küche für die Zubereitung Aerh�. Wassers hinzugekommen. In dieser befand sich der jj?taii, uiit dem Kupferkessel, aus welchem der erste Sud dieser Thatsachen ermahnt Redner die Versammelten, !r.CU JU,r Vereinigung zu stehen, da nur durch vereint�. � die Arbeiter im Stande sind, sich dem übermächtigen� W Kapitals entgegen zu stemmen und den Kampf um& 1 abzumildern. Reicher Beifall wurde dem Redner I" der Diskussion, an welcher sich mehrere Redner betW verweist Kollege Wiedemann darauf, wie sich der eben Vortrag gegen eine» rir.,, s»rr„rf„>?f>xma getMlss.�, theilhaft hervorhebe,....»,»»................. ------- der Arbeiter' früher über dasselbe Thema gev««�, falls tieferes VerftL* x' t"on einem Arbeiter gehalten,/� halte. Der zwiüte Bnn� die Lage der ArU� 0-----�je. Punkt wurde durch die Wahl des W, 1 0™ dritten � Zering zum Arbeitsvermittler erledigt. Zum wurde von einem Kollegen eine Werkstattangelegen»?' Sprache gebracht, welche wieder in drastischer Weise ..b erstunden von den Arbeitgebern meistentheils»ur i" druckerelen benutzt werden. Die Angelegenheit� Wcrlitatt- Kontrolkomimssion überwiesen. Einige n, wachten der Versammlung noch einen Fall bekannt, einer Fabrik durch einmüthigeS Zusammenhalten der -m Lohnabzug von 25 pCt. verhindert wurde.©icW der Vorsitzende die sehr stark besuchte Versammlung Theater. Donnerstag, den 22. August. »»»»'« Usteater. Die Hugenotten. MUlt«»t«-Gt»»ate». Stanley in Afrika. Zlvvtvd Srnst-Th»at»». Flotte Weiber. A«U»«>Iiirnce-Uh«at«r. Vaterfreuden. z»fst»S-Th»at»r. Der Fall Clemenceau. grittruit- K>tU,«imstS»ttsch«»«steat»». Girofle-Girofla. WK»»v- Tfieatr». Der Trompeter von Säkkingen. Z»»tral-Theat»r. Leichtes Blut. Dallas» 1«». 9 M.- 10 2L Kaisep-Panorama. ''QäBDf Bf In dieser Woche: 1. Reise: Eogland u. Schottland. 2. Cycl.: Parts»» WeltavvSrUnng. Im Ausstellungspark: Ron», Sine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. 8 Reisen I M. teppdecken- Fabrik, Vranirnstr. 158, Emil Lef�vpe. Große Auswahl Steppdecken in Seide, Wolle und Satin von 4 bis 30 Mark. Einzelne wenig b»- schädigt» Steppdecken a 3 Mk. WmÄ ilcr Tischler. Den Mitgliedern des Vereins zur Nachricht, daß das Mitglied LHcK Schulz, welches beim Baden ertrunken ist, am Don- nerstag, Abends Uhr, auf dem Zentralfried- Hof in Friedrichsfelde beerdigt wird. l1171 Um rege Beiheiligung ersucht Der Vorstand. Todesanzeige. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß die Leiche unseres am IL d. M. beim Baden ertrunkene» Genossen ftrick Schulz anfgefunden ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den SA. August, Abeuds fk Uhr in Fried- r i ch S f e l d e, Zentral-Kirchhof statt. Die Genossen des 4. Kerl. Uelkystogsniahlkrelses. Kaden zn vermiethen. In einer Garnisonstadt von über 20 000 Ein- wohnern ist zum 1- Oktober resp. später ein an bester Lage in lebhaftester Straße belegener Laden nebst angrenzendem Komptoir pretSwerih auf längere Jahre zu vermiethen. Der Laden(9 m lang, 4 m breit, 5 m hoch), Komptoir(4 m breit, 3j m lang) eignet sich seiner vorzüglichen Lage wegen besonders sehr für ein Rseisswaapaa- Geschäft bezw. Holland Waaren. Gest. Offerten erbeten suK Ch. 4000 an die Buchhandlung von Ntilh. Elsten in Eilae» bürg.[1169 ToMenlokrMier Wahlverein im 4. Berliner Reichstags-Wahlkreis. DaS Mitglied LHch Schulz ist am 11. d. M. beim Baden ertrunken und wird heute Abend t6 Uhr auf dem Zentral- friedhof in Friedrichsfclde beerdigt. Derselbe war ein überzeugtes eifriges Mitglied. Ehre seinem Andenken. Um zahlreiche Betheiligung der Mitglieder bei der Beerdigung ersucht Dep Vorstand. Zu beziehen durch die Grxedition: Zimmer str. 44. Sn Boltp»rag.#, tn ftstt»««* ist(Mlai«richte»«»: Ver Nklit Mtlt-Kalcni>cr sSr 1S90 »terzehnker Jahrgang I»h»lt, «»l«»d»rUn».-«MMi«.-«effe» «1* Wirft«.— 3m tnUlairf de, gahre»(mtt «»t.— Mädche»»u« dem Solle(3Ilullr»twn). —»«e»eriieb»re».«k»»dlung oon«.Schwetchel. — BliUI Sedtcht«Ü Illuftrattoii.— Met' 1k« t» pfäliijchet — Die BerdretNuigSmtttelderPfloazen. Ben Pr»t. Dr. A. Dodel-Port.— Sturm am Sträp». Sedtcht D« Herm. Lw«.—>»»er t»tk«a(Baak. Er»tdlml, Bon 3.?. Maurer. — St Mim Schdwweln. Süchfische Ballade. der Soune. Von Oiwald»Shler.— ........-»M irr den der _________________ 3-tqq Dt-daen(mit Sartrait).— Sultu,»räcker(mit .— Oftrtflloiftn.»«dicht.— Her» ist (Silk.)— KlieZende»litter(iHuftr.). >, Sitstlel it.— Post- u. Telegratcheti- u»chrtcht«t.— Hierzu� vier»Udler! Di« Bier ''kaleu»«. Zah eilen.—«w«and Zu beziehm durch die Gqudttum: Zimmerstr. 44. Danksagung. Allen Freunden, Bekannten und Kollegen meines Mannes, sowie allen Denjenigen, welche mir ihre Tbeilnahme bei der Beerdigung meines Mannes vtto Thiele haben zu Theil werden lassen, meinen tiefgefühltesten Dank. 1165s Wittwe Thiele. sppi ll. Mi'fam Gr. Lager, bill. Preise! I Emil Heyn, Bntnnenstr. 28, Hof part. Theil*. nach Uebereliikunft. Eroßc össcitlilhe Jersmililliilg der Hausdiener Deriius. am Freitag, den 21 d., Abends 8I2 llhr, bei Jordan. Nene krösp. Tages-Ordnung: t1,0; l. Ist durch eine Organisation eine vefferstellung unserer Lage 4?(Je# Referent: Wilh. Werner. 2. Diskussion. 3. Giünvung eines FachblalteS. 4.-de! Zur Dickung der Unkosten findet eine Tellerfammlung ft»l..„«-e- � 11681_ per Einberu�>j Hiermit wird bekannt gegeben, daß laut Beschluß der General» Verav»� des„Derbandes deutscher Jimmerlente darauf aufmerksam gemacht wird, daß, so lange der Ctretk der Kistcnmacher anda u jeden Zimmerer warnen, in dieser Branche anzunehmen, trotz des vielleicht gebotenen hohen Lohnes. Wir hoffen, daß Jeder streng darnach handelt, selbst auch jeden Kavier'"'. und darauf aufmerksam macht. Soeben erschien: Ate KescßilHte der Von K. KomWeti. llßS?K T. ä Heft»0 Pfennige. Zu beziehen durch die Ervedition, Zim merstraße 44. Soeben erschien: ��Zu�z�her�dur��- Soeben erschien! Das Gesetz, betreffend» Invakillitäts- mA AkterKverftckleeung der Mit Erläuterungen von äugust Bebel und Rani Singer. Kartonirt Preis 50 Pf..« D« be;tetze« durch die Grpedttion» ZimmerKroßr 3� Soeben erschien Der wahre Iarod Hr. 80. Zu beziehen durch die Expedition, Zimmer. straße 44. empfiehlt Karle, Lausitzer» platz 1, Ecke Waldemarstr. Ein Mehl- und Borkost-Geschäft mit vielem Bier- und Schnapsoerkaus(Fabrikkundschaft) ist billig.zu verkaufen. JohanniSftr. 21. U126 Arlieitsmarkt. TUchtige Schpaubendreher gesucht. L. Leumann, Gr. Frankfurterstr. 88a. Ehenille-Arbeitcr auf Chenille-Maschine findet bei gutem Lohn außerhalb Berlins dauernde Stellung. Meldung b. F. EiSuer, Kurstr. 38, III. Schuhmacher verl. Quals, Rathenowerftr. 85. Tücht. Dreher v. Lampenfabrik.Brandenburgftr. 6. Tüchtige Sarbigmachcr und verfilberer werden verlangt Waldemarstr. 15. 11174 WminWlldt in jeder Preislage! W. Hasenclevef 1. Geschäft: Chansteestraße 4� 2. 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'e'®T& n- und d wachse- K» i Arbnl-d« e fchiw? ißÄ? ,D »« -Ä ut-»� w ** llS »li i®.is� iberu�V f'l'T'1/ !»WJ, mcrade» � fnu�Jr k 195. Donnerstag, den ÄÄ. Kngnst 18�9. 6. Jahrg. Wk8 lange wahrt, wlrd gat 0ar nichts, fügt der Volksmund bezeichnender Weise Ansicht drängte sich uns sofort auf, als wir die von j � ren'. meist gut unterrichteten Blättern gebrachte Notiz Wm? i? ReichSregicrung sich dazu verstanden hat, die Behandlung der Frage der allgemeinen Einführung �mchtt Schiedsgerichte schon für die nächste ReichStagSsesston der Notiz hat der Bundesrath bereits eine Subkom- �>t»K» m�esctzt, als deren Referent der baierifche ftellver- hj, ��otlmächtigte, Oberregierungsrath Landmann, fungirt, Auftrage, den Entwurf eines Gesetzes über gewerbliche fem suchte auszuarbeiten und für die nächste Reichstags- Jii. 8r»u stellen. fexL gesetzgeberische Regelung der Frage der allgemeinen gewerblicher Schiedsgerichte ist zur unabweisbaren �Zendigke» geworden. � � 1878 hatte die Reichsregierung einen derartigen Ge- Uj- Uks tm Reichstage eingebracht, der aber eine Majorität fed«,>. u>eil man frch mcht einigen konnte, wer den Vor- ?, dks Schiedsgerichts zu ernennen habe. Dies war fekfr* der äußere formale Grund. Der wirkliche Grund, i« Majorität ihre Haltung diklirte, war wohl darin feiW� � man befürchtete, den Arbeitern ein Postulat zu *it eL Welches von denselben benutzt werden wurde, !>ii»in? �Ä�iten heraufzubeschwören als zu schlichten. fer,®ort, man hatte kein Vertrauen zu dem Arbeiter- Folgezeit hat gelehrt, daß derartige Befürchtungen -»»ow �— v llnh h„ltri,a mnr.„„ nach frei smulB grund- und haltlos waren. If\� � ftA K öwt ß* «s ese� blä� � Finp» ei[C 0*0*1 Il�Oa h oerschanzte sich hinter dem Hinweise, daß es ifei. Gewerbeordnung den Gemeindebehörden ja urch OrtSstatut Schiedsgerichte einzusetzen, diese Be� %? Betiüge noch vollständig dem Bedürfniß. tzrjj,..den Städten nun, wo im Laufe der Jahre Schicds- fe r. urch Ortsstatut durch die Gemeindebehörden etablirt fe.\-ö- in Leipzig, Nürnberg, Frankfurt a. M., Ham- sich die Rechtsprechung derselben die allgemeine iNtn ifeito'ommen, die Institutionen, die ihnen die Gewerbe- «feie« das Jnnungsgesetz zu errichten gewährleistet, ein- felz* So ist von Jnnungs-Schiedsaerichten so gut wie gar fe-lit fanden. Und das ist gut. Es könnte sonst ein Fa- fe dn, sicher Mitglied einer Innung wäre, bei Streitigkeiten Uch,. iiiesellen von diesen nur bei dem JnnungS- Schieds- fe'bsn0011 leinen anderen Arbeitern nur bei dem Gewerbe- L belangt werden. f �tan. also zu wünschen, daß bei der gesetzlichen Regelung fes(Je nur ein für alle Arbeiter und Uniernehmer zustan- mied. Der Einwurf die allgemeinen . v.v__________,.aß es nicht an- >Owcr?7. Schneider oder Schuster in Streitigkeiten zwischen N,.1°der Schlosser oder auch umgekehrt zu Gericht sitzen S Z durchaus nickt stichhaltig. Die Fragen, die der Juris- " Gewerbe- Schiedsgerichte bis jetzt unterstehen, be- .. Jungfrauen. Ni(Utbem im neuen Deutschen Reiche die Ackermänner Boden bearbeiten, um die liebliche Pflanze, ge- fe dieVigungsnachweis, zur Entfaltung zu bringen, sind /�ifeia��dlogen in der Anwendung von Titeln wieder kHenh t stoworden. DaS Prädikat Jungfrau wird von fc"tte nr. Seelsorgern nur noch in dem Falle verliehen, ?W. �"zeichen dafür sprechen, daß die Reflektantin die fe"3hr armen jungen Dinger, erlaubt nur Keinem zSne!. mi4 Ring am Finger", beherzigt hatte. Merk- �lcise hat diese gereimte Mahnung nicht einen feen Alchen Landpfarrer zum Autor, wie man eigentlich k. sich Jonnte, sondern kein Geringerer als der Teufel selbst » Miu"' Denkmal gesetzt. Freilich gestattete sich Ä."che Majestät derartige moralische Amvandlunaen Zeit, in der ohnehin ihr Weizen blühte. ilfeisii. Ketzer genug vorhanden, die von der heiligen h, Sölfp"! H'lfe der„spanischen Jungfrau" direkt nach kr sich fördert wurden. Während unsere Elektrotech- .feoii�oergeblich den Kopf zerbrechen, um eine möglichst ' feg ber Hinrichtung zu erfinden, hat da« Mittel- »l,. vvv lUji UHy Q** vv) v*» vv»»�*7_ k! tvas.r'" solchen Dingen groß war, dieses Problem auf S«S ä. Ä & �"�ichtupg "1�1 o- t,'7'unS die Form einer üppigen Jungfrau gab. V�'ich eine solche Jungfrau ihr Innerstes wju war für alle Zeit die Möglichkett , noch anderweitig Liebschaften anzuknüpfen. saven mir nur noch in Museen Gelegenheit k�oe"•.wir nur noch tn Museen Geeegenyeii if W.t�'l'liche Wesen zu studiren, daß aber auch mit k'»<>ß'�en Jungfrauen der Gegenwart nicht zu spaßen hM h-�sfeten jene spanischen Soldaten erfahren, die Versuchung, ein kühles Bad zu nehmen, nicht konnten, bei diesem schamlosen Beginnen aber treffen nur den Antritt, die Fortsetzung oder Aufhebung des Arbeitsverhältnisses, sowie die auf den gegenseitigen Leistungen aus demselben resultirenden Streitfälle; ferner auch die Erthei- lung und den Inhalt der Arbeitsbücher und der Zeugnisse. Das sind also alles Einzelheiten, bei deren Entscheidung eine spezifische Fachkenntniß durchaus nicht erforderlich ist. Sollte aber auch der Fall eintreten, daß in den Streitfällen, die aus den„Leistungen" des Arbeitsverhältnisses resutliren, Fach- kenntniß erforderlich ist, so wird das Schiedsgericht ebenso gut wie heute das Gewerbegericht durch Ladung und Ab- hörung von Sachverständigen sich Aufklärung verschaffen Die Arbeiter haben alle Ursache, die Entwickelung der Angelegenheit aufmerksam zu verfolgen, umsomehr, als ziemlich bestimmt feststeht, daß die Reichsregierung und auch die Majori- tätsparteien des Reichstages dem allgemeinen direkten Wahl- recht, aus welchem die Beisitzer der Schiedsgerichte in getrennten Wahlköipern aus den Reihen der Arbeiter und Unternehmer nach stillschweigender Voraussetzung der Arbeiter hervorzugehen haben, heute nicht mehr so sympathisch wie früher gegenüber stehen, sondem daß die Absicht besteht, die Gewerbe- schiedS- geeichte auf die Gesetze der Kranken- und Unfallversicherung aufzupftopfen. Wir werden ja sehen, wie der Hase läuft. Die Arbeiter aber inSgesammt, und gewerkschaftliche Organisationen insbesondere, haben darüber zu wachen, daß das Recht der Selbstverwaltung und selbstständigen Gerichtsbarkeit in Gewerbe- fachen nicht illusorisch gemacht wird durch Wegräumung der demokratischen Grundlage dieses Rechtes, durch Beseitigung des „allgemeinen direkten Stimmrechtes" für die Beisitzer der Schiedsgerichte. Wer da glaubt, daß wir uns in voreiliger Schwarzseherei ergingen, den verweisen wir einfach auf die Thatsache, daß die Rechtsprechung der Schiedsgerichte bei der Unfallversicherung sich bis jetzt noch nicht der Anerkennung der Arbeiterkreise zu erfreuen hat, sondern, daß es mit lebhafter Freude begrüßt wird, daß in dem Festsetzungsverfahren der Unfallrente das Reichs- versickernngsamt das letzte Wort zu sprechen hat. Vergegenwärtige sich jeder Arbeiter den EntwickelungS- gang, den die Frage der gewerblichen Schiedsgerichte durch- laufen hat. 1878 legte die Reichsregierung selbst einen Gesetzentwurf vor auf der Grundlage des allgemeinen direkten Wahlrechtes für die Beisitzer. Ter Entwurf wurde von der Reichstags- Majorität abgelehnt, weil man sich mit der Reichsregierung nicht über die Besetzung der Stelle des Vorsitzenden einigen konnte, der, wie die Majorität annahm, in vielen Fällen ausschlaggebend bei den Entscheidungen sein würde. Konnte man sich dieses Postens nicht versichern, so ließ man lieber das ganze Gesetz unter den Tisch fallen. Die Frage der Gewerbe- Schiedsgerichte ruhte nun so lange, bis der bekannte Arbeiter- schutzgesetzentwurf seitens der sozialdemokratischen Reichstags- fraklion 1885 eingebracht wurde. Dieser Entwurf verlangte unter anderem auch die Einführung von Arbeitskammern mit der Befugmß der schiedsrichterlichen Gewalt für alle Arbeiter. Die zur Berathung dieses Entwurfs eingesetzte 28gliedriae Kam- Mission lehnte neben allen anderen Anträgen auch diesen An- trag auf Errichtung von Acdeitskammern ab, entschied sich aber für eine Resolution, welche die Einführung der gewerblichen Schiedsgerichte obligatonsch verlangte. Die Reichsregierung hat sich um diese Resolution bis zum Schluß der letzten Reichstagssesswn blitzwenig bekümmert, denn das Verhalten der Reichsregierung bei Berathuna des in der letzten Session eingebrachten deutschfreisinnigen Antrags auf Einführung der in jener Resolution geforderten gewerblichen Schiedsgerichte ließ gerade kein wärmeres Gefühl bei der Regierung für die Angelegenheit erkennen. Die Reichsregierung verhielt sich vorweg erst in vornehmem Schweigen. Später er- klärte dann Herr Geheimrath Lohmann, die Reichsreqierung stehe dem Antrag zwar gerade nicht ablehnend gegenüber, könne aber auch ein dringendes Bedürfniß nicht anerkennen. Letz ere Ansicht niuß nun wohl in das Gegentheil umgeschlagen sein, vorausgesetzt, daß die gebrachte Meldung trotz der gut unter- richteten Seite keine Ente ist. Mögen die Arbeiter aber ebenso einmüthig und rückhaltlos wie bei der Vorlage der Alters- und Invalidenversicherung der Reichsregierung ihre Wünsche und Ansichten betreffs der Gewerbe- Schiedsgerichte bekannt geben, damit man später nicht in die Verlegenheit kommt, bekennen zu müssen: es hat zwar lange gewährt, aber taugen thut es doch nichts. von einer Schaar Jungfrauen ertappt und mit Steinwürfen so übel zugerichtet wurden, daß sie das Hasenpanier er- greifen mußten. Für einen Vaterlandsvertheidiger mag ja eine solche Situation nicht besonders angenehm sein, indeß die spanischen Jünger des Mars konnten sich damit trösten, daß lange vor ihnen anderen„ritterlichen Ge- stalten" ähnliches passirt ist. So erzählt Göthe, daß die Grafen Gebrüder Stollberg in der Schweiz ein gleiches Malheur erlebt haben. Die jungen Grafen liebten es auch im Freien zu baden, und so lange sie dieser Passion in Deutschland fröhnten, schüttelten zwar die Spießbürger bedenklich mit den Köpfen, wagten aber doch gegen wirk- liche leibhaftige Grafen nichts weiter zu unternehmen. Als die hochgeborenen Herren aber auch an den Ufern der Limmat bei Zürich in jenem Kostüm umher spazierten, das Vater Adam als Galakleid trug, wurde ihnen durch einen von zarter Hand dirigirten Steinhagel so nachdrücklich das Vergnügen verleidet, daß sie schleunigst einem so ungast- lichen Volke den Rücken kehrten. Gewiß ein untrüglicher Beweis, daß die Schweiz schon von Alters her ein„wildes" Land gewesen ist. Aus dem Alterthum werden fteilich noch schlimmere Dinge berichtet. So hatte der Jäger Aktäon das Pech, an einem Weiher vorbeizukommen, in welchem zu derselben Zeit die jungfräuliche Diana ein Bad nahm. Aktäon würde sich nun gewiß glücklich geschätzt haben, wenn er mit etlichen Steinwürsen davongekommen wäre, doch Diana strafte ihn viel härter, indem sie ihn in einen Hirsch verwandelte und von seinen eigenen Hunden zerreißen ließ. Schaudernd wenden wir den Blick von solcher Greuelthat und preisen dankbar die Natur, daß sie unseren jungftäulichen Zeit- genosfinnen solche dämonische Kräfte vorenthalten hat, wie sie die mythischen Damen des Alterthums besessen haben. Ein Freund, der sich rühmt, mit den Geheimnissen des weib- Lokales. Der Vollendung des neue« Wehres unterhalb de» Mühlendamme», mit dessen Bau die kgl. Bauverwaltung Ende 1888 begonnen hat, wird bis Ende dieses Jahres entgegen gesehen werden können. Was die übrigen zur Spreereguli- rung theils vom Staate, theils von der Stadt auszuführenden Bauten betrifft, so hofft man in den maßgebenden Kreisen, daß man dieselben bis zu dem im Vertrage vom 24. Juni 1888 vorgesehenen fünfjährigen Termin, also bis zum Jahre 1893, wird zur Ausführung bringen können. An Schwierigkeiten, welche diese Ausführung verzögern, fehlt es allerdings an allen Ecken und Enden nicht. So kann der Abbruch der unterhalb des Mllhlendammes belegenen alten, zu beseitigenden Stauvor- richtungen nicht eher bewirkt werden, als bis das neue ström- abwärts gelegene Stauwerk fertig in Thätigkeit geletzt sein wird. Die Schleusenanlage ist in ihrer Vollendung abhängig von der Verlegung der Amtsräume des Polizeipräsidiums nach dem Alexanderplatz. Der Neubau der Mühlendammbrücke und der Brücken im Zuge des Mllhlenweqes kann nur stückweise und so betrieben werden, daß der Betrieb der darüber geführten Pferdebahnlinien zu keiner Zeit unterbrochen wird. Die noth- wendige Rücksichtnahme auf den Straßenverkehr verbietet es ferner, die drei von Alt- Berlin über die Svree führenden Wege durch Umbau der Mühlendammbrücke, der Kurfllrstcnbrücke und der Friedrichsbrücke gleichzeitig zu sperren überdies macht die Umgestaltung der Kurfürstenbrücke die mit außerordentlichen Schwierigkeiten verbundene vorherige Entfernung und spätere Wiederaufrichtung des daselbst besind- lichen Denkmals crtorderlich.— Trotz dieser und noch vieler anderer Sckwierigkeiten hofft die Bauverwaltung in 5 Jahren durch die Vollendung der großen Bauten das in sanitätlicher Hinsicht und für die Erleichterung des Verkehrs außerordentlich wichtige Werk als fertiges Ganzes hinstellen zu können. Durch dasselbe wird dann der Schifffahrt ein neuer, bequemer, für Fahrzeuge bis 8000 Zentner Tragfähigkeit benutzbare Weg aus der Unter- in die Oberspree und umgekehrt, eröffnet sein. Endlich— so schreibt man der„Voss. Ztg."— will man mit der Verlegung der Personenstation Wilmersdorf-Friedcnau vorgehen. Seit Jahren schon hoffte man in Geduld auf die Verbesserung der wenig erfreulichen Anlagen, die noch aus jener Zeit stammen, als die neue Verbindungsbahn(die jetzige Ringbahn) die alte zum größten Theile innerhalb der Siadt» mauern befindliche ersetzte. Nach den Erfahrungen und dem Vorbilde der Stadtbahn erwarteten wir, daß die neue Anlage den Wünschen des Publikums beziehentlich dessen Bedürfnissen in vollem Maße gerecht werden würde. Wir glaubten, daß die ganze Strecke von der jetzigen Handjery- oder Print- Regenten- straße bis zur Kaiserallee, also zwischen den beiden Brücken zur Anlage der Station verwendet werde, indem beide Brücken verbreitert, die Geleise auseinandergezogen und zwischen diesen in ganzer Länge ein für den außergewöhnlichen Verkehr berech- neter geräumiger Bahnsteig angelegt würde. Wie bei den Stadt- bahnstationen— so nahmen wir an— erhielte dann dieser Bahn- steig auf eine größere Länge ein Hallendach, das sich möglichst bis über die Treppen erstrecken würde, welche au beiden Enden des Bahnsteiges innerhalb der Brückenanlagen zu den vorge- nannten Straßen hinab anzulegen wären. Wir dachten uns den Betrieb einfach in der Weise, daß die Fahrkartenausgabe nebst Kontrole für den gewöhnlichen Verkehr inmitten des Bahnsteiges stattfände, zu welcher man zwischen festen Schranken geleitet würde, die den entsprechend breiten Bahnsteig gewisser- maßen in drei Längsstreifen«heilen, und Zugleich bei außer- gewöhnlichem Andränge zum Zurückhalten des Publikums und dessen Trennung nach den verschiedenen Richtungen und Zügen dienen müßten. Denn während für gewöhnlich die eine Billet- ausgäbe und-Kontrole wohl noch auf lange Jahre hinaus ausreichen dürfte, wäre es bei dem stets zunehmenden Andrang an Sonntagen und einigen Abenden in ver Woche unerläßlich, schon am Fuße jeder Treppe in den beiden Brücken eine Fahr- kartenausgabe und gleich am oberen Ende der Treppen Kon- trolen an den Einlassen von dem Mittelstreifen des Bahissteiges nach dessen Seiten einzurichten. Wer lange Jabre hindurch den Andrang an solchen Abenden hier gesehen und erlebt hat, wird zugestehen, daß nur auf diese Weise Ordnung und Sicher- heit in die Handhabung des Betriebes gebracht werden kann. Die Schrankenanlagen auf Bahnhof Grunewald sprechen ja auch deutlich genug für ihre Brauchbarkeit, ebenso wie die an den Enden gelegenen Aufgänge kaum einer Fürsprache be- dürfen möchten, zumal da der Bahnhof zwei Ortschaften dienen soll, welche vorläufig noch entgegengesetzt belegen sind. Auf eine solche Anlage mit zwei Endzugängen weist auch ferner die einmal gegebene Straßenzuführung hin, indem beide Straßen, sowohl die Handjerystraße wie die Kaiserallee bei richtiger Wür- lichen Herzens sehr vertraut zu sein, giebt uns zwar die beruhigende Versicherung, daß wenn heute unsere jung- fräulichen Schönen wieder mit so gewaltigen Kräften ausgerüstet würden, sicher wenig Versetzungen unter da» Thierreich, aber desto mehr Verwandlungen störrischer Hagestolze in musterhafte Ehemänner zu verzeichnen sein würden. Sei dem nun wie ihm wolle. Sicher ist, daß die steinschleudernden Jungfrauen den natürlichen Uebergang bilden zu einem besonderen Jungfrauengeschlecht, dessen Ver- treter im flüssigen Element leben, sich ganz mit einem Stein- panzer umgeben und daher Köcherjungfrauen genannt werden. Wenn das Wesen der Jungfrau in der Unnahbarkeit liegt, dann kommt diese Eigenschaft bei der Köcherjungfrau sicher am stärksten zum Ausdruck. Mit unendlicher Mühe sucht das kleine Geschöpf die passenden Steinchen zusammen, aus denen es dann kunstvoll sein Gehäuse errichtet. Ist der Bau vollendet, dann hat die Jungfrau eine absolut sichere Position inne. Dabei kann sie beliebig ihren Platz wechseln, Nahrung zu sich nehmen, kurz sie befindet sich in einer Lage, die nichts zu wünschen übrig läßt. Selbstzufrieden führt sie denn auch jahrelang ein beschauliches Stillleben, bis der Ruf der Natur auch an ihren Panzer pocht. Und seltsam, selbst durch Kieselsteine hindurch wird der allmächtige Ruf der Natur vernommen, und ihm unweigerlich Folge geleistet. Jener süße Drang, der schon so mancher Jungfrau verderblich geworden ist, er- faßt auch endlich dieses kleine Wesen. Der so mühevoll er- baute Panzer wird achtlos verlassen, ein verjüngtes Geschöpf steigt in die Lüfte empor, und mit vollen Zügen genießt die kleinste der Jungfrauen den so lange entbehrten Honig der Blumen und der Liebe. A. G e r i s ch. digung der thatsächlichen Verhältnisse die gleiche Berechtigung dazu haben. Liegt jene einstweilen dem bisher vorzugsweise bebauten Theil von Friedenau näher, so trifft bei dieser das- selbe für Wilmersdorf zu und außerdem befindet sich in der- selben die Dampsbahnlinie, deren Haltepunkt an dcr KreuzungS- stelle mit der Ringbahn auch wohl eine gebührende Berücksich- tigung erheischen möchte... Wir erstaunt sind wir aber über das, was uns betreffs des zur Ausführung bestimmten und, wie es heißt, schon allseitig genehmigten Projektes zu Ohren kommt! Statt der von Natur gebolenen Aufgänge unmitletbar innerhalb der Brücken von beiden Straßen aus soll südlich auf der Fricdenauer Seite eine neue Parallclstraße zur Bahn ge- schaffen und von dieser in deren Mitte ein Tunnel quer unter den Geleisen bis zur Miltelaxe des Bahndammes geführt wer- den, an den sich dann die Treppenanlagen anschließen. Wenn nicht gar eine andere Lesart die richtigere ist, wonach ein solcher Tunnel ziemlich nahe der Handjerystraße, also nahe dem nord- östlichen Theil von Friedenau angelegt und andererseits die Kaiser-AUce beziehentlich Wilmersdorf und die Dampfbahn nicht weiter berücksichtigt werden solle! Ausführbar ist eine solche Anlage freilich, ob aber rationell oder gar im Interesse der Bktheiligten!? Es wäre doch eigentlich kaum denkbar, daß heutzutage bei den Erfahrungen an unserer Stadtbahn eine derartige Anlage, die so wenig schon den Interessen der jetzigen und viel weniger noch denen der demnächstigen Anwohner Rechnung trägt, die Zustimmung der obersten Behörden er- halten sollte! Wenn SparsamkeilSrücksichten die Veranlassung fein sollten, dergleichen unauskömmliche und einseitige Anlagen zu schaffen, so könnte man das mit Recht oerurtheilen, denn schließlich ist nichts kostspieliger, als falsch angebrachte Spar- samkeit. Da jedoch inzwischen mit der Bauausführung noch nicht begonnen ist, so geben wir uns der Hoffnung hin, daß man von oben herab doch noch ein Einsehen haben werde und in gleichmäßiger und gerechter Würdigung der Interessen beider in Betracht kommender Ortschaften Anlagen schaffen werde, die nicht nur bem augenblicklichen dringendsten Bedürfniß, sondern auch auf längere Zeit hinaus noch dem anwachsenden Verkehr sowie den zunehmenden Ansprüchen genügen. Die Killetstontrole auf der Pferdebahn wird von den Fahrgästen in der weit überwiegenden Mehrzahl und trotz des langjährigen Bestehens dieser Eimichtung immer noch mit einem gewissen Widerwillen ertragen und man kann fast bei jeder Fahrt den einen oder andern Fahrgast bemerken, der den ,n den Wagen eintretenden Konlrolbeamtcn einen eigentlich für die Direktion des Unternehmens bestimmten Bück zuwirft, der vielleicht noch unfreundlicher ausfallen würde, wenn nicht eben der ruhig überlegende Berliner sich sagte, daß dieser Beamte nicht wohl für die Anordnungen der Direktion verantwortlich gemacht werden kann. Aber Proteste gegen die lästige Kontrole der Fahrgäste werden oft genug von diesen und in den mannig- fachsten Formen angebracht. Am Sonntag Vormittag bestiegen mehrere Herren die Decksitze eines Wagens der Linie Görlitzer Bahnhof— Zoologischer Garten. Es herrschte ein lebhafter Wind da oben, der unangenehm durch die Obren pfiff. Schnellentschlossen knüllt der Eine den empfangenen Fahrschein zusammen und steckt ihn in das dem Winde ausgesetzte Ohr. Das Beispiel findet Nachahmung und als der Kontrolcur später ausstelgt erhält er die Fahrscheine in einer sehr fragwürdigen Beschaffenheit. Das Verhallen der Fahrgäste ist nicht hübsch und man kann es nicht zur Nachahmung empfehlen, aber als demonstrativ gegen die lästige Kontrole kann man seine Berechtigung nicht bestreiten. Unsere alten Berliner Omnibusse sind lange Jahre vor der Pferdebahn ohne diese lästige Kontrole der Fahrgäste ausae- kommerr; erst seit kurzen haben sie den Verkauf von Fahr- scheinen eingeführt, aber die Fahrgäste haben dort nie über Kontrolsckerereien zu klagen wie bei der Pferdebahn. Es wäre wohl an der Zeit, daß die Pferdebahn an eine andere Form der Kontrole denkt, bei der die Fahrgäste nicht wie heute in Mitleidenschast gezogen werden. Der snngst erwähnten„DusammenstrUnng der meteorologischen Beobachtungen des Jahres 1887", her- ausgegeben vom königlichen meteorologischen Institut, ent- nehmen wir über die mittlere Jahrestemperatur einzelner Ort- schaffen folgende Zahlen: Der wärmste Ort des preußischen Äeobachlungsnetzes war Köln mit einem Jahresmittel von 9,3 Gr. C., dann folgen Aachen mit 9,2 Gr., Darmstadt mit 9,0 Gr., Trier mit 8,9 Gr., Boppard mit 8,7 Gr. und Soest mit 8,6 Gr. Bemcrkenswerth ist aber, daß das meteorologische Institut diese sämmtlichen Temperaturen für zu hoch hält und das Ergebniß infolge dessen mit einem Fragezeichen versehen hat. Der wärmste Ort Preußens, dessen Temperaturmessungen als unzweifelhaft gelten können, ist— Bertin. Hier wurde auf der Station im SW.(Teltower Straße) eine Jahres- temperatur von 8,5 Gr. ermittelt, während die beiden anderen Stationen im N.(Jnvalidenstraße und Weinbergswea) nur eine solche von 8,2 Gr. hatten. In Potsdam und EberSwalde beträgt die Jahrcstemveratur nur 8,0 Gr., in Frankfurt a. 0. 7,6 Gr., in Landsberg 7,5 Gr. Hieraus ergiebt sich auch, daß man ge- wöhnlich den Einfluß der Großstadt auf die Temperatur überschätzt; denn man meint oft, daß es in der Stadt stets um 1—2 Gr. wärmer wäre, als außerhalb derselben. Die militärische Station in der Kaserne der Luftschiffer-Ablhei- lung, die auf dem Tempelhofer Felde sehr frei liegt, ist leider noch nicht das ganze Jahr in Thäligkeit gewesen; in den elf Monaten, während deren sie arbeitete, war es dort aber nur vm durchschnittlich 0,7 Gr. kälter als in der Teltowerstiaße. Eine zuverlässige Station im Zentrum der Stadt fehlt freilich; es würde auch schwer sein, eine solche frei von störenden Ein- flüffen zn errichten. An Ortschaften, die sich sonst noch durch «ine hohe Müteltemperatur auszeichnen, erwähnen wir Frank- surt a. M. und Geisenheim mit 8,4, Dessau und Wiesbaden mit 8,3, Frankenhausen(?) und Halle a. S. mit 8,2, Cleve, Magdehurg und Kiel mit 8,1 und Stettin(?), Liegnitz und Osnablück mit 8/) Gr. Bei den Ort'chaften mit niedriger Temperatur spielt naturgemäß die Höhenlage eine große Rolle. Die in der norddeutschen Ebene belegenen Stationen haben bis auk die im äußersten Ollen eine Mitteltemperatur von 7 bis 8 Gr. In Ostpreußen, Westpreußen und Hinte, pommern sinkt dieselbe meist unter 7 Gr. und ist am niedrigsten in Reu- Steltin und Alistadt bei Gilgenburg mit 6,1 Gr. sowie in Marggrabow mit 6,0 Gr. Die kältesten Höhestationen find JnselSberg(Thüringer Wald) mit 3,1 Gr., Schmücke(ebenda) mit 2,9 Gr., Glatzer Schneeberg mit IL Gr., Brocken mit 1,3 und endlich die Schneekoppe mit Minus 0,8 Gr. Wir be- merken, daß diese Zahlen sich nur auf das Jahr 1887 beziehen, das im allgemeinen etwas zu kalt war. Di- Ehrenrettung der Frau Kandrork und damit zugleich die Verlherdigung des Herrn Sröcker unternimmt Mrlsionsdirektor Dr. Wangcmann in einem von ihm unter. zeichneten Artikel in der„Kreuzzeitung". Es ist der Frau Sandrock zu gönnen, daß ihre Freilassung den schlimmsten Verdacht, der gegen sie obgewaltet hatte, beseitigt zu haben scheint, aber die Beweisführung des Herrn Dr. Wangemann schießt über ihr Ziel hinaus. Derselbe macht der Presse Vor- würfe wegen ihrer voreiligen Verdächtigung der Frau Sand- rock; aber der Verdacht ist nicht von der Presse ausgeheckt, sondern, wie die„Berl. Ztg." richtig bemeikt, zuerst von der Behörde gehegt worden, weiche zur Verhaftung der Frau Sand- rock schritt, und die Presse schloß erst aus der Verhafiung auf das Bestehen des Verdachts. Es behält ferner die Annahme eines Selbstmordes des Knaben aus Furcht eme starke Wahr- scheinlichkeit; den Fall, wenn er so liegt, leicht zu nehmen, ist aber wohl nicht Jedermann gegeben. Eine keineswegs un- wichtige Frage harrt übrigens immer noch der Beantwortung. Auch Herr Dr. Wangemann konstatirt nämlich:„Es wurde abgemacht, daß das Kapital(6000 Mark) ihnen— nämlich den Sandrock'schen Eheleuten— nach vollendeter Lehrzeit, oder aber nach dem etwaigen Tode derselben zufiele." Ein solcher Kontrakt verdient den schärfsten Tadel und es erscheint kaum begreiflich, wie er überhaupt abgeschlossen werden konnte. Ist Herr Stöcker der Vormund der Knaben Lindemann gewesen und hat er den Kontrakt mit dem Sandrock'schen Ehepaare abgeschlossen? Ei« Hansumzug, bei welchem nach amerikanischer Manier ein ganzes Gebäude fortgewälzt wurde, verursachte vor etwa acht Tagen im Nordosten der Stadt bedeutendes Auftehen. Auf dem Grundstück Fciedenstraße 50 hatte der Steinmetz Herr F. ferne Fabrik für Grabdenkmäler inne und beabsichtigte, da auf dem Platz Gebäude errichtet werden sollten, sein Etablisse- ment nach einem auf der anderen Seite der Friedenstraße be- legenen Grundstück Nr. 86 zu verlegen Um jedoch die durch den Abriß und Neuaufbau seiner Werkstatt, eines massiven, einstöckigen Gebäudes, enlstandenen Kosten, welche ziemlich be- trächtlich. zu sparen, ließ Herr F. das etwa 12 Meter lange und 5 Meter hohe Gebäude mittelst Winden aus dem Ero- boden herausnehmen, dasselbe sodann auf Walzen stellen und nachdem F. die polizeiliche Erlaubniß zu Theil geworden, wurde in der Nacht zum 12. d. M. den Umzug vorgenommen. Die Nachricht des Gebäudeumzuges halte sich bald in der Nach- barschaff verbreitet, und in zener Nacht standen Tausende von Menfchen in der Friedenstraße in der Nähe der Friedrichs- felderstraße, um dem seltenen Schauspiel beizuwohnen. Punkt 3 Uhr Nachts wurde mit dem Haustransport begonnen, zu welchem Zwecke 25 Zimmerleute mittelst Balken, welche als Hebel dienten, nach etwa vierstündiger Arbeit das Gebäude unter nicht endenwollendem Jubel der Menschenmassen an seinen neuen Platz Friedenstr. 86 schafften. Unter den Originalen im alten Berlin war einer der bekanntesten jener Cicerone, der den biederen Landleuten in der Säulenhalle am Museum die Wandbilder erklärte. Sein Redestil war ungefähr folgender:„Däseus(TheseuS) und Herr KuleS(Herkules) waren starke Kriechen und befrcidten das Vaderland von wilden Dicren."— In seinen besten Zeiten hatte dieses Original am Reuen Museum eine Art Naturalien- kabinet etablirt, vor dem er auch ein Paar lebende Thiere demonstrirte. Was für Naturmcrkwürdigkeiten das waren, wissen alte Berliner noch zu berichten, ein Paar Eidecksen, in einem vergitterten Kasten, eine Ratte und ein paar Schlangen- eier, das war alles! Diese demonstrirte er wie folgt:„Die Schlangeneier, wenn sie frisch sind, sind doppelt so groß, diese taugen nicht mehr, sie sind vertrocknet." Das Publikum aber war genügsam, es zahlte seinen Obolus und zog dankbar für diese naturhistorische Belehrung weiter. Urber das masikalische Kerlin läßt sich, wie schon im vorigen Jahre, so auch in diesem eine in mancher Beziehung merkwürdige Uedersicht aus dem soeben erschienenen„Deutschen Musikerkalender" gewinnen. Von Musikzeitschriften erscheinen in Berlin 5, in Charlottenburg 1, von Musikverlegem giebt es in unserer Stadt 39. in Charlottenburg 1, in Potsdam 4. Neben den königlichen Anstalten, der Hochschule für Musik mit ihren vier Abtheilungen und dem akademischen Institut für Kirchen- musik, zählen wir in unseren Mauern 59 private Pflegestätten der edlen Musika, nämlich 4„Akademien", 24„Konservatorien", 16„Jnstituie", 11„Schulen", 2„Lehranstalten" und je ein „Seminar" und 1„Pädagogium". Die Musikdirektoren haben sich binnen Jahresfrist von 101 auf 132 vermehrt, davon 32 mit der Bezeichnung„königlich" und 11 mit dem Professoren- titel. Von Organisten finden wir 57, davon 49 an evangelischen Kirchen, je 3 an katholischen und freien Kirchen(böhmisch- mährische Brüdergemeinde, Jesuskirche, englische Kapelle in Monbijou) und zwei an israelitischen Gotteshäusern. Im NikolauS-Äürgerhosvital ist nach wie vor eine Dame, Fräulein Peters, als Organistin thälig. An Militärkavellen finden wir 15, an Konzertsälen ebenso viel, darunter die größten der Kroll'sche Saal und der Wintergarten im Zenlralhotcl für je 2000, die Philharmonie für 3000 Personen. Von Gesang- und Musikvereinen nennt der Kalender 72, doch sind hierbei nur die bekanntesten aufgeführt, und schon im vorigen Jahre wurde darauf hingewiesen, daß allein die Zahl der Gesang- vereine sich auf mehr als 800 helief, eine Zahl, die sich inzwi- schen bei dem Anwachsen Berlins und der wahrlich nicht ab- nehmenden Sangcslust zweifellos noch vermehrt hat. Allerdings ist die Zahl der Gesanglehrcr und-Lehrerinnen gegen das Vor- jähr nur um eine Person gewachsen; gegenwärtig lassen� sich die Ausbildung der m-nschsichen Stimme 155 Lehrkräfte, 88 Herren und 67 Domen angelegen sein. Von 775 auf 740(490 Herren, 241 Damen) vei minderte sich die Zahl der Lehrer und Lehrerinnen für Instrumentalmusik, was auf eine erfreuliche Abnahme des unaufhörlichen Klavierpaukens scklicßen läßt. Denselben Schluß konnte man vielleicht aus den Piano- forte-Fabriken und Handlungen ziehen, die sich von 214 auf 209 vermindert haben, wie aus den Musikalienhandlungen, deren Zahl von 61 auf 52 gesunken ist, aber mit ihrem alten ungeschmälerten Bestand stellen sich vor die Bresche die 52 Pianoforte- Verlcihmstitute, 15 Klaviaturfabriken und 94 Klavierstimmer. Unvermindert sind ebenfalls die Saiten- fabriken, 18 fiir Darm- und 5 für Drahtsaiten, wie die 20 Fabriken von Musikwerken, worunter wir wohl Drehorgeln, Occhestrions, Spieluhren u. s. w. zu verstehen haben. Von 117 auf 119 stieg die Zahl der Handlungen mit Musik- instrumenten aller Art. Eine diebische Verwandte aus Süddentjchland, die wahrscheinlich eine Gaunerin aus Berlin sein dürste, hat eirnn in der Schönhauser Allee wohnenden Kaufmann M. nicht un- erheblich geschädigt. Bei demselben erschien vor einigen Tagen ein junges Mädchen, welches vorgab eine entfernte Verwandle seiner verstorbenen Frau zu sein und Herr M., obwohl ihm die Verwandiffbafl gar nicht einleuchtete, bot der jungen Dame während der Zeit ihrer Anwesenheit in Berlin Gastfreundschaft an und räumte derselben ein Zimmer ein. Am nächsten Tage jedoch war die Verwandte verschwunden und mit ihr mehrere Gegenstände von Werth, die Herrn K. gehörten. So fehlten demselben ein Portemonnaie mit einigen 50 M. Inhalt, zwei Viertel preußische Loose, welche beide in der letzten Ziehung herausgekommen, deren Beträge aber noch nicht erhoben waren und endlich ein Scklüsselbund, dessen sich das Mädchen be- diente, um die HauSlhür zu öffnen. Der Diebstahl ist sofort der Polizei gemeldet worDen.l Uebee zwei verunglückte Dampfer-Uartieen ent- nehmen wir der„Slaatsb.-Ztg." folgendes: Am letzten Sonn- tag unternahm der Turnverein„Froh und Frei" eine Dampfer- Partie, an welcher sich ca. 280 Personen, Damen und Herren, bctheiligten, auf dem Dampfer„Concordia" der Gesellschaft „Stern" nach Schmöckwitz. Auf der Rückfahrt Abends nach IN Uhr, lief die„Concordia" bei klarem Wetter und ruhiaem Waffer nach kaum einviertelstündiger Fahrt auf: wie die Mit- fahrenden glaubten, mit voller Kraft, wie der Kapitän de- hauptet, mit halbem Dampf: 6 bis 7 Meter m der Minute. Trotzdem wohl eine halbe Stunde lang mit voller Kraft Kontre- dampf gegeben wurde, kam das Schiff nichj( flott.� Schließlich, als aucki'alle sonstigen Versuche, von der Unfallstelle loszukommen, mißglücki waren, sandte man um Hilfe nach Köpnick. Gegen 4 Uhr Morgens kamen endlich von dort zwei Dampfer: diese konnten aber das beladene Sdbist znnächst auch nicht flott machen, und erst nachdem die Passagiere auf einen der an- deren Dampfer umgestiegen waren, gelang es nach geraumer Zeit, die„Concordia" ruckweise wieder loszubingen. Morgens 7 Uhr langie man an der Jannowitzbrücke an, von vielen Angehörigen mit Angst und Sorge erwartet. Hatte es doch die Direktion versäumt, den Verunglückten einen Dampfer entgegenzuschicken, wenn auch nur, um sich nach deren Schickml zu erkundigen. Der Dampfer „Concordia" maßte spätestens um 12 Uhr einlaufen, und wenn er dann nicht eintraf, so war es Pflicht der Direktion, sich nach dem Verbleib ihres Schiffes und der 280 ihr anvertrauten Personen umzusehen.— Gleichfalls am Sonntag(früh 8j Uhr) fuhr eine Gesellschaft von der Jannowitzbrücke mit der des Schiffseigners R. Erpel, Schlesischestraße 41, ab. Joch, der Köpnicker Brücke brach die 00 dem Dampfschiffs; mit genauer Roth entging man einer L mit dem Pfeiler, um darauf hinter der Brücke gegen«flW- zu treiben. Dort mußte alles an"' Cl ÜCl KJlWUt- bvÖv,. v �_______ m Land gehen, da ter Kap. das schiff zur Reparatur frei haben wollte. Nach 2 vv*» i/iqjuiuiut im ljUUCU IÖÜUIC.-'WWW-. konnte die Fahrt fortgesetzt werden, dock schon Zeit hatte auch die Maschine Havarie erlitten, die Maschine versagte und hilflos trieb das Dampsschm Wellen gegen das Ufer hin, bis es in znka Entfernung von demselben im Schilfe festsaß. Der...� und Besitzer erklärte, nichts thun zu können, ÖU � � wären nicht mehr in Ordnung zu bringen, und lor � männlichen Passagiere auf, die Damen durch das scwll ans Land zu tragen. Nach Verlauf einer Stunde lich ein Schifferkahn heran, dessen Mannschaft durch dn Kai uaj nn �cyrncriaqn yeran, oegen uicanniiyasl fenster eine Anzahl Personen herausholte und ans Ute Ehe nun die anderen Passagiere geholt waren, dem Kapitän unmöglich geschienen halte; mit Hilfe eine � war die Maschine wieder in Ordnung gebracht woto- � 2 Uhr langte das Schiff in Schmöckwitz an— halte man auf dem Wasser zugebracht. Jli Schmoow» � der Kapitän dem Vorsitzenden des/ DaWl' er würde die Gcsellschafl mit seinem großen. schiff„Milow" nach Berlin zurückbringen, m«? � er nicht um 10 Uhr, wie ursprünglich festgesetzt w betrag bei der Rückkehr in Berlin gezahlt werden Geld her und— den Führern des— versprochenen Dampfer sah er nicht wieder. Mit oe zuge mußten die Theilnchmer an dieser Partie von � � aus zurückfahren; ihre Angehörißen daheim fanden N fürchterlichsten Auflegung. lieber den Doppelselbstmord zweier Madchen- � Schönberg und Anna Pottel, die sich in einem � Hauses Kurfürstenstr. 3 mitteist ein und desselben„r'.Di" erschossen hallen, erhalten die„N. Nchr." folgende neu � thcilungen.(In unserer gestrigen Nummer t heilten kurz den Selbstmord der Schönberg mit.) Martha � hatte nach und nach große Schulden gemacht nno �r,t Wechsel ausgestellt, die sie nickt einlösen konnte. derangirten Vermögensverhältnisse erhielt sie aus>hken vollständig einen jungen Mann, den sie lddenschasli« � Gestern war ein Wechsel über 2000 M. fällig; sie vertu r( c U.i m.J.1.— r— i— ra.rv... r.;«;.- Al» 1 u geblich, bei ihren Nachbarleuten Geld zu leihen,""ri««> klärte, daß, wenn man ihr kein Geld vorstrecke, sie tul Leben nehmen müsse, hielt man dies zwar für n" «vvv«»»vi»«iiunt./ lUUU UICS) Ö'V"*- denn sie hatte früher bereits mehrmals Selbstmord gemacht, doch fand sich Niemand, der ihr da» � lieh. Von ihren Eltern war sie wegen eines Fevss,? stoßen und hatte von denselben gleichfalls keine H1" /Wtf' warten. Anna Pottel, ihre Freundin, von Beruf. � � Wärterin, war seit Apiil dieses Jahres stellenlos unv u' y» Verhältniß mit einem Arzt eines hiesigen Krankenya habt, der dasselbe, nachdem sie anfangs dieses Jahre» � war, abbrach. Die Stellenlosigkeit rn Verbindung, Verlust des Geliellten ließen llei ihr ellenfalls dcnjss-� jit gedanken reifen. Vorgestern Abend schien beiden geeignete Moment zur That gekommen. Martha m mi» wv4*r4U»iwmF*c»u lülU/ ÜU M t ständig von erstercr erhalten wurde. Abends, zur gewotz.� schloß die Sckönberg ihren Laden, nachdem sie"d J mit ihrer Nachbarschaft in heiterer Laune hatte� und in eincm Hinteren Zimmer vollbrachten U sie der Nacht die schreckliche That. Martha Schönberg d® � vvv � vv. V.;. ,v*,*vvt.*»vvv-fS-UUSJU 1.J- II»' bevor sie zum Revolver griff, noch eine 30 Zdntiw M Wunde am Handgelenk beigebracht, offenbar in oci �|0 sich die Pulsader zu durchschneiden. Ihre Freundin> � ,1» eine Kugel durch die Schläfe. Mit der linken Hand„«ff dann Martha Schönbetg die mörderische Waffe cn ft sich ebenfalls den tölltlichen Schuß beigebracht J sr' Waffe hielt sie, als man die Leiche am andern Morg. noch in der Hand. Erst um 11 Uhr fiel es der K«» aus, daß das Geschäft der Schönberg nicht geoM. und da das Mädchen in der vergangenen Nacht ni« �< Wohnung in der Frobenstraße gekommen war,(# Ve dacht unll benachrichtigte die Polizei. Rack gkiv- � Ocffnen des Ladens fand man die Leiche der Potte» Sopha, die ihrer Freundin neben demselben.(i5, Gin furchtbare» Schadenfeuer, welches wo«.,«i» Verlust von 50000 M. verursacht hat, hat in der J' JiJJ Dienstag jum Mittwoch auf dem Gesundbrunnen Anlaß gaben,-au, genannrem rsrunogucr oennv�. � � einem Kohlcnpl.itze eine Roblederfabrik, sonne die ifff> Schneider und Häster, in welcher der QuartalSfeti, Gerber wegen am 19. und 20. d. M. nicht gearbeitet, Auf nicht aufzuklärende Weise war in den Parterre, a' der Gerberei des zweistöckigen Fabrikgebäudes �euer welches sich bald daraus bis zu der im 2.«lock belegenen ausgedehnt hatte. Bci dem Eintreffen der Losckma bildete das ganze Gebäude bereits em einziges.»�, V»»W«V vmv W VVV*M VV 4SVVV119 VM» VMtn»y VV UV.y U aus welchem nichts mehr zu retten war. Mittelst eine(i, und zweier Handdruckspritzen wurde der Kampf fui� fesselten Element aufgenommen, der sich in erster Li" j, C beschränkte, die nächstgelegenen Gebäude zu schützen gegen �2 Uhr konnte mit der Löschung der eigentlich� V stelle begonnen werden, welche bis 14 Uhr£flU.{iV®* Schaden beträgt, da in den Räumen ein großer Vorra yf unll halbfertiger Waarcn aufgestapelt war, das gefa""% werkszeug verbrannt ist unll von den Gebäuden Trümmer der Umfassungsmauern stehen, etwa..„roV sind mehrere 100 Personen für längere Zeit brotlos il fitr Die abgebrannte Gerberei ist eine Filiale der Hamburg Rosenseld und Breslauer.' Dem Ueret« der Uähmäfchinen- f., arbeiterinnen Beilins und Umgegend zur i»,,« das Mitglied der Ethischen Gesellschaft Erich tz' welcher beim Baden erirunken ist, am Donnerstag auf dem Licktenberger Kirchhof beerdigt wird. � qi»'. welche bie Absichl haben, am Begräbniß Ihcilzunehw' � sich um 4) Uhr in der Wohnung der Frau Gubcla, straße 78, einfinden. jff! Polizeibericht. Am 20. d. MtS. Mittags"Che � Mädchen in ihrem Gcschäfislokal in her Kurfurstenl. ausgefunden. Beide halten sich, vermuthlich infolge i VeimögenSoerhältnisse, mittelst Revolvers erschossen. Vt)�1 _____ V..... Jt v____ � k T. r r t rr, cv.. K�»* 11UV-«1" W....... ch feltgeie»1' b» erst um 11 Uhr da sein. Es wurde dem VorßtzenbA,� , nünFtltel) adM»- Vereins fest versprochen, die Gesellschaft pünktlich„aj zugleich wurde jener aber noch um einen a contö� hott ttorottihnrlort Q�bctCH. den vereinbarten Miethspreis gebeten. Der weigerte sich unter Hinweis auf die Abmachung, daß""- jj 1'"'......."" �-stg- wurde ihm von dem Herrn, entgegnet, daß, wenn der schaft an einer Rückkehr überhaupt gelegen wäre, �ste. a-wie Iwan an einer pcuccreyr überhaupt gelegen wäre, i» langten Betrag unweigerlich zahlen solle. Unter Peoteß» � " P', n••(VMV. r 1|n IIb' diese Zahlungsart gab der Vorsitzende des Vereins V � "' fc—' Schiffes sowohl, w'-. wurden nach dem Schauhause geschafft.— In der u irV Straße I. zwischen der Reichenberger- und Wiencrllroi. ........ M'' einem Nachmittags die Kutsche, flau Steinbrück von einem beitSwaaen, dessen Pferde durchgegangen waren-»�zt- � und auf der Stelle getödtet.— Zu derselben öV.ße bei den Abbruchsarbeiten des Hauses Doroiheenl t schäftigter Arbeiter von einer etwa 2 Meter hohen y» erlitt anscheinend bedeutende innerliche Verletzung> % ». �Nonnaie utgimtlich, ..""NN verss \m s t ■" 1 h?• sei, Q( M f?« £< d M' K die Än' � Ben IT r'N M Smm f �baritee gebracht werden mußte.— Im Laufe des in? � landen an vier veischiedenen Orten kleinere Brände - welche von der Feuerwehr gelöscht wurden. Gevirhts-BeiUmix. lfm«'* ���perverletzung mittelst eines gefährlichen Werk- Üi« der Beleidigung angeklagt, stand heute der Architekt '«»rl Albert Schulze vor dem Schöffengericht, Abther- (IT) Jo" �"geklagte schuldete einer hiesigen Firma Heldin, � beantragte beim Gericht, da alle ihre Versuche, i0??' erfolglos blieben, Schulze den Offenbarungseid taai'tm nU'offen. Zu dem hierzu angesetzten Termin erschien sfcfT 0'e Er wurde nunmehr durch einen Gerichts- iofc» verhastet. Auf seinem Wege zum Gefängmß traf er Kl a- t der betreffenden Firma. Empört rief er ihm Tir s* de den da ja etwas Gutes angerichtet; warten Sie Ir» b u e es Ihnen gedenken."„Lossen Sie sich morgen l'feilr n mit Sauerkohl gut schmecken," gab der Prokurist i«, cvJ'S Muck. Diese Antwort, die zum Schmerz auch noch » � fugte, hatte Schulze tief verletzt. Eines Tages traf hzi.'°'yrilch angelegten Prokuristen in der Reinickendorfer- Stoftlis'mlufl ihm den Hut vom Kopf, hieb ihn mit seinem k"?et den Schädel und belegte ihn mit verschiedenen be- H Ausdrücken. Der Gerichtshof verurtheilte Schulze Tagen Gefängniß. Der Staatsanwalt hatte mit Witot den Bildungsgrad des Angeklagten vier Wochen Ittt* Zusammentreffen von Umständen !.»le xrst 14jährige Henriette Eckmann in den tchen Verdacht, zwei HauSdieb st ähle, mittelst Nachschlüssels verübten, begangen zu Februar d. I. war die von Außerhalb hier zu- CtttS,retnen mittelst Nachschlüssels verübten, begangen zu 1. ÄIN""" lC®.in den Dienst der verwittweten Rentier Heil- .er Klopstockstraße gezogen. Am Tage vorher hatte tst u mrem Bäcker einen Hundertmarkschein gewechselt �Ti!in>?' 3wanzigmarkstücke erhallen. Diese that sie in ihr �säm � �?d legte dieses in einer Tasche, in welcher sie �""'«he Pretiosen aufbewahrte; die Tasche verwahrte ffe .»'Z f, verschloffen en Fach des Büffets. Am 6. Februar will ilf Goldstück aus dem Portemonnaie entnommen und sk-l von dem Vorhandensein der 4 Goldstücke über- fekle/ Als sie drei Tage später ihr Portemonnaie •tu(,"adw sie zu ihrem Schrecken wahr, daß eines Än Zwanzigmarkstücken fehlte. Da außer ihren uVk rern uur ihr Dienstmädchen zum Büffet Zutritt Vit, �..letztere die Doppelkrone nicht heraus genommen zu Mm?!,* w, fiel ihr Verdacht auf das neu zugezogene Abi w T>assclbe hatte zwar noch nicht Gelegenheit '�vorzunehmen, wo sie ihre Werthsachen aufbewahre, der " des Fehlens des Geldstücks gegenüber vermochte es anders zu denken, als daß das Mädchen Mschiüssels das Fach geöffnet und die Doppelkrone Kim. ree- Etwas anderes fehlte aus der Tasche nicht. 'Äis, E. bestritt den Diebstahl und blieb auch beim Ab- Mit- mit dem Herbeiholen eines Kriminalschutzmanns M,, wurde. Derselbe erschien, inquirirte das Mädchen und StiJj schließlich deren Sachen, fand aber nichts Ver- IK'en->"' Frau Hellborn inquirirte auch noch an den St n,,t?0en in das Mädchen hinein, und erklärte sich fi Ohnilt. Anralhen ihrer Schwester schließlich zum Ersätze a-t i Geldstücks bereit. Thatsächlich hat sie dann auch *t, nachdem der Kriminalschutzmann mit ihrer Fest- .Ki? batte. Am Abend des 21� Februar erhielt die H. s a- k hatte. Am ''inijflL-Aonha Heilborn von ihrer Mutter ein Fünfzig- �- va, welches sie in ihr Portemonnaie gesteckt haben ? vv deren Vormittag vermißte sie diese 50 Pfennige, � Muner davon Miltherlung, und wiederum wurde Zwinden des Geldstücks dem Dienstmädchen vorge- ifefes antwortete in entrüstetem Tone:„Da soll ich 50 Pf. entwendet haben? Da will ich lieber Qg ersetzen." Am Nachmittag fand Martha H. ein pnigstück in einem Stück Zeitungspapier ein- z-vllen �"ches von der im Hause gelesenen Zeitung jv>>W war, in ihrer Manteltasche vor. Frau �',ig welche annahm, daß ihr Dienstmädchen die ' vige weggenommen und zur Beseitigung des '? die Manteltasche ihrer Tochter gesteckt hat, entließ »(Vieiclbc aus ihrem Dienst und erstattete auch von i-i? Henr>„ Anzeige bei der Polizei. Die Folge davon war, UthM vor!..!W M~, w. W aber in der Annahme, daß der eine Diebstahl ein hfl Eckmann wegen VerÜbung zweier Diebstähle an- iKe fi* vor das Schöffengericht gestellt wurde. Dieses ■Ket t7»der in der Annahme, daß der eine Diebstahl ein v, iinJ*1' für unzuständig, und so kam es, daß sich gestern ° fferien-Strafkammer des Berliner Landgerichts I Ä-inz?we zu befassen hatte. Die Angeklagte, welche einen t/etib Dunstigen Eindruck machte, betheuerte ihre Unschuld Aksckl.n vu und Frl. Heilborn einen Jrrlhum ihrerseits für i di», erklärten: es sei jedoch möglich, daß daS Fach .'gen Schlüssel aufgeschlossen worden sei. Der t M /'ll beantragte, die Angeklagte mit 6 Wochen Ge- t fuliH.bestrafen. Der Vertheiviger Rechtsanwalt Dr. Unn-.. dahingegen mit großer Wärme aus, daß bei den . trotz ihrer Sicherheit eine Selbsttäuschung sehr ir'os w Frau H. sei überzeugt, sie habe 4 Gold- M sw|.�v'temonnaie gelegt, während es doch nur 3 ge- sz>o»'«Nd Fräulein H. glaube sicher das Geldstück ins i,s.'»n» gethan zu haben, während sie selbst es gewesen i? geiw�/s ins Papier gewickelt und in ihre Mantel- IÄm!?1 hat. Wer wäre solchen Jrrthümern nicht schon gewesen? Der Gerichtshof gab diese Möglich- Freisprechung iu verantworten hatte. Der Restaurateur Schulz in BMe, bei dem der Angeklagte in Arbeit stand, be- Dagez hie Unvorsichtigkeit, eine Kassette, die sein lÄitub,0 Ju,m Betrage von über 300 M. enthielt, in seiner x?uf dem Bette stehen zu lassen. Der Angeklagte Vec leirf,.■mon sich vom Hofe aus durch das offenstehende 'üj} ttn0„t den Besitz des Schatzes setzen konnte und— s»z 1 iu um sich mit seinem Prinzipal euren kleinen k erst.?s"ben, holte er die Kassette auf diesem Wege heraus KKonfr. fte im Bierkeller. Erst nach Stunden sei rhm "ankt. im«tcrieucr. vsru ixaa.; ,v tT; ' bi# ö05?ommen, sich das Geld anzueignen, er hatte Ä isette erbrochen und bereits gegen 100 M. von Tcrfu vvrousgabt, bevor seine Thaierschaft entdeckt ,>„(/ Gerichtshof wollte an den„Scherz" um so weniger Angeklagte bereits wegen Diebstahls vorbestraft H�Gerlus� mü 9 Monaten Gefängniß nnd emem s'lKon lz�l'estlche Hermann", alias Schlächtergeselle Sin1"'1' ist s>er kürzlich freiwillig von Amerika zurück- Ä'Ken m�.'knn„drüben" eine Zuchthmlsstrafe wegen �onkerolis, hier jedoch nur eine Gefangnißstrafe >>l>st�Kärperletzung drohte, hatte sich gestern der Z�ep�Mer am Landgericht l> zu stellen, um fem Ur- ?>Il�»N Q betreffenden Körperverletzung zu emvsongen. .'n Würmer 1886, als sich verschiedene Schlächter- SdiiiK'sch-�n�onzsaale des Lokals„Zum Fürsten Wolf- �ien'ich �.Lichtenberg und der Landsberger Chaussee) so iOiitz, trugen, daß ihnen der Wirth das Lokal ver- ,' Am nächsten Sonntag kehrten die Raufbolde m größerer Anzahl wieder, in der ausgesprochenen Absicht, Rache zu üben. Gewaltsam drangen sie in das Lokal ein und um mit der Gesellschaft in möglichst guter Manier auszukommen, ließ sich der Wir>h herbei, Bier einzuschänken. Anfangs ging alles gut, als aber einer von der Gesellschaft ein Dutzend Glas Bier bestellt und jeder Theilnehmer sein Seidel in der Hand hatte, da drehten sich alle auf das Kommando:„Jetzt los!" um und schlugen mit den Seideln auf den Nächstbesten ein, der ihnen in den Wurf kam. Es war ein reiner Höllentanz, der nun aufgeführt wurde. Die geohrfeigten Mädchen sprangen kreischend zu den Parterrefenstern des Saales hinaus, die gemißhandelten Tänzer zum Theil binterher. Einige setzten sich zur Wehr, diese wurden jedoch überwältigt und schwer miß- handelt, einer davon so schwer, daß er für todt auf einen Wagen geladen und nach dem städtischen Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte. Einige der Schläger konnten nicht genügend rekognoszirt werden und schlüpften dem Strafrichter durch die Finger. Sechs werden zu 3— 15 Monaten Gefängniß verurtheiit, der eigentliche Rädelsführer Her- mann Gras, von Hause aus nicht unbemittelt, ging rechtzeitig nach Amerika, weil er wegen des gleichen Vergehens fckion mit einem Jahre vorbestraft war und deshalb eine empfindliche Strafe zu gewärtigen hatte. Die Verhältnisse zwangen ihn jedoch zur Rückkehr. Nach dem Ausfall der sehr umfangreichen Beweisaufnahme beantragte der Staatsanwalt Ii Jahre Ge- fängniß, das Urtheil lautete auf zwei Jahre. Als einen argen Zechpreller und Paletotdieb brandmarkte gestern der Staatsanwalt den Bautechniker Richard Bayer, welcher sich wegen mehrerer Fälle des Diebstahls, Betruges und der Unterschlagung vor der Ferienstrafkammer hiesigen Landgerickks I zu verantworten hatte. In der Zech- Prellerei bat der Mann, gegen welche noch eine ganze Reihe anderer Strafsachen schwebt, allerdings das Menschenmögliche geleistet. So erschien er eines Mittags in einem Restaurant in der Neanderstraße, wo er sich„von zarter Hand" mehrere Stunden mit Maitrank bewirlhen ließ. Er hatte schließstch eine Zeche von 12 M. 75 Pf. gemacht, als es aber an's Be- zahlen ging, stellie es sich heraus, daß der kühne Zecher Nichts in seinem Portemonnaie bei sich führte. Derselbe über- reichte statt der klingenden Münze die Adreßkarte einer auf der Ausstellung vertretenen Firma, der Wirth aber, welcher seine Pappenheimer kennt, glaubte der Versicherung, daß der Gast Mitinhaber jener Firma sei, nicht, konnte viel- mehr feststellen, daß derselbe nur vorübergehend bei derselben beschäftigt war, und er veranlaßte deshalb die Festnahme des Freibeuters. Als sich die Polizeibehörde näher mit der Person deS Festgenommenen beschäftigte, kamen noch mehrere dunkle Flecke auS dem Leben desselben ans Tageslicht. So hatte der- selbe am 27. Mai in Begleitung einer Dame ein Garten- restaurant in der Friedrichstraße besucht. Dort lernte er einen ehrbaren Schuhmachermeister kennen, der gern der Einladung des Angeklagten folgte und mit dem Pärchen, welches schon wacker gezecht hatte ein Turnier auf der Kegelbahn ausfocht. Der Ange- klagte hatte sich auf einen Augenblick entfernt und der Kegel- junge wollte eben dem braven Schuhmachermeister durch den Ruf„Alle Neune!" eine Herzensfreude bereiten, als ihm daS Wort auf den Lippen erstarb und er nur lebhaft mit den Händen auf den nach dem Nachbargarten führenden Zaun wies, über welchen soeben der Angeklagte mit der Geschwin- digkeit eines Turnerkönigs hinüber voltigirte. Derselbe hatte es für zweckmäßig erachtet, die Bezahlung seiner Zeche von ca. 7 M. dem ihm gänzlich unbekannten Meister zu überlassen, welcher denn auch mit stillem Seufzer dieses Ehrenamt über- nahm.— Dazu fallen dem Angeklagten mehrere Diebstähle zur Last, die er an Garderobestücken der bei ihm einwohnenden Chambergarnisten verübt hat. Außerdem wird er von zwei Waldhornisten, die sich augenblicklich auf milrtärischenUcbungen außerhalb Berlins befinden, beschuldigt, daß er ihnen während eines Konzerts bei Buggenhagen die Ucberzieher gestohlen und endlich verzeichnet sein Sündenregister noch einen Geniestreich, durch welchen er sich einen neuen Hut verschafft hat. Er trat nämlich eines TageS baarhäuplig in einen Barbierladen und stellte sich dort mit dem Bemerken vor, daß ihm soeben der der Wind seinen Hut vom Kopfe sortgerissen habe und er sich nun in der fatalsten Verlegenhert befinde. Der mitleidige Haar- künstler borgte dem Angeklagten seinen eigenen Hut— doch Roß und Reiter sah man niemals wieder. Einige dieser An- klagefälle, denen noch mehrere allerncueste hinzutreten, mußten behufs weiterer Aufklärung noch ausscheiden, dagegen erachtete der Gerichtshof den Angeklagten gestern schon des Diebstahls in zwei Fällen, deS Betruges in zwei Fällen und der Unter- schlagung in einem Falle für schuldig und verurtheilte ihn zu 9 Monaten Gefängniß. Sozisle MeberstiHk. Die Komittissto« der Kerliner streikenden Kisten- macher appellirt an alle Holzarbeiter: Am 19. d. Mts. waren wir gezwungen, in einen Generalstreik einzutreten und bereits haben 500 Klstenarbeiter die Arbeit niedergelegt. Die Situation ist bis jetzt eine günstige. Um uns nun zum schnellen Sieze zu verhelfen, ist es nothwendig. erstens den Zuzug strengstens fern zu halten und uns solidarisch nach Kräften zu unterstützen, wie wir es bisher gethan haben und später thun werden. Alle Sendungen sind an den Kassirer der Kommission, H. Friese, Dresdenerstr. 116 bei Herrn Gründe! oder in seiner Wohnung, Sorauerstr. 7, 4 Tr., abzugeben. Druckfrhlerderichtigung. In der gestern an dieser Stelle veröffentlichten Antwort der Kommission der streikenden Kistenmacher auf das Zirkular der„Patentkistenfabrik Aktien- gesellschast" muß es heißen;„Der Durchschnittsver- dien st ist nicht einmal Sl. Mark," nicht 27 M. Versammlungen. Glne Uersammlung der Freie» Uereiuigvng der Zuschneider, Stepper und Uorrichter Herlins fand im Lokal des Herrn Reyher, Alte Jakobstr. 83, am Sonnabend, den 17. August, statt. Die Tagesordnung lautete: 1. Bericht über die Pariser Weltausstellung und den internationalen Ar- beiterkongreß, Referent Herr Pfeiffer. 2. Diskussion. 3. Ver- schiedenes und Fragekasten.— Zuerst schilderte der Herr Referent die interessante Reise von Berlin nach dem söge- nannten„wilden Lande," er bemerkte jedoch, daß es sich unter den„Wilden" ganz gut leben ließe. Der Empfang, welcher den Delegirten zu Theil wurde, war ein großartiger. Freund- licher kann wohl Niemand empfangen werden, wie die Aibeiler- Vertreter der ganzen zivilisirten Welt von dem Erdfeinde empfangen worden sind. Nur eins fehlte, oder war wenig be- merlbar, und das war die hohe Polizei. Mit dem Tage der Eröffnung des Kongresses feierte Paris den 100jährigen Gedenktag des Sturzes der Bastille. Der Herr Referent ging nochmals auf die Beschlüsse ein, welche der Kongreß gefaßt hatte und die wohl jedem noch aus der Presse bekannt fein werden. Hauptsächlich betonte er, daß alle Sitzungen nicht hinter verichlosseneu Thüren gehalten worden seien, wiewohl die Kartellpresse das Gegentheil behaupten will. Hierauf wies Redner auf den am 1. Mai 1890 staltfindenden Arbeiterfeiertag hin und betonte, daß wir, die wir so viele Feste feiern müßten, wohl auch einen wahren Arbeiterfeiertag haben könnten. Nachdem Redner alles, was auf dem Kongreg verhandelt wurde, erörtert hatte, wies er auf den Schluß des Kongresses hm, der mit einem Bankett endete. Am 21. Juli legten die deutschen Delegirten Kränze am Grabe der Kam- munarden, sowie unseres Landsmannes Heinrich Heine nieder. Die Weltausstellung schilderte Redner in ausführlicher Weise: es seien alle Nationen vertreten, nur fehle Deutschland.— An der Diskussion beiheiligten sich die Herren Krause und Pfeiffer. In Verschiedenem wurde die Abrechnung der Dampferpartie verlesen und der Vorstand beauftragt, einen Saal zum ersten Stiftungsfest im November cr. zu mielhen. Nachdem der Fragekasten erledigt, schloß die Versammlung nach 12 Uhr Nachts. Der Ver«i« zur Mahrung der Interessen der Klaolerarbetter hielt am Sonnabend, den 17. ds. Mts., in Deigmüller's Salon eine stark besuchte Vereinsversammlung ab. Herr H. Canitz, Vertreter der Naturheilkunde, hielt einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über„Ouecksilber- kuren", an den sich eine lebhafte Diskussion schloß.— Zu Punkt 2 der Tagesordnung waren die Arbeiter der Mechanik- fabnk von Lcxow geladen worden, um über die Zustände in der Fabrik zu referiren. Es waren nur 3—4 dieser Aufforde- rung gefolgt, und wurden von Arbeitern, die früher lange Zeit dort gearbeitet, die Zustände geschildert. Es ging daraus her- vor, daß hauptsächlich das Prinzip der billigen Arbeitskräfte dort Platz gegriffen, nach dielem richte sich die Behandlung der älteren Arbeiter, die massenhaft jugendlichen Platz machen müßten. DaS Produkt fei infolge des ewigen Wechsels ein sehr mangelhaftes geworden, und es wurde sogar von Fachgenossen(Zusammensetzern) als eines der schlechtesten mit geschildert. Zu VereinSangelcgenheiten wurde auf das diesjährige Stiftungsfest aufmei ksam gemacht und auf- gefordert, iüchlig für den Billetvertrieb zu sorgen; dieselben sind bei allen Vorstandsmitgliedern, sowie beim Kollegen Spieß, Manteuffelstraße 47, zu haben. Ein Antrag, den streikenden Formern Hamburgs 100 Mark zu bewilligen, wurde nach längerer Debatte einstimmig angenommen; ebenso ein Antrag, einen Kommers in diesem Jahre zu veranstalten, wurde gegen 1 Stimme angenommen. Nachdem noch für mehrere kranke, hilfsbedürftige Mitglieder Unterstützung bewilligt worden war, schloß die Versammlung. Di- G-n-ralo-rfammlung des Verbandes d-utschru Zimm-rl-nt-, Lokalverband Berlin Nord und Umgegend, welche am 18. August in Krügers Salon, Hochstraße 32a, tagte, war, weil die Mitglieder durch Karten eingeladen waren, sehr gilt besucht. Zum ersten Punkt der Tagesordnung,„Innere Vereinsangelegenheit", gab Herr Hugo Lehmann in längerer Ausführung ein übersichtliches Bild über die Agitation und Thätigkeit des Verbandes seit seinem Bestehen; unter anderm ließ er die Motive zu seinem Ausschluß Revue passircn. Der Hauptvorstand hat als Grund angegeben, er(Lehmann) stände mit Keßler in Verbindung; außerdem sind noch einzelne An- träge und Resolutionen, welche er(Lehmann) in Verbands- und öffentlichen Versammlungen gestellt hat, als Gründe für feinen Ausschluß angegeben. Aber alle diese Gründe hätte der Ausschuß nach Seitzfs Angabe nicht anerkannt. Nur der eine Grund, welchen sich der Ausschuß erst selber gesucht habe sie als maßgebend für seinen Ausschluß anerkannt und zwar, weil er(Lehmann) in Magdeburg durch seine Ueber- redungskunst einen Zimmergesellen, welcher schon Schreibegeld bezahlt hätte, abgehallen habe, dem Verband beizutreten, und veranlaßt hätte, beinahe dem Bauhandwcrkerverein sich ange- chlossen hätte; derselbe habe sich aber im letzten Augenblicke icsonnen und sei dann doch dem Verband beigetreten. Dies ei der Grund, weshalb der Ausschuß mit 3 gegen 2 Stimmen ür den Ausschluß Lehmanns gestimmt habe. In der hierauf olgenden Diskussion sprachen sich die Herren Peterman, Kül- per, Jensch, Pösler und Platow entschieden gegen das Vorgehen dcS HauptvorstandcS ans. Herr Rudolf war dagegen anderer Meinung, Herr Lehmann wäre zwar sein Freund, cr (Rudolf) könne aber nicht umhin, seine Meinung dahin aus- zusprechen, daß der Hauptvorstand und der Ausschuß unsere vorgesetzte Behörde wären, und wir müßten uns der- selben eben unbedingt fügen. Hierauf wurde folgende Resolution mit allen gegen drei Stimmen angenommen: „Die heute in Krügec's Salon tagende Gcneralvcrsamm- lung des Vereins deutscher Zimmerleute(Lokalverband Berlin Nord und Umgegend) erklärt: Die zentralisirte Organisation wäre die beste Organisation, wenn die heutigen Gesetze Deutsch- lands den Arbeitern das freie Koalitionsrccht gewährten. Da dies aber nicht der Fall ist, den Arbeitern von der Gesetz- gebung vielmehr in jeder Hinsicht Hindernisse in den Weg ge- legt werden, wirken die zentrallsirten Gewerkschaften unter den heutigen Gesetzen Deutschlands nur korumpirend auf ihre Mit- glieder und find infolge dessen nur dazu angethan, die Zer- fplilterung und Uneinigkeit in der Arbeiterbewegung zu fördern resp. zu veranlassen. Als Beweis möge der Verband Deutscher- Buchdrucker u. s. w. gelten, welcher sich nicht gescheut hat, sich unter den Schutz der Polizei zu stellen und selbstverständlich hiermit jede freie Regung der Mitglieder unterdrückt. Das beweist am besten die Schreibweise des Verbandsorgans der Buchdrucker.(Gegen die jetzige Redaktion des„Korr." läßt sich gerechter Weise kein Vorwurf mehr erheben. Red.) Auch die Thaten unseres Verbands-VorstandeS von der Zeit der Schönstein und Nix bis auf heute reden eine beredte Sprache für das oben Angeführte.'> Man erinnere sich an die Auflösung des Magdeburger Lokalverbandes von dem Hauptvorstand. Man lese die schmutzige Broschüre gegen Keßler, man lese die Randbemerkung in dem„Zimmerer" Nr. 1 anf den Magdeburger Bericht. Man erinnere sich der Begründung des Ausschlusses Lehmanns, wie sie der Vorsitzende des Aus- schuffes, Seitzt, in der Versammlung des Lokalverbandes Berlin Nord am 22. Juli gegeben hat. Man denke an die Machina. tionen einzelner in Berlin thätiger Kameraden bei den Wahlen zu den Verbandsämtern, Delegirtenwahlen u. s. w. Auch die nicht von der Förderung der Arbeiterbewegung. In Anbetracht des Angeführten beschließt die heulige Versammlung: I. Sie erkennt den Beschluß der kombinirten Verbands- Ver- sammlung vom 28. Juli nicht an, bleibt aber, um keine Uneinigkeit unter den Berliner Zimmerern heroorzu- rufen, als selbstständiger Lokaloerband Berlin Nord bestehen. 2. Sie erkennt den Ausschluß Lehmanns nicht an, sondern be- trachiet denselben nach wie vor als Mitglied und bedauert, daß der Ausschuß und Hauptvorstand die Interessen des Verbandes nicht besser wahrt, als daß derselbe durch Ausschluß bis jetzt bewährter und nur den einzelnen leitenden Personen unbequemen Kameraden die Zersplitterung unter den Berliner Zimmerein mit Gewalt herbeiführet. 3. Infolge dessen beschließt die heutige Versammlung, an dem in der Generalversammlur-g vom 15. Juli neu gewählten Vorstand(Lehmann, erster Vor- sitzender) festzuhalten, und erkennt denselben als maßgebend ficr den Lokalverband Berlin Nord an. 4. Sollte der Haupt- vorstand Punkt 1 und 3 der Resolution nicht anerkennen, so löst sich der Lokalverband Berlin Nord auf, und bildet eine Organisation. Die hieraus entstehenden Folgen hat sich der Hauptvorstand des Verbandes selbst zuzuschreiben. Sodann wurde ein Antrag eingebracht, daß die nächste Versammlung durch Saulenanschlag bekannt gemacht wird. Hierauf erwiderte der Vorsitzende, daß die Lokalkasse des Lokal- verband Berlin Nord bereits an H. Jäkel abgegeben ist. H.'cr Külper fragt, ob denn Jäkel her alleinige„Macher" m der Bewegung der Berliner Zimmerleute sei, daß an ihn alles ab- gegeben wjüd. Es wurde ein Antrag eingebracht, daß der Vorstand sofort die Lokalkasse wieder zurückverlangt. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Dann schloß der Vor- sitzende die Versammlung. JM« öffentliche Geneealverfammlung der Maurer «» und Umgegend, welche am 20. d. M. in Mundt'S Salon unter Vorsitz des Herrn Grothmann abgehalten wurde, hatte eine wichtige Tagesordnung zu erledigen. Der erste Punkt der Tagesordnung lautete:.Die statistischen Erhebungen über Lohn- und ArbeilSoerhültnisse der Maurer Deutschlands laut Kongreßbefchluh," welchen Herr Heinze behandelte. Nach einer eingehenden Beleuchtung der Bedeutung der Statistik im Allgememen und für die Verhältnisse der Maurer im Beson- deren empfahl Redner dringend die Pflege der Statistik im Einzelnen und die gewissenhafte Ausfüllung der vorzulegenden Fragebogen. In der folgenden Diskussioa wurde die Be- deutung der Statistik noch näher erörtert. Besonders Herr Grothmann hob hervor, daß eine offizielle Arbeiterstatistik beute leider noch fehle, trotzdem auf allen Gebieten statistische Erhebungen stattfänden. Regierungsseitig würde dieser Mangel zwar anerkannt und sei � man gewillt, dem- selben abzuhelfen, jedoch dürften darüber aller Voraussicht nach noch Jahre vergehen, ehe eine offizielle Arbeiterstatistik zur Ausführung gelange. Deshalb sei es Pflicht der Arbeiter, selber Hand ans Werk zu legen und dadurch den Regierungen für ihr Vorhaben beachtenSwerthe Fingerzeigt zu geben. An der Hand des Fragebogens ginA Herr Grothmann die einzelnen Fragen durch, icde einzelne erläuternd und begründend. Der Fragebogen umfaßt 17 Fragen. Als 18. Frage wurde auf Antrag des Herrn Hemze laut Beschluß der Versammlung dem Fragebogen hinzugefügt, wieviel Steine pro Tag und Woche der Maurer in Berlin verarbeitet. Die Generalversammlung genedmigt« sodann folgenden Antrag Grothmann:.Die heute in Mundt'S Salon tagende öffentliche Generalversammlung der Maurer Berlins und Umgegend erklärt sich mit der ange nommenen Resolution des deutschen Maurer- Kongresses(im �........ ft(6/ März d. I. zu Halle a. S.) einverstanden und verpflichtet auf das Gewissenhafteste die Fragebogen auszufüllen, um der Regierung über Alter und Erwerb Aufschluß und zugleich einen Fingerzeig zu geben dahingehend, auf welchem Wege die so- ziale Lage der Maurer zu lösen ist." Die Generalversammlung trat hierauf in die Erörterung des zweiten Punktes der Tages- ordnung ein, welcher lautete:.Die Stellung der Vertrauens- leuie der Maurer Deutschlands und wie verhalten wir uns dazu?", über welchen Herr Fiedler referirte. Der Kongreß hat bekanntlich 7 Veitrauensleute gewählt, welche der Geschäfts- leitung in Hamburg betreffs Agitation und Organisation mit Rath und That zur Seite zu stehen, Streitigkeiten unter den Maurern Deutschlands zu schlichten haben zc. Herr Fiedler führte lebhaft darüber Klage, daß die Geschäfisleitung in Hamburg die Vertrauensleute gänzlich unberücksichtigt lasse und ihnen nur eine Statistenrolle zuweise. Ein von ihm an die Vertrauensmänner erlassenes Rundschreiben, betreffend die Konstituirung der Vertrauensmänner- Kommission, ist seiner Anficht noch von der Geschäfisleitung in ungerechtfertigter Weise zurückgewiesen worden. Auch führte Redner Klage über die Art und Weise der Agitation, wie sie gehandhabt werde. Diese Angelegenheit zeitige eine ernste Debatte. Die Abstim- mung über eine diesbezüglich eingebrachte Resolution wurde auf Antrag des Herrn Bielicke auf eine spätere Versammlung ver- tagt. Zum Schluß wurde Verschiedenes verhandelt. Die Ab- rechnungen find fertig gestellt, die Revision kann vorgenommen werden. Wer eine Streikkarte zu beanspruchen hat, ist ver- pflichtet(mit Ausnahme der Ausgewanderten) bis zum 1. September eine solche auf dem Zentralbureau, Dresdener- straße 116, zu lösen. Dieselben werden verabfolgt bis zum nächsten Sonntage zu jeder Tagesstunde, nachdem Dienstags und Freitags Abends von 7—10 Uhr. Nach dem 1. September werden keine Streikkarten mehr verausgabt. Mit einem drei- fachen Hoch auf die Arbeiterbewegung Deutschlands schloß die Versammlung. Kerrfnigung der Drechsler Deutschland«. Die OrtSverwaliung Berlin III hielt gm Montag, den IS. August, ihre regelmäßige Mitgliederversammlung bei Gnadt, Brunnen- straße 38, ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Definiiioe Wahl des Bevollmächtigecn. 2. Verein Sangelegen heilen. 3. Verschiedenes.— Zum ersten Punkt, Wahl erncS Bevoll- mächiigten, wurden vorgeschlagen Tabert und Burghausen; letzterer lehnte zu Gunsten Taberl'S ab, mithin wurde Tabert mrt 26 Stimmen gewählt.— Punkt 2, Vereinsangelegenheiten, betraf eine unwesentliche Angelegenheit.— Unter Verschiedenem führte Kollege Pönicke an, daß die Gesellen von der Werkstelle des Herrn B o r n e ck e, Äernauerstr. 78, einen Lohntarif aus- gearbeitet und von dem Unternehmer bewilligt bekommen haben. Redner fordert alle Kollegen auf, welche dieselbe Arbeit an- fettigen, jenem Beispiel zu folgen. .Es geht auch so l" sagte bekanntlich Herr v. Meyer- ArnSwalde einmal uno wie es scheint, geht es an manchen Orten ohne kleinen Belagerungszustand ebenso gut, als mit dieser ausnahmegcsetzlichen Einrichtung. Eine recht lehrreiche Schilderung erhallen wir aus Magdeburg. Die hiesigen Maurer und Zimmerer— so schreibt man uns von dort— haben sich alle Zeit als.auf dem Plan" bewiesen, namentlich wenn es galt, sich gegen die Ueberqriffe der Meister zu schützen. Trotz der günstigen diesjährigen Baukonjunktur unterließen die Gesellen aus nahetiegenden Gründen alles, was zu irgend welchem Streit hätte führen können, denn der geringste Anlaß hälie einen allgemeinen Ausstand zur Folge gehabt und um diesen zu vermeiden, wurden nur solche Forderungen gestellt, welche mit Hilfe der Konjunktur leicht durchzusetzen waren. So ging alles seinen alten ungestörien Gang, einige Kleinig- keiten, welche in den Fachblättern schon Erwähnung fanden, ausgenommen. Mit dem Sonnabend, den 3. August, wurde plötzlich und ganz unvorgesehen die Situation eine völlig andere. In der Fürstenuferstraße baut ein aus drei Personen bestehendes Konsortium ein Wohnhang unter Leitung eines Poliers, der in der Maurerbewegung bekannt ist. Bis zum obengenannten Tage war man des Lobes voll über die groß- artigen Leistungen des Poliers und der Arbeiter. Plötzlich enlließ man den Polier. Vermuthlicher Grund: Er ist Sozial- demokrat. Den größten Theil der dort beschäftigten Maurer entließ man mit dem Polier zugleich, weil dieielben mit einem Male nicht genug geleistet halten. Die Entrüstung über solches Verfahren war, unter allen Arbeitern, die auf dem Bau beschäftigt gewesen waren groß. Es wurde beschlossen, die Bausperre zu verhängen und sollte dieselbe bestehen bleiben, bis der Polier und alle Maurer bei 45 Pf., alle Bauarbeiter bei 35 Pfennige Stundenlohn ein- gestellt seien. Eine am 6. d. M. im Schloßgarten staltgehable Versammlung der Maurer, Zimmerer und Bauarbeitsleute ge- nehmigle ausdrücklich diese Entschließung. Bausperren sind an und für sich keine neue Erscheinung. Trotzdem scheint es, als wenn dieselbe an gewissen Stellen außerordentlich unbequem empfunden würden. Es ist ja auch nalürtich. Em Baukon- fortium, welches mit seinem Kapital durch Ausnutzung der Ar- beitskräsle Anderer neue Kapitalien anhäufen will, kann keine selbstbewußten Arbeiter gebrauchen. Zweihänder mit Menschen- antlitz find besser. Aber:„Wenn eS dem Siel zu wohl ist, dann geht er auf's Eis!" Das Konsortium mochte wohl einen Höheren Verdienst berechnet haben, und fem Rechnung stimmte auch; sie war nur noch nicht von den Maurern genehmigt und würde noch etwas einträglicher für das wohllöbliche Konsortium ausgefallen fein, wenn es gelungen wäre, die Löhne ein Wenig zu kürzen.— Und nun die Bausperre. Die paßl natürlich garnicht in solche Profit-Rechnung. Alles läuft durch einander, bin und her; kein Maurer ist zu gewinnen, alles Sinnen und Trachten ver- gcbens. Hilfe, Hilfe, fchrefl das Konsortium. Und das weiß ja der guterzogene Staatsbürger längst: Wo die Roth am größten, ist— die Polizei am nächsten. Dre Polizei gab sich alle Mühe, ihre Pflicht zu ersiklken. Der Schutzmann Nr. 13, mit Nomen Sauer, fühlt« Maurer. welche mit Handwerkszeug des Weges kamen, auf den abge- sperrten Bau. In der Zeit vom 12. bis 15. d. M. sind dort 15 Verhaftungen vorgenommen worden, sowie 7 Mann je ein Mal und 4 Mann je zwei Mal auf der Polizeidircktion ge- wesen. Den einen behielt man 5� Stunde, einen andern 27 Stunden, den dritten 28 Stunden, den vierten das erste Mal 26, das zweite Mal einige 30 Stunden im Polizeigewahrsam. Die übrigen entließ man nach Verhör und Verwarnung. Der Maurer, welcher 27 Stunden in Haft bleiben mußte, er- zählt den Vorgang der Verhaftung wie folgt: Ich und mein Kollege gingen auf dem Bahnkörper längs der Elbe und der FL> stenuferstraße mit dem Handwerkzeug unter dem A>m an den dort bei der Ausbesserung der Ouaimauer be- schäftigten Polier heran und fragte ick denselben, ob ich mein Geschirr in die Bude legen könne. Mein Kollege fragte ob er morgen anfangen könne, was der Polier bejahte: auf dem Wege zur Baubude kam uns der Schutzmann Sauer mit einem zweiten Poliüften entgegen und sistirt uns zur Wache. Ich luchte dem Schutzmann Sauer klar zu machen, daß auf jenem Bahnkörper die Polizei kein Recht habe, Verhaftungen vorzu- nehmen; natürlich vergeblich. Wir wurden beide in Haft behalten Am andern Morgen wurde ich von einem Sekretär vernommen. Ich war angeschuldigt, Maurer, welche nach dem abgesperrten Bau zur Arbeit gehen wollten, abgehalten zu haben; dies be- stritt ich und mutzte ein Protokoll unterzeichnen. Ani nächsten Tage Abends 6h Uhr wurde ich vor den Kriminalkomm'ssar Schmidt geführt, welcher mir eine Verfügung des Polizei- Präsidenten verlas, nach welcher ich immer wieder auf weitere 24 Stunden in Haft genommen würde, falls ich mich in der Nähe der Neubauten in der Fürsten-Uferstraße blicken ließe. Um 7t Uhr wurde ich entlassen. Selbst mein Handwerks- zeug von dort zurückzuholen, wurde mir nicht erlaubt. Auch den übrigen Verhafteten hat man die gleiche Verfügung vorgelesen. In der That hat man darauf am anderen Tage meinen Kollegen, als er in die Nähe des Baues kam, wieder in Haft genommen und über 30 Stunden im Polizeiaefängniß behalten. Ich sandte sodann ein Gesuch an den Posizeipräsi- denten, worm ich um Zustellung der vorgelesenen Verfügung bat; diese wurde ertbeilt und lautet danach wie folgt: Königliches Polizeipräsidium. Journ. 7176. Magdeburg. 11. August 1889. Auf die Eingabe vom 15. d. M. eröffne ich Ihnen, daß ick den zur Aufrcchterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung bei den Baustellen in der Fürsienufer- straße stationirenden Polizeibeamten die Weisung er- theilt habe, von der durch§ 6 des Gesetzes vom 12. Februar 1850 ihnen beigelegten Befugniß rücksichtsloser Energie Gebrauch zu machen. Sie haben daher auch fernerhin zu gewärtigen, in polizeiliche Ver- Währung genommen zu werden, sobald sie in der erkenn- boren Absicht, zur Durchführung der sogenannten Bau- sperre durch Ihre Anwesenheit in der Umgebung der betreffenden Baustellen einen dem Z 153 der Gewerbe- Ordnung zuwiderlaufenden gesetzwidrigen TerrorismuS auszuüben, sich dort betreffen lassen, da die Aufrecht- crhaltung der öffentlichen Sittlichkeit, Sicherheit und Ruhe diese Maßregel dringend erfordert. Der Polizeipräsident. (Unterschrift.) Ein Flugblatt in der Bausperrc-Angelegenheit ist hier ver- breitet, dasselbe ist durch AmtSgerichtsbeschluß ver- boten und beschlagnahmt. Gegen den Verfasser und die Ver- breiler soll auf Antrag der königlichen Staatsanwaltschaft auf Grnnd des§ 153 Reichsgeweibeordnung vorgegangen werden. DreseS ist dem Verleger von dem Kriminalkommissar Schmidt mitgetheilt.— Soweit der uns aus Magdeburg zugegangene Bericht. Wir können nur dringend rathen, gegen die unseres Erachtens völlig unzulässigen Anordnungen und namentlich gegen die angedrohte sortgesetzte Inhaftnahme die Beschwerde bei der vorgesetzten Behörde zu ergreifen, nöihigenfalls bis zur Ministe- rialinstanz. Es wird aus einer solchen Zahl von Verhaf- tungen, bei der schließlich keinem der Verhafteten ein Ver- gehen nachgewiesen werden kann, doch der wahre Be- weggrund dieser Polizeimaßregel sich ermitteln lassen. Auch die Gründe der Verhaftung bedürfen der Auf- ktäiung. Die Polirei hat kein Recht Jemand den Aufenthalt in der Gegend eines Neubaues ganz allgemein zu untersagen. Die schnmiche Vci fügung ist praktisch völlig bedeutungslos. Den§ 153 der ReichSgewerbe-Ordnung pflegen die Maurer zu kennen, woran aber die„Msicht", TerrorismuS üben zu wollen, bei den Verhafteten durch die Polize erkannt worden ist, das dürfte wohl einstweilen noch das Geheimniß sein und man wird gut thun, dafür zu sorgen, daß sie es auch den vorgesetzten Behörden offenbart; eS wäre doch schade, wenn so scharffinnige Unterscheidnngen nur von der Magdeburger Polizei allein gemacht werden könnten. * vrotz» am Donnerstag, den 22.«ugust. AdendS SX Udr, IN Hendricki'S Eaton. Bculhnratie 22. Tagesordnung: l. Die Vor. gange in der Bertiner Fretreligisien Gemeinde, tnsdeiondere da« Verhaue» des terrn«unerl, und wie stellen stcki die Beilincr Arbeiter dazu. Referent fcerr chade. 2. Diituiston.».Verschiedenes. Herr tiuneri wird hierdurch zu dieser Versammlung eingeladen gaOlPtnin dar«ttinbrudirr und jitliograpsten«trlin«. Am Donneriiag, den 22 August, Abend««X Udr, in Jordan s Ealon, Reue Rrün- straße 2« Versammlung. Tagesordnung, l. Vortrag de» Herin H Eantg über;„Die Sunge ihre noluraeinahe Pflege im gelunden und tranken Zu- stände." 2. Diskusflon. S. Verschiedenes und zragetaften. Gaste haben Zutritt Ausnadine»euer iptilglieder. Um recht zahlreiche« und pünktliches Erscheinen wird ersucht. «roh» Narsammliing btr KI»mpn»r Marlin* und Umgegend am Donnerstag, den 22 August cr. Abend» S Uhr, in Gralweil« Bierdallcn, Äommandantenstrahe 77—79 Tagesordnung; X Vortrag über;„Organisation der Gcweikschasten". Referent� W. Vtegger auS Hamburg. 2. Diskussion. 3 Ausnahme neuer Mitglieder, sowie Verabreichung der Eiatuien.«. Ver. schitder.es. Sammitiche»oflegen werden diermil eingeladen P-rein zur Wastrung der Interesse» der tiaft- und Schanst. mirtst» Orrltn». greiKlg. den 23 August cr.. Nachm. SX Uhr. Blumen. straße Nr.»3, bei Henke. Versammlung. Tagesordnung; 1. Vortrag de« Herrn Türk über r»Ge chichitiche Revolution". 2 Ausnahme neuer Milgliedcr. 3. VereinSangeteaendeilen. 4 Verschiedene« und Fragetasten. Um jahiretche« und pünktliche» Erscheinen wird ersucht. jteretu zur ip-strnng der Interessen der Werltner»Napfarbeiter. Milgiteder. Versammlung Eonnabend, den 24 Angust, Abend« SX Udr. bei Gnadi. Brunnensttoße 33. Tagesordnung r l. Vortrag de« ziol- legen Theod Biet! über Xtapital und Arbtil. 2. Innere VereinSagelegenheilen. «aste willkoinmen Neue Mtigiieder weiden ausgenommen. Zahlreiche« Er- scheinen wild erwartet. »ranheu- und»egräbnitzhass, für dt» im«ürtler- und »ranrrurgemerb» beschattigten Personen lE H. Nr. 60) Den Mitgliedern jut Nachricht, daß der Rendant Miestersctd am Eonnabead Abend, nicht mehr Fsei'chniann. sondern an demselben Abend von 7 biS 9 Uhr bei FSUner, Destillation, Xkoltbustipsaß und Xlottduserstroßen.Ecke. Aaflendeitrüge entgegen- ntmnrl Jedoch werden in FleischmannS Restaurant, DreSdenerstraße 80. von Herin Flelichmann täglich Beitrüge entgegen genommen. Perein gewerblicher»tlfaarbeiter»erttu« und Umgegend. Am sonnabtnd, den 24. Auault, Großer Eommernachii.valt im Lokale de« Herrn Uebel lReriz Ealon, Naungnstr. 27. Billct» hierzu sind zu haben bei den Herren W Gchmidt, Wienerliraßc 19; F. Lierle, Brandendurgslraße 7; Bcher, Frjedilchsdcrgersiraße I». sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen. Freunde»od Gönner de« Verein« ergebenst eingeladen. ZiUgemeiuer Ml»tallarbeiirr- Perein»eritna und Umgegend. Am Eonmag, den I. Eeptember, findet eine Dampserparlte mit Musik noch Potidam Nedliß statt wozu Billel«> 1,25 M in der Versammlung, sowie bei den.«aistiern Otto Klein. Ritterllraße 15. und Kart Lenz. Rciniltendorserslr.48, und den Vorstandsmitgliedern zu haben find. «»fang-,»urn- und gefelligr verein» am Donnerstag. M(inner gesangverein.Lütitto' Abends 9 Uhr i» Bei' stellin S Restaurant, Beteranenltr. 19 — Gesangverein.Brc»k>sch>uß'«bendS 8X Udr im Restaurant Schümann Alle Zakobstraße 33.— Mannergisangvercin.Nordstern" Abend« 9 Uhr im Restaurant Pohl. Müllerstraße 7.— EchSserfichcr Gesangverein.der Elfer" Adeitd« 9 Uhr bei Wots u. Krüger. Ekalitzerstraßc l2S. Gesang.— Gesang. verein.Btüldeniranz" Abend« v Uhr t>n fltellauraitl Brandendurgslraße SO.— Münnergesangveretn.Alerander" Abend» 9 Uhr im Restaurant Rose, Strauß. bergerslraßc 3.— Viünnergesangvtrctn.FirmitaS" bei«inner. Köpnickerstraße Nr. 33— Gesangverein Mannerchor.Et. Urban" Abends 9 Uhr Annen. straße 9.— Mannergesangverein ,Ltede«sreideit" Abend» 9 Uhr im Restaurant Miegct. Etralauerftraße 57.— Gesangverein„Deutscht Licdertasei" Abend« 9 Uhr Köpnitterttraße 100.— Gesangverein„Norddeutsche Schleife" Abend« von 9—11 Udr Michaelkirchstraße 39.—„Brunonta" Abend» 9 Udr Uebung«. stunde bei Lehmann. Alcrandrinenstraße»2.- Turnverein„Hasmhaide" sLehrl.- «dihtilungt Abend« 3 Uhr Dteflendachslraße«0-31.-„Berliner Turngenoflen. ISSP"J7. LeftrlingJ-AbtHrilung) Abend« 8 Uhr in der Nödtlsifcn&»*£ Dritnflfl-ÄDtQcuung) Abends 8 uqr tn der naoiuu�"», zg ,.... 17—13:— dcigl. 3.„Maniier-Adtdeilung Abend» t ftadtischen Turnballt, Gubenerstraße 51.- Lübelfscher Turnverein sR- Abtheiiungs Abend« 8 UKr Elisabcthstraße 57-58.-«llgemetne-rmnv � Slenographenverein. Abldcilung„Louisenstadl" Abend»■ mm i-« !M96 Restaurant Prcuß. Oranienftr."............... .Pdalani" Abends 8X Udr im Restaurant.Zum Buckower Garteri...., wfß«8-— Deutscher Verein ArendS scher Stenographen Adeitd»° 5� Heidt« Restaurant, Koppennr. 75, Unterricht und Uebung.- S' zö grapden-Veretn(Softem Arendi) Abends 9 Udr im Restaurant Frie°r>w°". — Stolze scher Slenographenverein.Nord-Berlin" Abend» 9 Udr., straße 44.— Verein der.Natursreundc" Abends 9 Uhr im?6Iamaal�. straße 35- Verein der Unruhstädter Abend« 8X Uhr im.Kön«gft°d>'� 0 Holzmarktstraße 72.- Verein ehemaliger F.«. Rettschlag. I. und 3. Donnerstag jeden Monat« im Easö Schüler. Landlbtr« 0° � Abend« 8 Udr.- Rauchklub.Kernipiße" AdendS 8X Uhr im»etorroitJJ marktstraße 44.- Rauchklub.Arcona" Abends 9 Uhr bei P°l»e- straße 118- Rauchklub„Dezimalwaage" Abends g Uhr im Rcsta« KrautSstraßc 48.- Rauchklub„Vorwärts" Abend« 9 Uhr bei Herw�M Restaurant Zum AmboS", BreSlauerstraße 27.-„Orientalischer Abend» 9 Uhr iin Restaurant Wicchert. Oranienstraße 8.— Rauchlluo�» j« 51. «rendSschcr EtenogM Pieve" Abend« 9 Uhr RüderSdorscrstraße 37 bei Wunderlich.-' „Collegta" Abends S Uhr bei Thiemermann, Skalitzerstraße 65. TV Vermipthkes..... G« ist bekannt, daß Chma, vaS Reich der seiner viertausendjähngen Zivilisation nur wenige jj seiner Kultur gemacht hat. So steht auch die Heiliun � Chinesen heule noch auf dem naiven Standpunkt, den dle Europas schon seit dem Mittelalter"*■-----' viert überwunden baden. � ist noch immer das Eldorado für die hochwohllöbuche � � ""--—-jl„ v- oa— l»1 salbereizunft. Das Vertrauen, welches die Bevölkerung � Gelahrthcil des bezopflen Medikus setzt, ist noch hku� Lr erschüileit, wie zur Zeit der Eröffnung Chinas. Da- y, fleischte Vorurtheil und Mißtrauen der eingeborene vöikerung sucht jede Aenderung und Neuerung zu dela � Weder dre vornehmen Klassen, noch die armen Leuie � je daran, im Kranktcitsfall einen europäischen Arzt i sultiren. Sie ziehen es vor, sich ihr Gesicht, Füße und so weiter mit riesenhaften grünen oder R o? Pflastern bekleben zu lassen und die widerlichsten abkochungen, die auf die wunderlichste Art! gesetzt sind, herunter zu schlürfen. In äußerst fl'SjMt« Fällen, wenn die sogenannle Erfahrung ihrer eigenen nicht ausreicht, den Patienten wieder auf die Beine zu s � vertrösten sie sich damit, daß das mißglückte Unternchm� � gesch. mit b« Dazwilchenkunfi eines göttlichen Willens zuzuschreiben si>- � kann sich ein ziemlich klares Bild von der Heu'��st Chinesen machen— die glücklichen bezopften Studiosi s. k.s'o kein Staatsexamen zu machen, überhaupt ein jeder Ch>u� � bllic" wan b Welt uiiauff �tten G fernen' sich selbst den Charakter eines Medikus geben— wssV�jss eines der zahlreichen medizinischen Bücher studirt, von in fast jedem Hausstand mehrere Eremplare vorfinden- �j! Seekrankheit zu heilen, sind z. B. folgende Rezepte aMWA Schreibe das Wortzeichen für„Erde" auf deine[(1 ehe du an Bord gehst, ober verst'cke in deinem jemand etwas davon weiß, ein Stück gebrannten Mörlk�..� heitige Zabnschmeizen ist nachstehendes Rezept angebu«.. sl» fchlbarcS Mittel: Nimm etwas Knoblauch und stampsi vermische ihn mit einemgleichen Theile zerstoßener TlgeiUv.� reibe damit den Gaumen. Chinesische Arzneibücher geben �iZ � � v,•«. ,-.11 �«z. 1 1.__... r � f f.. X«/« nPl Z« als Si te ll'-> Äl, Ili��sten, ?0n dt '«dem nur Rezepte für alle Kranlheiten, auch solche, die der � ererbt hat, sondern belehren uns auch, wie man)• Jy# Ahh,. �(»iiKrcfirnnff Irtl«+i<*n fntin Tina SWifiel für IßhtCfr,'d mW..ity'äf Feuersbrunst löschen kann. Uebel ist folgendes: Nimm Das Mittel für letztei�� drei Hühnereier und jrf das dickere Ende eines jeden Eies das Wort»wan»! i« wW das dünne Ende das Wort„wunderschön". Sodann Ei nach dem andern in das Feuer, während du die „fnkchefahrun, fuschefahrun" aussprichst. Sofort wird da erlöschen.$ Daß die Arzneikunde im Reich der Mitte trotz taufende ihres Bestehens auch nicht den geringsten 6� gemacht bat, muß man neben dem ticfeingewurzelten Kon!.� mus der Nation der vollständigen Unkenntniß von dein Organismus des Menschen zuschreiben. Anatomie'st � ss inco�nil» in China. Das Seziren von Leichen ist da Geletz streng verboten; selbst in Fällen von VergiflissiR� schlag ic. begnügt man sich mit einer äußerlichen Beswsi' Leichen, um danach ein Urtheil zu sällcn. Vor einige» wurde drei chinesischen Studenten, welche bei einem in lebenden englischen Arzte einen mehrjährigen Kursus w � schiedenen Zweigen der Medizin durchgemacht halten, sicher Prüfung durch eine Zahl in Shangai lebender euw� Aerzte dag Zeugniß der Befähigung für die Ausübung 01--------------"- China lichen Praxis ausgestellt. Der Vtzekönig von jungen Leute in dem Heer als Doktoren angestellt. Trat� günstigen Anfangs wird man jedoch, ehe die Zentral» efly in Peking sich nicht dazu entschließt, in den ver,, len des Landes medizinische Schulen nach europäische" zu errichten, nicht hoffen dürfen, daß die Kinder de» jj. der Mitte, welche von Natur gut beanlagt sind, die �7 t esse In brechen werden, in welchen sie seit Jahrtausende» berglaube festgekettet hält. Depesrkien. (WoW» Ketegraphrn-Knrea«.) London, den 21. August. Das„Reuter'sche. meldet aus Viktor, a Augusta von gestern: Der Kap> gestern hier eingetroffenen amerikanischen SchooncrS ein amenkanischer Zollkulter habe die englische» K „Pathfinder" und„Winnie" wegen Robbenfangs nr � Ast ringsbar gekapert und eine Anzahl anderer englisch" durchsucht.«i-, London, 21. August. Nach einer Meldung des> J scheu Bureaus" aus Auckland ist Malietoa M",' Häuptlingen an Bord des Kanonenboots„Wolff" am angekommen. Die Eingeborenen empfingen Maliem Herztichste und hißten sogleich seine alte Standard Mataasa begrüßte ihn auf's freundlichste. Konsul theilte dem Angekommenen mit, daß er nunmehr frei sei. Nach derselben Meldung ist die Ernte a»' gut ausgefallen und sind die Befürchtungen einer Ha™ unbegründet. Konstantinopel, 21. August. Gegen alle aus dem persischen Golfe ist eine vierzehntägige O> angeordnet. «jw«! vor 8 , au fl«>"neu? ihni 'VÜbera ..»ur � i).'.u»er K? na te � Klo KS K-Ä VriofksKon. y Bei Anfragm bitten wir die Abannementi-Oultiung be!zufü«en. Antwort wirb nicht ertbeilt. A. U. Köchstrstraße. Strerkabrechnungen si'1 z» Umfang� können wir an ver gewünschten Stelle niG' K?» L" � 71«' D sil» �Len"�' Wenn Sie damit einverstanden sind, theilen nsif � Hauptsummen und weiter den Aufruf mit. Sollte Ai an dem Abdruck aller Zahlen liegen, so verweisen w> unseren Anuonzentbeil.„ Kommissto« der Käcker. Das oben Gesagt Ihnen. Hausdiener. Wir wollen heute noch ernnrai nähme machen, und Ihren Bericht, der wieder auf ir geschneben ist, abdrucken. In Zukunft kann dos ss mehr geschehen. Es ist unserem Setzerpersvnal nicht zu» unter der Nachlässigkeit eines Einzelnen zu leiden. t«"0 i Vn?? L>nii l' ft M. Verantwortlicher Nedatleur: U. Groudeß» ta Berlin Druck und Verla« von M« Wadiuss in Berlm SV/., Beutb Kratze. 2. ■ es wen, c h! �