I« Wt to 10 nottdn - :S'9fe .ffig 9 U6r.' SSSgt sM' Freitag, de« S3. A«g«st 1889. 6. Jahrg. Wgtteda- er Heilkunde d-ndi°K Kaden, v. löbliche � zlkeiung hh-u�° iMerVMlM. Brgan für die Interessen der Arbeiter. D°s tinf W Leu» de?'., ArS-»V ,c� Uanfi"1 -der >sten P-l� rt iU-° � rst« ernehwe» j,., reiben-c�)([ ubiof. bre-, erChm-s-�, - wenNÄ °°n d-nK finden- :p'« 0Äd ie ftache�H &a.ot'i« W Ol0u�t� »tfil die der man»' nd. t„wann dann WM trotz dn Ä «ZzS , ist d» �tx Anerkennung, die der modernen In- CTWau.- il werden, heimst der Unternehmer den ein. Man erinnert sich ganz zuletzt an die �sstA. �de, welche die Wunderwerke der Industrie ge- ":%man � nicht an die Leiden und Entbehrungen jJsftßWngen der Ardeiter; man spricht lieber von ',en, welche sich die großen Industriellen Sil'. � �en Wohlthaten, die sie der Bevölkerung er- ste dieselbe in Beschäftigung nahmen, und Mbin», den sie erzielt. Gegenüber der technischen üch,, 3t man den Fleiß des Arbeiters gering an. S' s» weit, daß man nicht einmal auf Ausstellungen . � en Leistungen der Arbeiter spricht. Man erzählt ld»/?t»r Jahren auf einer bayerischen Jndustrie-Aus- .-I«it aufrichtig liberaler Regierungsrath beim Fest- k V'" �oa!t auf die Arbeiter ausbrachte und dadurch r einflußreichen Staatsmannes so sehr erregte, i»Ä Mrief:„Sie sind Regierungs- 3>cki!.?d b l ei de n Regierungsrath." Der ■ � �is�."erBüllen, wenn die„Kehrseite der Medaille" 1, t%i,?c,n kommt. Man Jieht dies schon beim Bau der ' nach englflchem Äuster, deren Front gewöhn- Sil"stnepaläste zeigt, durch welche die Hütten der Sn"er Armuth dem Auge des Beschauers entzogen gewöhnlichen Philister kann man kein größeres i deretten, als durch eine oberflächliche VerHerr- ff1" Ran �strie, wobei die laterna wa�iea der mo- «■»n v,0na� die lachendsten und glücklichsten �gchlöi �nnd zaubert. Sieht man nur recht viele le rauchen, wird nur Tag und Nacht gehämmert, is>�!ib, genäht und gewirkt, dann geberdet sich It,�er» ob Alles im Glück schwimme und ein un- |A L echthum sich über Land und Leute ergösse. Daß |2\f|.geberhafte Thätigkeit bei Tag und Nacht eine "er Konkurrenz ist, welche die Löhne schmälert, SSett verlängert und Tausende brotlos macht, S<-sI----- >ooncrs gl'ich�tr ««!' 7-Ä ,lff" am Malier tandartf Konsu- nehr .�Zleuillekon. [4« (Balfrmenrtft* von Maurus Jbkai. tz'»us j.' Noemi behilflich, den Inhalt des «Muiri•®onk auszuleeren;— das war ein Duft, v' w dem man schwelgen und sich berauschen ,'e§te'hr Köpfchen auf den weichen Rosen- "Ner sagte:„Das müßte herrlich sein, einmal 'gen'"bö e n'ch'„i" Äl ifen wN �rris�? Äosenstreu zu schlafen." Mei», fin.b'" verwies sie Therese.„Du würdest Stkn«™0'"'cht mehr erwachen, der Rosenduft würde "Oqs' Sh':�o?!e e'n schöner Tod!" 5' � möchtest also sterben?" schalt Frau sr? möchtest mich hier allein lassen. Du : S n■ -.Ick r'ef ihre Mutter mit Küssen um- Zen'>" �'ch verlassen, mein theureS, liebes, einziges treibst Du solchen Scherz mit mir? Timar. es schickt sich nicht für ein Mag-e irnrnal i S�n v t?,' sich mit seiner Mutter einen solchen Scherz »- der a, ein so junges kleines Mädchen, das gestern ' Puppe spielte.".....'" »i® das) nichts den. �...... Michael gab Frau Therese ' ef'"- wen« �nter allen Umständen nicht zu ent- tiinv'ltaik»? e'n junges Mädchen seiner Mutter sagt, � Sasse e'"« Todesart schön finde.„Nun, jetzt bleibe .. uf, daß der Sud nicht anbrennt; ich gehe � kochen. !»" > �Iich-„"Us, daß der Sud nicht anbrennt; Si" �km Gast eine gute Mahlzeit zu kc " bleiben ja den ganzen Tag bei uns?' daran denkt der oberflächliche Beobachter nicht oder will nicht daran denken. Besonders in Entzücken verfällt das Philisterthum, wenn ein Ausländer der großartig wachsenden Industrie sein Lob und sein Erstaunen zollt. Man beachtet nicht, daß, je großartiger diese Industrie sich nach Außen entfaltet, desto kläglicher die inneren Zustände derselben werden. Wir haben schon oft darauf hingewiesen, an welcher innerm Fäulniß gerade die deutsche Industrie leidet, indem sie ihre „Siege" auf dem Weltmarkte mit Mitteln erkämpft, welche diese Siege zu Niederlagen machen. Diese Industrie drückt im eigenen Lande die Lebenshaltung der Arbeiter aufs Äußerste herab und fördert den Mangel an Konsumtionsfähig- keit, wogegen die Nation einen Schutz finden soll in dem Umstand, daß einige Unternehmer durch raschen Absatz ihrer Waaren auf dem Weltmarkt sich bereichert haben. Wir glauben nicht an die Herrlichkeit und Großartigkeit einer Industrie, so lange sie nicht im Stande ist, dem Arbeiter ein freies und menschenwürdiges Dasein zu gewähren und zu gewährleisten. Die„Siege" auf dem Weltmarkt sind ein schlechter Trost für das Elend daheim, wenn man bedenkt, daß sie mit diesem Elend erkauft werden. Aber waS kümmert das die Tagespresse, welche die Aufgabe hat, den Launen der„oberen Zehntausend" und den Gewohnheiten des Philisterthums gerecht zu werden! Mit kindischem Behagen drucken deshalb die Blätter den Aufsatz eines Franzosen ab, der auf seiner Reise durch Deutschland sich an dem Aufschwung der deutschen Industrie begeistert hat. Der Franzose sagt: „Vom industriellen Standpunkt wüßte ich nichts Charakte- ristischeres als die Nachtfahrt von Köln nach Hannover. Das Land scheint in der Ferne in Flammen zn stehen. Die von den Fabriken gegen den Nachthimmel entsandten Feuerströme erwecken die Vorstellung einer Höllengegen Man hat ordentlich das Gefühl, als müsse da« fließende Eisen sich über die Fluren ergießen und als führe der dahineilende Zug uns durch die Staaten Vul- kans. Ueberall wird geschmiedet, gehämmert, gegossen, und die Erde scheint Feuer auszuhauchen. Man mache diese Nachtfahrt, ohne zu schlafen. Auf mich bat sie einen noch tieferen Eindruck gemacht, als selbst eine deutsche Truppew schau.' Nun, die„Höllengegend" war das Ruhrk-ohlen- revier, wo unlängst der große Streik stattgefunden hat, und mancher blasse Bergmann wird zu dem Wort„Höllen- gegend" bedenklich mit dem Kcpfe nicken. Der Franzose konnte natürlich nicht wissen, was es mit„den Staaten Vulkans" für eine weitere Bewandtniß habe; aber unsere Philister könnten es wissen. Rühmt man sich denn noch damit, daß es so viele Leute giebt, die keine Nachtruhe haben, während allüberall die Parlamente beschäftigt sind, die Nachtarbeit möglichst einzuschränken? Hinter der Groß- artigkeit des Anblicks, der dem Franzosen auf feiner Nacht- „Ich bleibe heute und Reibe auch morgen, wenn Sie mir-etwas zu thun geben, wobei ich Ihnen behilflich sein kann. So lange Sie mir Beschäftigung geben, so lange bleibe ich." „O, dann können Sie die ganze Woche hier bleiben," rief No mi dazwischen,„denn ich werde Ihnen genug zu thun geben." „WaS für eine Beschäftigung wüßtest Du denn Herrn Timar zu geben. Du Rärrchen?" sagte Frau Therese lachend. „Ei, die Rosenblätter zerstampfen!" „Ach, vielleicht wüßte er nicht einmal, wie er das anzu- fangen hat." „Wie sollte ich mich nicht darauf verstehen?" sagte Timar;„ich habe im elterlichen Hause oft genug meiner Mutter dabei geholfen." „Nicht wahr, Ihre Mutter war auch eine sehr gute Frau?" „Sic war eine sehr gute Frau." „Und Sie haben sie auch sehr lieb gehabt?" „Sehr lieb." „Lebt sie noch?" „Sie ist schon lange todt." „Also haben Sie jetzt Niemanden mehr auf der Welt?" Timar dachte eine Weile nach und senkte dann traurig sein Haupt:„Niemand..." Er hatte wahr ge- sprachen. Noemi blickte mit inniger Theilnahme Michael ins Auge. „Ich habe Niemanden auf dieser Welt— das ist ein trauriges Wort." Michael bemerkte, daß Frau Therese noch immer in der Thüür stand, unschlüssig, ob sie gehen solle oder nicht. „Wissen Sie was, Mutter Therese," sagte er, sich rasch be- sinnend,„gehen Sie jetzt nicht in die Küche, um meinet-( wegen noch etwas zu kochen. Ich habe allerlei Eßwaaren' fahrt zu Theil wurde, verbirgt sich das Elend, welches die Bergarbeiter zum Massenstreik trieb. Da soll man den Mund nicht so voll nehmen! „Patrioten", die handwerksmäßige Franzosenfresserei be- treiben, werden es sehr„unpatriotisch" finden, daß wir auf die Bewunderung, die der deutschen Industrie von einem Franzosen zu Theil wird, so wenig Werth legen. DaS mögen sie immerhin. Aber sie werden uns nicht davon ab- halten, die Dinge zu nehmen wie sie sind, und so werden wir auch der Industrie den Zoll der Bewunderung erst dann entrichten, wenn sie die Form gefunden haben wird, die dem Arbeiter ein menschenwürdiges Dasein garantirt. Dm alte W o» Stattn. Es ist von jeher das Bestreben der Unternehmer und über- Haupt das der besitzenden Klassen gewesen, den Arbeitern in erster Linie immer das Sparen zu empfehlen. Trotzdem schon hundert und tausendmal von kompetenter Seite nachgewiesen worden ist, daß es unter den Heuligen wirthfchaftlichen Ver- hältniffen unter hundert Arbeitern kaum Einem möglich»ff„ irgend eine nennenSwerthe Summe zu sparen, wenn er über- Haupt den heutigen Kulturbedürfnissen angemessen menschen- würdig leben will, so wird doch das alte Lied vom Sparen in den Organen der Bourgeoisie immer wieder von Neuem aus- getischt und Pfaffheit uvd Unternehmerthum wird nicht müde, diese wunderbare Sparmelodie in allen möglichen Variationen stets von Neuem vorzusingen und damit zu versuchen, die Ar- beiter von ernsthaften Bestrebungen zur Verbesserung ihrer Lage abzuhalten. � So leistete sich unter Anderem vor Kurzein die„Eisen- Zeitung", das Organ des Unternehmerthums der Eisenbranche, unter der Spitzmarke„Streik— Sparsamkeit" einen sich mit dieser Materie beschäfngenden Artikel, den wir im Nachstehenden in«inigen Theiien einer etwas näheren Beleuchtung unterziehen wollen. Wenn zunächst das edle Fabri kanten organ seinem„geist-. reichen" Artikel als Motto den Ausspruch Franklin'« voran- fetzt:„Jeder, der den Arbeitern sagt, daß sie durch andere Mittel als durch Fleiß und Sparsamkeit etwas erreiche» kou- nen, ist ein Verführer des Volks", so müssen wir zunächst be- merken, daß ein solcher Ausspruch eines vor hundert Jahrmr lebenden Mannes auf die heutigen Verhältnisse paßt, mre� di« Faust auf's Auge. Die„Eifen-Zeitung" wird uns gefälligst- zugeben, daß zu der Zeit, als Franklin lebte, noch Niemand' eine Ahnung hatte von der heutigen Entwickeluna der I»- duftrie und der Technik, daß damals noch hauptsächlich der handwerkmäßige Betrieb in allen Gewerben existirte, von einer Großindustrie im heutigen Sinne erst die An-' sänge vorhanden waren, und infolge dessen sich auch noch nicht die gegenwärtige Scheidung der Bevölkerung in eine Anzahl von Fabrikanten und Unternehmer und in Millionen besitzloser Proletarier vollzogen hatte, auch von emer Arbeiterbewegung, von Arbeiterorganisationen im heutigen Sinne in meinem Tornister, man braucht nur den Tisch- dafür zu decken; wir werden alle daran genug haben." „Aber wer hat denn so gut für Sie gesorgt und Sie mit Reiseproviant so reichlich versehen?" fragte Noemi. „Wer anders, als unser Herr Johann Fabula." „Ah, der wackere Steuermann. Ist der auch hier?" „Er läßt am jenseitigen Ufer das Schiff be- frachten." Therese hatte Timars Gedanken errathen; aber sie wollte nicht hinter ihm zurückbleiben in zarter Rücksicht. Sie wollte ihm beweisen, daß sie kein Bedenken trage, Noemi mit ,hm allein zu lassen.„Nein, ich habe mich anders besonnen. Ich werde sowohl in der Küche, als auch hier beim Kessel das Nöthige verrichten. Du, No>-mi, kannst inzwischen Herrn Timar auf die Insel hinausführen und ihm zeigen, was sich alles verändert hat, seit er nicht hier war." Noemi war eine gehorsame Tochter; sie pflegte ohne Widerrede zu thun, was ihr von der Mutter geheißen wurde. Sie band sich ihr buntes türkisches Seidentuch um den Kopf, das ihr Gesicht so hübsch einrahmte. Timar erkannte darin das Tuch, welches er ihr als Geschenk zurückgelassen hatte. „Auf Wiedersehen, Herzliebste!"-„Auf Wiedersehen." sagten Mutter und Tochter zu einander, indem sie sich küßten. Wie es scheint, pflegen sie, so oft Eines von ihnen sich vom Haus enffernt, stets so von einander Abschied zu nehmen, als würden sie eine weite Reise antreten, und wenn sie dann nach einer Stunde wieder zusammenkamen, sich so zu um- armen und zu küssen, als wären sie Jahre lang von einander ge- trennt gewesen. Die Armen haben ja nur sich beide auf dieser Welt. Noemi warf ihrer Mutter noch einen fragenden Bsick zu; Therese antwortete mit einem Kopfnicken, das so viel bedeutete als:„Geh nur!" «och teire Rede war. Heutzutage dürfte cS wohl ohne beson- dere Glücksumstände unter Tausenden von Arbeitern kaum Einem möglich sein, sich vom Arbeiter zum Fabrikanten oder Großindustriellen aufzuschwingen ldaS Klein meisterthum aber kämpft ja gröhtentheilS einen aussichtslosen Todeskampf gegen die Konkurrenz des Großkapitals), ebenso wie auch kein Arbeiter aegenwäriig im Stande ist, sich selbst bei größtem Fleiß und Sparsamkeit so viel zu erübrigen, um im Alter sorgenfrei leben zu können. Was also damals zu Franklin's Zeiten bedingungs- weise richtig war, ist, auf die heutigen Zustände angewandt, absolut falsch und damit glauben wir den„Drücker", welchen die„Eisen-Zeitung" ihrem Elaborat vorangestellt hat, in das richtige Licht gestellt zu haben. In weiterer Folge zitirt dann das genannte Organ der Schlotbarone einen Artikel des Herrn Dr. jur. Heyden, Sekretär der Handelskammer in Essen, aus der„vvlks- wirthschaftlichen" Zeitschrift:„Die Sparkasse", in welchem in ganz unqualifizirbarer Art und Weise speziell gegen die streikenden Bergarbeiter in den rheinisch-wesifälischen Kohlen- bezirken losgezogen und der„Segen des Sparens" in allen Tonarten besungen wird. Es heißt da unter Anderem: „Wir erwähnen, daß allein die städtische Sparkasse zu Bochum im Jabre 1889 nach angestellter Ermittelung 1 Mil- lionen Mark Einlage hat, welche von Bergleuten herrühren; in 20—25 Svarkassen der bergbaulichen Distrikte der Regie- rungsbezirke Düsseldorf und Arnsberg wird das Berhältniß ein ähnliches sein. Manche der Arbeiter, die sich fast in aller Welt mit der Hälfte des Lohnes bei saurer Anstrengung be- gnügen müssen und begnügen und manchmal doch noch eine monatliche Ersparniß in die Sparkasse bringen können, haben wohl mit Recht die Faust geballt gegen solch unsinniges Gebahren(nämlich das der streikenden Bergarbeiter) während viele Hunderttausende von Arbeitern in unvergleichlich schwierigen Verhältnissen, in niedrigerem Verdienste und viele Hunderttausende überhaupt ohne Ver- dienst sind. Man kann den Ausfall der Förderung während der Streikzeit im Oberbergamtsbezirke Dortmund allein heute schon auf mehrere Hunderttausende Doppelwagen beziffern, welche sonst bei regelmäßiger Förderung verkauft worden wä-en: wöchentlich 50 bis 60000 Doppelladungen, welche von hiesigen Zechen versandt werden, repräscntiren einen Werth von winde- ftens 3 Millionen Mark welche zu auf Arbeitslöhne verwandt werden.(? Die Redaktion.) Welch' ein Eldorado der Arbeit! Und diese Millionen find in frivoler Weise für die Bergleute verloren duich cpide- mische Ansteckung; dabei machen einige noch einen gezwungerien Streik in UntcrsuchungShast, deren Ausgang wahrscheinlich in mehrfachen längeren Strafen bestehen wird." Wir möchten nun zunächst Herrn Dr. jur. Heyden, für den die neuere Nationalökonomie„ein böhmisches Dorf" zu sein scheint, ersuchen, doch auch einmal„Ermittelungen" darüber anzustellen, m,t welcher Unsumme von Entbehrung des Roth- wend qsten, mit welcher Herubdrückung der Lebenshaltung auf den Kultstandpunkt, mit einem Worte, mit welcher kultur- widrigen Lebensweise die Is Millionen Spareinlagen von den Bochumer Bergarbeitern ausgebracht worden sind. Wenn der Herr Dr. Heyden und mit ihm der Rrdakleur der„Eisenztg." nicht absolute Ignoranten auf dem Gebiete der National- ökonomie wären, so müßten sie wissen, daß die Kultur eines ganzen Volkes nur gehoben werden kann, wenn sich die große Masse der Bevölkeiung, das ist die Arbeiterklasse, höhere Be- dürsnisse angewöhnt und dann mit allen gesetzlichen Mitteln bestrebt ist, dreselben auch befriedigen zu können. Schon Lassalle klagte seiner Zeil mit vollem Recht über die„ver- dämmte Bedürfnißlosigkeil" der deutschen Arbeiter, denen man erst bewerfen müsse, daß es ihnen schlecht gehe, während die französischen und englischen Arbeiter schon langst bestrebt seien, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um rhre Lage zu verbessern. Und während nun heut zu Tage auch unter den deutschen Ar- deitern die„Zufriedenen" immer seltener werden, und auf Grund fortschreitender Erkenntniß die Arbeiter aller Branchen eifrig bestrebt sind, mit Hilfe einer guten Organisation sich bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erkämpfen, eilauben sich solch. Unternehmeroraane, wie die oben angeführten, immer wieder auss Neue den allen Kohl vom„Sparen" aufzuwärmen und den Arbeitern vorzusetzen. Begreifen denn diese Herren gar nicht, wohin es führen würde, wenn die Mehrzahl der deutschen Arbeiter so verrückt wäre, ihre Sparihcorie in die Praxis zu übersehen, wenn Millionen von Arbeitern immer bedürsnißloser würden, ihre Lebenshaltung auf die tiefste Stufe herabdrückten, sich jeden Ge- nuß veriaglen, auf die Anschaffung von besserer Kleidung, von Uhren, neuen Möbeln, Zeitungen und Büchern K. verzichteten, und außerdem mit den dilligsten und dann natürlich auch schlechtesten Nahrungsmitteln vorlieb nähmen?- D,e Folge davon würde einestheiis sein, daß die heule so wie lo schon in immer kürzeren Zwischenräumen wide, kehrenden Geschästskrrsen chronisch werden würden, ja, mit einem Worte, der große Krach eintreten müßte. Denn wenn jetzt schon die Thatsache zu kon- statiren ist, daß in den meisten Branchen der Weltmarkt mit Noemi und Timar traten nun ihre Wanderung durch die ganze Znsel an. Der Weg ist so schmal, daß sie genöthtgt waren, nahe nebeneinander zu gehen: Almira hatte jedoch so viel Ver- stand, ihren großen Kopf dazwischen zu schieben und so eine natürliche Scheidewand zu bilden. Auf der kleinen Znsel war in den letzten drei Jahren die Kultur mächtig fort- geschritten. Die Spuren der kultioirenden Hand erstreckten sich bis ganz an die Spitze der Insel. Durch das dichte Gehölz war ein gangbarer Weg ausgehauen; das alte Gestrüpp im Pappelhain, dessen Baumstämme schon eine Dicke erreicht hatten, daß zwei Menschen sie nicht mit den Armen umspannen konnten, war ausgerodet, die Wildlinge durch Pfropfreiser veredelt; aus dem niederen Unterholz hatte eine geübte Hand künstliche Hecken gebildet; wo der Obstgarten aufhörte, schlössen lebende Zäune die Znsel ab, und darüber hinaus waren auch die Wiesengründe eingehegt, welche den Ziegen und Lämmern als Weide dienten; einem kleinen weißen Lamm war ein rothes Band um den Hals gebunden, gewiß ist dies der auserwählte Liebling Noemi's. Als die grasenden Thier« Noemi erblickten, kamen sie ihr entgegen- gelaufen und blöckten ihr einen Gruß zu, den sie verstand; dann begleiteten sie sie auf ihrem Wege mit Timar bis zum jenseitigen Rand der Wiese, wo sich wieder ein lebender Zaun erhob. Hinter diesem erblickte man ein Bosket prachtvoller Nußbäume mit weitausgebreiteten, schattigen Kronen und klafterdicken Stämmen, deren Rinde trotzdem glatt wie Seide war.„Sehen Sie," sagte Noemi,„diese Nußbäume sind der Stolz meiner Mutter. Sie sind erst fünfzehn Zahr alt— um ein Jahr jünger, als ich." Sie sagte dies so natürlich. Rechts vom Bosket war der Sumpfgrund, wie Timar auS der Zeit sich noch gut erinnerte, wo er zum ersten Mal auf der Insel gewesen war und sich hier durchgearbeitet hatte- jetzt bedeckten Wasserpflanzen, gelbe Lilien und mai- glöckchenartige weiße Blumen die Oberfläche des morastigen Bodens und in der Mitte standen in ruhiger Beschaulichkeit zwei Störche. Produkten überfüllt ist, für welche die Fabrikanten nur schwer oder zu Schleuderpreisen Absatz sinden, wenn wir infolge dessen heute schon eine industrielle Reservearme von 5—600000 ar- beitSlosen Proletariern auf der Landstraße liegen haben, welche dann aus Roth und Hunger zu Lohndrückern ihren be> schäftigten Kollegen gegenüber werden, welche Zustände wür- den sich erst entwickeln, wenn nach dem Rothe dieser schlauen Herren der Hauptkonsument, das arbeitende Volk, um zu sparen, seine Bedürfnisse noch weiter reduziren, seine Konsum- tionsfähigkeit verringern, seinen Standard of life(Lebenshaltung) noch weiter herabdrllcken wollte?— Es würde und müßte, wie schon gesagt, der allgemeine Krach eintreten, neue hunderttausende von Proletariern würden brotlos werden und das Absurde ihrer Sparlheorie würde dann den Herren Unternehmern so fühlbar am eigenen Leibe und vor ollem an ihrer empfindlichsten Stelle, deni Geld- beutel, demonstrirt werden, wenn alle Geschäfte darnieder lägen, daß sie dann wohl allgemach zur Einsicht kommen dürften, von welchen weittragenden Folgen die Durchführung ihres Sparrezepts bei den Aibeitern für sie selbst sein würde. Aber anderntheils ist jetzt schon die infolge der schlechten, unzureichenden Ernährung immer weiter um sich greifende De- generation(Verelendung und Verkrüppelung) der Arbeiterklasse eine schreckenerregende, und jeder Menschenfreund wendet sich mit Schaudern von den von Jahr zu Jahr größer werdenden Ziffern der militärdienstuntauglichen jungen Leute ab, wie sie die Statistik der Mrlitäraushebungen in den meisten deutschen Staaten mit unwiderleglichen Zahlen vorweist. Was sollte nun erst werden, wenn die Mehrzahl der Arbeiter, um„sparen" zu können, ihre Lebenshaltung noch weiter herabdrückte? Eine vollständige Entncrvung und Verelendung breiterer Volks- schichten müßte die unausbleibliche Folge sein; denn wenn auf Giund von Hunderten uns vorgelegenen HaushaltunaSbudgetS deutscher Arbeiter die Thatsache feststeht, daß die große Mehr- zahl der Arbeiter nicht so viel verdient, um nur halbwegs menschenwürdig leben zu können, vielmehr in den meisten dieser HaushaltsbudgetS noch ein großes Defizi! existirt, das dann entweder durch Frauen- und Kinderarbeit oder durch die weitgehendsten Entbehrungen gedeckt werden muß, so möchten wir wissen, wie es denn diese Arbeiter anfangen sollen, von diesem unzureichenden Verdienst noch zu sparen, wenn sie sich diese Spar- groschen nicht vom Munde abdarben und sich damit selbst nach und nach auf den Botokudenstandpunkt herabdrücken wollen. Aber das ist ja gerade der Pferdefuß, der in diesen Bestrebungen und Aeußerungen der Unternehmerklasse steckt. Die Herren wissen ganz genau, daß sie mit einem bedllrfniß- losen, sich um die moderne Kultur nicht kümmernden, aus der tiefsten Stufe der Lebenshaltung stehenden Arbeitermaterial machen können, was sie wollen. Dem können sie nach Be- lieben die Löhne reduziren und die Arbeitszeit verlängern, das können sie entwürdigend behandeln und ihm trotzdem vorschwindeln, daß sie seine„Brotgeber" seien, während doch das Umgekehrte in Wahrheit der Fall ist; auf der anderen Seile ist den meisten von ihnen der aufgeklärte zielbewußte Arbeiter, der sich nicht mit ihrer Spartheorie an der Nase herumführen läßt, ein Gräuel, weil solche Arbeiter, in vernünftiger Erkenntniß der Külturaufgabe des 19. Jahrhunderts bestrebt sind, durch Aufklärung ihrer Kollegen und eine gute Organisation sich eine höhere Lebens- hallung und damit die Befriedigung menschenwürdiger Be- dürsnisse zu erkämpfen. Die Aufgabe der Arbeiterpresse aber ist es, gegen eine solche Verdrehung der Thatsachen und gegen die systematische Gehirnverkleisterung, wie sie in den Untcrnehmerorganen ä la „Eisen-Zeitung" fortgesetzt betrieben wird, Front zu machen und wahre Belehrung und Aufklärung über unsere wirthschaft- lichen Zustände und ihre Folgen unter der Arbeiterklasse zu verbreiten. („Deutsche Metallarbeiter- Zeitung.") Z>olrkifrsIe Ilelrerfidjk. lieber die Uorlagrn für de» Reichstag sind im Staaisministerium endglttrge Beschlüsse, wie die„National- zcitung" verbürgt gemeldet wird, nach keiner Richtung hin ge- troffen worden. Zeit aber wäre es, solche Beschlüsse zu fassen, wenn wirklich der Reichstag in der zweiten Hälfre des Oktober einberufen werde» soll. Zum Rücktritt des Herrn von Schotz bringen die „Bert. Pol. Nachr.", denen Beziehungen zum Kinanzmiuisterium nachgesagt werden, folgende etwas dunkle Auslassung:„Wieder- holt ist die Ei fahrung zu machen gewesen, daß in der Presse Vorgänge aus dem inneren SlaalSteben, insbesondere auch solche, welche Personalien wichtigster Art behandeln, als von akiueller Bedeutung mitgctheilt werden, welche, soweit den Mitiheilungen überhaupt eine thalsächliche Unterlage beiwohnt, der Vergangenheit angehören und zur Zeit der Meldung eine praktische Bedeutung überhaupt nicht haben. So lange Fragen Timar öffnete das Zaunpförtchen- es war ihm eine angenehme Erinnerung, diese Halbwildniß wiederzusehen, doch schien es ihm, als fühlte seine Führerin an diesem Orte sich nicht behaglich, als fürchte sie sich. „Sind Sie noch immer so einsam auf dieser Insel?" fragte Timar. „Wir Zwei allein. Zu gewissen Zeiten, wenn Jahr- Märkte sind, kommen Leute auf die Insel, welche ein Tausch- geschäft machen wollen; im Winter aber besuchen uns Holz- schläger, welche uns beim Ausroden behilflich sind; als Be- zahlung nehmen sie das gefällte Holz. Das Uebrige machen wir schon selbst." „Aber die Obstzucht ist doch mit vieler Mühe ver- Kunden, besonders der Raupen wegen." „O, das giebt uns nicht viel zu thun; das Abraupen erleichtern uns unsere Freunde, die dort oben auf den Bäumen singen. Sehen Sie die vielen Nester im Gebüsch? Die sind alle bewohnt von unseren Gehilfen. Hier thut ihnen Niemand etwas zu Leide und sie leisten unS treffliche Dienste. Hören Sie, wie das singt!" Der Hain widerhallte in der That von einem paradiesi- schen Konzert; gegen Abend eilt jeder Vogel in sein Nest und dann sind sie am gesprächigsten; der Kukuk, die Uhr der Wälder, hat vollauf zu thun, die Stunden zu schlagen, und die Drossel pfeift griechische Strophen. Da plötzlich schrie Noemi laut auf, sie erblaßte und wankte, die zitternde Hand ans Herz führend, zurück, so daß Timar es für seine Pflicht hielt, sie an der Hand zu fassen, damit sie nicht umsinke.„Was ist Ihnen?" Noemi hielt sich die Hände vor das Gesicht und schrie, halb weinend, halb lächelnd, in einem Tone, in welchem Angst und Abscheu sich mischten:„Sehen Sie, sehen Sie! Da kommt er..." „Wer?" „Nun, der dort!" Er sah nun in der That einen stattlich großen, runz- ligen Frosch, der im Grase ruhig dahin kroch, das eine Auge spähend auf die Herankommenden gerichtet und sich sprung- bereit haltend, um im Falle der Roth mit einem Satze in der nächsten Wasserrinne zu verschwinden. Noemi war so dieser Art nnd insbesondere wichtige Personalfragen � Schwebe sind, pflegt davon erfahrungsgemäß nichis � Oeffenilichkeit zu dringen. Dagegen gelangen nur zu v Mittheilungen in die Presse, wenn die Erörterungen, schwebten, abgeschlossen find und der Vergangenheit ans � Es mag angesichts der in der Presse sich wehrenden ui lungen über eine partielle Ministerkrisis an der Zeü iem, � zu erinnern. Liegt hierin schon eine ernstliche Mamw Vorsicht gegenüber jenen Preßmittheilungen, so?n« T Mahnung noch durch den Umstand verstärkt, daß richten mit Einzelheiten ausgeschmückt sind, welche den mangelhafter Information an der Stirn tragen." Kegln» der Mahtagitaklo«. Die Broschüre deS� ieroativen Greirer ReichstaaSabaeordncten tzotvuiii, konservativen Greizer ReichstagSabgeordncten Hosou t � Henning zur Lobpreisung des Invalidenversicherung-. wird von den Kartellvereinen für den ersten uno t Berliner Reichstagswahlkreis in 50000 Eremplaren n � wärtig unentgeltlich vertheilt.— Bildet man sich tm � dadurch die Berliner Aibeiter für Kartellkandidaten emi zu können? die Für neue strafgesetzllche KesNmmung»« 8�/ Verleitung, sowie nameirilich gegen den Zerroriltdcyc»„ zur Theilnahme am Streik tntt die„Nationallibcra■ � soondenz" ein. Es ist nur gut, daß dieses alte Lied 1'» den Nationalliberalen so offen gesungen wird. s/tmeidU' Schwarze Kisten. Auf dem Verbandstage dcr. Innungen Sachsens und Thüringens wurde die Ww rz, schwarzer Listen beschlossen; die Innungen verpfli®')]it die Namen der„Aufwiegler" dem VerbandSvorua, Kenntniß zu bringen, solchen Gehilfen auch die Auw die Arbeit und das JnnungSgeschenk zu verweigern. „Aufwieglern" verstehen die Herren In n un gS- S w n e>° diejenigen Gehilfen, welche im allgemeinen Z üSf Hebung des Standes der Gehilfen, sei es wittelir � döhungen oder Verkürzung der Arbeitszeit, durch vf �fli, Thäligkeit das Ihrige beizutragen bemüht sind. W wenn nun die organisirten Gehilfen sich v«pjW' keinem JnnungSmeister mehr zu arbeiten? Die Frag � heute noch nicht reif. Aber das grimmige Wüthen nungsbrüder wider die Gehilfen, die auch crne r. � würdige Existenz haben und ihren Schicksalsgenossen m verhelfen wollten, könnte mit der Zeit und oyn große Anstrengungen einen solch' festen Zu'oww � der Gehilfen bewirken, daß an die Losung �r Frage gegangen werden könnte. Wenn so weit wäre, denn brauchten die Herren meister keine schwarzen Listen mehr, weil sie eben vmV« Hilfen mehr hätten. Dann könnten sie ihre Röcke un.�- selbst nähen, und dann würden sie sich über die auch nicht mehr zu ärgern brauchen. Dann würden auch die Schattenseiten der menschlichen Existenz, o� � M um den kommenden Tag, mehr fühlen als jetzt, �no_ keine angenehme Sache sein. Ein solcher Zustand w» die Konsequenz ihrer grimmen Fehde gegen die Ge?»x. M Darum sei ihnen der gute Rath ertheilt, den Bogen straff zu spannen; er könnte leicht brechen und sie seldu f;«1 lich verletzen.— Uebrigens ist noch mehr Interessantes � � Verbandslage der Schneider-Innungen verhandelt- p schlössen worden. Das Kolportiren von BedarssaN SchneidergewerbeS in den Werkstätten diene in oe �10 Fällen nur zum Vorwand(zu welchem?) und wUej werden. Für das nächste Jahr sei ein allgemeiner«o i# Schneidergehilfen geplant. Die Anregung dazu g einigen„Hetzern" aus. Berechtigten Forderungen der wolle man gern entgegen kommen(natürlich sind o �# rungen nur berechtigt, die sie, d. h. die Jnnungs"" solche ansehen), im übrigen aber einem Streik ruh'g. �1# schcn; die Gehilfen würden am schlechtesten davc. Diese Zuversicht würde verblüffend sein, wen» 1 naiv wäre. In Sachse« stehen bekanntlich die Eisatzwad� Landlag bevor. Dieselben sollen dieses Jahr erst j}«»� "■'■ finden, während sie tcmber oder Anfang Oktober stattfinden,, weder schon im Juli, oder spätestens Mitte_ Septem�|w, nommen wurden. Diese auffällige Verspätung ri' � man uns unterm 21. d. M.— hängt unzweif-lh-9 MZ Angst zusammen, mit welcher unsere Kartellbrllder � entgegensehen. Sie wissen, wie unpopulär sie baben, und suchen die„böse Viertelstunde" des der sie das Gericht der betrogenen Wähler über � lassen müssen, so weit als möglich hinauszuschieben-. B Zeit, kommt Rath, denken sie in ihrer Bekleinwu V inzwischen suchen sie durch allerlei Kniffe und dj kannten Sorte ihre ungünstige Lage etwas zu verdcii �! diesen Kniffen und Pfiffen gehört die Abtreibung der. ji gegenwärtig mil fieberhaftem Eifer gepflegt wird offenbar in der Absicht, die Opposiiionsparteien woi Wahlkampagne mundtodt zu machen.. r.t.diK. Des Weiteren ist der Druck, den die kartellbrüdcrliw. � kanten und sonstigen ArbeiIgeberiaufihre„Hände"auSubc �Pl«' der besonders groß— und zmarwird nach einem gcme» von Schreck gelähmt, daß sie nicht einmal die Krost' davonzulaufen., ji"1, „Fürchten Sie sich denn vor Fröschen'?" frag � „Ich verabscheue sie. Ich wäre des Todes,. auf mich spränge.", r., W „So sind die Mädchen. Die Katzen lieben# sie hübsch schmeicheln; die Frösche aber können l leiden, weil sie häßlich sind. Und doch, sind die Frösche eben so unsere guten Freunde,.� M Vögel. Dies verachtete, gemiedene Thier ist der desgenosse des Gärtners. Sie wissen, daß es är linge, Käfer, Raupen giebt, die nur bei Nacht j v i» schein kommen. Bei Nacht schlafen die Swss? widerwärtige Frosch aber kommt aus seinen Sch � f mm"-"gi~ H'$€ iuubiuv,v/ v»v—»V vrv v|* I" Es ist eine Lust, wie der Frosch auf das ��..�,111', Jagd macht. Verhalten Sie sich ruhig— sehen K der häßliche Frosch kriecht nicht deshalb dort lw. Sie zu erschrecken. Er denkt nicht daran. Er fl.', Thier, das sich keiner Schuld bewußt ist und•"-7,, Ml» Feind erblickt. Sehen Sie dort einen blauen Kos K» Flügeln fächeln; das ist eines der gefährl>ch> insekten, ein Holzbohrer, von dem eine einz'ge. v nügt, um einen jungen Wald zu Grunde iurll aüi<� den hat unser runzeliger Freund als Beute Stören wir ihn nicht. Sehen Sie, er zieht swM und hält sich sprungfertig; passen Sie auf. Li er einen großen Satz gemacht und streckt buyl lange Zunge hervor; der Käfer ist glücklich» WL'-L seine Flügel stehen noch aus dem Froschmaul fss nicht wahr, unser guter Frosch ist kein so oet£ j f„ji? würdiges Thier, trotz seines schlotterigen Gewanv � � Noemi schlug vergnügt die Hände zusammen uy schon gegen den Frosch keinen solchen Wider' � Sie ließ es geschehen, daß Michael sie an der jttrj» und ans Ufer führte, um ihr zu erklären, dige Thier« die Frösche sind, welche lustige St' � g führen, und welche merkwürdige Spielarten es t'tsse !« Äl derma '�tben, ®«som)t ."Mbeanit harmlos- »m geir V-"» je fies Ö°us 21' b,e X" wr iT1' Ne f tf" Neri »'was sek, Mfität ei m bafc jnitie A»i Sto Mdm I k. fet ttxba Ki w- fl«!n\t chlS«X . ju haM .g«n, l aitfltW' )«n fein, h>«°' i-hnu««� ?-r%S jene W*, den SiwfU ire des fif °fbuchd-A nmaWE und iwA arcn m Ernst tn eml-us" n°« � Je 'loww�Asn ösung V : jk N fct 1 � stC ;0ttf ante«" K» dcll m« "nrUUiK L/'~ theils durck Drohungen, theils durch Ver- ??rn, theiü durch ballige Vergnügungen und Stiftungen, lÄ.e Arbeiter Hintennach selbst doppelt und dreifach zu i»toMUÄ �e',er,d der Behörden wird bereits für die Wahlen l,,j°i?'deitet. Den Arbeiterorganisationen, namentlich den »rtii*, ntischen Wahlvereinen wird von der Polizer eme SUdrlte Aufmerksamkeit geschenkt, welche offenbar mit dem n der Wahlkampagne zu thun hat. Versammlungsverbote Znü'ungen erfolgen ohne den geringsten ersichtlichen »,,11. v"nd iede Kleinigkeit wird von der Regierungs- M dermaßen aufgebauscht, daß die Absicht, Stimmung LÄn' klar zu Tage tritt. So wurde vorgestern za,., Sammlung des Leipziger Wahlvereins aufgelöst, weil wurde oder angeblich gelacht wurde, als der überwachende W �deamte einem Redner wegen einer Aeußerung der denk- !>»iİsesten Art das Wort entzog. So weit ist dre Sache �merkenswerth— derartige Auflösungen sind ia Nichts über,— und das ist ja das symptomatische Mo- i»» r"im folgenden Tag schrieb die amtliche„Seipz. Ztg., i; yegung ob der Auflösung sei unter den Versammelten ijH gewesen, daß der überwachende Beamte sich beim Wjtei m'' der Waffe in der Hand einen Weg bahnen Hk ,lie«esährlich das klingt! Und doch war der Vorgang, i»" ouS allerbester Ouelle weiß, ebenso harmlos wie die die zur Auflöwg weiß, den Anlaß boten. Nervöse Leute verwandt ??hei, Jleberwachung von Versammlungen nicht verwa -i fin''"voie Senfe kommen eben leicht in Aufregung. Und s J m?�Niter in der Aufregung den Revolver zieht, !?t»osi>üi.! Naturliches. Daß das amtliche Organ aber die äd bat!neS(®e°tntcn in solcher Welse an die große Glocke ?" imhcm-r ttia» dem ganz unbedeutenden Vorgange ?stk. bn«'i., Bedeutung zu geben wünscht. Zu welchem � ba« d» h»vv..-----...... �i»e finv? Qutt der Hand. Die sozialdemokratischen Wählst» sin Ann» lachsischen Polizeibehörden schon längst ein SSlen nif t., wir mulfen uns auf allerband Ueber- A'dmer mai>en- Gewiß ist, daß die Auflösung ver- tdy.'zuaylveremt von den Behörden ins Auge gefaßt ist. wir müssen es eben abwarten. ns» muff fein. Ein notionalliberaler Redakteur dl eBftn h f r � t � � Vfl.V»IUliV»kV«V*l»-vvv,»».» �------- »"Hullen\ lich in seinem Bochumer Blatt erlaubt, das mchx" �t:r nalionalliberalen Kohlenbarone gegenüber den ttlibu mißbilligen, wie wir seiner Zeit mittheilten. Nun � lkinn-!v'?�tnisch-Westsälische Zeitung", daß Hoppstädter �" Redaktionsstellung ausscheidet und Bochum verläßt. l« �kchlagnaffme der Fndenscheider„Reform", J* l'8en Blattes, wegen eines AriikclS über das Stand« "»b W badischen Aufstand im Jahre 1849, welche auf ��.»�.Sozialistengesetzes erfolgt ist, ist durch die Landes- , Si.i ,. wieder aufgehoben worden. m i!.' August. Ein Beitrag zu der Freiheit in Deutsch- 'ls k,n°, �-wahren Lichte liefert wieder folgender Vorfall: �t>«n ei» steigen Tischlerwerkstelle arbeiteten ca. 5 Tischler, a'�»en sonnabends dann für sich und feine Kollegen ab- ISibentv.ben Lohn in Empfang zu nehmen hat. Nach N unk"sammeln sie sich in dessen naheliegender Wob- Si Qul0 nehmen ihren Lohn in Empfang. So waren sie jN'leJ on, vergangenen Sonnabend da versammelt und �ld� �Nf, die Frau ihres Kollegen, welche ein �größeres z? �leku ließ, als durch die Hinterthür die Kriminal- leih* Sr" �nd Jeschke(ein drilter stand a» der Ecke, K? Tobn„. Ausgange übersehen konnte) eintraten und von ijststak,. �?�der verlangten, seine bei ihm versammelte „ t zu fehm. Obwohl der Betreffende jedenfalls von ~-----— »> U>. hätte Gebrauch machen können.. »tz,.sich keinem unnöthigen Verdacht auszusetzen. Ohm "n. i»!» n,6 abzuwarten, gingen sie auch schon in das Zmr W.-.™ Mt»___.iW.J** sah, und protestirte er Ohne »'e vermuthliche staatsgefährliche Gesellschaft> U»? /»e Anwesenden. Auf die Frage. des Zweckes der .XW. wurde ihnen das schon Erwähnte mitgetheilt. de M oie Frau mit dem umgewechselten Gelde und »st fit A«un die beiden Beamten entfernen, doch nun wur- Ä'Halte» und mußten auch der Lohnauszohlung zMam'.Den anderen Tag wurde noch bei ihrem Meister iS®tih 0 sio bei ihm in Arbeit ständen und der Betreffende BTt �flh � vtl»y**» 1,1 wi*.____ ?H»en g, ouszuzahlen hätte, dieses der Sachverhalt. Zu er- a�r. hoch, daß die hiesige Polizei ein besonderes Augen- ß'tt.r mit der deutschm Freiheit gekommen find. •* Fraukretch. S"'Isvrn Jsi der Welt Lohn. Kaum ist der mühselige Hoch- 'st»! b«» beendet und das Urtheil, durch welches der � an k"''publik von Frankreich gerettet zu haben bean- lao«, Pariser Behausungen der drei Staatsverbrecher ' und bereits giebt ein Theil der radikalen .'ur den eröffneten Wahlkampf die Losung aus .-v wen CIUMIIVIVU rw/V**/*» v*...r---- Vrt CTi•\ w't dem Senat!" Millerand's„Stimme"(La Vo,x) � ,/ Wählte ihr von dem himmelblauen Surinamer - st dem ein Exemplar vom Kaiser von Marokko Ä bev f,alern bezahlt wurde; dann von einem Leucht- i\ r~ b»i Nacht einen hellen Glanz um sich verbreitet, »sticht einschleicht, sich zwischen dem Gebälk ver- aki■' Nacht unbarmherzig quakt; in Brasilien hört �""'* W.JQ O-X-fW sticht"fst w ini Leun Opernhause die Sänger und das Orchester S* C6n!In die vielen im Theater hausenden Frösche �lia-J anstimmen. Noemi lachte jetzt schon über den N«z?/n Feind. D' ' A iui Liebe. Das Lachen ist�bereit/ der halbe Weg � 0�*-«cicuc. »nn sie nur nicht so häßlich schreien wollten!" "" sehen Sie, in diesen Tönen geben sie ihre zärt- '' denn bei den Fröschen �.�e für ihre Weibchen kund,......... fc" �t0r.--lünnchen stimmbegabt, das Weibchen ist stumm. stchey ,, �ft.damit die ganze Nacht hindurch seinem '' wie schön, wie reizend bist Du! Kann es ' zbrtljV'-''vir tiyon, ivir.......... L 3}oJ,errf Geschöpf geben, als der Frosch?" " Ceir � schon an, die Sache von der empfind- „Tj st" nehmen. J" teiJ lsi der Frosch auch ein gelehrtes Thier. Sie �sicht- �aß der Laubfrosch sich auf die Witterungskunde ft's' nn n negnerische Witterung bevorsteht, empfindet Aejeit vQu®' kommt aus dem Waffer hervor, und iJstes anT� fe'n Quaken Regen; wenn dann wieder stillt.. Detter in Aussicht, kehrt er ins Waffer I'' Ort, l-„Ick' Npeni, fing an, neugierig zu werden. ' hier.�stbe glejch einen fangen," sagte Timar; stnen in der Haselnußstaude musiziren." (Fortsetzung folgt.) »ich &- t»«5 �wuU wni» Oelieii. �knfnkl, der sich kürzlich bei der Auffahrt zur S°'8et J-N» sthurmes ereignete, sendet ein Augenzeuge dem "ststun�stblatt" einen interessanten Bericht~ �---- Utifti-* iUU iiiivi- '»nicfcen Aufstieg selbst theilgenommen _. hat an und schildert wendet sich bei ihrem Erscheinen sofort gegen das Oberhaus, das als„wacksamer Posten" die Priveligien seiner Freunde, der großen Finanziers und Grundbesitzer, hüte und darum die bescheidenen, zu Gunsten der Eisenbahnbeamten und der Bergleute eingebrachten und von der Kammer genehmigten Anträge verworfen oder auf nichts reduzirt habe. Das einzige vom Senat angenommene soziale Gesetz sei das über die ge- werblichen Fachoereine. Aus einer politischen Körperschaft in einen Gerichtshof umgewandelt, habe der Senat mit einem ungeheuerlichen Urtheil einen Journalisten wegen Zeitungs- artikeln zur Deportation verurtheilt. Also:„Nieder mit dem Senat! Platz für das Volk!" K-lgi-t». Ein wahres Musterstllckchen niederträchtig st er L o ck s p i tz e l e i ist in dem Hauptquartiere des belgischen Lock- spitzels P o u r b a i x entdeckt worden in Gestalt eines Aufrufs, welcher die wohlgemuthe Aufforderung zum lustigen Wühlen und Putschen in die folgenden Worte kleidet: „Genossen im Borinage und Centre, in Charleroi, Lüttich, Gent, Brüssel, Löwen, brave Steinhauer des Hennegau und Lüttich's, wir haben das Mittel gefunden, um die Banditen der Finanz zittern zu machen. Das Dynamit durchbohrt ihre Leiber. So geht'S. Genossen, fahren wir fort, sie zum Schalle des Dynamits die Carmagnole tanzen zu lassen, damit nichts stehen bleibt, die Banken, die Schlösser, die Brücken, die Eisen- bahnen u. s. w. und dann Vorwärts, wie abgemacht! Sie lassen sich durch die der Völlerei ergebenen Bürgergarden, durch die Faullenzer, die Gendarmen bewachen; wenden wir Hinterhalte an, legen wir Fallen! Man wage es, die Soldaten zuschicken, die unsere Brüder und Söhne sind und mit uns für ihr Brot und ihre Freiheit kämpfen würden. Spannen wir Seile aus für die Patrouillen, schlagen wir in den Haufen, das ist die Parole!" Besonders der tapfere Rath,„die Seile auszuspannen", damit nachher der Säbel einen Vorwand hat zu bauen, die Flinte zu schießen, ist von einer bewunderungswürdigen Ge- nialität. Dieser erbauliche Aufruf ist bei dem öffentlichen Ver- kaufe des Materials der Druckerei Pourbaix in La Louviere entdeckt worden. Die Form war vollständig druckfertig und in Papier eingeschlagen; sie wurde sofort dem Gericht eingeliefert. Man sieht also, daß die schon bei dem Sozialistenprozesse in Möns aufgetauchte Anschuldigung, Pourbaix. der Vertraute der Minister und der Sicherheitsbehörden, habe die im De- zember vorigen Jahres verbreiteten Brandaufrufe an die Ar- beiter in feiner Druckerei herstellen lassen, begründet ist. Daher ist erklärlich, daß der Brüsseler Appellhaf, welcher sich am Sonn- abend über die von dem Gerichte in Möns beschlossene Frei- lassung des Lockspitzels Pourbaix infolge der Berufung des Generalstaatsanwalts aussprechen sollte, die UrtheilSverkündi- gung vertagte. Italien. Der„Ri forma" zufolge hat die Regierung nach dem jüngst auf dem Colonna-Platze staltgehabten Bomben- würfe in allen Gießereien Nachforschungen anstellen lassen. Dabei hat sich herausgestellt, daß in den letzten Tagen ein Mann eine Bombe bestellt hat, welche jener am Sonnabend geworfenen völlig ähnlich gewesen ist. Die verdächtige Person ist verhaftet worden. Die„Agenzia Stefani" meldet aus Massauah: Ras Alula drang am 12 d. M. bis Godo Felassi vor, wurde jedoch von einer unter Mafor Dimajo stehenden Truppen- abtheilung genölhigt, sich bis jenseits des Belesa-Flusses zurück- zuziehen, worauf Major Dimajo nach Asmara zurückkehrte. Die von Ras Atula angeknüpften Friedensverhandlungen sind von General Baldissera zurückgewiesen worden. Rußland. Warschau, 18. Augult. Wegen Theilnahme an einem politischen Geheimbunde wurde der„Kreuzztg." zufolge der Ober st RokSzinsky vom Kriegsgericht zur lebenslänglichen Verbannung nach Sibirien und Verlust feiner Charge, der bürgerlichen Ehrenrechte und Orden verurtheilt. Amerika. In den Vereinigten Staaten von Nord- a m e r i k a hat die Bundesregierung ein Abkommen mit den Sioux-Jndianern über die Abtretung eines TheileS der„Reser- vation" in Dakota getroffen, welches bei dem berüchtigten Häuptling„Eitting Bull" und dessen Anhängern heftigen Widerstand gefunden hat und auch fast an ihrer Weigerung, den Vertrag zu unterzeichnen, gescheitert wäre. Mit großer Mühe gelang es aber schließlich der mit den Verhandlungen betrauten Kommission, durch Hilfe des einflußreichen Häuptlings Gall die nöthige Anzahl von Unterschriften zu erlangen. Ueber die Bedeutung des Ankaufs und die Bedingungen, unter denen er zu Stande kam, schreibt die„New-Porker Handelsztg.": „Die Abtretung dieser ungeheuren, bisher der Kultur unzu- gänglichen Lanbfläche ist in mehr als einer Hinsicht von großer Bedeutung für die Entwickelung des Nordwestens; denn erstens wird dadurch, daß die Reservation aus den Händen der Indianer genommen, eine direkte Verbindung den Vorgang und dessen Eindrücke in»achstehender Weise: „Am 13. August, Abend gegen 8 Uhr, machte mein Pariser Gastfreund den unglücklichen Vorschlag, zur zweiten Plattform des EiffelthurmeS aufzufahren und von da aus das Spiel ber pomaines luminrus-s auf dem Marsfelde anzusehen. Wir begaben uns unverzüglich in das Innere des nörd- lichcn EiffelthurmfußeS, lösten die Fahrkarten und nahmen in einem eisenbahnwaggonartigen Kasten des Aufzuges Platz. Derselbe war wie gewöhnlich bis auf den letzten Platz besetzt und noch sonst waren»ahlreiche Fahrgäste, die stehend die Fahrt mitzumachen beabsichtigten. Emen Augenblick noch — das Abfahrtssignal ertönte— der Aufzug zog an. Es ist ein eigenthümliches Gefühl, was den Mitfahrenden beschleicht; es kommt ihm vor, als würde er schwerer und als säße er fester auf seinem Platz. Mir persönlich, obgleich ich die Aus fahrt bereits zum zweiten Male mitmachte, lief wieberum ein kalter Schauer durch die Nerven, wie ihn wohl die meisten Menschen in großen Schaukeln gefühlt haben. Das ist aber nur anfange und verschwindet in den nächsten Sekunden Ich musterte meine Reisegefährten. Die Hälfte zählte zu dem weiblichen Geschlechle. In den meisten Gesichtern malte sich eine gewisse Aufregung und gespannteste Erwar- lung. Wer nur konnte, verfolgte die Auffahrt durch die kleinen vergitterten Waggonfenster, was, da man in das mächtige Eisenwerk des Thurmes sieht, nicht uninteressant ist— zumal man auf der darin befindlichen Treppe müde Menschen sieht, die ihre Idee, den Thurm durch eigene Kraft zu erklimmen, längst verwünschen. Plötzlich— wir waren etwa in der Höhe eines fünfstöckigen Hauses— gab es einen scharfen Ruck, der uns erschülterte, und der Aufzug hielt. Ein entsetzlicher Schreck fuhr uns lähmend durch die Glieder. Wenn jetzt der Aufzug in die jähe Tiefe stürzte und mit uns Allen in Aiome zer- schellte? Und nun löste sich die Lähmung, gellende Hilferufe erfüllten den vollen Waggon, Kinder schrieen, Männer rüttelten an den verschlossenen Thllren wie wahnsinnig und Frauen fielen in Ohnmacht. Ein anwefendeS Mitglied des Suri»au central d'esprit verlangte mit Stentorstimme Ruhe und Geistesgegenwart. Endlich— nach bangen schrecklichen Minuten kam Hilfe von außen, konnte zunächst aber nur durch Worte zu beruhigen veduchen, denn ohne Bretter, die als Brücke dienten, war ke ne Möglichkeit auf die Treppe zu gelangen. Endlich waren alle Hilfsinittel da, und nur der Vorsicht der Ingenieure ist es zu danken, daß bei der Eile, mit der sich alles zu flüchten suchte, nicht gräßliche Un- fälle durch Ausgleiten von der dürftigen Brücke erfolgten. Nun zwischen dem östlichen und westlichen Theile des zu- künftigen Staates South Dakota bergeftellt, und zweitens ist damit Raum für ungefähr 70000 Ansiedler geschaffen worden, welche nicht säumen werden, sich auf dem neuerschlossenen Terri- torium. welches als außerordentlich fruchtbar und sehr geeignet für Ackerbau und Viehzucht geschildert wird, unter dem Heim- stättegesetz seßhaft zu machen. Außerdem vermuthet mau in einigen Gegenden der Reservation auch reichhaltige Erzlager, und so ist es denn nicht zu verwundern, daß sich bereits vie'e Leute an der Grenze des demnächst zu eröffnenden Gebietes ansammeln, welche sich auf dem letzteren anzusiedeln wünschen. ierner ist nicht zu vergessen, daß die Besiedelung des neuen andstriches im Laufe der nächsten Jahre eine sehr bemerkbare Vergrößerung unserer Weizenproduktion zur Folge haben wird, denn die 11000000 Aeres Land liegen in der Haupt Weizen- region der Vereinigten Staaten und, da der Boden noch jungfräulich, wird derselbe, wenn urbar gemacht, zuerst ganz enorme Erträge liefern. Auch soll sich, wie schon er- wähnt, ein großer Theil des Landes vortrefflich zur Vieh- zucht eignen. Unter solchen Umständen ist die Genugthuung, welche man in Washington über das Gelingen der mit den Sioux angeknüpften Unterhandlungen empfindet, wohl gerecht- fertigt, zumal nach dem Fehlschlage, welchen die letzteren im vorigen Jahre erlitten, in dem bekanntlich schon der Versuch gemacht worden war, die Rothhäute zu emer Abtretung ihrer Reservation zu bewegen. Damals scheiterten die betreffenden Unterhandlungen daran, daß die Indianer ihr Land zu 1.25 Dollar per Acre verkaufen wollten, die Regierung sich aber weigerte, den Gesammtbetrag auf einmal zu zahlen, da sie mit Recht befürchtete, daß den Indianern der Besitz einer so großen Geldsumme zum Verderben gereichen würde. Infolge dessen erließ der letzte Kongreß ein Gesetz, durch welches die Zah- lungsbedingungen, im Falle des Verkaufs der Reservatron 'eitenS der Sioux, geregelt werden. Diesem Gesetze zufolge er- halten die Rothhäute den Kaufpreis in auf einen Zeitraum von zehn Jahren vertheilten Terminen ausgezahlt. Sofort bei Abschluß des Vertrages soll jeder Indianer SODoll. in baarem :}be und jedes Familienhaupt seine Anzahl von Ackerbau- geräthschaften und von Pferden und Rindern, sowie eine Quantität Saatkorn erhalten, deren Werth(es sind für den Zweck 3 Millionen Dollar vorgesehen) von dem Kaufschilling in Abzug gebracht werden wird. Die Ansiedler haben der Regierung für jeden ihnen überlassenen Acre Land 1,25 Doll. zu zahlen." Eine Warnung vor Auswanderung nach Argentinien(Buenos Aires) bringt die„Buchbinder- zeitung" in einer Zuschrift von dort, die sich wohl nicht nur auf Buchbinder, sondern auf Arbeiter aller anderen Gewerke auch beziehen möchte. Nach dieser Zuschrift haben sich in Buenos Aires Unternehmer zur möglichst bedeutenden Einfuhr europäischer Arbeiter vereinigt. Es werden mit den Arbeilern hier auch durchaus rechtsgiltige Kontrakte abgeschlossen, die man aber dort ganz nach Belieben bricht, weil der Arbeiter in der Regel nicht Mittel und Kenntniß der Gesetze befitzt, um die Einhaltung des Kontrakts erzwingen zu können. Außerdem lassen sich die Arbeiter durch die hohen versprochenen Löhne blenden, ohne zu wissen, daß die Preise dort so hoch sind, daß die scheinbar hohen Löhne noch kaum auslangen. Die Zuschrift lautet in ihrem wesentlichen Theil: „Wie es mit den erwähnten Kontrakten bestellt ist, mögen Sie aus einigen Beispielen verschiedener Firmen entnehmen. Zuerst noch eine Vorbemerkung. Das Verführerische dieser Kontrakte für die europäischen Arbeiter sind die darin ange- boten en scheinbar sehr hohen Löhne, Löhne von 80, 100—110 und 120 Pesos monatlich scheinen, da ein Pesos 4 Mark be- trage, ein enormer Betrag, besonders wenn dahei steht,„Pesos oro", also nicht Papier, fondern Gold. Aber den Arbeitern sind die ganz abnormen Verhältnisse im hiesigen Lande auch nicht bekannt, ja drüben gar nicht begreiflich, Verhältnisse, bei denen eben das Leben trotz seiner freudlosen Trostlosigkeit enorme Ausgaben erfordert, wo für ein unmöblirteS, feuchtes Zimmer ohne Fenster, mit dem einzigen Lichte der Thüre, monatlich mit 15, 20 und 24 Pesos bezahlt werden muß, wo man für eine anständige Hausmannskost 20—30 Pesos her- geben muß, wo ein Anzug 30—45 und mehr Pesos kostet, und man für Rasiren und Haarschneiden 50—70 ZentavoS, das heißt 2 M. bis 2,80 M. be- zahlt als einfacher Arbeiter, nicht etwa als Herr; denn letztere bezahlen noch ganz andere Preise. Was die m den Kontraklen festgesetzte Ausbezahlung in Goldwährung betrifft, so ist gerade dies der Leim, mit dem diese Herren Arbeitgeber ihre Vögel fangen. Sie versprechen Gold, bezahlen dasselbe aber nur so lange, als es ihnen kon- venirt. Wenn dies nicht mehr der Fall ist, so lösen sie den mit allen gesetzlichen Formaliiälen versehenen, also vollständig rechtskräftigen Kontrakt mit der größten Leichtigkeit von der Welt auf. Der Arberter wird herausgeworfen und mag mit seinem Kontrakte vor den Richter gehen, wenn er Geld genug hat, oder denselben, in Ermangelung des für die Advokaten und Richter nöthigen Kleingeldes, zu anderen Zwecken verwenden, kommt für ihn vollständig auf Eines heraus. Der Arbeitgeber erst erfuhren wir, daß all' unsere Angst grundlos gewesen und daß nur die Maschine versagt hatte. Mir war aber der Schreck so in die Glieder gefahren, daß ich drei Tage das Zimmer hüten mußte. Ich habe den Vorsatz gefaßt— mich nicht ein weiteres Mal dieser Gefahr auszusetzen— es könnte doch ein- mal ernst werden." Gi» unglücklicher Grbe ist der Farmer Elijur Fenn in Terryville, Comr., ein achtzigjähriger Greis, dessen ebenfalls hochbetagte Gattin vor etwa einem Monate dieses irdische Jammerihal verlassen hat. Tiefgerührt war der alte Fenn, als er einige Tage nach der Beerdigung feiner greifen Lebensge- fährtm in einem Schranke versteckt ein halbes Dutzend neuer Oberhemden fand, welche die Verstorbene mit eigener Hand für ihn angefertigt. Noch gerührter war Fenn, als er am nächsten Tage in einem anderen Versteck abermals ein halbes Dutzend Oberhemden entdeckte, welches Zeugniß dafür ablegte, daß die Dahingegangene steis in Liebe seiner gedacht. Den Gipfel er- reichte indessen die Rührung deS WittwerS, als er beim Suchen nach einem verlegten Gegenstände wiederum auf ein Zeichen der Fürsorge für ihn seitens feiner Gattin in Gestalt eines weiteren halben Dutzend sauber gearbei- teter Oberhemden stieß, und er war glücklich in dem Bewußtsein, sich bis an sein Lebensende keine Hemden mehr anschaffen zu müffen. Diese Stimmung verwandelte sich indessen zuerst in Staunen und dann allgemach in gelindes Entsetzen, als Ver. wandte des Greises bei einer gründlichen Reinigung der Woh- nung desselben in allen möglichen Kisten, Kasten und Winkeln verborgen ein Packet nach dem anderen, jedes ern halbes Dutzend neuer Oberhemden enthaltend, fanden, so daß sich der alte Herr schließlich im Besitze von, sage und schreibe siebenundneunzig neuen Oberhemden sah. Der Greis steht diesem Reich Ibum a» reiner Wäsche rathlos gegenüber und ist von einer beständigen Angst gefoltert, in irgend einem noch nicht durchstöberten Winkel auf weitere derartige, von seiner besseren Hälfte hinterlassene Liebesgaben zu stoßen. Der bedauernSwerlhe Wittwer wird sich schließlich, wenn die Hemdenfunde fortdauern sollten,„auf seine alten Tage" noch gezwungen sehen, ein Hemdengeschäst zu eröffnen. Grubenunglück in Meribo. Nachrichten aus Mexiko zufolge ereignete sich in dem Bergwerk„Triumso", unweit Guaymas, ein ernstes Unglück, wodurch der Tod von 10 Berg- leuten verursacht wurde. °HAt sich nur so lanae an den Vertrag, als er will und es für put findet. Kann er den Arbeiter gerade gut verwenden, fo Wt er ihn und erfüllt ihm den Kontrakt vorläufig; find die Arbeiten nicht mchr so dringend, bricht er den Vertrag, der Arbeiter fliegt auf die Straße, muß nach weiterer Arbeit suchen, aber nicht mehr auf Gold, sondern auf lumpiges Papier. Die Herren des Ringes haben ihren Zweck erreicht, fie hohen die Arbeiter mit dem Versprechen von Gold herübenjelockt und nachdem diese hier find, müssen sie zufrieden sein, Papier zu bekommen. Resumirend betonen wir nochmals: Arbeitskontrakte für Argentinien geben, wenn sie auch in der allergcsetzlichsten Koim ausgestellt sind, dem Arbeiter hur zu Lande gar keine Sicherung. Jbre Giltigkeit resp. Ausführung steht in der Willkür der Arbeitgeber. Je glänzender die kontraktlichen Vec- sprcchungen auf dem Papier sind, desto werthloser und un- sicherer ist der Kontrakt in Wirklichkeit hier im Lande. Diese Kontrakte auf Gold haben den Endzweck, gute Ar- beitskräfte nach hier zu verlocken, um sie nachher mit Papier abzufertigen." Siyzisle ItclrevUrirt. An die Metallarbeiter. Berufsaenossen! Tic Allgc- meine Kranken- und Stcrbekasse der Metallarbeiter(Eingc- schriebcne Hilfskasse Nr. 29, Hamburg) ist wohl Euch Allen bekannt. Sie existirt bereits seit dem l. November l8L0 und bat zur Zeit 39 000 Mitglieder in 440 Verwaltungsstellen. Wenn man die Widerwärtigkeiten bedenkt, welche gerade die Metallardeiter sowohl in gewerkschaftlicher Beziehung als auch auf dem Gebiete der Krankenversicherung auszustehen und zu überwinden halten, so ist dieser Erfolg immerhin zufriedenstellend. Er darf uns obcr nicht genügen, denn die Zahl der Metall- mbeiter unseres Vaterlandes, welche uns noch fern steht, ist viel größer. Forschen wir nach der Ursache, so finden wir dieselbe sehr bald. Die meisten unserer Berufsgenossen sind in Fabriken beschäftigt und unterliegen wohl oder übel dem Fabrikkassen- zwang. Sie möchten wohl gerne auch unserer freien Kasse angehören, allein der Umstand, daß sie eines- tbcils die hohen Beiträge für beide Kassen nicht er- übrigen können und daß sie anderntheils im Falle der Erkran- kung in den meisten Fällen das Krankengeld nicht in der Höhe erhalten,- für welche fie in beiden Kassen Beiträge zahlen müssen, weil die ZwangSkasse das Krankengeld bis auf den Be- trag des Lohnes kürzt, dieser Umstand hält fie unserer freien Kasse fem. Um nun allen Berufsgenossen Gelegenheit zu geben, sich ihren Verhältnissen gemäß gegen Krankheit versichem»u können, bat die außerordentliche Generalversammlung der Allgemeinen Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter in Altenburg be- schlössen:„Für diejenigen Mitglieder, welche noch anderweitig gesetzmäßig versichert sind, eine sogen. Zuschußkasse zu errichten". Dieser Beschluß kommt aber auch den übrigen Berufsgenossen zu Gute, da auch ihnen diese Kasse offen steht. Auf Grund dieses Beschlusses hat sich am hiesigen Orte eine Kommission gebildet, welche der hiesigen Aufsichtsbehörde ein diesbezügliches Statut nach folgenden Grundsätzen einreichte: Die Kasse führt den Ramm:„Vulkan Zentralkranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter". Der Sitz ist in Hamburg. Mitglied kann jeder in der Metallindustrie beschäftigte Ar« beiter werden, welcher nicht älter als 40 Jahre ist. Das Beitrittsgeld beträgt 1,30 M. Die Beiträge vetraaen in der l. Klasse 35 Pf. pro Woche 2.„ 30„„„ 3.„ 20„„ Die Unterstützung beträgt: 1. Klasse 1,85 M. pro Wochentag, 11,10 M. pro Woche 2.„ 1,60„„ ,, 9,60„„„ 3-„ 1,05„„„ 6,30„„„ An dm ersten 3 Tagen wird Vi obiger Unterstützungssätze gewährt. Die Beiträge find auch währmd der Klankheit zu ent- richten. Die Unterstützung wird für die Dauer eines Jahres ge- währt und zwar 26 Wochen mit dem vollen und 26 Wochm mit dem halben Betrage. Jedes Mitglied, welches sein BeitrittSgeld und mindestens 6 Wochen lang nach seinem Beitritt Beiträge entrichtet hat, hat Anspmch auf Unterstützung und zwar für die Dauer von 13 Wochen. Jedes Mitglied hat nach 26wöchmtlicher Mitgliedschaft Anspmch auf die volle Unterstützung. M- 90 40 An Beerdigungsgeld gewährt die Kasse: �, 1. Klasse 2. Klasse Z.■ M. M. nach ljähriger Mitgliedschaft.. 60 40 " 52»„.. 75 60 „ 5„„.. 100 90 nwhtt Mitglieder der Allgemeinen Krankm- und SterbckM Metallarbeiter(E. H. 29, Hamburg) können ohne Alteriu schied, ohne Gesundheitsattest und ohne BeitrittSgeld Zuschußkasse eintreten... Alle weiteren Bestimmungen sollen sich dem Statu jetzigm Kasse anpassm. g. � Beruksgenossen! Durch' beide Kassen ist Euren nissen hinsichtlich der Krankmversicherung möglichst getragen. Ihr könnt Euch in der einen Kasse, welwe oewd. des Krankenversichemngs- Gesetzes entspricht, versichern. habt nicht nöthig, einer Zwangskasse anzugehören:'C' ä) aber durch das ArbeitSverhältmß gezwungen, einer lasse angehören zu müssen, und ist Euch die Versichetm � dieser zu wenig, so könnt Ihr in die andere Kaste u � die Klosse eintretm, welche Euren Verhältnissen eri'P Durch die Freizügigkeit, welche zwischen beiden Kassen führt werden soll, wird ein weiterer Vortheil gekchaffen._ An Euch liegt es nun, durch massenhaften Bem'', beweisen, daß die Metallarbeiter den Werth der fierm•o*'! lassen zu schätzen wissen, daß sie unter allen Umstanden, solchen angehören wollen. Manchem wird wohl an« andere Kassm Gelegenheit zur Krankenversicherung m � Wenn wir Euch aber nun auffordern, den Zantralkalicn Metallarbeiter beizutreten, so geschieht das gewiß zünstlerischer Engherzigkeit, oder weil wir dem Kaneuo huldigen, sondem weil wir von der Ueberzeugung durchdru y sind, daß auch auf dem Gebiete der � berufSgenossenschaftliche Organisation am zweckmäßigste" Die Bevollmächtigten der allgemeinen Kranken-. /"..'fir lasse der Metallarbeiter nehmen Anmeldungen zum BeUN beide Kassm entgegen und werden namentlich diejenigen glieder der erfteren, welche in die neue Kasse übertreten wv s ersucht, sich schleunigst zu meldm, damit das nöthige 211° rechtzeitig geliefert werden kann. Hamburg, im August 1889. Mit Gruß Die Kommst!'-»'- **18 &"f Wlot. O"> de P >> w. Theater. Freitag, den 23. August. Theater. Der Troubadour. te«»rt«.«lreater. Stanley in Afrika. Adolph Srnst-Theater. Flotte Weiber. D r»i«»ianr«-«h»ater. Vaterfreuden. L»lft«S-Th«ater. Der Fall Clemenceau. Frudrn*- Wilhelmstadttsche» Sheater. GiroflS-Girofla. 'Dk>»«d- Theater. Der" Trompeter von Säkkingcn. Ieatral Theater. Leichtes Blut. i�lhi 1*" osm-* Kaiser-Panorama. In dieser Woche: 1. Resse: England u. Schottland. 2. Cucl.:«ariser WeltanoKeUung. Im AusstellungSpark: Rom. Ein« Resse 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. 8 Reifen 1 M. llnferm Dorfschulzen zum Wiegenfeste Wünschen wir das Allerbeste; Damit Er legt die Knick, igkeit ab Und uns hält in Bier nicht so kapp. 11851 Die Unverdrossenen. Unserem Kollegen R> Unttgerrit zu seinem heutigen Wiegenfeste die besten Glückwünsche, daß die Landsberger str. wackelt. f1131 Die Segrlbrüdcr. I. G. R. P. E. R. E. W. F. P. R. N. R. H. E. W. Achtung! Uergolder DerUns. Zu der am Sonntag, dm 25. August, stattfindmden s1186 Herrenparthie nach Stolp (Abfahrt vom Stettiner Bahnhof früh 7 Uhr 23 Minuten(Arbeiterbillets 40 Pf.) bittet um zahlreiche Beihciligung Der Vorstand der Freien Vereinigung der Vergolder und Fachgenoffrn. Freunde und Gönner sind willkommen. — Achtung! Maurer!—. Alle Diejenigen, welche noch nicht im Besitz einer Streileiesrto sind, fönnf dieselbe bis Sonntag, den 23. August, Mittags 12 Uhr, zu jeder M zeit, darauf nur Dienstags und Freitags Abends bis 1. Sept. Dresdenerstr« � einlösen, von da ab werden Kein« mehr verabfolgt. Wilkelm Kerstan Achtung! Tischler! Durch Annoncen sowie durch Plakate an dm Anschlagsäulen werdm Tischler. Stellmacher, Zimmerer u. s to., auf Klftenarbrtt gesucht. Da aber die Kistmmachcr im Streik liegen, macht unterzeichneter Vorstand den Mitgliedern des Fachvereins zur Pflicht, solche Werkstellen, in welchen die Kistenmacher die Arbeit nieder- gelegt haben, zu meiden. j1184 Der Vorstand des Fachv. der Tischler. Möbel, 1 F eigen. Fabrik. smegel fl. Mnaareii Gr. Lager, diit. Preiset Emsl Heyn, Brunnenstr. 28, Hof part. ThelU. nach Ueberdnkanft. Zu beziehen durch die Grpedition: Zimmer str. 44. 3* Sedeat m 94. KMH«* i» t*«**«««* ist iMta«tftiaua: »« Um Mtlt-Kckudtt m 1890 »irrzrhntrr Jahrgang SMeltt «aUBkertna.- aUHW.-«»ge» ■ak«Arft».— I» trtUUuf bei 3«brrt(«tU eak).—«SM»"«ul Mm»Ott'(Jltuftretimi). «nf. Dr.«.»«bel-V,N.- Snm»«m »«dicht MB H«rm. vi»-,.— Am H* "».«t»«lun,»ob 5.«. M-u«r- »ch bim»»In. Stchstjche v-I-be. Cmtne.«ob Oiraolb«hler.— IXe.Occf�ifbeBt' Schult.»«schwäbisch).-«m MM. CtmiBB, MB«. Dan,»».- u-ber ben «»lut de» Bajn« auf bit»«ftaltun, bet «r»t»r?Kch«. 8m K. e.mnt.K.— Zsiseph (mit Bactnit).- Zulw»«t&itt(«tt — Ofl«-lo(ftB.»ebicht.— Her, ig •0».)—»UcjeBbe vlcktter(inugr.). -...■■■■»mWf. ,e-— 8»g'U- 53S&.-"S'VÄÄ' ■■»*<■ Prot» 50 Uftttttig., Zu beziehen durch die Grpeditio«: Zimmerstr. 44. Verein zvr Währung der zuteressen der Berliner Knopsarbeiter. Mitglieder-Uersasmlaug am Sonnabend, den 24. August, AbdS. 8) Uhr, bei Lnattt, Brunnenstraße 38. Tagesordnung: 1. Vortrag des Koll. Th. B l e i l über: Kapital und Arbeit. 2. Innere VereinSangelegmheiten. Gäste sind willkommen. Neue Mitglieder werdm aufgenommen. Zahlreiches Erscheinen ist erwünscht. Il75j Der vorstand. Fchomill der Rohrltger. Sonntag, den 25. August cr.. Vorm. 11 Uhr, bei keasrateia, Alte Jakobstraße 75: Große öffentliche Uersammlung sämmtlicher Metallschravben- u. FacondreW m Freitag, den UX, AbdS. 7 Uhr, in Deigmiller's Talon, Alte Zakobslr.� Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Um zahlreiches Erscheinen ersucht dringmd_ Der Einberufe��� PttdiM- mit RHßchktliosstlisllstlst der Alieider sli LeA Gingetragene Genossenschaft, in Kiqnidatio«. Die Genossenschaft ist durch Beschluß der Generalversammlung vom 12. August aukgelSaß worden. Als Liquidatoren sind ernannt: Der Schneider Wilh. Gustav zu Berlin und der Schneider Anton Anochius Borta zu Berlin. Etwaige Gläubiger, � noch Ansprüche an die Genossenschaft zu haben glauben, werden hierdurch aufgefordert, v' Meldung ihrer Forderungen bis zum 1£». Oktober d I bei uns Liquidatoren einzureichen'. Berlin, den 23. August 1889. J§■} Produktiv- u. Rohstoff-Genossenschaft der Schneider zu Berlin- 1 G. Pr Udler, Putikamerstraße 8. A. Bona, Kanonierstraße 31/32. Oefffenil« Versammlung.. Der Drechsler und verw. Kerufsgeuoffen Krrl� am llllontag, dm 26. dS., Abends 8 Uhr, in DeigmUller's Saal, Alte Jakodstr- � TageS-Ordnunl 1. Abrechnung vom internationalen Kongreß. 2. i Verwendung des UeberschusseS und Auflösung der Kommission. 3. schaftSorganisotion. Ref.: H. Wied emann. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. Intrag der Kommission � 3. Zweck und Nutzen det � rschiedenes. Der«tiiberns�. Oeffentltche Derfammlung_- sämmtl. Feilenhauer u Feilenschlei er Berl� am Freitag, den 23. Angnkt, Abends 8 Uhr, 9 im Lokale des Hrn. Gottschald(früher Huth). Baorlr. � Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Sinherufe�� Tag cks-Ordnung:. 1. Vortrag.(Der Referent wird in der Ver- fammlung bekannt gemacht). 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes und Fragekastm. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinm ersucht 1177 Der vorstand. Soebm erschim: Die Keschichte der Krde. Verein der Sattler und Fachgenoffen. Versammlung am Montag, ben 26. August, Abends 8j Uhr, in Detgmuller'S Salon, Alte Jakobstr. 48a. Tages-Ordnung: 1. Vereinsmittheilungeu. 2. Vortrag des Herrn I. Türk über„Die wirthfchafiliche Umwälzung d. franz. Revolution." 3. Diskussion.[1187 4. Verschiedenes und Fragekastm. Gäste willkommm. Um recht regen Besuch bittet De» Vorstand. 148. Am 7. September findet daselbst ein ge- 1 müthlichcS Beisammmsein, verbundm m t Tanz-' kränzchen statt, wozu Billets in der Versammlung zu haben sind. Von K. Kommeli- Heft 8. ä Kest SO Pfennige. Zu beziehm durch die Expedition, Zimmer st raße 44. Sopßaöezüge! Kelle von 3t— 5 Meter fpottbillig. Amil I.efchvre, Granienttr. 158. 0*f______ Tischler-Merkzeitge. beste englische und deutsche, unter Garantie! fertige gangbare Hobel tc., i940! E. Vogtherr, Berlin 0. Kandobergerstr. 04(am Alexanderplatz) Allen Frmndm und Bekannten ewp��».s Kch-MBMMittK verbunden mtt reichhaltigem Frahssjjgi» Mittags- und Abendttfch. Fraui-" Hochachtungsvoll M. Lr«lmanNll � vormals». Haugk, Meinstraß-�-� ReMM H. Stra«'� Die gegm den Maurer Urban in Berlin 123 Ritterstrasse ausgesprochene Beleidigung nehme ich hier- verbundm mit Fremdenlogis. Empf�b artitfv,, durch zurück.[11891 Man. allbekannten vorzüglichm Friihftü?'' �d Ein«edl- und Vorkoft-Geichäft mit vielem Bier- und SchnapSoerkauf(Fabriktundschaft) ,st billig zu verkaufen. JohanntSstr. 21.[1126 Großer kräft. Mittagsttfch mit Bier 50 Pf. 12—2 Uhr.« völcker, Staunynstr. 34 part. Sonstige Speisen" Düte. Zwei »erantwottlichel Nedakleur: K.«r-uhei« m«c-lm. Druck und«erlag von Jrdl. Schlafstelle Steglitzerstr. 58 H. p. b. Rellm. Fading m Berlin SW.. Beuthstratze 2. und Abendttfch. tränke in bekannter Güte.. zu Zahlstellm und Arbeitsnachweis, Verfugung. Empfehle mein Lokal zum ArbettsbH'�" u. f. Zahlstelle». Zimmer mit Pi-mo t" ,, 1267 Arthur Ziemer, Cuvry'�I dinrzn et»» fe 3. W( 1 U 30 40 60 erbekosst da 2l[t«riuntK« gelb w � t Statu! da ren B-d«s- !.W «S* ier rficheni»»" kasst wd'f i cntspr«d>- Hoffen eti# offen- Beitnlt 0> oen Knil-b 'SS tliXV Beilage zum Berliner Bolksblutt. >r. l9«. Freitag, de« 23. August 188S. 6. Iichrg. llelljgße Recht des Volkes, mle es iß uvk Nie es sein soll. »urchsrunj," sichewnfl d" igften tn-, undS«� ssti x-üS li� 'W° % liji Mekchiz der Zeit der ReichStagSwablen, die innner naher �'. ue�es wohl angebracht sein, eine Betrachtung über die i>t»a derselben anzustellen, eine Betrachtung darüber, waL Stimmrecht dem Volke schon genützt und welche dasselbe daran hat. Werth hatte die Einführung des allgemeinen i« fm'i"n Jahre 1867? Das allgemeine Stimmrecht, £u.?n Jeden ein gleiches Recht, denselben Einfluß auf die �M°ung und damit dieselbe Macht einräumen sollte, � rin r, nam preußischen Volke erstrebt uud erreicht. Es �..allgemeines und gleiches, wenn auch kein direktes �"«t, das dem Volke„gewährt" wurde; denn indirekt s.- aus Wahlmännern die National- Versammlung hjj» ch sie war eine wahre V o l k s- Vertretung. ich.n dessen Herrschaft in den deutschen Ländern tq o- Oemein Geltung hatte und der damals die Hauptstütze �iii.T�mS war, konnte nicht dulden, daß dem ärmsten �''dasselbe Recht, wie dem vornehmsten Adligen einge- tüch.. Immerhin mochte der Satz, daß alle Preußen Hnm v' haben, in die Verfassung aufgenommen werden; ch, als Phrase immer auf dem Papiere bleiben; aber tq praktischen Konsequenz, einem Parlament auf Grund �.»nqen und allgemeinen Stimmrechts mußte der Adel mit tzr,'«ne Abschaffung fürchten und so schaffte die absolutistische r''on das allgemeinen Wahlrecht ab, stürzte die WW«mlung um. Die Drei-Klassen-Wahl(nach Fürst «ch-x'nt- das„elendste Wahlsystem", wurde dem Volke auf- jtijchngt und damit die politische Herrschaft des Besitzes kon- Ä?alk verhielt sich dem gegenüber in richtiger Würdigung >»s Handlung iheilnahmlos und lebte in dumpfer Hoffnung bessere Zeit; die Regierung indeß suchte die von rhr ge- Us„.�alitischeNeuerungsorgsältm zu hüten. Datrat 186ZLassalle i« jL.i.d/'digte, nur das Volk selbst könne für sich sorgen; b'in. on müsse handeln und dazu sei ihm das allge- N)* a nhlrecht unbedingt nothwendiq; dieses müsse es »."n..----... der unbedingt nothwendiq; dieses % uJ'ben. Und der vierte Stand forderte es W, l'bnfft, verlangte die Anerkennung seiner Mündigkeit �»io■ n�gemeine Wahlrecht. Wie 1848 sollte die Gesetze i««-�,n»eder in die Hände des ganzen Volkes gelegt wer- M'tm gIl 8e unbewußte Kulturentwicklung wie die Vernunft tot».- ach dann allmälig Bahn brechen.— Wer weiß, wie e»> ü'n wie viel Menschenalter noch die Masse des Volkes Jo. ji:, aarderung vertröstet worden wäre, wenn nicht Herr chtl�nrch, der aus dem Jahre 1849 als reaktionärer t.i"r aen»„c---- — IllPV%rvv aus vv...___________ ü----- genugsam bekannte preußische Premier, sich gezwungen eti»,"' verhaßte Oesterreich in seinen Vorschlägen zur Re- Jto der deutschen Bundesverfassung zu übertrumpfen, \l.:*te strebt und erreicht? „Emen heidnischen Gebrauch herausbeschworen! Die Re- ligion, die Pietät verletzt!" So hören wir oft Diejenigen klagen, die gebundenen Geistes sind. Nein! rufen wir ihnen zu, öffnet Eure Augen! Wir haben eine That der Humanität begangen! Wir haben eine Waffe geschaffen im Kampfe gegen die Seuchen, welche die Menschen peinigen! Wir haben erkannt, daß aus der Massen- beerdlgung große Gefahren für die Gesundheit der Ueberleben- den entstehen können, die allein durch die Feuerbestattung sicher und völlig gehoben werden können. Wenn wir auf Grund dieser Erkennt' iß sagen: wir wollen nicht nach unserem Tode noch Luft, Boden und Wasser für unsere hinter- bliebenen Mitmenschen vergiften, wer will uns wehren und befehlen: doch, das müßt ihr!? haben wir nicht ein angestammtes Recht, über unseren eigenen Leichnam zu verfügen so, daß eS sicherlich nicht zum Unglücke der Lebenden ausfallen kann?! Soll man uns nicht Dank wissen, wenn wir das tbun? Wenn wir sagen, wir wollen dereinst nicht langsam im Boden veiwesen, sondern rasch aufgelöst werden in der reinigen- den Gluth der Flamme hinaus in die freie Atmosphäre!— wer will kommen und uns sagen„nern, ihr müßt verfaulen!?" Gerade gegen diese beiden Punkte wird am allerhäufig- sten gesündigt. Untersucht man nach einem Blitzschlage, der für das Gebäude Verderben gebracht hat, den Blitzableiter, so findet man fast immer, daß die metallische Verbindung der Luftleitungen untereinander oder mit der Auffangstange durch Rost u. s. w. unterbrochen, oder doch keine genügend sichere Verbindung mit den unterirdischen Leitennassen vor- Händen war. Das Letztere erklärt sich zumeist daraus, daß ein Ver- senken von Kupfer- oder Eisenplatten in das Grundwasser u. s. w., besonders wenn kein Brunnen in der Nähe ist, sich als zu kostspielig erwiesen hatte und deshalb unterlassen worden war, oder daß der Handwerker, der die Anlage ausführte, kein Verständniß hierfür hatte. Die Unter- brechung der elektrischen Leitungsfähigkeit und damit das Werthlos-, ja sogar Gefährlichwerden des Blitzableiters hat dagegen seinen Grund in der geringen Aufmerksamkeit, die demselben geschenkt wird. Erst zu fpät, wenn daS Unglück bereits eingetroffen, wird eine Untersuchung vorgenommen, die vorher dasselbe abgelenkt hätte. Denn, wie wir noch- mals hervorheben, es ist ein mangelhaft funktionirender Blitzableiter eine größere Gefahr für ein Gebäude, als gar keiner. Ein solcher Blitzableiter lenkt die elektrische Ent- ladung unmittelbar auf sich, führt aber den Blitz nicht un- schädlich zum Erdboden, sondern, da er ja in seiner elektri- schen Leitungsfähigkeit unterbrochen ist, direkt zu dem Ge- bäude. Die elektrische Entladung sucht bei ihrem Ausgleich immer denjenigen Weg einzuschlagen, der ihm den geringsten Widerstand entgegensetzt und das ist bei einem fehlerhaften Blitzableiter viel eher die regenfeuchte Mauer, im Innern des Gebäudes befindliche Metallmassen(GaS- und Wasser- leitungen), als der Blitzableiter selbst. H. Lux. Wir wollen nicht die Poesie, die auch der Beerb, au») mannen werden kann, denjenigen stören, die an tyr Allein der Vorgang der Verbrennung ist von Anfan» Ende offen und klar vor unS, er verläuft ro'a, unv>>, vjnoe oncn uno r.ar vor uns, er veriauri w«.-.Wn Stadium ist er schön und erhebend. Wer will uns � ihn für uns vorzuziehen einem Vorgange, bei dem wan «t...«„„...___„iilt„nA Ihn, wt"»' thut nicht an ihn zu denken und nicht nach ih? fiagen, Dunkel sondern ihn rerhüllt zu lassen in S�heimmb«� Wer kann uns verbieten, an unseren tbeuer ,� storbenen die BcstattungSart zu üben, der sie selbst � waren, und die unS so uncndlich viel Ich»« � tröstlicher, so viel pietätvoller erscheint, und unserem im � Herzen so. viele peinliche Vorstellungen wenn meine Thkueisten mir in der � daS Versprechen abnehmen, daß ich ihre verbrennt, uicht beerdige, wer will mich hindew, dielen heilig zu halten und zu vollziehen? � �-yfci! Wahrlich, einen Tempel der Duldung und �ver S für unser Wissen und Fühlen haben wir errichtet. � Nicht ein heidnischer Gebrauch ist eS, der ji'ss,, K. .»JCt VSItülOuaj l|l V»/ UVV'-rij-Ji«; W' lebt, so wenig als die Beerdigung ein speziell chn»« brauch wäre. Unsere heidnischen Vorfahren vorhistoi'i. � haben lange, lange erst nur beerdigt, dann daneben. � T..._ i Cv. i. i � � t-iv_ ifjc.. cn vf n.. t___ v:____ am n p Dil" i % auf i,2( denn 5 Vi einem! tavn. Wege '4« nicht( ?? Umfangt M zu Unj Knj. welch« *7 allein d auch Un und M'-n, weil MSnachivei, 5«rlin Hai 5. Lehrlinge. zÄ-n. daß«, A>>. s. m., ?"der IM< stellen Inf Jous der J Einwairl brannt. Jetzige heidnische Völker beerdigen, andere � ihre Tobten. Die ersten Christen haben beerdigt und». Der Bibelgelehrte findet im neuen Testamente keinen»» � der ausdrucklich die eine Bestatrungsart billigen, ou mißbilligen würde.. A» Unsere Feuerbestattung ist auch nicht diejenige o � Sie ist eine solche, wie sie nur auf Grundlage neueste, schaftlicher Eikenntniß und technischer ErfaHiunfl 0. � werden konnte. Nicht eine Flamme bratet den Lerchnst' � dern er brennt selbst in einem Ueberschuß von fteier ohne Geruch und ohne Rauch, bis ein Häuflein reiner, Asche blerbt. � Je Wir treten auch Denen nicht in den Weg, welche„ stattungsstälte ihrer Theuren oft besuchen und wu schmücken wollen. Sie können die Aschen im gawe>Y>e. zg, oder in Denksteinen hier auf dem umgcbenden jit fetzen und die Stellen mit Pflanzen schmücken.> in Andacht besuchen wie die Gräber! � � Auch keiner politischen oder nationalen Partei 9 � Feuerbestattung an. Der Veiein, der diesen Kremalw gestiftet hat, zählt Mitglieder aller Stände und ven � Nationen, Mitglieder aller Parteien und solche, we» � und über den Parteien stehen. In vollkommener treffen sie sich hier auf einem freien Boden, wo»er seinem Nächsten den letzten Dienst erweisen soll. Wie wir für uns und die Unsrigen die Freihei' � verlangen, so lassen und geben wir sie auch allen � Niemand soll gegen seinen Willen nach dem �ade � �5 werden! Freie Bestimmung ist unser Losungswort: i.11 wir dulden Euch! Freiheit des Gewissens sei Allen Di- Abschaffung der Son»tag»f«gab- de» In der am19� August stattgefundencn Sitzung der� � M* ans den 82 Polizcibezirken Berlins soll festgesteR sein, daß bereits 826 Bäckermeister sich kont"' pflichtet haben, die Sonntagszugabe abzuschaffen. soll das Anfassen und Drücken der Backwaaren werden.«.g# Erntenachricht-n. Nachdem Rüben- und* Miitelichlesiens durch die langanhaltende Dürre� � Vit lUH�UJUJUUtUUC«C/UIIV. � l erholen sich dieselben jetzt noch allmälig infolge deS v ;cnS, der allerdings den von\ tretenden iwlden Regens, zum Therl stark heimgesuchten Kohlfeldern wenig m,? M kommt. Bei de» weißen Frühkartoffeln macht sich lc � niß und bei den blauen Räude bemerklich. Auch � jK binger Niederung hört man von Reisenden, daß sißiÄ �äulntfe ein«» mptirn«»rrttpfitni» f�nrtnffoTmttC tfaumtB cmc icioer wenig ergievlge KartoNeternic»'>�1 stehe, wogegen die Obsternte bezüglich Oualiiät und kaum etwas zu wünschen übrig lasse...,�l E A-rzt-statistik. Nach der Zählung vom betrug die Gesammtzahl der approdrrten Aerzle im darunter 14 489 Zivil- und 1335 Militär- und Mari. g» von ersteren übten 13 903 die ärztliche Praxis stkl 581 oder 4 pCt. waren ausschließlich in und für An» schäftigt, von letzleren hallen sich 765 bei den OrlüdM„ Ausübung von Zivilpraxis angemeldet. Außerdem wm,�i 669 sogenannte Wundärzte oder Landärzte(in früher auf Grund nickt mehr gilliger Bestimmungen»st W und ärztlich lhätige Medizinalpcrsonen, welcke den? nicht führen dürfen) gezählt, mehr als die Hälfte Württemberg. Während aber auf das Reich uberd�M 10000 Einwohner 2,97 Zivilärzte oder 1 Arzt aui, �(r wohner entfallen, stellt sich das Verhältniß in den ric �» mcinden(mit weniger als 5000 Einwohnern) on'�eiFj rAtigt woi MLi E, jb ist die einen 1« Akt, a des l-"' eine Er Jim x■ uno lÄM." Beiträge «S»1' fc'ür"«1» s urfen, wi V wi w'ä der B Tas rech, >,,, usso da �selben L Varbe; <.■■■ irfen kau Mi" s°U§S-dehn 4it N.dur lq felchniei nxJ�ötigkeit "S9 unk Ebenen SS SjÄuen ik,'r°ber 5 »4 zur k?« 1 C »er alle %Crun« »UiP�Knft 1 Arzt auf 5663 Bewohner, in den mittelgroßen a Städte am reichlichsten mit Acrztcn oersehen, bei» M, mit Kurorten besonders ge-egnete Gebiete, die Prov!» Nassau und das Fürstenihum Waldeck; die wen'gt Kfu das Füistenthum Rcuß ältere Linie, die Reichs"" ßcii �. Lothringen und die Provinzen Ostpieußen, Westp �hi, Bosen.- Im Vergleich zum Jah-e 1876 hat Aerzte um 15/t pCt. zugenommen, während die£ hrl», sich nur um 9,7 pCt. vermehrt hat. Die Znna''(l«i', jedoch nur die arößeren Gemeinden, während rn sich sogar eine Abnahme der Aerzle um 0,5 pCt. d �t. ?�ik» lNNIpsnKN lotnott»n dieser.6 I' j Ci«: Su SfesS It�fnoll, K 5>;ft 1 unl S m lr V|ei, � d, W"' baß Es \* ouch m au Vu1 über »en r.Eo HK AZ .......— Schwarzdurg-Rudolstadt trotz � 7.1-u, Bevölkeiung eine Abnahme der Aerzte um 16,2 l�,iit 4,2 pCt. aufweisen. Speziell in Königreick Preuße' �r Zunahme 16,6 pCt.; sie war am beträchtlichstem Berlin, demnächst in den Regierungsdeziiken.. SN, (41 pCt.), Blomberg(33 pCt.), Potsdam(30 V (28 pCt.), Posen(24 pCt.), Oppeln(22 pSt-)/«"' m der Provinz Hannover. Durchschnittlich. ist> u che» Regierungsbeziiken ein bedeutend staikeres � der Aerzte, als ,n den westlichen, beobachtet worden'' Der laugwi-rig- Streit zwischen der Bcf steb� � macher-Jnnung und den außerhalb der In»»' 9 GewerkSgenosscn wegen Heranziehung der letzteren �hlfiw der Kosten für die von der Innung eingeführten. 1„ einrickiungen hat nunmehr definitiv sein Ende cric. Pol-« ri.yrul yane, j ajatzte der �nnungsuvM- gtei»' ,,!» M'tZicber ie nach dem Umfange ihres Betriebes zu � °°n 1-20 M. biS zu 12 M. ein, während d'e nur 40 Pf. lahrlichen Beitrag zahlten. Für die- ihre gälte dies zunächst die nachlheilige Folge, daß a ÜKl sS R ¥ fiel fifst lst, Kl �L�'en �btaunj � n ihr h* Anfang bril» und in Ikw und wW >cm man>«i° ihm wto P eheinm,b°°� tk-uer-n M selbst jng� schi-n«� rem ir°u-r»� irdisch-� diesen !> der?rei� -t! hier neu. christl« h.stn-'s»� .eben ou<6 � >ere veibr-n� und vcrln< inen AuM -n, die � ige der»»» .«cftffJJ'g ang ZelchnasN'- sr* fit,»>- SS' rtei gth�jl malionsl� »-.-K > ht Test •ihcti« llen And», '°s »eif l. Sp�Ki. ■"Vs Vc-M rüW, m OS W ian�Midi . d>e>> £«$ reuSÄ K' !lg... ndDliif>> 1,20 r®- erhöhl wurden. Diese Folge war unver- Vi enn sonst hätten die außenstehenden Meister auch h-ie» an'""nhresbeitrage von 40 Pf. herangezogen werden liegen dieser Einschätzung, welche sich viele Schuh- «WH itJt ste/allen lassen wolllen, wurde die Innung in Hm,?. Prozeß verwickelt, der schon in erster «an, 1 ltngunsten derselben entschieden wurde. Die zweite vtl nfi.; v* ,,on der Innung angerufen wurde, bestätigte rhMj,",dre Entscheidung der ersten Instanz, sondern Zellen � dahin, daß die Kleinmeister, welche ohne itAti-n Lehrlinge arbeiten, gar nichts zu zahlen sie keine Gelegenheit hätten, JnnungShei berge, ""d Schiedsgericht in Anspruch zu nehmen. v>d Svflr h°den aber die meisten Klcinmeister keine Gesellen "«hin K Innung suchte nun jedoch geltend zu ZA j, t au? lhre eigenen Mitglieder zu höheren Beiträgen, über i oI?vcmerQn0eiso�en würden, nur bezahle die Innung Wmrilen'c*-1«- hinaus schießenden Beträge aus dem ange- t,,.".Lnnungsvermögen bezw. werde der differirende Be- �itr(?,„ Jnnungshauptkasse in die Nebenkasse abgeführt. ist durch die zweite Instanz in folgender Weise lttstnm. n,®r.den:.Jede der Kassen mag ein besonderes Organ �lilbk«»"" reem' h�tzl aber nicht selbstständige juristische Per- . �igenthümerin des gesammten Bestandes beider Ii d»• Innung, und die Ueberführuna der Geldsummen �iaer A»/" m die andere ist ein buch- und rechnungS- l' a �r �"ine Zahlung im rechtlichen Sinne. In der ivi N-z.. lies Jnnungsbeschlusses erfolgten und noch erfolgen- >« haiil�n � Jener Differenz(das Mehr von 1,20 M.) auf e, cr- Hnher den Mitgliedern gegenüber lediglich ein bity'm?.Ermäßigung der der Innung von ihnen geschul- Vniil!??0.e. nm diese Summe zu finden. Werden aber den «tj 1 il fli'flttebern die zu Buch stehenden Beiträge bis "vlvffen, so muß ein Gleiches bei den Nicht- R«,»Angliedern geschehen da dieselben nur in der- Mütf»"üb nach demselben Maßstab herangezogen wer- milr ro'e Mitkliedcr und es eine Umgehung des Ge- «lag jT*' wollte man diese Bestimmung nur auf den Boll- -ocitnjg� nicht auf deren wirkliche Zahlung be- 1, jL Resultat de§ ganzen Streites ist— abgesehen W.. ch' erheblichen Kosten, welche die Innung zu tragen vis i das, daß die Beiträge der Mitglieder von 40 Pf. �.doht worden sind, daß die Nichtmitglieder nur »«d, Betrage herangezogen werden können, und die �yi der Kleinmeister ganz und gar verschont bleibt. �unterbrochene Fortschritt, welchen das Straßen- w Berlin seit seiner eisten Einführung Hierselbst it: iije fr, 011"' veranlaßt den Magistrat in seinem Bericht ��lku»r/"'�ssde- Verwaltung auch zu einem kleinen Blick in ,*> au,"'1- Offenbar steht, so meint derselbe, hauptsächlich in Äta ra dnten, schwächer bevölkerten und noch weniger dicht "> bkr s��"den im Nordwesten, Norden, Nordosten und �'lbi?!?'°dt dem Straßenbahnnetz und bcm Betriebe auf !«>>�I",�urch Anlage sowohl von Radial«, als besonders auch ?'wch ein ijberaus weites und fruchtbares Feld fett offen. Auch wird das Anwachsen der Be- öeren zunehmende Beweglichkeit auf vielen der WiiwnX- Schienenwege mit Sicherheit eine häufigere Adf 85- öer Wagen erforderlich machen. Auf 'l 3nne5e!J Seite hat der Betrieb auf einigen Linien f�tn x Stadt schon gegenwärtig einen Umfang ange- e'"e Steigerung desselben kaum mehr als statt- läßt, während das Bedürfniß nach einer häu- sitz,.�ele- rlO�gmyett zur Betorverung augenscheinlich noch nicht öeix.� 0l lsl- Wenn, wie in der Charlottenstraße zwi- fi und Kronenstraße jedes Gcleis in Abständen l>si."nden, in der Leipzigerstraße zwischen Jerusa- l«>� Spittelmarkt in je 66 Sekunden einmal be- IrNstei.«"d die Kreuzung an der Leipziger- und Char- ix sssfcf?lle 18 Sekunden von einem Wagen passirt wird, �Wfnii öieS viel, genügt aber doch noch immer nicht dem br'»bz welcher Weise die Zukunft hier Abhilfe schaffen Afn j�urch Eröffnung neuer Straßenzüge, ob durch Hoch- „j,°en Straßen nach dein Vorbilde amerikanischer "W fji et Anlagen nach der Art der Stadtbahn, das ent- ,. � Zeit noch jeder Vermuthung. I'sltt, Gemüse, das, vor Kurzem aus Japan ein- Anzeichen dafür bietet, zu einem schätzenswerthen »xMa«�!"Z?.wittel geeignet zu sein, wird zur Zeit auf dem o, I des Botanischen Gartens in Berlin Versuchs- c und gedeiht dort sehr gut. Es ist ein Knollen- ij c K/z'ubrriferia, N m ÄÄ ziv, dS »i< b-'-uF �l.b'»?! fki ■r Ä >hlb UÜ0, i i'"' ,___________,... /rankreich und England den�stonannt nach einem Orte bei Paris, wo die Pflanze , q, ,t bereits im Großen gebaut wird. Der Ertrag S»« w loot der Pflanze ist ein ganz bedeutender und der > ofiiH. lv empfehlenswerther, als die Pflanze keinerlei ,?" den Boden macht. Die bis daumenlangen und werden, wie die.Weser-Ztg." angiebt, gekocht, u lliiiss, d gebacken genossen und sollen im Geschmack sehr ,1?mnern. In Frankreich haben die CroSneS sehr x,,« Küche Eingang gefunden, und eS steht zu er- n uuch in Deutschland bald im Großen gezüchtet N»r'ls uicht ausgeschlossen, daß es einer sorgfalllgen x|' Lelingen wird, ganz wie von der Kartoffel Sorten 0>kh� �Knollen zu züchten, was den Anbau noch mehr t» �us�"lage wird der„Voss. Ztg." aus Karlsruhe, � schrieben:„Nachdem sich am Montag Nachmittag I Plsfsion über Irland ausgebildet hatte, brach m «�"IDienstag um 2. Uhr plötzlich Südweststurm und oJiSo st�, urlsnihe herein. Am Dienstag stürmte es Bor- «'Vsm°us Südwest. Das Barometer stieg aus dem '»Ä'ltaa �''stände um 6 Millimeter bis zur Nacht. Am kHte?. UV Uhr noch ein starker Regenschauer nieder, tzVl. blieb die Witterung, bei vorwiegend bewölktem J vieis°?an. Schon am Dienstag Nachmittag zeigst � kj Am qp�.�rrusgewölk, welches aus südwestlicher Richtung M daz�"lwoch verdichtete sich nach einer ziemlich hellen k>est.A�usgewölk allmälig. Die Zuggeschwindigkelt, aus k°ohin�chtit, war bedeutend. Von 6 Uhr ab ging das kNet»'was streifige, übrigens sehr feine Gewolk unbe- Ol«"Jolet t! U.r''n einen dichten grauen Schleier über. DaS � und feit Mittwoch bis 7 Uhr am Abend 3 Milli- Wen£«te Wnerfeit« also auch das Nahen einer neuen ,"rf welche Deutschland abermals mit Sturm k. dt«?. überziehen wird. k y.�ekug auf vorgekommene Pocken-Krkran- .U'bu Uch nu Direktion der Charitee erlheilte Auskunft, Kehl in f'uige Fälle der sogenannten Windpocken Uslw"hen o�uem unlöslichen Widerspruch mit den -- eisen verbreiteten und in ärztliiben Zeit- �>WW> �' Juli in fe: K 5i!' im hoffen trü" verbreiteten uns m arziciuie» w öie Angaben. Schon Anfangs �0t°r nörüxfij ��eutsche Medizinische Wochenschrift' L?�>e/ �"Noch f„ Hervorhebt, von den Professoren Leyden, $ Oüf. ackensn II. klinischen Vorlesungen, also in der OikÄiw ein nni vorgestellt worden. Das genannte Blatt am 91 daß Herr Geh.-Äath Professor zu Naib- dei einem Falle in der Stein- »StrOt ft5lCa*, snn.��"8�. wurde, den er sofort als„varioi- beH"�"Mfroarze'' Pocken, ansprechen mußte. 'KchfeitcXi'.diese Diagnose gestellt, und von einer Ä Neu öd'a.gnpfe-, auf welche in einem anderen WO FQd)f>r.,wHni-,e' au, wemje ,,,.............. „p-, Jjilluiit X U- Im A finr0Cr?"e'en wurde, ist seinerseits keine stcl I tiB1 ti'dvß j Anschlüsse hieran theilen wir außerdem & I �>Ä'"iß t Woche vom 4. bis 10. d. M. zur amt- i fiUlin pwtien Q»u. Polizeipräsidiums zwei Pocken fälle bei '*8' iebnl h.hnd. Ein Grund zu einer Beun- M � ,n diesen höchst vereinzelt aufgetauchten Pocken erkrankungen nicht im Mindesten vor; derartige einzelne Fälle werden fast in jedem Jahre hier in Berlin verzeichnet. J« Kpanda« spielte sich am Dienstag eine wüste Szene ab. Auf einem Piivatgrundftück in der Feldstraße daselbst be- fanden sich unter Aufsicht des städtischen Wächters Manker 12 Gefangene des dortigen Amtsgerichts, welche mit dem Zer- kleinern von Holz beschäftigt waren. Ein Sträfling NamenS Koßmann wurde von dem Ausseber zur Rede gestellt, weil er auS dem Garten einen Apfel sich angeeignet hatte. Der an- scheinend angetrunkene Gefangene nahm darauf eine drohende Haltung an und rief ihm zu, daß er ihn todtlchlagen würde. Er ergriff auch eine große Bügelsäge, ging auf den Beamten los und führte mit voller Kraft gegen denselben einen Hieb, den aber ein dazwischen springender Gefangener ausfing und mit einer schweren Verletzung bezahlen mußte. Jetzt kamen auch die übrigen Gefangenen»u Hilfe; sie stürzten sich auf Koßmann, der sich wie ein Rasender geberdete und über- wältigten ihn nach hartnäckigem Widerstande. Die übrigen Gefangenen banden ihm dann Hände und Füße mit Stricken, legten ihn auf einen Handwagen und transporlirten, wie der „Ä. f. d. H." meldet, den Sträfling, welchem die Kleidung fast völlig vom Leibe gerissen war, und deshalb mit einem Kartoffetsack bedeckt werden mußte, nach dem Amtsgericht. Erst jetzt wird bekannt, daß sich am Mittwoch voriger Wocbe ein Schiffsunglück auf der Havel ereignete. Ein mit 48 000 Mauersteinen aus der Ziegelei des Rittergutsbesitzers Bcrger Landefeldt in Groß-Glinicke beladener Kahn war aus dem Sakrower Kanal gekommen und im Begriff stromauf- wärtS nach Berlin zu segeln. Unweit Kladow fuhr er sich auf einer Untiefe fest. Bei dem Versuch, das Fahrzeug wieder flott zu machen, brach dasselbe in der Milte auseinander und sank in wenigen Minuten. Die Mannschaft rettete mit knapper Roth daS nackte Leben. Der Ergenthllmer des verun- glückten Schiffes war früher Bootsmann; kürzlich kaufte er für seine Ersparnisse den schon ziemlich alten Kahn und unternahm damit in der vorigen Woche die erste Reise. Eine auffallrube Naturerscheinung war es, durch welche Berlin gestern Nachmittag 3!j Uhr überrascht und im wahren Sinne des Wortes erschüttert wurde. Es stand ein Gewitter am Himmel, das sich plötzlich in einem einzigen furchtbaren Blitz und Donnerschlag entlud und eS drängte sich überall die Vermuthung auf, daß der Blitz, wenn nicht im eigenen Hause, so doch jedenfalls in unmittelbarer Nähe desselben eingeschlagen haben müsse. Wir hören, daß der Blitz in dem Hause Nieder- .wallstr. 6 niedergegangen sein soll, ohne zu zünden. Durch Urberfahrrn auf der Stelle getödtet. Eine im Zentrum und Nordosten der Stadt sehr bekannte Persön- lichket, der Linienstr. Nr. 17 wohnhafte Fuhrherr und Haus- eigenthümer Herr Carl Lindemann ist gestern früh gegen 9 Uhr auf entsetzliche Weise umS Leben gekommen. Derselbe fuhr um die genannte Zeit auf seinem mit Mehl belabenen ein- spännigen Wagen auf der Prenzlauer Chaussee der Stadt zu, als in der Nähe der Ringbahn, vermuthlich in Folge des von einem vorüberfahren den Zuge verübten Geräusches, das vorge- spannte Pferd plötzlich scheute und durchging. Herr Lindemann, welcher die Gewalt über daS Thier verloren halte, sprang vom Wagen, stürzte dabei aber so unglücklich nieder, daß ihm ein Hmierrad seines schwer beladcnen GesähctS über Nacken und Kopf hinwegging und letzteren zermalmte. Der Tod war auf der Stelle eingetreten. Das weiterrasende Pferd wurde von Passanten aufgehalten und mit dem Wagen zum Stehen ge- bracht. Andere Personen hatten inzwischen die Leiche aufge- nommen, die sodann im Wagen des Verunglückten seiner Fa- milie zugekührt wurde. Die Gpfer be» D-ppel-Selbstmorbe» in der Kur- fürstenstraße sind noch nicht beerdigt, und schon wieder hat ein junges, blühendes Mädchen in ganz gleicher Weise seinem Leben mittelst eines Revolverschusses ein Ende gemacht. In einem Hause der Zimmerstraße wohnte bei dem Schneider- meister S. seit dem 1. April d. I. die 25 jährige, bis vor kurzem in einem Konfektionsgeschäft in der Niederwallstraße angestellte Anna Wethe aus Hannover. Dieselbe unterhielt mit einem hiesigen Bankier M. seit längerer Zeit ein LiebeSver- hättniß, das nur zuweilen durch Eiferfuchlsszenen, welche die außerordentlich nervöse und leicht erregbare W. ihrem Galan machte, gestört wurde. In letzter Zeit zeigte sie sich öfters melancholisch und äußerte gegenüber ihrer Wirthin,„daß ihre Tage gezählt seien". Frau s. legte diesen Auslassungen um so weniger Gewicht bn, als die W. trotz derselben mit M. vielfachen Vergnügungen nachging und die Todesahnungen daher nur als Auefluß augenblicklicher schlechter Laune erschienen. Gestern nach Tisch bemerkte Fräulein W. nun ihrer Wirthin, sie fühle sich nicht wohl, wolle sich niederlegen und wünsche für den Rest des Tages ungestört zu bleiben. Frau S., welche mit ihrem Manne einen Ausflug geplant hatte, kam um drei Uhr nochmals an die verschlossene Zimmerthür ihrer Mietherin und fragte, ob sie nicht lieber zu Haus bleiben solle, im Falle das Fräulein etwas bedürfe, was die W. jedoch verneinte, worauf Frau S. das Haus verließ, während ihr Mann ihr um 5 Uhr nachfolgte. Um 6 Uhr kam eine Freundin der W., welche dieselbe absolut zu sprechen verlangte und wiederholt an deren Thüre pochte. Als sie trotzdem keine Antwort erhielt und auch die diesbezüglichen Bemühungen des DienstmLdckens und der Gesellen des S. keinen Erfolg hatten, kam den Be- treffenden die Sache nicht richtig vor. Man holte einen Schlosser und einen Schutzmann herbei, und als der Erstere die Thüre öffnete, bot sich den Eindringenden ein schrecklicher Anblick dar. Die W. saß voll st ändig angekleidet auf dem Sopha— eine Leiche. Der Revolver, den sie noch in der Hand hielt, und die Verletzungen bekundeten, daß sie sich mittelst eines Schusses in den Mund getödtet balle. Als das ahnungslose Ehepaar S. gegen 10 Uhr nach Hause kam, war das Opfer der traurigen Katastrophe bereits nach dem Obduktionshause gebracht. Hau»j«ch«ng. Am Montag, den 12. d. M., wurde bei dem Zcmmelmann Herrn Karl Dietz, Berlin, Frankfurter-Allee, gehaussucht. Gefunden wurden mehrere Exemplare des „Sozialdemokrat", worunter auch ältere Jahrgänge, und unge- fähr 30 Bons für die Familien Ausgewiesener. Herr Dietz wurde am Mittwoch nach dem Molkenmarkt bestellt und hatte dort ein Verhör zu bestehen. Polheikericht. Am 21. d. M. Nachmittags stürzte ein Mann vor dem Hause Rosenihalerstr. 2 beim Abspringen von einem in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagen zur Erde und zog sich dadurch eine nicht unbedeutende Verletzung am Hinterkopfe zu.— Zu derselben Zeit erschoß sich ein Mädchen in seiner Wohnung in der Zimmerstraße mittelst eines Re- volvers. Liebesgram scheint die Veranlassung zum Selbstmord gewesen zu sein.— Gegen Abend glitt eine Frau auf dem Blli gersteige vor dem Hause Jnvalidenstr. 161 dadurch aus, daß sie auf eine Pflaume trat, stürzte nieder und erlitt einen Bruch des linken Handgelenks.— Auf dem Hofe des Grundstücks Dresdener str. 130 wurde Abends die Leiche eines neu- geborenen Kindes weidlichen GefchtechlS aufgefunden und nach dem Schauhause gebracht— In der Nacht zum 22. d. M. sprang ein 18jähngeS Mädchen von der Oberbaumbrllcke in die Spree; es wurde noch lebend aus dem Wasser gezogen. Unglückliche Liebe scheint die Veranlassung zur That gewesen zu sein.— Zu derselben Zeit entstand vor dem Hause Münz- straße 14/15 zwischen einem Schlächter und dem Zuhälter einer öffcnllichen Dirne wegen dieser � eine Schlägerei, wobei sich Beide derartige Verletzungen zufügten, daß sie behufs Anlegung eines Verbandes nach der Sanitätswache Linienstr. 148 ge> bracht werden mußten.— Am 21. d.M. Nachmittags entstand in dem Hause Unierwasserstr. 9» ein kleiner Brand, welcher von der Feuerwehr gelöscht wurde. Cße vi riiti«- Bettung;. Da» Recht, die Parkbänke zu benutze», ist durch eine neue Anwendung des 8 117 des Slraßenpolizei- Reglemcn S vom 7. April 1867 von dem Belieben eines Schutz- manns abhängig gemacht worden. Der Schuhmachermeifter .N. besucht täglich den Logengarten und erholt sich durch Ein- nähme eines Platzes auf einer der dort zur allgemeinen Be- Nutzung aufgestellten Bänke. Nach der Bekundung des Park- Wächters, der den N. stets beobachtet, hat er daber nie Anlaß zu einer Beschwerde gegeben und sich stets wie ein aesilteter Mensch benommen. Am 16. Juni er., an welchem Tage N. wiederum mit einigen Bekannten auf der fraglichen Bank Platz genommen hatte, trat ein Schutzmann an dieselbe heran und forderte die auf der Bank sitzenden Personen»um Ver- lassen derselben auf. N ist dieser Aufforderung nicht gleich gefolgt, sondern er wollte von dem Beamten gern erfahren, auf Giund welches Rechtes der Befehl ergangen fei. Dieser Wissensdurst erschien dem Schutzmann unyehörig, und N. mußte deswegen eine Sistirung zur Wache über sich er. gehen lassen. Nach der Bekundung des PaikwächterS hat R. sich auch an diesem Tage anständig veihalten und keine Stö- rung verursacht. Nach kurzer Zeit erhielt R. einen polizeilichen Strafbefehl über 5 M., weil er dem Befehle eines Sicher» heitsbeamten nicht sofort Folge geleistet hat. Er erhob Wider. spruch, und so gelangte dieser Punkt zur Aburthcilung vor die 96. Abtheilunq des Schöffengerichts. Der Angeklagte wurde vom Gerichtshof wegen Verletzung des§ 117 St.-Pr.-R. zu 3 M. event. 1 Tag Haft verurtheilt, weil er dem Be- fehle des Schutzmanns, auch wenn derselbe ungerechtfertigt war, Folge leisten mußte. —§ 117 i.e. lautet:„Den zur Erhaltung der Sicherheit, Bequemlichkeit, Reinlichkeit und Ruhe auf der öffent- lichen Straße ergehenden Anordnungen der Aussichts- beamten ist unbedingte Folge zu leisten."— Wird denn ein Park zur öffentlichen Straße gerechnet? Kei der Kartenlegerin Frau Rudolptz ging es cn einem Maiabende außerordentlich lebhaft her; eine feingekleidete Dame löste die andere ab, alle trugen sie das Verlangen, auf Grund der Prophezeihungen der klugen Frau einen Biick in die Zukunft zu tbun. Und Frau Rudolph weißfaate gut an jenem Abende, die Besucherinnen machten alle höchst zufricdcne Mienen, wenn sie das im mystischen Halbdunkel gehaltene Kabinet der modenien Pythia verließen. Die Letztere war gerade im Begriffe, eine anscheinend etwas verwickelte Frage aus den vor ihr liegenden Karten zu lösen, während die Fragerin mit sichtlicher Spannung der Antwort harrte, da klopfte es wieder und eine neue Kundin trat herein. Die Kartculegcrin gerielh etwas in Verlegenheit. es stand ihr nur ein Raum zur Verfügung und die Neueingetretene durfte die Ent- hüllungen, welche ihrer Vorgängerin zu machen waren, nicht hören. Frau Rudolph wußte sich aber zu helfen, sie hatte ein Nebenzimmer an eine Artistin verniicihet und nachdem sie sich überzeugt, daß die Bewohnerin nicht zu Hause war, bat sie die ncue Kundin, so lange im Nebenzimmer zu warten, bis die Reihe an sie käme. Dies währte denn auch nicht lange; es fiel der Kartenlegerin durchaus nicht auf, daß die Dame sich in ziemlich erregtem Zustande befand, als sie einige allgemeine Fragen über Atter, Stand, Wohnung u. s. w. zu beantworten hatte, sie schrieb diese Eiregung der Wichtigkeit des Aktes zu, der vor sich gehen sollte. Sodann tegte Frau Rudolph die Karten vor sich hin und machte ein höchst nachbenkliches Gesicht, während tiefe Stille im Gemache herrschte, die nur durch einige Ueberraschung und Bedenken ausdrückende Laute der Kartenlegerin unterbrochen wurde. Endlich brach die Letztere das Schweigen und es ging loS. Die erste Frage, ob die Kundin trotz ihrer etwas über- reifen Jahre sich„noch'verändern" würde, wurde unbedingt bejaht. Es feien aber noch viele Schwierigkeiten zu überwinden. Eine Karle liege so, daß die Fragcrin mit Sicherheit darauf rechnen könne, demnächst eine größere Summe Geld zu erhalten, eine zweite Karte deute aber darauf hin, daß ein„dunkler Herr", vor dem sie sich hüten möge, darnach trachte, ihr das Geld wieder abzunehmen und sie in's Unglück zu stürzen. Sie werde eine Rei'e zu machen haben und längere Zeit in einem schloßäbnlichen Gebäude wehren. Die Kartenlegerin beendete ihre Prophezeiung mit der Be- merkung, daß sich schließlich Alles zum Guten wenden und die Fragerin sehr glücklich werden würde. Hochaufathmend verließ die Letztere den gcheimnißvollen Raum, nachdem sie die B«W wohneiin gebührend belohnt. Frau Rudolph überzählte ihre Einnahme und legte sich mit dem Gefühl, ihre Pfl cht gethan zu haben, zur Ruhe nieder. Ihr Eiwacben war weniger angenehm. Vor ihrem Bette stand ihre Mietherin, die Artistin, welche sich nach dem Verbleib ihrer Uhr nebst Kette zu einem Gesammtwerthe von 200 M., welche Gegenstände in ihrer Stube auf der Kommode gelegen hatten, erkundigte. Frau Rudolph hatte die Sachen nicht an sich genommen, dieselben mußten gestohlen sein, und ohne eist ihre Karten zu befragen, wußte Frau Rudolph, daß Niemand anderes die Thäterin fem konnte, wie jene Dame, die allein das Zim- mer betreten. Zum Glück hatte sie soviel von der Befucherin erfahren, daß sie der Kriminalpolizei einige Mittheilungen über dieselbe machen konnte, wodurch es auch gelang, sie ausfindig zu machen. Es war die unverehelichte Mane Gladischefeky. welche gestern wegen des Diebstahls vor der 87. Abtheilung des Schöffengerichts stand. Die Uhr hatte sie bei ihrer Ver- Haftung bereus versetzt. So war denn Manches von den Prophezeiungen der Kartenlegerin eingetroffen, das in Aus- ficht gestellte Geld rührte allerdings von einem Diebstahle her, der„schwarze Herr", vor dem sie sich hüten sollte, war der Herr Staatsanwalt, und das„schloßähnliche" große Gebäude, in welchem sie längere Zeit wohnen sollte, war das Weiber- gcfängniß in der Barnimstrabe, welches der Staatsanwalt ihr während zweier Monate zum Aufenthalte anweise« wollte. Der Gerichtshof beließ es bei einem Monat. Verlrrnrrnlnrrgeir. Eine öffentliche Nersammlnng der Buchbinder, Albnm-, Feder- nnd Karton-Arbeiter fand am 20. August in Jordan's Salon unter dem Vorsitz des Herrn Tilchner statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Die Wahl einer Kommission zur Vorarbeit für die im nächsten Jahre stallfindende Bewegung für die 9stünbige Arbeitszeit. �Der Lorsitzende, Herr Tilchner, weist zunächst auf die Beschlüsse der vorangegangenen Ver» sammtung hin und ersucht zunächst die Anwesenden, Vorschläge! für die Zahl der in bie Kommission zu wählenden Personen zu machen. Hiernach stellt Herr Mielentz den Antrag, b-e Kommission aus 15 Mitgliedern bestehen zu lassen, und zwar 6 Buchbinder, 3 Albumarbciter, 3 Lederarbeiter und 3 Karton» arbeiler. Der Antrag wurde angenommen und wurden hier- nach bie Herren Feldmann, Marwitz, Tilchner, Eichhoni, Schubert, Schnabel für die Buchbinder-Branche gewählt; die Herren Böhlke, Kammann, Vorberg für die Album-Branche; serner die Herren Hahn, A. Schultz, Wundscheck für vre Lederwaarenbranche. Da es nun zur Wahl der Kartonarbeiier ging, sprach das Vorstandsmitglieb des KartonarbeitervereinS, Herr Reuter, im Namen seiner Kollegen sich gegen die Bethei» ligung auS und äußerte sich in folgender Werse:„Die Karton. arbeiler erklären sich wohl solidarisch mit den anderen Arbeitern, aber wollten dennoch ihren Weg allein gehen, weil man sie immer noch als„Bachulken" detrachtet." Hieraus folgt« ewe lebhafte Diskussion, worin die Herren Mielentz. Feldmann und Hertzog die Ansichten der Kaclonarbeiter trefflich widerlegten imb ihnen nackswiesen, daß ihr Vorgehen nicht die Solidarität, sondern das Gegentheil von dem erzeuge. Nach Schluß der Debatte schritt man dennoch zur Wahl und ließen sich drei klarer sehende Arbeiter der Karionbranche für die nicht organisirten Arbeiter wählen und wurden die Herren Greifenberg, Busse und Wacht gewählt. Hiernach tritt die Versammlung zunächst in Punkt 2 ihrer Tagesordnung ein: Vortrag des Buchdruckers Herrn Werner, Da derselbe ledoch nicht erschienen, ging man zum Punkt„Verschiedenes" über. Hier wurde zunächst wieder den Kartonarbeitern der Vorwurf gemacht, ein Lokal zu ihren Vergnügungen gemiethet zu haben, welches von der Lokalkommission verboten ist. Ferner entwickelte im Laufe der Diskussion Herr Krüger ein Bild aus seinen eigenen Erlebnissen, wie die Wirthe beeinflußt werden, für Arbeiter kein Lokal zu Versammlungen herzugeben. Hiernach wird zunächst eine Resolution verlesen, die folgendermaßen lautet:„Die heutige öffentliche Versammlung der Buchbinder und verwandten Berussgenossen verpflichten sich, das Ver- JgnLgen der Kartonarbeitcr im Böhmischen Brauhause nicht zu besuchen und keine Billets dafür zu vertreiben." Ii« Freie Vereinigung der Vergolder und Fach- en hielt am 19. d. M. eine stark besuchte Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Herrn Vogt- Herr über„Giordano Bruno, leine und unsere Zeit." 2. Dis- kusfion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes.— Nach Verlesen des Protokolls der letzten Versammlung, welches angenommen wurde, erhielt Herr Vogtherr das Wort zu seinem Vortram Redner führte ungefähr folgendes aus: Wer das Kulturleben der letzten Jahrhunderte verfolgt hat, wird ge- funden haben, daß Männer rnstirt haben, denen ein freier ge- fundcr Geist inne wohnte. So wurde auch jetzt einem Manne der Freiheit des Glaubens zu Rom ein steinernes Denkmal gesetzt. Es ist eine Ehrenschuld, welche man nach 300 Jahren an Giordano Bruno abtrug. Redner krilisirte die Denkmäler Deutschlands und führte an, daß man hier im freien Reiche wohl Männern des blutigen Krieges Denkmäler setzt, aber keinen Männern des freien Geistes, wie H. Heine, Lessing zc. Redner picbt nun einen geschichtlichen Abriß von der Lebens- aeschichte Giordano Brunos. Mit großem Beifall wurde der Vortrag entgegengenommen. Eine wesentliche Anzahl Kollegen ließen sich als Mitglieder aufnehmen. Es wurde noch ange- führt, daß am Mittwoch, den 28. August, Abends 8s Uhr, eine öffentlicbe Versammlung stattfindet über Beschlußfassung und Proklamirung des kommenden Streiks. Es wurde auch der Versammlung noch bekannt gegeben, daß am 25. August eine Herrenpartie nach Stolp stattfindet. Abfahrt vom Stettiner Bahnhof Morgens 7 Uhr 23 Minuten. Eine Versammlung siimmtlicher Feilenhauer und Feilenlchleifer Berlins fand am Dienstag im„Weddingpark" in der Müllerstraße statt. Feilenhauer Mewes verlas zunächst den neuen Tarif der Meister für Akkordarbeit. Die Meister betrachteten denselben als das äußerste Zugeständniß, welches sie machen könnten; sie seien der Meinung, daß die Gesellen bei ruhiger Prüfung zu der Ueberzcugung kommen würden, daß ein kräftiger und fleißiger Hauer be, diesen Preisen mit seiner Familie bestehen könne. Der Vorsitzende Meinike kon- statirt, daß bei diesem Tarif bei Arbeiten nach Gewicht merst I— 2 Pfennige pro Kilogramm, bei Arbeiten nach Maß sogar bis zu 8, 12 und 14 Pfennigen pro Zentimeter Differenz zwischen den Lohnsätzen der Meister und den Forderungen der Gesellen bestände. Die von den Meistern in Aussicht gest-llten Akkordlöhne blieben noch hinter den bisher(seit 1882) gezahlten Löhnen zurück. In vielen Fällen seien in dem Lohnlarif die Preis« nur annäherungsweise angegeben. Das Schreiben der Meister besage:„Die Länge der Arbeitszeit wird in den ein- zelnen Wcrkstälten zwischen Meister und Gesellm vereinbart" Diese Willkür sei um so unbegreiflicher, als die Gesellen sich mit der Berbehalturg der Zehnstundenarbeit einverstanden er« klärt hätten. Der Lohntarif sei unannehmbar; man müsse da- her den Streik fortsetzen. Die jüngeren Gesellen möchten zeit- weilig Berlin verlassen. Zum zweiten Punkt der Tages- vrdnuna: Beraihung über den Kongreß zu Remscheid, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: 1. Die Deputirten haben dahin zu wirken und dafür zu stimmen, daß die Feilenfabrikation Rheinlands und Westfalens mit sämmt- lichen Feilenhauer-Gewer schaften sich einige. 2. Einen Mini- mallohn, den heutigen Zeitoerhältnissen entsprechend, einzu- sübren und Anregung eines Maximalarbeitstages zu versuchen. 3. Ein Organ für sämmtliche Feilen Hauer Deutschlands einzu- setzen zur Orientirung über die Lokaloerhältnisse jedes Vereins und zur Regelung der Unterstützungsfrage.— Nach längerer -Diskussion werden noch folgende Punkte für die Tagesordnung des Kongresses beschlossen: Einschränkung der Hausindustrie, Abschaffung drr Beköstigung seitens der Meister, Ein- letzung von Vertrauensmännern für Nord-, West- und Mittel- Deutschland, thunliche Voiberei'ung eines Fonds, Vorbereitung einer Statistik. Schließlich wurde noch folgende Resolution angenommen:„Die heute tagende Ver- sammlung der Feilcnhauer und Feilenlchleifer Berlin's beschließt, an den am 5. August aufgestellien Forderungen fest zu be- ? lanen und den Lohnkampf fortzusetzen. Auch erk ärt die Ver- ammlung den ihr von den Meistern zugesandten PreiSkourant geradezu für einen Hohn gegen die Ge>ellen Berlin'« und er- sucht diejenigen Hauer und Schleifer, welche bereits angefangen haben zu arbeiten, da, wo die Forderungen vom 8. d. Mis. nicht vollständig bewilligt sind, die Arbeit wieder freiwillig ein- zustellen und Mann für Mann für unsere gerechte Sache ein- zuirelen, bis der Sieg unser ist. Auch verpflichten sich sämmt- liebe Anwesende bei etwaigen Maßregelungen seitens der Arbeit- g-ber in den Werkstätten, wo selbige vorkommen, sofort die Arbeit wieder freiwillig ein>ustellen." Eine öffentlich« Schuhmacher-Uerfammlung tagte unter dem Vorsitz des Herrn Gabbert im Wedding- Park, Müllerstr. 178, mit der Tagesordnung:„Nutzen der geweik- sitofilrchcn Organisation". Referent: Rich. BaginSki. Der Referent führte in längerem, von allseitigem Verfall der Ver- sammlung begleiteten Vortrag aus, daß durch die moderne Produktionsweise, welche den Kleinbetrieb immer mehr ver- dränge, die Arbeiter dem Beispiele der Unternehmer folgend, sich in Vereinigungen zur Aufdessernng ihrer materiellen Lage zukommen lhaierr. Sie haben recht gut erkannt, daß der Einzelne ein willenloses Werkzeug in den Händen der Unier- r cbmer ist und so haben sich die Arbeiter, durch gegenseitige Arisklärung an Bildung und Intelligenz gewinnend, zu einer stetig wachsenden Macht herangebildet, einer Macht, welche aber nur zu bald den Unternrhmern unbequem ward und sie ver- vnlaßte, mit ollen Mitteln darnach zu streben, die Organi- sarioren der Arbcrtcr zu hintertreiben. Während die Arbeiter ein Interesse daran haben, die Löhne steigen zu sehen, um dadurch konsumtionSsähiger zu werden, zu gleicher Zeit aber durch Einschränkung der ArberlSzert das starke An- gebot zu verhindern suchen, suchen die Unternehmer durch Re- duktion der Löhne und Ausdehnung der Arbertszert das Ein- kommen der Arbeiter auf ein möglichst niedriges Niveau herabzudrücken, ganz unbekümmert, ob der Nationalrerckihum und die Konsumtionsfähigkeit sowie die Kultur zurückgeht. Daher ist es die Pflicht eines jeden Arbeiters, sich zu organi- firen.— In der Diskussion sprach Herr Ruff im Sinne des Referenten. Namentlich fei auf die geistige Ausbildung großes Gewicht zu legen; der Arbeiter müsse selbst wissen, wo und wie ihm zu helfen ist, damit er einig und stark im Lohn kämpfe dasteht und sich nicht von den Kmffen gewissenloser Demagogen detümpeln und an der Nase herumführen läßt; auch nicht in Unkenntniß der herrschenden Verhältnisse dort Hilfe erwartet, woher erst die Unternehmer die Macht zur Bedrückung der Arbeiter erhalten, wie der Bergmanns- und Bäckerstreik allen Arbeitern als warnendes Beispiele dastehe. Er fordert alle Schuh- wacher auf, dem„Verern zur Wahrung der Interessen" beizutreten. Herr Strandt fordert die Kollegen aus, die von ihnen gewählte Lohnkommission zu unterstützen. Freiwillige Beiträge zum Fonds werden im Norden in der Kolbcrgcrstr. 23, bei Runge im Schubmacherkeller, den ganzen Tag, und bei Nürnberg, Anklamerstr. 49, in der Restaurotion, Dienstags Abends von 9 Uhr ab, angenommen. Herr Schlüter, ein Bäcker, mißt die Mißerfolge beim letzten BLckerstrcik dem Jndiffcrentismus und den gänzlich korrumpirten Verhältnissen, in welchen die Bäcker- gesellen leben, bei, und fordert alle Arbeiter auf, auch die Bäcker rn ihrem gerechten Kampfe zu unterstützen. Sodann wird eine Resolution angenommen, welche alle Schuhmacher auffordert, dem Verein beizutreten. Zu diesem Zweck läßt der Vorsitzende eine Pause von 15 Minuten eintreten. Nach Ablauf derselben sprachen noch die Herren Tabbert, Brandt und Pfeiffer, welch' letzterer auf einen Ausruf der Bäcker aufmerksam macht, wonach alle Arbeiter aufgefordert werden, nur bei den Bäckern zu kaufen, welche vom Streikkomitee veröffentlicht werden. So- dann wurde die Versammlung nach einem Schlußwort des Referenten geschlossen. Der Fachverei« derMetallarbetter i« Gas-, Massier- n«d Dampkarmature« hielt am Sonnabend, den 17. d.M., Abends 8b Uhr. im Königstadt-Kasino, Holzmarktstr. 72, eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Auf der Tages- ordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Dr. Huber über die Schulen, wie sie sein und wie sie nickt sein sollen, und Dis- kussion. 2. Jahresbericht und Jahresabrechnung. 3. Ver- schiedcnes und Fragekasten. Nachdem durch den Schriftfübrer das Protokoll der vorigen Versammlung verlesen war, erhielt Referent zu seinem cinstündigen Vortroge das Wort. Der Vortragende wies zunäckst auf die Widersprüche hin, welche so häufig zwischen Kirchenlehre und Wissenschaft bestehen, sowie auf die Verlegenheiten, welche hieraus für aufgeklärte Lehrer und Eltern gegenüber ihren Zöglingen und Kindern hervorgehen. Schon deshalb sollen derartige Kirchenlehren und dogmatische Anschauungen aus den Schulen entfernt werden. Letzteres wird und muß aber so lange ein frommer Wunsch hleiben, als es noch konfessionelle Schulen giebt. Daher fort mit ihnen! Aber noch mehr: Aus den konfessionellen Schulen gehen häufig nur überspannte Träumer, ge steSschwache, blindgläubige, wankelmüthige Heuchler, gewissen- lose Denunzianten und kircheneifiige Fanatiker hervor; daher denn auch nie Frieden und Frohsinn auf Erden sich einbürgern kann. Gewiß Gründe genug, daß unsere Schulen endlich den kirchlichen Einflüssen entzogen oder mit andern Worten, daß sie konfessionslos werden.— Sehr interessant waren auch die Blicke, welche der Vortragende auf die alte(bog- matische) und die neue(wissensckaftliche) Weltansckauung warf, sowie die überraschenden Konsequenzen, welche er hieraus für das ganze soziale Ltbcn und für dessen noth- wendige Umwandlung im Sinne der letzteren zog. Der reiche Beifall, welcher dem Vortrag zu Theil wurde, war daher wohl verdient. In der Diskussion spiacb Kollege Printz im Sinne des Referenten. Zum 2. Punkt verlas H>rr Printz den Jahresbericht. Es wurden 12 Verlamm'ungen ab- gehalten, 12 Vorträge und zwar waren ste theils gewerkschalt- licher, wissenschaftlicher und literarischer Natur oder detrafen das Krankenkassenwesen. Unterstützungen an gemaßregelte Mitalieder wurden 36 M. gezahlt, Unterstützungen an Streikende 36(1 M. Der Verein zählte am Schlüsse des vorigen Jahres 250 und am Scklusse dieses Vereinsjahres 300 Mitglieder. Hieran schloß sich die Jahresabrechnung, laut welcher die Einnahmen 1115 M. 15 Pf. und die Ausgaben 739 M. 20 Pf. betrugen, bleibt Bestand 375 M. 95 Pf. Da die Revisoren Alles in bester Ordnung gesunden hatten, wurde dem Kasfirer Dccharge ertheilt. Unter„Verschiedenes" wurde bekannt gemacht, nur da zu verkehren, wo die Wirthe ihre Lokale zu Versammlungen hergeben. Antrag Arndt, eine Versammlung mit Damen, ver- Kunden mit Tanzkränzcheu, abzuhalten, wurde gegen 1 Stimme angenommen, und dem Vorstand überlassen, wann die Festlich- keil stattfinden solle. Hierauf verlas Kollege Wreden die neu hinzugetretenen Mitglieder. Da Niemand Widerspruch erhob, erklärte Vorsitzender dieselben für aufgenommen. Zum Schluß machte der Vorsitzende hekannt, daß die näckste Versammlung am 21. September in demselben Lokale stattfindet. N«»I«(ur Mahrnng drr Kntrrrgrn drr«aft- und Schank- wirth» Krrli»». Fr«!»», den 23 Au«usl er, Nochno 6)j Utjr, ivlumen- fitaSe Nr 38, bei Henke, Veilannntunii Saartorbnunfl: 1. Sortrafl de» Herrn älirt tlbcr,„©rdiidiillcbt Revowtton", 2 Ausnadme neuer Mttiitleder 3 Pereindanaeleceiitictlen, 4 Verllbtcdenei und Fiagctaftcn, Um zaduelchei und nünkltiched Erlibeinen wiid crtucht, vroti« öffrntttch« ziersammtung drr Aam»dirn«r Krrttit« am greitag, den 23, ituousl,»bendd 8Zi Übt, bei Zoi dan. Neue Giüntlrabc 2«, TaaeSordnunii■ 1. Ist butdi eine Orpotiitallon eine Besser tiellun» unterer Laue ii» erzielen? Resereni; Wilhelm Werner, 2. Didkuilion, 3 Gründun» eines goäibtaite« 4, Vertchiedenei, Zur Dcckun» der Unkosten findet eine Teller- saminlun» statt, Gross» offrntlich» prrsamnituno tämnitltchrr Wrtaltkchraubrn- und Farondrrdrr am ssreiia», den 23,»uauil, ilbeno« 7 Ubr, in Dei». Müllers Eaton, Alte Zakobstrade 48», ZageSoronun» wiid in der Bei lamm- tun» bekannt gemacht, � Um zahlreiches Erscheinen ersucht ditngend der Vorstand. Znierrirrn-tprrrin drr»ikchlrr. Am Sonnabend, den 24 August. Abends 8X Ubr, im Lokale dei Herrn Alotb, Dreidrnerstrafie 10, Bersammlung. Tagesordnung e t, Sbuchnung der Damvier-Parlie, 2. Berlibiederes Prrri»|nr Wassriing drr Kntrrrssr« d»r Orrliorr Knopf- ardriter. Miigttcder- Bersammlung Sonnabend, den 24, August, Abends 82 Ubr. bei Gnadl, Brunnenftrahe 38, Tagesordnung: 1. Borlrag de« Kol- lege» Theod Btetl über Konital und Arbeil, 2. Innere VercinSanoeiegenbeile», Gaste willkommen Neue Btilgtteder werben ausgenommen. Zahlreiche» Er- scheinen wird erwartet, Mrrrin g-wrrblichrr Kilfoarbritrr Krrlins nnd Zlmgrgrnd. Am Connabend. den 24, Auausr, Großer Commernarbri-Ball im Lokale de« Herrn Uebel«Ren»' Eaton, Naungnbr 27. Billeli hierzu find zu baden bei den Herrin W, Echmidr, Wienerstroße IS, F. Liers'. B'anbenburastiasie 7: Beyer, ssriedrichSbergerstraße 13, sowie in den mit Plakaten belegten Hand- tungen, Freunde und Gönner dei Bei, in» find eroebensi eingeladen, Krettilirn-«rd Krgriibnissk-ss« fiir dir im«iirtlrr-«nd Kroncrurgrrorrd» belehänigien Beiionen 1® H Nr 60) Den Btitatiedern zur Naebrichl, daß der Nendant Mieslrrseld am Eonnadcnd Abend nichr mehr bei FIci'chmann, sondern an demselben Abend von 7 bis 9 Ubr bei Föllncr, Destillation, Koitbuserpsaß und Siotlbuserftraßen Ecke,.Kafiendeitrage entgegennimmt Jedoch werden in Fleischmann'««cstauiant, Dretdenerstraße 80, von Herrn Fleiichwann tSatich Beitrage entgegen genommen, jirrdaxd der Modripolirer Kertin« und Dtmgeoend! Sonntag den 23, August: Große Hertel, Partie nach Freienwaide iMarki'che Schweiz), Zreffpunki siüb Ii? Uhr in der Zablstelle bei Resiaurmeur Ecke, Zebdenicker- st, aße 2. Admarlrb nach dem Sleitiner Babndose um V Ubr, Ab ahrl vom Bobnhos milletst Ertrazug um 7 Ubr 20 Minuten, Zahlreiche Betbeiliaung auch von Nichlmitgliedern ist erwünscht. Fahl preis hin und zurück UI, Klasse 2 Mark,„. AUli, meiner Metallarbeiter Prrein Kerlin« und Dltngegend. Am Eonniag, den I, Eepiember, findet eine Dampserparlte mir Btusik nach PotSdam-Nedtitz stall, wozu BillelS» l,2S M, in der Ver'ommlung. lowie bei den Kaissrern tilo Klein, Ritterftroße 15, und Kart Lenz. Neinickendorferstr, 48, und den Borftonddmttgliedern zu haben find, Gross» öffrutlich» Schneid»»- Perfammlun« am Montag, den 26, Sugusl, Abend« 8 Ubr, Oranienstraße 180 in den Cerllral-Feftsalen. Tage«- ordnung: 1, Wie ist der kapiralillisrberr Produktionsweise entaegenzutrtien? Reserent: Fr, Krüger, 2. Ausnahme von Mitgliedern in den deutschen Echneider-Bcrband, 3 DiikusNon, 4, BerlchiedeneS, Drr wichtigen Tage«- ordnuna wegen, ist da» Erscheinen Aller norbwendig, �. Gtf»nbach»r Krau»»bals», N»rma>t«nv»fteU» Kerli» I, Den Mitglu dern diermit zur Nachrichl. daß Beitrage von jetzt ab de« Bormrltag» entaeaengenvmmen weiden, Waldemarstr 64, Hos richti 2Tr, ver Pavke: Neue Jakobslr 26, Ouergebande im Keller bei Karge, Neichenbergerslr 65, H, 1 Tr, bei B, ödet, und Oranienstraße IS?, Restaurant, An allen Eiellen werden auch Anmeldungen zur Kasse entgegengenommen. Die AuSzablung de» Krankengelde» ersolgt jeden Sonntag Bormiliag von S bis 11 Uhr im Restaurant Oranien- slraße Nr, 1S7,.. I» d»r«Cchrr»tr.(Oertliche BerwaltungSstelle Berlin«> De» Mitgliedern zur Nachricht, daß soigende Zabl- stellen verlegt find: 1, Bon der Köpnickerür, 12S nach der Köpirickerstraße 121» bei Müller, 2, Bon der Oranienstr, 8g nach der Allen Jakobstr, 48 bei Zaber. 3, Die Zahlstelle in ber Jüdenstr, 33 ist ausgeboben, Krankmeldungen vom 7 Juli av oei H, Große-Kreul. Relchenbergerstr, 182. Hos link» 4 Tr, Die Ort» verwaiwng.__ Gesang, Turn-«nd g«s»Uig» P«r»in» am feeltog--«„K Mönnergesangverein AbendS 9 Ubr im Restauranl Tamin. W - Gesangverein.Päuiebeutel' Abend» 8 Uhr im Restaurant HNNW� drinenftr, 15,— Licdcrtascl der Maler und verwandlet v« AbendS 9 Ubr im Restauranl Kleine, Brandenburgstr, 60,— Bumd»£[•*/ chor Abend« 8X Ubr Annenstr, 16. Gesangverein ,818'" ji- Quartelt' AbendS 9 Uhr im Restaurant Mulehold, LanMdM.• �- Gesangverein.Fortschrilt' AbendS 9 Uhr im Restaurant. Btlimenni»��, Gesangverein.Echo 1872' AbendS 9 Ubr Waldemarstraße 12� werden ausgenommen.— Gesangverein.Ossian' Abend« 9 u°r �7�» straße 85 bei Gustavui,— Huppert'sche Eönger-Bercintgung Abend» 9 Uhr bei Niest. Weberstr, 17,- Gesangverein.M>!r,»er Sefi� 9 Ubr«dalbertslr 21,- Liedertascl de» Fachoerern» der Sl-MtMn � AbendS 8 Uhr Große Hamburgerstr, 4 UebungSstunde,— Kesanl>'>�.„,.�z sorge' Abend« 9 Ubr Restaurant Neider, Alte Jakobslr, 83 Widerhall' AbendS 9 Uhr bei Herrn Boge, Köprrickerstr, 191- .Lorbeerkranz' 8� Ubr Restaurant Weinstr, 11,- Berlwer schast lFünsle Mönnerabtbeilung) Abend» SU Uhr in der stödlr'chm zjstt Wasserlhorstraße 31,— Turnverein.Haienbaide" iMönnerablbenu 8 Uhr Dicffenbachstraße 60—61.— Turnverein„Froh und abtbeilung) Abends 8jj Ubr Bergstraße 57,- Mssenlcharnlmer Roller'sche Stenographie Abend» 8!( Uhr im Restaurant Ztetbm-, � straße 31. Unterricht und UebungSstunde,—.Allgerneiner Aren»» graphenverein', Abtheilung„BorwärtS". AbendS 31! llh�«� n»" N?! Mariannenplatz 11,- ArcndS'scher Stenograpbenverein„--- 9 Uhr im Restauranl, Sevdelstr, 30,-„Berein ehemaliger Dr, � Ml-? Schüler" Abend» 9 Ubr im Restaurant Kreb», Frtedrtchstraße 268, Dilellanten-Orcheslerverein Abend« 8� Ubr UebungSstunde»» Cöllnischer Garten, Scharrenilratzc 12,— Zitbervcrei»„Alpcr 82 Uhr im Restaurant„Wablstatt", Bellealltanceslraßc �89 �_ girf „Westend" Abends 9 Uhr im Hohcnzollerngarten. Steglitzerstraß'- z zpr" klub„Weichleldlalt" Abends 8); Ubr im Restaurant, Sialttz-rnr°°' � Tambour-Beretn„Fclscnscst", Sitzung S% Uhr, WeißenburgnftrassZvss und Borfitzender, A, Friese, Ausnahme neuer Mitglieder,- Raa« Zwang" Abend» 8X Uhr im Restaurant W, Haugk, Weinstr 22 Vevinislkikes. Fondon besitzt 350 Zeitungen, von denen ungefäh � religiösen Inhalts sind. In der Hand jedes England sich die kleine Ausgabe von einem Penny leisten man Morgens entweder die„Daily NcwS", den oder den„Daily Telegraph". Diele Zeitungen«ntna � große Seiten, jede von ebenso viel Spalten. Fünf llici � sind den Anzeigen gewidmet. Ber uns gelten noch mancherorts für das Haupt aller Zeitungen' eijssH Ihre sechzehn Seiten, wovon elf Anzeigen en'balten. j � jeden Morgen und kosten drei Pence. Das Rnsew" Einfluß der„Times" werden jedock, im hohen Gr« � schätzt, und interessant ist in dieser Beziehung««« jenes französischen Journalisten Max O'Reu, englische Sittenbilder an fünfzig Auflagen erlebten.' � alten kreischenden Wellerhahn", heißt es von der ,*■..!$ f man jeden Morgen nach rechts und links sei"« Gi'l'ö� sich geben, zum allgemeinen Schrecken der feftlanöll � zit tungen, die angstvoll ausrufen:„Die Times sagt Times sagt das." Dieses Annonzenblatt jedoch, A die Geheimnisse alle europäischen Höfe, die der mit einbear.ffen, zu kennen, hat nur einen Zwea- machen. Mit Ausnahme jener Jerome PalurotS.«>« �ji» Suche nach einer sozialen Stellung die Anzeigen der einem Lesezimmer, in Vereinen oder öffentlichen Ans'«' fliegen, liest nremand aus dem Volke diese alte neidisckie. steife, kefiende Zeitung.,. Eine merkwürdige Kiiryermristerri sch� isl � heim ber Frankfurt a. M. zu laben. Von dxrsclo jB Perlebcrg, wie ein dortiges Lokalblatt erzählt, ein 11«§ V folgender für die geographischen Kenntnisse des Abl8 ,�«5 zeickinenden Adresse eingegangen:„An das Bürgers Pcrleberg. Rcgrerunosbezirk Posen. Königreicb hzl � Eine» Räuderhauptmann als Kürgermein K- türkische Slaoi Klipuia gehabt. Die Regierung b«'' Salonich gemeldet wird, den Bürgeimeister Strsfi''" � Posten ab'ctzen lassen und ordnete seine Verbafluna' seines Sohnes en. Es soll erwiesen sein, daß St'lssr' t>: Räubern in Verbindung stand, welche die.dortige sicher mackten. Der in Haft genommene Bürgermct»?'.� selbe, welcher durch die falschen Uebersetzungen der t# den tü> kil'chen Behörden Anlaß zu dem Hochoerr«') gegen Pirchion und Genossen geaeben hat.(Ä Die Sterblichkeit in preusse« war seit t87-> � Jahre so gering wie 1887. Kon der Gesammtbcvoli �» preußischen Staates starben während des Jahee« Ganzen 688 170(358 028 männliche und 328 142 w Personen; außerdem wurden 43 906 Todtgeboreiie, 24 589 männliche und 19 327 weidliche, den Sto»«« �zit� gemeldet. Die Sterbeziffer, berechnet auf 1000 am■ �■ 1887 Lebende, ohne Berücksichtigung der Todtgeboi trug 23,9 für die Gesammtbevölkerung, sowie-v- V. männlichen und 22,5 für den weiblichen Theil derielo den Angaben der Standesbeamten sind von lvOOOO' gestorben: an Pocken 0,05, Schai lach 2,90, Masern un � 4,00, Diphtherie und Krupp 17,64, Keuchhusten 5,00 2,64, Flecktyphus 0,03, Ruhr 0,35, akutem Gelen n jjR mus 0,59, Tubetkulose 29 33, Krebs 3�3, ApoM' Lungen- und Bru stsellentzündun g 14,81, HerzkranlE Gehirn krankheitcn 5,36, Nierenkrankheiten 1,99, f-,(» � 1,77, Mord und Todischlag 0,13, Verunglückungen im Kindbette 2.09, Di- Cholera hat, wie der„A. Z." aus Ko«- berichiei wird, seit dem 27. Juli ihren Einzug m � K gehalten, ganz in der räthsclhaften Werse, wie im,'LtzrlAj rn Egypten. Daß sie aus Bombay über Bassora cing�Ii ist gewiß: wie, konnte noch nicht festgestellt werden- wie in Egypten, durch arabische Heizer, welche die �- Dampfer der Linie Bassora- Bombay besorgen der Ankunft in Bassa in ihre Heimath geh�ssF erschien sie rn Schatra(3000 Einwohner), reisen von Bassora, am Kanal Schale! Hay,®(,j Tigris mit dem Euphrat verbindet. In wenigen, � 27. Juli bis 6. August, starben 308 Personen. erschien sie in Naßne(8000 Einwohner) südlich nahe der Einmündung des Sckatel Hay in den eine Stadt, welche 1872 von Natir Pascha, dem � zzk, Scheich, gegründet war. Vom 1. bis 9. Augu» gps fälle, am 8. August sogar 85. Die Häuser liege" � flachen Suwpflande und sind lediglich Schilfrohrv�� Einwohner treiben Reisbau und etwas Viehzucht- o., endlich trat sie am 6. August auf, und zwar stw. �1% aus Filie in Persien 10 Tage zuvor angelangtes Ar« AeN ,, Am 9. August zählte man hrer 15 Todesfälle. �™ des Sanitäisarztes Gazala lassen keinen Zweifel an. nofe aufkommen..«„lill'uc Kälte und Kitz- i« Mitt-last-n. Am 31- � � es mehreren Offizieren des Umanlchen Kosakenreg'M gleitung von zwei Kosaken und zwei Eingeborenen, des AraratS zu erreichen, wo sie ein MlNirno fanden, das im vorigen Jahre von den He-ren-O_ � Kowalewlkij dortfelbst zurückgelassen worden ss' e Theimometer zeigie 50 Grad Kälte an, die do«.{IJ, Winter geherrscht halte. Andererseits wird aus>) Darja- Gebiete über große Sommerhitze geklagt. �«ca«"' und Karkr stieg das Thermometer bis+ 55 Grav der Sonne und-t- 34 Grad im Schatten. Vriefktnston. � Bei Anfragen bitten wir die AbonneinenIS-Ouitwng betzusüS'"((' Antwort wirb nicht ertbeilt,< e, n V-lte«. DaS Couvert mit Annonce d«.„ce' halten, jedoch ohne Marten. Wir haben die» eingesetzt. Veranlwortlicher Redakteur: U. T-oaii-tn» tu tierlrv. Druck und-r er lau von »udt», in Scrlm SW., Veutdttraße.S.