iken. •böte: die gmiw' om 2l.Old wichen A-n-l' der in Dorl' Ür.200. Zeitung, 'eitenden dieser D-nt' n ÜtütkKKll� chast bat dw -r-W-i� nden ZS"- ft. Mittwoch, den 28. August 188Ä. 6. Jahrg. SerlintrHolbtiiflll. Drgan für die Interessen der Arbeiter. >cn. vrlM augenoin«� Ann,. Das„Berliner Bolksblatt" l ctertefiär?fAäA0noet.na�®0r�' und ffcsttagen. AbonnemeniSpreis für Berlin frei Sonninna � Mark, monatlich I>L> Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer �Mon mli dem.Sonntags-Blair' 10 Pf.«dlbboS aL SS »mmerftraße 44 1 Matt pro Dionat.� Postadonnemem 4 Matt pro Quartal. * r' r"----«. CV\-- O.'£»\ ?»» ÄS »iminatiraBe 44 r mcari pro anunui. tEingelragen m der Postzeitungsureisliste für IK»N unter Nr. 806.) >»�»«»0: Taglich uuter Äreuzdano durch unsere Expedition 3 Marl Matt pro Monat. Jnsertiousgebühr beträgt für die 4gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung»- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Nhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstrabe 44, sowie von allen Annoncen-Bureanx, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis I Uhr Mittags und von 3—7 Uhr NachinittagS, an �— und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt VI. Ur. 410«.«-*~ Sonn- -» Vevakkwn: VeuthPkvMe».— Expedition: ZUntmersteaJZe 44. W reitu"®''.jo1' ruft S it iV'Xf au»Ä tS8«'|i{ J itcn s» t(c Koste" beteää''®' . der-n � , di« •beitÄdV an8C [k£k ■x«"W gen- zgF da die -rtwe-K trasbnr- zu laF reu Icrichl� btL bief� Demsgogio. �P'e soziale Bewegung ist der Keil, welcher alle alten it�ien auseinandersprengt. Die Macht der Interessen ist fc' als alle politischen Ucberzeugungen, der Interessen- die alte Parteipolitik zum Opfer, und deshalb ity,® Riß, der durch die verschiedenen bürgerlichen Par- ' immer klaffender sichtbar. Die soziale Misere, � nicht mehr bloS in der Arbeiterklasse sich sichtbar �'wdern auch in den übrigen Gesellschaftsschichten mit u> �"bersten Zehntausend sehr lebhast entpfundcn � und besonders auch in der Bureaukratie, zivingt zu Er- ®2?sten über die Ursache der Mißstände und über die �'hrer Abhilfe. � Dadurch hat sich im Laufe der Jahre ganz unabhängig ? eigentlichen Arbeiterbewegung, wenn auch wesentlich iJ-J! Fe beeinflußt, eine zweite soziale Bewegung heraus- -!«?•' die im christlichen StaatSsozialismus und in der Tüschen Agitation— beide sind sehr verwandte Hungen— ihren Ausdruck fand. tq die Grundursache dieser verschiedenen Bewegungen i�püalistische Witthschaftssystein bildet, konnte es nicht i-itj.' daß in der Kritik desselben die beiden sonst sich gegen- np» ftA titpifn-fi bp- lbtijt�ichliefecnden sozialen Strömungen sich vielfach be- �? nnd übereinstimmten. Damit hörte aber allerdings zt. Uebereinstimmung auf. Ihrem inneren Wesen ***%„ die sozialdemokratische Bewegung auf die Um- svi �"8 des bestehenden Witthschaftssystems von Gnind auf die Gcmeinwirthschaft hin. Dagegen sucht der beskrjjjoe Staatssozialismus die Aufrechterhaltung des •der � WirthschaftssystcmS unter Anwendung einschnei- Äc�'azialer Aenderungen herbeizuführen, die aber, ivenn m> durchführbar, nur mit Zustimniung der herrschen- ?»«Öfychast durchführbar wären und dann mit logischer kd. digkeit den Beweis führten, daß sie nur Halbheiten VixJ jemand befriedigen, und daß einzig das Heilmittel , Z�Wege der Sozialdemokratie liegt. die letztere betrifft, so kann sie sich die . Uic vtu st"1 Kalistische Agitation nur alle Ursache dieselbe nicht '" zu findet in gefallen lassen, begrüßen. Die Kreisen Boden, £ii;|[l'®iifiifchc Agitation imun m jv.cijcu �'e sozialdemokratische Agitation trotz der dort R�en begründeten Unzufriedenheit mit den be- .?"ziolzuständen keinen finden könnte. Die S>L� dieser Schichten macht cS sozial und politisch ihnen p�evs's � urit der Sozialdemokratie offen zu verbinden. »�-»lozialistische Bewegung für oie Vozmioemuuimr Jäheit, daß sie durch die Kritik an dem bestehenden [50 ?ge>' liebte che Slt ,?• ZaW*(> ien®otÜ' S?>- tcten 'L'Ä Sif'f gV »«»' .ffen�fe �Feuilleto»!. "«botatj_ Golvmonpih. Roman vo« Ma«r«» Jükai. �oile sich verdrießlich in einen Winkel der Stube "lchit, saß dort, der ganzen Gesellschaft den Rücken zu- i ,A0 ,,.die Stirne an die Wand gestützt. '. suhr Theodor fort,„Du müßt Noemi eine Aus- Alte �Zeven. Sei nicht so selbstsüchtig. Meinetwegen EtRflsß.!e.Hälfte Deiner Bäume, aber die andere Hälfte P�fje wem und wie ich sie verkaufe, wird meine ltz Fi\ Gieb Noemi die Nußbäuine als Mitgift; Nifc,„ habe ich, in allem Ernst gesprochen, einen festen Ä war am Rande ihrer Geduld angelangt.„Höre, � ist yv lagte sie,„ich weiß nicht, ob heute Dein Namens- Zr�'s � uicht, das aber weiß ich gewiß, daß heute nicht jf�niaS' u>ie Du willst! Aber lass' mich kurz mit s.Swi n?e kommen. Meine lieben prächtigen Nußbäume NonB l 1,un und nimmermehr, und sollte selbst die W ich 3?- araus gebaut werden. Einen einzigen Baum Vn-U,hcn l schenken, und den kannst Du zu dem Zweck sogst',®en Du früher oder später doch erreichen wirst; oq. V heute sei Dein Namenstag, das wäre grade der �Vz>�ute sei Dein Namenstag, das wäre grade der k«ein�dazu." 5ßfp„'em Wort stand Theodor auf, aber nicht, um, UnnH1 8ehen/ sondern um den Stuhl, auf dem er! • zudrecken, und sich rittlings daraus zu setzen, die t Witthschaftssystem in weite Kreise die Erkenntniß von dem wahren Werthe desselben verbreitet und den Glauben an die Gerechtigkeit und Vernünftigkeit desselben untergräbt. Diese Kritik nöthigt aber ferner auch wieder zu positiven Reformvorschlägen, und diese müssen dann, sollen fie den Anhängern der Partei befriedigend erscheinen, so einschnei- dcnde sein, daß sie bei den aristokratischen und großbürger- lichen Elementen der konservativen Partei den Eindruck „sozialdemokratischer" Vorschläge erzeugen. Die Nichtigkeit dieser Ausführungen zeigt sich neuer- dings in der Polemik, welche die„Conservative Correspond." gegen eine Serie Artikel des Prof. Wagner in der„Kreuz Zeitung" eröffnete, in welcher Prof. Wagner eine Reihe von Forderungen in Bezug auf das bestehende Wirthschafts- system begründete, welche die lebhafte Gegnerschaft der „Konservative Corrcsp." hervorriefen. Auf die Antwott Wagners, der seine Reformvorschläge vertheidigte, antwortet jetzt die„Konserv. Corrcsp." wiederum also: „Mit unseren Auffassungen betreffs der Ausgabe des Staates befinden wir uns in Uebereinstimmung mit den Anschauungen, welche Herr Professor Wagner in seinen letzten Artikeln entwickelt hat. Wir find völlig einverstanden mit dem größten Theil seiner Ausführungen, so mit dem Hinweis auf den bedeutenden Einfluß, welchen der Mangel an Religiosität, an positivem Gottesglauben auf das An- wachsen der Sozialdemokratie geübt, und die Pflichten, welche daraus für Gesetzgebung, Verwaltung und private Thätigkeit erwachsen. Wir find auch völlig einverstanden damit, daß die moderne Gestaltung der Erwerbsverhältnisse vielfach Erscheinungen hervorgerufen hat, welche durch die schroffen Gegensätze von mühelosem Erwerb und schlecht ge- lohnter Arbeit, von Schaustttlung frivoler Verschwendung neben dem Ringen um die nothwendigste Existenz den Klassen- haß fördern und jenen sozialdemokratischen Lehren Eingang verschaffen, und daß der Staat berechtigt und verpflichtet ist, den Auswüchsen unseres Erwerbslebens und diesen bedauernswetthen Erscheinungen entgegenzutreten, soweit dies überhaupt durch Maßregeln der Gesetzgebung und Verwaltung möglich ist. Maßregeln, welche einen Einfluß auf die Gütervertheilung üben, und welche in sozialer Beziehung in diesem Sinne von hoher Bedeutung sino, müssen auch unserer Ansicht nach namentlich auf zwei Gebieten ins Auge gefaßt werden, welche in engem Zusammenhang stehen, nämlich dem Ge- biete des Börsenvettehrs und dem des Aktienwesens. Den hohen Werth, ja die Unentbehrlichfeit jener großartigen Zentraleinrichtungen für den Vettehr und den Handel wird ja Niemand verkennen, und ebensowenig, daß der Handel ohne Spekulation nicht existiren kann, daß sie ein un- entbehrliches Moment in dem Betrieb bildet. Aber ebenso zweifellos ist es doch wohl, daß auf diesem Gebiete sich Zustände und Mißbräuche entwickelt haben, welche nicht im Vedürfniß des Verkehrs wirklich begründet sind, und welche Ellenbogen auf die Stuhllehne gestützt und Theresen mit herausfordernder Keckheit ins Auge blickend. „Das muß ich sagen, Du"bist sehr freundlich gegen mich, Mama Therese; Du scheinst nur zu vergessen daß, wenn ich ein Wort rede..." „So sprich nur! Vor diesem Herrn kannst Du frei reden, er weiß schon Alles." „Auch daß diese Insel Dir nicht gehört?" „Ja." „Und daß eS mich nur ein Wort kostet, entweder in Wien oder in Konstantinopel..." „Um uns heimathlos und obdachlos und zu Bettlern zu machen." „Ja, das kann ich!" rief Theodor Krißtpan, der, jetzt schon sein wahres Gesicht zeigend, mit habgierigen flammen- den Blicken Therese ansah und ein Papier aus der Tasche zog, das er ihr hinhielt.— Hier ist der schon aufgesetzte Vertrag, hier daS Datum. Du weißt, was[ich thun kann und ich werde es auch thun, wenn Du diesen Kontrakt nicht auf der Stelle unterschreibst." Therese zitterte. „Nein mein Herr," sagte Timar, seine Hand sachte auf Theodors Schulter legend,„das können Sie nicht." „Was?" fragte dieser, den Kopf trotzig zurückwerfend. „Irgendwo Anzeige machen von der Existenz dieser Insel und davon, daß sie Jemand willkürlich okkupirt hat." „Warum sollte ich das nicht können?" „Weil schon ein anderer die Anzeige gemacht." „Sie!" schrie Theodor, die Faust gegen Michael er- hebend. „Sie?" rief Therese aus, die gefalteten Hände an die Stirne pressend. „Ja, ich," sagte Timar fest und ruhig. Ich habe so- wohl in Wien als in Konstantinopel die Anzeige gemacht, daß hier neben der Oßtrova- Insel ein namenloses nnoe- wohntes kleines Eiland ist, das im Laufe der letzten fünfzig Jahre sich gebildet hat. Zugleich ersuchte ich[sowohl die Wiener Regierung als auch die hohe Pforte, das Eiland mir die gesunde Entwickelung des Verkehrs und der Enverbs- thätigkeit in Wirklichkeit nicht fördern. Die Maßregeln zu finden, um diesen Auswüchsen zu steuern, ohne berechtigte Interessen und die nothwendiae Freiheit der Bewegung zu unterdrücken, gehört zu den schwierigsten Problemen, und es wird vielleicht die Abhilfe weniger in rechtlichen Bc- stimmungen und steuerlichen Maßnahmen, als in einer fach- gemäßen Ordnung der Börscninstitutionen zu finden sein, welche deren eigentliche Aufgabe als Zentralinstitute des Großverkehrs schärfer ins Auge faßt und Elemente und damit Mißbräuche ausschließt, die als Schmarotzergcwächse von vergiftendem Einfluß hier emporgewuchert sind. Der Kapitalbildung, der Möglichkeit der Assoziation des Kapitals für Zwecke, welche die Kräfte der Einzelnen übersteigen, verdanken wir gewiß einen großen Theil des wirthschaftlichen Aufschwungs und Hunderttausende ihren Erwerb. Aber auch hier scheint es, als ob die Gesetzgebung in der Förderung der Assoziation und der Beweglichkeit des Kapitals vielfach zu weit gegangen, daß sie diesem an sich unentbehrlichen Faktor der Produktion einen zu überwiegen- den Einfluß gestattet und eine Entwickelung ermöglicht hat, unter der die solide dauerhafte Entwickelung der Erwerbs- thätigkeit selbst leidet und schwere soziale Mißstände gezeitigt werden. Eine Entwickelung, welche in noch immer wachsendem Maße an Stelle eines Betriebsunternehmers von Fleisch und Blut, dessen ganze Existenz mit dem Unternehmen verknüpft ist und zu voller Einsetzung von Intelligenz und Arbeits- kraft zwingt, der dem Arbeiter als menschliche mitlebende Persönlichkeit entgegentritt, das Kapital als solches, und das privilegirte Kapital setzt, und ein Zustand, in dem diese Geschäftsantheile in Aktiengestalt Gegenstand der Börsen- spckulation werden, erfordert im Interesse der Industrie wie der sozialen Frage die ernstlichste Prüfung und bedarf unserer Ansicht nach dringend der Reform. Wenn wir neben diesen Gegenständen auch noch auf die in sozial- politischem Sinne hochbedeutenden Aufgaben hinweisen, welche die Erhaltung eines soliden Mittelstandes im land- wirthschaftlichen wie im gewerblichen Betrieb(Bauern und Handwerker) sich zum Ziele setzen, so glauben wir ein weites Gebiet bezeichnet zu haben, auf dem staatliche Maßregeln die Gütervertheilung, die„Vertheilung des Pro- duktionSertrageS" beeinflussen können und sollen. Wir sind hierin mit Herrn Professor Wagner einver- standen, möchten aber doch hervorheben, daß Viesen Aufgaben und den zu erstrebenden Zielen gegenüber die konser- vative Partei im Großen und Ganzen stets einig gewesen ist und daß eS nicht gerechtfertigt ist, diese Auffassung und ihre Vertretung als einer besonderen Gruppe innerhalb der konservatiren Partei allein zukommend darzustellen. Wir können auch einige Bedenken nicht unterdrücken gegen den allzu großen Werth, den unseres Erachtens Herr Professor Wagner für die praktische Gestaltung der nöthigen Reformen auf neunzig Jahre zur Benutzung zu überlassen; als Ancr- kennung der Grundherrlichkeit ist der ungarischen Regierung jährich ein Sack Nüsse, und der hohen Pforte eine Schachtel mit gedörrtem Obst zu entrichten. Das betreffende Patent und der kaiserliche Firman sind bereits in meinen Händen." Timar zog die beiden Zuschriften aus der Tasche, welche er in seiner Bajaer Kommandite erhalten und über die er sich so sehr gefreut hatte. Als er ein großer Herr geworden war, hatte er sich's angelegen sein lassen, dieser armen, vom Schicksal verfolgten Familie Ruhe zu schaffen. Dieser Sack Nüsse und diese Schachtel mit gevörrtcm Obst hatten ihn schweres Geld gekostet.„Ich aber," schloß er seine Rede, „habe nichts Eiligeres zu thun gehabt, als das mir mit Patent und Firman verliehene Recht auf die gegenwärtigen Bewohner und Kolonisten dieser Insel überschreiben zu lassen. Hier ist die amtliche Zessionsurkunde." Therese sank Michael sprachlos zu Füßen. Sie vcr- mochte nur zu schluchzen und die Hände des Mannes zu küssen, der fie von diesem verkörperten Fluche befreite und das Gespenst, das ihr bei Tag und Nacht keine Ruhe ließ, für immer verscheuchte. Noemi hielt ihr beiden Hände ans Herz gepreßt, als fürchte sie, es könnte laut aufschreien und verrathen, was der Mund verschweigt. „Sie sehen also, mein Herr Theodor Krpßtyan," sagte Michael,„daß Sie für die nächsten neunzig Jahre aus dieser Insel nichts zu suchen haben." Theodor Krißtyan, blaß vor Zorn, schrie mit schäumen- dem Munde:„Wer aber sind denn Sie, daß Sie es wagen dürfen, fich in die Angelegenheiten dieser Familie zu mengen? Was giebt chnen ein Recht dazu?" „Meine Liebe!"— rief Noemi plötzlich mit der ganzen Gewalt hervorbrechender Leidenschaft, indem sie Michael an die Brust stürzte und seinen Nacken mit ihren Armen umschlang. Theodor sprach kein Wort mehr. Er drohte in stummer- Wuth Timar mit der geballten Faust und rannte zum Zimmer hinaus. In seinem Blicke lag jedoch eine Drohung aus sozialem Gebiet auf die in Arbeiterkreisen herrschende Stimmung und Auffassung legt. Diese Stimmung ist zum großen Theil ein Produkt der sozialdemokratischen Agitation, und mit den kräftigen Zugmitteln, welche dieser bei der Un- aebundenhcit durch alle Rücksichten auf geschichtliche Entwicke- lung, bestehendes Recht und bestehende Zntereffen der sehr großen Mehrheit der Bevölkerung zu Gebote stehen, werden die für den Arbeiterstand wohlwollendsten Bestrebungen der Reform auf dem Boden der bestehenden Staats- und Rechtsordnung niemals konkurriren können. Die neuesten Erfahrungen auf dem Gebiete des Streiks, der Sozialistenkongreß in Paris, die ganze Taktik der Sozial- demokratie lassen doch wohl keinen Zweifel darüber, daß wir es von dieser Seite mit der bewußten, berechneten und mit größter Energie betriebenen Vorbereitung zur sozialen Re- volution zu thun haben, welche alle Mißstände unserer sozialen Entwickelung mit größtem Scharfsinn für ihre Ziele auszubeuten versteht. Wir können den ernsten Gefahren dieser Lage nur begegnen, wenn alle Die, welche die Grund- lagen der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung er- halten, welche die Experimente einer Neugestaltung von Staat und Gesellschaft nach sozialdemokratischen Rezepten zum Arbeiterstaat vermieden wissen wollen, wenn alle Die, welche ein Interesse und Verständniß haben für die Erhaltung unseres Rechts- und Kulturzustandes— und sie bilden denn doch die große Mehrheit der Bevölkerung—, diesen revolutionären Bestrebungen einig und geschlossen, in Unterstützung der Staatsautorität, gegen- überstehen, und zwar einig in dem Entschluß, ebensowohl die durch die soziale Entwickelung gebotenen Reformen durch- zuführen, wie der bewußten Vorbereitung der sozialen Re- volution mit fester Hand entgegenzutreten. In dieser Lage, die gewissermaßen einem Kriegszustand sich vergleichen läßt, erwächst aber auch die Verpflichtung, Reformvorschläge in Bezug auf ihre Fassung, ihre Durch- fühibarkeit und auf die Wirkung des Vorschlags selbst vor- sichtig zu prüfen. Es ist mißlich, wenn in Versammlungen und sogar in Programmen eine„zeitgemäße Neuordnung der Erwerbsverkältnisse", wenn sogar eine„allgemeine Re- gelung und Feststellung der gesammten Arbeits- und Dienstverhältnisse und der Gehälter und Löhne" und ähnliche Dinge gefordert werden. Man wird kaum darüber in Zweifel sein, daß Forderungen der Art in der ausge- sprochenen Allgemeinheit praktisch nicht ausführbar sind, mindestens nicht auf dem Boden unserer Staats- und Rechtsordnung, daß die Aufstellung derartiger Sätze einer Ausbeutung fähig ist, welche den Zielen der Sozialdemo- kratie kräftig vorarbeitet, daß sie durch die Rechtfertigung von Reformen, welche die Vertheilung des Produktions- ertrages in dem oben angeführtem Sinne beeinflussen, nicht gedeckt werden. Herr Professor Wagner hat in seinen Aus- ftthrungen diese Forderungen denn auch keineswegs vertreten, und wir sind darin mit ihm einverstanden. Wir glauben aber es doch noch ausdrücklich aussprechen zu sollen, daß Forderungen dieser Art und die Aufstellung solcher Forde- rungen mit einer konservativen Auffassung der sozialen Auf- gaben nichts zu thun haben." Man geht schwerlich fehl, in dem Verfasser des Artikels der„Konserv. Corresp." den Reichstagsabgeordneten v. Hell- dorf zu vermuthen, der sich allerdings seine Polemik recht leicht macht. An den Ueveln, welche die herrschende, kapita- listische Wirthschaft erzeugte, ist dem Verfasser jenes Artikels zufolge nur die Börse schuld, an der wachsenden Unzu- friedenheit in den Arbeiterkreisen nur die Sozialdemokratie. Gehe man also beiden in passender Form zu Leibe, so ist Staat und Gesellschaft gerettet. Daß alle Versuche, dem Giftbaum" der Börse gründ- lich zu Leibe zu gehen, bis jetzt gescheitert sind und in alle Zukunft scheitern werden, auch wenn z. B. Herr v. Hell- dorf-Bedra einmal Minister des Handels und des Innern ist, kommt dem Verfasser nicht in den Sinn. Nach seiner Logik hat nicht das kapitalistische WirthschaftSsystem die Börse geschaffen, sondern umgekehrt die Börse ist der Träger des kapnalistrschen Wirthschaftsspstems. Dämme man also die Thätigkcit der Börse ein, und das bestehende Wirth- schaftssystem ist ohne Fehl und Tadel. Genau nach oerselben Logik braucht man auch nur gegen die Sozialdemokratie vorgehen zu wollen, und dieselbe ist vernichtet. Von der nahezu elfjährigen Herrschaft des Sozialistengesetzes und seinein thatsächlichen Bankerott weiß der Verfasser des Artikels in der„Konservativen Corre- jenes Haßes, der es nicht verschmäht, nach dem Mordstahl zu greifen oder Gift zu mischen. Aber auch als er schon fort war, hielt das Mädchen noch Michaels Hals um- schlungen. Fünftes Kapitel. Aus der Welt. Was hatte Noemi dazu getrieben, sich an die Brust Timar's zu werfen und laut zu bekennen, sie liebe ihn? Wollte sie damit jenen Mann für immer verscheuchen, dessen Gegenwart ihr schrecklich war? Wollte sie ihm dadurch un- möglich machen, sie noch ferner zum Weibe zu begehren? Hatte das in der Wildniß aufgewachsene Kind keine Be- griffe von Anstand und guter Sitte, welche gebieten, solche Gefühle in der jungfräulichen Brust zu verschließen, waren ihr die gesellschaftlichen Regeln und die Satzungen fremd, mit denen Staat und Kirche das Verhältniß zwischen Mann und Weib abgrenzen? Verwechselte sie in ihrem Herzen das Gefühl der Liebe mit dem der Dankbarkeit, welche sie gegen den Mann empfinden mußte, der sie und ihre Mutter von den Besorgnissen befreit hatte, welche sie nicht ruhen ließen; der ihnen dies kleine Paradies als Wohnsitz erworben für Lebensieit? War sie erschrocken, als sie ihren Peiniger nach einer Waffe in die Brust greifen sah und hatte sich instinkt- mäßig an die Brust ihres Wohlthäters geworfen, um sie zu schützen vor einem Angriff? Hatte sie vielleicht bei sich ge- dacht: hat dieser arme Schiffskommissär, dessen Mutter eine eben so arme Frau war, wie meine Mutter, nicht selbst gesagt, er habe Niemanden auf dieser Welt; warum sollte ich ihm nicht„etwas" sein können? Wäre er wohl zurück- gekehrt auf diese einsame Insel, wenn ihn nicht etwas hierhergezogen hätte? Und wenn er mich liebt, warum .- lieben? Nein, nein, hier keines RaisonnementS, keiner nichts, als reine, selbstlose sollte ich ihn nicht auch bedarf eS keiner Erklärung, Entschuldigung.— Hier ist Liebe. Sie wußte nicht, warum? Sie fragte nach keinem Grunde: sie liebte nur. Sie liebte, ohne darnach zu fragen, ob eS erlaubt fei vor den Menschen, ob Freud' oder Leid ihr daraus erwachsen werde. Sie begehrte nicht, glücklich und stolz zu sein, Herrin ihres Gebieters, spondenz" nichts, oder er will davon nichts wissen. Er hat auch davon nichts gehört, daß der Puttkamer'sche Streikerlaß durch die Entwickelung der Verhältnisse zerrissen worden ist. Es hat also der letztere weder die Streiks, noch das Sozia- listengesetz den internationalen Arbeiterkongreß in Paris ver- hindern können. Ebenso wenig aber hat auch der Verfasser begriffen, daß all' die„sozialen Reformen", an welche seit zehn Jahren die Reichstagsmajorität sich zu Gunsten der Arbeiter, der Handwerker und Kleinbauern abquält, um keines Haaresbreite weder die wachsende Unzufriedenheit dieser Klassen mit dem bestehenden WirthschaftSsystem ge- hindert, noch um eines Haaresbreite die Entwickelung der Kapitalherrschaft gehemmt haben. Wohl aber ist, zum Theil gefördert durch die konservativerseits lebhaft unterstützte Steuer- und Schutzzollgesetzgebung, die Macht des Groß- kapitals gewaltig gewachsen und rn nothwendiger Konsequenz hiervon die Nothlage und die Unzufriedenheit der Arbeiter- klaffe und der andern von der großkapitalistischen Wirthschaft benachtheiligten Gesellschaftsschichten. Diesem Umstände allein sind auch die Erscheinungen zuzuschreiben, welche die„Konservative Korrespondenz" der Sozialdemokratie aufs Konto schreibt. Nicht die Sozialdemokratie hat diese Verhältnisse erzeugt, sondern umgekehrt durch diese Verhältnisse ist die Sozial- demokratie erzeugt worden und sie wird allen Ausnahme- gesehen zum Trotz in demselben Maße wachsen, wie die „Auswüchse unseres Erwerbslebens" zunehmen. Gegen diese„Auswüchse" haben die Konservativen seit einer langen Reihe von Jahren mit aller Macht deklamirt und gedonnert, aber obgleich ihre eigenen Parteigenossen in der Regierung sitzen, erreicht und gebessert haben sie nichts. Ebenso haben die Konservativen seit langen Jahren mit ihren Versprechungen die Bauern und Handwerker gehänselt und genarrt, ohne auch nur einen unter diesen zufrieden ge- macht zu haben. Dagegen wird man in diesen Kreisen immer unzufriedener und wird, wenn nicht bald die ver- sprochene Besserung kommt, in hellen Haufen ins sozial- demokratische Lager desertiren. Was unsere Bauern und Handwerker und zum guten Theil auch unsere Beamten von den Konservativen fordern, ist„eine zeitgemäße Neuordnung der Erwerbsverhältnisse", denn das weiß der Einfältigste unter ihnen, daß es mit den kleinen Flickereien am bestehenden System nicht mehr gethan ist. Wird aber eine solche„Neuordnung" als mit „einer konservativen Auffassung der sozialen Auf- gaben unvereinbar erklärt", wie das die„Konserv. Korresp." ganz im Einverständniß mit uns thut, dann bleibt nur zweierlei übrig, entweder, die konservativen Sozialreformer sagen sich von der konservativen Aristokratie und den Bourgeois los und bilden eine eigene Partei, die auf eigene Hand operirt, wobei freilich nicht viel herauskommen wird, oder die den Konservativen anhängenden Bauern und Hand- werker gehen ins sozialdemokratische Lager über. Die konservative Demagogie, welche die Politik des „Wasch mir den Pelz und mach ihn nicht naß" befolgt, weil sie selbst im kapitalistischen Lager steht und kapitalistisch exploitirt, hält beiden von ihnen geführten Klassen auf die Dauer nicht vor. Dort mag man sich noch eine Weile von der Phrase leiten und durch sie beherrschen lassen, aber der kapitalistische Aufsaugungsprozeß der Kleinen durch die Großen bringt die Ersteren rasch zu Verstand und dann wird sich zeigen, daß die eifrigsten Verfechter der„sozialen Revolution" gerade aus dem konservativen Lager kommen. Gl« pmuManMo str Me Mmrei. ii. Wir haben zum Schluß unseres ersten Artikels unsere Leser um ein mildes Urtheil über den SklavcreienlhusiaSmuS des Herrn F. Keller gebeten, da derselbeja damit weiter nichts gethan, als— wenn auch sicher wider Willen— über eine der mtcrcffantesten Seiten der kapitalistischen Produktionsweise die Wahrheit gesagt hat. Sieht man nämlich von allem Beiwerk ab, welches Herr K. in seinem Artikel mit zum Besten giebt, so bleibt als Kern und eigentlicher Grund, warum die Aufhebung der Negersklaverei „unzeitgemäß" und ein ruinöser Geniestreich der Regierung fem soll, nur die Thatsache übrig, daß mit dem EmanzipationS- akte die Neger aufhörten, nicht blas Sklaven, sondern auch Arbeiter, das heißt Lohnarbeiter, zu sein. — sie liebte nur. Sie bereitete sich nicht vor zu einer Vertheidigung vor der Welt und den Richtern: sie dachte an keine Entschuldigung mit demüthig gcsenktemHgupte; sie rief nicht den Schutz des Mannes an— sie liebte nur. So war Noemi. Anne Noemi! Was wirst Du alles dafür noch leiden müssen! .... Michael hatte eS zum ersten Male in seinem Leben aussprechen gehört, daß Jemand ihn liebt. Ihn aus wahrhafter Neigung liebt; ihn liebt als einen annen, in eines Anderen Diensten stehenden Schiffsschreiber, ohne selbstsüchtiges Interesse, nur um seiner selbst willen. Eine wunderthätige Wänne durchströmte seine Nerven. Jene Wärme, welche die Todten aus dem ewigen Schlaf er- weckt zur Auferstehung. Er hob schüchtern und bebend seine Hände zu den Schultern des Mädchens empor, drückte es an sich und fragte es mit leiser, flüsternder Stimme:„Und das ist wirklich wahr?" Das Mädchen bewegte das auf seiner Brust ruhende Haupt und nickre ihm zu:„Ja, eS ist wahr!" Michael blickte auf Therese. Therese trat zu Beiden ?iin und legte ihre Hand auf Nosmi's Haupt, als wollte sie agen:„Nun, so liebe ihn!" Es war eine lange, stumme feierliche Szene, in der jedes die Herzschläge des Andern hörte. Therese brach zuerst das Schweigen.„O wenn Sie wüßten," sagte sie zu Timar,„wie viele Thränen das Mädchen um Sie vergossen. Wenn Sie gesehen hätten, wie sie täg- lich hinausstieg auf den Felsen und stundenlang hinaus- schaute in die stille Landschaft, in der Sie ihren Blicken ent- schwanden. Wenn Sie es gehört hätten, wie sie im Traume Ihren Namen flüsterte." Noemi machte eine abwehrende Handbeweguna gegen die Mutter, gleichsam, um sie zu bitten, doch nicht mehr zu ver- rathen. Michael aber ertappte sich dabei, daß er sie immer fester an sich drückte. Siehe, da ist endlich ein Wesen auf dieser weiten Welt, das ihn zu lieben versteht. Das in dem „Goldmenschen" nur den Mann liebt, nicht sein Gold. Und auch ihm war zu Muth, als wäre er bisher in der Ver- bannung herumgeirrt, so lange er draußen gewandelt in ber die dcs Herrn K. sollten bieXwJ"'* Sklaverei nur zu Vagabunden und nur auf Behauptung kann aber wo l d,, qrn�n.- �.��ubwurdigkeit Anspruch erheben, wie cto« .. ngenb eines Zunft- ober Kartellblattes über streikerde Arbeiter...■..(* Die Wahrheit ist, daß bei der ungeheuren kernte.» Ausdehnuna Brasiliens und der dünnen Bevölkcruna dociF, bte frcigelalTcrten Neger leicht Gelegenheit finden,■, schaftende Bauern oder Handwerker zu werden, als welche es dann nicht mehr nothwendig haben und natllilich cuchr- schaffen' früheren Herren Mehrwcrihe r Zu den unerläßlichen Vorbedingungen für die kapilaliil� Produktionsweise gekört ein Aibeitervroletariat, da? o&ne f< Ich von Arbeitsmitteln nur auf den Ertrag seiner Hände Ar- angewiesen ist. Die Expropriation der Volk.-inasse W»»XJ und Boden nennt Marx die Grundlage der kapitaust� ProduklionSweisc. ., Wo also noch herrenloses Land vorhanden, oder dM doch billig zu haben ist, da findet der Kapitalist keine welche geneigt find, für einen Hungerlohn zu schanzen-� � abnr das nicht der Fall ist. wo der Arbeiter, weil Besttzfr Arbe.tSm.ttel, durch seine Arbeit sich selbst bereichert Äaptlauften, da sieht ein echter Bourgeois nur„ganzllchen P- fall" und den Sieg der Barbarei. � Deshalb beklagt auch Herr Keller die Maftc? der Aushebung der Sklaverei so sehr! 3-,, durch dieselbe die Neger nur„freie" Arbeiter aewordcii. � ihre weißen Kollegen in den europäischen Jndustriclond-� sind, dann wäre die Sache nicht schlimm. Aber in cirinn� das„im Grunde genommen noch eine Einöde" ftelgclassenen Schwarzen also ungenirt herum oogabondirw � sich ein Stück Erde aussuchen können, auf dem sie du� � und ihre Angehörigen nothwendigen Lebensmittel � vermögen, da maß infolge einer solchen Maßregel ,alle§J3ertrauen" schwinden.___„ � �ßtcllt Wäre es möglich gewesen, sofort die Lohnsklaverei � setzen, dann hätte Herr K � |.. kommen sogar auch poch Taulende von Italienern" zu spät, um die überreiaie�»" der rechtlichen Sklaverei zu nichts auszusetzen. So ober kämmen so� einzuheimsen! Und wer weiß, wenn erst die Soyn', � Italien aus ihrem Vaterlande, dem„Garten EuroP® /y j, flohen sind, um jenseits dcs OzeanS die»r � übernehmen, welche zu leisten frühere Negersklaven st«, � in Brasilien landeskundig geworden sind,— wer tveik- � wir, od dann nicht auch die Italiener den jto schwarzen Vorgänger folgen und sich ebenfalls auf tw ,3 gabondircn und Landstreichen" verlegen? Platz Cs; ja auf lange hinaus in der„wüsten Einöde handen., Welch' schlimme Aussichten für die Herren Untern- — Brasilien!., � alt'1 Um wie viel hübscher ist es dagegen doch �C.l l, wo die kapitalistische Produktionsweise ih� � Europa lau giel nun vollständig vollzogen ist. Volikiftckte AUb-vfitf J; Nach einer Mitthrilnng des_ an den ersten zwei Sonntagen im September anarch« sammlungen in Paris stattfinden, in denen nach der vvt � Ankündigung recht interessante Gegenstände verhandelt � Wir sagen nach der vorläufigen Ankündigung und � der vorläufigen Tagesordnung. Der echte Anarchist vorher bestimmte Tagesordnung, weil dieses gegen die � � stischen Grundsätze, die keine vorher bestimmte Ordnu��d" kennen, verstieße. Die angekündigten Gegenstände sind>!-. WaS ist Anarchie?— Kann eine anarchistische Gesem� d; halten?— Was sind die besten Mittel zur Herbeifuhs' Revolution?— Wie soll die Expropriation ausgeführt w' — Welche Stellung werden Kunst und Wissenschf" 0 P anarchistischen Gesellschaft einnehmen?— Was hsbeii � archisten in der Zeit des Kampfes zu thun?— lutionäre Taktik in Städten und auf dem Lande, im Interesse der Propaganda.— Diebstahl zum in»'-,«J Nutzen(für den eigenen Unterhalt).— Diebstahl«u- p — liebet die Mittel zur Herstellung einer Verbindu" die Anarchisten der verschiedenen Länder. Man wird zugeben, daß die Tagesordnung dieser � Jungen in der That sehr interessant ist, und wir schon auf die Onginalbcrichte, welche unzweifelhaft Allg. Ztg." über die ihr im Interesse der deutschen Au» gesetzgebung so sympathischen Bestrebungen bringen, un". v Nutzanwendung sie für Deutschland daraus ziehen w" Welt, und als erblickte er jetzt eine neue Erde, cinkfl f) Himmel vor sich und darin ein neues Leben. Er/ herab auf die Stirne dcs Mädchens, um sie zu fühlte ihr Herz pochen an seiner Brust. Und ring� ivaren nichts als sprießende Blumen, duftend-'..� summende Bienen und singende Vögel, die alle verw Du sollst lieben! Die sprachlos in sich versunkene Wonne führte p in's Freie, sie hielten sich auch dort umarmt, und P*/«' einander in die Augen blickten, dachte jedes von „wie wunderbar, Derne Augen sind; genau von d eigene Seelenstimmung Siefen Zauber; wenn ein KN noch nie geliebt, und ein Mann, der noch nie gel>� den, einander begegnen, wie geschieht ihnen dann?„ � Der Tag ging' zur Neige, aber sie hatten des Sch> � Ä in ihrer Wonne noch kein Genüge. Der Abend si'"; hernieder, der Mond kam herauf. Noemi führte die Spitze des Wanderfelsens, von wo sie einst mit+1 ß im Auge dem Scheidenden nachgeblickt hatte. TP® � sich auf den Felsen zwischen die duftenden Lavendels� Je Noemi setzte sich an seine Seite und lehnte$ KM gelocktes Haupt auf den Arm des Mannes, dps jj# Antlitz gen Himmel gerichtet. Therese stand und blickte lächelnd auf sie herniever. Der silberm..„,i schien strahlend vom golddunklen Grunde des Nachtsl gj» Und das verlockende, himmlische Gespenst sprach also t auch die gefunden. Nimm, genieße bis an des. Ji Grund, was die Himmlischen'Dir'bescheeren!—® � ein neuer Mensch werden!— Zum Halbgott f Mann, den das Weib liebt!— Du bist glücklich- bist geliebt." .... Nur die innere Stimme flüsterte:„Du Dieb!" (Fortsetzung folgt.) % .55� jJfTO DO "«IttliAl.tt. . H'be Hl fcHic (Ktt t ©S S >ie 3?e,;fr k'i 'tn unb 2tnt- ann abttwoll ben, wie da» über ßreileatv n lenüoddn rutiff bodfelHI i,(elbft mii' als adiefi 'Iii cuJj ci-fi lef/tamli! f ie tapitolißMe bas ohne üc rüänbtürki IJe von<3ntn> fapitdiftifibtf ober bofftlk leine Stbrtrr, fdjapjen. K eil SeHterk icberl ftalt iw Bcrickterstatier aus dem ausländ isck>en lchwaen �olkenmarkteS kann es ihr bei ihren Be- JW mcht fehlen. -■''n ZlT?°ber in der Redaktion der„Rordd. Allg. Ztg." "m ß°'le�en cn Verhandlungen der Anarchisten aus irgend kiq, f0 rni'er. nofi nicht die nöthige Beachtung geschenkt idlii' lei ste hiermit ausdrücklich darauf aufmerksam ge- l,- r «ä Jas tn iekt GedanKr« sich aus gewissen ibnw*>" das Licht wagen, zeigt ein Aufsatz wider s mit k» den ein Herr von Unger, ein Mann, der .... r.. �em Kavallerieläbel vertauscht hat, in dem neuesten '�Äseldn�. �5?" veröffentlicht. Es ist da von den vi dxss. L" der Freiheil" die Rede, die das Jahr 1348 jir, s ,�er, die„liberale Aera" in die Welt gesetzt �Kibnt Wechselbälge werden namhaft gemacht die H Arri'1 �dem gestattet, Unwahrheiten, soviel er will, �ttein.?dnngen und Beleidigungen hinauSzuschleudcrn", ii»!i.�'�sdm�„die in weite Kreise Unzufriedenheit trägt mit ,!Üf,un£ Don dessen Sittenlehre loszusagen, und die ' ientn H°udcn den Juden überliefert und die �i,.allgemeine Wahlrecht,„das gcfetz- «Elsigs.-, die Hand der bildungg. und Mcnoe leat und mit dem auf die Sp S'felbi Wer allgemeine Wahlrecht,„das in die Hand der bildungS- Menge legt und mit dem auf anemand, weder diesseits noch jenseits des '�chlellr?„gieren vermag." Herr v. Unger will diese �>d»„k„ aicht etwa veredeln und zähmen, sondern kurzer �drw.�adlich aus der Welt schaffen.„Von allen diesen Ä„ /ffn und Errungenschaften", lautet sein Spruch, >ih? an11 �'eder herunter. Ist das möglich? Weshalb �»nk �alhwendige ist möglich. Sind wir doch mit �'den. m'v weniger herrlichen Sachen, fertig ge- wihmil"-den im Dezember 1848 feierlich eingeläuteten picurrV 5 deutschen Volkes, dem Reichsregenten Franz der Büracrwehr und dem deutschen Bundestage. «uf.Mke, der Mann, den Gott dazu bestimmt hat, der fg,»„�ldra diese Köpfe abzuschlagen, wandelt bereits unter Ifo,. Such die Gelegenheit wird Gott zur rechten Zeit .>em„kommenden Manne" dem diese Herkulesarbcit ist, unseVe"Huld'igüng,'"er"wird"den„HeroS des Jahr- � 2tä" als einen Pygmäen erscheinen lassen. htä„ Ho»ialiste«sesrtz. Jnbezug auf dre Vorberntung � neuen(?) Sozialistengesetzes wrrd der„Nationalzeltung ' dah hierüber ein Meinungsaustausch zwischen der (.Alchen Regierung mit den verbündeten Regierungen statt- Ctil0. � dieselben über die preubsschcn Absichten völlig Sitz» �e'n werden, wenn die Angelegenheit an den Bun- r'%RT' loeruen, wenn vie �inueieucntjui uu ucu kjuh» I mm''— Bekanntlich fällt bei den verbündeten Re- 'Wwü.. verschwindenden Ausnahmen abgesehen das S uein über die preußischen Absichten" mit der„Villi- � � preußischen Absichten" zusammen. � N.r?. Fvirdenoverhaiidlungen zwischen Wißmann 'S«»» uietß der„Voss. Ztg." zufolge das Brüsseler 1? g�ogrophique", das Journal der Kongoregierung, Solt..- Das Blatt meldet, daß der in den Diensten des V*, L?Qtcä stehende Sohn des bekannten Tippo Tipp, Se- amed, sich in Sansibar befindet, dort dem deutschen 'Ie steht und des Friedens aj.„„vww; wi»)vmv.. v.. BCjichUttßCN x lop°crn und Arabern sowohl am Obcrkongo als r'iilim �fcrn des Tauganikasees vortreffliche sein.— Eine der Nachricht bleibt noch abzuwarten. In den h Nachrichten über die zukünftigen Absichten Wißmanns .Friedensverhandlungen nicht die Rede. Es hieß im S ta n er die Eingeborenen sogar in das Innere ver- i Iii.0' wenn es ginge. Kozialdrmokraten mit Einquartirung l>e- .Siald? e«? Nach der„WurzenerZeitung" hat ein dortiger i StiflSkrat gegen die Einquartirung rcklamirt mit der AuS- ihr Mß djx Militärbehörde den Soldaten streng den Ver- 'S zifde« Sozialdemokraten verboten habe und daß sie in- feJw unmöglich damit einverstanden sein könne, wenn z»"»t einen ganzen Tag lang diesen„gefährlichen Um- Außerdem lägen in seinem Zimmer eine ganze �----' Militär- zu ver- Mrz.�ar nicht verbotener, aber nach Meinung der 3 doch höchst gefährlicher Schriften herum, die Dieser■ Dir si„ NLi'Ä höchst gefährlicher.HW.. r tQf' ff keine Veranlassung habe. Der Gemeindcvörstand ! iich£ keinen Bescheid ertheilt.— Noch interessanter Age« x'e Hage in Offenburg zugespitzt. Nach Mitthei- Su m �„Franks. Ztg." sind dort zwei Wirlhschaflen, ein Hotel « �«t»z und eine Bierbrauerei, deren Besuch den Soldaten tlL'&ti- tt. ist, auf Ansuchen der Besitzer nachträglich auch $»ij.?inquartirung befreit worden, lliun hauen Ate m. demselben Hotelbesitzer andere mit Einquartirung z lej ff"eatpcrsoncn eine Vereinbarung wegen Ausquarlirung "'kl. dven einquartirten Mannschaften in dem bezüglichen �wssen. Die Privatpersonen weigerten sich, dem Er- xtunU und Leben. über deren Auelaufen und wir beri'''''--------Mytjx« A �>ebl,�herigl I. Räch iS x�°iligt, I S« qv.dieselben , einengt Er ne'S zu lüsss» K ring� lii'ill''--»»-»-»» �„�-„«.-„-�-»1«wv.......—- ende* L p"«( wir berichtet haben, ist, wie ein ausführlicher Bericht in-rlii»� Air ki 6- August in Bermudas(St. Georg) eingetroffen. j Mri»z bisherigen Untersuchungen wird von ber Expedition ,. r.e ilK 3, Nachdem wir Kiel verlassen hatten, waren alle l.S x�üstigl, an Bord die definitiven Einrichtungen zu und p ZZZ�dseselben konnten vorher nicht beschaff� werden, t Heils D0N 0K l'bü an Zeit, theils, weil erst die Praxis die beste »n Wte t c""ch'ungeu S« geben vermochte. Schon in der ''><>>»«..»afen wir auf starken Nordwind und hohen Seegang, tanzten in den Kajüten hm und her und so wenig w herrschte, sich in den frischgemalten Kajüten auf- ißten zunächst hier die gegen jede Unbill sichernden Be- , bewirkt werden, wodurch denn sofort die erforder- J t'3®(lii«run0 Ligen die später noch weit stärkere Bewegung n�4,rt\(Wk Ii,? die fle5 gewonnen wurde. Auf dem Ozean angelangt, I.» r ÄdnJ�wrtchtung in der Hauptsache vollendet. Die Unier- ld se"') i,» Alij,.<>b.igannen bei ziemlich gutem Wetter und ergaben Micha'aange, auch glückte es, einige Thiere vom Grunde mit itahx' Von da an begann die See sehr unruhig zu wer- gjnitil L; j.'tti f0°as Schlingern wurde periodisch durch sich kreuzende ikelft#?» Jy daß nur den eigentlichen Aufgaben der Expe- . ibr hex quantitativen Bestimmung des bis etwa ' J ficfch, PÜoj tief treibenden Materials an kleinen lebenden Wesen ,...r ih, ii�bias, ffben konnte. Diese Bestimmungen können erst nach -...»-r n... ii- vollendet—»—"»»> . s.—..— 0— HB Äot,. Expedition vollendet werden, und können il(t!ntanh»5..ffach nicht sofort Resultate ergeben. Bis chch Aich ll WfAt V r war das Welter nicht gerade schlecht, aber lso: ift' iu9« geltM,. boher Seegang vor und nur auf kurze Zeit am undeis W LSchen lien die Verhältnisse günstig genug, um Fänge hattest S in sm dann freilich für� die übrige Zeit des TagcS t hast-4!l,.�iv?s.uiRcnge ergaben. Im Dst, rvssb p ...» ij» aY»vre �öTiTi|rcu»Mr/ i**v---- o--— w. 'ip pfftfti 0' ergaben. Im Else bei Grönland setzte ein Sl best,'"Ott ein, so daß wir nicht wagen konnten, weit in w Eisschollen vorzudrinaen. sondem südwärts nach CS r0"*....... |,1V'-der 3). llC!howw*-lJV lv uuO Wl4-«vwyv..' V. Eisschollen vorzudringen, sondem südwärts nach di'�era �and steuerten. ÜnterwegS trafen wir auf emen mehrfach umfahren, photographirt und gemalt hier durch dichte Wolken von zu- L �« r�eich�, Rleer war hier durch dichte Wolken von zu- , �k,�e>!tr- ��-�eebschen braunrolh gefärbt, so daß mansich Lil g bber,-,,�'�ltel von dessen Reichthum an thierischem ps he<- äL cnnte- Nebel und bewegte See verzögerten erheblich, so daß die Zeit, um behufs luchungen stille zu liegen, sehr beschnitten wurde. suchen des Bürgermeisters Folge zu geben und die Soldaten anderwärts cinzuquartiren. Die Soldaten rückten ein, wurden in dem Hotel einquartirt und in liebenswürdigster und bester Weise verpflegt. Nun erhielten aber die Personen, welche die Soldaten im Hotel einquartirt hatten, eine Zuschrift des Bür- germeisteramtes, wie folgt:„Die Militärbehörde hat der von Ihnen in das Hotel... zur Beherbergung und Beköstigung überwiesenen Mannschaft das Betreten dieses Gasthauses ver- boten und uns behufs anderweiter Unlerbrinaunz zugeschickt. Demgemäß waren wir gezwungen, für diese Mannschaft ander- weites Ouartier zu beschaffen; dieselben sind nunmehr vorbe- haltlich des Ersatzes der daraus entstehenden Kosten durch Sie in dem Gasthaus... gegen eine tägliche Vergütung von 3 M. pro Mann vorläufig auf Gemeindekosten untergebracht. I.V.: M. Armbruster." Der etwa hieraus entstehende Prozeß durfte sehr interessant werden. Aus Sachjen wird uns geschrieben: Sie sehen, ich hatte Recht— die Hätz gegen die Arbeiter- Wahloereine war kein bloßes Privatvergnügen: der sozialdemokratische Wahlverein m Dresden ist aufgelöst worden; und über den anderen Arbeiter- Wahlvereinen hängt das Damoklesschwert. Die Kartellbrüdec dagegen können thun, was sie wollen— alles ist ihnen erlaubt. Wenn sie besondere Wahlvereine haben, so ist das etwas ganz überflüssiges: die Innungen, die Schützengilden und die Krieger- vereine besorgen die Wahlagitation mit solcher Gründlichkeit, daß die Wahlvereine eigentlich nur fünfte Räder am Wagen sind. Und zwar thun sie das ganz öffentlich und gewissermaßen sogar offiziell, obgleich ihnen die Beschäftigung mit Politik durch das Gesetz ausdrücklich verboten ist. Ich sagte: gewissermaßen offiziell; ick hätte das„gewissermaßen" weglassen können. Denn königliche Beamten dulden diese gesetzwidrige Agitation nicht nur, sondern betheiligen sich auch selber daran. Sie erinnern sich der famosen Wahlkonferenz in Niesdorf, welche von den Frohburgcr(nicht Burgstädter) Jnnungsbriidern einberufen wurde,— das betreffende Zirkular ist gezeichnet: Frohburg, den �13. August 1889. Der Kommandant der Schützengilde und Ober- meister der Schneiderinnung daselbst Moritz Weichert—. Wohlan auf dieser Konferenz war ein königlicher Staats- anmalt zugegen— nicht um einen Pozcß einzuleiten, sondern um ein Referat abzuhalten und sich also in hervorragendster Weise an der, den Schützengilden und Innungen gesetzlich ver- botenen politischen Thätigkcit zu betheiligen. Ich bin auch in der Lage den Namen des fraglichen Staatsanwalts nennen zu können: es ist der königliche Amtsanwalt Dr. Böhmert in Burgstädt, ein Sohn des Dresdener Statistikers Viktor Böhmert. Ob sich in Sachsen wohl ein Staatsanwalt finden wird, der dem Burgstädter Kollegen einen Prozeß macht? Unverletzlich sind Staatsanwälte ja nicht in Sachsen. Als neulich einer in Leipzig sich weigerte eine ungesetzliche Handlung zu begehen, da wurde er gezwungen, sein Amt auszugeben, weil jene ungesetzlicheHandlung einem, in einigen zurückgebliebenen Bevölkerungskrcisen noch herrschenden barbarischen Vorurtheile entspricht. Sollte man nicht ebenso streng gegen einen Staats- anmalt sein können, der an einer ungesetzlichen Handlung An- theil genommen hat? Was soll das Volk denken, wenn es sieht, daß die Befolgung des Gesetzes an Staatsanwälten be- straft wird, die Verletzung der Gesetze aber nicht? Vielleicht sogar belohnt. Der sächsische Herr Justizminister wird in der nächsten Landtagssession wohl Gelegenheit erhalten, sich über diese zwei merkwürdigen Fälle auszusprechen,— die unsere neueste Rechtspflege und die modische Zivilisation so seltsam illustriren. Trotz der Auflösung sozialdemokratischer Wahlvereine und trotz der kartellbrüderlichen Agitation königlicher Beamten, ist es unfern Kartellbrüdern aber nichts weniger als wohl zu Muth. Und sie haben Recht. Das Volk hat Gedächtniß. Der Lehrermangel hat in Preußen zur Zeit eine be- denkliche Höhe erreicht. Die kürzlich erschienene Statistik theilt darüber Zahlen mit, die einen tiefen Schalten auf das preußische Volksschulwesen werfen. Ganz abgesehen davon, daß am 20. Mai 1886 noch in 19 210 Klassen 71—90(in mehrklassigen Schulen) bezw. 31—100(in einklassigen Schulen) Kinder saßen, und 5735 Klassen 91—120 bezw. 101-150 und 590 Klassen gar über 120 bezw. über 150 Kinder zählten, fehlten zur selben Zeit nicht weniger als 10 347 Lehrer. Den 75 097 Klassen standen nur 64 750 Lehrkräfte gegenüber. In 5409 zwei- klassigen Schulen versorgten 5409 Lehrkräfte 10818 Klassen und in 2682 dreiklassigcn Schulen 5364 Lehrer 8046 Klassen. Und doch werden alle diese Klassen zu den normal besetzten gerechnet. Die vom Kultusminister Dr. Falk als Nothbehels geschaffenen zweiklassigen Schulen mit einem und drciklassigen Schulen mit zwei Lehrern sind von 1882 bis 1886 von 2939 auf 5409 bezw. von 1347 auf 2682 gestiegen, also die ersteren fast verdoppelt, die letzteren um die Hälfte vermehrt warben. 72 dreiklassige Schulen halten nur je einen Lehrer. Ein ebenso fühlbarer Mangel an Lehrkräften herrschte 1886 in den vier- und mehrklassigen Schulen. Im durchschnitt ist in diesen Schulen in Westfalen jede zwölfte, in Brandenburg jede zehnte, in Schlesien und Posen jede sechste Lehrerstelle unbc- Es wurden jedoch an einigen Abenden Untersuchungen mit den unterseeischen elektrischen Lampen angestellt. Die bezüg- lichen Einrichtungen bewährten sich vortrefflich, aber die An- ziehungskrast, welche das Licht auf die Thiere, namentlich die Fische, ausüben sollte, erwies sich nicht als groß. Zwar er- schienen bald bei der Lampe einige kleinere Fische, von denen auch einige gefangen wurden, aber größere Fische und irgend bedeutendere Mengen von Fischen ließen sich weder auf hoher See, noch auch hier, in dem„fischreichen Bermudas", herbei- locken. Der südliche Theil des Golfstroms wurde bei recht schönem Wetter durchkreuzt, wobei viele Beobachtungen über die eigenthümlichen Gegensätze in dem Verhalten des Wassers auf den NemFoundlandbänken und dem Golfstrom, sowie über bie Massen treibenden Seegrases und dessen Bewohner an- gestellt wurden. Rasch genug wurde alsdann Bermudas er- reicht und damit der erste Theil der Expedition vollendet. Die Theilnehmer der Expedition erfreuen sich alle guten Wohl- seins, auch sind keine nenncnswerthen Unfälle an Bord vor« gekommen. Zur Geschichte de« öffentlichen Fnhrwerks wesens. Einem eben erschienenen Werke von Georges Bastard über das Pariser Fuhrwerkwesen entnehmen wir folgende Angaben. Der erste, der in Paris dem Publikum Kutschen(cockcs pudligues) zur Verfügung stellte, war 1637 ein Herr Sauvage; man konnte seine Kutschen per Stunde oder per Tag miethen. Einige Jahre später folgte ihm ein zweiter Unternehmer, 1657 ein dritter, Charles Villerme, der schließlich das königliche Privi- legium erhielt,„an Straßenecken, öffentlichen und sonst passen- den Plätzen der Stadt und der Vorstädte von Paris irgend eine Anzahl von Karossen, Kaleschen und Wagen, mit zwei Pferden bespannt, aufzustellen, von 7 Uhr früh bis 7 Uhr Abends, um sie an diejenigen, welche davon Gebrauch machen wollen, entweder per Stunde, halbe Stunde, Tag oder sonstwie zu vcrmiethen." Blaise Pascal, der unsterbliche Verfasser der„la-ni-es provinciales," gab die Anregung zur Schaffung eines regelmäßigen Wagen- dienstcs zwischen der Bastille und dem Luxembourg. Man ließ zuerst sieben Karossen fahren, jede mit acht Plätzen; ihr Verkehr war durch königliche Ordonnanz geregelt. Das ist der Ursprung der Omnibusse. Im Jahre 1666 stellten die Brüder Francini Wagen auf, welche die erste Stunde 20, jede weitere Stunde 15 SouS kosteten. Das erste Reglement dieser Fuhr« werke stammt von 1669; es untersagt u. A. den Kutschern, ihre Pferde auf offener Straße zu füttern und ihre Wagen so auf« zustellen, daß der Verkehr gehindert würde. Unter dem setzt. Noch größer erscheinen diele Zahlen, wenn man die vier und mehrklassigen Landschulen besonders nimmt. Diese, 1518 an der Zahl, halten im Jahre 1886 zusammen 7907 Klassen, aber nur 6504 Lehrkräfte. Es fehlte also durchschnittlich in jeder Schule ein Lehrer, oder von fünf Stellen waren immer nur vier besetzt. Dadurch entsteht auf die Dauer eine Ueber- lastung der Lehrkräfte und eine Schmälerung des Unterrichts, die gleich unerträglich sind, um so mehr, als der Mangel sich durchaus nicht gleich vertheilt. In den vier- und mehrklassigen Landschulen Pommerns und Westpreußens waren nur i, in denjenigen Posens weniger als', und in denjenigen Schlesiens. wo von 2026 solchen Stellen nur 1402 besetzt waren, wenig mehr als'/, der Stellen besetzt. Diese Zustände haben sich s-it 1886 wahrscheinlich erheblich verschlimmert, denn inzwischen ist. veranlaßt durch das Zustandekommen des neuen Pensionsgefehes, eine unverhältnißmäßig große Zahl von Lehrerinvaliden in den Ruhestand getreten, während die Zahl von SchulamtSkandidaten zunickgegangen ist. An Stelle der 9400 Seminaristen, die sich 1879 auf den Lehrerberuf vorbereiteten. waren im Oktober v. I. nur 8507 vorhanden, und die Vorjahre weisen noch niedrigere Zahlen auf. 1879 kam aus 2737 Einwohner 1 Se» minarist, 1888 nur erst auf 3329. Ein baldiger Ersatz der fehlenden Lehrkräfte und eine ordnungsmäßige unterrichtliche Versorgung der Volksschulen ist also in absehbarer Zeit nicht zu erwarten, auch wenn die Regierung den ernstlichen Willen dazu zeigte. Der Zudrang zum Lehrerberufe hat in dem Masio abgenommen, wie die Lehrcrgebälter zurückgegangen find. Tie Zahl der städtischen Lehrerstellen ist von 1878 bis 1886 um 4120 gestiegen, die dafür gemachten Gehaltsaufwendungen mit Einschluß der versönlichen und DienstalterSzulagen aber nur um 2 800 000 M., so daß auf jede der neu gegründeten städti- schen Lehrerstellen ein Gehalt von 679 M. entfällt, sicher kein Einkommen, das zum Eintritt in den Lehrerberuf anlockt. Seit 1886 ist durch Zurückziehung der AlterLzulagen in den Städten ein weiterer Rückgang in der Lehrerbesoldung einge» treten, wodurch auch der Lehrermangel vergrößert ist. Eine Aenderung in diesen für den ganzen Staat gefährlichen Zu- ständen kann nur durch Ausbesserung der Lehrergebälter berbei- geführt werden. Daß aber in nächster Zeit etwas für die Schule geschehen wird, ist durchaus nicht anzunehmen. Neue Nnterschleife? In Mainz erregt, wie das„Kl. Journ." meldet, die Verhaftung eines Wagnermeisters, der seither fast ausschließlich für das dortige Artilleriebepot de- schäftigt war, großes Aufsehen: sämmtliche Bücher, Briefe Je.. die der Verhastete in Besitz hatte, wurden konfiszirt. Wie ver- lautet, hängt diese Verhaftung mit Unterschlcisen zusammen, die an der Militärverwaltung verübt worden sein sollen. Zweihundert Jahre Gefiingniß und Zuchthaus. Aus Anlaß des Ausftandes im Waldcnburger Bergrevicr und der dabei vorgekommenen Vergehen sind, wie offiziös ber'chiet wird, allmälig 165„Exzedenten" polizeilich eingezogen und da- von 142 von den Gerichten in Untersuchungshaft genommen. Die demnächst herbeigeführte Beschleunigung der Aburtheilnng durch die bereits im Monat Juli dafür einberufenen Schwur- gerichte ergab zahlreiche Verurthcilungen der„Rädelsführer" und„Tumultuanten" indem von den 81 Verurtheilten 62 mit 1 bis 3 Jahren Gefängniß, 9 mit 1 bis 3 Jahren Zuchthaus und 10 mit 4 bis 7 Jahren Zuchthaus gerichtlich bestrast war- den sind.— Die bürgerlichen Geschworenen haben da ja gute Arbeit geliefert. „Unjere Partei." Einen seltsamen Milderungsgrund brachte dieser Tage gelegentlich der Vertheidigung eines Klienten der Rechtsanwalt Prieß bei der Lübecker Strafkammer vor. Der Apotheker G. war seitens der Staatsanwallschaft wegen Beleidigung des Physikers Dr. med. Türk angeklagt, der Ver- theidiger bat um mildernde Umstände, weil, wie die„Voss. Ztg." berichtet, sein Klient gelegentlich der ReichstagSwahl stets „für unsere Partei" ganz entschieden eingetreten sei!—„Unsere Partei" ist natürlich die nationalliberale. Im Neichstagswahlkreise Murzen-Gschatz findet die Reichstagerlatzwahl am 8. Oktober statt. Nürnberg, 23. August. Die Landesversammlung der bayerischen Sozialdemokraten ist, wie die„Voss. Ztg." meldet, jetzt beschlossene Sache und soll am 8. September hier abge- halten werden. Referenten sind Grillcnberger und v. Vollmar. Es soll ferner zur Aufstellung von Neichstagskandidaten und zur Stellungnahme zu den bayerischen LandtagSwahlen ge- schritten werden. Großbritaitnien. Der AuS st and der englischen Dockarbeiter ist in der Ausbreitung und Kräftigung begriffen. Beweis dafür lieferte eine am Sonntag Nachmittag im Hydepark zu- fammengetretene große Versammlung der streikenden Dock- arbeiter. Etwa 80 000 Personen waren anwesend. Verschiedene Redner unterstützten das Verhallen der Streikenden. Dann wurde beschlossen, an den Forderungen festzuhalten, bis sie be- willigt seien. Die Versammlung verlief ohne jede Ruhestörung. Wie serner das„Verl. Tagebl." hört, haben sich dem Streik der Dockarbeiter nun auch die Kutscher der größten Stadt» spediteure und die Arbeiter von Spratts Biskuit- rrnd Spnrks Konservenfabrik angeschlossen; im Ganzen feiern jetzt 70 000 ersten Kaiserreich hob sich die Zahl der Wagen aller Art auf 12 000 und man legte den Miethwagen ein Standgeld auf. Im Jahre 1819 gab es ungefäbr 22 000 Wagen. Im Jahre 1352 zählte man: 352 Fuhrwerke für den Dienst der Bannmeile, 733 Kabriolets. 912 Fiaker und 2798 sonstige Miethwagen: mit den Prioatequipagcn zusammen schätzte man die Zahl der Fuhrwerke auf rund vor 0. Ein Kutscher verdiente damals 3,50 Fr. täglich; die ganze Ein- nähme lieferte er dem Unternehmer ab. Wollte er auf eigene Rechnung fahren und die Einnahme für sich behalten, so be» zahlte er dem Unternehmer für Wagen und Pferde durchschnitt- lich 12 bis 15 Frks. täglich. Die jetzigen Omnibusse tauchten in Paris am 30. Januar 1828 auf. Man nahm sie zuerst frbr kühl auf, aber bald wurden sie so beliebt, daß sich mehrere Gesellschaften bildeten, die zum Theil sonder- bare Namen führten, wie„TricycleS",„Favorites", „Hirondelles" u. s. w. Das Korrespondenzbillet ersckieir 1336, die Imperiale für 5 Centimes 1853. Zwei Jahre später verschmolzen sich alle Gesellschaften in eine einzige; dieselbe verfügte über 347 Wagen, welche jährlich 36 Millionen Per- sonen beförderten. Im Jahre 1869 hatte die Gesellschaft 694 Wagen mit 8279 Pferden und es wurden 116 Millionen Per- fönen befördert. Gegenwärtig laufen in Paris 330 Trmn- wagen, 650 Omnibusse(auf 34 Linien), 8713 MieihSwagcn verschiedener Gesellschaften und Nermiether, 200 nicht num- merirte MiethSwagen und 43 000 Privatequipagen. Nimmt man dazu noch die Geschäfts- und Möbelwagen, so kommt man auf die Zahl von 80 000 Wagen jeder Art, die unaufhörlich das Pflaster von Paris befahren. Da muß man sich immerhin noch wundern, daß verbältmß» mäßig so wenig Leute überfahren werden. Die Strafe, in welcher die mnstcn Fuhrwerke verkehren, ist die Rur Riool': man zählte dort an einem Tage 42 875; wer also an irgend einem Punkte dieser Straße sich ausstellt, der sieht auf T»n und Nacht gleichmäßig verlheilt alle 2 Sekunden ein Fuhrwe k an sich vorbeirolleu; am Tage ist dieses Verhältniß wohl mii» bestens zehnmal größer als bei Nacht. Dann kommt die Rae de Havre, der Boulevard des Italiens, der Bastilleplatz, d a Avenue de l'Opera u. s. w. Die ruhigste Straße ist die Roe de Chaillot; sie weist die geringste Zahl pafsirender Fuhrwe, ke auf: 352. Von den Brücken sieht der Pont Royal die meisten Wagen, nämlich 6192. Alle diese Ziffern stammen aus der Zeit vor der Ausstellung; während der letzteren find sie noch erheblich gewachsen. Ribcitrr, und die Docks sind aefullt mit unflklöschten o?>kr dcr La dun« harrenden Schiffen. An sechzig Personendampfer und ungezählte Segelschiffe sind am Auslaufen verhindert, und die Verkehrsstörung ist äußerst empfindlich. Die Versorgung Lon« don« mit Fleisch, Thee und Zucker leidet bereits unter dem Ausstande: die Arbeiter haben die Sympathien des Publikums und bewahren eine bewundernswerthe Haltung. Ihr Massen- marsch durch die Cily verlief abermals in größter Ordnung, und dabei wurde« einige hundert Pfund Sterl. in die Sammel- büchsen geworfen. Man glaubt, daß die Dockdirektion die Forde- rungenwerdebewilligen müssen, da die Lahmlegung der Schifffahrt und des Handels zu einfach unerträglichen Zuständen führt.— lieber die weitere Entwicklung dieses großartigen Ausstandes liegen folgende Telegramme des„W. T. 33." vor:»Die Ar» beuer der Kohlengefcllfchaft von KingS Croß, einer der größten Koblenhandlungen Londons, haben auf die Aufforderuug der streikenden Dockarbeiter, die stch zu dem Ende in geordnetem Zuge nach Kings Croß begeben hatten, die Arbeit ebenfalls niedergelegt. Ebenso find die Arbeiter der großen BiScuit- fabrik von Peel, Frcan u. Co. dem Streik beigetreten.— In Blackwall an der Themse haben fich 7000 Arbeiter des Eisenhüttenwerks»Thames ironworcs" den streikenden Dockarbeitern cwgeschlossen.— 2500 Verlader und andere Arbeiter auf den Werften der Jsle of Dogs in der Themse, sowie zahlreiche Arbeiter anderer Industrien schließen fich der ArbeitSemstellung au/' Wenn das„W. T. B." noch hinzufügt,»für alle Fälle feien die Truppen in den Kasernen konfignirl", so ist das für jeden, der englische Verhältnisse kennt, eine offenbare Lüge. Nach einer Meldung aus Clonakilty(Grafschaft Eork) wurden die parnellitischen Deputirten William O'Brien und Gilhooly wegen Aufreizung der Pächter Smith Barry'S zur Richtzahlung ihres Pachtgeldes zu zweimonatlichen refp. fechSwöchentlichem Gefängniß verurtheilt. Unterhaus. Der Staatssekretär der Kolonien, Baron Worms, lheilt mit, die Regierung habe beschlossen, der für Zwecke des Handels und der Kolonisation in den Gebieten nördlich vom britischen Beckuanaland und von Transvaal ge- dilscten Gesellschasl einen Schutzbrief zu gewähren. Die Be- llimmungen des Schutzbriefes seien noch nicht festgesetzt, die Be iehurgen der Gesellschaft zu den eingeborenen Stammen nad zu den benachbarten fremden Mächten würden unter der Aufsicht der englischen Regierung bleiben, auch würde dcr Gesellschaft nickt gestattet sein, ohne ausdrückliche Genehmigung dcr englischen Regierung neues Gebiet zu erwerben. Frankreich. Das von dem Organ der unabhängigen Radikalen ver- öffentlichte Programm»Weder Boulanger, noch Kerry" findet bei der Pariser Bevölkerung viel Beifall, denn es giebt zahlreiche Bürger, denen ein Mintsterium Kerry höchst unerwünscht erscheint, andererseits aber der Gedanke eines Re- pimes Boulanger nach den erfolgten Enthüllungen vor dem Senate gleichfalls wenig verlockend dünkt. La Boix, das neu- «gründete radikale Blatt, hat daher, wie gesagt, große Aus- ficht, einen zahlreichen Leserkreis zu gewinnen und bei den be- vorstehenden Deputirtenwahlen in Paris und in verschiedenen ouderen großen Städten, zum Beispiel in Marseille und Bordeaux, eine ausschlaggebende Rolle zwischen den beiden Hauptparteien, den regierungsfreundlichen Boulangisten und ztonservatieen zu spielen. Indem Millerano, einer dcr fähigsten Lieutenants von Clemenceau, sich von der Redaktion der Justice zurückzog, folgte er einem ihm von Goblet eingegebenen Plane, denn Mille- rand theilt ganz die Ansicht des genannten ExministerS. Gegen Ende der letzten Kammersesfion stellten fich diese beiden Politiker an die Spitze der kleinen Schaar(etwa 30 Mann doch) unabhängiger Radikaler, welche den Ausnahmegesetzen ihre Zustimmung versagten und Mannesmuth genug besaßen, nicht zu Gunsten der früher so hefitg bekämvften Opportunisten abzudanken und dreS mit Aufgeben aller der früher von den Republikanern geforderten Freiheiten und Prinzipien. Außer den unabhängigen oben genannten Radikalen, welche nicht die Wege ron Brisson, Clemenceau und Floquet wandeln wollen und das Programm von»weder Boulanger, noch Kerry" auf ihre Fahne geschrieben haben, hat sich eine andere Gruppe der sogenannten konservativen Republikaner abgezweigt, welche gleich- falls der radikal-opportunistrschen Parteileitung Heeresfolge ver- weigern. Diese»liberale Partei", wie die offizielle Bezeichnung lautet, umfaßt die Reste des einst mächtigen linken Zentrums, wel- cheS unter einem anderen Namen aus dcr Asche aussteigen möchte; diese Politiker verkünden als Programm»weder Boulanger, noch Clemenceau, Goblet, Floquet", sie erstreben ein Mmisterium mit Ribot Say, Waddington u. s. w., kaum, daß Kerry Gnade vor ihren Augen findet, kurz, diese Politiker möchten die Zu- stände zurückführen, wie diese beim Beginn dcr republikanischen Aera 1878 war. Boulangisten und Antiboulangisten geriethen kürzlich in einer von dem Pariser Gcmeinderathe Chauviöre ein- berufenen Versammlnng hart aneinander. ChauviSre kandidirt im 15. Pariser Arrondissement(Grcnelle) und hatte seinen Mitbewerber Laguerre zu einem Meinungsaustausche ein- geladen. Nur mit Wählerkarten Versehene wurden eingelassen, weil man gehofft hatte, dadurch eine gewisse Ruhe für die Verhandlungen zu erlangen; allein draußen tobte und wüthete eine aus verschiedenen Elementen, darunter nicht wenige boulangistische Schreier, zusammengesetzte Menge und der Lärm pflanzte sich fort bis in den Saal hinein. Als Chauviöre das Wort ergreifen wollte, suchte man ihn daran zu verhindern, aber seine Stentorstimme kam ihm zu statten und er redete mit solcher Beharrlichkeit weiter, daß die Boulangisten sich endlich zum Schweigen entschlossen. Auch Laguerre wurde angeschrien, als er nach Chauviöre die Lage nach seiner persönlichen Auffassung darzustellen suchte: nicht einem Einzelnen will er dienen, sondern einer Idee und er hegte die Ueberzeugung, daß nur Boulanger die Revision ans Ziel zu führen vermag.»A bas Ifs fusblcurs!" tönte es ihm hier entgegen, eine Erinnerung an die Thatfache, daß Boulanger mit den Versailler Truppen in Paris einzog und die Auf- ständischen erbarmungslos über den Haufen schießen ließ. VevfÄmnrlrmgim. Eine öffentliche Uersammlnng der Vofnmentirer wurde bei zahlreicher Beiheiligung am 26. d. M. unter Vorsitz des Herrn Löben bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, abgehalten. Der erste Punkt der Tagesordnung lautete:„Der Verlauf unserer Lohnbewegung", und nahm hierzu als erster Redner Herr Schubert das Wort. Derselbe beleuchtete zunächst»die organisationslose, die schreckliche Zeit", in welcher bezüglich des Arbeitsnachweises die Posameniiergehilfen all« in auf die »Volks-Zertung" angewiesen waren, schilderte die Segnungen bes nachdem ins Leben gerufenen Fachvereins, welcher dazu beitragen soll, Lohn- und Streikbewegungen nach Möglichkeit einzuschränken und bedauerte nur, daß nicht die Gesammthcit der Gehilfenschaft in demselben vereinigt sei. Die erste Lohn- bewegung in Berlin war die der Militäreffektenarbeiter. Diese hatte glänzende Resultate, welche jedoch im Laufe der Zeit durch die Achtlosigkeit der Gehilfen gräßtenthcils wieder ver- loren gegangen sind. Die weiteren Lohnbewegungen fanden im vorigen Jahre statt und zwar in der Möbel- und in dcr KonfektionSbranche. Die erste nahm ebenfalls einen günstigen Verlauf. Schwieriger gestaltete sich infolge der Eigen- art der KonfektionSbranche der Streik dieser und wurde diese Angelegenheit im zweiten Punkte der Tagesordnung näher er- örtert. Redner schloß seine Aussührungen mit dem Hinweise daraus, daß sich alle dem Fachverein anschließen mögen.— Dcr Bericht der Kommission über den Konfektionsstreik bildete den zweiten Punkt der Tagesordnung. Herr Hoffmann er- stattete zunächst die Abrechnung über den letztgenannten Streik. Nach diesem betrugen die Gesammteinnahmen(einschließlich eines Bestandes von 83M. S5Pf. aus dem Streik der Möbelbranche) 977 M. 65 Pf., die Gesammtausgabcn dagegen 93? M An die am 1. Juli d. I. gewählte AgitationSkommisno» p m, Ganzen 121 M. 40 Pf. abgeliefert worden. Die versM Abrechnung wurde anerkannt, der Kommission vu Decharge ertheilt. Hierauf ging die Versammlung f Erörterung des dritten Punktes der Tagesordnung über, n#- lautete:„Bericht der am I.Juli d. I. gewählten Fünfer-� Müsion. Diese hat, wie in dem Aufrufe in Nr. 1$-- -Berliner Volksblatt" bereits bekannt gegeben worden ©ammelkarten drucken lassen und wurde befürwortet, dod.� Uder. Kollege mit einer solchen Sammelkarte versehen«� Es sei nochmals daran erinnert, daß Karlen zu haben M* den Kommissionsmitgliedern und ,m Arbeitsnachweis, t;' Wasserstraße 12. Dem neu eingeführten Kartensystem ollgemmt vor den bisherigen Sammellisten dcr Vorzug Zn kräftigen Worten betonte der Vorsitzende, Herr Loden. � Wichtigkeit einer regen Betheiligung an den SammlunZ� Are Funfer-Kommission sei s. Z. gewählt worden, Durchführung der Verkürzung der ArbeiiSzcit vorzubew � D>e Kommission würde schon jetzt in der beoorste»� Saison mit der Verkürzung'der Arbeitszeit rochen, wenn die beiden letzten Streiks nicht gelehrt h-«' daß es einer ausreichenden Vorbereitung bedürfe, um°° Kampf m.t dem Kapitale auszunehmen. Die Arbeiter er« aber von einer Verkürzung der Arbeitezeit allein noch M. m erster fimie eine Verminderung der AibestSl« Die Arbeiter feien iedoch in dieser Hinsicht auf®Ä angerotefen, da eme gesetzliche Verkürzung der ArbeilSsk maßgebender Stelle nicht beliebt werde. Man brauche Beweise hierfür nur die Verhandlungen des Reichstag-SA zulefen(der uberwachende Polizeilicutenant sucht seinen aus der Versammlung ertönen verschiedene Warnung ............. das Schicksal sich zu vergegenwärtigen, welches..... schutzantrage der sozialgemokratischen Fraktion im Reichs.? 5/ „Aufgelöst!" schrie hier der vorgenannte Beamte,-M«''»5 —»Auf welchen Paragraph, Herr Lieutenant?'™„jj Vorsitzende.„Auf§ 9!"— Gegen diese Auflösung�. Grund des{5 9" wird Beschwerde beim Polizeiprasi« Koben werden. Die aufgelöste Versammlung ging in wu Welse auseinander. VviefKersten. � S3cl Anfragen bitten wir die Abonnements-Ouittung beizufügen. � Antwort wird nicht ertbeiit. M. W. 30. Mündliche Auskunft sind wir zu er'«' bereit, müssen aber voiher Ihren Miethskontrakl einte« � K« A. 100. 1. Das erfahren Sie in dcr stäbW bindungsanstalt. 2. Kinder sind, sofern sie ohne~c?.111i!t tigung ihres eigenen und ihrer Familie Unierbalt° Stande find, zur Unterstützung ihrer Eltern verpfli«'"'.?■ letztere von einem Armenverband unterhalten worden, in Krankheitsfällen, so kann dieser von den Kinder» verlonaen.. nw? M.«. g.§. 1. Wenn Sie die Wohnung Namen gemielhet haben, so kann dcr Wirth nicht auch die Ihres bei Ihnen als Aftermielher wohnenden Ma»»� Lpt behalten, außer wenn dieser den Abschluß des Mielhdwstc,� genehmigt hat. 2. Sie sind an den Kontrakt gebunden, aber den Wirth auf Aushändignng eines von ihm un« denen EreinplarS verklagen... f' |l. zl. 100. Die beiden genannten Buch er Sie selber schreiben, auf Buchhändlerwcg nicht zu den � Mehr können wir Ihnen auch nicht sagen. Beson�.� letzte Buch„die heilige Familie" von Karl Marx eine Kuriosität geworden. Antiquariate, in denen noch aufzutreiben wären, können wir Ihnen mit auch nicht angeben. Theater. Mittwoch, den 28. August. Malwer-Theater. Fifi. • Uöe«ler. Othello. Stanley in Afrika. Akolph Grust-Tsteater. Flotte Weiber. Dämon Schwieger- mutter. Lefftug-Tsteater. Der Fall ClSmenceau. £*t«»«ua- Wilstelmstavttschr» Theater. Girofl�-Girofla. Sstem»- Theater. Der Trompeter von Säkkinaen. Zrstral-KIieater. Leichtes Blut. ��M��Passaa« I Gr. 9 M.— 10 A. Kaiser- Panorama. In dieser Woche: mmai Neu I HL Cycl.: Pariser Welt- Ausstellung Erste Reise durch Holland. Im Ausstellungspark: 2. Cycl.: Partsrr Mettausstellung. Mu«»reife 20 Pf., Sind nur 10 Pf.»bann. 8 Reisen 1 M. Empfehle mein Geschäft in frischen Klumeu und Krönte«. 1647 IVIevsr», Nr. 2 Marianncnstraße Nr. 2. Jede Uhr zu repariren und reinigen kostet bei mir unter Garantie des GutgchenS nur 1 Wk. 30 Pfg. Kleine Reparaturen billiger. Lage? aller Arten neuer Uhren. Verkauf zu Fabrikpreisen. 1190j E. Rothert, Uhrmacher. 1. Geschäft: Andreaastr. OÄ. 2. Geschäft: Chansseestr. 78. Oeffent8iche Vlet Sammlung iUti sammtl. Feilenhauer mh Feilen schieifer am Tonuerstag, den 29. August,. Abends 8 Uhr, im„Wedding-Parl", Müllerstratze 1�' Echte« Uordhanser, Liter 80 Pf., im Restaurant von s1429 Kmil RStil, Frankfurter Allee 74. 1264 Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Einberuf«� Den fefcm dieser Zeitung E gebe« wir bei Einkauf 6 pEt. Rabatt. t K JÄl eleganteEinsegnunga- 1« Anzüge. I O A JÄt elegante Herren- | M»» Jaquet> Anzüge. ——" gediegene Winter- Stoffhosen. elegante Herbat» Paletots. sieg. Winter-Paletots mit Wollfutter. Knaben- Stoff- Anzüge. Knaben- Winter- 1" er»» Paletots. 36$6 eleaante Kammgarn. 10 elegante Joppen. A8 öl. elegant. Ball-Anzüge. Umtausch gestattet. Mach antzerhalb gegen Nachnahme. Geöe. Neustach, Jernfalemerstratze 41 ! 115«(Ecke Sranscnftraße). Ii eigen. | Fabrik. Södel, Spiegel ll. fouterf aaren Gr. Lager, blU. Preiset EmSI Heyn, Brunnens tr. 28, Hof pari. Thell«. nach Uebereinkan t.' Verein zur Mahrnng der Jntereffen her Klav� Arbeiter unb Kerufsgenoffen. WM" Arn Sennabend, den 7. September ILSS, Abends 8 Uhr, WIE««tz U» W TKEanASMW WSsv» ,z., In der„Philharmonie", Bernhurgerstrasse Hr. 22 üatal-«in imtnmtntiil-Oiictrt, Billets für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. sind bei den Kollegen Spieß, ManteuD � Nagel, Wicnerstr. 25; Paul, Adalbertstr. 64; Ricdiger, Dieffenbachstr. 59, sowie bei Vorstandsmitgliedern, im Arbeitsnachweis und in der Bibliothek zu haben. Der WiiM fit kn„W-Bezirk". 1!'! ganz gerade über der Liesenstraffe. ßcllnhMiiliig platz 1, Ecke Waldemarstr. Mmlilt H. Stramm, 123 Ritterstrasse 123, verbunden mit Fremdenlogis. Empfehle meinen allbekannten vorzüglichen �rühstüch-, Mtttag» und Kpendttsch. Sonstige Speisen und Ge- tränke in bekannter Güte. Zwei Zimmer, passend zu Zahlstelleu und Arbeitsnachweis, Verfügung. stehen zur (1440 Der Arbeitsnachweis der befindet fich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant»Im(vorm. Pfister. Die Adressen- ausgäbe findet jeden Abend von 8— Uhr und Sonntags Vormittags von 10— Iii Uhr, sowohl an Mitglieder wie an NichtMitglieder unent- geltlich statt. 201 Dt» Arbettsvrrmittelnngs-Kommlsston. Der Arbeitsnachmeis verlangt lopfergesellen nach auswärts. Ire»ndl. Schlafstelle b. Lindner, Franzstr. 14, v. Näheres von 8—9 Uhr AbdS. Dresdenerssr. IIS. ttx Vorstand de» Vereins zur Regelung de? «ewerbtichen verhällntffe der Töpfer. Fabrik u. grosses L�ger dauerhafter, moderner Schnhwaare«. Eigene Fabrikation. Solide Preise.— Streng reelle»u"\\y Keine Bazarwaare. Schnellste Reparatur-Werkstatt. (800 Empfehle allen Freunden und Genossen meine Glaserei lind � Einrahmiinga Bilder-Verkauf von Lassalle und Hasenctener als Präsi Allg. Deutsch. Arbeiter-Vereins, Kebel, Liebknecht, Lassalle und Mar» in ~----- Varl Scholz, Wrangelp. Visttes u. f. w. Bestellungen nach Auswärts brieflich. Soeben erschien: Die Keschichte der Krde- Von R. Kommeli. iisli 8, ä Heft 20 Pfennige. Zu beziehen durch die Expedition, Z i m m e r st r a ß e 44. Soeben erschien: Das Gesetz. Savakchtät«. un.I Äkt-rWerstcheeung der Mit Erläuterungen von August Bebel und Paul Singer. Kartonlrt Preis SO Pf.., Z« beziehe« durch die Gepeditton» Zimmerstraße 4� verantwortlicher Redakteur: N.«r-nhei» ut Berlin. Druck unb Verla« von Mo» AadiNG m Berlm Benlhftraße 2. Oisrn« ein« � et� V3?M. ommisnoll Die versp� S..I "«■rSl «bwe�, M '«»"S-ffbii vgrr ßöl'ett' SamwWj zrden, u« v-rzuT beoorßä � Si.K z'd-M-K TÄ-�Z Mt°s�Aj! t sc'"� 7� SA-K ' Reick'-',°fi' te, ÄJS 1" ft#' [uflüiul« p npräsiM ginwurd" ' TS K ion illlv irspaB Beilage zum Berliner Bolksblatt. »r. Syy. lK rUief\ "ttj' Lokt�leS. L�Mi» ordinär das Verhalten der Unternehmer bei®e» S I des letzten Bäckerltrnks war, geht aus folgendem Ar. »�.'7?°� den wir der»Verl. Borsenztg.", einem fanatischen "Waliftenblatt finden. Der Artikel lautet:� Ü,» � welchen Erbitterungen und Gehässigkeiten die ver- «»hndeweaungen gefuhrt, davon mögen ernrge Bei- , aus dem verflossenen Berliner Bäckerstreik Zeugniß ab- Dem Herbergsvater, von der Innung„Concordra Jm Jpun! Bergstrahe 12, gehen noch täglich eine Menge an u �inikekomitee der Berliner Bäckergesellen" adrefsutc Zu- lu, die in Zwischenräumen von einigen der gewesenen t�/.�Uglicdkr abgeholt werden. Unter den am Montag Ju""gegangenen Zuschnften befand sich noch«rne große � p* festum" eingelaufener Schmähsch.isten, die Nicht m.* i�esfentlichkeit als Lektüre anzuvertrauen find, weil man *>, i �aussetzen mag, daß angesehene JnnungS- d. �(diese Brüder sind gerade die schlimmsten. Red.) �»erfasser derselben sind. Immerhin dürfte die Mach er- , � tunger der.anständigsten" zur Information des Publi- �l�a/messen erscheinen. In freundschaftlichster Weise— üjK ttnutfdmft:.Dein Freund Faustmann" erthellt em h?�««isier dem ehemaligen Leiter des Backcrstrelks, �'..Pieiffer, folgenden fteundschaftlichen Rath:„Alte ZZ*K heute focht Du erfahren, v-S nun veiter rß ven Du heute vieder solche Gottlose Schnautze muner den giebt es was raus das merke Dir alter cd'!Ä«der Du fliegst aus Berlin nach Deinen schonen Gewalt», da kannst Du die Ochsen füttern, das sind za so �'"-Leme Lands leute." Das andere Schreiben soll, wie Anzahl der im Funk'slben Lokal anwesenden Bäcker �".behauptet wurde, die Handschrift eines der hervor �arn Jnnungsmeister zeigen. Es glosfisizirt das Znkular >«e ckkomitces an die Bäckermeister(mit den neuen er. Forderungen). Zu Nr. l..Die Fordemna eineS (toa�hnes von 15 M. für die Werkmeister, 12 M. für L. 5°"« und 9 M. für die weiteren jüngeren Gejellen, �.»« Randglosse sehr befriedigend:„Bekommen schon Die weiler e Forderung, daß die Arbeitszeit an den !»z �wgen nur 12, des Sonntags nur>0 Standen betragen schon mit dem Prädikat„Verruckiheit", die sich an- CS?« Forderung, bei einer Arbeitszeit von 10 Stunden �Zverkmeister 18, dem Kneter 15 und jedem weiteren Gesellen � Woche zu zahlen, bereüs mit„Wahnsinn" bezeichnet. i�° der Passus, daß die Schlajstäiten der Gesellen aus der(Ä.fitnhfi.tt.ntfnrprfu*nhi»n Räu «.r.vne |5>«ttn Gesundheit entsprechenden Räumen bestehen sollen. �il�kO�og der vierwöchentlichen Wcchselung der Bett- . oierkl der liebenswürdige Meister:.Seht Ihr Euch deß ihr bei der Streikzeit keine Läuse bekommt" zc. �i�ohnschnft lautet:„Aus diesen Wisch diene Euch zur � m die streikenden Bäckergesellen sich nun endlich de- JSitt»•'N' mit welchen Subjeklen sie zu thun haben, und «n, wohl gerne arb.iten, aber die augenblicklich in Ar- vchx? lleii. Ferner die Euch zur Antwort! daß Ihr unter- i � eh5fmn,if?on oine ganz dähmliche Bengels seid, der »dt'st lächerlich gewesen und mit dem zweiten Streik . tufa n ganz erbärmliches Manöver gemacht. Ein Meister, Ät«r!cker ftequatsch eingeht oder unterschreibt, ist eben ein ?a«Warmllcher Lump"' "ht 4 die Arbeit als Ihr seid. Es geschmissen. Habt haben in ganz Ihr.schon ein AÄ jjstoS»s die Beene bringen, und schon gesessen haben im Ge- npn:�sirt_ mr.fil seine ' g'miethet? Dünn schickt mir doch 7 Stück Ge �rjck. ol>kr lauter alte Streikbrüder müssen eS sein, die die macht denn Feiser, it der ßfwift Wrt �»---•■ij-'-r-----.-V- u i ii Was macht denn Feifer, der oerzehrt wohl seine z was? Mit der größten Nichtachtung. �»ock B/jT�k�wister.(Bemerkt mag hierzu werden, daß �ork im Streikfonds befinden.)"— Das sind die fe* der Kchreidrvaarenhaudler herrscht �.""e außerordentliche Bewegung, welche veranlaßt d � S*>>. vor Kurzem erlassene Aufsordenrng der ftädti- ii w �'»eputation an Eltern und Schüler, nur dort Hefte fcJyQii,;Q.u'en' wo nichts zugegeben würde, da die Zugabe ?!>?.£ und nur die Oualitat der Waare darunter leiden w'»®r*0fc'st von der Mehrheit der genannten ck�Iich Freuden begrüßt worden, indem dieselben hoffen, »on hUr$?on einer drückenden Last befreit zu werden. Berein Berliner Papier- und Schreibwaaren- s"®tn((-WUi,,)'e' wird, werden schon wieder in den betreffen- C»rn,?'ebhafie Klagen laut, nach welchen Lehrer und z»,,?"äelner Schulen ihren Einfluß benutzen(trotz wieder- »oit der Bebördenl. die Schüler zum Zwecke des verboten.) �Jubelfest der Matographie. �ur Feier ihres fünfzigjährigen Bestehens. Bon Konrad Albert i. i»(Schluß.) �£nn wahr, daß die Photographie Thäiigkeit ist? Ist wirklich � > q>.i?ste Arbeiter dabei die Sonne eine rein der eigentliche und V'I'--v-vv w»*vv vi*vv» v»v----•* P« S Die Sonne, das Licht ist nur das Material für � 3J!qi' wit dem er arbeitet, �fie ist für ihn�waS für �Ni. aiet die So •l"a„ i— Farbe, für den Bildhauer der Thow � ö�°ch Lessing der schon ein Maler ist, der Farben �epb?wa,ld verquistet, so wenig ist der schon ein Photo- V'/r die Platte in den Apparat steckt, den Schieber .»>- und die Sonne durch die Linse fallen laßt. *$«5'st Kunst, im modernen Sinne? Darstellung des �ber Erscheinungen, Verkörperung der Wirkung der „'urgesetze in den durch ihre Kreuzung entstehenden i slst Formen. Kunst ist angeschaute. Erscheinung, .Iser.�wordene Erkenvtniß. Wer aber vermag uns diese .si Pz�uuer, eindringender, wirkungsvoller zu geben, als £? Freilich nicht, indem er als Hand.verker, seinen Beruf auffaßt, sondern a �Künstler. > �"«ht die zufällige, gelegentliche äußere Erscheinung „.Aschen, einer Landschaft wiedergeben, wie sie Mittwoch, bot S8. August 1889, 6. Jahrg. V"1 an bfC"' Landschaft....... W �betn Un� i�ew Tage, zu der und jener Stunde Iii � der"wird versuchen, aus der äußeren Erschei- �en-Ws, der Gegend ihr Wesen, ihren Charakter - Seine Aufgabe ist es eben zu zeigen, wie u'n». n®�rakter sich in der äußeren Erscheinung gestaltet. Für den Photographe», der seine wie Ngt Einkaufs bestimmten Handlungen zuzuweisen. Ebenso scheint — so beklagt sich genannter Verein— der so oft schon aekenn- zeichnete Handel der Lehrer im Stillen ruhig weiter zu blühen, trotzdem nun auch die königliche Gewerbefteuerdirektion hiervon Notiz genommen und in einer den Herren Rektoren und Lehrern zur Kenntniß gegebenen Verfügung streng angedroht hat, etwaige Unterlassung der Anmeldung eines solchen Handels zur Steuer zu bestrafen. Um nun allen begründeten Klagen zum Recht zu verhelfen, hat der Verein Berliner Papier- und Schreibwaarcnhändler eine eigene Kommiision bestellt, welche in dieser Angelegenheit besonders thätig sein wird, und außer- dem soll eine öffentliche VereinSversammlnng am Donnerstag, den 29. d. MiS-, in Feuersteins Restaurant statlfinden, zu wel- ch-r alle Schreibwaarenhändler Berlins eingeladen sind. In derselben wird über die obengenannten Fragen von berufener Seite aus referirt werden, uno die Verhandtungen dürften sich daher sehr interessant gestallen. Die„GrseUsthaft von Kerlin"» ein Adreßbuch der so genannten eleganten Welt, liegt seit einigen Tagen in Form eines 620 Seilen starken Bandes vor. Die„VolkS-Zeitung" berichtet hierüber: Inserate sind natürlich auch von nicht zur „Elite* gehörigen Personen gesammelt worden. Die in dem Buche enthaltenden Angaben beruhen weniger auf direkten Mit theilungen, als auf„amtliche Vorlagen", wie die, natürlich in Berlin IV. befindliche„Redaktion" die bekannten Nachschlage- bücber bezeichnet. In der Vorrede wird darum ersucht, alle „wissenSwerthen" Veränderungen, als da sind„Beförderungen, Auszeichnungen, Versetzungen:c." der Redaktion baldmöglichst zur Verfügung zu stellen. In dem Buche sind nicht allein Berlin, Cyarlottenburg und Potsdam berücksichtigt worden, eS befindet sich darin u. A. auch die Elite von Borhagen, Rm darf, Friedrichsberg und von— Plötzensee. Natürlich haben eine Reihe von Personen dem Untemehmcr alle nur gewünschten Angaben gemacht und sich mit Kind und Kegel eingetragen, zuweilen sogar mit genauer Miltheitung aller Geburtstage! Das Vermerken der Vorstrafen war dagegen in diesem Falle nicht erforderlich! Daß der Verlag bei Einzelnen mit fernen Wünschen Entgegenkommen gefunden hat, erklärt schon die Eitelkeit Vieler, ihren Namen mit allen„Dekorationen" gedruckt zu sehen. Andere wiederum hielten recht ausführliche Angaben für eine sehr geeignete Reklame, die noch außerdem den Vorzug besitzt, nichts zu kosten! Jeder Hoflieferant, Rentier und HauS- eigcnlhümer, um nur einige Kategorien herauszugreifen, gehölt nach der seltsamen Ansicht der„Redaktion" selbstverständlich zur Elite! Sie haben ja Besitz und müssen daher ohne Weiteres zur vornehmen Welt gerechnet werden. Ergötzlich wirkt cs, wie Einzelne sich mit schriftstellerischem Ruhme schmücken, auch wenn sich nur einmal irgend ein Aufsatz von ihnen in irgend eine Zeitschrift verirrt hat, oder wenn es sich auch nur um gewisse Repetitorien, Schulbücher— oder Rc- klamcerzeugnissc anläßlich von Sehenswürdigkeiten handelt! Mit peinlichster Vollständiqkeit sind natürlich alle Ordens- angelegenhcitm in diesem Buche behandelt, welches schon auf dem Deckel als zutreffendes Symbol einen mittelalterlichen Helm mit Federbusch trägt. Ja der Einleitung sind die Orden von— 50 Ländem aufgezählt. Wir heben aus dieser reichen Blumenlese einige begehrenswerthe„Auszeichnungen" hervor: den weißen Elephantcnorden von Siam, oen fürstlich monakoi- g>en Orden des heiligen Karl, den.grobherrlich" sansibarischen rden des strahlenden Sterns, den Orden der heiligen Rose und der Zivilisalion von Honduras, den königlich hawaischen Orden KalakauaS I. und den„Orden des Ruhmes" von Tunis, der kürzlich einem„Gänseleberpastetenfabrikanten" im Elsaß zu Theil wurde. Unter den Personen, welche das Elite-Adreß- buch enthält, fehlt selbstvcrständlich keiner der Herren, welche die drei Buchstaben„von" ihrem Namen vorsetzen dürfen. Manchmal finden sich hier sogar noch dankcnswerthe Hinzu- fügungen, wie„mecklenburgischer",„pommerscher Uradel" oder hei einem erblichen Herrenhausmitgliede:„Stammbaum läßt sich bis ins 11. Jahrhundert verfolgen". Natürlich wird das vornehme Adreßbuch praktisch völlig unbrauchbar sich erweisen, und jeder wird nach wie vor den alibewährten Adreßkalendcr benutzen. Allein was thut's? Es kitzelt der Eitelkeit und hilft somit einem längst gefühlten Bedürfniß ab. Saum culque, 0. h.; Ein jedes Thierchen hat sein Plaisirchen! Mir haben zwar keine Nerpflichtung, die Interessen der Rebhühner- Konsumenten wnhrznnehmrn, aber immerhin entwirft das fotgenSe Schreiben ein anschau- liches Bild davon, wohin man schließlich geräth, wenn der öffentliche Waarenverkehr in enge polizeiliche Beschränkungen eingezwängt wird. Zugleich ist das Schreiben ein trefflicher Beitrag zum Thema der Rechtsgleichheit in Preußen. Der städtische Vcrkaufsvermittler veröffentlicht folgendes Zirkular: Aufgabe als Künstler erfaßt, wird jeder aufzunehmende Mensch, jede Gegend ein Typus sein, und er wird sich be- mühen, sie als Typen wiederzugeben, als die Vertreter einer ganzen Gattung, Naturanlage, Klasse, eines natürlichen Ge- setzes, das sich in ihrer Erscheinung ausprägt. Ohne daß er schmeichelt, die Natur verfälscht, wird er uns bei jedem Menschen, ohne irgendwelche Symbole und Zeichen wissen lassen: das ist ein Künstler, ein Arbeiter, ein Italiener, ein Orientale, ein Verbrecher, ein Wahnsinniger, indem er die charakteristischen natürlichen Erkennungszeichen, die beim Original. vielleicht zurückgedrängt erscheinen, herausarbeitet und zur Geltung bringt. Die Photographie ist wie kaum eine zweite Kunst des höchsten Ausdrucks fähig, und sie ist schwieriger als selbst die Malerei, weil sie die Gegenstände nicht unwillkürlich ver- ändern kann, sondern sich streng an die Natur halten muß. Wie der Photograph die Platte behandelt, wie er das Licht abdämpft oder verschärft, wie er Schatten herstellt oder be- seitigt, wie er den Standpunkt, die Beleuchtung, die Tages- zeit, die Jahreszeit zur Aufnahme wählt, wie er die Re- touche übt, wie er unwesentliche Kleinigkeiten vermeidet oder wegläßt: daS Alles ist von höchster Wichtigkeit sür den Ausdruck, die Stimmung des Bildes, das giebt uns die Erscheinung des Wesens, des Gegenstandes, das steht in seinem Belieben, das hängt von seinem künstlerischm Ver- stehen und Vermögen ab. Es giebt einen Blick für das Photographische, so gut wie für das Plastische, Malerische, Dichterische. Die Photographie ist die Kunst der reinen Form, sie kann die Farben der Natur nur andeuten, mit schwarz oder weiß und beider Abtönungen soll sie uns jene unendliche Welt von Vorstellungen und Gefühlen geben, welche die farbigen Bestandthelle des Lichtstrahls in unserem Gehirn auf Schritt und Tritt hervorrufen. Für die Photographie ist, ebenso, für die Plastik(natürlich nur sür die monochrome) das „Trotz meines AbrathenS sind in den Tagen vom 20. bis 24. d. M. soviel Rebhühner- Sendungen nach hier gekommen, daß ich bei den vielen fehlgeschlagenen Hoffnungen es für meine Pflicht halte, die Gründe darzulegen, wodurch die Verluste ent- standen sind und weshalb voraussichtlich das Rebhühnergeschäft für diese Saison gründlich verdorben sein wird. Wie bekannt, gehen aus allen Provinzen die ersten Produkte nach Berlin refp. anderen Großstädten, wo dieselben naturgemäß am besten be- zahlt werden. Ueberall, namentlich auch in Schlesien, unserer Wrtdkammer, ist die Jagd aus Rebhühner am 20. dS. eröffnet gewesen, nur nickt im Regierungsbezirk Potsdam, wozu Berlin gehört; hier dürfen dieselben erst heute am 24. ds. geschossen und von Mittag ab verkauft werden. Alle bis zum 24. d. früh ankommenden Hühner waren der Fortnahme durch die Polizei ausgeletzt und die Empfänger refp. Absender sind nicht allein ihre Waare ohne Geld loS geworden, sondern erhalten noch obendrein eine Geld-, im Unvermögensfalle Gefängnißftrafe. Im einigen Deutschland resp. in Preußen erleben wir eS also, daß in der Hauptstadt des Reiches Jemand mit Gesängniß bestrast werden kann, für eine That, die wenige Meilen davon entfernt erlaubt ist. Die Bahnhöfe, SpeditionS- und Postwagen waren unler strenger Kontrole der Polizei und sogar die von der Jagd heimkehrenden Privatpersonen wurden angehalten. Einem bekannten Restaurateur passirte es, daß er beim Abladen seines Wagens vor seiner HauSthür von einem Kriminalschutzmann gefragt wurde, wo er die Rebhühner gekauft hätte; er schwin- delte sich und den Verkäufer heraus, was ja um so leichter für ihn war, da die Polizei die konfiSzirten Hühner öffentlich ver« kaufte, während dies den Wildhändlern, die die Waare und ihre Steuern bezahlen müssen, verboten war. Daß Rebhühner trotzdem verkauft wurden, konnte man aus den in den Zeitungen veröffentlichten Speisekarten sehr feiner Gesellschaften ersehen, die ihren Bedarf allerdings nur bei königlichen Hof- lieferanten entnehmen; die sehr bedeutenden Mengen aber, die trotz aller angewandten Schlauheit der Polizei in die Hände fielen, wurden von derselben versteigert und mit 40—60 Pf. per Stück losgeschlagen. Natürlich kaufte man dort, ivo die Waare billiger und ohne Gefahr, in Unannehmlichkeiten zu kommen, erhalten konnte.— Nun sind aber die Kon- sumentcn verwöhnt und dieselben stverden jetzt schwer den dreimal so hohen, übrigens ganz angemessenen Preis, bezahlen wollen. Daß sich Menschen aus Rache und Konkurrenzneid zu Denunziationen hergegeben haben, erwähne ich nebenbei; aber es ist doch traurig, daß dadurch Absender, die im guten Glauben, daß gleiches Recht in Preußen sei und ihre Waare wie bisher nach Berlin sandten und Händler, die die Rebhühner abnahmen, um ihre Geschäftsfreunde soviel als möglich vor Schaden zu bewahren, trotzdem sie die Hühner gar nicht bestellt hatten, in Verluste gerathen sind. Daß bei diesen traurigen Verhältnissen massenhafte Beschwerden über Verkaufs- Vermittler bei der Direktion der städtischen Markthallen ein- laufen und Klagen gegen hiesige Händler angestrengt werde», ist begreiflich und nun frage ich, wer entschädigt die Betreffen- den für die trotz aller Mühen und Sorgen gehabten Verluste? Wenn Wild, welches zur betreffenden Zeit in Deutschland geschützt ist, uns unbestellt auS fremden Ländern zugesandt wrrd und eine deutsche Behörde an der Grenze dafür den Zoll er- hoben hat, konfiszirt wird und wir in Strafe genommen werden, so ist dies schon für viele schwer begreiflich; gar nicht zu verstehen dürften die geschilderten Verhältnisse für noch viel mehr sein. Der Hauptgrund dieses Zirkulars ist, meinen ver- ehrten Geschäftsfreunden klar zu machen, weshalb ich sie nicht vor Schaden schützen konnte; vielleicht wird auch die Behörde dadurch oeranlaßt, das Mihverhältniß abzuschaffen. Berlin ist Zentrale von Deutschland,(und die Zentral-Markthalle möchte gern ein Mittelpunkt für zden Marktwaaren. Verkehr werden; unter den heutigen Umständen, wozu auch die Bahnverhältnisse gehören, kann sie eS nicht werden." Die Auweudung de« Nlagueten in d-er Heilkunde ist zwar nicht neu, aber die geheimnißvolle Kraft der magnetischen Pole hat in früheren Zeiten gewöhnlich zu abergläubischen Ge- brauchen geführt. So erinnert sich gewiß noch mancher ältere Arzt, der rn seinen jungen Jahren in einer kleinen Stadt oder auf dem platten Lande praktizirte, daß an schweren, innerlichen Leiden erkrankte Vatienten, so namentlich an Magenkrebs Leidende, sich ein Magneteisen auf die schmerzhaste Körperstelle legten, damit dasselbe„die Schmerzen an sich ziehe". Der Arzt hatte nichts dagegen, und wie oft hat er hören müssen, wie wohlthätig der Magnet gewirkt! Der Glaube des Patienten an die Wirkung eines bestimmten Heilmittels ist hier, wie in so vielen t allen, der bessere Theil der Heilmethode. Das war aber auch lles, was bisher über die Verwendbarkeit des Magneten in der Kcankenbehandlnng bekannt war. Schwerlich hat sich Licht nicht eine zusammengesetzte, sondern eine einfache Sub- stanz, die nur durch ihre Schwäche oder Stärke wirkt. So paradox es klingt, es ist doch wahr: die Photographie steht als Kunst der Plastik näher als der Malerei, sie ist eine Art zweidimensionaler Plastik. Diese Unvollkommenheit, ivelche der Phantasie, der Vorstellungskraft noch einen weiten Spielraum läßt— das ganze Gebiet der Farbe— trägt vielleicht gerade dazu bei, ihr die großen Erfolge zu sichern, denn der Künstler ist verloren, der dem Genießenden nicht etwas zu ergänzen giebt. Die Photographie ist für die moderne Kunst darin so unermeßlich werthvoll, daß sie den vermeintlichen Unter- schied von Wahrheit und Wirklichkeit völlig beseitigt, der rn der romantischen und klassischen Kunst und Aesthetik wie eines jener unseligen Gespenster spukt, die Niemand gesehen hat und an die Jedermann glaubt. In der photo- graphischen Kunst sind Wahrheit und Wirklichkeit nicht mehr zu trennen, sie verkörpert den Grundsatz, welcher der eigent- liche Grundstein der modernen realistischen Kunst ist: „Keine Wahrheit ohne Wirklichkeit— keine Wirklichkeit ohne Wahrheit!" Ganz besonders wichtig ist dafür die Momentphoto- graphie: jene wundervolle Erfindung, welche ermöglicht, schembar einfache Bewegungen in ihre verschiedenen Ab- schnitte zu zerlegen und diese darzustellen, von einem und demselben Sprung, einem Schritt zwölf Aufnahmen zu machen, die jede eine andere Stellung erweisen. Diese Auf- nahmen zeigen nun aufs klarste, daß die Wirklichkeit Stel- lungen und Haltungen kennt, welche die kühnste EinbildungS- kraft nicht ersinnen könnte, und welche, früher ersonnen, in der Kunst unfehlbar für unnatürlich und verwerflich gegolten hätten. Sie zeigen, daß die Natur jenes Prinzip nicht kennt, wenigstens nicht als Prinzip, welches durch Jahr- hunderte als der unverrückbare Grund aller plastischen uni> linearen Schönheit galt, die Wellenlinie, die sanfte Rundung, ein solcher Arzt tiawnen lassen, daß der Eilcnmagnet berufen sei, noch einmal eine Rolle in der Heilkunde und nun noch dazu auf dem allerrealsten Gebiete derselben, nämlich bei der Wundbehandlung, zu spielen. Allerdings ist denn auch der Erfinder dieses Verfahrens kein Mediziner, sondern eine moderne Berliner Aktiengesellschaft und die erste Anwendung dcS neuen Verfahrens und seine allmälige Vervollkommnung hat so viele Stadien durchgemacht und es sind dabei so viele Personen be« theiligt, daß keiner der Einzelnen die„Erfindung" für sich beanspruchen kann, sondern sie gern der„Akiiengescllschafl" über- läßt. Die Nähmaschinenfabrik von Frister u. Roßwarm Hierselbst verwendet, wie die„B. Pr." berichtet, in ihren Werkstatten ein kiaenartigcS Magneteisen zum Entfernen von Eisensplittern aus Wunden und aus den Augen. Wie bekannt,� ereignet es sich bei der Bearbeitung von Stahl und Eisen häufig, daß kleine Eisentheilchen mit verhälwißmößia aroßer Kraft abspringen und in die Augen der beschäftigten Arbeiter eindringen. Da die Entfernung solcher Eisenspähne mittelst emcr Pinzette oder Zange nur durch einen Arzt vorgenommen werden kann und dies Verfahren zeitraubend und kostspielig, auch nicht selten recht schmerzhaft für den Verletzten ist, so benutzten die Arbeiter der Fabrik gern einen Magneten zur Entfernung eines solchen Eisensplitters, wobei dann ein geschicktes Erfassen desselben nicht nöihig war, da er sich, je nach der Stärke des Magneten, mehr oder weniger fest an derrselben anhing. Außerdem kann auch ein solcher Magnet, wenn ihm eine geeignete Form gegeben ist, ein in§ Auge aerathencs Eisenkörnchen hervorholen, wenn er unter das Augenlid geführt wird. Diese Entfernung kann sonst nur dadurch erreicht werden, daß man das Lid zurück- klappt. Für die bequemere Entfernung hat nun die genannte Fabrik Magnete herstellen lassen, in einer hierzu besonders geeigneten Form, indem sie die Schenkel eines Hufeisenmagneten in schlanke Spitzen auslaufen läßt, die sich einander auf einige Millimeter nähern und zwischen ihren Spitzen ein ziemlich kräftig wirkendes magnetisches Feld bilden. Ein so geformter Magnet vennag kleine Eisenspitier, an die es auf einige Millimeter herangebracht werden kann, ziemlich fest zu fassen, so daß man dieselben mit ihm herausziehen kann. Die Magnete sind polirt und vernickelt und gestatten eine leichte und gute Reini- gung. Es steht zu erwarten, daß auch Aerzte sich dieses neuen und praktischen Instruments bedienen werden, daß in allen Werkstätten eingeführt zu werden verdient, wo Eisen und Stahl bearbeitet wird. Ueber den Einfluß des elektrischen Lichtes auf die Augen liegt das Urlheil eines amerikanischen Arztes Dr. G ould vor, der in seiner Praxis in New-Pork häufig Ge- legenheit hat, Beobachtungen über diese Lichtwirkung zu machen. Er veröffentlicht soeben die Ergebnisse seiner Beobachtungen, deren Endresultat er in folgenden Sätzen zusammenfaßt: 1. Das elektrische Licht ist die BcleuchtungSmethode der Zukunft und ist in hygrcnischer Beziehung dem Gaslicht in jeder Be- ziehung vorzuziehen. Das Publikum muß darauf sehen, daß in allen Vereinssälen, Theatern, größeren Hallen, Lesezimmern und anderen Versammlungsorten nur diese Beleuchtung An- Wendung findet. 2. DaS Vorurtheil gegen die elektrische Be- leuchtung, dem man oftmals noch beim Publikum be- gcgnet,' ist nicht gerechtfertigt. Nachtheile haben sich bis jetzt nur her wissenschaftlichen Beobachtern und bei den mit elekirischem Licht beschäftigten Arbeitern eingestellt, welche längere Zeit und sehr nahe ohne Schutz durch gefärbte Brillengläser ihre Augen dem elektrischen Licht ausgesetzt haben. Das Bogenlicht ist in geschlossenen Räumen wegen seines Flackerns unbequem und steht dem verbesserten Edison'schen Gluhlicht in dieser Anwen- dung nach. 3. Die Nachtheile für das Auge bestehen nicht in dem Vorwiegen der chemischen violetten oder zitronvioleiten Lichtstrahlen, sondern in der größeren Stärke der Lichlwellen. 4. Die äußeren Kennzeichen der Augenaffektion bestehen in zeitwesser, vorübergehender Lähmung der Raiina, Nach- bildern k. Innerhalb 24 Stunden tritt ein Zustand ausgeprägter Lichtfurcht, Thränenfluß, Augenschmerz, dre Empfindung des Vor- Handenseins von Fremdkörpern zwischen den Augenlidern, Blutandrang und Blutüberfüllung in der Augenbindehaut ein. S. Diese Reizungen des AugeS bei den erwähnten Personen dauern zwei hiS drei Tage, geben zu Besorgnissen keinen Anlaß und sind durch Kokain- oder Atropin- Einiräufelungen, durch lauwarme Wasserumschläge leicht zu beseitigerr. 6. Arbeiter und alle Personen, wctche längere Zeit in der Nähe mit elek- irischem Lichte sich beschäftigen, müssen stets gefärbte Brillen- gläser tragen. In elektrischen Schmelzwerken muß Sorge ge- tragen werden, daß außerdem die Arbeiter das Gesicht, den Hals und die Hände der Einwirkung des elektrischen Lichtes nicht aussetzen, sondem dieje Theile durch geeignete Bekleidung schützen. Gin eigenartise-AbsaKlungs-G-schäst. Dem Lehrer einer hiesigen höheren Schute fiel eS auf, daß er in letzter Zeit zu miede, holten Malen Schüler dabei überraschte, wie sie mit Uhren spielten, und als dies gestern wieder einmal der Fall war, da drängte sich ihm zufällig die Frage auf die Lippen, woher der Knabe die Uhr habe.„Die hat mir der H.(ein Mitschüler) verkauft", war dre Antwort. H. wurde nun befragt und gestand nach einigem Zögern ein, daß er an elf seiner Mitschüler Uhren auf Abzahlung verkauft habe. Die Käufer verpflichteten sich, wöchentlich zwanzig Pfennig bis eine Mark an ihn zu entrichten, und H. eriheilie ihnen rn kleinen daß die Natur vielmehr die scharfen Ecken und Spitzen liebt und daß diese zum Bilde festgehalten, gerade eine bis jetzt unerhörte Kraft des Ausdrucks und der Charakteristik ge- währen. So ist nicht unmöglich, daß von der Photographie eine vollständige Umwälzung der bildenden Künste und der Aesthetik ausgeht, daß die Kunst einen Grad des Ausdrucks gewinnt, von dem man früher keine Ahnung zu fassen im Stande war. Eine gute Photographie steht mindestens immer höher als ein mittelmäßiges Oelbild. Zn jedem Fall steigert die Photographie die Freude an der Wirklichkeit und damit am Dasein. Sie hält flüchtige, vorübergehende Momente fest, sie befördert das schönste, was der Mensch besitzt, die Erinnerung: darum schöner als Alles, weil keine irdische Macht sie zu rauben, zu vernichten vermag. Ein flüchtiges, schlechtes Schnellbild, die Geliebte und Dich darstellend, auf einem Spaziergange aufgenommen: zu welch' unversiegbarer Quelle herrlichster Erinnerungen kann es Dir im späten Alter werden, wenn jene Liebe schon längst begraben! Erscheinungen des täglichen Lebens, an denen Du im Drang der Geschäfte achtlos vorübereilst� werden im Bilde festgehalten, und Du entdeckst nun be, Muße mit einem Male hundert Reize, interessante Einzel- heiten, die Deinem Blicke sonst bestimmt entgangen wären. Jedes Straßenbild kann Dir das gewähren. Je mehr der Mensch Theilnahme für die Wirklichkeit geivinnt, so mehr schwindet aller thörichte, nebelhafte Phantasterei. Die Photographie führt zur Freude am Dasein, zur Freude an der Realität� und diese ist die erste Bedingung für ein gesundes politisches Leben, eine gesunde Kunst. Ihr Fehlen bei uns war es, was den romanischen Völkern, die sie haben, bisher das Uebergewicht über das deutsche gab. So erstrecken sich die Wirkungen der Photographie auf die fernsten, ungeahnten Gebiete. Die Photographie ist eine Straße zum Optimismus, zum Realismus, ihr Ziel ist die Förderung der Liebe zu den Menschen und der Natur. Kontobüchelchen Quittung über den Empfang. Die Uhren hatte der Knabe aus dem Geschäft seines Onkels gestohlen, um sich durch den Verkauf derselben Taschengeld zu verschaffen. Später gab der jugendliche Dieb noch zu, auch mit Knaben anderer Schulcn gleiche Gcschäste gemacht zu haben. Der Inhaber des eigenartigen Abzahlunas-Ges-täftes, sowie seine Kunden wurden exemplarisch bestraft und sammtliche Uh-en dem Bestvhlenen wieder zugestellt. Der Handel dauerte bereits fünf Wochen und halte H. bereits 119,40 Mark vcr- einnahmt. Gcgen Sonnenstiche veröffentlicht die Sanitäts-Kom- Mission in New-York einige Vorsichtsmaßregeln.„Wer inner- halb des Hauses bei künstlich erzeugter Hitze(Wäschereien, Kuchen, Fabriken) beschäftigt ist, sehe darauf, daß die Räum- uchkeiten put ventilirt sind; verspürt man ein Gefühl von Er- mattung, Schwindel, Kopfweh oder Erschöpfung, so wechsele 'nan die Klerder und benetze Kopf und Genick mit kaltem Wasser. Wird Jemand von der Hitze übermannt, so lasse man sofort den Arzt rufen und gebe mittlerweile dem Patienten kaltes Wasser oder kalten schwarzen Thce oder auch kalten Kaffee zu trinken, wenn derselbe noch schlucken kann. Ist seine Haut heiß und trocken, so wasche man den Körper mit reinem, kaltem Waffer und lege ihm Eis, in ein Handtuch oder sonst ein Slück Zeug eingewickelt, auf den Kopf. Ist im Augenblick kein Eis zur Hand, so lege man dem Patienten ein Tu» auf den Kopf und gieße kaltes Wasser darauf, ebenso auf den Leib. Ist der Kranke blaß uud ohnmächtig, oder schlägt der Puls schwach, so lasse man ihn einige Sekunden lang Ammoniak einathmen oder reiche ihm einen Theclöffel voll Salmiakgeist in zwei Eßlöffeln voll Wasser mit etwas Zucker." I» der„UoUeo-Zeituug" findet sich folgendes Einge- sandt. Am 10. d. M. saßen zwei Berliner und ein Tempel- hofer im Viktoriagarten zu Wilmersdorf gcmüthlich beisammen. Erst geg/n 11 Uhr Abends machten sie sich auf den Weg zum Bahnhof WilmerZdorf-Friedenau. Plötzlich wurden fie von vier unbekannten Männern überfallen. Der Rcstaurateur Setz- korn wurde durch Messerstiche so schwer verletzt, daß er noch heute ärztlicher Behandlung bedarf. Es gelang, zwei der Misse- thäler zu ergreifen. Wer aber waren diese Messeihelden? Zwei Diener der Schramm'ichen Badeanstalt in Wilmersdorf. Das Wilmersdorfer Seebad kann demnach den Berlinern warm empfohlen werden! Dum dritten Mal seit Tagen ist die seit einiger Zeit erscheinciide„Berliner MontagSpost"(herausgegeben und redigirt von HanS Heinrich Schcfsky, Verlag: Friedrichs und Co.) polizeilich beschlagnahmt worden. Die gestrige Beschlag- nähme, welche sich nur auf die Beilagen der letzten und vor- letzten Nummer crstreckte, erfolgte unter der Angabe, daß der Roman, den das Blatt fortlaufend bringt, die Grenzen des Erlaubten überschreite. Auf schreckliche Art hat die Frau eines in der Waldemarstiaßc wohnhaften Kutschers Steinbruck den Tod durch Ueberfahrcn gefunden. Sie hatte ihrem Manne am Sonnabend auf einen in der Wienclstraße gelegenen Holzplatz das Mittagessen gebracht. Der hoch mit Breiter» beladene Wagen stand zur Abfahrt bereit; Steinbrück wollt- nur schnell noch sein Mahl verzehren, um loszufahren. Er bat feine Frau, auf die Pferde aufzupassen, und setzte sich, etwas vom Fuhr- werk entfernt, auf einen Holzstoß. Frau St. stellte sich vor die Pferde. Da ertönte von dem gegenüberliegenden Görlitzcr Bahnhof der Pfiff einer Lokomotive, die Thicre zogen an und vor den Augen des Mannes gingen die Räder der Gefährts über die Frau hinweg, daß sie auf der Stelle ihren Geist aufgab. Aber selbst bei dieser Katastrophe hatte noch ein gütiges Geschick gewaltet. Die Verunglückte hatte nämlich ihren sünsjähngen Knaben mitgebracht. Auch dieser halte sich neben die Pferde gestellt, so daß er unfehlbar gleichfalls von den Thieren nieder- gerissen worden wäre. Doch wenige Sekunden, ehe das Un- glück gesckah, hatte der Vater den Sohn zu sich heran gerufen, um ihm von seinem Essen einen Bassen abzugeben. Non einer- mißglückten Kinrichtnng wird aus dem Zoologischen Garten berichtet. Einer der großen Elephanten, der in letzterer Zeit durch seine Bösartigkeit den Wärtern be- sonders gefährlich zu werden drohte, sollte heute früh 7 Uhr durch Erdrosselung vom L�,r 139 Kinder gegen 149 der vorhergegangmen Wochfi. M. Entzündungen der AthmungSorgane waren nicht häufig, Ml lauf in den überwiegend meisten Fallm ein günstiger- 7", den Infektionskrankheiten zeigten sich Masern selten krankungcn au Scharlach kanim etwas weniger, an und Cioup etwas häufiger zur Meldung und traten Roscnthaler Vorstadt am zahlreichsten auf. Erkrankung. � Unterleibstyphus, gleichfalls in der Roscnthaler Borpn�jp häufigsten, wurden etwas mehr zur Anzeige gebracht un&' jj in 10 Fällen zum Tode: auch zwei weitere Erkrankwis�« m Pocken gelangten zur Kennlniß. Erkrankungen an fieber kamen etwas mehr zur Anzeige, rosenarliqe Entzu"' � des Zellgewebes der Haut blieben selten. Erkrankun? � Keuchhusten kamen ebenfalls seltener zum Vorschein, n � der durch ihn hervorgerufenen Sterbesälle blieb eine p Das Vorkommen von rheumatischen Beschwerden zeigte gegen die Vorwoche keine wesentliche Veränderung� � poliseibericht. Am 24. ds. 50! ts. Nachmittags der Holzschneiderei von Roll, Demminerstraße 7, der Löffka mit der linken Hand unter die Messer einer«n j befindlichen Hobelmaschine, so daß ihm drei Finger � der Zeigefinger halb abgeschnitten wurde. Er wurde' � Lazaruekrankenhause gebracht.— In der Nacht zum£■' stürzte ein Gärlnergehrtfe in der Brnnnenstraße, nahe 0' � minerstraße, vom Vorderperron eines PferdcbahnwsS�h,� erlitt eine bedeutende Verletzung am Kopf, sowie eine � ich dem LazaruSkrankenhause � p' euu erte d Reiche !■"« gt'i ZMr, R wTsii er �-Sncke g $ � d M.hochp „fad onj war ■■•ah n" z.V'zeil? » Me> de lengerii Rie etnei � einer d 1 Pferd x.!A f sa fS.M Aner :ent ?! der St heiler""? K des Kc f V» f erfchütternna, so daß er nach dem Lazaruskrankenhause i p.1 werden mußte.— Am 26. d. M. Morgens siel auf c- bau Ruppinerstr 35/36 beim Abrüsten eines Jnnevger»' Rundholz aus dem 4. Stock durch die Fensteröffnung und traf einen unten beschäftigten Aibeiter, so da? � einen schweren Schädelbruch und auch einen des rechten Schlüsselbeins erlitt. Er wurde' nach dem Lazarus Kranken Haufe gebracht.— Au r Tage Nachmittags wurde der Zimmermann Heller Alcxcmderplatz, nahe dem Springbrunnen, von einem F Aicxanoerpiay, naye oem eprrngvrunnen, von, wagen überfahren und erlitt dabei außer einer Verler JlVIl UllV Vfcm» UUDtl mm e fil?,, rechten Hand anscheinend eine Gehirnerschütterung, »tifchen Krankenhause am Fried richshalN��» nach dem städtischen............— ,v.....—,„..p.,, werden mußte.— Zu derselben Zeit wurde im Thiers der Nähe der Löwen-Allee, die Leiche eines etwa alten Mannes mit einer Schußwunde in der linken<■ gefunden und nach dem Schauhause geschafft. Kuticher Lance Nachmittags vor dem Neubau in der Abtheilung XI, Parzelle 21, seinen Wagen besteig� j#? glitt er aus und gerieth unter die Räder, so- das Rippenbrüche erlitt. Er wurde nach dem LazaruS-Kra» gebracht.— Zu derselben Zeit wurde ein Mann. Wohnung erhängt vorgefunden. Schwermuth schein festen K wurd tonn» « w» «Nd�chli d-?' Ä er Ä%e AgoA» »ff- -mn,"0 feUS' loj; tn anlassung zur That gewesen zu sein.— Am 26. im Dachstuhl des Hauses Borkstraße 77 Feuer: fanden im Laufe des Tages an fünf verschiedenen Orl� Brände statt. Gerittiks�eikttttlg- Ein Student van heute. Eine Belästigu"� Damen auf der Swaße, welche dem cand. pbl.- 9...... U......................... fängniß strafe von 14 Tagen eingetragen hatte, unterlM � M o h n i ck e durch schöffengerichtliches Erkenntniß der Beurlheilung der 2. Instanz, da der Verurthe��z wie der Staatsanwalt vom Recht der BerufungSeinleS brauch gemacht hatte. Am Abende des 4. Januar � gcgncte der Angeklagte in der Mauerstraße drei soll einer derselben den Weg vertreten und i''' .-.-/und' A ssntertl zjs; A'i Äfe fei mm Weise ins Gesicht geblickt haben, so daß er sich die in Frage:„WaS wollen Sie von mir fef >"L-c n» in ZA führen mußte. Nachdem hier die Persönlichkeit dei> � festgestellt worden, wurde beide Parteien wieder �fijÄtl/i Angeklagte folgte den Damen aber jetzt aus Schritt und«jj' stieg mit ihnen denselben Pferdebahnwagen und als die Damen an der Lüdcckerstraße in Moabit Hier rief cr wiederum nach einem Wächter und � Sistirung der Damen, die er wegen Frelheitsberau» � F, langen wolle. Die Weigerung des Wächters wußu j die falsche Angabe, daß er Jurist sei, zu besigen.~ ph mußten den weiten Weg nach der Wache autrcttU p Bureau wie unterwegs nannte der Angeklagte*" es Pa KI" «•fit t» z/, lechz A> de Ms!! i. durch!•< k* ilnahme p Santc« ihr beregnet, Akute(S»'' eilen murdc» weniger, JJ geiiiildet o'? n Masern« r, in®|W' Sdtadfß. Iterun�M 'ra in ett« al in Jfönip� in DanB aßt. Sck� ÄZZ ?-°K Prag, eine grö! nd aus und levleibStdPP L'S- 'Ö'IV [>nr Anzn� uck 1 T°� r%-¥ u«s rs aus HaM� 'Jl -.s: »W äuglmgsa..,. .'„SS Sil# »n N» Wachk-, iiufiz,>' stigcr- 'a'nÄ� traten>« � krankiwst � ";fÄ Eni, ün°' � S'H ?»'"««'' nberun�i» WÜW, 7/ AJjfr „er tm®;i rger ßfj j.f KK Si�jK e ern, „en�J H ZW I:U cirva�st � "»!Ä M �nholt u.ilc Siitiitn-. Tri A„g,rl„g!c It.llie i!i geilet «Wj unter Beweis, daß das Benehmen der Damen kemeS- ??,,em vorwurfsfreies gewesen, sowie daß wenigstens zwn Mden sich eines tadellosen RufeS nickt zu rühmen vermögen. � Knrchtshof hielt zwar die rhatfächlichen Feststellungen des ».Achters aufrecht, ermäßigte aber die Strafe auf 50 M. *10 Tage Gefänaniß._ lx lur®** einiger Jett wurde der bisher«nbescholtene , Mtrigr Graveurlehriing Karl Fricke wegen versuchten �dmraubez von der zweiten Strafkammer des Land- "l zu einer Gefängnißstrafe von 4 Monaten verurtheut -vamen traten als HavpibelastungSzcugen auf. Sre de- tl-k' J'aß sie in der Mittagsstunde des 22. Januar vor j, �a-Ak»demie dem Flicke begegnet wärm und dieser habe kuT�dfiSthtn plötzlich nach dem Portemonnaie gegriffen, luC, emc uon ihnen in der Hand trug. Der Beschuldigte z-.r�e dagegen unablässig seine Unschuld, eS sei an imem ttwaz glatt gewesm und er sei, im Begriff, den Damen Lerchen, ausgerutscht. Hierbei habe er»nwill- i-U-?'! ben Händen um sich gegriffm, um sich zu halten f."r dn sei er vielleicht mit der Dame in einer Weite in Mrupg Monunen, die den schmählichen Verdacht des Dreb- /u rhr entstehen ließ. Der Gerichtshof hielt den An- .yj-n auf Grund der so außerordentlich bestimmten Aus. Uder beiden Damen für überführt. Jetzt hat der Vm A», Rechtsanwalt Dr. Friedmann, das Wiederaufnahme. i,i!ten erwirkt und dm Antrag auf sofortige Haftentlassung �.mcke gestellt. Der Vcrtheidiger hat unter Beweis gestellt W der Damm an Morphiomanie leidet und infolgc i5?>chgradig nervös und zu Ucbertreibungm geneigt lff l!,,«!? außerdem noch mehrere Entlastungemomente geltend !u.? worden, welche das Wiederaufnahmeverfahren als ge- Ä'gt erscheinen lassen. ! Ä,!„Dummerjungenstreich" führte gestem dm Arbeilsburschen Hermann Kuwatsch unter der ü-I der Sachbeschädigung vor die 89. Abiheilung des ;;-�ngenchts. Nur um, wie er sich ausdruckte,„die Leute sroch er eines Montags Morgens unter dm Plan, tzi.,,?? Riesenkaroussel in der Hasmhaide bedeckte und richtete Cu tmtt mitgebrachten Stichsäge eine arge Verwüstung an. j' einer der Kutschen sägte er die Lehne und von verlchle- N Plerdm die Beine ab. Dem Besitzer, der sich das Werk ez,„lahrelange Arbeit selbst zusammengebaut, hat er crnm l Unerheblichm Schaden zugefügt und auch semm Zweck, !�, u argem", in vollem Maße erreicht. Der Gerrchtshof Äjm den jugendlichen Sünder mit einer Geldstrafe von � rvent. ö Tagen Gefängniß. x. �, strbenköpffge Diebesbande, die mit grobem Clement„gearbeitet" hat, stand gestern vor der Fenenstraf- S V Landgericht II. Das Haupt derselben war der 20- V» �bester" Albert Koch aus Charlottmdurg, der m den Üft k"»dortigen Polizei als einer der getahrlrchstm Mm- Stadl gilt. Neben ihm zierten dre Änllagebank der .ch �bursche" Paul Münz, der„Arbeiter" Georg Saronske, O'»" Paul Drusche, Maurerlchrling Albert Zertler,„Ar- C\ Edmund F'sch und der Barbier Paul Lehmann. Letz- Ä'n!? bereits ein selbstständiges Barbier-, Parfumer.e- und �»eschäft betreibt, ist der einzige, welcher das V pr x Lebensjahr bereits überschritten bat, dre an- Mne. ben sich sämmtlich im Alter von 18-20 Jahren. Zur k 8 der Bande hat folgender Vorfall getuhrt: Am CM26. Juni d. I. ließen sich Koch und Münz in daS kt«.»s Kaufmann Zeiner einschließen, ffe sprengten darauf �i� ndorthür und die innere Ladenthur, kamen m dm �vi. � 62 Pl., die von dm drei Dieben sofort getheilt in n Augenblicke aber, als sich die Diebe daran Ovulen, unter dm vorhandenm Waarmbeständen eine .v-u i,'u ü essen, kam der Geschäftsführer nach HauS, der „„7»t s?»'!e, daß etwas nicht in Ordnung war, £ und dadurch Leute heranzog. Koch l schlüpften noch glücklich aus der Üadenthür, er abct suud den Weg zur Flucht bereits streite».versteckte üch hinter einem Vorhange, wo ihn der fand, der den Dieb nach heftiger Gegenwehr uuLt_"»U•----'""' Ä£• H boK 8t? und festnahm. SaronSki vcrcieth feine Komplizen 7lte�.. �ch kam auch Licht in eine Sache, welche� die( ,»» Polizei schon seit vielen Wochen beschäftigte. vi""+5uimrx iwon|eu vieren xrjuu;cii uiiuiuumit. In ütfijjj'.oom 20. zum 21. April war ein Einbruch in das I___ hl»••'Vierte öw,tl iUfiiu IUU4, v»»v... Ml„„Weift des Kaufmanns Bettin in der Berlinerstraße tal"stller«®i£ 2)uhe waren durch ein Fenster des Ge- Ä? Q.r eingestiegen, dann durch eine Fallthür in dm tkÄiie» und hatten dort einen Karton mit Seife, Ac �."..Haarwuchsmittel, 15 Flafchm Ungorwein, zahl- „ ffh�n mit Parfüm, Riechkissm, Ehokolade(zehn A dl,..'? Malzzucker mitgenommen. Der Bestohlme erfuhr fol Park!" dem Babier Lehmann, daß ein junger Mann (z.M, schchen, wie die gestohlenen, in seinem— Leh- .sei lin vorgezeigt hätte. Die sofort benachrichtigte ' auf der Stelle bei Lebmann recherchirt, wer der t«S' stigu"! >6. pd>l .tniß�"- unterwS mtherlff s einlest "bmanns mit dessm Kennlniß und Einverftändniß p" oh. täglich hielten sich die Diebe bei Lehmann auf, !.?dt wv". Polizei in Sicht kam, gab er dm Dieben iSt Hin/",.. und diese verließen das Geschäft durch »thur. Endlich sah die Polizei ein, daß sie ESmIhI ttia �0.n..�Utmifsion hatte. �1,...... tzs Trus/ e gefaßt worden, durch sie wurde di ,.gelenkt und dieser gestand, daß c re'.rce Unt. .... em, oav ne von selben. �a'e herumgeführt werde und indem ™,4$u«n>ur dm Hehler ansah— nahm sie bei ihm eine fn?*00m bie indessen resultatlos verlaufen mußte, weil C 11 in Parfüms, wie die gestohlenen, von Kaufmann . s,. Kommission hafte. Mittlerweile waren Koch, Münz die Spur auch er mit Koch, fsj 9eft„'k/nb Fisch dm Diebstahl bei Bettin ausgeführt habe. k' tin.k' Sachen seien erst in seines Vaters Stube ver- ,?idey"£u, dort sei auch ein Theil des Weines ausgetrunken Wie/.™ ber die Polizei die Sacke verfolgte, wurde das 1 l?" auf einem Felbc der Bismarckstraße vergraben, Mbe. bei keinem'" M" -r? L-v�r, reuung. m b.Uir>P SJet her m die'5« -u»-@( rinnen [genj'gil r � de-�'� ... tzs Und vrl wußif n.»V n'reten- igt« dt« 0,......... der Komplizen gefunden Lehmann habe bei dem Vergraben geholfen. , � beharrlich geleugnet hatte, bequemte sich in ryandlung ebmfalls zu einem Geftändniß. So '?,?vit sieben theils schwere, theils einfache Dieb- � ltstellung. In einem Falle halte die Bande ein tohlen, einer stahl, die anderm„deckten", h~Vr s£th� Mann nicht ausreichte, wurde daS- - Pvnde verloost. Kroh und Saronske gingen Pßor<&(•"}'in Schuhgeschäft. Während Kroh sich Po» anprobirte, stahl sich Saronske ein P" sie n®a das Manöver so gut geglückt war, tfiM«»„*"1 wachsten Tage in ein anderes Geschäft, wo �"sste. ch?vrch die gleiche Manipulation ein Paar Stiefeln l» sechg �«dnlrch lagm die werteren Fälle. Während die 'V"flen ss':0eno0ten ersichtlich bemüht warm, dm Lehmann °>>n d-� dieser energisch seine Schuld. Er habe �.�err�., m Diebstahle bei Bettin gewußt, aber die Sache (i�'fel sonst ni08cst'"teil ihm der Koch gedroht habe, daß wäre aber V'WI NÄ'Ät'�'ltechen werde. Lehmann "tfe cl/l kV �Qufe � bmI1t.roo[bcn' wenn nicht mährend einer muß MI Koch rJL Per Handlung einige der Richter gehört � �Uchthmia t m? Nachbar zuflüsterte:„Lehmann muß «hos?sse!« Pu nicht so aussagst, haue ich Dich ie So� der Gmnd weshalb der Ge- mit Lehmann nicht für gmügend aufgeklärt hielt und auf Freisprechung erkannte. Koch wurde zu 2 Jahren Zuchthaus, Saronske zu 1t Jahr Zuchthaus, Drusche, ZerSler und Fisch zu je 1 Jahr Gefängniß und der noch mcht 18jährige Münz, gegen dm nur em Fall vorlag, zu 6 Wochm Gefängniß vcrurtheilt. Neben den Zuchthausstrafen wurde auf Ehrverlust und Polizeiaussicht erkannt. Sozinle Uetrcvsrrfrk. Krau« schweig. Der Tiscklerstreik dauert unverändert fort. Da derselbe nun schon 13 Wochm dauert, so ersuchen wir alle Kollegm, den Zuzug nach hier fem zu halten. Etwaige Sendungen sind zu richten an Wcihkopf, Weberstr. 10.(Tischler- Herberge.) VevsÄ»nmlungen. Eine trotz der ungünstige« Mitterung zahlreich besuchte Uersammlung des Fachvereins der Gärtner tagte am 20. d. M., Abends 9 Uhr bei Feuerstein, Alte Jakob- straße 75. Die Tagesordnung lautete: 1. Wahl zweier weite- ren Mitglieder zur Erhebungskommission. 2. Regelung der Organfrage. 3. Fragekastm. 4. VcreinSangelegmheiten. 5. Ver- schiedmes. Neue Mitglieder werden ausgenommen. Ueber den Antrag betreffs Ausweisung des LandfchaftSgärtnerS Wolf aus dem Fachverein, brauchie nicht abgestimmt zu werden, da Herr Wolf, irachdem Kollege Wetzel in kurzm markigen Worten das Vorgehen des genannten Herm gegen§43 des Statuts er- läutert hatte und für die Ausweisung desselben eingetreten war, den Mangel an Vertheidigung erblickend, cS vorzog, freiwillig aus dem Verein zu scheiden. Der Vorsitzende Herr Büchner dankte Herrn Wolf, daß er diesen Punkt durch seinen frei- willigen Austritt so beschleunigt habe und befürwortete, daß auch so wie so in wenigen Minuten der Stab über seinem Haupte zerbrochm worden wäre, und wäre Herr Wolf dann ohne Gnade— aus dem Verein— ausgewiesen worden! Nun könne Herr Wolf sich dessm trösten, er ist nur— abgegangen worden!— Für Grünau, Johannisthal wurde Kollege Millarg einstimmig gewählt. Für dm Bezirk, HrinerSdorf, Franz.- Buchholz konnte, weil zufällig niemand anwesend war, die Wahl nicht erfolgm und mußte dieser Punkt bis auf weiteres vertagt werden.— Herr Kleitzmann, Steglitz, krilisirt die Gärtner-Lehranstaltm, er befürwortet dabei hauptsächlich, daß die Zöglinge, anstatt ihrem Egoismus und den Prahlereien zu sehr freien Lauf zu lassen, sich lieber zu dem gewöhnlichen Gärtner- gehilfe», welcher keine Unterstützung vom Elternhause erhält, rechnen, sich mit ihnen solidarisch erklären und sich der Ver- cinigung anschließen sollten.— Nachdem noch mehrere Redner zu den verschiedenen Punkten gesprochen hatten, machte Herr' Büchner den Versammelten bekannt, daß am 4. September in Charloitevburg im Stadtthcater, Rosinenstraße 3, die erste Wanderversammlung des Fachvereins statlsindet, für Berlin und Umgegend am 17. September bei Feuersteins. Schluß der Sitzung um jl2 Uhr. Der Fachverein der Steindrucher«nd Lithographen hielt am 18. ds. MtS. in Jordan'S Salon seine Mitgtreder- versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Canitz über:„Die Lunge, ihre naturgemäße Pflege im gesunden und krankm Zustande". 2. Diskussion. 3. Ver- schiedmes und Fragekastm. Der Vortrag konnte leider nicht stattfinden, da der Refermt in letzter Stunde abgeschrieben und zwar, weil er an dm Anschlagsäulen gelesen, daß er an dem- selben Abend im Verein für naturgemäße Gesundheitspflege seinen programmmäßigen Vortrag halten müsse, an welchen er bei dem Engagemmt für unseren Verein nichl gedacht. Einige Kollegen sprachen sich sehr mißbilligend über das Benehmen des Herm Canitz aus. An Srelle desselben hielt Herr Albert Schulz einen Vortrag über:„Zweck und Ziele unserer Gewerk- schafisoraanisation". In klarer und sachlicher Weise schilderte der Redner die Gründe, welche zur Bildung unserer Oraanisation geführt haben, und widerlegte dabei sehr treffend die irrthümliche Meinung, daß der Fachverein ein Konkurrenzunternehmen gegenüber dem Senefelder-Bund sei. Nicht aus Ileppigkeit oder Konkurrenzneid, sondern nur der Roth und dem Selbsterhaltungstriebe gehorchend, sei der Fachverein gegründet worden. Im weiteren ging der Vor- tragende aus die traurigeil Verhältnisse im Allgemeinen ein, um dann dieselben noch speziell in unserem Gewerbe näher zu beleuchten. Abzuhelfen ist diesen Uebelständen nur durch eine gute und feste Organisation, welche im Stande ist, die mate- rielle sowie auch dre geistige Lage der Arbeiter zu heben. Be- trachten wir das jährliche Sinken der Löhne und das rapide Steigen der Wohnungsmiethm, die hohen Steuern und die Verrheuemng aller zum Leben und zur Erhaltung der Gesund- heil nolhwmdrgstm Mittel, so liegt es klar auf der Hand, daß wir zur Verzieh tleistung auf viele dieser nothwendigm Artikel vemrtheill sind, und durch diese immer größer werdende Konsum- Unfähigkeit uns ins eigene Fleisch schneiden. Bedmken wir die er- höhte Verwendung der Maschinen in unserm Gewerbe, durch welche die Ncservearmec immer vergrößert wird, so müssen wir dem entgegen treten durch Regelung und Verkürzung der Arbeits- zeit. Wir sind gezwungen uns zu organisiren, um der Aus- Plünderung und der unbegrenzten Ausbeulungssucht des Kapi- tals entgegen treten zu können, denn von einem harmonischen Zusammenwirken zwischen Kapital und Arbeit kann unter den bestehenden verkehrten Produktionsweise keine Rede sein. Die Organisation ist die Waffe des Arbeiters zu Schutz und Trutz gegen das Kapital. Darum ist es die e r st e u n d h e i l i g st e Pflicht eines jeden Arbeiters, sich derselben anzuschließen, denn nur Schulter an Schulter können die Arbeiter ihre Rechte wahren und zur richtigen Geltung bringen. Reicher Bersall wurde dem Redner zu Theil. In der Diskussion sprachen meh- rere Redner, deren Ausführungen mit denen des Referenten im vollkommenen Einklang standen. Als ein Beweis, unter wel- chen unwürdigen Verhältnissen die Arbeiter heute noch in man- chen Geschäften thätig sind, zeigt eine Verordnung, die in der druckerei von Dietze in Gebrauch ist, und zur Verlesung ge- langte. Einige Paragraphen derselben mögen zeigen, auf welche Stufe man in diesem Geschäft den Arbeiter stellt. Die Ueberschrist lautet: Anweisung für die direkten Vorgesetzten der Druckerei. 8 2. Der Vorgesetzte hat sofort im Komtor Mel- dung zu machen, wenn ein Arbeiter faul ist, oder sich über- Haupt gegen die allgemeine Geschäftsordnung, sowie gegen die Fabrikordnung vergeht; unterläßt er dies, so wird er mit 5 M. bestraft; im Wiederholungsfalle mit Entlassung. 8 4. Dem Vorgesetzten wird zur Pflicht gemacht, unparteiisch zu handeln, und ohne Rücksicht der Person den guten, leißigen und anständigen Arbeiter in Schutz zu nehmen. 8 3- Es wird hier übereinstimmend mit der allge- meinen Geschäftsordnung nochmals bemerkt, daß ich be- r e ch t i g t bin, jeden mir zugefügten Verlust, ob verschuldet durch grobe Nachlässigkeit, Faulheit oder Unwissenheit, vloll und ganz abzuziehen, wer sich nicht ein- verstanden damit erklart, hat nickt zu unterschreiben, sowie Stellung, welche bei Jedem ohne Kündigung, nicht an- zutreten. Dies nur einige Paragraphen aus der Anweisung für den Vorgesetzten der Buchdruckerei, welcher Buchbinder ist. Wie mag da wohl erst die Geschäfts- und Fabrikordnung bc- 'ch äffen sein. Auch find in dem Geschäft die Thören ver- schloffen und werden nur während der Eßpausen geöffnet, da- mit der Arbeiter dann sein natürliches Bedürfniß befriedigen kann, während der Arbeitszeit ist dies nicht gestattet. Alle Redner ryaren darin einig, daß solchen frivolen Au- erbietungen nur durch eine feste und gute Organisation entgegen getreten werden kann. Möge jeder Kollege durch eine derartige Geschäftsordnung aufgerüttelt werden, und es wird und muß eine Zeit kommen, wo man es nicht mehr wagt, uns derartiaes zu bieten. Unter„Verschiedenes" wurden den streikenden Bäckern und Kistenmachern je 50 M. Unter- stützung bewilligt. Bekannt gemackt wurde noch, daß die Kollegen der Druckerei von Oeter, Neue Jakobstraße, entlassen worden sind, angeblich wegen Aufgabe des Geschäfts, wie es sich aber nachträglich herausstellte nur deshalb, um billigere Kräfte heran zu ziehen. Pflickt eines jeden moralisch denken- den Kollegen ist es, dort keine Arbeit anzunehmen. Die nächste Versammlung findet am 19. September in demselben Lokale statt. Gin- groß- öffentliche N-riammlung de« Vereins der Klempner K erlins und Umgegend fand am Don- nerstag, den 22. August, in Gratweil's Bierhallen, Komman- dantenstraße 77—79, statt. Die Tagesordnung lautete: h. Or- ganisation der Gewerkschaften(Referent W. Metzner aus Hamburg). 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder, sowie Verabreichung der Statuten. 4. Verschiedenes. Bevor in die Tagesordnung eingetreten wurde, verlos der Sckristsiihrer das Protokoll der letzten Versammlung. Es ertheilte darauf der Vorsitzende, Kollege Schulz, dem Referenten Kollege Metzner das Wort. Redner wies auf die Organisationen der Klempner und Metallarbeiter von vor Jahren und jetzt hin. Er ermahnte zum Schluß alle Kollegen, etwas mehr kollegiali- sches Gefühl ,u zeigen und sich eine stramme Organisation zu gründen. Gleichzeitig ersuchte er sämmtliche Kollegen, sich dem Verein der Klempner anzuschließen, indem er darauf hinwies, daß die Klempner nur in diesen und keinen anderen Metall- arbeiteroerein gehören, denn nur durch eine Fachorganisation kann unser gestecktes Ziel erreicht werden. Nachdem Redner zum Schluß gelangt war, wurde er für seine Ausführungen durch stürmischen Beifall belohnt. In der Diskussion sprachen sich die Kollegen Schulz, Neumann und Selchow im Sinne deL Referenten ans, und ersuchten gleichfalls die Kollegen, sich dem Verein der Klempner anzuschließen, und für dieselben mit ganzer Kraft zu agitircn. Es lief fol- gende einstimmig angenommene Resolution ein:„Die heute in den Gratweil'schen Bierhallen tagende Versammlung der Klemv. ner Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten betreffs der Fachorganisation vollständig e inner- standen, weil thalsächlich die geschäftlichen Interessen der Ar- beiler verschiedene sind, und daher die Kollegen der einzelnen Branchen schwer zu einem gewerkschaftlichen Verein heran zu ziehen sind." Im dritten Punkt der Tagesordnung vertagte der Vorsitzende zur Aufnahme neuer Mitglieder die Vn- sammlung auf 10 Minuten, es ließen sich hierin 54 neue Mitglieder einschreiben. Im vierten Punkt der Tages- ordnung lief folgende von Kollege Köhler unterzeichnete Frage ein:„Wie würden sich die Klempner, da die Situation jetzt eine außerordentlich günstige ist, zu einer Lahnau fbesscrurg stellen?" Hierzu machte der Vorsitzende die Kollegen daraus aufmerksam, daß, um in eine Lohnbewegung einzutreten, es noch zu früh fei. Darauf stellte Kollege Köhler den Antrag, die Frage auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung zu setzen. Kollege Prasse stellte den Unterantraa, im nächsten Frübiahr in eine Lohnbewegung einzutreten. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen."Es erhielten zu Verschiedenem noch folgende Kollegen das Wort: Prasse, Schmidt, Selchow, Kusch, Schneider, Großer, Jlrch und Kamenz; sämmtliche Redner traten für die Interessen des Vereins ein. Kollege Schmidt ersuchte unter anderem die Kollegen, die kapitalistischen Blätter nicht zu lesen, sondern nur für das„Berliner Volksblatt" und die„Äolts-Tribüne" einzutreten. Kollege Selchow als Ok- mann der Arbeitsnachweis-Kommission theilte der Versammlung mit, daß der Arbeitsnachweis am 15. August bei Herne Stramm, Ritterstr. 123, eröffnet worden ist. Ferner liefen noch zwei Anträge ein, welche angenommen wurden. Erster Antrag: Nach Schluß der Versammlung zur Deckung der Unkosten eire Tellersammlung zu veranstalten. Zweiter Antrag: Schluß der Versammlung. Da sich hierauf niemand mehr zum Worte meldete, so schloß der Vorsitzende mit einem dreimaligen Hoch auf das Gedeihen des Vereins um 12 Uhr die imposante Ver» sammlung. Gin- ösf-lttliche Metallarl'elter-Verfamnilnng avc» raucheu fand am F-eitag, den 23. August, im Lokal.Süd» .ist", Waldemarstr. 75, statt. Tagesordnung: 1. Wahl cincr Revisionskommission. 2. Bericht des Delegirten, Kollegen Km l Becker, vom internationalen Arbeiterkongreß zu Paris. 3. Tis- kussion. Kollege Ernst Fahrenwald eröffnete die Versammlung um 9 Uhr. Bei der Burcauwahl werden die Kollegen Miethe, Liifin und Beyer gewählt. Zu Punkt 1 giebt Kollege Fahren» wald eine Ueberficht der Kommission, welche die Gelder zur Beschickung des Kongresses zu beschaffen halte, und wünscht, behufs enbgiltiaer Abrechnung, eine Revisionskommission von drei Mann. Weiter theilt Redner den Ausschluß des Kom- missionSmitgliedes Wilhelm Reinicke mit. Kollege König schlägt vor, süns Mann zu wählen; dieser Vorschlag wird angenommen. ES werden die Kollegen Bolthe, König, Kurgas, Bredow und Klein gewählt. Kollege Wichmann beschwert sich über die verspätete Bekanntmachung dieser Versamm» lung. Nunmehr erhält der Delegirte Kollege Becker das Wort. Derselbe erwidert zunächst mit einigen Worten dein Kollegen Wichmann dahin, der Einberufer habe erst die Ge» nehmigung abwarten wollen, und schließlich sei es zu spät zu einer Ännonze gewesen; Redner ist überzeugt, bei näherer lleberlegurg würden die Kollegen in diesem Fall Nachsicht üben. Als dann zum Bericht übergehend, entbietet Redner der Versammlung, den Gruß aller Proletarier der betheiligtnr Länder, welcher mit großem Enthusiasmus aufgenommen wird. Redner schildert die Abfahrt der Berliner Delegirten, welche in bekannter Begleitung vor sich ging, ferner den Empfang rn Köln, wo ihnen durch die Chikanen einiger Gastwirlhe der Aufenthalt verleidet werden sollte. Die Ankunft in Paris ge» schah am Sonnabend Vormittag 10 Uhr. Der Kongreß wurde am Sonntag, den 14. Juli, durch den französischen Ge- nassen Lasargue mit einer begeisterten Anspracht, welche vo r Genossen Liebknecht mit einem Zusatz übersetzt wurd-, eröffnet. Redner geht nunmehr auf die Verhandlungen in ihrer Reihenfolge ein, es fanden im ganzen 11 Sitzungen statt, die Zahl der Delegirten betrug 392, mehrere Sitzungen wurden der angestrebten Vereinigung mit dem Posfibilistischen Kongreß gewidmet. Hierbei entwickelt Redner die Entstehung der beiden Kongresse, schildert die lebhaften Debatten in dieser Sache, welche schließlich zur Annahme der Resolution Lud- knecht führten, und verliest dieselbe. Die Vereinigung kam bekanntlich leider nicht zu stände. Die Schilderung der Situationsberichte giebt dem Redner Gelegenheit, die Verhäli- nisse der einzelnen Länder, wie sie von den betreffenden Delegirten mitaeiheilt wurden, einer nähereu Betrachtung zn unterwerfen. Als hervorragend sind in erster Linie die Bcnck e von Deutschland(Genosse Bebel), welcher großes Aufsehen erregte, England(Genosse Morris), Oesterreich(Genosse Adle>, letzlerer schildert die Verhältnisse seines Landes in besonders ge st, reicher Weise. Es folgen alsdann die Berichte von Rußland, B.>- gien, Schweiz, Holland und schließlich einige Sveziatberichte der Delegirten Horn(Glasarbeiter), Düpont(Seeleute), Lrrz (Pariser Kellner), Keir Hardy(schottische Berglcute) und ande-e mehr. Als das erste praktische Resultat des Kongresses verlnst Redner die beschlossenen Resolutionen, welche ja allgemein d-- kannt sind, berührt alsdann kurz das zum Schluß stattgefundere Banket und gedenkt in wärmen Worten des begeisterten Ewpfangs, sowie der echt brüderlichen Behandlung der deutsch«, r Delegirten von Seiten der Franzosen.(Großer Beifall.) D'r Vorsitzende stattet dem Kollegen Becker im Namen der Ver- semmlmiy seinen Tank ab.— Zur Diskussion wendet sich Kollege Miethe zu dem Bericht der Schweizer und findet in demselben einen erfreulichen Fortschritt desSchweizervolkeS. Kollege Geftä ermahnt zur eifrigen Agitation betreffs der Manifestation für den Lstündigen NormalarbcitStag. Die Kollegen Fahrenwald, Klei« und Litstn fordern zur eifrigen Agitation auf gewerkschaft. lichem wie politischem Gebiete auf. Kollege Fabrenwald theilt mit, daß die Kommissionemitglieder verschiedene Strafmandate, an- scheinend wegen Veranstaltung von verbotenen Sammlungen «halten hätten, darunter eines in Verbindung mit den Korb- macheru, welches große Heiterkeit erregte. Folgende Resolution wird einstimmig angenommen:»Die heutige im Lokal Süd- Ott tagende öffentliche Metallarbeiterversammlung erklärt sich mit den Beschlüssen dcs Pariser Kongresses solidarisch und verspricht, dieselbeu mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zur Durch- führung zu bringen." In seinem Schlußwort nieint Kollege Becker, die Bedrückungen Deutschlands gegen die Schweiz würde den Arbeitern die Augen öffnen, außerdem wird die Verbrüderung der Arbeiter beider Länder nachdrücklich auf die politischen Verhältnisse derselben einwirken.(Bcifall.) Schluß Ii; Uhr. Eine Versammlung de» Vereins zur Mahrnug der Interesse« der Kerliner Kuspfarbeiter tagte am Sonn- abend Abend im Lokale des Herrn Gnadt, Brunnenstr. 38, mit folgender Tagesordnung: I. Vortrag des Kollegen Theod. Bleil üoer Kapital und Arbeit. 2. Innere Vercinsangelegen- deiteu. Vor Eintritt in die Tagesordnung bemerkte der Vor- fitzende, daß wir in dem verstorbenen Kollegen Johann Nowack emen treuen Anhänger des Vereins verloren haben. Die Vcr- fmnmlung ehrte das Andenken durch Erheben von den Sitzen. Bei Punkt 2 der Tagesordnung»Innere Vercinsangelegen- beiten" bemtrkte der Vorsitzende, daß aus dem Protokoll des SchrittführcrS zu ersehen war, daß die letzte Versammlung schwach besucht war und die heutige auch nicht zahlreich besucht zu nennen sei. Der Grund sei darin zu suchen, daß in sieben Knopffabriken fast aar keine Arbeit vorhanden sei und die achte irnt Arbeit über haust wäre. Die Kollegen wollten gerne zur Versammlung kommen, aber es fehle ihnen das Geld dazu. Tie Knopsfadrikation sei der Schundproduktion in die Arme gc fallen, vor zehn Jahren seien die Preise bessere gewesen, als heute und man könnte gerade sehen, daß diejenigen Fabriken, welche noch einen annähernd amkömmlichen Preis für die Ar- beüen zahle, Arbeit hätten, während die anderen immer mehr und mehr zurückgehen.(Beifall.) Kollege Spiehs spricht sich im Sinne des Vorredners ans und(fiebt die ganze Schuld der Schundproduktion. Den Kollegen ginge es gerade wie ihm, es fiele ihm zu schwer, zur Versammlung zu kommen. Man denk sich, daß die Arbeit seit Wochen so schlecht gehe und ein Familienvater wie er, der diese Woche 1 M. 80 Pfa. verdient habe(Rufe: Pfui!), ob ihm da noch 15 Pf. für Bier übrig bleiben, um zur Versammlung zu kommen. Der Staat ver- lange seine Steuern, der Exekutor säße ihm auf den Fersen, ober das Gesetz frage nicht darnach, was er verdiene, man sieht ja, wie das Gesetz mit uns umgeht.(Stürmischer Beifall und Bravo.) Herr Schwillau spricht seine Entrüstung aus, daß ein Familien- vater, nn stcuerzahlender Bürger, Sonnabends mit IM) M. nach Haufe gehen müßte; ein solcher Fall muß angenagelt met den.(Rufe: Sehr richtig!) Redner»iebt der Provinz die Schuld, tx befürwortet eine Zentral- Organisation, damit wir mit anderen Städten Fühlung hätten. ES würde wohl unter den Betlintt Knopfardeiiern Einer sein, der in dieser oder jener Stadt einen Bekannten hat, mit welchem er in brieflichen Verkehr treten könne. Kollege Krause ist nicht gegen Zentral- Organisation, befürwortet aber erst die Durchführung eines allgemeinen LohntarifcS. Kollege Spiehs meint, die Majorität wäre nicht im Fachvercin und die Minorität könne keinen Lohntarif zur Durchführung bringen. Der Vorsitzende ist gegen Zentral- Organisation, weil den Kollegen die geistige Bildung entzogen würde, die der Fachverein fördert. Wenn die Arbeit besser gehe, solle ein jeder dafür sorgen, die Kollegen dem Fachverein zuzuführen, um dann eine Ausbesserung deS Lohnes herbeizuführen.(Rufe, sebr richtig.) Kollege Krause tadelte das Verhalten der Markerl'schcn Ar- bester, das so wenige dem Fachvcrein angehörten, aber daß sie bei einem früheren Streik wohl wußten, wo es Geld gab. Hierauf verbaten sich zwei Arbeiter der genannten Fabrik, die Kollegen Krupp und Löschte energisch, ihnen Vorwürfe hinüber zu machen, da sie treue Anhänger des Vereins sind und sie feit Bestehen dem Verein angehörten, sie könnten die Arbeiter nicht an den Haaren dem Verein zuführen. Hiernach wurde beschlossen, dem Vorstande es zu überlassen, wenn die Arbeit besser gehe, eine öffentliche Versammlung einzuberufen. Kollege Portz beantragt, den streckenden K stenmachcrn 50 M. zu de- will, gen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Die»Freie Vereinigung der Kchnrider Kerli»»'- tagte am Mittwoch, den 2l�d.Mtk., st in Graiweils Bicrhallcn, Kommaneantenftr. 77-79, Die Tagesordnung lautete: 1. Vor- trag des Herrn Türk über die wuthschasllichen Umwälzungen der französischen Revolution. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes.— Es«hielt zunächst Herr Türk das Wort zu seinem Vortrage, welchen dnselbe zur vollsten Zufriedenheit d« Versammlung«ledigte. Unt« VcreinSangelegenheiten war eine Frage eingelaufen:»Wie stellt sich die»Freie Vereint- gung" dem Verhallen des deutschen Schneiderv«bandeS gegen- über? Hierzu«griff zunächst Herr Pfeif« das Wort und be- tonte, daß gerade diese Frage sehr zeitgemäß sei. Der- selbe legte zunächst die Gründe klar, welche in erster Reihe dazu geführt hatten, die Freie Vereinigung zu gründen. Es seien hier in«st« Reihe die üb«aus schlechten Verhältnisse im Schneidngewerbe in Betracht gezogen worden, die Gründer sind von dem Gedanken ausgegangen, daß nur mit einer aufgeklärten Masse eine Besserung zu erzielen sei. Da aber bei den heute in Deutschland herrschenden Zuständen eine zentrale Organisation nicht so aufklärend wirken könne, wie eine lokale ohne die ganze Organisation zu gefährden, sei die»Freie Vneinigung" gegründet worden. Was nun den Standpunkt der»Freien Vereinigung" gegenüber der Filiale des »Deutschen SchneiderverdandeS" betrifft, so ist derselbe noch der frühere, da der Vorstand der Ansicht sei, daß in Berlin sehr gut zwei Organisatinnen bestehen können, eS sei auch stets vom Vorstande d«»Freien V«einigung" darauf aufmerksam ge- macht, daß hier zwei Organisationen bestehen und aufgefordert, sich einer von den beiden anzuschließen. Es solle jeder prüfen, welche von beiden ihm am meisten zusage; speziell von fem« Seite sei rmmer betont worden, daß, wenn wir auch getrennt marschiren, doch ein gemeinsames Ziel verfolgen. Als seinerzeit die Delegirtenwahl zum Pariser Kongreß bevorstand, habe er zirka drei Wochen vorh« bekannt gemacht, daß am 18. Juni eine öffentliche Versammlung, welche sich mit dieser Frage beschästigen sollte, stattfindet, trotzdem sie von Seiten des Verbandes eine Konkurrenzversammlung einberufen und dieses des Oest«en wiederholt worden, infolge dessen habe d« Vorstand der»Freien Vereinigung" sich genalhigt gesehen, mehrere Versammlungen der»Freien Vereinigung" ausfallen zu lassen. Später habe nun eine öffentliche Schnciderversamm- lung bei Bolzmann in der Andreasstraße stattgefunden, wo von Seiten des Herrn Slcinmar eine sehr friedliebende Rede gehalten und sehr warm für Beilegung des Streiks eingetreten wurde. Schließlich fei eine Kommission gewählt worden, um zu untersuchen, wer den Streit hervorgerufen. Redner knüpfte hi«an den Wunsch, daß es der Kommission gelingen möge, den Störenstied zu ermitteln. Herr Pfeifer betonte nochmals die Nothwendigkeit, Hand in Hand zu gehen und die Einigkeit herzustellen, uwsomehr als die Schneider im nächsten Fiüh- jähr in einen Lohnkampf einzutreten gedenken und hierzu unt« allen Umständen ein einiges Vorgehen erford«llch sei, um eine Besserund der Lohnvcrbältnisse im Schneid«ge- werbe zu«zielen. In der Diskussion sprachen noch mehrere Redner in demselben Sinne. Nachdem noch die eingelaufenen Fragen beantwortet waren, schloß der Vorsitzende die vom besten Geiste beseelte Versammlung mit dem Hinweis, daß am Dienstag, den 27. August, eine öffentliche Schneiderversamm- lung statlfinden werde und forderte alle Anwesenden auf, recht fleißig für den Besuch dieser Versammlung zu agitiren. »Z»s-»,a-, Cttrtf-«ad»«et«»-m. acwngverew.IugendlutI'""*-" - HU«, griruivf x-rrtm-um >.»WH lulf»brnd» 8X Uhr im Rksiaur-Nt sirabt 162.- iUiäruicradanQDfrfin.Säciila" Sbcndt 9 llbr � � »X._(y,,fnnnn,rM!i-ilMmirrdinr Linde"vcnot Aöpnickcrstraß- 127a.-©tfanaterriii.iDMnntidior Linde Rellaurani Haller, «bend» 9 Uhr im u.— vä/ciuiiuuciciu„ayiumici-iuwi. Waunnnftrate 70.— iManneracsangvernn Restaurant Musehold, L andibe rg erftraße»r».'wutst! timreliaidien Gemeinde, Äbendö Ä Udr i,*« smtttDoai nach dem ersten im Monat. Abends v llyr nn«u f Ltchienderaerstraze 21.—.Seeger icher Gciangoerctn.Abend!». � Restauranl Schulz. Prenzlauerstrabe 41,— Geiangoemn.Schwunsra» S(., Uhr im Restaurant Sahm, Annenstraße IS.— Männeraeiamd � gsls beerkranz- Abends 9 Uhr im Restaurant Aarsch, OranienstraßeMi, verein.Rord.Jubal' Abends 9 Uhr in Veitin S Bierdau«. BeterantM Männergeiangverein.Schneeglöckchen' SbendS 9 Uhr im MJtauta• jj, stein Mariannenstraße 31-32.— Gesangverein.Eangerrund!«dt' xK? Turnverein Turnverein u nuuiuo» uqt un vafaiDl, tn CIUK! Lucy..;.,-...jt (1. LebrlingSabtbeilungi Abends 8 Uhr Elisabethssta»!. p .Bedding', Pantftraßc 9. Mönnerahtbrilunii�von�d__ M ftraßc 83.— V-rgnligungSvercin.Fröhlichkeit' SbendS 9 Uhr� Söger, Grüner weg 29.- Wiffenichasuicher Verein für araphic. AdendZ bjj Uhr im Restauranl Äcele, Alle Unterricht und UebungSstunde.— Roller icher Stcnograi Abends«it Uhr iin Restaurant Prinzeniiraße 97, EißllN« u»»-A II» stunde.— Arendistcher Clenogravhen.Lcrein.Amieilta Abend im Restaurant BehrendS, Schönebergerstraße Nr. 6.— gravhenverein.Philia' Abends 9 Udr im Restaurant»Wild «ochstraße 7.— Stenographische Gesellichasi Arend» im Restauran� garten, Lindenstr. 105. Unentgeillicher Un mutiger Schüler der 22. Geineiudeschule mann, Kurfürftcnstraße 31.— Berliner oiuuuuiu»—» n,,-». im Restaurant»oge, Köpnickeritraße 191.- Rauchklub.Havamw '--' frnfrftrnftt 16.— ii?1 Uhr im Restaurant Pactzoldt, Reichenbergerstraße 16. Abends 9 Uhr' im' Restaurant"Achiel. Kövnickertsta�' yf1'Sgl (»..'.'dus vi «iiifr mtUhlichkeit__________ P RauchNub.Columbia' Abends 9 Udr Grüner Weg 29.-.Pollack-Club.Einlracht', icden 8X Uhr bei G. Thiel, Wienerstraße S8.— Gesangverein der... jeden Mittwoch Restauranl Sevdcistraße 30, von 9-11 Udi .Tambourverein Gut Heil', 8 Uhr Langestr. 101. Geichöstlich! keinen Zutritt. UnterhaltungSverein.Harmonie'. Sitzung DreSdmerftr. 116 bei Wendt. DeNspHen. (Mokss'« Uelegrapljeu-Knrean.).jy London, 27. August. Der Streik der Stcinkbh. � der hauptttädlischen Zentralbahnhöfe KingS Croß uno cras hat sich auf alle Kohlenniederlagen der»Grcoi Railway" ausgedehnt. D-i&P London, Dienstag 27. August. Zwischen Arbettern und den �igenthümern der Docks sind-30� §en eingeleitet, um eine Verständigung über die ragen herbeizuführen. London, Dienstag 27. August. Der Verirrt« der Fachorr»!» der Papiernrbeiter innen und vewandter BeruiSgenoffen hölt am Mittwoch, den 28. August, in Keßner'S Lokal, Snnenstr. 16. eine Ver. iammlung ab. Tagesordnung. 1. Vortrag deS Herrn Milenz: Können die Llbumarbeitcrinnen durch unleren Verein Loitheile erzielen? 2. Diskussion. 3 Verschieden-«. Um zahlreiche» Erscheinen wird ersucht. Gaste. Damen und Herren haben Zutiitt «srot« öffentlich« Perjamnilung Uimnitlichee Kchneiede Kerltn» und Umg-oend am Mittwoch, den 28. August, Sdendi 8Zt Udr, bei Feuerstein, Site Iakodstl. 75. Tagesordnung. 1. Ist durch eine Organilotion eine Bester. stellung unierer Lage zu erzielen? R.serent: Herr Zubeii 2. Ditkusston. 3. Wie st-llen wir un» zur Gründung eine« FachvereinS 4. Verschiedenes. Sozialdemostratl scher Mnl,t»«rein im 4. Kerliner tzl,!ch»tag»- walilstrei». Große Versammlung am Mittwoch, den 28. August, Adeirdi pröziie 8h Uhr, in Wohlhaupt's Salon, Mantcuffelstr, 9, Togeiordmmg: I lieber die beoorsted'Nden ReichStagowihlen. Reseicnl. Herr Buchdrucker Wilhelm Werner. 2. VereinSai gelegenhette». 3. Verichiedene» und Fragekasten. Neue Mitglieder weiden ausgcnon.mcn. Göste willkommen. chroste öffentlich» Notk«r>«rsa»>mluug am Donnerstag, den 29, August, Adend» 8 Uhr vröztle im Etvstum LandSbcraer Allee 39.41. Tagcsordnuna i 1 lieber das Wesen und Wicken der sozialdemokratischen Wahs. vereine Rdereul: Herr Fr. Z ibcil. 2 Verschiede». S «in» nttgemet»» Drucker- und Ztlaschinenm»l»>r»»rs->«,mte>ng ftndet am Donnerstag, den 29. d. Mti, Adend» 9 Uhr in Jordan» Salon, Reue Giünstr. 28 statt. Tagevvrdnu»,: 1. Besprechung zu der am 9. September stailnndcndcn Parderathung der Gehils.nvertteter über die Ausnahme von Druck- bestintmungen in den Allgemeinen Drutschen Buchdruckertarif. 2. Wahl eine» Deteoiiten. 3. Berlchiedene». gnusdiener. Große Herrenpartbie der Hausdiener am Sonntag, den 1. September. Nachmiltng» 2 Uhr. Absahrt«lcranderplatz. den Dockarbeiter halten heute eine Konferenz mit �3# dern deS� TireklionSrathcS der London« und Docks. Der DireklionSrath lehnte die Forderungen d �$ kendcn betreffend eine Lohn«höhung bis auf 6 V. j* Stunde mit einem Minimallohn von 2 Shillings° und Abschaffung des Systems d« ArbeitSpächler ad- 1 Dlem l �.Puttk »,°lten � "eine °nsfre 8 auf j jprech, �»erverb > sie l Rrierkktsteitz. Bei Anfragen billra wir die AbonneinentS-Quittung beizufügen Antwort wird nichr erlheitt. 1 A.\ Fachverein der Klempner. Das ist da«»JL daß wir einen auf zw« Seiten geschriebenen Bench>" Chemnitzer. S. ist aus Chemnitz gebürtig, K. F. 135. Die Thür Ihres TabaklavcnS � Sonnlag von 9 Uhr ab mindestens eingeklinkt," Kirchen stunden aber gänzlich geschloffen fem; sonst p- sich nach der Polizei- Verordnung vom 24. Novem strafbar. jT,,irtg «.§. 17. Ob Sie die Schulden Ihrer. WW in 0 � hör 5 eine w. wo S"'cht R da küi N-di- nnste to? Vit r»«lit I bezahlen haben, kann nur nach genauerer Prüfunü � 18 nicht mitgetheilter Einzelheiten beaniworm. ji!» lb Sie �»W' einleiten können. dener, uns nuyi mitgeiyeitier Einzelyeiien veaniwu»"� fr Ebenso ob Sie die Scheidungsklage mit Aussicht. � Zu mündlicher Auskunft sind wir" Elch chntlch llllüls-vrlsiiimliiiiz am Mittwoch, den 28. August, Abends 8 Uhr» im„«elforter Salon", Keiforterstraße 15. Tages-Orduunq: 1. Wie verhalte« sich die Beiliner Arbeiter z« der am ZI. August bei Heydrich abgehaltenen Versammlung. 2. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tell«sammlung statt. IAA Der Einberuf«: E. F a t s ch e l. S der SmJ'Ü Zu beziehen durch die Expedition: Zimmerstr. 44. Große öffentliche Volks versammlung am llonnenstag, den 28. August, Abntt iriizise 8 Uhr, m Elhßm, LandSberser Allee Nr. 33—41. Tages-Ordnung: 1. Neb« da» Wesen und Wirken der sozialdemokratischen Wahlv«eine. Ref«ent: Herr Fritz Zubeil. 2. V«schiedeneS. Ilm zahlreichen Besuch wird gebeten II«»» einI»«i»uGe»». ssMenick. Wahlverciil i>. ii. Bcrliiicr RkiWG-WiiIilkllists. Am Dovnrrgag. de« 29. AugnS, Abends 8'l2 Uhr» im Kokale drs K-rrn Kuth. Kadstrohe: Grosse Versammlung. TageS-Ordnung: Vortrag des Herrn Curt Vaake üb« MalihufiauiSmuS. Diskusfiou. VnschiedeneS und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Mitglieder werden aufgenommen. 1263__ Der Vorstand. WM!«.WM w jeder Preislage k ttssenvlever, 1. Geschäft:«hansseestraße 4» S0. 2. Geschäft: Krnnnenstraße ILS. Ecke d« Anklam«strabe. Den Parteigenossen bei Bedarf bestens empfohlen! 5»»rele,e>»»A.>.>».Mt»tzt»Kt»Ua«a ff> feetzeu rrfchte»«»: »er Atilt Welt- Kalender für 1SS0 »terzehnker Jahrgang »»«»»«, NikcaHtfanB.—«Lcktzli«.— Weste» aak WteN»— S»*wi»I«irf be» llstiistrt(mit (ainfttuien). Mlb).— Ritza« ut tze»»ell,(Zl-irreri»»). —»ietzeeietz-re». W�HUur, von«.«tchwerq-i. -««I»etztchi mit Zlestrettev.- Sei- grein» Nentomtv. 0u»»rr«l, t» eittzlfchee Mnndna.— Ktte«ertzreirnnaenNNel»er vüenien. Wen fmt. Dr.>.»»tztl�ttl.— 8 türm am vier»». Grdttl>M Herrn. Line».—»»»er rettzre» Wen»,»rzibtan« von z.».«eure,. - tun MMiBBfta.»ichstsch««»Satze. —«n tzn e.nnr�j#« Oltoeft»»»Ir..— «er.»effchteveve' «M .«etzalirt Owrvidtfchl.- l MM. ckzitzlnn» ve»<. Uenr«.— Uebet den e». stutz de« Westertz«es»te««ftetmn« der «rvvtcrftMi«.«u IL«emaelL— Zosetzh Helgen(mit»erereiti.— ftitlln«»ricker(mit -«x* zchverem der Kernmalher � BttOgeitojse«. Den Mitgliedern zur Nachricht, � Mitalied Herr mann FuhriN�J am Montag früh im Ali« von 46 Magenkrebs verstorben ist. Die Becrütsi��l dem Paulst Mittwoch, Nachmittags 4 Uhr, vowj�' Der*�00� Wielen straße 20 na straße, statt. Um rege Betheiligung«sucht 1261 derb, Cigarrrn-Kati�� empfiehlt � Fvmnw FraitJV No S, KAsIlner» 8tr»8«®J>�y ►rrröf� ti ör Zu beziehen durch die Gepeditio«: Zimmerstr. 44. hg "Ken. VV Da S-MWMZKZ Men Freunden und Bekannten ewi'�. 1 ... M verbunden mit reichhaltige«. Wittag»- nnd Abendtisch. Fr-ni- Hochachtungsvoll Ä d. . P. ber vormals W. Haugk, Meinstra?�� � Ä ist �'imine Großer träft. Mittagatisch mit 12—2 Uhr. E. Bötckcr, Naunynstr. Schwi-yer-Gart�s MMIWMMM r«' 'm s.0nne Emv kehle mein Lokal zum Arb»tt»nachmei» u. f. Zahlstelle«. Znmn« mit Piano für Vereine. 1267 Arthur Ziemer, Cuvrmtr. 16. Am KönigSthor. rügliohi' st,. G. Concert, Theater p Spezi üi äten-Vorstck Im«„«bauten BALL-0� ä 25 Han «am so pf. Ws o.,"i w Ms N& s' �teer V B«antworitich« Stedakieur: U. tfirennetm m ÜJerlrr.. Druck uns Verraa von Oavtvg m Berlin sw. Beu-Kstraite 3