Itf Ijtlt& »•!«»>: Täglich unter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereine- und VcrsammlungS. Anzeigen 20 Pf. Zinserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Finnnerstrake 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3-7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vorm,ttaas geöffnet. -* Fernsprecher: Amt Vi. Hr. 4106.«- Nrdakkwn: Scuthgragr 3.— Expcdilio»: 3imiiu-i-rifa)U- 44, Bxim 81. Axlgusk. ierdi- �wWjahrhunbert ift heute»eifloffcn, seit F WflA.�ffolle, der große Mann der Wissenschaft, der «A feurige Agitator, der Rufer im Streit für wtsche Proletariat, für immer die Augen schloß. lityu c.""Wer klassenbewußte deutsche Arbeiter heute ver- - werden sie mit Wehmuth, aber auch mit inniger Uitj des Mannes gedenken, der furchtlos und kühn, , ,,0n Gegnern trotzend das Banner des Sozia- ' entfaltete, die Massen zum Kampfe heute ver- ... i.t inniger des Mannes gedenken, der furchtlos und kühn, das Banner des Sozia- für ihr Klassen- > Welt ?«ius �e ihm zu folgen aufrief. lji,�'?ienigen, die jene Zeit nicht erlebten, aber heute in �«"�enveile groß und mächtig gewordenen Bewegung .taufenden von Gesinnungsgenossen Schulter an t)b. er in Reih und Glied stehend, den Kampf für ihre fyiu er Klassengenossen Befreiung führen, haben keine !lim"5 von dem Muthe und der Energie, die zu diesem �en Lassalle's gehörte. Ca. jj'e von einer Biper gestochen, schrie die ganze bürger- £». �'ellschaft auf, als im Frühjahr 1863 das Leipziger W�mitee fllr die Berufung eines allgemeinen deutschen Iich.� erkongresses das Antwortschreiben Lassalle's veröffent- 'v welchem er dem damals das ganze öffentliche Njj. beherrschenden bürgerlichen Liberalismus den Krieg kettle Un� �'e ���eiter zum selbstständigen Vorgehen auf- �atte Lassalle schon das Jahr zuvor das tkn �pt eines Vortrages veröffentlicht, betitelt:„Ueber pen� v�ren Zusammenhang der gegenwärtigen Geschichts- dix Lvlit der Idee deS Arbeiterstandes", jener Broschüre, unter dem Titel:„Arbeiter-Prograinin" in �ite. Zusenden von Exemplaren unter den deutschen Ar- hch" verbreitet wurde. Aber dieser Vortrag war in V, p? Kreisen unbeachtet geblieben, obgleich gerade er für iesi�ziger Zentralkomitee die Veranlassung ivar, sich an iu wenden und ihn um seine Ansichten über die äp.. welche die Arbeiter einzunehmen und die Forde- fle aufzustellen hätten, anzugehen. �cn«„Antwortschreiben" wurde das Programm der � lip�e®e9Un9' es enthielt den Schlachtruf, durch welchen >ir pichenden Klasse der Krieg erklärt wurde. Es hatte sich'e soziale Bewegung Deutschlands ungefähr dieselbe � v,;'fUnS/ wie die 93 Thesen Luther's für die Reformation, am 31. Oktober 1517 an die Schloßkirche von »Jjerg schlug. «leij?."erdings fand das„Antwortschreiben" nicht wie seiner je Thesen Luthers durch ganz Deutschland lebhasten Derselbe war vielmehr ein sehr getheilter, die , Arbeiter des Jahres 1863 waren, so weit sie 3 überhaupt sich um politische und soziale Fragen be- 5"n, vollständig im liberalen Lager und waren von �aschauungen des bürgerlichen Liberalismus erfüllt. s53 L'emlleUni. »nbolmj_ �tn Goldmonpuh. Roma» DO» Maurus Jbkai. i�fet Herr Fabula hatte vollkommen Recht. Timar �vr so ziemlich gleicher Meinung mit ihm. Er unter- mit dieser Mehlsendung ein Rssiko von mindestens , tausend Gulden. Dieser Einfall war übrigens nicht .'"v h ging ihm schon lange im Kopfe herum, ob 'stai J ungarische Kaufmann sich keine höhere Aufgabe �t,-..jnne, als Getreideabschlüsse zu machen und die e�ken r�e äu beftachten; bei günstiger Gelegenheit Liefe- �as hohe Aerar zu bekommen, den Kanal der �sgaben durch sein eigenes Grundstück zu leiten, zu �.�pottpieise, Kameralgüter zu pachten und nebenher, M Passion verschuldeten Magnaten zu fünfzig Prozent t- iliiönrf eihen, um so allmälig nach Bettlerart ein lumpiges de!! nach dem anderen zusammen zu scharren? Sollte J ungarischen Kaufmann keine freiere, kühnere Bahn >»i»t-' vls diese beschränkte Krämerwirthschaft? Sollte ■»�nn"'''üglich sein, für jene Artikel, in welchen unsere i'e» M �'c fremde Konkurrenz zu bestehen vermag, uns v�els? � �u erringen in dem großen Bazar des Welt- t V„' Der Exporthandel mit Mehl war schon ein alter *e b10nr�m- Üm die Ausführung vorzubereiten, hatte er jniet �llUlühlen vervollkommnet und in Trieft sich ein ' t�ilutt �lsschiff bauen lassen. Die Ursache des raschen lassen-, Werk zu gehen, war jedoch Noemi allein :tst« J und seine Begegnung mit Theodor Krißtpan hatte �- D�Wuß zur That" gere'ift. r-xportgeschäft war jetzt nur noch Nebensache; Haupt- Selbst im Zentralkomitee kam es wegen des Antwortschreibens zur Spaltung. Die Minorität erklärte sich gegen Lassalle und schied aus. Damit war auch daS Signal zur Spaltung in der eben erst begonnenen Bewegung gegeben. In zahllosen Versammlungen wurde pro und kontra disputirt und in der großen Mehrzahl derselben entschied man sich, unterstützt von den liberalen Wortführern und der liberalen Presse, die über das„Pronunziamento" Lassalle's wüthend waren und in demselben nur einen Streich erblickten, geführt im Interesse der Reaktion, gegen ihn. Aber Lassalle's Feuergeist ließ sich nicht irrre machen. Ueberraschte ihn auch der Widerspruch und die Opposition, die er gerade in den Reihen derjenigen fand, für die er ein- trat, für deren Interessen er seine ganze Persönlichkeit ein- gesetzt hatte, er begriff vollkommen, warum es so kam, und so begann er, eine Kampfnatur ersten Ranges, unterstützt von einem kleinen Häuflein begeisterter Anhänger einen agi- tatarischen Kampf, der ewig zu dem Großartigsten gerechnet werden wird, was ein einzelner Mensch zu leisten vermag. Umgeben von einer wüthenden Meute in der Presse, die ihn von allen Seiten anfiel, ihn beschimpfte und ver- leumdete, jedes seiner Worte wie durch hunderttausende von Zungen verdrehte und fälschte, von seinen ehemaligen Freun- den in der bürgerlichen Demokratie bis auf ganz Vereinzelte verlassen, gesellschaftlich geächtet, polizeilich chikanirt, aericht- lich verfolgt, führte er unermüdlich bei Tage redend, bei Nacht schriftstellerisch arbeitend, jenen unvergleichlichen Kampf, in dem die Grundlage für die große soziale Bewegung der Gegenwatt gelegt wurde. Wohl erfaßte ihn oft ein tjefer Ekel, wenn er auf all die Niedertracht und Gemeinheit sah, die sich ihm entgegen- stellte, auf Schtttt und Ttttt sich ihm an die Fersen heftete. Auch erfaßte ihn nicht selten tiefe Verstimmung, schwarzer Pessimismus, sah er, wie scheinbar all die riesenhafte Thätia- keit, die er entfaltete, die großen Opfer, die er an Kraft, Gesundheit, Zeit und Geld brachte, auf nur mäßig srucht- baren Boden fielen und die Schaar seiner Anhänger sich nur langsam vergrößerte. Tausend andere an seiner Stelle würden die Flinte ins Korn geworfen, würden sich der Ruhe und dem Wohl- leben, zu dem ihm reichlich die Mittel zur Verfügung standen, überlassen haben. Nicht so Lassalle. Er überwand den Ekel, verscheuchte den noch so be- rechtigten Unmuth und kämpfte immer von Neuem jeden Gegner siegreich niederwerfend, die Anhänger anfeuernd und zur Begeisterung hinreißend, bis er der Feuergeist am 31. August 1864, nicht im Kampfe für die von ihm ent- faltete Fahne, sondern einer gewöhnlichen LebenSintttgue zum Opfer fiel, und die Parze ihm den kurzgesponnenen Lebenspfaden abschnitt. Wie ein Blitzstrahl traf die Nachricht seines plötzlichen Todes Freund und Feind. fache war, einen halben Erdball zwischen sich und jenem Menschen zu legen. Wer sah, welche rastlose Arbeit Timar durch Wochen vollfühtte, wie er von einer Mühle zur anderen eilte und von da wieder zu seinen Schiffen, wie er diese, sowie sie befrachtet waren, zur raschen Abfahtt antrieb, und wie er persönlich jeden Transport überwachte, der sagte: DaS ist ein Muster von einem Kaufmann! Dieser Mann ist stein- reich; er hat seine Direktoren, Agenten und Kommissäre, seine Schaffner, Aufseher, und Jspans, und dennoch sieht er überall selbst hinzu, wie der gewöhnlichste Unter- nehmer. Der versteht sich aufs Geschäft.(Wenn sie nur gewußt hätten, um was es sich bei diesem Geschäft handelte.) Drei Wochen waren verstrichen, als das erste Schiff, mit Tonnen ungarischen Mehles beladen, im Tttestiner Hafen bereit lag, die Anker zu lichten. Das Schiff führte den Namen „Pannonia". Es war eine schöne dreimastige Galliote. Selbst Meister Fabula war ihres Lobes voll; denn er war anwesend bei der Einschiffung des Mehls. Timar selbst sah das Schiff nicht. Er war nicht einmal nach Tttest gekommen, um es in Augenschein zu nehmen, als es seine Reise antrat. Während dieser paar Wochen hielt er sich beständig in Levetincz oder Pancsova aus. Das ganze Unternehmen ging unter dem Namen Scaramelli's. Timar hatte seine guten Gründe, seinen eigenen Namen dabei aus dem Spiel zu lassen. Er verkehrte nur btteflich mit der bevollmächtigten Firma Searamelli. Eines Tages erhielt er dann einen Bttes von Theodor Krißtyan. Als er ihn erbrach, überraschte ihn zuerst, daß sich Geld darin befand— eine Hundett-Banknote. Der Inhalt dieses Briefes lautete:„Mein Vater! Wenn Sie diese Zeilen lesen, schwimme ich bereits auf dem Meere, an Bord der prächtigen„Pannonia", als brasilianischer Agent des Hauses Searamelli. Empfangen Sie meinen wärmsten Dank für Ihre gütige Empfehlung. DaS Bankhaus hat Die Freunde waren betäubt und konsternitt, iveil der Gefallene, auf den sie all ihre Hoffnungen gesetzt, ihn:n unersetzlich erschien. Die Gegner athmeten auf, wie von einem Alp befreit. Nun er todt war, den sie im Leben so grimmig gehaßt aber auch gefürchtet wie keinen zweiten, schwangen sie sich auf und zollten seinem Charakter und seinen Talenten die wohlverdiente Anerkennung. Sie konnten dies um so leichter, da, wie sie wähnten, die Bewegung, die er hervorgerufen, mit seinem Tode auch zu Ende war Aber sie täuschten sich, diese Sykophanten des Bürger- thums, die gewohnt waren, auf den Arbeiter mit Gering- schätzung zu blicken und für unmöglich hielten, daß diese bisher so mißachtete Klasse ihre eigenen Wege gehen könne. Der Same, den Lassalle ausgestreut, hatte Wurzel ge- faßt, das Feuer, das er angefacht, hatte gezündet. Aus der unterdrückten Arbeiterklasse traten jetzt zahlreiche Männer hervor, die durch die Reden und Schriften Lassalle's gebildet und begeistert, zu Aposteln der neuen Lehre wurden. Die in allen großen Bewegungen in der Geschichte gemachten Erfahrungen wiederholten sich auch hier. AuS dem kleinen Häuflein wurde ein Haufe und eine Macht, die heute init ihren Ideen eine Gewalt ausübt, die Staatsmänner und Politiker, Gelehrte und Männer der Praxis zwingt, sich mit ihr zu beschäftigen und, die als einer"der wichtigsten Faktoren im öffentlichen Leben dasselbe beeinflußt und be- herrscht. Die Bewegung, wie sie im Laufe der 25 Jahre seit dem Tode ihres ersten Führers sich entwickelt hat, ist dem ersten Jdeenkreise, der ihr zu Grunde lag, entwachsen. DaS alte Lassalle'sche Programm ist heute ein überwundener Standpunkt. Damit ist gegen den Urheber desselben kein Vorwurf ausgesprochen. Lassalle selbst betrachtete seine For- derung, der Gründung von Produktivassoziationen durch Staatshilfe, nur als ein Provisonum, als ein AgitationS- mittel, das er dem verhältnißmäßig noch unreifen Stand- punkt der eben erst werdenden Bewegung angepaßt hatte. Daß die Bewegung damit nicht zum Ziele kommen konnte, darüber hinaus gehen mußte, darüber war er sich vollständig klar, und lebte er länger, er wäre der erste gewesen, der wesentlich weitergehende Forderungen aufgestellt hätte. Das allgemeine Ssimmrecht, welches er als Mittel zum Zweck forderte, ist wenige Jahre nach seinem Tode durch die Gewalt der Umstände den herrschenden Klassen a b g e- n ö t h i g t worden. Dasselbe ist in's Fleisch und Blut des Volkes übergegangen, und jede Wahl zeigt, daß die Zahl derjenigen immer größer wird, die im Lassalle'schen Geiste den rechten Gebrauch davon zu machen wissen. Das klassenbewußte deutsche Proletariat darf heute, wenn es auch mit Wehmuth des zu früh geschiedenen Führers gedenkt, doch auch mit Stolz und Genugthuung auf diese verslassenen fünfundzwanzig Jahre zurückblicken. Es hat die Waffen, die der große Todte ihm geschmiedet, vor- trefflich zu führen verstanden, so daß, könnte er heute zurück- mir mein Gehalt auf zwei Monate ausgezahlt. Ich sende hiervon hundert Gulden an Sie mit der Bitte, die Güte zu haben, diesen Betrag dem Gastwirth„zum weißen Schiff" ,n Pancsova auszuzahlen. Ich bin diesem armen braven Mann diese Summe schuldig geblieben, und trage nun meine Schuld mit Dank ab. Der Himmel segne Sir dafür, daß Sie so gut gegen mich gewesen." Timar athmete freier auf. Dieser Mensch hat sich ge- bessert. Er erinnert sich seiner alten Schulden und bezahlt sie mit seinen Ersparnissen. Welch ein süßes Gefühl, einen Vetterten auf den reckten Pfad zurückzubringen, der Retter eines Feindes zu werden, der dir nach dem Leben getrachtet, ihn dem Leben, der Welt, der Ehre wiederzugeben, die in ans Licht Du bist den Koth getretene Pette von Schmutz gereinigt zuziehen. Ist dies nicht'—- eine edle Seele! Wenn gegen spräche:„Du bist ein Mörder!" „Nicht darüber freust du dich, einen Menschen erlöst zu haben, sondern darüber, daß du von ihm erlöst bist. Wenn du die Kunde erhieltest, daß auf dem Ozean ein Tornado dein Schiff ereilt und sammt Mann und Maus auf dem Meeresgniild begraben hat, welche Freude würdest du dann empfinden? Du denkst jetzt nicht an die Mehlindustrie, nicht an den Gewinn und Verlust; sondern daran, daß dort in den Sümpfen des La Plata und Amazonenstromes jeden Sommer jenes schreckliche verheerende Gespenst; das gelbe Fieber, aufraucht, daS, dem Tiger gleich, dem neu ankommen- den Fremdling auflauert; von hundert fallen sechszig ihm zum Raube. Das ist's, worüber du dich im Voraus freust. Du bist ein Mörder!" Timar emfand eine Freude wie der, dem eS gelungen, Jemanden umzubringen. Eine Freude, in welche schwere Selbstanklagen und beängstigende Vorahnungen siä> mischen. kehren und die Schaaren sehen, die seiner Fahne folgen, er mit stolzer Genugthuung sie begrüßen mürde. Die deutsche Arbeiterbewegung, die vor fünfundzn�lg Jahren noch in den Windeln lag und von jener de�Wst- europäischen Kulturländer weit überflügelt wurde, ist heute in Bezug auf Klarheit, Zielbewußtheit und Opferwilligkeit die erste der Welt, und das ist ganz wesentlich mit das Werk Lassalle's. Das Ausnahmegesetz, das vor fast elf Jahren auf sie niederhagelte, konnte die Bewegung nur vorübergehend beugen, wie wenn ein Sturmwind über das Kornfeld rauscht, heute steht sie so stolz und mächtig da, wie nie zuvor und feiert das Andenken des Mannes, der ihr vor- nehmster Geburtshelfer war. Und kommen neue Schläge — und die Staatenlenker am grünen Tisch holen bereits zu neuen Schlägen aus—, so wird sie auch diese überwinden und ihre Mission erfüllen. Ferdinand Lassalle! Nicht die Sterbenden, die Lebenden und die Siegenden grüßen Dich! ßtos Perm des ArbetterDGverMs zu Dresden-A. hat folgenden Wortlaut: Verbot. Die Königliche Kreishauptmannschaft Dresden als Landes- Polizeibehörde hat beschlossen, den in Dresden unter dem Namen:„Arbeiter- Wahlverein zu Dresdcn-Allstadt" bestehen- den Verein auf Grund von Z 1, Absatz 2 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozial- Demokratie vom 21. Oktober 1878, wie hiermit geschieht, zu ver- bieten. Der gedachte Verein ist im März 1889, nachdem der als sozialistischer Agitator bekannte Tischler Karl Friedrich Wilhelm Seidner aus Prllgram, Regierungsbezirk Brandenburg, in einer am 16. Februar 1889 abgehaltenen öffentlichen Versammlung dafür gewirkt hatte, durch den genannten Weidncr unter Be- theiligung einer Anzahl notorischer Sozialdemokraten gegründet worden. Der Vereinsvorstand, an dessen Spitze Weidncr steht, ist lediglich aus bekannten eistigen Anhängern der Sozial- demokratie zusammengesetzt, auch gehören dem Vereine, wie sich aus den Polizeiakten ergiebt, vorwieaend sozialistische Elemente an, weiter sind in den bisherigen VereinSoersammlungen als Referenten und Redner in der Hauptsache nur Anhänger und selbst hervorragende Führer und Agitatoren der Sozialdcmo- kratie aufgetreten. Die dadurch begründete Annahme, daß es sich vorliegen- den Falles um eine wesentlich sozialistische Vereinigung handle, hat sich auch im übrigen durch die bisherige Haltung des Ver- eines seit seiner Begründung allenthalben bestätigt. So ist in der am 29. Mai 1889 öffentlich abgehaltenen VereinSversamm- lung durch den für diese bestellten Referenten ausdrücklich konstatirt worden, daß man bei den Wahlen nicht die Erzielung materieller Vortheile in den Vordergrund zu stellen habe, son- dern die Propaganda für die Sache der Sozialdemokratie, indem durch Ausnutzung der in Wahlversammlungen gestatteten freien Sprache die Arbeiter zum Klassenbewußtsein gebracht würden. Ferner hat der Referent in der späteren Versammlung vom 24. Juli 1389 am Schlüsse seines Vortrages sich dahin ausgesprochen, daß es für die zielbewußte Arbeiterschaft künftig nur zwei Parteien geben könne, und zwar Besitzende und Besitzlose, daß aber die Endziele der Sozialdemokratie durch den Parlamentarismus nicht zu erreichen seien, weshalb die Agitation bei den Wahlen weniger den Zweck habe, eine große Anzahl Abgeordnete zu erlangen, als die Reihen der Sozial- demokratie überhaupt zu verstärken. Endlich sind die sozial- demokratischen Tendenzen des Vereins in der letzten am 7. August dieses Jahres abgehaltenen Vereins- Ver- sammlung in unzweideutigster und schärfster Weise zum Ausdrucke gelangt, wenn in derselben von dem dem Vereine als Mitglied angehörenden Berichterstatter unter anderen aus- geführt worden ist:„waS durch die Arbeit erworben werde, das Eigenthum müsse Gemeingut der Gesellschaft werden,"„die Zeit sei nicht mehr ferne, wo sich die ersehnte Gleichheit für Alle in Allem verwirklichen werde",„auf welche Weise einmal die Thcilung erfolgen werde, das könne heute noch nicht er- örtert werden",„der kapitalistische Staat wirthschafte sich ab und die Zeit des sozialistischen Staates sei gekommen",„das sozialistische Programm heiße die Quintessenz des Sozialis- mus oder Aufhebung der Privatproduktion und des Eigen- thums." Diese, unzweifelhaft auf den Umsturz der bestehenden Ge- sellschaftsordnung gerichteten, sozialistischen Bestrebungen sind in dem Vereine aber nicht minder in einer den öffentlichen Frieden, insbesondere die Eintracht der Bevölkerungsklassen ge- fährdenden, den Klassenhaß schürenden Weise zu Tage getreten Von diesem Tage an schien Timar wie ausgewechselt; er war kaum wieder zu erkennen. Der sonst so kaltblüthige Man verrieth bei allem, was er that, eine ungewöhnliche Unruhe; er gab nach einander widersprechende Befehle, und vergaß schon in der nächsten Stunde, was er angeordnet hatte; wenn er sich irgend wohin auf den Weg machte, kehrte er auf halbem Wege wieder um; er fing an die Ge- schäfte zu vermeiden und schien sich um die wichtigsten Dinge nicht zu kümmern; ein andermal wieder war er so gereizt, daß er wegen der geringsten Versäumniß ausbrauste. Man sah ihn oft halbe Tage lang am Donauufer auf und ab wandeln, gesenkten Hauptes wie Jemand, der dem Irrsinn nahe ist und damit beginnt, vom Hause wegzu- rennen. Ein andermal verschloß er sich den ganzen Tag in seinem Zimmer und ließ Niemand herein. Die Briefe aber, die aus allen Theilen des Landes an ihn gelangten, lagen unerbrochen in einem Haufen auf seinein Tisch. Der kluge Mann wußte an nichts anderes zu denken, als an jenes goldlockige Mädchen, das er dort am Jnfelufer zum letzten Mal gesehen, wie es mit dem Arm auf einen Baum- stamm gestützt und den Kopf aus den Arm herab- gesenkt dastand. An dem einen Tage beschloß er, zu ihr zurückzukehren, und am anderen Tage wieder, die Erinnerung an sie auS seiner Brust zu tilgen. Er fing an, abergläubisch zu werden. Er wartete auf Himmetszeichen und Traumgesichter, die entscheiden sollten, was er thun werde.— O, die Traumgesichter brachten immer dieselbe Gestalt, glücklich und leidend, hingebend und trostlos, und er wurde davon noch verrückter. Vom Himmel aber kam kein Zeichen für ihn. Eines Tages nahm er sich vor, wieder vernünftig zu werden, seinen Geschäften und Angelegenheiten nachzugehen: das werde vielleicht seine Gemüthsaufregung beschwichtigen. Er setzte sich vor den aufgehäuften Berg von Briefen und sing an, einen nach dem andern zu öffnen. Dabei kam nun so viel heraus, daß er bei Durchlesung eines Briefes am Ende schon vergessen hatte, was im Anfang gestanden. Er hätte nur immer lesen wollen, was in jenen blauen Augen geschrieben steht. Einmal jedoch fing sein Herz mächtig zu pochen an, als er einen Brief in die Hände bekam, der und vielfach ist in den Vereinsversammlungen in aufreizendem Sinne auf die Vereinsmitglieder und die sonstigen Anwesenden einzuwirken versucht worden. Es sei deshalb auf die Aeußerung des Berichterstatters der Versammlung vom 16. Mai cr. und Vorstandsmitgliedes Gold- stein hingewiesen,„das Volk werde nach Klassen unterschieden, die oberen oder besitzenden Klaffen bezeichneten die niederen gewöhnlich mit„Plebs" einem nach dem gemeinen Sprachge- brauche herabwürdigenden Ausdrucke,„die übrigen Parteien— das heißt die der Kapitalisten— seien von der Arbeiterpartei fortgesetzt und ohne Ausnahme zu bekämpfen", weiter gehören hierher die Auslassungen des Berichterstatters in der Vcrsamm- lung vom 29. Mai 1889, wenn derselbe behauptet hat,„der Arbeiter bleibe, falls er sich nicht auf eigene Füße stelle, ein Spielball des Kapitals." Endlich ist auf die Vorgänge am Schlüsse der Versamm- lung vom 7. August dieses Jahres Bezug zu nehmen, in wel- cher die aufgestellte Frage, was nach Eintritt des betreffenden „Umschwungs" aus den Kapitalisten werde, von der Versamm- lung mit Hohngelächter, von dem vorerwähnten Vorstandsmit- glieoe Goldstein aber unter Anderem mit den Worten:„wenn der Mantel fällt, fällt der Herzog auch" beantwortet wor- den ist. Die Königliche Kreishauptmannschaft bat hiernach allent- halben die Ucbeneugung gewonnen, daß die Voraussetzungen von 8 1, Absatz 2 des Eingangs gedachten Gesetzes erfüllt find, deshalb aber das Verbot des Vereins, wie gefchehehen, auszu- sprechen gehabt. Dresden, am 19. August 1889. Die Königliche Kreishauptmannschaft. von Koppenfels. Das„S. Wchbl." bemerkt dazu:„Wenn man den ange- zogenen, resp. angewendeten K des Sozialistengesetzes mit den vorstehenden Gründen vergleicht, muß man sofort bemerken, daß die Kreishauptmannschaft es sich in der That sehr leicht gemacht hat, eine so wichtige für die arbeitende Bevölkerung eines großen Reichstagswahlkreises so folgenschwere Entscheidung zu treffen. Das Verbot des WahtvereinS bedeutet ja für die Arbeiterschaft Dresdens die Einbuße eines der wichtigsten Mittel für die ReichstagSwahl zu agitiren, demgemäß hätte die Be- Hörde wohl schlagendere Gründe für ihr Vorgehen beibringen müssen. Das Gesetz verlangt für ein Verbot dreierlei: 1. DaS Vorhandensein sozialdemokratischer:c. Bestrebungen, 2. die Richtung derselllen auf den Umsturz der Gesellschaftsordnung, 3. die Gefährdung des öffentlichen Friedens und der Eintracht der Bevölkerungsklassen. Zu 1. kann und soll ja keineswegs geleugnet werden, daß im Verein sozialdemokratische Bestrebungen zu Tage getreten sind, jedoch für das Vorhandensein der weiter geforderten That- fachen dürfte der Unbefangene durch die Verbotsgründe kaum überzeugt werden. Die Zitate, welche den verschiedenen Rednern entnommen sind, zielen keineswegs auf den Umsturz ab, sondern konstatircn, größtenlheils nur Thatsachen, insbesondere die, daß die ganze heutige Entwickelung dem Sozialismus zutreibt. Beim dritten Erfordernisse aber verlassen die Kreishauptmann- schaft sowohl die Thatsachen als die Logik. Sie behauptet, die sozialistischen Bestrebungen seien insbesondere in einer den Klassenhaß schürenden Weise zu Tage getreten und vielfach fei in den Versammlungen in aufreizendem Sinne auf die An- wesenden einzuwirken versucht worden. Wenn der Ausspruch: die Kapitalisten seien fortgesetzt durch die Arbeiterpartei zu be- kämpfen, den Frieden gefährden soll, so müßte erst festgestellt werden, ob damit der Faustkampf gemeint sei. Denn bisher ist immer noch die Anschauung geltend gewesen, daß der rein geistige, politische Kampf den öffentlichen Frieden nicht gefährdet. Sollte das wirklich Rechtsgrundsatz werden, so würde eben jeder Parteikampf unmöglich sein. Die ganze Anschauung ist aber schon deshalb nicht hallbar, weil das oben unter 2. verlangte„Umsturz"moment gänzlich fehlt. Der Ausspruch,„der Arbeiter bleibe ein Spielball des Kapitals", läßt ebenfalls jeden HmweiS auf Umsturz und FriedenSgefähr- dung vermissen, wenn nicht schon das Verlangen der Arbeiter, „sich auf eigene Füße zu stellen," alz solches angesehen werden soll. Auch ein klassisch belegter Ausspruch, daß mit dem Ver- schwinden des Kapitalismus auS dem Kapitalisten ein braver Mitarbeiter am Werke der menschlichen Gesammtkultur werde, dürfte ebenfalls den sämmtlichen in§ 1 Abs. 2 aufgestellten Anforderungen kaum entsprechen. Dagegen, daß das Verbot gerechtfertigt sei, spricht ferner die Thalsache, daß§ 9 des Sozialistengesetzes der Polizei das Recht giebt, Versammlungen, in denen sozialdemokratische, auf den Umsturz gerichtete Bestrebungen zu Tage treten, aufzulösen. Es ist in diesem Falle gar nicht einmal nöthig, daß der öffentliche Friede, insbesondere die Eintracht der Äcvölkerungs- klaffen gestört werde. Nun ist aber die Thatsache gar nicht aus der Welt zu schaffen, daß keine der Versammlungen des Wahlvereins auf Grund dieses Paragraphen aufgelöst ist, wie es doch hätte geschehen müssen, wenn die überwachenden Be- amten zur Ucberzeugung gekommen wären, daß Umsturzbe- strebungen zu Tage treten. Im gegentheiligcn Fall« hätten dieselben sich ja eine Pflichtverletzung sehr grober Art zu schwerer war als die übrigen. Auf der Adresse erkannte er die Handschrift. Es war Timea's Hand... Es lief ihm erniichternd kalt durch die Adern. Das war ein Zeichen des Himmels. Dieser Brief wird den Kampf seiner Seele entscheiden. Timea schreibt ihm,— das engelsgute Geschöpf, das makellos treue Weib. Ein einziges zärtliches Wort von ihr wird aus das Gemüth des Gatten dieselbe Wirkung hervorrufen, wie der Weckruf auf einen Trunkenen, der seinen Rausch ausgeschlafen. Diese bekannten Züge werden ihm das leuchtende Märtyrerantlitz vor das geistige Auge zaubern und ihn auf den rechten Weg zurückführen. In dem Brief ist ein kleiner Gegenstand. Es wird irgend eine zarte Ueberraschung, ein Erinnerungszeichen sein. Ja, ja! morgen ist der Geburtstag ibres Gatten. O, das wird ein theurer Brief, ein theures Anvenken sein! Michael öffnete behutsam das Kouvert, nachdem er das Siegel durchschnitten hatte. Das Erste, was ihn überraschte, war ein Schlüssel, der herausfiel— der Schlüssel von seinem Schreibtisch. Im Briefe aber stand:„Mein theurer Herr! Sic haben in der Schublade Ihres Schreibtisches den Schlüssel stecken lasien. Damit Sie sich deshalb nicht beunruhigen, sende ich ihn nach. Gott segne Sie! Tiinea." Weiter nichts. Timar hatte den Schlüssel in der Schreib- tischschublade in jener Nacht abzuziehen vergessen, als er heimlich nach Hause zurückgekehrt war. und das Ge- spräch mit Athalie seinen Geist in solchen Aufruhr versetzt hatte. Also weiter nichts, als dieser Schlüssel, und weiter nichts dazu, als ein paar kühle Worte! Timar legte ver- stimmt den Brief vor sich hin. Plötzlich durchzuckte sein Gehirn ein schrecklicher Ge- danke. Wenn Timea diesen Schlüssel seiner Schreibtischschublade gefunden, wird sie möglicherweise auch die Schub- lade durchsucht haben. Die Weiber sind neugierig und pflegen das zu thun... Hat sie aber darin herumgesucht, so wird sie auch etwas gefunden haben, das ihr bekannt sein muß... Schulden kommen lassen. Wenn also keiner der BeanM eigener lebendiger Anschauung zn der Ueberzeuguna ist, daß das Sozialistengesitz übertreten wurde, so ist That verwunderlich, wie dir Kreishauptmannschaft auf der c' Haide eines kurzen Protokolls die Gründe ausfinden kann,>° ein Verbot rechtfertigen sollen. Wir sind in der ThK ßst Entscheidung der Reichs kommission in diesem Falle, wenn auch nicht optimistisch. Kit ackmirari! ist unser Gnw geworden. Avberstlht. Der Malsch hat wieder viel Hunger- Reptil en Recht haben, daß dem Gebäude unserer M y organisationen ein„neues Stockwerk" aufgesetzt, oder gar, � ein ganz neuer Bau aufgeführt werden muß, dann rönnen uns auf Milliarden Neuausgaben gefaßt machen Millionen reichen da nicht mehr aus. � Aber warum nun dieser plötzliche Nothschrei- on- französische Militärorganisation etwa über Nacht entsinn� Wußte nicht jedes Kind, daß die Franzosen sich mehr als dem System der allgemeinen Wehrhaftigkeit näherten. � Und weshalb soll denn auf einmal der»Dreibund, � man uns eben erst in so überschwänglichen AuSdruam sicheres Bollwerk des Friedens anpries, auf einmal r wcrtblos sein?..j WaS Frankreich betrifft, so müssen unsere Reptilir � ihre Hintermänner sich an den Gedanken gewöhnen, � so lange der Gegensatz zu dem monarchischen Europa eine Armee auf den Füßen hält, stark genug einer W"1. enlaegenzutreten. Das ist so selbstverständlich, dajuchein„ zösischcn Staatsmann, der diese Eventualität nicht>» 5 i, faßte, wegen ßrober Pflichtvergessenheit der Prozeß werden mußte. Darin liegt aber doch keine Gefahr für � � land! Im Gegentheil: bei der Verstärkung der Armem. schließlich ein Punkt erreicht, wo sie aufhören, für AngwP� geeignet zu sein. Kein wirkliches Volksheer ist zu kriegen zu verwenden, erstens weil kein zivilisirtes Volt 4 am Krieg hat, und zweitens, weil ein wirkliches Volksb»�, nimmermehr als Werkzeug einer Eroberungspolitik 0«w läßt.. i-it' Nach dem Urtheil sehr kompetenter Militärs hat zösische Armee jetzt schon den Punkt erreicht, wo die zur Vertheidigung die Tüchtigkeit zum Angriff zu uder»1" beginnt.. igt Der Schritt in das Milizfystem ist in Fcavkces� großer mehr; und so sicher die Republik sich demokraul« wickelt, wird er gethan werden., jk# Es wäre nur gut, wenn wir in Deutschland eben I � wären. Jedenfalls ist es eine unvcrantworliche Frivolam- J!;) deutschen Volk vorzureden, es müsse abermals mililaNi».� geheure Wehropfer bringen, um gegen einen stanP" Ueberfall gesichert zu sein..1 jiil Verzichte man auf das ewige Gehetze gegen Frankre>« � strebe man nach freundschaftlicheren Beziehungen. Von � Moment an, wo die deutsche Politik nicht mehr den»r» des Auslandes erregt, und hinter dem sogenannten in bund" nicht mehr, wie dies jetzt allgemein, namentlich a � England geschieht, kriegerische Absichten vermuthet wor&v1'� es auch leicht sein, freundschaftliche Beziehungen zu allen virten Völkern herzustellen. Und das unkultivirte kommt dann nicht in Betracht. So viel steht fest, das Gejammer über die Unzuw. � kcit der deutschen Armeeorganisation kündigt nicht J"" Attentat auf unseren Geldbeutel an, fondern auch die Ono des kommenden Wahlkampfes. � Die holländischen Landtente pelitioniren bei gierung um Aufhebung des Salzzolles, der nach der nc Verordnung auf 4j Cts.(über 7 Pf. per Kilo) crhohf"U-il ist, weil diese Vcrtheuerung des Salzes die Landwu� s, schädigt. Daß in Deutschland der Salzzoll fast bopp dii hoch als in Holland ist— per Kilo 12 Pf.— erwaha Blätter, die jene Meldung bringen, nicht., „Heid lrlng wie die Schlangen!" Der Äbg«� W i n d t h o r ft trug auf dem deutschen Katholckevt� � Bochum eine große Kampflust zur Schau. Katholiken) verlangen die volle Anerkennung unseres wir wollen nicht geduldet sein, wir wollen das haben, sv 4 Also donneric---> stürmischem Bravo! der Versammelten. Als er" � Lohnbewegung zu sprechen kam, da floß seine jiJ ein sanft plätscherndes Bächlein dahin, das bestrebt � immer hübsch in der Mitte der Rinne zu halten,?ntjr" Ufer anzustoßen. Verschwunden war der Schwung sew�jis' — es blieb nichts übrig als der ungesalzene Brei der pi essengemeinsamkeit der Arbeiter mit den Arbeitgebern- Als Timar die Schätze des Ali Tschorbadschi's vern�„di war er so vorsichtig gewesen, einige Kunstgeg�ck nicht zu veräußern, die, wenn sie in den Handel � leicht auf die Spur hätten führen können. Er Halle, � nur die neueingefaßten Diamanten verkauft, ll» Pretiosen befand sich ein mit Diamanten ausgcleg� pi daillon, das ein Miniaturbild einschloß. Es>?a Porträt einer jungen Dame, deren Gesichtszüge nru. jjs Timea's auffallende Aehnlichkeit hatten. Gewiß ist Porträt ihrer Mutter, die eine Griechin war. We»a dies Medaillon in der Schublade gefunden hat, da"�,, L sie Alles. Sie wird sogleich das Porträt ihrer M11, kannt und daraus geschlossen haben, daß dieser Schwu„M Mutter gehört hat; dies mußte sie zu dem weiteren � � führen, daß die Schätze ihrer Mutter in Timar's'9??� fallen waren, und so konnte sie sich die ganze Gesch'�d wirren, wie Timar ein reicher Mann geworden,«ud � Timea um den Preis ihrer eigenen Schätze geheirathel- Timea neugierig gewesen, dann weiß sie Alles— un verachtet sie ihren Gatten.„ orf Und beweisen dies nicht die Worte des Briefes- t»; die Frau ihrem Gatten nicht durch die Nachsen°",AsB Schlüssels zu verstehen geben, daß sie hinter sein Gey gekommen? �«■ Dieser Gedanke entschied bei Michael, ob er schüssigen Weg hinauf oder hinab sollte.— Hinab- da Jetzt ist's schon gleichviel, dachte er. t� Frau bin ich entlarvt. Dort kann ich nicht „Goldmann" spielen, den Hochherzigen, den den Wohlthäter! Dort ist verrathen, was ich bin.? ich nur noch abwärts! Er war entschlossen auf die Insel Zurücks � Dennoch wollte er seinen Rückzug nicht antreten, geschlagener Feind. Er schrieb an Timea eine»- wr welchem er sie ersuchte, alle Briese, welche währen 0.1» langen Abwesenheit an sein Komorner Haus einltz' � ss übernehmen, zu erbrechen, ihren Inhalt, wenn l'lLf/ nöthig finde, seinem Rechtskonsulenten oder dein+ führer mitzutheilen, und wo eine Entscheidung 3"�' im Namen ihres Gatten mit freier Hand zu ff eres f"' sol-n»F aus' tssLf�' �,e vorher in hehrer Begeisterung glühte, sie hatte fc« air /.un® Vichts war übrig geblieben als ein paar Stück- PS rild de» f Ml at* he?,r0�?mwr Revr©sha* Schutz in Kresia« ersucht u t"?, Aufnahme nachstehender Zeilen: Breslau, den 27. d. "ach einem Bericht des„Schles. Morgenblatt" bei ��'«stattung in Breslau erklärt haben, die Kongreß- Ä.Hen sich durch Ehrenwort solidarisch erklärt und ?'tt, nicht eher zu ruhen, als bis die Arbeiter„mit Ge- h!,.„, �.sonstwie" aus dem kapitalistischen Joche befreit seiew Su bemerken, daß dieser Bericht eine voll- "d'gt Entstellung meiner bei der Bericht- W- ro.m'L gebrauchten Worte i st, und daß ich iw.- vg nur auf ein unglaubliches Mißvcrständniß . e;°u| bose Absicht zurückführen kann. Oskar Schütz, Former. iiinf.il•m!ml diesx Erklärung des Herrn Schütz lautet, so W,s?��r doch, daß nach wie vor von der Reptilienpresse yL*? werden wird. UebrigenS bringen auch die„Schles. tojt'' vaz Breslauer Arbeiterblatt, einen Bericht über das- jÄ Herr Schütz vom Pariser Kongreß wirklich mitge- konstatirt ebenfalls, daß die betreffende Aeuße- il0b �''tellt worden ist. Xry»?randenb«*g schreibt man uns: Versammlungs- ,j, wechseln in rascher Folge mit Auflösungen, denn wird Jjj vornherein verboten, so ist die Auflösung sicher. üriJ r s"1 olle öffentlichen Arbeiterversammlungen. Die ....«wlung, in welcher Herr Ewald über den int er- N.,, o alen Arbeiterkongreß referiren sollte, wurde Win? un t>.?n bem Einberufer die bereits ertheilte Be W.?ovg zurückgefordert, eine Forderung, die entschieden ab- ii�. wurde, bis das Gesetz genannt werde, auf Grund „Ii Zurückgabe zu erfolgen habe. Das ist bis heute noch Wfi. r•®'ne Woche später sollte eine andere Ver- stattfinden, in welcher ein hiesiger Arbeiter über das i�l„'Sozialreform und Arbeiterschutz" refe- it z/ doch wurde diese ebenfalls verboten. Hier begnügte W-n r �eiverwaltung mit der schriftlichen Quittung des �uiers, daß er das Verbot erhalten habe. WiSft weitere gewerkschaftliche Versammlungen wurden Winfl Zw der ersten derselben, welche von den Tischlern W-lf..? wurde, sollte Herr Zubeil aus Berlin referiren. W(,,'wgonn seinen Vortrag. Doch kaum waren dem Ge «esl�er Zähne die umstürzlerischen Worte„Meine Herren' ols der überwachenoc Beamte die Versammlung auf Wn 1 bekannten Paragraphen auflöste und die Versam- aufforderte, das Lokal zu verlassen. Den anwesenden � welche erschienen waren, um mit ihren Gesellen über � iie f* enjcn su verhandeln, kam das recht unerwartet, '%-»chouten recht verdutzt darein. Eine hierüber einge- «ich, �ichwerde hatte den Erfolg, daß die Auflösung als & ß�chtfcrtigt erkannt wurde. Die nächstdem aufgelöste Ä�wluug war die der Schuhmacher, deren Referent die .'tauf t c vlit den Worten„Meine Freunde" anredete, W! wlortt die Auflösung erfolgte. Der Ausdruck„Meine hw cm übrigens staatsgefährlicher zu sein, als der m.-.o-/Meine Herren", da auf eingelegte Beschwerde der r. �"nickkam, daß die Auflösung gerechtfertigt sei.(!) Htoiü't e'n größeres Lokal zu irgend welcher öffentlichen Berlin-wg nicht zu bekommen ist, dürfte den Lesern des WiW"oiksblaiies" noch erinnerlich sein. Da eS aber «Mwerth ist, zu hören, aus welchen Gründen die Besitzer W ij. � den Arbeitern zu Versammlungen verweigern, wäh- eä doch sonst gern sehen, wenn die Arbeiter bei ihnen le l wahren, so schrieb der Einberufer der Versammlung, - Herr Ewald referiren sollte, an sämmtliche acht �, ie einen Brief, in welchem er um Ueberlassung der 'Ww' watürlich gegen Entschädigung. Sieben Wirthe(!) auf jede Rückäußerung, und der achte wünschte seine iWteT9 persönlich begründen zu können. Ein Theil der Weti zeichtet gern darauf, bei diesen Wirthen zu ver- Nffiber W ein großer Theil raisonnirt 6 Tage in der Woche «ie Nileswu am siebenten seelenvergnügt dort Bier zu trinken. «5 mif 5 W sind vor der Thür, alle empfinden es schmerzlich, W..?"ch hierzu kein Lokal haben werden, und doch lassen ?>» s,� Zch viele Arbeiter die Dinge gehen, wie sie wollen, auch '»W S? Macht haben, vieles beffen, zu können. Hoffentlich Zb iw Lauf der nächsten Zeit. Nck lij�chistische«.„Wie John Reve verhaftet wurde. Ein W>'et die Koulissen des Herrn Josef Peukcrt. Von rk«ssr»?? wer." Unter diesem Titel ging uns— so schreibt N el-,?'- Tqp."— dieser Tage ein Schriftchen zu, welches Uihxz. w Thcil eines mit nächstem erscheinenden größeren Soli/'&inf Jahre im Dienste der deutschen politischen Ge- w darstellt. Das Schriftchen ist höchst erbaulich zu ? L.».wtlich für diejenigen, welche bis dato noch immer '>�t und Genossen nicht für Schufte gehalten haben. .„.Herr Polizeidirektor Krüger in Berlin die Broschüre %. K schon erhalten hat, ist sie bis jetzt noch nicht ver- man vielleicht glaubt, durch ein Verbot auf sie auf- 5.u machen und dies vermeiden will? Es ist nicht «o. »r.»«»»v vv6»»»v»vv»» r r---- Ifen, daß bei den in Aussicht stehenden Verhand- £ s Sl „Äwe.�/ zu übernehmen und auszugeben, ilijs? Einsicht; zugleich schickte er ihr den Schreib- iusu?. zurück, damit er zur Hand sei, falls Dokumente uTflien wären. war der Trumpf, den er ausspielte. In dem Ge- Man nahe daran sei, hinter sein Geheimniß zu CWit'» �e er sich, noch näher darauf hinzuführen; � W�t.wt es gerade so nicht zu Tage. Wie das Auge A, Kwst Bedarf auch das Auge des Argwohns Dunkel- fü: das helle Tegeslicht blendet es. Hieraus jjWöe �wstruktionen an die Agenten seiner Kommanditen: \[(,' schrieb er ihnen, auf längere Zeit verreisen, wohin a»** nicht. Alle ihn angehenden Briefe möchten we Frau dirigircn. (Fortsetzung folgt.) km** unt> Loven. S wird geschrieben: Am Fuße des Parkes fffasi.wmont erhebt sich das neue geschichtliche Museum 'rejj.f wez griechischen Tempels. Ein 120 m langer und !in n �ml ist in 20 optische Kammern eingctheilt, deren Ige.,, wchtiges historisches Gemälde aus der Zeit von wr �!>>>> z�. Enthält. Alle diese Bilder sind von Emil Bin ge- '¥■ i«, vW»1 Elend des Landvolks unter der alten Monarchie | k�bürtf-""w Hunger und Roth bedrängte Bauernfamilie, UjjWanä? ,8 Mit schmutzigen Lumpen bekleidet ist und eine .Hülte bewohnt, darstellt. Die Armen bitten U!?nwchter, der sie eben aus ihrer elenden Behausung vWis W'U, um Schonung. Auf einem Strohlager ringt H't dem Tode, der eher ver Roth als dem Alter er- S-vW-> �grnsntz hierzu sieht man am Walde Hofkavaliere .V'�Gem �Men zu Pferde, reich gekleidet und von Dienern SS1 Ir>c>�,wmgebcn, die Hasen auf dem Felde der Unglück- 'li> de- �uud deren Ernte zerstören, ohne einen 1�. die Jffillcibfi für dieselben. Auf dieses Bild So' d-T �ung der Generalstände vom 23. Juni «"il W-»Sturm auf die Bastille", die„Einschrei- Ts vv, freiwilligen(1792)",„Die Verurtheilung l" und der„9. Thermidor"(der Sturz Robes- i. njT i* rk ¥' lungen des deutschen Reichstaas etwelche Dinge zur Sprache kommen, die mit der in dem Schriftchen behandelten Materie in Beziehung stehen. Aus Kresla«. Die„Schief. Nachr." schreiben:„Gegen unseren verantwortlichen Redakteur Heisig ist die Untersuchung wegen Vergehens gegen§ 166 des Strafgesetzbuches eröffnet worden. Der Z 166 bedroht mit Gefängniß bis zu S Jahren die Gotteslästerung, sowie die Beschimpfuim von Religions- gesellschaften oder ihrer Einrichtungen und Gebräuche, endlich auch die Vcrübung beschimpfenden Unfugs in einer Kirche oder in einem anderen zu religiösen Versammlungen bestimmten Orte,— alles Straflhaten, von denen sich die„Schl. N." und ihre verantwortlichen Redakteure so rein fühlen wie neugeborene Kinder." Crimmitschau, 28. August. Auf Grund des Sozialisten- gesetzes hat die hiesige Stadtpolizeibehörde eine für heute Abend anberaumte Volksversammlung verboten, in welcher der Land- tagsabgeordnete Stolle-Gefau als Referent auftreten sollte Gegenstand der Tagesordnung bildete der von Stadtrath Schneider(kürzlich zum Bürgermeister in Pirna gewählt) hier am 16. Avril d. I. im„Gewerbeverein" gehaltene Vortrag: „Einige Bemerkungen über den Arbeitelohn in kulturgeschicht sicher und nationalökonomischer Beziehung." An das Referat sollte sich eine Diskussion anschließen. Es wäre in der That gefährlich gewesen, wenn Stolle die Geschichtsfälschungen des Stadtrath Schneider aufgedeckt hätte. Dortmund, 28. August. Infolge des Verbots der hier erschienenen„Westfälischen Arbeiterzeitung" fand gestern durch einige Polizeibeamten auch die Schließung des in der Schützenstraße gelegenen Druckereilokals statt. Nach der beschlagnahmten Nummer 66 wurde eifrig recherchiert, ebenso wurden die in der Druckerei vorgefundenen Nummern konfisziert und der nachstehende Satz der Nr. 67 und der schon angefangene Nr. 68 nebst dem stehenden Jaseratensatz beschlag- nahmt. Eine gründliche Aufräumung der Druckerei! Auf Grund welchen Artikels das Verbot erfolgte, ist noch gar nicht bekannt.— Wir müssen gestehen, daß uns das Verbot höchst sonderbar vorkommt, denn die Artikel, welche die„Westf.-Ärb.- Zeitung" brachte, waren anderen Zeitungen entnommen, die nicht verboten worden sind. Beschwerde gegen das Verbot wird eingelegt werden. Ergötzlich war es, wie Polizeibeamte von Lokal zu Lokal gingen und die Nummern 66 und 67 sich von den Wirthen herausgeben ließen. Kerliner Reichstagsh andidaturen. Herr Max Schippe! hat, wie er uns soeben schreibt, die Kandidatur für den zweiten Berliner Reichstagswahlkreis niedergelegt. Uns und wohl auch allen unfern Lesern kommt diese Nachricht vollständig über- rafchend. Schweiz. Der Anarchi st Franz Troppmann aus Floß in Bayern, überführt, mit den Anarchisten in Ehikago in Ver- bindung gestanden zu haben, und am 14. September 1838 durch Äundesrathsbelchluß aus der Schweiz ausgewiesen, ist nach einer Berner Meldung der„Voss. Ztg." jüngst bei ver- suchtem Wiederbetreten des schweizerischen Gebietes bei Porte de Scer von Walliser Gendarmen erkannt und verhaftet worden. Der Bundesrath wies die Walliser Behörden an, Troppmann zu bestrafen und alsdann auszuweisen. Wie der neueste Geschäftsbericht des Justiz- und Polizeidepartements mittheilt, hat die Affaire des Polizeispions Schröder zu einer Verschärfung des Ver- fahrens bei Bewilligung des Bürgerrechts geführt. Bn der Unmöglichkeit, einen Schweizer wegen ausländischer Spitzelei auszuweisen, ist der Bundesrath darauf bedacht, bei der Aufnahme ins Bürgerrecht selbst die größte Vorsicht zu beachten und namentlich darüber sich Klarheit zu verschaffen, ob der Betreffende in seinem HeimathSstaate, beziehungsweise Wohnorte sich durch„politische Umtriebe" bemerkbar gemacht habe. Das Züricher Justiz- und Polizeidepartement berichtet, daß infolge dieser bundeSräthlichen Weisung in 105 Fällen Rapport»acb Bern erstattet werden mußte. Die Züricher Polizei hat hiernach in 105 Fällen bei der Polizei des Wohn- ortS der Kandidaten über deren politischen Charakter Erkundi- gungen eingezogen. ES bedarf keiner Auseinandersetzung, daß bei diesem Verfahren alle politisch irgendwie kompromittirten Personen von der Aufnahme in da§ schweizerische Bürgerrecht so gut wie ausgeschlossen wären. Sozialdemokraten z.B. würden von ihrer heimischen Polizei sicher gewiß kein günstiges Zeugniß erhalten. Andererseits wird dieselbe Polizei keinen Augenblick öaern, einen in ihrem Dienste stehenden Lockspitzel mit den besten Legitimationsberichten auszurüsten. Der Zweck der Maß- nähme wäre also vollständig verfehlt. Uebrigens sieht das neue Verfahren, das aller Wahrscheinlichkeit nach auch für die Nieder- lassung angewendet wird, dem System der Leumundszeugnisse, das die deutsche Polizei der Schweiz bei der Niederlassung zur Pflicht machen wollte, täuschend ähnlich. Großbritannien. Der Streik der Londoner Dockarbeiter dauert fort. Das letzte Telegramm des„W. T. B." meldet hierüber: Die Direktoren der Dockgesellschaften erklärten in einer am pierre's und das Ende der Schreckensherrschaft). Im „18. Thermidor" sieht man den Beginn des Konsulats und bcs Kaiserreichs. Die„Zusammenkunft in Tilsit" bezeichnet die Höhe, die„Belagerung von Paris"(1314) und„Water- loo" den Sturz des Kaiserreichs. Die Ermordung des Marschalls Brune in Avignon zeigt uns den„weißen Schrecken". Weitere Bilder sind: Die„Einweihung der ersten Eisenbahn in Frankreich",„die Einnahme der Tuuerien am 29. Juli 1830",„die Verkündigung des allgemeinen Stimmrechts 1848", den„Tod Baudin'S" und das„Blut- bad auf dem Boulevard Montmartre", zur Zeit des Staats- ftreiches. Letzteres Bild ist besonders bemerkenSwerth. Am Thore St. Denis sind Kanonen aufgefahren und bestreichen die Häuser, die Soldaten schießen auf harmlos Vorübergehende. An den Straßenecken sieht man die Leichen von Frauen, Kindern und Greisen, Verwundete und Sterbende siegen. Dies ist eins her besten Gemälde Bin'S. Den Schluß bildet„Die Rückkehr aus Italien",„Sturz des Kaiserreichs am 4. September 1870", „Die Abfahrt Gambetta's im Ballon" und die„Verbrüderung von 1889". Letzteres Gemälde stellt die Einweihung eines erst geplanten Denkmals der französischen Revolution an der Stelle es alten TuilcrienpalasteS dar. tßint seltene Lüge. Daß„ältere junge" Damen ihr Alter manchmal um einige Jahre zu niedrig angeben, ist hin- reichend bekannt. Etwas seltener dagegen dürfte der Fall sein, daß ein Bräutigam seiner Braut gegenüber sein Alter zu hoch angiebt. Dieser seltene Fall ist in Straßbura vorgekommen. Die Suleima des Tischlers B. ist nämlich 38 Jahre alt, wäh- rend ihr Auserwählter erst 27 Lenze zählt. Um der Heiß- geliebten nicht gar zu„grün" vorzukommen, hatte er ihr gesagt, daß er schon 29 Jahre alt sei. Durch diese kleine„Nothlüge" wäre er beinahe um sein ganzes Lebensglück gekommen. Auf dem Standesamt erklärte nämlich gestern die Braut in Gegen- wart der Trauzeugen und ihres Herzallerliebsten auf die be- -. rv.-----— e... b..Q. H. it.___ cri■_____ V1.VV 4""» �•••1 V.v*| wvuyv-v konnte sie sich erst entschsießen, das verhängnißvolle„Ja" zu 'agen. Merhwurdiger Erfolg einer Gperation. Die .Magdeb. Zcitg." erhält von dem Arzte Dr. Nissen folgende Zuschrift c Dem Eisendreher Herrn Hübscher habe ich gestern Nachmittag aus der Tiefe des dreiköpfigen Armmuskels(cri- c-ps brachii) des rechten Armes eine 7 cm lange, vollständig schwarz oxydtrte Stopfnadel durch Operation entfernt, nachdem Donnerstag Nachmittag veröffentlichten Bekanntmachung ihre Bereitwilligkeit, einen Arbeitslohn von 5 Pence pro Stunde beiter einen Lohn von 6 Pence pro Stunde und einen solchen von 8 Pence für Ueberstunden arbeit verdienen würden. Der Führer der Streikenden, BurnS, erklärte jedoch, die Streiken. den würden diese Vorschläge niemals annehmen."— Wie man sieht, liegt der Hauptgrund, daß noch keine Einigung zu Stande gekommen est, in der Hartnäckigkeit der Direktoren der Dockgesellschaften, welche ihren schlecht bezahlten Arbeitern nichts von den gesteigerten Einnahmen der letzten Zeit abgeben wollen. Der Sekretär des Streik- ausschusses, Benjamin Tillet, hatte, wie noch ergänzend mitzu- theilen ist, eine längere Unterredung mit dem gemeinschaftlichen Ausschüsse der London und Jndia DockS. Tillet bestand auf Erhöhung des Arbeitslohnes von 5 auf 6 Pence(alfo von 40 auf 50 Pf.) und Beschäftigung für nicht weniger als vier Stunden hineinander, sowie Abschaffung des Kontraktsystems. Er erhielt schließlich den schriftlichen Bescheid, daß die Direktion, so sehr sie auch die Fortdauer des Streiks bedauere, außer Stande fei,' die gestellten Forderungen zu bewilligen. Die Werften- und Getreidespeicherbesitzer, welche im Canon-street Hotel eine sehr zahlreich besuchte Versammlung abhielten, faßten dagegen Beschlüsse zu Gunsten der Hauptforderungen der streikenden Dockarbeiter. Gleichzeitig wurde darauf hinge- wiesen, wie es lediglich der Energie und Ent- schlossenheit desLeiters der Bewegung, John BurnS, zu danken fei, daß der Massenstreik bis jetzt ohne Aus« schreitungen verlaufen'sei. Auch sonst brechen die Sypathieen für die Streckenden überall durch. Aldernran Sir Andrew LuSk, welcher den in Schottland weilenden Lordmayor vertritt, hat zwar erklärt, daß letzterer als Hauvt der Munizipalität sich gänzlich neutral verhalten müsse und daher nicht einmal als Schiedsrichter fungiren könnte, allein der Alderman Sir H. JsaacS, welcher vorauSsichtsich zum Lordmayor für das nächste Jahr erwählt werden wird, erklärte in einer Versammlung der Aktionäre der General Steam Navigation Company, daß er „stolz" darauf sein würde, den Londoner Dockgesellschaften überhaupt ein Ende zu machen. Der Vorsitzende jener Gesell- schaft, Mr. Tritton, hatte nämlich„unter lebhaftem Beifall der Aktionäre" gesagt, daß, wenn die Dockeigenthümer nicht ihre Arbeitsverhaltnisse beherrschen könnten, die Schiffseigenthüner es für dieselben zu thun vermöchten; er glaube, daß die Zeib schnell herankomme, in welcher die DockS des Londoner Hafens aus den Händen von Privatgesellschaften in diejenigen der Stadtverwaltung übergehen müßten. London, 30. August. Der GeneralauSschuß der streikenden Hafenarbeiter fordert durch ein Manifest die Arbeiter aller Gcwerke Londons auf, von Man- tag ab sich dem Streik anzuschließen, falls die Dock- Kom- pagnien nicht bis Sonnabend Mittag die Forderungen der Hafenarbeiter voll bewilligen. Frankreich. Von den wegen der Vorgänge beim Zirkus . e r n a n d o verhafteten Personen gelangten 17 zur Aburihei» üng, die Angeklagten wurden mit Geldstrafen oder Jreiheits- strafen bis zu 14täaigem Gefängniß belegt. Gegen 100 Abgeordnete italienischer Arbeiter- vereine aus allen Provinzen wurden bei ihrer Rundreise zur Pariser Ausstellung in Nizza von einer großen Menge empfan- gen. Vergnidre vom„Petit Nicois", DallSme von der„Vo- tonte de Rice", und Rovighi sprachen zu Gunsten eines fran- zösisch-italienischen Bundes. Viele Italiener trugen das gari- baldische'Kostüm! auch hatten sie eine 1870 den Garibaldianern von den Damen von Chambsry gestickte Fahne bei sich. Bei der Ankunft und Abfahrt der Italiener hörte man die Rufer „Es lebe Frankreich!"„Es lebe Italien!"„Es lebe der latei- nifche Bund!"„Es lebe die allgemeine Republik!"„Nieder mit Crispi!" Der Rechtsanwalt Frati von Forli antwortete auf die französifcherseits gehaltenen Ansprachen: Die italienische Demokratie werde stets an der Seite der französischen marschirerr und dem Bunde der Könige und Priester den der Völker gegen- überstellen. I Vriefkersten. Bei Antragen bilten wir die AbennemenlS-Outttung beizussigen. Briet liche Aniworl wird nicht erldein Fachverein der Sattler. Die Schlußworte Ihres Be- richts waren faktisch nicht zu lesen. Eine Postkarte ist doch wohl etwas zu ktein. Strp. Nur auf eine Seite schreiben. Kulmstrahe IVO. Hamburg, Bremen, Lübeck. Patient Jahre lang wegen rheumatischer Schmerzen an vcr- 'chiedenen Körpertheilen mit allen möglichen Hilfsmitteln ärzt- sich behandelt worden. Da der Patient sich nicht erinnert, wie die Nadel in den Arm gelangt sein könnte, ist es wahrschein- sich, daß dieselbe schon im frühen KindeSalter an irgend einer Körperstelle durch die Haut eingedrungen war und nun nach 32— 33jLhrigem Aufenthalt im Körper wieder zum Vor- 'chein gekommen ist. Bemerkenswerth ist dabei, daß Patient im zweiten Lebensjahre mehrere Monate als kreuzlahm behandelt wurde, was sehr wohl schon mit der Anwesenheit der Nadel in der Kreuzgcgend in Znsammenhang gebracht werden kann. Magdeburg, den 26. August 1889. Dr. Nissen, pr. Arzt. Trauernde Mittmen. Großartige internationale Hei- rathsschwindeleien, denen auch reiche alte Jungfern aus Deutsch- land zum Opfer gefallen sind, beschäftigen gegenwärtig, wie dem Blatt„La Police" zu entnehmen ist, die meisten euro- päischen Sicherheitsbehörden. Der Urheber, ein gewisser Theophile Naur, ist bereits in Paris von Herrn Goron verhajict worden. Der Heirathsschwindler hatte die gelefensten Blätter des In- und Auslandes mit„galanten" Anzeigen überschwemmt und sich darin als ehrlicher Makler, aber nur für reiche Damerr. erboten. Der Erfolg war ein außerordentlicher, zumal dem Ver- mittler viele ähnliche Agenturen in Paris, London, Berlin, Wien und anderen Großstädten ins„Spiel" arbeiten. Raur hatte einige zwanzig katilinarische Existenzen mit stolz klingen- den Namen an der Hand, die er überall ins Gefecht führte wo es galt, eine reiche alte Jungfrau unter die Haube zu brin- gen. Der erste Akt der Tragikomödie, welcher mit der Szene im Standesamt schloß, ging meist glatt und schnell vorüber. Dann aber hatten die„jungen" Männer nichts Eiligeres zu thun, als die Mitgift, die sie sich vorher notariell hatten verschreiben lassen, in ihrer Gewalt zu bringen und damit zu verschwinden. Die Zahl der gerupften trauernden„Wittwen", welche im Prr- »eß Naur als Zeugen auftreten werden, stellt sich allein in Paris auf 42. Schnee im Sommer. Aus Bad Gastein wirdlder„R. Fr. Pr." vom 24. d.M. berichtet: Nachdem eS zwei Tage ununterbrochen geregnet und vorige Nacht stark gewittert hat, rst gestern auch im Thale heftiger Schneefall eingetreten und die Ache sei beträchtlich angeschwollen. Der Wasserfall biete einen Anblick von seltener Großartigkeit. t.. NoUstiindig niedergebrannt ist in Rußland vre im Gouvernement Radomir gelegene Stadt Skaryszew. Fünf Menschen sind verbrannt, eine größere Anzahl hat Brand- wunden davongetragen. Der Schaden ist enorm. Theater. Sonnabend, den 31. August. UV attaer- Theater. Fifi. O»-»'»«heater. Don Juan. Keftdeus-Kheater. Fernande. Cetttral-Kranke«-«nd Sterbe- Kasse der Tischler«.f. m. (GerWche UerwaltnngstrUe Kerlin G.) Montag, den 2. September, Abends 8i Uhr, bei Keller, Koppenstraße 35: K'tatarta-Theater. Stanley in Afrika. Ad-lph Ernst-Theater. Flotte Weiber. Dämon Schwieger- KeAeatlianre-Theater. Zetstng-Theater. Der Fall Clemenceau. Friedrich-«tilheimstShtifche» Theater. Girofl�-Girofla. Arntral-Theater. Leichtes Blut. Herliner Theater. labend, 31. August: CoriolanuS. Sonnal Sonntag, 1. September: CoriolanuS. Montag, 2. September: Ter Schwabenstreich. , t-Tlr,« w, assag« 1 Tr. s M. — 10». In dieser Woche: Reu! in. Cycl.: Pariser Welt- Erste Ausstellung. durch Holland. Reife Im AuSstellungSpark: 2. Cycl.: Pariser WeltaussteUnng Mue Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. S Reifen 1 M. Abonn. Mitgliettcr-PersWmliiiig/ Große öffentliche verlummlung sämmtl. in der Holzbranche beschäftigte Arbeiter am Mautag, S.Keptbr., Abb». 8; Uhr. i» Feuerstein'« Kala«. Alt-Iab-bstr.�' 3. 1287j Tages-Ordnung: Abrechnung vom 2. Quartal 1889. Medizinischer Vortrag des Herrn Dr. Eugen Rehfisch über: Kraft und Stoff im mens lichen Organismus. Bericht des Delegirten. Der Uarstand. 1286s Tages-Ordnung: Sind unsere Forderungen gerechte und wie find dieselben durchzuführen! Tie Kommission der Berliner KtstenwaMs. Fchimiil der Mln. Montag, d. 2. September, Abb«. 8J|lhr,| in den Biirgersältll, Dresdtllerßrgße Nr. 96:| Außerordentliche Versammlung. Jeßtmiit H. Stramm, 123 Ritterstpasse 123, verbunden mit Fremdenlogis. Empfehle meinen allbekannten vorzüglichen Frühstöck», Mittag» und Zcheudtisch. Sonstige Speisen und Ge- tränke in bekannter Güte. Zwei Zimmer, passend zu Zahlstelleu und Arbeitsnachweis, stehen zur ügung. 11440 Kettfedern n. Daunen rein und staubfrei in jeilsr pi-«i»KS>,o. Große Auswahl fertiger Betten bis zu den besten Sorten. Partige Betten und Bezüge bei Julius Hopp, 1. Geschäft: Krunneustraffr 133, 2. Geschäft: Dionsirirchplab«. Pferdebahn nach allen Richtungen. 1267 Berrenli Knabenfilzhüte CylinderKUte im Fabrikkomtoir: Die villigsten llzbüfe erhält man von 1016 man von 2 M. an Dresdenerstr. 116. Tages-Ordnung: 1. Die Stellung des Fachvereins zu einem 1 eventuell ausbrechenden Tischlerstreik in Berlin. Referent: Herr E. Wiedemann. 2. DiSkusfion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 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Montag, den 2. September, Abends 8z Uhr, Oranienstraße 180: Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag über„Lohn- und Akkordarbeit". Referent Herr Bernh. Jost. 2. Abrechnung vom S o m m e r n a ch t s f e st. 3. Verschiede- nes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht >292s Ter vorstand. Nerein der Sattler und Fachgenoffen Berlins. Sonnabend, den 7. September 1889: Familienkränzchen in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstraße 48-. Anfang 9 Uhr. Billets- 50 Pfg. sind im I Restaurant Drei denerstraße 116 bei der Arbeits- Vermittlung in den Bureaustunden zu haben. 1295 Der Vor st and. Utdcr WKW iMjil. in K lonottn mkoift! Für die Leser des VI. Reichstags-Wahlkreises Kitts genau auf Firma n, Hansnnmir er zu achten. Ja BERLIN N. Gesundbrunnen, Badsir. 18 Haltestelle der Pferdebahn. (Fahrgeld wird vergütet:) Reelle Bedienung empfiehlt lAUerbilligste! I_ EMÜ Hmcil-«iid Kmblii-Kardcrode in überraschender Auswahl, 638 GinsegnungS'Anziige von 15 Mark an. 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Luit für den Monat September ein neues Abonne Kiii»ii.»äS«H«e» VotKsbtatt nebst dem wöchentlich r™«.K»m»tag»blatt". Koni. betragt frei in« Kau« für 4 jNark, monatlich 1 Mark 35 Pf.. Bei Selbstabholung aus der Expedition, afec 44, JJcint Dutzend«� ll-ZmbH s 1 Mark pro Monat. '-�tn brojttfrttenbe Abonnenten erhalten den bis jetzt er- '�und höchst spannenden Roman Dvv(BolömcnWi m»m, werden von säm mtlichen Zeitungsspediteuren ver Expedition unseres Blattes, Zimmerstrabe 44 s ä m m t l i ch e Postanstalten Be- September gegen Zahlung von uoHt lknommen. oberhalb nehmen den Monat �« Pf. an. . Die Grpedition berliner Kolksblatt". n). eiseo�nf dilio�, «enWf» r. 227- }u Kravkeukassen-Frllge. durchs ,311 auf n<411 N444441.U, 44.lv �44,4.4».. gemacht vfri."vue Kmalg selbst dabei zur Mitwirkung herangezogen st Durch solche Mitarbeit würde eS an Selbstgefühl Wü.? gewinnen, das sind aber Eigenschaften, die dem Hl» �? herrschenden Klassen widerstreben und deshalb >j,r hmtenan gehalten werden. Das„Volk�, das„Pro- Sifl» möglichst behindert werden, zum Gefühl seiner .�Ni? stiner Fähigkeiten zu kommen, fte müssen in den * SniK.? Beamten thumS, der Polizei gehalten werden, die . ber besitzenden Klassen stehen und nur deren Nutzen �»nd vertreten. (.tottten kurz die Grundsätze, nach welchen heute regiert , wird. Hkz?.?« solchen Anschauungen jede Bethätigung der Volks Vch. �'Skeit mit Mihtranen und Feindseligkeit von den JrPV1 Klassen angesehen werden wird, die man zu behindern iS»„Ie r" suchen wird, so viel man kann, das ist hiernach li'chl» amtlich und sind darin wohl so ziemlich alle kapitali- sh astaklionäre einig. Da stimmen die Kartellbrüder mit »feres�hsfeind� Herrn Windihorst sehr überein, wenn der :..Eine Arbeiters ereinigung darf nur unter dem �''"« Unternehmers mit eiserner Faust tagen." sttaitz"lögen sich alle Arbeiter merken, wenn ihnen von pH n)(?'c Seite für ihre Bestrebungen.Sympathien" ange- Äeiv» Diese Sympathien bezwecken weiter nichts, als it)rÄn0 unter Kontrole und Leitung der Unternehmer ,!«itcv /.«genten zu bringen. Ob diese Bäffchcn oder Tonsur ||i�' J�iformirle oder nichtuniformirte Beamte find, das i/------------------„.„ UUU h lichev 5? der Gegner besonders und hervorragend auf 1* sten Dieser Hab und diese Verfolgung find die untrüg. �.��hen, dab die Einrichtung von wahrem Nutzen für . �ef der Arbeiter ist. '4»�Nkn Hilfskassen, die von den Arbeitern errichtet und bt mtift.�waltet werden, um sich gegenseitig Unterstützungen ? Trv�t«- und in Todesfällen zu sichern, besonders die � rtti*. es Gesetzes über die Krankenoersicherung der Ar- '> ütid 7lt,en zentralisirten freien Hilfskassen ziehen nun den Auifw* Verfolgung, die Schikane und Bedrückung der ?°»»'?�>m hohen Grade nützlich, dab sie nothwendig find, "'"ssen gröbten Eifer unterstützt und vertheidigt wer- «W Jk|0Wß/ wir überschätzen den sozialpolitischen Werth btoüt?j"?ieinrich>ungen nicht. Wir wissen ganz genau, daß Ad,, der sozialen Fragen durchaus garnichts bei- Ssi 0l,?S. einmal eine erhebliche Besserstellung der Ar- (> jj J dem Boden der heutigen Wirthschaftsweise durch dsi» �Sielt werden kann,'da jede Erleichterung, die �ter bereiten, die Möglichkeit der Lohnherabsetzung Nn,?ller Weise auch erleichtert. Aber die Kassen sind ein (!% OrganisationSfähiakeit der Arbeiter, sie sind ein der frischen Schaffenskraft, dem lebensfreudigen vstey wj x. ühen, das im Proletariate wohnt, und deshalb Teo». deshalb vertheidigen wir sie gegen die Angriffe d deshalb empfehlen wir sie den Arbeitern. deshalb, weil das verdummte und brutale entmannten Geister ohne Schaffenskraft, ohne Ehrlichkeit, die. weil sie selbst nichts selbst nur auf Krücken der Polizei egcn die Ungesetzlichkeiten, die sie gleichen ohne Selbstständigkeit, weil die freien Hllfskassen und ihre Mitglieder be- '."ttleumden, falsch anklagen, begeifern und be- �ihalb haben die Arbeiter diese Kassen, diese Zeugen " �------ r r N-...-.c— t-- Mfj C! h? Arbeiter, der die Rothwendigkeit anerkannt hat, Mtvli» Proletariat lick befreie aus den Banden des sich befreie aus den zentralisirten freien Hilfskassen bei- >K »«6 i u � Freunde, für die Leser unseres Blattes haben «O L> iin,Ji?..srrien Hilfskassen auch noch ganz besonders, Rrt."rrschatzvnde Hortheile gegenüber den Zwangskassen S�i'iiwv �rn Zwangskassen hängt die Mitgliedschaft von der �»'ide,"d. Wer in Arbeit tritt, wird vom Unternehmer SiMl ni�r k ö-®r kann sie sich iwar dadurch sichern, bah er Dagen nach der Entlassung auf das Bureau der Kasse geht, dort erklart, daß er Mitglied bleiben will, und»u- gleich seinen Beitrag bezahlt, aber der kurzen Frist wegen, die für diese Erklärung gelassen ist, da diese beim Suchen nach Arbeit nicht inne gehalten werden kann, wird, wie die ver- öffentlichte Kassenüberficht der OrtSkasse der Maurer zu Berlin zeigt, von diesem Rechte fast gar kein Gebrauch gemacht. ES steht also fest: sowie der Arbeiter außer Arbeit tritt, verliert er die Kassenmitgliedschast, und deshalb ist der Bauhandwerker der in der Regel den Winter hindurch ohne Beschäftigung ist, in dieser, für ihn härtesten Zeit, ohne Krankenversicherung. Es sind nach dem Ausweis der MaurerortSkrankenkaffe zu Berlin dadurch jährlich 20 380 Maurer im Winter ohne Krankenversicberung allein in Berlin. Wer Mitglied einer fteien HilfSkaffe ist, bleibt Mitglied, ob er in Arbeit ist oder nicht. Er hat keine Förmlichkeiten dieferhalb zu erfüllen, er hat nur seinen Beitrag zu bezahlen, wofür ihm nach den Statuten sehr weite Fristen gelassen sind, so daß schon eine ganz ungewöhnliche Fahrlässige keit dazu gehört, wenn jemand aus Versehen seine Mitglieds schaft zur freien Hilfskasse verliert, während ein ganz unver- meidliches Unterlassen ihn der Mitgliedschaft bei der OrtSkasse beraubt. Die Mitglieder der fteien Hilfskasse sind also auch im Winter gegen Krankheit versichert, die Mitglieder der Zwangs kassen nicht. 2) Bei den ZwangSkasscn wird das Einziehen und Bezahlen der Kasscnbeiträge von dem Unternehmer oder seinem Stell- Vertreter bewirkt. Daß dies nicht immer in der gehörigen Ordnung geschieht, zeigt wiederum der Kassenbericht der Orts- krankenkasse der Maurer zu Berlin. 1024 Unternehmer haben an die Einzahlung der den Arbeiten: abgezogenen Beiträge er- innert werden müssen. Gegen 500 mußte dieserwegen die Exekution vollstreckt werden. Das sind aber nur die Fälle, in welchen die Unregel- Mäßigkeit zur Kennlniß des Vorstandes der Ortskrankenkasse gekommen ist. Die Zahl der Fälle, wo die Unterschlagung der Kassenbeilräge der Arbeiter nicht zur Kenntniß deS Kaffenvon standeS kommt, ist mindestens noch ebensogroß. AuS dieser Unehrlichkeit der Unternehmer können den Ar- beilern aber sehr schwere Benachtheiligungen entstehen, weil die Leistungen der Ortskossen sehr häufig von der unterbrochenen Dauer der Mitgliedschaft abhängt. Zum mindesten entstehen Weiterungen, große Unannehmlichkeiten, Laufereien, Zeit- Versäumnisse und Unkosten dem Arbeiter. Er kann daS nicht verhindem, da er keine Kontrole besitzt, ob die Beiträge für ihn regelmäßig gezahlt find oder nicht, weil er sein Kassenbuch nicht selbst in Verwahrung hat, sondern dies vom Unternehmer aufbewahrt wird. Einem Mitgliede einer zentralisirten fteien Hilfskasse kann so etwas nicht passiren. Er hat sein Buch sselbft in Verwah- rung, er bezahlt seine Beiträge selbst, sieht genau, daß sie ihm richtig eingezahlt und ouittirt werden, er weiß genau, wann und wieviel er zu bezahlen hat. Sein Buch ist also immer in Ordnung und er ist aller Unannehmlichkeiten und Verluste überhoben. 3) Die Zwangskassen bieten meistens den Arbeitern nur die gesetzliche Mindestleistung, binden sie an den Gebrauch be- stimmtec Aerzte, die sehr häufig ein den Arbeitern sehr wenig angenehme- Benehmcnffzeigen und nicht das Vertrauen der Kranken besitzen, Aerzte, die den Nutzen der Kasse oft genug zu sehr hervorheben gegenüber dem Wohle des kranken Ar- beiterS. Es ist ihnen oft sogar vorgeschrieben, nur billige Mittel zu verwenden und zu sparen, statt in erster Linie die Gesundheit der Arbeiter zu berücksichtigen. DaS Mitglied der zentralisirten Hilfskasse erhält in der Regel einen weit höheren UnterstützungSbetrag im Krankheits- falle, es kann sich seinen Arzt selbst wählen und sich von dem behandeln lassen, zu dem es Vertrauen besitzt, das erscheint uns als ein grober Vortheil der zentralisirten freien Hilfskasse vor den Zwangskassen. 4) Dadurch, daß das Kassenbuch der Zwangskassen in Händen der Unternehmer bleibt, ist eS sehr geeignet, dazu be- nutzt zu werden, um die Arbeiter zu kennzeichnen. Vielfache Erfahrungen lehren, daß das Krankenkassenbuch zu diesem Zwecke gemißbraucht wird. Das Kassenbuch der zentralisirten fteien Hilfskasse bleibt in Händen und in Verwahrung des Arbeiters, der Unternehmer kann eS nicht mißbrauchen. Wir denken, das ist ein nicht zu unterschätzender Vortheil der fteien zentralisirten Hilfskassen. Wir empfehlen also auch aus diesen Gründen den Ar- beitern den sofortigen Eintritt in eine zentralisirte Hilfskasse. Für die Äauhandwerker bestehen solche Kassen für Maurer, Steinmetzen, Stuckateure, Zimmerer, Töpfer. Wer diesen Ge- werben nicht angehört, also die Bauarbeitsleute, der kann der zentralisirten Tischler- Krankenkasse beitreten, die alle Arbeiter aufnimmt. Die Adressen dieser Kassen sind theilweise durch unser Blatt oft genug bekannt gegeben, und sonst überall leicht zu erfahren. Wie hat man zu verfahren, um Mitglied einer zentra- lifirten Hilfskasse zu werden? a) Wer außer Arbeit ist und der fteien Kasse beitreten will, hat weiter nichts nöthig, als, bevor er neue Arbeit an- nimmt, zu dem Kassirer einer solchen Kasse zu gehen, und sich anzumelden. Er erhält dann eine Anweisung an einen Ver- trauensarzt der Kasse, der ihn untersucht. Ist er für gesund befunden, so kann er sofort in die Kasse eintreten und ist mit demselben Äugenblicke vollberechtigtes Mitglied der Kasse. d) Wer in Arbeit steht, diese auch nicht verlassen will, ist dadurch Mitglied einer Zwangskasse. Aus dieser kann er nur austreten am Tage des Rechnungsabschlusses der Kasse nach dreimonatlicher Kündigung. Alle Kassen, mit welchen wir eS zu thun haben, haben den Rechnungsabschluß am 1. Januar eines jeden Jahres, die Kün- digung muß also vor oder spätestens am 30. September erfolgen. Sie geschieht am besten, sichersten und bequemsten durch eingeschriebenen Brief an die Person des Kassenvor- stehers,(nicht blos an den„Vorstand", weil die Post dann den Brief nicht aushändigt). Die Kündigung kann auch mündlich angebracht werden, wir ralhen davon aber ab. Es ist vorgekommen, daß den Arbeitern die mündliche Kündigung, für die man ja keinen Beweis in Händen hat, abgeleugnet wurde, auch sind die Arbeiter, die kündigten, öfters grob be- handelt worden. Man braucht sich dem nicht auszusetzen. Man schreibt: An den Herrn..... Vorsteher der OrtS-(JnnungS« oder sonstwie) Krankenkasse zu(Ort.) Der Unterzeichnete erklärt, daß er vom 1. Januar k. I. aus der Orts-Krankenkasse, der er angehört, austreten will. Ort. Datum. Name. Stand. Nr. des Kassenbuches..... Wohnung. Arbeitet bei..... i und giebt diesen Brief spätestens am Sonnabend, den 28. Sep- temaer d. I. zur Post als eingeschriebenen Brief. Dann läßt man sich im Laufe des folgenden Vierteljahres in die zentralisirte fteie Hilfskasse aufnehmen. Man braucht dabei den Beitrag erst vom 1. Januar an zu zahlen, und zeigt das Buch, sobald man nach dem Neujahrstage wieder die Arbeit beginnt, dem BetriebSuntcrnehmer vor. Da- mit sind alle Förmlichkeiten erfüllt, man hat nun mit der Zwangskasse nichts mehr zu thun. Wir hoffen, daß recht viele Arbeiter dieser Anweisung folgen werben. Der Stand aller zentralisirten Hilfskassen, die bei uns in Frage kommen, ist ein so ausgezeichneter, daß die Sicherheit der Krankenversicherung hinreichend gewähr- leistet ist. Also auf, Arbeiter! stützt diese Zeichen und Denkmäler Eures Schaffenstriebes, Eurer Kraft, Eurer Einsicht, tretet bei den freien zentralisirten Hilfkassen. Haltet sie hoch trotz des Ansturmes der mächtigen Feinde, trotz des Gekläffes, Gebelfers und Gegeifers der ohnmächtigen Neider. („Vereinsblatt".) ITZxftnles. Die Lokalkommifsto« veröffentlicht folgendes Schreiben der Bergschloßbrauerei:„Unterzeichnete Direktion macht gegen die Abhaltung von Arbeiter- Versammlungen in ihrem Lokale keinerlei Einwendungen. Bergschloßbrauerei- Aktiengesellschaft. gez. Steiber. Hartmann." Außerdem wird das Lokal von Krüger, Hochstraße 32 s, mit einem Saale für 150 Personen von der Lokalkommission empfohlen. Ferner Möwe's Salon, Fichtestraße 32. Außerdem kommt noch hinzu„Königsbank", Große Frankfurter straße 117. Zu streichen sind Reiher, Alte Jakobstraße 83, und Wirth, Dresdenerstraße 45. Dem„österreichischen Ktaatsangehörigen Dirtor Schweinburg in Kerlin" ist, laut Meldung der amtlichen „Wiener Zeitung", während des Besuches des Kaisers von Oesterreich in Berlin der Orden der eisernen Krone 3. Klaffe mit Nachsicht der Taren verliehen worden.(In Oesterreich b-e- steht die praktische Einrichtung, daß Jeder, der einen Orden erhält, dafür Gebühren zahlen muß; von diesen Gebühren ist Herr Schweinburg aber befteit worden.) Wir würden, so schreibt die„Volks-Ztg" hierzu, zumal da nach den neuesten Bestimmungen die Verleihung des Ordens dem Redakteur der offiziösen„Berliner Politischen Nachrichten" die sonst mit demselben verknüpfte„Erhebung in den Ritterstand", also die Versetzung unter die„Edelsten der mährischen Nation", nicht mehr einbringen kann, diese„Auszeichnung" kaum er- wähnt haben, wenn uns nicht die Bezeichnung Schweinburgs als eines österreichischen Staatsangehörigen aufgefallen wäre. Wir erinnern uns nämlich, daß vor einigen Jahren Herr Schwein- bürg feine Aufnahme in den preußischen Staatsverband nach- gesucht und die Stadtoerordneten-Verfammlung die Genebmi- gung seines Gesuches empfohlen hat. Ist damals die Auf- nähme, obwohl der Gesuchsteller sich auf die öffentliche Aner- kennung eines preußischen Ministers berufen konnte, in höherer Instanz abgelehnt worden, oder sollte Herr Schweinburg etwa zwei Staatsangehörigkeiten in sich vereinigen? Es wäre zwar mit unseren Gesetzen nicht recht in Einklang zu bringen, aber doch nicht ganz unpraktisch, zumal gerade jetzt, wo ein gewisser Ministerstuhl bedenklich wackelt und es noch nicht feststeht, ob der Nachfolger des angeblich mit einem Augenleiden behafteten gegenwärtigen Inhabers dieles Stuhles dieselbe Ansicht von der Geschicklichkeit und Brauchbarkeit des neuen Ritters der eisernen Krone gewinnen wirb. Ein Apparat zur Kefeltigung fehlerhafter Gr» fcheinnngr« im Schulleben wurde Mittwoch Nachmittag von dem Erfinder, Herrn C. R. Viehofer in Königsberg i. Pr., in der Ausstrllung für Unfallverhütung vor einem größeren Kreise von Schulmännern erläutert. Der Apparat besteht aus einer großen, mit laubgrüncm Tuche überzogenen Tafel, in welcher sich ein rechteckiger, mit einer Klappe verdeckter Ausschnitt de- findet. Ein mechanisches Werk an der Rückseite der Tafel ist mit einer Anzahl langer Leisten versehen, auf die beliebige Wörter und Sätze geschrieben oder in Druckschrift gesetzt werden können. Mit Hilfe der Klappe kann mit einem einzigen Druck jeder der Sätze den Kindern gezeigt oder verdeckt werden. Der Ap- parat soll insbesondere bei der Erlemung derSprache, im deutschen wie im fremdsprachlichen Unterricht augewendet werden und findet seinen Platz in der Ausstellung für Unfallverhütung um des- willen, weil dadurch eine Reihe von physischen und psychischen Gefahren beseitigt werden soll. Da der Schüler bei Änwen- dung des Apparats zu gespanntester Aufmerksamkeit gezwungen ist und die Zerstreuung nach Möglichkeit beseitigt wird, so wird die Lernarbeit verkürzt und erleichtert und damit der Ueberbür- dung vorgedeugt. Besonderes Gewicht legt der Aussteller auf die Schonung des Auges durch den Apparat. Die grüne Tafel ist dem Auge zuträglicher als unsere blendenden Schul- tafeln, und der schädliche schnelle Wechsel im Sehen nach der Wandtafel und in das vor ihnen liegende Heft, wozu die Schüler geneigt find, wenn die Vorschrift unverdeckt bleibt wird vermieden. Seitens des Unterrichtsministers ist der Apparat angekauft und den Schulbehörden empfohlen worden. Von den anwesenden praktischen Pädagogen wurde gleichfalls manches anerkennende Urtheil gefällt. Die Kihenbahngelrifr in der HKaliber- und©tt- fchinerstrasse sind fortgesetzt die Ursache von Unfällen und VerkehrS-Störungen. Erst kürzlich meldete der Polizeibericht, daß ein Arbeiter von dem Kohlenzuge, welcher in de?, Nacht- stunden dieses Geleise passirt, überfahren und getödtet wurde. Andere Unfälle sind zahlreich vorgekommen und auch öffentlich berichtet worden. Eine sehr umfangreiche VerkehrS-Störung verursachte das Geleise wieder am Mittwoch Abend auf dem Kottbuserplatze. Ein schwerer Arbeitswagen war in die Schienen- Vertiefungen gerathen und die Räder hatten sich hier so fest eingeklemmt, daß das Fuhrwerk nicht weiter zu bewegen war und die drei dort kreuzenden Pferdebahnlinicn sperrte. Was aber die Entfernung des festgefahrenen Wagens besonders schwierig machte, das war die aus Kesseln mit kochendem Asphalt und geheizter Unterfeuerung bestehende Last des Wagens. Der Kutscher wies mit Recht auf die Gefahr hin, die entstehen konnte, wenn der Wagen mit einem plötzlichen Ruck fortbewegt wurde. Unter diesen Umständen blieb nichts Anderes übrig, als das Feuer unter den Asphaltkesseln erst zu löschen und dann mittelst Vorspannes den Waaen wieder flott zu machen. Inzwischen hatten sich so ziemlich sammtliche Pserdebahnwagen der dort kreuzenden drei Linien nach allen Richtungen hin an» gesammelt. Solche unvermeidlichen Störungen werden durch den Vortheil nicht aufgewogen, ben das Schienen- geleife den beiden Gasanstalten bringt, welche auf dem- selben ihre Kohlenvorräthe beziehen. Diese beiden Gasanstalten liegen am Schifffahrtskanal und es kann für sie nicht schtoic- riger als für andere noch weniger günstig gelegene Gas- anstalten sein, wenn sie ihre Kohlen ans anderem Wege, also hier etwa durch Wassertransport, erhalten. Sobald die BezirS- vereine des Südostens wieder ihre regelmäßigen Sitzungen bc- ginnen, sollen Petitionen in diesem Sinne an die städtischen und Polizeibehörden gerichtet werden. Auch für den Pferde- bahn-Verkehr ist die Benutzung des Eisenbahngeleises sehr un- bequem. Die Weichen funktioniren sehr mangelhaft und fast an jeder Weiche kann man täglick mehrere Mate ein Aussetzen der Wagen oder andere ähnliche Störungen, die mit der Be- fchaffenhcit der Eisenbahnschienen im Zusammenhange stehen, beobachten. Der jährliche Gdstlronsum Kcrlins stellt sich schon nach ungefährer Schätzung— eine statistische Unterlage würde «inen noch riesigeren Maßstab geben— als ein ganz immenser dar. Betrachtet man allein in den gcsammten Markthallen des Morgens bei der Eröffnung des Verkaufsgeschäftes in den ■Dbstfiänden die Berge von Obst der verschrcdenstcn Sorten; beobachtet man die neuen Zufuhren für das Nachmittags- und Abendgcschäft, nimmt man hierzu den ausgedehnten Straßen- hausirhandel mit Obst hinzu, dessen Waare im Handumdrehen vergriffen und ebenso schnell ergänzt' ist und rechnet noch dazu den lehhaften Obstverkauf in den mehr als zahlreichen Gemüse- und Obsthandlungen in den Kellern, so kann man sich ein an- nähernd Bild von dem massenhaften Zufahren an Obst nach Berlin machen. In keinem anderen großenOrte wird verhältniß- mäßig so viel Obst verbraucht, wie in Berlin. Das hat seine guten Gründe in der ganzen Lebenshaltung der Bevölkerung Berlins, in welcher dos Obst einen richtigen Bedarfsartikel bildet. cm Allgemeines Aufsehe« erregle vorgestern Nachmittag Oranienplatz ein Mann, der ganz anständig gekleidet war und zu dessen blankem �Cylinderhut die Barfüßigkeit einen merkwürdigen Gegensatz bildete. Denn er irrte auf den Strümpfen umher und lamentirte laut nach seinen Stiefeln. Der infolge dessen entstandene Auflauf veranlaßte einen Schutzmann, sich des Barfüßigen anzunehmen. Seiner mit etwas schwerer Zunge vorgebrachten Erzählung war zu ent- nechmcn, daß er Friedrich Demkc heiße, auf der Neuen Zie- gclei dei KönigS-Wusterhauscn beschäftigt sei und von seinem Herrn nach Berlin entsandt wäre, um geschäftlich MchrereS zu erledigen. Hier habe er mit Jemandem, dessen Bekannt- schaft er auf der Straße gemacht, einige Lokale besucht. In einem Lokale sei er eingeschlafen, als er wieder erwacht, habe er feine Stiefel vermißt und mit denselben wäre zugleich sein neuer Freund verschwunden gewesen. Als er darob in dem Restaurant Skandal gemacht und feine Stiefel verlangt habe, hätte der Wirth ihn am Arme genommen und an die frische Luft befördert. Der Schutzmann forderte den Demke auf, mit ihm das Lokal aufzusuchen. Aus den konfusen Angaben des Mannes ging jedoch hervor, daß er keine Ahnung von der Lage des Restaurants habe. Der Polizist nahm ihn daher auf die Wache mit, daß er dort seinen Rausch anSIchlafen und vielleicht dann Genaueres über das Lokal angeben könnte. Aber auch diese Mühe war vergebens. Denn der biedere Mann aus Königs-Wusterhausen hatte nach dem Erwachen erst recht keine Idee mehr, wo er in dem„verflixten Berlin" seiner Stiefel beraubt worden und so war es unmöglich, ihm durch deren Wicderbeschaffung auf die Strümvfe zu helfen. Demke konnte übrigens noch von Glück sagen, daß er einem ehrlichen Bauemfänger in die Hände geralhen war, der ihm nur das abnahm, was er gerade gebraucht: ein Paar Stiefel, denn Uhr und Geld befanden sich noch in Dcmke's Besitz. Aus der Untersuchungshaft entlaljen wurde am Mittwoch Abend der Herausgeber des verflossenen Wochen- blattes„Neu- Berlin", Friedenstcin. Wie das„B. T." hört, haben die vorgeschlagenen geschädigten Belastungszeugen sich nicht herbeilassen wollen, Strasanträge gegen Friedenstein zu stellen, um die bezüglichen Angelegenheiten nicht zur öffentlichen Verhandlung zu bringen. Die eingeleitete Untersuchung dürfte demnach im Sande verlaufen. Karl Wolter, der Spukknabe aus Resau, liebt allem An- schein nach den Wechsel in der Beschäftigung. Er hat als Zauberlehrling bei dem Hofkünstler Äößner quittirt und ist „Kellner geworden in des Schenken sein HauS". Er schwingt jetzt die Serviette in einem Garten-WirthshauS in der Mark- grafcnstraße. Seine erprobte Geschicklichkeit weist den jungen Mann geradezu auf die Kellnerhantirung hin. Karl Wolter hat damit feinen Lcbensberuf gefunden. Die Gäste dcS WirthS- Hauses, dem er feine Dienste widmet, sind zu beglückwünschen, wenn unter den Händen dcS neuen Ganymed die bestellten Schnitzel und Beefsteaks nur einigermaßen so„fliegen", wie der Schinkcnknochen und die Kartoffeln in Resau. D»r allgrschuittrnr Kopf einer KindeZleiche wurde vor einigen Tagen aufgefunden und in das polizeiliche Leichen- schauhaus geschafft. Die Kriminalpolizei fand die Annahme gerechtfertigt, daß ein Kindesmord damit zusammenhänge, und die angestellten Recherchen haben zur Verhaftung einer FrauenS- person geführt, welche verdächtigt ist, ihr neugeborenes Kind getödtet zu haben. Die Verhaftete bestreitet zwar, wie die „Post" mittheilt, die That, macht aber in Betreff ihres ver- mißten oder verschwundenen Kindes sehr unglaubliche Angaben. Die unnatürlicbe Mutter gicbt an, auf dem Wege zur Charitee das Kind zur Welt gebracht zu haben; damit fei sie weiter ge- gangen und habe sich um ihr Kind nicht bekümmert in der Hoffnung, daß in ber belebten Straße bald Jemand fich des- selben annehmen werde. Ciue 7 Meter lange rothe Fahne, welche das Bildniß Lassalle's trug, war während der vorvergangenen Nacht an den den Pappelplatz kreuzenden Telephondraht gehängt worden. Da derselben von den Häusern aus nicht beizukommen war, rief die Polizei die Feuerwehr herbei, welche die große mechani- fche Leiter auflichtete und die Fahne beseitigte.— Berlin steht noch. Frirdrichshagen. Als am Mittwoch früh die Bewohner von FriedrichShagcn aus ihrem Schlaf erwachten, hing un- mittelbar am Bahnhof auf einer der höchsten Fichten eine große rothe Fahne. Darauf stand mit goldenen Buchstaben: Hoch lebe die internationale revolutionäre Sozialdemokratie. Um ll6 Uhr requirirte ein Gendarm Jemanden, der der Polizei den Liebesdienst erwies, und die Fahne herabholte. Uolizeibericht. Am 28. d. M. Vormittags siel der Ar- heiter Scheunermann vor dem Hause Landsbergcrplatz 5 von einem in der Fahrt befindlichen Müllwagen und erlitt eine Gehirnerschütterung, so daß er nach dem städtischen Kranken- hause am Friedrichshain gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit stürzte auf dem Grundstück ZionSkirchstraße lv der Dachdecker Hermann Neumann beim Anbringen einer Hänge- rüstung vom Dache dcS vierstöckigeo Seitenflügels auf den ge- pflasterten Hof hinab und verstarb auf der Stelle. GevirkxkS'�eitung. Eine große Urchtsungleichheit wird durch eine vom Kammergericht bestätigte Entfcheidung der achten Zivilkammer des Berliner Landgerichts I zwischen den Prozeßführenden, welche sich eines Rechtsanwalts bedienen, und denen, welche dies nicht thun, geschaffen. Der Siebmachermeister Berthold Schulze hat eine Klage gegen den Bauunternehmer C. G. Meißner und gegen die Handlung F i t s ch e r und Komp. in nur zwei Exemplaren bei Gericht eingereicht und auf der Urschrist bemerkt, daß er die Zustellung selber be- wirken lassen werde. Der Gcrichtsschreiber hat den qu. Ver- merk übersehen und die Klage mit der TerminSnotirung einem Gerichtsvollzieher zur Ladung der Beklagten überwiesen. Dieser hat nun zwei Abschriften von anfertigen lassen müssen und da- für laut Tarif an Schreibgebühren 2,80 M. liquidirt, welche der Kläger bezahlt hat. Als nun dieser den Prozeß gewonnen und den Beklagten die Kosten desselben auferlegt worden waren, beantragte er, den Letzteren auch die Erstattung dieser Schreibgebührerr aufzugeben. Mit diesem Antrage wurde Kläger von den Gerichten aller Instanzen abgewiesen. In der Begründung der Zivilkammer heißt es:„Nach den Normen der Zioilprozeß- Ordnung können die an den Gerichtsvollzieher für Anfertigung der Klageschriften gezahlten Schreibgebühren als zur zweckentsprechenden RechtSvcrfolgung nothwendig nicht angesehen werden, außer wenn die Partei nicht in der Lage gewesen ist, die fraglichen Ab- schriften selb st anzufertigen, was vorliegend nicht der Fall, auch Seitens des Beschwerdeführers nicht geltend gemacht ist. Nur die durch Beauftragung eines Rechtsanwalts entstandeneu Gebühren und Auslagen sind st eis als nothwendiger Auf- wand anzusehen, weil der Partei das Recht zusteht, sich in jedem Prozesse durch einen Rechtsanwalt vertreten zu lassen.~ Weil vorliegend die Kosten für die Beklagten in- folge Nichtbestellung eines Rechtsanwalts billiger waren, brauchten sie auch nicht einmal die Schreibgebühren zu er- statten.(II!) Den beide« verurtsteiltenj Armeelieferanten Mollank«nd Hageman« ist jetzt das von der VII. Strafkammer ergangene Erkenntniß in der bekannten Strafsache zustellt wor- den. Dasselbe füllt über 100 Folioseilen an. Beide Verurtheilte haben durch ihre Vertheidiger, Rechtsanwälte Dr. Sello und Dr. F. Friedmann das Rechtsmittel der Revision ergriffen und so wird sich binnen kurzem das Reichsgericht mit der Frage beschäftigen, ob die Zahlmeister in der deutschen Armee als Beamte zu betrachten sind. Einen»nangenehmen Fahrgast hatte eines Abends ein Pferdceifenbahnschaffner der Strecke Weißensee- Alexander- platz nach Berlin zu befördern. Es war ein schöner Maiabend. Auf dem Decke des schon ganz gefüllten PferdebahnwagenS nahm ein etwas angeheiterter Mann Platz, von dessen An- Wesenheit die am offenen Fenster im Wagen Sitzenden gar bald in höchst unangenehmer Form Kenntniß erhielten. Trotz des ausgesucht schönen Wetters schien es doch den Fahrgästen so, als ob es plötzlich in den Wagen hinein regnete:„Von dem Decke kam der Segen, strömt der Regen", und mehrere Damen, deren Kleidcrbespritzt wurden, sprangen entsetzt aufund veranlaßten den Schaffner, so schnell als möglich auf den Wagen hinauf- iuklettern und das Geheimniß des nassen Wunders zu ent- üllen. Der Beamte bedurfte dazu keiner großen Geistes- anstrengung: er fand den erwähnten Fahrgast in einer Situation, welche jeden Zweifel ausschloß und es klar machte, daß hier ein Akt des gröbsten Unfugs vorlag. Der zur Polizeiwache beförderte Mann, welcher als der Stadtreisendc Karl Heinitz festgestellt wurde, erhielt vom Polizeipräsidium ein Strafmandat über 15 M., war aber keineswegs damit zufrieden, sondern beantragte richterliche Entscheidung. Dieselbe wurde ihm gestern in der Weise, daß ihn das Schöffengericht nunmehr zu 50 M. Geldbuße ev. 10 Tage Haft verurtheilte. In Ketreff der Urberfchreitung ber Polizeistunde herrschen bei vielen Inhabern von Schanklokalcn noch irrige Ansichten. So stand gestern ein Restauratcur vor der 95. Ab- theilung des Schöffengerichts, welcher den Rath des Vorsitzen- den, er möge doch, um sich unnölhige Kosten zu ersparen, seinen Einsvruch gegen das ihm polizeilicherscits auferlegte Straf- mandat zurücknehmen, da seine Uebertretung ja zweifellos er- wiesen sei, mit Entschiedenheit zurückwies und richterliche Ent- scheidung verlangte. Er glaubte gewichtige Gründe anführen zu können, aus denen seine Freisprechung erfolgen müsse. Diese Giünde waren folgende: Daß er an dem fraglichen Abende noch 30 Minuten nach der ihm vorgeschriebenen Polizeistunde Gäste in seinem Lokale gehabt, sei richtig, aber es habe außer seiner Macht gelegen, dies zu ver- hindern. Punkt zwölf Ithr habe er Feierabend geboten und nach dieser Zeit keine Getränke mehr verabfolgt. Auch habe er seine Gäste aufgefordert, sich zu entfernen; dieselben seien aber in einer lebhaften Unterhaltung begriffen gewesen und hätten von der Aufforderung keine Notiz genommen. Mit Ge- walt hätte er sie doch nicht entfernen können. Der Angeklagte war höchst verwundert, als der Vorsitzende ihm erklärte, daß er wohl Gewalt anwenden dürfe und sogar müsse, wenn seine Worte kein Gehör fänden, es sei jedenfalls seine Sache, für die recht- zeitige Entfernung der Gäste zu sorgen und thue er dies nicht, so mache er sich dadurch ,m Sinne des Gesetzes des Duldens von Gästen über die Polizeistunde hinaus strafbar. Jeder anständige Gast würde aber zweifellos einer ernst ge- meinten Aufforderung des WirtheS Folge leisten; zumal wenn der Letztere ihn auf die Strafe hinweise, die er ihm zufügen könne. Das Strafmandat wurde denn auch bestätigt, aber der Angeklagte schien immer noch von seiner Unschuld überzeugt zu sein, denn er erklärte Berufung einlegen zu wollen. Daß auswärtig« Firmen, welche in Berlin ein KommissionSlagcr unterhalten, sich einer Steuerkontra- vention schuldig machen, wenn sie das nicht als ein felbstständiges Gewerbe bei der hiesigen Behörde anmelden, haben die Schöffengerichte in letzterer Zeit häusig zu erkennen Gelegenheit gehabt. Gestern beschäftigte ein solcher Fall wie- derum die 97. Abtheilung des Schöffengerichts. Eine Kemp- teuer Firma hatte jahrelang bei einem hiesigen Agenten em Käselager unterhalten, ohne dies Gewerbe zur Besteuerung an- zumelden. Sie war hierfür mit 144 M., das Doppelte der Hintergangenen Jahresstcuer, belegt worden. Im Äerhand- lungStcrmine führte der Vertheidiger aus, daß das hiesige KömmifsionSlagcr als ein felbstständiges Geschäft nicht angesehen werdm könne, da die Fakturen zwar von dem Agenten ausgeschrieben würden, aber auf den Namen der Kemptencr Firma lauteten. Die letztere habe ihr Engrosgeschäft doch von vornherein zur Besteuerung angemeldet und werde doppelt besteuert, wenn sie auch noch das Kommissionslager an- melven müsse. Der Gerichtshof schloß sich aber den früheren Erkenntnissen an und verwarf den Einspruch. Mi« gewonnen— so zerronnen I In eine mißliche Situation ist eine wohlhabende Almosen-Empfängerin geralhen, die in den ersten Tagen des Monat März durch einen Zufall ermittelt wurde. Es war zu der Zeit, als der Friedrichsbcrger Räuber Gröfchke noch fein Wesen trieb. Nacht für Nacht wur- den Einbrüche ausgeführt, ohne daß es gelang, den oder die Thäter zu ermitteln. Die verschiedensten Personen kamen in Verdacht, darunter auch ein Arbeiter, der bei einer Frau Köhler in Schlafstelle lag. Frau Köhler hatte flüher in Friedrichsfelde gewohnt, nachdem aber ihr Gatte wegen Meineids zu mehreren Jahren Zuchthaus verurtheilt und in„Sonnenbura" internirt worden war, hatte sie ihren Wohnsitz nach Friedrichsberg verlegt, doch erhielt sie für sich und ihre Kinder von der Gemeinde Friedrichsfelde Armen- Unterstützung. In Verfolg des auf ihrem Schlafburschen lastenden Verdachtes wurde nun in ihrer Wohnung eine Haussuchung vorgenommen. Zwar fanden die Gendarmen nichts, was den Schlafburschen hätte belasten können, wohl aber fanden sie im Besitze der Frau Köhler die Summe von 700 M. in baarem Gelde, über deren recht- mäßigen Erwerb sich Frau Köhler nicht genügend auszuweisen vermochte. Sie behauptete zwar, daß sie sich das Geld gespart habe, diese Behauptung fand aber wegen des Umstandes, daß sie sich mit ihren vier Kindern hauptsächlich von der Armen-Unterstlltzung ernähren mußte, wenig Glauben, weshalb das Geld beschlagnahmt und in gerichtliche Verwahrung genommen wurde. Als bald darauf Gröfchke ergriffen wurde, schienen verschiedene Spuren daraus hinzudeuten, daß zwischen ihm und der Frau Köhler eine Ver- bindung bestanden habe. Daß beide mit einander gut bekannt waren, ist erwiesen. Außerdem ist in mehreren Fällen, in vencn esroieyie krebst ahle auSgesutz" yar, zur in der Nähe des ThatorteS eine Frauensperson gejehm, � die vermuthlich„Schmiere" gestanden hat, und me G>« � die Figur dieser Frauensperson stimmt nach allen Zelchr � mit der der fttau Köbler übereiu. Bei alledem nl"'. «ÄrÄ- mij der der Frau Köhler überein. mcht gelungen, der Fi au Köhler eine Raubzuge» des Giöschke oder ein anderes— nachzuweisen, so daß die Herkunft des beschlagnahmten unaufgeklärt geblieben ist. Eigentlich hätte das Geld nuM der Frau zurückgegeben werden müssen, dem ist aber em K, vorgeschoben worden. Die Gemeinde Friedrichsfelde HK im. °uf die beschlagnahmten 700 M. bis zur Höhe des MZ den sie bereits an Frau Köhler ajs Armenunterftätzang M hat, Arrest gelegt und ist nun ihrer vollen Befliedlaung d« Was alsdann noch übrig bleibt, wird der JustizsiKuS ziehen, denn alle Exekutionen, welche wegen der Ga'IÄ, oent Prozesse ihres Mannes und wegen eigener� � erfolgt sind, haben nur ein negatives Resultat ergeben. Sache I.egl nun so: Mag die Frau ihr Geld redlich redlich erworben haben, wiedersehen wird sie eS auf keine« n VerfÄnrrnlurrgett Eine große, öffentliche Nersammtung. nerstag Abend unter Vorsitz des Herrn Heindorf rm Landsberger- Allee 39—41, statt, lieber den ersten Tagesordnung:„Zweck und Wesen der fozialder Wahlvereine" hielt Herr Zubeil einen beifällig aussen Vortrag, der in dem Nachweis gipfelte, daß Wabivff � wendig sind, nicht nur, um die sozialistischen Lehe � breiten und die Arbeiter auf den Ernst der Kagb zu machen, sondern auch um die während der WamK' , fAuF-r. irnh»lsaMMe« Ä t# 10» Mannschaften auszubilden, zu schulen und zusammen � Tie Gründe, die gegen die Wahlvereme"S 6- werden, sind nicht sttchbaltig- So lee ge.ag. � feien nur Brutstätten für Spitzel. Redner �_ IUI"/-v. Vorwurf bedeutend entkräftet würde durch die I. v.•• v v,- i* i v«| i v i«vvtivv v n« w/ v yi*r, überzcugungs treue und zielbewußte, bewährte Genosten, Vereinen arr Klärende Vorträge gehalten haben, nicht gethan hätten, wenn sie die Wahlvereine für anstalten halten. Dann weist Redner darauf hin, ba». � legenheit für Spitzel überall da wäre, wo Arbeiter kommen, in der Kneipe ebenso gut, wie in Vereinen. � herrschende System, die Behandlung von Seiten off � könne nicht abhalten. Dann würde unsere Part« den Ehrentitel ,, KampfeSpartei" verdienen, würde sie � salirungen etwas geben und sich deshalb zurückziehe�' gebe es nur ein Vorwärts, kein Rückwärts.(Lebh�lff� Redner schloß mit der nochmaligen Aufforderung, 1°.� sonders den Wahlvereinen beizutreten und für dielnr � unentwegt zu agiliren, damit die auf die sozialdem» Abgeordneten abgegebenen Stimmen bei der i Wahl die Zahl einer Million übersteigt.(Anhaltend« Die Diskussion über das Gehörte war äußerst wegte sich in vollem Einklang mit dem Referate-" pP der Tischler Franz Berndt sprach, ereignete M Zwischenfall, der die Versammlung ziemlich amum«� juu/ vic �jci.(uuiuuuii� ftituuiu; w. aj Kflrf. gleich zeigte, wie sehr die Arbeiter, besonders die Neon dem Drucke des Sozialistengesetzes gelernt Haber', o» � herrschen. Herr Berndt befürwortete zunächst ebenfa «iii sif/F« n fr� Xa Xa** � �' w» politische Organisationen, da den gewerkschaftlichen f-j schwer gemacht werde, aufk.ärend zu wirken, odne Gesetz in Konflikt zu kommen.„Wenn wir sehen, w« ...«.. x,hebt politische Recht be Der Lieutenant die Versammlung aufzulösen, der Redner wirft eivB... -■•'-'"'''*•.>«« blick auf den Beamten, der sich eben bedecken das vcrhängnißvolle Wort kommt nicht heraus, das' � verlegenes Räuspern; die Versammlung lacht und o.r r eifrige Beamte muß sich wieder fetzen. Dann}f � Berndt weiter, um zum Schluß noch dagegen z» daß sich Gastwirthe erdreisten, ihre Lokalitäten S" langen zu verweigern. Herr Zubeil berührt in mK wort die Frage der Arbeiterpresse. Es würden fori??,, ju- dieselbe Wünsche gestellt— der Wonnemen tSpreis I?, ä gesetzt werden, gewisse Inserate sollten fallen ß verlangt, nichts aber dafür geboten. Verschaffen Redner, dem Volksblatt eme 2-, 3-, 4lfache 2lbo und ich zweifle nicht, daß der Preis sofort«nfft. Sorgen wir dafür, daß„Volks-Tribüne" und„M' blatt" überall bei Arbeitern gelesen werden, � ;mucucipitiic öu ut't«vüiK, rnc zu tinnr gb�vcrouv�»» gehört I(Rauschender Beifall.) Mit großer Majorri(9 gleich Herr Röhden und Herr Werner gegen den sprachen, folgende Resolution angenommen:„Die über I500Ardeitern besuchte Volksversammlung erklari r � AuSsübrunaen des Referenten voll und aan» einvcrsi� � r, die Grönd z t. faßten Beschlüssen nicht nachkamen. Diese habe 5i„nAji ""tf sehr schweren Stand gehabt, denn sie habe fast standen, ihre Arbeit, das Herumlaufen bei. Anfangs nicht viel Zweck gehabt. Das an die sandte Zirkulär habe zunächst eine kleine BesseruvS das vor kurzem verthcilte Flugblatt habe noch Wenn die Arbeiter feststünden, so würde sta> H' zeigen, ob Herr Killer in der And dem Standpunkt steht, er gebe das Lokal nrcht k»�'{z(t�jf die Arbeiter feststünden, so würde sich__ ob Herr Killer in der Andreasstraße �,1 td punkt steht, er gebe das Lokal nicht für', Am Gejdbeutel seien die Herren sehr kitzlich: wen«' diesen handle, dann steckten sie ihr Ehrenwort um zurück.(Bravo und Heiterkeit.) Die Arbeiter körrm � dieser Gelegenheit auch einmal einen Luxus gestml� mi jetzt nur den Arbeitgebern zustand. Die Arbcitgeor schwarze Listen, die Arbeiter könnten auch einmal o�' geber spielen und eine schwarze Liste führen- rfl Heiterkeit.) Die Arbeiter sragten nicht danach, wel? K».'"ir die Wirthe angehören, bei denen sie verkehren, o ff'chej» J müßten gezwungen werden, ebensowenig danach 1„e v) Itter PUn.t Siünden die Arbeiter hinter der Kommission, so j.- etwas schaffen; man könne den Geldbeutel etwas Äunn w fei sehr kitztrch für die Herren. Und es sei g°n».L A Ader was durch nn nur geringes einheitliches Vorgehen l««'°rnnren m, fei So habe das„Böhmische Brauh°us")chon �d� SCJlZ weil einrge Vergnügungen abbestellt worden sind. Rrli9(,n_ Ber gsch loßbrauerei, Rixdorf habe fw Vf tnü5 � schon Früchte getragen. Die Hausdiener! und SchU?"�. j(lh"- beschlossen, das Bier dieser Brauerei nicht mehr zu ü Folge dieses Beschlusses sei gewesen, daß ein Kutscha � p j andern mit seinem Bier zurückkam, daS er mcht y konnte.(Heiterkeit und Bravo.) Jetzt habe der j geschrieben.' hatten keine WD! I.___ W Versammlungen der S"o"zialdemok rm n, Auch Habels Brauerei stehe im Begriffe nochi��ll.jl �erklärt (Redner) habe den Direktor bei einem Besuche mcht pck»�""gsausi man habe ihn aber gebeten, seinen Einfluß dah'»« J 1 fit der& -h-?� f «WteiW? st-S �| nitre°°"" 1 ; B«S< mten, »Iti nutr®� I er ein?« i Bat»M es SelA, tz-nggA »rpung X®" isluS en«» Seri»M euer W rAeben. �"den, daß die Brauerei nicht ausgesperrt werde.(Herterkert.) 5�. dieser Schilderung der Sachlage gehe hervor, daß. wenn ' Kommission nicht schnell genug gearbeitet habe, dies nur * den Verhältnissen gelegen habe, eS gehe aber auch daraus o><>r, daß wenn die Macht der Arbeit in Funktion tritt, das Mtal sich beugen muß und hilflos am Boden liegt. Man nit Kch von diesem nicht das Recht der Koalition beschneiden entweder kein Versammlungsrecht, oder das vom Gesetz Mmtirte ohne Hineinreden von Elementen, die sich nicht Nun, jU kiimmern haben. Die Kommission habe ihre Schul- .M aethan, möge die Arbeiterschaft desgleichen thun, dann i? w Anbetracht der Wahlen zum Besten der Parter gearbeitet ?»den.(Lebhaftes Bravo.) In der Diskussion sprach u. a. t?§cwbotf, der auf die im„Berliner Volksblatt" veroffent- "h>en Beschlüsse betreffs der Berichte und Annonzen aufmerk- N machte. Herr Zubcil betont, daß das Stiftungsfest der Mmerarbeiter(Philharmonie) wahrscheinlich n, cht statt- wen werde. Nachdem noch die Liste der zu berück, icht'gew ��Lokalbefitzer verlesen Liorden und einige Anfragen erledigt �.---- UCHCJCU»UUlUCll UUW cuuy*. ®i»en, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: >" m. Volksversammlung ist mit dem Vorgehen der Lokal- on voll und ganz einverstanden und spricht dersetber »Ii."£rue Anerkennung aus. Demgegenüber verpflichten sich w»» Anwesenden, ihren � ganzen Einfluß� dahin� geltend zu it. Wmissii M»! lins.5' �6 sowohl in Gewerkschaften, Krankenkassen, sowie kemniilr" Arbeitsstätten nur nach den Beschlüssen der Lokal- fMiniv. gehandelt wird, um so das Ansehen der ganzen die m.�'ckischen Arbeiterschaft zu wahren: ferner beschließt �awmlung, daß kein Referent der Arbeiter in solchen i» i,.r. � sprechen hat, die für politische Versammlungen nicht y.� hnd. Das Berliner Volksblatt" und die„Berliner Aersam i»e" dürfen ferner keine Annonzen und Berichte von gkn und Vergnügungen aufnehmen, die in Lokalm ite».!..'tn°' dw nicht auf der von der Kommission heraus- «w cw 5 sroße öffentlich« Kchneiderversammlung tagte örani«??,?, den 26. August, in dm„Zentral-Festsälm," !,.,i..N.raße 180 mit der Tagesordnung: 1. Wie ist der t a°.!'"schen Produktionsweise entgegenzutreten? Referent fließ Ä � Diskussion. 3. Verschiedenes. Kollege Steinmar �»r h Versammlung, welche von 250—300 Personen besucht tolilrp*'l willkommm und svrach seinen Dank aus für den fl-li.*".JiZesuch. Die Versammlung wurde geleitet von den «teinmar, Wilk und Pocha. Zunächst erhielt Herr s<>l!>ent> � seinem Vortrage das Wort. Er führte ungefähr 'elmiiA auS'®ä ist nachgewiefm, daß unter der prioatkopi- z-i," Produktionsweise Zustände Platz gegriffen haben, "ollfts i?ugerer Dauer derselben die weitesten Arbeiterkreise in n r � degenerirm. Das Kapital ist cs, welches «lisc imderhaster Regsamkeit die Produktion ins Ungc- .'steigert, während es die arbeitende Masse mit $ie9r»P/u udspeist und somit künstlich den Konsum hemmt. deg A�behnung der Arbeitszeit bedmtet eine Versumpfung !» Jil�teS�u. s. w.; verläßt ein Arbeiter seinen Arbeitsplatz, ir!- iedM O Wenn die Arbeitskraft mit' H-..,•*"" i»• v•,»»«»-v»» v v>.». v|»...---------- r--- 3fj � schon Hunderte darauf, den Platz wieder zu besetzm. eine w?ec Arbeiter nur zum Ausnutzen geboren? Es muß Aenderung getroffen werder'" � fler in den Weg gelegt wird. gebraucht wird, dürfen wir nicht dulden, daß die Ms«» Ktger arbeiten soll als der Mann, so daß schließlich der Ar?!!. �ie Straße gesetzt wird. Ebmso ist es mit der "«bei,. Das Kind gehört in die Schule, in die Natur, flto.??»in die ungesunden Arbeitsräume. Die Arbeitgeber foroeü früher verpflichtet, für Brot, Wohnung u. f. w. zu >»111 o Hrute wird nicht gefragt, ob der Arbeiter etwas Zl? Leben hat, ob er Schlafen gehen kann u. s. w. s«n°ü� schilderte dann die Nachtarbeit und kam auf die Ge- ej�Ärbeit zu sprechen und erklärte, daß gerade das Kapital �Meresse daran hat, daß recht viel Zuchthäuser und der- ö�bestehm bleiben, um dem Kapitalisten recht billige Awtzs? zu liefern. Alle diese Punkte sind Folgen der heutigen äiih""wnsweise. Es giebt nun verschiedene Mittel zur Ab- (äefln?! es sind dies die Jnnungm, welche die größten dag der zielbewußten Arbeiter sind, die den Arbeitern immer ! sollk.�..�parsysiem empfehlen. Sodann kam Redner auf die .ifit,™)c'"onsftecheit in England, Frankreich sowie Deutschland zu deaN und betonte, daß nach Aussage der Kapitalisten die deit-!...Arbeiter noch viel zu viel Freiheit haben. Die Ar- »az urüssen ein Band der Solidarität bilden, die Werkstatt- an ov aufhören. Hier ist ein ganz it ge mit ,ur eit% ir.enf ll und' m ■ä !-« O •flS it-l 8' |a"> 'w-l- Pir'h�/ f?'# ;eiooj4 (Wej ,3an(eKttn.................| '»iirAr prtddn'otl angebracht:„Getrennt marschirm und ver skia?, 2en." Unser Äugenmerk muß ausschließlich dara '»dj'n.» Kapital entgegenzutreten. Ueberall müssen wir. Wt�ulm Masse klar zu machen, daß dieselbe sich einer ziel- °:l>an!k.. Organisation anschließt. Redner empfahl die Zentral- »UN»......„----— rfi I__ irr„___ c.._ Sİ'ww Die Gewerkl ist gewissermaßen � vii,v,vvvM �**1 4___ ,,..... Kt � 9:jä)ule für die Arbeiter und es ist Pflicht eines jeden, Man». uuxufchließen, dann werden wir endlich zum Ziele *Wrv' Vortragende erntete nach Nstündiger Rede den «in � Versammlung. Es trat eine Pause von 15 Minuten IN TO---!N...s>n«Nn(rpiernlpn An der 13 Kollegen dem Verbände beitraten. �euse A.betheiligten sich folgende Redner: Jeschonnek, �rb.�temmar, Taffreke, Kraft, Kulik und Kikisch. Hierauf -zv� Resolution folgenden Inhalts einstimmig angenom- 'e. heule, den 26. August in der Oranienstraße 180 sich übri- lpte» len- eber LV den � die fejl ÄÄ VÄ .loss"� Irin"* � jjen' n�be öffentliche Schneider-Versammlung erklärt gen afn Ausführungen des Referenten, sowie der »ij, �oner voll und ganz einverstanden und verspricht, �IFrfv'�C gesetzlich zu Gebote stehenden Mitteln für den »och Schneiderverband einzutreten."— Nachdem Jeschoneck Me»!. Versammlung zugerufen hatte, treu zur Sache zu °'»tr-, wir im Frühiahr in einen emstlichen Lohnkampf fottvnw» sosirnen, erhielt der Referent das Schlußwort. Er de- Metza i? noch den Normalarbeitstag, sowie die Arbeiterschutz- titW» ng und betonte, daß es angebracht sei, daß die Regie- »>ir j ktwas für die Arbeiter schaffen müssen. Rechte haben t>ii».'cht, aber unserm Pflichten sollen wir nachkommen. Durch «ist?ppahme der Resolution habt Ihr einen Schwur geleistet, «z onf."' wenn die gesammte Masse organifirt ist, dann wird «ii, J der ganzen Erde etwas anders werden. Es wurde noch Mre? i?S angenommen, eine Tellersammlung für den ge- Zett» Kollegen vorzunehmen. Die Sammlung ergab \u,j.l M. Um 12 Uhr 15 Min. schloß der Vorsitzende die fct�ung. '")t» UN lern jetzigen Uerhältnissen entsprechrnd uartz besuchte öffentliche Nersammlung der Stein- ffn,'J-Herlins fand am 21. August in Domack's Lokal statt. � Punkt der TageSordnunng-----'............ Kst. Ad — p------------„ war Schlußabrechnung vom Die wirkliche Abrechnung hatte schon gleich nach Be- e des Streiks stattgefunden, da aber noch nachträglich -»». mcn und über verschiedene Listen, die leer zurück- 'ers.ffffp waren, Bericht erstattet werden sollte, so wurde diese tätigen �"berufen. Nachdem der Vorsitzende der da- ,'Se-p.«treikkommission die Abrechnung verlesen und son- ?»tiinssipg®?."och beantwortet hatte, bestätigte die Kontroi- Mjs.sswn die Richtigkeit der Abrechnung und es wurde dann Zj»»> iÜJÜV'uon für ihre Mühe und gute Lertung Decharge ertheilt. <« m_......-rjf..c-rx.. Bjj jetzige Lage SnÄetfl W'/'l fo'D, i.'r'-Jtn""'"»""»-"„---,--- „ fti lAtec x a» sie dm Revers unterschrieben hätten, wäre doch ■e azu verpflichtet, auch den Versammlungm fem zu > tD/J Jaiioej.oöer sawen Verpflichtungen dem Generalfonds und e.»,.!' gegenüber zu entsagen. Dann wurde unter anderem «"»rin«, daß die Kollegen nicht etwa denken sollten, der kerx �USschuß hätte den jetzigen Lohn zu Stande gebracht, !ei nur die Angst vor dem Fachocrein gewesen.— cn, tu i'S R Beschlossen wurde noch, für die streikenden Kistenmacher auf jedmr Platz freiwillige Gelder einzusammeln und dieses an unserm Vertrauensmann abzuliefern, welcher es dann an das Komitee der Kistenmacher abliefern soll. Kistenmacher-Nersammlung. Am 27. d. M., Abmds 8J Uhr, tagte in Renz' Salon, Naunynstraße 27, eine gut be suchte öffentliche Versammlung der Kistenmacher unter dem Vorfitz des Kollegen Tschernig mit der Tagesordnung: Bericht über unseren Streik. Kollege Kaufhold erstattete Bericht und führte zu seinem Bedauem aus, daß die Kistenmacher damit einen großen Fehler begangen haben, daß sie nicht, dm Be fchlüssen des Pariser Kongresses zufolge, eine Versammlung sämmtlicher Holzarbeiter einberufen hätten. Es wurde jedoch darauf hingewiesm, daß jener Beschluß noch zu neu ist, und daß von den anderen Gewerkschaften wohl nicht zu erwarten sei, daß sie die Kistenmacher mit ihren gerechten Forderungm in Stich lassm. Fabrikant Kuttner gab des Weiteren seine eigene Ansicht zum Besten über die Einhaltung des bewilligten Tarifs der Kreissägenfchneider und weigerte sich auch, eine Lohnerhöhung zu gewähren Deshalb haken sich die Arbeiter der Kuttner'schm Werkstatt veranlaßt gefühlt, die Arbeit nicht aufzunehmen. Herr Kuttncr motivirte seine Ansicht damit, daß z. B. ein an der Pendelsäge beschäftigter Arbeiter früher Kutscher gewesen sei und sein Geld nicht verdiene: als Kutscher wolle er demselbm 24 M. zahlm. Schließlich erklärte er sich, durch das solidarische Zusammen- stehen seiner Arbeiter gezwungen, bereit, denselben 24 M. zu zahlen, aber alles Prtvatime müsse fortfallen, und so werde alles in Ruhe und Frieden seinen Fortgang haben. Fabrikant Kellmann wollte durchaus seine Unterschrift nicht geben und zwar darum nicht, weil er dm alten Tarif voll und ganz be- zahlt haben will. Schließlich erklärte er sich bereit, doch zu unterschreiben, knüpfte aber daran die Bedingung, daß zwei seiner Leute nicht wieder bei ihm anfangen dürfen. Dieselben wurden anderweitig untergebracht. Fabrikant Erdmann ver- langte durchaus eine zehnstündige Arbeitszeit, womit seine Ardeiter aber nicht einverstanden warm. Schließlich kapi- tulirte auch er. Dieser Prinzipal äußerte sich, jedenfalls weil er Stadtverordneter ist, dahin, daß die Arbeiter, wenn sie mehr verdienen wollten, auch länger arbeiten müßten. In der Fabrik„Patentkistm-Aktiengesellschaften" legten die Arbeiter am Dienstag die Arbeit nieder, weil sich die Herren veranlaßt fühlten, dm Lohn wieder zu reduziren, trotzdem der Tarif seit einigen Tagm in Kraft getreten war, fehltm an den Kisten wieder 30— 60 Pf.— Kollege Tschemig betonte ganz beson- ders, kein Arbeiter solle sich eine Lohnreduktion gefallen lassen, der Schleuderkonkurrenz werde sonst Thür und Thor geöffnet sein und unsere Arbeit ist umsonst gewesen. Kollege Kaufhold brachte folgende Resolution ein:„Die heute in Renz' Salon tagende öffmtliche Versammlung der Berliner Kistmmacher er- klärt dm partiellen Streik so lange aufrecht zu erhalten, bis unsere Forderungen voll und ganz bewilligt sind. Sollten sich die Fabrikanten dennoch veranlaßt fühlen, die Forderungen der Arbeiter illusorisch zu machen, so sind wir sofort bereit, eine öffentliche Versammlung sämmtlicher in der Holzbranche be- schäftigten Arbeiter einzuberufen und wieder in den General- streik einzutreten." Diese Resolution fand einstimmige Annahme. Kollege Hering legte allm Anwesenden besonders ans Herz, nicht nur die Hand hochzuhalten, sondern auch dafür zu sorgen, daß die Resolution voll und ganz durchgeführt wird. Ferner stellte Kollege Müller den Antrag, daß, falls die Prinzipale noch weiter an dem Tarif rütteln sollten, in einigen Tagen eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Holzarbeiter einberufen werden müsse, um den Generalstreik aufs Neue zu proklamirm. Der Antrag wurde mit allseitiger Zustimmung angenommen. Man beschloß noch, eine ständige Kommission zu wählen, die sich aus den Kollegen Kaufhold, Friese und Hering zusammen- setzte. Schluß �12 Uhr. Der Fachverein der Tischler(Gst-Äezirk) hielt am Dienstag, den 27. d. M., seine regelmäßige Mitgliederversamm- lungcn in Säger'S Salon, Grüner Weg 29, ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Julius Türk über „Die Umwälzung t»er französischen Revolution." 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Beim ersten Gegenstand erntete der Vortragende reichen Beifall. Da über den betreffenden Vortrag schon vielfach in diesem Blatte be- richtet worden ist, so verzichten wir aus die Wiedergabe des- selben. Zum 2. Punkt der Tagesordnung bemerkt Kollege Liebig, daß über den Vortrag, welcher wohl einen Jeden voll und ganz befriedigen müsse, keine Diskussion stattfinden brauche, was von der Versammlung angenommen wurde. Der 3. Punkt der Tagesordnung rief eine lebhafte Debatte hervor, in welcher Kollege Schade konstatirte, daß der heutige Besuch der Ver- sammlung bedeutend reger sei, als vor vierzehn Tagen, aber dennoch viel zu wünschen übrig ließe, da doch gerade der Osten das Hauptkontingent der Berliner Tischler stelle. Viele Kollegen sähen immer noch nicht ein, daß zur Besserstellung ihrer Lage unbedingt eine straffe Organi- sation nothwendig sei. Es herrsche in vielen Werkstätten noch eine Arbeitszeit von 13, 14 und 15 Stunden. Man müsse ganz entschieden darauf sehen, daß, wo länger als 10 Stunden gearbeitet werde, solche Werkstätten der Wcrkstatt-Kontrolkom- Mission des Fachvereins angezeigt würden. Hierauf regte Kollege Liebig die Lokalftage an und wurde beschlossen, Herrn Säger zu bestimmen, sein Lokal zu allen Versammlungen her- zugeben, widrigenfalls der Verein das Lokal stets meiden werde. Kollege Hoyer ersucht die Kollegen, die Werkstatt des Herrn Hyan, Krautstr. 38, zu meiden, da daselbst die Kollegen die Arbeit wegen zu geringen Verdienstes niedergelegt haben. Nachdem noch die Kollegen Noggemann, Hoffmann und Rauer zu Verschiedenem gesprochen, schloß der Bevollmächtigte um 11t Uhr die Versammlung. Eine srotze öffentliche Forrnerversammlung fand am Dienstag, den 27. d. M., Abends 8t Uhr, in Schröder's Lokal, Müllerstr. 173, statt. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Berliner Former zu der eingeschickten Hamburger Arbeit? 2. Abrechnung über die eingelaufenen Gelder zur Beschickung deS Pariser Kongresses. 3. Verschiedenes. Zum 1. Punkt der Tagesordnung schilderte Kollegen Körsten die Lage des Öam- burger Streiks. Viele Kollegen glauben, der Streik dauere zu lange und sagen, wenn ein Streik länger als fünf Monate dauere, so ser er als verloren zu betrachten. Dem ist jedoch nicht so, denn derselbe steht bis jetzt nur günstig für die Kollegen. Obwohl die Hamburger Eisen- industriellen sich organifirt haben, um die Ham- burger Former und ihre Organisation zu stürzen, so ist es den Herren der Eisengießereien dock noch nicht gelungen. Sie annonziren immer noch nach Formern, die ihre Arbeiten ausführen sollen. Sie können mit ihren impor- tirten Streikbrechern nicht fertig swerden, und greifen jetzt zu dem letzten Mittel, nämlich, daß sie es versuchen, ihre Arbeiten außerhalb gießen zu lassen. Es sind auch bereits Modelle von der Firma I. H. Jensen(Hamburg) in der Schwarzkopf'schen Gießerei angekommen. Kollege Körsten legt den Schwarzkopf'schen Kollegen dringend ans Herz, daß dir Arbeit unter keinen Um- ständen gemacht werden kann. Da es sich um einen Prinzipien- streik handelt, so dürfen wir unter keinen Umständen nachgeben. Es ist somit unsere heiligste Pflicht, die ausgesperrten Kollegen in dem ihnen aufgedrungenen Kampfe thalkräfligst zu unterstützen. Kollege Rohland schloß sich den Ausführungen des Vorredners an und betonte noch, daß sich die Hamburger und Braunschweiger Kollegen bereits drei Vierteljahre im Aus- schluß befinden, der einer wöchentlichen Unterstützung von 10 bis 12 M. und dennoch nicht den Muth verloren haben, den Kampf fortzufuhren. Es wäre deshalb eine Schmach und eine Schande für die Berliner Former, wenn die Arbeit hier ge- macht werden sollte. Die Kollegen Müller und Schäfer appelli- ren an das SolidaritätSgcfühl der Berliner Former und kriti- siren nochmals die Handlungsweise der Hamburger Fabrikanten und betonen noch, daß die eingeschickten Arbeiten den streiken- den Kollegen gehörten und nicht nns. Nachdem sich noch web- rere Redner, darunter auch einige der Schwartzkopff'fcken Gießerei, in demselben Sinne ausgesprochen hatten, forderte der Vorsitzende letztere auf, sich nun zu erklären, ob sie die Arbeit machen wollen oder nicht. Es erklärten sich sodann von den anwesenden Schwarzkopf'schen Kollegen 32 bereit, die Arbeit nicht zu machen. Sodann gelangte folgende Resolution zur Abstimmung:„Die heute im Weddingpark tagende Ver- sammlung erklärt sich mit den Ausführungen der Redner ein- verstanden und hält die Fahne unserer Organisation trotz aller Widerwärtigkeiten hoch. Ebenso weisen die Berliner Former jede unehrliche Handlungsweise gegen unser SolidaritätSgesühl energisch zurück und zeigen hierdurch den Fabrikanten, daß wir ihre Manipulationen kennen und die Hamburger Arbeit nicht anfertigen."— Die Resolution wurde einstimmig angenommen,. Sodann erstattete Kollege Stopsack Bericht über die eingc» lanfenen Gelder zur Beschickung des Pariser Kongresses. Es ergab: Einnahme 294,71 M., Ausgabe 264 M., bleibt Hebe-- schuß 30,71 M., welcher, wie beschlossen wurde, an T. Sckwarz in Lübeck zu Agitatationszwecken zu senden. Nach einer kleinen Debatte über„Verschiedenes" folgte der Schluß der Ver- sammlung. Gwe öffentliche„felbstständige" Kiltchauer- Der- sammlung, einberufen vom.Verein„selbstständiger" Bildhauer, tagte am 27. d. im iNeuen Klubhaus, Kommandantenstraße, mit folgender Tagesordnung. Wie stellen sich die selbstständigen Bildhauer Berlins zu dem vom Gauverein Berliner Bildhauer über einige Werkstätten verhängten Sperren? Veranlassung zu diesem Vorgehen war, wie der Einberufer und Referent Herr Westphal in wenig schmeichelhafter Weise auseinandersetzte, kurz folgende: Vor einiger Zeit legten in dem Geschäft vcn Müller u. Comp, sämmtliche Bildhauer die Arbeit nieder, we l an Stelle des alten Werkführers ein anderer, in hiesigen Fachkreisen übel beleumdeter Kollege trat. Der Gauverein Berliner Bildhauer erklärte sich mit dem Vorgehen der Kollegen in betr. Werkstatt einverstanden, und die Stellenvermittelung wurde angewiesen, der Firma keine AV. bester zuzuweisen. Das Gleiche geschah dann mit einer anderen Werkstatt(Inhaber Herr Kreßler) in welcher, da inzwischen die Firma Müller u. Komp. sich gezwungen sah, Arbeiten arrx- wärts zu vergeben, für betreffende Firma gearbeitet wrrV. Ties letztere besonders bezeichnete Herr Westphal als einen „unberechtigten Eingriff" in die„Rechte" des Prinzipale; „unerhört" bezeichnete er es, dem Prinzipal vorschreiben fit wollen, für wen er arbeiten dürfe u. f. w. Er ermahnre ferner, Front zu machen gegen das Gebahren des Gauvereins und demselben keine Stellen �zuzuweisen. In der rrtn folgenden Diskussion sprachen zunächst die Herren Bebrends und Bude in ihrer Eigenschaft als eingeladene Depr- tationSmitgliedcr des Gauvereins. Herr BehrendS kntisn e die einzelnen Spezialfälle, um die es sich handelte und beton!« daß von dem beschnittenen Wege der Gauverein nickst weicken werde und hält es für eine lächerliche Drohung des Prinzipal» Vereins, die Stellenvermittlung lahm zu legen, da von üb«r 600 im vorigen Jahre erledigten Vakanzen nur 21 vom obiaen Verein sich darunter befanden. Herr Bude geißelt in scharfen Worten das Kleinmeisterthum und seine Bestrebungen, erwährt die unwürdige soziale,' wie�-demüthigende gesellschaftliche Lage des Kleinmeisters, die denselben, sowie den Gehilfen, zum P-r.... letarier mache. Herr Berrrdt(Prinzipal) tritt warnt für die Gehilfen ein, erkennt die Maßuahmen des Gauvereins für gr- recht an und ermahnt die Prinzipale, Hand in Hand zu gehen mit den Gehilfen. Herr Westphal hebt dem gegenüber bervo-, daß eine Einigung nicht möglich fei, er werde den Kampf auf- nehmen und siegen.(Gelächter. Viel Glück!) Herr Kreßler vertheidigt feine oben erwähnte Handlungsweise, wird aber von Herrn Buda gründlich abgefertigt. Herr Dupont(Prinzipal) wendet sieb scharf gegen das Ver- halten des Vereins„selbstständiger" Bildhauer, ihm scheint der ganze Rummel eine Agitation für den sehr schwächliche« Verein zu sein. Habe man jetzt schon Angst wegen einig- r Sperren, wie werde eS nächstens ausschauen, wo die Bildhauer mit wirklichen Forderungen herantreten werden? In der immer lebhafter werdenden Diskussion sprachen noch die Herren Warch und Kirchmaper im Sinne des Herrn Westphal. Herr Bister mahnt zur Einigkeit, die Herren Böttcher und Schmidtchen stehen mit ihren Sympathien auf Seiten der Gehilfer. Stürmische Heiterkeit erregte es, als ein Prinzipal sich über die „Frechheit" der Gehilfen ausließ, einer hätte bei ihm den ganzen Tag Zigarren geraucht. Das Ende vom Liebe war, daß die mit so großer Hoffnung vom Prinzipalvercin arrangirte Versammlung, eine Resolution annahm, welche besagte, daß die Versammlung zwecklos, das Vorgehen des GauvereinS aber die Interessen des ganzen Berufes nur fördern kann. Eine von Herrn West- phal im Sinne seiner Ausführungen gipfelnde Resolution wurde venvorfen; seine Erklärung zum Schluß, daß er mit den Gehilfen und Prinzipalen des GauvereinS betreffend Beseiti- gung der Akkordaibert einverstanden sei, mit Beifall aufge, nommen. Hoffentlich zieht auch bei den Kleinmeistern bald die Idee siegreich ein, daß nur durch gemeinsames Handeln der verschiedenen Kategorien deS Proletariats etwas dauernd Gutes geschaffen werden kann und zwar auf sozialistischer, Wissenschaft- sicher Basis. Eine große öffentliche Uerfaurmlnug der Uergolder terlin« und Umgegend fand am 28. August im Lokal de« .crrn Scheffer, Jnftlstr. 10 statt. Die Tagesordnung lautetet 1. Wie stellen sich die Vergolder Berlins und Umgegend zu den festgesetzten Prozentsätzen. 2. Verschiedenes. Das Bureau bildeten die Herren Äamlow erster, Dümmebcil zweiter Vor- sitzender, Gerndt als Schriftführer. Ueber den ersten Punkt der Tagesordnung entspann ssich eine lebhafte Debatte. Nach- dem sich sämmtliche Redner für den Prozentsatz erklärt heiler, wurde ver Streik der Versilberer und Bronzearbeiter proklamüt und gleichzeitig ein Streikkomitee gewählt, bestehend aus fünf Personen. Ferner wurde beschlossen, jede Woche in jeder Werk- statt Sammlungen vorzunehmen, wonach jeder arbeitende Kollege verpflichtet ist, 50 Pfg. an die streikenden Versilbercr zu zahlen. Es wurde nachstehende Resolution einstimmig angenommen: „Die heute in Scheffcr's Salon tagende öffentliche Verfamm- lung beschließt: 1. mit aller Energie dafür einzutreten, daß 25 pCt. pro 100 Fuß bewilligt werden: 2. auch dafür einzu- treten, daß in jeder Werkstatt der Preiskourant öffentlich au«- hängt."— Mit einem dreifachen hoch auf das Gedeihen unserer Sache schloß der Vorsitzende die interessante Versammlung. Eine außerordentliche Keneral-Uersammlung der Freien Vereinigung der Karton-Arbeiter tagte am Montag bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Wie stellt sich die Freie Verciniaung der Kar lonarberter zu der Kommissionswahl und den Beschlüssen, welche in der offen t- lichen Buchbinder--c. Versammlung am 20. August bei Jordan gefaßt sind. 2. Diskussion. Der Referent, Herr Kriese, be- leuchtete zuerst die Versammlung vom 20. August bei Jordan und übte eine gerechte Kritik an verschiedenen Rednern. Herr Greifenberg nahm jedoch die Herren in Schutz und äußerte, daß wir nicht alles so genau nehmen müssen, die Herren hätten es nicht so gemeint. Es sprachen sich sämmtliche Redner in dem Sinne ans, daß die öffentliche Versammlung de- Buchbinder nicht so gehandelt hat, wie es zu er- warten stand, sie hätten(die Fünfer- Kommisnor) erst richtig agitiren sollen, dann würde eS für sie besser je- wesen sein. Eine Resolution, welche eingegangen war, lautet: „In Anbetracht der von.der am 20. August irr Jordans Salon stattgefundenen Versammlung der Buchbinder re. gefaßten Beschlüsse und Wahlen erklärt die Freie Vereinigung der Karton- Arbeiter, daß sie dieselben in keiner Weise für sich verbindlich betrachtet, indem sie ihrem Vorsatze treu bleibt, eigene Mittel. «nb Wege»u nehmen, unb piebt zugleich bie Versicherung, daß sie stets bestrebt sein wirb, ihr Solibaritälsgesühl ben Buch- dinbern gegenüber in keiner Art zu verletzen." Dieselbe würbe mit 35 gegen 7 Stimmen angenommen. Der Vorsrtzcnbe macht noch bekannt, baß zwei größere Karton-Jabrikanten eine Lohnerhöhung dewilligt haben. Der Fach verein der Sattler und Fachgenosse« hielt am Montag, ben 26. bs. Mts., seine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vereinsmittheilungen. 2. Vor- trog des Herrn Türk über:„Die wirthschaftliche Umwälzung der französischen Revolution". 3. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Zum ersten Punkt macht Vorsitzender Mendt bekannt, daß die polizeiliche Auflösung der Versammlung am Iv. August, abgehalten in Deigmüller'S Salon, mit dem Vor- t-oge des Herrn Werner über:„Sozialreform der Arbeiter", für nicht ganz gerechtfertigt erachtet worden ist, ferner, daß die Vereinsversammlungen jetzt Dienstags stattsinden. Zum zweiten Punkt erhielt Herr Türk dos Wort zu seinem Vortrage, welcher mit großem Beifall der Anwesenden belohnt wurde. Vom 3. Punkt wmbe Abstand genommen, da angenommen wurde, dkn Vortrag dadurch nur abzuschwächen. Zum 4. Punkt ver- In st Kollege Bombin die Beschwerde, welche über den Gesellen- anSschuß gestellt wurde und das Antwortschreiben. Dasselbe wurde für nicht gerechtfertigt angesehen, unter anderem war in dem Antwortschreiben bemerkt, daß Herr PetcrS als JnnungS- meister feinen Gesellen keine Karten zur Versammlung auSzu- tbeilen hat, da er in Lobn und Brot des Osfizierverems steht. Nachdem noch mehrere Redner gesprochen hatten, bittet der Vorsitzende Wendt Kollegen Bombin, Herrn PeterS selbiges mitzutheilen. Haußner macht das Vergnügen bekannt, welches am 7. Sept. in Deigmüller'S Saal stattfindet. Der Streik der Feilenhauer«nd Feilenschleifer dauert nun bereits drei Wochen unverändert fort. Am 2S. b. H elten dieselben im Weddingpark unter Vorsitz des Herrn Rcinicke wiederum eine zahlreich besuchte Versammlung ab, m welcher die Meinung vorherrschte, der Streik könne längstens nur noch 14 Tage dauern, dann müsse derselbe zu Gunsten der Hauer und Schleifer beendet sein. Dieselben wären reich- lich mit Geldmitteln versehen und vermöchten es auszuhalten, die Meister dagegen nicht. Die Arbeit dränge und sie ver- möchten nicht ihren Verpflichtungen nachzukommen, namentlich bezüglich alter Feilen, und suchten sich die Meister durch Lie- ferung neuer Feilen zu helfen, wogegen sich die Fabrikbesitzer der bedeutenden Mehrkosten wegen durchaus nicht einverstanden c: klären und mit anderen Maßnahmen drohen. Wenn auch einzelne Abtrünnige zu verzeichnen feien und sogar ein Kom- mifsionSmitglicd aus derselben ausgeschlossen werden mußte, weil es unter dem geforderten Tarife die Arbeit wieder aufgenom- men hat, so zeigte sich doch im Großen und Ganzen eine feste Ueber- rinstimmung. Zur Beleuchtung der Gesundheitsschädlichkeit dcS Feilenhaucrpcwcrbcs wurde angesührt, daß die statistischen Krankentobellen derselben 47 pCt. Lungenkranke und 17 pCt. Bleivergistete ausweisen. In ungesunden, meistens Keller- räumen zusammengepfercht, müßten die Feilenhauer von frühester Jugend(Lehrzeit) an arbeiten und seien den Einflüssen des Metallstaubes, den Ausdünstungen, schlechter Nahrung, unge- nügenber Ernährung zc. ausgesetzt. Die Sterblichkeit unter den Jeilenhauern sei eine ungemein große, das Durchschnittsalter betrage nur 27 Jahre. Noch schlechter gestellt seien die Schleifer, welche sich zumeist aus anderen Berufen rekrutiren, jebcch die Schleiferei nur 5—6 Jahre, höchstens 7 Jahre aus- zuüben vermöchten. Bei ihnen entfallen allein 75 pCt. auf Lungenkranke, verbunden mit Rheumatismus, 16 pCt. auf Un- fälle und nur S pCt. auf verschiedene Krankheiten. Düsen Verhältnissen gegenüber wäre ein Wochenverdienst von 6t) M. und darüber nur gerechtfertigt, wie viel mehr nun Jnr ein Wochenvcrdicnst von 20—24 M., wie ihn die Feilen- auer und Feilenschleifcr nach ihrem geforderten Tarife er- streben. Die Versammlung erklärte sich denn auch mit dem von der Kommission ausgearbeiteten Tarife einverstanden, da er nur den heutigen Verhältnissen entspreche(20—24 M. pr. Woche bei zehnstündiger täglicher ArbeitSzeit.Akkordsätze dementsprechend) denselben mit allen gesetzlich zu Gebote stehenden Mitteln zur Durchführung zu bringen und auf weitere Verhandlungen zu verzichten. Ferner enthielt die Resolution eine scharfe Abwehr gegen einen in der„StaatSbürgerzeitunfl" erschienenen, gegen den Streik der Feilenhauer und Ferlenschleifer gerichteten Artikel, welche Angelegenheit die Versammlung schon vorher beschäftigt hatte. Hannover, 29. August. Auch in Hannover ist jetzt der Versuch gemacht, eine Arbeiterinnenbewegung in derselben Weile ins Werk zu setzen, wie sie sich in Berlin geltend ge- macht hat. Am vorigen Dienstag hielt hier vor einer ungemein zahlreich besuchten, meistens aus Arbeiterinnen bestehenden Ver» sammlung, in der aber auch ziemlich viele Männer vertreten waren, Fräulein Jagert aus Berlin einen Vortrag über die Arbeiterinnenfrage. Die Rednerin sprach sich sehr entschieden gegen das jetzt immer mehr hervortretende Bestreben aus, die Frauen von der Betheiligung an der industriellen Arbeit auszuschließen und sie an das HauS und die Familie zu bannen. Dadurch werde nur bewirkt, daß die Frau ganz unter die Vormundschaft deS Mannes gestellt und zu Beschäftigungen verurtheilt werde, zu denen man weit besser Maschinen benutzen könne. DaS bezeichnete Bestreben beruhe aus der falschen Anschauung, daß die Frau dem Manne an geistiger und körperlicher Tüchtigkeit nachstehe, während doch mit aller Entschiedenheit die völlige Ebenbürtigkeit beider Ge- schlechter und demnach das gleiche Recht der Frau auf Arbeit be- tont werden müsse, wie es dem Manne zustehe. Nur so könne die Frau Schuller an Schulter mit dem Manne in den Kampf gegen die Ausbeutung durch das Großkapital eintreten und denletben mit zum Siege führen helfen. Gegen die ge- ringere Bezahlung der Frauenarbeit, wie sie gerade neuer- dings wieder in der niedrigen Normirung der Altersrente für weibliche Personen zu Tage getreten sei, müsse daher mit Einst gekämpft werden- Die Hausindustrie sodann sei gänz- sich zu verurtheilcn, und zwar auch aus dem Grunde weil bei ihr das»arte Kind, das arbeitslos sein müsse, gleich- falls zur Arbeit herangezogen werde. Dann werde sich eine freiere, bessere Stellung der Arbeiterinnen ergeben, der traurigen Sklaverei des jctzigen Dienstbotenwesens ein Ende gemacht werden, das gute Recht der alternden Arbeiterin �ur Aner- kennung gelangen, die gegenwärtig der Wohlihäligkert anHeim- fallen müsse, und auch die viel besprochene Unsittlichkeit aus dun Ki eise der Frauen schwinden, die jetzt in den ungleichen Kampf um ihre Existenz hineingestellt seitn. Dem Vortrage folgte begeisterter Beifall, und eS wurde sofort eine Kommission gewählt, um die Bildung eines Arbeiterinnenvereins für Hannover und Linden ins Werk zu setzen, um durch denselben auf Erreichung der von der Rednerin aufgestellten Forderungen hnzuwirken. Ae«tr«l-Aranken-«nd Oegräbnißkage d»r Kattier r«*« »rrfec eußcrordemUche MUgUednversammlung am Eonnaoend. dm S1.»u»., in Heydnäss Saal, Beulvstr. 22. Tagekordnurg. Die am 5. und 6. ONoder siantindnite auzrroidinttiche Beiieraloerlammluna- Antriloe»u dcrlelbcn, Wahl drr Drleglricn- üirschildeiieiL SM der groben Wlchtlgkeii dieler Veilarninlung n>eidn> olle silmmberechUgien Milglieder eingeladen- Dai Milgliedsbuch Jtgiiiinirt- d»r K>»chbi»d»r und verwandter Berusgenosien. Heute «beud nn Bcceintlotal.«nnenstr- 18,»enrüthlicher Abend- Vtrtin tnr Wahr»««>»r?«t»r»g,n der Kln>>I»rarb»it»r«nd »«»amdtcr Kerusogenoir«« Sonnabend, den 3t. August, Abends 8X Uhr bri DiiaN'illlrr Alle Zatodstr. 48». tverlammlung. Zaaesordnung; 1. Bert-bt inj I die Lohnstatistik- 2. wabl tlntä LofaU jurn AibittSnachioet« 8. Wer«. Noll.-««rt>"»an,eleoenh-i,-n und«crMittbnu», «otl.. B«r et nSangrleoen heuen uno«tuui«"""".. ,, Kl« Hlitalieber de« Arbeiter- Kildun«». Nerrina ,,H»rti« ««r»" stnden Sich am Sonntag, den I- September, trüb 7 Uhr, in tbottlchalp« ,-c!on. Badlir 9t> 22. ju einem gemeinsamen brühichoppen ein, an welchen lich --»müthliche Herrenparlie lchließen wird- K l runde und chdnner bei Lereml »itUemmcn- terein«, werblicher Kilfaarbeiter Kerlin» und ilmgegend. onnlog- den I- September, findet eine Heirenpaitic statt, Trellpunkt, ßafc Brau» am Treptower Bahnhos, srlth Uhr, Um zahlilicheS und pünkl- lichel Erscheinen wird geheten, Kerein|«r Wahrung der Hnteretr«« der Steinträser und ver- wandter Bc-ulsgenosim. Am Sonntaa, den l, September, Vormittags 11 Uhr, in Renz' Salon, Raunnnltr. 27, Mitgliederversammlung- Tagesordnung: 1 Uns.rc jehiaen Lohnveihältnisse, 2, VercinSangelegenheiten 3 Verschiedenes, Gäste, durch Milglieder eingeisthrt, haben Zutritt, Um zahlreiches und pünktliche» Erscheinen wird gebeten. Ken Mitglieder« de« Kerein» zur Wahr»«« der Znierelpen der Klanierarbeiter und verwandter Bcrussgenofien zur Nuchricht, daß die Bibliothek deS Vereins mn Montag, den 2, Cefftemder, wieder geöffnet ist, und zwar jeden Montag Abend von 7-9 Uhr, und jeden Donnerstag Abend von 8-10 Uhr tLeseabcnd) ES wird ersucht, die Bibliothek fleißig zu benutzt», da wieder bedeutende Werke angeschafft find. Auch wird darum gebeten, die außenstehenden Bücher baloigst abzuiiescrn. Die Bibliothek befindet sich Naungn- straße 78 bei Winzcr, Koiialbemoliraiischer Zeseklub„zeging". Jeden Montag. Abend! S Uhr, Wallstraße 20 tRestaurant Leonhardt)- Vorlesung und Diikusflon. Gäste durch Mitglieder eingesührt, haben Zutritt,— Morgen, Sonntag, 7 Uhr früh, Landpartie, Treffpunkt Schtcflscher Bahnhof, pereinigung der?r»ch«i«r Deutschland», OrtSverwaltung 1, Versammlung am Montag, den 2 September, Abend! 8X Uhr,«nnenslr, 1«, bei SabmS Tagesordnung! 1, GeschäsilicheS. 2, Foit'ctzung der Werkftcflen- Etalistik. 3, Verschiedene! und Fraaeiastcn, In dieser Versammlung müssen sämmtliche noch ausstehende Fragebogen zu unserer Sohnslalistik abgeliefert werden, da in der daraus folgenden.Versammlung die Lohnstatistik veröffentlicht wird, Zwei«raff« öffentlich« Hchneiderversammlungen finden am Montag, den 2, September, Abend! 8 llbr statt. Die erste in! Deichmüller'S Salon, Alte Zakobstr, 48«, die zweite bei Bolzmann, AndreaSstr. 28, Tagesordnung- Wodurch ist eine Lohnerhöhung in dem Schncidergewerbe zu erreichen Alle Schneider Berlin! sind hierzu freundlichst eingeladen, Peretn der parquetbadenleger Kerlin». Montag, den 2, September, Abend! 8 Uhr, bei Jordan, Neue Grünftr, 28, Generalversoinmlung, TogeSordinmg-, t, Zohrckabrcchnung, 2 Etotulenabändcrung, 3 Verschiedene! und Fragekasten, Die Kollegen, die noch Billet! vom letzten Stifwngd fest haben, werden ersucht, dieselben an da! Komitee abzuliefern, Pflicht eine! jeden Mitgliedes ist e!, zu erscheinen, «raffe öffentlich» Prrfammlung der Maler, Anstreicher«nd »erwandter Kerufagenalfen Kirdorf» und Umgegend am'Dienstag, den 3, September, Abend! ffis Uhr in«um'...... ,. Kummer! Salon, Berlinerftr, 138, Tagesordnung: 1, Welche Vorthetle haben wir in der diesjährigen Lohnbewegung errungen? 2, Verschiedenes Kachnerein der Tischler. Die Zahlstellen de! Verein« sind zur Eni gegennahme der Beiträge und Ausnahme»euer Mitglieder jeden Sonnabend von 8— K) Uhr geöffnet,»nd zwar befindet sich Zahlstelle 1 FriedrichSberger- straße 25 bei Ehriften; II Skalitzerstraße 107 bei Kunstmann; III Belle-Alliance- tlatz 8 bei Htlscher: IV ZionSkirchplatz II bei Hohn: V Bülowstraße 52 bei Böhland: VI Mariendorserstraße, Elke SolmSstraße bei Schmidt: Vll Dresdener- straße Iis bei Wendt, daselbst befindet sich auch der Zentralarbeitsnachweis de! Verein!; VIII Lübecker- und Thurmstraßenecke bei Jahnke, Die ArbeitSver- Mittelung geschieht unentgeltlich. Der Nachweis ist geöffnet an Wochentagen von Sls— 9Js Uhr, Sonntag Abend! von($—11 Uhr. Zentral Kranden und Sterbekall» der Tischer»tr. lOertliche Verwaltungsstelle Berlin B). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß solgende Zahl- stellen verlegt sind: 1, Von der Köpnickerstr, 128 nach der Köpnickerslraße 121» bei Müller, 2, Von der Orantenstr, 83 nach der SIIm Zakobstr, 48 bei Zabee. 3. Die Zahlstelle in der Jüdenstr, 33 ist ausgehoben, Krankmeldungen vom 7 Juli ab bei H, Große-Kreul, Reichenbergerstr, 182. Hof links 4 Tr, Die Ort!» Verwaltung. «»sang-, Turn- und gesellig» Kerein« am Sonnabend: Gesang- verein.Harmonia' Abend! 8 Uhr im Restaurant, Alte Jakobstr, 38.— Männergesangvercin.Treue' Abend! 8 Uhr lni Restaurant AndreaSstraße 8.— Männergesangverein„Erato" Abend! S$ Uhr bei Schläwicke, Kleine Kurstr. 1. MSnnergcsangverein„Seneselder", Große Hamburgerstraße 4, um 8 Uhr UebungSstunde, Ausnahme, neuer Mitglieder, Lllbcck'scher Turnverein II, Lehrling!- Abtbeilung), Abend! 8 Uhr Elisabethstraße 57—58, Turnverein„Wedding", Pankstr, 8, Männer- Abtheilinig von 8X bi! Abe 11$ Uhr Abend!: deSgl, I, LehrlingSabtbeiiung von 8 dt! 10 Uhr Abends, — ArendS'sche Stenographenklaffe de!„Berliner Handwerkerverein!" Abend! Sit Uhr Eophienslr, 15.— Theater- und VergnügungSveretn„Carito!" Abend! 8 Uhr im Louisenstädstichen Bierhause, Admiralstr, 38,— Theater- und Ver- gnügungSgesellschast„Treue" Abend! 81t llbr in Bobcrt'S Ballialon, Weinstr, 11. — VcrgnügungSverein„Schneeglöckchen", Abend« 8 Uhr in Vetlin! BierhauS. Veteranenstr, 18,— GeselligkeitSklub„Lustig" Abend! 31t Uhr im Restaurant Weichest, Taubenstr, 45.— Verein der TaubensreundeeAbend! 8,� Uhr im Restaurant billmonn, Manteuffelstroße 88,— Dänischer Verein„Frepa" Abend! 8 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstr, 108,— Verein der Württemberger Abend! 811 Uhr bei Vaihinger, Dorotheenstr, 84,— Verein ehem. Schüler der 34, Geineindeschule Abend! 8 Uhr im Restaurant, Koppenstr. 58,— Verein ehem. Vt, C, Luther'scher Schüler Abend! 8Zt Uhr im Restaurant Bormann, Lhmgafic 2,— Rauchklub„Portorico" Abend! 3 Uhr bis II Uhr Köpnicker- straße 157 bei Schulz,— Rauchklub„Oualin" Abend! 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28,— VergnügungSveretn„Lustige 13" Abend! 8 Uhr im Restaurai» Albrccht, Snnenslr, 8,— Zambourvercin„Sedan" Sitzung Abend! 8 Uhr, Grüner Weg 8—10, Ausnahme neuer Mitglieder— Tambaurverein .Herz Innig", Abends 8 Ubr, Sitz» ng im Rkstaurant Straßburgerllraße 5 Dirigent und Vorsitzender Fritz Laukant,— Tambourvereiii„Einigkeit macht stark", gegründet 1888, stellvertretender Dirigent E, Billhardt, Ausnahme neuer Milglieder Abend! 8 Uhr im Restaurant Hahn. Elsafierftraße 57.— Tambour- Verein„Felsenfest", Sitzung 8Zi Uhr, Weißenburgerstraße 54, Dirigent und Vor- sitzender: A, Friese, Ausnahme neuer Mitglieder. WsvtniHlhkes. Dr Die„Naturarittichr Zeitschrift", herausgegeben von . med. Max Böhm, Wiesenbad i. S., zweimal monatlich, Preis 1,50 M. vierteljährlich, bringt in Nr. 2 vom 15. Juli einen Aufsatz vom Herausgeber:„Ueber das Jmpfge- f e tz". Wir führen aus demselben einige Stellen an: „Eine Zeit der Angst und Sorgen für viele Eltern ist heran gerückt, die Zeit, in welcher die Kinder geimpft werden müssen. Die Kinder selbst, welche die Gefahren nicht kennen, von der Leidenskette, die ihnen unter Um- ständen bevorsteht, nichts ahnen, reichen unbesorgt ihren Oberarm dem Jmpfarzte vor, und zucken nicht bei dessm Ope- ration, um nur ihren Muth zu bezeugen. Es giebt unter den der Impfung ergebenen Aerzten kaum einen, der die Gefährlichkeit der humanifüten Lymphe nichi anerkennt. Als Professor Hirt-Breslau über Hygiene ein Kolleg hielt, sprach er sich über Impfung so aus:„Ueber die Impfung kann ich Ihnen, meine Herren, so viel sagen, daß man dabei sehr vorsichtig sein muß; als ich als Kreisphysikus von Waiden- bürg impfte, wurde mir ein Kind vorgestellt, welches bei leben- digem Leibe vollkommen durch die Impfung zerftessen war." Wenn ich auch glaube, daß viele Aerzte aus einer Art von Ueberzeugung, die jedoch nicht auf Erfahrung und innerem Drange beruht, das Jmvfgeschäft erledigen, so muß ich auf der anderen Seite zugeben, daß viele Aerzte das Jmpfgeschäft(sie!) eben als Geschäft auffassen und froh die Einnahme(dag Sündengeld) in den Kauf nehmen. Wie viele warten auf eine Stelle als Jmpfarzt?! Wie unlogisch das Jmpfgesetz ist, ersieht man aus der Jurisdiktion(Rechtsprechung) gegen Jmpfweigerer. Der eine Richter bestraft nur einmal, der andere jedes Jahr. Viele Eltern wenden sich an impffeindliche Aerzte. Ein Arzt darf doch kein falsches Zeugniß ausstellen, er darf das Kind z. B. nicht wegen Krankheit für impfuntauglich halten, wenn es gesund ist(wiewohl er eben im Innern alle für un- tauglich ansieht), er darf nicht ein Jmpfatteft ausstellen, wie viele Eltern es wünschen, wenn er nicht geimpft hat. Zwar heißt es im Gesetze:„das Kind darf nicht geimpft werden, wenn mit der Impfung Gefahr verbunden ist", und mit der Impfung ist(kfr. die Epidemien in Elberfeld, Rügen und so weiter) jedesmal Gefahr verbunden, aber vielen Aerzten ist das Zeugniß,„daß mit der Impfung Gefahr ver- bunden ist," als zu allgemein zurückgegeben worden mit dem Ersuchen um nähere Ausführung. Ich selbst bin heftiger Jmpfgegner, wie Jeder sieht, aber ich impfe die Kinder impffeindlicher Ellern, nur um sie vor der Zerfleischuna der Allopathen zu schützen. Das Gesetz schreibt nicht vor, ov seichte Sliche oder lange Schnitte, Kieuzschnitte gemacht werden sollen. Viele Jmpfärzte rathen nur oberflächlich zu stechen, weil die Lympgefäße sehr oberflächlich liegen.— Ich impfe oberfläch- lich(in des Wortes wahrster Bedeutung). Das Gesetz schreibt nicht vor, ob man viel Lymphe(?) nehmen soll, oder überhaupt wie viel. Der eine impfende Arzt nimmt mehr als der andere.— Ich nehme sehr wenig. Weder das Gesetz noch die Wissenschaft schreiben vor, was man unter„Pustel" versteht. Ich begnüge mich mit Pusteln, die keinen großen Umfang haben. Man sieht, der Gesetzgeber war gütig genug, die Maschen des Jmpfzwanggesetzes weit zu ziehen, so daß man durch- schlüpfen kann. Nie habe ich beim Impfen den Boden des Gesetzes verlassen, nie habe ich zu Unrecht meine unter ein Attest gesetzt— aber die Bezahlung für AuSk. des JmpfgcsitzeS habe ich stets verschenkt,— ich fühlte,» Sündenlohn wäre. � Mir stch manche niedrige Kebemek»« am F«» V Erdrinde betbeiligen, davon hat man in neuer Zeil merkenSwerthe Beispiele aufgefunden. Wir kennen 1870 sogenannte Elsenbakterien, d. h. fadenförmige, vM Lebewesen, welche von einer rostfu�.»ou � oder Scheide umgeben sind und besonders massig in deni� Stahlquellen vorkommen. Der Entdecker dieser Lebewele»� auch die Ursache der Färbung richtig in dem Vorhandenscw� Eisenorydhydrat(Eisenrost) erkannt, das diese Lebewesen)� Gallerthülle ablagern sollten, wie andere winzige Geschoplk- die Kieselerde oder den Kalk in ihren Panzern. Aus*£ Weise aber das Eisen in die Gallertscheide bineinaelW-? Mtplh fitfi tm r»nrti"r»*» CSorr blieb unaufgeklärt, bis im vorigen Jahre Herr genauere Untersuchungen in der„Botanischen Zeitung öffenllichte. Nach ihm nehmen die Bakterien nur in Jfi"' (kohlensaurem) Eisenoxydul auf, wie es in den eisenl>°v>, Mineralwassern gelöst ist. Durch ihre Lebens thätigkeit verwais Mineralwassern gelöst ist. Durch ihre Lebens thätigkeit sie dann im Innern ihres Körpers das Eisenoxydul in die Sauerstoffverbindung(Eisenoxyd) um und lagern dieses da»� de- eine für ihrLeben fernerhin unnützeVerbindung, in derKörM ab. Die Lebensthätigkeit der Bakterienzelle wirkt also e wie der Zutritt der freien Luft zu dem Wasser quelle, da ja an allen Mineralquellen die Wasierriunkfl Eisenrost ausgekleidet sind. Nun zeigt die mikrosso" Untersuchung von Eisenorydablagerungen in SümM Wiesen große Massen derselben fadenförmigen Bad mit ihren rostigen Körperhüllen. Nach Winogradskyi, suchen unterliegt es also keinem Zweifel, daß die Eisenerzlager, die unter den Namen Sumpferz,-o erz, Raseneisenstein bekannt sind, nichts anderm als Leben und Weben solcher Eisenbakterien ihre verdanken. Ueber das zweite Beispiel geologischer ju, wird in neuestar Zeit in dem„American Journal of®c'«.35 berichtet. Es handelt sich hier um mächtige Ablagerungen« Kieselfinter in den Gebieten heißer Quellen. Man wob- � die heißen Quellen oft reichlich Kieselerde gelöst enthalten'«-, sich an der Luft als sogenannter Kieselsintcr absetzt- manche Gegenden reichen aber die gewöhnlich anno ten physikalischen Gründe aus, um Art und Aia�, keit der Sinterablagerung zu erklären, und dieser stand bewog Herrn Weed, der in den heißen lebenden Pflanzenvegetation nähere Aufmerksamkeit zu 1«� Da fand er denn, daß vornehmlich Algenarten(in einelN»� int tägli C"us vii Sonn ion? da» auch eine Moosart) die im Wasser gelöste Kieselerde und dann nach außen hin wieder als feste Masse aussog Hier betheiligt sich also das Leben von Pflanzen an der sinterablagcrung, und ihre Mitwirkung kann auch solchen zu einem Absatz von Kieselsinter verhelfen, die für siw■- zu arm an Kieselerde sind, um aus blas physikalischen Sinter abzusetzen. �. Die höchste Plattform de« Eitfrltsiurmes hat. Höhe von 300 Metern über dem Spiegel der Seine � 336 Metern über dem Meere. Auf ihr ist infolge einer rcgung des Physikers Mascart eine große Anzahl van„ strumenten aufgestellt werden, welche felbstthätig die ratur, den Luftdruck, die Feuchtigkeit der Luft, den(jeßu � Regen:c. genau verzeichnen. Ein Akklinometer regi Intensität der Sonnenstrahlung auf der Höhe, ein und'? xt aus-Ä 4£ Meter hohen Stange befestigter, sehr empfindliche£ K mcsser aus Aluminium dient zur Messung der Windstar".,.� fc�rtr» tofef orrti»T*»»r» hrtt» Sä»* SmivtS QnT» STT�ä+ä»* llflCIs T hat schon jetzt ergeben, daß der Wind 300 Meter über- � viel stärker weht, als nahe dem Boden; an einem der»- wo die Differenz am größten war, legte der Wind a>>L� Thurme 14 Meter in der Sekunde zurück, während der messer des Bureau central(die Pariser meteorowi� Zentralanstalt) nur eine Geschwindigkeit von 4 � ver Sekunde aufwies. Auch die Zeit und DaU? � Windstöße ist auf dem Thurme eine andere als Stadt selbst.— Äußer diesen Beobachtungen wurden spektralanalytische angestellt. Janssen, der in Meudow Kilometer vom Eiffelthmm entfernt, sein Obscrval' � hat, benutzte nämlich die mächtige elektrische Lampe Thunn zum Studium der tellurischen(irdischen) Spektrou ,� Die durchstrahlte Luftschicht zwischen Meudon und der war an Masse nahezu gleich derjenigen, welche die AtuM� vom Erdboden aufwärts bis zur Grenze der Luft reprass � Dennoch war die Lichtstärke so groß, daß Janssen dl-Uo Spektralapparate wie für direkte» Sonnenlicht anwenden � Setzte er noch eine Sammellinse vor die Spalte, so H"" � Spektrum der elektrischen Lampe dieselbe Intensität w» Sonnenspektrum bei höchstem Sonnenstände. Amerikanische pänberromantik. Aus New'-,v> 17. d. M., wird geschrieben: Einer der berüchtigsteu � bahnräuber des Westens, G. Smith, wurde vor wenig«"- in der Nähe von Vernon, Texas, unter ganz besondere" ständen festgenommen. Smith hatte im letzten März en� der Santa Fe-Eisenbahn ausgeraubt und wurde einige später von einer starken Abtheilung Militär eingefange"- �it das �TOittibtn �nze Vi � 3! r�ntraße Äe" Hinz e» unk Di *fis- "nb fro inj de �Msenow kj™ auße: W». � 34 P Ifuict uuu vuici[imicu iauiyciiuiiy ix/uuiui. dem Wege zum Gefängniß sprang er jedoch aus dem Fe"" � Eisenbahnwagens und entkam. Erst seit einigen uuu ciiituui» vsajA[eil ciiuucu ffitP man ihm wieder auf der Spur und eine Abtheilung Bc.V; einen Sheriff an der Spitze, hatte sich aufgemacht, ih" ClUtU Uli UCt IjUllC|lUf uumuuuu;!/»V L jllt holen. Smith ritt ein(gestohlenes) sehr schnelles PiE atte einen Vorsprung von neun Stunden,� so Festnahme nicht sehr wahrscheinlich war. Ein Zufall ka Beamten zu Hilfe. Smith traf in der Prärie verhungerteS Weib, und der Verbrecher, wohl ji, daß die Verfolger auf seinen Fersen seien, nahm die welche sich verirrt hatte und seit zwei Tagen"L# Wildniß umherwanderte, auf sein Pferd und ÄisuoniB umyerwanoerie, au? sein Psero sie zurück nach einer Windmühle, an welcher er vier® � vorher vorbeigekommen war. Diese gute That ko»? � Räuber die Freiheit, vielleicht das Leben. Die-v- r holten ihn nun mit Leichtigkeit em, und als Smith" i>� Verhaftung widersetzte, schoß der Sheriff ihn p Sattel. Der weichherzige Räuber liegt nun kr« Gefängniß, um nach seiner Genesung vielle>cv„��! TodeSurtheil über sich ergehen lassen zu müssen, da er w �1. feines EisenbahnraubeS einen Beamten niedcrgescho'l ��0 Das japanestsche und chinrstsche Papier, dos � seiner hervorragenden Eigenschaften berühmt ist, w" jw mittelst Maschinen dargestellt, sondern ist ein wirklich� s,»' bukt der Handarbeit. Chinesische und japanische Landlc eS vorzugsweise, die in den durch die Landwirthlch"> in Anspruch genommenen Regenmonatcn die uno �j� Muße damit verwerthen, daß sie die Fasern gewisser° Ifi scher Pflanzen zu Papiermasse verarbeiten. Infolge 0 schränkten Produktion war das Papier schon seither gei" theuer bezahlt. Depelxlien. (Wotst'« Telegraphen-Hnrean.) Kern, 30. August. Der BundeSrath hat besch-----.� die Urheber und Verbreiter des Manifestes der ich"' archisten die strafrechtliche Untersuchung einzulelte"-, gitP Generalanwalt in der Angelegenheit ist der Nationalr mar von Bern ernannt worden. losse"' � Tri des Ste: lten gei daß tr �9 im Sft»". Dan twjie, Di da, S�llSr)' n soll Verbot �tt! ,5n C NC" V C11» er] CH die to4" H7*. s NSu »er, am ei j�sich Oöczc ra, . � B« 0,": N � sind dis sNen tz Ks Verantwortlicher Redakteur: M. Cr-ntztt« w Berlin. Druck und Verlag von Ifcnr Kating in verlm SW., Beuthstraße 3.