I r.205. Dienstag, den 3. September 1889« 6. Jahrg. mmP lerlinerDolksblttll Drgan für die Interessen der Arbeiter. {feit taoli Das„Berliaer Volksblatt" Ii':«»»«, außer nach Sonn- und Festlagen. Abonnementspreis für Berlin frei Sonn? � � 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer �ltron �' Nummer mit dem �Sonntags-Blatt� 10 Pf. Bei Abholung aus unserer Simmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemeni 4 Mark pro Quartal. » �Eingetragen in der PostzeitungSoreisliste für 188S unter Nr. 866.) ♦«»lunö; Täglich unter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. fliege LVindkhrrrst. IVbia-Ji0� in Berlin eine Zeit, da alle sozialpolitischen !>« � 7 und solche giebt es schon seit sehr langer ei« � öffentlichen Reden mit dem Satze begannen— (tz e Herren, auch ich bin ein Arheiter!" dies in den fünfziger Jahren Sitte geworden, Dt» v- den Versuch machte, durch sozialdemagogische Redens- e Arbeiter für die damals allgewaltige konservativ- Strömung zu gewinnen. An jene lehrreiche Wrt,'3reu�ifchen Geschichte wurden wir unwillkürlich unr lasen, wie anläßlich des Bochumer ''u t e �'rntages Herr Windthorst unter den Berg- 1� min�lchien und sie als„K o l l e gen" begrüßte . T:....... Jfc /> 1 1 f . Uli v| IV UVV t! �-- P---'' nicht, welchen�Eindruck dieses Gaukelspiel auf " We bekommen zu ' j»vvvvyv»» yv»»*v*v«v*.____ I gemacht hat. Werden sie stolz darauf sein, die iHnt d r l e von Meppen"� plötzlich zum Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS« Anzeigen 20 Pf. Inserate weroen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher: Amt VI.|lr. 4106.»-—•- VeuthstrMe S.— Exprdition: JimmerPtrsHe 44. 1 l ix........!>- haben? Es mag sein, i! s e unter ihnen waren, die das Aus- ? Herrn Windthorst ernst nehmen. Aber im allge- wir doch auch den politisch noch ungeschulten IVlh•,u' öaß ihnen die Sache etwas sonderbar vor- > i ist und daß sie sich den Herrn Windthorst nicht S nL?„Kollegen" haben denken können. Sie machten t��ulichen Auftritt mit, weil sie es eben einmal ge- Hk» iich vom Zentrum ins Schlepptau nehmen zu iE, Aber ihre leisen Bedenken werden sie wohl kaum Unterdrücken können. Wl r®n verstehe uns wohl, wenn wir von einem Gaukel- � Ä �en" �lten Herrn Windthorst gewiß für ? sein HUllenzer, sondern wir wisien, daß dieser Mann ldn �btag tüchtig gearbeitet hat und auch noch arbeitet. ptai r?04 vielberufene Wort„Arbeiter" hat in �?ulle seine besondere Bedeutung. Der eigent- ? djLUullenzer sind verhältnißmäßig nur wenige i�sch f � e' �cnn der ungeheure Bedarf der »�7� muß ja täglich aufgebracht und das Aufgebrachte N«i, t et werden. Man kann sich mit Recht„Arbeiter" S B,W)en ef- gerade arm zu sein. Aber im heutigen sozial- THöri 1.nnc versteht man unter einem Arbeiter einen 'encr ÄIa9e< welche die zahlreichste ist, welche Bc, Schaft die wichtigsten und verhältnißmäßig schwie- .. �uste zu leisten hat und dafür am schlechtesten vnrd. So kommt bei dieser Klaffe zu der p o l i- noch die drückendste ö k o- Armuth und die Unsicherheit eine ver schlimmsten Folgen der freien Kon- 7®°® weiß Herr Windthorst so gut als wir und 7>chj. uch, daß die Bergarbeiter, denen er sich zu Bochum » gehörige dieser Klaffe sind. Wenn er sich als 7» bezeichnete, so kann man dies sonach als tlrer winder frivolen Witz, der ganz in die Art wch'ührers paßt, aufnehmen, aber nicht als eine � Politische Kundgebung. �Feuilleton.[65 dioldtneitsUx. dm SRavt«! Söfai . Siebentes Kapitel. kjbit«n A„ Süßes Daheim. tt �oli, trugen den Kahn fort. Das Boot der !>. ei» J J*' das sie herüberdebracht, war längst vermorscht W�nip v hatte man nicht angeschafft. Der Ankömm- t, Änsel nicht früher verlaffen, als bis die ersten � verü �legten. Bis dahin werden Wochen und Manälen beschäftigt; seine Hanoe tayrn»»», Tagelöhners, von den Schwielen, mit denen areu.� Wenn er dann aber spät Abends Grab- a6"�er die Schulter warf und zur kleinen Untz 7*9**«, kam man ihm schon von Weitem ent- '» iva. dstng ihn liebevoll. Und als er fertig ge- ' der seinem Kanal, durch welchen er das Snmpf- � in spi abließ, sah er so stolz auf sein Werk, als innem ganzen� das einzige, das auf den Namen *— v HA nnr VWfJ?nem ganzen das einzige, vas aus oen mu.. X That Anspruch machen und auf das er sich vor �'«»«en Richter bmifen konnte. Der Tag w.Er- I � Kanals war ein Festtag auf der kleinen Insel. n dort keine hohen Kirchcnfncrtage und sie zahlten Die Arbeiter, als deren„Kollege" sich Herr Windt- Horst bezeichnete, sind doch dieselben, die an dem großen Streik der Bergleute sich betheiligt haben, und gerade Bochum war das Zentrum des umfaffenden Aus- standeS. Die Arbeiter wurden damals von den Organen der Grubenbesitzer, mochten diese nun„liberal" oder ultramontan sein, mit den heftigsten Schmähungen überschüttet. Sie sollten sich mit den belgischen Anarchisten eingelaffen haben, wie dieser Tage wieder ein Geheimrath kaltblütig behauptet hat. Schließlich wurden von den Grubenbesitzern auch noch die vereinbarten Zugeständnisse schmählich verletzt und eine Anzahl„Rädelsführer" gemaßregelt. Befürchtet man, die also behandelten Arbeiter möchten sich dem Sozialismus zuwenden? Denn zufällig ist man doch nicht auf den famosen Gedanken gekommen, den Katholikentag gerade im Zentrum des BergarbeiterstrcikeS abzuhalten und so von ungefähr hat sich Herr Windthorst doch auch nicht zum„Kollegen" der Bergleute gemacht. Wird er mit diesem Speck Mäuse fangen? Nun, an Debatten über die Arbeiterfrage hat es auf dem Katholikentag nicht gefehlt, wenn sie auch nicht die Hauptsache bildeten. Denn in der Hauptsache waren wieder die Interessen des Katholizismus und des römischen Stuhls, resp. des Herrn Leo Pecci maßgebend, der erst jüngst wieder erzählt hat, wie er seit zwölf Jahren in der„Gefangen- schaft" schmachtet, trotzdem dieser arme.Gefangene" zu seinem Jubiläum allein 78 000 Flaschen Wein von seinen Gläubigen geschenkt bekommen hat. Man beschloß auf diesem Kongresse für die Herstellung des Kirchenstaats und für die Beseitigung des Giordano Äruno-DenkmalS zu wirken, mittel- alterliche Bestrebungen, die mit der neueren Arbeiter- bewegung ebenso viel zu thun haben, wie die Mond- gebirge. Für die Arbeiter hatte man eine Menge schöner Worte; man sprach von„Entsagung" und von„Pflege christlichen Sinnes" in den Arbeitervereinen. Man vergißt nur, daß das ursprüngliche Christenthum sich nicht auf Worte beschränkte, sondern auch mit L i e b e s t h a t e n zu Werke ging. Wenn es damit auch sehr verschieden ist von der modernen Arbeiterbewegung, welche die Gesetz- gebung zu ihren Gunsten gestalten will, so steht es immer- hin thurmhoch über den Agitatoren für den heutigen so- genannten christlichen Sozialismus, welcher vortrefflich „Entsagung" zu predigen, aber nicht selbst zu üben ver- steht.— Wenn sich die Arbeiter die Verhandlungen des Katholikentages genau ansehen, so werden sie finden, daß man in jenen Kreisen um keinen Schritt weiter gekommen ist, sondern immer noch glaubt, mit den alten Mitteln und den herkömmlichen Redewendungen auskommen zu können, die mit den modernen Anforderungen der Ar- beiter an Staat und Gesellschaft in Widerspruch stehen. Dem entsprechend hat das Zentrum auch im Reichstage ge- bandelt und man weiß, daß sich seine sozialpolitischen Führer auch nicht die Sonntage; für sie war ein Festtag, wenn Gott ihnen ihre eigenen Freuden bescherte. Diese Inselbewohner waren auch sehr wortkarge Leute. Was der heilige David in hundertfünfzig Psalmen sagte, das drückte bei ihnen ein Seufzer aus und was an Liebesgedichten die Dichter in Versen gesungen, das sagte bei ihnen ein JJ Blick; Sie lernten einander die Gedanken von der Stirne ablesen, sie lernten Einer des Andern Gedanken nachzudenken und zusammen zu denken. Michael bewunderte Noemi von Tag zu Tag immer mehr. Sie war eine treue dankbare Seele, ohne Launen. Sie kannte keinen Kummer, keine Sorgen um die Zukunft. Sie war glücklich und machte glücklich durch ihre Nähe. Sie frug ihn auch nie:„Was wird aus mir werden, wenn Du fortgehst? Wirst Du mich hier lassen oder mitnehmen? Wird es mir zum Heile sein, daß ich Dich liebe? Welcher Kirche gehört der Priester an, der Dir den Segen giebt? Darfst Du auch mein sein? Hat nicht eine Andere Rechte an Dich? Was bist Du draußen in der Welt? Was ist das für eine Welt, in der Du lebst?" Selbst nicht in ihrem Gesicht, in ihren Augen konnte er je einen Zweifel lesen, der sie beunruhigt hätte; immer nur die einzige Frage: „Liebst Du mich?" Frau Therese erwähnte eines Tages vor Michael, daß er jetzt viel versäume; aber Michael beruhigte sie darüber: das Alles besorge schon Meister Fabula; und wenn dann Therese auf Noemi blickte, deren blaue sanfte Augen be- ständig, wie die Sonnenblume die Sonne, Michaels Antlitz, suchten, seufzte sie tief auf!„O, wie sie ihn liebt!" Timar hatte eS sehr nöthig, den ganzen Tag über zu graben, Pflöcke einzuschlagen, Faschinen zu flechten, um mit der schweren körperlichen Arbeit den noch schwerer arbeiten- den Geist niederzuhalten. Was geht mittlerweile draußen in der Welt vor? Dreißig Schiffe von ihm schwimmen auf der Donau, eine Galeere auf dem Meere, seine ganze Wirth- wohl„prinzipiell" zu mancher Maßregel zu Gunsten der Arbeiter bekannt, aber sich der praktischen Ausführung immer widersetzt und sie verhindert haben.„Kollege" Windthorst selbst hat sogar die Arbeiterausschüsse im Unfallversicherungs- entwurf zu Fall gebracht und ist damit sogar hinter der Regierung zurückgeblieben. Alles in Allem dürften die Arbeiter einsehen, daß sie mit dem neuen„Kollegen" nicht viel gewonnen haben. Es ist der alte Fuchs in einem neuen Pelz. Wir glauben auch, daß diese Kollegenschaft nicht allzu lange mehr dauern wird!— Vorrespondeirze«. Zürich, 28. August. Die Kündigung des deutsch- schweizerischen Niederlas sungs- Vertrages seitens Deutschlands hat den schweizerischen Behörden nm? Arbeit verschafft. In allen polizeilichen Meldebureaur wird seit einiger Zeit mit großem Eifer eine allgemeine Revision der bei ihnen von Ausländern deponirten Legitimationspapiere ge« führt. Von Deutschland ging der Anstoß aus, betroffen werden aber nunmehr alle hier lebenden Ausländer ohne Unterschied der Heimathsberechtigung. So wurde denn in jüngster Zeit neben Deutschen noch mancher Franzose, Russe oder Oesterreicher von der Polizei gemahnt, daß seine Schriften nicht in Ordnung, zum Theil die Dauer der behördlichen Reise« bewilligung abgelaufen, zum Theil auch den Anforderungen der Vertragsbestimmungen nicht genügen und daher ent- sprechende Dokumente beschafft werden sollen. Diese Mah- nungen und Aufforderungen verfolgen aber wie immer, in der höflichsten Form, denn in der Schwei, sind die Behörden des Volkes wegen da und sie sind sich dessen stets vollbewußt, während in anderen Ländern die Behörden meinen, das Volk sei ihretwegen da und aus dieser verschiedenartigen Auffassung der Stellung resultirt dann die verschiedenartige Behandlung der Bürger resp.„Unterthanen". UebrigenS muß in der Schweiz jeder Ausländer so gut wie der einheimische Bürger seine Steuer zahlen und hat daher auch das Recht, höfliche und anständige Behandlung zu verlangen. Die allgemeine Schriftenrevision ist auch ein Erfolg der Bismarck'schen Pressionspolitik gegenüber der Schweiz, aber praktischen Nutzen wird er kaum haben. Die Diskussion über die Referendumbewegung gegen den Bundesanwalt absorbirt noch unge- schwächt das öffentliche Interesse. Ein Theil der demokratischen Presse unterstützt die Bewegung rückhaltslos und energisch, der größere Theil verhält sich indeß entweder passiv dazu oder tritt offen für den Bundesanwalt ein. Die Sozialdemokraten chrer- feits sind eistig an der Arbeit. Der von uns bereits im Wort- laute mitgetheilte Aufruf wird massenhaft im ganzen Lande verbreitet und daneben zirkuliren bereits die Unterschriftenbogen. Charakteristisch ist das Verhalten der gesammten gegnerischen Presse gegenüber den Solialdemokraten. Das fürchterliche Anarchisten-Manifest,dasin Bern von der eidgenössischen Polizei sofort verboten und auf allen Postämtern beschlag« nahmt wurde, druckten alle die großen und kleinen Blätter schaft, ein in die Millionen gehendes Vermögen, liegt in den Händen einer Frau. Und wenn jetzt diese Frau in leichtfertiger Laune das ganze Vermögen zersplittert, in die Winde streut, Mann und HauS ruinirt, wird er Jemandem Vorwürfe darüber machen können? Hat er es nicht selbst so ge- wollt! Er war glücklich hier in seinem Daheim, und hätte doch gern gewußt, was dort zu Hause geschieht. Sein Geist lebte an zwei Orten, war nach zwei Seiten getheilt! dort hielt sein Vermögen, seine Ehre, seine Stellung in der Welt, hier seine Liebe ihn fest. Traun, er konnte ja fort. Die Donau ist kein Meer; er war ein guter Schwimmer und hätte zu jeder Zeit auf das jenseitige Ufer hinüverschwimmen können; Niemand hätte ihn hier zurückgehalten; wußten sie dock, daß er dort draußen in der Welt zu thun hat. Wenn er dann aber mit Noemi zusammen war, vergaß er wieder Alles, was draußen in der Welt; dann war er nur Liebe und Glückseligkeit und in Bewunderung versunken. „O, liebe mich nicht so sehr!" flüsterte ihm das Mäd- chen zu. Und so verging Tag um Tag. Es kam nun auch die Obstzeit: die Zweige der Bäume wurden herniedergebogen von der süßen Last. Es war eine Wonne, täglich zu sehen wie das Obst sich entwickelt, wie es mtt jedem Tag weiter fortschreitet. Birnen und Aepfel beginnen ihre Familien- färben anzunehmen; das Grün bräunt sich zum ledergelb oder bekommt gelbe und rothe Streifen; der braune Gmnd- ton färbt sich an der Sonnenseite purpurn; in das Gold- gelb mischen sich Karmintupfen, und in'S Karmin grüne Pünktchen, und das Obst lacht Einen an, wie ein fröhliches Kindergesicht. Timar half den Frauen beim Pflücken des Obstes. Sie füllten große Körbe mit dem Gottessegen Er zählte stückweise das Obst, das er in die Körbe warf, wie viel hundert, wie viel tausend Stück! Welch ein Schatz! Wahres Gold! An einem Nachmittage, an welchem er Noemi einen vollen Korb in die Obstkammer tragen half, erblickte er crlttihr nörtlid) oder tcdi?vm picßc? Thlüe rci— bot Rescrbumaufiuf der Sozialdemokraten haben wir bisher einna im»St. Gallcr StadtanzeiMr" gefunden. Darin bekundet sich doch unzweideutig die Puitkamer'sche Ausfassung, lieber einen Anarchisten, als einen Sozialisten, lieber Most, als Steck oder Wullschleger oder Conzett. Ter Urheber des Anarchisten-ManifesteS, dem man in der üblichen Werse schon vom ersten Augenblicke an seitens der findigen Polizei»auf der Spur war", ist bis dato noch immer nicht zur Spur gebracht. Hingegen weiß man bereits, daß den sozialdemokratischen Refcrendumauftuf Fürsprech Steck in Bern verfaßt hat. Der Umstand, daß das Anarchisten- Manifest sofort zu einer eidgenössischen Sache ge- macht und der Sekretär des cidgenösfischen Justiz- und Poli�eidepartementS, Dr. T r a ch s l e r, mit der Untersuchung betraut wurde, veranlaßt den»Vieler An- zeig er" zu folgender trefflichen Bemerkung:„Man hat nicht gehört, daß m einem solchen Falle dem h. VundeSrathe die Kompetenz zum Einschreiten bestritten worden wäre. Hieraus geht zur Evidenz hervor, wie blöde und haltlos das Gerede ist, als ob erst durch den„Generalanwalt" in spe oer obersten Exekutive die Mittel an die Hand gegeben werden müßten, damit in Sachen der Landessicherheit die vöthigen Vorkehren getroffen werden könnten. In dem Falle aber, daß man den neuen Beamten mit einer Machtsülle ausstatte, wie es vielfach gefordert werde: Bedeutete der Generalanwalt allerdings eine Neuerung— aber eine solche, die mit der Ehre, der Würde, nach der Sicherheit unserer Republik verträglich wäre." Dem„Grütlianer" wird aus Genf gemeldet, daß dortselbst eine gemeinschaftliche Gewerkschaftsversammlung der Schuhmacher und Schneider, welche über die Schiedsgerichte berathen wollten, von zrbei Geheimpolizisten überbracht wurd.e. Das Bureau wurde von dieser Wahrnehmung sofort in Kenntniß gesetzt, und nach einigen bezüglichen Bemerkungen des Prä- fidenten verduftete ein„Geheimer", während der andere ruhig fitzen blieb. Nun wurden die Anwesenden, die alle Mitglieder der beiden Gewerkschaften waren, zur Legitimation aufge- fordert, und da der andere Geheime dieser Aufforderung nicht genügen konnte, verduftete auch er. Man steht, daß der Bundesanwalt nur die Krönung des eidgenösfi- schen Polizei-Apparates sein soll, der bereits funktionirt. Der Einsender bemerkt dazu:„ES ist eine Schande, daß wir schweizer Arbeiter nicht einmal mehr einen Gesetzentwurf diskutiren dürfen, ohne dir Aufsicht der heiligen Hermandad." Stimmt! In I n t e r l a k e n haben die Buchdrucker von ihren Prinzipalen die 10 stündige Arbeitszeit, 30 Fr. pro Woche Lohnminimum, 20 Cts. Zuschlag für Uebcrstunden und 50 Prozent Zuschlag bei Sonntagsarbeit bewilligt erhalten. In Zürich wurde letzten Sonntag das neue Haus des katholischen Gesellenvereins eingeweiht, das ca. 260 000 Fr. kosten soll. Außer sämmtlichen schweizerischen Ge- sellenvereinen kamen noch 20 aus Deutfcbland und Oesterreich. Der St. Gallo: Bischof hielt die Festrede und der heilige Bater sandte von Rom per prosaischen Draht seinen päpstlichen Segen.— Auch die sozialdemokratischen Arbeiter in Basel sind im Begriffe, ein eigenes Haus zu erwerben. Der Zentral-Vorstand des sächsischen Stickereiverbandes hat beschlossen, den Stich lohn um 10 Pf. zu erhöhen, wenn der schweizerische Stickereiverband für die Schweiz und Vorarlberg das gleiche thue. Es vcr- lautet noch nichts darüber, was die Herren thun wollen, aber die Sechsen haben ihnen in geschickter Weise die Maske vom Gesichte gerissen, drnn bisher suchten fie jede Lohnerhöhung ihren Arbeitern damit abzu- schlagen, daß sie erklärten, sie können wegen der sächsischen Konkurrenz und dort herrschenden schlechten Arbeitslöhne nicht mehr zahlen. Nun sind die Sachsen das„Karnickel", das in der Lohnfrage mit gutem Beispiel vorangehen will. In der„Arbeiterst." finden wir folgende Vorth eile der achtstündigen Arbeitszeit dargelegt: l. Bei achtstündiger Arbeit wird der Körper mehr geschont und daS Leben des Arbeiters verlängert. 2. Bei achtstündiger Arbeitszeit sind mehr Arbeiter erfor- derlich und viele Arbeitslose können Arbeit erhalten. 3. Bei ochlstündigcr Arbeitszeit steigen die Löhne, weil die Arbeitslosen, welche unablässig auf die Löhne drücken, an Zahl verringert werden. 4. Bei cchtslündiger Arbeitszeit bleiben noch acht Stunden zur Ruhe und acht Stunden zur Belehrung, Aufklärung und Vergnügen. 5. Bei achtstündiger Arbeitszeit werden die Versammlun- gen besser besucht. 6. Bei achtstündiger Arbeitszeit steigert sich die Kauffähig- keit der Arbeiter, und die Folge ist eine erhöhte Nachfrage nach Waaren und die Anstellung weiterer Arbeiter. 7. Bei achtstündiger Arbeit werden die Arbeiter politisch reifer und selbstständiger. 8. Bei achtstündiger Arbeitsjeit wird der der Verdienst größer und man kann seine Kinder in die Schule, anstatt in die Fabrik schicken. fremde Leute vor der Hütte. Die Obsthändlerinnen waren angekommen. Seit Monaten die ersten Menschengesichter, welche Kunde brachten von der Außenwelt! Sie unterhandelten gerade über das Obst mit Theresen. Es war der gewohnte Tauschhandel. Frau Therese wollte, wie ge- wöhnlich Getreide für ihr Obst; aber die Händlerinnen wollten ihr nicht so viel in Tausch geben, wiesonst. Siesagten, derWeizen sei sehr theuer geworden. Die Komorner Getreidehändler hätten große Einkäufe gemacht und die Preise in die Höhe getrieben; sie lassen Mehl daraus mahlen und schicken es übers Meer. 'as freilich wollte Therese nicht glauben; das ist nur Obst- weibergewäsch. Um so mehr achtete Timar daraus. DaS war sein Einfall? Was hat sich seitdem alles daraus ent- wickelt? Nun hatte er schon keine Ruhe mehr vor Ge- schäftsgedanken und Vermögenssorgen. Diese Mittheilung war für ihn, was der Trompetcnschall für einen aus- Sedienten Soldaten, der sich bei seinem Klange nach cm Schlachtfelde zurücksehnt, selbst in den Armen der Ge- liebten. � � � Die Inselbewohner fanden es ganz in der Ordnung, daß Michael sich anschickte, die Insel wieder zu verlassen. Ihn ruft ja sein Amt. Und mit dem künftigen Frühjahr kehrt ja auch er wieder. Noemi bat ihn nur, die Kleider, welche sie selbst für ihn gewoben und genäht, und welche er auf der Insel getragen hatte, nicht wegzuwerfen, wenn er fortginge. Er wird sie hüten, wie ein Kleinod. Und dann möge er manchmal an die arme Noemi zurückdenken. Darauf konnte er nicht mit Worten ant- worten. Er bestach die Obsthändlerinnen, damit sie noch einen Tag länger blieben. An diesem Tage that er nichts anderes, als Arm in Arm mit Noemi der Reihe nach jene traulichen Plätze aufzusuchen, welche Zeugen ihres stillen Glücks ge- wesen; hier riß er von einem Baume, dort von einer Blumen- kröne ein Blatt ab und steckte es als Andenken zu sich; auf Baum- und Blumenblättern standen ganze Feenmärchen ge- schrieben, die nur zwei Menschen zu lesen verstanden. Dieser letzte Tag verstrich so schnell! Die Schiffer wollten Abends aufbrechen, um in der Kühle zu fahren. Michael mußte Abschied nehmen. Noemi war verständig; sie weinte S. Bei achtstündizer AibeitSzeit wird das Bedürfniß nach weilercr Verringerung der Arbeiiszeit wachgerufen. * Nem-Nork, 20. August. Die für New-Vork projektirte Weltausstellung hat noch ein besonderes Resultat gehabt: Die „Central Labor Union" hat nämlich in ihrer letzten Sitzung beschlossen, eine neue polifische Arbeiterpartei für den Staat New-Bork zu gründen. Und zwar hatte man es dabei so eilig, daß em Antrag, die Sache bis zur nächsten Sitzung zu ver- tagen, damit die Delegirten Zeit zur gründlichen Ueberlegung hätten, verworfen und sofort zur Einsetzung eines Komitees ge- schritten wurde, das die Sache in die Hand nehmen und mit Organisirung der Wahldistrikte Ncw-Borks beginnen soll. Die betreffende Resolution lautete:„In Erwägung, daß die„Central Labor Union" von New- Bork am 17. September 1888 eine Konvention alle Arbeiterorganisationen im Staate einberief, um Mittel und Wege zu finden, wie die VerschwörungSgcsetze beseitigt und andere Reformen durch die Legislatur erlangt werden könnten, und in Erwägung, daß wir in unseren Bemühungen damit vollkommen erfolglos waren, und in Erwägung, daß wir unseren Mißerfolg auS dem Umstände herleiten, daß die organifirten Arbeiter als solche keine Vertreter im Senate und in der Assembly hatten, um unsere Interessen zu wahren, deshalb sei es beschlossen, daß wir, die C.L. U., zwölf oder mehr aus unserer Mitte erwählen, welche'sich sofort an's Werk machen sollen, die Assembly- Distrikte unserer Stadt zu dem Zwecke zulkorganisiren, Kandi- baten für die Legislatur aufzustellen uno Schritte zu thun, um deren Erwählung sicher zu stellen." Es hat keincn>Zweck, die gehaltenen Reden zu fkizziren; man weiß ja aus Erfahrung, daß auf die schönen— oder besser: abgedroschenen— Phrasen bei solchen Affairen von jener Seite nichts zu geben ist, und da ist es zweckentsprechender, man sieht von allen öffentlich dargelegten Begründungen u. s. w. ab und untersucht bie Dinge, wie sie in Wirklichkeit wohl sein mögen. Zunächst eine Bemerkung bezügl. obiger Resolution; es ist darin gesagt, daß der Mißerfolg bezügl. der Verschwörungs- gesetze dem Umstände zuzuschreiben sei, daß die organi- sirten Arbeiter keine Vertretung in der Gesetzgebung hatten. Dies ist nicht so; der Mißerfolg rührte daher, weil die Arbeiter, welche sich um diese Dinge bekümmerten, kein Vertrauen mehr zu den Führem der damaligen Bewegung hatten und infolge dessen die von den im Troy eingesetzten Komitee einberufenen Versammlungen nicht besuchten. In dcr„Massenversammlung", in welcher das Komitee s. Z. über die von ihm vorgenommenen Schritte Bericht erstattete, waren ca. SO Personen erschienen. Seitdem war es mit der ganzen Geschichte aus. Hätten die Arbeiter sich massenhaft betheiligt, so daß die Bewegung gegen die Verschwörungsgesetze immer gewaltigere Dimensionen annahm, so wäre dieselbe unter keinen Umständen ein Mißerfolg gewesen, auch dann, nicht, wenn die Legislatur sich nicht auf eine Abschaffung jener Ge- setze einließ. Es war dann die Aussicht vorhanden, daß aus jener Bewegung eine andere ockstanden wäre, wenn— nun ja, wenn das verflixte„Wenn" nicht wäre! Es ist nun ein- mal unter den obwaltenden Umständen weder mit den domi- nircnden Elementen auf jener Seite, noch mit den hinter ihnen stehenden Arbeitermaffcn etwas auszurichten, da den ersteren sowohl die gewerkschaftliche wie politische Bethätigung nur zu persönlichen Zwecken zu dioten hat, und letztere sich königlich fteuen, wenn ihre„Leader" mit ihrer Hilfe irgend ein einträgliches öffentliches Äemtchen erlangen. Und damit komme ich auf den einleitenden Satz zurück, daß die projektirte Weltausstellung noch ein besonderes Resultat gezeitigt habe. Da sind nämlich recht fette Brocken in Aussicht, wenn die Betreffenden es verstehen, sich als Re- Präsentanten eines großen Stimm— geber-Heercs aufzuspielen. Für Jeden, der die Dinge auch nur in den letzten paar Jahren ruhig beobachtet hat, und dcr somit die Leutchen und ihre Methode— die eigentlich eine sehr plumpe ist und stets von neuem angewendet wird, deshalb auch Manche nur verblüffen und täuschen kann, weil jene Leute die unverfrorenste Lügnerei sowie das Heucheln als integrirenden Theil ihres Berufes be- treiben, genau kennt, muß es klar sein, daß das Vorgehen der C. L. U. nicht die in der Resolution dargelegten„Erwägungen" zu Grunde liegen; und wer dann femer nach den Motiven o a sucht, wo sie nach Obigem zu suchen sind, und wer femer die Chanzen für die Bildung einer neuen politischen Arbeiter- partei von jener Seite unter den obwaltenden Umständen in Betracht zieht, dem muß es sehr deutlich werden, daß nur die durch die projektirte Ausstellung in Aussicht stehenden Brocken das„leitende Motiv" sind.— Einige Tage vor jener Sitzung der C. L. U. war die Nachricht aus Washington gekommen, daß die früheren Arbeiterführer Mc. Mackin und Connelly in New-Bork zu Spezial-Zollinspcktoren emannt worden seien. Wegen ihrer Verdienste um die Arbeitersache natürlich nicht. Mc. Mackin war bei der letzten Wahl dcr Hauptmacher der United Labor Party und„arbeitete" gegen gute Be- Zahlung für den Möbclhändler und Millionär Coogan (den diese„Arbeiter"- Partei— eben auf Betreiben nicht. Sie weiß ja, daß Michael wiederkommt. Sie war vielmehr darauf bedacht, Proviant zurecht zu machen und seine Reisetasche damit zu füllen.„Es wird schon Nacht sein, bis Du auf das andere Ufer gelangst;" sagte sie mit zärt- licher Besorgniß.„Hast Du keine Waffe?" „Nein. Mir thut Niemand was Leide." „Doch aber: hier ist eine Pistole in Deinem Tomister," sagte Noemi und zog neugierig die Schießwaffe heraus. und nun erblaßte sie. Sie erkannte Theodors Pistole, mit der er häufig, wenn er hier war, geflunkert und gedroht hatte, er werde Almira erschießen:„Das ist seine Waffe!" Timar war betroffen von dem Ausdruck ihres Gesichts. „Als Du von hier weggingst," sagte das Mädchen, das ganz in Feuer gerathen war,„hat er auf dem jenseitigen Ufer Dir aufgelauert und aus dieser Pistole auf Dich ge- schössen." "„Wie kommst Du auf diesen Gedanken?" „Ich hörte die beiden Schüsse und dann die Deinigen. So ist's, diese Pistole hast Du ihm abgenommen?" Timar staunte, daß Liebende auch sehen, was sie mit ihren Blicken nicht erreichen können. Er konnte nicht leugnen.„Hast Du ihn getödtet?" fragte das Mädchen. „Nein." „Was ist aus ihm geworden." „Fürchte Dich nicht mehr vor ihm. Er ist nach Bra- silien gegangen. Eine halbe Erdkugel liegt zwischen unS und ihm." „Ich sähe es lieber, es wären nur drei Fuß Erde zwischen uns!" rief Noemi leidenschaftlich, Michaels Hand ergreifend. Michael blickte Noemi verwundert ins Gesicht.„Du? Du? Mit solchen Mordgedanken; Du, die kein Huhn kann abstechen sehen, die es»icht übers Herz bringen kann, eine Spinne zu zertreten, oder einen Schmetterling auf die Nadel zu spießen?" „Wer aber Dich mir entreißen, den könnte ich tödten, sei es Mensch, Teufel oder Fee...!" Und dann zog sie den geliebten Mann in leiden- schaftlicher Umarmung an ihre Brust, Dieser erbebte und erglühte. Mc. MockinS und seiner Spießgesellen— als MaigrS-Ka» aufaestelll) um ihn— an die demokratische Partei»aM kaufen". Conelly half dabei. Nun haben sie ihren woh dienten Lohn für dieses Politikerstückchen weg, woram v speziellen Landsleute, die irischen Arbeiter, sehr stolz fwo, was ihren früheren Freunden und Genossen augenschemimi. Wasser im Munde hat zusammenlaufen lassen, so daß mg in der nächsten Sitzung der C. L. U., ohne daß vorber nur der geringste Anstoß gegeben war, mit dem Gwno e plan herausrückten und in derselben Sitzung schon Alles„n. oamit ihnen nur ja nicht von anderer Seite zuvorgeto werde.— Was nun die Chancen für eine neue jpw«W. beiter-Partei im Staate New-Bork betrifft, so mußte onl blind sein, der dieselben auch nur für einigen« � günstig hält— daß heißt für die Entwicklung der 1 selbst, die„Chancen" für die Entrepreneure bei Seite g Es ist zwar, wie ich in einem früheren Berichte mntyeiii- � Annäherung zwischen den beiden Zentralorganisationen � Weise eingeleitet, daß ein gemeinsames Komitee für den � x Dan" gewählt wurde. Im Uebrigen ist man aber W?.t L.-F. gegen die alte Organisation dennoch immer noch ley � trauisch, indem man ja die Vergangenheit der leitenom•, mente nicht vergessen hat, die man, wenn auch nicht m-> unverschämte Boodleseelen, wie die auf fünf Jahre«u e dirten, so doch als gewohnheitsmäßige politische Vray» � kennt. Von Ausnahmen kann man da nicht gui reoe«, wie schon bemerkt, auf schöne Worte bei � diesen.7.� nichts zu geben ist. und ihre T h a t e n von je dann � haben, bei den Mahlen für eine der beiden»großen � teien zu wirken. Sie find ja alle entweder Demokraten: Republikaner(in New- Bork meistens Demokraten, oa Partei hier am Ruber ist, al«o über die städtischen Hopp � verfügen hat, von denen kürzlich dcr Delegat zur Keech, von dem United Order of CarpenterS einen Wo indem er zum Inspektor für Straßenpflasterung ernannt n ebenso ihr Anhang, und da finden sie sammt dieiem». jj in ber Ordnung, daß sie mit an bie Stadt-, Staat» Bnndes-Krippen gelangen. Dazu werden nun die in der neuen Zentral-Orga»! � ~'----—-"„„„ifinhfn Ci'1" vertretenen Arbeiter aber nicht als„Resonnanzboden wollen, abgesehen davon, daß auch in ihr Leute eme 0.jL ragende Rolle spielen, denen man ebenfalls 5ujtaU/ Stellung und ihren Einfluß für persönliche Zwecke» �4 werthen, wenn sich Gelegenheit bietet, und denen ayo das Vorgehen ber C. L. U. der Wind aus den Segel nommen ist..,„»mriti Unter keinen Umständen also ist für die neue Arbeite die Aussicht vorhanden, die organisirte Arbeiterschaft New>�� hinter sich zu bekommen; die Führer in der C. L- r im. auch die größten„Rindsviecher" sein, wenn sie daS er« � Das sind sie aber durchaus nicht, und demnach ist „wie Wurstbrühe", daß sie damit einen ihrer gewohnten o � meierstreiche ausgeführt haben, um für sich Vorthel.e � gattern, unbekümmert darum, ob sie mit der voreiligen 0 ,� guration einer neuen Arbeiterpartei der ganzen Arbeiterbew« einen Stoß versetzen., y«! Wenn sie sich in ihrer Gier nur nicht verrechnet» � und schließlich wie die begossenen Pudel abziehen �-u ohne auch nur ein EintrittSbillet zur Ausstellung erivli� haben! U-M, Die Arbeiterblätter haben bisher nur die Thatsache ve aber der Tanz dürfte bald losgehen!-v«tls� Vorige Woche ist wieder ein alter Genosse auS„ge, land zur letzten Ruhe bestattet worden: Rudolph � gll, Ausgewiesener aus Hamburg; er starb plötzlich, 54 all4 am Herzschlag in Brooklyn. Wiedrüben, widmete et p hier seine Kräfte der Arbeiterbewegung und bekleidete schiedenen Organisationen Ehrenposten.— Ehre seine>" denken!, die 2. Dcr Familienschmuck. Auf dem jenseitigen User suchte Michael wie Fischerhütte auf. Zwei Dinge beschäftigten seinen.� das Bild, das im Abendnebel seinen Blicken entschtf» � war, der umlaubte Felsen mitten in der Donau>!! tyi schlanken Gestalt auf seinem Gipfel, die so lange 1 � sehen konnte, mit ihrem Taschentuche ihm AbschicdM"�, winkte; und das von seiner Einbildung geschaffene'�t wie es in Komorn bei ihm zu Hause aussieht. Nun, � Zeit genug, dies Bild sich auszumalen auf der langen von der unteren Donau bis nach Komorn. �>t> Als der alte Fischer Timar erblickte, fing er n � seufzen.(Fischer pflegen nie zu fluchen.)„Denken � mein Herr, da hat irgend ein Schurke von einelN j(< während der Ueberschwemmung Ihren Kahn gestohlen> � gar in die Hütte ist er eingebrochen und hat die Ruv �t vongetragen. Was für große Diebe es doch in der giebt." � jit) Timar that es so wohl, daß ihn endlich Jewan � Gesicht einen Dieb nennt. Das ist er in der That. � hätte er nur weiter nichts als einen Kahn gestohlen. wollen aber deshalb diesem Menschen doch nichts sagte er zu dem Fischer;„wer weiß, in welcher '»"»so De, °en Bi Ijjd, h §§ 6 y nen Ur °°rhi Süehi ort' PolifirAjc Mekrerflckck Die zahlreichen Anfragen, die in Unfallfällen«N z Redaktionen der Arbeilerblätter und andere in der Lew stehende Personen gerichtet werden, zeigen, daß vielfach u„ heiten über die Ansprüche bestehen, welche dcr vom fit troffene Arbeiter zu erheben hat. Dies trifft inSbesonvc höheren Ansprüche, die er bei längerer ärztlicher Behan � vom Beginn der 5 Woche nach Eintritt des Unfalls«'1�: Ablauf der 13. Woche zu stellen hat. Da auch das verschiedener Krankenkassen in solchen Fällen zeigt, han. LstJ1 stände keine Kenntniß besitzen von den Pflichten, die sie w Falle einem in Folge von Unfall in Krankenpflege besWk.ji Arbeiter zu erfüllen haben, lassen wir die hier in Frage»mm D Schlußsätze des Z 5 des Unfallversicherungsgesetzes n> folgen. Sie lauten:.. iW' „Vom Beginn der 5. Woche nach Eintritt»e» falls bis zum Ablauf der 13. Woche ist das Kr. wesen sein mag, und wie nöthig eck den Kahn hatte. werden uns schon einen anderen verschaffen. Jetzt aRfi Alter, setzen wir unS in Euren Kahn und wir noch diese Nacht zur Fähre zu kommen.",„»ßesi Der Fischer ließ sich gegen gute Bezahlung bereit' j£i In der Morgendämmerung erreichten sie die FA sistN welcher die Schiffe Ladung einzunehmen pflegen. wirthshaus waren Fuhrleute, von denen er einen aus damit er nach Levetincz führe. Er glaubte, von' walter in Levetincz werde er Aufklärungen erhalten � das, was während der letzten fünf Monate, die er a � r Insel zugebracht, sich zugetragen habe, so daß ihm 1 0? morn, wenn er nach Hause kommt, nichts neu»nv rafchend sein wird. In Levetincz war ein einstöckiges herrschaftlich�, bäude; den einen Flügel bewohnte der Verwalter Frau, der andere war für Timar hergerichtet; die eine* ijorS-K-mdidat tci ,au«uW' lhren wohlm worauf wj stol» find, und nscheinl'ch di� > daß fi-SWZ i vorher auch i Gründung«- Alles �firien- uvorgekonnnen politische Ar lüßte deriemge einigermaßen mg der P°rl« Seite gelefi� mittheilte, ein ationen m ür den L°b°r er in der � noch seh- w'' lotenden Z! nickt al« M Söhre SuSpen- [e Drahtzieher ÄÄg ÄS » Wü gonif«� n- dienen re her� r°u'' � . zu eer alsodue egeln 0 �ld, welches den durch einen Betriebsunfall verletzten Vertonen auf Grund des Krankenversicherungsgesetzes Seivahrt wird, auf mindestens zwei Drittel �.es bei der Berechnung desselben zu gründe gelegten 9lr b ei 1 5 lo l) n e 5 z u b es iml Icn* Die Differenz zwischen diesen zwei Dritteln uno dem gesetzlich oder statutengemäß zu gewährenden Adrigeren Krankengelde ist der betheiligten Kranken- Jw iGemeinde-Kankenversicherung) von dem Unter« .«dm er desjenigen Betriebes zu er- Hutten, in welchem der Unfall sich ererg- hat. Die zur Ausführung dieser Bestimmung forderlichen Vorschriften erläßt das ReichS-Versiche- "UtoSamt. v nach§ l versicherten Personen, welche nicht nach xf«estimmungen des Krankenkassengesetzes versichert K», hat der Be tri eb Z un t ern ehm er die in den �, und 4 des Krankenversicherungsgesetzes vorgesehe- llnterstützungen einschließlich des aus dem Lrh er gehenden Absätze sich ergebenden fkhrbetrags für die ersten dreizehn Wochen aus ng-nen Mitteln zu leisten. ftreiligkeiten, welche aus Anlaß der in den berden s fichl rrfXITpn aU''' ' s Oö, A v I. l. o e s» r a n r e n v e r I l ly e r u n g v- Rietzes entschieden und zwar in den Fällen des .'»'vorhergehenden Absatzes von der für Ortskranken- bchörde Beschäftigungsortes zuständigen Aufsichts- t in�lchen scheinbar niedrigen Sätzen verhältnißmäßig � f etzungen von den UnfallversicherungS-Genossen- i Vfhvt werden, mag folgendes Beispiel zeigen. In ij?.Holz-BerufSgenossenschaflen werden einem Arberter v'vger der linken Hand dermaßen durch eine Ma- � irrquetscht, daß dieselben vollständig gelähmt sind, iv,,"awrlich auch die BewegungSfähiakeit der Hand be- «•, Der Arzt erklärt, daß die geschmälerte Erwerbs- nur w pCt. betrüge. Da nun der Arbeiter mrt ä',jjvhvcSverdienst versichert war, für volle Erwerbs- aber nur SS-/, pCt des Jahreslohnes vergütet wer- dM. r dem Manne für die lebenslang schwer ver- i�eHatid 50 M., sage und schreibe fünfzig g.,, Prcr Jahr zuerkannt. Wie erheblich aber �"büße an ErwerbSfähiokeit ist, geht daraus �'.vaß der Unternehmer sich weigerte, dem Ver- % Mqupt wieder Beschäftigung zu geben. Für die s»L"chaftigung war derselbe durch die Verletzung un- »Hl? geworden. Der Arbeiter war über die ihm zu- «!.,„Sf'ngsügige„Rente� so in Zorn gerathen, daß er er- . n auf die 50 M. verzichten zu wollen, als diesen � Annehmen, und erst auf Zureden von anderer Seite l4iJ',tt2?n konnte, die Berufung an das Schiedsgericht einung KC"- Solcher Falle, wie der hier angeführt! ' und sie alle tragen nicht dazu bei, die »I"Segnungen der Sozialreform"" zu erhöhen. Vorgänge in Kondon bringen unsere Kartellpreise sl zz, gar aus dem Konzept. Allerdings darf man ihr das f z" Nehmen, denn was jetzt in London sich ereignet, ist 'iiisfach angethan, den feigen deutschen Philister— und k. Z schreibt die Kartellpresse— in Aufregung zu ver- CtrtfOpQ-lOOOOO streikende Arbeiter, die den sie aus- .�Kapitaiistengesellschasten die Zähne zeigen und sich tl,i. Ä's einschüchtern lassen, auch wenn der ganze riesige %>, donS durch sie in's Stocken kommt! das ist em t, fh das den deutschen Spießbürger empört. Ein Theil «t«. M aeberdet sich, als hinge von den Vorgängen in % t. as Heil Deutschlands ab und als stehe England am Z. Verderbens. 'kl-Arcibt z. B. das„Leipz. Tageblatt" in einem Leit- ' dfx? Streik in London":„Der Streik der Dockarbeiter t, mÄn sich reihenden Arbeitseinstellungen in London -Itw 7 � Bedeutung, welche man ihnen zuschreibt, sie hr?is�»fft durch die Entfesselung der Leidenfchaften m »relfach u» � om Unfa�i! �besonder«. ' Lreis-» Lfi durch die Entfesselung der Leidenfchaften m W'f' der Armuth und des Verbrechens(!!), zu welcher 'Tir.i,ssung geben. Die Verkehrsstörungen ,m Gefolge find sehr lästig, aber sie sind vorübergehend und S fipjs, Ende, sobald die Forderungen der Strei- V„f'Öiflt sind oder wenn die Mittel derselben ver- iti'tiT* das Massenelend in London erfährt durch den 7.?hebliche Steigerung, und die Achtung vor dem ?H»Me angeblich in England so groß sem soll, ward .Wehr untergraben. Die Zustände, welche be, Ge- Stceiks hervortreten, sind in London, wenn auch schroffer Form längst vorhanden, und es bedarf „Anstoßes, um sie bis zur Unertragllchkeit zu steigern. Regierung und Parlament mit unbegre,fl,cher � ktf.f hmweg, sie trösten sich mit dem Gedanken, eS se, W i®'' daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen, kt fS-n seit einigen Jahren Thatsachen vor so ernster zum Himmel schreien. Diesseits des Kanals sind !tf.TW: «S'L onau lange p hiedsgrüLAd, chaffene»�! Nun, r langen 'g« � .Denken � n einem"j() , in der M Jemand�' c That. Kji Ttäi : Gefahr hatte. bereit fin� »Z'K e, vom 0 »rhalten � »ie er am p, ß ihm'V eu und« haftliches ter mff ic eine ki- 'Ä6!8 führte in den ehemaligen Wildpark hinab, W wser Treppe konnte man direkt in das Zimmer welches Timar zu seinem Bureau gewählt hatte. V�ie seine Aufmerksamkeit auf die geringfügigsten erstrecken, um eine langwierige Lüge konsequent i w'u können. Er ist seit fünf Monaten abwesend, Ipa/6* �ue weite Reise gemacht. Damit reimt sich p kajj er ganz ohne Reisegepäck ist. In ferner er nur den Anzug von gestreifter Leinwand, thm genäht hat; denn der Anzug, rn dem er ""fite, war noch für eine kühlere Jahreszeit be- ™(""d auch der war zerrissen und abgetragen; seine K!lrett geflickt. Es hätte schwer gehalten, seine äußere Oi!l8 zu motiviren. Kann er durch den Wildgarten M.,eer Extrastiege in sein Bureau gelangen, dessen tp.et Mit sich führt, so wird er sich dort rasch um- M«"? Reise-Handkoffer hervorholen, und wenn so '�»„.hergestellt ist, als sei er eben von einer werten klangt, den Verwalter zu sich hereinrufen. (Fortsetzung folgt.) � Mntift xtttb selten. Äli�, Kuftballon-Wettfahrt w Srüstel. von der < Wp Achtet haben, nabmen 13 Ballons therl. Der ��ied�°°Lu-.gabnahmen 13 Ballons theil. Der "Uvcius uuu, nachdem die Windrichtungen in . C�nen Schichten durch Versuchsballons bestimmt L nach dem Städtchen Diest an. Da platzte rk Ä.°ns, weil das Gas zu stark einströmte; derselbe \k Itoori,' am Boden. Einem andern wäre es beinahe ch!"SM; schon klaffte an der Spitze der Birne em K"gen! schon klaffte an der spitze oer-oiruc i k.eiit k.als der Kapitän, seine Mutter und em Soldat sich ich s-'s, Rädel zu helfen wußten, nicht ohne daß die Dame >vn.!?al auf kurze Zeit von dem ausströmenden Gas A?*" mären. Inzwischen war die festgesetzte Stunde Mvitten; es war 4 Uhr Nachmittags, als dre reffe. Ii.°L°ns, elf an der Zahl, das Zeichen zur Auffahrt % 7« hoben sich in drei Gruppen in die Luft. Die "'vhtcn mit Fahnen, schwenkten die Mutzen, warfen die Gegner der staatlichen Ordnung redseliger, sie führen das Wort soziale Revolution stets im Munde, aber die Regierung verfügt trotz ihrer sonstigen Unzulänglichkeit über die Mittet, um dre Urheber von Unruhen im Zaune zu halten. In Ena- land reden die Gesetzesverächter wenig, aber sie handeln um so energischer und find eine stets wachsende Gefahr der ordnungS- gemäßen staatlichen Entwickelung. Wenn es nach dem Willen Gladstone'S ginge, dann käme noch die irische Bewegung mit ihrem auflösenden Treiben hinzu, unter SaliSbury ist dieser llebelstand wenigstens gemildert. Aber England steht vor der Rothwendigkeit einer Reform von Grund aus, wenn nicht eines TageS dort Alles in Frage gestellt sein soll." Dem sächsichschen Spießbürgerund Bourgeois, dessen einzige geistige Nahrung das„Lcipz. Tagebl." ist, und solcher giebt es tausende, muß nach einer solchen Lektüre die Haut schaudern; denn die schamlosen Uebertreibungen in dieser Schilderung ver- mag er nicht zu erkennen. In England würde man über dieses Geschreibsel, hörte man davon, lachen, und würde der deutschen Kartellpresse den Rath geben, sich etwas— mehr Männlich- k e i t anzugewöhnen uno sich nicht die Köpfe der Engländer zu zerbrechen. Diese Aufregung in unserer Kartellpreffe über die Vorgänge in London hat allerdings auch noch einen anderen Grund. Diese Preßbande fühlt instinktiv, daß der simpelste deutsche Ar- heiter, hört er von dem Maß an Freiheit dessen sich seine englischen Brüder erstellen, unwillkürlich Vergleiche mit den deutschen Zuständen und dcrBehand- lung anstellt, die ihm in ähnlichen Fällen seitens der Behörden und seitens der Presse zu Theil wird. Daß ihm dabei der himmelweite Abstand in die Augen springt, ist selbstverständlich. Bekanntlich.leit- artikelt seit Wochen die offiziöse und Kartellpresse darüber, wie man das geringe Maß von KoalitionSsteiheit, das der deutsche Arbeiter genießt, beseitigen kann. Die deutschen Arbeiter wer- den dabei angegriffen, beschimpft und verdächtigt, als seien sie eine Gesellschaft von Taugenichtsen und Tagedieben, die man nur mit Zwangs- und Gewaltmaßregeln im Zaume halten kann. Und nun fallen mitten in dieses feige und reaktionäre Gebahren die Londoner Vorgänge und zeigen, was der Arbeiter in einem freien Lande wagen darf, um fein Menschenrecht zu vertheidigen. Man fahre nur so fort, und es wird nicht lange dauern, dann giebt es keinen deutschen Arbeiter mehr, der die offiziöse und kartellbrüderliche Arbeiter- freundlichkeit nicht als vas erkennt, was sie ist— als Schwindel und Humbug. Die Taktik htv Grdmmgsparteien für die kommenden Mahlen enthüllt Ifich immer mehr. In Sachsen, dem „engeren" Vaterlande des Kartells, liegt sie bereits vollkommen klar zu Tage. Die Oppositionsparteien sollen um jeden Preis und nach jeder Richtung hin lahm gelegt werden. Aufgebot aller Mittel, um eine hermetische Lokalsperre zu organisircn,— und Krieg bis aufs Messer gegen alle Arberterorganisationen, alle oppositionellen Wahlvereine, und das Versammlungsrecht der Oppositionsparteien. Wo immer die Polizei nicht den nöthiaen Eifer entwickelt, da hilft die kartellbrüderliche Hetzerei und Denunziation nach, wie wir z. B. soeben in Würzen ge. sehen haben. Dort hat die Polizei sich den Wink so gut gemerkt, oaß sie, um sich wieder zu Ehren zu bringen und die Scharte auszuwetzen, mit fieberhaftem Eifer vorgeht und ein neues Kampfmittel entdeckt hat: Für letzten Sonntag wurde nämlich eine Wählerversammlung angemeldet— für die auf den 8. Oktober anberaumte Ersatzwahl—; darauf hin erklärte die Polizei, sie würde die Versammlung verbieten, wenn Liebknecht das Referat hätte oder auch nur anwesend wäre. Das klingt recht sonderbar, sogar recht komisch, und durch- aus nicht gefährlich, allein die Sache hat doch ihren ernsthaften Hintergrund. Früher war es in Sachsen wiederholt vorge- kommen, daß die Polizei in Volks- und Wähleroersammlungen Niemanden sprechen ließ, der nicht entweder dem Versamm- lungSort oder dem Wahlkreise angehörte. Wir haben nun guten Grund anzunehmen, daß die Wurzener Polizei mit ihrer sinnreichen Maßregel eine Ordre befolgt hat, welche, zwar nicht amtlich/ aber ebenso autoritativ wie amtlich, erfaßt worden ist. Es werden, wenn wir nicht sehr irren, ähnliche Maßregeln bald von verschiedenen Seiten gemeldet werden. Und wohl- gemerkt: nicht blos au§ Sachsen. Auch in Preußen und den übrigen deutschen Ländern obwalten ähnliche Anschauungen. Wenn die„Nordd. Allg. Ztg." nur„wirkliche",„beschäftigte" und direkt in teresfirte Arbeiter über Fragen, die das KoalitionS- recht betreffen, in Versammlungen sprechen lassen will, so haben wir genau denselben Polizeigedanken:„die Wähler und die Arbeiter haben daS steie Versammlungsrecht; wir greifen es nicht an, aber im Interesse der Redefreiheit und Wahlsteibeit lassen wir nur die wirklich und unmittelbar Betheiligten daS Wort ergreifen, damit nicht Unberufene die VersammlungS- und Redefreiheit beeinträchtigen können." Dieser Theorie werden wir noch öfters begegnen— sie wird sich zu stästiger Praxis auSwachsen, und es ist gut, sich daraus vorzubereiten. Was die' Lokalsperre anbelangt, so wird den Herren Kartellbrüdern allerdings durch die sozialdemokratischen Brauerei-' Zettel und Fähnchen aus über die ungeheure Menschen- menge, die auf dem früheren Ausstellungsplatze dem Schauspiel beiwohnte. Einige Zeit später stieg auch der verletzte, inzwischen festgenähte Ballon auf, um die übrigen scheinvar bald einzuholen. Alle verfolgten nordöstliche Richtung. Eine Viertelstunbe waren die Ballons fichtbar. Bis über Löwen hinweg ging alles gut. Auf eine Entfernung von 50 Meter traf die„Espmance", einer der führenden Ballons, mit einem anderen Ballon zusammen; durch das Sprachrohr wurde ein kräftiger Gruß gewechselt, aber dabei blieb es nicht, denn trotz der Nähe der gefährlichen Gasmasse kam es nach Schiffersitte zu Salutschüssen, glücklicherweise aber waren die- selben nur von Champagnerflaschen abgegeben, indcß vemehm- bar genug in den luftigen Höhen. Bald genug darauf ver- loren die Reiseaenossen ihre Fühlung. Die„Espsrance" wurde nun in einen Regenschauer hineingezogen, dann machte sie ein Gewitter durch, und schließlich, noch weit vom Ziele, mußte der vom Regen beschwerte Ballon in Vertrijck an die Landung denken. DaS ging nun nicht gerade bequem von statten. Der Anker griff nicht, der Ballon humpelte über Acker und Feld, das Schiffchen stieß jeden Augenblick auf und erst, nachdem steundliche Bauersleute den Anker ergreifen und befestigen konnten, waren die völlig durchnäßten Reisenden besteit. Aehn- lich erging es bei dem schlechten Wetter den andern Luft« schiffern. Nur drei Ballons konnten in der Nähe von Diest landen und sich in die ausgesetzten Preise theilen. Die Glück- lichcn hatten 3 Stunden gebraucht, etwa so viel wie ein Schnell- zug, die übrigen Ballons waren durchschnittlich nach iZl Stunden niedergefahren. Die Windverhältnisse warm demnach keine günstigm gewesen. � ffii« merkwürdiger Prozeß spielt gegenwärtig vor dem Gerichtshof der Stadt Ogulin in Kroatien. Als Angeklagte steht vor dm Schranken des Gerichts die 27jährige Professors- gattin Eugenie Sch., die drei Jahre lang einen unglaublichen Schwindel betrieb, ohne entdeckt zn werden. Nach dem Tode des kroatischen Seklionschcfs VoncSina, 1886, kam sie in Audienz zum BanuS Graf Khum- Hedervary und brachte die Bitte um einen Vorschuß von 200 Gulden vor, um eine Schuld VoncSina'S, der angeblich ihr natürlicher Vater ge- wcsen, zu decken. Kurz darauf erschien sie abermals beim BanuS und brachte eine Visitenkarte des Kaisers von Brasilien (ein Falsum wie sich später herausstellte) sammt einem Stein von angeblich hohem Werthe, den Dom Pedro dem BanuS zusandte. Der Banus sandte ihr am nächsten Tage den Stein mit der Weisung zurück, sie sei offenbar das Opfer Boykotts der Kartellzirkel arg gestört. Dieser Boykott ist, wenn die Arbeiter zusammen halten, einfach unwiderstehlich. Nur dürfen die Kräfte nicht zersplittert werden. In Leipzig z. B. wird es bald so wert sein, daß keine Brauerei mehr der Ton- Halle Bier verkauft. Kein Wirth kann einer Brauerei so viele Vortheile bietm, als die Arbeiter ihr Nachtheile zufügen können. Und das muß überall und immer beherzigt werden. Zum Rücktritt de» Herrn von Sch-H wird dem „Hamburgischen Korrespondenten" aus Berlin anscheinend offiziös geschriebm:„Auch in Regierungskreisen scheint man sich der Ansicht nicht mehr zu verschließen, daß eine durch- kreisende Reform der direkten Steuern in Preußm erst durch Herstellung leistungsfähiger Landgemeinden und im Zusammen- hang mit einer Reform der Gemcindebesteuerung ausführbar ist. Herr v. Scholz hat bisher, wie man annahm, in Ueber- elnmmmnng mit dem Reichskanzler die entgegengesetzte Aus- fassung vertreten. Wenn sich diese als undurchführbar erweist, so wurde em Personenwechsel im Finanzministerium es weniger unerklärlich erscheinen lassen, daß die in der früheren Thron- rede angekündigte Steuerreform vorläufig aufgegeben wird... Der Rücktritt des Herrn v. Scholz ist, wenn auch nicht grund- latzlich, so doch thatsachlich gleichbedeutend mit dem vorläufigen Verzicht auf die in der Thronrede vom Januar 1389 ange- kündigte Reform der direkten Steuern in sPreußen. Unter diesen Umständen darf man gespannt darauf sein, wer die Erb- schaft des bisherigen FinanzministecS antreten wird." Der Kericht der Kommisston für die Untersuchung der Bergwerksverhältnisse in Rheinland und Westfalen soll, wie es Wfl, bem preußischen Landtage vorgelegt werden. Die Nach- richt ist in dieser Form nicht recht glaubhaft oder unvollständig. Die Angelegenheit dürfte doch, wenn eS sich um gewerbegesetz- Ilche Maßregeln handelt, mehr den Reichstag angehen, wie den preußischen Landtag. Ob man nun beabsichtigt, sie beiden Körperschaften vorzulegen und dabei als selbstverständlich vor- aussetzt, sie dem Reichstage zugehen zu lassen, ist aus obiger Fasiung nicht ersichtlich. Zwickau, 31. August. Die Bergarbeiter des hiesigen Bezirks haben den Beschluß gefaßt, der in Dorstfeld aegründe- ten Deutschen Bcrgarbeiter-Vereinigung beizutreten. AIS Ver- trauensmänner wurden die Bergleute Strunz und Zimmermann gewählt, die beide aus der Arbeit entlassen worden sind, weil sie, ersterer in Paris, letzterer in Dorstfeld, die sächsischen Berg- leute vertreten haben. Au» Kiel schreibt man der„Danz. Ztg.": Die Unter- suchung in der Marinebe st echungS-Affaire scheint auch zur Entdeckung anderer auf der hiesigen kaiserlichen Werst vorgekommenen„Unregelmäßigkeiten" geführt zu haben. Hier ein Beispiel: Der Werkführer F. ist verhastet. Die Ver- sendung von Kupfer k. von hier nach Wilhelmshaven stand unter seiner Kontrole. Mehrere Sendungen, ordnungsmäßig verpackt und adressirt, wurden auch von der Werft fort- und angeblich nach dem Bahnhofe befördert, in Wilhelmshaven aber sind dieselben nie angekommen. Tonnenweise wurde das Kupfer an dem Bahnhofe vorbei nach der hiesigen L.straße gefahren und in einer dortigen Kupferschmiede abgeladen. Auch der Empfänger ist verhaftet. Die gerichtliche Untersuchung ist be- reits abgeschlossen. Aua Schleswig wird geschrieben: Recht trübe gestalten sich die Aussichten für den„kleinen Mann". Dank den Ge- treidezöllen ist trotz der verhältnißmäßig guten Ernte der Brot- preis im Steigen; ein Fünfaroschenbrot hat jetzt kaum die Größe eines früheren Viergroschenbrotes. Zugleich verspricht leider das„Korn des kleinen Mannes", die Kartoffel, eine wenig einträgliche Ernte, denn die Berichte aus allen Theilen der Provinz lauten dahin, daß die Kartoffelsäule reißende Fort- schritte macht und den Ertrag an Knollen sehr vermindert. Dieser Verlust ist um so empfindlicher, als die Fleischprcise eine Höhe erreicht haben, wie man sie bisher niemals, abgesehen von Zeiten der Theucrung, gekannt hat. Wenn unter solchen Ver- Hältnissen daS Verlangen nach Steuererhöhungen immer wieder laut nkird, ist es gar leicht begreiflich, daß eine gewisse Er- regung die Massen erfaßt. Durch ein solches Vorgehen schafft man den rechten Boden für die Sozialdemokratie, die denn auch nicht zögert, eine eifrige Agitation zu entfalten; zweifellos wird der sozialistische Erfolg bei den nächsten Wahlen ein beispielloser sein. Gro-ßbritanttie«. Ueber den Streik der Dockarbeiter Londons liegen folgende Meldungen des„W. T.-B." vor: London, 31. August. Die Direktoren der Dockkompagnien haben das gestern von den Werftenbesitzern entworfene und von dem StreikauSschuß angenommene Abkommen, welches gewisse Kon- zessionen enthielt, heute Nachmittag mit der Erklärung abge- lehnt, die Vorschläge nicht akzeptiren zu können, jedoch etwaige ihnen von den Arbeitern zugehende Beschwerden in Erwägung ziehen zu wollen." London, 1. September. Der General- ausschuß der streikenden Dockarbeiter hat daS Manifest, welches im Falle der Nichtannahme der Forderungen der Dockarbeiter einen allgemeinen Streik empfiehlt, zurückgezogen und richtet nun an die Gewerkvereine Englands und des Auslandes das Ersuchen, finanzielle Unterstützungen für die Streikenden beizu- einer Mystifikation. Die kühne Dame ließ sich nicht abweisen. Am Weihnachtsabend brachte sie ein Packet ins Präsidium der Landesregierung, eine Mappe als Weihnachtsgabe für den Banus; doch derselbe nahm keine Geschenke an, fügte diesem Bescheide seine Visitenkarte mit den geschriebenen Worten zu: „Diese Zeilen mögen Ihnen zum Beweise dienen, daß ich durch die Ablehnung der Gabe Ihre Gefühle in keiner Weise ver- letzen wollte." Nun hatte sie, was sie brauchte, die Handschrist des Banus, und in kurzer Zeit brachte sie es durch fortwährende Uebung so weit, daß sie dieselbe täuschend nachzuahmen verstand. Zuerst brachte sie nun in die erste kroatische Sparkasse ein mit der gefälschten Unterschrift des BanuS versehenes Akzept, wurde dabei betreten, die Sache jedoch mit Rücksicht auf die Ver- wandten der Frau vertuscht.(!) Schon nächster Tage ver- suchte sie aber ihr Glück in der Sparkasse zu Buccari und hatte Erfolg. Sie überreichte eine Karte des Banus(Falsifikat), in welcher dieser um AuSfolguna der Valuta an Eugenie ersuchte und Diskretion empfahl. Direktor St. machte sich eine Ehre daraus, dem Banus einen Dienst zu erweisen, und gab der Schwindlerin, die glauben ließ, daß sie die Gelicbte des Banus sei und die außerdem noch einige Apokryphe des BanuS vor- wies, 5000 Gulden. Diese Quelle diente noch ein zweites und drittes Mal und nachdem St. gestorben war, ließ sich sein Erbe, der Gerichtsadjunkt v. Vanekovics, zur Eskomptirung mehrerer BanuSwechsel per 10 000 Gulden, 4000 Gulden u. s. w. bewegen, und zu guter letzt begab sich Eugenie auch noch auf die Suche nach einem Manne. Sie suchte sich die Familie des Aaramer Schuldirektors Johann Sch. aus, dessen Sohn an der Nautik in Buccari als Professor angestellt war. Sie brachte dem alten Herrn ein gefälschtes Schreiben des Banus, in welchem dieser den Wunsch aussprach, daß Eugenie eine Verbindung mit Professor Sch. jr. eingehe. Der Wunsch des Banus war dem alten loyalen Herrn ein Befehl und er wußte seinen Sohn zur Ehe mit Eugenie zu überreden. Die Flitterwochen wurden in Saus und Braus verlebt und eine Reise nach Italien gemacht. Unterdessen wurde es aber ruch- dar, daß Wechsel des BanuS sich im Nachlasse St.'S befinden. Abgeordneter PintaricS ging der Sache nach und veranlaßte BanekovicS, direkt beim BanuS anzufragen, und so kam der ganze Schwindel an den Tag. Ueber den Ausgang des Pro- zeffes stehen die Berichte noch aus. flmrn.*— London, 2. September. Gestern Rachwittag fand im Hydepark ein großes Meeting der streikenden Dock- arbeit« statt, welchem ca. 150 P e r s o n e n 6 e i w o h n t e n. BurnS und andere Lcrt« des Streiks"hielten Reden, worin sie den festen Beschluß d« Dockarbeit« betonten, den Streik weit« zu führen, bis ihre Forderungen von den Direktoren be- rvilligt feien. Es wurden unter den Anwesenden eine beträcht- l'che Geldsumme zu Gunsten der Stteikenden gesammelt; die Ruhe wurde nirgends gestört." KelgU«. Großartige Zoll- Defraudationen wurden der .Rat.- Ztg." zufolge in Antweroen entdeckt. Der EingangSzoll auf Saccharin beträgt gemäß dem vor wenigen Monaten er- lassen en Gesetze nicht weniger als 120 Franks für das Kilo. Durch Denunziation wurde nun die Zollbehörde benachrichtigt, daß in Wagaonladungen voll Hafer, welche feit einiger Zeit m groß« Anzahl an eine bedeutende Antwcrpener Firma gelangten, ansehnliche Mengen Saccharin verborgen waren. Die Zoll- desraudation soll sich auf mehr als eine halbe Million belaufen, was ganz glaubwürdig klingt, denn in einem Waggon von 10 000 Kilo Hafer lassen sich mit Leichtigkeit 100 Kilo Saccharin verbergen, und es hätte noch nicht einmal 50 Wagaonsendungen ' c« bedurft, um den Betrug zu maSkiren. Die Untersuchung Hafer«] wird äußerst geheim geführt. Italir«. Rom, 29. August. In Genua sind gelegentlich der Abreise ein« Arbciterdeputation zur Pariser Weltausstellung Unordnungen vorgekommen. Es wird darüb« berichtet: Als eine große Volksmenge mit fünfzehn Fahnen die Deputation zum Bahnhof geleitete,«schollen unter den Fenstern des KönigSpalastcS Hochrufe auf die Republik, sowie Pereatrufe gegen die Trippelallianz. Sofort stürzte sich die Polizei mit 'Niblößtem Degen auf die Menge. Allein erst zwei Kompagnien Militär brachen d«cn Widnstand. Einige Polizisten wurden vnwundet, ein Brigadier erhielt eine schwere Wunde am Arm, ein Redakteur des„Sccolo" einen Degenhieb über die Schulter. Die Hauplfahne der Arbeiter wurde sequestrirt. Infolge dieser Vorgänge ist die Gährung in der Bevölke- rung groß. Eine Versammlung von Vertretern d« Arbeiter- vnerne von Genua hat darauf bezüglich verschiedene Beschlüsse gefoßt und der Kommission auf Grund der Ausführung ihrer Beschlüsse ein VntrauenSvotum ausgesprochen. nicht gehörig kontrolirt, ab« stets übnsüllt sind, leiden die unglücklichen Reisenden Mangel an Lust, Licht, Raum und Rahrung;-am Bord des italienischen transatlantischen Dam- vserS„Fanfulla" find kürzlich während der Ucberfahrt von Malaga nach Buenos-Aires 17 Perionen(Erwachsene und Kin- der), wie diesseits amtlich veröffentlicht worden ist, Hungers gestorben und ähnliche Fälle werden häufig berichtet. Im süd- amerikanischen Hafen angelangt, finden die AuSwand«« weder Untnkommen noch Unterstützung; nur Wenigen gelingt es, sich Arbeit zu verschaffen; den Meisten geht cS in der Fremde nicht besser als in der Heimath, welcher sie ihren Fluch zurück- ließen. Sszirrle Uelrcrsrrltk. Mir erhalten folgendes Schreiben: Warnung! Für die Töpfer Berlins! Da wir durch Vorspiegelung falscher Thatsachen von hier nach Hamburg gelockt wurden, doch durch eigene Ueberzeugung die Forderung der Hamburger Kollegen für gerechte erklären müssen, sind wir infolgedessen wieder nach B«un zurückgekehrt.'— Wir ersuchen alle Berliner Kollegen, sich durch nichts nach Hamburg locken zu lassen. A. Corsally. Koßmann. W. Krüger. F. Keidel. W. Heide. R. Burchardt. WiSki. Stichhahn. Tiek. HevsammUmixen. Spaniel». Zu Gunsten der aimcn spanischen Schulmeister, welche in unzähligen Munizipien seit Jahren auf die AuSzah- luvg ihre« kärglichen GehallcS warten, und von denen ver- fchiedene buchstäblich HunoerS gestorben find, ist unlängst ein Dekret behusS endlicher Beftiedigung ihrer materiellen Wünsche unt«zeichnct worden, aber vom Papier dieses Dekrets bis zu der Tasche der Volksschullehrer ist ein weiter Weg, welcher über viele von Kaziken verwaltete Kassen führt und man erlebt viele traurige Szenen, welche auf das Elend des Lehrerstandes, dessen Mitglieder öffentlich um Almosen bitten, grelle Schlag- lichter werfen. In Malaga stand vor einigen Togen ein an- ständig gekleideter Mann auf offenem Marktplatz. Er trug ein Plakat auf d« Brust, welches mit großen deutschen Lettern verkündete, er sei Lehrer, habe seit 5!z Jahren keinen Pfennig GehaU bekommen und müsse deshalb betteln; der Staat schulde ihm 4413 Petescn. Dem Elend im Muttnlande steht das Elend d« Reise und der neuen Welt nicht nach. Auf den AuSwand«ungsschiffen, welche nur auf Gewinn bedacht und Der Derein»nr Mahrung der Interesse« der Kteintäger und verwandter Kerutsgenossen hatte sich am Sonntag Vormittag 11 Uhr in Renz' Salon, Naunyn- straße, versammelt. Die Tagesordnung lautete: 1. Unsere jetzigen Lohnverhältnisse; 2. Vereinsangelegenheiten; 3. Ver- schiedenes. Zum ersten Punkt der Tagesordnung nahm der Vorsitzende das Wort. Er führte etwa Folgendes aus: Bei den beutigen Lohnverhältnisscn sei der Lohn der Akkordarbeiter in erster Linie in Betracht zu ziehen. Auf den meisten Bauten werde der Tarif von 1L86 aufiecht erkalten, es gebe sogar Bauten, wo noch daillber gezahlt werde. Im Großen und Ganzen aber sei der Tarif noch immer nicht zur Durchführung gebracht, e§ gebe deren, wo�man 50 Pf. bis 1 M. billiger arbeite, als der Tarif besagt. Es liege dies an nichts anderem, als an der Uneinigkeit der Kollegen selbst, denn wenn die oftmals geradezu wüihende Konkurrenz nicht wäre, wenn man sich einander nicht gegenseitig unterbiete, stände es bei weitem besser. In Bezug aus die Kalkschlägcr, Wasserträger u. s. w. sei wohl noch viel weniger erzielt worden. Eine kleine Mind«- beit habe auf Grund dcS Streiks ein paar Pfennige mehr er- halten, der Durchschnittslohn betrage 35 Pf. Es gebe all«- dings anch Meister, die 40— 45 Pf. Stundenlohn zahlten. In Betreff der immer und immer wieder anzustrebenden all- gemeinen Organisation müsse man sich Hamburg zum Muster nehmen, da sei jeder Bauarbeit«, gleichviel ob derselbe in Akkord oder Lohn arbeite, auch einer Vereinigung angehörig Ein jeder Kollege möge deshalb agitiren, damit ein Gleiches auch von Berlin gesagt werden könne.— Kamerad Rennthaler, der nach diesem mit reichem Beifall auf- genommenen Ausführungen des Vorsitzenden das Wort zu läng«« Rede ergreift, beklagt lebhaft, daß die Arbeiter Jnteresse genug an den eigenen Angelegenheiten zerg«'', � arbeiteten durch ihren vcrwnflichen Jndifferentismu»« Todfeind, dem Kapitalismus selbst in die Hände. Die derungen der Arbeiter seien vollkommen gerecht und durü»,. wie dies von d« gegnerisch gleichem Sinn auch sprechen � -______ vollkommen gereryi u"u.«..isi nicht die unverschämten wie dies�oon d« gegnerischen� � behauptet werde. In gleif Kameraden Koh lst ed t und „VerernSangelegenheiten" wird bekannt ltt�ev am 21. September im„Elysium" !Unter l auf.""a WWWW icben,™ das' StiftunM»«N werden wird. Ferner wird auf die Arbeiterpresse UBeru». luitu.(jetner ujiru auf oxe �rocuerptciit a�hlrC blatt",„Bau-Arbeiter") aufmerksam aemacht und deren~ � angelegentlichst empfohlen. Ein Antrag:»Daß m nächsten Versammlung die Zß 152, 153 der auf die Tagesordnung gesetzt werden und ein Referent oa bestellt wird", gelangt zur Annahme. Desgleichen wiro stimmig die folgende Resolution angenommen: „Die Ansammlung«klärt alle von Seiten on.,,. cv_.— er i die Welt hinaus posaunten Geru � iii>& zrfe Interessenten m daß die Forderungen der Bauarbeiter nicht gerechtfertigte, als unwahr und mu>v> Bauarbeiter zur Pflicht, dahin zu streben, die O g � sation zu einer festen zu machen, damit dien Stande ist, dem Kapital gegenüber unsere Jw � vertreten zu können und wir nicht ganz und g" Spielball desselben werden!" Den streikenden Kistenmachern ward noch eine Unter zugesprochen und die Bemessung der Höhe derselben dem stände überlassen. Damit schloß die Versammlung. ,, m Der Verein der Schristgieffer Kerlins m'1' Montag, den 26. Aupust, in Jordan's Restaurant, Neue straße 38, eine ziemlich stark besuchte Versammlung m'US< der Tagesordnung ab. � Vortrag:�Der�Nutzen einer lation für den Ä. beiter. Referent: He« R. BaginSky � kussion. 3. Die Lohnfrage an der Komplettmaschme- stellen wir uns zu einem Delegirtentag. 5. Vereinst" lungen und Fragekasten. Der Vorfitzende eröffnete sammlung um 9Uhr und ertherlt zunächst dem Referent«! d°S zu seinem Vortrag. D«selbe wurde mit lebhaften! Beim 0 genommen. An der darauf folgenden Diskussion� betheinf!.�. dreiKollegen.wclchefich mit dem Referenten einverstondeneil � Punkl 3. Die Lohnfrage an der Komplettmaschine nn � längere Debatte hervor, welche durch Annahme folgend��j träges ihr Ende erreichte: Mitglied« dürfen, wenn«utt» als Laien, nicht unter 24 M. an der Kompleltmaschinem � Punkt 4. Wie wir uns zu einem Delegirtentag stellen-, durch folgenden Antrag erledigt:„Beantrage, die MW lung wolle beschließen, unseren Vorstand zu bcauktragen- lung mit den Vorständen ander« Schriftqießer-OrganlM zu nehmen, um einen allgemeinen Kongreß einzuberukcn. Antrag wurde einstimmig angenommen. Zu Punkt&■ p, einemitlheilung und Fragekasten macht der Vorsitzende o � theilung, daß nunmehr der Ausschluß der beiden Kollegs. dem Verein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. � u, zogen ist, weshalb die MitglieS« desselben Vereins � anstandet unserm Verein beitreten dürfen. Ferner bein» Vorsitzende, daß dieserhalb der Vorstand des Vereins£ xje Buchdrucker und Schriflgießer sein Amt niedergelegt Begründung desselben wurde einer gehörigen Kritik un��z Nachdem noch 3 Fragen eine zufrieden stellen de Beanin' � gefunden, schließt der Vorsitzende die Versammlung 12 Uhr. Theater. Dienstag, den 3. September. Gpernhan«. Belmonte und Constanze, od«: Die Entführung aus dem Serail Schauspielhaus. Das Stiftungsfest. Deutsche« Theater� Faust's Tod. Ketstng-Eheater. Der Fall Clemenceau. JeteNrtch- KMHeimstSdttsche» Gcheate». Fledermaus. Waltner- Theater. Madame Bonivard, vor- her: Der dritte Kopf. Restdenz-Theater. Fernande. «»■«»vtii-ltlieatev. Stanley in Afrika. «stend- Theater. Der Tompet« Säkkingen. gsUv-atence. Theater. Professor (Svärfar). Königstädtisches Theater. Die Kunstreiter. A«»»'. Atzeaeer. Ein Maskenball. AentrÄ-Theater. Leichtes Blut. ANatph«rng-THeater. Flotte Weiber. von Klint Dem Genossen Zlelolt Espig zu seinem heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch! Der Budtler, 1328 wo die Tonne Bier bestellt ist. i«mit nehme ich die Beleidigung gegen Frau Trenhcrz zurück und«kläre die von mir gesagten Worte für eine Unwahrheit. 1329 Fpsu Kalow, Oppelnerstr. 2. I KerUner Theater. Dienstag, 3. Scptemb«: CortolanuS. Mittwoch, 4. Siwtcmb«: Der Schwabenstretch. Donnnstag, 5. September: EortolanuS. . �»assaae 1«r. 9 M.- 10 A. fw Kaiser- Panorama. PiBaWr In dies« Woche: Ren l in. Cycl.: Pariser Welt- Ausstellung. Interessante Erinnerungen aus dem Feldzug 1870/71. Im Ausstellungspark: 2. Eycl.: Pariser Weltausstellung. Sine Reife AI Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. 8 Weifen I M. Mid-t. Plüschg., Trüm., Vertikow, Kleid ersp.,Bettst.,Büchersv., Auszieht., Divan, Paneels., Büffet, Teppiche zc. z. schl. AuStwrkauf Oranienburgcrstr 54, pari. Sophaßezüge! Keste von 3tz— 5 Met« spottbillig. Emil Lefivre, Graute» str. 158. Alten echten Nordhäuser,«kl. Fl. 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Comp« 'A\ Am Königsthor. r httV Neue E mitJS ner DflgT Jr 1 sS" reinst te du len das Beifall Ä Sz lgen�Z '«Z - B-rlK M- rde'die? 5iL-k ''btmdS eant®1 ilung lltil?f vci Q,mm,en getragenen Liste aller Pilzvergiflungen der �.„�/e hat der Fliegenpilz nur ein einziges Menschen- er- 1' das wer ein Selbstmord. Eine ver- . ck«w-wit.we, die den Fliegenpilz und seine Gefahr k°?��"ack von Nachbarn aufmerksam gemacht � fia Giftpilze sammle, hatte sich ein Geiicht iji jj- �. Zubereitet und starb daran. Ein zweiter Fall . fahren in Pommern vor, wo ein Gymnasial- �..r CV_ £*$ �legenpÜze zubereiten ließ und daran starb. In Aupitz eine Verwechslung mit Ibent fädeuroparchen g%iti_______________ südwärts spielt der Hochrothe Kaiserpilz die erste Rolle L??ilze gespielt haben, welcher dem Fliegenpilz äußerlich tJwich ist, in Norddeutschland aber nirgends wachst. Von r•*4 c. r r. tSs�LC___:f, Ki«» At-ffÄ WrtTTe» Speisepilz, und wenn in" Südeuropa Pilz- �»enpjl,»n�». so, stnd sie fast immer auf den Mken � Znruckzusühren, welchen unkundige Sammler für den � D?e Ä?Ä(Ratbling im Wiener Dialekt)»ehalten Verschiedenheit zwischen �den beiden Rothhüten ist ßf* tn. 2�r«Htr als die zwischen dem Champignon und unserm �'"viznon: der Fliegenpilz hat einen hohlen oder nur kjS Lullten Stengel, der Kaiserpilz einen solchen mit festem ähnlich wie der Steinpilz. Fliegenpilz gemeinsam wächst in Schlesien und oousia im lichten Walde, im Bökenbusch, am Waldes- Im,'""s, Waldwiesen, an Dämmen, in Sandgruben und auf tzit"Ucht behuschten Unland der Giftchampignon, den tzr z. unseren Giftpilz bezeichnen, als denjenigen Giftpilz, >n erster Linie gewarnt werden muß und nicht genug werden kann. Das eigenartige Gift des Pilzes, besten �uchungein Breslaucr Mitbürger, Dr. Silbennann, speziell « k nn furchtbar scharfes Blutgift, ähnlich dem MuS- Hz Ammanitin des Fliegenpilzes. Ein einziger Pilz <«l„!/ ch?mpignonS enthält ausreichend Gift zur sicheren Hi jUg eines Menschen, und die Wirkung des Giftes ist �'0 heimtückisch langsame, daß. wenn ihre Symptome �,en, das Gift schon im Blutkreislauf vernichtend jjA ttnp eine Entleerung des Magens nutzlos ist; wohl Vt�L och noch Pilzreste im Magen, aber ausgelaugt. Meist �swi 18—24 Stunden, mindestens aber ein halber Tag, iqJ"r ersten Folgen des Genusses des Giftchampignons ein- und der dann herbeigerufene Arzt steht vor dem trost- rou spät". Kein äußeres Merkmal warnt vor dem Gift- Jjjpstiuon; weder auffällige Farbe, wie sie der Fliegenpilz �»och scharfer Geschmack, wie ihn die giftigen Täublinge j,!*», noch widriger Geruch, wie er der falschen Trüffel an- Stiele; ein lutzlicher tSelchmack und ein ange- 1*% Zuweilen an bitlere Mandeln schwach erinnernd, laden .»rssrn Genuß em, und oft acnua wandert der Pilz infolge den Sammelkorb von der Arbeit heimkehrender Tage- JWn sich erst nach dem Genüsse als todtbringendcr Feind zu .�Z-Uw� silberne Löffel noch die Ziebel, im se mitgekocht, durch das etwa vorhandene Gift ge- u werden, ist heut wohl allbekannt. Diese Schwärzung �d alte Pilze mitgekocht werden, auch von Steinpilz it..u» Champignon; sie erfolgt von keinem Giftpilze, wenn uge Prlze zubereitet werden. Auch das Ab- «brn ersten Wassers, nachdem die Pilze darin gekocht *«r Zv.�srrnl das Gift der Hutpilze nicht. Nur das Gift »r odeln wird durch das Kochen ausgelaugt und durch r° Haltungstendenz des jeweiligen WittcrungucharakllrS in so eindringlicher Weise fühlbar gemacht wie in diesem Jahre. War schon die lange Tauer deS winter- lichen Wetters bis in den April hinein ber fast ununterbrochen beträchtlich zu niedrigen Temperatnren sehr auffallend, so gilt dies noch viel mehr von den abnormen Wänneverhältnisscn der darauf folgenden Jahreszeit. Die außerordentlich lange Kälte- Periode wurde zu Beginn der zweiten Hälfte deS Slpril von einer selten ausgedehnten Periode intensiver Wärme abgelöst. Zwar machten sich diese Eigen- thümlichkeiien ziemlich allgemein in Deutschland geltend— wie ja bekanntermaßen bedeutendere Temperaturanomalien niemals lokalisirt auftreten—, in hervorragender Weise jedoch in Ber- lin, wo besonders die Wämnperiode einen geradezu einzig dastehenden Verlauf zeigte. Zur Verdeutlichung der letzteren habe ich aus den seit Errichtung deS meteorologischen Instituts (im Jahre 1847) angestellten Temperaturbcobachtungen der Station Berlin(Innenstadt), d. i. aus einem 42jährigen Zeit- räum, die normale Temperatur jedes einzelnen Tages von Mitte April bis Ende Juni ermittelt und zugleich mit den TageSmitteln der gleichen Periode im Jahre 1889 zur An- schauung gebracht. Hieruach befand sich also die Temperatur vom 19. April bis zum 20. Juni, also mehr als zwei Monate andauerud über drr Normalen, und zwar um den äußerst hohen Betrag von durchschnittlich mehr als 5 Grad. Der Ver- lauf der Temperatur war nämlich dabei ein sehr regelmäßiger ohne nennenSwerthe Sprünge. Gleich der Normalen nahm sie von Beginn des hier untersuchten ZeitraunrS zuerst(etwa bis zum 26. April) fast stetig zu, fteilich aber in beschleunigter Weise, und bcharrle dann in einem weiten, aber wenig wechselnden Abstände(5 bis 9 Gr.) von der Normalen etwa bis zum 10. Juni, um schließlich sich wieder derselben zu nähren. Die mittlere Veränderlichkeit von Tag zu Tag war demgemäß sehr gering; während dieselbe nach dem vieljährigen Durchschnitt im Mai 1 Gr. 6, im Juni 1 Gr. 8 erreichen soll, berechnet sie sich nur zu 1 Gr. 3 in beiden Monaten d. i. ein Betrag, bis zu welchem die Veränderlichkeit in dieser Jahres- zeit äußerst selten sinkt. Die mittleren MonatStemperaturcn zeigen infolgedessen sowohl im Mai wie im Juni Werlhe, wie sie in den gleichen Monaten nicht nur seit Gründung deS meteorologischen Instituts, sondern sogar seit mehr als einem Jahrhundert nicht vorgekommen find. Die ältesten Berliner Temperaturbcobachtungen reichen bis zum Jahre 1719 zurück. Wenn auch über die Verläßlichkeit der älteren Beobachtungen nichts Bestimmtes gesagt werden kann, so scheinen doch nach verschiedenen Schlußfolgerungen belangreiche Fehler nicht vorhan- den zusein, daß man immerhin den überlieferten Mittelwerihen hinreichend Vertrauen schenken kaun. Veraleicht man nun die Wärmemittel des diesjährigen Mai und Juni mit sämmt- lichen vorliegen Beobachtungcnresultaten, so ergiebt sich, daß kein einziger Maimonat so warm gewesen und daß auch der Juni bezüglich seiner Wärme allein von dem Juni des Jahres 1756 und zwar nur um 0,1 Gr. übertroffen wird, und hierbei darf man überdies die höchst merkwürdige Thatsache nicht übersehen, daß es zwei unmittelbar aufeinander folgende Monate sind, welche die gleiche Eigenthümlichkeit zeigen! Ver- gleicht man endlich noch die Temperaturmittcl der einzelnen Tage der ganzen Wärmeprriode mit denen in den ftüheren Jahren feit 1848 genauer, so sieht man, daß im Mai dieses Jahres 8mal, im Juni 7mal noch nicht dagewesene Wärmemittel derselben Tage verzeichnet wurden und daß diese Häufigkeit von Maximalwerthen innerhalb so kurzer Zeit eben- falls noch nie seit 1848 ihres Gleichen gefunden hat. Man kann daher ohne Uebertrcibung sagen, daß der Frühsommer des Jahres 1889 wegen seiner hohen und anhaltenden Wärme in der Witterungsgeschichte von Berlin wohl für Jahrhunderte einzig dastehen wird. Die Mühlen und Mülterhäufeu«m Herlin ver- schwinden infolge der zunehmenden Bebauung rasch. Hier und da, z. B. an der Landsberger Allee, steht noch ein solches Haus. Sie waren alle nach demselben Modell gebaut, einstöckig mit hohem Ziegeldach, und zogen sich jenseits der Weichbildgrenze an den Chausseen entlang.„Mehl- und Vrotvcrkaus" las man an ihnen. Sie waren hervorgerufen durch die Mahlstcuer, welche Berlin mit einer Zollschranke umgab, und für ältere Berliner knüpft sich an sie die Erinnerung an manche„Eppe- dition", um steuerfreies Mehl und Brot zu holen. Ein solcher Ausflug galt als Landpartie und war wohl auch mit„Kaffee- kochen" verbunden. Bekannte Familien liehen sich dazu gegen- seitig ihre Kinder, und vor den Festtagen zogen ganze Kara- wanen hinaus. Hauptpunkte waren Heinersdorf und Tempel- Hof. Jede Person hatte U Metzen Mehl frei, ein Brot mußte angeschnitten sein. Im Gänsemarsch passirt- eine Mehlkolonne das Steuerhaus, und grimmig blickten die grünen Beamten auf dieselbe, suchtest auch wohl durch Fragen nach dem Namen stitut uud hatte meinen Stammsitz in einer pommerschen Kreisstadt. Das Leben war dort ziemlich eintönig. Ich kutschirte meistens in der ganzen Gegend herum und machte meine Geschäfte. Um den Leuten zu imponiren und um neue Bekanntschaften zu machen, speiste ich regelmäßig im besten Gasthause des Ortes, das etwas altväterisch war, sich aber in letzterer Zeit mit dem Namen Hotel schmückte. Eines Tages fand sich ein Fremder von distinguirtem Aussehen bei Tische ein, der, was das Wunderbarste in diesem weltvergessenen Neste war, keine Warenproben mit sich führte und nicht die Kaufleute überlief. Er blieb einige Zeit da, ohne daß Jemand herausbringen konnte, warum. Des Bürgermeisters Töchterlein, Christine, die sich, seit sie aus der Pension zurückgekehrt, nur Fräulein Selma nennen ließ und zu ihrer Zerstreuung den ganzen Tag das Klavier maltraitirte, behauptete steif und fest, er sehe dem fliegen- den Holländer ähnlich, den sie einmal im Stettiner Theater gesehen. ES war wirklich etwas Künstlerisches in seinem Wesen, nur konnte Niemand herausbringen, welches Kunstmetier er be- treibe. Auf Anspielungen oder direkte Anfragen erwiderte er mit einem langsamen Kopfschütteln und mit einer feierlichen Miene, welche von jedem weiteren Vorstoß der Neugierde abschreckte. Am Tage seiner Abfahrt nahm er mich bei Seite und theilte mir herablassend mit, daß er eine Erbschaft in Hinterpom- mern erheben müsse und hier die Einsamkeit gesucht habe, um sich zu sammeln. Denn es sei wirklich ein schmerzlicher Gedanke für ihn, daß der wackere Erbonkel jetzt seine aus- gedehnten Felder nur mehr aus der Maulwurfsperspektive betrachten könne, er dagegen völlig unvorbereitet die reichen Besitzungen übernehmen und in ein verödetes Schloß ein- ziehen solle. Ich war natürlich bemüht, ihm die gewichtigsten Trostgründe einzureden, indein ich mir die Erbschaft genau schildern ließ. Er gab mir die sorgfältigsten Details über die Lage, den Ilmfang, die Bonitätsklassen des Gutes, er- schloß zugleich seine verwickelten Familienverhältnisse. Der fliegende Holländer wuchs in meinen Augen stets höher, ja, er flößte mir einen wirklichen Mammonsrespekt ein. Doch seine Traurigkeit schwand nicht Und schließlich gc- einen Familien-Zusammenhang der Mehl schleppenden tbn /. schaar herauszubekommen. Ader daraufhin war dieselbe v aestempelt; nie führlen zwei Kinder denselben Famlirtsa™■ War die Expedition glücklich beendigt, dann unterhielt m sich noch lange von den erlebten Abenteuer»., Der Mach am Cottbuser Thorr wird nunmehr I-� definitive Gestalt erhallen. DaS Eckhaus N" �"�dec« utiurmue vvcfiau eryllticn. ü/as eiatmus der Skakitzer ist abgebrochen und macht einem Neubau Platz der großen eingezäunten Terrain, welches weit in die Reichenvm' und Skalitzerstraße vo: springt, nur wenig für sibh beaM nur ein zwei Fenster breiter Anbau an den Raum des nur ein zwei �rniier oreuer sinoau an oen ormun■ ij Gebäudes kommt von dem bisherigen Holz-�und � o Platzes am Cottbuser Thor verwendet werden. Mit dmch den Neubau in Wegfall, der übrige Rau«, Straßenland abgetreten und zur Regulirung der Rrlajenl*» e-iranemano aogeireien uno zur Nexutnung rcc und der Skal'tzerstraße, sowie zur definitiven Geftalluv« rtm(Xntthiifpr �finr 3Jllt vW? pulirung wird dann auch die Beseitigung des iP Pflasters beginnen, über welches dort seit Jahren Klag führt wird.... k,« De» Louisrnftädtilche Kanal ist gegenwärtig größten Theile der Strecke zwischen der Königin Augujta- und der Oranien-B-ücke an beiden Seiten urit einem � zäun umgeben, welcher den ganzen Raum der Ps?.'"'? Wege und einen bedeutenden Theil der Straßendamm Louisen-Ufer und am Elisabeth-Ufer dem Verkehr en- � Diese Sperrung ist durch den in Angriff genommenen® � im Zuge der Waldemar- und Buckowerstraße zu cm« � Brücke veranlaßt, allein es wird lebhaft darüber gestM' die Snerruna der Strak?« in di-f-in llrnfflnac M't® die Sperrung der Straßen in diesem Umfange. scheint auch die Reparatur eines Theii» des KanaleS nöthig geworden zu I1m' Allerdings Ufermauer ces Zianaies noiyig geworocn zu trotz alledem fehlt es nicht an Stimmen, welche die örf ,, � eines großen Tbeiles des gesperrten TerrainS lur wov � gängig halten. Sobald nämlich die Oranicnbrücke geoP*. � um die dort passirenten Kähne durchzulassen, benutzen« � dort sich ansammelnden Wagen die genannten beiM» straßen, um m s dem Umwege über die Königin-Augul»' � schneller zum Ziele zu kommen. Bei solcher GellgcnY gegnen sich dann auf den beiden Uferstraßen zaimew- o werk« in schneller Gangart, was bei dem gegenwactig engten Fahrdmnm garnicht ohne nachtheilige Folgen bleivc � Bereits vor einigen Togen meldete der Polizeibericht, am Louisenufer der Möbelpolier Gr. durch einen wagen überfahren und innerlich so schwer verletzt wm' � seine Uebersührung nach der Charitee nolhwendig war. gefährlich war ein Zusammenstoß zweier Fuhrwerke a« � abend Mittag an der Buckowerstraße, bei dem w einer Obsthändlcrin auf den Straßendamm gestreut � Derartige Unfälle stehen noch mehrfach in sicherer denn sie sind durch die Einengung der Fahrdömwe Wenn es nicht angehen sollte, dieselben im weiteren frei zu geben, so wäre es vielleicht besser, die Fahr dl»" Kanal, so lange dies nöthig ist, ganz zu fverren. Aus dem Strafgefananiß in Mötzeufee x- Sonntag der Schlosser Emil Fritzsche entlassen, der',„b wegen„Aufruhrs" bei Gelegenheit der Feier des gemacht hatte. Die Genossen namentlich des 5. und des Schlosser- Fach Vereins hatten sich in bedeuten � abn UllV I VI- Q UU/Utl tlllSJ iJUittn Jiu; IU VVV—. zahl eingefunden, um den Entlassenen zu empfangen," feinen Humor nicht, dafür aber 55 Pfund Körpergeww rend seiner Haft eingebüßt hat. Mehrere Stunden? g:» war man zusammen, der wieder Befteite mußte über m � WM*. MIM.V 0M|MWWV»I/ VVV WiVVVV V j*» W-- Snltfl lebnisse und Behandlung im Gefängniß berichten, o"" cS endlich unter Gesang nach Berlin zurück. v Die eotste Fahne! Die Blätter berichten: Zur v&<< Todestages Lassalles haben einige Sozialdemokraten Nacht zum Sonntag einen Telephondraht am Kotlbun mit einer rolhen Fahne behängt. Als die Feuerwehr o jjt entfernte, erschollen Hochrufe auf die Sozialdemokran- Polizei nahm einige Verhaftungen vor.„......Mts Maßregelung. Der Tuchmacher Kurtze, Mltaug im Prozesse Baumgarten und Genossen, wurde aus der- a nischen Weberei von Paatz(Grüncrweg) entlassen� Sozialdemokrat, obendrein noch angeklagt und endin» wegen seiner sozialdemokratischen Gesinnung aus ge (K.'s Geburtsort) ausgewiesen sei! So theilte ihw Höf schästsführer bezw. Buchhalter mit; von wem mag vm � sich die„Ausweisung aus Strausberg" haben aufbinden z fei dem weitgehende« Interesse, welches uia« rage entgegenbringt, ob sich der für die ur® z,« Bahnen neu eingeführte billige Zonentarif /ß�t Personenbeförderung bewähren wird, von kompetener Seite vorliegendes Urlheil um so als dadurch die von mehreren Seiten ausgegang� z.K-! .. 1% günstigen Nachrichten berichtigt werden. Der„Z- o- dem offiziellen Organ der Elsenbahnen, wird von dem p der k. ungarischen Staatsbahnen, Herrn Albert WJ dieses Thema u. A. folgendes geschrieben: K ligen Tage übertreffen die Resultate des neuen Hoffnungen in jeder Beziehung. Genaue Zahlen � � de» noch nicht liefern; es läßt sich aber konstalNtj�F der Verkehr um fast 100 pCt. zugenommen hat. we stand er, das Peinlichste an der Sache sei, daß er, ' ftet � guten Onkel noch die Augen zu schließen, in von Genf abgereist sei, in Frankfurt die Tode«' empfing, hierorts seiner bedrängten Seele einige gönnt, daß ihm bei dieser schlecht vorbereiteten Twn das Geld ausgegangen sei. Es handle sich freilich„ o» lumpige hundert Thaler, aber auch diese fehlten 1 Momente. 5# Der Mann besaß die Kunst der überzeuge»«' � der Steigerung und der Betäubung des gesunden � Verstandes, so daß er mich dahin brachte, wohin e Schüchtern bot ich ihm ein Darlehen auf kurze üe. � Sicherung an. Er nahm sogleich ein Wechsel-BlamI seiner Brieftasche, brachte in das leere Speisezimmer tpch Jj» aus der Miethsstube und fragte nachlässig:..Wie das Akzept ausstellen?"„Nun, so viel, als Sie-• brauchen und ich Ihnen geben kann," entgegnete ich-. sagte er,„so seltene Dienste muß man löhnen. � mir daneben die dreihundert Mark auf, während fünfhundert Mark eintrage, zahlbar am Ersten dc� Monats." Ich brachte mit zitternden Händen d> �(ff drei Hundert-Mark-Banknoten aus der Brieftasche, �„# sie achtungsvoll� hin. Mit ungeheurer Flinkheit 1� Gönner den Wechsel aus. fünfhundert Mark f0�: gab ihn mir in die Hand.' Nun steckte er die vr-/ Mark wie geringe Scheidemünze in die Westental?'j�, mit dem Kopse und bemerkte flüchtig:„Wenn � etwas von mir wünschen sollten— Sie kennen 1 P Adresse." Dann ging er hinaus und war für Jahre verschwunden. Die dreihundert Mark leiv falls. Die Adresse war falsch gewesen, das G» �!> gar nicht und alles, was er erzählt, erwies sich did und erlogen.", John Müller's Gesicht zeigte eine Kefe Schntt in die man ein Dutzend Angstbriefe und Gericht 1" hätte hineinversenken können. Doch bald Ö �erd� dieselbe wieder und das ruhige Behagen trat hervor. (Schluß folgt.) i urntthr l"! 'sicher St-«d- dn von dw Welchenberg' h be-vf-n-� , deS fliiheie" d Kohlc-sl- int wird � Kcichenbetf' ieftad«?« W Uit focfetjfc' ichaudeib«� -en Kl-g- r i&Z dann ffi» t"e Quf den Nachbar-Verkehr entfällt. Aber auch d'.e .?Mlen weisen aeflen die gleiche Periode dcS Vorjahres ein NlWes Plus auf, so daß, wenn kein arger Rückschlag ein- »j'Luch die finanzielle Zukunft des Tarifs gesichert erscheint. » Nachrichten mehrerer Blätter, als ob der neue Tarif in I rrsten Wochen schon namhafte Ausfälle mit fich gebracht toi m ndfolut falsch und dadurch entstanden, dafe die jcW Sßocheiiausweife, welche die Einnahmen aus dem Güter- jJ. Personenverkehr kumulativ ausweisen, ein wöchentliches rJW von 50 bis 60 000 Gulden angeben. Dies rührt jedoch »r».. elich vom Güterverkehr— infolge geringen Getreide lWrts_ ton* ob das Koupiren der Gifenbahn-Fahr- I»',. während der Fahrt, welches schon so viel Unglücks- L i oerschuldet hat, eine unbedingte Nothwendigkeit ist, ist pJj n dieser Tage gemeldeten Vorfall, welcher sich auf der tS Mischen Lübben und Königs- Wusterhausen ereignete, der Erörterung unterbreitet worden. Nicht uninteressant kto o>e Bemerkungen, welche die„Allgem. D. Eis.-Ztg." zu Jwlxi?dema macht. DaS Fachblatt schreibt u. A.:„DaS v.�lochen der Fahrkarten während der Fahrt gänzlich zu ver- «u ,, ist bei der heutigen Fahrkarten- Einrichtung bezüglich .,me. nicht angängig, wenn man Unterschleifen und Blind- nicht Thor und Thür öffnen will. Die maßgebenden forden sind seit Jahren bemüht, das Durchlochen während j,»vahrt nach Möglichkeit einzuschränken und eS ist . ollen Fällen untersagt, wo der fahrplanmäßige Aufent- hk, den Stationen ausreicht, die Fahrkarten- Kontrole wuii-m �är gewisse Züge ist die Vornahme der letzteren CV � A_"_ T 1 Jf____-.t_ 1___ S/>V OuHc«<-7üVUUy»»iV vvv«vyvv�v*» fclmi J*. Fahrt gänzlich verboten, mitunter reicht aber der ff£ i 86 Aufenthalt auf einer Station doch nicht ganz Ii, V"0le aus, anderseits aber bringen merkwürdiger Weise fer den betr. Anordnungen der Behörden wenig >»r ha.siuten Willen entgegen. Es kommt häufig genug (»t' c® die Schaffner, selbst bei genügendem Ausenthalte Sia>jf, Stationen, den Aussichtsbcamtcn die Fahrkarten- �kr beendet melden, um dieselbe dann während der slJt ei-r? r°bgewendeten Seite des Zuges fortzusetzen oder Wi i iu deginnen. Nicht selten vereiteln auch die Fahrgäste langes, zume lcn absichtliches Suchen nach den Fahrkarten, �.emsion derselben auf den Stationen zu beendigen. toj»«w' Sonpitf» der Fahrkarten während der Fahrt tofiL.vJ Trittbrettern der Eisenbahnwagen aus hat schon zu ü«d'-su Unglücksfällen Veranlassung gegeben. In der Regel ' pm». c��affner, welche der Gefahr des Absturzes ausge- HNO. Aber auch die Sicherheit des Publikums wird ge- Trd,?"'•5tt6e,: auch die Sicherheit des Pubtnums w«ro ge- n"e Vorfall beweist, der sich an einem der letzten wito sssus der Görlitzer Bahn ereignete. Auf einer Station «eme�ubben und Känigs-Wusterhausen stiegen zwei Maurer ochm x pee 4. Klasse, und da das Koupee dicht besetzt war, i ��ue der neum Ankömmlinge unmittelbar an der leinen Standpunkt. Nachdem der Zug einige Zeit ge- ' inim UssU" und seine volle Schnelligkeit bereits erreicht hatte, qz p plötzlich hinter dem Rücken des Mannes die Thür auf, Schaffner erschien in derselben, um die Fahrscheine K!"koern. Um ein Haar wäre der Maurer hinausgefallen. sch°om glücklichen und zufälligen Umstände, daß er sich nicht m, c bte Thür gelehnt hatte, war es zu danken, daß er sich lolL c1 Füßen halten konnte. Wäre der Maurer hinausge- 1,� to hätte der Unfall höchst wahrscheinlich zwei Menschen- ■ aefnstet, denn die herkulische Gestalt des Maurers würde �- auch den Schaffner mit hinabgerissen haben. Der W®?1'st mit dem Schrecken davongekommen, zudenken giebt Wall aber doch.. niederträchtigen Knbenstrelch, wie er seit dem der Stadtbahn noch nicht vorgekommen, ist ein Be- ™ dieser Bahn vorgestern Abend um II Uhr zum Opfer (in* n- Zu dieser Zeit rollte vom„Zoologischen Garten" her Zto, 8 in die Station„Börse" ein. Dem dicht besetzten trotir J�tströmten die Fahrgäste, deren Menge sich bei den kon- aedcü* Beamten staute. Plötzlich ertönte aus der zusammen- Schaar ein lautes Wortgefecht. Eine Anzahl der den Zweiten und nun der Treppe zueilenden Personen wur- c dem daselbst postirten Beamten mit dem Bemerken �..�drängt, daß sie eist ihre Billets abgeben möchten. �it°«Hoben die Zurückgewiesenen ein lautes Gezeter, sie be- ii»z der Beamte habe bereits ihre Fahrscheine erhalten Wt„x � sie die Beleidigten spielten, forderten die Leute � iv' ße passiren zu lassen. Der Beamte jedoch blieb »tz,'®er Behauptung, daß sie die Fahrkarten noch �ausgehändigt hätten und stemmte sich den zur Treppe .�Mden mit Gewalt entgegen. Da rief eine Stimme; hk z doch mit dem Kerl nicht so viel Faxen. Schmeißt ihn � süe Treppe herunter!" und im nächsten Augenblick l>�'?°ite ein dumpfer Fall, dem ein jäher Aufschrei folgte, ermunternden Wort sogleich die That gefolgt war. an Treppe lag blutend und stöhnend der hinab- ?Wi x.e Kontroleur und an ihnr vorbei stürmten in eiliger $ b.x e Thäter. Das Publikum, welches in diesem Streite �»te neutral gehalten hatte, da es doch nicht wissen tzitocssb wer im Reite fei, war durch solche Brutalität auf's tij.z � erbittert. Alles stürmte den Davongeeilten nach tfj man erreichte auf der Neuen Promenaden denjenigen, der Bekundung mehrerer Augenzeugen den �pgnißvollen Stoß ausgeführt hatte und übel ihm ergangen ohne das Dazwischentreten von std j. mten, die den Festgenommenen vor Insulten schützten ik�.'bu auf die in der Hamburgerstraße belegene Wache Der Beamte war inzwischen nach einem Stations- ?kitdp bracht uud dort von einem im Bahnhofsgebäude man« Vwesmden Arzte untersucht worden. Es stellte sich ''»to' daß der Verunglückte, ein schwerer korpulenter Mann, c�bnnaligen Bruch des linken Beines davongetragen außerdem beim Aufschlagen auf die Steintreppen Vr qMd Sippen verletzt hatte. Mittelst Drolchke wurde darauf e�tx sssuglückte nach einem Krankenhause überführt. Ob die Atz. e Fahrscheine wirklich abgegeben hatten oder nicht, M r;. Untersuchung lehren. Anzunehmen ist es immerhin, 14� w Vertrauen darauf, daß sie eine größere Gesell- ttoren, den Sonntag durch irgend ein Bravour- >>4 würdig beenden wollten und als solches halten sie �afÜtelt der Kontrole ohne Abgabe der Billets aus- bte�? Vorderperron der pferdeeijenbalin, der seit Mlj."rergabe für das Auf- und Abspringen dem fahrenden �>Nal?s s�°� /o oft verhängnißvoll geworden, hat wieder oie Veranlassung zu einem entsetzlichen Unglücksfall ge- In der neunten Stunde des vorgestrigen Abends ?»f z.. ouf der Linie Spittelmarkt— Pankow ein junger Mann Rertox Schönhauser Allee in der Nähe des Pfefferbergs den .°�wagen verlassen. Da der Wagen sich in voller ptland, so warnte der Kutscher den aus dem Vorder- ""t v,.�tnden vor dem Abspringen, mit dem Hinweis, daß ifce Schritte weiter an der Metzerstraße�gehalten -S der ä,-r H'.A" ' Ii Ulli d-f rick „C«! j x r,~v' Fahrgast aber achtete nicht dieser Warnung. Ve, r Mo weniger sprang er herab, er glitt jedoch aus und Beine gingen trotz des eiftigsten Brcmsens des I�dia"je Räder des Wagens hinweg, beide Füße voll- ? tim.�Mialmend. Weithin ertönte das Wehegeschrci des Mt g ouch verstümmelten Menschen, der merkwürdigerweise r1 A- bissen Augenblick das Bewußtsein verloren hatte. �Ser A"glückte wurde zunächst nach dem in der Weißen- >"» m. lraße belegenen Polizeirevier getragen und nach- ." ihm dort so gut es ging die erste Hilfe wenigstens geleistet, daß em fernerer Transport möglich war, ... x.- s. wiltelst Droschke nach einem Krankenhause geschafft. �cRtstnnigev Kchirffen mitten in der Stadt hätte vor- «nahe ein Menschenopfer gefordert. Vormittags 10 Uhr vergnügte sich in dem zum Haufe König ffr. 31 gehörigen kleinen Gärtchen ein bisher nicht festgestellter Herr durch Schießen mit einem Tesching. Plötzlich sank das am offenen Fenster des Ncbenhauses stehende 6jährige Kind des Uhrmachers H. mit einem Schrei zu Boden, eine Kugel war ihm in die Stirne gedrungen. Der verzweifelte Vater brachte das Kind sofort zu einem in der Nähe wohnenden Arzt, dem es auch nach vielen Mühen gelang, die Kugel aus dem Hinterkopf zu entfernen. Glücklicherweise find' keine edlen Theile verletzt, so daß das Kind außer Gefahr zu sein scheint. Der sofort herbeigerufenen Polizei ist es noch nicht gelungen, den fahrlässigen Thäter zu ermitteln. Von znvertässtger Seite erhält das„D. Tgbl."„fol gende unglaublich klingende, aber als vollkommen wahr ver- bürgte" Mittheilung:„Ein Obertertianer im Alter von 15 bis 16 Jahren mußte wegen einer ganz sonderbaren Ursache von einem der ältesten Berliner Gymnasien entfernt werden. Auf eine Anzeige hin wurde festgestellt, daß derselbe neben seinen Schularbeiten auch die Praxis als„Frauenarzt" ausübte!!! An seiner Stubenthür ward ein Schild gefunden mit der Aus schrift Dr. JameZ G., Frauenarzt. Der junge Mann soll eine ganz respektable Praxis(!?) unter den jüngeren Damen der Umgegend, welche er sehr liebenswürdig behandelte, ausgeübt haben." Verhafteter Postbeamte. Der vor kurzem von der Postanstalt eines �hiesigen Bahnhofs nach der Postexpeditivn in Schöneberg versetzte Postassistent H. ist, wie uns von dort berichtet wird, dieser Tage daselbst verhaftet und nach Moabit in das UnterjuchungSgelängniß gebracht worden. H. soll, wie es heißt, in seiner früheren Dienststelle Unterschlagungen im Betrage von etwa 1700 M. gemacht haben, die erst nach seiner Versetzung entdeckt worden sind. Die furchtbar» Selbstmord-- Chronik des Monats August d. I. hat noch am letzten Tage eine traurige Bereiche- rung erfahren. Gestern Morgen nach 6 Uhr wurde im Thier- garten die Leiche eines etwa 35— 40 jährigen, anscheinend dem Arbeiterstande angehörigen Mannes gefunden, welcher sich an einem Baume erhängt hatte, und einige Stunden später ent- deckte man in einem Seitenweg den Leichnam eines zweiten Selbstmörders im ungefähren Alter von 40—42 Jahren. Der- selbe hatte sich mittelst eines Revolverschusses getödtet. Ueber die Persönlichkeit der beiden Selbstmörder konnte nichts er- mittelt werden, und wurden die Leichen behufs eventueller Re- kognoszirung nach der Leichenschauhalle gebracht.— Geforscht wird nach einem eventuellen dritten Selbstmörder. Derselbe »st ein im„Central-Hotel" abgestiegener Fremder aus den besseren Ständen und anscheinend wohlhabend. Er verschwand aus dem Hotel mit Zurücklassung seines Gepäcks und eines Briefes, in welchem er mittheilte, daß er nicht wiederkehre, da er fich im Thiergarten das Leben nehmen und man dort seine Leiche finden werde. Gine„Vitrioleuse", nämlich die unverehelichte G. ist gestern verhaftet worden. Wie seiner Zeit gemelbet, wurde im Juli d. I. die in der Skalitzerstraße wohnhafte Frau L., als dieselbe die Treppe hinabging, von einer Frauensperson über- fallen, geinißhandelt und durch eine Quantität Oleum im Gesicht schwer verletzt. Die bald nach diesem scheußlichen Attentat als die Thäterin ermittelte G. gab bei ihrer Vernehmung an, daß Frau L. ein intimes Verhältniß mit ihrem verheiratyeten Bruder unterhalten habe; im Interesse desselben und ihrer be- trogenen Schwägerin habe sie sich vorgenommen, die Frau L. dauernd zu entstellen. Dies ist ihr in der That gelungen. Nachdem bie Verletzte genesen, stellte es sich aber dieser Tage heraus, daß in Folge des OleumattentateS die Sehkraft des einen Auges der Frau L. vollständig erloschen war. Auf Grund dieser Feststellung ist daher zur Verhaftung der Thäterin geschritten worden. Die Leichen des junge« Liebespaare« aus Weißen- see, des 20 jährigen Paul Sante und der 18 Jahre alten Elise Funk, sind nunmehr thatsächlich aufgefunden worden, und zwar am gestrigen Sonntag Nachmittag gegen H6 Uhr in einem auf der HeinerSdorser Feldmark durch Torfstich ent- standenen Wassergraben. Die ganze vorige Woche hindurch ist von den Angehörigen der Vermißten nach denselben in der Umgegend von Weißensee gesucht worden, auch gestern hatten Mitglieder der beiderseitigen Familien die Nachforschungen fortaesetzt, wobei es der Großmutter des Paul Sänke voroe- halten war, die Auffindung der beiden Leichen an der bezeichneten Stelle zu bewirken. Nachdem dies ge- schehen, holte die greise Frau Hilfe hinzu und veranlaßte die Landung der beiden Leichen, deren Hände in einander verschlungen waren. Die Uhr, welche Paul Sänke bei sich aeführt hatte, fand sich bei dessen Leiche vor und zeigte auf t3. Nach 10 Uhr am Sonntag vor acht Tagen, also am 25. August, wurde das Paar zum letzten Male auf dem Antonplatz in Weißensce bemerkt, und von da an fehlte von ihm jede Spur. Es scheint demnach, daß die jungen Leute in derselben Nacht bis nach 2 Uhr umhergeirrt sind und dann in dem vom Antonplatz etwa eine halbe Stunde entfernten Torfgraben gemeinsam dm Tod gesucht haben. Nach Andeutungen von Angehörigen des Paares soll das Verhältniß des letzterm nicht ohne Folgen geblieben sein, und dieser Umstand scheint angesichts bes nahe bevorstehenden Eintritts des Paul Sänke in den Militärdienst— er hatte sich bei den Garde- Dragonern als Dreijährig- Freiwilliger gemeldet ge- habt— bie beiden jungen Leute zu der verzweifelten That getrieben zu haben. Paul Sänke fuhr in Berlin eine feinem Vater gehörige Droschke erster Klasse und war durch sein munteres, schneidiges Wesen sehr beliebt»md ein gesuchter Kutscher. Pottseibericht. Am 31. v. M. Vorm. wurde im Thiergarten ein etwa 40 Jahre alter Mann in der Nähe des Kleinen Sterns an einem Baum erhängt und ebenso die Leiche eines unbekanntm, anscheinend den besseren Ständen angehörmdm, etwa 40 Jahre alten Mannes mit einer Schußwunde im Munde in der Nähe von Charlottenhof vorgefunden. Beide Leichen wurden nach dem Schauhause geschafft.— Zu derselbm Zeit stürzte der Ar- beiter Muth auf einem Grundstück der Marienburgerstraße beim Besteigen einer Leiter etwa 3 Meter hoch von derselben herab und mit dem Kopfe auf das Rad eines in der Nähe stehenden Arbeitswagens und erlitt dabei eine erhebliche Ver- letzuna am Kopfe und anscheinmd'auch innere Verletzungen, so daß er nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte.— An demselben Tage Nachmittags fiel eine gelähmte und an Krückm gehende Frau vor dem Hause Skalitzerstraße 6S zur Erde und erlitt dadurch eine be- deutende Verletzung am Kopfe. Sie wurde nach Anlegung eines Verbandes nach dem Krankenhause Bethanien gebracht. — Um dieselbe Zeit fiel der Kutscher König von seinem mit leeren Kisten beladenen Wagen und erlitt dabei eine bedeu- tende Verletzung an der Hüfte, so daß er nach dem Kranken- hause am Friedrichshain gebracht werden mußte.— An dem- selben Tage Nachmittags wurde am Friedrichs- Karl- Ufer'die stark in Verwesung übergegangene Leiche einer etwa 80 Jahre alten, anscheinend dem Arbeiterstande angehörigen Frau ange- schwemmt und nach dem Schauhause geschafft.— Abends wurde ein Arbeiter in der Schönhauser Allee von einem Pferdebahnwagen überfahren und erlitt dadurch eine Ver- lctzung am Fußgelenk, so daß er mittelst Droschke nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte.— Am 1. d. M. Morgens wurde im Thiergarten die Leiche eines Mannes aufgefunden und nach dem Schauhause geschafft. Nach zurück- gelassenen Briefen hat derselbe sich mittelst Zyankali vergiftet. — Abends fiel am Brandenburger Thor ein Posthilfsbote von dem Vorderraum eines Pferdebahnrvagens und erlitt dadurch anscheinend so schwere Verletzungen am Kopfe, daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— In der Nacht zum 2. d. M. sprang gegenüber dem Grundstück Luisen-Ufcr 32 eine unbe- kannte, etwa 40 Jahre alte Frauensperson in den Lu sm» städtischen Kanal, wurde zwar noch lebend auS dem Wasser gezogen, verstarb aber schon auf dem Wege nach dem Kranken- Hause Bethanien, wohin sie gebracht werden sollte. Die Leiche wurde nach dem Schauhause geschafft.— Am 1. d.M. fanden an vier verschiedenen Orten kleinere Brände statt, welche von der Feuerwehr gelöscht wurden. Ein prozess dem besonders in den Kreisen der Restair- rateure mit Interesse entaegengesehm wurde, gelangte gestern vor der ersten Ferien strafkammer des Landgerichts I zur Ver- Handlung. Auf der Anklagebank befand sich der Restarrrateur Fritz Walter st ein, welcher sich durch Bierplantscherei des Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesctz schuldig gemacht haben sollte. Wie in früheren derartigen Prozessen beruhte die Anklage auf der Denunziafion eitreS entlassenen Kellners. Als das Böhmische Brauhaus im März v. I. das ganze Gebäude Friedrichstrabe 80 zu einem Ausschank seiner Erzeugnisse, unter dem Namen„Zum Gambrins" einrichtete, übertrug eS die Leitung des Etablissements dem Angeklagten. Es gelangten daselbst drei Arten Biere zum AuS- schank, Helles böhmisches Bier, GambrinnS- Bräu, und Bockbier, welche zum Preise von 15. 20 und 25 Pfennige pro Seidel verkauft wurden. Nach der Anklage soll Walterstem auf drei verschiedene Weisen zum Nachtheile des Publikums verfahren sein. Wenn Gäste den Kellnern etwa nicht bis zum Eichftrich gefiillte Gläser zur Verfügung stellten, und die letzteren sich nach dem Büffet begaben, um vie Gläser auffüllen zu lassen, so soll der Angeklagte dies mit Hellem Bier besorgt haben, auch wenn die Gläser das dunklere und theurere Gambriurrsbräu enthielten. Hierin erblickt die Anklage eine Nahrungsmittel- Verfälschung. Die zweite Beschuldigung lautet dahin, daß der Angeklagte Bockbier und helles böhmisches Bier zusammen- iojjcn und dicS Gemisch als Gambrinusbier verkauft habrn -------------- 1 WI 4 U VI 1 1 yuuvii )oU. Schließlich wird dem Angeklagten vorgeworfen, daß er in den Fässern zurückgebliebene Brerreste am folgenden Tane mit frischem Bier vermischte und den Gästen verabreichen li-si. — Der Beschuldigte bestritt mit aller Entschiedenheit, daß er sich in irgend einer der bezeichneten Weisen vergangen habe. Den Denunzianten und Hauptbelastungszeugen, den KAI»er Volke, habe er wegen verschiedener Ungehörigkeiten entlassen müssen, derselbe habe erfolglos eine Civilklage unb eine Privat- beleidigungsklage gegen ihn angestrengt und dann erst, neun Monate nach den angeblich begangenen Bierplantscheicien, dieserhalb eine Anzeige gemacht. Er habe, wenn er emma'. was selten geschehen sei, einen seiner Zapfer habe vertreten müssen, stets ein Glas mit Hellem und ein solches mit dunklem Bier auf dem Büffet stehen gehabt, um daraus etwaige Fachfüllungen vorzunehmen. Sollte er diese Gläser einmal verwechselt haben, so sei eS unwissentlich geschehen. Iln- wahr sei ferner die zweite Behauptung der Anklage, niemals habe er aus Bockbier und Hellem Bier Gambrinusdräu herge- stellt, wohl aber sei es vorgekommen, daß er das theuere Bock- hier den Gästen als Gambrinusbier verabfolgt habe, wenn er kurz vor Schluß des Geschäftes ein Gebinde der letzteren Bier- forte nicht erst habe anstecken wollen. Was den dritten Punkt der Anklage betreffe, so sei die Behauptung des Denunzianten eine geradezu bösartige. Nur in der ersten Etage wurde direkt aus dem Fasse gezapft, in den oberen Räumen wie im Erdge- schoß kamen Bierapparate zur Anwendung. In den obere» Räumen wurde das Geschäft um 1 Uhr des Nachts geschlossen, während im Erdgeschoß noch stundenlang ein mehr oder weniger starker Verkehr herrschte. War nun in der ersten Etage kurz vor 1 Uhr nur noch eine geringe Menge Bier im Fasse, so er- hielten die Kellner aus dem Parterrelokal die Weisung, ihren Bedarf an Bier von oben zu. decken und gelang es trotzdem nicht, das Faß zu leeren, so wurde es luftdicht verschlossen und der Inhalt am folgenden Tage verzapft, wobei allerdings gleich- zeitig ein frisches Faß angesteckt und dem frischen Bier ein kleiner Theil vom vorigen Tage übrig gebliebenen zuge- fetzt wurde. Dies könne aber unmöglich elne Nahrungsmittel- Verfälschung sein. Durch die Beweisaufnahme wurde wenig mehr erwiesen, wie der Angeklagte selbst zugegeben, so daß der Vertheidiger, Rechtsanwalt Arndt, auf die Vernehmung sämwt- licher von ihm geladener Entlastungszeugen verzichtete. Ein Zeuge bekundete, daß ein inzwischen verstorbener Zapfer eine Mifchung von Bockbier und Hellem böhmilchei» Bier vorge- nommen und sich dabei auf das Geheiß des Angeklagten berufen habe. Der Letztere bestritt, eine solche Anordnung erlassen zu haben. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten in allen Punkten überführt und dafür strafbar. Wenn der Angeklagte sich auch m,»; au« Bequemlichkeit oder Nachlässigkeit vergangen habe, da eine be- trügerische Absicht ihm nicht vorgeworfen werde, so sei seine Handlungsweise doch immer als Nahrungsmittelverfäljchung anzusehen. DaS Ausfüllen der Gläser mit einem an der- n minderwerthigen Bier sei als eine Verfälschung anzusehen ebenso wie das Zusammengießen von frischem, mit abgestandenem Bier, denn das Publikum gebe sich der Täuschung hin, daß c«i nur frisches Bier erhalle. Auch müsse angenommen werden, tost der Zapfer bei der vorgenommenen Mischung im Austrage seiurs Prinzipals handelte. Der Staatsanwalt beantragte gegen de» Angeklagten eine Gesammtstrafe von vier Monaten. Der Ge- richishof folgte aber den AnSführungeu des VertheidigerS»md erkannte aus Freisprechung, denn die Handlungen des Ange- klagten, soweit sie erwiesen seien, könnten als Verfälschungen nicht angesehen werden. Ein rückfälliger Ketriiger stand gestern in der Person des StcinmetzmcistcrS Ludwig Ferdinand M e n d a u vor der dritten Ferienstrafkammer des Landgerichts I. Der Angeklagt', der bereits mehrfach wegen Betruges verurtheilt wurde und zur Zeit eine Gesängnißstrafe von 15 Monaten verbüßt, wird wiederum zweier recht rasfinirt ausgeführter Bctrugsfälle bc- schuldigt. Am 11. März d. I. erschien der Angeklagte bei dem Produktenhändler Wünsch und bot ihm 250 Zentner alles Eisen zum Kauf an. ES feien dies alte eisernen Kreuze und Denkmäler, welche aus dem Jerusalemer-Kirchhof ausgemerzt und von ihm als Meistbietendem erstanden worden feien. Wünsch war nicht abgeneigt und begleitete den Angeklagten nach dem genannten Kirchhofe, wo sie zwei ver- schiedene Hausen alten EisenS besichtigten und eine» Preis von 2 M. pro Zentner verakkordirten. Der Angeklagt« rieth dem Käufer, die Waare bereits am folgenden Tgge fort- '»schaffen und versprach, inzwischen den Absuhrschein vom Kirchhofs- Inspektor zu beschaffen. Auf sein Bitten zah'te der Käufer ihm sodann einen Betrag von 106 M. an. Als der versprochene Absuhrschein trotz allen Drängens vom Ange- klagten nicht zu erhaltm war, begab sich der Käufer zum KirchhofSinspektor, von dem er erfuhr, daß die ganze Sache Schwindel sei, eS war überhaupt noch keine öffentliche Au». schreibung zum Verkaufe des alten Essens erfolgt. Da der An- .. vff iti r» in. errv.'!.. r je ILULCIVUUVI A444t4 V*V*V»V WMW4V4J V-ljUiyi. rJL'...--- geklagte völlig mittellos ist, so ist Wunsch um seine 10« M. gekommen. Der erstere verschlechterte seine Lage noch durch cine faule Ausrede, die er in der gestrigen Verhandlung gebrauche. Er behauptete nämlich, er habe auf anderen Kirchhöfen altes Eisen in Aussicht gehabt und von diesem sei die Rede gewesen. Er habe den Zeugen Wünsch nur nach dem zunächst gelegemn Jerusalemer Kirchhof geführt, um ihm eine gleichwerthige Waai e zu zeigen. Der zweite vom Angeklagten verübte Betrug zeigte ihn in einem noch grelleren Lichte. Der in der GrerfSwalder- ftraße wohnenden Restaurateursfrau Schulz gegenüber gab er sich als Besitzer eines großen Steinmetzgeschäfts aus. Nachdem. er das Lokal mehrmals besucht, erschien er auch eines Sonn- nbfnbs Abends mit zwei Arbeitern. Sein Taschenbuch beraorziehcnd und darin blätternd, fragte er die Wirlhin, ob sie ihm„ nicht für 5V M. Kleingeld und tür 3 M. Zehn- vfennigstücke geben könne und da die Gefragte annahm, dab es sich nur um eine Wechfelqefchäft handele, so zahlte sie das gewünschte Geld auf. Der Angeklagte strich es ein und zahlte dann den beiden mitaebrachlen Arbeitern ihren fälligen Lohn aus. Frau Schulz fano sich in ihrer Erwartung, daß der Angeklagte nunmehr den Fünfzigmarkschein hervorholen würde, getäuscht, derseselbe erklärte vielmehr, daß er auf seinen „ftafftm" warte, der jeden Augenblick kommen müsse. Der Äassirer kam nicht und Frau Schulz ist um das Geld betrogen worden. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten nunmehr fürs Zuchthaus reif und beantragte gegen ihn eine solche Strafe von 15 Monaten. Der Gerichtshof grng noch über den Antrag hinaus, indem er auf anderthalb Jahre Zuchthaus und die üblichen Nebenstrafen erkannte. Sixztslo ttcliciiirfif. In der Strumpfwaarru-Fabrik vo« Ed. Mag««?, Mark««straße 50, haben gestern früh sämmtliche Kollegen die Arbeit eingestellt. Die Kollegen hatten folgmde Forde- runaen gestellt: Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit. Dieselbe betrug bisher 10.- Stunde; einen Minimallohn von 21 M., derselbe betrug bisher 19 M.; sowie Abschaffung sämmt- licher Ueberstunden. Da diese Forderungen nicht bewilligt -worden find, so erfolgte die Arbeitseinstellung. Wir ersuchen sämmtliche Kollegen, uns in unserer Sache zu unterstützen, in- dem fie den Zuzug fern halten. Der Vorstand des Berliner Wukergesellen-VerbandeS. VevfÄrnmlungsn. D«? Umltt zur Mahrung der Iuteressen der Klavierardeiter«nd verwandter Kerufsklasse« hatte sich am Sonnabend Abend bei Deigmllller, Alte Jakobstr. 48» zahl- reich versammelt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Bericht über die Lohnstatistik. 2. Wahl des Lokals zum Arbeilsnach- weis. 3. Werkstatt-, Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. — Den Bericht über die Lohnstatistik gab in eingehender Weise Herr Zu beil. Wir entnehmen den Mittheilungen desselben das Folgende: Es waren in 79 Fabriken insgefammt 2334 Ar» bester beschäftigt. Weibliche Arbeiter waren thätig in diesen Fabriken 210, Lehrlinge 79, jugendliche Arbeiter 21. Organifirt find 499 Gehilfen. In einer Fabrik wird wöchentlich 70 Std. gearbeitet. Der Lohnsatz ist in 54 Fabriken der Klaviaturbranche gleich geblieben, gestiegen in einer, gefallen in 2 Fabriken. 11 Fabriken haben 14tägige Kündigung, m allen anderen fehlt jede Kündi- oung. Der höchste Verdienst war 45, der niedrigste 18 M. Der Durchschnittsverdienst 23 M. 580 Kollegen verdienten den Durchschnitt. Redner führte darauf aus, daß dem Verein uoch ein weites Feld der Thätigkeit offen stehe. Wenn nicht mindestens zwei Dritttheile der Kollegen der Organisation sich angeschlossen hätten, könne man auch bei gegenwärtig noch irnmer guter Arbeitszeit nicht wagen, in eine Lohnbewegung einzutreten. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung ward vom Vorstand mitgetheilt, daß der ArbeitSvermittelungS-Kommission der Austrag ertheilt worden, den bisher Waldemarstr. 61 be- legenen Arbeitsnachweis zu verlegen. Es wurden von Seiten des Vorstandes oer Versammlung vier passende Lokale vorgeschlagen. Gewählt ward endlich nach längerer Debatte das Lokal von Herschleb, Adgsbertstr. 4. Es werden darauf die neuen Mitglieder verlesen, der Versammlung vorgestellt und vom Vorsitzenden ermahnt, treu zur Sache zu stehen und stets ihrer Pflichten gegen den Verein eingedenk zu sein. Es kommt damach ein Brief von den Hamburger im Ausstand bkfrndlichen Formern zur Verlesung, in dem für übersandte 100 M. gedankt ward und in welchein die Versicherung aus- gesprochen ward, daß die Aussperrung der Hamburger Former von den Fabrikanten inszenirt worden.— An Stelle des gegen- wärt ig zur Fahne einberufenen Herrn W i m m e r wird Herr Meyer einstimmig zum Arbeiisvermittler gewählt.— Die Frage der Feier des Stiftungsfestes in der„Phil- hätmonie" rief eine lebhafte Debatte hervor. Es ward nach dieser Richtung hin beschlossen, den Vorstand zu be- austragen, in beregter Angelegenheit noch einmal nach der Philharmonie zu gehen und die Direktion darüber zu inter- pelluen, ob fie ihr Lokal noch ferner zu politischen Versamm- lungen hergeben wolle. Im Verneinungsfalle wird man ein Lokal suchen, dessen Bewirthschafter der Arbeiterschaft geneigt ist.(Man vergleiche hierzu das in heutiger Nummer ab- gedruckte Schreiben des Vorstandes. Red.)— Nach Erledigung einiger Punkte unter„Verschiedenes" schloß die Ver- sammlung. Web«? stch vorb«elte«de„StreiKb«t>egn«g" unter den Handlungsgehilfen brachte eine auf letzten Sonntag Nachmittag von der„Germania"(Verband junger Kaufleute der Kolonialwaaren-Branche) nach dem Restaurant Schultheiß(Landsbergerstraße 73) einberufenen und sehr zahlreich besuchten Versammlung Klarheit. Die Versamm- lang beschäftigte sich hauptsächlich mit der Vorbereitung der Tagesordnung und Agitation für eine einzuberufende allgemeine Versammlung der Handlungsgehilfen. Die Besprechung dieses Gegenstandes wurde, nachdem zunächst zahlreiche BeitrittSerklä- »ungen erfolgt waren, durch den Vorfitzenden Herrn Hildebrandt l eingeleitet. Derselbe hob hervor, die Abficht eines Streiks be- stehe nicht. Herr Schulz rieth, die Tagesordnung der allge- «einen Versammlung so zu fassen, daß einem für den Streik sprechenden Redner sofort das Wort entzogen werden könne; ohnehin gingen die Ziele des Verbandes weit und man könne leicht einmal„in ein anderes Fahrwasser tr erben"(!). Letzterem widersprachen mehrere Redner. Es wurde beschlossen, in der allgemeinen Versammlung nicht für den Verband zu agitiren, sondern jedem freie Entschließung über den Beitrrtt zu lassen, femer mit dem Abfassen des Zir- kulars den Vorstand zu betrauen. Sodann hielt, um eine Art Programm der geplanten Bewegung zu'geben, Herr Baumann emm Vortrag, in welchem er kurz und treffend die Forde» rungen der Handlungsgehilfen begründete. Er wünschte vor Allem mehr freie Zeit für die geistige Ausbildung. Voraus- sichtlich werde sich dies in Güte erreichen lassen, da die Prinzipale ebenfalls wünschten, ihre Arbeitszeit verkürzt zu sehen. Der von Seiten einzelner Prinzipale aufgeworfene Gedanke des Streiks fei abzuweisen. Sollte sich jedoch eine Ver- ständigung nicht ergeben und der Streik nöthig wer- den, so bedürfe derselbe jedoch einer nicht wochen- sondem monatelangen Organisation. An den Vortrag, welcher lebhaften Beifall fand, schloß sich eine Diskussion, aus welcher Folgendes hervorzuheben ist; Herr Hildebrandt II. bemerkte, die Ausführungen des Referenten über einen möglichen Sinke seien nur eine persönliche Ansicht; sowohl der Presse und da- mit dem Publikum, als auch der Behörde gegenüber müsse ausgefprochm werden, daß der Verband bis dato an einen Strike nicht denke. Der Vorsitzende äußerte sich noch schärfer und absolut gegm den Strike, während Herr Baumann noch- malz seine Ansicht präzisirte. Der Vorsitzende verlas u. a. noch eine Postkarte aus Leipzig, in welcher„mehrere Leipziger" unter kollegmlischem Gruß mittheilcn, daß der in Berlin geplante Streik die Leipziger Handlungs- Gehilfen sehr ermuthigt habe und sie ebenfalls streiken wollten! Der Vorsitzende bemerkte hierzu:„Wir danken für den kolleaialischm Gmß und legen das Uebrige ad acta!" Für das Beschwerde- buch war nichts eingegangen; infolge dessen bemerkte Herr Hildebrandt:„Demnach haben die Prinzipale sich in dieser Woche fein und musterhaft benommen."(Heiterkeit.)— Die allgemeine Versammlung der Handlungsgehilfen wird am Sonntag, den 22. September, in einem noch zu bestimmenden größeren Lokale stattfinden. D«r Mitgliedern de« Uerein« zur Wahrung der Interessen der Kiavierarbeiter Folgendes zur Nachricht: Laut Vereinsbefchluß vom 31. August d. I. begaben Unter- zeichnete sich nach der Philharmonie, um Aufklärung betr. der Lokalstage von den Direktoren zu erhalten. Dieselbe wurde folgendermaßen gegeben: Seit Bestehen des Lokalks, feit 13 Jahren, ist die Philharmonie nie zu einer politischen Ver- sammlung irgend einer Partei gegeben worden und wird zu diesen Zwecken auch nie hergegeben werden. Zu gewerblichen Versammlungen ist das Lokal stets zu haben. Durch Vor- legung der Verträge haben wir uns überzeugt, daß bis jetzt von den zahlreichen Arbeitervereinen noch kein einziger das Lokal gekündigt resp. die Vergnügungen ausgegeben hat. Das Lokal ist bis weit in das Frühjahr des nächsten Jahres hinein vollständig besetzt, eS haben daselbst auch bis in die letzten Tage ohne Unterbrechung Arbeitervergnügungen stattgefunden. Kollegen! Angesichts dieser Thatsachen haben wir uns nicht entschließen können, unser Stiftungsfest aufzugeben, sind viel- mehr zu der Ansicht gelangt, daß Angesichts der 13jährigen Neutralität dieses Lokals uns kein Vorwurf daraus entstehen kann. Ferner ist noch der schwere materielle Verlust zu be- denken, so kurze Zeit vor dem Vergnügen dasselbe einzustellen. Es würde ein Schaden von ea. 400 M. sein, selbst wenn die BilletS für einen anderen Tag und für ein anderes Lokal Gilligkeit behielten. Ein anderes passendes Lokal ist nicht ge- funden worden. Auf einige mußten wir verzichten, weil aller Wahrscheinlichkeit nach die behördliche Genehmigung uns dort nicht eriheilt werden würde. Kollegen, wir haben nach unserm besten Wissen gehandelt und unsere Schuldigkeit gethan, jetzt thut die Eure! Karl Riediger. Ernst Sparfeld. Dieffenbachstr. 59. Sorauerstr. 27. »• ♦»»•«ff» öffentlich» N»r0»»»«ln«g d»r Mal»?, Anftriich»? und verwandt»» Berns« s»»»ss»n Nirdors« und Umgegend am Dienstag, den 3. September,»bendi W Uhr in Kummer» Eaton, Berlinerstr. 136. "~'«e........—•*' Tagesordnung � 1. Welche Vortheile haben wir in der dieilahrigen Lohn. beweaung errungen? 2. Verschiedene». »lnt»rftiistung»b«nd der chau»di»»»r B»rUn«, außerordentliche � � cr, bei Feuerstein. Site Fakob' Generalversammlung am Dienstag, den 3. Sept. strahe 75 I, Abend 9 Uhr. Tagesordnung l. Mittheilungen. 2. Verschiedene» und Ausnahme neuer Mitglieder. 3. Bericht der Elatuten-BerathungStom- Mission. 4. Fragekastcn. Ausgegeben werden seiner die GraliSbillel» zum Elistungtsest. feroff» Kchn»id«rv»rtan>mluna d«r£»»t»tt P»r»inigung d«r chn»id«r S»rtta» am Dienstag, den 3. Septeinber, Abend» Li; Uhr. in ordan» Salon, Neue Grünstraße. 28. Tagesordnung. 1. Vortrag. IT Heina und Reserent stehe Inserat am Dienstag». 2. DiSlusston. 3. Pereingaiigelegen. heilen. 4 Verschiedene» und Fraackaslen. Neue Mitglieder werden ausgc- nommen. Gälte haben Zutritt. Alle Schneider stnd eingeladen. 3»tttv»t-Ovnwlung bir Kchl»ff»r und Jtta- tchin»«t»,«»r stndet am Dienstag, den 3. September, Abend» 8l< Uhr, in Ucbel» Salvn. Naunonstr. 27, statt. Tagesordnung: 1. Wie stellen stch die »«- und Sterbrkaff« d»» B»«tsch»u K«tt»srld«r- waltungistrlle Berlin. Heute. Abend» 8 Uhr, iin Nestau- r. 3t: Mitglieder- und Verwallungi-Versaminlung. Schloster und Maschinenbauer zur g stündigen Ardeilizeil Res. Herr Zubeil. 2. Diskusston. 8 Wie stellen sich die Schloster und Maschinenbauer zu des im Mai gewählten Unterftützungioerein der Metallarbeiter. 4 Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist e» Psticht eine» leben Kollegen pünktlich zu erscheinen. ZZirband d»utkch«r M»chanik»v und v»rw. B»ruf«g»n. Zahlstelle Berlin. Außerordentliche Generalversammlung am Mittwoch. den 4 September, Abend» S»i Uhr, in Eahm« Elubhau». Annenstraße lg. Tage»- ordnung: l. Bortrag bei Herrn Frlg Äuncrt über: Die Stellung der modernen Arbeiterbewegung zur Kulisrage 2. Diskussion. 3 Wahl der Vertreter zum Heidelberger Mechanikertag. 4 Wie stellen wir UN» zu dem Untcrslüßungk- iond der Mechaniker. 5 Gründung einer Bibliothek. 6. Verschiedene» und Kragekasten.— Neue Mitglieder werden an der Kontrolc ausgenommen.— Mitgliedsbuch lcaltlmirt.— Bei der Ivichtigen Tagesordnung ist ei Psticht jede» Milgliede». pünktlich zu erlchetnen. Gesangverein.Alpenglü ftraße 97.- Achäfetsfr ___________ her.Gesangverein der Elser' Abend» 9 Uhr bei Wols und Krüger, Skalißersttaße 126, Gesang.— Männergesangverein.Gartenlaube' Abend» 9 llhr im Restaurant xirk. Kottbuscrstraße 22.- .Bouvardia lMännerchor, Abend»«X llhr im Restaurant.Teutonbi. P" fortcrftniße 15.— Männergesangverein.Steinnelke' Abend» 9 Udr im- rant Schulz. Et- ttiner ftraße 56-67.- Gesangverein.iWtmonU., o UV«"""»«mhubc oo Di.—«ciangocrcui 8 UPr m Neukam S BierhauS. Große Frankfurterstraße 49.- verein.Echo IT Abend» 9 llhr im Restaurant Drillhosc, Rosentt »fr. 12.— Gesangverein.Eängcrhain' SbcndS 9 llhr jwM Kaiser Franz Grenadierplaß 7.— Gesangverein.Bruderherz llebvM I™. fL"0? llhr. Ausnahme neuer Mitglieder. GesangottM � nung Moabit' Abend» 8X llhr WilSnackerstraße 63 im Restaurant 3'!% Gesangverein.Felicitas' AbendS 9 llhr im Restaurant Nebelin, Sanges»-«" - Männergesangverein.Olpmpia' AbendS 9 llhr im Restaurant Gerth. ftraße 106.- Gesangverein.Liederlust' Abend» 9 Uhr imV-stauniM � mann, Naunpnslraße 44.- Männergesangverein.Arcordta' Abend»» W.. «I\4«»rr W viXorf»»-.-. f... oi sti. r_________» n l—— mann, 9 amumstraße 44,- Männergesangverein.Accordia' Sben°°»A�� Welck. Aleranderstraße 31.— Gesangverein Ludwigstcher Männcrchor 9 llhr Ltndenstraße 166 bei«ovve. UebunoSstunde. Gäste sind iviSkansS,,- «' 7?..". 1�«/ciuiiyuciciu IkUPlOXU lOJCl- 9 ttht Sinbrnftraßc 106 bei Poppe. lltbungSstunde. Gäste sindwill�l-'i' -.Deutsche Liedertasel' AbendS 9 llhr Oranienstraße 190.- Zilherklud Abend» 9 Uhr in Triebet» Restaurant. Lroher Steinweo 15.— i-- 2. v-- llbr in Triebe! S Restaurant, Hoher Eteinwcg 15.. .Froh und Frei(Männerabtheilungl AbendS 8X Uhr. Bergs»»»« an*______ ölh�llhö VH rT Berliner Turngenossenschast(' in d«>st städtischen Turnhalle theilungs AbendS 8X Uhr. B-rgl»»««� stj, sFünste Männerabtheilung) Abend»«4 � -.urngauc, Waffcrtborstr. 31.— Turnverein � Haide lMSiniei-Abtheilung,-AbendS 8 Uhr. Dieffenbachstt. eo-SI-'sZ�. ehemaliger Schüler der 37. Gemeindeschulc AbendS 9 llhr im Restaurant M Köpitickcrstr. 68.— ArendSstcher Stenographenverein.Apostabwid A llhr Brunnenstraße 129».— Arendtstcher Stenographenverein Abend» im Restaurant.Zum eisernen Kreuz', Lindenstr. 71.- Deutscher Beretn» � sther©tenoqrniiStn Abend» 6% llhr In Rondel» Restaurant Biunnenl»- � — Berein.Roe' Abend» Uhr im Restaurant Eiße, Alcrandttn-Mr. llnlerhaltungSvcrein.Harmonie' AbendS 8 Uhr Eilenbahnstr. 36K w rant°°n Liebe- VergnügungSverein.Mollig' AbendS 9 Uhr im R'Wfy, SsttinWe, GipSstraße 3, jeden Dienstag nach dem 1. und 15- ö'ffrt- .'.Aii'-phion Abends 9 llhr im.Münchener Hoj' Spandauerstt. 11., — T 3.—«. gut.sviunuzciici 4iui ksuuiiwuw*-»i*v. Rauchtlub.Lum Wrangel' AbendS 8 llhr bei Herschleb. Adalber! — 71,,"ä-"".— 0 reue uci «auchNub.Deutsche Flagge' Abend» 8 Uhr im Restaurant Händler. ftraße 11.- Rauchklub.FriedrichShain' Abend» 9 llhr im Reltauran.„ LandSbergerstr. 116».- Rauchklub.Lustige Brüder' AbendS A Sürstmberaerftr. 2- VergnügungSverein.Fröhlichkeit F Kwt iüp >Svr Weg 29. Große GesellschaslSstunde, verbünden niit Borträgen.""Äjui, kommen. Entice frei.- Tambourverein.Eedan' Sißung Abends M Grüner Weg 9-10— Tambourverein„Einigkeit macht stark'. stellvertretender Dirigent E. Billhardt. Uebungiftundc Abend» 9 W« ftaurant Hahn, Elsasserftr. 57. Männcraesangveretn, Liederfreihitt Bolzmann, Andreasftr. 26. Dienstag Abend» 9 llhr. Stimmbegad» i» werden ausgenommen. Uikevsripltzes. � Do« d««„N«ren Jett", Stuttgart, Verlag I. H. W. Dietz, ist soeben das 9. Heft des 7. erschienen. rst Inhalt: Abhandlungen: Das Gesetz JnvalidilätS- und Altersversicherung im Deutschen Reißf jr, A. Bebel.- Zur preußischen Sparkassenstatistik. Bruno Schönlank.— Die Bergarbeiter und der krieg, vornehmlich in Thüringen. Von Karl ß" Gortsetzung.)—„Annita." Besprochen von Schweich? l.— Lujo Brentano als W Von Dr. Fr. Müller-— Notizen: Die t50» Seetenten der deutschen Handelsmarine im Jahs�. I-i- — Die Sterblichkeit in den verschiedenen Berufen.-7 j» theilung der Berufe in Frankreich.— Die Kinderlosig? U Frankreich.— Die Trunksucht in Belgien.— EinM Tabakrauches auf die Bakterien. Ka«W Rode)' Detzrsfihen. (Wotff's Eelegrapheu-Knrean.) � London» Montag, 2. September. Die Vereinig»� � Rheder hat von den Direktoren der Dock- Gesetlschoi», Recht verlangt, ihre eigenen Arbeiten für Beladung ladung der Schiffe verwenden zu dürfen und den Di»' e�. eine Bedenkzeit von 24 Stunden führ ihren Beschluß Die Rheder wollen versuchen, sich mit den Streikende» auseinanderzusetzen, falls diese Forderung zugestanden Dnndee, Montag, 2. September. Die Jahresversai»..i> des Raths der Gewerkvereine(Drad«!» uviovs) von 5«, britannien hat heute einstimmig eine Resolution angen�zl in welcher die Forderungen der Dock-Arbeiter für erklart und die Gewerke des ganzen Königreichs auM � werden, den Streikenden jede mögliche Geldunterstuv» gewähren. � Rom, 2. September. Nach einer Meldung der- Stefani" aus Massauah wurde in Asmara die dein.° � ßj�ie S; Mastli. ? fiiedlick der zj " solche 1 für 3 t�konoir 5? T?gei billig ltions! �°>e"si W*aft '..Lebe, _ Zu �"erz fd «Um'st imJ d�ohuü �««fach »ßß 5«® ,e in 3 Fort Betmoha, welches ohne Artillerie uneinnehmbar nachbarte Anhöhe besetzt und befestigt. Die Soldaten zv eifrig an den Befestigungen und der Vervollständigun�.i Magazine uud Unterkunftsstätten, um den italienisch�" in Amasen immer mehr zu sichern. Cfiitrago» 2. September. Der hiesige Gew«i (Trabes AssembliH nahm eine Resolution an, worin Kl Sympathie der Massen für die Streikenden in ß?n,,, jtj druck giebt und den Arbeitgebern zu erwägen empsieh»'-.�» nicht vortheilhaft wäre, wenn sie sich mit den act». Klassen einigten über die Festsetzung eines MinitfN.rf welcher ausreichend sei, um auch den am wenigsten Gel � ein anständiges Leben zu sichern, sowie wegen Einfuhr»»? achtstündigen Normalarbeitstages mit regelmäßiger Beschs für alle Arbeiter. »klZIx.. �s-li? •. wir( 'Onotn da• »i« � -Fkl. H-kenr MLZ Vrtefketsten. oii-i� Bei Anfragen bitten wir die Abonnemcnt»>Ouitwng beizufügen.--„ Antwort wird nicht ertheilt. mVj Schriftfüstrer dr» Mahloereins de« 6. kreise». Ist es Ihnen nicht möglich, uns heute i 12 und 2 Uhr auf unserer Redaktion aufzusuchen? Lofinkommisston der Kölker. Wir bitten Ihren Besuch. G. Gr. Mekerstr. 1. Der Satz ist von~ 2. Die Angelegenheit wird von der Expedition erledig' Grift Nchmlmt des Vereins gewerbl. Htlfsarbetter Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 4. Keptbr.» Abend« 8I2 Uhr. t« Nenn'» Salon, Ilaumiuftrahe 27. TageS-Ordnung 1. Vortrag des Herrn W. Schweitzer über:„Das Wesen der verschiedenen Lohn- systeme." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, bei der Wichtigkeit der Tagesordnung zu erscheinen. Arbeiter ist als Gast willkommen. Jeder Arbeiter Der Korstand. M Mer-Werkzeuge, beste englische und deutsche» unter Garantie fertige gangbare Hovel K.,[949 E. Vogtherr, Berlin C. Landobergerstr. 64(am Alexanderplatz) Tischler aus Kundenarbeit verl. Rathenower straße 5V. t333 Arfieitsmarkt. Zwei Schuhmacher auf Beides verlangt Sankovnakff, Köslinerstr. 11, dt._ 1330 Tüchtige Former auf»aMokinongnaa finde« dauernde und lohnende Beschäftigung in der[1312 Eisrngiefteret«hanffee�rafte 29. Verband deutscher Mechaniker «. verw. Berufsgeuoffeu. (Zahlstelle Berlin.) Außerordentliche General- Uersammlang am Mittwoch, den 4. Sptbr., Abends 81 Uhr, in Sahm'S Klubhaus, Annenstraße 16. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Fritz Kunert über: „Die Stellung der modernen Arbeiterbewegung zur Kulifrage." 2. Diskussion. 3. Wahl der Vertreter zum Heidelberger Mechanikertag. 4. Wie stellen wir uns zu dem UnterstützungS« fand der Mechaniker. 5. Gründung einer Bibliothek. 6. Verschiedenes und Fragekasten. — Neue Mitglieder werden an der Kontrolle aufgenommen.— Mitgliedsbuch legitimirt. � Bei der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht jedes Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen. Mit kollegialischem Gruß: Der Vorstand. I. A.: H. Bäcker, lt., Lothringerstr. 8._ 1333 Achtung! Unserem Freunde und Genossen Adolf Eapig zu seinem heutigen Wiegenfeste ein drecsach donnerndes Hoch! 1332 Tie Rothen vom 4. -- bew Heute, Dienstag. 3. September, Abend», ,j js/r Cchpxj Große 6(|lleider-$ttf� der freien Uerelnlgung d. M Berlins "4 v"ur 1 �»An % b'e so � ausgebt N-Ite K .,?er P st?�>e!nan ii1°er Seit auch vic $ st5 3hrter�' in Jordan s Salon, Neue Grünstr�* �stken. mtr' Tagesordnung: Ew Sln 1. Soldatenhandel im Mittelalter � M �ivr.>?' rent: Herr A. Gerisch. 2. Diskussion- hie einsangelegenheiten. 4. Verschiedenes' t z 7� la> kästen... Alle Schneider sind eingeladen.»-5�� w S 1335 � Der V�rst� �üel �. Allen Freunden und Bekannten einpfi�.l i"c'sc m\l- nnd SMstybler4G!tz.� Zimmer mit Piano für Vereine" fl. stellen steht zur Verfügung. m. ist»5UNea s Dillenbcr|�h3chacl; _ Reinicken dorfer �ni si er Nftiger Mittli� IsV�. 10101 - 40 Pf'g., m-a»tisch»30 M. liÄ'1 Hoff. i y\* Lü «aiserstraße» ». verantwortlicher Redakteur: K. Gr»«kot» in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SW., Beuthstraß» 2