und vil (dem« ml » will nflj Elt-ni na» bsrnse«ak jaben, dem trauernde» T-S-'Ä! - stelle» seink» rudestrahle«' r nur st-"" den eise. E>n°- > Herrn, IN,!« ilr. SNA. Sonnabend, de» t. September 1889. «. Jahrg. eti"/ �cZntdM itflelW* o oullnerk!� mündlich� ----- w rd nun lauu■ nal genm� heraeg-»� ie R'dallu« m SIf � ibetidfri�v tovien nd auch� bie&it' den* ewerd Inr SMerVolksblatt. Lrg-n für die Interessen der Arbeiter. Die rebcnc.iilittcl- Verthouerung. � Agraiierthum feiert Feste. Von allen Theilen �»schlands kommen Nachrichten, daß in den letzten Wochen �.jknife der nothwendigsten Lebensmittel, des Brotes und �besondere des Fleisches im Steigen begriffen sind. � Die deutsche Zoll- und Absperrungspolitik trägt ihre suchte. Die hohen Zölle auf Lebensmittel kommen in Augenblicke zur vollen Geltung, wo durch die ein- »Aschen Ernteverhältniffe die Nachfrage nach dem fremden sich steigert. «Soß bei minder günstigen Ernteverhältniffen es so �wen würde, war vorauszusehen, und im Grunde war r* der Wunsch unserer Agrarier. Gute Ernten, die, so -�8» Ntenschen leben, als ein„Segen des Himmels" ange- �"wurden, um den die Gläubigen flehten, und wenn er ?>ahrt war, für den sie dankten, sind nach dem neuesten �unserer Agrarier ein schweres Unglück if** Bek"" i( nnfi'Usf' ,'oftati« Gef'll�" n" �«IKViV Wll*4�V»«»;v*W«v/ V»V V.|.««■«•»!« v*«». �"ltnißmäßig zu steigern, namentlich wenn eine ftirsorg auf das Wohl des Agrarierthums bedachte Regierung �Volksvertretung durch hohe Einfuhrzölle den Ernte- Wum fremder Länder und Erdtheile künstlich fernhält. � Ja dieser glücklichen Lage befindet sich Deutschland �7* dem Regiment des Fürsten Bismarck und seines Kartell- zM'ags, dem unter anderem die letzte Erhöhung des Nolles von 3 auf 5 Mark per Doppelzentner ge- Z'st. U'bei nicht genug, daß der deutsche Arbeiter zum Nutzen ih», llrarier theureS Brod ißt, auch der Fleischgenuß ist � Unter der agrarischen Aera nach Möglichkeit verleidet � Aiit den Getreidezöllen im Zahre 1879 entstanden auch �üeh- und Fleischzölle. Und wie man im Jahre 1885 Jr® 1887 die elfteren bedeutend erhöhte, so geschah es auch den letzteren. ». Wie sich die Getreide- und Mehlzöllc beziehentlich die und Fleischzölle in den Zahren 1885 beziehentlich 7 gestalteten, mögen folgende Angaben zeigen: - o,,®8 zahlen gegenwärtig Zoll per Doppelzentner Roggen Weizen 5 M., Gerste 2,25 M., Hülsenfrüchte 2 M., u��lenfabnlate aus Getreide und Hülsenfrüchten 10,50 M., �ier, auch künstliche, 20 M., Käse aller Art 20 M., Eier getrocknete« und gedörrtes Obst 4M., Fleisch 20 M., rj/�chkxtrakt, Suppentafeln 20 M., Fische, gesalzene, ge- getrocknete, auch getrocknete Stockfische 3 M., ge- »» Heringe per Faß 3 M. lebendes Vieh: 1 Ochse J-, 1 Stück Zungvieh bis zum Alter von 2'/» Jahren ���chwein�auSschließ!� Feuilleton. lS9 Ein Gslomsnptft. Romc» vs« Maurus Zökai. . Dies Märchen unseres Herrn Fabula kam Timar iu statten. DaS ungarische Landvolk hat die heit, von seinen großen Männern, welche es Wz.'rr hat zu bewundern, als hätte es nicht genug andere �."iche Ursachen seiner Bewunderung, auch noch Märchen erdichten, welche der Erfinder selbst glaubt und �»«schließlich dadurch, daß sie allgemein geglaubt wer- ' historische Wahrscheinlichkeit erhalten. k Trmar hatte jetzt schon einen genügenden Vorwand für w. geheimnißvolles Verschwinden, und wenn er bei Fragen über seine Erlebnisse während der Zeit �? Abwesenheit Dinge erzählt, deren Unwahrheit später Tünnen konnte, so wird Jedermann seine Ge- W�ihuerci sich damit erklären, daß er mit der Wahrheit nicht herausrücken will, um Timea zu schonen 3r nicht das Herz damit schwer zu machen, daß er sich fahren, mit welchen in der ersten Periode der Dampf- �Mr-t eine transatlantische Reise noch verbunden war, ■i ausgesetzt hatte. Es war ihm möglich gemacht, dein 3". i�r von seiner brasilianischen Reise eine solche Wahr- -Uuref K I zu leihen, daß selbst Athalie daran glaubte. su» ,4, wr® f« ließ sich am meisten täuschen. Sie kannte das r I übe p;;« mufitc sehr gut, was Timea fühlte und kämpfte. Mit beständiger Auf- diesen Seelenkampf. Es treibt '-f i fort aus der Nähe Desjenigm, um dessent- '. ihr Herz leidet, weit weg, an einen Ort, *'ch!S an ihn erinnert, nichts ihre Empfin- Aö iSP ler�J4? ikend�!- oooo> olßifl' 1 6 M., Kälber unter 6 Wochen 3 M., Schafe 1 M., Läm- mer 50 Pf., Schmalz und andere schmalzartige Fette von Schweinen und Gänsen 10 M. Dies ist die Liste der Zölle auf die hauptsächlichsten Nahrungsmittel, die im Interesse dcS Aararierthums eingeführt wurden, und die alle übrigen Klassen der Gesell- schaft, insbesondere die Arbeiter, in der Vertheueruna der bezüglichen Gegenstände zu tragen haben. Denn der Zweck dieser Maßregeln war, nicht nur die aus dem Auslände kommenden Lebensmittel um den Zoll zu vertheuern, s o n- dern auch die gesammte inländischeLebens- mittelproduktion daniit im Preise zu st ei- gern.— Daß dies vortrefflich gelungen ist, zeigt der Stand der Preise. Aber diese Zollmaßregeln sind noch durch andere Ab- spcrrungsmaßregeln verschärft worden. Schon im Jahre 1880 wurde eine Verordnung er- lassen, wodurch die Einfuhr von gehacktem oder auf ähnliche Weise zerkleinertem oder sonst zubereitetem Schweinefleisch und von Würsten aller Art aus Amerika verboten wurde. Dieser Verordnung folgte eine zweite, auf Grund welcher die Einfuhr von Schweinefleisch einschließlich der Speckseiten amerikanischen Ursprungs ebenfalls verboten wurde. Als Grund für den Erlaß dieser Verordnungen wurde angegeben, daß die angeführten Lebensmittel amerikanischer Herkunft sich vielfach als gesundheitsschädlich und trichinös erwiesen hätten, obgleich bis dahin nichts von besonderen Krankheitsfällen, erzeugt durch den Genuß dieser Waaren, bekannt geworden war. Durch diese Verbote wurde insbesondere die ärmere Ar- beiterbevölkerung in Schlesien, Sachsen, Thüringen tc. ge- troffen, die bei ihren Hungerlöhnen nicht in der Lage ist, die theucren inländischen Fleischprodukte zu kaufen. Aber mit diesen Verboten, die naturgemäß nur für die inländischen Fleischproduzenten von Nutzen sein konnten, waren die Absperrungsmaßregeln nicht zu Ende. Es ist auffällig, wie seit dem Ende der siebenziger Jahre sich die seuchenartigen Krankheiten unter dem Rind- vieh der Nachbarländer, von denen wir eine große Zufuhr dieses Viehes bedürfen, sich vermehrt haben müssen, da die Einfuhrverbote mit ganz geringen Zwischenpausen seitdem kein Ende erreicht haben. ES giebt Leute, wir gehören natürlich nicht dazu, die in ihrer reichsfeindlichen Gesinnung behaupten, daß weniger die unter dem Rindvieh der Nachbarländer grassirenden Seuchen, als die Rücksicht auf die agrarischen Interessen diese Verbote hervorgerufen hätte. Uns liegen so schwarze Gedanken fern, aber sicher ist, daß unsere Agrarier ein furchtbares Schwein haben, daß diese Seuchen unter dem Rindvieh der Nachbarländer gar düngen aufregt, in die Einöde des Tieflandes. Dort begräbt sie sich zwischen trockenen Geschäftsbüchern, und vertieft sich in Arbeiten, die keine Gefühlsschwärmerei aufkommen lassen. So macht es die Frau, um ihre un- glückliche Leidenschaft zu betäuben. Wenn die Frau zu Solchem im Stande ist. warum sollte der Mann nicht das Gleiche thun können? Ihm liegt es ja noch weit näher, mit seinem Herzeleid in eine andere Einöde, aufs Meer sich zu flüchten und in der Eisgrube des Gelderwerbes Alles das zu vergraben, was dem Herzen Gluth giebt. Wie hätte Athalie auf den extravaganten Einfall gerathen sollen, daß gerade der Mann es ist, der bereits das Heilmittel für ferne tödt- liche Krankheit gefunden hat, und glücklich ist, wenn er fern von Hause t Was hätte Athalie dafür gegeben, wenn rhr Jemand dies Geheimniß verrathen hätte! Aber das Schilf um die herrenlose Insel plaudert nicht wie das Schilf, dem der Barbier des Königs MidaS sein Geheimniß anvertraut hatte. Athalie verzehrte der gelbe Neid, während sie an diesem Räthsel vergeblich sich abmühte. Zu Hause und vor der Welt warm Timar und Timea das Musterbild einer glücklichen Ehe. Timar überhäufte Timea mit theuren Schmucksachen, die einem Schatz gleichkamen, und Timea bclud sich damit, wenn sie in Gesellschaft gingen; sie wollte daniit glänzm. WaS kann die Liebe des Gatten lauter verkünden, als die Diamanten der Frau? Athalie grübelte darüber nach. Gehören wirklich Timar und Timea zu dmjenigen Menschen, deren Liebe darin besteht, Diamanten zu schenken und anzunehmen? Oder giebt eS Menschm auf dieser Welt, welchen eS gegebm ist, glücklich zu sein, ohne zu lieben? Athalie beargwöhnte noch immer Timea und nicht Timax. Timar aber konnte eS kaum erwarten, daß der Winter vorüber war und der Frühlina kam. Selbstver- ständlich, damit die Mühlen wieder ansangen können, zu mahlen! WaS sollte auch dem GeschäftSmanne Anderes im kein Ende nehmen wollen, was ihren Interessen ungemein zu Statten kommt. Ein weiteres Schwein aber haben sie neuerdings noch dadurch, daß auch unter den Schweinen der Nachbar- länder, und zwar gleichzeitig in Rußland und Oesterreich Seuchen ausbrachen, die den Reichskanzler zwangen, in Rück- ficht auf die Gesundheit der reichsdeutschen Bevölkerung und zum Schutze von Gerechten und Ungerechten, ein strenges Schweineeinfuhrverbot zu erlassen, dessen Wirkung sich in einer gewaltigen Steigerung der Schweine- fleischpreise zeigt und selbst unseren loyalen und behäbigen Fleischermeistern die Milch der frommen Denkungsart in gährend Drachengift zu verwandeln droht. Denn die Wirkung dieser Maßregel ist eine bedeutende Einschränkung des Verbrauchs, d. h. die Bevölkerung lebt schlechter, während die Agrarier für ihr Vieh, das den inländischen Bedarf an Fleisch nicht zu decken vermag, be- deutend höhere Preise erlangen und sich auf Kosten der Massen die Taschen füllen können. Auch hier wird behauptet, und es sind gerade vielfach die in ihrem Geschäft geschädigten Sachverständigen, die Fleischermeister, daß es mit jenen Schweineseuchen mcht weit her sei und die Maßregel über Gebühr nur den Agrariern wiederum nütze. Das eine ist nun zweifellos, die letzteren befinden sich in der g ü n st i g st e n Stimmung. Alle ihre Produkte haben in den letzten Jahren eine Preissteigerung erfahren, wie sie diese selbst noch vor wenig Jahren sich nicht träumen ließen. Daher war auch schon die letzte Generalversammlung der Steuer- und WirthschaftSreformer im Februar dieses JahreS in Berlin voll LobeS und Preises gegen den Reichskanzler, den„mächtigen Bundesgenossen" der agrarischen Interessen, wie Herr von Below-SaleSke ihn nannte. Und der Mann hat Recht. Fürst Bismarck ist bekanntlich einer der größten Grund- besitzer Deutschlands und hat besondere Freude an dem landwirthschaftlichen Gewerbe. Keiner kann also besser wie er, die„Noth" der Agrarier kennen, und da er zugleich in der glücklichen Lage ist,„die Klinke der Gesetzgebung" sin der Hand zu haben, was ist natürlicher, als daß er dieser „Nothlage" des Agrarierthums nach Kräften abHilst. Anvers steht es freilich mit den vielen arbeitenden Millionen, die an diese„Nothlage" nicht glauben, und welche die Kosten der Ahhilfe dieser Nothlage aus ihren leeren Taschen durch die Preiserhöhung ihrer nothwendigsten Lebensbedürfnisse tragen müssen. Diese sehen die Welt mit andern Augen an, und ihnen erpreßt jede Maßregel zum Schutze der Agrarier die bittersten Beschwerden. Und wie verhält sich das Agrarierthum diesen armen Millionen gegenüber, wenn sie Angesichts der stetig steigen- Kopfe herumgehen? Nach den Erfolgen dcS ersten Jahres wird das Mehlgeschäft Heuer in noch größerem Maßstabe fortgesetzt werden. In diesem Jahre aber beredete Michael Timea, ihre Gesundheit nicht mit der Leitung des Geschäftes zu ruiniren; diese wolle er seinen Agenten übertragen, sie aber solle während der Sonnnersaison in irgend ein Seebad gehen, um sich dort von ihrem Nervenleiden zu erholen. Wohin er gehen wird� das fragt ihn Niemand. ES war anzunehmen, daß er wieder eine Reise nach Südamerika unternehmen und dann aus zarter Rücksicht die Lüge vor- bringen würde, er sei in Egypten oder in Italien gewesen. Er aber eilte hinab zur unteren Donau. Als die Pappeln zu blühen begannen, da war seines Bleibens nicht zu Hause das lockende Bild erfüllte alle seine Träume und nahm alle seine Gedanken gefangen. Er hielt keine Rast in Levetinczy, sondern gab nur seinen Agenten und seinem Verwalter eine so allgemein gehaltene Instruktion, daß diese thun konnten, was sie wollten; dann reiste er weiter nach Golovacz, wo der mit dem Verdienst- orden geschmückte Dechant wohnte, bei dem er übernachten wollte. CS war schon spät Abends, als er den Pfarrhof erreichte; er ging durch die Küche zu ihm hinein. In der Küche war ein junges hübsches Frauchep mit Kochen und Braten beschäftigt, im Zimmer aber, wo er den Kälugyer allein antraf, war der Tisch für zwei Personen gedeckt. Se. Hochwürden empfing den distingmrten vornehmen Gast auf das Freundlichste; vor allem gratulirte er ihm zu dem er- haltenen Orden; dann erbat er sich die Erlaubniß, in die Küche hineingehen zu dürfen, um Anstalten zu treffen für eine würdige Bewirthuna seines geehrten Gastes.„Denn," sagte er,„wir leben sonst sehr einfach." „Wir?" fragte Timar in scherzhaftem Tone. „Ei, ei, ei!" rief der Kälugyer, seinem Gaste mit dem Finger drohend.„Seien Sie doch nicht so boshaft." "Der Hausherr traf seine Anstalten und kehrte mit den Lebensmittelpreise die Gunst der Umstände zu benutzen suchen, um eine Lohnerhöhung durchzusetzen? Ihre Presse schreit nach Ausnahmemaßregeln, nach Be- schränkung der Koalitionsfreiheit und Bestrafung deS„Kon- traktbruchS." Dem König bewilligte der Landtag die Erhöhung, der bewilligte von 12t Millionen Mark auf lötz Millionen Mark mit Rücksicht auf die gestiegenen Preise aller Lebensbedürfnisse. Kommen aber die Arbeiter und beanspruchen für die Verschlechterung ihrer Lebenshaltung durch die Maßregeln zum Schutze des Agrarierthums einen billigen Ausgleich, dann ertönt von allen Seiten der Ruf: Steiniget, kreuziget sie. Und da schwatzt man noch von„Sozialreform" und wundert sich, daß die Sozialdemokratie wächst. Kann es denn anders sein? Wir wollen nur abwarten, ob man gegenüber diesen maßlosen Unterstützungen der Agrarier auf Kosten der ar- beitenden Klassen es auch noch wagt, Hand an das Koalitions- recht zu legen. Arbeiter seid auf der Jnt! Kein Zweifel mehr, die Gegner der Arbeiterbewegung sind mit ihren bisherigen Erfolgen nicht zufrieden. Daß das KoalitwnSrecht den Arbeitern durch Maßregelungen und Chika- nirungen jeder Art verkümmert, in vielen Fällen ganz illu- sorisch gemacht wird, das genügt den Herrn Rückwärtlern nicht: es soll ein großer Schlag geführt werden. Dem„Mißbrauch" des Koalitionsrechtes soll gesteuert werden. Was ist aber unter „Mißbrauch" zu verstehen? Gegen„mißbräuchliche" Be- Nutzung des Koalitionsrechtes, dächten wir, hätte die Polizei und hätten die Gerichte mehr als genügende Machtmittel in der Hand. Die Strafen, mit denen z. B. aewaltthätige oder auch nur übereifrige oder selbst nach gewöhnlichen Begriffen blos eifrige und durchaus vernünftige Einwirkung auf nicht- streikende Arbeiter an streikenden Arbeitern geahndet wird, sind geradezu horrend.— Allein das verstehen auch die Herren Rückwärtser nicht unter„Mißbrauch". Mißbrauch ist ihnen der richtige Gebrauch. Daß die Arbeiter, trotz aller Hemmnisse und Chikanen, vom Koalitionsrecht kräftigen und wirksamen Gebrauch machen und sich daraus eine gute Waffe geschmiedet haben, das ärgert die Herren Rückwärtser. Direkt, offen und ehrlich dem Koalitionsrecht zu Leibe gehen, das wagt man nicht; das würfe ein gar zu schlechtes Licht auf die„Arbeiterfreundlichkeit", welche prunkend zur Schau gestellt wird. Und dann ist die Arbeiterklasse in Deutschland doch auch zu einem so möchtigen politischen Faktor geworden, daß mit ihm gerechnet werden muß.— Da sind die Herren Rückwärtser denn auf einen Kniff verfallen, der dem jetzt modischen, abscheulichen Heuchelsystem entspricht.„Das Koalitionsrecht, so/sagen sie, soll mcht angetastet werden; im Gegentheil, wir wollen es den Arbeitern vollständig sichern. Jetzt ist es ihnen verkümmert; jetzt sind sie an der freien Aus- Übung gehindert und diese freie Ausübung des Koalitionsrechts wollen wir ermöglichen." Und wie? Dadurch, daß die Polizei angehalten wird, den Arbeitern bei Ausübung des Koalitionsrechts keine Hindernisse mehr in den Weg zu legen? Dadurch, daß gegen die Arbeitgeber, die den Arbeitem das Koalitionsrecht durch„schwarze Listen" und Maßregelungen jeder Art illusorisch zu machen suchen, mit voller Strenge der Gesetze vorgegangen wird? Mit Nichten! Nein, wer den Arbeitern das KoalitionSrccht verkümmert und sie an dessen freier Ausübung hindert, das ist nicht die Polizei, das sind nicht despotische Fabrikanten und zöpfische Zunftmeister oder Jnnungsbrüder, nein, das sind die— Agitatoren. Die Agitatoren, welche die Arbeiter aufhetzen und auf strafbare Gedanken bringen, die sie von selbst nie gehabt hätten! � „Niemand, so lautet der Vorschlag der Herren Reaktionare, niemand, der nicht selbst Arbeiter oder Arbeitgeber ist, hat das Recht, in Angelegenheiten, welche die Ausübung des Koalitions- rechts betreffen, hineinzureden." Also nur Arbeiter oder Arbeitgeber. Alle Anderen sollen durch die Polizei am Reden und jeder sonstigen Thätigkeit verhindert werden. Das»st so unverschämt und dumm, daß wir uns auf eine Kritik gar nicht einlassen. Wir wollen blas an einem kleinen Beispiel die Tragweite und den Zweck deS Vor« schlageS illuftriren. Der Bergarbeiterstreik wurde von drei einer Flasche guten Syrmier Weines zurück, die er seinem Gaste vorsetzte, um einstweilen, bis das Nachtessen fertig war, sich mit einem Schlückchen davon zu stärken. Nach jedem Schluck aber drohte er ihm aufs neue mit dem Finger, als wollte er ihm einen Gedanken verweisen, den er von seinem Gesichte herablas. Nein, wie boshaft die Welt ist. Ueberall entdeckt sie gleich etwas Schlimmes. Mensch ist aber Mensch. Der Mensch ist nicht von Stein, er ist kein Klotz, kein Thürpfosten." Timar bethcuerte, dies auch mit keinem Wort behauptet zu haben. Der Hausherr schüttelte aber noch immer den Kopf, und je mehr er trank, und er schonte den Wein beim leckeren Mahle nicht, um so ge- sprächiger wurde er. Das leckere Mahl wurde von der hübschen jungen Frau aufgetragen und so oft Timar sie an- sah, drohte ihm der Hauswirth mit dem Finger und be- klagte sich über die böse Welt.„Nun möge mir aber Jemand aus' der Bibel beweisen, daß die böse Welt Recht habe." Timar erklärte, nicht für ein Bisthum sich dieser Auf- gäbe unterziehen zu wollen. „War nicht Vater Abraham der ehrwürdigste und gepriesenste Patriarch auf Erden? Sagen Sie, war er nicht der getreue Ehegatte seiner Sarah? Und doch kennen wir die Geschichte von der Hagar, mcht wahr? Abraham war aber trotzdem ein heiliger Mann." Michael mußte ihm dies Zeugniß ertheilen.„Oder nehmen wir den Patriarchen Jakob. Zuerst heirathete er die Lea, dann verliebt er sich in die Rachel und nimmt auch die zur Frau- wem ist es aber je eingefallen, ihm deshalb wegen Bigamie den Prozeß zu machen? Gehen wir weiter! Sehen wir den heiligen König David. Wie viel Weiber hatte der? Sechs. Alle auf einmal. Auch an diesen hatte er nicht genug; er schied Mikhal von Paltiel und nahm auch sie noch da- zu- dann verliebte er sich in Bathseba, das Weib des Urms, tödtete diesen und heirathete Bathseba. Und das Alles ging ihm gut aus. David besingt sich in sechshundert und fünfzig Psalmen als einen heiligen Mann. Wie nun erst der weife Salomon? Der hielt sich gar vier- hundert Frauen. Wie kann man nun verlangen, daß Jemand Bergarbeitern: Siegel, Bunte und S-bröder geleitet. Ohne Leitung kann ein Streik nicht durchgeführt werden. Wohlan, durch die bloße Thatfache, daß sie die Arbeit niederlegten und an die Spitze des Streikkomitees traten, haben die drei Genannten aufgehört„Arbeiter", das heißt bei einem Unter- nehmer in Arbeit befindliche Arbeiter zu sein und find„Agita- toren" geworden. Die Polizei würde fie also, wenn der saubere Vorschlag damals schon Gesetz gewesen wäre, als Agitatoren und Nicht- arbeiter betrachtet und ihre Entfernung aus dem Streik- „Komitee" erzwungen haben! _ Genug, nach diesem Vorschlag wird jeder Arbeiter, der die Klaffenintercssen seiner Genossen vertritt, an jeder Thätig- keit gehindert—„sein" Arbeitgeber braucht ihn bloß zu maß- regeln! Und die„Nordd. Allg. Ztg.", das Organ des Reichs- kanzlers ist es, das diesen wahnsinnigen Vorschlag zuerst auf's Tapet gebracht hat und ihn eifrig befürwortet. Die Sache rst also nicht leicht zu nehmen. Arbeiter seid auf der Hut! iTU'vucspimdcnzen. Zürich, 4. September. Wie immer, so haben auch die Anarchisten in der Schweiz mit ibrer jüngsten Kundgebung nur für die Polüei gearbeitet. Wie Ihnen bereits der Tele- araph gemeldet, ist dieses politisch unbedeutende Manifest vom BundeSrathe in Bern zum Anlaß einer großen Staatsaklion gemacht worden. Ein eidgenösfischer Generalanwalt und Untersuchungsrichter find bereits ernannt, welche nunmehr ihres Amtes gegen die drei envischten Miffethäter walten können. Eine- derselben wurde in Lausanne verhastet, ein lOjähriger Schriftsetzerlehrling in Basel und ein 39jähriger Graveur Namens Albert Nicolet, verheirathet, Vater mehrerer Kinder, in Chaux de Fonds. Der letztere soll sich als Verfasser des Flug- blattes bekannt haben. Nach Beendigung der Untersuchung sollen lie vor die eidp. Assisen zur Aburtheiluna verwiesen wer- den. Nach einer Version sollte auch der in Wallis verhaftete deutsche Anarchist oder Nichtgentleman Troppmann mit in diese Prozeßsache verwickelt werden. Ein weitläufiger Apparat wird also in Szene gesetzt und gerade dadurch in demonstrativer Weise dem Volke die Ueber- zeugung beizubringen gesucht, wie noihwendlg ein ständiger Generalanwalt sei. Die kapitalistische Presse hat die Affäre be- reitS in diesem Sinne fruktifizirt. Was die Verhaftungen selbst betrifft, so hält sie die„Zllr. „Post" und der„Schweizerische Sozialdemokrat" nicht für ge- setzlich und außerdem für überflüssig, da alle drei Schweizer- bürger seien. Das letztere Blatt fragt:„Seit wann hat das eidgenössische Justizdepartement das Recht, Leute, die nichts Strafbares begangen haben, zu behaussuchen und zu verhaften und wo nimmt es dasselbe her? Wieder eine Ungesctzlicbkeit! Aber unsere politische Polizei ist trotz alledem keine Gefahr für die Freiheit unserer Bürger!? Beiläufig bemerkt: Ein Staat, wo ISjährige junge Männer zu„politischen Verbrechern" erklärt werden, geht seinem Ende zu. Fürsprech Steck geht dann weiter auf die juristische Seite der Angelegenheit ein und findet, daß das Manifest die von amtlicher Seite angezogenen Artikel 45 und 48 des Bundes- strafrechtS(gewaltsamer Umsturz der Bundesverfassung und ge- wallsame Vertreibung der BundeSbehöcden oder der Versuch hierzu) nicht auf sich anwenden lasse und daher daS ganze Vor- gehen der politischen Polizei ungesetzlich sei und schließt seine krilischen Betrachtungen:„Schweizervolk, willst Du diesem Spiele mit Deiner Freiheit unthätig zuschauen? Willst Du Dich mit dem egoistischen Tröste begnügen: ach was, es trifft ja doch nur Anarchisten und solche Leute! Gieb Acht, daß sich Dir dann der Strick, den Du selber drehen halfst, nickt unversehends um den eigenen Hals schlingt. Verdient hättest Du es ja durch Dein schlimmes Schweigen. Wir haben keinen Grund, Anarchisten zu vertherdigen: aber für Recht und Freiheit unseres Landes stehen wir ein, weil mit denselben unser republikanisches Gemeinwesen steht und fällt." Zu den Genfer Russenmaßregelungen, welche man thcilS ableugnet, therls schamlos zu beschönigen sucht. schreibt der Genfer Korrespondent des„Vieler Anzeiger", daß er seine Mittheilungen über einen Massenabschub von Russen und sonstigen Fremden nichtdeutscher Zunge aufrecht halte, da dieselben unwiderlegbar seien. Ueber das Absurde, dre Maß- regelungen mit der scharfen Schriftenkontrole zu entschuldigen, die, gegen Flüchtlinge ausgeübt, einer Aushebung des Asyl- rechts gleichkommt, schreibt der Korrespondent:„Ein Mann, wie Plechanoff, der bereits 7 Jahre in Genf ansässig ist, dessen Vergangenheit in jeder Beziehung tadellos ist, der ruhig seinen Studien nachging, niemals in die politische Agitation heiliger sein solle, als der heilige König David und weiser, als der weise Salomon?" Der gute Kalugyer hatte keine Ahnung davon, daß er seinem Gaste soeben einen Reisepaß ausgestellt hatte, mit welchem dieser getrost hinüberschwimmen kann über die Donau. Timar hatte jetzt nur noch eine halbe Tagereise zu Noemi. Ein halbes Jahr lang hatte er sie nicht gesehen. Sein ganzes Denken ist erfüllt von den Bildern des Wieder- sehens. Wach und im Traum wird er von heißen Be- gierden erfüllt. Er konnte eS kaum erwarten, daß der Tag anbrach. Schon in der Morgendämmerung stand er auf, hing sich die Jagdtasche um, warf die Flinte über die Schulter und wartete nicht, bis der gastliche Hauswirth sich ausgeschlafen, sondern verließ, ohne Abschied zu nehmen, das Pfarrhaus und eilte dem waldbewachsenen Donau- ufer zu. Die Donau thut ein sehr gutes Werk, indem sie, das alte Ufer verlassend, von Jahr zu Jahr den Wald er- weitert; denn durch ihr Zurücktreten sind auch die auf dem von ihr nun verlassenen Ufer vor fünfundzwanzig Jahren dort erbauten Grenzwachthäuser in die Ferne gerückt. Wer ohne Paß über die Donau setzen will, findet im jungen Wald ein vollkommen neutrales Gebiet. Timar hatte eine neue Sandoline nach der bekannten Fischcrhütte vorausgeschickt, zu welcher er zu Fuß zu gehen pflegte; er fand sie dort bereits vor, und machte sich nun, wie er gewohnt war, allein auf den Weg nach dem Röhricht. Die Sandoline glitt wie ein Hausen über das Wasser dahin, und daß sie so schnell dahinschoß, war nicht blos ihr Verdienst. Das Jahr war schon beim April angelangt, es war schon Frühlingszeit und auf der Oßtrovainsel grünten und blühten die Bäume. Um so befremdender war ihm der Anblick, welcher jenseits der Oßtrova- insel seinen Augen sich darbot. Die herrenlose Insel sah nicht aus, als wäre sie grün; es schien, als wäre sie ab- gebrannt. Je näher er ihr kam, um so deutlicher sah eres. Auf der Nordseite des Eilandes waren alle Bäume rost- braun. Die Sandoline durchschnitt in beschleunigter Eile das Schilf; als sie ans Ufer fuhr, sah Michael deutlich, eingriff, und sich seinen Lebensunterhalt auf mühsame W« durch gelehrte, schriftstellerische Arbeiten erwaib—°at Mann erhält plötzlich den Ausweisungsbefehl und nur w» Umstand, daß seine Frau krank dainiederlieat. bat er« P verdanken, daß die Ausweisung bis zum 8. September«uifi schoben wurde. Man wende nicht ein, die Polizei hat em' diesen Mann wie die übrigen auszuweisen, weil ihre. nicht in Ordnung find. Warum aber geschieht die weikung jetzt, nachdem er dereite 7 Jahre in Gens geuo � bat? Seme Papiere waren vor 7 Jahren genau so u>en>S Ordnung, wie heute. Ferner weiß ein Jeder, d«r w\, r Verhältnissen nur ein wenig vertraut ist, daß eS Ms w' für einen im Auslande ledenden und dabei demokratfl« B finnten russischen Unterthane» ist, sich Paß und HKmalMtw zu verschaffen. Schon der Umstand, daß der Paß> 80 Fr. kostet, macht eS der meist wenig bemittelten der Russen unmöglich, sich diesen Luxus zu gcstatler.-e weiß die Genfer Polizeibehörde so gut wie wir; und troyo jene harten, grausamen Maßregeln.... Man hat fast sämmtliche Russen auf das Stadthaus � rufen und fie aufgefordert, binnen Kurzem ihre Pa?»?- Ordnung zu bringen und ihnen dabei angekündigt, oaB andernfalls ausgewiesen würden. So wenig anfrchldar Maßregel nun auch vom starren Rechtsstandpunkt ist, so, fie doch schnurstracks den Traditionen des vielgerühmlen rechtes zuwider, das gerade darin besteht, daß auch Leute»» Papiere geduldet werden..«.i, Die Polizei weiß nun auch so gut, wie die Russeu'' daß die Vervollständigung der Papiere zu den llnmoglicm' gehört; entweder sind die Leute arm und können suk Paß nicht 80 Fr. pro Jahr ausgeben, oder fie sind'<( r{ tutionellen und liberalen Joeen anrüchig, dann bekoinvm auch für 80 Fr. keinen Paß, oder sie sind beides iusa« dann ist eS eine doppelte Unmöglichkeit, den Vorschnt>m, genügen. Wird diese Praxis weiterhin gehandhabt, wüßren wir wirklich nicht, worin der Unterschied K™ Berlin, daS unter dem kleinen Belagerungszustand seufj'- Genf, das sich stolz die„Stadt der Flüchtlinge" nenm, finden wäre!..- � ä- Ja noch mehr! Wie bereits gemeldet, ist auch)Ng»L-, Student, Namens Nasar-Bek, ausgewiesen, der sich'Ni � sämmtllcher vorgeschriebenen Papiere befand. Als Grund Vertrerbung wird angeführt, er habe einen gelegentluB Brinstein'smcn Romdenaffäre vir« üünifi auSflC®1" 3l Brinstein'schcn Bomdcnaffäre aus Zürich ausgl Freund acht Tage bei sich beherbergt. Es ist nun nicht einzusehm, daß darin ein vernünftiger grund liege.. � Hat denn der junge Student dadurch, daß se>n wiesener Freund acht Tage bei ihm zubrachte, mit eine« � � die Eigenschaft einer Dynamitbombe erhalten, so daß fem' fernung aus der Stadt dringend nothwendig wird?" Dazu bemerkt die„Arbeiterstimme": � Die Reaktion hält auch in der---©fi am Leman ihre Orgien. Mit dem blöden Argument, dal von Schweizern Papiere verlangt werden, verhüllt oder sckmldiat man diese Tbatsaitie. Ein K4in>ei»er. der schuldigt man diese Thatsache. verfolgter gemeiner Verbrecher Rappen Papiere beibringen— Söhne nicht." Der Vorschlag des sächsischen Ein Schweizer ist, kann für ein Rußlands freiheitsdur!»« Stickere« iv"' b an d es, die Erhöhung des Stichlohnes um 10 Pf- führen, ist vom oft schweizerischen Stiarr, verband abgelehnt worden. Begründet die Ablehnung durch die„Marktlage", dre uran�l,, Garantie, daß Sachsen auch wirklich die erhöhung allgemein durchführe, die„französische KonklU- � unv die vielfache Umgehung des MinimaltohneS. Zw�i und überzeugend ist diese Begründung nicht, wohl ab« künftlich! jjif Die Verfassungskämpfe in St. Gallen enthülMa- Liberalen immer mehr als das, was sie find t süchtige, reakiionäre und demagogische Elemente, denen'»•ö« Charakter, Ehre, Logik um ihren Vortheil feil ist. Parteigenossen auf den Regierungssesseln sitzen, haben m'? auch die Macht, ihre Grundsätze durchzuführen. Ber � Nachwahlen, die am letzten Sonntag in mehreren Gepi�z des Kantons stattgefunden, praktizirten sie eine Korruptio" � moralische Verkommenheit, die geradem entsetzlich sind sie siegten über die Demokraten. Wahlbeftcchungen, � ii flussungen, Drohungen mußten die Wähler präpariren, � in der Gemeindeversammlung bei offener Abstimmung guiren und gewinnen zu können. pülitijrkjc AeversM Der Dockarbeiterstreik und die„NorddeuN"� Die„Rordd. Allg." aockrrt wie der Hahn auf dem ein gutes Körnlein für seine Henne gesunden, weil sie daß eine ganze lange Reihe Bäume verdorrt war. gerade die Lieblingsbäume der Frau Therese— die bäume. Sie waren vom ersten bis zum letzten n* Michael fühlte sich durch diesen Anblick sehr herabgcs�p Sonst empfingen ihn hier um diese Jahreszeit grüner�». und Rosenhaine; nun empfängt ihn ein verdorrter Ein schlechtes Omen. Er drang in das Innere der Insel ein und auf das ihn begriißende Hundegebell. Kein( ließ sich vernehmen. Mit bekümmertem Gemüth siS vorwärts. Die Wege waren vernachlässigt, bedeckt vo»� � gebliebenen dürrem Herbstlaub, und es schien ihm, ,i auf der Insel auch der Vogelgesang ausgestorben, ki sf in der Nähe der Hütte gelangte," überkam ihm � ängstigendes Gefühl. Was war mit ihren Bewohn� schehen? Sie konnten gestorben und unbeerdigt sss�;< in halbes Jahr lang mit anderen D«'" er mußte mit Landesangelegenheiten schäftigen, mit seiner jungen Gemahlin brilliren»n anhäufen. Ueber die Inselbewohner hat inzwisch�z» Himmel gewacht, wenn er für gut befunden, über l wachen. cn. ff1 So wie er unter die Veranda trat, öffnete V®(«ii Thür und Frau Therese trat auS derselben hervor, ernst aus; es schien, als wäre sie über etwas erssl�F- dann zeigte sich ein bitteres Lächeln auf ihrem „Ah, sind Sie schon da?" sagte Therese und eilte>9.|i' gegen, um ihm die Hand zu drücken. Und dann& � es, welche die Frage an ihn richtete, warum er tM'. jf so ernsten Gesicht komme?„Es ist doch kein Ung' schehen?" beeilte sich Timar seinerseits zu fragen,-y# „Unglück? Nein!" sagte wehmüthig lächelnd � „ES fiel mir so schwer aufs Herz, als ausgedorrten Bäume erblickte," sagte Michael, um stw Miene zu entschuldigen.-»4�8 „Die Ueberschwemmungen des vorigen Sommers A das angerichtet•" antwortete Therese;„der Nußbaum die Nässe nicht." � � „Und wie geht es Ihnen beiden? fragte ruhig. t-wi Jmi N ,>n R &, Äi» wm' «wLolt! W W •(fS orrter u"b®5? tn(■ th s«- It> )tn, -en. s' b- hm � rf wohnK igt geb�.» eiten s'�l- e» � »-» VN' rZ-üP 1 ein ,f'V ilte si- ivat y �rl!' entdeckt hat, daZ nach einem englischen Bismarck � L'Mich des Dockarbeiterstreiks. thauS b-> tapiere'» i, dab 1? bar so loii'l int 3iDl' tute»!nu «amit�find Slofi«, der konservative.Globe", der zwar die reichen ilaiidtt durch ihre Unterstützung des Dockarbeiteraus- SWt t- v? Sozialismus in die Hände zu arbeiten, hat kein Zt mi Einschränkung der englischen Freiheit. «stt h«" schimpft auf die feiernden Dockarbeiter, wie «vder« D(m kinem konservativen Bourgeois-Organ nicht sj.. erwarten kann, aber daß man ihnen die Freiheit be- sük ken soll, so zu handeln in ihren Lohnkämpfen, Wieste N fanden, das fällt dem„Globe" nicht ein. Darin .. t t stch auch die konservative englische � d u r m h o ch von der �Nordd. Allg. Ztg.", der„Eons. 5?' und ihrer Gefolgschaft. sj,.„'f--Eons. Corresp." nimmt den Mund recht voll iiber »id Dauernde und opferfreudige Thätigkeit BurnS, der früh fo» iv?'ur die Interessen der Dockarbeiter eintritt und eine »�Udmncnschliche Rührigkeit entfaltet, die das höchste Lob Z�tt/UU Gmge es nach dem edlen Junkerorgan, so müßte die ms.' cJe Burns spielt, allein schon genügen, um zu Aus- ij.. Ä'Umegcln in Engtand zu greifen. Das Blatt beurtheilt �ng'and nach der Atmosphäre, die in Deutschland Wer? ,v)er freie Luftzug verursacht einen Schnupfen. Ehe fönt>. �em Arbeiter sein Menschenrecht gönnen, eher Himmel ein. Bekommen die Junker durch eine sie -.».übende Gesetzgebung des Staats Millionen in die Tasche wie dies im Deutschen Reich geschieht, dann finden »f biwi'.'<"r uies tut �>euiicycn meily gcimicyi, umm toi rf*" Ordnung unb sie verlangen in ihrer Bescheiden tolm> 1Jr,e�r' utill aber der Arbeiter seinen kümmerlichen toi k?* ifa"' seine überlange Arbeitszeit verkürzen, dann ist iieift»»• Schädigung des„Gemeinwohls", t die man am unt der Verschickung blauer Bohnen beantwortete. toi, r*5W tteutn Militäretat wird anscheinend offiziös Wdf-x LUri,er Nachrichten" geschrieben, daß es sich darum dis baß 15. Armeekorps in 2 Armeekorps zu theilen und 1� ueuen vierten Bataillone der Jnfanteneregimentcr von eigenen Kadres zu vereinigen, wahrscheinlich zu einem to. y.,r"meekorvS, welches als westpreußischcS tu bezeichnen >»rho'), biese Formationen würden, da die Truppentheile toi sst.■' nur einen mäßigen Aufwand erfordern, die in ftoeii■ einzustellenden Summen daher nur gering sein. Da- Er' Wirb wie seit einer Reihe von Jahren zum Zwecke der Steuer,,«» t... mr.rr.» k!!� hrf, der Waffen und Materialien für die Armee wohl tob«. Jahre eine Forderung ausgestellt werden und Slißj... � Mrlilaretat für 1890/91 den laufenden um einige �nen überschreiten."— Es wird wohl viel mehr werden. tz, Interen Patrioten in» Stammbuch. Vor kurzem hat t>tbl l f�rvanoe„Post" angesichts der nächsten Reichstags- L � befürwortet, die Polizeifesseln, mit denen die deutsche «i beglückt ist, etwas loser zu knüpfen. Jetzt finden wir „Münchener„Allg. Ztg." die Reiseskizzen eines Münchner dltib, Reder, in welchen der erste Eindruck, den Amerika treffend geschildert wird.„Amerika, schreibt Herr Reder, 5j5|n praktisches Land. Langweiligkeit, Kleinigkeitskrämerei, »Iii« engeist, Polizeiwirthschaft hört auf; an ihre Stelle treten to« z' wenschenwürdigere Dinge... Ueberall wurde ich auf Irlich ste empfangen, so daß ich durch diesen Gegensatz S"bst in gebildeten Schichten drüben(d. h. in Deutsch- vorkommenden lakaienhaften Packträger- und Korporals- pflanz überrascht war." Kanada erhalten wir die Meldung, daß der seiner Soli?• vielgenannte Schüler von RodbertuS, der„konservative �.w>list" und Verfasser des„Emanzipationskamps des vierten $tn■ S''®r- Nudolph Meyer, sich definitiv in Whitewood, Assiniboia, niedergelassen und dort eine Art Gelehrten- 1? gegründet hat. Dr. R. Meyer wurde bekanntlich seiner Wegen Bismarck- Beleidigung steckbrieflich verfolgt und ije ms Ausland,»uletzt nach Nordamerika. Cchveber die nächsten Peichotags mahlen sprach Herr «yffcssder in einer Bergarbeiter-Versammlung in Witten �>»i»"tag. Er kündigte, nach der„Hag. Ztg.", dabei den �.Illiberalen die Gefolgschaft, der Bergmann sei mündig "oriv,? und werde deshalb bei der freien Wahl keine Be- u"g mehr dulden. Es müsse ein solcher Abgeordneter werden, der die Interessen ber Arbeiter voll und ganz tor Dresden ist der Militärmusikdirektor T r e n k l e r, Ä'vkuS betrog, begnadigt und aus der Haft entlassen. Ss � Buchdrucker Harnisch, der wegen Unterzeichnung »ijj.�radezu harmlosen Flugblattes zu 8 Monaten Gefäng- ton�Urtheilt wurde, darf natürlich an einen Straferlaß nicht derselbe erhält vielmehr in Zwickau nicht einmal die so».""sechsten Vergünstigungen, welche vielen anderen Gr- bxu,jlljg| werden. toi«! 3" einer zu Sonntag, den 1. September, Hierselbst ��uutei�ersammlung�de�lrbeiter-Bil� toe i�erese antwortete sanft:..Wir sind wohl auf, ich und "«den Andern!" Zl��-Was wollen Sie damit sagen: ich und die beiden ltoj. �erefe lächelte, seufzte und lächelte wieder. Dann � Hand Michael auf die Schulter und sprach: Dg, Frau eines armen Schwärzers ist bei uns krank ae- eri. Die Frau starb, das Kind blieb hier. Nun wissen ' wer die beiden Andern sind." (Fortsetzung folgt.) Vmrst unt» Leven. 'situ 8* bisher ungedruckte Briefe so» Krinrich to� o, werden soeben durch den Katalog des Antiquariats toli�' A Stargardt zum Kauf gestellt. Sie sind an Maxi- ds den Bruder des Dichters, gerichtet und stammen '!en schlimmster Leidenszeit. Im ersten Brief, datirt � den 10. September 1848, schreibt Heine: imln..H�i-z ist so klug, es hat richtig errathen. daß mein z�toe-.Nrickgrate seinen Sitz hat. Seit zweimal 24 Stunden TOem ltJ) mich in den furchtbarsten Krämpfen, die noch in .dikz«Ugenblick mich hindern. Dir ordentlich zu antworten. C�fieit �vhirn, oder vielmehr die Seele, in üppigster Ge- i"im!""d ich fürchte deshalb ein längeres Leben als mir Das Geld ist wie ein gutes Bett, das mir Jf z', tneint Rückgratsschmerzen nicht heilen kann, aber Mih nicht vermehrt, während ein schlechtes Bett, meinigen in diesem Augenblick, die Qualen verstärkt. j0''• seit drei Nächten habe ich nicht oei-dlafen. Welche we Gedankenfluih in so einer Nacht. ßuil". meimgen in ütciem nuumuiiu,---------- 'ktii" J6'1 drei Nächten habe ich nicht geschlafen. Welche t 3we Gedankenfluih in so einer Nacht." iweite Brief ist in Paris am 3. Dezember desselben " und hat in seinen Hauptstellen folgenden �'totenl darf Dich nicht Wunder nehmen, wenn eines frühen l viel»'"eine Muse sogar als eine Betschwester Dir entgegentritt. A dj.."(chlafloscn Marternächten verfasse ich sehr schöne Ge- l»ber doch nicht niederschreiben lasse. Die alte Garde- 'isie g.""kenwärterin). die bei mirwacht, sagte mirvoriae Nacht, °fllen den Krampf in den Knieen ein sehr gutes Gebet wisse als Referentin Frau Ihrer, als Korreferent Vergolder M. Hoffmann über„Die wirthschaftliche Lage der Frauen" sprechen In einer Versammlung am Sonnabend, den 31. August, also am Tage vorher, wurde der Verein für politisch erklärt und die Frauen vom Ueberwachenden aus dem Saal gewiesen, was allerdings einige Erregung verursachte. Als nun am Sonntag die Versammlung eröffnet wurde, forderte der Ueberwachende wiederum die Frauen zum Ver- lassen des Saales auf; ferner war dem Vorsitzenden vorher mit- getheilt, daß Frau Ihrer nicht sprechen dürfe. Hierauf wurde auf Antrag die Versammlung geschlossen mit der Aufforderung, noch gesellig zusammen zu bleiben. Doch„mit des Geschickes Mächten, ist kein ewiger Bund zu flechten": der Kommissar theilte mit, daß er von seiner vorgesetzten Behörde den Auftrag habe, auch nach Schluß der Versammlung auf Räumung des Saales zu bestehen. Unser Kandidat, Herr Hoffmann, protestirte hiergegen und er- klärte, daß wir allerdings weichen müßten, forderte aber den Vorstand auf, gegen das ungesetzliche Vorgehen der Behörde Beschwerde zu erheben. Wohl 400—500 Personen blieben bis tief in die Nacht bei heiterer und ernster Unterhaltung, wozu Lassalle'S Todestag reichlichen Stoff lieferte, zusammen. Zu Dienstag, den 3. d. M., war eine öffentliche Versamm lung der Frauen und Mädchen einberufen. Dieselbe wurde mit folgender Begründung verboten:„In Erwägung, daß die FrauJhrer sowohl, wie auch VergolderHoffmann aus Hallea/S. an dem sozialistischen Kongreß zu Paris theilgenommen haben, auch der die Versammlung anmeldende Schuhmacher Junghans als Anhänger der sozialistischen Partei bekannt ist, dies aber Thatsachen sind, welche die Annahme rechtfertigen, daß die an- Semeldete Versammlung zur Förderung sozialdemokratischer auf Imsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung ge- richteten Bestrebungen bestimmt ist, ergeht auf Grund der §§ 9, 10, 17 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 der Beschluß (folgt Verbot)." Wenn man in Betracht zieht, daß der Ver- golder Hoffmann ungestört hier über den Pariser Kongreß Be- richt erstatten konnte, so kann man sich der wenn auch vielleicht trügerischen Hoffnung hingeben, daß auf die eingereichte Be- schwerde das Verbot aufgehoben wird, denn die bloße That- fache, in Paris gewesen zu sein, kann doch nicht gefährlich für das Deutsche Reick sein. LBpzis, 5. Sept. Heute wurde der hiesige Wahlverein verboten und zwar auf Grund des Z 1 des Sozialistengesetzes. Ans Halle a, K.. den 31. August, schreibt man uns: Der von der hiesigen Behörde für politisch erklärte Fachvercin der Schlosser hielt heute im unteren Saale des„Kühlen Brunnen" feine Versammlung ab, in welcher über die Zu- schickung des Beschlusses der Behörde diskutirt wurde. Der Vergoldcr Hoffmann erklärte die Wirkung dieses Beschlusses, »og eine Parallele zwischen dem, was bei den Arbeitern als sozialdemokratisch gilt und bei den Konservatioen nicht, was bei Jachvereinen politisch ist, dagegen bei Kriegervereinen, Hand- werkertagen und Innungen:c. nicht. Reicher Beifall lohnte den Redner. Nachdem der Vorsitzende und einige andere Redner sich im gleichen Sinne ausgesprochen, beschloß die Ver- sammluna ihren Verein in Anbetracht. daß»fich die Erörterung wirthschastlicher Fragen von der Erörterung politischer Ange- legenheiten, insbesondere bei der Art, wie man gegen Arbeiter- vereine vorgeht, gar nicht trennen lasse, als einen politischen Verein zu erklären, und daß man der Behörde für die gute Zensur resp. für das von ihr ausgestellte Reifezeugniß nur dankbar sein könne. Großbritannien. In einem an die„Daily NewS" aus dem Engadin-Thale gerichteten Schreiben kommt Labouchöre nochmals auf das Verhältniß Englands zum Dreibunde zurück. Nach einem Hinweis darauf, daß die ausländische Presse im allgemeinen den Erklärungen, welche Sir James Fergusson im Hause der Gemeinen betreffs Lord Salisburys Verbindung mit den Gliedern des Dreibundes abzugeben instruirt war, keinen Glauben beimesse, schreibt er u. a.:„Was sich zutrug, ist, wie ick von glaubwürdiger Seite informirt werde, folgendes: Fürst Bismarck war bemüht, Italien in das österrcichisch-deutsche Bündniß hineinzuziehen. CriSpi zögerte, diesem Bunde beizu- treten, weil, im Falle eines Krieges mit Frankreick, die italienischen Küsten einem Angriff der französischen Flotte, mit welcher die italienische Flotte sich nicht messen könne, ausgesetzt sein würden. Er(Bismarck) ersuchte daher Sir E. Malet, in Lord SaliSbury zu dringen, Italien solche Zusicherungen zu geben, welche es zu der Folgerung verleiten würden, daß wir demselben in der Vertheidigung seiner Küsten im Falle eines europäischen Krieges beistehen würden. Diese Versicherungen wurden von Lord SaliSbury ertheilt. Die ge- naue Natur derselben kenne ich nicht, aber sie wurden für Italien als so befriedigend erachtet, daß eS dem Dreibunde bei- trat. Eine Darstellung der damals gegebenen Versicherungen wurde den britischen Botschaftern im Auslande übermittelt und zum mindesten einer derselben betrachtete sie als in hohem Grade kompromittirend. Es ist, wie ich hervorgehoben habe, ganz unmöglich, irgend etwas zu glauben, was Lord SaliSbury selber sagen oder Sir James Fergusson und ich bat sie mit großem Ernst, für mich es hinzubeten, während sie mir zu gleicher Zeit eine heiße Serviette um die Knie wickelte. Das Gebet hat eine gute Wirkung gethan und der Kampf wich. Du hast keinen Begriff, wie viel ick ge- litten habe und wie viel ich in diesen Leiden Charakterstärke, schauerlich starke Charakterstärke an den Tag gelegt habe. BloS meines Weibes wegen habe ick diesen Leiden nicht ein Ende gemacht, wie es wohl einem Manne erlaubt wäre, dem alle Hoffnung erloschen ist, je wieder das Leben genießen zu können und dessen Herz noch außerdem an so manchen unheilbaren Wunden siecht. Es scheint mir jetzt, daß jedes moralische Ungemach, daß jeder Kummer noch zu ertragen wäre, wenn man dabei spazieren gehen könnte. Aber mit zerrissenem Herzen unaufhörlich auf dem Rücken liegen, auf dem wunden Rücken, das ist unerträglich. Meine äußere Lage hat sich etwas verbessert: ich habe eine neue Wohnung bezogen, welche mir besser gefällt, als die vorige und die nur den Fehler hat, daß sie etwas zu klein ist; ein Uebelstand, der mich nöthigt, an dem ganzen Haushaltungsspektakel unwillkllr- lich Theil zu nehmen, sowie ich denn in diesem Augenblick einigermaßen auS dem Konzepte komme durch eine Diskussion, welche sich zwischen meiner Gattin und der Köchin entsponnen hat. Meine Frau ist übrigens ein herrliches, holdseliges Weib, und wenn sie eben nicht zu laut zeckelt, ist ihre Stimme ein tönender Balsam für meine wunde Seele. Ich liebe sie mit einer Leidenschaftlichkeit, die über meine Krank- heit hinausragt und in diesem Gefühl bin ich stark, wie matt und lahm auch meine armen Glieder sind. Am verdrießlichsten wird es mir, wenn ich meiner Mutter zu schreiben habe und mich einer fremden Feder be« dienen muß. Es schneidet mir tief durch'S Herz, wenn ich be- denke, wie bekümmert die arme Frau sein muß, wenn sie meine Schriftzüge nicht sieht. Sie glaubt jedoch nur an ein Augen- übel und hat keine Ahnung von der Größe meines Unglücks. Ick rassume sie von Brief zu Brief, daß ich bald ganz herge- stellt sein und ihr eigenhändig schreiben werde, wenn mein Augenarzt es erlaubt. Meiner Schwester jedoch habe ich die Wahrheit nicht verhehlt... Wie oft weine ich nach Dir! wie blutet mir das Herz, daß ich Dich, meinen einzigen Freund, nicht bei mir habe in dieser schrecklichen Zeit. Ich bin ganz allein, ich lebe in einer schauerlichen Einsamreit, obgleich mitten in Paris, dem Tummelplatz aller Leidenschaften!" Gin sondrrbarer«nd in seiner Art«och nie dagewesener Prozeß wegen Verletzung geistigen EigenthumS steht(angeblich) m Aussicht. Der Wiener Baritonist K., der anweisen mag. für ihn zu sagen. Es giebt jedoch eine einfache Methode, dem Mißtrauen, welckes in ihn gesetzt wi d, zu begegnen. Möge er die Depesche veröffentlichen, welche er unseren Botschaftern im Auslande sandte, sein Vorgeben in dieser Angelegenheit erklärend. Dies wird er jedock. ich bin davon überzeugt, nicht thun, denn wenn er sie veröffentlickr, würde jedermann wahrnehmen, daß die Versicherungen, welche Sir James Fergusson nach seiner Weisung im Haufe der Gemeinen ertheilte, in absolutem Widerspruch mit den That- fachen stehen." Der Londoner Korrespondent der„Birmingham Post" schreibt:„Mag der Ausgang des Streiks sein, wie er wolle, eines ist sicher, daß John Burns eine Unvermeidlich» keit als Varlamentskandidat für einen Londoner Wahlkreis ge» worden ist. Er wollte weder als Kandidat des liberalen Vereins, noch als Radikaler oder Arbeiterkandidat auftreten sondern ganz auf eigenen Füßen stehen.(Das ist sebr ver- nünstig von ihm al« Sozialdemokraten. Unter„Arbeiter» kandidat" ist ein Kandidat der TradeS UnionS zu verstehen. Red.) Burns Freunde erklären, daß er sich um den Wahlkreis bewerben wird, trotzdem die Liberalen einen anderen Kandidaten haben. Battersea ist übrigens kein tnpiscker ArbeitetwablkreiS und eS wird BurnS schwer fallen, die nötbige Majorität von 5000 Stimmen zu erlangen. Andererseits heißt es auch wieder, daß ein Wahlkreis des Ostens den Führer des Streik« als Kandidaten wünscht." Der Anarchist Fürst Kravotkin hielt am Sonntag einen Vortraa in der South-place Chapel über„Da« Problem unsere« Jahrhunderts", d. h. die soziale Frage, wie sie sich in unserer Zeit gestaltet hat. Jahrtausende lang habe der Kampf der Massen gegen die Minorität gewährt. Jahrhunderte hätten die Völker ihr Vertrauen in die katholische Kirche geketzt, darauf in das Institut der Monarchie, aber niemals Freiheit und Gleichheit erreicht. Der Wissenschaft, welcke alles Be» stehende zu rechtfertigen suchte, vermochte der Redner keine Achtung zu zollen und ebenso wenig dem Darwinismus mit seinem Recht des Stärkeren Sympathie abzugewinnen. Bezug- lich der Maschinen stellte sich Fürst Krapotkin auf den Marx« schen Standpunkt. Frankreich. Wie verlautet, wäre die Regierung die vom obersten StaatSgerichtSl zur Bekundung ihrer Kandidatur um ein»»»»>»«>»» zugelassen werden könnten, sofern sie die Kandidatur-Erkliuur g durch baS Gerichtsvollzieheramt abgeben ließen. B o u I a n g e r hat an T i r a r d ein Schreiben gerichtet. in welchem er verlangt, vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden, und sich verpflichtet, sich sofort zu stellen, sobald der Gerichts- bof konstituirt sei. Boulanger fügt noch hinzu, weigere sicki Tirard, diesem Verlangen nachzukommen, so beweise dies, daß man in höheren Kreisen das unparteiische Votum eines militäri- sckcn Gerichtshofes fürchte; er werde dann seine Sacke dem obersten Richter unterbreiten, der bei den Wahlen am 22. de. das Urtheil sprechen werde. Kelgie«. Brüssel, 3. Scptbr. Die Kohlenarbeiter des Borinage haben jetzt ihre Sonderorganisation, mit der sie keine guten Erfahrungen mochten, aufgegeben und sich wieder der Arbeiterpartei angeschlossen, die nunmebr wieder einig ist. Da» Ereigniß soll am 29. September in MonS durch eine große Manifestation gefeiert werden. Um die Organisation der Kohlenarbeiter de« Borinage in feste Bahnen zu leiten, ist gestern Anicele aus Gent in Frameries erschienen und hat, wie der„Voss. Ztg." herichtet wird, in eingehender, zündender Rede die Schaffung eines Kohlenarbeiter-Snndikats für das Becken Borinage durchgesetzt. In faßlicher Weise legte er die Vortheile der Einigung der arbeitenden Klassen dar. Wären die belgischen Kohlenarbeiter organisirt, so hätten sie den west- sälischen Ausstand dazu benutzt, um für sich eine Lohnerhöhung durchzusetzen oder gemeinschaftliche Sache mit den deutschen Ar- beitern zu machen. An dem Ausstande der Londoner Hafen- arbeiter sei zu erkennen, welchen Einfluß ein ordentlich organi- sirter und geleiteter Ausstand haben würde; die Arbeiterfor- derungen würden schnell durchgesetzt werden. Die Kohlen- industrie habe jetzt glänzende Zeiten, Kohlenwerke des Borinage vertheilten Dividenden von 200 Franks auf je 1000 Franks, hie Arbeiter erhielten nichts; eine feste Organisation würde berartiqe Zustänbe unmöglich machen. Anseele fand stürmischen Beifall. der Anficht, daß o f Verurthcilten Deputirtenmandat VevsammUmgen. Gin- groß- öffentliche V-rlammlnng der Maler und Anstreicher Kirdorfs und Umgegend tagte am Dienstag, den 3. September, im Lokale von Kammer, Berliner- straße 136, unter Vorsitz des Herrn Burghardt. Auf der Tagesordnung stand: Welche Vorthcile haben wie in unserem sich zur Zeit in Venedig aufhält wurde dort von dem itakieni» schen Vertreter EdisonS, einem Herrn Copello, eingeladen, etwas in den Phonographen hineinzusingen. K. singt die Romanze Hamlets, und Herr Copello nimmt sein Phonogramm und läßt dieses in öffentlicher Sitzung, für Geld, die K.'icke Hamlet» Romanze wiederholt vortragen. Der Baritonist fühlt sich da- durch in seinem Eigenthum gekränkt und wird prozesfiren. Aus den Richterspruch darf man gespannt sein. Um da» Schwanke» de» letzte« Gifendahnwagen» zu vermindern, ordnete die Eisenbahnverwaltung an, daß nur solche Wagen als letzte in die Züge einzustellen sind, welche sich besonders bezüglich der Achsen, Räder, Lager und Federn in vollständig gutem Zustande befinden; ferner sind die letzten Wagen fest zu kuppeln, auch ist beim Herabfahren auf starkem Gefalle rechtzeitig zu bremsen. Die StationS- und Reoisions- beamten der Zugangsstationen haben den Zustand, sowie die gute Kuppelung der letzten Wagen genau zu prüfen, die Zug- führer, sowie die übrigen Fahrbeamten haben die Scklußwoaen so viel wie möglich im Auge zu behalten und der Station so- fort Meldung zu machen, wenn der Gang de« letzten Wagen« ein unruhiger ist, oder wenn Klagen der dann fahrenden Reisenden laut werden. Die Station hat den betreffender Wagen nöthiaenfalls der Werkstatt zur Prüfung oder Reparatur zuzuführen. Vielfach ist das Schwanken der Wagen lediglich der mangelhaften Geleislage zuzuschreiben; die Bahnmeister werden daher angewiesen, auf gute Geleislage fortdauernd ihr Augen- merk zu rickten. Das Käthf-l des Spuke» in Ge-ß-Dar«»w. wo be. kanntlich zwei Knechte des Bauerhofsbesitzcrs Wolter nach ihren Klagen allnächtlich von einem„Geiste" durchgepiügetc wurden, hat nun auch seine Lösung gefunden. Ja der D.cke des Schlafgemachs der beiden Knechte war eine Luke ange- bracht. Dies bemerkte ein anderer Knecht, schlich sich unbemeckl auf den Boben, befestigte Schnüre an jene Fallthüre und ver- sah sich mit dem Nöthigsten. Sobald die Knechte ihre Lager- stätte aufgesucht hatten und das Licht ausgelöscht war, ließ der vermeintliche Spuk die Fallthüre vermittelst der Schnüre nieder und bearbeitete mit Ruthen oder sonstigen Schlagwerk» zeugen die unten Liegenden in gröblichster Weise. Sodai> diese etwa Licht machten oder sonst Gefahr im Verzuge wir, zog der Unhold schleunigst die Klappe empor, und alles war still. Charakteristisch war es schon, daß mit dem Erscheinen des Gendarmen im Dorfe der Spuk seine Thätigkeit ein- stellte. MrtjSfrtatn Lohn kämpfe errungen? Ter Referent, Kollege Hohlwegler, führte in begeisterter und fesselnder Werte Folgen- d«S aus: Die Organisation ist der Grundpfeiler einer Bewegung; wir sind noch. Kinder gegenüber den anderen Bau- Handwerkern. Deshalb rufe ich Ihnen zu: Treten Sie alle der Vereinigung bei, Sie haben ja gesehen, wie gut es war im diesjährigen Lohnkampfe, daß wir uns organisirt hatten. Wenn wrr auch nicht alle Forderungen zur Durchführung gc- bracht haben, so haben wir doch von 33 pCt. wenigstens S0 pEt. errungen und den Meistem gezeigt, daß wir nicht schlafen. Eine Lohnbewegung ist die Schule zur politischen Bewegung und wird die Kollegen auf- rütteln. Der Kapitalist ist der mehr Berechtigte und sieht dem Streik mit mehr Ruhe entgegen, als wie der Arbeiter, denn der!; 153 der Gewerbeordnung existirt ja nur für ihn. Wir müssen darnach trachten Leute in den Reichstag zu wählen, die unsere Lage vertreten. Es hat uns ja der Pariser Kongreß gelehrt, daß dre Achtstundenarbeit das Ziel aller Proletarier ist. Unsere Lage kann nur durch den Reichstag gehoben werden. Der Redner erntete reichen Beifall. In der Diskussion sprachen noch die Herren Maurer, Burghardt, Schmoldt, Lupiger und Schlegel im Sinne des Referenten. Es wurde folgende vom Kollegen Tornow verfaßte Resolution einstimmig angenommen: »Die heutige Versammlung der Maler und Anstreicher ver- pflichtet sich, der Vereinigung der Maler und Anstreicher beizu- treten, um eine kompakte Masse gegenüber dem Kapital zu bilden.'" Kollege Burahardt erinnert an den Rückstand der Kollegen, die zuerst beigetreten waren: wenn wir uns als Bruder die Hände reichen, so werden wir auch über dm Kapi- talismus siegm. •« «»pang-, Cum- und giseUtg» N»r»in» am Eonnabmd,(St fang- TKTtta.fearmonin" Sbtnd« 8 Uhr tm Rtstaurant, Mit Iakodftr 88.— mUmatgttongiJtrttn.Trtut' AbtndS 9 Uhr im»ttftaurant SndrtaSstrait 8.— «RänittigttangDectiii„(Srato"«btndS 9% Uhr bei Echlawickt. Ältint Surftt. l Manntrgtjanqvtrtin„Stntftlbtr", Große pamburgttfttnfit 4, um 9 Uhr Utlm.iglflunbt, aufnahmt ntuet Milzlieder Lübeck'scher Turnverein (I. LthriingS- Abiheiiung). ÄdendS 8 Uhr Glifobtlhfiraßt 57-58.— Turnvtrein.Meddiiig", Panksir. 9. MSimtr. Abiheiiung von 8X biß I(C Uhr Abend«; dtigl. 1. StbriingSabihtilung von 8 bi« 10 Uhr Abend« — flrtnM'itbt ElenogravhenNaffe dt«..Berliner Handwerterverein«" Abend» Uhr Evvhienflr. 15.— Theater- und VergnUgungSverein„karitai" Abend« 8 Uhr im üouiienftüdiifchen Vierhaufe. Sdmiraistr. 88.— Theater, und Ber- »nügungSgefeUi-haft..Treue" Abend» S\ Uhr in Bobert« Ballsalon, Weinftr. II. — BrrgnügungSoerein„Schneeglöckchen", Abend» 9 Uhr in Bettini Bierhau» A'eteranenftr. 19.— Gefelligleitikinb„Luftig" Abend« Uhr im Reitaurant Weichen. Taubcnftr. 45.— Berein der TaubenfreundeeAvend» Ät llhr eXeitaurant Hiiiinann, Manteuffeiftraße 88. 8 llhr im meftaurant Poppe, Lindenftr. Abend« i .-. im Dünifcher Berein„ffretm" Abend» «ürttemberaer 84.— Bettln ehem. Schüler der W WM. WWW eftaurant, Aovpenflr. 58.— Berein ehem. M.(!. Lulher'fcher Schüler Abend» 9% Uhr im Restaurant Bormann. Lhrngaffe 2.— tttauchklub„Portorico" Abend» 9 Uhr bi» 11 Uhr Kdpnicker- firajt 157 bei Schulz.— Rauchklub„Qualm" Abend» 8 llhr im Restaurant ...________ 106.— JBertln der Wllrtlem berger > 8X Uhr bei Baihinger. Dorotheenstr. »4. Gerneindefchule Abend» 9 Uhr im Restaurant. Tamm, Schönhauser Allee 28.- Bergnüguna»r>erein..Luftige 18" Abend» 9 llhr w> Restauram Albrecht, Annenftr. 8.— Tambourverein..Eedan" Sitzung Abend» 8 Uhr.«rüner»eg 8-10. Aufnahme neuer Mitglieder— Tambourver ein ,i>erj Innig". Abend» 8 llbr, Sitzung im Restaurant Skatzburgerftraie 5 Dirigent und Borsttzender Tri» Lautant.- Tarnboulverein..«inioieit macht s<°rk". geg�tnbet 1888 stellveruetender Dirigent(tz.«illhardt. Aufnahme neuer Mitglieder Abend» 9 Uhr im Restaurant Hahn,«üafferf, ratze 57.- Tambour. Verein„zelfenfeft", Sitzung Äs Uhr. Weitzenburgerftraje54. Dirigent und Bor- sitzender l«. zriefe. Aufnahme neuer Mitglieder. 5)if Redaktion stellt die Benutzung de» Sprechfaal», soweit Raum dafür abzu- Seoeo dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen nterefseö zur Bersügung. sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dein Inhalt deffelben rdentifizir« zu werden. Die unterzeichnete Lohnkommisfion der Bäcker Berlins er sucht Sie um Aufnahme des Folgenden: Seit langer Zeit erregt die Person des früheren Streik- führers der Bäcker, des Herrn Hoppe, unter den Ber- liner Bäckergesellen das häckiste Mißfallen. Schon bei Beginn des diesjährigen Ääckerstreiks, der hauplsächlich durch das Verhalten des Herrn Hoppe verloren ging, stellte es sich heraus, daß die Berliner Bäckergesellen ihr Wohl und Wehe einer unfähigen, egoistischen Person anvertraut 'satten. Die ersten Forderungen, die als die Forderungen der freien Hilsskasse der Bäcker und verw. Berufsgenossen verw� An dem Tage, als der Kaiser Friedrich starb, war die-r" Einsicht, die von Jemandem, der ein großes Gewerk vertreten will, unbedingt verlangt werden muß, so hätte er wissen müssen, daß eine solche Forderung namentlich bei Arbeitern mit starken Familien einen erbitterten Unwillen hervorrufen mußte. Die unterzeichnete Kommission weiß sehr genau, daß gerade die Bäcker die indifferentesten Arbeiter sind, die es nur giebt. Nur bei den Bäckern war es überhaupt möglich, daß ein Mann, wie Herr Hoppe, an die Oberfläche und an die Smtze gelangen konnte. Wir unterlassen es hier, auf die eines Arbeiters un- würdigen persönlichen Eigenschaften des Herrn Hopvc einzu- gehen: diejenigen Leute, die vor Jahren mit ihm in Bäckereien zusammen gearbeitet haben, wissen von ihm ganz wunderbare Geschichten zu erzählen. Wir fühlen uns jedoch veranlaßt, einige Streiflichter auf die Art und Weife zu werfen, wie Herr Hoppe seinen Posten als Vorsitzender der örtlichen Verwaltung der eingeschriebenen zuhangen, anstatt seinen Verpflichtungen, die er den ÄlM" gegenüber übernommen hatte, nachzukommen. Dock adge davon, wir wollen uns hier nur darauf beschränken, du n« eigennützigkeit des Herrn Hoppe etwas näher zu beleuchtf"- Als unser erster Streik beendet war, traten unsere L>iPW Kollegen ebenfalls in eine Lohnbewegung ein. Um unier~ lidaritätsgefühl zu beweisen, sandten wir Herrn Hoppe, ver.»"' fällig in Sachen der Krankenkasse nach Dresden reisen W' nach Leipzig, und hier gelang es dem Biedermann von den-jou j! die wir den Leipziger Kollegen zugedacht hatten, sich den armen Kollegen Leipzigs, die sich selbst in der bedrangie Lage befanden, schenken zu lassen. Herr Hoppe stnch w --Prosit" einfach ein!! Erinnert sich Herr Hoppe vielleicht noch seine« edlen. J' losen Benehmens, als er bei Gelegenheit der Festlioireit, zu Ehren der Kongreßmitglieder gegeben wurde, sur werthe Person allein 19,90 M.„verdienen" mußte-. wollen dem Gedächtniß des Herrn Hoppe zu Hilfe komme» feine Rechnung von damals lautete: 1. Gehalt von der Kasse pro Tag. 2. Für einen Tag Spesen als Dele- girter.......... 3. Für persönliche Bemühungen.. 4. Für den Herrn seine Frau für Billetabstempeln,(Das ist übrigens die Frau des Herrn Hoppe! Die Lohnkommisfion)...... 3,90 M- 6,00 5,00 5.00-___ Summa 19,90 M- � Wir glauben, daß das genügt. Wir halten es siü Pflicht, das Gebühren eines solchen Manne« vor der(j) lichkeit zu kennzeichnen: die Berliner Bäckergescllenlchan � übrigens schon mehrfach ihr Verdikt abgegeben, indem ft ablehnte, einen solchen Menschen überhaupt noch zu of? ßrift Mögen auch die übngen Arbeiter eine solche Peisoiw möglichst schnell von ihren Rockschößen abschütteln. Die Lohnkommission der Bäcker Berlins. Jakob Kühn, Köthenerstr, 5. Alb. Manthei, Bergmannstr. ll2. Carl Schmidt, Lübbenerstr. 23. Julius Schlüter, Höchstestr. 19. Ttzeater. Sonnabend, den 7. September. Mignon. SchanIpirUtau». Die Piccolomini. Vorher: Waller, stem's Lager. Drutscheo Theater. FaustS Tod. !£»ilft«g-Theater. Fedora. F»te»?ich- Liltthetmftad tische« Theater. Karin. WaUner- Theater. Die blaue Grotte. Vor- her: Endlich. Nestdens-Theater. Fernande. 40»Ueama.«k,t>,«te». Stanley in Afrika. vsteed- Theater. Der Trompeter von Säkkingen. A»»»a»»«»e«- Theater. Professor Klint (Svärsar). K»«tglt22 Ritterstrasse 123, verbunden mit Fremdenlogis. Empfehle meinen allbekannten vorzüglichen Frühstück-, Mittag- und Abrnbtifch. Sonstige Speisen und Ge. tränke in bekannter Güte. Zwei Zimmer, passend »u Zahlstelleu und Arbeitsnachweis, stehen zur Verfügung._{1440 American-Theater. 1365 Drcsdenerstr. 55. Täglich V o r st e l l u n g. Daflas« 1 Tr. 9 M.— 10 a. ■iMP'Panapai In dieser Woche: Neu! in. Cycl.: Pariser Welt- «usstelluitg. Interessante Erinnerungen dem Feldzug 1870/71. Im AussttU-rngspark: 2. Cycl.: Pariser Meltau»? Eine«eise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. ««eise» 1 M. aus «NN. Mark Uhr zu r repa- arantie 1366 N«r 1,30 kostet bei mir jede riren und reinigen unter des Gutgehens. Kleinere Reparaturen billiger. J. Huberty, Wallftraste Rr. 97, am Spittelmarki. 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Kichrg Aos dem Kelch der KrsiydMM ßn Von Dr. Karl Klar. D � Pepsin, zwei Ver bau ungs mittel. r-fsi Verdauung werden die aufgenommenen Nähr- - Bestandthellen des lebenden Körpers ahn- ml-r- K ie l« en eher _ kommen nur unter Mit- Lebewesen, Spaltpilze«mannt, zu Stande; sorgfältig ob, so gehen auch die und faulnihsähigften Stoffe nicht in Gährung Zäulniß über. Die"bei der Verdauung mitwirkmdcn skop üe� Organisation(Zellenbildung), und man bezeichnet gen auch unter dem nicht die (asffmilirt) und schließlich, soweit sie nicht als un- ausgeschieden werden, selbst in Bestandtheile der �bei(Knochm, Häute, Muskeln zc.) verwandelt. Der �'chtun?°lpielende chemische Prozeß muß eine ganz bestimmte "ne»;*. mne holten, um zum Ziele zu kommm: schlägt er ändern-& ols ob die Speisen nicht in dm Magen, beliebiges Gefäß geihan wären(Gährung, Faul- ileofy c bor Mensch an veidorbenem Magen, und der ten,� omß entweder durch eine Gewaltanstrengung jenm »adrn.?�? P�seß in die richtige Bahn zwingen oder sich der ift x gewordmm Stoffe auf kürzestem Wege mtledigm. llls-tien"aie sehr geneigt, die Verdauung als einen orga- iLnlfy oie Gährung und Fäulniß als emm unorganische" gz., Prozeß anzusehen. Umgekehrt ist es schon eh Mi,»?' Gährung und Fäulniß stl,,�ll kleiner Lebewesen, Spal ..i'kdt man diese sorgfällig säulnißsahigstcn über.*■' CDur»eigl S tm«ner Orgamfa.....____________________.t, icn'Qh»u jenen organifirten Fermenten(Hefenpilz, o'ddakterien) als unorgamsirte oder lösliche Fermente. „�£»0 diesen gehören die in der Uebersckrift genannten Stoffe, ftniT r11?11 ols die beiden wesentlichen Verdauungsmittel im .(lensaste des Menschm und der höherm Thierklassm, außer- d't ou* in Theilen einiger wenigen Pflanzm aufgefunden «b>« �obdrüsm der Magenschleimheit sondern einen Saft «tfc tfifi ous Schleim und jmm beiden Stoffen besteht. Der �ll� b�a, das Chymosin, Hot die Eigmschaft, daS in der fcei cu'tt'n onderen Nahrungsmitteln enthaltme CaseM in Okn-,°ffe»u»erlegen, den schwer löslichen und deshalh sofort t��dni Käse und daS leicht lösliche MolkeneiweiS. Man Siait■'en®toff als gereinigtes Lab bezeichnen; er spielt im ��oreiwesen eine wichtige Rolle. Der zweite Stoff (etwa 1838) von Schwann entdeckt und Pepsin ««n 1« soon pepsis, Verdauung). DaS Herstellt! rigS- . mdrm des Entdeckers war jedoch weder zur Anwen- yjt nn Großen, noch zur Gewinnung von völlig reinem geeignet, und auch die verbesserten Gewinnungsweisen Waßmann, Brücke, Frerichs, C. Schmidt und v. Willig noch viel zu wünjchm übrig. Letzterer gewann das «N'stn aus der Magmschleimhaut von Rindern zc. durch Zer- z?�ung derselbm und Ausstehen mit dichtem Glycerin. In Glycerinlösung kann das Pepsin beliebig lange aufbewahrt ijr&cn. Setzt man dieser Lösung Alkohol zu, so bildet sich ein i?oei schlag; dieser wird in Wasser gelöst und in m,t Richer Haut unten oder seitlich abgeschlossme Gefäße ge- r?o»>, worauf die mitgelöstm Salze sich durch Heraus- �itzm(Exosmose) entfernen und die Pepsinlösung zurück- Erst durch das von Professor Soxhlet in München zur gewinnung angegebene Verfahren gewann�dieser Stoff K,__________________ Wk. Vößere• wirth'tLaftliche Bedeutung. Soxhlet bei 'delr die zerkleinerten Labmagen von Schweinen jJ: Rindern, insbesondere Kälbern, nicht mit Glycerin, mit schwacher Kochsalzlösung, wodurch außer � Schleimftoffen das Chymosin und Pepsin heraus- J�Vn werden. Bei der darauf folgendm VerHand- t Jfl mit Säuren zur Entfernung der Schleimstoffe ging jedoch stroßer Thcil der zu gewinnenden Stoffe verloren, indem Z>..� den sich bildmdm Niederschlag mitgenommen wurden. <'Ebings hat Dr. F. Lehner in Augsburg(Patent No. 45 2 w) Verfahren so verbessert, daß er unter Adkürrung der a?�it nrne möglichst große Ausbeute an reinem Chymosin Pepsin erhält. Das verbesserte Verfahren beruht auf der �.ktzuag der früher bmutztm organrfchm oder mineralischm �nren durch Kohlmsäure. Während die zerkleinerten Lab« � in der Salzlösung liegm, was mehrere Tage währt, � von Zeit zu Zeit ein kräftiger Strom luftförmiaer Kohlen- �durchgetrieben und dadurch dos AuSziehm beschleunigt ber Fäulniß vorgebmgt. Dann wird die Lösung abgeseiht i>L0 ,D'fl Kochsalz zugesetzt, daß auf 10 Theile der Lösung Kochsalz kommt. Dann wird unter beständigem in einem starken Metallgesäß Kohlensäure f«Il 5.Atmosphären Spannung eingepreßt. Dabei Wirt e Schieimstoffe als Niederschlag zu Chymosin und Pepsin. Der Niederschlag jfoiv®oi> der Lösung getrennt und nun avermuu, um i daß auf zehn Theile der Lösung zwei Theile ßälk kommm. Nun gmügt ein kleiner Zusatz irgend einer jwjfJ*" Säure zu der stets auf fünf Atmosphären Spannung Kohlensäure, um auch das Chymosin aus der Lösung Etmc�n, so daß das Pepsin allein gelöst bleibt. Das �ock?? wird dann abfiltrirt und unter Zusatz von trockmem * und etwas doppeltkohlensaurem Kali oder Natron ge- worauf es gebrauchsfertig ist. Endlich wird auch das �..vsur durch Alkohol oder andere bekannte Mittel aus der llefüllt, mit trockenem Milchzucker verrührt und getrocknet. 'tr ft Lm,. kommmde Pepsin gut ist, müssen wir uns seine Wir- W q?" regelrecht« Gange der Verdauung vor Augen führm. stosti Udlheile der fstahlungSmittel theilt man ein in stick- �iedi � und stickstoffhaltige. Zu dm ersteren gehörm Stärke- tz�Lund Fette, zu dm letzterm die verschiedenen Leim- und eiun i uvffe. Das Stärkemehl wird durch einm im Speichel kbe,? Stoff in Zucker verwandelt. Dieser Stoff wirkt W® wie ein im Matz enthaltener, Diastase genannter Stoff, »d oeive Stoffe sind»lösliche Fermente� ohne jede Zellm- wnstige Bauanlage(Struktur). Die Zuckerbildung setzt � Mi Magen fort, dock wirkt der Magm dabei nicht weiter «d' ols daß er dm Raum dazu hergiebt. Die Fette gehm W? Veränderung durch den Magen hindurch; ihre Zersetzung erst später durch ein»lösliches Ferment� des Saftes der igajWpeicheidrüse(Pankreas). Aufgabe des Magens »' olfo die chemische Behandlung der Leim- und stoffe. Die mit dem Ramm Käse bezeich- Elweißart wird, wie schon erwähnt, von dem tz—usin.. oder Lab zum Gerinnen gebracht; andere Arten 'ß können in aeronnmem oder in gelöstem Zustande im vorhanden sein. Aber auch in gelöstem Zustande, zum ti« 1 oks rohes Hühnereiweiß, hat das Eiweiß weniaftens ».?oh'zkeit, bei erner gewissm noch unterhalb des Siede« 'rs liegm den Temperatur zu gerinnm, und mit dieser Boden, aber wird durch ein abermals so viel Fähigkeit ist immer eme Unfähigkeit verbundm, nämlich die, von dm Häutm und Gefäßen der Verdauungswerkzeuge auf gesaugt und ins Blut übergeführt zu wcrdm. Diese Unfähige keit haftet auch an dm stets löslichm Leimstoffm. Jme Fähig- keit und diese Unfähigkeit zu vemichtm, ist die Aufgabe und Wirkung des Pepsin. Das Pepsin(deutsch: das Verdaumde) verwandelt Leim und Eiweißstoffe in Pepton(Verdautes). So nennt man die mtstebmdm Stoffe, welche im Wasser löslich sind, auch in der Siedehitze nicht gerinnen und von dm Verdauungs Werkzeugen aufgesaugt und in den Körper übergeführt werdm können. Dre Peptone sind verschiedm je nach der Art des Eiweißes oder der eiweißähnlichm Stoffe (Leim u. f. w.) aus denm sie entstanden find. Früher war man der Anficht, daß jedes Pepton diefelbm chemischen Bestand- theile im gleichen Verhältniß wie das zu Grunde liegende Eiweiß mthalte, daß also die Umwandlung nur in einer Um- lagerung der Atome bestehe. Neuere Versuche habm aber ge- lehrt, daß dabei eine chemische Zersetzung der Eiweißmoleküle und gleichzeitig eine chemische Verbindung mit den Grund- stoffm des stets gegmwärtigm Wassers erfolgt. Auch hat man gesundm, daß die Umwandlung in zwei Stufen vor sich geht, und unterscheidet deshalb Propetone(Vorverdautes) und echte Peptone. Femer unterscheidet man, gemäß der Spaltung des Eiwcißmoleküls m zwei Gmppen von Atomen, Propeptone und Peptone der erstm Gmppe und solche der Gegengruppcn; andere Forscher aber erlmnen diese Spaltung in zwei be- stimmte Gruppm nicht an. Kleine Mengen Pepsin können sehr große Mengen Leim« und Eiweißstoffe verdauen, es pehört dazu aber stets die Gegenwart einer freim Säure, und eine solche, nämlich aus dem genossenen Kochsalz bereitete Salzsäure, ist in der That stets in geringer Menge im Magmsast vorhandm. Man derki sich den Vorgang so. Die Säure allein kann, wie man durch Versuche gefunden hat, bei Siedetemperatur das Eiweiß in Pepton verwandeln, Pepsin kann dies schon bei der Magmtemperatur. Hat das vor- handene Pepsin eine bestimmte Mmge Eiweiß in Pepton verwandelt und ist dadurch gebunden, so tritt die Säure an seine Stelle und macht das Pepsin wieder frei. Dieses setzt seine VerdauungSorbeit an anderen Eiweißmengm fort, wird wieder von neuer Säure abgelöst u. s. w. Mangelt es an Säure, so stockt die Verdauung; man kann deshalb sehr häufig eine stockmde Verdauung durch ein paar Tropsen Salz- säure, in Wasser gmommen, wieder in ordentlichen Gang bringm. Dieser ganze Vorgang hat mit der Lebensthäligkeit des Verdauendm nicht das Geringste zu thun,' er spielt sich genau in der geschilderlen Weise auch in der Retorte des Chemikers ab. Man nmnt ihn dann künstliche Verdauung. Die dabei benutzten Stoffe mtstammm zwar lebmden Wcsm, haben aber kein Merkmal des vorhanden gewesenen organischen Lebens an sich; es wirken m ihnen nur solche Kräfle, wie sie in allen Mineralien vorkommen. Während bei der Gährung und Fäulniß Lebewesen thätig sind, wirken bei der Verdauung nur tobte Stoffe auseinander ein. Man kann nun die künstliche Verdauung sowohl dazu benutzen, die Verdauungs sähigkeit und somit dm Nährwerth bestimmter Nahrungsmittel ohne Ver- suchsthiere und Versuchsmenschen wissenschaftlich festzustellen, als auch dazu, für magmschwache Personen, Kranke und Ge- nesmde vorverdaute und deshalb leicht aufnehmbare Speism zu bereitm. Man kann aber auch solchen Personen das Pepsin selbst in Form irgend einer Arxmei einaeben, um die Ver dauungSkraft des Magens zu erhöhen. Zu bemerken ist je- doch, daß die im Handel vorkommenden Pepsinmittel unter noch nicht gmau erforschten Umständen ihre Äerdauungskraft verlieren können und dann unwirksam sind. Leben erhalten die in den Körper ausgmommenen verdauten Stoffe erst dann, wenn sie im Blute, namentlich in den Haar- gefäßm des Ademetzwerkes, mit den lebmden Zellen der Körper- lewebe in Berührung kommen und unter dem Einflüsse des Zelleninhaltes, welchm man Protoplasma(Urbildungsstoff) nennt, selbst in Protoplasma verwandelt werden. Das Proto- plaSma, 1853 von Hugo von Mohl mtdeckt und bmannt, ist nicht nur die Grundlage alles Lebens, sondern selbst ein lebender Stoff. Auch wenn es nach außen durch keine Zellhaut abge- grmzt ist und bei schwacher Vergrößerung im Jnnerm keinen Kern oder sonstiges Gebilde erblicken läßt, wird es von einem äußerst feinen Netzwerk mit Knoten in den Krmzungsstellen durchzogm, Vossen Zwischmräume durch einen Jnnensaft aus- zefüllt sind. Der Jnnensaft kann von Pepsin verdaut werden, >aS Netzwerk widersteht der künstlichm Verdauung. Bei sehr starker Vergrößerung kann man sehen, wie daS Netzwerk sich bewegt, sich in die Länge und Breite zieht. Arme nach außen sendet und in die Nähe kommmde Stoffe, ja ganze Lebewesen(Bakterien) einfängt, um sie zum eigenen Weiterbau zu verwmdm. Im Protoplasma herrscht lebende, organssche Chemie, die Verdauung ist todte, anorganische Chemie. Die Ausdrücke»anorganische" und»organssche" Chemie werden jetzt nur noch als geschichtlich überkommene Bezeich- nungm beibehalten, eine begriffliche Scheidewand ist zwischen ihnm nicht zu ziehen. Jede Chemie ist»anorganisch", sie kann Lebensgebilde nur vernichtm, nicht erzeugm. Wir könnm uns wohl vorstellm, daß es einst gelingm werde, alle zur Nahrung und Verdauung nöthigm Stoffe, Eiweiß, Fett, Stärke, Chy- mofin, Pepsin u. s. w-, aus ihren Urbestandtheilm künstlich zusammen zu setzm; aber wir könnm uns nicht vorstellen, daß es je gelingen werde, einm Tropfm Protoplasma künstlich zu erzeugen. Die Annahme dieser Möglichkeit führt geradm Weges zum HomunculuS, und von solchen Strebungen ist die Wissen- schaft fern. Xolualex-. Mo« einer verfehlte« Kauspekulation weiß ein Be- richterstalter zu erzählm: Zur Verbreitung ihres Bahndammes behufs Legung neuer Geleise beabsichtigte die Direktion der Verbindungsbahn eine ganze Reihe an den Bahndamm an- stoßmder Grundstücke vom Wedding bis nach Moabit anzu- kaufen.— Sobald aber durch Vorverhandlung mit dm da- maligen Besitzern der Ankauf bekannt geworden, hatte eine Anzahl von Bauspekulantm nichts essigeres zu thun, als gegen Zahlung von horrmden Pressm die Grundstücke zu erwerom und als nun die Bahnverwaltung sich an die neuen Verkäufer wirklich wandte, stelltm diese derartige exorbitante Forderungen, daß die Verwaltung sofort jede weitere Verhandlungmit dm Herren Besitzern abbrach und sich trotz mehrfacher Anftagen der �nunmehr»billiger" werdmdm Spekulantm in ein tiefes Schweigen hüllte. Erst vor drei Wochen sahm die Letzteren zu ihrem Schrecken, wie die Bahnverwaltung auch ohne die in Frage stehmdm Grundstücke fertig geworden.— Mehrere hundert Ardeiter find seit dieser Zeit beschäftigt, die schräge Böschung abzutragm und wird dann auf den so künstlich ge- wonnmm Raum eine von der Sohle aus 6 Fuß starke Mauer bis zur Höhe des Bahndamms aufgeführt und dann der Zwischmraum zwischm diesem und der Mauer durch Sand und Erde ausgefüllt, wodurch eine gmügende Verbreiterung für das dritte und vierte Gekeife stattsindet! Jetzt wollen die Speku- lantm 1 tout prix verkaufen, e§ findet sich aber keiner, der die Mauer zum vis ä vis haben möchte! Mit einer turbulente« Kirchhofsszene hat am gestrigm Nachmittag das Liebesdrama in Weißensee geendet. Auf dem Friedhof in Neu-Weißenkee wurden gestern die Opfer des be- reits erwähntm Doppelselbstmordes Paul Sänke und Elsa Funk beerdigt; der Kirchhof war kaum im Stande, alle Leidtragenden zu fassen, und schon lange vor Beginn der Trauerzeremonie mußte der Eingang desselben geschlossen werden. Schon während der Beerdigung selbst fielen von allen Seiten Redensarten auf die anwesende Stiefmutter der Elsa Funk, so daß man für die Frau das Schlimmste befürchten mußte, während draußen vor dem Kirchhofe eine nach vielm Tausenden zählende Menschen- menge drohende Ausrufe gegm die Stiefmutter ausstieß. Als der Beerdiaungsakt vorüber und die Trauemden den Friedhof verließm, halte sich vor der Pforte eine Menschenmauer ange- staut, so daß die Leidtragenden sich mit Gewalt den Weg bahnm mußten und nunmehr machte sich der Grimm der Menge gegen Frau Funk Luft. Es sollen sogar Steine gegen Frau Funk geschleudert worden sein. Nur der Jntervmtion einiger besonnener Männer verdankte die Angegriffene, daß sie mittelst Droschke fliehen konnte. Polizei war nicht zur Stelle. Nikolaus de Kauine hat am Donnerstag Nachmittag 4 Uhr mit dem nach Eydtkuhnm gehenden Zuge, in Beglci- tun« eines Polizeibeamten, der ihn den vaterländischen Be- Hörden, laut Requisition, auszuliefern hat, Berlin verlassen. Es war ihm währmd seiner Festhaltung am Molkenmarkt er- laubt wordm, den Abschiedsbesuch seiner Geliebten, Frau M., zu empfangm, und zwar durste die Dame unter amtlicher Ueber- wachung währmd mehrerer Stundm bei ihm verweilen. Für Iechpreller— und aus den GerichtSverhan dlungm geht hervor, daß es von dieser Gattung eine ganz erkleckliche tohl in Berlin giebt— bietet sich ein weitbekanntes grobes okal an der Schönhauser Allee geradezu als ein Eldorado an. Daß es ein Lokal mit zwei Eingängen ist— an der Schön- Häuser Allee und am Teutoburger Platz— kann kaum als eine Spezialität gelten, diese Zugänglichkeit tbeilt es mit vielen gleichartigen Betrieben. Aver damit über die Bestimmung der beiden Ausgänge kein Zweifel bleibe, hat der sprachgewandte Wirth in seinem Lokal große Plakate angebracht, auf denen es heißt:»DaS Durchgehen ist nur meinm Gästen gestattet". Ändere Personen dürften allerdings auch keine Veranlassung haben, seiner Erlaubniß nachzukommen. Gin irrsinniger Kriminalfchnizman«. Der Kriminal- schutzmann K., welcher seit vielen Jahren im 39. Polizeirevier (Lindenstraße) thätig ist, geberdete sich seit mehreren Tagen so auffallend, daß der Remervorstand Veranlassung nahm, dm Beamten den Revolver abnehmm zu lassen. Am Dienstag gegen Abend, als K. auf dem Polizeibureau anwesend war, ließ der Lieutmant einen Arzt herbeiholen, um den anscheinmd Irrsinnigen zu untersuchen. K. drohte mit Beschwerden beim Polizeipräsidium und benahm sich, wie der»Lokalanzeiger" zu berichten weiß, so wild, daß der Arzt seine Ueberführung in ein Krankenhaus anordnete. Als K. sich von der Polizei- wache wieder mtfernen wollte, wurde ihm der Austritt ver« weitert. Plötzlich öffnete er jetzt ein Fenster des parterre be- legenm Polizeireviers, und ehe es die im Bureau anwesenden Beamten verhindern konnten, war er nach dem Bütgersteig hinauSgespnmgm, wo er schwer verletzt liegen blieb. Er hatte sich einen Fuß gebrochen und wurde in dem telegraphisch herbeigerufmen Krankenwagen nach der Charitce geschafft. Mege» Sittlichkeitsvergehrn» wurdm vorgestem und gestern in Polizeigewahrsam genommen ein siebzehnjähriges Mädchen, welche als barmherzige Schwester Emma sich hier auf- gehalten hatte. Falschmeldung und Maske gebrauchte dieselbe, um sich den Nachstellungen der Sittenpolizei zu entziehen; ferner zwei männliche Individuen in Frauenkleidem. Gin»Kleines Fenerchen" hatten gestern Abmd mehrere Burschm aus purem Uebcrmuth in emem Neubau Stral- sunderstraße 59 au« allerhand zusammengelesenen Holzabfällen angelegt. Der emporsteigende Rauch machte Passanten auf diesen Frevel aufmerksam, sie setzten von demselben die Polizei in Kenntniß, welche auch alsbald erschien und zwei der„An- stifter", Burschen im Alter von etwa 15 bis 17 Jahren, ding- fest machte und nach der Polizeiwache spedirte. DaS Feuer wurde ohne Hilfe der Feuerwehr gelöscht. Gin schweres Unglück hat sich auf der Militär-Eisen- bahn am Mittwoch Nachmittag ereignet. Ein bei der Bahn als Schaffner bediensteter Soldat stürzte, wie eine Lokal- Korrespondenz meldet, unweit Mellen vom Trittbrett und ge- rielh dabei so unglücklich unter den fahrenden Zug, daß ihm der Kopf vom Rumpfe getrennt wurde. Wie es heißt, hatte der Verunglückte versucht, auf den Laufbrettern des Zuges von einem Wagen zum anderen zu gelangen, wobei er fehltrat und so seinen schrecklichen Tod fand. Selbstmord einer Kreist«. Die 81 Jahre alte Schwiegermutter des Weichenstellers Gustav Deckert, welcher in einem der Beamtenhäuser zu Rummelsburg eine Dienst- wohnung inne hat, die Wittwe Stilke geb. Steller, verließ am Mittwoch früh um 4 Uhr die Behausung ihres Schwieger- sohncs, und als sie um 6 Uhr noch nicht wieder zurückgekehrt war, wurden die Angehörigen wegen des unerklärlichen Aus- bleiben« besorgt, so daß sie Nachforschungen nach dem Verbleib der alten Frau anstellten. Dieselben blieben vorerst ohne Er- folg; im Laufe des Vormittags fand man jedoch die Leiche der Greisin im Rummelsburger See. Da ein anderes Motiv für einen Selbstmord nicht vorliegt, so vcrmuthet man, daß Frau St. in einem Anfalle von GeisteSstämng ihrem Leben ein Ende gemacht hat. Drei Selbstmorde und»wei Selbstmordversuche werden vom Mittwoch gemeldet. Morgens wurde im Thier- garten, zwischen der Hofjäger- und Fasanerie-Allee, sein Mann mit Schußwunden im Kopfe und Unterleib todt aufgefunden. Kurze Zeit darauf brachte sich ein Kaufmann in seiner Woh- nung in der Potsdamerstraße mittelst eines Revolvers einen Schuß in die rechte Schläfe bei und verletzte sich dadurch so schwer, daß er auf dem Wege zum Elisabeth-Krankenhause, wo- hin er gebracht werden sollte, verstarb. Nachmittag« trank auf der Wache de« 38. Polizeirevier« eine unter polizeilicher Kon- trolle stehende Frauensperson eine solche Menge Karbolsäure, daß sie in der Charitec, wohin sie gebracht wurde, den schweren inneren Verletzungen erlag, die sie sich dadurch zugezogen.— VormrttagS versuchte auf dem Stralauervlatz ein junger Schnei- dergeselle, sich, angeblich in Folge eines Zerwürfnisses mit feiner Braut, die Pulsadern an der Hand zu durchschneiden. Er brachte sich jedoch nur eine wenig bedeutende Verletzung bei.— Nachmittags sprang zwischen der Schloß- und der Eisernen Brücke ein etwa 25 Jahre alter Mann in den Spreekanal, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gebogen und in die Charitee gebracht.— Gestern Nachmittag in der 6. Stunde ver- suchte sich ein junger Mann in der Nähe des FloraplatzeS im Thiergarten zu erhängen, wurde aber von einem Passanten noch rechtzeitig abgeschnitten und später in ein Krankenhaus geschafft. Hartnäckiger Selbstmord- Kandidat. Gestern Abend um 47 Uhr erregte der Selbstmordversuch eines ca. 18 Jahre alten Mannes, bei dem um diese Zeit den Lustgarten zablreich rassirenden Publikum ungeheures Aufsehen. Der junge Mann stürzte sich an der Schloßbrücke, von der Seite des Kupfer- arabens, in die Spree. Ein diesen Vorfall beobachtender Schiffer sprang sofort nach und es gelang ihm trotz lebhaften Sträubens des Selbstmordkandidaten denselben in einen von einem anderen Schiffer herbeigebrachten Kahn, zu schaffen. Kaum war man am Ufer gelandet und im Begriff, den Kabn zu befestigen, als der jugendliche Selbstmörder sich mit jähem Sprung zum zweiten Male in die Fluthen stürzte. Wiederum sprang der brave Schiffer nach, und es glückte ihm, trotzdem der junge Mann durch Untertauchen sich seiner Rettung ent- ziehen wollte, denselben zum zweiten Male dem nassen Elemente zu entreißen. Der Selbstmörder mußte, bis eine Droschke herbei- geholt wurde, mittelst eines Taues festgebunden werden, da er verzweifelte Anstrengungen machte, zum dritten Male sich ins Wasser zu stürzen. Als die Droschke angelangt war, wurde der junge Mann und der Schiffer nach der Polizeiwache auf dem Hegelplatz behufs Feststellung ihrer Personalien gebracht und dieselben dann in ebenderselben Droschke nach der Wohnung des jungen Mannes in der Nähe der Wallstraße unter Assistenz eines Schutzmannes geleitet. Ueber die Motive zur That war nichts zu ermitteln. Im„Krrliner Theater" gelangt der„Kaufmann von Venedig" am Mittwoch, den 11. d. M. neuein- ftudirt und in lheilweffe neuer Besetzung zum ersten Male in dieser Spielzeit zur Aufführung. Die Frauenrollen werden wie früher durch Nuscha B u tz e, Hene O d i l o n und Hedwig P a l l a t s ch e k dargestellt, während der Shylock jetzt von Gustav Kober, der Prinz von Marocco von Arthur Kraußnack, der Prinz von Arragon von Walter Conrad und der Bassanio von Friedrich B a s i l gespielt wird. pottsribericht. Am 5. d. M. Mittags brachte auf der Spree, in der Nähe der Oberbaumbrücke, ein unbekannter junger Mann in einem Boote, welches er Tags zuvor von einem Boots« Verleiher an der Stralauerbrücke entnommen hatte, sich einen Schuß in die rechte Schläfe bei. Er wurde noch lebend nach dem Krankenhau'c am Friedrichshain gebracht.— Zu derselben Zeit ging das Pferd eines an der Central- Markthalle haltenden Schlächterwagens durch, jagte die Kaifer-Wilhelmstraße entlang und rannte in der Mllnzstraße in den Laden des Cigarren- Händlers Neumann, wo es mehre Geräthe und Waaren zerstörte und darauf zusammenbrach. Der Kutscher holte das Pferd demnächst aus dem Laden und fuhr mit ihm wieder davon.— Nachmittags wurde vor dem Hauke Wolgasterstraße 12 eine schwerhörige Frau von einem mit Brettern beladenen Arbeits- wagen überfahren und anscheinend schwer verletzt, so daß sie nach dem LazaruS-Krankcnhause gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit wurde im Thiergarten, nahe der Bellevue- Allee, ein Uhrmacher-Lchrling erhängt vorgefunden, jedoch noch rechtzeitig abgeschnitten, so daß er wieder ins Leben zurück- gerufen werden konnte. Er wurde nach der Charitö gebracht. — Abends wurde auf dem Flur des HauseS Neue König- straße 76 die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden und nach dem Schauhause geschafft. 0',cvirhU>-I!eiUmg. Au« dem Schiedsgericht in UnfaUuerstcheruugs- fachen. Die für die Belheitigren so überaus wichtige Frage des„einzigen Ernährers" bildete in jüngster Sitzung dieses wichtigen Gerichtshofes das Thema einer interessanten Haupt- Verhandlung. Das Unfalloersichcrunqsgesetz spricht den über- lebenden Eltern und sonstigen Angehörigen eines im Gewerbe- betrieb Verunglückten und in der Folge des Unfalls Verstor- benen nur dann eine Unfallrente zu, wenn der Verstorbene auch in Wirklichkeit und unzweifelhaft nachgewiesener Weise der einzige Ernährer gewesen. Und oies genau und gewissenhaft zu unteisuchcn und auf Grund des ErgebnffseS dieser Untersuchung zu entscheiden, war im Fall der verehr- lichten Kamins kr, Aufgabe des Schiedsgerichts. D,e. selbe ist in zweiter Ehe mit dem 70 Jahre alten Arbeiter Kaminök» verbunden. Aus erster Ehe stammen 2 Kinder, Sohn und Tochter. Elsterer, der, ihrer Angabe nach, die Mutter ernährte, weil ihr zweiter Mann völlig erwerbs- unfähig, verunglückte in einem Ge'chaft auf hiesiger Heilige- geiststraße. Es ward ihm die rechte Hand zerquetscht, der Arm mußte abgenommen werden, Blutvergifiunck trat hinzu und an deren Folgen starb der Verunglückte. Die Mutter begehrt nun- mehr die mr solchen Fall im Gesetze vorgesehene Rente. Ohne Erfolg. Der Sohn, heißt cS u. A. in den Gründen der Zurückweisung, möge wobl zeitweilig von seinem Verdienst der Mutter etwas gespendet haben, sei aber auf keinen Fall, wie bei zu ge- währender Rente das Gesetz verlange, der einziger Er- nährer gewesen. Jener vielbesprochene Radau, welcher sich am 16. De- zember v. I. in einer Versammlung des„Vereins königs treuer Arbeiter" im„Türkischen Zell" zu Charlottenburq entwickelte, fand am Freitag vor der Ferienstrafkammer am Landgericht ll ein gerichtliches Nachspiel. Auf der Anklagebank hatten d« Buchdruckereibesttzer und ZeitungSverleger Georg Jsaac und die Arbeiter Lemert, Sübncr, Butschege, Winkel und Klembur — sämmllich in Charlottenburg wohnhaft— Platz zu nehmen. Die Anklage lautete auf gemeinschaftlichen HauS- friedensbruch, gegen Jsaac außerdem noch auf öffentliche Beleidigung des Arbeiters Czepuck. Rechtsanwalt Munckel führte die Vertheidigung. Wie der Vorsitzende des Gerichtshofes, LandgerichlSrath Ehlert, einleitend mitiheilte, hat die Untersuchung ursprünglich auch auf Mojestätsbeleidigung und auf Beleidigung des Polizeilicutenants Gladisch abgezielt, bezüglich des ersteren Punktes sei aber das Verfahren eingestellt worden, weil eS absolut unmöglich gewesen, Sinn und Wort« laut derjenigen Rufe festzustellen, welche von einzelnen der An geklagten nach der Entfernung aus der betreffenden Versamm- lung ausgestoßen worden fein sollten. AndereiseilS konnte die angebliche Beleidigung des Polizeilicutenants nicht weiter ver- folgt werden, weil der Strafantrag zurückgezogen worden fein. Ueber den inkriminirten Vorgang laßt sich der Haupiangcklagte Jsaac folgendermaßen aus t Der Verern konigeireuer Arbeiter für Berlin-Charlottenburg" berief durch Inserate zum 16. Dezember Nachmittags 4 Uhr eine Mitgliederversammlung nach dem alten„Türkischen Zelt" mit den, ausdrücklichen Hin- weise, daß Gäste willkommen seien. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Herrn Wilhelm Nathan Schlesinger über „die sozialen Aufgaben königsireuer Arbeiter". Da Herr Schlesinger früher Sozialdemokrat gewesen ist, so war es imr von Interesse, zu hören, was er über die sozialen Auf- gaben königstreuer Arbeiter sagen würde. Ich ging daher nach der Versammlung, und da ich dort verschiedene Mitglieder des deutschfreinnigen Arbeiter vereinS traf, so nahmen wir zusammen an einem Tische Platz. Ich drehte dem Vor- stände den Rücken zu. Der Vorsitzende des Vereins. Herr Czepuck, übergab den Vorsitz der Versammlung dem Arbeiter Ballach, der dieselbe mit e,ncr Lobrede aus die königStreuen Arbeiter einleitete. Da mich dies nicht weiter inlercfsirle, so achtete ich nicht auf seine Worte, sondern legte mir Papier zu- recht, um mir während deS Vortrages Notizen zu machen. Bald darauf hörte ich, daß ein Hoch ausgebracht wurde. Da ich annahm, dasselbe gelte den soeben belobten köirigStreuen Arbeitern, so blieb ich sitzen und verschiedene der Mitangeklagten auch. Doch gleich darauf hörte ich, daß Herr Ballach sagte, dcS Hoch habe dem Kaiser gegolten und diejenigen, welche fitzen geblieben wären, tollten das Lokal verlassen. Sofort bat ich um das Wort zur Geschäfts- Ordnung und versuchte zu erklären, daß wir uns erhoben haben würden, hätten wir gehört, daß das Hoch dem Kaiser galt. Herr Scklesinger unterbrach mich zuerst mit der Bemerkung, ich sei kein königstreuer Mann und bekäme hier das Wort nicht. Während nun der Vorsitzende feine Aufforderung wiederholte, sagte mir der in meiner Nähe fitzende, überwachende Herr Lieutenant, daß ich mich auf jeden Fall fügen müsse. Da aber Herr Schie, singer in demselben Augenblicke rief:„Wir können ja die Herren auch hierlassen, dieselben können ja von den königS- treuen Arbeitern noch was lernen!" so setzte ich micb nieder. Weil aber der Vorsitzende sagte:„Nein, sie müssen rauS!" so rief ich:„Die deutschfreiffnnigen Arbeiter verlassen das Lokal, ich werde der Letzte fein!" und wir gingen. Da aber an der Thür ein Gedränge entstand, so konnten wir nicht so schnell hinaus. Dabei streß mich der Arbeiter Czepuck in den Rücken, worauf ich mich umdrehte und ihm zurief:„Sie Rindvieh!" Ich gebe auch zu, zu dem Herrn Lieutenant, der unsere Ent? fernung zu beschleunigen suchte, gesagt zu haben, er solle sich von diesen Leuten nicht mißbrauchen lassen. Die übrigen Angeklagten verwahren sich dagegen, daß sie sich verabredet hätten, in die Versammlung zu gehen oder gar dieselbe zu stören. Jeder will aus eigenem Antriebe dahin ge- gangen fein. Lieutenant Gladisch will sofort bei Beginn der Versammlung den Eindruck gewonnen haben, daß zwei Parteien anwesend waren, von denen eine die Absicht hatte, die Versammlung zu sprengen. Die Angeklagten müßten seiner Meinung nach ge- hört haben, wem das Hoch galt, denn der Vorsitzende Ballach spreche sehr laut. Als er noch an der Thür den Angeklagten aufgefordert habe, zu gehen, habe dieser ihm zugerufen:„Lassen Sie sich doch von diesen Leuten nicht mißbrauchen!" Es seien etwa 70 Personen dagewesen, von einem Gedränge habe er nichts bemerkt. Zeuge giebt zu, daß Jsirac sich zum Wort meldete, weiß aber nicht, aus welchem Grunde, ferner daß Jsaac gerufen Hab es:„Freisinnige Arbeiter verlaßt das Lokal!" Das Ver- lassen sei aber sehr zögernd geschehen. Die Zeugen Czepuck und Ballach bestätigen ferner, daß Herr Schlesinger gerufen habe, man solle die Leute da lassen, da sie noch was lernen könnten. Kellner Schulz sagt:„Ich habe Herrn Jsaac auf anständige Weise herausgebracht!" Auf die Frage des Vorsitzenden:„Wie haben Sie das gemacht?" erwidert Zeuge Schulz:„Ich habe ihn hinausgeschoben!" womit er sowohl auf Seiten des Gerichtshofes wie des Auditoriums einen durchschlagenden Hciterkeitserfolg erzielte. Der Staatsanwalt hält den gemeinschaftlichen Hausfriedens- bruch für erwiesen und beanttagt für jeden Angeklagten eine Woche Gefängniß und für Jsaac außerdem wegen der Beleidigung des Czerpuck 50Mark Haftstrafe. Der Vertheidiger sucht den Nachweis zu führen, daß Ballach zwar das Recht hatte, als Vorsitzender die Ordnung aufrecht zu erhalten, nicht aber, das HauSrecht im straftrechllichen Sinne auszuüben, die- fes Recht stand nur dem Vereinsvorsitzenden zu. Es liege demnach überhaupt kein Hausfriedensbruch vor, keinenfalls aber ein gemeinschaftlicher. Er bitte daher um Freisprechung und nur wegen der Beleidigung stellte er eine kleine Geldstrafe anheim. Der Gerichtshof entschied dahin, daß sowohl dem Czepuck wie dem Ballach die Ausübung des Hausrechtes zustand. Wenn auch die Angeklagten nur kurze Zeit lang sich unberechtigter Weise aufgehalten hätten, so läge doch ein Hausfriedensbruch vor. Für den Begriff der Gemeinschaftlichkeit lei nach keiner Seite hin ein Beweis erbracht. Wegen einfachen Haus- friedensbruch« sei daher auf je 10 Mark Geldstrafe zu erkennen und das„Rindvieh" sei außerdem mit 20 M a r k zu bestrafen. Außerdem sei dem beleidigten Czepuck die Publi- kationZbefugniß zuzusprechen. Kurz war die Freude, aber lange dauert der Schmerz, welchen sich der Komtoirdiener K. selbst bereitet hat. Derselbe hatte sich gestern vor der Hl. Ferienstrafkammer am Landqe- richt I wegen Unterschlagung zu oerantworten. Der An« geklagte war bei dem Bankier Solms Kn Stellung als Komtoir- und Kaffenbote. Sein Chef schenkte ihm volles Ver- trauen und übergab ihm eine« Tages einen mit 1000 Mk. beschwerten Geldbnef zur Besorgung auf die Post. Auch zog er es vor, den Brief nicht auf der Post abzugeben, denselben viel- wehr für gute Beute zu erklären und mit dem Inhalte das Weite zu suchen. Er ging nach Hamburg, wo es ihm gelang, die ziemlich bedeutende Summe>n der Zeit von acht Tagen zu vergeuden. Von allen Mitteln entblößt, stellte er sich schließlich selbst der Behörde und gestern verurtheilte ihn der Gerichtshof zu 1 Jahr G e f ä n g-n i ß. Zvege» Krfästrdnng eines Cisenbahntransport« hatten sich gestern die Rangirer Karl G u l b i e r und Eduard Leichtenberger vor der ersten Ferienstrafkammer des Land- gerichis I zu verantworten. Die Angeklagten hatten an einem Dezeniberabende unter der Leituna des OberrangirerS auf dem Nrevcrschlesisch- Märkischen Bahnhofe je einen Güterzug zu rangiren. Da hierbei zeitweise beide Züge ein und dasselbe Geleise zu benutzen hatte», so war es erforderlich, daß die Rangirer, welche auf dem Trittbrette des letzten Wagens zu stehen hatten, genau auf das vom Oberranairer zu crthcilende Signal achteten, um dann wieder den betreffenden Maschinen- führern durch Schwenken mit einer Laterne zum Vor- oder Rückwärtsfahren Anweisung geben zu können. Die An- geklagten sollten nun das Signal des OberrangirerS nicht abgewartet, sondern selbstständig gehandelt und dadurch einen Zusammenstoß beider Züge verursacht haben. Die Beschuldigten wurden durch die eingehende Beweisaufnahme für überführt erachtet und trotzdem bei dem Zusammenstoße Menschen nicht verletzt, sondern nur die Maschinen etwa« beschädigt wurden, erkannte der Gerichtshof doch auf eine Gefängniß strafe von je einem Monat. Eine für die gesummte presse nicht unwichtige Ent- scheidung fällte gestern die sechste BerufungS- Strafkammer des Landgerichts l. Der Redakteur des„Lokalanzeiger", H. von Kupffer, war vom Schöffengerichte der Ver- Übung groben Unfugs sowie der Uebertretung des 8 11 des PrcßgesetzeS für schuldig befunden und zu entsprechenden Geldstrafen verurtheilt worden. Die Abendnummer des ge- nannten Blattes vom 16. März cr. enthielt eine Notiz, die cincr hiesigen Korrspondcnz entnommen war. in welcher mit- getheilt wurde, daß es den umsichtigen Bemühungen des Kriminalkommissar Rautenbera gelungen sei, den Thäier eines vor längerer Zeit bei Erfurt begangenen Mordes zu ermitteln und dadurch einen unschuldig in Untersuchungshaft gehaltenen Arbeiter zu befreien. Diese Nachricht war falsch, das einzig Wahre an der Sache war, daß vor Jahresfrist eine Frau in der Nähe von Erfurt crmordert aufgefunden und der Kom- missar Rautenberg bei Ermittelung des ThälerS be- fchäfligt worden war. Die Staatsanwaltschaft zu Erfurt, sSndte diese Berichtigung zur Aufnahme in den„Lokalanzeiger" ein und begann den Schrift- satz mit dem Bemerken, daß die fragliche Angelegenheit„voll- ständig erfunden" sei. Diese letztere Bemerkung ließ der An- geklagte fort, und da eine Berichtigung, wenn sie den gesetz- lichcn Voi schriften entspricht, dem Wortlaute nach ausgenommen werden muß, so wurde hierin die Uebertretung erblickt, wäh- rend durch das Verbreiten der falschen Nachricht, es habe ein Mann monatelang unschuldig in Untersuchungshaft gesessen, eine Beunruhigung des Publikums und demzufolge„grober Unsua" gefunden wurde. Vor der zweiten Instanz bestritt der Vertheidiger, Rechtsanwalt KalinowSki sowohl in lhal«� sachlicher wie in juristischer Hinficht die � der Auffassung des Vorderrichters. In Btttckl groben Unfug« schloß sich das Gericht seinen Auss�nrnfl an. Die Thatsache, daß Jemand unschuldigcrweise eme u' suchungshaft verbüßen müsse, sei ein von der heutig Jiw pflege unzertrennlicher Uebelstand, dem auch der Beste° gesetzt sei. E§ könne in der Mittheilung eines solchen(ja eine Beunruhigung dcs Publikums nicht erblickt werden.* m Frage stehende Notiz könne durch die Mittheilung, da«_ Hilfe der Polizei einem Unschuldigen die Freiheit wiedcrgegw" fei, sogar eher beruhigend als beunruhigend wirken." hätte die Berichtigung in der verlangten Form ausgenomwe» werde» müsse». AllerdrnpS ici die darin aufgestellte Behauptung daß der Inhalt der Notiz auf Erfindung beruhe, si" Urlheil, welches ein Redakteur nicht auszunchntf» brauche, andererffitS sei sie aber auch eine Thatsache, denn n unwahre Thatsache müsse von dem Urheber erfunden sei. der Uebertretung sei der Angeklagte zu einer Geldstrafe«' 3 M. zu verurtheilen und außerdem gehalten, die Berichl'ZNNS aufzunehmen. Zwei schwere Unglücksfälle durch Ueberfahren gelang gestern zur Kenntniß der ersten, beziehungsweise zweiten sserw' Strafkammer des Landgerichts I. Im ersteren Falle befand der Omvibuskutscher Friedrich Utecht auf der Ani'»� bonk. In der Mntagsstunde des 14. April die Jahres hielt vor dem Hause deS Schlächtenneistu Jacob in der Kommandantenstraße ein Einspänner,° dem die beiden sieben- und neunjährigen"aad' des Schlächtermeisters Fürle saßen, während der Vertreter zur Erledigung eines Geschäftes in den Jacob'schen Laden* geben hatte. Da kam der Angeklagte, der einen �OornibnS j* Linie Botanischer Gai ten� Oranienplatz führte, die Straße®' lang. Er bog mit dem Omnibus zu spät aus, das H""� des schweren Wagens stieß mit dem Einspänner zusammen» warf diesen aufS Trottoir. Er ging in Trümmer und beg® die beiden Knaben unter sich. Einer derselben, der jun� erlitt schwere innere Verletzungen, denen er nach einigen Tag in der Klinik des Geheimraths Hohn erlegen ist. � Anaekagte versuchte die Schuld dadurch von sich f\i tvätzen, daß er behauptete, der Omnibus habe df™ die Pferdebahnschienen eine nicht zu berechnende Wjt dernde Bewegung gemacht, die Beweisaufnahme j?" aber keinen Zweifel daran übrig, daß der geklagte fahrlässig gehandelt. Das Urtheil lautete nach r? Antrage des Staatsanwalts auf ein Jahr Gefäng«'� Der zweite Fall lichtete sich gegen den Fuhrhcrrn August Lehmann. Am 1 1. Mai d. I. Abends gegen S; � fuhr der Angeklagte mit seinem leeren Möbelwagen von j* Linden straße kommend an der Jerusalemerkirche vorbei, u«° Jerusalcmerstraße zu gewinnen. Er nahm die Ecke vorscbntn widrig im Trabe. Etwa zwanzig Schritte vor sf�v, Wagen sah er einen Menschen stehen, der dem wi«*" Swlten Anrufe des Angeklagten aber keine Beschs cbenkte. Wie sich später herausstellte, war es der balbta«° Bildhauer Nagel. Der Angeklagte fuhr mit derselben Schn� keit weiter, in der Erwartung, daß jener Mann sich noch � zeitig entfernen würde. Dies geschah aber nicht eher, als ty spät war, Nagel wurde überfahren und erlitt so schwere»ss letzungen, daß er bald darauf starb. Der Gerichtshof ber«»- sichtigte, daß tn diesem Falle der Verunglückte einen Thcu � Schuld zu tragen hatte und verurtheilte den Angeklagte» her nur zu drei Monaten Gefängniß.> Daß die saubere Zunft der..Hüm,nrlblättck»nspi«I® immeiZ noch nicht ausgestorben ist. bewies ein nettes Bnuec fängerstücklein, welches gestern in einer Verhandln™ vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I. zur Spr«� kam. Aus der Untersuchungshaft wurden fünf Personen vor geführt. Namens Wilhelms Höhns, Gottlob L". mann, Otto Gebhardt, Hermann Fleischer Carl Richter. Die Angeklagten sind mit ÄuSvmP Fleischers sämmtlich wegen gewerbsmäßigen Glückspiels vo>°s' straft, HöhnS und Lehmann schon mit den höchsten zuläffa® Strafen. An einem Juni Nachmittage haben'die Angekl-ev° ein fein abgekartetes Spiel ausaeführt, welches sie wieder� hinter die Gefängnißmauern führte. Der Bäcker Lauch mann, der in der Nähe von Berlin wohnt, lud /v 2. Juni in einem KaufmannSladen in der Elifabeihstraße B® ab. Hier traf er die Angeklagten Fleischer und Richter, wclus ihn in eine Unterhaltung verwickelten. Die machten ihn dur« die Mittheilung kirre, daß sie einen Kunden für ihn wüßt®' der wöchentlich 150 Brote gebrauche und erboten sich, ihn? fort zu demselben zu begleiten. Dem Bäcker war dies ncr�' lich sehr angenehm und er bewies feine vorläufige Dankbar'� dadurch, daß er einige Flaschen Bier zum Besten � Sodann fuhr man zusammen einige Häuser we»v' nach dem Buchwald'lchen Schanklokal. Hier t-e» man sich in einer traulichen Ecke nieder, der � geklagte Höhn« gesellte sich hinzu und Flcis� und Richter machten ihn mit dem Zwecke ihrer, f®®,s des Bäckers Anwesenheit bekannt.„Das wollen wir bo� kriegen," meinte HöhnS mit zuversichtlicher Miene, worauf j* mit halblauter Stimme„Herr Wirth!" rief. Es erschien® schon bejahrter Mann von Vertrauen erweckendem Aeußern, � freundlich den Wunsch des Bäckers anhörte und ihn sofort� seinem Brotlieferanten erkor. Jetzt ließ der Bäcker wie«® Bcer kommen und auch der angebliche Wirth detheiligle an der gemüihlichen � Spielchen vor, bäckerS machte er folgen »bedingt t ««ersten «len. En tote der 3) �der in e ojfteit ge, VW8 um ül» Nrn. A: �deiter die nur ei Tafelrunde. Bald schlug Höhne Ct" und vor den Augen de« erstaunten Landb®« einige Kartenkunststücke. Man ging da«" zum Kllmmelblätlchan über, erst belheiligten sich sämmtlicke A« geklagten daran und auf Zureden schließlich auch der Böm'. Im„Handumdrehen" hatte er 40 M. verloren und genug y dem Spiel. Nach wenigen Minuten war er allein, auch der a»' gebliche Wirth war verduftet wie sich später herausstellt' hatte Lehmann die Rollt des abwesenden Lokalinhab«® mit großem Geschick gespielt. Im Verhandlungstermin leg««? die Angeklagten sich anfangs auf's Leugnen, bis Fleischer P® zuerst zu einem offenen Geständmß bequemte. Allerdings® klärten die Mitangeklagten, seine Erzählungen seien Lug®' welche die charakteristische Eigenschaft deS Eigenlobes bär'®! aber der Gerichtshof glaubte doch dem Geständcqen. Höh«. und Fleischer wurden zu je einem. Lehmann, Gebhardt»" Richter zu je zwei Jahren Gefängniß verurtheilt. Soziale IJclicvtiriif. Kerlwer Wirteeruerband. Den Kollegen zur Nacbri� daß die Firma Wegen er und Schultz freiwillig, ohne daß Unter suchnngskommlssion in Unterhandlung trat, von jetzt.?, 21 M. Minimallohn bezahlt hat. Hierbei sei gleich mitgeihe»' daß der Stieik bei Eduard Wagner fortdauert. Der Zuö"« ist fernzuhalten. Dertclmmlrmgcu. Eine gntbrsnchte öffentliche Uerfammtung Schlosser und Maschinenbauer tagte am Dienstag, vf, 3. September, in Uedet's Salon, Nauvynslr. 27, unter VosP- der Herren Pirch, Buckmann und Klüner. Herr Zubeil erledig sich seiner Aufgabe als Referent über:„Wie stellen sich»! Schlosser und Maschinenbauer zur S stündigen Arbeitszeit- zur vollsten Zufriedenheil sämmtlrcher Anwesenden, und ssifp «HCl B-ttkff de« luffühwngrn > eine Hnler- fipw Iustl»- B-ste olchen FoW verdw. lng. daß f siedcrgtgww n.___ lufpenotni»« BthaqckG beruh«, cw aufzunehi«» ,c, denn etr< n sei. We?« eld strafe«<« BerichliM W o-v-i« eilen le betonj» M tt Ankl-x iprit � -l'ttnnnitn Snner, •n®'1 cj, Vertreters n Ladens :mmbnä� Straße 1« ommtJrts und beg? '»zS habe o �de klhl. .«« x ,«»><- S»'- n von% bti,u«°. oorfAo� >°r f** ■m wred� BeachtG ? ou5- Die Verkürzung der Arbeitszeit sei eine >»» erd Abwendige Forderung aller Arbeiter, da hierdurch liwlT n� bie sogenannten Vaqabonden von der Landstraße ti», cmen beweis für die Richtigkeit dieser Ausführungen 1«!*';™Qur erstreik geliefert, indem die Herren Meister viel im«!«. Lohnerhöhung als in eine Verkürzung der Ar- Äd»». hätten, wohl wissend, daß die Erhöhung des riji"d e,n,.8e Pfennige nur von kurzer Dauer ist, weil sie !i,m' Äer eine arbeitslose Reservearmee jederzeit verfügen � k�-N. größeren Fabriken, namentlich, wo sich die iJ 0,.e schärfsten Fabrikordnungen aufzwingen lassen, ohne "?,�nmal daran zu denken, daß sie in geschlossener straffer Ä„! il,e Macht in Händen haben, jede Art von Miß iiltnm. Grund aus zu beseitigen, wie dies aus den Ver tmu*"S" Amerika, England, Frankreich und der Schweiz schien-' � amtlichen statistischen Bekanntmachungen dt«»» ,a. N8 genug die Proletanerkrankheiten zur öffent- W bemnach giebt es viel Arbeiter, welche sich in te]e,um ihre Nebenmenschen bekümmern, nur immer s°bschuflen, und dadurch die Akkordpreise derartig iinzl!. baß schließlich ein neuanfangender Arbeiter Wif■""?äglich auf seinen Lohn kommen kann. In einer Ijieiides,'"welcher nur überzeugte Arbeiter sind, könne der- IWi h ti1 vorkommen, denn diese sind zu der Einsicht ge- 1�.°,'°aB das Kapital, welches sie in Arbeiterorganisationen >t haben, mit ZinS und ZinseSzinS an sie selbst zurück- >enn bei verernten und widerstandsfähigen Arbntern [, ver Kampf ein leichter und der Sieg fast sirdn«- at"'brcr Seite. Reicher Beifall lohnte den Ii«-. mr seine Ausführungen. Alsdann gelang- jjJ tmgende Resolutionen zur Verlesung:„Die heute, Z.,?' September, in Uebel'S Salon tagende öffentliche ltz, IMiung der Schlosser und Maschinenbauer Berlins er- f1" den Ausführungen des Referenten voll und ganz MtrflÜr? unb verpflichtet sich, sämmtliche Kollegen dem ßiusti?" Fachverein für Schlosser und verw. Berussgenossen « jssbren, indem es nur durch eine straffe Organisation mög- f».�,'-Unsere Lage zu verbessern." In Anbetracht der besten �ms g bar neunstündigen Arbeitszeit beschließt die Der- Wn 9' bas heutige Bureau zu beauftragen, eine kombinirte �iub r 8 sämmtlicher Eisen-, Stahl- und Metallarbeiter lot' damit wir mit einer einheitlichen Durchführung C,H Yen können, da nur dadurch ein sicherer Erfolg er- werden kann, jedoch konnte über beide nicht ab! entpiele� s Bauer:' erhandlu� ur Spra«' isonen vor' lob 2t\ sch-r«v AuSnah� uels voitr' > zulässiach lngeklagtru ! wiebcrwv ta Lau"' lud 'traße B-v !ter, welaf ib"%£ m wüßt?" b, chn�; lies naws "ankbarke» ssten t roef/ ier f«» �Fleisä- wir � vorauf" schien** »ßern, b" sofort»" er nur J? rügte f.® >öhne rf öandbr»p mg b®" tliche stsv' t Bäck"- enug h der-U' ausstellte' lin Haber' in legten scher fü» dinaS er' ; Läge"' l bäne"- Höb� ardl vu° aß-� ehr u« 'M »<* den icufr' difite s d«« [�®nnt werden, da die Versammlung ein vorzeitiges Ende Zij.V der Diskussion belbeiliglen sich die Herren Hitzler, lßrack P�ch, Gcffrois und Röder. Sämmtliche Redner Chw5'f" �tvne des Referenten unv ermahnten zur strammen Ca» 5" on' Herr Röder auf den hohen Tribut, den die ItfiL ben Arbeiter dem Nimmersatten Kapitalisten zu zahlen Cjiitr Arbeiter mit einem kaum zum Leben nöthigen ihres wirklich verdienten Lohnes abgespeist werden, ��b bie Bourgeoisie im Ueberfluß lebe, zu sprechen kam, L...vre Versammlung auf Grund des 8 9 des bekannten für aufgelöst erklärt. Wr** Verein gewerblicher Hilfsarbeiter Kerlin» �.uwgegenb hielt am Mittwoch, den 4. September, eine gleich besuchte Mitgliederversammlung im Lokale des Herrn (Renz Salon), Naunynstraße 27, ab, mit der Tagesord- z"St I. Vortrag des Herrn W. Schweitzer über„Das Wesen � verschiedenen Lohnslisteme." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. ji. vortragende führte im Laufe feines Vortrages an, wie von ffc ber die Ardeiistheilung dadurch entstand, daß die ver- � soenen Völkerstämme Kriege gegeneinander führten und die �.Mgenen als Sklaven die Arbeit verrichten ließen. Dadurch s�atid später eine besitzende und eine besitzlose Klasse. Die z isisi kommunistische Gesellschaft wurde mit der Zeit abgelöst s»M t Feudalherrschaft und später durch die bürgerliche Ge- ri», W- Die besitzlose Klasse oder Proletariat dagegen wurde i�swmer größere Masse, die durch das Kapital, das sich in fötn engere Kreise konzentrirte, ausgesaugt wurde. Redner lireV deiter als Vergleich an, wie im t7. Jahrhundert Ver- dadurch hart oestraft wurden, daß sie in den Gefäng- 12 Stunden täglich arbeiten mußten, während die Ar- jfjyjWt in der Freiheit nur 6 Stunden betrug. Heute, im di. �eten, humanen 19. Jahrhundert, werden sogar Kinder Crt 14 und 15 Stunden in den Fabriken beschäftigt. Durch lnsjbhrung der Maschinen wurden die verschiedenen Lohn- Wx herbeigeführt, namentlich die Akkordarbeit. Durch die � sbarbeit wird die Produktion vermehrt, jedoch der Preis Arbeitsleistung immer mehr verringert. Die Akkord» föC entfremdet ferner die Arbeiter untereinander. Redner � namentlich als Beispiel die Putzer an, die sich � dem Maurerstreik so indifferent benommen hätten. sy einzige Gute, welches die Akkordarbeit für sich hohe, Mß sie dem Kapitalisten schneller die Taschen fülle. nun folgenden Diskussion sprach zunächst Kollege d�Ser. Derselbe schließt sich vollständig den Ausführungen � Referenten an und nimmt im weiteren Bezug auf die Be- »Ci ng und Löhnung der Arbeiter. Früher war der Arbeit- (tö? verpflichtet, für das Wohl seiner Arbeiter zu sorgen und d,.'?Ntit seine Arbeitskraft zu erhalten. Heutzutage besteht isiad• Bentheil. Ist der Arbeiter nicht mehr im Stande zu vziren, so wird er einfach als unbrauchbar auf die Straße tzz"sfen, denn draußen steht ja eine große Reservearmee. ungerecht wie die Behandlung ist auch die Löhnung silm!- eiter. Der Staat selbst als vornehmster Arbeitgeber, Wr Löhne theilweise erst 4 Wochen nach Beginn der Ar- rrstung. Ebenso verhält es sich mit der Kommune. liu- größeres Etablissement hier in Berlin zahlt seinen �eai■ ben sauer verdienten Lohn sogar erst 6 Wochen nach «i�mn jhper Thätigkeit und giedr nur am ersten des Monats Vorschuß. Ein anderes Etablissement„Berliner Messing- schr,/. hat den sogenannten Gcneralakkord auf seine Fahne ge- ys ss'. In diesem sind nicht nur die direkt dabei beschäftig- ffolii fter, sondern auch alle Anderen, vom Direktor bis zum »ii �"schipper mit einbegriffen. Außerdem sind Reparaturen fordp? Maschinen, Kesselreinigen:c. mit einbegriffen. Redner »k,j"t zum Schluß serner Ausführungen auf, gegen eine der- Ii, �Handhabung des Lohnsystems ganz entschieden Front ZfL�achen. Kollege Schmidt ersucht die Mitglieder um »y, �rial über die Lohnsysteme der verschiedenen Fabriken, sihnPgen Ungerechtigkeiten energisch auftreten zu können und "rrohr t?"' der Aufforderung, die Hilfsarbeiter immer mehr zu i>jf �wssen, dem Verein beizutreten. Kollege Günther spricht über «"flussung der Arbeiter der Finna Lachmann seitens der «�stellten der betr. Firma, welche dahin geht, die Albeiter l-itisj, w Verein gewerblicher Hilfsarbeiter zurückzuhalten und SfJ'L ferner den JndifferentiSmuS der Kollegen dem Verein der s?ber. Ferner führte Redner noch an, daß die Arbeiter ftlss. k?liner Mefsingwerke bei 12 M. Kostgeld noch eine Spar- eiofbatten. Bei diesem elenden Lohn noch sparen, hieße die Familie darben lassen. Redner schließt mit den Worten: ,ber Arbeit aufgewacht und erkenne Deine Macht, alle �iin. ffkhen still, wenn Dein starker Arm es will. Kollege «e»�. fordert von den Kollegen, die von außerhalb kommen- »lz zj, rbejter aufzuklären über die Rechte und Pflichten, die sie (lte-K v.ftl hätten und thalkräftig einzutreten und in den Kampf il> bre Macht des Kapitals. Es sei eine Ehre als Hilfsarbsiter % ehen, deshalb dürfe man auch nicht versäumen, überall, «"��.orsyaio our,r man llllw'»m- ? der �. bie Interessen ber Arbeiterschaft zu vertreten, mit ."»hluSw tze»» fein. Hierauf sprach der Referent in seinem ?0i»�.?ort noch über die Löhne der Fabrikanten und bezeichnete '""—-->. i.;. 1 in seinem ."oyi�ori nocb uver o>e Lvyne ver tsavinu»»» bezeichnete !«brix die Hutfabrik von Cohn u. Lewin und die Asphalt- -�drikn Gebrüder Landree und vergleicht den Verdienst der vsen mit dem der Arbeiter. Redner beweist ferner in �Portk, Verwerflich keil der sogenannten Hirsch-Duncker'schen '-yeorie. Bei„Verschiedenes" fordert Kollege Schmidt denjenigen Kollegen auf, der in seiner(des Redners) Woh nung war, um den Rechtsschutz des Vereins in Anspruch zu nehmen, sich beim Vorstand zu melden. Kollege Günther er- sucht, sich bei der Auswahl der Lektüre nur an solche Blätter zu halten, die die Interessen der Arbeiter vertreten und nicht unsere Geyner durch das Abonnement auf ihre Schundblätter zu unterstützen und ersucht zum Schluß, auch solche Lokale zu meiden, wo arbeiterfeindliche Blätter ausliegen. Kollege Krüger weist auf die mangelhaften Vorrichtungen in den meisten Fabriken hin, um die Gesundheit und das Leben der Arbeiter zu schützen und entwirft gleichzeitig ein trauriges Bild aus der Fabrik von Siemens u. Comp, in der Reuenburger Straße. Daselbst kam ein Arbeiter, der noch nicht lange in der betreffcn- den Fabrik beschäftigt war, dieser Tage früh nach Arbeit und wurde bei seinem Eintritt in die Werkstatt vom Blutsturz be! fallen, wobei er seinen Geist aushauchte. Anstatt nun den den Tobten in einen andern Raum zu schaffen, blieb er bis 10 Uhr in der Werkstatt liegen, nur nothdürftig das blutüber strömte Geficht mit Putzlappen verdeckt und seine Mitarbeiter waren gezwungen, ihr Frühstück dabei zu verzehren, wer bei diesem Anblick llberhanpt noch dazu im Stande war. Sollte in einer großen Fabrik nicht einmal ein Raum vorhanden sein, wo man derartig verunglückte Arbeiter vorläufig unterbringen kann?(Rufe: Pfui! und stürmischer Beifall.)— Kollege Rosenow fordert auf, die Arbeiterblätter„Berliner Volksblatt" und„Bertiner Volks-Tribüne" zu lesen, da dies die einzigen Blätter sind, die die Interessen der Arbeiter wahrhaft vertreten. Nachdem der Vorsitzende Kollege Schmidt noch den Beschluß des Vorstandes, wonach die Versammlungen nach wie vor durch Einladungen bekannt gemacht werden sollen, der Ver- sammlung mitgetheilt und dieser Beschluß von der Versammlung einstimmig angenommen wurde, schloß derselbe die Versamm» lung um 12t Uhr mit einem dreifachen Hoch auf die gesammte zielbewußte Arbeiterschaft. Die Versammlung de» Fachverein« der Tischler Kerlin Mord am 26. August fand vor überfülltem Lokal bei Gnadt, Brunnenftr. 38, statt. Auf der Tagesordnung stand Vortrag von Otto Thierbach über„Innung und Fachverein." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nachdem Herr Thierbach seinen Vortrag unter großem Beifall der Versammlung beendet hatte, sprach zunächst zur Diskussion der Bevollmächtigte A. Mertens. Derselbe verbreitete sich über die Beschlüsse der letzten Vorstands- sitzung, welche mit Hinzuziehung der Arbeitövermittlungs- und Werkstattkontrolkommission des Fachoereins der Tischler statt! gefunden habe, mit der Tagesordnung:„Wie stellen wir uns einem Streik gegenüber." Alsdann sprach Oskar Liebermann über seine Werkstatt, wo 3 Tage Lohn einbehalten werden. Herr Falkenberg beantragt, in der nächsten Versammlung für den Norden die Werkstellen-Verhältnisse des Nordens mit auf die Tagesordnung zu setzen. Zum Schluß wurde ein Antrag angenommen, welcher besagt, daß m 14 Tagen wieder eine Ver- sammlung stattfinden soll. Eine ausserordentliche Generalversammlung de« Fachverein» ver Tischler tagte am 2. d. Mts. in den Büroersälen, Dresdenerftr. S6, mit folgender Tagesordnung 1) Die Stellung des Fachvereins zu einem eventuell aus- brechenden Tischlerstreik in Berlin. 2) Diskussion. 3) Vereins angelegenheiten. 4) Verschiedenes und Fragekasten.— Zum 1. Punkt halte Kollege Wiedemann das Referat übernommen und führt derselbe aus: In Kreisen der Berliner Tischler, und nicht zum wenigsten unter den unorganisirten Kollegen, macht sich Stimmung für einen Streik bemerkbar. Daß ein solcher berechtigt ist, unterliege keinem Zweifel, denn wie eine von Seiten des Vereins veranstaltete statistische Erhebung, be! treffend die Arbeitsverhältnisse im hiesigen Tischlergewerbe, ergebe, sind von verschiedenen Werkstätten Durchschnitts- löhne von 14, 15 und 18 Mark angegeben, während in anderen eine Arbeitszeit bis 70 Stunden Platz gegriffen habe. Dazu komme noch die stete Steigerung der Wohnungsmiethe und der Lebensmittelpreise, die wohl von keiner Seite abgeleugnet wird und werden kann. Auf die Frage, ob eine bei der gegenwärtig herrschenden Zersplitterung der Kräfte in Branchenorganisationen vorgenommene Lohnde- wegung Aussicht auf Erfolg biete, müsse die Antwort ver- neineno ausfallen. Obwohl gern zugegeben wird, daß die hierorts bestehenden kleinen Vereine eines bildenden Einflusses auf ihre Mitglieder nicht ermangeln, so könne man doch andererseits leicht einsehen, daß dieselben nicht im Stande sind, die Interessen der Gesammtheit der Tischler Berlins zu wahren. Da nun in einer jüngst stattgesundenen öffent- lichen Tischlerversammlung der Fachverein als die maß- gebendste und größte Vereinigung der Berliner Tischler anerkannt winde, so erwächst diesem auch die Pflicht, den im Gcwerk zu Tage tretenden Strömungen Rechnung zu tragen. Alle Maßnahmen und Beschlüsse desselben sollen nur solche sein, die im Interesse der aesammten Berliner Tischler liegen. Auch sei bei der in Rede stehenden Versammlung von verschiedenen Vertretern der Branchenorganisaiionen betont worden, daß getrennt marschirt und vereint geschlagen werden müsse, doch merke man von jener Seite noch keine Neigung, die kleinen Vereine im Interesse einer Gesammtvereinigung auszugeben, obwohl die Verhältnisse fort und fort zu dem Punkt drängen, wo eine durchgreifende Aufbessenmg der Arbeitsver- Hältnisse unabweisbar geworden ist. Redner beruft sich im weiteren auf die Beschlüsse der deutschen Tischler und hält cS mehr im Sinne derselben gehandelt, wenn eine Verschmelzung der kleinen Vereine zu einer großen Organisation statt- finden würde. Letztere könnte auch, wenn einig und ge- schlössen, sofort mit Forderungen hervortreten, wodurch den Unternehmern die Möglichkeit genommen würde, Vorräthe an fertiger Arbeit aufzuspeichern, was ganz gewiß geschehen würde, wenn lange Vorbereitungen zu einem Streik ihnen Zeit dazu ließe. Zum Schluß präzisirt Redner seine persönliche Meinung dahin, daß in Anbetracht der ablehnenden Haltung der kleinen Vereine der Gesammtorganisation gegenüber sowie der Theil- nahmlosigkeit der jeder Vereinigung fernstehenden Kollegen überhaupt, ein jetzt unternommener Streik zu Ungunsten der Gewerkschaft aussallen müsse. Der Fachverein könne also die Verantwortung für eine Lohnbewegung nicht eher übernehmen und nicht in eine solche eintreten, bis die Berliner Tischler gezeigt haben, daß sie ihre wirthschaftliche Lage begriffen und erkannt haben, daß der einzige Weg zur Aufbesserung ihrer Lage nur in dem Beitritt zur Organisation liege.— Die hierauf folgende umfangreiche Diskussion zeigte erfieulicher- weise, welch tiefgehendes Interesse unter den Mitgliedern für die angeregten Fragen herrscht. Kollege Apelt führt aus: Eine von einheitlicher Organisation unternommene Lohnbewegung babe jedenfalls die Sympathie aller deutschen Tischler, wie dies Hamburg gezeigt habe. Auch lassen es die Arbeitgeber bei ge- schlossenem Vorgehen seitens der Arbeiter oftmals nicht erst zur Arbeitseinstellung kommen, wie dies beispiels- weise in Kiel und Potsdam geschehen sei. Die Kollegen Berlins möchten doch nicht erwarten, daß irgend eine große Persönlichkeit, sozusagen ein kommender Mann, auf- tauchen werde, der ihre Angelegenheiten regeln soll, man möchte von Versönlichkeiten überhaupt mehr absehen, denn jeder habe die Pflicht, selbst für Aufbesserung seiner Lage einzutreten, und dies thut er, mdem er der Organisation beitritt. Von Kollegen Schlachter wurde die Herausgabe eine« Flug- blattes empfohlen und ein diesbezüglicher Antrag von ihm und Kollegen Döring gestellt und von der Versammlung ange- nommen. Da alle folgenden Redner, außer einem, ihre An- sichten in Uebereinstimmung mit denen des Referenten bekun- beten, so kann von besonderer Anführung derselben Abstand genommen werden. Bemerkt lci nur noch, daß von den meisten ausdrücklich betont wurde: Bmor nicht mindestens zweidrittel der Berliner Kollegen organisirt sind, muß von einer Lohnde- wegung, weil dreselbe sonst aussichtslos. ist, entschieden adge- rathen werden. Hierauf wurde folgende, im Sinne der Ausführungen lautende Resolution mit großer Majorität ange- nommen:„Die heutige in den Bllrgersälen tagende außer- ordentliche Generalversammlung de« FachoereinS der Tischler erklärt, daß, da eine dauernde Aufbesserung der Lage der Berliner Tischler erst dann durchführbar ist, wenn der größte Theil der Berliner Tischlerschast einer festen Organisation angehört, indem zur Durchführung eines wirksamen Lohnkampfes, neben den materiellen Mitteln, das Verftändniß für die Tragweite und den Werth eines LobnkampfeS vorhan- den sein muß und kann dies nur durch aufklärende Vorträge und stetes Besprechen der eigenen wirthschaftlichen Lage inner- halb der Organisation erreicht werden. Ferner erklärt die Ver- sammlung, einen Branchenstreik, der nicht die Zustimmuna der Gesammtheit der Tischler Berlins hat, nicht zu unterstützen, weil durch derartige Streiks nicht nur nichts erreicht wird, da unter den heutigen Verhältnissm jeder Tischler in den verschiedensten Branchen arbeiten kann, und so die streikenden Arbeiter durch die nicht streikenden un- organisirten Arbeiter verdrängt werden können. Ferner wird durch das theilweise Vorgehen die Gesammtmacht der Berliner Tischler zersplittert, und wird dadurch der Druck, den das Unternehmerthum auf die'Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Tischlergesellen ausübt, keineswegs abgemildert oder gar beseitigt, sondern noch mehr Vorschub geleistet. Die Versammlung verpflichtet sich, diese Ansicht in allen Tischlerversamm- lungen auf das energischste zu vertreten." Zu Verschiedenes wurde die Werkstatt des Tischlermeister Arndt, Manteuffelstr. 113, von einem Kollegen einer scharfen Kritik unterzogen, neben Jammerlöhnen leiste der Meister das menschenmögliche in unwürdiger Behandlung seiner Arbeiter. Hieraus wird die Versammlung um 12� Uhr vom Vorsitzenden geschlossen. * ♦ Tischler Sonnabend, den 7. d Ml», abend« 9 Nin..«ottbiifer. straße 4« Cermmmlnn«. Taqedordnuna; Erlcdwuna eine« UnterftOSuna»- aesuckie». Vcreinianaeleacnheiten und au«aabe der Billktg zu dem am S b. Mi» in„San«iouci" stattfindenden Sommerseit, Fachorrein der Buchbinder und verwandten H»rus»g»n»ls»n. Sonnabend, den 7. September, abend« 9 Uhr, annenitrafie 16, verlammdw» Tagciordnuna t I, Vortrag de« Herrn I, Türk über: Die Urtalden und ssolaeu der franzöfischen Revolution, 2, Abrechnung von der Kremserparlie, 3 Ver, schiedene« und gragekasten, ausnabmc neuer Rtitgtiedcr Allgemeine Kranken- und Kterbekals» der Wetallarbetter Üb», im Lokal de» Herrn Gebrt, Prinzenstrahe 106, Versammlung, Tagetordnu»,: I, Vortrag de» Herrn Werner, 2, Ditkusfion, z, ausuadmr neuer Mitglieder 4, Verschiedenes und Fragekasten, Un> recht zahlreichen Vefuch wird ersucht,, tsachv»r«i» dir R»krl»»,r. Sonntag, den 8 Seplbr,, Vorm, 11 Uhr in Feuerstein» Salon, Alte)akodstr, 75: Versammlung, Tage«ord-uaa I, Vortrag de» Herrn C„ Plrch über: Internationale Fabrik.ielttz!ekuua 2, Wahl eine« 1, Vorsthenden, 8, ausnähme neuer Mitglieder. 4, Bcrschledem» und Fragekasten, Um zahlreiche» Erscheinen wird ersucht, Allyemiin» Krankrn- und Strrdikals» dir M»taN>»rbrit»r (Filiale 4) E H, 28 Hamburg, Tonnlag, den 8. September er, Vormitwa« II Uhr, Mitgliederversammlung, aiidreailtr, 26 bei Bolzmann, Tagetoid- nuna. ikasfenbericht. Verschiedene», Anmeldung zur Zuichuhtaffe. Znt»rels»»v»r»in drr Kift»nwach»r. Mitgliederversammlung am Sonntag, den 8 d Mi«, Vormittag« Itft Uhr, im Lokale Deigmüller, Alle Zakobslr, 48», Tagesordnung: I Wo« hat UN« der Tlreik gelehrt? Ilad welche Schritte haben wir ferner zu tbun? 2, Vei schiedene». Neue Mitglieder werden ausgenommen. Um zahlreiche« Erscheinen wird gebeten, Falllvrrrin der Putzer Berlin». Mitgliederversammlung am Sonn- tag, den 8, September. Vormittag« II Uhr, im Lokale de» Herrn Linde, Neue Schvnbauserstr, 20, Tagesordnung: I, Soll der vom vorigen Zadre zu'ückgt- stellte Rechcnkursu» sür Mitglieder Im Oktober d I beglvnen cvent Einzeichaung tn die hierzu ausgelegten Listen, 2, Bericht über die Lokalsrage. 3, Vereiu»- angetegen bellen. Verschiedene» und Fragebeantwortung, V»r»in der«tnsetzer Berlin»(Tischler). Sonntag, den 8, S'vtbe, vormittag« lOZ Udr, Neue Friedrichstrahe 44 Generalversommlung. Zaact. Ordnung; I, llollegialitüt und Pfilchtcn der Mitglieder, 2, Vorstandiaulrüg» 3, Verschiedene» und Fragekasten, Um regen Be uch bittet der Vorstand, Arbeiter- Bildung«-Verein..Berlin Nord". Dienktag, den 10. September, Abend» SZ Uhr, in Silber» Salon, Schwedterftrahe 28, Verlarnnilueg. Tagesordnung: I, Die Stellung der Sozialdemokratie zur Freireligiösen Gemeinde, Referent Herr Frig zkunert, 2, Dtikusslon, 3, Allgemeine», 4, Frag:- kästen Gülle willkommen, Achtung! Weber! Achtung! Da» Stistungisest der Allgemeinen Stuhlarbeiter-Vereinigung findet nicht am 14, September bei P all er. Rene Köniastr, 7 stau, sondern am 21, September im Böhmischen Braubau e, Landsberger Allee 11-13, Die Billet« vom 14 September haben GilNqleit. »Ittel« find ,u haben bei iolgenden Herren: Lehmann. GreiiSwalderftraze 7, Bader, Franksurterftr, 34: Otte, Franksurterllr 80 bei Iinisch; Pehold, Weberstrahe 23, Bartsch, Wahinannltr, 18 und Neumann, Äemelerstr, 9, Um reg« Betheiligung aller Kollegen ersucht da« VergnügungS-Komitee, VevmiMike:-. Zur Erinnerung au Tschernqschewaklf. Mitte August d. I. ist bckannllich der derühinte Verfasser von„Was nun?", vom Kaiser Alerander III begnadigt, aus Sibirien wieder zurückgekehrt. Ueber die Verurtheitung T'chernyschewsky's im Jahre 1864 schreibt der„Brest. Ztg." ein Augenzeuge, Der damals in Petersburg lebte. Folgendes:„... Am 2N. Mri 1864, gegen acht Uhr Morgens, versammelte sich auf dem Kasernenplatze zu Petersburg eine große Menschenmmge, die einen dichten KreiS bildete. Inmitten dieses Kreises stand ein Ouarree Liniensoldaten und inmitten dieses QuarreeS erhob sich ein Schaffot mit einem sogenannten Schandgalgen. An einem solchen Galgen werden keine Hinrichtungen vollzogen. Der Delinquent wird deswegen unter ihn gestellt oder an ihn ge- bunden, damit der höchste Grad der persönlichen Entehrung ausgedrückt wird. Der Regen goß an jenem 20. Mai in St-ö- men, aber er verhinderte nicht, daß die Menge sich von Mimue zu Minute mehr ansammelte und mit Ungeduld des devo-- stehenden Schauspiels harrte. Um neun Uhr fuhr endlich der erwartete Wagen, von einer Eskorte Gendarmen begleitet, über den Platz und machte am Galgen Halt. Aller Blicke waren auf den Wagen gerichtet, aus dem zuerst ein Offizier, dann ein Mann in gewöhnlicher bürgerlicher Kleidung stieg. Letz- terer war auffallend bleich, aber sehr ruhig. Dieser blasse Mann— nämlich der Titularrath N. G. TschernyschewSky— stieg sofort die Leiter zum Schaffot hinauf, wo ihn zwei roth- mützige Henker unter die Arme nahmen. Damit begann die so- genannte EntehrungS-Zcremonie. Dann hing man ihm ein« schwarze hölzerne Tafel um den Hals, auf der sein Urtber! in weißen Buchstaben geschrieben war. Endlich schlug ihn» einer der Scharfrichter barsch die Mütze vom Kopfe. Run wurde das ungemein lange gerichtliche Erkenn tniß vorgelesen, das auf vierzehnjährige Zwangsarbeit in den Bergwerken und nach Verbüßung dieser Strafe auf lebenslängliche Deportation nach Sibinen lautete. Mit der gespanntesten Aufmerk- samkeit war die Menge trotz des Regens der Verlesung des aegen TschernyschewSky gefällten UrtheilS gefolgt. Nach der Verlesung trat eine kleine Pause ein, dann nahm der Henker das Wort und verkündete, daß Er. Majestät der Zar und Be- Herrscher aller Russen alleranädigst geruht habe, die gegen den Angeklagten erkannten 14 Jahre Zwangsarbeit auf 7 herabz»' setzen. Sodann stülpte der Henker TschernyschewSky die Koos bedeckung wieder auf, der nunmehr auf die Knie fallen muß««. damit die Entehrungszeremonie weiter vor sich ginge. Es wurde zunächst zum Zeichen der Schande ein blanr.r Degen über dem Haupte des Knieenden zerbrochen, dann mußte der Angeklagte sich erheben, worauf er an den Galgen für einige Minuten angekettet wurde. Kaum stand ade. TschernyschewSky am Galgen, als ein prächtiger Blumenstrauß r>" «ttti der Menge geschleudert rrurde und zu seinen Fühen nieder» fieL Dem ersten Blumen stiauß folgte eine ganze Anzahl kleinerer und gröberer. Die Gendarmen rafften sie jedoch schnell onf und traten sie unter die Füße. Als der Verurtheilte das Cchaffot wieder hinabstieg, konnte die Gendarmerie die Menge kaum zurückhalten, die unaufhörlich die Rufe:»ES lebe Tscherny- fchewsky� und„Auf Wiedersehen" erschallen ließ. Dann fuhr der Wagen schnell davon und eine halbe Stunde später war der Platz vollständig leer. Nur einige Arbeiter waren noch be- schäftiat, den Schandgalgen wieder abzubrechen." KUindianische Puinen. Abermals, dicsmal'aus Mexico, nicht wie letzthin aus Honduras, aber doch nahezu aus der gleichen Region, wird von Entdeckungen großer, altindianischer "»"inen gemeldet. Verschiedene Reisende, welche kürzlich aus EhiapaS, dem südlichsten, mit Guatemala und Pucatan grenzenden Staate der Republik nach der Haupistadt Mexiko zurückkehrten, erzählten von in dem genannten Staate gemachten wichtigen archä- oIogischenEntdeckungen:ZwischenTonaIaundPalenque,zumTheil über Guatemalenser Gebiet führend, fand man eine breite, gut gepflasterte und vortrefflich angelegte Straße, unzweifelhaft aus indianisch- plähistorischer Zeit stammend, und längs dieser Straße entdeckten die Reisenden die Ruinen verschiedener Städte, welche nach den noch heute erkenntlichen Dimenstonen zu schlteßen, mehreren Millionen Bewohnern zum Aufenthalt »«dient haben müssen. Ein zweiler, gleichfalls gepflasterter Weg führt von Palenque quer durch das heute von fast völlig wilden Jndianerstämmen bewohnte Innere von Bucatan hindurch bis zu einem der Insel Cozumel gegen- nberliegenden Punkt der Küste. Auch auf der Insel Cozumel ist die Straße fortgeführt. Der heute ganz unbedeutende Ort Palenque selbst ist, und dies war bereits früher bekannt, auf mehreren Seiten von Ruinen umgeben, welche sich bis in dw umliegenden Urwälder, die nur auf den Wasserstraßen zu- kärglich find, hineinziehen. Unter den dort und an dm beidm erwc hnten Heerstraßen entdeckten Ruinen befinden sich viele Häuser, welche aus großen Qua dem aufgeführt, 4— 5 Stockwerk hoch und ppramidenförmig erbaut sind. Sämmtliche Ruinen find jetzt völlig von der rn jenen Gegmden ungewöhnlichm üvpigm Tropenvegetation überwuchert. Die Wände der Häuser, Tempel und Hallen sind vielfach außen und innen mit Bild- wer km. Arabesken und Hiroglyphen bedeckt, die in die Steine oder Holiplatten eingemeiselt sind und welche unter Anderem �eraumgestaltm zwerer ganz verschiedenen Typen darstellen. Auch einige Bronzelampm und sonstige thöneme oder bronzene Hausgeräthe fanden sich in den Ruinen vor und in einer der Städte mtdeckte man>14 Statuen, welche Götzenbilder, Alle mit den Armen über der Brust gekreuzt. Da die Indianer, welche die benachbarten Orte bewohnen, sich entschieden weigem, die Ruinen, wohl sie für den Wohnort von Geistern haltm, zu betreten und so den Reisenden keinerlei Hilfe bei ihren Entdcckungsfahrtm gewährten, haben diese in der Haupt- stadt Mexiko der Regiemna'Vorschläge behufs Organisation eruer wissenschaftlichen Expedition nach Chiopu« gewacht. Kon Mtndthorst' scher Demagogie und Popataritäto- Aascherei, die derjenigen gewisser anderer Leute nicht das USermgfte nachgiebt, zeugt eine Geschichte, die auf dem Katholikentage passirt sein soll, jetzt durch alle Blätter läuft und viel belacht wird, obgleich sie mehr als lächerlich ist. Als Windthorst sich bei der Begrüßungsfeier am Sonntag Abend im Echützenhof zu Bochum einige Zeit unten im Saal aufhielt, fächelte er sich mit feinem Taschentuch wegen der Hitze im Saal Kühlung zu, indem er dasselbe nach beiden Seiten seines Kopfes mehrmals über die Schultem schwang. Ein hinter ihm stehender„Arbeiter" mußte wohl das hin- und herschwingende Taschentuch für die Serviette eines Kellners halten und rief dem vermeintlichen Kellner zu, er möge doch'mal sorgen, daß er ein GlaS Bier be- komme, schon seit einer halben Stunde warte er auf ein solches. Herr Windthorst wandte sich darauf kurz entschlossen an seinen Begleiter, den er wegen seiner Kurzsich- tigkeit immer an seiner Seite hat, ließ sich von diesem zum Büffet führen, und nachdem er hier ein Glas Bier erstanben, brachte er dasselbe feinem Auftraggeber. Dieser war nun mittlerweile von einigen Umstehenden davon in Kenntniß gesetzt worden, wen er für einen Kellner gehalten, und cS war komisch anzusehen, in welcher Verlegenheit er von Herrn Windthorst das Glas Bier in Empfang nahm. Er stam- melte einige Entschuldigungsworte, die Windthorst mit der Er- widerung abbrach, er möge es nur getrost trinken und solle nur froh sein, daß er waS bekommen habe. Nachdem Herr Windt- Horst, wie es sich für einen richtigen Kellner gehört, die 15 Pf. für das Bier in Empfang genommen und sie feinem Begleiter überreicht, der dieselben am Büffet ausgelegt hatte, entfernte er sich lächelnd. Die Keekrankheit soll nach dem SchiffSarzt Dr. HackS nur diejenigen SchlffSceifenden befallen, welche sich unthätig verhalten. Als Beleg für feine Behauptung führt Hacks die bekannten Thatfachen an, daß auf der ersten Fahrt begriffene Seeleute, so lange sie arbeiten, von der Krankheit verschont bleiben, und daß Vergnügungssegler, sobald sie sich an der bis- weilen sehr schweren Arbeit an Bord ihrer Pacht betheiligen, nie an Seekrankheit leiden. Einen Beweis aber dafür, daß Arbeit die bereits eingetretene Krankheit verscheucht, liefert ein persönliches Erlebniß des Dr. Hacks. Er lag bei seiner ersten Seereise bereits drei Tage lang schwer krank, als er zur Hilfe gerufen wurde. Ein Schiffsosfizier hatte sich drei Finger und einen Fuß verstaucht. Zwar kostete es dem Arzt einen furcht- baren Kampf, sich so weit aufzuraffen, daß er den Verletzten vflegen konnte; doch gelang es ihm schließlich, und er blieb seitdem von der Seekrankheit durchaus verschont, auch wenn das Schiff noch so sehr stampfte. ein Maätlpn� der SW? durfte, wenn nicht von maßgebender Seile geihan wird."— Das Urlheil des letzten Satzes.... � über die Dauer des Streiks thellen wir nicht. Wu P'J. vielmehr, daß die Entscheidung in diesem MaffenauSflanor Laufe der nächsten Tage fallen muß. Dexrefrhen. (Molff'» Telegraphen-Kureau.) Autwerpe», Freitag, 6. September. In einer unwü� Hafens gelegenen Patronenfabnk fand heute Nachmittag' Dynamit-Explosion statt, bei welcher zahlreiche namentlich Frauen und Kinder zu Schaden gekommen I sollen. Verbürgte Daten liegen noch nicht vor. Viele Petr und Stücke von solchen wurden weithin bis in die Stavi-.' gar brs zum Börsengebäude geschleudert. In vielen sprangen die Fensterscheiben. Antmerpe», Freitag, 6. September.(Ausiuhrmo*, dung.) Die Dynamit- Explosion fand in einem 4,epo! Meuefle Mcrckxrickzten. Uebrr die Zage de« Streik» der Dockarbeiter er- hält die„Voss. Zig." folgendes Telegramm: London, den 6. September. Der Ausstand ist durch das Abkommen mit den Werftbesitzcrn in eine neue Entwickelung getreten. Bereits haben vierzehn Londoner Werfte dasselbe angenommen, so daß in wenigen Tagen etwa 5000 Arbeiter wieder vollauf beschäftigt sein werden. DieS ist jedoch nur ein Tropfen im Meere, da außer Schiffsstauern und Lichterschiffarbeitern noch 40 000 Hafenarbeiter feiern. Ob die übrigen 46 Wersten den höheren Lohn bewilligen werden, bleibt abzuwarten. Seitens der Dockgefellschaflcn oder der Schiffsrheder wurden gestern keine Schritte zur Beendigung des Ausstandcs ergriffen, der noch Wochen, ja Monate dauern Patronen und Pulver statt, welche für den Export. sind. Die Fabrik beschäftigte 126 Ardeiter und Arbeü?»% welche sämmtlich todt sind. Die Explosion entzündete zwei russische Petroleumlager. Infolge der Erschütterung W � Häuser stark beschädigt und andere in der Nähe osP Ar Lager in Brand geralhen. Hilfe war schnell zur Stelle. Behörden, die gesammte Polizei, die Gendarmerie u»» Garnison haben sich an den Ort des Unglücks veg Priester und barmherzige Schwestern sorgen für die � mundeten, welche sehr zahlreich sind und führen bie Too> h großer Anzahl nach dem Leichenhause. Das Feuer greif' und mehr um sich. Memt ti Haus fes pari«, 6. September. Die Meldungen der boulaMWjL inen anaebliiben Kanflikr imisiben dem V''. Blätter über einen angeblichen Konflikr zwischen dem Präsident T-rcrd und dem Minister des Innern, fiir fcn« die Geistlichen anläßlich der bevoi stehenden Wahlen dm?. erinnern, daß es dem Klerus oerboten sei, bei der priesterlichcr Funktionen irgendwelche polnische ParteW"' kundzugeben. Die Regierung werde nicht säumen, gege« fZ jenigen Mitglieder des Klerus mit Strenge vorzugehen, renigen UKligneoer oes Rlerus mit ivlrenge vorzuaeyen, � diese Verhaltungsvorschriften übertreten sollten, aus deren-v. achtung seit Abichluß des Konkordats von allen Regier»"' Frankreichs bestanden worden fei. Vrie�lrcrkkerr. Bei ilnsragm blltm wir die AboiinnnkiiiS. Quittung beizusilgen. Lnlworl wird nicht mheilr wohnt Biicfl* G. Sch. FehrbeUiner straff«. Herr T._____ Friedrich sir. 5. F. K. Es ist uns der eine Bericht zugegangen, berge» veröffentlicht wurde. in k'nieiinivkAksgen Saiiataa, den 8. Sptbr, Vormiitogü 101 Uhr, im Restaur. d. Herrn Conrad, Friedrichstr. Tages-Ordnung: 1. Die fozialreformatorifchen Bestrebungen der Gegenwart. Referent: Wilh. Werner. 2. Die Lokalfrage. Diskussion. fl388j Der Eltiberufcr. Große öffentliche Versammlung der Kergolder«. Fachgenossen KerUns »in Rltairisg, den 9. September, Abends 8 Uhr, Scheffer's Salon, Inselstrasse 10* in Tages-Ordnun 1. Bericht der Streikkommiffion über die gestellten Forderungen. Referent Herr Behrend. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1396 Die Streikkommisfio». Soeben erschien Hesk 1 Dolks-Iremdwörteröuch von Wilhelm Liebknecht* Sechste Auflage.— Erscheint in 12 Lieferungen ä 20 Pfg. Z« beziehen durch die Grpeditio», Zimurerstraffe Ur. 44. freien �>t in> 'b das Ka' ltrung i/ffchein �daffe Me Kc Men Kl buft, Die i . Wie üw S >e au Verl wir fiief Art stwae �u beziehen durch die Expedition: Zimmerstr. 44« General- Mitglieder- Versammlung am Sountag, den 8. September, Vormittags 10 i Uhr, in Echeffer'S Salon, Jnfelftraße Nr. 10. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:„Die ökonomische Lage der Arbeiter". Referent Herr Wernau. 2. Diskussion. 3. Bericht der Revisoren. 4. Verschiedenes.— Neue Mitglieder werden aufge- nommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Borstand. I. A.: F r e i d a n k, Bülowstraße 64. Ich ersuche alle Diejenigen�, welche noch Listen von unserer Lohnbewegung in Händen haben, dieselben so schnell wie möglich 10— l2 Uhr Abend Sonntag Vormittag von 10— 12 Uhr und Montag von 9—10 Uhr Dresdenerstraße 1I6 abzuliefern.— Gleichzeitig fordere ich alle Kollegen, sowie Delegirte, welche noch nicht abge- rechnet haben, auf, dieses unverzüglich in Richtigkeit zu bringen, widrigenfalls wir die Namen veröffentlichen. Die Lohnkommission der Maler u. Anstreicher. I. A.: H. Wentker, Memelerstr. 61. 1389 Wvmiil der Süjcjierer. Montag, den 9. September, Abends 8 Uhr, Alte Jakobftraste 75: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag mit Diskussion über:„Die Demvin'sche Lehre von der Abstammung des Menschen". Ref.: Herr Lösche. 2. Gewerk- schastlicheS. 3. Abrechnung vom Sommerfest. 4. BeremSangelegenherten. Aufnahme neuer ZRitglreder.— Gaste haben Zutritt. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 1395 Der Vorstand. NN. Do« Stistungsfest findet am 13. Oktbr. bei Heydrich, Beuthstr. 20, statt. Faldverein der Tischler. Heute, Sonnabend, den 7. September, Abends 9 Uhr, in Jordan'S Salon, Neue Grünftr. 28: Norstands-Sitznng. D« Bibliothek ist geöffnet. zzS2 Der Vorstand. Kachv. fämmtl. a« HolzbearbeituxgSs Mafckme» beschäst. Arbeiter. Vlitglteder-Bersammlung am Montag, den 9. September, AbdS. 8i Uhr, in Säger» Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. 1399 Sonnabend, den 14. September: Mitglied r- Versammlung mit Damen. Vortrag des Herrn Dr. Canitz über:„Der Magen, feine Erkrankung und naturgemäße Pflege und Heilung".— Nachdem: Tanz- Kränzchen. Mitgkliedsbuch legitimirt._ Schuh- u. Stiefel-zager eigenes Fabrikat empfiehlt TÜU M Antßey, 1369 Schnhmackerwetster. Liuienstr. 845, nahe d. Neuen Königstr. Droschke H. Kl. mit Stempel v. d. 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Der Vorsto"'' KeWNWM. und kleinen Anzügen, Paletots, Regenwa", Kleider, Plüsch, Atlas, Sammet, Trikot � Taillen, auch gleich zugeschnitten. 0«',� Laufitzer Platz(Ecke Waldemarstr.) Hihe i. Aicsel- � ri.«»•** f*\«ff" Größte Auswahl?« villigften Preis««- 1310] C* Wolf, Schuhmachermri�t, Adatbertstr* � %>«• 1 ister & H' 4 kit lwm ")eäfefl �äloir CS- 58 J�lau �«ttrd. 'hm> >hejn v«4Be Timo ein D �Vvthe Arlreitsmarkt. b-i Tüchtige Mechaniker können sich melden.«) 0. Unssnl-sn, Nostizstraße 40. .»er« J Bei gutem Lohn werden Tifchlergetelle« dauernd gef. in Sp-indau, Berliner Chaun� Glasschleifer auf Buchstaben verl. Simon A Co., Schwedterstr. 12. Juni' vl n, Sj. 59er &'"- t Kunstschlofier aus Gitter und Beleuchtung gegenstände verl. enitBoi-Btzr. 7. Korbmacher auf Blumenarbeit llfaltei-, Strelitzerstr. 58. iF Ein recht ordentliches Dienstmädchen Rauch, Hollmannstr. 36, parterre. Ein Lehrling mit guter Schulbildung lernung der P»rzclla»maleret findet Aufnu�f bei Koch u. Rauch, Hollmannstr. 36. 1 mit kr h, »rn i � 1 \ k En Verantwortlicher Redakteur: M* Gr»»h»tm im Berlin. Druck und»erlag von DU» Gadtng i» Berlin SV., Beuthstraß«».