„ M-Mpz» s d« M» Wir UNIVtii iti litlag f®' PtlsB?' ninen f®1 .dt. l- HLusa» -ch- 5t lepot\f n v, nd# n !nd» er r» :iifinet., ,,, sssi len dor�p er Ällsüo Partetro� fr. äio. Sonntag, drn 8. September 1889. « Jahrg. ferlinerDollislilttlt Krgsn für die Interessen der Arbeiter. 4 scheint..Berliner Bolksblatt" täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei t j»! � ruertclzährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer m 5Rf sh« Abholung aus unserer Mark pro Quartal. Qf 0 Ci O'' w v v• i u' n n px n, i 8f., �tibnich 4 Mark, monatlich 1�5 Mark, wöchentlich 35 Pf. v �fbihh» Sl"?8'3-'""™1«1 mit dem»Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abhol Znnmerttraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemeni 4 Ma.. lir �"gelragen in der Postzeitungsoreisliste für 1889 unter Nr. 866.)' zustand: Täglich uuter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. 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Hr. 4106.-- VevNkkion: VcukhstrMe S.— Expedition: JintmerstenHe 44. iehen, deren»''' RegielM-z n.»Äff* vohnt � :, berget r 5fr hentig?» Nummer Ueat für unsere Abonnenten de»»Konntags-Klatt� bei. �Ne foxiialillengosel� lrche Fdizlle. .Eine humorvolle Schilderung all der kleinen Polizei- iSr�en unter dein Sozialistengesetz in einer kleinen »n der Wiege lag ein kleines Kind, mit Bausbäckchcn, von denen zusammengedrängt, die 1 inu?®'PPen ein Mäulchen aufwarfen; es schläft aber 1 halb geschlossenen Aeuglein; die beiden Händchen ö w Gesicht emporgestrcckt. Michael stand wie ver- vor der Wiege. Er blickte auf Noemi, als suchte er . �4 ÜCl V�v vww.v------•/''r..rrt lung eines Räthsels auf ihrem Antlitz, auf dem eine suße eine himmlische Glückseligkeit zu schweben schien, f.. Verschämtheit und Liebe ein Versohnungsfcst feletten. schelte und schlug die Augen nieder. Michael glaubte, Unirt p,«V(____ m OVOrt i�e. 3 4z?elte und schlug die Augen nieoer. wiuy Tb auf ber Stelle den Verstand verlieren. Zr- herese legte ihre Hand auf seinen Arm.„Nun, zürnen �ch, daß wir das verwaiste Kind der armen . r>,ittin angenommen? Gott hat es uns geschickt." s'I>® tt zürnte? Er war auf seine Knie gesunken und .'i beiden Armen die Wiege umschlungen, die er l" er r ch kleinen Inwohner an seine Brust preßte; dann i�» rj�hssiig zu weinen und zu schluchzen an, wie Einer, See von Schmerzen in der Brust sich aufgehäuft »un plötzlich den Damm durchbricht. Wo er nur küßte Timar den von Gott gesandten kleinen '"»g; seine kleinen Händchen und Füßchen, den ' seines Kleides, die rothen Wänglein. Das Kind �»gelsgrimassen unter den Küssen, wollte aber nicht wach '«uf einmal öffnete es dann seine Augen, seine Behörde befürchtete, er würde Ludwigshasen aus den Angeln ihn. So erging es auch Von Geck nicht zu reden. Der dem gestrengen Polizeiauge fand, Stand abhalten, unsere nicht die Welt, aber heben, und verbot Slomke aus Hamburg. einzige, der Gnade vor war Görcki aus Berlin. Als Herr Schneider aus Mannheim, freireligiöser Pre- diger daselbst, im hiesigen Otte einen Vortrag abhielt, wur- den die Frauen und Minderjährigen, welche die Votträge als Mitglieder der freireligiösen Gemeinde, sowie den sog. Religionsunterncht besuchten, vor Beginn zu Paaren ge- trieben, die Polizei stellte sich hierin auf den Boden des Vereins- und Versammlungsrechts. In demselben steht zwar, daß nur zwei Polizisten einer Versammlung als überwachende Behörde beiwohnen dürfen, wahrscheinlich ist aber in der polizeilichen Gesetzessammlung dieses Blatt herausgenssen, denn wir sehen in den Versammlungen, die in Gnaden er- laubt, verden, immer unsere Polizei schaarenweise erscheinen. Auch ist in dem Gesetze nichts davon enthalten, daß ein Referent angegeben werde, allein unsere immerfott prakti- schen Beamten schulen sich in die Handhabung des Gesetzes so hinein, daß sie die Lücken ergänzen. So haben sie Herrn Hubcr von hier eine Versammlung verboten, nachdem er dreiviettel Stunde gesprochen: sie verboten, weil sie ent- deckten, daß Huber nicht Ehrhatt sei. Ehrhart wurde letztes Jahr erlaubt, hier und in der Umgebung Versammlungen über den Arbeiterschutz zu halten, in Frankenthal, das auch zu unserm Wahlkreise gehört, wurde es ihm verboten. Wir haben sonst in allen Fällen Beschwerde eingelegt, aber nach Jahr und Tag in allen Fällen abschlägigen Bescheid erhalten. Daß wir jetzt auf das verfassungsmäßig gewährleistete Beschwerderecht verzichten und halt mit den Gnadenbrocken, die vom wohllöblichen be- zirkSamtlichen Tische fallen, vorlieb nehmen, möge nicht zu dem falschen Schlüsse verleiten, als hätte diese variirende Beugung der Gesetze unser Rechtsgefühl be- friedigt. Auch in Punkts Haussuchungen herrscht bei uns eine echt bayerische Gemüthlichkeit. Unser Herr Kommissanus er- klärte einmal einem durch Haussuchungen oft Beglückten: „Ich, der Kommissar von Ludwigshafen, lasse bei Ihnen haussuchen, wann und so oft es mir gefällt, und wenn es Ihnen nicht recht ist, so beschweren Sie sich." Jener hat sich beschwert und— na es war wie oben! Die Haussuchungen werden bei uns sehr rationell vor- genommen. Denn das muß der Neid unserer hl. Hermandat lassen, sie ist sehr praktisch. Mit einer Bagatelle von einem Dutzend geben sie sich nicht ab; wenn sie einmal an die Arbeit gehen, dann geht'S par force und sind wir gewohnt, auf einen Schlag jeweils so an hundett zu erhalten, wozu wir ja die famose Hilfspolizei haben. Auch hier können wir großen, blauen Augen und blickte dem fremden Mann staunend ins Gesicht, als wollte es sagen:„Will dieser Mann etwas von mir?" Dann lachte es laut auf, als wollte es sagen:„Was will er nur von mir?" und hierauf schloß es wieder die Augen und schlief weiter, immer noch lächelnd und ohne sich stören zu lassen durch die Fluth von Küssen. Therese sagte lachend:„Du arme Waise, nicht wahr, davon hattest Du nicht gettäumt!" Und dann wandte sie sich ab, um ihre Thränen zu trocknen. „Nun, und zu mir kommt man nicht einmal?" sagte Noömi mit holdem Zürnen. Michael rutschte auf den Knien zu ihr hin. Er sprach kein Wott, sondern preßte nur ihre Hand an seine Lippen und verbarg schweigend sein Angesicht in ihrem Schoß. Er schwieg so lange, als das Kind schlief. Als dann das kleine Wesen erwachte, fing es in seiner Sprache zu sprechen an; wir nennen es Weinen. Ein Glück, daß es solche giebt, die auch diese Sprache verstehen. Es war hungrig. e Noemi sagte nun zu Michael, er möge jetzt aus dem Zimmer gehen, denn er dürfte nicht wissen, womit die arme Weise sich ernähtt. Michael ging hinaus vor die Hütte. Er war in einem Taumel. Ihm war, als befände er sich auf einem neuen Stern, von dem man auf die Erde, die man verlassen, wie auf einen fremden Weltkörper herabschaut. Alles, was er dort auf dem Erdball fein Eigen nennt, hat er zurückge- lassen, und er fühlt nicht mehr den Schwindel, der ihn dahin zurückzieht. Jenen Kreis, in dem seine bishettge Lebenszeit sich bewegte, hat er unter den Füßen verloren und ein neuer Schwerpunkt hat ihn an sich genssen. Ein neues Ziel, ein neues Leben steht vor ihm;— nur das Eine weiß er nicht, wie kann er es möglich machen, von der alten Welt zu verschwinden? In eine andere Welt hinüberge- langen, ohne noch diese lebende Erde verlassen zu haben; auf zwei verschiedenen Planeten auf einmal leben, von der Erde zum Himmel emporsteigen, und vom Himmel zurück! uns der Vermuthung nicht erwehren, daß in der Gesetzes- sammlung unserer Polizei ein Blatt herausgerissen ist.*) Und nun etwas von der Liebenswürdigkeit gegen ver- haftete Sozialdemokraten. Vor 2 Jahren konnte sich Ehr- hart einem kettengeschlossenen Bundestransport durch Ludwigs- Hafen, wo er sein Geschäft betreibt, nur dadurch entziehen, daß er sich einen Wagen für 15 M. stellte. Aehnlich erging es vor kurzem dem Arbeiter K. von hier, der, 18 Jahre als treuer und braver Arbeiter im Dienste einer Fabrik er- graut, wegen Verdacht der Verbreitung verbotener Druck- schriften mit einer Prostituirten und einem! Diebe zusammen- gefesselt durch die Stadt transportirt wurde. Es ist immer noch ein Glück, daß in Frankenthal Richter sind, die keine Polizisten sind; denn ich fürchte, wir wären schon längst mit Haut und Haaren verspeist. Fürwahr, das Sozialistengesetz könnte nicht besser illustrirt werden als durch die Vorgänge bei uns hier in Ludwigshafen, und dabei ist die Seele der Polizeibehörde, Herr Bezirksamtmann Reeger, ein intelligenter Gesetzgeber, dem eine Reihe von Gesetzeskommentare ihr Dasein ver- danken. Von größtem Interesse wäre für uns ein Kom- mentar des Sozialistengesetzes von ihm zu erhalten. Während in anderen Orten verbietende Beamte dem Einberufer einer Versammlung die Gründe des Verbots mittheilen, ist's bei uns ganz anders. Man behauptet, daß die Polizei keine Gründe anzugeben nöthig habe und so lesen wir denn die Verbote unserer Versammlungen längst, bevor sie uns zu- gestellt werden, in der hiesigen und auswärtigen gegnerischen Presse--—!! Das Verbot der letzten Ver- sammlung ist um so charakteristischer, als wir die Versammlung schon fünf Tage zuvor polizeilich angemeldet hatten, um bei einem zuvorkommenden Verbote uns wenigstens einen Theil der Kosten, die sich mindestens auf 50 M. belaufen, zu er- sparen. Eigenthümlicherweise aber hatte der Herr Amtmann vier Tage nöthig, um sich zu dem Verbote zu entschließen. Diese für ihn so nothwendige Bedenkzeit verursachte, daß wir die Kosten zu bezahlen haben, wir sind ja Proletarier. Dabei ist zu erwähnen, daß bei uns jedwedes Sainmeln für die Tageskassen strengstens verboten ist. Da war's bei der letzten Reichstagswahl anders, als der nationalliberale Stab von Haus zu Haus bettelnd nach Art der Stromer die Kosten für die Wahlen zusammenschweißte. Auch ist es etwas anderes, wenn sogenannte chttstlich- soziale Bummler unter lügnettschem Vorgeben und Verleumdungen die Arbeiterfrauen brandfchatzen, dies scheint nicht unter *) Haussuchungen finden nach§ 102 St.-P.-O. bei dem- jenigen statt, welcher als Tbäter oder Theilnehmer einer straf- baren Handlung oder als Begünstiger oder Hehler verdächtig ist. Die Anordnung derselben steht(s 105) dem Richter zu, nur bei Gefahr im Verzuge auch der Staatsanwaltschaft und ihren Hilfsbeamten. Red. auf die Erde, dort mit Engeln verkehren und hier Geld zählen, ach, das ist keine Aufgabe für menschliche Nerven. Darüber muß er den Verstand verlieren. Nicht umsonst nennt man kleine Kinder Engel. Engel (ausselvs)* bedeutet ursprünglich:„Bote". Kinder sind Boten aus einer anderen Welt; aus einer Welt, deren un- bekannter magnetischer Einfluß aus dem Kinderantlitz, dem Kindesauge sich denjenigen fühlbar macht, denen sie vom Himmel zugesandt werden. Aus dem Auge der Kinder trifft uns manchmal ein eigenthümlich blauer Strahl, der eine Zauberkraft besitzt, der auch zu sprechen vermag; diese Farbe verliert das Auge, sobald die Lippen reden gelernt; nur in den Kinderaugen ist diese eigenthümliche blaue Iris wahr- zunehmen. O, wie bewundette Michael oft Stunden lang diese blauen Himmelsstrahlen im Auge des Kindes, wenn diefes auf einem im Grase ausgebreiteten Lammfell lag, und er sich neben demselben ausgestreckt hatte und seinen ersten Spielen zusah, ihm eine oder die andere Blume abbrach, nach der es verlangte:„Na, da hast Du die Blume!" und dann hatte er genug zu thun, bis er sie wieder zurück- bekam; denn das Kind hat die Gewohnheit, Alles in den Mund zu stecken, was ihm gefällt. Er studitte an ihm die ersten Lautverbindungen, welche der Mund des neuen Men- schen ausspricht, und ihre Bedeutung. Er ließ sich von ihm den Bart zerzausen, und sang ihm Wiegenlieder vor, wenn er eS einschläfette. Sein Empfinden für Noemi war jetzt ein ganz anderes, als es bei seiner Ankunft gewesen war. Sein Empsindea war kein Begehren, nur Wonne. Die Gluth der Leiden- schaft hatte einer süßen, gesättigten»Ruhe Platz gemacht. Er hatte das wohlthuende Gefühl eines vom Fieber Genesenen. Auch Noemi hatte sich ganz verändett seit der Zeit, wo er sie zuletzt gesehen hatte. Auf ihrem Antlitz lag der Ausdruck hingebender Zärtlichkeit und in ihrem Gemüth war eine gelassene Sanftmuth, die sich weder erkünsteln noch verleugnen läßt, eine ruhige Würde, gepaatt mit züchtiger Zurückhaltung, welche das Weib mit einem das Vereinsgesetz zu fallen. Oder soll es nicht zu Ohren der maßgebenden Behörde gekommen sein? Das nächste Mal mehr!" Gar mancher der Leser dieses Berichts wird am Schlüsse desselben sich sagen: Ganz wie bei uns. Sie pfeifen so ziemlich überall im Deutschen Reich dieselbe Melodie, unsere Ordnungs- und Gesetzeswächter. Norrefpmrdenzen. New-Uorlk, 27. August. Der im vorigen Bericht auSge» sprochenen Vermuthung entsprechend, ist der Beschluß der Central-Labor-Union, hier, bezüglich Gründung einer politischen Arbeiterpartei, resp. Wiederbelebung der selig entschlafenen United Larbor-Party, seitens der nicht in ihr befindlichen Or- ganisationen sehr unfreundlich aufgenommen worden, und das war Grund dafür, daß in der folgenden Sitzung ein Antrag auf Wiedercrwägung gestellt wurde. Der Vorsitzende erklärte denselben aber„außer Ordnung", und die Abstimmung über einen Siegen diese Entscheidung erhobenen Protest ergab 16 Stimmen ür und 12 gegen Wiedererwägung; da aber nach Erklärung des Vorsitzenden hierzu eine Zweidrittel-Majorität nöthig sei, so verlief die Sache resultatlos. Es ist ganz augenscheinlich, daß irgend ein„Trick" geplant ist; denn daß irgend ein Erfolg für die Arbeiter durch eine unter solchen Umständen erfolgte Zan- gengeburt einer neuen Partei zu erreichen wäre, das können die Macher nicht glauben, man müßte sie denn für dümmer halten, als selbst in diesem„freien Lande" polizeilich ge- stattet ist. Die Hartnäckigkeit, womit die Betreffenden an dem Plan festhalten, läßt den Verdacht aufkommen, daß noch etwas ganz anderes dahinter steckt, als in einer neuen politischen Arbeiterpartei das Heft in der Hand zu haben, wie im Allgemeinen angenommen wird. Es ist zehn gegen eins zu wetten, daß irgend eine„geschickte Hand" aus einer der beiden kapitalistischen Parteien dahinter operirt. Zwei der noch in der C. L. U. dominirenden Personen, Matthew Barr und E. Conkling, waren hervorragend in der Coogan-Komödie betheiligt, und diverse andere sind als„gewohnheitsmäßige" politische Drahtzieher bekannt. Daß die Geschichte langer Hand vorbereitet war, ist nicht mehr zweifelhast; die Ernennung der beiden Handlanger der republikanischen Partei zu Zollinspektoren scheint aber auf die „Gemüther" der noch auf solche Brocken lauernden Kollegen derselben einen solchen mächtigen Eindruck gemacht zu haben, daß sie nicht länger warten konnten, ihren hohen Gönner durch Aufmarschirenlasien von Arbeiterbataillonen zu demonstriren, daß sie auch noch da und noch nicht standesgemäß versorgt sind.— Der erste einleitende Schritt zu dem Manöver war die„Hand der Versöhnung", welche man der C. L. Fede- ration bot, um die Parade am Labor Dan zu einem„Erfolg" zu machen. Denn eine solche auf eigene Faust zu arrangiren, getrauten sich die Herren nicht, da sie sehr gut wußten, daß dieselbe dann statt dessen ein„Reinfall" werden müsse, und das konnte ihrem Ansehen in den Äugen der kapitalistischen Politiker derart schaden, daß überhaupt kein„Boodle" mehr mit denselben zu machen war. Und nun ist es auch klar, warum man absolut den sozialistisch gesonnenen Delegaten Sotheran nicht in dem betr. Komitee haben wollte, obwohl durchaus nichts gegen denselben einzuwenden war; man fürchtete nämlich, daß der- selbe— wohl vertraut mit den im Grunde plumpen Manövern der betr. Macher in der C. L. U.— ihnen hinter die Schliche kommen könnte, wenn in dem Komitee diverse Fragen zur Erörterung kamen. Von mehreren einflußreichen Delegaten jener Organisation wird angenommen, daß sie ehrliche Arbeiter sind; von diesen ist es gänzlich unbegreiflich, daß sie nicht gegen das Vorgehen protestirten, da es ihnen, ebenso gut wie den Arrangeuren, ganz unzweifelhaft sein mrrßte, daß eine neue politische Arbeiter- Partei des Staates New-Pork nur dann Aussicht darauf hat, den Namen einer solche zu verdienen, wenn sie aus der Initiative sämmtlicher Arbeiter-Organisationen hervorgegangen. Den Glauben, daß diejenigen Arbeiter, welche nicht in der C. L. U. vertreten sind, der„vollendeten Thatsache" gegen- über ein Auge— oder beide— zudrücken würden über jenes Verfahren, konnten die Leute bei Lage der Sache nicht hegen. Es ist zwar richtig, daß sie von je daran gewöhnt sind, daß die fortgeschrittenen Elemente— speziell unter den Deutschen— im Interesse der Arbeitersache Rücksichten nahmen und sich von den noch rückständigen Elementen— hier fast ausschließlich aus Iren bestehend, da die Arbeiter der Haupt- sächlichsten sonstigen Nationalitäten entweder unorganisirt sind oder gänzlich der Arbeiterbewegung fern stehen— sehr Vieles gefallen lassen. Oder besser gesagt: ließen. Denn die Er- fahrungen der letzten Jahre haben darin eine ganz gewaltige Aenderung gebracht, was den betreffenden Personen in der C. L. U. auch nicht unbekannt ist. Was sie also dazu bewogm Ehrfurcht gebietenden Heiligenschein umgiebt. Timar konnte sich nicht ersättigen an seinem Glück. Er brauchte Tage dazu, um sich zu überzeugen, daß dies kein Traum sei. Daß diese kleine Hütte, halb Holz, halb Lehm, und darin das lächelnde Weib mit dem lallenden Säugling im Schoß, Wirklichkeit und nicht eine bloße Vision. Und dann dachte er darüber nach, w«S daraus werden soll? Er strich auf der Insel herum und brütete über die Zukunft. „Was kannst Du diesem Kinde geben?— Viel Geld? — Hier weiß man nichts von Geld.— Große Ländereien und Herrschaften?— Dieser Insel kannst Du kein Land hinzufügen.— Sollst Du es mit Dir nehmen, es zu einem großen Herrn, einem angesehenen Mann er- ziehen?— Aber die Frauen geben ihn nicht her.— Sollst Du sie auch mitnehmen?— Aber selbst wenn sie mitkämm, könntest Du es nicht thun. Dann müßten sie ja erfahren, wer Du bist und würden Dich verachten. Nur hier können sie glücklich sein, nur hier kann dieses Kind gehobmen Hauptes einherwandeln, wo Niemand ihn um seinen Namen befragt." Die Frauen haben ihm den einm Namen gegeben: Adeodat(der von Gott Gegebene), einen andern hat er nicht. Welchen zweiten Namen giebst Du ihm? Eines Tages, als er in seine Gedanken vertieft ziellos auf der Insel herumirrte, durch Gestrüpp und Unkraut hin- durchwatmd, gelangte er plötzlich an eine Stelle, wo das dürre Laub unter seinm Füßen raschelte. Er sah um sich, eS war das traurige ausgedorrte Nußwäldchen, in dem er sich befand. Die schönen edlen Baumstämme waren ab- gestorben, der Lmz hatte ihre Zweige mit keinem frischen Grün bekleidet, und das herabgefallene dürre Laub bedeckte den Boden. Michael kam in diesem Baumfriedhof ein Gedanke. Er eilte stracks zurück in die Hütte. Therese, habt Ihr noch die Werkzeuge, welche Ihr beim Hausbau benütztet?" „Dort sind sie in der Kammer." „Gieb sie her. Ich habe mir etwas ausgedacht. Ich hat, ftillzuschweigm oder gar mitzumachen, das wird sich wohl erst später herausstellen. Ein weiteres Moment, welches die boodlefü-btigen Führer in der E.JÖ. U. vcranlaßte, nicht länger mit dem schcn gefaßten Plan zurückzuhalten, ist, wie schon im vorigen Berichte hervor- gehoben, augenscheinlich die projektirte Weltausstellung. Zu den ersten Sitzungen nach der einleitenden Versammlung der Pro- venienzen wurde auch der Präsident der Federation of Labor, S. GomverS, eingeladen. Natürlich nur deshalb, weil er eine Arbeiter-Organisation vertritt, welcher in New-Pock eine Menge Gewerkschaften, sowie auch die Zentral-Organisalionen als solche angehören. (Derselbe wurde sogar später zum Mitglied des engeren Komitees gewählt). Das that natürlich den eingeborenen(irisch- katholischen) Amerikanern weh, daß so ein eingewanderter, noch dazu jüdischer„Foreigner"(Ausländer) ihnen vorgezogen wurde, trotzdem ihre„prominenten" Landsleute hier in New-Pork doch die erste Geige spielen. Aber ste wissen auch, daß hier nur der politische„Pull"(Einfluß) in Betracht kommt, die Landsmannschaft aber sonst nicht geschätzt wird. Werden doch allein in der Stadt New-Pork und Umgegend von irischen LandlordS mehr irüche Miether ermittirt, als es in ganz Irland Seitens englischer Landhaie vor sich geht. Also ohne„Pull" ist auch bei den prominenten Landslcuien nichts zu holen, und das war ein Grund mehr, um fcbleunigst den Versuch zu machen, einm solchm künstlich zu konsttuirm. Aller menschlichen Berechnung nach wird es aber„anders" kommm. Es wäre im höchsten Grade unerklärlich, wenn die aufgeklärten Arbeiter sich wiederum, zum so und so vielten Male, zum Raren halten lußen. Eine Anzahl Organisationen haben denn auch infolge des Vorgehens der C. L. U. schon erklärt, an der Parade am Labor Day nicht theilzunchmm. sondem nur an der auf den Abmd des TageS angesetzten Massenversammlung; sie wollen nicht die Staffage für jme politischen Beute- Politiker ab- geben. Wenn die letzteren mit ihrem Vorgehen nicht noch b e- sondere Zwecke verfolgen(den Kunden ist Alles zuzu- träum)— so auf Veranlassung einer der kapitalistischen Par- teien das Hintertteibm einer neuen, mächtiqm politischen Arbeiterpartei überhaupt, und zwecks dessm Säm von neuem Zwiespalt in den Arbeiterreihen- so werden sie wohl sehr bald einsehen müssen, daß ihre Unverstorenheit und Unser- schämtheit diesmal nicht zieht und sie dm Schwanz vorläufig wieder zwischen die Beine zu nehmen haben. Die Strömung fängt im Allgemeinen an, sich nach der Richtung der politischen Aktion zu wmdm, s» auch im Orden der K. o. L., dessen offizielles Organ in jeder Nummer diesbezügliche Einsendungen bringt, ohne daß Powderly oder die Redaktion Stellung dazu nehmen. Die altm politischen Arbeiterparteien sind todt oder am vermodem. So die Union und United Labor Party. Letztere hatte sich in zwei Theile ge- spalten und wurde dann an die kapitalistischen Parteien„aus- verkauft". Die Vermittler dieses Geschäfts sind theils mit ein- träglicben Pöstchm versorgt, der Rest, welcher noch als„Single Tax Club" das Gcorge'sche Steckenpferd reitet, ist unter die Landspekulanten gegangm. Die„New-Aorker Volkszeituna" theilt diesbezüglich mit, daß der Klub(dem George selbst, G. CroaSdali, Louis Post, H. A. SteerS und sonstige Größen an- gehören) in der oberen Stadt, wo das Land rasch im Preise steigt, Gründereigenthum erworben hat, und damit schachert und handelt, daß es eine Lust ist. Herr Steers ist außerdem der Chef eines sogen.„Leihbureaus", in welchem auf Lebensver- sicherungS-Policm und anderes Unterpfand gegen Wucher- prozmte Geld ausgeliehm wird.— Diese Parteien und ihre „Träger" haben sich also abgewirthschaftet und es ist Raum für neue da! Palikifihe Aeberfrrhr. Da« Neueste auf dem Gebiete der höhere« Komik ist eine Ehrmreltung Lassalles durch— das„Leipz. Tageblatt" gegm die Sozialdemokratie. Es wäre schade, wolltm wir unfern Lesern die Lektüre jenes Artikels versagm, und so bringen wir ihn, zugleich als ein Zeichm unserer Unparteilichkeit zum wörtlichen Abdruck. Derselbe lautet: Zur Cbarakteristik der Sozialdemokratie. Seit fünfundzwanzig Jahren deckt der kühle Rasen die sterblichm Reste Lassalle's, des kühnen und geistvollen Agita- tors, welcher in kaum zwei Jahren innerhalb der deutschm Ar- beiterschaft eine Bewegung hervorrief, wie sie größer niemals vorher gewesen war. Die Gewalt seiner Rede, die Logik seiner Sätze, sein gewandtes steies Auftreten, feine Unerfchrockenheit nicht nur den Großen, sondern auch der Menge gegenüber, fesselten damals nicht nur leine Anhänger, sondern auch seine Gegner, und nicht zum Mindesten seiner Person und seinem Gerste, weniger seiner Stellang innerhalb der Bewegung ist es werde die verdorrten Nußbäume fällen und daraus ein hübsches Haus für Dodi zimmern." Therese schlug erstaunt die Hände zusammen; Noömi aber antwortete damit, daß sie ihren kleinen Dodi abküßte, als wollte sie ihm sagen:..Hörst Du?" Michael deutete sich das Erstaunen auf Theresens Ge- ficht als stillen Zweifel.„Ja, ja!" bekräftigte er seine Rede; „ich allein werde das Haus bauen ohne jede fremde Hilfe; ein Häuschen, wie eine Chatouille, so wie die Szekler, die Walachen sich ihre Häuser aus schönem Eichenholz zimmern; meines wird aus Nußbaumholz sein— ein siirstliches Kastell; auch jeden Nagel dazu werde ich mir selbst ver- fertigen und das wird dann Dodi's HauS sein, wenn er heranwächst." Therese lächelte nur.„Gut, Michael, das wird schön sein; habe ich doch selber wie die Schwalbe mein Nest mir gebaut; ich selbst habe aus Lehm die Mauern aufgeführt und mit Rohr sie eingedacht. Aber Zimmermanns Arbeit ist nicht Eines Mannes Arbeit; die alte Säge, wissen Sie, hat zwei Griffe; damit kann Einer nichts ausrichten." „Aber sind wir denn nicht unser Zwei?" rief Noömi lebhast aus.„Kann ich ihm nicht helfen? Glaubt Ihr etwa, mein Arm sei dazu nicht stark genug?" Und sie streifte den Aermel bis zur Schulter hinauf, um ihren Arm zu produ- ziren. Es war ein schöner, voller Diana-Arm mit kräfttgem Muskelspiel. Michael bedeckte den Arm mit Küssen von der Schulter herab bis zu den Fingerspitzen, dann sagt er: „Gut so!" .O, wir werden zusammen arbeiten," rief Noemi, deren lebhafte Phantasie den von Michael eingegebenen Gedanken mit Blitzesschnelle erfaßte...Wir werden Beide in den Wald hinausgehen- dem kleinen Dodi machen wir eine Hängematte, die wir an den Baumzweigen aushängen: Du, Mutter, bringst uns das Essen hinaus, und so werden wir, auf dem zersägten Holz sitzend, aus dem Topf zusammen Mahlzeit halten, das wird schmecken!" Und so geschah es auch. Michael nahm sogleich die Axt und ging hinaus in den Nußbaumhain, wo er sich an die Arbeit machte. Bis er einen Baum gefällt und auSge- ästet hatte, war schon seine Handfläche ganz schwielig ge- zuzusckreiben, daß er nicht nur in den raucherfullten � lungSlokalen, sondern auch in den SalonS un Sckrcibstuben der Gelehrten willkommen war. � Lassalle mit dem einen Fuße in der Welt des. Lebensgenusses, aber auch der Werkstatt der Geister, � andern in der Welt der Aimuth und der Arbeit der V. x. Seiner Vaterlandsliebe und seiner Begeisterung für die vi> wäre eS nielleickit tnoaliiib neweten die widerstreitenden«ss- W.. Hl, sich heraufzugehen vnd> neben keiner Forderung von Rechten auch die Nothweno'» der Pflichten sich selbst und ihrer Familie, dem Vaterland V.____ i-—( gyiü._____-rc__ ür..........* rr\-. vr? wäre e§ vielleicht möglich gewesen, zu versöhnen, den Arbeiterstand der guten Sitte gegenüber klar zu"machen. Die Bojaren Racowitz vereitelte diese Hoffnuna. ein»"»«r( Mann trat nicht an seine Stelle, und die Hochfluth d«. bciterbewegung ging über in das Bett der Sozialdcwo welches ihr bereitwillig und geschäftig kleine und�seld»!�.� Geister gegraben hatten, die wohl an Galle und Sor reich, an nationalem Bewußtsein und an Vers" v reale Politik arm waren. Der Einzige, dessen eignet gemacht hätte, ließ sich hinüber ziehen auf did Seite, welche nur ihrem aus persönlichen Gründen entlt--� ■"■....... und/ jrgiuoen liuncn, vre rvoyr an rsauc unv reich, an nationalem Bewußtsein und an Berständniß w' reale Politik arm waren. Der Einzige, dessen ideamtvwe � schauunaSweise, dessen Emporwachsen aus dem Arberlern dessen Rednergabe ihn(noch zur Nachfolgerschaft Lassalle«» "—---------' itd .......... rtsonn«� den Haß gegen das Bestehende und gegen eme entwickelung Befriedigung verschaffen wollte. Der auf fruchtbaren Boden und die aus dem Haß„ erster Zeit künstlich groß gezogene Bewegung hob ihren Leiter in die Höhe, auf die Zinne der Piittn, heute noch steht, alt und arau, nie verehrt oder gcluvi seinen Anhängern, nur noch geduldet als ein Vertreter im � bittertsten und einseitigsten Kritik der bestehenden geftui� lichen Ordnung. Mit Lassalle's Tode verschoben sich die Grundlage« Arbeiterpartei. Lassalle hatte schöpferische Gedanken, gramm war positiv, vieles von dem, was er verlangte w>„ mehr ist erreicht worden, und zwar erreicht gegen die®»® � seiner damaligen Anhänger. Ironie der Geschichte. Lassalle ein positives Programm auf, so kannten seine nur die negative Kritik. Nur auf dieser baut sich die demokratie auf und nur ihr hat sie eine fo große Vs/w' zu danken. Eine negative Kritik ist leichter als ein schopwü Programm. Diesen Vortbeil haben alle OpposttionSparien«, sie haben daher auch gewöhnlich die große urtheilslo'e auf ihrer Seite. Erstreckt sich nun die absprechende Kritck �, Zustände, so müssen natürlich ihre Anhänger in unverhälw'p' gern Grade wachsen, denn Alles kann nicht Jedem gefallen- � zieht die Sozialdemokratie immer weiter ihre Kreise, bu>. vor positiven Vorschlägen, welche zur Zeit durchsührdar' und elektrisirt die Menge durch Schlagworte, welche nach Belieben aus ihrem reichen Phrasenschatz herrorhou. „Wer seit einem Vierteljahrhundert die sozialdemokra � Bewegung verfolgt und die Jahre in seinem Gedächtnis v» rollen läßt, dem ist es unfaßbar, wie es möglich gewesen dauernd inkonsequent zu sein und doch Erfolg zu baben-' klärlich wird eS nur, wenn man bedenkt, daß die Parte* ihrer Negation nur auf die gewöhnlichster: Triebe im spekulirt. Der Neid ist ihre Triebfeder, und ihre Fabn« � nicht rolh, fondern gelb sein. Und so rollt sich denn h� M Bild vor uns auf, ganz anders geartet als vor funfundf Jahren. Partei, Heute herrscht auch noch ein Wille die Negation. Sie allein hält die vielen ,« � zauien dem Rechte dtkU. ls unter der« l. M, ..I.■ v|f". Parter, vre Negation.'Sie altern halt dre vielen g,( streitenden Elemente zusammen, sie allein versammelt d«e, nossen an den Wahllagen unter ihren Fahnen. Aber von den Wahlen, da zeigt sich die innere Hohlhe«� Programms und noch mehr der„leitenden" Kräfte;' /a? � die Gegensätze auf einander, da tritt der krasse EgoiSrn»-- � er kaum ein Bourgeoisherz beseelt, hervor. Hunderte, ta»' Male wird beschlossen, die Akkordarbeit abzuschaffen,. � dekretirt und resolvirt, daß sie ausbeuterisch und f$a ,, und doch ist sie fast nie mehr in Schwung gewesen weil schließlich der Fleißige und Gescheidte es überdruW?.� mit seinen Kenntnissen und Fähigkeiten, mit seiner Arbeit dem Ungeschickten und Unlustigen, Faulen g> Wie wird nicht von der Freiheit und von d> und nirgends ist die Unfreiheit größer als»«in � demokralrschen Szepter. Mit eiserner Hand wird jede> � ständige Regung unterdrückt, mit Verbitterung Jeder der sich aus dem Banne der Parteiknechtschaft befrei f» � Ist man doch jetzt schon so weit, daß man den Parteigenossen vorschreibt, was sie lesen und � M sondern wie in einer benachbarten Stadt, wo si*$ und trinken dürfen. Welche Geschäfte werden nM � auf Grund der Parteimitgliedschaft gemacht, wie wa«> p nicht gerade hierin die niedrigste Gewinnsucht, die Ausbeutung geltend. Aber alles dies würde noch am � Wie tief die Partei gesunken ist, das zu zeigen rnußl� jüngstenITagen vorbehalten bleiben. Lassalle wollteZd« M � noch nicht so wie heute unterrichtete und gebildete Aw � klaffe zu sich emporziehen, er wollte ihren Geist reicher, w' müthsleben erm,findender, ihr Herz empfänglicher((, Philosophische Bildung, das Höchste, was sich der Memff worden. Noemi tröstete ihn damit, daß Frauenhände nicht � springen. Als dann drei Bäume umgehauen waren, r y. man einen Stamm auf den beiden andern legen konn», durfte Michael schon des Beistandes Noemi's. Noemi» � es ernst mit ihrem Versprechen. Sie griff tüchtig ihrem schlanken Leib war gedrungene Kraft und ausda» � Elastizität. Sie handhabte die große Säge so geschickt' hätte sie Unterricht darin erhalten. oft Michael kam allmälig in das Auszimmern der. � Holzbalken hinein. Das Beil leistete gute Dienste in Hand. Noemi bewunderte ihn sehr.„Sage wir Michael," fragte sie ihn eines Tages,„bist Du nicht e> Zimmermann gewesen?". „Ja wohl," erwiderte er,„und zwar Schiffst mann." „Dann sag' mir nur, wie Du ein so großer Herr bist, daß Du den Sommer über von der Arbeit wegb � kannst und Deine Zeit anderswo zubringst. Denn srv.* Herr, nicht war? Dir hat Niema»" Du Dein eigener....1 befehlen?"e>chen, ihnen das Men,-,.»—.—. »t»an wohl, dah sich gegen diese öffentliche Beleidigung e» Arbeiterschaft erhoben und dem Beleidiger die Thür ge- �en hatte? Beileibe nicht! So gut gedrillt sind die Manen, uj"*8, männlichen Stolzes, jeder selbstbewiißten Ueber- Mngbar. daß sie nickt nur nichts sagten, sondern daß sie, , Polizei ihre Menschenwürde in Schutz nahm und den ."rr" unschädlich machte, noch tobte und schrie. Wahrlich, und drastischer konnte der Unterschied zwischen der ,£■>»«»>» vor fünfundzwanzig Iahren und heute mcht bargt* ""N VW I �, v v.------- ;®etben— jeder Zusatz ist überflüssig." Aeder Zusatz ist überflüssig, das ift auch unsere Meinung. cm. c c• c r\r~' i 3)er 5n�u'? überflüssig, das ttt aucy un,err xuceu.uiiH. �leiten r- �•cfen Artikel schrieb, war natürlich zu " i Src,3 ,etner seiner grimmigsten Gegner, und er cv:'" Artikel nur, weil er glaubt, den Meister gegen ■ 9 c ausspielen zu können. Er besorgt das Geschäft Kl mgs oberflächlich genug. sfoln.S. rTl Männern, die seit elf Jahren unter dem Sozia« TOstfr 1.„6. m nehme nicht Partei aenua ."'eyrcre«lunvrn«nucu»««! u»u u«D«.Uv... Ott S: nach den gemachten Erfahrungen mindestens ein Theil .eilten sofort in'S Wirthshaus.— Die„Rheinisch. West« ? Zeitung", daS Organ der Kohlenbarone, stimmt diesen , Hungen natürlich zu. Dieselbe schreibt in ihrer eigen- W™ gehässigen Weise:„Die RekurScntschcidungen des �l0i>?sichevungsamtes werden es, falls ein Wandel nicht »'Mi i.rr A) vCt. der S'ltilt T'fHeningSamtefi weroen», mua.... Ätr S-t dahin bnngen, daß im Maschinenbau 90 pCt. der '"lififat �heilrentner sind, weil sie sich eine kleine, die Arbeits- JWoLffl: tm geringsten beeinträchtigende Fingerverletzung "e RO.. daben, die dem Reichsversicherungsamt Anlaß bietet, KwiD?'.e zu bewilligen. Ist doch auch in der Tertilbenifs- der Fall vorgekommen, «IW der Fall vorgetommcn, daß einer Spinnerin, i»>st,�?erbsthätigkeit durch eine kleine Fingerverletzung nicht Wi» beeinträchtigt war, eine Rente vom Reichsver- lll«ttzj?9damt zugebilligt wurde, weil die Verletzung am Finger t'e, b f die Erwerbsfähigkeit der Spinnerin nicht beeinträch- ich''eser Schönheitefehler ihr aber schaden könne, wenn sie ST als Kindermädchen oder Kellnerin veimiethen Durch solche Entscheidungen wird zweierlei bewirkt: Mird der Arbeiter förmlich darauf hingewiesen, bei der , lasse bekannt; aber diese verräth der Welt nichts °n. i?« sind die Wilden der Zivilisation, welche diese We. � ssnö die Wilden oer owu.iut.vu,.„v.v�v iit hllden. Ein statns extra statnm, an dessen Schwelle flad-»— fanr*ha«„h fachlichen Satiunaen (1e iiin sia.us cxn»___ �eit. der staatlichen Gesetze und kirchlichen Satzungen Net Der Wohnsitz dieser Klasse ist der Grenzstrich " ize einander abgeschlossener Länder: die Militär- st,;,,"n Ungarn und Serbien. Es ist dies ein günstiges ......—«• wit fipmo lheten Inseln. SinUÜVln9arn U""«eiv.r... v-w........„ Wen r•«.unregulirter Strom mit bewaldeten Inseln, ?h«ifd? e Ufer von einer weit landeinwärts reichenden W. ss'ß eingefaßt sind, deren Baumstämme in das Strom- tichj �abhängen. Freie Durchgänge, gebahnte Straßen, tsct ��r in großen Entfernungen von einander. Die b°. lwd zerstreut und nirgends ist eine große Stadt Wr �he. Auf der Oberfläche herrscht militärische ? im Grunde die Freiheit des Wilden. Die Aus- &>% ec Bevölkerung hat keinen rechten Sinn mehr; das welches diese Institution ins Leben gerufen, die r off8 �er ��enze, hat seit Jahrhunderten aufgehört: &Nnb �bfeind, der Türke, ist längst von dort ver- tWinri8'®0 �'eni Waffe nur noch zum Schutze des Sw*' üud so ist auch das Paschen dort ein förmlicher, !Ne'ff Berufszweig, der seine besondere Verfassung, seine 'oot i �hüle, seine geheime Regierung hat und einen teiT �iaate bildet. Es überraschte Timar häufig, daß �—•«-.-crj, w q:„L.i einen Kabn. ein D omiirt.'* �-�itare viivei. v�a«uv.*« i, ur St'�en dem Weidengebüsch der Insel einen Kahn, ein phtte gebunden fand, die von Nimandem gehütet wurden. «S nac� �'"igen Stunden zu der Stelle zurück, so war Uttijff �ug nicht mehr da. Ein andermal stieß er im fNnbp auf ganze Waarenbündel, die gleichfalls ver- sse waren, wenn er sich später dorthin verirrte. Alle » Ngh"'trollen Menschen, welche diese Insel zu einer JW h'l� auserkoren, schienen jedoch absichtlich die Um- 'l>e Hütte zu vermeiden. Sie gingen und kamen, ,{ra ff Rasen einen Fußpfad zu treten. Achten jedoch gewisse Fälle, m welchen sie die Hütte loch � Und dann war es stets Therese, welcher der (Fortsetzung folgt.) 1 kleinsten Veranlassung bis zum Reichs oersicherungSamt zu gehen, weil er sich sagt, daß da auch dann etwas zu haben ist, wenn SeklionSvorstand und Schiedsgericht nicht bewilligt haben— was NB. zur Vergiftung des Verhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeiter nicht wenig beiträgt.— Zweitens wird durch die überhumane Rechtsprechung die Nachlässigkeit befördert und damit die Wirkung der Unfallverhütungseinrichtungen auf das Entschiedendste abgeschwächt. Das wirkt demoralisirend auf den Arbeiter, von dem vielfach— leider muß das gesagt werden— die Bestimmungen des Unfallversicherungsgesetzes als eine Nebenquelle zum Geldverdienen angesehen werden." Wohin soll das führen, so schreibt daS natwnalliberale Blatt weiter, wenn frisch drauf loSgewirthschaftet wird auf den großen Beutel, aus dem alles bezahlt wird, damit man auch etwas davon mitbekommt.„Wohin soll daS führen? Wohin sollen wir kommen, wenn ähnliche Auffassungen bei der späteren Durchführung des Alters- und JnvaliditätSgesetzeS Platz greifen? Abgesehen davon, daß die Nation kaum die nöthigen Geldmittel wird aufbringen können, wird nicht die Arbeitskraft unserer Nation, wird nicht vor allem auch die sittliche Denkart aus die Dauer unter solchen Zuständen leiden? Man glaube dock nicht, daß wir zu schwarz sehen, wenn wir das im Ernste befürchten. Hier muß und kann Wandel geschaffen werden." Das nationalliberale Blatt ruft dem Reichsversicherungsamt zu: Landgraf werde hart!— Es wundert uns nur, daß die „Rhein.-Westf. Ztg." nicht auf das Reichsgericht in Leipzig als leuchtendes Vorbild für das Reichs oerficherungS- amt in Sachen künstlicher Gesetzesinterpretation hinweist. Das Abschiedsgefach de» Fiaaazministers». Scholz — so wird Hamburger Blättern aus Berlin gemeldet— datirt einige Zeit zurück: ob die Genehmigung desselben, wie es heißt, bereits erfolgte, bleibt dahingestellt.— Nach der Mllnchener „Allgem. Zeitung" ist das Abschiedsgesuch des Finanzministers v. Scholz bereits genehmigt. Die Nachfolge des Herrn von Scholz macht, so schreibt die„Frkf. Ztg.", bereits findigen Korrespondenten zu schaffen. Herr Herrfurth, den ein Blatt als den künftigen„Herrn Finanz" bezeichnete, verschwand schnell wieder von der Bildfläche; was hätte den Nachfolger Puttkamer's auch veranlassen können, einen Wohnungswechsel vorzunehmen, bei dem er schon gleich an den nächsten Ziehtermin denken müßte, denn im Kastanienwäldchen halten die Insassen es nicht lange aus. Jetzt rückt nun ein nationalliberales sächsisches Blatt mit den„kommenden Männern" vor, mit den Herren von Bennigsen und M i q u e l, an die bei der Wiederbesetzung des Finanzministeriums zunächst gedacht werde. Wo? tagt weder der kluge Thebaner des Leipziger Blattes, noch die Expedition oder Redaktion. Bennigfen's Name kann man nicht ohne Lächeln lesen; die hannöversche Exzellenz würde für da« Finanzministerium dieselben nega- tiven Eigenschaften mitbringen, mit denen einst der FraktionS- genösse Hobrecht auf Bismarcks Rath sein Glück versucht hat. Die Herrlichkeit war nur von kurzer Dauer und dürfte schwer- lich auch nur zu den angenehmen Erinnerungen des ehemaligen Stadtoberhauptes von Berlin zählen; Herr von Bennigsen weiß das zu gut, um sich nach dem Platze gelüsten zu lassen, auf dem sich selbst ein gewandter Mann, wie Scholz, nicht zu halten vermochte. Mit Herrn Miquel ist es anders, er bringt für das Ressort alle die Eigenschaften und Kenntnisse mit, die Bennigsen fehlen, aber er dürfte klug genug sein, die Frage, ob daS nicht unter der Bismarck'schen Herrschaft bedenk- licher und gefährlicher sei, alz der absolute Mangel an Wissen, Erfahrung und eigenen Gedanken auf dem Gebiete der Finanz- politik. entschieden zu bejahen. Es geht avch ohne Minister. Im Finanzministerium — so lesen wir in Kartellblättern— nehmen die Vorarbeiten für den preußischen Staatshaushalts- Etat ihren ungehinderten Fortgang. Mie die„Uolkszettung" berichtet, erklärte der öfter- reichssche Justizminister Schönborn, befragt, ob die Regierung die am 1. August abgelaufene Ausnahmeverordnung betreffs SuSpendirung der Geschworenengerichte für anarchistische De- likte erneuere, seiner Auffassung vom Wesen der Justiz widerspreche eS, unter solche Ausnahme- Verordnung seinen Namen zu setzen. Ob dergleichen auch in Deutschland-Preußen möglich wäre? Ava Sachse», ü. September, wird uns geschrieben: Die Leipziger Polizei hat gestern den dortigen Wahlverein auf Grund des Sozialistengesetzes aufgelöst. Nachdem kürzlich das gleiche Schicksal dem Dresdener Wahlverein passirte, war voraus- zusehen, daß die Leipziger Polizei, die sich durch ganz besonderen Bei folgungSeifer auszeichnet, den dortigen Verein nicht länger würde leben lassen. Sehr charakteristisch ist aber dieses Vorgehen der Leipziger Polizei. Dort sind die letzten Jahre eine Menge von Geheim- bundsprozessen geführt worden und zahlreiche Verurtheilungen haben stattgefunden. Kaum beginnen aber die Arbeiter öffent- lich sich zu organisiren, so werden ihre Organisationen todt ge- schlagen und sie mit Gewalt in die Geheimbündelei hinein- ß Alle diese Maßregeln hängen mit dm bevorstehendm Landtags- und Reichstagswahlen zusammen, sie werden aber die gehoffte Wirkung verfehlm, dafür stehen wir. In derselben Nummer, in welcher das„Leipziger Tage- blatt" die Auflösung des Wahlvereins auf Grund des Sozialistengesetzes mittheilt, bringt es folgende Notiz: Leipzig, 5. September. In der gestrigen außerordent- lichen Sitzung des Jnnungs-Ausschusses handelte es sich Haupt- sächlich um den Sonderausschuß für öffentliche Angelegenheitm, der bekanntlich vom JnnungsauSschuß einzusetzen früher be- schloffen worden war. Diesem Sonderausschuß ist die Aufgabe zugewiesen, allen öffmtlichen Angelegenheiten vom Handwerks- interesse, insbesondere auch gewerbepolitischer Natur, seine Auf- merksamkeit zu schenken und die Wahlen zum Reichs« und Landtag, zum S t a d t v ero r d n e t e n k ol- l e a i u m, zur Gewerbekammer und zum Gewerbeschiedsgericht in die Hand zu nehmm. Die Leipziger Polizei duldet also, daß sich die Innungen im Widerspruch mit dem Gesetz und den ihnen statuten- mäßig zugeschriebenen Aufgaben zu politischen Zwecken untereinander verbindm. Dafür hat die Leipziger Polizei keine Augen. Hier bestätigt sich also abermals die schon hundertfach hervorgehobme Thatsache, daß man den Unternehmern alles erlaubt, den Arbeitern alles verbietet. Wer Ohren hat zu hören, der höre. Der Streik der Dockarbeiter hat zu einem theilweisen Siege geführt. Einige der einflußreichsten Werftmeister habm die Äedingungm der Arbeiter bewilligt, und die Arbeit hat bei ihnm bereits wieder angefangen. Ob dieser theilweise Sieg der Vorläufer eines allgemeinen ist, läßt sich noch nicht voraus- sehen. Jedenfalls hat der Riesmstreik der Londoner Dockarbeiter denselben großm Vortheil wie der Bergarbeiterstreik: er hat Arbeitermassen, die sich bisher der Arbeiterbewegung fem gehalten hatten, dauernd in die Bewegung gerissen. Und das ist sckon ein großer Triumph der Arbeitersache. D«v neue Militäretat wird einige unerwartete Erlösun- gen bringen. Verschiedene offiziöse Federn berichten, daß das 15. Armeekorps in zwei Armeekorps getheilt, und daß femer die 15 ncum vierten Bataillone der Jnfanterieregimenter von 1887 zu einem KadreS vereinigt werden sollen, wahrscheinlich zu einem weiteren Armeekorps. Außerdem soll zum Zwecke der Erneuemng der Waffen und Materialien für die Armee eine neue Fordemng eingestellt werden. Freisinnige Blätter äußern sich über diese voraussichtlichen Erhöhungen des Militäretat« verwundert. Gerade freisinnige Blätter haben durch die Be- richte ihrer militärischen Mitarbeiter in den letzten Jahren stark dazu beigetragen, dm Militarismus der bürgerlichm Gesell- schaft sympathisch zu machen. Großbrttannie». Der LordmayorhatdenKardinalManning, dm Bischof der anglikanischen Kirche Londons, sowie die Führer der Streikenden, damnter Bums und Allett, zu Frei- tag Nachmittag zu einer Besprechung in das«Mavston Houfe eingeladen, um mit dmselben über die Mittel zu berathm, welche zur Beilegung der zwischen dm Dockgesellschaftm und dm Streikenden schwebenden Differenzen zu ergreifen sind.— Diese Konferenz empfahl, daß den Arbeitem von Anfang Januar 1890 ab 6 Penee anstatt 5 Pmce per Stunde bezahlt werdm. Bums und andere Führer der Streikmden erklärten sich bereit, den Arbeitern zu rathm, dieses Arrangement anz«-> nehmm. Die Direktoren der Dockgesellschaften versprachen eben- falls den Vorschlag in Erwägung zu ziehen. Die Meldung der„Poll Mall Gazette" über die erfolgte Verständigung der Direktoren der Dockgesell- schaftm mit dm SchiffSrbeoern, infolge deren am Sonnabmd die allgemeine Wiederaufnahme der Arbeit in den Docks statt- finden würde, bestätigt sich nicht. Nach einer Meldung aus D u n d e e hat der dort tagende Kongreß der englischen Gewerkvereine dm Antrag auf allgemeine Einsühmng eines 8 stündigm Normal» arbeitstages mit 88 geam 63 Stimmm abgelehnt, den Antrag auf Einführung desselbm in dm Bergwerken aber einstimmig angenommm. fruttkrcirfr. B o u l a n g e r's Rückkehr nach Paris spukt wieder ein- mal in dm Spalten der Blätter hemm, und das aestem von uns an dieser Stelle mitgetheilte Telegramm des„W. T. B." theilt das Schreiben mit, das Boulanaer in dieser Angelegm- heit an dm Minister Tirard gerichtet habm soll. Gerüchtweise wurde schon vor einigm Tagen gemeldet, daß die kriegsaericht- liche Vomntersuchung gegen Boulanger bereits abgeschlossen sei. Derselbe werde vor ein Kriegsgericht geladen werden unter Zu- sichcmng freien Geleits für seine politische Verurtbeilung, so daß er, wenn er von den gemeinrechtlichen Vergehen treige- sprochen werde, wieder ungehindert ins Ausland zurückkehren könne. Eine Bestätigung dieser Mittheilung ist bisher nicht erfolgt und wird wohl auch nicht erfolgen. Schon vor sechs Wochen etwa hieß es, daß Boulanger nach dem Nrtheilsspruche des Senatsaerichtshoses wegen Erpressung und Veruntreuung öffentlicher Gelder vor ein Kriegsgericht gestellt werden würde. In- zwischen ist Boulanger mit seinen Freunden Rochefort und Dillan am 13. August von dem Ausnahmegerichtshof des Anschlages auf die Republik und der Vemntreuung und Unterschlagung öffentlicher Gelder für schuldig erklärt und zur Verschickung nach einem befestigten Platze vemrtheilt worden. ES hieß damals, Boulanger fei von seinm Freunden gedrängt wordm, sich zur Verbüßung der Strafe zu stellen, er selbst sei jedoch mtschlossen, im Auslande zu bl üben. Inzwischen find Boulanger und teme Freunde auch au§ der Liste der Ehrenlegion gestrichm wordm. Seine Lage hat sich also in der Zwischenzeit nichts wmiger als verbessert. In Paris gilt nach Privatmeldungen von' dort das Schrnben BoulangerS nur als ein Beweis, daß der General nicht die Absicht hat, sich dem Gericht zu stellm. Diese Ansicht scheint auch die der französischen Regierung zu sein, welche nach der„Post" dm Brief BoulangerS an Tirard überhaupt nicht be- antworten wird. Dennoch, so heißt es in der betreffenden Meldung, solle die Untersuchung über BoulangerS Verun- trmungen fortgesetzt werdm. Wenn sie geschlossen sei, werde die Regierung sich entscheiden, ob Boulanger vor ein Kriegsgericht gestellt werden solle oder nicht. Danach wäre also die Frag« einer kriegsgerichtlichen Aburtheilung BoulangerS noch eine offene. Möglicher Weise besteht in dem Kadinet selbst ein« Meinungsverschiedenheit über die Frage. AllerSdings werdm offiziös die boulangistischen Meldunam über einm angeblichen Konflikt»wischen dem Ministetpräsidenten Tirard und dem Minister des Jnnem als unbegründet bezeichnet. Sein Nichterscheinen vor dem Senatsgerichtshof hat Bau- langer damit begründet, daß dieser ein Äusnahmegerichlshof, der in seiner überwiegen dm Mehrheit aus seinm politrfchm Gegnern zusammengesetzt sei. Diese Entschuldigung ist vor dem Kriegsgericht nicht stichhaltig. Boulanger würde also durch sein Nichterscheinen vor demselben von vornherein ein Eingeftändniß seiner Schuld liefern. Damit aber wäre seine politische Laufbahn, welche ohnehin durch die Ereignisse der letzten Monate einm empfindlichen Stoß erlittm hat, ohne Zweifel beendet. Dazu kommt, daß Boulanger selbst in dem bei seiner Flucht noch Brüssel erlassenen Manifest erklärte:„An dem Tage, wo ich berufm werde, vor unserm natürlichen Richtern, seien es dl« eingesetzten Gerichtshöfe oder die Geschworenen, zu erscheinm, werde ich auf die Anklage zu antwortm haben, welche der ge- sunde Mmschmverstand und da§ öffentliche Gerechtigkeitsgefühl bereits zurückgewiesen haben. Ich werde es mir zur Ehre rechnen, mich dem Rufe dieser Gerichte zu stellen, welche gute Gerechtigkeit üben werden zwischm dem Lande und dmjmigm. welche eS korrumviren, ausbmtm und ruinirm." Nach dieser Erklärung bleibt Boulanger kaum etwas anderes übrig, als sich dem Kriegsgericht, welches er als Offizier ohne Zweifel als einen eingefetzten Gerichtshof anerkennen muß, zu stellm. Da man aber gut thut, Boulanger gegenüber immer streng zwischm Worten und Thaten zu unterscheiden, so wird man auch die obige Erklärung, selbst wenn die Regierung sich zur Einsetzung, eines Kriegsgerichts verstehen sollte, nicht allzu ernst nehmen dürfen. Boulanger floh nach Brüssel in dm ersten Togm des April, als die Regierung sich anschickte, ihm dm Prozeß zw machen. Als ihm auch m Brüssel der Boden zu heiß wurde, reiste er am 24. April nach London. Seine Abwesenheit aus Frankreich beträgt also ziemlich ein halbes Jahr. Vor einigen Tagen verlautete, daß die französische Regie- rung nicht beabsichtige, die Kandidaturm der drei vor dem SmatSgericht verurtheiltm Herren Boulanaer, Rochefoit und Dillon zuzulassen. Jetzt wird das Geaentheil gemeldet. Der Mmisterrath hat sich nämlich dahin entschieden, daß, wm» die drei Verurtheiltm, wie ihr Vertreter in Aussicht stellt, ihre Ei- klärungm auf der Präfektur durch den Gerichtsvollzieher ab- geben lassen würdm, die Präfektur unter diesen Verhältnissen sie nicht abweism könne. Anschläge, welche die Namm der Verurtheilten trügen, dürften gemacht werdm. Boulanger wird also bei den nächsten Wahlen persönlich die Probe darauf machen könnm, wie weit er die Sympathim der Wähler noch zu erwecken im Stande ist. Der Streik der Kerliver Kistenmacher dauert fort. Zuzug ist fem zu halten. Etwaige Sendungen sind zu richtm an H. Friese, Sorauerstraße 7, oder DreSdmerstraße 118 im Die Lohvkommissto« der Maler veröffentlicht Folgen- des: Ich ersuche alle Diejmiaen, welche noch Listen von unsmr Lohnbewegung in Händen haben, dieselbm so schnell wie wäg- lichSonntagVormittag von Iobis12Nhrund Montag Abend von 9 bis 10 Uhr Dresdener- straße 116 abzuliefem.— Gleichzeitig fordere ich alle Kolli- gm, sowie Delegirte, welche noch nicht abgerechnet habm, auf, dieses unverzüglich in Richtigkeit zu bringm, ividngmfall« wir die Namen veröffentlichen. Die Lohnkommission der Mater und Anstreicher. I. A.: H. Wmtker, Memelerstr. 61. Theatex. Sonntag, den 8. September Der Trompeter von Säkkingen. Montag: Dxr flieaende Holländer. Kchnnspiothmii». Wallen stein's Tod. Montag: Die zürttichen Verwandten. Dsretschrs Theater. FaustS Tod. Montag�:' Die Journalisten. Letiltnz-Theater. Fedora. Montag: Der Fall Clemenceau. - WUhelmstidttsche» Theater. Karw. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wattarr-Theater. Madame Bonivard. Vor» her: Endlich. Montag: Dieselbe Vorstellung. ?L»»!»»U-Tt>«at»r. Stanley m Afrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kstewd- Theater. Der Trompeter von Säkkingen. Montag: Dieselbe Vorstellung. AMestea««- Theater. Professor Klint (Svärfar). Montag: Dieselbe Vorstelle Köaiäftadtisches Theater. Kundus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater. Tell. Lumpazi-Vaga- Montag: Dieselbe Vorstellung. A»»trat-Theater. Leichtes Blut. Montag: Dieselbe Vorstellung. Avatph Graft-Gheater. Flotte Weiber. MeftdeUt-Theater. Fernande. Montag: Dieselbe Vorstellung. Tedr. Richter'» Nariäte. Spezialitäten Vorstellung. NeichahaUe«» Theater. Gr. Spezialitäten- Vorstellung. Allen Freunden und Bekannten empfehle mein PJelü- unö MirWierMal. Zimuicr mit Piano für Vereine und Zahb stellen steht zur Verfügung. Dillenberg, Reinickendorfer-Straße 54. 1010] Empfehle mein Lokal zum Arbettsnachmei« u. f. IahlsteUen. Zimmer mit Piano für Vereine 1267 KrtKur Ziemer, Cuvrystr. 16. Kroßer kröstlger MittlgW ü 40 Pfg., Abendtisch' d 30 Pfg. Hl. 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Ncbn 25000 Gtcmpl. in 6 lonntcn nerfünft! Preis: 60 Pfg.» oder nach Einsendung von 70 Pfennig(in Briefmarken) franko durch die Verlagshandlung: Kandels-Drnckerei Kamberg. Im Tuchgeschäft(1407 Prinpstfflsze 53, Gegenüber der Turnhalle: Herren-«- Ginfegnungo- Anzüge. Paletots, sowie Damenklrider Regenmäntel k. T Auf Wunsch auch > a h l«« g e«. Prndnttin- kemjscnsihiist der Tldneider (Eingetr. Geuossenschaft) in Kiqnidation. Die Genossenschast ist durch Beschluss der General- Versammlung vom 12. August 1389 aufgelöst worden. Als Liquidatoren sind er- nannt der Schneider Wilhelm Gustav i) r u d l e r zu Berlin und der Schneider Anton Anochrius Borta zu Berlin. Etwaige Gläubiger, welche noch Ansprüche an die Genossenschaft zu haben glauben, werden ierdurch aufgefordert, die Anmeldung ihrer Forderungen bis zum 15. Oktober d. I. bei uns unterzeichneten Liquidatoren einzureichen. Berlin, den 1. September 1889.(1303 Produktiv- u. Rohstoffs Geuoffeuschaft der Cchueider. (Eingetragene Genossenschaft.) «. Prudler,«.Borta. Puttkamerstr. 8. Kanonierstr. 31/32. Droschke H. Kl mit Stempel v. d. I. ist zu verkaufen Alte Jakobstr. 63. 1400 ü Den leseru dieser Zeitung* geben wir bei Ginka«/ S pCt. Rabatt. S stf Att» elegantcEinsegnnng� I'-» Sli» Analige. OA Ast» elegante Her red' (Vi» Jaquet-AnzOge. 7 15 30 5 b Urse W. gediegene Winter" Stoffhosen. elegante Her ha*' Paletots... eleg. Wintter-Paleto*9 mit Wollfutter. Knaben- Stoff" AnaDge. Knaben- Winte»* Paletots. elegante Kammgar'1 Analige. elegante Joppen* 10 p. A8 IM. elegant. BalO-Anaöfle' | Umkaufch gestattet. Nach ausserh"� gegen Nachnahme. Gebr. Neuftaä� Iernsalemerstraße 41 1156(Ecke Krausenftrahe). Rejterhandiung. Verantwortlicher Redakteur: K.«r.nheim w»«!tn Druck und Verlag von»Uw Kndwg w Berlin LW> Beuth Krasse 2. ...»_______ 0_ MÄ grossen Holen, zu öl� und kleinen Anzügen, Paletots, Regenw« � Kleider, Plüsch, AtlaS, Sommet, Ttid � Taillen, auch gleich zugeschnittm. � Lausitzer Platz(Ecke Waldemarstr.)___ S Kinrnt«hu Keilas k Beilage zum Berliner Volksblatt. Kr. 210. Sonntag, de« 8. Kcptrmbrr 1889. 6. Jahrg. Keine tzeni»»� mhat» 1211 »0® ot*\ t m •i V«rk«les. Sei«??* der Ha«dw»gsgehilfrn. Nebm den großen �?kgnngen während der letzten Monate entstand auch �«wtnt vuninutivveweauna. die trotz ihrer Kleinheit Beach- iiii �or einigen Wochen brachte ein Börsenblatt, ler o? Blatt, die Nachricht, daß die Handlungsgehilfen «Xoionralwaarenbranche" streiken wollten. Die Nachricht »a. mit wunderbaren Zusätzen begleitet, fast durch die Piesse, bis sich schließlich herausstellte, daß diese �er N- m Boitze eines Prinzipals sein Dosein verdankte. »Germania�, von dem nach den Nachrichten der w,".°'r Streikbewegung inszenirt sein sollte, hat es w. 5n iriner letzten Sitzung(Sonntag, den 1. Sep-- fiÄn. nöthig gehalten, nicht nur den falschen Nach- .r>rn entn<>n»ni„tr»l.rt fnn h.rrl durch eine Erklärung �»» entgegenzutreten, sondern durch eine Erklärung �r§ Vorsitzenden feststellen zu lassen, daß den Tendenzen der ein Kampfmittel w' �' 2°° bah er nur die Absicht vag„ nur f1"!* t,ott|ta,lbifl fern läge Milomnwu Jll)a ein friedliches llebcr- � Abends?� Arbeitszeit von 7 Uhr des Morgens bis S llbr w�bs(e.ne vlerzehnstündigeArbeitSzeit'i) dieselben Phrasen der Fortschrittler, von einer Verstäa tnmg der Unternehmer und der Arbeiter, die bereits vor fünf Ken» � Jahren ein Ferdinand Lassalle durch seine tiefe »..?mitz der ökonomischen Wissenschaft, durch sein begeisterndes durch seine bittere Satire bis ins Herz getroffen hat, Phrasen von der, !z.»Arbeitnehmer�, die das k��mer abgeschworen hat........................... ibh 8 ,n demjenigen Theile der Lohnarbeiter, die von den l�Len nur der durch eine etwas„Höhere" Schulbildung, •arih k.. m------- c.— 1. CU.»---» hZ B'bitTermL� t!'"' k'm!»höhere" Schulbildung, Littel!n v� n"btschaft und Bekannt-Haft mit Gliedern der � D�n�,�.�ünke-, nicht dieLage ihres Standes «enn b.e nircktbaren Ucbel. die die moderne Kon- £«irano Erbiete *«n der . Denn die furchtbaren Üebel, die die moderne Kon. »sWon des Kapitals mit allen ibren Auswüchsen auf dem der Industrie hervorgebracht hat, herrschen nicht �" auf dem Gebiete des Handels. Die schäm- d j»-® d t u t u n gLd er weiblichen An gestellten, ». udermäßige Arbeitszeit der männlichen fc- o ter' die gemeingefährliche Ausnutzung �Lehrlinge. ß«v*011.�halten die„Arbeiter" einen Wochenlohn von 8 bis Wt-;v h'*1 erhält der„junge Mann" ein Salair von M. SV ? /'»monatlich; dort erhält die„Mamsell, das Nähmädchen" «> av Woche; hier erhält die„junge Dame" 25 bis M. monatlich; dort greift die„Kinderarbeit" immer weiter ik« wird die Institution der„jugendlichen Arbeiter" bis g! Maßlose ausgedehnt; hier bildet der Cdef eine ?�vor von Lehrlmgcn aus für ein Enlaeld von M. 15—20 �aailich, um sie nach Beendigung der Lehrzeit subsiftenzlos zu . Haffen und neue Lehrlinge zur„Ausbildung" anzunehmen. vergrößert sich täglich die ungeheure Reservearmee der »weiislosen; hier sind Tausende von KommiS, von Fräuleins »UlungsloS. Dieselbe Lage, dasselbe Elend, nur andere schön- �ende Namen. �Und trotzdem folgt die Menge der jungen Leute noch ?>ser der freisinnigen Lockpfeife, den schrillen Tönen des i'ten Arbeitsvertrages, der durch keinege- 'Glichen Schranken gehemmt werden dürfe qJ' lassen es zu, daß der freie Arbeitsvertrag die ortsübliche rjadigang auf einen Tag reduzirt, trotz der genauen Kenntniß, 7* in der Saison, in der Zeit vor Weihnachten, eine Menge N Leuten engagirt werden, um in der stillen Geschäftszeit wrt auf die Straße geworfen zu werden. w. Trotz alledem und alledem bestehen die Mittel der kauf jjT�iftäjen Vereine gegen diese Schäden in der Gründung vor jenen uie|c �uyuuuu iu vti vf/iunvusiu OOlt von Versicherungskassen gegen Stellenlosigkeit tagen unter der Führe ng von„wohlthätigen �werfen. «.-.Tiefe„jungen Leute" selbst aber ertragen alle Sorgen und i> n t i' a�e Arbeit, alles Elend gutwillig, strebsam, �" Geschäftsinteresse m der freudigen Hoffnung, «a� st f�hfl Chef zu werden, um ihre Gehilfen ebenio �deuten zu können, wie sie selbst ausgebeutet wurden, oder «.»kleines, ruhige« Geschä ft zu machen, das j.'nen Mann ernährt". Doch diese Hoffnung der «j?? Geschäftsleute ist ebenso absurd, wird durch die Eni- 2Au>g unsere« heutigen Wirthschaftssystems ebenso un« dr» wie die Hoffnung der„JnnungSmeister" auf Festigung «Ismen Handwerks. j» Tenn alle diese kleinen Geschäfte, die von den großen den bedeutenden Weltgeschäften täglich bedrückt �7�,- halten sich nur gleich einer auf den Kopf gestellten jjjifimribe durch das Vertrauen der Fabrikanten und Groß- uier, hie ibnen ein sechs- bis ochtmonailirbes Ziel gewähren; Ä, Hf��rer Verlust, eine Klage und der Bankerott wirft sie J?en Haufen. >r, Bon allen diesen vagen, fast wahnwitzigen Hoffnungen äJa stch die Handlungsgehilfen, werden sie stumpf gegen alle 'wrderurigen der Reuzeit. «i o». einzige Mittel, das ihnen helfen kann, sich der a'" einen Arbeiterbewegung anzuschließen, lhren Prinzipien eine Organisation zu kig�öen, durch eine Fachzeitschrift, sta- .«"sche Aufnahmen, die Kenntniß ihrer Lage T. V-r breiten, nrit lauter Stimme eine starte tj�kürzung der Arbeitszeit, die Festsetzung "r» Minimalgehalts zu verlangen, die lrn großen Erzeugnisse einer wahren„Selbsthilfe", ,»ei schmähen sie. Doch so lange diese Erkennwiß ijj9««cht jn den Kreisen der Handlungsgehilfen festgewurzelt, ®uf eine Besserung ihrer Lage nicht zu rechnen. v"einem Einsichtigen entgeht es, daß Deutschland infolge ej, geheuren Neberproduklion einer wirthschaftlichen KrisiS j>'»rgengeht. Eine solche Krisis würde den Handels- ew. ungeheuer treffen. Die Unternehmer werden durch „Akkord" durch Verwandte und Geschäftsfreunde ctl. mißlichen Lage entziehen, die Zahl der Stellungslosen tZ* wird sich verzehnfachen und ohne eine Organisation, ohne lhiw in bem wirthschaftlichen Chaos, wird der Untergang vahe fein. Gerade jetzt ist die Gründung einer prin- .«Untreuen Oroanilation Nolbwendiakeit und der Dank aller « Ate Kosialkommilsto» theilt uns mit, daß auf die Liste der Lokale, die den Arbeitern zu allen Versammlungen offen stehen, zwei weitere Lokale zu setzen find und zwar: 1. Saeger, Grüner Weg 2S. 2. Jndustriehallen, Manannenstr. 31/32. Unter der Ueberschrifi§ 11 bringt die hier erschein nende„Deutsche Medizinalzeitung" in ihrer Nummer vom 5. September folgende Einsendung eines Arztes:„Heute er- schien in meiner Sprechkunde ein junger Mann(Zuschneider in einem Schuhmachergeschäft) mit der Bitte, ein zwischen dem linken Daumen und dem linken Zeigefinger befindliches Stück- chen Haut zu entfemen, auf welchem der Z 11 mit chinesischer Tusche vor Jahresfrist nach der vorgestochenen Zeichnung ein- gerieben war. Ich lehnte die Operation ab mit dem Bemerken, daß die Vornahme derselben(es hätten etwa 2 gcm hcrauSae schnitten werden müssen) eine größere Thorhcit sei, als das be reits stattgehabte Tätowiren. Hoffentlich findet unser reuiger Renommist keinen Arzt, der ihm den Gefallen thut, die deko- lorirte Hautstclle zu entfernen, und lernt derselbe etwaige Neckereien mit dem Tröste tragen, daß er als warnendes Bei- spiel für die Jugend dient." Aus der bessere» Getellslsiaft. Unsere Prügelpatrioten feiern gegenwärtig wahre Orgien, und zwar anläßlich einer von einem hiesigen Lokalblatte aufgeworfenen Frage nach einem wirksamen Mittel zur Bekämpfung des Strolchthums. Es scheint dieser Anlaß nur gefehlt zu haben, den Herrn aus der besseren Gesellschaft, ihr Lichtlcin ihres Stockpatriotismus leuch ten zu lassen, denn, wie von zuständiger Stelle mitgethrilt wird, find die Schreiben„in wahrhaft überraschender Fülle" eingegangen, welche indessen alle in rührender Uebereinstim- mung als wirksamstes Mittel zur Bekämpfung des Strolchthums — Prügel empfehlen. So schreibt u. a.(und es ist dieses Schreiben charakteristisch für die Gesellschafteklasse, welcher cr ange hört) ein Siockpatriot;„Das war ein Wort zur rechten Zeit und Hunderttausenden aus der Seele gesprochen! Fort mit den einer gewissen Menschenklasse gegenüber unangebrachten Humanitäts- Prinzipien! Ueber Bord damit und dafür die„neunschwänzige Katze" emgeführt, dies ist auch nach meiner unmaßgeblichen Meinung das einzig durchgreifende unfehlbare Palliativmittel für unverbesserliche Strolche, darüber ist man sich in allen einer gesunden Anschauung huldigenden Kreisen der besseren Gesell- schaft schon längst einig. Da wir aber nicht in den Hinter- wäldern Amerikas, sondern unter geordneten StaatSvcrhälb nisscn leben, so wäre es, diesen Verhältnissen Rechnung tragend, geraihen, mit allen unö zu Gebote stehenden gesetzlichen Mitteln dahin zu streben, eine Verschärfung der einschlägigen Para- graphen des Strafgesetzbuches anzubahnen. Dies zu erreichen, würde meines Erachtens in erster Linie Sache der vielen Be zirls-, Wahl- k. Vereine sein. Die gegenwärtigen Strasbestim mungen find für diesen Abschaum der Menschheit entschieden zu milde." Eine Strafe von einigen Wochen, höchstens Monaten Ge fängniß für einen„Strolch", wo er, wie der„Bessere" meint, bei guter Pflege und humanster Behandlung bestens gedeiht und meist bessere Tage verlebt, als außerhalb der Gefängniß- mauern, ist nach Ansicht der Piügelpalrioten gar keine Strafe. —„Weshalb," fragiler,„solche Subjekte monatelang auf Staats- kosten unterhalten, da diese Strafe für sie jedem gar keine Strafe ist? Auch Humanität ist ja freilich eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr, wenigstens bezüglich gewisser Elemente. Bei Jedem, der sich im Wiederholungsfalle einer Körperverletzung durch Rohheit schuldig gemacht hat, wende man einfach die Knute an, da« ist ein entschieben billigeres und vor Allem durchgreifenderes Mittel. So fubstituire man z. B. für S Monate Gefängniß nur 14 Tage, aber„mit", d. h. das Subjekt erhält während 14 Tagen täglich als Morgengabe 10 Knutenhiebe und statt des verhält nitzmäßig immerhin guten Essen« und der weichen Matratze nur Wasser und Brot und eine Holzpritsche zum schlafen."-- Ein anderer begeistert sich wieder mehr frir einen Stock und kleidet seine Gedanken in folgende poetische Form: Gegen solche Großstadtplage — Manchmal auch in feinem Rock— f ilft nur noch die Prügelstrafe. ilst ein derber Hasclstock. Nur allein Gefänanißstrafen Ziehen bei dem Rowdy nicht, Wenn er nicht zum Willkommsgruße Und zum Abschied Prügel kriegt. Prügel, daß die Wände zittern, Prügel, daß die Funken sprühn; Glaubt, es ist für dies Gelichter Die heilsamste Medizin. Wer mit Vorsatz auf den Straßen Rempelt, kriegt, wird er erwischt— Ohne jede« Federlesen— Fünfundzwanzig ausgemischt. Wer die Ordnung frech verhöhnet, Die zum Wohl des Bürgers dient, Der erhält in jedem Falle Hiebe, daß die Schuld er fühnt. Wer durch wüstes Johlen. Schreien Unssrer Straßen Ruhe stört, Der bekommet seine Prügel, Daß er Engel pfeifen hört. Wer gemeine, zot'ge Worte Gegen Frau'n und Mädchen braucht, Der kriegt, daß er Sitte lerne, Prügel, daß es nur so raucht. Und wer durch den Feuermelder Ohne Gründe alarmirt; Wer durch rohes Klingelreißen Schläfer an der Nase führt; Wer da mit dem Messer fuchtelt, Mit dem Wächter ist brutal; Wer sich ausführt unästhetisch Auf der Straße, im Lokal, Für den giebl es nur ein Mittel, Drastisch wirkt'S und radikal: Diese« ist die Prügelstrafe, Prügel, Prügel ohne Zahl!— Die DenkungSart dieser modernen StaatSerretter ist hier- durch wohl zur Genüge gekennzeichnet. Roheit steht hier gegen- über Roheit, der Strolch dem Biedermann,— wer von oerden gehört nun wohl zur„besseren" Gesellschaft? Da« Medium von Resau, Karl Wolter, ist bekanntlich nicht Kellner geworden, sondern ist noch immer„Zauberlehr- ling" bei einem bekannten Zauberkünstler und dieser Umstand hat ihn, wie au« dem Septemberheft der„Spbynx" hervor- -eht, für einen großen Theil der Spiritisten unmöglich gemacht. )ieser neue, noch immer keine Revision de« bekannten Pro- »esse« in Ausficht stellende Artikel der„Sphynx nennt die Thätigkeit W.'s im Fach der höheren Magie eine„verhängniß- volle Thatsache", derzufolge die Manifestation des früher so gefeierten Mediums„ohne Regelmäßigkeit, stürmisch und polternd und in sehr wechselnder Stärke und Deutlichkeit auftrete". Nichtsdestoweniger kommt auch dieser Historiograph der bekannten Vorgänge zu dem nach Obigem überraschenden Schluß:„Es kann keinem Kenner okkulter Vorgänge zweifel- Haft sein, baß es in Resau eben„g-spukt" hat. Und wenn die Aussage des Predigers Müller, baß er nicht umhin könne, die in seiner Gegenwart stattgehabten Vorgänge für ganz uner- klärbar und spukartig zu halten, von dem Landgericht nach dessen Gründen als ein Anzeichen für nicht genügende Urtheils- schärfe angesehen worden ist, so scheint uns(den Spiritisten) klar zu sein, daß die verurtheilenbe Entscheidung der Gerichte auf dem AufklärungS-Vorurtheil ruht." Don der Firma Friedrich Kiemens& Co., Inhaber Friedrich Siemens und Robert Herbig, Fabrik von Regenerativ- Beleuchtungs-Gegcnständen, erkalten wir folgendes Schreiben: Berlin, den 7. August 1889. Jn Ihrer Zeitung vom heutigen Tage finden wir einen Bericht über eine am 4. d. M. im Lokale de« Herrn Uebel(Renz' Salon), Naunynstraße, abgc- haltene Versammlung des Vereins gewerblicher Hilfsarbeiter Berlins, in welcher ein Herr Krüger mitthdlt, daß einer unserer Arbeiter bald nach Eintritt in die Werkstatt vom Blutsturz be- fallen und bald darauf verstorben sei, ohne daß ihm die er- forderliche Hilfe geworden wäre. Wir erklären hierdurch, daß sich ein derartiges Vorkommniß in unserer Fabrik Lberhanvt nicht zugetragen hat, die ganze Mittheilung vielmehr auf Er- findunp beruht und ersuchen die verehrlicke Redaktion um gefällige Berichtigung."— Eine ähnliche Mittheilung geht uns von Arbeitern dieser Fabrik zu. Zeugen gesucht. Am Nachmittage des zweiten Pfingst- feiertages d. I. hatte der Schlosser Herr A. Edant auf dem Bahnhofe der Station Treptow einen Zusammenstoß mit dem dortigen Bahnhofsinspektor. Der Fall ist s. Z. von uns mit- getheilt worden. Gegen Herrn Edant und gegen den vcrant- wortlichen Redakteur unseres Blattes ist daraufhin ein Ver- fahren wegen Beleidigung eingeleitet worden. Im Interesse der Angeklagten liegt es, wenn sich unbelheiligte Personen, welche den damaligen Vorgängen beigewohnt haben, als Zeuaen anbieten. Mittheilungen sind an Herrn A. Edant, Schlosser, Jnvalidenstraße 8, zu richten. Zeuge» grsucht. Der Töpfer Karthun, Berlin Pallisadenstr. 99, ersucht alle Diejenigen, welche mit ihm zu- sommen am 12. August im Zuge Nr. 12, welcher um 9 Uhr 32 Minuten Abends von Freversdorf abgeht, nach Berlin (Schlesischer Bahnhof) gefahren sind, um Angabe ihrer Adressen. Karlhun ist wegen angeblicher Beleidigung eines Bahnbeamten und wegen unbefugter Benutzung der 3. Klosse bei der Staats- anwaltschaft angezeigt worden, nachdem am l2. August auf dem Schlesischen Bahnhof seine Persönlichkeit festgestellt wor- den war. (ftyftv der Arbeit. Der vor ungefähr sechs Wochen bei dem Einsturz einer Mauer in der Willibald-Alexisstraße ver- unglückte Arbeiter Engst ist vorgestern Morgen gegen 8" Uhr nach unsäglichen Leiden gestorben. Die Frau des Verunglückten ist am 4. d. M. entbunden worden. Der Verunglückte hinter- läßt außerdem noch zwei unerzogene Kinder. Bis jetzt hat man noch nicht gehört, daß sich der Unternehmer oder sonst jemand um die Hinterbliebenen gekümmert hat— jedenfalls wird man warten, bis die Arbeiter ihre milde Hand aufthun. Die Be- erdiaung findet heute Nachmittag 4 Uhr von der Bergmann- straße 57 u. 58 nach dem Neuen Jakobikirchhof in Britz aus statt. Cin Unglücksfall, bei welchem vier Personen zu Schaden kamen, ereignete sich gestem Nachmittag gegen 6 Uhr auf dem Güterbahnhof der Stettiner Bahn. Dort waren eine Anzahl Arbeiter der Großen Berliner Pserdeeisenbahn-Gcfell- schaft damit beschäftigt, von mehreren auf dem sogenannten „Steinstrang" stehenden LowrieS Pferdebahnschienen abzuladen. So hatte eine Gruppe der damit Beschäftigten aus einer noch vollen Lowrie die erste Schiene heruntergehoben, als die zweite Kolonne herantrat, um ihre Kollegen abzulösen. Durch einen noch nicht festgestellten Umstand gerieth eine etwa 6 bis 8 Zentner wiegende Schiene in's Rutschen, fiel herunter und leider so unglücklich, daß vier der dicht an dem Wagen stehenden Arbeiter getroffen zusammen'- brachen.— DaS Aechzen und Jammern der blut- bedeckten Männer war herzzerreißend; sofort war Hilfe zur Hand, welche die firrchtbare Last von den Körpern der darunter Liegenden herunterhob und nun stellte eS sich heraus, daß einer der Verunglückten, der Arbeiter Hoffmann, einen Bruch des Unterschenkels, sowie eine furchtbare Quetschung des rechten Fußes erlitten habe. Der Arbeiter Guttmann trug eine Kontu- fron des rechten Schienbeines sowie starke Quetschungen beiber Füße davon, während dem Arbeiter Wimmer ver linke Fuß /ärmlich gespalten war. Der Arbeiter Newes kam mit einer leichten Verletzung der rechten Hand davon. Nachdem allen Vieren an Ort und Stelle Nothverband angelegt worden war, wurde H. der am schwersten Verletzte mittelst Krankenwagens, Guttmann und Wimmcr mittelst Droschken nach dem Lazarus- krankenhause geschafft, während NewcS sich nach seiner Wohnung zu Fuß begeben konnte. Ein origineller Kauswirtst existirt hier in der Jn- validenstraße 141, der das löbliche Nebengewerbe eines Rentiers betreibt. Derselbe hat in seinem Hause einen UkaS' erlassen, wonach keine erwachsene männlichePerson sowohl w i e K i n d e r die auf den Treppenfluren befindlichen KlosetS benutzen dürfen, sondern sich nach dem Hofe zu bemühen haben. Kürzlich mußte nun doch mal ein männlicher Insasse die« söge- nannte„weibliche" Kloset benutzen, was der gestrenge Herr Hauspascha erfuhr und seinem Miether wegen Uebertretung seines Hausgesetzes einfach die Wohnung kündigte. Eraentlich hätte der famose Herr Wirth exmittiren können auf Grund seines Kontraktes, aber er ließ es lieber nicht erst auf richter- liche Beurtheilung seiner geschlechtlich unterscheidenden Kloset- bestimmungen ankommen. Im 10. Jahrhundert! Wir lesen in verschiedenen Blättern:. r„, � „Eine Schilderhebung der Backergesellen hat am Donners- tag im wahren Sinne des Wortes in Potsdam stattgefunden. E« handelt sich um einen alten Zunftgebrauch, der wieder ein- mal zur Geltung gebracht wurde. Das Schild, das sich an Bäckerherberge in der Waisenstraße befand, war unbrauchbar geworden, weil es seit dem Jahre 1874 nicht aufgefrischt war. E« wurde deshalb neu vergoldet und am Donnerstag in frier- lichem Zuge von dem Obermeister R. Eckert abgeholt. Deputa- tionen aus Berlin und Charlottenburg von dortigen Bäcker- gesellen waren zu diesem Feste eingetroffen. Die Ge- sellen trugen'zur Hälfte weiße Blusen mit blauer Schärpe, weiße Mützen und schwarze Beinkleider, die übrigen schwarzen Anzug mit blauer Schärpe und Zylinderhut. Sämmtliche Gesellen trugen Degen, welche mit sich zu führen der Polizeipräsident trotz des kleinen Be- lagerungszustandes gestattete, weil sich die Gesellen auf ein altes Privilegium, das Kaiser Karolus den Bäckergesellen ver- liehen, beriefen. Bei der Belagerung Wiens durch die Türken hatten nämlich Bäckergesellen, welche des Nachts arbeiteten, gehört, wie sich der Feind nahte und deshalb Alarm gemacht. Zum Danke dafür wurde ihnen der Degen verliehen. In dem Festzuge, welcher durch verschiedene Straßen Potsdams ging und von einer großen Menschenmenge begleitet wurde, wurden drei Fahnenj darunter die Feldbäckerfahne, welche die Feld- zllge von 1806 und 18l3/I5 mitgemacht hat, voran ver- Ichiedene frischgebackene Riesenbretzeln und Napfkuchen als Embleme mitgesührt. Vor der Herberge machte der Zug schließ- lich Halt. Der Altgeselle Schuster bestieg eine hohe an das Haus gelehnte Leiter und hing das neue Schild in die dazu angebrachte Eisenstange. Nach altem Zunftgebrauch ließ er sich ein GlaS Wein zum Fenster herauSreichen und hielt von der Leiter herab eine Ansprache, bei welcher HochS auf den Kaiser, den Oberbürgermeister, dem Polizeipräsidenten, der so gnädig war, den Festzug zu gestatten, den Obermeister und die Meister- schaft und schließlich auf die Brüderschaft ausbrachte. Bei jedem Hoch trank er ein GlaS Wein aus, eine Leistung, die auf so schwankender Höhe alle Anerkennung verdient. Sodann nahm der Altgeselle die Weinfleische selber zur Hand, sprach den Segen über das Bäckergewerk und zerschlug die Flasche an dem neuen Schild. Auch das Weinglas zerschellte er unter Segenswünschen für die Herberge, den Herbergsvater, die Her- bergsmuttcr und die Herbergstante. Nachdem somit dem alten Zunflgebcauch Genüge gethan, marschirten die Gesellen, denen die Meister dreißig Mark zum Bier gespendet hatten, nach der Mühlcnberagrotte, wo ein Tanzkränzchen stattfand."— Möge ihnen das Fest gut bekommen fein. Ein Kampf„auf Deck". In der neunten Abendstunde des vorgestrigen TageS erlebte die Leipzigerstraße ein gar merk- würdiges Schauspiel. Auf dem Verdeck eines Omnibus der Linie Schönhauser Thor�HallescheS Thor waren an der Mark- grafenstraße zwei Männer in Kampf gerathen. Der eine be- hauptete, sein Nachbar habe ihm auf die Füße getreten, und Gleichsam, als ob diese Füße dem bekannten Mechaniker ge- örten, der oben auf den: Omnibus Lackstiefel anhat, so heftig ergrimmte der„Betretene", und ohne die Entschuldigung des ThäterS anzuhören, begann er sofort auf ihn einzuhauen. Die -anderen Passagiere wollten die Streitenden auseinanderbringen, wurden jedoch mit in die Schlägerei verwickelt, so daß das ganze Deck stch in einer Auflegung befand, die zu beschwichtigen der Schaffner völlig außer Stande war. Erst hatte der Beamte den Wagen halten lassen, aber als er sah, daß in dem all- gemeinen Kampfgelöse seine zur Ruhe mahnende Stimme machtlos verhallte, befahl er dem Kutscher, so schnell als mög- lich nach dem Dönhoffsplatz zu fahren, woselbst ja Schutzleute stationirt sind. Diese Maßregel des Schaffners erwies sich als eine überaus richtige. Am genannten Platz erstieg das Verdeck ein Polizist, dem sich noch ein Kontroleur anschloß und for- derte die Kämpfer auf, von ihrer stolzen Höhe herabzusteigen und ihm zur Wache zu folgen. Die andern thaten das auch willig, nur das Karnickel, das angefangen hatte, setzte Wider- stand entgegen und mußte mit Gewalt heruntergeholt werden. Als er unten wieder festen Boden fühlte, machte er noch einen Fluchtversuch, der aber von dem an den Omnibus herange- ritlenen Schutzmann sogleich im Keime erstickt wurde. Mit blankgefegtem Deck— denn alle, die oben gesessen hatten, waren theils als Genossen, theils als Zeugen auf das Revier sistirt worden,— setzte darauf der Omnibus feine so stürmisch unterbrochene Fahrt fort. Selbstmord durch Stur? aus der vierte» Etage. Ein furchtbarer, durchdringender Schrei und das gleich darauf folgende dumpfe Aufschlagen eines menschlichen Körpers auf den Steinfliesen im Hofe des Hauses Neue Friedrichstr. 2la alarmirte heute Vormittag gegen i12 Uhr die Bewohner des letzteren. Dort fanden dieselben einen anständig gekleideten, etwa 30jährigen Mann in einer Blutlache liegend, der bereits todt war. Die sofort herbeigerufene Polizei stellte nun fest, daß der Selbstmörder der ehemalige Kassirer G. eines Ab- iahlungsgeschäfts in der Vetcranenstraße sei. G. war schon eit einiger Zeit stellungslos und darauf in tiefste Roth gerathen, o daß er alles irgendwie Entbehrliche, wie bei ihm vorgcfun- >ene Pfandscheine ausweisen, bereits versetzt hatte; nun ver- suchte es G. mit dem Betteln, doch scheint der Unglückliche hierbei wenig Erfolg gehabt zu haben. Denn als derselbe gestern Mittag in obengenanntem Hause in der vierten Etage bei einem dort wohnenden Kaufmann ansprach und das Dienstmädchen den Bettler abwies, brach der eindringlich Bittende in ein lautes Schluchzen aus, eilte dann plötzlich nach dem offen stehenden Flursenster und sprang, ohne sich zu besinnen, in die grausige Tiefe hinab, um auf der Stelle todt liegen zu bleiben. Die Leiche des G. wurde sofort nach der Morgue überführt. polizeiborlcht. Am 4. d. Mts., Vormittags, fiel die Sjährige Gertrud Freund in der Küche der Wittwe Hesse, Landsbergerstraße 135, in einem auf dem Fußboden stehenden, mit kochendem Wasser gefüllten Waschkcssel und verbrühte sich dabei derartig, daß sie am darauffolgenden Tage Nachmittags verstarb.~ Am 6. d. MtS. Morgens wurde im Thiergarten, nahe der Löwenbrücke, ein etwa 25 Jahre alter unbekannter Mann mit einer Schußwunde in der rechten Schläfe noch lebend aufgefunden und nach der Charitce gebracht.— Vor- mittags wurde an der Ecke der Strelitzer- und Bernauerstraße ein Arbeitsbursche, als er ein in schneller Gangart die Strelitzerstraße entlang kommendes führerloses Schlächterfuhrwerk aufzuhalten versuchte, überfahren. Er er- litt so bedeutende Quetschungen des rechten Unteischenkels und des linken Knies, daß er noch dem LazaruS-Krankenhause gebracht werden mußte.— Nachmittags wurde eine Frau vor dem Haufe Linienstraße Nr. 41 beim Ueberichreiten des Fahr- Hammes von einem eilig daherkommenden Manne unmittelbar vor den Pferden einer Equipage zu Boden gestoßen und durch tuftriite am Unterarm und im Gesicht ziemlich schwer verletzt. ie wurde nach der Charitee gebracht.— Als zu derselben Zeit auf dem Stettiner Güterbahnhofe von der großen Berliner Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft Eisenbahnschienen verladen wur- den, fiel eine solche vom Wagen und verletzte die dabei be- schästigten Arbeiter Keiber, Hoffmann, Gutzmann und Wimmer theils schwer, theils leicht.— In der Nacht zum 7. d. M. ent- stanh vor dem Hause Königsstraßc Nr. 20 eine Schlägerei zwischen einem Schuhmacher und einem Kaufmann, wobei Ersterer eine klaffende Wunde an der Stinr davontrug. * Chronik. projelitirtrs Urpertoirr der köuigUchen Schau- Ipielr vom 8. h,s 16. September 1889. JmOpernbaufe. Sonntag, den 8.: Der Trompeter von Säckingen; Montag, den 9.: Der fliegende Holländer; Dienstag, den 10.: Sarda- nopal; Mittwoch, den 11.: Hans Heising; Donnerstag, den 12.: Der fliegende Holländer; Freitag, den 13.: Der Waffen- schmicd; Sonnaberid, den 14.; Die lustigen Weiber von Windsor: Sonntag, den 15.: Lohengrin; Montag, den 16. un- bestimmt.— Im S ch a u sp i e l h a u s e: Sonntag, den 8.: Wallenstein's Tod; Montag, den 9.: Die zärtlichen Ver- wandten; Dienstag, den 10.: Die Frau vom Meere; Mittwoch, den 11.: Die Rantzau; Donnerstag, den 12.: Die Ouitzow's; Freitag, den 13.: Auf der Brautfahrt; Sonnabend, den 14., neu eivstudirt: Romeo und Julia; Sonntag, den 15.: Der Bibliothekar; Montag, den 16.: Die Ouitzow's. Da» Kaijer-Panarama in der Passage bringt in dieser Woche neben dem dritten Zyklus der Pariser Welt- Ausstellung die erste Reise durch Spanien und im Ausstcllungspark eine Reise am schönen Rhein zur Aus- stcllung. Dre optischen Reisen erfreuen sich eines außerordent- lichen Zuflruchs von Jung und Alt. Hoch und Nied! ig, in den NachmittagSflunden reichen die Platze nicht aus. GsriihksrBeifiwg. Ei»««ang-nehmer Mietster scheint der Kanzleige- Hilfe Gustav Adolf A d l e r zu sein, welcher gestern unter der Anklage der versuchten Nöthigung vor der zweiten Ferienstraf- kammcr des LandaerichtS l stand. Der Angeklagte hatte von dem Eigenthümer Röhr einen kleinen Laden, eine Wohnstube und einen Keller qemiethet. Da er nicht pünktlich zahlte, strengte letzterer die Exmissionsklage gegen ihn an. Aus Rache machte der Beschuldigte bei der Polizei die Anzeige, daß in dem Hause seines bisherigen Wirths Wohnungen in Gebrauch genommen würden, welche den polizeilichen Vorschriften nicht genügten. Diese Anzeige hatte auch Erfolg, wie der Zeuge Röhr im Termine erklärte, hat er mehrere Wohnungen räumen lassen müssen und ist ihm dadurch ein Schaden von über 600 Mark erwachsen. Aber nicht genug hiernnt, richtete der Angeklagte noch an den Wirth ein Schreiben, in welchem er ihm an- zeigte daß er ihn wegen Urkundenfälschung denunziren werde. Der so Bedrohte wie auch die Staatsanwalt- schaft waren der Anficht, daß Adler durch dies Schreiben den Adressaten von einem weiteren Vorgehen gegen ihn in der Exmissionsklage abhalten wollte. Die Art und Weise, wie der Angeklagte seine Behauptung, daß der Zeuge eine Urkundenfälschung begangen, begründete, nöthigte dem Gerichtshofe ein Lächeln ab. Da in dem Miethskontrakte, der der Exmissionsklage als Beweismaterial beigefügt worden war, auch eine Küche als zu den Räumm des MietherS ge- hörig ausgeführt war und der Angeklagte thatsächlich eine solche nicht inne gehabt, so sollte nach der Anficht des Letzteren darin eine Urkundenfälschung gefunden werden, daß das Wort „Küche" in dem Formular des MiethskontrakteS nicht auSge- strichen war. Ebenso geistreich begründete der Angeklagte eine zweite„Urkundenfälschung", die er darin finden wollte, daß der Wirth nachträglich in dem Kontrakte dem Mieths- preise die Worte:„inkl. Nebenabgaben" zugefügt habe. Der Zeuge erklärte, daß er dies auf Veranlassung des Magistrats gethan, um im Interesse des MietherS dessen Miethssteuer feststellen lassen zu können. Hatte der Beschuldigte, wie der Staatsanwalt ausführte, in dieser Beziehung höchst mangelhaste Rechtskenntnisse an den Tag gelegt, so hatte der- selbe bei Abfassung des der Anklage zu Grunde liegenden Briefes doch so viel Vorsicht angewandt, daß ihm nicht bcizu- kommen war. Der Nachweis, daß der Angeklagte durch die Drohung für sich einen Vorthcil habe erzielen wollen, fei nicht zu erbringen. Der Staatsanwalt mußte deshalb die Frei- sprechung beantragen und der Gerichtshof dementsprechend er- kennen. »5o;inlc Uoberstchk. Die Adresse» einiger Vertrauensleute der Maurer Derltns sind in der vorgestrigen Nummer nicht ganz richtig angegeben worden. Wir berichtigen die Fehler hiermit, wie folgt: 2. H. Manejewsky. W., Steinmetzstr. 24. 3. W. Bangenz, Bülowstr. 51, bei Pankow. 9. H. Rohling, Hochstr. 32. 10. H. Schigolski, Belforterstr. 3, Seitenflügel, 3. Tr., bei Zimmermann. 11. Aug. Fritsche, Kl. Augustr. 11, bei Werbclom. Versammlungen. Groß« Uolksversammlnng im..Gltjstum", Landsberger Allee 39—41. Tagesordnung:„Wie stellen s i ch die Arbeiter Berlins zu derRedaktion und dem Verlag des Berliner VolkSblattS?" Dis- kusfion. Verschiedenes. Das Bureau bildeten die Herren Zubeil, Krause und K o l h a r d t. Der Vor- fitzende ermahnt zunächst die zu einem halben Dutzend anwesenden Herren Berichterstalter, namentlich einen von ihnen, sich der Ob- jektivität zu befleißigen. Nock vor Eintritt in die Tagesordnung nimmt Herr H a r t m a n n das Wort. Er ersucht, den ganzen ersten Punkt der Tagesordnung sammt der daran zu knüpfen- den Diskussion fallen zu lassen und zum zweiten Punkt über- zugehen. Es sei dieser Punkt ganz dazu geeignet, den Sozial- demokraten vor ihren schadenflohen Gegnern, vor allen andern Parteien eine Blöße zu geben. Man habe auch andere Mittel, eventuell auf das„Bert. Volksblatt" einen Druck auszuüben und brauche dies nicht vor der schreienden Oeffentlichkeit zu ge- schehen. Die Abstimmung über diesen Antrag ergiebt dessen Ableh- nung und der Referent Herr Otto H e i n d o r f nimmt das Wort. Das Referat sei ihm, führte er im Eingange aus, von verschiedenen Genossen angetragen worden und er habe das- selbe übernommen. Man solle von Anfang an nicht erwarten, daß er etwa« zur Geltung bringen werde, was nicht mit der allgemeinen Humanität in Einklang zu bringen sei. Ader,.das würden wohl Alle zugeben müssen, am Platze sei es endlich einmal, die Verhältnisse des„Berliner Volksblatts" zu besprechen. Redner kommt auf die in der Ber- liner Arbeiterbewegung zu Tage tretenden beiden Gegensätze zu sprechen. Die Emen rufen in jeder öffentlichen oder Gewcrk- schaftS-Versammlung:„Liest das Volksblatt!" Die Anderen, unter denen sich Vorgeschrittene befinden, betonen:„Wir lesen das VolkSblatt nicht!" Woran dies liege, wolle er nun von richtiger Seite aus betrachten. Die Einen sagten:„Das Blatt ist mir zu theuer". Referent will sich mit diesen Leuten zu- nächst nicht befassen. Sie mächten erst reif werden. Andere tadeln den Inhalt und dies sei die Generalfragc.(Rufe aus der Versammlung:„Geschmacksachen!") Das„VolkSblatt" habe unbestritten in letzter Zeit ganz geschmacklose Artikel ge- bracht, die sich mit den Tendenzen eines Organs der Sozialdemokratie in der ersten Stadt Deutschlands nicht in Einklang bringen ließen. Dies sei namentlich während der Leidcnszeit der Zeitungsleser inSgesammt, der be- rüchtigten„sauren Gurke" geschehen. Es hätten Aufsätze darin gestanden, in Bezug auf welche man habe von vornherein sagen müssen:„Sie gehören nicht in die Arbeiterpresse, die andere unb ernste Verpflichtungen uns gegenüber hat." Referent will auf einzelne Artikel des Näheren nicht eingehen und nimmt an, daß dieselben genugsam bekannt find. Lokalnotizen würden im „Volksblatt" ein, auch zwei Tage später gebracht, als man sie in anderen Tagcsblättern lese. DieS geschehe, weil die Herren Redaktcure eine krankhafte Neigung für ihre Busenfreundin „Scheere" hätten, weil der siebsiche Kleistertopf ost das große und kleine Gehirn bei ihnen darstelle. Wer je in der Redaktion gewesen, könne sich alsdann davon überzeugen. Redner bemängelt ferner das Erscheinen der Lotterielisten im„Berliner VolkSblatt". Die« tauge ebenso wenig für ein Arbeiterblatt, das bestrebt sein müsse, die Gewinnsucht der Massen zu bekämpfen. Berichte über gewerkschaftliche Be- wegungen gelangten nicht in allgemein befriedigender Weise zum Abdruck. Es seien Alles in Allem Verhältnisse einge- treten,„die nicht mehr schön seien". Hier müsse unbedingt Remedur geschaffen werden. Wenn man bedenke, daß ein großer Therl der GewerkjchaftSnotizen dem Verleger gratis ge- liefert, daß andere Artikel mit Hilfe des Kleisters in die Spalten gelangen, dann müsse die Konlcquenz gezogen werden, daß der Abonnementspreis ein wesentlich billigerer werde. Dazu trete der Umstand, daß neben ihm noch ein wissenschaftliches sozial- demokratisches Wochenblatt rxistire, das die Genossen gleich- falls lesen möchten, unter Umständm lesen Müßten. DieS koste zu viel Geld und wäre nicht notdwen; wenn das„Berliner VolkSblatt" etwas billiger wuldt- würde bei niedrigerem Preise mehr, doppelt gelesen und w- entstandene Ausfall leicht gedeckt werden. Die binorstihss- Wahl könne die Genossen nicht abhalten, gereckte Kritik üben und werde auf alle Fälle diele imposante Vessamiw« wohl im Stande fem, einen Einfluß auszuüben.— Dm fübrungen folgte lebhafter Beifall.— Die an den Vsrtrmn anschließende Diskussion war sehr animirt, zum 44? erregt, doch streng in den parlamentarischen Grenzen fiä Herr Zuschneider Kopmann eröffnet dieselbe. Er M'ss sich der Kritik des Referenten in Bezug auf MehrereS M- Herr Wilfchke führt aus, von vielen Seiten geschehe M das„Berliner VolkSblatt" eine Agitation, die v'* Anhänger einer gegnerischen, den Arbeitern few°"°?. Partei seien. Man solle billig denken und urtheilm« überlegen, daß andere Blätter sich mehr herausney � dürften als das ehrlich oppositionelle. Redner giebt zu. und wieder ein Spezialberichterstatter in wichtigeren Verl«�, lungen anwesend sein könnte, überall könne dies nickt der° fein, da auch der Zeitunasmenfch nicht von der Luit könne. Man habe viele Abonnenten, die auf das L»l>e™L erpicht seien. Der AbovnementspreiS fei allerdings für Viele m schwere Leistung. Dock solle man die Genossen zum W«1™, ment aufmuntern.(Rufe:„Andere Redakteure! Friederici!") Man solle vor der Wahl einig sein.(Anhalt«»? Beifall.)— Herr Menzel entgegnet dem Vorredner. werde doch kein inkonsequentes Blatt lesen.„Wenn da» zum Beispiel von der Heydrich'schen Versammlung— � „Gehört nicht her!") Menzel—„eine Retolutio» brachte, die zu Gunsten des„Berliner Volksblatt J?. dann war dies Berechnung." Wenn ein Blatt langw«�') Aussätze bringe, dann habe man das Recht zu sagen: hierher und nicht weiter!" denn die Arbeiterschaft sei verscbanzten� sich hinter den„ersten�� Thäten sie dies nicht, Ki Die Redakteure demokraten der Welt' trauriger mit ihnen als mit den Äatioualliberalen. zichlige die Redaktion eines Servilismus erster Klasse,«« aber kein Bauchrutscher werden.— Herr Kürschner ptf,. das Resume seiner Ausführunaen in die Worte zusam» „Die Redakteure— weg damit?" Es konrmt folgende* solution zur Verlesung: p „Die heutige Versammlung erklärt sich mit d«» ferenten einverstanden und beauftragt daS Bureau dahin zu wirkm, vom 1. Oktober cr. Abonnementspreis des„Verl. VolkSblatt" auf nu>»»" 1 Mark zu stellen. Ferner beschließt die Veisammj, für die genügende Zahl von Abonnenten einzutreten� Herr P i r ch nimmt in warmen Worten daS gelck"� „Verl. VolkSblatt" in Schutz. Es jedem Reckt zu JÄ, habe noch Niemand vermocht. Die gegnerischen Blättcr fck?„ nur schärfer, wenn es gelte, die Interessen der BourgeN"' � ,v vv.» I v\*o w-Li v' daktionelle Erwähnung von der abhänge. Er beantragt, über die Tagesordnung überzugehen. WaS st«%. iruycr IM„iocri.-llviisoiaii geiianoen um.«.age IPU'-'.. U- Lokalnotizen seien für die Arbeiterflauen berechnet, dam" � selben den Männern das Organ nicht verleiden und id».'z, Halten eines andern bestimmen. Ihm kämen derartige K» � geschickten in 14 Togen noch immer zu früh. ES liege»» Arbeitern, daß die Berichte nicht immer gut seien. A»»« heiße es:„Der Rede Würze ist ihre Kürze!" Man M � das Korrigiren der Vereinsbcrichte einen besonderen L"«' � anstellen. Redner wendet sich gegen den Vonvml� Bauchrutscherei, der den Redakteuren gemacht"T Auch daS„Waschfaß" hätten die Berliner Parteigenosse»'L gefüllt, nicht die Redaktion. Remedur möge wohl merdey, doch werde man den Redakteuren des„Berliner blatt" ein großes Mißtrauensvotum nicht ausstellen'o»« (Stürmisches Bravo.)— Es kommt folgende R e l o lu i zur Verlesung und, wie gleich im vorhinein bemerkt ser» später mit überwältigender Mehrheit zur Ablehnung:«u, „Die Versammlung fordert den Verleger deS.«, liner Volksblatt" auf, die Redakteure desselben fll» � entlassen, da dieselben nicht die Fähigkeit besitzt solches Blatt zu leiten." (Rufe:„Aber Kunert!")— Herr Wilhelm W er � nimmt dos Wort. Er führt aus, daß jetzt erst des P».� Kern zu Tage getreten, die Perfoncnflage. Er weist»» Beispiel der Maurer den Vorwurf zurück, daß beim Volksblatt" die redaktionelle bezahlten Annonce Resolution kurz zur Tagesordnung überzugehen. Was heute gegen die Redakteure, deren Abwesenheit er be»»� vorgebracht worden? Man werde auch gegen die Tribüne" Progaganda machen. Er erinnert an die Koww» � wählen vor zwei Jahren. Jemand, der, wie er selbst ongeg« � das Blatt nicht mehr halte, habe kein Recht mehr, Redakieure zu schimpfen. Man solle daS Blatt halten, nicht untergehe. Die ersten Kämpfer Deutschlands arbeite» � demselben.(Rufe:„Vaake!").(Donnernder, langanhai«�, Beifall.) Zu sofortiger Abstimmung und unter lebhafter» fall zu einstimmiger Annahme gelangt hierauf f»1® Antrag: „Da dem Inhaber des„ElysiumS", nachdem die Tanzkonzession bis 1U Uhr Abends beschränkt dieselbe jetzt ganz entzogen worden; wird die VtssZuS lung Sorge dafür tragen, daß der Inhaber reick � Ersatz dafür in dem Umstände findet, daß der Versammlung das Lokal durch seinen Besuch Vfuim unterstützt und in seinen Bekanntenfleisen für den™ desselben agitirt."$ Die Herren I o st und Winter sind wenig Agitation der Versammlung einverstanden. Letzterer fuh«».''! man finde nicht alle Tage tüchtige Redakteure.(Ruf:„Ku»«*�» —„Bei Kunert hätten wir in einem halben Jahre den> � Skandal. Wer nicht den Posten des Korrektors a»»� kann"—. Herr Heitmann findet das Abbestelle»�, „Berliner Volksblatt" un demokratisch.— Herr Liefla»� will fdas Blatt hochgehalten, aber auch kritifirt wissen- j»! werde das Richtige sein.— Herr Wiemer macht» aufmerksam, daß noch nach jeder Rücksprache mit den•» jp, teuren in jeder Sache sofort Remedur geschaffen woro�f � Deshalb fei die heutige Versammlung nicht nöthig Herr Krause behauptet dagegen, daß wer zu ihnen � jit von den Redakteuren nichtachtend behandelt werde. Scheere sei denselben in der Hand zu schwer. hätten alle die gegen sie jetzt sich wendende laßt. Der Redakteur dürfe zu einem Bericht machen.(Ruf: Unsinn!")— Die Herren Schmitz, und Lindenheim wenden sich im wesentlichen geg»»<„V Schlüter für das„Verl. Volksbl.".— Herrn D u s»? rfi kommt die Agitation gegen daS Organ der Arbeiter 1° � als hätten im Hintergrunde boshafte Geg»«» z» Sache angezettelt', um eine StimmenzersplillcruNS�hs bewirken.— Herr T u tz a u e r will Niemand au» p und Brot gebracht haben. Indessen könne em» � rechte Kritik das Parteiorgan nur stärken. Viele« namentlich in letzter Zeit, unterdrückt werden müssen-. ff kritisire das Blatt, um es hoch zu bringen und nich« todt zu machen. Herr Meyer betont, daß ohne alle rücksichten die Versammlung lediglich im Interesse der � schaft einberufen sei.— Folgende Resolution wird»**5«* „Die pp. Versammlung spricht den Redakteur � „Berliner VolkSblatt" ihren Tadel aus, da der«» halten nicht mit den Prinzipien der Sozialdei». vereinbar gewesen." Heir Zubeil betont, er stehe heute noch wie fl»*�..�' sei kein Gegner des Blattes. Man solle ein mit schweren begründetes Arbeiterblatt nicht ruiniren. Man fei auv noto»� "kl � n und K d« beoorstihondi Antik-uSz-- VeriamimnoS - Dm M' l V-cwg zum W H°K. ErsW ,rcreä!»•' o'ch-he.« die S t femdlni� cthnlen® ICraUln6fe [»u. daß tt LllftW Lotten-,� r.r Nick«" nu»° folg- in ihw� üian i®lan�e'»u bewirken, daß das Blatt so gehalten, daß jLil" Wer Begehung mit demselben zufrieden sein könne. biet« ��"Ksvorschläge seien wohl angebracht. Aber ein Tage. fr fffii i man. haben.— Herr Kun ert nimmt das Wort. »abe. K�-di? Ursache der heutigen Versammlung liegt sehr luden k'V emfach der Heydrich'schen Versammlung zu irrrn �o babe das Wort genoinmen, weil er direkt von uik herausgefordert worden fei und nimmt Bezug des m? Vorwurf bezüglich seiner Thätigkeit als Korrektor ro�er Volksblatl". Es sei ihm auch diese Arbeit in 'btti? Beziehung erschwert worden. Es sei nicht gelungen, l«,., Ehre abzuschneiden. Glänzend unterlegen seien «uin!. t che'hn hätten todtmachen wollen. Doch nach üoer N>» �nt geschadet. Mit Gewalt gegen daS„Ber- « obzÄ n.?"" vorzugehen, sei falsch und Diejenigen, welche aw.!, x*' hotten einen großen Fehler gemacht, den sie wieder «»!«?. m büßten. Das Geschäft könne gar wohl die be- Hon«Tk nls�tnäßigung tragen, ja es würde aufblühen, weil teir? Abonnenten habe. Auch die Beseitigung der Redak- « ib« r abzulehnen. Er giebt die Versicherung ab. daß SofiSi tmt liegt, sich in eine Stellung zu drängen. Aller �'Ncheinlichkeit nach werde er nach Breslau übersiedeln. Er iL alsdann auf die seiner Meinung nach falschen Berichte . oie beiden ihn betreffenden Versammlungen des r sprechen. Er kritifirt des Längeren ien der„Volks-Zeitung'", vor deren Abonne- Er schließt mit den Worten: lohenden »u ™«rnoen zu sprechen. ber„Volks. .P/iir*1 lebhaft warnt. Er schließt mit den Worten: beben?' uns daS Gefühl der Brüderlichkeit pflegen und r'e' daß ein Schlag, gleichviel ob gegen Kunert, »it m x r Müller geführt, auch Sie tnfft. Sorgen Sie, daß »ir;?(!. r der Schrecken unserer Feinde werden, deren Gespött � A gewesen!"(Donnernder Beifall!)— Herr Hein» "öHio x ön seinem Schlußwort aus, daß die Versammlung eNidrfirj-N Zweck entsprochen habe. Er betont noch einmal berui? daß die Versammlung nicht zu dem Zwecke ein- brina«! worden, freireligiöse Angelegenheiten zum Austrag zu r�ahwe"*" � gelangt darauf folgende Resolution zur „Die Versammlung spricht den Redakteuren des „Berliner Volksblatt" ihren Tadel aus, da deren Ver- halten mit den Prinzipien der Sozialdemokratie nicht vereinbar ist. Sie beschließt, bei dem Verleger deffelben dahin zu wirken, daß vom 1. Oktober ab das Blatt monatlich für 1 M. gegeben wird und verspricht, ---"""" 1'----- w.. III,....» �----...„ "ti .verr Werner hatte vorher oresetve, ais nicyi yer ge- ' und nicht genügend diskutirt, übrigens eine Person Im send, lebhaft bekämpft. rk einem dreifachen brausenden Hoch aus die intemationale iwldemokratie schloß daraus die Versammlung. haben den Bericht, so wie er uns von unserem Mchterstatter zuging, veröffentlicht. Wir lassen uns im j'«reffe unserer Partei an dieser Stelle weder auf eine Kritik . gegnerischen Reden noch der Personen ein, wollen aber betonen, daß wir uns im Parteiintereffe für verpflichtet 'en, jener Versammlung fernzubleiben. Die Redaktion. V»r»Inio»ng d»r Maurer Kerlin« und Umgegend. �lilglieder venammluiig am Sonnlag, dm 8, Seplcmber, Vormillogi tn Scheffcr'g Salon, Jnselftrazc 10, Taaciordnung: I, Vortrag über Z»°>onoinische Lage der Arbeiter", Referent: Herr Wernau, 2, Dldkuffion, «e�lcht der Revisoren, 4, Verschiedenes,— Neue Villglieder werden ausac> Ss», Um zahlreiche! Erscheinen ersucht der Vorstand, Polk»-P»rrammlung tu Kri«drtch«Iiagrn am Eonntag, - s,Eeo lein der. Vormittag! iv� Uhr, im Restaurant de! Herrn Eonrad, ftrahe Tagesordnung: l. Die sozialresormatorischen Bestrebungen der irt, Referent Herr Wilhelm Werner, 2, Die Lokalsrage, 2, Dt!- »iil!'brl»urfus der Kerliner Arbeiter!«r«rfte» Ailf« bei Un- ell��/nUen. Wontag. den S, Emlernder. AdendS 8j Uhr, bei Feuerliein. bl-Mobstr. 75, Tagesordnung: Vortrag de! prall, ilrzt Dr, Bernllein über W;t Verschieden-!. Aufnahme neuer Witgliedcr, Gilfte und Damen �Zutritt, iizi�f'ammlung der Ztmmerleut»..Kerli» West" lVcrband deutscher !dn,..Ueute> deS früheren LolalvcrbandeS Berlin W am Montag, den S, d, M,. Ti' 8 Udr, StcglUnftC. 28 in Sänger! Lokal, »7»Uhr, Ettgligeistr, 28 in Sanges_______ .»»rr.n0*» olfentliche Uerlammlung der yergolder und Fachge- Vtrl,.?°? Montag den 9, September, Abends 8 Uhr. in Scheffel» Salon. ieSordnung: l, Bericht der Strcikkommifffon über die gestellten _.-fercnt Herr Behrend, 2, DiSlusflon, S, Verschiedenes .»»rein der«ap»,i»r»r. Montag, den S, September. Abend! '"«n i niS'ffW« ifJoii Sc* �olobstr, 75, Versammlung, Zage!o> dnung: l. Vortrag mit Dt!. fifferü,,.r:»Die Darwinffchc Lehre von der Sbitammung ded Menschen', . ffrr�.b*" Lösche, 2, Gewerkschaftliches, 3. Abrechnung vom Sommerfefl, 0«! aMfangeleoenbeiten, Aufnahme neuer Mitglieder, Gaste haben jutiilt. . �wungdfest findet am 13, Oktober bel Hegdrich, Beuthstr, 20, statt. fbenl» /??«nlung der Zaririrer lgiliale IV, am Montag, den 9, Septbr,, , bie lv.?br, in Reiher s bleftaurant. Alte Iakobstrahe 85, Tagesordnung: Zerr g?:ffwtiung der Arbeiloreit und deren Wirkung auf die Arbeiler, Res, S'ilLi1,-" r�eüoer, 2. DiSkuffion, 3. VorftandSwahl, 4. Verschiedene! Der Js'larntni 1 Tagesordnung wegen ist e« Pfflcht eine! jeden Kollegen in dieser "„imen'10 iu cr't'lt'ntn' 8!eue Mitglieder werden ausgmommen, Gaste Sfe'"'" siimmtiichrr an Kol,b»arbritungs Ulaschinen b». »eird»?!*?? Ard»it»r. ilttilgticderoersammlung am Montag., den 9 Septbr,, »ti Uhr, in Sliger'ö Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1, Vortrag, 2 VerlchiedmeS, 3, Fragekastm, Gilfte wilrkommm. Neue Mitglieder werden ausgenommen. Um zablicichcS Erscheinen wird ersucht,— Sonnabend, den 14, September■ Mitglitderversammlung mit Damen, Bortrag de! Herrn Eanitz über:„Der Magen, fein, Erkrankung und naturgemäße Pflege und Heilung," — Nachdem: Tanzkrrinzchen Mitgliedsbuch lcgitimirt, Fach»»r»i« d»r gprmtr und K»r»s«g»noks»n. Versammlung am Montag, den 9, September, Abend! Sfj Ubr, in DeigmüilcL! Salon, Alte Iakoh- straffe 48», Tagesordnung: 1, Bericht über den Arbeit!nachwei! im Süden, 2, Wahl einer ArbeitSnachweiS-Kommifffon, 8, Verschiedenes und Kragekasten, Ausnahme neuer Mitglieder Der iprrvin>ur Maffrnng hn Znteress»» sämmtlich»? zaririr»? hält am Montag Abend 8X llbr Blunienftraße 78, Eike Aleranderstraffe, eine Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1, Vortrag über Uniall im Gewerbe, ui:d auf welche Weise können sich die Arbeiter dagegen schüden, 2, Bericht über den Arbeitsnachweis, 3, Ausnahme neuer Mitglieder 4 Ver. schiedtnes, Zahlreiche! und pünktlichrs Erscheinen ist der Wichtigkeit halder höchst nolbwendig, S«>>iald«,»okr>»tisch»v Wahlnerein für d»n fünft»» Herl in er p,lch»tagsn>astlkrri» Versammlung am Montag, beir9, d,. Abend» 9 Uhr, bei Zemter, Münzstraffe II, Tagesordnung: Der Börsenschwindcl, Referent: Herr E Baake DiSkusston, Verschiedenes, Fragekaften, Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen, Lacher»r»in der z»d»rarb»it»r. Montag, Abend! 8X Uhr, Oranien. straffe 180, Veriamnilung, Tagesordnung: RechtSichußreglement,„Zweck und Ziele der Arbeiterorganisationen," Referent Herr Werner, Vertrauensmänner. frage. Verschiedenes und Kragelaften, Gäste willkommen, z>»r W»r»in Krrliner Ka«»dir»rr hält am Montag, den 9, d, MtS. AbcndS 9 Uhr, Neue Giünftraffc 28 eine außerordentliche Gcneralvei sammlung ab, Tagesordnung flehe Inserat, z>cr«in ,nr Mahrung d«r Znteress»» d»r Kchnhmachrr und ver. wandten BerusScmoffen, Versammlung am Montag, den 9, September, Abend» 8 Uhr, in EahmS Klubhan!, Annenstraffe 18. Tagesordnung: Diewirthschast. lichc Umwälzung der sranzöflschen Revolution, Referent: Herr Juliu» Türk, Erscheinen aller Kollegen ist unbedingt nolhivendig, dleffintliche Hchn»id»rr>»rfamn>lung am.Dienfiag, den Ig, September, in Gralweil'! Bierdallen, Kommandantenftr, 77-79 Tagesordnung: Wie ver- sichert sich der Arbeiter am Besten in Krankheitsfällen, vrojj» öffentlich« Platterinnen P-rfammlung am Dienstag, den 19, September, Abend! 8!d Uhr, im Lokal deS Herrn Uebel. früher Renz, Raungnstraße 27. TaoeSordnung: I, Die Verhältniffe der Plättcrinnenbrancke, besonders die Verhöltnifle der ffabrik der Gebr. BösaS, Kommandantenftr, 18, Reiercntin: Frau Gubela, 2, Diskussion, 3 Verschiedene!, Herren sowie Damen au« allen VenisSzweigcn haben Zutritt, Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung, Um recht zablreiche» Erscheinen bittet die Einhcruscrin Frau Scherzer, Neucnburgerstr, 17», «Srolß» Perfammlung d»a Perein» ber Pähmafchinen- und Handarbeiterinnen Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 11, September, in Scheffer'« Salon, Jnlelftr, 19, Abend» 8jj llhr, TageSord- nung: 1, Ist die Organisation der Arbeiterinnen nothwendig? Referent Herr Zuheil, 2, Besprechung der Näb> und Vlättftubcnarbeit, 8, Diskussion, 4, Aus. nähme neuer Mitglieder, 5, Verschiedenes Herren sowie Damen au« allen BcrusSzwcigcn haben Zutritt, Zur Deckung der Unkosten Tcllerfammlung, Zentral-Kranken- und Sterbekass» der Sifchler und anderer ge- werblicher Arbeiter lHamburg), Oertliche Berwaltungtstelle Berlin A. Mill. woch, den 11, September, Abend» 8si Uhr, Mitgliederversammlung im„Süd- Ost", Waldemarftr, 75, Tagetordmmg: 1 Wahl de! Vorstände» und der Bei- tragSsammlcr der Verwaltungsstellen Berlin A und H. 2. Wahl der Acrzte, Mitgliedsbuch legitimirt. Jedes Mitglied ist verpflichtet, in dieser Versammlung zu erscheinen Lach»»rein der papierardriterinne» und»«r»>. K«r«f»g»n. Am Mittwoch, den II, September, AdendS 8 Uhr. Eabm'S Lokal,»nnenstr, 16. Tagesordnung; I Vortrag de! Herrn Schrisisteller Wilh, Bölsche, über„DaS Unsittliche in der Literatur, 2 Diskussion, 3, Verschiedene! und Fragekaftcn, Gäste, Damen und Herren haben Zutritt, «roll« Perfammlung alier Schneider Kerlin» am Donnerstag, den 12, Septemher, Abends 8X Uhr, in Jordan! Salon, Neue Grünstraße 28, Hierzu werden alle Schneider ohne SuSnadnie ob Zivil- und Militärschneider, Maaß- oder ÄonfeklionS. und der Militär» und Beamten-LteserungSbranche, Gamaschenarbeiter u s, w, dringend eingeladen, AlleS nähere Dienstag in diesem «»fang-, Kur«- und gefeUig« Perrin»»tr. am Montag: Gesang- verein„Unverzagt" AbcndS 8jl Uhr im Restaurant Goering, Kopnickerstraße Nr, 127»,- Gesangverein„Sängerlust" Abend« 9 llhr im Restaurant, Land!- bergerftraße 89,— Männergelangverein„Weiße Rose" AbendS 9 llhr im Restaurant Kleine, GerichtSstraßc 10,- Männcrgeiangverein.Eintracht I" Abends 9 Uhr Köpnickerstraße 88, im Restaurant,— Männcrgesangvcrein„Alte Linde" Abends von 8 bis 19 llhr Mariannenstraffe 31-32,— Gesangverein „Echo 1872" AbendS 9 llhr Oranienftraße 199,—„Deutsche Liedertafel" Abend! 9 Uhr. Oranienftraße 199,— Gesangverein„Myrthenblätter" UebungSstunde Alte Tchönhauscrstraße 42 bei Vtalzahn,- Turnverein„Hasen Haide"«Sehr. lingSabtheilungj Abend» 8 llhr Dieffenbachstraße 89-81,—„Berliner Turn. gcnoffenfchast<7, LehrlingSabtheilung) AbcndS 8 Uhr in der städtischen Turn- halle, Brißerstr, 17-18;— desgl. 6. Männcrabtheilung Abend» 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstraße 51,— Lübeck'schcr Turnverein(Männer. ahtheilungl AdendS 8 Uhr Elisabcthstraße 57-58,— Verein ehemaliger Schüler der VII, Gemeindcschule AbcndS 9 Udr im Restaurant Poppe, Ltndenslraße 198, —„Friedrichs-Verein"(ehemalige' der Stadt Berlin) Abends 8..... klub Schiller Abend! 8 llhr,,. Berliner Theaterfreunde AbendS 8� Uhr bei Lülow, Admiralstraße 38,— Vergnügungsverein„Zick-Zack" Abends 9 Uhr in Möwe'S GefellschaftShauS, Fichteftraße 29,— Verein„Lustig" AbcndS 9 Uhr bei Thamm, Schönhauser Allee 28,— Verein„Rattbor" AbendS 8X Uhr im Königstadt-Kaflno, Holz- markistraße 72,— ArcndS'scher Stcnographenveretn„Apollobund" AbendS 8h Uhr Thurnistraße 31(Moabit,),— Wiffenschastlicher Verein für Roller'sch: Stenographie Abend» 8H Uhr im Münchener BräuhauS, Neue FriedrichSstraß: Nr, I, Unterrlcht«. und UebungSstunde,— Rauchklub„Nordstern" in Eusatt! Lokal Franksurter Allee 174, Friedrichsberg,— Rauchklub„Hellblau" Abend! H9 Uhr Skalißerstraße 143,— Verein ehemaliger Schüler der 42, Gemeinde. schule Abend» 9 Uhr bei Kloth, DrcSdenerstraße 19, gefährdet, da der Wind nach der Stadt»u weht. Die gericht- liche Untersuchung zur Ermittelung der Entstehung der Kata- strophe ist eingeleitet. Dundee, 7. September. Der Kongreß der Gewerkvereiue hat heute Vormittag seine Sitzungen beendigt und eine Resolution angenommen, welche die Herbeiführung eines internatw- nalen Kongresses der Gewerkvereine behufs Herstellung einer regelmäßigen Verbindung zwischen den Arbeitern Groß- britanniens und den Arbeitern des Kontinents empfiehlt und das geschäftsleitende Komitee auffordert, einen Plan zur Herbei- führung einer solchen Föderation der Gewerkvereine zu ent- werfen. Londo«, Sonnabend, 7. September. Die Direktoren der Dockgesellschaften nehmen die vom Lordmayor infolge der gestrigen Konferenz in Mansion-House vorgeschlagenen Be- dingilngen an, nämlich die Erhöhung deS Arbeitslohnes auf 6 Pence die Stunde vom 1. Januar 18S0 ab; bis zu diesem Tage sollen die Arbeiter 5 Pence erhalten. Die Arbeiter aller evr-A 1— v---''---'----" rw... ns* r'**"'Vv**vv v»v**V4v*t« IV W Ul i UUKC Art Zn den Docks und an den Ufern des FluffeS sollen Montag aufnehmen und sich verpflichten, denjenigen l. X V j___:*.•.r. i r r• rr. w../ 0 dre Arbeit wieder utnjcnigcn Arbeitern, welche sich dem Streik nicht angeschloffen hatten, gut zu begegnen. BurnS und Tillet nehmen diese Bedingungen an, verlangen jedoch, die Direktoren sollen sich verpflichten, die Streikanhänger nichts entgelten zu lassen. Damit erscheint der Streik beendet. New-Uark, 7. September. Aus Honolulu'wird hierher gemeldet: Das zum englischen Pacific-Geschwader gehölige Kriegsschiff„Espiegle" hat die zur Manihikcgruppe gchörigtn Inseln Humphrcy und Reirson für England annekti-t und ist nach Eiledigung dieser Mission am 28. v. MtS. nach Honolulu zurückgekehrt. DoprsUion. (ytalir* Tetegraphe»-K«rea«.) Turin, 7. September. Infolge mehrfacher Besprechungen bei dem Devutirten Trompeo in Biella ist der Streik der Tuch- macher im Strona- Thal friedlich beigelegt worden. 3 Bescheini- gung'vorlegen. Erst nach zehn Monaten seit dem Tod« des ersten Mannes kann sie sich wieder verheirathcn, doch kann das Amtsgericht Dispens ertheilen. 4. Die Zeugen bei der Eheschließung müssen 21 Jahre alt sein. 5. Allgemeine Wehr- pflicht besteht in England und Holland nicht. 6. Unvel- ständlich. ? 1. Wer mehr als eine Arbeiterin und ein Lehrmädchen be- schäftigt, muß Gewerbesteuer zahlen. Der Anfang des Ge- werbebetriebeS muß aber unter allen Umständen dem Magistrate angezeigt werden. 2. Auf Empfehlung bestimmter Kranken- kassen lassen wir uns grundsätzlich nicht ein. 3. Eine solche Broschüre hat unserer Zeitung nicht beigelegen. ©.|t. Drunnenstraße. Die Polizei kann für die Be- förderung und Aufbewahrung der Leiche eines Verunglückten die gehabten Auslagen von dessen Erben eisctzt verlangen. Diese beziehen dafür von der Berufsgenossenschaft ein�Pauschquanwnr für Beerdigungskosten. Freunden und Bekannten die traurige wicht, daß mein lieber Mann, der Maurer »!li- � Hepmann Keil,[1421 �ob t �*ptember bei seiner Arbeit plötzlich den lsg J9nd- Die Beerdigung findet heute. Sonn- � n j" 8. September. Nachmittags 5 Uhr, von ��enhalle des Neuen Jakooikirchhofes in � �es ßeigt tiefbetrllbt an W»ve. steil nebst Eltern u. ' Krambinderei i« Meyer. Lanststerplal» 16.[1307 . J. Meyer, Laustberplatz 16.[1307 9li?Va8Schleifen mit Malerei von I M. an. tz�anden von 15 Pf. an. Große Auswahl Jede Uhr zu repariren und reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens nur 1 Mb. 50 Mg. . n»' Reparaturen billiger. Lager aller Arten li9oi uhren. verkauf zu Aabrtkbretfen. ' E. Rothert, Uhrmacher. 1. Geschäft. 2. Geschäft: 'Anbrrasstr. 6S. Chausseestr. 78. zseicyaii:. w. Borta, Schneidermeister, Sfirtr �.lflcherftrofje 30, 1 Treppe, tln �ch zur Anfertigung[1420 '�Kanter Herren-Garderobe« m.. zu soliden Preisen. inr auf Erfahrung und Fachkenntnisse bin �age, ein cleg. 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Vortrag des Herrn Wieoemann über:„Die Lage der Tischler Berlins". 2. DiSkussti lion. 3. Verschiedenes. 4. Die Werkstellenverhältnisse des Nordens. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. «. Mertens. Allgem. Metallarbeiterverein Berlins u. Umgeg. Große öffentliche Versammlung am Dienstag, den 10. September, Abends 8 Uhr, im Lokale„SOd-Ost", Waldemarstraße Nr. 75. Tages-Ordnung: 1. Ter Niedergang des Kleingewerbes. Referent: Herr Th.«locke. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. Srosss öffentl. Versammlung d. Steindrucker«.Wlsographen Kerlius am Dienstag, de» 10. Sept., Abends 8'>2 Uür, im ,,SvKwv»!rsn-- Laoten"(Am Königs- Thor). TageS-Ordnung: 1. Bericht der Lohnkommission. 2. Wie stellen sich die Kollegen zu einem Kongreß? 3. Welch- Stellung nehmen die Kollegen zu dem am 15. April gefaßten Beschluß? 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Ein Säulenanschlag findet nicht statt. 11402 _ Um recht zahlreichen Besuch bittet_ Per Einberufer._ (Filiale I- ilralatj. d. MWn Maler, Mirer, Mreilher a. a. Serasaz.-«»>. Monats» Versammlung m Sitajtoj, de» 10.6tjt., Md. 9 Uhr, i» de«„zejlsälea", Vmieistr.M TageS-Ordnung: 1. Stellungnahme der Verernigung zur Generalversammlung zu Bremen im Januar. Filialangelegenheiren. 3. Verschiedenes.— Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eine« jeden MrtgliedeS, zu erscheinen._ s 1405s_ Per Vorstand. Verein zur Wahrung der materiellen Interessen der Steintrögrr nnd verw. Berussgen. Berlins. So«nai»end, de« Äl. Sept., im Clyftum, Landsberger Allee 39141 IV. Stiftungs-Fest. Bidets für Herren 5« Vf., Damen 3« Pf., sind bei folgenden Herren zu haben: £». knobet, Dennewitzstr. 17: W. K-rften, Swinemünderstr. 140; I. Heckmann. Oranienstr. 164; W. Wernau, Swinemünderstr. 7; ö. Grimm, Wasserthorstr. 20; H. Aurchner. Georgenkirchstr. 36. A. Mahron. Pücklerstr. 13; St. kandale, Andreasstr. 71; ist. Putsch, Oppelnerstr. 24. Fach verein der Tischler. Mitglieder- Nersammlttvg Kr be« Westen«.Halleslhes Thorbezirk am Dienstag, den 10. September, Abends «fc Uhr, im Saale des Herrn Rennefahrt, Dennewitzstr. 13. Tagesor dnung: I. Welche Vorthelle bietet uns eine Verkürzung der Arbeitszeit. 2. Diskussion. 3. VereinSangelegenheit und Verschiedenes. Mitglieder werden aufgenommen. Kollegen als Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Er- 'cheinen ersucht UOSZ Der Bevollmächtigte. Wmck der Lederirdeittt. Zentral-Kranken- u. Kterbekaffe der Tischler«. s. m. INerttiche NerwaltnngosteUe Kerlin A.) Mittwoch, den 11. September, Abends Uhr: Ntitglieder-Vers ammlung Montag, den 9. September, Abends 8t Uhr, Oranienstr. 180. Tages-Ordnung: 1. Rechtsschutzreglement. 2. Zweck und Ziele der Arbeiterorganisationen. Referent: Herr Buchdrucker Werner. 3. Die Vertrauensmänner� frage. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Auf. nähme neuer Mitglieder. Gäste willkommen Herr Werner wird in der Versammlung bestimmt erscheinen. Zu zahlreichem Besuch ladet ein 1411 Der Vor st and. MitglitdMerslimliiyg in „Süd Ost", Waldemarstr. 75. Tagesordnung: "L Wahl des Vorstandes und der Beitrag- sammler der Verwaltungsstellen Berlin A und Berlin H. 2. Wahl der Aerzte. Mitgliedsbuch legilimirt. Jedes Mitglied ist verflicht« t, m dieser Versammlung zu erscheinen. 14121 Die Ortsverwaltung. Fachv. der Schloffer und Berufsgenossen. Versammlung Montag, den 9. September, Abends 8 t Uhr, in Hehdrich'S Salon, Beuthstraße 22. Tages ordnuna: 1. Vortrag des Herrn Gerisch üoer: Soldaten- Handel de« Mittelalters. Diskussion. 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrich- w-g der Beiträge..... 3. Wahl eine« VergnugungSkomitee s. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 1404 Der Vorstand. Uerein der Sattler und Kachgenoffen Berlins. Uersammlung am Dienstag, den 10. September, Abends 8fc Uhr in Teigmüll er's Salon, Alte Jakobs- straße 48a. Tages-Ord n u n�g: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Vortrag des Kollegen Büttner über:„Ist der Mensch gött- lichen Ursprungs oder nicht?" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste will- kommen. Um recht»ahlreichen Besuch bittet 1408 Per Vorstand. (OeffentHche Uersammlung her Aschler»Iii KeriisSpop Friedrichbergs und Umgegend am Dienstag, den 10. September, Abends 8 Uhr im»Neuftadter Volksgarten»" Proskauer- straße 3/4— Frankfurter Allee. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn E. Schade. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet 14171_ DerZVtuberuser. Plüschg., Trüm., Vertikow, Kleidersp., Bettst.,Büchersp., Auszieht., Divan, Paneels., � Büffet, Teppiche jc. z. schl. Ausverkauf Oranienburgerst? M, pari. vocXrs Anhaltische Bauschule Zerbst W5nNo8Är Bauhnndwerker, Steimuetzen, Bau- und Möbeltischler etc� sowie Fachschule für Fiisenbahn-, Btra�e�" t1jä| W»H»f»rbHnt*»ehmk�r. Sraatl. Heifeprüfung'. Bill. u. andren. Aafonth. Kostenfr. Ausk. d. die Direktion� h 21 Die seit 1877 bestehende, weltbekannte Uhrenfalsi*ik voei MSax Bus»® 157 Invalidensteasse i57f neben der Markthalle, verkauft jetxt sämmtliche Uhren tu bedeutend herabgesetzte Grosse Abschlüsse derselben Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet viiuaoc-----------.. Pfonheimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Finna Verkauf von Gold-i Silber-, Granaten- und Korallensraaren zu fabelhaft billigen Preisen. Specialitäti Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsachen werden aui das Gewiss hafteste ausgeführt, [47 Model-, Spiegel- und Polsterwaaren- Magazill von «hüliul Apelt, Sebastianstraße 27- Reellr Maare, prompte Kedienung. -28. Reriin S. A. Schulz, Berlin S. Skr S». Wassertborstraße Nr. S». MWel- M«l Polstemaarm Fabrik. Gediegene Arbeit. Zeitgemäße preise. Conlaute Zahlungsbeding«»� lv«, ist Zloß-Gaöak. 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Bureau und Stellennachweis: Kraufe-�H Aufn. neuer Mitglieder. Fernspr.-Amt�>� Allgemeiner Metallarbr� Uerein Kerlins u. UK k>ie AuSaabe ber Btblintbek Nndet Die Ausgabe der Bibliothek findet und Donnerstag, Abends von 8' Reanderstrohe 5. statt. 7981 Di- Kiblioth-lt».K-mm»A� "scheint täal Hans v i�s. Eon tipedition: das A Der Te "vch imr T�llreichsl p unschwe Jntere .ßefüg wird bi � Hurrah- � Frageti � wird a M>listeng 'ch"dkn las g vo ..�.digkeit � k u» g ?wrdert w> ?t hat. » Die R �hllermin Ordnen; � nehm. !???»,. �«ebrua Di« ich -«sl zu. © �Wrr gewäk :,!ri llebrige �iode kon Jen wö z. Das 1 ? iwar ni ?.°«ell-Reic Zellen S ..Die£ «Aiiiereite Rüther t p. 1887 I ?chreSbild .che Har "ung »ah'55 c nur 2£ Uvn-llibe Kerem Kerliner Hausdiener. Montag den 9. September, Abends 9 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Griinstraße 28: AWrordeull. GeneralmsmullW. Tagesordnung: 1. Erledigung eingegangener Unterstützunas- Sesuche. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Er- idigung eingegangener Anträge:») Antrag auf Remuneration der Vorstandsmitglieder; b) Antrag auf Veränderung des Stellennachweises. c) Antrag, betr. Gründung eines Fachblattes. 4. Ausgaste der Billets für Mitglieder und Gäste zu dem am 22. Septbr. in der»Philharmonie" stattfindenden Stiftungsfest. 11403 Fach verein der Posamentiere «nd Kernfsgenoffen. UMP Versammlung"MM Montag, den 9. September, Abends 81 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Ta Der Unter- agesordnung: 1. Vortrag des Herrn Th. Glocke gang des Kleinhandwerks. 2. Fachverein betreffend. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Alle Kollegen find hierzu dringend eingeladen. Gäste willkommen. 14511 Ter vorftaub. Achtung 1 UtttirV. Achtung I Das Stiftungsfest der Allgemeinen Stuhl- arbeiter- Vereinigung findet nicht am 14. Septbr. i Pastrr, Neue Königstr. bei Pastrr, Neue Königstr. 7, statt, sondern am 21. September im Böhmische« Brauhause, Landsberger Allee 11—13. Die Billets vom 14. September haben Giltigkeit. 14191 Das BergnügungskomitS. .Jen bei 2? 1887 * Schreck! in allen Preislagen ...7 empfiehlt W.Lindenstädt 1297 So o Fremd Landsbergexstr. �,11 Brunnellßr. 134.' Mi*« M 1$ geben Domcke'S-K erzeugende Lampe" j Putzer, «as- und Wafferrohrlege� f 9 St u r m b re n»- Arbeilen im F�i Arbeiten im ckrs' Gasäth-! billigs: Emil Dornest®� Krunncnftr., " d. Invalide?� dicht b. agd Anzüge von 20—30 M., Knaben-Anzüge von 5� f 1323] Klimmt, RelNickendorferst� verantwortlicher Redakteur: U. Trsuhei» w Berlin. Druck und Verlag»on Ms» Mabing w Berlin SV., Beuchstraße i. ™li«>6en Die 3 chilagene üjabinb, &.!<< «rau Slb n �"niß die M �itfache � in 1