f dm ttdar« Mak' «ine» bepab ltbni» li-r gt- hworze -ecken. rendw !okii-in nbaskw «I de- � Glai' lc oba ladt zu uf dem Häuser par nck ne und nherge- zusende lldeten: S Me, i Stück , etme� andern Nr. A S e»» Mittwoch, den 11. September 1889. 6. Jahrg. MinerNblilotl. Krgan für die Jntereffen der Arbeiter. Englernv. � Aus London geht uns von geschätzter Hand eine inter- Äorresondenz über englische Zustände zu, die es wohl r*wtnt, an hervorragender Stelle veröffentlicht zu werden. '-'e lautet: -j, Tic streikenden Dockarbeiter bilden den Mittelpunkt der Etlichen Diskussion; das über jedes Lob erhabene ruhige würdige Verhalten derselben und die sich täglich immer � verbreitende Kenntnih des Elends, welches sie bisher JWdnl mußten, haben ihnen die Sympathie weiter Kreise welche in der Presse, in Geldsammlungen, in Ver- . /�»'ngen und in dem Bestreben die Dockgesellschaften �Erfüllung der Forderungen zu veranlassen, zum Aus- 4ck kommt. . Der Streik steht augenblicklich günstig für die Arbeiter, j/jwdj die Dockgesellschaft noch immer glaubt, dem Ausstand �ch Aushungerung der Arbeiter siegreich für sich beenden zu Den kapitalistischen Interessen der Direktoren der s�ugesellschaft stehen jedoch die ebenfalls materiellen In- -�nsen der Rheder, Schiffseigenthümer und der großen tzxren Güter der Gefahr des Verderbens ausgesetzt .?*' gegenüber, und so kommt es, daß ein großer Theil -vicressenten die bescheidenen Forderungen der ausständigen Leiter erfüllt hat, und daß die Arbeit in den Docks theil- �st aufgenommen ist. Durch dieses Vorgehen wird, da die Zahl der die Be- �Angen der Arbeiter erfüllenden Unternehmer täglich , die Dockgesellschaft ebenfalls zur Nachgiebigkeit qe- »11».�... �». n--- c— uf-t.;.™ jT'VU, Die Zvoagezeuicyasr eoensaus zur Drulygievigren ge- Sgen werden, und dieser Kampf, welcher den Arbeitern die rücksichtsloseste Ausbeutung aufgedrungen wurde, sichtlich mit dem Siege des Proletanats enden. SDie Abficht der dem Kapitalismus dienstbaren Direk- , durch Hunger den Widerstand der Arbeiter zu brechen, scheitern, dafür sorgt vor Allem das Solidaritätsgefühl, ?? dem die englischen Arbeiter aller Gewerke und Branchen be- P* sind und welches in reichen Spenden zu» Unterstützung der Nternde» Dockarbeiter seine Bethätigung findet. Ein in die Beitragslisten zeigt, wie kräftig und nachhaltig ? Arbeiter ihre im Kampfe mit dem Kapitalismus stehen- Genossen unterstützen, und daß Alles aufgeboten wird, � der geradezu verbrecherischen Ausbeutung menschlicher �dritskraft in den Docks ein Ende zu machen. : Man muß die Aufzüge der streikenden Dockarbeiter, die Gumpen gehüllten Jünglinge, Männer und Greise, die Hunger und Elend stumpf gewordenen Gesichter der- ,'dea gxsxhen haben, um zu begreifen, welch ungeheuren -Hechts sich das heutige Wirthschaftssystem an diesen in '�ein Dienste stöhnenden Arbeitern schuldig gemacht hat. -3u Hunderttausend und mehr zieben sie in unheimlicher in dumpfer Ergebung durch oie Straßen der City, �übst an den Häusern, in denen ungezählte Millionen [62 . Feuilleton. tbrad onbottn]_ «in(Baltnnenfift. Stoma«»w3Jl«*t*«36lai .. Wenn sie aber auch Timea versteht, Michael kann sie -scht begreisen. Dieser Mensch bleibt ihr ein Räthsel, mit Jhun lächelndeu Gesicht, schmeichelnden Worten und wohl- Inendem Gemüth. Er ist ein Goldmann, an deni kein Weck zu entdecken. cj. Tünar rief bei Beginn des Frühlings wieder ein Kon- ärztlicher Notabilitäten zusammen, welche er über �viea's Gesundheitszustand befragte. Diesmal wurden ihr jTjßäder von Biarritz empfohlen. Michael begleitete Timea �st dahin, richtete ihr die Wohnung mit größtem Komfort A sorgte dafür, daß sie mit den Toiletten und Equipagen Mffcher Ladys und russischer Fürstinnen rivalisiren 60 e' ließ ein gefülltes Portefeuille in ihren r�den, mit der Bitte, es ja leer zurückzubringen. Auch Ukn Athalie zeigte er sich sehr generös. In die Kurliste ittlrf0 flc Kousine Timea's eintragen, und auch sie mußte -"'weil des Tages die Toilette wechseln, wie Timea. Kann tollen?''"n£ä Familienoberhauptes getreulicher er- > Dann eilte er nicht nach Hause, sondern nach Wien. iif*r Mauste er sich die ganze Einrichtung einer Zimmer-, °ez5. und DrechSler-Werkstatt und ließ dieselbe, in Kisten l�cki,«ach Pancsova dirigiren. »nk CyUn mußte er noch eine List ersinnen, um diese Kisten herrenlose Insel zu schaffen. Er hatte alle Ursache, süchtig zu verfahren. Die Fischer am linken Donau- � welche ihn schon wiederholt in einem Kahn um die bwova-Jnsel fahren und erst nach Monaten zurück- liegen, vorüber an den Magazinen, welche gefüllt sind mit Nahrungsmitteln, mit den Gegenständen, die daS Haus wohn- lich, den Körper widerstandsfähig machen. AuS seinen Höhlen und Winkeln strömt das Prole- tariat zusammen, nicht lärmend, aber in seiner finsteren Ruhe ein um so eindringlicher Vorwurf gegen den solche Zustände ermöglichenden Kapitalismus, ein lebendiger Protest gegen die Wirkungen der herrschenden Produktionsweise. Das„Eastend" marschirt, so tönt der Angstruf auS den Spalten der Bourgeoispresse, so hallt eS hinüber nach dem Westen der Stadt, in dessen goldstrahlenden Palästen Reich- thum und Glanz herrscht, wo man Roth und Elend nur aus den Zeitungen kennt. Jawohl das„Eastend" marschirt, und eS ist zu hoffen, daß sich der Sieg an seine Fahnen heften wird, weil die Forderungen, welche es dieses Mal an den Kapitalismus stellt, so außerordentlich bescheiden sind, daß sowohl die Bourgeoisie, vertreten duröh den Lordmayor, den Geldsäcken auf den Leib rückt und, sei es aus Angst oder in der Er- kenntniß der Nothwendigkeit auf die Erfüllung der Forde- rungcn, welche die Streikenden stellen, drängt. In der Politik ist es jetzt recht still hier- das Parla- ment ist geschlossen und die oberen Zehntauseno erholen sich von den Strapazen der Saison in den Seebädern, um dort neue Kraft für die Redekämpfe der neuen— Sessionen zu sammeln. Der Kampf der Dockarbeiter recht deutlich, wie gleichgiltig Millionen des arbeitenden Volkes Salisbury oder Gladstone das drehen, in einem wie in dem anderen Falle ist die wirtfy schaftliche Ausbeutung der Arbeiter das oberste Prinzip, und wenn die Liberalen das nächste Mal bei den Wahlen siegen, so wird an den wirthschaftlichen Zuständen des JnselreichS und der dadurch erzeugten und stetig fortschreitenden Pro letarisirung der Massen nicht das Geringste geändert. Wie wenig übrigens die Engländer Rücksicht nehmen auf die augenblickliche Politik ihrer Regierung kann man sehen, wenn man die Volksthcater, Sioghallcn u. s. w. be- sucht, und dort die spontanen Gefühlsausbrüche gelegentlich der Vorstellung beobachtet. Bekanntlich ist das offizielle England jetzt ungemein befreundet mit Deutschland, und wenn man der deutschen Kartellpresse, angefangen von der„Nordd. Allg. Ztg." bis zu dem„Verl. Tageblatt" herunter— letzteres Blatt hat trotz seiner„Freisinnigkeit" in Chauvinismus Hervorragen- des geleistet—, glauben wollte, so hat der Besuch des deutschen Kaisers hingereicht, John Bull zu einem glühenden Bewunderer Deutschlands zu machen und ein deutsch-englisches Bündniß sei das heiße Sehnen jedes Engländers. Da sich England im Laufe der Jahrhunderte eine wirk- liche Preß- und Redefreiheit erkämpft hat, so ist es natür- lich, daß ein englisch-deutsches Bündniß in der öffentlichen zeigt wieder einmal es doch für die in England ist, ob Rad der Politik kommen sahen, hatten sich schon lange den Kopf darüber zerbrochen, wer wohl dieser Mann sein möge und warum er sich so viel hier herumtreibe. Als die Kisten in PancSova angelangt waren, ließ er sie auf einen Wagen laden, in das Pappelgehölz am linken Donauufer führen und dort ablagern. Dann rief er die Fischer dahin und sagte ihnen, sie möchten dieselben auf die wüste Insel transportiren. Es seien Waffen darin. Mit diesem Wort war das Geheimniß in die Tiefen des Meeres versenkt. Hinfort konnte er bei Sonnen- und Mondschein ab- und zugehen. Niemand ließ auch nur ein Wort über ihn fallen. Jedermann wußte nun, dies sei ein Agent der serbischen und Montenegriner Freiheitöhelden und von jetzt an hätte keine Folter ein Geständniß über ihn abpressen können. Er galt in ihren Augen für eine ge- beiligte Person. So täuschte er, um sich in Dunkelheit zu üllen, jedermann, mit dem er nur ein Wort wechselte. Die jiischer fuhren die Kisten bei Nacht hinüber und Timar be- gleitete sie. Hier suchten sie, als am besten mit der Oert- lichkeit vertraut, eine Uferstelle aus, wo daS Gesträuch am dichtesten war und trugen die Kisten hinein. Michael wollte !ie bezahlen: sie aber nahmen nicht einen Groschen von ihm, andern drückten ihm nur die Hand: die„Zbogom". Er blieb auf der Insel, die Fischer kehrten zurück. Es war eine schöne Mondnacht; die Nachtigall sang über ihrem Neste. Michael ging das Ufer entlang um den zum Hause führenden Pfad zu finden. Er gerieth auf den Zimmerplatz, wo er im vorigen Herbst seine Arbeit unter- krochen hatte. Die zugehauenen Baumstämme waren sorg- fältig mit Rohrbüscheln zugedeckt, damit ihnen die Nässe des Winters nicht schade. Er näherte sich auf den Fußspitzen der kleinen Behau- ung. Daß er da drinnen kein Gträu,ch vernahm, war ihm ein gutes Zeichen. Daß Almira nicht bellt, hat seinen Grund darin, daß sie drinnen in der Küche übernachtet, und dieS ist wieder ein Zeichen, daß man dafür gesorgt, daß der Diskussion eine hervorragende Rolle spielt, und daß man oft Gelegenheit hat, die Meinung der Engländer über die deutsche Regierung und über den„Erbfeind" Deutschlands zu hören. Dem Stolze der Engländer auf ihre Armee und Ma- rine muß in öffentlichen Vorstellungen Rechnung getragen werden und jeder Theaterdirektor kann sicher sein ein gutes „Geschäft" zu machen, wenn er die„Rothröcke" unv die „Blaujacken" recht reichlich über die Bühne marschiren läßt. Bei einer solchen Vorstellung nun, werden auch die Armeen der übrigen europäischen Mächte dem Publikum vor- geführt und zwar huldigt England— natürlich nur auf der Bühne— den Fahnen der übrigen Staaten. Da werden nun in bunter Reihe die Fahnen Rußlands, Italiens, Oesterreichs herumgetragen; alle erringen einen Achtungs- erfolg seitens des'Publikums, d. h. man kümmert sich nicht viel darum.— Dann erscheint unter den Klängen der„Wacht am Rhein" die deutsche Fahne; ein schwacher Versuch, dieselbe zu begrüßen— sofort unterdrückt durch eine lebhafte Oppo- sition, welche uns mit einem Schlage besser über die wahre Stimmung des englischen Volkes in Bezug auf Deutschland und dessen politische Leiter unterrichtete, als Dutzende von langathmigen Leitartikeln der englischen offiziellen und offiziösen Presse. Welch' ftenetischer Jubel schallte aber der französischen Trikolore entgegen: immer wieder und wieder wurde die Fahne verlangt und stets gleich freudig akklamirt; da wurde nicht auf der Bühne gespielt, nein, da sprach das im Theater befindliche Volk, und wir mußten uns fragen, warum kann Deutschland nur gefürchtet und nicht geliebt sein? DaS Eine aber wissen wir seit jener Stunde; hat Deutschland einen Bund mit England geschlossen, so ist's ein Bund der politischen Nothwendigkeit; ein Bund von Volk zu Volk ist es vorläufig leider noch nicht; dazu ge- fallen den Engländern unsere politischen Institutionen doch wohl zu wenig. k»c MMthh du MridgMu it der Mch. Die Regierungen sämnitlicher Kantone sind durch Gesetz verpflichtet, alljährlich dem BundeSrathc Bericht»u erstatten über die Durchführung des FabrikgesetzcS. Der Bundesrath seinerseits stellt diese Berickte zusammen und veröffentlicht sie. Der Bericht umfaßt zwei Jahre, 1887 und 1888, und giebt uns auf 132 Seiten genauen Ausschluß über die Handhabung des Gesetzes in den Kantonen, über Zuwiderhandlungen gegen dasselbe, und über die Unfälle, welche in der Berichtsperiode vorgekommen sind. Fast überall hat sich die Zahl der dem Fabrikgesetze unterstellten Etablissements bedeutend vermehrt Hund das schlafende Kind bei Nacht nicht wecke. Folglich sind alle am Leben und gesund in diesem Hause. Wie soll er ihnen seine Ankunft bekannt geben? Wie sollte er sie überraschen? Er stellte sich vor das kleine niedrige Fenster, das halb verdeckt war von den sich hinauf- rankenden Rosenzweigen und fing das bekannte Schlummerliedchen zu singen an: „Nicht geh' ich für ein Königsschloß, Mein Kind, Dein Hüttchen klein." Er hatte sich nicht verrechnet, eine Minute darauf wurde daS kleine Fenster geöffnet, zu dem Noemi mit freudestrahlen- dem glücklichen Gesicht herausschaute.„Mein Michael!" stammelte die Arme. „Ja, Dein Michael!" flüsterte er, ihr zum Fenster hinauSgestreckteS theures Haupt mit beiden Händen um- fangend.„Und Dodi?"„Der schläft."„Stille, daß wir ihn nicht wecken." Und nun flüsterten die Lippen nur noch, was sie einander zu sagen hatten.„So komm doch herein." „Er könnte wach werden und dann weinen." „O, er ist kein schreiendes Kind mehr. Denke nur, er ist schon über ein Jahr alt." „Wie, schon ein ganzes Jahr? Da ist er ja schon ein großer Mensch.". �. m „Er kann auch bereits Deinen Namen aussprechen." „Wie, er spricht schon?" „Er lernt auch schon gehen." „So läuft vr also schon?" „Er ißt auch schon alles." „Nicht möglich! DaS wäre noch zu früh." „Was verstehst Du davon! Wenn Du ihn sehen würdest!" „Schiebe den Vorhang weg, damit der Mond ihn be- cheint und ich ihn sehen kann." „Nein, das geht, nicht, wenn der Mond ein schlafendes Kind bescheint, wird es krank." und zwar infolge der Erweiterung des Gesetzes betreffend die Haftpflicht. Damit geht auch eine Vermehrung der Unfälle Hand in Hand. Uebertretungen des Gesetzes, unbefugte Aus« dehnuna der Arbeitszeit, Nachtarbeit, Sonntagsarbeit, uner- laubte Verwendung von Kindern, Frauen oder Wöchnerinnen sind fast überall in größerer oder kleinerer Anzahl vorge- kommen. Hinsichtlich der industriellen Bedeutung steht der Kanton Zürich in erster Linie. Die Zahl der zu Ende 1888 unter dem Gesetze stehenden zürcherischen Etab.issements' betrug 607 Die Einbcziehuna unter das Fabrikgesetz stößt namentlich bei kleineren Werkstätten auf hartnäckigen Widerstand, weil es häufig vorkommt, daß nur zeitweise die� vorgeschriebene Mini- malzahl von Arbeitern beschäftigt wird; auch gehören dazu die sogen. Saifongeschäfte, welche zu gewissen Zeiten es vorziehen, mit weniger Arbeitern die Arbeitszeit zu verlängern, als das Personal entsprechend zu vermehren, um auf diese Weise der Unterstellung unter das Fabrikgefetz zu entgehen. Andere In- Haber von solch' kleinen Geschäften, wenn sie bei der Zahl von mehr als 5 Arbeitern betroffen werden, wollen das Mebr der- selben sofort entlassen, damit daS Fabrikgesetz nicht auf sie an- gewendet werden könne." Bei Untersuchungen über Rekurse gegen Einreihung unter das Gesetz stelle es sich nicht heraus, die vom Rekurrenten gemachten Angaben entweder aus Jrrthum oder auf Unwahrheit beruhen. Der Regierungsrath müsse gestehen, daß viele Gemeindebehörden trotz der so häufig an dieselben entlaffenen KreiSschreiben sich wenig um die Aue- führung deS Fabrikgesetzes bekümmern. Zur Erstellung oder Verbefferuna von Schutzvorrichtungen komme der Regierungsrath selten mehr dazu, Aufträge zu er- theilen. Die Geschäftsinhaber haben eingesehen, daß richiige Schutzvorrichtungen geeignet sind, die Unfälle zu verhüten. Im Kapitel„Unfälle" finden wir in dem Berichte der Berner Re- gierung folgende Bemerkung betr. der Zündholzsabrikation. „Die sanilärischen Zustände der Zündhölzchenfabriken des Kantons waren während der Berichispenode weniger befriedigend als in den Vorjahren, indem sich 3 zum Theil schwere Phosphorkrankheitsfälle zeigten. Als Ursache er- wies sich bei der angehobenen Untersuchung regel- mäßig Richtbeobachtung der gesundheitlichen Vorschriften über die Fabrikation mit Phosphor, verbunden mit Verheimlichung der Krankheitsanfänge. Mit Rücksicht hierauf sah sich die Behörde bewogen, den Zündholzfabri- kanten durch besonderes Kreisschreiben die Anzeigepflicht unter Strafandrohung neu einzuschärfen." Während der Berichtsperiode gelangten 2657 Unfälle zur Anzeige, im Jahre 1887 waren es 859, 1888 dagegen 1798. Diese letztere größere Zahl ist wesentlich eine Folge des am 1. Rovember 1887 in Kraft getretenen erweiterten Haftpflicht- gesctzes. Wegen Ueberfchreitung der regelmäßigen Arbeitszeit wurden im Kanton Zürich in 23 Fällen theils direkt vom eidgenössischen Fabrikinspektorat aus, thefls auf ihm von dritten Personen ge- machte Anzeige hin Beschwerde geführt und polizeiliche Unter- suchung eingeleitet. Einzelne Fälle gaben Anlaß zur Ueber- Weisung an den Strafnchter, etliche zur bloßen Verwarnung, während mehrere Klagen von Arbeitern oder anderen Privatpersonen, sich als übertrieben oder auf böswilliger Denunziation beruhend hinstellten. Die auSnahmS- weise zu gestattende vorübergehende Verlängerung der Arbeitszeit wurde von den Fabrikanten immer aus- giebig benutzt. Im Jahre 1887 bewilligte der RegierungS- rath 167, im Jahre 1888 dagegen 96 solcher Gesuche, darunter eine bedeutende Zahl wiederholt gestellter. Ein Gesuch wurde abgewiesen, gestützt auf die einläßliche Begründung der Ge« meindebehörde, welche namentlich betonte, daß eine Ver- längerung der Arbeitszeit nicht bewilligt werden könne, wenn ein Arbeitgeber mehr Aufträge übernehme, als er mit seinem Per- sonal während der gesetzlichen Arbeitszeit effektuiren könne. Die einzelnen Statthalterämter stellten im Jahre 1887 133 und für 1888 186 Arbeitszeit- VerlängerungS-Bewilliaungen aus. In allen Fällen wird den Fabrikbesitzern ein Anschlagzettel zugestellt, welcher die Be- gründung des Gesuchs und die Dauer der Bewilligung ent- hält und während derselben gemäß bundeSräthlichen Kreis- schreibenS am Fabriklokal angeschlagen bleiben soll. Als sich die Thatfache ergab, daß eine größere Firma in ihren Baumwollspinnereien nicht nur verheirathete Frauen und Kinder zum Putzen in der sogen. Putzhalbstunde verwenden, sondern diese Putzzeit so eingerichtet hatte, daß es ihr möglich war, die Vorwcrkmaschinen bis auf Iii Stunden täglich im Betriebe zu haben, verfügte der Regierungsrath, es dürfe eine Baumwollspinnerei nicht länger als 11 resp. 10 Stunden im Betriebe gehalten werden und für Putzarbcitcn seien nur solche Arbeiter, die sich besonders darauf verstehen, durchaus aber keine Kinder, zu verwenden.— Bewilligungen zur Sonntags- arbeit wurden nur in vereinzelten Fällen ertheilt, dagegen ließen verschiedene Geschäftsbefitzer sich Ausschreitungen in der Beschäftigung zu junger Kinder zu Schulden kommen. Die Slraffälle im Allgemeinen sind bedeutend zahlreicher als „Poffen." „Bei Kindern giebt es viel Wunderbares, und das muß man AlleS glauben. Drum sind die Kinder der Obhut der Frauen anvertraut, denn die glauben Alles. Komm herein und sieh ihn Dir drinnen an." „Ich gehe nicht hinein, so lange er schläft, ich könnte ihn aufwecken. Komm Du lieber heraus zu mir." „DaS geht nicht. Er würde gleich erwachen, wenn ich hinausginge, und die Mutter schläft fest." „Run, so gehe zurück zu ihm. ich werde einstweilen draußen bleiben." „Willst Du Dich nicht schlafen legen?" „Es ist ohnehin gleich Tag. Geh" zurück zu ihm, laffe aber das Fenster offen." Und so blieb er denn am geöffneten Fenster stehen, schaute hinein in daS kleine Stübchen, auf dessen Fußboden der Mondschein silberne Parketten malte, und suchte die Töne zu erlauschen, die aus der stillen Behausung hervordrangen, jetzt ein kurzes Aufwimmern, wie von einem erwachenden Kinde, dann ein leiser Gesang, der wie im Traum eine Kindermelodie vernehmen läßt.„Nicht geb' ich um ein Königsschloh".... dann das Schnalzen eines Kusses, wie ein gutes Kind ihn zum Lohn empfängt, wenn es auf daS Wiegen- lied einschläft. Die Ellenbogen auf das Fenstergesims ge- stützt und den Athemzügen der Schläfer lauschend, erwartete Timar so den Tagesanbruch, bis die Morgendämmerung das kleine Schlafgemach zu erhellen anfing. Bei dem Schein des Morgenroths erwachte dann zuerst das Kind, das sein Wiedererwachen zum Licht mit einem hellen Lachen ankündigt, und nun war an ern Weiterschlafen bei den Uebrigen nicht mehr zu denken. Das Kind lärmte und plauderte; was es plauderte, das verstanden nur die beiden: es selbst und Noemi. Als Michael das Kind nun endlich auf seinen Arm bekam, sagte er zu ihm:„Jetzt bleibe ich schon hier, bis ich Dir Dein Haus aufgebaut habe, Dodi!" Das Kind antwortete hierauf etwas, dolmetschte, so viel bedeuten sollte, al recht." Timar verbrachte die glücklichsten Tage seines Doppelkebens. was, wie Noemi :„So ist's mir früher: 33 solcher wurden vom Regierungsrothe den Gerichten überwiesen und mit Geldbußen von 40 FrkS. bis 100 FrkS. gesühnt. Ueber den Stand der Geschäfte klagte der Bericht der St. Galler Regierung, namentlich bezüglich der Stickerei- Industrie. Zu unserem großen Bedauern müssen wir an dieser Stelle konstatiren, daß sich die Lage der Fabrikindustrie im Allgemeinen seit der letzten Berichterstattung in keiner Weise verbessert hat. Der Misere der Stickerei- Industrie aesellt sich noch diejenige der Baumwollspinnereien und Stofffärbereien zu. Um sich auf der Höhe der Zeit erhalten zu können, sind die betreffenden Fabrikanten gezwungen, nach neuen Methoden zu arbeiten und zu forschen und oft das Geschäft einer qänz- lichen, schwere Kosten verursachenden Umänderung und Umge- staltung zu unterziehen. Es tritt daher die unerfreuliche That- fache, daß viele Arbeitgeber oder Fabrikanten infolge der heut zu Tage an sie gestellten Anforderungen nicht mehr prospcriren können, in den vielen im Berichtsjahre vorgekommenen Ge- schäftsliquidationen und Fallimenten zu Tage. Leider ist der erhoffte Wiederaufschwung unserer Hausindustrie, der Stickerei, bis jetzt noch nickt eingetreten und dauern die mageren Jahre immer noch an. Immerhin gewährt diese Industrie tüchtigen und sparsamen Arbeitern noch eine leidliche Existenz. Diese Existenz bei einem Jahreseinkommen von 750 Fr. für den„tüchiigen und spar- samen Albeiter ist nach unserer Meinung schon mehr erbärmlich als leidlich." Die Hinweise finden wir in den Berichten wiederholt, daß die Gemeindebehörden sehr viele Ausschreitungen gegen das Gesetz verhindern könnten, wenn sie die ihnen zustehende Ueber- wachung genauer und strenger ausüben würden. Diese Klage ist so äst als das Fabrikgesetz selbst. In vielen Fällen find eben die kommunalen Organe selbst Fabrikanten oder deren Beamten oder sonst gefügige Werkzeuge und da manche Ge- meinde in ihrer Eristenz von der Industrie abhängt, so werden häufig gegenüber den Gesetzesverletzungen der Fabrikanten beide Augen zugedrückt. Wrrtittfihs ttcbcflirfik. Die Kebel-Kinger'sche« Erläuterungen zum Jnva- liditälS- und AlterSoersicherungSgesetz haben verschiedentlich die Kritik der Gegner herausgefordert. Neuerdings ist es der Reichstagsabgeordnete G e l b e l, der in einem langen Re- gister die Jrrthümer und Fehler nachzuweisen sucht, die nach seiner Ansicht die„Erläuterungen" der Genannten aufweisen. Es paffirt dabei Herrn Geibel, daß er alles das unter die Irr- thümer rechnet, was nach seiner Ansicht mit den„Erläute- rungen" hätte gesagt werden müssen. Anderen Theils handelt es sich um einen reinen Wortstreit, bei dem eine materielle Verschiedenheit der Anschauungen nicht besteht, oder wie bei den Erläuterungen zu§ 41 um Anschauungen, deren Rich- tigkeit oder Unrichtigkeil erst durch die Handhabung des Ge- etzes erwiesen werden muß. Soweit überhaupt irrige Auf- ässungen in der ersten Auflage enthalten waren, die theilweise >urch Druckfehler in der Zahlenangabe infolge der raschen Her« tellung entstanden sind— wurden dieselben in der zweiten Auflage beseitigt. Wäre die letztere bereits in Händen des nationalliberalen Kritikers gewesen, er würde seine Epistel unterlassen haben. Was Herr Geibel alles als zu berichtigende Auffassung ansieht, davon legen z. B. seine Erklärungen zu den Erläute« ruvgen von Bebel und Singer zu§ 34 Ziffer 3 Zeugniß ab. Jene Bestimmung lautet: Der nach Maßgabe dieses Gesetzes erworbene Anspruch auf Rente ruht, so lange der Berechtigte eine die Dauer von einem Monat übersteigende Freiheitsstrafe verbüßt, oder so lange er in einem Arbeitshause oder in einer Besserungsanstalt untergebracht ist." Hierzu bemerken Bebel und Singer:„Eine Freiheitsstrafe, die erst aus einer nicht bc- zahlten Geldstrafe entsteht, kann unseres Erachtens unter die Ziffer 3 des vorliegenden Paragraphen nicht fallen." Die beiden Herren lassen also diese Auffassung nur als ihre persönliche gelten. Man hätte meinen sollen, das hätte genügt. Herr Geibel macht diese Bemerkung zu einem neuen Punkte seiner Einwendungen, obgleich auch er zugeben muß, daß er nicht vermag, die Auffassungen der beiden als irrig zu bezeichnen. Roch ein Punkt sei herausgegriffen: Bebel und Singcr hatten in ihren Erläuterungen zu Z 27 bemerkt, der Fall, daß ein Versicherter in die Lage komme, 56 Beitragsjahre» 47 Bei» tragswochen zu bezahlen, werde h ö ch st selten vorkommen. Flugs kommt Herr Geibel und behauptet, daß sei falsch. 118066 noch arbeitende, künftig also versicherungspflichtige Personen seien über 70 Jahre alt und die m e i st e n dieser Personen würden über 54 Kalenderjahre hindurch in Arbeit gestanden und in dieser Zeit 45 Jahre und 111 Wochen ge- arbeitet haben, sie würden also die 56 Beitragsjahre hinler nch gebracht haben. In wie weit das richtig ist, vermag Herr Gei- Nichts trübte die Vollständigkeit seines Glückes, als das Eine, daß es noch ein zweites Leben giebt, in das er immer zurück- kehren muß. Wenn er Mittel und Wege fände, von diesem zweiten Leben sich loszureißen, in welchem Frieden könnte er hier leben. Und doch wäre nichts einfacher, als dies zu errei- chen. Er brauchte sich nur von hier nicht mehr zu entfernen. Man würde ihn ein Jahr lang suchen, durch drei Jahre würde man seiner noch dann und wann gedenken, dann würde die Welt ihn vergessen und er die Welt, und eS bliebe ihm Noemi. Noemi aber ist ein Schatz. Was am Weibe liebenswerth, ist alles in ihr vereinigt, was ver- letzend, fehlt ihr. Ihre Schönheit ist nicht von jener Art, welche durch ihre Monotonie nur zu bald ermüdet; bei jedem Wechsel der Gemüthsstimmung zeigte sie einen neuen Reiz. Zärtlichkeit, Sanftmuth und Feuer sind in ihrem Gemüth vereinigt. Die Jungfrau, die Fee, das Weib sind harmonisch in ihr verschmolzen. Ihre Liebe hat nichts Selbstsüchtiges: ihr ganzes Wesen geht auf in dem, den sie liebt. Seine Leiden, seine Freuden sind auch die ihrigen, andere kennt sie nicht. Zu Hause ist sie bis in die geringfügigsten Kleinigkeiten darauf bedacht, es ihm bequem zu machen, und bei der Arbeit hilft sie ihm mit unermüdlicher Hand. Sie ist immer heiter und frisch, und beschleicht sie ern Unwohl- sein, so genügt ein Kuß von ihm auf die schmerzende Stirn, um sie davon zu heilen. Sie ist unterwürfig gegen den, von dem sie weiß, daß er sie anbetet. Und wenn sie dies Kind auf ihren Schoß nimmt und mit ihm spielt, ist das zum wahnsinnig werden für den, der sie zur Seinigen ge- macht und doch auch nicht. Aber Timar war noch nicht ganz von Sinnen. Er unterhandelte noch mit dem Schicksal. Der Preis war ein gar zu hoher, selbst für einen Schatz, wie dieser.„Ein junges Weib mit einem lächelnden Kinde im Schöße. Aber der Preis ist eine ganze Welt! Ein Vermögen aufzugeben, das in die Millionen geht, seine Stellung in der Gesellschaft, seinen hohen Rang, seine vornehmen Bekannt- schaften; die begonnenen großen Unternehmungen, die eine Weltbedeutung haben, vor deren Erfolg die Zukunft eines großen vaterländischen Industriezweiges abhängt! Und zu alledem noch Timea! Vielleicht hätte er sich noch mit bel mcht zu beweisen, dos kann er nur behaupten. dcn Fall aber, er habe Recht, sind es denn sehr vie>.« wenn unter einer Schaar von 12 Millionen Versicherter st« ferne 100 060 befinden, die diese 56 Jahre Beitrag-zeit �klsen können? Und wie viele von diesen werden schließ"« auf Gnmb der Bestimmungen des 8 9 die Invalidenrente wirklich beziehen? Und darauf kommt es doch an. Eine Richtigstellung sind solche Einwendungen,»>- die Gtibel ichen, nicht. Es ist nation all, berate Demagoge wenn mit solchen Angaben auf den urtheilslosen Leser eins� wirkt wird. Herr Geibel hätte seine Epistel bedeutend kurnn können, wollte er sich auf das wirklich thatsächliche de- schranken. I« riner lendenlahmen Entgrgnung sucht die"R°rdd- Illlg." unfern Artikel aus der SonntagSnummer:„'urdeii. �id auf der Hut" zu widerlegen. Sie behauptet, mit Vorschlag, die„gewerksmäßigen Streikncklcher" auf Grunds 'Bestimmungen m 8 152 der Gewerbeordnung zu bestrafen, konnten Leute, wie die Führer des letzten lnestfällschen Berg' orbeiterausstandes, nicht getroffen werden: fieffeien keine gewert� mäßigen Streikmacher gewesen,�„gewiß war e» nicht, bei Beginn des Bergmann st rciks." Wl.f__ r.j.1___«».___»_____ r jt. r»?. i r- r c• nn w v arf!/*"|ClÖ»#* dieser letzteren Bemerkung schlägt sich"die„Nordd. Allg.... Beim Beginn des Streiks waren sie es nicht, aber wen«. � drei Gemaßregelten, die als Bergleute nirgends mehr bekommen, seitens der Bergleute an die Spitze ihrer tu».. sationen gestellt werden, und dann unter ihrer Leitung � �( stände nothwendig werden und ausbrechen, dann nB Jer gewerbsmäßige Streikmacher im Sinne „N o t d d. Allg." H fy Will die„Nordd." dies leugnen? Oder was versteh. unter gewerbsmäßigen Streikmachern? Wir bitten umpwJ' Antwort und Namennennung. � Als seinerzeit Herr v. Puttkamer im Reichstag omi � „gewerbsmäßigen Agitatoren, die von den Groschen der ArdT sich mästeten" sprach und von sozialistischer Seite aufgeftr' wurde, Namen zu nennen, vermochte er es nicht, f- hoffen, die„Nordd. Allg." ist besser als ihr ehewwifi Gönner in der Lage unserem Verlangen zu kntspwfl In einer Polemik mit dem„PeUchsfrennd" üb« Gründe der zunehmenden Trunkenhen schreibt die �Konserva« Korrespondenz": � s„fe „Wenn der„Reichsfreund" nach einem Grunde oai sucht, daß trotz der Erhöhung der Schnapspreise die Trum heil nicht abnimmt, so wollen wir ihn auf die Thatfache.� weisen, welche die Untersuchung in den oberschlesischen»0» distrikten Zbezüglich dellStreikvewegung kürzlich zu Tage» fördert hat. Dort wurde nämlich festgestellt, daß die Bran weinschänker an der Arbeiterbewegung sich als Schür» bedeutend betheiligt haben: denn in den Zeiten der Snu und der politischen Agitation blüht ihr Weizen. Riitzt. Steuern auf Konsumartikel, nicht die Branntweinsteuer« sind es, welche die Trunkenboldigkeit fördern, sondern/- das immer lebhafter werdende Aaitiren, das leider sich Kneipen konzentrirt und selbstverständlich von den WtttE? sj jeder Weise begünstigt wird. Jeder Streik, jede Wahl 1« � neue Trunkenbolde, das ist unbestreitbar. Wenn ab« Clfl Gesetz gegen die Trunkenheit, abgesehm von gegen Trunkenbolde und Gewohnheitstrinker selbst, den Gastwirthen schärfer aw � Maßregeln bietet, um den Gastwirthen schärfer Finger sehen zu können, so wird eine gute nicht ausbleiben. Die Verführung zum Betrinken schon vom moralischen Gesichtspunkte aus darf daS g« werden, streng zu bestrafen möglich sein. Auch möchte«' der Erwägung anHeim geben, ob nicht solche Trinker, we ihre Familie darben lassen, um den Verdienst in Schnap»° zulegen, deren Familie womöglich LebenSmittelschulde«„ machen und die Miethe schuldig zu bleiben gezwungen' ganz analog den wegen leichtsinnigen BankerotiS strai&ai Kaufleuten, strafrechtlich zu belangen seien. ES wäre dies I,; viele Hauswirthe und Gewerbetreibende ein Schutz, Trunkenbolden gegenüber gegenwärtig entbehren." Nach diesen Ausführungen der„Konservativen wäre also das Richtigste, daß jede Wahl, wie jede also auch das Versammlungs- und Vereinswesen, Trunkenheit verführend, abgeschafft würde. ES e die» ig desse» � Korresp-" Trunkenheit verführend, abgetchafst wurde. ES daß die Gelehrten der„Konj. Korr." nicht ausschließlich Klinke der Gesetzgebung" in die Hand haben, daS deiui« Volk könnte sein blaues Wunder erleben. � DaS Eine möchten wir aber der„Kons. Korr." aege«�. bemerken, daß alle die Maßregeln, welche sie gegen die Sch"®*, trunkenbolde befürwortet, von uns widerspruchslos angenornw werden sollen, wenn dieselben auch für diejenigen angenoin» werden, die in Kognak, baierisch Bier, Wein oder Chanipaö� sich Räusche hoien. So lasen wir voreiniger Zeit, daß ein S l Theil des NothstandeS unter den Landivirth««", Verschwendung, Lüderlichkeit, Leicht;» B � Spielsucht, Trunkenheit zurück zu führen sei. Rech« wir hinzu, daß zahlreiche Söhne unserer„besitzenden umlL bildeten Klassen" auf den Universitäten im Bier- oder P5 � rausch ihren höchsten Lebensgenuß finden und daß auch i« dem Gedanken befreunden können, der Welt seine Sih�- vor die Füße zu werfen; aus dem Grund des Waff kamen sie, mögen sie wieder zurück dahin, woher sie»jj kommen. Mit dem Gedanken aber konnte seine Ejteu sich nicht aussöhnen, daß jenes Weib mit dem weißen Äiü' das an der Gluth ihres Ehegatten sich nicht zu erwA� vermag, noch in diesem Leben glücklich werde— durch«, anderen Mann. Er selber wußte vielleicht nicht, Dämon er in seiner Brust barg. Das Weib, das' nicht zu lieben vermag, welkt unter seinen Augen Er aber erlebt seine glücklichen Tage dort, wo J* ihn zu lieben weiß. Und während dieser glückt«*� Tage schritt der Bau des Hauses rasch fort, welches ausgelernte Polier jetzt schon mit geübter Hand>«.� Sparren zusammenfügte. Schon waren die Wände � Die Zimmermanns�-� war ganz fertig und es folgte nun die Tischlerarbeit. vollbrachte Michael ohne jede Beihilfe und man konnte vom Morgen bis zum Abend in seiner Werkstätte, die � sich im neuen Hause eingerichtet hatte während des Hw* und Sägens singen hören. Gleich dem fleißigsten Handw«' verließ er erst mit eintretender Dunkelheit seine Dann kehrte er in die Hütte zurück, wo seiner ein Haftes Abendbrot harrte; nach der Mahlzeit setzte er � dann hinaus aus daS Bänkchen vor der Hütte und 5u,%te Hütte seine Thonpfeife an; Noemi" setzte sich neben ihn und Dodi auf ihre Knie, der nun zeigen mußte, was et 7'$ wieder gelernt. Ein neues Wort. O dieses eine W'/'wf es nicht eine größere Wissenschaft, als alle Weishcj'; Welt? Wofür wäre Dodi Dir seil? fragte ihn � Noemi in schalkhaftem Getändel.„Für die ganze Erde Diamanten?" „Nicht für dcn ganzen Himmel voll Engeln." (Fortsetzung folgt.) K 1 weil E ist s-h°!5' richtet aus schönen glatt gehobelten Nußbaumstämme«,£ w tzenau in einander paßten, daß der Wind nicht hindE?, streichen konnte. Auch das Dach war schon aufgesetzt u" mit breiten Schindeln eingedeckt, die nach Szekler Art penförmig zugeschn-tzt waren. 01--------- K 1 aÄ- d-c P�iicrSroett bis in die höchsten Kreise derselben die Trunken Opfer fordert und nicht selten Richter und Beamte "S t d- f,he 9" imi 4» j-'vi" soroerr uno mcyr leucn ouryicr uuu �cum» SiSCr opfern, so wird es jedenfalls eine sehr gemischte .Schaft werden, die von den erzieherischen Maßregeln der °Wv. Korresp" profitiren. ,./-°-nand wird leugnen wollen, daß unsere„sozialreforme- i? �strebungen" eine sehr erfreuliche Erweiterung bekämen, mi- Vorschläge der„Konservat. Korrefp.* mit den von «ni« �geschlagenen Konsequenzen Annahme. Ein Radikal- SwL Dürfte sein, hinter jeden für kneipfähig erkannten einen WohlfahrtSpolizisten zu stellen, der über sein Verhalten zu wachen hatte. �>e„Konserv. Korresp." wird gebeten, sich unsere Vor '*'aw zu überlegen. Sw Uepglrich, welcher den Dockarbeitern angeboten und �»an Burns befürwortet wurde, ist von den Dockarbeitern ?Ant worden. Sie sagen: jetzt ist eine riesige Anhäufung in den Docks; wird diese Arbeit nun unter den iHi Bedingungen erledigt, so haben die Dockbesitzer einen �Ordentlichen Vortheil, für den die Arbeiter kein Aequioa- J bekommen, weil Anfangs de« Jahres, also wenn die neuen, Arbeitsbedingungen in Kraft treten sollen, nur wenig W m den Docks ist, und folglich nur wenige Arbeiter j;»™ haben, und diesen Nutzen auch nur auf unbestimmte denn Niemand hindert die Dockbesitzer am l. April wie- den alten Bedingungen zurückzukehren.—..Es läßt sich «S.�ugnen, daß diese Einwendungen der Begründung nicht �«•yren. Jedenfalls würde es nöthig sein, Garantien gegen iö �"ortigW Zurücktreten der Dockbesitzer zu schaffen. UebngenS he Streikenden eine wohl gefüllte Kaffe— heute iT Pfd. St.= 140 000 Mark auf der Bank— und sie bestimmt, da die Unterstützungen auch reich ..fließen, den nen, bis Streik noch so die Dockbesitzer doch lange aushalten nachgeben müssen. v>v Vtr wuj..... scheint es aber noch nicht so weit zu sein. Nach den Londoner Telegrammen find die AuSgleichSverhand- Mar wieder aufgenommen worden, es kam aber zu Wri?"'"vernehmen. Die Dockgesellschaftcn bleiben hals- . Auf der anderen Seite mehrt sich aber die Zahl der ?fflsoes,tzn, die im Gegensatz zu der Dockgesellschaft auf die Ivvüen der Streikenden eingehen.— Daß auch bereits streik>?t von der Bourgeoisie um Intervention gegen die %> ersucht wird, wie das gestern von uns veröffent- /�fegramm beweist, braucht nicht Wunder zu nehmen. L' Riesenstreik wirft die festgewurzeltsten Anschauungen der °urveoisie der Welt über den Haufen. Mene Trkel. Wir haben ausführliche Schilde- ' d iw fürchterlichen Unglücksfalls gebracht, der sich am leiifA i n Antwerpen zugetragen und Hunderte blühender Utr? fken fast in einem einzigen Augenblicke dem Tode RjJ�N'dem Siechthum überlieferte. Rüstige Arbeiter, Fa- Ovaler waren es, die auf so schreckliche Weise der modernen Nie-'um O>pfer fielen; ein drohendes Mene Tekel für- ernste Mahnung für alle, welche die Bestrebungen nach Verbesserung ihrer Lage nicht verstehen i;S„• Fünfhundert rüstige Menschen, auf deren Thätigkeit �-kbensglück taufender Personen basirt ist, werden mit schlage für immer, oder für lange, lange Zeit ihrem iliiiaff cm Vöirken für die Angehörigen entrissen die �.Schlacht kann in so kurzer Zeit gewiß solch unsägliches �."'cht schaffen. Vor aller Augen klafft die furchtbare '"'�chv die moderne Produktionsweise dem Arbeiter- Ifc* �fchlagen. Und wie heute jeder Einzelne aus der werk- Klasse das Elend seines Leidensgenossen im fernsten Mitempfindet, so fühlt jeder Arbeiter diesen neuen Schlag f'.Entrüstung und Entsetzen erfüllt jede Brust bei dieser Grunde. Mitten in das haßerfüllte Geschrei der inter- l�stn Kapitalistenpresse über den„Terrorismus" der cngli- �c�verft. und Dockarbeiter in London dröhnt der Knall der ti„tt y" Explosion in Antwerpen. Wer will es angesichts Welchen Katastrophe noch dem Manne der Arbeit zum tjSwf machen, wenn er mit allen Mitteln seine Lage zu ffU? trachtet, seine täglich bedrohte Existenz zu sichern lucht. das Auge heutzutage auch blickt, überall trifft es dasselbe die gleiche Notb und das nämliche schreckliche LooS der tej der Arbeit. Dort rafft der Würgengel des Hungers, Langels am Nothdürftigsten, die Darbenden hin, und hier «ü? im vollsten Sinne des Wortes die Helden der Arbeit den des Kapitalismus zum Opfer. Tausende von Ver- �"""gsstimmen rufen wiederum flehend um Erbarmen in �Ib- en sozialen Kriege, dem Todeskampfe des arbeitenden Den Vertreter» unserer modernen Industrie aber be- stz L das neueste Vorkommniß ein dräuendes Mene Tekel! eä auf die Dauer beherzigen werden? Möchten sie cS �"ieresse der Kultur und des Fortschritts, ehe es zu spät ist! w»rbrr den Lall des Magdeburger Iuckersyndiliats amerikanischer Seile folgende Lesart verbreitet. Das Lfl'iat hatte an den„Amerikanischen Trust" 400 000 Sack <„�zuckcc verkauft. Diese ganze Post sollte unter Nr. 13 '~• geliefert werden, wodurch die Zahlung eines höheren vermieden werden sollte. Wäre das Syndikat im Stande Munst nnt* Leven. pasteur'schr Schnchimpfung gegen" �" ilt-.---- -n- nie Tall» 'a nunmehr an bereits 6870 Personen ausgeführt wor- ""ier denen viele Schwerverwundete waren. Der Nach- fi> �daß das beißende Thier wirklich wuthkrank war, ist in Wr«-" Fälle entweder auf experimentellem Wege oder iW.'mm ärztliche Prüfung erbracht. Die Sterblichkeit der als nlüfc- von wuthkrankcn Thieren Gebissenen und mit der >! Impfung behandelten Personen beträgt 1 pCt., während b>�,?st ohne Impfung auf 15 pCt. berechnet ist. Die P«.e."chkeit der Kranken mit schweren Bißwunden im und an Händen war früher 80 pCt., durch ist sie auf 4 pEt. herabgedrückt worden. Diese ff sind doch bereits so groß, daß man ihnen einen Werth �vurtheilung des viel angefeindeten Pastcur'schen rffmrns nicht absprechen kann. Es ist auch bereits in'den europäischen Ländern zur Anerkennung gelangt. So Ift»ff H die englische Kommission, welche im vergangenen Jahre W>>s/"fU"g der Frage über den Nutzen der Pasteur'schen niedergesetzt war und aus Männern wie Sir Joseph flich /„James Paget, Victor Horsley, H. Rokcoe u. a. bestand, Wmt Rc ausgesprochen. Es ist übrigens eine bemerken«- Sü Mitsache, daß wir das Gift der Hundswuth, das wir »iKj'e Pasteur sche Impfung unschädlich machen, bis Neeiftf* nicht kennen. Die Praxis ist der Theorie weit vor- Honig als Beruhigungsmittel. Daß der Honig, !it uJ?nberc reiner Schleuderhonig, sehr gesundheitsfördernd n?.deshalb die Aufmerksamkeit des Publikums verdient, W�vfil in keiner Weise gezweifelt werden.—„Ich bin", so i" der„D. B. Ztg.", ein großer Honigfreund ge- während ich mir früher wenig daraus machte. Jetzt y* mir als Beruhigungsmittel und daß da« so gekommen ffstk,>?ch dem Zufall zu verdanken. Mit dem zunehmenden >\o, den manchen Sorgen des Lebens bin ich etwas stark £■»11, ii�worden. Die geringste Freude, der kleinste Schmerz u'sie» ffffih oft derart aufregen, daß ich entweder vor 4-macht nicht einschlief, oder daß ich, wenn sm"al einschlummerte, doch so gegen Mitternacht, 1 oder »�laf» llens, wieder aufwachte und dann nicht mehr in den konnte. Da ritt ich denn immer auf einen \ s.'in herum und wußte mit aller Anstrengung nicht von Zukommen, bis sich endlich gegen Morgen ein uniuhiger gewesen, diese Bestimmungen zu erfüllen, so würde der Trust baar bezahlt haben. Bei dem Geschäft handelt es sich um 5 000 000 Doll. Aber der Zucker überschritt die verabredeten Greinen und wurde nicht abgenommen. Darauf entschloß sich das Syndikat, diese ganzen Zuckermassen zu färben. Zu diesem Zwecke mußte man den Zucker mindestens einen Monat zurück- behalten, und da außerdem das Verfahren des Färbens nicht ohne Gefahr vorgenommen werden kann, so verweigerten die Banken alle werteren Vorschüsse. Dies ist die eigentliche Ur- fache des Scheiterns des Syndikats. Um sich über den Umfang des Angriffs auf die amerikanischen Finanzen einen Begriff zu machen, sei erwähnt, daß der Zoll de« Zuckers, wenn letzterer im ursprünglichen Zustande eingeführt, 3tz c. per Pfd. betragen haben würde, und wenn eS gelungen wäre, ihn zu färben, so wären die Steuern 2,08 c. gewesen. Der Verlust des Schatzes beliefe sich also auf 1 136 000 Dollar.— So wird im Großen gestoblen. Die„berühmte" Hirsch-Duncker'sche Invalibenkasse hat nun glücklich selber ihre Auflösung beschlossen. Herr Dr. Max Hirsch erhielt zum Schluß noch den Dank der General- Versammlung für„seine bisherige Thätigkeit im Interesse der Kasse" ausgesprochen. Dadurch wird die bittere Pille des Bankrotts seiner Gründung ihm nicht süßer geworden sein. Verhaftet wurden nach der„Post" in Hamburg 13 Ar- beiter, welche im Freien eine Versammlung zur Berathung über Wahlpropaganda abhielten.— Wir haben noch keine Nachricht von diesen Verhaftungen. Der englische Trabe« Unlons-Kongr-ß hat zwar zu einem Sieg des parlamentarischen Komitees über die sozio- listisch- demokratische Opposition geführt, allein dieser Sieg ist ein Pyrrhussieg. Und vermuthlich würde schon jetzt eine wirk- liche, positive Niederlage erfolgt sein, wenn der Riesenstreik in London nicht einige der tüchtigsten Gegner Broadhurst'S wie Burns, Mann u. f. w.— vom Kongreß fern gehalten, und außerdem eine vortreffliche Gelegenheit geboten hätte, die Aufmerksamkeit von den inneren Schäden abzulenken. So viel steht aber fest, die sozialistisch- demokratische Opposition ist in den englischen TradeS- UnionS stärker geworden, und es ist keinem Zweifel unterworfen, daß siefoclwährend an Boden gewinnt, bis sie schließlich die Oberhand haben wird. Die englische Ar- bciterbewegung tritt unstreitig in ein neues Stadium: die Zeit neigt sich dem Ende zu, wo sie im Schlepptau der herrschen. den Parteien, namentlich des herrschenden Liberalismus war. Die englischen Arbeiter haben in ihrem Denken und Fühlen große Fortschritte gemacht. Und die Ueberzeugung, daß die Arbeiterklasse sich zur selbstständigen politischen Partei ent- wickeln muß, um sich zu emanzipiren, dringt immer mehr in die weitesten Kreise und wird bald die ganze Arbeiterwelt be- herrschen. Au» Ofcher«leb«n, den S. September, schreibt man uns: Wie die Deutschfieisinnigen auf Stimmenfang ausgehen, und wie miserabel sie sich hierbei benehmen, hat die gestrige Ver- fammlung„wahrhaft liberaler" Männer gezeigt. In listündiger Rede tischte der süßholzraspelnde Dichter aus Nordhausen, Herr Albert Träger, den Spießbürgern aus Stadt und Land den deutschfreisinnigen Phrasenbrei auf, noch versüßt durch mög- lichst„national" klingende Redewendungen. Als verkannte Mannesseelen schilderte er die Deutschfreisinnigen, die gar nicht so schlimm wären, als Manche annehmen. Daß sie nicht so gefährlich seien, gehe aus dem Tagebuch Kaiser Friedrichs her- vor, das trotz aller Anfeindung die„Bibel des deutschen Volkes (wörtlich!) geworden sei. Kein Wort von der heutigen Reaktion, keine Silbe über das Sozialistengesetz oder über die Beschränkung des Koalitionsrechts, nichts über die weltbe- wegende Frage des Sozialismus. Was Wunder, daß die Zu- Hörer,„begeistert" durch den Wortschwall des Schönredners, über zwei sozialdemokratische Arbeiter mit wahrer Berserkerwuth herfielen, als diese sich darüber beklagten, daß gleich nach der Rede des Referenten die Versammlung geschlossen wurde, ohne daß einem Anderen das Wort ertheilt wäre. Herr Träger sowohl wie der Vorstand wußten, daß sich die Sozialdemokraten an der Diskussion zu betheiligen beabsichtigten, weil ihnen selbst kein Lokal zu Versammlungen zur Verfügung steht, aber sie zogen es vor, eine Diskussion zu vermeiden. Ist das nicht — echt fieisinnig? Diese Pöbelhaftigkeit, sich thätlich an zwei ruhigen Arbeitern zu vergreifen, die nichts gethan hatten, als gerufen: Ist es fortschrittlich, keine Diskussion zu dulden? soll den Herrn Deutschfieisinnigen aber unvergessm bleiben! In Karls ruhe beschloß eine äußerst stark besuchte Ar- beiterversammlung, bei den Landtagswahlen durch Abgeben von weißen Zetteln Protest gegen das herrschende System zu erheben. Als dieser Beschluß als Resolution der sozialdemo- kratischen Arbeiterpartei verkündet werden sollte, wurde die Ver- sammtung aufgelöst. Frankreich. Der letzte Konseilpräsid ent Floquet, Kandidat im 1. Wahlkreise des 11. Arrondissements, hatte die Mitglieder seines Komitees zu einer Privatversammlung in der Spielhalle eines Schulhauses eingeladen. Als die Äoulangisten davon hörten, forderten sie ihren Anhang auf, sich zahlreich einzu- finden und die„geheime Zusammenkunft" zu vereiteln. In- Schlaf einstellte, nach welchem ich mich aber niemals frisch fühlte. Oft sprang ich vor lauter Ungeduld aus dem Bette und versuchte es mit einem Mittel gegen Schlaflogkeit, ein Brötchen oder ein Glas Wasser oder sonst etwas zu trinken. Alles habe ich versucht, diesem Umstar.de abzuhelfen, aber vergeblich. Da ge- rieth ich denn eines Nachts über einen Topf mit Honig, der für häusliche Zwecke gekauft worden war. Ich aß davon zwei bis drei Eßlöffel voll zu einem Strick Semmel. Wunderbar, sofort schlief ich wieder ein. Das Mittel half später jedesmal. Da nahm ich regelmäßig vor dem Schlafengehen einen oder zwei Eßlöffel voll Honig ein und nun konnte ich ruhig schlafen, elbst wenn ich dann und wann das Honigessen aussetzte, auch uhlte ich mich stets am andern Morgen frisch und gestärkt. Seit der Zeit fehlt der Honig niemals im Hause. Ich kann ihn Nervösen als Beruhigungsmittel bestens empfehlen, mit welchem vielleicht auch anoem gedient ist. Zum präsidente« der Vereinigte» Staate», Harrifon, kam unlängst ein schäbig gekleideter Herr, der ihm die Hand schüttelte und sich rühmte, seine Erwählung in einem Distrikte von Ost-Tennessee durchgesetzt zu haben. Harrison dankte fieundlich. Der Herr fuhr dann fort:„Da Sie nun Präsident geworden sind, könnte ich Ihnen vielleicht in figend einem Amte nützlich werden." Harrison machte ein verlegenes Gesicht. —„Ihre Kabinetsminister," fuhr der Fremde fort,„haben Sie natürlich schon erwählt?"—„Ja, das ist geschehen," erwiderte Harnson.—„Nun, es schadet nichts, ich be- gnüge mich auch mit einem Gesandtschaftsposten in Europa." —„Bedauere, es ist kein Platz mehr frei."—„Aber Sie brauchen vielleicht einen ersten Sekretär im Ministerium?" —„Diese werden von den betreffenden Staatssekretären er- nannt, aber nicht von mir."—„Das thut mir leid; ich muß mich also mit einem niedrigeren Posten begnügen."—„Die werden von mir nicht besetzt, sondern von den höheren Be- amten."—„Könnte ich nicht Postmeister von Washington werden? Bedenken Sie, welche Mühe ich mir gegeben habe, damit Sie in unserem Distrikte durchkämen!"—„Das war ehr fieundlich von Ihnen: aber der Postmeister von Washington st schon ernannt."—„Nun, eS liegt mir auch nicht so sehr viel daran; könnten Sie mich nicht zum Sekretär des Post- meisterS machen?"—„Da müssen Sie sich an den Postmeister selber wenden."—„Nun denn, Herr Harrison, haben Sie nicht irgend etwas für mich— vielleicht einen abgelegten An- zug?"— Den bat er erhalten und angenommen. Gin vorstchtiger diemrinderath. Der Gemeinderath eines Ortes in der italienischen Provinz Lugurien hat, wie der folge dessen wurde die Sitzung der Floquetisten vom 6. ans den 9. September vertagt und nach einem anderen Lotale ver- legt. Die Boulangisten aber kehrten sich nicht daran. Hock- erfreut über die Gelegenheit, Spektakel zu machen, rotteten sie sich vor dem Schulhause der Rue Morand zusammen, schrien. brüllten, erzwangen den Eintritt und bereiteten den beiden bon- langistsschen Kandidaten Massard und Lucien Nicot eine groß- artige Ovation. Der letztere zeterte gegen die Feigheit Floquet'a und Lockroy'S, der ebenfalls in jenem Arrondissement kandidirt, weil sie nicht gekommen waren, und man beschloß eine brand- markende Tagesordnung gegen die beiden. Gleichzeitig hatte sich in dem Hofe des Schulhauses eine andere Schaar ein- gefunden, für die in der Spielhalle kein Platz mehr war. Auch hier lärmte und fluchte man um die Wette über die Anti- boulangisten, namentlich Ferry und Joffrin. Einer der boulan- giftischen Maulhelden erzählte, Herr Rochefort hätte gesagt, die Prügelstrafe wäre zwar abgeschafft, aber für die Mitglieder der heutigen Regierung und ihre Freunde würde man sie wieder einführen. Der„TempS" bringt nachstehende neue Note:„Wir haben gestern angedeutet, in welcher Lage Herr Boulanger sich vom Gesichtspunkte der gegen ihn eingeleiteten Prozedur und der von ihm erhobenen Forderung befindet, fich durck eine andere Jurisdiktion aburtheilen zu lassen. Ein Morgenblatt(„XIX. Siecle") glaubte unserer diesbezüglichen Information wid«- sprechen zu können, indem eS vorgab, daß keine neue Verfolgung gegen Herrn Boulanger möglich sei, da der Staatsgerichtsbof über alle ihn zur Last gelegten Handlungen geurtheilt hat. Wir müssen olle unsere Auskünfte von gestern aufrecht erhalten. Keine andere Jurisdiktion, als der Staatsgerichtshof, kann mtt den vom Staatsgerichtshofe abgeurtheilten Handlungen befaßt werden. Dieser könnte sie nochmals vornehmen, wenn Herr Boulanger sich stellen würde. Andrerseits bestehen die vom General» Staatsanwalt gemachten Vorbehalte vollinhaltlich fort. Der Staatsgerichtshof hat nur die ihm unterbreiteten Handlungen abgeurtheilt und konnte nicht von selbst die mit dem Attentat in keinem Zusammenhange stehenden Veruntreuungen vor- nehmen, welche die Staatsanwaltschaft für den Fall zurückbe- hielt, daß Verfolgungen vor dem Strafgerichte eingeleitet würden. Die Untersuchung über diese Angelegenheiten wurde. wie wir gestern gemeldet, eröffnet und die Frage wird noch geprüft. Die Dinge stehen demnach so, wie wir gestern be» richtet haben." Großbritannien. Die Soziali st eninDundee haben JohnBurns zu ihrem Kandidatm für die durch den Tod Firth's noch- wendig gewordene Ergänzungswahl zum Unterhaus aufgesteUc und Burns hat die Kandidatur angenommen. Amerika. Der Zusammenbruch des portugiesischen Kolonialkaiserreichs in Südamerika kann nur noch eine Frage der Zeit sein. Daß die einzige amerikanische Monarchie ihren jetzt 63jährixen Herrscher nicht lange überleben würde, ist seit Jahrzehnten de- hauptet worden: neuerdings haben sich die betreffenden An- zeichen bedeutend gehäuft. Es braucht nicht allein an das ver- aebliche Attentat vom 16. Juli erinnert zu werden. Dom Pedro ll. galt sonst für äußerst populär; den Einflüssen der westlichen Hemisphäre gemäß hat er sein Amt kaum jemals für etwas anderes als ein erbliches Präsidium der Republik angc- sehen; auch seine Apanagenbezüge aus dem unermeßlichen Reiche sind entsprechend bescheiden. Aber jenes Attentat auf einen persönlich beliebten und politisch refignirten Herrscher hat die scharf republikanische Strömung gezeigt, die aus dem übrigen Amerika auch in seinen Staat hinüber gedrungen ist. Wenn schon jetzt in einzelnen entlegenen Provinzen dir Gouverneure offen ihre republikanische Gesinnung äußern, kann man sich von der muthmaßlich nahen Zukunft leicht ein Bild machen. Den eigentlichen Anstoß scheint die neuliche Sklaven- emanzipation gegeben zu haben; obgleich zunächst gewiß käst ausschließlich eine papiere Reform, scheint dennoch jener Att des vorjährigen 14. Mai bedeutende Interessen verletzt zu haben; seitdem ist dre Pflanzeraristokratie gegen das Kaiserreich. Selbst damals in Europa weilend, hatte Dom Pedro ll. das Verdienst jener Befreiung seiner Tochter und Thronfolgerin, Kronprinzeisin Jsabella, überlassen wollen. Diese aber ist äußerst unpopulär, denn sie gilt für ausgesprochen klerikal gesinnt. Lange dürfte die Entwicklung, nach menschlichem Ermessen, nicht mehr auf sich wartm lassen; im Winter 1887/88 war m Italien Dom Pedro lebensgefährlich erkrankt und wurde einmal todt gesagt; das Ende seines Lebens würde wohl den Stein in's Rollen bringen. Vevfarnnilungetl. Die regelmäßige Mitglieder-Verfammluug irr Filiale III.(Oft der Maler, Lackirer und Anstreicher und verwandte» Kerufs genossen tagte am 3. September „Tribuna" berichtet wird, in seiner letzten Sitzung die An- fchaffung von 12 Regenschirmen beschlossen, damit die Stadt. väter trocken heimgehen können, falls wäbrend ihrer Sitzung Regenwetter eintritt. Für das Stück Regenschirm wurden 17,50 Lir., also 210 Lir. ausgeworfen. Dieser Beschluß, meint die„Tribuna", sei ehrend für den Gemeinderath und verdiene Nachahmung; nur solle man, fügt sie bei, auf dem betretenen Wege nicht stillstehen, sondern entschlossen weiter geben. Man müsse z. B. unbedingt auch Sonnenschirme anschaffen, damir die Stadtväter bei der Heimkehr nicht vom Sonnenbrand zu leiden haben; sodann empfehle es sich, ein Dutzend Halstücher anzukaufen, für den Fall, daß plötzlich Kälte eintritt; schließl-Ä würde es auch nichts schaden, wenn ein Dutzend Portemonares mit einigen hundert Lire Inhalt angeschafft würden, für diu Fall, daß einer oder der andere Stadtvater da« seinige vermßt und unterwegs etwas kaufen möchte. Der betreffende Gemeinde- rath ist hoffentlich geneigt, den guten Rath der„Tribuna" zn. befolgen. Gin-«eue K-Handlnng d«s Kopffchm-rzr» hat man in Berliner medizinischen Kreisen gesunden, nachdem die erste Veranlassung dazu von London ausgegangen ist. Vor längerer Zeit machte daselbst ein Arzt bereits die Beobachtung, dcfT sich sein Kopffchmerz, der, wie bei so vielen Menschen, ferne Ursache in zu starkem Blutandrange hatte, beim Schlürfen von kaltem Wasser milderte und bisweilen ganz aufhörte. Run Hot ern deutscher Arzt, Namens Kronecker, schon früher die physio- logische Erfabmng gemacht, daß das Schlürfen von kaltem Wasser den Puls beschleunigt. Diese beiden Thatsachen ver au- laßten nun jenen Berliner Medizinalrath, weitere Unter- suchungen und Beobachtungen in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Blutdruck und Kopfschmerzen anzustellen, wobei er zu dem merkwürdigen Resultat kam, daß sich unter zweihundert Fällen von Kopsschmerzen, die er beobachtete, ein großer Theit naek Schlürfen von kaltem Wasser besserte, ein anderer kleiner Thcil unverändert blieb und der Rest sich sogar verschlimmerte. Be- gründet sind diese letzteren abweichenden Fälle in einer beson- deren zu dem Blutdruck in Beziehung stehenden.Konstiwtia» der Patienten. Beobachtet wurden die Wirkungen des kalten Wassers schon beim Nippen desselben, währenddessen der Puls sofort stieg, indessen er nach beendetem Schlucken sofort wieder abnahm. Da eS keine billigere und anderseits sicherlich ker»e unschädlichere Medizin geben dürfte, so kann jeder, der mit dem gleichen Uebel behaftet ist, die Wirkung des kalten Wassers an sich selber probiren. m Heise» Salon in der Lichtenbergerstraßc 21. Auf der Tages« »rdn»na stand: 1. Punki: Vortrag des Kollegen Link. 2 Punkt: Wahl des Bibliothekars. 3. Punkt: Verschiedene«. Der Bevollmächtigte eröffnete die Versammlung und iheiltc mit, daß der Referent am Erscheinen verhindert sei. Dafür wurde als 1. Punkt die Stellungnahme zu der im Januar in Bremen stattfindenden Generalversammlung erörtert. Kollege Went» k e r wünscht, daß dieser Punkt von dem alten Vorstand durch- derathen wird, bevor im nächsten Monat die Neuwahlen statt- finden. Es wird angefragt, ob schon Bescheid ergangen ist, mo in diesem Jahre der Fachschul-Unterricht abgehalten wird. Es wurde mitgelheilt, daß ein Schreiben eingelaufen sei vom Magistrat, wonach die Schule in der Schlesischen Straße, wenn der Schulrektor nichts dagegen hat, zur Verfügung steht. In der Diskussion wird bemerkt, daß dies Lokal sehr weit ab- gelegen ist. Auch hat die Schuldeputation mitgelheilt, daß die Schulräume im Innern der Stadt sämmtlich vergeben sind. Den Innungen stehm wohl eher im Zentrum der Stadt Räume zur Verfügung. Tie Innungen bekämen auch noch Geld dazu. Es wurde angeregt, eine Petition einzureichen bei der Stadtverordneten-Versammlung um bessere Berücksichtigung der gewerblichen Fachschulen. Wenn wir auch einen Fabrik- räum miethen, das wäre nicht so schlimm, nur für Beleuchtung und Heizung ist nicht gesorgt. 2. Punkt: Wahl des Biblio- chekars. Sämmtliche Redner sind dafür, daß dieser Punkt bis zur nächsten Generalversammlung abgesetzt bleibt, und wird einstimmig dieser Vorschlag angenommen. 3. Punkt: Verschie- drneS. Folgender Antrag ist einaegangen, zur Berathung der Statuten eine Kommission von 5 Mitglredern zu wählen. Folgende Herren wurden gewählt: Kube I, Lindau l, Hirschberg, Behling und Schlaack. Es wird beantragt, daß Herr Schweitzer eine kombinirte Versammlung einberuft, in welcher über die Fachschule und über die Reiseunterstützung berathen werden soll. Namentlich soll die Reiseunterstützung gezahlt werden, damit die fremden Kollegen nicht wie in früheren Jahren Inach der �christlichen Herberge gehen, da wir doch unsere eigene Herberge haben. Kleine Städte zahlen Ü0 Pf. und Berlin, welches 6 Filialen hat, kann es den fremden Kollegen so einrichten, daß denselben 2— 3 Tage Logis und Morgens Kaffee außerdem eine kleine Reiseunterstützur.g gewährt wird; dann würde der fremde Kollege auch viel eher abreisen, wenn nicht viel Arbeit vorhanden ist. In Betreff des Pfandgeldes für die Bibliothek wird der Betrag von S0 Pf. einstimmig angenommen. Es wird nochmals dringend gebeten, daß die Streiklisten, welche noch ausstehen, eingesandt werden mögen, da die Abrechnung sonst nicht erfolgen kann. Sollten die Listen nicht abgeliefert werden, so müßten die fehlenden mit Namen und Wohnung der Inhaber bekannt gemacht werden. Für die Streikmarken sollmehr agitirt werden, so daß Jeder die Woche 50 Pf. zum Streikfonds beitragen soll. Am Sonnabend Abend sinvet eine Versammlung der Maler in Friedrichshagen statt zur Gründung eines neuen Verein«. Außerdem wird noch dringend ersucht, daß entsprechend der Mitgliederzahl des Ostens, welche über 400 beträgt, die Kollegen sich mehr an den Versammlungen befreundeter und benachbarter Kollegen betheiligen, weil diese Versammlungen oft sehr schwach besucht find! Gäste haben jedesmal Zutritt. Es ist dies ein gutes Mittel, die Indifferenten aufzuklären. Die Filiale Ost feierte am Sonnabend, den 31. August, das erste Stiftungsfest, an das sich ein genüthliches Zusammensein mit Tanz in Heise'S Salon, wo die Kollegen in heiterster Stimmung bis zum siuö" Morgen zusammen waren, anschloß. Es wird dnngm° beten, die nicht abgesetzten Billets zurückzuliefem, damu Abrechnung erfolgen kann.,, Der Intereffenverein der Kistenmacher Sonntag, den 8. September, im Lokal Dcigmüller, J® straße 48a. Die Tagesordnung lautete:„Was hat und de. neralstreik gelehrt? Und welche Schritteshaben wir fernerzuthun■ Verschiedenes. Der Referent Kollege Tschernia stwt ßch.. unsere Bewegung so große Erfolge hatte. Aber leider sich viele Kollegen nicht an die mit den Prinzipalen vn karten Normen. Z. B. wird in verschiedenen Werkstatten IM' auch sogar Sonntags gearbeitet. Der Redner führte weiter' daß man sich vor dem Fabrikantenvercin vorsehen möge, Wll(IUI UUi. VCIU(JUUtUUmCUÜt'ltlU ÜVlsCVtH V n Herren, sobald dieselben sich stark fühlen, auch versuchen we' die Preise zu drücken. Auch möchte später eine Kommission gew«� -iJiuic zu uiuucn. Ätuai inowre Ivllier eine werden, welche den Kollegen die Arbeit nachrechnet, otsg>e>�, in jeder Werkstatt des Sonnabends die Pereinsbeitrage o. die� in denselben gewählten Vertrauensmänner zu � Während einer Pause von 15 Minuten ließen sich vme» legen als Mitglieder aufnehmen. Zur Diskussion führte xo � Kaufhold an. daß ein Klavierarbeiter in einer KistenimL f Kaufhold an, daß ein Klavierarbeiter m arbeite und nicht dem Kistenmachervereine ........................................... angehört««A Darauf wurde mit allen gegen eine Stimme beschlolim, fSrtTlrtrfzot 1«vtoT<£>A•«->«< v< f SV1 v � �(t a*.«v«kmi Holzarbeiter, welche in unsere Branche übertreten, schreibegebühr zu zahlen hätten. Nachdem noch oinrm m, Kollegen eine Unterstützung gewährt worden, schloß oer. sitzende die Versammlung mit der Bitte um ein treues, mm a Zusammenhalten. Sflt SIS Stgm 1 CS !llmi Süi "chcrha fdtr Ri i®Rf! Y.' cn K �chauu, mit Ichi JjCflHi togor den dos I Theater. Mittwoch, den 11. September. Hans Heiling. Hchanfpiethau». Die Rantzau. Urntsche« Theater. Faust. 1. Theil. - Theater. Eyprienne. Die Schul- reiterin. H-rwArtch. Wilhelmstädtische« Theater. Karin. Wailaer-Theater. Geschlossen. B»trt»rt«-Gve«rtr». Stanley in Afrika. Wstead-Theater. Die Bettlerin und ihr Kind. AeAmeKteaere- Theater. Professor Klint (Svärsar). KStngstäb Lumpazi-Vaga- »dtisches Theater. Kundus. Krell« Theater. Die weiße Dame. l?e«tral.TH-«ter. Leichtes Blut. Adatph»raft'Theater. Flotte Werber. Neftdeat-Theater. Fernande. «edr. Kichter'» Dariätä. Spezialitäten- Vorstellung.„ Netch»haUen- Theater. Gr. Spezialitäten- Vorstellung. Allen Freunden und Bekannten die traurige j Nachricht, daß unser kleiner Sohn vtto Schall am 9. September, 7i Uhr Morgens, verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dm der 12. September, Nachmittags 4 Uhr, von Leichenhalle de« JakobikirchhofeS aus statt. Um stilles Beileid bittm die tiefbetrübtm Eltem 1445s lluguate und llmil Schall. Goldschmiede. Am 7. September verstarb unser Kollege, der Silberarbeiter Wilhelm WUatnBachci.. Die Beerdigung findet am 11. September, Nachmittags 6 Uhr, auf dem alten Georgen- kirchhof am Kömgsthor statt. 1444s I. A.: Henning, Rendant. Tozililhemkrllt. Wahlverciii im 4. Bcrl. ReWaMsM Große Versammlung iii. Kerliner Theater. Mittwoch, 11. September: Ter«aufmann von Venedig. Donnerstag, 12. Septbr.: Ter Schwabenstreich. Freitag, 13. September: 2. Abonnements-Vorst.: Corlolanua. Alle Lrevnde der Mhen Zettel vom 11. Sept. finden sich heute Abend 8 Uhr ein bei llShn, Köpnickerstr. 130. 11424 am Donnerstag, den 13. Sept., Adends 8 ss im Lokale des Herrn Hasse(Königsdank)» Große Frankfurter- Straße 117. i'll�lls-onouuulZi t 1. Die bevorstehenden StadtverordnetenwaM Referent: Herr Stadtv. rul�auen. Korreferent: Herr$1$ drucker Wilhelm Werner. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes und Fragekasten... � Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen.— Der Wichtww Tagesordnung wegen wird ersucht, zahlreich zu erscheinen. ven Vorstand'__ � e I American«Theater. 1366 DreSdeucrstr. 55. Täglich Vorstellung. �-Vsitmai 1 Tr. v M.— 10«. VCXWF Itaisar-Panoraiiia.. In dieser Woche: Reu I m. Cycl.: Pariser Welt- «uSftelluug. Jutereffante Erinnerungen aus dem Feldzug 1870/71. Im AuSstellungSpark: L. Tyel.: Pauls»» Wettou-stelluug. «ine Reffe 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. S Steffen 1 M. Allen Freunden und Genossen zur Kenntniß, daß ich von meiner Badereise wieder zurück- gekehrt und gesund und munter angelangt bin. Berlin, den 9. Sevtember 1889. 1437] Adolf Bornemann, Tischler. KeslnhaidlNS.; Billige Reste zu Knaben- roßen Hosen, zu großen Kleider, Plüs Taillen, auch Lausitz er Platz und kleinen Anzügen, Paletots,' Regenmäntel,� Atlas, Sammet, leicb zugeschnitten. e Waldemarstr.) zu Harle,' 13k« H Pen lefern dieser Zeltnno i geben wir bei Cinkanf 5 pCt. 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Um das Erscheinen lämmtlicher Ko» ersucht[1443] Der Emberufer: C. Thieme, Ruppinerstr. 3- en wo L? schle «»suche >ck uni t°'rda 5� der u Im. da' PWit jou i ans ?Ptrenn! �sch«IS � gar I« de- «»«e. alz 5» babta �daiter ?»'ch flu u. i |«2Wlnr �uerbin & �? 1 � Btli. An die Ardeiter der Tertilindustrie Deutschlands! Von vielen Arbeitern der Textilbranche, namentlich von Seiten der Gründer der „Manufaktur-Arbeiter-Zeitung"(Herren Je y und Genoffen in Gera) und dem Vorstand der Krankenkasse der Weber, Wirker-c.(Sitz Chemnitz), wurde die unterzeichnete Buchdrucker« ersucht, eine Zeitung herauszugeben, welche««sschltetzltch die Interesse» der Arbeiter der Texttl- Wir haben uns deshalb entschlossen, mit dem 1. Oktober er. eine 1 Mal wöchentlich erscheinende Zeitung unter dem Titel: WtT Der TertU Arbelter. Organ zur«ahrung der Interessen»er Weber, Wirker, Färber. Spinner, vandwtrker. Stricker, Posomenterer� Sttcker, Raschmackcr, Setler Handschuhmacher ,e.. rdentuell OfsizlelleS Organ der Krankenkasse der Weber, Wirker u. f. w.(Sit; Chemnitz) und des Wirkrr-BerbandeS herauszugeben. Außer der Mitarbeiterschaft der Gründer der„Manufaktur- Arbeiter- Zeitung und des Vorstandes der Krankenkasse der Weber u. f. w., haben wir noch eine große Anzahl tüchtiger Mitarbeiter für da« Unternehmen gewonnen... Der AbonncmentSpretS des Organs soll pro Eremplar K0 Pf. merteliahrlich betragen, durch die Post bezogen 75 Pfg. Die Filialen«halten bei Bezug von über 50 Czemplaren besonderen Rabatt. Der JnscrtivnSpretS beträgt pro Ispaltige Korpuszeile 10 Pfg. Korrespondenzen, Aufrufe, Mittheilungen, Inserate it., für die Provenummer muffen bis spätestens Montag, den s. September, in unseren Händen sein. Die Probenummer erscheint am Sonnabend, den 14. September, und wird gratis geliefert. Hochachtungsvoll Burgstädt t. e.-1. Walther's Kuchdrückerei. Grosse Versammlung i>. BneiiS d. MhuMiiiw-«. SmiilirdeitMilei Verl. t M am Mittwoch, den 11. Sept., Abends 8; Uhr, in Scheffer'» Salon, Jnfelstr. l0'n� Tages-Ordnung:_[.ji L Ist die Organisation der Arbeiterinnen nothwendig? Referent: Herr Fr, Besprechung der Näh- und Plättstubenarbeit. 3. Diskussion. 4. Aufnahme neuer 5. Verschiedenes.— Herren sowie Damen aus allen Berufszweigen haben Zutritt. Zur Erscheinen vi d« Unkosten Tell«sammlung. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet Ter Borsttw� Bettfedern, aunen9 Gänsefedern� staubfrei, ä Pfd. von 1 Mk. an. Fertige Vtstt grosser Auswahl empfiehlt 1277 H* Glaser, Grüner Weg 47, 1 Trepp�� ÜÄ"'' M„«ne Zchsthw H'Uch �'usti der '�ll das �nchen �VUrnL � bei I. Nb: «V we >6%, IE Berlin S. A. Schulz, Berlin S. Rr 8?4. Wasserthorstratze Nr. SS Mösl- mck Polstemaarm FaKriK. Gediegene Arbeit. Zettgemäste Preist. Conlante Iahlungsbeding««� Soeben erschien: Die Keschichte der Krde. Von K. Komme». Heft? 9.2....... ä Kest 20 Pfennige. Zu beziehen durch die Expedition, Zimmer straße 44. Zenttal-Kranken-«. Sterbrkasse der Tischler«. s. w. (Gertliche perwaUnng« stelle Kerlin A.) Mittwoch, den 11. September, Abends 8s(Uhr: Ritgliti!tt-Pcrsliimillmg in„Süd-Ost", Waldemarstr. 75, Tagesordnung: 1. Wahl des Vorstandes und der Beitrag- sannnler d« Verwaltungsstellen B«lin A und Berlin H, 2. Wahl der Aerzte. Mitgliedsbuch legitimirt. Jedes Mitglied ist verpflichtet, in dies« Ansammlung zu erscheinen. 14121 Tu Ortöverwaltung. teppdecken- Fabrik, Granienstr. 158, 1357] Emil Lefövre. Große Auswahl Steppdecke« in Seide, Wolle und Salin von 4 bis 30 Mark. Einzeln r wenig be» schädigte Steppdecken ö 3 Mk. Geübte Einsetzer auf Kinder-Pistolen v«- langt A. Knappe, Wrangelstr. 139. 11441 pliel, -l L�s eigen. Fabrik. Gr. Lager, dlU. 1 1 Emil HeÄ Brannenstr. 38, Theil«. nach üebe JchUtti Ift. sin Ii??Ug � Äiinte � Volk Atzte auf !£� � die 'bvchtv jHlqnmi Erfvi 3 es Zerleg! Auf Echten Kordhänst� Lit« 80 Pf., im Rcsiaurant von Emil Böhl, Frankfurt« All� Arbeitsmarkt. 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Fett ici Liedig nicht ein plastisches oder blutbildendes, sondern . c- 0..r<.<....-Ai�r CT\~. f\t>n tkgen »er l JUg r* mu;i tili iJiuinjuiVi» wv»v-----------------,- W �'p'ratorisches NabrungSmittel. Der Sauerstoff, den �jrr.�chmen, sucht nach Opfern seines Ve.brennungsbedürf« und dazu steht in erster Linie das Fett, das ja auch Ä.d des Körpers in Form von Talg- und Stearinkerzen .' Rubol für Lampenlicht— damals kannte man das Petro- ''»""'...........-f-K... 5n.U„At„nnä- '"W- Ut» KJClVltuuuiiyoT.v,, 0------.---- djjv dienen muß. Findet der Sauerstoff kein Fett vor, so er andere Körpersubstanzen, was augenscheinlich den 31m\■l0rl)c,: in große Vcrbrennungigefahr bringt. Solche �nrauung, wonach das Fett lediglich als Respirationsmittel, die»» äderen Worten zur Erzeugung der Körperwärme j, b''ch'en durch die Erfabrung glänzend bestätigt zu sein, da s°Ite5»r'�ehr um so stärker wird, je Höher man nach den j..s? �riimaten de« Nordens dringt; ja die Lappländer kneipen �. den klaren Fisch thron, also ist die Sache in Ordnung ifen■ �iioenöl der Italiener und Spanier, das dieser �°ue bedenklich im Wege steht, war unter der Hand ver- einer Nebenher wurde dem Fette auch der Makel schlechten Verdaulichkeit angeheftet, während die neueren Tn?!} uberem stimmend lehren, daß täglich bi« zu 300 g (.Ii??ud mehr ohne alle Beschwerde mit größter Lcichlig- �'— v-f? r.#.: i MW d'Wu und mehr ohne alle.......nzf—.'in' y verdaut wer den können. Die Unvcrdaustchkeit � im� Verein der untergeordneten Rolle in I�V dflß in der gebildeten Welt der Ernährung brachten es »iti—"-.—................ das Fett bedeutend unter- �.»t wurde, ja, daß viele den Fellgenuß als höchst über- T7 ansahen und noch heute ansehen. Kommt fettreiches, �achtes Rindfleisch auf den Tisch, so wird das Fett sorgfältig 53xtnni und beiseite gelegt; man will nur mageres Rind- Ich als Kraftmaterial verzehre». In der Wirklichkeit gestaltet �Unlich hix Fettscheu nicht so schlimm, weil wir der Fett- Sur viele haben und daher oft recht viel Fett unabstcht- j?* W den Körper hineingeschmuggelt wird. Wir baben feste � 5'*Is da find: Speck; Hammel-, Rinds- und Gänsefett; jfuIiK m schmalz- und buttermtige Fette, wie Schweineschmalz, drtir???- Margarinbutter, Kokoönußbutter u. deral.? wir haben il»�. süffige Fette, z. B. Olivenöl(Baumöl), Rüböt, Leber- ;>/? u. s. w.— alles da« ist»Fett" und wenigsten« Hinsicht- festen und schmalzartizen Fette von ungefähr gleicher w��tarzusammensetzung(70 pCt. Kohlenstoff, 12 Prozent �?sterstoff und 12 Prozent Sauerstoff). Alle Fettarten sind von ungefähr gleicher physiologischer Bedeutung. -im belieben zu einer andern greifen....... « j"t ,n ist bekannttich die Margarinbutter, die eigentlich die Kuhbulter ersetzen soll, sondern nur den Zweck hat, % fr- nahrhafte« Feltgemisch wie die Kuhbuttcr zu weit Z�lera Preisen zu bieten. Heutigen TazeS weist man dem tz.'/'nr ganz andere Stellung zu; es ist unentbehrlich für das �.!hum de« jugendlichen Körper«, es ist nicht minder K?t1ich für die Unterhaltung de« erwachsenen Körper«. Ter jJ�inftinft wußte das schon längst. Sobald dem Säugling j?°nr der Muttermilch ein Ei gereicht wird, entfernt man sorg- CR da« Weiße vom Ei und gicbt dem Kinde nur den sehr v�chen Dotter, in welchem ja auch das junge Hühnchen sein �t«rnährung«mittel findet. Es ist ferner bekannt, daß Hafer- beim Kinde als gewöhnlichstes Ersatzmittel für Milch "■ Hafer macht selbst ein Pferd stark— vielmehr einen Freilich! aber sollte doch nicht auch da« Fett in "~? r_______ ra WlS5 UtlUUyiHHAf IH.V|_____ y 3a, Hafer macht selbst ein Pferd stark � vielmehr einen jcRtmg! Freilich.' aber sollte doch nicht auch das Fett in »Ne* kommen? Hafer ist nämlich diejenige unserer- Getreide- 6 utc B,elct,e am meisten Fett enthält, nämlich durchschnittlich — k f„„m gf,,,. 9 n(j;t neben, durih- I weieye am merirrn scn rn»)»»,»�.�,1 während Weizenarten kaum über 2 pCt. geben yF.'uch sogar noch unter 2pCt. Fett bleiben. De... z �aer Mais am nächsten mit durchschnittlich S pCt.; unter !- sind nur sehr wenige Maissorten verzeichnet, desto mehr über 5 pEt., ja einzelne Sorten erreichen 7 pCt. und «er e> dritten Genossen im Bunde nennen wir den hch Fugend so wohlthätigen Leberihran, der wahrschein- »JM Sommer so gut genommerr werden kann wie �CÄ�ter, wenn man nur einmal den Versuch durchführt. z. vuuiitr, wenn man nui humiu. Voltsinftinkt verhalf auch den Erwachsenen zu'hrem An- N'e aus Fett. Ein Gemüse z. B. ohne.Schmalz und Salz l«? jammervolle« Gericht, daher bemüht die gute Kochm, Gemüse tüchtig mit Fett zu arm 01,------- 7,--- mi; ftooen". Mit vollem Rechte, an Fett oder fettähnlichen l�'�unuie luchtig m»t eie ���e�emüse�ndsehr Die Klugheit der KchWulden. Mit den Schwalben kann man sich anfreunden und ihre "Pveise aus nächster Nähe beobachten. Auch ohne das i6r-Mw, die dem Menschen so nahe wohnen, zu mancher tz�vssanten Wahrnehmung Anlaß. Wir können in das «/Geblieben der Thiere überhaupt nur stückweise Einblicke jr?» eben deshalb ist eS von Werth, wenn allerlei Einzel- -Pachtungen zusammenkommen, die in ihrer Vereinigung gezwungen darthun, daß daS Thier seine Handlungen nach �Erfordernissen seiner Lage einrichtet, mit andern Worten: nZki, wenn auch innerhalb beschränkter Grenzen, mit �kegung handelt. �Auffallende Beispiele von unzweckmäßigem Handeln � fri naturgemäß am leichtesten Beachtung, sind aber aller- auch der Gefahr des Ausgcschmücktwerdens am meisten �w�setzt. Bei den Schwalben fehlen sie nicht. Wohl C�uann kennt die Geschichte von dem SperlingSpaar, "**——-fA v— t, ArtWAUf /»♦>«> kennt die Geschichte von dem Vperlmgspaar, � Schwalbennest durch gewaltsame Besetzung ßJ�f-ignet hatte; als die rechtlichen Eigenthümer einsahen, Eindringlinge sich nicht vertreiben ließen, holten ">»>, Freunde zusammen, und die vereinigten Schwalben die Sperlinge in dem Nest ein. Die Erzählung ) für die Veranstaltung von Sammlungen zur Er- richtung eines Denkmals für Kaiser Friedrich III., d) zur Vor- berathung über eine Reform des Feuersozictäts- Reglements, c) zur Voricratbung der Angelegenheit wegen Gewährung der PensionS- Berechtigung an die technischen Lehrer der städtischen höheren Lehranstalten, sowie wegen Einführung eines neuen Aszensionsmodus für die Oberlehrer w. an den städtischen höheren Knabenschulm, d. zum Ankauf von Grundstücken am Neuen Markt— Vorlage, betr. die Verpach- tung von zwischm Treptow und Rixdors belegenen städtischm Wiesmparzellen— desgl., betr. die Abänderung der Bauflucht- linie vor den Glundstücken Holzmarktstraße 43 und Kraut- straße 29— desgl., betr. die Mielhung eines LageSplatzeS des Anhalter Bahnhofes zum Bau einer Rathswaage— desgl., betr. den Jahresabschluß der Stadt-Hauptkasse pro 1. April 1888 89— desgl., betr. den Geschäftsbetrieb der Sparkasse im Vierteljahr Äpnl— Juni d. I.— desgl., betr. den Verkauf der am Kottbuserdamm im Gemeindebezirk Rixdors belegenm, der Stadtgemeinde Berlin gehörigm sogenannten Dammenden— desgl., betr. die Annahme einer letztwilligm Zuwendung der verstorbenen Frau Rentier Mette— desgli, betr. den Verkauf von Baulichkeiten auf dem Grundstücke de« Krankenhauses Schwalben, die gerade Zunge hatten, führte ich dm Ver- schluß aus und öffnete eine Fallthür, die aus der Remise auf einen Speicher führte, dessen Fenster immer weit offen stand. Die Thierchen kamen bald wieder, untersuchten auf- merksam die Spalten in der Thür und im Fenster der Re- mise, fanden aber den neuen Eingang nicht. Da öffnete ich die Thür, und sie flogen hinein, und ich schloß sofort hinter ihnen zu. Jetzt, von innm heraus, fanden sie sehr bald dm Weg durch die Fallthür und das Speicherfenster; aber bei der Rückkehr war die Sache nicht so einfach. Sie zögerten lange, ehe sie es wagten, von obm nach unten durch die Fallthür zu fliegen. Endlich, nach mehreren Stundm, entschloffen sie sich, den einzigm Weg zu nehmen, der ihnen übrig gelassen war, nicht ohne vorher oft versucht und ge- zaudert zu haben." Grade die« Zaudern ist bezeich- nend: es lehrt, daß die Schwalben sich dem nmm Wege nicht eher anvertrauten, als bis sie dessen Sicherheit erprobt hatten; sie haben also bezüglich dieser Sicherheit einen Prozeß des Lernens durchgemacht, der einige Stunden dauerte. Zm allgemeinen haben die nestbauenden Vögel die Eigenschaft, daß sie den Unrath ihrer Jungen sorgfältig im Schnabel wegtragen und ihn aus der Nähe des Nestes ent- fernen. Die Zweckmäßigkeit dieser Einrichtung liegt auf der Hand; thätm sie eS nicht, so würde jedes Nest sehr bald durch dm angesammeltm Unrath von weitem kenntlich ge- macht und die Räuber hättm leichtes Spiel gegmüber dm jungen Vögeln. Eine Abweichung von der Regel findet sich demmtsprechmd nur bei Vögeln, die so stark sind oder an so schwer zugänglichen Stellen wohnen, daß sie keine Räuber zu fürchten haben. Hochnistende Raubvögel, z. B. auch Rabm und Kormorane, lassen dm Schmutz ihrer Jungm fallm, wohin er will; an die einen kommt kein ge- wöhnlicher Kletterer, und was die anderm angeht, so dürfte der verwegenste Marder es sich dreimal überlegen, ehe er Moabit zum Abbruch— desgl.. betr. die Vertbeilung von Zinsen des Vermächtnisses Sr. Majestät Friedrich Wilhelms III. — Eine Anzahl Rechnungen.— Berichterstattung, betr. die Neuwahl eines Bürgerdeputirtcn für die Steuer- und Einquar- tierungsdeputation. sowie eines ersten Stellvertreters für die Abgeordneten der Stadt Berlin zum Kommunal-Landtage.— Eine Remunerationssache. ZlngcWöhnliche KonsteUatione«. Wir wissen, schreibt A. Grützmachcr in der„Magd. Ztg.", dah die Planeten in verschiedenen Abständen von der Sonne und mit verschiedenen Geschwindigkeiten ihre weiten Bahnen um den Zentralkörper unseres Spftems beschreiben. Außerdem fallen ihre Bahnebenen nicht vollständig zusammen, sondern dieselben sind um geringe Winkel gegen einander geneigt, so daß eine sehr nahe Zusam- menkunft auch nur von zwei der größeren Planeten eine Selten- heit, dagegen eine nahe Konjunktion von drei größeren Planeten ein Ereigniß ist, welches nur nach einer Reihe von Jahrhun- derten wieder eintritt. Am 20. September d. I. findet eine scheinbare Zusammenkunft zwischen Mars und Saturn statt, und zwar ist die Annäherung beider Planeten eine so große, wie sie wohl noch nie gesehen worden. Um 8i! Uhr Morgens stehen sich beide Himmelskörper am nächsten und um diese Zeit beträgt ihre scheinbare Distanz weniger als 1 Bogenminute oder ungefähr den dreißigsten Theil des Monddurchmessers. Da bei uns die Sonne schon seit 5 Uhr 44 Minuten über dem Horizont steht, so kann die eben erwähnte größte Annäherung bei uns nicht wahrgenommen werden. Dieselbe wird jedoch mr die Beobachter in Amerika, wo die Sonne über 5 Stunden päter aufgeht, bequem sichtbar sein. Die beiden Planeten ;ehen bei uns um 2 Uhr 47 Min. Morgens, also ungefähr >rei Stunden vor der Sonne auf, und es dürfte daher 4� Uhr Morgens die geeignetste Zeit zur Beobachtung sein, weil sich zu dieser Stunde die beiden Gestirne schon in einer Höhe von 13 Grad über dem Horizont befinden und außerdem die Mar- gendämmerung noch nicht stört. Die Distanz beider Planeten beträgt um jene Zeit wenig mehr als 4 Bogenminuten und nimmt noch ab bis Uhr, wo die größte scheinbare An- Näherung eintritt. Mars befindet sich in einer Entfernung von 49 Millionen Meilen von uns, während Saturn 201 Millionen Meilen entfernt ist und daher in gerader Linie noch um die Strecke von 152 Millionen Meilen jenseits des Mars steht. Das menschliche Auge kann nach mehrfach angestellten Ver- suchen zwei gleich helle Punkte noch getrennt erblicken, wenn die scheinbare Winkeldistanz wenigstens 5 Minuten oder /, des Monddurchmessers beträgt; liegen die beiden Punkte näher an einander, so sieht man bei gleicher Helligkeit derselben nur ein, etwas längliches Gebilde. Bei sehr ungleicher Lichtstärke zweier Punkte geräth schon bei einer Distanz von 10 Minuten der schwächere so vollständig in den Zerstreuungskreis des helleren, daß er überhaupt unsichtbar wird. So wären z. B. die Jupitersmonde hell genug, um mit freiem Auge gesehen zu werden, wenn der stark leuchtende Hauptplanet nicht neben ihnen stände, da der vierte Mond eine Distanz von 10 Minuten vom Jnpiter erreichen kann. Da die beiden Planeten um 4£ Uhr Morgens nur wenig mehr als 4 Minuten von einander ab- stehen, so werden sie den Anblick eines einzigen länglichen Ge- stirneS darbieten, und man wird daher schon eine schwache Ver- größerung anwenden müssen, um beide Himmelskörper einzeln zu sehen. Zur angegebenen Zeit steht MarS etwas rechts und oberhalb des Saturn. Zufälliger Weise ereignet sich die Kon- junknon dieser beiden Planeten auch noch ganz in der Nähe eines Sternes erster bis zweiter Größe, denn nur anderthalb Mondbreiten unterhalb befindet sich Regulus, der Hauplstern im Löwen. Außerdem steht im Südosten in dreifacher Höhe der Mond, dessen schmale Sichel mit ihrem Silberscheine dem Beobachter entgeqenfchimmert. Von ungewöhnlichen Kon- stellationen der früheren Zeit ist besonders die Konjunktion zwischen Juputer und Saturn im Jahre 1603 er- wähnensweclh. Diese beiden Planeten waren sich scheinbar am nächsten am 17. Dezember. Im Frühjahr des Jahres 1604 kam der Mars zu den beiden noch immer nahe- stehenden Planeten hinzu und im Herbst leuchtete in der Nähe am östlichen Fuß des Schlangenträgcrs ein neuer Stern auf, der sich im Anfange durch ungewöhnlichen Glanz auszeichnete, jedoch am Ende des Jahres 1605 den Augen völlig ver- schwand, die bekanntlich damals noch nicht bewaffnet werden konnten. Keppler bat über diesen Stern, der in der Nähe der Konjunktion von Jupiter und Saturn plötzlich am Himmel aufleuchtete, ein eigenes Werk geschrieben und in demselben zu- erst die Ansicht ausgestellt, daß der Stern der Weisen, welcher bei Christi Geburt erschien, aus einer Vereinigung des Jupiter, Saturn und irgend eines außerordentlichen Sternes bestanden habe. Bekanntlich wurde die jetzige Zählungsweise der Jahre von dem Römischen Abt Dionysius im Anfange des 6. Jahr- Hunderts eingeführt, der Christi Geburt an das Ende des Jahres 754 der Stadt Rom setzte. Allein mehrere gelehrte Kirchenväter des Mittelalters und Historiker der neueren Zeit haben es durch ihre Untersuchungen wahrscheinlich gemacht, daß Christi Geburt vielmehr schon an das Ende des Jahres 747 der Stadt Rom zu verlegen fei. Läßt sich daher für diese Zeit sich mit feindlichen Absichten in ein Krähendorf ivagt; er würde arg zerpflückt werden. Die Schwalbe hat nun für gewöhnlich dieselbe unreinliche Eigenthümlichkeit, wie die Adler und Raben; der Unrath ihrer Zungen wird unmittel- bar am Nest fallen gelassen, und das letztere wird dadurch zu einer Schmutzquelle für seine Umgebung. Diese Unter- lassung hat nichts Bemerkenswerthes; die Schwalbennester sitzen ja in der Regel unter Balken und Gesimsen, ihr Inneres ist für Katzen und Wiefel unzugänglich, es ist also überflüssig, zum Schutz desselben eine besondere Äeinlichkeits- anstrengung zu machen, und es wird gewiß anzunehmen sein, daß die einzelne Schwalbe sich durchaus nichts dabei denkt, wenn sie den Schmutz aus ihrem Nest dicht am Rande desselben zu Boden fallen läßt. Um so be- merkenSwerther ist eS nun aber, wenn die Thierchen in ein- zelnen Fällen, wo es sich um ihre gesicherte Existenz han- delt, von dem Herkommen abweichen und Reinlichkeits- gewohnheiten annehmen, die ihnen für gewöhnlich fremd sind. In Japan wohnen sie vielfach in den Wohnhäusern der Eingeborenen, deren Thüren bei Tage und meist auch bei Nacht offen stehen. Man schützt sie und pflegt unter ihren Nestern kleine Brettchen anzubringen, welche den Schmutz vom Boden abhalten sollen. Nach glaubwürdigen Berichten haben viele der Thierchen dort schon gelernt, daß Schutz- brettchen überflüssig zu machen- sie tragen den Schmutz im Schnabel heraus und werfen ihn erst im Freien ab. Ein- zelne Exemplare lernen bei uns das Gleiche. Herr Baröty schreibt in der Revue Scientifique vom 15. September 1888: Das folgende kann jeder, der will, leicht kontroliren. In Neris les Bains, Departement de l'Allier, befindet sich im Hofe des Hotels Raphanel, 2t Meter vom Boden, ein Schwalbennest. Es hängt dort seit mehreren Jahren und die Baumeister erhöhen es jährlich um einige Millimeter. Als ich mich über die Anwesenheit des Nestes in dem sehr reinlichen Hof verwundertr, sagte mir Herr Raphanel, daß die Mutter seit mehreren Jahren allen Schmutz, der aus eine Konstellation am Himmel finden, welche hinreichend wich- tig erscheint, um die Aufmerksamkeit der Magier oder, wie Luther übersetzt, der Waisen aus dem Morgen- lande auf sich zu lenken, so würden wir für die aus rein chronologischen Anzeichen abgeleitete Ansicht auch aus astronomischen Gründen eine Bestätigung erhalten. Und in der That ereignete sich in jenem Jahre eine nahe Zusammen- kunft der beiden Hauptplanelen Jupiter und Saturn im Stern- bilde der Fische. Eine deiartige Konjunktion dieser beiden Ge- stirne stand aber von jeher bei den alten Astrologen in hohem Ansehen und ihr Eintritt wurde direkt als ein Zeichen des zu erwartenden Messias angesehen. Daß die Erscheinung des Messias durch ein außerordentliches Gestirn verkündigt und verherrlicht fein werde, war ein alter Glaube unter den Juden, der sich auf die Worte BrleamS im vierten Buch Mosis gründet:„Ich sebe ihn, aber noch nicht jetzt; ich schaue ihn, aber nicht nahe. ES tritt hervor ein Stern aus Jakob, es erhebt sich ein Szepter aus Israel u. s. w." Jdeler findet nun für die beiden Planeten im Jahre 747 d. St. die folgenden merkwürdigen Ergebnisse. Beide Planeten kamen im genannten Jahre zum ersten Male am 20. Mai im 20. Grade der Fische zu- sammen. Sie standen damals vor Sonnenaufgang am Morgenhimmel und waren nur einen Grad von einander ent- fernt; Jupiter ging nördlich beim Saturn vorbei. Um die Mitte des September kamen beide in Gegenschein mit der Sonne, so daß sie in ihrem größten Glänze um Mitternacht gerade im Süden standen, und auch jetzt war ihre Entfernung von einander nur wenig größer. Beide Planeten waren rück- läufig und näherten sich von neuem. Am 27. Oktober fand eine zweite Konjunktion im 16. Grade der Fische und am 12. November, wo Jupiter sich wieder östlich fortbewegte, eine dritte Zusammenkunst im 15. Grade desselben Zeichens statt. Auch bei den letzteren zwei Konjunktionen betmg die scheinbare Entfernung beider Planeten von einander nur etwa 1 Grad, so daß der eine Planet den Zcrstreuungskreie des anderen be- rührte und somit beide als ern einziges Gestirn, aber von nahe doppelt so großem Lichtkreis umgeben, erscheinen konnten. Wenn also die jüdischen Astrologen große Erwartungen hegten von einer Konjunktion der beiden Hauptplaneten im Sternbilde der Fische, so mußte ihnen gerade diese von außerordentlicher Be- deuliamkeit erscheinen. Dreimal gingen die beiden Planeten dicht aneinander vorüber und zeigten sich Monate lang nahe bei einander, als wenn sie sich gar nicht wieder trennen wollten. Als die erste Zusammenkunft im Osten stattfand, wurden die Magier aufmerksam, und da sie diese Konjunktion mit der An- kunft des erwarteten Messias verbanden, der nach alten Weissagungen zu Bethlehem geboren werden sollte, so machten sie sich auf den Weg, um dem Messias ihre Huldigungen dar- zubringen. Bei der Ankunft der Magier in Jerusalem zeigten sich die beiden Himmelskörper von neuem in Konjunktion und zwar in den Abendstunden am südlichen Himmel, und die Weisen folgten dieser Richtung, bis sie zur Stelle waren. So ist die dritte der von uns angeführten außerordentlichen Kon- stellationen wohl die wichtigste von allen, und das Gestirn, welches einst den Magiern als Führer diente, wird zugleich zur hellen Fackel für den Chronologen. Die Ilnterbringnng geisteskranker Gefangener in die hierzu besonders eingerichtete Abtheilung des Zellengefäng- nisses zu Moabit hat insofern eine Aenderung erfahren, als auf Grund einer unterm 13. v. Mts. erlassenen Verfügung des Ministers des Innern auch geisteskranke Gefangene aus den Provinzen Hannover und Hessen-Nassau hier eingeliefert werden können, während nach den bisherigen Bestimmungen nur solche Aufnahme finden sollten, die aus den Gefängnissen in Berlin oder den Provinzen Brandenburg, Sachsen, Schlesien, Posen und Pommern hierher überwiesen wurden, weil sie in Geisteskrankheit verfallen waren oder ihr Geisteszustand zweifelhaft erschien. Die seit dem 1. Januar 1888 eröffnete Anstalt dient dazu, die eingelieferten Gefangenen zunächst auf ihren Geisteszustand zu beobachten und, sobald derselbe als krank erwiesen ist, die Kranken einem angemessenen Heilverfahren zu unterwerfen. Das Aufnabmeverfahren wird in der Weise bewirkt, daß der Berliner Polizeipräsident über die Aufnahme zu befinden hat, an den die betreffenden Verwaltungsbehörden ihre Ge- suche um Aufnahme geisteskranker Gefangener zu richten haben. Diesen Gesuchen müssen beigefügt werden die Personalakten des Gefangenen, ein Bericht des Arztes über den Zustand dieses Geisteskranken, eine Aeußerung des Direktors der An- stau über die Haltung und Führung des Gefangenen sowie über die von der Bcamtenkonferenz ausgesprochenen Ansichten. In ärztlichen Kreisen hatte man eine größere Frequenz für das neue Institut erwartet; es scheint jedoch, als ob in zahlreichen Fällen, namentlich bei den sogenannten kurzzeitigen Gefangenen, die umständliche und kostspielige Uebersührung in die hiesige Anstalt, soweit als irgend möglich vermieden wird und man mit diesen Leuten, soweit sie eben nicht gemeingefährlich find, in den Prooinzial- Gefängnissen und Provinzial- Irrenhäusern auszukommen sucht. In der Untrrsnchnttgssache wider den Redakteur von „Neu- Berlin" haben am Sonnabend abermals Vernehmungen einiger bekannter Thcater-Direktoren vor dem Nntersuchungs- richter in Moabit stattgefunden. Die Herren wollten eben, so weit eS in der Sache selbst ihre eigene Pcrson betrifft, einen Strafantrag nicht stellen. Der Herr UntersuckungS- richter erklärte darauf den Herren, daß die Sache für den dem Nest auf den Boden siele, sorgfältig im Schnabel weit forttrüge. Und er fügte hinzu, daß sie das thue, weil man ihr sonst nicht erlauben würde, in dem Nest ferner zu wohnen." Zn der naiven Deutung des Landmannes, der da sagt: Das Thier weiß recht gut, warum es das thut, liegt in einem solchen Falle viel mehr Sinn als in der Ab- leugnung des Philosophen, der den Vögeln die Ueberlegung abspricht, weil sie nicht'in sein System paßt. Wie und wann den Schwalben von Neris das Verständniß dafür aufgegangen ist, daß ihre Existenz von der Entfernung des Schmutzes abhängen würde, das wird sich schwerlich er- Mitteln lassen; daß sie es aber haben, ist kaum zu be- zweifeln. Denn wenn ein einzelnes Thier etwas thut, was seine andern Artgenossen sämmtlich unterlassen, so kann man nicht den Artinstinkt, sondern nur die persönliche Ueber- legung für seine Handlungsweise verantwortlich machen; und wenn die Handlung, wie im vorliegenden Falle, äugen- fällig zweckmäßig ist, so bleibt nichts übrig als anzunehnien, daß das Thier sie den besonderen Umstänven seines Daseins angepaßt, mit andern Worten: daß es sie überlegt hat. Der instinktmäßige Trieb, den Unrath aus der Nähe deS Nestes zu entfernen, mag in der Thierwelt viel älter und viel weiter verbreitet sein als wir wissen; er mag auch in der Schwalbe als latentes Erbstück schlummern, welcher für gewöhnlich nicht benutzt wird, weil es bei ihrer Bauweise überflüssig geworden ist. Aber selbst wenn das der Fall wäre, so muß sein Wiederhervortreten im einzelnen Falle doch durch das Erkennen, daß sein Hervortreten zweckmäßig ist, bedingt sein. Die Schwalben durchfliegen weite Strecken, oft in großer Höhe; sie müssen also gute Pfadfinder sein. Wie es bei ihren Wanderungen nach dem Süden zugeht, das hat noch Niemand beobachten können, weil dieselben bei Nacht stattfinden; vermuthlich lernen die Zungen von den erfahrenen Alten die Wege und Richtungen. Daß aber auch das ein- öffentlichen Ankläger Anlaß gäbe, ex officio einjuschrelten- Hiernach dürfte eS sich bei den bezüglichen Fällen au« Wahrscheinlichkeit noch um Erpressung handeln, Jri bloßer Beleidigung Strafantrag der Geschädigten unnlaßa°> sein würde... Neben tintu vom Schicksal hart bestrafte»»»?' meldet der„Hamburger General-Anzeiger" folgenden"VN™ dort stattgehabten Vorfall: Vor einiger Zeit n>urde m«rem Vororte Hamburgs ein dort ansässiger Arzt in der Nacht zwei Herren herausgeklingelt, welche ihn dringend baten,«na» Verunglückten Hilfe zu dringen, der in einer benachba«:. Straße liege. Der Arzt lehnte dies Ansinnen unter manch« � Vorwänden ab, er wies darauf hin, daß er gesetzlich bu"?": nicht verpflichtet sei, einem solchen Rute Folge zu leisten.>. gehe auch Nachts überhaupt nicht zu Kranken, man möge i an den Potizei-Arzt wenden, der ia für solche Fälle angelt sei und deshalb kommen müsse. Die beiden Menschenfierm» suchten nunmehr den Polizeiarzt auf, welcher«ach uns««» 11 Stunden endlich zur Stelle gebracht wurde und die ue»' sührung des Verunglückten nach der Po.izeiwache anoronei, weil er den Verunglückten an Ort und Stelle die nolM Hilfe nicht zu leisten vermochte. Auf den Transport nach Wache starb der junge Mann. Bei der RekognoSzirung Leiche stellte sich heraus, daß em Vater seinem Sohn«, ärztliche Hilfe versagt hatte, denn der Sohn jenes Arztes, man zunächst zuziehen wollte, war der Verunglückte. � lieber drei Setrieb«««falle, welche sich während o letzten Tage der vergangenen Woche in königl. Fabrnen t Spandau ereignet haben, berichtet der„A. f. d. H.": Ä L Artilleriewerkstatt wurde einem in Berlin wohnhaftm.SchtflL das erste Glied des rechten Daumens von der Maschine m' schliffen; in demselben Institut traf ein Stück glühendes v>i einen Schmied im Gesicht. Die Folge davon waren eme n n Brandwunde an der Unterlippe und der Verlust zweier 5»�' Auf dem Feuerweckslaboratorium wurde einem Meckamk.r« der Stanzmaschick. das vorderste Glied des linken Zeigestng abgestanzt. a. Durch Aufgieße« von Splritas auf eine noa> verlöschte Lampe des zum Warmhalten der Speisen diene» i Apparats ist auch in der Küche des Zentral-Hotets ent iw herbeigeführt worden. Der Kochlehrling Wilhelm G-? 1 gestern diese Unvorsichtiakeit begangen und sich hierb« den in Flammen aufgehenden Spiritus so schwere öranej* letznngen zugezogen, daß seine Uebersührung in ein Kran»■ Haus bewirkt werden mußte. � Ein entsetzliches Unglück ereignete sich gestern w. mittag 11 Uhr in dem Hause Neue Königstraße 11.„( z,tl befindet sich die mit Dampfbetrieb eingerichtete Wäschefae von Borchardt sowie die Kartonfabrik von Perchel. UM � sagte Zeit ertönte plötzlich ein furchtbarer Knall, daß daS i®' HauS erbebte. Der daselbst befindliche Dampfkessel plodirt und hatte furchtbare Verheerungen angerichtet. verletzt wurden vier Personen, welche sofort nach dem n» Krantenhause Friedrichshain geschafft wurden, wo unS t® gelheilt wurde, daß sämmtliche Verwundungen sehr fw?�z Art seien. Drei Personen wurden leichter verletzt. DaS V® ist polizeilich abgesperrt. Tausende umstehen die Unglm� statte. Eisenbahnunfall. Der zwischen Berlin und St«� verkehrende Nachtzug gerielh gestern früh bei Tantow w"*| in Gefahr, daß er auf aus der Kopvel entkommenes und daS Geleise gerathencs Vieh stieß. Ein Rind wurde von v' Zuge erfaßt und getödtet, wobei die Maschine und ein aus dem Geleise kamen. Glücklicherweise konnte, wie „N. Stett. Zig." meldet, der Zug sofort zum Stehen werden, so daß ein größeres Unglück vermieden wurde.(11 Zug traf mit einer Verspätung von etwa zwei Stunden Stettin ein.„rs, Mit einem Schuß in der linke« Srustseite am gestrigen Nachmittag am Rande des Grunewalds, zwar an der Grenze von Dahlen und Schmargendorf, Leiche eines etwa 20 Jahre alten Mannes aufgefunden.�, Rechten der Leiche lag ein Revolver, und die geöffnete sowie die abgelegte Kravatte und die entblößte Brust, die blutumrandele Wunde zeigte, deuten unzweifelhaft z einen Selbstmord. Der Lebensmüde trug einen ansch«®.� noch neuen dunklen Anzug, und auch der schwarze Hut, � neben der Leiche lag, schien neu zu sein. Uhr und Kette htJE, an der offenen Weste. Papiere, welche Aufschluß über die w sönlichkeit des Selbstmörders hätten geben können, wurde» der Leiche nicht vorgefunden. Im Mallnertheater gelangen Donnerstag die Navu-u. erstmaligen Aufführung. Wegen Vorbereitung für Prcmisre bleibt das Theater heute, Mittwoch, geschlossen. Poliseibericht. Am 8. d. M. Nachmittags erlitt du beiter Strempel durch einen Stur» von der Treppe des Schwe.instr. 14 einen doppelten Bruch des rechten Beine*, � daß er nach der Charitee gebracht werden mußte. � 9. d. M. Vormittags stürzte ein Polizciwachtmcister vor Hause Jägerstr. 18 mit dem Pferde und erlitt hierbei ewe � scheinend nicht unbedeutende Verletzung am Kopf.—--Sil, fand vor dem Hause GreifSwalderstr. 72 eine Schläger«' wobei ein Schmied durch einen Messerstich am rechten llntet zelne Thier sich auf weite Strecken zurechtfindet, wurde g � vor kurzem durch einen Versuch festgestellt. Zu fstheydt Regierungsbezirk Düsseldorf befindet sich eine Anzahl. Schwalbennestern im Tanzsaal eines WirthS. Die sind auf einem Balken angelegt, der unter dem herläuft. Wie sie unter solchen Umständen zu thun p! haben die Thiere ihre Nester direkt auf den Balken setzt und nach oben offen gelassen. Der Besitzer schütr,� und kennt die Zahl der Nestinsassen. Am 24. Sept«? � 1888 wurden aus zweien der Nester drei alte, erwacht � Schwalben entnommen: ein Herr, der von Rheydt fN Berlin fuhr, nahm sie mit und ließ die erste in Güters � die zweite in Mmden, die dritte in Hannover fliegen. war jeder ein rothes Bändchen um ein Bein geb»*� worden. Dieses Bändchen haben sie sämmtlich a&flvLi, und eS hat deswegen nicht genau angegeben werden wann sie wieder angekommen sind, aber daß sie kommen sind, ist festgestellt; denn nach drei Tagen sämmtliche Nester vollzählig besetzt, sowohl von den* wie von den Jungen. � Der Versuch wurde unter recht ungünstigen Uinsta®,�. angestellt, denn die Thiere hatten vorher schwerlich von dem mit der Eisenbahn zurückgelegten Wege fj kommen; wenn sie sich trotzdem zurückgefunden mag ihnen der Heimweg wohl manchen vergeblichen Hs" � Herflug gekostet haben, aber daß sie es gethan, sprich� ,? schieden für ein großes Orientirungsvermögen. Viell«�, der Versuch, Schwalben zu Brieftaubendiensten heranzUPj� nicht aussichtslos; sie würden jedenfalls den Vorzug �unterwegs keinen feindlichen Angriffen von Bedeutung � gesetzt zu sein.( Köln. 3lg- 1®, 5 K! ÄtQllfi Jutlil C0" «ttlrn hh wurde, so dag ihm auf der SanitätSwache Linicnstr. 245 verband angelegt werden mußte. ** 18 ÄfSf8?"B der Krvöll-erungder Ktadt Kerlin. Zn i>cr Wo»c vom Lr* 24«unuft 1889 fanben 184 EheWlicSungen ftatl. Lebend gcborrn mlnS i??6 �nder, darunter 91 aubcrehelick. todtgeboren waren 41 mit 6 �'belichen Die Lebendgeborenen sind 29)8. die Tadtgcborenen 1,4 pro Weder, «e kl"."°""una. dte aueeredettlb wevorenen nno oc> ocn dN den Zodtaeborenen I4.S pCt. Die Zahl der gemeldeten Sterbesallc be> sS»™ die sich aus die Wockcntaae wie soigl vertheilen: Sonntag 74. «iwd � Dlenstag 95. Mittwoch 78. Donnerstag 79. Freitag 66, Sonn. Scutm i®on den Gestorbenen erlagen an Masern 0, Sckarlach 4, K �Diphtherie 29, Bräune 2, Keuchhusten G, Kindbcttsieber 4, Tvphui 3. «enickstarrr 0. Ruhr I. Svpbili« 0, Altersschwäche ID Gehirnschlag 16, UBEÜMtmDunq � Lungenschwindsucht 58, Diarrhoe 34, Br-chdurchsall 61 S�fw'otattl) 18. Durch Vergiftung tameii 1 Personen um. Eine« �.kLdmen Todes starben 15 Personen, und zwar durch Verbrennt ßdmdm 1" 1' Grdängen 1, Ertrinken 3, Uebersahren 5, Sturz oder i Z?»Nnde 3. Hierunter sind 6 T°de«säll- durch Selbstmord herbeigesührt. nach sind die Gestorbenen: Unter 1 Jahr alt 241 143 pEt. tsterbtichkeit), 1-5 Jahre 64. 5-15 Jahre 23. 15-20 Jahre II, t 41, 30-40 Jahre 30, 40-60 Jahre 60, 60-80 Jahre 80, Personen. In hiesigen.Krankenhäusern starben III, ein- »fc ieiM«i!!a!.??nstadt(1.) 16, Fricdrichstadt(II.) 14, gntortch. uno»ctmnf tat».JJrjffd'(DI) 80, Friedrich- und Tempethoser Borstadt(IV.) 44, Louisen- SliseafÄ"'-. wctillch(V..) 35, Luise, iftadt senscit. östlich(Vb.) 83, 5 6tr0i„, und Neu-Kölln(VI.) 49, Stralau« Biertel. westlich(Vll».i (Uj zz �uer Viertel, östlich(Vlld) 31, Königstadt(V1U.) 43, Spandauer Lintel M- i A dsdlsnlhaler Vorstadt, südlichr»bem« Ureseld 21,4, Leipzig 20.7. Magdeburg 30,2, München 27,9, 3» anderen»?' 24,2. Strahburg t. E. 23,9, Stuttgart 27.0 ausTanscnd ?lNio ni. A.r°°l>(ldten Europa« mit mehr als dreihunderttausend Einwobncrn ?4dlm,.t.e.rdlichkeitSziffer in Amsterdam 20,0, Budapest(Borwoche) 27,9, Awil Liverpool 19,0. London 14,9, Paris 21,4, Peteriburg(Vorwoche) st» 3«9(>'Aou(Vorwoche) 32.4, Wien(Borwoche) 19,9 aus Tausend. ES wur- stil Eine.) ne. 2126 Weggezogene gemeldet, so daß sich die Bevölkerung st?«en MUN« der nachttägltch gemeldeten Geborenen und de» Zuschlage«, stebrt kTs V�ogenm crfahrungSmäßig zugerechnet werden muß, um 1841 ver- lligzcü' dte Einwohnerzahl beträgt sonach am Schluffe der Berichtiwoche Za,et3n„. ß? der Woche vom 25. August bi» 31. August kamen zur Meldung idhtberi. pp �Ssälle an Tpphui 0, Pocken 0, Masern 10, Scharlach 78, '»crie 9o. Kindbettfteber 4. Gerilhks-J5eiftwg. >, Arr praktische Vertreter der Nawrh-ilkuad- und �gent der konzesfionirten Berliner Naturheilanstalt, Emil Mmann Dienegott Canitz stand gestern Vormittag unter Anklage der fahrlässigen Körperverletzung vor der ll. Ferien- Mfkammer hiesigen Landgerichts I. Derselbe ist beschuldigt, seine dem Tischlermeister M. H. Gericke gewahrte Be- vTNbl""' C rr.VC..._____ T__ Li... VV«t» l| V4;4VV4*4Vl|4V4-i» V• � � � O-----'~-- iuna die Körperverletzung desselben verursacht zu haben � p..*• vn.*■ ori.it orrv � x c z fd�U fcX*. M�sary i �-------- �_.„.- Paul Keller der Verhandlung bei. V. �ath Dr. Hahn, Dr. S ch u l z, Dr. Benno Holz und d.i /iiaul Keller der Verhandlung bei. Der Angeklagte be- «.stiie, den Inhalt der Anklage und behauptet, daß er den 'roten durchaus nach den Gesetzen der Naturheilkunde be- .JW habe. Der Patient habe eine Drüsenanschwellung .° Schwellung de« Obelschenkels gehabt und der L'e Zustand desselben habe das angewandte Ver- bedingt. Dasselbe bestand in erster Reihe in MBro Ein Packungen, Anwendung von zwei Dampfkruken 2 Stunden. Nachmittags 18° Ii. Beinpackung mit je rii Dompfkruke auf das Bein. Zur Ableitung wurde— nach �Grundsätze der Paarigkeit der Neioen— auch das gesunde bi?!| H'1.. Einpackungen bedacht. In der übrigen Zeit wurden Hüftpackungen gemalbt. Nachts 18° K. Rumpf-Umschläge �° Beinpackung und früh Morgens 18° Ii. Abreibungen. Die Mvf-Kompressen haben, nach seinen Erfahrungen, bei allen Rundungen die günstigsten Resultate erzielt. Nach alledem ro Alles gelhan, was die Wissenschaft der Naturheilkunde schreibt. Er habe den Patienten am 28. August, 30. August )„ l. September besucht, der Kranke habe sich dann aber l�Mdere ärztliche Behandlung begeben und am 3. Sep- �er bereits in Eisumschlägen gelegen. Dieser Eisbebandlung er allein die Verantwortung für den schlechten Ausgang JÖJf&ro. denn durch diese plötzliche Eisbchandlung sei die ,j?i«ge Schweißbildung unterdrückt und dcr Heilvorgang ver- d worden. Dr. Äahlow in Petersburg sage mit Recht, H«,»und Schnee die Nervenleitung vernichte und daß alle ii,4i �äng« in dem Organismus durch Eis zerstört und ver- ,j"),et werde. Dies zeige ja auch schon die Natur selbst, denn jj? eiskalte Nacht zerstöre alle junge Blüihen. Die Behauptung, � die Eisbehandlung die Eiterung verhüte, sei durchaus nicht im Gcaentheil, er könne aus seiner langjährigen Er- l� png viele ftälle anführen, wo durch Behandlung mit Eis die Dunstigsten Resultate erzielt worden sind. Es werde ihm die fü vorgeworfen, daß er durch Tieflagerung des Beines Gefahr hervorgerufen Habel er habe aber darauf zu er- daß die Hochlagerung eine neuere Errungenschaft sei H, 0 die Erfolge derselben noch sehr streitig seien. Ferner �"e man ibm von ärztlicher Seite vor, daß er ein Ignorant �- vnd das Naturbeilvcrfahren nur als melkende Kuh betrachte. . Poewurf sei ihm dcr schmerzlichste. Er sei an das z'prheiloerfahren erst herangetreten, nachdem er mit heiligem taf't die gehörige Vorbildung sich angeeignet. Zu Gunsten igen c der Menschheit dienenden Heilverfahrens habe er seinen g iuf als Lehrer an einer Bürgerschule aufgegeben und sich lifli ver großen Sache gewidmet. Tausende Patienten, stihT erfolglos von Aerzten behandelt worden seien, Hins seine Behandlung gekommen, hunderte chabe er Jjn* fr behandelt und alle seien ihm stets sehr dankbar gewesen. Ion» be er der Anstalt für Naturheilverfahren eine Summe ji-v 50g M. aus eigenen Mitteln zu Gunsten armer Kranken (�Wiesen. Er sei seit 1870 in seiner ärztlichen Thätigkeit, viele Vorlesungen bei Prof. Bock gehört, alle Zweige der »erk n beilspflefle mit Fleiß studirt und auch viel mit Aerzten ß,, rort. Dabei habe er die Hinfälligkeit der Therapie kennen �rot und vollständig eingesehen, daß die Aerzte keineswegs solide und sichere Grundlage am Krankenbette haben. Erst W Cr in Chemnitz an die Spitze eines Vereins für Natur- sei» geradezu gedrängt worden und bei der Krankkeit in ieii eigenen Familie habe er die Vorzüglichkeit des Natur- .�Verfahrens kennen gelernt. Er könne auch noch anführen, -!e» er bie klinischen Vorlesungen dcS PlofcssorS Volkmann in w" mit Eifer studirt und viel mit Aerzten an Kranken- v gearbeitet habe, wie sich denn auch manche Aerzte schon in /vn gewandt haben, um sich über das Natur-Hcilverfahren «»unterrichten. Er sei fest überzeugt, daß der Kranke voll- ff,r vig genesen wäre, wenn er seine Behandlung nicht aufge- «fG hatte und was die Kost betrifft, welche er dem Kranken wr t, so habe er nur im Allgemeinen alle reizenden '»n« verboten. Der Hauptzeuge, Tischler Gericke, be- daß er auf Empfehlung von NachbarSleuten sich an s/chviollen gewesen, doch habe er lich oen isruno me,rr % iUn0 nicht erklären können, da er zwar eine Flechte am "e, bie ihm aber nie Beschwerden machte und im '"be h1 von Rheumatismus Nichts kannte. Herr Canitz die obenfangegcbenen Verordnungen mit Dreiviertel- »be, Dampfkruken, Abreibungen?c. getroffen; er habe ctastf,," Behandlung absolut nicht aushalten können. Die hätten eine unerträgliche Hitze verursacht und die immer mehr zugenommen, so daß er vollständig von "in f• v vvd fieberte. Auf dringendes Anrathen der Nack,- '"mfe 8 dann schließlich der Dr. Keller gerufen worden. Er vemerken, daß, als er zuerst dcn.Schmcrz im Fuß spürte, von einer Anschwellung desselben nichts zu sehen war, daß er Tage vorher noch einen Marsch von Itz Stunden gemacht habe und der Angeklagte anfänglich geglaubt habe, daß es sich um Rheumatismus handele. Als Herr Dr. Keller eingriff, habe er sofort seiner Empörung über die angewandte Behandlung aus- gedrückt, vorläufig Eisblasen angeordnet und dann eine weitere Behandlung abgelehnt, da nach seiner Uebcrzeugung die Uebcrführung des Kranken in ein Krankenhaus nothwendig erschien. Dann habe Dr. Holz die weitere Behandlung über- nommen und gleichfalls seine Empörung über die Behandlung mit Dampskruken ausgedrückt. Am 15. September habe er sich, da eine umfangreiche Eiterung den Fuß ergriffen hatte- einer Operation unterwerfen müssen und habe dann bis Mitte Januar gelegen und zunächst erst an einem Stecken wieder laufen gelernt.- Frau Gericke bestätigt die von ihrem Mann ge- gebene Krankengeschichte und behauptet, daß sie die Umschläge, Kompressen, Dampskruken zc. genau nach Vorschrift angewandt habe.— Der Angeklagte behauptet, daß die Frau die in Tücher gehüllte Dampfkruken, welche an die Unterschenkel gelegt werden sollten, allem Anscheine nach an die Oberschenkel gelegt habe, doch bleibt Frau Gericke dabei, daß sie alle Anordnungen genau befolgt habe.- Dr. Paul Keller, welcher zunäckst nach Canitz zu dem Kranken gerufen worden war, erklärt, daß er denselben m einem geradezu jämmerlichen Zustande vorgefunden habe. Der Puls sei fast vollständig geschwunden, der Oberschenkel stark geschwollen und mit Brandblasen überzogen gewesen und bei der leisesten Berührung habe der Kranke heftige Schmerzen empfunden. Er habe deshalb Eisblasen verschneben und zur Verhinderung weiterer Entzündung Einreibungen mit grauer Salbe an den Leisten angeordnet, im Uebrigen aber die Üeber- führung in ein Krankenhaus für nothwendig erachtet. Er halte es für vollständig ausgeschlossen, daß Herr Canitz mit semer Kurmethode eine Genesung hätte herbeiführen können. Dr. Holz hat den Kranken in einem Zustande hoch gradigstcr Erschöpfung bei sehr hohem Fieber vorge- funden, so daß die äußerste Lebensgefahr vorlag. Es zeigte sich eine kolossale Schwellung des Ober- schenkeis, eine Entzündung desselben in einer Ausdehnung von 1 Fuß Länge und i Fuß Breite, große und kleine Brand- blasen. Blase an Blase sitzend. Es lag eine Verbrühung des Oberschenkels vor und damit in Verbindung eine Vereiterung. Da desinsizirt werden mußte, habe er zunächst Karbolumschläge und am zweiten Tage Borwasser-Umschläge angeordnet und schließlich haben bei der vorhandenen, ganz kolossalen Eiterung 11 operatiae Einschnitte gemacht werden müssen. Erwähncns- werth sei noch, daß außer den Dampskruken auch noch heiße Filzplatlen von dem Angeklagten angeordnet worden waren. Dr. med. Hugo Schultz, der akademisch gebildete Vertreter der Naturheilkundc gab dem Angeklagten das Zeugniß, daß erganz nach den Lehren der letzteren vorgegangen sei. Wenn die Dampf- kruken so angewendet worden wären, wie es Herr Canitz vorgeschrie- ben, dann hätten nie Brandblasen entstehen können i viel eher sei es möglich, daß die plötzliche Applizirung von Eis auf den heißen Körper diesen Erfolg erzielt hat. Ursprünglich habe eine Entzündung des Zellengewebes des Oberschenkels, also eine zur Eiterung neigende Erscheinung vorgelegen und wenn der Kranke dmch den Schmerz und durch furchtsame Nachbarinnen und Muhmen bewogen sei, abzuspringen und zur Allopathie über- zugehen, so habe er mehr Schuld a» seinem Unglück, als Canitz. Geheimer Sanitätsrath Hahn, welcher am 15. September die Operation ausgeführt, hat das ganze Unterhaut-Zellengcwebe vom Knie bis zum Hüftgelenk vereitert vorgefunden, so daß zahlreiche Einschnitte nothwendig waren. Da nur das Zellcngewebe, nicht aber das mtermuSkuläre Bindegewebe ergriffen war, war die Hoffnung auf Lebenserhaltung vorhanden. Zur Be- urtheilung des Verfahrens des Angeklagten fehle die Grund- läge, da man nicht wisse, ob schon Eiter vorhanden war, als der Angeklagte die Kur begann. Seines Wissens werden solche Anordnungen mit Dampskruken ze. in der Medizin gar nicht angewandt, dieser komptizirte Apparat scheine nur darauf be- rechnet, den Leuten Sand in die Augen zu streuen. Eine cnt- zündungswidnge Behandlung mit Dampskruken kenne er nicht. — Geb. Medizinalrath Dr. W o l f f: Wenn die theoretischen Auslassungen der Vertreter der Naturheilkunde richtig wären, dann könnte man dm akademischm Unterricht einfach schlicßm, denn die Wilsenschaft lehre gerade das Gegentheil von dem, was die Herren lehren. Das Leidm, welches der Kranke hatte, fei anfänglich offenbar sehr unbedeutend gewesen, denn eS bestand im Wesentlichen in einer Drüsenanschwellung am Oberschenkel, die ganz gut auf dm eineinhalb- stündigm Marsch vom Tage vorher zurückgeführt werden könnte. Der Angeklagte habe die Krankheit anfänglich für Rheumatismus angesehen, die Wissenschaft kenne aber bei RhmmatiSmuS nicht solche Behandlung, wie sie der Ange- klagte angewandt. Nach der�WissmschaftIverfahre man bei dem einlachen Rheumatismus mehr expektativ, lasse das Bein ruhen, mache Oeleinreibungm und warte zunächst ab, keineswegs aber gehe man mit so heroischen Mittun hm, wie es dcr Ange- klagte gethan. Gerade dies Verfahren habe dm Krankheitsfall verschlimmert und zu einer Eiterung geführt. Das Naturheil- verfahren vereinige sich nicht mit der mcdizinischm Wissmschaft und vom Standpunkte dieser Wissmschaft müsse cr erlären, daß der Angeklagte durch Unkmnlniß und Unaufmerksamkeit die Erschwerung des Falles verursacht habe.— Dcr Staatsanwalt Irsch beantragte wegen fahrlässiger Körper- Verletzung 300 Mark Geldbuße evml. 60 Tage Gcfäna- nrß. Gerade dieser traurige Fall beweise, wie unwissenschan- lich die Naturheilmethode sei und daß sie nicht angewendet werden dürfe, wenn sie nicht vom Staate in vollem Umfange anerkannt sei.— Rechtsanwalt Stein beantragte dagegen die volle Freisprechung seines Klimtm. Eine Fahrlässigkeit könnte sich nur dann konstruirm lassen, wenn man es als Glaubens« satz hinstellt, daß wir im preußischen Staate eine unfehlbare praktische Medizin haben. Diese Unfehlbarkeit werde man aber nicht anerkennen können, so lange das große Heer der Allopathen den Homöopathen gegenübersteht und so lange sich die Ansichten über Heilmittel und Heilmethoden fortwährend ändere. Der Angeklagte habe nach den Lehrm der Naturheilkunde gehandelt und er beanspruche eoent. ein Gutachtm des Medizinal-KollegiumS darüber, daß diese Naturheilkunde durchaus in dem Rahmm der Wissen- lchaft des Tages steht.— Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten nach dem Antrage des Staateanwalts zu 300 M. Geldbuße. Er erblickte die Fahrlässigkeit darin, daß derselbe sich der Heilung einer Krankheit unterzogm, zu welcher ihm die Kmntnisse fehlten, und daß er sich auch nicht genügend darum bekümmert, ob seine Anordnungen genau befolgt wurden. Wegen Urrsehe«« gegen da» Impfgefetz verhandelte am 30. vor. Mts. das Schöffmgericht zu Halle gegen den dort wohnhaften Tischler H o f m e i st e r. Der Angeklagte hatte sein impfpflichtigeS Kind nicht der Impfung unterzogen. Er hielt sich auch in der Gerichtsverhandlung hierzu nicht für ver- pflichtet und führte an, daß seine älterm Kinder stets nach der Impfung erkrankt wärm, eines derselben infolge dieser Erkcan- kung jogar das Gehör auf einem Ohr verlorm hätte. Das Gesetz verlange, daß eine Schutzpockm-Jmpfung stattsinde: er bestreite aber, daß eine solche bis jetzt möglich fei. Das Gegentheil beweise die Impfung einer in Breslau verstorbenen Frau, die 20 Mal geimpft wurde, und schließlich doch an den Pockm erkrankte und starb. Er sei bereit, sein Kind impfm zu lassm, verlange aber zuvor dm Nachweis, daß die Substanz, mit welcher der Arzt die Impfung vornehmen wolle, auch wirklich Schutzpocken erzeuge: nach seiner(des Ange- klagten) Meinung gebe es eine Substanz gar nicht, wenigstens sei sie bisher nicht bekannt. Wenn man aber von ihm ver- lange, daß er feine Kinder impfm lasse, dann habe er auch ein Recht zu verlangm, daß man ihm den Nachweis führe, daß die Jmpfsudstanz wirkliche Schutzpockm erzeuge.— Der Gerichts- Hof erkannte auf 3 Mark Geldstrafe evmt. einm Tag Haft, indem er als feststehend erachtete, daß der von den Aerzten ver- wendete Impfstoff die gesetzlich vorgesehene Schutzpockm er- zeuge. Der Angeklagte hat Berufung eingelegt und beab- sichtigt ärztliche Äutoritätm gegen die dem Jmpfgesetz zu Grunde liegende Voraussetzung zu benennen, daß durch Impfung wirk- liche Schutzpockm erzeugt werben. Falsche Angaben bei Bewerbung um eine Stelle habm dem Handlungsreisenden Juliusburg eine Anklage wegen Be- trugcS zugezogm, welche gestern vor dcr zweiten Instanz gegen ihn verhandelt wurde, da der Jburdi schöffengerichtliches Er- kenntniß zu 20 M. Geldstrafe Verurtheilte Berufung cingeleot hatte. Der Werkzeugfabrikant Mäkler suchte im Februar d. I. einen mit der Branche vertrauten Reffenden. Dcr Angeklagte meldete sich und erhielt dadurch den Vorzug vor dm llbriae« Bewerbem, daß cr behauptete, er sei Jahre lang bei einer Firma in Remscheid, welche hauptsächlich Sägen und Feilen fabrizirte, thätig gewesen. Der Angeklagte wurde sofort auf die Reise geschickt, seine Erfolge entsprachen aber keineswegs den gehegten Erwartungen, vielmehr wurdm die von ihm auf- gegebenm Aufträge feitms der Kundschaft nach der AuSsührur a in einer Weise bemängelt, daß daraus die gänzliche Unkennwiß des Angeklagten bei Entgegennahme der Bestellung erhellte. Sein Prinzipal will dadurch vielen Aerger und auch pekuniärm Schaden gehabt haben, er entließ dm Reifenden und zeigte ihn wegen Betruges an, nachdem eine Anfrage bei der erwahntm Remscheid er Firma als'unbestellbar zurückgekommen war. Im Berufungstermine wollte der Angeklaote seinm Antrag auf Freisprechung dadurch bcgründm, daß er behauptete, sein früherer Prinzipat habe keinerlei Schaden erlitten, dmn die von ihm neucrworbcne Kundschaft sei nicht berücksichtigt worden. Da« Gericht, welches die Berufung verwarf, bedeutete ihm, daß der erwähnte Punkt gar nicht in Betracht komme, der vollende e Betrug fei schon geschehen, als der Prinzipal ihn auf Grund der falschm Angabe mgagirte. Dcr Angeklagte habe einen rechtSwidrigm VermögenSvortheil erzielt, wie er die Stelle er- hielt, welches ohne die falsche Vorspiegelung nicht geschehen wäre. VersamtttUmgen. Der Lohnbewegung der Uerstlberer wird seitens der Fachgenossm das lebhafteste Interesse mtgegmgebracht. Das bekundete recht deutlich die öffentliche Versammlung der Vergolder Berlins, welche am 9. d. M. unter Vorsitz des Herrn M ö h r i n g abgehaltm wurde. Die Be- theiligung hieran war eine derartige, daß der Scheffer'sche Saal überfüllt war und theilweise die Tische aus demselben entfernt werden mußtm, um nur Platz zu�schaffm. Der Versammlung wohnten auch* die maßgeben st en Arbeitgeber inkolae an sie ergangener Einladung bei und swaren für sie Plötz: reservirt worden. Auf der Tagesordnung stand in erster Linie: Bericht der Streikkommission über die gestellten For- derunaen. Der Referent, Herr B e h r n d t, begründete zunächst die Nothwmdigkeit eines Streiks der Verfilberer durch einm allgemeinen Ueberblick über die fachgeweiblichm Verhältnisse. Die Vergolder im allgemeinen hättm weniger gegm den Einfluß der Mafchinm und einer großen Reserve- armee zu kämpfm, wohl aber unter dem Einflüsse der Fraum- und Kinderarbeit und dem immer mehr sich geltend machmdm Fortschritte der Bronzirerei zu kleiden. Speziell die Lage der Verfilberer sei eine unglaublich schlechte, so daß es häufig vorkomme, daß Verfilberer zu einer anderen Branche übergehm. weil sie nicht bestehen könnm. Zu verwundern sei es allerdings, wie dies bei einem Meistverdienst von 15 M. pro Woche über- Haupt möglich sei. Die verbesserungsbedürftige Lage der Versil- berer werde auch von den Arbeitgebern anerkannt. Diese hättm sich auch den Versilberem entgegmkommend gezeigt, nachdem die Streikkommission dm Fabrikantm und Meistern die gestellten Forderungen unterbreitet hatte, wenn auch nicht gänzlich dm Wünschm der Gehilfen entsprechend. Die Arbeitgeber hattm ihrerseits schleunigst einm Ausschuß gebildet, welcher am letzten Sonntage über die gestelltm Forderungen mit der Streik- kommission verhandelte. Die Verfilberer forderten einen Lohn- Zuschlag von 25 Pf. pro 100 laufende Fuß auf die Preise der m den verschiedmen Fabriken und Werkstellen gilligen Tarife auf alle Arbeiten, sowie Aushängung der neuen Tarife in dm Arbeitsräumen, wie es die Gewerbeordnung vorschreibe. Die Arbeitgeber, so berichtete Herr Wilski, hätten sich nun bereit erklärt, den geforderten Lohnzuschlag von 25 Pf. für alle gang- barm Artikel zu gewähren, d. i. bis zur 6. Leiste einschließlich, darüber hinaus jedoch, als weniger gangbar, solle die Verein- barung Platz greifen. Auf bie Einwmdung, daß der freien Vereinbarung seitens der Arbeitnehmer schwerlich würde zugestimmt werdm, hättm die Fabrikantm sich mr- schlössen, eine Lohnerhöhung von 15 Pf. an Stelle der freim Vereinbarung treten lassen zu wollen. In der Versammlung bekämpfte Herr Wilski mit allem Nachdruck jedwede freie Vereinbarung, wie sie leider fbei August Werkmeister schon auf eigme Hand getroffm worden sei. Seine Meinung ging da- hin, von den gestelltm Forderungm nicht abzugehen. Herr Bchrndt seinerseits gab der Hoffnung Ausdruck, daß durch zzüi- liche Vereinbarung es möglich werden würde, einm allgemeinm Streik zu vermeiden und brachte diejenigen Firmm zur Ver- lesung, welche durch schriftliche Anzeige bei der Streiktom- Mission die Forderungm bewilligt haben. Die Bekanntgab« der Firmen Braun(Grimmstraße), Schultz(RüderSdorferstroße) Ruschig(Stettincrstroße), Friedrich(Eismbahnstraße) und Krctschmann erregte große Heiterkeit. Der Berichterstatter gab zu, baß aus diese Firmm, da unbedeutend, gar kein Gewicht zu legen sei, daß die Gehilfmschaft vielmehr nur mit den Groß- fabrikantm zu rcchnm habe. Diese sind, nach den Bekundungen der Herren Bär, JörS, Adolf Werkmeister u. A. in der oben- gedachten Weise bereit, den Gehilfen mtgegenzukommen, riechen im beiderseitigen Interesse, den angetragenen Vergleich an zu- nehmen und die Bewegung nicht auf die Spitze zu treibm. Sie würden sich ihrerseits verpflichten, in ihren Krcism dabin zu wirkm, daß auch die nicht vertretmm Fabrikanten dem geiroffenm Uebereinkommm beipflichtm würden. Als sich seitens der Bei- sammlung Neigung zeigte, auf die Wünsche der Fabrikantm einzugehm, erklärten sich diese indessen nicht für berechtigt. Namens der Arbeitgeber bindmde Beschlüsse zu fassm uno verlangtm die Einberufung einer neuen Versammlung, um Zeit zu erhalten zur Rücksprache mit den übrigen Arbeitgcberr-. Dies war indessen nicht nach dem Sinne der Gehilfenschaft: diese erblickte hierin eine unnöthige Verzögerung und hielt den Ausschuß dcr Arbeitgeber, wenn berechtigt zum verhandeln, auch fiir berechtigt, Beschlüsse zu fassm und stimmte demzufolge plgcndem Antrage zu: �. „Beantrage hiermit, den Vergleich, welcher uns von dm Herren Arbeitgebern angeboten worden ist, am«* nehmen, sodaß also bis zur 6 Leiste(einschließlich bis«F) und für alle vorkommenden Silber-, Bronze- uu« Barocktanten 25 Pf. zu den jetzt gezahlten Preisen zn-- gelegt und von der siebmtm Leiste aufwärts die jetzige» Preise um 15 Pf. erhöht werden." Die Arbeitgeber habm der Streikkommisfion schriftlich ih'e Bereitwilligkeit, dm gefaßten Beschluß anzuerkmnm, anzu- zeigm und ist hiervon die Wiederaufnahme der Arbeit ot- hängig. Die Streikkommission bleibt in Thätigkeit und«mb? den Mitgliedern derselben ein tägliches Zehrgeld in Höhe von 1 M. bewilligt. Herr Adolf Werkmeister zog die mit dm Ge Hilfen seiner Fabrik getroffme„freie Vereinbarung" zurück. nachdem dieselbe schon vorher von der Versammlung verworfen worden war und erklärte, dem getroffcnm Vergleiche sich an- schlitßtn zu wollen, wo§ von der Versammlung mit großer Genugthuung aufgenommen wurde. Auch wurde noch de- sonder« darauf hinpewiesen, daß da« AuSbängen de« Tarif« eine unbedingte Nothwendigkeit sei. Erst nach Mitternacht wurden die sehr lebhaft gefiihrten Verhandlungen ge- schlössen. De» Fachurrew der Kernmacher und verw. Beruf«- genossen Berlin« und Umgegend hielt am Sonnabend, den 7. September, im Lokal de« Herrn Gehrt, Prinzenstraße 106, eme gut besuchte Versammlung ab. Bevor in die Tagesordnung eingetreten wurde, gedachte der Vorsitzende de« dahingeschiedenen Kollegen Hermann Fuhrmann und forderte die Versammlung auf, sich zu Ehren desselben von den Plätzen zu erheben, was allgemein geschah. Darauf erhielt da« Wort als Referent Herr Wilhelm Werner, welcher einen interessanten Vortrag hielt über die Arbeiterbewegung jetzt und in der Zi kunft. Reichanhaltender Beifall lohnte den Redner. In d Diskussion sprachen sich die Kollegen Schmidt und Dülfert im gleichen Sinne de« Redner« au«. Unter Verschiedenes wurde vom Kollegen Hübner der Antrag gestellt, daß die Revisoren z>r Vorstandssitzung mit herangezogen werden sollen, wofür sich die Kollegen Pieper und Arndt sehr interessirt hatten, was vom Xolleoen Dülfert widerlegt wurde, da die Revisoren auf Seite der Mitglieder und nicht de« Vorstandes gehören. Der An trag wurde abgelehnt. Ferner wurde vom Kollegen Böhm der Antrag gestellt, dem Vorstande eine einmalige Vergütung von 15 Mmk zu bewilligen, was jedoch abgelehnt wurde, dafür wurde vom Kollegen Dülfert der Antrag gestellt, dem Vor. stände die Fahrgelder zu bewilligen; gleichzeitig wurde vom Kollegen Haase der Antrag gestellt, der ArbeitSnachweiSkom Mission ebenfalls die Fahrgelder zu bewilligen, worüber eine sehr heftige Debatte stattfand. Der Antrag wurde schließlich angenommen. Zum Schluß lehnte Kollege Schmidt im Namen de« Vorstandes den Antrag Dülfert ab. Schluß der Versammlung 12% Uhr. Kiel« 10. September. Verboten wurde eine öffentliche Maleroersammlung, Referent W. Schweitzer, Berlin. Die Be oründung de« Verbots lautete folgendermaßen:»Die von Ihren(dem Einberufei) am 4. September nach dem Elysium ongcmeldete große öffentliche Versammlung der Malergehilfen Krel's, wird mit Rücksicht darauf, daß dre Annahme gerecht bcitipt erscheint, daß die Versammlung zur Förderung von lozialdemvkratischen, sozialistischen oder kommunistischen auf den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschaftsordnung ae- lichteten Bestrebungen bestimmt ist, auf Grund des Z 9 Abf. 2 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 hierdurch verboten. Die Polizeibehörde. I. A.: Nissen. Dem Einberufcr wurde beim Empfange de« Verbots von dem Kriminalkommissar der Bescheid,»daßeineVerfammlungmitReferenten niemals freigegeben wurde." *• fMfcvrrHn>»r VapiitatbeHtvinntn u.»erro. g*rttf««tnsirr» Mit mn Mittwoch den II Eeplrmber, Ädcnd» 8X Uhr In«efrnet« fiofal, «winHttofie 16, eine SPtrfomrnluna ob JaflfSorbnuna: 1. Vortrao bei fcerrn EAtsttttver WItbkIm Bo-ilchc,„Das Unsittliche In der Lilerowr" 2 Di«. JjulM' Beiichtedenc« und Frogekastm, Gaste, Dawen und Herren haben ttnevira» h«utrcher 3intm»Hcutc. Versammluno am Mittwoch, den U, Eevikmber. Bbtnb««X Uhr. In der Adlcr-Brauerel iGciundblunncn), Bad- Taoetordnuno: l Boriraa. über„golden und Ursachen der sranzö- si schon Reuolullon, 2. Verschiedene« und zragekosten Arntral Mrank»«- und Kt,rd»I,aN» d»r«ischl»?«. f. ni.(Cert- liche ffimDnlüiroäfifnt Berlin A) Mittwoch, den 11. Seulcmbcr. abend« HS Uhr: Mitolleder Versammlung in„Lüd-ON", Waldemarstr, 75, Tageiord. wmg I Dahl de« Borsiande« und der Bel ttagisammlcr der Berwattuna«. -g«rlln A.und H 2 Wahl der attzlt. Mitgliedsbuch legtiimir! „vete« Mitalied IN veipsitchtei, i» dieser Versammlung zu erscheinen 9*v»«lialdemokratisel» Mahlo-r»in dt* 1. gtrlintr ytlch« bnttin Ivttd. 2. Dilttiision 8. Verschiedene« und Kragekaslen, Gaste w I kommen ausnähme neuer'Milgllcder, Da dei Borttag belehrend und Inleresiant m. mtrd zahlretei'ee Besuch e, wartet, 9*v Arend'lch, Sttnographtnvtrtln„Nord Berlin' hat um S Uhr WeindergSweg 12>> Eihung, ««ra«* Ptrsammtunn aller Schneider Kerlin* am Donnerstag, den 12. Cevlemder. abends 8% Uhr, in Jordan> Ealon. Neue Grünsiraßc 28, Hier«, werdm alle Schneider ohne Ausnahme ob Zivil- und Militarschneider, Maass. oder Konsektion«- und der Militär- und Beamten-Lieserungibranche. Gemeicheiiarbeiier u i. w. dringerd eingeladen, Zentrol-KranKen- und Kterbekasse der»ischier, E, H, i» Ham- bürg. Eonnabend, den 14. d, im Resiaurani Weddingvart, Müllerstrahe 178, Sommersist und Ball.« o nzer t an san g 4Nhr Nachmittag« »wderdtlustigung. Kaffeekochen. Preidkegeln sür Damen>c B> llet« sind ■j« haben bei dem B e v o llma ck t ig ten Herrn Fr, Gleinert, Daidvrserstraßc 18, v. 8 2r., Kassirer Herr» W, GiSheit, Chaussee- strahe 68 v 3 Tr und am Sonnabend in den Zahlstellen bei Herina. Müller st.-aje 18«. Fennstrahe 4», Krüaer. Badftrahe bei Haffe. Ruheplagstraben- und ivntonstrohm-Ccke, Heising, Oramenburaerstrabe 52 bei Äieser. «r»>e* Kommernachiofeft am Eonnobend, den 14. Sevtember 1889, '' n der Freien Vereinigung der Maurer Berlin« im Schweiler- -....... l___ w rt-i.. iv« � f.. n....« ur i■«».»»».> veranstaltet von...„.......... Worten, am Friedrichibain. Große» jtonzeri und Theater-Borstcllung. Austreten vrrschiebener Cpkjialiiaten. Vollibelustigungen aller art. Im ncuerdauten Äaate'. Boll bei oeisl«! klein Orchester, Die.stasseelüchk ist den Damrn von 8 Uhr ob gedffnet ansang 5 Uhr. Enttee inkl. Tan, 50 Ps. Um rech! zahl- reichen Besuch bttlel da« Komitee Nur Viilgliedcr, sowie Giifte inichl Maurer), »eiche eiuaciührl weide», dabeu Zulrill,— Billet« sind bei IflimnUichen Bor- st-udtmilgiiedern sowie bei folgenden Herren zu b-rben- Gonschow, Schönhauser Allee 158 L, 8 Tr, � Düumichen. Schönhauser all« 4, Hos port.� Ruchniwtß. Welnftr, 81. Eettensisigcl 4 Tr. Tosch. Große Franksurleislr 78—79, Wagner, iiiitterstraße 122, v, 5 Tr,: Leaeler, Kreuzbergslraße 77, Hos im Keller. Kappel, flrndlstr. 19, 2 Tr. Kurz, Kutmstr 25, 1 Tr.� Lehmann. Gormannstr, 5, 2 Tr. Hei Seidel Programme eim Eintritt graii«. Lachner ei« der Gischler. Die Zahlstellen de» Berein« sind zur Eni «egcnxadme der Beittöge und Ausnahme neuer Mitglieder leben Eonnabend von 8-10 Uhr geöffnet, und zwar befindet sich Zahlstelle IFriedrichSderger- 1»raße25 bei Christen � II Skalißerstraße 107 bei Kunstmann, lu Belle-Alliance- vio» 6 bei Hilicher � I? ZianSkirchpiaß 11 bei Hohn- V Bülowstraße 52 bei vöhwnb- VI Mariendorferilraße. Ecke Solmistraße bei Schmidt- VII Dresdener. st ruße 11« bei Wendl. daselbst befindet sich auch der ZeniralarbeitSnachwel» de» Verein« I VIll Lübecker- und Thurmstraßcncckc bei Jahnkc, Die Arbeiliver. Mittelung geschieht unentgeltlich Der Nachwei» ist geöffnet an Wochentagen von HS-4S Uhr. Sonntag Abend« von 9S-tt Uhr. «esang-, Sur«- und geseUiu» Perein» am Mittwoch! Mönner- aeso»« verein.Iugendiust' Abend« 8» Uhr Im Restaurant Paffod. Garten- siiaße 162.— Mönnergesangverein.Cacilia' Abend« 9 Uhr im Restaurant, .Köpnickrritraße I27a.— Gesangverein.Mönnerchor Linde' Abend« 8S Uhr im Rrsiamant Haller. Naungnstraße 70.— Mönnergesangverein.Sangcisrcnnde' Abrnb» 9 Uhr im Restaurant Muschold, Landihergerslroße 81,—.Freha', tstesangoerein der Freireligiösen Gemeinde, Abend»«S Uhr im Restaurant Beueck. Große Hamburgcrstraße 1«— Hupperlsche Eailgervereintgnng leben Ästitlivich noch dem ersten im Monat. Abend« 9 Uhr im Neftaurant Heise, Lichieabergerstraße 21,—.Seegerstcher Besangverein' Abend« 9 Uhr Im Rrsürurant Sckluiz, Prenzlauers! raßc 41,— Gesangverein.Schwungrad' Abend« HS Uhr im Restaurant Sabm, Annenstraße 18,— Müimeracsangveresn ,Lar- brerlrmu' Abend« 9 Uhr im Rcftaurant Karich, Oranienstraße 190,— Gesang- verein„Nord-Jubal' Ahend« 9 Udr In Bettln» Btcrhau«, Betcranenstraße 19,— Mörmergeiangverein.Schneeglöckchen' Abend« 9 Uhr im Restaurant Do der- stein, Martannensiraße 31-82.— Gesangverein.Eöngerrunde' Abend« 8S Uhr «uck»»erstraße 9,— Bcrein.CangeSlrcue' im Restaurant Henckel, Brüder- Straße 28, I lledungiftunde von 8S bis II Uhr Abend«— Gesangverein .Bruderbund' Abcnd« 9 Uhr bei Pößoidt, Reicketiveegnstraße 16- Lübeckstcher �niunerein<1, Lei Tnrnverein.Wcdding', Pankstraßc 9, Mönncradtdeiluna von«S bi» 101 Uhr «bend«. de»«letchkn 1. Lehrlingvabthcilung von 8—10 Udr Abend»,—.Mehr 1»!*»'. 5(i»r<4n für 6Vfwz II Ernst. An-nd« Kt Uhr im Rest, Heid, Fruchtftr 86»— WchltÄstb« vereia.Haltti' Abittb« 9 Uhr im Restaurant Heute, Hollmann- ftmße»8,— Bergnügungivcrein.Fröhlichkeit' Abend« g Uhr im Restaurant Süoer, Grüner Weg 29- Wlstcnschaftlichcr Verein für Rollerstche Eieno- grirphie.»bend, 8S Uhr im«cftauranl«eese. Alle Echönhauserftraße 42. Icrirri recht und Uebunf »bend, HS Uhr im___________, stund».— Arendistchcr Cienographen-�.......... RH im Restaurmtt Bebrend». Schönedergerstrabc Nr, 8,— ArendSstcher Steno- g-aphtstverein.PhUio' Abend« 9 Uhr im Restaurant.WUHesmigarten', Uochstraße 7.— Stenographische Gescllschast«rend« im Restaurant Bürger- fzttn. LIndenstr 106. llneiitgcltlicher Unterricht und Uebung,— Verein ehe- nmiigrr Schüler der 22, Gemclndcschule Abend« 9 Uhr im Restaurant Lehmann. Kurtürstensttaße 81.- Berliner Rauchklub.Wrangel' Abend« 9 Uhr Im Restaurant Foge,«öpnickerstraßc 191,- Rauchklub.Havanna 80' Abend« Uhr im Restaurant«aeßoldl, Reichenbergerftraße 18,— RanchNub.G«. rmuhlichkeit' Abend« 9 Uhr im Restaurant Achseh Köpnickerftraße 181,— Rauchklub.Eolumdta' Abend« 81 Uhr Im Rcslauran! Bepei, Prlnzenstroße 98, - Rauchklub.Frisch gewagt' Abend» 81 Uhr tm Restaurant Tempel, Bre«. laurrilraße 27.— Rauchklub.Vulkan' Abend» 9 Uhr im Restaurant Schulz. Grtsestraßr 82.— Bcrgnügunahvereln.Fröhllchkeif, gegründet 1880, Abend» 9 Ubr Grüner Weg 29,—.Pollack-Elub-Einttachf, seden Mittwoch. Abend« hrlmeiabtheilung) Abend» 8 Uhr Elisabethstraße 57-58,- ding', Panksiraßc 9, Männcrabtheilung von 81 bi« lAlllh jen 1 Lehriingeabtheilung von 8—10 Uhr Abend«.—.Meh lungsftunde,- istoll« scher Stenogravh-nvereln Süd-Berlin N Restaurant Prin�enstraße 97, Sitzung und UebunaS. 'scher SlenoarapheU'Berein.Ämicilia AbendA Uhr J,- f.' 1-- l*""» U w Vi II>41 UUJ»/) V VV 4*---- ,, IÄ tibr bei® Thiel, Wienerstraße 88.— Gesangverein der Toveztrer Berlin«, ----- wach Restaurant Eeahelftraßc 80. von 9-11 udr V Sitzung Abend! 9 Uhr ,»cn' Mittwoch'Restaurant Eegdelftraße 80, von 9-11 Ubr Abend« Tamdaurvereln»ul Heil', 8 Uhr Langestr, 101,«eschösttiche Sitzung, Gast »einest ZuttiU,- Unlerh-Itungtzverein.Harmonie Dr-tRuerstr, Uö bei Weicht, Vovtznirilhkes. Kassel» 8. September. Auf dem hiesiaen Unterstadtbahn Hof, irühercm Bahnhofe der Hallc-KasseleriBahn, hat sich heute in aller Frühe ein Eisenbahnunfall zugetragen. Der Verbindungsgüterzug, welcher um 7 Uhr vom Zentralrangirbabnhofe bei Rothenditmold nach dem Unterstadlbahnhofe an der Wolf- Hagerstraße abgelassen wurde, verunglückte nämlich am Aus- panae des Bahnhofes. Der Zug kam nicht rechtzeitig zum Stehen, die Maschine rannte mit voller Wucht gegen den Prell- bock, schleuderte diesen etwa 5 Meter weit fort, fuhr den Abhang (nach der Holländischen Straße zu) hinunter und bohrte sich tief in das Erdreich fest; die nachfolgenden schwer beladenen Güterwagen fuhren nun mit voller Wucht auf die festsitzende Lokomotive auf, wodurch ein Theil der Wagen zertrümmert wurde, ebenso wurden die Maschine und mehrere weitere Wagen beschädigt. Ein großes Glück ist es. daß das Fahrperfonal, sowie der Lokomotivführer und Maschinenheizer im letzten Augenblick vom Zuge absprangen und sich retteten, die Meisten wärcn sonst verloren gewesen. Der direkt hinter der Loko- motive laufende Packwagen, in welchem sich der Zugführer ge- rade befand, wurde wie ein Kartenhaus zusammengedrückt. Alles zersplittert und zertrümmert und zur Seite geschleudert, die nachfolgenden mti je 200 Ztr. beladenen Kohlenwagen schoben sich theilweise über einander und zur Seite, wodurch auch diese theilweise zertrümmert wurden. Im Ganzen wurden die Loko motive, der Packwagen und 7 Güterwagen zertrümmert bezw. beschädigt. Die eeste Hilfe beim Nerdrüssen mit heißem Wasser Hierüber schreibt der Arzt C. A. Hansen in der„Lolland- Falster-StrftStid.": Man darf nicht sofort damit beginnen, die Kleider abzuziehen, denn dadurch riskirt man, die Blasen, die sich gebildet haben, zu zerreißen und die Haut abzuziehen. Man muß vielmehr zuerst kaltes Wasser— Massen von Wasser- damit nicht das kochend heiße Wasser, wovon die Kleider durch dmngen waren, die Haut weiter verbrennt. Nachdem man somit den Verbrannten gründlich mit kaltem Wasser übergössen hat, muß er vorsichtig in ein warmes Zimmer gebracht und auf einen Tisch mit einer Unterlage von Teppichen aelegt werden. Hat er Durst, kann wan ihm eine Tasse warmen Thee oder ein GloS Grog geben. Erst jetzt schreitet man dazu, die Kleider zu ent- fernen, was mit der größten Vorsicht geschehen muß. Sie müssen mit einem scharfen Messer oder einer Scheerc zerschnitten, aufgeschlitzt oder abgeschoren werden, so daß sie von selbst ab- fallen, ohne daß man nölhig hat, daran zu ziehen oder zu reißen, denn die Wasserblasen müssen ganz und unbeschädigt erhalten bleiben. Sitzt an der Haut Zeug fest, läßt man es ruhig sitzen. Wenn der Arzt noch nicht zur Stelle gekommen ist, wofür baldmöglichst gesorgt werden muß, benetzt man die verbrannten Stellen mit einfachem Oel oder schmiert sie vor- sichtig mit Fett oder Butter ein oder bestreut sie mit Amidam, Mehl, Natronpulver oder bedeckt sie mit der�weichen Seite reiner Watte. De« Lieferanten von Konserve« sür die Marine ist kürzlich mitgelheilt worden, daß sie borsäurehaltige Mittel ic. zur Konseroiiung nicht mehr verwenden dürfen. Es läßt sich, dem Gesundheitsamte auch schon mehrere bezügliche An- träge von ärztlicher Seite vorliegen, annnehmen, daß dieses Verbot eine weitere Ausdehnung erfahren oder daß wenigstens eine Wainung vor den Borso'urcpräparaten erfolgen wird. Diese Präparate sind jetzt allgemein im Handel und es ist nicht zu bestreiten, daß sie eine Konservirung ermöglichen, leider haben sie aber zugleich den gewichtigen Nachtheil, daß sie die betreffenden Nahrungsmittel schwer verdaulich machen und so- mit einen schädlichen Einfluß auf die Gesundheit ausüben. Ein Verbot erscheint deshalb vollständig gerechtfertigt und es wird nur die Frage noch einem vollkommeneren Ersatz auf- tauchen. Ein solcher Ersatz ist in Gestalt von vollstänoig ge- fundheitsunschädlichen Präparaten aus ozonisirter Magnesia bereits vorhanden und in allen größeren Droguenhandtungen zu haben. Diese Magnesiapröparate wirken in überraschender Weise, indem sie die behandelten Nahrungsmittel sehr leicht verdaulich machen, daß selbst altes Fleisch und sehr schwere Nahrung für den schwächsten Magen genießbar wird. Dabei erfolgt die Konservirung bei den am schwersten zu erhaltenden Nahrungsmitteln in vollkommenster Weise und schließlich haben die Präparate auch noch den Vorzug, schon in kleinen Mengen zu wirken, äußerst wohlfeil und nebenbei noch sür andere Zwecke, als Hausmittel, verwendbar zu fem, ganz abgesehen von der wesentlichen EiSersparniß, die bei Anwendung dieser Präparate möglich ist. Z«r Farbenbestimmuug der Firsterue. In seinem »Neuen Katalog der vetänderlichen Sterne" hat Herr S. C. Chandler die verschiedenen Farben dieser Sterne durch Zahlen bezeichnet, welche die Tiefe der rothen Färbung ausdrücken; und jüngst veröffentlichte er über die Art und Wesse, in welcher diese Zahlen gefunden worden, eine neue Mittheilung, welcher wir nach der„Nature" vom 7. Februar folgendes entnehmen. Zwei verschiedene Methoden sind hierbei benutzt worden. Die eine ist von Dr. Klein angegeben und besteht darin, daß die Sterne nach einer Skala geordnet werden. In welcher 0 das reine weiße Licht bedeutet, 1 die leichteste bemerkbare Beimischung von Gelb zum Weiß u. j. f., 4 das volle Orange, und 10 das reinste, rolhe Licht ausdrückt, wie es z. B. in Ii im Hasen erscheint. Trotz der Unbestimmtheit dieser Eintheilung überzeugte fich Herr Chandler doch durch die Erfahrung, daß die Einordnung der farbigen Eindrücke leichter erfolgt, als man im voraus denken sollte. Die zweite Methode ist viel genauer und besteht in der Schätzung der relativen Hclligkeitsänderung zweier Sterne, die veranlaßt wird, wenn erst ein blaues, dann ein rothes Glas zwischengeschaltet wird. Nehmen wir an, ein weißer und ein rother Stern erscheinen ohne Glas gleich hell, dann wird der weiße Stem Heller erscheinen, wenn man beide durch das blaue Glas betrachtet, und schwächer, wenn das rothe Glas zwischengeschaltet wird: der Unterschied wird ziemlich genau nach Argelander'S Methode der HelligkeilSdestimmungen geschätzt und man hat so genaue Messungen der Farbenunterschiede zweier Sterne, freilich nach einer willkürlichen von der Natur der Gläser abhängigen Skala. Herr Chandler hat 665 Bestimmungen an 108 teleskoptschen Veränderlichen nach der ersten und 287 an 77 von denselben Sternen nach der zweiten Methode aus- geführt. Zwei interessante Resultate haben fich aus diesen Messungen ergeben: Erstens, daß die Beobachtungen keinen systematischen, von der Größe abhängigen Fehler ergeben haben, denn durchschnittlich wurde die Farbe im Maximum wte im Minimum der Helligkeit erhalten» die Unterschiede waren nur gering und von verschiedenen Vorzeichen. Danach würde es den Anschein haben, daß die Aenderung in der Größe eines Veränderlichen in der Regel nicht auch eine Aenderung in feiner Farbe in fich schließt. Das zweite Resultat ist der innige Zusammenhang zwischen der Länge der Periode und der Tiefe der Färbung bei den Verändetlichen. Die Sterne vom Algoltypus(deren Perioden nur Stunden betragen) sind auf- 'allend weiß, die Sterne von sehr kurzer Periode sind sarb- los, oder nahezu fo, und die Sterne längerer Periode eigen ein um so tieferes Roth, je größer die Dauer ihrer 'eriode ist. Gl« Würmer fangender Pils. Während es schon längst bekannt ist, daß etntge phanerogamische Pflanzen Einrichtungen besitzen, welche es ihnen ermöglichen, Insekten und andere kleine Thiere zu fangen, kannte man bis jetzt derartige Einrichtungen bei niederen Pflanzen nicht. Jetzt hat Zopf dre interessante Entdeckung gemacht, daß sich dieselben auch bei niederen Pflanzen fmden, und zwar bei einem Schimmelpilz, .Anldrodoi>ra oilgospora. Dieser Schimmel entwickelt zahlreiche kurze Zweige, welche sich krümmen und Schlingen bilden. Auch die Seilenzweige zeigen dieselbe Bildung. Diese Schlingen dienen nun, wie Zopf nachgewiesen hat, dozw Würmer, welche zur Abtheiluvg der Nematoden geyoreii,» fangen. Wenn diese Würmer in genügender Anzahl den waren, so befand sich bald in jeder der zahlreichen ein Thier. Die Bewegungen der gefangenen Wärmer yo nach zwei Stunden völlig auf. Alsdann trieb die War«.» der Schlinge einen Keimschlauch, welcher den Wurrn der i. 8 nach durchwuchs, die Nahrungeftoffe aufsog, den Körper r völlig erfüllte und dann nach außen hin neue Fo�lch�.„i, vorbrachte. Wir haben hier also einen Pilz, der mcht.»ur. andere Schmarotzerpilze, in den Körper fernes WirtheS ewori sondern sick diesen auch selbst sängt., ä. Gl« vorzügliche» wasserdichtes Erfahmittrl 1. (Blir», welches für viele gewerbliche und wirtdschaltltche 6- verwendbar ist, wird von der Transparent Wire Wove Company, Ltd., zu London in den Handel gobracht- neue Gewebe von zähem, dünnem Eisendraht, dessen weite etwa 2 Millimeter beträgt und wel-tieS als Gerippe � eine durchscheinende, wachSpopierartige Masse dient, o>e ehesten mit dem zu Schwammbeuteln. Bademützen und lichen wasserundurchlässigen Gebrauchsartikeln ocriiicr, Wachstuche zu vergleichen ist. Das neue TranSparenlwm. kann jede beliebige Farbe erhalten und besitzt neben 0 Lichtdurchlässigkeil eine bedeutende Haltbarkeit und- mitgelheilt wird, dem Material nichts anhaben, außerdem� es auch die Kälte ab, da es ein schlechter Wärmeleiter ist. Es ist jede Schwierigkeit in beliebige Form zu bringen,'so daß e§ hierdurch sür vielfache VerwendunaSarten geeignet ist- Erschütterungen, Schlag und Stoß ist es bei weitem � ftanbsfähiger als Glas, und im Falle einer Verletzung es den Äortheil, leicht reparirt werden zu können. Sem V°� anwendungsgebiet findet das Transvaientdrahtgeflewt dachungSmaterial für Gebäude mit Oberlicht, für shedbo Dachfenster, fexner für Portale und gedeckte Bonge, wächshäufer, Fadrikfenster, Verandafenster und ähnliche Hierbei kommt ihm noch der Vortheil zu stalten, daß es l leicht ist und sowohl als Dachdeckungsmaterial als Verschlusse vertikaler Wände nur einer einfachen, u>w Unterlage bedarf. Dabei ist es vollständig wasserdicht�unp � durch seine Biegsamkeit auch bei Anschlüssen jeder 8???- ujj Schwierigkeiten wasserdicht zusammengefügt werden. �, poi gestaltet es die Anbringung von Kolorirung, wodurch Jj, für verschiedene Zwecke an Werth gewinnt. Wie aus reichen englischen Zeugnissen hervorgeht, hat das bespr»«', Material jensetts des Kanals schon mehrfach Verwendung � funden und sich zur größten Zufriedenbelt der Besitzer oc, _i>__ no„..iix<.;4__ l.—-jY�, r. v— ti......_.Vnt»n treffenden Baulichkeiten bewährt, so daß wohl anzunebnicn/ schätzbaren Eigenschaften halber& daß dieses Material feiner bei uns vielfach angewendei werden wird. Ueber eine Seestundsjagd an der frirfsschr» J» -,„-......'"'öi' 10. berichtet E. L. der"„Deutschen Jägerzeituna":--Am d. I. hatte ich das seltene Jagdgluck, an der friesisch Z.r nachdem ich mit einem Freunde zusammen ssson'� � Hundt zur Strecke gebracht hatte,. ern äußerst st-rl--. an Stück zu erlegen, weiches alle Eigenschaften eines echten � r sich trug. Es hatte silberweißes Haar, ohne!eg%,u,r!it zeichen, röche Augen und das jedem Albino crgene«' y Benehmen der Augen. Leider zerschmetterte die Kuvc � Gebiß und die schönen Fangzahne, ledoch soll das o gerbt und der Kopf regelrecht ausgestopft werden-~ j, Gewicht betrug 210 Pfund, die Länge 1,70 Meter, ,,, zwar wurde das Alter auf etwa sechs bis acht Jay � schätzt. Die ältesten Leute der Insel und keiner � hier ansässigen Seehundjäger von Beruf haben itfiwVpi ähnliches Stück auf der Strecke gesehen oder ein solches beo?-� können, und man hält dasselbe für eine ganz außergewoj Abnormität. Dieser Albinismus ist jedenfalls nicht u« „».IIA 8» x«*~~— HJ..----->.------ Ot;-. X.»i»r X, erblich, da das männliche normale junge Thier dieser obenerwähnte weibliche Seehund ist"wahrscheinlich eine rv*.— ,;,--------•• m X rtflfltf'V. ermun, oa OOS mannillye normale sunge.«.yier mri». Hündin mit einem» tewpo Schuß von meinem Freu streckt wurde." Hierzu bemerkt Professor Dr. Nehrmg--- ■f.r.X. in.- r i„' T! Jt. nannte Kegelrobbe(Hallchocrus grypns) und nicht emj'�i Seehund(Phoca viiulina). Nach meinen Erfahrungen r> � ein Weibchen der letzteren Art niemals eine Lang'-, 170 Zentimeter; dagegen, ist dieses die Länge älterer von Haiichoenis. Eine Untersuchung des Gebisses(bez. � der Backenzahnreihen) würde sofort Ausschluß über ote.» geben. Der beobachtete AlbinismuS erscheint sehr inmeii � polirte Gcgenstäude, welche bereits Ausschwitzt zeigen, sollen am besten mit einem Putzmittel gereinigt w � können, welches man dadurch herstellt, daß man Wacvb.j Rüböl schmilzt und dann unter Zuhilfenahme von Terpentinöl mit fein geschlemmter Kreide und Wasser vcr � Die Mischung wird mit einem weichen Lappen auf den ö � nigenden Gegenstand aufgetragen und dieser hierauf w" trockenen Lavpen blank gerieben., jjslss Eine rigenthLmlichc Erfahrung machte das o> Kriegsschiff„Egeria", welches zur Zeit mit Tiefseemell im südlichen Stillen Ozean beschäftigt ist. Die ang'6 � Untersuchungen werden nämlich sehr durch die 6»� � stört, welche die ins Wasser geworfenenen Tbermomele schlingen und nach ihnen schnappen, wie nach dem verw sten Köder. Dszissihsn. (Wolsf'»«eltgraphrn-Hurta».).c London, 10. September. In Whiteckiapel'st v. �»p die verstümmelte Leiche einer ermordeten Frauen.pe'. ähnlichen Umständen aufgefunden worden wie der ve ei» Mordlhaten in diesem Stadlthetl. Der Leichnam wo Sack aehüllt; Kopf, Beine und Arme fehlten.'V zN»lt»ourne, 10. September.(Meldung des, Bureau.) Die von der Kolonie Viktoria zur Unters streikenden Arbeiter Londons gesammelten Gelder �M' jetzt auf 10 000 Pfd. Sterl.; die der Kolonie Ncw-Oo» auf 4000 Pfd. Sterl. Vriesltciflen. Srt>tz� Bei Anfragm bitten wir dl« AbonnemtnH-Duiltung beljuföOtn- Anttnort wird nlcht rrlheltt � p- A. K. Anklamerstv. Wir bitten Sie Ihre Anst" miede, holen.«m", JUtr Abonnent. Daß der frühere Scharfrichter � p andwerkszeug tn einem Lokale hier zu Verkauf st' scheint uns ganz unglaublich. K>>r�' A, K. 9S. Wtr ersuchen Sie, uns in unserer stunde einmal zu besuchen. ct'ntif, R. U. 16. 1. Suchen Sie sich in Güte ntf? Schlafbmschen zu einigen. Der Prozeß würde Ihnen# Aerger, Geld und Zeit kosten, al« die Sache werth s'!�. � Retentionsrecht dürfen Sie in diesem Falle nicht auS„ Franz Stolle� Dresdenerstr. 65 11(für die Paul Magna», Alerandrinenstraße 100(für die kasse)- E. T. 124:. Wir können Ihnen keine Auskunft R- p.» Drechvler. Der Bericht, von dem Sie est uns nicht zugegangen. Malter. Annonze kostet 80 Pf. Verantwortlicher Redakteur: M. Grouhrt« i» verlm. Druck und Verlag von Ml« Oa>t»» tn Berlin SW,, Beuthstraß« 2. Nr. nw**/. v v., V.tIV vv vveviveA/e. �UlIVUVI-V l» ,,«sie ftandsfähigkeit. Sonnenhitze, Dampf oder Frost können, ro, ichen Ü V 4» Die' >> Stoffe ain fti. fit?'- Er °ucl � scheu �