> > Ur. 213. Donnerstag» de« 12. September 188V. 6. Jabrg. MmrMdsdla». Drg-n für die Interessen der Arve,«er. . Das «osÄcktplhe Europa. ffit w ��scher General, eine alte finnische Kriegsgurgel, «khM.?a9e e'ne feuersprühcnde und säbelrasselnde Rede - � kn. in welcher er die baldigst bevorstehende � ,..... �.v____ e l t- ch a st der Kosacken ankündigte. Er betonte Inders die Schnelligkeit der Kosuckenpferde und meinte, toj.4 Tagen könnten die Kosacken„bei ihren französischen Ioa*?" sein. Man sieht aus dieser Rede nur, mit welch "Wichen Radomontaden die russischen Militärs ihre Tisch- » zu verzieren pflegen. In einem russisch- deutschen zur Zeit des knall- und rauchlosen Pulvers werden W'vsackenpferde keine besondere Rolle mehr spielen und ��französischen Brüder" werden von Kosacken und ihren �Urkenen Generälen nicht sonderlich erbaut sein und wenig Sehnsucht nach einer solchen Waffenbrüderschaft Zangen. �.Dennoch hat die finnische Kriegsgurgel auch einen Ge- � ausgesprochen, der Beachtung verdient. Der alte zitirte nämlich den bekannten Spruch, den der erste k** p o l e o n auf St. Helena gcthan haben soll: daß �pa in fünfzig Jahren republikanisch u** k o s a ck i s ch sein werde. Die fünfzig Jahre Wt Um' nic'nte der alte Finne, und daß Europa republi- sei, werde Niemand behaupten. Es bleibe also nur k, Andere Theil der napoleonischen Alternative, es müsse �ch werden. � Wenn man dabei an die einfache politische Herrschaft �»losackenthums in Europa denkt, so weiß man, daß bis noch ein weiter Weg ist und daß zwischen heute und Aera der Kosackenherrschaft ein Kampf liegt, so groß w? so furchtbar, wie der Kampf des zwilisirten Westens � Südens gegen die Hunnen im fünften Jahrhundert. «? wollen' wir daran erinnern, daß auch das j-�ckenthum nicht immer war, was es ist. Der Kosack durch den russischen Despotismus zu einem �ie<» Werkzeug des Moskowiterthums gemacht worden. tj- Joeschichte der Kosacken ist reich an heldenmüthigen und z�sfteudigcn Freiheitskämpfen, und die Namen Starka, x. l' n, Mazeppa und Pugatsch ew bedeuten jk da die Kosacken für Ideale begeistert waren und �'°pfer für dieselben schlugen. Aber der moskowitische {Jj". der alle alten Freiheiten der Russen vernichtet, der -/ die Unabhängigkeit der mächtigen Republik Now- \l, üttflört hat, hat in dem Kosackenvolk auch die Er- {wj/og an die Thaten der Väter ausgetilgt und jene rohen geschaffen, die als die Feinde der europäischen fre Die ers �emen und die es auch sind. zeit, da diese schnappstrinkcnden Steppenreiter -�e im Rhein tränken, hoffen wir nicht mehr zu er- «denn man aber das Kosackenthum als den Hort le3 GslvuronfrH. Roma» von Maurx Jökai. kleine Dodi z.."eme �ovi war aber damals sehr gut aufge- > Pski, ��milliger Laune packte er mit seinem Händchen am'w�che Michael im Munde hielt und zerrte so -U � �ohr, bis er sie ihm auS den Zähnen riß, wo- r�foikiw'�neH°us der Hand schleuderte. Da der üh aus Thon war, ging er natürlich in Trümmer. > fl/x eilte sich etwas mit der Justizpflege und versetzte >i�en � als Strafe für den angerichteten Schaden einen »tob ��9 auf sein Händchen.' Der kleine Junge sah Wichet 0n' verbarg dann sein Köpfchen im Busen der , und fing zu weinen an. /ist",'"chst Du," sagte Noemi traurig,„Du würdest ihn Thon � weggeben und diese hier war doch nur �Aiichntl bereute sehr Dodi aus die Hand geschlagen zu ,.Äe suchte ihn m,t Echmeichelworten zu beschwichtigen, s/ach das geschlagene Händchen, aber der Junge �gciirf und verkroch sich vor ihm unter Nvömi's Um- Hin'■ Die ganze Nacht hindurch war er dann un- •W: rfCl wollte nicht schlafen und weinte. Timar wurde !S H darüber, er sagte, der Junge sei trotziger Natur �»tt usse seinen Eigensinn bei Zeiten brechen. Für das '»He,, �urf ihm dann Noemi einen so sanften, Vorwurfs- , q- zu. kQ8ct, i?nbtrn Tage verließ Timar zeitiger als sonst sein i*1 on« 9'ng in seine Werkstatt- man hörte ihn aber "'in Tag über nicht singen. Er ließ auch die Ar- früher NachmittagSstundc stehen, und als er der Reaktion betrachtet, so kann man fragen, wieweit wir nicht doch schon kosackisch sind, d. h. wieweit Europa von dem Geiste des Kosackenthums erfüllt ist. In diesem Sinne können wir den famosen Trinkspruch des alten Generals ernsthaft nehmen und müssen auch gestehen, daß sich die Prophezeihung des alten Napoleon bis zu einem gewissen Grade erfüllt hat. Kosackenthum giebt es bei uns in Hülle und Fülle. Nehmen wir nur einmal an, welche Knechtsseligkeit, welche niederträchtige Speichelleckerei in gewissen Kreisen unseres„gebildet" sein wollenden Bürgerthums überhand genommen hat, so daß manchmal der Höfling dem„freien" Bürger gegenüber noch als ein stolzer Mensch erscheint— sind wir da so weit von den Kosacken entfernt? Der öffentliche Geist bei uns hat viel russische Züge angenommen und man athmet Juchtenduft sehr häufig da ein, wo sich die guten Leutchen am großmäuligsten damit rühmen, unverfälschte Deutsche zu sein. Das hört sich schmerzlich an und wir wünschten nur, wir hätten Unrecht. Aber es ist so und wer es leugnet oder vertuscht, der erweist seinem Vaterlande einen schlechten Gefallen. Wir würden uns gern über die Kosacken lustig machen, aber es will uns nicht gelingen, wenn wir an unsere Ausnahmegesctzgebung und an unsere Massenarmuth denken. Europa kosackisch! Jawohl, nicht nur im Geiste; die Spuren des herrschenden Kosackenthums zeigen sich auch deutlicher, denn das Kosackenthum ist es, von dem Europa gezwungen wird, die ungeheure Waffenrüstung zu tragen, die es wund drückt und seine Kräfte aufzehrt. Diese Rüstung wird nachgerade Allen lästig, auch denen, die sonst für kriegerische Angelegenheiten eine große Vorliebe haben. ES giebt niemand bei uns, der sich der Einsicht verschließen möchte, daß die unaufhörliche Steigung der Militärlast binnen Kurzem zu unerträglichen Zuständen führen muß, unerträglich für Alle. Man büßt nur die Schuld früherer Zeiten, die Zerreißung Polens sowohl wie die Unvorsichtigkeit, daß man die Russen gegen Napoleon und gegen die Ungarn zu Hilfe rief und sich mit der Dankbarkeit für die Dienste des Mos- kowiterthums belud. Die Kosacken sehen die Schuld noch nicht als abgetragen an und sie lauern auf den Moment, da sie die Zinsen vorschreiben können. Man sieht bei genauer Betrachtung, daß es mit dem Kosackenthum m Europa bereits über den Spaß geht. Leider sehen wir nicht, wie dieser Ueberfluthung ein Ziel gesetzt werden kann. Das wäre nur möglich durch ein Bündniß des gesammten Westens gegen den Osten. Die Frage, ob das Kosackenthum wirklich berufen ist, die Welt zu beherrschen, erörtern wir nicht weiter. Dafür ist uns ein Speech eines bekneiptcn russischen Generals noch weit weniger maßgebend als ein gelegentlich im Unmuth hingeworfener Spruch Napoleon's, der offenbar sich nicht in der Hütte ankam, konnte er an den Blicken Noemi'S bemerken, daß sie über sein Aussehen sehr erschrocken war. Timar's Farbe und Gesicht war ganz verändert.„Ich bin unwohl," sagte er zu Noemi,„der Kopf ist so schwer, die Füße tragen mich kaum und ich fühle Schmerzen in allen Gliedern. Ich muß mich niederlegen." Noemi eilt, im rückwärtigen Zimmer ihm ein Lager zurecht zu machen, und half ihm, sich auskleiden. Mit Be- sorgniß nahm sie wahr, daß Michaels Hände so kalt waren und sein Athem so heiß. Frau Therese kam hinzugeeilt, befühlte ihm Hände und Stirne, und rieth ihm, sich warm zuzudecken, denn er werde das kalte Fieber be- kommen. Michael aber hatte die Empfindung, daß noch etwas Schlimmeres im Anzüge sei. In jener Gegend grassirte damals der Typhus, den die Frühjahrs-Ueber- schwcmmungen der Donau in ungewöhnlichem Maße verbreitet hatten. Als er sein Haupt auf das Kissen legte, war er noch so weit bei Besinnung, daß er darüber nachdenken konnte, was daraus entstehen werde, wenn ihn hier ein hitziges Fieber befällt; ein Arzt ist nicht in der Nähe, der ihm seinen Beistand leihen könnte. Er kann hier sterben. Niemand wird wissen, was aus ihm geworden. Was wird dann aus Timea? Und vor Allem, was wird dann auS Noemi? Wer wird sich der Verlassenen annehmen, die Wittwe sein wird, noch bevor sie Frau geworden? Wer wird den kleinen Dodi erziehen und welches Loos erwartet diesen, wenn er herangewachfen sein wird und Michael schon unter der Erde liegt? Wie werden durch seinen Tod zwei Frauen für ihr ganzes Leben unglücklich gemacht! Und dann erging er sich wieder in Gedanken darüber, was er alles in seinen Fieberphantasien vor den beiden Frauen sprechen wird, die Tag und Nacht bei ihm wachen werden. Von seinen Schätzen, seinen Beamten, seinen Palästen und von seiner bleichwangigen Gattin;. wie er Timea vor sich sehen, sie beim Namen anrufen, sie! gern gestehen wollte, daß er seine Rolle als Regenerator Europa's gänzlich verfehlt hatte. Wenn Europa der russi- schen Gefahr auf die Dauer widerstehen soll, so gehört eine innere Kräftigung seiner Völker dazu, die Rettung derselben aus dem entnervenden Massenelend und die Mil- derung des Kampfes um's Dasein durch die Macht des Staats. Wenn man sich dazu nicht entschließen kann, wird sich die Situation unaufhörlich verschlimmern. Mca-rcsptmdenzcn. Hamburg, 9. September. Schon vor einiger Zeit be- richtete ich darüber, daß die Hamburger Polizeibehörde dem hiesigen Vercinsgesetze eine Auslegung gegeben hat, nach welcher nicht nur Versammlungen, in welchen etwa politische Dinge er- örtcrt werden sollen, sondern auch die Vorstands- und Kom- milsionssitzungen der Fachvereine u. s. w. bei der Polizeibehörde behufs Ueberwachnng angemeldet werden müssen. Der hiesige Verein Hamburgischer Staatsangehöriger hat sich darauf an den hohen Senat unserer freien Reichs- und Hansestadt gewandt mit einer Beschwerdcschrist über das Vorgehen der Polizei- behörde in dieser Angelegenheit. Dem genannten Verein ist nun folgende kategorische Antwort von Seiten unserer höchsten Staatsbehörde zu Theil geworden: Hamburg, den 28. August 1889. Der Senat ertheilt auf die Beschwerde abseilen Friedrich Ehlers, als Vorsitzenden des Vereins Ham- burger Staatsangehöriger, gegen Verfügung der Polizei- behörde, betreffend Anmeldung der Sitzungen des Vor- ftandes und der Kommissionen des Vereins bei der Polizeibehörde auf Grund der revidirten Verordnung vom 30. Juni 1851 zur Verhütung des Mißbrauchs de« VersammlungS- und Vereinigungsrechts, den Be- scheid: daß die Beschwerde als unbegründet zu ver- werfen sei. Ein solcher„Bescheid" ließ sich voraussehen, denn eS ist anzu- nehmen, daß unsere Herren Senatoren Anordnungen miß- billigen werden, welche ihr Kollege, der Herr Senator Dr. Hachmann, in seiner Eigenschaft als Polizeichef trifft gegen Alles, was wie unabhängige Bestrebung der Arbeiter in rhren Fachvereinen, oder irgendwie nach einer demokratischen Regung aussieht, wie das Vorgehen des Vereins Hamburger Staats- anaehöriger. Run kann dieser Verein sich noch, wenn er die Lust dazu verspürt an den sogenannten Bürgerausschuß wen- den. Doch selbst wenn dieser einen der Beschwerdeschrift günstigen Beschluß der Bürgerschaft herbeiführen oder selbst- ständig gegen den Senat vorgehen sollte, was gleichfalls kaum anzunehmen ist, so wird dieses nichts in der Sache ändern, da wir nun einmal in einer solchen reaktionären Periode leben, daß unsere höchste Behörde schon seit geraumer Zeit eS nicht für angezeigt hält, auf ihr mißliebige Beschlüsse derlBürgerschaft überhaupt zu antworten. So etwas wird einfach aä acta ge- legt. In den Archiven ist noch massenhaft Raum für Alles, was unbequem erscheint. In H a r b u r g waren vor einigen Monaten 3 Mitglieder der Lokalverwaltung dcS deutschenSchneiderverbandes von der Polizei- seine Gattin nennen wird. Uud Noemi kennt diesen Namen. Außer den körperlichen Schmerzen quälte ihn noch Eines. Daß er Dodi gestern geschlagen. Diese Kleinigkeit lag jetzt zentnerschwer wie ein Verbrechen auf seiner Seele. Nachdem er sich niedergelegt hatte, wollte er das Kind noch einmal an fein Bett bringen lassen, um es zu küssen,„Noemi!" stammelte er mit heißem Athem. „Was wünschest Du?" flüsterte Noemi. Aber er wußte schon nicht mehr, was er gewollt hatte. So wie Michael sich zu Bett gelegt hatte, brach das Fieber sogleich mit voller Macht aus. Es war ein kräftiger Mann; und gerade solche wirft dieser Henkersknecht des Knochenmannes am schnellsten nieder und quält sie am meisten. Von diesem Moment an redete er beständig irre. Und jedes Wort, das er sprach, mußte Noemi hören. Der Kranke wußte von sich selbst nichts. Der, der mit seinen Lippen sprach, war ein fremder Mensch; das war der richtige Mensch, der keine Geheimnisse hat und Alles heraussagt, was er weiß. Die Träume des Fieberkranken sind mit den Einbildungen des Wahnsinns verwandt. Sie drehen sich hartnäckig um eine fixe Idee, wie sehr auch die Traum- gebilde wechseln mögen, jene, den Mittelpunkt bildende Gestalt kommt in seinen Phantasien immer aufs Neue zum Vorschein. Auch in den Fieberträumen TimarS war eine solche dominirende Gestalt. Eine Frau. Diese Frau aber war nicht Timea, sondern Noemi. Von ihr sprach er beständig. Timea's Name kam nicht über seine Lippen. Sie füllt nicht den Grund seiner Seele aus. Für Noemi war es Grausen und Wonne zugleich, diese Fieberreden mit anzuhören, Grausen, denn er sprach so ftemdartige Dinge, führte sie mit sich in so unbekannte Reiche, daß sie erzittern mußte vor einem Fieber, das ihn solche Wunder zu sehen zwang— und doch war bchorde je in 15 M. Strafe genommen wegen Uebertrctung des Z 360 Nr. 9 des Strafgesetzbuchs der tHannöverfchen Ge- Werbeordnung vom I. August des Jabres 1847, weil nach An- ficht der OrtSpolizeibehörde der deutsche Schneiderverband als eine VerficherungSanstalt anzusehen sei, da seine Statuten ge- statten, den reisenden Mitgliedern, je nach dem Stande der Kasse, eine Unterstützung zu gewähren. Vom Schöffengericht war bereits ein freisprechendes Urtheil erfolgt, wogegen jedoch die Staatsanwaltschaft Berufung einlegte. Jetzt hat das kgl. Landgericht zu S t a d e das freisprechende Urtheil der ersten Instanz bestätigt und die Berufung der Staatsanwaltschaft ver- warfen und zugleich die Kosten des Verfahrens der Staats- kasse auferlegt, mit Ausnahme der den Angeklagt en erwachsenen nothwendigen Auslagen. Inden angeführten Gründen wird die hannoversche Gewerbeordnung vom Jahre 1847 zwar noch als zu Recht bestehend anerkannt, da aber die zu leistende Unterstützung eine freiwillige ist und den Mitgliedern laut Statut ein Recht der Klage' deswegen nicht zusteht, mußte auf Freisprechung erkannt werden." Wie viel Scherereien, Versäumnisse und Ädookaturkosten sind nun den ungerechter Weise von der Polizei mit Strafe Belegten erwachsen? Den armen Arbeitern, welche sich großherzig be- streben, ihren reisenden Kameraden eine hilfreiche Hand zu leisten, wofür Staat und Gemeinde ihnen zur Dankbarkeit verpflichtet sich fühlen müßten, ihnen wird durch eine in nichts begründete Verfügung der Polizei eine Strafe auferlegt und die höhere Instanz erachtet d'iür, daß keine Gründe vorliegen, ihnen die„nothwendigen Auslagen" in Beschreitung des Rechtsweges zu ersetzen! Die Polizeistrafe war für drei Per- sonen 45 M. In Harburg giebl es gar keinen Advokaten, der die Verthcidigung von Arbeitern in solchen Fällen über- nimmt. Die von der Polizei Gemaßregelten mußten sich also einen Rechtsbeistand aus Hamburg beschaffen. Wie viel mag sich nun wohl dieser Herr für die Verthcidigung in zwei In- stanzen berechnet haben, noch dazu vor einem Tribunal außer- halb seines Wohnsitzes? Der Strafe sind die armen Arbeiter nun ledig, berappen müssen sie aber doch und wahrscheinlich noch bedeutend mehr als der Betrag der Geldstrafe war. Wo bleibt da, so kann man wohl fragen, trotz des freisprechenden Urtheils der Gerichte die Gerechtigkeit auf Erden? Der Streik der Töpfer dauert unverändert fort, doch scheinen die Arbeiter guten Muthes zu sein. Die Streik- kasse ist gut bestellt, so daß sogar die Unterstützungen im Be- trage erhöht werden konnten. Die beiden Arbeiter, welche vom Oberinnungsmeister beschuldigt waren, einen Ofen„frevelhafter Weise" demolirt zu haben, strengen eine Gegenklage wegen Verleumdung an. Diese Sache scheint auf einem Komplotte zu beruhen, um die Behörde sowohl wie das Publikum gegen die Streikenden einzunehmen. Haben wir nicht auch einen Para- araphen„wegen Verbreitung falscher Thatsachen u. s. w.?" Für die Herren OberinnungSmeister scheinen die Strafgesetz- bücher nicht verfaßt zu sein. Bei dem jetzigen schönen Wetter, welcher manchen noch zu einem Morgenspaziergang ins Freie einladet, ist es gleich- wohl nicht ungefährlich in Hamburgs Umgegend sich solchen Naturgenüssen hinzugeben. Auf Weg und Steg lauern die Diener der öffentlichen Ordnung, um irgendwo in emem Waldes- winkel geheime Versammlungen zu belauschen, in welchen Be- schlüsse gefaßt werden, die darauf ausgehen, irgend welche Staats- oder Gesellschaftseinrichtung umzustürzen oder zu untergraben. Am letzten Sonntag sind ungefähr 14 Personen verhaftet worden, welche einen SonntagSmorgcn- Spaziergang unternommen hatten, und soeben in ein Lokal eingekehrt waren, um sich zu stärken. Die armen Naturfreunde mußten nun den schönen Sonntag und auch noch den Montag hinter Schloß und Riegel zubringen, dann wurden sie wieder entlassen. Wie aber können auch gute Kameraden so unvorsichtig sein in unserer heutigen Zeit, bei schönem Wetter gemeinschaftlich einen Morgen- spaziergang in'S Freie zu unternehmen � London, den 9. September. Gestern war ein„großer Tag" in dem Hydepark. Die Armee der streikenden Dock- arbeiter zog in feierlicher Prozession, geleitet von den Glück- wünschenider Hunderttausende, die ihnen Spalier bildeten, nach dem Riesen-Äersammlungsplatz des Volkes von London, den es der herrschenden Aristokratie abgerungen, und auf dem es sich schon so oft in siegreicher Macht' gezeigt hat. In den fünfziger Jahren schlugen wir hier die Schlacht gegen das Muckerthum, und wurde das Parlament durch die Riesen- SonntagSmeetingS mit ihrem Goto Church�J-Ruf, der den spazierenfahrenden und reitenden Ladies und Gentlemen der Aristo- kratie entgegen donnerte, zur Einstellung der Angriffe auf den „Sonntag des armen Mannes" gezwungen. Und seit 15 Jahren giebt hier das Volk von London über alle die Massen be- wegenden Fragen sein Verdikt ab. MancherSturm hat hier getost— manchmal ist der politische Kampf zum hitzigen, blutigen Faust- und Knüppelkamps geworden. Gestern sah aber Alles sehr fnediich aus. Friedlich und heiter marschirten die Dockarbeiter mit ihren Fahnen und *) Geht in die Kirche! es auch Wonne ihn zu hören, denn er sprach immer und immer nur von ihr. Einmal befand er sich in einem fürstlichen Palais und sprach mit einem großen Herrn.„Wem werden Excellenz diesen Orden geben? Ich kenne auf der herrenlosen Insel ein Mädchen, niemand ist würdiger, diesen Orden zu er- halten, als sie. Geben Sie ihr den Orden. Sie heißt Noemi.— Wie heißt sie denn mit dem andern Namen?— Pflegen Königinnen noch einen andern Namen zu führen? — Die Erste. Noemi die Erste; von Gottes Gnaden Königin der herrenlosen Insel und des Rosenhains." Dann führte er diese Idee weiter aus.„Wenn ich König auf der herrenlosen Insel sein werde, bilde ich ein Mini- sterium; zum Fleischinspektor mache ich Almira, zum Milch- inspektor Narcissa. Ich werde ihnen Rechenschaft abver- langen und sie meine Getreuen nennen." Hierauf fing er an, von seinen Palästen zu sprechen. „Wie gefallen Dir, Noemi, diese Säle? Wie gefällt Dir die Vergoldung dieses Plafonds? Die auf ein goldenes Feld gemalten tanzenden Kinder sehen aus wie unser Dodi. Nicht wahr, sie sind ihm ähnlich? Schade, daß sie so hoch sind. Dich friert in diesen großen Sälen? Mich auch! Komm, gehen wir fort! Nicht wahr, es ist weit besser am Herd in unserer kleinen Hütte! Ich liebe die hohen Paläste nicht. Diese Stadt pflegt von Erdbeben heim- gesucht zu werden. Ich fürchte, die Wölbung stürzt über uns ein. Dort, hinter jener kleinen Thüre, belauscht uns Jemand. Ein neidisches Frauenaesicht. Sieh nicht hin, Noemi! Ihr böser Blick könnte Dich treffen. Einmal ge- hörte dies Haus ihr, jetzt geht sie als Gespenst darin um. Schau, sie hat einen Dolch in ihrer Hand. Sie will Dich damit ermorden. Eilen wir fort von hier!" Allein dem Davoneilen steht ein Hinderniß im Wege. DaS schrecklich viele Geld.„Ich kann nicht aufstehen! Das viele Gold drückt mich darnieder. ES liegt alles auf meiner Brust. Nehmt es weg! Ach ich versinke in Gold. Das Dach ist eingestürzt und vom Boden rollt alles Gold aus mich herab. Ich ersticke, Noemi, reiche mir Deine Hand; ziehe mich hervor aus diesem schrecklichen Goldhügel." Seine Hand ruhte ohnehin schon in der Noemi's und Barnurn dahin— friedlich und Heiler, obgleich zur Fortsetzung des Klassenkampfes entschlossen,— friedlich und heiter, weil der sympathischen Zustimmung der gesammten Arbeiterbevöl- kcrung und auch eines großen Theiles des Bürgerthums sicher - und darum zuversichtlich. Einen friedlichen und heileren Anblick boten namentlich auch die Tausende von Frauen, die mit ihren Kindern— bas Baby im Kinderwagen neben der Prozession Herzogen— mitunter auch in Reih und Glied eintraten. Unter dem Klange der Marseiller Hymne schwenkte das Heer der Streikenden in den Hybepark und als es in der Nähe des Versammlungsplatzes angelangt war, theilte der Menschenstrom sich in vier getrennte Massen, von denen jede auf einen bestimmten Punkt lossteuerte— nämlich auf eine ber improvisirten Rednerbühnen. Diele bestanden, wie üblich, aus je einem geräumigen offenen Wagen, auf welchem die be- kanntesten der Volksredner nebst Frauen und Kindern schon Platz genommen hatten. Im Nu, und unter donnernden, jauchzenden EheerS (Jubel-Zurufen) auf die geliebten Führer t Äurns. Mann, Champion, Douglas, MrS. Aveling-Marx, ist jede der Rednerbühnen von einer Volksversammlung umringt, für die der größte Versammlungssaal der Welt in das dreifache vergrößert auch nicht annähernd ausreichen würde. Sobald die Ausstellung vollendet ist, wird es plötzlich still, und ohne Zeitverlust geht es in wedias res— mitten in bas „Geschäft" des TagS. Das Reden begann. Vom Wagen, vor welchen ich gerathen bin, spricht erst ein Dockarbeiter, dessen Namen ich nicht verstand— sachlich, geschäftsmäßig den Zweck der Versammlung vorzeichnend: Ist derKompromiß an- zunehmen oder nicht? Beim ersten Wort ist es klar, daß die Antwort einstimmig Nein! lauten wird. Als zweiter Redner tritt Mann auf, gleich BurnS, ein Ausschußmitglied der einflußreichsten, englischen Gewerk- schaft: der Ämalgamated EngineerS. Mann, eine gedrungene, kräftige Gestalt, energische Züge, die Stimme von den unglaublichen Anstrengungen ber letzten 4 Wochen— solange dauert der Streik— etwas heiler, allein doch weithin vernehmbar. Er spricht klar, kurz, ohne Vhrasenbeiwerk, w Me poims— auf den Punkt los, übersichtlich. Guter Volksredner, vorzüglicher Organisator, gehört Mann neben B u r n s und K e i r H a r b i e— der auf dem Dundee'er Gewerkschaftskongreß den Sturm auf Bro ad hurst und dessen Garde der Satten leitete, zu den tüchtigsten und zu- kunstreichsten Vorkämpfern, die dem englischen Proletariat aus den Reihen der Arbeiter erwachsen find. Auf Mann folgte ein Dockarbeiter, Mr. T o o m e y, vom Ausschuß der reichen und festen Organisation der Lieve dores (Auslader), die sich in diesem Riesenstrerk so aufopfernd ihrer unorganisirten Genossen angenommen haben, und so treu zu ihnen stehen. Groß, breitschultrig, freundliche aber energische Züge. Der Mann ist kein Redner— er stockt Anfangs; aber die Gelegenheit, welche auch Redner macht, löst ihm die Zunge; die Worte finden sich für die Gedanken und Gefühle: Wir müssen aushalten! Unb wir halten aus! Das ist das Ä und O seiner Rede, und jedes Wort hallt wieder im Herzen der Zuhörer. Frau Aveling-Marx erhebt sich nach Toomey. Brausender Jubel empfängt sie, die so aufopferungsvoll für diesen Streik arbeitet. Sie hat ein klangvolles Organ, und weiß zum Herzen wie auch zum Kopf zu reden. Ihr ein- nehmendes Wesen, ihre gewinnende Persönlichkeit, die Be- geisterung, die aus ihren dunklen Augen hervorsprüht, erhöhen den Einbruck ihrer eindrucksvollen Worte.— Noch während sie spricht, ist eine Bewegung unter der Menge zu merken; Hurns is coming! Burns kommt! Platz für ihn! Hoch! Stille!— Und gleich darauf taucht der schwarze Kopf mit dem„unvermeidlichen", etwas verbogenen Strohhut auf dem Wagen auf. Mächtige LKeers empfangen den Liebling beS Volks, und dann ist eS still, daß die Rcdnerin fortfahren kann. Sobald sie geendet, erhob sich Burns; trotz der„20 Reden, die er seit 4 Wochen täglich zu halten hat, ist lein Organ noch frisch und elastisch. Der geborene Volksredner. Mittelgröße, fast südländisches Aeußere, dunkele Gesichtsfarbe, Bart unb Haupthaar dunkel, blitzende Augen;— beim ersten Wort hat er das Ohr seiner Zuhörer und beherrscht sie, durch magnetischen Rapport, bis zum letzten Wort.-- Aller Reden Sinn war der eine: Der Kompromiß ifl unannehmbar! Wir müssen jetzt kämpfen, im Sommer, wo die Arbeit massenhafi vorliegt und die Entbehrungen nicht so fühl- bar sind. Im Winter sind wir in der Gewalt der Dock-Kom- pagnieen! Also: No surrender! Kein Nachgeben! Eine Resolution, die das besagte, ward einstimmig angenommen, und mit einem Hip, Hip, Hip Hurrah auf den Streik und die Sache der Arbeiter trennte sich die denkwürdige Versammlung.— Jeder heiter und ruhig, fest entschlossen auszuharren bis zum Aeußersten.— Noemi dachte bebend bei sich, welche furchtbare Macht das sein muß, welche den armen Schiffer so mit Goldträumen peinigt. Dann kam er wieder auf Noemi zurück.„Du liebst nicht Diamanten, Noemi? Du Närrchen. Glaubst Du denn, das Feuer der Diamanten brennt? Fürchte Dich nicht davor. Hah! Du hast recht. Es brennt in der That. Das hatte ich bis jetzt nicht gewußt. Es ist Feuer der Hölle. Auch die Namen sind verwandt: Diamant, Diabolus. Wir wollen sie in das Wasser werfen, nicht wahr? Wirf sie von Dir! Wir wollen sie in's Wasser werfen. Ich weiß, woher sie gekommen sind. Ich werde sie dorthin zurücktragen. Fürchte Dich nicht, ich werde nicht lange unter dem Wasser bleiben. Halte Deinen Athem an Dich und bete. So lange Du aushältst, ohne frischen Athem zu schöpfen, halte auch ich drunten aus. Ich tauche nur hinab zu dem untergesunkenen Schiff in seine Kabine. Ha, wer liegt hier auf diesem Bett?" Es ergriff ihn jetzt ein solches Zittern, daß er von seinem Lager aufsprang und davonrennen wollte. Noemi war kaum im Stande, ihn auf seine Lagerstätte zurückzu- bringen.„Jemand liegt dort in diesem Bette! Aber ich darf den Namen nicht nennen. Sieh nur, wie der rothe Mond durchs Fenster hereinscheint! Schließe den Mond- schein von hier ab. Ich will nicht, daß er mir ins Gesicht scheint. Wie er immer näher rückt! Schiebe den Vorhang vor das Fenster!" Der Vorhang war aber ohnehin herabgelassen, und draußen war finstere Nacht. Als dann die Fieberhitze nach- ließ, sagte er zu Noemi:„O, wie schön bist Du ohne Diamanten, Noemi!" Dann überkam ihn eine neue Fieberphantasie.„Dieser Mensch steht dort als unser Gegenfüßler auf der andern Seite des Erdballs. Wenn die Erde von Glas wäre, würde er gerade auf uns herabblicken. Aber so wie ich ihn sehe, sieht er auch mich. Was macht er da drüben? Er fängt Klapperschlangen. Warum fängt er Klapperschlangen? Um, wenn er zurückkommt, sie hier los- zulassen auf der Insel. Lasset ihn die Insel nicht be- treten! Laßt ihn nicht zurückkommen! Almira! Almira! Erwache! Zerreiß ihn! Aha! Jetzt ist er auf eine Riesen- Und so dauert der Riesenstreik denn fort. 3$ |u uuucn uct JiicsLUfiteu uenu iuw* � w nicht mehr, daß die Arbeiter den Sie« erfechten werden. «r r»... r r m denn *. uut) uit Uvil witU vtnujiwiv An Geldmitteln fehlt'S nicht; und der Verlust, denn. Dockkompagnien erleiden, ist weil größer als die Mchcroi» � die ihnen vcrui sacht werden, wenn sie die Bedingungen Arbeiter annehmen. Die Gesammtrabl der gestern im Hydevark VwMM � läßt sich schwer abschätzen. Es sollen 159 009 gewesen"in � ohne die Gaffer und Spaziergärger. Und das ist wohl n zu hoch veranschlagt.— PolitifUlo Mleverstchk- Zur Frage der Uebertragbarkrit der billela ergreift jetzt der RcichSgerichiSrath Stenglem w von ihm herausgegebenen strafrechllichen Zeitschrift»Der nchtssaal" das Wort. Er gelangt dabei zu folgenden tn- essanten Schlußsätzen;„Man schafft vierte Klassen, bannt/ Marktfrauen billig fahren, man giebt Rückfahrtkarlen, stan � und zusammengesetzte Äundreisefahrkarten aus, num S Schüler-, Abonnementfahrkarten und Kilometer-. mcnts; jede Reisesaison wird eingeleitet durch An? sung aller Fahr- und anderer Erleichterungen, man � längert jedem Wanderkongreß, und wäre eS der.. ehrbaren Zunft der Schornsteinfeger, die Rückfahrt zu buus Preisen, man veranstaltet Sonderzüge u. s. w. Alles zu Zweck, um das liebe Vublikum reiselustig zu machen. i; aber irgendwo eine Rückfahrtkarte zu billigerem Preise offi wird, so wird ein Weheruf erhoben, als sollte bcr Hiwmcl stürzen, man malt den Schrecken eines förmlichen RuaM karten Verkaufsbureaus aus, als handele es sich um � mucu �üctmuföuuicuuö aus, um ounucic ca itu* Sceleuverkäufn, man klagt wegen Betrugs und muß geben, daß eine Ausficht unmöglich ist. Gebe man ganzen Handel frei und lasse verkaufen, wer man Cr0� m:t „ thut keinen Schaden, die Gefahr von Fälschungen der kurzen Dauer der Karten sehr gering, und auch der- kauf wohlfeiler Rückfahrtkarten reizt zum Reisen. Diele ffP" wäre doch besser, als strafbare Handlungen erfinden, bei da« tNemissen de« TWiierS fo ruhio hfnht mie möglich,„ rasen/ das Gewissen des ThäterS so ruhig bleibt wie mv! die deshalb von Niemandem begriffen werden. Zu der ungelchrte Mensch nichts Strafbares findet, demora erzieht aber nicht zur Gewissenhaftigkeit." Eine neue Anfmertrsamkeit von Seiten der?'f*... anivaltkchaft gegen den Redakteur des Elberfelder Aiv. Organs, der„Freien Presse", Herrn Hermann Griwpe,«U � zu verzeichnen. In Nummer 181 der„Freien Prelle 7. August war ern Leitartikel„Das Ende des Bergas streiks" enthalten. Dieser Artikel soll gegen Z 131 beS gesetzbucheS(Verbreitung erdichteter Thatsachen, um. tungen des Staates oder Anordnungen der Obrigkeit vew» fi; zu machen) verstoßen. In dem beregten Artikel war aegrn> Auffassung der Äeptilienblätter, voran die„Rh.-Weftl-'Az Front gemacht, die da behaupteten, daß die von der Reg' � eingesetzte Kommission zur Untersuchung der Beschwerde�-, Bergarbeiter das Ergebniß gehabt habe, daß der Streu, ungerechtfertigt gewesen sei. Es ist klar, daß diese BehMch der Reptilienblälter rein willkürlich war, da das Ergednw�, UntersuchungSkommission bis jetzt noch gar nicht verosT*» � ist. Wie eine Polemik gegen derartige Willkürlichkeit�p Rcptilienpresse gegen§ 131 verstoßen kann, ist uns une>„ lich und wir sind auf den Ausgang dieser Angelegenv-' spannt. Aus alledem ergiebt sich aber, mit welcher-uur � famkeit Arbeiterblätter von den Staatsanwälten gelesen wc� Freidenkerisches. Die auch hier durch ihre bekannte Frau Hennch-Wilhelmi hat kürzlich in Mannd � über das Thema:„Das Verhältniß des FreidenkertmvM j, sozialen Frage", gesprochen. Das hat den freidenkerisch�,, August Specht, den Herausgeber des„Menschenthum", laßt zu folgendem Erguß in seinem Leiborgan:»M» zj wies die Rednerin darauf hin, daß das Freidcnkeitnum � freundlich zu den Bestrebungen der Arbeiter stellen wul«,� ein menschenwürdigeres Dasein zu schaffen. Aber bi*. J tc- der sozialen Frage kann nicht durch die Schlagworte enm � stimmten politischen Partei erfolgen, sondern muß dur«, � Parteien bewerkstelligt werden, die es wohl mit ihren w � begüterten Mitmenschen meinen mag sich die geschätzte Rednerin Die soziale Frage ist gesagt sein lassen Partei-, sondern eine Ku lturfraqe." Solchen � kann auch jeder Pfaffe schreiben, er kennzeichnet daS Dr. August Specht.— Die reine Denkem eseler des Aus Sachse», 10. September: Die Vereinigung Baumwollspinnereidesitzer hat die Frage angeregt, ob A elsäßer und rheinisch-westfälischen Spinner sich zu isi/y elfstündige Arbeitszeit an Stelle der jetzt länger daU� einzuführen sei, unter der Voraussetzung, das-/. aller Vorgehen entschließen würden. 39 Mitglieder versandt und haben Die Fragebogen wurd��il 13 Spinner mit � schlänge gestoßen, die erfaßt und verschlingt ihn.. schrecklich ist das Gesicht. Wenn ich nur nicht sehen �..�l wie ihn die Schlange verschlingt. Wenn er mich"ur/� Jetzt ist nur noch der Kopf draußen und er blickt noch s. ii -——..... � iino auf mich. O Noemi, decke mir das Gesicht zu, da' ihn nicht sehe." Wieder wechselte das Traumgesicht,„Eine ganze» � schwimmt auf dem Meere. Womit sind die Sch/ � laden? Mit Mehl Jetzt kommt ein Wirbelwiiw � Tornado, erfaßt die Schisse, reißt sie mit sich Wolken und zermalmt sie in Splitter. All das � wird umhergestreut. Die ganze Welt wird weiß Weiß ist das Meer, weiß der Himmel, weiß die Lufli,� Mond zuckt aus den Wolken hervor und schaut nur, vj Wind ihm das Gesicht mit Mehl bemalt. Sieht er-zj aus wie eine kupfernasige alte Vettel, die sich das L/ gepudert hat. So lach' doch, Noemi!" Noenü � rang die Hände und zitterte. O, die arme Kreatm.� Tag und Nacht an seinem Bette. Bei Tag saß sie ans J Stuhl neben ihm; bei Nacht rückte sie ihre Bettstat � zu der seinigen und schlief an seiner Seite; unbcln/ darum, daß der Typhus ansteckend, legte sie oft A auf Michaels Kissen, preßte seine schweißbedeckte an ihre Wangen und küßte ihm von den ausgetre Lippen die heißen Fieberseufzer hinweg., w Frau Therese suchte mit unschädlichen Hausmittel Fieber zu lindern und nahm die Glasfenster heraus, � die frische Luft, dies beste Heilmittel bei Fieberkranken, � kleine Gemach durchstreichen könne. Sie sagte Ro/ W nach menschlicher Berechnung am dreizehnten Tag eintritt, wo dann die Krankheit sich entweder zum tödtlichen Ende. O, Noemi am Bett des Kram � wendet, oder zum kniete in diesen Tagen betete zu Gott, der so schwere Prüfung über s�, hängt, er möge Erbarmen haben mit ihrem armen- w Er möge Michael dem Leben zurückgeben, und Grab durchaus ein Opfer haben will, nun, so ist fie statt Michael zu sterben. (Fortsetzung folgt.) Aaftspoli Krt si ft�metnei Ffletnbe: Mlten wrten. fcaen fcOOO T JN E yNi i®» % " 80 ;ch zmosl- ben... denn di« (ungw ffamin«"«1' fen sei» 7� wohl nw' cht. �Ä1" mit- •fem geantwortet. 22 Spinner mit 247 350 Spindeln mit itmrf i»•""«wuhu- ein Spinner mit 4000 Spindeln ant fllei* 3°« nicht. Der Antrag wurde also abgelehnt und das tyfi.ir seitens der Mehrheit der Spinn ereibesitzer in vi», p�d, Westfalen und Elsaß. Ucber das Resultat braucht dw du wundern. Die Spinner befinden sich unter »•��Wollnern Deutschlands ganz außerordentlich wohl, sie di?W kilanzende Geschäfte. Sie haben also auch den Wunsch, »4�. ichenkraft so lange als möglich auszubeuten. Gehen die on,.� babei rofd) zn Grunde, was schadet es? Es giebt Wm? un, Menschenfleisch ist billig. In Oesterreich sind 2llli I88S die gesammten Textilindustriellen ge- den 11 stündigen Normalarbeitstag einzuhalten; ,,i, il. derselben haben sogar freiwillig die 10 stündige Arbeits- S.hrt, ohne den geringsten Nachtheil für Sie Pro- Imtk-ä?m gelobten Lände der Sozialreform, in Deutsch- imiM ober die Ausbeutungsfreiheit der Kapitalisten an er- «.j.�lsnen Arbeitern bis heute unbeschränkt und wird es bleiben, diie deutsckien Arbeiter sich'allerwärtS erheben und ,J?~ncklichst der Regulirung des Arbeitstages durch Gesetz fl.�ßen.— Die Kohlenwerke im Zwickau- Oelsnitzer 15« Mc�'er hoben seit Ende August abermals die Preise der >7'�oppelwaggonS um 6 bis 10 M. erhöht. DaS macht tthxüP1 �oktoliter 5—8 Pf. Daß auch der Lohn der Arbeiter dii> n forden wäre, davon hört man nichts. Dagegen sind �.Oberschichten, gegen welche sich die Bergarbeiter bei dem jj en Ausstand so energisch wehrten, wieder in voller Blüthe. 5 roitb fortgeschunden. un).. 0*'«« Sachjen. Das„Sääis. Wochenbl." meldet l0. d.M.: Die Mitgliedschaft Dresden des Zentral- (8«. vi3 ber deutschen Sattler und Berufsgenossen wurde auf JA bcs sächsischen Vereinsgesetzes verboten. d,> rrfohlmiide ist auch die einzigste parlamentarische Säule « loddeutschen„Demokraten", der Reichstags- Abgeordnete hol erklärt, leine Kandidatur zum Reichstage nicht *J!r annehmen zu wollen. Aus Gesundheitsrücksichten natür- N.ä-.Diplomaten", die aus denselben Gründen aus ihren �>°cks„geschieden werden". iaBro n Zunahme der Zollprozesse hat im letzten Etats- Z|! e llattgefunden, und zwar um nicht weniger als 3063 oder Vj.f.bEl... Die Direktivbehörde der Provinz Schlesien führt E....>«hohung der Prozesse auf die im Jahre 1887 eingetretene J�ng b�er Zölle für Mehl und Branntwein zurück, infolge �.her Schmuggel mit diesen Produkten lohnend geworden. z® heißt mit anderen Worten, die erhöhten Zölle haben einen W'? Preisunterschied diesseits und jenseits der Grenze vorgebracht, daß der Schmuggel lohnend geworden ist. je �huahme de» Keringvkonlums in Schleste«, des Niv �lchoerbrauches in Berlin, der übermäßigen Kartoffel- in Westfalen— das sind, so schreibt die--Franks. u die neuesten„Segnungen" der nationalen Wirth- Ä i r k fiir die unteren Klassen. Je länger, je mehr sich nämlich die indirekte Wirkung des östlichen a.�«lneeinfubrverboteS zusammen mit den Folgen der preis- simt v Zölle auf Getreide bei den besonders schlechten fort,.» r beiden letzten Jahre: auch die übrigen Fleisch- l.:)■ sowie Butler, Eier und andere Artikel werden mit der ln die Höhe getrieben, weil ihr Einkauf oder ihre Her- aung gestiegenen Futterpreisen ebenfalls theurer werden Jy"h. MT>,rK....A Art» flrt.rtrt» Vrt... SN irtrt V rt. ein in da Der iden intra bannt du stäad'-- man g>k°' - Ado«««' h Aapw' man der da u billig leS zu m."Ti. ife verk-?b tmmel f Rückf-V'' um bei de� -,>»»»' reffe' � crgar�T des St-!' «1 veo � « geM �- Sestf.-M. Reg'««" werden.� !tce«k 'VauX M ■0?,Ääi tröffen"L hfeitenj '."S rAufn� en wer� U'Y; :IS i- Nischen�, n"--ZZj e etnf■ durch � itcn fltiS, Melduna von steigendem.______ iti.'*5 und Kartoffelkonsum ist deshalb auch keine Herings-, Pferde- auch keine bestgesinnten te einet � �•"ch i»11': - Sa n BlöK cbfl>v 10 m »f&'i rS "if* A�atasie, sondern wir entnehmen sie den...... itoA r"' die mit der Zeit denn doch anfangen, wenigstens ,, 7 einer aw-tlichen Begründung des Schweineeinfuhr- Jtootea zu fragen. Als wenn sich jemals ein stichhaltiger sd�ud z. B. dafür hätte angeben lassen, daß wir die höchsten isS» ezölle der Welt bekamen! Der Schutz des„nothleiden- ,, Großgrundbesitzes liegt eben einfach den maßgebenden ft'ckKn im Reiche mehr am Herzen, als die Verbesserung der Allenz des arbeitenden Mannes. Das ist die Erklärung auch Neuesten Maßregel. Mit welcher souveränen Nichtachtung do'j* Gouvernementalen eben an allen Symptomen der ge- nuckle» Lage der unteren Bevölkerung vorübergehen, bewiesen „VCC«vfl- Xi/iTny VMTnSrtv Fini /,«»,«»• � v» �---- V vv vivjvv«vivwvv vv» vitivv vrtvv'vvvtv vs�v -»leit. Die neuesten Jahresberichte der preußischen Ge- �beräthe mußten sofort dazu dienen, um mit vereinzelten l>cst Zungen zu belegen, wie herrlich der Arbeiter in Preußen �ueut ist. Unter Anderem wurde zu diesem Zwecke folgender des Aufsichtsbeamten in Frankfurt a. O. angeführt: iiofF* Arbeiter erhalten zumeist einen... Lohn, welcher zur � Wendigen Erhaltung einer einzelnen Person bei einiger- ki*.**1 haushälterischer Wirthschaft als ausreichend zu be- si.We« ist." ES soll noch gar nicht auf die vorsichtigen p."chränkungen hingewiesen werden, mit welchen diese Äeuße- (tJ0 gespickt ist. Sagt doch dieselbe schon an und für sich klar siWg: nur als einzelne Person kann sich ein Arbeiter mit a Wr. Lohn nothdürflig erhalten; an die Gründung einer vat Sf nur Vertrauen auf seinen Verdienst als Familien- � er eigentlich gar nicht denken. Und es ist den lau- öalf;. Ruhmrednern unserer nationalen WirthschaftSvolitik l/Wf diesen iverrätherischen Satz als Beleg für die Wohl- babenheit ostpieußischer Arbeiter anzuführen! Von solchen WirlhschaftSpolitikern soll man doch keine Rechtfertigung des immer mehr drückenden Schwerneeinfuhrverboles im Osten ver- langen. Dasselbe ist einfach deshalb gut, weil es im agrarischen Interesse erlassen wurde. Au» Mrstfalen, 9. September. Die hin und wieder den Bergleuten zugestandenen kleinen Lohnerhöhungen werden völlig illusorisch gemacht durch das Steigen der Fleisch- und Speckpreise. Das Rindfleisch kostet jetzt auch hier überall 70 Pfg. und mehr, da« Schweinefleisch 80 Pfg., der Speck 90 Pfg. bis 1 M. das Pfund. In aerinawerthigere , Fette, die sonst mit 30 Pfg. bezahlt werden, kosten letzt 60 Pf. Was will dem gegenüber erne Lohnerhöhung von 10—20 Pfg. für die Schicht besagen? In den meisten Arbeiterfamilien ist Fleisch und Speck deshalb ein seltenes Gericht geworden. Da- bei ist die Butter theurer wie in früheren Jahren, ebenso der Kaffee. Falls die Kartoffelernte nicht reichlich ausfällt, wird so mancher Arbeiter im Winter darben müssen trotz der Hochfluth in der Industrie. Dortmund, 9. September. Vorige Woche wurde ein hiesiger Tischler auf der Straße von der Polizei angehalten, weil derselbe gesungen halte. Der Polizist wollte ihn verhaften und der Tischler widersetzte sich. Auf dem Polizeibureau wurde der Tischler einer körperlichen Visitation unterworfen und bei ihm eine Anzahl„Sozialdemokraten" gefunden. Bei einer nunmehr vorgenommenen Hausdurchsuchung wurden noch meh- rere Exemplare in seiner Wohnung gefunden, und die Polizei glaubte einer geheimen Verbindung zur Vertreibung dieses Blattes auf der Spur zu fein. Heute, im Laufe des Tages, fanden eine ganze Anzahl von Hausdurchsuchungen bei be- kannten Sozialdemokraten statt, doch scheint das Ergebniß der« selben recht mager ausgefallen zu sein, denn beschlagnahmt wurde „Nichts". In München ist mit dem Profefforenblatt,„Allg. Ztg.", die früher in Augsburg erschien, eine Metamorphose vor sich gegangen. Das akademisch geschriebene Blatt, das manchmal Abhandlungen lieferte, die unangenehm waren, ist über Nacht in die Hände eines Offiziösen übergegangen. Man wußte lange, daß Herr Kröner, der jetzige Besitzer des Blattes, im Frühjahr dieses Jahres bei verschiedenen sehr maßgebenden Persönlichkeiten, bei denen der bisherige Redakteur, Herr Otto Braun, nicht gerade persona gratissima war, vorstellig geworden war, und daß er auch bestimmte Zusage erhalten hatte. Der Wechsel in der Redaktion war die selbstverständliche Folge. Ob sich auch die anderen Folgen, die Herr Kcöner erwartet, ein- stellen werden, muß die Zukunft lehren. Einstweilen dürfte weder die Verbindung mit der„Bayerischen Handelsztg.", unter deren Firma man es ermöglicht hat, der„Alla. Ztg." alle amtlichen Handelsnachrichten zuzuwenden, noch die Weisung, die„Allg. Ztg." amtlich zu halten, dem Abonnentenstand des Blattes etwas genützt haben. Erzählt man doch, daß eine Reihe von Beamten, die das Blatt bisher privatim gehalten haben, es nunmehr auf Staatskosten lesen. Gewiß ein löst- licher Beitrag zu der Art, wie man von oben herab für die Verbreitung eines genehmen Blattes in praktischster Weise Sorge trägt. Gesterreich-Ungarn. Wohin unsere kapitalistische Wirthschaft führt, zeigt sich jetzt wieder einmal aufs Deutlichste. Wie aus S z e g e d i n berichtet wird, ist dort der nach der großen Ueberschwcmmung im Jahre 1879 aufgeführte Schutzdamm in der Länge von 150 Metern eingestürzt. Der Wasserstand der Theiß giebt uvar augenblicklich zu keinen Besorgnissen Anlaß, doch hat das Ercigniß immerhin seine bedenkliche Seite, da erfahrungsmäßig einige starke Regengüsse hinreichen, um den heimtückischen Fluß aus seinen Ufern treten zu lassen. Käme plötzlich ein Hoch- wasser, so wäre eine Wiederholung der Katastrophe vom Jahre 1379 zu befürchten, durch welche Szegedin nahezu zerstört wurde. Die Trümmer des neuen Szegediner Quais sind ein trauriges Wahrzeichen der in Ungarn blühenden ProtektionS- wirthschaft. Als nach der Zerstörung SzegedinS durch Samm- lungen in ganz Europa ein gewaltiges Kapital für den Wieder- aufbau der Stadt gesammelt worden war, da wurde mit diesem schwierigen und verantwortungsreichen Werke Ludwig Tisza, der ältere Bruder des ungarischen Ministerpräsidenten, betraut. Fach- kenntnisse brachte der später für seine Verdienste um Szegedin in den Grafenstand erhobene Bruder des Kabinetschefs zu dem Riesenwerke zwar nicht mit, doch darüber halfen sich die Liebe- diener des Tisza mit dem Witze hinweg:„Rur der TiSza kann gegen die Tisza(Theiß) mit Erfolg ankämpfen." Bereits während der Herstellung des neuen, mit einem Kostenbetrage von zwei Millionen Gulden aufgeführten SchutzdammeS wur- den warnende Stimmen laut, und nach der Fertigstellung wollte die Stadtvertretung anfänglich den Damm gar nicht über- nehmen. Es wurde auf dieser Seite behauptet, daß der Damm auf Schlammgrund ohne solide Fundarnentirung hergestellt und daher nicht widerstandsfähig sei. Die Szegediner Stadtväter wurden damals zum Schweigen gebracht, doch nun zeigt es sich, daß sie mit ihren Warnungen und Einwendungen doch Recht gehabt hatten. Der Damm hat keinen genügenden Unterbau und mußte schon wenige Jahre nach seiner Herstellung aus- gebessert werden. Unter der Einwirkung der letzten Hochffutb und der darauf folgenden großen Hitze scheint er nun rasch verfallen zu scin. Der dem äußeren Scheine nach wie für die Ewigkeit gebaute Damm ist eben wie so viele andere Dammbauten mit völliger Jgnorirung der heutigen Wassertechnik angelegt worden. Alljährlich werden Millionen und aber Millionen zu Flußregulirungs- zwecken bewilligt; der größere Theil dieser Summen gehl jedoch stets für„Verwaltungekosten" auf. Die Damm- arbeiten aber werden zu billigen Preisen an Unternehmer vergeben, welche einfach Erde feststampfen lasten. Räch ! einem heißen Sommer ist nun ein derartiger Damm voll Risse, und ein mäßiger Wasserandrang wirft ihn über den Haufen. Großbritannien. Ueber den Jahreskongreß der englischen Ge- werkschaften in Dundee erhält die„Voss. Ztg." aus London unterm 7. d. M. einen Bericht, der zwar rn einigen Punkten— besonders was die Thätigkeit der„Sozialdemo- kratischen Föderation" anlangt— etwas gefärbt sein mag, da- bei aber doch eine Anzahl von interessanten und wie es scheint den Thatsachen entsprechenden Miltheilungen enthält. Wir lassen den Bericht unverändert folgen.„Der Dundeer Gewerk- Vereinskongreß hat in seinem Verlauf den Beweis geliefert, daß die Stellung der alten Gewerkvereinsfübrer und zugleich auch die alte GewerkoereinSpolitik der Selbsthilfe im Wege der Ver-- einigung noch nicht so sehr erschüttert ist, wie man nach einer ganzen Reihe von Erscheinungen glaubte annehmen zu müssen. In zwei wichtigen Punkten hat diese Politik indessen endgiltig eine einschneidende Abänderung erfahre»: in Betreff des Ver- hältnisses der Arbeiter zu den bürgerlichen Parteien und dann nomcnttiA tioiimli* s—•: den und ycunnpes ver Arbeiter zu den bürgerlichen Parteien und dc namentlich bezüglich der ungelernten Arbeiter, denen die in I Gewerkvereinen organisirte„Arbeiteraristokratie" bisher kalt Uno fremd gegenübergestanden hat. DaS Vorhandensein einer auk- gesprochenen sozialistischen Richtung auf dem Dundeer Kongreß hat die nichtsozialistische Mebrbeit---- ..... ,..,«1. Mehrheit von vornherein eine ent- schieden sozialistenseindliche Haltung annehmen lassen, während es in den drei letzten Jahren Mode gewesen war, zum Mindesten in der grundlegenden Einleitungsret e des Kongreßpräsidenten ein wenig mit dem„festländischen Sozialismus" zu liebäugeln. In Dundee aber ging der Jahresbericht des„Parlamentarischen Ausschusses", welch letzterer von diesem Sozialismus ganz und gar nichts wissen will, der Präsidentenrede des Herrn Ritchie voraus, und d e wirkliche Einleitungsrede war solcher Gestalt der von Herrn Broadhurst erstattete Bericht. Ein Theil der führerlosen Sozialisten(Burns und Mann wurden durch den Hafen- arbeiterausstand in London zurückgehalten) nahm gleich diesen Bericht zum Ausgangspunkt von persönlichen Angriffen auf Broadhurst. was diesem eine VcrlrauenSerklärung einbrachte und zugleich einen Zusammenschluß aller Anhänger der alten GewerkoereinSpolitik herbeiführte. Nichts desto weniger wurde die vor zwei Jahren in Swansea beschlossene und im vorigen Jahre zu Bradford bekräftigte Bethätigung einer selbstständiaen und unabbännio-n..rt» m------« anze Zch'jst (wind/ ich das 5.» -iß W tu i'JH oelNl � ltf""*' Munst und Ueden. �,.3» der letzte« Sitzung der Kerliuer Akademie der J*' sseii(itzttffctt wies Professor Franz Eilhard Schulze zwei �otde Exemplare des afrikanischen Schlammfisches (|°'opterus annectens) vor. Die Thiere stammen aus einer Endung, welche die hiesige zoologische Universitätsanstalt von �'Oranz Stuhlmann, der mit Unterstützung der Berliner Ä «fj. ms, jiP anke?- jni) SlfJcktrimä Stuhlmann, der mit Unterstützung der Berliner in dem Gebiete von Sansibar zoologische Forschungen W i',QUS Quilimane erhalten hat. Daß die Schlammfische �bend gezeigt werden konnten, wird durch eine <1 ihrer Lebensweise ermöglicht. Um sich in der Echl» �to.h.eeSzeit vor dem Vertrockenen zu schützen, sondert der «oj;-"tt1 lisch aus seinen Hautdrüsen eine reichliche Menge Wd i v"n ab, der durch die Einwirkung der Sonne hart n,'C e'R£ Rrt Kapsel zum Schutze wider die äußeren Wu'l£ den Fisch umgiebt. Solche eingekapselte Exemplare to>ei£? Stuhlmann hierher. Sie kamen scheintodt an: bei 5ju, s-eemplaren gelangen aber die Widerbelebungsversuche so -Wn x i?ie Fische scheinbar ganz gesund im Wasser sich ii»d»f v in der Akademie vorgezeigt wurden. Schon früher �rach, ilolt solche eingekapselten Schlammfische nach Europa b-tn �2? �,er versunkene Schätze sollen gegenwärtig, wie �ttln1" �-stbl." aus San Franzisko gemeldet wird, am Cap «km. pen aufgefunden worden fein. Dort suchten nämlich die ä..der„Atlantic and Güls Wrecking- Company" nach dem �'.......*" bei diese Ge- iM. ivl- raick�/ c � en„ n< sie � rOSfQpt' v.v //«mumit uuv___ �_____ £,n« kürzlich untergegangenen Schooners; bei diese Ge- "Äidn? stießen die Taucher aut das Wrack der britischen Bark dach Aap', welche im Jahre 1853 auf der Reise von London �flonrt'ahelphia bei den„Hen and Chicken Shoals" unter- lV, rif?fn ist- Die aus Zinn, Blei und Loth im Werthe von � Dollar lca. 637 500 M.) bestehende Ladung, welche Wivh,.» dhM"' erlitten haben soll, wird augenblicklich "on C?-- Ferner soll der Dampfer„Tuckahoe" »dglisA Merrit Wrecking- Company das Wrack der .Kriegsschaluppe„de Braak" aufgefunden Dich.' welche im Jahre 1798 mit einer Ladung von Gold, dezif,'. und 70 Tonnen Kupfer, deren Werth sich auf Millionen Mit jn Der Platz, wo der Dampfer Nachforschungen an- °pen/ nahezu eine Meile vorn Leuchtthunne von Kap Hen- Xich rt.A'fernt. Die Mannschaft beobachtet tiefes Schweigen "dtt stattet es nicht, daß Neugierige sich ihrem Schiff nähern °ar an Bord kommen.— Bei dieser Gelegenheit sei end- lich bemerkt, daß man in Sugar-River(County WiSkonsin� Perlen in großer Zahl aufgefunden hat, welches Ereigniß die Bewohner in freudige Aufregung versetzt hat. Man fand Perlen in ClainS(eine Art amerikanischer VenuSmuscheln) zwischen der Schale und Membrane. Viele find schon für mehr als 100 Dollars(425 M.) per Stück verkauft worden. Sie variiren in der Größe zwischen einem Stecknadelknopf und einer Erbse. Die ganze Bevölkerung des Ortes hat sich jetzt auf das Suchen nach Clams verlegt. In den interessanteste« am Himmel erschienene« Kometen gehört der am 28. Februar 1826 von dem öfter- reichischen Offizier Biela aufgefundene und nach ihm benannte Komet. Derselbe zeigte während seiner Sichtbarkeit in den Jahren 1826 und 1332 keine besonder« auffallenden Er- schcinungen. sondern stellte sich als ein verwaschener Nebel mit einer kleinen hellen Verdichtung in der Mitte und einem kleinen Schweife dar. Bei seiner Wiederkehr im Jahre 1345 wurde zuerst am 29. Dezember von Herick und Bradley auf der Sternwarte des Dole College in Newhaven bemerkt, daß dem Hauptkern ein schwacher Nebelkern um etwas mehr als eine Minute voranging. Dieser Nebenkomet nahm rasch an Helligkeit zu. Mitte�Januar 1846 wurden wegen der unterdessen stattgehabten Annäherung an die Erde beideKometen auch in schwachen Fernrohren gesehen. Nachdem die Beob- achtungen wegen Vollmonden und ungünstigen Wetters Ende Januar und anfangs Februar geruht hatten, war man sehr überrascht, Mitte Februar den Nebenkorneten heller zu finden, als den Hauptkometen. Jndeß dauerte das nicht lange, und das alte Verhältniß stellte sich wieder ein. Sechs Jahre später, bei ungünstigem Stande am Himmel, wurden beide Kometen beob- achtet, und war bald der eine, bald der andere der hellere. Seit dieser Zeit konnte dieser Komet nicht mehr gefunden werden, er scheint sich aufgelöst zu haben. Eine weitere, wenn auch nur zufällige Eigenschaft dieses Himmelskörpers ist, daß seine Bahn- linie die Linie der Erdbahn an jener Stelle, wo die Erde am 27. November eines jedm Jahres eintrifft, ichneidet. Wenn daher die Erde kurz, nachdem die Reste des Biclaffchen Kometen diese Stelle pasfirt haben, dort eintrifft, so giebt es für uns einen Sternschnuppenschauer, wie wir ihn am 27. November 1872 und 1885 erlebt haben und wahrscheinlich 1898 wieder beobachten werden. Das, was an dem Kometen Biela bezüglich seiner Theilung beobachtet wordm ist, wiederholt sich gegenwärtig an dem von Brooks am 6. Juli entdeckten Kometen. Anfangs August bemerkte Barnard auf der durch besonders klare Luft ausgezeichneten Limerick- Sternwarte in „,.. jj..---•«'vtt.V*) ItglV, jj ,j---- und unabhängigen Arbeilerpolitik von Neuem bestätigt. Man wird deshalb im nächsten Unterhaus das Erscheinen von Ver- tretern einer neuen Partei, der britischen Arbeiterpartei, zu ge- wärtiaen haben. Doch bedeutsamer als diese Thatsache ist die endliche Anerkennung der ungelernten Arbeiter, deren Unfähigkeit, gewerkvereinlich organisirt zu werden, ein alter Glaubenssatz der britischen„Arbeiteraristokratie" gewesen ist. Die alten Gewerkvereinsführer haben die wieder- holt an sie gerichtete Forderung, die Londoner Hafenarbeiter zu organisiren, stets mit der Bemeikung zurückgewiesen, daß man nicht Unmögliches von ihnen verlangen solle. Dieses tief ein- gcwnrzelte Äorurtheil beseitigt zu haben ist ein schwerwiegender Erfolg, dessen sich die Sozialisten rühmen können. Hier war Frau Annie Besant die erste Bahnbrecherin, indem sie im vorigen Sommer die Streichhölzchenmacherinnen des Londoner Ostends organisirte. In diesem Frühjahr folgte alsdann die „Sozialdemokratische Föderation" mit der gewerkschaftlichen Organisirung der Gasarbeiter. Der Hafenarbeiterausstand aber endlich hat eine Anzahl von neuen Gewerkvereinsbildungen unter Londons ungelernten Arbeitern veranlaßt, allen voran des Dockarbeitergewerkvereins, dessen Sekretär Ben Tillelt, Butn's Genosse in der Leitung des großen Ausstandes, ist. DaS ist die folgenschwerste Erscheinung in der britischen Ar- beiterbewegung, und es läßt sich heute schon mit Sicherheit voraussagen, daß diese organisirten ungelernten Arbeiter in dem ferneren Kampfe um die zukünftige Stellungnahme der britischen Gewerkvereine die Hauptstütze der Sozialisten abgeben werden. Wie stark der sozialistische Anhang innerhalb dieser alten Arbeiterorganisation aber heute schon ist, das hat die in Dundee am Donnerstag vorgenommene W- stimmung über die Beschlüsse des Pariser internationalen SozialistcnkongrcsseS bewiesen. Der Schotte Kair Hardie hat diese Beschlüsse der GewcrkvereinSversammlung unterbreitet, indem er ausdrücklich hervorhob, daß es die Beschlüsse eines SozialistenkongresseS seien. DaS Verlangen, die darin ge- «ebenen Forderungen sich zu eigen zu machen, lehnte die Dundeer Versammlung mit nur 75 gegen 49 Stimmen ab. Durch Ab- Kalifornien, daß außer dem Hauptstern noch drei andere äußerst schwache Nebel zu sehen sind, die sich von ihm abgetrennt baben. Auf der Wiener Sternwarte konnten gleichfalls, wie die Pr." schreibt, mit dem großen Refraktor diese drei Nebenkometen gesehen werden, ja es schien am 5. August, daß der mittlere derselben sich noch in zwei Theile zu spalten scheine. Wie immer mußten die Beobachtungen bei Vollmond abgebrochen werden. Am 19. August waren nur mehr zwei Begleiter zu sehen, und zwar war der nähere eine Minute entfemte, sehr schwach, mäh- reud der entferntere gut zu beobachten war. Der weitere Ver- lauf der Erscheinung ist nun der, daß der nahe Begleiter am 28. August fast verschwunden war, während der entferntere an Helligkeit zugenommen hat und am 2. September fast gleich hell war. Die Distanz zwisckien beiden Kometen nahm hierbei ganz langsam zu. Am 2. September schien der entferntere Komet auch bereits eine Spur von Schweif zu zeigen. Beide dürften gegenwärtig schon in kleinen Fernrohren von etwa 6 Zoll Objektioöffnung zu sehen sein. Jedenfalls gehört dieser Komet infolge dieses seitens Verhaltens zu den interessantesten c.- rr. f.____---— _____...{.v(vmvimi-uciyuucuv zu oen in leret lautesten Objekten des Himmels. Er bewegt sich sehr langsam am Himmel und steht gegenwärtig in 1 Grad Rektascension und Sz Grad südlicher Deklination. ptv höchste Karten Europas. Im Entremontthai an der St. Bernhardtstraße wurde ein großer botanischer Garten angelegt, der kürzlich eingeweiht wurde. Wie ein Bericht- erstatter der„Gazette de Lausanne" berichtet, liegt dieser höchste Garten Europas auf einem inmitten der Thalmulde freistehen- den, etwa 60 Meter hohen Hügel, gleich am Ausgang des Dorfes, von wo aus man einen umfassenden Ausblick auf die Straße und das Thalgelände genießt. Vor ungefähr zwei Monaten wurde der erste Spatenstich gethan, und heute tust- wandelt man bereits auf zwei gut gepflegten Fußwegen im Zickzack den Hügel hinan und trifft hierbei der Reihe nach über 2000 der am meisten charakteristischen Vertreter der Alpen- pflanzen aus allen fünf Erdtheilen an, was einen eigenartigen und für den Botaniker höchst interessanten Anblick gewährt. Dieser merkwürdige botanische Garten, der den Touristen gegen bescheidenes Eintrittsgeld offen steht, wird von den Gememde- behörden von Bourg-St. Pierre beaufsichtigt und verwaltet. ES ist dies ein kleines, etwa 400 Einwohner zählendes Berg- darf im Bezirk Entremont(Kanton Wallis). tfratmurfi wurde in der heutigen Schlußsitzung folgender Be- schluß gefaßt: der„Parlamentarische Ausschuß" wurde beauf- tragt, alle in seiner Macht stehenden Mittel anzuwenden, um die internationalen Gewerkschaftskongresse zu fördern und so Mittel und Wege der Verbindung zwischen den Arbeitern und Arbeiterinnen Großbritanniens und des Festlandes zu schaffen. Außerdem wurde dem Ausschuß aufgegeben, behufs engerer Vereinigung auf die Begründung eines Systems der Förderatwn der Gcwerke Bedacht zu nehmen. Das letztere ist offenbar die Ausführung eines die„neue Internationale" betreffenden Be- Schlusses des Pariser PossibilistenkongresseS. Was im Uebrigerr die Arbeit der Dundcer Versammlung anbelangt, so beziehen sich ein halbes Dutzend der gefaßten Beschlüsse auf das SeemannSgewerbe, so wird im Interesse für Leben und Gesundheit dem Gesetz- gelier aufgegeben, Matrosen, Heizern und SchrffSzimmcrleuten die Erbringung eines Befähigungsnachweises aufzuerlegen; ferner sollen bei den Lootsen- und Lokalsceämtern Seeleute vertreten sein; dann wird verlangt, daß der vielfach üblichen Unterbemannung britischer Schiffe vorgebeugt und der sanitäre Zustand der Schisse wirksamer überwacht werde; endlich sollen die Schiffseigenthümer für die Verpflegungskosten in aus- wältigen Krankenhäusern untergebrachter Seeleute aufzukommen haben. Sehr dringend wurde die Vermehrung der Fabrik- infpektoren gefordert, und zwar sollen auch Frauen als solche verwendet werden; der zu geringen Zahl der vorhandenen Inspektoren schreibt man die Uebcrnahme des Schwitzsystems zu. lieber die wachsende Ausbreitung des KooperativfystemS brückte man feine Genugthuung aus, beklagte aber zugleich, daß manche dieser Genossenschaften sich zu schlimmen Aus- brutergesellschaften entwickelt hätten.(!) Weiter wurde die übermäßig lange Dienstzeit der Eisenbahnarbeiter für zahllose Unfälle verantwortlich gemacht. Fremde PaupcrS sollen von den britischen Küsten zurückgewiesen werden, ebenso ausländische Arbeiter, welche mit Arbeitsverträgen hier ankommen. Auch soll es privaten Unternehmern nicht gestattet werden, die Gefängniß- arbeit auf dem ArbeitSmarki gegen freie Arbeiter auszuspielen. Alle öffentlichen Verlrelungskörper sollen gesetzlich verpflichtet werden, ihre Arbeiten nur unter den in den betreffenden Ge- wciken eingeführten Lohnbedingungen ausführen zu lassen. Das VerschirörungSgefctz von 1375 sei dahin abzuändern, daß die Einschüchterung von AuSstandbrechern nur im Falle der An- wcndung von Gewalt strafbar werde. Als erstrebenswerlh wird die Bildung von vereinigten Unternehmer- und Arbeiterkammern erklärt. Endlich wird auch wieder einmüthig die Nationalisirung des Grund und Bodens verlangt. Der gesetzliche Maximal- arbeitStag von 8 Stunden wurde mit großer Mehrheit für die Bergarbeiter gefordert, für alle übrigen Arbeiter derzeit mit 83 gegen S3 Stimmen abgelehnt. Schmeiß. Der U r h e b er desAnarchrsten-Aufrufs. welcher in der Person des Graveurs Albert Nicolet im Auftrage des eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements verhaftet wurde, ist Inhaber eines blühenden Geschäftes und in den glücklichsten Familienverhältnissen. Nicolet zählt 3S Jahre und hat gute Bildung. Als Anarchist ist Nicolet schon länger be- kannt, und früher bereits zog er die Aufmerksamkeit der Polizei auf ssch, indem man ihn für den Verfasser verschiedener an- archistischer Pamphlete hielt, welche besonders bei Wahlagita- tionen erschienen. Doch konnte seine Autorschaft niemals sicher festgestellt werden. Nicolet leugnete anfangs, mit dem letzten Aufrufe etwas zu thun zu haben, legte dann aber freiwillig sein Geständniß ab, um dadurch Unschuldige vor Verdacht und Untersuchung zu schützen. Er erklärte, nicht nur der Verfasser des Manifestes zu fem, sondern auch den Plan seiner Ver- breitung entworfen zu haben. Nach dem Bundesstrafrecht muß Nicolet den eidgenössischen Assisen zur Aburtheilung überwiesen werden. Frankreich. Ein Gerichtsvollzieher überreichte auf der Seine- Präfektur die Erklärungen über Kandidaturen Boulanger's und Rochefort'S. Die Präfektur hat dieselben zurückgewiesen. Die Direktoren der Ausstellung haben in Be- antwortung einer Anfrage, ob es beabsichtigt fei, die Ausstellung zu verlängern, erklärt, daß dieselbe unwiderruflich am 31. Oktober geschlossen werden würde. DaS Blatt„Paris" veröffentlicht eine interessante Zusammen st eil ring von Urt heilen, welche die Mit- glieder des Ausschusses der boulangistifchen Nationalpartei bezw. deren Freunde über einander gefällt haben. Es geht aus dieser Ausgrabung hervor, daß sie sich früher gegenseitig ebenso verachteten und haßten, wie jetzt die Opportunisten, und daß sie sich zu allen Schändlichkeiten fähig hielten. So urtheilt bei- spielsweise Cassaanac über Boulanger:„Ueberläufer aus dem monarchistischen Lager, Verrälher der katholischen Religion, hat er sich, nachdem er der Diener der Prinzen und der Diener Gottes gewesen war, der Revolution und dem Teufel'verkauft. Ohne Gewissen, ohne Ueberzeugung, ein Wege- lagerer und Raubgeselle, würde er, wenn sich die Gelegenheit böte, nicht zögern, den 13. Brumaire oder den 2. Dezember auf eigene Rechnung zu wiederholen..... Er ist unmöglich als Kriegsminister, unmöglich als oberster Feldherr, unmöglich als Soldat..... Fort mit Boulanger, damit wir uns entweder des FnedenS erfreuen oder zum Kriege schreiten können! Denn den einen verhindert er, den andern aber könnte er nicht leiten.... Frankreich, das sich in diesen HanSwurst verliebt hat, wird ihn bald genug zerschlagen, und wenn eS ihm den Bauch öffnet, die Entdeckung machen, tofc nichts anderes drin ist als vas Heu...." Der mit Boutang verurtheilte Rochefort äußerte sich über den Bouiangisten Naa in folgender erbaulichen Weise:„Unter allen bestechlichen jr publikanern ist Naquet sicher der, welcher am schamlosesten sc Grundsätze änderte je nach der Zeit und namentlich nach ssu Interessen. Der ausgesprochene Geschmack dieses paüM. Chamäleons für MemungSwechsel wird nahezu unbegreyn«- ... Noch schärfer urtheilte Rochefort über D-lroulede: DerouledismuS ist eine neuerdings von der Akademie mr-w dizin festgestellte Krankheit. Sie gleicht derartig der Hana« wuth, daß Pasteur sich mit der Aufsuchung ihres Mikroben schäftigt. Alle Leichen der in Tongking gefallenen Soldat gehören Ddroulsde erb- und eigenthümlich. Nur er oar? ihren Gräbern sprechen und über ihren Särgen ferne schwenken." Verfsnrtnlunge«. Der Fachverei« der Putzer hielt am 8. d. M- e®' Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung' 1. Punkt: Beschlußfassung über den beabsichtigten kursus. 2. Punkt: Die Regelung der Lokalfrage. 3. Pun' Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Nachdem der r i Punkt erledigt, wurde zu Punkt 2 beschlossen, die Milg"«* Versammlungen nur in einem der von der Lokalkommiin" empfohlenen Lokale abzuhalten, gleichviel in welcher Eegeno dem Vorstand möglich ist, ein passendes zu finden. Zu Pur weist der Vorsitzende zunächst auf ein in Nr. 207 dcS � liner VolksblattS" enthaltenen Versammlungsbericht einer oll lichen Maurerversammlung hin, und verliest hierzu eine das„Berliner Volksblatt" und andere Zeirnnpeti an sendende Berichtigung, welcher die Versammlung zustw, � (Siehe die Berichtigung in heutiger Nummer. Denn wenn, so führte Redner ungefähr aus, auch zu Wl?( ,n Dingen, die man den aufgeregten Gemüthern zu Gute yr mußte, geschwiegen worden sei, so habe doch auch alles K, Grenzen. Es schließt sich hieran eine etwas lebhafte Deb in welcher unter anderem auch getadelt wurde, daß man zwei Tage nach der Proklamirung des Generalstreik» Maurer, noch che die Putzer Berlins hierzu Stellung nommen, den Maurern Absolution ertheilte und sie anssori' sich nun Putzarbeit zu suchen. Hierdurch habe man den V» geschürt, man habe somit das gezeitigt, was später in der-' Hallen-Versammlung eintrat. Nachdem noch einige un stützungSgesuche erledigt und einige interne Angclegenheuen» regelt waren, wurde die Versammlung geschlossen. � Theater. Donnerstag, den 12. September. Gpprntza««. Der fliegende Holländer. Kchiurspielhaus. Die Ouitzows. »«rtsche» Theater. Die Stützen der Gesell- schaft. Mefsta«- Theater. Unsere Frauen. K-t�rich. iMtttzetmstSdtisch»» Theater. Karin. Watürer-Theater. Madame Edouard. »».>'» Tkeater. Don Juan. lW�rt«»TH»at«r. Stanley in Afrika. Tftend-Theater. Die Bettlerin und ihr Kind. tfeftMlIame«- Theater. Professor Klint (Svärfar). KSaigftädttschea Theater. Lumpazi-Vaga- bunduS. lat-Theater. Leichtes Blut. nh»ruit-Theater. Flotte Weiber. deas-Theatev. Fernande. r. Dichter'« Unrtete. Spezialitäten- Vorstellung. Kelch»hallen- Theater. Gr. Spezialitäten- Vorstellung. Für die zahlreiche Betheiligung sowie den schönen Blumenspenden bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes sage ich allen Kollegen, Freunden und Genossen desselben, so- wie dem Gesangverein den herzlichsten Dank. Minus Koflisky geb. Baumert 1447] nebst Kindern. Allen Freunden und Kollegen, die meinem geliebten Manne die letzte Ehre am Grabe er- wiesen haben, hauptsächlich ab»» dem Kollegen Gareie, sowie für die reiche Blumenspende sage ich hiermit meinen innigsten Dank. Nki«iws Keil nebst Eltern 1446] uub Gelchtviftern. Ehrenerklärung. Die Anfangs Juni d. I. gegen den Borstand des Fachvereins der Tischler ausgesprochene Beleidigung nehme ich hiermit zurück. Robert Laband, Tischler, 1452] Großbeercnstr. 27a. Kerlwer Theater. Donnerstag, 12. Septbr.: Der Schwadenstretch. Freitag, 13. September: 2. AbonnementS-Vorst.: «ortolanus. �. Sonnabend, 14. September: Der Kaufmann von Bevedtg. American-Theater* 1365 Dresdenerstr. 55. Täglich Vorstellung. Passaa» IT». S M.— lo A. Kalisop-PaBOPaina- In dieser Woche: Neu I m. Cycl.: Pariser Welt- Ausstellung. Interessante Erinnerungen aus dem Feldzug 1870/71. Im Ausstellungspark: 2. Eycl.: Kartsrr Welwusstetwns. Win««eise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn.> 8«eisen 1 M. Mbel Spiegel Ni> Polßemaaren, ' höchst reell zu Fabrikpreisen, ganze Ausstattungen, mahagont und nustbaum. Großes Lager von Süchliimöbeln. s1363 A. Scitertr, Tischlermeister, Kövntckerftraste 147. Heute, Donnerstag, den 12. Sept., Abds. 8'!2llhk, in„iordan'8 Salon", Nene Grünstraye 28: Große öffentl. Schneider-Nersammlung' Tages-Ordnung: 1. Die Aufgabe der Werkstattö- uns Gefchäfls-Tclcgirtcn. 2. Diskussion. Das Erscheinen aller Schneider erwartet bestimmt Der Einberufe�- ll& Ueber 25000 ExeiDl. in 6 Rmckil mkauft! Jede Uhr zu repariren und reinigen kostet bei mir unter Garantie des ÄutgehenS nur 1 Mb. 50 Pfg. Kleine Reparaturen billiger. Lager aller Arten neuer Uhren, verkauf zu Fabrikpreisen. 1190] A. Rotbert, Uhrmacher. 1. 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Sechste Auflage.— Erscheint in 12 Lieferungen ä 20 Pfg. Zu beziehen durch die Grpedition, Zimmerstraße Ur. 44. Soeben erschien: Die Heschichte der Krde. Von U. Kommeli. MeU 3. ä Arft 20 Pfennige. Zu beziehen durch die Erpedition, Zimmer st raße 44. Kettfeder« u. Daunen rein und staubfrei in jeeler PreishShe, Große Auswahl fertiger Betten bis zu den besten Sorten. Pertige Betten und Bezüge bei Julius Hopp, 1. Geschäft: Kruunenstraße 133» 'chäft:_ Jian« kirchplatz 6. 2. Geh Pferdebahn nach allen Richtungen� 1267 Artzeltsmarkt. � Suche für meinen Sohn, welcher Sts>tf.�? werden will, einen Lchrherrn.„ I.. Reese, Aorstcrftr. 40, b." Schmiedelehrl.v.1.Okt.Heidenreich�köpnickerst� Tüchtige Former � finden dauernd lohnende Beschäftigung Eisengiefferet Rartung, Akt'� 1453] Pr' ifi Stenjloucr Allee 41. Lerantzvortlicher Redakteur: IL Trouhoi» in Berlin Druck und Verlag von Ma» Kadi», in Berlm Beuthstraße 2. Hium time KsiiaS� iftt, d«ß Zoularger -n Raaoet lich-nR-' -ste» sme «ach sei?« .greiW� e-'ZT • bft®!f r Hundt- �oden bc- Soldaini x darf«* ne F--hnk Beilage zum Berliner BolNlntl. i>r. 313. Donnerstag, den 13. September 1889. 6. Jahrg. , M«i« miifl/d- SReAtj'. !. Pu«»' der >eS Jjj? leröfia' ine KU' inpen P u�K Manli&i.Vruu®cn- uhgedruckl wird, ferner, daß Veröffentlichungen »>�»ug auf die Lotalfrage nur von den Herren Wilhelm lW,«, �.?ftianstr. 72, Arno Winter, Köpnickerstr. 26, HanS ..r,'sipestr. 31, auszugehen haben. Alle eventuellen Un- ugkriten find an die genannten Herren zu berichten. Adler-Brauerei, Gelundbrunnen. Vergschloßbrauerei, Ripdorf. Bolzmann, AndreaSstr. 26. Bobcrt, Weinstr. II. -Bürgersäle", Dresdener straße. Beigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48-. Deutsches Volkstheater, Schönhauser Allee. Feuerstein'S Salon, Alte Jakobstr. 75. Gratweil's Bierhallen. Kommandantenstr. 77 79. Gnadt, Brunnenstr. 38. Gottschalk(früher Hut), Badstraße, Gesundbrunnen. Gründer'S Salon, Schwerinftr. 13. Heise, Lichtenbergcrstr. 21. Heydrich's Säle, Beulhstr. 18/21. Jordan's Salon, Neue Grünftr. 28. «önigshof, Bülowftraße. Aein s Kestsäle, Oranienstr. 180. xönigSbank, Gr. Frankfurtcrstr. 117. ■«rüger, Hochstr. 32a. Mündt s Salon, Köpnickerstr. 100(15 M.). Renz' Salon, Naunynstr. 27. Rennefahrt's Salon, Dennewitzftr. 13. Reyer, Alte Jakobstroße 83. Sanssouci, Kottbuserstr. 4(20 M.). Schneider, Belforterstr. 15. Sahm's Klubhaus, Ännenstr. 16. Silber'S Salon, Schwedterstr. 24. Schröder, Müllerftr. 178(Weddingpark). Schweizergarten, Am KönigSthor. Eüd-Olt, Waldemarstr. 75. Echeffer'S Salon, Jnsrlstr. 10. Neu städtischer Volkegarten, Proskauerstraße. Weimann's Volksgarten, Gesundbrunnen. Wendt, DreSdenerstr. 116. Wulllchläger, Blumenstr. Wohlhaupt, Manteuffelstr. 9. Zemter, Münzstr. 11. de, technische» Hochjchule» werden mit Beginn V, /.ochsten Wintersemesters Kurse über die erste Hilfeleistung i„j> Wesfällen mU Vorträgen und Uebungen, welche prak- Merzten übertragen werden, eingerichtet. Der gewerbe- ldtoj Unterricht an den drei preußischen technischen Hoch- erstreckt sich auch auf das Gebiet der Unsallveihütuug jv? des AibeiterschutzeS. Mit den Vorträgen, zu deren Unter- strb r? Sammlungen von Modellen begründet werden, stnd dir nr en in gewerbliche Anlagen, welche vom Standpunkte Arbeiterwohlfahrt bemeikenswerthe Einrichtungen haben, �??d«n. An die Industriellen ist seitens des Kultus-Mi» ��vin« die Anregung ergangen, besonders lehrreiche Modelle Urber die Abnubnng de« Kerliner Strasten- z/aKer« hat der hiesige Rcgicrungsbaumeister F. bcmcrkenS- �che Beobachtungen gemacht. Den hierbei zu Tage ge- Erscheinungen liegt zunächst die i» den sämmtlichen (�»Ben Berlins bestehende Einrichtung des RechtsfahrenS zum lx�de, so daß sich also auf einem gewissen Theile der i�-e, fläche die sämmtlichen Fuhrmerke nach der gleichen > ahtung hm bewegen. Dabei zeigt sich nun bei den rechteckig zürnen Steinen, daß diese nach längerem Gebrauch„kippen", � sie richten sich mit derjenigen Kante, an welche die Pferde >«». Hufen einsetzen, um die Wagenlast fortzubewegen, �Ore Höhe, während die entgegengesetzte Kante der Oberfläche s!? niedersenkt, so daß der Längsschnitt einer solchen Straßen- i* kas Bild einer Säge bietet. Diese Erscheinung zeigt «ich ohne Unterschied der Unlerfüllung, auf der das Pflaster w"nilert isr. Herr F. meint, daß nicht bloß das Einsetzen der Hch diese Lageveränderung der Steine bedinge, sondern daß �>de, auch eine hämmernde Bewegung der Wagenräder in Keziehuttgen des Waldes z« Gewitter und Hagel. » �eber diesen, das größte Interesse beanspruchenden «Anstand schreibt Ernst Ebermayer in den„Münchener durste» Nachr.": 3m zweiten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts machte in den nördlichen Provinzen Italiens, sowie in �cinbautreibenden Distrikten Frankreichs und im Kanton Wallis im Großen den Versuch, durch hohe, mit einer und einen Leitungsdraht versehene Pfähle T* Weinberge gegen Hagel zu schützen. Dies veranlaßt? �. Physiker Eolladon, das Verhalten dieser Schutz- Achtungen gegen atmosphärische Elektrizität im Ver- zu gleich hohen Bäumen experimentell festzustellen. iim!* �l'ffen der zur Erde abgeleiteten Elektrizität be- er hei seinen Versuchen Galvanometer und verband eine durch einen isolirten Leitungsdraht mit der Auf- i-Ästange, daS andere mit einem in seinen unteren Theilen (gurten Baume. Es zeigte sich nun, daß bei heiterem "'* r\ f._ CT! �V,«T S»««. fesi«®aun,e- Es zeigte sich nun, oag oei yrirrrem sg�"uel und trockener Luft an der Nadel der Galvanometer s*«ar keine Ablenkung zu bemerken war, während bei � Luft und regnerischem Wi j m Nullpunkt fast beständig mehr � beträchtlich abgewichen ist, und zwar „ zu bemerken war, während bei und regnerischem Wetter die Magnetnadel oder weniger' zuweilen � vetrachttich abgewichen ig, und zwar war die durch Baum zur Erde abgeleitete Elektrizität nahezu gleich Wenigen, welche durch die Auffangstange erhalten wurde. bat �siich diese» Experiment ist der Nachweis geliefert, Bäume und gleich hohe, mit einer Metallspitze ver- Pfähle sich gegen Elektrizität nahezu gleich verhalten Sij? eine ähnliche, aber schwächere Wirkung besitzen, als Weiter. Bei feuchter Witterung zieht die Elektrizität der k'6 entgegengesetzte Znfluenzelektrizität aus den Iiv s" Bäume und Pfähle an sich, beide verbinden sich ft. Sfowi mit einander, während die getrennte gleichnamige feJ/TOzilöt durch den Baum oder durch den Pfahl in die �£0e gelrieben wird. Durch diese Thätigkeit der spitzen nme pnd Pfähle wird vorüberziehenden Gewitter und Betracht komme, die Packer auf die nach unten gedrückte Kante des Steines wirken, nachdem sie die erhöhte Kante des vorher- gehenden Steines und die zwischen je zwei Steinen liegende weiche Zwischenwrche passirt haben. Diese sägeförmige Um- gestaltung des Pflasters durch den Wagenverkchr nimmt nach Herrn F.'s Beobachtungen ab, mit geiingerer Abmessung der Steine in der Fahrrichtung, was sich allerdings aus der angegebenen Theorie leicht erklärt, weil die Abweichung bei einer geringeren Breite zwischen Vorder- und Hinterkante eben keine erhebliche sein kann. Auch beim Holzpflaster soll sich die Abnutzung nach dem gleichen Prinzip vollziehen. Besonders in die Augen springend für die Bestätigung der geschilderten Erscheinung ist das Pflaster in der Frankfurter Allee zwischen Memeler- und Gubenerstraße, während an den Anrampungen zur Weidendammer Brücke sich die minder auffällige Form der Abnutzung bei Pflastersteinen von geringerer Oberfläche in der Fahrrichtung, zeigt. Herr F. schlägt die Anwendung eines besonders konftruirten Meß- Instrumentes vor, welches über die Oberfläche des Pflasters geführt, dessen Abnutzung selbstthätig und genau aufzeichnet. Au« den mit diesem Instrument zu sammelnden Ersahmngen würde dann die Frage zu entscheiden sein, ob das Sternmaterial von größerer oder geringerer Aus dehnung in der Fahrrichtung sich besser bewährt. Die arme« Aktionäre!„Der Geldmarkt" betitelt sich das Publikalionsorgau für alle deutschen Aktiengesellschaften. „Der Geldmarkt" ist ein allgemeiner Anzeiger für den ae- sommten Geld-, Grundstücks- und Hypothekenverkehr, daher ausschließlich für..Geldmenschen" bestimmt. Doch auch für ge wöhnliche Sterbliche ist die Lektüre eines derartigen Blattes mitunter recht inter-ssant und lehrreich. So findet nch z. B. im „Geldmarkt" im Börsen-Wochenbericht der Berliner Börse (Nr. 22) folgender recht erbaulicher Passus:„Im Brennpunkt des Interesses und in einem GeschäftSumsang, der während der ganzen Woche einen tonangebenden Einfluß auf alle Ge- biete der Börse aufrecht erhielt, beweaten sich die Berg- werks-Aktien. Vom Auslände liegen zunächst wieder zahlreiche Preiserhöhungen für Kohlen und Eisen vor, die die Gefahr einer Konkurrenz desselben in absehbarer Zeit vollständig beseitigt haben. Die verschiedenen Industrien sind nicht allein andauernd gut und reichlich bekchäfligt, sondern auch— und in erster Linie die in großen Quantitäten Kohlen konsumirenden Unternehmungen— eifrigst bestrebt, selbst zu den gestiegenen Preisen ihre Vorrätbe der Art zu vermehren, daß sie nicht noch einmal in so empfindlicher Weise von den Streiks und ibren Folgen betraffen werden können, wie dies im Mai und Juni geschehen ist. Der gesteigerte Bedarf hält solcher Gestalt die Nachfrage rege, so. daß willig für den Doppel-Waggon QualitätS- K o h l e 100-110 M. und per Tonne KoakS 18—20 M. gewährt werden, wofür im Vorjahr nur 50—60 M. bezw. 5—9 M. anzulegen waren. Im Hinblick auf diese enormen Preissteigerungen dürsten die höheren Löhne leicht zu tragen sein!"...! Das ist wohl glaublich!" Den Uerfalschnnge» des puweristrle» Gummi- arabisinm, welche zu einer internalionaien Kalamität zu wer- den drohten und mit denen namentlich auch die Postverwaltung trübe Erfahrungen machte, scheint man endlich auf die Spur gekommen zu sein. In England wurde Gummi- arabikum in großen Massen untersucht. Man fand in denselben Zusätze von Reißstärke, die bis zu 15 pCt. dem Gummi beigemengt war. Diese Beimischung entspricht ziemlich genau der Preissteige- »ung. welche das vielgebrauchte Klebemittel indem letzten Jahre erfahren hat. Ansteckungokranicheiten durch zu nahe Berührung mit Hunden sind in neuerer Zeit wieder häufiger aufgetreten. Pio- fcssor Mosler weist in der„Deutschen Medizinal-Zeitung" vom 9. September wieder darauf hin, wie oft durch das Belecken des Gesichts und der Hände, insbesondere durch das Küssen und das sogenannte„Züngeln" bei dem innigen Verkehr von Kindern und Erwachsenen mit Hunden die Infektion mit Echinokokken zu Stande kommt. Professor M. warnt inSbe- sondere davor, Kindern das Smbenhündchen Nachts mit in das Bett zu geben, und verlangt dringend, daß die Kinder in den Schulen gewarnt werden vor innigem Verkehr mit Hunden. Schlächtern, Schäfern, Jägern u. f. w. sind(offizielle) Belch- rungen zu ertheilen über die medizinische Bedeutung der Ta.tnia Echinococcus des Hundes, dessen Uebertragung in den menschlichen Organismus einen qualvollen KrunkheilSzustand hervorruft. Hagelwolken eine gewisse Menge freier Elektrizität entzogen und die Intensität der elektrischen Entladungen vermindert. Man hat aber bisher diese Wirkung der Bäume, bezw. des Waldes überschätzt, indem man annahm, daß darauf der Volksglaube sich zurückführen lasse, wonach Wälder, insbe- sondere gut bewaldete Berghöhm, Hagelfälle verhindern oder Hagelgewitter in gewöhnliche Regengewitter umwandeln können. So wenig aber die erwähnten Schutzvorrichtungen im Stande waren, die Weinberge vor Hagel zu schützen und so wenig die vielen Blitzableiter einer größeren Stadt Blitzentladungen verhindern oder Hagelfälle abhalten können, vermag der Wald eine Gegend vor Hagel zu bewahren, wenn die Gewitter- oder Hagelwolken an einem andern günstigen Ort sich gebildet haben und auf ihrem Wege über denselben hinziehen. Dies beweisen auch die seit 1887 in den Staats- Waldungen Bayerns angestellten Beobachtungen über Hagel- schlüge. Es wurden in den beiden letzten Jahren in Summa 19 l Hagelschläge gemeldet, davon kommen 69 auf das Jahr 1887 und 122 auf das Jahr 1888. Am häufigsten wurden die Waldungen OberbayernS und der Rheinpfalz von Hagel heimgesucht. Er verschonte keine Holzart, traf reine und gemischte Nadel- und Laubholzwälder von allen Altersstufen und in den verschiedensten Höhenlagen (von 160 bis 1700 Meter McereShöhe) und fiel sowohl am Rande wie im Innern großer zusammenhängender Wald- komplexe. Aber trotzdem kann und darf man dem Walde keineswegs jeden Einfluß auf Gewitter und Hagel ab- sprechen; ferne Einwirkung erstreckt sich aber der Haupt- fache nach nur darauf, daß er die Bildung der Gewitter- und Hagelwolken verhindert oder wenigstens sehr er- schwert, eine Eigenschaft, die bisher zu wenig beachtet wurde. Abgesehen von den Wirbelgewittern, die als Begleiter starker Wirbelstürme(Zyklonen) auftreten, was bei uns selten vorkommt, entstehen unsere Sommer- oder Wärme- gewitter, wenn an heißen Tagen der Boden durch die un- gehinderte Sonnenbestrahlung an irgend einem Orte- wesentlich stärker erhitzt wird, als an anderen, so daß in-> Die Schwall»»« in Kerlin denken noch nicht an das ..HeimwättSziebn" sie reckmen anscheinend noch auf eine ganze Reihe schöner Tage. Verschiedene Schwalbenpaare haben, wie ein Berichterstatter beobachtet haben will, diesmal noch die dritte Brut ausgebracht. An dem Fabrikgebäude von Siemens u. Halske in der Charlottenstraße z. B. sieht man ein Paar die noch nicht flüggen Jungen emsig füttern. Mit der zweiten Bmt werden fl-ißig Flugübungen unternommen. Die Schwalben find Frühaufsteher. Kaum steigt geqen sechs Uhr die Sonne von Nordosten über die wallenden Frühnebel, die sicheren Vorboten guten Wetters, empor, so sieht man hoch oben im Firmament einen schwachen Punkt erscheinen, dem rasch mehrere folgen. Es sind Schwalben. In wenigen Minuten schwirrt es in der Lust und plötzlich schießt ver Schwann mehrere hundert Meter tief zur Spree ober zum Kanal herab und bedeckt, emsig Mücken und Fliegen jagend, weit und breit den Wasserspiegel. An Nahrung herrscht bei dem jetzigen milden Wetter noch Ueberfluß. Durchneaangene Dampfwalze. Diesmal hat er aber doch nicht Recht, der weise Rabbi Ben Akiba— denn daß eine Dampfwalze durchgeht, das ist in der That noch nicht dagc- wesen, und erst am jünsten Montag ist dieses seltsame Er- eigniß eingetreten. Die für die Pflasterungsarbeiten in der Brunnenstrabe verwendete Dampfwalze hatte am Montag bis zum späten Abend keuchend ihre Schuldigkeit gethan, und ihr Führer verließ sie daher an der Ecke der Brunnen« und Rheins- bergerftraße. wo sie über Nacht stehen bleiben sollte. Kaum hatte der Mann jedoch die Maschine verlassen, als das schwarze Ungethüm, wie von Sehnsucht nach seinem Herrn und Meister ergriffen, einige Male zu seufzen und zu klagen begann und sich dann die Rheinsbergerstraße hinunter in Bewegung setzte. Anfangs glaubten die Leute, es müsse in irgend einem dunklen Winkel versteckt noch ein gebietender Geist auf der Maschine weilen. Als aber auch das schärfste Auge nur dunkles Eisen gewahrte, brach ein allgemeine» Halloh loS:„Die Dampfwalze aeht durch! Die Dampsivalze geht durch!" Einige stürzten dem Maschinisten nach und erreichten ihn mich glücklich bei der Anklamerstraße. Er machte ein nicht wenig verdutztes Gesicht, als man ihm erzählte, daß seine Maschine sich aus oie Wander- schaft begeben habe. AthemloS kam er dabergeftürmt, ihr. die bereits die Rheinsbergerstraße bis zur Hälfte hinabspaziert war, ein gebietendes Halt zuzurufen. Er schwang sich auf die Dampf- walze, und nur noch le«se jammernd stand daS durchgegangene Ungethüm wie angewurzelt fest. Auf recht komische Meise ist gestern ein Pferdedieb in die Hände der Polizei gefallen. Derselbe schwang sich kurz entschlossen auf ein unbeaufsichtigt gelassenes Pferd und trabte auf demselben von bannen. Anfangs ging die Geschichte ganz gut, als aber das Rö'ßlein, seines Zeichens Postpferd, an den heimischen Stallungen des Posthofes vorüberkam, hielt es, der Rath gehorchend, vielleicht auch dem eigenen Triebe, vor dem Thorwege an und war weder durch gute Worte noch durch Prügel auch nur einen Schritt weiter zu bringen. Die veraeb- lichen Bemühungen des Reiters, das Thier zum Weitergehen anzutreiben, lenkten die Aufmerksamkeit der Postkutscher aus das widerspenstige Roß, und zu ihrem Erstaunen erkannten sie in demselben ein zum Bestände(der kaiserlichen Po't gehöriges Pferd. Natürlich wurde nunmehr der biedere Reitersmann zum Absitzen genöthigt, und derselbe wird wegen des kühnen Rittes auch noch eine Strafe absitzen müssen. Ine Marmmg mag folgender Fall dienen: Eine Kauf- mannsfrau K. hatte im Juni von dem Fenster ihrer Parterre- wohnung in der Grenadierstraße aus emen Obstrest auf die Straße geworfen. Ein auf dem Trottoir des Weges kommender Tapcziererlehrling L. war über den Obstrest ausgeglitscht und hatte beim Fall einen Beinbruch erlitten, so daß er Aufnahme im Krankenhaus fand. Erst nach drei Wochen konnte L. aus der Heilanstalt entlassen werden. Nachdem durch polizeiliche Recherchen der Sachoerhalt, wie oben angegeben, festgestellt, wurde Frau K. als mittelbare Veranlafferin des Unglücksfalles zur Zahlung der verauslagten Kurkosten:c. seitens der Kranken- kasse in Anspruch genommen und ist auch zivilgerichtlich zur Zahlung von 42 M. rechtkrästig verurtheilt worden. Nun ist noch obenein gegen Frau K. die gerichtliche Untersuchung wegen fahrlässiger Korperverletzung eingeleitet worden. Htntistischrs»an de« Kerliner Maisenkinder«. Während deö dritten fdiesjäbrigen Quartals befanden sich in diesiger Waisenpflege 1797 Knaben und 2058 Mädchen. In Zwangserziehung 54 Knaben und 11 Mädchen. folge dessen lokal bedeutende Temperaturdifferenzen erzeugt werden. Die durch die Wärme ausgedehnte und leichter ge- wordene Luft steigt wie in einem Kamme in die Höhe, während die benachbarte kältere und schwerere Luft seitwärts in den unteren Raum der aufsteigenden Luft eindringt, hier erwärmt ebenfalls aufsteigt und wie jene oben wieder nach der Seite abfließt. Infolge dieses Vorgangs nimmt der Druck der Lust innerhalb dieses wärmeren Gebietes ab, das Barometer fällt um wenige Millimeter, es entsteht mit an- deren Worten hier ein Depressionszentrum, während in der kälteren Umgebung da» Barometer höher steht. Eine starke Erwärmung des Bodens an einzelnen Stellen giebt somit in der warmen Jahreszeit an geeigneten Orten immer Anlaß zu lokalen bedeutenden Temperaturdifferenzen und zur lokalen Abnahme des Luftdrucks, d. h. zur Bildung lokaler barometrischer Depressionen, sogen. Theildepressionen oder Theilminima, welche erfahrungsgemäß mehr den ersten äußeren Anlaß zur Ausbildung der Sommer- oder Wärme- gewitter geben und deshalb auch als„Gewittersäcke" be- zeichnet werden. Diese Unregelmäßigkeit in der Temperatur und Luftdruckvertheilung ist oft nur auf ein kleines Gebiet beschränkt und von relativ geringer Ausdehnung. Diese Wetterlage giebt aber zur Gewitterbildung nur dann Anlaß, wenn der warme aufsteigende Luftstrom gleich- zeitig sehr feucht ist, damit durch Abkühlung deffelben in einer gewissen Höhe der Atmosphäre jene dichten(dunkeln) Wolken entstehen können, aus welchen Blitz und Donner hervorbrechen, sobald durch gewisse, unS noch unbekannte Vorgänge in den höheren Luftregionen— nach der Sohncke- schen Theorie wahrscheinlich durch Reibung von Wasser- und EiStheilchen— viel freie Elektrizität erzeugt worden ist. Es kann im Sommer mehrere Wochen schönes Wetter herrschen und der Himmel beständig heiter sein, so lange die Luft bei herrschendem Nordostwind relativ trocken ist. Dann auf einmal, wenn die warme Luft durch Drehung des Windes nach Süd oder Südwest sehr feucht wird und mit Wasserdampf genügend gesätiigt (schwül) ist, bilden sich über einem größeren Theil Gewitter Ei« gemuthlicher Selbstmörder. Vorgestern Abend in der achten Stunde gingen drei junge Leute die Voßstraße eutlang, als plötzlich ein eiwa 55jähriger Mann von elegantem Aeußeren an sie herantrat und die Frage an sie richtete, ob sie schon einmal einen Menschen hätten sterben sehen. Als sie dies verneinten, zog er einen Revolver aus der Tasche und drückte denselben gegen seinen Kopf ab. Der Schuß versagte jedoch und dadurch gewann einer der drei Zeugen Zeit, dem Selbst- mörder die Waffe, die mit zu kleinen Patronen geladen war, zu entreißen. Die Drei luden nun den Lebensmüden zu einer äemüthlichen Kneiperei ein, was derselbe sofort annahm. Man begab sich nach dem Lokal zum Pschorr- Bräu, Ecke Behren- stcaßc. Dort zeigte der Selbstmordkandidat, daß er mehr als 8000 M. bei sich trug und erklärte, nur aus Lebensüberdruß habe er sterben wollen. Nachdem man seinen Namen erfahren, schickte man einen Boten zu der im Westen wohnenden Gattin des Lebensllbecdrüssigen und ließ ihr das Vorgefallene melden. Die Frau kam bald an und nahm den Vater ihrer 5 Kinderchen mit sich nach Hause. Schmer verletzt hat sich der 24jLhrige Tischler August W. Der Maurerpolier K. feierte sein Wiegenfest in seiner in der Barnimstraße belegenen Wohnung und nach dem Abend- essen wurden von den anwesenden Gästen allerhand Kunststücke aufgeführt; namentlich aber war es W., der, wie der Berliner zu sagen pflegt, früher einmal in so einem Geschäft gewesen sein mußte, und allerhand Jongleur-Kunstftücke zum Besten gab. So balanzirte er auch ein spitzes Küchenmesser auf den Lippen, hiermit auf drei übereinandergestellte Stühle kletternd. Plötzlich aber brach das gebrechliche Gestell unter dem Schlau« genmenschcn zusammen und das Messer fuhr bis an das Heft dem Unglücklichen tief in den Schlund. Ein dicker Blutstrom ergoß sich alsbald aus dem Munde des Verletzten, der sofort zu einem in der Nähe wohnenden Arzt geschafft wurde. Da W. entsetzliche Verwundungen an der Zunge, die total ge- spalten, sowie im Halse aufweist, wurde er nach einem Kranken- hause geschafft, wo der Jongleur schwerverletzt darniederliegt. Das unvorstchtige Zuwerfe« vo« Gifeubahu- Koupeettzüre« hat am Montag Nachmittag einen entsetzlichen Unfall auf der Ringbahn verursacht. In einem Koupee oritter Klasse der Verbindungsbahn befanden sich unter anderen Passa« gieren auch eine Frau, sowie ein etwa lljährigeS Mädchen, welche Beide den Zug auf der Station Ripdorf verlassen wollten. Soeben hatte die zuerst aussteigende Frau, welche übrigens unbekannt blieb, den Perron erreicht, als sie, ohne sich umzu- blicken, die Koupeethllr hinter sich zuschlug. In demselbm Augenblick ertönte ein furchtbarer Schrei; das kleine Mädchen, Tochter eines in der Bergstraße wohnenden Maurers K., war gerade im Begriff gewesen abzusteigen und hatte sich, der Frau folgend, mit der rechten Hand an die Außenwand des Waggons gestützt, als die Thür zuflog und drei Finger des Kindes total abgeguetscht wurden. Das bedauernswerthe Kind wurde zu einem in Ripdorf wohnenden Arzt geschafft, erhielt hier die erste Hilfe und wurde dann in ein Bertiner Krankenhaus über- führt. Zusammenbruch eiues Schutzgeruste«. An dem Haufe Rofenthalerstraße 54 ist wegen Abputzes der Fa?ade ein Schutz- gcrüst aufgerichtet und gegen dieses fuhr am Dienstag Abend gegen 6 llhr ein vorbeipassirendes Fuhrwerk mit solcher Wucht, oaß dasselbe in sich selbst zusammenstürzte. Eine mit einem Korbe voll Pflaumen des Weges kommende Frau wurde von den fallenden Brettern erfaßt und auf den Straßendamm ge- schleudert, infolge dessen der Inhalt ihrer Kiepe ausgeschüttet und in dem Gedränge zum größeren Theile zertreten wurde. Es ist als ein wahres Wunder zu betrachten, daß die Frau nicht von dem fallenden Gerüst schwer verletzt wurde. Der Führer des Wagens suchte schleunigst das Weite. Itatzrungssvrge» habe» am Dienstag Vormittag einen Famitlenvaler, einen gewissen Aleronder Sp., zu einem Selbst- Mordversuch getrieben. Der Unglückliche, ein in der F.-Straße wohnender beschäftigungsloser Ardeiter, verheirathet und Vater von fünf unmündigen Kindern, durchschnitt sich die Pulsader am linken Arm; die Thal wurde jedoch noch rechtzeitig entdeckt, und konnte er noch lebend durch das 14. Polizeirevier nach einer Heilanstalt überführt werden. Tod durch Urberfatzre«. Ein entsetzlicher Unfall, der den Tod eines Menschen herbeigeführt, ereignete sich am Diens- tag Abend gegen 7s Uhr in der Neuen Königstraße. Dieselbe passirte um genannte Zeit der Kutscher Johann L., Koppen- stcaße 29 in Schlafstelle wohnhaft, mit seinem, einem Fuhr- Herrn in der Pallisadenstr. 22 gehörigen Lastwagen. Der Fuhr- verkehr war um diese Zeit in der Neuen Königstraße recht leb- Haft, und namentlich an der Ecke der Lietzmannstroße drängte sich eine Anzahl Fuhrwerke zusammen. Um nun schnell diese Stelle zu passiren, fuhr L. dicht an dem ihm entgegenkommen- den Pferdebahnwagen der Linie Molkenmarkt— Weißensee vor- bei und hierbei karambolirte der unvorsichtige Kutscher mit ge- nanntem Pferdebahnwagen. Der Anprall war ein derart heftiger, daß L. sofort vom Bock fiel und unter das linke Vorderrad seines eigenen schweren Fuhrwerks gerieth, die ent- fetzliche Last ging über den BedauernSwerthen hinweg und wurde der an Kopf und Brust schwer Verletzte, der nur noch aus. In welchem innigen Zusammenhange Wärme und Feuchtigkeit zur Bildung der Sommergewitter stehen, beweist auch die Thatsache, daß Gewitter einerseits in den kalten Polarländern, andererseits auch in den großen afrikanischen und asiatischen Wilsten fehlen, in welchen die Luft zu trocken ist, um Gewitterwolken zu bilden. Am häufigsten kommen sie in dem äquatorialen Palmengürtel zwischen den beiden Passaten vor, wo die Luft das ganze Jahr hindurch sehr warin und feucht ist. Hier treten sie täglich mit starken Niederschlägen auf, beginnen Vormittags, erreichen in den heißen Nachmittagsstunden ihre größte Intensität und ver- schwinden gegen Abend wieder. In der tropischen Zone bilden sich Gewitter überall, wo die Luft feucht genug ist, um Wolken zu bilden. Auch in unseren Breitearaden kom- wen Gewitter am häusigsten in den wärmsten Monaten und zur wärmsten Tageszeit(in den Nachmittagsstunden) vor. Die Hagelwolken, welche starke Gewitter häusig begleiten und in der Regel auf eng begrenzte Räume sich ausdehnen. verdanken ihre erste Ausbildung ebenfalls lokalen feucht- warmen Luftströmen, die mit einer gewissen Schnelligkeit in solche Höhen transportirt werden müssen, deren Temperatur selbst an sehr heißen Tagen unter. 0 Grad beträgt, so daß das Wasser nicht mehr in flüssigem Zustande existiren kann. In den Hagelwolken ist noch mehr freie Elektrizität ange- sammelt, als in den gewöhnlichen Gewitterwolken, weshalb bei einem Hagelwetter Blitz auf Blitz, Donner auf Donner rasch einander folgen. ES giebt erfahrungsgemäß bestimmte Gegenden, welche die Entstehung von Gewittern besonders begünstigen, und die deshalb als eigentliche Gewitterherde bezeichnet werden. Es sind dies Orte die unter Einwirkung der direkten Sonnen- strahlen sich stark erwärmen und zugleich viel Wasserdampf liefern können, z. B. sumpfige Niederungen, feuchte Moor- und Torfgründe, die Umgegend größerer Seen, Flußthäler, günstig gelegene Thalkessel mit feuchter Luft, warme und feuchte Gebirgsthäler, stark erwärmte Bergabhänge, kahle Hochflächen(PlateauS) mit moorigem Boden, mit Seen oder Weihern. Je mehr Wärme und Feuchtigkeit der Luft an den betreffenden Orten zugeführt werden, um so größer ist die Disposition zur Ausbildung der Wärmegewitter. Sehr schwache Lebenszeichen von sich gab, nach der Sanitätswache in der Linienftraße geschafft, woselbst er nach wenigen Augen- blicken verstarb. Die Leiche des 2Sjährigen Mannes wurde nach der Morgue geschafft; den Pferdebahnkutfcher trifft nach Zeugenaussagen durchaus keine Schuld. Polikek-Krricht. Am 10. d. Vorm. erlitt in der Wäschefabrik von Kraft u. Ja coby. Neue Königsstraße 11, in Folge Erplosion eines kleinen Dampfkessels der Heizer Foerst durch ausströmende Dampfe schwere und die oerehelichte Rohde leichtere Brand- wunden. Nach Anlegung von Nothverbävden wurde Foerst nach dem Krankenbause am Friedrichshain und die Frau Rohde nach ihrer Wohnung gebracht.— Zu derselben Zeit versuchte in den Anlagen des Friedrichshains ein Kaufmann sich mittelst eines Revolverschusses in den Hals zu tödten. Er brachte sich jedoch nur eine unbedeutende Verletzung bei und wurde nach dem Krankenbause am Friedrichshain gebracht.— Nachmittags wurde an der Ecke der Gneisenan- und Nostiz- straße ein bjohriger Knabe von einem Wagen überfahren und am Kopfe bedeutend verletzt.— Abends fand vor dem Hause Neue Königsstraße 70 ein Zusammenstoß zwischen einem Arbeitswagen und einem Pferdebahnwagen statt, wobei der Führer des ersteren, Kutscher Lusanskri, von seinem Wagen geschleudert wurde und eine so schwere Gehirnerschütterung erlitt, daß er bald darauf in der SanitätSwache Linienftr. 245 verstarb.— Nachmittags fand auf dem Grundstück Kreuzberg- straße 30 ein Brand des Dachstuhls des Seitenflügels statt. Gerichks-Zeikung. Aus dm Schiedsgericht i« Unfallverstcherungs- suche«. Am 17. Januar 1887 war der bei seinem Vater in der Mühle zu Wilmersdorf beschäftigte 24jährige Müller Friedrich Rietdorf von einem Flügel der im Gange bc- sindlichen Windmühle emporgeschleudert worden und in hef- tiger Weise auf das Gesäß gefallen. Diesem Unfall schreibt er ein Rückenmarksleiden zu das, seiner Angabe nach, ihm heftige Schmerzen verursache und ihm ganz erheblich im Gewerbebe- trieb hinderlich sei. Verletzter begehrt deshalb auf Grund des Unfallgesetzes die für den Unfall im Gewerbebetriebe vorge- sehene Rente. Drei Aerzte gaben nach eingehender Unter- fuchung ihr Urtheil ab. Sie halten die Krankheit des Petenten für ein von dem vor Jahren geschehenen Fall völlig unab- hängiges rheumatisches Leiden und das Schiedsgericht wies zufolge dieser Urthcile den Kläger mit seinem Anspruch ab. „Mutter Martiuq," die unglückselige Kuchenftau vom Lustgarten, welche mit den Schutzleuten in ununterbrochener Fehde lebt, erschien gestern wieder einmal vor der BerufungS- trafkammer in dem üblichen antediluvialischen Hökerhut. Die Angeklagte beklagte sich wieder darüber,„dat de Herren Schutz- leite sich'n Pläsiroerjnügen daraus machen, sv'ne olle Unglück- liche Rabastel, wie sie es wäre, alle Tage uffzuschreiben un hier uff'S Schaffot zu bringen.— Präs.: Sie sind allerdings schon häusig bestraft worden?— A n g e k l.: Wenn ick»ich in Bamim sitze oder zu Hause wejen den Morphium bleiben muß, denn schreiben se mir aber ooch alleDage uff.— Präs.: Sie scheinen aber auch einen besonderen Sport damit zu betreiben, den Anordnungen der Polizei keine Folge zu leisten. — A n g e k l.: Bin ick'n ZuchthauSkandette oder'ne Kindes- Mörderin, det ick immer von de Hochwohlweise Pullezei hier in de Bänke gepfercht werde? Krauts'n hat man freijesprochen un an mir will man de sogenannten Exempel statowiren? Ick ernähre mir ehrlich un bin froh, wenn det bisken Kuchenkram noch immer'n Teller warme Suvpe ab- wirft, aber ick were de Pullezei noch verklagen müssen von wegen Geschäfisstörung, denn sie ernährt mer doch»ich und wenn ick nach de Stadlvoigtei komme, denn bringe ick höchstens noch Wanze« mit zu Hause und bis jetzt bin ick noch'ne bei- lige und reinliche Frau.— Präs.: Ja, liebe Frau. Sie wissen doch ganz gut, daß Sie den Anordnungen der Polizei Folge zu leisten haben.— A n g e k l.: So? Wer muß dann aber de Steiern bezahlen? Ratierlich wir! Jede Schrippe, jeden Zwirnsfaden und jedet Sticke Brot müssen wir jetzt bestciern, wenn wir aber den Kuchen dazu verkoofen wollen, um det schwere Jeld for der Steierkasse zu erwerben, dann kommt de Pullezei und nimmt uns bei's Schlawittchen.— Präs.: Sie brauchen doch aber nicht gerade im Lustgarten eine feste Handels- stelle einzunehmen!— Ä n g e k l.: Det is balde jesagt. Wenn ick noch so junge Beene hätte, wie Sie, Herr Jenchtshof, denn würde ick mir schon tummeln. Bei mir lS et aber schon sehre klapperig, un wenn ick uff'n Strampelrad durch den Lustgarten reiten wollte, na, denn würde ick woll aus Barnim jar nich wieder rauskommen.— Präs.: Das Schöffengericht hat Sie zu 3 Tagen Haft verurtheilt. Weshalb haben Sie dagegen Berufung eingelegt?— Ange kl.: Drei Dage! Da wer' ick ja völlig obdachlos. Eenen Dag reißt man ja runter, aber for ecnmal Ufflchreiben drei Dage! Det macht ja for's janze Jahr drei Jahre! Bin ick denn een Mörder? Präs.: Wie oft sind Sie schon mit Haft bestraft häufig kommen gleichzeitig an verschiedenen Orten Gewitter- bildungen vor. Nach den Erfahrungen und Studien über Gewitterer- schcinungen, welche an der bayerischen meteorologischen Zen- tralstation schon seit mehreren Jahren gemacht worden sind, bilden sich in Bayern häufig Gewitter im Alpen- vorlande in der Umgegend des Starnberger-, Kochel-, Ammer- und Chiemsees aus, dann über den zahlreichen feuchten Moor- und Torfgründen in der bayerischen Hoch- ebene, an der schwäbisch-bayerischen Grenze nördlich der Donau, in anderen günstig gelegenen Gebieten des Donau-, Main- und Altmühlthales u. s. w. Ebenso ist bekannt, daß im Thalkessel des KönigseeS(auch in dem engen Thal des Comersees), eingeschlossen zwischen hohen Bergwänden, im Sommer oft mehrere Tage nacheinander Nachmittags starke Gewitter mit heftigem Regen sich ausbilden. Die ausge- dehntesten, Bayern durchziehenden Gewitter dürften erfahrungs- gemäß ihren Ursprung in der Gegend zwischen Rhein und Schwarzwald haben. Die Gebirge begünstigen die Bildung von Gewittern dann, wenn warme und sehr feuchte Luft durch die herrschende Windrichtung gezwungen wird, an den Berg- abhängen aufzusteigen und sich abzukühlen, wodurch in ge- wisser Höhe Wolkenbildung veranlaßt wird. Die Zugrichtung oder Fortpflanzung der Gewitter, meist in Form langgestreckter schmaler Bänder, steht in innigem Zusammenhang mit der Vertheilung des Lust- druckeS, bezw. mit dem Fortschreiten der barometrischen Depressionen und der dadurch bedingten Windrichtung. Sie ziehen bei uns von Westen nach Osten, sobald die kleinen sekundären Depressionen als Theile einer im Norden Europas gelegenen größeren Depression zu be- trachten sind, was in unseren Breitengraden meistens der Fall ist; sie schreiten von Osten nach Westen weiter, sobald sie einem Depressionsgebiet angehören, dessen Zentrum im Süden, über dem adriatischen oder mittel- ländischcn Meere liegt. Die mittlere Fortpflanzung?- geschwindigkeit der Gewitter beträgt nach Dr. Lang in Süddeutschland nach sechsjährigem Durchschnitte(1882 bis 1887) 40 Kilometer pro Stunde. Die Gewitter, welche worden?— Angekl.: Det kann ick jar nich ausrechnen. 6 können übrigens mit mir machen, wat Se wollen~."v? jetzt Allens Piepe.- Präs.: Na. bezablen können Sie gewiß keine Strafe?— Angekl.: Höchstens mit Sonst bezahle ick jrundsätzlich keenen rochen Pfennig«i»« Det kann der siebe Jott bezahl'n!— Präs.: Sie saw� franklich zu sein.— Angekl.: An mir is keen jcsunder 3-°� Herr Jenchtshof. Seit fünf Jahren ernähre ick wir bloS� Morphium. Meine scbeenen rochen Backen, die Se hier — det is Allens Morphium!— Der Gerichtshof beschloß kurzer Berathung mit Rücksicht auf die augenscheinliche' lichkeit der Angeklagten die dreitägige Hastftrafe auf 1 H a f t zu ermäßigen. Frau Wilhelmine Martiny 1«� dieses Ergebniß sehr zufrieden, denn beim Verlassen des Gen« saales blinzelte sie dem als Zeugen erschienenen Schutzwo� schadenfroh zu und murmelte vor sich hin:„Von wcien« Dage? Ja, Kuchen Megrn Störung einer g-ttrsdieustliche« richtung hatte sich der Zigarrenmacher Oskar W i tz''. Berlin am 9. v. MtS. vor der Ferienstrafkammer deS 1° gerichts zu KotlbuS zu verantworien. Der Anklage lag folg der Thalbestand zu Grunde: Am 10. Juni d. 3--. a zweiten Pfingstfeiertage, wurde in Finsterwalde auf de«' lichen Friedhof der dort verstorbene Zigarrenmacher MarM beerdigt. Derselbe war. wie gerichtSseitig angenommen wm' ein eifriger Sozialdemokrat; ob er auch Mitglied deS ou?- meinen Turnvereins zu Naundorf war, in welchem sich wie unter den Zigarrenmachern in Finfterwalde, viel 00» demokraten befinden, ist nicht festgestellt worden. Angeklagte, den das Gericht als Sozialdemokraten.�» Alheisten auf Grund seiner eigenen Zugeständnisse qualiM befand sich damals in Finsterwalde bei Borwan seiner F �~----- nommen, und schon___________ Zwecke gemacht hat, an dem Begräbniß Theil zu nehme«. dem Bezräbniß betheiligten sich Turner, welche 7m Schärpen mit weißen Franzen, theilweise Schärpen mit ro y, l.____ v__ sü-rir r. � Franzen trugen und, kurz bevor der Geistliche am Grad- Wort ergriff, einen Kranz mit rothen und weißen Schu" am Grabe niederlegten. Das Gericht hat auch den?!( dieles Kranzes— er halte 6 M. gekostet— festgestellt,.o Ansicht des Gerichts haben die Turner dies zum o � einer sozialdemokratischen Demonstration gethan. da nao>, Aussage des Vereins- Turn warts, der sich ebenl,. als Sozialdemokrat bekannte, bis zur Beerdig � keine Klarheit im VereinSvorstande darüber vorhanden, Marggraf Mitglied des Turnvereins war oder nicht. Tro» wurde M. so feierlich beerdigt, wie dies nach Mittd� � anderer Zeugen feit den letzten 7 Jahren in Finstenvalde keinem anderen der verstorbenen Turner geschehen ivar. rr � Angeklagte betheiligte sich ebenfalls an dem Begräbnis- 7 hatie einen grünen Kranz mit blühenden rothen Rosen g«°7, Hinsichtlich des Ankaufs dieses Kranzes halle das GerW� mittelt, daß derselbe 1 Mark gekostet hatte, wozu von tw« anderen 50 Pfg. gespendet worden waren.— Der Ang�L schritt, diesen Kranz vor sich hertragend, in seiner»m'iL kleidung unter seinen BerufSgenossen auf dem Wege na«"j, Kirchhot, während alle Zigarrenmachcr, wie_ dies, Finstenvalde üblich sein soll bei solchem Begräbnis,. weißer Weste und weißen Handschuhen betleidet erschu»? Als der Geistliche am Grabe die ersten Worte gesprochen,...j Hände voll Erde auf den Sarg geworfen hatte und eine m � Pause vor dem zur Grablilurgie gehörigen Gebete machte,"j der Angeklagte seinen Kranz am Rande des Grabes nieder � sprach dabei die Worte:„Dem Tobten zum Gedächtnis, � Lebenden zur Nacheifeiung!" Der Geistliche gebot daraus Angeklagten Ruhe, der Todtenaräber stellie seinen?taM"� oder Wärmegewitter nothwendig sind, kann es Zweifel unterliegen, daß gut bewaldete Bodenflächen S nicht geeignet sind, denn es fehlen hier die unerläßl�J, ersten Vorbedingungen. Vor allem verhindert ein 8ut Ii schlosiener normaler Wald die starke Erwärmung � Bodens; durch die forstlich meteorologischen Stationen � nachgewiesen, dqß gerade in den heißesten Monaten � Temperaturdifferenz zwischen Wald und Freiland am ist, infolge dessen kann sich im Walde niemals ein„ steigender warmer Luftstrom von solcher Intensität � bilden, wie auf einer unbewaldeten Fläche, und wie cs Gewitter- und Hagelbildung nothwendig ist. Abgeschc?,� von ist durch meine neueren Untersuchungen nachgZfffop daß die Forstgewächse durch Transpiration weniger dämpfe an die Luft abgeben und an die Bodenfeuch"� geringere Ansprücke machen als ein Wiesen- oder Es gehen mithin oem Walde jene Eigenschaften ab,| für die Gewitterbildung so charakteristisch sind. Data"! ,1 jedenfalls die von Schübler in Württemberg, von BetP,� in Frankreich, von Riniker im Kanton Aargau nachg�y statistische Beobachtung zurückzuführen, daß in g"$ waldeien Gegenden Hagelschläge seltener vorkommen, � in schlecht bewaldeten oder waldlosen Gebieten, waldung und Aufforstung größerer Blößen muß unter.�j, ständen einen ebenso günstigen Einfluß gegen dre und Schädlichkeit der Gewitter ausüben, wie die Tt"�, legung und Aufforstung größerer Moore, welche als G®"' Herde bekannt sind. J Die Römer fanden Deutschland sehr rauh und naß-, damals der Wald weitaus vorherrschte und ungeheure einnahm, die jetzt infolge der vermehrten Bevölkerung durch fortgeschrittene Kultur landwirthschaftlich benutz* � den. Nicht nur zur damaligen Zeit, sondern selbst vorigen Jahrhundert muß demzufolge die Heftigkeit unf Zahl der Gewitter und Hagelschläge jedenfalls gering** wesen sein, als in der Jetztzeit ?ßatigk halben' das liü Miders, die Stö> war, ifi Mer schuld nr Netra «ochunl war na '«erlichl «onstra klagten die Reh auf ei erkannt. wteressa was he! die Sm inen. 6* - mittä t Sie doch lit Kuchen- itg©Miele scheinen der FalM, - Hoswl hier sehe» schl-dü-ch che Krank- af l T-S hien u�e >" » wejen � war noch niederlegte nicht beendct, als der Angeklagte den Kran; seine Handlungsweise hinderte cen Geistlichen dw e» itzk- � des Laad' Ä« en )c5.. lch�be°>n in. ualiM' erwand»n i4t D-r ......<-««, lerne Handtungswerje h'nMrte k�nn � V.. «m Sprechen und lenkte die Aufmerk, amkert d« Gemnnde a, l°dak die Beerdigung erst nach-m.gcr Ze.t rhren reget mahigm Fortgang nehmen konnte, sei also dmch dre vom An «eklaztm erregte Unordnung gestört worden. ES lst°uch an»u. n-hmen, daß der Angeklagte dre Störung vorsatzlrch ver ursacht hat. Er hat nicht zum ersten Mal enem B-lstabniß beigewohnt und mußte d�ha. daß uberall in der evangelrschen LandeZirrch Thätigkeit des Geistlichen bei d-r Beerdraung m nn« Halden Minute nicht zu Ende ist und daß auf � d-s llturgische Gebet folgt. Das'st auch m Bnlm mcht anders, wie der Angeklagte behauptet. Ob für den Ange� d'e Störung ein Selbstzweck oder fem Zweck e-ne Demonstratron .«Sü-Zöl 'Mk wwMz.» langem Leugnen wurde er nach dem Polizeibureau geholt'und dort gestand er— allerdings erst als er verhaftet werden sollte— den Polizeikommissaren Runge und Wicrmann, daß er die Diebstähle begangen habe. Das Geld habe er versteckt. Er wurde zunächst von der Polizei wieder entlassen, um das Geld aus seinem Versteck zu holen. Als solches bezeichnete er den Weinkeller und wirklich holte aus alten Ofenkacheln, die unter der Kellertreppe standen, zwei kleine Geldpackete hervor in denen sich zusammen 15 Mark befanden. Robain meinte: ziehe sich auf kurze Zeit ins Privatleben zurück. Redner gab einige Proben des„Jobbergeistes" der RothschrldS zum Besten>und legte den Einfluß der Börse auf dre Presse dar. Seit 1872 besäßen die kleinsten Zeitungen emen Börsen- und Handelstheil, beim großen Krach feien all- Berliner Blätter, mit Ausnahme der sozialdemokratischen, durch Börsen-Annonren geschwollen gewesen. Bemerkungen ,Bf?> nls s?? nit-A Srab-d- S4K -en � nt- Ä tut rnud dn Ä «71 liden, Tr«KZ ittheil� 'uliV miß- I t g-k°�' 'er-cht� on e< ..... iu. �i|i�iüerenü aver unu uefuu �uach Auffassung deS Gerichtshofes, daß..... � Gerüche, gottesdienstliche Handlung zu einer politischen Ve- �»nstration gemißbraucht wurde. Auch kann eS den Ange- «agten nicht entschuldigen, daß er Atheist ist, er chat trotzdem b'e Religion Anderer zu achten. AuS diesen Gründen wurde �1 eine Gefängnißstrafe von drei Monaten erkannt.— Diese Entscheidung ist nach vielen Richtungen bin wteressant und beachtenSwerth; sie läßt einigermaßen erkennen, was heute schon im Rahmen des„gemeinen Rechtes" gegen »'e Sozialdemokratie mögtich ist.. r, . Der berritv einmal wegen Kurpfuscherei vorbestrafte »yeilkünstler" Robert Meyer stand gestern wiederum wegen Melden Vergehens vor der 93. Abtheilung des-Lchossengerrchls. Außerdem sollte er sich unbefugter Weise einen ärztlichen-e,rtel Meleg, haben. Der Angeklagte gehört zu denienigen Men- swen, welche sich für befähigt und berufen halten, der leidenden Menschheit durch ihre Heilmethode Hilfe zu bringen, selbst in wichen Fällen, wo die Wissensckaft vergebens eine Krankheit zu »eben vermochte. Während er früher an seinem Schilde neben ber Thür sich kurzweg„praktischer Arzt" genannt hat, änderte 1** nach seiner ersten Verurtheilung derart um, daß er >.. � na «« Wort_ ffi�bcn ließ, welches bedeuten sollte. nach � "k.! .mfc, ää'w che»,", .n- � chle,% hi Nlß- L raus'S q-.L ,»»v*.-wtuvzvvivMiiH wvuv* UTTl/ vv»o*»«. prakt." ausstreichen und darüber das Wort„Phys" elches eine Abkürzung von„physiologischen ,7*o* ucucuien sollte. Der Beschuldigte schien aufs Höchste er- m« is Q'ä'hm in der gestrigen Verhandlung klar gemacht lii?be, daß auch diese Bezeichnung eine unerlaubte und ihm inii x zukommende sei. Um ihn der Kurpfuscherei zu überführen, Sülih �mei Schutzleute als angebliche Patienten zu ihm ge- ? t. Der Angeklagte gab Heiden fertige Medikamente, dem "en eine Lösung von phosphorsaurem Ammoniak, dem an- em?» dasselbe mit einem Zusatz von Kochsalz, sowie Jv Kilver, das sich, nach der Analyse des GerichtSchemikerZ 7� Bischoff. als geglühtes Eisenoxyd erwieS. Es war »«durch gegen die Verordnung verstoßen, wonach gemischte Mveren nur von dazu approbirten Apothekern verkauft werden Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten b»«i dstrafe von 100 M. und außerdem 2 Wochen Haft, �«Gerichtshof beließ es bei einer Gclostrafe von 140 M., im "chtzahlungsfolle zwei Wochen Haft. Eine die Mildhändler berührende Frage beschäftigte Mem in eingehender Weise die sechste BerufungS-Straskammer $ Landgerichts L Die Wildhändlerin Frau M. hielt durch das Erkenntniß des Schöffengerichts, welches L' wegen Feil Haltens einer aufgeblasenen GanS eine s?«dstrafe von 5 M. auferlegt halte, zu Unrecht verurtheilt hatte deshalb Berufung eingelegt. Händler und Wild- Mndler sollen häusig mageren und schlecht genährten ?"nsen dadurch ein besseres Aussehen zu geben suchen, daß sie <�.Dhiere nach der Schlachtung mittelst Einblasen durch die Kflröhre oder mit Benutzung einer Federspule auf anderem ?Kle, mit Luft anfüllen. Die Marktpolizei- Verordnung ver- J«et ein derartiges Manöver. Am 6. Mai d. I ist in dem i~'"nde der Angeklagten eine Gans beschlagnahmt worden, �'che nach dem Gutachten des Thierarztes freie Luft ? der Bauchhöhle enthielt. Es lei dies besonders ?"ran kenntlich, weil Luft, die auf mechanischem Wege tJJ Innere der GanS gebracht morden, beim Drucke nicht Sstweicht, sondern sich hin- und Herschieben läßt. Im gestrigen �«mine trat die Angeklagte einen Beweis dafür an, daß auch die sich auf natürlichem Wege im Innern der Gans �wickelt habe— wie dies besonders dann vorkomme, wenn ""s Thier kurz vor der Schlachtung Wasser zu sich genommen � dieselbe Eigenschaft besitze, wie sie der Thierarzt der auf mnstlichem Wege hineingebrachten zuschreibe. Dies bekundete z1" Wildhändler, welcher in seinem Berufe ergraut ist. Ferner die Angeklagte nach, daß sie die GanS erst Khn Minuten vor der Beschlagnahme nebst anderen Gänsen von dem EngroShändler geliefert erhielt, und in der Markthalle weder Zeit noch Gelegenheit hatte, die erwähnte Aufblasung Zunehmen. Der Gerichtshof verwarf aber trotzdem die Be- Jssung. Ob die Luft auf natürlichem oder künstlichem Wege in we GanS gekommen, könne unerledigt bleiben, der Angeklagten ?-ußte bei einiger Aufmerksamkeit autfallen, daß mit der GanS s'was nicht in Ordnung war, sie müßte sie zu näherer Unter- 'Uchung bei Seite legen, durfte sie aber unter keinen Umständen M dem Verkaufstische feilhalten. Fahrlässigkeit liege also unter »llen Umständen vor. «i AI» stiller Sozius präsentirte sich der 20jährige KommiS «obert Walther aus Berlin gestern der Ferienstrafkammer am t-andgericht II. ES war der Sohn eines hiesigen Kaufmanns, ?« bei seinem Vater das Zigarrengeschäft erlernt hatte. Kaum i? Jahre alt, hatte er mit einer bedeutend älteren Dame ein �'ebesuerhältniß angeknüpft und um cS recht bequem zu haben, T'chte er die Sache so zu schieben, daß sein Vater die betreffende K"Me als Wirthschafterin in sein HauS nahm. Als aber der 'vater das intime Verhältniß entdeckte, warf er die Wirth- N alterin zur Thür hinaus, der Sohn aber bekam eine Tracht Mgel und deshalb verließ er ebenfalls das elterliche Haus. �chon nach einigen Tagen fand er durch die Stcllenoer- Ztttlung des Vereins junger Kaufleute beim Zigarrenhändlcr Main in Spandau Kondition. Es war am 18. Dezember als er das Engagement antrat. Robain betrieb eigen! -------......... wvwvv vtiuuucii. yiöDaxn inenuc. „Das ist das Geld von heute, aber wo ist das Uebriae?" Der KommiS erwiderte darauf:„Seien Sie mir nicht bose! Sie haben mir ja versprochen, mich nicht unglücklich zu machen, es ist ein bischen viel!" und damit holte er aus anderen Ver stecken nüch zwei Geldpackete mit 90 Mark in Gold und 54 Mark in Kourant hervor. Auf Zureden des Polizei- kommissar Wiermann behielt Robain der Dieb im Haufe, weil der Beamte meinte, wenn der junge Mensch mit dem Schreck davon käme, würde sich derselbe vielleicht bessern, während er durch eine Bestrafung eher schlechter würde und der menschlischen Gesellschaft ganz und gar verloren ginge. Indessen machte Robain schleunigst eine Inventur und stellte dabei ein Manko von 1400 Mark fest. Jetzt wurde der Vater des jungen Mannes in Kenntniß gesetzt und ersucht, nach Spandau zu kommen. Ehe derselbe eintraf, war der Sohn verschwunden. Nach zwei Tagen erhielt Herr Robain wie auch der Vater einen Brief, in welchem der junge Wallher schrieb, er sei zwar unschuldig, könne aber die Schande nicht ertragen und werde sich das Leben genommen haben, bevor die Briefe an ihre Adresse gelangt seien. Er blieb aucki wirklich verschollen. Obwohl keiner der Betheiligten an einen Selbstmord glaubte, wurden doch alle Gewässer zwischen Spandau und Berlin nach seiner Leiche abgesucht, natürlich umsonst. Unterdessen hatte der Mitinhaber der Firma Äingewaldt, Kaufmann Becker, eine eingehende Inventur vorgenommen, welche das Manko auf 1200 Mark ermäßigte. Der Vater hatte sich bereit erklärt, den Schaden zu ersetzen, wenn sein Sohn todt oder lebendig wiedergefunden würde, doch letzteres gelang nicht. Es wurden Aufrufe in allen gelesenen Zeitungen des In- und Auslandes erlassen; endlich wurde der Ausreißer an der italienischen Grenze aufgegriffen und durch Vermitte- lung der österreichischen Behörden hierher gebracht, bezw. von seinem Vater dort abgeholt. Er war gerade drei Vierteljahre verschollen gewesen; am 22. April vor. Js. traf er mit seinem Vater hier ein. Er betheuerte nach wie vor seine Unschuld und behauptete, das im Keller gefundene Geld stamme von seinen im Elternhause gemachten Ersparnissen. Diese Dar- ftellung bewog den Vater, wegen der seinem Sohne vermeintlich widerrechtlich abgenommenen 159 M. den Robain zu verklagen. Durch den eingeleiteten Zivilprozeß kam die Sache zur Kenntniß der Staatsanwaltschaft, welche An- klage erhob. Das Spandauer Schöffengericht hielt den vor- stehend geschilderten Sachverhalt für erwiesen, nahm 16 Dieb- stablssälle als vorliegend an und erkannte auf vier Monate Gefängniß. Der Vater legte Berufung ein und stellte seinem Sohne zwei Vertheidiger, die sich denn auch bemühten, in der Berufungsinstanz der Sache den Anschein zu geben, als habe Robain die Eingriffe in seine Kasse selbst gemacht und den Ange- klagten nur beschuldigt, um von dessen Vater die Summe von 1400 Mark zu erpressen. Das vor der Spandauer Polizei abgelegte Ge- ständniß sei ihm durch Angst und Bestürzung abgepreßt worden und daher belanglos. Obgleick die Strafkammer der Verthei- digung den weitgehendsten Spielraum ließ und zu diesem Zweck die Verhandlung wiederholt vertagte, gelang es der Ver- theidigung doch nicht, ihren Behauvtungen Beweiskraft zu geben, die Feststellung des ersten Richters wurde in keiner Wesse eischüilert und deshalb wurde die Berufung verworfen. Urrbreche« wider die SittiickKett. Aus Breslau wird berichtet: Am Sonnabend stand der s'ack. phll. und Rabbinatsamtskandidat Max Bernstein zum zweiten Male als Angeklagter vor der Strafkammer; die gegen ihn erhobene An- klage lautete wiederum auf„Verbrechen wider die Sittlichkeit." Während die erste Verhandlung mit gleichem Anklagethema „öffentlich" stattfand, beantragte jetzt der Vertreter der Anklage den Ausschluß der Oeffentlichkeit. Dem Antrage wurde seitens des Gerichtshofes entsprochen. Es blieben die Thüren fast zwei Stunden geschlossen. Während dieser Zeit wurde der Angeklagte besonders über seinen Lebenslauf sehr ausführlich vernommen und dann der als medizinischer Sachverständiger geladene Gerichts- PhysikuS Professor Dr. Lesser betreffs des Geisteszustandes deS Angeklagten gehört. Die„Bresl. Ztg." erfährt, daß die Ver tagung der Verhandlung beschlossen worden ist, weil auf Antrag des Staatsanwalts hinsichtlich des Geisteszustandes des Angeklagten ein Obergutachten des königlichen Medizinal Kollegiums erfordert werden soll. Inzwischen bleibt der Ange klagte in Untersuchungshaft. Das früher gegen ihn erkannte Urtheil von 3 Monaten Gefängniß soll noch nicht die Rechts- kraft erlangt haben, weil seitens des Angeklagten die Revision beim Reichsgericht eingelegt worden ist. Für die letzte Ver- Handlung waren fünf im Alter von 7—12 Jahren stehende Knaben als Zeugen geladen worden; dieselben schienen sämmt- lich dem mosaischen Glauben anzugehören. Soxierle RtebevKiHk. Der Streik der Berliner Kistenmacher dauert fort. Zuzug ist fern zu halten. Etwaige Sendungen sind zu richten on H. Friese, Sorauerstraße 7, oder Dresdenerstraße 116 im Restaurant. DovinumrUmgen. tlTÄi oa* amrai. vxooam ücmui«ucm» fobrif daneben aber eine Filiale der �iaarren- CL00" F-Ringewaldt in Nauen. Lediglich für dies UK .Ächte er. emen KommiS, dem die Führung derselben -ter�I M-f.! Tri % noQu U"»5 agek .-v»v vv— vn»v.. v,v>*>/ VV«*» v»«» O-"■* I � 8'oßtentheilS allein oblag. Zum Zweck der Kontiole hatte der L"haber die Einrichtung getroffen, daß jede, auch die kleinste Annahme, in die Tageskasse eingetragen werden mußte und ■W dieser mußte alsdann die Ladenkasse übereinstimmen. Bald lachte Herr Robain aber die unangenehme Bemerkung, daß aus & Ladenkasse Beträge in größerer oder geringerer Höhe ver- nhwanden. Die buchmäßige Tageseinnahme betrug oft mehr, S!8 sich in der Ladenkasse befand. Der KommiS suchte diese Defekte mit großer Keckheit auf Frau Robain oder das Dienst- «adchen zu schieben, bis Herr Robain im Monat Juni 1887 :"dlich die Geduld verlor und den Kommis auf die Probe Mie. � revidirle die Ladenkasse und stellte deren Ueber- Mtirnmung mit dem Buche fest. Alsdann legte er in sein Minderbureau, welches sich im offenen Nebenzimmer befand, .'0 Mark und ließ wie zufällig den Schlüssel zum Pult auf Tische des Nebenzimmers liegen. Darauf ent- «nte er sich, die Frau und das Dienstmädchen hatte er '■»on vorher aus dem Hause geschickt, damit Niemand r�er dem Kommis Zutritt zur Laven- wie zur Hauptkasse ?80en sollte. Als er nach einer Stunde znrückkehrte, fehlten in vs' Ladenkasse 8, in der Hauptkasse 7 M. Nachdem ihm der Miwis selbst bestätigt haue, daß Niemand anwesend gewesen •- sagte er diesem den Diebstahl auf den Kopf zu. Nach Der sozialdemokratische Mahlvrrrin deo ä. Drichs- tags-Mahlkreises tagte Montag Abend im Victoria-Restau- rant, Münzstr. 11. Redakteur Curt Vaake vom„Berliner Volksblatt" hielt einen eingehenden Vortrag über„Börsen- schwinde!" und bezeichnete die Kreirung von Staatsschulden und die Bildung von Akiiengesellschaften als die Urheber der modernen Börse. In diesen Spezialerscheinungen habe das ösientliche Leben mit der Börse seinen lebhaftesten Ausdruck ge- funden. Die Aktienunternehmungen seien die deutlichste Form dafür, daß der Kapitalgewinn nur auf Gmnd der Thatsache zu Stande komme, daß die Arbeiter nicht den reellen Arbeiis- gewinn erhielten und daß die Geldbesitzer hohe Einnahmen er- zielten, ohne zu arbeiten. Das vereinigte Kapital hoffe auf diesem Wege den Konkurrenzkampf besser, als das kleine be- stehen zu können. Redner untersuchte die Frage, ob die Börse im Spiegel, der ein wenig Hohlspiegel sei, das öffent- liche Leben reflektire oder, mit seinen Worten zu reden, ob der Börsenschwindel von den mit dem Mantel der Moral bekleideten öffentlichen Institutionen sich unterscheide, vr» �vr,rnge,lyaiis revrasentire nur 10pCt. aller TranSaktronen, 90 pCt. seien reine Termingeschäfte, welche ein Würfelspiel darstellten; wer die höheren Augen werfe, ge- winne. Die Kleinen würden dabei von den Großen, den Fürsten deS Handels, verschluckt. Redner entwarf auf Grund der Darstellung von Otto Glagau eine Schilderung des Treibens an der Börse. Mit imaginären Werthen werde gespielt, die Börse sei im eigentlichen Sinne eine ExoropriationS-Anstalt. Von der Spielhölle unterscheide sich die Börse dadurch, daß an dieser mehr, als man besitze, zu verlieren sei, wo nichts sei, habe freilich der Kaiser sein Recht verloren, wer Pleite mache, __________ ÖV.v,.*/v*4v»4 yrivcfcn. �oem errungen im redaktionellen Theil würden noch besser bezahlt, das Publikum glaube, daß dieselben von der Redaktion herrührten. Manche Zeitungen sieien direkt von Aktiengesellschaften gegründet. Alle Blätter ressortirten von der Börse. Die Börse sei tonangebend und mache die Politik in den Blättern. Redner ging dann dazu über, den Zusammenhang der Börse mit den Parlamenten zu beleuchten, betonte, daß die Gründungen 1870—1873 olle Parteien der Bourgeoisie erfaßt hättm und meinte, wenn man die lange Liste der Gründer mustere, so sebe man, in w>e kolossaler Weise die Börse die Edelsten der Nation beeinflußt habe. Seit dem Krach habe sich zwar die Industrie wieder erholt, die Börse quelle wieder über, aber der Krach stehe wieder bevor, wie das Acltesten- Kollegium selbst zu befürchten scheine. Den Hauptgewinn trage bei Staatsaktionen, wie bei der Verstaatlichung der Eisenbahnen, die Börse davon. Bei Beurtheilung der Börse solle man sich vor Uebertreibungen hüten, der Giftbaum sei einfach aus dem privatkapitalistischen System emporgewachsen, dieses System fei aber schlecht. Die Börse sei das, was sie sei, durch dieses System geworden, sie beherrsche alles, fei der Staat. Der Staat sei seinem Haupttheil nach in den Händen der Börse, der Kulminationspunkt des privatkapitalistischen Systems, der Arbeiter habe von ihm wenig zu erwarten, der Staat werde nur so viel bewilligen, als er bewilligen könne, ohne sich auf- zuhehen und die Kreise der Besitzenden zu stören. Ohne Deklamationen solle der Arbeiter die Untersuchungen über die Börse ruhig anhören und nur verlangen, daß der Erzeuger der Werthe auch der Besitzer der Werthe werden solle.(Leb- hafter Beifall.) In der Diskussion verlangte Herr Kutzbach zu wissen, ob auch einheimische Staatsmänner an Gründungen sich betheiliqt halten. Der Referent entgegnete, daß er über ckiinesische Staatsmänner solche Mittheilungen machen könnte. (Heiterkeit.) Nach Erledigung des ersten Punktes der TaaeS- ordnung wurde„Verschiedenes besprochen. Herr Kutzbach wünscht, daß die Stadtverordnelenwahlen auf die Tages- ordnuna der nächsten Sitzung gesetzt werden; Herr Curt Vaake macht darauf aufmerksam, daß eine Be- svrechung der Stadtverordnetenwahlen nach dem Vereins- siatut nur akademischen Charakter hätte. Dem Vorstande solle das weitere Vorgeben überlassen werden. Im Fragekasten wurde die Frage: Ist Vogtherr Sozialdemokrat? vorgefunden und im verneinenden Sinne beantwortet, von einem Redner dabei die freireligiöse Angelegenheit wieder gestreift. Aus die Frage, ob bereits ein Reichstagskandidat aufgestellt sei, erklärte der Vorsitzende, Herr Berndt, daß der Vorstand in der nächsten Sitzung Stellung nehmen würde. Auf die Frage: Hat 9Kiist Bismarck sich an Gründungen bethciligt? revlizirte Herr Kutz- bach unter Heiterkeit der Versammlung, Bismarck hat das- Deutsche Reich gegründet. Der Vorsitzende regte zum Abonnr- ment auf das„Berliner Volksblatt" an, nahm auf die Ver- sammlung im„Elysium" Bezug und beklagte, daß Verleger und Redakteure daselbst nicht erschienen seien. Herr Vaake er- klärte, Verleger und Redakteure seien der Meinung gewesen, die Volksversammlung sei nicht der Ort gewesen, über solche Fragen zu verhandeln, viel besser sei es, in den vier Pfählen darüber zu sprechen. Die Einberufung der Versammlung fei auch aus ganz anderen Gründen erfolgt, der eigentliche Zweck sei auch von Herrn Kunert ausgesprochen worden. Man habe im Parteiinteresse gehandelt, wenn man nicht dort gesagt hätte, was man hätte sagen können. Die Sache werde anders geregelt werden. In der Debatte wurden Verlag und Re- daktion in Schutz genommen. Es sei nicht eine richtige Volks- Versammlung gewesen, die Abonnenten des„Berliner Volks- blatt" hätten die Versammlung nicht besuchen können, weil die Annonze zur Versammlung erst am Morgen desselben Tages, an dem die Versammlung stattgesunden hätte, veräffcntlicbi worden sei. Die Versammlung hätte nicht den Zweck gehabt, die Tendenzen des„Berliner Volksblatt" klarzulegeu, fondern nur den, vor gewissen Personen auf dem Bauche zu rutsckrir und Personenkultus zu treiben. Herr Reichert meinte, die Re- daktion habe sich gefürchtet, Verlag und Redaktion hätten Rechenschaft ablegen müssen. Herr Vaake erwiderte, er fürchte sich vor niemandem. Der Vorsitzende bestritt, daß man aus dem Bauche rutschen wolle. Als ein Vertrauensvotum für Baake beantragt wurde, mahnte Herr Vaake von der Annahme desselben ab. weil er ui-fit x.-r.ri.�— cv.t.«- .............,____ ijnucii yerum yerausiommen. Zum Schluß wurde mitgetheilt, daß das„Bähmische Brauhaus" und das„Elysium" ihre Lokale der Sozialdemokratie verschlossen hätten. Eine gut besuchte Versammlung de» Lachuereku« der Schlosser fand. Montag, den 9. d.M. bei Heydrich's statt«,- Zum ersten Punkt der Tagesordnung hielt Herr Alwin G e r i s ch einen hochinteressanten, gemeinverständlichen Vor- trag über Soldatenhandcl im Mittelalter. Rauschenden Beifall und den wärmsten Dank der Versammlung erzielte der Rc- ferent durch seinen sehr wahrheitsgetreuen Vortrag. Zur Reu- aufnähme melden sich 18 Kollegen. Punkt 3: Wahl eines Ver- fmügungskomitees wurde nach längerer Debatte, in der Haupt- ächlich die Lokalfrage erörtert wurde, zurückgestellt. JnSbesondei e wurde hierbei die Philharmonie durchgenommen. Es soll darauf gedrungen werden, daß kein Arbeiter dies Lokal besucht, bis keine definitive Bekanntmachung der Lokalkommission erschienen ist. Vielleicht kommen die Inhaber deS Lokals auch noch zur Besinnung und zur Einsicht, daß ihnen die Arbeiter doch mehr Nutzen bringen, als ihre„Kaiser- Loge" für 16 000 M. Ferner wurde das neuerdings nicht mehr zu habende„Elysium" genannt. Auch„Sanssouci" wurde vom Vergnügen ausgeschlossen; da der Wirth noch großprotzig 20 M. für Abhalten einer Ar- bciterversammlung verlangt. Unter Verschiedenes wurde zu-- nächst auf das nächsten Sonntag bei Feuerstein statt- findende Familien-Kränzchen des Fachvereins hingewiesen, und ermahnt, sich zahlreich zu betheiligen. Billets sind zu Haber, bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern und einigen bekannteren Vcrcinsmitgliedern ä Bill et 30 Pfg. Ferner wurde die von der„Deutschen Metall-Arbeiter-Zeitung" gebrachte Fabrik- Ordnung der Glühlampen-Fabrik in Gcllnhausen verlesen, die ein wahres Meisterstück liberalen Fabrik-Protzenthunl« ist, sowohl betreffs der Behandlung, wie auch des Lohnes und der Strafen. Auch waren darin Verstöße gegen die§§ 115 und 124 der Gewerbeordnung zu finden, wie sich solide eben nur ein„vom prakliscben Christenthum und moderner Nächstenliebe durchdrungener" Kapitalist leisten kann.— Hieran schloß sich die Aufforderung und der Mahnruf, fleißig für den Verein zu agitiren, da nur er im Stande sei, dieser kapitalistischen Profit- sucht und Geldgier einen Damm entgegen zu setzen. Durch eine stramme Organisation, mit einer aufgeklärten und ge- schulten Btasse, könne man die Anmaßungen der Kapitalisten ehr wohl in ihre Schranken weisen. Hierauf wurden noch einige Werkstätten resp. Fabriken kritisirt, unter anderm wurde ein bei der Firma Schäffer u. Walker angestellter Meister blas- gestellt, der das Ausbeuten der Arbeiter so toll trieb, daß selbst der Jabrikinspektor ihn zur bessern Bezahlung anhielt. Es sei hiermit besonders daraus hingewiesen. Nach Erledigung einiger mneren Vereinsangesegenheiten und nach trefflicher Be- antwortung verschiedener Fragen wurde die Versammlung ae« schloffen. Der Arbeitsnachweis des Fachvereins befindet sich für ben Süden Dresdenerstr. 116 bei Gründe!, für den Norden.. Anklamerstr. 49 bei Nürnberg. Der Fachverein der posnmcntirrr und Kerufvge- «»ffe» tagte am Montag, den S. d. M., im Lokale Feuerstein mit falzender Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Glocke über den Niedergang des Kleinhandwerks. 2. Diskussion. 3. Stellungnabme zu einem Fackorgan. Verschiedenes und Frogekaften. Nach dem mit Beifall aufgencmmencn Voitrag de« Herrn Glocke, ging man zur Disku sion über, in deren Verlauf man sich mit dem Vortrage einverstanden erklärte. Zum Z. Punkt betreffs Anregung des Fachorgans verliest Herr Müller rtn ihm von der Redaktion der„Manufakturarbeiter. Znlung* zugegangenes Schreiben, worin ihm bekannt gemacht wird, daß vom 13. d. M. obige Zeitung in neuem Verlage erscheint. Dieselbe soll als Fochorgan für alle in der Textil- waarenbranche als Weber, Wirker, Spinner, Posamentirer:c. beschäftigten Arbeiter dienen. Ferner wird zum Abonnement aufgefordert. Die Nützlichkeit und Nothwendigkeit eines Fach- organS wird von den Herren Müller, Schubert und Hoffmann betont, zumal als es für die Posamentirer zu gleicher Zeit als VerbandSorgan über ganz Deutschland benutzt werden könne. Hierauf wird beschlcffen, vorläufig auf ein Eremplar zur Prü- funa zu abonniren. Sodann wird an Stelle des Kollegen Rolting Herr Cinsel in die ArbeitSnachwcisekommission gewählt und zu gleicher Zeit für die Kommission 15 M. zur Unterstützung reisender Kollegen bewilligt. Herr Röhden theilt uun mit, daß in nächster Zeit eine Versammlung über die schlechte Lage der, in der Pofamentirwaarenbranche beschäftigten Arbeiterinnen stattfinden werde und ersucht er alle Kollegen, unter den Arbeiterinnen für den Besuch der Ver- sawmlung tüchtig zu agitiren. Herr Klau theilt mit, daß die Fachkommission eine Anklage wegen der Sperre der Firma Ww. Neubcrt auf die ZZ 153 und 110 der Gewerbeordnung zu erwarten habe, und ersucht den Verein, der Kommission cvrnt. in der Wahl eine« Rechtsanwalts freie Hand zu lassen. Dasselbe wird der Kommrsfion bereitwilligst zugestanden. Nächste Versammlung Vorstandswohl. Schluß Iis Uhr. fie Steindrucken und Lithographen kamen am ag Abend im„Schweizergortcn" zu einer imposanten Versammlung zusammen, um nachfolgende Tagesordnung zu erledigen: 1. Bericht der Lohnkommission. 2. Wie stellen sich die Kollegen zur Abhaltung eines Kongresses. 3. Welche Stellung nehmen die Kollegen zu dem Beschluß vom 15. April d. I. Nach Wahl der Herren Alb. Schulz, Genth und Obier ins Bureau bemerkte der Vorsitzende, daß vor einiger Zeit verschiedene Berliner Zeitungen eine Notiz gebracht hätten, die Steindrucker und Lithographen wollten in Kürze in einen Streik eintreten, obwohl sie 40—45 M. pro Woche verdienten. Diese Notiz beruhe natürlich auf Erfindung; einer Aufforderung an den betr. Reporter, in der nächsten Ver- sommlung seine Karte abzugeben, sei erfolglos geblieben. Weiter betonte Herr Schulz, daß die Lohnkommission sich jeder Vor- schlüge enthalten werde, was weiter zu lhun sei, um Numanden Gelegenheit zu der Behauptung zu geben, die Kommission habe die Kollegen aufgereizt. Der erste Punkt der Tagesordnung wurde in zwei getrennten Berichten: 1. über die aufgenommene Statistik, 2. über die Abrechnung erledigt. Zur ersten Position berichtete Herr Schädlich wie folgt: Von den ausgegibenen 74 Fragebogen feien 66 ausgefüllt worden. Am General- fand hätten sich 510 Drucker und 123 Lithographen be- lheiligt, 97 Drucker und 184 Lithographen hätten nicht beigesteuert. 173 Kollegen haben 50 Pfg. pro Woche, 406 25 Pf. gezahlt. 468 Kollegen zahlen regelmäßig, 76 mit Unterbrechungen von 2—16 Wochen, 86 haben die Zohlunacn eingestellt. 135 Kollegen hätten einen Verdienst von 40 Pf. pro Stunde, 271 arbeiten in Akkord; in 31 Anstalten werde über 9 Stunden, in 23 9 Stunden und in 5 Druckereien unter 9 Stunden gearbeitet. In 3 Ge- tckäften arbeiteten die Lithographen länger als 9 Stunden. 209 Kollegen feien ohne die 14tLgige Kündigungsfrist ange- stillt. Anfangs hätten 700 Kollegen zum Fonds beigesteuert, eme Zahl, die jetzt auf rund 600 gesunken sei. Zu diesem Resultat machten sowohl der Referent, als der Vorsitzende einige kritische Bemerkungen und betonten, daß dasselbe kein brsonders glorreiches sei. Nur etwa ein Drittel der hiesigen Kollegen hätten bewiesen, daß sie die Zeit verstanden haben; der übrige Theil zeigte geringen Opfcrmuth und Interesselosigkeit an der allgemeinen Sache. Der hier- auf vom Kollegen Liebig erstaltete Kassenbericht ergab folgenden Stand der Finanzen. Es seien in Smmna 3416.96 M. gesammelt worden; nach Anzug der Ausgaben in Höhe von 112,75 M., verbleibe ein Bestand von 3304,21 M., von denen 2774,55 M. in 3f pCt BcrlinerPfand- briefen angelegt fei, während 529 66 M. m Baar vorhanden wären. Die Kontrolleure erkannten hierauf die Mühe dcr Kom- Mission an und sprachen ihr Bedauern aus, daß sich einige Kollegen gefunden hätten, die die Ehrlichkeit der Kommissions- Mitglieder in Kweifel zogen. Eine Veruntreuung von Geldern sei bei der Art und Weise der Aemterverthcilung gänzlich ausgeschlossen. Herr Alb. Schulz referirte hierauf in kurzen, beifällig aufgenommenen Worten über den 2. Punkt der Tagesordnung:„Kongreßfrage". Er wies auf die Roth- wendrgkeit eines Kongresses hin, auf dem die Uebelstände des Gewerbes, Lchrlingszüchterei, Ausdeutung der Arbeits- traft u. f. w. diskutirt werden sollen. Auch könne n«r ein Kongreß eine große, zentralisirte Organisation schassen, die unbedingt nöthrg sei, um Remedur in Bezug auf den enormen Zuzug nach Berlin schaffen könne. Auch knüpfte Referent an den Kongreß die Hoffnung, daß dieser eudlich ein regeres Leben in den Reihen der Kollegen schaffen und da« Solidaritätsgefühl neu beleben werde. Tie Diskussion, «n der sich die Herren JarantowSki, Fisch, Sillier, Preuß und Schädlich betheiligten, sprach sich durchweg für einen Kongreß au«. Die Versammlung beschloß demgemäß einstimmig und wählte die Kollegen Alb. Schulz, Preuß und Sillier, dieselben mit den Vorarbeiten zum Kongreß, der wahrscheinlich gegen Weihnachten hier statlfinoen wird, be- trauend. Hierauf wurde zur Erledigung des dritten Punktes Feschritten: Stellungnahme zur Resolution, die am 15. April gefaßt wurde. Dieselbe lautet:„Die heutige, in den Festsälen des Herrn Heydrich, Beuihstraße 22. tagende öffentliche Ver- sammlung der Steindrucker und Lithographen Berlins be- schließt, in jeder Weise für die nachstehenden Forderungen einzutretm und zum Gedeihen der guten Sache, bis zur Durchfübiung der Forderungen, materiell wirken zu wollen. Sie erklärt sich daher einverstanden->) mit einer neun- Kündigen Arbeitszeit, b) im Prinzip mit der Beseitigung der Urberstundenarbeit, in außergewöhnlichen Fällen mit einem Lohnauffchlagc von 50 pCt. pro Stunde, c) die Sonntags- rnltcii gänzlich zu beseitigen, 3) eine l4tägige Kündiaungssrist fest zuhauen,-) einen Mindest-Stundenlohn von 40 Pf. zu de- anspruchen und oerpflichtet sich. Mann für Mann diese Be- schlösse als einen heitigen Schwur zu halten und keinen Schritt nach rückwärts, jondem nur nack vorwärts zu blicken. Herr Adolf Neumann betonte hierbei nochmals die Nothwendig- kert einer Verkürzung der Arbeitszeit;„man müsse mit seinem Kapital, den Knochen, haushälteritch umgehen; die AlterSver- foraung fei ein zu problematisches Ding." Den zu fordernden Lohn hält Redner für so bescheiden, daß ein Diskuliren hier- über sich wie Hohn anhären würde.(Zustimmung.) Herr Leufchner hält es für ganz felbstvei ständlich, daß die em- jual gefaßte Re/olution ausrecht erhallen wird, da nichts für da« Fallenlassen derselben spreche. Es könne sich nur darum handeln, den Zeitpunkt zu bestimmen, an welchem die Forde- rungcn gestellt melden sollen, ob gleich, oder nachdem der Kongreß getagt hat. Redner hält das letztere für daS einzig Rlchitge. Jetzt würde man vereinzelt dastehen, hätte dagegen der Kongreß die Forderung gehört und gutgeheißen, dann sei man der Unterstützung gonz Teutschlands ficker und der Zuzug rack Bcrlm«crde feingchalten.(Beitav.) Herr Gast ran ist anderer Ansicht; er hält jetzt den Zeitpunkt für gekommen. Warte man noch länger, so würden noch mehr Kollegen ab- fallen. Man habe durch Agitation dos Menschenmögliche ge- leistet. Wolle man später anfangen, so komme Ostern und da- mit die flaue Zeit heran und dann sei nichts zumachen. Dann müsse man wieder bis zum Herbst warten. Herr Scholz (Lithograph) sucht zu erklären, warum die Lithographen sich in so geringem Maße an den Sammlungen betbeiligt hoben: man könne ihnen nicht verdenken, daß sie nicht für eine Sache ein- treten wollen, die ihnen Schaden bringt. Sie arbeiteten jetzt höchstens 8f, durchschnittliches, einige sogar nur 7i Stunden, und nun wolle man sie durch Unterstützung der Bewegung zwingen, wieder 9 Stunden zu arbeiten.(Ironisches Bravo.) Herr Alb. Schulz rektifizirt den Redner sofort und macht ihm klar, daß es Niemandem benommen sein solle, weniger als 9 Stunden zu arbeiten, durch die Forderung wolle man nur verhindern, daß länger gearbeitet werde.(Bravo.) Obgleich diese Erklärungen sehr klar und deutlich gehalten waren, kam Herr Scholz im Laufe der Diskussion nochmals auf die Sache zurück, brachte dieselben„Gründe" vor und forderte, daß man für die Lithographen einen 8stLndigen Arbeitstag fordern solle. Herr Alb. Schulz:„Dann gründen Sie sich einen besonderen Liihographen- Verein, wenn Sie sich den Beschlüssen der Majorität nicht unterordnen wollen."(Lebhafter Beifall.) Die Diskussion war sehr ausgebreitet; nur wenige sprachen für sofortigen Eintritt m die Bewegung. Die Versammlung beschloß schließlich,„die am 15. April gefaßte Resolution hoch zu halten, die ganze Angelegenheit aber zu verschieben, bis der Kongreß getagt hat." Die Sammlungen sollen fortgesetzt werden. Herr Albert Schulz sprach seine Befriedigung über den Beschluß der Kollegenschaft aus; hier- mit fei die Hoffnung gewisser Leute zu Schanden geworden, die gewünscht hätten, daß die Kollegen sich ms Feuer begeben ivürden, um elend zu verbrennen; denn nicht nur in Deutsch- land, nein, auch in Berlin wären Kollegen, die nur auf den Zeitpunkt gewartet hätten, an dem der Streik wäre erklärt wor- den, um an Stelle der Streikenden die Arbeit aufzunehmen. Man solle sich aber jetzt geloben, der Sache nicht abtrünnig zu werden und das Ziel fest zu verfolgen.(Rauschender Beifall.) Unter„Verschiedenes" machte Herr Müsse auf den Streik in einer Anstalt in Nürnberg auf- merksam, der wegen der geforderten und nicht hewilligten Entlassung eines Streikbrechers ausgebrochen ist. Das zielbe- wußte Vorgehen der Nürnberger wurde den hiesigen Kollegen zum Vorbild gemacht und deren Solidarität zur Nacheifernng empfohlen.(Auch in Leipzig ist ein Ausstand ausgebrochen, wie Herr Sillier mittherlte!) Die Versammlung beschloß einstimmig, zu Gunsten der Nürnberger eine Tellersammlung zu veranstalten. Herr Preuß machte auf die am Donnerstag nach dem 15. bei Jordan stattfindende FachvereinSoersammlung aufmerksam und forderte zur Agitation und zum Beitritt in die Organisation auf. Herr Alb. Schulz sprach in seinen warm empfundeneir Schlußworten die Hoffnung aus, daß die An- sichten der Kollegen sich mehr und mehr klären werden und die Kollegen auch den Tages fragen mehr Interesse entgegenbringen. Nur wenn Geist und Vernunft in die Reihen der Kollegen- schaft einzieht, so schloß Herr Sckulz, ist der Sieg unser, und in diesem Sinne bringe ich ein 3faches Hoch auf du Bewegung aus. Donnernd fiel die Versammlung ein. Hierauf erfolgte Schluß gegen 12 Uhr. Der stch alle l.4 Tage in den Jentral-Festlale«. Granienstr. 180, versammelnde Fachverein der Lederarbeiter hat das Mißgeschick gehabt, die Taaexordnung feiner dritten Mitgliederversammlung am Montag, den 9. d. M. nicht ganz zu Ende führen zu können. Nachdem der erste Punkt der Tagesordnung— Beralhung über das Rechtsschutzrealement— erledigt war, nahni der Referent, Herr Buchdrucker Werner das Wort, um in gründlicher Weise über Zweck und Ziele der Ar- beiterbewegung zu sprechen. Er legte klar, daß die heutige Ar- beiterbcwegung nicht, wie schon behauptet wurde, ein künst- licheS Produkt gewissenloser Agitatoren sei, sondern daß eS ein naturgemäßes Erzeugniß der jetzigen kapitalistischen HcrstellungSweise ist.— An der Hand einiger statrstrscher Zah- lrn aus der Textilindustrie, zeigte der Redner, daß die Ein- fllhrung von Maschinen in die Industrie, die doch eigentlich zur Erleichterung der Arbeiter erfunden wurden, nicht nur einen Nrebergang der ohnehin schlechten Löhne,— nein, auch eine große Anzahl Beschäftigungslose, die der Kampf ums Dasein zwingt, den Arbeitenden immer und immer wieder Konkurrenz zu machen, gezeitigt hat. Daß diese— oft froh nur etwas Befchäfttgung zu haben— für sehr billiges Geld arbeilen, daß sie sich in die härtesten Fabrikordnungen schicken, daß sie Uederstunden machen, so viel wie verlangt werden, ergiebt sich daraus von selbst. Der Vortragende zog nun einen Vergleich zwischen der heutigen modernen Pflege dcS Arbeiter- schutzcs und dem Schutze, welchen man Thieren aller Art an- gedeihen läßt, und kam zu dem Schluß, daß man es sich jetzt angelegen sein läßt, die physische Kraft des VreheS mehr zu schonen und zu schützen, als die des Arbeiters.— Bei diesen Worten erhob sich der überwachende Beamte und erklärte die Versammlung auf Grund des§ 9 des SozialincngefitzeS für aufgelöst.— Die zahlreich Versammelten enlfemtew sich ruhig und in aller Ordnung auf die Aufforderung des Beamten. Beschwerde wird eingelegt werden. Der leider unfreiwillige Schluß fand um 101 Uhr statt. Eine öffentliche Gärtner Versammlung war für den 10. September, Abends 9 Uhr,«n das Restaurant„KörngShof" einberufen und waren erfreulicher Weise ca. 300 Kollegen erschienen.— Leider konnte duselbe nickt tagen, da bi« 5 Minuten nach 10 Uhr der betreffende Kollege, welchem der Säulen- anschlag übergeben war, mit der poltzeilichen Genehmigung nicht erschienen war.— Nachdem der Emderufer den An- wescnden den Sachverhalt klar gelegt hatte und denselben mit- gelheilt, daß laut Aufforderung des überwachenden Beamten du Sitzung nicht stattfinden kann, entfernten sich alle in größter Ordnung. In dem Kerlcht des Wahlverein» de» zn-eüen Wahlkreise» hat sich bei der Aeußerung des Herrn Jahrenwald ein Fehler eingeschlichen. Herr Fahrenwald hat nicht ge- sagt, daß das Benehmen Schippel's ein inkonsequentes wäre, sondern daß dasselbe als ein durchaus konsequentes zu betrachten ist. Kerichtigung. Von dem Vorstand des Fachvereins der Putzer werden wir um die Aufnahme des Folgenden ersucht: In Nr. 207 des„Berliner Volks blatt" befindet sich ein Ver- sammlungsbericht einer öffentlichen Maurerversammlung vom 3. September, in welchem unter Anderem auch dem Fachverein der Putzer der Vorwurf gemacht wwd, er stehe nicht auf dem Boden der allgemeinen Arbeiterbewegung, sondern auf Seiten der Innung. Wir weisen diese Insinuation als auf grober Unkenntniß der Thatsachcn beruhend oder als Verleumdung zurück. Das Beweismaterial macht man sich lehr leicht, indem man einfach sagt: Beweis der letzte Streik. Run was beweist der letzte Streik der Maurer in dieser Sache? Die Thatsachen liegen einfach folgendermaßen: Die Putzer Berlin« traten schon im Februar und März in die Lohnbewegung ein; sie setzten den neunstündigen ArbeuStag wie einen Mindesttagelohn für Putzer auf 7 Mark fest und führten denselben vermöge ihrer Organisation und indem sich die meisten der nicht organifirten Kollegen anschlössen, durch. Es bedurfte keine« Generalstreiks, indem wir vermöge unsere« ArbeiiSver- hältnisseS in der Lage waren, zu sagen, wir fangen nicht früher an und nur da, wo e« nicht bewill, gt worden, blieb die Arbeit liegen. Es fanden sich nur wenrge Arbeitgeber, die Wider- fpiucki erhoben, und bald fügten sich auch diese. So lagen die Verhältnisse, als die Maurer den Streik er- klärten, und um uns nicht der Beschuldigung der Frivolität vuSzusetzen, andererseits aber nicht den Mittelspersonen>n unserem Fache für ihr veiweifliche« Treiben Thür und it-' zu öffnen, was uns vermöge der geschaffenen Organisatlon g-' lungcn ist, und angesichts der trüben Erfahrungen, welche wi in dem 85er Streik erlebt haben, sahen wir von einem l.'»' treten in den Streik ab, erklärten aber die Fordemngen on Maurer für durchaus gerechte und beschlossen, sie walen« reichlich zu unterstützen. Dies wurde öffentlich abgelehnt, wa» uns nicht hinderte, persönlich zu thun, so viel wir konnte»' Die« die Thatsachen._ 06 sich hieraus obige Beschuldigung begründen läßt, lassen wir getrost dem Urth-il aller lelbstdenkenden Arbeiter Wir betrachten den Streik als eine zweischneidige ä®1"' die man nur im äußersten Nothfalle anwenden soll. g, Kerichtigvng. In dem Bericht der öffentlichen 3er sammlung der Vergolder Berlins vom 9. d. MtS. haWjj„ einige Fehler eingeschlichen. Es muß heißen, die Verfilb« fordern eine Lohnerhöhung von 25 pCt., nicht Pfennige. einstimmig angenommene Antrag muß hnßen: Beantm hiermit den Vergleich, welcher uns von den Fabrikanten«w" boten worden ist, anzunehmen, so daß also bis einschliffä™ v 6. Leiste und allen vorkommenden Silber-, Bronze- und, Barr kanten 25 pCt. zu den jetzt gezahlten Preisen zugelegt und v der 7. Leiste aufwärts die jetzigen Preise um 15 fEt-'rdw werden. Außerdem muß es heißen, Herr August Werkwem. zog die mit seinen Gehilien getroffene freie Vereinbarung juw und nicht Herr Adolf Werkmeister. * Ktn» oroße öffentlich» N,rfamn>I«ng von Onnflentv« 'I4)fn und wetblichcn Geschlecht» findet am Donnerstag, den 12. Sc?ti>»� Abend« Sü Uhr, bei Deiginllller. Alte Zakobstn 48, statt, Tagesordnung' � eine Organisation der ttaufieute nothwendig? Rcscrmt Herr Alb, � 2. DiSkuiston, 3 Gründung eine« Fachvercin« der Kausleute,. »ozialdrmokratifch»» N>ahw»rrin im 4. K»rl>«rr Si»>ch4t«� maiflkrei». G ihe jZerlammlimg am Donnerstag, den 12»"Sit, Abende 8� Uhr, im stotale des Herrn Haaie, Grobe Kranw?� straße IN, Tagesordnung� l. Die bevorstehenden Stadioeroidneten»«�. Referent �H-rr Sladiverordneter Tugauer, Korreferent � Herr WUhelm Werner, 2. V-reiniangelegendeiten, 8. Verschiedene« und tzlNkUt Gäste willkommen. Neue Mitglieder weiden ausgenommen,- Der der Tagesordnung wegen wird ersucht, zablrcich zu erscheinen,„m «roh» Nrrfammlniig attrr Schn»ii>rr KrrUn» am®C.S{8. 12. Semembcr, Abend 6 8� Uhr, In Jordan! Colon, Neue Grünitw � Hserzu werden olle Schneider ohne AuSnohme ob Zivtl- und MllltW*jj,*i, Maah. oder Konseklton«,..........~ i—*h'" den 12. Semembcr, AbendS: dne Ausnahme od Zivil' und Wilttainj'-'z,, und der Militär, und Beamten-LIeserunitbi»- Gamalchenarbciier u s, w, dringend eingeladen,,„rfl grtit N»r»i»ig«ng d»r Maurer Berlin« und Umgegend, Orot � Mitgti-derversammtung am Freilag, den 13 Eivtembcr, Abend! 8*'sjjii Bienj' Salon, Naungnstrahe 27. Tagesordnung; Porttag„Heber den der SrdeilSeinstellungcn aus die Mielbövreijc, Rescrcnt Herr Wllb 2. Diskussion, S. Verschiedene«, Gäste haben Zulriit, Neue Mitglieder Ii-' ausgenommen. Um Mhieichc« Erscheinen wi-d ersucht. mr z»ntral-Krank«n- und Ktrrlirkass» d»r Tischler. 6 bürg, Sonnadenv, den 14, d,. im Restaurant Wrddtnopark, Müllerttt»! � E o mmerfest u n d Bat l, K onier tan san a 4 Uhr Nachw",�» Ktnderbclufttgung, Kaffcekochen, Prciikegeln für Damen ic Bille>fi » u haben bei dem Bevollmächtigten Herrn Fr, GK'. a? Daldorserstrahe 19. n. 3 Tr„ Kassirer Heren W, Gtlhett,«Miii' sliahe 63 v. 3 Tr und am Sonnabend in den Zablstellcn bei Hering, strahc 184, Fennstrahe 4», Krüaer, Badjlrahc bei Hasse, stiuhepiagftro«'" Anionftrahen Ecke, Heistng. Oranienbnraerslrahe 52 bei Kiefer, Alte Jakohstraße 38,- Männergesangvereiu.Nordstern" Äbend«® J�ifei' Restaurant Pohl, Müllerstrahe 7.— Schäfer'scher Gesangoeret» Abend« g Uhr bei Wols U, Krüaer, Skalitzerstrahe 126, Gesang,- verein.Blütheniranz" AbendS 9 tldr im Restaurant Brandenburglttahr Männergesangveretn.Aterander" AbendS 9 Uhr tm Restaurant Rose, ��je bergerstrahe 3,— MSnncrgesangverein.FirmitaS" bei Kinncr, Kboniar- ,,, Nr, 68,— Gesangverein MSnnerchor.St, Urban" Abend! 9 Uhr ftrahe 9,— Männergesangveretn.LiedeSsreiheit" AbendS 9 Uhr im Rest, .....-------.Deutsche Licdcrtasel � eirin„Norddeutsche Schleift?kA- Brunonia" Abend! 9 Ubr)ru,fcit' W»»................................„2.— Turnverein„Haienhaidr'.ji»- tzblbetiung) Äbend« 8 Uhr Diefiendnchstrahe 60-61,—„Berliner TusilfÄvIst' schaff(7. L-dri!ngS'«bthciIung> Abend« 8 Uhr in der ftädiischen «riherftrahe 17-18;- deSgl, 6. Männer-AbtheUung Abend! 8 W-W' städtischen Turnhalle, Gnbenersttahe 51— üüdeif schrr Turnverein Abthei ung> AdendS 8 Ubr Elisabethftrahe 57-58,— Allgemcineer Areiifi$ Etenogravhenvercin. Ablbeitung„Louisenstadt", Abend! 8it U! Restauran! Preuh, Oranienstr, 51,— Arc»d!schee Etenograpdeo�? .Phalani" Abends 8is Ubr im Restaurant.Zum Buckower Garten", Mifw o ftrahe 9.— Deutscher Verein ArendSIcker Stenographen Abend« �® A,? Mtcgel, Sttalauerstrahe 57,— Gesangverein 9 Uhr Kövnickerstrahe 100,— Gesangverein von 9-11 Ubr MtchactNrchslrahe 39,-„S" stunde bei Lehmann, Aterandrinenslrahe 82, Heidt« Restaurant, Kopprnstr, 75, Unterricht und Uebung,— Vernn" ,, �e. gravheii'Verein sSvstem Arend» Abend« 9 Uhr Im Restaurant FriedinHEW - S tolze'scher Sienogravhenoercin.Rord-Berltn" Abend« 9 Ubr, M«!' ftrahe 44,— Verein der.Nalursreunde" Abend! 9 Uhr tm Restaurant ftrahe 35,— Verein der Unruhstädter AbendS«li Uhr im.Königfiodst?�& Holzmarktstrahe 72.— Verein ehemaliger F. w, Rettschlagstcher? 1. und 3, Donnerstag sedcn MonaiS tm Cafä Schüler, LandSberg-rtsi Abend« 8 Ubr,- Rauchklub.Kernipige" Abends 8* Uhr im Restauraw�ch marktstrahe 44,- Rauchklub.Arcona" AbendS 9 Uhr bei Pasche, Reick-n�fi strahe 118,— Rauchklub„Dezimalwaage" AbendS 9 Ubr tm Restamast�x,: KrautSslrahe 48,— Rauchklub„Vorwärts" AbendS 9 Uhr bei Herw® Reslaurani„Zum SmboS", BreSlauerstrahe 27,—„Orientalischer Rü" AbendS 9 Uhr im Restourant Wiechert, Oraniensttahe 8.— Rauchklub»« Piepe" AdendS 9 Uhr RüderSdorserstrahe 67 bei Wunderlich,— � „Eollegia" AbendS 9 Uhr bei Thiemermann, Skaligerstrahe 65. Thealeraesellschast„Adlerschwinge" Sitzung 9\ Uhr Gartenstrahe 14 WjckSjJ; — Mufikverein„Vorwärts" Uebung Abends von 9— 11 Uhr Fischkistl g l!� Neue Mitglieder erwünscht,— VergnügungSveretn„Fartnellv"«deno» Jnvaltdmstrahe 189, Gäste willkommen, Ausnahme neuer Mitglieder- Neneffe Ltarfzrilhkeü' Die Berufung de« Reichstage» soll, wie die � besonders zuverlässige„Berl. Börscn-Ztg." in sehr befliw- Form meldet, für den 22. O k t o b e r in Aussicht geft®� yl fein. Das Blatt schreibt:„Eine längere HinauSschiebuNst� Beginns der Arbeiten wäre bei der eiaenthümlichen Gel? läge, in welche der Reichstag durch das im Februar na Jahres bevorstehende Erlöschen seines Mandats geraty,. p! Ihunlich. Die Arbeitszeit ifl außerordentlich beschränkt»n � Arbeitslast wird eine große sein. Obgleich heute ou» V Quelle verlautet, daß neue militärische Aufgaben Reichstag nicht heran treten werden(die Meldung d» � legung eines neuen Wehrgesetzes ist bereits als haltlose � muthung gekennzeichnet), braucht man, wenn man � Arbeitspensum des Reichstages in'S Auge fiffeu nur an die Sozialistenfruge zu erinnern, deren Regelung über die gegenwärtige Legislaturperiode des tageS hinaus zweckmäßiger Weise nicht aufgeschoben w j darf. Dazu kommt der Etat, kolonialpolitische AnlugesUj» eine Fülle kleinerer Aufgaben, welche den Reichstag aul � zu beschäftigen pflegen. Hieraus ist ersichtlich, daß eine u zeitige Benifung des Reichstages, so wenig dies a|Ln.{(i" Abgeordneten erwünscht ist, unerläßlich wurde."— Forderung für militärische Zwecke an den Reichstag sollte, glauben wir durchaus nicht; die Regierung will ft Ff auch hier so rasch wie möglich ihr Heu im Trocknen Kaden- ,. gegen glauben wir sehr gern, daß die„Sozialistenfi®�� soll heißen die Frage des Sozialistengesetzes— den arge Kopfschmerzen bereitet. Vrtefkelflen. Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Ouittting beizutügen. Antwort wird nicht erthctlt, yfi M—). Zohavniothat. Selbstverständlich wird Sache gebracht. Sie ist nur wegen Zeitmangels Tage zurückgestellt worden. Wahrscheinlich bringen v�y Angelezenhetl morgen oder spätestens übermorgen. Gruß. verantwortlicher Redakteur: M. Tv»»k»t» i»»erlin. Druck und»erlag von M«»»«Mu« w Berlin SW., Beuthstraß»?.