K 1 8c- ffif WS ,>»• vidn>«t> !* vdr.>? «i lsi»lläi' l6. St» dn wa«a etilaro«; .( 28 I W «■ HS ■tiutij» nwtHlf >1.« 8 DJ;, ttiiW* atlnW i» 'Mm* j;«aßO' ,d»«"' n 15 6"" tlotwngl- »l >t»' T'l*? SIS. Sonnabend, de« 14. September 1889. 6. Aobrg. StllimVÄMI. Brgsn für die Interessen der Arbeiter. � Trost, st-»' chc-e � d-r 4 rkrQ f ksIrrrngre�F. "VMtn— �eSwal •ein 10 fiar 15 Jahren wird von Optimisten nach jutan englischen Gewerkschaftskongreß der Beginn einer «ruen— Aera der englischen Arbeiterbewegung entdeckt. . in den letzten Sitzungen des Kongresses pflegt eine Anzahl sehr demokratisch und sozialistisch schei- °n>der Resolutionen gesaßt zu werden, die in Naiven Ts" Glauben zu erwecken geeignet sind, die Führer der eng- Ächen Trades-Unions seien endlich durch die Logik der Altsachen dazu gebracht worden, aus dem engen Kreis Zunftanschauungen herauszutreten und sich auf Boden des modernen internationalen Sozialismus t* stellen. Die Schlußfolgerung hat sich aber Mal als falsch erwiesen— wenn der Kongreß vorbei rA ging alles wieder seinen alten Gang, und die Führer Gewerkschaften, die Broadhurst, Shipton und rApognie trotteten behaglich weiter in der Tretmühle zünftlerischen Trades- UnioniSmuS und bürgerlichen �-rraliSmuS. Nach solchen Erfahrungen fällt es uns allerdings dem letzten Kongreß der englischen Trades-Unions, �sicher vergangene Woche in Dundee— Schottland— «Ehalten ward, eine Heroorragende, ja epochemachende Deutung zuzuerkennen. Und doch müssen wir es thun. v. Dieser Kongreß zeichnet sich von all seinen Vorgängern �-*"■ /S; V* ,»*• /%•*/* fifdJfyo** lÄowavf J * teu - zi»..M.Vi.fc.........,*y.. daß zum ersten Mal dem ganzen Mlch aus, daß die m dem Schooße der englischen Gewerk- L-fteu vorhandenen prinzipiellen Gegensätze zum ersten tlale...»,---— V. "aSZalUS&f hU"b in scharfen Konflikt kamen; w« �em 8?!,3en System, welches TradeS-UmonS bisber die— 1 f ........, tn � englischen Trades-Unions bisher die Alleinherrschaft M». der Krieg erklärt worden ist. Der Kampf mußte zum T�l persönlich geführt werden, weil jenes System in ASen Personen, namentlich in dem vielgenannten Broad- verkörpert ist, und nicht anzugreifen war, ohne daß ssk Personen persönlich angegriffen wurden. » Herr Broadhurst ist der klassische Typus des englischen .-des-Uaionist'S der alten Schule. Aus der Arbeiterklasse �vorgegangen, ein tüchtiger Organisator, hält er in knoten- Dünkel(man verzeihe uns den Ausdruck) den TradeS- Monismus für das Alpha und Omega der politischen gAheit,— für Zweck und Ziel der Arbeiterbewegung, " blos für ein Mittel zum Zweck. Uebcr den Gewerkschafts-Horizont kann er nicht hinaus. "d die Trades-Unions in autem Stand, so haben die in gutem Stand, so haben die was sie brauchen: Das Zdeal ist verwirklicht; tztoL*}* Herren„Führer", denen die Arbeiter diese �-'-ligkeit verdanken, haben natürlich einen wohl- �-chstgten Anspruch auf einen hübschen Sitz im Paria- iwS. wit fettem Gehalt aus der Tasche der Arbeiter - der Staat keine Diäten zahlt), und ferner auf allerlei >en in Bourgeoisgeschästen, z. B. al« Kompagnon in �ster d?e IleuMekon. Bttiotm,] [65 Roma« vo» Ma«r»« Zökai. !i>ll drückte Therese« die Hand.„Sie haben sehr '»r>lÜtan~ Und ich Dummkopf, der ich war, daß ii-t(i n"�t DOtt selber einfiel! Das war in der That �Uuger Gedanke. Vielleicht ist er auch nicht im Neben- & rwNem. Wir haben ihm draußen im Garten eine kleine TOlng gemacht." Sie log nicht— die Arme! yjv»Sic sind sehr gut, Therese. Gehen Sie jetzt zu Dodi w, schicke« Sie mir Noemi. Zch werde nicht mehr von ihr .-- �.---- tw--- tn---: I ort™ t�ongeu, daß sie Dodi hierher bringe. An �ld i(h aufstehe, sobald ich hinausgehen ju ihm hin, nicht wahr tt' Michael." Mit diesem ftonmien Betrug gelang Michael so lange zu beschwichtigen, bis er endlich vom 0®fT �fstchen konnte und.die Krankheit glücklich �standen hatte. Er war jedoch noch immer sehr schwach, j�d« 7 tti.—• aj* Arme Noemi! Aber kann, führt Ihr j— �,......... ,, ste t, kaum zu gehen. No mi half ihm sich an- ihre Schulter gestützt, verließ er das Zimmer, h"un führte ihn Noemi auf Die kleine Bank vor dem dort ließ sie ihn sich niedersetzen, setzte sich an Seite, steckte ihren Arm in den seinigen und ließ j�Aaels Haupt auf ihre Schulter ruhen. Es war ein krJ** warmer Sommernachmittag. Michael hatte be- 'S das Gefühl, als würde das Laub der Bäume �'vas in die Ohren flüstern, als brächten die t�den Bienen ihm eine Botschaft, als machten die ig�Ailwe Musik zu ihren Füßen; alles brauste so in � Kopf. irgend einer Firma, die ein Interesse daran hat, in„Arbeiter- freundlichkeit" zu machen. Auf diese Weise sind die Broad hurst und Kompagnie sehr wohlhabende und wohlsituirte Leute geworden, mit denen neun Zehntel der deutschen Bourgeois einen vortheilhaften Tausch machen würden. Sie sind„gut Kind" der englischen Mittelklassen und auch der englischen Regierung, die ihnen höchstens verargt, daß sie etwas zu stark für den Liberalismus m'S Zeug gehen. Genug, eS war unvermeidlich, daß der Kampf zum Theil auf dem Gebiet des Persönlichen geführt wurde. Kair Hardy, der schottische Grubenarbeiter, leitete den Angriff: und obgleich die Hauptgegner Broadhurst's und seines Systems, Mann und B u r n s, die in London beim Streik beschäftigt waren, ihre Unterstützung nicht leihen konnten, so gelang cS ihm doch, Broadhurst und seinem System und Anhang eine moralische Niederlage beizubringen, von der sie sich nie er- holen werden. Der Kongreß war von Anfang an in seiner Majorität unbedingt für Broadhurst und Kompagnie; er war packed—„gepackt"— d. h. so zusammen- esetzt, daß jede Opposition in jedem Fall überstimmt war. rotzdem mußte dieser„packed- Kongreß" zugeben, daß Broadhurst und Kompagnie die Resultate der unter den Trades-Unions vorgenommenen Abstimmung über den acht stündigen Normalarbeitstag(der Herrn Broadhurst u. Ko. nicht in den Kram paßt) gefälscht hatte. Und trotzdem nahm dieser Kongreß für die Grubenarbeiter wenigsten den achtstündigen Normalarbeitstag an. Kurz, den Broadhorst und Kompagnie ist das Steuer aus den Händen geschlüpft; was der Opposition jetzt noch numerisch abgeht, das ergänzt sie durch ihre qualitative Uebcrlcgenheit. Der„Ring", der sich der englischen Trades UnionS ben, ächtigt hat und sie geschästSmäßig ausbeutet, ist fteilich nicht leicht zu zerbrechen,— indeß ist das eine Frage vergleichsweise kurzer Zeit; das Gros, die Armee der englischen Traoesunionisten, mit seinen demokratischen In- stinkten, muß in die Arbeiterbewegung hineingenssen werden. Im Moment, wo die« gelingt, ist auch der„Ring" zer- krochen. Und die Massen in England sind endlich aus ihrer steinernen Ruhe aufgerüttelt worden und in Fluß ge- kommen. Zleber die großen Verluste an Geld und Geldeswerth. welche den Völkern aus ihren schlechten GcsundbeitSverhält- nissen erwachsen, enthielt ein Vortrag des Professors Ro- schard, des Generalinspektors des französischen Marine- Sanitäts-DepartementS, sehr interessante Betrachtungen, die wir in Nachfolgendem wiedergeben. Roschard stellt folgende Thesen auf: I. Jede Ausgabe für die öffentliche Gesundheitspflege ist eine Ersparniß. Am meisten aber ein Gedanke. Wenn er Noemi inS Gesicht blickte, sing eine schmerzliche Ahnung in seiner Brust zu erwachen an. ES ist etwas in dem Ausdruck ihres Ge- sichts, daß er sich nicht zu erklären weiß. Er will es wissen. „Noemi!" „WaS wünschest Du, mein Michael?" „Liebe Noemi! Sieh mich an." Noemi schlug ihre Augen zu ihm auf.„Wo ist der kleine Dodi?" Die Arme vermochte bei dieser Frage nicht länger ihren Schmerz zu bemeistern, sie erhob ihr Märtyrergesicht gen Himmel, streckte beide Hände empor und stammelte:„Dort! ... dort!" „Er ist todt!?!" sagte Michael mit leiser Stimme. Noemi sank an seine Brust, ihre Thränen waren nicht mehr zurückzuhalten, sie schluchzte heftig und konnte der Thränen kein Ende finden. Michael schlug seinen Arm um sie und ließ sie weinen. ES wäre ein Gottesfrevel gewesen, auch nur einer dieser Thränen nicht ungehemmten Lauf zu lassen. Er selbst weinte nicht;— nein:— er war ganz Staunen. Er staunte jene Seelengröße an, welche dies arme, mißachtete Geschöpf so unendlich hock über ihn erhob. Daß sie ihren Sckmerz so lange zu verheimlichen gewußt aus zarter Rücksicht für den, den sie liebt. Wie groß muß dann ihre Liebe sein! Als sie dann sich ausgeweint hatte, die arme Kreatur, blickte sie lächelnd zu Timar auf, wie die Sonne durch den Regenbogen. Und Du vermochtest dies vor mir geheim zu halten!" „Ich fürchtete sür Dein Leben." „Du wagtest nicht zu weinen, damit ich nicht sehe, daß Du geweint." „Zch wartete, bis die Zeit kommen wird, wo ich weinen darf." „Wenn Du nicht bei mir warst, pflegtest Du das kranke Kind und ich schalt Dich darob." 2. Nichts verursacht mehr Unkosten, als die Krankheit und der Tod. 3. Die Schädigung des menschlichen Lebens ist die schlimmste Beeinträchtigung der menschlichen Gesellschaft. Abgesehen von dem intellektuellen Werthe hat das menschliche Leben einen reinen materiellen Werth, der z. B. speziell von den Versicherungsgesellschaften berücksichtigt wird. Er variirt nach Alter, Geschlecht, Wohnort, sozialer Stellung u. s. w. Der materielle Werth des menschlichen Lebens steigt von der Geburt bis zur vollkommenen Körperausbil- dung, erhält sich einige Zeit(35—40 Jahre) und fällt dann bis zum Greisenalter wieder. Er ist geringer bei den Frauen, als bei den Männern, geringer bei den Landbewohnern, als bei den Städtern. Wenn man nach diesen allgemeinen Grund- sätzm die Bevölkerung Frankreichs eintheilt, so erhält man für den Werth sämmtlicher Einwohner Frankreichs 41321236 656 Fcanks, was bei einer Einwohnerzahl von 37 672 048 pro Kopf einen Werth von 1097 Frks. bringen würde, eine Zahl, die jedenfalls nicht zu hoch gegriffen ift, wenn man bedenkt, daß Chadwick 200 Pfd. Sterl., Farr 159 Pfd. Sterl. und die Amerikaner 3500 Doll. rechnen. Hiernach repräsentircn die 858 237 Todesfälle, die Frankreich 1880 erlitt, wenn man die Beerdigungskosten mitrechnet, zirka 1 Million Frks.— Um. die Unkosten durch Krankheit zu berechnen, erhält man aus den offiziellen Listen der französischen Hospitäler für das Jahr 1880 462 257 Kranke, die mit 15 904 373 KrankheitS- tagen behandelt wurden. Rechnet man 2 Franks für den Tag, so kosteten die Kranken 31803 756 FrkS. Da 41 911 starben, so kann man auf 100 Kranke 9 Todesfälle im Durchschnitt rechnen. Der ArbeitSverluft durch die Kranken (2 Franks für den Mann, 1 Franks für die Frau) würde 22 087 419 FrkS. betragen, der Gesammtverlust für die mensch« liche Gesellschaft 53 396 175 FrkS. Berücksichtigung des Um- standeS, daß 9 Todesfälle auf 100 Kranke kommen, die Zahl derjenigen, die in ihren Wohnhäusern krank waren, und den Geldverlust, den sie der Gesammtzahl brachtm, so erhält man für diese Summe von 654 514 408 Franks. Nehmen wir den Geldverlust durch die Hospitalkranken hinzu, so verlor Frank- reich im Jahre 1830 im Ganzen durch Krankheit 708 450 583 Fr. Summiren wir hiermit den Verlust durch Tod, so erhalten wir 1 649 107 627 FrkS., die Frankreich durch Tod und Krankheit verlor, die Hälfte seines Budgets. Gelänge eS, durch hygieinische Maßregeln die Sterblich« keitsziffer nur um ein Prozent herab zu setzen, so' würde Frank- reich 165 Millionen FrkS. jährlich ersparen. Möglich ist dies, da hauptsächlich die kontagiosen(ansteckenden) Krankheiten ihre Opfer fordern. Die Pest hat im 16. Jahrhundert in 53 Jahren 100 Millionen Schlachtopfer gefordert, im 14. Jahr- hundert raffte der schwarze Tod in 4 Jahren 77 Millionen Menschen hin, in Genua 40 000, in Neapel 60 000, in Venedig 70000. Aussatz kommt nicht mehr vor: vor einigen Jahren gelang es Loris Melikoff, durch einen dreifachen Kordon, den er um die KrankheitS stälten zog, die sibirische Pest zu beschrän- ken. DaS gelbe Fieber, das 1730 noch in Spanien wüthete, 1804 in Livorno und zuletzt 1823 in Lissabon, kann, wenn wir uns durch Quarantänen(eine gesundheitopolizeiliche Anord- nung zur Verhiitung der Einschleppung von epidemischen Krankheiten) nur sorgfältig schützen, von uns ferngehalten werden. So gut wie es gelungen ist, die Pest, den Aussatz-c. aus Europa zu beseitigen, müssen wir auch die jetzt noch tau« sende hinraffenden Infektionskrankheiten bekämpfen. Die Cho- „Du hast mir kein böses Wort gesagt, Michael." „Als Du ihm meinen Kuß überbrachtest, wußtest Du, daß es der Abschiedskuß war! Als ich Dir vorwarf, daß Du eitlen Putz nähtest, nähtest Du an seinem Todtenhernd! Als Du mir ein lächelnd Antlitz zeigtest, staken in Deinem Herzen die sieben Dolche der Muttergottes. O Noemi, wie bete ich Dich an!" Die arme Kreatur verlangte aber nur von ihm, daß er sie liebe. Michael zog sie auf seinen Schoß. Das Laub, die Grashalme, die summenden Bienen flüsterten jetzt schon so verständlich in seinem Gehirn, er fing jetzt an, dies Summen in seinem Kopfe zu verstehen. Nach langem düsterem Schweigen sprach er dann auf's Neue:„Wo habt Ihr ihn hingelegt, führe mich zu ihm hin!" „Heute noch nicht," sagte Noemi;„es ist noch zu weit zu gehen für Dich; morgen." Doch weder morgen noch übermorgen führte ste ihn hin, noch an einem andern Tage.„Du würdest immer dort am Grabe sitzen, und auf's Neue davon krank werden; darum habe ich ihm auch keinen Grabhügel errichtet und kein Todtenkrcuz, damit Du nicht hingehst und Dir das Herz schwer machst." Timar blieb aber darum doch traurig. Als er schon so weit zu Kräften gekommen war, um allein auf der Insel herumspazieren zu können, ging er beständig suchen, was man ihm nicht zeigen wollte. Einmal kehrte er dann mit heiterem Gesicht zur Hütte >urück. In der Hand hielt er eine halbaufgeblühte Rosen- .noSpe, eine von jenen weißen Rosen, die keinen Geruch haben.„Ist es das?" sagte er fragend zu Noemi. Noemi nickte verwundert mit dem Kopf. Daß es ihm doch nicht zu verheimlichen war! Die weiße Rose hatte ihn auf die Spur geführt. Er kam darauf, daß man sie erst jetzt dahin gepflanzt hatte. Und dann war er ruhig, wie Einer der mit Allem abgeschlossen hat, was seines Lebens Aufgabe gewesen. Den ganzen Tag saß er auf der lera müssen wir uns durch gemeinsame Maßregeln nach einem internationalen SanitätSkodcx fernhalten, die 5 Invasionen, (feindlicher Einfall in ein Land) die Frankreich vor der lebten durchgemacht hat, haben 346 478 Opfer hingerafft. Die eruptiven Fieber kosten Europa jähr- tich mehrmals 300 Millionen, von denen man durch passende sanitäre Maßregeln die Hälfte sparen könnte. Die Pocken kosten Frankreich allein jährlich 7 387 000 FrkS. Der Typhus ist die Geißel der europäischen Armeen. Von 2834 600 Soldaten, die 1884 in Europa unter Waffen standen, starben jährlich am Typhus 5669(in Frankreich 337 aus 100 000, in Italien 209, in Oesterreich 158, in Preußen 95, in England 31); rechnet man den Werth eines 21jährigen Menschen zu 6000 Fiks., so giebt dies einen Verlust von 34 014 000 FrkS. jährlich.(Ob die Herren Agrarier auch so rechnen?) Wir können durch rationelle hygienische Verbesserungm diese Krankheit bekämpfen, wie eS Brüssel, München und Frankfurt in den letzten Jahren bewiesen haben. Zur Verbreitung dieser Gedanken müssen wir Alles benutzen, was auf die öffentliche Meinung wirkt, das Buch, die Zeitschrift, die Gesetzgebung, dm Lehrstuhl, die Kongresse und die Gesellschaften für öffent- liche Gesundheitspflege. Vor allen Dingen müssen wir auch Geduld dazu haben, das Kriegsbudget komme dem der Hygiene zu Hilfe. Europa gebraucht jetzt im vollen Frieden zirka 3 Milliarden FrkS. jährlich für feine Armeen. Hiervon nehme man etwas, um dm Grundstock für das Kapitel Hygime zu bilden. Die Aera der großen Kriege nähert sich ihrem Ende: wenn wir das Friedenszeitalter nicht mehr herannahm sehen, so werdm eS unsere Großkinder vielleicht mit erlebm. DieS Zeitalter des Friedens wird erscheinm und der Blick in die Zukunft tröstet ein wmig über die traurigen Verhält« nisse der Gegenwart. Rsvrekpondenzen. Zürich, 11. September. Am 31. August und 1. Sep- tember fand in Bern eine Konferenz der organisirten Schneider in der Schweiz statt. Vertreten waren 10 Städte durch Delegirte und 2 weitere sandten Zustimmungs- Erklärungen. Beschlossen wurde die Gründung eines Ver- bandes in Anlehnung an den schweizerischen Gewerk» schaftSbund und Zürich als Vorort gewählt. Als Agi- tationSprogramm wurden folgende Punkte aufgestellt: 1. Abschaffung der Stückarbeit, Minimallohn für alle Ar- beiten, einerlei ob Maß oder Konfektion. 2. Einführung von Werkstätten auf Kosten der Unter- nehmer und Unterstellung unter sanitarische Kontrole. 3. Erstrebung einer Normalarbeitszeit, gleich den übrigm Berufsverbänden. 4. Unterstellung der Hausindustrie unter staatliche Kontrole im Sinne der Normalarbeitszeit. 5. Einführung von Arbeitsnachweisbureaus, verbunden mit Lohnstatistik. Der Posamenterverein in Basel beabstchtigt, einen internationalen Weberkongreß nach Basel einzuberufen. An dm letzten zwei- Sonntagen ist in einer ganzen Reihe schweizerischer Städte die fünfundzwanzig- jährige Erinnerung an Lassalle'S Todestag von den schweizerischen und deutschen Sozialisten gemeinschaftlich gefeiert worden, so in Zürich, Basel, Genf, Bern, Winterthur rc. Durch die dabei gehaltenen Vorträge ist gewiß mancher Zuhörer angeregt worden, sich mit den Lassalle- schen Schriften näher bekannt zu machen, was neben der pietät- vollen Erinnerung der agitatorische Erfolg ist. Die Zigarrenarbeiter im Äargau wollen nun die währmd ihres großen Streiks gefaßte Idee von der Grün- dung einer Produktiv- Genossenschaft doch durchführen und ver- senden zu diesem Ende folgendes Zirkular: „Die anläßlich des Streiks gepflogmm Erörterungm habm ergeben, daß die Lohnverhältnisse der hiesigen Zigarrenarbeiter äußerst ungünstige sind. In arbeiterfreunolichen Kreisen trug man sich daher gleich von Anfang an mit dem Gedanken, ein Ge- schüft zu gründen, bei welchem ein Theil des ohne Zweifel ganz erheblichen Gewinnes den Arbeitern zugewendet werden kann. Der Erreichung eines solchm Zweckes diente grundsätzlich die Gmossmschaft; diese Form erweist sich im Falle aber insofem als unanwmdbar, als sie die Beschaffung der Geldmittel nicht ermöglichte. Die Arbeiter allein bringm dieselben nicht auf, es ist wenigstens für den Mommt fremde Hilfe nothwendig und die läßt sich nur durch Gründung einer Aktiengesellschaft herbeiziehen. Ein Verein von Jnitiantm hat deshalb unterm 26. August 1889 ein Statut festgestellt, welches ein Aktien- kapital von 100 000 Fr., eingetheilt in 1000 Aktim s 100 Fr., in Aussicht nimmt. Mit einem Betriebsfonds von dieser Höhe können ungefähr 80 Arbeiter, worunter 25 Zigarrenmacher, be- schäftigt werden. Es ist nun ja zwar klar, daß 80 nur einen kleinen Bruchtheil der hiesigen Arbeiterschaft ausmachen, allein so klemm Bank vor dem Hause, wühlte mit seinem Stock in den glatten Kieseln herum und sprach leise vor sich hin: „Du wolltest ihn nicht hingeben für die ganze Erde voll Diamanten; nicht für einen ganzen Himmel voll Engel-— aber für eine schlechte Thonpfeife hast Du ihn aus die Hand geschlagen." Das schöne Nußbaum-Kastell stand schon halb fertig da und die großen Nardus-Blumen hatten alle seine vier Seitm überwachsen; Michael aber setzte keinm Fuß mehr hinein. Was seine kaum wiedergekehrte Lebenskraft und seinen gebrochenm Muth allein noch aufrecht erhielt, war Noemi. Drittes Kapitel. Melancholie. Eine Knospe nach der anderm öffnete sich am Rosm- stock. Timar that den ganzen Tag nichts, als die Ent- wickelung und das Aufblühm dieser Nosenknospen be- obachten. Wenn eine aufging, brach er sie ab, legte sie in seine Brieftasche und trocknete sie dort an seiner Brust. Das war ein trauriger Zeitvertreib. Alle Zärtlichkeit, mit der Noemi ihn überhäufte, vermochte ihn nicht von seiner Schwermuth zu heilen. Die süßen Liebkosungen des Weibes waren ihm lästig. Und doch hätte Noemi ihn trösten können, es hätte sie nur ein Wort gekostet. Aber züchtige Verschämt- heit ließ sie das Wort nicht aussprechen. Michael aber siel es nicht ein sie zu fragen. Es ist eine Eigenthümlichkeit der Gemüthskranken, sich immer nur mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Einmal sagte Noemi zu Timar:„Michael, es wäre gut für Dich, von hier fortzugehen. Hinaus in die Welt. Hier weckt Alles traurige Erinnerungen in Dir. Du mußt fort, um zu genesm. Ich habe Dein Reisegepäck schon zurecht gemacht; die Obsthändler werden Dich morgen übersetzen." Michael antwortete nichts, sondern gab nur durch ein Kopfnicken seine Zustimmung zu erkennen. Die überstandene schwere Krankheft hatte seine Nerven überreizt, und die Lage, in die er sich gebracht, der Schlag, der ihn getroffen, wirkte auf die irrittrten Nerven so peinlich, daß er selbst einsah, unthunlich es erscheint, das Unternehmen auf zu breiter Basis zu beginnen, so leicht wird bei zunehmender Prosperität die Ausdehnung desselben sein. Uebrigcns dürfte schon die bloße Eftstenz ftneS solchen Geschäftes von vortheilhaftem, wenn auch indirektem Einflüsse auf die Lohnvcrhältnisse der übftgen Ar- bftter sein. Indem also schon in den nächsten Tagen in diesem Blatte zur Aktienzeichnung eingeladen werden wftd, bitten wir einst- wftlen zwei Punkte wohl zu beachten: Einmal ist die Sache nicht so zu verstehen, daß die Aktien- zftchner Opfer bringen müssen. Nach fachmännischer Berech- nung dürfen wir bei 25 Zigarrenmachern auf ftnen Verkehr von 125 000 Fr. und auf ftnen Rftngewinn von 8000 Fr. zählen. Vom Reingewinn fallen, bis er>/» des Aktienkapitals erreicht hat, vorab 20 pCt. dem Reservefonds zu und nachher erhalten die Aktionäre eine Dividende von 4 pCt.; der Rest kommt zu Vs zur Vertheilung an die Arbftter und Ange- stellten. Wenn die Anhäufung des Reservefonds aufhört, so erhalten die Aktionäre auch noch jene 20 pCt. als Superdivi- dende. Insofern der Reservefonds auch zu Gunsten der Aktionäre angelegt wird, so beziehen sie— bei der Annahme eines Rftn- gewinnes von 8000 Fr.— von Anfang an eine Dividende von 5,6 pCt. Auf der andern Seite sodann handelt es sich nicht um ein Spekulationsgeschäft, sondern um ein Geschäft, welches, nach« dem den Aktionären ein anständiger, rechter Zins von ihrem Gelde ausbezahlt ist, nur zum Vortheil der Arbftter selbst be- steht. Denn nicht nur fallen 4/b vom Reste des Reingewinnes den Arbeitern zu, sondern die Statuten gewähren die Mög- lichkeit und es ist sogar ihr Wille, daß nach und nach die Aktien an die Arbeiter übergehen. Nach diesen Auseinandersetzungen dürfen wir uns mit glftch großen Erwartungen an solche wenden, welche ftne günstige Geldanlage zu machen wünschen, wie an die gesammte schweizeftsche Arbeiterschaft. Die letztere namentlich, einzeln oder vereinsweise, hat hier Gelegenheft, dem Gefühl der Soli- dafttät Ausdruck zu verleihen." J>oliki1rf»c Itclrcftirfik. Der Streik der Dockarbeiter schftnt sich dem Siege »u nähern. Die Reihen der Gegner beginnen zu wanken. Ein Mitglied des Ausschusses der Dockgesellschaften hat seine Ent- lassung genommen, weil der Ausschuß„zu nachgiebig" ist; und Kardinal Manning, der seinem protestantischen Widerpart, dem Bischof von London, auf Mord und Brand Konkurrenz macht, hat bereits— unzweifelhaft im Emverständniß mit dem Aus- schuß der Dockgcscllschaslm— die 6 Pcnze vom 1. November angeboten, was schon einer vollen Bewilligung sehr nahe kommt. Die Streiker haben das Anerbieten zurückgewiesen und sie haben recht: ein Gegner, der sich einmal für geschlagen erklärt bat, ist auch zu unbedingter Unterwerfung zu zwingen.— Die Geldmittel fließen foftwährend sehr reichlich: gradezu großartig sind die— allerdings mateftell vergleichsweise sehr gut ge- stellten— australischen Arbftter, die wieder mehrere tausend Pfund Sterling geschickt haben. Alles in Allem waren in Australien und Neusüdwalcs bis zum Mittag des 10. d. M. 14 000 Pfd. Slrl., das heißt 280 000 Mark gesammelt! Unsere Voraussaaung, daß diese Woche den Arbeitern den vollständigen Sreg vftngcn wird, dürste sich erfüllen.— In Bezug auf die Leiter des Strftks sft bei dieser Gelegenheit noch erwähnt, daß Mann und BurnS Teetoteller sind und sich von allen geistigen Getränken enthalten. Die Mäßigkeilsbewegung hat eben für England wie für Amerika eine Bedeutung, von der wir in Deutschland uns nicht leicht einen Begriff machen können. Jedenfalls ermangelt sie nicht so ganz jeder Berechti- gung, wie man in Deutschland vielfach annimmt, und verdient durchaus nicht jene rückhaltlose Verurtheilung und Verhöhnung, die ihr in Deutschland so ziemlich allgemein zu Thftl zu wer- den pflegt. Herr von Ghrenbrrg. In dem letzten Skandalprozeß, welchen der berühmte Major Attenhofer in Züftch ver- an staltet hat(s. in gestftger Nummer unter„Schweiz") wurden auf Wunsch des Herrn Attenhofer nachstehende zwei Bftcfe verlesen: Bern, den 17. März 1888. Justiz- und Polizft-Departemcnt der schweiz. Eidgenossenschaft. An Herrn Ed. Attenhofer, Redakteur in Züftch. Geehrter Herr! Herr Bundespräsident Heftenstein hat den Bftef, welchen Sie am 14. laufenden Monats an denselben geftchtet haben, sowie die Beilagen, welche Sie dem- selben angeschlossen, worunter namentlich die Broschüre des Hauptmanns von Ehrenberg:„Ein Blick hinter die Koulissen eines Sensations-Prozesses" unserem Departe- ment zugestellt. ein längeres Verweilen würde ihn zum Wahnsinn oder Selbstmord treiben. Selbstmord? Giebt es doch kein leichteres Mittel, sich aus einer mißlichen Lage zu befreien. Das Mißgeschick, die Bedrängniß, die Verzweiflung, der Seelenkampf, die Verfolgung der Menschen, die Ungerechtig- keit, die Täuschungen, die geknickten Hoffnungen, die Herzens- quälen, die Schreckbilder der Phantasie, die Eftnnerung an den erlittenen Verlust, die Erscheinungen theurer Todten— das Alles ist nur ein böser Traum; ein Ruck am Drücker der Pistole, und man erwacht. Die, welche zurückblftben, mögen den Traum fortträumen. Am letzten Abend setzten Michael, Noemi und Therese nach dem Nachtessen sich hinaus vor die Hütte, alle Drei auf die kleine Bank und Michael dachte daran, daß sie ein- mal schon ihre Vier da gesessen. „Was wohl dieser Mond sein mag?" fragte ihn Noemi. Michaels Hand, welche Noemi in der ihftgen hielt, ballte sich krampfhaft zusammen.„Mein böser Stern," dachte er bei sich,„oh, daß ich ihn nie gesehen hätte, diesen rothen Halbmond!" Therese antwoftete auf die Frage ihrer Tochter:„Das ist ein ausgebrannter, ausgekühlter Weltkörper, auf dem es weder Bäume, noch Blumen, noch Thiere, keine Lust und kftn Waffer, kftne Töne und kftne Farben giebt. In meiner Mädchenzeit, als ich im Pensionat war, sahen wir unS den Mond oft durch ein Fernrohr an, er ist ganz zerklüftet; man sagte uns, es seien die Krater feuerspeiender Berge, die jetzt schon erloschen sind. Um lebende Geschöpfe auf ihnen sehen zu können, sind die Fernrohre nicht groß genug: die Gelehrten wissen aber so viel mit Gewißheit, daß auf dem Monde weder Luft noch Waffer. Ohne Waffer und Luft aber kann nichts leben, waS einen Leib hat, und so können auch keine Menschen doft wohnen." „Wie, wenn aber doch Etwas doft wohnte?" „Was sollte denn doft wohnen können?" „Ich will sagen, was ich mir denke. Oft in früherer Zftt, wo ich noch allein war, konnte ich mich ftnes schweren Gedankens nicht erwehren; besonders, wenn ich allftn am Ufer saß und in's Waffer hinabschaute. Es war, als zöge mich Etwas hinab, das mir zurief, wie gut eS doft Diele Broschüre enthält für uns nichts Neues, tnft® sie bereits bei unseren Akten sich befindet. Dagegen w für uns neu die Mittheilung, daß H a u p n""J1 von Ehrenberg»xm dem dentsche«' Kanzleramte den Auftrag besitze,<'» Memorial auszuarbeiten über 0' anarchistischen und sozialistischen um triebe in der Schweiz und sp�i'- in Zürich.— Wir gestehen, daß eS urS schwer fällt, einem solchen Gerüchte Glaub zu schenken. Da Sie jedoch bftlügcn, datz diese Nachricht aus allerficherster Ouelle besitzen und-- reit seien, die Bewerfe dafür vorzulegen, so können w nichts Besseres thun, als Ihr Anerbieten anzuneym Wft ersucken Sie daher, uns möglichst genaue AnSkon und die Bewftse, die Sie uns anbieten, gefallrgst wi- thcilen zu wollen. � Wir werden sie unter bester Verdankung entgegen- nehmen.. Inzwischen zeichnen wft mit vorzüglicher Hochschatzung- Eidg. Justiz- und Polizftdepartewew- (sigr.) L. Ruchonnet. Anrede und Ueberschftft wie bft 1. Bern, den 7. Februar ILM- Ihr Schrftben vom 3. Februar ab hin nebst Beilagen betreffend die Korrespondenz eines angeblichm Barwr in Berlin ist uns zugekommen. Für jetzt muffen" uns darauf beschränken, Ihnen das Interesse zu' danken, welches durch diese Mittheilung bestätigt wa- Mit vorzüglicher Hochschatzung- (Wie oben.) Eines Kommentars bedürfen die Briefe nicht.•, Die gesperrt gedruckte Stelle des ersten Briefes tieft grellem Gegensitz zu den im Reichstag abgegebenen vWsjL Erklärungen, daß die deutschen Behörden in gar keiner f ziehung zu Ehrenberg gestanden haben. � Der 20. deutsche Iuristentag tagte von Mittwoch s: gestern(Freitag) zu Straßburg i. E. Ein Theilnehmer sw» uns von dort unter dem 12. d. M.: Ter Juristentaz � schäftigt sich diesmal ebenso wie im Vorjahre nur mit Fvw aus dem Entwürfe des bürgerlichen Gesetzbuches. Wie W Entwurf im ganzen die kapitalistischen und manchesterUflL Interessen zum Ausdrucke bftngt, so sind auch die b- die diesmalige Berathung ausgewählten Punkte w nur für die Kapitalistenklasse von einer pranii®. Bedeutung. Aus den Verhandlungen vom gel'™! ersten Tage sft nur erwähnt, daß beftcffs der ventionalstrafen im Gegensatze zu den Gutachten, welcheft, allftn die freie Vereinbarung gelten lassen wollen, einstw®1'- ein richterliches Ermäßiguvgsrecht für erforderlich erkiäft ww) Das geringe Interesse der Debatten erlaubte mft gsftv den größeren Thftl des Tages im Gespräch mit NfW.. ländern zuzubringen. Etwas Gemachteres, als die«fW berichtete Stimmung der Elsässer sftt ftnigen Wo®' giebt es füglich nicht. Aber die El'Lsser fühlen ist zösisch und UN deutsch entschieden nur in politischer, nicht. van naler Hinficht. Es will der deutschen Politik nicht Se»v(fst' ihre Herzen für Deutschland zu gewinnen, aber das liegt w, in der elsässer Eigenthümlichkeit, auch nicht an den»Systew�. die im RftchS lande mit einander abgewechselt ft"* sondern an dem tieferen System, das sich gewandelt hat, mindestens nicht zum besseren- heutigen, zweiten Tage verhandelt die dritte Abihstlst;; des JuftstentageS über die Frage:„Empfiehlt es sich, die�, scheidungsgrünoe in der vom Entwurf des bürgerlichen Efl« buchs beabsichtigten Weise zu beschränken?" Der Eittwuft.� schweit die Ehescheidung imVergleiche zum Preußischen Landes wesentlich, insbesondere läßt er weder beiderseitige Einwillig"� noch unheilbare Geisteskrankheit alsEheschftdungSgrundgeltev-st Prof. Mayer von hier meinte: Die Ehe ist sehr wichtige Einftchtung für den Staat, denn sie Vlst diesem Bürger. Darum muß dem Staat an einer kraust strengen Eheordnung liegen. Fftedftch IL habe die Bürger° Staates mit Gewalt glücklich machen wollen. Das sft vor und jetzt gelte eS, hart und fest zusammenzustehen gegen inneren Feind, Sozialdemokratie und Anarchismus. Der 0■, wurf sei noch lange nicht streng genug.— RechtSavw� I a c o b y- Berlin erwiderte treffend. Selbst«en». richtig wäre, daß der Staat durch die Ehe Bvw erziehen solle, entsprechen denn die Ehen, wie sie thalso® beschaffest sind, gerade dem StaatSintercsse? � Tie Ehescheidung bilde die nothwendige Ergänzung, u cf her Grfirnrhtnitirt hflö � ZwangS-Zivilehe. Zweck der Eheordnung aber sft das~, der Gesellschaft und das Glück ihrer Glieder. Der|jLf werde seinem vielgepriesenen„sozialreformatorischen" f*.# untreu, wenn er die tief unglücklich Verheiratheten auf � Himmel verweise und ihnen sage: DaS Glück im Die-st� bleibt euch verschlossen. Und was erwiderte ihm Herr Prosts Mayer: Das sei ein Parteistandpunkt und könne nicht istj tebend sein, vielleicht urtheile Herr Jacoby auch blo< serliner Verhältnissen. Noch krasser aber geberdete sich unten sei, und wie herrlich man dort ausruhen köi�i Dann aber stellte ich mir die Frage:„Gut, Dein Köust wftd dort unten ruhen, auf dem Grund der wohin aber kommt Deine Seele?" irgendwohin mutz � doch. Und da kam ich dann auf den Gedanken, daß Seele, welche so gewaltsamer Wftse den irdischen"a aus freiem Antrieb verläßt, nirgends anders hinkavM,� in den Mond. Jetzt glaube ich das noch mehr. Ar» doft weder Bäume, noch Blumen, weder Wasser noch weder Farben noch Töne,— nun, dann ist dieser OststJ Diejenigen bestimmt, denen es nicht gefiel, daß sie Leib haben; doft finden sie dann eine Welt, wo nicht' was sie ärgeft, aber auch nichts, maS ihnen Freude reitet." ch- Therese und Michael standen plötzlich verstöft Noemi auf, welche nicht begftff, waS sie erregte; sie nicht, daß ihr eigener Vater ein Selbstmörder gewesen � daß der, dessen Hand sie hält, nahe daran ist, es zu � den. Michael sagte, die Nacht sft kühl, sie n«"v hineingehen. Jetzt hatte er noch einen gespenstigen„ danken mehr über den Mond. Den ftnen hatte er � Timea geerbt, den andern von Noemi. Welche scheeU'� Buße, daß der Mensch beständig am Firmament oben leuchtendes Zeichen erblickt, daß ihm immer und ewig stjj erste Schuld, den ersten verhängnißvollen Fehltfttt verfehlten Lebens ins Gedächtniß ruft! Am andern Tage verließ Michael die Insel. ustvollendft gelassenen Nußbaumhause schritt er vorn ohne auch nur einen Blick darauf zu werfen. na/M „Mit dem Frühjahr kommst Du wieder!" stuf � Noemi ihm zärtlich ins Ohr. Die arme Kreatur; siekft.x! schon so natürlich, daß in der Hälfte des JahreS M'jjiif nicht ihr angehörte.„Aber wem gehört er denn?" diefe Frage kam sie niemals. Als Michael in Komorn ankam, hatte die weite s ihn noch mehr angegnffen. Timea erschrak vor ihm, ihn erblickte. Kaum daß sie ihn wieder erkannte. Athalie erschrak. Sie hatte Grund dazu.. � „Sie waren krank?" ftagte Timea, sich an die 9 ihres Gatten schmiegend. Äe H für< Tima Mijjei!" fe St s.! sÄ W hu Jttiev "Süf de >elt « « w°b & wor tzi-�en£ >,>lstr- fe HS v"ach Man" d-s 'S'i ÄZ 6P flCUV- tört"K sie n-< «csen�. s ZU K �lincr Justizrath Wille: er sagte:„Jawohl, ich will der 'sinnen Klasse die Wohllhat der Ehescheidung entziehen, denn „si' Entziehung ist ihr eine wahre Wohlthat. Durch die Mckeidung veiliert die ärmere Klasse den nothwendrgm nevm vor der Ehe. Mag eine einzelne unglückliche Ehe auf« JsiW gehalten werden, drei andere werden dafür durch die Erschwerung der Sckeidung glückliches. Diese Ausfuhrungen, M dem Angehörigen der ärmeren Klasse die politische und die sittliche Mündigkeit abspricht, fand bei einem Therle Juristen Beifall! Der Grundsatz, daß die Ehescheidung nur �Strafe für Verschulden des einen Gatten, nicht aui reffe des andern zulässig sei, wurde in der Abstnn siung nur insoweit abgeändert, als unheilbare Geisteskrankheit sisisi. Ausnahme machen soll. Reaktionär ist der Juristentag reaktionärer als diesmal hat er selten beschlossen. � Weber..Kraftverschwendung in der Uolkswirth sihaff brachie kürzlich die freikonseroatlve„Post einen Auf- )■ welcher mit großkapitalistischen Ideen sozialistisch verquickt •i-m Hauptgrund," sagt das genannte Blatt,„warum trotz der setzen te*""'*— 0"--1'*--1''---n— m,!..l.i a. f---|um UUÖ«vyew»»/ //tvv*»»*...• «WM technischen Fortschritte in allen WirthschaftSzwelgen eine «„buchende Verbesserung der Lebenshaltung aller BevölkerungS- l"icht eintritt und nicht eintreten kann, liegt in der nicht �uteugnenden Arbeits- und Kraftverschwendung infolge u�'lhafter und ungeregelter Produktion. Diese Kraftver- Wendung ist durch Einführung der freien, unbeschränkten 5« k Jlcn.z �eine geringere geworden, sondern im Gegentheil, ..""siet infolge derselben in weit erhöhtem Maße statt, und .r. m ste in den Ländern am größten und auf den Arbeits- PsiMen am ausgedehntesten, wo der Grundsatz des„lat-s« fair«-, ,ri„'si aller/' am meisten zur Geltung gelangt ist."— Daß die jrisirw'echichaftlidje Produktion, erwidert hierauf daS„Sachs. °chenbl.", wie wir sie heute haben, anarchisch, unvernunftig, �siwwenderisch ist, betont gerade der Sozialismus. Der von Verwaltung mit allen Hilfsmitteln der Neuzeit bebaute „isisi"agt erwiesenermaßen weit mehr Früchte, als das gleiche, viele arme Hände vertheilte Stück Land; schon dre Sendung des Dampfpfluges, welcher die tiefere, jungfrau y«Joe emporwirft, vermehrt den Ertrag eines Ackers erheb. Am auffälligsten ist die Kraftverschwendung im Handel r?'.. Gewerbe, wo Hunderttausende von kleinen Zwischen- 6imk zwischen Produzenten und Konsumenten drangen, > iwverttausende von Kleinindustriellen ein kümmerliches Da- �si.Wlen, während all' diese Massen für die gegenwärtige 'Auktion überflüssig sind, und daher ihre Arbeit gewisser- den Wind thun.— Solche Gedanken liest man mit Waschung in dem freikonservaliven Blatte, doch es fehlt auch das Streiken ,r[i-"«!|e feiernder Menschen kräfte soll den Volkswohlstand s>.?sis lich schädigen. Doch von den Massen� arbeitsloser ncklich.................... "olttaticr, von �er beklagenswerthen industriellen Reserve- zu reden, hütet sich die„Post" wohlweislich. isinee ?»h Ul,d*"'v' 1—7---„T— r---.,--------, lind- m si!, ll�dtn allern einem Lande von Deutsch- �Ni. Ä?dehnung Millionen von Tagesarbeiten jährlich ver- • praktische Tendenz des freikonservativen Aufsatzes Slaot f nmem rtwas versteckten Appell an die Regierung; der laasjolle m die WirthlchaftSordnung eingreifen, natürlich zu Wilx Let. Großproduktion, d. h. der Großgrundbesitzer und ininf�sidustnellen. Dieser Wunsch ist fürj den Kapitalismus «!z„si" bezeichnend, als er die kapitalistische Politik so rech' ------------------. asr-r-rt�. m.fZ SÄ a,si.- 3? der pnvatwirthschaftlickien Welt ist vie � y°�''°n aber so weit entfernt, die Masse zu beglücken. dem Proletarier sogar zum Fluche wird. Denn der so viel zu produziren als die a»-• r. BieI produziren, als gekauft Kaufkraft der Masse ist aber gerade vrm qsroieiancr[ugui ji Sprobuzent wird sich hüten, braucht; er wird nur so Htysisi kann. Die Kaufkraft vci z/iuh* uvu Ss�r ber Herrschaft der Großproduktion gering, weil eine d�e von Prolctarierhänden überflüssig ist und die Löhne � Irr evangelische Arbeiterverein in Elberfeld hatte hz.'sivnnirstag emen Vortrag StöckerS angekündigt. In >!»>? �lunde ist der Vortrag jedoch plötzlich abgesagt worden. Behinderung des Hcnn Hospredigers Stöcker kann der ifejjjtr �•-■-«"' r.1. t.5 ar. vi_____ --- V-----,»•«»••»VV/»,» � i tnrr.WQ0 wohl die„Behindenmg" bestanden haben? Aber Wu rUnä kin, daß Stöcker Vertreter des Kreises Siegen- »ik Mstein ist, und im„Wittgensteiner Wochenblatt" lesen �..lulgende„Einladung":„Der Männergesangverein Lieder- ��-ranstaltet Sonntag, den 8. d. M., eine Kartoffelbrat- s,.ouf dem Schützenplatze(unter den Linden), zu welcher Wiksche Kapelle engagirt ist. Indem wir hierdurch die � zueder fteundlich einladen, bemerken wir, daß die Kartoffeln � abgegeben werden können. Der Vorstand."— ��klarung�ieftr�Einladung�mu�herv� "Sehr krank, viele Wochen." „Unterwegs auf der Reife?" (Ut"3ia," antwortete Timar, dem diese Fragen wie ein � sei ��wen. Er mußte bei jeder Frage auf seiner "Mein Gott! Und hatten Sie dort Jemanden unter iv«— mn-- rw rr.. o.y Menschen zu Ihrer Pflege?" �./swar wären beinahe die Worte entschlüpft:„O, einen besann sich aber noch schnell genug und ant- ihkx'e•'„Für Geld ist Alles zu haben." Timea verstand �»x i! r niß nie zu zeigen und so konnte auch Michael j�sinderung in dem ewig apathischen Gesichte entdecken. r'a simmer so. Der kühle Kuß des Wiedersehens str.t e einander nicht näher. - Athalie flüsterte Michael ins Ohr:„Um'Gotteswillen, haben Sie Acht auf Ihr Leben!" >wiar fühlte den giftigen Stachel dieser zarten Be- Uft'!>. h�auS. Er muß leben, damit Timea leide; denn ea Wittwe werden, dann stünde ihrem Glücke � Mehr im Wege. Und das wäre für Athalie die (Fortsetzung folgt.) $ Nunst untt Veven. „«eurfte Franenmord i» Whitechapel. An dem flsmj,«litnJ ntt Frauensperson, welche man Dienstag gräßlich ver- diidff'ffiJvv unter einem Eisenbahn-Viadukt in der Chapelstraße liiftK?!bx"'a hat, sowie auf der Fundstelle waren keine Blutspuren zhil ftn, wahrzunehmen und der Leichnam war in einen Sack ge- diitr woraus hervorgeht, daß der Mörder fein Opfer an einem r'OMu, e ermordete und erst dann in dem Sacke in die „ ii< j1 ftsi'Jaße brachte. Das blutige Hemd der Ermordeten lag üJ»�len"kabe derselben. Es ist nicht richtig, daß die Arme I' bieselbeii waren intakt, aber die Beine der Leiche waren j San ssiorhanden. Man glaubt, daß die Frauensperson AP" � zwei Tagen todt ist. Drei Matrosen, welche unter Sein Eisenbahn-Viadukt schliefen, wurden verhaftet. °ug ihnen jedoch, die Polizei zu überzeugen, daß sie in daß die Bevölkerung des Kreises Wittgenstein mit die aller- ärmste von ganz Deutschland ist. Für die dortigen Leute gilt eS als ein Festessen, in Asche gebratene Kartoffeln zu essen und einen Schluck Kartoffelschnaps zu genießm. Run ist nicht aus- geschlossen, daß Herr Stöcker an diesem Fest seiner Wähler Theil genommen hat, und daß die Folgen dieser einfachen Naturfteuden die„Behinderung" bilden. Gin» Volkszählung in Kamerun ist, wie verlautet, in Aussicht genommen. Daß eine derartige Regierungsmaßregel, schon mit Rücksicht auf die Steuerverhältnisse, einmal vor sich gehen würde, war zu erwarten, daß man sich aber schon jetzt mit diesen Fragen beschäftigt, wirkt immerhin überraschend. Die Ausführung der Zählung wird selbstverständlich nicht nach den Methoden der sich in zioilisirten Ländern eingebürgert haben- den,' erfolgen können. Schreiben und Lesen sind in Kamerun noch wenig verbreitete Wissenschaften, außerdem würden die mißtrauischen Schwarzen hinter jeder Frage eine Heimtücke der Weißen wittern; man wird also den Negern die erforderlicken Auskünfte auf anderem Wege abzulocken suchen müssen. Die Engländer haben in ähnlichen Fällen mit der Verthcilung von Palmenblättern und bunten Schnüren an die Stammesältesten, welche durch Schnitte und Knoten die Zahl der Dorfange- hörigen anzugeben hatten, günstig« Resultate erreicht. Gin» Grweiterung tu den diplomatische« Vertretungen steht, wie von Berlin aus gemeldet wird, mit der Einführung technischer Attaches bevor. Nachdem schon seit einigen Jahren der Brauch besteht, gewissen Missionen tech- nische Hilfsarbeiter zuzuweisen— so war für Washington wie für London ein Regierungebaumeister ernannt, um die eng- tischen und amerikanischen Verhältnisse in baulicher Beziehung kennen zu lernen— wird jetzt eine förmliche Vertretung der „technischen Interessen" bei den einzelnen Botschaften angestrebt. wird solch ein„technischer Attache" nach dem„B. T." der deutschen Botschaft in Wien angestellt werden, und zwar wird derselbe unmittelbar dem Botschafter selbst beigegeben sein. Es wird die Aufgabe desselben sein, sich über alle tech- nischen Fortschritte und Eigenthümlichkeiten des Landes, bei welchem er eben beglaubigt ist, eine gute und umfassende Kenntniß zu verschaffen. Voraussichtlich werden auch die übrigen Botschaften, namentlich in England, Frankreich und Amerika, sehr bald mit ähnlichen„technischen" Attaches aus- gestattet werden, was nicht wenig kosten wird. Gin» hübsch» Umg»stalt«ng des Straftechts haben wir zu gewärtigen, wenn die nächsten ReichStagSwahlen im Sinne der Kartellparteien ausfallen. Ueberall wird in der offiziösen Presse auf sogenannte Reformen im Straftecht gedrungen. Ein Artikel der„Post" führt aus, daß es am richtigsten wäre, wenn die Richter künftig nicht auf eine Freiheitsentziehung für eine bestimmte Zeit, sondern auf Einspenung auf unbe- stimmte Zeit erkennten. Nach 2 oder 8 Jahren könnte man dann weiter sehen, was mit dem Eingesperrten zu machen sei, je nachdem er dargethan hat, ob die Strafe eine Sinnesände- rung in ihm bewirkt hat oder nicht.— Bei politischen Ver- gehen würde also nach diesem schönen Prinzip Befreiung aus dem Gefängniß erst eintreten, wenn die Staatsanwaltschaft die Ueberzeugung gewonnen hat, daß der oppositionelle Schrift- steller nunmehr unter der Wirkung der Freiheitsentziehung zum Kartellbruder bekehrt ist. Gin» f-rtn»ähr»»b» Zunahm» d»r Ginfuhr«»- fchlachtrtrr Schm»i«» von Russisch- Polen und Oberschlesien ist der„Voss. Ztg." zufolge immer noch zu konstatiren, zugleich aber auch, wie vorausgesagt, eine Zunahme des Schmuggels von Schweinefleisch. Natürlich geht Hand in Hand damit auch eine Zunahme der zollfreien Einbringung kleinerer Mengen. Die Ausdehnung der Erlaubniß zum Schlachten von ungari- .schen Schweinen in Beulhen macht dem Ratiborer Monopol ein Ende, das für Ratibor selbst lästig zu werden anfing, da die dortigen SchlachlbauSeinrichtungen nicht ausreichen, um den Ansprüchen der fremden Fleischer zu genügen. Dienstag langten in 20 Wagen 979 Bakonyer Schweine dort an, von denen nicht weniger als 246 für Berlin bestimmt waren und in erster Reihe abgeschlachtet werden. Gin» g»richtlich» Beschlagnahm» sämmtlicher Bücher und Briefschaften des nordschleswigschen Wahlvereins hat, wie der„Kreuzztg." aus Flensburg berichtet wird, am Freitag Nach« mittag durch den Amtsrichter Bartsch-Sonderburg bei dem dort wohnenden Sekretär des Vereins, Journalisten P. Hansen statt- gefunden. In letzterer Zeit sind Untersuchungen eingeleitet, die sich auf Zwecke und Ziele des Vereins u. f. w. beziehen. Die Zahl der Mitglieder beträgt etwa 2000. M»ll di» Bestrebung»« b»» bayrisch«« Kandm»rker- bund«» in dieser Gegend noch sehr wenig bekannt sind, wie Herr Billing- München offen sagte, ist der 7. allgemeine bayrische Handwerkertag von den bayrischen Zünst- lern zu Beginn dieser Woche in Aschaffenburg abgehalten wor- den. Deshalb wurden die Verhandlungen wohl auch absichtlich in gemäßigter Tonart geführt; man durfte doch die Leute nicht abstoßen mit der echten Sprechweise der modernen Innung«- apostel. Wie aus den Berichten der„Aschaffenburg. Ztg." zu ersehen ist, welche die Hauptrede Billings freilich„nur in ganz kleinen Umrissen" wiedergeben kann, wurde neben den üblichen Tiraden für Befähigungsnachweis und obligatorische Arbe tS- bücher die Versicherung abgegeben,„daß es Niemandem ein- falle, die Schornsteine nieder zu reißen und die Maschinen zu beseitigen", und ein anderer Redner gestand offen zu, daß die Handwerksmeister,„bis jetzt nur immer von den Arbeitern ge- fordert, ihnen aber nichts entgegengebracht hätten."— Wenn diese Selbsterkenn tniß nur anhielte! A»b»r di« neu»« Unterschlagungen bei dem militäri- schen LielerungSwesen in Mainz wird dem„Franks. Journ." ge- meldet: Der zumeist belastete Zeughauptmann H. ist im Militar- UntersuchungSgefänaniß untergebracht, drei andere Zeugosfiziere find vorerst außer Dienst gestellt. H. soll von den durch seine Hände gegangenen Lieferunaen für das Artilleriedepot 2("/»Nutzen gezogen, den Lieferanten Müller außerdem um einen Betrag von über 3000 M. angeborgt und ferner eine für einen Feld- webel bestimmte außergewöhnliche Zahlung längere Zeit wider- rechtlich an sich behalten haben. Die drei anderen sollen Haupt- sächlich bei dem Lieferanten M. geborgt und zur Deckung dieses Fehlers dem M. nahelegt haben, feine genau geführten Ge- fchäftsbücher zu verbergen." Uo« Ktaulen sind nach einer Meldung des Wolff'schen Bureaus in Brüssel Nachrichten über Sansibar eingetroffen, wonach Stanley, als er die Gegend des Albert-Nyanza-See verlieb, beabsichtigt hätte, sich westlich vom Viktoria-See süd- wärt« zu wenden. Dies sei ihm indessen nicht gelungen. Er habe sodann die nördliche Richtung eingeschlagen und die öst« lichen Ufer des Sees erreicht. Emin Pascha habe Stanley be- gleitet, Stanley habe sich längere Zeit am Ufer des Sees auf- gehalten, um die in Msalala und Tabora beschafften Vorräthe abzuwarten; schon seit mehreren Monaten aber habe er den See verlassen und seinen Marsch in der Richtung von Mombossa (etwa 30 Meilen nördlich von Sansibar an der deutsch-ostafri- konischen Küste) fortgesetzt. Emin Paicha befinde sich nicht mehr bei Stanley, sondern sei im Lande zurückgeblieben. Stanley werde gegen Ende des Oktobers an der ostafrikanischen Küste erwartet. Großbrtta«nien. London, 12. September. Kardinal Manning hatte heute mit den Direktoren der Dockgesellschaften eine'Unterredung und machte denselben den Vorschlag, den Arbeitern schon vom 4. November er. einen Arbeitslohn von 6 Pence ver Stunde zu bezahlen. Das Streikkomitee hatte diesen Vorschlag angr- nommen, die Direktoren erklärten jedoch, sie müßten darauf be- stehen, daß die Lohnerhöhung erst vom 1. Januar k. I. ab ein- trete.(S. unter„Pol. Uebers.") In Schottland arbeitet man energisch auf Einführung der unentgeltlichen Volksschulenach amerikanischem Muster hin. Von 230 Schulämtern haben sich 116 für freien Unterricht in allen Schulen, mit Ausnahme der Hochschulen und Akademien, ousge- fpiochen. Einige wünschen außerdem daß den Kinden die Bücher undSchreibmaterialien umsonst geliefert werden,wie dies in einigen Staaten der amerikanischen Union der Fall ist. Niemand zweifelt daran, daß auch in England die fteie Volksschule ein- geführt werden wird, sohald die nördlich des Tweed ihren sieg» reichen Einzug gehalten hat. Frankreich. Die Reaktionäre von Paris versuchen das Wahl- kunstssück wieder, das ihnen 1885 so vortheilhaft war: sie reden kein Wort von der Monarchie, sondern stellen sich nur als Konservative hin, deren einzige Sehnfuckt es ist, alle Uebelstände abzuschaffen und Jedeimann glück- lich zu machen. In dem Wahlmanifest des„konservativen WnhlkomiteeS fiir Paris" heißt es u. A.:„Die Mehrheit der Kammer von 1885 hat Eure Rechte und theuersten Freiheiten verletzt und Eure Interessen bloSgestellt. Durch eine schleckte Finanzverwallung hat sie die Losten der Steuerzahler veimehrt und das Land in Armuth gestürzt. Um ihre Parteileideu- sckaften und-Interessen zu befriedigen, hat sie Hand auf alle höhere Stellen des Staatsdienstes gelegt, die ganze Staatsg«. walt an sich gerissen und sich unfähig gezeigt, zu herrschen. Die Wiederkehr dieler Kammer würde nur eine Fortsetzung ihre» Werkes der Auflösung und Gewaltthätigkeit sein. Opportunisten und Radikale erklären dies einmüthig. Nur mit einer neuen Mehrheit kann man auf eine Friedenspolitik, auf das Ende der finanziellen Schwierigkeiten, auf versöhnliche Maßregeln, welche eine Rückkehr des Vertrauens ermöglichen, und auf den Wiederbeginn der Arbeit rechnen. In Wahlkreisen, in denen kein konservativer Bewerber auftritt, braucht Ihr Euck nicht der Wahl zu enthalten. Die Republikaner schrieben kürzlich in ihren Hauptblättern:„Gegen einen Feind, der keine Beden klickkeil kennt, sind alle Bundesgenossen gut." Wir werden nie eine ähnliche Sprache führen, es giebt Namen, die kein Konservativer auf seinen Stimmzettel schreiben darf. Ihr werdet aber nicht zögern, einem Ehrenmanne, wenn er auch anderer Meinung als Ihr ist, der sich verpflichtet, die Entscheidungen des allgemeinen Stimmrechts zu achten, Eure Stimmen zu geben... Beim bevorstehenden Wahlkawpfe leitet uns keine persönliche Voreingenommenheit, weder das Interesse an bestimmten Kandidaturen noch an parla- mentarischen Verbindungen... Wir lassen uns nur vom Interesse der konservativen Sache und unserer Ergebenheit fürs der verflossenen Nacht nichts Verdächtiges gesehen oder gehört hatten, und sie wurden wieder in Freiheit gesetzt. Das Ver- brechen hat, wie man nun glaubt, nicht„)»clc tke ripper", sondern ein Nachahmer desselben begangen. Der Polizei ist es bisher nicht gelungen, den Mörder zu verhaften.— Der Polizeiarzt Philivpe sprach die Anficht aus, daß die Voll- führung des Mordes mindestens eine Stunde beansprucht hat. Dabei weist die Schnittführung entschieden auf chirurgisches Geschick hin. Folgende» launiges Anekdotchen aus dm Tagen der Katholiken-Versammlung in Bochum erzählt das„Rheinisch- Westfälische Tageblatt": Ein Patrizier aus einem kleinen Städtchen an der Ruhr befand sich währmd des Katholikm- tages in Bockum und wurde durch die Bekanntschaft mit her- vorragmdm Führern des ZmtrumS veranlaßt, seinen Aufmt- halt in Bochum um einm Tag zu verlängem. Deshalb tele- graphirte er seiner Frau:„Ich komme morgm um 9 Uhr. Mit Exzellenz Freundschaft aeschlossm. Fritz." Die Depesche langte wörtlich an, aber der Punkt, welcher sich hinter„9 Uhr" befinden sollte, war irrthümlich hinter„Exzellenz" geiückt. Die biedere Gattin, durch das Telegramm m große Aufregung versetzt, eilte schlmnigst nach dem OrtSgeistlichm und anderm einflußkeichm Bürgeln, um denselbm die frohe Nachricht zu unterbreitm, ihr Mann habe telegraphirt:„Ich komme morgen um neun Uhr mit Exzellmz." Sosort begann reges Lebm im Oertchen, Ehrmbogen wurdm gebaut, Häuser geschmückt, Lieder eingeübt und Reden entworfen. Endlich schlug die heißersehnte Stunde und klopfmdm HerzmS erwartete Man dm Zug. Der Zug hält, demselbm mtsteigen ein Herr, scheinbar Viehhändler, zwer bekannte Dorfschönen der Nachbarschaft, ein Mostrichhändler aus Münster und der nichts ahnende Absender der Depesche. Vergebens spähen aller Augm nach dem„körperlich kleinen Punkt", wie Exzellenz von Herrn Dr. Lackmann in der Katho- likenversammlung so geistreich und treffmd bezeichnet wurde, aber er wird nicht sichtbar. Man umringt dm Absmder der Depesche:„Wo ist Erzellmz?" fragm zwanzig Stimmen zu- gleich.„Exzellmz? Nun, natürlich in Bochum... Wo ist das Telegramm?" ruft er. Man reicht es ihm— ein Blick auf dasselbe belehrt ihn, daß feine Ahnung richtig und, sich vor Lachen schüttelnd, klärt er das Mißverständniß auf. Mi» man in Amerika reift. In Amerika herrscht jetzt die Neigung, die Fahrgeschwindigkeit der Eismbahnzüge zu vermehren. Kürzlich legte ein Zug, welcher nur aus fünf 438 500 Pfd. wiegendm Wagen bestand, eine Strecke von 148,3 mglischen Meilen in 2 Stunden 59 Minuten zurück, wobei der Aufenthalt miteingerechnet ist. Die eigentliche Fahrzeit belief sich auf 158 Minuten und di« durchschnittliche Ge- schwindigkeit auf 56,3 Meilen die Stunde. Die schnellste Fahrt der letzten r—t.„..t k.. m—''' Fort Woyne � Ltunde fuhr. 114 239 Meter. Der Leberpilz. In Rawitsch(Posen) ist ein sog. Leber- filz gefunden wordm, der fast 9 Psd. wog. Die Art der Lcberpilze(Kol. K-paticus) ist sehr selten und wird namentlich in heißen Sommern und in schattigen Wäldern an den Stäm- mm alter Eichen und Buchen gefunden, mit dem Baume eng verwachsen und an ihm herablaufend. Der Pilz ist stiellos. Professor Büchner zählt dmfelben zu dm deutschen Riesen- gilzen, hält ibn für eßbar und reckilet ihn unter die Löcher- schwämme. Denn der Schwamm des Pilzes besteht aus rund- lichm, über- und nebeneinander liegenden Lappen, welche 1 bis 2 Zoll dick find und sich bisweilen 3—4 Zoll in die Länge ziehen. Oben fmcht, schmierig, rothbraun, leberrolh, ist er aus- wendig hier und da mit Wärzchen besetzt, inwendig besitzt er eine fleischrothe Farbe. Die Röhrchen, welche die untere Seite des Schwämme« bedcckm, stehen dichtgedrängt und find mit dem Fleische des Hutes eng verwachsen, rund, walzenförmig. aber unter einander verbunoen. Der Geruch des Pilzes ist obstartig, zuweilen sogar weinartig, rob gegessen schmeckt er säuerlich, gekocht sehr mild. Mit Pfesser, Essig zc. bereite?, giebt er einen schmackhaftm Salat. Zitronensaft gegen Uasenblute«. Dr. Gcnewl empfiehlt gegen hefiige« Najmblutm die Anwendung rem Zitronensaft m folgender Weise: Nachdem daS Nasenloch mit- telst einer Glasspritze mit kaltem Wasser gereinigt ist, wird sofort frisch auSpepreßter Zitronensaft eingespritzt. Eine ein- maliae Einspritzung soll in dm meisten Fällen genügen. Der Warten-Thymian gegen KrnchKnsten. Sm cnc- lischer Arzt empfiehlt neuerdings mit großer Enischiedenheit die Anwendung einer Abkochung unseres gewöhnlichen Gartm- Thymian«, auch römischer Oumdel genannt, beim Keuchhusten. Man nimmt 40 Gramm auf 700 Gramm Wasser und giebt stündlich einen Thee- oder Eßlöffel voll, je nach dem Alter des Erkrankten. Nach dem Gebrauch dieser Thymiankochung sollen sowohl die Anfälle an Heftigkeit verlieren, als auch die Dauer der Krankheit, sowie die Neigung zu mtzündlichm Erkrankungen der AthmungSorgane verringert werden. Baierland beeinflussen.� Zllso nur um c»« theure Vaterland und um das nicht minder theucre konservative Interesse handelt ee sich. Wenn die Wähler so dumm wären, wieder aufwiesen Leim zu gehen, dann würde hinter dem verschwindenden Vaterland und konservativen Interesse sofort nach dem Siege der Reaktionär« das Haupt eines Thronprätendenten auftauchen. Die Franzosen könnten mit der einmaligen Erfahrung, die sie mit dieser konservativen Vermummung der monarchistischen Reaktionäre gemacht haben, sich völlig zuftieden geben. K-lgie«. Ter Gouverneur der Provinz hat über die Patronen- r x p l o i i o n in Antwerpen an den Minister des Innern einen Bericht erstattet, in welchem es heißt, die Ursachen der Koiostrophe seien noch nicht ermittelt, insbesondere sei noch nicht tkstgestcllt, ob der Patronenschuppen zuerst in die Luft geflogen sei, oder ob die Pelroleumbchälter schon vor der Ex- plofion gelrannt hätten. Die eingeleitete Untersuchung werbe tertgesetzt. Die Zabl der bis jetzt standesamtlich eingetragenen Todien betröge 72, die Zahl der Verwundeten, welche in den Hospitälern untergebracht seien, betrage 114. Amerika. Oklahoma, die»schöne Gegend", welche erst kürzlich der»Kultur"— d. h. Landgaunern, Wucherern«.— eröffnet wurde, zivilifirt sich rasch. Der Stadtralh von der hölzernen Hauptstadt Guthrie wird bereits beschuldigt, 10 000 Dollars gestohlen zu haben! Hier entwickelt sich Alles schnell! Folgendes an Wahnsinn grenzende Stücklein von dem Fanatismus und der Heuchelei des amerikanischen Muckerthums erzählt das»Pittsburger Volksblatt": »Als am Montag, den I.�Juni, die Kunde von der schrecklichen Katastrophe in JohnStown ganz Pittsburg in Aufregung ver- letzte, beschloß unter Anderem auch der Besitzer eines hresigen Museums, am Sonntag eine Vorstellung zum Besten der Heim- gesuchten zu geben. Die Ausführung dieses Vorhabens wurde durch die erbärmliche Law und Order- Sippe vereitelt, aber trotzdem wurden die Thülen des erwähnten Etablissements geöffnrt, und viele Leute besuchten dasselbe, obgleich ihnen nichts geboten wurde, nur um ihr Scherflein in die Kasse werfen zu können. Es kam auf diese Weise die Summe von 104,75 Doli. zusammen, welche der»Times" zur Beförderung übergeben nur de. Jüngst machte nun genanntes Blatt bekannt, daß so- wehl das hiesige Hilfskomitee, wie auch das in JohnStown sich geweigert habe, dieses Geld, weil am Sonntag gesammelt, an- zunehmen, so daß die»Times" selbst die Vertheiluna vornehmen mußte."— Ein Kommentar zu solch unbcschrerblicher Bornirt- hert ist eigentlich überflüssig. Man kann sich nur darüber wun- dern, daß diese Leute niedt ihren eigenen Herrgott verleugnen, wer! er am Sonntag die Sonne scheinen läßt, und daß sie sich nicht täglich in Sack und Asche hüllen, weil die Zeiten der heiligen Inquisition und der Scheiterhaufen vorbei ist. Dcvfammluugrm. Der Fachverein der Former und verm. Kmrf»- ae« offen hielt am Montag, den S. September, in DergmüllerS Lokal, Alte Jakobstraß« 48-, eine Versammlung mit solgender Tagesordnung ab: 1. Bericht über die Thätigkeit des Arbeits- Nachweises im Süden. 2. Wahl einer Arbeitsnachweis-Kom- Mission für den Süden. 3. Verschiedenes und Frage- kästen. Zum ersten Punkt spricht sich Kollege Stop- sock dabin aus, daß der Arbeitsnachweis das Fundament unserer Gewerkschaftsbewegung ist, und ist derselbe dazu ae. rx.rr--------...- c rkft" schaffen, um die Reservearmee von den Thoren der Werkstätten fern zu halten. Es erhielten von 137 eingeschriebenen Kollegen 79 in Eisen- und 58 in Metallgießereien Beschäftigung. 79 Gießereien konnten von Seilen des Arbeitsnachweises mit Formern versehen werden, 9 mußten unbesetzt bleiben, da keine Former eingeschrieben waren. Es sprachen mehrere Kollegen zu diesem Bericht und betonten, daß vom Arbeitsnachweis unsere Zukunft abhängt und daß derselbe deshalb auch von jedem Kollegen respeklirt werden muß; auch wird derselbe noch von einigen Mängeln befreit werden müssen. Außerdem kam zur Sprache, daß Kollegen, die 15—18 Jahre in einer Werkstatt beschäftigt waren, unter den jetzt dort be- stehenden Verhältnissen nicht mehr existiren konnten und ander- weitig Arbeit benommen haben. Zum zweiten Punkt der TageS- ordnung: Wahl einer ArbeitsnachweiSkommission für den Süden, wurden die Kollegen Rockstroh, Hinze, Kowalsky, r. Stiller und MalieS als Kommissionsmitglieder Fabrikgesetzgebung. 2. Tiekussion. 3. Wahl eines«fonffoP sitzenden. 4. Verschiedenes und Frogekasten. Vor Ein mit die Tagesordnung wurde das Protokoll der letzten Verlam» lung verlesen und angenommen. Zu Punkt 1 der Tagno nung, Vortrag über internationale Fabrikgesetzgebung, rem Herr C. Puch. Redner behandelt in einstünoigem Vorl. g emaehend die Rachiheile, welche dem Arbeiter durch die schr«1» und zügellose Produktion entstehen; ferner wieS derMe der Hand statistischen Materials nach, wie die Kinder- Frauenarbeit, die uneingeschränkte, lange Arbeitszeit, die fchaftigung in gesundheitsschädlichen Industrien, koiM'«- moralisch und wirthschaftlich den Niedergang der Arbntae»� kerung herbeiführen. AuS diesem Grunde müßte der Stos» ollen Dingen Front machen gegen die grenzenlose, wuiaw Ausnutzung der Arbeitskraft und eine wirklich energische""" nationale Arbeiterschutzgesetzgebung schaffen. Ebenso gut, mew für die Post, Telegraphie, Literatur und die Genferkonvv hat internationale Verträge schließen können, muß eS au« bedingt möglich sein, ein wirksames ÄrbeiterschntzgeW K schaffen. Leider stößt man aber hierbei stets auf Wid Krause, Alter, W und Malitz und Stein als Kontroleure g, wählt. Zum Punkt 3 wacht Kollege Müller bekannt, daß die Former der Härtung- scheu Eisengießerei an den Vorstand des Fachvereins mit der Bitte herangetreten seien,ihnenin ihrer bedränglenLage bei besagter Firma beizustehen. Die Forderungen, die dusilben stellten, waren folgende: 1. Für alle 3 Sorten Roßstäbe je 50 Pf. Zuschlag für 100 Kilo. 2. Stellung von HilfSmannichaften(Arbeiter) zum Eisen tragen am Pfannen stiel. Erstere Forderung wurde dahin er- -'ißi� �"'—* mäßigt, daß 25 Pf. Zuschlag für 100 Kilo gegeben werden, die»weite Forderung wurde bewilligt. Von einigen Kollegen wurde angeführt, daß eine Eisengießerei in der Älumenstraße die Bestimmungen der Behörde nicht befolgt, denn des Sonn- tags wird dort öfter gearbeitet; kommt nun ein Beamter, um zu revidiren, so werden alle dort Arbeitenden nach dem zweiten Hof hinaus expedirt und vorn findet der Beamte Alles in bester Ordnung. Der Antrag, den Arbeitsnachweis im Norden zu verlegen, wurde für die nächste Versammlung im Norden elassen. Schluß 11h Uhr. BpT.. pf. Waffe,_ W.. leger und Berufsgenossen Berlins, hielt ferne regelmäßige zurückgelassen. Schluß 11h Uhr. "ler Fachverein der Gas-, Maffer-, Hehungsrostr- Mitgliederversammlung am Sonntag, d FruersteinS Salon, Alte Jakobstr. 75, ab lautete: 1. Vorirag des Herrn C. Puch Herrn den 8. September, m Die Tagesordnung Puch über internationale leitens des Staates und der gcsctzgebiudcn Faktoren! ocsiv.d müsse die Arbeiterschaft fest zusammenstehen und Schulin � Schulter für diese Forderung kämpfen, da von anderer v etwas Ersprießliches für die Arbeiter kaum zu erwurten' Reicher Beifall wurde dem Herrn Vortragenden für silueu � tercssanten, lehrreichen Vortrag zu Theil. Nachdem zu ,D>iskulsion" ein Kollege gesprochen, erhielt der Referent. Wahl eines ersten Vorsitzenden- 3 ist. A Schlußwort. Punkt 3 wählt wurde durch Akklamation Kollege Gustav uw'! Punkt 4. Verschiedenes und Fragekasten. Zunächst ersuchte Vorsitzende die Mitglieder ihre Wohnungen bei evenwe Umzug stets genau anzugeben, da es nur auf diese möglich� sei, chie»Metallarbeiterzcitung" den Kollegen?' pfej ------------- Nachdem noch eine Frage erledigt worden, der zweite Veisitzende, auf die am 22. September statm�l m machend, die Versamin Fachvereinsversammlung aufmerksam machend. um i2 Uhr Nachmittags. Sffintlich» N»r(Vjin BiUmg d,r Hotiarbeitert'lAÄ! Sirlin», wie Zischler, iSilddliucr. Etellmater, völlcher u. I. II' den 16. September. AbendS W Uhr. in den BikflcrMUn, DreSdenerltt».� äagtdordnunfl; 1 Sbreckmunp kider die einoegangenen Gelder für die veM jj dt« Pariser Kongresse«. 2. Bor trag:.Die wirihschasnichen Krisen m°(j. Eorialgeiekgebung Referent Th. Glocke. 3. Diskussion. Um zahm«" cheine» wird ersucht.. «r»tz» Nersammlnng d»r N«r,lnlou«g Want»l Kchn«ir>»r und;\rbtitrrinntu bnr K»t-t-i!>un»«>.u-?IiK am Dienstag, den 16. September. Abend« 8X Uhr, tn Deichmuller» j � «.....----------.~. �rv v.. MiaMM —....—»»»,»», V»- w/tz v4ui. In r Mi? Alte Zakobstr 48. Tagesordnung-. 1. Wie nnd am besten die � Schäden, welche in unserer Branche eingerissen sind zu beseitigen. Frl. Zoh. Zagert. 2. Diskussion und Fiagekasten. 3. Ausnahme neuer � glreder. Eümmtliche Schneider und Arbeilerinnen werden eingeladen. Deckung der Unkosten Tellersammlung Theater. Sonnabend, den 14. September. Gpevvhaus. Die lustigen Weiber von Windsor. Kchauspiethaus. Romeo und Julia. V«rtsch-» Theater. Der Kom mpagnon. Cle F»Ut»a- Theater. Der Fall Clemenceau. Irw>»rt»er-Theater. Madame Edouard. Vor- her: Die Grammatik. A»,K'» Theater. Das Glöckchen des Eremiten! WAttz»»S».GH»at»». Stanley in Afrika. Vftevd-Theater. Die Bettlerin und ihr Kind. OeKeaMavee- Theater. Professor Klint (Svärfar). Theater.»Re feine .lädtiffhe» Familie." gat-Theater. Leichte« Blut. gh Grvjt-Theater. Flotte Weiber. evz-Theatev. Fernande. . Richter'« Karietv. Spezialitäten- Varste" Kerliurr Theater abend, 14. 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IrJi» Lokalkommissto« theilt uns mit, daß der«Neu- kftfru. �Volksgarten� ProSkauerstraße, von der Liste zu Nruda« der MSHlendamm- und Fischrr- btt7,' in Verbindung m,t der Kanalisirung der Unler- ■1 s-, der Senkung de« Hoch Wasserspiegels der Spree von '�...��mde auszuführen ist, ist auf 1 653 500 M. ver- sConn«! betreffende Projekt ist der Stadtvei ordneten- � iJ? � kurz vor deren Ferien zugegangen, wurde aber <>edeutung einem Ausschusse zur Vorberathung über- n,»ichxx stch jetzt unter Zuziehung des StadtbauratheS cht mit dieser Angelegenheit beschäftigt hat. Der Bau 'oll m Eisen konstruklion ausgeführt werden, weil die >aze hie Erbauung massiver Sleinbrücken nicht gestaltet. m �t0Ie" ist vorher mit den Staatsbehörden vereinbart, in,,®on der Polizei bereits zur Ausführung geneh- �-den. Es war wohl selbstverständlich, daß der -tnÄ! Akgen die Vorlage, soweit sie sich auf die fcnd«; Seite der Angelegenheit bezieht, nichts einzu- !|i � baden würde. So hatte denn der Ans- lh,.°«ch nur einige formelle Bedenken, die er der Versamm- �.li»ur Entscheidung unterbreiten wird. Einmal handelt es br M»//® kleines Gebäude, welches auf der Oberwafferfeite Fuhlen dammbrücke auf dem zwischen der Schleuse und htt I?1 Gerinn sich bildenden Vorsprung zur Herstellung architektonischen Abschlusses errichtet werden soll. Die ii d~af Fläche ist Eigenthum des Fiskus und deshalb hielt hj,? Ausschuß für eriorderlich, daß zuvor durch einen Vertrag »iSkuS die Eigen thumsrechte der Sladtgemeinde an �JsWGedäude fichergeftellt und die eventuelle Benutzung des- >iiio« k brompolizeiliche Zwecke geregelt wird. Ferner beab- i�A.�er Magistrat, an der Einmündung der Fischerbrücke in iiisi?blendamm, über den Schnittpunkten der die beiden Brücken /r,... c- v-------... v.„ ! unter einem starken Druck zu sammeln und für besondere Zwecke vorräthig zu halten. Der Gedanke der elektrischen Ak- kumulatoren wurde sodann nach schätzenSwerthen Vorarbeiten von Plante zuerst von Jaure in praktisch verwendbarer Weise verwirklicht, der aus der ursprünglichen Kombination von Blei- platten einen leistungsfähigen Apparat bcrstellte. DieFaureschen Vc.bessccungen hat dann in neuerer Zeit oie El-ktrical-Power- Storage Co. nebst einer Reihe anderer Patente erworben, und nach jahrelangen Erfahrungen ist jetzt die Herstellung der eleklrischen Krafisammler in einer Welse eimöglicht, welche alle .früheren Bedenken beseitigt. Diese vervollkommneten Akkumu- latoren werden jetzt in Deutschland von der Allgemeinen Elektriziläisgesellschaft in Berlin, welche die Patente der Electrical-Power-Storage erworben hat, hergestellt; vor we- nigen Tagen hat diese Gesellschaft eine zur Herstellung von Akkumulatoren bestimmte Fabrik in Berlin eröffnet. Die neuen Akkumulatoren bestehen au» zwei Systemen von BIciplatten, welche durch Gabeln von einander isolirt, in ver- dünnte Schwefelsäure tauchen. Diese Bleiplatten, welche als Elektroden dienen, sind mit gitterartigen Oeffnungen versehen. Von den Bleiplatten sind die positiven(braunen) in den Oeff- nungen mit Schwammblei, die negativen(grauen) mit Blei- fuperoxyd ausgefüllt. Die Platten werden beim Laden mit der Dynamomaschine in Verbindung gebracht, und zwar mit den entsprechenden Polen. Beide Plattenarten werden durch de- sondere Bleistreifen mit einander verbunden. Eine Reihe solcher kombinirten Plattensysteme resp. einzelner Zellen find durch Zusammenfügung der Verbindungsstreifen m wechselnder Reihenfolge(wechselnd nach positiver und negativer Elektrizität) zu einer Batterie verbunden, die auf jedem Endpunkte der Reihe einen freien, positiven und negativen. Pol hat. Indem ver- teft IßKWnoamm, Uder denschnillpunrien ver vre oeiocn�ruacn j�ssetzenden Geländer— und zwar an der Stelle, welche als WeSJfäf k« beiden ehemaligen Städte Berlin und Kölln an- »r» t-1?~ die Standbilder zweier erster Raths männer aus der �.fürstlichen Zeit aufzustellen. Wenn der Ausschuß auch (Jj°uwit einverstanden war, daß auf einem derartigen städti- � R* aun,er' QUe Statuen den Bürger Pickenbach und noch ein paar ™« vor. triefmarkenfammler mögen stch beruhigen! .>asfion zu vernichten drohende Idee oer einhemicheu >esmarke ist trotz einer, anläßlich der Ausstellung enge Elektrizi,___________ oder theilweise, wieder ______________ erspäter je nach Be- für den prakti- Haltbarkeit dieser bedeutend erhöht, Form von forderlichen dürfniß, ganz..-------...------ sehen Gebrauch entladen kann. Die neuen Akkumulatoren ist dadurch daß alle künstlichen Mittel, welche in �orm von Gummibändern, Gasstäben u. s. w. früher zur Untersttzung und Verbindung der Platten verwendet wurden, jetzt beseitigt sind. Durch geeignete Bearbeitung der Platten ist es gelungen, die Akkumulatoren so zu vollenden, daß sie Jahre lang ohne Er- Neuerung zu funktioniren und auch dann nm eine Aus- wechselung der positiven Platten bedürfen. 1,50 an■ 2,40 4,50 länfi Die Akkumulatoren sind bereits seit geraumer Zeit in Ver- bindung mit Elektromotoren zum Betriebe von Fuhrwerken in Gebrauch: bei dem Betrieb von Straßenbahnwagen bieten sie zugleich den Vorzug der Waggonbelcuchtung. Für galvano- plastische Anstalten und elektrometallurgische Prozesse spart man durch Verwendung von Akkumulatoren kostspielige Maschinen- anlagen, die bisher nöihig waren, weil die direkten Ströme der Cenlralltrationcn für viele Arbeiten meist ungeeignet waren; bei den Akkumulatoren kann man die Zellen in Hinter einanderschaltung laden und die Stromabnahme von den parallel geschalteten Akkumulatorm bewirken, und zugleich kann man bei ihnen auch durch Aufstellung von Sammelbatterien den Betrieb ohne Bedie- nungsmannschaften beliebig lange fortsetzen. Die Akkumulatoren gewähren zugleich den Bortheil einer theüwcisen Stromversorgung, während ohne sie bei dem Gebrauch nur weniger - D-- cm.tj.;--- r--- m-.J'.t einige Exemplare unserer Fauna, dem Namen nach, schwerli'' welche dem Publikum kaum aber in ihrer Ei scheinung bekannt iläftr und die kleine gelbe Hasel- liemlR der Gartensl............. Beide Thierchen sind allerdings bisher noch ziem sein werden: mau«. Beid. uuv.umuo UI»VCI UUUJ ziemu scheu und lassen sich wenig sehen, in kurzer Zeit werden sie si aber voraussichtlich behaglich fühlen. Ueber den Selbstmordversuch eine» Kerliner» in Swinemünde wird der«Nordd. Allg. Ztg." von dort geschrieben: Ein gewisser Berger aus Berlin war am Dienstag mit dem Zuge hier angekommen, besichtigte in auffälliger Weise den Swinestrom und stürzte sich am Abend gegen 11 Uhr vom Bohlwerk in das Wasser. Ein des Weges gerade vorüber- gehender Dachdeckergeselle sprang auf den Hilferuf nach und brachte B. mit Hilfe anderer heroeieilender Personen an Land. Als der Lebensmüde wieder zu sich kam, machte er die wider- sprechendsten Angaben, ohne daß man Näheres von ihm er- Mitteln konnte, so daß man es wahrscheinlich mit einem Irr- sinnigen zu thun hat. Verhaftungen. Vorgestern Abend zwischen 9 und 10 Uhr wurden im zweiten Wahlkreise mehrere Leute auf der Straße verhaftet. Sie wurden nach verschiedenen PolizeibureauS sistirt und von dort mittelst grünen Wagens nach dem Molkenmarkt sistirt. Von dort wurden sie gestern Mittag entlassen. Während dieser Zeit fanden in verschiedenen Wohnungen Durchsuchungen statt, bei welchen nur ein ganz geringfügiges Material gesunden wurde. Gl« heftiger Zusammenstoß eines schwer beladenen Kohlenwagens mit einem Pferdebahnwagen der Linie Gesund- brunnen-Kreuzberg hat am gestrigen Vormittag an der Kreuzung der Invaliden- und Brunnenstraße stattgefunden. Während ein Wagen der genannten Linie die Brunnenstraße hinabsnhr, kam, um in dieselbe einzulenken, von der Jnvalidenstraße her das Lastfuhrwerk in einem ganz ungehörig raschen Tempo da- v...____ w cr v____ r«.*«••--- ___________....vu.vc uuu luuiauuqjC Olljett... der getroffenen Seite klirrend zersplitterten. Die Insassen des Wagens wurden von ihren Sitzen hinabgeworfen, kamen aber sämmtlich mit dem bloßen Schrecken davon, was besonders dem glücklichen Umstände zu danken ist, daß die Bank, bei welcher die Deichselstange des Kohlenfuhrwerks in den Wagen hinein gerathen, unbesetzt geblieben war. Ein» schwere Erkrankung infolge eines Schrecke« hat sich die Ehefrau eines in der Mariannenstraße wohnenden Handwerkers zugezogen. Als dieselbe am Montag Vormittag aus ihrer Wohnung auf den Korridor hinausgetreten war, um dort in Gegenwart anderer Frauen den Brotmann abzu- fertigen, hörten die Nachbarinnen, als die Frau zurückgegangen war, einen gellenden Aufschrei aus deren Wohnung und einen dumpfen Fall auf den Fußboden. Da aus Klingeln nicht geöffnet wurde, schickte man zum Wirth, der mit einem Nach- schlüssel die Korridorthüre öffnete. In dem Zimmer fand man die Frau bewußloS am Boden liegen, bei ihr stand laut weinend ihr etwa 2 Jahre altes Töchterchen. Mit Mühe ge- lang es, die Frau wieder zum Bewußtsein zu bringen. Sie theilte hierauf mit, daß sie beim Eintritt in die Stube ihr Töchterchen auf dem Blumenbrett des offenen Fensters erblickt habe und vor Schreck umgesunken sei. Vermuthlich hat sich das Kind, infolge des Aufschreies der Mutter umgewendet und ist ins Zimmer zurückgeklettert. Die Wohnung liegt 3 Treppen fluide- rei* die bei Export n I je 152. i Jlt. an -Joe man sich gewendet..... lächlich die enormen Chanzen,..........______..... rtefmarke den Fälschern geboten würden, sprachen gegen i�-ldee: hat man doch auch bei dem heutigen System sehr Iki.< ckffintrtew Briefmarken fälschungen entgegenzutreten, be- th-Nin den überseeischen Ländern. Die Engländer mußten & iiJfJrtfpitl jüngst den gesammten Markenvorrath der englisch- Vti 6,1 Post(Shanghai-Marke) außer KourS setzen, weil in zx zL®" enorme Mengen von Shanghai- Marken nachgedrückt 5 waren. Ganz eigenthümlich erging es der französischen ? mit dem gesammten für die Kolonie Gabon bestimmten �jjwvorcach. Die erste Sendung der in Paris angefertigten - Vm» Qt'en ssiug spurlos verloren, eine zweite Sendung aus S* Vf. mm zwar nachweisbar in Gabon an, doch gelangte auch nicht in den Besitz des Postamtes; irgend ein scheint dieselbe aus dem Hafenmagazin von . entwendet zu haben. Außer den falschen und � den Diebstahl in Verkehr gesetzten Briefmarken Verdrusse der Sammler? ist die Thatsache, daß, wenn man parallel zu den Dynamo Maschinen eine Akkumulatorenbatterie schaltet, dann ein vollständig sicheres Funktioniren auch solcher elektrischer Beleuch- tungSanlagen erreicht wird, deren Dynamomaschinen von Mo toren mit schwankender Geschwindigkeit getrieben werden, und *1 ' ä?"st*'»u«.vv... ** den Diebstahl in Verke Vn»? auch— zum Verdr 50 Mk- p Wasche Briefmarken, wie z. B. Jlt an und Klubmann zum "' Sblic?0,e'(zwischen Tonkina ui M. Mayrena, dessen -efusiren zu muffen erklärte, — ftttm-OCi uz«((v. v w wv.. larken, wie z. B. die des vom Pariser Bac- Klubmann zum«König" des angeblichen « und Birma zu suchen) meta- fr on t£■ Mayrena, dessen Briefmarken die Weltpost- ß-n�ksusiren zu müssen erklärte, obgleich M. Mayrena auf 4» J/f n m reichstem Phantasiekostüm abkonterfeit erscheint. ß»'"Raritäten des Bciefmarkenhandels gehören Marken aus �>te« � amerikanischen Republiken, in denen die Prä- Folge militärischer PronunziamentoS manchmal nur regieren. Von einem solchen Präsidenten erzählt v0oB fr wärend seines kurzen Regimes ausschließlich die Bild seines Vorgängers tragenden Marken in Ge- jetzeri, ließ, allerdings mit dem streng überwachten Ge- c X____<_-c,"-"' e I.Vf, tlrp, UUCtUlll�O 14444 VVM»---,------ i bem Kopf nach unten" aufzukleben. Dieser war für die Zukunft bedacht und hatte die neuen mit feinem eigenen Konterfei in Sicherheit außer bringen lassen. Nur einige seltene Exemplare ge- zur Ausgabe und nachdem feine ephemere Herr- wpber war, repräfentirten die vom exillrten Ex-Prä- l'Vtii.hr ssefchidlt monipulirten Marken- Umka(!) ein Ver- denn alle Sammler wollten von denselben haben. °>e j, /«rftch« Akkumulatoren Trotz aller Forlschritte, �t«5 �den Jahren auf dem Gebiete der Elektrizität ge- hat sich die allgemeine Verwendung elektrischer Be- I oof? unb elektrischer Kmst überhaupt doch über Erwarten Stsai � daß heute nicht einmal alle größeren Etablisse- S �rizität verwenden. Der Grund liegt weniger in ""ch die elektnschen Anlagen verursachten Kostenauf- - darin, daß die Dynamomaschinen und eleklrischen , immer noch nicht diejenige Fehlerlosigkeit erreicht �»ü, man von einer allgemeinen Beleuchtungsanlage allgemeinen Kraflspender erwartet Um in dieser > K"? größere Beständigkeit zu erzielen, dachte man Witig on bie Anlage von Akkumulatoren, d. h. An- SW» SlBsopparalen, durch welche man für alle außerordent- l�o tJ i bestimmte Menge elektrischer Kraft zur Ver- '"Reil v könnte; aber erst in allerletzter Zeit»st es ge- jii■ bedanken in fo vollendeter Weise zur Ausfüh- ®nngen, daß nunmehr die Anlage von Am— k. tc1 voraussichtlich überall die Regel fei �,44*,»», 4.4» 444,»»»4. VVV 44 44.�--------------- v---—-V-- o---- friedigt werden kann. Für Theater und Lokale, in denen sich •größere Menschenmengen zusammenfinden, werdenAkkumulatoren- anlagen unentbehrlich sein, weil sie allein plötzliches Erlötchen des Lichtes mit Kiemlicher Sicherheit ausschließen. Ebenso wür- den da, wo, wie bei der Telegraphie oder im Laboratorium, kein kontinuirlicher Strom gebraucht wird, und daher Dynamo- Maschinen sich als unnöthig kostspielig erweisen, die Akkumu- latorenbatterien, welche enorme Strom-Mengen aufiveichern können, sehr wohl am Platze sein. In gleicher Weise steht schließlich selbst im Betriebe von Zentralstationen die allgemeine Verwendung von eleklrischen Akkumulatoren zu verwenden, da diese zweifellos die beste Vertheidigungsmöglichkeit gewähren. Alles in Allem bedeuten die neuen Fortschritte auf dem Gebiete der Akkumulatorenanlagen, welche die allgemeine Ein- führung der Kraftsammler ermöglichen, eine neue Etappe für die Ersetzung der bisherigen Betriebskräfte durch Elektrizität. Das elektrische Zeitalter, welches das Zeitalter des Dampfes ablösen soll, wird dann nicht erst im zweiten Jahrtausend, fon- dern noch in unserem Jahrhundert zur Wahrheft werden. Der amerikanische Erfinder Edison weilt augenblick- lich in Berlin. Aas der«ene« Fangstation für das Berliner Aqua- rium, in Rovigno, hat nian die Thätigkeit jetzt wieder aufge- nommen und sehr schöne Ergebnisse für das Institut erhielt, nachdem man den Transport hierher auf zwei Tage abkürzen konnte. Die Seebecken zeigen seltsame Neuheiten, deren Namen und Art Fachleute erst bestimmen sollen. Die Adria hat ferner hnecken, amathystfarbene See- See- uuliu, Ivuurrno vyne pr vci orrn e-)eorauw nur weniger I tt» tr..„--------------"....... y..... Lampen stets eine große kostspielige Maschinen anlage ,n Betneb hoch. Die Frau mußte auf Anordnung des Arztes aus dem aehalten werden müßte. Von allergrößter Wesentlichkeit aber betreffenden Zimmer entfernt werden, da sie jedesmal in tu. crt-ir-j.. x.t».—------— x—-------- beim Anblick des Fensters,»n krampfartige Zuckungen verfiel. Für die Eigenartigkeit des Falles ist die Miltheilung der Hausbewohner nicht ohne Bedeutung, daß die Frau sehr oft mit ihrem Kinde an dem offenen Fenster stand, wobei das Kind, allerdings von den Armen der Mutter gehalten, auf das Fensterbrett gestellt wurde, vor welchem noch ein Blumenbrett befestigt war. Die bedenkliche Gewohnheit hat auch wohl den Kletteroersuch der Kleinen und seine verhängnißoollen Folgen herbeigeführt. Der Arzt hält den Zustand der Frau für sehr bedenklich und die Möglichkeit nicht für ausgeschlossen, daß sich bei ihr ein dauerndes Nervenleiden infolge dieses Unfalles entwickelt. Sich ttfckoste« hat gestern Nachmittag t der Stuckateur Radensleben, Dieffenbachstr. 63. Der erst 30 Jahre alte Mann war verheirathet und lebte mit seiner Frau im besten Einver- nehmen. Seit einigen Tagen war R. auffallend still und gestern Nachmittag um 5 Uhr machte er in einem Augenblick, da seine Frau nicht im Zimmer war, durch zwei Schüsse in die Brust seinem Leben ein Ende. Motive zur That sind noch nicht be« kannt. Ei« Kubenstreich ist an einem Stück Nadelwald unweft Adlershof von ruchlosen Händen verübt worden. Die meisten Stämme des Gehölzes sind vermittelst einer Axt oder eines schweren Beiles theilweise an dem Stammende abgeschält oder bis aus die Hälfte ihrer Stärke durchgehauen, so daß das ganze Waldstück dem Eingehen preisgegeben ist. Ein an das Gehölz grenzendes Waldstück der königlichen Forst, eine Schonung, zeigt ebenfalls Spuren der Zerstörungswulh; in derselben sind »ablreiibe junge Stämme mit einem scharfen Werkzeug ganz Krokodil"— ein vielfach feilgeboten 'olgende »J..v,, V» r»............( �44.<4.U4 m 4)Ul f C rothe Korallen, purpurfarbene Schnecken, amathystfarbene.7tt>dung gebracht worden, der einen Apparat konstruirte, ersten Proben hat das Aquarium mit der...... einen glücklichen Griff gethan. Da» Astenha«« de» Zoologischen Garten« hat eme sehr werthvolle Bereicherung erhalten durch die Anschaffung von zwei Orang-Utangs, eines älteren großen und eines jün- geren kleinen Exemplars, welche, in zärtlicher Liebe eng an- einander geschmiegt, in einem geräumigen �' Affenhauses halb neugierig, halb mißtrauisch noch ungewohnte- Umgebung mustem, im«.... leibliches Wohlbefinden durch einen gesegneten Appetit be. künden. Wenn— was sehr zu wünschen und bei den vor- züglichen Einrichtungen des Garten« wohl sicher ist— die beiden Orang-Utangs längere Zeit am Leben bleiben, so werden sie gewiß dasselbe Interesse erregen und einen ebenso bedeutenden Anziehungspunkt für die Be- fucher bilden, wie der durch sein überaus komisches Wesen allgemein bekannte Chimpanse.— Im Uebrigen sind in diesen Tagen noch verschiedene neue Thiere im Garten eingetroffen, unter denm ein paar allerliebste Zuckeroögel die ersten Ver treter ihr� Krüger u. Gunther Ruschig. Fnednch. Schultz- Werner. Loose. WenSke u. Winkler. Mostropf. 3�®® gport lieber die Werkstatt von Kubitz u. Imberg'st � v erhängt worden, weil diese Firma sich weigert/. konnte es schriftlich anzuzeigen, ob sie den Ausich oder nicht, und ist für diese Werkstatt der Zuzug Die Thema, , das in Folge der Erledigung von 14 Mm> boten � getaucht sei, einging, gab derselbe einen kurzen RuckdU».� die Geschichte der Kommunalwahlen. Schon Ende bct � Jahre, noch vor dem Erlab des Sozialistengesetze« J®"«,, theilweisen Mundwdtmachung des Volke« sei man in wegung für die Kommunalwahlbetheiligung eingetreten. mal« sei Fritsche aufgestellt gewesen. Leider sei keu>�- erzielt worden. Erst 1883 habe man den Kampf w'«!�' genommen, ftlcrdinpS ohne große Hoffnungen; und doch damals 5 Abgeordnete gewählt worden. 1885 l�V � größere Erfolge erzielt worden. 1887 seien Genossen ausgw � die nicht mehr die Sympathien der Bewegung zu Gumlm Kommunalwahlen entgegenbrachten, wie früher. Damals� hauptsächlich persönliche Motive obgewaltet, heute sei das"> anderes. Was sei denn überhaupt der Zwcck der A-a» o Derselbe, wie bei den Gegnern: eine möglichst große» � von Sitzen zu erringen? Das werde Niemand behaupten� � tauptwerth liege in der Agitation vor den Wahlen, m � gitation, die die Massen aus ihrem Phlegma auftultele' Wähler in die Versammlungen führe und sie mit den o der Sozialdemokratie bekannt mache. Gewöhnlichen öffen®?. �--" v___... cm-it. v*. oewegung, wayreno oer my otc Zvcane alLAvahter, als Stadibürgersühle. Hier könnten Rekruten geworben werden-�, man entgegenhalte, daß durch Anträge im Stadtverord»n" kollegium Nichts erreicht werde, da dieselben nie durmPL so körine man dasselbe vom Reichetag behaupten und Letzteren! stets gewählt. Das, was positiv erreicht werde, � überhaupt nicht als Maßstab gellen. Und doch sei erzielt worden. Er erinnere nur an den Antrag betreff«®� GcwerbeschicdSgcrichte. Magistrat und StadtverorM® Kollegium haben diesen sozialdemokratischen Antrag ang® � men. Nur die verbissensten Gegner könnten die � tigkeit einer solchen Einrichtung ableugnen, hat sich seiner Zeit in Leipzig mit wahrem«fafffSt in die Agitation gestürzt, als diese Frage in Leipzig wurde. Außerdem könne man jetzt, wo die Legislaturperiode»�. Reichstages auf 5 Jahre verlängert worden, die Geleges alle 2 Jahre in die Agitation zu gehen, nicht von der weisen. Auch der Grund, daß Fragen von weitgehender� hause nicht erledigt werden könnten, teVj '"- nicht-"-5 deutung im Stadthause stichhaltig. Allerdings könnten polnische Fragen______ werden, aber immerhin solche, die von Wichtigkeit arbeitende Bevölkerung Berlins sind. Die sozialdemokroW?- Abgeordneten nähmen stets die Gelegenheit wahr, die G®" berechtigung zu betonen und geaen die Bevonechtigu»«" zelner Stillung zu nehmen. Warum würden die schaften, warum die Streiks von den Sozialdemokrat heißen und unterstützt? Um Rekruten zu werben. D sei bei den Stadtverordnetenwahlen maßgebend. solle man auch bedenken, daß der Berliner gistrat der größte Arbeitgeber der Hauptstadt sei.- länge es, und daß es nicht gelingt, läge»n geringen Anzahl der Arbeitervertreter, die selbstständig.!£> Anträge einbringen können, einige Vortheile für die städ®� Albeiter zu erringen, dann sei schon etwa« erreicht, wo� r Beiheiligung an den Wahlen werth wäre. Man mög»:(, Paris blicken, dort sei mit aller Macht agitirt worden sei gelungen, die Unternehmer bei Submissionen zu verpfl'� den neunstündigen Arbeitstag einzuhalten und einen 9cSjf Mmimallohn zu zahlen. See an dies vor der Hand in" noch nicht zu denken, so dürfe man doch in dieser Hinsichl locker lassen; der eventuelle Vorthcil sei zu bedeutend, private Arbeitgeber müssen sich später auch danach«i Würde diese Angelegenheit nicht geregelt, nun, der ArbiÄ, der Sündenbock, der die Nachtherle zu tragen habe., seien Abänderungen in Betreff der Steuervcrthciluvß � wünschen, Abschaffung der Micthssteuer zu f»�.� Redner weist auf die große Ungerechtigkeit solchen hin, die fortwährend an zuständiger% gegeißelt werden müßte. Dcmgegcnübkr fordert Redner, dcj!' großen industriellen Instituten, wie bei Pferdebahnen, � onslalten, den Elektrizitätswerken die Stadt selbst als l® � nehmerin aufträte. Diese Ansicht der Arbeiter zum AuSt'A� bringen, sei die Stadtverordneten-Versammlung der Platz.* u werde gesagt, man wolle deshalb nicht wählen, weil ein(Py Theil der Arbeiter, die zur ersten Stcuerstufe zahlen, vo®- Wahl ausgeschlossen sei. Wenn auch das System"i'b'.J richtig anerkannt werden könne, so brauche man deshalb ky nicht Wahlenthaltuug zu predigen. Gemäß dieser Logik man auch keine Vertreter in den Reichstag wählen, weä Ideal der Arbeiterpartei fei, da« 20. Jahr als da« der W � Mündigkeit einzuführen, und noch das 25. maßgebend y Uebrigens sei bei den Stadtverordnetenwahlen Jedendy Mit 24 Jahren wahlberechtigt. Aus allen diesen GrUsj solle man den Gegnern nicht den Gefallen und sich der Wahl enthalten. Dies sei ein politischer mord, den er(Redner) den Berliner Arbeitern nicht zu (Lebhaftes Bravo.) Man solle sich heute schlüssig rnn Sechs Sitze seien im 4. Wahlkreise mit Leichtigkeit zu er"� ebenso viele in andcrn Kreisen, wenn die Genossen dorl�, Schuldigkeit thun. Redner schließt unter dem Beifall der/�j sammelten, rege in die Agitation einzutreten und sich nicht'U Scherngründe abhalten zu lassen.— Nunmehr erhielt der � referent Wilh. Werner da« Wort, um gegen die BetheiläM zu sprechen. Auch er betont, daß»<• n-r-fnntiA. alJ Spiel lassen will so weit, als er ec Ausführungen nöthig hat. 1833 �.................. in die Bewegung eingetreten, daß die K gitation Kommunalwahlen und m der Versammlung bedeutende A klärung verbreiten würden. Als man sich aber das 4 Jahre hindurch angesehen, als man ferner das Propst der Arbeiterpartei mit dem oerglich, was in der Sladt«�) nctenoersammlung zu sagen nach der Städteordnung erlauf da sei ein Theil der Gerossen zu der Ansicht gekommen� die Kommunalwahlen von fast aar keiner Bedeutuna und'c'j Voriheil für die Partei sind. Politische Fragen känutcn � erörtert, da« heutige Produktionssystem nicht krilifirt' Dann unterscheide sich auch diese Bewegung von der, d' den Rrichstaaswahlen entfallet wird. Dort könnt ern freies Wort gesprochen, unsere Prinzipien, p"®'"' 4 ti# m "> > wirthschaftlichm Fordetungen Nur gelkgt werden auch durch die Gesetzflcbung de« ReichStaaeS nicht« zu /•rnchnt sei, sei jedem zielbewußten Gcncssen klar; Niemand �«e da« bestreiten! Tie Majorität werde es nie so weit J®n!mcn lassen! Nicht die Einwirkung auf die Gesetzgebung, � da« im Reichstage gestattete freie Wort, die unein- «klchlankle Kritik an dem Heuligen zeiftessenen System sei e«, •Sr iur Betheiligung an den Reichstagswahlen dränge. im'r Perr Tutzauer behauptet habe, c« könnten Aenderungen n«; �ubmissionswesen eingeführt werden, so behaupte er, daß a? tSrund der Thätigkeit der Arbeitervertreter nicht« zu er- reichm sei. Selbst wenn sämmliche Vertreter der 3. Ab- nz Sozialdemokraten wären, so könnten sie doch sucht« Ersprießliche« schaffen(Oho, Unruhe). Ueberhaupt bestehe "suerhalb der Stadtverordnetenversammlung kein Unterschied 'wichen Sozialdemokraten und Deutschfreifinnigen.(Erneute unnihr- Ruse: Oho!) Er behaupte, daß Letztere auch theil- ?*x\t für Normalarbeitstag, Verbot der Kinderarbeit, Ein- B*? 8 �et Frauenarbeit eingetreten sind. Diese könnten V da« leisten. Die Sozialdemokraten seien gegen da« heutige i�Ustem, und weil sie gegen diese« sind, haben sie keinen Grund und keine Berechtigung, an demselben hemm zu doktern und nttcken aufzusetzen. Wenn Herr Tutzauer meint, da« Sub- MnonZwesen, dieser bedeutendste Au« wuchs de« heutigen �Mems, müsse reformirt werden, den FachvereinSvorständen �ulte die Arbeit direkt übertragen werden, so höre sich wie ein Hohn an, hiervon zu sprechen su einer Zeit, wo die Arbeiterorganisationen vom apM geknebelt am Boden liegen. Selbst wenn die städtischen «rbeiter nur 9 Stunden zu arbeiten brauchten und einen guten [(mimallohn erhielten, so würde den Arbeitern nicht« geholfen iew, da« Großkapital würde sich durchaus nicht daran kehren Agitation zu den Kommunalwahlcn solle ausklärend wirken. werde behauptet. Er sage, die Arbeiter könnten über die Machen ihre« Elende« nicht aufgeklärt werden, wenn man nicht «arauf hinweisen könne, daß da« heutige verrottete System schuld, daß e« zu beseitigen... Hier wurden die Aus- llihrungen des Redners von deni überwachenden Beamten ab- jWchnitlen, der sich bedeckte und die Versammlung auf Gmnd c?.§ 9 des Sozialistengesetzes auflöste. Langsam entfemten nch die Anwesenden. � Bericht der Versammlung de» Fachvereius der Mschler vom 10. September in RcnnesahrtS Salon, Dcnne- witzftraße 13. Auf der Tagosordnung stand: I. Vortrag de« �lleM Jul. Apelt über:„Welche Vortheile bietet un« eine Verkürzung der Arbeitszeit. 2. Diskussion. 3. VercinSan- ßelegeuheuen und Verschiedenes. Bevor in die Tagesordnung eingetreten wurde, verlas der Protokollführer da« Protokoll. Dasselbe wurde angenommen. Alsdann erhielt Kollege Apelt «as Wort zu seinem Vortrag. Er spricht zunächst sein Bedauem ?US, daß auch heut wieder der Besuch der Versammlung ein so lchwacher ist; alsdann, eingehend auf seinem Vortrag, hebt er L?rvor, daß gerade unser heutiges Thema zur brennenden �ngesfrage geworden sei. Ällerort« und in allen Arbeiter- ntattem, auf allen gewerkschaftlichen Kongressen und Zusammen« fünften hört man von Verkürzung der Arbeitszeit. Aber auch lwon früher, im Mittelalter, zur Zeit der Zünfte spielten sich «kämpfe zwischen Meister und Gesellen ab; doch kam die« nur leiten und vereinzelt vor. Häufiger und von der großen Masse wurden diese Kämpfe erst geführt, nachdem die Theilung der «rbeit und die Maschinen begannen das Proletariat zu schaffen. jCre Arbeiter fingen zu dieser Zeit an, ungefähr in den 60er fahren, sich zu organisircn. Selbst einzelne Regierungen sahen Nothwendigkeit einer Regelung der Arbeitszeit ein und «cklirten die Koalitionsfreiheit, Arbeiteischutzgesetze, betreffend ?le Nachtarbeit und Frauen- und Kinderarbeit. Zwar °kgannen gar bald die Unternehmer ihr Wuthgeschre, ob lolcher Bedrückung, indem sie erklärten, daß das ganze Unter- llchmerthum zu Grunde gehen, ja der ganze Staat leiden Kusse, wenn die Arbeiter nicht mehr so lange arbeiten dürften. ftcdner bewies aber, wie gerade das Gegentheil der Fall sei; Jj>dem der Arbeiter, der genügend Zeit zur Erholung, zum schlaf und zur Bildung habe, sich nicht nur körperlich und Mistig gut entwickele, sondern auch durch Lesen der Fach- Wungen und vernünftige Einlheilung und Ueberlegung seiner ?rbeil weit intelligenter sei, als Diejenigen, welche infolge ihrer "»ermäßig langen Arbeitszeit vollständig versumpft sind: ja so- 9ar in der kurzen Arbeitszeit oft mehr leiste, als der Arbeiter Ktt langer Arbeitszeit. Aber nicht nur physisch verkommen wejenigen, sondern auch moralisch, man mag sich nur vergegen- wariigen das Ehe- und Familienleben derjenigen, welche ihre Frauen und Kinder fast nur im Schlaf sehen. Früh vor Anbruch 55S Tages gehts ins Joch, um erst spät Abend wieder nach >ause zu kommen. In der Regel ist lange Arbeitszeit mit dem Niedrigsten Lohn verbunden, so daß auch die Frau, die Mutter Kinder sich ins Joch spannen muß; so sind die Kinder sich Kid st überlassen. Redner weist auf die Statistiken der Kranken- k»Nen und WohlthätigkeitS-Jnstitute hin, die uns immer lehren, bei den Arbeitern mit langer Arbeitszeit, Krankheiten am lausigsten sind und da« durchschnittliche Lebensalter nur bis die Mitte der 20er Jahre reicht. Die immermehr fort- umreitende Technik und Theilung der Arbeit vermehren die /Reservearmee von Tag zu Tag, denn wozu früher beim Hand- betrieb 20—30 Arbener gebraucht wurden, genügt heut die Ma- |$ine mit einem Arbeiter. Kollege Apelt führt verschiedene ?eispitie an, wie in der Weberei, Böttcherei die Maschine "»erHand nimmt und selbst die Tischlerei bleibt von dieser Re- Mulion nicht befreit. Zur Herstellung der massiv gebogenen Mühle werden heut schon keine Tischler mehr gebraucht, sogar V der Boutischlerei ist die Maschine schon bedeutend thälig. z!» Amerika sind, infolge großartiger Einrichtungen, zwei Äann in 1t Tagen im Stande, 800 Füllungsthüren zu fertigen. Aur sehen also, wie unbedingt nothwendig es ist, eine Ver- surzung der Arbeitszeit zu erstreben; dazu gehört aber eine Me und große Organisation, nur dadurch können wir zum Mege gelangen und das Errungene festhalten. Nur in der Organisation wird das Solidaritätsgefühl gepflegt. Redner fuhrt noch an einem Beispiel der Hamburger Maler an, wie stothwendig e« ist, daß sich alle Arbeiter solidarisch erklären, ?rnn einzelne Gewerkschaften können unmöglich ihre Errungen- pH asten erhalten, wenn ihnen nicht die anderen nachfolgen, des- Mb ruft Kollege Apelt am Schluß Allen zu, stcb zu oraani- Mn. Reicher Beifall lohnte den Kollegen für seine �cühe. Bevor in den zweiten Punkt eingetreten wurde, wurde °uf Antrag die Versammlung behufs Aufnahme neuer Mit- ljlieder auf fünf Minuten vertagt. In der Diskussion wurde "PN verschiedenen Rednern noch näher auf verschiedene Punkte Zugegangen. Zum zweiten Punkt bringt der Bevollmächtigte, Ks in der Generalversammlung de« FachvereinS der Tischler Kschlossene Resolution zur Kenntniß, wonach der Verein erst S®un einen Streck unternimmt, wenn die erforderlichen zwei Mittel der Berliner Kollegen orgonisirt find. Kollege Apelt Kkurrheilt den Branchenstrcik und ersucht die Kollegen, noch- Kais im Sinne der Resolution zu wirken. Kollege Witte macht »»rauf aufmerksam, daß es Pflicht jede« Kollegen sei, auch in Zentrumsversammlungen zu erscheinen und die Bibliothek K benützen. Nachdem noch der Arbeitsnachweis in Erinnerung Karacht wird und bei etwaigen Klagen der Kollegen auf die K'tehende Werkstatt-Kontrolkommission de« Verein« aufmerksam j. x-i v ra K»<» ffWfnmmliino um v,i«gcnoc �cniiau'jioTiuouommiMiuii uv«*...... Knlacht wird, schließt der Bevollmächtigte die Versammlung v Avfgelö>t""auf§ 9 des Kozialisteugrsetzes wurde Versammlung de» Arbeiter l>ildungsr.erein„K-rlin Nord", welche am 10. d. MtSL m der Schwedterstraße m um xw. v«... � ÖW vf" L. Salon tagte. Herr Stadtverordneter Kunert' sprach >ven, Stellung der Sozialdemokratie.......... •■enim,---- r."»... n„s; '«.VtlVlX«. UVMtivi.»|rvv,w, ■Si****"»—............. zur freireligiösen Be- Referent führte ungefähr aus: Die Stellung beider Tagungen zu einander kann in ruhiger und leidenschaftsloser Weise erörtert werden, denn sie gehen nicht auseinander, sie haben Berührungspunkte, innere wie äußere; das sozialistische Gothaer Programm besagt: Religion ist Privatsache. Die Sozialdemokratie fragt nicht bei ihrer Propaganda:„Bist Du Jude, Christ, Muhamedaner jc. sondern nur, erkennst Du unsere politischen und sozialen Forderungen an? Die freireligiöse Bewegung ist in politischer Beziehung neutraler Boden, in ihr vereinigen sich Anhänger aller Parteien. Aeußerliche Berührung« punkte gebe es verschiedene: Verfolgungen, Ausweisungen sw die Freireligiösen habe eS gegeben�schon zu einer Zeit, wo noch Niemand an die Sozialdemokratie dachte. Redner erinnert on Rod. Blum, Dr. Dulk u. A. Die freireligiöse Gemeinde zu Berlin(für andere bedankte Redner sich) steht auf fortge- schriltenstem Boden, erkennt die Förderungkdes Gemeinwohls als obersten Grundsatz an, daß mit der Kindererziehung und dem BildungSwesen allein nicht genug gethanist, sehen wir ein, wir stehen aber auf der Basis der materialistischen Geschichtsauffassung. Nachdem Redner noch de« Längeren gegen einen Artikel der „Volks- Tribüne"(Dr. Rüdt, Mannheim betr.) polemifirt, kommt er zu dem Schluß, daß das Bürgerthum die Fahne der Freireligiösität feige verlassen und die Hauptsympathien, die uns in der Gegenwart noch entgegengebracht werden, kommen einzig und allem vom Proletariat; die Sozialdemokratie wird in nicht zu ferner Zeit auch hier das Uebergewicht erlangen, dann erringen wir den Sieg auf der ganzen Linie.— Als Herr Dornbusch als erster Redner in der Diskussion die Worte aussprach: Die Menschheit aus dem Sumpfe des dogmatischen Glauben« herauszuholen ist eine edle Bestrebung, aber das Volk aus der politischen Knechtschaft zu befreien, ist nicht minder edel, und die große Mehrheit der Menschheit aus dem Jocbe der Lohnsklaverei zu erlösen, ist am alleredelstcn", wurde die Versammlung, wie oben angegeben, aufgelöst. Di« Uertheurimug der nothwrndigften L-bensbe- durfnissie greift immer weiter um sich. Jetzt sind es die Pantinen, für welche eine Preiserhöhung ins Werk gesetzt werden soll. Zur Vorberathung dieser weite Kreise mter- essirenden Frage fand am 12. d. M. im Königstädtischen Kasino eine Versammlung von Spezialisten der Fußbekleidungsinduftrie statt. Von Nah und Fern waren die selbstständigen Patinen- macher und Patinenfadrikanten herbeigeeilt, aus Eberswalde, Angermünde, Zossen, KönigSwusterhaufen je., um Stellung zu nehmen zur Partinenfrage. Den Vorsitz führte Herr Geyer. Von allen Rednern wurde dem Pantin sehr wenig Ehre gcge- ben. Der Pantin sei heute zwar ein Weltartikel, ein unent- behrlicher Bedarfsartikel für viele Kreise des Volke«, dennoch müßten Meister und Gesellen bei der Pantinenfabrikation Hunger leiden. Vor 30 Jahren, wo gegen heute Alles billig war, Wohnungen, Lebensmittel jc., die Panttnenhölzer, wo man alte Stiefel in Hülle und Fülle hatte, während man heute höchstens Kommisstiefel für schweres Geld kaufen könne, habe ein Frauenpantin S0 Pf. gekostet, heute habe er noch den- selben Preis, trotz aller enormen Preissteigerungen, trotz der bedeutenden Verbesserungen der Pantinen: ja Grünkramhändler, Hausirer ohne Gewerbeschein:c. verkauften wenn auch schlechtere, so doch noch billigere Waare und ruiniren somit die Pantinen- macher vollends. Früher fei an den Pantinen mehr zu ver- dienen gewesen, heute würden am Paar höchstens 2—3 Pfennige verdient. Früher erhielt der Pantinenmachergehilfe I M. fnr ein Dutzend Pantinen heute dagegen nur 00 Pfennig. Die Pantincnpreise müßten daher unbedingt erhöht werden, sollen nicht Meister wie Gesellen elend zu Grunde gehen und die Pantinenmacher mit der Zeit ganz aussterben. Eine Preiserhöhung von 10—20 Ps. könne dieser Weltartikel sehr wohl vertragen, zumal die ArbeitSpantinen(Maurer, Bauarbeiter, Brauer:c.) die Frauenpantinen seien in Berlin fast ganz verdrängt durch die Filzpantoffeln; auch Kindcrpantinen seien gänzlich außer Gebrauch gekommen, kein HauSwirth leide heute Pantinenge- klappcr im Hause und selbst unter den Kindern sei ein Junge verachtet, der Pantinen trage. Der Arbeilspantin sei aber em unerläßliches LebenSbedürfniß, der Preis von 80 Pf. per Paar könne wohl auf 1 M. erhöht werden.(?) Alle Artikel würden im Preise aufgeschlagen, wären also fortschrittlich, warum sollten die Pantinen allein konservativ sein? Die Arbeiter verdienten zudem genug und könnten'S bezahlen.(?) Eine allge- meine Preiserhöhung könne aber, so wurde ausgeführt, nur erzielt werden durch Einigkeit. Deshalb sei durch Alldeutschland der Ruf erschallt: Pantinenmacher, vereinigt euch! Der am 26. August d. I. in Magdeburg stattgehabte Pantinenmacher- kongreß habe sich für emen Verband ausgesprochen und de- schloffen, zunächst mit der Gründung von Lokalorganisationen vorzugehen. Auch für Berlin und Umgegend wird ein Pantinen« macherverein gegründet werden und wurde eine VorarbeitungS- kommission gewählt, welche zugleich einen PreiSkourant ent- werfen soll unter Berücksichtigung des Dezimalsatzes(10 Stück Jtatt 1 Dutzend.) Die Fabritanten und Selbstständigen hoffen ernerhin auch die Arbeitslöhne erhöhen zu können und be- chlossen zum Besten ihrer Gehilfen einen Arbeitsnachweis für Berlin und Umgegend einzurichten. Auch ist bereit« eine Pantinen-Zeitung ins Leben gerufen, das„Zentral- Blatt", welches von Herrn W. Liefländer redigirt wird. Gin« gross« Versammlung de« deutschen Käcker- verbandes tagte Donnerstag Nackmittag unter Vorsitz des Bäcker P f e i f fe r im Lokal Grenadierstr. 33. Nach Verlesung und Genehmigung des Protokolls der letzten Versammlung schritt man zur Aufnahme neuer Mitglieder. Es meldeten sich mehrere zum Verein. Der Vorsitzende drückte seine Genug- thuung darüber aus, daß, obgleich der letzte Streik verloren worden, dennoch sich Kollegen zum Beitritt gemeldet.— Den Rechenschaftsbericht erstattete Herr Hoppe. Im Monat August sind von 512 Mitgliedem 256 M. Steuern eingegangen. Kassenbestand ist gegenwärtig 70 M. 1 Pf. Dem Verband gehören in Berlin an 1188 Mitglieder. Eine lebhafte, jedoch die Allgemeinheit wenig interessirende Debatte rief die Frage bezüglich des Vergnügungskomitee« des letzten VereinSver- gnügenS hervor. Von Herrn Schlüter ist inzwischen folgender Antrag eingegangen:„Die Mitgliedschaft Berlin hält die Funktion des Vcranügunaskomitees für überflüssig und beauf- tragt den Vorstand, die Funktionen desselben zu übernehmen." Dieser Antrag ward einstimmig abgelehnt. Angenommen ward dagegen ein Antrag, nach jedem Vergnügen dem Vorstand den Uebcrschuß abzuliefern. Dm folgenden Punkt„Regelung von VerbandS-Angelegenheiten" eröffnete Herr Pfeiffer mit der Minheilung, daß sich in Gießen, Mar- bürg und München-Gladbach bei Köln a. Rh. neue Mitglied- fchaften gebildet haben. Er ihcilte sodann mit, daß infolge des verlorenen Bäckerstreiks verschredene Kollegen versprengt worden seien. Verschiedme VerbandSmitglieder können nicht mehr ihr Amt begleiten. Es fehlen Mitglieder des Hauptvorstandes, der Kontrolkommrssion de« Verbandes und auch Revisoren. Neuwahlen müssm vorgenommen werden. Vorsitzmdcr gab hiernach ein eingehmdes Bild der Vorgänge, welche die Skandalfrage Hoppe hervorgerufen. So viel aus den auf beiden Seiten erregten Schilderungen des fraglichen Vorganges zu entnehmen, hat Herr Hoppe, Hauptkaisirer, Herrn Schlüter, der am Sonntag, 9. Seplmbr., als Mitglied der Kontrolkommijsion bei ihm erschimm, das Hau« verboten. Infolge verschiedener Renitagen des Herm Hoppe beschloß man, daß mit dem bisherigen Hauptkaisirer Hoppe nicht mehr hantirt werden könne. Es ward deshalb Herr Hoppe seines Amte« enthoben. Ein auf Z 20 des Ver- bandsstatuts fußendes Schriftstück ward aufgesetzt, demzufolge die Kontrolkommission im Einverständniß mit den übrigen Vorstandsmitgliedern den Posten des Hauptkassire« Herm Hoppe entzieht. In Herm Schilling ward an Stelle Hoppe's em provssorifcher Kassirer eingesetzt. Es sind infolge dieses Vor- falleS sowohl von Herm Pfeiffer als Herm Hoope Schreiben an sämmtliche Mitgliedschaften abgegangm. Die Mitglied- schafl Altona hat daraus den Beschluß gefaßt, in kürzester Zeit eine Generalversammlung in dieser Angelegenheit, und zwar in Altona, einzubemfm.— Herr Hoppe nimmt da« Wmt. Die Generalversammlung habe allein da« Recht der SuSvm- dimng und des Ausschlusses eines pflichtvergessenen Beamten. Der Lorstand sei entschieden nicht berechtigt, ihn seines Postens zu entheben. Habe er Unterschlagungen begangen, so möge man ihm getrost mit dem Staatsanwalt kommen. Die ganze Bewegung fei vom persönlichen Haß gegen seine Person dcklirt. Die Herren Schlüter und Schilling entwerfen ein drastisches Bild des„egoistischen, schulmeisterhaften, herrsch-- süchtigen, unverträglichen und dabei bis zur Bomirtheit ver- ständnißlofen Charakters" de« Herm Hoppe und belegen ihre Ausführungen durch viele Beispiele. Herr Pfeiffer ergänzt diese Mittherlungen. Er erzählt die Geschichte des Hoppe und den ganzen, sich schon Jahre lang hinziehenden Kampf zwischen Hoppe und ihm. Es knüpft sich eine hockerreate Debatte hieran. Es wird von mehrerm Seiten Hoppe's Präzision in Bezug auf die Fühmng der Bücher hervorgehoben und auch von feinen erbittertsten Gegnem anerkannt. Herr Hoppe hat als„An» geklagter" da« Schlußwort. Er sucht all' die gegen ihn ge- schleuderten Angriffe zu entkräften. Sein Grundfehler sei,„daß er in jeder Zeit habe das Geld zusammenhalten wollen." Er nimmt im Großen und Ganzen Veranlassuna, all' seine Gegner zu verdächtigen. ES ward am Ende beschlösse, daß die Versammlung in dem Vorgehen des Hauptkafsirers Kretfchmar in Hamburg eine Parteilichkeit erblickt. Sie hält die Einberufung einer Generalversammlung um einer Person w'llen nicht für nöthia. Darauf ward die Versammlung geschlossen. Eine öffentliche Tischlernersammlnng für Friedrichs- berg um Umgegend sollte am Dienstag, den 10. d. M.. im „Neustädtischen Volksgarten", Proskauerstr. 3/4, stattfinden. Kollege Schade hatte das Referat übernommen. Die Berfawm- lung wurde von der Behörde genehmigt und versprach die Versammlung gut besucht zu werden. Doch mit dcs Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten. Im letzten Augenblick zog der Lokalinhaber sein der Lokalkommission gegebenes Wort zurück. Auf Befragen erklärte er:„Man würde ihm vielleicht die Konzession entziehen, da sein Lokal an einer nicht regulirten Straße läge."(?) Daß die« nur leere Ausflüchte sind, wird Jedem einleuchten. ES ist hiermit den Arbeitern Friedrichsberg jede Gelegenheit genom. men, sich zur Befprechung'.ihrer gewerkschaftlichen Angelegenheit«« zu versammeln. Erwähnt sei noch, daß, als sich ein Theil der erschienenem Kollegen nach einem andern Schanklokal begaben um noch dort ein GlaS Bier zu trinken, in aller Eile ein Gendarm und Kriminalbeamte requirirt wurden, welche die bei einer küblen Weiße sitzenden Kollegen nicht aus dem Auge ließen. Jeden- fallu vermuthcte man, daß in diesem Lokale die Versammlung siallfinden solle. Velten, 4. September. Eine von 500— 600 Personen besuchte Versammlung des sozialdemokratischen WahlvemnS für Vellen und Umgegend tagte Sonnabend, den 24. Auauft, im C. Schröder'schen Saale in Velten, in welcher der Reick«- tagskandidat Herr Julius Wernau aus Berlin über„die ökonomische Lage der Arbeiter" einen sehr instruktiven cin- gehenden Vortrag hielt, welcher von den Anwesenden mit allgemeinem Beifall aufgenommen wurde. Es wurde hierauf folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heute im C. Schröder'schen Saale tagende Versammlung des sozial- demokratischen Wahlvereins für Velten und Umgegend erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden, und verpflichten sich sämmtliche Anwesende, mit allen ihnen zu Gebote stehendm gesetzlichen Mitteln und mit aller Energie für die Kandidatur des Herm Julius Wernau einzutreten und agitatorisch bis in die weitesten Kreise der Arbeiter hinein dafür zu wirken." In der Diskussion beleuchtete der Vorsitzende, Herr R. Bräuer, zu- nächst den Vortrag noch etwas näher und sprach dem Herm Referenten seinen Dank im Namen der Versammlung au«. kam dann zum Sckluß auf die nächsten Wahlen zu sprechen und führte au«: Kein Konservativer und ebenso wenig ein Freisinniger, sondern einzig und allein der Kandidat der Sozial- demokratre ist unser Mann! Ihm geben wir unsere Stimmen. — Es sprachen sich noch mehrere Redner im selben Sinne aus. Ein Antrag, den 31. August, den Todestag Lassalle's, zu feiern, wurde wegen der damit verbundenen Schwierigkeiten zurückgewiesen. Es wurden dann noch versckiedcne F'agc« aus dem Fragekasten vom Referenten in befriedigender Weise heantwortet und hierauf die imposante Versammlung gescklossen. Der Verein zählt zur Zeit 251 Mitglieder, ein gutes Zeichen für Velten. Ktettin. In dem großen Saal der Bock-Bcauerei tagte am Montag, den 9. September, eine zahlreich besuchte öff ntliche Arbeiteroersammlung. Der Former A. Körsten(Berlin) referirte über den internationalen Arbeiter kongreß zu Paris. Leider wurde die Versammlung während der Diskussion auf» gelöst. Eine zahlreiche Schutzmannschaft war aufgeboten, jedoch verlief Alles iu größter Ruhe. »» » Achtung! Sonnabend, den Seotemder, findet das Eowmervcrgnüsm im.Weddina-Refiaurant", Müllerin. 178 bei Schröder, statt,«rrangirt von den Mtfliiedern der Zentrai-Äranren- und Slerbekasie der Tilchler». f. w.. E. p. in Hamburg. Die Kaffeekllche ist von s ubr an geöffnet. 4 Udr Begimi des.llonjertS Grotte« Pretstegetichieben illr Damen. Wraliiiieriootung sttr Kinder,«bend» graffer iiaffelnia tllr die.Kinder. Herren, die am San, theil. nchmen. zahlen 50 PI nach. BillctS»25Ps. find zu haben bei g. Mleinert. Dalldorserstr. 19, Ouergeb. 2 Tr.. W. G l e« b o> t. Chausseestr. 68, v. 3 Zr.; C 6 6 p c, Lindowerstr. 17, v 2 Tr.; G. W o i t a«, Gerichltstr. 74. H. it.■ 51©»III aar dt. Neue Hochstr. 4, v. 4 Tr. �«bendroth, Prinz«. Ällee«8. v. 1 Tr. Um zahlreichen Besuch wird gebeten, da der Wirth sein Lokal zu allen Versammlungen aiebt. vi» Kranken- und AigrSbnißkass» de» Zierein»>iim«tli»«r ferufsktnire», Berlin I. Höst Sonnabend, den 14. d Mtl. Abend« g Udr, lurnenstrahe 78 eine Versammluna ab Tagesordnung: Kassenbericht(Be- schöslliche«. MÜthetiungen. Die Mitgticder werden ersucht, rccht zahlreich zu- erickeiven. Allgemein» Kranken-»nd Kterbekass« der!U,taUarb»it»v IE. H 29 Hamburgs. Berlin I. Sonnabend, den 14. Eept-inber. auher order.r- Uche Mttatiedcrvcr lammlung Llchleiselderstrahc 8 Abend« Sil Uhr. Bar trag de« Bevollmächtigten E.©chwirlau:.Die Gestaltung unserer«äffe in Zukunft irnl» die Zuichuhkesse." Wegen den Neuerrmgen innerhalb uniercr«äffe vom 1. Oktober ab werden die Mitglieder ersucht, i» dieser Veisammlung»lliiklllch zu erscheinen. Lachverein der Sischler. Sonnabend, den 14. Cepternbrr. Abend.. SZ Uhr. in Jordan« Salon. Neue Grünslrahe 28, Mtlglteder-Veriamirlmia. Tagelordnung' 1 Niedergang de« Kleingewerbe«. Neserent! Tb. Glorte. 2. Diskussion. 3. Werkstatlanaeiegenheiten. Die Kollegen der Weikfia» von Krüger. Friedcnstrahe 44. Hecht und Schmidt, Gtiiabeth-Uscr II, iowte Trost. Dreddenerstrafie. find hjermtt eingeladen 4. Vercinlangelegenbeiten. Frage- kästen. Neue Mitglieder werden in der Versammlung ausgenommen. Lachverein der Metallarbeiter tn«a»-,|B«(Te»- wiet» Damps armatnren Sonnabend, den 14 September. Abends Udr. in Feuerstein« Salon". Alte Iakobstrastc 75. Mitgliederversammlung, Ta°c«crda,,»a 1 Vortrug de« Herrn Türk über:„Ursachen und Folgen der sranzöstschen«evo- lutton" Dtlkusfion. 2,«ereinlangelegenbetlen.» Abrechnung vom Stiftung«. fest. 4. Verschiedene«»nd Fraaekaften. Gaste wtttkommen.„ � Zitsterktub..Maldros," ivarsttzender Wirte. Dirigent«. Wegen-,!. Uebungdslunde 9 Uhr im Reslaurant Schneider, Adalderlstr.8. nachher F am stiem abend Gaste willkommen Aufnahm- neuer Mirglieder. Pauchklub Kernspfh» tagt nfcht mehr Holzmarktstr 44. fondern bei Versammlung der Möbelvolierer zu Conntag. den 15 September tn den«llrgerialen. Dreldenerftr. 96. Lachverein der Metall Ichranben-, Larondreher und Berus»- aenoffen v-rlia«. Ordentliche Gencratoeriammlung am Sonntag, den 15 September, Voimttlgg« 10)1 Uhr, bei Drigmüller. Alte Iakobstrabe. Tagclordi.unu: 1 Bericht der Fachkommtssion über unsere Lohnverhaimiffe 2. Antra». Ufr. tttcmuneratton der aulgeschtedcnen Vorstandlmitgttedcr. 8. Wie stellen stch die Mtiglteder zur Verlegung der Vcrignnnlungen aus den Eonniag. 4. Sind die Mitglieder gewillt, in diesem Zabre einen Malkenball zu veranftaUcn? 5. V-r- etiilangelegev Helten. Die Mitglieder werden ersucht, recht»üukllich zu i> scheine» Gaste sind willkommen. verein zur Regelung der g, IV erblichen Verhiiltniss«»er U-pr.r Kerlin». Generalveriarcmumg am Eonmag. den 15 September. Varnmlagst 10 Udr. tn Jordan« Salon. Neue Grllnslraße 28. Tagetordnimg' 1. Berta» de« Vorstände«. 2. Bericht de« Kaisirrr«. S. Neuwahl de« geiammten Vi-r- stände« 4. Innere Vercinlangelegenbeiten. Gaste willkommen,©rfchetn«» lebe« Mitgltede« ist Psiicht. Neue Milglieder werden ausgenommm. verein zur Wahrung»er neaterielle« Kateressen der Ktri«- tröger und perwandten Beiuißgcnoffen«erlin«. Mitgltederpcrsammiung um Sonntag, den 15. September, Vormjitag« 11 Uhr, in Scheffel< Salon,.Insel- IfraSt 10, 2 Tr. Tazeiordnung: 1. Da» ÄoalltionlrfAt und die Bkdkutung dkl S§ 152 und 151 der Gcwiibcordnuna lue die Ätbtiiec, 8t(fetfnt gri» Zube», 2 Sneinlangclcaenljitttn. 3. Verschiedenes und gtagefaltm Neue SWltn lieber »erde» aufgenommen. Um zahlreiche» und pllnktitchc» Erscheinen wird ergebcnft ersucht. Ausf»r»rt-»nllich« Mttgiiederver sunrmluug de» Fachverrin» »»r Mururar- und Nrauitlchleiser Berlin» am Sonntag, den 15 Erp. rember. Vormittag« lOss Uhr. imVcreinSlokrl Salon, ltille Iakod. ürahe<8». Der wichtigen Sache halber ist da» Erscheinen sede» einzigen Mit. gliede« dringend nörhig. Auch iür NichtMitglieder ist e» von großer Wichtigkeit «m der Versammlung theilzunchmen. OranKr«- und O>»rlibnihKals« de» Perein» samnrtlich»? Ke- rnfnUinssen, BerwaltungSstelle S lMoabitl Versammlung am Sonntag, dm 15. Srpmnder, Vormittag« 10J( Uhr. Bandelstraße 10. Tagesordnung; Kaisen- derichl. Verschledene» und gragekastm. Gaste willkommen. vorband d»r porzcUanmaUr Kerlin». Versammlung im Lokale de» Herrn geuerstein. Alle Iakobstraße 75. am Montag, den 16. Eextemter, Abend»« Uhr. Kachnerri» der Berliner Kaufturirateur». Mitgliederoersammlung am Montag, den 16. d. M.. Abend« 8 Uhr, Münzftraße 11. Tagesordnung. 1 Vortrag de« Herrn Arthur Marler über„Uebcrtrag bare Krankheiten. 2. Verschiedenes. Gaste willkommen. «roh» öffentliche Perfammlung für alle in der Keieleidung«- Induftrt« deschäftigten Arbeiter UN» Arbeiterinnen am Montag, denl 1«. Segtcmder. Abends 8 Udr, Velforterstraße 15(an der Prenzlauer Allee). Tagesordnung- Ursachen und Wirkungm de« Streik». Da e» die erste Versammlung ist, wrlche mit grauen genehmigt, bitten wir alle grauen die Gelegenheit zu dmußen und zahlreich zn erscheinen.. jyrr Fachneretn der freie» Vereinigung aller in der chirurgische« Branche beschäftigten Kerufagenolfen. Montag, den 16 Sex. tember. Avend» SUhr, im Lokale de» Herrn Zemtcr, Münzstr. 11, Versammlung. Tagesordnung l 1. Vortrag des Herrn E. Pilch über„Internationale gabrik- grseßaebung'. 2 Didkusslon. 3. Verschiedene». 4. gragekastcn. Um recht zahlreichm Besuch wird gcbctm «Srotze öffentlich» Nrrfammluug genierblicher Hilfsarbeiter Montag, den 16. S'vtembcr, Abend« Udr, in der„Neuen Welt" Hasenhaidc. Tagesordnung: 1, Vortrag dl« Herrn W.Werner über da« Thema: Die Fabrik. Inspektoren und ihre Bedeutung für die Arbeiter. 2. DiSku.ston. 8. Verschieden,«.«lle«rbeilcr stnd zu dieser Versammlung eingeladen. Zur Deckung der Unkosten ftndei eine Tellersammlung statt. Der Einberuser.„.„„ Allg.»ranken- und Kt-rbekast, der Metaltarbeiter1. Lehrling«- Ablbcilung). Abend» 8 Uhr Msabethstraße 57-58.- Tunmcretn„Wedding". Pankstr. 8, Männer-«blhetlung von 8X b!« 102 Uhr Abend«: deSgl. 1. LehrlingSabtheilung von 8 bis 10 Uhr Abend» -»rmdSIche Stenographenklasse de«„Berliner Handwcrkerveretn« Abend» »« Mr Eovhienstr. 15.- Theater- und BergnügungSveretn„Sarilai Abend» 8 Uhr im Louisenstädlischen Bier Hause,«diniralstr. 88.- Theater- und Vir- gnügungigesellschast„Trme" Abend««j Uhr in Bobert S BaMalon, Weiiistr. 11. — Vergnügungöoerein„Schneeglöckchen", Abend« 8 Uhr in Vettin« Bierhau». Betenmrnstr. 18.— GeielligkeitSklud„Lustig" Abend« 82 Uhr im Restaurant Weichelt. Taudenstr. 45.- Verein der TaubenftcundeeAbcnd»«« Uhr im tltestaurant Hillmann, Mantmffelstraße 68.- Dänischer VcrUn„grega Abend« 8 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstr 106.- Verein der Wlstttemberger Abend» 82 Uhr bei Vaibinger, Dorotbcenstr. 84.- Verein chem Schüler der 34. Gemcindeschule«bmd« 8 Uhr im Restaurant. Koppenstr. 58.- Verein ehem M. C. Lutherischer Schüler Abend« 8« Uhr im Restaurant Bormann, Ohmgaffe 2.- Rauchklub„Portorico" Abend« 8 Uhr bis 11 Uhr Köpnicker- straße 157 bei Schulz.- Rauchklub„Qualm" Abend««Uhr w Restaurant Tamm. Schönhauser Allee 28.- VergnügungSverein. Lustige 18 Abend« 8 Uhr im Restaurant«lbrecht.«nnenstr. 8.- Zamdouivercin„Eedan Stßung Abend« 9 Uhr. Grüner Weg 8-10, Ausnahme neuer Mitglieder— Tambourverein Her» Innig",«bmd« 8 Uhr. Sitzung im Restaurant Etraßburgerslraße 5 Mrigmt und«orsttzcndcr Fritz Lautant.- Tambourvcrein„Einigteil macht stark", gegründet 1886. ftellvertretmder Dirigmt E. Billhordt. Ausnahme neuer Mitglieder Abend« 8 Uhr im«estauwn, Habn. Elsafferstraß, 57.- Tambour- Verrin„gelsenseft" Sitzung A Uhr, Weißenburgerslraße 54. Dirigent und Vorsitzender: L. Friese. Ausnahme neuer Mitglieder. VormtpHkes. Der iUn««»»» de« Deputirte». Ein Mordversuch gegen den Tepuiirten von Caserta, Giossi, mochte vor einigen Tagen in ganz Italien viel von sich reden und führte zu allen mög- lichen Schlüssen über die Ursache des Attentats, die sich jetzt auch theilweise als richtig erweiken. Der„ehreuwerthe Deputirte"(Onorevole heißt der Volksvertreter in Italien) war im Begriff, nachdem er gut foupirt, sein HauS zu verlassen und sich auf dem Korso der Stadt zu ergehen, als er von rückwärts überfallen und mit zahllosen Dolchstichen bedacht wurde. Der Schwerverwundete war nicht im Stande, anzugeben, wer der Attentäter gewesen, oder aber er wollte dies nicht, sei es aus Furcht vor neuerer Rache des Gegners oder aber aus Gründen der Delikatesse. Inzwischen hat sich der Schleier von dim Mysterium gehoben und der Thatbestand ist festaeslellt worden, freilich nicht zur Ehre des edlen Legisla'orü. Grosfi betreibt, außer dem Berufe des Ja-sagenS in der Kammer, auch gewisse Geldgeschäfte, die ihn zum reichen Mann gemacht und ihm eine Reihe armer Familien in die Hände gespielt haben. In dieser unglücklichen Lage befand ssch auch die Familie Ouat- trueci, die eine vorgeschossene Summe an den Depulirten nicht zurückzahlen konnte und die nun gepfändet werden sollte. Der Stolz und die Freude der Familie war ein reizendes junges Mädchen, dem Kmdesalter kaum entwachsen, Giovannina. Der famose Volksvertreter rief das junge Mädchen eines schönen TageS, als er es an seiner Wohnung voiübergehen sab, zu sich herauf und— machte sich für die Schuld bezahlt, die die un- glückliche Familie noch nicht abzutragen vermochte. DaS gewissenlose Benehmen des Abgeordneten, der, wie es scheint, oei der Erreichung seines Zweckes vor der Gewalt nicht zurück- geschreckt war, trug nur allzubald für die arme Giovannina Früchte, die zu verbergen ihr schwer ward. Sie floh nach Neapel, ohne sich ihren Eltern über ihren Zustand anvertraut zu haben, und genas im dortigen Spital eines Kindes. Aus dem Spital entlassen, suchte und fand die Heimathlose Stellung als Bonne in einer Neapeler Familie und bald ver- liebte sich der Sohn des Hauses dermaßen in die schöne Gio- vannina, daß er sie zu hnrothen beschloß. Da setzt ihm seine Braut, ihr Gewissen zu entlasten, wenige Wochen vor dem Termin der Hochzeit die Geschichte ihres Unglücks auseinander, und— der Bräutigam trat zurück, aber nicht ohne zu den Eltern der Verlassenen zu eilen und ihnen die Schuld des ge- wissenlosen Verführers zu offenbaren. Daraufhin beschloß, nach guter alter Sitte, der Bruder, die Ehre der Familie zu rächen, und thotsächsich war er eS auch, der dem Deputirten in einer dunklen Nacht auflauert« und ihn niederstieß. Kträflicher jeichtstn«. In einer Gartenwirthschaft zu Bonn machte ein.Zauberkünstler" den anwesenden Kirmeß- gästen allerhand Stückchen vor. Unter Anderem machte er auch den sogenannten Feuermann: zu dem Zwecke nimmt der „Künstler" den Mund voll Benzin, hält ein brennendes Zünd- Hölzchen davor und bläst das Benzin in die Flamme, wodurch ein nlächtiger schöner Feuerball entsteht. Dieses gefährliche Stück gefiel einem der Gäste dermaßen, daß er sofort es nachzumachen sich anschickte. Er besaß aber nicht die zum GelaM erforderlich« Geschicklichkeit, denn als er das Benzin gegen, brennende Hölzchen bließ, schlug ihm die Flamme gegen mit Benzm bespritzte Gesicht und in den Mund. Im Nu stand der ganze Kopf des Mannes in Flammen. Dem Bejammern*' wertyen wurden Gesicht und Mund fürchterlich verbrannt.£tlt Schleimhaut der ganzen Mundhöhle ist zerstört, auch die vveist- röhre und der Kehlkopf scheinen mit betroffen zu sein. ES IN fraglich, ob der Unglückliche sich von den schweren Brandwunden erholen wird. Ltettesfe Metchviihken. Der„Reichs- Anzeiger" enthält folgende Bekannt' machung; Auf Grund des§ 12 des Reichsgesetzes gegen die geinein' gefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom21.O>tnd» 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß da» Flugblatt mit der Ueberfchrift:' „Mitbürger, Arbeiter, Handwerker!� den Eingangsworten:„Lange haben wir— die Vertreter du besitzlosen Masse des Volkes— nicht zu Euch gesprochab und dem Schluß:„die Partei der Sozialdemokratie!" ahm Angabe des Druckers und Verlegers, nach ZU des gedachten Gesetzes durch den Unterzeichne»" von LandeSpolizeiwegen verboten worden ist. Berlin, den 13. September 1889. Der königliche Polizeipräsident. I. V.: Friedherm. Dotzrsphon. (Wotff'» TelegraPhen-Fnrran.) Paris, 13. September. In vergangener Nacht wmen«• Monimartre Plakate mit dem jüngst von Boulanger erlassm? Manifest und mit beleidigenden Äusfällcu gegen die Entsag' dung des obersten Gerichtshofes angeschlagen worden. Befehl des Ministers Constans wurden die Plakate entfenu und die Verbreiter derselben verhaftet. pari», Freitag, 13. September. Nach Mittheilungen do Abendblätter wurden die Plakate mit Kundgebungen V»"' langers entfernt, weil dieselben keinen mit den Wahlen � fammenhängenden Inhalt hatten, sondern beleidigende Aeofco rungen gegen den obersten Gerichtshof enthielten. In B-m' ville wurden heute Wahlmanifeste Rochefort's angeschlagen' ohne daß bisher die Behörden dagegen einschritten. Vrtsskayen. Bei Anfragen billm wir die AbonnemcnItz-OuilNmg beizufügen. BriesttSe Antwort wirb nicht enheilb D. Wiesen str. 43. Maulkorbgesetz? Diese segrni' reiche Staatseinrichtung verdient eigentlich noch eine ganz an de» Bezeichnung— aber nur bei uns m Preußen nicht. Ihr vv ruht ist trotz der Eile recht nett.. Ud. flmnvdarkR�r. Ihr Wink wird von uns befolgt werden. Besten Gruß. Große öffentliche Uersammlung der Uergotder und Fachgenoffen Herlins i» Rsutag, de« 16. Sept., Abends 8 Uhr, in Slhejser'S Salns, Jnstlstr. 16. TaaeS-Ordnung: 1. Bericht der Streikkommisston über den Verlauf des Streiks. Ref. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch bittet Herr Vehrend. 11477 Iis« Streikkomitee. Gr. öffentl. Nersammluttg der ZUdumawkvrtei» am Montag, den 16. Sept., Abends 8): Uhr, Central-Festsäle(großer Saal), Oranienstr. 18V. Tagesordnung: �. 1. Wollen die Albumarbeiter eine Verewigung haben oder nicht? Referent wird m der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskusston.. t WM- Es ist Ehrensache cmeS irden Album. orbrilet«, in dieser Versammlung zu erscheinen. Ter vtnberufer. Versammlung des AtttinS zur Kahrvng der Zstereisen SerSlnviernrbeiter n.new. Vernssgen. am Wvntag, den 16. Septbr., Abends präzise Lß Ahr, in„DeigmQller's Salon", Alte Iakobstraße 48a. Tagesordnung: "L Vortrag des Kollegen Rod. Schmidt über: „Der Kampf um's Dasein". 2. Abrechnung vom Sommerfest. Z. Werkstalls-, VereinSangelegenheiten und Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erschemen ersucht 1471) Ter Vorftau». Äsillküißmmmk Allen Freunden und Bekannten empfehle ich meine Muststinltramrnte, wie: Zithern, Harfenzithern(Sheztal.)! Violinen, Guitarren, Mandolinen, Harmonikas, Flöten, Trommeln und alle Saiten. Alles in größter Auswahl. Gleichzeitig mache ich noch besonders auf mein Wnstwerke-Nerlelh-MM wie Aristons, Herophons, Ciariophons etc., zu allen Festlichkeiten aufmerksam und empfehle ste zu gefl. Benutzung. Kansth-rstr. 5«.«m Platz. Kausttzerftr. äl. August Kessler. N«r 1 Mark kostet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Preis vorher gesagt. 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Druck und Verlag von Ma»»adtn« in»erlin SW., Beuthstraß, 9.