ftriliuAiw Dwsta«. Äominan* ttnbemfer: jaltuno B ti, Odeud» ildiäflluf- ■?«»>•«- »a»uftri» l i Sa!on. je Mihi«» a«-s-r-: äufnain» n ergtbentl Im S-!°le Ekptemd«, «iMda- Sdwdi ' lLeija«»' eioidnuii� dandei ii» > Kart«»!' '-«s er. Nr. S18. Mittwoch, de« 18. September 1889. <5. Jabrg. SMerMW. Brgan für die Interessen der Arbeiter. t!l»' jue«» SeUe Die F�tzresberichke dev p�reuHisthen �QbsriMnP�ektkoren Mr 1888. i. Em zusammenfasiender Artikel über die Berichte der �ßischen Kewerberäthe ist nach den Ausführungen in der "INankf. Ztg." von uns bereits in der Nummer vom ' September gebracht. Wir gehen jetzt unsererseits zu »>kr Besprechung der wichtigsten Einzelheiten über: . Die Berichte, welche von zusammen 18 Gewerberäthen Jähren, stnd an Werth äußerst ungleich. Allzu hohe An- l?riiche darf man ja überhaupt nicht an sie stellen; man ?uß sehr bescheiden sein in seinen Anforderungen. Aber * Bescheidenheit ist ja eine Tugend, welche einen jeden �ueu und ruhigen Staatsbürger ziert. Der Bericht des v�werberaths für die Provinz Hannover z. B. umfaßt gerade Seite; auf derselben wird mitgetheilt, daß der Herr �werberath 31 Tage zu Reisen verwendet hat und daß in .'.'irr Zeit 2S Fabriken besichtigt sind;„ein Theil der Reise- wurde durch Besuche bei den auswärtigen Regierungen in Zuspruch genommen". Das ist derwichtigereTheildeS Berichtes; � dem unwichtigeren wird erzählt, daß in einer Wergspinnerei �ri Binder unter 12 Jaihren beschäftigt waren. Das ist das sptoue; weiter hat der Herr Gewerberath nichts zu erzählen; 7* Entschuldigung für diese Kürze führt er an, daß er seit drei Monaten in seinem gegenwärtigen Aufsichts- �rk sei. £ Da« ist allerdings das auffälligste Stück preußischer «"brikinspektion; allein eS finden sich in dem Buch noch �schied ene hübsche Seitenstücke dazu. j. Es ist wohl am praktischsten, zunächst die relativ guten Richte durchzusehen. Es kam da zunächst die Arbeit über Merlin und Charlottenburg, sowie die Kreise Niederbarnim Teltow" in Frage. Im Ganzen sind hier 1305 Rcvi- pien ausgeführt; 55 Anlagen wurden zweimal, 2 dreimal, viermal revidirt. Sehr interessant ist zunächst die Zunahme der jugend- bhen und weiblichen Arbeiter. Von 1000 männlichen Ar- '�ern überhaupt waren 188L: 35, 1888: 42; von 1000 Üblichen Arbeitern überhaupt waren 1886: 81, 1888: 86 y Alter zwischen 14 und 16 Jahren.„Aus diesen Zahlen �ttte auf eine übermäßige Inanspruchnahme der jungen J*t1e nicht zu schließen sein" beruhigt jedoch ganz treuherzig •p« von Stülpnagel. Im Jahre 1874 betrug die der männlichen Arbeiter 80, die der weiblichen Prozent der Gesammtzahl; 1888 verrechnet sich die Zahl �7 Männer auf 77,1, die der Frauen auf 22,9 Prozent. auch hier werden wir wieder getröstet:„diese Zunahme sS8 . Feuilleton. mtolatj_____ <£in Ojal&mcnrttj. Roma» ms Masrs« Ätkai. v 3n Timar« Blick lag etwas, wobei es Einem kalt über � Rücken lief. Diesem Blick begegnete auch Athalie. Oft, wenn sie y Familientische einander gegenüber saßen, waren TimarS �tzrn beständig auf Athaliens Gesicht und Büste ge- Met. Der Blick solcher gemütbskranker Menschen weiß M Heißhunger nach weiblichen Reizen einen so unheim- Mn Ausdruck zu geben. Und Athalie war eine unge- "Wiche Schönheit- Michaels Augen konnten sich nicht iMien von diesem schönen, schneeweißen Hals, so daß Athalie � beunruhigt fühlte von der ihren Reizen dargebrachten "wmen Huldigung. >■ Ja, Michael dachte daran: wenn ich dich nur ein ein- jAes Mal in meiner Gewalt hätte, du schöner schneeweißer 7®ls, um mit einem Druck meiner eisenren Faust die Seele r! bir zu erwürgen! Das war sein Verlangen, wenn er � schönen Leib einer Bacchantin an Athalie bewunderte. t-. Nur Timea fürchtete sich nicht vor ihm. Timca fürchtete ? nie, weil sie nichts zu fürchten hatte. jw Timar wurde es endlich überdrüssig, auf den säumigen schling ,u warten. Wozu bedarf Derjenige der auf- rächenden Blumen, der imter dem Rasen sich zur Ruhe 9««« will. . Am Tage vor seiner Abreise gab er ein großes Essen, er alle Welt einlud, auch solche, mit denen er nur � lernt bekannt war. DaS ganze HauS war mit Gästen ' gefüllt. Vor Beginn der Tafel sagte er zu Johann „Bruder in Christo, setz» Euch neben mich, und der Frauenbeschäftigung gicbt jedoch zu Bedenken keinen Anlaß". Vom Standpunkt der sozialistischen Wissenschaft aus betrachtet, ergiebt sich aus diesen Zahlen, wie der Mehr- wcrthhunger des Kapitals immer größer wird, es ergubt sich, daß es in der Entwicklung der kapitalistischen Produktions- weise ein nothwendigeS Moment ist, daß die Arbeit der Männer, gegenüber der Arbeit der Frauen und„jugendlichen Arbeiter" immer mehr zurückgedrängt wird, weil sie nicht so exploitirbar ist; es ergiebt sich aber auch, wie dadurch diese Produktionsweise selbst die alten Verhältnisse zerstört und einen neuen GesellschaftSzustand vorbereitet; eben die Ver- wendung der Frauen und jungen Leute reooltirt ja die alte Familie von Grund aus. So müssen sogar offiziöse Zahlen die Wahrheit des Sozialismus beweisen. Bezüglich der Lohnzahlung wird von einer Berliner Firma berichtet, welche da eine ganz neue Entdeckung ge- macht hat; es sind die Neuen Berliner Messingwerke von Wilhelm Vorchert. Die Firma hatte früher schon einmal den Versuch gemacht, durch einen besondern Kniff die Erploitation ihrer Arbeiter auf die denkbar höchste Höhe zu schrauben! nämlich auf die bekannte Weise, daß sie die Arberter am Reingewinn partizipiren ließ. Im Jahre 1876 faßte Herr Kommerzienrath Wilhelm Borchcrt den Plan, seine sämmtlichen Beamten und Arbeiter nicht nur an dem Reingewinn seiner Fabrik Theil nehmen zu lassen, sondern ihnen auch durch Errichtung einer Gesell- schaft, welche auf ähnlichen Grundlagen wie die englischen Indvstrial purtnerships beruht, Gelegenheit zu geben, sich allmälig einen Antheil an dem Unternehmen selbst zu er- werben. Um dies zu ermöglichen, wurde der Werth der Fabrik nach Abzug der Schulden auf 300 000 Thaler abge- schätzt und in 6000 Anthcile von je 50 Thalern zerlegt. Diese Antheile sollten von Beamten und Arbeitern durch eine Anzahlung von mindestens 6 Thalern und 11 monat- lichen Einzahlungen von 4 Thalern im ersten Verwaltungs- jähr bis zum zehnten Theile obiger Werthe erworben werden können." Mit dürren Worten: der Kapitalist will den Ar- beitern ein Zehntel der Mehrwerthe überlassen, in der Er- Wartung, daß sie durch die Aussicht auf diesen„Gewinn" zu intensiverer Arbeit angetrieben werden. Aber merkwürdig! Die verstockten Arbeiter wollten diese Humanität und Arbeiter- liebe ihres Prinzipals gar nicht einsehen;„Die Neigung der Ar- beiter, Antheilscheine zu erwerben, ging verloren." Schänd- lich! DaS hat Herr Borchert nun von seinem Jdea- lismuS! „Unter solchen Verhältnissen erübrigte nur, von der weiteren Verfolgung der angestrebten Ziele abzusehen. ES wird aber„Generalakkord" eingeführt. Der Witz dieses Generalakkords ist folgender: Der Gesammtlohn(Gesammt- wetth der Arbeit sagt Herr v. Stülpnagel!), welchen in der rnonatlichen Produktenmenge steckt, wird ausgerechnet und auf die einzelnen Arbeiter, je nach ihren Leistungen, ver- mz i wenn ich gegen Morgen toll und voll und nicht mehr bei Besinnung sein werde, trefft Anstalt, daß man mich in meinen Reisewagen hinabträgt und dort auf den Sitz legt; dann laßt anspannen und die Pferde mit mir auf und davon jagen." So wollte er in unbewußtem Zustande von Hause, aus seiner Vaterstadt sich entfernen. Als nun gegen Morgen die sämmtlichen Gäste, der Eine hier, der Andere dort, unter den Tisch gesunken waren, schnarchte auch unser Herr Johann Famula gemüthlich mit rückwärts angelehntem Kopf in seinem Lehnstuhl; nur Timar war seiner Sinne mächtig geblieben. Dem Geisteskranken geht es mit dem Wein, wie dem König MithridateS mit dem Gift: er ist davon nicht umzubringen. So mußte er denn selbst den Wagen aufsuchen gehen und sich auf die Reise machen. In seinem Kopfe wogte Leben und Traum, Einbildung und Rausch, Erinnerung und Hallu- zinatton wirr durcheinander. Ihm schien, als wäre er am Nachtlager einer schlafenden Heiligen mit weißem Antlitz gestanden, als hätte er die Lippen dieser weißen Statue ge- küßt und als wäre die Statue auch auf diesen Kuß nicht erwacht. Vielleicht war eS nur Rausch oder ein Phantasie- bild. Dann glaubte er sich zu erinnern, daß hinter der Thür eineS dunklen Ganges, an welcher er vorüberging, ein schönes Mänadengesicht, umwallt von reichen Locken hervor- schaute; sie hatte so funkelnde Augen und rothe Lippen, zwischen denen zwei Perlenreihen hervorblickten, sals sie, den Wachsstock ihm entgegenbaltend, den Taumelnden fragte: „wohin gehen Sie, Herr?" Und darauf habe er der reizenden Fee ins Ohr ge- flüstert:„Ich gehe Timea glücklich zu machen..." Da hatte der Feenkopf sich plötzlich zu einem Medusen- Haupt verzerrt, die Haarlocken hatten sich in Schlangen ver- wandelt. Vielleicht war auch das nur eine Halluzination gewesen. Timar erwachte erst gegen Mittag in seinem Wagen, als der Eilbauer frische Pferoe einspannte. Er war schon theilt; es geschieht daS so, daß wöchentlich Abschlagszahlun- gen geleistet werden und daß am Ende des Monats der etwaige Ueberschuß vertheilt wird. Also, nehmen wir an, der Gesammtlohn, der in der monatlichen Produktenmenge steckt, sei--» 1000 Mark, und es haben 100 Arbeiter daran gearbeitet, so bekommt der eine Arbeiter 80, der andere 120, der dritte 100 Mark, und so fort, den Theil der 1000 Mark, der seinen Leistungen entspricht. Ganz naiv erzählt Herr von Stülpnagel die„erheb- lichen Vorzüge" dieses Verfahrens.„Die Arbeiter fühlen sich als Ganze«, überwachen sich gegenseitig und sehen, weil nur gute Waaren abgenommen werden, auf tadellose Leistungen(!) Der unfähige Arbeiter wird bald von seinen Kollegen entfernt(?). Die nur monatlich ein- mal zur Auszahlung gelangenden Rententhcile am Gesammt- verdienst halten die Arbeiter ab,„vor dem Monatsschluß die Arbeitsstelle zu verlassen(?)." Triumph, Triumph! Endlich hat der geniale Kapitalist ein Mittel gefunden, nicht nur die Arbeiter zu den möglich höchsten Leistungen anzuspornen, möglich viel Arbeit von ihnen herauszupressen, er hat auch ein Mittel, Zwietracht, Eifersucht und Gehässigkeit unter den Arbeitern zu erregen, und endlich, er hat sie fest, sie können ihn nicht vor Monatsschluß verlassen. Sollte man Herrn Kommerzienrath Wilhelm Borchcrt nicht ein Denkmal setzen? In der Spindler' schen Färberei besteht eine Sparkasse mit Zwangseinlage; da der Arbeiter bekanntlich nicht die höchste Tugend des Menschen kennt, die Spar- samkeit, so wird eS ihm hier mit Gewalt beigebracht. Aber den Arbeitern ist nun einmal nicht zu helfen! Sie wollen ja nicht!„Leider hat die Betheilung an dieser Kasse trotz aller Anregungen den Erwartungen der Firma nicht entsprochen." Eine bessere Einrichtung, als diese Sparkasse, ist die der Sommerurlaube für Arbeiter bei derselben Firma; hier sieht man wirklich einmal das Bestreben, für die Arbeiter etwas Gutes zu thun, ohne den Hintergedanken, daß auch dabei etwas Gutes für das Portemonnaie deS Kapitalisten abfällt und ohne die empörende Bevormundung der Ar- beiter; so haben denn auch über 85 pCt. der Arbeiter den Urlaub benutzt. Freilich sind die Kosten für diese Menschenliebe nicht allzu groß;„der Ausfall der Arbeits- kraft(man bewundere den Stil des Herrn v. Stülpnagel), welche die Beurlaubungen veranlassen, betrug 1880 bei den Arbeitern 1180 M."! Vorrelperndenjen. Zondon» den 14. September. Der große Dockstreik ist also zu Ende und am Montag werden die Arbeiten wieder aufgenommen weiden, nachdem sie über 4 Wochen darnieder gelegen. Die Freude ist allgemein, und mit der Freude mischt weit von Komorn entfernt. Sein Vorsatz hatte sich nicht geändert. In später Nacht langte er an der unteren Donau an, wo vor der Fischerhütte der Schwärzerkahn, den er dorthin bestellt hatte, ihn schon erwartete. Er ließ sich noch in der Nacht auf die Insel hinüberfahren. Ein Gedanke ging ihm im Kopf herum. Wie, wenn Noemi mittlerweile gestorben wäre? Warum sollte das nicht möglich sein? Welche Last wäre ihm da abgenommen! Sie zu dem furchtbaren Schritt überreden zu müssen! Wer eine fixe Idee erfaßt hat, der verlangt vom Schicksal, daß Alles so geschehe, wie er es sich ausgedacht. Neben dem weißen Rosenstrauch steht jetzt schon auch ein zweiter, der im Lenz roth blühen wird— auf dem Grabe Noenns. Nun kommt noch ein dritter hinzu, mit gelben Rosen— der Blume des Goldmannes. Mit diesen Gedanken beschäftigt betrat er daS Ufer der Insel. ES war noch Nacht und der Mond schien. DaS un- vollendet gebliebene Nußholzhaus stand wie eine Krvpte da auf dem grasbewachsenen Platz; die Fenster und Thür- öffnungen waren mit Binsenmatten verhängt als Schutz gegen Schnee und Regen.Michael eilte auf die kleine Behausung zu. Almira kam ihm entgegen und leckte ihm die Hand; sie bellte nicht, son-dern nahm einen Zipfel seines Mantels zwischen die Zähne und zerrte ihm zum Fenster hin. Der Mond schien durchs Fenster und Michael schaute in die kleine Stube hinein, die ganz hell war. Er konnte ganz deutlich ausnehmen, daß nur eine Bett- statt im Zimmer stand, die andere fehlte. Auf diesem Bett schläft Therese. Es ist so, wie er fich'S gedacht. Noemi ist schon unter dem Rosenstrauch gebettet. So ist'S gut. Er klopfte ans Fenster.„Ick bin's Therese." Auf diesen Ruf erschien die Frau unter ver Veranda.„Schlafen Sie allein, Therese?" fragte sie Timar. „Ja." ",Jst Noemi hinauf zu Dodi?" sich Stolz, daß dieser ungeheure Klassenkampf— her ge- waltigste den England sei! dem„großen Lancashiresireik" von 1842 gesehen hat, in vollständigster Ruhe und ohne die ge- ringste Störung der öffentlichen Ordnung verlaufen ist. Und wahrhaftig, man kann den Engländern dre Berechtigung ihres Stolzes nicht abstreiten. Wo ist ein zweites Land in Europa, welches durch eine solche Krise hätte hindurchgehen können, ohne sich in seiner Sicherheit bedroht zu fühlen? Und namentlich das deutsche Reich bietet der englichen Presse Anlaß zu Vergleichen, die für England sehr schmeichelhaft, für uns aber sehr beschämend sind. Die Haltung der deutschen Reptil- blätter, die den Ruf Deutschlands schon so oft vor dem Aus- lande kompromiltirt haben, ist auch jetzt wieder geeignet, uns recht gründlich blas zu stellen. Diese hysterischen Angstrufe, daß in England das„Rothe Gespenst" umgeht, diese absolute Unfähi�keil, die Natur der sozialen Zustände zu erkennen, bieten der englischen Presse reichen Stoff zu verachtungsvollem Spott. Es wäre gut, wenn Herr Pindter, der sich gelegentlich so gern auf die Presse des Auslandes beruft, einmal dre eng- tischen Preßstimmcn über den Streik und dessen Beurthcilung im Ausland sammelte und veröffentlichte. Er könnte vielleicht etwas lernen— wenn er nicht über das Alter hinaus wäre.— Die Popularität des unter der Londoner Arbciterberölkerung schon seit langem allgemein de- liebten Kardinals M a n n i n g ist durch diesen Streik noch außerordentlich erhöht worden. Trotz seiner 82 Jahre hat dieser merkwürdige Mann in den letzten acht Tagen unermüd- lich gearbeitet, um den Kompromiß herbeizuführen; und die acht volkSthümliche Art, wie er mit den Arbeitern— als Gleicher mit Gleichen— verkehrt, steht im grellen Kontrast zu den steifen, gcldprotzigcn Manieren des protestantischen Bischofs von London. Es zeigt sich hier wieder ein- mal, daß die katholische Kirche einen viel weiteren Gesichtskreis hat— und in der Wahl ihrer Stützen und Vertreter viel vor- fichtiger ist, als die protestantische. x»olitiw,e!U'lievNrl»k. Ueber die kommende Reichstag» sesston und das Schicksal des Sozialistengesetzes orakelt ein Oberoffiziosus in der „Magdeb. Ztg." in folgender Weise: „Bestimmtere Aufschlüffe über den Termin der Reichstags- eröffnung werden zu erwarten sein, wenn Herr Staatssekrerär v. Böltichcr, der zu Beginn der nächsten Woche hier zurück- erwarlet wird, die übliche Reise nach Friedrichsruh angetreten haben wird. Indessen wird daran festgehalten, daß, � von be- sonderen Zwischenfällen abgesehen, dieser Termin in die letzten Oktoderiage fallen dürfte. Ueber das Schicksal des Sozialisten- gesetzes besteht auch noch vollkommene Unklarheit. Man spricht von einer Wiederholung deS Versuchs, durch eine Verschärfung des Straf- und Preßgesetzcs die Handhabung zur Bekämpfung der gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie zu finden. Auf der anderen Seite wird versichert, daß bei den Schwieripkeiten, auf die der erste praktische Versuch einer der- artigen Lösung schon bei den Regierungen gestoßen sei, die Wiederholung eines aller Wahrscheinlichkeit nach aussichtslosen Experiments nicht glaubhaft erscheine, um so weniger, als Zeit zum Expcrimcnliren nicht vorhanden sei. Von dieser Seite wird daher ein dauerndes Spezialgesetz angekündigt, das in- dessen nicht den Charakter eines Ausnahmegesetzes tragen soll. Man wird bestimmtere Ausschlüsse abzuwarten haben. Zu Gerüchten läßt sich schwer Stellung nehmen." Zu diesem Gequassel übrigens auch. Kekannltich ist der reaktionären Gevatterschaft im Deutsche» Reich nichts unangenehmer, als die Rechen- fckrnslsderichte über die Ausführung des Sozialistengesetzes. Man rufe sich nur in Elinnernng, welches Aufsehen die Ent- hüllungen über die Spitzelwirthschaft in der ganzen Welt her- vorgerufen, und welchen Eindruck die jedesmaligen„Begrün- düngen" der Verlängerung des Sozialistengesetzes im Lande gemacht haben, und man wird das unbehagliche Gefühl der Gevatlerschaft würdigen können. Sie möchte oeshalb an Stelle des immer wieder zu erneuernden Sozialistengesetzes ein dauerndes Gesetz gegen die„sozialdemokratischen Umsturzbe- strebungcn" wie es in der volllönenden Reptiliensprache heißt, setzen, um der lästigen Pflicht der Berichtcrstaitung ledig zu fern, und die Presse dieser Gevatterschaft bemüht sich schon seit Langun unausgesetzt, der Regierung ihre diesbezüglichen Wünsche darzulegen. Ein juristisches Gefüge selbst auszuarbeiten unb der Regierung zu überreichen, dazu reicht die Weisheit der Gelehrten der Kartellsippe nicht aus; sie begnügen sich in un- gewohnter Bescheidenheit mit Andeutungen, wie sie es und was sie haben möchten. Die verbündeten Regierungen stehen auch noch immer wre vor einem Räthsel; sie wissen auch nicht, was und wie die Sache anzufassen sei. Da hofft man irgend ein „Herr Rath" werde aus der Sommerfrische, aus dem kühlen Schatten des Teutoburger Waldes vielleicht, ein Gesctzlein fix und fertig mit nach Hause bringen, das geeignet wäre, die „Nicht doch, Dodi ist herabgekommen zu Noemi." Timar sah verwundert Theresen ins Gesicht. Da ergriff die Frau seine Hand und führte mit schlauem Lächeln ihn hinten nach dem Hause, wo das Fenster des andern Zimmers der kleinen Wohnung sich befand. Auch dieses Zimmer war hell; es brannte eine Nachtlanipe darin. Timar sah durchs Fenster und erblickte Noemi auf dem weißen Bett liegend, ihr Arm umschlang einen goldlockigen Engel, der sich an ihre Brust schmiegte.„Was ist das?" rief Timar mit gedämpfter Stimme. Therese lächelte sanft.„Sehen Sie denn nicht? Der kleine Dodi. Er hat sich zurückgesehnt zu uns. Hier unten sei es besser, meinte er, als oben im Himmel. Er sagte zum lieben Hergott: du hast Engel genug, laff' mich zurück zu denen, die nur den einen hatten; und der Herr ließ ihn zurück." „Wie ist daS möglich?" „Hm, hm. Es ist die alte Geschichte. Eine arme Pascherin ist wieder gestorben, und wir haben das verwaiste Kind zu uns genommen. Du bist doch nicht böse darüber?" Timar zitterte so am ganzen Leib, als läge er im hitzigen Fieber.„Bitte, wecken Sie d,e Schläfer nicht auf vor dem Morgen," sagte Therese.„Dem Kinde jschadet es, wenn man seinen Schlaf unterbricht. Es ist ein eigen Ding um das Kinderleben. Nicht wahr, Sie werden sich noch ge- dulden?" Timar fiel es nicht ein, auch nur ein Wort dagegen zu sagen. Er schleuderte seine Mütze vom Kopf, warf den Mantel ab, zog den Nock aus und schürzte seine Hemdärmel an den Armen auf. Therese glaubte, er sei verrückt ge- worden. Ei warum nicht gar verrückt! Er rannte hin nach dem Nußholzhause, riß die Binsenmatten von Thüren und Fenstern herab, zog die Hobelbank hervor, schraubte daS unvollendet gebliebene Thürbrett ein, und nahm den Hobel und fing zu arbeiten an. Es fing eben zu dämmern an. Noemi träumte, daß Jemand im neuen Hause Tischlerarbeit verrichte, der Hobel raspelt ans dem harten Holz und der muntere Arbeiter singt dazu: Aufgabe„befriedigend" zu löscn. Der gegenwä-tige Reichstag müsse die Fcage ordnen, und er werde schon annehmen, was ihm geboten wird; Uederraschungen seien bei der Unberechen- barkcrl deS allgemeinen Wahlrechts nicht ausgeschlossen. Gut, daß man zu der letzten Einsicht gekommen ist. Ihr Urtheil«Ker de» grossen Londoner Streik faßt dre„Fi kstr. Ztg." in Folgen dem zusammen: Emer der größten englischen Streiks ist zu Ende: die Dockarbeiter haben von den Dockdirckioren den Zuschlag von einem Penny für die Arbeiisstunde sowie die Zusicherung eine« Minimums von vierstündiger Arbeit und Abschaffung des Kontraktsystems er- hallen. Für die direkt betroffenen 10 000 bis 20000 eigent- lichen Dockarbeiter ist die Verbesserung ihrer materiellen Lage, welche dieser Zuschlag herbeiführt, bedeutend genug. Aber wenn es sich nur darum gehandelt hätte, wäre der Gewinn mit zu großen Opfern erkauft worden. Denn um diesen Penny zu erzwingen, unterzogen sich über 100000 Aibciter, worunter weitaus die größte Zahl aus freien Stücken, den allergrößten Enibehrungen, und hunderttausende Familien, Weiber und Kinder mußten hungern; von den gewaltigen Verlusten, welche die Handels- interessen Londons erlitten und die sich wohl auf zwei Mil- lionen belaufrn, gar nicht zu sprechen. Thatlächlich handelte CS sich in diesem Riescnkampfe zwischen Kapital und Arbeit um etwas weit Größeres, als um einen bloßen Penny Ar- beitslohn. Der Streik hat zunächst den Beweis geliefert, daß die hergebrachte nationalökonomifche Lehre von der unbegrenzten Konkurrenz auch für England todt ist, fowe t der Arbeits« markt in Betracht kommt. Im Kampfe zwischen dem Recht des Kapitalisten auf feine Dividenden und dem Recht des ArbeitSmanncS auf ein menschenwürdiges Dasein haben die Sehnen des letzteren den Sieg davongetragen. Die Dock- direktoren beanspruchen nichts mehr, als was feit der Grün- dung der Manchesterschule als die Basis des industriellen Lebens angesehen wurde, das Recht nämlich, die Arbeit auf dem billigsten Markte und so bKrg wie möglich zu miethen. Als die Arbeiter sich dagegen auflchntcn, suchten die Direk- toren sie durch Aushungern zur Nachgiebigkeit zu zwingen. Aber der gesunde Verstand des John Ball sträubte sich gegen dieses barbarische Verfahren und hinderte die Direktoren am Aeußersten. Die Auflehnung der öffentlichen Meinung ist die zweite, nicht minder werlhvolle Lehre des Streiks der Dockarbeiter. Die Sympathie mit den streikenden Arbeitern war keineswegs auf den Arbeiterstand beschränkt, sie trat im Bürgerstand zu Tage, und nicht jwenige Kapitalisten, dar- unter sogar Aktionäre der Docks, halfen den Arbeitern mit Geld, um es ihnen zu ermöglichen, gegen die Halsstarrigkeit der Direktoren auSzuhalten. Die schauerlichen Enthüllungen der letzten Jahre über daS Elend und die schlechtbezahlte Ar- h eit der Bevölkerung des Osten des haben das Gewissen der ganzen Nation, vom Höchsten bis zum Niedrigsten, aus seinem Schlafe aufgerüttelt. Der Triumph der Dockstreiker bedeutet das baldige Ende des Schwitzsystems. Was die seit Monaten sich hmschlep- pende Enquete der parlamentarischen Kommission nicht zu thun vermochte, das haben die Entbehrungen der Helden- müthigen Streiker für ihre ArbeilSgenossen in vier Wochen zu Stande gebracht. Es ist kein bloßer Zufall, daß mitten im Streik der Dockarbeiter die Orange Träger den Erzschwitzer William«, der seit Jahren sie systematisch, trotz der Truck-Akle, beschwindelt hat, loS wurden, daß die jüdischen und chnstlichen Schneider eine Herabsetzung der Arbeitsstunden erlangten, daß die Eisenbahnarbeiter und Angestellten der Gasanstalten be- deutende Zugeständnisse erzwangen. Die meisten Arbeiter, die in den letzten Wochen ihr Loos verbessert haben, ge- hören dem niedrigsten A.beitsstande an, wo Kraft eher als Geschick bezahlt wird. Aber auch in dieser Truppe des gewaltigen Arbeitsheeres hat sich die Erkenntniß Bahn gebrochen, daß der Weg zur Emanzipation durch Kombination führt, und wenn die Geschichte der Arbeiter- bewegung Englands dereinst geschrieben wird, wird man her- vorheben müssen, daß cs die armen Dockarbeiter waren, die sich seit Jahren, vom Hunger getrieben, um die Dockihore drängten, daß sie, die verachteten Parias, deren hoffnungslose Lage die Philantropen zur Verzweiflung trieb, eS waren, welche das wichtigste Ergebniß, die Ausstellung eines MinimaUohneS für alle Arbeiter, erzwungen haben. Hinter den Sixpence pro Ar- beitsstunde wird man, fo lang« England's Prosperität an- dauert, kaum mehr zmückgehen können.— In ähnlicher Weise urtheilt auch unser Korrespondent. „In Anbetracht der»ngiiustige» Nerchältniffe" hat die deutsche Kolonialgesellschaft ihre für die nächste Zeit ge- plante Generalversammlung aufgegeben, wie sie selbst bekannt macht, und auf„ungünstige Verhältnisse" scheinen unsere Kolonialpolitiker gegenwärtig einmal wieder an allen Ecken und Enden»u stoßen. Der Kolonialrausch ist eben doch ver- flogen, und die„Kreuzzta.", welche sonst unsere Kolonialpolitik mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, hat ganz Recht, wenn sie die übertriebene Betonung der kolonial ...____________ lonialen Aufgaben des Deutschen Reiches durch die Nationalliberalen wie folgt ab- fertigt: „Nicht geb ich um ein Königschloß Dein Hüttchen klein, mein Kind!" und als sie die Augen öffnete, hörte sie noch immer daS Hobelgeraspel und das Lied. Viertes Kapitel. Therese. Timar war eS gelungen, alle Welt zu bestehlen. Timea bestahl er um die Millionen ihres Vaters, dann stahl er ihr das Mannesideal ihres HerzenS und sich ihre eheliche Treue. Noemi bestahl er um ihr liebendes Herz, ihre weibliche Zärtlichkeit, um ihr ganzes Selbst. Therese stahl er ihr Vertrauen, den letzten Glauben eines die Menschen haffenden Gemüthes an den einzigen wahren Menschen, er stahl ihr die herrenlose Insel, um sie ihr dann wieder zurückzuschenken, und damit stahl er sich ihre Dank- barkeit. Theodor Krißtyan hat er um die ganze Welt be- stöhlen, indem er ihn listig verbannte in eine andere Hemi- sphäre. Er hat Athalie um Vater und Mutter, Haus und Bräutigam, um ihre irdische und ewige Glückseligkeit be- stöhlen. Seinen Freund Katschuka bestahl er um die Hoff- nung einer glücklichen Existenz. Die Achtung, welche die Welt ihm zollt, die Thränen der Armuth, die Händeküsse der Waisenkinder, der von seinem König ihm verliehene Ver- dienstorden, ist das nicht auch Alles Diebstahl? Er stahl den Schwärzern die Treue, mit der sie sein Geheimniß bewahren — ein Dieb, der Diebe bestiehlt!. Ja, er hat den lieben Herr- fott selbst bestohlen; er stahl ihm einen kleinen Engel vom »immel. Seine Seele gehörte ihm nicht mehr; er hatte sie schon dem Mond verpfändet; auch den hat er betrogen; er gab ihm nicht, was er ihm versprochen. Er hat den Mond bestohlen! Das Gift war bereits gemischt, das ihn hinüberschaffen sollte in den Stern deS Nichts; ha, wie freuten sich schon und jubelten alle Teufel, wie hielten sie schon die Krallen nach seiner armen Seele ausgestreckt. Dann hielt er auch sie zum Narren und brachte sich nicht um.— Er hat selbst den Tod bestohlen. Aus der Mrtte der Welt stahl er sich ein Paradies und vom verbotenen Baume des Paradieses die Frucht, während der ihn bewachende Erzengel ihm den Rücken zugewandt hatte, de«$»• Zunächst erlauben wir uns wirklich, trotz Vetcrs und seiner Propheten, sie(die kolonialvontli»� Fragen) nicht als Schibolelh der nationalen Gcfivvuiiil onzuseh n. Dann ober scheint uns doch sehr Viele«•>:' für zu spiechen, daß selbst Fürst Bismarck und die orv bündetrn Regierungen diese Aufgaben nickt mit � hohen Grade der nationalen Temperatur betrachten, n'' allerdings die rationalliberale Presse, und schneB'!* müssen wir immer wieder aus ziemlich gründlicher Kennr n>ß unseres Volkes betonen: dasselbe hat für«° Kolonialpolit.k ein viel geringeres Interesse, als ssf kleine Anzahl„Gebildeter", die sich in den Koloan' vereinen durch sehr schöne Voitiäge gegenseitig K' geistern." Mehr haben die„Reichsfeinde" bisher auch nicht bchou»' tet. In die Reihe der neuerdings hei vorgetretenen.ung«°° stigen Verhältn.'sse" gehört ferner die bezeichnende Antwix, welche Fl'isst Bismarck der Kolonialgesellschaft für Sudwel" afrika infolge einer Eingabe zukommen ließ, in der um 0' tbeilung de« Schutzbrieses gebeten wurde. Die Antwort oe Rcickskanzler« lautet veimuthlich so„ungünstig." daß die<»" sellschaft den Wortlaut bis jetzt noch nicht verössentlickt hat u-ss auch mit dem Inhalt de« Bescheides bis vorgeitern hinter Berge hielt, obgleich der Bescheid längst erlassen ist. M»» die Gesellschaft nicht auch längst im Besitze einer reick«««' lichen Antwort auf ihre Bitte sein, ihren Besitz an ein fss�°? Konsortium veräußern zu dürfen? ES ist ja merkwürdig P geworden von der eigenthümlichen Verkaussgeschichle. o der bekannt gewordenen Antwort des auswärtigen Amte«« die füdwestafrikoni'che Gesellschaft wird wieder einmal der Oilafnka verlassene Grundsatz betont, daß eS nicht Ai» gäbe des Reiches sein könnte, unfundirte Unlernehmuv« ReichSangehöriger in Übersee, schen Ländern zu schützen. 4«' ist recht gut und vernü fug gesagt. Tiotzdem sind aber Reichshaushalt für 1889 90 nicht unbeträcktliche vr»\j AM für eine Polizeitruppe ausgeworfen, welche in «er „unfundirten" südwestafrikanischen Unternehmung statio� ist, und für Ostafcika, wo all- Verhältnisse bekanntlich trotz H*/ VMIW I Wl iW Witt-SJVI yuitillf UClUlllll IIWJ Erpedition Wißmann gegenwärtig noch„unfundirtei" ftn"' sie vorher waren, sollen ganz gewiß recht bedeutende Nächst�' rungen an dmJJleickSlng gemacht werden. Es sckeint, 4 wolle man im Auswärtigen Amt durch die kühle Abferbg� der Südwestafrlkaner die besonnenen Kolonialpolitiker Mssss digcn, durch die liebevolle Aufmerksamkeit aber, welche w Ostafrika zuwendet, einer anderen, kolonialeifrigen Genüge thun. Es fragt sich nur, wie lange die« durchzui� ist. Schon jetzt überwiegen offenbar die„ungünstigen**• hältnisse". Die Kergwrrkobrsttzer i« Rheinland-«nd falen streben schon seit langer Zeit dahin, eine Ermäd>8�4 der Eisenbahntarife zu erlangen und ihre Kundgebungen ntitb dieser Richtung hin sind oft sehr laut und dringend gewss� führten sie doch sogar dahin, daß man Herrn v. Maybach einen Generaldiriktor eines großen Werkes ersetzen wm»' Bisher scheiterten die Anforderungen der Bergwerksbssitzer M, an dem Widerstände der Etsenbahnverwaltung, welche anctP lichst bemüht rst, jeden Einnahmeausfall zu verhüten,«v»' möchte man nun den deutschen Handeletag als Vorspann � nutzen. Der Verein für die bergbaulichen Interessen bergamlsbezirke Dortmund hat in Gemeinschaft mit dem zur Wahrung der gemeinsamen wirlhschaftlichcn Interessen Rhemland-Westfalen an den Ausschuß des deutschen Hantl�', tage« den Antrag gestellt, auf die Tagesordnung der nack�, den Gegenstand:„Verwendung S-r Hauptversammlung Ueberschüsse der preußischen Staalseisenbahnverwallung A setzen. In der Begründung wird darüber Klag- daß die Emnahmeüderschüsse der StaatSbahnen nicht, man nach den Versprechungen bei der Verstaatlichung � nehmen sollte, zur Förderung der VerkehrSmteressen und Herbeiführung erneS billigeren Austausches der Güter geds� haben, sondern in den allgemeinen Staatssäckel geflossen Ks'-', Namentlich sei die Amortrsation der Eisenbahnschulden, dm: Vorbedingung einer gesunden Tarifpolitik, die her nur rechnerischem Wege erfolgt. Die bisherige Verwendung Ueberschüsse sei nur wenig in Einklang zu bringen mü Gesichtspunkien, von denen Regierung und Volksvertretung der Verstaatlichung der Elsenbahnen sich leiten ließen und* ausgesprochenermaßen von der Voraussetzung gelragen' daß die Eisenbahnen als solche nicht als Quellen zu betraor seien, aus denen dem Staaie direkt E-nnahmen zur Bestreit" seiner allgemeinen Bedürfnisse zuzuführen seien, daß vielnu der oberste Zweck de« StaaiSbahnsyst.-mS nur der sein ko""' die wirthschaftlichen, insbesondere die VerkehrSintercffen" Landes zu fördern. Da von den Berti etern dieses StMss. punkte«, u. a. von dem Abg. Hammacher ,m Abaecrdnctcnh"A anerkannt worden ist, daß das jetzt übliche Verfahren � Garantiegesetze nicht widerspricht, so wird man wohl den � such machen wollen, eine Aenderung herbeizuführen. Dennssss den kleineren Maßregeln, die Herr Hammacker bei der Berathung des Eisenbahnetats anregte, gewisse einmalige gaben nicht aus Anleihen, sondern aus den laufenden � und in dem verborgenen Eden sprach er Hohn Allem, menschliches Gesetz: dem Geistlichen, dem König, dem ssiichss? dem Kriegskommandanten, dem Steuereinnehmer, der Pol'i' Sie alle sind durch ihn bestohlen.. Und Alles gelang ihm. Wie lang aber wird der ErF dauern? � Alle Welt wußte er zu betrügen, nur Einen nicht: 1' selbst. Er war immer so traurig, auch wenn sein A"„ V�V»VWV lllllfivv|V HWlllll� WWUf IVWIll|VUl f lächelte. Er wußte am besten, was sein wahrer war. Und er wäre so gerne das wirklich geworden,«as schien.„ DaS aber war ein Ding der Unmöglichkeit. Der u ermeßliche Reichthum... die allgemeine Achtung..-A, beseligende Liebe... wenn nur Eins von diesem wahrhaft selbst erworbener Besitz wäre! Aufrichtig� ern Menschenliebe, Strenge, Selbstaufopferung waren die Gr"" läge seines Charakters, die Lebenslust seiner Seele; hörte mächtige Versuchungen hatten ihn in eine entgeg�. setzte Strömung fortgerissen; und jetzt hat er einen schen vor sich, den Jedermann liebt, achtet und ehrt, und� nur von sich selbst gehaßt und angeklagt wird. Und hat ihn noch das Schicksal seit seiner letzten Kranes, mit einer so eisernen Gesundheit gesegnet, daß "'■(. Statt zu altern hat er sich � ihm zu schaden vermag. jungt. (Fortsetzung folgt.) Ntts Mimst und rede»' Nerwickelte Uerwandtschast. In einer Stadt in AÄ, sylvamen nahm sich vor kurzem ein Mann da« Leben auSss'�. zweiflung über seine verwickelten Verwandtschafleoerhät� deren bunte Beschaffenheit zur Genüge aus folgendem hervorgeht, der sich in dem einen Stiefel des Sclbstnio' J, fand. Derselbe lautet folgendermaßen:„Ich verHeirat he>�-> mit einer Wittwe, die eine erwachsene Tochter hatte. Vater kam oft in mein Hau«, verliebte sich in meine& tochter und heirathete sie. So wurde mein Va'"-™' Schwiegersohn und meine Stieftochter meine Mutter. »da 1 jwfyiten zu bcdfcn, wird wohl kaum �Wickelung mit Aufmerksamkeit e viel erreicht. Man ficht «uit»ni|aTiii«i entgegen. fiüb iih ��utrud die Lebensmittelpreise gestiegen .K«»-»» Vorjahre, ergiebt sich, wenn man die von der Icknm- ��pondenz" aufgestellte Statistik über die Durch- n wichtigsten Lebensmittel für die beiden Monate iitirr ot un� Juni 1888 mit einander vergleicht. Aus Zli»,,».o�'u�u��ung ergiebt ficht daß in Preußen im «rufiu. un�(in Klammern) im Juni 1388 durchschnittlich W» wurden für je tausend Kilo: Weizen 181(175» M.. , x �~ e-'im /1 On\ StÖflo«',UcUr'U,m'ur Tt lauicno nuu.___... R M-nk M., Gerste 149(128) M.. Hafer 157(130) Sinsen(l94) M., Speisebohnen 296(293) M.. « len �™ U7 9t sn?.. Richistroh 57 ö..''«nuaicrBien z�u( ra-i i'jui., �cncuumii" Sinsen 460(453) M., Kartoffeln 49,6(47,2) M., Rrchlstroh 57 W24) M.. Heu 59,6(66,6) M. Ferner wurden gezablt für ,e i!N tKf« Oa... v nr-r.*■.,.-.r� /i t o\ CITi ffl rlffit I 4 I ei» fftüTco X'ü'uu'ul M. Ferner wurden gezann ,ui ,c (l.lTz'�dflnsch 1 22(1,13) M., Schweinefleisch 1.4t li U) m'' �?ib fleisch 1,18(1,07) SDf., Hammelfleisch 1,21 ' jf!/ />rtv�,n"--------\ nm ,—v,«aioriei cn i/io t~r U/U) M., aeräucherler inländischer Sveck 1,74(1 � � �>er 2,28(1,96) M., Weizenmehl Nr. 1t 0,33(0.32» Mark. "nggenmehl Nr. 1 t 0,27(0,25) M., JavareiS 0.55(0,54) üf., . r r*.«rr.a f-r. /r» r.i\ C—"--- rA, 1: 0'27(0�5) �aoareis u,üü Sann/o« r0oe5 Juvakaffee 2,73(2.54) M., gelber gebrannter s>4qt w» �(�'� Vi- inländisches Schweineschmalz 1,66 (257) M f ein Schock Eier wurden gezahlt 3,07 "'»<< u�arr. »erkd/ Anregung der-fflziöse«„K. p. p.". die Berg. laui.t"r?u,t Seßhaftmachung der Bergleute zu verwenden, taitn 10'"®it glauben daher einer Anregung Ver- »„„.. ieuer zur Seßhaftmachung der Bergleute U,*«onfich:„Wir glauben daher einer'----- n„..D... ftg.jUUfi Leben zu sollen, welche als Quelle, aus welcher solche min ung fließen könnte, die Berawerkssteuer empfohlen sehen aes»',� �lese Steuer paßt in den Rahmen unserer Steuergesetz- und hinein; darüber ist man einig SWx.,. Jte deshalb aufheben; schon in der vorigen isj. ugsfession �hatte der Minister der öffentlichen Ar- »erk-n bezügliche Vorlage angekündigt. Die Berg- an blteuer wird, der Regel nach, mit 2 pCt. vom Ä-rtt!'."!." w'ro, oer mcgei ,wUj,».... r_....... Sufftii» abgesetzten Produkte erhoben, wovon je 1 pCt. als jiir o A und eigentliche Bergwerks steuer gelten, und bringt mindir, eme Einnahme von rund 4 Millionen Mark. Es fa.n.um. viel dagegen einzuwenden sein, die Steuer be- ibernJL" wfikn, und, indem die AuffichtSkosten auf den Staat »orf».,!!!"!6". Wurden, ihren ganzen Betrag zur Ansässig- i..ir.——"."No» Ointcr/ffe des Bera- s» Ür.b£,V'hren ganzen«eirag zur i'aues. Bergleute, also im eigensten Interesse des Berg- >- Zu verwenden. Der Einnahmeausfall kann bei einem �ern und einer halben Milliarde kaum viel bedeuten, 4 Millionen Mark könnte man jährlich 2000 Berg- HantS � Millumen Mark könnte man layriilii tuuv xj««- inttiit.■ m m �.Huus- und Grundbesitzern machen, ohne über- Änlnn, y Verlust zu erleiden, da die neuen Besitzer das 'ftfilr■ J Zu verzinsen und zu amortifiren haben." Ob sich „., 6 wohl ausgerechnet hat, wie lange Zeit auf diesem klein-». /»Uiendia ist, um sämmtliche deutsche Bergleute mit GninMcii, iu versehen? Die Zahl der Kohlengräber i» Zz. ��uudbefitz zu verteyen � suie oayt o«„ lieb/» SiQyH beträgt allein 250000. Um diese in der ange- iwrt»»\�rise zu versorgen, wären also allein 125 Jahre " �>-.....--x>>"„nn �ve« Weife zu versorgen, waren aoo aucin icu ouv»� i»« �udig. Uno dann noch die Tausende von Bergleuten pn-j �bbau! Wahrscheinlich dauern dem Reichskanzler diese hunderte zur Beruhigung der Bergleute doch zu ei» Au« Kamer«« geht den„Münch. Neuest. Nachr." von SlFi-i» verrn, der als Schiffarzt längere Zeit an der Westküste �llirag....------<. o-.t— k.f JCT vrrrn, oer ais "chwen hui- eine Schilderung zu, der wir Folgendes ent- existiren im Kamerungebiet vier Plantagen, ivovon UtgS zwei erst im Entstehen sind. Es sind dies: eine y�oplaniage im Norden von Victoria, zwischen dem letzteren &"tze und Bibundi, und eine Tabakpflanzung in Bibundi. Rechter, ein Würtlemberger, früher>souvcrncmcnisauri»» M, �kerimistischer Postmeister in Kamerun, der die Eacao- w'n»ung anlegt, ist im Februar mit hinausgegangen. ffmer vorgeschritten ist i'«-"»-»nvssnnlima an der Kriegs- 'st ...... die Cacaopflanzung an der Kriegs ..... südlich von Victoria. Der Leiter derselben in �hkus». Endlich besteht noch eine Tabakpflanzung .«nbr bei Groß-Batanga, südlich von Kamerun. Sie wird V_t,nnn Pfälrer Tadakpflanzer, Herrn AllhauS, geleitet. »'Kamerun selbst klagen die Kaufleute über schlechte Geschäfte. Meiste versenden noch die englischen Häuser. Im Juni Jude das neue Meßgebäude(gemeinsames Speisehaus) eröff- Ferner ist die Wohnung für den Arzt der Vollendung »üt ferner ist die Wohnung für ven Arzi oer-vourno....» Zrikk fvü auch der Bau eines Krankenhauses in An- �'i genommen werden. Göttin Themis scheint etwas gar zu . �zuschlagen. Es ist paffirt, daß ein Krujunge, aus- 5inA,.x»A/ /nm 0»-s-jh-n ae- lo$ Ivanen zu kaufen, in Verdacht kam, dieselben ge- ÜiU Zu haben, und darauf ohne nähere Untersuchung des is die Peitsche zu kosten bekam. Er kam mit blutig ge- laenem Rücken zurück und war einige zehn Tage arbeitS- "ig. Es liefen auch Briefe von Chefs der Krustämme fj" Gouvernement ein, worin sie ankündigten, sie würden jnn.c Jungen mehr nach Kamerun weglassen, wenn dieselben '" iu bisherigen Weise geschlagen würden. Da die Kameruner 'ich nicht zur Arbeit zu bekommen sind, so wäre der Ver- °er Krujungen nicht sehr angenehm." Rlü x er fvll es denn den armen Teufeln verdenken, daß sie ven deutschen Kolonialmachern nicht anvertrauen wollen, bfl meine Frau einen Knaben. Er k: n-b ........„............... wurde also ein ivger meines Vaters und mein Onkel, denn er war ja Bruder meiner Stieftochter. Meines Vaters Ehe war falls mit Kindern gesegnet. Sein Sohn war natür- wein Bruder, aber zugleich auch mein Tochter- W.' ba er ja ein Kind meiner Stieftochter war. Meine Frau W weine Großmutter, weil sie Mutter meiner Mutter war. jn! war also ein Kindeskind meiner Frau und gleichzeitig ihr yz,"W und da der Mann einer Großmutter ja selbst Gioß- di»» a- so war ich also— mein eigener Großvater."— Wie mJK steht, ist dies Verwandtschaftsverhältniß ziemlich verwickelt jj wcm kann im Grunde sich nicht darüber wundern, daß es tzj dem guten Manne im Kopfe rund laufen mußte. Wie hunbertmaligr Miedeelrehr des Geburtstages des �»« Nischen Romanschriftstellers Cooper, des vielgelesenen uj?*6 der Lederstrumpf-Erzählungen, welcher am 15. Sev- der � l789 zu Burlington im Staate New-Jersey dos Licht >!,» �dlt erblickte, ruft nachstehendes Abenteuer in die Er- »uf n8 Zurück, welches der Schöpfer der Jndianer-Literatur tz' wropäcschem Boden wirklich erlebt hat. Er besuchte unfern ».ff-went im Jahre 1826 und verweilte längere Zeit in 'i eich und Italien. In Venedig begab er sich eines t.? fsts jn und stauen, on„" L,, oJf-r he« d«? sogenannten�„Brunnen, den Kerker des �strlichen° Rath�°"dm"' Zehn�um die an den»W°nd°n gebrachten Auslassungen u seilte" � dies und Stoßseufzer der Ver- bat seinen Führer,, hm zu Der Beamte, dem du Sache , en zu studiren. Zweck Zeit zu lassen,-eier«cuii.,�, �....______... Iii, W langweilig werden mußte, entfernte sich mit der Ab- n, x den Fremden später wieder abzuholen. Mit der Lampe ** Hand erforschte nun Cooper die verwitterten Inschriften, �»b O den vielen Wänden befanden und vom Staube der nderle fast unlesbar geworden waren. Nach vielem inwfty und Forschen in den entsetzlich feuchten Räumen er- ? ihn der zur Neige gehende Docht der Lampe, daß er stif wnge, schr lange verweilt habe, und nun suchte und V. er beunruhigt nach dem Führer, aber vergebens. suchte an der schweren Eisenthüre sich durch hef- Klopfen bemerkbar zu machen. ES hörte ihn Mensch. Bei dem letzten Scheine der Lampe tu»» na(H der Uhr und bemerkte, daß er bereits seit sechs k»?. da unten war. Was blieb ihm übrig, als sich darauf Zu machen, die Nacht hier zu verweilen. Tappend suchte -------------<.•!.-----«nn«.ftn'tt/n. di "Zes x°ß. machen, die titaql ycer zu vr>.vc..l...,__ S(Sic ner'enec hölzernen Lagerstätten, die zum Gebrauche >»ss.�kfangencn vorhanden waren, um sich darauf niederzu- Hier brachte er eine schlaflose Nacht zu. Wohl zwanzig i wenn dort das Ideal unserer einheimischen Feudalen, die Reib- peitscke, herrfcbt? Privat-Telegramme a«a Kanstbar bestätigen, daß Reichskommissar Wißmann am 9 d. M. in der Richtung auf Mpwapwa ins Innere aufgebrochen ist. Dresden, 16. September. Die Arbeiter im Plauen'schm Grunde haben einen großen Sieg erfochten. Der Wirth zur rothen Schenke", welcher, trotz des charakteristischen Namens -••''*■•..---- x.,---- nr..t_____ seiner Restauration, bisher sich hartnäckig weigerte, den Arbeitern �'' t herzugeben und darin von dem seinen Saal zu Versammlungen Baron von Burgk, dem Besitzer von vier großen Kohlenberg- werken im Plauen'schen Grunde, kräftigst unterstützt wurde, hat gestern kapitulirt. Die Macht der Arbeiter im Boykott war größer als die Macht des Baron v. Burgk und der hinter ihm stehenden Honorationen. Darüber herrscht großer Jubel in den Reihen der Arbeiter. Im sechsten Wahlkreise, zu dem der Plauen'scke Grund gehört, verlautet, daß der bisherige Vertreter im Reichstage, Hofralh Ackermann, dem Sohne des Baron von Burgk Platz machen müsse. Für letzteren wird schon sehr stark in den Militärvereinen des Wahlkreis, S agitirt. Ueberall wird der- selbe auf Betreiben liebedienerischer Mitglieder als Ehrenmitglied vorgeschlagen und nachdem der Antrag Annahme fand, sendet Herr von Burgk jun. als Zeichen der Erkenntlichkeit ein nam- Haftes Geschenk. Es ist nützlich, schon jetzt auf diese Art Wahlagitation in den Militärvereinen, die bekanntlich die aller- höchste Billigung findet, aufmerksam zu machen. K«« Sachsen, 16. Sept. Ein niedliches Denunziation- chcn bringt das„Leipziger Tagebl." gegen den dort erscheinen- den„Wähler". Das Blatt, das in seinem giftigen Haß gegen die Sozialdemokratie jede Scham verloren hat, schreibt: „Leipzig, 15. Sept.„Welche Agitation seitens der Sozialdemokraten getrieben wird, zeigte der Umstand, daß Angehörige dieser Partei auf den um- liegenden Dörfern Massen von Nummern de« Partei- organs„Der Wähler" vertheilen. Namentlich geschieht dies Sonntaas und suchen die Agitatoren besonders die Dienstleute(Knechte u.) auf ihre Seite zu ziehen. Auch Fremde, z. B. Leipziger, die ein Sonntaasausflug nach den Dörfern führt, werden eifrigst mit dem„Wähler" bedient. Bemerkenswerth ist, daß gerade fo'che Nummern dieses Blättchens vertheilt werden, die einen besonders gehässigen Inhalt aufweisen." Der Inhalt des„Wähler", der den Zorn des Leipziger MoniteurS wachruft, enlhält auf alle Fälle nichts Ungesetzliches, dafür sorgen die Leipziger Polizei und Gerichte. Die Agitation für die Verbreitung des„Wähler" steht dem Verleger und den Gesinnungsgenossen desselben aber eben so frei, wie dem Verleger des„Tageblatt" und seinen Kartellbrüdern eS frei steht, für dieses zu wirken. Aber diese Gleichheit ist dem „Leipziger Tageblatt" schon ein Dorn im Auge. Die Leipziger Polizei geht gegen die dortige Sozialdemokratie aufs Schärfste und Rücksichtsloseste vor, doch dem Kartellvolk, das im„Leipz. Tageblatt" das große Wort führt, immer noch nicht scharf und rücksichtslos genug. Da sucht man durch Denunziatiönchen, wie das obige, den staatSretterischen Eifer der Polizei anzuputfchen. Pfui Teufel! Frankreich. Zur Wahlbewegung in Frankreich wird uns geschrieben: Seitdem das„VolkSdlatt" feinen letzten Bericht über den Stand der Dinge gab hat sich die Lage in manchen Punkten geändert. Mit Bezug auf die sozialdemokratischen Kandidaturen ist zu bemerken, daß L a f a r g u e nicht in C e t t e aufgestellt worden ist, wo ein Lokalkandidat an seine Stelle trat, sondern im Departement des Eher, welches für das demokratischste in ganz Frankreich gilt und eine durch und durch demokratische Bauernschaft enthält. Da Lafargue, wie den Lesern bekannt, sich eingehend mit der La n d fr a g e be- schäftigt hat und dieselbe meisterlich beherrscht, so eignet er sich ganz besonders für einen ländlichen Wahlkreis. Longuet kandidirt in Courbevoyö bei Paris.— In Paris spielen die Possibi listen eine recht traurige Rolle: sie be- kämpfen in erster Linie die sozialdemokratischen Kandidaturen und verfahren dabci mit einer Gehässigkeit, welche sich nur durch ihren Haß gegen den Sozialismus er- klären läßt. Sie sind eben im Schlepptau der Bourgeoisie, gleich den englischen TradeSunionisten vom Schlage der Broadhurst: und obendrein sind sie jetzt RegierungS- partei im strengsten Sinne des Worts. Selbst die Opportunisten verhalten sich den Sozialdemokraten gegen- über noch anständiger als die Possibilisten. Es ist der Unter- schied zwischen dem Herrn, der einen gewissen Schliff hat, und dem Bedienten, dem der Schliff abgeht und der die Arbeit seines Herrn, um sich bei ihm einzuschmeicheln, mit plumpem Uebereifer verrichtet. Ketgie«. Brüssel, 15. September. Der gegen den in Unter- suchungshaft befindlichen Lockspitzel Pourbaix schwebende Prozeß nimmt immer weitere Ausdehnung an. Als im Jahre 1886 das deutsche Sozialistengesetz verlängert werden sollte, waren Male tappte er wieder zu der Eingangspforte, die er aber eben so wenig durchdringen konnte, als die Kerkerwände. Nach vielem Suchen gelangte er endlich an eine mannshohe Oeff- nung, die neben dem Marmorfitze angebracht war, auf der einst die Sbirren jene Schlachtopfer niedersetzen ließen, deren sich der Rath der Zehn durch Erdrosselung im Geheimen entledigen wollte und deren Leichname sodann in die in einer benachbarten Bucht stets bereit gehaltene Gondel geworfen wurden, um mit einem Stein am Halse beschwert, m den berüchtigten Kanal Orfano versenkt zu werden. Semen Arm durch die Oesfnung steckend, bemerkte Coooer, daß die- selbe verschiebbar war, und irgend eine Verbindung ahnend, hegann er wiederholt hineinzurufen ohne anfängliche Wirkung, da alles still blieb. Der Aufregung und Erschöpfung hinge- geben, verfiel er in einen Zustand körperlicher und geistiger Abspannung. Glücklicherweise jedoch erschien eine Anzahl mit Fackeln versehener Leute, welche den Dichter auf dem entsetz- Uchen Marmorstuhl fitzend fanden und denselben, der beinahe 24 Stunden gefastet hatte, an'S Licht brachten. Gin lchlanee Musikus. Auf eine echte Pankee-Jdee ist ein New-Äorker Walzerkomponist gekommen, um guten Absatz für sein jüngstes„Opus" zu finden. Er machte bekannt, daß er einen Walzer verfaßt habe, den könne er aber nicht erscheinen lassen, obgleich er bereits gedruckt sei, weil er keinen Titel für denselben wisse. Er wolle gern 10 Pfund Sterling demjenigen geben, der ihm einen geeigneten Titel vorschlüge. Nun ist es doch nothwendig, daß der Taufpate die Musik kennt— und da etwa 150 000 Menschen sich gedankenreich genug wissen, um einen passenden Namen für einen Walzer zu finden, bringt die Post täglich mehreremale ganze Waschkörde von Geldan- Weisungen zu einer Mark(dem Preis der Kompofitton) mit der Bitte, den Walzer zum Zweck der Kenntnißnahme dem An- weisenden einzusenden. Der kluge Kaufmann Komponist leidet bereits am Schreibkrampf, so oft muß er täglich den Empfang der einlaufenden Beträge bestätigen, aber er wird ein reicher Mann bei der Sache. Viele durchschauen ja den Witz, aber sie senden dennoch tapfer ihre Mark ein, um das Werk eines fo durchtriebenen Geschäftsmannes kennen zu lernen. Nichts macht eben auf den Amerikaner mehr Eindruck, als Je- mand, der ihn mit witziger Geriebenheit übers Ohr zu hauen versteht Krown> Sequard's NerjLngnngs- Mittel. Man schreibt aus Paris, vom 8. ds.: Vor einiger Zeit machte die Nachricht die Runde durch die Blätter, der als Rervenphysiolog und als Arzt gleich berühmte Akademiker Brown- Sequard gerade die eist-n großen belgischen Arbeiterunruhen eu?ge- brochen; ganz Hennegau stand in Aufruhr; die belgischen Werke wurden von Arbeiterrotten angegriffen und die bedeutenden Baudoux'schcn GlaSweike in Brand gesteckt und zerstört. D/r damalige preußische Minister Herr von Puttkamer malte diele Vorgänge in den dunkelsten Farben aus und erklärte im Deutschen Reichstage,„das Ministerium Beernaert stehe im Kampfe für die Ruh- Europas". Seitdem jedoch der von der belgischen Regierung angestrengte Sozialisten» prozeß ein so beschämendes Ende gefunden halte, tauchten in der belgischen Presse Artikel auf, welche behaupteten, die Un- ruhen des Jahres 1386 feien von Lockspitzeln und Spitzeln, welche im Dienste der belgischen Sicherheitsbehö'rden gestanden hätten, angezettelt worden, ja der Lockspitzel Pourbaix, der Vertrauensmann der Minister, habe bei der Zerstörung der Baudoux'schcn Glaswerke eine Hauptrolle gespielt; die Blä'trr forderten eine neue gerichtliche Untersuchung. Die klerikale Presse wies diese Forderung mit Entrüstung zurück und die gerichtlichen Behörven stellten sich taub, aber die Bewegung wuchs im Becken Charleroi. Die liberalen Blätter eröffneten erstaunliche Enthüllungen über das Treiben des Pourbaix und der übrigen Spitzel im Jahre 1836; es wurde be- hauptet. daß Pourbmx selbst die Arbeiteibanden an Ort und Stelle zur Anzündung der Baudoux'schcn Glas- werke aufgereizt habe. Geachtete Gemeinderäthe und Bürger erklärten vor dem Untersuchungsrichter, sie könnten die Mitschuld des Pourbaix, welchen sie aus den Photographien desselben mit Bestimmtheit wieder» erkannt hätren, erweisen und forderten eine Gegenüberstellung. Mit jedem Tage wuchs die Zahl der Belastungszeugen. Die Gerichtshöfe in Möns und Charleroi konnten sich dem Drucke der öffentlichen Meinung nicht länger entziehen; sie beschlossen. die Vorgänge des Jahres 1886 nochmals zu untersuchen und die Rolle des Pourbaix gerichtlich klar zu stellen. Der Richter Herr Bollie ist mit dieser Untersuchung und der Vernehmung aller Zeugen betraut und Pourbaix gestern Nachmittag aus dem Gefängnisse in Möns nach dem Gefängnisse in Charleroi übergeführt worden. Auf Anweisung des Generalstaatsanwalts sollen alle Personen, welche sich zur Zeugenaussage gcmelder haben oder melden, vernommen werden; auch der frühere, jetzt in Amerika befindliche Leiter des Glasarbeiterbundes Falleur, welcher wegen Zerstörung der Baudoux'schcn Glaswerke v.r» urtheilt worden war, wird vorgeladen. Soziale Lleberircht. Der Tertiiarbeiter, ein neugegründetes Organ aller in der Textilbranche beschäftigten Arbeiter, dessen Probenummer uns vorliegt, enthält folgenden Mahnruf aus Berlin: „Brüder reicht die Hand zum Bunde!" Diese Worte- fielen mir ein, als ich die Schaffung der Zeitung:„Der Teriil- arbeiter" erfuhr. O, wie oft wurden schon die Hände ausge- streckt, einmal hilfesuchend, wenn des Erwerbslebens Bitlcrniß und seine Folgen den Arbeiter heimsuchten, ein andermal, um Hilfe zu spenden, von denen, welche ihre und ihrer Arbeits-- genossen Loge richtig erkannten und darum verbessern wollten. Und ach wie oft fanden sich die Hände nicht oder waren behindert, dem Ausdruck zu geben, was das Heiz grausam be- schwerte, dem höchsten Gebot des heutigen Lebens zu folgen— der Nächstenliebe, der Liebe für Wahrheit, Recht und Pflicht. Giebt eS wohl eine schönere Aufgabe für den Arbeiter, als nachzudenken darüber, was ihm und seinen Arbeitsgenosscn stammt, überall, wo es geht, mitzuhelfen, dem Arbeiter ein Dasein zu schaffen, von dem man sagen kann, es ist menschlich Wie weit wir davon entfernt sind und wie unendlich viel Mühe dieses hohe Ziel kostet, wird jeder Arbeiter wissen. Darum ist eS doppelt ersteulich, in diesem Blatte einen Herold zu haben, welcher jedem Textilarbeiter Gelegenheit giebt. Erlebtes zu be- richten und von anderen zu vernehmen, hieraus Belehrung zu sammeln und dann zum Wokcle der Gesammtheit wirken zu können. Wie die Arbeiter verschiedener Städte sich am Beispiel anderer stärken und erheben können, so ist es unbedingt noth- wendig, über die Verhältnisse hinsichtlich der Löhne, Arbeitszeit, Organisation u. s. w. unterrichtet zu sein. Vielleicht wird die Schlaffheit dann immermehr verschwinden und bald die Tcxtil- arbeiterschaft eine große, organisirte Masse sein. Wir Berlmer Posamentire haben ja zwei Lohnbewegungen gut bestanden, aber leider können wir außer Berlin nur Hamburg, G.r». Dresden als Orte verzeichnen, in denen die Kollegen sich zur Wahrung ihrer Interessen verbunden haben und damit bewie- fen, daß sie ihre Zeit verstehen. Darum möge jeder Fachver- ein und jeder Kollege zur Wahrung der Interessen der Textil- arbeiter dieser Zeitung seine Unterstützung gewähren- um so dem Gedeihen der Arbeitersache förderlich zu sein. Und Ihr, Kollegen allerorts, ec mannt Euch! Es ist noch Vcelcs zu schaffen, um die Verhältnisse in der Posamentimbranche wenigstens annähernd menschenwürdig zu gestalten. habe das Mittel gefunden, im Wege der Impfung alten Männern zeitweilig Jugendkraft zurückzugeben. Die Blätter behandelten diese Mittheilung vorwiegend scherzhaft, indem sie (natürlich singirte) Zuschriften von Männern und Frauen ver» öffentlichten, welche sich gegen die Konsequenzen einer derartige« Verjüngung und„Rehabilitation" lebhast und entrüstet ver- wahrten. Die Sache scheint jedoch auch ihre ernsthaste Seite z« haben, denn eS wird behauptet, mehrere Greise, die sich der Brown-Sequard'schen Inokulation unterzogen hätten, seien den Wirkungen derselben erlegen oder schwer krank. Auch dem VljLHrigen Erfinder der„AlterSimpsung", der in Be- herzigung deS weisen Spruches„Arzt, hilf Dir selber" an der eigenen Haut die Probe aufs Exewpel gemacht hat, scheint das Verfahren nicht die gewünschte Wirkung gebracht zu haben, denn er ist sehr leidend. Einer seiner ärztlichen Anhänger erklärt freilich das Leiden für blo» rheumatisch und versichert, weder in Amerika noch in Europa seien Geimpfte gestorben. Er habe bereits 15 Personen be- handelt unb„geheilt". Gegenwärtig habe er einen Pflanzer aus Indien in der Kur. Die Impfung könne wohl gefährlich fein, wenn man faulige Lymphe anwende; Brown-Sequard und er bedienten sich aber nur reiner Flüssigkeit. Man habe übrigens die Entdeckung ins Lächerliche gezogen, indem man ihr nur eine vereinzelte, spezielle Wirkung zugeschrieben habe. während sie eine„allgemeine Verjüngunp" herbeiführe. Das ist jedenfalls weit hübscher— auch als„Erfindung", Uebrigens wird mit Recht daran erinnert, daß man die geKeimen Kräfte der Stoffe, die Brown-Sequard im Wege der Impfung an- wendet, bereits vor Jahrhunderten kannte, nur daß man den „Patienten" das Heilmittel als Pulver oder Tränkchen eingab. Das Departement der Stotterer. Aus Paris wird geschrieben: Das Departement Bauches- du-Rhone ist dasjenige m Frankreich, wo am meisten gestottert wird. Der Doktor Chervin bat ausgerechnet, daß dort 153 Rekruten auf 1000 wegen auffallenden Stotterns vom Militärdienst frei werde». Auf die letzten dreißig Jahre ergiebt dies die nwde Summe von 25 000 Stotterern. I« de«„Dresdener Nachrichten" lasen wst unter Telegrammen:„Stockholm. Zudem internationalen Sozialiste, kongreß, welcher am Montag eröffnet wird, find die meiste« Theilnehmer schon eingetroffen, 500 Ausländer und 120 Schweden. Die deutschen Professoren Drllmann und Schräder(Berlin» wurden bei ihrer Ankunft von dem Hofmarschall Grafen Land- berg, in einem Hofwagen in das Grand Hotel geleitet."— Müssen merkwürdige Sozialisten sein. Theater. Mittwoch, den 18. September. p-rKh«m«. Der fliegende Holländer. Schaasptethmr». Romeo und Julia. Veatschr» Theater. Die beiden Leonoren. Ketstieg- Theater. Der Fall Ciemenceau. - Withelmkadttsche» Theater Boccaccio. Makaer-Theater. Madame Edouard. Vor her: Die Grammatik. Aih!lM»t«.- sIsgantsEinssgnungs- annltgc. elegante Herren» Iaquet-annllge. geeliegen« Winter- Stoffhosen. elegante Herbst- Paletots. eleg. Winter-Paletots mit Wollfutter. Knaben- Stoff- Anzüge. Knaben- Winter- Paletots. elegante Kammgarn- Anzüge. Dlnrtaufch gestattet. Mach außerhalb gegen Nachnahm». 1158 Gebe. Neustadt, Ierusaiemerstraße 41 (Ecke Krausenftratze). ieppdeo�eri- Fabrik,«ranienstr. 158, 1357] Emil Leffbwre. Große Auswahl Kteppdecheu in Seide, Wolle und Satin von 4 bis 30 Mark. Mnzelue wenig beschädigte Kteppdecken ä 3 Mk. MM, »7lb. n. Polsterwaaroa, Gr. Lager, blll. Preise) Emil Heyn, Qninuenstr. 28, Hof part Theils. nach Ueberetnkunft. Allen Verwandten und Bekannten die Trauer- nachrickit. daß meine liebe Frau Ottilie Luhne, geb. Schubert am Sonntag den 15. September, I f Uhr, ge- Korben und Mittwoch, den 18. September, 3 Uhr Nachmittags vom Trauerhause Manleuffetstr. 3t auf dem EmmouSkirchhof begraben wird. MitrmZI Klavirrarbeiter! Dte Abputzer der Pianofabrik von L e n Mautkuffelfiraße 13, haben wegen Lohndifferenzen die Arbeit nieder- gelegt, weshalb wir die Kollegen ersuchen, den Zuzug von genannter Fabrik fern zu halten. 1538] Der vorstand. Matintmadianj). LMllikeiW h. Idjunifer, Wkr n. lltwlliiitteii icnittk ji Berlii. Die§§ 13, 20 und 29 des Statuts vom 15. November 1889 werden wie folgt verändert: 8 l3. Abf. 2 lautet hinfort: Im Falle der Erwerbs Unfähigkeit werden vom dritten Tage nach der Erkrankung ab für jeden Arbeitstag als Kranken« Unterstützung gezahlt: I. 1,90 M. 0,95 IV. Für erwachsene männliche Mit- glieder, ausschließl. der Lehrlinge Für erwachsene weibl. Mitglieder Für männliche Mitglieder unter 16 Jahren und Lehrlinge Für weibliche Mitglieder unter 16 Jahren ß 20 lautet hinfort: Für den Todessall eines Mitgliedes gewährt 0.82„ 0,63 Hinterbliebenen ein erwachsene Mit- erwachsene Mit- Sterbegeld 90,- M. 56,25 48,75 37,50 die Kasse den im Betrage: Für männliche lieber von ür weibliche lieber von .ür männliche Mitglieder unter 16 Jahren und Lehrlinge von Für weibliche Mitglieder unter 16 Jahren von § 29 lautet hinfort: Die wöchentlichen Kassenbeilräge brtragm: Für erwachsene männliche Mit- glieder, ausschließlich der Lehrlinge 0,42 M. Für erwachsene weibl. Mitglieder Für männliche Mitglieder unter 16 Jahren Für weibliche Mitglieder unter 16 Jahren Berlin, den 1. September 1389. Der Vorstand: LUttig, Vors. J. Sippe), Schriftf. 0,21 4. 0,18 0,15 ,. [1537 H Poststr. 10/11. Fatlensteinftr. 17. Allgememer Metallarbeiter- Merei« Kerlins u. Umg. Gross« Versammlung am in Donnerstag, den 19. Sept., Abends 8 Uhr, >er Verl. v« ockbranrret, Tempelhofer Berg Tages ordnuna: 1. Vortrag des Herrn Dr. Christeller. Thema: Geschlechtskrankheiten." 2. Diskusston. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Kollegen! Da uns die Versammlung in der Neuen Welt nicht genehmigt worden ist, er. uchen wir Euch, in dieser Versammlung recht zahlreich anwesend zu sein. 1539] Oer Vorstand, Paul Litfin, Falkensteinstr. 16. Fachverei« der Steindracker «. Mhographe« Kerlins. Persammlung am Donoerstag, den 19. ds., Abends 8t Uhr, Salon, Neue Grünftraße 28: m .lordan's____._____ Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn I. Türk über:„Ur- fachen und Wirkungen der französischen Revolution". 2. Diskussion. 3. Verschiedene« und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zu- und zahlreiche« Er- tritt. Um recht pünktliche«—...... icheinen ersucht Der vorstand. NB. vtllrt» zu dem am 5. Okt. stattfindenden Kttflnngofest(Herrenabend) werden in dieser Versammlung ausgegeben.[1523 MM Spiegel M Pchemmen, -PIVVU, hgchft reell zu Fabrikpreisen, ganze Ausstattungen, mahagon» und nustbaum. Großes Lager von Küchenmöbeln.[1363 A. Seitert, Tischlermeister, Köputckerstraste 147. Wanblnnj. und kleinen Anzügen, Paletot«, Regenmäntel, Kleider, Plüsch, Alla«, Sammet, Trikot zu Taillen, auch gleich zugeschnitten. Karle, Lausttzer Platz(Ecke Waldemarstr.) 1368 G. Hosen Manteuffelstr. werden mitgemacht 48, 1 Tr. bei Wille, [1525 2 frndl. Schläfst. Friedenstr. 73, v. 3 Tr. b. Reich. Schläfst, f. Hrn. z. v. Fruchtstr. 45 H. I?I b. Collatz. is.Btttiiis zur Wahmli d.Zitmjstli her klist�l.Cl!iiMW Berlins und Umgegend am Freitag, den 20. d. M„ Nachmittags 4i Uyr, bei Gnadt, Brunnenstraße 38. „ Tage«. Ordnung:, „ L Vortrag dtfi Herrn Max Schulz über:„Die Schädlichkeit der SpirituSsi-u"- Diskussion. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedene« izragekasten. Um punktl. und zahlr. Erscheinen ersucht Der vorstand- Berlin S. A. Schulz, Berlin S, Rr 8«. Waffertborstraße Nr. sa. Äiay. unit Volstermaarm Flibnk. Gediegene Arbeit. Dettgemäße Neeise. Conlante Zahlungsbedingungen- Bsttfedern, unen, Gän staubfrei, ä Pfd. von 1 Mk. großer Auswahl empfiehlt « e f e d e p" J an. Fertige Bette» a 1277 H» Glaser, Grüner Weg 47, 1 Treppe. Durcü die ffixpcdiüon, Aimmerstra�e 44, zu beziehen: Die Darwin' sche Theorie. Von Dr. Gduard Aueling. Broschirt M. 1,50- Geb. M. 2,-. Kar! Marr' Oekonomische Kehre«. Gemeinverständlich dargestclltu. erläutert von Karl Kantsky. Brosch. M. 1�0. Geb. M. 2,—. Wettschöpfttttg«ad Weltnntergang. Die EntWickelung von Himmel und Erde vom Standpunkt der Naturwissenschaften dargestellt von Gswald Köhler. Brosch. M. 2,—. Geb. M. 2,50. Die ländliche Arbeiterfrage. Nach dem Russischen des»ablnk-«'. Brosch. M. 1—. Geb. M. 1,50. Thowa» More und feine Utopie. Mit einer historischenIEinleitung von Karl Kautskq. Brosch. M. 2,—. Geb. 2�0. Charles Fourier, fein Leben und feine Theorien. Von Aug«? K-bel. Brosch. M. 2,—. Geb. M. 2,50. Das moderne Glend«nd die moderne Uebervolbernng. �ur Erkenntniß �unserer sozialen Entwicklung. Von Wla» Kchippel. Broschirt 1,50. Geb. M. 2,—. Derliner Arbeiter-Kibliotheb. Von Mar Kchippel. Erschimen Heft i bis 5. Heft 1: Ein sozialistischer Roman. Heft 2: Der Nutzen der Gcwerk- schaften. Heft 3: Die Arbeiterinnen- und Frauenfrage der Gegenwart. Heft 4: Der Sozialismus in Frankreich feit der Pariser Kommune. Heft 5: Charakter« köpfe aus der französischen Arbeiterbewegung von Ossip Zetkin-Paris t- Heft 6: Die Hausindustrie m Deutschland von Paul Kampffmeyer-Genf. a Heft 15 u. 20 Pf. Die Arbeiterinnen-Kewegnng Kerlins. Von A. Kerg-r. a Heft 30 Pf. Ferdinand Kaifalle« eine Gedenkschrift zu seinem 25 jährigen Todestag. Von Mar Kegel, a 50 Pf. Sterny J. Die Religion der Dnbnnft. Dritte vermehrte Auflage. brach. M. 0,50. —„— Thesen«der den Sozialismus. Broch. M. 0,30. Gefetz der Alters-«nd Innaliditats-Uerfichernng. Von A. Kebel und|l. Kluger. Preis cartonnirt M. 0,50. Ardetter-Uottzhalender pro 1889. Kleine Ausgabe-Exemplar 50 Pf. Die Klassengegensätze von 1789. Von Karl»a«t-by. a Exemplar 60 Pf. Die Sonntags-Arbett. Von August Bebel. Brosch. M. 1/-. Hydil. Roman von D Israeli, übersetzt von Natalie Liebknecht. Die Ritter der Arbeit. Nach dem Amerikanischen des Zor von Natalie Liebknecht. Die franzostfche Revolution. Von Wilhelm bw«. Gebunden in Prachtband.- Exemplar M. 5„50. Broschirt in 20 Heften a 20 Pf. Dazu Einbanddecken ä M. 1. Alten echten NvrdhSuscr, er(l. "-"" t, exksi] .... walich, exk Favon-Rum. Originalflaiche, exkl. Jngbertigueur, hochfein,. Thee-Rum, ganz vorzüglich, exkl i Fl. M. 0,70 - 0,90 „ 2,00 _- 1,00 Märkischer Korn, exkl. Fl...... 0,60 empfiehlt die Großdestillation von �.e�tsu& Keily Tophtenstr. 13. a. d. Rosenthalerstr. GeschäftsschlubAbds.8Uhr, Sonnt.Mtttag« Mhr. ktsirbt wird str Mark in sämmtlichen Farben, ganz echt: Damen-Kleider, Mäntel, Herren- Ucberzicher, Röcke, im Ganzen oder getrennt, Möbelstoffe jeder Art, ä Kilo 2 Mk., weiße Waffel-Bettdecken, a Paar 2 Mk., Herren-Anzüge gereinigt und gebügelt 2 Mark 50 Pf., weiße baumwollene Strümpfe ä Paar 25 Pf. Auf Wunsch werden die Sachen abge- holt und zugestellt, kostenftei.[1489 Arn Pergande, Färbermeister. Maldemarstr. 60. part. Gegründet 1875. Soeben erjchien Der wahre Jacob Nr. 82. Zu bezichen durch die Expedition, Zimmer- strasie 44._ Arbeitsmarkt. Ordentliche auf Raschel und Ketle Wirker finden lohnende und dauernde � schäftigung bei Schlottmann A CO'J Wollenwaarenfabrik, Schmidtstrabe 6. Ur, Ein Lehrling verlangt nürnberger, � golder, Prinzesfinnenstr. 22. I�> Mamsels auf Westen finden dauernde � schäftigung Arconaplatz 7, 1 Tr. recht«. Zu erfraK Portier wird gesucht Ritterstraße. Ritterstr. 6 bei Schulz. Korbmacherges. a. Gest.-Arb. v.Plette, Ackersttj� Ein Papierschläger(Parteigenosse), Stellung. Näheres Donnerstag Abend f»*. bis 9 Uhr Adalbertstr. 16 im Lokal. U>- Ein Sohn anständiger Eltern wird als 2«� burfche für die Nachmittagstunden verlangt 1528] Karl Scholz, Wrangelstraße 32, partet**, Der Arbeitsnachweis verlangt fSpfergesellen� nach 9* geseuen nacy 011»"'-:«, Nähere« von 8—9 Uhr Abs«. Drttdenerstr.'. Ter Vorstand des veretaS zur Reaeluv« gewerblichen Berbäliniffe der Verantwortlicher Redakteut: m«eilin. Druck und Vertag aoi\ anm* KabwA 1« Verl a a«»--denthstraß« 2.»tm« diu» Oeiiss« 1 gkö»" t w CO'J Jl5� iS ftr> "fe £ö»f' 'irf Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. A8. Mittwoch,»r« 18. September 1889. «. Kohr« Noenmunales. �r die Kitzung der Ktadtuerord- , 77�'»»rsa«ml«»g am Donnerstag, den IS. Sep- m 6 e r, RarbmiltogS 5 Uhr. Ein NakuralisationSgesuch.— ic eines Miig ieves für die Scduldevulation und für tluraloi-'um der Slifluag der Berliner Gewerbeaueftellung ru I879-— Berichterstattung des Ausschusses iür Rech- "— desgleichen über tue Vo» lagen, betreffend den ial � Glücke über die Spree im Zuge des Mühlen» £r*!!llS u"k �ec Fischerbrücke, sowie die Ei Werbung der zur �I�rgulirnng, bezw. AuStührung des Baufluchtenvrojckis itüit � Mühlen dämm nebst Umgegend erforderlichen Grund- taJr~~ desgleichen über die Vorlage, betreffend die Ver- . des Personal« der Desinfektoren bei der DcSinfek- iv w� t> in der Reichenbergeiftiahe— Vorlage, betreffend »5«ermiethung eines Ladens in dem Markthallengebäude �.�dtnerftraße 27— desgleichen, betreffend die Aufstellung .'«Denkmals für den verstorbenen Gartendirektor Meyer -tuepiower Park— desgleichen, betreffend die Aufnahme vx't.r neuen Ströhen, zwischen Prenzlauer- und Pappel-AIlee r*°"ch der Danzigerstrahe, in die Adtheilung Xll. des Be« 5?ff>ü«PlaneS— desgleichen, betreffend die Kündigung des �ff�Nages der Berliner Stadtanleihe vom Jahre 1828— Lunchen, betreffend die Annahme eines Geschenks zur Grün- «.?«» einer Stiftung.— Eine Rechnung.— Zwei Unter- en. , Ver.konsequente' Ueustädter N-lbogartenwirth auf Geund potizeilicher Mahregeln umfallen müssen. Bei Nachfrage seitens der Lokalkommijfton über die Verweige- der Hergabe des Saale« zu Versammlungen äußerte der �'«ber, Herr Bolle, der Reviervor stand habe ihn darauf auf- �5">om gemacht, daß er doch wohl wüßte, dah das Lokal ?"b.t den baupolizeilichen Vorschriften ent- Drache, da erstens die Strohe nicht reguliit und zweitens �«..Gebäude derart frei liegt, dah es von der Polizei nicht «»Ucend überwacht werden könne k. und die Polizei daher y'S Recht habe, ihm sofort da« ganze Lokal zu schltehen, wenn «och ferner Versammlungen abhalten liehe. Herr Bolle erzählte ferner, daß dieselben Gründe schon vor fahren von der Polizei geltend gemacht wurden und das geschlossen werden sollte, ivas aber durch güiliche Ueber- �«kunft und durch Vermiltelung des BezirkSvorstehrrS beige- worden fei. Auf die Frage, wie denn ein solcher Bau �haupt genehmigt werden konnte, wurde erwidert, dah VaS �rtrndßtfick ehemals zu FriedrichSberg gehörte und dah dort Bauen möglich gewesen sei. Die Kommission hat 5�dnld das Lokal aus der Lifte gestrichen, überläht es aber �"Gewerkschaften, die event. Vergnügen schon angemeldet 2*0«", dieselben noch abzuhalten, indem die Kommission die j®jchrhejt dieser Angaben nicht bestätigen und nicht widerlegen ..„.Die Frage,»b Automaten{w besteuern find, be» �ufllgt, wie verlautei, jetzt die amtliche., Kreise. In vielen id gemeinden dcS Regierungsbezirks Potsdam ist auf Anorv- o°ng des Regierungspräsidenten eine.Vergnügungssteuer' sogeführt worden. �Zn dem betreffenden Regulativ sollte ur» f'inglich die Bestimmung enthalten fem, dah die Ausstellung *�> Automaten in gleichem Mähe besteuert werdeii müsse, wie £* von Karroussels, Schichständen, Würfelbuden u. f. w. Die �dgeuirmden find aber davon abgekommen, weil ihnen be» Teiler wurde, dah die Frage der Besteuerung von Automaten �geritlickiich in den maßgebenden Kreisen bearbeitet und aller Wahrscheinlichkeit nach in allernächster Zeit ein darauf bezüg- che« allgemeine« Regulativ erlassen werde. , Naber dt« Kieler Kaualbaute» find in den Arbeiter« �nien die widersprechendsten Gerüchte bezüglich der fich den -Reitern hier bietenden Arbeitsgelegenheit im Gange. Wäh- rend~»—— a.iii« s». Andrnno von Arbeitern fei bedeu» rUih 1 yler oieienoen____, h es einerseits heiht, der Andrang von Arbeitern fei bedeu- und der Bau brauche bei weitem nicht soviel Aroeitskräfte o*«»an anfänglich angenommen habe, wird andererseits er- ''»'t. dah die Löhne recht gut seien und den Arbeitern ein �achdrurb»erböte«. Da« Satz. Von M. Folticineano. Wohl keines unserer Genußmittel ist so sehr verbreitet J*4 das Salz, welches auf der Tafel des Reichen, wie auf einfachen Tische des Armen einen Platz beansprucht. wenige rohe, meist in großer Abgeschiedenheit lebende �smmne kennen den Gebrauch des ältesten aller Gewürz- "Sütel nicht. Selbst schon im Alterthume war es eine be- «vvdere Merkwürdigkeit, wenn ein Volk kein Salz aß, wie die Rumidier, von denen Sallust die ihm wunderbar scheinende Thatsache berichtet, daß in ganz Numidien kein Dörnchen Salz verzehrt wurde. Auch heute finden sich noch ss">ge Stämme im Innern Arabiens, Südamerikas und -"frikaS, denen der Gebrauch unseres mineralischen Genuß- Ittels unbekannt ist. Bei allen Kulturvölkern dagegen schreibt sich der Ge- brauch des Salzes schon auS grauer Vorzeit her und hat �wiß seiner Zeit ebenso gut einen mächtigen Fortschritt in �ohlsahvt und Gesittung begründet, wie etwa der Grbrauch "gallischer Werkzeuge. Wann sich der Mensch zum ersten riale he« Minerals bediente, läßt sich nicht ohne weiteres �stellen; der Nebel der verflossenen Jahrhunderte versperrt Ausblick in die Vergangenheit. Man darf jedoch mit �ichezheit annehmen, daß das Salz der erste Luxusartikel Menschheit gewesen ist und mit der Zeit so unentbehr- 'ich wurde, daß es vielleicht nach ein, zwei Generationen *u»n täglichen Brot gehörte. Wahrscheinlich lernten die festen Nomadenvölker Asiens das Salz an der Meeres- Me kennen, wo es infolge reichlicher, durch die große Hitze Tsdingter Verdunstung deS salzigen Wassers den Strand bsdukt. So lange sie sich mit ihren Heelden, von denen sie grkleicht den Genuß des Salzes lernten, an der Küste auf- f!c*en' entnahmen sie ihren Bedarf aus dem großen Salz- Nsr; als sie aber auf der Suche nach neuer Weide sich vom �«ere entfernten, nahmen sie Salz mit, um auch fernerhin Nahrungsmittel genießbarer zu machen. Noch schätz- bübscheS Geld zustieße. Diese beiden Behauptungen enthalten für jeden, der die modernen wirlhschaftlichen Verhältnisse kennt, einen offenbaren Widerspruch. Gegen gute Löhne sind Arbeiter reichlich zu haben, und das ist sicherlich auch bei dem Nordoftfee-Kanal nicht anders. Fraglich wäre nur, ob etwa die Art des Baubetriebes die Leute von dieser Arbeit abschreckt. Thalsache ist,— es wird dies von Leuten, die dort waren, behauptet, daß von den zwölf Arbeiterbaracken keine einzige voll besetzt ist. Jedes dieser Gebäude ist für 100 bis 1S0 Mann berechnet. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter ist ober eine bedeutend größere, als dah sie sämmtlich in diesen Baracken untergebracht werden können. Anderseits aber soll die Gelegenheit, dort Privalwohnungen zu finden, nicht so schwer sein. Die Bauverwaltung hat vielfach Gebäude ankaufen müssen, um ihre Beamten und Bureau« unterzubringen. Dabei kommen ihr nun die Eigenartigkeiten der dortigen Verhältnisse vielfach zu statten. So mußte bei- spieltwerlc ein ganzes Dorf für den Kanalbau angekauft werden; es war dies da« Dorf Köniasförde. Emer der Unternehmer pachtete die sämmtlichen Gebäude des Dorfe« und über- lieh sie dann seinen Beamten und Arbeitern als Woh- nung; in dem Herrschastshause deS Dorfe« hat der Ab- theilungSbaumeister Wohnung genommen. Außerdem sind auch einstöckige Wellblechhäuser mit je vier Räumen, Küche, Schlasstube, Wohnstube und Vorrathsräume aufgestellt worden. Für die Arbeiter ist eS unter diesen Umständen von Wichtig- keit. zu erfahren, ob und wieviel Bedarf an Arbeitskrästen vorhanden ist. Die Reichsbaubehörden haben um so mehr Anlaß, von Zeit zu Zeit daraus bezügliche Kundgebungen zu veröffentlichen. Als bei den Bewilligungen der erforderlichen Summen für den Bau im Reichstage ausdrücklich betont wurde, daß der Arbeitsverdienst nicht dilligen und fremden Arbeitern, sondern heimischen Arbeiiskräflen zu Gute kommen sollte, die man denn auch angemessen bezahlen und nicht durch überzäbl'ge Arbeitskräfte m ihren Löhnen drücken lassen sollte. Maurer» seid auf der Hut! Wie die„Bauaewerks- Zeitung� in Aussicht stellt, wird auch auf denjenigen Bauten, wo 9 Stunden gearbeitet und 60 Pf. Lohn gezahlt wird, vor« ausfichllich noch vor dem l. Oktober der Versuch gemacht wer- den, die zehnstündige Arbeitszeit einzuführen und eine Lohn« drückerei stattfinden zu lassen. Die Maure: Versammlung vom Dienstag Abend wird die Antwort auf diesen Plan wohl nicht schuldig bleiben. Urue postwerttzzeiche« werden om l. Oktober 1889 im Reichspostgediet eingeführt. Die neuen Marken untcrlche:den sich von den jetzt gilligen im wesentlichen dadurch, daß der ihnen aufgedruckte Reichsadler und die Reichskrone in der Form etwas abgesondert worden find. Was die Farbe der neuen Weltreichen betrifft, so werden die Marken zu 3 Pfg. in braun, zu 5 Pf. in grün, zu 25 Pf. in orange und zu 50 Pf. in rothbroun heraestellt, während bei den Murken zu IV Pf. und 20 Pf., wie bisher, die rothe bezw. blaue Farbe zur Ver- wendung kommen wird. Durch die Einführung der neuen Wei ihzeichen wird auch eine ReuauSgabe der gestempelten Brief- umsch äge und Streifbänder, sowie ver gestempelt« n Formulare zu Postkarten, Postanweisungen zc. bedingt. Entsprechend der verändeiten Farbe der neuen Maiken zu 3Ps. und 5 Pf., ent- halten die Streifbänder einen Aufdruck in brauner, die Post- karten für den inneren Verkehr einen Ausdruck in grüner Farbe. Außerdem kommt bei dem Aufdruck der bezeichneten Postkarten die deutsche anstatt der lateinischen Schrift in Anwendung. Mit der Ausgabe der neuen Werlhzeichen bezw. einer Gattung derselben, an das Publikum dürfen die Verkehrsan stallen erst dann beginnen, wenn die vorhandenen Bestände an alten Wcrthzcichen derselben Gattung verkauft sein werden. Die Be- stimmung des Zeitpunktes, von welchem ab die jetzigen Frei- marken zc. ihre Giltigkeit verlieren, wird später erfolgen. Durch die Uuguust seiner Wittrruugsoerhältuisfe zeichnete fich auch der August in wenig vorthelihafter Weise tleich seinem Vorgänger au«. Juli und August sind die beiden Ronate, von denen man die schönsten Tage erwartet und denen man selbst eine zu große Gluth zu Gute hält, aber ihrem Renommee haben diesmal beide geschadet. Die Hunds- tage zeichneten fich durch eine„Hundekälte' aus und der August, der Mond, in dem die Früchte reisen, schenkte uns blos zwei heitere Tage, dagegen belästigte er uns mit dreizehn Regentagen; an fünf gingen Gewitter nieder, zwei Tage waren nebelig und zwei waren trübe. E« fehlte nur noch Schnee, dann wären alle Wetterkategorien vertreten gewesen. Am barer muß eS ihnen geworden sein, nachdem sie dessen kon- servirende, fäulnißwidrige Eigenschaft kennen gelernt hatten. So wurde eS in dem heißen Klima zu einem begehrten Handelsartikel und vielleicht zum ältesten Gegenstande größerer und weiterer Handelstransporte; es begründete den inter- nationalen Verkehr und begleitete die asiatischen Völker- stämine auf ihrer Wanderung nach Europa. Als die iberi- fchen, italischen und hellenischen Stämme den Süden, die Kelten, Germanen und Slavcn den Norden Europas be- setzten, haben sie Alle das Salz bereits gekannt. Dafür spricht die unverkennbare Verwandtschaft seiner Benennungen in fast allen europäischen Sprachen: im griechischen heißt eS als, lateinisch aal, goihisch aaU, slavisch aiii, irisch aalan, kambrisch Halen. Die deutschen Ortsnamen, welche die Silbe„Hall" haben und der Flußname Saale deuten auf den Salzreichthum der Umgegend hin. Nur in zwei euro- päischen Sprachen finden wir abweichende, eigentümliche Namen für das Salz: im littauifchen ärnska und dem albanesischen Krxp. Für die Stämme, welche sich fern vom Meere im Binnenlande niederließen, mag eS wohl schwer geworden sein, den Genuß des Salzes einzuschränken oder gar zu entbehren. Die Roth macht aber erfinderisch. Wie sich die Iberer und Germanen Salz verschafften, berichten PliniuS, TacituS und andere Schriftsteller in ausführlicher Weise. Das Wasser der Salzquellen wurde auf glühende Holz- kohlen gegossen und der Rückstand von den Kohlen ge- sammelt; die Iberer schieden nicht einmal das Salz von den Kohlen und der Asche. Solche Salzquellen standen in der- artig hohem Werthe, daß die Chatten und die Hermunduren einst um den Besitz de« heutigen Salzungen einen Ver- nichtungSkrieg gegen einander führten und noch Jahr- hunderte später Burgunder und Alemannen sich gleichfalls um streitige Salzquellen blutig befehdeten. Der Salzbesitz war ein unermeßlicher Reichthum und Niemand mochte ihn entbehren. Den Germanen waren die Kelten auf dem Gebiete des Bergbaues und im Gebrauche metallener Welkzeuge um einige Jahrhunderte voraus. Lange vor Cato'S de« Aclteren 2. August meinte eS die Sonne gut mit den Berlinern, denn die Temperatur war auf 29 Gr. C. gestiegen, doch war der Anfang gut, so fiel der Schluß um so böser aus, am 26. war die Temperatur auf 8 Gr. C. gesunken. Auch die Hoffnung auf einen schönen Altweibersommer hat uns der letzte Sonntag ge- nommen, denn was man an diesem Tage noch Sommerliches sah, waren nur die hellen Damenhüte, die leider nur zu un« angenehm mit den roihen Nasenspitzen kontrastiren. Der erste Schure. In der Umgegend von Berlin ist am Sonntag früh bei einem Thermometerstand von 7 Grad Wärme der erste schwache Schnee gefallen. In der vorletzten Nacht ging da« Quecksilber bis auf I Grad herunter. Auf freiem Felde war sogar schon Frost eingetreten; ein leichter Eisansatz war gestern in der Frühe auf stillen Gewässern zu schauen. Die Revisionen der Kerlin er Telrphondrähte haben ergeben, daß die letzteren wiederholt im Laufe dcS Sommers von Blitzschlägen getroffen worden sind. In einigen Fällen waren die Drähte völlig durchgeschmolzen, in allen anderen Fällen dagegen waren sie nur mehr oder weniger stark gedehnt. In allen Fällen ober war der Blitz, ohne weiteren Schaden anzurichten in die Erde gefahren. Für die Entschci- dung der jetzt viel erörterten Frage, ob die Unterbringung der Telepbonleitunqen in Gestalt von Kabeln unter der Eidober- fläche sich empfiehlt, ist die Frage der Blitzgefahr bei den gegen- wärtig benutzten oberirdischen Leitungen von bedeutendem Einfluß. Ciu christlichsozialer WegWeiser durch Berlin, heraus- gegeben von der chnstiichen Gemeinschaft St. Michael, wird zetzt täglich in den Waggons der nach Berlin einlaufenden Züge unentgeltlich vertheilt. Als Kuriosum erwähnen wir aus diesem Wegweiser auch den folgenden Auespruch:„Es ist leider nichts Seltenes, daß einer seine Ehre für ein Ehrenzeichen verkauft.' Worauf will die christliche Gimeinschaft St. Michael damit anspielen? Kiirgerfteige sollen die fiskalischen Ebausseen im Grüne« wald erholten. Dieselben sollen in einer Breite von 2 Met« angelegt und mit einem Rmnsteiirbord von Granilsteinen versehen werden. Zu diesem Zweck steht die Lieferung von U37 Meter Granitsteinen noch in diesem Monat bevor. Bei dem starken Wagenverkehr, der während des Sommers auf diesen Chausseen stattsindct, hat sich die Nothwendigkcit einer solchen Anlage herausgestellt, für welche die Besucher des Waldes zedeufalls dankbar sein werden. Eine seltsame Straße ist die Meyerbeerstraße. Dieselbe hat nur 7 Grundstücke und zählt doch bis Nr. 32. Mendels- söhn- und Mcyerbeerstraße waren nämlich ursprünglich eins; erst später machte man daraus zwei Straßen, ließ aber die Durcknummerirung bestehen. Die Ausfuhr lebeuder Kchmelue vom Zentralvirh- Hof ist, der„AUg. Flcischer-Ztg." zufolge, jetzt bis auf weiteres gesperrt worden, weil vorige Woche unter mehreren Transporten Klauenseuche festgestellt wurde. In allen Fällen konnte er- mittel! werden, daß die krank befundenen Thiere schon infizirt hier angekommen waren und die Seuche eingeschleppt hatten. Die erkrankten Thiere stammen der Mehrzahl nach aus einem und demselben Bezirke und haben wahrscheinlich dieselben Sammelställe in der Nähe der Eisenbahnstationen pasfirt. Die vielfach unsauberen Sammelstalle in der Provinz, deren E'U- richtung allen DesinfektionSversuchcn Hohn spricht, sind Haupt- sächlich als die Herde zu betrachten, iu denen der Ansteckungs- stoff sich festgesetzt Hab In letzter Woche sind wieder Fuß- böden und Buchtenwände der großen SchweineverkausShallen und der Schlachtställe sowie alle Tröge und die Straßen der Schweincreviere am Viehhof und Schlachthof durch 150 Ar- bester gescheuert, gespielt und desinfizirt worden. Es ist an- zunehmen, daß der Ansteckungsstoff in diesen Räumen getilgt worden ist. Ueber ein« neue Preis steigernng berichtet die„D. Fleisch.- Ztg.": Dre zur Herstellung von sogenannter„Koch- wurst" nölhigen inneren Theile, wie Lebern, Lungen, Gekröse, find in Berlm und auch in anderen Städten derartig im Preise gestiegen, wie noch nie dagewesen und sind selbst zu diesen Hohen Preisen noch kaum zu haben. In größeren Wurst- machereien Berlins ist man kaum im Stande, den nöthrgen Tagesbedarf, besonders für Leberwurst, zu decken. Die gester« gemeldete Flucht de» russischen Uuter- thaus Uihola» de Savine wird der„Pos. Ztg." wie folgt geschildert: Als der Zug, in dem S. sich mit zwei TranSpor- Zeiten hatten sie den Abbau des berühmten Salzberges zu Cardona in Catalonien begonnen. Als sie ihre großen EroberungSaüge gegen Osten machten und sich auch im jetzigen Süddeutschland festsetzten, legten sie die Salzwerke im heutigen Salzkammergut an, wie die bei Hallstadt ent- deckten Grabfelder bewerfen. Später kam diese Gegend unter die Herrschaft der Römer, welche eS nicht versäumten, einen Theil der salzigen Schätze zu heben. Es entwickelte sich frühzeitig ein lebhafter Handel mit Salz, besonders nach Ungarn, Böhmen und Mähren, von wo au« die Slaven zum Tausche Hornvieh, Pferde. Wachs und Sklaven brachten. Am Anfange des zehnten Jahrhunderts war dieser Verkehr schon gesetzlich geregelt, von Beamten beaufsichtigt und mit Zöllen belegt. Auf den neueröffneten Handelswegen führten die Kaufleute, besonders die Juden, ihre Waaren in fremde Gegenden, und ihnen folgten bald die Glaubensboten, welche den Heiden die neue Lehre predigten und Kirchen und Klöster gründeten. Wie in Süddeutschland Reichenhall und Hallein, so wurde in Norddeutschland Halle an der Saale der Mittelpunkt des Verkehrs mit den noch heidnischen Be« wohnern der Mark und PommernS; von Halle aus zogen die Apostel nach dem Norden und streuten die Saat de« Christenthums aus. In den Salzstädten stieg der Handel so mächtig, daß eine derselben, Schwäbisch Hall, um den Bedürfnissen des Verkehrs zu genügen, die fast älteste deutsche Münze, den Heller(richtiger Häller) prägte. In einer Provinz Chinas sollen sogar kleine Salzstücke als Scheidemünze gedient haben. Der Sprachgebrauch vieler moderner Völker lehrt, wie der gemeinsame Genuß des Salzes als Zeichen und Besiege- lung der Freundschaft aalt. Der Deutsche sagt, man müsse erst einen Scheffel Salz miteinander gegessen haben, ehe man dm Freund erkmne und bewährt finde. Schon bei den Griechm und Römern sindm wir ein ähnliches Sprichwort vom Scheffel Salz. Selbst im alten Testammt ist die Rede vom Salzbunde, den Gott mit den Menschm geschlossen. In der Neuzeit haben die Salzburger Bauern ihr Festhalten an dem Glauben, um dessen Wille» sie aus der Heimath vertrieben wurden, dadurch beeidigt, teuren befand, eben den Bahnhof in Posen verlassen wollte, verlangte er nach dem im Zuge befindlichen Abort geführt zu weiden. Während nun einer der Transporteure vor der Thür des letzteren Wache stand, riegelte S., als der Zug sich in Bewegung setzte, die Thür von innen ab und sprang auf der gegenüber liegenden Seite in der Nähe des alten Bahn- Überganges aus dem Zuge heraus, wartete bis der letzte Wagen herankam, stieg dort wieder auf und fuhr mit dem Zuge bis zu einer geeigneten Stelle, wo er abermals heruntersprang un d verschwand. Als es dem eingesperrten Wächter endlich gelang sich bemerkbar zu machen und die Notblcine zu ziehen, war der Arrestant längsi über alle Berge. Bei dem ersten Her- unterspringen soll sich S. am Kopf verletzt haben, wie ein Post- deamter gesehen hat, und den Hut verloren haben, welcher im StationSbureau aufbewahrt wird. Savine ist 34 Jahre alt, 1,75 Meter groß, hat dunkelblonde Haare und röthlichen Bart. Er spricht deutsch, russisch, englisch, französisch und italienisch und war mit blauem Jaquet, kurzem braunen Ueberzieher mit schwarzein Krimmerkragen und Sammetaufschlägen bekleidet und trug Schnürschuhe. Der Mörder Klaust« ist verhastet. Nach einem Montag Nachniiilag bei der hiesigen Staatsanwaltschaft einge- laufcnen Teiegramm ist der Mörder Klausin gegen 3 Uhr in Bitterfeld verhaftet worden, als er sich auf dem Wege nach Dortmund befand. K. wurde auf dem Bitterfelder Bahnhofe beim Veilassen des Berliner Zuges von einem Gendarm ver- haftet und hat, nach dem Inhalt der kurzen Depesche zu schließen, sein Geständniß zum Morde abgelegt. Die Depesche lautet nämlich: Ktausin verhaftet, weitere Recherchen einstellen. Die Ueberführung des Mörders nach Berlin sollte im Laufe der Nacht vom 16. zum 17. erfolgen. Bald nach seiner Ankunft soll die Konfrontirung des Mörders mit den Leichen, die sich noch in der Lichtenberger Leichenhalle befinden, erfolgen. Wie amtlich festgestellt, ist die alte Frau Kellmann, entgegen allen anderen Nachrichten, in ihiem Bette, woselbst sie aufgefunden wurde, ermordet worden. Beim Fortbringen der Lerche fand sich sowohl aus dem Rücken der Frau K., wie in dem Bette eine große Menge geronnenen Blutes, welches aus dem Halse der Unglücklichen gleich nach erfolgter Tödtung herabgeflossen ist. Außerdem hat der Mörder sich zu der That zweier Beile bedient, und zwar des Küchenbeils, welches gleich nach dem ersten Schlage vom Stiel absprang, und außerdem des Fleischerdeiles, womit alle übrigen Hiebe geführt wurden. Der Knabe der Eheoerlassenen, Fritz Vaneß, befindet sich zur Zeit noch bei den Thamm'schen Eheleuten, doch wird derselbe in einigen Tagen nach einem Berliner Waisenhause gebracht werden. Die Amtebehörde in Friedrichsberg- Lichtenderg ist von der Verhaftung des Raubmörders bereits telegraphisch ver- ständigt worden. Am Dienstag Nachmittag ist— wie ein anderer Bericht- erstatter meldet, der übrigens den Kl. nicht in Bitterfeld, son- dern auf der seinem Wohnort Bieberstein zunächst liegenden Station Gerdauen verhaftet werden läßt— seitens des Unter- fuchungsrichtcrS noch ern Lokaltermin in der Wohnung der Er- mord4en abgehalten worden. Es hat sich nämlich herausge- stellt, daß aus der Halswunde der alten Mutter eine sehr große Menge Blut in das Stroh des Bettes, über dessen Rand der Kopf hmauSging, gelaufen ist, was anfänglich nicht zu bemerken war. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit nahe gelegt, daß die alte Frau doch in ihrem Bette ermordet worden ist, und nicht, wie ursprünglrch angenommen werden mußte, in der Küche. Die in letzterer befindlichen, ziemlich getrennt von einander liegenden Blutlachen müsten daher beide von Frau Vaneß her- rühren, was durchaus nicht außer dem Bereiche der Möglichkeit liegt. Für den Mörder gestaltet sich dadurch— falls sich die Ermordung der alten Frau im Bette bestätigt— die Sache noch ungünstiger. Hätte er beide Frauen in der Küche getödtet, so könnte er vielleicht die Ausrede gebrauchen, die That im Affekt und ohne Ueberlegung begangen zu haben, wodurch sich dieselbe als Todtschlag und nicht als Mord charakterisiren würde. Tödtete er jedoch die Mutter in ihrem Bett, so würde das Moment der Ueberlegung wenigstens bei der zweiten That voll- ständig klar erwiesen sein. Ei» Ausreißer. Der 16jährige Mechanikerlehrling Ernst K. aus Bertin hatte sich vorgenommen, nach Afrika zu reisen. Vor etwa vier Tagen kehirte der junge Mensch Abends nicht nach der elterlichen Wohnung zurück, statt dessen aber traf bei den besorgten Anverwandten des K. am nächsten Morgen ein Stadtpostbnef ein, worin der Lehrling in lebhaften Farben seine Sehnsucht nach dem schwarzen Erdtheil aussprach, die Eltern des gethanen Schrittes wegen um Verzeihung bat und schließlich erklärte, daß entweder seine Gebeine auf dem heißen Wüstensande bleichen sollten, oder er als berühmter reicher Mann in die Heimath nach vielen Jahren zurückkehren würde. Die Eltern mußten sich, um so mehr als alle Anhaltepunkte, wohin sich der Ausreißer gewendet, fehlten, in ihr schweres Schicksal ergeben. Ein Flurnachbar der K.'schen Eheleute hatte nun am Freitag in Spanoau zu lhun, und der erste Mensch, der ihm in der Nähe des Hamburger Bahnhofs begegnete, war der Afrikaausreißer, der bei des Nachbars Erscheinen zu verduften versuchte, was ihm jedoch mißlang. Unter heißen Thränen erzählte nun der Junge, daß er auf dem Lehrter Bahnhofe in Berlin mit einem ihm Unbekannten zusammengetroffen, der ihn überredet habe, daß sie im Wirthshause zu Schwarzach mit einander Salz leckten. Ein Tisch ohne Salzfaß war selbst den Alten un- denklich; bei den Römern wurde der Salzbehälter aus Silber hergestellt und vererbte sich vom Vater auf den Sohn. Horaz singt: „Mit Wen'gem lebet gut, wenn auf bescheid'nem Tische Das väterliche Salzfaß glänzt." Das Salz war den Griechen heilig und wurde den Göttern dargebracht; Homer nennt es„göttlich". Bei den Egpptern war den Priestern der Genuß desselben verboten, weil eS den Göttern geopfert wurde und man die Leichen vor ihrer Einbalsamirung in Salzlake legte. Auch im Sprachgebrauche hat eS eine große Bedeutung erlangt. Schon das Evangelium führt das alte talmudische Sprich- wort an: Wenn das Salz dumm(dumpf) wird, womit soll man salzen?"„Ungesalzen" bedeutete früher wie auch jetzt„geschmacklos, ungenießbar", und der Witz, die Würze der Unterhaltung,„altisches Salz"; das römische Wort „enm srano Bali-"(mit dem Körnchen Salz, d. h. nicht buchstäblich zu nehmen). Das Wort Sauce, welches die ver- schiedenartigsten Produkte der modernen Kochkunst bezeichnet, heißt eigentlich auch nur„gesalzene Brühe", die Italiener haben für dasselbe das den Ursprung deutlicher erkennen lassende Wort„3a].«a". Das Salz hat aber nicht nur die Bedeutung eines allgemein eingebürgerten, durch die lange Gewohnheit der vorhergehenden Geschlechter unentbehrlich gewordenen Ge- würzes; es ist nicht ein Genußmittel wie etwa der Tabak oder der Kaffee und die übrigen anregenden Getränke, die uns zur Gewohnheit geworden sind, sich aber schließlich ganz gut entbehren lassen, sondern es gehört zum alltäglichen Brot. Die Gewürze werden nicht gleichmäßig genossen, und die Hausthiere wenden sich instinktiv von ihnen ab; das Kochsalz dagegen ist ihnen ebenso wie dem Menschen eine Nothwendigkeit. Die zahlreichen FütterungSversuche haben bewiesen, daß beispielsweise bei den Rindern der Zusatz von Salz den Fleisch-, Fett- und Milchertrag zwar nicht steigerte, wohl aber das Aussehen und die Lebhaftigkeit nur ein Billct bis nach Spandau zu lösen, weil von da aus billige Schiffsgelegenheit nach Hamburg fei. Sie hätten dann im Koupee Karten gespielt, und bei der Ankunft in der Nach- barstadt habe er seine ganze Barschaft, einige 20 M., an den Fremden, der bald darauf verschwunden, verloren. Seit drei Tagen irre er hüngernd�und obdachlos in Spandau umher und nur Furcht und Scham habe ihn zurückgehalten, nach Hause zurückzukehren. Der Mann nabm darauf den jugendlichen Abenteurer nach Berlin mit und führte ihn ben besorgten Eltern wieder zu. Gin» aufregend» Ks««» spielte sich gestern Nachmittag auf offener Srraße am Wedding ab. Die in der Müller- straße wohnenden Maurer Srb.'schen Eheleute besitzen einen einzigen dreijährigen Knaben Rudolph, welcher der Liebling der Eltern und der HauSnachbarn war.— Gestern Morgen spielte der Kleine auf dem Hofe des Hauses mit anderen Kindern, als der Knabe plötzlich zu röcheln begann und ängst- lich stöhnte. Schreiend liefen die anderen Kinder zu der Mutter des Kleinen, ihr von dem plötzlichen Unwohlsein ihres Lieblings Mittheilung machend.— Als die beherzte Frau auf den Hof hinabgeeilt war, fand sie ihr Kind, am Boden liegend, mit bläulich unterlaufenem Gesicht nur noch schwach röchelnd. Ohne sich zu besinnen, nahm die geängftigte Frau den Kleinen auf den Arm und rannte, so schnell sie konnte,»u einem Arzie. — Immer schwächer und schwerer wurden die Aihemzüge des kleinen Patienten, und als bie arme Mutter endlich das HauS des Arztes erreichte, konnte ihr derselbe nur noch mittheilen, daß der Knabe bereits todt fei, gestorben und erstickt durch ein Stückchen Kohle, we.ches das Kind beim Spielen auf dem Hofe gesunden und in den Mund gesteckt habe.— Der Schmerz der armen Eltern ist grenzenlos und in bewußt- losem Zustande mußte die verzweifelnde Mutter mittelst Droschke nach ihrer Wohnung zurückgebracht werden. Gin» heftig» Karambolage zwischen zwei Pferdebahn- wagen und einem Krankenwagen fand gestern Nachmittag gegen vier Uhr in der Ro'enthaler straße in der Nähe des Haacke'schen Marktes statt. In ziemlich scharfer Fahrt kam vom Haacke'schen Markt her die genannte Straße entlang ein Krankenwagen, welcher von der Eharitee zurückkehrte, und überholte vor dem Haufe Nr. 49 einen Pferdebahnwagen der Linie Gesundbrunnen- Kreuzberg.— Der Leiter des Krankenwagens versuchte es nun, auf der linken Seite des Fahrdamms an dem Pferdebahnwagen vorbeizujagen, ohne zu beachten, daß ihm in demselben Augen- blick ein Wagen derselben Linie entgegenkam. Ein furchtbarer Zusammenstoß zwischen den drei Gefährten erfolgte nun, der Krankenwagen war zwischen die Seilenwände der beiden Pferde- bahnwagen eingeklemmt worden und wurde dadurch gänzlich demolirt. Auch die beiden Waggons halten mehr oder minder starke Beschädigungen aufzuweisen, die Fensterscheiben waren zum Theil eingedrückt und ist dabei leider auch em Possagier, der auf dem Perron eines Pferdebahnwagens stand, nicht unerheblich am Hinterkopf verletzt worden. Die Karambolage verursachte übrigens eine große Verkehrsstörung und Menschen- ansammlung.. Gin schm»»»» Einbruch«bi»bftahl wurde in der Nacht zum Sonntag in der am Weddlng, Fennstraße 4, gelegenen „Herberge zur Heimalh" verübt. Dre Diebe waren vom Abort aus durch ein zufällig aufgelassenes Fenster in das Fremden- zimmer eingedrungen und hatten dort aus einem erbrochenen Spinde etwa 200 Mark an baarem Gelde, mehrere Uhren und andere Werlhsachen, welche die Gäste der Herberae dem Ver- walter zur Aufbewahrung übergeben, hatten, gestohlen. Den Beschädigten wurden von der Verwaltung der Herberge die Verluste ersetzt. Von den Dreben fehlt bis jetzt jede Spur. Auf der Schl»stfchru Eisenbahn, auf der Strecke zwischen Fürstenwalde und Hangelsberg, ist am Sonntag Nachmittag 6 Uhr einer Lokalkorrespondenz zufolge ein Eisenbahnunglück noch zur rechten Zeit verhütet worden. Der Mittags von Kohlfurth abgegangene Personenzug hielt plötzlich auf freier Bahn im Walde: der Lokomotivführer hatte noch zur rechten Zeit bemerkt, daß der Kolben an der Maschine gebrochen war, durch welche Aufmerksamkeit einem Unglück vorgebeugt wurde. Von Fürstenwalde mußte eine Maschine kommen, die den Zug nach Berlin weiter führte. Der Reisenden wartete später noch eine Betriebsstörung. Am Schlesischen Bahnhof war eine Weiche gebrochen, wodurch sich die Einfahrt nicht unerheblich verzögerte. Gin fäbe» Gud» fand gestern ein Arbeiter, welcher auf dem Wege zur Arbeit, den sogmannten„Treidel- weg" am Ufer der Spree in Eharlotlmburg entlang schreitend, nahe der Unterschleufe, woselbst er beim Buhnmmclster be- schäftigt war, einm Fehltritt that und infolge dessen die ziem- lich steile Uferböschung hinunter und hinein in die hier sehr tiefe Spree stürzte. Der Verunglückte wurde todt ans Land gezogen, ein Schlagfluß halte den jungen Mann allem Anschein nach sofort getödtet. K»richtig«ng. Wie uns geschriebm wird, ist unsere Meldung von dem Tode eines Zimmermanns durch Absturz auf dem Neubau, Schönleinstr. 5, insofern unrichtig, als der Unglückliche nicht von einem Hängeaerüst, sondern von der Dachbalkenlage in die Tiefe gestürzt ist. Gl» V»rlra«»t»r. Der Drehorgelspieler C. Müller Muskauerstr. 47, Hof parterre wohnhaft, steht schon scit Jahrm günstiger gestaltete� während die ohne Salz gefütterten viele Zeichen gestörter Gesundheit darboten: sie zeigten sich träge und phlegmatisch, ihr Haar war rauh und glanzlos, an manchen Stellen sogar ausgefallen. Daß für den Menschen das Salz eine Nothwendigkeit ist, geht schon daraus hervor, daß es auch dem Säuglinge in seiner Nahrung nicht fehlt. In der Milch und außerdem im Eiweiß, im Fleische und in fast allen zur Nahrung dienenden Pflanzen ist das lösliche Mineral enthalten. Ueberhaupt ist es einer der am allgemeinsten über unsere Erde verbreiteten Stoffe; in vielen Gesteinsarten ist es enthalten, es kommt nicht bloS in mächtigen Lagern vor, sondern ist auch zahlreichen Quellen in bedeutender Menge beigemischt. Der neueren Wissenschaft ist es gelungm, nachzuweisen, welche Rolle das Salz im thierischen Organismus spielt. Die Thatsache, daß alle pflanzenfressmden Thiers, das Wild nicht ausgeschlossen, gerne Salz lecken, hat den bekannten Physiologen Volt in München zu sorgfältigen Versuchen an- geregt, und es ist ihm gelungen, Klarheit über die Art des Einflusses zu verbreiten, welchen das Kochsalz bei der Er- nährung ausübt. Eine nicht unwichtige Entdeckung war es, daß das Salz ein sehr diffusibler Stoff ist, d. h. es durchdringt die thierischen Membranen mit großer Leichtig- keit.' Bindet man über eine mit Salzlösung gefüllte Röhre eine Thierblase und legt man sie in reines Wasser, so saugt das Salz mit großer Kraft Wasser von außerhalb in die Röhre, während gleichzeitig ein Theil des Salzes durch die Blase hindurch in das reine Wasser tritt. Auf die gleiche Art wirkt es auch im lebendigen Körper, und die Wan- düngen der Gefäße und Zellen schnell durchdringend, be- fördert es zugleich die Bewegung der Säfte von Zelle zu Zelle, von einem Organ zum andern, aus dem Blute in die Gewebe und wieder zurück; mit einem Worte, es belebt den Stoffwechsel. Außerdem erhöht aber auch das Kochsalz die LöSkichkeit der ciweißariigcn Stoffe. Legt man eine Ei- weißlösung, fest in eine Thicrblase eingeschlossen, in reines Wasser, so durchdringt sie die Poren der Blase nur sehr m dem Ruf, es eigentlich gar nicht nöthig zu haben, die Host „abzuklappern", da er ein wohlhabender Mann fei. Jcgenü ein Konkurrent oder ein schlechter Spaßvogel hat sich den traurigen Witz erlaubt, überall zu veibreiien, der arme, gc- lähmte Mann, der sich mühsam ein vaar Pfennige zusammen- spielt, sei ein reicher Hausbesitzer. Leider finvet diese F-wl Glauben, obwohl wir' mnd andere Blätter schon wiedeiholt au! das Irrige dieser Annahme hingewiesen haben. Dieser Glaube verringert aber nicht nur die Einnahmen des Lcieikastenmanms, er bringt ihm auch die glöbsten Beschimpfungen ein. So er- zählt uns ein Augenzeuge von einer häßlichen Szene, die m vor einigen Tagen in dem Hofe und vor dem Haufe Blumen- straße 40. abgespielt hat und deren Mittelpunkt der angeblich- „Hausbesitzer" war. Eine Frau hatte ihn erkannt und«hm laut Vorwürfe gemacht, daß er als Hausbesitzer Leierkaßc« spiele. Müller mußte sein Spiel abbrecten und froh sein, er sich in Sicherheit gebrach, hatte, denn Kinder und Er- wachser e drangen auf ihn ein und hielten ihm die Faulte unter die Nase.- Vielleicht dienm diese Zeilen ein wenig dazu, den„Verkannten" vor weiterem Unrecht zu beschützen. DerfichMUnd»« ist seit dem 2. September der fiüher- Pächlcr des Restaurants Teufelssee am Fuße der Müggelbergc, N., welcher in Müggelheim wohnte. Derselbe führte an jene» Tage viel Geld bei sich und zeigte sich s.hr freigebig. Unter schleif». Die„D. Fleisch-Ztg." verzeichnet ein'« interessirten Kreisen verbreitetes Gerücht, wonach Angestellt einer bedeutenden Firma Anzeige über großartige Unterschle'st erstattet haben, welche bei größeren Lieferungen stattgefuud-« haben sollen. Wenn sich dies Geiücht bestätigt, dürften inter- cssante Enthüllungen bevorstehen. UuglücksfaU. Nach Bethanien brachte man gesteh Morgen mit fast verkohltem Arme das einjährige Kind einer F-au Wetzet, Forsterstraße 41 wohnhaft. Die Mutter begre1 sich täglich als Verkäuferin in die Markthalle und schließt ib� beiden Töchterchr» zu Hause ein. Gestern Morgen gegen v}* Uhr hörten die Nachbarn die Kinder laut weinen. Spo't drang auch Rauch aus der Stube. Sofort schlug man b«c Fenster ein und fand das kleinste Kind in einem Korbe sitz'«' mit fast veikohltem Arm. Das ältere 4jäkrige Mädchen bain Streichhölzer gefunden und damit das Unglück herbeigefühll- Für de« l>»vorft»h»«d»n Moknungon'rchsel>0«° von der Polizei zur öffentlichen Kennlmß gebracht, daß der«o 1. Ottober dieses Jahres beginnende Umzug bei kleinen, höchstens zwei Zimmern mit Zubehör bestehenden Wohnung an demselben Tage, bei mitileren, aus drei oder vier Ziww-« mit Zubehör bestehenden Wohnungen am 2. Oktober. tags 12 Uhr, bei großen Wohnungen am 3. Oktober beento fein muß. polizeibrrichf« Am 16. d. M. Vormittags stürzte ort dem Neubau Schönleinstraßc 6 der Zimmergeselle Polke, er sich von der obersten Balkenlage auf das Hauptgesi� schwingen wollte, von dort auf die Straße hinab und erlitt ff schwere Verletzungen, daß er auf der Stelle oerstarb.— Mittags auf einem im Humboldthafen liegenden Kahn der Mastbaum umgelegt worden war und plötzlich zur Seit« rollst- gerieth der Bootsmann Ebel mit dem Kopfe zwischen den M««' bäum und die an der Seite de« Kahnes befindlichen Sleu"' pfähle und erlitt dabei so schwere Verletzung-n, daß er berc'ff auf dem Wege zum Augusta-Hospital, wohin er gebracht wecdc« sollte, verstarb.— Nachmiitags fand vor dem Hause Bcrnrnst'- straße 103 zwischen mehreren Personen eine Schlägerei sto"- wobei der Arbeiter Redlich, welcher den Sireit schlicht''" wollte, zu Boden siel und den Unterschenkel brach, so daß" nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht werden mußte.— ö" derselben Zeit wurde im Thiergarten, in der Nähe lK» Luisen-Denkmals, ein Mann mit einer Schußwunde der rechten Schläfe, welche er sich in selbstmörderischer AbW beigebracht hatte, aufgefunden und nach der Eharitee gebracht- � Nachmittag« stürzte im Judischen Krankenhaufe in der Aug»«' straße 14/15 eine 76 Jahre alte Frau aus einem Fenster tX» 2. Stocks auf den Hof hinab und erlitt dadurch fo sch«H� innerliche Verletzungen, daß sie bald darauf verstarb.— 3» derselben Zeit ging das Pferd einer führerlofen Droschke in Zimmerstraße durch, lief die Wilhelmftraße entlang und st»» an der Ecke der Leipzigerstraße mit einem Break zusammen, ff daß letzterer umstürzte. Hierbei wurde ein auf demselb'« sitzender Herr auf die Straße geschleudert und erlitt anscheine«'' innerliche Vcrletzungen.— Gegen Abend fiel ein 1Ijäh"S� Knabe vor dem Hause Linienstr. 33 beim Spielen auf in» Straßendamm nieder und wurde von einem in demseldc» Airgenblick vorüberkommcnden beladenen Möbelwagen über- fahren, so daß er anscheinend eine schwere Oueischung Oberschenkels erlitt.— Zu derfe den Zeit wurde ein Vorkoll- Händler in seiner Wohnung in der Hussitenstraße erhängt»«T gefunden. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gesch»"'' — Mittags fanden Bandelstr. 21 und in der Unions- Brauers Hasenhaide 22, kleinere Brände statt, welche von der Feuernwt gelöscht wurden, langsam, legt man sie dagegen in Salzwasser, so findet m»" schon nach kurzer Zeit Eiweiß in diesem vor. Daraus es- klärt eS sich, daß bei einem mäßigen Zusätze von Salz w» dem regeren Stoffwechsel ein rascheres Anwachsen Körpersubstanz stattfindet. Der übermäßige Genuß»o« Kochsalz wirkt jedoch abmagernd. Professor v. Voit setzff einem Hunde zu seiner reinen Fleischkost eine Reihe«o» Tagen hindurch fünf bis zwanzig Gramm Salz zu, und d'»' Thier nahm an Körpergewicht zusehends ab; als man jed»� das Salz fortließ, setzte es wieder bei gleicher Nahrung menge Körperfubstanz an. In diesem Falle hatte die grdsff Salzmenge eine unverhältnißmäßig große Zersetzung de» Organismus herbeigeführt. Daß man nach dem Genüsse salziger Speisen D»s� bekommt, ist eine allgemein bekannte Thatsache. Die kung des Salzes ist die, daß es dem Körper Wasser«»>- zieht, ehe es durch die Nieren wieder ausgeschieden tvird,' dadurch wird daS Verlangen nach Ersatz der entzöge«� Flüssigkeit erzeugt. Die Fähigkeit, organischen Körper? Flüssigkeit zu entziehen, begründet den Gebrauch des Sähe? zum Einpökeln. Bestreut man frisches Fleisch mit ei«� Lage Kochsalz, so wird ersteres bald in einer Lake schwimn»«- die mcht blos aus Wasser, sondern auch aus den nahrhafte" Flüssigkeiten des Fleisches besteht. Daraus erklärt sich � die Äinderwerthigkeit des Pökelfleisches, welches bei de« Seeleuten nach längerem Genüsse Skorbut erzeugt. Be>«s Einpökeln ist dern Fleische eine große Menge Kalisalz ew- zogen worden, und der Mangel dieser Salze scheint d> Krankheit hervorzurufen. Wenigstens lassen die Versuchs- welche Magendie mit Thieren angestellt hat, die er nur«« gesalzenem Fleisch nährte, mit großer Wahrscheinlich�' darauf schließen. Für die Verdauung ist das Salz von hoher Wichst keit. Wenn auch ein organischer Stoff, das Pepsin, d" eigentliche Träger der auflösenden Fähigkeit ist, welche de' Magensaft auszeichnet, so ist doch das Vorhandensein freier Salzsäure eine Hauptbedingung für die Auflösung im Magen befindlichen Speisen. Die freie Säure toi««" der Thee»kev. m Kerliner Theater. Mit veränderter Besetzung einiger ei rr""'urde om Montag im Berliner Theater mit dem �Mer-Laube'schen Drama„Demetrius" der Tag seines ein- LMM Bestehens gefeiert. Und die Feier war würdig dieser Ä�denn man kann wohl zugestehen, daß die Jnszenirung ji» Stuckes ausgezeickinet zu nennen sei. Trotzdem sich im «Niger Darsteller manche Lücken zeigten, wurden diese Herr Direktor Barnay wiederholt auf.die Bühne ge- NFrl. Baumgart als Marfa verstand mit warmer Empfin> , gepaart mit Hoheit und Würde im Spiel, die Gefühle unglücklichen Zarin und Mutter, die ihren Sohn gern er» mmen möchte und es nicht vermag, wiederzugeben.— �>e Vertreterin der Apinia, Fräulein Seldburg, war zwar ne unendlich liebliche Erscheinung, doch fühlte man bei ihrem zu sehr die Anfängerin heraus. Fräulein Hock spielte ill wilde Polin feurig und begeistert, nur ist ihre Aussprache .;«Harfen R oft reckt unangenehm.— Die Rolle des Deme- mus vertrat Herr Basil; seine Erscheinung ist angenehm und M sein Spiel warm und begeistert, nur in einzelnen Szenen ml? dasselbe doch nicht ganz den Anforderungen gerecht zu �«den. Vorzüaliche Leistungen waren die der Herren Stahl «chuisky. Weiß als Kofakenhetman Komla und Krausneck � Fürst Leo Sapicha. Geriihks-Betkung. die i. Rechtsanwalt auf der Anklagebank. Gestern ,'!* M) schon wieder ein hiessger Anwalt, der beim Land- ss'cht Berlin II beschäftigte Rechtsanwalt Dr. L., vor dem Mgen Schöffengericht auf die Anklage der Beleidigung zu .�antworten. Derselbe führte für einen hiesigen Fabrikanten oilprozeß, aus welchem sich ein Strafprozeß entwickelte. letzteren wurde auch ein Zeuge vernommen, welcher -r Kompagnon des Fabnkanten war, nun aber gegen eine Auslage abzugeben halte, und um die Wirkung abzuschwächen, erklärte der jetzt angeklagte Rechts- daß,„nach seinen Informationen, der Zeuge zlaubwürdig sei, da derselbe Unredlichkeiten P*)" seinen Chef schon begangen habe". Der Zeuge Ii» 5a �en Rechtsanwalt nicht für berechtigt, ihm in öffent- Gerichtsverhandlung einen derartig angeblich unberechtigten .iMurf zu machen und erhob die Privattlage. Der Ber- «wiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Cohn I., machte da- geltend, daß sich derselbe innerhalb der Grenzen des L9' Slr..G.-B. gehalten, da es das Recht und die Pflicht Anwalts sei zu Gunsten seines Klienten die Glaubwürdig« ."an Zeugen an der Hand der gegebenen Informationen m'Uzreifcn. Der Gerichtshof, welcher sick aus den Handaklen �«jeugte, daß die Behauptung des Rechtsanwalts ledig- der ihm erlheilten Information entsprach, schloß den Ausführungen des VertheidigerS an, indem WT t Angeklagten den Schutz des 8 193 Str.-G.-B. zu- Jiiflte und denselben freisprach. Das Schöffengericht war der Meinung, daß ein Rechtsanwalt allerdings befugt sei, derartige Mfle vorzubringen und daß dieselben zu Beleidigungen erst '"N werden, wenn durch besondere Betonung oder aus der ''den Art, in welcher die betr. Bemerkung gemacht wird, Absicht der Beleidiaung erkennbar ist. Eine That de« Jähzorn», welche traurige Folgen nach �.gezogen hat, führte gestern den bis dahin gänzlich geschulten en Arbeiter Johann SarnowSki unter g Anklage der Körperverletzung mit tödtlichem Aus Me vor die Schranken des Schwurgerichts am Mdgericht Berlin l. Der Angeklagte arbeitete seit längerer M schon in der Oest'schen Porzellanfabrrk in der Schönhauser Im, Unh zwar hatte er mit dem Ardeiter Wollenschlöger an �Vswen Form zu thun. Am 26. Juni hatte der Gastwirth, Jlcher den Fabrikarbeitern Speise und Trank zu verabfolgen /'gl, Geburtstag und gab aus diesem Anlaß zwei Flaschen Mwel zum Besten, welche von den Arbeitern schon in der Mle genossen wurden. Der Angeklagte, welcher ein leicht .Mbarer Mann ist, scheint etwas zu viel getrunken hat sich bald darauf zu einer lasscn, welche er seitdem tief 9 Uhr mußte nämlich eine mehrere aus dem Ofen nach dem Loger ge- waren dazu 6 Arbeiter nothwendig, drei sogenannten Tragehölzern fort- J"meri, wabrenv ein siebenter Arbeiter darauf zu achten i"k, daß die Retorte während des Tragens nickt aus ihrer geschoben wurde. Da der letztgenannte Arbeiter in's «.gpern kam, fand doch eine Verschiebung statt und der An- Mate gerieih mit der Hand unter die Retorte, so daß er sj«be nicht wieder frei bekam. Er rief deshalb dem Wollen- Maer zu, durch Anheben seines Traacholzes ihm behilflich zu fein, M«t darauf aber eine etwas schimpfliche Antwort, welche ��ermaße�r�Wutl�erschteMa��ra��efreiungMeintt weder in den Speisen, noch in den Getränken vor; �guß also aus dem Salze, welches aus �tatrium und s find iu haben, 'ung Gauert dcnn er hinreißen Kurz nach ffwtncr schwere Retorte Men werden, und eS itl �'e Retorte auf ffWen, wäbrend ein To*** A0r zusammengesetzt ist, und aus anderen Chlor- s, Mdungen im Körper bereitet werden. C. Schmidt fg reinen Magensaste des Hundes 3°/„„ Salzsäure tzi To wie der Magensaft, enthält auch der Speichel Nlfal aU� �'e �ri'lien'''�aS salzige Naß", enthalten http �em Angeführten geht hervor, daß das Kochsalz Wn �utendc Rolle im Haushalt des menschlichen Körpers srxss! Fleischfresser benölhigen weniger davon, als Pflanzen- TOfc' n,e h'e pflanzlichen Nahrungsmittel, die man in Ä[,;f?er Menge genießt, an und für sich schon weniger als �.Ich Salz enthalten. Brot und Salz, Kartoffeln und � 5, Kartoffel und Hering sind praktische Zusammstellungen, Zitrone« der gesunde Berstand des Volkes das Richtige "htt schwerverständlich, daß ein so wichtiges NahrungS- schon in frühesten Zeiten als geeignetes Steuerobjekt l!x.°chket wurde, aber die uns überkommenen Sagen und % eff beweisen auch, daß das Volk selbst in den alten «oz En nicht gern Steuern zahlte. Als einst König Lystmachos w®"! Meeresstrande von Troas gewonnene und seit un- h»er« icher Zeit frei von Jedermann bezogene Salz mit W. Abgabe belegte, ließen die Götter ihr salziges Geschenk ls�Minden und man konnte kein Salz gewinnen, bis der %ti r s�"6 Verordnung widerrief. Auch in Kiew soll im /'alter ein Salzwunder geschehen sein, indem ein frommer ch Asche in Salz verwandelte, um die hohen Preise zu Sfc iben, welche durch das Einfuhrverbot künstlich erzeugt waren. Menschheit wird wohl nie an Salzmangel leidet», f£ Meere enthalten im Durchschnitt etwa 3t Prozent sW... a'ä- Wenn man nur von derOberfläche des großen m---- nrr."--V.15...cK 0 verblenden lassen, daß er sich an demselben vergriff. Er hatte eines Tages für den Bau- meister einen Betrag von 500 Mark einzukafsiren und an dieser Summe scheiterte die Gewissenhaftigkeit des jungen Mannes. Derselbe erhob das Geld, unterschlug es aber, kaufte sich eine goldene Uhr und Kette, sowie einen eleganten Anzug und stürmte zweck- und ziellos in bie Welt hinaus. Ein Unfall brachte ihn aber bald wieder zurück. Als er auf einer Eisenbahnstation seinen Wagen auf kurze Zeit verlassen hatte und wieder in denselben zurückkehrte, gewahrte er zu seinem Schrecken, daß sein Handkoffer, in welchem er den Rest des unterschlagenen Geldes in Höhe von 265 M. bewahrte, ihm ent- wendet wordeniwar. Aller Mittel entblößt, mußte er sich der Behörde selbst stellen und die erste Strafkammer, vor welcher er gestern stand, verurtheilte ihn zu 4 Monaten G e- s ä n g n i ß. Der Vorwurf, eine Ktutvergiftung herbeigeführt zn haben, wurde von dem praktischen Arzt Dr. S. dem Vor- gänger in der Behandlung des Patienten, Dr. R. gemacht. In- folge dessen wurde von ver Familie des Kranken eine Straf- anzeige gegen den letztgenannten Arzt erstattet, daraufhin auch ein Verfahren eingeleitet und durch die gerichtlichen Sachver- ständigen festgestellt, daß weder eine Blutvergiftung vorgelegen hat, noch bie Anordnungen des Dr. R. unzweckmäßig gewesen sind. Selbstverständlich verfügte daraufhin die Staatsanwalt- fchaft Einstellung des Verfahrens. Run strengte Dr. R. gegen Dr. S. eine Beleidigungsklage an; dieselbe wurde indeß von der 100. Abtheilung des Berliner Schöffengerichts auf Kosten des Klägers zurückgewiesen, da der Angeschuldigte nur ein tadelndes Urtheil über die Leistungen des Klägers ausgesprochen habe und kein Moment für die Absicht zu beleidigen erbracht sei. Anders entschied jetzt die fünfte Strafkammer Landgerichts I Meere ist äußerst verschieden. Die Ostsee und das Schwarze Meer enthalten kaum einen Theil Salz auf hundert Theile Wasser, während das Mittelländische Aleer ber Sizilien etwa 5 pCt. birgt. Zu diesen kolossalen Salzmengen kommen noch die mächtigen Lager, wie etwa dasjenige von Staßfurt, welches eine bis jetzt ergründete Tiefe von 1035 Fuß besitzt. Daß diese Salzlager durch Verdunstung und Austrocknung von Meeren entstanden sind, dürfte nicht mehr bezweifelt werden, denn es findet sich das Steinsalz immer in Mulden und Becken und mit Stoffen vermengt, welche unzweifelhaft vom Meere abgelagert worden sind. Nicht selten trifft man im Salze Versteinerungen von verschiedenen Tangarten und Fischen an. Liebig sagte, daß man den Kulturgrad eines Volkes an dem Verbrauch von Seife erkennen könne; mit demfelben Rechte hätte er hinzufügen dürfen, daß der Stand der In- dustrie sich nach dem Salzverbrauche messen läßt. Aus Koch- jalz wird die Soda dargestellt, welche für die Glas- und Seifenfabrikation unentbehrlich ist. Ferner hängt mit dem Salze die Erzeugung des Chlorkalks(Bleicherei) und der Salzsäure zufammen. Je mehr sich die Menschheit zivilisirte, desto höher stieg das Salz im Ansehen, und der Kreis seiner Nützlichkeit und Verwendbarkeit ist auch heute noch nicht abgeschloffen. Schon bei den alten Völkern galt Brot und Salz als Symbol unserer leiblichen und geistigen Bedürfnisse. Dem Gaste bot man als Zeichen der Freundschaft mit Salz bestreutes Brot und deutete damit an, daß der Fremdling über Gut und Blut seines Wirthes verfügen dürfe. Diesen edlen Brauch finden wir auch heute noch in Nußland und im Orient. Wenn der Herrscher eine Stadt betritt, so wird ihm Brot und Salz als Zeichen des Willkommens und der Ergebenheit entgegengetragen. Das ist ein schöner Brauch, von dem man gewiß nicht sagen kann, daß er des„attischen Salzes" entbehrt. auf die vom Kläger eingelegte Beschwerde: sie eracktet den Dolus nicht für ausaefchlossen und eröffnete daher das Hanoi- verfahren vor dem Schöffengericht, welches sich demnächst m« der Sache zu bekaffpn haben wird. Eine« unbezähmbaren Hang zur Hochstapelei hat die noch jugendlich« Wrlhelmine Grieb, welche sich gestern vor der ersten Strafkammer hiesigen Landgerichts I wegen Dieb- stahls und Betruges zu verantworten hatte. Die gewandte Person, welche in näheren Beziehungen zu einem Lieutenant v. B. stand, hat sich mit Vorliebe für die Gattin desselben ausgegeben und unter diesem Namen nicht nur Zechprellereien verübt, sondern auch bei verschiedenen Kaufleuten und Jawe- lieren Waaren auf Kredit genommen, obne jemals an deren Bezahlung zu denken. In einem hiesigen Hotel hatte sie einen Angehörigen der sogenannten höheren Stände kennen gelernt und denselben durch ihr gewinnen. des Wesen dermaßen bestrickt, daß derselbe es als einen besonderen Vorzug betrachtete, als ihm die junge Dame auf feine Bitten ihm das Vergnügen bereitete, mit ihm ein Souper einzunehmen. Als der junge Loffe betrunken war, benutzte feine Partnerin die Gelegenheit, ihm ein Portemonnaie mit 400 M. Inhalt aus der Tasche zu entwenden; da« zu« fällig bemerkte Fehlen des Portemonnaies brachte den Gast- geber aber vollständigst zur Ernüchterung und er sorgte dafür. daß das Mädchen direkt vom Champagnerkühler zur Polizei- wache gebracht wurde. Der Gerichtshof vemrtheilte dieselbe zu 9 Monaten Gefängniß. Soziale Meberlichk. Die Streikkommission ber Kerllner Kistenmacher macht bekannt, daß der Streik noch nicht beendet, die Samw- lungen daher noch nicht einzustellen sind.— Bewilligt haben noch nicht die Patent-Kisten-Fabrik-Äktien Gesellschaft Reue Jakobstraße 6, Mühlenstcaße 8 und Fuhg, Lindeustraße 35. Vorfcrrnrirluttgerr. Eine große öffentliche Versammlung für alle in der Kekleibungsindnstrie beschäftigten Arbeiter«n» Arbeiterinnen war für den 13. d. M. Abends nach dein Schneider'schen Saale, Bc'forterftraße 15, einberufen worden. Die Versammlung, welche unter Vorsitz des Herrn S t ein mar tagte, war äußerst rege besucht und in dcrfilbcn das weiblicke Element überwiegend, zum mindesten ebenso stark vertreten, wie das männliche und hätte dos Lokal getrost noch ein gut Theil geräumiger fem können, so slmk war der Zuspruch zur Versammmlung. Das zur Tagesordnung stebendc Thtmo, übet welches der Vorsitzende referirte. lautrte:„Ursachen und Wirkungen der Streiks". Wenn man die„Nord- deutsche Allgemeine Zeitung", das„Berliner Tageblatt" tc. lese, so werde man darin jederzeit ausg«- führt finden, daß die Arbeiter nur aus Uebermuth streiken. Redner empfahl die Lektüre derjenigen Zeitungen, die da« Interesse der Arbeiter vertreten, das„B e r li n er V 0 l ks- blatt" und die„Volks-Tribüne". Gcgerübcr tum Steigen der Korn- und Viehpreise, der Wohnungsmiethen und der allgemeinen Vertheuerung aller Lebensbedürfnisse fei ein Steigen der Arbeitslöhne in keiner Weise zu verzeichnen. Trotz der langen Arbeitszeit schließen die Arbeiter, speziell der Schneiderei, welche 14—16, ja 18 Stunden arbeiten, jederzeit mit einem Defizit ab. Die Tagesblätter hätten Tags zuvor erst die Notiz gebracht, daß ein obdachloser Schneider in'S Wasser gesprungen sei. Aus Wollust, meinte Redner, sei dies gewiß nicht geschehen, sondern aus Hunger jedenfalls. Diese traurige Lage sei die Ursache, daß rn eine Lohnbewegung ein« getreten werden müsse zur Besserung der Lohn- und ArdeitSoer- Hältnisse. Er ermahnte deshalb die Anwesenden und Abwesenden sich einer Organisation anzuschließen, um den unoermeidlrchen Lohnkampf auch siegreich durchführen zu können. Besonders an die Arbeiterinnen richtete Redner den dringenden Appell und ermahnte dieselben, Schulter an Schulter mit den Ar- beilern zu kämpfen. Die Vortheile und den Nutzen einer Orpa- nisation legte Redner sodann in längeren Ausführungen dar und bat, das Gehörte wohl zu beherzigen und sich zu oraa- nisiren, damit auch die A> bester und Arbeiterinnen der B.« kleidungsindustrie in die Lage kommen, sich eine menschen- würdige Existenz zu erringen.(Lebhafter Beifall.) An den Bortrag knüpfte sich eine sehr animirte Debatte, in wilcker von den verschiedcnen Rednern die einschlägigen Verhältmsse in weitester Weise beleuchtet wurden. Dreselbe wrnde indessen zunächst unterbrochen durch eine Pause von 15 Minuten. um den Arbeitern Gelegenheit zu geben, sich dem„Deut- schen Schneiderverbanbe" anzuschließen bezw. sich als Mitglied in denselben einzeichnen zu lassen. D'e weiblichen Theilnehmer der Versammlung fanden bei Frau Leuschner gleichfalls Gelegenheit, sich als Mitglieder der„Freien Vereinigung der D am en- M Ln te l- S ch n eid« r undArbeiterinnendcrBekleidungS-Jndustrie"' aufnehmen zu lassen. Dem diesbezüglich an sie ergangenen Rufe leist-'ten Arbeiter wie auch Arbestmnncn erfreulicher Wei-e zahlreich Folge, sodvß die Pause nochmals verlängert weebkn wußte, worauf bie Debatte wieder eröffnet wurde. Was eine Organisation zu leisten im Stande fei, das, fllbrte Herr S t e i n m a r u. A. ferner ans, habe der Hamburger Schneider- streik gelehrt. Die dortigen Kollegen hätten einerseits nur durch den Deutschen Schneiderverband gesiegt, andererseits habe der Zuzug während des Streiks nur 14 Mann be- tragen. Die Organisation habe den Zweck, den II, ber- griffen der Kapitalisten entgegenzutreten. Diesbezüglich wurden verschiedene krasse Fälle mitgetheilt. BesonbcrS den Damen wurde es an's Herz gelegt, den söge- nannten„Meistern"(Feltböcke oder auch Kleiderschlächter genannt) mehr die Spitze zu bieten, als bisher. Die Aus- eutung der Hausindustrie wurde gleichfalls in lebhaften Farben geschildert. Nicht allein, daß die Hausindustriellen schlechter ezahlt werden, als die Werkstattarberier, so werden ihnen auch für gleiche Arbeitm ungleiche Löhne gezahlt. Besonder« dt« Mäntelnäherinnen wären in den Könfektrons- und Export- geschäften ein allgemeines Ausbeutungsobjekt. Zur Beseittgung dieser Uebelstände wurde empfoblen gänzliche Beseitigung der Hausindustrie und dafür Einführung von Werkstattarbeit m gesunden ArbeitSräumen, Verkürzung der Arbeitszeit, Ver- bot der SonntagSarbeit u. f. w. Die Hausindustrirllen müßten vor allem in die Lohnbewegung hineingezogen werden, solle etwas Ersprießliches erreicht werben. Feiner wurde verlangt, daß die Arbeitgeber die verdienten Löhne be« Sonnabends auszuzahlen haben, um den Arbeitern Gelegen- heit zu geben, ihre Einkäufe zu besorgen, sosern sie dies arge- sichis der allgemeinen Preissteigerungen Lberhauvt noch ve,- möchtest. Alle Redner waren redlich bestrebt, die Nothwenb g- keit eines Hand-in-Hand-Gehens von Arbeitern und Arbo. terinnen klar zu legen, um gleiche Löhne für beide Arbeiter« kategorien zu erringen. Durch eine geschlossene starke Organ,- sation würde die« sehr wohl zu erreichen sein. Man dürfe sia> nicht mit der Aussicht auf ein glückliches Jenseits verliösten, lassen, stmbim diese Glückseligkeit schon in diesem irdisck«n Jammer thale fordern.' Da von SlaotSwegen noch diestr Richtung nichts gcthan werde, so sei es Pflicht aller Arb'iur und Arbeiterinnen, sich einer Arbeiterorganisation arrzr:. schließen, um durch eigene Kraft ihre traurige Lage>n verbessern. Herr Jeschonncck betonte besonders die Roth- 1 roenbiflfrii einer einheitlichen Branchenorganisaiion besonders für die in der Herren schneiderei beschäftigten Arbeiterinnen, irelche fich bei den Mäntelnäherinnen-nicht wohl fühlen könnten. Er empfahl daher den vorgedachten Arbeiterinnen, »inen eigenen Verein zu münden und stellte ein diesbezügliches Statut zur Verfügung.(Großer Beifall.) Frau G u b e l a trat ebenso energisch für die Interessen der Arbeiterinnen ein, die' seiden zur Organisation ermahnend. Auch sie wünschte, und verlangte gesetzliches Ve>bot der Hausindustrie. Die von der Rednain geschilderten Lohnverhältniss« der Arbeiterinnen er« regten in der Versammlung die größte Entrüstung, wie ihre tonstigen trefflichen Ausführungen einin wahren Beifallssturm hervorriefen. Auch Fräulein W a b n i tz trat warm für Orga« nifation ein, zugleich eine scharfe Kritik an den bestehenden Ver- bältmffen übend und reichen Beifall erntend. Die allgemeine Diskussion bot zahlreichen Rednern und Rednerinnen reichlich Gelegenheit, sich auszusprechen und wurde die ganze berrschende Misere im Schneidergewerbe in ihrer ergreifenden Trostlosigkeit vor Augen geführt. Diese gegenseitige Aussprache, die Erleichterung der bedrückten Herzen führte dazu, daß die Erkenntniß feste Wurzel schlug, daß alles gethan werden müsse, um eine Besserstellung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie herbeizuführen und daß dies nur möglich sei durch eine feste geschlossene Organisation sowohl der Arbeiter, une auch der Arbeiterinnen und daß mindestens die Hälfte der Arbeiter und Arbeiterinnen in einer Organisation vereinigt sein müssen, bevor überhaupt erst daran gedacht werden könne, in »inen Streik einzutreten. Die Gründung eines neuen Spezial- Arbeiieiinnenvereins wurde aber von verschiedenen Seiten als un- zweckmäßig bezeichnet und der Beilritt der in der Herrenschneiderei beschäftigten Ärbdterinnen zur»Freien Vereinigung der Damen- mäntelschneider und Arbeiterinnen der BekleidungS. Industrie"' empfohlen und befürwortet. Die Versammlung beschloß schließ- Uch folgende Resolutionen: 1.«.Die heutige kombinirte Schneider-Versammluna erklärt fich mit den Ausführungen des Referenten einverstonden und verspricht, bei einem eventuellen aufgezwungenen Streik im Früh- fahre 1890 mit allen Kräften für eine Aufbesserung der Löhne orr Arbeiter und Arbeiterinnen einzutreten." 2.«.Die beutige kombinirte Versammlung von in der Be- kleidungsinduftrie beschäfiigten Arbeitern und Arbeiterinnen, im Schnrider'schen Lokale, B c I fort erst r. 15 tagend, ei klärt sich mit dem Referenten, sowie mit allen Rednern und Rednerinnen voll und ganz einverstanden und verspricht, mit allen gesetzlichen Mitteln dabin zu wirken, ihre geistige und materielle Laae zu heben. Sie rrblickt in einer Organisation das geeignete Mitiel hierzu und verpflichten sich alle in der Bekleidungs- Industrie beschäftigten Ardeiter und Arbeiterinnen, sich einer solchen anzuschließen." Zum Schlüsse wurde unter«.Verschiedenes" neben einigen geschästlichen Mittheilungen auch die Lokalfrage angeregt und vom Vorsitzenden aufgefordert, nur diejenigen Gastwirlhe zu unterstützen und nur bei solchen die Arbeitergroschen zu ver- zehren, welche ibre Lokale den Arbeitern zu Versammlungen zur Verfügung stellen. Gegen Mitternacht erreichte erst die hochinteressante Versammlung ihr Ende. Gtue grosse öffentliche Schuhmacher-Versammlung fand unter ocm Vorsitz des Herrn Chriftensen am Montag Abend in Gründer'« Salon, Schwrrinstraße 13, statt. Die Versammlung war sehr put besucht...lieber den Nutzen der Gewerkichast" reserirle in einstündigem, reich mit Beifall ausgezeichnetem Vortrag Herr S ü ß m e y e r. In der Diskussion wm de von allen Rednern bei dem Hunger lohn von 10 Mark die Woche, unter dem die Schuhmacher schmachten, die dringende Nolhwendigkeit des Eintritts in eine Lohn- dewegung mit Beginn des kommenden Frühjahrs lebhaft be- ront und schlüßlich einstimmig folgende Resolution ange- riommen: «Die Versammlung erklärt fich mit den Ausfüh- rungen de« Referenten einverstanden und fordert, da die heutige moderne Produktion kein« Garantie für die Arbeiter bietet, alle Kollegen auf, fich dem«.Verein zur Wahrung der I ileressen der Schuhmacher" anzuschließen und mit allen Mitteln dafür einzutreten." Mit einem donnernden Hoch auf die künftige Lohn- brwegung der Schuhmacher schloß darauf die Versammlung. Gtu» öffentliche Versammlung der Putzer K erlins tagt« am Montag Nachmittag bei Nennefahrt, Dennewitzsir. 13. Drr Tagesordnung lautete:«Die Folgen der augenblicklichen Krise in Rückficht auf die bevorstehende Saison. Wie verhält sich die Gesammlheit der Berliner Putzer zu der am 23. März rr'p. 15. April gefaßten Resolution?" Verschiedenes.— Den Bor fitz führte Herr Däne. Es ging in den erregten Debatten «funale heftig her. Es ward von vtilen Seiten lebhaft betont, man müsse im eigenen Interesse mit den Maurern zusammen- g tzen. Länger als der 7 Wochen andauernde Streik habe man ofimal» gezwungen feiern und ohne Verdienst sein müssen. Darum rege Agitation und im Frühjahr wiederum erneuter Kampf um das Generalziel der modernen Arbeiterbewegung Allgemeinen: die neunstündige Arbeitszeit. im Hätte»" die Putzer in die Bewegung der Maurer eingegriffen, dann wäre wohl mehr noch von den- selben erzielt worden. Man solle einen Fonds gründen, um die darbenden Brüder zu unterstützen. Von anderer Serie ward dagegen behauptet, die Putzer hätten sich im dem Streik von>885 genügend die Finger verbrannt.— E» ward endlich einstimmig folgende Resolution ange- uommm: «Die Putzer erklären fich mit den Bestrebungen aller Bauarbeiter Berlin'S in Betreff der neunstündigen Ar« beitszeit einverstanden und solidarisch. Sie verpflichten sich, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß dieselbe eingeführt wird." M,t einem Hoch auf die Einigkeit der Bauarbeiter inSge- sammt schloß darnach die Versammlung. Es wird für die komme»! de Bewegung ein Fonds gesammelt werden. «i»-r recht sonderbare» Auflösung verfiel die am 1». d. M. tagende Versammlung der Freien Vereinigung der >iuschntider. Stepper und Vonichter Berlins bei Reiher, Alte Jakodftroße 83. Auf der Tagesordnung stand Vortrag, und tollte derselbe in Form einer Vorlesung aus«.Das Elend der Philosophie von Marx" stattfinden. Als Kollege Hoffmann «ach einer üblichen Einleitung die Worte sprach: Ich beginne olio.— löste der überwachend« Beamte die Versammlung auf Grund des 8 9 de« Sozialistengesetze» auf. Be- fchwrrde ist eingereicht. «rotz» Sff»«tltch« dnuralMrraanniune ver ftUUr und Nu Herttn« am Mitwoch. dm 18. Ecplcmder. in»raiioril'l BUrdaUen, U«nu«a» daiitent» atzt 71-79. Tageiordnunp: 1. Cctltfung und B-roidung »-I SnUSge der StatuL'iitieratf)Uugt.«omniU(ion betr. Gründung der»tiortaiton. Ä. Didlainon. 8. Lcrichiedenei 8t« v»rsamml«,,o der y«r*inleung d»r d,«tsch»»»t,Un>ach»r, Mil>itrd!w ti vrrUn. srndei am iviUiwoch, den 18 b.>1)119, iibendd 8X Uhr ÄnNihrotr I« in Etlhrr'e Saal(lall Die iagidordnung lautet: 1. Bor. uaa. iKifaciit Herr Ptrch über Giwerbe- Echiedegertchle. 2 Dtikulfton, » Belpr-aiuiia über das herbergswesen. 4 Wahl einer ilrbeti9au9gabe.»am- »((((im 8. Bereti. San ueltiien heilen und geagekafim Hz«, d and deutich», yUdzaaUur uu» u$rm. perusagenoisen, Siturnnt Berlin MUiiroib. den 18 keplnnder, ilbend« 8H Uhr. in Sahm» Jrtabfciu«. Annen(Irahe 18. Beriammiung. logelotbnung: 1. Bortrag bei Herrn ti tiS.sien über. Der Martma!a>t>eil9iag und daß Bogkoil. Egftem. ü Ditlussion 8» vnduna einer Btdiioihet. 4. Verschiedene» und Frage- tasten.- Ausnahme neuer Milaiicder. Gast« willkommen Um»ahiretche» und jMintililbt» bttf-belncn wird«(uchl. «r»A« ösfenttleii» z?«e(a»,»(»»« all»» tu de« Aibum-, fiaritn- Gu»u«»api»r-, T»d»r und««»ianteriewaar-nlabrikea, sowie Bueddtndeielcn deschasligien»rdeiier. Mtilwoch. den 18. September. Abend» 8X Uhr. In Jordan» Salon. Berte«lünftr 28. Tagesordnung: 1. Be. idtt der ISer Soimmijton 2«'im und Werth der EircU». Bes. Th.«locke. » Dirkuiüon und Vctichiehme». Zahlreiäte» Uncheintn erwünichi. <9r»A* ötr-«(lt<(,>K,mmu»»iu>Shl»r Peesammtung om Donners- «og. dm lü Scplemder Ad-nd» 8 Uhr. im Sokate de» Herrn Gotllchatt. Bad- »rage 22 Tagesordnung: I Stellungnahme zur deoorftchendeti«omn ut oi. »aiü iut 88, 41. und»2. Uommunalwobibejirk.«esereni. Siadiv. Tuhauer. 2. Wahl eilte» Waditomiler». Fiele Dltkuislon. Hterein lue Mahruno»er materiellen ZnterelTen vor Ktotn- träaer und vetw. Beruisgenoiien Bettln» und Umgegmv. Sonnabend, den 21 S.plemder. in der BerUner Bockdraueret, IV. Sttilungtfeil. motu steund- iichii eingeladen wird Billei» sind bei solgcnden Herren zu hoben:.«nodei. vennewitzsie. n,»ersten. Ewinemündeistr. 140; W Wernau. Swimmünder- sliade 7: Z Heckmann, Oraniensir. 184; H Futchntr, Georccnmchnr. 88.. H. Grimm. Wafferlhorstr. 20.«. Kondale, Andceassir. 71. z. Mahrm. Pückier- straite 18: E. Guisch, Oppetncritr. 24. m... pa» Ktistungafeft»an«uba-Kipp», welche» im. NeuitSdter Bolls- garten" stalisinden iollle. findet nicht statt, da der Wirth sein Lokal nicht mehr zu Betsammtungen hergtebi. ?(» Filialen Berti» der Pereinigung der deutschen Mater etc. eröffnen am 18. Otioder ihre Fachschule in der Auta der Gcmetndlichuie. Echlestschestrabe 4. Der Unterricht besteht im Zeichnen, Dekoration».. Holz, und Mormormaten. Anmeldungen hierzu werden entgegen genommen in den Slttatcn: Dreidcnei str. 118. Lützowftr. 7, Blumenstr. 88, KastantemAllee 82. bend» 8-S, Sonntag Bormttlag 10-12 Uhr. «»sang-, Turn- und seseUts» verein» am Mittwoch: Männer- aesangverctn.Jugendtuft' Abend» 8» Uhr im Restaurant Paffod, Garten- ftraße 182.— Männcrgcsangvercin.Cäcilia' Abend» S Uhr im Restaurant, Köpnickerilraie 127».— Gesangverein.Männerchor Linde' Abend« 8!i Uhr im Restaurant Halln, Baunanstrafie 7V.— Männergesangocrein.Sanacisrcunde' Abend» 9 Uhr tm Restaurant Muichotd. Landibcrgcrstraße Rr. 81.— Gesangverein.Freoa' Abend» SU Uhr im Restaurant Benecke, Große Hamdurgerstraße Nr. 18.— Huppertstchc Sängervereintgung sedcn Mit- woch nach dem ersten tm Monat, Abend» 9 Uhr im Restaurant Heise, Lichtenbergerstraße 21.—.Scegerstcher Gesangverein' Abend» 9 Uhr im Restaurant Schutz, Prenzlauerstrabe 41.— Gesangverein.Schwungrad' Abend» SH Uhr Int Restaurant Sahm. Annenstraße 18.— Männergesangvercin Lor. becrkranz' Abend» 9 Uhr im Restaurant äkarsch, Orantenstraßc 190.— Gesangverein.Nord-Iudal' Avmd» 9 Uhr in BettinS Bierhaui. Bcteranenstraße 19— Männergesangveretn.Schneeglöckchen' Abend» 9 Uhr im Restaurant Dober- stew, Mariannenstraße 81—82.— Gesangverein.Sängerrundc' Abend» 8!i Uhr Buckowerstraße 9.— Berctn.SangeStreuc' im Restanrant Hcnckel. Brüder- straßc 28. 1. UedungSftunde von 8% dii 11 Uhr Abend».— Gesangverein .Bruderbund' Abend» 9 Uhr bei Päßoldt, Reichcnbergcrstraße 18.- Lübeckstcher Turnverein kl. Lehriingsabthellung) Abend« 8 Uhr Elilabclhftraße 87- 88. Turnverein.Weddtng'. Pankstrahe 9. Männerabthnluna von 8Zi bis icfil Uhr Abend»: desgleichen 1. LehrlingSabtdeilung von 8—10 Udr Abend».—.Mehr Licht'. Verein für Sterz u. Grnii. Abend» 8� Uhr tm Rest. Heid, Fruchtftr. 88».— Scklestscher Verein.Hostel' Abend» 9 Uhr tm Restaurant Henke. Hollmamt. ftraße 88.— VergnügitttgSverein.Fröhlichkeit' Abend» 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg 29.— Wiffenschasllicher Verein sür Roller sche Steno. araphie. Abend» 8j Uhr im Restauiant Beese, Alte Echönhauscrstraße 42. Unterricht und llkbungSstunde.— Rollerstcher Stenogravhenverein Süd-Beriin Abend» 8H Uhr im Restaurant Prinzensiraßc 97. Sitzung und Uebuna». stunde.— ArendSscher Stcnographcn.Verein.Amicitta' Abend» 8tj Uhr tm Restaurant Bebrendi, Schönedcracrstraßc Nr. 8.— ArendSstcher Steno- graphenveretn.Phtlia' Abend» 9 Uhr im Restaurant.Wilhetmigarten', Kochstraße 7.— Stenographische Gesellschaft Arend» im Restaurant Bürger. garten, Lindenstr. 108. Unentgeltlicher Unterricht und Uebung.— Verein ehe- maltgcr Schüler der 22. Gemetndclchutc Abend» 9 Uhr tm Restaurant Lehmann, Kursürstcnstraße 31.— Bertincr Rauchkiub.Wränget' Abend» 9 Uhr im Restaurant Foge. Aöpnickerstraßc 191.— Rauchkiub.Havanna SO" Abend» Übr im Restaurant Paetzoldt, Reichendcrgerftraße 18.— Rauchklub.Ge- chtichkcil' Abend» 9 Uhr im Restaurant Achsel, jtöpnickerstraße 181.— mülhlichkett'.». m Rauchkiub.Solumdia' Abend» 88 Uhr im Restaurant Beyer, Prinzenftraße 98. — Rauchkiub.Frisch gewagt' Abeitd» 8ii Uhr im Rkstauranl Tempel, Bre». lauerstraße 27.— Rauchkiub.Vulkan' Abend» 9 Uhr im Restaurant Schulz. Gräsestraße 82.— Vergttügunaivereitt.Frödlichketl', gegründet 1880, Abend» 9 Uhr Grüner Weg 29.—.Pollack-EIub.Etmrachl', jeden Mittwoch, Abend» 8X llbr bei G. Thiel, Wienerstraße 88.— Geiangverein der Tapczirer Berlin». seoen Biittwoch Reftaurani Seydelstraße 80. von 9-11 Uhr Abend»— .Tambourvereitt Gut Heil', 8 Uhr Langesir. 101. Geschäsllichc Sitzung. Gäst keinen Zutritt.— llnlerhallungsvercin.Harmonie'. Sitzung Abend« 9 Uhr Dreidenerstr. 118 bei Wendt «»Ca»«-, Turn- und gisellig» t!»r»(u» am Donnerstag: Männer. geiangverein.Lätitia' Abend» 9 Uhr in Beltin» Restaurant, Veteranenftr. 19 — Gesanoverein.Bretzellchluß'»bend» 8!i Uhr im Restaurant Schumann Alte Iakobstraße 88.— Mättttergtsangverein.Nordstern' Abend» 9 Udr tm Restaurant Pohl, Mvllerstraße 7.— Schäsef scher Gesangverein.der Elfer' Abend» 9 Uhr bei Wols u..siritaer, Slalitzerstraßc 126, Gesang.— Gesang. verein.Biüthenkranz' Abend« 9 Uhr im Restaurant Brandettburgstraße 60.— Männergesangveretn.Aleiander' Abend» 9 Uhr im Restaurant Rose, Strauß. bergerftraße 8.— Männergcsangverein.Firmita»' bei Äinner, Aöpnickerftraße "— Gesangverein Männerchor.St. Urban' Abend» 9 Uhr Annen. Bt. 88.. WM ftraße 9.— Männergesangvercin.LicdcSsreiheit" Abend» 9 Uhr im Restaurant Bkiegel. Ettalauerstraße 87.— Gesangverein„Dmtsche Liedcrlasel" Abend» 9 Uhr Köpnickcrstraßc 100.— Gesangverein„Norddeutsche Schleife" Abend» von 9—11 Uhr Michaelkirchstraße 39.—„Brunonia" Abend» 9 Uhr Uebung». Sunde bei Lehmann, Alerandrtncnstraße 82.— Turnverein„Hasenhaide" tLedrl.. btheilung) Abend» 8 Uhr Diefietibachsiraßc 60—81.—„Berliner Turngmoffen. schasl"(7. Lehrling»-Abthetlung) Abend» 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Brttzerstraßc 17-18:— deSgl. 6. Männcr-Abtheilung Abend» 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstraße 81.— Lübcckstcher Turnverein iMänncr- Abthei ung) Abend» 8 Uhr Eliladethslraße 87—88.— Allgemcineer ArcndSstcher Stenographenverein, Adldeilung„Louiseiistadt", Abend» 8S Uhr im Restaurant Prcuß, Oranienstr. 81.— ArendSstcher Stenogravhenverein .Phalam' Abend» 8H Uhr tm Restaurant.Zimt Buckower Garten'. Luckower- straßc 9.— Deutscher Verein AiendSstcher Stenographen Abend» 9 Uhr in HeidiS Restaurant. Koppenstr. 78, Unterricht und Uebung.— Berliner Steno- graphen-Bercin lSyslem ArendSi Abend» 9 Udr im Restaurant Friedrichslr. 208. — S tolze scher Stenogravhenverein.Nord-Berlin' Abend» 9 Uhr. Schlegel üraße 44.— Verein der.Nalursreunde' Abend» 9 Uhr im Restaurant Wiener- raße 88.— Berein der Unruhstädtcr Abend» dX Udr im.Kdntgstadl.Aastno', Holzmarklstraßc 72.— Verein ehemaliger F. W. Rettschlagstcher Schüler am 1. und 8. Donnerstag leben Monat»------ tionatd im Easö Schüler. LandSbergerftraße 73 Abend» 8 Uhr.— Rauchklub..Rernipltze' Abend» 83i Uhr tm Reftaurani Holz- marklstraße 44.— Rauchklub.Arcona' Abend» 9 Uhr bel Palche. Relchenberger- straßc 118.- Rauchklud„Dezimalwaage" Abend» 9 Uhr im Restaurant Lock, «raulistraße 48.— Rauchklub„Vorwärts" Abend» 9 Uhr bei Herrn Temvel, Restaurant„Zum Smdo«", Brcilaucrstraße 27.—„Orlentalilcher Rauchklud" Abend» 9 Uhr lm Restaurant Wiechert. Oranienstraße 8.— Rauchklud„.sirumme Piepe" Abend» 9 Uhr RüderSdorlerstraße 87 bei Wunderlich.— Rauchklud „Eollegia" Abend» 9 Uhr det Thiemermann, Skalitzerstraße 88.— Privat. Thealergeselllchast„Adlerschwingc" Sitzung 93( Uhr Gartenstraße 14 bei Träger — Mmikverein„Vorwärl»" Uebung Abend» von 9-11 Uhr Fischerstraße 41. Neue Muglleder erwünscht.— Vergnügungiverein„Farinelly" Abend» 9 Uhr Invalidenstraßc 189. Gäste willkommen. Ausnahme neuer Mitglieder. SzrveflxfStSl. Die Redaktion stellt die Benutzung de» Svrcchsaal», soweit Raum dafür abzit- .....■■ 611"''~......"---------- Inhält deffelben idenitfizirl zu" werden. ig de» Sprech.. eben ist. dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheilen allgemeinen sie verwahrt sich aber gleichzetiig dagegen, mit dem itlereffe» zur Verfügung Hiermit fühle ich mich veranlaßt auf den Artikel in Nr. 209 Ihres werlhen Blattes folgende Erwiderung und Berichtigung r CVJL____ Cf" 1; Jt. w.___ W- zu verlangen. Ich vetöffenlliche das folgende, um nicht bei meinen Freunden in ein falsches Licht zu gerathen, sonst würde ich es unter meiner Würde halten, den dort unterzeichneten Herrn etwas zu erwidern. Hiermit bestreite ich erstens, daß die Lohnkommission den- selben eingesandt hat, indem die Unterzeichneten A. Manthey und C. Schmidt denselben nicht persönlich unterzeichnet haben, ebenfalls gar nicht den Inhalt gelesen haben. Außerdem be- steht augenblicklich keine Lohnkommission, indem der Beschluß gefaßt wurde, die Gelder an die GeschäflSleitunq nach Ham- bürg zu senden. Wie kommt denn der Herr Schlüter dazu, sich als Lohnkommisfionsmitglied aufzuspielen? Da muß ich doch diesen Herrn fragen, womit ich das Mißfallen der Berliner Kollegen erregt habe? Vielleicht durch das parlamentarische Verhallen dieses Herren als Leiter ver- schieden« Versammlungen, wo meine Person in einen Aus- r. �— ijl-----. rt!„_ ar„ nahmezustand versetzt wurde und wo ich gegen sämmtliche An- fchutdigungenmundtodt gemacht wurde? Dieses Betragen hat doch genugfam bewiesen, welchen Schlages Ihre Person mit den Hintermännern sei. Vielleicht ist aber dieses der Grund, daß die Meisterversammlung, in welcher 13 Personen versammelt waren, bei Gentz, durch meine Aueführungen auf Grund des bekannten Z 9 aufgelöst wurde und sie der Versammlung im Handwerkeroerein vleses vorreden wollten. Dieselbe hat«hnen doch durch das Vertrauensvotum für mein« Person von 1400 Kollegen geantwortet, diese Zahl ist doch maßgebender, wie sie und ihre Hintermänner. Ich muß auch bestreiten, daß ich den Unwillen der Arbeiter- familien erregt habe, indem ich die Abschaffung der Zugabe am Sonntag verlangte: denn was Jemand verschenkt, ist nur ge- borgt; und in dieser Sache ist es dasselbe, indem der wöchent- liche Bedarf eines Arbeiters durch kleinere Backwaare und leichtere« Brot ausgeglichen wird. Außerdem verlangt keine rechldenkende Arbeiterfamilie von den Bäckerarbeitern, daß die- selben diesen Bedarf herstellen sollen ohne irgend welche Be- zahlung dafür zu erhaltm für eine mehrstündige Arbeitszeit vom Sonnabend zum Sonntag, da die SonntagSarbeit über« Haupt abgeschafft werden soll. Dieses ist auch öffentlich von verschiedenen Berufen anerkannt worden. Ebenso verhält es sich mit dem Rabaltunwesen, indem der hohe Rabatt an Wiederverkäufer den Bäckereibesitzer zur Schleuder- konkurrenz drängt. Um diesen Verlust nicht selbst zu tragen,werdtn billige Arbeitskräfte eingestellt, nämlickt viele Lehrlinge, außerdem wird der Albeiter in Bezug auf den Lohn und die Kost gedrückt. Infolge dessm stnd diese Forderungen gerechtfertigte, und halte ich dieselben voll und ganz aufrecht. Herr Schlüter will lom>> auch mcht bezwecken, den Unwillen der Arbeiter zu besänfltgeii, sondern derselbe will die Arbeiter aufhetzen auf einen Ardkiler s?.�"ckerberuf, welcher fich bemüht, mü andern»'elbeirnkler mitzukommen, seil de, selbe aus der Pfeiffei swen Abendschule entlassen wurde, um sich über dessen Verlegendcu und Aerger zu ergötzen und sich sagen zu können: dem haben ®~,/",rer derbe eins ausgewischt. Was die Angeleacnh�, .Schließung der Kasse" bei dem oben angeführten Fall betnllO so waren meine Kollegen im Bureau und ich im Kranten' Hause beschäftigt, dann stand ich auch noch nicht voll und fltNtj) aus dem Boden, auf dem ich heute sieh, und bin ich nur d«? Umgang mit zielbewußten Arbeitern dazu gelangt. Ich b'» der Meinung, daß kein recht denkender Mcn'ch in dm Feb>enst die ich vor Jahren begangen habe, einen Grund wirb, mich nicht zuzulassen zur Partei, sondern eifrige Anhänger der Partei ist dazu verpstiM neue Anhänger zu werben. Also ist Herr Schlu« ern eifriger Parteigänger? Nein, muß man sagen. Beircsss der 40 M. muß ich derselben der wissmmch» Unwahrheit zeihen. Diese Summe wurde von dem LeipisiF Vertrauensmann mit der Leipziger Lohnkommission. weil ich nicht den Austrag hatte in Leipzig zu reserirm, sb' nur Lu sondiren, wie die Lage deS dortigen Streiks ivnr,— die Berliner, welche nach dort gekommm sein sollten, anlassen, keine Streikbrecher zu lein. Da die Leipziger wuns«'' ich sollte in einer anberaumten Versammlung reserirm, so w® obiger Beschluß gesaßt, welches von denselben auf dem£ vermerkt wurde, und ivelches ich der hiefigm Rechnung prüfungSkommision mittheilte, sonst würde der Herr tm' einmal was erfahren haben. Diese Summe wurde« braucht zu Fohrgeld von Berlin nach Leipzig Pnstewitz—Gürernitz— Meißen und zurück nach Das Billet kostet über 20 M., das andere wurde verbrtwE» für S Tage Log'S und Kost. Herr Schlüter und fem» bang war aber der Meinung, daß ich, drr ich noch auf dm„ Tour Kaffmangelegenheiten regelte, aus dieser Ouelle gs!?°�, habe. Was muß man von derartigen Herren haltm, die ihrem Haß jealiche Vorsicht vergeffm. Solche Sache vko weiter keines Kommentars.— Aber wo bleibt denn der Prssi' Arbeiter, die Antwort bleibe ich schuldig. Diese Rechnung �° der Herr auch aus-echnen. Das andere Rechenexempel von 19,90 M. täglichen dienst werde ich ouSieckrnn: 3,90 M. Gehalt als VerwmtiwL beamtcr der Krankenkasse(monatlich 115 MI Diele Siur>l. geht die Lohnkommission garnichis an, folglich hat dieselbe ff auch nickt darum zu kümmern. Mein Gehalt ist dazu � meine Familie zu erhaltm, 10 Mark erhielt ich Mitglied deS Schweizergarten. Vergnügens, dafür habe iOL dm Bäckerlokalen die Plakate und BilletS verlbkil und wieder einziehm müssen; ich habe also die 10 M- baare Auslagen verbraucht, welche Summe immer festgesetzt ieselbe 5 M., dieses Mal wurde sie laut Beschs Sonst betrug bieselbe*- �„ erhöht, weil meine Unkosten höhere waren. Also diese Suww »WH4»tiVHVV UUVCI.C iVUltH. Ult-I«. W—,. waren nur Ausgaben von 4 Woche», und sie wurden gtknav' um eine» erklecklichen Uederschuß zu� erzielen. Von etnein,™. um citicta euuutiwm utucriujuB zu rrzirten.-von«nniw bimst kann also keine Rede sein. Diese Sache liegt»bery � ganz ander«, und ist ebenfalls otusetzUch entstellt. Es bfn V*•» w V» Mstw V VVM| UUV Vi"|V.y'ifV. J)#ft ein Veranüpungskcmitce von 3 Personen: dieselben ersM� jr• M, vivivvvvid* rft laut Beschluß für jedes von ihnen entrirtc Vergnügen für twsis müssm sämmtlicke in Berlin Auslagen 15 M-: dafür____............................ liche Bäckereien, 1200 an der Zahl, mit Plakaten beleg�®«� den; ich halte die Lokale zu besorgen, in dmen haupisa«� Bäcker verkehren. Der Uebcrlchuß vom Vergnügm fließt Verbände zu, das Defizit muß das VergnüaungSkomittt> decke» suchen durch andere Vergnügen. Wie kann man da v» Verdienst sprechen.... Nun bleiben noch die 6 M. Kongreßdiätm, die hat Herr Schlüter auch bekommen, ich macke demselben aber kc® Vorwürfe, sondern bin der Meinung: Jede Organisation sto" ihre Delegirten mit Diätm au«. Die Diäten werden � Interesse der Sache verbraucht und sind nicht als VerdimtU. betrachten; und wer schon als Delegirter gewählt war, n>F sich nun denken können, was von der"Summe übrig qeblst� war, wo so viel fremde Kollegen anwesend waren. Ich gtliu vielmehr, ich für meme Person bin an diesem Tage über mc'F? Etat gegangen, da ich nur 3 90 M. zu verzehren hatte. bleibt bei der ganzen Summe übrig: Verleumdung bei de» anderen Arbciiern.. � Nach dieser Auseinandersetzung, glaube ich wohl, wird Iv rechtdmkende Arbeiter einsehen, welche Motive Herrn Sch>� mit seinem Anhang veranlaßten, dieses zu veröffmtliche». � wäre viel besser, derselbe möge seine Person mehr in Kr� bringen, als andere um ihren Leumund. Ich erkläre dlM£ Herrn, daß da« unbegründete leichtfertige Denunziantenl?»� höchst verwerflich ist. R. Hoppe, Mulackstr. Meuefks ilcirfivirijlcit. Depescheii. QßolfT* Uetegraphen-Fur»,»«.) Stockholm, Dimstag, 17. September. Der Hamburgs mit Holz beladene Handelsdampfer.Middlcton", Kapv� Keller, ist auf der Fahrt von SundSvall nach Harburg d. Freitag Morgm westlich von Finngrundet gestrandet spater gesunken. Ein Matrose, der Norweger Äergeson, rvF? gerettet, die übrige, 11 Köpfe zählende Schiffsmannschaft 11 eine Frau sind ertrunkm..... � London, 17. September, Nachm._ Die in der Albert�®� Südwest-Jndian-Docks wieder eingestellien Arbeiter ss heute die dem Streik ferngebliebenen Arbeiter thäilich an, w»� die Direktoren die Elfteren sofort entließen und nur die letzte beibehtclten. jl London. Dienstag, 17. September. In den Albert-D�? legten 1500 Slückarbeiter die Arbeit nieder, indem siLlä, weigerten, mit solchen, die an dem Streik nicht theilgenoiMst� hatten, sogenannten �BlacklegS", zusammen zu arbeiten- x.f Lastträger weigern sich ebenfalls mit den„BlacklegS" V1 besten. Vriefketsten. Bei Snfrggm bitten wir die«b-rnttemettli-Ouittung beijufügen. «ntoott wird nicht eriheiU K. LÄ. Bei der„Sanjana"-Heilmethode handelt um einen unverschämten Schwindel, vor dem wir Sie dn'icklich warnen. St. O. Alera«dri«euflr. Ihr« Frag« kann erst in ag Biirfß* aÄ fit* gen Tagen beantwortet werden. verantwortlich« Redakteur: M« Geontzot» m Berlin. Druck und Verlag von Mta» Kadtu« i« verlu, Beulbstraße L. 1