Alk �r."wil9. Donnerstag, den 19. September 1889. 6. Jabrg. SMerVlllKsbllitt Lrgiin für die Interesse» der Arbeiter. 4 d», Zlllilvk firtf llidifr» gelernt nnt» Mtrhts nergeslen! Die moderne Industrie späht überall nach billigen Arbeitskräften umher und sie schreckt dabei vor dem rusjersten nicht zurück. Trotzdem die„i n d u st r i e l l e ?rservearme e", die beschäftigungslosen Arbeiter in �?tschland, nach Tausenden, Zehntausenden und manchmal ?ch Hunderttausenden zählen, die sich um den kläglichsten �wienst drängen, sucht die Industrie, von der nimmer- f�oen Konkurrenz gespornt, immer noch billigere Arbeits- JW« aufzuspüren, als sie bisher besessen. Daß die � r n e s e n f r a g c aus einem in weiter Ferne drohenden �ipenst mit einem Mal eine Gefahr wurde, die auf den .mlmrg« Schiffen den deutschen Arbeitern und Matrosen auf den Leib gerückt ist, das ist für unser �ltolter bezeichnend genug und führt zu der «�"■'gen Thatsache, daß' auch die so großartige Entwicklung des modernen Verkehrswesens für eine große �•iahl Menschen eher zum Fluch denn zum Segen wird. minder bezeichnend ist die Thatsache, daß, trotzdem "tfr den erwachsenen Arbeitern die Zahl der Unbeschäftigten �tufhörlich im Steigen begriffen ist, doch auch die Zahl I? K inber und jugendlichen Arbeiter, die von der �dustrjx zur Beschäftigung herangezogen werden, immer zunimmt. Diese Thatsache kann nicht scharf genug her- �gehoben werden, denn es ist außerordentlich bezeichnend rs den Charakter und die Entwicklung der modernen Zn- Nrie, daß kräftige und geübte männliche Arbeiter im besten unfreiwillig feiern müssen oder gar aus ihrem Beruf Drängt werden, während des Zuströmens von weiblichen, �endlichen und kindlichen Arbeitskräften kein Ende und kindlichen Die neuesten Ziffern in den Berichten der Fabriken- �spcktoren lassen darüber keinen Zweifel obwalten. Zn * Fabriken innerhalb des preußischen Staats ist die In h,".....»w»vyv,..�--- r---- �'.—/'"—........., �zahl der Kinder und..jugendlichen Arbeiter"— der letztere Ausdruck ist vielfach nur eine Umschreibung des erstercn— 7*» 180 000 gestiegen, eine Anzahl, die bis jetzt noch nicht ?*«cht wurde. Alan wird aber dabei nicht stehen bleiben Denn weit mehr als in den Fabriken sind Kinder Jr jugendliche Arbeiter in der H a u s i n d u st r i e be- "wstuzt, wo sie auch weit mehr angestrengt und noch Rechter bezahlt werden, als in den industriellen Eiablisse- £chtz. Auch kann keine Kontrolle geübt werden, ob man � der Hausarbeit die Bestimmungen der Gewerbeordnung Utrecht erhält. Wenn man annehmen darf, daß sonach die der in der Industrie thätigen Kinder resp. jugend- .che» Arbeiter sich auf eine halbe Million beläuft, � wird man nicht fehl geben, daß mindestens die gleiche .�zahl von kindlichen uno jugendlichen Arbeitskräften sich der Landwirthschaft vorfindet. Die Herren ' 8 r a r i e r können nicht wohl, wie sie gerne Feuilleton. Dttbolm.] [69 Bin(Bölfrtncw seft. Roman von Maurus Jökai. � Den Sommer über war er viel mit Handarbeit beschäftigt. kleine Haus, das er im vorigen Jahr gezimmert, Achtele er als Schreiner ganz ein, dann folgte die Drechsler- Schnitzarbeit; auch die Musen bestahl er, er entwendete lu!11 �a8 schöpferische Talent. Es mar eine Pracht, das /erne. Holzhaus zu sehen, das unter seinem Meißel allmälig |? einem Meisterwerk sich gestaltete. An Timar war ein Ostler verloren. Jede der Säulen, welche den kleinen Hausflur stützen, zeigt eine andere Gestalt; die eine wird rl0n zwei sich umschlingenden Schlangen gebildet, deren 'öpfc das Kapital bilden: die zweite ist ein Palmenstamm, ."l welchen sich eine Schlingpflanze rankt; die dritte zeigt Weinstock, an dem Eidechsen und Eichhörnchen hinauf- �ufen und die vierte ist eine aus ihren Blättern hervor- Agende Schilfgarbe. Und auch im Innern ist das Getäfel Wände lauter phantastisches Schnitzwerk, eine bunte Mosaik; Tische und Stühle sind künstlerisch konstruirt; der Aleeweiße Hagedorn, das gefladerte Wurzelholz bemühte U, eine freundliche Abwechslung zu bringen in den braunen ?Ußholzgrund; das Himmelbett mit seiner ausgelegten �Urnure verräth künstlerischen Geschmack. Und außerdem 'Fgen die Thür- und Fensterschließen von originellen Ein- thun, sich auf das hohe Pferd setzen, von Arbeiter- schütz sprechen und sich geberden, als ob derselbe nur in den industriellen Anlagen der Städte nothwendig wäre. Nein, aus einer Reihe von Mittheilungen, welche in der jüngsten Zeit in die Oeffentlichkeit gekommen sind, geht her- vor, daß das jugendliche und kindliche Proletariat, das man in der Landwirthschaft verwendet, weit übler dran ist, als d e jugendlichen und kindlichen Arbeiter in den Fabriken der Städte. Die Zustände, die in der Landwirthschaft herrschen, erscheinen nur zu häufm geradezu als ein Hohn auf die gute Sitte und auf alle Humanität. Die Agrarier aber sind trotz ihrer schönen Phrasen, die sie zuweilen im Parlament machen, gegen die Bestrebungen auf Einführung einerwirk- samen Arbeiterschutzgcsetzgebung noch hartnäckiger eingenom- men, als die Industriellen der Städte. Bei Manchen der letzteren findet man doch noch wohlwollende Gesinnungen den Arbeitern gegenüber und der furchtbare Druck der Konkurrenz hat noch nicht alles Gefühl für Recht und Billigkeit zu ersticken vermocht. Anders auf dem Lande. Unbarmherzig werden dort die mittelalterlichen Bestimmungen der Gesinde- o r d n u n g auf die Arbeiter angewendet und die neuste Blüthe konservativ-agranscher Arbeiterfrcundlichkeit ist ja daS Bestreben, die Gesindeordnung auf alle Arbeiter auszu- dehnen. Echt patriarchalisch-junkerlich— eh! Darf man sonach annehmen, daß wohl eine Million jugendlicher Arbeiter und Kinder von Industrie und Land- wirthschaft herangezogen wird, so kann man sich auch vor- stellen, welche Summen von Unwissenheit und Unbildung da konservirt wird, indem man diese Jugend dem Unterricht entzieht. Ja, hier wird wahrhaft„konservirt" im Sinne der Herren Konservativen. Die abgerackerten Kinder können von einem Unterricht, und sei er auch noch so vortrefflich, kaum etwa« profitiren. Wie oft hat man schon von den Lehrern die heftigsten Beschwerden gehört, daß die in der HauS- arbeit ermüdeten Kinder in der Schule einfach einschlafen und daß ihnen nichts beizubringen ist. Die Einwirkung auf die Gesundheit und die körperliche Entwickelung, welche die Ueberanstrengung der Jugend nach sich zieht, brauchen wir nicht erst zu schildern. Es wächst eine Generation heran, behaftet mit allen Mängeln unserer Zeit. Der Schaden, der solcher Gestalt angerichtet wird, ist unermeßlich und wird lange, lange in der künstigen Geschichte unseres Volkes zu verspüren sein. Es wird auch die Zeit kommen, da man beklagen wird, den rechtzeitigen Warnungen kein Gehör ge- schenkt zu haben. Man kann kaum sagen, daß die Umstände dringender mahnen könnten; Jedermann möchte endlich den ernsten Willen bekunden, daß eine Arbeitcrschutzgesetzgebung zu Stande kommt, die den geschilderten Uebeln und Gefahren Schranken zieht. Aber wenn man darum glaubt, daß die o f f i z ö s e Presse deshalb davon ablassen werde, die Arbeiterbestrebungen und Arbeiterverhältnisse in dem Hohl- spiegel geheimräthlicher Ignoranz und Pindter'schen Scha- Neu. Thüren und"Fenster' verschwinden alle in die A�md. die einen lassen sich seitwärts, die anderen i-»««, oie einen Aufschieben und unm- mtt den seltsainst W?. hölzerne« Klinken geöffnet und geschlossen; denn Timar vorausgesagt hatte, daß in dem ganzen Hause kein einziger Nagel sein dürste, den er nicht selbst verfertigt, gab es darin auch nicht ein Stück von Eisen. Ganz aus eigener Kraft und ganz aus Erzeugnissender Insel wollte er es herstellen. Nur wegen der Fenster war er noch in Verlegenheit; was soll ihm daS GlaS ersetzen? Zuerst spannte er Mückengarn in die Rahmen, so aber hätte das Haus nur als Sommerwohnung dienen können, und eS hätte auch hineingeregnet, wenn die Fensterladen nicht zuge- macht waren; dann verfertigte er Fensterscheiben auS Blasen, wie die Eskimos; die stachen aber zu sehr von dem übrigen Pomp ab. Zuletzt suchte er so lange, bis er an einer Fläche des erratischen Blocks eine Schicht Katzensilber ent- deckte, welchen Glimmer man auch„MarienglaS" nennt. Dies löste er mit großer Sorgfalt vom Gestein ab; daS feine, durchsichtige Mineral spaltete er in dünne Blättchen und stellte dann aus schmalen zierlichen Leisten ein Gitter zu- sammen, dessen Zwischenräume er mit dem NaturglaS ausfüllte. DaS war wirklich eine Sklavenarbeit. Und der gewaltig reiche Mann hatte die Geduld, sich damit zu plagen. Welche Freude aber, als das HauS fertig war und er seine Lieben hineinführen konnte. Seht, das ist alles meiner Hände Arbeit! Ein solches HauS kann nicht einmal ein König seiner Königin schenken. Dodi(der Zweite) war damals schon vier Jahre alt, als das Haus fertig wurde.„DaS Haus Dodi's." Nun bekam Michael etwas anderes zu thun. Er muß Dodi lesen lehren. Dodi war ein lebhafter Junge. Ein gesundes, gescheidteS. gutmüthiaes Kind. Timar sagte, er werde ihm alleS selbst lehren. Lesen, schreiben, schwimmen und turnen; später auch Gärtnerei und mit Hobel und Meißel Hantiren. Wer sich aufs Zimmern und Schnitzen versteht, der finde überall in der Welt sein Brot. Dodi wird daS alles lernen. Timar glaubte schon, das werde immer so fortgehen: nun sei alles in Ordnung; er braucht nur dies Leben fortzusetzen bis ans Ende der Tage. bloniSmuS verzerrt darzustellen, der irrt sich. Die Berichte der Fabriken-Jnspektoren über die Zunahme der Kinderarbeit machen der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" wenig Kummer; um so eifriger bemüht sie sich trotz des ihr in allen Fragen eigenthümlichen Mangels an Gründen neuerdings wieder nachzuweisen, daß die Streiks ein> sozialdemokratischer Angriff auf die Gesellschaftsordnung seien. Wenn eS nur gelingt, daS Koalitionsrecht aufzuheben, dann mag aus der Jugend unseres Volkes werden was will. 0 sauota siw- plieita*! Diese Offiziösen und der ganze Troß, der auf ihre Weisheit schwört, sind in Einem konsequent; ihr Mangel an Verständniß für die Zeitfragen bleibt immer derselbe. Ja, sie haben nichts gelernt und nichts vergessen! Die stsillie Frage m Deute. Es ist begrei flick, daß Diejenigen, welche sich innerhalb einer bestehenden gesellschaftlichen Ordnung aus der Seite des Glückes und des Sonnenscheins definden, mit Zähigkeit an dem Be- stehenden hängen, und das ökonomische System, das durch die Gunst des Zufalls ihnen als ein glückliches erscheint, mit allen Kräften vettheidigen. Der' Mensch müßte anders fein, als er ist, wenn er dies nicht thäte. Es ist daher nickt nur begreiflich, es ist auch verzeihlich. Nur müßten die Betreffenden die wahren Beweggründe angeben und sich nickt hinter allerhand Schein- gründen verbarrikadiren, welche meist vollständig falsch, aber immer gänzlich unzureichend sind. Einer der beliebtesten dieser Gründe ist die Behauvtung, daß es immer so gewesen sei, wie jetzt, denn es habe immer Reiche und Arme gegeben. Das ist nun vollständig falsch. Es hat ersten» nicht immer Reiche und Arme gegeben, und eS ist nicht immer so gewesen, wie jetzt. Zu einer Zeit, in welcher die Zivilisation noch in ihren Anfängen lag, und der Mensch durch seine Arbeit der Natur nicht mehr abzuringen im Staude war, als er gerade zu seiner physischen Existenz unbedingt bedurste, als der Mensch noch mit der Natur in ernem heftige» Kampfe um daS Dasein lag, da konnte eS weder Reiche noch Arme geben. Erst als mit dem Fortschreiten der Zivilisation durch E'. findung von Werkzeugen der Mensch in den Stand gesetzt wurde, über seine Bedürfnisse hinaus zu produziren, erst da wurde es möglich, Güter anzusammeln und erst mit der Möglichkeit der Ansammlung vonGütern konnte der Unterschied zwischen Reich undArm eintreten. Der Kampf um's Dasein verwandelte sich dann aber auch allmälig aus einem Kampfe zwischen dem Menschen und der Gewalt der Natur in einen Kampf zwischen Mensch und Mensch, oder zwi- schen dem Menschen und sozialen Gewalten. Aus dem natür- lichen Kampfe umS Dasein wurde der gesellschaftliche Kampf umS Dasein. Dieser gesellschaftliche Kampf umS Dasein führte zunächst zu scharf begrenzten Klassenunterschieden, welche durch politische und physische Gewalt aufrecht erhalten wurden. Der Reich- em Mit einem Male rief ihm aber daS Schicksal „Halt!" zu. Nicht das Schicksal war es, welches dies Halt! aus- sprach, sondern Therese. Acht Jahre waren schon seit der Zeit vergangen, wo Timar sich auf die kleine Insel verirrt hatte. Damals waren Noemi und Timea noch Kinder gc- wesen; jetzt ist Noemi zweiundzwanzig, Timea einundzwanzig alt; Athalie geht in ihr füufundzwanzigsteS Jahr; Therese hat ihr fünfundvierzigstcs Jahr überschritten; Timar selbst ist in sein zweiundvierzigstes und der kleine Dodi in sein fünftes Jahr getreten. Einer von ihnen muß sich schon zur Heimreise anschicken, denn seine Zeit ist unr und daS Maß seiner Leiden voll, das ausgereicht haben würde für ein ganzes langes Menschenleben:— und dieser Eine ist Therese. An einem Sommernachmittag, als Noemi draußen war mit dem Kinde, sagte sie zu Timar:„Michael, ich habe Dir etwas anzuvertrauen. In diesem Herbste geht eS mit mir zu Ende. Ich weiß, daß mein Tod nahe bevorsteht. Schon seit zwanzig Jahren leide ich an dem Uebel, an dem ich sterben werde; ich bin herzkrank. Nimm das nicht als eine Redensart. Es ist ein tödliches Leiden. Ich habe es immer verheimlicht und nie geklagt. Ich kurirte es durch Geduld und Ihr durch die Liebe, die Ihr. mir erwieset, und die Freuden, die Ihr mir bereitet. Hättet Ihr das nicht ge- than, so läge ich schon unter der Erde. Aber länger kann ichs nicht ertragen. Seit einem Jahre flieht mich der Schlaf. Ich höre den ganzen Tag meinen Herzschlag. Drei, vier Mal schlägt es rasch nacheinander, als wäre eS er- schrecken, dann thut es nur einen halben Schlag; dann hört es auf zu schlagen, als wäre eS todt; hierauf macht eS in langen Pausen einen und den andern Schlag, bis es wieder rasch zu pochen beginnt und hernach wieder ein kurzes Ticken und darauf wieder langer Stillstand. DaS geht schon zum Ende. Häufig werde ich von Schwindel befallen und erhalte mich nur durch meinen starken Willen aufrecht. Heber thum war mit bestimmten Standesvorrechten verknüpft, und die Armuth wurde mit vollständigem Bewußtsein dieses Zweckes aufrecht erhalten durch bestimmte volitische Einrichtungen. Standesvorrechte, welche existirten, ertheilten das gesetz- liche Recht, die unteren Stände auszubeuten und dienstbar zu machen. Der Sklave war gänzlich rechtlos, er war blos eine Sache und der Feudalherr konnte sich die Früchte der Arbeit des Bauern auf Grund seines Rechtes aneignen, ohne daß er nölhig hatte, diese Ausbeutung zu beschönigen oder zu verheimlichen. Heute ist das anders. Vor dem Gesetze herrscht angeblich vollständige Gleichheit. Die Gelegenheit zum Erwerbe ist nicht durch bestimmte politische Rechte oder Standesvorrechte auf der einen Seite vergrößert, auf der anderen Seite verringert und die Ausbeutung des einen TheilcS der Menschen durch den andern geschieht nicht mehr durch die Erzwingung von Abgaben, Sklavenoienstcn und Frohndiensten auf Grund Rechtens, auf Grund bestimmter Privilegien, sondern vollzieht sich ganz von selbst auf Grund wirthschastlicher Ursachen und Einflüsse, welche darum, weil sie nicht die Anwendung offener, physischer Gewalt bedingen. Vielen unerkenntlich bleiben und geheimnißvoll drücken. Ein solcher Zustand hat niemals zuvor in der Weltgeschichte existirt. Eine Ausbeutung derMasse durch Einzelne bei politisch recht- licher Gleichstellung Aller ist der ganz besondere Zustand unserer Zeit. Wir geben zu, es giebt noch Vorrechte und Privilegien, aber sie knüpfen sich nicht an die Person, sondern an den Besitz. Wäbrend dieser Zustand nun allerdings einen Fortschritt gegen frühere Zustände bedeutet, so erweist er sich doch um so unerträglicher, als mit dem stärker gewordenen Rechts- und Gleichheitsgefühl und dem Bewußtfein menschlicher Würde, die Herrschaft der Sache über die Person sich immer weniger verträgt. Während einerseits sich bloß die Form der Ausbeutung geändert hat, ist auf der andern Seite das Verständniß für die natürlichen Rechte des Menschen, für die natürliche Gleichheit derselben, ist die Intelligenz und das Freiheitsgefühl so ge- wachsen, daß die Ausbeutung in jeder Form verhaßt ist. es Bei den ökonomischen Kämpfen in der Vergangenheit handelte sich für die Massen darum, sich vor den Vorrechten und Privilegien zu schützen, welche von bestimmten Personen aus- geübt wurden. Die heutigen ökonomischen Kämpfe sind gegen Vorrechte und Privilegien gerichtet, welche sich an den Besitz knüpfen, gleichviel in wessen Händen sich zufällig der Besitz be- findet. Dieser Kampf bildet eine Phase in'der Entwickelung des Menschengeschlechtes. Er ist unvermeidlich und der Einzelne ist vollständig machtlos in demselben. Aber wie der ganze vieltausendjährige Gang der Entwicklung des Menschen- geschlechts nichts anderes war, als eine immer zunehmende Ver- allgemeinerung des Wohlbefindens der Menschen, wie er nichts anderes war, als der Weg von der Unfreiheit, zur Freiheit, so wird auch bei den gegenwärtigen ökonomischen Kämpfen das Volkswohl und die Volksfreiheit siegen. Msborstchk. Die„wilde«" Engländer können garnicht begreifen� daß die„Agitatoren", welche den Streik der Dock- a r b e i t e r geleitet haben, abscheuliche Verbrecher sind, denen wegen Bedrohung der öffentlichen Sicherheit, wegen auf Um- stürz und sonstige Greuel gerichteten Bestrebungen eigentlich der Prozeß gemacht werden sollte. Ja diese Engländer sind so verkehrt, daß sie sagen, die Herren Burns, Mann und Konsorten hätten durch ihre vortreffliche Leitung des Streiks sich wohlverdient gemacht um das Vaterland, und England müsse stolz darauf sein, solche Männer zu besitzen, um welche das Ausland es beneiden könne. Wenn Herr Pindter der- artige Meinungsäußerungen liest, muß er einer Ohnmacht nahe sein. Freilich er wird sich ja leicht trösten. Denn nach dem Evangelium der orthodoxen Staatskunde, wie sie für die ver- fchiedenen Pindter allein und ausschließlich existirt, zeigt sich die Stärke und Macht der Staaten darin, daß sie fort- während das Bedürfniß haben, mit Blut und Eisen gerettet zu werden. Ein Staat, der nicht permanent in Gefahr ist und nicht permanent der allein selig machenden Blut- und Eisenkur sich unierzieht, hat auf Fettigkeit und Gesundheit keinen Anspruch. Und hat ein Musterstaat dieser Kategorie einmal das Pech zu Grunde zu gehen, nun— dann ist er wenigstens aus lauter Gesundheit gestorben— was immerhin eine Genugthuung. Die französischen Wahlen, deren Ausgang sich sonst nicht voraussehen läßt, werden unter allen Umständen den Nutzen haben, daß die Situation geklärt und das Feld für eine gesundere Parteibildung frei gemacht wird. Der B o u- l a n g i s m u S muß ausgeschwitzt werden. Er ist zwar keine Gefahr für die Republik, aber durch sein schillerndes, unbe- den Sommer hinaus wird eS nicht währen. Sei es denn, ich ergebe mich darein. Mich beunruhigt nichts. Noemi hat schon statt meiner einen anderen Gegenstand ihrer Liebe. Dich, Michael, will ich mit keinen Fragen beläsfigen. Ich verlange von Dir kein Gelöbniß. Das gesprochene Wort ist ein leeres Wort; nur das gefühlte Wort ist das wahre. Du fühlst, was Du Noemi bist, was Noemi Dir ist. Was sollte mich beunruhigen? Ich kann sterben, ohne vor- her dem allmächtigen und allweisen Schöpfer mit einem Gebet beschwerlich zu fallen. Was ich mir von ihm erbitten könnte, das hat er mir ja schon gegeben. Ist'S nicht so Michael?" Michael ließ sein Haupt sinken. Das war es, waS ihm immer den Schlaf gestört hatte. Ihm war nicht ent- gangen, daß es mit Theresens Gesundheit abwärts ging. Er hatte es ihr angesehen, wie sie gegen ein verheimlichtes, schreckliches Leiden kämpfte, das seinen Angriff auf das Leben dort macht, wo Leib und Seele sich am nächsten be- rühren: im Herzen, und zitternd hatte er an die Möglichkeit gedacht, daß Therese einmal vom Tode überrascht werden sollte.— Was würde dann aus Noemi? Wie könnte er dann den ganzen Winter über, wie er eS bisher gethan, das zarte Wesen allein in dieser Wildniß lassen mit ihrem kleinen Kinde? Wer würde ihnen Schutz, Trost und Beistand gewähren? Immer war er diesem Ge- danken ausgewichen. Nun stand er vor ihm und er mußte ihm Stand halten. Therese hatte die Wahrheit gesprochen. Noch denselben Nachmittag legte eine bekannte Obsthändlerin an der Insel an, und als Therese die mit Pfirsichen gefüllte Körbe ihr zu- zählte, wurde sie plötzlich von einer Ohnmacht befallen und sank zu Boden. Man brachte sie wieder zu sich. Drei Tage später kam die Obsthändlerin wieder. Therese wollte die Sache forziren und wurde abermals ohnmächtig. Die Oebst- lerin seufzte schwer auf. Nach ein paar Tagen kam die Händlerin neuerdings sich ihr Obst abholen. Nun ließen Michael und Noemi sie schon nicht mehr zu Theresen hinein, sondern übergaben ihr selbst das Obst. Die Oebstlerin machte die Bemerkung, die arme Frau würde gut daran thun, wenn sie schon so krank ist— zu beichten. stimmteS Programm ist er geeignet, einen Thiil der Wähler- schaft irre zu führen. Hat einmal das allgemeine Wahlrecht fein VerdammungSurtheil ausgesprochen, so ist es mit dem Bou- langismus vorbei, und die monarchischen Parteien, welche dann sämmtlich unter der eigenen Flagge zu segeln gezwungen sind, können in ihrer wahren Gestalt keinen Schaden anrichten. Erst dann aber wird auch der sozialen Frage diejenige Rolle in der politischen Entwickelung zufallen, welche sie zu spielen berufen ist, und wird sie ausschlaggcbend für die gesammte Parteibildung sein. Wir in Deutickland wissen aus eigener Erfahrung, wie nachtheilig der Emfluß aller politischen Neben- und Schein- fragen ist, die mit der großen sozialen Frage nichts zu tbun haben— zum Beispiel des Kulturkampfes. Einen ähn- lichen Einfluß übt in Frankreich der Boulangismus aus, der vielfach die Gemüther verwirrt und von den wirklichen Lebens- fragen ablenk'. Die Bedeutung der jetzigen Wahl ist, freie Bahn zu schaffen.— Der Inristentag glaubte mit den an den ersten beiden Tagen gefaßten Beschlüssen, welche wir bereits kurz beleuchteten. genug gethan zu haben; er verzichtete am dritten Tage auf Berathungen zu Gunsten des Vergnügens. An diesem fehlte es denn auch nicht. Landes- und Stadtverwaltung hatten da- für durch zwei Feste zu Ehren des Juristentages gesorgt, bei welchen die B.wirthung außerordentlich splendid war und man vor allem dem Champagner zusprach. So gebiert der Vortbcil einer bevorzugten Äerufsstellung neue Ehren und Be- günstigungen. Die am höchsten Ausgezeichneten wirken anderseits wieder am Reichsgericht und an Hochschulen, nicht im Interesse, aber doch zur Zufiiedenheit der bevorzugten Klaffen. Wie diese Klassen, find auch die Juristen konservativ geworden; es scheint, daß die fieisinnigen Juristen (soweit es deren noch gfibt) sich bereits vom Juristentage fern- zuhalten anfangen. Freilich, ein die Interessen der arbeitenden Klasse wahrendes bürgerliches Gesetzbuch würden uns die fiei- sinnigen Juristen nicht beschecren. Der ausgearbeitete Entwurf kennt im Grunde keine sozialpolitische Aufgabe des Staates, und diese Seite gerade lassen auch seine freisinnigen Kritiker völlig unberührt. Als Kuriosum mag erwähnt sein, daß auf dem Juristentage ein Rechtsanwalt Bacher aus Stuttgart den Antrag stellte,„erstens über alle Anträge auf Abänderung des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzluchcs, sowie über deren Urheber zur Tagesordnung überzugehen; zweitens, zur Genugthuung dieser Urheber, deren Namen in einem Anhange zu den Protokollen zu veröffentlichen." Der Antrag wurde nicht genügend unterstützt und kam daher nicht zur Be- ralhung. Bei der Begrüßung des Juristentages hatte der Senior der elsäsfifchen Juristen, Justizrath Schneegans, eine warm „nationale" Rede gehalten, welche von gewissen deutschen Blättern als die Nachwirkung der Kaiserreise und als bedcut- sames Vorzeichen der Zukunft geprielen wurde. Wie unser Korrespondent uns aus Straßburg schließlich noch mittheilt, hat Justizrath Schneegans seine Rede jetzt widerrufen. Mit dem „bedeutsamen Vorzeichen" war eS also nichts. Jene Blätter irrten übrigens darin, daß sie den Justizrath SchneeganS für den fiüheren Reichstagsabgeordneten dieses Namens hielten. Die„Köln. Ztg." wird mitunter zu einem Schreckens- kinde ihrer Freunde, weil sie manchmal recht unqenirt Dinge ausplaudert, die einen tiefen Blick hinter die Kulissen gestatten. Heute malt sie ein liebliches Bild aus der diplo- matischen Hexenküche Europas. Ihr wird nämlich aus Petersburg geichrieben: „Man wird gelegentlich fast an der Komödie irre, wenn man so von rechts und links, von vorn und hinten dieselben Friedensschalmeien hört, daß vor lauter Friedenslärm man für Augenblicke glauben könnte, das sei Alles ernsthaft gemeint und wir dürften nicht dazu lachen. In Deutschland ist das „pax vobiscum"(Friede ser mit Euch) längst auf allen Grenz- pfählen des Reichs zu lesen; auch in Oesterreich, in Italien ist es ziemlich ebenso; Lord Salisbury versäumt von keinem öffent- lichen Mahle aufzustehen und nach allen Staaten der Welt sich mit einem„pax vobiscum" zu verneigen; Carnot trieft von Friedcnssucht, selbst Boulanger kennt nichts Erhabe- neres, als Europa den Frieden zu bewahren, von Herrn v. Kalnoky, Herrn Crispi, Herrn v. GierS, vom Großillrken, Serbien und Bulgarien nicht zu reden. So viel Minister, so viel Apostel des Friedens haben wir in Europa, und daneben so viel Zeitungen, so viel lägliche Friedevsschwüre, daß man sich verwundern muß, wie so plötzlich alle Welt in eine Heerde sanfter Lämmer verwandelt wurde. Und dabei klingt dieses Allerwelis-ps» vobiscum so durchaus gleich, ob eS deutsch, fianzösisch, russisch gesprochen wird, daß eS unmöglich ist, an Ausdruck oder Tonfall herauszuhören, wem man denn am ehesten glauben könnte. Die„Moskauer Zeitung" spricht es genau mit demselben Brustton der Ueberzeugung wie die „Nordd. All«. Ztg." oder der„Matin"; da könnte selbst der sogenannte Vater der Lüge nicht klug daraus werden, wer nun cigentlich flunkert und wer nicht. Denn daß trotz alledem ge- flunkert wird, und zwar ganz unmäßig geflunkert wird in dieser unserer heutigen Politik und mit diesem AUerweltSfrieden, Michael dachte ernstlich über das nach, was er von Therese gehört hatte. Er dachte nicht nur, daß diese Frau Noemi's Mutter und ihre einzige Stütze, wenn er fern ist; sondern auch, daß diese Frau eine große Seele war, welche das Schicksal sich ausersehen, um, wie am Patriarchen Jere- miaS, das ganze Rüstzeug seiner Marterwerkzeuge an ihr zu erproben;— eine Seele, die trotzdem unter so vielen Leiden nicht erlag, nicht verzweifelte und sich nicht erniedrigte; sie duldete, schwieg und handelte. Ihr Leben und ihr Tod bezeugen, was sie gethan und ertragen. Und dann kam Timar auf den Gedanken, daß ihn sein Geschick deshalb mit dieser Frau zusammenbrachte, damit sie gerade durch ihn einen Ersatz finde für ihre großen Leiden und damit all das, was er gefehlt und gesündigt, womit er sein Gewissen belastet, und was in der großen Welt unter den Pyramiden glänzender Lügen begraben liegt, hier auf dieser kleinen Insel seine Sühne finde; was an Tugend und Gerechtigkeit in ihm, was er bleibend Gutes gethan in seinem Leben, ist begrenzt auf diesen kleinen Fleck Erde. Als Therese, ihre Schmerzen kaum ertragend, vor ihm dahin siechte, vernahm er um so stärker die mahnende Stimme in seinem Innern, die ihm zurief, daß mit dem Tode dieser Frau ein großes Bermächtniß auf ihn übergeht:— die Last, welche diese Frau getragen, und die Seelenstärke, mit der sie diese Last ertrug. Noemi wußte noch nicht, daß ihre Mutter todtkrank sei. Man schob die häufigen Ohnmächten Theresens auf die heißen Tage. Therese sagte ihr, daß Frauen, welche in daS abwärts neigende Alter treten, in der Regel an solchen An- fällen leiden. Timar wurde von dieser Zeit an noch rück- sichtsvoller gegen Therese. Er litt nicht, daß sie mit den häuslichen Arbeiten sich zu schaffen machte, sorgte dafür, daß sie Ruhe habe, gebot dem Kleinen Stille, wenn er zu lärmend wurde; aber die Schlaflosigkeit Theresens wollte noch immer nicht ein Ende nehmen. Einmal saßen wieder alle vier beisammen am Mittags- tisch im vorderen Zimmer, als Almira durch ihr Gebell an- zeigte, daß ein Fremder sich nähere. Therese sah zum Fenster hinaus und sagte ddnn erschrocken zu Michael: daran zweifelt selbst ein so oerngläubiger Schwaß f1', JL Hans Plebs zu sein pflegt, in seinen nüchternsten Au�envl � nicht mehr. Äußer dem p« vobiscum, mit dem Leute von der diplomatischen Zunft sich und andere i- arüßen, wie wir sonstigen SterbUchen«guten Morgen l«5' hört man nur noch allenfalls das„si vis pacem* u. f-W- vj?. ständig: si vis paccm, para bellum= wenn Du Flieden' willst, so rüste Dich zum Krieg») oder eine Kriegsdrobung(W den FriedenSbrechcr. Man begann schon einmal fall ben, daß die moderne Diplomatie eine Politik ber Wahrna' � keit ins Werk setzen werde; nun sind wir ärger inSM�. gerathen, als die Menschheit jemals war, denn die Menw— hatte ehedem nie so viele und so große Mäuler, als m n heute mit Hilfe von Druckerkunft und Elektrizität gW"' hat."_ ,-j Die„Köln. Ztg." kann das genau wissen, denn ste ger». in erster Linie zu ben Blättern, die mit Hitle von Druattv und Elektrizität das Flunkern und Maulaufreißen mäßig betreiben. Uns interessirt nur, daß sie den der jetzt in Europa getrieben wird, so hübsch an den PraW 9 Gin starker Zlebcrdrnß an der modernen Sozial»»*� beginnt unter den nauonallidcralen Großindustriellen zutreten. So hat der Verein„zur Wahrung der gememiow wirlhsckastlichen Interessen in Rheinland und Westfalen den Oberpräfidenten in Münster und an den RegleruK Präsidenten in Düsseldorf eine Eingabe penchlet, in wew dem Wunsch Ausdruck gegeben wird, daß auf dem Ged der sozialpolitischen Gesetzgebung nunmehr eine Ruh' pause treten möge, nicht nur weil man heute noch gar u"dl wül. könne, ob die Industrie die ihr bisher auferlegten Lasten a � die Dauer zu tragen im Stande sein werde, sondern auck.?� die Gefahr nahe liege, daß der Arbeiter schließlich jedes der eigenen Verantwortlichkeit verlieren werde, wenn man' die Nothwendigkeit zur Bethätigung derselben entziehe. � demselben Athenzuge aber empfiehlt der Bericht wieder. neues sozialpolitisches Zwangsgefetz, nämlich die Errichtung � Zwangssparkassen für jugendliche Arbeiter. Zugleich leg' dem Bericht eine große Kohlen firma gegen die Einmischung � Staatsbehörden in die Arbeiterangelegenheiten Protest efli- Die Herren scheinen zu glauben, daß der Staat nm v da ist, Miliiärmannschaften für die Requisitionen der Gnw�- befitzer zur Verfügung zu stellen. Der Bericht hebt s" noch hervor, daß von den Kohlenindustriellen stimmend die Forderung strafrechtlicher Verfolgung des KonK' bruchs aufgestellt sei. Unter den Wünschen der Gruben� waltungen findet auch die Forderung eines Kohlenzolles wt«' Erwähnung, während den Eiscnindustriellen die hohen Kohlt preise zu der Bemerkung Veranlassung geben, daß am Dauer sich der Export ihrer Erzeugnisse bei solchen Vre"' nicht aufrecht erhatten lasse, daher von ihrem Standpunkte eine Förderung der Kohlenausfuhr nicht angezeigt erscherne. Vorstehender Bericht ist deshalb ganz besonders iniereil� weil er Stimmungen in der nationalliberalen Partei zeichnet, deren Führer am Niederrhein und in der Graf!« Mail zugleich den Ton in dem oben genannten Verein 9 dem langen Namen angeben. luuMt-u-emmcu Unentgeltlich» Kennhnng der Krankenkassen-B�' seitens der Berufsgenossenschaflen. Vor uns liegt ein 3>"� des Vorstandes der Bekteidungs- Industrie- Äerufsgenost. schasten, Berlin, Lindenstraße 20/21, gez. Waller. In d's? gedruckten Zirkular wird der Adressat aus Anlaß einer llist anzeige aufgefordert, durch den behandelnden Krankenkasse�''. feststellen zu lassen, ob die Art der Verletzung Anforderung' die Behandlung oder Verpflegung stellt, denen in der wohnung nicht genügt werden kann und infolge dessen° Unterbringung des Verletzten in einer öffentlichen Kianfi' anstalt erforderlich erscheint. Dann heißt es in dem Zstw'. wörtl'ch:„Kosten dürfen indessen der Genossenschaft b« die Befragung des Arztes nicht erwachsen und wollen 0 diese. be gesälligst gelegentlich in Form einer privaten Er'u" drgung ausführen." � Au» Kromberg kommt uns das Licht über die Kn� preußischen Finanzministerium. Der„Ostdeutschen Pr." zust''. ist der Oberpräfident von Schleewig-Holstcin, v. Steinas' zum Fmanzminrster an Stelle des Herin v. Scholz bestimmt. Qr' v. Sleinmann würde dmch den bisherigen RsgierungSp äsiden� in Bromberg, v. Tiedemann. und dieser durch den R-gierunil' präsidenien von Colmar in Aurich ersetzt. Bekanntlich erklal" die„Nordd. Allg. Ztg." unlängst, von dem Rücktritt des H�' v. Scholz sei in amtlichen Kreisen nichts bekannt. Lebenslänglich» E»,»ll«n;. Die„Mogdeb. Ztg." allen Nationallib«raten kund und zu wissen, daß Herr von Be« nigsen zwar schon als Oberpräfident Exz-llcnz geworden die jetzige Verleihung der Würde eines Wirklichen Gehetw� Raths sichere ihm aber die Exzrllenzwücde bis an fein Ende, auch wenn die Oberpräitdenlschaft aufhören sollte.. U»b»r»in>»ass»nhnfte» Austr»t»n der Kvrtoff«- fäule wird aus Schlesien berichtet, das bekanntlich auch dm das Schweine- Einfuhrverbot am schwersten betroffen ist.■f.. nasse Kartoffelfäule ist danach in schweren Böden vollstem° „Geh' schnell hinein in die Kammer, damit Niemand hier sieht."„ Auch Timar sah zum Fenster hinaus und auch er sa"- daß eS für ihn nicht gut wäre, mit dem, der jetzt kon«�' zusammenzutreffen, denn es war kein Anderer, als Se. würden, Herr Sandorovics, der mit dem Orden dckorü Dechant, welcher Herrn v. Lesetinczy auf der Stelle � kennen und nicht ermangeln würde, fchöne Dinge hier aufj� decken.„Schafft den Tisch weg und laßt mich hier alleM «...."VÖ"*P*""iflrti1 sagte Frau Therese, auch Noemi und Dodi von � Sitzen aufnöthigend; und als ob alle Kraft ihr plo? wiedergekehrt wäre, half sie den Tisch ins andere Zinv� hinübertragen, so daß, als das Klopfen Sr. Hochwürden« der Thür fich vernehmen ließ, sie schon allein im Zimw war. Ihre Bettstatt hatte sie vor die Thür der NebensW« gerückt und sich auf den Rand des Bettes gesetzt. So die Kammer abgesperrt.•. Der Bart des Dechanten war seit der Zeit, wo' zuletzt mit ihm zu thun gehabt, noch länger geworden �.>< schon stark mit Grau gemifcht; aber seine Wangen wark« � � Oc roth und seine Gestalt die eines Samson. Der Minifissf,,? und der Mehner, welche ihn bis hierher begleiw Q AOetl hatten, waren draußen geblieben auf der Veranda und pm fär mühten sich, mit dem großen Hunde freundschaftliche B- Vthurn siehungen anzuknüpfen. Der hochwürdige Herr war alles,«mpag »'s.. TT. rT..- ouSacT r. ,orgestrem Boberlhale unterhalb Sagan, in den Thä- r und Lausitzer Reitze, der Ohle, Bartsch und (B-nt"'? ,n den Kreisen Steinau, Woblau, Trebnitz, Oels, SM«?..eril; Namslau, Kreuzburg, Rosenberg, Lublinitz, «uk N> Rybmk:c. kann man im Durchschnitt schon jetzt liiL»!>•- halben Kartoffelernte rechnen, welche bestimmt .?>, ver ärmeren Bevölkeruna über die theuere Zeit hinweg «« helfen. 6«* die Kr-?'?' T« Großbritaunie«. »»<« � a n d o n, IS. September. Im Hyde-Park, auf den errauszedehnten grünen Matten bei dem volksthümlichen .�me der Reformer, fand heute wieder eine Massenkund- Inn" on• die Siegesfeier der Hafenarbeiter. Sie waren in an Zügen mit wehenden Fahnen und ftöhlich schmetternder »US dem fernen Osten herbeigekommen, um sich noch lu U or die Arbeit wieder aufnehmen, um ihre Führer fcrnt•en"®ä waren, etwa je 500 Schritt von einander ent- s''. uwr Hauptrednerbühncn aufgestellt; daneben hielten die ��demokratische Föderation"' und die«.Sozialistische Liga"' der f> t andere Versammlungen ab. Die vier Rednerbühnen Hafenarbeiter waren so umwogt oder umdrängt von ge- eilirt� m Menschenmassen, daß, während John BurnS sprach, � Personen ohnmächtig zusammenbrachen und fortgetragen wußten. Außer BurnS redeten die meisten übrigen 6 ß/rc ll�oßen AuSstandeS, Ben Tillett, Tom Mann, 9) XV Champion, G. Bateman, Mc. Carthy, John Toomey. den«( �ooper, Thorne, Frau Marr-Aveling u. f. w. In � Jteben kam nicht nur die Gcnugthuung über den er- er>t, n Sieg, sondern besonders auch die Freude über diesen ... a großen woh'gelungenen Versuch der Organisirung un- äul?�iter zum Ausdruck. Die„Dockarbeiter- Vereinigung"' bereits 18 000 Mitglieder und wird den großen Gewerk- der Seeleute, der Schiffsverlader und derLichtcrschiffer Zw v■ r) bald ebenbürtig an die Seite getreten sein. Die «rarbeiter sind nämlich entschlossen, neben sich, wie das all- �ewerkvereinsgrundsatz ist, als ArbeitSgenoffen nur ».'Wieder Vereins zu dulden. BurnS und auch andere q°f.?r zollten reichlichsten Dank den australischen Stammes- lOfU v-tn Melbourne, Sydney, Brisbane, Victoria u. s. w., die Ausständigen unterstützten, indem sie nicht weniger u 400 000 Mk.(über 22 ovo Lstr.) an die Ausstandskasse ge- en'nprÜt ließen. Bitlere Worte fielen dagegen über die vi!»? redende Arbeiterschaft Amerikas, welche es nicht .p �egrüßungs- und ZusiimmungS- Telegrammen, wohl � an Dollars hat fehlen lassen, während selbst klfc. underSredenden Arbeitern des Festlandes Unter- � öungrn eingelaufen sind, so u. a. 1000 M. von Berliner «nfX" linier stürmischen, begeisterten Hochrufen gelangte "ß* übliche Trompetenfignal der nachfolgenbe Beschluß "Ihig zur Annahme: „Diese Massenversammlung, zusammengekommen, um den Erfolg des großm AuSstandeS von 1889 zu feiern, webt hierdurch allen denjenigen Freunden, welche ge- Holsen haben, die Verhandlungen zu einem erfolgreichen Ausgange zu bringen, ihren herzlichen Dank kund; herzlichen Dank auch spricht sie den wackeren Männern Australiens aus, deren Beistand so wesentlich zu dem Erfolge beigetragen hat, und sie verpflichtet sich, das Werk der Organisation und Verbündung der Arbeit fortzusetzen." Die Kundgebung verlief, wie alle die voranuc»u„t,r»r,.,... � klotzten Ordnung, was der durch ihre Abwesenheit sehr .'wiebm nnffon-nh-n kianntstädtilcken Volizei zu nicht gerin- •�'Ci'TlUny/(UUi) Ucl umu;»yw»»»»/»»»,• Sttn m auffallenden hauptstädtischen Polizei zu nicht gerin- z? Ruhme gereicht. Aber mehr noch, es ist keine Uebertrei- bim' ßu behaupten, daß die Dockarbeiter neben ihrer eigenen bid�ften Haltung, der Tüchtigkeit ihrer Führer ta,, australischen Hilfe nicht zum geringen Theile auch jjz laktvollen Benehmen der Polizei ihren Erfolg zu danken i»ii»'st dabei nicht weiter an die ungezählten Silber- Üz K upferstücke zu denken, welche Polizeileute aller Grade in b Sammelbüchsen der Aus ständischen gleiten ließen, sondern L�ie große mittelbare Hilfe, welche die hauptstädtische Polizei j? Ausstande dadurch angedeihen ließ, daß sie namentlich m.steoße Masse„PicketS"(Wachposten) der Ausständigen in'?st unbehelligt ließ, trotz der darob sich kundgebenden £ taflung der Dockdirektoren. Den Dank find die AuSstän- ijjri.den hiesigen Vertretern der heiligen Hermandad für j,.- ihr Wohlverhalten nicht schuldig geblieben. Ich wohnte, L'�reibt der Korrespondent der„Voss. Ztg.", einer sehr de- JU."flSnoHen Massenversammlung vor den Thoren des West- jjja-Docks bei, in welcher auf„unsere Freunde, die Polizei- �.ner", zwei Mal drei begeisterte HochS ausgebracht wurden. anwesenden Polizeibeamten nahmen diese Huldigung mit «-.verbindlichem Lächeln entgegen, wie fie überhaupt immer Er.'ch dreinschauten, wenn fie sich ein wenig mit ben Aus- L! Uan verbrüdern konnten. Diese Stimmung der Polizei izz M beste Bürgschaft für die Aufrechterhaltung der Ruhe �rdnung im Osten Londons während des großen Arbeits- Amerika. Aus Panama, 17. August, wird geschrieben: Trotz aller Anzeichen von Wahrscheinlichkeit, mit denen von Managua und anderen Städten Nicaraguas aus die Gerüchte über kriegerische Verwickelungen zwischen den Re- publiken Nicaragua und Costa Rica anläßlich des Baues des Nicaraguakanals bezw. des von dem Unternehmer Menocal mit der costaricensifchen Regierung nachträglich abgeschlossenen Vertrages, der die Rechte Nicaraguas beeinträchtigen soll, ver- breitet und von der ganzen mittelamerikanischen Presse wiedergegeben wurden, wird der Friede nicht gestört; die ent- standenen Schwierigkeiten werden vielmehr durch einen Schiedsspruch des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika beseitigt werden. Als wegen der angeblichen Rüstungen und Truppenverschiebungen Costa Ricas die Un- ruhe in Nicaragua bedenklich stieg und die Regierung zu feindseligen Maßnahmen gedrängt wurde, mußte im Auf- trage des(inzwischen verstorbenen) Präsidenten Evaristo Carazo am 23. v. M. der Minister des Auswärtigen Urlecho an seinen costaricensischen Kollegen eine in der Form sowohl wie dem Inhalte nach sehr friedfertige Anfrage richten, um über„die Gründe der kriegerischen Vorkehrungen" Aufschluß zu erhalten, da beide Regierungen in„Frieden und gutem Einvernehmen" seien und„keinerlei Anzeichen von Feindseligkeit seitens Rica- ragua's" vorliege. Sollten die Maßnahmen der costaricen- fischen Regierung„durch aufständische Versuche im Innern der Republik veranlaßt sein", so werde seiner Regierung die Ge- legenheit gegeben, abermals ihre Gefühle der Brüderlichkeit und ihr Interesse für die Erhaltung der Ruhe und Ordnung in der Nachbarrepublik zu zeigen. Der castaricensische Minister des Auswärtigen Gonzalez Viquez beeilte sich, die Anfrage umgehend dahin zu beantworten, daß feine Regierung gar keine Tnippenverschiebungen vorgenommen habe, daß Guanacaste(ein kleines Grenzfort) nur die gewöhn- liche Besatzung zähle, und daß, wenn nach dem Hafen Limon eine geringe Verstärkung gesandt sei, dies nur aus Zoll- und Handelsrückfichten geschehen sei. Seine Regierung habe so volles Vertrauen, daß das gute Einvernehmen zwischen den beiden Republiken keine Störung erleide, daß vielmehr die an- läßlich des Kanalvertrages zwischen ihnm entstandene Schmie- rigkeit durch friedliche Mittel entschieden werde, daß sie auf die Truppenaushebung in Nicaragua gar kein Gewicht gelegt, weil sie damals geglaubt habe, wie sie heute glaube, daß solche kriege- rische Vorbereitung keine feindselige Absicht gegen ihr Land haben könnte. Die nicaraguensische Regierung hat nun beide Schriftstücke veröffentlichen lassen, um die aufgeregte Stimmung zu beruhigen, und augenscheinlich mit Erfolg. Sozisle Itcltcvrrrfjt. Auf dem fetzt tu Köln tagenden Uegetarianer- tzongreß sprach Dr. med. Bock über„die hohe Bedeutung der vegctarianischen Erziehung für die körperliche und geistige Ent- Wickelung der Kinder" und führte etwa Folgendes aus: Die große Sterblichkeit der Kinder, der blühenden Männer und das frühzeitige Ableben derselben sei zum größten Theil die Frucht der übermäßigen Vergnügungssucht, Jähzorn, Mangel an Liebe, Nervosität, aber vor Allem Unkenntniß der vielen Ge- setze, welche die leibliche, geistige und seelische Gesundheit der Kmder bedingen, sind die Ursachen der schlimmen Er- scheinungen. Mens sana in corpore sano, das ist das Grund« vrinzip des Vegetarianismus. Redner erläutert die Grundzüge des VcgetarianrSmuS: Enthaltung von allen Speisen von todten Thieren ist das Hauptprinzip, aber nicht das Einzige, Mäßigkeit überhaupt, die herrliche Tugend, Selbsterkenntnrß, Selbstbeherrschung, richtige« Verhältniß zwischen Arbeit und Ruhe, zweckmäßige Hautpflege, Kleidung ac, alles dies zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden. Wie dies bei den Kindern Alles beobachten' Die vegetarianifche Lebensweise bietet dem Kinde Alles, was dasselbe braucht, um seine Gesund- heit zu bewahren und zu stärken. Der Genuß von Fleisch ist den Kindem durchaus nicht instinktiv, vielmehr haben die meisten einen großen Widerwillen dagegen. Erst die Eltern machen fie nach der Milchnahrung zu Fleischessern, und so wird das Kind, in dem zuerst ein Abscheu vor Flcischgenuß vorliegt, sich allmälig daran gewöhnen. In den Zerealien, Getreidesorten sind eiweißhaltige Stoffe, die Kraft- und Wärmeerzcuger, Kohlehydrat und Fette genügend enthalten. Redner eifert gegen den allzu großen Werth, welcher dem Ei- weiß als Nährstoff beigelegt wird. Die Hülsenfrüchte enthalten nock zwei Prozent Eiweiß mehr als Fleisch, und dazu eine roße Menge von Kohlehydraten, welche dem Fleisch voll- iändig ermangeln. Es ist also nicht nothwendig, mit dem Fleisch das Kind aufzuziehen. Wenn wir unfern Orga- nismus anatomisch betrachten, unterscheiden wir das Blut, das Nervensystem, Rückenmark, Muskeln, Knochen- gerüst, Sinneswerkzeuge, Lungen, Magen, Herz. Je kunstvoller ein Apparat, um so leichter ist er in Unordnung zu bringen; ft x„Ja, weil er in unerlaubter Weise aus der Welt ge- Um n'ar' 0�ne gebeichtet und Buße kgethan zu haben. Ueu�s i�n nach seinem Tode das LooS, wie ein Hund scharrt zu werden; wenn Du also nicht willst, daß man Dich wjx Hund einscharre, so gehe in Dich, be- � Deine Sünden und beichte, so lange es noch Zeit ist. ljsj-°°er morgen schlägt Dein letztes Stündlein. Fromme Ub Huben mir die Kunde gebracht, daß Du im id gv und haben inich angefleht, hierher zu kommen >„Dir die Absolution zu ertheilen— diesen hast Du eS sanken, daß ich hier bin." (Fortsetzung folgt.) Urs Nwrst und Leden. wo � iiii�Ur Expinston, welche an diejenige von Antwerpen orden u" i�i/ fand, rote erst jetzt bekannt wird, in Salonichi ,en war�i>Sf"ö bes Festes anläßlich der Thronbesteigung des Sultans Winisirafl' tirit-i e Stadt war illuminirt, vom Hafen strahlten die s,'leitet" tzr'chen Lichter der französischen Flotte, als plötzlich gegen h bc vJ�enbä eine Explosion erfolgte und der Himmel sich färbte. In der Stadt verbreitete sich die Kunde: der i�ii�* p lturm brennt! und was Beine hatte, lief aus der Stadt (jHep"Q*■---.t-i-T— m r.j...., war wrgestrea' 'zu küss-� F oremu; uuv ivuxj_____ fo,e lUpagna zu, um das schreckliche Schauspiel aus sicherer ro b- beobachten. Das Gerücht hatte sich aber getäuscht; zu küjfl'" � er Pulverthurm brannte, in welchem sich, nebenbei ge- nützt,"r* Un, e'n Pulver befindet und der nur den Eingang zu >e gnädig\'erirdischen Pulvermagazinen bildet, sondern zwei Holz- b nielleichi V; la welchen 25 000 Kistchen mit Patronen lagerten, V? Brand gerathen. Sechs Stunden dauerte das Ge- ■ v wijt;tt0h, et explodirenden Geschosse fort und hörte sich wie das -. Sie, y'/uer einer Schlacht an. Die Holzhütten standen ifolirl >nngt � V. ii Wiesenplane, und da keine Gefahr einer Weiter- *'*'" f- t rtö- h i.* uct VW»----., Iliffet Spritzen unb 150 Seeleute, welche von der Wichen Flotte ans Land geschickt wurden. Das Feuer Brandstiftern, welche schon längere Zeit in der s�ug von Salonichi ihr Unwesen treiben, angelegt wor- lieber die Plansitoneepedition liegt wieder ein aus- führlicher Bericht in der„Kieler Ztg." vor, dem wir folaendes entnehmen: Die Planktovexpedition ist am 27. August Mittags in Porto Grande, St. Vincent, Kap Verdifche Inseln einge- laufen. An Bord war fortdauernd alles wohl. In Bermudas wurde am ersten Tage der Ankunft in St. Georges die etwa zwei deutsche Meilen entfernte Hauptstadt der Inseln, Hamilton, besucht, da der Gouverneur, welcher dort seinen Wohnsitz hat, die Theilnehmer zu sehen wünschte. Es wurde der Expedition von der Behörde eine Dampfbarkassc zur Verfügung gestellt, um damit die Untersuchung der Korallenbänke zu betreiben. In den drei Tagen, welche die Expedition in Bermudas ver- weilte, wurde, obgleich das Weiter nicht ganz günstig war, doch eine Reihe von interessanten Ausflügen und von Beobach- tungen gemacht. Die Bewohner der Jnjeln sind überwiegend Neger, die aber so gut und auskömmlich zu leben scheinen, wie vielleicht an keinem Orte sonst. Die Insel dient reichen New- Porker Familien als Winteraufenthalt und dürfte in der That als solcher sehr geeignet sein. Die Expedition durchfuhr das Sara- gassameer bis etwa 35 Gr. W. L., von wo Kurs aufSt. Vincent ge- nommen wurde. Diese2üGr. C. warmen Meeresflächen waren nicht so erfüllt mit thierischen und pflanzlichen Lebewesen, als dies vermuthet worden war. Allerdings dringen die belebten Sub- stanzen von der Oberfläche aus in größere Tiefen vor als in den mehr nördlichen Meeren, sind auch mannigfaltiger nach Zahl der Arten, aber die Masse ist nickt sehr bedeutend. Auch die Menge von Fischen, welche die Oberfläche beleben, war nicht so groß, als erwartet worden war. Die Kap Verdischen Inseln bilden steil abgestufte fast unbewachsene Felsengruppen, von deren Unfruchtbarkeit man sich schwer eine Vorstellung macht. In den Straßen von St. Vincent werden einzelne kleine Bäumchen mühsam gepflegt, da nur selten Regen fällt und in den kleinen Häusern wohnen in engsten und einfachsten Räumen kinderreiche Negerfamilien. Zu kaufen ist fast nur, was aus Europa imvortirt wird, da im benachbarten St. Antonia Pocken ausgebrochen sind und von dort alle Früchte importirt werden, jetzt aber nichts gebracht werden darf, ist auf dem städtischen Markt, neben zehn Stück Zuckerrohr, einigen NamSwurzeln, einigen Stücken Ziegenfleisch, zwei bis drei Hände voll Steinkohlm und zwei getrockneten Butt nichts zu haben, und das in einer Stadt von mindestens 5000 Ein- wohnern. Di»» S»tzu»»w in China. Auch der bezopfte Bewohner des Reiches der Mitte hegt und pflegt den grunzenden Vier- füßlcr und weiß die Vortheile, die ihm feine Zucht verschaffen so verhält es sich auch mit dem Körper. Mit dem Fleisch« führen wir unserm Blute Theile ein, welche dieses überhitzen: daher die vielen fieberhaften Krankheiten, wie Gehirnentzündung, bei den Kindern. Allerdings kommen noch andere Faktore r hinzu, aber der Einfluß des Fleisches ist sehr groß. Sehr häufig schädigen wir unsere Kinder durch die falsche BeHand. lung des Magens. Unsere Mütter sollen wieder gekräftigt werden, damit sie nicht genölhigt find, Ammen vom Lande zu holen, die von nichts weniger als von Fleisch stark geworden sind. Der schlechte Zustand des Magens bewirkt vielsack die Blut- armuth und andere Unregelmäßigkeiten; wo kein Blut, ist auch keine richtige Ernährung, dann kommen die Folgen wie Drüsen, Skrophulose, Schwäche, Knochenkrankhnten, welche sich weniger bei der armen Volksklasse, als bei der bemittelten zeigen. Desgleichen sind für Entwickelung der Muskelkraft die Cerealien bedeutend vortheilhaficr als Fleisch. Von einem gesunden Blut hängt unsere Gesund- heit wesentlich ab. Suchen wir daher unseren Kindern gesun- des Blut zu erhalten und dazu ist am besten die vegetaria- nische Lebensweise. Für die Kinder besonders empsehlenSwerth ist das blutbildende reinigende Obst; auch die Kinder selbst ziehen ja meistens ein gutes Obst einer großen Fleisch tafel vor. Deswegen ist ein herrlicher Grundsatz: Keine Mahlzeit ohne Obst, nicht für den Kranken, londern auch für den Gesunden. Als Speisezettel für kleine Kinder von neun, zehn und elf Mo- naten ab empfiehlt Redner folgendes: Den Kindern ist auch nach der Entwötmung Milch zu reichen, und zwar gute Kuh» milch, aber abgekocht. Milch in Verbindung mit Reis, Gries rc., frischem Gemüse. Sollen die Eltern den Kindern Fleisch geben, wenn sie Appetit danach haben? Vom humanen Standpunkl stehe ich nicht an zu sagen: Ja. In der Regel stößt das Kind nach kurzer Zeit das Fleisch wieder von sich und hat dann um so bessern Appetit auf vegetabile Speisen. Durch vegetarianifche Lebensweise können wir den Organismus des Kindes in allen seinen Theilcn kräftig aufbauen. Derselbe wird dabei resistenter; er kann Krankheiten wesentlich bkss>r Widerstand leisten. Ein Hauptfaktor der vegetarianischln Lebensweise ist die gänzliche Enthaltung von allen geistigen Getränken, überhaupt von allen Genußmitleln. Insbesondere ist eS unverständlich, wie man Kindern geistige Getränke geben kann. Also absolut keine geistigen Getränke für die Kinder: das beste Getränk für dieselben ist Obstsaft und Wasser, wie auch für die Erwachsenen. Wie soll man die Kinder von 10, 12, 16 Jahren ernähren? Gerade in dem Entwicklungsaitcr ist es außerordentlich wichtig, daß die Kinder, namentlich Mädchen, einfach ernährt werden. Glücklich die Jugend, welche nock im 18. und 20. Jahre der vcgetarianischen Lebensweise anhängt. Je einfacher, je naturgemäßer wir leben, um so besser spielen sich unsere körperlichen, geistigen und seelischen Funktionen ab. Der Fleischgenuß bewirkt Störungen, wir werden leicht aufgeregt, und dieser Ausregung folgt die Erschlaffung: Zwar wird durch Gcnuß von Fleisch und geistigen Getränken für kurze Zeit Mehr- leistung erzielt, aber auf Kosten der normalen Thätigliit; denn bald folgt die Erschlaffung. Bei vielen Kindern wird das Gleichgewicht durch Fleischgenuß gestört; den Kindern, welche vegetarianisch leben, fehlt eS auch nicht an Kraft für die geistige Thätigkeit; auch die Cerealien enthalten genügende sthosphate, die zu geistiger Thätigkeit für nöthig erachtet wer- den. Man kann sogar behaupten, daß ein vegetarianisch lebendes Kind besser, korrekter und ruhiger arbeitet als ein an- deres. Ein richtiges Seelenleben ist für unsere Kinder ein wichtiger Faktor. Die innere Harmonie, das Gleichgewicht, die Heiterkeit in unserer überhastenden Zeit sich zu bewahren, ist schwierig. Je mehr wir uns selbst diese innere Ruhe und Zu- friedenheit bewahren, um so mehr sind wir im Stande, sie den Kindern anzuerziehen. Die vegetarianifche Lebensweise, in ihrer vollen Bedeutung aufgefaßt, erleichtert uns die Aufgabe; sie wird ein vortheilhaftes Erziehungsprinzip für uns und für unsere Kinder. Nur kurz kann ich den wichtigen Faktor be- rühren, daß die vegetarianifche Lebensweise dos allzufrüh« Er- wachen der Sinnlichkeit bei den Kindern mit Erfolg bekämpf,. Zum Schlüsse verliest Redner die von ihm verfaßten zehn G?» böte, die bei der Erziehung der Kmder zu befolgen seien.— Man sieht, daß auch hier neben manchem Richtigen alle jene zahlreichen Verkehrtheiten mitunterlaufen, die jede einseitige Geistesrichtung, besonders stark aber der Vegetarianismus im Gefolge hat. Kraunschwrig. Der Tischlerstreik dauert unverändert fort und ersuchen wir deshalb alle Kollegen, den Zuzug nach hier fern zu halten. Sendungen sind zu richten an Weikopf, Weberstr. 10(Tischlerherberge). VerPmnmhmgim. Eine groß« Uersammlung der Freien Uerrinignug der Dameomäntel-Hchneidcr«nd Arbeiterinnen der Kekleidungo-Industrie fand am Dienstag Abend in Deig» kann, wohl zu schätzen. Das chinesische Schwein ist aber be- deutend kleiner als unsere europäische Gattung, hat einen hohlen Rücken, ein kurzes, dickes Genick, kurze Füße und ein runzliges „Geficht". Eine Eigenthümlichkeit des chinesischen Schwernes ist ferner, daß Thiere, welche gewissen Provinzen des Reiches angehören, vorwiegend eine bestimmte Farbe haben. Der Aber- glaube, welcher in Betreff dieses Thieres im Lande verbreitet ist, ist sehr mannigfaltig. So rathct man allgemein ab, Schweine zu essen, die weiße Beine und dunkle Klauen haben: Span- ferkel scheinen im Reiche der Mitte eine unbekannte Delikatesse »u sein, da man in allen Büchern, die über Schweine und deren Zucht handeln, angeführt findet, daß es höchst unrathsam ist, ein Thier unter einem Jahre zu schlachten. Der Chinese glaubt, daß das Schwein den Regen sehr gern hat, und ferner, daß man seine normale Gestalt durch Füttern mit den zer- malmten Blättern des Tzu-BaumeS(Ronlera Japonica) ums dreifache vergrößern kann. Auch soll das Schwein sehr gern nach den Sternen schauen, doch führt diese Schwärmerei »u einer Krankheit, welche bei den Chinesen untrr oem Namen„Mi-Sin", dos heißt„Reißkörne. Krank- heit" bekannt ist. Diese Krankheit ist zweifelsohne unser« Trichinose. Die Schweinezucht, schreibt der„Ostas. Ll.", soll in China über 5000 Jahre alt sein und der Umstand, daß die Chinesische Sprache etwa hundert verschiedene Namen für dieses Thier aufzuweisen hat, spricht schon für genaue Bekanntschast mit demselben. Zu den am meisten charakteristischen unter den Namen gehören nachstehende:, Der Herr mit dem schwarzen Gesichte", der„schwarze Teufel", der„schwermüthige General"! Bei festlichen Gelegenheiten, sei eS eine Hochzeil oder selbst eine Bestattung, darf das Schwein auf keinen Fall fehlem Unter den Geschenken, welche dre Eltern der Braut oder deren Verwandte dem Bräutigam machen, befindet sich auch stets»in im Ganzen geröstetes Schwein, dessen Schwanz wunderbar künstlich aufwärts geringelt und mit Blumen geschmückt rst. Dieses Schwein wird aber während der HochzeilSmahlzeit nia t angerührt. Sollte es sich nun herausstellen, daß dre Braut eine Person gewesen ist, die, wie die Occidentalen sagen, nickt dazu berechtigt war, den Myrthenkcanz zu tragen, so schickt der Bräutigam am Morgen nach der Hochzeit das fragliche Schwein zurück, jedoch hat er den kunstvoll geringelten Schwanz zuvor abgeschnitten. Damit will er sagen, daß die Eltern der Braur ihre Tochter wieder zurücknehmen sollen, da dieselbe zur Zeu der Heirath auf den Titel„Jungfrau" keinen Anspruch mehr hatte. «lüOn's Salon, Alte Jakob ströme 48» statt. Punkt der Tagesordnung:»Wie sind am Heber den ersten besten die Mängel und Schäden, welche in unserer Branche eingerissen, zu be- >tn?" referirte in einstnndigcm Vortrage Fraul. I a g e r t. 4Mgc« Die Forderungen der Referentin fanden in der folgenden, von den etwa 300 den Saal bis auf den letzten Platz dicht füllenden Anwesenden einstimmig angenonimencn Resolution Ausdruck: »Die heutige Versammlung möge beschließen, den Vorstand zu beaustragen, schleunigst eine öffentliche Versammlung einzuberufen und ein Agitations Komitee zu wählen, welches den Schwerpunkt seiner agrta- lorsschni Thätigkeit darin zu legen bat, die Masse der Arbeiterinnen und Arbeiter unserer Branche darüber aufzuklären, daß die schlechten Arbeits- und Lohn- bedingunaen lediglich die unausbleiblichen Folgen der kapitalistischen Produktionsweise sind, und daß dieselben nur durch die Umgestaltung dieser falschen Produktions- weise in eine genossenschaftliche geändert weiden können. Nur durch den Lohnkampf ist vorläufig eine Acnderung zu erzwingen. Von dem Staate ist die Stellung der Hausindustrie unter das Fabrikgesetz zu verlangen. Zur günstigen Vorbereitung des LohnkompfeS ist das Material durch die aus der Hausindustrie zu wählendenjCele- girien dem Agitationskomitee zukommen zu lassen.* Ein Antrag, dies AgitationSkomitce sofort zu wählen, ward abgelehnt, dagegen ein Antrag deS Herrn Pfeiffer angenommen, so lange die Böbmische Brauerei ihre Lokalitoten den Arbeiterversammlungeir nicht öffnet, derm Bier nicht zu sinken und mit der Ausführung dieses Beschlusses gleich an Ort und Stelle begonnen. Es ward an Stelle des— Böhmischen Bcauhausbieres an den meisten Tischen Selterwasser getrunken. An der außerordentlich regen Diskussion iür und gegen das Referat bctheiligicn sich u. A. die Damen Wabnitz und I a g e r t, die Herren Steinmar, Bleibusch, Taete- row und Pfeiffer. Litzierer oab bekannt, daß am kommen» den Montag in den»Bürgersälen*, Dresdener straße, eine Brotestversammlung der Schneider Berlins gegen die geplante Beschränkung des Koalilionsrechts statifinden werde. Eine aUgemerue Kuchdruckerverfiamwwug fand Dienstag Abend in dem Saale des HandwerkervereinS, Sophien» straße 15 statt, um den Bericht des Gehilfenvertreterg für Berlin- Brandenburg über die vorige Woche in Stettin stattge- fundcne Tariftevision entgegenzunehmen. Der in Ermangelung eines anderen passenderen Lokals genommene Saal erwies sich bei dem imposanten Besuch als zu klein, die Gallerieen und Seitengänge waren vollständig gefüllt, so daß die Zahl der Anwesenden Myhl auf 2000 geschätzt werden konnte. Dem Bericht selbst entnehmen wir,doß die Hauptforderung derGehilfen, VerkürzungderArbeitszeit, abgelehnt worden ist. Die Pi inzipalvertretcr seien jedoch geneigt gewesen, Erhöhungen veischiedener Tauspositionen vorzunehmen. Der Herr Bericht- erstatter sühite dieselben in ausführlicher Weise der Versomm- lung vor. Feiner wurden die Lokalzuschläge einer Anzahl größerer Städte um 5 resp. pCt. eihöht. Für Berlin beträgt der Lokalzuschlag vom I. Januar 1890 ab 25 pCt.— Bcslim- mungen für den Druck wurden ebenfalle von den Prinzipalen nicht beliebt, und fand nur eine Bestimmung Annahme, die durchaus nicht den Beifall der Maschinenmeister fand.— Der Tarif selbst wurde bei der Schlußabstimmung sür zwei Jahre giltig angenommen.— In der Diskussion äußerten sich säwmtliche Redner dahin, daß die Herren Prinzipale durch die Bewilligungen nur eine AbschlogS- zoblung geleistet. Die arbeitenden Gehilfen feien etwas aufge- bessert worden, während nach wie vor ein großer Theil der Kollegen die Landstraße bevölkern müssen. Tie ernsteste Auf- gäbe der Gehilfenschaft werde cS daher fein, in den folgenden zwei Jahren dahin zu wirken, daß mit Einmütbigkeit die For- derung der Arbeitszeitverkürzung bei der nächsten Tarisbe- rathung gestellt und auch durchgeführt werde.— Nach einem klüftigen Schlußwort des Voisitzenden schloß die vom besten Geiste beseelte Versammlung. Z« der Uersammlnug am Dienstag, welche bei Grat- weil, Kommandantenstraße, tagte, zu der nur Genossen zuge- lassen werden durften, welche mit einem Strafmandat wegen angeblicher Beiheiligung an der Lassallefeier im Jahre 1887 be- glückt worden sind, wurde das Bureau aus folgenden Herren zusammengestellt: Kaufhold als 1. Vorsitzender, Snudat als 2. Vorsitzender, Mielenz als Schriftführer. Da der Retermt Herr Stadthagen nicht erschienen war, hielt Herr Tempel oa» Referat. Er sprach sich über die RcchtSzustände aus, wc.cp bei uns eintreten würden, wenn wir nicht energisch Proleil ea- gegen einlegen würden. Die Diskussion war recht rege. � Redner theilte mit, er habe nur im Lokal Skat wäre gar nicht im Walde gewesen, und dasür sollte er lOAt.oe- zahlen. Einer meinte, er wäre mit seinem kleinen Sohn späteren ge- gongen, nun sollte er dasür zehn Mark bezahlen, das wäre««» erhört. Ein Redner leidet an der Prolctarierkrankhei., ow Arzt sagte, er müsse Waldaufenthalt haben, dafür solle er zetzi Mark bezahlen. Unter anderem wurde auch des Kriminalkom- missarS Herrn Schöne gedacht, wie er bei der Vernchinu»» vorgegangen sei. Alle Redner stimmten überein, wenn das w fortgehe, wisse man nicht, zu was man noch kommen wuroc. Man müßte bald vergessen, daß man im 19. Jahrhundert ici». Ferner wurde gefragt, warum denn an dem Tage uberhaup Billets verkauft und die Bahnhöfe nicht gesperrt wor� den seien: alle anderen Menschen dürfen spazieren OT?1/ nur der Sozialdemokrat hat auch nicht mehr dieses.Kew' Folgende Resolut'vn wurde angenommen;»Die heutige � sammlung derjenigen Personen, welche ein Strafmandat n halten haben wegen angeblicher Theilnahme an der Laiiau feier vom Jahre 1887, erklären sich mit dem Referenten m sämmtlichen Rednern vollständig einverstanden; dieselben er klären ferner, nicht eher ruhen zu wollen, bis der höchste® richtshof über den Fell entschieden hat.*— ES wurde ew Liste ausgelegt, in welche sich olle einzeichneten und mit>V, Unterschrift Herin Rechtsanwalt Arthur Sladthagen bev«� mächtigten, sür sie den Rechtsweg zu beschreiten. Für t. nassen, welche heute noch nicht im Besitz eines StrasoeM sind, ihn aber bekommen, wurden folgende Herren gewa?' welche dos Weitere veranlassen werden: Tempel, lauerstr. 28; Schulz, Admiralstr. 40»; Kräckcr, Prm,e° straße 44; Peterfon, Veteranenstr. 22. Damit schloß denkwürdige Versammlung. > N den Bad wer Hai wir- «bei krui ein Sta «anj Bun s»n!> fein dÜ1 & T-ck Theater. Donnerstag, den 19. �September. Wprrnhau». Margarethe. Ächeurspielha«». Die Quitzow'S. Drntsche» Theater. Fauft'S Tod. Der schwarze Schleier. «Istng- Theater. arttfifW». WUh«1«ftilidttsch»» Boccaccio. MaNwer-Eheater. Madame Edouard. Vor- her: Dre Grammatik. 3fttaix*»«--«h»«t»r. Stanley in Afrika. GKewd-Theater. Die Bettlerin und ihr Kind. AriU«»»»»«»- The««»». Geschlossen. OS«l«ftSdtisches Theater.»Ne feine Familie.* He»tr«t-£heater. Seichtes Blut. Astoch Gimit.Ghe«t«r. Flotte Weiber. Nestdev'-Theater. Fernande. Geb». jUchter'» Öariete. Spezialitäten- Vorstellung. Ketü,»hallen- Theater. Gr. Spezialitäten- Vorstellung. Berliner Theater. Donnerstag, 19. September: Der Schwaben- Freitag. 20. September: 3. Abonnements-Vorft.: Der Kaufmann von kruedtg Svnnnadend, 21. Sit. ll546 Zuzug ist strengstens fern zu halten. der Vorstand. Achtung! Die HUfSkaifirerstrlle S.-O. der Geutralkrandeukalse d Maurer. Fraussische" Lotteria. Ziehung 1.«lasse 1. l-nd 3. Ottober cr. Originale in alle« Abschnitten vorräihig '/-'/» U n t t> Vw Vis e, ««.55. 37'/,. IS3/*. 11 7. 5'/.. Ktassenweife derselbe Betrag zu zahlen. l e i Vjo '/*• 31/.. 33/4. VI,. 1'/,. 1,00. Amtliche Gewinnlisten(alle 4 Kl.) 1 0.75- Oscar Bräuer& Co., Kankgrschäft, Berlin W., Leipzigerstr. 103. Ziel« der( der Hebe rr fic »ll« Staa 5-stre >«me- seine Frau- R.t.er Blaubart.- Der Steinhauer. Gypser(Meißbinder) zstndcude Funke. F�msriosn»Genfer. 1305 DrcSdenerst?. 55. Täglich Vorstellung. ,9000«* 1«». 9 3Ä. 10 KwiMr-Penornma. 'ifäStef' In bief" Woche• Z. ersten M.: Zweite Harzretse. m. Eycl.: Pariser Wrl-«u»»e»ung. 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Schläfst, sof. zu venu. bt> Theurich, Bärwaldstr. 51, H. Oug. 1 � ss3' V* S aß «et 2 frndl. Schläfst. Friedenstr. 78, v. 5 Tc- Verantwortlich« Redakteur: Gronh»!»» in vsttn- Druck und Verlag»an Md» Kadi»« in Saint SW» Ben th straße 2. SUm«t*« in >»iel K � in Beilage zum Berliner BolNlalt. Kr. AS. Donnerstag, den 19. Krptember 188». 6. Jahr«. Kirche rniti Klont. . J-n Kampf zwischen Kirche und Staat dreht es sich seit 6? meldesunaenen und vielbetrauerten Bußgang Heinrichs IV. uaa, Kanossa lediglich darum, wer den einst ungeheuren, jetzt �«gstens noch sehr brauckbaren Hebel der Religion in die �.mid bekommen soll— der Papst oder der Kaiser. Und im wesentlichen ist der Kampf noch derselbe— er Mazunz des Feldwebels van Sadowa. Daher ist es nur 3i suenn Treiischke vorschlägt, die Schullehrer künftig aus ** Rnhen der Korporäle zu wählen, oder wenn R ehl in .Raturgeschichte des deutschen Volkes" altweidermäßig müder jammert, daß der alte, den Bokel handhabende Schul- Znster mehr und mehr dem modernen, wissenschaftlich gebildeten �chullehrer Platz machen müsse. ~.Deutsches Volk.' Wenn noch ein Funken in dir glüht vom deiner großen Heroen des G-oankenS, opponire dieser ~ rrt r«fjt.Ci«. i..i_____ � � ÄaTTone, oeren»cajicacrögefpcn'i Entzücken der Knechtdienst ist! Die Schulen sagten wir, will und muß der heutige Staat inner Ex.stenz willen beherrschen— auch macht ihm das ?leaiund zum Vorwurf, wohl aber die Art und Welle, wie er behi rischt, von der Volksschule im bis zur Universität. Aber � geräih er in Konflikt mit der Kirche. Diese kann materiell mittelbar— durch den weltlichen Arm des Staates herrschen, Ll 0Uf intellektuelle Einwirkung angewüsen; also wieder nnf die Schule; denn die Kindheit ist dasjenige Alter, in dem ■"M die Kirche des Menschen bemächtigen muß, wenn sie ?ur einige Aussicht haben will, ihn zu beherrschen. das weiche, urlheilsschwache, aber phantasievollc Gehirn � KmdeS ist empfänglich für die Heilslehren. aj, Zwar hat die Kirche auch ein nicht zu unterschätzendes jJ�ltel, auf die Erwachsenen einzuwirken, nämlich die Predigt; i. die privilegirte, dem Kleriker tagtäglich zu Gebote stehende Mnerdühne und die aemeinsame Andacht, welcher die kaiho- Kirche noch die Ohrenbcichte hinzugefügt hat. eine der Ministen Erfindungen rasfinirten VriestergeisteS; aber ach, sie kerne Mittel, den, der ihre Mannaspeise verschmäht, zu Sangen, dieselbe einzunehmen. Der Papst bannt, setzt auf den nach wie vor— aber seine Blitze treffen nicht mehr ''k seine Donner erwecken kein Echo. Doh r ist die Kirche ?»>machtig ohne die Schule. Diese möchte sie daher dsten ganz beherrschen, womit der Staat unmöglich am r~—•»«*»0..---------------„ etn= l~«an den sein kann, so lange er sich nicht für bankerott er- u ctn will. Dagegen braucht sie der Staat seinerseits aus den ��'angeführten Gründen, weil er selbst durch sein« Beamten � Otstziere nur dm Körper, nicht aber den Gerst abzurichtm SSi � versteht dies der Priester, vor allem der idoirichr. Oft ist derselbe aus dem Volke hervorgegangen, W w 0lff€n Sprache und kennt drssen Bedürfnisse, während z Feamte meist weder dm Willm, noch die Fähigkeit hat in .�öoltSruitur einzudringen. Oft auch(Wahrheit vor allem!) �»»e« sich Priester durch Opfemiüthigkell und Theilnahme Zeapardenge schichte« «us dem dunkle« Welttheil. Von C. F a l k e n h o r st. r Das größte und gefährlichste Raubthier Afrikas ist nach bekannten Ausspruch Wißmanns- der Araber. Unter � vierbeinigm Räubern aber gebührt die fragliche Palme Leoparden. Fast alle Afrikareisenden haben mit dieser Abenteuer bestanden oder wissen wenigstens von solchen ?. krzahlm. Das Abenteuer, daS den Ausgangspunkt Verer Mittheilungen bildet, führt den sensationellen Titel Leopard im Schlafzimmer'�. Das klingt beinahe wie � Schauergeschichte; aber wir können ihr Glauben schmken, .»n bxx berühmte Dr. W. Junker erzählt sie in den An- te/Wicfcrungen seines vielversprechenden und hochinteressanten ,. Im Jahre 187K war Dr. Junker von Suakin <3 Kassala gekommen. Damals herrschte noch 12»'m Lande; die Erhebung de« Mahdi noch nicht begonnen. Kassala war seit 1857 die 'urale— des Thierhandels. Hier residirten Agenten xjyßet �-''"—*--»----- y\t Q - VVV V V V»y v%..■»u beschießen, ohne jedoch großen Schaden anzurichten. Eine Kugel schlug in dem erwähnten Hanse Prenzlaucrstraße 45 ein. eine andere beschädigte da« an der Ecke der Neuen Friedrichstraße belegene Gebäude in der Königstraße 31 und ward später daselbst an der Vorderseite eingemauert, sowie mit einer bezüglichen Inschrift versehen; eine dritte endlich befindet sich ohne jedwede Inschrift an dem Hause Neue Promenade Nr. 6, gegenüber dem„Stadtbahnhof Börse". Indessen konnte der plötzliche Ueberfall von Seilen der Kosaken bei ihrer numerischen Schwäche nicht glücken, und erst kurz vor dem Eintreffen des russischen Hauptheeres räumten schließlich die Franzosen die Stadt in'der Nacht vom 3. zum 4. März 1813. Die Errichtung von drei weiteren Apotheken in Berlin soll der„Pharm. Ztg." zufolge geplant fem, und zwar in der Göbenstraße, in der Gegend der Großen Frankfurterstraße und auf dem Wedding.— Eine sehr interessante Tabelle über die seit 1863 in Berlin gegründeten Apotheken giebt Herr A. Kobligk in demselben Fachorgan. Danach beläuft sich die Zahl der in dieser Zeit erfolgten Konzessionen auf 68. Es haben von diesen Apotheken bereits 20 einen anderen Besitzer, als den ersten Konzessionär. 27 Apotheken von jenen 63 be- stehen seit länger als 10 Jahren und sind somit verkäuflich, von welchem Recht man schon mehrfach Gebrauck gemacht hat. Die anderen 41 Apotheken können erst vom Jahre 18V4 ab verkauft werden. Die größte Zahl von Neugründungen, näm- geschlichen. Junker schlief nämlich mit seinem Begleiter Kopp, einem jungen Forstmann aus Württemberg und einem Griechen zusammen. Die Fenster des ziemlich geräumigen Zimmers gingen nach dem Garten Diese beiden Thttren, sowie auch eine dritte, die zwischen dem Zimmer und der Kammer, in welcher Junkers Gepäck lag, standen offen. Auf die Nach- richt von der Flucht des Leoparden eilten Kopp und die zwei Griechen zu den Fenstern, um nach dem Tbiere auözu- schauen; sie kehrten Junker und dem Zimmer oen Rücken, Junker war von dem Angareb aufgesprungen, bevor er je- doch einen Schritt machen konnte, sah er in der Thür des Nebenzimmers den Kopf und in der nächsten Sekunde den Leib des großen, schönen RaubthiereS erscheinen. Langsam, unhörbar, in vorsichtigem Katzenschritt, schritt der Leopard durch das Zimmer, an Junker vorbei nach der Kammer mit den Kisten.„Regungslos, den Athen» anhaltend", schreibt Junker,„beobachtete ich den Eindringling, und erst, als er in der Kammer verschwunden, rief ich, die Thür schließend, den an den Fenstern Stehenden zu. Durch das Fenster konnte der Leopard, weil eS vergittert war, nicht durchbrechen. Rasch waren nun die Büchsen zur Hand und Kopp streckte, vom Eartenfenster auS zielend, das Thier mit zwei Schüssen nieder. Inzwischen waren Leute auS der Nachbarschast ge- kommen, unter diesen auch der Engländer, welcher dem Flüchtling den Gnadenstoß gab. Zum Andenken an daS Er- eigniß nahm ich das Fell des ThiereS mit." Unsere Leser werden fragen, wie der„Engländer" nach Kassala kam? Das ist eine afrikanische Geschichte. Der junge Engländer war ein Freund und Begleiter des eug- lischen Jagdreisenden Lord Ruffel, der um jene Zeit in der Nähe von Kaffala den Tod fand. Am Schlüsse einer Ex- kursion nach dem Bahr-Setit, während deren Lord Ruffel eine große und schöne Schußliste des schwersten Raub- und Hochwildes verzeichnen konnte, wurde der unglückliche Sports- mann von einem angeschossenen Bullen, welcher die Zahl. f lich 12, brachte baZ Jahr 1887. Dagegen wurde in der Zeit von 1879 bis 1833 keine neue Apotheke in Berlin konzessionirt. Aus Anlaß des häufigen Platzmangel« in den äffen t» lichen Krankenbäusern ist die Aufmerksamkeit neuerdings auf das Moabiter Krankenhaus girichtet worden. Offiziell nimmt dasselbe gegenwärtig nur innerlich Kranke auf und ist eigentlich dazu bestimmt, im Falle einer ausbrechenden Epidemie aus» hilfsweife zu dienen. Es soll nun aber auch mit der Einrich- tung einer selbstständigcn, chirurgischen Abtheilung vorgegangen werden, ein Plan, der von ärztlicher Seite dringend empfohlen wird. Kein anderes der Berliner Krankenhäuser dürfte so zur Unterbringung einer chirurgischen Abtheilung geeignet sein, wie das in Moabit. Die ganze Anlage dieses Krankenhauses ist gerade hierzu besonders geeignet. Die 24 Baracken der Anstalt find im einfachsten Style und aus dem günstigsten Terrain mit je 2V bis 30 Betten errichtet. Es wäre somit die Gelegen- heit gegeben, das vielfach empfohlene Barackensystem hier praktisch zu erproben, da fich anderswo in Berlin keine Gelegen- heitZfindet.ZDaS Friedrichshain-KrankenhauS hat das Pavillon- system, und in den übrigen besteht meist noch das alte Korri- dorsystem. Nur versuchsweise hat man einzelne Baracken im Augusta-Hospital und in den neuen Anbauten der Charitee angelegt. Eine» der jeltenfte» astronomischen Schauspiele wird sich in der Nacht zum nächsten Freitag, zum 20. September am Sternenhimmel darbieten. Lassen sich die Planeten überhaupt nur ein bis zwei Mal im Jahrhundert dazu herbei, einander Besuche abzustatten, so sind MarS und Saturn zu diesem himmlischen Hoflichkeitsakt nur alle drei- bis vier- tausend Jahre zu bewegen. Wir werden früh aufstehen müssen, wenn wir dieses«.einzige" Ereigniß im Leben der gegenwärtigen Generation beobachten wollen. Zwar stehen sich die beiden Planeten am nächsten um 8� Uhr Mi >WW> Borgens, jedoch ist dann die Sonne, die am 20. bei uns um 5� Uhr aufgeht, bereits zu hoch, um noch die Strahlen ihrer Trabanten wahr- nehmen zu lassen. In Amerika, wo die Sonne fünf Stunden später über den Horizont taucht, wird man die Phase der engsten Konjunktion aufs Genaueste wahrnehmen können. Für uns ist die geeigneiste Zeit der Beobachtung 4� Uhr Morgens; dann stehen die beiden Gestirne bereits 13 Grad über dem Horizont, können also schon gut gesehen werden, und bleiben in ihrer Strahlenkraft noch unbeeinträchtigt von der Morgen- dämmerung. Die Entfernung der beiden Planeten beträgt um 4� Uhr Morgens auch nur vier Bogenminuten, das will sagen, daß sie vom bloßen Auge nicht mehr als zwei getrennte Sterne, sondern als ein einziger gesehen werden, natürlich von besonderer Leuchtkraft und von einer ganz ungewöhnlichen ver- längerten Form. Wendet man ein vergrößerndes Glas an, so wird man den Mars etwas rechts oberhalb des Saturn be- merken. Der Zufall will es, daß ganz in der Nähe, etwas unterhalb, der Regulus steht, ein Stern erster Größe, der durch seine Anwesenheit den Glanz der Konjunktion am Himmel be- trächtlich erhöhen wird. Den Ort findet man leicht, indem man um die angegebene Nachtzeit den Mond aufsucht, der im Süd- osten, etwa vier seiner eigenen Breiten erhöht, das Schauspiel betrachten wird. Die Erscheinung der verlängerten flammenden Sterne, die eine Planetenkonjunktion bedeutet, hat zu allen Zeiten die Phantasie der Völker aufgeregt und mußte als Er- klärungsgrund wichiiger weltgeschichtlicher Ereignisse dienen. So schrieb man der Konjunktion von Jupiter und Saturn vom 17. Dezember 1603, zu welcher sich— allerdings ein unerhörter Fall— im Frühjahr 1604 der Mars und ein bisher unde- kannter, äußerst heller und ein Jahr später spurlos verschwun- dener Stern gesellte, die Schuld am dreißigjährigen Kriege zu. Keppler hat über diese Konjunktion ein eigenes Werk ge- schrieben. Die Mitterung dieses Jahres bewegt sich in Extremen aller Art. Bis gestern lebten wir zur Abwechselung wieder einmal in einer Kältcperiode, die geradezu beispiellos ist. Der vorige Sonntag hatte eine Müteltemperatur von 7,7 Grad. Er war um nahezu 7 Grad zu kalt, und die Maximaltemperatur am Mittag blieb noch um 3 Grad hinter der mittleren Tages- temperatur, die diesem Tage zukonimt, zurück. Noch niemals seit Beginn genauer meieorologischer Beobachtungen in Berlin, d. i. sert 1848, ist ein Tag in der ersten Hälfte ocS September so kalt gewesen, wie der 15. September d. I.: der nächst kälteste Tag dieser Periode, der 7. September 1850, war immer noch um 1,2 Grav wärmer. In der Nacht zum Montag ging auch im Innern der Stadt das Thermometer bis auf 0,9 Grad am Erdboden hinab. Hätte sich der Himmel nicht gegen Morgen etwas bezogen, so würde unfehlbar der Frost die Vegetation gründlich vor der Zeit zerstört haben. Der muthmaßliche Dovprtmörder Klaust« wird erst am Donnerstag Vormittag in Berlin eintreffen. Am Mittwoch Vormittag wurde der Schlächter Werner, der Sohn der Er- mordeten, Fritz Vaneß, und die Frau Kopschak vor dem Unter- suchungLrichter Albrccht am Landgericht II vernommen. Die Vernehmung derselben war bereits für den Dienstag Nach- mittag bei Gelegenheit des am Thatorte abgehaltenen Lokal- terminS in Aussicht genommen, da der Letztere aber sehr lange Zeit in Anspruch nahm, so mußte die Vernehmung der Haupt- zeugen verschoben werden. Es wurde denselben aber aufge- geben, den kleinen Hund, welcher stummer Zeuge der Blut- that gewesen ist, mit nach Moabit zu bringen, was denn auch geschehen ist. Im Gerichtsgebäude wurde es bald bekannt, daß die betreff mden Zeugen anwesend waren, so daß dieselben unter der Neugierde des Publikums viel zu leiden halten. der von ihm in dieser Saison erlegten Büffel zu vierzig ab- c.. p.eri-..!-C________ i runden sollte, niedergerannt und getödtet. Er theilte das LooS des deutschen Afrikareisenden Wilhelm von Harnier, » �•• r»'« � Pi*' C.___ i t-1"" welcher unter ähnlichen Umständen 1861 bei Heiligenkreuz am Weißen Nil seinen Tod fand. Doch kehren wir zu dem Leoparden zurück. Der Leopard oder„Niemr"(Tiger), wie ihn die Araber nennen, ist ein wahrer Schrecken seines Wohngebiets. Da er ebenso gewandt auf dem Baume und Felsen, wie im flachen Thale seine Raubzüge ausführt, so ist nichts, selbst der Mensch nicht, vor seiner Raublust sicher. Alle Thiere haben ihm auch Feindschaft geschworen, wie dies Brehm in den„Ergebnissen seiner Reise in Habesch" so anschaulich schildert:„Es ist, als ob die ganze Thierwelt sich verbunden habe, gegenseitig einander von dem allgegenwärtigen Räu- ver zu warnen. Irgend ein kleiner Vogel braucht ihn nur zu entdecken, und alsbald erhebt sich ein wahrer Aufruhr unter den geflügelten Schaaren. Einer der häufigen Raben wird aufmerksam, kommt herbei, überzeugt sich vom Vorhandensein des Feindes und stößt nun schreiend von oben herab auf ihn hernieder, wenngleich ängstlich bemüht, sich aus dem Bereich seiner geschickten Tatzen zu halten. Andere Raben hören den wohlbekannten Ruf und kommen in Menge herbei: die ganze Gesellschaft verfolgt den Räuber durch Busch und Hag, setzt sich über ihn auf kahle Baum- äste oder Steine, zieht andere Spötter und Warner herbei: den Honigkukuk, die Glanzdrosseln, Blauracken und vor allem die eifrigsten Naßhornvögel, welche die Vögel der ganzen Gegend aufstören und als wohlbekannte Warner von ihnen und selbst von den Säugethieren vollkommen verstanden werden. Nachts warnen die Klippdachse, welche wohlverborgen in ihren Felsritzen und Höhlungen hocken, durch ihr Grunzen vor der Ankunft des Leoparden nicht bloS die Antilopen und andere schwächere Säugethiere, sondern auch den Menschen. Am Dienstag gegen Mittag hatte sich in Friedrigsberg das Gerücht verbreitet, daß Klausin ergriffen fei, und bald an den Thatort geführt werden würde. Infolge dessen sammelte sich bald eine kolossale Menschenmenge vor dem Hause an, die mit größter Geduld auf das Erscheinen des Mörders wartete, und als der Eigenthümer desselben, Herr Fu-bs, mit seiner Equipage ausfuhr, da hieß es allgemein, daß er den Mörder mit dem Wagen abhole und manche Verwünschung wurde dar- über laut, daß ein solcher Schurke noch so nobel behandelt würde. Ällmälig sah man freilich ein, daß Klausin nicht kommen würde. Zur Charakteristik Klausins mögen folgende Momente dienen, welche ein Berichterstatter in Erfahrung gebracht hat. Beim Untersuchungsrichter hat sich aus freien Stücken ein Mann gemeldet, der vor etwa drei Wochen mit Klausin zusammen bei PflasterungSarbeiten auf dem Ze,itralviehbofe gearbeitet hat. Klausin hat nämlich in Berlin nicht als Schneider, sondern die wenige Zeit, in welcher er überhaupt Beschäftigung hatte, als Tagelöhner oder Handlanger gearbeitet. Der freiwillige Zeuge will nun von Klausin gebeten worden fein, ihm in irgend einer chemischen Verbindung Arsenik zu beschaffen, er brauche dasselbe zum VögelauSstopsin. Dem Hinweis, daß er sich das Gift selbst besorgen könne, begegnete er damit, daß er Schlafbursche sei und als solcher das Medikament nickt so leicht erhalten würde, als ein Mann mit eigener Wohnung. Ersetzte noch hinzu, daß er dem Besorger gern eine Mark dabei verdienen lassen wolle. Der Zeuge will dcn Auftrag aber abgelehnt haben, doch habe er erfahren, daß fich Klausin noch an zwei andere Arbeitskollegen mit dcmsechen Ersuchen gewandt habe, die dasselbe aber ebenfalls ablehnten. Den beiden Kameraden hat er zwei andere Zwecke genannt, dem einen erzählte er, daß er das Gift zum Ver- golden von Bitderrahmen, dem anderen, daß er dasselbe zum Reinigen von Gipsfiguren brauche. Nun steht aber fest, daß zu derselben Zeit fich in der Vaneß'schen Wohnung folgendes ereignete: Eines Abends— das Mittagbrot wurde nämlich erst Abends gegessen— gab es grüne Bohnen und Rindfleisch. Klausin mochte nicht mitessen, er gab an, er habe sich einen Zahn ziehen lassen und könne nicht beißen. In derselben Nacht erkrankte die ganze Familie, alle mußten sich heftig erbrechen. Während Werner, die Groß- mutier und der Knabe am anderen Tage wieder leidlich wohl waren, blieb Frau Vaneß mehrere Tage bettlägerig. Sie nahm hauptsächlich Mehlsuppe zu sich. Zu einer der Mahlzeiten trug ihr Klausin die Suppe an das Bett. Nach dem Genuß der Suppe erneuerten sich bei Frau Vaneß die ErbrechungSanfälle in ganz erheblicher Weife. Im ganzen Hause schob man diesen Vorfall auf den Genuß des schlechten Fleisches, welches Frau Vaneß unter der Hand zu verbreiten pflegte, heute aber, nachdem die Bemühungen des Klaufin um Erlangung von Gift bekannt geworden sind, zweifelt man nicht daran, daß er die Familie vergiften wollte. Vor etwa 14 Tagen kam Klaufin zu der Gattin seines Landsmannes, Frau Kopschak, und meinte gesprächsweise:„Na, Ihr müßt Euch doch schon einen schönen Gioscken Geld gespart haben!" Ohne Arg erwiderte die Frau:„Etwas haben wir schon auf der Sparkasse'" Klausin bat nun wiederholt, ihm das Sparkassenbuch zu zeigen, er habe noch kein Berliner Spar- kassenbuch gesehen, und wenn er wieder Arbeit habe, wolle er auch sparen und sich ein solches Buch zulegen. Aber gerade die Geflissentlichkeit, mit der dos Sparkassenbuch zu sehen ver- langte, erweckte das Mißtrauen der Frau, sie erwiderte kurz: „Mein Mann hat das Buch eingeschlossen. Tags darauf stand Frau Kopschak in der Küche, eifiig über das Walchfoß gebückt. Da klingelte die von der Straße aus in den Gefchäsiskeller führende Thür, Frau Kopschak richtete sich von der Arbeit auf und bemerkte nun erst, daß Klausin unmittelbar hinter ihr stand. Er war zur Hofthür hineingekommen, was er zwar sonst oft that, aber diesmal war er auf weichen Pantoffeln so leise herein- geschlichen, daß ihn die Frau nicht bemerkt hätte, wenn nicht ein Kunde in den Laden getreten wäre und sie aus ihrer Be- schäftigung gestört hätte. BiS zum Tage des Mordes hat Frau Kopschak nur geglaubt, daß Klausin vielleicht stehlen wolle, jetzt glaubt sie, daß es schon damals auf ein Verbrechen abgesehen war.— Bon besonderer Beweiskraft scheinen uns diese beiden Thatsachcn nicht zu sein. Es gewinnt den Anschein, als hätte hier bie Phantasie die Kombination geliefert. Zwei Geschichtchen ans„vornehmen Damen Kreisen". Die Bourgeoisblätter erzählen mit großem Behagen folgende pikante„EntführungSgeschichte": „Eine EntführungSgeschichte, die dadurch noch pikanter wird, daß dieses Mal die Geschlechter die Rollen gnvechselt haben, nämlich derart, daß Frauen die Entführer und Männer die Entführten find, hat unseren Nachbarort Charlotttenburg in Auftegung versetzt. Bekanntlich treten augenblicklich eine Anzahl von Beduinen in dem dortigen Flora-Etablissement aus und ist es eine bereits allbekannte Thatsache, daß nament- lich die Damenwelt den braunen Wüstcnbcwohnern Afrikas ein mehr denn erlaubtes Interesses!) entgegenbringt. Die Be- geisterung seitens der Damenwelt für die fremdländischen Gäste hat schon oftmals zu recht unerquicklichen Szenen Veranlassung Segeben, die aber stets durch Takt und Energie des Flora- tnhaberS Herrn Franke, wie seitens der Direktion der Karawane möglichst auf ein Minimum beschränk! wurden. Am gestrigen Abend ist es nun aber, trotz aller Vorsichtsmaßregeln der Dirck- tion, zweien hocheleganten, jungen und hüb- schen Damen, gelungen, zwei junge Mitglieder der Truppe, den 19jährigen Ibrahim und den 22jährigen Hamiel, Alljährlich fallen diesem Raubthier in Afrika zahllose Menschenleben zum Opfer. Im Reiche Emin Paschas ist „der Leopard im Schlaszimmer" kein so ungeheuer seltenes Abenteuer, wie wir meinen möchten, denn der tapfere Emin berichtet, daß die Leoparden dort Nachts selbst in die Be- hausungen der Menschen eindringen und Neger als Beute davontragen. Diese Vorfälle gaben sogar Veranlassung zur Entstehung der Fabel von Wehrleoparden, an die viele Stämme glauben. Es soll danach Menschen geben, die Nachts die Gestalt eines Leoparden annehmen können und dann Menschen aus den Behausungen rauben, um sich mit Menschen- fleisch zu sättigen.— Auch in anderen Gegenden von Afrika verbreiten diese wilden Katzen den größten Schrecken und erscheinen in Negerwohnungen als unerwünschte nächtliche Besucher. Außer Emin können wir dafür noch einen an- deren klassischen Zeugen, den vielgenannten Wißmann, an- führen. Am 24. März 1882 gelangte er auf seiner ersten Durchquerung Afrikas in einigen Dörfern zwischen dem Moari und Kongo, nicht mehr weit von Nyangwe, in denen sich seine Leute von' den Strapazen der letzten Märsche erholen sollten. Ueber seine Erlebnisse in dieser Gegend berichtet er in seinem vor kurzem erschienenen Werk: „Unter deutscher Flagge quer durch Afrika von West nach Ost." Schon in der ersten Nacht wurde er durch einen plötz- lichen Lärm aufgeschreckt. Ein Leopard hatte ein in der offenen Thür schlafendes Weib eines Trägers bei der Hand gepackt und fortgezerrt. Das Geschrei des Weibes ermun- terte die Träger, welche herbeisprangen und die Bestie zwan- gen, zu flüchten und ihre Beute mit zerfleischter Hand zurückzulassen. Am nächsten Morgen kam ein Eingeborener zu Wißmann, dem von Leoparden die linke Wange auf- gerissen war. Vor einigen Tagen war ein Weib von einem unter dem Sckutze der Dunkelheit, gegen 10 Uhr Ab�S,* entführen. Ein den Garten abpatromllirender Wamikr i die beiden, durch ihre weißrn Burnusse leicht kevntuch«"' dunen nach der Sprceseite hin über bie Gartenmauer_ und da ihm Jnslruklionen bereits für derartige Vorkorvwrn- gegeben, so volügirte er schleunigst noch,— leider nur n« zeitig aenug, um die beiden kühnen Wüstensöhne w öer r_ meinschaftAnit zwei Damen in einer Droschke 1. Klasse wo Richtung nach Berlin davonjagen zu sehen. Beim Echem em Gaslaterne will er in den derben Frauen zwei jung« elega Damen erkannt haben, die sich bereits mehrfach durch sch' ollen Anstand verletzende Aufdringlichkeit bei den Betun'' bemerkbar gemacht haben. Bis heute Merzen fehlte noch liche Spur von ben Eniführten. Die Polizei sst btrochnchnzu Nicht weit davon lesen wir in denselben Blätürn folgfl" Notiz:.,. „Ueber Eau de Cologue als spiritito>t Getränk macht das„Ncuiologifche Ccntralblatt" beachtens- wcrthe Mitth-ilungkn: Die rapide Zunabme des Verbrava von Eau de Cologne, namentlich in den Großstädten Europa und der Vereinigten Straten, bat die Aufmerlsamkert o MäßigkeitSsieunde auf sich gelenkt. Es find vorzugSw' Damen besserer Stände, welche jenes alkobolrwp Parfüm als Betäubungsmittel einnehmen. Eau de Eolog't besteht aus rekUfizirtcm Spiritus mit mannigfachen, aber N? geringen Zusätzen ätherischer Oele und hat den„Vorzug", w* man cS überall und ohne irgend welches Aufsehen kaufen W• Damen beginnen meist mit einigen Tropfen, die v- Die bei„Anwandlung von Schwäche" zu nehmen und steigen allmälig mit der Dosis, bis sie endlich zweifellose Trinker gelten müssen. Derartige Personen solle» übrigens durch eine unvorsichtige Verordnung von Morph™"'' Cocain, Chloral sehr leicht diesen Giften in die Ar«? getrieben werden, wie andererseits Morphinisten je. nebenr Eau de Cologne trinken, um sich ohne gleichzeitige Steigen™'! der Morphiumdose in höherem Maße zu betäuben. N™„ man bei einem Morphinisten oder Aikoholisten in der»W wöhnungczert oder später einen irgendwie auffälligen KonN� von Eau de Cologne wahr, so kann man sicher sein, daß drech Parfüm houplsöchlich� seines Alkoholgehaltes wegen verwen«" wird. In Krar ken-Anstalten, Trinker- Atylen und dergient� muß daher fein Gebrauch sorgfältig überwacht werden." M Drese beiden Geschichten neben einander gehalten, ein drastisches Kulturbild. Das sind Frauen der„höh�ch Stände", die von Langeweile gepeinigt, von Unthätigkeit � dorben, vom Luxus demoralisirt, nicht wissen, womit sie Zeit lodlschtagen sollen. Die Eine greift zur SchnapSflol�' die Andere„entführt" Beduinen. Und da spricht man von ka „Unsiitlichkeit" deS Arbeiters! Durch die Flaschenpost, d. h. durch eine an daS wf des Tegeler Sees gespülte geschlossene Weinflasche, w}0 mehrere Schriftstücke enthielt, hat ein Selbstmörder von si>� verzweifelten That Kunde gegeben. Als vor einigen Tagen � in Tegel wohnhafte Fuhrherr Sch. am See entlang mit Bj™' holz fuhr, bemerkte er am Ufer eine verkorkte Flasche, we>5- emen offenen Zettel und zwei kouvertirte Briefe umschloß. dem Zettel stand:„Mit tausend Mark wird derjenige£ lohnt, der diese beiden Briefe an Ort und Stelle sorgt."— Herr Sch., der sofort veimuthcte, daß der letzte Wille eines in den Fluthen umgekomn««" Lebensmüden vorliege, besorgte die Briefe zur Post. Am gestrigen Nachmittag kam ein aller, feingekleibetcr Herr«« Tegel, ein Fabrikbesitzer aus Berlin, der sich auf dem bureau lezitrmirte und unter Thränen erzählte, daß er � Abend vorder einen Brief aus Tegel von seinem Sohne Ge"" erhalten habe, worin dieser ihm mittheilte, daß er, der Schr' ber, seinem Leben ein Ende gemacht. Zufällig befand sich f uhrherr zu jener Zeit im Amtsbüreau und konnte nu» und der Bliese bestätigen. Sodann wurde der Tegeler von Fischern mit Netzen abgesucht und nach längerer Mühe/' Leiche des bedauernswerthen jungen Selbstmörders gefun«� Bei der Leiche wurden sämmtliche von drm Vater angegeben Gegenstände, wie Uhr, Ringe, Kette jc. gefunden. Kürzlich ist i« Kakenfeldo bei Spandau ein nol,« Pflichtiger Knabe gesehen worden, welcher anscheinend sii? war und durch sein scheues Wesen auffiel. Wie nun hi� berichtet wird, soll derselbe identisch sein mit einem ja«». Bürschchen Namens Erich Hoffmann, der 12h Jahre alt aus Ncugersdorf gebürtig ist. Der Kleine hat sich am 16-/, d. I. heimlich aus der Realschule in Zittau entfernt. Er>0� dann in den nächsten Nächten bis zum 18. jenes Monat* Berlin in einem Gasthof und wandte sich einige Zeit s{� nach Luckenwalde, wo er bei dem Mühlenbefitzer Richter»L, nähme fand. Alsdann ging er nach Neuendorf bei Tredv und ist nachträglich in Hakenfelde im Lokal des Wl, Stadenau bemerkt worden. Seit der Zeit fehlte jede Spu� jugendlichen Reisenden. Auf seine Ermittlung ist eine nung gcsetzt. Unglückliche Liebe hat gestern in der MittagSstun Schneidcrgesellen E. veranlaßt, in der in einem s Georgevkirchstraße gelegenen Werkstatt seines Meist an sich zu legen, um seinem Leben ein gewaltiame.-�End** bereiten. Der Meister halte sich zum Frühschoppen in ein* demselben Hause belegene Restauration begeben und dort« aar nicht lange geweilt, als einige der in seiner Werkstatt. schäflizten Mädchen ihn auffuchten, um ihm die Meldung. machen, daß der Geselle E. geäußert habe, er werde si«* Tatzenhieb halb skalpirt, ein anderes am Tage beim holen zerrissen worden.. In der nächsten Nacht wurde Wißmann abermals£ stört durch Geschrei und Schießen in der Richtung des£ nachbarten, von seinen Leuten besetzten Dorfes. Am Morgen holte man ihn dorthin zu einem Träger, der, wahren Sinne des Wortes zerfleischt war. Der Mann* bei Dunkelheit aus seiner Hütte gegangen, um von einet, der Nähe stehenden Palme ein Gefäß mit Wasser zustelrj als er ein Geräusch vernahm, sich umdrehte, einen Leopnt£, gewahrte, der ihn in demselben Augenblick ansp' und niederwarf. Verzweifelt hatte sich der än? kräftige Mensch gewehrt, ohne einen Laut deS rufes auszustoßen, und das auf 5 Meter im U>. niedergedrückte Gras gab Zeugniß, daß daS Ringen � gedauert haben muß, bis endlich einige Träger, von Aechzen des Mannes und dem wüthenden Gestöhn der angelockt, herbeikamen und mit einigen Schüssen Wf vertrieben. Drei Prankenhlebe hatten die Krallen Rücken und Brust eindringen lassen, so daß hei Lungenblut bei der geringsten Bewegung austrat und. mit Geräusch einzog. Ein Biß hatte den Vorders/� bloßgelegt und ein Auge ausgerissen und noch zwanzig ringcre Wunden an Kopf, Hals, Armen und Brust, nj Oberschenkel, in denen die Hinterfänge sich cinpy hatten, waren zu zählen Die gierige Bestie hatte, � die wohlmarkine Spur bewies, schon lange Zeit Wj der Hütte des Mannes lauernd gelegen, bevor herausgetreten war. Noch drei Tage widerstand� kräftige Natur deS Mannes den Folgen der Zerfleisch dann unterlag er. Die Eingeborenen sagten Wißmann, daß vielcj* parden schon seit einer Woche die Gegend in® cv-a Frechh, „würde Dabei fte schie hohem siandem «Utes Z Leopard Merke, Doppel Die rir vqch ah dceneS t Atoe; 9 3n bei) an dem standen Agende Mieg Mhnur auch jet dem en ichleppt, »wei Sc Leopard k W. ■r°n Leo, I.' daf Wißmar fs ö*? Un� auch bereits die völhigen Anstalten hierzu träfe. -w Meister und auch andere Gäste, welche diese Botschaft ver- nomrnen hatten, meinten jedoch, daß derjenige, der einen Selbst- �aro erst ankündige, ihn nicht ausführe, man solle den E. daher sro-l-t'"' Indern ruhig gewähren lassen. Kaum hatten die Mädchen sich mit diesem Bescheide entfernt, so stürzten andere kt. mer Erregung in das Lokal und theilten dem Meister mit, na« E. vor ihren Augen in der Werkstatt sich erschossen habe. nunmehr hinzueilende Meister fand seinen Gesellen in der �yat mit einer Schußwunde in der linken Stirnseite vor. Die aus einem Revolver- abgefeuerte Kugel hatte das Stirnbein u er nicht zerschmettert, war in demselben vielmehr stecken ge- §r f si»' � kufe die Verletzung nicht lebensgefährlich erscheint. «uf Veranlassung der von dem Selbstmordversuch unverweilt * T�anntniß gesetzten Revierpolizei wurde E. mittelst Droschke dem Städtischen Krankenhause am Friedrichshain über- �. I» einem Anfall von Zch Mermuth über die Untreue „Warhschaslerin", die ihm mit einem Theil seines Mo- mnars durchgegangen war, hat sich gestern Mittag der Vorkost- handler H., der zugleich Vizewirth des Hauses Husfitenstraße 7S Sewesen ist, in seiner m demselben Hause belegenen Parterre- Wohnung erhängt. Da der Mann sehr zurückgezogen lebte, be« Ivnvers in den letzten Wochen, nachdem die Wrrthschafterin ihn R*- �u!te, fiel eS den Nachbarn nicht weiter auf, daß H. Uch gestern nicht in der Speisewirthschaft in demselben Hause parterre sein Essen holen ließ. Als am Abend indeß auf wieder- pp'teg Klopfen nicht geöffnet wurde, schritt die Polizei zur Segnung der Thür und fand den H. an der Klinke erhängt vor. Ter Mann war gegen 60 Jahre alt. Auf eine« Gifendahnrng gefchosse». Auf den zweiten , on.derzug, der vorgestern Nachmittag von Hoppegarten aus v in 34 Minuteri nach Berlin fuhr, wurde, als der Zug v'a Rummelsburger Brücke passirte, ein Schuß, wahrscheinlich von der Brücke aus, abgefeuert. Die Kugel traf das Fenster ?'res Kupees zweiter Klasse, streifte einen in diesem Kupee atzenden, vom Rennen in Hoppegarten zurückkehrenden Herrn, Samens Traube aus Hamburg, am Aermel und schlug dann w das Polster ein. Der Vorfall ist auf dem Schlesischen �ahnhof dem Stationsvorsteher zur weiteren Veranlassung ge- «Wdet worden. , Gin heftiger Iufammenftoss zweier Pserdebahnwagen i�'flnete sich gestern Abend zwischen 7 und 8 Uhr auf dem �'vlkenmarkte. Ein Wagen der Linie Svittelmarkt- Schön- Jlouser Allee und ein solcher der Linie Kreuzberg- Gesund- vrunnen begegneten sich dort in voller Fahrt, als plötzlich der «Itere entgleiste und in das Gleise des letzteren hineinlief. �or Zusammenstoß war so heftig, daß die Passagiere rechts »vd stnks von den Plattformen herabgeschleudert wurden und »um Theil mehr oder weniger schwere Kontusionen, insbesondere vu Kopf und Händen, davontrugen. Ein Pferd des Kreuz- 'erSec Wagens gerieth zwischen die auf einander prallenden msernen Verkleidungen der Plattformen und wurde so schwer verletzt, daß es sofort getöbtet werden mußte. Das Gespann ves entgleisten Wagens blieb unversehrt. Beide Wagen wur- ven bedeutend beschädigt. Ueber die Geheimnilfe der Haarmuchsmittel plaudert eine Annonze, nach welcher eine Dame als Theil- haberin in eine Haarpomadenfabrik eintreten kann, ohne Ver- jUogen zu besitzen. Erforderlich ist dagegen ganz besonders »arkes und langes eigenes Haar. September. Wie schön ist nicht ein Septembermorgen. jUtit vollen Bocken bläst der Wind über Flur und Hainungen, Ut die verlorenen Halme über die Stoppeln, läßt die an -�e'egraphendraht und Baumwipfel hängenden Ueberreste ver- uvglückler Drochensahrt zappeln, neckt sich mit dem Gezweig und ��rank am Feldrain und beflügelt den Schritt der quer über pfifft und Brache zur Schule eilmden Buben und Mädchen. j®>e stählt die reine Luft die Nerven, wie zaubert sie selbst 5j*n bleichen Stadtkinde kräftiges Roth auf die Wangen. -�tzaubeperlte Raine und Wiesen eralitzern in den Strahlen der unrgeborenen Sonne gleich einem Meer funkelnder Edelsteine; inschgrüneS Laub lacht uns an, aufsteigender Rauch kündet vlnen prächtigen Tag, am Horizont aufragende Hügel winken vvs in seltener Bläue-- allein wir wollen einen Aus- >tug für den Nachmittag anfsparen, denn dieser zeigt uns die Landschaft im verklärten Lichte der herbstlichen j~onne, entrollt uns das Bild der Natur im duftigen Schein p*s beginnenden Herbstes. Schon seit Wochen liegt frei und ptfen der Feldweg, der uns zwischen wallenden und nicken- bör Aehrengefilden lauschig hindurchleitete. Ueber weite, kahle ©foppelflcfilbe schweift der Blick. Und doch nicht wirklich kahl! Hier verglüht das Scharlachroth einer verspäteten Mohnblume Und das Rofenroth des Augentrostes, dort schimmern des Rittersporns und des Schwarzkümmels azurblaue und bläulich- u>eiße Kelcke und der Hundskamille weiße Strahlenblüi den, aus Klee erheben sich weißliche und fleischfarbene iJtlCC CrtJCCCH fioy Utcionutc wuu|*tirvyiui wtt> •olucherrfö.vfe; am Wegrande leisten Schafgarbe mit den weiß. "chen Blülhendolden, süßduftender purpurner Quendel, hin und wieder auch noch der dornbewährte, im zarten Rosa er- vwhende Hauhechel mitleidig der noch immer ihres Geliebten h?nen den sagen verwebten, himmelblauen Wegwarte(wijde -Lichorie) Gelellchaft. Und erstorben ist auch die Thierwelt flv.ch nicht. Weißer Schmetterling schaukelt traumhaft in dem lußen, goldenen Licht, gelber Heufalter schwebt den Rain r■ion?' um kie Blumen gaukelt noch ein Argus, zahl- reiche schwarze Spinnen ziehen ihre silberglänzenden Fäden, v�u»fliegenden Sommer", quer über Feld und Steg, mls Menschen zusammen ihren Geschäften obliegen könnten, und deZ j x � f,e"ichts zu tbun vermöchten, als trommeln und lärmen ves Nachts, wenn die Bestien versuchten„in die Häuser ein- Andringen." ..Wenn wir nicht selbst Beweise von der unglaublichen Frechheit der Menschcnjäger gehabt hätten", schreibt Wißmann, "würden wir der Erzählung nicht Glauben geschenkt haben." Dabei waren die Bestien äußerst schlau. Wißmann wollte fle schießen. Er hatte einer Palme mit nur l,5 Meter tzohem Stamm die mittleren Blätter ausgeschlagen, die ent- standene Höhlung mit Gras vollgestopft und sich somit ein «Utes Versteck geschaffen, um von hier zu versuchen, den �oparden beizukommen.„Am Abend", heißt es in seinem �erke,„begab ich mich mit zwei mit Rehposten geladenen Doppelflinten, Beil, Messer und Revolver in meinen Anstand. Die ringsum stehen gebliebenen Palmenblätter verbargen mich *pch allen Seiten. Ein kleines, von der Mutter abgenom- sattes Zicklein sollte durch sein Rufen die Räuber locken. Zwes Nächte saß ich, bis gegen Morgen der Mond verschwand. beiden konnte ich genau dem Zug der Leoparden folgen dem bald hier, bald da, bald näher, bald entfernter klin- Hunden Trommeln und Geschrei der Bewohner der ringsum Agenden kleinen Dörfer. Trotzdem ich immer wieder meine Hickziege durch Ziehen einer ihr an ein Bein gebundenen hitll Schnur zum Rufen brachte, blieb alles still und ich mußte � jedesmal ohne Erfolg mit eingetretener Dunkelheit nach -r, 1 Mn entfernten Lagerdorf begeben, was mit der nachge- lchleppten Ziege in vieser dichten Vegetation, wo man nicht ?spei Schmtt seitwärts sehen konnte, jeden Augenblick von �opardem bedroht, ein höchst peinlicher Rückzug war." � Was- wir mitgetheilt haben, ist eine nette Blumenlcse . Leoplrrdentugenden, und daß sie wahr und echt afrikanisch �t. dafü-r bürgen die Namen Junker, Emin Pascha und m an1* der' :an» K '■ eind(» u steh !eopa� ansp< äm e3 M U'S en � SÄ t m qnd >«-°z Tä zwischen niederen Pflanzen dicht am Boden ausgespannte Ge. webe zeugen von der Kunstfertigkeit der Erdfpinren, in der Nähe seines Schlupfloches bringt das Männchen der Grille dem Weibchen ein Ständchen, am Grenzstein sonnt sich die bewegliche Eidechse, junge Kcötchen hüpfen daher und dahin, Schlupfwespen und Verwandte besuchen Quendel und Mannstreu, Hornißfliegen stellen listig den Bremsen nach, über jenem Baumwipfel schwebt ein, einer senkrechten Rauchsäule ähnelnder Schwann tänzelnder Mücken und dort, wo die vom treuen Phylax umkreiste Heerde der Vließ träger entlang zieht, jagt in emsiger Lust ein Völkchen schwänz wippernder gelber und werßer Bachstelzen die lästigen Gäste der geduldigen Wollröcke: die schwärmenden Fliegen, indeß der Hirt an der Süße der blauschillernden Brombeeren, deren Gestrüpp über die Böschung hinkriecht, sich labt. Aber immer näher schon rückt der Landmann mit Pflug und Gespann; eine Scholle nach der anderen stürzt die wühlende Schaar um, feiste Engerlinge und Würmer, Kerbthiereier und-Puppen zu Tage fördernd, den die Furche verfolgenden Wippsterz und Krähen, auch Staaren, Lerchen und Piepern zur leckern Speise.'; und gar manches Mäuschen, aus seinem Asyl vertrieben, ver- fällt beim Umherirren, dem derben Schnabel des Raben und Bussard. So ist überall noch für die Vogelwelt der Tisch gedeckt. Grünfinken und Hänflinge klauben in hochftengeligen Hanfstauden, in Wegerich undkHedrich, und manches Hänflings- paar füttert gern noch im September ein Rest Junge groß; Trupps von Finken und Stieglitzen finden Unkraut und sonstige Sämereien in reicher Menge, Flüge von Ammern lesen ihre Körner zwischen den Stoppeln auf, und nach jenem Acker, wo„der Sämann voll Hoffnung vertraut der Erde den goldenen Samen", schnurren Schaaren von Sperlingen.„Weg mit den Grillen und Sorgen!" denkt dos lustige Volk der Staare. Angelhan mit graugeflecktem Reisekleid, schwärmen sie in aufgelösten Zügen regel- und ziellos über Gelände und Ge- wässer, suchen die auf's Neue in sattes Grün gekleidete, mit bläulichen Skabiosen und pfirsichblüthigen Flockenblumen, mit blauen Glocken, weißem Herzblatt und fleisch rothen Zeitlosen geschmückte Wiese und die kurz rasige Trift, auf welcher bereits die jungen, weißen Champignons erscheinen, nach Gewürm und Gezrefer ab und brandschatzen die Weinberge. Ihr Pfeifen und Jubiliren am alten, lieben Brutplatz, ihr Schwatzen und Lärmen an ihrer Schlafstätte, im üppigen Röhricht des mummelbedeckten Teiches, scheint ein anderes gefiedertes Chor anzustecken: neckisch jagen sich die Feldlerchen in der milden Luft, Krähen und Elstern führen noch einmal Flug spiele aus, von dem Markstein am Feldrande erklingt des GoldammerS schlichte Weise: S'S tS is is früh! Laub. vögelchen ruft aus den Baumkronen des Dorfangers sein leierndes Dilm delm demm, dilm delm demm, zu bem das girlende, krächzende Liedchen des auf der Dachfirst sitzenden HauSrolhschwanzeS recht wohl paßt, fröhlich zwitschernd umkreisen die gabelschwänzigen Schwalben Kirchthurm und Gehöft, Kohlmeise pinkt im Pflaumen- bäum, die goldschnabelige Amsel pfeist im Park und Hain, des Finken Schlag erschallt vom Waldrande her, unb|m Erinnerung an die seligen Frühlingstage erhebt sich die herzige Haide- lerche, jene fo sangesfreudige Bewohnerin einsamer Halde und Haide, noch einmal in den blauen Äether, um ihre zu weichen Strophen sich vereinigenden bullenden, trillern- ben und flötenden Töne über den herbstlichen Wald hinfließen zu lassen. Aber wir wissen es wohl, es sind Scheidelieder, zu vergleichen den Abschiedsrufen, Sträucher und Wiesenbäume burchschlüpfender Schwätzervölker unb Grasmücken, verspäteter Gartenrothschwänzchen und Fliegenschnäpper, welche den bereits fortge-ilten Wanderern nachzuziehen im Begriff sinb. Diese Herbststimmen entsprechen so recht bem zarten Rosenroth, in dem die Blüthe des ben Wald umschließenden Haidekrauts verhaucht, dem fallenden gelben Blatt der jungfräu- lichen Birke.am Waldessaum, demmilden,aedämpftenSonnenlicht, ber linden, schmeichelnden Wärme, der ganzen über Flur und Wald liegenden sinnig- schönen Feier, deren eigen- süßer Zauber das Menschenherz erfreut und doch gleichzeitig vom Scheiden spricht. GemäS den Veröffentlichungen de« Kaiserliche» Gesundheitsamts sind in der Zeil vom I. September bis 8. September er. von je 1000 Einwohnern, auf den Jahresdurch- schnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 17,9, in Breslau 25,0, in Königsberg 26,2, in Köln 24,5, in Frankfurt a. M. 18,0, in Wiesbaden 15,8, in Hannover—, in Kassel 15,2, in Magdeburg 23,4, in Stettin 25,7, in Altona 17,7, in Straßbura—, in Metz 14,2, in München 28,1, in Nürnberg 25,2, in Augsburg 21,9, in Dresden 20,3, in Leipzig 18,8, in Stuttgart 12,6, in Karlsruhe 19,6, in Braunschweig 16,3, in Hamburg 26,9, in Wien 17,5, in Pest 28,6, in Prag 24,6, in Trieft 25,3, in Krakau 27,7, in Amsterdam 17,7, in Brüssel 22,2, in Paris 20,5, in Basel—, in London 14,0, in Glasgow 21,2, in Liverpool 18,2, in Dublin 18,6, in Edinburg 12,7, in Kopenhagen 18,6, in Stockholm 18,5, in Christiania 14,3, in St. Petersburg 24,6, in Warschau 35,6, in Odessa 25,2, in Rom 22,7, in Turin—, in Venedia 25,7, in Alexandria 43,5.— Ferner in der Zeit vom 11. August bis 17. August er. in New- Park 24,9, in Philadelphia 19,5, in Baltimore 20,1, in Kalkutta 25,8 in Bombay 28,1, in Madras 35,7. Die Sterblichkeitsverhältnisse waren auch in dieser Berichts- woche in den meisten größeren europäischen Städten günstige; auch wurden aus einer größeren Zahl, namentlich deutscher Städte, kleine Sterblichkeitsziffern gemeldet. Recht niedriq, bis 15,0 pro Mille und Jahr, war die Sterblichkeit in M.-Glad- dach(9,5), in Stuttgart(12,6), in Rostock(12,7), in Metz, Münster, Bremen, London, Edinburg, Christiania. Günstig (bis 20,0 pro Mille und Jahr) war sie in Berlin, Frankfurt a. M., Wiesbaden, Barmen, Elberfeld, Düsseldorf, Kassel. Darmstadt, Mannheim, Karlsruhe, Altona, Danzrg, Leipzig, Braunschweig, Wien, Amsterdam, Kopenhagen, Dublin, Liverpool, Stockholm. Auch in Dresden, Augsburg, Brüssel, Paris, Glasgow, u. a. O. war die Sterblichkeit eine mäßig hohe(etwas über 20,0 pro Mille). Sterblichkeitsziffern über 35,0 pro Mille wurden aus keiner größeren deutschen Stadt gemeldet.— Unter den Todesursachen haben Darmkatarrhe und Brechdurchfälle eine weitere Abnahme erfahren und weniger Sterbefälle hervor« gerufen, obwohl in Berlin, Hamburg, Breslau, Köln, München, Königsberg, Magdeburg, Stettin, Nürnberg, London, Wien, Budapest, Paris, St. Petersburg, Warschau u. a. O. die Zahl der diesen Krankheitsformen erleaenen Kinder noch immer eine größere war, als sonst um diese Jahreszeit. Die Theilnahme des Säuglingsalters an der Sterblichkeit war eine geringere als in der Vorwoche: von je 10000 Lebenden starben, aufs Jahr berechnet, in Berlin 73, in München 146 Säuglinge.— Akute Entzündungen der AthmungSorgane kamen häufiger zum Vorschein, doch blieb der Verlaus meist ein milder.— Von den Jnfek- tionskrankheiten wurden Sterbefälle an Masern und Diphterie in kleinerer, an Scharlach, Unterleibstyphus, Keuchhusten und Pocken in größerer Zahl mitgetheilt.— So haben Masern in Köln, Mainz, Paris, London, Warschau, St. PeterS- bürg ab-, in Brünn zugenommen; auch neue Erkrankungen wurden aus den meisten Orten, aus denen Berichte vorliegen, in geringerer, aus den Regierungsbezirken Aachen und Trier in größerer Zahl mitgetheilt.— Das Scharlach- fieber hat in Berlin, Königsberg, London, Liverpool etwas mehr, in Hamburg. Warschau, St. Petersburg etwas weniger Opfer gefordert. Reue Erkrankungen kamen aus Berlin, Buba- pest, Edinburg und St. Petersburg in vermehrter, aus Hamburg und Kopenhagen in etwas verminderter Zahl zur Anzeige.— Die Sterblichkeit an Diphtherie und Croup war in Berlin, Königsberg, Frankfurt a. M., Stettin, Magdeburg, Kiel, München, Budapest, Kopenhagen, St. Petersburg eine kleinere, dagegen in Bceslau, Himburg, Dresden, Leipzig, Wien, Vrag Baris, London, Warschau, Christiania eine größere Erkrankungen haben in Berlin, Breslau und St. Petersburg etwas abgenommen, während sie aus Hamburg Nürnberg, dem Regierungsbezirk(Schleswig, aus Kopenhagen in vermehrter Zahl zur Anzeige aelangten.— Sterbefälle an Unterleibstyphus waren in Berlin, Magdeburg, Hamburg, Buda- pest, Paris, London häufiger, in St. Petersburg seltener. Er- krankungen kamen aus Berlin, Hamburg, dem Regierungsbezirk Düsseldorf und aus Kopenhagen in gesteigerter, aus dem Re- gierungsbezirk Schleswig, aus Budapest, St. Petersburg und Christiania in verminderter Zahl zur Anmeldung.— An Flecktyphus kamen aus Posen und London je 1 Todesfall, aus den Regierungsbezirken Aachen 1, Aurich 3 und aus Elia- bürg 2 Erkrankungen zur Anzeige.— Dem Keuchhusten erlagen in Berlin, Hamburg. Paris, London etwas mehr Kinder, auch wurden aus Hamburg und Kopenhagen zahlreich« neue Erkrankungen mitgetbeilt.— An Trichinosis kam aus Berlin 1 Erkrankung, an Tollwuth aus London 1 Todesfall zur Kenntniß.— An Pocken wurden aus Lemberg und Paris je 1, aus Prag 2, aus Brünn 4, aus Venedig 9, aus Warschau 28 Todesfälle, aus Berlin auch 2 Erkrankungen mitgetheilt.— Die Nachrichten über die Cholera aus Mesopotamien melden die weitere Ausdehnung der Seuche nach dcm Euphratthale von Kurna bis Mussejeb. In Bagdad hat die Epidemie er- heblich um sich gegriffen und sich in der ganzen Stadt verbreitet. Die Gesundheitsverhältnisse in Berlin waren auch in dieser BerichtSwocke ziemlich günstige, die Sterblichkeit sogar eine niedrige. Unter den Todesursachen riefen Darmkatarrhe und Brechdurchfälle noch immer eine erheblich größere Zahl von Sterbefällen, als sonst um diese Jahreszeit hervor. Es erlagen diesen Kcankheitsformen in der Berichtswoche 106 Personen. Der Antheil des Säuglingsalters an der Sterblichkeit war ein kleinerer als in den Vorwochen. Zahlreicher als in den vorher gegangenen Wochen kamen akute Entzündungen der AthmungSorgane zur ärztlichen Beobachtung, doch blieb dcr Verlauf überwiegend ein günstiger.— Unter den Infektion-- krankheiten gelangten Erkrankungen an Masern nur wenig jur Anzeige. Erkrankungen an Diphtherie zeigten sich in der Tempelhofer und Schöneberger Vorstadt am häufigsten, Erkankungen an Scharlach, die in gesteigerter Zahl zur Anzeige kamen, in der Luisenstadt diesseits und jenseits der Spree. Auch Erkrankungen an Unterleibstyphus wurden etwas mehr als in der Vorwoche, zumeist aus dem Stralauer Viertel, zur Meldung gebracht.— Erkrankungen cm Wochenbettsieber blieben vereinzelt, auch rosenartige Ent- zündungen des Zellgewebes der Haut blieben selten. Ferner wurden 2 Erkrankungen an Pocken und 1 Erkrankung an Trichinosis gemeldet. Erkrankungen an Keuchhusten waren etwas zahlreicher, die Zahl der durch ihn bedinplm Sterbefälle stieg auf 7. Rheumatische Beschwerden aller Art zeigten im Vergleich zur vorhergegangenen Woche keine wesenl- liche Veränderung. Iloiizeibericht. Am 17. d. M. Morgens wurde im Tsiier- garten, in dcr Nähe der Brücken-Allee, ein Mann erhängt vorgefunden. Die Leiche wurde nach dem Schauhause geschafft.— Zu derselben Zeit erlitt ein einjähriges Kind in der elterlichen Wohnung Forsterstraße 41 dadurch schwere Brand- wunden am ganzen Körper, daß ein in demselben Zimmer un. beaufsichtigt mit Streichhölzem spielendes vierjähriges Mädchen den Korb, in welchem das Kind schlief, in Brand setzte. Das- selbe wurde nach dem Krankenhause Bethanien gebracht.— Vormittags wurde auf dem städtrschen Steinplatz in der Urban- straße die bereits in Verwesung übergegangene Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden und nach dem Schaubauf« geschafft.— Um dieselbe Zeit brachte in dem Hause Reue Kövigstr. 74 ein Schankwirth sich mittelst eines Revolvers einen Schuß in die Stirn bei, so daß er nach dem Kranken- hause im Friedrichshain gebracht werden mußte.— Mittags wurde der Kutscher ReuhauS auf dem Grundstück Bellealliarce- straße 77 von einem durchgehenden Pferde, welches er«in- sangen wollte, gegen eine Mauer gedrückt.und erlitt dabei«inen Bruch des rechten Oberschenkels. Er wurde nach dem Elisa- deth-Krankenhause gebracht.— Nachmittags wurde hinter dem Grundstück Wassergasse 30 in der Spree die Leiche eines etwa 26 Jahre alten unbekannten Mannes aufgefunden und nach dem Schauhause geschafft.— Als zu derselben Zeit der Kutscher Zahn, auf seinem hoch mit Brettern beladenen Wagen sitzend. durch den Thorweg des Hauses Koppen str. 53 fuhr, wurde er mit dem Oberkörper gegen die Decke gedrückt, so daß er be- deutende Quetschungen erlitt.— Abends wurde ein Fuhrherr vor dem Hause Große Frankfurterstraße 77 von einem Ge- schäftswagen überfahren und am Kopfe ziemlich schwer verletzt. In der Nacht zum 18. d. M. ging aus dem Droschken-Halte« platz des Lehrter Bahnhofs ein Droschkenpferd burch. Der Kutscher Jänike lief dem Gefährt nach, wurde jedoch von dem- selben niedergerissen und überfahren, so daß er eine Ouetschuvg beider Beine erlitt. Er wurde nach der Charitee gebracht. Gerirhks-Äeikz»ng. Eine Keleidtgungsklagr, die der Bankdirektor August Sternberg zu Berlin gegen den Redakteur des Hanüelr- blattes der»Frankfurter Zeitung", Ludwig Cohnstedt angestrengt hatte, gelangte am Dienstag vor dem Amtsgericbr zu Frankfurt a. M. zur Verhandlung. Kläger behauptet, daß seit einem Jahrzehnt seine geschäftlichen Unternehmungen aus persönlichen Gründen durch die„Franks. Ztg." Anfeindungen. erfahren haben, die sich mehr gegen die Person als gegen dre Sache richteten und ihn deshalb zur Klage genöthigt hättr». Der Klage lagen drei verschiedene Artikel zu Grunde. In dem ersten wird, anknüpfend an die Bekanntmachung der weima. ri sch en Bank(deren Direktor der Kläger ist)„daß sie die Ge- nehmigung zur Ausgabe von Rentcnbriefen erhalte». hat", vor dieser KapitalSanlage gewarnt, unter dem Hin- weise, daß der Kläger auch an dem„Oelheim-Schwindel" be- theiligt gewesen sei. Im zweiten Artikel werden die geschäft- licken Unternehmungen des Klägers erwähnt und dieselben als »schlimme Gründungen" gekennzeichnet, der dritte Artikel warnt vor einer Betheiligung an der„Karlsruher Pferdebahn".— Beide Parteien waren persönlich zur Stelle. Der Beklagte gab zu, daß er seit etwa zehn Jahren die Sternberg'tchen Unter- nehmungen angegriffen habe, jeooch habe ihm eine Beleidigung des Klägers vollständig fern gelegen und ssolle sich der Ausdruck„Oehlheim-Schwindel" nicht auf die Person des Klägers, sondern auf die Sache beziehen. Insbesondere hätten die Unter- nehmungen des Klägers aus den Jahres 1880— 1883 dem Publikum großen Schaden gebracht, und wenn derselbe auch seit einigen Jahren den Verwaltungen mehrerer älterer, angesehener Unter- nehmungen angehöre, so sei seines Dafürhaltens doch aazu- nehmen, daß derselbe neue bedenkliche Gründunge» plane und damit demnächst hervortrete. Er habe es deshalb für fem« Pflicht gehalten, an die früheren Geschäfte und deren mtgün« stigen Verlauf zu erinnem. Die früheren Gründungen seien so angelegt gewesen, daß.sie überhaupt gar keinen Gewinn hätten abwerfen können.— Der Kläger bestritt das letztere. räumte dagegen ein, daß allerdings eine Anzahl seiner geschäsr- lichen Unternehmungen sich der Erwartung zuwider schlecht«nt» wickelt hätten,(sehr gut! Red.) er legte aber unter Angabe von Kursen und Dividenden dar, daß auch eine ganze Anzahl seiner Unternehmungen gut vrosperiren und dem Publikum Gewin-r georacht hätten. Er betonte, daß die unglücklich verlaufenen Geschäfte aus der Periode von 1380 bis 1833 stammen und daß alle späteren Unternehmungen sich befriedigend entwickelt hätten. Jedenfalls sei seine GrllndungS- und EmissionSlhäiig- fril nicht anders zu beurtheilen, als die anderer Bankgeschäfte und daß in den Jahren 1872 bis 1874 eine g-oße Anzahl hochangesehener Firmen vielfach Emissionen und Gründungen hewnkt hätten, welche große Verluste herbeigeführt hätten, (Stimmt. Redaktion), ohne daß sie von dem Beklagten in seiner Zeitung jemals daran erinnert wurden. Daraus ersehe er, daß der Beklagte ihn habe persönlich beleidigen wollen, gerade da er systematisch bei jedem seiner neuen Geschäfte an ältere, unvortheilhait verlaufene Geschäfte erinnere. Nach längerer Erwiderung des Beklagten und ausführlichen Plaidoyers der Anwälte kam der GerichUhof zu einem freisprechenden Erkenntnisse, weil die beanstandeten Ausdrücke eine persönliche Beleidigung übcrhauvt nicht enthielten. Durch die Geschäfte des Klägers seien rn der That den BctheUigten vielfach Verluste entstanden, und wenn daher die �Frankfurter Ziiiung" behufs Wahrnehmung der Interessen ihrer Leser diesen Thatsachen Ausdruck gegeben, so sei nicht an- zunehmen, daß damit eine Beleidigung des Klägers beabsichtigt sei. Was speziell den Ausdruck �Oelheimer Schwindel" anbe- lange, so sei derselbe nach Ansicht des Gerichtshofes nicht so gemeint, daß etwa dem Kläger ein schwindelhaftes, auf Täu- schnng des Publikums und absichtliche Benachtheiligung gerich- tetes Handein vorgeworfen werden solle, daß der Ausdruck vietmehr nur im vulgären Sinne im Hinblick auf die bekannte Entwickelung des Unternehmens gebraucht fei. Aus diesen Gründen nahm der Gerichtshof nicht an, daß der Beklagte eine Beleidigung des Klägers beabsichtigt habe bezw. daß eine solche vorliege. «in grschworrnrr Feind von Katzenmusik ist Herr Mahlke, welcher sich wegen Thierquälerei vor der 5. Straf- kammer des LandperichtS I zu verantworten hatte. Herr Mahlke betreibt ein Geschäft in einem Keller und wenn er sich nach dfc, TageS Last und Mühen Abends zur Ruhe legte, ertönte t anz in seiner Nachbarschaft das bekannte Lied, welches Stein erweichen, Menschen rasend machen kann, und es schien, als hätte sich eine ganze Korona geschwänzter Gäste ein Stelldichein gegeben, um dem braven Manne Schlummer- Arien b'tonderer Art zu singen. Schließlich wurde es Herrn Mahlke zu toll und er beschloß, fürchterliche Rache zu nehmen. Er lauerte den Ruhestörern auf und als der Haupträdelssübrer auf der Bildfläche fichtbar war, da hetzte er ihm zur Begrüßung fernen Hund auf den Hals. Der erschreckte Kater suchte sich in einen Keller zu retten, Herr M. aber hetzte seinen Hund hinterher und auf einem Kellergange kam rS zu einem blutigen Raufen. Die Kotze stieß entsetzliche Klagetöne aus, der Hund bellte aus LeibeskräftenZund als die erschreckten Hausbewohner binzueilten, sahen sie gerade noch, wie Herr Mahlke das übel zugerichtete Katzenvieh unter den Arm nahm!und mit ihm davon ging. Wohin? Davon schweigt des Sängers Höflichkeit, die Haus- bewohner aber tuschelten sich in die Ohren, daß dem unglücklichen Vertreter des Katzengeschlechts ein nasses Grab bereitet worden sei. Ein feister Kater hat aber bekannt- lich immer seine Freunde und auch dem so schnöde um den Genuß seiner Tage gebrachten fehlten solche Freunde nicht, w e die bald gegen Herrn Mahlke erstattete Anzeige wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Thierquälerei bewies. Nach den Ergebnissen, welche die gestrige Verhandlung über das Schicksal des verschwundenen Hofsänaers zu Tage förderte, konnte zwar nur die Anklage wegen Thierquälerei aufrecht er- halten werden, doch beantragte ver Staatsanwalt dafür eine Haft strafe von 10 Tagen. Der Gerichtshof erachtete je« doch den Kater durch eine Geldstrafe von 20 Mark für hin- reichend gerächt. Daß ein„Kenefiz" oft zum Schaden des Benefijianten ausfällt, hat der Ziparrenmacher Hempel, welcher sich gestern wegen unbefugter Aufführung eines Theaterstückes vor der ». Strafkammer hiesigen Landgerichts I zu verantworten hatte, M» feinkm Leidwesen am eigenen Leibe erfahren. Der Ange« klagte ist Leiter des dramatischen Vereins„Elisia", welcher wie fo viele andere, bestr.bt ist, den Musen zu ihrem Rechte zu verhelfen und seine Verdienste um die dramatische Kunst find so groß, daß ihm der Verein alljährlich ein Benefiz bewilligte. Zu sein-m letzteren Benefiz hatte sich der Glückliche das alte Stück„Einer von unsere Lem'" auSpesucht, trotzdem aber das Billet nur 30 Pf. kostete, zeigte schließlich der Kassen- rapport doch nur, daß die Unkosten kaum gedeckt waren. Durch die jetzige Anklage sollte dem Benrfizianten noch eine Unter. bilanz berertet werden. Der Theatcragent Entsch, welcher das alleinige VersüqungSrecht über das qu. Stück bat, hielt nämlich die gedachte Theatervorstellung sür eine öffentliche, da die BilletS schließlich sür Jedermann zu haben waren und veran« Iahte die Anklage wegen Verletzung des Autorenrechts. Der Staatsanwalt hielt dieselbe für eine so gröbliche, daß er 150 M. Geldbuße cvcnt. 10 Tage Geföngniß beantragte. Der Gerichts- Hof ließ es aber bei einer Sühne von 20 M. eoent. 4 Tage Gefängniß bewenden. Mm wenige Pfennig- drei Monate Gefängniß. Der bisher völlig unbescholtene Werkstätlenarbeiter auf dem Potsdamer Bahnhofe, Albert Giese, wurde vom 13. Juni von dem Werkstältenoorsteher Fournier dabei betroffen, als er sich aus dem Kohlenlager einige Hände voll Kohlengruß ge- nonrmen hatte. Auf Befragen gab Giese zu, daß er auch an zwei früheren Tagen etwas Gruß mit fortgenommen hat. Das Kohlenlager ist zur fraglichen Zeit gerade geräumt gewesen, und will sich Giese deshalb für berechtigt erachtet haben, diesen fast werthlosen Gruß sür sich zu verwenden. Geöffnet hat er den Kohlenraum, der veischlossen gehalten wird, mit einem für ein Werkstöttenzimmer benimmten Schlüssel, der genau paßt und der sehr häufig auch von den Heizern in ordnungSmäßi- qer Weise benutzt worden ist. Die Verwendung dieses Schlüssels auch zum Oeffnen des Kohlenlagers sei unter den Arbeitern ollgemein bekannt gewesen. Diese Thalsache hat nicht verhüten können, daß die Anklage auf wiederholten schweren Diebstahls(Oeffnen eines Behältnisses mittels Anwendung falscher Schlüssel) gerichtet und der Angeklagte auch wegen dieser Verbrechen unter Zubilligung mildernder Umstände zum geringsten Strafmaß von drei Monaten einem Tag Gefängniß verurtheilt wurde. Megen betrüg Ii che» Oankerutts hatte sich gestern der Bäckermeister Julius Thaddäus Schubert vor dem Schwur- gericht hiesigen Landgerichts I zu verantworten. Der An- geklagte betrieb in der Göbenstraße 15 s ein Bäckergeschäft und entnahm seine Waaren zumeist auf Kredit. Während er seinen Zahlungsverpflichtungen längere Zeit pünktlichst nachkam, be- aannen die Zahlungen vom 15. Februar an zu stocke,: und es hatte sich«ine unbeglichene Schuldenlast von 2547 M. an- »esao melt. Am 8. Mai verkaufte er seine Bäckerei und erhielt für das Geschäft einschließlich der M-hlvorräthe k. eine Summe von 2768 M. herausgezahlt. Trotzdem er nun im Besitz« genügender Mittel war, dachte er gar nicht daran, seine Gläubiger»u befriedigen, sondern brachte das baare Geld uns seine sonstigen BermögenSstucke langsam bei Serie und ließ den Gläubigern das Nachsehen. Um sich vor den letzteren zu verbergen, logirte er sich mehrere Nächte ,n einem Gasthau« ein, miethete sich dann eine Wohnung, über welche er falsche Nachrichten verbreitete und wurde am 17. Mai in emer Prrvatklinik, in welche er sich begeben, verhaftet.— Die Geschworenen mußten die Schutdfragen bejahen, auf Antrag des Verlheidigers, Rechtsanwalt Dr Straßmann, bewil« bguu sie dem Angeklagten, welcher anscheinend unter der Ein- wrrkung seiner ehetüsternen Wirlhschafterin gehandelt, mil- dernde Umstände und der Gerichtshof verurtheilte denselben zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängniß und 2 Jahren Ezrvrriust. VerrrnnmUmgen. Der Fachverein der Papierarbeiterinne« und ver- wandten Berufsgenosfinnen h,ett am 17. d. M. eine Ver sammlung im Lehmann'schen Saale, Schwedterstraße 23 ab. Trotz öffentlicher Versammlungsanzeigen und ergangener Ein- ladung an die Arbeiterinnen aller Papierbranchen ic. war die Versammlung— von Damen und Herren— doch nur mäßig besucht. Auf der Tagesordnung war als erster Punkt ein Vor- trag von Frau Marie Greifenberg über das Thema: „Die geistige und materielle Unabhängigkeit der Frau" d. h. der arbeitenden Frau, wie die Referentin erläuterte. Dieselbe glosssrte in treffender Weise, daß einerseits das Weib in den Himmel gehoben, andererseits in den Staub getreten werde. Sie verlangte die goldene Mitte, d.h. sie wollte die arbeitende Frau als gleichberechtigs Wesen anerkannt sehen, nicht als Haussklavin ihres„Herrn" oder als Mittel zur„Fortpflanzung der Rasse" betrachtet sehen. Referent in schilderte sodann, daß die heutige wirthschastliche Fortentwicke- lung die heutige Hausfrau der Schaffung von Werihen innerhalb des Hauses enthoben habe, daß die Frau demzufolge heute außerhalb des Hauses ssch Arbeit zu suchen habe und dadurch ihre Unabhängigkeil vom Manne beweise, welche leider noch nicht anerkannt werde. Ihre materielle und geistige Unab hänaigkeit sich zu erkämpfen, sei die Aufgabe der Frau, sowie die Gleichberechtigung mit dem Manne sich zu erringen. Nach dem Vortrage trat eine Pause zur Aufnahme neuer Mitglieder ein, worauf in die Diskussion über den gehörten Vortrag ein- getreten wurde. Als erster Redner ermunterte Herr Schramm die anwesenden Arbeiterinnen zum Beitritt zum Fachverein, die Vortheile desselben klar vor Augen führend, eine Aufforderung, die eigentlich vor der Pause am Platze gewesen wäre. Die weitere Diskussion wurde im wesent lichen von den anwesenden Arbeitern geführt, welche theils das zur Tagesordnung stehende Thema noch weiter erörterten, theils auf die allgemeine Frauenftage näher eingingen. Das Gewerkschaftliche betreffend, machte Herr Schramm sodann einige beachtenSwerthe Mittheilungen über zwei hiesige Luxus p a pier fabri ken. Den gemachten Mittheilungen zufolge wird in der LuxuSpapicrfabrik von Hagelsberg(Marienstraße) täglich von 7 Uhr Morgens bis 5 Uhr Nachmittags gearbeitet. Diese zehnstündige Arbeits- zeit werde nur unterbrochen durch eine Frühstücks- unv Mittags- pause von je i Stunde. Anfängerinnen(junge Mädchen über 16 Jahren) müßten 6 Wochen lang arbeiten bei einem Wochen- lohn von 6 Mark. Dann bekämen sie„Zulage", würden als Bogeniängerin ober dgl. beschäftigt und erhalten nun 7,50 M. pro Woche, ein Lohnsatz, bei dem sie all und grau werden könnten. So seien alte, d. h. langjährig beschäftigte Arbeiterinnen, welche nur einen Wochenverdienst von 10 M. erzielen. In der Kaufmann'schen Fabrik(Aktiengesellschaft) wird von 7— 7a6 Uhr gearbeitet. Die halbe Stunde, die hier länger gearbeitet wird, wird an der Frühstückspause theilwcise wieder eingebracht, indem diese nur eine Viertelstunde währt. Die Arbeiterinnen verdienen 8,50 M. pro Woche. Aber Land- Partien von FabiikSwegen werden gemacht. Mit dem neuen Werkführer soll auch eine neue Fabriiordnung eingeführt fein. Früher konnten sich die die Maschinen bedienenden Arbeiterinnen auf Augenblicke während der Arbeit hinsetzen und sich etwas ruhen, wenn dies der Gang der Arbeit gestattete; jetzt ist dies bei einer Geldstrafe bis zu 1 M. verboten. Stall sich einen Augenblick hinsetzen zu können, muß jetzt die Arbeiterin die Maschine putz-n während der vorkommenden kurzen Unter- brechung der Aibeit und demzufolge immer dm Putzlappen bei der Hand haben. Wer ohne solchen betroffm wird, zahlt Strafe. Sprechen mit einander ist verboten— bei Strafe. Auch herrscht dort das Markmsystem, das heißt Niemand darf ohne Marke die Fabrik verlassen. Was dies bedeutet, wird jeder Arbeiter wissen. Angcsichls solcher Verhältnisse bedauerte Redner die Theilnahmlossgkeit der Arbeiterinnen dem Fach- verein und dessen Versammlungen gegmüber um so mehr. Ernm sehr ernsten Tadel hatte Redner auch für die BeHand- lung, welche die Arbeiterinnm in dm Fabriken Seitens der Drucker zu erduldm hätten. Diese sei durchaus unwürdig, die Arbeiterin würde nicht als Kollegin, als Mitamossin der Arbeit, sondern als eine untergeordmte Person betrachtet und be- handelt. Da« müsse mlschiedm anders, d. h. besser werden. Auch empfahl Redner den Druckern, bei ihrer bevorstehenden Lohnbewegung, die Arbeiterinnen, ihre Kolleginnm, nicht zu vergessen. So weit das Gewerkliche. Der Fragekasten enthielt eine Reihe gehaltvoller Fragen, welche zu hochinteressanten und lehrreichm akademischen Erörtenrngen Veranlassung gaben. Zu der nächsten am 24. d. M.(Annenstr. 16, Sahm'S Klubhaus) statlfindmden Fachvereinsversammlung ließ die Frau Vor- sitzende wiederholt dringende Einladung ergehen und schloß m,t einer solchm auch vir Versammlung, nachdem von ver- schiedmm Seiten da«„Berliner VolkSdlatt" und die„Volks- tribüne" dm Arbeiterinnen zum Lesm empfohlen worden waren. Gine öffentliche Versammlung der Neegolder terlin» tagte am Montag, den 16. September, in Scheffer'S alon, Jnselftr. 10, mit der Tagesordnung; 1. Bericht der Streiktommission über den Verlauf des Streiks. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. J»S Bureau wurden gewählt: Herr Richard Möhring als erster Vorsitzender, Herr Oskar Meyer als zweiter Vorsitzender und Herr Emil Schmidt als Schriftführer. Herr Behrmdt referirte über den Veilauf des Streiks und machte die Fabriken bekannt, welche dm Prozmtsatz bewilligt hatten, sowie diejmigm, welche entweder nicht geantwortet, oder nicht bewilligt hatten. Im Lause der Diskussion wurde erklärt, daß dre über die Fabrik von Kubitz und Imberg verhängte Sperre aufzuheben sei, weil die Herren bewilligt halten. Herr Vieth machte bekannt, daß einer der Werkführer der Adolf Werkmeister'schm Fabrik, Herr Mielsch, sich weigere, dem von der am S. September tagmden Versammlung ge- faßtm Beschluß, betreffmd dm Auehang des Tarifs, Folge zu leisten. Die Versammlung erklärte, daß diese Forderung unter jeder Bedingung aufrecht zu erhalten sei. Sodann gelangte ein Antrag des Herrn Gemdt zur Annahme, welcher lautete; Die Versammlung erklärt, daß alle Silberarbeit, glatt oder barock, bis zur Breite der 7. Leiste um 25 pCt., darüber hinaus 15 pCt., sämmtliche Kanten ohne Ausnahme inkl. Barock- und Bronce« Kantm um 25 pCt. pro 100 Fuß erhöht werden.— Außerdem wurde veschlossm, daß die Abrundung der Preise so vorzunehmen sei, daß z. B., wenn die Rechnung 62j Pf. beträgt, 65 Pf. und wmn vielleicht 62, dann 60 Pf. zu bezahlm seim. Hierauf gelangte bezuglich der Unterstützung der streikendm Kollegen noch der Antrag zur Annahme, daß dm ledigen Kollegen eine Unterstützung von 12 M., den Verheirathetm eine von 15 M, von der ersten Woche an zu gewährm sei. Zu„Verschiedenes" ergriff der Kollege Schmidt aus Brandmburg das Wort und theilte mit, daß die doriigm Kollegen voll und ganz für die Bewegung eintreten und überlieferte dort gesammelte Gelder. Ferner theilte er der Versammlung mit, daß der Brandenburger Fachverein erstens kein Lokals hat und zweitm« mit Rückficht auf dm Streik der Berliner Kollegm das Stiftungsfest ausfallm läßt und einm Theil des dadurch ersparten Geldes dm streikmdm Kollegen überliefern würde. Die Summe von 50 M. stehe den Streikmden im Nothfalle jederzeit zur Verfügung. Diese Nachricht wurde von der Versammlung mit Beifall aufge- nommm. Hierauf gelangte noch der Antrag zur Annahme, daß noch Sammellistm auszugeben seim, weil der Streik noch nicht bemdet fei. Außerdem wurde die Kommission beauftragt, genau festzustellen welche und wieviel Kollegen sich noch im Ausstand befn den. Nachdem Kollege Schmrdl noch mitgetheilt hatte, daß die Brandmburger noch ferner in dm Werkstättm swrw� würden, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Be- wegung geschlossen.— Alle Arbeiterblälter werden um Nvdnia gebeten. «ine reich besuchte MttgHeder-V-rsamml«ns FachvereiilS der Tischler tagte am 14. September in Jordan» Salon, Neue Guinstraße 28, mit folgender TageSordmwg. 1. Der Niedergang des Kleingewerbes. 2. Diskussion. 3.Weli- stattangelegenheitm. 4. VeremSangelegenheitm und Fw?e- kastm. Kollege Glocke referirte über den ersten Punkt in tust- sicher Weise und führte ungefähr folgendes aus: Der modcrniN Arbeiterbewegung stehen gegmwärlig noch machtvolle Femoe gegenüber. Sie sind es entweder aus Interesse oder aus urlheil. Die Lctzlerm, mit dmm sich Redner heut nur befallen will, bestehen hauptsächlich auS dem bei. m Handwerker- uns Bauernthum. Die kleinen Handwerksmeister, in früheren Zei»» meist einer behaglichm Existenz sicher, sind heutzutage«nz» Stande, mit dem mit allen technischen Hilfsmitteln ausgerusteun Großkapital zu konkurrirm. Sie werdm vielmehr von dieiem fort und � fort enteignet und in die Reihen der Proleiano hmabgedrückr. Statt sich mit Letzterm solidarisch zu fühlen, uno einheillich gegen die Expropriateure Front zu machen, W man vielmehr durch Wiederbelebung der Innungen und W langung besonderer Rechie für die Mitglieder derselben aus e» Kalamität h rauszukommen. Solche Mittel können jedoch Gang der Entwickelung nicht aufhaltm, und es ist nur cifl Frage der Zeit, wann das Kleinhanbwerkenhum verfchwi»�- Die Arbeiter babm jedoch keine Ursache, dies zu bedoucn- müssen vielmehr bei Streiks, denen sich gerade die Kiew meister am eifrigsten entgegenstellen, ohne Rücksicht über selben hinweggehen, denn je eher das Kleinhandwerk vtf' schwindet, desto eher bekomme der Arbeiler freies Feld» seinem Kampfe mit dem Großkapital. Ferner zeigt Redner w klarer Weise, wie auch der Kleinhandel und die Baucn> schast demselben Aufsaugungsprozeß unierliegen, und eruiap schließlich zum Anschluß an die gewerkschaftliche Ovganisa»�' innerhalb welcher der Arbeiter Aufkläiung über bie Frage" 0' Zeit erhalten könne. Hierauf berichtete der Vorsitzende»» Werkstalt-Kontrolkommission über Werkstattangelegenhcitcn, erwähnt zunächst die Werkstatt von Krüger, Fi iedenstraße cS sollen daselbst lieber stunden und SonntagSurbeit staltsink™ da dies jedoch von zwei aus genannter Welkstalt anwesetzkw Kollegen auf das Entschiedenste bestrilten wird, so wird � Antrag eines Kollegen zur Tagesordnung übergegangen. H"! sichtlich der Werkstatt von Hecht u. Schmidt, Eusabelh-Us« 1' wird seitens eines daselbst arbeilenden Kollegen dieUeberard' zugegeben und nach erregter Debatte ein A-.t.ag angenomww dahingehend, die in betreffender Werkstatt arbeitenkw Kollegen aufzufordern, die bercglen Uebetstände cibzufiel� Ferner wird das Verhalten zweier Kollegen, welche wiiiil� des Streiks der Zimmerlcute die von diesen liegen gelassene Ards' angefertigt haben, von verschiedenen Rednern einer absülW» Kritik unterzogen.•— Zu„Verschiedenes" schildert ein KolW au« dem Norden Berlins die Arbeitsverhöllnisse in st"! Gegend als sehr traurige und ftägt, ob nicht de, Verein n; Ausdcsserung derselben eintreten wolle. Die Angelegenen wird der Werkstatt- Kontrolkommission überwiesen und soll> nächster Versammlung verhandelt werden.— Den streikenor» Braunschweiger Kollegen werden 100 M. bewilsiat. In Beln" der eingegangenen UnlerstützungSgesuche der K stenmocher n" Feilenhaucr soll eist von dm hierzu ernannten VeriinSW' gliedern über den Stand der SirrikS recherchirt werden._ Einladung jnm Lehrkursus der Bertiner beiter zur ersten Hilfe bei Unglücksfällen- Der Kursus wurde im Jahre 1888 von Berliner Arbeiter flj' gründet zum Zwick gegenseitigkr Unterstützung bei Unglnn° fallen auf Bauten, Plötzen und in Fabriken, durch Anlegnn» von Verbänden und Transport Verunglückter. Der Kn� besteht aus einer Reche von Voi trögen und praktisch� Uebungen durch den prakt. Arzt Dr. B e r n st e in. ö"'', zeichnetet Vorstand ersucht die Arbeiter Berlins, welche 18. Lebensjahr überschritten haben, sich rrchl rege zu betheilis� Die Vorträge dauern die Wmlermonale binduich und beginn�' am 7. Oklober, Abends 8t Uhr, im Restaurant FeuersstW' Alte Jakobstr. 75>m Tunnel. Der Vorstand. I. A.: Gufst Dietrich, B. W. 62, Schaperstr. 12. *** Allgenerinir M»taUnrb»it»ro«r»in H,rlin» und Zltng-S»� ©rofic«-.'sammlung am Donntrstag, den 19. September, Abend» 8 M> � ber tieilluec Backbraueret. Sempclbcfet Berg. TageSarbnuna' l. BortrailJ', Herrrn Dr. Cdryleller. Thema.. Geichtech, srrankheilen." 2. DUkussian. 8» nabme neuer Milglteber 4. Verschiedene« und graaekakten. Garte haben.l",» Sottegen! Da ur>» die Betsammlung In ber Neuen Weit i-schl geneCÄ worden ist, ersuchen wir Euch, in dieser Versammlung rechl zabtuich an»«" ju sein._< Grotz» öffentliche Nomninnalwählrr-xierlamniluiia am Dousi... tag, dm 19. Seplember Abend« 8 Uhr, im Lakale bei Herrn Wa Uschalt,®Jj, ftrahe 22. Tagesordnung; 1. Siettungnabme jur bevarslehenben SomtruJJ wabt Im 85., 41. und 42. Sommunolmablbejirt. tReferent: Slab.'a Tu ha»' 2, Wahl eine« Wahtkamtlee«. Freie Dukusstan.. Fachviril» der»teindrnrirer«nd zitst-graph»» ffeeli' s Versammlung am Donnerstag, den 19. September, Abend» Uli Oot in Zar»?, Salon, Neue Grttnstrahe 28. Tagesordnung: 1. Varlrag be« Herrn? T?' übet„Ursachen und Wirkungen der sraMstschen Neaalutian' 2, Dtskuss,'. 8. Verschiedene» und Fragetasten Sufnahme neuer Nrilfllicher. Gäste d«'. stuirlli Um recht pttnktliche« und zadtr-iche« Erscheinen ersucht ber Borst«»,, NB Bittet» zu dem om 5. Oktober stallsinbenben SitstungOsest(tperrenab«1 werben in ble;et Versammlung ausgegeben. ■ Itz Uhr, oei lemaoi,»rumiennrcze 88. SaBe«oto"j:;y 1. Vortrag be» Herrn Mar Schulz Über..Die Schädlichkeit der Spi>Nch, (teuer" Diikulstan. 2. Ausnahme neuer Mtlglteber 3 VeresnSangclcsich,, hellen. 4 Veitchlebene» und Fragekasten.- Um pttickiiiche» und zahlreick-t scheinen ersucht der Varftanb. Lei» Kiut>„Keine". Sonnabend, den 21. September, Abend» 8» vst im Neslamani Zechli», Hornstrahe 11: Vorlesung und Dttkussion. Gaste. 0" Ätttglieber eingestthii, hoben Zutritt... Krank»»- nnd Krgrabnltzkast» de» verel»» kLinmtlich»?' j ruf»klaff»n(Verwaltung«!! 8.) Mitgiiebeipersomintung am Sonnabend, � 21. b. W.. Abends 8 Uhr, Brunnenftr. 88. Gaste wittkammen..... »»"in ine Wasteu», der mat»»t0°.z Sanssouci, Sottbuierftr. 4» ein Ersatz für da» Sonimervergnttge», weicht».z. Setter ln der Hasenhaibe ftattsinden sollte, ist Bittet» sind bei jedem SSettraß"' mann zu haben.„„i- L»chv»r»tu der«tschter. Die Zahlstellen de« Verein» stnb zufiSz» gegennabme der Beitrage und Ausnahme neuer Viitglieber jeden Eonnas- ,, von 8-10 Uhr aedssnel, und zwar befindet sich Zahlslette I FriebdchiossV strahe 25 bei Chiisten; II Skalitzersirahe 107 bei Sunstmann; Ifl«cfte-WTO platz e bei Hiischer; IV Zianikirchplatz 11 bei Habn, V Bttlowslrahe Böblanb, VI äJlatienborferftrahe, Ecke Soimssuahc bei Schmidt; Vll Drei"/„I strahe 118 bei Wenbi, daselbst befindet sich auch der Zei Iralarbettinachwet» Verein»; VIO Lübecker- und Zhurmstrahenecke bei Zahnte, Die Arbeit'» Mittelung geschieht unenigeUlich. Der Nachweis ist geCSnei an Wocheiio' uon 8X~9J4 Uhr, Sonntag Abend» pou itzj-ll Uhr. Depesrlicn. (Wolfi'» Gelegraphrn-Bur««,.) London, Mittwoch, 13. September. Der Präfident �' Alberr-Docks richtete heute ein Schreiben an den. Lord-M?",; und an den Kardinal Manning, in welchem er auf die in den Docks stattgehabten Vorgänge hinweist und nrill?�/ daß die Lage heule nicht besser sei. Die Arbeiter, welch* L streikt hätten, verlangten in drohenden Worten die.- Eniiflr,- der„BlacklegS". Der Präfident ersucht den Lord-Mayor.z, den Kardinal Manning um ihre Vermitliung. Der*ß Mayor wird heute noch eme Besprechung mit der Direst*'' hoben. «erantwortlicha Redakteur:|U«ffontzot« üt Balm. Druck und«erlag»»« Ma» m Berlin SWw Beurbitraß« S.