Nr. 220. Freitag, den 20. Keptember L88S. 6. Jabrg. SerlimVMsdllllt. Drgün snr die Interessen der Arbeiter. Di« Fstzrss&evichke bc» jiccitlprrficn für 1888. n. Der Bericht über die Verhältnisse in Breslau und .;r>itz ist vom Gewerberath Fries ausgearbeitet. Auch hier JJ1"' man zwischen den offiziösen Zeilen oft ganz interessante vr,nfle herauslesen. Interessant ist u. a. die Thatsache, daß � Zahl der durch Wind oder Wasser getriebenen Werke /�ederum abgenommen hat; man wird sich erinnern, daß � Herr Reichskanzler, als er das letzte Mal seine Rede 9'cu, besonders die Nothwendlgkeit betonte, die Wasserkräfte wehr auszunützen, daniit die Industrie von der Kohlenpro- Aktion unabhängiger sei; wie rebellisch doch die Produktion Selbst um die Aussprüche der höchsten Autoritäten be- 'Ummcrt sie sich nicht; es ist doch schade, daß man sie nicht «Urch Gesetze und Polizisten regieren kann! Die'Zunahme der Frauen und jugendlichen Arbeiter w der Produktion ist in Breslau und Liegnitz bei weitem /'cht so stark, wie in Berlin; immerhin aber ist sie doch �Merkbar Unter der Rubrik„WohlfahrtSeinrichtungcn" wird über �„HeimathshauS für Fabrikarbeiterinnen" berichtet, das von wrem Fräulein Maria von Kranista in Freiburg gegründet 'tz- Man kennt ja derartige„christliche" oder„philantro- p'tche" Gründungen schon.„Der Zweck ist, Arbeiterinnen, weiche auS den umliegenden Ortschaften nach Freiburg wnnnen, um in der Fabrik der Aktiengesellschaft für schle- oschc Leinenindustrie zu arbeiten, ein billiges Unterkommen »u Mieten, in welchem sie nebst gesunder Wohnung und vor- westlicher Kost auch eine sorgfältige körperliche und sittliche pflege finden." Die Aufsicht und Leitung führen fromme Schwestern(Diakonissen). Man kann sich leicht vorstellen, swh die unglücklichen Mädchen, nachdem sie den ganzen Tag schwer haben arbeiten müssen, in ihrem„Heimaths- »aus" den Abend von den frommen Schwestern frommen Gesängen und dergleichen angehalten chch; und da nun leider diese Mädchen von *auir tief in der Sünde und Gottlosigkeit stecken, so ihnen das nicht gefallen, und sie sind wieder wegge- U> eben. Der Gcwerberath berichtet denn auch ganz be- >rüht:„Nach Eröffnung deS HeimathShauses meldeten sich »war sthr viele Arbeiterinnen, die aber bald wieder fort- Singen, weil ihnen die unbeschränkte Freiheit fehlte, die sie r*13 dahin in der Stadt als Kostgängerinnen genossen hatten, isun selbstredend herrscht eine genaue Hausordnung." Dieser Pharisäismus ist empörend; das Wenige von Lebensfreude, "d diesen armen Arbeiterinnen noch übrig bleibt, soll ihnen Jxmllettm. wrbotm) [69 »« 1 Ein GnldmenpÄx. Roman von Maurus J6kai. �„Sprecht leise, Herr; im Nebenzimnier ist meine Tochter; würde erschrecken." .„So, Derne Tochter? Und dann noch ein Mann und ** Kind?" „Allerdings." „Und dieser Mann ist der Ehegespons Deiner Tochter?» »Ja." „Und wer hat sie getraut?" „Der Adam und Eva gettaut hat, Gott." ..„ThörichteS Weib. Das geschah damals, als es noch 'eine Priester und keinen Altar gab. Jetzt aber geht das "'cht mehr so leicht. Dafür giebt es ein Gesetz." ..„Ich weiß es. Dies Gesetz hat mich hierher ge- ?wben auf diese einsame Insel. Hier aber herrscht dies Ge- nicht." „Also bist Du eine Heidin?" „In Frieden lebe ich, ,n Frieden sterbe ich." j„Also hast Du Deine einzige Tochter dazu angeleitet, w Schande zu leben." „Was ist Schande?" .Was Schande ist? Die Verachtung jedes ehrlichen .chen." „Macht die mich kalt oder warm." „Du fühlloser StaubkloS? Du empfindest also nur, I?13 dem irdischen Leib weh thut? An das Heil Deiner s-«*le denkst Du nicht? Ich komme Dir den Weg zu zeigen w* Himmelreich, und Du willst mit Gewalt iu die Hölle? im Namen des Christenthums und der Sittlichkeit genom- men werden.—„Nachdem aber jetzt der Grundsatz befolgt wird, die Mädchen nur direkt vom elterlichen Haus aus aufzunehmen, hat sich ein fester Stamm gebildet." Arme Mädcken! Der Gewerberath für Oppeln hat eingehende Erwitte lungen über die Lohnverhältnisse angestellt, aus denen wir einige Zahlen bringen. A. Geringere Löhne(pro Schicht): Industriezweig. Zinkhütte... Walzwerk.. Zuckerfabrik. Zuckerfabrik. Porzellanfbrk. Maschinen- fadrik... Mechanische Werkst... Zigarrenfabrk. Hüttenwerk.. PulSrr'fsbkÄ-- Kreis. Beuthen Gleiwitz Cosel Cosel Falkenbrg. dto. Beuthen Ratibor Gleiwitz ''Nyuüu Also der niedrigste Lohn für: Meister, Aufscher-c.. 2,21 Gelernte Arbeiter.. 1,24 Nicht gelernte Arbeiter 0,58 Jugenoliche Arbeiter. 0,37 Weibliche Arbeiter.. 0,34 K. H ö ch st e L�ö h n e: Industriezweig Tabakfabrik. Bessemerei.. Zementfabrik Koakerei... Dynamitfabr. Kreis. Oppeln Beuthen Oppeln Kaitowitz Pleß �5 Üaf 5? 7ß3 5,29 3,78 3,80 2,78 Ii 2,08 3,20 ?. 2,50 1,68 �. cc'£ � vO «55 S3 1,95 2,07 3,01 1,70 1,31 Au S.-p si 35$ CJ 0,45 1,31 «fe K IM 1,38 0,91 0,98 1,44 Also der höchste Lohn für: Meister, Aufseher:c.. 7,83 Gelernte Arbeiter.. 3,20 Nicht gelernte Arbeiter 3,01 Jugenoliche Arbeiter. 1,31 Weibliche Arbeiter.. 1,44 Glaubst Du an eine Auferstehung? Glaubst Du an ein ewiges Leben?" „Nein, ich glaube nicht daran. Ich trage fauch kein Verlangen darnach. Ich will auch zu keinem neuen Leben erwachen. Ich will ruhig schlafen unter dem Laub der Bäume. Ich werde in Staub zerfallen, und die Baum- wurzeln werden meinen Staub aussaugen und es werden Baumblätter aus meinem Staube wachsen; ein anderes Leben wünsche ich mir nicht. Ich will leben in den Säften des grünen BaunieS, den ich selber gepflanzt. Ich glaube nicht an einen so grausamen Gott, der die elende Kreatur auch noch über daS Grab hinaus leiden läßt. Mein Gott ist ein barmherziger Gott, der im Tode den Gräsern, den Bäumen und den Menschen Ruhe gönnt." „Kann es einen verstockteren Sünder geben, als Du bist! Du kommst in das höllische Feuer, zwischen die Marterzangen des Teufels." „Zeige mir in der heiligen Schrift, wann Gott Hölle und Teufel geschaffen, dann werd' ich Dir glauben." „O Du gottvergessenes Weib!" rief entsetzt der Priester. „Das Feuer verzehre Deine Zunge! Also auch die Existenz des Teufels willst Du leugnen?" „Ich leugne sie. Nie hat Gott einen Teufel erschassen. Ihr selbst schuft Euch den Teufel, um mit ihm zu schrecke». Aber auch das habt Ihr ungeschickt angefangen. Euer Teufel hat Hörner und gespaltene Klauen. Ein solches Geschöpf lebt von Gras und frißt keine Menschen." „Herr führe unS nicht in Versuchung! Die Erde wird sich gleich aufthun unter unS, und diese Frevlerin ver- schlingen wie DaSben und Abiram. Erziehst Du in solchem Glauben auch das kleine Kind?" „Das erzieht der, der e» als Sohn angenommen hat." „Wer?" „Der, den da» Kind Vater nennt." „Und wie heißt dieser Mensch?" „Michael.", Man kann die Zahlen nicht oft genug betrachten; selbst dem Verhärtetstcn müßte doch ein Gefühl des Mit- leidenS wenigstens kommen, wenn er sieht, daß Menschen für vierundreißig Pfennige den ganzen Tag, vom Morgen bis zum Abend, sich abarbeiten müssen— sollte man meinen; aber man meint gar manches. Soll man diesen Zustünden gegenüber nun deklamiren, daß die„Wahrheit", die„Gerechtigkeit", die„wahre Sitt- lichkeit", und wie diese schönen Redensarten heißen, ganz andere Zustände verlangen? Die Thatsachen sind bösartig; sie kehren sich nicht an die Phrasen, welche man über sie macht; sie sind auch sehr nüchtern, und viel wichtiger, als die begeistertste Rede eines idealistischen Schwärmers ist die Ausführung des königlich preußischen Gewerberaths Fries in Breslau: „Da ein großer Theil des Fabrikates nach dem Aus- lande geht, so würde eine weitere Verschärfung der Vor- schriften über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen in Glashütten, als durch die Bestimmungen der Bekanntmachungen vom 23. April 1879 geschieht, nicht wünschenswerth sein, da sie leicht die Konkurrenzfähigkeit beeinträchtigen und so die heimische Industrie schädigen könnte." Diese Bestimmungen schützen Gesundheit und Leben der heranwachsenden Generation fast gar nicht; aber was macht das aus? Die Konkurrenzfähigkeit darf nicht beeinträchtigt werden, und die Konkurrenzfähigkeit ist ja natürlich viel wichtiger, wie Ms Leben von Arbeitergenerationen. Man kann vielleicht einige Wünsche äußern den Herren Gewerbe- räthen gegenüber; sie werden ja wohl freilich in der Kategorie der„frommen" bleiben. Es wäre sicherlich inter- essant, wenn in den nächsten Berichten einige Zahlen zu finden wären über die durchschnittliche Lebensdauer der jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen in den Glas- Hütten; die Lebensdauer der Kinder dieser Arbeiter und so fort. Die beständige Tendenz des Kapitals ist, möglichst viel Mehrarbeit aufzusaugen; sei es nun dadurch, daß es mög- lichst viel jugendliche und weibliche Arbeiter beschäftigt, bei denen der Lohn geringer, die Zeit, welche zur Repro- duktion der Arbeitskraft erforderlich ist, kürzer ist; sei es dadurch, daß die Arbeitszeit ungebührlich verlängert wird; sei es endlich dadurch, daß man die Arbeit möglichst intensiv macht. Die Erfindung des Generalakkords, welche von dem genialen Kommerzienrath Borchert in Berlin gemacht ist, hat in Schlesien offenbar noch nicht Eingang gefunden, obgleich sonst ja die Art von Genie, welche Herr Borchert vertritt, nicht so sehr Mühe hat, sich Bahn zu brechen. Es existirt nur die einfache Akkordarbeit.„Die Berechnung des Lohnes erfolgt, soweit es möglich ist, fast überall nach Akkordsätzen." Die Akkordarbeit, nach dem Sprüchwort der Arbeiter„Mord- arbeil", genügt wohl noch den provinzialen Ansprüchen. Ein besonderer Kummer ist für den Unternehmer, wenn „Und wie heißt er mit dem anderen Rainen?" „Das habe ich ihn nicht gefragt." „Wie, Du hast rhu nicht nach seinen Namen gefragt? Was weißt Du denn über ihn?" „Ich weiß, daß er ein rechtschaffener Mensch ist, und Noemi liebt." „Aber was ist er denn? Ein Herr, ein Bauer, ein Handwerker, ein Schiffsknecht oder ein Schwarzer?" „Er ist ein armer Teufel, wie er zu uns paßt." „Und sonst? Ich muß das wissen, denn es gehört zu meinem Amt. Zu welchem Glauben bekennt er sich? Ist er Papist, Calviner, Lutheraner, Socinianer, ein Unirter oder Nichtunirter, oder vielleicht gar ein Jude? „Darum habe ich mich nicht gekümmert." „Pflegst Du die Fasten zu hallen?" „Einmal habe ich durch zwei Jahre kein Fleisch gegessen weil ich keines hatte." „Und wer hat das Kind getauft?" „Gott. Mit einem Gewitterregen und saß er hoch oben auf dem Regenbogen." „O Ihr Heiden!" „Heiden? Warum Heiden?" fragte Therese bitter. „Mich haben von der Hand Gottes die härtesten Schläge getroffen: aus der Fülle des Glückes versiel ich in die bitterste Roth. Ein Tag machte mich zur Wittwe und zur Bettlerin. Ich leugnete Gott nicht; ich warf nicht sein Geschenk— daS Leben— von mir. Ich kam her in die Wildniß, suchte hier Gott und fand ihn. Mein Gott ver- langt nicht schön gedrechselte Gebete, Gesang, Opfer und Glockengeläute; nur ein gottergebenes Herz. Ich thue meine Buße nicht durch Abbeten des Rosenkranzes, sondern durch Arbeit. Die Menschen ließen mir nichts auf Erden, und ich flüchtete mich nicht gewaltthätig unter die Erde, sondern ich machte aus einem herrenlosen Fleck Erde einen blühenden Garten. Von allen Menschen wurde ich betrogen, geplündert. verlacht;— die Gerichtsbarkeit raubte mich aus, meine gute« die Arbeiter aus irgend einem Grunde den Produktionsprozeß unterbrechen, und wenn so, sei es auch nur auf eine Viertelstunde, die Erzeugung des Mehrwerths ins Stocken geräth. Ein solcher Grund ist die Löhnung. Am Sonn- abend, wenn die Arbeiter ihren Lohn bekommen, geht immer einige Zeit verloren, die so nützlich angewendet werden könnte! Deshalb muß man einen neuen Modus der Löh- nung ausfindig machen; und das ist auf der Friedenshütte geschehen. Leider ist der Name des Erfinders nicht genannt. „Begraben in ewige Nacht— Ist der Erfinder großer Name zu oft" singt ja schon Klopstock.„Auf der Friedenshütte wird der Lohn eines jeden Arbeiters, wie er sich aus der Lohnliste ergiebt, von dem Itentmeister in Gegenwart dreier Jeugen in eine Düte gethan und diese verklebt; auf der Düte sind der Lohnbetrag, die Abzüge und die zu erhebende Summe anqegeben. Die Löhnung soll sich auf diese Weise schneller vollziehen, und die Arbeiter bleiben nicht so lange von der Arbeit fort." Es wäre schade, wenn dergleichen Erfindungen auf einen verhältnißmäßig so engen Raum beschränkt blieben; den Unternehmern wäre wirklich zu rathen, sich die Berichte der königlich preußischen Gewerberäthe anzuschaffen, damit doch auch einer von den Erfindungen der anderen profitiren kann! Die„Krcuzzeitung" veroffeni licht in ujter Nummer 435 einen Leitartikel unter dem Titel:„Ein sozialdemokratischer Antimarxist". In diesem Artikel wird eine Arbeit des Herrn Map Schlesinger, betitelt„Die soziale Frage", die dieser in der„Volks- bibliothek" veröffentlichte, besprochen und in dieser Besprechung behauptet, der Vorstand der sozialdemokratischen Fraktion stehe hinter diesem Unternehmen. Darauf habe ich zu erklären, daß die„Volksbibliothek" ein von Herrn Bruno Geifer gegründetes Privatunternehmen ist und der Vorstand der sozialdemokratischen Fraktion i n g a r keiner Beziehung zu derselben steht. Die übrigen schiefen und unrichtigen Urtheile, die der Ar- tikel enthält, will ich uneiörterl lassen. Nur eine Behauptung sei noch berichtigt. Herr Max Schlesinger, der Verfasser der erwähnten Arbeit, gehört nicht zur sozialdemokratischen Partei, es fallen also auch alle Kombinationen, welche der Artikel der „Kreuzzeitung" an diese Voraussetzung knüpft, in sich zu- sammcn. DreSden-Plauen, den 19. September 1889. A. Bebel. Novrcsjrcmvenzim. Hamburg, 18. Septbr. Unsere„Hamburg. Nachr.", das Organ des Kaurmanns- und behäbigen Bürgerstandes, schöpften bekanntlich schon seit Jahren ihren Theil polnischer Weisheit aus offiziöser Quelle und beziehen gewisse Sorte von Leit- artikeln fix und fertig aus Berlin. Deshalb kann es vielleicht nicht schaden, wenn wir uns hier und da einen oder den an- deren solchen Artikel etwas näher betrachten, nicht etwa, um etwas Neues zu erfahren oder daraus zu lernen, sondern um immer wieder die Art und Weise der Gesinnung UNS nor Augen zu führen, welche sich hier offenbart. Vor einigen Tagen brachten die„Hamb. Nachr." einen Artikel, betitelt:„Die sozia- listisch-demokratische Agitation", in welchem zunächst daraufhin- gewielen w>rd, daß die sozialistisch- demokratische Koalition in der Presse ihre Operationen für die bevorstehende Reichstags- Wahlkampagne bereits seit geraumer Zeit begonnen hat. Dann heißt es wörtlich: „Es gilt für die Sozialdemokraten und ihre Freunde im Lager der Demokiatie nicht nur den seitherigen Besitzstand aufrecht zu erhalten, sondern auch neue Elemente für den revo- lutionären, internationalen Gedanken zu gewinnen. Denn zwischen diesem und der deutschen Sozialreform soll der Kampf namentlich ausgefochten werden; das hat der Pariser..Arbeiter"- Kongreß deutlich genug erklärt. Dort ist die Weisung ausgegeben worden, mit äußer st em Nachdruck das Werk der Aufreizung fortzusetzen." Daß aerade die Ruhe, Mäßigung und die Würde der deutschen Arbeiterdelegirten auf den Pariser Kongreß maßgebend eingewirkt hat, das existirt für den Artikclschreiber der„Ham- burger Nachrichten" nicht, er lügt sein Publikum an; die deutsche Arbeiterpartei ficht ihre Aufaaoe nur in dem mit äußerstem Nachdruck betriebenen Werke der Aufreizung! Als ob das Werk der Aufreizur g nicht das Sozialistengesetz und der kleine Be- lagerungSzustand, die Zucker-, Kohlen- und Schweinezüchter- ringe selber besorgten, von der willkürlichen Vernichtung des Versammlungsrechtes in vielen Gegenden Teutschlands gar Freunde bestahlen mich, die Geistlichen verhöhnten mich, und ich habe die Menschen deshalb doch nicht gehaßt; ich lebe hier am Pfade der Fremden und Flüchtlinge, und ich labe, pflege und heile, wer seine Zuflucht zu mir nimmt und schlafe bei offenen Thüren, Winter und Sommer; ich fürchte mich nicht vor schlechten Menschen. O mein Herr, ich bin keine Heidin." „Ei was für unnützes Zeug Du durcheinander zu faseln weißt, Du zungendrescheriges Weib. Nicht darum habe ich Dich gefragt, sondern ich frage Dich nach dem Manne, der hier m Deiner Hütte wohnt, ob er ein Rechtgläubiger oder ein Ketzer? Und warum Dein Kind noch nicht getauft ist? ES ist unmöglich, daß Du den Namen dieses Menschen nicht kennen solltest." „Ja, sei es. Ich will nicht lügen. Ich kenne seinen Namen, aber sonst nichts. Auch sein Leben kann Geheimnisse haben, wie auch das meinige sie hatte. Meine Geheimnisse habe rch ihm gesagt, nach den seinigen habe ich nie geforscht. Er mag gewichtige Gründe haben, sie geheim zu halten. Ich kenne ihn aber als einen gutherzigen, rechtschaffenen Men- sehen und hege keinen Argwohn gegen ihn. Es waren Men- schen und gute Freunde, die mir alles nahmen, adelige und hochgestellte Herren; sie ließen mir nichts, als mein kleines weinendes Kind. Ich habe daS kleine Kind aufgezogen, und als es mein einziger Schatz, mein Leben, mein alles war, gab ich es einem Manne, von dem ich nichts weiß, als daß er es liebt und von ihm geliebt wird. Ist das nicht ein fester Glaube an Gott?" „Schwatze mir nicht von Deinem Glauben. Für einen solchen Glauben hat man die Hexen in den guten alten Zeiten auf den Scheiterhaufen gebracht und verbrannt in der ganzen christlichen Welt." „Ein Glück, daß ich diese Insel kraft eines türkischen FermanS besitze." „Kraft eines türkischen Fmnans?" rief erstaunt der Dcchant;„und wer hat Dir diesen Ferman überbracht?" „Derselbe Mann, dessen Name Du von mir nicht er- fahren wirst." „Ich werde ihn aber auf der Stelle erfahren. Und nicht zu reden! Was hat ausieizender wirken können in der ' letzten Zeit, als die Schüsse und Bajonettstiche, welche un- schuldige Menschen, in den rheinischen Kohlengrubenbezirken zum Opfer fielen und die vielen Jahre Zuchthausstrafe, zu welcher bisher unbescholtene junge Leute veruriheilt wurden, weil sie sich während des Bcrgardciterstrciks zu Tumulten ver- leiten ließen? Den„Hamb. Nachrichten" zufolge leben wir in einer Art von ParadreS. denn in dem Artikel heißt es: „Jeder, der sich in Arbeiterkreifen umzusehen Veranlassung hat, wird bestätigen, daß im Großen und Ganzen sowohl die Arbeitsgelegenheit als der Arbeitsverdienst in Deutschland einer aussteigenden Richtung folgt und daß, wo gleichwohl wirthschafllich nicht ganz befriedigende Verhältnisse vorkommen, dies fast regelmäßig darin seine Erklärung findet, daß die Ansprüche der Leute an Lebenshaltung und Lebensgenuß in weit rascherem Tempo sich steigern, als das Erträgniß der geleisteten Arbeit. Auch hierfür muß einzig und allein das sozialdemokratische Agitatorenthum verantwortlich gemacht werden, welches Ein- fachheit, Bedürsnißlofigkeit, Sparsamkeit als altmodische Dinge bei Seite schiebt und in unausgesetzter Vermehrung der Be- dürfnisse die Summe aller volkSwüthschaftlichen Weisheit erkennt." Dieses darzuthun wäre eine dankbare Aufgabe der kleinen auch in die Arberlerkreise dringenden Lokalpresse. „Denn was nützen die gründlichsten Widerlegungen der sozialistischen Irrlehren in der großen politischen TageSvresse, welche höchstens von den Führern, nicht aber von der Masse der Arbeiter gelesen wird? Damit die Weisheit der„Hamb. Nachr." nicht spurlos verloren gehe, denn sie rechnen sich doch jedenfalls zur großen politischen TageSpresse, haben wir uns in Gegenwärtigem mit diesem ihrem Artikel beschäftigt. Damit aber ein Jeder sieht, wohin derselbe steuert, sei auch noch der Schluß hier mitgetheilt, in welchem sich die ganze noble Gesinnung des ösfiziöfen Nach- richtenschreibers offenbart: „Es wäre dringend zu wünschen, daß die öffentliche Mei- nung sich mehr gewöhnte, ihre Vorstellungen von der wirth- schastlichen Lage des sog.„kleinen Mannes" nach dem Aus- weise positiver ErfahruagSthatsachen, die jeder tagtäglich auf ihre Richtigkeit kontroliren kann, zu reaulircn, stall nach den Angaben„volkSihümlicher" Blätter. Wenn es möglich wäre, diesen letzteren ihr gemeingefährlicheS Handwerk gänzlich zu legen oder auch nur ge- nügend zu beschränken, der Erfolg würde alsbald in Gestalt eines merklichen Nachlassens der sozialen Spannung zu Tage treten. Jedenfalls bildet das gewerbsmäßige Agitalorenthum nach wie vor das schwerste Hindemiß des Ausgleichs und der Versöhnung; es erblickt in der Erweiterung und Vertiefung der unser öffentliches Leben zerklüffenden Gegensätze seine einzige Aufgabe. Das wäre doch im Auge zu behalten." Ja, das wäre im Auge zu behalten. Die„gründlichen Widerlegungen(?) der sozialistischen Irrlehren in der großen politischen TageSpresse helfen nicht. Auf die Wirkung der kleinen aus der Repttlienquelle gespeisten Lokalpresse ist auch kein gründlicher Verlaß, also— gänzliche Unterdrückung der volksthümlichen Presse! Das ist der innerste Herzenswunsch des Leuartikelschreibers der„Hamburger Nachrichten". Ob dieser Wunsch nicht auch„böher hinauf" innig gctheilt wird? Wer werß, welche Ucberraschungen uns die letzte Session des Reichs- tages noch bringen mag! Unterdrückung der gesammten volks- thümlichen Presse. Das ist natürlich nicht nur allein auf die Arbeiterpresse gemünzt! Dann könnte natürlich die kapitalistische Kartellpresse ihre Harmonieschalmei gemüihlich und ungestört weiter dudeln. Ob aber eine solche Unterdrückung der öffent- Wjtti Meinung nicht"am Ende die austeizende Agitation sein würde, welche es bisher gegeben hat? Wslikiftihs Aeberflxhk. Wir lesen in der„Züricher Past": Einige Blätter kommen auf den Prozeß Aitenhofer-Conzelt zu sprechen, von welchem in der üblichen Weise angekündigt worden war, daß er wichtige Enthüllungen über die Sozialdemokratie bringen werde, der nun aber wegen der Enthüllungen, die er brachte, für den Kläger selbst einen besonders ungünstigen Ausgang genommen bat. Diesen Eindruck abzuschwächen, wird ge- schrieben, daß manche Aufschlüsse nicht haben ertheilt werden können, weil der Bundesrath ablehnte, über die Thäligkcit AttenhoferS„in der anarchistifch-sozialistischen Angelegenheit" eine Erklärung abzugeben und es soll derart Attenhofer sogar mit dem Namen des BundrsratheS gedeckt werden... Wir beschäftigen uns, wie man weiß, mit her Persönlich- keit AlienhoscrS möglichst wenig, von dem Prozeß Attenhofer gegen Conzett aber mußten wir Angesichts des Verlaufs des- selben Notiz nehmen, und was die genannten BeschönigungS- versuche betrefft, so sieht ihnen Jedermann ihre Verlegen- heit an. Zweierlei, was die SchwurgerichiSoerhandlungen zu Tage förderten, war freilich höchst bemerkenSwerth: 1. die Ange- zwar auf summarischem Wege. Ich rufe den Sakristan herein und den Kirchendiener, lasse die Bettstatt sammt Dir wegschieben, und gehe zur Thüre hinein; es ist ja kein Schloß daran." Timar hörte im Nebenzimmer jedes Wort. Das Blut drängte sich ihm zu Kopf bei dem Gedanken, der kirchliche Würdenträger werde jetzt hereintreten und ausrufen:„Ah, Sie sind es, königlicher Rath, Herr Michael von Leve- tinczy!" Der Dechant öffnete die Thür ins Vorhaus und rief seine beiden stämmigen Begleiter herein. Therese zog in ihrer Bedrängniß den bunten türkischen Tcppich, der ihr als Bettdecke diente über die Brust.„Mein Herr", sagte sie in flehendem Tone zum Dechanten,„hören Sie nur noch ein Wort von mir, um sich von der Stärke meines Glaubens und davon zu überzeugen, daß ich keine Heidin bin. Sehen sie, dieser Woll-Teppich, mit dem ich mich zudecke, ist von Brussa. Ein durchreisender Palikare hat ihn mir kürzlich von dort gebracht und mir zum Geschenk gemacht. Nun, sehen Sie, so groß ist mein Gottvertrauen, daß ich mich jede Nacht mit diesem Teppich zudecke, und doch ist es bekannt, daß in Brussa seit vier Wochen die orientalische Pest wüthet. Wer von Euch hat ein so starkes Gottvertrauen und wagt es dies Bett zu berühren?" Als sie um sich blickte, war Niemand mehr da, der ihr hätte antworten können. Bei der Entdeckung, daß der Woll- teppich aus Brussa sei, wo jetzt die Pest grassirt, waren sie Alle, Einer hinter dem Anderen, zur Hütte hinausgerannt, dem Teufel und der Hölle die ganze einsame Insel und ihre dem Tode geweihten Bewohner zur Beute lassend. Die verrufene Insel war jetzt noch um ein böses Gerücht reicher geworden, welches die Menschen, denen ihr Leben lieb war, von ihr fern hielt. Therese ließ die im Stübchen Verborgenen heraus. Timar küßte ihr die Hand und sagte zu ihr:„Mutter!" „Mein Sohn!" flüsterte Therese leise und sah ihm tief in die Augen. Mit diesem Blick sagte sie ihm: „Erinnere Dich an das, was Du in dieser Stunde gehört hast." legenheit der gefälschten(erfundenen) chisscirten Depesche unl> 2. die Veröffentlichung eines Schreibens de§ eidgenosmäen Justizdepartements an Attenhofer durch dessen Anwalt. Talxl spielen die Daten eine große Rolle. Wir geben im den die kurze Chronologie der Vorgänge aus der betreffenden Z-itperiode. 10. Dezember 1887. v. Ehrenberg(der Zeug« Atlcnhoffi- im Prozeß gegen Krüger) entweiebt nach längerer Haff aus dem Selnau, stiebt angeblich nack Oesterreich, geht nach Paris und stellt sich nachher, wie am 28. Dezember ein Telegramm der „Franks. Ztg." meldet, der Staatsanwaltschaft in Freiburg i. BN' die ihn der Militärbehörde überliefert. 28. Januar 1888. Der Bundesrath beschließt die L-ndeS- Verweisung v. Effenberg's, Schoopen's und Genossen wegen anarchistischer Umtriebe/ 12. Februar 1888. Attenhofcr'S„Stadtbote" veröffentlicht folgende Notiz: „Wer hat die Dummheit begangen, folgende chiff- rirte Depesche oder auch Korrespondenz nach Zürich zu senden: „s. p. v. h. v. d. f. t. g. f. d. m. jr. w. i.*. 0- t. J. z. p. c. d. a. x. s. g. f.{ y, p. t. b. z. t>. f.*• t. i. I. f. p. s. w. f. n. I. h. t. c. h. n. p m.? d. n. w. b. y. o. p. p. d. f. d. k. b. t. a. a. b. w. d. e- b. p. b. x. n, s. I. s. k. f. w. t. s. u.». ö.'' d. x- v. „Diese Depesche lautet in ehrliches„Züritütsch" über- setzt:, „Motteler soll Ehrenberg- Papiere sofort hierher fi«s den mit Beglaubigung von Polizeihauptmann sür gc- treue Abschrift." BP Der Schlüssel zu obiger Quadratschrift he>N heute„Sabor": morgen vielleicht Curti? „He,„Wolfbach",(Wohno.t MotlelerS) he! heißt der Mann, an den diese Depesche oder Korrespou- denz adresfirt war und wie der Absender?"... 15. Februar 1888. An die„Züricher Post" rich«" Julius Motteler, Gerant des„Sozialdemokraten", folgend Zuschrift: Der„Stadtbote" vom 12. Februar bringt in Nummer 7 eine Notiz, die von einer chiffrirten pcsche spricht und erwähnt dabei den Namen des Unter« zeichneten. Ich erkläre hierauf: Weder mir noch irgend eine« meiner Freunde hier ist eine ähnliche Depesche ober Korrespondenz zugekommen. Von meinen Freund«« in Deutschland kann Derartiges nicht herrühren, du wir überhaupt nicht chiffcirt depeschiren oder korresp«" diren. Es muß eine Fälschung vorliegen, deren Zweck S® Genüge aus dem Inhalt und der Äit der Verbreitung hervorgeht. Bebörvlich festgestellt zu sehen, wie un« wann diese Fälschung enstanden ist, dürfte im aW' meinen Interesse sein. Hottingen, 12. Februar. Julius Motteler. 14. März 1888. Attenhofer schreibt einen Brief an dt« Bundespräsidenten Hertenstein, worin er dem Bundesrath cin� Ehrenberg'sche Broschüre übermittelt und behauptet, daß Hau»� mann von Ehrenberg von dem deutschen Reichskanzleromte de« Auftrag besitze, ein Memorial auszuarbeiten über die anar- chistischen und sozialistischen Umtriebe in der Schweiz w'" speziell in Zürich." 17. März 1888. Da§ Justiz- und Polizeidcpartewefj schreibt an Attenhofer, Herr Bundespräsident Hcrtenstein 6«� .'fw....twi....B**"'..„..re»v-rerN*■■..h' ' V» v».»»•0>v»v| w*» k-1.«luv „Wir gestehen) daß es uns schwer fällt, einem solch«« Gerüchte Glauben zu schenken. Da Sie jedoch blifüge«- daß Sie diese Nachricht aus allersicherster Quelle de« sitzen und bereit feien, die Beweise dafür vorzulegen, so könre« wir nichts besseres thun, als Ihr Anerbieten anzunedwe«- Wir ersuchen Sie daher, uns möglichst genaue � AuSfu«'1 über die Beweise, die Sie uns anbieten, gefälligst mittheile« zu wollen; wir werden Sie unter bester Verdankung entgegen« nehmen." 4. Seotember 1889. Im Prozeß Attenhofer gegen Eon«'" erklärt Aitenhofer, daß er jene gefälschte Depesche im„Stadt' boten" vom 12. Februar 1888 von Ehrenberg erhalten had«- Herr Advokat Ulrich, der Anwalt Attenbofers, verliest jenen Brief des Justizdepartements vom 17. März 1888, nach weichet« Attenhofer Ehrenberg und das Reichskanzleramt in Ber« dcnunzirt hat.„Wir befitzen", füat Herr Ulrich hinzu,„ro« ein ganzes AklenfaSzikel ähnlicher Briefe"(aus dem Bunde-' rathsbauS). Wie kommt es nun, fragt man sich, daß Attenhofer oo« Ehrenberg am 12. Februar noch eine Einsendung annahm und daraus zur Verdächtigung politischer Gegner Kapital schlu?' während Ehrenberg schon am 28. Januar vom Bundesrath»'S Anarchist ausgewiesen und am 10. Dezember 1887 gefloh«« war? Stand es einem schweizerischen Offizier(!) an, eine« solchen und so intimen Umgang zu pflegen? Und wie kommt es, daß Attenhofer bald darauf im Marl Und nun wird es Zeit sein, sich reisefertig zu machen- Therese sprach von ihrem herannahenden Tode immer nur wie von einer Reise. Auf Timars und Noemis Arm gestützt, ließ sie siüt hinausführen auf das schöne ebene Feld und wählte sich dort die Stelle aus, an der sie begraben sein wollte. „Hier in der Mitte dieses Feldes!" sagte sie zu Timar, ihm das Grabscheit aus der Hand nehmend und das läng' liche Viereck damit abgrenzend.„Dem Dodi hast Du sckon ein Haus hergerichtet, richte mir jetzt auch meines her. Und dann werft keinen Hügel über mein Grab auf, setzt auch kein Kreuz darauf, pflanzt auch weder Baum noch Strauch dahin. Bedeckt diesen Platz wieder hübsch mit frischem Rasen. Er sei gleich mit dem übrigen Feld. Ich wünsch« es so. Ich will nicht, daß Jemand, wenn er freudig g«* stimmt ist, aus meinen Grabhügel stoße und traurig werde. Eines Abends entschlief sie, um nicht mehr zu erwachen- Sie begruben sie so, wie sie gewünscht hatte. Sie hüllten sie in ein schönes weißes Leinen und betteten ihr dort unten ein Lager aus aromatischen Nußbaumblättern. Und dann machten sie das Grab dem Boden gleich und bedeckten es mit frischem Rasen, so daß der Platz aussah wie früher- Als dann am anderen Morgen Timar und Noemi, den kleinen Dodi an der Hand führend, hinausgingen aufs Feld, war auf der ebenen Fläche kein Zeichen zu sehen. Di« herbstlichen Spinnenfäden hatten sie, wie das übrige Feld, mit einem silbernen Bahrtuch überzogen, und auf dem silbernen Bahrtuch glänzten wie Millarden Diamanten di« herbstlichen Thautropfen im Sonnenschein. Aber mitten auf dieser silberdurchwirkten grünen Eben« fanden sie dennoch den Ort. Almira ging voraus. Ä.« einer Stelle streckte sie sich aus und legte den Kopf auf di« Erde. Dort war der Ort. Timar aber dachte darüber nach, daß mit diesiM Grabe hier auch ihm jetzt die Welt verschlossen ist. Au? er muß sich zur Reise anschicken. Entweder„dahin" od«� „dorthm". (Fortsetzung folgt.) sich sich wx, ag° boa In» luch lnd . o. . C b. K .'.r. . w.>- Orlens! cm zu Handcn dcs BundcSraih den Edrenderg gleich das deuilde Nrichekanzlcrcmt denunzirte? Nack 'wer Notiz der„Züricher Post" aus dcm Dezember 1887 ?Me sich Attenbofer allerdings bereits nach der Flucht Ehren- �*e Züricher Polizei Heranaemacht, um seinen Prozeß- Mgen Ehrknberg nachträglich als Spitzel darzustellen. Aber dem so, weshalb nahm er später von ihm noch eine Ein- gefälschte chiffrirte Depesche, auf? Ferner: Wann »Ahrenberg Attenbofer die betreffende Mittheilung gemacht? , es vor der Verhaftung und Flucht, warum tbeilte sie In t!0 n'1�' damals schon mit, sondern behielt sie Monate Jlll bei sich? Geschah eS nach der Landesverweisung, wie °nnen wir es uns erklären, daß Attenhofer mit Ehrenberg noch v eng verbunden war, um von ihm eine derart wichtige Mit- lhnlung zu erlangen? Freilich gäbe es noch andere Annahmen, nämlick, daß tw'rn rg nicht Verfasser der gefälschten Depesche und daß die sin?""�efiratf) gemachte Mittheilung Atter hofer'S eine Er- wäre. Beides aber würde Attenhofer wegen falscher «lagen belasten und diese Annohmen sind also nicht erlaubt, NhV? auch wahr ist, daß beispielsweise die Auslassungen uenhofer's über demokratische Persönlichkeiten Zürichs jede �-oche neue Ersindungen enthalten. � Zur Charakteristik der Zustände mag es beitragen, daß rtoA so'urS)uvor, ehe er sich berufen füblte, jenen Brief «y Bern zu schreiben, im Gefängniß gesessen hat. Er war »m-m �cm nllich wegen Vcrläumdung vom Obergericht zu '.�.Wochen Gefängniß und(in letzter Instanz vom Bundes- ft1 vU 1500 Sr- Entschädigung veruriheilt worden. ; Endlich liegt eine merkwürdige Ironie in dem Wider- daß AttenhoferS„Stadtbote" von der„Norddeutschen ..g�weinen Zeitung" gegen die Politik des BundeSratheS ins �» geführt worden ist und daß der„Stadtbote" ein Bom- ul Jj*;■>*■ l u u hjul um»f» vv»y% �enattentat m Zürich, welches gegen Zaren geplant� sei, Entdeckte, den deutschen Kaiser und gepiani«ei, cniutuic, während der Bundesrath mverseits von demselben Manne eine Denunziation gegen das "nUsche Reichskanzleramt erhielt. .. Änaesichts aller dieser Dinge begreifen wir die Neugierde -swaer Blätter nach Aufklärungen!?... Auch wir zweifeln b, mrQn' ka6 das Akten faszikel, auf welches der Verthei- lger Attenhofer« in extremis sich berief, sehr werthvollcS Ma- -'as enthält. Schon das wenige Gebotene war von pikante- «rt. In Zürich müßte es manchen Ehrenmann, zumal fiz r e Polizeibehörden interessiren, zu wissen, was Attenhofer r..üo nach Bern schrieb. Und das Land hätte aus Gründen ? öffentlichen Sicherheit ein Recht, in dieser Sache uv po' p» diluce, noch erwaS mehr Licht zu verlangen! , Die Freisinnigen«nd die nächsten Reichvtagswah- In der freisinnigen Presse lebt die Diskussion üver das „Ehalten der f> eisinnigen Partei bei Stichwahlen wieder auf, Ud zwzr liefert sie ein Bild völliger Haltlofiakeit, Verlegen- bn!! Angst. Aus Anlaß der Wahlen in Celle und Melle jwt�der Abgeordnete Barth in der„Nation" ausgeführt, daß p Freisinnigen, wo sie zwischen einem Kartellkanoidatcn und leü� Oppositionsmann den Ausschlag geben, überall für den |.eten zu stimmen hätten. In einer Korrespondenz der ii& Ml. Ztg." wurde nun unlängst, bereits mit aktuellerer Be- Mung auf nächsten Reichstagswahlen, gleichfalls den D�lsinnigen empfohlen, bei Stichwahlen die Kandidaten der Sozialdemokratie unterstützen, mit folgender Be- Mndung: Kartell und Freisinn stimmen im Par- �nrente durchweg gegen einander, die Wahl eines Kar- �umannes ncutralisirt also ein freisinniges Reichstage- Mndat; dagegen stimmt der Sozialdemokrat durchweg gleich «nn Freisinnigen in der Opposition, ohne daß doch die Sozial- cniokratie.d/p Verwirklickuna ihrer svezisisch sozialdemokratischen Ziele durch die Wahl einiger weiterer Sozialdemokraten in den ?tiichstag um einen Schritt näher rückt." Diese Begründung fit vom freisinnigen Standpunkte— wofern dieser ein fester . l— jedenfalls streng logisch; im übrigen denken wir nicht "oran, das Verhalten der Freifinnigen irgend beeinflussen zu sollen. Die freifinnige Presse offenbart nun aber in ihrer ?Mungnahme zu dem Rathe der„Bresl. Ztg." eine voll- »andige Haltlosigkeit. Der Abg. Alexander Meyer, welchem vton als dem ständigen Korrespondenten der„BreSl. Ztg." Ifnen Artikel zugeschrieben hatte, erklärt diese Annahme für un- s'chtig und fügt hinzu: da nach seiner Meinung die Wähler och selbstständig entscheiden müßten, so habe es ihm ja nicht n den Sinn kommen können, die ihm untergeschobene Parole �zugeben. Trotz der absichtlichen Unklarheit dieser Erklärung so deutlich, daß Herr Meyer eS mit den National- "beralen nicht verderben will. Das Organ, welches m.�ur Veröffentlichung seiner Erklärung wählt, die ?Poss. Ztg.", wirft sich den Nationalliberalen Tag für Tag an ®�u Hals und liefert damit ein ästhetisch geradezu unan- Dehmes Bild. Immerhin könnte man lagen, daß in der «Voss. Ztg.", deren Haupteigenlhümer ein Nationalliberaler ist und die gewissermaßen die Brücke vom Freisinn zum National- LdecaliSmuS schlägt, nicht der Standpunkt der freisinnigen Partei zum Ausdruck komme. Aber auch Herrn Eugen Richter's ssanz deutfchfreisinniger Zeitung liegt blas daran, alle Gutge- unnten erfahren zu lassen, daß jenem schrecklichen Rothe in der DUrs rtmtjl mit» Lebon. Eine Strafpredigt«nd ihr» Folgen. Folgende amüsante Geschichte hat sich, wie aus London geschrieben wird, meser Tage in dem fashionablen Seebad Atlantic City im {ssoot New Jersey zugetragen. Der Ehrwürden Nathaniel Psilkins ging am Sonntag am Ufer spazieren; er war wie ge- Wohnlich in theureS schwarzes Tuch mit fehlerlosem klerikalem schnitt gehüllt und seinen Hals zierte eine schneeweiße Halsende, während ein funkelnagelneuer zehn Dollar-Seidenhut 'e»ie Locken bedeckte. Er hatte, wie fein Anzug aller Welt ®arthat, sehr genaue Begriffe darüber, was ein sündiger Mensch jenem Körper schuldig ist. Kein Wunder, daß er, am Fuß der ArkansaS-Avenue angelangt, in nicht geringe Auf- �gung gerieth, als er zwei junge Damen neben den �adehäusern in ihrem Badekostüm auf dem Strand liegen And einander mit Sand bewerfen sah. Mit feierlichem Antlitz und ernsthaftem Faltenwurf trat der Ehrwllrden auf die jungen Mädchen zu, nahe genug, um sich von der Mangelhaflig- Ait ihres Anzuges zu überzeugen, und hielt ihnen eine scharfe Predigt. Während der Prediger sich dergestalt seiner Ansichten entledigte, näherten sich unbemerkt vier athletrsche junge Männer, Melche die Mädchen eskortirt hatten und vom Schwimmen Krückkamen. Ein Wink genügte, um sich zu verständigen. Pier kräftigt Arme packten den geistlichen Herrn bei den schultern: ein wohl gezielter Schlag trieb ihm den Seidenhut Uber die Augen hinab; vier Hände hoben seine Beine in die Ksst und dann ginge im Tritt der Brandung zu, während die ?rockschöße des klerikalen Rockes wie Segel im Winde sich auf- Mahlen. Sobald den vier Männern das Wasser bis zum Gürtel reichte, wurde die geistliche Last vier bis fünf Mal unter- Nrtaucht, dann fein säuberlich ans Ufer zurückgetragen und im mnen Sande gerollt. Es wird behauptet, daß als Strafe für .Mesen Frevel Atlantic City kürzlich während eines Orkans über- 'chwemmt worden ist. . Eine« fast Kergestenen. der doch einmal eine Zeitlang fer meistbesprochene sozialphilosophische Schriftsteller in Deutsch. 'and gewesen, ruft nachstehender Aufruf in die Erinnerung Krück:„Im Jahre 1845 erschien„Der Einzige und fein Jä'genthum" von Max Stirner(Kaspar Schmidt, 1806—1856). Aach leben Viele, welche sich erinnern, welches Aufsehen dieses PKrk zu jener Zeit erregte und gewiß noch Manche, welche m>t seinem Verfasser in entferntere oder nähere Berührung ge- „Biesl. Ztg." der harmlose Meyer ganz fern und der kluge Richter noch ferner stehe. Herr Dr. Bmth wird damit deSavouirt und die linksstehenden Organe, welche für die Unterstützung der Sozialdemokratie in Suchwahlen eintreten, bleiben ganz ver- einzclt. In der That taxiren aber Richter und Meyer die ver- sckicdene Wirkung der einen oder der anderen Taktik auf das Wahlergedniß richtiger, als es diese linksstehenden Organe lhun. Die Freisinnigen können nur durch die Unterstützung von rechts eine gewisse Zahl von Mandaten noch behaupten; und was sind für Herrn Richter Grundsätze, wenn einige Mandate in Frage kommen? ES ist also die pure Angst, warum man jetzt gegen die sonst so geschmähten Nationalliberalen höflich wird. Mit dem Gifer der IleubeKehrten haben die ZlationaUiberale« bei der Berathung der sozialpolitischen Gesetze der letzten Jahre vergessen zu machen gesucht, daß sie selbst noch vor fünf Jahren— man denke nur an die Frage der Haftpflicht und der Unfallversicherung— auf demselben Standpunkte sich befanden, wie damals die Freisinnigen, auf einem Standpunkte, der heute nur noch durch wenige Frei- finnige vertreten wird und den die Nationalliberalen jetzt selbst am eifrigsten als manchesterlich zu bekämpfen lieben. Ihre Arbeitersreundlichkeit ist wirklich sehr jungen Datums. Sie sind auch darin nur dem guten Beispiele und dem Drängen des Herm Reichskanzlers gefolgt. Sie gehen genau so weit, wie er und machen Halt, wo er Halt mackt. In der Frage des Arbeiterschutzes Intt dies deutlich zu Tage; die Gegner der im Reichstage gestellten Anträge finden sich hauptsächlich unter den Nationalliberalen. Es liegt dafür jetzt auch ein dokumentarischer Beweis vor. Der Geschäftsführer des „Zentralverbandes deutscher Industrieller", der hauptsächlich aus nationalliberalen Größen besteht, druckt in einem Zirkular, welches der„Germania" bekannt geworden ist, sein Bedauern über die Arbeiterschutzanträge aus und schreibt:„Es ist be- sonders hervorzuheben, daß die überaus weitgehenden Forde- rungen der Sozialdemokratie in Bezug auf die Arbeiterschutz- gesetzgebung von den fast einmüthigsten Bestrebungenfdcs Reichs- tages in bedenklicher Weise unterstützt werden." Gleich- zeitig wird bekannt, daß der Verein„zur Wahrung der ge- meinfamen wirthschaftlichen Interessen m Rheinland und West- falen", den man auch thatsächlich als einen nationalliberalen bezeichnen kann, in einer Eingabe an den Düsseldorfer Regie- rungspräsidenten dem Wunsche Ausdruck gegeben hat, daß auf dem Gebiete der sozialpolitischen Gesetzgebung nunmehr eine Ruhepause eintreten möge, nicht nur, weil man heute noch gar nicht wissen könne, ob die Industrie die auferlegten Lasten auf die Dauer zu tragen im Stande sein werde; sondern auch weil die Gefahr nahe liege, daß der Arbeiter schließlich jedes Ge- fühl der eigenen Verantwortlichkeit verlieren werde, wenn man ihm die Notbwendigkeit zur Bethätigung derselben entziehe. Das ist eine Ansicht, die sich seltsam im Munde von Leutm ausnimmt, welche Anderen ihre manchesterlichen Bedenken vor- zuwerfen pflegen. Man erfährt auf diese Weise von neuem, was man schon wußte, die Herren sind Sozialpolitiker wider Willen. Sie würden es nie ohne den Reichskanzler geworden sein und sind es nur so weit und so lange dieser es will. Als in der letzten Session die Frage auftauchte, ob es nicht besser fei, die Jnvaliditäts- und Altersversicherung als noch nicht spruchreif zu vertagen, erklärte ein bekannter nationalliberaler Führer:„Sie muß in dieser Session fertig werden; denn wird sie erst einmal vertagt, so kommt sie nie wieder zu Stande, weil sich in unseren besitzenden Klassen eine starke Reaktion xgen die sozialpolitische Gesetzgebung vorbereitet.„Der Herr at Recht gehabt." Er kannte seine Leute. Der Reichshaushaltsplan für 1390/91 soll eine Er- weitcmn� des Stalrstischen Amtes vorsehen, da nach Einsüh- rung der Statistik der Krankenkassen des Verkehrs der subventionirten deutschen Postdampfer, besonders aber durch den Zollanschluß von Bremen, Hamburg und einiger preußischer und oldenburgischer Gebietsthcile die vorhandenen Kräfte zur Erledigung der Geschäfte nicht mehr ausreichen. Ferner soll darin eine Forderung enthalten sein als Zuschuß zu den Kosten des im nächsten Jahre in Berlin stattfindenden zehnten inter- nationalen medizinischen Kongresses. Die Dechtsfähiglreit der deutsch-ostafri iranischen Gesellschaft. Der Reichsanzeiger veröffentlicht die Verleihung der Fähigkeit, Eigenthum und andere Rechte zu erwerben, Ver- bindiichkerten einzugehen u. f. w. an die deutsch-ostafcikanische Gesellschaft auf Grund des Gesetzes vom 15. März 1888. Trotzdem in Gst- und Mestprentzen an der russischen Grenze schon seit Jahren ein Schweine-Emfuhrverbot besteht, ist dort die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und greift schnell um sich. In Westpreußen erstreckt sie sich auf die Kreise Graudenz, Briefen und Strasburg. Aus Ostpreußen wird ihr Austreten in größcrem Umfange aus den Kreisen Allen stein und Pr.-Holland gemeldet. Das Einfuhrverbot hat also die Seuche nicht ferngehalten, ja es hat sie vielleicht herbeigezogen, da der Schmuggel ein sehr umfangreicher ist und die gepaschten Schweine natürlich jeder thierärzillchen Konlrole entzogen wer- den. Der amrliche Bericht über die Straffälle im Jahre 1886/87 ergiebt, daß in den ostpreußischen Grenzbezirken 3885 eingeschmuggelte Schweine beschlagnahmt worden sind, woraus kommen sind. Alle diese bitte ich, mir aus ihren Erinnerungen mitzutheilen, was sie über Max Slirner wissen. Vor allem ersuche ich jene, welche sich noch im Besitze von Handschriften, Briefen oder Bildern Slrrner's befinden, mir solche für eine kurze Zeil freundlichst zur Verfügung stellen zu wollen. Ich werde mich, auch durch die kleinste Mittheilung, mag sie sich nun auf die Person oder die Werke Stirner's beziehen, zu Dank verpflichtet fühlen. John Henry Mackay, zur Zeit Saarbrücken, Rheinprovinz, Herrengartenstraße 4." zirber die Forschungsreise in da» europäische Eismeer, welche Dr. Kükenthal und Dr. Walter im Auftrage der geographischen Gesellschaft in Bremen unternommen haben, veröffentlicht die„Weserzeitung" vorläufige Berichte von Dr. Kükenthal, denen wir das Nachfolgende entnehmen. Die Forschungsreisenden waren vom 29. Mai bis 8. Juni in der Whalespoinlbucht eingecist. Als sie wieder ihre Reise fortsetzen konnten, wurde ihr Schiff vor den Riffen in der Deewiebai wrack, und die Forscher mußten über treibende EiSmassen hinweg das Land, eine kleine Insel, aufsuchen. Die Insel war noch fast ganz schneebedeckt; an lebenden Wesen fanden sich nur einige Eisbären, viele Eidervögel und Gänse. Nach wenigen Tagen schon wurden die Reisenden von anderen Schiffen aufgefunden und konnten mit der Nacht „Cecile Malene" vonl Tromsö ihre Fahrt fortsetzen. Nach achttägiger Fahrt bereits war die Unicorebai erreicht, und eS konnte an einer der nach Ost vorgeschobenen Bastiansinseln ge- landet werden, also an dem Schauplatz der Thätigkeit der ersten deutschen Nordpolexpeditionen von 1868. Hier waren hesonders die Eisbären sehr zahlreich. Von da aus ging die Fahrt weiter zur Ulvebai, dann die Küste des Nordostlandes entlang und vom Kap Mohn aus nach den König- Karl-Jnseln. Am 6. Juli befand sich das Schiff dicht unter der Süd- und Südostküste dieser Inseln. Von da aus wurde die Fahrt die Hinlogenstraße hinaus bis unter die FostcrSinseln fortgesetzt. Eine besonders genaue Untersuchung wurde der Olgastraße und ihren Küsten zu Theil, und in diesem noch unerforschten Meere beionderS die Tiefverhältnisse geprüft. Die größte Tiefe von 266 Metern fand sich südlich von den König-KarlS-Jnseln, 6 Meilen vom Ostkap derselben. Von Wichtigkeit ist die Ent- deckung eines starken McercSstromeS, der idie gesammte Olga- straße m der Richtung von Nord nach Süd, unter den König- Karls-Jnse'n nach Sudost abbiegend, durchströmt; von Mitte Juli bis Mitte August war derselbe außerordentlich stark. Die Oberfläche des StromwasserS hatte Ende Juni eine Mittel- 1221 Strasvcrhandlungcn und 10?8 Zollprozcssc rrwrchlen. Im folgenden Jahre stieg die Zahl der beschlagnahmten Schwee e auf 5378, die der Strafprozesse auf 1175, der Zoll- Prozesse auf 1345. Im Jahr? 1888— 89 endlich lauten dw Ziffern 5683 340 und 1741. Die eingeschmuggelten und 8c. schlagnalmten Schweine werden öffentlich versteigert. Die „Kreuz Zta." berichtet z. B., es sei in Willenbcrg eine orrß« Razzia auf Schweine, für die kein Uriprungsottest beigebreckt werden konnte, die also geschmuggelt waren, abgehalten, und dabei an einem Tage nicht weniger als 183 Schweine konfif» zirt, deren Versteigerung die\C>lmmc von 4800 M. ergab. Kann nicht durch diele geschmuggelten Thiere die Seuche ver- schleppt worden sein? Da wäre es doch gewiß richtiger, die Einfuhr freizugehen und strenge thierärztliche Untersuchung ein- treten zu lassen, wie das auch von Autoritäten auf dem Ge- biete der Thierarzneikunde empfohlen wird. In Oberschlefien ist der Schmuggel von Schweinefleisch, namentlich durch Frauen, trotz der Vergünstigung, bis 2* Kilo schwere Stücke zollfrei einzuführen, an der rusfisckerr Grenze so stark im Zunehmen, daß in den Zollämtern an der russischen Grenze Frauen zur Untersuchung der die Grenze überschreitenden Frauen angestellt werden müssen. Der Oberbürgermeister der Stadt Gleiwitz hat sich vor einigen Tagen nach Berlin begeben, um dahin zu wirken, daß die Einsuhr lebender ausländischer Schweine zur alsbaldigen Schlachtung auch nach dem Glciwitzer städtischen Schlachthause gestattet werde. Der„Oberschlesische Anzeiger" bringt nun die Mittheilung aus Gleiwitz, Herr Kreide! habe telegraphisch aus Berlin berichtet:„Die Einfuhr von Schweinen aus Galizieu auch für Gleiwitz zugesichert." Wie die„Schlcsische Zeitung" erfährt, ist es nicht ganz unmöglich, daß die bisher den städti- schen Schlachthäusern von Ratibor und Beuthcn O.-S. zuoc- standene Vergünstigung eine Ausdehnung auch auf das städtisch« Schlachthaus von Gleiwitz erfährt. Nur würde sich die Vei- pünstigung auck für Gleiwitz ausschtießlich auf die Einfuhr von Schweinen ausSteinbruch beiBudapest beziehen,während dieEin- fuhr von Schweinen aus Galizien auf jeden Fall ausgeschlossen bleiben würde. In Regierungskreisen wird der„A. Rcichs-Korr." zufolge beabsichtigt, eine Ermäßigung des Zolls für geschlachtete Sckweine eintreten zu lassen, um die Hohen Preise des Schweinefleisches zu beseitigen. Deutschland hat bekann'lich die höchsten Preise für Flcischeinsuhr, 20 Mark für den Dcppcl- zentner. Vorläufig wird man die Nachricht noch in Zweifel ziehen müssen. Die Mrhrforderungen für die Marine, von denen in den Blättern gesprochen wird, sind bereits in der Denk» schrift der Admiralität dem Reichstage vorgelegt worden. Ter diesjährige Etat beläukt sich auf 42 Millionen, der näckst- jährige dürfte 15 Millionen höher fein. Das Kop'ul „Schssfsbauten" ist'S, welches anwächst. In diesem Jahre sollen 10 418 000 M., im nächsten Jahre 30400000 M. ver- baut werden. Mehrforderunaen für das Personal sind nach offiziöser Mittheilung zunächst in größerem Umfange nicht zu erwarten. Zwicka«.„Glückauf", die hier erscheinende Bergarbeiter- zeitung, konstatirt jetzt, daß die neu herausgegebene, von Karl Schneidt, dem ehemaligen Freund Hasselmann's, rcdigirte und von Friedrich Schob in Berlin verlegte„Allgemeine deutscht Bergarbeiterzeitung" ein reines Privatunternehmen sei, und in keinerlei Beziehungen zu den vom Dorstfelder Delegirtentag be- scklossenen Äereinigungsbestrebungcn der deutschen Berg- und Hüttenarbeiter steht. Haliand. Unter den schwarzen Punkten, welche dag System der niederländischen Kolonialverwaltung im indischen Archipel ver- unstalten, ist die Opiumpacht einer der häßlichsten und fluch- würdigsten. Für die mit den dortigen Verhältnissen weniger Bekannten sei hier bemerkt, daß die Regierung da§ Opium selbst eingeführt und dasselbe den Pächtern, welche durchweg Chinesen find, zu einem festgesetzten Preise abgiebt, wofür dies« das Recht haben, Detailverkaussstellen zu errichten, jedoch nur in beschränkter, nach der Dichtheit der Bevölkerung berechneter Anzahl; die Pachtsumme, welche jährlich in die ReaierungS» lasse fließt, beträgt die enorme Summe von zwanzig Millionen. Gulden, und man begreift deshalb leicht, daß eine Abschaffung oder auch nur eine tiefer einschneidende Abänderung dieser Steuerquelle das indische Budget geradezu außer Rand und Band bringen müßte. Es hieße Wasser in einen reißenden Gießbach trogen, wollte man nur em Wort über die ents. tz« lichen Verheerungen verlieren, welche der Opiumgenuß sowohl in körperlicher wie in sittlicher Beziehung unter der ein- geborenen Bevölkerung anrichtet, und wenn der Prophet hätte voraussehen können, welche Rolle das Opium als be- rauschendes Mittel einst spielen werde, so hätte er den Gläubigen den Genuß de« Weines sicher nicht verboten. Das Hebel wäre noch einigermaßen erträglich, wenn die gesetzlichen, bei Uebertragung der Pacht vorgeschriebenen Bestimmungen von dcm chinesischen Pächter auch genau einpehalten würden, alleiu dies ist keineswegs der Fall, und es trägt auch hier wieder die Regiemng einen großen Theil der Schuld. Denn die un- temperatur von+ 1,5 0 C„ im Juli bis Mitte August-h 2,6 0 f. In der Tiefe nabm die Wasselwärme rasch ab, am 26. J-rir z.B. betrug sie mitten in der Olgastraße an der Oberfläckr« 4- 3,2 0 C., in 40 m Tiefe aber nur noch-h 0,3 0 C. Dieser Strom wurde überall und zu jeder Zeit von Nordostland an bis zu den Ryke Yse- und König-Karls-Jnseln beobachtet, nur an den flache» Küsten wurde er durch die Gezeitenströme gestört. Ende Juli erreichten die Reisenden die Ryke-Pes-Jnseln. Sie fanden dm t nur drei kleine Inseln und konstatirten, daß die auf de» Karten verzeichneten, über drei Meilen langen Inseln gar nick c vorhanden waren. Vegetation und Thierleben war hier äuß ist ärmlich; nur einige Rennthierspuren wurden gefunden. In r.iu geographischer Hinsicht ergebnißrcich war auch die Fahrt läng» der eisfreien Oftküste von Stone Foreland. Der gewallige König- Johannsgletscher, welcher den größten Theil der Südon- küste bildet, endet nicht mit Stone Foreland, sondern setzt sich weiter nach Norden und Nordwest fort, um dann plötzlich scharf westlich und westsüdwestlich umzubiegen. Er bildet dadurch den Südrand einer Bai, welche an Breite etwa der Deevicbri gleichkommt. Sich verlierende blaue Berge, welche sich an der Nort Westseite tiefer in das Land ziehen, brachten diesem Küstenstrich von Seiten der Fangsleute den Namen„Blaafjordcn"«in. Beim Näherkommen erwies sich aber, daß von einem Fjortc keine Rede ist, die Berge begrenzen ein tief einschneidend!-; Thal, die Küste selbst wird von ödem, schlammigem Flachland gebildet, welches sich bogenförmig zum Ende des König-Jobanr. aletjcherS zieht. Ein mächtiger steiler Berg von der gleichen Form, wie der Black Point der Südküste, bildet den nördliche» Thorpfeiler der neuen Bai, er liegt ein paar Meilen südvch vom Kap Henglin. Von hier au« ging die Fahrt dann wieder südwärts, am 2. September war das Land zwischen Hammc>. fest und Tromsö erreicht, und Anfang Oktober wurde die Rück- fahrt nach Bremen erwartet. Urw-Uork, 12. September. Seit einigen Tagen herrscht an der atlantischen Nordküfte ein furchtbarer O>kan. An Ut Küste von New- Jersey sind viele Schiffe gescheitert, vic.'e Menschenleben zu sind, beklagen. Unter anderem strontete der Bark„Atlanta" aus Hamburg. Der durch sden Orkan angerichtete Schaden ist ein großer. In Atlantic City ist der Eisenbahn-Verkshr an der Küste unterbrochen. natürliche und forig-setzte Steiwrung der P»chisummen zwingt den chinesischen Pächter, den Absatz von Opium so v:el wie möglich auszubeuten, und die Folge davon ist, daß die ge- deimen, von der Regierung gar nicht genehmigten Verkaufs- stellen sich in unheimlicher Weise vermehren und daß da« ent- nervende Genußmittel auch in solche Gegenden und Distrikte vorgedrungen ist, in welchen dasselbe bis dahin unbekannt ge- blieben war. Und die Regierung ist wohl oder übel ge- zwungen, hierbei ein Auge zuzudrücken, da sonst der Chinese einfach nicht bezahlen kann. Ein noch viel ärgerer Uebel- stand ist jedoch der Opiumschmuggel, der von den Pächtern in eben so umfangreicher wie rasfinirter Weise betrieben wird. Da die Polizei dem chinesischen Pächter stets zur Ver- fügung steht, um den Besitz verbotenen und nicht von der Regierung aeiieferten Opiums aufzuspüren, so ist dieselbe Ihoisächlich ein Werkzeug in seinen Händen und wird sich dem- gemäß auch hüten, ihn in seinen Schmuggelgeschäften zu stören. 3m Turban des Hadschi, den keine profane Hand berühren darf, in Weinflaschen, in Särgen, von denen ja jeder Chinese ein Exemplar in seinem Prunfzimmer stehen hat, wird das Opium hinter dem Rücken der Regierung eingeführt, welche sich dadurch notllrlrch einen großen Ausfall an ihrm Einnahmen gefallen lassen muß. Und dann ist es eine traurige, aber nichts desto weniger unumstößliche Wahrheit, daß die niederländischen Beamten den an sie berantretenden Versuchungen in der Form kostbarer, ihnen von Chinesen gemachter Geschenke nicht immer z» widerstehen vermögen; der vor einigen Jahren veröffentlichte „Opiumroman* des indischen Majors Perelaer wirft in dieser Hinsicht ein geradezu entsetzliches Licht auf die niederländisch- indische Beamtenwelt. Um diesen Mißbräuchen erfolgreich ent- ccg n treten zu können, hat man von befugter Seite die Ein. führung eines Opiummonopols vorgeschlagen, welches an die Stelle des bisherigen Pachtsystems zu treten hätte und wobei der Opiumverbrauch nicht nur seitens der Regierung streng kon- trolirt, sondein auch allmälig eingeschränkt werden könnte. Allerdings erhebt sich dann alsbald die Frage, auf welche Weife der Ausfall in den Einnahmen gedeckt werden könne, aber ersterc beantwortet sich jedenfalls sehr leicht, indem mit der Abnahme des Opiumverbrauchs die Arbeitskraft und der Spartrieb der Bevölkerung und dadurch auch ihre Steuer- fähigkeit zunimmt. Der Kolonialminister KeucheniuS hat als Abgeordneter manche schöne und zündende Rede gegen die Machthaber geschleudert, welche es ruhig geschehen lassen, daß die inländische Bevölkerung bis auf's Blut ausgezogen und demoralisirt wird, und ebenso hat eine stattliche Reihe ehren- werther Männer, welche einen großen Theil ihres Lebens inr Kolonialdienst zugebracht haben, sich seit geraumer Zeit mit der Lösung dieser Frage beschäftigt. Hoffentlich wird der Minister KeucheniuS dasjenige ausführen, was er als Abge- ordnet« mit Ungestüm verlangt hat, und jeder Versuch, die Art an die Wurzel dieser verheerenden Seuche zu legen, wird der Unterstützung Aller ohne Unterschied der Parteifarbe sicher sein. Kelgie«. Antwerpen, 18. September. In der heutigen Sitzung des Gemeinderaths gelangte ein Bericht des Schöffen-Kolleaiums über die Katastrophe vom 6. d. M.»ur Verlesung. Der Bericht schildert die Entstehung und die Einrichtung des Patronen- Etablissements und spricht die Meinung aus, daß vor Allem in der mangelhaften Art mit welcher die Arbeiten ausgeführt worden feien, die Gefahr gelegen habe. Die von der pcrma- nenlen Deputation angeordneten Sickerheitemaßnahmen seien durck die Stadt den verschiedenen VerwaltungSdienstzweigen zur AuStührung überwiesen worden. Der Bericht sagt, daS einzige Mittel, die Katastrophe zu verhüten, würde gewesen sein, daß man die fragliche Industrie überhaupt absolut ver- boten hätte. Eines UrtheilS über die unmittelbaren Ursachen des Unglücks, sowie darüber, an welcher Stelle die erste Erplosion stattgefunden habe, enthält sich der Bericht. Die Zahl der Tobten wird auf 53, die der Vermißten wird auf 42, die der in ärztlicher Behandlung befindlichen Verwundeten wird auf 62 angegeben. Der am Gemeinde- Eigenthum angerichtete Schaden wirv einschließlich der iPetroleum-Lagerschuppen aus 324 450 Franks geschätzt. Lr«»kre«ch. Die genaue Beobachtung des Wahkampfs in Frankreich ist diesmal außerordentlich erschwert, weil an die Stelle der Listen- wähl die Eiwlwahl getreten ist. Statt nur etliche achtzig giebt es jetzt 576 Wahlkreise, und in sehr vielen davon verliert sich der Kampf in lokale und persönliche Streitigkeiten. Gleich- wohl ist der Verlauf der Wahlagitation in großen Zügen un- schwer festzuhalten, wenn man aufmerksam die Haltung der Pariser Presse verfolgt, die von den leitenden Faktoren der einzelnen Parteien direkt oder indirekt beemflußt wird und des- wegen nicht blos das wiederspicgelt, was in Paris, sondern auch was in der Provinz vorgeht, da Beides ja derselben Lei- tung untersteht. Die hervorragendste Erscheinung der letzten Tage ist nun die beginnende Zersetzung eines Theiles der konservativen Wählermassen. Bisher den Monarchisten folgend, scheuen sich nämlich viele Konservative, den Marsch in das boulangistische Lager mitzumachen, und auf der anderen Seite haben sie in der wieder organisirten konservativ- republikanischen Partei einen neuen Anziehungspunkt gefunden. Von beiden Seiten, von den Republikanern sowohl wie von der boulan- gistrschen Koalition, wird Alles aufgeboten, um diese zögernden konservativen Elemente, die vor stehen, zu sich herüberzuziehen. einer wichtigen Entscheidung Die Wähler werden übrigens von Boulanger förmsich w'i Manifesten bombardirt. Sie haben alle denselben Zuschnw' das Schimpfen und die Aufforderung, ihm, Boulanger, du Rettung Frankreichs anzuvertrauen. Das Auffallende dader ist nur, daß der Mann, der vor einem Gerichtshof der lWkr- schlagung von StaatSgeldern überführt worden ist, seine Geg«cr der Verschleuderung von StaatSgeldern beschuldigt. DaS siiw»" allerdings damit, daß Boulanger die ehrliche Republik gründen will, und da er den jetzigen Machthabern alle möglichen Sünden vorwirft, so folgt daraus, daß seine Republik ein Ausbund vo» Tugendherrschaft sein wird. Die Bürgschaft dafür leisten die Herren Vergoin, der Freund der Sombreuil, Lejeune, der wenigen Tagen wegen Haltens einer Spielhölle verurtheru worden ist— er hat kurz zuvor in einer Wählerverfammlnng die Pariser Weltausstellung entrüstet eine Orgie genannt und Rochefort, der gestern im„Jritransigeanl� in den Schwer- zenSruf ausgebrochen rst:„Dieter Carnot, der uns nun sch°» so lange mit seiner Ehrenhaftigkeit langweilt!..." Man kon» sich hiernach schon denken, wie das Ideal von Repudlu aussehen würde, daS diese Herren verwirklichen möchten- Der BoulangismuS bat übrigens in den letzten Tagw entschiedenes Peck. Mehrere Kandidaten, die auf i([ boulangrstischen Liste standen, haben dagegen proteilm und erklärt, daß sie keine Boulangisten seien; etliche sin» sogar antiboulangistisch. Auch muß die„Presse" selbst therlen, daß zw er ihrer Kandidaien, die Herren Engel und Roux,„nicht mehr als Kandidaten der Nalionalparte-. zu w* trachien sino". Ein schwerer Schlag ist auch, daß Thiebamt, der die Wahlerfolge Boulanger's im vorigen Jahre vorbc- reitete, jetzt gegen rhu sich erklärt hat und sogar gegen ihn? Bezirk Montmartre kandidirt. Er sagt in seinem Wahlmanu feste, er meine, daß in diesem Bezirke noch Platz sei für einrN Kandidaten, welcher fest und unumwunden die Erhaltung w Republik betone, und dieselbe durch die einfachsten Mittel regim und reformirl wissen wolle. Er weift die Ehre, den Boutluu gismus erkunden zu haben, zurück und erklärt, er glaube Volk den Drang nach einer neuen Republik bemerkt zu hadc", und er habe sein Mögliches gethan, um demselben bei de> Wahlen gebührenden Ausdruck zu verschaffen. Der verfolgt Zweck, dre koniervaiive Nachhut und den aus Arbeilcrn de« stehenden Vcnrab in einer gemäßigten Republik zu vereinig�' sei vom BoulangismuS aus den Äugen verloren worden i»>t> müsse ohne denselben und gegen denselben verfolgt werdc»- Wenn Thiebault in Montmarire auch keinen großen Erfolg zielen wird, so ist es doch bezeichnend, daß der Mann, ö» früher Bonapartist war und dann dem BoulangismuS zu fein» Wahlsiegen verholfen hat, jetzt berden Lagern den Rücken ketza und sich der gemäßigten Republik anschließt. Gheater. Freitag, den 20. September. Kp-rnsta««. Mignon. lllitlarrivietlianer. Natalie. »«rtsche» Theater. Die Journalisten. Uetktatf-CCbeater. Der Fall Clemenccau. fviefe«**> jpttlzewMvttsch»»««,««»»?. Boccaccio. � Wattner-Theater. Madame Edouard. Vor- her: König Candaule. VNtttfrta.Khnrter. Stanley in Afrika. Gitend-Uheater. Die Bettlerin und ihr Kind. MaMealtanr». Theater. Geschlossen. US»t«ftadttfche» Theairr.„Ne feine Familie." rtrat-Uheater. Leichtes Blut. »»wtz Sralt-Theater. Flotte Weider. estdem-Theater. Fernande. Sehr. Kichter'» Pnrtett. Spezialitäten- Vorstellung. Neich»hallen- Theater. Gr. Spezialitaten- Borstellung. Berliner Theater. Freitag, 20. September: 3. AbonnementS-Vorst.: Per Kaufmann von Venedig Sonnnabend, 21. September: SocrateZ nnd feine Frau— Rltter vlaudart.— Der zündende Funke. Sonntag, 22. September: Demetrius. lNinVnivsn-TiKvaten. 1365 Dresdener ftr. 55. Täglich Vorstellung. Tischler-Werkzeuge, beste englische und deutsche, unier Garantie fertige gangbare Hödel»c.,[94S R Vogtherr, Berlm C. Landsberger str. 64(am Alexanderplatz) Alten echten Rordhäufer, exkl. Fl. M. 0,70 Jngberliqueur, hochfein, exkl. Fl..„ 0,S0 Dhee-Rum, ganz vorzüglich, exkl. Fl.„ 2,00 FaLon-Rum. Originalflasche, exkl. Fl., 1,00 «iarktscher Korn, exkl. Fl.....- 0,60 empfiehlt die Großdestillatwn von Dophtenftr. 18. a. d. Rosenthalerstr. GeschäftsschlußAbdS.llUhr, Sonnt. Mittags lUhr. 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Oktober die Führung ihrer Kollegen durch die Aus- stellung zu übernehmen und die wichtigsten Objekte dasetbst zu erklären. Die Herren Arbeiter- Vertreter werden sich zu diesem Zwecke an den deireffenSen Tagen VormiliagS von 8—10 Uhr im Ausstellungspark— Ausschank«er Bockbraucrer, Staoibahnbogen Nr. 7— aushalten und durch Abzeichen in Form von Rasellen m-t der Aufschrift„U.-V.-A." zu erkennen sein. Im Auftrage»er an drr Dnrchführun« der Deurichen Aaaemeinen Ausstellung für UnfaUverhüiung berv-irtglen Verrreter de? Arbeiter. Der Dsistaud b. Deutichen Allg. ZUsttellmt� f KlnfaUverhütung. Fachverein der Tischler. m Sonnabend, den 21. Sept., Abends 3) Uhr, .lordan's Salon, Reue Grünftroße 28: Berlin S.-O. Berlin S.< Ur. 5. Neichenbergerstrahe Ur. 5, zwischen Kottbuser Thor und R i t t e r st r a ß e. Mösl- mul polstermMMi MM. Mitglieder- Versammtung. lg des Herrn W. Das UnsttUtche tu»er Ltteratnr 2. Diskussion. 3. Werkstatt-Angelegenherten. 4. VereinSangelegenheiien, VerschredeneS und Fragekasten. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Zahlreiches Erscheinen erbittet 1569 Der Vorstand. 244] SpiKgel»nd Polster-Waarev. . reelle Maare zu soliden preisen. Ganze Ausstattungen in Mahagoni ' und Nußbaum; Kuchen möbrl in großer Auswahl empfiehlt 8 0'' K-pnick-rstraß» Mr.»4. T'nSn« I nahe der Köpmcker Brücke. verantwortlich« Redakteur: Tronttzet« in Berlin. Druck«üb Verlag von W« Kadtng ra Berlin«V. BeurY, trotte 2. stlomn ots« nlich ro!| Äschnllt! .0«; Z de das« i Unter' t Gegner iS flimw' prünben Sünden mttb»o» isten die der»er cmthe'lt inmlnn» innnt— Schmer- un fi0" ton Ion» Repudm möchten- Tage« proteku� che bst w'd gel � ''» chiebauu- > oorbe- I ihn i» ihlmanf ür einen lung der i\ regreit Boula»- ioubc>nt u h ad en' bei den verfolgte ilcrn d«' reinige� den nn» werde»- rfolg er' nn, � der j ten keh» Beilage zum Berliner Volksblatt. Ztr. 230. Freitag de« 30. September 18�0. 6. Jahrg. Berlin enstr. bd xt unter i M. an-, > 50 und . an.� I gi«, n K**} raße 35- > Zutritt- l» jinmiek' . 188». !5 PsS- lolpki» ralauer- inadiel' und Aus- eiter- 'Uhr alten fein. Nmmmmales. g Ktadtv rr-ord«rtrn-Ver5ammlung. '«Uiifi vom Donnerstag, den 19. September. .�der Stadtverordneten» Vorsteher Stadtv. Dr. Stryck �vyuet die Sitzung um 5', Uhr mit einer Reihe getchäftlicher �l>tih«lungcn. Tie Abchcilungen haben einige Ausschüsse WvadU. Noch Eintriit in die Tagesordnung werden einige Na- »ralrsationsgesuche geschäftSordnungSmößig erledigt. bi» � Ausschuß für Rechnungssachen beantragt '* tNechargirung einer Anzahl Rechnungen. A Xer Ausschuß zur Vorberalhung der Vorlagen, betreffend �..»en Umbau der Brücke über die Spree im Zuge des 2*ttMmdammcS und der Fischerbrücke, d) die Erwerbung der Kr vpr�eregulirung bezw. des Baufluchtenprojekts für den �iohlxndamm nebst Umgegend erforderlichen Grundstücke, schlägt �tgend Beschlußfassung vor: e. Die Versammlung erklärt fich mit dem Entwurf zum Umbau der Mühlendamm- und der Fischerbrücke mit der Maßgabe einverstanden, daß durch einen, der Versammlung zur Beschlußfassung vorzulegenden Vertrag mit dem Fiskus zuvor die Eigenthumsrechte der Stadt- gemeinde an dem, auf der Oberwasser seile der Mühlen- dammbrücke auf dem zwischen der Schleuse und dem kleinen Gerinne sich bildenden Vorsp-unge zu errichtenden kleinen Gebäude sichergestellt, sowie die Art der event. Benutzung dieses Gebäudes durch den Fiskus geregelt werden. U. Die Versammlung behält sich die bildnerische Aus schmückung der Brücke bi-» nach Eingang einer hierauf bezüglichen Vorlage des Magistrais vor. "k. Die Versammlung stellt zur Ausführung des auf 1653 500 M. berechneten Brückenbaues aus der im Spezialetat 56 für das Jahr 1889/90 Ausgabe. Ext.a- ordinär' um, Titel IV, Pos. 12, ausgeworfenen Summen von 800000 M. den Betrag von 200000 M. zur Ver- fügung. Die Versammlung erklärt sich schließlich damit einver- standen, 1. daß der Erwerb des Grundstücks An der Fischer brücke Nr. 6 durch die auf Grund der Beschlüsse vom 18. März 1886 und vom 14. Juni 1888 für den Erwerb der zur Spreeregulrrung erforderlichen Grundstücke eingesetzte gemischte Deputation bewirkt werde, 2. daß, falls ein freihändiger Erwerb des Grundstücks fich als unmöglich erweisen sollte, dasselbe im Wege der Enteignung erworben werde, 3. daß auch in diesem Falle die Deputation befugt ist, im Laufe des Verfabrens bezw. nach Durchführung desselben mit dem Eiaenthümcr und den Mielhern Vergleiche über die Höhe der Entschädigung abzm schließen, 4. daß das Haus Fischerbrücke 6 mcistbictend zum Ab bruch verkaust und der Zuschlag ertheilt werde, wenn das Meistgebot die von der Sladt-Bauinspektion aus- zustellende Tare mindestens erreicht. . Und ferner: Die Versammlung erklärt sich damit einvcr- stunden: daß die Thäligkeit und die Befugnisse der auf Grund der Beschlüsse vom 18. März 1886 und vom 14. Juni 1888 eingesttzlen gemischten Deputanon außer auf den Erwerb der ursorünglich zur Sprecreoulirung erforderlichen Grundstücke auch auf den Erwerb der von den Grund- stücken Poststraße Nr. 7/8 und Nr. 12 infolge Aende- rnng des SpreeregulirungS-ProjeltS in Anspruch ge- nommenen Tbeile, ferner auf den Erwerb des zum Umbau der Langen Brücke nothwendigen TheilS des Grundstücks Schloßplatz Nr. 16, sowie endlich auf den Erwerb des Grundstücks Fischerbrücke Nr. 28 und der zur Verlängerung der Burgstraße und zur Verbreiterung der Fischcrstraßc vor den Grundstücken Nr. 41 und 42 erforderlichen Grundstücke ausgedehnt werden. Die Versammlung erklärt fich damit einverstanden. Zur Bei mehrung des P erson als der Desinfek- bei der DeSinsektionS-Anstalt in der Reichenberaerstraße stewitragt der Ausschuß einen Betrag von 4800 Mark zu be- UnAlgen. . Die Versammlung beschließt demgemäß und nimmt gleich- *�k-'S folgende Resolution an: ■> «4. Pariser Kriefe. Paris, den 17. September. Wieder in Paris und Wieder in der Ausstellung. Und Paris und die Ausstellung '0 schön wie am ersten Tag. Ja Paris gefällt mir diesmal »och bester als das erste Mal, denn diesmal kam ich spornstreichs aus London, und der Kontrast der erdrückenden Massen- Heftigkeit und Unendlichkeit der englischen 5-Millionenstadt �rt der leichten lebendigen Grazie des Seine-Babels macht Grefes doppelt schön und bestrickend. Morgens 9 Uhr in London abgefahren, Abends\7 Uhr Paris— eS ist wie ein Traum— und dabei habe ich '"cht einmal den kürzesten Weg— über Dover-Calais— ge- schmmen, sondern den hübscheren und etwa eine Stunde tangeren über Newhaven-Dieppe. . Bei dieser Gelegenheit muß ich eine chauvinistische Illusion zerstören, der in Deutschland ganz allgemein, auch fcnter Nicht-Chauvinisten gehuldigt wird: nämlich die, daß tue deutschen Eisenbahnen weit besser seien, als die franzö- wichen. Das ist grundfalsch. Richtig ist bloß, daß die ueulschcn Eisenbahnwagen etwas bequemer sind als die französischen. Dafür ist aber bei uns die eigentliche Eisen- 7?hn, der Schienenweg, mit Oberbau und Unterbau entschieden Schlechter, wovon sich ein Jeder durch das entsetzliche Gerumpel Geschüttel der deutschen Eisenbahnwagen überzeugen kann. Der alte Z i e g l e r pflegte zu erzählen, wenn er— "«ch in der„guten Zeit der Postkutschen"— aus Preußen ,lQch Sachsen gefahren sei, habe er, ohne aus dem Fenster blicken, es immer sofort gemerkt, wenn er die sächsische �lenze erreicht, denn dann habe der Wagen aufgehört zu süinpeln. Die Sachsen haben gute Landstraßen und bei uns ,, Preußen find die Landstraßen so schlecht!— Wir brauchen "kl unser Geld für die Soldaten! � Was der alte Ziegler von den preußischen und �chfischen Landstraßen sagte, das gilt heute im Großen "»d Ganzen von den deutschen und ausländischen Eisen- 'rchnen— und der Grund ist auch noch derselbe. Die Stadtverordneten- Versammlung wolle be- schließen, den Magistrat zu ersuchen, ihr baldigst milzutheilen, ob die Ausfllhrunasbestimmungen, welche die gesammte DeSinfizirung der Effekten wie der Wohnungen in die Hand der städtischen Verwaltung legen solle, und die nach e'ner Mittheilung deS Magistraiskommissais im Monat März binnen kurzer Zeit zum Abschluß gelangen sollten, nunmehr soweit fest- gesetzt werden können, daß die im sanitären In- »eresse hochwichtige Angelegenheit eine befriedigende Läsung findet. Einige unwesentliche Magistratsvorlagen werden debattelos genehmigt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß 6h Uhr. Es folgt eine nicht öffentliche Sitzung. Lokales. Die städtische Sparkasse hat den Zinssatz für Spar- einlagen vom 1. Oktober ab auf 3 pCt. herabgesetzt, ein Beweis für den Druck, den die rapide Mehrwerlherzeugung der kapitalistischen Gesellschaft auf den Zinsfuß ausübt.— Von den außerdem oetroffenen Verwallungsmaßregeln fei erwähnt, daß die feit November 1884 versuchsweise eingeführte A u S dehnung der Geschäftszeit der Sparkasse an den Sonnabenden auf die Stunden von 6—9 Uhr Abends mit dem Ablauf des vorjährigen Monats März eingestellt worden ist, weil in den gedachten Abendstunden der Verkehr in der Kasse nur ein mäßiger war. überdies die letztere weniger von den Arbeiterklassen, für welche die Einrichtung hauptsächlich getroffen, als von anderen Klassen der Einwohnerschaft aufgesucht wurde.— Dieses ofsiffelle Einge- ftändniß ist wcrthvoll. Es geht aus ihm hervor, daß die Spar- lassen durchaus nicht von den Arbeitern benutzt werden, weil die Arbeiter eben nichts sparen können. Benutzt werden sie hauptfächlich von den kleinen Rentnern, denen es immer schwerer wird, für ihr kleines Kapital eine sichere Anlage zu finden. Wachsen der Spareinlagen beweist also durchaus nicht, wie es in so und so vielen offiziellen Aktenstücken heißt, soziales Wohlbefinden der arbeitenden Klassen. Der diesjährige Gktoder- Umzug hat bereits seit einigen Tagen begonnen unv vielfach sieht man in den Straßen die schwerfälligen Möbelwagen. Dieser frühzeitige Beginn der MichaeliS-Umzüge scheint für Berlin eine ständige Einrichtung werden zu sollen, die offenbar zusammenhängt mit den in unserer Stadt obwaltenden Bauverhältnissen. Die in den neu hergestellten Häusern zu beziehenden Wohnungen stehen den Micthern schon einige Zeit vor dem eigentlichen Umzugstermin zur Verfügung, sie aeben die alten Wohnungen zeitig auf, um dem Gewirr am 1. Oktober zu entgehen und in aller Ruhe ihren Umzug zu bewerkstelligen, für welchen das Möbelfuhrwerk gegen- wärtig noch erheblich billiger zu haben ist, als in den eigeniltchen Umzugstagen. Auf diese Werse wird der Wohnungswechsel zum nicht geringen Theil schon vor dem 1. Oktober vorgenommen, und dies würde noch in weit größerem Umfange geschehen, wenn nicht in zahlreichen Fällen dre Astermiether und„möblirten Herren" ein unüberwindliches Hinderniß für diese vorzeitigen Umzüge bildeten. Diese Leute mit monatlichem Miethskontrakt können nicht einen halben Monat opfern und müssen schon in die Drangsale eines Berliner Quartalsumzuges sich ruhig er- geben. Daraus ergiebt sich nun leicht ein Zwiespalt zwischen den Interessen der„möblirten Herren" und ibrer Vernrieiher, wenn die letzteren Gelegenheit haben, schon früher ziehen zu können. Gi«»mir« Ursa«. Die„Nordd. Allg. Ztg." berichtet: .Ein neues Relau könnte man das Dorf S. in der Prignitz nennen, dessen Namen wir verschweigen, um nicht ähnlichem Unfug, wie er in Relau getrieben wurde, Vorschub zu leisten. Die ehemalige Gasthofsbesitzerin K. in S. hat es mit der Zeit zu einem für ländliche Verhältnisse ansehnlichen Vermögen ge- bracht. Das verdankt sie einem in ihrem Dienste stehenden Kobold. Der sitzt unter ihrem Tisch und sieht ungefähr aus, wie eine röthliche oder bläuliche Spitzflamme von etwa einem Fuß Höhe. Er kommt Abends aus der Kammerthür heraus und an feinen Platz unter dem Tisch. Die Frau kann ihn nicht los werden, mag es auch wohl nicht; er zieht überall mit ihr. Er that dies, als sie vor längerer Zeit nach der Kreis- stadt übersiede. ie, sogar als sie zum Besuch nach Berlin zu Ver- wandten reiste, und ist ihr jetzt wieder in ihr HeimalhSdorf ge- Sobald man von einer deutschen auf eine französische, belgische, holländische Eisenbahn kommt, merkt man sofort den Unterschied an dem geräuschlosen, leichteren, schleifenden Gang der Wagen. Wirwerdcnwieim Schlitten überdie Schienen gezogen, während unsere deutschen Wagen wie über einen Knüppeldamm sausen, so daß man halb betäubt wird von dem Lärm. Da ich gleich all meinen Landsleuten in dem orthodoxen Glauben an die Superiorität der deutschen Eisenbahnen erzogen worden war— ein Glaube,. der zwar, soweit England und Amerika ins Spiel kommen, längst zerstört war, in Bezug auf das europäische Festland aber noch fort bestand— so fiel eS mir schwer, mich mit dem Gedanken verttaut zu machen, daß die deutschen Eisen- bahnen schlechter gebaut sind, als die der westlichen Nachbar- länder. Und doch ist das der Fall. Die Schienen sind dünner, der Ober- und Unterbau schwächer— und so entsteht jenes häßliche Schütteln, das die Eisen- Kahnfahrten in Deutschland so ermüdend macht. Ein Zufall hat mir ein Exemplar von„Glasers Annalcn für Gewerbe und Bauwesen"(die Nummer vom l. Sep- tember d. I.) in die Hände gespielt und da finde ich S. �3 einen Artikel über Eisenbahnbau mit vergleichenden Tabellsn. ...»_____ V.r. v:.«---- iPt. er»'—' folgt. Abends kommt der„Drak"(Drache) durch die Luft zu der Frau.„De Lüt' seggen so," sagte einer unserer GewährS- männer.„„De Lüt' seggen so?!"" antwortete entrüstet der zweite.„„Nee, et is wirklich so. Se hei et sülwt all söwen vertellt. Ick hebb' em sülwt siehn, as ick'n tweeten Osterabend vörbi goahn bün; da fonn he to ehr in'n Schostcen."" Auf Befragen, wie der„Drak" aussähe, hieß es:„he füt as'n Wäsboom(Heubaum, etwa 24 Fuß lang), äwer he hätt'n dicken Kopp, as'n Aal oder'ne Slange." Der erste Erzähler hatte ihn nur gegen Abend gesehen, da schwebte er bei Sonnenuntergang in der Last und sah blau aus; nach Dunkelwerden„lücht he, as'n hellen Schien" und schlängelt fich durch die Luft in den Schornstein. Es ist hier wohl im ersten Falle eine langgestreckte dunkle Wolke am Abendhimmel, im zweiten Falle dem weiten Küchenschornstein entsteigender, vom Herdseuer beleuchteter Rauch oder Wasser- dampf als Drache angesehen worden. Zur Ehre der Dorf- bewohner sei indessen erwähnt, daß sie zumeist nicht recht an den„Spuk" glauben wollen; sie verhöhnen die Frau mit ihren Albernheiten aufs giündlrchfte, und schon öfters ist sie von lockeren Gesellen Nachts herausgeklopft worden, mit dem Ver« langen, ihnen den Kobold zu zeigen, ein sicheres Zeichen, daß man den„Spuk" nicht fürchtet. Außerdem will ihr jetziger HauSwirth die Frau nicht im Hause behalten und kein anderer Besitzer will sie aufnehmen, so daß sie mit ihrem glückbringenden Kobold demnächst wieder weiter ziehen muß."— Ist denn kein Pastor Müller da, der an den Spuk glauben könnte? Gin Geldmännernerei» hat den mächtigen Länder- komplex zwischen der Pankower und Prenzlauer Chaussee, un- mittelbar außerhalb der Ringbahnlinie käuflich erworben und denselben als Boden für einen neu anzulegenden Stadttheil ausersehen. Da, wo noch vor gar nicht langer Zeit sich dem Auge nur weite Ackerflächen darboten, ist jetzt em völlig ni- vellrrtes, freilich noch unbebautes Terrain za sehen, welches bereits nach einem einheitlichen Plane in„Blocks" eingetheilt und von schnurgeraden Straßen durchschnitten ist. Urber die Uerstütung der Tuberkulose verhandelt die fünfzehnte Versammlung des«Deutschen Vereins für öffent- liche Gesundheitspflege". Die„Voss. Ztg." berichtet über die wichtige Debatte wie folgt:„Als Referent sprach Professor Dr. Heller- Keil. Derselbe schilderte zunächst die Bedeutung der Tuberkulose, die durchaus so groß ist, daß sie eingreifende Bekämpfungsmaßregeln rechtfertigt. Einerseils ist die Tuber- kulose die wichtigste Krankheit überhaupt, da sie unter den Todes- Ursachen den höchsten Satz liefert: sie ist die wichtigste Krank- heit in volkSwirihschaftlicher Hinsicht, da die an ihr leidenden meist nach kar gem Siechthum mit verminderter oder aufgehobener Erwerbsfähigkeit zu Grunde gehen. Sie ist endlich gefährlich durch ihre Änstcckungsfähigkeit. Redner gab außerordentlich inter- essante, z. Th. auf eigene anatomische Befunde begründete Zahlen über die Verbreitung der Krankheit im preußischen Staate und wandte sich dann zu den Quellen der Tuberkulose. Die Vererb- lichkeit der Krankheit bezeichnet er als zwar möglich, aber jeden- falls praktisch unerheblich; das gehäufte Vorkommen von Tuber- kulose in einzelnen Familien erkläre sich weit einfacher aus Um- ständen, die gerade in solchen Fällen die Ansteckung begünstigen. Das Wesentlichste, bezw. allein Wesentliche ist die Uebertra- gung von anderen luberkutosen Menschen und Thieren, von letzteren besonders durch die zur Nahrung dienenden Theile, in erster Linie die Milch. Auch diese Verhältnisse beleuchtete Redner durch eine große Zahl interessantester Einzelangaben. Aus denselben ergeben sich unmittelbar die wirksamen Maßregeln zur Bekämpfung der verheerenden Krankheit. Als solche bezeichnete Redner zunächst eine wirksame Schulhygiene. Der Spucknapf müsse auch in das Schulzimmer Eingang finden. Jedes hustende Kind sei anzuhalten, den Spucknapf zu benutzen, damit der Auswurf, diese Hauptquelle der Uebertragung, unschädlich ge- macht werden kann. Dabei werde sich noch der Vortheil er- geben, daß viele Diphtheritiskeime zerstört würden. In Anbe- tracht des häufigen Vorkommens von Schwindsucht unter den Lehrern habe namentlich auch der Lehrer selbst die ent- sprechende Vorsicht zu üben. Regelmäßige nasse Reinigung und häusige Desinfektion der Schulräume müsse sich an- schließen. Selbstverständlich seien Wohnung und Gebrauchs- gegenstände Tuberkulöser, namentlich nach dem Tode, gründlich zu desinfiziren: die Gemeinden haben zu diesem Zwecke Leute in der Ausführung der Desinfektion auszubilden und Desinfektionsanstalten zu errichten. Ammen, Hebeammen, Krankenwärter und«Wärterinnen, ferner die mit Zubereitung und Verkauf von Nahrungsmitteln beschäftigten Personen sein fortdauernd betreffs ihres Gesundheitszustandes zu beobachten. fremdländische„Unsolidität", und das Gegentheil„deutsche Solidität!" Paris ist jetzt, gleich dem übrigen Frankreich, mitten in der Wahl. Wer die Wahl hat die Oual, sagen wir Deutsche. Von Oual ist hier nichts zu merken. Und wenn die Anschläge an den Mauern nicht wären, würde man auch von der Wahl nichts merken. Die Mauern sind aber wie tapezirt; und kunstgerecht, symmetrisch. In allen Farben des Regenbogen bieten sich die Kandidaten uns an, und wenn nur der hundertste Theil dessen wahr ist, was sie von sich sagen,— und wenn nur der tausendste Theil dessen erfüllt wird, was sie Frankreich versprechen, dann ist Frankreich wunderbar reich an großen und edlen Männern und geht einer wunderbar glücklichen Zukunft entgegen. Ein wahrer Segen, daß es mehr als zwei große Männer und mehr als zwei Parteien giebt: sonst würde es der Holls b'rnnoo ergehen können, wie dem philosophischen Esel des Buridan, der zwischen zwei Heubündeln verhungerte. Allein so ist keine Gefahr, und!-» Holls France mag sich wenden und drehen wie sie will,— sie fällt irgend einem RetterlndieArme. An jeder Straßenecke haben wir die Musterkarte sämmt- sicher Parteien: Opportunisten, demokratisch� Sozialisten, ,,,...-....... I"V"— aus denen erhellt, daß die deutschen Bahnen unter allen I Sozialdemokraten, Radikale, Boulangisten, Bonapartisten, Bahnen der zivilisirten Welt die schwächsten Schienen haben. Orleanisten, Legitimisten, Anarchisten— Alles in brüder- Ks mieni nnmlirfi nnrfi hi-f-n SnüMT«« w i(jchxx Eintracht neben einander— an den Wänden. Und Es wiegt nämlich nach diesen Tabellen der Meter Eisen. bahnschienen auf den preußischen Staatsbahnen 33,4 Kilogramm, in Frankreich 43—47, in Belgien 52, in England und Amerika 41—44 Kilogramm— Ziffern, welche die vergleichsweise Stärke des Oberbaues der betreffenden Eisenbahnen � bezeichnen. Natürlich sind die schweren Schienen entsprechend theurer, und, wie zu den Zeiten des„alten Ziegler" brauchen wir Preußen und Deutschen all unser Geld 1 für die Soldaten. Durch die bessere Ausstattung der Wagen wird� die Mangelhaftigkeit des Baues etwas verdeckt— während /die „wilden" Franzosen und sonstigen Ausländer mehr für das Wesen und weniger für den Schein thun. Man nennt. daS nur über einen Punkt streiten sie miteinander: Jeder will Frankreich am liebsten haben. Am glühendsten sind wohl die Liebesbetheuerungen der Monarchisten,— vor lauter Liebe möchten sie Frankreich aufessen. B�Ib Fnnoc ist zum Glück kein Backfisch mehr, der sich dem ersten besten Springinsfeld an den Kopf wirft; sie hat chon Erfahrungen gemacht, und zwar zum Theil sehr chlechte, so daß sie vorsichtig geworden ist, und die ver- ogenen Kourmacher wohl das Nachsehen haben werden. Wenigsten» will ich's ihr wünschen. Huster von letzterer Besä aftiflunfl ganz auszuschließen. Von selbst verstehe stch die sorgfältigste Hygiene nach gedachter Rich- tung in Krankenhäusern, Gefängnissen, Waisenhäusern und ähn- lichen Anstalten, auch in Eisenbahnwagen, Fabriken und Werk» stätten und endlich sei durch eindringliche Belehrung weitester Kreise auch die private Sorge für geeignete VerhütungSmoß- regeln anzuregen. WdS die Uebertragung vom tuberkulösen Thiere aus betreffe, so werde eine strenge ZwangS-Fleischschau, Feststellung aller tuberkulös befundenen Thiere hinsichtlich ihrer Abstammung, thierärztliche Ueberwachung tuberkulös verdächtiger Stallungen, Vernichtung der tuberkulös befundenen Thiere und scharfe Ueberwackiung des Milchhandels geeignet seien, die wünschenswerthen Wirkungen zu erzielen. Redner ver- kennt nicht die schweren Eingriffe solcher Maßregeln in das private Recht; wenn aber bei Cholera, Rinderpest und ReblauSgefahr nicht minder einschneidende Maßregeln in Uebung seien, so werde man bei der schrecklichsten und ver- becrendsten aller Krankheiten nickt Bedenken tragen dürfen, Vorkehrungen zu treffen, um das Laos der bedrohten Mensch» heit selbst auf Kosten der freien Verfügung des Einzelnen besser zu gestalten. Es ergriffen noch drei Redner das Wort zu weiteren Ausführungen über den Gegenstand, nämlich Dett- weiler, Cornet und W y ß, alles drei bereits vielgenannte Namen. Dr. Dettweiler legte sein Taschenspuckgefäß vor, welches allgemein eingeführt werden sollte, um zu vermeiden, daß tuberkulöser Auswurf auf den Boden, in das Taschentuch oder decal. gelangt, dort trocknet, dann verstäubt wird und so seine verderblichen Keime in die Lunken von Mensch und Thier trägt. Das Dcttweilerssche Spuckgefäß bietet die Möglichkeit, den Auswurf so lange feucht und somit unschädlich zu erhalten, bis man ihn iibe baupt beseitigen kann. Dr. Cornct-Reichen» hall, dessen Versuche die Gefähllichkcit des getrockneten Aus- wurfeS neuerdings überzeugend dargethan haben, sprach sich in ähnlichem Sinne aus, ebenso Wyß, welcher indeß noch näher auf das Verhältniß zwischen Mensch und Thier betr. der Tuber- kulose einging und namentlich darauf hinwies, wie stets die Häufigk-it von Tubcrkulose-Erkrankung bei Menschen und beim Rindvieh in derselben Gegend Hand in Hand geht." Zum Dopprlmord in der Frankfurter Allee. Von dem rn Haft btftndlichen Klausin theilt ein Berichterstatter mit, daß er zahlreiche Vorstrafen, darunter auch eine Zuchthausstrafe von einem Jahre erlitten habe. Vollkommen aufgehellt scheint die Affäre noch lange nicht»u sein. Am allerwenigsten zu dieser Aufhellung tragen die Reporterphanlasien bei, die üppig in's Kraut schießen. Mancher dieser Herren schildert die Er- mordung mit allen Details so lebhaft, als sei er selber dabei gewesen. Wie dunkel die Geschichte noch ist, geht aus der amtlichen Feststellung hervor, daß am Freitag Nachmittag ein Mann bei FrauVaneß gewesen, welchen dieselbe den Nachbarn gegenüber als„Landsmann" bezeichnete, und mit welchem zusammen die Ermordete eine größere Quantität Bier getrunken und an welchem Gelage auch Klausin Theil genommen.— Im Int e'r esse der Untersuchung wäre es sehr w ü nsch enS w er t h, wennderUn» bekannte sich als Zeuge bei dem Untersuchungsrichter Albrecht melden würde.— Wir halten es für unwahr- scheinlich, daß dieser Unbekannte sich freiwillig melden wird.— Ein recht sonderbarer Herr scheint übrigens der Besitzer des Hauses, in dem der Mord vor sich gegangen ist, ein Herr Fuchs, zu sein. Dieser Herr belästigt nämlich die Blätter mit Berichtigungen, in denen er sich gegen den Ausdruck„MiethS- kaferne", der auf sein Haus angewandt worden ist, verwahrt. Auch theilt er mit, daß„nur drei Schlafburschen" in dem Hause einlozirt wären. Der Herr scheint es für eine Schande zu halten, an arme Leute Wohnungen zu vermiethen. Der Zirkus Onfch am Friedrich Karlufer wurde vor- Sestern mit gioßer Pracht, aber nicht ohne einen störenden lnfall eröffnet. Wir sind keine besonderen Verebrer mensch» licher GlicdervcrrenkungSkunst und auch der feudale Dust de? Pfei destalleS läßt uns ziemlich kalt. Trotzdem muß man sagen, daß die Künstler, was Reiten, Voltiairen, Jongliren u. f. w. u. s. w. betrifft, das Menschenmöglichste leisteten. Der Besitzer des ZirkuS und seine Gattin riiten zwei prachtvolle englische Pferde in der hohen Schule vor, welche Kunst bekanntlich Jedem, der„Pferdeverstand" besitzt, immer die höchste Achtung ab» nöihigt. Ferner führte Herr Busch als Glanznummer 2l Hengste vor, eine Leistung, die allerdings entschieden Bewunderung her- vorruft. Andere Damen und Herren zeigten, zu welchen uner» hörten Kraftleistungen der menschliche Körper bei richtigem „Training" herangebildet werden kann. Offen gestanden— uns gefallen immer noch die KlownS am besten und wir be- sitzen kindliches Gemüth genug, um auch über die grotesken Albernheiten einmal lachen zu können. Und das Schönste am Zirkus ist entschieden die Gallerte: die Witze, die diese urwüchsigen Mitspieler dort oben reißen, sind' uns häufig viel lieber als die krampfhaften Anstrengunaeir irgend eines Trapezkünstlers, der sich redliche Mühe gievt, sich doch einmal bei passender Gelegenheit das Genick zu brechen. Fata morgana. Infolge der jetzigen eigenthümlichen Luftverhältnisse kann man das herrliche Naturschauspiel der so- genannten„Luftspiegelung"— morgana"—, duS sonst gewöhnlich nur Seeschrffer durch Hervorzauberung von Herr» lichen Jnscllandschaften, entgegenkommenden Schiffen rc. irritirt, innerhalb der Mauem Berlins an sonnigen Morgen beobachten. Wer z. B. gestern früh zwischen 7 und 8 Uhr von der Behren- straße her die Markgrafenstraße in der Richtung nach Süden hinabschritt, konnte diese wirklich imposante Erscheinung in dem umfangreichen, dichten Telephonnetze auf dem Hause Krausen- straße und Markgrafen straßen-Ecke vollkommen deutlich beobachten. Durch Straßenreiniger darauf aufmerksam gemacht, sah der Gewährsmann des„B. T.", dcm wir diese Nachricht ent- nehmen, in dcm Netz ein vollkommenes Bild der Sonne mit intensivem Lichte, von dem links und rechts— ähnlich dcm Schweife eines Kometen— in den Farben des Regenbogens erscheinende Lichtkegel, mit den Spitzen nach Osten und Westen gerichtet, sich abzweigten. Die Sprachmaschine de» Herrn pasch bespricht ein Artikel der„Spener'fchen Zeitung" vom 13. September 1828 also: Schon Kempelen, der Erfinder der berühmten Sprach- maschint, hatte zu Ende des vorigen Jahrhunderts eine Sprach- Maschine konstruirt, der es jedoch noch an Manchem gebrach, um einzelne Silben zu deutlichen Wörtern aneinander zu reihen. Er hatte indessen, höchst sinnreich, den Weg vorgezeichnet, den Sprach-Apparat des Mundes mechanisch nachzubilden, und es bedurfte nur eines umsichtigen und geschickten Mechanikers, um den Apparat zur möglichen Vollkommenheit zu bringen. Indem Herr Posch, als verdienstvoller Modelleur hinreichend bekannt, sich dieser Arbeit unterzog, war man berechtigt, auf ein ge- lungenes Resultat hinzusehcn. So überrascht diese Maschine denn wirklich durch die Deutlichkeit der Aussprache, ja, es könnte Einem unheimlich zu Muthe werden, wenn man, ihrer unbewußt, sie zum Aussprechen ominöser Worter, auf unbe- wußte Weise, in Bewegung setzte... Nur noch em Schritt ist nöthig, um sie unserem Sprachorgane ganz gleich zu machen. Es fehlen ihr nämlich noch die Konsonanten g, k, t, deren Mangel das Wort undeutlich macht, wenn sie es besonders charaktcrisiren sollen... Sie ist nicht groß, etwa 2 Fuß lang, 9 Zoll breit und 9 Zoll hoch, und befindet sich gegenwärtig im Besitz des Uhrmachers Herrn Lieder, der sie zu einem Automat umzuschaffen gedenkt., Gin Skandalprozess, der namentlich die Welt der Spezialitäten-Theater interessiren dürfte, steht, wie man uns von gut unterrichteter Seite mittheilt, demnächst ,n Aussicht. Derselbe wird namentlich sehr interessante Enthüllungen darüber zu Tage fördern, wie traurig oftmals das LooS derjenigen „Artisten" ist, die, weil nicht„ersten Ranges", gewissenlofen Agenten in die Hände fallen und nun gleich den ehemaligen schwarzen Sklaven Amerikas ganz und gar von der an Terra- rismus grenzenden Willkür und Habsucht solcher problematischen Vermittler abhängig sind. In diesem konkreten Falle handelt cS sich um einen solchen Agenten, der mit wahrhaft brutaler Dceistiakeit arme Künstler durch die gemeingefähllichsten brief- lichen Drohungen, namentlich aber dadurch, daß er, falls sie feinen Anträgen nicht Folge leisten sollten, ihre Existenz voll- ständig zu untergraben drohte, in die traurigste Lage gebracht. Eine entschlossene Ungarin, die sich durch die Manipulationen dieses edlen Agenten fchlnßlich um eine Reche guter Engage- menlS gebracht sah, faßte sich endlich ein Herz und machte der SloalSanwaltsckaft von der eigenartigen GeschäftSproxiS An- zeige, und die genannte Behörde soll darin so viel Stoff zur Anklage gefunden haben, daß die Annahme berechtigt erscheint, e« werde auf Grund dieser einen Affäre der Schleier, welcher über dem oftmals traurigen Künstlerloose schwebt, endlich ge- lüftet und viele Krebsschäden endgiltig beseitiat werden. Am 1. Oktober tritt das Gesetz, betreffend den Verkehr mit b I e i- und zinkhaltigen Gegen st änden in Kraft. Zwei Bestimmungen desselben find besonders für das Schankgewerbe von Wichtigkeit. Einmal das Verbot, zur Herstellung von Dluckvomchlungen zum Ausschank von Bier Metalllegierungen mit mehr als 1 Proz. Bleigehalt zu gebrauchen und derartige unvorschriftsmäßige Druckvorrichlunacn gewerblich zu verwenden. Es sei hier erwähnt, daß diese Be- Itimmung sich nur auf Druckvorrichtungen zum Ausschank von Bier, nicht auf die verschiedenen Bicrdruckvorrichtungen in Brauereien überhaupt bezieht. Ferner ist unter dem Worte „Herstellung" zugleich immer Reparatur mit zu verstehen. So- dann ist die Bestimmung des§ 1 Absatz 1 und 2 von Wichtigkeit, indem sie das Verbot der Herstellung von Deckeln an Bierseideln mit einschließt, welche diesen Bestimmungen zu- widerlaufcn. Dieser Punkt gab zu mehrfachen Mißverständ- nissen und Unklarheiten betreffs der Zugehörigkeit der Deckel- Bierseidel zu den im Gesetz erwähnten Gefäßen Anlaß, und erst nach einigen Schwierigkeiten gelang es, von maßgebender Stelle eine klare Auslegung zu erhalten. Desgleichen sprach sich der Regierungskommissar in demselben Sinne auf ver- schiedene Petitionen, wie die des Verbandes bayerischer Gast- wirthe zu Nürnberg hin, über diese die Bierseidel betreffende Bestimmung aus. Während die Herstellung solcher vorschriftS- widrigen Bierseidel verboten ist, ist die weitere Verwendung derselben in den Schankbetricden gestattet, bis dieselben auf- gebraucht sind, wobei jedoch zu beachten ist, daß jede Repa- ralur eines derartigen desekt gewordenen Bierseidels als Her- stellung im gesetzlichen Sinne des Wortes gilt und demnach verboten ist. Das plötzliche NetfchtninKen eines hiesigen Rechtsanwalts macht in den Kreisen ferner Berussgcnosscn viel von sich reden. Am Montag hatte der Gerichtsvollzieher in der Wohnung des Flüchtigen alles Werthvolle versiegelt, da der Betreffende unter Hinterlassung sehr beträchtlicher Schulden aus Berlin versckwunden ist. Die Flncht Knvine's macht fortgesetzt von sich reden; die Annahme ist irrig, daß die Berliner Kriminalpolizei nicht nach Spuren, wohin sich der Flüchtlina gewandt haben könne, recherchirt. Es ist gestern ein Brief aufgefangen worden, der unter einer Deckadresse an Frau Meyer kort, der zmückge- blicbenen Geliebten Savine's, aus Breslau hier eingegangen ist. Man vermuthet aber hierbei, daß es sich um einen fingrrten Brief handelt, dessen Abfendung erfolgte, um die Spuren des Flüchtigen zu verwischen. Der geriebene Abenteurer scheint es verstanden zu haben, die Zeit, welche seit jener Flucht ver- flössen ist, auszunutzen und dürfte jetzt, wenn er. wie sicher angenommen wird, mit Geld versehen war, die Grenzen des preußischen Staatsgebietes bereits überschritten haben. Die Hierher zurückgekehrten Transporteure erzählen übrigens noch, daß die Flucht Savine's aus dem Wagen wohl bemerkt wor- den ist. Als nran aber die Nothleine ziehen wollte, war die- selbe durchschnitten. Da Savine kein Messer bei sich hatte, will man vermulhen. daß sich Helfershelfer im Zuge befunden haben. Mit diesen Kombinationen scheint man indessen über das Ziel hinaus zu gehen. Megen versuchten Kindesmordes wurde am Diens- tag Nachmiltag ein junges Mädchen, und zwar die 18 Jahre alte Auguste PalkowSka aus Piritz bei Bentfchen gebürtig, ver- haftet und in Untersuchung gesteckt. Das junge Mädchen war erst kürzlich nach Berlin gekommen und hatte sich als Dienstmäd- chen bei einem in der Köpnickerstraße wohnerrden Arzt ver- miethet. Da nun aber die P. fortwährend kränkelte, so gelang es dcm Arzte auf fein eindringliches Fragen nach der Ursache des Leidens das Mädchen zu einem Gesiändniß zu bewegen. Die P. lheilte dem Arzte mit, daß sie eist vor einiger Zeit, als sie sich noch in ihrer Heimath befand, einem Knaben das Leben geschenkt habe, und da sie dasKmd nicht ernähren konnte, habe sie es, nur mit einem Hemdchen bekleidet, auf ein freies Feld gelegt, in der Meinung, der Tod werde recht bald bei dem erst 14 Tage alten Kmde eintreten. Indessen hätten aber Ar- beiter, die auf dem betreffenden Felde aibeiteten, das Kind ge- funden und es der dortigen Behörde übergeben, die nun selbst- verständlich nach der Mutter geforscht habe. Um sich diesen Nachforschungen zu entziehen, sei sie aus Furcht vor Strafe nach Berlin gerefft. Nach dieser Aussage sah sich der Arzt ge- nölhigt, die Sache der Reoierpolizei anzuzeigen, worauf hm die P. in Haft genommen wurde, da sich auf erne Anftage bei der Heimathsbehorde die Mittheilung bestätigte. Meber die Krntüftrnng de» Asptzalipflasters in Städten hatte die städtische Baudeputatton in Magdeburg die städtischen Verwaltungen von Berlin, Leipzig und München um Auskunft ersucht. Das soeben veröffentlichte Ergebmß dieser Anftagen dürfte auch für wettere Kreise von höchstem Interesse sein. Es geht aus demselben hervor, daß sich ÄSphaltpflaster im Allgemeinen besser als Holz zu bewähren schemt, wiewohl die unvermeidliche Glätte zu den gewichtigsten Bedenken Ver- anlassung giebt. Was die Kosten des AsphaltpflasterS im Ver- gleich mit demjenigen eines guten Graniiwürselpflasteis mit JugenauSguß betrifft, so belaufen sich nach den erhobenen Ermittelungen diese Kosten bei einem Asphallpflaster für den Quadratmeter in 29 Jahren auf 35,59 M., in 59 Jahren auf 64,59 M., bei einem Granitpflaster in 25 Jahren auf 21,59 M., in fünfzig Jahren auf 39,59 M., in 75 Jahren auf 35 M. und tn 199 Jahren auf 38 M. Speziell in Berlin stellt sich der Quadrat- meter Steinpflaster mit mit gewalzter Kiesbettung und Fupcn- guß für Steinpflaster 1. Klasse auf 24 M., 2. Klasse 29 M., 3. Klasse 18 M. Die Leipziger Straßenbauverwaltung urtheilt Jünstig über das Asphaltpflaster und lobt besonders die Rein- altung der Straßen. Dufts Lob deckt sich aber nicht mit den in München gemachten Beobachtungen(!), nach welchen sich bei Regenwetter auf der Asphaltbahn eine schlammige Masse bildet, während der Leipziger Bericht ein leichtes und voll- ständiges Ablaufen der Regenwässer in die Straßenkanäle be- tnnt. Auch deutet die von den Dresdener Weißwaaren- Händlern und ähnlichen Geschäftsinhabern erhobene Klage über die Staubentwtckelung auf den Asphaltstraßen(!) darauf hin, daß die Reinhaltung der Straßen von Staub selbst bei sorg- samer Wartung zu wünschen übrig läßt. Außer Zweifel steht es' nur, daß eine Asphallbahn einem gewöhnlichen Stein- pslaster, welches nicht aus prismatischen L-temen mit Fugen- artsguß auf Bdonunteriage besteht, in Bezug auf Reinlichkeit Lh-ertegen ist. Die Auslassungen des Berliner Stadtbau- rasths Hobrecht seinen darauf hinzudeuten, daß in Berlin ein abschließendes Urthcil über die Bewährung der Asphalt- stießen noch nicht stattgefunden hat. Der Leipziger Ti esbauverwaltung gegenüber hat sich Herr Hobrecht dahin geäußert, daß daS Asphaltpflaster an sich im allgemeinen beliebt ist(?) und technische Bedenken gegen dasselbe kaum er- "" Ter llebelstand liege hoben werden können(?). daß. es bis jetzt eigentlich nur zwei Quellen gebe, nur aus darin, denen der Asphalt bezogen werde, und daß die Verwaltung, wie siü mehr und mehr herausstelle, hierbei in Bezug auf Preis, Unter- Haltung und sonstige Bedingungen in die Hände des Unter- nebmeis gerathe(!); es sei eben nicht möglich, daS sub- misfionS-Verfahren, welches sonst überall zur Anwendung ge* langcV hier eintreten zu lassen. Die in Berlin abaeschlossene» Verträge verpflichten gegen besonderen Entgelt den Unternehmer zu einer Unterhaltung des Vsphalivflasters auf die Dauer von 29 Jahren. Da jährlich über 89 999 gm neues ASphaltpflaM heraestellt werden, so verlängert sich dadurch daS V-rtra�- v'rhältuiß und die Kautionen schwellen außerordentlich uiu ohne Ende an. Beide Umstände machen schließlich einer ett>- zelnen Person es unmöglich, im Vertrage zu bleiben, und treten demgemäß Banken an Stelle der Einzelunternehw� Das Alles seien Dinge, vor denen eine Verwaltung sich h� müsse. Es mag betont werden, daß man vor- zugsweise in Anbetracht d i e seS H o b r e ck t'sch/" Gutachtens in Magdeburg das Asphalt- pslaster abgelehnt und der Herstellung eines prismatifchenSteinpilastersmitBetonunte'- läge, welches sich bei einer Fläche von 2913 gm auf Ifl" Mark pro Quadratmeter stellt, den Vorzug gegebt» hat.— Der Degriff des KetriedsnnfaUes, welcher als ausftrung für den Bezug der Rente auf Grund des Unfab versickerur gsgesitzes dient, ist nach den neueren Entscheidurg� deS Reichs ver sicherungSomles in einer ganz bestimmten Rw- tung entwickelt worden. Bisher wurde gewöhnlich angenomutw, daß Unfälle, welche den Arbeiter auf dem Wege zur und vo« der Arbeitsstätte betreffen, nicht als„Betriebsunfälle" zu et' achten sind; allein von diesem Grundsatze sind rcuerdino mehrere beachterswcrthe Ausnahmen gemacht worden. � wurde einem Drssuir- Techniker die Unfall-Entfchädigung Mf' sprachen, welcher aus einem Veloziped zur Arbeitsstelle fudc und auf der Fahtt, die er von dem Geschäfishaufe aus Geheiß des Unternehmers vornabm, verunglückte. In dic'� Falle halte der Betreffende aus Veranlassung und im Jnterckf des Betriebes und im Auftrage seines Arbeitgebers die Fotz- vorgenommen, auf der ihn der Unfall traf und unter dief� Umständen sei der letztere als ein Betriebsunfall onzuscisi� In gleicher Weise wurde ein anderer Techniker, welcher dutm einen Sprung aus dem Schlitten sich verletzt hatte, dessen Pft� durchgegangen waren, für entschädigungsberechtigt erklärt, da� den Weg im Austrage deS Prinzipals machte.- Ein FlM- der die Mütze seines Kameraden aus dcm Wasser holen wpp'' und dabei ertrank, wurde als im Betriebe verungl»� eracktet. Die sehr beachtenSwcrthen und zutreffend«" Entscheidungsgründe haben wir bereits früher nnV' theilt. Durch einen Wurf mit einem Stück Hw- welchen ein beim Kaffeetrinken in einer Wärterbude befindlich� Arbeiter anscheinend aus Uebermuth that, wurde einer ffi««1 Mitarbeiter verletzt. DaS ReichsverfickerungSamt geht von'cr Ansicht ans, das Gesetz habe die Arbeiter auck gegen dn- jenigen Gefahren sicher stellen wollen, die der Verkehr iW' reicher Personen auf einer Betriebsstätte in Verbindung f l mulhwilligem oder fahrlässigem Handeln einzelner SttrbcUft genossen im Gefolge habe. Auch Unfälle durch Blitzschlag, im Änpem einen nicht als Betriebsunfälle gelten, können du™ die begleitenden Umstände diesen Charakter erhalten. � Mühlengehilfe war, nachdem er die Mühle beigedreht vom Blitze erschlagen worden. Er stand, als er vom Bl>?! getroffen wurde, fast unmittelbar unter einer herabhängende"- zum Aufziehen der Säcke dienenden eisernen Kette. Die MM lag auf einer Erhöhung 279 Meter vom nächsten Gebäu"" entfernt. In der Nähe der Mühle stehen keine Bäume, an der 48 Meter entfernten Landstraße sind junge, 7 hohe Bäume angepflanzt. Zutreffend führt die Entscheidung des Reichsversicherungsamles in diesem Falle aus: Es ein ErfahrungSiatz, der auch durch das eingeforderte wiss«"' schaftliche Gutachten und durch die Ergebnisse der Blitzscklag*- stalistik bestätigt wird, daß einzelne hohe Gegenstände(Kir� thüime, Windmühlen, Bäume:c.) sehr erhöhter Blitzgeft� unterlieaen und somit auch die in der unmittelbaren När- solcher Gegenstände sich aufhaltende Personen gefährdet sh� Diese Gefährdung wurde im vorliegenden Falle noch erh»°s durch den Umstand, daß der aufgerichtete Flügel der MM in Verbindung mit der herabhängenden Kelte ein? Anziehungspunkt und eine besonders geeignete Leitung den Blitzstrahl darbot, der dann auch dieser Leitung gefolgt'� Der Verunglückte hatte seinen Standpunkt im unmittelbare" Anschluß an eine Betriebshandlung— dem Beidrehen d-" Mühle— eingenommen und befand sich zu jederzeittgem j-"' triebsmäßigen Eingreifen in Bereitschaft, ist also bei dcm 2)'" triebe einer durch den Betrieb bedingten Gefahr erlegen. Leider haben sich in der Presse sowohl wie im Padame»' Stimmen bemerkbar gemacht, denen diese Entwickelung Unfallversicherung nicht genehm ist, und denen eine„Refo w nach rückwärts sehr erwünscht wäre, während doch bei der P"' rathung deS Gesetzes mit Recht lehr richtig daraus hin gewieft" wurde, daß sämmtliche bei Unfällen Verunglückte ohne Unte"- schied Entschädiung zu verlangen berechtigt sein müssen. Dies"» Ziel ist noch lange nicht erreicht. Auf der ArtiUeriemerkstatt in Spandau war de«" Arbeiter Böttch er bei der Arbeit ein Stuck glühendes Et."" ins Auge gepflogen. Der Verletzte hat in die Klinik des T"- Hiischberg in Berlin überführt werden müssen und dort ist i,� jetzt das Auge herausgenommen worden. Der des Doppelmordes verdächttge Schneid"" Klanstn ist gestern rn aller Frühe in Begleitung zweter Tron� porteure auf dem Bahnhof Alexanderplatz hier angekow««" und sofort nach dem Untersuchungögefängniß tranSportrrt n>ew den, woselbst er seine Kleidung mtt der Gefangenem KleidM vertauscken mußte. Infolge einer falschen Nachricht hatte gegen 19 Uhr ein ziemlich zahlreiches Publikum auf dem Bah"- Hofe Ftiedrichstraße angesammelt, welches der Meinung w«"- daß der Festgenommene um diese Zeit dort eintreffen würd«- Klausin war aber um diese Zeit bereits in Moabit gelangt. Er rst ein hoch gewachsener, schlanker, ab«" doch kräftig aussehender Mann mit kleinem Schnurrbart»n" blondem, in der Mitte gescheitelten Haupthaar. Gegen Ilfs Üb" wurde Klausin aus seiner Zelle dem Untersuchungsrichter, Astisi"' A t b r e ch t, zu seinem ersten Verhör vorgeführt. Er sehr befangen zu sein, als er sich der Thür des Richters nahern und schlug vor dem ziemlich zahlreich angesammelten Publik"'" scheu die Äugen nieder. Das Verhör war ein sehr eingehe""' des und dauerte fast drei Stunden. Aeußcrem Vernehmen nach hat Klausin die That keineswegs zugestanden, behaupu vielmehr seine volle Unschuld und sucht die Sache so dorzn" stellen, als ob ein ihm fremder, schwarzer Herr an dem ver- hängnißcollen Sonnabend bei der Frau Vaneß zum Be'uch er- schienen sei und er gewissermaßen aus Diskretion das FeldS*' räumt habe. Auch über die Mittel zur Begleichung sein"1 Schulden macht er Angaben, die geprüft werden müssen. Giner der gefährlichsten Ginbrecher Kerlino ist ff, Montag Abend in der Petson des Schlossers Wilke auf sris«", That überrascht und dingfest gemacht worden. Bei sein"' Durchsuchung fand man, dem„B. T." zufolge, nicht wemö" als siebenunddreißig gut gearbeitete Nachschlüssel und Dietriw"' sowie anderes DiebeShandwetkzeuz. Auch ein mit sechs scha'ft� Patronen geladener Revolver wutde dem Verhafteten adüsi nommen, ein Beweis, daß der verwegene Einbrecher eben•w Alles vorbereitet war..< Di» beiden»nifnhrten Kedninen Ibrahim und HaM' haben sich wohlbehalten wieder in der„Flora" einpefündf. Bei ihrer Ankunft gelang es, zwei Männer, welche dieBeduiu? in einem geschlossenen Wagen anbrachten und sie an der Garten mauer absetzen wollten, dingfest zu machen und zur Wache> bringen. Die Verhasteten legitimirten sich nach länge" tj" B- ��uBen als zwei Männer, Bie den„besten"(!?) Gesellschaft« iür-? �geboren, über die„Damen" verweigerten sie indessen Micke Auskunft. . Nnbemittrlte Zassnteidrnde erhalten kostenlose Behand« -Zahnziehen(schmerzlos), Plombiren u.s.w., wochentäglich � 9-11 Uhr Invaliden str. 105 II. », Volizribericht. Am 18. d. M. Vormittags gerieth �Ivektor Winckter beim Betreten de§ VorflurS des Hauses Z lkverftr. 17 mit dem Fuß in einen Kcllerschacht, welcher zum vmemwerfcn von Brennmaterial geöffnet war, fiel nieder und ai außer Hautabschürfungen eine starke Quetschung der oeh!?' � �aß er nach dem Krankenhause im Friedrichshain em jk roer�en muhte.— Nachmittags wurde in dem Zimmer taüi Hatels ein Kaufmann mit einer Schußwunde im Kop° ��aufgefunden. Die Leiche wurde nach dem Schauhause ge k Gerichts ".«-vw.v rw«/*/ IClIlt, V Wqfen, entlief deshalb vor� Hause und suchte eine Stube„ "•'«Ben. Nach längerem Suchen fand er eine solche. Der �«rmiethcrin stellte er sich als Dr. med. Stein vor und es ist -?"ar begreiflich, daß die Frau dem jungen Burschen Glauben Mnkte, denn derselbe hat ein ziemlich kindliches Aussehen und l™6 ßtahe Brille, die er seiner schwachen Augen wegen trug ,hm etwas Gravitätisches. Die Wirthin überließ dem G. ih> ZlMmer und war erfreut, dieses an einen Arzt vermiethet zu fMen, weil sie leidend war und dem Arzt nunmehr 'Ire Behandlung übertragen konnte. G. gerieth zwar diesem Antrag im ersten Augenblick in Verlegen- vnt allein er faßte sich sehr schnell und war bereit, a>« Behandlung zu übernehmen. Er nahm eine Untersuchung und ordnete sodann die Anwendung von Wasser an,' �Rezepte nicht zu schreiben vermochte. Auf die Frage... A�lhin, was sie schuldig sei, erwiderte er, er beanspruche kein Honorar. Später bereute H. aber doch seine Ablehnung des Honorars und dachte sich, die Ausübung der Heilkunde könne D nicht so schwer sein, da sie von so vielen Personen bewirkt ?irde. Mit solchen Gedanken erfüllt, miethete er noch ein xtnnmer der einem Tischlermeister, dem er sich gleichfalls als "r. med. Stein vorstellte. Auch der Tischler war erfreut, einen �kzt bei sich aufnehmen zu können, denn auch seine Frau war «onk. G. nahm wieder eine Untersuchung vor, ordnete Mschungen an, verlangte aber diesmal ein Honorar von 10 M. jafS ging dem Tischler über den Spaß, er sagte G. auf den gsopl zu:„Sie sind gar nicht Arzt!" G. gerieth in die größte Verlegenheit, wurde von dem Tischler angezeigt und heute mit entem Monat Gefängniß bestraft. Gntschridungen d»» Reichogericht«. Leipzig, den September.(Strenge Handhabung des Nah fungsmittelgesetzes.) Vom Landgericht Beuthen i.. ber Fleischenneister Kuh zu einem Monat Gefängniß veruriheilt worden, weil er finniges Schweinefleisch als Nahrungsmittel in ■gerkehr gebracht hat. Er hatte von einem gewissen R. ein Schwein gekauft und dasselbe geschlachtet. Nach der amtlichen Untersuchung wurde ihm von der Polizei milgetheilt, er dürfe ssur den Schmeer und das Fett ausbraten, da das Fleisch unnig sei und nicht als Nahrungsmittel verwendet werden dürfe. brret nun das Fe t aus und gab das magere Fleisch an den Verkäufer R- zurück. In dieser letzteren Handlungsweise erblickte dte Strafkammer das Vergehen und sagte im Urtheile, "er Verklagte habe wohl gewußt, daß R. das Fleisch als Nah- eungsmiitel oerwerthen werde.— In der Revision, die der angeklagte eingelegl hatte, bemerkte er, das Reichsgericht habe ollerdings früher einmal ausgesprochen, daß in einer Hand- 'Migsweise wie der seinigen ein Inverkehrbringen zu erblicken sei, aber das Reichsgericht möchte doch seine Sache noch einmal Vnifcn und von jener jedenfalls unrichtigen Ansicht abgehen. Zwar brüste nun das Reichsgericht die Angelegenheit, aber es kam nicht iu der dem Angeklagten erwünschten Ansicht, es verwarf viel- wehr die Revision als unbegründet, da kein Zweifel darüber bestehen könne, daß in der Zurück- resp. Weuergabe des ge- lundheitsschädlichen Fleisches ein Inverkehrbringen im Sinne "es Nahrungsmittelgesetzes zu erblicken sei. . Leipzig, 16. September.(Aus den Mysterien »es Pferdehandels.) Zum dritten und letzten Male beschäftigte heure den 3. Strafsenat des Reichsgerichts eine Slrajsache, die über das Treiben gewisser Pferdehändler interessante Aufschlüsse giebt. Auf dem Viehmarkt in Duderstadt am 15. April 1886 verkaufte der Acker- wann N. aus Wernigerode au den Pferdehändler Eappell Heilbrunn aus Osterode a. H. einen FuchS-Wallach >ur 270 M. Auf dem Wege zum Wirthshause sagte Heilbrunn jn.N., er könne doch wohl sicher sein, daß daS Pferd kein «knppensctzer sei. N. muß ihm wohl hierauf keine ganz prä- äffe Antwort gegeben haben, denn bald darauf waren die bei- den Männer im schönsten Streit. Wegen einer hierbei ver- übten Erpressung wurde Heilbrunn zu 2 Monaten Gefängniß �errrrtheilt, welche Strafe rechtskräftig geworden ist. <>tes war jedoch nur der erste Akt in dem Trauer- ipiele, welches N. über sich ergehen lassen mußte. Als näm» «ch dem Heilbrunn feine Erpressung gelungen war, trat der Pferdehändler Wallach zu de» beiden, mischte sich in das Ge- wräch und ergriff mit Eifer für Heilbrunn Partei. Er sprach sofort als seine feste Ueberzeugung aus, daß N. ein Betrüger sei und auf ein halbes Jahr ins Zuchthaus müsse. Groß- wüihig erklärte er sich dann bereit, den armen N. vor diesem traurigen Schicksale zu bewahren, indem er bereit sei, das streitige Pferd für 175 Mark zu kaufen, wenn ihm wenigstens bugesicherl werde, daß cS kein Kehlkopfpfeifcr sei. Auf den Ein- wand N.'s, er habe ja das Pferd schon an Hcilbrunn verkaust, bemerkte dieser, ihm liege an dem Thiere nicht viel und er gäbe *8 gern wieder her. Nun entstand wieder ein Wortwechsel, in welchem die beiden Händler dem Bauer stark mit Schimpf- Wörtern zusetzten und schließlich hatte Wallach den Wallach, Ztamlich das Pferd, für 155 M., erworben nebst jener ver- tätigten Zusicherung. Nun kam aber der Hauptkniff. Die beiden Kumpane spannten das Pferd vor einen Wagen, dessen Räder �vrher präparirt, nämlich bremSartig gehemmt waren. Natürlich wnnte da das Pferd nicht Galopp laufen, sondern war sehr bald abgespannt und triefte von Schweiß. Nunmehr kam ein britter Pferdehändler, Namens Esberg, hinzu und rief: das ist la ein Kehlkopfpfeifer! Jetzt schrien nun alle drei dem N- in'5 Gesicht, er sei em„öffentlicher Betrüger" und müsse ins Zuchthaus. Diese Vorgänge spielten sich vor der Woh- Nung Esberg'S ab, dauerten mehrere Stunden und wtdeten damit, daß N., gänzlich eingeschüchtert, dem Wallach unter Zurückgabe von 55 Mark das Pferd ohne irgend welche Garantie für 100 M. verkaufte. Das Land- Bericht veruriheilte die drei Geschäftsleute wegen geweinschaft- ucher Erpressung zu längeren Gefängnißstrafen. Nachdem ihre Revision dagegen verworfen war, erreichten sie dre Wieder- aufnähme des Verfahrens, wurden aber zu den gleichen Strafen oeiurtheilt. Esberg beruhigte sich bei dem Urlheile, während bie beiden anderen abermals Revision einlegten. Wegen eines prozessualen Verstoßes hob das Reichsgericht das Urtheil dann auf, aber das Landgericht Göttingen veruriheilte Hrilbronn wieder zu fünf und Wallach wieder zu vier Monaten Gefängniß.— In der nun zur Verhandlung gelangten Re- vision gegen dieses Urtheil behaupteten die Angeklagten, die tubjcktrve Seile sei nicht genügend erörtert worden, denn sie hätten m der Thal das Pferd für krank gehalten. Sie kamen aber hiermit nicht durch, denn die Revision wurde als unbe- gründet verworfen. VcrsÄnrmlungen. Eine grosse öffentliche iGeneraloersamnrlnng der Maler«ud Anstreicher Kerlla» tagte am Mittwoch Abend in Gratweil's Bierhallen mit der Tagesordnung: 1. Verlesung und Berathung des Entwurfs der Siatutenberathungskom Mission betr. Gründung der Assoziation. 2. Diskussion. 3. Ver- schiedeneS. Nach langen, sich bis nach Mitternacht ausdehnen- den Debatten für und wider das Projekt hat sich endlich die Assoziation begründet. Referent zum ersten Punkt der TageS- ordnung warHerr S tiller. Er führte aus, daß das von ihm zur Verlesung kommende Statut im Monat Juni d. I., da die Wogen des Lohnkampfes der Maler und Anstreicher noch hoch gingen, auf Grund der Bestimmungen des Genossenschaftsgesetzes, das am 1. Oktober c. in Thätigkeit tritt, ausgearbeitet worden sei Die Assoziation ist nach dem Statut eine eingetragene Ge- nossenschaft mit beschränkier Haftpflicht. Die Betriebsmittel werden aufgebracht durch Ausgabe von Antheilscheinen S 5 M., von denen Niemand mehr als 30 nehmen darf. Die Statuten werden nach lderen Verlesung und Genehmigung durch die Versammlung in der verlesenen Form eingereicht und die bis- her bestehende Statutenkommission bis auf den aus derselben ausgetretenen Herrn Schulz, an dessen Stelle Herr P o p k e gewählt wird, wird auch weiter noch amtiren.— In der Diskussion sprach zuerst Herr Hohlwegler. Er findet den„Moderduft eines Schulze-Delitzsch" aus dem Statut her- vorwehen. Nicht als kapitalistische Genossenschaft solle man dastehen. Das ganze Manchestcrthum blinzte aus den Blättern des Statuts hervor. Ohne Geld sei es nun einmal unmöglich mit dem Kapitalismus zu konkurriren. Es sei nicht anzunehmen, daß eine Arbeitergenossenschaft mit offnen Armen von den Herren Kapitalisten empfangen werde und viel Aufträge erhalte. Mit den Schundmeistern könne die Vereinigung von vornherein nicht konkurriren. Redner kommt auf den abgelaufenen Malerstreik �u sprechen und schildert dessen Nutzen. � Herr Stiller ist für das Projekt. Die Vereint- gung habe vor allem den Zweck, den gemaßregelten und ver- folgten Kollegen ein Asyl zu sein. Man wolle und müsse aus die Meister einen Druck arrsüben, daß dieselben sich sagen, sie können mit den Gehilfen nicht spielen.— Nachdem noch in Bezug auf die Böhmische Brauerer ein Beschluß gefaßt worden und den streikenden Feilenhauern und Feilenschleifern 25 M. bewilligt worden, schloß diese wichtige Versammlung. Zrntral-Kranken- und Kegröbnisskaste für Fraue« «ud Mädchen Dentfchland»(erngeschr. Hilfekasse, Offenbcch a. M.) Mrt Genehmigung des Hauptvorstandes haben die in Berlin wohnenden Mitglieder dieser über ganz Deutschland verbreiteten Kasse seit einiger Zeit Berlin in vier Bezirke ge- theilt und sind damit den Wünschen der entfernter Wohnenden und namentlich der Kranken entgegengekommen, die oft sehr weite Wege machen mußten, um die einzige Verwaltungsstelle zu erreichen, welche früher bestand. Als Vorsitzende fungiren gegenwärtig für Süd und Süd-Ost: 1. Herr Papke, Oranien- straße 1S7, Laden; für West und Süd-West: 2. Herr Pladeck, Wiihelmstraße 6. H. r. 3 Tr.; für Nord und Nord-West: 3. Herr Dolz, Bergstr. 80, H. l. Ouergebäude pari., für Nord und Nord-Ost: 4. Herr Wesewitz, Fruchtstr. 35, H. An- Meldungen neuer Mitglieder, sowie Krankenmeldungen sind bei den Genannten zu bewirken und sind zur Entgegennahme der laufenden Beiträge in den größeren Bezirken noch einige Zahl- stellen errichtet. Fachuerei« der Kartner. Die am 17. d. M., in Feuer- steins Salon, Alle Jalobstr. 75 stattgefundene Versammlung des Fachvereins der Gärtner war von Mitgliedern und Gästen zahlreich besucht. Nach jlO Uhr eröffnete Herr Büchner die- selbe. Tagesordnung war folgende: 1. Poesie und Arbeiter- bewegung.(Referent Herr Türk.) 2. Diskussion. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Mitgliederaufnahme. Nach Verlesung und Ge- nehmigung des Protokolls wurde Herrn Türk zu seinem Re- serat das Wort ertheilt. Redner löste seine Aufgabe in be- sriedigender Weise. In der Diskussion sprachen hauptsächlich die Herren Gleitzmann, Büchner, Schiebrch und Türk und mehrere andere Kollegen. Herr Türk pflichtet Herrn Gleitzmann bei, daß nach dem heuligen kapitalistischen Produktionssystem die Maschine allerdings auf die Arbeiter r achtheilig wirkt, befür- wortet aber gleichfalls, daß die Maschinentechnik noch bei weitem vergrößert werden müßte, nicht damit dadurch immer mehr Arbeiter auf die Straße geworfen werden, sondern daß bcm Arbeiter die Arbeit erleichtert wird. Um dieses aber zu erzielen, meint Redner, iväre es Pflicht eines jeden Ar- beiters, sich unumgänglich einer Organisation anzuschließen, und dann vereint den Arbeitgebern die Forderung auf Ver- kürzung der Arbeitszeit, damit die Reserveaimee von der Straße kommt, zu unterbreiten, und nicht eher die Arbeit wie- der aufzunehmen, bis die Forderungen durchgeführt sind. (Beifall.» Eine Pause von 10 Minuten fand zur Aufnahme neuer Mitglieder statt.— Zum Punkt„Verschiedenes" sprachen sehr viel Redner speziell über Vereinsangelegenheiten. Nach Erledigung des Fragekastens, machte Kollege Büchner den An- wesenden bekannt, daß die nächste Versammlung am 24. d. M. in Steglitz, Accisenhallen statlfindet: am 8. Oktober für Berlin bei Feuersteins, Alte Jakobstr. 75: Generalversammlung. Hier- auf erfolgte Schluß der Sitzung iil Uhr. Die Maurer hielten am Mittwoch Abend eine öffentliche Versammlung bei Mündt, Köpnickerstr. 100, unter Vorsitz der Herren Kerstan, Carl Schmidt und Dasch ab, um tolaende Tagesordnung zu erledigen; 1. Stellungnahme im Frühjahr. 2. Statistische Erhebungen über Lohn- und Arbeits- Verhältnisse der Maurer Deutschlands. 3. Wahl eines Ver- trauensmannes für den Norden. 4. Verschiedenes. Obgleich die Tagesordnung eine äußerst interessante und wichtige war, so waren doch die Maurer nicht in dem Maße erschienen, als es wünschenSwerlh war. Ueber den ersten Punkt der TageS- ordnung referirte Kollege Ferkel, welcher folgendes aus- führte: Es gehe das Gerede in Berlin, die Maurer wollten im nächsten Frühjahr wieder streiken. Dieses sei nicht gesagt, obgleich wiederum kein Zweifel sei, daß daS Ziel erreicht wer- den müsse. Denn die gestellten Forderungen seien voll und ganz berechtigt! der Bourgeoisie, die sich den Forderungen ent- gegenstellt und sie als frivol bezeichnet, sei leicht das Gegen- theil nachzuweisen. Die Verkürzung der Arbeitszeit, das Ziel, für das die Maurer in diesem Jahre alles geopfert, für las sie gehungert und gedarbt haben, sie müsse eintreten, sie sei zur Nothwendigkeit geworden, da die Maschine sich immer größere Gebiete erobere und immer mehr Arbeiter aufs Pflaster werfe. Die Maurer müßten damit rechnen, da sie auch, allerdings nicht direkt, hiervon betroffen werden. Man dürfe von dem ge- steckten Ziele nicht ablassen, nicht immer sei die Zeit so günstig, nicht immer die Arbeiter so sehr gebraucht wie jetzt. Leicht könne ein Rückschlag kommm— und er werde kommen—; dann sei nicht daran zu denken, Forderungen zu stellen. Ueberall stiegen die Bedürfnisse, der Arbeiter, der dasselbe Recht habe, er kenne sie nicht. Wahr sei dos Laffalle'sche Wort:„Eure verdammte Bedürfnißlosigkeit, das ist Euer Ruin!"; kennten die Arbeiter mehr Bedürfnisse, so wäre augenblicklich schon alles Geforderte erreicht. Auf keinen Fall dürfe nicht eher Ruhe und Friede gegeben werden, bis die Forderung errungen. Die Maurer, die sich noch etwas besser stünden, sollten den übngen Arbeitern, den Gedrückten, als Pioniere das Banner voran- tragen und sie aufmuntern, sich eine bessere Lebenshaltung zu erringen. Die Innung suche jetzt die Bestrebungen der Maurer dadurch illusorisch zu machen, daß sie Lehrlinge massenhaft arrS- bilde. Onkel Felisch habe schon mehrfach Vorschläge gemacht. Wohin solle das führen? Hier müßten sich die Maurer auch der Unmündigen annehmen und dies könne nur geschehen durch eine Verkürzung der Arbeitszeit. Daß mit einer solchen auch eine Erhöhung des Lohnes Hand in Hand gehen müsse, sei klar. Statistische Zahlen bewiesen, daß die Lasten und Abgaben immer mehr erhöht und auf d>e Schulter» der Arbeiter abgewälzt würden. Bedarfs- und Genußartikel feien theurer geworden, Schweinefleisch allein rnn 44 pCt. Die Maurer, die Paläste aus der Erde zaubern, wollen, obgleich sie allein das Recht hätten, darin zu wohnen, nur eine Wohnung und kein Loch im Keller oder unter dem Dache. Der Hinweis der Arbeitgeber, daß andere Gewerke viel weniger verdienten und zuftieden feien, sei ganz hintällig, die Meister bewilligten überhaupt nichts, und sei es das Geringst«. Die Arbeiter, vie eigentlich die Arbeitgeber seien, hätten das Recht, einen auskömmlichen Lohn zu verlangen. Wolle man aber diese Forderungen erreichen und dauernd festhalten, so sei eine starke Organisation von Nöthen. Redner weist auf die Bergarberterstreiks in Belgien(1886) und in Westfalen hin. Wären die Bergarbeiter organisirt gewesen, so hätten sich die Belgier nicht an dem Eigenthum vergriffen, die westfälischen Arbeiter würden bedeutend mehr erreicht haben. Redner fordert in warmen Worten auf, dem hiesigen Verein beizutreten, doch nicht allein Hörer, sondern auch Lehrer und Agitator ifu sein, und alle Kollegen der freien Vereinigung zuzuführen. Seim im Frühjahr 18S0 20000 Maurer organisirt, dann sei die Katastrophe zu vermeiden, die Arbeitgeber müßten ohne Kampf nachgeben. Redner schließt unter dem Beifall der Versammlung mit den Worten des Arbeiterliedes: „Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne deine Macht!" In der Diskussion kritisirt Herr K ersten an der Hand eines Artikels aus der„Baugewerkszeituna", in dem Onkel K lisch seine helle Freude über die Akkordarbeiter zum Ausdruck bringt, die Akkordarbeit und kommt zu dem Schluß. dieselbe sei ganz zu verwerfen. Derselben Ansicht ist Herr K"a r l Schmidt; wenn im uächsten Jahre dir Mamerl 30 Pf. Stundenlohn erhielten, so seien die Äkkordarbeiter daran Schuld; man solle diesen energisch gegenüber treten. Herr I e z o r k e theilt mit, daß Poliere und Akkordarbeiter die Neuankommenden vom Bohr- hose abholen und sie auf Akkordbauten bringen. Man solle die Vertrauensmänner unterstützen und sie anstellen, damrt sie solchem Treiben entgegentreten können. Nachdem noch Herr Wernau gesprochen, wird folgende Resolution gegen em« Stimme angenommen;„Die u. s. w. Versammlung erklärt: 1. Den volksfeindlichen Bestrebungen des Unternehmerthum« kann nur durch eine straffe Organisation wirksam entgegen- getreten werden; aus diesem Grunde ist den Kollegen zu empfehlen, sich bestehenden Vereinen, welche die gemeinsamen Interessen verfechten, anzuschließen. 2. Der VertrauerSmann der deutschen Maurer in Berlin, Herr Fiedler, wird hierduich aufgefordert, behufs Anbahnung von Organisationen in Orlen. wo eine solche„noch nicht besteht, in die Agitation einzutreten." Abgelehnt wurde dagegen eine Refokuiron, welche fordert: 1. Die in diesem Frühjahr gestellten Forderungen aufrecht zu erhalten und den neunstündigen Arbeitstag, sowie den Minimal- lohn von 60 Pf. zur Durchführung zu bringen; 2) der„Freien Vereinigung" beizutreten und die Akkordarbeit, als giößten Krebsschaden des Gewerbes, zu bekämpfen, wahrschein- lich, weil der erste Passus derselben längst an« genommen ist und als ganz selbstverständlich gilt. Es wurde noch darauf hingewiesen, energisch auf den Bauten für den Gencralfonds zu sammeln. Punkt 2 der Tagesordnung wurde durch die definitive Wahl des bisherigen provisorischen Vertrauensmannes für den Norden, Kollegen S ch i b o I S k y erledigt. Bei den Vertrauensleuten sind auch die Fragebogen in Emv'ang zu nehmen, nachdem Herr Kerstan unter Punkt 3 erklärt balle, wie dieselben aus- qefüllt und Herr Grube auf die Wichtigkeit solcher L t a t i st i k in R ü ck s i ch t auf die 11 n f a l 1 v e r s i ch e r u« g hingewiesen hatte. Unter„Verschiedenes" beklagte sich Heir K e r st a n darüber, daß das„Berk. Volksblati" eine Erwiderung auf den„Artikel aus Putzerkreisen" nicht aufgencmmen hatte. Nach kurzer Debatte wurde das Bureau beauftragt. sich beim Redakterir nach dem Grunde zu erkundigen.(Das ist nicht nothwendig: die Putzer wurden angegriffen und haben sich veitheidigt, das ist ihr gutes Recht— im Uebrigen bringen auch die längsten Sprechsaalaitikel keine Klar- heit in diese Frage. DaS einzig Nichtige ist hier die Erörteruug von Mund zu Mund in einer kombinirten Versammlung. Red.) Im übrigen wurde beschlossen, eine öffentliche Volksversammlung einzuberufen, in derdas Verhalten der Putzer den Arbeiiern einmal klargelegt werden soll. Als erster Punkt soll über:„DaS Koaliiionsrecht der Arbeiter" diskutirt werden. Hierauf gelangte ein Antrag zur Verlesung, das Bier des„Böhmischen Brauhauses" nicht zu trinken, der aber nach der Erklärung eines LokalkommissionSmitgliedeS, daß sich die Brauerei wieder anders besonnen habe, zurückgezogen wird. Herr Fiedler macht in warmen Worten auf die Wichtigkeit der Lokalfrage aufmerksam und empfiehlt, der LipS'schen Brauerei am Friedrichshain einmal etwas zu Le-be zu gehen. Nachdem noch zum Lesen von Arbeiterblättern auf- gefordert worden, wird die Versammlung geschlossen. Der Fachverei» der Metallarbeiter i« Gas-, Masser, «nd Dampfarnrature« hielt am Sonnabend, den 14. Sep-. Abends 8i Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstiaße 75. seine regelmäßige Mitglieder-Versammlung ab. Aus der Tages- ordnung standen: 1. Vortrag des Herrn Türk über:„Ur- fachen und Folgen der französischen Revolution" und Diskussion. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Abrechnung vom Stiftunpsfeft. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Nachdem durch den Schrift- führer das Protokoll der vorigen Versammlung verlesen war, erhielt Referent das Wort zu seinem Vortrage. Der Vor- tragende erledigte in Ij? Stunden seinen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag. Eine Diskussion fand nicht stau. Unter Vereinsangelegenheiten wurden durch die Kollegen Printz und Arnolt interne Sachen klar gelegt. Zu Punkt 3 verlas Herr Wichmann die Abrechnung vom Stiftungsfest, laut welcher die Einnahmen 302 M., die Ausgaben 247,60 M. betragen, bleibt mithin ein Bestand von 54,40 M. Da die Revisoren alles für richtig befunden hatten, wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Unter Verschiedenes wurde den streikenden Feilenhauern eine Unterstützung von 30 M. bewilligt. Auf die Anfrage des Kollegen Arndt, betreffend die Schäffer und Walker'sche Ange- legenheit, erklären zwei dort arbeitende Kollegen, daß die Sache Montag, de« 16. September zum Austrag gebracht werden soll, und ersuchen, falls es zum Aeußersten kommen sollte, den Kollegen treu zur Seite zu stehen; was durch Annahme errnr. Resolution einstimmig erfolgte. Hierauf verlas Kollege Wreden die neu hinzugetretenen Mitglieder. Da Niemand Widerspruch erhob, erkiärte der Vorsitzende dieselben für ausgenommen. Sodann erfolgte Schluß der Versammlung. Di- Vereinigung der Drechsler Dentschland». Ortsnermaltung>1(Stockbranche) hielt am 17. dieft« Monats ihre Monatsversammlung ab. Nachdem das Protokoll der vorigen Versammlung verlesen und angenommen war, schritt man zur Vorstandswahl als zweiten Punkt der Tages« ordnung. Gewählt wurden die Herren Strohmeier als Bcvoll- mächtigter, Herr Naftansky als Kassirer, Herr Boihe als Sckrift- führer, Herr Lenzner und Herr Aue als Beisitzer. Als Reo:- soren gingen die Kollegen Böttcher und Springer aus der Wahl hervor. Unter Verschiedenes gelangten zunächst die b,- reits in Umlauf befindlichen Fragebogen zur Sprache. Di« Ausführungen der Redner konzentrirten sich in folgendem An. trage:„Bei Ausfüllung der Fragebogen ist die Arbeitszeit so zu berechnen, daß die Stundenzahl der gewöhnliche» Arbeitstage zu Grunde gelegt wird. Einzelne nicht dmch tigenc Schuld oetföumtc Arbeiiöstuuden werden als Arbeits- stunden gerechnet." Dieser Antrag wurde einstimmig ange- nommen. Nachdem noch zu nächster Zeit ein Herrenabend an- geregt wurde, lief im Fragekasten folgende Frage ein:«Wäre es nicht besser siir uns. wenn der Preis nir das. Berliner Bolkeblatt" billiger gestellt wird?" Diese Frage wurde durch Wersammlungsbeschlub nicht erledigt und die Versammlung gegen l0t Uhr geschlossen.„ � Gt»e ordentliche Weneralverlammlnng de» xach- vrrei»» der WetaUschraubrn-, Facondreher«nd Ke- rnfsgenossen K erlins fand am 15. d. Mts. in Deigmüller's Salon. Alte Jakobstr. 483, Vormittags statt. Der Vorsitzende, Herr Jacobs, eröffnete dieselbe um 11!t Uhr. Zur Tagesordnung stand: 1. Bericht der Fachkommisston. 2. Antrag betreffs Re- muneration der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder. 3. Sind die Mitglieder gewillt, die Versammlungen des Sonntags ab- zuhalten? 4. Sind die Mitg'ieder gewillt, im nächsten Jahre einen Maskenball zu veranstalten? 5. VereinSanaelegenheiten. Zu Punkt 1 berichtet Kollege Rothe. Aus dessen Ausführungen geht hervor, daß der Minimal-Lohntarif in folgenden Fabriken eingehalten wird: Naeser, Reiche, Gutsfeld, Angermann und Schulz, Mix u. Genest, Schaal, Voß u. Co., Lieben u. Buke, Siemens u. Halske und Stärke. Von den übrigen Fabriken find die Lohnzettel theils mangelhaft, oder überhaupt nicht ein- gegangen. Im Anschluß hieran stellte der Vorsttzende an die Versammlung den Antrag, die monatlichen Berichte fallen zu lassen und dafür vierteliährliche einzuführen. Dieser Antrag fand jedoch in der Ditkusston keine Unterstützung, vielmehr sprachen sich die Herren Stabcrnack, Voigt und Hirsch im ent- grgengcsctzten Sinne aus, denn durch die vierteljährliche Bericht- critaitung würde es nicht möglich sein, etwaige Unregelmäßigkeiten sofort gebührend entgegentreten zu können. Bei der nunmehr criolgenden Abstimmung entschied sich die Versammlung ein- stimmig für Beibehaltung der monatlichen Berichte. Der zweite Punkt der Tagesordnung wird auf Antrag des Kollegen Jörn an die nächste Versammlung überwiesen, da die heulige Ver- sammluna zu schwach besucht und deshalb nicht kompetent sei, h erübcr Beschlüsse zu fassen. Zum 3. Punkl bittet der Vor- fitzende die Versammlung, denselben anzunehmen, da der Vor- stand unter sich einig geworden sei, im Laufe eines jeden Monats an einem Wochentage noch eine öffentliche Versamm- iura mit einem Vortrog staltfinden zu lassen. Es sei dies nothwendig, um die Kollegen auf die Höhe der Situation zu er hasten. Ja demselben Sinne sprachen noch die Herren Stadernack und Hirsch. Der diesbezügliche Antrag wurde ein- stimmig angenommen. Beim 4. Punkt entwickelt sich eine leb- haste Debatte, welche tbeils die Lokatftage. theils den Masken- ball selber berührt. Cämmtliche Redner sprachen sich für Ab- hastung eines Maskenballes aus und brachte Kollege Stobernack das Restaurant Schweizergarten in Vorschlag. Die Abstim- mung hierüber ergab denn auch die einstimmige Annahme des Antrags. Gleichzeitig stellte noch Kollege Voigt den Antrag, auch in diesem I ihre wieder die Mrtgliedcrkränzchen stallfinden zu lassen, wie solche im Vo, jähre im Vercrnslokale stattgefunden hätten. Auch dieserAntrag wurde auf Fürsorache der Herren Hirsch und jkuriot angenommen. DaS zu beiden Zwecken gewählte Vergnügung« komiiee besteht aus folgenden 5 Herren: Krrchner l, Nätzel, Ernst Weber und Rothwald. Zum Punkt 5 war ein Anuag vom Kollegen Hirsch eingegangen, dahingehend, den streikenden Kistenmachern 25 M. Unterstützung zukommen zu lassen. DieserAntrag wurde ernstimmig angenommen. AZdann gab Kollege Siabernack einen kurzen Bericht über die Firma Dähne und Ko. In genannter Fabrrk werden vorzugsweise nur jugendliche Arbeiter beschäfiigt. Die älteren Schrauben- dreher hätten nichts weiter zu lhun. als den Anzulernenden tue Bänke einzurichten. Ja, die Arbeiterfreunduchkeit des Herrn D. gehe noch weiter; in einer Lawpenfabrik, wo derselbe einen erwachsenen Arbeiter am Balancier arbeiten sah, bat er zu dem betreffenden Fabrikanten gemeint, daß doch ein jüngerer Arveiter daran be- schäftigt werden könnte. Hier ist aber dem H rrn die richtige Antwort gegeben worden. Aehnliche Verhältnisse eristiren bei der Firma Roll. Hier weiden augenblicklich 21 Mädchen an den Schraubcnbänken brschäfiigt; der männliche Arbeiter ist hier fast ganz verdrängt. Bei einem Unglücksfall, welcher erst vor kurzem in genannter Fabrik vorgekommen ist, hat sich eine Aibeiienn die Brust vollständig zerfleischt. Redner hält hier ein Einareisen der Polizei für sehr nothwendig. Ucber die Firma Bpden u. Marzahn berichtet Kollege Bergemann jun., daß der beste Arbeiter nicht im Stande sei, in genannler Fabrik den Minimal-Lohntarif zu verdienen. Redner mißt einen großen Theil der Schuld hierfür dem dortigen Vertrauensmann bei. In weiierer Debatte wird bcichlossen, denselben zur nächsten Vorftandesttzunz einzuladen. Hierauf schließt der Vvisitzende die Versammlung um Ist Uhr Nachmittags. » �« Vcrfin!nr Mahr»«« b«r Interessen der«last-»nd KchanK- «ohrtii» Oerttn««nd Zimgegend. tjeriamuguna am gieita«. den 20 Eep. Innder, fladnnltta&4 eZiUdr, bei Gnadt, Brunnenlt ote m!ag!«ordnung I 1 Loitraa des Herrn Mar Schulz Uber.Die CchfluHchieit der Spiitlu». Neuer" Didkulnon. 2.«usnahnie neuer Mil«lirder» iveieiniaiiaeleaen. keilen. 4.«eilchledenc« und Fraaetalten.— llm oüntllicheS und zahtleicheS Er- tchetnen ersucht der Borsland #v«»k(n- und BegrSbniltkass» de» Berein» sSmmtttcher B». r«f»lttass«n(VermaliunoSn. S.l. llltilgliedeiversamniluna am Sonnabend, den LI. d.«t.. Vi de udi 8 Uhr Brnnnenstr. 88 Gäsle willkommen. Lese Bind..Aetne", Sonnabend, den 21. Seinem der. Abend« Uhr, im sbeslauiunl Zechltn, Hornstrahe Ii: Borlesung und Dtdkusston. Gaste, durch MUglt-der eingesllhrt. haben Zutritt. verein(NC Mahrunv»er niaterieUe» Interesse« der Ktei«- triioer und veim«erussgenossen Beilina und Umgegend Eonnadend, den 21. September, in der Berliner Bockbrauerci, IV. Srislungdsest, wozu freund- tichst eingeladen wird Billel« sind bei folgenden Herren zu haben,.stnobel. Deimewiastr, 17 r«ersten, Ewii.emstndeiftr ltvr W Werna», Swimmünder. tlrahe 7 1 I. Herkmann, Oior.tei.str It>4. H. Furchnir, Georgenkirchnr. 88: H. Grimm. Wasterthorstr. 20.«.«andaie, Anbceadstc. 71. I. Mahren, Pllckicr. stiahe 18: ii. Gnlich. Oppelnerilr. 24. Ben Mitgttedern de» Ka,»ität«ver«in» siir Ztrdelter zur Nach. richt. bah da« vom Grsangverein Norddeuriche Schleife am Sonntag, de» 22. Eeplember cr. arrangtrle Bokal- und Jniliumcnial-Konzerl Im«onzerthaui Savtjouci.«ottduierstr. 4» ein Srsat sllr daS Sommervergrst.en. welche« bei «ellcr in der Halenhaide statlfinden iolllc, ist. Billel« sind bei jedem Vertraue»«- raann zu dadrn. «essentttch» Berfa«, nelnng der Naoetfchmied» am Eonnabend. den 21 Sepremder.«de»«« 8 Uhr. Lichlenbergernrahe 21 bei Heise iagedvrdnung: I Boll rag de» Herrn Ollo«sei» über Giwerkichallllche Organisalton. 2. Di»- kusston. 8 Wie stellen wir un« zu unierm vorfiihrtge» Lohniarts. Dtikusffon. 4r Bersckiedene«. «essenttich» Persammlung der Kchlosser»nd Maschtnendan- »rdetter de« Norde» Berlin« und Urngegend cnn Eon»ab-nd, den 21 d M, »dend««x Uhe, im Lokale Hochstr. 82». Tog-tordnuna Bortrag dt« Herrn W. Lchw!l»er Uber unirre Ziele in voitliicher und gewerkschasiltcher Beziehung. Dttkusston Berichiedene«. Pllnklliche« ltrlcheinrn nolhwcndtg. Zur Deckung der Unlvilcn stnd t eine Tellcriammlung statt. Keretn zur Wahrung der Interesse« der... Bersammlnng am Soiinadrr d. den 21. Srplimber,«de, d» 8)( Uhr, im Lokale de» Herrn«lolh D«denerstr. 10 Tagedordr ung: I. Borleiung und Diakuiston 2. Aus,.ahme > euer Mitglieder. 3. Be, schsedcne». Die BtUel« zum Eitsiungösest. welche» am 1V. Okiodrr in den«ll ger-aleu. Dretdenerstr. 98 stailstndel. sind in der«er- sarnmlung z» Hoden.— Der Herr Einsender Herr Kr. Wermcke, Waldemar- stiohe 75, hat den Nanren de« Verein« nicht angegeden. vielleicht ersehen die -ottlv liedrr au« dem Namen, unr w,rt ei sich handelt Red. Dtut-rhattung«»errin„Oarmontr". Eonnabeng. den 21. Eep- Irnidrr ftndrl d.g dtldführige Tanzt,«nzchcn dr« Verein« statt und zwar tn Deigmüller» Salon,«iie Jakodlrr. 48». wozu Villet» bei Illmn tlich-n Mit- »lt-de n zu dad,n sind. Alle Kreunde und«enosten stnd berzirch eingeladen La«h»»r»in d»r Pordmacher Brrlin» und Dtmg»»»«». Sonnlog Mn 22- September. Vormittag, M Uhr. in Noll» Ea on.« dolbertflraze 21, »»«sauimiung Tagesordnung; 1. Ettuationsdericht. 2. Otdkulflo». 8. Ver- ilkitdrne» und Kragekoiteu.- Neue Mitglieder weiden stet» auige, ommcn. «stthtsch»«»seUsttiast. Sonntag. den 22. Srptemder, Abend» 7)1 Uhr, dei Zeaptei. Münzstrahe II lAusgang Hos Ii i Vorliag und vi»lulston üver Dar w i n'» Lehre von der A bstamm un» de» Me n schen. Reser.. Herr Schriststeller W BS, ich- Rachher gesellige llnlerhattung GSftc hHerren und Drmen stet» willkommen, lyt» P»r,t«to«ug dar Pr»ch»t»r Pautschlaud», Or»»verwallung Berlin lil. halt am Sonntag, den 22 E-Piemder, Voimttiag» 10z Uhr, im totale de» Herrn Bolzmonn. Sndreatstratle 28, eine Vliianrortun» ad. Tage». vrdnung r I. Wadi de» geiammten Vorstände«. 2.«el-tu»angcte,enheticn. ».«teliwtcdencd und Kragekasten.„.„. Gr»»» h>q»»td-r- Versammlung dar Fraia«»»ratntgu«, dar »zdnaidar»art«»» am ViUlwoch, den 25. Septem der. in Joiddn» Salon. ?llu« Grünst, olle Nr. 28. T-ge»-rdnung I 1. Vortrag de» Sa-rlsill-ll-r Herr» 2 Dre Srellurg der Kreten«ercinlaung zum ntlchsten Streik. ». Vgr,Ul«angehegenhk uen. Verichiedenr» und Kragekaslen. Atlgematna Krank»«-«nd Ktrrbahass» dar WataUarbaitar 98. Sleftaurant Grande, noch der MattannenNr. 48. nahe am Hciniichspia«. beim Rcstauratcur H. Li-wald verlegr wiid. und die Beiträae iowie Anmeldungen zur«aste, dort, vom So», nadend, den 2l. September, sowie feden Sonnabend, Abend« von 8-10 Ubr entgegennommm werden, ebenso in der Zahlstelle Eiscnbahnstr. 7 in der Distillalion. E» wird gedeicn, diese« so viel wie möglich zu verbreiten. Kerncr werden die Mitglieder ersucht, ihr fernere« Beidleiben in obengenannter «aste, eventuell ihren Ucberleitt in die Zenlraikranien- und Stcroekasie der Meiallarbeiter„Vulkan" erklären zu wollen. Gin» grast» öffentlich««eneral- Persammlung sämmtlichar Kchnetder Krrlin» stndet am Montag, den 28. Seplember. Abend« 82 Uhr, in den„Bürgersälen".< früher«aurballt. Dreidenerslrahe Nr 96, stati. Tagesordnung 1 l. DieAngrifse aus die«oolilionisreiheit. Rcserent r Herr Ncchtianwalt Arthur Eladthagcn. 2. Diskusston.— Ei dllrsle wähl im Jntereste oller Arbeiter,»omentllch her Schneider, liegen gegen die gevlanie Beschränkuna de»«oallliontrechl« P' ölest zu erheben, und ist deihalb zahl- reicher Besuch der Versammlung zu wünschen. «»sang., Turn-»nd gasaUi»» Parain» am Kreitag.«aiserstchcr Männergesangvcrcin Abend« 9 Uhr im Restourant Tamm, Schönhauser Allee 28 - Gesangverein.Paulebeutel' Abend« 8 Uhr im Restaurant Henfei. Alcraii. drinenslr. 15.— Liederlasel der Maler und verwandler Berussgenossen' Abend« 9 Uhr im Restauranl«leine, Brandenburgstr. 80.— Buchbinder-Männer- chor Abend« Ws Uhr Anncnsir. lg.— Gesangverein.KlöterZche« Dovpcl- Ouarlett' Abend» 9 Uhr im Restaurant Mnsehotd. LandSbergerstr. 31.— Gesangverein.Kortschritt' Abend« 9 Uhr im Restauranl, BInnrcnstrahr 4g.— Gesangverein.Echo 1872' Abend« 9 Uhr Waldemorstrahe 12. Neue Mitglieder werden ausgenommen.— Gcsanavercin.Osstan' Abend« 9 Uhr Dresdener- ftraße 85 des Guftavui.— Hupverssche Eönger.Bercinignng.Harmonie' Abend« 9 Uhr bei Niest, Webersir. 17.— Gesangverein.Söngerhain' Abend« 9 Uhr Adalbertftr. 21.— Licdcrtasel de« Kachverün« der Steinlräger Leiltn«. Abend« 8 Uhr Große Homburgerstr. 4 UebnngSslundc.— Gesangverein.Ohne- sorgt' Abend« 9 Ubr, Restaurant Reuhcr, Alte Zakobstr. 88. � Gesangverein Widerhall' Abend« 9 Uhr bei Herrn Voge,«övmckerslr. 191.— Gesangverein .Lorbeerkranz' 82 Ubr Restaurant Weinslr. II.- Berliner Turngenoffen- lchast sKllnste Mönnerablhctiung) Sbliid« 82 Uhr in der städlilchen Turnballe. Wastertborstraße»I.— Turnverein.Halcnhaide" iMänneradtheilung! Abend« 8 Uhr Diestenbachstraße 80—81.— Turnverein„Kroh und Frei" iMönner- obthcllung) Abend« 82 Uhr Bergstraße 57.— Wissenschaftlicher Verein iür Rosterstche Stenographie Abend« 82 Uhr im Restaurant Ziethen. Dorolbecn- ftraße 81. Unlcrricht und llebungtslunde.—.Allgemeiner ArendS'scher Steno- äraphcnvercin', Abtheilung..Vorwörl«", Abend« 82 Uhr im Restaurant«oll, llaiiannenvlag II.— ArcndSstcher Stenographrnveretn„Apollobund" Abend« 9 Uhr im Restaurant, Sevdelstr. 80.—„Verein ehemaliger Dr. Doebbelin lcher Schüler" Abend« 9 Ubr im Restaurant«reb«, Friedrichftrabe206.— Voigsscher Dilettanten-Orchesierveretn Abend« 82 Ubr UebungSsiunde im Restaurant Eöllnischcr Garten. Ccharrensttaße 12.— Zithrrverein..Alpenvciiche»" Abend» 82 Ubr im Restaurant„Wahlstatt", Bcllealliancestraße 89— Rauchklub „Westenb" Abend« 9 Uhr im Hodenzollerngarten, Sleglidcistraße 27.— Rauch, kiub„Wctchieiblatt" Abend« 82 Ubr im Restaurant. Ekaligerstraße 147».— Rauchilub„Ohm Zwang" Abend« 82 Uhr tn> Restaurant W. Spaeth, Wein- ftraße 22. Sozinle Mebersttftk. Die MLUergesaUrn der Trgrlrr Humboldtmühle sJnhciber Cohn und Rosenberg) haben dieShbui wegen kleine Lohndifferenztn niedergelegt. Dem Zuzug ist fern zu bleiben. Die Lobnkommission. Kerliner MirkergefiUenvenband. Warnung! Kollegen! In der Fabrik ver Fuma Schlollmann u. Ko haben sämmtliche Kollegen die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist strengstens fern zu halten. Achtung! Klavierarbritrr! Die Abputzer der Piano- fabrik von Lenz, Manteuffelstroße 15, haben wegen Lohndiffe- rcnzen die Arbeit niedergelegt, wesbalb wir die Kollegen cr- suchen, den Zuzug von genannter Fabiik fern zu hallen. Achtung! Dergolder Karlins. Die Sperre über die Firma Kubitz».Imberg ist hieimil aufgeboben, da diese Firma bewilligt Hai. Ebenfalls haben folgende Firmen bcwilligi: O. Scholz. Weidig. Geitner. Hoiniichs. Nachstehende Firmen haben noch nicht dlivilligi: Lamstied. Kiistan. Göphert. Rostig. Eichler. Jabn. Königsberger. Krumbholtz. König. Schmied u. Hoff- mann. Wcinftock. Hennig. Bcrgemann. Für diese Werkstellen ist der Zuzug fernzubalten. Die Streikkommisfion. Vernrifisskes. Die famose Hechiugrr Girßkänuchengeschichte wächst sich ganz üppig aus. Eist Hausiuchungen landauf, landab, in Ebingen, Heiibronn, Stullgari una Frankfurt und sitzt auch noch— obligate Briefsperre, ouf Grund des Artikels 99 der Sirafprizefordnunp vom Untersuchungsrichter vrrhänat über Alles, was von Hechingen an d,e„Frarksurler Zeitung" adressirt ist. Die„Franksni ter Zeitung" schreibt hierzu:.Uns ist Manches schon passir«, aber so etwas noch nicht!" möchten wir m i Obei st OUendorf sagen, denn eine Briessperre hat in dem langen Ladensreatster der„Frankfurter Zerrung" noch keine Stelle gehabt. Jetzt ist sie da, und das hat mit ihrem Eifer die Hechinger Justiz— doch nein, das hat mit seinem Gießkännchcn ein Schuldübchcn geihan. Die Sache Hai aber auch ihre ernste Seile und zwar für dos Hchrnglr Publikum; dos eilige Jnseiat, bei dem es arf 24 Siunden ankommt, wandert zuerst zum UnterluchungSiichler und erleidet dadurch Auf'chub, desgleichen jede Meldung zu einer in der„Franks. Ztg." ausgeschriebenen Sielte, wenn der Beweiber ein Hechmgcr ist. Der UnIertuchungSrildler öffr ei olle diese Schreiben und prüft sie ouf irgend eine B>z>khung»u dem Gi ßkännchcn; bis das geschehen, kann dem Hrchrnacr Bewerber vullerchi die Stelle entgehen, die er bei ungebindertcr Beförderung seiner Offei te nhalten haben würde. Wir können die Hechtnger nur mahnen, ihre an uns gerichteten Briefe anderswo zur Post zu geben oder durch Miltetspeisonen an uns gelangen zu lassen. DoS gilt insbesondeie unserem dorligen regelmäßigen Karre» spondenten, der mit dem Gießkämchenberrcht gar nichis zu lhun gehabt hol; er möge sich das naa stehende Schrifistück, das uns heute zugegangen ist, zur belehrenden Warnung dienen lassen: Hechingen, 5. September 188?. Der Untersuchungsrichter beim Königlichen Landgericht In der Untersuchungssache gegen den Hofopotheker Obermiller und Genoss.n wegen Verächltichmachung von Staotsemrichlungen und Beleidigungen:c. wird das angeschlossene mit einer anderweiten Korrespendenz des Einsenders L. L. hier beschlagnahmte Schnfistück in Gemäßstcit de« 8 KU Ab'atz 2 der Reicks P-ozeß- Ordnung der Adr sialin hierdurch ausgcaniworlet. Die Beichlagnahme der gedachten für die mubeschuidigte Adrtssaiin bestimmien Koiresponder z dlelbt, da deren Inhalt für die Untersuchung von Bcdeuiung ist, einst- weilen aufrecht eihalten. S t i n tz i n g. An die Redaktion der„Frankfurter Zeitung" zu Frankfurt a. M. Gr. Eschenheimerstr. Nr. 37. I. 269 39. Woraus wir ersehen, daß wir zu den„Genossen" des Herrn Hofopoiheker» gehören und mit beschuldigi sind, Staats- einrichtungen verächtlich gemacht uvd Beamte beleidigl zu haben. Alles um des kindlich, n GiebkännchenS willen, das nun schon Haussuchungen und Boesspeiren über das Land ergossen hat. Das geht denn doch über das Bohnenlied. Wermiplhkes. Di» Kitze in Kpante«. Aus dem Esemial wird der „Flankf. Ztg." vom 14. ds. geichrieben: Seil Wochen lagern dichie Rauchwolken bei Tage, schwebt litttler Keuerlchem de, Nacht über den Ebenen und Bergen Neu-Kasliliens. Der un- gewödnlich trockene heiße Hoch'ommee hol Feld und Wald, hat vor Allem das niedere Strauchwerk und Farrengebüsch, w'fyf hier Meilen auf Meilen den felsigen wasserarmen Boden bedioi, derart ausgedörrt, daß ein leichtfinnig oder muthwillig geworfenes Streichholz, ein Funken au« der Lokomotive, 1°/" die durch einen glitzernden Stein aufgefangenen und zurüs- geworfenen Strahlen der Sonne genügen, einen Brand zu entzünden, der in wenigen Minuten viele Ouadratmeter, w wenigen Stunden ganze Geoiertmeilen überspringt. Nur•]* menschlichen Wohnungen, Hütlen wie Paläste, sind der«' ausgedörrt, daß große und kleine Schadenfeuer® Städten und Dörfern zu den täglichen VorkommniM gehören. So brannte es, als letzthin in einer zu® Glück windstillen Nacht, das rasende Element>» Madrid die Säiuppen der Nordbahn mit ihren Waar«ibi« ständen im Werth von Millionen zerstörte, gleichzeitig noch>® fünf anderen Stellen der Stadt und alle Feuer endeUn wu der völligen Vernichtung der von ihnen ergriffenen Gebäude- Auch als ich gestern Abend Madrid verließ, um für einige Tage der immer unerträglicher werdenden Hltze zu entflieteu- welche die Häuscrmassen der Hauptstadt gleich einem riestze» Backofen bei Tag und fast noch empfindlicher bei Nacht au»- strömen, dampfte der mich in nordwestlicher Rickltung d» cantabrischen Küste und dem schönen, waldigen Baskenlande p- führende Zug einem wahren Feuermeer entgegen, durch d«- mitten hindurch zu steuern wir einen Moment veruw"* schienen. Es sah aus als brenne vor uns das ganze GebW und eS brannte wir knch.— Wilderer hatten, wie es heißt, nmk dem sie einen Jäger des Grafen von Casa-Blarca crwmdt'- um diese Unthal zu verbergen, die dem Grafen gehörigen, hier südlichen Abhänge derSrerra Guadarrama bedeckendenWälder aU' gcsjeckt. Glücklicher Wesse blieb schließlich das Riesen weit zu unserer Rechten liegen, aber auch zur Linken, wod® sich endlos die Ebene erstreckt, loderte an zahlreichen Sttsle« Feuerschein zu dem ringsum geiölheten Himmel empor. Me® nächstes Reiseziel war der Escorial. Beim Läuten der Stu®� «locken fuhr ich in die sonst so stillfriedliche, einstmalige sidenz des zweiten Philipv ein. Die glühende Lohe schuj» diesmal dicht neben d>m Schienenstrange, hart unterhalb d» Klostcrmauer aus den bis an diese sich heranziehenden Ei»«'' Waldungen empor und übergoß die Kuppeln und Thürme Sa» LorenzoS mit ihrem blutroihen, eigenthümlich flackernden L'«» Im Laufe der Nacht und des nächsten Tages wiederhole stch das unheimliche Läuten mit den mächtigen KiostergloolN noch fünf- oder sechsmal; bald brannte es in der nod� Sierra, bald im Thal zu den Füßen des Escorial. Aber o® Bevölkerunfl. abgestumpft gegen die sie umgebende Zerstörst� und stumpsfinnig von Natur, nahm keinerlei Notiz von de® Sturmgeläut. In diesen Riesen- und Massenwaldbrandtt>- welche sich in trockenen Sommern regelmäßig, d. h. durv schniltlich I bis 2 Mai in jedem Jahrzehni wiederholen,'"ä1 einer der Haupisakloren für die unoufhalisam sortschrliievK Enlwalduna Spaniens, und mit ihr ist wiederum der Ru»' gang der Bodenwrrlhschaft der Halbinsel überhaupi, weW immer wasserarmer, immer uufiuchlbarer wird, unzer trenubv verbunden. Allem in diesem Jahre sind m dem mittler«' und südlichen Spanien, einem oberflächlichen Ueberschloa P" folge, biretts mehr als 50 Ouadralmeilen Wald durch Fcu« zerstört worden und für sicher darf gelten, daß an Stelle d« vielen M'll'oncn so vernichteter Bäume kaum einige hund«� neue angepflamt werden., Was iil Hotz? Diese Frage dürfte Vielen befremdl'? und udu flüssig erscheinen und dennoch kann die Wissenslhoa auf dieselbe keine genügende und erschöpfende Auskunft ged«'' Eine gloßc Ruhe von Chemikern haben sich bereiiS vergebt� bemüht, die Frage nach der chemischen Bcschaff-uhcit und 3"' sammensetzung des Holzes zu lösen. Roch ganz neuerdistü* sind diese chemischen Uulersuchungen von zwei hervorragend«" Chemikern wieder aufgenommen worden, von Dr. G. Lang' in Straßburg i. E. und Dr. E. N i ck e l in Berlin. Ersi«®' bat eg in sehr genauer W-rse mit dem allgemein üblichen L«' fahren der chemischen Zelsetzung versucht, indem er den unl«' sucklen Körper möglichst rein darstellte und aus den Zersetzung' Produkten desselben weitere Ausschlüsse über die chemssa' Beichaff-nheit und die Eiementarbestandlheile zu gewinnen st® bcmühle. Das Holz giedl, was erst in den letzten beiden Jabf» zehnten bekannt geworden ist, mit verschiedenen, an sich färb' losen Stoffen, prächtige Farbencrscheinunge"' Hiervon ausgehend, hat Dr. Rrckel nicht nur die Farben�' schcinungen bei dem Holee, sondein auch weiter bei einer groß«" Reibe anderweitcr Sloffe untersucht und dabei die sehr b«' meckern ivertie Beobachtung gemacht, daß diese Jarbenersch«" nun gm der vcibrenniichen Stoffe IKohlenstoffecrbin düngen) vo" giwissen Aiomengruppm im Verbände der kleinsten Theilche" abhängen. Es läßt sich drshalb aus den Farben' cischcmungen, die bei farblosen Stoffen auftreten, ei" Schluß ziehen ouf die chemische Nalur der kleinsten Theilchen dieser Stoffe. Aus den Farbencrscheinungen des Holjg und aus der ch« mischen Farbenieaklion desselben«rgiebt Ii® nun, dvß best mmte, in der Chemie längst anderweit bekannte Alcmengruppen in dem Holze vorhanden sind, und wenn daS R'suliai die'er Ermittelungen bisher auch noch sehr allgemeiner Natur ist, so eröffnet es doch für weitere Unlernehrnungeu neue, wcrihvolle GesichlSpunkle, dre namentlich auch für ander- weite Ecmil'elungen über die chemischen Bestandiheile de« Hohes von Wichttgkcit sind, welche gerade gegenwärtig an- gestellt werden. Eine Koalition von Holzstoffsabrikanien ha> nämlich einen Preis von 3000 Mark ausgesetzt, für die- jenige wissenschasillche Arbeit, in welcher die bei der chemische" Auslösung des Holzes vor sich gehenden chemischen Prozesse am besien untersucht und geschildert sind. Um die volkswirth- schatiliche Seite der Sache zu beleuchten, mag nur darauf hin- gewiesen werden, daß unser so viel Papier und Drucker- schnärzc konsumirendeS Zeitalter sicherlich in große Papiernoih gerathen sein würde, wenn es nicht gelungen wäre, aus dem billigen und für diese Zwecke reichlich vorhandenen Holze durch chemische Prozesse ein gutes und wohlfeiles Papier herzustellen, so daß man jetzt im Allgemeinen immer annehme« kann, daß die Substanz von allem Papier, welches unö heute als Brief-, ZettungS- oder Packpapier, namentlich alS� letzteres, in die Hand kommt, ursprünglich in irgend einem Wa>� einen Baumstamm bilden hals. Vielleicht beiuht es hiernach auf einem noch nicht genügend ermiltetten Gesetze au« de« Bereiche des Unbewußten, wenn wir in den unserer Stadt zunächst belegenen Waldungen die unschönen und manchmal ganz kolossalen Mengen von Stullenpapier finden. Es bestcbt mögtichcr Werse ein Naturgesetz, wonach gleichartige Stoffe selbst über da« Maß menschlichen Willen« hinaus einander an- ziehe». Diesen Eindruck machen die Stullenpaprere in unsere« Wäldern allerdings. Wir wollen aus diese selisamc„Naturerscheinung" gebührend hinweisen und überlassen sie g>nv uneigennützig wie wir sind, den etwaigen industriellen In- leressenten und Chemikern zur weiteren kapitalistrschev AuS- beutuna. London, 30. August. Nach einer Meldung des„Reuter- schen Bureaus" aus Yokohama vom heutigen Tage sind dura die Ucderschwemmungcn in Wakoyama bei Osaka an lOOOK Personen umgekommen, 20000 sind obdachslos und herrsch' großes Elend unter der Bevölkerung. DepeCrften. (Wollfe Kalagrnvtzan-Kuraan.) Kiel, 19. September. Nach einem heute aus Teveriffo eingelaulenen Telegramm ist der Dampfer„National" mit de" deut'chen Elpedition zur Erforschuno der Meere unter Leitung des Geheimen Medrzinalrathes Prof. Dr. Hensen am 10. d. M- in Aeeension eingetroffen. Am Bord befand sich Alles wohl- Berantwortilch« Redakteur:». in Botin. Druck und Bniag von»am«nBib« tn Berlw BW., Bauedttraß» 2.