ran* im -nM rS rrfn am, da- rast UV möl rrtn It 5 w-tt tun «ui> 6»p u fo!» 0« der. ile» JCP ang »che »rtc in i« uS- rita in», «j#* ,en, »HS de» ifld let* Kr. 222. Sonntag, htn 22. September 188V. 6. Kabrg. öckimrBckM». Brgan für die Interessen der Arbeiter. �_ Das„Berliaer Bolksblatt" �Ichemt täglich Moronis außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnemcntspreis für Berlin frei 5«k � vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, möchcntliä) 35 Pf. Einzelne Nummer firSi; Bönnings-Nunnner mit dem»Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer ">eo»t,on Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemeni 4 Mark pro Quartal. t-(Eingetragen in der PostzeitungsvreiSliste für 188» unter Nr. 86«.) . baa Auolaud: Täglich uuter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für VeremS- und Versammlung«. Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin 8W„ Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Burcaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr VormittaaS geöffnet. -m.-, Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4106.«- VedAktwn: VcuthftrMe».— Expedition: �innnerstroize 44. Nr. er heutige» Unmmer liegt für unsere Abonnenten de»»K»n»tag».Klatt" bei. Die Fertzreskrertihke der prcufsisltieir �?svrikinl'pekt<'rr»r für 1888.- � Die besten der Berichte sind wohl die von den rheinischen samten verfaßten: sie bieten nicht nur verhältnißmäßig dchr viel Material dar, sondern es finden sich in ihnen auch eme Menge von vielleicht unabsichtlich entschlüpften Aeuße- �ngen, die außerordentlich charakteristisch sind für die ganze Auffassung, welche diese Leute von den Verhältnissen haben, Uta deren Beurtheilung sie betraut sind. Durch alle Berichte hindurch geht die Aussage, daß .wer Stand der Industrie ein guter ist", daß der„Auf- »chwung auf fast allen Gebieten des geiverblichen Lebens Während des BetriebSjahrcs weitere Fortschritte gemacht hat" �uiese Stilblüthe stammt von dem Herrn Gewerberath Theo- uald in Köln her), und so fort.„Aber so erzählt Herr �heobald,„von einer erheblichen Steigerung der Lohnsätze ist mir aus dem hiesigen Dienstbezirk bis jetzt nur bekannt �worden, daß die Anlagen der Kunstwollindustrie im Kreise Gummersbach zur Beschaffung der nöthigen Arbeitskräfte Jjir Löhne in die Höhe gesetzt haben". Das ist zugleich eine Probe von der ökonomischen Bildung der Gewerberäthe. Gleichfalls durch alle Berichte durchgehend ist die "vt:-, daß die Kinderalbeit sich nicht vermehrt hat; in uurnchc» Fällen ist sie sogar zurückgegangen. Als Grund isird angegeben, daß die Unternehmer die Scherereien mit d« Polizei auf Grund der Kollisionen mit den gesetzlichen .<'esl>7nmungcn vermeiden wollen; ja, das geht so weit, daß ' rn manchen Distrikten aus diesem Grunde sogar die Zahl "kr jugendlichen Arbeiter eingeschränkt ist. Der Lohn der rnoachsenen Arbeiter, deren Ausbeutungen nirgends Schranken Besetzt sind, ist aber so niedrig, daß die Vortheile der Kinder- arbeft zu gering sind, um diese Scherereien aufzuwiegen. Tiefe Thatsache ist zugleich betrübend und erfreulich- er- fteulich, indem Leben und Gesundheit der folgenden Gene- ratio» nicht frühzeitig untergraben wird(im Bericht des �beibergamts Bonn wird auch ganz ruhig zugegeben:„Die Beschäftigung von schulpflichtigen Kindern hat erheblich ab- Benommen,»vaS sehr im Interesse der Kinder liegt, damit kfw» Körper durch anhaltende Arbeit in der Entwickelung "tcht gehemmt wird."). Betrübend ist die Thatsache, weil sie oeineist, wie elend die Löhne der erivachsenen Arbeiter sein i niüffcn, daß sie so siegreich gegen die Kinderarbeit konkurriren! »önnen.' 172 Fruillekon. Äfflfcfcnnf Krbclni)_ einen ganzen Lizisten!"—„Wer aber außer den hiesigen Parteigenossen noch irgendwie Stellung zu der Achlstunder- frage genommen hätte, weiß ich mit dem besten Willen anzugeben. Spricht man mit den Arbeitern im besonderv," lachen sie einem geradezu in'S Gesicht, wenn man die Achl- stunden-Frage erwähnt. Wagt man aber ein Wort davon m ben UnionS selbst, dann schütteln die Mitglieder die Köpk-', oder lassen sich noch ganz anders über die Frage aus."—®,c Korrespondent schildert dann, wie man auf dem besten W-ii� ist, die von den Carpentern errungene 9 stündige Arbeitszeit eine lOstündige umzuwandeln, und schließt:„Wie man sie», ist die Bewegung im vollen Gange, der»Ball im Rollen''- und bis zum 1. Mai nächsten Jahres werden wir hier de» zehnstündigen Arbeitstag glücklich errungen haben- Lächerlicherweise stellt man hier, gerade wie av» in New- Pork, die Soziallsten als Gegner öer achtstündigen Arbeitszeit hin, trotzdem sie die Einzigen sind- die überhaupt etwas für die Erinnerung besselben gethan haben." Aus C h i k a g o wird berichtet:„Weniger ermuthige»" (als die Lassalle-Gedenkfeier) verliefen die Arbeiter-Demo«- strationen am„Labor Day". Die»Trabes und Labor Assembly" paradirte mit vielleicht 3000 Mann, und die Knights of Labor hatten ungefähr ebenso viele aufzuweisen- Aber einen besonderen Zweck schien die Demonstration nicht zu haben, man versammeile sich einfach und marschirte zu» Picnicplatze, wo dann Bier getrunken und getanzt wurde. Von der Achlstunden-Bewegung oder von anderen ökonomische» oder politischen Fragen war keine Rede, und kein einziges Banner erinnerte daran, daß d:e Federation of Labor unier anderen auch diesen Tag zur Vorbereitung für die Schlackt am nächsten 1. Mai destimmt hat.— Nach diesem neuesten Fiasko wird man wohl oder übet zugeben müssen, daß dieAchtstunder- Bewegung m Chikago tobt ist, und daß es kaum möglich s"» wird, sie bis zum nächsten Frühjahr ins Leben zurück zu rufen. Für Denjenigen, der die Ereignisse der letzten Monate hier aufmerksam verfolgt hat, wird dies jedoch kaum auffallend fei» können— war doch von vornherein keine rechte Begeisterung für diese Agitation vorhanden. Die Niederlage von 1886 und da« Fiasko, welches damals die Achtstundenbewegung erlin- stecken den Arbeitern nock zu tief in den Knochen, als daß sie mit Leichtigkeit für eine Wiederholung dieses Kampfes aufzu- rütteln wären."— Was nun das„Herz" der ganzen Bewegung, New-Pork. betrifft, so steht es in Wirklichkeit hier nicht viel besser. Wo» treien die intelligenteren Arbeiter, welche als Delegirten m de« verschiedenen Zentralorganisationen fi.miren, für die Sache ei?, aber— die M a s s e n sind nicht in Bewegung zu setzen.(I» der Versammlung im Cooper-Jnstitut hatten sich die gesammte« aufgeklärten Elemente zusammengefunden, dieselbe kcm» trat ein. Sie sagte etwas leise zu Timea. Allein Timar hörte auch das leise Flüstern. Diese Mauernffche war wie das Ohr des Dionysius; sie fing jeden Laut auf.„Kar.» er schon kommen?" fragte Frau Sophie. „Ich erwarte ihn," sagte Timea. Hierauf ging Frau Sophie wieder hinaus. Timea aber zog aus ihrer Kommode eine Schublade heraus, und holte aus derselben eine Schachtel hervor. Sie trat damit an die Lampe. Sie stand Timar so gegenüber, daß die Lampe ihr volles Licht auf ihr Gesicht warf; der Lauscher konnte jede Veränderung in ihren Zügen beobachten. Timea öffnete die Schachtel. Es war ein Säbelgriff mit einer zerbrochene» Klinge. Beim ersten Anblick zuckte die Frau zusammen, und die sich zusammenziehenden Augenbrauen drückten Entsetzen aus. Dann heiterte sich ihr Gesicht allmälig auf und sah mit den sich berührenden schmalen Augenbrauen wieder so aus, wie ein Heiligenbild mit einer schwarzen Gloriole um die Stirn. Eine süße Zärtlichkeit dämmerte auf in ihre« melancholischen Zügen, sie hob die Schachtel empor und brachte den Säbel ihren Lippen so nahe, daß Timar bebend zu fürchten anfing, jetzt werde sie ihn küssen. Auch dieser Säbel war schon sein Nebenbuhler. Je länger Timea den zerbrochenen Säbel ansah, um so heller fingen ihre Augen zu strahlen an; einmal trieb sie sogar die Kühnheit so weit, daß sie den Säbelgriff anzu- fassen wagte; sie nahm die zerbrochene Waffe aus der Schachtel und versuchte nach Männerart in der Luft damit herumzufechten... Ach, wenn sie gewußt hätte, daß Jemand in ihrer Nähe, der nach jedem Luftstreich Höllenqualen empfinden muß. Jetzt klapst es an die Thüre. Timea legte erschrocken den zerbrochenen Säbel in die Schachtel und stammelte dann ein unschlüssiges„Herein!" Vorher strich sie jedoch die Handkrausen ihrer Aermel, die sich hinaufgeschoben hatten, bis zum Handgelenk herab. Der Major trat herein. Er war ein stattlicher Mann mit einem schönen martialischen Gesicht. Timea ging ihm nicht entgegen, sondern stand noch immer vor der Lampe. Timar beobachtete sie aufmerksam. Teufel, was mußte er sehen? Als der Major ins Zimmer trat, erröthete Timea tief. Ja, die Alabasterstawe wußte SM- irickr inen dem er- ?eif.l KeiKt idtcn hier zani- r.che (iflfn i auf innre [vii: (5f» scheil iuslbt uf'dK eden- afcor, iione. eiern Wie auch eistet. l die - Ar- rchen. } da« iluna en>1) stehen t e n" Bull ber- ali» lV1 VOM efiM nder- nicht n. t» Ach> on ue Töpfe, - Der W-iie jeit nt siehr, ilkn', ; der« oben- av« der find, scthan jigend eiuon« Lader j> dl« ociscr. cht p» »um Vau »scheu nziges untff chlactt Jicsfa mder- h f'Ui rufe». ! tiicr d fein leruM S und erlitt, ub fie lufzw- °ls° nicht als Gegenbeweis dienen.) Jener Umstand wirft M die aktiven Elemente selbstverständlich zurück. ■jmn braucht nur die Berichte über die Sitzungen der «chtstunden-Liga zu lesen, um sich davon zu überzeugen; in der «ezel fehlm in denselben stets einer oder mehrere der Beam- und in der letzten Sitzung war sogar nur ein einziger der. 1., vorhanden; ebenso glänzen die meisten Delegirten stabil °urch Abwesenheit. Man kann sich nicht täuschen: es steckt kein naturlru.'S * iT" tann lich nicht tauschen: es steckt kern natimiueS 2« dahinter, und das hat seinen Grund in dem Gefühl der ! m« daß die Aussichten durchaus nicht danach sind, auf irgend einen Erfolg rechnen zu können. eie, 1 werden also, wie ich auch schon früher bemerkte, nur (,'Je der bestorganisirten Geiverke s.Z. vorgehen.— Zuwün- ??'tvare es freilich, daß es anders würde; denn das würde 1 Ly''t"v einen Aufschwung der Bewegung im Allgemeinen be« ■iten, und zugleich die Hoffnung darauf näher rücken, daß '"andere Bahnen einlenkt, indem die Thäligkeit der fort« teliu�n Arbeiter einen günstigeren Boden findet. Derselbe tan ote vollständig, indem man nicht au die Leute heran s?!"' In die Versammlungen kommen sie nicht, und die Agi. i' m den Werkstätten ist hier zehnmal schwieriger als drü- �"'Mdem die Leute, aus Furcht ihre Stellung zu verlieren, .-"'Af einmal wagen, ihr Ohr den„Einflüsterungen" eines |en Kollegen zu leihen. Letzterer muß noch froh sein, » er nicht denunzirt wird! � Ast melden ist noch, daß überall im Lande, wo sich deutsche 25i"i,■ N' tvenn auch in kleiner Zabl befinden, einträchtig die »w � Erinnerungsfeier an Lassalle's Todestag begangen �rven ist. Volittpho ltelreuNAik. 5«« Frage des Ersatzes des Sazialisteagesetzes wird seil, vv" der„Kölnischen Zeitung" wieder erörtert. Die- n,0* halt die Ueberfllhrung der„erprobten und unentbehrlichen" -N'wmungen des Sozialistengesetzes in das gemeine Recht g""d für sich für wünschenSwerth, ist aber nicht geneigt, zur an eines vielleicht zur Zeit unerreichbaren Ideals die z �"eine Freiheit der Meinungsäußerung einzuschränken und fonff' vieldeutige gemeinrechtliche Slrafbestimmungen zu to� mit deren Hilfe man die oesammte Opposition mund« real könnte. Sie hält desyalb die im Frühjahr ange- taiil ��"ition der sozialdemokratischen Bestrebungen als solche, in-,?? Grundlagen der Staats- und Gesellschaftsordnung .Wlondere Monarchie, Religion, Ehe oder Eigenthum jn'ahrden, für unannehmbar und will für diese bedenkliche nJ�ffsbestimiiiung eine völlig neue, zutreffende und �miger dem Mißbrauch ausgesetzte gewählt wissen. ftet Reichstag solle sich mit der Schaffung eines ge- itverten, mit Rechtsgaranlien umgebenen, aber dauern- z? Spezialgesetzes gegen die sozialdemokratischen Umsturz- lirebungen befassen. Das genannte Blatt denkt sich dieses i�Malgefetz in allgemeinen Umrissen etwa in folgender Ge- Es würde insbesondere darauf ankommen, an die Stelle _____ v„.. cn___.fi____-Q Q_____ v. s.__ rc„. r j..i -York. Wohl n de« be ein, (In nmte« kau« sä mar ; wie Kanu r �s wuroe rnsocsonoere oaraut anrommen, an oie isieue � Anordnungen der Verwaltungsbehörden und der Entschei- (jWjJtt der Beschwerdekommission die Wahrlprüche und Be- I�mffe der höchsten Gerichte— Reichsgericht, Oberverwaltungs- "e'cht oder Oberlandesgericht— zu setzen. In zweiter Linie » � vielleicht eine schärfere, jeden Mißbrauch ausschließende �Snffsbest.mmung der strafbaren Bestrebungen und Vergehen, "e Beschneidung der AuSweisungS- und UnterdrüekungSbefug- a»» i'iv Beschränkung des Belagerungszustandes auf Berlin ""iustrebcn. � Wir haben unsere Ansichten gestern bereits in nnserem Leit- k'mel geäußert— wir bleiben der denselben auch diesem Erguß 3 nationalliberalen Organs gegenüber stehen. v Für dl« Jeit vom 1. Aprit 1889 bis zum Schluß Monat» August sind im Deutschen Reiche einschließlich kceditirlen Beträge an Zöllen und gemeinschaftlichen Ver- .'"uchgsteuern, sowie anderen Einnahmen zur Änschreibung ge- �"gt: An Zöllen 148 534 071 M.(+ 37 131 108 M.), Tabak. �uer 3 277 567 M.(+ 61859 M.), Zuckermaterialsteuer � 47 977 35g M.(-i- 41 677 976 M), VerbrauchSabgabe von Uer 15 719 233 M.(-4- 16 717 991 M.), Salzsteuer 4 396 939 M.(ff- 4541 M.), Maischbottich- und Branntwein- �"terialsteuer 1 973 156 M.(ff- 2 891 856 M.), Verbrauchsab- Me von Branntwein und Zuschlag zu derselben 43 151 405 Mrk f-f 1071779 Mark), Brausteuer 10 834 084 Mark ,j" 1441041 M.), Uebergangsabgabe von Bier 1222 839 M. K- 161 109 M.).— Spielkartenstempel 381034 M.(ff- 11666 Zmrk), Wechselstempel'teuer 3 022 213 M.(ff- 235 281 M.), Stempelsteuer für a. Werthpapiere 5 016 325 M.(-l- 2061581 �fark), b. Kauf- und sonstige Anschaffungsgeschäfte 5 704 896 »cark(-+. i 152 730 Mark), c. Loose zu Privatlotierien £9 916 m.(■+■ 86 774 M.), Staatslotterien 2 517 912 M. 140 453 M.). Die Ist-Einnahme stellte sich für den genannten Zeitraum folgendermaßm: Zölle 131339 902 M.(+ 37 974 237 Mark), Tabaksteuer 2 990 040 M.(-1- 161831 M.), Zucke:material- steuer 11615 597 M.(— 3 814 197 M.), VerbrauchSabgabe an Zucker 16 437 293 M. f-l- 16 486 106 M.), Salzsteuer 14 534 333 Mark(— 247 608 M.), Maischbottich- und Branntwein- Materialsteuer 8 616 973 M.(ff- 3 591 738 M.), Verbrauchs- abgäbe von Branntwein und Zuschlag zu derselben 36 710 970 Mark(-1- 9 945 673 M), Braulteuer und Uebergangsabgabe an Bier 10 238 358 M.(4- 1363 256 M.),— Spielkartenstempel 469 411 M.(-1- 32 318 M. Mataafa oder Malietoa? Londoner Blättern wird aus der Südsee gemeldet, daß Amerika und die in Samoa an» sässigen Engländer die größten Anstrengungen machen, um MataafaS Wahl zum König zu sichern. Malietoa würde dann Vizekönig werden. Mataafa und Malietoa stehen jedoch un- verändert auf freundschaftlichstem Fuße.— Räch den Be- schlüssen der Berliner Samoa-Konferenz soll bekanntlich die Wahl des zukünftigen Herrschers des Archipels ausschließlich den Eingeborenen uberlassen bleiben. Aus Kanstvar liegt der„Kreuz-Zeitung" ein Prioatbrief eines Deutschen vor, in welchem es unter Anderem, wie folgt, heißt:„Wir erwarten täglich einen offenen Aufstand unter Seyid Ali, dem jüngeren Bruder des Sultans, und legen uns hier vorsichtig einen oder mehrere Revolver unter das Kopf- kiffen, wenn wir uns zu schweren Träumen niederlegen. Kleinere oder größere Raufereien mit Verhaftungen sind längst an der Tagesordnung, und leider sind häufig weggejagte Wißmann- Leute die Uebelthäter. Der Herr Kommandant, wie Wißmann allgemein genannt wird, kommt jetzt selten vom Küstenland herüber und die ihn hier vertreten- den Beamten haben bei den Unmassen unerledigter Geschäste- sachen einen schweren Stand. Zur Zeit leitet v. Eberstein die Geschäfte in Sansibar; der„kaufmännische Beirath"(Wolf) ist abgesetzt. Ich habe mir die Dinge in Bagamoyo und Dar-eS-Salam angesehen. Es sieht dort ganz unheimlich öde aus. Außer den Wißmann'schen Truppen und der viel- genannten Waniamwesi Karawane ist kaum ein Viertelhundert Eingeborener zurückgeblieben, und die Straßen sind nicht viel mehr als große Trümmerhaufen." Als ob wir«och nicht genug hätten an kolonialen Scheerereien, wird schon wieder ein neues gefährliches Kolonialabenteuer aufs Tavet gebracht. Laut der„Köln. Ztg." beabsichtigt der belgische Antisklavereiverein, auf dem Tan- ganjikasee, dessen östliches Ufer zur deutschen Interessensphäre, aS westliche dem Namen nach zum Kongostaat gehört, Dampfer in Dienst zu stellen und an den Ufern Stationen zu errichten. Es soll damit dem Sklavenhandel Abbruch gethan und gleich- zeitig sollen Handelszwecke gefördert werden. Das Unter- i nehmen wäre gewagt, aber mcht mehr als die Emin Pascha- ! Expedition. ES wäre vielleicht wünschenSwerth. wenn das deutsche Emin Pascha- Komitee in ein näheres V.-rhältniß zu der geplanten Unternehmung träte, aber vor allem sei erforder- lich, üoer die Stellung der Reichsregierung zu dem Plane Klar« heit zu besitzen. Bisher läge kein Anlaß vor, anzunehmen, daß die Regierung eine dem Unternehmen entgegenstehende An- schauung verträte. Offenbar handelt es sich bei dem Artikel des rheinischen Blattes um einen„Fühler". Die Antwort wird vermuthlich keine sehr ermunternde sein. Der Satz, daß das Unternehmen nicht gewagter sei, als die Emin Pascha« Expe- dition, enthielt eine Selbstkritik, die Niemanden für die Sache gewinnen kann. Großbritattnie«. Die Vorgänge in Irland, von dem großen Streik in London gänzlich verdunkelt, haben in den letzten Wochen die Aufmerksamkeit der Presse und des Publikums nur wenig in Anspruch genommen. Erst Herr Chamberlain, der es nicht unterlassen kann, für feine Person und Politik Propaganda zu machen, so oft er Leute findet, die ihn anhören wollen, hat in Huddersfield das längst abgedroschene Thema wieder hervor« geholt und sich zur erstaunlichen Behauptung verstiegen, daß gegenwärtig in Irland weniger Vergewaltigung herrsche als leit sieben Jahren und blas hundert Personen unter der Zwangsbill im Kerker sitzen; nur hat der Herr vergessen hinzu- zufügen, daß unter diesen sechs Abgeordnete sind, ein englischer (Conybeare) und fünf irische. Thatsächlich geht die Aus» treibung von Bauern in verschiedenen LandeStheilen flott von Statten. So hat Graf Dillon etliche zwanzig Familien von Haus und Hof vertrieben: doch ist die Angelegenheit in un- gewöhnlicher Stille vor sich gegangen, und die Polizei und Militärmacht war in so großer Anzahl vorhanden, daß wenig Einzelheiten in die Blätter kamen. Ein Major Pike in Mayo hat ebenfalls sieben Familien, aus 50 Personen bestehend, aus. getrieben und 40 Familien mit einem Total von 250 Personen sind auf dem Punkt, dasselbe LooS zu theilen. Diese Leute wohnen auf einer Insel und die Gerichtsvollstrecker mit ihren Gehilfen thaten ihre Arbeit so gründlich, daß alle Wohnungen der Erde gleich gemacht wurden. Die Ärmenbehärden in West» port wurden angegangen, für die Obdachlosen Unterkunft zu finden, aber im Ortsarmenhaus ist kein Raum mehr vorhanden, so ließen sie Baargeld, einen Schilling pro Kopf, unter die Armen vertheilen, was den Landlord in nicht geringe Entrüstung versetzte; denn er als größter Grundbesitzer maß eine bedeutende Quote der Armensteuer entrichten und er sieht nicht ein, weßwegen er jetzt aus seiner Taste die Leute unteistü,en soll, nachdem er sie ihres Lebensunterhaltes beraubt bat.— Inzwischen reist eine Deputation englischer Liberaler, Herren und Damen, an deren Spitze der Abgeordnete StanSfeld und Lady Sandhurst in Irland umher, um Erkundigungen einzuziehen und das arg bedrückte und geplagte Landvolk zu ermuthigen. Der irische Sekretär Bilfour hat ihnen die Aufmerksamkeit er- wiesen, ihretwegen ein konfidentionelles Randschreiben an die Konstabler- Offiziere zu schicken. Die Schutzmannstaft wird darin benachrichtigt, daß e§ nicht nöthig sei, den Mitgliedern dieser Deputation auf Schritt und Tritt zu folgen oder ihre Reden aufzusckreiben, da die Leute vermuthlich nichts sagen würden, was sie in den Bereich der Zwangsakte bringen könnte. Diese Mahnung ist köstlich. Denn viele irische Abgeordneten, worunter W. O'Brien, haben weit harmlosere Auslassungen, als diese Engländer sich zu Schulden kommen lassen, im Ge- fängniß abbüßen müssen. Aber Herr Balfour ist wählerisch in Bezug auf seme Opfer, und es würde etwas zu viel Staub aufwirbeln, wenn ein Ex-Minister, wie ManSseld, hinter Schloß und Riegel gesetzt würde gerade jetzt, wo fünf Ergänzung«. wählen vor der Thür sind. Diese Vorsicht kennzeichnet dann Herr Chamberlain als staatsmännische Kunst. Kv«ttKir«ich. Heut finden in Paris die Wahlen statt. Es dürften daher folgende Ziffern von besonderem Interesse sein. Die Zahl der Wähler betrug 1377: 9 700 000, stieg 1885 an 10 300 000, und für dm 22. September d. I. sind 10 525 640 Wähler einge» schrieben. Abgestimmt haben: 1876: 7 388234; davon erhielten die Republikaner 4 028 153, die Monarchisten 3 202 233 Stimmen. Im Jahre 1877: 8 037 323, davon 4 367 202 republikanisch und 3 577 882 monarchistisch. Im Jahre 1831: 7 181443, davon 5 128 442 republikanisch und 1 739 767 monarchistisch. Im Jahre 1885: 6 710 820, davon 3 565 412 republikanisch und 1 789 767 monarchistisch. Die Wahlbetheiligung war also am stärksten 1877, wo es sich darum handelte, den Mac Mahon'schen Staatsstreich zurückzuschlagen; sie war am geringsten 1885, wo die Republi- kaner unbarmherzig gegen sich selbst wlliheten. Ja diesem Jahre betrug denn auch der republikanische Stimmen- Ueberschuß nur 418 283, während er 1876: 825 920 be- trug, 1877 unter dem Druck der reaktionären Regierung auf 789 320 zurückging, 1881 aber gar auf 3 338 675 stieg. Im letzteren Jahre, dem erfolgreichsten der Republikaner, war wie jetzt ConstanS Minister des Innern. Gewählt wurden'ui Jahre 1876: 355 Republikaner und 171 Monarchisten; 1877; 328 Republikaner und 208 Monarchisten; welche Zahlm durch die Kassiruna der offiziellen Kandidaturen so sehr verändert wurden, daß am Schluß der Legislaturperiode die Kammer 394 Republikaner und 141 Monarchisten zählte. Im Jahre 1881 wurden gewählt: 467 Republikaner uns 90 Monarchisten. Im Jahre 1885 wurden gewählt 381 Republikaner und 203 Monarchisten; durch Kassirungen und erfolgreiche NachwaliUn brachten cS die Republikaner auf 414 Mann, während die Zahl der Monarchisten auf 170 sank; von den 414 trennte sich in- deß die boulangistische Fraktion, die beim Auseinandergehen ber Kammer etwa 25 Mann stark war. Die künftige Kamm-r ... I. i.(---.____ V— rc-- ,,__________ uuiuuicr für oie 42 Sitze van Paris 317. Das ist eigentlich nicht viel, wenn man die große Zersplitterung der Parteien erwägt. Diese ist allerdings fast nur in Paris zu Hause, wo auf jeden S'tz 8 Kandidaien kommen, und in etlichen anderen großen Städten; auf dem Lande vereinfacht sich die Sache bedeutend, da dem republi- konischen Kandidaten meist nur der reaktionäre gegenübersteht. Der BoulangiSmus hat nur in 259 Bezirken Kandidaten ans» gestellt, die Monarchisten in etwa 400. Unter den 1929 Kan. didaten, die sich angemeldet haben, befinden sich etwa 1200 Generalräihe, und zwar viele von denen, die am 28. Juli ge« wählt worden sind, namentlich Republikaner, was die letzteren als günstiges Vorzeichen betrachten. Von Interesse ist ferner der Umstand, daß von den Mitgliedern der letzten Kammer 105 sich nicht mehr wählen lassen; da eine gewisse Anzahl von den andern, die wieder kandidiren, nicht gewählt wird, so be- kommen die Republikaner, wenn sie Glück haben, nicht blas wieder die Majorität, sondern auch eine bessere, erfahrenere und disziplinirte Majorität als die bisherige war. Auf den Sieg rechnet man in republikanischen Kreisen übrigens mit Zuversicht, namentlich nachdem der Minister des Innern, von dem man keine Uebertreibungen gewohnt ist, nach seinem Wahlkreis Toulouse einen Brief geschrieben hat, in welchem es heißt, daß der Sieg der Republikaner nunmehr gesichert sei. ."ch von Morgenroth zu strahlen, das Antlitz des Heiligen- 'ldes bewegte sich und das jungfräuliche Weiß schmückte Ich. mit Rosen. Das weiße Antlitz hat den gefunden, der 'n Flammen setzt. Bedarf es noch eines weiteren Be- ■"csses, bedarf es dazu noch der Worte? Timar war nahe daran, daS Wandgemälde heraus- /"stoßen und gleich einem Drachen, der den Ritter Georg verfiel, sich zwischen die Beiden zu werfen, bevor noch .Miea's Lippen Dasjenige aussprechen konnten, waS ihr Ge- scht verrieth...! Doch nein.— Vielleicht war es nur /ch Traum, was er gesehen. Timea'S Gesicht ist so weiß, /"v sonst. Mit kalter Würde winkt sie dem Major, er /'"ge aus einem Stuhl Platz nehmen. Sie selbst.setzt sich jveit von ihm auf das Sopha, und ihr Blick ist so streng, l? kalt, so ehrsurchtSacbietend. Der Major hielt in der Mten Hand seinen goldbordirten Tschako, in der anderen >'nen Säbel mit der goldenen Quaste und saß so steif da, 7» befände er sich seinem General gegenüber. Sie sahen '"ander lange schweigend an. Beide kämpften mit pein- "hen Gefühlen. Timea brach zuerst das Schweigen.„Mein wr. Sie haben mir einen räthselhaften Brief gesandt in Be- Leitung eines noch seltsameren Geschenkes. Dies Geschenk � ein zerbrochener Säbel." Sie öffnete die Schachtel und ,"hm den darin befindlichen Brief heraus.„Ihr Brief /'"'et so: ,Gnädige Frau! Ich habe mich heute duellirt ""d nur dem stmstande, daß mein Säbel zerbrach, hatte eS Gegner zu verdanken, daß er nicht getödtet wurde." (Fortsetzung folgt.) Soztnlc UebovNrhk. Sler partiell» K treib in de« Kistenfabribe»:„Pa- isten- Fabrik, Aklien-Gesellschaft", Neue Jakobstraße 6 und Mllhlenstraße 8, sowie bei Fuhg, Lindenstraße 35. dauert fort. Zuzug ist strengstens fernzuhalten. Die Kommission. - aber holte n die »e ihr : jede te die henen , und setze« d sah »er so e um ihren und ebend dieser im so b sie anzu- > der damit mand ualen rocke» dann ) die atten, I z>.. Wasserfall wurde kürzlich auf der Südinsel von '»che« �-useeland, wie das„Ausland" mittheilt, an der Westküste der noch //""inz Otaao entdeckt, welcher zu den bedeutendsten der Erde ** �---- v c— je. r.. s r___. r•.,- � �ltrs N unft und Letten. NVOZ ii-k*'----------------------- ffsam r?«rt und durch seine Umgebung— erne Kette von schnee- mmer'"sckten Bergen, zahlreichen Gletschern und großartigen Seen mißte e» te größte Anziehung ausübt. Leider ist der Zugang mit p"«ßen örtlichen Schwierigkeiten veibunden. Unter den zur Zeit bekannten Katarakten der Erde ist, wie das„Ausland" mit- theilt, der durch einen Nebenfluß des San Joaquin im Yosemite Valley, Kalifornien, gebildete der höchste. Seine Wasser stürzen in einer Höhe von 2550 Fuß herab. Dann solgie der Orco- Wassersall des Monte Rosa in der Schweiz mit 2400 Fuß und in zwei Absätzen. Der jetzt in Neuseeland entdeckte Souther- land Watersall, wie man ihn benannt hat, kommt mit 1904 Fuß an dritter Stelle. Er stürzt in drei Abstufungen mehr Wasser herab, als die beiden vorgenannten. Der vierthöchste Wasser. sall ist der Gavarnie in den Pyrenäen, Spanien, mit 1400 Fuß. Die größte Masse Wassers wird vom Niagarafall, Nordamerika, herabgestürzt. Die zlilanwohner sind in Heller Freude. Aus Wady- Halfa wird berichtet, daß der Strom daselbst um volle fünf Zoll gestiegen ist und ein weiteres ergiebiges Anwachsen des Wasserstandes in gewisser Ausficht steht. Bekanntlich hatten die spärlichen Wassermengen der letzten Jahre schon zu der Be- sürchtung Anlaß gegeben, es möchten seitens ber sudanesischen Aufständischen die Nilzuflüsse abgeleitet, mindestens doch ge. hemmt sein, um solchermaßen die Zustände im eigentlichen Egypten durch Vorenthaltung des dem Landbau nöthigen Be- wasserungSquantumS unhaltbar zu mächen. Den Ungrund dieser Sorge thut die«wähnte Meldung aus Wady. Halfa ge» nügend dar. Eine recht„fafttge" Quartal- Reklame macht ein sächsisches Provinzblatt für den Roman eines übrigen« ziemlich unbedeutenden Schriftfteners, welchen es demnächst abdrucken will. Es theilt folgendes„höchst eigen thümliche" Vorkommniß mit, da« auf die leidenschaftliche Spannung dieses Romanes ein grelles, fast unheimliches Licht wirft.„Als der Roman zuerst in Druck ging, las eine kränkliche Dame in Berlin mit größtem Interesse die ersten Kapitel. Plötzlich kommt von dieser Leserin ein Brief: Sie sei so schwer leidend geworden, daß der Arzt ihren Tod bestimmt nah voraussähe. Sie könne nicht ruhig sterben, wenn sie nicht den Schluß des sie tief erregen- den Romanes zu lesen bekäme. Sie bitte von der Druckereii als Gunst für eine Sterbende, ihr vor Veröffentlichung des ganzen Werke«, den Schluß auf lose Blätter abzudrucken und zuzusenden. Der Wunsch der Dame ist erfüllt worden." Hoffentlich hat sie dann ruhig sterben können. Weeß Knebbchen, die Sachsen sein helle. Woran Zleaumur schuld ist. Der plötzliche Wetter. stürz scheint auf die GesundheitSverhältnisse in der Redaktion der„Straßburger Post" leider nicht ohne Einwirkung geblieben »» fein. In einer der letzten Nummern dieses Blattes zu finden wir nämlich folgende beunruhigende Auslassung: „Rcaumur ist zwar als ein gelegentlich sebr tückischer Geselle saitsam bekannt; was er aber heule über Nacht geleistet hat, dürfte in den Jahrbüchern seiner Zähne aneinander klappern- ! den Thätigkeit noch nicht zu finden sein. Heute, am 16. Erp- tember, nur zwei Grad Wärme— da hört freilich Verschieden«! auf."— Jawohl, hier hört Verschiedenes auf. Pferd efteisch-Ertrabt. Aus London, 13. d., wird geschrieben: Eine recht unangenehme Entdeckung wurde gestern in Colchester gemacht, was die Herkunft gewisser Fleifchexlrakie betrifft. Ein Knabe war polizeilich angeklagt wegen Grausam» keit einem Pferde gegenüber, welche« er, obwohl e« schon rn halbtodtem Zustande war, von Chelmsford nach Colchester pr trieben haite. Ein Polizei-Jnspektor machte bei dieser Gelcacu- heit die Mittheilung, daß solche unbrauchbare Pferde zu Hurz. derten von Tonnen nach Antwerpen exportirt werden, wo man aus denselben„Rindfleisch-Ertrakt" erzeugt. Pferde in solchem Zustande werden in großer Anzahl au« allen Theilen England« zur Weiterbeförderung nach JpSwich geführt, da sie lebend einen höheren Preis erzielen. Der Knabe wurde zu 2 Pfund Eier- fing Geldstrafe verurtheilt, das Pferd aber nach dem Schlacht» Haufe geführt. Im Kahne»ach Pari». Au« New-York wird ge- schrieben: Der 39jäh>ige Kapitän Charles T. Roger« beschloß, die Pariser Ausstellung zu besuchen und trat zu diesem Behuf« am 30. Mai die Reise von Boston allein in einem kleinen Kahne an. Acht Tage hatte er schönes Wetter, dann aber kam ein Sturm, welcher ihn nach den GeorgS.Jnseln trug. 3S Tage begegnete er keinem anderen Fahrzeuge auf dem offenen Meere. Am 28. Juli war er schon fast erblindet vom Sonnen- schimmer und konnte nicht einmal seinen Kompaß mehr seben. Da legte er sich auf den Rücken und wartete ruhig auf Tal» oder Rettung. Letztere kam am 10. August in der Ge- statt des Schooners„Martha A. Bradley". Da war aber der tollkühne Äoger« schon so geschwächt, daß ihn seine Retter für todt hielten. Heute geht er wieder gesund in Boston herum, spricht aber nicht von seinem Vorhaben, die Pariser Au«» stellung zu besuchen. Kartellmädchen der Zukunft. Die„Kölnische Zto." bringt wörtlich folgendes Inserat:„Geprüfte deutsche E.- zieherin gesucht für zwei heranwachsende junge Mädchen. Kartellfreundliche politische Ansichten erwünscht. Gehalt 1200 Mark. Anerbielungcn unter N C 131 an die Expedition diese« Blattes." Theater. Sonntag, den 22. September.. Kvmilsax». Die Meistersinger. Montag: Die lustigen Werber von Windsor. Kekan spielst an». Romeo und Julia. Montag: Natalie. Deurtsches Tsteater. Faust'« Tod. Montag:»Faust'« Tod". ZeHtaift'Ssteate». Der schwarze Schleier. Montag:»Der Fall Clemenccau". WUstelMpöstttsche« Tsteirt«. Der Mikado. Montag: Dieselbe Vorstellung. jV«lt»»r-Theater. König Candaule. Madame Edouard. Montag: Dieselbe Vorstellung. tfiMimntf&ligeftr. Stanley in Afrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. KSend-Gsteater. Vom Golde verführt. Montag: Dieselbe Vorstellung. - Usteatrr. Der Zauberlehr- lmg. Montag: Dieselbe Vorstellung. KS»i«stiidtisch-» Theater.»Ne feine Familie." Montag: Dieselbe Vorstellung. lentrul-Sstcatev. Leickne« Blut. Montag: Dieselbe Vorstellung. ljistaipst Gratt-Tsteater. Flotte Weiber. Montag: Dieselbe Vorstellung. geitderq- Tsteater. Fernande. Montag: Dieselbe Vorstellung. Tl»r. Nichter'» gfartetä. Spezialitäten- Vorstellung. NrtchshaUr«- Theater. Gr. Spezialitäten- Vorstellung. Kerliuer Theater. Sonntag, 22. September: Der Kaufmann von Venedig. Montag, 23. September: Der Schlvadenstretch. Dienstag, 24. September: CorivlanuS. Ciipcus Busch- Friedrich-Karls-Ufcr. Heute Sonntag: 1608 2 große Narstrllnngeu, 4 Uhr und 74 Uhr. Nachmittags 4 Uhr hat jeder Besucher ein Kind frei. Da« Programm der Nachmillagö-VorsteUung ist ein ebenso vor- iigliche« al« da« der Abend-Vorstellung. Abends 48 Uhr: Große Extra-Vorftellung. Aus beiden Programmen besonders zu be- nerken: 8 russische Rapphengste, Elepbant und 8 Hengste; Maria Dore. M. Allen Jockey. Mll. Henriette. Loleeo andaluse. Mll. Margarithe. Mll. Amalia. Troubadour, geritten von Herrn Etperi. Auftreten Gebr. Theo k. jc. Klown Tanti Bedini, W. Olschanoly, Jame« Guion, sowie sämmtliche Künstler. �ni«Hvsn-Theater. 1385 Treödenerftr. 55. Täglich Vorstellung. �Mr�ZSaUaa- 1«r. 9 At.- 10 8L IPnBjw Kaisap-BaHOPama. Wsf&W In dieser Woche: vM*** Z. ersten M.: vbrrital. Städte. beul lv. Eycl.: Pariser Welr-stuSkteilun, st« AuSstellunaeoark: lll. Cyklus der Pariser Weit-AuSstellung. Eine Weise ä> Ps., Kino nur t0 Pf. Abonn. « Rrisen i M. Unscrm Gerossen und Kollegen 1604 LusEsv ftssmann zu seinem am 23. September sja»tsindenden Ge- burtStage ein donnerndes Hoch!!! D e ull'n jecken Dlltz. Sadowa.— Konsequent—? Gang thuhu«. Allen Freunden und Bekannten zur Nach- richt, dasi der Tischler 1596 Franz Herrmann am 19. d. M. gestorben ist.— Die Beerdigung findet am Sonntag, Nachmittags 44 Uhr, vom Augusta- Hospital(Scharnhorststraße) nach dem Jobannislirchhof in der Seestraße statt. Tie Kollegen der Bechstew'fchen Pianosorte- Fabrik. Danksagung. Allen meinen Freunden und Freundinnen meiner Frau Marie Beyer, welche bei deren Beerdigung mir ihre herzlichste Theilnahme be- wiesen, sage ich meinen tiefgefühltesten Dank. Der trauernde Gatte 1606 E. Beyer nebst Kinder, Hasenhaidt 58. KraitzMttdTrei J. Meyep, Kausttz-rplast 1 yer, Kaufitz-rplast 16. eifen mit Malerei von 1 Atlassohl Guirlanden von 15 Pf. an. Kränze. en detail 1307 an. Große Auswahl vretz. Mm von 1 Mark a« empfiehlt die Glücks- kollrkte von 1658 I Koppenstraste 66. Praussische Lotteria. Ziehung 1. Klasse 1. und 2. Ottober er. 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Das Paar lebte damals in wilder Ehe rn der �"8" rafce und der Hauswirth wollte unter keinen Umständen Ki- �ralrfirende Verhälmiß der Beiden in seinem Hause nrocn. Daraufhin machte die Vaneß Anstalten, sich von ihrem »"strir, der ganz und gar verschollen, zu trennen; bei dem sagenden standesamtlichen Aufgebot soll sich jedoch der �'�?undene Ehemann gemeldet haben, wodurch die Heirath »7 �'rr.er nicht stattfinden konnte. In letzter Zeit machte die tu I n �'kder Anstrengungen, fich von ihrem Gatten scheiden und sollen auch wiederholte Aufrufe an den früheren «wchtermeifter Vanest erlassen worden sein. ES melden fich 'ilgrirS fortwährend noch Zeugen, die zumeist gegen KI aufin Stögen i so viel aber steht fest, dost am Freitag Nachmittag Z?» Mann bei der Vaneß gewesen und mit der Frau � /.gkrecht hat, und daß dieser Fremde eine Perlon gewesen, .rme Klaufin wohl kennen muß, schon aus dem Grunde, weil ein Landsmann gewesen und Klaufin längere Zeit in Nordenburg gelebt, wie wir bereits mitgctbe'lr. ©*» Honfronttrung>*• mnthmaßlichm Mörders .«Unn mit seinen beiden Opfern und die Obduktion derselben k J 0?n Sonnabend Vormittags im Leichenhause des alten Kirch- IN Lickitenbero ktattoefunden. wurde in der hiefigen «ciuuciiuciy -e, PI» fast»an Seelrnblindsteit............ �wnitc koustatirt. Der Patient, ein Zimmermann Heinrich ?' ist 54 Jahre alt und gab selbst an, daß er seit der Er- «-ukong zwar die Gegenstände sehen, aber nicht erkennen �ute. Erst wenn er fie anfaßte, wußte er, was er vor sich *!*♦' i erkennt er nicht, ein vorgchalicnes Licht fiebt er 5�'. faßt ruhig in d>e Flammen und merkt dann erst, daß es Ein Bund Schlüssel, welches man ihm voihält, eitennt i v cht. sobald man mit den Schlüsseln klappert, benennt er ks i'chtig. Ein Stück Seife führt er zum Munde, leckt on Muselden, riecht daran und benennt es dann richtig. Solche ?aue die der Phyfivloge Munk�Eeclenbliiidheit" genannt hat, s br s.lten. fe Ein Gifenbahnnnfall anf dem Schlefischrn Kahn- fe. Als der zweite Sonderzug, von Hoppegartcn v Uhr ends kommend, auf dem Schl, fischen Brhnhof das Signal Weiteifohren eihalten hatte, wurden die Passagiere durch "*" aufgeschreckt. Die eine hintere Wand . der Stelle, wo die Puffer besestigt 57», platzte los, so bast die Puffer nach oben gerichtet standen. BohnhofSinspektor bemerkte diesen Vorfall zuerst und ver- ?�chtr, als der Zug schon die Halle verlassen Hille, noch schnell Nnug das Signal zum Hallen zu geben. Hierauf entstand mer den Passagieren, die schnell aus den äußeren Perron 9 rauLsprangen, große Aufiegung. Der beschädigte Wagen "«de auSrangirt, worauf das Zeichen zur Weiterfahrt gegeben ?»ide.— Die Betriebsstörung dauerte 25 Minuten. Der Zug oistcad aus 40 Wagen. � Uar einem fchioeren Unglück find die Passanten der ?iammstraße ganz durch Zufall bewahrt worden. Als die saurer die Dächer des bekannten Bender'schen Kolossalge- laudes Rr. V7» und 67l> untersuchten, weil es daselbst durch- �«vele, entdeckten fie mit Schrecken, daß der gesammte Stuck i'5or unter den Mansarden fast ganz und gar los war und Irden Augenblick auf die ahnungslos Vorübergehenden nieder- Kurzen konnte. Die fast 3 Fuß vorspringenden Stuckornamenle «�5 z-ntnerschwer, so daß, wenn ein Unglück geschehen wäre, �rnschtu dabei hätten um's Leben kommen können. Es wurde "Usmihr schleunigst Abhilfe geschafft. 5« dem Deckeneinstnrz in der Kaserne der Artillerie- -echießschole wird noch mitgetheilt, daß, nachdem Feuerwehr Mltliär mit Anstrengung aller Kräfte die Trümmer der �Bestürzten Decke, einer künstlichen Stuckdecke, bei Seile ge- i«umi hatten, fünf Maurer mit theils schweren, thtils leichteren � rletzungen aus dem Schutt hei vorgezogen wurden. Die �carirer S. und Sch. find schwer, namentlich am Kopf vir- Mundet und wurden in Tragrkörben von Soldaten nach dem ÄNiSrlegincn Augusta-Hospitol übersübrt. Die drei anderen Maurer w�ren dadurch, daß fie im Moment der Katastrophe nach de« Scitenwänden hin sprangen, der größten Gefahr ent- Yangon und haben nur geringfügige Verletzungen und Ver- »Buchungen der Glieder davongetragen. Dieselben wurden e>«chsalls nach dem obengenannten Hospital geschafft. U»n rinrnt Hunde zertteischt. Ein schreckliches Un- '»uck, dos für unsere Kleinen zugliich eine ernstliche Warnung «rd Mahnung enthält, ereignete sich am Donnerstag in einem vausc der 9!aui ynstraße. Dortselbst neckte fich auf dem Hofe ler 10jährige Knabe Sch. mit einem größeren Hunde, der B'iblei e-schreckt. Man ertle nary orm vusc unv ,ui>v vr» �uvben in einiin entsetzlichen Zustand blutüberströmt am Boden st�en. Das Thier, mit welchem der Junge stets auf vertrau- Fuße gestanden, hatte rhn mitten im«spiel« n ganz unver- "Uthrt im Gesicht gepackt und dem Knaben die Nasenflügel k! dk Oberlippe so zei fleischt, daß dieselben nur als unkennt- "che Fleischtheitr noch am Gesicht dingen. Der Verletzte wurde ■Jiich der kgl. Klinik gebracht, während die Polizli von dem -'orfoll unterrichtet wurde, damit sie den Hund, der nie zuvor unen drjfigen Charakter an den Tag gelegt hatte, untersuchen "ffe. I« rigenthüwlicher Meise verunglückte gestern Vor- ?isttag der Tr chler B. Er wollte im Austroae seines Meisters nach einem in der Reichenbergelstroße befindlichen Neubau "'geben. Als er eben das Tnrain des Baue« betri't, gleitet x**® bereits zur Höhe des dritten Stockwerks emporklimmen- T.Lger ein Stern aus seiner Molle, der Stein fällt in die �'«fe und trifft den unten stehenden B. mit solcher Gewalt M den Kopf, daß B. lautlos zusammenbricht. Ein Arzt �tersuchte und verband die Wunde, welche fich als eine chwrre Verletzung des Hinterkopfes herausstrllte. Mittelst �«oschke wurde darauf der noch immer bewußtlose B. nach Unem Kranker Hause gebracht. Eiu Wahnsinniger Ata dtreisen der. In nicht geringen schrecken w-ude«m Freitag Voim ttag der Inhaber eine« .�osamentier-GeschäsiS m der Linienstraße versetzt. Zu dem- «wen kam btreitS seit mehreren Jahren der Reisende eint« der Königstadt belegenen Engros-Geichäsis, um Aufträge Jj* seine Fiima von dem Kunden Herrn K. entgegenzunehmen. 'irr Posame.rtiec hatte den strllen bescheidenen Mai n«echt gern und plauderte jedesmal recht lange mit ihm. Am Freitag Vormittag wollte er, als der Reisende, Herr L., wieder erschien, demselben eine Rechnung bezahlen und legte für ihn drei 50- Markscheine auf den Tisch. Als der Posamentier nach sciner daranstoßenden Wohnung gino, um die Rechnung zum Ouittiren zu holen, und nach einigen Mmuten in den Laden zurückkehrte, bcmcik c er, wie L. eine der eihaltcnen Banknoten mit der Ladenscheere kurz und klein geschnitten und sich eben an- lchickie, dies mit der zweiten zu thu». Als der erschrockene Posamentier dies zu verhindern suchte, gericth der Reisende, der allerhand wirreS Zeug sprach, in Math, die schließlich in einen Tobsuchtsanfall ausartete und wobei L. die Innenseiten des Schaufensters zertrümmerte. Nur mit Mühe gelang es dem Pofamentier mit Hilfe hinzugerufener Hausbewohner den Rasenden zu bändigen, derauf Anordnung des telegraphisch verständigten Chef« des Bedaucrnswcrlhen und eines sofort geholten Arztes in eine Privat-Jrren-Anstalt geschafft wurde. Kummer und Gram über den Tod seines einzigen Kindes scheinen die Ursache der geistigen Umnachtung des allgemein bei der Kundschaft beliebten Mannes gewesen zu seien. Gin diebischer Kanogenofse. In dem Kolonialwaaren- geschäft von G. in der Friedrichstraße befand fich seit 2H Jahren der 18jährige KommiS K. in Stellung, der das ganz be- sondere Vertrauen seines Chefs schon deswegen genoß, weil K.'g Vater mit dem Geschäftsinhaber eng befreundet ist. Der junge Mann bewohnte in dem H.'schen Hause ein Zimmer, welches dicht neben dem Kowpioir belegen. Seit einiger Zeit bemerkte Herr K., daß aus dem Geldschrank, welcher im Ge- schäftsbureau stand, täglich kleinere Beträge fehlten. Der Ver- dacht lenkte fich zuerst auf den Buchhalter des Geschäfts, und so hätte es lcicht geschehen können, daß ein Unschuldiger des Diebstahls bez chtigt worden wäre, wenn nicht vor einigen Abenden der wirkliche Dieb gefaßt worden wäre. Als nämlich Herr H. gegen 12 Nachts mit den Scinigen nach Hause kam, bemei kie er in dem nach dem Hofe zu belegenen Komptoir Licht, und leise durch den Laden von vorn in das Zimmer tretend, gewahrte er seinen KommiS K., als derselbe den Geldschrank mittelst Nachschlüssels öffnete. Herr H. nahm den ungetreuen Bmschen sofort ins Gebet, und es stellte sich nun heraus, daß der jugendliche Dieb im Laufe der letzten 8 Wochen nicht weniger als 680 M. mittelst Nachschlüssels ge- stöhlen habe. Daß der aufgebrachte Chef gegen K. keinen Sliafanlrag gestellt, verdankt der leichtfinmge Bursche der hochachtbaren hiesigen Familie, welcher derselbe angehört und welche vollen Schadenersatz geleistet hat. Der diebische Kommis befindet fich bereis auf dem Wege nach Amerika. Schon wieder ein ingendticher Ausreisser, welchem das„Ajnkaficber" in den Kopf gestiegen ist, wird von seinen t«ef bekümmerten Eltein gesucht. Der 16, Jahre alte Sohn Hubert des Bcrginspektors Kunde hat am 11. September das Eiternhaus verlassen, um nach Ostafiika zu gehen. Zu diesem Zweck hat er sich mit einem grauen oder braunkarrirten Jaqucck-(Jagd-) Anzüge, einer braunen Jazdmütze und der unvermeidlichen Doppelflinte versehen, die er in einem ledernen Futteral bei fich trug. In dieser Ausrüstung hat er wahr- scheinlich Hamburg erreicht, wo er wegen der Ueberfahrt nach Afiika auf Schwierigkeiten gestoßen und umgekehlt ist. Die Eltern bitten Alle, welche über den Verbleib ihres Sohnes, der an einer Narbe auf der Stirn leicht kenntlich ist und an seiner Uhckette einen Thaler des ManSftlder Bergbaues trägt. Aus- kunft g.'ben können, um Mittheilung. Der Ansfluizsort Schildhorn steht vor der Gefahr der Versumpfung. Die drei dort defindlrchen Lokale liegen bc- kanntlich am Ufer de« Gatower Sees in einer Einbuchtung dcsselben; ihnen gegenüber ragt eine Landzunge mit dcm Denkmal des Wendenfürsten Jaczo, an welches sich die bc- kannte Schildhornsage knüpft, in den See hinein. Der Havel- ström sühit nun eine Menge Schlamm und Erde mit sich und treibt diese Masse in die Bucht, wo sie sich ansammelt, da der Abfluß durch die Landzunge abgeschnitten ist. Vor dem zweiten Lokal waren die Anschiremmungen in diesem Sommer so er- beblich, daß die sumpfige Masse über die Oberfläche des Wassers hinausreicht. Das dritte Lokal ist fast gänzlich vom Wafferoerkebr abgeschnitten. Eine Besserung dieser Zu- stände, welche fast eme Lebensfrage für die Schildhorn- reftaurants ist, kann nur ermöglicht werden, wenn die Land- zunge durchstochen wird und der Strom an dieser Stelle Ab- fluß hat. Es steht dann allerdings das Schildhorndenkmal auf emer Insel. Im kleinen Uoselhans de» Zoologischen Garten» bildet neben vielen cmdeien Seltenheiten, auf welche wir schon oft aufmerksam zu machen Gelegenheit hatten, einen Haupt- anziehungspunlt die reiche, durch wahrhaft prächtige Exemplare repräsentirte Sammlung der verschiedenen Taubcnarten, ins- besondere aber die vielen wilden Arten aus den fernsten Theilen der Erde, während die große Mit'elvoliärc eine Anzahl von Färber tauben enthält, welche das Interesse der Taubenliebhaber und Züchter wachrufen. Unter den wilden Arten fällt durch die eigenthümliche, mähnenarlige Befiederung des Halses nicht minder als durch den wunderbaren Metallglavz des grüisschimmern- den Gefieder« wohl am meisten die Nicobareu- oder Mähnen- taube ins Auge, welche in Hinsicht auf den metallischen Glanz des Gefieders verschiedene Fluchttauben den Rang streitig zu machen suchen, wo hingegen andere Arten dieser Gruppe, ein- focheg weißes oder wenig farbiges Kleid tragen. Eine be- sonders merkwürdige und bei allen Besucher» Erstaunen er- regende Eischeinung ist ferner die Dolchstichlaube, ein zierliches, oben graues, unten weißes Täubchen, welches mitten auf der Biust einen blutrolhen Fleck, einer Wunde zum Ver- wechseln ähnlich, trägt und mehr als einmal die Meinung erweckt hat, als habe man die sonder- bare, absolut nicht zu erklärende Färbung künstlich hervorgebracht. Spitzgehaubte Schopftauben, zierliche, Sperber- und Diamanlläubchen, anmuthige isabellfarbige und weiße Lachtauben und zahlreiche andere Arten beleben die ver- schicdenen Außenkäfige im Verein mit orientalischen Blondi- netten und Satinettcn, sowie Meccatauben. Die größte aller lebenden Taubenarten, die Fächertaube, finden wir in hervor- ragend schönen Exemplaren und die durch ihren mit zwei Zahnen aukgerüfteien Schnabel von allen anderen Familien- genoffen abweichende, im Aussterben begriffene Zahntaube der Samoa-Jnseln haben wir als Seltenheit ersten Ranges eben- falls Gelegenheit gebührend zu beachten. Polizei-Kericht. Am 20. d. MtS. Morgens wurde im Thiergarten, in der Nähe des Restaurants Charlottenhof, die Leiche eines unbekannten, etwa 30 Jahre alten Mannes mit einer Schußwunde in der Brust und kurze Zeit darauf auf dem Giundstück Plan-User Nr. 95 ein etwa 40 Jahre alter Mann erhängt vorgefunden. Die Leichen wurden naed dem Schauhause geschafft.— Nachmittag« wurde auf dem Alexauderplatz, an der Ecke der Nmen Königstreße, ein Arbeiter von einem Möbelwagen übtlsahren und anscheinend innerlich verletzt, so daß cr nach dcm Krankcnhause am FricdrichShain gebracht werden mußte.— Als zu derselben Zeit die verehelichte Tavezirer Lazarus auf dem Hausboden de« Sophien-G»)mnafiumS, Wein- meisterstraße 16—17, mit Aufhängen von Wäsche beschäftigt war, betrat ihr 1 1 jähriger Sohn das Glasdach eines Licht- schachtes, brach mit demselben durch und stürzte bis in da« Erdgeschoß hinab. Er erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er auf der Stelle verstarb.— Abends sprang ein Bildhauer- gehilfe von der Ueberführuna der Jnvalidenstraße über die Lehrter Bahn auf die Geleise hinab, legte sich aus die Schienen und wurde von einem zur selben Zeit ankommenden Zuge überfahren und sofort getödtet. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht.— Am 20. d. MtS. fanden Linienstr. 243 und Neue Wilhelmstr. 2 und in der Nacht zum 21. d. MtS. Markgrafenstr. 70 kleinere Brände statt. Thenkrr. MeUlner-Tfieater. In einem Einakter aus dem Iran- zöfischen der Herren Meilhac und tzalevy„König Candaule" eröffnete Frau Anna Schramm ihr diesjährige« Auftreten im Wallner- Theater. Das, was die französischen Possen dichter uns in dem Stücke vorführen, ist weder neu noch interessant, denn genau wie in Madame Edouard sehen wir auch hier, wie der Ehegatte seine Gattin betrügt und sie wiederum ihn. Das Ganze spielt in der Garderobe vor den Logen eines Pariser Theaters, in welchem selbst, König Candaule, ein frivoles franröfisches Stück, aufgeführt wird. Durch sianz unnatürliche Zufälle treffen sich die Gatten vor der glerchen Loge, jeder natürlich in Begleitung des Freundes, resp. der Freundin. Mit einer Lüge ziehen sie fich berde aus der Situation. In einer anderen Loge nebenan spielt sich zu gleicher Zeit ein etwas harmloseres Bild ab. Ein biederes Ehepaar aus der Provinz bringt seine beiden halberwachsenen Töchter, aus Furcht, die- selben allein im Hotel zurückzu'gssen, mit in'srTheater; des so unpassenden Stückes wegen jedoch müssen die armen niedlichen Mädchen fortwährend in die Garderobe hinaus; hier finden sich denn auch zwei, von dem schon so oft Gesehenen auch tüchtig gclangweilte Herren ein, die selbstredend die Gelegenbe' benutzen, den Backfischen gründlich die Cour zu schneiden, b die entsetzten Eltern erscheinen, die ihre Kinder der Obh 1 Logenschließcrin anvertraut hatten. Die Logenschließerin spielte Frau Schrammlmit ihr. bekannten, vorzüglichen Humor; nur schade, daß sie so w» Momente auf der Bühne zu erblicken war. Ebenso war d Ensemble der übrigen Künstler ein recht flottes. «* * Vovgnügungs- Chronik. projektirtes Repertoire der königlichen Schau- spiele vom 22. brs 30. September 1889. I m O p e r n h a u s e. Sonntag, den 22.: Die Meistersinaer von Nürnberg; Montag, den 23.: Die lustigen Weiber von Windsor; Dienstag, den 24.: Alessandro Slradella; Mittwoch, den 25., neu einstudiet: Orpheus und Eurydice: Donnerstag, den 26., zum Besten der Pen sione« Anstalt der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Ange- höriger: Der fliegende Holländer: Freitag, den 27.: Die Zauber- �löte tHerr Schwcgler als Gast): Sonnabend, den 28.: Orpheus und Evrydice: Sonntag, den 29.: Tannhäuser(Herr Schivegler als Gast); Montag, den 30.: Flick und Flock.— Im S ck au- spielhause: Sonntag, den 22.: Romeo und Julia; Montag, den 23., zum Besten der PenfionS- Anstalt der Genossen- schaft Deutscher Bühnen- Angehöriger: Natalie; �Dienstag, den 24.: Weltuntergang; Mittwoch, den 25.: Minna von Barn- heim; Donnerstag, den 26.: Romeo und Julia; Freitag, den 27.: HanS Lange: Sonnabend, den 28.: Natalie; Gr.tlntag, den 29.: Die Ouitzow's; Montag, den 30.: Was ibr wollt. Der Zirkus Kusch am Friedrich-K arl-Ufrr erfreut sich schon jetzt emer täglich steigenden Beliebheit, da die Groß- artigkeit der künstlerischen Leistungen daselbst immer weiter be- kannt wird. Am Abend herrscht an der Kasse ein geradezu unheimliches Gedränge: Ein Jeder möchte sich baldmöglielsst von der außerordentlichen Tüchtigkeit dieses„Urberliner" Zirkus- Direktors und seiner Gesellschaft selbst überzeugen. Der Di- rektor, dessen zahlreiche„Kräfte" ihm ein täglich vollständiges Abwechseln des Programms gestatten, läßt deshalb am heutigen Sonntag zwei, von einander gänzlich verschiedene Vorstellungen stattfinden, bei deren erster, am Nachmittag,«in Kind unter 10 Jchren auf jeden Platz mitgenommen werden kann. Hedwig Iliimann nimmt gegen Ende des Monats September ihre lüastlerische Thätigkcit am„Berliner Theater" wieder guf. Schon zu Ausgang der vorigen Session sprach die Künstlerin den Wunsch aus, daß ihr Name auf den Theater- zetteln nicht mehr in besonderer Zeile hervorgehoben werde, sondern in fortlaufender Reihe mit denen der übrigen Dar- steller genannt würde. Zu Beginn der jetzigen Spielzeit wie« dcrholte sie den Wunsch, dessen �Erfüllung Direktor Barnay natürlich mit größter Freude zusagte. GerirJjks-Beifung. In einer Anklagesaehe wegen Vergehen» gegen da» Sozialistengesetz, welche gestern vor der 2. Strafkammer hiesigen Landgerichts I verhandelt wurde, kam e« zu sehr hef. ------" tigen Auseinandersetzungen zwischen Vertheidmer und Gericht« "of. Die Anklage richtet sich gegen den Tischler Ra, arten, den Weber K u r tz e, den garten, den Weber K u r tz e" den Tischler O e l tz e, den Buchdrucker Eimer und den Raschmacher Magnan. Nach den Ermittelungen der Polizei sind bei dem Angeklagten Eimer am 5. Februar zwei etwa 2—3 Zentner schwere Kisten angekommen. Dieselben sind von dort abgeholt und zu Magnan nach dem Hause Frankfurter Allee 128 geschafft worden. Dorthin kam nach einigen Tagen Oelze, die Kisten wurden ausgebrochen, ein Theil des Inhalts mitgenommen, der Rest blieb aber bei Magnan. Kurtze und Baumgarten sollen bei der Abholung ihätig gewesen sein. Die Polizei, welche da« Hau« Frankfurter Allee 128 schon längere Zeit observirte, hielt bei Baumgarten Haussuchung ab und fand daselbst ein aus jenen Kisten herrührende« Packet vor, welches 135 Exemplare „Antisyllabus", 100 Exemplare„c>wnum censeo", 524 Exemplare„Was die Sozialdemokraten find", 660 Exemplare„Fliegen und Spinnen" enthielt. Auch bei Magnan wurden bei einer Haussuchung sozialdemokratische Schriften entdeckt, darunter „Fliegen und Spinnen", Bebel«„Frau",„Neues Wintermärchen", „Das Recht auf Faulheit" u. s. w. u. s. w. Die Angeklagten, waren deshalb wegen Verbreitung verbotener Druckschnften an« geklagt. Zu den Personalien der Angeklagten bemerkte der Polrzeiwacbtmkister Wein er t, daß Oelze Vertreter de» vierten Wahlkreises und Mitglred des sozialdemokralisstcr» Zentralkomitees gewesen, Baumgarten aber habe fich dmch Sammeln von Geldbeiträgen sehr bemeikbar gemacht und sei Mitglied des sozialdemokratischen Wahlvereins. Als der Ver- theidiger, Rechtsanwalt Arthur Stadthagen, in dicsed Beziehung Fragen an den Zeugen richtete, leitete dieser eine Antwort u. a. mit den Worten ein:„Wie Sie doch wissen muffen, Herr Rechtsanwalt..." Verth.: Ich beantrage, daß der Gerichtshof dem Zeug«v untersogt, mich durch irgend eine derartige Wendung zu beleidigen. Präs.: Der Ge- richtshof hat sich damit nicht zu befassen, sondern der Vorsitzende. — Verth.: Dann oppellire ich an den Vorsitzenden. Ich bin nicht dazu hier, um mich von jedem beliebigen Polizcibeamten beleidigen zu lassen!— Vors.: Von irgend einer Beleidigung hat der Gerichtshof Nichts gehört. Es ist nicht recht cinzu- sehen, warum gerade dieser Vertheidiger fast jedesmal, wenn er eine Sache vertritt, so erregte Szenen veranlaßt. Damit ist die Sache wohl abaethan.— Staatsanwalt Krobitsch: Ich bin nicht dieser Meinung. Der Rechtsanwalt Stadthagen hat hier obne allen Grund m öffentlicher Sitzung einen Be- amten, dessen Beruf schwer genug ist, beschuldigt, ihn be- lerdigt zu haben. Das ist eine Ungebühr, wofür ich eine Orb- nungsstrafe von 50 M. beantrage.— � Verth.; Und ich bean- trage, den Staatsanwalt wegen Ungebühr in eine Ordnungsstrafe von 100 M. zu nehmen, denn eS ist eine Ungebühr, daß er ohne ollen Grund solchen Antrag gegen mich stellt.— Vors.: Der V-rtherdiger weiß doch sicher, daß der Gerichtehof aar nicht in der Lage ist, einem solchen Antrage stattzugeben. Wenn dem Vertheidiger jede Art und Weise fehlt, vor'Gericht zu verkehren, dann sollte er es nicht thun.— Verth: Ich beantrage, meinen Antrag und die litzte Aeulierung des Vorsitzenden, Landge- richtsdirektors Br a u s ew e t t er, zu Protokoll zu geben.— Vors.: Das werden wir nicht thun, denn der Vertheidiger muß doch wissen, daß wir nur sachliche Anträge zu Protokoll zu geben haben.— Verth.: Dann be- twere ich mich über den Vorsitzenden bei dem erichtshofe und bitte dazu um das Wort.— Vors.: Ich gebe Ihnen das Wort nicht.— Verth.: Dann beantrage ich, zu Protokoll zu geben, daß mir das Wort ab- geschnitten worden ist. und bitte um Gerichtsbeschluß darüber. — Der Gerichtshof lehnte die Anträge auf Protokollirung ab, legte dem Rechtsanwalt Stadthagen wegen Ungebühr eine Ordnungsstrafe von 50 Mark auf und entzog ihm das direkte Fragerccht.— Der Ver- theidiger überreichte dann eine Reihe von schriltlichen Anträgen, die sich auf diesen Zwischenfall bezogen, der GerichtSvorfitzende lehnte deren Annahme aber ab und gab anHeim, dieselben mündlich vorzubringen. Verth.: Dann lege ich sie auf diesen Echreiblrsch nieder.— Damit war der Zwischenfall erledigt.— In der Sache selbst beantragte' der Staatsanwalt das Schuldig über sämmtliche Angeklagte. Dieselben würden sich bei ihrer Verurtheilung wahrscheinlich wieder als Märtyrer ihrer Sache und Opfer des Ausnahmegesetzes betrachten, denn dag entspreche den in den Schnften ent- ialtenen Grundsätzen, welche sogar den Meineid unter den ~'nungSgenossen der Sozialdemokraten für gestattet halten(!) efchlagnahmten Schriften wimmeln von den entsetzlichsten rzungen und es sei erstaunlich, daß die Bürger noch .ner so ruhig und friedlich sich halten und es noch nicht zu lusschreitungen gekommen. Wenn es aber einmal dazu ornmen sollte, dann haben diejenigen die Verant- v.vctung, welche planmäßig das Gift solcher Schriften rinier die ruhigen Bürger verspritzen. Er beantrage gegen M a g n a n und Eimer je 4 Monate, gegen die übrigen je 3 Monate Gefängniß.— Rechtsanwalt Stadt- Hägen beantragte dagegen volle Freisprechung und protestirte gegen die Richtigkeit der auf den Meineid bezuglichen Behaup- tung des Staatsanwalts.— Der Gerichtshof verurtheilte sämmtliche Angekagte zu je ZMonaten Gefängniß und rechnete Diejenigen, die in Untersuchungshast gewesen, einen Monat haraus an. Di» Grünauer LassaUefeier bildet wieder einmal den Gegenstand der Verhandlung vor der Strafkammer des Land- gerichts II, wo sich der Schuhmacher Schröder wegen Theil- nähme an einer verbotenen Versammlung und wegen Be- leidigung eines Gendarmen zu verantworten hatte. Am 28. August i887 befand sich der Angeklagte in Grünau. Als der Gendarm Schmidt aus einem der dortigen Grundstücke, wo er sein Pferd untergebracht hatte, herauSritt, wurde er von der Menge angehalten, um in einem Falle Hilfe zu bringen, wo (emv Ad überritien worden war. Schmidt lehnte dies Ansinnen ab, da er von seinem Vorgesetzten einen anderen Auftrag erhalten hatte, den er sofort ausführen müßte. Darauf fiel aus der Menge der Ruf„vei fluchte Banditen". Der Gendarm bezog diesen Ruf auf sich und erklärt auch, deutlich gesehen zu haben, daß der Angeklagte diesen Ruf ausgestoßen. Später, als er dem Angeklagten wieder begegnet, hat er denselben arretirt. Der Angeklagte bestreitet, die beleidigenden Worte gerufen zu. haben, auch sei ihm von dem Verbot der Versamm- lung nichrS bekannt gewesen. Sozialdemokrat sei er allerdings mit Leib und Seele.— Rechtsanwalt Stadthagen führte nochmals alle diejenigen rechtlichen Bedenken vor, die gegen die Rechtsgiltigkeit des VirbolS der Lassallefeier sprechen. Er bestritt namentlich die Zuständigkeit des Regierungspräsidenten zu einem solchen Verbot und ebenso den Dolus bei dem Angeklagten, der das Verbot des Regierungspräsidenten, wenn es ihm wirklich bekannt war, ebenso fiir ung,Itig achalten hat, wie daS Köpenicker Schöffengericht. Der Gerichtshof er- achtete den Angeklagten beider Vergehen für schuldig. Das Verbot der Lassallefeier sei giltig. Das Gesetz gebe alle In- stanzen bis zum Amtsoorsteher die B-fugniß, solche Verbole zu erlassen. Ein etwaiger Zweifel gegen die Rechtsbeständig- reit des Verbots dürfte dem Angeklagten nicht dazu führen, auf dem Festplatz zu bleiben. Er mußte denselben, ebenso auch die übrigen Theilnehmer, verlassen und konnte wegen der vermeintlichen ÄechSverletzung anderweit Beschwerde führen. Die Beleidigung sei eine schwere. Nach der bestimmten Be- kundung des GenSdarmen müsse angenommen werden, daß der Angeklagte sie gebraucht. Sie hätte leicht unter den obwalten- den Umständen von einer verhängnißvollen Tragweite werden können. Es sei deshalb auf Gefängnißstrafe erkannt, bei deren Abmessung mildernd in Betracht komme, daß dem Angeklagten eine humane Empfindung gegen den Ueberrittenen lnnegewohnt haben mag. Es wurde auf z eh n T a ge G e- fängniß erkannt, Gastwtrth und Gendarm. Eine Beschwerdeschrift, die der zu Reinickendorf wohnhaste Restaurateur August Marks an den Landrath des Kreises Nieder-Barnim, Geh. Reg.-Rath v. Scharnweber richtete, hat dem Verfasser eine Anklage wegen verleumderischer Beleidiaung zugezogen, die gestern vor der 00. Abtheilung des Schöffengerichts gegen ihn verhandelt wurde. Es waren zahlreiche Beschuldigungen, die der Angeklagte gegen den in Reinickendorf stationirten berittenen Gendarm Fritz Krüger erhoben hatte. Am Charfreitage sollte sich im Lokale des Angeklagten ein skandalöser Vorgang abgespielt haben. Der Gendarm Krüger sollte in voller Umform in das Lokal hineingeritten sein, wie er eS schon zweimal zuvor aethan, und daselbst mit seinem Säbel umhergefuchtclt haben. Er sei wie in früheren Fällen angetrunken gewesen. Nachdem er wieder hinauSgeritten sei und nunmehr as Lokal zu Fuße betreten habe, wurde ihm von der Ehefiau de« Restaurateurö Marks mitgetheilt, daß verschiedene Gäste sich über sein Gebahren ausgehalten hätten, der Gendarm habe von Frau Marks die Namen dieser Gäste wissen wollen und als ihm dies verweigert worden sei, habe er sich mit der Diohung entfernt, daß sie an ihn denken sollten. Von dieser Zeit an werde der Beschwerdeführer von der Feindschaft des Gen- darmen verfolgt, die sich durch zahlreiche Anzeigen wegen Ueber- schreitung der Polizeistunde kenntlich mache. Dieser Zustand fei ein so unerträglicher geworden, daß der Beschwerdeführer sich ge- nöihigt sehe, der vo.gesttztcn Behörde von dem Verhalten des Gendarmen Krüger Kenntniß zu geben. Derselbe habe früher vielfach im Lokale des Beschwerdeführers gegessen und getrunken, ohne zu zahlen, auch daselbst Stunden lang in Dienst- uniform Skat gespielt. Krüger sei so häufig betrunken, daß man drm Marks'schen Lokale den�Beinamen:„Zum bes....... Gens dorm" gegeben habe. Eines Taae« habe derselbe den an der Kette liegenden Hund de« BeschwerdelührerS mit der blanken Klinge blutig geschlagen. Alle diese Dinge hätten das Ansehen des Gendarmen in Reinickendorf dermaßen untergraben, daß eine Versetzung drsselben geboten erscheine. Diese Vor- würfe sollen nach der Anklage wissentlich falsche sein, bis auf einen, nämlich den Ritt des Gendarmen in« Lokal am Charfreitage. Hierfür sei der Gendarm bereits im Disziplinar- wege bestraft worden. Der Angeklaate hatte zum gestrigen Termine unter dem Beistande seines Vertheidigers, des Rechts- anwaltS Leopold Meyer, einen großen Zeugenapvarat arrfge- boten, um den Wahrheitsbeweis auch in den übrigen Punkten zu'erbringen. Der Zeuge Krüger gab zu, das Experiment mit dem Hineinreiten in das Lokal im ganzen zweimal ge- macht zu haben, er sei aber vom Angeklagten selbst dazu aufgefordert worden. Er gab ferner zu, im Lokale des Angeklagten Skat gespielt zu haben, jedoch habe er sich dann nicht im Dienste befunden, trotzdem er Uniform getragen, er habe überhaupt keine Zivilkleidung. Alle übrigen gegen ihn erhobenen Beschuldigungen wies er als unwahr zurück. Es fei wohl vorgekommen, daß er sich entfernt habe, ohne die genossenen Speisen und Getränke zu bezahlen, in solchen Fällen habe er seine Zeche aber später an Marks berichtigt. Durch die Beweisaufnahme hielt der Gerichtshof für erwiesen, daß der Gendarm Klüger nicht zwei- mal, sondern dreimal in das Lokal hineingeritten sei, daß er sich dabei in„angeregter" Stimmung be- sunden habe. Es wurde nur nicht für erwiesen erachtet, daß der Zeuge Speisen und Getränke ohne Zahlung genossen babe, denn da er dies eidlich in Abrede gestellt habe, müsse ihm ge- glaubt werden. Wegen dieses einen nicht erwies, nen Punktes müsse der Angeklagte bestraft werden, mit Rücksicht auf die ganze Sachlage empfehle sich aber eine milde Strafe. Es seien 10 M. oder 2 Tage Gefängniß hierfür eine ausreichende Sühne. Der Staatsanwalt hatte 50 M. beantragt. Mege« Urrbreitung verbot»«»? Kchrifte« hatte sich am Fieilag der Zigarrenmacher Bräu er, früher in Rixdorf, gegenwärtig in Berlin wohnhaft, vor der Strafkammer des Landgerichts II zu verantworten. Bei dem Angeklagten ist im Sommer wiederholt gehaussucht worden: bei dieser Gelegen- heit wurden drei ältere Exemplare des„Sozialdemokrat" und ein Exemplar des bekannien im Einzeldruck erschienenen Ge- Vichts„ceiernm censeo" beschlagnahmt. Der Angeklagte er- klärt, daß die Nummern des„Sozialdemokrat" auf der Treppe seiner Wohnung gesunden worden seien, und daß er das Ge- dicht bereits vor länger als 10 Jahren, zu einer Zeit, als das- selbe noch nicht verboten war, gekauft habe. Er bekannte sich als zur sozialdemokratischen Partei gehörig. Bei den Akten befand sich eine amtliche Mrttheilung der Berliner Polizei, wonach von dem Angeklagten bekannt sei, daß er mit hwvor- ragenden sozialdemokratischen Führern verkehre, sozialdemokra- tische Versammlungen besuche und selbst eifriger Sozialdemokrat sei. Ueber diese Thalsachen war auch der Schutzmann W e n tz e l als Zeuge benannt. Der Gerichtshof verzichtete auf die Ver- nedmunjj dieses Zeugen, da die in sein Wissen gefallenen That- fachen für die vorliegende Sache unerheblich seien. Es wurde, den Ausführungen des Vertheidigers, Rechtsanwalts Stadt- Hagen, entsprechend, auf F r e r s p r e ch u n g des Angeklagten erkannt, da eine Verbreitung der Druckschriften durch den An- geklagten nicht dargethan, namentlich aus dem Besitz der be- fchlagnahmtcn Nummern des„Sozialdemokrat" und des„Ccte- rurn censeo" nicht zu folgern sei. Serzterle NeberstAstk. Die Proklamtrung eine» allgenreincn Streik« be- zweckte die am gestrigen Voimitlag gegen 10 Uhr abgehaltene Versammlung der Berlinerselb st st ändigenMützen- macher, welche im großen Saale de« Alten Sckützenhauscs in der Linienstraße abgehalten wurde und an welcher sich in erster Reihe die Streikenden selbst, dann deren Arbeiter und Arbeiterinnen betheiligten. Die Versammlung beschäftigte sich in erster Reihe mit dem Beschluß der am Freitag Abend im Grand Hotel Alcranderplatz zusammengetretenen Arbeit- geber der Berliner Mützensadrikantcn, weiche sich bei Strafe von 1000 Mark gegenseitig verpflichtet hotten; den von der Lohnkommission der selbstständiaen Mützenmacher sür die Saison 1889/90 aufgestellten Minimallohn- Tarif abzulehnen, ebenso auch jede Unterhandlung über festzusetzende Löhne mit der Lohnkommission abzubrechen und mit den einzelnen Arbeits- nehmern nur dann zu verhandeln, wenn dieselben innerkalb 8 Tagen die Arbeit wieder aufgenommen hätten.— Den Vorsitz in der gestrigen Versammlung führte Herr Hanow und das Referat über den zu proklamirevden Streik hielt Herr Knapp», welcher in zündender oft von stüimsschem Beifall unter- brochenen Rede den„Mützen-Ring", wie derselbe dos Kartell der Fabrikanten nannte, krilisirte.— Herr Rauch führte aus, daß sich alle Fabrikanten dem rigorosen Verhalten gegen die kleinen selbstständigen Arbeiter nicht angeschlossen halten und zeigte unter großen Unwillensbezeugungen der Versammlung, was die Streikenden von dem Mützenring zu envarten hätten, von dem ein Mitglied gesagt, daß er lieber am Laternenvfahl baumeln wollt, als den Arbeitern irgend einen höheren Lohn zu bewilligen. Dabei, so führte Herr Rauch aus, sei der Preis- ausschlag ein nur mäßiger; man könne bei den jetzigenHungerpreisen, bei denen man mit Frau und Kind Tag und Nacht, Wochentag wie Sonntag hindurch in einem Zimmer, welches Arbeits-, Schlaf- und Wohnraum zugleich ist, arbeiten müsse, nicht mehr bestehen.— Em anderer Redner theilt noch mit, daß die Fobri- kanten, um den selbstständigen Arbeitern jeglichen Ver- dienst abzuschneiden, sich weigerten, denselben Stoffe zu verkaufen, damit die Arbeiter direkt zu den Fabrikanten kämen und mit Umgehung der kleinen Handwerker direkt für Jene arbeiteten.— Die Herren Gränwald und Wedemeyer, Vertreter der Berliner Mützenmachergesellen, welche gleichfalls in der Versammlung anwesend waren, theiltcn unter stürmi- schem Beifall mit, daß die Gesellen gleichfalls hcute die Arbeit niederlegen und so die kleinen Meister unterstützen würden, Frau Schulz spricht in gleichem Sinne für die weiblichen Arbeiter der Mützenbranche. Es wird beschlossen, Zuzug nach Möglichkeit von auswärts fern zu halten und sodann wird Herr Rauch zum Vertreter der Streikenden den Fabrikanten gegenüber ge- wählt.— Die Unterstützungskommission, welche bei Böhlke, Linien straße 19. tagte, tritt sofort zusammen und einstimmig proklamirte sodann die Versammlung den Ausbruch des allge- meinen Streiks.— Gegen(3 Uhr wird die Versammlung, welche sehr ruhig verlief, geschlossen. A« alle in der Kchaftfabrikatio« beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter! Die niedrigen Löhne und die lange Arbeitszeit, sowie die traurigen Werkstellenoerhältnisse in unserer Branche zwingen uns, etwas zu ihrer Aufbesserung zu thun. Wir müssen versuchen, dahin zu kommen, daß auch wir uns mit den alle Welt bewegenden Fragen beschäftigen können, und müssen durch Verkürzung der Arbeitszeit die dazu nöthige Zeit und durch-Erhöhung des Lohnes die dazu nöthigen Mittel zu gewinnen suchen. Um diese« zu können, müssen wir or- ganifirt sein. Es ist nun zunächst Pflicht aller Arbeiter und Arbeiterinnen der Branche, in den öffentlichen Versammlungen zu erscheinen, keiner darf fehlen. Die nächste Versammlung der Stepperinnen und aller in der Branche beschäftigten Af- beiter findet am Montag, den 23. September, Abend« 3j in Schcffer's Salon, Jnselstr. 10, statt. Zl?crs«„i»ttlunxjc»x. chayer, Berlin bk., Jnvalidenstr.>�- chrerden: Uo» Herr« M. erhallen wir folgendes iwefc[wiytiiwvs» vw-ujic-ivtu.<. Laut Bericht über die Kommunalwähler-Verfammlung o 35., 41. und 42. Bezirks lassen Sie mich sagen, daß die»° theiliaung der Wähler der dritten Abthrilung nur 10— 12 pv' der Wahlberechtigten sei. Die« verhält sich nicht so. Stöluhi folgendermaßen aus: Von sämmtlichen Wahlberechtigten en 3. Abtheilung gehen nur 25- 30pE>. zur Urne und von die;e abgegebenen Stimmen erhält die Arbeiterbewegung selb!', Distrikten mit dichter Arbeiterbevö.kerung ein reichliches DriN� so daß auf die Kandidaten der Arbeiterpartei von sämmli«?� Wahlberechtigten der 3. Abtheilung nur 10—12 pCt. der wo?' berechten Stimmen kommen. Eine öffentliche Urrfammlung fämmtlicher leute Schönebrrg» und Umgegend fand am Mittwoch, DC 18. September, Abends 8 Uhr, in Ulrich'« Salon, Haup!�:.''' statt mit der Tagesordnung: 1. Zweck der Organisation- 2. Gründung eines Lokaloerbande«. 3. VerfchiedmeS. wurde die Versammlung durch den Einberufcr Kamerad rich Fritz. Nach vorangegangener Bureauwahl erhielt Kamerlw Wolter daS Wort. Derselbe sprach über Zweck und Nutzen Organisation und wies auf die Nothwendigkeit der V reimgunp. besonders in den Vororten Berlins hin. Die nachfolg�j"? Redner spracher gleichfalls für die Gründung eine« Low' Verbandes. Der Vorsitzende ließ dann eine Pause- 15 Minuten eintreten. In dieser Zeit wurden von ffnnc,a Haimuth 30 Mitglieder aufgenommen, alsdann ww zur provisorischen VorstandSwahl geschritten und nahmen< Herren Fritz, Harmuth und König die ihnen übertragene Äemter an. Im Verschiedenen wurde angeführt, daß sich?■, gewählte Vorstand mit der Bitte wenden möge, ihni®" nöthigen Utensilien zur Verfügung stellen zu wollen, da vm nach Vereinigung der Berliner Lokalverbände überflüssig«. worden sind. Besonders wurde dann noch über die Lora frage debattirt und gingen die Aeußerungen dahin, mKjff solchen Wirthen zu verkehren, welche ihre Lokale zu tichen Arbeiterversammlungen hergeben. IMit der Bitte an oa Anwesenden�sich dem Verband anzuschließen und treu». bleiben, schloß der Vorsitzende mit einem dreifachen Hoch m daS Gedeihen des Vereins die Versammlung um Iii Ulm Im N«r«i» zur Mastrung der Intereffen der««P' «nd Schankwirthe Serltn» und Umgegend, der sich � Freitag, Nachmittag 5 Uhr, bei Gnadt, Bcunnenstr. 33, v«' sammelt hatte, hielt zunächst Herr Max Schulz einen einstündigen, beifällig aufgenommenen Vortrag über Schädlichkeit der Spiritussteuer". Redner(tzm zurück auf die Ursachen, welche uns die„Segnungen" duss! Steuer gebracht, unter deren�Druck man nunmehr f4on.r" zwei Jahren lebe. Vortragender kommt auf die Hurrahwab>e von 1887 zu sprechen und das damalige Feldgeschrei Branntwein muß bluten!" Wer dabei bluten müsse, sei all«' dings in dem Ausdruck dunkel geblieben. Es ward mit sull»° Schmeicheltönen dem Konsumenten vorgeredet, daß nicht«' sondern lediglich der jetzt am Branntwein zu viel verdienen� Zwischenhändler den Schaden von der neuen Steuer haben w«?: Heut, nach Ablauf zweier Jahre, könne man die Hinfälligkeit o» dieser d n Wähle n h n�eworfemn Köder erkennen. Vortragenr«- der die Branntwcinfrage lediglich vom ökonomischen Stan°' punkt aus betrachtete und dabei den ethischen ganz auS Augen lassen wollte, kam des Weiteren auch auf das unh-� kündeade Gespenst des Monopols zu sprechen. Wenn auch rückhaltlos zugeben müsse, daß die Branntweinsteuer noch inr?« eher zu rechtfertigen wäre, als jene auf Lebensmittel, so�." doch hervorgehoben werden, daß die Höhe dieser Steuer in0;, ganzen Geschichte des Steuerwesens überhaupt ohne BeWl oastünde. Sie erhohe den Preis des Spiritus um das fiü>� zehnfache seiner Herstellungskosten. Die schädlichen Folgen � von ober träten auch dem großen Kreise der Konsum«!'«! gegenüber lebendig zu Tage.„BranntweinverschärfungSmitt« werden in den GastwirlhSzeilungen direkt angepriesen. Diese scha0' lichen und die Gesundheit untergrabenden Mittel beständen au» Essigäther und anderen Aeiherarten, aus Schwefelsäure unu Fuselöl, aus weißem, spanischen Pfeffer und ParadicSIörveru- Dabei wachse unheildrohend die Wcinpantfcherei zu«>* öffentlichen Gefahr an. Redner wies auf den Widerspruch a*? „a Glas 10 Pf." angebotenen„Terragona-Malaga" hin n"" erklärte, daß man mit gleicher Berechtigung euch„Grünebcrg« Rüdcsheimer" anbieten könne. Obgleich da« Branntweinstcue'' gesetz außerordentlich depnmirend auf den Stand der Ga»� wirthe gewirkt habe, ist Vortragender dennoch nicht der Has� nung, daß selbst ein demnächst gewählt werdender opposisf0 neller Reichstag dasselbe zum Fall bringen könne. Doch mu»' immerwährend darauf hingewiesen werben, daß die Meinung eine völlig inige, daß der Gastwirlhstand von dieser Sleu« nicht betroffen werde.— Nachdem Referent noch mehr«� Fragen beantwortet, fand folgende Resolution einstimmige A"' nähme: „Die heutige Versammlung des Vereins zur Wahrn"» der Interessen der Gast- und Schankwirthe Berlin« u?0 Umgegend beschließt, von den Bierbrauereien, welche<"• Besitz größerer Räume sind und dieselben zurAbhaltuus von Versammlungen jeglicher Art herzugeben weigern, kein Bier m>hr zu entnehmen. Eine lebhafte Debatte rief im Anschluß an die Annch� dieser Erklärung die Frage der Böhmischen Brauerei herv»'' DaS anwesende Mitglied der Lokalkommission, Herr Hr'Jf/ d orf, führt nach dieser Richtung hin klärend aus, daß in zug auf Veröffentlichung der im„Verl. Volksblatl" enthaltenen Notiz von der erfolgten Kapitulation dieses Brauhausi» Uebergriffe eines Mitgliedes der Kommission gern«®1 worden seien. Es werde indessen in einer dcn>� nächst einzuberufenden Sitzung diese Angelegevh� erledigt werden. Nachdem noch der Wunsch allgemein zu� Ausdruck gekommen war, das„Berliner Volksblatt" möge b« allen nur einmal im Monat abgehaltenen V.reinssitzungen einen Berichterstatter entsenden und schließlich die Frage der KoN' zejsion eine lebhaste DiSkufsion hervorgerufen, schloß der W"' fitzende gegen 9 Uhr die interessante Sitzung. » �» «»ntral-Arantun«nd A»grLb»Itzkass, fiie die tzNitalt»d«e Zl> v. x>. A.(Ii.£ Nr. 7). Mlgliedriv�(ammluno am Sonnlaa,(k, 29 Erplember, Bonnitlaa» präjlft 11 Uhr, tu HradrlchS Sool, Btulhftr. g 1 Tr. lintt Tagesordnung i 1. Besprechung über die von der üommsjston ireU> eliigeschrtebencr PUsdkasscn zu Berlin mit r en ilerzten getroffenen Beretndarungvr 2. Anlrag der Ortdvclwastung, die Arantenlontrole betriffend. 3. Nntt»- Broinm; da« InsUlut der Kiankenbelucher auszuheben und an stelle dl Isen en». besoldeten jtranlenkontroleur zu wdhsen. 4 BeischsedeneS Unter Hlnllttts dtc WtchligkeU der TageSordnui g wird uin recht zahlreichen Besuch gebeten., gtiit v»r»iutg«ng d»r HI mir»r Krrtln» und tzlmg»»»!?'' Ordentliche Milgltcdeivcrsaminlui g Sonntag, den 22 Septbr, Boim. 10 uij. hfl Jordan, Neue Grünste. 28 Tagetoronung flehe itnichKiß' mlen. Um rrtchcn Besuch blUel der Vorstand„ AUg«tn»in» Kranken- UN» Kterbekafls» der MetaUardriff/. n Erlag für da« Sommervergnügen. weiche» T* n!nnn d'r Hos-nhmdk staufiadcn sollte. Ist.»illct« stnd bei Itdem xertrauen«- "«nn zu haben. der Kiftenmochar. Conntaa, bin Z2. Ckptnnber ?>-,-1� Uhr, In DtlamüNei S Salon, LIle Zakobftr. 48». Bersarnmlurg », l0l™,un(I: I. Voiliag über:„Niedergang tri.«Iclng-werbei" Rcsercnl tslichr � Ditkusston Z. Berich. eterei Um jahlreichci Eischelne» wird W Wahrung d»r Interessen der Schuhmacher und ner- « Bersoininwng am Montag. ten W Eentcmder, gbendi de«-.l. �ircm Saal, Beutdftr. 22. ZogeSordnung: I.Vortrag. 4»i.•'t � Bölsche stber Heinrich Heine. 2. Didkusston S. Verschiedenes sragetasten. Gtisre willkommen. Lusrrabme neuer Mitglieder. k.m ,To',?0,r,in l"r Kurt, binden und verwandter Verussgenrsten. Montag, > Abend» S Uhr. ilnnenstr lü, Veriammlung Tagesordnung, ».-„/uag über,„Die Well der Vergangen!), it. Gegenwart und Zukunst." Der »,»»7« in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Berschiedenei und o nortajitn. Aufnahme neuer Mitglieder. Siachverei» der Lederarbeiter,«u her ordentliche Generalversammlung nw Montag, den 2Z. Cevtember, tlbendS 8� Uhr, Oranienstr. 180. Zagt« n onung: i, Eiatutenderalhung 2. Wohl der Lrbeildnachw-sSkommisston. »,5i�,nueriSmänn erfrage 4 Verrtr Sangeleainheitcn 5 Ver schtcdcneS und ?.?5"aslen. Nur Mitglieder habcn'Zutritt. Ncueintretendc haben stch cm Ein- »nn.g ,u melden. a niN�iiiftldem akratischer Leseklub..Lesfing". Jeden Montag, Abends diiÄ�K�°iIsliabk20 lNelrourant Leonhard». Vorlesung und Diskussion. Geiste °urch Miminder eingesührt, haben Zutritt. ,,, v\t Streikt, ommisfton der Kertiner KIsteumacher macht hiermit daß sie vom Monrag, den 2Z. Eevtember ab deS Adendi von 7— 10 Uhr «n lprechen ist in Wendl S Nestaurant IGrüntc», DreSdenerftr. HS. sämmtticher au Kollbearbeituusewaschinen be- «irfttgte« Arbeiter. Montag, den 2Z. September, Abend» 8X Uhr, in Ingers Lokal, Grüner Weg 29; Mitgliederversammlung. Tagesordnung; Vortrag de» Herrn Dr. Z a d e ck über;.Geschlechtskrankheiten.' 2 Ver- lvlidenes. z. Fragekasten. Gaste find willkommen Neue Mitglieder werden genommen. Unr ein recht zahlreiches ur.d pünktliches Erscheinen ersucht der „ Fachvrrolu d»r Lithographiesteinfchlriser und Krruf«g»noss»n. «."Imnriilung am Montag, den 23. Seplember, tlbendS 9 Uhe, bei Eceseld, «renadierstr. 33. Tagesordnung; I. Vorttag deS Herrn BaginSki über; »�ankenkasten- und UnsallvrisicherungSeeskS" 2. Innere VeretuSangelegen- Mten. 3. Beschlußfassung über den Arbeitsnachweis und daS ElistungSscst. "«sse haben Zutritt. —«in» gross» össrnttich« Prrsammlnng d»r Latllir»r all»r Kirtin» und Ztmgrgrnd findet Sltontaa, den 23. Teptenrber, »vends 8 Uhr, Münjstr. 11. in Zemler« Lokal statt. Tagedordnung; 1. Ge- , J-Owosilicher Vortrag Referent wird In der Versammlung bekannt gemacht. ..»iri?.'ion und cndgillige Beschluslfassung zur Regelung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen in nächster Zeit. 3. Verschiedenes. Die Kabriks- und �ahnwerkslatten-Kollegen werden dringend gebeten zu erscheinen. -«in» gross» öffentlich««enerat- Kersammtung sämmttich»? !rchu»id»r Kertin« findet am Vtontag, den 23 Eeptenrber, Abends Sit Uhr, m den„Bürgersülen", lfrühcr Vaurhall). DreSdcncrstrahe Nr SS, statt. TageS- «rdnung; 1. Die«ngrisfe aus die KoalitionSsreiheit. Reserent; Ldrr Rechtsanwalt Arthur Sladthagen. 2. Diskussion.— ES dürste wohl im LUieressc aller Arbeiter, namentlich der Schneider, liegen, gegen die geplante «csthrankung de» KoaltltonSrechlS Prolest zu erheben, und ist deshalb zahl- «Wkt Besuch der Versammlung zu wünschen. »j, so,iatb«molirali scher Wahlo»r»tn für den 2. Nrichotago- «dahikr»!».«uberoi deutliche Versammlung am Dienstag, den 24 Eeptbr., ?dtnds Sil Uhr, im groben Saale der Borkbraucrei am Tempel- doi er Berg. Tagesordnung; I. Vortrag über;„Deutschland unter der neuen WirthschaslSaera". Referent; M. Echippel. 2. Ditkusfion. 3. Ver- n-NedeneS und Fragekasten, Gälte willkommen. Mitglieder werden ausgc- Wommen und Beiträge dort erHoden Um zahlreiches Erscheinen ersucht der . Kersammlnng de» P»rbande»»rutsch«» Jimmeriiutr kSokalver- »and Berlin) am Dienstag, den 24. September, Abend» SU Uhr, in Feuerstein s Salon, Alle Jakobstrahe 75. Tageiordnnng; 1. Vortrag. 2 Ausnahme neuer Mitolirder. 3. Verschiedene» und Fragekasten. Kamerad n, er- scheint pünktlich. Iaht Euch ausnehmen, ja hört Euch da», wa» zu thun als nolhwendig anerkannt wird mit an Zeder sei al« Gast willkommen. Facho»r»iu der Papl»rarbeit»rinnrn und o»rn>ondt»r Kerufo- »»nossen. Am Dienstag, den 24. September, Abends 8 Uhr, in S.ihrn S Lokal. Annnenftr. IS. Bersarnmlurg. TageSoidnung; I. Bo trag de« Herrn Werner über;„Die Regelung der Arbeitszeit." 2 DiSkusfio». 3. Verschiedene» und Fragekasten. Gäste, Damen und Herren, haben ZuNitt. Deutscher Schu»id»r-V»rdan», Filiale Berlin. Dienstag, den 24 Scp. tember, Abends lH Uhr, in Gratweif» Bielhallen, Kommandanteastr. 77-79. outcroitcntliäe Mitgliederve sammlung. Tagesordnung; 1. Ncuwadl tcrLokal- rerwaltung. 2. Vc.emtangelegci. heilen. 8. VerichiedeneS. ES ist Pstichl eine» jeden Mitgliedes, in der Versammlunq zu erschciren. Verein der Kottlrr und Fachgenossen Keelin». Dienstag, den 24. Seplember, Abend« 8% Uhr, in Detgmüllef» Colon, Alte Jakobltr 48», Vclsammlung TageSordiiung: 1. Voltrag. 2. Diskussion. S. Verschiedene» und Fragekasten. Gäste stnd willkommen, «ross» Schneider- Kersarnrnlung der Freien Vereinigung der Schneider Herlin» am Mittwoch, den 25. September, in Jordan s Salon, Neue Grünstrate Nr. 28. Tagesordnung; 1. Vortrag de» Schriststcller Herrn Bälschc. 2 Die Stellung der Freien Vereinigung zum nächsten Streik. 3. VrreinSangelegcnheiten, Verschieden,» und Fragekasten Der Verband deutscher MüUergesellen(Mitgliedschast Berlin) hält am Mittwoch den 25. d. M., SbendS SJs Uhr, in Zemler« Saal, Mllnzstr. II, eine Versammlung ab. Tagesordnung; 1. Welche Schiitte sind nötdig, um die Kollegen in der Provinz zum Eintritt in den Verband resp. zur Bildung von S ahlstellen zu veranlassen. 2. Verschiedene» und Fragekasten. Um zahlreiche» ischeinen wird ersucht. AUgemein» Kranken- und KterbeKass» der Metallarbeiter tE. H. Nr. 29 zu Hamburg) Filiale Berlin Ul. Den Mitglicdern zur Nachricht, daß laut VelsammIungSbeschlub die Zahlstelle vom Heinrichspla» 19«, Restaurant Grande, nach der Maüannenftr. 46, nahe am Heinrichipla«. beim Reftaurateur H. Liewald verlegt wird, und die Beiträge sowie Anmeldungen zur Kasse, dort. vom Sonnabend, den 21. September, sowie jeden Sonnabend, Abend» von 8-10 Uhr entgegengenommen werden, ebenso in der Zahlstelle Etsenbahnstr. 7 in der Destillation. E» wird gebeten, diese» so viel wie möglich zu verbreiten. Ferner weiden die Mitglieder ersucht, ihr serncre« Beibleiben in obengenannter Kasse, eventuell ihren Ucbertritt in die Zenttalkranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter„Vulkan" erklären zu wollen. «um- und grsellig» Verein» am Sonntag; Lübeck scher Turnverein <2. LchrlingSabtheilung) Abend» S Uhr Elisabethstrabe 57- 58.— Turnverein „Wedding"(2. LchrlingSabtheilung) Nachmittags 4 Uhr Pankstr. 9. Turnverein „Froh und Frei" lLehrlingsabtheilung) Nachmittag» 4 Uhr Bergst. 57.— Ver- gnügungsverein„Fröhlichkeit" igegr. 1880) Nachmittags 5 Uhr Grüner Weg 29, Versammlung. «»saug-,«um-«ud gesellige Verein» eie. am Montag; Gesang. verein„Unverzagt" Abend» Szj Uhr im Restaurant Goering, Köpnickerstrabe Nr. 127».— Gesangverein„Sängerlust" Abend» 9 Uhr im Restaurant, Land»- bcrgerstraße 80.— Männcrgesangverein„Weibe Rose" Abend» 9 Uhr im Restaurant Kleine, Gerichtislrabe 10.— Männergesangverein.Eintracht I" Abend» 9 Uhr Köpnickerstrabe S8, im Restaurant.— Männergesangverein„Alte Linde" Abend» von 8 bis 10 Uhr Marianncnstrabe 31—82.— Gesangverein „Echo 1872" Abend« 9 Uhr Oranienstrabe 190.—„Deutsche Lledertasel" Abend» 9 Uhr. Oranienstrabe 190.— Gesangverein„Mstrthenblätter" UebungSstundc Alte Schönhauserstrabe 42 bei Malzahn.- Turnverein„Hasenhaide"«Lehr- lingSabrhcilung) Abend« 8 Uhr Dicssenbachstrabe 00-61.—„Berliner Turn- genossenschaft<7. LchrlingSabtheilung) Abend» 8 Uhr in der städtischen Turn- halle. Briterstr. 17—18;— desgl. 6. Männcrabtheiiung Abend» 8 Uhr in der slödtischen Turnhalle, Gubenerstrabe 51.— Lübeck scher Turnverein«Männer- abtheilung) Abend» 8 Uhr Elisabethstrabe 57-58.— Verein ehemaliger Schüler der VII. Gcmeindeschule Abend» 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenslrabe 10«. —„FriedrichS-Vcrein"«ehemaii"''~ der Stadt Berlin) Abend» klub Schiller Abend» 8 Ul....................,____________________ Berliner Theaterfreunde Abends 8Zl Uhr bei Lütow, Admiralstrabe 38.— VcrgnügungSvcrein„Zick-Zack" Abend» 9 Uhr in Möwe» Gesellschastihaui. %-ÄÄÄ Vl.'iÄSeKiM stWMTMs schule Abend« 9 Uhr bei Kloth, DreSdenersttabe 10. Dcpesitirn. (Molflf« Urlearavhe»-K«reau.1 Kochum, Sonnabend, 21. September.? Der Vrozeß gegen den Bergmann Weber, den ehemaligen Voi sitzen den des Bochumer Streikkomitees, ist heute unter großem Andrang des Publikums vor der hiesigen Strafkammer verhandelt worden. Das Urlheil lautet auf 7 Monate Gefängniß, und zwar wegen Vergehen gegen die Gewerbeordnung, wegen Aufreizuug zum Klassenhaß, wegen Majestätsbeleidigung und wegen Verleitung zum Ungehorsam gegen das Berggesetz. Dem Verurtheilten wird die Untersuchungshaft angerechnet. Es wird als festgestellt angesehen, daß der Verurtheilte in keinerlei Verbindung mit den Sozialdemokraten gestanden habe. Weber wurde auf freien Fuß gesetzt. Zanzibar, Sonnabend, 21. Septbr. Durch ein gestern publizirtes Dekret des Sultans von Zanzibar werden all« Sklaven für frei erklärt, welche nach dem fl. November d. I. in die Besitzungen des Sultans eingesührt werden sollten. Glei»- zeitig wird den deutschen und englischen Kriegsschiffen das Recht ertheilt, alle unter arabischer Flagge fahrenden DhauS in den Gewässern von Sansibar nach Sklaven zu durchsuchen und eventuell aufzubringen. Brieslicke Vriefkerpken. Bei Anfragen biiien wir die AbonncmenlS-Ouiltung bcizusügcn. Antwori wird nichl crlheill. Kuchirrucker. Ihr Manuskript eignet sich zur Veröffent« lichung in unserem Blatte schon au§ dem Grunde nicht, weil mir von anonymen Einsendungen niemals Notiz nehmen. Als „Rauhbein� haben Sie doch gar keine Veranlassung, den Vereins-- Mitgliedern Vorschriften zu machen. K. K. Heinersdorf. Kann ohne Kenntniß des Statuts der betreffenden Krankenkasse nicht beantwortet werden. Mette. Es ist nicht strafbar, Gold- oder andere Münzen einzuichmelzen. M. K. IS. Entschädigung für zerrissene Gardinen können Sie nur von demjenigen verlangen, der den Schaden noch» weislich verursacht hat; auf die bloße Vermuthung hin-- klagen, ist jedenfalls nicht ralhsam. verlin S. A. Schulz, Berlin S» ■v Rr s«. Wassektborftraste Re. s«. Mäßet- mit Dstlstermaarm FMß. Gediegene Ardeit. Zeitgemäße preise. Coulante Zahlungsbedingungen Warnung. Allerlei billige Sachen verlangen zu seh'n heut' d-e Käufe» Lieber Gediegenes wähle!— es bleibt ja von höhcrem WertbB Billige Sachen sind Schund, ob in Gold oder Silber und MesfrnB flllU V�U�llUC/ UV»»» Vi/U4v wk-k- n— � w Immer ist Schwindel bei TalloiS, Talmi, Nickel und BlcchB. llleu erscheint es Dir fein,— nimmst Du es aber genaU,— Klaube mir, schließlich besiehst Du Dir dennoch den Schaden, mein LiebeB. Beparaturen verlangt S, K o st e n und A e r g e r genuG; Und Du solltest daher stets Dich erst z w e i m a l besinneB, Ghe Du Billiges kaufst! Nutzen ist niemals dabei.— Giebst Du dagegen Dein Geld für das Gediegene aB, Ei, so erwirkt Dir die Waare den Ruf als Gegner des Schwindel., Buhig, solid und reell, stehst Du im Leben dann dB. LUhwnsvksiv Oranienstrasse f. Geschäfts Eröffnung. Meinen werthen Freunden und Gönnern die ergebene Anzeige, daß ich mit dem heutigen Tage unter der Firma:„Des Nordens" billigste und reellste vrzugSqnrlle Fertiger Herren» ti. 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Mi«nert, Rosenihalerstr. N. Ein Sohn achtbarer Eltern als jugentl. A-b. verl. in der Drechslerei, Gneisenaustr. 27.[1616 DrechSlerlehrl. gegen Kostg. v. Kny, Reichen- bergerstr. 63 a.[1621 Geübte Anschmiereri« auf Galanterie verk. Ad. Aerrman«, Ritterstr. 110, Hof Ii. Querg. Ein Tanzmaitre, Genosse, empfiehlt sich Ge- sellschasten und Vereinen. P. Mäher, Blumer- straße 43. ISHä Sozialdemokratischer Wahlverein 3. Wahlkreis Ausserordentliche Versammlung »« Di««stag» de« 34. September, Abend» 8'/, Uhr, im großen Saal« der Berliner „Boele- Brauerei", Am Tempethofer Kerg. Tages-Ordnuna: 11622 1. Vortrog über:„D-ulschland unter der neuen WirlhschaftkLra�. Ref.: M. Schippet 2. Diskussion. 3. Velschicdenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Mitglieder werden ans Kommen und auch Beiträge dort entgegengenommen. Zur Deckung der Uniosten findet Teller mlung statt. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. Große Versammlung ö« KlWdemkMWll WahlverelllS im 4. Kerl. Re!chstagsivlWre!se am Dtenstag, den 24. Sept., Abends 8i Uhr, in Ren*' Salon, Naunynstr. 27. Tages-Ordnung: 1. �Die Sozialdemokratie und die Religion". Referent: Herr Robert Schmidt. 2. BereinSangelegen heitcn. 3. Verschiedenes und Fragekasten.-(1623 Reue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Zahlstellen befinden sich bei«ocktsr. Schul?, Admiralstr. 40-; Karl Scholz, Wrangelstr. 32: und Gustav Tempel» Bresiauerstrasie 27. Der Vorstand. Große öffentliche Nersamminng !. Eoziiiliitiiitikr. WahIocktitiS f. i>. K. Verl. ReiWMtihlknis am Mittwoch, den 35. ds., Abends 8'!2 Uhr, Mnllerstr. 178. TageS-Ordnung: 1612 1. Vortrag des Herrn A. Stadthagen über:»Ausnahmegesetze". 2. Diskussion. 3. VerschiedcneS und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Um rege Agitation bittet Der Vorstand. Grosso öffentliche Versammlung für alle in der Wirkerei beschältigten Arbeiter n. Arbeiterinnen am Montag, den 23. Septbr., Abends 8 Uhr, in Bobert's Salon, Weinstrabe 11. Tages-Ordnung: 1. Wie stellen sich die in der Wirkerei beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen zu ihren streikenden Kollegen und Kolleginnen in oer Firma Schlottmann? 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. l161v Um zahlreichcs Erscheinen aller Kettenscheererinnen in der Reschelbranche wird besonders gsdeteu. Berichterstatter sind frrnndlichst eingeladen. Der Binberuter. Verein d. Klempner Kerlin s«. Umgeg. Lsnvi'sl»Vv>»»snHNBluna � HttRßag, Ufii UX, AM. 8 Uhr, in zenerjltin's Silon, WJnkllbstr.73. TageS-Ordnung: I. Berichterstattung des Vorstandes sowie der Arbeitsnachweis- Kommission über ihre it. 2. Bericht des Kassirers über vereinnahmte und verausgabte Gelder. 3. Wahl eines '«n Vorstandes und der Arbeitsnachweis- Kommission. 4. VerschiedcneS.— Mitglieder . aufgenommen. Mitgliedsbuch legitimirt. s15S5 Sämmtlicke Mitglieder haben die Pflicht, zu erscheinen. Der Arbeitsnachweis befindet ii Nitterftraste 123. Der Vorstand: I. A. G. Schulz. ArbeLter-Kildttngs-Nerein„Kerlitt Dienstag, den 24. September a. c., Abends 8tz Uhr, in Ruth's Salon, Badstraße Nr. 22: WM" Grosse Versammlung."WM TageS-Ordnung:[1591 l. Vortrag des Herrn G e r i s ch über:»Der Soldatenhandel im Mittelalter". 2. Dis» kussion. 3. Antrag auf Aendeiung des Statuts. 4. Allgemeines. 5. Fragekaften.— Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Der Vorstand: I.A.: H. Lehmann, Stettinerftr. 9, 1. Große öffentliche Kersommlnug ha Mcklschrsybkil-, Flixwhreha bhö BaMemW Bnliits ÜJK Montag, den 23. d., Abends 7j Uhr, in Dekgmltller's Salon, Alte Jakobstr. 48z. TageS-Ordnung: 1. Die Koalitionsfreiheit resp.§ 152 und 153 der Gewerbe- Ordnung. Refer.: Herr Fr. Zubeil. 2. Diskussion und Fragekasten. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besiich bittet Der Sinberuter. in z.WchrW d.Ztltllkjskll i. Mitthtt d.Nsrdtil Bttlw. EfSKSV VenssmnBßung . Montag, den II Abends 8 Uhr, in iZottslhalk's Sülsn, Blldßr. 22, TageS-Ordnung: 1. Hat der Streik Einfluß auf die gegenwärtigen Steigerungen der WohnungSmiethe? �nt: Herr G rothmann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Ter Vorstand: Raul Heitmann, Gl*. Genera 8-¥er san? mlung siimmttitker Sck neider Kerlins ß« Rsntng, den 21 d., Abds. 81- Uhr, in den Lnrgersnlen, DreSdenerßr. SK. TageS-Ordnung: l.»Die Arariffe auf die Koalitionsfreiheit". Referent: Herr Rechtsanwalt Arthur �'adthagen. 2. Diskussion._.....[1590 des dem J ül Zahlreiches Erscheinen aller Schneider erwartet Der Einberufer. 244, 3l,pl Spiegel und Polster- Maaren. Uvi,ls reelle Maare?« soliden Preise«. Ganze Ausstattungen m Mahagoni 7 und Nußbaum; Küchenmobri in großer Ausivahl empfiehlt s o., Köpnickerstraße Nr. 34, r ranz l U�zauerp nahe der Köpnicker Brücke. Fm Gragert, K erlitt ü.p Iionskirch Platz 3. MWzii'fm-ßM- mii ASlheiitiilriAitiiM. 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Die VcreinSver- sammlungen finden regelmäßig alle 14 Taae im großen Saale Oranienstraße 180 statt. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erschciaen. _ Der Borstand. Versammlung"WG des Fachverews der Cischler Kerlw-Uord Montag, 23. Septmbr., Abds. 81 Uhr, im Wedding-Restaurant b. Schröder, Müllerstr. 178. Tages-Ordnung: 1. Vortrag von A. Mertens über»Die Ziele der Gewerkschaftsbewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedene?. 4. Wer kstellen-Verhältnisse. Gäste haben Zutritt. Zteue Mitglieder werden aufgenommen. 1569s Der Bevoll in ächtigte. I Ane JJötthIc Mckgesehter| '�eppicheZi I I I �zu Fabrikpreisen auch an Vri» I vate, jedoch nur in Ktuche«" »o» 33 Metern in engl- Tüll, per Stück von 10—30 Mark, in B ni*r«rt« Q— 1 3 Wl,j® mit ge- ' ringen . Webe- ._ fehlem J selte« billig! Double- • Krüssel-Teppiche, 2 Meter groß, Stück 6 M. Herrliche Salo«-Teppiche, Stück 12, 15. 20 blS 100 M. Vollständig fehlerfreie Teppiche von 10-150 M. Wollatlao-Stepp- decke» imit., von 7z— 13 M. Ganverein Kerl. Kildhaser. Dienstag, den 24. d. M., Abends 9 Uhr, Anßerordentl. Mltgl.-Nerj'llnlUlllng in«undt's Salon, Köpnickerstraße 100. Tagesordnung: Wie stellen sich die Mitglieder zur Erhöbung des Lokalbeitrages zum Zweck Erzielung besserer Arbeitsbedingungen. Mitgliedsbuch legitimirt. Die Bibliothek bleibt geschiosscn. 1609> ■ Tull, per Stuck von 10—30 Man,'» Damastzwirn per Stück von 9-13 M-, sowie in abgepaßtenFenstern und StoreS, Svv Muster stets vorräthig!! H Mei« Waaren-Katalog ■> 180 Seite« stark franko. 1356 » EWnen- nnd TMlh-Ubnt l.e§evre,§ unZ Oranienstraße 158, zwischen Moritzplotz und Oranienbrücke.§ Versandt unter Nachnahme. Oeffentliche VersamAlung der Tlidliklirdeittt«.-Weiteriiliitii Berlins am D i e n st a g, den 24. Sptbr., Abds. 8; Uhr, bei S ch e f f e r, Jnfelstraße Nr. 10. Tages-Ordnung: 1. Die Beschlüsse der Generalversammlung zu Magdeburg. 2. Abrechnung der Kommission. 1597 3. Verschiedenes. Der Embcrufer: H. Gumpel. Barnimstraße 36. Fachverein jnr Schlosstr und Berufsgenossen. Montaa, den 23. Septbr., Abends 31 Uhr, im obern Saal des Herrn Feuerstein, Alte Jakob- Straße Nr. 75: Tagesordnung: 1. Vortrag und Diskussion über Darwin'S Lehre von der Abstammung des Menschen. Referent Herr Bölsche. 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 3. Ver- schiedeneS und Fragekasten. 1588 Der Vor st and. Die Areikkoiilmiifilill der Bnlillcr Kißcmiicher macht hiermit bekannt, daß sie vom Montag, de» ÄZ Vesttember ab, des Abends von 7 bis Ist Uhr zu sprechen ist in Wendt'S Nestau- rant(Gründet), Dresdenerstraße. 1594 B Ve» kesern dieser Zei« 5 pCt.|!abatl 20 30 7 ftt. SM SM. 36 A. 10 M. eleg. 1Vinter»paletots mit Rkolltutter. elegante Herren» Jaquet-AnzUge. gediegene Wfintcr- Stoffhosen. Knaben- Stoff- Anzlige. Knaben- Winter- Paletots. elegante Kammgarn» Anzüge. elegante Joppen. Ilmtanjrch gestattet. Nach außerhalb 1156] gegen Nachnahme. Gebe. Neustaät, JernfaleMerjtrllße 41 Der partielie Streik in de« Kiftenfabride»! „Patent-Kisteu-Fabrik, Aktien- Gesellschaft", Neue Jakobstr. 6 und Mühlenstr. 8, sowie bei Pubg, Linden straße 35, dauert fort. Zuzug. ist stlengstens fernzuhalten. _ Tie Kommission. Gelegentlich WMg! 1474 20 000 Fenster abgepasste TüU-Gardwe», damnter 1 Posten, durchweg das Fenster 11- und 31. Mb.. »'/, Mark. 4. 4'/« und 5'/, Mark Teppiche in Größe 2x3 für 41: Mark bis zu der> allerbesten Oualiiäten Tisch decken sowie einzelne Topha- Bezüge zu sehr billigen Preisen. Waarenhaus 88. Gr« Frankfurterstr. 88. Allgemeiner Metallarbeiter- Verein Kerlins u« Umg. Die Ausgabe der Bibliothek findet Montag und Donnerstag, Abends von 8— Dl Uhr, Neanderstrahe 5, statt. 798] Di« Kidliotheko-Kommifston. Meanll««..ifÄ und kleinen Anzügen, Paletots, Regenmäntel, Kleider, Plüsch, Atlas, Sommct, Trikot zu Taillen, auch gleich zugeschnitten. 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