Nr. 328. Konntag, den 29. Ssptewber 188V» 6. Jahrg. Smimnliisdlxll. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Der heutige» N»«»mer liegt fSr unsere Abonnenten w*. 39 de».Sonntogs-Klott" bei. nrrr-v Abonnements- Einladung. Kür den Monat Ottober erö'tfnni wir ein neues Abonne« WEM auf das..Kerliuer nebst dem wöchentlich erscheinenden Konntngsblatt. Der Abo«neme»t«prei» beträgt frei in» Hau» für das ganie Vierteljahr 4 Mark, monatlich 1 Mark 35 Pf., wöchentlich 35 Pf. Bei Selbstabholung aus der Expedition, Ammerstraße 44, 1 Mark pro Monat."MU Bestellungen werden von fämmtlichen ZeiwngSspediteuren, wnuc von der Expedition unseres BlatteS, Znnmcrstrabe 44, entgegengenommen� I» dem täglichen Feuilleton werden wir Anfang nächsten Monais E. Aola'S Germittsl, i'ne« ergreifende Gemälde von dem wilden Kampf einer unter- biüSirn, ausgesogenen Arbeiterbevölkerung gegen die Heber- wacht des Kapitals, veröffenilichcn. Gerade jrtzt, wo wir noch unmittelbar unter dem Eindruck des oewaltigen Frühjabrsaus- ltandee der deutschen Bergarbeiter stehen, dürfte dieses de- dentendste Wert des groben Naiuralisten unfern Lesern will- kommen sein. Für außerhalb nehmen s ä m m t l i ch e Postanstalten Be- stellungen für das Vierteljahr gegen Zahlung von 4 Mark an. Die ReduKtum und Erpeditwn des„Kerliuer Dolksbtatt Bmirrficti zmrt Iseuerri. Welcher Art das Schicksal des Sozialisten- a c se tz e S fein wird, das mögen die Götter wissen. Vor- läusig ist nur mit Sicherheit zu erfahren, daß die historische Verantwortlichkeit für dieses Gesetz und seine Wirkungen fämmtlichen Parteien äußerst unbequem ist, weshalb sie einander gegenseitig die Verantworlichkeit zu- zuschieben suchen. Die Ultramontanen und die Freisinnigen glauben ihre parlamentarische Sündenschuld auf die Konser- rativen und Nationalliberalen abladen zu können, worauf diese mit dem ziffermäßigen Nachweis antreten, daß in der bekannten Abstimmung vom 15. Mai 1884 das Gesetz nur durch die Stimmen der Ultramontanen und namentlich der Freisinnigen aufrecht erhalten worden ist. Zn der That wäre damals das Gesetz gefallen, wenn die Freisinnigen sämmtlich gegen dasselbe gestimmt hätten. Allein vor der Drohung mit der Auflösung des Reichstages kroch eine hinreichende Anzahl der freisinnigen„Manne's- s e e l e n" ins Mauseloch und eS erfolgte die bekannte Ab- kommandirung, wodurch die Verlängerung des Gesetzes er- zielt wurde."Man kann es uns dennoch nicht verdenken, wenn wir die von den Freisinnigen, an dem Gesetze geübte Kritik, möge sie an sich noch so„schneidig" und glänzend sein, nicht allzu ernst nehmen. Wir haben ein Recht dazu. Der Standpunkt der Regierung in dieser Frage ist noch nicht genügend bekannt, aber er dürfte leicht zu er- rathen sein. Die Regierung wird sich lieber zu Ver- schärfungen als zu Abmilderungen verstehen. Sie ist bereit, das Gesetz in ein„ G e s e tz g e g e n d i e Opposition" umzuwandeln, doch möchte sie bei dieser Gelegenheit Verschärfungen einheimsen. Wie sehr sie dar- nach trachtet, hat sie mehr als einmal genugsam bewiesen. Ferner hat sie die Absicht, den Verlegern der„Druck- schriften", die unter das Gesetz fallen, eine größere Verantwortlichkeit und Haftbarkeit aufzubürden und endlich sollen in Verbindung mit der Er- Neuerung des Sozialistengesetzes auch Maßregeln gegen die Streiks vorgesehen werden. Daß der BundeSrath dieser Tage wieder den„kleinen B e l a- gerungSzustand" über verschiedene Städte und Be- zirke verhängt hat, beweist, daß die Regierung gewillt ist, die alten Bahnen auch weiter zu wandeln. Es gehört eine Naivetät sonder Gleichen dazu, zu erwarten, die Regierung werde sich auf die Diskussionen in der Presse hin solcher Maßregeln entschlagcn. Selbst wenn, was wir nicht glauben, das Gesetz abgemildert werden sollte, so würde die Regierung von den ihr übertragenen diskretionären Voll- machten bis zu deren völligem Ablauf unbeschränkten Ge- brauch machen. Aber was mag denn das Motiv sein, weshalb die ver« schiedcnen Parteien ängstlich die Verantwortlichkeit für das Sozialistengesetz von sich zu schieben suchen, während sie doch im Herzen den Fortbestand desselben wünschen, weil sie unter der Herrschaft dieses Gesetzes den Kampf gegen die verhaßte Sozialdemokratie leichter führen können? Nun, von ungefähr kommt das nicht. Das schlechte Gewissen der Nationalliberalen macht sich in den wun- derbarsten Vorschlägen und Phrasen Luft; sogar die „Kölnische Zeitung" sprach dieser Tage wieder auS, daß eine Milderung des Gesetzes und neue„Rechts- bürgschaften" notwendig seien, wenn man es dauernd machen wolle. Die Freisinnigen dagegen suchen sich vom Verdacht innerlich reaktionärer Gesinnung zu reinigen, indem sie einstweilen empfehlen, bei Stichwahlen zwischen Kartell und Sozialdemokratie für die Sozialdemokratie zu stimmen. Spiegelfechterei hüben und drüben— wir glauben Beiden nicht, daß sie es ehrlich meinen. Was aber die Herren treibt, so wunderliche Sprünge, Zugeständnisse und Verheißungen zu machen, das ist die blasseFurcht vor— denWäh lern. Sie fühlen sich nicht sicher in ihrer Position, denn sie wissen recht wohl, welchen Umschwung in der öffentlichen Meinung das Sozialistengesetz, resp. seine Anwendung bewirkt hat. Die Masse des Volkes denkt heute anders darüber als vor zehn Jahren. Die Härten in der Anwen- dung des Gesetzes, das Treiben der Jhnng-Mahlow, Naporra und andere Leute dieses Schlages, endlich die Eni- deckung des großartigen Lockspitzelwesens und schließlich die Affäre von Ehrenberg und Wohlgenmth, dazu noch die un- aufhörlichen Maßregelungen aller Art, kurzum alle die Blüthen, die am großen Baum der sozialistengesetzlichen Aera gewachsen sind, haben den Massen eine ganz andere Vorstellung von der Sache beigebracht. Wenn es eine Gerechtigkeit des Schicksals giebt, so ist sie in der Thatsache enthalten, daß bei politischen Verfolgungen dauern- der Art sich immer die Sympathie der Massen schließlich den Verfolgten zuwendet, eine Lehre, die die Weltgeschichte oft deutlich genug ertheilt hat, was aber von den Parteien so wenig als von den Gewalt- habern gewürdigt zu werden pflegt. Die Freisinnigen und Nationalliberalen fühlen recht gut, daß die Sympathie der Massen sich von ihnen ab- wendet und daß die ihnen feindlich gesinnten Elemente in der Wählerschaft in rapider Zunahme begriffen sind. Sie befinden sich aber zwischen zwei Feuern, denn während sie gerne der Regierung ein Stück Sozialistengesetz abmarkten und damit die Wühler zufrieden stellen möchten, kommt die Regierung und besteht auf den Schein, den man ihr einmal ausgestellt, und erklärt, sie bedürfe des unveränderten oder gar eines verschärften Sozialistengesetzes. So kann man sich die Beklernmunae« erklären, von denen namentlich die Nationalliberalen befallen sind. Mögen die Herren sehen, wie sie sich aus der Schuß- linie ziehen! Die Verantwortlichkeit für das Gesetz wird niemand den Parteien abnehmen, die es geschaffen und aus- recht erhalten haben; da werden sie sich umsonst drehen und winden. Allem Anschein nach werden wir das Gesetz behalten wie eS ist. Dann wird aber die Siwation für die Parteien, die eS noch weiter sanktioniren, gleich unerquicklich bleiben. Die Wähler aber werden sich weder durch offiziöse Drohungen noch durch den„Russen schrecken" ab- halten lassen, den Herren, deren Zweideutigkeit und Unselbst- ständigkeit den Fortbestand des Gesetzes ermöglicht hat, durch chre Abstimmung zu zeigen, was eine Harke ist! Meborstrhk. Di« Taktik der Kart«Ubriider für die nächsten Wahlen ist jetzt im Mutterlande de« Kartells, dem„gemüthlichm Sach- sen", vollständig entwickelt, so daß wir nun genau wissen, wessen wir uns in ganz Deutschland— mit Ausnahmen, welche die A'cmllctcm. Machdnick ondotm] [78 (Bin Roman von Maurus Z6kai. Michael lobte den Einfall und gab dem armen Fischer die Versicherung, der Lohn dafür werde nicht ausbleiben. Als man mit dem Fogasch fertig geworden war, hatte auch der kurze Wintertag sein Ende erreicht; aber nur am Him- mel, nicht auf dem Eise. Hier begann es erst recht lebendig zu werden. Aus den benachbarten Dörfern kanien die Bewohner zu Wagen mit Körben, Tornistern und Hölzer- ncn Feldflaschen; in den Flaschen war Wein, in den Tornistern Schweinebraten, die Körbe aber waren zur Auf- nähme der Fische destimmt. Als eS dann an die Ver- chcilung der Beute ging, bildete sich um die Fischer ein ganzer Jahrmarkt. Nachdem die Sonne untergegangen war, wurden Fackeln aus Schilfstengeln gewunden, Feuer auf dem Ei» angemacht und nun begann der Fischhandel. Karpfen, Hechte, Welse und' Barsche smd gut für die armen Leute:»ach Wien und Pest bringt man nur die Fogasche und Schille, für welche man hohe Preise erhält; die übrigen werden zu Spottpreisen losgeschlagen. Auch so wird noch ein schöner Gewinn erzielt. Mit diesem einen Zug hatten sie an dreihundert Eentner Fische gefangen. Dieser Timar ist ein wahres Mückskind! Die Fische, welche nicht abgehen, werden in Körbe gepackt und mS Magazin getragen, von wo man sie dann zu Wagen auf den Feßprimer Markt führt. _ Timar wollte dem versammelten Volke einen guten Tag bereiten. Er ließ ein zehneimrigeS Faß aufs Eis bringen uend ihm de» Zapfen ausschlagen, dann forderte er den Fischmeisier auf, eine Fischsuppe zu bereiten, worauf sich nur der Pieiftcr versteht. In einen gewaltigen eimeraroßen Kessel werden die hierzu ausgewählten Fische, die weder fett noch grätig sein dürfen, hineingcschnitten; dazu koinmt weiter nichts, als der Fische eigenes Blut, Hände voll Paprika und Zwiebeln. In dem richtigen MischungSverhältniß liegt jedoch die eigentliche Kunst, welche der Uneingeweihte nicht zu Wege bringt. Von diesem köstlichen Gericht verschlang dann selbst Herr Timar unglaubliche Quantitäten. Wenn aber irgendwo guter Wein fließt und Fischsuppe gekocht wird, wie sollten da die Zigeuner fehlen. Ehe man sich'S versah, hatte sich denn auch eine braune Musikantenschaar eingefunden, welche, nachdem sich der Zimbalschläger auf einen Korb nieder- gelassen hatte, die landläufige Volksweise auszuspielen be- gann: Wie die Saite reißt vom Ton! Dieser Herr bezahlt sie schon! Wo Zigeuner, rosige Dirnen und feurige Burschen sind, wie sollte da der Tanz ausbleiben. Im Nu war ein länd- licher Ball auf dem Eise improvisirt, auf dem es hoch her- ging. Um die Rohrfeuer tanken schlanke Paare, laut auf- jauchzend, den Tanz des heiligen David, und noch ehe er sich'S versah, war auch Timar, den ein schmuckes, junges Weibchen am Arm erfaßt hatte, mit hineingerissen m den Wirbel. Timar tanzte. In der schönen Winternacht leuchteten die Freudenfeuer weithin über die Eisfläche. Die Unterhaltung auf dem Eise währte beinahe bis Mitternacht. Die Fischer waren mittler- weile fertig geworden mit dem Hineintragen der Fische in das Magazin. Die fröhlich gestimmte Menge zerstreute sich nun, den Heimweg antretend und nicht ohne vorher den Festgeber, de» generösen Herrn v. Levetinczy, hoch leben zu lassen. Timar blieb noch, bis GalamboS den Fogaschkönig in eine Brettertruhe zwischen Eis und Heu wohl eingepackt und die Kiste zugenagelt hatte. Diese wurde auf die.Kutsche, in welcher Ttmar angekommen war, geladen und dem Kutscher bedeutet, sich bereit zu halten, über Ja und Nein nach Komorn heimzufahren; bei einer Fischsendung darf man keine Zeit verlieren. Er selbst schrieb indessen an Timea. Der Brief war in zärtlichem, mitunter auch launi- aem Ton gehalten. Er nannte darin Timea seine theure Gattin, und beschrieb ihr daS großartige Schauspiel auf dem zugefrorenen Balaton, den furchtbaren EiSriß.(Das er dem„navdi" so nahe gewesen verschwieg er.) Dann schilderte er den Fischfang mit allen ergötzlichen Details, und schloß mit einer Erzählung des nächtlichen Festes. Er sagte auch, wie gut er sich unterhalten habe und wie er ganz auS dem Häuschen gewesen sei, ja er habe sogar mit einer hübschen jungen Bäuerin ein Tänzchen auf dem Eis riskirt. So lustige Briefe schreiben mitunter Menschen, die mit Selbstmordgedanken umgehen. Als der Brief fertig war, trug er ihn dem Kutscher hinab. Der alte Fischer war auch dort.„Geht doch end- lich zu Hause, GalamboS," mahnte ihn Michael;„Ihr müßt ja müde sein." „Muß erst noch das Fmer schüren gehen auf dem EiS," sagte der Alte, seine Tabakspfeife anzündend; denn auf den starken Fischgeruch wird, was es von Füchsen und selbst Bären giebt ringS in den Wäldern, herbeikommen ans offne Eis und dort auf eigene Faust fischen; sie lauern den an die Oberfläche sich herauf wagenden Fischen auf und holen sie aus dem Wasser, damit vertteiben sie dann die anderen. .,Ei bewahre," sagte Michael,„macht keine frischen Feuer an. Ich werde schon Wache halten; ich pflege ohne- hin in der Nacht oft zu erwachen. Dann gehe ich auf den Wirker hinaus und feuere meine Flinte ab; auf den Schuß Regel nur bestätigen—»u versehen haben. Die Taktik lautet: Mundtodtmachung der OppositionS- Parteien, namentlich der Sozialdemokraten. In Sachsen wird das auf folgende Weist bewerkstelligt. Erstens unterdrückt man die oppositionellen Wählervereine und sonstigen Organisationen, soweit das irgendwie sich machen läßt. Zweitens erlaubt man keine Versammlungen, und verhindert vor Allem die Kandidaten, zu den Wählern zu reden. Das ist der negative Thcil des Programms. Der positive ist: Mobilisation aller reichstreuen Organisationen, besonders der Militär- und Kriegervereine. Einschüchterung der Wähler du-ch Alarmnachrichten jeder Art. Kurz die Praxis des Jahres 1887. Nur daß diesmal mit noch größerem Hoch- druck gearbeitet werden muß, da die Wähler mißtrauisch ge- worden sind. Im Wurzener Wahlkreis, wo eine Nachwahl zum Reichs- tag stattfindet, ist es den Sozialdemokraten einfach unmöglich, Versammlungen abzuhalten. Der Kartellkandidat spricht nur hinter verschlossenen Thüren, so daß man ihm nicht Mi Leib gehen kann, und der ganze amtliche Apparat der Beeinflussung ist in Arbeit— natürlich unamtlich. Selbst die Gendarmen agitiren, denn sie sind ja„auch Wähler�. Beschwerden helfen nichts! entweder werden sie zurückgewiesen, oder der Entscheid wird erst eintreffen, wenn die Wahl vorbei ist. Auf diese Taktik muß man sich einrichten. Zum Glück sprechen die Thaten der Kartellbrüder so deutlich, daß es der Opposition doch nicht an wirksamen Waffen fehlt. In Chemnitz, wo die Kartellbrüder für die am 15. Oktober stattfindende Land'agSwahl und für die nächste Reichstags- wähl mit Grund Niederlagen befürchten� wird hartnäckig kerne Wählerversammlung erlaubt, in welcher die sozialdemokratischen Kandidater uustrelcn. Dos ist jedenfalls„radikal". Nützen wird es freilich nichts. Und dieselbe Kartellpresse, die diese Praktiken billigt, entrüstet sich über die„Parteilichkeit" der fran- zöfischen Regierung. Nag wurde wieder abbestellt(!); dagegen ist ein Detachement Marinesoldaten angelangt." Warten wir nun ab, was die„Rordd. Allg. Ztg." mit diesen Meldungen, die ihr ja sehr in den Kram passen, an- fangen wird. Wir unsererseits werden uns bemühen, die Wahrheit über den Rotterdamer Streik festzustellen. RufMattd. Die Meldungen über russische Kriegsvorbereitungen scheinen für den Winter wieder einen großen Raum einnehmen zu sollen. Die„Köln. Ztg." hat mit ihren Mittheilungen über die Denkschrift des Generalstabschefs Obrutfchew den Reigen «röffnet, und jetzt folgt eine Nachricht der andern. Die Wiener „Neue Fr. Presse" berichtet aus PodwoloczySka, daß neue russische Regimenter sich gegen die galizische Grenze vor- «ärtS bewegen. Sechs Regimenter kaukasische Reiterei und vier Regimenter Infanterie werden seit dem 21. September nach Kamieniec-Podolsk befördert. Längs der Bahnlinie Wo- loczyzk-Zmerinka find bereits starke Truppenabtheilungen zu- fammengezogen, auch werden der Grenze entlang Beobachtungs- khürme errichtet. Die an Galizien und die Bukowina gren- Senden russischen Gebiete seien bereits so mit Truppen anae- füllt, daß derjenige, der die Grenze überschreitet, glaube, sich in dem Rayon einer den strategischen Aufmarsch vollziehen- den Armee zu befinden. Gleichzeitig bringt die„Voss. Ztg." die folgende Drahtmeldung aus London:„Aus Petersburg verlautet, die russische Regierung beabsichtige demnächst eine große innere Anleihe aufzunehmen, welche gänzlich der ansehn- licken Verstärkung des HeereS und der Flotte, sowie der Grenz- befeftigung und dem Ankauf von Magazingewehren gewidmet ich Dir allerdings auch den Gefallen thun können, an einer jener kostbaren Seuchen zu vereckcn, die man sich von der Indianer-Rasse holen kann: aber zu Deiner närrischen Freude jl---<— V.:« llnS Vmnn mnrf 4UVl-cMU||V tIVfcV»» 0—------- V* L w C ich mich wieder auf die Beine gebracht. Und dann warf ich mich mit aller Energie aufs Geschäft- ich stahl aus Deiner ~— t- ornirr;______ CT)„7» f Qontt �1?irTtnne*n habe id ich mich mit aller Energie aufs Geicyasi- ,cy md» Kassa zehn Millionen Reis. Hahaha! Zehn Millionen Reis. Die spanischen Diebe sprechen in halben Kreuzern, damit die Summe um so größer scheine. Das Ganze beträgt kaum hunderttausend Gulden. Ha, wenn Du wüßtest, waZ für schöne Hälse die dortigen Frauen haben, würdest Du eS gar nicht viel finden. Sie wollen auch nichts anderes tragen als echte Perlen. Aber Dein einfältiger Agent dort drüben, der Spanier, sah die Sache von einem anderen Gesichtspunkte an: er ließ mich einsperren und vorS Gericht stellen; und die Schufte von Richtern verurtheilten mich wegen eines leichtsinnigen Zugendstreiches— denke Dir!— Ju löjähriger Galeerenstrafe! Nun sag' selbst, ist das nicht arbarisch?!" Timar zitterte. „Sie zogen mir meine Kavalierkleider aus und damit ich ihnen nicht etwa verloren gehe, brannten sie mir mit einem glühenden Eisen das Zeichen des Galgens auf den Oberarm." Der Deserteur warf bei diesen Worten seinen Offiziersrock ab, zog das schmutzige Hemd von der linken Schulter und zeigte, mit bitterem Humor dazu lachend, Timar das noch brennend rothe Brandmal auf dem Ann.„Siehst Du, Deinetwegen haben sie mich abgestempelt, wie ein Fohlen oder ein Kalb, damit ich nicht in Verlust zzerathe. Nun, fürchte Dich nicht, ich würde auch ohne das Dir nicht davonlaufen." Mit peinlicher Neugierde blickte Timar auf das Brandmal des Elenden und vermochte nicht die Augen davon ab» zuwenden. „Nachdem dies geschehen war, schleppten sie mich auf die Galeere und schmiedeten mir einen Fuß mit einer zehn- pfundigen Kette an die Ruderbank. Da sieh nur, hier ist die Stelle." Damit schleuderte er den zerrissenen Schuh wom Fuß und wies Timar eine böse Wunde am aufge- schundenen Knöchel.„Auch das trage ich zum Andenken an Dich!" höhnte der entlaufen« Sträfling.(Forts, folgt.) werden soll."— Vorläufig haben wir immer noch den Trost, daß Rußland mit seinen KriegSvorbereitunocn noch lange nicht fertig ist. Nebenbei bemerkt, trafen im Winter 1S87/88 auch alltäglich und auch seitdem öfters solche Nachrichten ein; die damaligen Vorbereitungen haben also offenbar nicht genügt, und Rußland muß nun anscheinend wieder von vorn ansangen. Das ist eben das Moment, welches am meisten zur Erhaltung des Friedens beiträgt, daß niemals ein Land so recht krieg«- bereit wird, weil immer wieder neue Erfindungen und neue Armeeverstärkungcn in anderen Ländern dazwischen treten. Wahrscheinlich wird nun Rußland auch in diesem Winter noch nicht fertig, und so liegt kein Grund vor, den Ausbruch des Krieges gerade im künstigen Frühjahr zu fürchten. Devscrinittluttgen. Eine Neneral- Versammlung de« Mereins der Klempner Kerlin« und Umgegend tagte am Dienstag, den 24. September, Abends 81 Uhr, im Saale des Herrn Feuer- stein. Alte Jakobstraße Nr. 75, mit folgender Tagesordnung: 1. Berich lerstattuna des Vorstands sowie der Arbeitsnachweis- Kommission über ihre Thätigkeit. 2. Bericht des KasfirerS über vereinnahmte und verausgabte Gelder. 3. Wahl eines defini- tioen Vorstandes und der ArbeitSnachweiS-Konnnisfion. 4. Ver- schiedmeS.— Ueber den ersten Punkt erstattet Kollege Schulz Bericht. Er führt an, daß sich am 28. Juni im ,Tkönigstadt- Kasino" der Verein gebildet habe, der jetzt 650 Mitglieder zähle. Nur durch eine stramme und feste Organisation sei es möglich, die Uebelstände in der Branche zu beseitigen. Seit dem 28. Juni sind sechs Versammlungen abgehalten worden, in denen die verschiedenen Referenten die traurigen Zustände unter den Arbeitern einer sckarfen Kritik unterzogen und ausführten, wie diese Zustände zu beseitigen find. Kollege Selchow führte an, daß sich 127 Meister und Fa- brikanten seit dem 15. August, wo der Arbeitsnachweis eröffnet wurde, haben einzeichnen lassen. Es erhielten 97 Kollegen durch den Arbeitsnachweis Beschäftigung. Redner ersucht die Kollegen, so viel wie möglich den Arbeitsnachweis zu benutzen, da Stellen genug vorhanden find. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung thellt Kollege ö r st e r mit, daß die Einnahme für die Monate Juli, ugust, September sich aus 506,82 M. beläuft, die Ausgabe dagegen 285,40 M. beträgt, bleibt mithin em Bestand von 221,42 M. Kollege Schmidt bestätigt als Revisor,'daß die Kasse revidirt und alles in bester Ordnung befunden ist. Der Verein sprach dem provisorischen Vorstande durch Erheben der Mit glieder von den Plätzen seinen Dank aus für die treue und gewissenhafte Führung der Vereinsaeschäste.— Es wurde hierauf zur Wahl eines definitiven Vorstands sowie einer Ar deitSnachweis-Kommission geschritten. Gewählt wurden fol- gende Personen: 1. Vorfitzender G. Schulz, Gitschinerstr. 84. 2.„ O. Prasse. Prinzenstr. 93. Beisitzer P. Selchow, Schleiermacherstr. 10. 1. Kassirer K. Borchwardt, Bahnstr. 15, Schöneberg. 2.„ O. Delcourt, Wienerstr. 50. I. Schriftführer M. Schmidt, Wichmannstr. 13a. 2.„ F. Habenicht, DreSdenerstr. 124. Protokollführer H. Hansch, Prinzenstr. 11. 1. Revisor W. Neumann, Görlitzerstr. 70. 2.„ F. Bartsch, AndreaSstr. 75. 3.„ H. Benter, Koppenstr. 81. In die ArdeitsnachweiS-Kommission wurden gewählt: Jhlich, Troschwitz, Zimmermann, Förster, Massow, Ney und Vogeß. Zu Punkt 4 der Tagesordnung sprach Kollege Schulz für Abschaffung der Sonntags- und Ueberstunden-Arbeil, ge- schliche Regelung der Akkord-, Frauen- und Kinder-Arbeit, Einführung eines Normal-Arbeitstages, sowie eines Arbeiter- schutz-GesetzeS. Alsdann wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Versammlung erklärt: So laime die Böhmische Brauerei sich nicht schriftlich bereit erklärt, ihre Säle zu Arbeiter- Versammlungen herzugeben, verpflichtet sich Jeder von uns, kein Bier aus obiger Brauerei zu trinken. R. Köhler. Sodann wurde nach längerer Debatte ein Antrag des Kollegen Delcourt angenommen, den Kassenbestand von 175 M. dem Vertrauensmann für Hamburg zu überweisen. um Schluß sprachen noch die Kollegen Jhlich, Borchwardt, öhler und Prasse über Mißstände in unserer Branche in Fabriken und auf Bauten. Es hatten sich in der Versamm- lung etwa 100 Mitglieder ausnehmen lassen. Eine öffentliche Uerfammlnng der Nagelschmiede tagte unter Vorsitz des Herrn Gerstenberger am Sonnabend, den 21. September, in der Lichtenberger Straße 21, bei Heise, mit der Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Otto Klein über: Gewerkschaftliche Organisation. 2. Diskussion. 3. Wie stellen Mus Munfl und Oc1>c»l. Kritische Tage. Für das Jahr 1890 hat der Erdbeben- theoretiker Falb folgende kritische Tage vorausgesagt: erster Ordnung: 28. September, 30. August, 19. Februar, 20. März, 20. Januar, 31. Juli, 27. Oktober; zweiter Ordnung: 19. April, 5. April, 4. Mai, 3. Juni, 2. Juli, 13. Oktober, 12. November, 12. Dezember, 6. März; dritter Ordnung: 14. September, 26. November, 18. Mai, 5. Februar, 15. August, 26. Dezember, 6. Januar, 17. Juni, 17. Juli. Die seltsame Folge der Daten erklärt sich daraus, daß die allerkritischsten Tage in erster Reihe genannt sind. Hofgeschichte«. Vor einigen Tagen ist in Paris unter dem Titel„Les secrets des Bonaparte" im Verlage der Buch- Handlung Buillon, wohl recht zeitgemäß, ein Buch erschienen, dessen Inhalt die nach Original-Ausieichnungen eines geheimen Agenten zusammengesetzte Skandal-Chronik aus dem zweiten RegierungSjahre Napoleon'« I». bildet. Herr Charles Nauroy, ein Pariser Schriftsteller, welcher sich schon seit Jahren damit befaßt, in den Archiven zu stöbern, die alten Sünden der Napoleons abzustauben und sie den Zeit- Senossen in entsprechen der Beleuchtung zu präsentiren, veröffentlicht as Buch. Es enthält eine Sammlung von Dokumenten, die sich auf Napoleon III. und auf die Jugendjahre der Kaiserin Eugenie beziehen; es bringt Enthüllungen über die Königin Hortense und den Herzog von Morny; es zeigt ferner eine ganze Reihe unlegitimer Kinder, die den Dezember- Mann ihren Vater nennen, und bringt endlich eine solche Menge von unsauberen Hofgeheimnissen an den Tag, daß diese, selbst auf eine ganze Dynastie von Napolconiden ver- theilt, auch noch ausgiebig genug wären. Das Bemerkens- wertheste dabei ist die Thatfache, daß diese Skandalchronik im Auftrage Napoleon« UI. von einem seiner Geheimagenten ge- schrieben worden ist. Herr Nauroy fand nämlich in den Archiven der Pariser Polizeipräfektur das Tagebuch eines Ge- Heimagenten, das der damalige Polizeichef Herr von Maupas — wie zweifellos erscheint— im Austrage des Kaisers an- fertigen ließ und das die Zeit vom 2. Januar 1853 bis zum 28. Mai 1854 umfaßt. Der Mann schmeichelt nicht. Mit erner bewunderungswürdigen Kühnheit theilte er dem hohen Auftraggeber all' das, was er gehört und beobachtet, mit rücksichtsloser, ost beleidigender Offenherzigkeit mit. Im ersten Berichte, datirt vom 2. Januar 1853, rapportirt er unter Anderem:„Herr v. Perfigny, von dem e« heißt, es sei wir uns zu unserem vorjährigen Lohntarif? Diskussion- 4. Ver- schiedene«. Der Referent löste seine Ausgabe in l�stündigrr Rede. Er erörterte den UrsprungIder Gewerkschaften, ihre segensreiche Wirksamkeit, die Verfolgungen, die sie erlitten, und das Ziel, da« sie erstreben. An der Hand statistischen Materials wies er nach, wie durch die Maschinen im Privat- besitz die Arbeiter geschädigt werden, während sie im Dienste der Allgemeinheit der Menschheit zum Seaen gereichen müßten. Ferner legt er dar, daß durch den Maschinenbetrieb immer mehr Arbeiter brotlos und zur industriellen Reserve- armee gestoßen werden. Daher sei es Aufgabe jedes Arbeiters, nach Verkürzung der Arbeitszeit zu streben, damit auch dem vor den Thoren der Fabrik Stehenden Gelegenheit geboten werde, sich und die Seinen zu ernähren. Um dies»u erreichen, sei es geboten, sich zu vereinigen und in Gewerkschaften zu- sammen zu treten, denn vereinzelt sind wir nichts, vereinigt aber eine Macht, mit welcher das Kapital rechnen muß. Er verwies auf die Beschlüsse des Pariser Arbeite, kongresseS und erläuterte dieselben eingehend. Schließlich erklärte er sich als Gegner der lokalen Fachvereine wegen unnöthiger Zersplitterung der Kräfte und empfahl eine Zentralorganisation. Da es in Anbetracht der verschiedenen Gesetze in den ver» schiedenen deutschen Staaten nicht rathsam sei, einen Mctallarbciter-Verein für ganz Deutschland zu gründen, so müsse man sich örtlichen Zentralorganisationen anschließen. Eine solche sei der Allgemeine Metallarbeiterverein für Berlin und Umgegend, welchen beizutreten er angelegentlichst empfahl, indem er die Vortheile hervorhob, welche derselbe seinen Mit- gliedern bietet. Den Verein der Nagelschmiede wolle er keines- wegS aufgehoben wisstn, sondern denselben als Mutterverein ftir uns beibehalten, jedoch solle sich jeder dem Allgemeinen Metallarbeiterverein noch als Vateroerein anschließen. Rauschen- der Beifall lohnte diese trefflichen Ausführungen. An der Di»- kussion betheiligten sich die Koll-aen Gerstenberger, Miehlke, Litfin und Andere. Sämmtliche Redner stimmten mit dem Referenten überein. In seinem Schlußwort führte derselbe das Thema noch weiter aus und schloß unter lautem Beifall. Zu Punkt 3 führt Kollege Gerstenberger in längerer Rede aus, daß wir im vorjährigen Streik unsere ForderungenwegenJndifferentis- muS und Abtrünnigkeit mehrerer Kollegen nur theilw eise durchsetzen konnten. Er schildert die traurig« Lage, die gesundheitsschäd« liche Arbeit, den geringen Verdienst bei langer Arbeitszeit(in den meisten Werkstätten 11 Stunden täglich), wie derselbe den Anforderungen gegenüber, welche Staat und Gemeinde stellen, durchaus unzulänglich sei und ermahnt die Kollegen, für die Durchführung de« vorjährigen Tarifs einzutreten. In der nun folgenden Diskussion erregte der Kollege Geppert allgemeinen Unwillen. Derselbe war in der vorjährigen Bewegung Mit- glied der Lohnkommission, legte die erste schriftliche Bewilligung des Tarifs von seinem Arbeitgeber vor und legte trotzdem die Arbeit nieder, um an einer Stelle als Streikbrecher zu arbeiten, an welcher drei Familienväter die Arbeit niedergelegt. Zum Lohn wurde er au« dem Verein gestoßen. Aber auch sein neuer Arbeitgeber entließ ihn wieder, nachdem er durch ihn seinen Zweck erreicht. Die Kollegen Gerstenberger, Berndt, Nintz, Boldt und Miehlke gingen scharf mit ihm ins Zeug und iiielien ihm sein Sündenregister vor. Eine Resolution, autend: Die heutige öffentliche Versammlung der Nagel- schmiede verpflichtet sich am Montag, den 23. Septbr., ihien Arbeitgebern folgende Forderungen vorzulegen: 1. Bewilligung des vorjährigen Tanfs. 2. Einführung der Ivstündigen Arbeits- zeit. 3. Einen Minimallohn von 35 Pf. pro Stunde; für Ueberstunden und Sonntagsarbeit 10 Pf. Zuschlag pro Stunde. wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt. Dagegen wurde be« schloffen am Montag, den 23. September, den Arbeitgebern die in Punkt 2 und 3 der Resolution angegebenen Forderungen vorzulegen mit dem Bemerken, nach!14 Tagen Bescheid zu er- theilen. Zu dem Zwecke soll in 14 Tagen wieder eine öffent- liche Versammlung einberufen werden und das Bureau wird mit dem Röthigen beauftragt. Unter Verschiedenem wird kor- statirt, daß in einer Werkstatt(wo 4 Mann beschäfligt find) seit Montag, den 16. d. M., die I0stündige Arbeitszeit eingr- führt ist, in einer andern(mit 6 Mann) von Montag, den 23. an eingeführt wird. So wird jetzt in 4 Hauptwerkstälten 10 Stunden gearbeitet. Kollege Gerstenberger regt die Grün- dung eine« Unterstützungs-Fonds an. Dies soll aus die Tages- ordnung der nächsten Versammlung gesetzt werden. Es wird noch eine Tellersammlung zur Deckung der Unkosten veranstaltet und dann die Versammlung geschlossen. T'ctzurle itcltcilirfif. An die Ktrindrncker! Nürnberg, im September 1839. Werth« Kollegen, wir haben in der Kunstanstaft von Meer- wald u.Toberer wegen eines Streikbrechers die Arbeit niedergelegt. Seid eingedenk der Devise: „Einer für Alle, Alle für Einen." Haltet Zuzug fern, um uns den Sieg zu sichern. Im Auftrage der Kollegen: Jakob Pauß, Steindrucker. ein Bruder des Kaisers, und der Vicomte de Flahaut, welcher der Sohn eine« Geliebten der Königin Hortense sein soll, Beide dienen der Skandal-Chronik zum Zielobjekt gehässiger Anariffe... Die Börsenschwindeleien geben nach wie vor Anlaß, sich über die Regierung zu beschweren, die mit einer Art von Leichtfertigkeit die verdächtigsten Unternehmungen fördert. Man beschuldigt ganz rllckaaltslos die Staatswürdenträger(Fould, de Persigny ic) daß sie der Korruption nicht unzugänglich feien und ihren Einfluß be- nützen, um Geld zu machen. Daran, so sagt man, wird die neue Gewalt zu Grunde gehen; die Korruption wird ihr den Garaus machen, ebenso wie es mit Louis Philipp der Fall ge- wesem Die Verschwendungssucht, der übertriebene Luxus, nie dem Kaiser zum Vorwurf gemacht werden, bilden den Ge- sprächSstoff m allen gegnerischen SalonS. Man sagt, er preise unkontrollirt in die Staatskassen, um sodann das eld mit beiden Händen zu verschleudern." In einer Note vom 14. März giebt der geheime Agent der allgemein herrschenden Meinung Ausdruck, daß die Stabilität des neuen Kaiserreiches bezweifelt werde. Genau einen Monat später kommt er abermals auf die unsauberen Finanzspekulationen der Günstlinge des Kaisers zu sprechen. Er schreibt:„Der skanda- löse Einfluß, den Herr v. Morny auf die Geschäfte nimmt, wird lebhaft besprochen. Man sagt es stanz ungenirt, daß diese Per- sönlichkeit die Konzcssion für die Eisenbahnlinie von Bor- deaur nach Lyon poussirt hat, um sich sodann zurück zu ziehen. Thatsächlich soll er bei der Jnszenirung dieses Unternehmen» 6 Mill. eingesackt haben. Herr v. Morny will sich um jeden Preis eine finanzielle Position gründen, die ihm im Staate eine aparte Stellung schaffen kann. Ebenso spricht man von zwei Konkurrenzunternehmungen, welche Konzessionen für die Bahnlinie von Mühlhansen nach Besancon erwiikl haben und von welchen eine Unternehmung Herrn von Morny für das Geltendmachen seine« Einflusses zu ihrem Gunsten eine Million zugesagt hätte davon Wind bekommen und Herrn von Morny zwölfhunderttausend Frank« offerirt; in jedem Falle wird er also sein Schäfchen in's Trockene gebracht haben." Cine Masserhoft bildete sich in Fiume am Mittwoch, nachdem ein furchtbares Hagelwetter niedergegangen war. Die nußgroßen Schloffen des letzteren verursachten bedeutenden Schaden. Nach dem Unwetter bildete sich eine ungeheure Wasserhose auf dem Golfe, die sich bis zu den Wolken hinauf- zog. Da« interessante Phänomen dauerte mehrere Minuten. Sonntag, den 2S. September. GArrnhau». Tannhäuser und der Sänger krieg auf der Wartburg. Montag: Der-Seeräuber. Krtranspirlhans. Die Ouitzow'S. Montag: Was ihr wollt! Amts che» Theater. Faust'S Tod. Montag: Faust, l. Theil. Lelkwa-GH-ater. Das letzte Wort. Montag: Der schwarze Schleier. Friemn» WUh»t«tt«dtische» Rheine» Der Mikado. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallaee-TKeatee. Der rechte Schlüssel. Montag: Dieselbe Vorstellung. yitMpm-Tftrat«*. Stanley m Afrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gitemd-Theate». Vom Golde verführt. Montag: Dieselbe Vorstellung. HriUMMWr*- Theat». Der Zauberlehrling. Kontag: Tic KonigKät-tisch Familie." Montag: Dieselbe Vorstellung. Z»«r»al-Thrater.»«erchles Blut. Montag: Dieselbe Vorstellung. Av-wh GraK- Theater. Flotte Weiber. Montag: Dieselbe Vorstellung. Keftveaz-Theate». Fernande. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gedr. Richter'» R artete. Spezialitäten« Vorstellung. Keichahalle«- Theater. Gr. Spezialitäten» Vorstellung. Montag: Dieselbe Vorstellung. e» Theater.»Ne feine 1» und 2. Oktober. a Ziehung der erste« Klasse 11571 Kgl. Preuss. Klass»-»Lotierie Loose i-14M.,•/•-7M.,-3sM., M.,'/,* a l M., alles pro Klasse. Rothe f Kotterie. Hauptgewinn 150000 M. Loose a 3'/, M. Liste 30 Pf. kiek. 8ekröäer. Bankgesch. Berlt« V», Rokenthalerstr. 31 und Tauberistraste St). amMB PmU. Mm von 1 Mark an empfiehlt die Stücks- kollekte von 1558 l Mtezfsi», Soppenstrafze 66. Kerliuer Theater. Sonntag, 29. September: SocrateS und feine Krau-— Ritter Blaubart.— Der zün- dende Funke In der Kinderstube. Montag, den 30. September: Tie wilde Jagd. Dienstag, den 1. Oktober: C jriotanus. Möbel md Polftemaml Eigene Tischleret. sl040 Solide und f e st e Preise. Otto& Slotawa. _ Moabit. Brem erstraste 67._ B Elue JlattJie zMckgesetzter Cisrcus Susch- Frtedrich-starl-Ufcr. Heute, Sonniap den 29. September, Zwei große brillante Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr und Abends 8 Uhr. Zur Nachmittags-Vorstellung hat jeder Erwachsene ein Kind frei. Aus dem Programm beider Vorstellungen ist besonders zn bemerken: Auftreten der unüber- trefflichen Künstlerin Frl. Maris Dori. 8 ruffische Rappbengfte, in ihren kavalleristrlchen Exerzitien ohne Reiter vorgeführt und dressirt vom Direktor. Ein hyppologtjcheS Potpourri, vorgeführt vom Direktor. Tai tomortal- Reiter Herr Allen. Bolero andaluse, spanischer Schulriit, geritten von Herrn und Frau Direk- tor Busch. Die doppelten und dreifachen Spring- fahrschulm, geritten von den Herren Tootiio und Ernesto. Auftreten der Gymnastiker Herren Gebr. Tlieo, Fräulein Marnerithe als Jockey. Klown Oleckanost» mrt seinem Zwergelephantm Uuinsto. Intermezzo der renommirten Klowns ao«i Bedini u.�ames Gnion ic. ic.(1725 American-Theater* 1365 TreSdenerst». 55. Täglich Vorstellung. —-BetTem 1«». 0 M.— 10 A. Kalaor-Panaraina. TÄBSf In dieser Woche: maw Z. c;ften M.: Petersburg und Gemächer der Kaiserlichen Schlösser w. Reu!>v. Cycl.: Pariser Welr- Ausstellung. Im Uu«stellt.nas»arf: in. Cyklus der Pariser Weit-AuSstellung. Eine Reise SO Pf.,«rnd nur 10 Pf. Abonn. e Reisen 1 M. mit geringen Webe- fehlem selten billig! Double- Krüssel-Teppiche, 2 Meter groß. Stück 6 M. Herrliche Kalon-Teppiche, Stück 12, 15. 20 bis 100 M. Vollständig fehlerfrei« Teppiche von 10—150 M. Mollatlas-Stepp- decken imit., von 7j— 13 M. zu Fabrikpreisen auch an Private, fedoch nur in Stücken von LA Metern in engl. Tüll, per Stück von 10—30 Mark, rn Damastzwim per Stück von 9—13 M., sowie in abgepaßtmFmstem und Stores, Svv Muster stet« vorrathig!! Mein Maarett-Katalog ISO Seiten stark franko. 1356 Mülkll- M Ttpuilli- Fabrik iw s.' Orastienstraße 138, zwischen Moritzplatz und Oranienbrücke. Versandt nnter Nachnahme. -°«roo Kranzbinderei°° 6-.-° 1. Meyer, Sanstherplah 16.[1307 Atlasschleifen mit Malerei von 1 M. an. Guirlanden von 15 Pf. an. Große Auswahl Kranze�_ Empfehle mein Lokal zum Arbeitsnachmei» u. f. Zahlstellen. Zimmer mit Piano für Vereine. 1267 Arthur Ziemer, Cuvrystr. 16. 0\e ftnw besteht«e,t Fabrikpreise, weil directer Bezug und Umgehung des Zwischenhandels. Mode-Neuheiten für die Kerbst- und Winter-Saison in KBeiderstoffen. Reichhaltige Auswahl, sowohl in billigen Genres für Haus- und Morgen kleider, wie in hochfeinen Qualitäten für Strassen- u.Gesellscbaftstoilette' 1 Pnrtliiirit Neue styholle Muster in grosser Musterauswahl! Zwei-' Ii dl Ii III Hl seitig gebogt und sauber gelitzt, Meter von 45 Pf. an. ' Abgepasst dasFeuster(zwei Shawls) v. 4,50 Mk. an. Ihr ein, zwei oder mehr Fenster i CLl{AllldJ 1 Co UC passend, äusserst wohlfeil! jS aienlielt.D in Tlsrhdcrken, Bellüeckrn, Soptauderkeu etc Klgene Werkstatt für.. -- Damen V- Herren-__ HüNcbe Wjttpnp-Ancctattnnrron wämehe W Am 1. und 2- Oktober er. Ziehung I. Klasse der . Freuss. 181. Staats-Lotteria. ffltlülnnl-foott nZf)'Ii».50, 12W.W,'1, HU 2,50,'l, Hä.6,50. Antheile an in meinem Besitz beündlicben Original- Loosen» Vs M. 6,25, M. 3,25, M. 1,70, Vtt M. 1,00.[1572 Gleicher Preis für alle Klassen. Vorausbetahlung Ist gestattet. Gewinnauszahlung urovisionsfrei. Amtl. Listen 4 Klassen M. L Porto 10 Pf.(Einschreiben 30 Pfg.) __ zz�M, Sttlin W; kHNl«ttt»ßr.»ll.il, MWM,. provislonsfreio ajuii, Listen 4 iV.iÄssPii itx. j Moiritz Bab, Prospekte gratis und franko, Es ist vielfach die Meinung verbreitet, daß das Böhmische Brauhaus seinett Saal z« Volks-Versammlungen nicht hergäbe. Um diesem Jrrthum zu begegnen und alle Zweifel ein für allemal zu beseitige«, erklärt die unterzeichnete Direktion, daß sie ihrerseits die Benutzung ihrer Lokalitäten niemals irgend einer Partei verweigert hat und auch für die Folge grundsätzlich nie verweigern wird. Insbesondere ist der große Saal von jetzt bis Oktober 1890 noch frei: an jedem Montag, Mittwoch und Freitag, mit alleimger Ausnahme des iE. October dieses Jah�eSp 6. Ktovembes* 20. H 1» f) ii)» Unser Oekonom, Herr Mente, ist von un- veranlaßt worden, Bestellungen auf die freie» Tage kostenfrei anzunehmen. Wir geben uns nunmehr der Hoffnung hin, daß infolge unserer obigen rückhaltlose» Erklärung jede Voreingenommenheit gegen uns schwinden wird und mir ferner nicht mehr alt Zielscheibe von Anfeindungen gelten, die die B r a u e r e i in keiner Weise verschuldet hat. Berlin, 27. September 1889. Sokmisvlies Brauhaus. Die Direktion: A. Knoblauch. Am 1. und 2. Oktober Ziehung 1. Kl. 181. Kreutz. Staats- Lotterie. Empfehle Original-Loose 1. Klasse>/, Antheil-Loose 1. Klasse XU 114. Vs 57. Vi 28,50 V.» zu 13.- 6,50 3,25 1,65 M. Carl Heinfze, Kankgeschaft» Berlin W., Unter den Linden 3.[1669 Telegramm-Adresse;.Lotteriebank Berlin".— Reichshank- Giro- Conto. Preussische Lotterie. Ziehung 1. Klaffe 1. und S. Oktober er. Originale in allen Abschnitten vorräihig. Antheile, '/.'/- Vi Vs Vs V.O Vis'An'/„'An V st_ Vso M. 55. 27-/,. lS3/i. 11. 7. 5'/-. Klassenweise derselbe Betrag zu zahlen. 2--/.. l'/i. l'/x- 1.«<»<>.75. Amtliche Gewinnlisten(alle 4 Kl.) 1 Mk. Oscax Bräuer& Co., Kaakgefchüfl, Berlin W., Kelpzigerstr. 103. [1560 F. Gragert, Kerlin N.9 Zionskirch Platz 3. MM« fiir Slliis-«ilii A-Hcilcilirilhtnlicii- Reichhaltiges Lager von Solinger Stahl- waaren, Kupfer- und Messingwaaren, email- lirte Kochgeschirre, Holzwaaren, sowie Küchen- möbel, als: Kiichrnfchränke, Küchen- rähnre mit Kästen in nerfchiedenr» Größen und formen, Sckenerfchränke, Gimerfchränke etc., Kürsten- und Köttcherwaaren, Masch- und Mring- maschine«, Krotlchneidemasch., Mester- puhmaschinen, Flaschenkorkmaschiuen, zum häuslichen Gebrauch, Fleifchhackma- fchinen, Kartenpresfen. Reichste Ausmahl. KiAgste Preise. Äoii8kireli'?l!itx 13. SN gr'ss u. SN 1599 Im Tuchgeschäft[17121 PrillzeHkliKe 53, Gegenüber der Turnhalle: Kerrru- und Knaben- Anzüge, Paletot«, sowie Damenkleider» Mintermäntel ic. Th /i ffa h?«« g» n. S zichl! geben Domcke's Gas selbst erzertgende Lampen für Putzer. Maurer, Gas- und Wafferrohrleger«. Sturmbrenner für Arbeiten im Freien. Gasäther billigst! 1210 Zmil Domcke, Krutmenstr. 184, dicht b. d. Jnvalidenstr. s Den leserll dieser Zeitung 5 pCt. Rabatt. 20 M. 20 M. VM. SM. 3 36 10 M. eleg. Winter-Paletots mit Woilfutter. elegante Herren- Jaquet-AnzUge. gediegene Winter- Stoffhosen. Knaben- Stoff- Anzüge. Knaben- Winter- Paletots. elegante Kammgarn- Anzüge. elegante Joppen. Umtausch gestattet. Uock außerhalb 16381 gegen Nachnahme. Gebe. Neuftaätz Jerusaiemerjtrllße 41 ür Dr. Hoesoh, homSopath. Arzt „ Brust-, UnterlerbS./Geschlechts., Frauen krank. heit Artilleriestr. 27, 8-10, 5-7 Uhr._ A. Borta, Schneidermeister, Bliicherftrake 2V, 1 Treppe, empfiehlt sich zur Anfertigung[1420 eleganter Herrens Garderoben zu soliden Preisen. Gestützt auf Erfahrung und Fachkenntnisse bin ich in der Lage, ein eleg. Kleidungsstück zu liefern. Lager in- und ausländischer Stoffe. Zuichnelder der ehemaligen Genossenschaft.� Verantwortlicher Redakteur: K. Grouhet« in Berlin. Druck und Verlag von M« Kakln« in Berlin L«L. Beuthfiraße 2. Äiite:««te« �eila»». Beilage zum Berliner Bolksblatt. Nr. SS8. Sonntag»en SS. September 1889. 6. Zichr«. Vokales. . Die«ationaUi berate Uerlogenh�tt ist eine der wider. wartjpften Ericheinungen auf dem Gebiete der Politik; ganz «usnahmsmeise abstoßend aber wird die« Gebahren, wenn man mht. wie ganz destimmte politische Zwccke mit solchen systematisch Melegten und ausgespovnenen Lügengeweben verfolgt werden. Der„regimingssühigc" RationalliberaliLmuS ist wegen de« zu- tonst, gen Sozial, stengesetzeS in einiger Sorge. Man weiß noch »'cht, welche Wünsche vom politischen Olymp herab geäußert werden möchten. Inzwischen aber empfiehlt es sich, hübsch tetzenbuckelnd vor dem Gewaltigen zu stehen, bis das preußische rnnanzportefcuille vergeben sein wird. Eine Hand wäscht die andere und gegen das Jinanzportefeuille find die national- ''Oralen Gemüthsmenschen vielleicht für cm der Regierung ge- rrhmes Sozialistengesetz zu haben. Wie da« aussehen wird, we>ß man zwar noch nicht, aber der verflossene Herr Puttkamer hat einmal von den gewerbsmäßigen Streik« ?ftitato ren gesprochen und es wäre doch möglich, daß man b'tzt auf die famose Idee zurückkäme, für Streikogitatoren be- sondere Skafbeftimmungen zu schaffen. Das Absurde dieser Idee von den gewerbsmäßigen Streikagltatorcn ist zwar schon wieder- halt klargelegt; aber sert wann wäre denn ein nationalliberales Gehirn für VernunftSgründe zugänglich! Gierig greift man »ach jedem Bissen, der fich für die Verwerthung im national- iwrolen Parteiinteresse zu eignen scheint. So schreibt die -Berl. Börsen-Ztg.�: �Bekanntlich brüsten fich die Sozialdemokraten damit, daß die Führer in der sozialdemokratischen Parteibcwe- gung ohne allen eigenen Nutzen ihr schweres und so vtelfach angefeindetes Amt auSiüllt und darin nur ihrer eigenen Herzensmeinung folgten. Auch bei den dies- lährigen Berliner Streikbewegungen hat man nie zu- geben wollen, daß an der Sache eigentlich unbeiheiligte Persönlichkeiten nur des äußeren VoitheilS willen die Streiks in Szene gefitzt oder doch wenigstens an der Spitze der Bewegung gestanden haben. Auf eine nähere Untersuchung der Einzelhiiten in allen Fällen kann man fich natürlich nicht einlassen, es ist doch aber wohl interessant und lehrreich zugleich, einen einzelnen Fall aus der gesamwten Bewegung hervorzuheben. Bekanntlich wurde von Seiten der Bäckergesellen im Laufe dieses Sommers ein großer Ausstand in Szene gesitzt, der allerdings kläglich sckeiteite, aber doch in den betheiligten Kreisen den Vorsatz befestigte, den Ausstand unter günstigen Verhältnissen zu wiederholen. An der Spitze nun der Streikkomitees der Bäckergesellen stand nicht etwa ein Mitglied dieses G:werbes, sondern ein Herr K., welcher als Bcsitzer eines kleinen Viktualien- Handels sicherlich über wenig Fachkenntnisse in Sachen des Bäckerhandwerks verfügte. Der beircffende Vor- sitzende des Streikkomitees bat gewißlich auch sein Amt nickt aus übergroßem Mitgefühl für die armen, geplagten Bäckergesellen übernommen, sondern weil ihm eine recht beirächiliche Remunerafion von etwa 100 M. gezahlt wurde. Angesichts solcher Thaisachen ist man doch wohl zu der Frage berechtigt, ob nicht gesetzliche Maß- regeln getroffen werden könnten, welche ein solches geschäftsmäßiges Ausbeuten der Streikbewegung durch an dem Streik selbst eigentlich u n i n t eressir t e Persön- lich leiten verhinderte n." Nun, wir �können die gewiß gern gehegten Besorgnisse der .Bors..Zig." über die Zugehöiigkeit des Herrn Kühn— der ßiO) wohl der gemeinte Herr K. ist— zum Bäckergewerbe be- fi�trgen. Kühn ist 15, Jahrelang als Bäckeraefille thälig gewesen. hiesigen Verbände der Backer war K. seit dem Bestehen des Verbandes Mitglied, Jahre lang im Vorstand und uuch stellvertretender Vo. sitzender. Seit kaum einem Fahre hat nun K. ein Grünkram-Geschäft, ist aber trotzdem in der Berliner Bäckerbewegung stets thälig aavef.n. Die Mitglieder der Streik-Kommission erhielten pro Tag 3 M., wovon sie Fahr- und Zehrgelder zu decken hatten. Der eiste Streik dauerte 13 Tage, der zweite S Tage, macht 22 Tage- 3 M.— SS M. Das ist der an Kühn entrichtete Betrag, der ebenso, wie andere Mitglieder der Kommission die gehabten Unkosten aus dieser Summe nicht vollständig hat Srmnkttgszrlmttrcrei. B. 0. Der preußische Finanzministcr hat schlimme Augen, soviel ist amtlich konstatirt, und sobald dies der Fall ist, hat der beschränkte Unterthanenverstand zu schweigen. Wenn in Preußen eine amtliche Ermittelung stattgefunden hat, so heißt es:„Alles schweige. Jeder neige ernsten Tönen nur sein Ohr"— das heißt, wer den Mund nicht hält und zu zweifeln wagt, oder gar diesen Zweifeln in der Oeffent- lichkeit Ausdruck giebt, der kann bösartige Erfahrungen machen, von denen die geringfügigsten sind, daß er draußen in Moabit Stunden lang auf einen Schöffen warten muß, für den der Tag erst gegen zwölf Uhr Mittags beginnt. Tie Augenleiden, die sich übrigens verhälmißmäßig häufig bei Leuten einstellen, die sich in höheren Staatsstellungen be- sinden/sind häufig kurioser Natur. DieAugcndesjenigen höheren Staatsbeamten, der veranlaßt werden soll, daß er die Thür von Außen zumacht, mögen öfter noch ziemlich hellblickend und scharf sein, sein Abgang wird in der Regel dadurch motivirt, daß ihn ein Höherer, Mächtigerer nicht„besehen" kann,— ein Augeuübel, welches, so weit wir unterrichtet sind, ein Augenarzt bisher noch nicht zu heilen in der Lage war. Es brauchen allerdings auch nicht immer diejenigen Augen zu fein, welche Jemand vorn im Kopf trägt, die von tückischer Krankheit befallen werden, oh nein, ein herzhafter Tritt mit einem Kürassierstiefel auf die Hühneraugen zeigt dem Empfänger ebenfalls in liebevoller Weise an, daß eS Zeit für ihn ist, sich nach einem anderen Wirkungskreise umzu- sehen. Und der Berufe giebt es jetzt so viele. Mit dem Be- fähigungsnachweis sind wir bisher glücklicher Weise immer noch verschont geblieben, dafür ist im Jnseratentheil der „Kolnischen Zeitung" jetzt aber ein anderer Beweis der Brauchbarkeit für irgend ein Amt oder eine Stellung auf- getaucht, der mit dem Herkömmlichen von Grund aus auf- räumt. Es wurde eine kartellfreundliche Erzieherin gesucht. An fich ist dabei kaum etwas Sonderbares zu finden, denn weshalb soll eine Erzieherin nicht kartellfreundlich sein? E« giebt in allen Ständen merkwürdige Käuze, und über die iÄcsinnungStüchtigkeit der Erzieherinnen kann eigentlich nur decken können, sondern seine eigenen Mittel zur Hilfe genom- men hat. DaS ist die Geschickte von dem gewerbsmäßiacn Streikagitator K., welche die„Börsen-Ztg." sich hat aufbinden lassen und'bloS deswegen veröffentlicht, weil sie so schön in den augenblicklichen kartellpolitischen Kram paßt. Vielleicht hat die„Börsen- Ztg." nun auch die Güte, uns ihren GewährS- mann für diese saubere Geschichte zu nennen; wir könnten ihr dann vielleicht noch interessantere Dinae darüber mittheilen, welche unglaublich widerwärtige und verlogene Individuen sich unter der Herrschast des Sozialistengesetzes an die Arbeiter herandrängen, um sie dann bei ihren Gegnern zu verklatschen und zu verleumden. Wir fürchtm fast, der Gewährsmann der „Börten-Ztg." ist auch ein solcher Judas! Der vor der Thür stehende Umzug scheint in diesem Jahre nicht dieselbe Ausdehnung wie in früheren Jahren an- nehmen zu wollen, wenigstens begegnet man dem großen Möbel- wagen weit weniger auf den Straßen als sonst. Besonders in den Theilen der Stadt, jn welchen die meisten Wohnungen leer stehen sollen, in den äußeren Stadttheilen von Berlin w, sieht man ihn am allerwenigsten. Hiermit würden auch die Mittheilungen aus den hiesigen Möbelgeschäften übereinstimmen, die dahin lauten, daß selten so wenig neue Möbel zu einem großen Umzugstermine angeschafft worden sind, wie äugen, blicklich. Der Kerliner Kutter- und Milchverbrauch ist bei einer Einwohnerzahl von Ii Millionen ein sehr großer. läßt sich schwer zahlenmäßig darstellen, wie groß der Konsum ist, aber nach ungefährer Berechnung dürste Berlin täglich eine halbe Million Liter Milch verzehren, welche im Durchschnitt etwa 100 000 M. kosten. Butter wird der Menge nach selbst- verständlich weniger verbraucht, aber ihr Preis ist ein minde- stens sechsfacher, daher giebt Berlin täglich an 200 000 M. für Butter aus. Das Aufgebe« vo« Restaurants mehrt sich gewaltig. Während am Donnerstag dre Auktionen von Restaurant- In- ventarien sich auf drei beliefen, betrug ihre Zahl heute bereits sü. f. Unter anderen wurde daS Inventar des bekannten Restaurant Zennig in der Leivzigerftraße versteigert. Cine Privat-Impfanstalt befindet fich Skalitzerstr. 54c:. Aus allen Stadttheelen und selbst aus der Provinz kommen die Mütter mit ihren Kindern dorthin um impfen zu lassen; denn der praktische Arzt Dr. Otto, der Inhaber jener Impf. anstalt, in welcher vom 15. April bis 15. Dezember jeden Nachmittag von 3—5 Uhr geimpft wird, impft nach einem neuen Verfahren. Jeder Impfling erhält nur einen einzigen Impf. stich und fast ausschließlich kann„mit Erfolg geimpst" attestirt werden. Der Kutscher Iohan« Kreoka, Greifswalderstr. 36, welcher bei Der Frau Mührendesitzer Schönberg im Dienste steht, verlor am 27. d. MtS., Abends zwischen 5—6 Uhr, auf dem Flur des Hauses Prinzenstr. 26 den Betrag von 750 M. in 6 Scheinen» 100 M. und 3 a 50 M. Als Finder der Summe vermuthet der Verlierer zwei Damen, welche zu dieser Zeit aus dem Geschäft von Wild u. Wessel kamen. I« einem Aufalle von plötzlicher Geistesstörung warf am Freitag Nachmütag die Ehefiau des Kaufmanns F., welcher beim Unnuge aus seiner bisherigen Wohnung in der Reichenbergerstraße begriffen war, eine mit verschiedenen Wirth- schaftssachen vollgepackte Wanne zum Fenster nach dem Hose hinaus. Die Frau war durch ihr erregtes Wesen in den letzten Tagen aufgefallen, doch legte man der Sache, die man mit dem Umzüge in Zusammenhing brachte, keine größere Bedeu, tung bei. Am Freitag, zur angegebenen Zeit, war die Frau allern in der Wohnung, während ihr Mann bei dem Möbel- wagen beschäftigt war. Wie eS der kleinen, schwächlichen Frau möglich gewesen ist, die schwere Wanne auf das Fenster zu heben, ist fast unbegreiflich, die Herbeieilenden fanden die Frau krampfhaft schluchzend aus einem Sessel liegen. Einen waghalstge« Sprung aus einem in voller Fahrt befindlichen Kurierzug unternahm am Mittwoch Abend ein junges Mädchen, Namens Stüber aus Nowawes bei Potsdam. Dasselbe wollte mit dem Lokalzug, der um 9 Uhr 7 Minuten Abends aus Potsdam abfährt, nach Neuendorf-Nowawcs zurückfahren, stieg aber aus Versehen in den von Potsdam um 8 Uhr 59 Minuten abgehenden Kurierzug, welcher direkt bis Berlm dmchsährt. Erst als der Zug die Station Neuendorf lange passirt hatte und sich kurz vor der letzten Bahnwärter- bude am Ende von Nowawes befand, bemerkte Fräulein dejernige ein endgiltigcs Urtheil abgeben, der mit diesen vielfach recht sehr geplagten Wesen in nähere Be- Ziehungen getreten ist. Wir waren nicht in der glücklichen Lage, und daS ausschließliche Hilfsmittel, welches bei der Vervollkommnung unserer eigenen Er- ziehung in Anwendung gebracht wurde, war, wenn wir uns recht besinnen, einzig und allein ein Rohrstock. Man soll jedoch niemals seine persönlichen Erfahrungen in den Vordergrund drängen, und so können wir weiter nichts thun, als bewundernd unser Haupt beugen vor der lieber- zeugungstreue des Kartellbruders, der von einer kartellfreund- lichen Erzieherin den eigenen Sprößlingen, so lange diese noch in den Windeln strampeln, das Richtige und Wahre des Kartells vor Augen führen lassen will. Der Kartell- bruder urtheilt nicht falsch: wer die Jugend hat, besitzt die Zukunft, und ist ein Knäblein, welches vorläufig noch am Gummipfropsen lutscht, schon voll und ganz von den Seg- nungen des Kartells durchdrungen, so ist mit ziemlicher Sicherheit darauf zu schließen, daß dieser Erdenbürger auch in späteren Lebenstagen eine sogenannte Stütze von Thron und Altar sein und bleiben wird.„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, wie das Schaaf so ist das Lamm"— wer an der Wahrheit dieser Sprttchwörter zweifelt,, für den ist leider das rauch- und knalllose Pulver nicht erfunden. Aber auch nach anderer Richtung hin giebt daS Ver- fahren des Kartellbruders zu denken. Er will, daß seine Kinder von einer Gesinnungsgenossin unterrichtet und erzogen werden. Wenn sich dieser Herr und seine sämmtlichen Parteigenossen nun auch dazu entschließen möchten, alle ihre Bcdürfnißartikel nur von ihren eigenen Freunden— d. h. nicht etwa von deren Arbeitern— herstellen zu lassen, dann könnten wir froh sein, denn dann wären wir die ganze Kartellsippe mit einem Schlage los, sie müßten einfach alle» sammt elendiglich verhungern. So grausam aber sind wir nicht, daß wir das wünschten. Im Gegentheil, wir sind begeisterte Gegner der Todesstrafe, und noch dazu einer so qualvollen! Dagegen wäre ja noch der Elephant im Zoologischen Garten zu beneiden, der nun dieser Tage nicht etwa in» Gras beißen— das Stüber ihren Jrrthum, öffnete nun kurz entschlossen die KoupS- thüre und noch ehe die Mitreisenden die« verhindern konnten, sprang sie au« dem im vollen Gange befindlichen Zug nach der linkm Seite heraus, wo sie besinnungslos liegen blieb. Als nun der Bahnwärter bald darauf wieder wegen des nach- folgenden Lokalzuges die Barridre schließen wollte, fand er da« junge Mädchen ,m Blute schwimmend vor und trug e» schleunigst in seine Bude, e« so vor der Gefahr, überfahren zu werden, noch rechtzeitig bewahrend. Nach einiger Zeit gelang es dem Bahnwärter, vie Verunglückte wieder zur Besinnung zu bringen. Sie hatte durch den waghalsigen Sprung einen Bruch des Schlüsselbeins, sowie eine Verletzung am Kopfe er- litten und mußte zu Wagen in ihre Wohnung geschafft werden, wo sie schwer darniederliegt. Gin Lehrling verschWUNdru. Der fünfzehnjährige Sohn Ernst de« Arbeiters Ferdinand Schmeling, Arndtstr. 21, war bei dem Glasermeister Hingst, Gartenstr. 156, in der Lehre. Am Montag, den 16. d. M., begab fich der junge Mensch Morgens in die Werkstatt, blieb dort bis 12 Uhr bei der Arbeit und ging hierauf nach der Volksküche Nr. 6 in der In- validenstraße, um dort das Mittagbrot einzunehmen. Von da ab ist jede Spur von ihm verschwunden. Es liegt kein irgend nennenSwerther Grund vor, welcher den Knaben hätte abhalten können, nach Hause zurückzukehren, es ist somit möglich, daß ihm ein Unglück zugestoßen ist. Zum Zwecke einer etwaigen Identifikation lassen wir daS Signalement des Verschwundenen folgen: Ernst Sch. ist groß für sein Alter, hat blondes Haar, etwas vorstehende Vorderzähne, eine Narbe an der sinken Stirnseite, blaugraue Augen und war bekleidet mit grau- karrirtem Joquetanzua, grauem Hut und Zugstiefiln. Gl« Gardinendrnnd in einer Wohnstube Fricdrichstraße Nr. 32, zu welchem die Feuerwehr am Donnerstag Nachmittags gegen 6t Uhr alarmirt wurde, war beim Eintreffen derselben durch Bewohner schon gelöscht. Zwei Stunden später wurde eine Feuerwehr- Abtheilung nach Alte Jakobstraße 6 rcquirirt, woselbst der Fußbodenbelag in unmittelbarer Nähe eines über- heizten Schornsteins in Brand gcrathcn war. Nach Freilegen der Brandstelle wurde das Feuer unter Anwendung einer kleinen Handspritze unterdrückt. Zur Ueberwachung eines Schornstein- brandes wurde am Freitag Nachmittag gegen 2 Uhr ein Lösch- zug nach Steinmetzstraße 26- rcquirirt. Eine weitere Alar- mirung der Feuerwehr am Freitag früh gleich nach 3 Uhr nach Münzstraße 14 war durch mißbräuchliche Benutzung eines öffent- lichen Feuermelders verursacht; der Thater konnte nicht er- mittelt werden. Eine Iieflige Keuzinerplostou fand am Freitag Abend« gegen 9j Uhr im Lagerkeller eines Materialwaarengeschäft« Kastanien-Allee 37 statt. In dem betreffenden Räume lagerte u. A. auch eine Kruke Benzin; dieselbe ist anscheinend unge« nügend verschlossen gewesen, denn als um die genannte Zeit der Geschäftsinhaber, der eine Kiste zu kaufen wünschte, den Keller betrat, entzündeten sich die freigewordcnen Benzindämpfe an dem vom Ersteren mitaeführten, jedenfalls nicht genügend geschützten Lichte und brachten die Kruke zur Explosion. Die- selbe war so gewaltig, daß die Kellerdccke durchschlagen und der Fußboden des Ladens stellenweise zertrümmert wurde. Leider erlitten dabei die beiden oben erwähnten Herren schwere Verletzungen, ein anderer Kunde wurde leicht ver« letzt. Den Verunglückten wurde durch die inzwischen ein- etroffcne Feuerwehr die erste Hilfe geleistet. Der durch .ie Explosion entstandene Brand hatte sich schnell der im Keller sowie im Laden bcfindlichgn Waarenvorräthe bemächtigt. Der Feuerwehr gelang eS indcß, in nickt allzu langer Zeit das Feuer unter Anwendung einer großen Handdruckspritze zum Erlöschen zu bringen.— Ein zweiter Brand in dem im ersten Stock Mohrenstr. 38 belegenen Tapisserie- und Manufakturwaaren- EngroSgeschäft von Lindhorst am Sonnabend ftüh gegen 6 Uhr hatte sich über einen Theil der dort lagernden Waarenvorräthe ausgedehnt; auch die Schaldecke und das Zwischengebäik zum zweiten Stock, in welchem sich Lagerräume des Geschäfts be- finden, waren beim Eintreffen der Feuerwehr bereits durch- gebrannt. Der Angriff würbe mit einer Schlauchleitung vom nächstliegenden Hydranten aus unternommen; es gelang der Feuerwehr in kurzer Zeit die Flammen zu lokalisiren und zum Erlöschen zu bringen. Ucber die Entstehung des Feuers hat sich Verläßliches nicht ermitteln lassen. Eine entsetzliche Katastroptze hat sich gestern. Sonn- abend. Morgen etwa fünf Minuten vor acht Uhr im benach- wird er wohl schon öfter gethan haben— aber doch vom Leben zum Tode befördert werden soll. Es ist wohl oder übel Sitte bei uns, daß immer viel Aufhebens gemacht wird, wenn ein Großer dahingeht, von wo er nicht zurück- kehren kann; weshalb soll man also nicht der Größesten Einem eine bittere Zähre der Wehmuth nachweinen?! Allerdings müßte man darauf bestehen, daß die sterblichen Ueberreste dieses Gewaltigen nicht etwa der hiesigen Ab- deckerei überliefert werden, denn sonst könnte eS, nach den Erfahrungen, die in letzter Zeit gemacht wurden, doch leicht passiren, daß der Eine oder Andere einen Elephanten- schinken statt eines Eisbeins angeschmiert kriegen könnte. Eine merkwürdige Erscheinung bleibt eS immerhin, daß in unserem Zeitalter, in welchem täglich neue Mordinstrumente erfunden werden, eS Schwierigkeiten machen sollte, irgend einem Wesen den Garaus bereiten zu können. Man streckt jetzt ganze Bataillone nieder, wenn man sich Mühe giebt— wirklich die Direktion des Zoologischen Gartens erlaubt sich nur einen unpassenden Scherz mit dem Publi- tum: man sollte sich einfach an das Kriegsministerium wenden mit der Angabe, daß der Elephant streikt, dann giebt es im Nothfalle blaue Bohnen genug. Inzwischen vollzieht sich mit vieler Stille der Umzug des Polizeipräsidiums vom Molkenmarkt nach dem Alexander- platz. Vielleicht verkauft man altes Gerümpel auf dem Molkenmarkt, wenn der Umzug bewerkstelligt ist— man sollte auch die bisherige Praxis nicht mit in das neue Ge- bände überführen. Wir allerdings sind wohl die Letzten, die in dieser Beziehung Rathschläge zu ertheilcn haben, im Gegentheil, es geht die Sage, daß eS gleichgiltig sein kann, ob man am Molkenmarkt gesotten oder am Alexanderplatz gebraten wird. Den Massen fehlt daS Verständniß für unsere guten Einrichtungen, Herr Stöcker verkündigt, daß auch wir wieder zur Frömmigkeit zurückgeführt werden müssen. So oft ich da» lese, muß ich an den alten Einbrecher denken, der allabendlich vor seinen Geschäftsgängen seine Knaben herzte und sie ermahnte:„Betet, Kinder, Vater gehl stehlt«!"--- Batten Spandau auf dem Feuetwelks-Labaratonum ereignet. In einem Aibeitsraume auf dem Eiewerder, einer auf der Oberhavel belegenen Jnlel, in welchem unter Aufsicht eines Meisters und eines Oberfeuerwerkers ca. 50 Frauen und Mäd- chen mit der Revision von ArtilZerie-Zündhütckien beschäftigt wurden, fand dem„Verl. Tagebl." zufolge eine Explosion von furchlbarer Wirkung statt. Der ganze Raum stand, da sich so- fort sämmtlidie Explosivstoffe entzündeten, mit einem Male in .Flammen. Die Mehrzahl der darin befindlichen Personen find verunglückt. Zwölf haben schwere Verletzungen, meist Brand- wunden, davongetragen. An dem Auskommen mehrerer Per- sonen wird gezweifelt. Die Zahl der leichter Verletzten be- trägt über dreißig. Mit dem Dampfer des Instituts wurden die schwcrvern>undeten Arbeiterinnen nach der Stadt gebracht und mittelst Tragkörbcn nach dem städtischen Krankcnhaufe transportirt. Die Leichtverwundeten wurden, nachdem sie gleich an Ort und Stelle verbunden worden, in Kähnen an daS städtische Ufer übergesetzt und begaben sich in ihre Wohnungen. Auck der Meister und der Oberfeuerivnker haben Brandwunden im Gesicht davongetragen. Die Detonation mar eine furchtbare. Die Eide erzitterte in weitem Umkreise. In dem Arbeitsraum ist das Dach hochgehoben, eiserne Träger wurden verbogen; sämmtlichc Fensterscheiben zertrümmert. Die Bevölkerung be- findet sich in ungeheurer Aufregung. Die Ursache der Kata- strophe rst noch nicht festgestellt.— Das„Bei Tagebl.� bringt diesen Sensationsbericht. Was sich davon bestätigt, bleibt ab- zuwarten. Unser Zoologischer Garten fährt fort, seinen Thier- bestano nach jeder Seite hin zu vervollständigen und bietet so seinen Besuchern zu jeder Jahreszeit Neues und Interessantes. So sind, feit dieser Tage im neuen Affenhaus noch die groteske, rothhaarigen Gestalt eines krästigen jungen Orang-Utangs auf- geiauckt ist, die sogenannten Menschenaffen nun durch Orang, Schimpanse und Gibbon reichlich vertreten, und wenn wir dazu noch die lange Reihe von verschiedenen Aitm der hübsch gefärbten, körperlich wie geistig gleich beweglichen Meerkatzen nehmen, sowie insbesondere oie Sammlung seltener süd- amerikanischer Affen, die mit grauen und schwarzen Klammer- äffen, einer Serie von wenigstens einem halben Dutzend verschiedener Kapuziner und— als hervorragendste Seltenh-it— einem schwarzen Brüllaffen wohl Ihresgleichen fucken dürfte, so kann die Besetzung des Hauses als im Augen- blick ganz besonders interessant und reichhaltig bezeichnet und ein Beiuch desselben sehr empfohlen werden. Auch der Gemsen- berg hat einen neuen, sehr seltenen Bewohner erhalten, der, wie wir hören, noch niemals lebend hier war: ein indisches Wildichaf vom Hochgebirge des Himalaya, nach seinem ein- hei mischen Namen Nahur genannt. Das Thier, ein zunger Bock, fisselt durch eine gewisse äußere Aehnlichkeit mit dem Steinbock und soll sich auch für die eingehendere, Wissenschaft- liche Betrachtung durch eine gewisse Annäherung an die Ziegen auszeichnen. PoUzribericht. Am 27. d. Mts., Morgens, kani in der Zinktianzere, von Peters, Kölhenerstraße 22, der Klempnergeselle Künast dem Schwungrad eines Gasmotors zu nahe, wurde von demselben erfaßt und gegen die Untcrmauerung des Ma- schrnenaestelleS peschleudert und erlitt dadurch einen Schädel- und Rippenbruch, so daß er nach dem Elisabeth-Krankenhause gebracht werden mußte.— Vormittags wurde im Flur des Hauses Alerandrinenstraße 107 ein praktischer Arzt von einem deladenen Kohlenwagen überfahren und dabei so schwer ver- letzt, daß seine Ueberführung nach der Universitätsklinik noth- wendig wurde.— Zu derselben Zeit stürzte auf dem Neubau Triststraße Nr. 1 � der Maurer Fluth beim Fugen einer Decke im 4. Stock von der Leiter bis in den dritten Stock hinab und zog sich dabei Verletzungen im Gesicht und am Hmter- köpf zu. Er wurde nach der Charitee gebracht.— Nach- mutags fiel der Maurer Wallstiöm auf dem Neubau Hochstr. 2 du ch den Fahrstuhlschacht vom vierten Stock bis in den Keller inab und erlitt so schwere innerliche Verletzungen, daß er nach cm LazaruS-Krankenhause gebracht werden mußte.— Abends entzündete sich im Lagerkeller des Matetialwaarenhändlers Stoder, Kastanien-Allee 87, die aus einer mit Benzin gefüllten und offen stehenden großen Flasche ausströmenden Dämpfe an einem offenen Lichte, so daß das Benzin explodirte und einen Thetl des Inhalts des Kellers in Brand setzte. Hierbei erlitt der Kaufmann Stober, sowie ein Mützenmacher und ein Schuh- macher theils schwere, theils leichtere Brandwunden. Das Feuer wurde von der Feuerwehr gelöscht.— Außerdem fanden im Lause des Tages an drei verschiedenen Stellen kleinere Brände statt. ** Vergnügungs" Chvonik. Projektirtro JUziettoir» der königlichen Schauspiele vom 29. September bis 7. Oktober 1889. JmOpern- Hause. Sonntim, den 29.; Tannhäuser; Montag, den 30.: Die Seeräuber; Dienstag, den 1. Oktober: Der Troubadour; Mittwoch, den 2.: V. Symphonie der Königlichen Kapelle; Donnerstag, den 3.: Die Meistersinger von Nürnberg; Freitag, den 4.: Carmen; Sonnabend, den 5.: OtpheuS und Eurydice; Sonntag, den 6.: Don Juan; Montag, den?.: Die Verlobung bet der Laterne, Coppelia.— Im Schauspielhause. Sonntag, den 29.: Die Quitzow's; Montag, den 30.: Was ihr wollt; Dienstag, den 1. Oktober, zum ersten Male: Brigitta; Mittwoch, den 2.: Brigitta; Donneistag, den 3.: Natalie; Freitag, den 4.: Brigitta; Sonnabend, den 5.: Die Oaitzow's: Sonntag, den 6.: Natalie; Montag, den 7.: Die Weishett Salomo«. Im WaUuertheatrr fanden die Wiederholungen des Franas Stahl'ichen Volks stückes:„Der rechte Schlüssel" eine ungetheilte, überaus freundliche Aufnahme, welche sich durch den den Darstellern sowohl bei offener Szene als nach allen Akt- fchlüffen reichlich gespendeten Beifall dokumentirte. Die Vor- stellungen im Wallncrtheater beginnen von heute ab wieder um 1.8 Uhr. Der»hurhin scho« euorme Marftall de» Zirku« Kusch erhält m den nächsten Tagen noch einen weiteren, recht be- trächtlichen Zuwachs, und zwar sind es hauptsächlich afrikanische Thiere, die dem Publikum vorgefühlt werden sollen. Ein Eiephant zusammen mit einem Ponny dressirt, werden mit ofri- kamschen Zwergstieren, einem drelsirten Kameel und einem Zebra abwechseln. Uebrigens war der Zirkus auch in der vetflossenen Woche an allen Abenden vorzüglich besucht und„ausverkauft" metstenS das Losungswort. Direk-or Busch hat es eben schon in der kurzen Zeit setnes Hierseins auf's Beste verstanden, sich die vollste Zuneigung des Berliner Publikums zu erwerben, daS die gebotenen, außerordentlichen Leistungen voll und ganz zu würdigen weiß. (Bcvirtits-Bcittrurz. Da»„Kertwer Dolksblatt" enthielt im Juni zwei Ausrufe zur Bciherligung an Sammlungen. Der eine richtete sich an jammtliche Metallarbeiter Deutschlands und forderte dieselben auf, zur Deckung der Kosten, welche durch eine per- sönliche Vertretung bei dem internationalen Arbeiterkongreß entständen, ihr Schärflein beizutragen. Als Annahmestellen waren die Wohnungen der Schlosser Wendler, Reinicke und Jahrenwald angegeben. Der zweite Aufruf ging an alle Korb- macher Deutschlands und forderte zu Beitragen für die B-r- liner streikenden Kollegen auf. In diesem Falle war der Korb- macher Fuchs angegeben, an den die Beitrage zu richten seien. Gegen die genannten vier Personen, sowie gegen den Redak- teur Cronheim vom„Berliner Volksblatt", welcher die Auf- rufe hatte zum Abdruck bringen lassen, wurde ein Strafmandat von je 20 Mark erlassen und der Amtsanwalt beantragte im gestrigen Termine vor der 94. Abtheilung des Schöffengerichts Aulrechterhaltung dieser Strafe, da er die veröffentlickten Auf- rufe als eine Veranstaltung von Kollekten ansehen müsse, welche einer besonderen polizeilichen Erlaubniß bedürften. Der Gc- richtshof folgte dem Vertheidigcr. Rechtsanwalt Dr. Flatau und erkannte auf Freisprechung. In dem einfachen Bekannt- geben von Adressen, an welche Beiträge zu richten seien, könne eine Kollekte im Sinne des Gesetzes nicht erblickt werden, fon- dern darunter sei eine Sammlung von Haus zu Haus zu ver- stehen. Kel Ausbruch de« Kiickerstreike« wurde der Bäckergeselle Ernst Brachmann dabei betroffen, als er im Norden der Stadt eine Bäckerei nach der anderen aufsuchte und den daselbst anwesenden Gesellen ein Flugblatt einhändigte oder dasselbe vor der verschlossenen Thür zur Backstube niederlegte. DaS Flugblatt war von dem Redakteur des Fachblatts„Der Bäcker", dem Bäckergesellen Karl Pfeiffer, verfaßt und wurden in dem- selben alle noch arbeitenden Gesellen aufgefordert, dem Streik beizutreten. Da eine polizeiliche Erlaubniß zum Verbreiten dieser Flugblätter weder eingeholt, noch ertheilt worden war, so wurde gegen Brachmann und Pfeiffer Anklage wegen Ver- gehen« gegen das Sozialistengesetz erhoben und gestern vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I gegen sie verhandelt. Der Staatsanwalt beantragte gegen Pfeiffer, der zum Streik- Komitee gehörte und in dcssen Austrage Brachmann die Ver- breilung vo! genommen, vier Wochen und gegen Brachmann 14 Tage Gefangniß. Der Gerichtshof folgte aber den Ans- führungen des Angeklagten Pfeiffer und erkannte auf Frei- sprechung. Die vom Hofe nach der Backstube hinunterführende Treppe sei lediglich für die Gesellen und Lehrlinge bestimmt und könne daher für ein dem Publikum zugängiger, also öffent- sicher Ort nicht angesehen werden. Ei» harmlose» Flugblatt, in welchem znr Gründung eines Vereins gewerblicher Hilfsarbeiter eingeladen wurde, hatte der Arbeiter August R o s e n o w verbreitet, der auch als Ver- leger des Blattes gezeichnet hatte. Die Vcitheilung hatte vor dem Schlesischen Busch in der Nähe der Anilinfabrik stattge- funden. Der Inhalt des Blattes war völlig unbedenktich; trotzdem hatte eine bei der Behörde anhängig gemachte Denun- zialion Erfolg. Das Sozialistingesetz enthält in sencm§ 28 tn dem Absatz 2 auch die Bestimmung, daß m gewissen Be- zirken, in denen die öffentliche Sicherheit von der Sozialdemo- kratie bedroht ist, auch die öffentliche Vertheilung von Druck- schriften nicht stattfinden darf, sobald dies von der Behörde verboten ist. Diese Thcil-Ecscheinung des kleinen Belagerungs- zustandcs wäre möglicher Weife den Berlinern ganz in Ver- gcffenbeit gekommen, wenn Rosen ow wegen seines, die öffent- liche Sicherheit gefährdenden FlugblättervertheilenS nicht unter Anklage gestellt worden wäre. Damit jeder den von dem jc. Roscnow vcrübtenFrevel gegen die öfsrntlicheSicherheit beurtheilen kann, wollen wir da? Fingblatt hier wiedergeben. Es lautet: Ausruf an die Arbeiter Berlins! Arbeiter Berlins! Kollegen! Die allgemeine Nathlage der gesammten Arbeiterschaft ist Euch sicher allen bekannt, obgleich dieselbe fortwährend von inter- essirter Seite geleugnet wird. Durch die stetige Preissteigerung sämmtlicher Bedürfnisse des Arbeiterstandes wird diese Roth- läge tägsich erhöht. Arbeiter, jeder von Euch wird erkannt haben, daß der Einzelne durchaus machtlos ist aegen die heutigen Uebergriffe des Kapitals. Ganz besonders trifft dies zu bei den in der Industrie thätigen Hilfsarbeitern, deren Zahl bei der heutigen Produktionsweise, die durch den Fortschritt der Technik aus der Theilarbeit ungeheuren Vortheil zieht, eine�sehr große ist und eine immer größere wird. Durch die Verhältnisse ge- zwungen, heute Holz, morgen Metall, übermorgen Gummi u. s. w. zu verarbeiten, ist diese Arbeiterklasse ein Spielball in den Händen der Fabrikanten. Durch obige Erwägungen sind einige Arbeiter zu der Ansicht gelangt, daß eine Organisation dieser so sehr bedrückten Arbeiterklasse absolut nothwendig ist. Arbeiter Berlins, unterstützt uns! Gründen wir einen Verein von Hilfsarbeitern in der Industrie. Wir haben eine Ver- sammlung einberufen zum Montag, den 15. April, Abends 8 Uhr,„Süd-Ost", Waldemarstr. 75. Das Koalitionsrecht ge- stattet jedem Staatsbürger die Besprechung seiner Interessen mit Anderen. Macht von Eurem staatsbürgerlichen Recht Gebrauch, Jeder soll seine Meinung sagen. Besucht unsere Versammlung, denn Einigkeit macht stark.— Dies der Thatbestand.— Am 19. ds. Mts. wurde Rosenow vom hiesigen Landgericht>1. abgeurtheilt. Die Entscheidung lautete auf 30 M. Geldbuße, im UnvennögenSfalle 6 Tage Haft. Da dem Verurtheilten seine Verhältnisse nicht gestatten, Reoifion einzulegen, so will er sich bei der Strafe beruhigen. Für die „beruhigenden" Wirkungen des Sozialistengesetzes ist dieser Vor- fall aber ein recht hübscher Beitrag. Sszittle Uebertrrhk. In den Kerliner KnchdrnrUrrelen ist znr Unter- stützung für die diesjährige Lohnbewegung eine Summe von 3688,13 Mark gesammelt worden. Die V-nheilung dieser Srrmmcn stell- sich folgendermaßen: Steinmetzen Berlins 50 M.; Weißgerber Berlins 50 M.; Modelltischler Berlins 50 M.; Steinmetzen Berlins 150 M.; Bergleute Rheinlands 500 M.; Bergleute Schlesiens 300 M.; Metallschläger Dresdens 100 M.; Maurer Berlins 1000 M.; Zimmerer Berlins 1000 M.; Maler Bellins 300 M.; Kistenmacher Berlins 50 M.: Fe-Ienhauer Berlins 30 M.; Druckkosten 40 M.; DiverleS 68,13 M. Do» den Lithographirsteinfchirifern wurden den streikenden Feilenhauern nicht 50 sondern 30 M. bewilligt. Vet-llmmnlwrgcn. Der Derel« der Sattler und Fachgenofle« tagte am Dienffag, den 24. d. M., mit folgender Tagesordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Vortrag des Herrn Pirch über „Internationale Ärbeitergesetzgebung". 3. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragckasten. Zu VcreinSangelegenheiten meldete sich Niemand und so erhielt Herr Pirch das Wort. Derselbe löste seine Aufgabe in vortrefflicher Weise. An der Diskussion betheiligte sich nur Kollege Bombin, der sich im Sinne des Referenten aussprach. Zum Schluß sprach Herr Pirch noch über die Zuchthausarbeit und über die massenhaften Eckrankunaen her Arbeiter in den Phosphor- und Arscnikfabiiken. Er hob hervor, daß zur Ueberwachung von Fabriken und Betrieben auch Äibeiter gewählt werden müßten, denn die Ardeiter wüßten am besten, was ihnen Roth thut. Zu Verschiedenem meldete sich Niemand und so schloß der Vorsitzende die gut besuchte Ver- sammlung. Am Dienstag, den 24. d. M., Abends 9 Uhr, fand eine Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins des zweiten Berliner ReichstagSwahlkreiseS in der Buckbrauerei statt. Der große Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Teller- sammlung wurde polizeilicherseits inhibut. Auf der Tagesordnung war ein Vortrag des Herrn Max Sch'ppel über „Deutschland unter der neuen Wirihschaftsära" angesetzt. Der Redner führte ungefähr folgendes aus: In Deutschland seien zwei Strömungen, die eine vtilangt, der Staat solle sich nicht mit Wi-thschastspolitik befassen, alles der freien Konkurrenz und den technischen Fortsckritten überlassen. DieS sei die Tendenz der liberalen WirihschastSpolitik, wie sie von den 60«r Jahren bis zu den Attentatsjahren bestand. Die andere Strömung von den Arbeitern getragen, fordert die Verstaatlichung dcrProduktion, Regelung der Arbeitszeit u. s. w. Der Aufschwung des liberalen Wirthschaslssystems dotnt von dem Milliardensegen. Während desselben schim es, als wenn der Arbeiter auch Vortheile von dem System habe, doch trat dann erne Krisis ein, die ihie Opfer forderte. Sie griff ihre Opfer unter den Besitzendri', ruiniite die Kleinbesitzer fund trieb sie in die Fabriken dcs Großkapitals. Tie Einzelnen, die noch prbliebcn, sind zu Frohnarbeitern der Kapitalisten gkivorden, sie find abhängige Proletarier. Das Gleiche gilt auch vom Kleinbauernlhum, dessen Eigenthum stark verschuldet ist. Auch er frohndet immrr für das Kapital, nur nicht für sich. Für den Ar- beiter waren Aibeitslofigkeit, Roth und Elend die Folg«» des kurzen Aufschwunges. Alles zersetzte sich. Ave Kreise waren unzufrieden mit dieser Wirthschaftspol't'k und blickten nach einer starken Hand, nach einer Mach', die eine andere Wirthschafl Herbeiführe. Diese Macht fand sich in dem modernen Staat, der stark nach Innen durch seine Bureaukratie, stark nach Außen durch seine Militärmacht ist- An diese Macht wandte man sich. Die Kapitalisten fmdertcn Absatzgelegenheit, Schutzzölle, Beschränkung des Koalition§recht< der Arbeiter. Die Kieinhandwerker stellten klägliche Forde- rungen wie: Beschränkung der Meisterzahl, BelähigungSnach- weis, Privilegien für die Zünftler und Arbeitsbücher für d.e Arbeiter. Der Kleinbauernstand, unzufrieden mit dcr Geweibk- freibeit, verlangte Einführung der Doppelwährung, Em- schränkung des Schulzwanges, Seßhaftigkeit des Arbeiters. Der Arbeiter soll wieder hörig sein. Der Besitzer stellt nur Forderungen, damit seine Rente wächst, m der Hauptsache aber, Maßregelungen gegen die Arbeiter. Die Ar« beiter, die schon in den 60er Jahren mit dem Wirthschasts- system gebrochen hottm, stellten andere Forderungen aus: Ver- kürzung der Arbeitszeit, Freizügigkeit, vollen Ertrag der Ar- beit u. s. w. Wie benahm sich nun der Staat, der stark genug war, um zu helfen? Dieser Staat ist Demagoge wie nur irgend einer. Für die Kapitalisten veranstaltete er Enqurten, um die Nothlage der Eisen- und Kohlen-Barone zu ergründen, den Zünftlern versprach er ihren Theil und so immer fort. Der Staat ist das Werkzeug bestimmter Interesse». Er muß für den Besitz eingreifen. Seit de» Attentatsjahren hat der Staat eine Schutzzollmauer er- richtet und den Gewinn hat nur das Großkapital. Dem Arbeiter ist jegliche Freiheit genommen, der Staat hat die Arbeiter widerstandslos gemacht. Man könnte einwenden, für den Arbeiter sei auch etwas geschaffen, so Kranken- und Unfallwescn und die Krönung der Sozialrcform, die Alter«- und Invalidenversicherung. Der Vortragende kritisirte nun in eingehender Weise die Sozialrefoim, bei der es der Arbeiter erst bis zum Krüppel bringen muß, ehe er davon etwas ha'- Die ganze Sozialrcform sei ein Trinkgeld. Der Arbeiter Hab« nur Lasten. Die Zölle und indirekten Steuern haben sich von "/to bis e,/to mehr als verdoppelt. Das Koalitionsrecht solle den Aibcitern genommen werden, das sei das Verlangen der Unternehmer. Der Staat als Arbeitgeber unterjocht seine Arbeiter--. Weiter kam Redner nicht, der überwachende Be- amte erklärte die Versammlung nach 1'/« stündiger Dauer für aufgelöst auf Grund dcS 8 9 des Sozialistengesetzes. Die Ar- beiter verließen in ruhiger und würdiger Weife den Saal. Eine Uersammtnng»an Setkstständtern, Grsellr», Stepperinnen und Mamsells in der Mützenbranche tagte in den Nachmittagsstunden des Freitag im„Deutschen VolkSiheater", Schönhauser Allee l56, unter Vorsitz des Herin H u n d e r. Ueber die Lage des Streiks berichtete Herr L i ch t e n st e i n wie folgt: Es habe sich seit der letzten V»r- sammlung noch wenig geändert; aber der volle Saal beweise, daß das Interesse für den Streik nicht erloschen sei; daß alle gewillt seien, bis zum Aeußersten auszuhalten. Günstig stehe die Angelegenheit insofern, als jetzt auch von außerhalb Unter- stützungen avisirt seien, als die Arbeitskraft anfange zu man- geln und sich die Aufträge häuften. Daß der Streik noch nicht beendet sei, liege haupijächlich an der Konventionalstrafe von 1000 M. Die Fabrikanten, die unterschrieben haben, bereuten dicS schon und suchten, daran herum zu kommen. Schließlich werde auch dies letzte Hinderniß fallen. Es sei ein gu eS Zeichen, daß Leute, die sich bisher noch um nichts gekümmert hätten, jetzt endlich aufwachten und die Verhältnisse betrachteten und beurihcilten. Der Fabrikant könne nur von der Aus- Nutzung der Arbeitskiast seiner Angestellten und Ai beiter leben; das habe selbst ein Fabrikant zugestaiideii. Die Selbst- ständigen wollten leben, das gute Recht hierzu hätten sie; des- Haid solle man nicht von den Forderungen abgehen und vock kurze Zeit aushalten; bald sei der Sieg ernmgen.(Lebhaftes Bravo)— Herr Rauch konstatirt dasselbe, namentlich in Bezug auf die Konventionalstrafe und theiit mit, daß die Fabrikanten Material zusammentragen, um den Streik als einen willkürlichen in der Orffentlichkeit hinzustellen. Dann könne diesen aber auch mit Gegenmaterial aufgewaffet werden. Es sri Thatsache, daß einem Selbstständigen einmal, nachdem cr seine Arbeiter ausgelohnt hatte, noch 70 Pf. übrig geblieben sind. Dieb könne nicht ffo weitergehen. Man müsse der Ausbeutung entschieden entgegen treten. Die Existenz sei überhaupt in Frage gestellt. Aus diesem Grunde müsse man auch den jetzigen Schaden tragen, hoffentlich werde die Zukunft besser, da jetzt die vollkommenste Einigkeit herrsche. Auch dieser Redner fordert unter dcm Beifall der Versammlung auf, auL- zuhalten, Untei stützungSbedürftige mögen sich am Montag melden; ihnen soll geHolsen werden. Herr Gerold theilt mit, daß Herr K a tz den Revers der Fadnkanten unterschriebe» babe, um einen Vortheil dadurch zu erlangen, daß er seine Reisenden mit den fertigen Mustern hrnauSschicken kann, während die andcrm Fabrikanten das nicht können. Diese Mit- iheilung wird von verschicdenen Seiten bezweifelt, indeß von Herrn Cohn und Gerold in allen Punkten aufrecht erhalten. Herr Lew in wünscht, daß, falls die Fabrikanten bis zum Mittwoch nicht bewilligten, jede Position um 25 Pf. erhöht werde, von denen die Hälfte den Arbeitern zu Gute komme» soll. Dieser Antrag wird schließlich zmückgezozen, da die Be- sürchtung laut wurde, es könnte Uneinigkeit hierdurch gestiftet werocn. Herr Grünwald thei't unter der lebhasten Freud« der Versammlung mit, daß die Gesellen, die direkt beim Fadn» kanten arbeiten, die Arbeit niedertegen werden, wenn eS nöthig sei, um dem Streik ein Ende zumachen. Herr Rauch wünsche, daß seine Kollegen späterhin mit den Gesellen und Arbeite- rinnen als Brüder Hand in Hand gehen werden, um den gc- meinsamen Feind energisch zu bekämpfen.(Bravo.) Herr K n a p p e r t theilt mit, daß 131 Selbstständige die Arbeit niedergelegt haben und nur 23 mit einigen Gesellen und Mamsells arbeiten. Die Versammlung erklaite schließlich, auf jeden Fall an den Forderungen festzuhalte», um so mehr, al« sie den MonatSerften nickt zu fürchten brancken, da genug Geld im UnterstlltzungSfondS vorhanden ist. Die» ienigcn, die für die Fabrikanten aibeiten, welche b-will gt- haben, werden jetzt in bedeutmdcrcm Maße Geld zur Unter- stützung abstoßen. In Betreff eines AusaifeS wurde von allen Seiten befürwortet, nur das„Berliner Volksblati" zu benutze», da nur dieses auf ihrer Seite stände, andere Zeunngen dagegen das Interesse des Kapitals,'der Händler, wahrnähmen. Mögen die Selbststöndigen diese Erkentniß, die ihnen durch den Streik geworden, nicht nach demselben vergesse»; es wäre ihr Schaden. Mögen aber auch bald die übrigen Kieinmerster zu der Einficht kämmen, daß sie vom Kapital und seinen Pur« teien nichts zu erwarten haben und sich der Albeitcr-Bewegung und-Partei anschließen. Gin« groß« öffentliche Versammlung für sämmtUch« Zimmertente Kerltn» und Umgegend war sür den 27. d. M. nach dem Fcuerstein'schen großen Saale einberufen worden behuss Erledigung folgender Tagesordnung:„Stet- lungnah me der Zimmerer Berlins und Um- gegend zu dem Beschlüsse der Arbeitgeber, vom 1. Oktober d. I. an wieder lOftündige Arbeitszeit und 50 P fg. Stundenlohn einzu» 1�» t en* Die Vr:sammlunz war indessen, wohl in Folge . herrschenden Unwetters, derartig schwach besucht, daß irgend weiche Beschlüsse nicht hatten gefaßt werden können und so wurde dieselbe dann nur eröffnet, um kurzer Hand wieder ge- t®U»f[tn m werden.— Es wird in kurzer Zeit abermals eine vssentliche Zimmererversammlung einberufen werden, welcher ouser Erledigung der obigen Tagesordnung auch noch die -tegelung einer anderen wichtigen Angelegenheit obzuliegen haben wird und»war die Organisation betreffend. Chorlotteittmrg. Am 26. August c-. ift auch hier in Eharlottenburg eine Lokalkommisffon m öffentlicher Versamm- «ug� gewählt, welche in einer zweiten Versammlung am 17. September den Auftrag erhielt, sämmtliche Lokal- wnthe, wo Arbeiter ständig verkehren, aufzufordern, das »Berl. VolkSblatt" und die»Verl. Volkstribüne" auszulegen. Nerlammtuus btt frihn Pereinignng i>»r jiarta»arl>»tt»r ?? Moniag, den S0. Septem der� Sbe»di> 8V Udr dei göjer, Grüner Weg 29. »«MSotbnmia. j Bewerklchosiltchc«. Referent 8. Thamm. 2. Er«anzunaZ. �ätr �°rslandei. 3. Berschledenes und Kragckafien. Ausnahme neuer Mit- Allgemein» Ktntil»vb»it»r»ev»inigunq. Generalversammluna am Moa-a». den SO. d. Ml», Abend« 8 Uhr bei Babert, Weinstr. II. TageS- Zldnmig: X. GeschasiSbericht de« Vorstände». 2. Jährlicher Aafsenbericht. «�»ieutpahl de» Vorstände». 4. Verschiedene». Reue Msiglltdcr werden aufae- »»mmen � Jitst-rkluk Waldros». Uebunaistunde Montau» Im Restaurant Pmntidtr, Sdrlbertstr. 8. Vorsl»ender Bitte, Dirtzent Wegener. Gaste will- ««wen Ausnahme neuer Mitglieder. �«ach»»r«in btr Vuchdind-r und v»r>nandt»r K»rufog-n»ir»n. ""ntra, den 30 September, Abend» 8 Uhr, Versammluna Annen ftrohe IS. »aaeiordnuna. I, Wahl einer statistischen Kommisston. 2. VereinSange'czen. InUerr 3 Verlchiedene»>md zraackaften. Aufnabme neuer Mitglieder. . �iro»,-NinUlch» Prrsnmmlnng der Kchuhmacher am Montag, »en So, Eepternber. Abend» 8X Uhr, im Saale de» Herrn Bolzmann. Andrea»- !s<>»e xg, ZageSordnung: 1 Die Aufgabe der G-weitschastcn. Rescrent: Kost «lmree 2. Diskusston. 8 Verschiedene« � , Srri» tzlerelnignng der«roneur», Jisel»«»-» u. f. nt. am Man- M den 30 September. Abend, g Uhr, DreSdenerstraße Sir 45 t Bortrag de» x��testen über Bogcnglllhltchl-L�npc, Phonograph lEdisoni mit Erperi- Der perein Keriiner Lau»di»ner hält am Montag, den 30. Sept., ader.d» 9 Uhr, Neue Grünste. 28. eine auherordcntliche Gencratnersammluna ab. «»»«»o dnung Siehe Inserat »«.D-Ilaldenrokratifcher L.s.klnb ,.xeN>»i>". Jeden Montag. Abend» ? Uhr, Wallllrahe ÄZ tRestaurant Lconhardo. Vorlesung und Didkusstoil. Gchfte durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt „, D»r Porftand der«rtokrankeiikass» der Boldschmied» oeran- N»et am Sonnabend, den 5 Ottober. Abend» 9 Udr in H-Ndrich» Festsslcn, «Mstrahe 22. I Tr., ein großes Vokal- und Jnstrumental-Konj-rt unter Mit- i„'u"u g-schSIner ColoktSste, verbunden mit Bast und Polonaise Blllet» »Person SO Pf. intl Ball stnd bei den Vorstandsmitgliedern H. A»ehrend. xaungnstr SS. W. Funk. Nostijftr. 40. G. Hcinieke.«Itrandrinenftraße 18». Klein. Sübbenerftr. 28 P Zeuge, Marianncnstr. 80. H. Fader, KSpenilkerstr. SS. «rnnino, Hobima ttstr. 8 zu haben.._. Sirtertafel der Maler«nd verwandten V»r»f«g,nols»n m?,»>cßt ad wieder Kalier Franz. Gtcnadlcr- Plah Nr. 7. bei Berg, An- Meldungen stimmbegabter Kollegen werden an iebem Freitag Abend daselbst MSMgenonimen.- Am 12 Oktober d. I. findet bei Deigmüller. Alte Jakob- nraße 48» Slisrunztsest statt, wozu Kollegen und Freunde ganz ergebenst ein- finb. t WtTenbocher f rournbalTe, Verwaltung Berlin I Die Zahlstellen be- baden stch nunmehr bei Frau Günther, Wastertborstr. 49, 3 Tr.: Frau Kawe, Z'Z-r Iakodstr, 2«. Ouerq. im Keller. Frau Papke. ZSaldemarstr.«. Hof recht» �- Frau Meper, Ekaliherstrahe 58, Ouerg I Tr. Frau Brodel, Reichen- bergerstraße SS. Hos 1 Tr t sowie im Kastenlokal. vianienstr 197, An sammt- fichcn Zahlstellen werden Anmeldungen zur Neuausnahme entgegen genommen. Da« Krai kengeld wird nur de» Sonntag» vormittag» von S-li Uhr im Kaste»- lokal ausgezahlt Der OrtSvorstfcci-.de H Papke, Waldemarstr.«4, H. r. 2 Tr., und der Kalstrer H Brddel. Rcichenberaerstrahe SS, H I Tr., stnd seden Abend mit Ausnahme der Sonntage, von 8 bis 9 Uhr in ihrer, Wobnungen zusprechen. Samrntliche im Umlauf stch defiiber.den Medizinschelne wüsten b>» inkl. 30. d», eingetauscht werden. petitionoliften zur Keseitignng de» denatnrtrten Spiritn» zu aewerblichen Zwecken können in Empfang genommen werden bei solaenden KomnrisfionSmitgliedern r Gustav Reuter, Gr. Franksurterltr. 128■ Emtl Schade, Gubener str. Sil Gustav Milbrodt, Adaldertstr 94� Robert Weber. Fliederstr g Karl Kurth, Schönhauser Allee 21 r Frifc Zubeil, Waldemarstr. 73, und Roberl Bcrger, Gr. Franksurterftr. 95. Bei Lcfctercm werden auch sreiwillige Bettröge entgegengenommen. Ferner ersucht die Kommtsston. sämmtliche ausstehenden Eamveliisten bei Letzterem abzulicfern. Unrn- und gesellig» Perein» am Sonntag 1 Lübeck' scher Turnverein (2. Lehrlingiabtbeilungl Abend» 6 Uhr Elisabelhstrahe 87- 58.— Turnverein „Wcdding"(2 LehrlingSabthcilunal Nachmittag» 4 Uhr Pankslr. 9. Turnverein „Froh und Frei" iLehrlinaSabtheilungi Nachmittaa« 4 Uhr Bergst. 57.— Vcr- gnüaungSvcretn„Fröhlichkeit" lgegr. 18S0> Nachmittag»» Uhr Grüner Weg 28, Versammlung. Besang-, Turn- und gesellig» herein»»te. am Montag: Gesangverein„Cöngerlust" Abend» 9 Uhr im Restaurant, LandSbcrgersttaßc 80.— Mönnergesangverein„Weiße Rose" Abend» 9 Uhr im, Restaurant Kleine GerichtSstraßc 10- Männergesangverein.Eintracht I' Abend» 9 Ubr Köv- nickerstraße S8, im Restaurant.— Gesangverein„Echo 1872' Abend» 9 Uhr Oranienstraße 190.—„Deutsche Liedertafel" Abend» 9 Uhr, Oraniensttaße 190.— Gesangverein„Mgrthenblälter" UebungSstunde Alte Echönhauserftraßc 42 bei Malzahn.- Turnverein„Hascnhaide"(Lehr- iingSabtbcilungl Abend» 8 Uhr Dicstcnbachstraße 80-81.—„Berliner Turn. geuostenschast(7. Lehrlingöabtheilung) Abend» 8 Ubr in der städlilchen Turnhalle. Britzerstr. 17-18 l— de»gl. 6. Männerabtheilung Abend» 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstraßc SI.— Lübeck'scher Turnverein tMänner- abtbcilnng) Abend» 8 Uhr Elisabctbstraße 87-58.- Verein ehemaliger Schüler der VII. Gemeindeschule Abend» 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstraße 10« -„FriedrichS-Berein" lehcnialige Zöglinge de» großen Frledrichi-Waiienhause» der Stadt Bcrlii» Abend» 8Zl Uhrbei Bormann, Ohmaaste 2.— Unterhaltung»- klub Schiller Abend» 8 Uhr im Restaurant Giesel. Trlststraßc 41.— Verein Berliner Theatersreunde Abend» 8% Uhr bei Lülow, Sdinlralstraßc 38.— Vergnllgungsverein„Zick-Zack" Abend» 9 Uhr in Möwe'» Gesellschastihau», Fichtestraße 29.— Verein„Lustig" Abend» 9 Uhr bei Thomm, Schönhauser Allee 28.— Verein„Ratibor" Abend» 8X Uhr im Königstadl-Kastno. Holz- marktitraße 72.— ArendS'scher Slenograpbenvcrein„Apollobund" Abend» 8t Uhr Thurm straße 81 tMoabit.I.- Wlstenschastlichcr Verein für Roller'sche- Stenographie Abend» 8# Uhr im Münchcucr Bräuhau», Neue Friedrichsstraße Nr. 1. Unterricht»- und UebungSstunde.— Rauchktub„Nordstern" in Sulatti Lokal Frankfurter Allee 174, Fritdrichtzberg,— Rauchklud„Hellblau" Abend» W Uhr Skalitzerftraße 143.- Pcrei» ehemaliger Schüler der 42. Gemeinde schule Abend» 9 Uhr bei Kloth, Dreödmerstraßc 10, Dezseplhon. (Molff'« SvlrgraPssen.Kurea«.) Paris, Sonnabend, 23. September. Bonlanger hat ein Manlseft an die Wähler von Montmartre gerichtet, in welchem es heißt, die Regierung habe ihre Kühnheit so weit getrieben, Wahlzettel für ungiltig zu erklären. Niemals feit Einführung des allgemeinen Stimmrechts habe man einen derartigen Akt von Räuberei gegen die Rechte der Wähler begangen.„Eure Privilegien und diejenigen der Kammer sind mit Füßen ge- treten worden, aber die braven Republikaner von Montmartre werden sich ihre Rechte wieder zu verschaffen wissen." Vrieflrasten. vet Anfragen bitten wir die LbonnemenlS-Ouittung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertheiit, KrKatmt«?. Ihre Ausführungen find gut gemeint, aber noch nicht druckreif. Rekewitz. Das Meyer'iche KonverfationS- Lexikon hat niemals den Namen Universal-KonversationS-Lerikon geführU C. R. gümaldstraff«. Ihr Bericht steht in der Sonnabend. Nummer. Miese« straße 40. Der Verkauf eines Hauses entbindet den noch nicht zugezogenen Miether nicht vom Kontrakt. A. H. Lichtenbergerstraße. Ein auf ein Jahr fest eng». girtes Dienstmädchen muß sechswöchentlich kündigen. Petroleum, l. Wenn Sie nicht zur Erlangung des Kre- dits oder der Fristverlängerung falsche Thatsachen vorgespieaelt haben, sind Sie nicht strafbar. 2. Davon kann Ihnen nichts genommen werden; das sind lauter unentbehrliche Gegen- stände. R- N« 1000. 1. 54 000 M. jahrlich. 2. Nein; doch kann der Standesbeamte ausnahmsweise auch Sonntags Ehe- fckiließungen vornehmen. 3. Ihr in der Fabrik verunglückter Sohn kann Schadensersatz von dem Fabrikanten nur verlangen, wenn dieser wegen vorsätzlicher Körperverletzung bestrast war- den ist. C. M. Granienstr. Der Vater und die Geschwistcr erben nach Kopstbeilen. Genosse 48. Die Strafe ist durch die Amnestie er» lassen. Merei« 100. In Ihren Worten liegt ein Verzicht ans Ihre Forderung. Die Klage würde aller Wahrscheinlichkeit nach abgewiesen werden. A.$. 37. Ob Sie gesetzlich verpflichtet wären, der Annen- Kommission die Ihren Eliern gezahlten UnterstützungSbetrüge zu erstatten, kann dahingestellt bleiben. Sie haben sich ja schriftlich hierzu verpflichtet, und von dieser.Verflichtung kann Sie kein Gott befreien. G. H. Da eine Wöchnerin arbeitsunfähig ist, muß die Krankenkasse für die betreffende Zeit das Krankengeld zurück- geben. Sie können bei der Gewerbe- Deputation Klage er- heben. t. U. Rrstaurateur. Ihre Anfragen bedürfen noch iervollständigung. Zu mündlicher Auskunft sind wir bereit. H. G. Die Erben können die Schenkung anfechten, wnnr nicht schriftlich angegeben ist, dieselbe erfolge als Belohnung für bestimmte geleistete wichtige Dienste oder löbliche Hand- lungen. C. N> Eine Erbentsagung muß schriftlich oder persönlich an das Nachlaßgericht gerichtet werden. Für das ErvschastS- steueramt genügt die Besckeinigung des Gerichts, daß der E.be rechtzeitig der Erbschaft entsagt hat. ilnserm Freunde Alfred Vogel 1? seinem heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Die Pfiffsbrüder. braves Herz, ein guter Muth, �a4 ist das beste mit auf Erden, �rum wünschen unserm Msgnus Schwan Tjnfk er recht alt noch möge werden Die Unverdrossenen. Ea gros. ,_. Kranzbinderei En detail. Meyer, iv, vom 1. Oktober: Hauptgeschäft: Kkalicherstraße 38. Wurrlanden Meter von 15 Pf. an. Doppel. "Ugltge Lorbeerkränze von 60 Pf. an. Große __ Auswahl an Kränzen k. 1706 Kchuelder's GeseltlMtLhaus »m c r,- S-lforterstraß» 15 kuipsiehlt seinen schönen reaßsaal(400 Per- 'Onen fassend), 2 VereinSz. mit Pianino zu 20 u. 30 Perf. Einige Sonnabende u. Sonntage � fino noch zu vergeben. 1727 RtAmkiNt K. Stramm, 123 Rittsrstrasse 123, verbunden mit Fremdenlogis. Emvfehle meinen allbekannten vorzüglichen Frühstück-, Mtttag- und Abondtifch. Sonstige Speisen und Ge- tränke in bekannter Güte. Zwei Zimmer, passend zu Zahlstelleu und Arbeitsnachweis, stehen zur Verfügung. 11440 We M»'".ä'tSÄ'T"' bei Lorenz, Manteuffclstr. 41, b.sindet sich während des Umbaues im Hinterhause hart. Mein Schuh- und Stiefel- Geschäft in alter und neuer Waare befindet sich lI677 Skatiherstrafie 42, Ecke Wicnerftrafie. Paul Markus. Kronengiarn ist da« best« Uähgarn für Kand-«nd Maschinen-Näherei� hat in allen Nummern garantirt volle« Maaß, ist haltbarer als icdes andere Gam, näht infolge feiner Geschmeidigkeit auf jedem Maschinen- system gleich gut. Schwarzes Kronengarn» verändert feine Farbe nie. Weiße« Kronrnsarn»""m"U Man acht« auf die nebenstehende Schutzmarke.-W« In allen solide» Geschäften der Branche kauflich. Schutzmarke. Zu dem bevorstehenden Luartalöwechsel Aipfehle mich zur piinNl. Lirferiing des„Verl. «vlksblatts".„Volks-Trtbüne", sowie aller «öderen Zeitungen und Journale. «i>h. SohSSer, Retchenbergerstr. 72. �rkaufsst-lle-KKaiitzerstr. 43. „ Allen Freunden und Genossen zur pünktlichen �«rferung des„verltner Bolksblatt" und ��ribünc", sowie allen Arbctter-Zeitschrifte« �psieHIl sich H. Raschke, ___ 17021 Wiesenst. 8. Zu dem bevorstehenden Quartalöwechsel 'wpfchle mich zur pünktttchen Lieferuna des berliner Nolkvblatt",„Kolko-Tribnne", oovie sämmtltcher in Berlin erscheinenden Zei- �Ugen und Journale. st678 Mar Kirsch, Zeltrnizihttzltmr, � Ritterftr. IV7, Ecke Prinzcnstr. 28. A schler-Merkzeuge.! Unserer geehrten Kundschaft zeigen ergebenst! an, daß unsere 1729� Holzbearbeitungs Fabrik vom Montag, den 30. d. M., ab, sich Oranienstraße 183 befindet. Künstler& Hering. Geschäfts- Eröffnung. Allen Freunden und Genossen zeige hiermit an, daß ich mit dem heutigen Tage in der Ska- ltsterstraßc 107, Ecke der Manteusielstraß?, ein Cigarien- n. Tabak-Geschäft eröffnet habe. Geneigtem Zuspruch entgegen» sehend Achtungsvoll 16791 Ernst Arndt. und deutsche, gangbare Hobel lt., unter Garantie 949 M englische "tilge gangbare----... � E. Vogtherr, Berku . Laudsbergerstr. 64(am Alexanderplatz) 6U .— Zur änfttiljoiiä � Serren- u. Knaben-Anzügen empfiehlt sich �neldermstr. Kilienttzal, Lehrer der Zuschneide- '"Ist, Moikeumarkt 14. mtr Umarbeitung, Modernisirung billigst. 1724 sb Kettfedern u. Danneu rein und staubfrei in jeder RreishShe. Große Auswahl fertiger Betten bis zu den besten Sorten. fertige Betfcn und BezQge bei Julius Hopp» 1. Geschäft: Krnnnenstraße 133, 2. Geschäft: Zionskirchptatz 6. Pferdebahn nach allen Richtungen. 1267 ktsärbt wird för 2 Marl in sämmtlichcn Farben, ganz echt: Damen-Kleidcr, Mäntel, Herren-Ueberzieher, Röcke, im Ganzen oder getrennt, Möbelstoffe jeder Art, ä Kilo 2 Mk., weiße Waffel-Bettdecken, ä Paar 2 Mk., Herren-Anzüge gereinigt und gebügelt 2 Mark 50 Pf., meiße baumwollene Strümpfe a Paar 25 Pf. Auf Wunsch werden die Sachen abge- holt und zugestellt, kostenfrei. 11489 A. Pergande» Färbermeister. Malde-naest». 50, pari. Gegründet 1875. LLi eignn Fahrt iE. Snifgel i Polsterwaarei,! Gr, Lager, blil. Freisei Ecnsl Heyn» Braancnstr. 98, Hof pari Thell» nach Uebereinknaft Preußische Zotterie. Antheile h M. 11,50,'/» M. 5,75. Folgende Klassen dieselben Preise. Gewlnnauszahl. plamn. 1(595 Hagendorff, Strelitzerstr. 61. Mein Bureau ist gl-öffnet von 8—7 Sonntags von 9—12 Uhr. �talhF«|SHS|3 Heine Rechtsanwalt, Alexandcrstr. 50, II. Ubr. 1592 Ein Küchenspind und Kiudcrbettftell« zu oee» kaufen b. 6. Siiiier, KrautSflr. 26a.[1713 1 Pianino, 30 Mark, 1 zu 50 Mark Oranien-- � straße 12, 2 Tr. recht«. 1687 1699] 1 möbl. Schlafstelle mit s. Eing. a. Partei» genoffen. MoschinSky, Mariannenstr. 34 v.4 T. l. � I726I Freundliche Schläfst, für 2 Herren inkl. j Sopha a 6 M. Muskauerstr. 27 Hof 3 Tr. k. ..�reiswerthe Sumatra» Decken t 160, �v-600 Pf., Brasils ä 90, 100-145 Pf., Lärmen, Domingo, Seedleaf, Elsäs- Pfälzer und Land empfehlen[1352 W. Bergemanu& Co., � Berlin C., Alexanderftr. 38._ Pia#«««!« Tanz-Institut. ■ ieaBarflf DreSdenerftraße 10. 1 .�in neuer LehrkurfuS für Damen und Herren, Wnnt Sonntag, 6. Oktober, Nachm. 4 Uhr, l F«'tto4, 2. Oktober, NachmiiiagS 4 Uhr ein für Kinder. Meld. Adaldertstr. 93 und, Beginn des Unterrichts. 1704! Gelegentiicb AMgl 1474 »'/. m 20 000 Fenster abgepasste Tull-Gardweu, darunter 1 Posten, durchweg das Fenster n und 21 Mb.. Mark, 4, 4Vt und»'/» Mark. 'Venpieke Größe 2x3 für 41 Mark bis zu den allerbesten Qualitäten Tischdecken sowie einzelne Svpha-Vezüge zu sehr billigen Preisen. Waarenhaus Franksurterftr. Großer kröftiaer MtttagStisch ü 40 Pfg., Abendlisch- Pf-.., �46 H. Hoffmann, Kaiserstraße 4. Roh-Tabak. Sumatra'» von 2—6 M., gutbrcnnende alte Brasil s von 95 Pf. an, sowie alle anderen im Handel befindlichen Tabake empfiehlt 1351 E. Herz, Bruunenstr. 6. Recht nl Recht Hciiicn! Reelle und gewissenhafte Zivil- und Straf Prozeßführung. Eingaben, Schriftsätze, Rath und Auskunft. RechlübeistandSbureau Srotze Aranlfurterftr. IIA, Ecke Andreasftr. 1561 Freundl. Schlafstelle zu verm. Lausitzerstr. 52 vorn 3 Tr. l.(Ecke Lausitzerplatz).[1(570 1705j E. freundl. Schlafstelle für Schneider zu Arb. pass.z. vm. b.Möschke. Wilhelmstr. 141 2 Tr. 1715] Möblirtes Zimmer, separater Einocma' Brande, Louisenufer 46 vom 4 Tr. Schlafstellen an H. ob. D. sind zu vermretbm Reichcnbergei str. 33, H. 2 Tr. l. 1698 Möbel-«. Polsterwaaren �ipf. zu billigen Preisen bei auter reeller Arbeit Rodert Flstier. 85, I. Manteuffelstr. 85, I, Kein Laden. 1614 Iaqnet-Anzüge von 20- 30 M., Knaben-stnzüge von 5—12 M. 1323] Klimmt, Reimckendorserstr. 67. Zur Anfertigung eleganter 1478 Horrou-CasrderokO empfiehlt sich der ehemalige Obmann der auf- gelösten Genoffenschaft der Schneider li. Prudler, Pnttkamerstr. 8. für Keltsplndeldreher etc. beginnt am 15. Oktober ein neuer Kursus zum Ausrechnen der Räder für alle vorkommenden Gewinde, mit erforderlichem Vorunterricht im Rechnen mit Brüchen, Dezimalbrüchen:c. f 1709 Herrn. Nack, Techniker und Werkmeister, LG., Reichenberger- Straße Nr. 160, 1 Treppe. Eine Schläfst, z.v.b. Kreher, Christinen str. 28, ll. Arsieitvm»rkt. Tüchtige und zuverlässige IXIetaiidreber werden verl. Neuenbur�ersLr. 24. 1S34. Weübte Kartonarbeiterwne« verlanal Kaders, Rilterstiaße 123. 164* Intelligenter junger Mann(verheirathet). fuckt Stellung als Hausdiener. Neue Friedrichftrnß- Nr. 8. Prieze. 1728 Einen Tifchlerlchrling verlangt lltl _ Lindberg, Dresdenerstraße 109. Eine geübte Koekmachcrtn verlangt 1714 F. Wienert, Rosenthalerstr. 23. Gesellen auf g. Kastenarbeit verl. Lindenftr. 2(C Einen Tapezirer auf Kleben verlangt«. Schultz, Simeonstr. 13. 17X9 Sprechzeit von 1—2 Mittags. Vergolder auf Leisten verlangt Straßburgrr' straße 54(25 pCt. Lohnzuschlag). 16V? Lrundirer für Goldleisten finden dauemde und lohnende Beschäftigung 16A1 B. Gross, Leipzig, Eilendurgerstraße. $1. PKMchlMlW für Friedrichsberg und Umgeg. mm, d.1.Lktbr, Ms.Nlhr, i.NtilM.Volkggllrt., Prl>skll«nstr.37>y. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Rechtsanwalts Herrn Stadthagen über„Koalitionsrecht der Arbeiter." 2. Gründung eines WahlvereinS. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes.— Es ist Pflicht eines jeden Arbeiters, zu erscheinen. 117001 Ter Einbcrufer. Große öffentliche Versammlung der Stellmacher Kerlin s und Klmgeg. am Tienstag» den 1. Oktober, Abends 8t Uhr, im Lokale des Herrn Scheffer» Jnselftraße 10. Tageö-Ordnung: l. Vortrag des Herrn W. Werner über„Das Recht auf Arbeit". 2. Diskussion. 3. Wahl von 2 KommissionSmitaliedern. 4. Verschiedenes.— Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1707 Die Lohnkommisfion. H. Geelhaar, ZionSkirchstr. 22. Gr. öffentliche Aschler Versammlung «m Stantsg, den 80. September, Abends 8 Uhr,_ DM" im Kokale„Sanssouci", Kottbnser-Straße 4a."WU 1. Die ditWnlltll llMlirtigeu Streiks im Wlergemerbe Nd ihre RSlkmirkitvg ails die Verhiiltilisse der Tischler Berlms. Reser. lsrit�ZLudeil. 2. Diskulsion. 3. Verschiedenes. 1720 Der Einberufer: Aldsi-I MUller. Versammlung der freien Vereinigvvg der Graveure Ciseleure am Montag, den 30. d. Mts., Abends 9 Uhr, Lokal: Dresdenerftraße 45. Tages-Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Hrn. Steffen üb« Bogenglühlrcht- Lampe und Phonograph (Edison) mit Experimenten. 3. Verschiedenes. Arbeitsnachweis: Müller, Grimmstr. 37. 17?9l Den Vorstand. kttßt Öptlidjt Z>ttsWMlUl> in TAeider am Montag, de« 30. September, Abends 8 Uli'-, in den Centeal-Festsälen, Granienstr. 180. Tages-Ordnung: 1. Der Streik und die Platz. Arbeiter. 2. Bericht der Reuner-Kommission. 3, Diskussion. 4. Verschiedenes. Alle Schneider müssen erscheinen! 1703) Paul Steinmar, Rixdorf. Kithmeiil der Albmarbnttt. Stoatag, 30. d. M., Abends 9 Uhr, Oranien- straß->80 Tagesordnung: 1. Darvinismus und die Evolutionstheorie. Referent Herr II. Schöpke. 11703 Kerein Kerline» Hansdiener. Rontag, den 30. d Mts., Abends 9 Uhr, Reue Grllnstr. 28. AnßerordknUiche Generol-Nersammlutigl. Tages ordnung: 1. Mrttheilung. 2. Aufnahme neuer Mit- glied«. 3. Erledigung eingegangen« Anträge. 4. Bericht der SlkllenvermiIItungS-Kowmis''an 5. Ausstellung der Kandidaten zu der am 14. Ok- tot« statlfindendcn Neuwahl des Vorstanoes. 6. Verschiedenes und Fragekasten.[1710 Kranken- und Slerbekasse d« Berltncr HauS- dieuer(E. H. 61.) 4. ordentliche tgrne at- Berfammlung am Mutwoch, den 16. Oktob« 1889, Abenvs 9 Uhr, Kommandantenstr. 77—79. Tagesordnung: 1. Mrttheilungen, 2. Viertel- jahresdericht, 3. Antrag des Vorstandes behufs Anschaffung«ine« VervielfältrgungsappirateS, 4. VafchiedeneS, Auflage und Fragekasten. De? Vorstand. A. Ziegler, Wen bergsweg 7. Fachv. sämmtl. an Holzbearbeitung?- Matchtue» befchaft. Arbeiter. Gklieral-Veisammlvnst am Montag, den 7. Oktober. Abends 8j Uhr, ia Eügrr'S Lokal, Grüner Weg 29. Tages ordnung: 1. Kassenbericht vom 2. Quartal. 2. Ersatzwahl. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste find willkommen. Neue Mitglied« werden ausgenommen. Um ein recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen«sucht 1717) Der Vorstand. Fachvereiu der Posamentirer uvd Kerufsyenoffen Ve rWenAmiung am Roatog, den 30. Septbe., Abends 8 Uhr, b« Fruerftern, Alt« Jakobftraße Nr. 75. Tages-Ordnung: 1. VorstondSwahl. 2. Neuwahl der Revisoren und der Fach- kammisfio». 3. VeitchreteneS und Fragekasten. Das Erscheinen sämmilich« Mitglied« ist ro�dwendig. Gäste willkommen. 1689 Der Vor st and. Verein d. Klempner Kerlins und Umgegend macht hiermit die traurige Miiiheilung, daß unser treues und unermüdliches Veceins-Mitglied Paui Kienast in seinem Beruf Freitag früh verunglückt und Nachmittags an seinen Verletzungen im Elisabeth- Kcankenhause verstorben ist. Sein Andenken wird uns stets im Gedächtnih bleiben.[1711 Der Vorstand. Die Beerdigung wird noch bekannt gemacht. Ukrenfadrik und Handlung Albiu(iriiger, Uhrmacher, Berlin, Granienstr. 1. Empfiehlt von jetzt ab, durch günstige Ab- schlüsse zu Fabrikpreisen, billiger als jeder Ausverkauf, Auktion oder Trödler. «Ute silberne Schlüffeluhren von 5 M. an, Ntckcl-Remont. von 9 M. an, Stib Eyltnd. Remontoir m. Gold- rand von 12 M. an, Gold, llkarat Auker-Re«. von 45 M. an, Gold. Ilkarät. Tamen-Rcmont von 24 M. an, Regulateure eigener Fabrik in Maser, Nußbaum u. Palisander, 8 u. 14 Tage gehend, von 3 M. an, Schwarzwäldcr Wansnhren von 3 M. an, Nickel wecke? von 3 M. an. Eigene Reparatur-Werkstatt. Garantie vis zu 5 Jahren. Wer [1191 billig und gut seinen Bedarf an Garderoben decken will, d« gehe nur nach Uarlannen» Strasse 30, Laden; daselbst erhält man aus Nestern gearbeitete hochelegant« Winter» paletots, feinstes Lamafutter zu 12, 14, 16, 18—30 M.(Werth das Doppelte). Gediegene Herren- Anzüge, eleganter Sitz, von 15 M. an; feinste Kammgarne, zu halben Preisen. Ktosthofen, eleganter Schnitt, von M. 3,50 an, Knaben-Auzüge, elegante Faxon, 4 M. Arbeito-Kole», sehr dauerhaft, 2 M. Sommerpaletot«, Einsegnung«- Anzüge, einzelne Iaqurt», seidene Weste«, «staunlich billig. ettr« Aufgäoe halber für jeden Preis! Ein Jeder uberzeuge sich! Fahrgeld w.v«gütet. 1310) Ailhe». Ctiefkl. Gröstte Ausmahl»« de« billigste» preisen. C.«Olk, Schuhmachermeist«, Adalkertstr. 80. Alten echtm Nordhäuser» erkl. Fl. �ngberltgueur, hochfein, exku Fl. thee-Num, ganz vorzüglich, exkl. Fl. M. 0,70 „ 0,90 -- 2/10 Kavon-Nu« Originalflasche, exkl. Fl.„ 1,00 «arktscher«orn, exkl. gl...... 0,60 empfiehlt die Großdestillation von L.et'tau& Keilv Sohhtenstr. 12. a. d. Rosenthalersir. GeschäftsschlubAbdS.8Uhr, Sonnt. Mittags lUhr. Jede Uhr zu repariren und reinigen kostet bei mir unt« Garantie des Gutgehens nm 1 Md. SO Mg. Kleine Reparaturen billiger. Lager aller Arten neuer Uhren, vertauf zu Fabrikhretseu. 1190) 1. Geb 2. Gel E. Rothert, Uhrmach«. Haft: A»drea«str. 0». Hüft: Chausseestr. 78. Goldschmiede. Am Sonnabend, den 5. Ottober, Abends 9 Uhr, findet in HepdrioH's Festsälen, Beuthstraße 22, vorn 1 Treppe, ein großes Vokal- u. Instrnmentalkonzert unter Mitwirkung geschätzter Soloki äste, vnbunden mit Dali und Festpolonatse, veranstaltet vom Vorstand der OrtSkronkenkaffe der Goldschmiede, statt. BilletS a Person 50 Pf. inklusive Ball sind bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern, so� wie Holzmarktftraße 3 im Kassenlokal zu haben. Größte Auswahl, größtes Lager und billigste BeziigSquelle für eiserne transportable Oesen u. Kochmaschine« aller Gattungen. 0770 WINKLER, Neue Berliner Herd- und Ofen-Fabrik Bvrlin SW., Kommandanten-Strafe Nr. 15, Hof, ME*(kein Kaden). Möbel und Polsterwaaren eigener Fabrik, auch auf Theilzahlung Rnsentkaler- Strasse 54, I.(159S Mhumschinen sämmtlicher Systeme. Lmiß Fv&nh&t MardMerstraße 6, neben Krauerel Kötzw. Reparatur-Wcrkstätte. Theilzahlung. l�l� Die seit 1877 bestellemie, veitdsiraimte llSvreKifadr«� vsa SKaze Mssss« 137 Invaliilisosknasss kL7, neben 6°r Uarkm-U-. veriraukt jetst sänuntliche Uhren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet Grosse Abschlüsse mit Pforzheirner und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma deo Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- und Korallenwraaren zu fabelhaft billlgen Preisen.[47 Specialität i Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsachen werden auf das Gewissenhafteste ausgeführt. Mdel. 244] Kpisgel und Polster- Moors«, reeNe Maare z« solide« Ereilen. Ganze Ausstattungen in Mahagoul und Nußbaum; Küchenmöbel in großer Auswahl empfiehlt... 17"S*._JL S O., Köpnickerstraff« N-.»4. nahe der Köpuicker Brücke. 1115 Roh- Tabake? Groffle Auswahl, billigste preise» von Sumatra-Stuck- und Vollblatt, Java, Domingo, Carmen, Elsässer-Rebut, Pfälzer, Ukermärker ic. jc. Krastl von 85 pf. au. Heini9« Fpancku B Uttmenftr. 14t 1�2. Mark Billigste Quelle für deutsche u. englische|l� eiserne Bettffeven I«u EQ n» a«öhuickerftr. 99, Lag«; Hof pa"- a 9£i»a| Jll.Prcis-Kour. gratis u-ftav»� Rerlin S. A. Schulz, Berlin S. Str. 34. Wassertborstratz« Nr. 34. Mßel- und jpolstecniaaten lastdN. Gediegene Arbeit. Zeitgemäße preise. Co«la«te Zahlungsbedingungen.� 1277 Zsttköäsru, � Daunen, GänoefederKt staubfrei, A Pfd. v. 1 Mk. an bis zu den feinsten DauveN' Fertige Betten tu großer Auswahl empfiehu H« GileSei*! Grüner Weg 47, 1 Treppe._ � Möbel-, Spiegel- und Vaisterwaare«- Magazl» von FuUu» Apolt, Sebastianstraße 27— 28. Meelle Maare. Prompte Bedienung. [37? Uebtt 23000 Exemtzl. in 6 lonntcn nnknnst! g�n-S, toll v». ff ff|___ Preis: 60 Pf.., ober Nack Einsendung von �Pfennig(in Presl�ss�'� franko durch die Verlagshandlung: Sandel«- Drucker ei Oamv � «eranlwortlick»« Nehntmur: Dt. ftvanbc» m Verlin. Druck und Verlag von Mo« Oeding in B«lin SV.. Btulhstrah« 2.