S Nr. 243. tri/® .i Dmmrrstag. de« 17. Oktober 1889. 6. Jahrg. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Theusvungszulsge. Aus Sachsen kommt eine Nachricht, die wohl geeignet ist, die Aufmerksamkeit weitester Volkskreise auf sich zu ziehen. Die sächsische Regierung wird nämlich dem Land- tage zu Dresden eine Vorlage machen, die sich auf die niederen Bahnbeamten bezieht. In dieser Vorlage verlangt die Negierung eine Theuerungszulage für diese schlecht bezahlte und doch so angestrengte Beamtenkategorie. Wir haben gegen diese Vorlage im Allgemeinen Nichts einzuwenden; ob im Besondern, können wir nicht sagen, bevor uns der Wortlaut vorliegt.' Die niederen Bahn- beamten— Weichensteller, Bahnwärter, Rangirer, An- kuppler, Heizer u. s. w.— haben ein Einkommen, mit dem sie kaum bestehen können. Dazu haben sie noch einen äußerst verantwortungsvollen Dienst. Hundert Mal ist schon darauf hingewiesen worden, wie sehr diese Beamten mit Arbeiten überbürdet sind, so daß man sich nicht wundern darf, wenn die Eisenbahnunfälle so häufig sind. Das ge- ringe Einkommen zwingt diese Angestellten, sich nach Neben- arbeiten umzusehen, was besonders bei dem Hilfspersonal, unter dem sich bekanntlich auf manchen deutschen Bahnen auch Frauen befinden, der Fall ist. Man würde das Gefühl der Sicherheit bei dem reisenden Publikum sehr stärken, wenn man diese Beamten besser bezahlen und sie weniger mit Lasten überbürden wollte. Daß man auf die Theuerung ge- wartet hat, um ihnen eine— jedenfalls nicht übermäßige— Zulage zu gewähren, ist in gewisser Beziehung bezeichnend. Es hätte gewiß nichts geschadet, wenn inan einen solchen Gedanken schon früher gefaßt und ausgeführt hätte. Zndessur haben wir die Thatsache vor uns, daß eine der deutschen Regierungen die Theuerung offiziell anerkannt »nd einer Beamtenkategorie infolge dessen eine Zulage ge- währen will. Wir wollen nur hoffen, daß nun nicht auch die Geheimräthe und die Oberpräsidenten, die Kirchenräthe und die Kreisdirektoren kommen und unter Hinweis auf die Theuerung der Lebensmittel eine Gehaltszulage verlangen. Denn es giebt Leute in den Volksvertretungen, die solche Zulagen einer hohen Bureaukratie viel lieber bewilligen, als den niederen Beamten an der Eisenbahn. Man erkennt also offiziell an, daß die Lebensmittel- preise eine Höhe erreicht haben, die eS unmöglich macht, mit einem gewissen Einkommen zu leben. Nu«, wir freuen uns, wenn den sächsischen niederen Elsenbahnbeamten etivaS geholfen werden soll. Aber es be- finden sich in Sachsen und im Reich noch viele Tausende, ja viele Millionen von Menschen, die eben so schlecht oder noch schlechter gestellt sind, wie die niederen Bahn- beamten in Sachsen. Alle diese Menschen werden die Theuerung auf's Empfindlichste verspüren. Vom Fleisch werden Millionen Familien in diesem Winter trauriger Weise nicht viel sehen und sie werden IseuMeton. (stachdruck Bttboltn] 14 05 e r nt i n a l. Sozialer Roman von Emile Zola. Einzig autorifirte Uebersetzung von E r n st Z i e g l e r. Und bis zum Voreux hin bewegte sich, unter dem Pfeifen des Windes, eine lange Kette schwarzer Schatten: Die Bergleute, welche zur Arbeit zogen. Die Schultern vorschiebend, die Arme auf der Brust gekreuzt, kamen sie daher, während die Ziegel ihnen am Rücken Buckel machten. Es fror sie in ihren dünnen Leinenkütteln, doch sie trotteten langsam fürbaß, Schritt für Schritt, wie eine Heerde. " Stephan hatte sich entschlossen, in die Mine zu gehen. Doch Alle, die er fragte, ob es keine Arbeit für ihn gebe, zuckten die Achseln und meinten dann, er solle auf den Oberaufseher Dansaert warten. Man ließ ihn frei herum- vren zwischen den spärlich beleuchteten Gebäuden, mit ihren unheimlich schwarzen Vertiefungen und ihrem Labyrinth von Sälen und Korridoren. Er war eine dunkle, halbzerstörte �eppe hinaufgestiegen, hatte eine schwanke Brücke über- schatten und sich durch einen Schuppen getastet, der so finster war, daß er sich nur schrittweise mit den Händen vor- «'arts gesucht, um nicht zu fallen; plötzlich befand er sich vor zwei enormen gelben Lichtern, die wie Riesenaugen aus dem Finstern blickten. Er war im Schachthause, dem Ein- gang der Grube. Ein Aufseher, der Vater Richomme, ein beleibter Mann nnt gutmüthigem Gendarmengesicht, ging vorüber; Stephan redete ihn an: �»Braucht man hier Niemanden für irgend welche Ar- Richomme wollte Nein sagen, aber er besann sich und antwortete wie die Anderen: den hohen Fleischpreisen dadurch entgehen, daß sie von Brot, Kartoffeln und Kaffee leben. Aber auch her Preis von Brot und Kartoffeln wird steigen infolge der schlechten Ernte und der Ertrag des deutschen Bodens wird nicht ausreichen. So werden denn Cerealien eingeführt werden müssen und diese können dann nur arg vertheuert durch die Zölle auf den Markt kommen. Das wird ein Fest werden für die Händler, Aufkäufer und Spekulanten, die solch„günstigen Moment" schon lange herbeigesehnt haben. Denn unsere wirthschaftlichen Einrichtungen sind so mangelhaft, daß in Zeiten der Roth trotz unserer hochge- stiegenen Kultur der arme Mensch gerade so verlassen ist, als lebten wir noch in Urzuständen und wären die modernen Verkehrsmittel gar nicht vorhanden. Dahin werden die sich steigernden Kohlenpreise kommen und die sich noch immer, trotz allen Bauens, in den Städten steigernden MiethSpreise, da die Grundbesitzer, in dieser all- gemeinen Zagd nach Erwerb, aus Häusern und Grundstücken auch herausschlagen, waS sie können. Wo bleibt aber die Theuerungszulage für die Hundert- taufende und Millionen, die unter der allgemeinen Roth und Theuerung leiden müssen? Darauf wird man antworten: Die Regierungen können nur Beamten Zulagen gewähren; die Unternehmer und Arbeitgeber aber können die Löhne nicht aufbessern, denn sie stehen nach wie vor unter dem Banne der Konkurrenz welche sie zwingt, die Produktionskosten möglichst einzu- schränken. Was wird also geschehen? WaS gewöhnlich geschieht, nämlich—Nichts. In den armen Provinzen aber, fürchten wir, wird die Theuerung einen N o t h st a n d be- wirken— eigentlich ist er ja permanent, dieser Nothstand — und wenn dann in Folge dessen Epidemien aus- brechen und Landstriche verheeren, dann wird man mit Roth- stanvSvorlagen kommen— zu einer Zeit freilich, da es für Viele schon zu spät ist. Aber kann man denn gar Nichts thun? O ja, man könnte sogar sehr viel thun. In erster Linie könnte man die Getreidezölle aufheben, damit die Brotvertheuerung ein Ende nähme. Allein die Herren Großgrundbesitzer und Junker, die A gr a ri er aller Art, die sich sonst so sehrihres warmen Herzens für daS Volk rühmen, werden ihren Vortheil nicht aufgeben wollen und werden auf demselben Standpunkt verharren, den sie gegen- über dem Antrag Bebel-Singer auf Abschaffung der Korn- zölle eingenommen haben. Dagegen werden die Matadore der Börse, wenn wieder eine russische Anleihe gemacht wird, sehr stark in russischen Werthen spekuliren und werden sich ganz von selbst eine Theuerungszulage machen. Solche Leute haben es doch am Besten. „Warten Sie auf den Oberaufseher Dansaert." Die Reflekteure von vier Laternen beleuchteten die Mün- dung des Schachtes und beschienen grell die eisernen Ram» !>en und die Leitpfosten, zwischen denen die Aufzugmaschine ich bewegte; der Rest des großen Raumes lag in einer chleierhaften Halbhelle, wie ein Kirchenschiff, und war von allerhand Schatten belebt. Nur ganz im Hintergrund glänzte sehr hell das Magazin der Grubenlichter, während aus dem Empfangsbüreau eine einzige kleine Lampe herüberblinzelte, wie ein Stern, der verlöschen will. Die Förderung hatte eben wieder begonnen. Die Kohlen- karren polterten mit rollendem Donner auf den eisernen Fliesen und die Wagenstößer schoben sie mit gebücktem Haupt und gebogenem Rücken fort. Es war ein ewiges Bewegen schwarzer Dinge und ein ewiges Lärmen. Einen Augenblick blieb der junge Mann wie betäubt und geblendet. Eisige Zugluft durchfuhr die Halle; ihn fror. Er nahte sich der Dampfmaschine, deren glänzendes Stahl- und Kupfergetriebe ihn anzog. Sie thronte fünf- undzwanzig Meter hinter dem Schacht in einem erhöhten Raum so solid auf ihrem Ziegelfundament, daß, obwohl sie mit der ganzen Wucht ihrer vierhundert Pferdekräfte ar- beitete, doch ihre immense Treibstange, ohne den Boden er- zittern zu machen, sich geschmeidig hob und senkte. Der Maschinist stand daneben, auf die Signalglocken horchend und den Blick auf eine Miniatur-Darstellung des Schachtes geheftet, wo jede Etage angemerkt war und wo kleine Blei- stücke, die Fahrkünste oder Aufzüge vorstellend, an Fäden auf- und niederstiegen. Und jeoesmal, wenn die Maschine sich in Bewegung setzte, drehten sich die fünf Meter weiten Räder, auf denen die stählernen Grubenseile sich auf- und abrollten, mit solcher Geschwindigkeit, daß sie nur wie ein graues Staubgewebe erschienen. „Aufpassen!" riefen zwei Arbeiter, welche eine nesige Leiter heranschleppten. Stephan sprang schnell zur Seite. Nach und nach sing sein Auge an, sich zu gewöhnen. Er blickte zur Decke, wo Dieser Winter wird, sollte er hart werden, über unser Volk viel Ungemach bringen. Mißwachs und Theuerung— der Schrecken der Armen, dessen Wirkungen man durch die fortgeschrittenen Einrichtungen unserer Zeit abgeschwächt glaubte, droht heute noch wie in alter Zeit. Gehen wir denn immer rückwärts? Derschen GesellsAsten in Amrika und die CiNMNdming. Die Deutsche Gesellschaft von Milwaukce hat ihren Schwester» vereinen, welche nächstens in Milwaukee zu einer Konvention zusammenkommen, eine Vorlage gemacht, nach welcher sich diese Gesellschaften zu einer Prinzipien- Erklärung vereinigen. Den Haupttheil dieser Erklärung nimmt die Frage der Einwanderung ein und lautet dieselbe folaendernraßen: Wir erkennen den hohen Werth an, welcher diesem Lande aus der Einwanderung erwachstn ist. Es mag zugestanden werden, daß die Entwickelung unserer natürlichen Hilfsquellen nur durch fremden Zufluß wachgerufen werden konnte. Aber trotzdem können wir uns der Thatsache nickt verschließen, daß der Gcsammtcharakier der Einwanderung sich im Laufe der Jahre bedeutend verändert hat, und daß beisvielsweise im letzten Jahre der deutsche Zuzug kaum den fünften Theil der Gesammtzahl der Einwanderung bildet, nämlich: 109 000 aus 546 000, während' die Zahl der unga» rischen Einwanderer um 16 000, die Italiener um nahezu 52 000, die Russen um 40 000 und die Jrländer um 75 000 angewachsen ist. Ein Jeder, welcher die statistischen Erhebungen verfolgt, wird zu dem Schlüsse gelangen müssen, daß seit den letzten zehn Jahren unsere deutsche Einwanderung um mehr denn dieHälfte zurückgegangen i st, wahrend die aus England, Schottland, Irland, Oesterceich's nicht deutschen Ländern, Ungarn, Italien und Rußland(aus den letzteren Distrikten keineswegs allzuwünschenswerth) stetig zu- genommen hat. Wir glauben an den von der Deutschen Gesellschaft von Milwaukee im Oktober 1387 aufgestellten Ansichten festhalten zu müssen, indem wir allseitig anerkennen, daß die vielen heterogenen(ungleichartigen) Elemente dieses Landes in etwas der Zeit und der Ruhe bedürfen, um sich zu einem Gesammt» korper mit ausgeprägtem Wesen und Rational- Charakter zu entwickeln. ES braucht die Einwanderung nicht mehr wie früher künstlich stimulirt zu werden. Wenngleich wir Willens sind, in der Zukunft, wie auch in der Vergangenheit ehrlichen und strebsamen Menschen herzlichst die Hand zu bieten, wenn solche wünschen, dieses Land, unter Beobachtung der bestehen- den Gesetze zur bleibenden Heimath zu gestalten, können wir doch andererseits Gesetzesflüchligen, Anarchisten, Nihilisten, OrtSarmen, CoolieS und derartigen �Persönlichkeiten keinerlei Sympathie entgegen bringen; für sie ist in diesem Lande ebenso wenig ein geeigneter Platz zu finden, als dies auf der anderen Seite des Ozeans der Fall zu fein scheint. Es muß in dieser Richtung alle Sentimentalität einer vernünftigen und die stählernen Grubenscile zum Thurm hinaufliefen, sich dort über Räder spulten, um endlich, an die Fahrkünste geheftet, jäh in den Schacht hinabzujaaen. Die Räder trug ein eisernes Gestell, das dem Gerüste eines Kirchthucmes gleich sah. Die Seile glitten dort hinauf, so lautlos und so sicher, wie ein Vogel durch die Luft streicht; und doch waren sie ungeheuer schwer und konnten bis zwölftausend Kilogramm mit einer Geschivindigkeit von zehn Meter in der Sekunde heben. „Paffen Sie doch auf!" riefen die Arbeiter wieder, die Leiter jetzt an die andere Seite tragend, um das linke Rad im Thurme zu untersuchen. Er näherte sich der Rampe. Dieser Riesenflug der Seile über seinem Kopfe fing an, ihn zu ängstigeu, klappernd vor Frost in dem kalten Zugwind, beobachtete er das Auf- und Niedersteigen der Fahrkünste, während das Rollen der Karren ihm schier das Trommelfell zerriß. Ueber dem Schacht befand sich das Signal: ein schwerer Hammer, den ein von unten gezogenes Seil auf einen Ambos fallen ließ. Ein Schlag bedeutete:„Halt," zwei: „Hinunter", drei:„Hinauf". Diese Keulenschläge über- tönten den Tumult; ein leises Geklingel begleitete sie, und durch ein Sprachrohr riefen die Arbeiter zu dem Maschinisten hinüber. Die Aufzüge kamen an die Oberfläche und ver- sanken in die Tiefe, leerten und füllten sich, ohne daß Stephan noch reckt sah und verstand, wie Alles geschah. Eines verstand er deutlich: die Grube verschlang Schaaren von Arbeitern, zwanzig, dreißig, vierzig mit einem Mal und das so leicht, als fühle sie es nicht. Um 4 Uhr früh hatte die Einfahrt der Bergleute begonnen; sie kamen mit nackten Füßen, ihr Licht in ver Hand, und warteten gruppenweise, bis sie in genügender.Zahl versammelt waren. Lautlos, wie ein nächtliches Raubthier, kroch der Auf- zug aus der schwarzen Tiefe empor und ankerte sich fest. Jedes seiner vier Stockwerke hielt zwei, mit Kohlen gefüllte Karren; die Arbeiter kamen, zogen die Karren heraus und schoben andere, thcilS leere, theils mit Grubenholz gefüllte praktischen Auffassunq zum Opfer gebracht werden die bürger- nche Gesellschaft schuldet sich überall gewissen Schufc und wir wünschen in keiner Weise unser Land zur Ablagerungsstätte für unliebsame Elemente zu Gestalten, denen der europäische Boden unter den ■ußen'zu heih geworden. Wir protestiren jedoch ernstlich gegen die Erlassung oder Auslegung irgend welcher Gesetze, die unter dem Vorwande, derartige unliebsame Elemente»u- rückzuhalten, das Landen Solcher beeinträchtigen, welche sich hier eine bleibende Heimath zu gründen gedenken und, wenn- gleich nur mit geringen Mitteln ausgestattet, gesunden Sinn und tüchtige Arbeitskraft uns entgegen bringen. Wir glauben annehmen zu dürfen, daß im Durchschnitt ein fünfjähriger Aufenthalt zu diesem Zweck genügt, befür- warten wir infolge dessen die Einführung eine« einheitlichen System« und ein gleiches Stimmrecht als Attribut de« Na- tionalbürgerrechtes. Anknüpfend an die obigen Grundsätze bekennen wir uns in Bezug auf die dem Kongresse jetzt unterbreiteten Gesetzes- vorlagen in einzelnen Punkten wie folgt: An dem Majoritätsbericht in der Untersuchung über die fremde Einwanderung ist durchaus nichts auszusetzen, die darin angeführten Thatsachen und Uebelstände sind nicht weg zu leugnen, und tritt uns in demselben durchaus nichts entgegen, was auf eine deutsch-feindliche Stimmung schließen ließe. Die von Mr. Ford unterbreitete„Substitut-Bill� ist jedoch als nicht in Harmonie mit erwähntem Majoritäts- Berichte und den darin ausgesprochenen Schlüssen entschieden zu verwerfen, respektive in den folgenden Punkten zu bekämpfen und zu modisiziren: Sektion 1 ist abzuändern, so daß bona fide Einwandernden, respektive solchen Personen, das Landen nicht erschwert wird, welche„aus eigenem Antriebe und aufrichtiger Sym- pathie mit unseren freien Institutionen nach Amerika kommen, um sich hier eine bleibende Heimath zu gründen und als gesetz- und ordnungsliebende Bürger an den Segnungen eines freien Landes Theil zu nehmen." Das Recht der Einwanderung kann mit Recht nur den folgenden Klassen vorenthalten werden: Idioten, Geisteskranken, mit ansteckender Krankheit Behafteten, OrtSarmen, Sträflingen, GesetzeSflüchligen, Polygamisten, Anarchisten und solchen importirten Arbeits- Iklaven, welche sich im Dienste des Kapitals es Rechtes der freien Selbstbestimmung durch vorher abgeschlossenen Kontrakt be- geben haben. Es ist doch wohl ein bedeutender Unterschied zu ziehen zwischen Anarchisten und Sozialisten, zwischen der„Propaganda der That", welche alle Autorität verneint, und andererseits dem ehrlichen Streben, gesellschaftliche Mißstände durch Wort und Lehre zu korrigiren und das Berhältniß zwischen Kapital und Arbeit erträglicher zu gestalten. Das Wort„Sozialist" soll und muß aus besagter Gesetzesvorlage gestrichen, sowie die Ausschließung von unter Kontrakt importirter Arbeitskraft auf Lohn- sklaven beschränkt werden. b. Die Strafbestimmungen der Sek. 2 sind nicht auf die Einwandernden auszudehnen, sondern auf diejenigen Personen und Schiffsaesellschasten zu beschränken, welche der Einführung von den durch Sektion 1 ausgeschlossenen Klassen wissentlich Vorschub zu leisten. Die hiesige Regierung kann füglich von einem Ausländer nicht erwarten, daß derselbe mit den Ausnahmsgesetzen eines Landes bekannt ist, welches er eben betreten will, um ein Asyl oder lohnende Arbeit zu sinden. Dagegen dürfte es für die SchiffSgesellschafien und deren Agenten nicht allzu schwer sein, sich über die Zulässigkeit ihrer Passagiere Gewißheit zu verschaffen. c. Sektion 4, betreffend die Erhebung einer„Kopfsteuer" von 5 Dollar, und Sektion 5, welche den Einwandernden die Pflicht auferiegt, sich mit einem„Konduiten-Zeugniß" von "SÄ«:• fofiTen �Öen' Die« die Vorlage. Auf den Inhalt, der ja für sich selbst spricht, wollen wir nicht eingehen. Wir wollen nur auf die That- fachen hinweisen, 1) daß die deutsche Einwanderung neuerdings hinter die Einwanderung aus anderen Lan- dern zurückgetreten ist: 2) daß— was auch von an- derer Seite bestätigt wird— die Qualität der Einwanderer sich arg verschlechtert hat, und zwar durch das System der „Kontraktarbeit", d. h. durch die Habsucht der Kapitalisten, welche, um billige Arbeit zu bekommen, den Bodensatz der europäilchm Bevölkerung importiren: und 3) endlich daß auf die nichtsozialistischen Deutschen in Amerika— denn die deutschen Gesellschaften sind nichts weniger als sozialdemokratisch— alle Beschränkungen der Emwanderung, insofern dieselben einen politischen Charakter haben und ihre Spitze gegen den Sozra- lismus richten, entschieden mißbilligen. Uebngens haben die betreffenden Gesetze keine Aussicht auf Annahme. an den Platz; in die leeren stiegen die Bergleute, Einer neben den Andern, je fünf Mann; wenn sie sämmtliche Karren einnahmen, waren sie ihrer vierzig. Jetzt schrie eine Stimme in das Sprachrohr, vier Schläge ertönten auf dem Amboß, ein Zeichen, daß Männer hinunterstiegen, die Fahrkunst be- kam einen Ruck, dann fiel fie wie em Stein in die Tiefe; es blieb nichts übrig, als das Seil, welches ihr mit zittern- dem Schwingen nachglitt..„ � „Ist das tief?" fragte Stephan einen Hauer, der mit schläfrigen Augen neben ihm wartete. „Fünfhunder-tvierundfünfzig Meter," antwortete der Mann.„Aber eS find vier Etagen, die erste bei dreihundert- vierundzwanzig Meter Tiefe." Beide schwiegen, dem Seile zuschauend, welches wieder emporstieg. Und wenn es reißt? „Ja, wenn es reißt!?!..." Er vollendete mit einer Der �Aufzug hatte sich mit nie müder Elastizität und Sicherheit festgelegt; die Reihe war an den Häuer gekommen; er stellte sich mit den Anderen hinein. Die Maschine versank und kam nach kaum vier Minuten wieder zum Vorschein, um eine neue Menschenladung zu empfangen. Während einer halben Stunde dauerte dies Manöver; in längeren oder kürzeren Zwischenräumen kehrte die Fahrkunst an die Oberwelt zurück, se nachdem sie mehr oder weniger tief hinabgestiegen war. Wie Nimmersatt ver- schlang fie bündelweise die Menschen; immer mehr und immer mehr verschwanden in dem schwarzen todten Loch, aus dem die Maschine lautlos mit ihrem ungestillten Heißhunger wieder hervorkam.. Es bemächtigte sich Stephan von Neuem jenes Gefühl der Muthlosigteit, das er schon im Freien empfunden hatte. Wamm noch länger warten? Der Oberaufseher wird ihn fortschicken, wie all die Anderen eS getha». Eine plötzliche Furcht siegte über seinen Entschluß: Cr verließ schnell daS Schachthaus und hemmte erst vor dem Kesselschuppen wieder seinen fliehenden Schritt. DaS Thor war weit geöffnet; er sah sieben Dampfkessel, von weißem Dunst umhüllt, er hörte den entströmenden Dampfpfiff, ein Heizer schürte daS Feuer; PolikiMie ittlicvlirflf. Der famose Artikel des z„Hamburger Correfpondent" über die Verschwörungen und Koalitionen gegen den Fürsten Bismarck rührt also nicht von den Herren Erich Bauer und Pindter her. Nun— das brauchten die beiden Herren nicht erst zu erklären. Weiter aber besagen ihre Erklärungen gar nichts. Was die Verfasserschaft betrifft, so ist jeder Zweifel ge- schwunden, seit der„Reichsanzeiger" das Opus zum Abdruck gebracht und feit Herr Pindter— und diesmal der wahre Pindter— eine in dem Artikel behauptete Thatsache berichtet, und damit die übrigen bestätigt. Die beiichtigte Thattacke ist aber nicht die Auflösung de« Reichstags im Jahre l878. Wir konstatiren also hiermit ausdrücklich, daß der vorgestern von uns abgedruckte Passus jenes Artikels nur die denkbar kräftigste Bestätigung erhalten hat. Der Passus lautete: „Die Herbeiführung neuer Reichstags- wählen im Jahre 1878 war kein aggrefsi- ver, sondern ein defensiver Schachzug des Ministerpräsidenten(Fürsten Bis- marck) gegenüber der Koalition eines ?e g e n u v einer Kollegen mit der liberalen Majorität des Reichstags. Dieses Geständniß, welches die vernichtendste Kritik des Sozialistengesctzes und seiner Entstehung enthält, kann nicht oft genug dem deutschen Volke vorgeführt werden. Gin Kartellkankidat, wie er im Buche steht. Der Kandidat, welchen die Leipziger Musterkartellbrüder bei der letzten LandtagSwahl als Kandidat aufgestellt haben— ein gewisser Herr Fritz s che, Buchbinder- und JnnungSmeister feines Zeichens—, giebt in einer Ansprache an die reichstreuen Wähler die naive Erklärung ab, er habe sich„um den Landtag noch nicht genug bekümmert", um ein Referat in einer Wähler- Versammlung übernehmen zu können. Er würde aber, wenn gewählt, im Landtag seine Schuldigkeit thun, und u. A. auch kräftig für„das geistige Wohl des Volkes" ein- treten.— Was der wohl unter geistigem Wohl verstehen mag?— Gi«„streng vertrauliches Rnndschreideu" hat Dr. Hermann Klee, der bekannte Redakteur des„Reichsanzeigers", ein Angestellter im Preßbureau des StaatSministeriums, als Mitglied der Kommission zur Vorbereitung eines sozial- reformatorischen Genossenschaftswesens im Sinne des Freiherrn v. Broich ausgesandt, in dem er auffordert, das GenossensdiattS- wesen, welches bisher von konservativer Seite arg vernachlässigt worden sei, für„praktisches Christenthum und sonaleS König- thum" nach Kräften auszubeuten.— Das betreffmde Rund- schreiben ist der„Verl. Ztg." in die Hände gefallen, welche da- von Mittheilung macht. An Schreibereien, sieht man, lassen eS die neuen Reformatoren des Genossenschaftswesens jedenfalls nicht fehlen. Der Merth der indirekten Mahle« hat bei den eben beendeten braunschweigischen LandtagSwahlen wieder eine treffende Illustration erhalten. In der Stadt Braunsckweig machten von 7517 wahlberechtigten Bürgern der dritten Klasse 58 von der Ausübung ihrer staatlichen Rechte Gebrauch! In einem oldenburger Städtchen kam es vor einigen Jahren vor, daß Niemand zur Wahl erschien. Der Wahlvorstand trommelte schließlich an d'e Fensterscheiben, wenn Jemand an dem Wahl- lokal vorüberging, aber keiner folgte der Einladung, sondern scheu suchte jeder das Weite. Es blieb dem Vorstand schließ- lich nichts anderes übrig, als selbst die Wahlmänner zu wählen, die mit vier Stimmen ihr Mandat erhielten. Trotzdem aber halten die Staaten mit Zähigkeit an diesem schlechtesten aller Wahlsysteme fest. Jehl wird den Zenlrumvlenlen um de« Kart ge- gangen. Ueber die Zukunft des Sozialistengesetzes äußert das „Posener Tageblatt":„Gegenüber der völlig absprechenden und verneinenden Stellungnahme der deutschfreinnnigen Partei zu der Frage eines Ersatzes für das Sozialistengesetz weist die ZhitUX& eisstn y�ichen Unterschied auf. sie hütet sich doch sehr, von vornherein in jenen voll- ständig negativen Ton zu verfallen, und fie thut gut daran, denn in den Reihen der Zentrumsabgeordneten dürften sich viele befinden, die ernstlich versuchen werden, zu einer positiven Verständigung über das weitere gesetzgeberische Vorgehen in dieser Angelegenheit zu gelangen. Das Zentrum hat allerdings in noch höherem Grade als die deutschfreisinnige Partei die Mitverantwortung für den langen Bestand des Sozialisten- gesetzes; bei sämmtlichen Erneucrvngm des Gesetzes haben eine Anzahl Mitglieder mitgewirkt, und der sonstigen Haltung wenigstens des rechten Flügels der Partei entspricht cS nicht, von vornherein jede Mitverantwortung und Mitarbeit in einer solchen Frage zu verweigern, wie dies die deutschfreisinnige Partei in dem Bewußtsein thun kann, daß eS ganz gleichgiltia ist, wie sie sich verhält. Man darf- auch nicht vergessen, daß der Abg. Windthorst schon wiederholt AbänderungSan träge zu dem Gesetz eingebracht hat, welche verschiedene Abschwächungen und Garantien enthielten, doch aber sich im Ganzen auf dem Boden des bestehenden Gesetzes bewegten. Nach alledem wird man erwarten dürfen, daß wenigstens ein Theil des Zentrums die glühende Hitze drang bis hinaus, und Stephan, froh, sich wärmen zu können, trat näher heran, als er mit einer neuen Es waren Katharinen voranschrei- letzten Ver- Gruppe ankommender Arbeiter zusammenstieß. die Maheus und LevaqueS. Wie er sie gewahrte mit ihrem sanften Knabengesicht, den Anderen tend, trieb ihn eine abergläubische Idee, einen such zu wagen. „Sagt, Kamerad," fragte er sie,„braucht man hier keinen Arbeiter, zu was immer es auch sei?" Sie blickte ihn erstaunt an, ein wenig erschreckt von der Stimme, die so plötzlich aus dem Dunkel zu ihr sprach. Doch Maheu, der die Frage vernommen, trat heran und stand dem Fremden Rede. Man brauche Niemanden, sagte er. Der arme Teufel schien ihn zu interessiren, und zu den Anderen zurücktretend sprach er leiser: „Seht, so könnte es Einem auch gehen! Man muß zuftieden sein: Mancher hat nicht einmal Arbeit, bei der er krepiren kann!" Sie traten in eine« Schuppen: die Wärmestube, einen großen roh mit Kalk beworfenen Saal. Rings an den Wänden standen Schränke mit Vorlegeschlöffern; in der Mtte befand sich ein riesiger Eisenkamin, so überfüllt mit glühender Kohle, daß die Stücke nach allen Seiten knatternd auf den Thonboden fielen. Der Raum war nur von diesem gewaltigen Kohlenfeuer erleuchtet, dessen blutrothe Schatten auf der schmutzigen Holzverkleidung der Kasten bis hinauf zu dem räucherigen Plafond tanzten.. Als die Maheus ankamen, schallte lautes Gelächter vom Kamin her, wo sich an dreißig Arbeiter, mit dem Rücken »um Feuer gekehrt, wärmten. Bevor sie in die Mine fuhren, pflegten sie Alle von hier etwas Wärme mit hinab zu nehmen, um leichter die Feuchtigkeit der Grube zu er- tragen. Heute waren sie besonders gut aufgelegt; sie machten sich über die Mouquette lustig, eine achtzehnjährige Wagen- stößerin, ein gutmüthigeS, überaus starkes Mädchen, deren Brust und Hüften ihre Hofe und Kittel zu zerreißen drohten. Sie wohnte in Requillart mit ihrem Vater, dem alten Mouque, der Stallknecht in der Grube war, und ihrem Bruder, dem Wagenstößer Mouquet. Aber die Arbeitsstunden der Drei waren nicht dieselben: Die Mouquette ging immer allein ernsthaft bei dem Versuche mitwirken wird, zu einer Lösung der Aufgabe zu gelangen." Wir glauben da« übrigens auch. Ueber da» neue, danernde Zpezialgesech gefl« Sozialdemokratie werden recht widerlprechende Nachnl verbreitet. Kerne darunter aber läßt verlauten, daß an Bestimmungen des bisherigen Ausnahmegesetzes über die eine und Versammlungen etwas geändert werden solle. Aenderung oder vielmehr die Beseitigung dieser Bestm würde sich schon im Interesse des Ansehen« der überwl Beamten empfehlen. Fortwährend erfahren dieselben sikationen durch ihre vorgesetzte Behörde, und die JSi z. B. des Berliner Polizeipräsidiums in Bezug auf rekiur von VersammlungSauflosungen ist rollkommen Nntz'oS, weil der begangene Fehler sich nicht ungeschehen läßt; nutzlos auch, weil die Verstöße immer wieder vorko> Vor wenigen Tagen wurde eine Schneideroersammlung gelöst, als ein Redner den Satz aussprach:„Eine Lebenshaltung ist nöthig. wenn wir im Stande bleiben Ideale hochzuhalten und Idealen zuzustreben." Diese samMlungSauflösung ist wahrlich die boshafteste des Sozialistengesitzes, welche eS geben kann Polizeibehörden, welche fortgesetzt„gesetzeskundige rektifiziren müssen, werden nachgerade wünschen, dieser gäbe durch Beseitigung des Ausnahmegesetzes enthoben werden, im eigenen Interesse und im Interesse des Anse> der immerfort rekiifizirten Beamten. Wie werthvoll dieses sehen ist, ergiebt sich ja aus dem starken Schutze, welchen die Gerichte angedeihen lassen, und nun zumal, wenn e« um die Ausführung des Sozialistengesetzes handelt. Vielleicht übeilegen sich die Kartellpolitiker aus dies Gesichtspunkte heraus einmal ihre Stellung zu dem fr stigen gesetzgeberischen Problem, besonders insoweit da« sammlungSwesen dabei berührt wird. Da kommt übrigen! verwunderliche Mittheilung eincS auswärtigen' Regierung eine Aenderung des Vereinsgesetz an daS Zacher'sche Rezept— beabsichtige und, Berathung des neuen Spezialgesetzes klar zu verstehen werde, als„Bedingung" für dieses stelle. Dauerndes Sp gesetz gegen die sozialdemokratischen Vereine und Verl« lungen— Abänderung des Vereinsgesetzes für die Soi demokraten, wo ist denn da überhaupt ein Unterschied?' auswärtige Blatt beabsichtigte wohl nur eine Glosse auf die Gedankenlosigkeit in Kartclldeutschland. Wenn das Kartell" Gesetze dieser Art voiue, so käme das Kartell uns vor. etliche Hamburger von anno 18-13. Sie zogen vor Rathhaus und schrieen, nach ihrem Begehr gefragt:„Rei wollen wir hebben. Hucrah!"—„Die Republik habt schon lange", antwortete ihnen der Bürgermeister. Anfi verdutzt ob dieser ihnen unbekannten Thatsache. jedoch astl- der Situation wieder vollkommen mächtig, riefen fie „So wollen wir noch eene hebben. Hurrah!" Am End«„' auch das Kartell bereit, zunächst das Spezialgesetz gegea r � So galdemokratie nebst Bestimmungen über Verfammlu»'~■ mit erstem Hurrah und darauf das neue VereinSgesetz Spezialbestimmungen gegen die Sozialdemokratie mit zw�'�_. Hurrah anzunchmen. Es erginge dabei der Logik nicht schlill»�-, g"? als in jener Schneidervecsammlung den Idealen. Kerynno ommt übrigen! J W n Blattes, da&«ngere< }:S— man doprikte' >d, wie sie teisikin hi No« genhrtt eilung", cutung! ehrer. A ng" besp nstalten t it den b mit c m die in ,ur Erwäi annten T Dies, eisung vi i hiesige, eu-Rapp setzte Schu mrde,> on Schul baaben h i den P ilsdann ir aufe meh ial geffl nd mache ch Front Sowo Nabenschr eichen, u d Schül en pädag enn ein- ann auft ein Geschi Weite erecktse Wei hiesig' enn die• aarenhan r erklärte cher ande art eines chreibwa> jFirmen v pfohlen« ualität e sangelegentl erbirgt, i chweres 11 ladt, der Geweint haben die Christlich-Sozlalen. als Aeitun am vorigen Freitag„das Schwert in oie Scheide steckt�, onat __ �____ �_____ Ii tm erzählt das Stöcker'sche„Volk".„Es war ein erheben�■*.7"�''"j ~~"1...... Ji.-rff in 94,rltn k. ernster Augenblick, als dieser Mann, der zuerst in Berlin Feinden entgegengetreten, fem und' seiner Partei Schwert j die Scheide steckte. Ich cm"---- 1X——'■-• dabei habe Männer, die ich aus maH��z Wahikampf kannte, in dem Augenblick Thränen weinen» nberh ihre Lippen beben sehen. Weichlichkeit war das nicht; es beginnen j weniger di sind sie in den letzten zwölf Jahren zu hart gcworden- war der tiefe Schmerz, daß ihre ehrliche Abficht geleugnet, guter Wille verkannt, ihre Königstreue verdächtigt wf! konnte. Freilich sie tragen keine Würden und Titel, an faucn nüt»flu ü che von ihnen üas eiserne Kreuz aus der Viele Wortführer aus dem Kartelllager würden sich vu scheuen, zu ihnen„herabzusteigen" und ihnen die Hand reichen. Aber gerade sie sind mehr, als man nach ihrer ai' Erscheinung denkt."„Das Kartell darf ohne Sorge fein, r, Bahn ist frei. Diese Männer werden es weder bekämpf Angeklagt! noch unter stützen. Da« Kartell kann sich jetzt ungehindert™ yln beeren vflücken." � nachdem l Mir lesen im„Krannsch. Unterh.-Klatt":-�wcsentlichi Klempner� Leopold Wejfe,_ vor dem von auswärts her jjos tefuli «nh her Derselbe h Den ande> 4 Wocher dem Abg die Ankloi relultirt, t Hiesigen L dem ung« Termin v einigen Jahren einiaen Jahren im „_. als„Lockspitzel" gewarnt war und der den aen Jahren sich hier aufhält, wollte sich vor einige» BcflagUn) Klempner-Jachverein aufnehmen lassen. Er räumte IsrJ darnach Lockspitzel-Thätigkeit ein und entschuldigte sie mit ß Jugend. Der Verein wies felbstverständ ich feine Aufna zurück. BedauernSwerth mag das Schicksal des W. fein', zeder Arbeitsstätte, wo andere Gehilfen arbeiten, ist für kein Bleibens, und vielfach weisen selbst Meister aus Stücken Arbeiter zurück, auf denen solcher Makel ruht. D't treffenden Polizeibehörden haben sich wieder eine Hilfe ein auf Kosten eines ganzen Menschenlebens." daß ,ahe bevo liegen die , gleich den �nutzlos w »muß, de ben, den ' er Grub «s gern s kümmert litten.( Dedingur gutheiße. zur Grube und unterwegs trieb sie sich im Sommer ihrem jeweiligen Geliebten hinter dem Getreide herum._ ganze Grube hatte sie geliebt.- Dabei hatte sie ihre eig Art, sich zu respektiren. Eines Tages, als man vorgab,� mit einem Nagelschmied von MarchienneS gesehen zu fy gerieth sie in einen namenlosen Zorn und erklärte laut, wolle sie sich einen Arm abschneiden lassen, bevor sie Maheu. mit Jemandem abgebe, der nicht ein Bergmann sei.„„Ne „Also jetzt ist's nicht mehr der lange Chaval," flehen ge einer der Arbeiter,„Du hast Dir einen ganz Kleine»„Al nommen? Aber der muß ja auf eine Leiter klettew(gie wenn er Dich küssen will! Ha! ha! ha! Ja, ja, l�Schachch kann'S nicht leugnen; ich Hab' sie Beide bei Requillart �wartete\ sehen. Wahrhaftig! Der Kleine stand auf einem Be und sie daneben.", zwölfjäh „Und was noch?' rief die Mouquette gut aufgeW-chre La« „Dich haben wir nicht dabei gebraucht."«ti�rte vl Die Scherze kreuzten sich immer unverfrorener freier, während die Männer sich die Schultern an der Gl»' drohte, t brieten und die Mouquette sich vor Lachen schüttelte. pe zu zr Dann plötzlich wurde sie ernst, indem sie Maheu erzähl� Ste daß Fleurance, die große Fleurance, nicht mehr mit ih"?, kesseln. in die Grube fahren werde: man hatte sie gestern todt � Nacht Hi ibrem Bette aefunden: die Einen sagten, das Herz habe rj zum Au Litt1 Schulter .yrem Bette gefunden ihr abgestoßen, die Anderen, sie habe zu jäh einen WachholderschnapS getrunken. J. Maheu jammerte: Wieder ein Unglück mehr; da für Sie lor er eine seiner Arbeiterinnen und hatte Niemanden Er Stelle um sie zu ersetzen. Sie arbeiteten ihrer vier-Hau. Freude, zusammen auf Akkord, er, Zacharias, Levaque und Chava' sie herzl wenn ihnen nun jetzt nur Katharina zum Rollen bssf!„T konnten sie unmöglich fertig werden!— Plötzlich kam'"r Seel!" ein Gedanke: � � Sü „Halt! Wo ist der Mann, der vorher Arbeit suchte- tcachtenl In demselben Äugenblick ging Dansaert an dem Schupp hielt, n vorüber. Maheu erzählte ihm den Vorfall und bat um e, Kappe i Erlaubniß, den Fremden anzustellen, wobei er betonte, � sie beid ja die Kompagnie schon lange den Wunsch gehegt, v. rörheten Wagenstößerinncn durch junge Männer zu ersetzen, wie®' in Anzrn geschehen. Dansaert war nicht sogleich.einverfia� No« verlchirdenrn Seiten ist bereit« eine Ange- grnheit erörtert worden, so schreibt die„Nordd. Allg. eilung�, welche namentlich sür kleinere Orte eine gewisse Be- cutung hat, der Vertrieb von SchrerbutensiUen!C. durch ehrer. Auch die in Neu-Ruppin erscheinende„Märkische Zei- ____ ino* bespricht dieses Thema, weil an einigen dortigen Lehr- th- zifln stalten dieser Vertrieb im Schwünge sei, und zwar nicht nur t* �nrit den bekannten Fabrikaten des PeftalozzivereinS, sondern r?...M�ch anderen Artikeln ein lebhafter Handel betrieben werde. i"üQ®"1'n �kser Angelegenheit vorgebrachten Gesichtspunkte lerwachMur Erwägung zu stellen, lassen wir die Ausführung des ge- rannten Blattes hier folgen: „Dieses Nebengeschaft, ebenso wie die rigorose Zurück» eisung von Materialien, welche die Eltern der' Schulkinder i hiesigen Firmen erstanden, hat vor längerer Zeit einige eu-Ruppiner Geschäfte veranlaßt, eine Petition an die vorge- hte Schulbehörde einzureichen, in welcher der Antrag gestellt juide, entweder den hiesigen Lehrern den Vertrieb on Schulartikeln zu untersagen, oder aber dieselben ebenso zu 'bgaben heranzuziehen, wie die Geschäftshäuser. Damals ging ü den Petenten der Bescheid ein, man möge Namen nennen, ilsdann wolle die Behörde energisch vorgehen. Wir haben im aufe mehrerer Monate Namen sowohl, wie einschlägiges Ma- -rial gesammelt(für beides stehen Zeugen zur Verfügung!), nd machen nunmehr im Interesse unserer Geschäftswelt öffent- ch Front gegen diesen Mißstand. Sowohl an der hiesigen Bllrgcr-Mädchen», wie an der nabenschule werden Bleistifte, Gummi, Federn, Federhalter, eichen« und Schreibhefte durch die Lehrer an die Schülerinnen nd Schüler verkauft. Wie vereinbart sich diese Thatsache mit den pädagogischen Prinzipien, mit dem schuldigen Respekt, ig die fswcnn ein Lehrer neben seiner BerufSthätigkeit als Handels- m deiwAnann auftritt und seine Autorität dazu benutzt, Reklame für it daS«sein Geschäft zu machen?— IbrigeaS s Weiter richtet sich unsere Polemik gegen die völlig mgerechtfertigte Zurückweisung von Materialien und die eilte Weisung, bei einem bestimmten Geschäfte zu kaufen. in hiesiger Lehrer nimmt die Arbeiten der Schüler nicht ab, enn die Hefte nicht in einer von ihm empfohlenen Schreib- aarenhandlung in der Präsidentenstraße gekaust worden find. r erklärte öffentlich vor der Klasse,? daß die Waaren sämmt« cher anderen hiesigen Firmen nichts taugen(und das in Gegen- mrt eines Kindes, dessen Vater ein angesehenes Neu-Rupprner -chreibwaarengeschäft besitzt!), während uns die interessirten Firmen versitbern, daß sie genau nach dem Muster jener rpfohlenen Firma die Hefte anfertigen lassen und deren ualität ebenso tadellos ist, wie jene. Was sich hinter dieser agelegentlichen, wir möchten sagen kategorischen Empfehlung erbirgt, entzieht sich unserer Kenntniß; jedenfalls ist es ein chweres Unrecht gegenüber den anderen Geschäftsleuten unserer �tadt, denen auf diese Weise das Geschäft nach einer gewissen eit« hin völlig untergraben wird." Wir wollen nicht verfehlen, zu bemerken, daß in kleinen eaea ländlichen Orten, wo betreffende Handlungen nicht bestehen, eS mlunW'h1 roohlin; allseitigen Interesse liegen kann, wenn der Lehrer � nriloie Schulbedarfsartikel den Kindern refp. deren Eltern be» ni zweiÄchasi'- t l-bliiti� Z« der auch»-« uus gebrachte« Notiz, daß die tverhanbluugrn im Glberfrlder Prozeß am 18. November beginnen sollen, bemerkt die„Elkers. Freie Presse":„Durch die Zeitungen geht die Notiz, daß der große Sozialistenprozeß im Monat November stattfinden soll. Eine diesbezügliche ge» richtliche Bekanntmachung ist noch nicht erfolgt, nichtsdesta weniger dürfte diese Nachricht etwas Wahrscheinlichkeit für sich "■"Jin Anspruch nehmen können, aber mehr auch nicht. Wir stützen """�rms dabei auf folgende Betrachtungen. Durch den Beschluß des Oberlandesgerichts auf Berufung der hiesigen SlaatSan- waltschaft ist Abg. Bebel als Angeklagter hineingezogen worden< Derselbe hat erst am 8. d. M. die Anklage zugestellt bekommen. en anderen Angeklagten ist nun eine Ernfpruchsfrist von 4 Wochen bewilligt worden und läßt sich erwarten, daß dem Abg. Bebel eine gleiche Frist behufs Einspruch gegen die Anklage zugesichert worden ist. Aus dieser Thatsache allein rewltirt, daß vor Ablauf dieses Monats die Rathskammer des Hiesigen Landsgerichts einen Termin nicht feststellen kann. Bei dem ungeheuren Umfange des Prozesses läßt sich aber ein Termin von heute auf morgen nicht festsetzen. Sowohl den Angeklagten wie den Vertheid, gern muß Zeit gegeben werden, um wenigstens die abändernden Beschlüsse des OberlandeSgerichtS, nachdem dieselben den Angeklagten zugestellt worden find(und wesentliche Acnderungen müssen vorgenommen worden sein, das rcsultirt schon aus der großen Zahl der Ausgeschlossenen von den in der ersten Anklageschrift aufgeführten Angeklagten), durchzusehen und eventuell ihre Vertheidigung darnach einzurichten. Aus diesen Erwägungen ergubt fich, daß der Termin der Verhandlungen keineswegs so Aufnat��ohe bevorsteht. Herr Bebel beabsichtigt zwar nun keineswegs fein? A-gegen die Anklageschrist Einspruch zu erheben, er ist vielmehr, gleich den vielen anderen Angeklagten, der Ansicht, daß dies "utzlos wäre und hofft ebenfalls, daß Freisprechung erfolgen uß, denn was öffentlich vor aller Augen pasfirt und in den einer l ses-, c Nach daß a» elben � jeatzi ruf die nen jehen vorm mlung Zine üben Diese stelle kann. dieser nthoben es Ans I diese- welchen >cnn es teS, daß\ man_ ! sie bei' iehen )es Spei Verla« die Sa hieb?. auf die Kartell i« vor, vor armer um. >re erg« orgab, !u h- gut, sie in tufgelej >i>en, denn das Projekt der Ausschließung der Mädchen von Uder Grubenarbeit war nicht beliebt bei den Bergleuten, die |,«s gern sahen, wenn ihre Töchter Geld verdienten, unbe «kümmert darum, ob die Moral und die Gesundheit darunter «litten. Endlich aber gab er seine Einwilligung, unter der . Bedingung, daß der Ingenieur, Herr Negrel, die Sache , gutheiße. j„Aber unser Mann wird schon weit sein," sagte Maheu. ,, antwortete Käthchen,„er ist bei den Kesseln lehen geblieben." „Also, lauf, hol ihn!" , Y Sie eilte fort. Ein Theil der Männer zog jetzt zum .Schachthause, neu Ankommenden Platz machend. Zeanlin oartete nicht, bis auch sein Vater aufbrechen werde. Er dann Bebert, ein großer naiver Bursch, und Lydia, ein zwölfjähriges schwächliches Mädchen, entfernten sich, um hre Lampe zu holen. Mouquette ging vor ihnen; man sie die sie ohrfeigen werde, wenn sie nicht aufhörten, tjnorte von der dunklen Treppe ihre Stimme, wie �Ü.i�rei:„schmutzige Söhren" schimpfte und ihnen er Glu'' droht� baß sie si ste zu zwicken. srzäh' Stephan plauderte mit dem Heizer vor den Dampf l,t l* in �c'n".Ihn fröstelte bei dem Gedanken, wieder in die kalte todt. Rächt hinaus zu müssen; aber endlich wollte er sich doch Lu��chulter�fich� ols er etne Hand auf seiner Kommen Sie mit," rief Katharina, en chulter füh "Kon, da für Sie!" Er verstand nicht gleich. „es giebt etwas iden i* cv v" uuyr gieicy. Dann, im Vollgefühl seiner 5r<. il' p"? 61 die Hände des jungen Mädchens, schüttelte Chaoa'' sie herzlich und sagte: iV*(£c>1"/Pan�e Kamerad I Ah, Sie sind ein braver Kerl, meiner , tf*. Sie lächelte, ihn beim rothen Scheine des Herdes be» fach L, trachtend; es amüsirte sie, daß er sie für einen Knaben �' roc'' fte fo schlank war und ihr Haar unter ihrer ""'iviü rHP® �rsteckt trug. Er lachte vor Freude. Und so blieben io, sie beide einen Moment vor einander stehen, mit ihren ge« 'gt, 7. röchet en Wangen und ihren froh blickenden Augen.(F. f.) vie verpaß Zeitungen bekannt gemacht wird, kann nimmermehr als ein Geheimbund im Sinne der ZZ 128 und 129 aufgefaßt werden. Außerdem hallen wir es an der Zeit, darauf hinzuweisen, daß die in den Prozeß verwickelten vier Abgeordneten Bebel, Grillenberger, Harm und Schuhmacher keineswegs geneigt sind, während der Dauer der bevorstehenden Session des Reichs- tages sich von ihren gesetzgeberischen Pflichten abhalten zu lassen und namentlich bei der eoent. Verhandlung über daS Schicksal des Sozialistengesetzes dem Reichstag fern zu bleiben. Im Reichstag wird sofort nach Zusammentritt ein diesbezüglicher Antrag gestellt und zweifelsohne angenommen werden. Ohne die genannten vier Abgeordneten kann aber nicht out der Prozeß geführt werden, woraus sich ergiebt, daß derselbe dieses Jahr wohl überhaupt nicht zur V irhandlung kommen wird." Neu« Maßregrluuge« von Bergarbeitern haben im Svargebiet stattgefunden. Ja der großen BergmannSversamm» lung zu St. Johann vom 22. September wurden von jeder Inspektion zwei Mann gewählt, welche die Petition ber der Inspektion zu überreichen und zu befürworten hatten. Für die Inspektion„von der Heydt" waren Johann Mohr aus Ruß- Hütte und G. Wagner aus Hixberg gewählt. Dieselben kamen einfach ihrer Pflicht nach und wurden— gemaßregelt. Ob dieselben dauernd von der Bergarbeit im Saargebiet aus» geschlossen sind und ihre eingezahlten Kassengelder verlieren (Mohr fährt schon 29 Jahre an) muß' abgewartet werden. Die Arbeiter auf benannter Grube sollm sehr aufgebracht sein über solch' ein Vorgehen seitens der Verwaltung und wollen alle gesetzlich zuläsngen Mittel ergreifen, derartigen Maßrege- lungen einen Damm entgegen zu setzen.— Die„KönigS- hütter Zeitung" berichtet von einer neuen Maßregelung gegen einen Häuer der„Mathildegrube", Robert Wp'czol, der von den Arbeitern der Grube als Vertrauensmann zur Vorbringung der Beschwerden der Bergleute vor der königlichen Kommission gewählt worden war. Demselben wurde gekündigt unter dem Vorwande, daß er eine Schicht ausgeblieben sei. Wylczol, der 26 Jahre als Bergmann gearbeitet hat und schon 19 Jahre meistberechtigtes Mitglied ist, nahm die Kündigung nicht an, weil er in seinem guten Recht zu sein glaubte, da er an dem betreffenden Tage einen Termin wahrzunehmen hatte. Am Löhnungstage wurde ihm jedoch die Entlassung mit« gelheilt. Welch« Unkeuniuist der Gesetz« in den Kreisen der Beamten herrscht, die zur Beachtung der gesetzlichen Bestim- mungen berufen find, wurde kürzlich erst wieder in Goslar all oeuws demonstrirt. Die dortigen Arbeiter wollten einen Leseklub gründen und meldeten eine diesbezügliche Versamm» lung an. Sehr richtig wurde ihnen vom Stadtsekretär be- deutet, daß eme solche Versammlung der Anmeldung nicht be» dürfe. Als jedoch die Versammlung nun stattfinoen sollte, verlangte der erscheinende Stadt-Wachtmeister die polizeiliche Bescheinigung der Anmeldung und löste in Ermangelung der- selben die Versammlung auf. Wenn die Beamten einer und derselben Behörde sich über die gesetzlichen Vorschriften nicht klar und einig find, was soll man dann von dem Laien er- warten. Gin werthuolle« Glugestaudulst entschlüpft einem kon- servatioen Blatte, dem„Grimmaischen Amtsblatt". Dasselbe schreibt in Bezug auf die Wahl in Oschatz-Wurzen: „Von den Kartellparteien wird der Erfolg der Freisinnigen der rastlosen Agitation zugeschrieben, allein mit großem Un- recht, denn die Mißerfolge der Kartell. Wirthschaftspolitik haben die beste Agitation für die Oppositionsparteien betrieben und manchen schlummernden Wähler die Augen geöffnet." Recht so! Nur immer ehrlich sein und die Wahrheit sagen. Ueber da« am 1. Gbtober bei Vaihiuge« varge kommen« schwere Giseubatzn- Ungtürk wird von der Kanzleidirektion des königlich württembergischen Staatsministe- riumS der auswärtigen Angelegenheiten, Abtheilung für die Verkehrsanftalten, im„Württ. Staat«.-Anz." eine ausführliche amtliche Darstellung veröffentlicht. Nach derselben scheint es schon jetzt als feststehend, daß von einer ganzen Anzahl der betheiligten Beamten grobe Fahrlässigkeiten begangen sind, aber es scheint auch klar daraus hervorzugehen, daß dem Signalisi rungswesen auf den württembergischen Staatsbahnen mancherlei Mängel anhaften, wenn auch in der amtlichen Darstellung auf diesen Punkt nicht näher eingegangen wird. Aus der amtlichm Darstellung ergiebt sich folgender Thatbestand: Zug 223 a hat Stuttgart fahrplanmäßig verlassen. Zu seiner Beförderung auf der starken Steigung hat sich am Schluß eine Maschine zum Nachschieben befunden. Dieselbe ist kurz vor der zwischen Station Hasenberg und Vaihingen befindlichen Wärter- station 13(Wildpark) rückwärts nach Hasenberg zurückge- fahren. In Wärterstation 13 hat Zug 223 a. gehalten und der dort postirte Wärter will von einem Zugbeamten die Weisung erhalten haben, die Schiebemaschine müsse von Hasen- berg wieder zurückkommen, um den nach Vaihingen weiter- fahrenden Zug 223a noch auf der weiter bevorstehenden starken Steigung zu unterstützen. Es ist darauf von Wärter zu Wärter die Nachricht an den Stationsmeister in Hasenberg gelangt, die Schiebemaschine müsse sofoit zurückkehren, um den Zug 223a nach Vaihingen hinaufzubringen. Der StationSmeistcr hat darauf sofort die nöthigen Weisungen gegeben, und ist selbst mit der Maschine bis zum Ausgang des Bahnhofes mitgefahren. In Vaihingen ist aber inzwischen Zug 223a, der gar keine Unterstützung mehr nöthig gehabt, schon eingetroffen gewesen und eS ist gleich darauf der Zug 222 von Vaihingen nach Hasenberg abgelassen worden. Auf dem Rückwege von der Maschine zu seinem StationS-Büreau hörte der Stationsmeister in Hasenberg das Signal für Zug 222 ertönm und läßt nun, sofort ein Unglück befürchtend, das Alarmsignal geben. Nach dem Alarmsignal sollen alle auf der Bahnstrecke verkehrenden Züge(selbstverständlich auch einzelne Lokomotiven) angehaltm werden und es müssen die Wärter Boten nach beiden Rich- tungen absenden, um über die Veranlassung sich Aufklärung zu verschaffen. Diese Vorschrift ist aber von keinem der Betheiligten beachtet worden, weder von den Wärtern, noch von dem Führer der Schiebemaschine, welcher von der Alarmirung durch den Wärter 13 Kenntniß erhalten hat. So ist denn der Zug 222 von Vaihingen her und die Maschine von Hasenberg her weiter gefahren, bis ber Zusammenstoß erfolgte. Wird hiernach den betr. Wärtern und dem Führer der Schiebemaschine die Hauptschuld an dem Unglücksfalle beizumessen sein, so drängen sich doch andererseits folgende, die Signalisirungs-Vorfchriften der württembergischen Bahnen berührende Fragen auf: Wie war es möglich, daß der Stationsmeister in Hasenberg die Maschine abfahren lassen konnte, ohne deren Abfahrt durch das Glockensignal der Strecke und durch den Telegraphen der Station Vaihingen oder doch wenigstens der Zwischenstation Wildpark(Wärter 13) anzuzeigen� Wäre dies geschehen, so hätte die Station Vaihingen dm Zug 222, dessen Signal in Hasmberg ertönte, als der dortige Slationsmeister sich bereit» auf dem Wege von der abgelassenen Maschine nach dem Stationsbureau befand, nicht abfahren lassen können oder, wenn dies dmnoch geschehm, hätte der Zug 222 in der Zwischmstation in Wildpark zurückgehalten werdm können. Da der amtliche Bericht über diese Unterlassung keinm Tadel ausspricht, muß wohl angenommm werden, daß die Signalordnung die Sianalisirung der in solchen Fällen noch mals zurückkehrendm Maschine(die Geschichte kommt doch an« scheinend auf der fraglichen Strecke häufig vor) nicht vor- schreibt. Als fcmer unbegreiflich erscheint e», daß vor Ab läutuna und Ablassung de» Zuges 222 von Vaihingen nicht erst dessm telegraphische Anmeldung in Hasenberg und dessen telegrophische Annahme daselbst erfolgte, wie e« in Preußen vorgeschrieben ist. Auch hierüber spricht die amtliche Darstellung keinen Tadel au». Dresbe«, 16. Oktober, früh. Nach dm vorliegmdm Wahlnachrichtm find semer gewählt: 2. Wablkreis der Stadt Leipng: Justizrath Dr. Schill(natlib. Kartell); 3. Wahlkreis der Stadt Leipzig: Hofbuchbindeimeister Fritzlche(kons. Kartell); Wahlkreis der Stadt Chemnitz: Liebknecht(soz.); 1.städt. Wahtkr. Zittou-Löbau: Geh. Rath Dr. Haberkorn(kons. Kartell); 3. städtischer Wahlkreis BischofSwerda.Großmhain: Kommerzim- rath Buchwald(kons. Kartell); 5. städtischer Wahlkreis Dohna: Geh. Hofiath Ackermann(kons. Kartell); 9. städtischer Wahl- kreis Döbeln: Kommerzimrath Niethammer(natlib. Kartell); 13. städtischer Wahlkreis(Frohburg-Gaithain) Amtsrichter Bret- chneider(kons. Kartell); 16. städtischer Wahlkreis(Werdau- Crimmitschau): Fabrikant Kürzel(natlib. Kartell); 26. städti- cher Wahlkreis(Aue-Schneeberg): Rittergutsbesitzer von Fabra (kons. Kartell); 1. ländlicher Wahlkreis Zittau: Gemeindwor» stand BöhnS(Fortschritt außerhalb Kartell); 2. ländlicher Wahl- kreiS(Großschönau-EberSbach): Fabrikbesitzer Jährmann(dfr.); 4. ländlicher Wahlkreis(Lobau-Bernstam): Rittergutsbesitzer Hähnel(kons. Kartell); 5. ländlicher Wahlkreis(Bautzen- Weißenberg): Gutsbesitzer Strauch(kons. Kartell)'6. ländlicher Wahlkreis(Reusalza-Schirgiewalde): Fabrikant Matthe»(kons. Kartell); 12. ländlicher Wahlkreis(Pirna-Königstein): Guts» besitzer Frenze!(Fortschritt, Kartell); 14. ländlicher Wahlkreis (Sayda-Brand): Rittergutsbesitzer v. Oehlschlägel(kons. Kartell); 15. ländlicher Wahlkreis(Freiberg): Gutsbesitzer Steyer(kons. Kartell); 31. ländlicher Wahlkreis: Otto(Soz); 32. länd» licher Wahlbezirk(Fraumberg-AugustuSburg): Gutsbesitzer Schubart(kons. Kartell); 41. ländlicher Wahlkreis(Reichen- bach): Bürgermeister Speck(kons. Kartell): 42. ländlicher Wahlkreis(Schwarzenberg): Kommerzimrath Breitfeld(kons. Kartell). Aus den 4 ländlichen Wahlkreism Nr. 9, 20, 36 und 44 liegt daS Wahlergebniß noch nicht vor. Dresden» 16� Oktober.(Landtagswahlen.) Im 9. länd- lichen Wahlkreis(Radeburg): Privatmann Philipp(Fo-«schritt, außerhalb deS Kartells); im 2V. ländlichen Wahlkreis(Oschatz): Gutsbesitzer Eulitz(kons. Kartell); im 36. ländlichen Wahlkreis (Stollbera): Musikdirektor Stolle(So».); im 44. länd- lichen Wahlkreis(Treuen): Rittergutsbesitzers Zeidler(kons. Kartell) gewählt. Schwei». Man schreibt der„Züricher Post": Das Schicksal des berühmten Zauberers Jäggli mtlockt noch immer Thränen.„Er, ein guter Thurgauer," sagt das „Luzemer Tagblatt",„wurde wegen einer taktlosen Bemerkung über dm dmtschen Kaiser ausgeschrieben und gerichtlich verfolgt — auf Denunziation zweier Deutschm beim kaiserlichen Ge- sandtm in Bem. Wir stchm nicht an, das Vorgehen dt« Bundesraths ein zum wenigsten mißverständliches zu nennm. das auch den Freunden der politischen Polizei jeden Geschmack daran zu nehmen geeignet ist. Wir unsererseits würden lieber einige Zollplackereien sehen, als derartige unglaubliche Vorkomm- nisse. Die Zungm waren immer fieier im Schweizerland als draußen im Reich und Niemand dachte daran, ihnm eine so enge Fessel anzulegen, als etwa der alte Geßler." Es ist, um schweizerisch zu reden, wi, klich„bemühmd", daß um einer lumpigen Denunziation willm der Polizeiapparat zu spielen anfing und noch„bemiihendei", daß gerade der „Neuen Zürcher Zeitung" diese„unglaubliche Geschichte" in« Nest gelegt wurde. Aber die Sache ist nun einmal passirt und Wiederholungen des Stückes nicht ausgeschlossen. Die„Bündn. Nachrichten" erinnem übrigens daran, daß auf Beleidigung und Beschimpfung fremder Souveräne schon zur Zeit des altm Bundes Strafe gesetzt war und das aus dem freundlichm Jahre 1839 stammende Bündner Strafgesetz auf Ehroerletzung gegmüber Fürsten, Regierungen, Gesandten und diplomatischcr Agmten befreundeter Staaten Bußen bis auf 320 Fr. oder Einsperrung bis auf 60 Tage androht. Solche Bestimmungen existiren wohl auch in andem Kantonen. Bis zur Stunde hat man natürlich sich wmig oder nie beeilt, das freie Wort zu verfolgen. Aber e» kann wohl geschehm, daß das Ausland künftig größere Promptheit verlangt, wesmtlich ermuntert durch die Haltung, welche ein Theil unserer liberalen Presse emge- nommm hat! Großbrttattitie«. Berichtigung. In unserer vorgestrigen Notiz über die Arbeiterinnenbewegung in London war der Name Lord Ash ley's, des späteren Lord(oder Earl) Shaftesbury falsch gesetzt. Ueber die Thätigkeit Lord Ashlcy'S in der Z.-Hnstundm» bewegung findet der Leser baS Nähere in E n g e ls:„Lage der arbeitmdm Klasse in England" und im 1. Bande des „Kapital" von Marx. Amerika. Die thatsächliche(d. h. die in den Verhältnissen liegmde) Solidarität der Arbei'.erinteressen— lesen wir in der New- Borker„Volkszeitung"— zeigt sich uns in einer sprechmdm Illustration, wenn wir sehen, wie an einem der letzten Tage 200 Frachtver'ader in Boston deshalb nicht arbeiten, also nichts verdienen konnten, weil infolge der Habgierigkeit der Londoner Tock'Kompaanien ihre dortigen Kollegen sich noch im Streik befinden.„Nichts könnte dcutlichcr den Zusammenhang klar- legen, der in unserer Zeit alle menschlichen Jnteressm durch- weht"«— so äußert sich mit Bezug auf dieses Vorkommniß ein kapitalistisches Abendblatt. Ganz richtig; aber was folgt dar» au»? Das Blatt, welches sich dieses vernünftige Wort mt» schlüpfen läßt, beeilt sich, die, Sünde" vom Standpunkt der Verdummungipresse durch eine möglichst irreführende„Moral" zuDparalysiren, indem es anschließend für Freihändlern Pro- paganda macht." Die richtige Schlußfolgerung h 48 Louisen. ftadt ienleit, westisch(V».) 28, Lussenstadl senseit. östlich(Vb.) 24. Luisensladt diefleit und Reu-KSlln(VI.) 88, Etralaner Vieriei, westlich(VI1».> ßo etralou-r Viertel, sstli»(VUb) 81, Kö,. Igstadt(VIII.) 28. Epandauci Viertel (IX) 84 Rolenthalcr Vorstadt, lüdltch 41 Rosenthalcr Vorstadt, nirdlich 84 Oranienburger Vorstadt(XI.) 40, Friedrich-Wildelmstadt und Moabit (Xll) 85 Weddtng(Xlll.I 84. Die kterbesalle sind 17.1 pro Miste der fori. geschriebenen BepSlkerungSzabl(1501 768). Die Ctcrblichleiiiststcr in folgenden Sntdlen de« Deutschen Reiche« mit mehr als hunderttausend Einwohnern de. trug in Aachen 29,3, Altana 18,8, Barme» 125, Bremen 18,7, Breslau 23,0. Ehemili» 22.2, Daniig 28.1, Dresden 18,1, Düffeldars 18,9, Eiberseld 12.2. Frankfurt a, M. 15,2. Hamburg mit Vororten 28,6. Hannooer 16.8, Köln 218: KdntgSberg 27,9, Kieseid 20,9, Leipzig 19,8, Magdeburg 22,8, Litüncken 25(1, Rstrnderg 22,7, Stettin 27,2, Straßburg i. E. 17,3, Stuttgart 15,2, aus Tausend In andere» Großstädten Europa» mit mehr als dreihunderttausend Einwohnern betrug die Sterbitchkeilizister in Amsterdam 16,1, Budapest(Vorwoche) 28,4, Dublin 8111. Liperpool 18,7, London 16,8, Pari» 21,8, Petersburg(Vorwoche) 28,9, Warschau(Vorwoche) 82,4, Wien(Vorwoche) 18,6 aus Tausend.»» wur- den 4016 Zugezogene, 2958 Weggezogene gemeldet, so daß sich die BeoSIknuug mit Einrechnung der nachträglich gemeldeten Geborenen und de« Zulcktagei. der den Weggezogenen ersahrungimhßtg zugerechnet werden muß. um 1278 vermehrt hat, die Einwohnerzahl detragt sonach am Echlnsse der Berichtirroche 1508041. In der Woche oam 29. Eeptdr. dt» 5. Oktober kamen zur Meldun« JnseklionS-ErkrunkungSfalle an ThphuS 23, Pocken 0, Masern 8, Scharlach IIA Diphtherie 85, Ksnt bettfleber 6. Theater. Donner st ag, den 17. Oktober. «pornhan». Lohmurin. ...... Wilhelm Tell. r. Der Schatten. Das letzte Wort. - Milhelmstädtische« Theater. Mikado. Nefidens- Theater. Fernande. Vvallner-Thrater. Der Dompfaff. Viktoria-Theater. Stanley in Afrika. Gstend-Theater. Ein Verurtheilter. KetleaUiance- Theater. Der Zauberlehrling. Königstadtischeo Theater..'Ne feine Familie.'" fentrat-Theater. Das lachende Berlin. »otph Grnst-Theater. Flotte Weider. Vebr. Uichter's Kartet«. Spezialitäten» Borttellung. zieichvhalle»- Theater. Gr. Spezialitäten- Unferm Genossen.Dreher- Derma««" ein j donnerndes Hoch, daß die Villa in der Wiesen- straße wackelt und die Ehrenberger die Beine! klappert. sLSZs Mehrere Genossen. Gr. össcntl. Schneider-VersammlW Den Mitgliedern des 303 Fachvereins der Putzer sowie dem Gesangverein.Gemüthlichkeit" zur Nachricht, datz unler Mitglied u. Kollege Lanl Knügen am Sonntag in der Charitee gestorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, Nach- mittag 2 Uhr, von der Leichenhalle der Charitee(Eingang Louisenplatz) nach dem Jakobikirchhof statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Namen der Hinterbliebenen Der vorstand. am Donnerstag, den 17. Oktober er., Abends»»/, Uhr, Itt„Orschel's Salon'1, Sebastiauftrutze Nr. 39. Tages-Ordnung: 1. Die Rothtvendigkeit einer Lohnaufbesserung im verlwer Lchneiderze»! und die SteLuug der auf dem«rfurter«ougref; gewählten vertraumSwänner. kusston. Das Erscheinen aUer Schneider erwartet[298] Der Ginberaftk Nr. 2 Große öffentliche Nersammlnng IsmMlhtt Artciter»iiil Arbeitenlultü i» der Wirkerd« iM Stellung. Berliner Theater. Donnerstag, den 17. Oktober: Die Wilde Jagd. Freitag, den 18. Oktober: 7. AbonnementS-Vor- stellung. Markgraf Waldemar. Sonnabend, den Iv. Oktober: Montjoye, der! Mann von Elfen. «ine Partie fehlerhaste am Donnerstag, den 17. Oktober er., Abends S Ohr, im kleine« Kante des DLhmisehen Brauhauses, Landsderger Allee II"'' Ta�es-Ordnung: 1. W e stellen sich die Arbeiter und Arbeiterinnen zu dem durch Lohnabzug l» ebrachten Streik in der Firma Leopold»önigSberger, Leipzigecstraße 72. 2. Die Frau» 'ndustrie. Ref.: Schubmachermstr.«etzner. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Sämmtliche Rundstuhlarbeiter und-Arbeiterinnen werden besonders gebeten, i"' Versammlung zu erscheinen. Berichterstatter sind fteundl. eingeladen. Der«tuberaff [1359 ' Geppicße!' * in Stollaräke ä 5. ß. 8 und 10 lErtrf II Oeffentl. W ähler- V ersammhng Amorican-Theater« 1965 Dresden er str. 55. Täglich Vorstellung. Thalia Theater. IS MaUnertheut-rSruße IS. Heute und folgende Tage: Große Theuter- I I I I in Stoffgrötze ä 8, 6, 8 und 10 Mark. in Saiongrötze a IS, 15, 80-50«f. Werth das Doppelte! in Stücken v.22Mtrn. Mark. 500 Muster stets vorräthtg. Wf ä 10, 18, 15-40« Muster stets vorrättz Emil Lefövre, Berlin S., vrani-nstratze 158. und Jllustrirte Musterbücher franko. des 17. Kommunal-Mahlliexiri am Freitag, den 18. Oktober er., Abends 8 Uhr, in„Aruger'e Salon", Wasserthorstratze Nr. 68. TageS-Ordnung: 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten-Wahlen. Ref.: 0-' 2. Diskussion. 3. Wahl eines Bezirkskomitees. Um recht zahlreichen Besuch ersucht Das Dentral-Wahlkomito» Spezialitäten Korstelltmg. Austreten des Berliner Universal- Humoristen! Herrn F i Frobel, der Liedersängerin Frl. F i o r i und der Kautschukdame Frl. M a r i n e l l a:c. «atrd«»0 Pf. Anfang 7i Uhr. Sonntags Ötz Uhr. Circus Renz« Karlstrahe. Heute, Donnerstag, den 17. Oktober 1889, Abends 7 Uhr: Zum zweiten Male: Lebe««nb Treibe« aus bm große» Ausstattungsstück.— Auftreten des Ter-! Staat Sturms mit seiner jugendlichen Zuaven- Truppe in ihren neuen Staunen erregenden Schlachte«- und Lagerbtlder«.— Vorführen der 12 arab. Schimmelhengste durch Hm. Franz Renz.— Tom tarn, der engl. KlownS.— Renvmmlrte Sünftlerfamtlie Briatore.— M. Metzgeh mit seinem dresfirten Esel; eine Prämie von 50 M. demjenigen, welcher den- selben 3 Mal um die Bahn reitet, ohne herunter zu fallen. 3 Bewerber werden zugelassen. Auf- treten der Schulreiterin Frl. Guerra.— Jeu de la Rose o. Frl. Clotilde Hager und Frl. Lillie.— Aufireten d. vorzügl. Reitkünstlertnnen »ad Rettkünftler.— Morgen Vorstellung.—| Sonntags 3 Vorstellungen. E. Renz, Direktor. Rohtabak"•ÄÄT am hiesigen Platze bekanntlich[1653 Grdsste Auswahl. dlarantirt sicher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindlichen Roh- Tabake find am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbrücke 6 am Hockeschen Markt. OsGFviiRa Waiilei*-¥ei*samsniiing des 33. Kommunal> Mahldeziri (umfassend die Stadtbezirke 229 bis 236) M Kreitag, bt« 18. b., Abbs. 8 Uhr, i« LthvlllNll'S Sillo«, TlhwebterKr.! Tages-Ordnung:, 1. Wahl eines Bezirkskomitees. 2. Kommunales. 3. Diskuffion. 4. Verschiede» Um recht zahlr. Erscheinen ersucht[297] Da»«entral-Wahltomitee� pbeS, eigen. Fabrik. Snupl q. Foistenaareii] Gz, Lager, bill. Preise I Ems! Heyn, Bmnneiu;t7. 28, Hof part. Thell». oach Ueberdnkunft.l Grosse offenti. Steinmetz Persammllll am Freitag, den 18. Oktober, Abends 8 Uhr, im Lokale Kömg&hof9 Bülowstraße 37. TageS-Ordnung: I. Vortrag des Herrn Dr. P. Lhristeller über: �Die Lunge". 2. Das Stci"' Gewerbe im Mittelalter und Preßluflwerkzeuge. Ref.: H.mr Jeschly. 3. Gcwerkschaftliäch "......~ Ii---------'"*"~ Der Wichtigkeit dieser Versammlung wegen soll kein Steinmetz von Berlin [sein und wird um zahlreichen Besuch gebeten.[302]-. N Der Einberufer-� Große öffentliche Versammlung saMtlicher in her KisteVsabrikation ieWstigtell Ariel Russk« Friedrtch-Karl-Ufer. Heute, Donnerstag, den 17. Ottober: Abends 7i Uhr: Gr. bttllante Vorstellung. Auftreten d. unerreich.Lustkünstlerin Frl. Amalta Austreten der Parforce-Rnlerin Frl. Rosa. Frl. Margerithe als Jockey. 5 fache Postfahr-Schule.! Mn Traum tu den norwegischen G birgen. Saltomol talreiter Mr. Devigne. � Jockey Mr.! Allen. Maria Dord,' Alten echten Nordhäuser b Ltr.— Fl. 75 Pf. Märkischer Korn..... 60„ Ingberliqueur, hochfein... 90„ Ttzee-Rnm, ganz vorzüglich.. 200 Fac.-R«m, Originalst, exc'... 100 � Dolitur-Zpiritus, geruchlos pc. Ltr. 40„ empfiehlt die Grob-Destillation von & Keil, Koptzienstrasse 18, 305 an der Rofenthalerstrabe. im am Freitag, de« 18. Oktober, Abends 8�2 Uhr, Kokale des Sr». Sckmiill(Süd-Ost), Maldemarstr. Taaes-Ordnung: 1. Wie stellen sich die Berliner Kistenmacher dem part'* | Streik in der Patent-Kistenfabrik(A.-G.) u. bei H. Schaiiina aene«a<> 2. Verschiedenes. u )orS, die erste Drahtseilkünstlerin der Welt. Helga, irische Vollblumute, geritten! »cm Direktor. Kanonenkönigin M,tz Victortna (5 own W.Olschansky. Tanti Bedim, Gmon 2c. M>et-Borve?raufJnoalidendank,Markgrafenstr. Die Tageskasse ist von 10 Uhr an ununter- brachen geöffnet.— Alles Nähere die Plakate.| Kettfedern u. Kannen rein und staubstei in jeder PreishShe. Grobe Auswahl fertiger Betten bis zu den besten Sorten. Pertige Betten und BexOge bei Julius Hopp, 1. Geschäft: Kr««« en straße ISN, 2. Geschäft: Iwnskirchptatz 6. Pferdebahn nach allen Richtungen. 1267 Töppidie, Möbelstoffe, Gardinen, Känfer und Knvlenm., HÜT1 Iferkauf zu Fabrikpreisens Grosses Lauer von Portieren, Reise- nnd Tischdecken. Stoehr#■ Rehr, f., z f. linittftnk 1 1 Berlin S.-O- PsstaK» 1«».» M. 10» I rr-Paaorarna. In dieser Woche: Zum ersten Mal; V.«ycl.: Die vartser Welt-AuSAeRun«. III. Keise d«rch Algerien. aMMWW Hertha-Reise, vJioc 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Adonn S Reil-« 1 M. Model, Spiegel und Polstermaaren. reelle Waare, solide Preise. Game Ausstattungen in Mahagoni u.Rubbaum. 1 llüch ichenmöbel in grober Auswahl empfiehlt Franz Tutzauer,[i364| KödNtckerstratze M, nahe der Köpnicker Brücke. Ur. 3. Ueichendergerstraße Ur. 6. S zwischen K o t t b u s e r Thor und R i t t e r st r a ß e. Mösl- mul PolstLWaaM-Fabük. Gediegene Arbeit. Zettgemäße Preise. Coulante Zahlungsbedingunge I Lvnßz' Lsllssl« «liosserstratze 10. Hevte: Drösser Ball. Kranken- und Begräbniaskasse für die im B.rlmer Gürtler- u Brl?uzeur-Gewcrbe brfch öftigten Personen(E. H. Nr. 60). Sonntag, den 20. Oktober, Vorm. 10� Uhr, st» den Central-PestsSlen, Oranienstr. 180, AslemdM Geueralversavlvllllng. i TageS-Ordnung: 289 i 1. Rechnungslegung des Rendanten. 2. Sla- tutenändemng aller Paragraphen des aesammten| Statut». 3. Stellungnahme der Mitglieder zum SanitälSverband. Etwaige Anträge müssen fpä- testenS bis Freitag, den 13. d. M., schriftlich an| den Vorfitzenden Otto«lein, Ritterstr. 15, part, eingesandt werden. OuiltungSbuch legilimirt. Um zahlr. Besuch bittet Der vorstand. Kitte lesen Sie! Im Versatz verfallene ssiutvr-?aletnt8, sowie Anzüge, einzelne JaquetS, Hofen, Damen-Mäntel und-Sieider, Hüte, ■ I Gttrfel. Wäsche, Uhren, Bette«, Reise- u. Holzkossrr»c. Alles in alt und neu sehr billig zu verkaufen bei]1745 A. Wergie 3, ÄüWr. 127. Bitte recht genau auf Namen und Rummer zu achten. Größte Auswahl, größtes Lager und billigste Bezugsquelle für eiserne transportable Oese» u. KochmaschiB aller Gattungen. OTTO WINKLER. Neue Berliner Herd- und Ofen-Fabnk I Berlin SW., Kommandanten-Straße Nr. 15, Hos, Mtr*(kein Kaden). auch Model«nd Polstermaoren eigener Fabrid, auf Theilzahlung Rosentbaler- Strasse 54, I.____ � Dr. Hoesch, bomöopatfa. Arzt für Brust-, Unterleids-, Geschlechts-, Frauenkrank- heit Artilleriestc. 27, 8—10, 5— 7 Uhr._ Möbel Magazin E. Kranz, Tapezircr und Decorateur, Neue Friedrichstr. 07, vis-a-vis dem Kgl. Amtsgericht, empf. s. reich. Lag. v. Möb., Spieg. u. Polsterw. v. eins. b. eleg. Genre i. Nubb. u. Mah. Theilz. gest. Eig. Werkst. 110 Arkrttsmarkt. I Stuhlstechter verl. Reumann, Admiralstr. 33. Tüchtige Ofensetzer werden verlangt auf dem ! Neubau Kreuzbergftratze 35.]29l I Tücht. Klempner f.Bau U.Werkstatt s.Koppenstr.l6. E. Tischler auf gerade Stühle verl. Görlitzerstr. 50. und Tücht. Farbigmacher für Leisten finden dauernde d lohnende Beschäftigung 299 Köpnickerstr. 109 a. Weljevseeer Aohb'earbelWgs� Rvsss St Con (vorm. Till!& Geseke), 4fe( empfehlen ihre Fraiferei- Anstalt, stkl i Hobelmaschinen, sowie Walzeusäge ol Bedienung und stellen bei prompter, und reeller Ausführung billigste Preist-� Ebendaselbst find Lager- und Bode» billigst zu vermiethen. er, (reife-„ v-»e»� Baantwortlich« Redakteur: K.<»-«tz»tt« tu Berlin. Druck und Verlag»oa W« Wadw« in Berlin Leuthstrab« 2. Hierz« eine Beilage zum Berliner Bolksblatt. K�'Nr. 243, Donnerstag ktn 17. Oktober IS'sV. 6. Jahr« afto' Lokales. Der Ktettwrr Kahuhof. Die kgl. Eisenbahndirektion Berlin hat unterm 8. d. MtS. eine Verfügung erlassen, wo- noch von jetzt an„infolge des gegenwärtig außerordentlich ae- steigerten Güterverkehrs auf dem Stettiner Bahnhof in Berlin im Verkehr Sin teresse" Güter nach Berlin mit der Bahnhofs- ' rorfchrift Stettiner Bahnhof und Güter von Berlin vom Stettiner Bahnhof aus nur noch von und nach den Stationen des ol?en Berlin-Stettiner Bahnnetzes und der Hinterpommer- scheu Bahn angenommen werden, während für den Verkehr von und nach den Stationen der Nordbahn und für die Zu- fuhr von anderen Bahnlinien mitte's der Ringbahn die Ab- fe'tigung auf dem Berliner Nordbahnhofe stattfinden soll. Die „5iv!n. Ztg." erblickt bierm von neuem den Beweis, daß unsere Eisrnbahnverwaltung stch im wahrsten Sinne des Wortes fest- gefahren hat, daß sie auch hier nicht die Steigung des Ver- kehrs vorausgesehen hat und daß sie j'tzt genöthigt ist, eine nicht unbedeutende Verbesterung des Verkehrs, die durch die Verstaatlichung aller angrenzenden Bahnlinien ermöglicht war, rückgängig machen zu müssen, weil sie technisch nur noch in der Lage ist, von dem Stettiner Bahnhos aus, einer Kopfstation, den Verkehr auf der eigentlichen Stammbahn zu bewältigen. Wir glauben, uns, so fährt das Blatt fort, zu erinnern, baß allerdings vor einigen Jahren auf Antrag der Elfenbahnver- wolinng vom Landtage die Mittel bewilligt worden sind, welche durch Anlegung eines großen Rangirbahnhofes vor der Rmg- bahn eine schon damals nothwendige Entlastung des Stcttiner Bahnhofs erzielen sollten. Aber von der Bewilligung solcher Mittel bis zur Ausführung der Bauten verstrichen bei unserer E>ser>bahnverwaltung Zeiten, von denen man sich im Auslande kaum einen Begriff machen kann. �7 Dir KechtsanWältr klagen bekanntlich über die gewaltige Äonkurrenz, die chre täglich wachsende Zahl unter ihnen hervor- ruft und über die Beschäftigung« losigkeit. zu der die vom Glück weniger Begünstigten verurtheilt sind. Unter diesen Umständen i'S es nicht wunderbar, daß nicht wenige Rechtsanwälte um- taiteln und einen anderen Beruf ergreifen. Merkwürdig aber bleibt es, daß gerade der Stand der Eifinder die meiste An- ziehungekraft auf die Jünger der Themis auszuüben scheint. Ist doch der Unterschied zwischen einer„Herberge der Gerechtig- kort", wie man leerstehende Anwalts stuben vielleicht nennen kann und einem modernen Patentbureau ein recht bedeutender. Vor kurzem starb ein Breslauer Rechtsanwalt, der ein Ver- mögen durch E finden der ftäblernen Ueberzieherhenkel verdient d't. Jetzt verkünden die Blätter den Ruhm eines Berliner Advokaten, der ein elektrisches Klavier ersonnen hat. Dr. Eisen- in.!!,« heißt der Gute und folgende LobeSbymne auf ihn und seine Eifindung lesen wir:„Während alle Welt in Berlin vom Edinson'schen Phonographen schwärmt, dürfte cs nicht unan gemessen erschemen, einer Verwerthung der Elrktri- zrttät zu gedenken, welche ein hiesiger Rechtsanwalt, Herr Dr. Richard Eisenmann, für das Klevier an- gestrebt und nach langjäh'igen Versuchen zu einem glücklichen Ende geführt hat, so daß demselben von Seiten be« Reichs- Patentamts äereits die bezüglichen Patente zu- rnbeiU worden sind. Zuvor sei bemerkt, daß der Genannte swrr ausübender(?) prakiischer Jurist ist, glerchwohl aber seit Jahren zu den Schülern von Helmboltz aehört. Aus Helm- f oltz, nnd ganz besonders auf dessen Versuche, eine Stimmgabel jmt.etst Elektrizität zum Tönen zubringen, stützt sich denn auch i'nr neue Erfindung, welche berufen zu sein scheint, den Bau unserer Klaviere und Flügel vollständig überflüssig zu machen. Man wird Instrumente bauen, in welchen das Hammerwerk eivkoch wegfällt und der Ton hervorgebracht wird durch den rll küischen Strom, welcher jede Saite in Schwingungen setzt und zum Tönen bringt. Es kann sich an dieser Stelle nur darum handeln, ein ungefähres Bild von der Einrichtung dieses elektrischen Klaviers zu geben. Quer über die Saiten des Instrumente« ist, etwa 8 Zentimeter von demselben ent- sccnt, eine eiserne Leiste angebracht. An dieser Leiste ist in der Richtung nach unten für jede Saite ein, je nach Brdürfniß doch und niedrig zu schraubendes Magnetpaar angebracht, de- st mmt, die betreffende Saite anzuzieben. Die Mcgneten stehen ant dem Stromerzeuger, hier einer Anzahl trockener Elemente, unlche in einem unter dem Klavier aufgestellten Kästchen untergebracht find, und gleichzeitig mit jeder Taste durch Drähte > r Verbindung. Drückt man auf die Taste und das Pedal, so würd durch einen finnreichen Mechanismus der elektrische Strom in den über der Saite gelegenen Magneten geleitet 'S Ueber die Mimik der Rassen. Von Paul Mantagazza. (Schluß.) Die Begrüßungen der Polpnesier sind alle sehr höflich rrnd werden von poetischen Worten begleitet. So sagt man in Tahiti und Rarotonga:„Möchtet Ihr mit Gott leben." Ba?Jaia»Brüderchen"; in Samoa und auf der Insel der Wilden:„Liebe sei mit Euch." Beim Scheiden sagt man in Samoa, sei es früh oder spät:„Wohl zu schlafen", den« für dieses Volt ist der Schlaf das Ideal der Glück- feligkeit. Der Nasenkuß ist fast allen Malapen eigen; es scheint als fügten die Annamiten ihm eine Art Wiehern hinzu Schweinfurth erzählt, daß, so wie er im Lande der MittoS eine„Seribe" betreten habe, man ihm sofort eine Erfrischung(Maismehlbrot und frisches Wasser, gebracht und ihm die Füße m,t frischem Wasser gewaschen habe; dann kamen von allen Seiten Besucher, die ihm Buttes Milch, Honig, Merissa u. s. w. brachten. Der Haß, der Zorn, die Verachtung werden fast in gleicher Weise von allen Völkern der Erde ausgedrückt, dies steht aus den Aufzeichnungen bei Darwin über die verschie- denste« Rassen hervor. Die Eingeborenen der AdmiralSinseln füUzf" keifpieläroetfe ihren Zorn aus, indem sie die Oberlippe heben, so daß sie mit den Zähnen fletschen, vie Brauen zu- drmmenziehen, den Kopf neigen und zwar in der Richtung Des Gegenstandes, der ihren Zorn entflammt. Ein anderer Qu: geboren er dieser Znsel zog alle GesichtSmuSkeln, beson- » Augenmuskeln krampfhaft zusammen. Und dieses �i!d kann man auch bei unS sehen. D»e Monbuttoo drückten ihr Erstaunen dadurch auS, »aß sie den Mund weit öffnen und ihn mit der Handfläche bedecken. Auch die Eingeborenen von Nordamerika scheinen da» Erstaunen auf gleiche Weise auszudrücken. Kommen wir nun zu den höheren Rassen und unter- suche« die Mimik der europäischen Völkerschaften, die unS und diese Saite angezogen. Es würde aber infolge dieser An« zichungskraft die Saite einfach an den Magneten fenhaften bleiben, wenn nicht eine weitere, beispiellos einfache Einrich- tung am Resonanzboden angebracht wäre, welche bewirkt, daß die Saite wieder losgelassen und sofort wieder angezogen, dann wieder losgelassen wird— kurz, daß sie jene gewallig große Anzahl von Schwingungen beschreibt, welche den Ton he. vor- bringen. Nochmals sei betont, daß diese Einrichtung, welche das Schwingen der Saiten bewirkt, von einer geradezu genialen Einfachheit ist, daß aber, da der Erfinder für diese Einrichtung ein Nachtragspatent nachgesucht hat, vorläufig noch Schweigen über dieselbe zu beobachten ist. Genug, der Ton, welcher er- zeugt wird, ist wunderbar und in den Höhen vergleichbar jenem idealen, welchen der Wind der AeolSharse erzeugt, in den mittleren Lagen jenem des Cello und in den Tiefen jenem vollen und mächtigen der Orgel. Was aber die Hauptsache ist der Ton kann in beliebiger Mächtigkeit so lange gehalten werden, wie man will. Hat der Hammer angeschlagen, so er- stirbt allmälig der Ton— er verklingt. Hier jedoch läßt man den Strom wirken, so lange es beliebt, und ebenso lange bleibt die Saite in Schwingungen und tönt. Man wird ermessen können, welche Einwirkung eine solche Möglichkeit, die Töne in jeder beliebigen Länge und in ungeschwächter Kraft halten zu können, auf die moderne KompofitionS weise haben wird. Uebri- genS erinnert die„Magd. Ztm" daran, daß die Verlängerung der Töne schon Cladny, der Begründer der modernen Akustik, angestrebt bat. WaS vor etwa hundert Jahren diesem, Ursprung- lich dem Rechtsstudium angehörenden Gelehrten vorgeschwebt, ist nunmehr von einem modernen Juristen praktisch verwirklicht worden. Augenblicklich wird von Seiten des Erfinders ein Flügel mit der betreffenden neuen Einrichtung versehen. Auch in diesem Falle ist die größte Genauigkeit und Präzision der Arbeit erforderlich. Hervorzuheben ist, ooß jedes Klavier, unbc- schadet des Hammerwerks, mit dem neuen Apparat versehen werden kann, so daß also mit oder ohne Elektrizität gespielt werden kann. ES dürfte nicht allzu lange dauern, bis das eltkirifche Klavier der Oeffentlichkeit vorgeführt wird." In den letzten Jahren werden namentlich von Seiten der Schule erhebliche Anstrengungen gemacht, um dem er- schreckenden Umsichgreifen des Stotterns Einhalt zu gebieten. So erfreulich dies ist, so genügt die Hilfe der Schule allein nickt, nur wenn die Familie selbst Hand mit anlegt, kann eine B.sserung des Leidens erzielt werden. Erwachsene sind nur Schwer von demselben zu befreien, will man das Stottern«in- >äinmen, so beginne man bereits im zarten Kindesalter damit. Wir können deshalb den Eltern stotternder Kinder nicht genug die Ralhfchläge empfehlen, welche sich in Dr. Klencke'S altem „Hauslexikon für Gesundheitslchre jc." über das Stottern de- fi-lden. Der, wenn wir nicht irren, verstorbene Versasser besaß bis in die 60er Jahre eine weltberühmte Heilanstalt für der- artig Leidende. Hier sind einige beherzigenswerthe Worte des erfahrenen Arztes:„In dm 300 Fällm von Stotternden, die wir zur Zeit unserer Hnlan stall behandelten, haben wir eine große Zahl erkannt, wo wir die Ursache des Uebels in der veriäumlen erziehenden Aufmerksamkeit der Mutter auf die Sprachentwicklung des Kindes nackweism konnten. Sobald das Kind die ersten Versuche zur Sylben- und Wortbildung beginnt, verfalle man ja nickt in den allgemeinen Fehler der meisten Mütter und alter Wärterinnen, anstatt darauf zu achten, daß da« Kind die möglichst reine Sprache der Er- wachsmm hören und nachahmm soll, die lallenden Töne des Kindes nachzubilden und sich darin mit ihm zu verständigen. Es wird nicht nur das Gehör des Kindes dadurch gründlich für schärfere Unterscheidung und Wohlklang verdorben, nicht nur die normale Sprachbilduna verzögert, sondern die Grund- läge zur Mangel- und fehlerhaften Artikulation gelegt, die meistens zeitlebens nachklingt. Immer spreche die Mutter und, unter derm strengster Obhut, auch die Wärterin und jede dienstthuende Perfon, jede« Wort, welches Vorstellung oder Phantasie des Kindes eben beschäftigt, klar und dcutfich vor, wiederhole es oft und ermuntere da« Kind, es möglichst rein und fehlerfrei nachzusprechen; hat es dte Fähigkeit hierzu er- langt, dann dulde man keine nachlässige, aus Unlust, Spielerei oder Unart mtstellte Sprachlaute, gebe dem Kinde das Be- eher, bis es das bezeichnende Wort, oder im der Entwicklung dm kleinen Satz nach klar und richtig ausspricht."...„Hat ein lebhafter Phantasie und geistiger Regsamkeit, -.. hastiger, vcrschwimmender, überstürzender oder polternder Sprache, so ist es durchaus erforderlich, demselben so früh als möglich einen Hemmschuh anzulegm, der aber nicht «ehrte nicht Fortschreiten Möglichkeit Kind bei Neigung zu viel bekannter sind, so finden wir auch hier bedeutende Uu- terschiede im Ausdruck derselben Empfindung. Auf diesem Gebiet finden wir die ersten Versuche einer ethnischm Phy- fiognomik schon bei dm alten Schnftstellem; aber sie alle verwechseln beständig die Gesichtszüge mit der Mimik, d. h. die unveränderlichen anatomischen Merkmale mit dm ver- änderlichen Bewegungen, d. h. mit dem Ausdruck. „Daß es Nationalphysioanomien wie Nationalcharaktere Sebe— sagt Lavater— ist schlechterdings unleugbar. Wer aran zweifelt, muß nie Menschen von verschiedenen Na- tionen gesehen, nie die äußerstm Enden zweier Nationen nebm einander gedacht haben... Ich werde nicht wieder- holen, was schon hin und wieder in diesm Fragmenten über diesm Punkt gesagt worden; nicht zu sagen nöthig haben, daß alles, was gesagt ist und hier noch gesagt werden kann, in keine Vergleichung mit dem kommt, was über diese äußerst wichtige Sache gesagt werden könnte. Genug, wenn dies ganz unbeträchtliche Fragment dazu dient— die Wich- tigkeit einer tieferm Untersuchung und genauem Bestimmung dieser Sache fühlbar zu machen! Gmug, wenn man em- pfindet, daß sie ein eigmes ausführliches Werk verdiente, das der auSdrücklichstm und überlegtestm Veranstaltung einer Akademie und der unmittelbarsten Unterstützung einer fürst- lichen Kasse würdig wäre." Möglich und wichtig für dm Philosophen und den Men- schen, den Dmker und Wirker ist die Naturgeschichte der Naiionalgcsichter. Sie ist einer der tiefstm, nnerschütter- lichstm Gründe der Physiognomik. Ich wiederhole, National» phyfiognomim und Nationalcharakter leugnen, heißt die Sonne am Himmel leugnm..." Das nmnt man das Problem verstehm und die Zu- kunft seiner Lösung ahnm. Doch sobald Lavater zu Einzel- Herten übergeht, giebt er unsichere und verwischte Züge. Wir drauchm nur zu sagen, daß, wmn man von seinen Be- obachtungen über nationale Physiognomik all' das streicht, was nur Umriß ist, herzlich wenig übrig bleibt. in der gewöhnlichm nutzlosm Phrase:„Sprich langsam!" besteht(denn das Kind weiß nicht, wie es da« langsame Sprechen anfangm soll, wmn es einmal im MittheilungSdranae des treibenden Gedankens, wie ein Wagm bergab gerollt wird, und nicht langsam zu denken versteht), sondern der einzig nchtige und natürliche Hemmschuh wird dadurch an die hastig sich überstürzende Sprache gelegt, daß man vom Kinde verlangt, die Endbuchstaben, namentlich Konsonanten einer jeden Silbe deutlich hören zu wollen, daß sie also deutlich, klar und scharf ausgesprochen werden; dabei soll das Kind sich Zeit lassm, gebörig tief einzuathmm und so viel Luft in die Brust zu füllen, daß diese für normale Redesätze ausreicht, und da« öftere, halbe, hastige Lusteinziehm mcht statt hat. Diese Maß- regel hält das Ueeereilm zurück, zwingt �daS Kmd, die Silben folgerecht nach einander zu betonen, hält dm Gedanken an, daß er nicht über die Silbm stolpert und überschlagt und ist zugleich eine natürliche Uebung der Sprachwerkzeuge in nor- malen Gruppcnbcwegungen, jedenfalls aber ein sickere« Vorbm- gungSmittel des Stotterns." Wenn der Verfasser werter schreibt:„Es wäre dringend zu wünschen, daß geschickte jünger« Aerzte sich dieses Zweiges der Heilkunst annähmen und sich ihm als Spezialärzte widmeten", so könnten wir dem nur beistimmen. Gin„Londoner" Hebel erschwerte in den gestrigen Morgenstunden die Passage in den Straßen Berlins ungemein und machte bis auf wenige Schritt das Erkmnm von Gegen- ständen unwöglich. Pferdebahnm und Omnibusse konnten sich frühzeitig nur ganz langsam vorwärts bewegm, um Unglücks- fälle zu vermeiden und muhten unsere TramwayS von ihren Klingeln fortwährend Gebrauch machen. Noch weit störender als in dm Straßen wirkte der Nebel auf dem Wasser, wo sich der Dunst undurchdringlich auf der Spree niedergelassm und auch nicht auf drei Schritt weit Aussicht gestattete. Der Schiffsverkehr mußte bis gegen 9 Uhr vollständig ruhen und erst in dm späten Vormittagsstunden, als die Sonne die Wolkenmasscn verdrängte, wurde die Spree wieder lebhafter. Dar Keschwichtigvng des Publikums, welches durch die behauptete Möglichkeit, daß Fleisch von der fiskalischen Ab- deckerci wieder in dm Handel gebracht werden kann, etwas be- unruhigt wordm ist, sucht die„D. Fl.-Ztg." den Nachweis zu sührm, daß es ganz unmöglich ist, auf der Abdeckerei fortgesetzt Fleisch zu stehlen. Der Geschäftsgang ist nach dem gedachten Blatte folgender:„Im polizeilichen Schlachihause auf dem Schlachthose wird das beschlagnahmte Fleisch bis auf die Diffe- renz eines Kilos gewogen, Lungen und Lebern werden dem Kutscher zugezählt, über Alles erhält der Kutscher einen Schein, der Wagen wird verschlossen, wozu Doppcl-Schlüssel vorhanden find, welche sich in Händm des Polizei- Schlachtdof-AusseherS und der Inspektoren der Abdeckerei befinden. Aus der Ab- deckerei wird jede Sendung durchgewogm, das Gewicht mit dm Wiegezetteln der Polizer verglichen und dann wird das Fleisch dm misprechcndm VerarbeitungSräumen zugeführt. Nicht sofort zur Verarbeitung kommende« Fleisch wird Nacht« unter sicherm Verschluß gelegt; zwei Wächter bewachen des Nachts die Räume. Zwei Inspektoren kontroliren fortwährend, so daß regelmäßige Diebstähle an Fleisch allerdings fast un- möglick erscheinen. Die Aushänge der Auktionatoren, namentlich wmn diese Versteigerungen vorr.cbmm, deren Zweck nicht ganz klar ist, werden, so weil es angeht, einer strengen Zensur unter- zogen. Diese Plakate bedürfen, wenn sie außerkalb de« Auktions- lokals angebracht werben, der polizeilichen Genehmigung und es wird dann darauf gehalten, daß Bezeichnungen und Aus- drücke, welche auf Elregung von Mißverständnissen berechnet sind, nicht gebraucht werden dürfen. Befinden sich die Plakate dagegen im Schaufmster oder hinter der Ladcnthür, so ist eine behördliche Genehmigung für diese Anbringung nicht er- forderlich. Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebensmittel im Monat September 1389 betrugen im Vergleich mit dm in Klammern beigefügten Durchschnittspreisen für Monat August 1389 nach der amtlichen„Statist. Korrespondenz" in Preußen für je tausend Kilo: Weizen 181(181) M., Rogam 158(155) M., Gerste 153(149) M., Hafer 152(157) M., Kocherbsm 222(220) M., Speisebohnen 294(298) M., Linsen 463(460) M., Kartoffeln 46,1(49,6) M., Richtstroh 59,8 (57) M., Heu 60,6(59,6) M.; für je ein Kilo Rindfleisch 1,22 (1,22) M., Schweinefleisch 1,43(1,41) M., Kalbfleisch 1,20 (1,18) M., Hammelfleisch 1,21(121) M., geräucherter inländischer Speck 1,80(1,74) M., Eßbutter 2,30(2,28) M., Weizen- mehl Nr. 1: 0,33(0,33) M., Roggmmehl Nr. 1: 0,27 Von den Franzosen sagt er, daß sie sich Haupt- sächlich durch ihre Zähne und die Art zu lachen auszeichnen. Die Schweizer haben kein nationales oder„generisches" physiognomischeS Merkmal, eS sei denn ihr freier' Blick. Indem er eingesteht, nur wenig Reisen gemacht zu haben, mtlehnt er bekannte und unbekannte Beobachtungen ver- schiedenen Gelehrten. Die Beobachtungen eines Darmstädter Literaten sind sehr scharfsinnig, doch giebt unS Lavater leider dessen Namen nicht an. Hier einige Auszüge: „Der Engländer ist in seinem Gang gerade, und er steht meistens, als ob ein Stock von dem Scheitel bis zur Sohle durchgestoßen wäre. Er verkündigt selten, wenn er weder redet, noch sich bewegt, den Geist und das Geschicke, da« er in so hohem Grade besitzt. Sein Auge schweigt und sucht nicht zu gefallen..." �. „Der Franzose... Sein Gang ist tanzend... Setn Gesicht ist offen und verkündigt tausend angenehme, lrebens- würdige Dinge beim ersten Anblick. Schweigen kann er nicht, es sei mit seinen Augm, seiner Zunge oder seinen übrigen GesichtSmuSkeln. Die Beredsamkeit seines Wesens ist oft betäubend— allein seine Gutmüthlgkeit wirft dm Mantel über alle seine Fehler. So sehr seine Gestalt sich vor anderm Nationm ausmalt, so schwer ist sie mit Wottm anzugebm. Nirgends sind so wenig feste, tiefe Züge und so viele Bewegung. Der Franzose ist ganz Mime, ganz Geberde, daher trügt der erste Totaleindruck seltm und ver- kündigt ihn immer, wer er ist..." Das Bild, welches dieser gute Darmstädter Bürger von dm Italienern entwirft, ist außerordentlich schmeichelhaft. In dem Werk LavaterS thäten die Künstler gut daran, dm Kupferstich Chodowiecki's zu studiren, auf welchem 28 nationale Typen mit ihrm charakteristischen Bewegungen und Zügm in kleinem Maßstabe dargestellt sind, Wenn wir aber, nachdem wir die Nebel der Bergan- genheit durchwandett haben, unS in eine reinere Atmosphäre (0,27) M., Javareis 0,55(0,55) M., mittlerer rober Java- kaffee 2,73(2,73) M., gelber gebrannter Javakaile 3,60 (3,61) M., inländisches Schweineschmalz 1.69(1,66) M. flür ein Schock Eier wurden durchschnittlich 3,30(3,07) M. gemhlt. Das Inkrafttreten de» Minterfahrplans der Neuen Berliner Pferdebahn- GesellschafI, welcher für den 15. Oltober festgesetzt war, mutzte wegen eingetretener Hindernisse halber noch verschoben werden und fahren daher die Wagen vorläufig noch nach dem Sommerfahrplan weiter. Die Giltig- keitSerklärung des neuen Planes mit den von uns bereits fignaliitrten JJlenderungen erfolgt in einigen Tagen. Die häufigen Zufammenstöße von Pferdebahnwagen an der abschüssigen Einmündung der Veteranen strotze in die an dieser Sielle überaus steile Brunnenstrahe, die leider schon so viele Unglücksfälle herbeigeführt, haben die Polizei zu der autzerordentuch praktischen Maßregel veranlaßt, daß die Pferde- bahn- Geleise bei den Steigungen der Brunnen- und Veteranen- straße bei nasser Witterung mit starken Sandlaaen bestreut werden müssen, um so das Bremsen an dieser Stelle zu er- möglichen und dadurch Zusammenstöße zu vermeiden. Auch(die Dieustleute Kerlin» haben sich jetzt eine eigene Kranken- und UnfallverhüiungSkasse gegründet. Die Beiträge zu derselben sind aus der Montimngskasse mit 18 M. für jeden Theilnehmer zu erlegen. Der erste wirkliche Frost in diesem Jahre hat sich in der vergangenen Nacht eingestellt. 1t Grad RSaumur unter Null zeigte das Thermometer auf freiem Felde, und bis zum frühen Morgen währte diese Temperatur, zumal die Strahlen her Sonne bis �um späten Vormittag von einem undurchdring- lichen Nebel zurückgebalten wurden. Der frühzeitig eingetretene Frost zwingt die Gärtner und Landleute zur Vorficht, und früher als sonst wird man die Winterarbeiten vornehmen müssen. „Am häusliche« Herde." Gegenwärtig schwebt beim Landgericht>1 erne Uniersuchungssache, die ein eigenthümlicheS Licht auf die Sittlichkeit der höheren Stände wirft. In einer hannoverschen Stadt lebt ein Thierarzt, dessen Frau eine junge Gesellschasrerin im Hause hielt. Zwischen Hausherrn und dem jungen Mädchen entspann sich ein intimes Verhältnitz, das Mädchen wurde schwanger und der Threrarzt brachte es nach Berlin bezw. nach Friedrichsberq und miethete es bei einer Hebamme ein, die wegen Verstöße gegen die Hebammen-Ord- nung die Konzession verloren hatte. Dort lebte die junge Dame zurückgezogen, bis sie einem Kinde das Leben geschenkt hatte. Die Hebamme a. D., eine sehr gefällige und für Geld zu allem bereite Frau, meldete das Kind der fremden Dame auf dem Standeeamte als das außecheliche Kind ihrer erwachsenen leiblichen Tochter an. Der Tntg glückte und die Hebamme wurde glänzend honorirt. Vor einiger Zeit starb aber die vorgeschobene Mutter, die Tochter der Hebamme, und nun wurve bei Gelegenheit der erneuten standesamtlichen Em« tragungen die Fälschung entdeckt. Gegen die Hebamme wurde darauf die Anklage wegen intellektueller Urkundenfälschung er- hoben und gegen den Thierarzt sowie gegen die Mutter des Kindes wegen Anstiftung und Beihilfe dazu. Das betreffende Kird wird nunmehr seinen ihm zukommenden Namen erhalten und nicht gänzlich als Waise aufwachsen, indessen gehört nicht viel Phantasie dazu, sich die verwickelten Konsequenzen auszu- malen, welche hätten entstehen können, wenn die Unterschiebung unentdeckt geblieben wäre. Mi« S-nfations-Uachrichten zusammen schrumpfe». Jn Alt-LandSberg ist vor 19 Jahren ein Raubmord v-rübt worden. Die Wirthin eines reichen EigenthümerS, Wittwe Wmdt, wurde am 17. Juli 1870 im Hause ihres Brotherrn ermordet aufgefunden. Eme Menge Geld und Wcrthsachen waren geraubt. Der Verdacht der Thäterschaft lenkte sich zuerst auf einen Kupferschmiedemeister NamenS Wilke, der eingesperrt, balo aber wieder entlassen wurde, weil sich der Verdacht als falsch erwies. Alsdann wurde ein Arbeiter Hoffmann verhaftet, der aber— ohne überführt worden zu fein— im Gefängnisse wahnsinnig wurde. Kürzlich erhielt nun das Amtsgericht in Alt-Landsberg— worüber auch fämmtliche Z itungen berichteten— die sensationelle Nachricht, daß die Schwester des oben erwähnten Hoffmann, eine Frau Horn, die mit ihrem Manne bereits vor mehreren Jahren nach Friedrichsberg verzogen ist, daselbst gestorben sei und auf ihrem Sterbebette ein Geständniß abgelegt hätte, nach welchem ihr Mann in Gemeinschaft mit ihrem in Berlin verstoibenen Bruder Hoffmann die That verübt habe. Natürlich haben sofort amtliche Ermittelungen stattaefunden, und da ist denn die Gesch chte so ziemlich bis auf Nichts zusammengeschrumpft. Die betreffende Frau Horn ist nämlich gar nicht gestorben, sie Die... W lebt noch heute, ist aber nervenschwach und es scheint, als ob Geistesstörungen in der Familie üblich seien. Sie hat daher auch auf dem Sterbebette kein Geständniß ablegen können und hat auch keinS abgelegt, sie bleibt vielmehr mit ihrem Manne im besten Einvernehmen, der seinerseits auch nicht nach jener Nachricht verschwunden ist, sondern nach wie vor in Friedrichsberg lebt. Wohl aber ist die Tochter des Horn, eine Frau Hinze, am 23. Februar 1888 im Klndbetlfieber verstorben. Von der Entbindung an bis zum Tode ist sie brwußt os ge- wefen, hat also auf dem Sterbebette auch nichts sagen können, wohl aber„soll" sie stüher zu einer Nachbarin gesaot haben: „Ich glaube nicht, daß mein Onkel Hoffmann den Mord be- gangen hat, eher glaube ich, daß es mein Vater gewesen ist!" Die ganze Geschichte scheint also wieder einmal auf müßges versetzen und korrekte Typen beschreiben wollen, welche einer wissenschaftlichen Kritik Stand halten, so befinden wir uns in Verlegenheit. Jeder von uns weiß aus dem kleinen Umfang seiner eigenen Erfahrung, wie verschieden die Mimik der Franzosen, Engländer und Spanier ist; allein diese Verschiedenheiten zu definiren und zu beschreiben, ist eine andere Sache, eine überaus schwierige. Jede italienische Provinz hat eine eigenthümliche Art, ihre eigenen Erregungen auszudrücken; während der Mailänder kräftig und gern lacht und darin den Kelten sehr ähnelt, ist der Cagliaritaner sehr ernst, weil er stark vonSpanien beeinflußt ist. Der ToSkaner ist der italienischste der Italiener, daher ist er am zurückhaltendsten und mißtrauischsten von allen. Während der Neapolitaner viel mit den Armen förmlich telegraphirt, ist der Romagnole grob und offen, und der Römer prägt allen seinen klassischen Bewegungen unsichtbar die weissagenden Buchstaben: 3.?. Q. R. auf. Die Mimik der Franzosen ist konzentrirt, lebhaft, heiter, die des Engländers hochmülhig und starr, die des Deutschen wohlwollend, aber immer unschön. Die Spanier und Por- tugresen gestikuliren wenig und sind auch in ihrem Gesicht sehr gefühllos, der Grund hierfür liegt wohl in asiatischen Ernflüssen und mehr noch darin, daß sie die Würde des Hidalgos nicht beeinträchtigen mögen. Viele slavische Völker sehen nicht gern ins Gesicht und haben eine sehr falsche Mimik. Die Skandinavier haben eine cytlopische starre Mimik, ohne Anmuth. Faßt man die Sache sehr allgemein, so kann man sagen, es giebt in Europa eine expansive und eine kon- zentrische Mimik. Beispiele für elftere geben die Italiener, Franzofen, Slaven, Russen; der zweiten: die Deutschen, Skandinavier und Spanier. Ebenso giebt es eine fehr schöne und anmuthsvolle Mimik, welche allen Völkern von griechisch-lateinischer Abkunft eigen. Geschwätz hinauezulaustn, zumal der Gatte der verstorbenen Frau, Arbeiter Hinze, der bereits wieder aeheirathet hat, mit seinem Schwiegervater Horn wegen ErbschaftSangelegenheiten in Feindschaftjjerathen ist. Eine„förmliche Seeschlacht" wurde dem„B. T." zu- folge vorgestern Nachmitlag in Berlin in der Nähe der Intel- brücke geliefert. Dort karambolirte ein von Hamburg kommen- der mit Kaufmannsgütern beladener Verdeckkahn, der am Jnselspeicher anlegen wollte, mit einem zu Thal fahrenden Steinkahn. Der auf letzterem beschäftigte Bootsmann war, obwohl er es gewesen ist, der die Fahrvorschriften außer Acht gelassen hatte, über den Zusammenstoß so ergrimmt, daß er aus dem Bord seines Fohrzeuges den Thännazel— einen etwa zwei Fuß langen Eisenstab, welcher durch die Bordwand geht und zum Befestigen des Ankers dient— herausriß und damit auf das VerSeck des„feindlichen Schiffes" hinübersprang, wo er den ihm entgegentretenden Eigner nach kurzem Wort- Wechsel mit dem erwähnten Nagel einen so wuchtigen Hieb auf den Kopf versetzte, daß der Getroffene mit einer klaffenden, stark blutenden Wunde zusammenbrach. Nun stürzten sich die Mannschaften des Verdeckkahns auf den brutalen Eindringling, entwaffneten ihn und... warfen ihn über Bord ins Wasser. Ein am anderen Ufer mit einem Obstkahn liegender Schiffer löste sofort sein Handboot vom Schiff und kam damit dem mit den Wellen Ringenden, welcher, wie die Mehrzahl der Schiffer und Fffcher, des Schwimmens unkundig ist, zu Hilfe. Er brachte auch sehr bald den von seiner Rauflust durch das un- steiwillige Bad abgekühlten Mann aufs Trockene und sodann auf seinen Steinkahn, mit dem er seine Fahrt fortsetzte. Der Verwundete wurde zu einem in der Wallftraße wohnenden Heilgehilfen geschafft, der ihm die erste Hilfe leistete.— Daß dieses„interessante" Schauspiel eine kolossale Menschenmenge angelockt und längere Zeit an Ort und Stelle gefesselt hat, versteht sich von selbst. Mutter«ud Tochker. An der Ecke der Bernauer- und Ackerstraße ging gestern Nachmittag gegen 4 Uhr eine etwa 40 Jahre alte, anständig gekleidete Frau ruhelos auf und ab. Sie stieß wine Reden aus und war mit einem Feuerhaken be- waffnet; da sie aber Niemandem etwas zu Leide that, so ließ man sie ruhig ihre Patrouille fortsetzen. Plötzlich aber kam eine Droschke zweiter Klasse in Sicht, in deren Fonds ein junger Mann und ein hübsches Mädchen saßen. Da stürzte die Frau auf die Droschke zu, schwang ihren Feuerhaken und schlug unbarmherzig auf da« Mädchen ein, das bald mit Blut bedeckt war. Auf der Wache des Polizeireviers in der Brun- nenstraße löste sich das Dunkel dieses geheimnißvollen Alten- tats. Die Thäterin ist die Mutter der Ueberfallenen und das Streitobjekt ist der junge Mann, der die Droschke mit dem Fräulein theilte. Seines Zeichens ist er Schlosser; er wohnte bei der ältlichen vnwittwelen Frau in Schlafstelle und Mutter und Tochter entbrannten für ihn in Liebe. Die Mutter wollte ihn sogar vom Fleck weg Heirathen, aber der Schlosser ent- schlüpfte ihr und schwur der Tochter ewige Treue. Das war zu viel für die gekränkte Frau; als sie sah, daß der Geliebte sie verschmähte, nahm sie an der Tochter Rache. Aber das Mädchen lehnte es auf der Polizeiwache ab, gegen die Mutter einen Strafantrag wegen Körperverletzung zu stellen, so daß sich dieselbe demnächst nur wegen groben Unfugs zu verant- warten haben wird. Gin traurige» Schicksal. Gestern früh 9 Uhr erschoß sich auf der Treppe vor der Wohnung ihres Bräutigams im Hauke Charloltenstraße 17 eine elegant gekleidete junge Dame, welche, wie festgestellt wurde, aus Ostende hierher gekommen war und im Kaiserhof logirte. Der betreffende Herr war plötz- lich aus genannter Stadt abgereist und hatte die Unglückliche, die sich als seine Braut betrachtete, heimlich verlassen. Trotz- dem von Hausbewohnern ein Arzt herbeigeholt worden, mußte der Zustand der Armen doch als hoffnungslos bezeichnet werden. Polizeiberlcht. In der Nacht vom 13. zum 14. d. M. wurde die unverehelichte Rosa Bemberger, als sie, von einem Ausgange nach ihrer Wohnung Scharrenstraße 7 zurückkehrend, auf der Treppe oben ein Streichholz anzündete, von einem unbekannt gebliebenen Mann überfallen und gewürgt. Hierbei fiel sie die Treppe hinab und erlitt einen Beinbruch, so daß sie nach der Charitee gebracht werden mußte.— Am 15. d. M. früh machte eine Frauensperson auf dem Flur des Hauses Eharlottenstraße 17 anscheinend einen Selbstmordversuch, indem sie au« einem mit einer Platzpatrone geladenen Revolver einen Schuß auf sich abgab. J-ffolge ihrer Erreoung brach sie ohn- mächtig zusammen und wurde nach der Charitee gebracht.— An demselben Tage Vo mittags verstarb eine Almosen- Empfängerin in der Wohnung des Bäckermeisters Kunze, Li'-ienstraße 232, plötzlich am Herz'chlag. Die Leiche wurde nach dem Schauhause geschafft.— Nachmittags desselben Tages wurden vor dem Hause Langestraße 13 und ebenso auch an der Ecke der Chaussee- und Kesselstraße zwei fünfjährige Knaben von einem GetchäftSwagen bezw. einer Droschke überfahren und erheblich verbtz'.— Um dieselbe Zeit wurde vor dem Hause Fruchtstraße 24 ein 13jähnger Knabe von einem Fuhrwerk uberfahren und erlitt starke Verlrtzungen am Kopf und innere Verletzungen, so daß er nach dem Krankenh-ule am Friedrichs- Hain gebracht werden mußte.— Am 15. d. M. fanden an vier verschiedenen Stellen kleinere Brände statt, welche von der Jeuerwehr gelöscht wurden. Vergnügungs" Chronik. Ludwig Karuay tritt in seinem„Berliner Theater" am Sonnabend, den 19. d. MtS., zum ersten Male in dreier Sarson auf und zwar spielt er die Titelrolle in FiUillet's Schauspiel jlll o n t j o y e". Nachdem die Direktion de» MaUuertheaters im Emverständmß mit den Autoren— den Ralhschlägen der Presse folgend— den dritten Akt der neuen GesangSposse:„Der Dompfaff" zweckmäßig kürzte, hat dieselbe an Erfolg und Zug- krall bedeutend gewonnen. Die Dienstagaufführung fand vor vollem Hause statt, welches der Vorstellung in animirtester Summung folgte und die Darsteller durch reiche Beifalls- spenden auszeichnete. Das bekannte Uergnügungs-Gtablissemeut„Gentz' taton" in der Ebasserstr. 10 wurde am Dienstag durch einen oendtisch neu eingeweiht. Der Nachfolger des alten Gentz, Herr F. W. Wolter, als langjähriger Oekonom des Schweizer- gaitens bereits vielen Berlinern bekannt geworden, hat das Lokal zu einem wahren Schmuckkästchen umgewandelt. Das Orchester ist zu einer Bühne mit künstlerisch ausgeführten Dekorationen umgebaut worden. Die Beleuchtung ist ganz neu und von glanzvoller Wirkung die Hauskapelle um das Doppelte verstackt. Der neue Besitzer will auch die Familien- ödende be, behalten, die sich schon unter dem alten Gentz einer sehr großen Beliebtheit erfreuten. Dieselben finden an jedem ersten Dienstage eines Monat» statt. Tckicotez.'. Kerlin er Theater. MarkgrafWaldemar. Trauer- spiel in 5 Aufzügen von Adolf Wilbrandt. Es war eine sonderbare Laune der Direktion, innerhalb so kurzer Zeit zwei Dramen zur Aufführung zu bringen, die nach §oim und Inhalt einander so ähnlich find, daß unbedingt ine? unter dem Anderen leiden muß. Wilbrandt's„Mark- graf Waldemar" liegt nicht nur dasselbe Motiv zu Grunde wie dem Schlller-Laube'schen„Demetrius", der bereits eine stattliche Reihe von Ausführungen am„Berliner Theater" er- lebt hat und infolge der Neubesetzung der Titelrolle durf 5 so ungewöhnlich interessanten und eigenartigen Küaßlll Kam» noch erleben wird. Die Tragödie Wilbrand'S zÄ auch so vielfach von der Schiller'schen beeinflußt, daß i»" ständig an letzteie erinnert wird und die Aehnlichstii Situationen auch dem Unbefangensten geradezu in die* springt. 1 Wilbrandt leidet an dem Fehler, an dem wir C?» mit wenigen Ausnahmen insgesammt kranken— an dcw® maß und der Einseitigkeit unserer Bildung. Wir m original zu sein, glauben aus der Tiefe unseres eigenen»j unserer eigenen schöpferischen Phantasie die Gestalten und? hervorzuholen, die in uns leben und nach Ausdruck f Und wenn wir genauer zusehen, sind es RsiN zenzen, blasse, blutlose Schemen, unbewußte düngen jener Gestalten und Bilder, welchen das ei»? Studium unserer Klassiker, unsere thorichte, nicht au« Leben, sondern aus Büchern geschöpfte Weisheit, unserck müthiae Abkehr von der Wirklichkeit zu einer so ausschlief Herrschaft über unsere Phantasie und unser gesammteS ge» Leben verhalfen. Daher der Mangel an Originalität i* Dramen unserer zeitgenö fischen deutschen Dramatiker..«' dieselben Probleme, welche sie immer wieder beschäftig� die sie nicht aus dem modernen Leben, nicht aus der uw baren Wiiklichkeit holen, die doch so reich sind an draiM Verwicklungen, an interessanten packenden Vorwürfen.. Ei immer dieselben stylisirlen Gestalten, denen ein so gering» dividuelleS Leben innewohnt, daß von jedem derben- wüchsigen Worte, welches irgend einer episodischen om den Mund gelegt wird, ein befteiender Hauch auSM scheint. Markgraf Waldemar von Brandenburg ist, wie es im Aller von 28 Jahren gcstorben und im Kloster zu beigesetzt worden. Sein Land ist, da er ohne NaibU. war, in die Hände der Wittelsbacher gefallen, die dass«». drücken und aussaugen, so daß die Marker voll Sehnsucht! glücklicheren Zeit gedenken und in ihrer Erinnerung Wal» als der Mann fortlebt, der allein dem Lande geben konnk ihm Roth thut. So kam es, daß die Sage sich der Gestalt Waldemars bemächtigte und eine Legende um sein Haupt daß man von seiner Rückkehr träumt und auf dieselbe l In Wahrheit ist Waldemar nicht tobt. Er ist als Pilg? Morgenland gezogen und dort in Gefangenschaft(£? Sein Neuer Begleiter auf seiner Pilgerfahrt war der meister Jakob Meinhard t, sein einstiger Knappe, ein Fettjj dem es eng war in der Beschränktheit seines klrinbürg«? Daseins und der mit Freuden seinem geliebten Herrn F alle Fährfichkeiten der Wanderschaft mit ihm theilte uaf ihm gefangen wurde. Nach mehr als 25jLhriger Gefangt»? war Waldemar in den Armen de« Freundes gestorben.. gemeinsame Leid hatte die beiden Männer einander ft gebracht, daß nicht nur alle Unterschiede des Stande«»»- Bildung zwischen ihnen geschwunden waren, sondern gewissermaßen zu einem einzigen Menschen verschmölze»� die Brust des Freundes hatte Waldemar Alles nieder� t was an Gedanken und Entwürfen für das Glück seine«!- in ihm lebte. Die lange Leidenszeit hatte Beide gereist in lyiu ivuir.«tnc muyc«ciuciiöjai ylllle?0ex0C 0Ci�»y geläutert und die letzten Worte des sterbenden Waldemar der Erinnerung an das gegollen, was sie gemeinsam p Zukunft BrandenbmgS geplant. ü Und nun, nach dem Tode Waldemar S, reist m d«u>5 Jakob'S der Entschluß, durchzuführen, was der To»!; höchstes Ziel erstrebt hat, das brandenburgische Volk .....— ral-B . r,_ irüaer�-. edelsten Motiven. Und da er in Wohiheit ein Schwan»». zu machen. auftritt. ernrevi yai, oas oranoenourglicye;üou wj .. Dazu ober gehört vor Allem, daß er als W»� Er ist also ein Betrüger, aber ein Betrüger aw' ___ w___■ cm t t• i /r- f ciu 44ii y uu et in iCDumycu«nu 00) ein Träumer, ein Phantast mit allerlei mystischen Neig»? glaubt er, seine Mission vollenden zu können, ohne eigenen Seele Schaden zu nehmen._ t Aber eS kommt, mir rs konr,.,«n muß. Ein« die andere nach sich; ein Konflikt löst den anderen ab»»*, der giübelt und philosophirt und mit allerlei nutzlosen derblichen Träumereien und Gewissensbissen die T lähmt, geht zu Grunde, wie er zu Grunde n ehemals sa noch kein Passus füh stellte den gang für( minister d« lisch zusam demgemäß RcchtSanw einer Bele Schutz des �rlamentc Knegsgerii welcher de -Kauf ange »u infurgi, bat, zum Kriegsgeich gegenüber gaben der vorliegend büße eve hat der E erwogen, Zeit er ei» nur zweiir «i» unterlag, «erichts l. liche Sich« Friedrich Lebensjahi Durch die in der M Nachmitta, Bierreise getrunkene «nd mack am Nord noch nicht befand.( vertrat mi Der Ange mit der E Gleich dai auf und be beide We, Augenbliö liefen dav bereit« fi» Ueberfallei theilt habe Angeklagt, aller Bork dabei, dai mann v wie der bat deshal dernder U gegen das des Zeug, zu wehreu sei. Die unter Zuk gegen den tn Antrag Antrage g Thatkraft muß. � ES ist der Widerspruch zwischen feinem Wollen un&l'j Können, an dem er zu Grunde geht. Ein energischer von gröberem Stoffe, von weniger zarter Empfindung, w? durch Reflexion in seiner Thatkraft gebrochm, hätte gcsM der Bessere unterliegen mußte. j Er ist eine tragische Gestalt, weit mehr als jener" Demetrius, der an seine Echtheit glaubte. Die vielverzweigten Fäden der Handlung hier in P «uie vieiverzweigien yaoen oer«anoiung yrer m 3 darzulegen ist unmöglich. Der Dichter hat sich selbst am»'" geschadet, indem er der Handlungsweise seines Helden, es ganz und gar überflüssig war, da sein Verhalten vo>»s men erk ärlich ist, ein so kleinliche«, persönliches Motiv.»? schiebt wie den Wunsch, sein eigen Fleisch und Blut aufi? Tdron aescdt»u leben. Versöniicker Ebraei». kleinliche E> u Thron gesetzt zu fehen. Persönlicher Ehrgeiz, kleinliche find fremde, unwahre� Züge in dem Charakter diefcsj»� Waldemars, dem es heiliger Ernst ist mit seiner Mrsfio» auch sein muß, wenn wir an ihn glauben sollen. i Auf die große Aehnlichkeit einiger und nicht dck wenigsten packenden Situationen in den beiden Drame»/ ich bereits hingewiesen; sie beeinträchtigen alle Wirkung Die Titelrolle wurde von Herrn Drach gespielt. Jflff es lieber gesehen, wenn ein Charakterspieler diese sch®� Rolle übernommen hätte, die von echter Tragik durchweg ober nichts Heldenhaftes an sich hat. Denn es ist ger»«� Widerspruch zwischen der reinen Menschlichkeit seines und dem niß der 8; genannte gegen die Juni-Abei mehrere 1 DönhoffSp Angeklagt« lassen, tr noch ein der letzter« legte der' signal zu von Hinte, Der Angel Krüger g, der Ängek Polireilieu die Ordnu die Antw thun, si> der Ängek geklagten, lehnende Ü für verhafi zu einer l! Nothpfeife wächler klagten später nac Lieutenant klagte wol sehr schro sein. Da Charakters und den Anforderungen an den Helden, roetö'j, NN ifm fMff. NN fiKNKN �Unlhptttnr 11t WWWW Schicksal an ihn stellt, an denen Waldemar zü Grundes � Die Vorstellung war auch d.esesMal emeabge� nichts störte, nichts beleidigte Auge und Ohr. Da« ist\ Haupt das Charakteristische den Vorstellungen des„ � Theaters"- die harmonische Ab, undung� der Gel», leistung. Dafür ist die Einzelleistung nur m sehr � ■ in Fällen eine hervorragende; die„Sterne" des Theater« zumeist nur dekorativen Zwecken und verbringen den 0'1 Theil des Jahre« auf Reisen, Gastspielen, was weiß ich-- „ Die Ausstattung des Stückes war eine sehr schön«\ würdige, malerisch und stimmungSooll.'wirkte gleich beim. ginn der Vorstellung die märkische Landschaft, die Mühst, dem Hügel im Hintergrunde, das Ganze belebt von den b»s-..... Trachicn der� lagernden Gruppen, die Trupps der Büßer? �och wieger« "'ifitm war in fehr angeregter StimmunS«andlunge, ' fturh tw*' , auf Gefängnis Gin artigen Un bas Schw befand sich der schwei häufigen S ab: Ihr eine Ehe staltete. der Bürger. DaS Publikum rief Dichter und Darsteller wiederholt hervor. .S Ci— a-g»« Nie„Nulk». Zeitung gerichtete.. m früheren tri«, mrnrsters Bronsart von Schellendorff, geftein vor der III. Strafkammer hiesigen Landgericht« l, handelt wurde, hatte noch der frühere verantwortliche Itur H-rmann T rescher zu vertreten. Unter Anklage 0,? »st tm Leitartrkel tn Nr. 289 der„Volks- Zeitung" unt-c'i ortschreitende Zersetzung". In demselben«ss»"«B a mnrnltfm j".03»« wohl llÄerfchrMWWWWW �, �WWWWW iir ausgeführt, daß der Minister v. Puttkamer moralisch zusaM???.»3»» woh, gebrochen sei und dann gesagt:„Als Bebel gestern(5.® o jVi" lull in vernichtender Rede den Ehrenberg-Fall darstellte, n»»�"' auch im Löwe Sch ihr Mann uiß grhabt Theile vei Mitleid fü Frau Low sie aufgcfo vor ihrer „verhauen' Während unglückselig Löwe mit Zeitlebens auf ihren! und ließ a nahmen di war der Kriegsminister eben da, wo sich Herr von P�Ä�uck T'm*' vor neun Monaten befand; keine Spur mehr von der st?,' � enollc und stolzen Haltung, mit welcher Herr Bronsart v. Scheu»» [e dmä f Känsl- nd's J«# daß an hnlichkil in bit» wir n beitu* mt m 0fnen0J cn um? ! druck � es W ßte � das o», icht aul uufff'i usschliE mteS S« naliliit U liker. � schäfti� der m»» dr°°F! rfen. ehemals sagte: Ueber die Schwelle meines Machtbereichs ist noch kein Hauch der Zersetzung gedrungen." Durch diesen PalluS fühlte sich Herr Bronsart von Schellendorf beleldigtund stellte den Stra�antrag. Der Staatsanwalt hielt die Beleidl- gung für eine recht schwere, da offenbar dem früheren Kriegs- minister der Vorwurf gemacht werde, dasi er ebenfalls»mora- lisch zusammengebrochen" sei. Der Staatsanwalt beantragte demgemäß 3 Monate Gefängniß. Der Vertheidrger Rechtsanwalt G. Kaufmann bestritt dagegen das Vorliegen einer Beleidigung und beanspruchte für den Angeklagten den Schutz des§ 193, weil es sich hier nur um eine Kritik eines parlamentarischen Vorganges handele. Thatsächlich habe doch das Kriegsgericht einen Mann wie Ehrenberg entwischen lassen, welcher den Plan von Wesel der französischen Regierung zum •Kauf angeboten, den Plan verfolgt hat, die Sozialdemokratie zu insurgiren, einen Aufruf an die Sozialdemokratie erlassen bat, zum Anarchismus überzugehen it. it. Die Haltung des Kriegsgerichts resp. des KrikgSministcrS einem solchen Manne gegenüber zu kritisiren, liege gewiß nicht außerhalb der Auf- gaben der Presse.— Der Gerichtshof hielt die Beleidigung sur vorliegend und verurtheilte den Angeklagten zu 599 M. Geld« büße event. SV Tagen Gefängniß. Bei der Strafabmessun» hat der Gerichtshof— wie der Vorsitjende publizirte— auch erwogen, daß der Angeklagte in den drei Jahren, in welcher Zeit er ein so oppositionelles Blatt, wie die„VolkSztg", redigirte, nur zweimal mit Geldstrafe belegt worden ist. Gin mit großer Frechheit begangener Straßenraub unterlag gestern der Prüfung des Schwurgerichts des Land- gerichts l. Auf der Anklagebank befand sich eine für die öff-nt- liche Sicherheit höchst gefährliche Persönlichkeit, Namens Karl Friedrich Waldemar Lempe, der seit seinem fünfzehnten L-bensjahre wenig aus dem Gefängnisse herausgekommen ist. Durch die Beweisaufnahme wurde folgendes festgestellt: Der in der Müllerstraße wohnhafte Fernsprechbeamte D. hatte am Nachmittage des 4. Juni mit einigen Kollegen eine Bierreise gemacht. Er scheute sich, in etwas an- getrunkenem Zustande seine Wohnung zu betreten >»—| und machte daher noch einen Spaziergang am Kanal 1 2 iti am Norduser entlang. Es war gegen 9 Uhr und Gesta"„uch nicht völlig dunkel, als er sich in der Nähe der Fennbrücke nHarg». befand. Hier begegnete ihm der Angeklagte, der ihm den Weg diescldel jj��t mit den Worten:„Geben Sie mir Geld zu Schnaps!" ls PuS° Der Angesprochene wich dem verdächtig aussehenden Menschen last 89 mit der Entgegnung aus, daß er kein Geld bei sich führe. Gleich darauf tauchte ein zweiter Mann hinter der Böschung auf und bevorD. noch einen Fluchtversuch machen konnte, umfaßten beide Wegelagerer ihn und rissen ihn zu Boden. Im nächsten Augenblicke ließen die Angreiser aber wieder von ihm ab und liefen davon. Mit sicherem Griffe hatten die Räuber sich aber bereits in den Besitz der Uhr und des Portemonnaies des Ueberfallencn gesetzt, sie mußten vorher die Rollen genau ver- theilt haben. Einen der Thäter gelang eS in der Person des Angeklagten zu ermitteln, seinen Genossen wollte derselbe trotz aller Vorhaltungen des Präsidenten nicht verrathen, er blieb dabei, daß er denselben nicht kenne. Staatsanwalt Opper- mann vertrat die Ansicht, daß derartige Menschen, wie der Angeklagte, in'S Zuchthaus g- hörten, er bat deshalb die Geschworenen, demselben die Zubilligung mil dernder Umstände zu versagen. Der Vertheidiger warf da gegen das Bedenken auf, oh nicht das einfache Niederreißen des Zeugen, der ja nicht einmal dm Versuch gemacht habe, sich zu webrm, nur als Diebstahl anstatt als Raub zu kennzeichnen sei. Die Gcschwormen entschieden im Sinne des Staatsanwalts unter Zubilligung mildemder Umstände, worauf der Letztere gegen den Angeklagtm eine Gefängnißstrafe von drei Jahren -in Antrag brachte. Das Urtheil des Gerichtshofs lautete dem Antrage gemäß. Gl« Zusammenstoß zwischen dem Baumeister DcckerS und dem Polizeilieutenant Krüger gelangte gestern zur Kennt niß der 87. Abtheilung des SchässengerichtS, vor dem der Erst genannte sich wegen Beamtenbeleidigung und Widerstands «egm die Staatsgewalt zu verantworten hatte. An einem Juni-Abende benutzte der Angeklagte, in dessen Begleitung sich mehrere Damen befanden, einen Pferdebahnwagen der Strecke Dönhoffsplatz— Rixdorf. Am Halleschen Thor wollte der Angeklagte kurz vor einer Haltestelle den Wagen ver- lassm, trotzdem der Schaffner ihm bedeutete, daß er noch einige Schritte weiter fahren müsse und als der letztere dann dm Wagen verließ, um eine Weiche zu stellen, legte der Angeklagte die Hand an die Zugleine, um da« Halte- signal zu gebm. In diesem Augmblick rief ihm eine Stimme von hintm zu:„Bitte unterlassm Sie das, es ist nicht erlaubt!" Der Angeklagte sah sich um und befand sich dem Polizeilieutenant Krüger gegmüber.„Sind Sie Pferdebahnbeamter?" fragte der Angeklagte dm Lieutmant.„Rein, wie Sie sehen bin ich Polizeilimtmant und als solcher habe ich die Verpflichtung, für die Ordnung im öffentlichen Verkehr einzutreten"— lautete die Antwort.„Wenn Sie so handeln, wie Sie es jetzt thun, sind Sie doch Pferdehahnbeamter", wiederholte der Angeklagte. Der Polizeilieutenant verlangte nun vom An- geklagten, daß derselbe sich legitimire, erhielt aber eine kurz ab- lehnende Antwort. Nun erklärte der Beamte den Angeklagten ffur verhaftet, da der Letztere aber nicht folgen wollte, kam es zu einer lann enden Szene. Der Lieutmant zog schließlich die Nothpferfe und nun eilten ihm ein Schutzmann und ein Nacht rvachter zur Hilfe, die die Uehertührung des Ange rlagten nach der Wache bewerkstelligten. Hier wie spater nach seiner Entlassung verfolgte der Angeklagte den Lieutenant noch mit beleidiaendm Aeußerungen. Der Ange klagte wollte durch die erste Anrede des Zeugen, die in einem lehr smroffen Tone gehalten sein sollte, gereizt worden n, weuvo rf?a"'c Beweisaufnahme ergab, daß der Polizeilieute- runde($"Ii k°0£0ur�ct' benommen, so erkannte der Gerichtshof abgerusF" f �"?!�"bliche Strafe, näm- 5 ift'jJ Gefängniß tm Nichtzahlungsfalle auf 30 Tage tr rntä.. n"r?" ickswere» Folgen begleitetes und unter eigen- sehr M n-« Oleumattentat beschäftigte gestem tatet«>3 laf Schwurgericht des Landgerichts I. Auf der Anklagebank befand sich die unverehelichte Albertine Pauline Grün, welche der schweren Korperveiletzung beschuldigt war. Sie legte von hausigen Nraneneraussm unterbrochen, folgmdes Geständniß ab: Ihr Bruder, der Maurer Grun, sei vor einigen Jahren eine Ehe eingegangen, die sich bald höchst unglücklich ge- staltete. Wiederholt hätte dessen Ehefrau bei ihrm Schwiegereltern in Weißensee Schutz vor den Miß- ihres Mannes suchen müffm. Dies sei derbes, chen A'lJ j auSM wie rij er zu 2 Na-bk-s e daffK ehnfuchll ig W« it fönni der :in F« inbürg Herrn nlte W Sefanze«? lorbe». der st., ,deS W dem b® !>inolzt»l nieder� seines� gereift. demar� nsam P in dern ö c Todft« Volk gP rls ffla'fi uaer� >chwol»� n Neig«? hne a«' n ab P*, ofen«"Jl die 2 S runde I" m uflbftjj her SHZ ung- te gesiW' jener � ier w*, ift omjfi ilden, lten vo� Motiv»J lut auf fj liche S'Z iiescS Mission' iicht dek� Dramen/ .'."Äz sie jch«? durchw�> st geradsi WS w'-l, n, xotWl dm »eiß ich-- schön-Z :ch betof, e Mühstj ? Büß-r*«aiwlegerel timmunr Handlungen dermaßen zu sich in ein Restaurant und die Angeklagte rüstete sich zur AuS- sührung. Bald kehrte Frau Löwe zurück, worauf die Ange- klagte die Straße überschritt, um ihr zu folgen. Auf dem Hausflur holte sie dieselbe ein. Sie vertrat ihr den Weg, holte die Flasche, die sie unter der Schürze versteckt gehalten und von der sie den Pfropfen bereits entfernt hatte, hervor und schüttete ,hr dm ganzen Inhalt ins Gesicht. Die Wirkung war eine furchtbare. Vor Schmerz fast wahnsinnig, taumelte Frau Löwe unter dem Ausrufe: Meine Augen! Meine Augen! gegen die Wand, die Attmtäterin lief davon. Frau Löwe wurde nach der Charrtee gebracht, das linke Auge war vollständig zerstört und mußte ausgenommen wirdm, um die Sehkraft des rechten Auges, welche ebmfalls gefährdet war, zu erhalten. Die Verletzte machte in der That einen abstoßmden Eindruck, als sie gestern als Zeugin erschien und Hut nebst Schleier entfemen mußte, damit die Geschworenen die argen Ver- Wüstungen, die die ätzende Flüssigkeit hervorgerufen hatte, in Augenschein nehmen konnten. Die leere Augenhöhle und ihre Umgebung ist so zerstört, daß ein Glasauge nicht hat ange- bracht werden können. Die Angeklagte behauptet«, daß ihre Schwägerin von der Anwendung der Schwefelsäure keine Ahnung gehabt, dieselbe habe vielmehr geglaubt, daß Fr. Löwe nur einige Ohrfeigen erhaltm sollte. Die Angeklagte leugnete nicht, daß sie die Zeugin Löwe hatte ent- stellen wollm, sie will die Wirkung der Säure auf die Augen aber nicht bekannt und keineswegs die Absicht ge- habt haben, die Zeugin zu blenden. Nach Schluß der kurzen Beweisaufnahme plädirte StaaiSanwalt Unger für Schuldig im vollen Umfange der Anklage, während der Vertheidiger, Rechtsanwalt Wronker, der Angeklagten mildemde Umstände zu erwirken suchte. Die Geschworenen erkanten aber keine Mil- derungSgründe an. Der Staatsanwalt beantragte eine drei- jährige Zuchthausstrafe, der Gerichtshof erkannte aber nur auf eine G e f ä n g n i ß st r a f e von gleicher Dauer. -rg- *5$5 5., nfloge A Zeitlebens mtstellt" Sszislo Itclunitrlrt. Achtung» Kild kauer I Die Werkstatt Wagner u. Seidel, Admiralstraße, ist gesperrt. Die Kommission.. -> �"n Juli d. I. geschehen. Frau Grün gab einer Frau I-' Schuld an dem Unglück ihrer Ehe, sie behauptete, daß kifc„"f* keiner Verheirathung mit derselben ein Verhält. aLunir, aufgenommen habe, nachdem beide Mitleid n,«en. Die Angeklagte sei von tiefem Frau LiinJ �t;-m�n,a�enn m von ebenso großem Haß gegen ue oiisni-k„ x l worden. Am 10. Juli habe ihre Schwägerin vor ibİ nai>»u begleiten, der Frau Zöwe .-lLohnung aufzulauem und dieselbe ordentlich zu Angeklagte erklärte sich hierzu bereit. zog, sei ihr die sicht der Frau -'X'.?us"hrm B�der'�"' und dadurch die�Ansiehungskraft ..unt-�I uus rhttn Bmder verlöre. Sre steckte eine leere Flasche zu sich «öwe wobnte x™ ��5"ach der Skalitzerstraße, woselbst Frau ch zusarNA«awe wohnte, die Flasche be, einem Kaufmann mit Schwefel- n<5. D-»i'aure füllen. Gegenuber d» Wohnung der Frau Löwe Verserrnrnlungerr. Gin« Versammlung des Allgemeinen Metall arbriter-Vereins Kerlins und Umgegend fand am 11. Ok- tober in Renz's Ball-Salon, Naunynstr., mit folgender Tages- ordnung statt: 1. Vortrag des Herrn Zubeil über das Koalitionsrecht. 2. Diskussion. 3. Der Strerk der Nürnberger Metallarbeiter. 4. Verschiedenes. Der Herr Referent betonte in seinem Vortrage, daß schon im Jahre 1869 dem Z 152 der Gewerbeordnung, welcher dem Arbeiter das Recht der Koalition gab, der§ 153 als Damoklesschwert angehängt wurde. Dieser Paragraph mache den ersteren vollständig illusorisch, denn er bedrohe schon denjenigen mit schwerer Strafe, der bei einem ausgedrochenen Strerk einen Streikbrecher an seinen Schwur, der Fahne treu zu bleiben, den er in der Versammlung durch Handausheben geleistet, auch nur mit einem Worte erinnere. Demgegenüber habe man nie gehört, daß die Gerichte wegen der schwarzen Listen der Unternehmer in Bewegung gesetzt wären, darum kümmere sich kein Staatsanwalt. So habe in Hamburg ein Töpfermeister einen Lohntarif an'seine Kollegen versandt, worauf seine sämmtlichen Arbeiter mit Namen ver- zeichnet standen und hinter jeden eine ehrenrührige Bemerkung gemacht worden war. Auf die erfolgte Denunziation lehnte die Staatsanwaltschaft ein Einschreiten ab, da hier der§ 153 nicht Platz greife. In neuerer Zeit versuche man dem Ar- beiter das schon so arg durchlöcherte Koalitionsrecht noch mehr zu beschneiden durch die kriminelle Bestrafung des Kontraklbruches. Sollte das Platz greifen, so wäre jede Bewegung zur Ercingung besserer Lohn, und Arbeitsbedingungen von vornherein aussichtslos; man steckt dann einfach die Strei- kenden, wenn ihrer nicht zu Viele find, sämmtlich ins Gefäng- niß. Bei gröberen Arbeitseinstellungen, wie z. B. dem Berg- arbeiterstreik oder den Streiks in größeren Städten, genüge es schon, da man nicht alle bestrafen kann, eine Anzahl heraus zu greifen, um jede Lohnbewegung zur Unmöglichkeit zu machen. Hiergegen Front zu machen, fei die heiligste Pflicht der Orga- msatronen; es müßten große Protestversammlungen ein- berufen werden, um womöglich auch den§ 153 aus der Ge- werbeordnung zu enlfernen. Reicher Beifall belohnte den Redner. Die Diskussion gestaltete sich sehr interessant. So wurde aus- geführt, daß beim Schwartzkopff'schen Formerstreik der Betriebs- ingemeur einem Arbeiter erklärt habe, er bekomme in 29 Fabriken keine Arbeit mehr. In Bcaunlchweig wurde den streikenden A-bertern das Betreten des Bahnhofs verboten, und bei einer der sungsten Gerichtsverhandlungen wurde ausgesprochen, daß es besser wirke, bei Vergehen gegen 8 153 Haf. strafen festzu- setzen, wen eine Geldstrafe doch nicht vom Angeklagten ge- tragen würde. Als in Bernburg beim Formerstreik der dortige Metallarbeiterverern einem zugereisten Kollegen mit Geld- Mitteln zur Abreise ausgestattet hatte, wurde der Verein auf Grund des§ 9 des Änhaltischcn VereinSgesetzeS aufgelöst. Dieser bestimme, daß, wenn ein Verein andere Ziele ver- folge oder andere Mittel anwende, als in den Statuten stehe, so kann die Behörde die Auflösung verfügen. Bei der letzten Eisenbahnarbeiterbewegung, worunter sich Arbeiter mit 1,75 M. Lohn pro Tag befanden, wurde denselben einfach er- klärt: Ihr habt kein Recht, Euch zu organifiren, für Euch ist die Gewerbeordnung nicht geschaffen, Ihr habt den Instanzen- weg zu beschreiten. Diese Bewegung ging denn auch zu Grunde. In seinem Schlußwort nimmt der Referent noch Gelegenheit, auf die hohe Bedeutung der Verkürzung der ArbeitSzert hinzuweisen. Dies habe das Kapital auch begriffen, deshalb die krampfhaften Anstrengungen, das Koalitionsrecht aus der Welt zu schaffen, seitdem die Arbeiter nicht allein um höheren Lohn kämpfen, sondem auch die Arbeitszeit zu ver- kürzen suchen. Die Konventionalstrafen, die die Unternehmer bei Streiks gegenseitig festsetzten, um zu verhüten, daß einer unter ihnen den Arbeitern Konzessionen mache, seien einklagbar, weil es freie Vereinbarungen sind; aber hinter jedem Arbeiter, der auch nur die geringste Einwirkung auf seine Kollegen versuche, stehe der§ 153 mit seinen Strafen. (Beifall.) Nachstehende Resolution fand einstimmige Annahme: Die heunge Versammlung des Allgemeinen Metallarbeiter-Ver- eins beschließt gegen jede Beschränkung des Koalitionsrechtes entschieden Front zu machen, und mit allen gesetzlichen Mitteln dahin zu wirken, daß derselbe uneingeschränkt aufrecht erhalten bleibt. Hierauf wurde der Streik der Nürnberger Metallar- beiter in der Maschinenfabrik von Schuckert einer Besprechung unterzogen: eS streiken wegen Maßregelung des Kollegen Bre- der zur Zeit 200 Mann. Die KommifstonSmitglieder Otto Klein, Ritterstraße 15, Paul Lltfin, Reichenbergerstraße 23 und Bicior KurgaS, Anlonstraße 6, sind bereit, freiwillige Beiträge entgegenzunehmen, auch sind dort Listen zu haben. Folgende Resolution wurde angenommen: Die„Versammlung des Allgemeinen MelallarbeitervereinS, welche am 11. Oktober bei Renz staltfand, erklärt sich mit den streikenden Nürnberger Kollegen soltdarrsch und versprickt, mit allen Kräften für d«e- selben elnzutreten." Unter Verschiedenem wurde beschlossen, das Bier der Aktienbrauerei Moabit, sowie der LipS'schen Brauerei FriedrichShain nicht zu trinken, bis dieselben ihre Säle zu Vir- sammlungen unentgeltlich hergeben(Die Brauerei Moabit hat bekanntlich bereits nachgegeben. Red.), ebenso die Produkte des Klingel-Bolle nicht mehr zu kaufen. Nachdem noch ein Antrag, der Vorstand möge dahin streben, daß Sanssouci seinen Saal unentgeltlich zu Versammlungen hergiebt, mit der Modifikatio n diesen Antrag der Lokalkommission zu überweisen, gleichfalls angenommen worden war, wurde die Versammlung gelchloffer. Der Fachverei« d«r Posamentirer und Deruf«» genossen tagte am Montag, den 14. d. M., im Lokale Alte Jakobstraße 85. Die Tagesordnung bestand au« 1. Rechnung«- legung, 2. Berufsstatistik, 3. Verschiedene» und Fragekasten. Ehe man in die Tagesordnung eintrat, theilte der Vorsttz.mde mit, daß der auf die heutige Tagesordnung gesetzte Vntrag deS Herrn Türk über„Die wirthschaftlichen Umwälzungen der französischen Revolution" nicht stattfinden könne, weil hierzu die polizeiliche Genehmigung nicht ertheilt sei. Hiernach ging man zum Rechenschaftsbericht über. Derselbe ergiebt folgendes Resultat: Für das 3. Quartal: Einnahme inkl. Bestand vom 2. Quartal 313,06 M., Ausgabe 214,85 M., mithin Bestand 98,21 M. Die Mitgl-ederzahl blieb dieselbe wie im vorigen Quartal, und zwar 145. Der zweite Punkt der Tagesordnung „Berufs statistik" wurde vertagt, da der Antragsteller nicht er- schienen war. Unter„Verschiedenes" theilt H.rr Röhden mit, daß die Arbeitseinstellung bei der Firma Sachs und Schwarz mit dem vollständigen Siege der Kollegen beendet sei. Ferner werden 20 M. auf Anregung Alschner's für die streikenden Feilenhauer bewilligt. Herr Skranewitz betont nun noch, daß, da die Kollegen der Goldarbeiterbranche unserer Organisation noch völlig fern stehen, es an der Zeit wäre, zu versuchen, dieselben an uns heranzuziehen, denn gerade unter diesen Kollegen herrschen noch die größten Mißstände und Un- klarheiten über die heutigen Verhältnisse, daß eS bedauernS- werth sei. Herr K. Hoffmann weist hierauf auf dm in nächster Zeit stattfindendm Vortrag über„Organisation der Arbeiter" hin, und ersuckit alle Mitglieder des Vereins unter den Gold- arbeitern der Posamentierbranche für den Besuch dieser Ver- sammlung eifrig zu agitirm, denn gerade dieser Äortrag biete denselben Gelegmheit, über Ziele und Nutzen der Organisation nachzudenkm. Nachdem noch Herr F. Berger die Kollegen ersucht, für den Verein tüchtig zu agitirm, um demselben immer mehr Mitglieder zuzuführen, schließt der Vorsitzende, da nichts mehr vorliegt, die Versammlung um llt Uhr. Der Fachverein der Buchbinder und verwandte» Kernfagenolsen hielt am Montag, dm 14. Oktober, im Ve-- einslokale, Annmstraße 16, seine dritte diesjährige Gern ml- Versammlung ab. Die Tagesordnung war folgende: 1. Ge- schäftS- und Kassmhericht des Vorstandes. 2. Bericht der Arbeits-Nachweis-Kommission. 3. Ersatzwahl zum Vorstande. 4. Statutenänderung. 5. Verschiedene« und Fragekasten.— Der Geschäftsbericht des Vorstandes ergab folgendes Resultat: Abgehalten wurden im letzten Quartal 1 Generalversammlung, ll Vereinsversammlungen, 12 Vorstandssitzungen und 1 außer- ordentliche Vorstandssitzung. In 7 VeceinSverfammlungen wurden Vorträge gehalten, außerdem wurde am 30. September«ne Kommission zur Aufnahme einer Statistik gewählt. Die avge- haltenen Vergnügungen bestanden in einer Kremserpartie und zwei gemülhlichm Abenden. Die Zahl der Mitglieder betrug am Schluß des Quartals 266 gegen 226 am Schluß drs vorigm Quartals, mithin eine Zunahme von 40 Müg'iederrr. Der Kossenbestand betrug am 1. Juli 159 M. 47 Pf., hierzu Einnahme im letzten Quartal 530 M. 35 Pf., Gesummt- summe 689 M. 82 Pf. Die Ausgaben betrugen 578 M. 5 Pf., bleibt ein Bestand von 111 M. 77 Pf. Laut Bericht der ArbeitsnachweiS-Kommission wurde der Arbeitsnachweis von 214 Kollegen benutzt, hiervon waren 145 Mitglieder des Vereins; nachgewiesen wurden 111 Stellen; Reisegeschenk wurde an 46 Kollegen verabfolgt. In der EcqänzungSwahl zum Vorstande wurde Kollege Panzer zum Beisitzer gewählt. Zum 4. Punkt der Tagesordnung, Statutenänderung betreffend, wurden vom Vorstande 11 Anträge, die den Titel und zehn Paragraphen de« Statuts, betreffen, zur Annahme empfohlen und mit Ausnahme von 2 Anträgen fast unverändert ange- nommen. Der erste Antrag betrifft den Titel des Vereins, der sich fortan„Fachverein der in Buchbindereien und verwandten Betrieben beschäftigten Arbeiter" benennt. Motivirt wurde dieser Antrag damit, daß der Verein nicht blas gelernten Berufsgenossen, sondem auch wie bisher den Hilfs- arbeitern Aufnahme gewähre, und dies somit auch im Titel ausgesprochen sein solle. Die übrigen Anträge betreffen d» Wahl deS Vorstandes, der femerhin in zwei General- Versammlungen(Januar und Juli) gewählt wird, einige kleine Abänderungen, die sich bei verschiedenen Paragraphen als nothwendig erwiesen. Unter Verschie- denem wurde beschlossen, die Vereinsversammlung am 4. November ausfallen zu lassen, um den Mitgliedem den Bc- such der am glerchen Tage stattfindenden öffentlichen Versamm- lung der Buchbinder ec. zu ermöglichen. Außerdem wurde vom Vorsitzenden darauf hmgewresen, daß der Verein am 9. November W 3. Strstungs est in Sternecker's Bürgersälen feiert und zu zahlreicher Betherligung ausgefordert. Silbertchmiede hielten am Dienstag eine öffentliche, äußerst gut besuchte Versammlung bei Feuer- stein. Alte Jakobstraße, ab, in der Herr Gottfried Schul» über die Nothwendigkest einer Organisation der oben bezeichneten Arberter sprach. Nach Wahl der Herren Faber, Zeuge, Damm und Bruckner rnS Bureau erhielt der Referent da« Wort und betonte Eingangs seiner Ausführungen, daß, wie jede Organ i- satron der Arbcrter eine KampfeSorganisation gegen das Unter. nehmerthum fer, auch� die heute zu gründende Front machen muffe gegen die Schäden, die im Gewerbe eingerissen sind. -Iis solche bezeichnete Redner zunächst die äußerst lange Arbeits- zeit, die mitunter bis 10 Uhr Abends dauere. Solch lange Arbeitszeit degenerire den Arbeiter nicht nur physisch und geistig, nein, sie wirke auch noch insosem unheilvoll, als durch dieselbe Tausenden von arbeitslosen, hungernden Kollegen die Möglichkeit genommen werde, Arbeit zu erhalten. Demgegenüber müsse ein achtstündiger Maximal- Arbeitstag erstrebt werden; durch diese Verringerung der Arbeitszeit werde für Tausende von„Vagabunden" Platz geschafft. Hand m Hand hiermit müsse eine Erhöhung des Lohnes gehen, da dieselbe nicht Schritt gehalten habe mit den sich fort und fort erhöhenden Ausgaben. Daß der Einzelne gegen die Uebergriffe machtlos sei, werde jeder zugeben; wa« er naturlicher als sich zu vereinigen und mit vereinten Kräften ich dem Kapital entgegenzustellen. Nur ein zentralifirter Ver- band könne hier im angedeuteten Sinne wirken, nur durch diesen sei man bei Lohnstreitigkeiten der Unterstützung der aus- wärtigen Kollegen sicher. Um immerwährende Fühlung mit letzteren zu halten, sei auch ein Fachorgan nöthrg. Nachdem Redner auf die Macht der Presse aufmerksam gemocht und zum Abonnement auf das in einer Probe- nummer vertheilte neuaegründete Fachblatt„Der Gold- arbeiter" aufgefordert, schließt Redner mit der Mahnung, einen Verband zu gründen, so groß und stark, wie der 1873 dem Ausnahmegesetz zum Opfer gefallene Verband, dann werte auch eine Zeit kommen, wo der Wohlstand jedem lacht und au« geisteslosen Krüppeln lebensfrohe Menschen macht.(Beifall.)— Nachdem in der Diskussion noch Herr Holtkamp in demselben Sinne gesprochen hall-, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„De w. Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Rcfe- renten einverstanden und beschließt, da nur durch eine Orgrni- sation eine wirkliche Abhilfe gegen alle geschäftlichen Schäden und Uebelstände erwirkt werden kann, die Gründung ein.s Fach verein«, wie dessen Anschluß an den Verband, und ist be- strebt, für dessen Ausbreitung und Machtstellung mit allen Kräften zu wirken; das Bureau wird mit der Wahrnehmung der Geschäfte bi» zur konstituirenden Versammlung betraut." Der Verband bezweckt: Erringung eines Minimalsarbeits- lohnes. Erringung einer Marimalarbeitszeit. Möglichste Ein- schränkung der Sonn- und Feiertags- und Nachfeierabendarbeit und Abschaffung des Akkord- resp. Stücklöhne«. Durch w-ffeu. Nr. 2� schaftliche Vorträg", gegenseitige technische, praktische Belehrung und Begründung von Lehrkursen, und in Schritt durch das Ver- dandsorgan. Gewähmng von unentgeltlichem Rechteschutz in ge» werblichen und solchen Streitigkeiten, in welche die Mitglieder in- folge ihrer VerbandSlhäligkeit gerathen, wie auch bei Anklage wegen Verfehlungen gegen§ 153 der Reichsgewerbeordnung. Errichtung von Herbergen und Arbeitsnachweis, sowie Pflege der Berufsstatistik. Gewährung von Subststenzmitteln nach Mahoabe der Vcrhältmss«; an solche im Rechtsstreit befind- liche Mitglieder, welche Mangels derselben gezwungen werden, abzureisen; an solche Mitglieder, welche auf Grund des Haft- pflicht- und UnfalloersicherungSgesetzes einen Prozeß ange- strengt haben. Ferner kann Unterstützung gewährt werden: 1. reisenden Mitgliedern; 2. verheiratheten Mitgliedern in dringenden Noihsällen; 3. solchen Mitgliedern, welche wegen ihrer Thätigkeit für den Verband oder infolge Aussperrung und so weiter arbeitslos werden. Das BeitrittSgeld beträgt M Pf., jrofiir Statut und Quittungsbuch verabfolgt wird; wöchentl cher Beitrag 10 Pf. Dem Verbände traten 200 Per- sonen als Mitglieder bei. Die Freie Vereinigung aller in der chirurgische« Branche beschäftigten Kerufsgenossen hielt am Montag, den 14. Oktober, eme zahlreich besuchte Generalversammlung ad mit der Tagesordnung: 1. Kassenbericht; 2. DiSkusfion über den Sstündigen Arbeitstag m unserer Branche; 3. Beschluß- sassung über unser Stiftungsfest; 4. Verschiedenes und Frage- kosten. Nachdem der Kassenbericht verlesen war, wurde zum 2. Punkt geschritten. Kollege Schmädike legt in klarer Weise den Kollegen ans H.r>, wie nolhwendig es ist, sobald wie möglich den Sstündigen Arbeitstag einzuführen. Im Sinne des Kollegen Schmädike betheiligten sich noch die Kollegen Schuster, PretoriuS, Hamm, O. Schmidt, Wedell, Fiebig und Werfst. Kollege Böhnke hatte Bedenken gegen einen Sstün« big n Arbeitstag und forderte, man solle erst den 9 sstündigen Arbeitstag einführen und die Akkordprcise erhöhen. Nach Schluß der Diskussion wurde folgende Resolution fast einstimmig ange- nommen:„Die heutige Generalversammlung der Freien Vereini- gung aller in der ckirurgischen Branchebeschäftrgten Berufsgenossen d-schiirßt, im nächsten Frühjahr den neunstündigen Arbeitstag einzusühren." Zum dritten Punkt wurde beschlossen, ein Sufmngssest abzuhalten, und die Kollegen Schmädike, O. Slbmidt und Nürnberger als Vergnügungskomitee gewählt. Unier Verschiedenem wurde beschlossen, den streikenden Feilen- dauern 30 M. aus der Vereinskasse zu bewilligen. Kollege Krause stellte den Antrag, nur bei solch?» Wirthen zu verkehren, welche von der Lokalkommission im„Berliner Volksblatt" be- könnt gemacht werden. Derselbe wurde einstimmig angenom- me». Kollege O. Schmidt forderte die Kollegen noch auf, recht zahlreich auf die beiden Ärbeiterblätter„Berliner Volksblatt" und„Berliner Volkstribüne" zu abonniren. Nachdem noch be- schloffen wurde, den VersawmlungSbericht auch in der„Berliner BsikStribüne" zu veröffentlichen, schloß der Vorfitzende die Ver- sammlung um 118 Uhr. Der Fachvereiu der Lithographie stein schleiser und Kernfsgenoflcn hielt am 14. d. M. in Bobert's Lokal, Wein st r. 11. seine Generalversammlung ab. Die Tagesordnung war: 1. Kassenbericht. 2. Beschlußfassung über den Arbeits- nochweis und das Stiftungsfest. 3. Verschiedenes. Der Kassenbericht ergab einen Bestand von 7395 M. und wurde dem Kassirer Drcharge ertheilt. Zu Punkt 2 nahm zunächst der Vorsitzende das Wort und brachte derselbe nochmals, den durch die Auflösung der letzten Versammlung nicht zum Aus- trag gebrachten Fall zur Sprache, wo Kollegen gegen die Jateressen des Vereins gehandelt hatten, indem dieselben durch Umgehen des Arbeitsnachweises, NichtvcreinSmitalieder in Stellung gebracht haben, während dessen Vereinsmitglieder ohne Beschäftigung waren. In der Diskussion wurde von ver- s�iedenen Rednern diese Handlungsweise scharf verurtheilt und detont, daß ein solches Vorgehen den Arbeitsnachweis in Miß- kredit brächte; es wurde hierauf folgen de Resolution angenommen: Zu Erwägung der Tragweite des Arbeitsnachweises in Bezug auf die Entwrckelung des Vereins, spricht die Versammlung ihr ti.fstes Bedauern aus, daß Kollegen, Vereinsmitglieder, selbst den Arbeitsnachweis nicht genügend unterstützen, und ver- uclheitt das zur Kenntniß des Vereins gelangte Verfahren, wonach beim Stellungswechsel der Arbeitsnachweis nicht be- �tünnchtigl wordep. und NichtMitglieder dadurch in Stellung ge- bracht, wogegen Mitglieder des Vereins zur Zeit ohne Stellung waren. Der Verein spricht in fernerer Erwägung des öffent- lichen Interesses des Vereins die sehnlichste Hoffnung aus, über derartige vereinSwidrige HandlungSweiscn nicht wieder verhandeln zu brauchen, um unliebsamen und schwerwiegendm Beschlüssen aus dem Wege zu gehen. Die Versammlung erklärt ferner, daß der Arbeitsnachweis von Herm F. Rose vünktlich und regelrecht gehandhabt worden ist und keinerlei Unregel- Mäßigkeiten von dcmse ben zur Kenntniß gekommen sind. Ueber die Feier desStiftungsf-steS entspann sich ebenfalls eine lebhafte Debatte, da das Schützenhaus schon kontraktlich festgemacht ist und der Verein der Ausfall des Festes den Schaden zu tragen hätte; auch hierzu war eme Resolution ein- gelaufen, wonach von einer Feier des Stiftungsfestes Abstand genommen werden soll, da das Schützenhaus nicht zu den Lokalen gehört, welche von der Lokalkommission empfohlen werden. Nach längerer DiSkusfion wurde jedoch die Sache bis zur nächsten Versammlung vertagt und der Vorstand beauftragt, nochmals mit dem Wirth des Schützenhauses zu unterhandeln, dann soll in der nächsten Versammlung ein endgiliiger Be- fchiuß gefaßt werden. Unter„ÄeischiedcneS" wurden für die streikenden Feilenhauer und Feilenschleifcr 15 M. bewilligt und schloß der Vorsitzende hierauf die Versammlung. Der Arbeits- , rachweis des Vereins befindet sich bei Hmn F. Rose, Landsberger ftrafie 16. Die Nereinignng de» Drechsler hielt am Montag, den 7. d. MtS., ihre regelmäßige Mitgliederversammlung bei Bolz- mann, Andreasstr. 2« ab. TageSordnuna: 1. Rechenschafts- bericht de« Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Wahl eines StreikkasfirerS. 4. Vortrag und Diskussion über die Kranken- baffe, Referent Kollege Hildebrandt. 5. Verschiedenes und Fragekosten. Zum 1. Punkt theilt der Vorfitzende mit, daß während feiner Thätigkeit, seit 5. August, 4 Versammlungen, 4 Vor- standSfitzungen und eine kombinirte Sitzung stattfanden. Es wurden von ihm 33 Briefe, welche ein Porto von 2,18 M. er- forbfirkn, �ed,g� verliest Kollege Kattge die Ab- ttchnunai Einnahme: Kassenbestand vom 2. Quartal 107,9 M., Mitzllederbeträge(748 4 10 Pf.) 74,80 M., für 48 Delegirten- mamn(4 10 Pf.) 4M) M., für ein Dublikat 0.20 M, Em- wttsgeld für 45 Mitglieder ß 50 Pf.) 22,50 M.. zusammen 113,09 M. Ausgabe: für Lokale 13,44 M., an die Hiiup. lasse gesandt 90 Mark, zusammen 103,44 Mark. Bleibt em Kassenbestand von 9 M. 65 Pf. Da die Rechnung wo» den Revisoren für richtig befunden ist, so wird dem Kassirer Decharge ertheilt. Zum Streikkasfirer wurde einstimmig Herr Berge r gewählt. Sodann erhieft Kollege Hildebrandt das Wort. Derselbe legte die verschiedenen Rechte und den Ratzen der einzelnen Kassen dar. Aus seinen Ausführungen ging hervor, daß die freien Hilfskassen in jeder Beziehung den undrrm Kassen vorzuziehen feien, weil in der fteien Hilst- fasse die Mitglieder die Selbstverwalter ihrer Kasse sind und uuch eine verhältnißmäßig höhere Unterstützung erhallen, vor allen Dingen aber auch in ihrem Selbstbewußtsern und in ihrer Selbstständigkeit befestigt werden, woraus es sich erklärt, daß die Hristkassen so großer Kontrole von Seiten derBehärden unterliegen. Zum Schluß forderte der Referent zu regem Beitritt in� die freien Hilst fassen auf. Der Vortrag rief eine lebhafte Dis- /uffion hervor, die im Sinne der Ausfübrungen des Referenten geführt wurde. Ein Kollege theilt noch mit, daß am 27. d. M., Vormittags, bei Bolzmann, Andreasstr. 26, eine Versammlung der Mitglieder der Kronkenkasse der Drechsler, OrtSverwaltung Berlin A, stattfindet. Eine kombinirte Versammlung der Ver- emiguna der Drechsler Deutschlands von den 4 OrtSverwal- tungen Berlins findet bei Orschel, Sebastianstr 39. statt am 16. Oktober, und eine Mitgliederversammlung der OrtSverwal- tung IV bei Gnadt, Brunnenstr. 38, am Montag, den 14. d. M., statt. Für einen kranken Kollegen aus Luckenwalde wur- den Beiträge zur Unterstützung an Kollegen Kattge abgegeben. Schluß H12 Uhr. Frievrichsderg. Am 1. d. M. tagte im Neustädter Volksgarten, Proskauerstraße, eine öffentliche Volksversammlung für Friedrichsberg und Umgegend. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt A. Stadthagen. 2. Gründung eines Wahlvereins. 3. Diskussion. 4. Ver- schiedenes. Nachdem die Herren Lange, Rosenkranz und Henkel in das Bureau gewählt, erhielt zu seinem Vortrage „Ueber das Koalitionsrecht der Arbeiter" Herr Stadthagen das Wort,(siehe den Bericht der Schneiderversammlung vom 29. September.) Nach Beendigung des mit vielem Beifall auf- Senommenen Refeiats gelangten folgende Resolutionen zurein- immigen Annahme: 1. Die heute am 1. Oktober 1889 Abends im Neustädter Volksgarten tagende öffentliche Volksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und erklärt, daß die Vcrtragsfreiheit für den einzelnen Arbeiter ohne das Koalitionsrecht werthloS ist und daß nur durch einen festen Zusammen- Schluß aller Arbeiter in Organisationen eine Besserung der Lage und Arbeitsbedingungen zu erreichen ist; sie erachtet eine Gesetzesbestimmung daher für noth- wendig, daß alle die noch bestehenden Beschränkungen des ÄoalitionSrechtS abgeschafft und diejenigen mit Strafe bedacht werden, die einen Arbeiter hindern oder zu hindern suchen, von seinem Koalitionsrecht Gebrauch zu machen. 2. In Anbetracht des immer näher Heramückenden Zeit- punktes der ReichStagSwahl und da fast sämwtliche ReichStagSwahlkreise ihre Kandidaten bisher proklamirt baden, beschließt die heutige Volksversammlung, den Kandidaten des Nieder- Barnimer Kreiles zu proklamiren und zwar den Rechtsanwalt Arthur Stadlhagen. Herr Stadthagen nahm die Kandidatur an und gelobte ein unentwegtes Festhalten an den gerechten Forderungen der Arbeiter. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung wurde be- schlössen, einen Wahlverein für Kreis Nieder-Barrim zu grün- den und dieserhalb ein provisorischer Vorstand gewählt, welcher mit der Ausarbeitung eines Statuts beauftragt wurde. Zur Dis- kussion sprachen die Herren Salewskn, Schade und Gadegast. Unter„Verschiedenes" kamen die h'esigen Lokalvcrhältnisse zur Sprache, die, wie Herr Plasse ausführte, geradezu trostlose wären, da den Arbeitern nicht einmal mehr zu Kassen- und gewerkschaftlichen Versammlungen geschweige denn zu politischen, eine Lokalität zur Verfügung stehe. Es wurde dem- zufolge ein aus der Mitte der Versammlung gestellter Antrag akzeptirt, eine Kommission von dm Mann für Friedrichsberg und Umgegend zu wählen, welche die Regelung dieser Angelegenheit energisch in die Hand zu nehmen bat. Auf Vorschlag werden hierzu en bloc die Herren Plasse, R. Werner, und A. Schulze ge- wählt. Nach Erledigung der Tagesordnung schloß der Vor- sitzende die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf den Kandidaten der Arbeiter, sowie auf das Gedeihen des zu bil- denden Wahlvereins. Die Kommission ersucht uns um Ausnahme des Folgenden: Im Anschluß an die letzterwähnte Angelegenhe t(Lokal- frage) theilen wir nunmehr mit, daß folgende Wirthe ihre Lokalitäten den Arbeitern zu Versammlungen nicht zur Ver- fügung stellen: 1. Spitzig, Frankfurter Allee 193, Ecke Kronprinzenstraße; 2. Müller, Frankfurter Chaussee 3(Kronprinz n:- Garten); 3. Paul, Rummelsburgerstraße(Deutscher Reichsgarten); 4. Susott, Frankfurter Allee 174(Z. Friedrich d. Gr.); 5. Peters, Rummelsburg(Cafe Belleoue); während im Gegentheil Herr Kamler, Rummelsbmg, Haupt- straße 11, sein Lokal zu jeder Angelegenheit hergiebt. Die Gründe dieser Herren Wirthe gipfeln alle in dem Refrain: „Wir müssen es mit der Polizei halten und die hiesigen Ver- hältnisse geben dieser alle Macht über und", während einzelne noch besondere Bemerkungen einflechten, wie Herr Susott „nicht für 1000 Thaler zu Versammlungen und dergl." oder PeterS„aber nicht für Sozialdemokraten", ja Herr Spitzig bs- merkte, daß er auch ohne die einzelnen Arbeitervereinigungkn cxistiren könne, während er und auch die anderen im Geg n- theil ganz genau wissen, daß sie ausschließlich von Arbeitern leben. Wir werden diese Liste in Kürze noch vervollständigen und bitten alle Arbeiter und Arbeitervereine uns kräftigst zu unter- stützen in dem Kampf um unsere gerechten Forderungen, denn auch auf diese Meise ist uns das Koalitionsrecht vollständig werthloS, wenn uns die Gelegenheit abgeschnitten wird, dasselbe zu unserer aller Besten auszunutzen und im Hinblick auf die nächsten Wahlen hierorts jede öffentlicke Agitation lahm gelegt wird. Ebenso möchten wir unsere Freunde aus der Stadt darauf aufmerksam machen, bei ihren SonntagSaus- flüaen nach hiesigen Tanzlokalen unsere Miiiheilm gen zu be- rüasichtigen, um nicht unsere Bemühungen gänzlich illusorisch zu machen. N»r»1«ig»«s vir Wal»r, Lacklrrr, Anstr»ick«r«nd v»r»-ani>t»r $rruf»»»). Mllgliedelversammlung am DoimcrS- lag. den 17. Onober, Abend»« Uhr. im Saale dl» Herrn Gnadt, Brunnen. straße 8«. TageSordnuna. 1. Kassenbericht. 2. Neuwahl de» gesananten zittal-Vorstandei und der VermaltungSbeamten. 3. Stellungnahm: zur General- Versammlung 4. Verlchsedene». N»r»in der Hlätimnsetiinrn- nah Handarbrltrrin»»»! Kri lina und ztmgevrnd. Große Versammlung am Donnerstag, der 17. Oktober, Abend» 8� Uhr, in Schneidet» Salon, Belforterstraß? 15. Tagesordnung I 1. Vortrag de» Herrn Pirch über Llcht und Schattcnlelte de» Großbetriebe». 2. Diskussion. 8. Ausnahme neuer M'tglsedcr. 4. Verschiedenes. Herren und Damen au» allen BerusSzweigen baden ZuKitt Zur Delkung der Unkosten finde» elne Teller sammlung statt. Um recht jahIretcM Grscheinen wird ersucht. vroft» ösfentlich» Prrlammlnng d»r Kand- und Aretssagen- schnetdrr, Kisch-«nd eochfräftr, Dekouptrer, Walzen, und GattcrsSgen- schneider, Hobler, Kehler, Epunder am Donnerstag, den 17. Oktober, Abend» 8X Uhr, tn Deigmllller» Salon, Alte Jakobstraße 48». Tagesordnung: 1. Die Nothwendtgkeit der Verkürzung der Arbeitizett. Resermt Herr Zubeil. 2. Dt». kusfion. 8. Verschiedene» Der Wichtigkeit der Tag-Sordnun» wegen tst e» Pflicht der Kollegen, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten finde! eine T-llersammlung statt.,„,.. Gests»,, tliche Wahle rv-rsammlung de» 14. Kommunal Wahlbezirks am Donnerstag, de» 17. Oktober cr. Abend» 8 Uhr, in.Schröder'» Salon", Manieusselstr. 9. Tagesordnung: X. Die bevorstehenden Stadlverordneten. wählen, pteserent■ G. Schulz. 2. DiSkusfion. 3. Wahl einlS Bezirks- IvmiteeS. Um recht zahlreichen Besuch ersucht da» Zentral-Wahlkamitee. Grost» östkentlich» Nirsainmtiing der Kand-„nd«reiesägrn- stchtuider, Sifih-„nd SohfcalOr, D«ko„pw»r, Wollen-„nd Gott»rsog«ns>hn»id,r, Sohlte, Kehlte„nd»pnndte a» Donnerstag, den 17. Oktober, AbendS 8)t Uhr, in Deigmllller'» Salon, Alte Iakobftr, 48a. Tagesordnung■ 1. Die Noihwendigkeit der Verkürzung der NvMtllzkU. Res.; terr Kr. Zubeil. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes- Der Wichtigkeit der ageSordnung wegen tst e» Pflicht der Kollegen, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen.— Zur Deckung der Unkosten findet eine Tcllersanimiung statt. Fachntrtln dte Kttindrnckee nnd§11Ho?enpHrn Seelin». Donnerstag, den 17 d, M. AbendS 8Zs Uhr in Jordan'» Salon, N'.ue Grlln> straße 28: Generalversammlung. TageSoidnung: 1. Kossenberichl. 2. Jahre». bericht. 8. Neuwahl de» gesamniten Vorstandes und der Nevisoren. 4. Bericht und Neuwahl der Rechtischußkommtsfion. 5. Bericht und Neuwahl der Unter. stüßungSkommIsfio». S. Bericht und Neuwahl de» Bibliothekars und Stellenver- mittler». 7. Verschiedene» und Kragetasien. Mitaiiegibuch legitimirt. Büste. weiche sich ai» Mitglieder aufnehmen lassen, haben Zukttt. Um recht zahl. reiche» und pünktlich.» Erscheinen ersucht der Vorstand.— Die am 20. d. M., in Kaufmann» Variete stattfindende Matinee beginnt statt um II erst um 12 Uhr. gil Fittatt 1(Kiid) dt» Ntetiniaung dt» dttttsVhtn Walt», S< Di ackietr, Knftetichtr nnd»t»n>andktn tf»euf»9»„olT»" hüll am wuneistag. den 17. Oktober, in Hossmairn'» Zenttal-Kestsülen, Oranienftr, 18», tbre regelmüßige Sürlgltederversammli» g ab mit der Tagesordnung; I. Viertel- iahribei icht, 2. Reiseunterstllßung. 8. Wabl der Ark-itSvermittelungSkommilfion, 4 Etatutenberathung, 5. Verschiedene», Um zahlreichci Erscheinen niÄ Bevollmächtigte Feei, Seetinlgung dt» Wnurt» Stelin» nnd V'Vf' Milglirderversammluirg am 17. Oktober, Abends 8 Uhr, tn Habel» v» B-rgmannstr, 7-8. TageSordnuna: I. Die D.rrwln'sche Lehre über N' stthung de» Menschen. 2 DiSkusfloa. 8. Verschiedene». Neue Mitgli-Ü» den aufgenommen. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Stetin in» Wohnung dt» Jnt»»»IT»n dt»«oft- nnd tnirtht Stelin« nnd Zlmgtgtnd. Kreiiag, den 18. d. M. N 4js Uhr, hei Herrn Grllndel, DreSdenersir. IIS: Generalversammlung. Ordnung; 1 Kassenbericht. 2. Neuwahl de» aesammten Barstaudci.». angelcgenheitm. 4. Verschiedene» und Kragekasten Um zahlreiche» und liche» Erscheinen ersticht der Vorstand. fit» pttdand dtntscht» WnlltrgtstUtn. Mitgliedschaft rcilag, den 18. Oktober, Abends 8z; Uhr in Zemtcr'i Saal, silü,. eine Versammlung ab. Tagesordnung: I. Arbeitszeit und ArbeitiloNck Ewssuß auf die Lebenshaltung des ArbeiterstandeZ. 2. Diskussion 8.0«» berildt. 4. Verschiedene» und Kragikasten. Um zahlreiche» Er schelle» criucht. Seonken-„nd Stgröbnistkosse dt» Ntrtin» siimmtltchM eufolilotlcn(Verwaltungiftelle 3) Mitgliederversammlung. Sonaad!»» 19 d. M. Abend» 8 Uhr, in Wolfi'S Restaurant, Brunnenstr, 85a. W* kommen., ptrtin«n» zitgtlnng dte gewteblichtn yeehöltnMt dte*»» Sonnabend, den 19 Oktober, erste» StiittmaSfest im Schwei, er-Gort» Kriedrichihain), Billet»(für Herren 50 Ps., Damm 25 Ps.s ssnd zu W den Herren Richard Schulz. Cbaussecstraße 8«: Holz, AngermünderfiiO Graffnnder lRestaurant) Zielhen. und Schwer instraßen. Ecke: Krankfurtcr«Nee III: Werschkc,«dalbertstraße 18. und im Arbeit««» DreSdenrrstroße 113. Knehon» Zeitdenoit Oeffentlickc Zischlerversammlung am 8« den 20. Oftober, VormittcgS 10X Uhr, für Friedenau. Steglitz und Mck Tagesordnung: l. Zweck und Ziele der gewerkschaftllchen Organisattelll Kollege Wiedemann- Berlin, 2, DiSkusfion, 3. Verschiedene» Um Erscheinen wird e> sucht. SekonntmoMnng. Dm Mitali- dern de» ,.E oz ia ld em okrsin Wahlverein» im vierten Berliner Reich» tagSwahiitö zur besonderen Nachricht, daß zur Entgeaennadme von B-itrügen« Zahlstellen bestehen: Im Osten: bei den Herren G. Tempel, Breill« und O. Heindorf. Lavgestt 70: im SC dosten: bei den Herren#2 Admtratstrcßc 40 und K Scholz, Wiangelstr. 82. In diesen Zahlftellt»« auch zu jeder Zeit neue Mitglieder ausgenommen. Ilihnmoehtitt» Steitn»! Vom Mittwoch, den 16 Okiober O-i findet sich der unentaeltlickc ArbeiiSnachwei» de» Fachvereln« der«Ib»«L Berlin» nicht mehr Ritterstr, 84, sondern Adalbertftr. 4. be! Hirschled. d 8-9. Sonntags 10-11 Uhr. ?»» Aei>tt1»nochwcio dt» Kloviteoehtitt» befindet 6". 20 Oktober ob Nauuvnftr. 78 bei Winzer. Die AdrcsienauSgade findfl) Abend von 8- 9ü lldr und Sonntags Vormittags von 10— inj Uhr, i« Mitglieder wie an Nichnnitglieder unentgeltlich ltatt. Ztnteol-Seookrn-„nd Sttehtkojst dt» Uschi»» und andüf werblicher Arbeiter.> gausstzeistr. 9 bei W.ltzerich nach Görtttzerstr 58 bei ToikSdorf.' Äbtheiung) AbendS 8 Mr Elisabcthsiraße 57-58.- Allgemeineer! (Motlf's Ueiegrapftrn-Kure««.) Dresden, 16. Oktober. Landtagswahlen. nunmehr übersehbaren Gesammtresultat haben„ Parteien einen Sitz von den Deulschfreisinnigen gewon?� einen an die Sozialdemokraten— im 36 ländlichen Stollberg— verloren. Die Sozialdemokraten gem nnrn Basel in Haft. Möns adaegangene und Mittags hiesigen Bahnhof angekommene Geschwindigkeit in die Halle wickle. Der Zug fuhr gegen die Prellböcke, welche wurden. Viele Passagiere erlitten Verletzung.,,. London, 16. Oktober. Heute früh 4 Uhr �ad( Kohlenbergwerk von Moßfield bei Longlon in Stafi� cine�Entzundung schlagender Wetter statt, während 70 Männer und Knaben in der Grube befanden. alsbald in's We>k gesetzten Rettungsarbeiten waren bi� Morgens 10 Arbeiter lebend und 3 Leichen zu Tage S Letztere waren entsetzlich verbrannt. Man hegt fürchtungen in Betreff der übrigen Arbeiter. Ä Kelgrad, 16. Oktober. Der radikale Klub wähllr äi Metrov'c zum Präsidenten, Jovanovic, Pcra und Macm r Vizepräsidenten, ferner 4 Sekretäre und beendete dor» s Berathung der Klubstatuten. Der liberale Klub wayu kunowic zum Präsidenten. � � �• n)' UeW-Uork» 16. Okt. Von Sterling(Californi�i ein Zusammenstoß zweier Züge, von der Burlinoton der Union-Pazisic-Railway, gemeldet; mehrere Perso»'� dabei getöotet und eine größere Anzahl verwundet wvro Nähcrc Angaben fehlen noch. Ziemer: von gauu»eiur.» ver»»I�eriai Iwlv uaorilpernr. s» Ott toitsoort. «tsang-, Auen- und neselline lltetint am Donnerstag: gcsangverein.Lüfttia" Abrnd« 9 Uhr tn Vettin'S Restaurant, VeleravJ - Gesangverein.Bretzeischluß" sbrnd» 8� Uhr im Reslauranl e« Alte Jakobstraße 38.— Männerge!angverein.Nordstern" Äbends> Restimrant Pohl, Mllllersttaße 7.— Schöfer'scher Gesangverein Abend» 9 Uhr bei Wols u. Krüger, Skalitzerstraße 126, Gesang.'*£, verein.Blüthenkranz" Abends 9 Ubr im Restaurant Brandeiiburgitlft�- Münnergeiangverein.Alerander" AdcndS 9 tlbr im Restaurant Roll Z. berg-rmaße 3.— Männergesangverein.KirmitaS" bei Kinner, Köptfl� Nr. 68.- Gesangverein Münnerchor.St. Urban" Abends 9 Uh! S strafe 9.- Mäunergelanhverein.LiedeSsreiheit" AbendS 9 Uhr im RA Mieael, Sttalauerstraße 57.— Gesangverein„Deutsche Siedertaiel 9 '_....--- Ue-M- JIV�_______„Deutsche Lieder tatet' 1 9 USr Köpnickerstraße 100.- Gesangverein„Norddeutsche Schleift"! von 9— 11 Unt Michaelkirchstraße 89.—„Brunonia" AbendS 9 Ubr"'S stunde bei Lehmann, Alerandrinenstraße 32.- Turnverein„Haftnbaibe"! Abtheilung) Abend» 8 Uhr Dieffenbachstraße 60-61.-„Berlimr TuraSZ schalt" l7. LehrlingS-Abtheilung) AbendS 8 Ubr in der städtischen N? Britzerstraße 17-18:— deSgl. 6. Münner-Ablbkilung Abends 8 UdrL städtischen Turnballe, Gubenerstraße 51.- Lübeck'scher Turnverein Stenographenvereili, Abtbeilung'..Louisenstad�, Abend»' Äl Ä ArendS'Icher Stenograr� Restaurant Preuß, Oranienftr. 51.— ArendS'Icher Stenograf .Phalanp" Abend» 8!j Uhr im Reftanrani»Zum Buckower Garten", straße 9.- Deutscher Verein Arendi'scher Stenograpben AbendS L H Heidt'S Restaurant, Koppenftr. 75, Unterricht und Uebung,— Berlftttt�j graphm-Vcrein tSvftem ArendS) Abend« 9 Ubr im Restaurant K-iedruA — Stolze'scher Stenograpbenverein.Nord-Berlin" Abend» 9 Ubr. W straße 44.— Verein der.Naturfreunde" Abend» 9 Uhr im Reslauras»!» straße 85.- Verein der Unruhstädter Abend» 8* Uhr im.KöntgstadA,' Hoijinarktftraße 72.- Verein ehemaliger F. W. Rettschlag'scher i. und 3� Donnerstag seden Monat» im Eafä Schüler, LandSdeHtt� Abend» 8 Uhr.- Rauchklub.Kernsviße" AbendS M Uhr im RestaiMz RüderSdorserstr 8.- Ranchklub.A-cona" Abb». 9 lldr bei Pasche, RettJj siratze 118— Rauchklub„Dezimalwaage" Abend» 9 Uhr im Restaur� KrautSslraße 48.— Rauchklub„Vorwärts" Abend« 9 Uhr bei Herv'"3 Restaurant„Zum Smbos", BreSlauerstraße 27.-„Orientaliich-' R-« AbendS 9 Ubr im Restaurant Wiechert, Oranieiislraße 8— Rauchklub» Piepe" AbendS 9 Uhr Rüdcrgdorferstraße 67 bei WundttlNv. " Abend» 9 Uhr bei Thiemermann, Skalitzerstraße «ve»ii.'v o uyi uci«.(fieincnnann,«laneerurassc oo.. c Thealeraesellschait„Adierschwtnge" Sitzung gj> Uhr Gartenstraße 14 d>>„ Musikvercin„Vorwärts" Uebung Abend» von 9—11 Uhr fsi'dieiCT "............--------- long nvciwv von e— Ii ugr Neue Mitglieder erwünscht.— VergnügungSvercin„Karinellv" AdenfJ Jnvalidenstraße 189. Gäste willkommen. Ausnahme neuer Mitglieder-' Naä! die W- zweiten Sitz in Limbach(Land) von der Forlschnt� Von 29 zu wählenden Abgeordneten wurdm 22 den K parieien Angehörige, 2 Mitglieder der Fortschrüft� 2 Deutschfreinnnige und 3 Sozialdemokraten gewählt. JJrnt, 16. Oktober. Der Bundesrath hat vis nannten Mitglieder der Anarchistenpartei wegen a fr'" Agitation für die revolutionären Ideen der Anarchifis? aus der Schweiz ausgewiesen: Christian Kempf von (Württemberg), Schreiner, Willibald Schmid von Zw (Baden), Schneider, Friedrich Püschel(s'iss Wolf) von � beck, Reg.-Bez. Stettin. Dieselben befinden sich zur ir Krüssel, 16. Oktober� Der heute Vormittag'' klsÄ ! � sich woh ein« hal tern un gekommi wärtS! Vvivfksflsn. j � mir>»l» h»!>it(f) nfttl. i Cltt töd plötzlich Nacht. Worin H Bei Antragen bitten wir die Abonnement». OuitMng beizufügen. Antwort wird nicht ertheilt. F. K. Rsteinsbrrgrrssr. Ihr Bericht ist schienen. Das gehl manchmal nicht so schnell. ib* H. L. Rur für Alimentengelder der Eheftau° � ehelichen Kinder, nicht für solche der unehelichen Lohnarrest zulässig. Verantwortlicher Redakteur: M.«ronhrtm in B-rlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW., Beuch straße 2.