foWdJite*. Kommbend, den 19. Oktober 1889« lerlinerDolteWoll Krgan für die Interessen der Arbeiter. dm«l . li h iÄ sg-!! S •m.*g '4 üwv Geprhilhke der öftcweidürdtcn Mvbeitersdlutzgefekj- gebung. Als vor einigen Jahren die österreichische Regierung in Gemeinschaft mit dem Parlament eine Reihe gesetz- geberischer Maßnahmen zum Schutze der arbeitenden Be- völkerung beschloß, da war ganz Europa davon überrascht und es fehlte nicht an Stimmen, welche in dm verschieden- stm Tonarten die Humanität der österreichischen Regierung, ii,re Einsicht und Weisheit priesm. Ohne diesen Ruhm zu schmälern, wollm wir doch annehmm, daß ihre Ent- ichließung leine freiwillige gewesen, vielmehr einer be- stimmten wirthschaftlichen und politischm Zwangslage ent- fp'ungen ist. Es hat in Oesterreich nämlich nie an Symptomen eines gewifsm Siechthums in den großen Volksmasicn gefehlt und liegt in demselben die zwingende Ursache der österreichischen „Sozialrefocm". Selbst der Regierung, die mit ihren "höheren" Staatsaufgaben hoch erhaben über allem Volke stand, konnte dieses Siechthum um so weniger ein Geheimniß bleibm, als es seit dem Anfang unseres Jahrhunderts in den jährlichen Rekrutirungsziffern bezw. in dm in erschreckender Dimension wachsmdm Zahl der Militär- untauglichen eine sehr beredte Sprache führte; allerdings hat es beinahe ein Jahrhundert gedauert, ehe die Regierung zu einer Entschließung gelangte. Sich auf die Geburts- und Geldaristokratie stützmd und deren Interessen zu Staats- intcresien erhebend, hatte sie eigentlich nie ein Auge dafür gehabt, daß unter der Herrschaft dieser zweiköpfigen Aristo- traiie der Volkswohlstand schwand und mit demselben zu- gleich die Volkskraft. Das Volk war bei allen Segnungen des Herrschafts- und Wirthschaftssystems seines Lebens nicht froh geworden. Es war, während seine Herren fett wurden, hungrig geblieben und schwach und kraftlos geworden. Daß die Mafsm hungerten, das konnte der Regierung ja gleich- giltig sein, aber daß sie schwach und militäruntauglich wurden, das war eine andere Sache. In welchem Maße diese Un- tauglichkeit sich entwickelt, das lasten die folgenden Zahlen rrkcanen. Nach dem statistischenJahreSbericht der österreichischenArmee kür 1885 waren in diesem Jahre nur 127 von 1000 StcllungSpflichtigen im Gesammtumfange der Monarchie für tauglich befundm wordm. Seit dem Jahre 1869 ist die Zahl der Untauglichen um 32 pCt. gestiegen. Um den etatmäßigen Armeebestand aufrecht zu erhalten, mußte sowohl ii den südslavischen wie in den ungarischen Theilen des Reiches die vierte Altersklaste aufgerufen werden. Im gleichen Jahre hat sich die riesige Zahl von 40 466 Personen IseuMekon. 'Flachdruck verboten t 16 «W ttr Germinsl. Sozialer Roman von Emile Zola. Einzig autorisirte Uebersetzung von Ernst Ziegler. „Jetzt bergauf! Hängen Sie Ihre Lampe in ein Knopf- loch und halten Sie sich an dem Holz fest!" rief Maheu, ebenfalls verschwindend.- Stephan kroch ihm nach. ES war eine Art Kamin, nicht weiter, als die hier nur sechzig Zentimeter mächtige Kohlenschicht: ein Aufgang, der die Arbeiter zu anderen Seitenwegen führen sollte. Der junge Mann war glücklicherweise schlank und schmächtig; ober, noch ungeübt, wand er sich nur mühsam aufwärts, sich mit beiden Händen an die Verzimmerung anklammernd und Schultern und Schenkel nachschiebend. Nach fünfzehn Meter Steigung begegneten sie dem ersten Ouergang. Aber sie mußt™ noch höher hinauf: der Arbeitsplatz Mahcu'S und feiner Kollegen war in der sechsten Galerie, in der„Hölle", sie sagten. Und von fünfzehn zu fünfzehn Meter pmg's immer höher in diesem engen Schlauch, der ihnen Vrust und Nacken wund riß. Stephan athmete schwer; seine Hände bluteten, seine Beine schmerzten, und die �.ust war so heiß und so dumpf, daß ihm war, als wolle fem Blut zu allen Adern herauispringen. In einer Seitenstrecke sah er zwei gebückte Gestalten Karren vor sich hinschieben: eS waren Lydia und die Mou- yuette. Noch galt es, zwei Galerien zu passiren. Der Schweiß rann ihm von der Stirne und verdunkelte seinen Blick; er meinte nimmermehr den Anderen nachzukommen, denn sie klommen geschickt, man vernahm nur das Rascheln dem Militärdienste durch ungesetzliche Auswanderung ent- zogen. Die günstigsten Ziffern zeigen, wohl der besteren Lebensverhältnisse wegen, die Uebersichten der großen Städte Wien, Budapest und Prag, die ungünstigsten das polnische Galizien, wo der Adel die Bauern in halber Leibeigenschaft hält und wo neben allem sonstigen Elend die Branntwein- pest grassirt. Dem schlechten Stande der physischen Kraft des Volkes entspricht auch nach dem statistischen Jahresberichte derjenige der geistigen. Von 1000 Rekruten konnten nur 639 schreiben. In den letzten vier Jahren hat sich die Zahl nur um 15 auf 1000 gebessert. Im Jahre 1878 zählte man, als auf 1000 Untersuchte im ganzen Reich 181 Taugliche gefunden wurden, in den Agrikulturländern Kroatien und Slavonien 236, in Oester- reich 214, in Fiume und Gebiet 212, in dem Küstenlande 208, in Tirol und Voralberg 194, in Dalmatien 190 Militär- taugliche. Dagegen lieferten die drei industriellen Länder Mähren, Schlesien und Böhmen nur 176, resp. 169 und 152 Taug- liche von 1000 Stellungspflichtigen. Die Industrieländer weisen auch eine größere Zahl der Gebrechlichen auf als die Agrikulturländer. Dr. I. Singer weist in seinem Buche„Ueber die sozialen Zustände in den Fabrikbezirken des nordöstlichen Böhmens nach, daß im Bezirke Reichenberg, Stadt, bei den in den Jahren 1881, 1882 und 1883 stattgefundenen Re- krutirungen der Prozentsatz der Tauglichen der Gesammt- bevölkerung 6, unter den Fabrikarbeitern aber nur 2,3 be- trug. Im Bezirke Braunau wgren die entsprechenden Ver- hältnißzahlcn 16,5 und 4,6, in Gablonz 9,1 und 4,4, in Trautenau 12,2 und 5,7, in Turnau sogar 19,9 und 3,3. Diese Zahlen sind von erschrecklicher Deutlichkeit. ES ist nicht eine Volksklasse, eS ist vielmehr das ganze Volk vom Siechthum erfaßt, allerdings die industrielle Bevölkerung in höherem Maße als die landwirthschaftliche, aber auch diese noch in so furchtbarer Weise, daß der Regienmg schließ- lich nichts weiter übrig blieb, als ernstlich an Rettungs- maßregeln zu denken. Es konnte vorerst keinem Zweifel unterliegen, daß die Abnahme der Volkskraft der Ausfluß bestimmter sozialer und politischer Einrichtungen des Staates selbst war. Die harten Steine der ausbeuterischen Aristokratie waren es gewesen, die den Volkswohlstand und die Volkskraft zermalmt hatten. Diese Aristokratie aber bildet, wie schon gesagt, die Hauptstütze der österreichi- schen Monarchie! Die Konsequenz einer solchen Sachlage liegt auf der Hand. Sollte das Volk wieder zu Kraft und Gesundheit gelangen, dann waren Maßnahmen erforderlich, die tief in das Fleisch des Staatskörpers einschnitten, ja sogar seinen ganzen Aufbau in Frage stellen. Maßregeln zur Wiederherstellung der gesunkenen Volks- kraft mußten getroffen werden. Das war ein Gebot der und Schaben ihrer Kleider an dem Holzwerk, zwischen dem sie sich emporschoben. „Muth! Wir sind am Feldort!" rief Katharina. Sie waren zur Stelle. Eine andere Stimme be- grüßte sie: „Was? Ist das auch eine Art? Ich komme zwei Kilo- meter weit von Monsou und bin der Erste?" Es war Chaval, ein schlanker Mensch von fünfund- zwanzig Jahren, groß und knochig mit markirten Zügen. Er war ärgerlich, daß er hatte warten müssen, und als er Stephan erblickte, fragte er überrascht und barschen Tons: „Was ist das?" Maheu erklärte ihm die Sache, doch er brummte: „Gut so! Da werden also die Männer den Mädchen das Geld vor der Nase weg verdienen!" Stephan und Ehaval blickten einander an. In ihren Augen loderte jener Ausdruck instinktiven Hasses, welcher oft plötzlich zwischen zwei Menschen entflammt. Stephan hatte ihn nicht verstanden, aber er merkte die Absicht, zu be- leidigen. Alle schwiegen. Jeder ging an seine Arbeit. In dieser Stunde wühlten an siebenhundert Bergleute in diesem riesigen Ameisenhaufen, das immense Gestein nach allen Richtungen durchnagend, wie der Wurm im alten Holz frißt. Und in dieser still vergrabenen Nacht hätte derjenige, der sein Ohr an den Felsen lehnte, das Kramen all dieser menschlichen Insekten vernommen, hätte alle Geräusche ae- hört von dem Auf- und Niederschwirren des Grubenseils bis zu dem ewigen Tiktak der eisernen Keilhauen, welche die Kohle brechen und bersten. Stephan wurde, sich umdrehend, wieder dicht anKatha- rinen gedrängt; diesmal aber fühlte er die Rundung ihres Busens und verstand plötzlich jene Wärme, die ihr Arm rhm mitgetheilt hatte: „Ach, Du bist ein Mädchen?" flüsterte er verdutzt. Sie aniwortele mit ihrem munteren Lächeln auf oen Nothwendigkeit. Die Regierung fügte sich derselben und suchte dieses Ziel durch ein freilich immerhin bescheidenes Gesetz, durch das Gewerbegesetz, zu erreichen. Gegen den früheren schrankenlosen Zustand bedeutet dasselbe einen großen Fortschritt und kann man nur wünschen, daß dessen Bestimmungen baldmöglichst verallgemeinert, d. h auch auf das Gewerbe ausgedehnt würde. Jndeß wäre es wohl zu optimistisch, davon die Gesundung und Erstar- kung des österreichischen Volkes zu erwarten. Eine gewisse Besserung in einzelnen Beziehungen wird zweifellos eintreten, aber im allgemeinen bleiben die Verhältnisse davon unberührt und unverändert. Denn hat der Staat den in- dustriellen Arbeitern auch die Möglichkeit zur Erholung ae- währt, so sind ihnen doch dieMittel vorenthalten, von dieser Möglichkeit einen ausreichenden Gebrauch zu machen. Die traurigen Lohnverhältnisse sind die gleichen geblieben, die Unsicherheit der Existenz hat sich nicht verän- dert, der Arbeiter ist gedrückt geblieben.— Die„Sozial- reform"— und sie besteht denn doch in Oesterreich in an- deren, wirksameren Maßregeln als in einigen unzulänglichen Versicherungsgesetzen— hat die soziale Frage in Oesterreich nicht gelöst, sie ist blos ein schwacher Anfang zur Verbesse- rung der Verhältnisse unter dem gegenwärtigen Wirthschafts- system. An dieses selbst muß die Hand gelegt werden, wenn es wirklich anders werden soll und eS wird dazu kommen müssen, die eiserne Nothwendigkeit wird unerbittlich dazu drängen. M-aurefpimdeujen. Zürich, 16. Oktober. Das in Bern domizilirte Zentral'- komitee der f o z i a l d e m o kr a t i s ch c n P a r t e i der Schweiz richtet aus Anlaß des am 27. d.M. in Bern statt- findenden statutengemäßen Parteitages folgenden kurzen Aufruf an„alle schweizerischen Sozialdemokraten": „Werths Genossen! ... Die politische Zeitlage ruft die schweizerischen Sozialdemokraten dringender als je zur Sammlung, und so soll denn unser Parteitag die Gelegenheit bieten, die Reihen der ent- schlossenen Kämpfer für die Befreiung der Arbeit dichter und fester zu schließen. Jeder aufrichtige und rückhaltslos für die Einführung der Sozialdemokratie entschiedene schweizerische Gesinnungsgenosse ist daher an unserem Parteitage willkommen, ob er nun bereits eine Parteimitgliedskarte besitze oder erst der Partei beizutreten wünsche. Die hauptsächlichsten Traktanden des Parteitages find: A. Jahres- und Kassenbericht. L. Wahl des Vorortes. C. Ausstellung des Arbeitsprogramms pro 1389/90. D. Stellung Der Partei zu der nun fest organifirten eidgenössischen politischen Ausnahmevolizei. Die nächsten eidgenössischen Neuwahlen. ?. Unvorhergesehenes. Lippen, ohne zu erröthen: „Gewiß!— Aber Du hast Zeit gebraucht, um es zu merken!" Drittes Kapitel. DaS langsam aufsteigende Flötz, die Kohlenader, war an der Stelle, wo Maheu und seine Genossen arbeiteten, nicht dicker, als vielleicht fünfzig Zentimeter. Die vier Häuer mußten bei ihrer Arbeit mit gebogenem Nacken auf der Seite liegen und im erhobenen Ärme ihre kurze Haue halten, während sie sich mit Ellenbogen und Knie in dem aus- gehauenen Loche vorwärtsschoben. Sie hatten Jeder einen Raum von vielleicht vier Meter Länge zuertheilt; Bretter trennten sie, um das Rollen der Kohle zu verhindern. Zu unterst lag Zacharias, höher hinauf kam Levaque, dann Chaval und ganz oben endlich arbeitete Maheu. Es galt, die Kohle aus ihrem schmalen Bette heraus- zuschälen. Man machte erst ein Loch unter dem Lager; dann, wenn die Ader unten bloSgelegt war, hreb man zwei vertikale Einschnitte, trieb sein Eisen in den oberen der- selben und platzte den ganzen Block herab. Die Kohle war fett und das abgetriebene Stück zerbrach, während es dem Häuer über Leib und Beine bis hinab zu dem Brett rollte; nach und nach staute sie sich auf, der Mann ver- schwand dahinter und schien wie eingemauert in dem schmalen Spalt. Maheu hatte den schwierigsten Posten. Dort oben wuchs die Temperatur bis zu fünfunddreißig Grad; die Luft zirkulirte nicht und wurde geradezu lebensgefährlich. Er hatte seine Lampe an einem Nagel, dicht bei seinem Kopfe fixirt; dort brannte sie ihm auf dem Schädel und machte sein Blut steden. Dazu kam, daß dem Gestein über ihm, einige Zentrmeter von seinem Gesicht entfernt, Wasser entquoll, welches unaufhörlich in großen Tropfen mit hartnäckiger Regelmäßigkeit immer auf denselben Punkt herabfiel. Er mochte den Kopf drehen wie er wollte, immer wieder klatschten ihm diese Tropfen in's Gesicht. Nach einer Die Verhandlungen beginnen Vannittags 9 Nhr und finden im großen Saale des Cafe Meiropote(fiüher Cafe Rütli) statt." Betreffs des beendigten Referendumsfeldzuges sagt das leitende Partcikomitce in einem offiziellen Kreis- schreiben: »Die Referenduinsbiwegung gegen den Genernlanwalt hat eine Zahl von ca. 26 000 Stimmen ergeben; das Referendum ist also gescheitert. Doch ist die Bewegung als solche keines- wegS refuliatlos verlaufen. Im Gegentheil kann unsere Partei, die zum ersten Male vollständig auf eigenen Füßen und un- abhängig von allen anderen bürgerlichen Parteien in eine volilische Aktion eintrat, sich eines nicht zu unterschätzenden Achtungserfolges rühmen. Sie kann dieses um so mchr, als die große ultiamontane Partei im Verein mit einem Theil der Konservativen die nöthige Zahl Referendumsunterschriften gegen das Konkursgesetz, wie man allmälig deutlicher verfichern hört, nicht zusammengebracht hat, wenn man die zur Giltigkeit der Unterschrift zu erfüllenden gesetzlichen Vorschriften genau zur Anwendung gebracht hätte. Wenn man bedenkt, daß wir nur über wenige Blätter verfügen, daß unsere finanziellen Mittel äußerst beschränkt find, daß salich verstandener Patriotismus gegen uns m's Feld geführt wurde, das ein Theil des Grütli- vereinS sich ablehnend verhielt, fürchtend, die sog. Sozialreform ins Stocken zu bringen, abgesehen von all' den sonstigen Hindernissen, die uns in den Weg gelegt wurden, so bildet die Zahl der 26 000 Unterschriften ein Kontingent, das fich bei der nächsten Gelegenheit leicht auf 30 000 vermehren läßt. Sollte der Protest der 26 000 gegen den weiteren Ausbau der politischen Polizei nicht genügen, so werden die 30 000 sicher oufmarschrren.— Rom ist auch nicht an einem Tage erbaut worden." Der Bundesanwalt, Herr Scherb, tritt sein Amt erst am 21. Oktoder an. Die Sozialdemokraten rüsten sich bereits zu seinem Empfange. So veröffentlicht die tan des- politische Kommission des A r b e i t er b u n d e s Basel im»Arbeiterfreund" folgendes Aviso an die sozial- demokratischen Arbeiter: „Außer den bekannten»Heldenthaten", durch die sich unsere politische Polizei in der jüngsten Zeit hervorthat, hatte man in den Arbeilerkreisen hier und da Gelegenheit, Kenntn'ß zu erhalten von kleinlichen, weniger auffälligen Chikanen, Nach- forschungen u. s. w., deren Opfer offenbar aus politisch-polizeilichen Giünden einzelne Personen, Schweizer wie Ausländer, seitens von Polizeiorganen geworden find. Es fehlten aber gewöhnlich die näheren Angaben, welche erst eine Veröffent- lichung des Falles oder eine Beschwerde bei der zuständigen Behörde ermöglicht hätten. Allem Anschein nach geschah es in der Regel aus falscher Scheu oder aus Furcht vor weiteren Chikanen, daß die Betroffenen unterließen, fich der gegen sie ungerechter Weise ergriffenen Maßregeln zu erwehren und eventuell die Organe der organisirten Arbeiterschaft um ihren Rath und ihre Hilfe anzugehen. Mit diesem stillen Ertragen politisch-polizeilicher Maßrege- lungen wird aber die politische Polizei in ihren Anmaßungen bestärkt, es wird ihr faktisch ein förmliches Privilegium ertheilt, unbegründeter und ungesetzlicher Weise ruhige Bürger zu maß- regeln. Soll die politische Polizei, diese einer Republik höchst un- würdige Institution, wirksam bekämpft werden, so muß ihr Treiben, wo möglich bis ins Einzelne hinein, allem Volke klargelegt und ihren Eingriffen in die persönliche Freiheit der Bürger, je nach Laae des Falls, auf dem Wege der Be- schwcrde an obere B.Hörden oder der gerichtlichen Klage möglichst entgegengetreten werden. Keine Handlung der po* litischen Polizei sollte deshalb verborgen und ungeahndet bleiben. Der politischen Polizei auf allen ihren Pfaden nachzu- gehen, ihre Handlungen unnachsichtlich der Ocffentlichkeit zu übergeben und sie, bei augenscheinlicher Ueberschreitung ihrer Kompetenzen amtlich zur Rechenschast zu ziehen, erachten wir als Pflicht nicht nur jedes unserer Parteigenossen, son- dern jedes freigefinntcn Mannes, jedes aufiichligen Republi- kaners. Wir richten deshalb an alle Diejenigen, gleichgiltig ob Schweizer oder Ausländer und ob emer Arbeiterverbindung angehörend oder nicht, welche, ohne durch ungesetzliche Hand- lungen dazu Anlaß gegeben zu haben, politisch-polizeilicher Beauffichtiguna oder sonstiger Maßregelung anheimgefallen find, sowie alle diejenigen, welchen solche Fälle bekannt gc- worden find, der Redaktion des»Basler Arbeiterfreund" zu Händen unserer Kommission jeweilen sofort Kcnntniß zu geben. Indem wir aber einerseits ein Gewicht darauf legen, daß uns in dieser Hinsicht nichts verschwiegen und uns vorge- kommene Fälle in allen Einzelheiten mitgelheilt werden, müssen wir andererseits ebenso sehr darauf dringen, daß man bei allen Angaben streng bei der Wahrheit bleibe und selbst in untergeordneten Punkten sich peinlichster Genauigkeit befleißige. Unwahre und ungenaue Angaben nützen unserer guten Sache nicht nur nichts, sondern schaden ihr vielmehr. Viertelstunde war er durchnäßt, dabei schweißgebadet, rauchte der ganze Mann wie ein Waschtrog. Ein'Tropfen hatte eS auf sein Auge abgesehen; er fluchte, aber er wollte nicht weichen und hieb mit wilder Kraft in den FelS, zwischen dem er eingezwängt lag, wie ein Insekt zwischen zwei Blättern eines Buches. Kein Wort wurde gewechselt; sie klopften Alle; man hörte nichts, wie diese unregelmäßigen Schläge, halbgedämpft und wie aus der Ferne kommend, mit ihrem heiseren Ton, ohne ein Echo in dem todten Gewölbe. Das Dunkel, jetzt von Kohlenstaub beschwert, schien noch schwärzer und unergründ- licher, sich unsindbar verlierend in den Gasen, welche die Luft tränkten und an den Augenlidern zogen, und aus denen die brennenden Dochte der Lampen unter ihren metallenen Hüten wie trüb glühende Punkte blickten. Man unterschied nichts mehr; der Ort glich einem breiten, flachen, schrägen Kamin, worin der Nuß von zehn Wintern eine ewige Nacht aufgestapelt hatte. Gespenstige Formen bewegten sich darin. Im Schatten der Lampen sah man die Rundung eines Schenkels, die Muskeln eines Armes oder ein geschwärztes, wie zu einem Verbrechen geschminktes Gesicht. Zuweilen leuchteten herabbrechende Kohlcnstücke plötzlich mit krystallenem Glanz auf, dann versank Alles wieder in Schwarz; die ein- gepferchten Männer klopften, schwer athmend, ihre dumpfen Schläge, und das Wasser sickerte, leise rieselnd herab. Zacharias, dessen Arm schlaff war vom Vergnügen des Sonntags, legte bald seine Haue aus der Hand und erklärte, er wolle verzimmern; eine Aibeit, wobei er pfeifen und ge- dankenlos in's Leere starren konnte. Es waren schon drei Meter ausgehauen, n eiche die Arbeiter, geizig mit ihrer Zeit, sorglos unterlassen hatten, zu stützen. „Heda!" rief er zu Stephan,„bring' mir Holz herauf!" Stephan, der von Käthen lernte, sich seiner Schaufel zu bedienen, holte Holz herbei, welches noch vom vorigen Tage übrig geblieben war; eS pflegte jeden Morgen, im Voraus in der richtigen Größe geschnitten, nach den Arbeitsplätzen geschafft zu werden. „Heilige Faulheit!" mach' doch schnell!" rief Zacha- rias nochmals, als er Stephan, die Anne mit vier eichenen Die Redaktion dcS„Basier Arbeiterfreund" wird alle ihr zur Kenntniß gebrachen Fälle vorläufig prüfen und je nach ihrem Guifinden sie entweder veröffentlichen oder behufs weiterer Behandlung resp. näherer Prüfung unserer Kommission zuweisen. Wir hoffen, in unser m gerechten Kampfe gegen die politische Polizei von den Paitcizenoffen wie von allen srerdenkenden Leuten ihitkräftig unterstützt zu weiden." W.e soeben aus Bern telegraphisch gemeldet wird, hat der BundeSralh die aus Anlaß der Anorchsten-Untersuchung verhafteten und bisher in Basel gefangen gehaltenen drei Deutschen, Kämpf, Schmidt und Püschel, aus dem Gebiete der Eidgenossenschaft ausgewiesen. Obwohl bei der Manifest- Affrire niöbt direkt beiheiligt, sollen sie sonst thätiae Mitglieder der anarchistllchen Propaganda gewesen sein. — Ebenfalls aus der Bundrsstodt wird die Beendigung der wegen des Anarchisten- Manifestes gepflogenen Untersuchung berichtet. Der provisorisch bestellt« Bundesanwalt Stockmar soll gegen drei die Anklage beantragen; dieselben sind Schweizerbürger. In E I a w y l(Kanton St. Gallen) hatten gelegentlich der Wahlen in den VelsaffungSiaih einig« Liberale die Grü?- lianer„Anarchisten",»Hallunken",»Wühler" u. s. w. geschimpft, was diese fich nicht gefallen ließen, sondern drei der Verlcum- der verklagten. Dieselben wurden auch vom Richter der Belei- digung für schuldig befunden und zu 15, 20 und 30 Fr. Strafe, zu den Kosten und zur Veiöffcnilichung der SatissaktionS- ertheilung in zwei Blättern verurtheilt. Zu der Angelegenheit des von der schweizerischen Regierung im dortigen Amtsblatt« steckbrieflich verfolgten Zauberers und Majestätsbeleidigers I ä g a l i aus Seen bei Winterthur (also ein Schweizerbürger) bemerkt die„Arbeiterstimme": „Es steht nun fest, daß nicht die Regierung des Kantons Schwyz, sondern die eidgenöflsche Oberbehöide selbst die poli' zeiliche Ausschreibung des„Zauberers" Jäggli anordnete, der sich— wie wir milsheilten— nicht gerade rühmend über den deutschen Kaiser aussprach. Die Ausschreibung sei nöthig ge- wesen, weil man den Aufenthalt Herrn JägaliS nicht kannte. Man meldet auch, daß der Genannte weinend bat, seinen un- schuldigen Worten keine weitere Folge zu geben. Hat man demselben so zugesetzt, daß er aus lauter Angst verpaß, daß wir in der„freien" Schweiz leben, in welcher doch hoffentlich noch Richter zu finden find, welche den Republikaner gegenüber der „Katzenbuckelei" vor den Monarchien in Schutz nelmen? Die Äusjchreibung war gesetzlich ungerechtfertigt. Jeder Ein- wohr.er des Landes niuß eine Klage aussetzen, ehe der Unter- suchungSrichter in dergleichen Sachen einschreiten darf nach Recht und Gesetz, das auch der BundeSralh zu beachten hat. Eine Klage ist nach den Mittheilungen der TageSpreffe vom Klagberechtigten, dem deutschen Kaiser nicht erfolgt. Der deutsche Gesandte in Bern ließ eine Untersuchung darüber an- ordnen, was Herr Jäggli über seinen Herrn gesagt habe. Daß die amtliche Untersuchung angeordnet wurde einem Kaiser wegen, der in unseren Augen nicht anders gewerthet werden kann, als der einfachste Bürger, ist ein Ausfluß des Bestrebens mancher Kreise:„Ruhe um jeden Preis" zu habcn, eine Verletzung des Grundsatzes: Gleiches Recht für Alle!—" Ferner:»Daß die Photographien der auSgewiescnen Russen dcr deuischen und daher jedenfalls auch der russischen Polizei ausgeliefert wurden, ist nicht bestritten worden. Daß man nun telbft von lang- ansälfigen Deutschen politische Leumundszeugnisse selbst in den mächtigsten Kantonen verlangt, kann nicht bestritten werden. Und- da rühmt man noch die mannhafte Haltung des Bundes- ralhes'vor Königsthronen!!—— Bundeeanwalt hin und Bundesanwalt her, Pflicht einer wirklich republikanischen Press« ist eS, alle Uebcignffe der Behörden zu kennzeichnen, sonst werden wir unterjocht." x>olitisUre OlebevNUrt. Es kommt, wie mir vorausgrsagt habe», die Re- gierung giebt den ihr angesonnenen Versuch auf, vom Boden dcr AuSn.ahmegesctzgebung den Uebergang zum gemeinen Recht zu finden und„begnügt" sich mit der Verlängeiung des jetzigen Sozialistengesetzes auf— unbestimmte Zeit. So meldet zetzt die»Köln. Ztg.": was sie hinzusetzt von etwaigen Milderungen des Gesetzes wird Jedem, der die Natur jenes Werkes kennt, als weiße Salbe erscheinen, die das Unheil verdecken soll. Mit dem Wegfall der Fristbestimmung virlicrt der Reichstag, wie die„Frkf. Ztg." bemerkt, die Macht, die er sich 1878 vorbe- halten zu müssen glaubte, die Macht, das Ausnahme- grsetz auch gegen den Willen der Regierungen zu be- seiligen; mit dem Schwinden dieser Macht wird aber auch sein Kontrolrecht über die loyale Ausführung des Gesetzes, fein Mandat, etwaigem Mißbrauch entgegentreten zu können, vollständig illusorisch. Nach der Kapitulation aus Zeit und unter Kautelen die bedingungslose Ergebung auf immer — so haben eS die Nationalliberalen gewiß nicht gemeint, als Stützen beladen, unbeholfen über die Kohlen daher- klettern sah. Er machte jetzt mit feiner Haue sje einen Einschnitt in die Decke, einen zweiten in die Wand und keilte das Holz da hinein. Nachmittags kamen dann die Erdarbeiter und füllten die so gestützten Theile mit vorgefundenem Schutt und Erdwerk wieder aus, nur so viel Platz frei lassend, wie zum Rollen der Karren erforderlich war. Maheu wischte mit dem Aermel über sein triefendes Gesicht, dann blickte er nach Zacharias hinüber: „Laß' doch das," rief er ihm zu,„wir werden schon später sehen; hau' lieber, damit wir die nöthige Anzahl Karren fertig bringen!" „Es senkt sich," antwortete sein Sohn,„es hat schon eiuen Riß bekommen, ich habe Angst, daß die ganze Ge- schichte zusammenbricht." Aber der Vater zuckte die Achseln:„Ah, bah! zu- sammenbricht! Und wenn? Das wär' nicht das erste Mal: man wird's schon wieder ausbessern!" Er wurde ärgerlich und schickte seinen Sohn an die unterbrochene Ar- beit zurück. Sie waren übrigens Alle etwas träge. Levaque be- trachtete, auf dem Rücken liegend, seinen linken Daumen, den ein herabstürzendes Stück Sandstein blutig gequetscht hatte. Ehaval schimpfte über die Hitze, zog sein Hemd aus und arbeitete mit nackter Brust. Sre waren schon schwarz von Kohlenstaub, der in Schweißrinnen von ihren Gesichtern herabfloß. Maheu gab das Signal zum Wiederbeginn der Arbeit; das Wasser tropfte jetzt so ununterbrochen auf seine Stirn, als wolle es ihm ein Loch in den Schädel bohren. „Mußt Dir nichts daraus machen!" sagte Katharina gutmüthig tröstend zu Stephan,„sie schreien immer gleich so." Und sie fuhr fort, rhn zu unterrichten. Jeder Wagen wurde so, wie er hier gefüllt war, an'S Licht geschafft, mit einer besonderen Marke versehen, damit der Kontroleur ihn den betreffenden Arbeitern gutschreiben konnte. Er mußte vorschriftsmäßig und mit reiner Kohle angefüllt werden, da er fönst zurückgewiesen wurde. Der junge Mann, der anfing, sein Auge an die Dunkel- sie vor zwei Jahren erklärten, ffe würben fernerhin nit!' für eine Verlängerung des GrsetzeS stimmen, denn 6 doch blutiger Hohn und Spott, zu versichern, man wnü mehr lc>d-n. daß Jemand von zwei zu zwei J>hr»> Polizeiaussicht gestclil werde und deshalb(He Poli.f® zu einer— lebenslänglichen wachen. Das ist's aber, d» „Köln. Ztg." zufolge die Regieruno der Kartellmebr� zumuibei; wessen ffe fich bei einer W igerung, diese f* aller Sünden auf sich zu nehmen, zu verscheii hat, dilti jüngst du-ch die»hiftoiischen" E örterungen aus der»'s? H xenküche klar gemacht worden. Wie wir fie kenne«, aucv hier nicht versagen, nicht das Spring?,, über — wie hoch er auch gehalten werde.— sondern� rss Sträuben pegen den Spiung, durch daZ sie srüheo ManneSmuih in den ersten zwerLefungen zu bekunde« � mar. hat sie unter dem Hagel von blutigem Spott, da Komödie zu begleiten pflegte, satt bekommen. Ei«« merkwürdige Wittheiluug geht durch dij fugS durch die Presse" eingeleitet ist. Die»K. Allg. 3l richtet darüber: In den NachmittagSstunden des 10. Oktober rrsch'� unserem G.schäftShause die Herren Referendar Schient?! Kriminalkommlssanuch Gabel, um»aui Besihl des Erßttj Staatsanwalts"— wie eine hinterlassen« Bescheinigung� — Haussuchung nach einem am 27. September in unserer? erschienenen Bericht über die GerichtSvahandlurg im ff Gaedecke zu halten. Die Durchsuchung unserer Burco»! wurde auch in der That bewirkt und das beinffinde von den beiden Herren unter Beschlagnahme mitge� Da wir trotz wiederholten gründlichen Studiums des f Frag« kommenden Berichts rn demselben auch nicht ditst Spur emeS Anlasses zu entdecken vermochten, welcher fchluß über das Vorgehen des Ersten Hcrin Staalsa»»? der überdies nur dann direkt Haussuchung anzroitssss wenn Gefahr im Verzuge ist— gegeben hätte, so rich*?. am 11. d. M. in Gcmäßheit des§ 107 dcr Strafl»� nung an den Ersten Herrn Staatsanwalt das Verlang� über die Gründe der von ihm angeordneten HarrSsntW Beschlagnahme ausktälen zu wollen. Eine Antwort unser gesetzlich berechtigtes Verlangen ist uns biS fr 16. Oktober— also nach fünf Tagen, nicht zu Theil V* wohl aber haben wir mittlerweile durch die Vorladung' Redaktionsmitglieder zur Zeugenvernehmung in Ersahn" bracht, daß gegen uns das V-rsahren»wegen Unfug Presse"(sie!) eingeleitet ist. Die erste Zeugenverr.cho� gestern stattgefunden. Wir unsererseits fühlen uns d>M> Vorgehen, für dos wir gesetzliche Gründe nicht zu«,?«""<' mögen, stark beschwert und behalten uns weitere Schr«�' dasselbe vor. Urb«« di« Finanzlage im Reich« geben die mentalen»Hamb. Nachr." wenig erfreuliche Aufschlüsse lang ist bekanntbch bei jeder Gelegenheit von den 33� der Kartcllm-hrheit um die finanzielle Fundament»� Reiches die Rede gewesen. J-tzt stellt fich herou«, � neuen Steuereinnahmen aus Branntwein und Zuck» im nächsten Jahre vollständig verbraucht sein werds�. „Hamb. Nachrichien" rechnen ous, daß der Einnohm�f, rung aus diesen Steuern von 102 Millionen Mac?. «ine durch das nalmliche Anwachsen der Eigen ein» Reiches mchtjjebctkie Mehrausgabe von 89 Million�H ubersteht, so daß also den Emzelstaaten nur etwa ro-wri Mark zu gute kommen. Im nächsten Jahre werden sie a>-A t Ueberschuß nicht mehr erhalten. Mehraufwendungen sionen und Reliktenversorgvngen wie von bewilligten s sowie eine erhebliche Vermchiüng der Ausgaben für Flotte werden dieses Ergebniß hoben. Sollten diese? ausgaben die Summe von 13 Millionen überschreiten, ro t wieder vor dcr Frage, ob das alsdann entstehende Z durch neue Reichssteuern oder durch die Emzelstaaten E rv erden soll. Bekanntlich hat fich Finanzminister vo« erst in der letzten Session dahin ausgespiochen, daß Ueberweifungen, welche den Emzelstaaten aus der 9jT) bisher zugegangen find, nicht gerührt werden dürfe, prellen 138 Erhöhung Vieh mit k preise crbö die betreffe sich also, t und 1887 Weizei 153 M.(1 Speisebohn 59,8 M.(l für je ein 143 M.{ 1,21 M.(1 Eßbutter 2, Roggenmel schmalz 1,6 Durchichnil Die 3P fiic Weire« Haser 43.4 Linsen 5,5 5,1 vCt., «S hat übet die Zahl d sind rn Sl 2 292 912) 1 162 309 „Die den Aufr» Rheinland wenige Ta R ichstagei lalurperiod Februar ni Neuwahlen Kampfe rii tragten ur jährigen L Lußeist hes Veiänderu tigle Kneb< nochmalige es nicht an ftrafung di Dinge, die fein und d überall«im erlauben sii einen rheini das Weitei o dnung n gemacht, l heit sind Solingen, straße. G Dl«< scheu La u�s aus Z Häuschen i rechnet,( 0 B v'' �»""V" wnuiu uuiiv,•„i reajnei, das Reich, wenn es seine Aue gaben erhöht, gezwung� sännen, werde, seine Einnahmen zu erhöhen.., j U«b«r die Urrtheuernug der Lrdensmittel i zu Ende welchen Jahies b.kanntlich die Erböhun«"fj treibfäätUJkltaefunß� daß die C Die Jubel, heit zu gewöhnen, betrachtete Käthen. Er wußte Alter zu bestimmen und schätzte sie auf zwölf Jah�' schwach gebaut kam sie ihm vor. Und doch fühlte müsse älter sein, mit ihrem knabenhaft freien Gebahss"» ihrer naiven Ungenirthert, die ihn fast in Verlegenho� Sie gefiel ihm nicht mit ihrem weißen Pierrotkopf,? an die Schläfe geklebten Haube; sie kam ihm zu stlss zu unentwickelt vor........ Aber waS ihn Wunder nahm, war ihre Kraft � breiten ha eine sicher geneigt se aller Kra Er schaut recht, als im Zirkus knackten; Lippen; f meines Lo Es schmerzte unerträgli niederlasse Dani man seine Ende dies Karrenjun nervöse Kraft, mit viel Geschicklichkeit gepaart. S>s ihren Wagen schneller wie er, in regelmäßigen mit hurtiger, nicht überfüllter Schaufel; dann W, ihn in gleicher Gangart, ohne Aufenthalt, bis absteigenden Rollweg, gewandt unter dem niedrig� durchschlüpfend. Er hingegen arbeitete mit unsäglicher� Sein Wagen entgleiste mehrmals und wollte nicht v0,......... Stelle. ES war eine Entfernung von sechzig Mete�I abscheulich dem Feldort bis zu der schiefen Bahn, und der ju machen die Erdarbeiter noch nicht völlig gesäubert und unten ein hatten, war höchst unbequem; an manchen Stelle« Ii Setchen der Karren gerade nur knapp passiren und der �, Karren ok mußte sich brS auf die Kniee bücken, um sich«' �: losgebrem Haupt zu zerstoßen. Außerdem bogen und brach' j zog. Un) Stützen längs des Weges fchon und Stephan Zügen ve geben, sich nicht an diesen Vorsprüngen zu«ertv� während er zwischen den beindtcken eichenen welche die Last des Berges zu zermalmen drohte,"V, geheimen Angst dahinkroch, plötzlich zerquetscht zu wct „Schon wieder!" lachte Kathanna.. J Stephan'S Wagen war gerade an einer der schw'� Stellen aus dem Geleise gefahren, und es gelang i&f Witt ihn wieder auf die im feuchten Boden nachgebenden zu bringen. Er wurde ungeduldig und riß und stie?' an den Rädern. „Wenn Du bös wirst, geht's erst recht nicht.-■ I Geschickt schob sie sich auf dem Bauche««' m■■, auryc Karren und hob ihn mit leichtem Ruck an seinen PssTf erste var ersta»� kul wog siebenhundert Kilogramm. Stephan stotterte beschämt eine Entschuldigung.. Sie zeigte ihm nun, wie er die Beine auSeina Ueb. sammenhr ob Grönll in zoolox Amerika Lage naö ren E ge.v, .. preisen 1889, gielt die amtliche Statistik Auskunft. Durch die � �1 Erhöhung der Getreede�ölle wurden auch die Futtermiltel für Vieh mit belroffen, welcher Umstand wieder auf die Fleisch- ia£ierni preise erhöhend wwkte. Die Pee.se in der Klammer bedeuten »l li a� h'e betreffenden Preise aus dem September 1837. Es ergiebt r sich alko. dah qejahlt wurden in den Septembermonaten 1889 .? lUiit und 1887 für je tausend Kelopramm: Weisen 181 M.(154), Roaaen 158 M.(115), Gerste . JJTl 1�3 M.(125), Hafer 152 M.(106), Kochmbsen 222 M.(201), >»'' ,1 Speisebohnen 294 M.(252), Linsen 463 M.(439), Rich stroh ! per 59,3 M.(39,9), Heu 60 6 M.(53,3). Ferner wurden gezahlt i für je ein Kilo Rindfleisch 1,22 M.(1,16), Schweinefleisch l 143 M.(1.20), Kalbfleisch 1.20 M.(1,11), Hammelfleisch dt?r..W 1,21 M.(1,16). geräucherter inländischer Speck 1,80 M.(1,60), Ehbutter 2,30 M.(2 22), Weizenmehl Nr. 1 0,33 M.(0 30), .. K/t Roggenmehl Nr. 1 0,27 M.(0,24), inländisches Schweine- pott, wj schmalz 1,69 M.(1�4).— Für ein Schock Eier betrug der - Durchschnittspreis 3,30 M.(3,09). mrch d>t° Die Preissteigerung beträgl allo in Prozenten ausgedrückt: Rerchilsi für W eiien 17,5 vCt., Roggen 37.4 pCt., Gerste 22,4 pCt., n,«mW Hafer 43,4 pCt., Kocherbsen 9,4 pCt,, Speisebohnen 16,6 pCt., Zusa»� Linsen 5,5 pC'., R>chtstroh 49 pCt., Heu 3,9 pCt., Rindfleifch in oder«» 5,1 vCt., Schweinefleisch 19,1 pCt., Kalbfleisch 8,1 pCt., Ham- mrtheilel« w« fleisch 4,3 pCt., qeräucherter inländischer Speck 12,5 pCt., �u verM Ehbutter 3,6 pCt., W-i»enmchl 10 pCt,, Roggenmehl 12.5 pCt., uliffen$ Schweineschmalz 9,7 pCt., Eier 6� pCt.— Die Kartoffetpreise , sind nicht gestiegen, sondern von 51 M. auf 46,1 M. ge- richsgW fallen; das macht, daß ein Zoll für diese Frucht nicht er- wegen ii haben wird. t nicht P'' Ans dem Kericht über dir Verwaltung der Reichs- ein, da«' eisenbahnen i» Elsaß-Lothringen für 1880 bis 1889, der n wtP«»I soeben erschienen ist, ist zu ersehen, welchen ungünstigen Ein» Allg. d't fluh der P abzwang auf die VerkehrSentwicklung gehabt hat. ,. Der Bericht selbst macht darüber folgende Angaben: r rrsch"» Im Verkehr mit der französischen Ostdahn wurden be- SchlenW. fördert 1888- 89 379 489(im Vorjahre 561 162) Personen, und ez ErsW' die Einnahme fiel von 966 009 M. aus 623 000 M. Im öfter- inigung� reichisch-deutsch-franzöfischen Verkehr fiel die Zahl der Reisen- unserer? den von 27 542 auf 22 570 und die bisherige Einnahme von rg im™ 266 000 M. auf 225 000 M. Der Verkehr zwischen Frankreich - Vureopl per Schweiz, über Alt-Münsterol Und Mülhausen, fiel irde von 17 984 Reisenden auf 2979 und die bisherige Einnahme tnilgeiW von 114 000 M auf 18 000 M. Ebenso find gefallen der Ver- z de« t» kehr mit London über Bettingen, D,-Avricourt und Alt- licht di« Münsterol, der badische Verkehr, der Verkehr mit Belgien, der :Ict,er und Verk.hr mit den schweizerischen Bahnen, der Rundreise- Verkehr ialsan«W Paris Paris, und sehr bedeutend der Veikehr zwischen Belgien nzroria" und Italien, sowie der Rundreise- Verkehr mit Italien. Es o richl�, haben also nicht nur der direkte Zuflub und die direkte Durch- Zlrafp�n reffe von Personen aus und nach Frankreich gelitten, sondern Zerlanp�«S hat überhaupt, den internen dcuischen Verkehr ausgenommen, ussuch«"«, die Zahl der Reisenden fich vermindert. Im Jahre 1883—89 mrt a-I find rn Slrahburg zu und abgereist 2 221 161(im Vorjahre bis l� 2 292 912) Personen. Mühlhausen 1 753 733(1 771 271), Metz chest i'M l 162 309(l 253 330). ladung 1 Die«Glberfelder Freie presse" veröffentlicht folgen- rertibnHl den Aufruf: An die sozial oemokratischen R ichStagSwähler von „sna W« Rheinland und Westfalen! Gesinnungsgenossen! Nur noch tfaüi wenige Tage trennen uns von der letzten Session des Deutschen - drirt R ichstages. Da der Verfassung gemäß die diesmalige Legis- fnitC1 laturperiode des deutschen, gesetzgebenden Körpers mit dem Februar nächsten Jahres ihr Ende erreicht, so dürften unS die � Neuwahlen nahe bevorstehen, weshalb man sich allerorts zum .. Kampfe rüstet. Angesichts der von den Kartellvarteien bean- ffluifo- tragten und von der ReichstagSmajorität beschlossenen fünf- . Verfi jährigen Legislaturperioden wird der Wahlkampf diesmal ein " äußerst heftiger werden. Dazu kommt die Verlängerung resp. "(3 Veiänderung des Sozialistengesetzes, sowie die damit beabsich- Mucker � 4lgle Knebelung der gesammten oppositionellen Presse und eine � tK» nochmalige Veränderung des Krankenkaffengesctzes; auch fehlt "S nicht an einflußreichen Stimmen, die eine kriminelle Be- 'r- lÄ ftrafung des Kontraktbruches für die Arbeiter verlangen, alles '"zJSB Dinge, die uns lagen, daß wir diesmal doppelt auf dem Posten wrtnfli f fein und dafür Sorge tragen muffen, daß unsere Agitation all- , o$$ überall eine planmäßige und intensive wird. Aus diesen Gründen 1 e nv4? erlauben sich die Unterzeichneten, auf den 10 Nov.,MorgenS lOllhr, 1„ tiii' einen rheinifch-westsältscheuParteitag nach Elberfeld zu berusen,wo Weitere beralhen und festgestellt werden soll. Die Tages- f"r Ö"1 0')nun0 �ied in den nächsten Tagen in diesem Blatte bekannt i gemacht. Alle Zuichriften und Anfragen in obiger Angelegen- � l«�(iih au die Unterzeichneten zu richten. Elberfeld und "t k» l1 Solingen, im Okiober 1389. Fr. Harm. Elberfeld, Ludwigs- i f, straße. Georg Schumacher, Solingen. Ostwall. itaaten � Erfolgr der S-iiatdemokrati« bei den s ä ch s i ,? ä« scheu LandtagS-Ersatzwahten haben, so schreibt man daß yng Sachsen, die Herren Kartellbrüder ganz aus dem >cr Ast> Häuschen gebracht. Sie hatten mit Bestimmtheit darauf ge. irfe,"»Li rechnet, Chemnitz den Sozialdemokraten abnehmen zu �ezwuns können, und nicht im Entferntesten an die Möglichkeit gedacht, ,.< daß die Sozialdemokraten neue Wahlkreise erobern könnten. ttel j Die Jubelactikel zur Feier des»großen Sieges" der Ordnunge jung"fj---- n Sep» breiten habe, um mit den Füßen an den Pfosten des Weges ™ eine sichere Stütze zu suchen. Der Körper mußte dabei if�nbr«- geneigt sein und die Arme ausgestreckt, damit man mit stlte a�er �raft her Schultern und Hüften schieben konnte. wage- ifffc to*1<�C schaute ihr zu. Sic hielt den Leib fast r-iit� recht, als ginge sie auf allen Vieren, wie Hunde und Affen egentb im Zirkus arbeiten. Sie schwitzte, keuchte und ihre Gelenke r br� knackten; aber kein Seufzer, keine Klage ging über ihre zu fey Lippen; sie kroch geduldig dahin, als sei es ein ganz allge- i meines Laos, so gebückt zu arbeiten, und könne nicht anders : sein. Es gelang ihm nicht, es ihr nachzumachen. Der Kopf %yi schmerzte ihm bei dem kriechenden Gang, so daß ihn ein igen£7 unerträgliches Angstgefühl überkam und er sich auf die Kniee mn m niederlassen mußte, um sich auszuruhen. bis Dann bei der schiefen Förderstrecke wies sie ihm, wie iednge»� seinen Wagen schnell expedirte. Am Anfang und am iglichek l dieser Bahn, die durch alle Stockwerke lief, standen nicht/" l Karrenjungen, zwölfjährige Taugenichtse, die sich allerhand abscheuliche Redensarten zuriefen. Um sich ihnen verständlich ier 7J Zu machen, mußte man noch lauter schreien wie sie. Sobald lnd unten ein leerer Wogen bereit stand, gab der Junge ein Miellen'j Zeichen und die Wagenstößerin knüpfte ihren gefüllten der*| Karren oben an, der dann, nachdem der Bremsjunge oben ich»liv i losgebremst hatte, im Hinabrollen den leeren Karren herauf- Ltti z°� Unten in der Galerie wurden die Wagen zu langen i mutz'�j Zügen verbunden, die Pferde blS zum Förderschacht zogen (Fortsetzung folgt.) >en - zu W' Aus Nunfl und Leben. den Rrber die Frage, ob Grönland früher mit Europa zu- d stieß" fammcnhing, schreibt die„Post": ES ist eine intereffante Frage. 1 ob Grönland in geographischer, geologischer, botanischer, sowie cht«!>? z°i�gilcher und anthropologischer Beziehung mehr zu ''„�«1| Amerika oder zu Europa zu rechnen ist. Seiner jetzigen afllis, nach muß man es zwar ohne Weiteres als zum �n.iir laueren Erdtheil gebörig betrachten; aber es sind Stimmen ersta» � laut geworden, welche behauptete, daß die Insel während u-cina"� Parteien über die Umsturzpartei waren für die Kartellblätter, z. B. für die„Dresdener Nachrichten" bereits gesetzt und mußten natürlich vor dem Druck wieder entfernt werden. In den 24 Stunden, die seit der Niederlage verfloffen sind, haben die Herren nun aber Trostgründe gefunden, ja dem sinnreichen Redakteur der„Dresdener Nachrichten" ist es sogar ge- lungen, die Niederlage in einen Sieg umzuzaubern. Er bekommt das auf folgende Weife so fertig: 1. Die Sozialdemokraten hatten nur für 19 Wahlkreise Kandidaturen aufgestellt. Nun waren aber 29 Wahl- kreise im Wahlkampf. Warum haben die Sozialdemo- kraten in 10 Wahlkreisen keine Kandidaten aufgestellt? Antwort: weil sie dort keinen Anhang haben. Starker Beweis der Schwäche. 2. Die Sozialdemokraten haben 19 Kandidaturen aufge- stellt und bloß in 3 Wahlkreisen gesiegt. Ergo find sie 16 mal geschlagen worden und haben blas dreimal ge- siegt. Sechszehn Niederlagen und blas drei Siege— erdrückender Beweis der Schwäche. 3. Da wo die Sozialdemokraten pesiegt haben, geschah es nur, weil etwa ein Drittel der Wähler nicht stimm- t e n. Diese nicht stimmenden Wähler würden aber, fall« sie gestimmt hätten, unzweifelhaft für die Ordnungsparteien gestimmt haben. Zerfchmet- ternder Beweis der Schwäche— der Sozialdemokratie! Kurz— die Sozialdemokraten haben am 15. Oktober zwar scheinbar gesiegt, in Wirklichkeit sind sie aber— nach kartell« brüderlicher Logik— zur Vernichtung geschlagen worden. Spaß muß sein. Ein«„Geschichte, wie man Hofrath wird", weiß man fich von den jüngsten Festtagen in Schwerin gelegentlich der Anwesenheit des deutschen Kaiserpaares zu erzählen. Die Gäste waren, wie dem Frankfurter„General-Anzeiger" von dort geschrieben wird, gerade durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt eingefahren, überall herrschte der hellste Festjabel, als plötzlich, es war in der ersten Nachmittagsstunde, die Sängerin der„Elsa" für die abendliche Festvorftellung des„Lohengrin" zum Hofkapellmeister kam und ihm zitternd und zagend die Meldung ihrer totalsten Heiser- keit überbrachte. Jetzt war guter Rath theuer, die Fest- Vorstellung sollte m vier Stunden gegeben werden, eine R pertoiränderung war nicht mehr möglich und eine„zweite Elsa" hatte Schwerin nicht in's Treffen zu führen. Da in höchster Roth kam dem bedrängten Hotkapellmeister ein er- leuchteter Gedanke. Wenn Einer helfen kann, so ist es Pallini in Hamburg. Schnell wird demselben mit dringendem Tele- gramm die Sachlage erklärt und er, der sich stets zu helfen veimag, weiß auch hier Rath zu schaffen. Während er einer- seits sofort seine Hamburger„Elsa", Frau Klafsky. benachrich- tigt, schickt er andererseits auf die Eisenbahn und läßt einen Extrazug bereitstellen. Mit diesem aber rettet er die in Frage gestandene Kaiservorstcllung in Schwerin, denn in demselben Augenblicke, in welchem der Kaiser und die anderen Fürstlich- keiten das Hosthealer betraten, langte auch die mit dem Extra- zuge eingetroffene„Elsa" von Hamburg an und rechtzeitig konnte sie dem Rufe„König Heinrichs" Folge leisten und den Anklagen„Telramunds"(Hill) Rede stehen. Wie aber einer ?uten That auch der Lohn nicht ausbleiben kann, so ist jetzt er wegen seines praktischen Sinnes allbekannte Theaterdircklor Pollini zum„Mecklenburgischen Hofrath" ernannt worden; d'rum singt man in Schwerin:„das hat mit seiner Elsa— der Extrazug gethan". Lauter schnetdlge Le«t'. Wir lesen im„Reiche sie und": 1)„Berlin ist das schneidigste Nest, das man sich denken kann", schnarrte Herr von Dingling(Feuilleton der„National- Zeitung" vom 15. Oktober). 2)„Die Rennen waren geradezu mustergiltig, sie wurden brillant, schneidig geritten, brachten aufregende Endkämpfe." („National-Zeitung" vom 15. Oktober.) Bericht über Rennen zu Charlottenburg. 3) Einer Darstellung der Steltiner MissionSwoche in der „Kreuzzeitung" entnehmen wir. daß in einer frommen Volks- Versammlung der Leiter des Gelsenkirchener evangelischen Ar- bcikrvemns Fischer, einen Bericht über diesen Verein erstattete und„in sichtbarer Ueberzeugung mit großem Eifer und Schneidig- keit" gesprochen hat. 4) Der Menschenfraß„ist nichts so besonderes Schlimmes", wird in der„Kölnischen Zeitung" erzählt.„Von meinen farbigen Begleitern hatten manche in der Heimath Menschen- fleisch genoffen. Aber um dessen willen sind sie nicht minder treu, brav und zuverlässig gewesen.„Im Gegentheil: kanni balitche Völker sind gewöhnlich kräftig, schneidig und hoch begabt." Das schneidige Berlin, die schneidigen Charlottenburger Reiter, der schneidige MissionSredner und die schneidigen Menschenfresser— lauter schneidige Leut'! Aber wer ist der schneidigste? A«» Hamburg wird UNS geschrieben: Am Sonnabend, den 19. d., hat der Zigarrenarbciter Kückelhahn, welcher wegen 26 Vergehen gegen das Sozialistengesetz vom Landgericht in der Eiszeit und einige Zeit nachher mit Schottland durch eine Landbrücke verbunden gewesen sei, deren Reste Js- land, die Färöer und die ShetlandS- Inseln seien. Und auch in botanischer Beziehung hat man Grönland siüher für eine europäische Provinz gehalten, weil die Flora dcS Südens einen ausgesprochen europäischen Charakter besitzt; sie zählt 59 eigen- thümliche Pflanzenarten, die in anderen Gebieten des Landes nicht gefunden werden. Nun zeigt aber die geologische Unter- suchung sowohl Grönlands selbst, wie der zwischen ihm und Europa liegenden Inseln(insbesondere Islands), daß an einen ehemaligen Zusammenhang zwischen Grönland und Europa nicht wohl gedacht werden kann. Denn während die Berge Islands jüngeren Ursprungs sind und namentlich aus Basalt bestehen, wird in jenem Theile Grönland«, wo die frag- liche Brücke hätte enden müssen: an der Ostküste bis zu 66 Grad nördl. Breite Granit(also ein Urgestein) nebst ähn lichen FelSarlen angetroffen.— Wie aber erklärt sich demgcgem über das Vorhandensein des durch die Tiefseeforschungen festgestellten unterfleischen Bergrückens zwischen Grönland, den erwähnten Inseln und Europa?— Hieraus erhalten wir eine Antwort, wenn wir uns der von den grönländischen Gletschern losgelösten Eisberge erinnern, die nach Süden treiben und so in da« Waffer des aus dem atlantischen Ozean kommenden warmen JrmingerstromeS gelangen, der die West- und Nordküsten Islands bespült. In diesem werden die Eisberge geschmolzen, und ihr von den Gletschern mitgebrachtes Steinmaterial sinkt auf den Meeresgrund, so daß der letztere im Laufe langer Zeiträume betrachtlich erhöht zu werden vermag. Diese Ansicht hat vor einiger Zeit der dänische Botaniker Warming ausgesprochen, und er giebt nun auch eine Erklärung für die Äehnlichkeit der Flora Süd- Grönlands mit der europäischen. Zunächst stimmt das Klima von Süd- Grönland mit demjenigen von Island, den Färöer, den britischen Inseln und Norwegen überein, so daß da« Gedeihen europäischer Pflanzen im süd- grönländischen Gebiete begünstigt wild. Ferner ist aber auch die Möglichkeit, nach Süv-Grönland ver)chleppt zu werden, für die europäischen Pflanzen bei Weitem größer, als für die amerikanischen. Die Pflanzenkeime verbreitenden Zugvögel, welche sich von Amerika nach Grönland begeben, entfernen sich nämlich nicht alsbald von der amerikanischen Küste, sondern zichen zunächst dauernd an derselben entlang und überschreiten die Daoisstraße erst, wenn sie an demjenigen Parallelkreise(in höheren Breiten) angelangt sird, unter dem sie nisten wollen. Viel eher werden die Altona zu 3s Jahren Gesängniß vcrurtheilt war, seine Stroke verbüß'. Derselbe hat im Ganzen mit der Untersuchungshaft Jahre im Gefängniß zubringen müssen.— Kückrlhahn ist ein ruhiger Charakter und hat trotz der langen Unterfuchungsh ft zusammen die ganze Schwere des erlassenen Urtheils auf sich zenommen, ohne zum Verrälher anderer Genossen zu werden. Als er i seiner Strafe verbüßt hatte, wurde von seinen Eltern ein Gesuch an den Justizminister gerichtet, ihm den Rest d>r Strafe zu erlassen, was aber abgelehnt wurde. Wie konnte man auch erwarten, daß einem Sozialdemokraten ein Theil der Strafe erlassen würde?— Zu einem Flugblatt, welches die Schauerleute(Arbeiter. welche das Laden und Lö'chen der Schiffe besorgen) im Interesse ihrer Organffalion verbreiten wollten, erhielten dieselben auf Grund des§ 28 Abs. 2 de! Sozialistenoesetzes nicht die polizeiliche Genehmigung. In Mainz tagte am vergangenen Sonntag eine Kor- ferenz hessischer Sozialdemokraten bchufz Besprechung über die bevor stehenden ReichStagSwahlen. Vertreten waren sammtlich« Wahlkreise des Großherzogthums und wurde beschloffen, ener- gisch die Azitalion in die Hand zu nehmen; auch überall da. wo bisher nie ein Arbeiterkandidat aufgekellt war, soll diesmal die Agitation entfaltet werden, damit eine möglichst impolaute Stimmenzahl im Hessenlande für die sozialistischen Kandidaten gezählt werden kann. Ausgestellt werden für den Wablkr-is Darmstadt-Großgerau Philipp Müller, Bildha'.'er in Darwstadt; Offenbach-Dieburg der Landtagsabgeordnete Karl Ulrich, Kauf. mann in Offenbach; für Worms- Heppenheim: Schuhmacher Berthold in Darmstadt; für BenSheim-Michelstadt: Gastwirth Cramer in Darmstadt; für Mainz- Oppenheim: Landtag' abge- ordneter Franz Jöst, Fabrikant in Mainz; für Friedbera: Heinrich rinz, Zigarrenbändler in Darmstadt; für die Wahlkreise ließen und Alsfeld die Herren Orbig und Faber, doch wird die bestimmte Entscheidung den dortigen G. noffen überlassen. Für den Kreis Alzey-Bingen, wo bisher Bebel kandidirte, ist kein fester Entschluß gefaßt worden. Die Leitung der Aoitation wurde einem Komitee übertragen, welches aus je einem Partei- genossen der Städte Darmstadt, Mainz, Offenbach, Gießen und Bensheim besteht. Gest-rr-ich-Ungar«. Den Wiener Antisemiten geht es jetzt herzlich schlecht. Die deutsch- nationale Richtung derselben unter Schönerer und Vergani(übrigens sind auch diese beiden Füb er durchaus nicht immer einig mit einander) hat von der Re- aierung wegen ihres an ti- österreichischen CbauoiniSmuS Schläge bekommen— durch die polizeiliche Auflösung des„Schul- vereins für Deutsche" und des„Deutschnationalen Vereins"— und die klerikalen Antisemiten, deren Führer der beriichtig'e frühere Demokrat und jetzige Christlich Soziale Dr. Lueger-.st. haben nach dem Verzicht des Prinzen Alois Liechtenstein auf seine parlamentarische Thätigkeit allen Halt verloren. Da kommt denn jetzt ein hervorragender antisemitischer Abgeordneter Wi?rs, Dr. Pattai, welcher es bisher mit keiner Richtung verderben wollte, und verlangt in einer großen Rede„die nothweadig« Klärung der antisemitischen Bewegung". Pattai will von j tzt weder mit den Deutsch-Nationalen etwas zu thun haben, welche jederzeit bei den Hohenzollern Schutz suchen, noch auch mit den Christlichsozialen, welche die Priesterherrschaft anstreben. D.r richtige Antisemitismus, sagt er, müsse österreichisch, dynastisch und konservativ sein, also sowohl den nationalen Chauvinismus. wre den reinen UltramontaniSmuS von sich fernhalten und auch alle„blutrünstigen Formen", alle Straßenskandale perforre-zirer. � wrrd also letzt noch eine dritte oder wenn man Schönerer und Vergani trennt, eine vierte antisemitische Partei in Wi.n geben und zwar wird dies eine streng ministerielle Partei sein — so vei stehen auch die früheren Freunde Pattai's, welche diese,» edlen Streber wohl genau kennen, die„Klärung der antisemi- tischen Bewegung"— eine Partei des regierungsfähigen Ann- femitikmus. Nun, hoffentlich wird es in diesem Schmutz bald überhaupt nicht« mehr zu„klären" geben, denn da nun der große Kehrichthaufen der„Bereinigten Christen" in drei kleinere Häuflein zerlegt ist, wird e« den Liberalen nicht schwer werdin, alle drei wegzufegen. Holland. Amsterdam, 15. Okloder. Bekanntlich bat sich vor einigen Monaten eine„Enquete-Kommission" aus Arbeite! n gebildet um die Aufgabe der Regierungs-Kommission fortzusetzen, näm- lich die Beschwerden der Arbeiter zu sammeln und zur allge- meinen Kenntniß zu bringen. Die au« zwanzig Arbeitern zu- sammengeietzte Kommission hat gestern ihre Arbeit begonnen mit der Zusammenberufung einer allgemeinen Versammlung von Arbeitern, welche sehr gut besucht war. Mehrere Bclchwerden wurden alsdann vorgebracht. Die Schneidergesellen erheben Klage daß d,e Lokale, in welchen sie arbeilen müssen, ohne ge- nugend Luft seien und daß ihr Lohn zu gering sei. Aehnl.che Klagen wurden auch vorgebracht von den Arbeitern in den Zigarrenfabiiken; auch die Tischler, die Ladenbedienstelen, die Kellner und sogar die Dienstmädchen erhoben Beschwerde, sowohl über schwere Arbeit als über geringen Lohn. Die Kommission nahm Kenntniß, ohne die Namen der Beschwerdetührenden zu nenne», von dm vorgebrachten Klagen und versprach, dieselben einer ge- — wenngleich wenig zahlreichen— Zugvögel, welche von Eurova nach Grönland wandem, Samen nach dem Süden der Insel befärdem können, da dieser ihr nächstes unmittelbares Ziel ist. Auch die Winde begünstigen die Heber- fllhrung von Pflarzensamen aus Europa nach Süt- Grönland, da sie an der Westküste Islands vorzugsweise au« Ost wehen, und endlich auch die Mecresftröme, und es spielt dabei das Eis eine große Rolle, insofern als es als Beförderung«. mittel für Pflanzm und Samen dient und, wenn es sich an der Küste Grönlands anhäuft, dieselben dort absetzen kann. Durch diese Ueberlegunaen wird es erklärlich, daß im Süden Grönlands eine große Zahl europäischer Pflanzen ein- hermisch werden konnte; zieht man aber die anderen grönländi- schen Gebiete mit in Betracht, so findet sich eine größere Ueber- einstimmung zwischen den Floren Grönlands und Amerikas, als zwischen denen de« erst genanntm Landes und Europas. Eine europäische Provinz ist Grönland somit nicht. Immerhin nimmt es aber auch Amerika gegmüber eine etwa» abgesonderte Stellung ein. U»«e» petroleumgebiet. Nach dem Berichte, welchen die Regierung von Neu-Seeland bezüglich der Unteisuchungm im Petroleumdistrikt Taranaki veröffentlicht, scheint da« neue Petrolcumgebiet von bedeutendem Umfange zu sein und nur des Beginnes der Arbeiten zur Gewinnung de» Erdöls zn harren. Der mit der Untersuchung betraute Ingenieur fagi: „Das Petroleum findet sich über einen weiten Flächenraum. Es handelt sich nur darum, bis zu der erforderlichen Tiefe zu bohren, um zu den Quellen zu gelangm." Ein anderer Vorzug ist der, daß das Petroleumgebiet nahe der Küste liegt. � Ueber de« Giuflust der Düngerhaufen und des Federviehes auf die Entstehung der DiphtheritiS hat der französische Arzt Dr. Barbier neuerdings Untersuchungen a.-- gestellt, auf Grund deren er die Entfernung fermentirmdec Massen(Düngerhaufen u. s. w.) aus der Nachbarschaft be- wohnter Orte und einzelner Wohnungen verlangt, da sie unter Nmständm die Verbreitung der DiphtheritiS fördem können; femer fordert Barbier Ueberwachung der Hühnerhöfe urd amteten Aerzte ihr Augenmerk besonders in Städten, in denen Diphtherie frisch auftritt, auf die Hühnerhöfe?c. richten und in ihren Berichten auch über den Gesundheitszustand de» Ge- flügels Miltheilung machen. naum Pcusuns ju unterwnfen. Inder folgenden Versammlung »erden die Zustande in den hiesigen Druckereien zur Erörterung kommen. Au» Brüssel Kelgie«. reibt man der„Volks-Ztg.�: Der Be- richt de» Rezienmasinspektors der ersten Abtheilung der Berg- werke ist soeben erschienen. Einige Zahlen aus diesem Bericht find interessant genug, um auch gerade jetzt in Deutschland mitgetheiU zu werden. Im Jahre 1888 ist die Produktion an Steinkohlen be- trächtlich gestiegen. Die Minen von Henegouwen lieferten 13 993 140 Tonnen. Diese Zahl, die höchste, die bis jetzt er- rlicht wurde, übersteigt diejenige von 1887 um 523 000 Tonnen. Der Geiammtertrag repräsentirt eine Summe von 117 577 235 Franks oder 9 355 464 Franks mehr als im Vorjahr. Der Er- nag erhöhte sich um 8t pCt. Der Verkaufsprer» stieg bis 840 FrkS., er war 37 Centimes höher als im Jahre 1887, das beSemet eine Steigerung des Preises von 4,4 pCt. Die An- zahl der Minenardeiter belief sich auf 76 635 oder 1313 Ar- deiter mehr als im Vorjahre. Der Durchschnittslohn betrug 846 Frks. oder 2.82 FrkS. täglich, tagen oder Arbeitsnächten gerechnet. das Jahr zu 300 Arbeits- Der Lohn war für den Arbeiter um 59 Frks. höher. Wir müssen hier jedoch gleich darauf aufmerksam machen, dasi der DurchschniitS'ohn aus der Gesammtsumme der ausbezahlten JahreSgehälter berechnet wurde, unter welche auch diejenigen der Ingenieure, Jnspek- toren, Aufseher, Buchhalter k. miteingerechnet sind, die zum Theil feste Einkommen von 5000—20 000 Franken beziehen. Durch diese Art der Berechnung scheint der Durchschnittslohn künstlich hochgetrieben zu fem, eine Methode, die übrigens auch in anderen Ländern nicht unbekannt ist. Würde man die Löhne der Kinder, Frauen und Männer allein berechnen, so würde der Durchschnittslohn bestimmt nicht über 2 Frks. 50 Zen- timeS hinausgehen. Denn wenn auch einzelne Bergarbeiter 2,50 Frks. bis 3 Frks. täglich»verdienen.", so darf man an de- rerleitS nicht vergessen, daß eine große Anzahl von jungen Ar- beiterinnen nicht mehr als 75 ZentimcS bis 1 FrkS. täglich er- hält. Jeder Arbeiter brachte 182 Tonnen Steinkohlen zu Tage, oder 3 Tonnen mehr als im Vorjahr. Hier muß ebenfalls eine Bemerkung eingeschaltet werden. Der Durchschnittslohn ist um 59 Frcs. gestiegen, aber jeder Arbeiter lieferte 3 Tonnen mehr, für welche der VeikaulSpreiS 3,40 Franks betrug. DerÄs brachte also in einem Jahre für 25,20 Frks. mehr Wert«' vor, und hierdurch wird die sogenannte LohnerhöhMk auf 33 80 FrkS. herabgedrückt.— Unter Tag arbeiten' 5.4 pCt. Frauen l!) und 1,8 pCt. Kinder(!).—® Jjv lieh wird jetzt in den Minen in einer Tiefe von 538 M gearbeitet— 12 Meter tiefer als im Jahre 1887. Der M zeigt ferner, daß fünfzig Minen einen Gewinn abwerfen. 10801500 FrkS.(2 838 850 FrkS. mehr als im VorjM Minen arbeiten mit einem Defizit von 2 010 930 FrkS.) n Franks mehr als im Vorjahre). Gewinn und Verlu» berechnet, wurden 8 790 550 FrkS. verdient oder 2 102550 als im Vo.jahr.— Im Laufe des Jahres kamen 191 vor. wovon 140 mit tödtlichem Ausgange, 51 hatten er# lckädigungen im Gefolge. Diese letzteren Zahlen sind nur' flächlich, denn hunderte von Männernjiterben infolge da reibenden Arbeit, Frauen bl-iben im Wochenbett, und& zose eineR« Keim de» Todes geboren. Doch daS Ich das yn?r, I werden mit dem Keim deS Todes geboren. Doch kanntlich keine Unfälle. Theater. Sonnabend, den 19. Oktober. Gperuha«». Der Waffenschmied. Kchautpirlhanv. Wilhe'm Tell. Deutsches Theater. Der Schatten. Ueskug- Theater. Das letzte Wort. Friedrich- WUHelmstädtische» Theater. Mikado. Vestdenz Theater. Femande. Dtatiuer-Theater. Der Dompfaff. Diirtaria-Theater. Stanley in Afrika. chstend-Thrater. Ein Verurtheiltcr. KelleaUianre- Theater. Der Zauberlehr- lina. Küul astädtisches Theater. Unser lachende» Berlin. Zentral- Theater. Das Im Adstph Ernst-Theater. Gebr. Dichter'» Zsariät Borsteilung. Reich» hallen- Theater Vorstellung. hende Berlin. Flotte Weider. d. Spezialitäten- Gr. Spezialitäten- Kerlwer Theater. Sonnabend, den 19. Oktober: Zum 1. Male: Montjoyc. der Mann von Eisen. Sonntag, den 20. Okt.: Markgraf Waldemar. Montag, den 21. Okt.: Montjoye, der Mann von S.sen Unserem Genossen Mauste- Nauke-Puut zu seinem heutigen Wiegenfeste ein donnernde» Hoch, daß die ganze Kolbcrgerstraße wackelt und er an semem Schraubstock vor Freuden Kaboltz schießt.[3 17) Die rothen Brüder. Mlmmt ff. Stramm, 123 Ritterstpasse 123, verbunden mit Fremdenlogis. Emvfehle meinen allbekannten vorzüglichen Frühst««-, Mittag» und Abendtisch. Sonstige Speisen und Ge- tränke in bekannter Güte. Zwei Zimmer, passend zu Zahlstelleu und Arbeitsnachweis, stehen zur Verfügung. [1440 Allen Freunden und Bekannten zur Kenntniß, daß sich mein Hut"(Btfdjftft jetzt Kopnickerstp. 128 befindet, zwischen der Michaelskirch- und Adalbertstraße. Adolph, Kehr. Amepican-Theatep* 1865 IreSdenerftr. 55. Täglich Vorstellung. Thalia Theater. IS Wallnertheaterstraß- IS. Heute und folgende Tage: Große Theater- und Spezialitäten Uorstellung. uftrelcn de« Berliner Universal- Humorist Austreten' des Berliner Universal- Humoristen Herrn F r ö b e l, der Licdersängerin Frl. F i und der Kautschukdame Fil. M a r i n e l l a ic. Anfang Uhr. Sonntags 61 Uhr. [1472 Unr 1 Mark kostet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Preis vorher gesagt. �IvASP, Uhrmacher(Fachmann). Raunynstrasze 15, Ecke Mariannenstr. vie scbönsten rKinder-Kleider und-Mäntef" (rar Mädchen Jeden Alters,� Morgenröcke, Unterröcke iamOticp lasjMungs-Metie. .m 4«TN 1—» AAN TN 1A AAA SU? ,, f m Sti.hii.,» am. 9Q t,-Iii Cffhl. I' Hauptgew. i. W. von 15 000 M., 10 000 M. u. s. w. Ziedung INN 39. u. 30. Lktbr�,. ä I M. empfehle bestens. Auswärtige haben für Porto und ZtrhungSl-fte � (unter»eingefchrteben" 45 Pfg.) beizufügen. Prospekte auf Wunsch gratis. 225) /uliu« Lieptig in Hamburg. Verkaufsstellen in Berlin bei AI. Fpaenkel, C., Roßstraße 7; AI. Leud» C"Stralauerftr. 1; H. Damrau, N., Anklamerstr. 42; AI. Fraenkel jr.f C., S# straße 44; Ludwig MUller& Co., C., Schloßplatz 7; S. Hirschberg, C., Gr# ftraße 24a; i. Rosenberg, S., Kommandantenstraße 51; Oscar Bräuer* Cih Leipzigerftraße 103; H. Miles, S., Sebastianstr. 77; Fabian, Große Frankfurterstral� •siMom ZWWisMW Copallen. C. v. d. Wer dt, Eranale" Gold- und Silbepwaapen-Fabpikoeschäfti 1 Treppe 66, Granieustraße 66, 1 Treppe» wischen Kommandantcnstraßc und Moritzplatz. 1 Billiger wie in jedem Laden. Massiv goldene Ringe. von M. 3,— an! Echte Corallenbroschcn. von M. Trauringe(1 Dukaten (2 Dukaten). Goldene Broschen.. Golddoublö- Ketten auf Silber...... Goldene Ohrringe.. [ Simili-Ohrringc i. Gold Mark 11,— - 21- von M. 5,— an 650. 2,„ und Tricottaillen auch im Einzelrerfcaaf sehr billig I Entr�e 30 Pf* Circus Renae. Karlstraße. Heute, Tonnabend, den 19. vktbr. 1889, Abends 7 Uhr: Gala-N�rftellung unter Mitwirkung der vorzüglichsten Reitkünfl- lerinnen und Ncilkünttler. Reiten und Vor- führen der best drrfstrten Schul- und Frei- hettSpferde Zum ersten Male: Im dunklen Erdtheil, oder: Die Einnahme v. Kagamoyo. Gesetzlich geschützt! Gesetzlich geschützt! Novität. Novität. Große«queftrische Original- Pantomime, arrangirt und in Szene gesetzt v. Dir. E. Renz. Tanz', Gruppirungen, Evolutionen und mili- tärilw« ExcrzUien vom Balletmeister A. An oll. Musik vom Kapellmeister A. Cahnbley. Morgen, Sonntag, 2 Vorstellungen. 4 llhr RachmittogS 1 ftmö frei. Abends 7'/, Uhr: FZellra-Vorstellung. F. Rena, Direktor. vlNVTI» Rusvk. Friedrich-Aarl-Nfer. Heute, Sonnabend, den 19. Ottober: Abends 7\ Uhr: Große Parade- Galavorstellung. Zum 1. Mal«: Unter Blumen und Gutr- landen, gr. Balletdivertissement. Frl. Amaita als phänomenale Lustkünstlerin. 22 Hengste in Freiheit. 1. Mal: Große akademische vottige, m4 Saltomortal und Doppel- Saltomorlal bis über 10 Pfrrde. Elephant und Ponny, nach. Kuh- nnh Modewaareu empfiehlt in größter Auswahl. Auch find Ball- und Hochzeitstoiletten zu verleihen. F. Panknin, 3 Adalbertstr. 93, nahe der Oranienftr. Möbel-Maga;in O. Srann, Tapezim und Decorateur, ~ c Friedriö" Neue Friedrich str. 07, vlo-a-v!» dem Kgl. AmtSgeiicht, empf. f. reich. Lag. v. Möb., Spieg. u. Polsterw. v. einf. b. eleg. Genre i. Nußb. u. Mah. Theilz. gest. Eig. Werkst.[10 /, Flasche 1,50, V. Fl. 80 Pf. Rum unsch, Grog, Glühwein'/> Fl. 1,50,'/i_ etreide-Kümmel 1 Liter.... 65 P Nordhäuser 1».... 70„ Sämmtliche Liköre l„.... 100, Franz Keger. Nmt»-». Priiijtsßnißr«dc»-Ul 226 am lllloritrrulata. X'U lg. . ffel0®«t»-» v;7(f. ««w TOn Sttar �<0° S Trinken >V>.on--«" -/,• t,-" �............ M Katar-Weine • S"g*_..... 052' iJ Iv- Oswald Nier ||p| orallcnkeltm. 8-. 2,50 � Corallcnarmbändcr Goldduble- Armbänder aus Silber.... � m Golddoublcbroschcn auf Silber......., Damen« und Herren- Medaillons iGold- double auf Silber).,« Telephon 9356/iX. 1-5?| 2,40 4�0' 3,�1 KhUp. Alfe Ferner größte Auswahl goldener Kerre«- v. Damenlretteu, Arml-iin-' «nadeiu, Granat» und Sitdrrsache« jeden Genre». Lager in iMsä»� Kid©« Reparaturwerkstätte- USlP® «WWSWIWWsMUKZMMWWWWKlKlWMH Hierdurch zeige meinen geehrten Kunden an, daß sich vom 1. Oktober ab meine Duchhandlnny und Kuchdinderei pM" llllariannen.Strasse No. 34, parterre-WU» befindet. R. Xoblbar«»- Albert Auerbach� Kerli» S., fiottbufcr Do mm?(bei d-r fiottbnffr tcä*' Zlhllh-«Ii! Stiefel- Lager fnc Heere«, Dura mi Kid Reelle Bedienung.— Feste Preise. Geschäfts-IfeHegung« Ich zeige hiermit ergebenst an, daß ich mein Cigarren- und Tadak Geschäft"M am 1. Oktober von der Prinzcnstratze nach der Wassertbor» Strasse 20 verstg' 2351_ Otto Kräcker, vorm. Fritz ÜtUW Htlrtll fcrtigWr.d liefert 0. Krebs, Weinbergsweg 3. Stoff-Lagep. Repapatup-Wepkstätte 1 h " i Hauptgeechift BEBIilBT?? _________—___________ dem das Wild Zebra. Da» Prämien-Spring- fprl pferd Volina springt zum Schluß über drei arstze Pferde. 1. Mal:«arde-«ürasster, Tcatehner- Vollblut, zum ersten Male vor dem Vublikum geritten vom Direktor. Kanonen- Königin Mttz vtctortna. Auftreten der Frl. Maria Dore, Frl. Margerithe, Fil. Henriette, Fr. Eugenie, Frl. Rosa. Alles Nähere die Pla- kate. Morgen, Sonntag, 2 Vorstellungen. Um 4 und 71 Uhr. Nachm. 4 Uhr hat jeder Er« wachsen« 1 Kind frei. » Ii CMIralfuck. n« IM rWtlM � >• OtAttchlatd. T"8 goiHL passag«� S». SM.— 10 ' Kalssr-Paaor In dieser Woche: tV Zum ersten Mal; V. Sycl.: Tie Pariser welt-Aullstellun». III. Kris« durch Algerien. eise. NNW Gardepoben für Herren und Knaben zu halben Preisen. Winter-PaletotS für Herren mit bestem Lama- futter 12, 15, 18, feinfeine 20—30 M. Kom- .. plette Herren-Anzüge. gediegene Sacken, 15 M. [333 1 Swffhosen, eleganter Schnitt, 3t— 12 M., Knaben- ■N Anzüge 4 M., Arbeitshosen 2 M., Jaquets, seidene Westen, Hüte, 1 Posten Harmonikas er« staunlich billig. 246 Letten aufgabehalber für jeden Preis. 30.■ariannenstrasse 80.(Laden.) Hertha-Rei « n» fUtle 20 Pf., Sind nur 10 Pf. Adonn. » Nr?« 1 M. llllinter-Paletots und SnaOgo fertigt billig und gut sitzend O. Siebert, Kleidermacher für Herren, Skalitzerstraße 24 IV.[205 Zum Umzüge empfehle mein großes Lager in[97 LeguSateupen bester Qualität, in den feinsten und neuesten Mustern ausgeführt. Einfache Regulateure m Nußbaum-Gehäuse, 8 u. 14 Tag« gehend, schon von 12 Mk. an. Garantie bis zu fünf Ii Jahren. Wanduhren, �aller'sche Werke nur—....---- (das beste was existirt) von 3 Mt. an. ver- «tckclte Slaudwccker __. mit Ankergang von 3 Mark an. Reichhaltiges Lager in gol- denen und filbernrn Herren- und Ttnnen-Nhren. Beste Rickcl-Rcmontoir mit Sekundenzeiger, Emaillc-Zlfferblatt, kurzem Aufzug und Zeigerstellung von außen, 19,75 Mk- Getragene, silberne Zylinder-Uhren von 5 Mk. an. Sämmtliche Neuheiten in Brillanten, Gold-, Silber-, Korallen- u. Granat- Schmucksachen zu Fabrikpreisen. Gol- dene Facon- unv Trauringe v. 4 M. an. lZedellleude ReparlllUlverkstllN Taschenuhr reinigen.. 1 Mk. 50 Pf. 00. neue Feder.. 1 � 50„ Wanduhr reinigen... 1, do. m. Schlagw. reinig. 1 50„ Sophabe« ä Prste von 3t— 5 Meter Ipo »t Emil Lefövre, Grantenftr. f. M.WilfchKe. Jnn«� G. Wagnep, Uhren- u. Goldwaarenfabrik, Berlin 8., Orantenftratze 184. zwischen Adalbertstraße und Heinrichsplatz. vrämtirt auf vielen Ausstellt».»«,,. Cigarren u. Tabak in vorzüglicher Russische und Türkische Ctgarrette� Junkerstraße 0tr. t. Miel Spiegel und Polsters aHUUU, höchst reell�zu Fabrikpreis Ausstattungen, mahagoni und Großes Lager von Küchenmöbeln. A. Seitert, Tischler»"' «öpntckerftratze 1� Die billigste« U HerrenfilzhQte erhält man vo« �, KnabenfilzhOte CylinderhUte im Fabrikkomtoir: Oresdener»�- Möbel, FribrSÄ. Spiegel n. Pülste Gr. Lager, blU- Emül Hef Bninoeoatr. 28, Theil». nach V» Verantwortlicher Redakteur: K« Cvratzotw in Berlin. Druck und Verlag»an Mn» Kading in Berlm SV/. Leuthstraße?. Hirrz« ein« ünlM Beilage zum Berliner Bolksblatt. r. S4S. Konnabend, den 19. Oktober 18�49. 6. Zahrs Der GeralpeA. Aus dem Pariser internationalen Kongreß hatte ein Fran- und®«?ose eine Resolution ewgebracht, die den d-S Mb.'«'ttM 1,50' 2,<0 4,50 .Generalstreik forderte, hci�t, den Streik sämmtlicher Arbeiter, und zwar nicht dm | Gmeroistrcik für eine bestimmte Lokalität, sondern den intcr- l nationalen Generalstreik. Trotzdem dieser Antrag nach H energischer Absertigung durch Liedknecht mit großer Majorität ne' morsen wurde, spukt die Idee immer noch in zahlreichen Köpsm, selbst von Ämofsm. Ja. infolge eines Mißverstand- t Imiste- ist sogar� manchen Orts die Ansicht verbreitet, als Hab« > 0 Z der Konareß kür den Ausbruch dcS allgemeinen Streiks bereits \)Vt| den 1. Mai 1890 festgesetzt, indeß er lhatsächlich blo-. beschloß, . i doh an diesem Tage in�allm Jndustriestaatm Demonstrationen ««l za Gunsten des achtftündigm Normalarbeitstages stattfinden iftt tzniljen deren Charakter in jedem Lande dessen eigmthümlichen •s V rhältnrssen gemäß angepaßt sein solle. ES ist merkwürdig, weiche LedenSzähiakeit olle Jrrthümer haben. Die Idee eines Generalstreiks ist nichts weniger als nm. Schon 1839, währmd der Chartisten-Bewegung tauchte sie auf. Um die Forderungen der„Charte'', nament- luh das allgemeine Wahlrecht durchzusitzen, sollten die Arbeiter «am„heiligen Monat" feiern, während dessen jede Arbeit ein- gestellt sein solle. Das, meinte man, würde die herrschenden K'aflen mürbe machen. Der 12. August wurde für dm Beginn des„heiligm Monats" festgesetzt, dann aber der Ausbruch des Gmeralftreiks auf unbestimmte Zeit verschobm, wegen nicht genügen der Vorbereitung des Proletariats. 1842 tauchte die Idee in der mglischm Arbeiterbewegung wieder auf, um rasch zu •verschwindtn die praktische Agitation nahm die mglischm Arbeitcr bald so in Anspruch, daß sie zu Utopistereien kerne Z-rt mehr hatten. Erst in der neueren Arbeiterbewegung auf Kontinmt seit den Sechziger Jahren erschim sie wieder. Die Anarchisten mußtm sich nach Ersatz für dcn politischm Kampf umsehen nach einem Mittel, ohne Politik die alte Gesellschaft aus dm Angeln zu heben. Im Gegmtatz zu dm Aaarchiftm der altm proushonrftrschm Schule, die den Streik verwarf, erschien vielen der ncuerm Anarchisten als drt Passendste der Generalstreik. In der That, wmn die Arberter alle an demselben Tage die Arbeit einstellen, müßte da wcht dre Gesellschaft aus dm Fugen gehrn und jedes fclthenge HerrschaftSverhältniß aufhören? Wo es dem An- « chismus gelungm, die Massen, wenn auch nur kurz- Zeit, zu dcernfluffen, w:e in Frankreich oder Betgim, da hat stch die Porttede für dm Generalstreik ei hüten, nur find die Zwecke, »mm er dimen soll, harmloser geworden. Die Belgier wollen ihn ii.'ü Werk setzen, nicht um die Revolution zu inauguriren, »andern, gleich den Chartisten von 1839, um das allgemeine Wahlrecht zu crringm. Freilich mußtm bikhcr auch sie, wie diese, wegm Mangel an Vorbereitungm den Ausbruch des Srreckz auf unbestimmte Zeit vertagen. Der Tag wird woht nie kommen, an dem die Vov i.S h reitungen genügend weit vorgcschrrtten find. Der ollge '»neme Streik fetzt«ine Macht, Ausdehnung und DiS.ripiin .. der Arbeiterorganisationen eines Landes voiaus, wie sie aptK, ipr beutigen Gesellschaft vielleicht rne, auf keinen Fall adiehbarer Zeit erreicht werden. Sind sie aber macht, brnn wird dem Poletariat eine solche Kraft innewohnen, daß I 1« vhür dm Umweg des Gmeralstrecks direkt die Staatsgewalt |g' in d-e Hände nehmm und die wirthschaftlichm Verhältnisse •Kiini Interessen gemäß wird regeln könnm. Geradezu absurd aber ist die Idee eines kür einm bo stimmten Tag des nächsten Jahres angesitzten Weltstrerks. Der selige HoskriegSrath hat mr'.unter voraus bestimmt, daß eine Schlacht an 6cm und dem Tage st. t findm müsse. Ebenso haben es die Russm vor Plewna gehalten; jener wie Nrrs« haben sich dabei nur Prügel geholt. Es wäre ganz Hof. targsräthlich gehandelt, wmn man einen(noch dazu mter »»tionalen!) Generalstreik für den 1. Mai 1890 ausschriebe. Was wissen wir, wie nächste« Jahr der Geschäftsgang sein »rrd! Die Ueberproduklion und der Gründerschwindel haben beute solch« Dimmsionen angenommen, daß der unvermeidliche K ach sehr wohl binnen einem halben Jahr eintreten kann. unttst- einem Generalstreik dürfte dann dem Fabrikanten eher ge. —-"Jjj dient sin, als dm Arbeitern. . j Für ein Saisongewerbe einer bestimmten Lokalität '?1'',c,ni"l0" kinm Streik ein halbes Jahr vorher ankündigen Smm bestimmten Tag für den Beginn eines Weltstrciks aller G. werbe anzusetzm, ist der helle Wahnsinn. Aber nehmen wir an, es käme zu einem allgemeinm ; ctrerk; eS gelange, alle Arbeiter aller Gewerbe unter einen ___' vu, zu bangen und solch« Geldmittel anzuhäufen, daß diese gmze Masse für emrge Zeit auf ihren ArbeitSvrrdlmst verzichtm m 1 Uwn. In welche Situation wird dann die Arbeiterklasse ge. rathen? Sehm wir einmal zu. Bios von der Seite des Produktionsprozesses au« betrachtet. rst die Stellung der Arbeiter gegenüber dmr Unternehmer bei irrem Streck eine hoffnungslose. Wohl vermsacht der Streik t AI � Unternehmer durch die Unterbrechung de« ProduktionSpro- llll Unannehmlistckeitm.— Mit der Produktion hört '•J 0U� k Produktion von Mehrwerth auf: zu dem daraus sich er- «/ J«�cndm Profitmtgtwg ßeselll sich noch der positive Verlust durch den Verschleiß der unbenutzt bleibenden Maschinen, Gebäude, Roh- materialrm-c., die dadurch einm Verlust an Werth erleiden, nrcht auf ein nmes Produkt ubertragen wird. Aber beim .r-bilkuntm handelt es sich wahrmd des Stillstandes seiner itifs blo« um verhältnismäßig geringen Verlust, beim ltlU Arbeiter um die Existmz. Dieser lebt vom Verkauf seiner Arbeitskraft, sobald er sie nicht lotschlägt, ist er mit seiner Fanulie dem Hunger preisgegeben. Auf der einen Seite Verhungern, auf der anderen ein Verlust von einigen Pro- ., Knien: ist unter diesen Umftändm nicht die letztere Seite un- -—, defiegbar? »rflllf Zum Gluck für die Arbeiterklasse hat aber auch da« Kapital seine Achillesferse. Der Kapilalift ist nicht blo« In- tustrieller, er ist auch Kaufmann; er läßt nicht nur Waaren P oduziren, er muß sie auch verkaufm, und diese seine kom- w-rzielle Seite ist es, in der er bei einem Streik am ver- ?amdbarften ist. Er ist Verpflichtungen eingegangen, hat �stellungen übernommen und Prozesse, sowie Mißhclligkeiten rv* drohen ihm, wenn er seine Kunden nicht prompt fffi, ssss. Und wenn er auch nicht auf Bestellung arbeitet, 'bm der Verlust seines Markte-, wenn feine Fabrik l stebt und die Nachfrage auf dem Markt ge- /wu.iaen ,st ander« Bezugsquellen zu suchen. Jt Voßer die Verpflichtungen, die der Unternehmer über bie Nachfrage nach den in seiner Fabrik «zeugten Artikeln, um so größer die Einbuße, die da- Geschäft n Leidet, um so größer die Pression, wetchr nne ArbertSnnstellung auf den Kapitalisten autübt. w de» Produktionsprozesse- ist der Verlust de« Fabnkanten der einem Streik derselbe, mag das Geschäft «». oder schlecht cfben. Nicht aber vom Standpunkte des Zii ku- lu.ronSprozcss�s. G.hen die Geschäfte schlecht, Härder Unternehmer & & keine Bestellungen, find seine Lager überfüllt, ist keine Nach- rage nach seinen Artikeln vorhanden, dann kann ein streik unter Umständen nicht nur kein Nachtheil, sondern sogar ein Vortheil für ihn sein. Die Verluste, die daS Aufhören der Produktion mit sich bringt, können kleiner sein als die, welche aus dem Versch'eudern der Waaren hervorgebar, da« die Ueberproduktion mit sich bringt. Gehen die Geschäfte glänzend, dann kann der durch die Störung im Produktionsprozeß be- wirkte Austritt des Unternehmen« aus dem Zirkulationsprozeß des Kapitals nicht nur ein Versäumen der Konjunktur, nicht nur kolossale, nicht wieder gut zu machende Verluste, sondern unter Umständen sogar den völligen Ruin de« Geschäftes nach ich ziehen. Ein Streik hat also umsomehr Aussicht auf Gelingen, je besser die Grschäfte gehen, das heißt, je mehr in den ver- schir denen Produktionszweige!, gearbeitet wird. Was bewirkt aber ein allgemeiner Streik? Das völlige Darriederliegen der Produkiionsihätigkeit auf allen Gebieten; das heißt, durch einen Generalstreik führen die Arbeiter selbst denjenigen Zustand herbei, in dem der Streik für den einzelnen Kapitalisten am leichtesten auszuhallen ist, den einer Geschäftsstagnation. Freilich ist das ein für die ganze Ka- pitalrsten klaffe höchst unerwünschter Zustand, es ist sogar in dem Umfange, wie ihn ein Generalstreik mit sich bringen würde, ein ganz unerträglicher Zu- stand. Auf diese Unerträglichkeit spekuliren eben die Befürworter des allgemeinen Streiks; sie meinen, die Situation der Gesellschaft werde eine solche werden, daß sie nur die Wahl habe zwischen dem sofortigen Untergang oder der bedingungslosen Unterwerfung unter das Proletariat. Aber ganz abgesehen davon, daß das Proletariat außer in England nirgends die Majorität des Volkes bildet: gehört es nicht auch zur Gesellschaft, und wird dadurch, daß die Situation der ganzen Gesellschaft eine verzweifelte wiro, nicht auch seine Situation eine verzweifelte? Und wem würde man die Schuld an dieser Situation in die Schuhe schieben? Uns, den Sozial- dcprokraten. Die Logik der Anhänger des Generalstreiks ist ganz die Logik mancber Anarchisten: Beide fallen übrigens häufig zu- fammen. Die Anarchisten sagen, wir muffen den Leuten das Leben in der heutigen Gesellschaft so sauer machen, daß sie sich nach einer andern, der sozialistischen Gesellschaft sehnen. Sie vergessen eines: Allerdings wirkt die Unerträglichkeit der heutigen Zustände erbitternd, aber erbitternd blas gegen den, der diese Zustände herbeiführt. Ist es der Kapitalist, der der Volksmasse das Leben unleidlich macht, so wird sie über ihn erbittert und über daS wirthschaftliche System, das er re- präsentirt. Sind es aber Sozialisten, die Unsicherheit und Elend in der Bevölkerung verbraten, dann legt diese die Schuld darin nicht den heutigen gesellschaftlichen Zuständen zur Last, sondern den Sozialisten, denen, die diese Zustände ändern wollen. Der sozialistischen Propaganda würde dadurch gründlich der Garaus gemacht. Das versteht sich eigentlich von selbst, und doch giebt es noch Leute, die das nicht einsehen wollen. Ein Generalstreik bringt eine allgemeine Theuerung mit sich; nichts wird mehr produzirt, die Gesellschaft muß von den rasch verschwindenden Vortäthen leben, deren Preise rapid in die Höhe schnellen. Bei einer Theuerung leiden aber natürlich die einzelnen Volksschichten um so mehr, je ärmer sie sind. Nicht die Reichen trifft der Generalstreik, man müßte denn annehmen, daß auch gleichzeitig alle Zwischenhändler, Dienst- boten ic. streiken! Da könnte man ja gleich annehmen, daß die ganze Welt sozialistisch gesinnt sei—; dec Generalstreik trifft die Armen, die Proletaner selbst. Die Kapitalisten können sein Ende ruhig abwarten. Wenn all« Geschäfte ruhen, verliert der einzelne Unternehmer bei einer Arbeitseinstellung nicht mehr als etwa in einer Reihe von Feierlagen; die Arbeiter dagegen, ohne Erwerb, ohne die Mög lichkeit von ihren Kollegen Untastützungen zu erhalten, da ja alle feiern, gleichzeitig einer rasch wachsenden Theuerung preisgegeben, schaffen durch ihre allgemeine Ardeitseinstellung selbst die Siluafion, in der der Streik für die Kapitalisten am günstigsten, für die Arbeiter am ungünstigsten ist. Er verleiht dem ersteren die größtmögliche Widerstandskraft und schwächt die der letzteren aufs Aeußerste. Nicht blas der Produktionsprozeß, auch der Zirkulationsprozeß stockt, und so kommt mit voller Schärfe jene Situation zum Ausdruck, in der der Arbeiter dem Kapitalisten gegenüber, einseitig bloS vom Standpunkt de« Produktion« Prozesses au« betrachtet, sich befindet, die für ihn eine Hoffnung«. Ein Genaalstreik bedeutet eine, binnen wenigen Tagen, nach dessen Erklärung ausbrechende Empörung de« ganzen durch den Streik ausgehungerten Volks gegen die Streikenden, bedeutet eine fchließliche Empörung der Mehrheit der Streiken- den und ihra Familien gegen die treibenden Elemente des Streiks; und wenn diese Sozialdemokraten sind, bedeutet er die Erstickung da Sozialdemokratie durch eine Volkserhebung. Und selbst wenn der Heroismus und die Disziplin der Massen groß genug wären, daß diese Gefahren abgewendet blieben, so endete der allgemeine Streik doch auf jeden Fall mit einer völligen Niederlage des Proletariats, mit einem glänzenden Sieg des Kapitals. Zum Glück ist der Generalstreik undurchführbar. Aber Versuche zu seiner Durchführung können gemacht waden, und je weiter ein solcher Versuch gedeiht, je energischer er angepackt wird, um so mehr werdm seine Konsequenzen den eben bärge- legten Folgen eines völligen Generalstreiks entsprechen. Daß solche Vasuche gemacht werden, ist keineswegs auSgc- schloffen. In einer erregten Situation, in der keine Zeit zu theoretischen Diskussionen ist, kann a sehr wohl auch von Partei- genossen vorgeschlagen und von den Massen akzeptirt werden; die Idee ist sa vasühraisch, und daß sie nahe liegt, haben wir bam Dockarbeiterstreik in London gesehen. Schon war der allgemeine Streik dort proklamirt, und um ein Haar wäre der Versuch zu seiner Durchführung gemacht worden. Da» beste Mittel, den Streik zu ersticken. Damit in erregten Zeiten seitens da Parteigenossen keine Fehler gemacht werden, ist es unbedingt nöthig, daß sie die ruhigen Zeiten dazu benutzen, sich theoretische Klarheit anzu« eignen. Wo immer die Idee des Generalstreiks Anklang findet, sollte sie zur Diskussion gebracht und von allen klar sehmden Genossen auf das Enagischste bekämpft werden. Selbst wenn keine Gefahr vorhanden wäre, daß Versuche zur Jnszenirung oda wenigstens Vorbereitung mehr oder we- Niger örtlich ausgedehnter Generalstreiks gemacht waden, ist es unbedingt nothwendig, die Anschauungen darüber zu aklären. Denkende Menschen sollen Dummheften nicht bloS deswegen unterlassen, weil ihnen die Mittel zu deren Durchführung fehlen, sondern auch deswegen, weit.sie sie als das erkannt haben, wa« sie sind. «ml KautSky. Gl« stundertfünfzigjätiriges Jubiläum begeht im Laufe dieser Woche die Baliner Droschke. DaS Droschken» uhrwesen wurde nämlich im Oktober 1739 genehmigt und be- qann seine Thätigkeit mit via zehn nummerirten Wagen, die freilich an Komfort und äußerer Gestalt viel zu wünschen übrig ließen. Das Geschäft ging sehr schlecht; die ehrsamen Bürger zogen es vor, ihre Wege zu Fuß abzumachen, auch hielt sie die Sparsamkeit davon ab, der Adel und die„höheren Stände" hatten aber ihre eigenen Fuhrwerke und sahen gänzlich ab von der Benutzung solcher M'eihSfuhrwerke. Im Jahre 1772 gab es 34 solcher„Fiaker". Gegen das Ende des Jahre« 1815 er» hielt Berlin sogenannte„Warschauer Droschken" und zwar 30 an der Zahl. Heute, nach 150 Jahren hat die Weltstadt die recht respektable Zahl von 2114 Droschken I. Klasse und 2581 Droschken U. Klasse zu verzeichnen, ohne daß jedoch die Wagen, namentlich die der II. Klasse an Komfort da Ausstattung und an gefälliger Form etwa« gewonnen haben. Welche grosse Kedrutung für die umliegenden Ort- schaften eine gute Verbindung mit Berlin hat, dafür liefert Reinickendorf einen klaren Beweis. Kaum hat der Bau da Pferdebahn, wozu �allerdings die Adjazenten 35 000 M. zugegeben haben, begonnen, und sofort ist der Werth der Grund» stücke bedeutend gestiegen. Von einem Berliner Konsortium sind jetzt bedeutende Terrains in der verlängerten Reinicken- dorferstraße resp. Markstroße entlang der Pferdebahn angekauft worden, um dieselben bereits im Frühjahr zur Bebauung zu stellen. Wenn auch der dafür gezahlte Preis, 300 M. per Quadrat- Ruthe, im Verhältniß zu dem kurz vorher in da Reinicken« dorferstraße mit 9—1200 M. gezahlten als übermäßig nicht be» zeichnet werden kann, so ist a doch fast 100 pCt. höher, als vor dem Bau da Pferdebahn. Die Nerkehrsverhältnisse 1« der Haseuhaide sind gegenwärtig vielfach ungünstiger, als im Frühjahre diese« Jahres. Die seit jener Zeit offengelegte Gräseslraße ist nun- mehr zwar auch in ihrem letzten Theile, zwischen Urbanstraße und Hasenhaide gepflastert, aber dort immer noch nicht dem Wagenverkehr übergeben, weil die Beleuchtungseinrichtung auf jener Strecke noch fehlt. Gegenüber der Einmündung der Gräseslraße erhebt sich zwischen dem Elisabeth-Kinder-Hospital und dem Grundstück de» Ausstellung«. Parks„Hasenhaide" ein hoher, dichter Bretterzaun, welcher den dortigen Zugang zu dem fiskalischen Terrain der eigentlichen Hasenhaide und zum Tempelhofer Felde verspart. Daß die Siraßen- Entwässerung in der Gegend des Rollkruges viel zu wünschen übrig läßt und bei nassem Wetter dort recht bedenkliche Zu- stände schafft, kann Jeder afahren, der einmal bei solchem Wetter an einem die dortige Gegend pasfirenden Leichengefolge Theil genommen hat. Nicht besser sieht e« an dem entgegen- gesetzten Ende der Hasenhaide au«. An der Einmündung der Blücherstraße befindet srch*noch ein größerer Bauftellenkomplex, der während des Sommers an Schaubudenbesitzer und Nestau- rateure vermiethet war. Ueber dieses Terrain hatten sich mehrere Fußwege gebildet und einer der dortigen Restaurateure kam, als sein Geschäft mit dem Eintritt kühlaer Witterung weniger leb- Haft ging, auf den Gedanken, an einem der am meisten be- nutzten Fußwege eine Zollstelle eimurichten und so fanden denn die Fußgänger kürzlich vor dem Wege eine ziemlich einfache Sparvorrichtung und eine Tafel mit der Aufschrift:„Durch- gang 10 Pf., wofür Getränke." Bald darauf aber verlangte die Polizei die Herstellung eines festen Zaune« und die ominöse Zollstelle mußte dieser Polizeivorschrist zum Opfer fallen. Mit Kackmaare« überschüttet war am Donnastag Vormittag da Straßendamm in der Oberwallftraße. Ein Bäcker- lebrling schob einen mit vier großen Körben beladenen Wagen vor sich ha, dessen Gewicht die Kräfte des jungen Menschen überstiegt!) Für die Last war auch der Handwagen viel zu klein, auf wel- chem kaum drei der Körbe Platz hatten; der vierte war oben aufgebaut. Plötzlich mußte sich wohl emes der Räder in der Pferdebahnschrenenrmne festklammern, die Deichsel, welche der Lehrling in der Hand hielt, schnellte empor und alle vier Körb« entleerten ihren Inhalt an Backwaaren auf die Straße. Zwar wurde die Backwaare, meist Semmelgebäck, sämmtlich wieder eingesammelt, doch waren alle einzelnen Stücke von der Feuch» tigkeit da Straße so stark besudelt, daß sie nicht mehr zu Speisezwecken verwendbar gewesen sein dürften. Von den Um- stehenden äußerten viele, daß der dem Bäcker awachsende Schaden eine gerechte Strafe für die Uebalastung des Lehr- lings fei.— Den Schaden wird wohl kaum der Meister tragm. Der Aoppelfelbflm-rdversuch eines Liebespaare« hat am Mittwoch zwei im Westen der Stadt wohnende Familien in aklärlichc Auflegung versetzt. Der Sohn eines in der Thiergartenstraße wohnenden Kaufmann« L., ein 21jähriger Student unterhielt seit einiger Zeit mit der 17jährigen Tochta eine« Beamten ein Liebesverhältniß, das von den Eltern der jungen Leute aufs Entschiedenste mißbilligt wurde. Am Morgen de« betreffenden Tages war das junge Mädchen, Erna K., aus dem elterlichen Hause verschwunden und wenige Stunden später erhielten die besorgten Anverwandten derselben einen Brief, worin die Verschwundene den Ihrigen mittheilte, daß, da ihre Liebe hoffnungslos sei, sie mit dem jungen L. den Tod in den Fluthat gesucht. Auch die Eltern des letzteren hatten eben- solches Schreiben erhalten und verzweifelt über das tragische Schicksal, wollten sich die trauemden Hinterbliebenen an die Polizei behufs Aufsuchung der Leichen des Liebespaares wenden, als plötzlich von Rummelsburg aus telephonisch bei tarn L. angeklingelt wurde und dieser zur größten Freude die prache seines Sohnes am Telephon erkannte, der um— trockene Kleider bat. In kurzer Zeit waren die trauernden Hinterbliebenen in einem Rummelsburger Restaurant ange» kommen und fanden hier in die Kleider des WirtheS gesteckt, den jungen L., während die Braut desselben, bitterlich weinend, daneben saß. Der Doppel-Selbstmord-Versuch hatte recht tragikomisch geendet; der junge Mann war zuerst in die Fluthen de« Rummelsburga See« gesprungen, das Wassa war ihm aber wobl zu kalt gewesen, kurz der bis zum Halse in den Flutben stehende Selbstmordkandidat war umgekehrt und pudelnaß zu seiner verzweifelt schreienden Geliebten ans Ufer gewatet und hatte sich das Paar dann in das Restaurant zurückbegeben, allen Selbstmordgedanken entsagend. Die nächste Folge dieses DoppelselbstmordoasuchS war aber, wie man uns berichtet, daß Fräulein K. seit Donnerstag bei einer Ver- wandten in der Provinz weift, während da junge L. an einem tüchtigen Schnupfenfieber bettlägerig darniedaliegt. zieberraschuua eigener Art wurde heute flüh den Bewohnern des Hauses BreSlauerstr. 12 zu Theil. Vor dem HauSboden fand eine Bewohnerin einen Korb, den die Landleute mit dem Namen„Koba" zu bezeichnen pflegen. Da Korb war anscheinend schwer gefüllt, aber die ängstliche Frau wagte nicht, ihn zu öffnen. Nachdem aber eine Schaar Frauen unter Führung der kouragirten Frau des Hausverwaltas zu- ammengetrommelt war, wurde der Korb aeöffnet, und es zeigte sich derselbe gefüllt mit Wurst, einer Zuckertüte, einer so!chen mit Marzipanzigorren und zwei Kontobüchern, auf den Namen „Gebrüder Durk'iche Ziegelei' lautend. Jedenfalls hat ein Langfinger die Sachen auf dem Boden in Sicherheit zu bringen gesucht und ist hierbei gestört worden, denn eine der Haus- dewohnerinnen will früh Morgens einen fremden Mann die Treppe herabkommend gesehen haben. Der Fund ist dem 24. Polizeibureau in der Kleinen Andreas stroße übergeben worden. Die(Opfer iweiev Gauner wurden gestern Abend zwei junge Mädchen, welche, auf der Reise von Amerika nach ihrer Heimath begriffen, den Bahnhof Aleranderplatz pasfirten. Sie hatten ihre Kaffer, in denen sich auch ihr gesammies Geld be- fand, zwei Männern übergeben, in dem Glauben, Beamte der Gnterexpedition vor sich zu haben. Ale die BedauernSwerthen kurz vor Abgang des Zuges ihr Gepäck reklamiren wollten, wurden fie inne, dah sie in die Hände von Schwindlern ge- fallen waren. Die Bestohlenen konnten ein ziemlich genaues Signalement der frechen Patrone geben. Hoffentlich gelingt es der Kriminalpolizei, der Gauer habhaft zu werden und so den jungen Mädchen wenigstens zu einem Theil ihres Eigenthums zu verhelfen. zleberfchwemmungen, verursacht durch Rohr- bräche der Wasserleitung, fanden am Donnerstag im Süd- resp. Nordviertel Berlins statt. Ein über ein Privatgrundstück der Hasenhaide führendes Wasserleitungsrohr war defekt ge- worden und suchte, platzend mit lautem Knall, einen Ausgang aus dem Erdboden! im nächsten Augenblick fchoh ein mehrere Meter hoher Wasserstrahl hervor und wenige Minuten darauf zog sich das Wasser nach der Hafenhaide hinaus, diese in ihrer vollen Breite überflnthend, welche nun auf mehrere hundert Meter hinaus einen See bildete. Die Straße war für Fuß- gänger etwa über eine Stunde unpasfirbar und auch die Pferdebahnwagen gingen bis zum Perron hinauf durch die Fluthen dieses Landsees— Der zweite Fall wird uns vom Gesundbrunnen gemeldet. Durch einen kräf- tigen Wasserstrahl, der sich über das Geficht eines in seinem Bette liegenden Bewohners einer Parterre- Räumlichkeit des Hauses Prinzinallee 62, ergoß, wurde der Schlafende gegen S Uhr Abends plötzlich aus seinen schönsten Träumen geweckt und der so unsanft Geweckte vermochte nur noch mit Mühe sich aus dem total überfluthetm Zimmer zu retten. In der in der ersten Etage gelegenen Wohnung war ein Wasserrohr ge- platzt und das hervordringende nasse Element fetzte gar bald die erste Etage, das Parterre, die Flurtreppen unter Wasser. Plötzlich stürzte mit gewaltigem Krach ein Theil der Decke des ParterregeschosseS herab, ohne glücklicherweise Jemanden zu verletzen. Es dauerte längere Zeit, ehe die Hausbewohner durch Ausschöpfen der Fluthen Herr zu werden vermochten. Da»„Kameruner" Gehölz bei Erkner war in der Nacht zum Mittwoch der Schauplatz eines übel angebrachten Scherzes. Drei Uebermüthige glaubten den Muth, den fie fich angetrunken hatten, am besten bethätigen zu können, indem sie die Insassen eines Omnibusses durch einen„scherzhaften" Uebersall erschreckten. Der resolute Rosselenker vertheidigte aber mit seiner Peitsche Leib und Leben der ihm anvertrauten Passagiere so nachdrücklich,! daß die„Wegelagerer" als- bald das Feld räumen mußten. Der eine der Scherzbolde wurde schwer durch Peitschenhiebe im Gesicht verletzt, so daß er ein dauerndes Andenken an den„Uebersall" davontragen dürfte. Kantne. Die„Verl. Ztg." hält ihre Mittheilung trotz des Dementis der„Post" vollkommen aufrecht. Sie schreibt: „Wie man sieht, ist das Beweismaterial, auf welches sich die Polizei stützt, sehr dürftig. Sie beruft fich einfach aus die Aehnlrchkeit zwischen zwei Photographien. Daß die Genfer Polizei den„Grafen Lambert" auf die Berliner Requisition hin nicht verhaftet hätte, wenn nicht eine große Aehnlichkeit zwischen ihm und Savine bestände, ist klar. Damit ist aber die Möglichkeit eines Jrrthums nicht ausgeschlossen, zumal doch Savine nach seiner Flucht sein Aeußere« zweifellos verändert haben dürfte. Sollte übrigens die Kriminalpolizei etwa glauben, daß wir uns durch ihr kategorisches Dementi pcovoziren lassen würden, durch Angabe unseres Beweismatcrials ihr auf die rechte Spur zur verhelfen, so täuscht sie sich. Abgesehen davon, daß wir überhaupt nicht Denunziantendienste leisten, sehen wir nicht recht ein, welches Interesse vorliegt, den bei uns freige- sprochenen Mann der zweifelhaften russischen Justiz in die Finger zu liefern. Die Zukunft wird zeigen, daß wir mit unserer MitlheilungRecht halten und daß die Flucht Savine's nicht das letzte Malheur war, wa« unserer vielgepriesenen Berliner Kriminalpolizei mit dem russischen Abenteurer zugestoßen ist." Gin freier UebrrfnU wurde in der Nacht zum Don- nerstag im Thiergarten gegen ein Dienstmädchen kurz nach 11 Uhr veiübt. Das Dienstmädchen einer m der Viktoriastraße wohnenden Familie hatte fich auf der Rückkehr von einer Be- sorgung in Moabit ziemlich verspätet und wählte, um die ver- säumte Zeit einzuholen, den kürzeren Weg quer durch den Thiergarten. Beim Betreten der SiegeSallee, dicht hinter der Siegessäule, wurde die Eilende von emem jungen, elegant ge- kleideten Manne, der ihr bereit« von Moabit gefolgt war, an- gesprochen und aufgefordert, ihm in den Thiergarten zu folgen. Als die Angeredete ihren Weg in beschleunigtem Tempo fort- setzte, trat ihr der junge Mensch mit den Worten in den Weg: „Nicht weiter!" Gleichzeitig faßte er das Mädchen an die Gurgel und wollte es mit auf den Seitenweg zu ziehen. Die solchergestalt Angefallene, welche eine ziemlich kräftige Person ist, riß sich los und rief um Hilfe, worauf zwei in der Nähe gehende Herren zur Stelle eilten, bei deren Annäherung der Nachtschwärmer die Flucht in den Thiergartan ergriff. Ob- gleich die beiden jungen Männer ihm sofort nacheilten, konnten sie, wie das„Kl. I." mittheilt, den Davonlaufenden nicht mehr einholen. Kermißt wird seit dem 6. d. MtS. eine Geisteskranke. Gegenüber dem Spandauer Bock, an der Treidelbrücke, ge- fundene Kleidungsstücke legen die Vermuthung nahe, daß dieselbe ihren Tod im Wasser gesucht hat. Dieselbe ist ziem« lich stark, hat graues Haar und war dunkel gekleidet. Für Bergung der Leiche Hai die Familie eine Belohnung von 100 M. ausgesetzt. Es wird gebeten, Meldungen an das Polizeipräsi- dium in Berlin zu machen. Durch»inen Hnfschtag getödtet. Ein entsetzlicher Un- glückssall, der den Tod eines Menschen herbeigeführt, ereignete sich vorgestern Nachmittag gegen 5 Uhr aus der Baustelle Landsberger Allee Nr. 14g. Der 3gjähiige Handlanger Za- lynSkr hatte zur genannten Zeit eine Mulde Ziegelsteine von einem Gefährt abgeladen, als ihm einige Ziegel heruntersielen. Bei dem Versuch, dieselben von der Erde aufzuheben, kam Z. den abgesträngten Pferden zu nahe, eines der muthigen Thiere schlug aus und traf den Ardeiter mit dem Hinterfuß, so daß der Getroffene sofort mit zerschmettertem Brustkasten umfiel. Der bedauernSwerihe Mann, welcher nur noch schwache Lebens- zeichen von fich gab, wurde mittelst Krankenwagen nach dem Krankenhause FnedrichShain geschafft, verstarb aber schon auf dem Transport dahin. Die Leiche des Z. wurde nach dem Leichenschauhause gebracht. Ginrn verzweisett«» Kprnng auS dem Fenster der dritten Etage der 62. Gemeindeschule in der Schmidstraß« wagte vorgestern früh kurz nach 9 Uhr ein Schüler dieser An- statt und verletzt« sich hierbei so schwer, daß für die Erhaltung ieines Leben» wenig Hoffnung vorhanden ist. Ueber diesen Fall und dessen Vorgeschichte hat das„B. T." folgendes er- fahren: Der ISj Jahre alte Schüler Karl H., der sich bereits in der Klasse I» jener Schule befand und zu Ostern nächsten Jahres eingesegnei werden sollte, war am jüngsten Montag mit einem anderen Knaben in Slrest gerathen, der in Thätichkeiten ausartete, durch welche der Gegner des H. etwas stark mitge- nommen worden sein soll. Der Vater des„Befugten" erstattete über diese Keilerei Anzeige bei dem zuständigen Lehrer, und vor den Folgen dieser Anzeige hatte Karl H. so große Angst, daß er zwei Tage hindurch die Schule schwänzte und sich irst vorgestern siüh entschloß, wieder in die Klasse zu gehen. Dort machte der L.hrer wegen der betreffenden Affäre dem Jungen Vorhaltungen und traf Anstalten, ihm wegen dieser Ausschreitung eine Züchtigung zukommen zu lassen.(!!) Der Knabe entschlüpfte dem Lehe er jedoch, eilte an ein Fenster, riß dasselbe auf und stürzte sich auf den gepflasterten Hof hinab. Die hinzueilenden Personen fanden den Knaben besinnungslos in einer großen Blutlache liegen. Der arme Bursche wurde zunächst in die Wohnung des Schulwarts und von dort nach dem Krankenhause„Bethanien" gebracht, woselbst die Aerzte den Bruch beider Beine und mehrerer Rippen an dem Patienten konstatirten. Derselbe war am Abend noch nicht wieder bei Besinnung und die Aeizte haben leider wenig Hoffnung, da« junge Leben zu erkalten. Gin lirklazrnvwrrthrr Unglücksfall ereignete sich kurz vor„Schluß der Saison" am>5. auf dem Scheibenstand des in der Hasenhaide belegenen Vwgnügungslokals„Haideschlößchen". Ein Herr war an den Scheibenstand getreten und hatte fich von der Besitzerin mit einer Kugel das Gewehr laden lassen, als dasselbe losging und die Frau, welche noch gar keine Zeit gebäht, bei Seite zu treten, von der Kugel in das Geficht getroffen wurde. Da« Geschoß war ihr unmittelbar unter dem rechten Auge in die Wange eingedrungen und konnte erst nach vieler Mühe in der SanitätSwache, wohin man die Verletzte gebracht, herausgeholt werden. Nachdem sie dort den ersten Verband erhalten, idard sie nach einem Krankenhaus befördert. Es verdient noch bemerkt zu werden, daß im ver- gangenen Jahre die Vorgängerin der kürzlich Verwundeten auf dem Scheibenstand in gleicher Weife zu Schaden kam. Auch damals war das Gewehr des Schützen losgegangen noch ehe die Frau fich hatte zurückziehen können und das Geschoß hatte sie so unglücklich in das linke Auge getroffen, daß dieses sofort auslief. Gl» Zechpreller wird vom Rhein her signalisirt. Der- selbe, der sich August Döring nennt und au» Ruhla stammen will, macht in Gast- und Wirthshäusern Zechschulden und ent- leiht baareS Geld, worauf er meistentheils unter Mitnahme des Schlüssels seines resp. Logis verschwindet, um in einer anderen Stadt die jgleicheii Experimente zu wiederholen. Der Betrüger giebt an, Monteur oder Bierbrauer zu sein, und erzählt, daß er in Brauereien Kaltluftmaschinen aufzustellen habe; er spricht viel von Militär und hebt namentlich hervor, daß er als Ein- jährigfreiwilliger bei der Artilleiie gedient habe. D. ist etwa 26 Jahre alt, von gesunder, kräftiger Statur, hat dunkelbraune Haare und hohe Stirn. Findiger noch als««f»r» Fleifchbrfchaner scheinen die von Spandau zu sein. Ein Berliner Viehhändler brachte, wie das„B. T." erzählt, nämlich am Mittwoch früh eine An- zahl geschlachteter Schweine nach dem Spandauer Schlachthof zum Verkauf. Bei der dort durch die Fleischbeschauer vorge- nommenen Untersuchung stellte sich heraus, daß ein Schwein stark mit Finnen besetzt war. Das Thier war, wie der„A. f. d. H." mittheilt, vorher in Beuthen in Oberschlefien und in Berlin untersucht worden; dort hatte aber niemand die Finnen wahrgenommen. Polizeiderichl. Am 17. d. MtS. Vormittags sprang ein Schüler, vermuthlich aus Furcht vor Strafe, welche er wegen Umhertreibens zu gewärtigen hatte, aus dem Fenster eines im dritten Stock der 62. Gemeindcschule, Schmidtstr. 38, belegenen Klassenzimmers in den Vorgarten hinab und zog sich dadurch schwere innerliche Verletzungen zu, so daß er nach dem Kranken- bause Bethanien gebracht werden mußte.— Als zu derselben Zeit der Kutscher Barth mit seinem mit Salzsäcken beladenen Arbeitswagen die Königarätzerstraße entlang fuhr, fiel er vor dem Hause Nr. 20 von seinem S tz herab und wurde über- fahren. Er erlitt hierbei so schwere innerliche Verletzungen, daß seine Ueberführung nach der Charite nolhwendig wurde. Nachmittags wurde in der Spree hinter dem Grundstück Alt- Moabit 84, die Leiche eines etwa 3jährigen Knaben aufge- funden und nach dem Schauhause geschafft.— Abends fiel in der Werkstatt des Schlächtermeisters Zenker, Greifswalder- straße 9�, ein auf dem Wiegeblock stehendes, ca. U Zentner schweres Wiegemesser um und brachte dem neben dem Block sich aufhaltenden Schlächterlehrling Schwarz bedeutende Ver- letzungen im Rücken bei, so daß er nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte. Thecrkcr. Deutsche« Theater. Der Schatten. Schauspiel in vier Aufzügen von Paul Lindau. Dem neuesten Werke des fruchtbaren Schriftsteller», das vorgestern im„Deutschen Theater" seine erste Aufführung erlebte, liegt ein Vorwurf zu Grunde, der an sich interessant, von französischen Autoren bis zum Ueberdruß oft behandelt worden. Trotzdem könnte eine wirkliche dichterische Kraft, ein Dramatiker von psychologischem Scharfblick und feinfühligem V-rständniß für die großen ge- sellschaftlrchen Fragen, welche den gewitterschwülen Hintergrund auch für diese« anscheinend von dem Zusammenhang mit den sozialen Kämpfen der Gegenwart völlig losgelöste Problem abgeben, aus diesem Stoffe eine moderne Tragödie großen Stils gestalten, von gewaltiger Wirkung. Aber dazu fehlt es Paul Lindau so gut wie an Allem. Unter seinen Händen gestaltete sieb der Stoff zu einem Rühr- stück mit melodramatischem Ausgang, mit engherziger, spieß- bürgerlicher Moral, mit Charakteren, die kühn und kräftig ein- setzen, bald aber verflachen und nicht» sind und nichts sein wollen als die herkömmlichen, nach der Schablone ge- zeichneten Bühnengestalten, mit denen die Bührentechnik nun schon geraume Zeit nach berühmten Mustern arbeitet. Eeirh Mühlberg, ein Theaterp: oletarierkind, das seit früher Jugend der Bühne angehört, ist kaum dem Kindesaller.ntwachsen, von einem eichlsinnigen Jungen verführt und verlassen worden. Sie hat fich aus eigener Kraft aus dem Elende emporgearbeitet, dem sie unrettbar ver- fallen zu sein schien. Sie ist nun eine allgemein beliebte Operetten- sängerin, die ihrem Talente, dem Reiz und der Würde ihrer Erscheinung und der Regelmäßigkeit ihres Lebenswandels Unab« hängigkeit und eine geachtete Lebensstellung verdankt. Aber sie leidet unter der Erinnerung an das Verbrechen, das an ihr begangen worden, zumal seitdem sie mit der ganzen Schwär- mcrei und Innigkeit, die den Grundzug ihres Wesens bilden, den Regierungsralh Heinrich von Brück liebt. Seit 3 Jahren ist fie seine Geliebte. Sie hat den flotten Lebemann, den Spieler, einem Liben der Ruhe, der Arbeit wiedergewonnen. Und da die Rücksicht auf seine Karriere ihm nur die Wahl zu lassen scheint, Edith entweder zu verlassen oder fie zu seinem rechtmäßigen Wcibe zu machen, ihut er das Letztere. Sie weist seine Werbung zurück, ihrer überreizten Empfindung erscheint sie infolge des Fehltritts ihrer Jugend als unwürdig, seinen Namen zu tragen. Auf sein ungestümes Drängen gesteht sie ihm den Grund ihrer Weigerung, der ihm bisher unbekannt Gerührt gewesen, da er nie nach ihrer Vergangenheit geft agt. von ihrer reinen, uneigennützigen Liebe, hingerissen von dem Bewußtsein ihres Werth««, ihrer Tugend, macht er fie dennoch zu ic:nem iüscibc. Soweit wäre Alles gut. Und wenn der Dichter uns nun 'V'" Menden Akten»eiaen würde, wie der Idealist, der sich über die Meinung der Welt hinwegsetzen zu können ver- meinte, gegen die Voruribeile dieser Welt den Kampf auf- Nimmt, wie er aus einer Position nach der andereil oerdrängt wird; wie er, herausgerissen aus seinem Beruf, von\9 Freunden verlassen, dcm Kreist eniftemdet, dem er tW seitdem er zum Bewußtsein eiwacht ist. allmählig gerÄ> verbittert dem ungleichen Kampfe ei liegt und cntroeH' und kühn zu Grunde g ht oder aber dem Instinkt der S" erhol unq gehorchend, ver mähtiger ist als all« annjOi! Grundsätze der Ehre und Sittlichkeit, sich losiöst welche die schuldig unschuldige Ursache seines Unglücks>»! reumüthiz in den Schoß der allein felizmach.-ndea schaft" zurückkehrt: so hätte der Schatten ein soziale» � ersten Ranges werden können, wie es der„Galeotto" Ibsens„Gespenster". Aber nicht» von Alledem geschieht. Heinrich«o»- nitrmi den Kampf gar nicht auf. Schon bei den erhe»!' tigen Schatten, den seine junge Ehe auf sein bi-her so l»� Leben wirft, weicht er entmulhigt zurück wie em Knadft leichtsinnig einen dummen Streich gethan. Der ftaiWj Idealist des ersten Aktes wird im Handumdrehen siv elender Schwächling, ein Egoist von geradezu verbluP Gefüh'srohheit. In der brutalsten Weise läßt er 1 Urmuih an seiner jungen Frau auS, die in iw hündischer Denrath— nach bürgerlichen Begriffen die f aller weiblichen Tugenden— den Fuß liedkost, der B, einen Wurm zertritt. So bleibt denn schließlich»ichtt' als die Lösung durch den freiwilligen To» Edrth's.- Die Moral de» Schauspiel« gipfelt in dem oepreßt««* ruf Edith'«:„Ich habe es ja gewußt, die unerläßliche dingung zur Ehe ist die Reinheit der Frau." Und daio« der Standpunkt des Dichters hinreichend gekennzeichwl- uci. wiuuuirnuii vt»"C.'iu/iii? yuuxiufcii u ist aus dem originellen, geistreichen ZAutor der Briefe eines deutschen Kleinstädters" geworden, dessen v* „gallisches" Lachen einen so ftsschen, hellen Klang hotte, dessen beißende Srrkasmen wie Peitschenhiebe niedecsausto das, was klein und engherzig und häßlich war. Dawoo er in der Oppositi».i, in der Opposition gegen AlW, morsch und faul war und einen Platz beanspmchte, dch nicht gebührte, und darum voller Leben und Bewegung-' aber ist er im Besitz, und darum schwört cr auf Dog«� auf das von der Reinheit der Frau und der UnoerliN der gesellschaftlichen Moral. So vergeht der Rubm dir? Uebrigens ist in dem Siücke die geichu te Hand" wiegten Bähnenprakiikers unoeikennbar. Die Alischlnfst sehr wirksam herausgearbeitet; der Dialog ist elega» fließend und in der Zeichnung der Nebenfiguren fehlt n an hübschen Nüanzen und Treffern. ES wurde sehr gut gespielt. Frau Geßner gab die' Sie hatte nur sich selbst zu spielen und brachte dazu d»' Wärme und Liebenswürdigkeit ihre» Naturells mit, die? krit des Tons, die süße Schwärmerei und elegische We» welche ihr eigenihümlich sind. Sie ist keine große K»"» Aber da ihr Repertoire sich zumeist in Rollen bew gd' ihrem Temperament zusagen— fast die ganze Rei� Frau-ngestalten, welche ihr Rollenfach ausmachen, wie � chen, Maria im Götz von Beriichingen u. a. m. ist a»!/ elegischen Ton gestimmt- so empfindet mm fcieftn� niemals. Frau Geßner ist ledenfalls eme der l-ebetiLiU»" Schauspielerinnen. Herr Sommerstorff gab den Heinrich. Der Diä� diese Gestalt so gründlich verzeichnet, daß auch ein div- Künstler wie Sommerstorff sich nur schwer mit ihr kann. Es lag jedenfalls nicht an ihm, wenn dieftr C uns ein so geringe« Interesse einflößte. j Ganz allerliebst war Frl. Soima in der kleinen warmherzigen, verliebten Mädchen«. Die A lfführung war im Ganzen eine vortreffliche,»r,. Publikum lieb es auch an Beifallsbezeugungen nickss'S Leider bezog Herr Lindau diesen Beifall, der den Schaag galt, auf sich und erschien mit anerkennenSwerther haftigkeit nach jedem Aktschluß wiederholt auf der selbst am Schlüsse, trotz des energischen Zischen», m't Ä ein Theil de« Publikums, und nicht der unheilslosew, das Stück ablehnte. I-> Urb»« Ludwig Karuaq* der die Titelrolle in Ff* „Monljoye" spielt, find fast jämmtliche ersten Schau'p� in hitfom nm(Pmnnnh�nh. Arthur Kraußncck, Theodor Weiß. (OerirfikS'FleikmrjJ erhält nur ♦ ein Zehnt � J seine K In welcher Meist Kerli« mit Mild verstriff � Fabrik arl zeigte der Wildoiebk- Prozeß, welcher Slraskammer hiesigen Landgerichts II unter Vorsitz de» gerichtSratbS Klotz mehrere Stunden hindurch blschäft»� zwei der Angeklagten berüchtigte Wilddiebe find, de*. unter der Anklage der Hehlerei stehende Angeklagte aw' j der bedeutendsten Wildhändler Berlin« ist, so hatte wftj Handlung einen ganz unoewöhnlichen Andrang Wildhändler, Jäger und Restourateure verursacht. A"», waren: 1) der Handelsmann Louis Friedrich Hartw.� 2) der Handelsmann Friedrich Wilhelm Adolf 3�$ 3) der Handelemann Heinrich Karl Otto Bock, 4) dct � Händler August L e h n i ck und ü) der Fuhrherr Kaff i Z ö h n e l. Al£ Verlheidiger waren die Rechtsanwalt Gotthülf, Dr Rosen st ock und Dr. S e l l o l'.tzt-ff'l den Angekl. Lehnick) zur Sielle. Hartmann, Jhlossff, standen schon lange in dem Verdacht, einer großen vV um die Polizei den Barbier inzwischen au« dem Stv' f bände anzugehören, welche in den Wäldern Unvesen trieb. Ebewo hatte in Reinickendorf, welcher fich inz....,,...-------.. macht hat, schon lange im Verdacht, der tauTmänniffl*i corßeiamtt mittler zwischen den Jagdrevieren der Wilddiebe und Ueberau, raihskammcrn einzelner Berliner Wildhändler zu ftio-l Auch der besondere glaubte man sichere Anzeichen dalür zu HabGa Die richtig Lehnick seine Vorräihe auf unerlaubtem Wege sich Krf Partei vor Am 30. Juni diese« Jabr.s gelang eS einigen Krimin�a Dieser Kre leuten, die Wilderer auf frischer Thot zu ertappen. Am Kleinhandi hatten sich Hartmann, Jhloff und Bock mit der Eisenbavy große Mai Station Gesundbrunnen nach Oranienburg begeben un»„Edelmuth unberechtigter Weise in dem vom Gärtnereidefitzer s die Werkst HernerSdorf gepachteten Jagdrevier Seekiug. Sie erleg'? I Scheinbesif 8 Stück weidliches Rehwild. Am nächsten Abend von denn« Angeklagte Zöhnel auf der Berliner Chaussee ayi �? ß'kr Wagen, da« erlegte Wild wurde in Säcken auf den � der geladen und mit Heu bedeckt. Hartmann fuhr in de*� w hatte er mit dem Kutscher nach Berlin und dirigirte hier den, �on vor Z nach der Ecke der Friedrich- und Krausenstraße: �ewerbe�i Jhloff fuhren mit der Eisenbahn, Jh'off aber stieg in �*"3 sin au« und verkaufte zunächst das Wrld an H oh mann, 0tr dasselbe in dem Wiidgeichäft von Lehnick in der Krawj* UUIICIUC Hl utm*uuuHCia)u|i 0U11«V'iZ">» j Kapitals z abladen ließ. Es wurden 140 M.; dafür bezahlt u � schlimmer i lö« unter den Bethdiigien gethnlt. Die Polizei da müssen. E Angeklagten scharf beobachtet und«ls�sie noch am..-- 0 cuj Kohlen wr sruh Morgens gekommen fei und demselben SS"�nie-n das t kauft habe. Dasselbe sei immer in Säcken versteckt Börsenspiel und e« habe sich zumeist auch weibliches Wild darU*V funden. Die Angeklagten bestritten sämmilich, daß . BW jj et iw (ittttil1 rsfa 58 düü rf] den»]*■ 4„d tr so if* t hen e». vetbi * in. n di- s der ß>, nichts' 'S-, 'pre�tts/ Slicke» td den, 'Ä decs-ußS Tameli Alles/ )U/ 0(1. egung-' vogm«4 imrle»? im der' >and ds üschluß' ele-,!«« sehU- ab die � azu WJ *<4 Se KS-j Kwgb i« Rni«. , wie» ist i-srnA enLN»S d.»L ein beJJ ihr«2 liefet W Roll« um gewohnbeitemäßige Verbrechen handele, namentlich v'rstcherte Lehnich, dajj et in fast allen Fällen sich die Wildscheine von den Wildverkäusetn habe geben lassen; es wurde ihm jedoch nachgewiesen, daß er sich auch manchmal mit dem Versprechen beruhigt hat, daß die Wildscheine nachgeliefert werden würden. Daß vre Wilddieberei in der Umgegend von Berlin in starkem Maße betiieben wird, ergiebt sich au? der Bekundung des JogdpächterS D ü m ch e n, der das Jagd» terrain von Löwenberg an der Nordbahn gepachtet hat, wonach der Wildstand infolge der Thäligkeit der Wilderer außerordentlich schlecht sei. Auch der Förster des benachbarten Eulenburg'schen ReoierS hört es rrn Wildparke des Nacht« gar häufig in verdächtiger Weise knallen. Nach den Ergebnissen der Beweisausnabme verurtheilt der Gerichtshof, gemäß den Anträgen des Staatsanwalts H a ck c r t den Angekl. Hartmann zu 2 Jahren Ge» f ä n g n i ß, 2 Jahren Ehrverlust und Polizeiaussicht I h l o f f zu drei Jahren Gefängniß, 3 Jahren Ehrverlust w, Bock zu K Monaten Gefängniß und Polizeiaufsicht, FL hnel wurde zu 2 Monaten Gefängniß und L e h n i ck, gegen welchen der Staatsanwalt 1 Jahr Zucht» Haus, 2 Jahre Ehrverlust und Polizeiaussicht beantragt hatte, wegen einfacher Hehlerei zu 4 Monaten Gefängniß. Molrevstrhk. Achtung Kildhaner! Die Werkstatt von Wagner und Seidel, Adwiralstraße 7, ist gesperrt. Die Kommission. Achtung l Schrauben- und Faronbreher: Der Streck bei der Firma Bartels u. Co. dauert unverändert fort. Zuzug ist fernzuhalten. Alles Nähere in der Versammlung am Sonntag. nen iche-.rfl i nicht l? Sch-Ä Versammlungen. Der jozialdemokratifche Mahwerete flir de« IV. KerUner Rrtchotagswahlkreis hielt am Mittwoch Abend eine von etwa 2000 Personen besuchte Versammlung in den Räumen des Böhmischen Brauhauses, Lands» berget Allee Ii- 13 ab, in der Herr Max Schippe! einen Vor- trag über„die wirthschaftlichen Umwälzungen unserer Zeit und die Sozialbemok>alie� hielt. Redner führte ungesähr folgende« aus: Werfe man einen Blick zurück auf die soziale und politische Entwickclung der letzten Zeit, so springen vor Allem zwei Erscheinungen ins Auge: die Umwälzung der Befitzver- hältnisse und das Vordringen der Sozialdemokratie. Die erstere Erscheinung bestehe in einer rapiden Zersetzung der alten Gesellschaft, in einer Scheidung von Millionen von Menschen, die Nicht« befitzen und eine kleine Menge von Be- fitzenden, denen nach uno nach sämmtliche Produktionsmittel zufallen. DicS fei früher nicht so gewesen. Man finde das alte Verhältniß auch jetzt noch in Ocken, die außer- halb des Strudel« de« modernen Veikehr« liegen. Früher sei Befitz und Arbeit noch ungelrennt ge» wesen. Der Weber alten Schlage« protuzirte für sich und seine Kunden; er war Arbeiter, denn er saß lange Zeit am Webstuhl und arbeitete selbst. Aber er war auch Besitzer; da» Harr«, in dem er arbeitete, da« Garn, der Webstubl, e« gehörte ihm. Und weil er noch Besitzer der Produktionsmittel war, so floß ihm auch der volle Ertrag seiner Arbeit zu, er brauchte dem Kapital keinen Tribut zu zahlen. Ebenso ging e« seinem Sohne; dieser war wohl auch als Geselle reiner Ar» heiter, aber dies war nur ein Uebergangsstadium; auch er ge« dachte später selbstständig zu werden und sich eine Hütte kaufen zu können. Diese Leute lebten bescheiden, aber sie waren frei von der drückenden Sorge, der Armuth des Fabrikwebers. Aber bald änderte sich ihre Lage, als in ber Nähe eine große mechanische Webcrei erstand, die sich die Kraft des Wassers dienstbar machte, und mit allem Zauber und allen Künsten der modernen Technik ausgestattet ist. Gegenüber diesem Riesen» opparat kann er mit seinem Puppenspielzeug nicht mehr mit. Zwar sucht er noch einige Zeit gegen den Riesen zu kämpfen. Er beginnt die Arbeit bei grauendem Morgen und ar- bertet bis in die späte Nacht, er spannt Frau und Kinder ein. Doch er kann nicht so viel aus seinem Körper herausquälen, als der mechanische Webstuhl liefert. Es ist alles umsonst, er verpfändet HauS und Hof, schließlich den Webstuhl, und er steht ebeu so nackt und arm und hilflos da, als der Fabrikvroletarier, der nicht« fein eigen nennt als feine Arbeitskraft. Hiermit ist feine ganze Existenz verändert. Er muß seine Arbeitskraft verkaufen; schafft er auch das dreifache, was er zum Lebensunterhalt nöthig hat, er erhält nur ein Drittel; schafft er da« zehnfache, er erhält nur ein Zehntel; er erhält nur so viel, daß er davon leben und feine Kinder groß ziehen kann, die dereinst ebenso in der Fabrik arbeiten und dem Kapital dienen werden, wie er. So wie in der Weberei, geht es in anderen Berusszweigen. Haben sich die Vcrhältniffe derart geändert, so änderten sich auch bie Bestrebungen. Während der Weber srüher sich als Besitzer fühlte und sich der Partei der Besitzenden anschloß, so hatte er jetzt keinen Grund, noch in diese Welt des Besitzes hinüber zu schielen. Ist er einmal besitzlos, so wird er es stets bleiben. Er lemie sich jetzt als Arbeiter fühlen. So wie ihm, geht es vielen, die, da ihre Jnter- essen zusammengeworfen sind, auch gleiche Forderungen, gleiche Ziele haben. Jeder fühlt, wie er dahinsiecht, wie er 4) dct � sij, nicht Frau, nicht Kindern, nicht Kunst und Wissenschaft Kaff, s widmen kann. So entwickelte sich zunächst eine GewerkschastS- bewegung. Dock je weiter die Technik fortschreitet. Tausende brotlos, gelernte Arbeiter überflüssig macht, je mehr das Kapital erstalkt, desto schwerer wurde ein bloßer gewerkschafilicher Kampf, desto weiter muhten die Ziele der Arbeiterbewegung gehen. So diängte die Bewegung immer mehr auf politischen Boden, die Bewegung der Proletarier mußte zur sozialdemo» . krotischen werden. Wie weit ist nun dieser Zersetzungsprozeß nnischs| vorgeschntten, wo ist der Boden reif für die Sozialdemokratie? ,nd de«, Ueberall, wo gearbertet wird? Dies fei nickt ganz richtig! sein. 1 Auch der Kleinmeister arbeitet und ist nicht Sozialdemokrat. hobc�J Die richtige Antwort sei: Ueberall da ist der Boden für unsere sich bffJK Partei vorbereitet, wo die moderne Ausbeutungsform besteht. rimirA Dieser KreiS geht weit über den Fabrikarbeiter hinaus. Der Aw �.-Klein Handwerker sei nichts mehr selbstständig, er arbeitet für au« für seinen ............». schon � von den neuen Verhältnissen zerfressen, nur tritt die Ausbeutungs- zer � der J5 Mit in tJfj! chou'p� end,£ chaufP'L Satze,« iusta» F 110. forgt� gelitpi 'tz des? schäfagZ ' bttJi te abff j atte d>' t. NvS ari«» f Jh'j anwäl»! off uv� nM lief£%i Sta»� form hier in anderer Weise Man in seinem den � �zejitz, der über und über verschuldet ist� Wird er expropriirt, T....."" ...... i_..... Strciuf� l ��tiftstefletRanbe. Sie alle sind der Ausbeutungssucht des � 4X0(1 uno uocr ociiuiuiüci in.»cxmiu ti in& hatte er, als Tagelöhner, nicht mehr Veranlassunp, wie jetzt. den �1?°" vor Tagesanbruch seine Arbeit zu beginnen. Auch andere i; Gewerbe, die augenblicklich für die Sozialdemokratie noch brach ,n lann. � die augenblicklich für die Sozialdemokratie noch brach ' Ä, �en, sind schon angegriffen. Redner schildert die Entwicke- 'Ztf, soffst.. rft Verhältnisse beim Kaufmann-, b-im Kellner-, beim attt rnd d�I Kapitals zum Opfer gefallen: letztere sind noch bedeutend Ja�s lchlniimer daran, daß sie auch ihre Seele dem Kapital verkaufen müssen. Sie alle hätten ein Interesse daran, daß die Arbeit ous den Fesseln des Kapitals befreit werde. Wer wollte sagen, w,e schnell die Ausbreitung unserer Ideen vor sich geht? Wer .£•• v? stch das Privatkapital überflüssig mache, za duckt gUechadlich für dre Kulturentwickeluna sei? Neberflüsfig: denn die Mi i» k Kohlen wurden z. B. nicht aufhören, gefördert zu werden, feniNgJsssödlich für die Kulturentwickeluna sei? Neberflüsfig: denn die �Kohlen wurden z. B. nicht aufhören," ? Kapital zurücklräic. Schädlich: das sehe man beim � � �arsenspul; schädlich sei das Kapital auch, denn es schaff« sorffy bot auf der einen Seite ungeheure Massen, die in Armuth leben, auf der anderen Seite Leute, die alles an sich ziehen. Sei die Masse aber erst zu dieser Einsicht gelangt, dann werde es auch nickt zögern, das Uebel zu beseitigen. Das Kapital spiele keine Rolle mehr im Produktionsprozeß und in Kulturangelegenheiten. Deshalb könne die Sozialdemokratie guten Muthes fein, trotzdem sie rings von Feinden umgeben ist. Auf das Proletariat passe die Stelle aus Gölhe's Faust: „Wir graben da« Eisen, unsere Gegner schmieden daraus unsere Fesseln." Doch wenn auch die Ketten hinter uns her klirren, so schloß Redner, so werden wir doch weiter arbeiten, bis sie gefallen find. Dann wird auch die Barbarei fallen; die Freude, die heute nur die Spitzen der Gesellschaft umglänzt, wird sich dann in die Tiefen, in die Masse des Volkes senken. Dann wird eine neue Gesellschaft erstehen und allen Menschen Freiheit und Wohlstand bringen. (Donnernder, minutenlanger Beifall.) Eine Diskussion hier- über wurde nicht gehalten, um die Wirkung des Vortrage« nicht abzuschwächen. Nach einer Pause von 15 Minuten zur Aus. nähme neuer Mitglieder, wird der nächste Punkt der Tages- ordnung:„Vereinsangelegenheiten" durch die Wahl der Ge- nassen Ad. Scholz, Ad. Grundmann und Karl Meyer als Revisoren erlediat. Unter„Verschiedenes" schloß sich die Ver- sammlung dem Boykott über die Lips'scke Brauerei,�) Klingel- Bolle und Loeser u. Wolff an. Das Mitglied Rothkopf wurde laut gefaßtem Beschluß vor der Hand aus dem Verein auSge- schloffen. Mit einem jubelnden Hoch auf die Sozialdemokratie ging die Versammlung auseinander. Geffentliche Versammlung der Modelltischler. Am Sonnabend, den 5. Oktober, fand eine öffentliche Versammlung der Modelltischler Berlin« im Lokale Müllerstr. 178 statt mit der Tagesordnung: Abrechnung vom Streik und Diskussion. Nachdem die Herren Pielsch als erster, Rietz als zweiter Vor- sitzender und Lietzmann als Schriftführer gewählt waren, be- dauert Herr Pietsch, daß die Versammlung nur schwach besucht sei, und ertheilt, nach einer kurzen Einleitung dem Kasfirer der bisherigen Lohnkommiffion, Herrn Krämer, das Wort, um der Versammlung den endgiltigen Rechnungsabschluß vom ver- flössen en Streik zu geben, derselbe stellt sich nun folgender- maßen: E i n n a hm e n. Auf Listen gesammelt in Berlin 1507,85 M. Aus Mühlheim a. Rh. 4.S5„ „ Magdeburg 39,10„ „ Dresden-Altstadt und Neustadt 58,15„ „ Hamburg 51,85„ „ Breslau 12,95„ „ Landsberg a. W. 5,95„ „ Augsburg 15,55„ „ Düsseldorf 17,55„ „ Chemnitz 56,20„ „ Görlitz 7,20„ „ Hannover 76 35„ „ Stettin 89,65„ „ Darmstadt 13,10„ „ Kopenhagen 13,90„ Von den Buchdruckern Berlins 50,—„ „ 9 Tellersammlungen 85,63„ Ueberschuß einer Tellersammlung der Bauarbeiter und Einsetzer 15,53„ Vom Verein der Modelltischler 150,—„ „ GeneralfondS 321.20„ Summa 2592,66 M Ausgaben. An 53 Streikende find gezahlt 2019,34 M. 14 Reiseunterstützungen Drucksachen Annonzen Zeitversäumniß und Vergütung an die Kommission Bureau-Utenfilien Porto Unterstützung nach dem Streik: An die streikenden Feilenhauer Berlins An die streikenden Tischler BraunschweigS Extraunterstützung an 2 Kollegen laut Versammlungsbeschluß 77,20 34,50 105,75 72,90 19 40 59,04 30,— 30— 70— Summa 2518,13 M. Mithin bleibt ein Ueberschuß von 74,53 M. Für die Kommission: M. Pietsch O. Kramer. W. Lietzmann. H. Hoffmann F. Hautopp. Die Abrechnung ist von den Revisoren geprüft und für richtig befunden. O. Kleinau. A. Gillkötter. Auf Antrag der Revisoren wird dem Kasfirer sowie der ganzen Lohnkommiffion Decharge ertheilt. Ein Antrag, diese •Abrechnung im Druck erscheinen zu lassen, wird abgelehnt mit der Motivirung, das Geld, welches der Druck kosten würde, zur Unterstützung anderer Gewerkschaften zu verwenden. Hier- auf legt Herr Pielsch der Versammlung vor, daß die bisherige Lohnkommission sich nun für verpflichtet hält, sich aufzulösen, und wird diese« von der Versammlung angenommen. Herr Gleinert stellt nun den Antrag, eine Vertrauenskommission von 3 Mitgliedern zu wählen. Dieses wird angenommen mit der Motivirung, daß die Vertrauensmänner nur provisorisch ge» wählt werden sollen und anheimgegeben, in der nächsten öffentlichen Versammlung, da diese voraussichtlich besser besucht sein werde, eine definitive Vertrauenskommission zu wählen. Es werden die Heirm Pietsch, Kramer und Lietzmann in diese Kommission gewählt. Ein Antrag des Herrn Gleinert, das vom Pariser internationalen Arbeiterkongreß gegründete drei» sprachige Wochenblatt„Der achtstündige Arbeitstag" zu unter« stützen, wird einstimmig angenommen und wird die Ver- trauenSkommisfion angemiesen, eine vorläufige Unterstützung von 15 M. an daS Exekutiv-Komitee zu senden. Nachdem Herr Pietsch noch aufgefordert hatte, sich am Vertrieb der Sammel» bonS für den GmeralfondS rege zu betheiligen, schließt derselbe die Versammlung. »» • Heute Abend g Uhr Kottbulerstrahe 4» Gcnerat.Vcr- wmmlung der Krantenlasse. TaaeS ordnung � Äassenbertcht vom dritten Vier tel- jähr und Ertedtoung einei Antrage». Die Billet» zu dem am 26. Okiober stattfindenden Esistungiseste sind bei sSmintlichen Vorstand»- Mitgliedern zu haben. AU»»«»in» Krank»«-«nt> Ktrrb»kass» t>»r M»taUarb»it»r v,rblich»n N-rhiittnilr, d»r Aöps»r. Eornabend, den 19 Oktober, erste» Etistunaisest im Schweizer. Garten(am ffriedrichlhainl. Billet» lssir Herren 50 Pf.. Damen 25 Pf.) sind zu haben bei den Herren Richard Schulz. 0 hauffeestrabe 84 t Holz. Angermstnderstrahe Ii t Grastunder Mestauranl/ Ziethen» und Schwei inslrahen-Ecke. Hoffmann, Frankfurter Allee Ill t Wcrschke,«dalberlstrahe 16. und im Arbeitinachwei». Dreddenerstrahe 116. J>i» l»cht»>>i»»täl,rt«»«»»«ralvirlammlnng der Kranken» und Begrlibnihkasse chirurgischer Znftrmnentenmacher. Bandagisten und Berus»- gcnoffcn(E. H. Nr. 55t findet am Sonnabend, den 19. Ok.ober, Abend« 8!s Uhr, im Lokale de» Herrn Riedel. Neustädlische.ttirchstrahe 15. statt. Die Ausnahme neuer Mitglieder findet beim Borsidenden Herrn«. Taharntke, Zossenerltr. 5t sowie beim Kasfirer Herrn H. Weidmann. Philipvftr. 2t. statt. N»r»i« IN» Utahrnno der Interessen der»Ischl»». 9 Stiftung»» fest am Sonnabend, den 19 Oktober, in den Bürgcrstilen, Dretdenerstraße 96. Billet« hierzu.» 80 und 50 Pf., sind bei folgenden Herren zu haben' Lerche, Fruchtstrahe 53 Hos 3 Tr.; Fölmer. Solmitstrahe 60 vor« 2 Tr.; Lackur, Naunijnstrailc 20 Hos 2 Tr; Wiste, Admiralfiraie 88 Hos 8 Tr. *) Diese Angelegenheit ist jetzt erledigt, da die Brauerei kapilulirt hat. Iach»,r»in d»r ziapi»rarbcit»rinn»n und verwandter Be ul«» genoffen. Sonnabend, den 19 Oktober. Abend» 9 Uhr. in Sahm't Lok.,«, Annenstr. 18. Vcriammlung. Tageöordnuna• Vortrag de« Herrn Juli.,» Doliniki über: Regelung der Arbiitizcil. 2. Ditkulsion. 8 Berschirdene» INI» Frogekasien. Gäste. Damm und Herren, haben Zutritt. Nach der Verfammlu ,g gesellige» Beiiammenlein. Krank»»-«nd Kipräbnillkass» d,» N»r»>n» sammtiich»» Ke- rnf»klass»nung»ftelle 3l. Mttgiiederveriammlung, Eonnabmd, vm 19 d. Rt, Abend» 8 Uhr, in fflolff I Restaurant, Brunnenftr. S5a. Baste will. kommen. »ifchl»r- v»r»in. Eonnabend. dm 26 Oktober, im Äonzerthaui Sanilouci, Kottbuierstr. 4a. 18. S ti f t UN a i fel lstseist« H ,........ chotet». Die wirlhschasllichm«rtleu Tage«ordnung: Bortrag de» Herrn Th. Glocke i und die Sozialgesebaebunz. P»r»in zur Wahr«», der Interesse« der»Ischl»». Neunte» Slitiungtseft heute. Sonnabend, dm 19. Ok.ober. in den Bfirgcisälen. Dre». denerftr. 96, wozu alle Freunde und Gönner de« Verein» hiermit cirgel'den sind Billet»'zu 80 und 50 Ps. sind bei folgenden Kollegen zu haben. Lerche, Frucklstr. 58. Hos 3 Tr l F älmer, SolmSstraße 80, vorn 2 Trevpm' Lakur. Naungnstrabe 20, Hos 2 Trevpeni Pieltcke, Admiraifk. 33, Hof 8 Ti'vvm. N»r»tn dr» t»chnisch»n V»rson»I« dir d»«tsch»««nstnen. Gcneralversamnrlung am 19 Oktober, Fsfcherstr. 41. Wahl de» 1. Echrisllühier». Kaffenbcrichl Zentral-Krank»»- und Kt»rd,kass, der deutschen Wagenbauer ffon. 8. Berichs der Kommiision zur Ausarbeitung der Statuten zum Ardctter.Bilduvglverctn. 4. Vericho dene». Gtstlsch»«»sellschaft. Dem Vorstand Ift ei nicht gelungen, zum San'» tag. den 20. Oktober, ein passende» Lokal zu bekommen' der Vortrag must de!« halb aussallen. Am Sonntag, den 27. Oktober,«btl.di 6 Uhr, bei Zcmtr, Münzstraste 11, Vortrag te« Herrn W. Bölsrde. Lachoereln d»>.» puker Kerlln». Sonntag den 20. Oktober er, B°. mitiag» 11 Uhr, tm Louiseiistädtischm Kon.......* Mitglieder 5. Bereiniangelegenheiten und Berschiedeve«.«L. Die Mitglied, r werden daraus ausmerksam gemacht, dast die Ntilgltedcr.vei sammlung, n von setz! ab an jedem erslm Sonntage nach dem 1. staltfindm und zwar im odsgcn Lokal. ZUlg»«»!»«»rankin- und Kt»rd»kass» d»r Metallarb»»»« ung>»r M,tglt»d»r d»r Zentral Kranken- K™.«ÄS i, USTÄbS.' «»J«'««äbnillhnir. filr Frauen nndMäd- m»w DeutschlandO(E. H. 26) Offexsback a M., Verwaltungsstelle 4 Mit" attederveisammlmtg am Sonntag, den 20 Oktober. NackmitiagS» Uhr. bei w7«a?w?e«�.Aedene?''�'�' Kasittld.r.cht pro 3 Quartal. Wahl «»r,tn ,«r WaKrun« der Inter.ssen d,r KarKmach»* K»rltu» "ff.?'ff�?ss."'�. Generalversammlung am Sonntag, de» 20 Oktober. Wr. wUtag» 10 Uhr. bei Roll.!«dald-r»ftr 21. Tageioldnunz l 1. Rtchenschast«. �.Kasseubericht pro 8. Quartal. 3. Borstar diwahl. 4. Bei schieden-» Neue Mitglieder werden ausgenommen. Naffelfchrnied»., Sonntag, den 20 Oktober. Bor- mittag» 10 Uhr Llchlenbergerstr. 21, bei Heise' Generalveriammiung Tare�. ordnung r 1, Die Lage der arbeitrnden Klaffe und die Collaliesorm Relcrenl E?ganz��abl. 4«tt?ch.e�ene»�Bsste�haben �u?ri!t� It?rft?nd«. find.?7HM°?u5��K'-»'Ä nfc üsrff11"' �»»eSordnung l I. Boi trag de« Herrn Gotls.ikd Schulz über die Entwicklung der»rb-iterbewegung 2. Dtdkusfto» 3«erübieden,» 4. Oulttui>g»kait-N weiden ausgegeben und Ausnali ne neuer Mllgliede? Zrntrat» Krank»»-«nd Kterbekasse der«ischler«. s. io,«, Ar. 8, Hanibuigs Oerlliche VelwattungSslelle Berlin 8. Monlaa den 21 h mtmen Uhr. im Wedding-R-staurant, Mvllcritrastc 178, Btttgltkder.Veiiamml luim Tagesordnung r I«drechnung vom 8. Quartal d. I. 2. Verschiede, c KassenangelegenhUlkn. Hieraus ftnd-l die B-rsam,nl.,ilg der Zentral, Krank-. und Eterdekasse aller«rbeiler Deutlchland»(E. H 8», Hamduras statt. Tag,«. MtWern �ahme»euer Mitglieder. 2. Wahl von sechs Belwastulll.». -t dm stein. Alle Zakobftr. 76. tztotrdam Am de» Herrn Feuer- Konzerlhau« Mauer, tr.«�"'ttne" most� öff-nMch-�«°lks°ttsan>mw?�ftatt Ditkuiffon und«erichiedene«. r wrie g via, an. «roS» p-rsammtung d»r Lr»i»n Vereinigung der»amrn- ff'?'! Arb»ttertnn«n der«»k>»«--ung»tndnstrt» findet Dtensta� den 22 Okiober. Abend» lsis Uhr, in Deigmüller'« Salon. Alle Ja obstr, M». statt. Tagesordnung, 1. Kafienberlcht. 2. Wie ve-eil igen stch die Znteresl-n der Krankenkasse der Damenmänlelschneider Innung mit den In, e- «s-n der Arbeiter und A-bUter nncn unserer Branche. Res-rentl» Frau Schul, » Dtlkiston und«-retniangclrgenhcllkn. 4. Verichi-dene» und Frag-kasieu Reue Mitglieder werden ausgenommen. Gälte haben Fatrstt »»kanntmachung Den Mtlglledern de«„E o ji a l d e m o k r a t i s ch e ,1 Wahlverein« im vierten Berliner R e> ch« ta g« wa h Ikreise" M.lnsn.� Entg-gennahm« von Beiträgen folgende Zahlstellen beslcden: Im ONeiil b,i den Hericn G. Tempel. Bretlauerftr 27 und O. Heindors, Langestr. 70 l tm Südosten, bei den Herren G Schuu, «dmtralstraste 40 und« Scholi. wrangelstr. 32. In diesen Lahlstellen werden auch zu sedcr Zeit neue Mtigiteder ausgenommen. ™.»»J»lavterarbritrr befindet sich vom 20 Oktober ab Naunplistr. 73 des Süiiuci. Die«dr-si-nau°gab- ftndtt srd.n Abend von 8-9sj Uhr und Sonntag» Vormittags vo» I0-Iix Uhr. sowohl a» Mitglieder wie an Nichtmilglieder unentgeUitch statt. � ff!? N»r»ine am Sonnabend r«eiaug. mrein.Harmonia Abend« 8 Uhr im Restaurant, Alle Jakobstr 88- Männerge angverein.Treue Abend» 9 Uhr im RestaurmU«ndreaistcahe g.-- Männerge angvere in„Ewta" Abend» 9* Uhr bci Echläwicke. Klein,»urftr. 1 Männergesangverein„Scneselder, Große Hamdurgerftraste 4, un> 9 Uhr UedungS stunde, Aufnahme neuer Milgiieder, Lüb-ck'scher Turnverein ». Lehrlliigi'Ubthetlungs Abend» 8 Uhr ElssabclhltrÄe 57-58,- furnverew..wcddwg". Pankrir. 9. Männer»«dlheilung von 81! dl» ic« Uhr Abend» l deigl. 1. LehrlingSabthetluiig v°» 8 dt« 10 Uhr«b-ndo. ™«ltn« S'enographenNaffe de»„Berliner Handwerkcrverctii»" Ldeird» o i» Theater» und Berg»ügung«vere>n„Earila«" Abend» Uhr im Louisenstädtischm Bierhause, Admiralstr. 38.— Theater» und Be.» gnüaung»gesellschast„Treue" Abend» 8* Uhr in Bobers««allialv», Wetnftr.il - Bergilügungdverein„Echneegläckchen", Abend» 9 Uhr in velttn» vterhau» »ettranenstr. 19.-- GeselligkeilSklud„Lustig"«beud« 9* Udr im«eftaunii.t Weicheit, Tauben str. 45.— Verein der Tmibensreiliide Abend« As Uhr\m Restaurant Htllmann. Manteuffetstraste 68.— Dänischer Verein„Freva" Abend» 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstr. 106.- Veretn der WürNeinderger Abend» 8X Uhr des Vaihinger, Dorotheensir. 84.-«ereiii ehem. Schüler d« 84. Gernelndeschule Abmd» 9 Uhr tm Restaurant, Koppenftr. 58.— Beiei» ehem. M. E. Lulher'scher Schsiler Abend»«t Udr im Restaurant Bvrnlanu Ohmgaffe 2.— Rauchklub„Portorico" Adend» 9 Uhr bi» II Uhr Käpnicktl. straste 157 des Schulz.— Rauchklub„Qualm" Abend» 8 Uhr im Reslauianr Tamm. Schäilhauscr Allee 28.-«crgnügungevereiu Lilltige 18" Abcrid»9Uhr tm Restaurant Albrecht, Annenstt, 9.— Tambourverein„Sedan" Sitzung Abeno» 9 Uhr, Grüner Weg 9-10. Ausnahme»euer Mitglleder- Tambaurver ei« »Herz Innig", Abend» 8 übr, Sitzimg im Restaurani Strastburgersnaste 5 Dirigent und Vorsitzender Fritz Laukarit.— Tamdourveret»„Einigkeit wwlt.t stark", gegründet 1886, stellv-rtretcnder Diriaent E.«illhardt. Allsnahm« neuer Iiui-tz, ytutunvti n»»r---* q V* 1*■«Jiiiyuiu»,«ii|iiuuuic mutt Milgiieder»b-nd» 9 Uhr tm ReftauraNt Hahn. Elsasi-rskaß- 57,- Tomdom- Berein..«eisen est". Sitzung 8% Uhr, Weistenburgerstrahe 54 Dirigent und Vor- sitzender l«. Friese,«ufnabme neuer Mitglieder.- Bergnügungtzvtretn„Sulltge Vcuesle Nnitipiihtcn. .. Atrbute« auf Grund de» Soflalistengesetze« wird die Druckschrift:„W aS die Arbeiter atler Länder s? e„n"®on A* PttiS 10 Pf. Druck und Verlag von C. A. Hager, Chemnitz." ftejrefjjjrcn. (iValtf*««legravhen-S»?«»«.) Kerli», 18. Oktober. Der Bundesrath ertheilte in der am 17. d. MtZ. unter dem Vorsitz des Vize-Präsidenten des Staatsministeriums, Staatssekretärs des Innern Dr. v. Bötticher, abgehaltenen Plenarsitzung den Eiaisentwürfen für die Vermal- tuag des Reichsheeres, für die Marineverwaltung, die Post- und Telegraphmverwaitung, über die Reichsschuld, über den allze- meinen PenfionSfonds, über den JnvalidensondS und der Reichs- druckerei, sowie den Gesetzentwürfen, betreffend die Feststellung des Reichshaushaltsetats für 1890, 91, über die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltungen des Reichsheeres, der M rrine, derRerchseisenbahnen und der Post und Telegraphen und über die Kontrole des Reichshaushalts und des Landes Haushalts von Elsaß- Lothringen für 1889/90 die Zustimmung. Außerdem wurde die Berechnung der nach dem Entwurf des ReichshauZ- haltSetatS zur Deckung der Gelommtautgabe aufzub-ingenden Matrikularbeiträge genehmigt. Der Besoldung«- und Pension«- Etat der Reichsbankbeamten für 1890 und der Antrag Preußens, betreffend die Ergänzung der Formulare zu Wandergewerbe- scheinen, wurden den zuständigen Ausschüssen zur Vorberatbung überwiesen. Für zwei erledigte Milgliedsstellen bei der Disziplinarkammer für elsaß- lothringische Beamte und Lehrer wur- den die erforderlichen Ersatzwahlen vorgenommen. Hamdnrg, 18. Oktober. Der Streik der hiesigen Stauer ist so gut w-.e vollständig beendigt; alle größeren Stauer- geschäste� arbeiten, während die kleineren den Streik fortsetzen. WünKer i M., 18. Oktober. Freiherr v. Schorlemer-AIst hat sein Mandat zum Abgeordnetenhause niedergelegt. Stuttgarts � Freitag,_ 8._ Oktober. Bei der gesttt»� 7. württcwbergrschen Wahlkreise Calw-Neuen bürg- Raaold gebobten Reichstagswohl erhielt LandgerichlSrath Frhr-? Gültlingen-Stuttgart(freikons.) 7987, Rechtsanwalt SE �VolkSpartei) 4682 Stimmen. Der Erstere ist sonach ae»« Vvicfktnkken. Bet Anfragen bittm wir die Abi>nne!nents,Ouitwng beizufügen. Antwort wird nicht ertheilt. M. T. Dalldorfer straffe. Modelltischler. Sie doch Recht, der Bericht ist von Ihnen abgesandt und ve übersehen worden. Wir veröffentlichen denselben heute bitten wegen der Verzögerung um Entschuldigung. Gcch öfftntl. MMchmmlW für Weissensee und Umgegend am Sonntag, den 20. Okt., Nachm. i Uhr, im Restaur. zum Kaiae* TageS-Ordnung: altS A Stadthagen über: 1. Bortrag des RechtSanwal An's Katerwad, an's theure, schließ' Dich an! 2. Diskussion. 3. Bericht der Kommission zur Ausarbeitung der Statuten zum ArbeiterbildungSverein. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Dei> Einberufer. Atzt«, tollten-». Ctttdetnjst der Mckllurbtittt zu Hnnibnrg (E. H. Nr. 29). Eiliale Berlin II. Sonntag, den 80. Ottober er., Borm, 10� Uhr, im Lokale des Herrn KautenKvng, Wafferthorstr. 58: Mitgliedep-Ifepsammluiig. Taaes-Ordnung: Erörterung der neuen Kaffenverhältniffe. Große öffentliche Uersammlung sämmtlicher Töpfer Berlins und Umgegend am Mittiuocli, den 23. Oktober, Abends 7 Uhr, in Mundt's Salon, Köpnicker Stcaße Ur. 100. Tages-Ordnung: l. Rückblicke auf unsere gewerkschaftliche Bewegung. 2. Die Fensterfrage. 3. Gewerk- schaftliches.— Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. 1335 Um zahlreiches E-scheinen bittet Der Etnberafer: Varl rhieme. Cr. Scharnow's Engros Uhren-Fabrik ExPort Befliß S«, ßßl, Ecke Orcmienraße 152. besteht seit 1860. Anerkannt beste Bezugsquelle. s 5; Nickel-Remontoir-Uhren Silberne Cylinder-Uhren...... do. Ancre-Uhren, 15 Steine... Goldene Damen-Uhren, 14-kar.... do. Ancre-Herren-Remontoir-Uhren do.„ mit 3 Goldkapseln und Schutzdeckel... Regulateure, 14 Tage gehend, ca. 1 m lang do. in polirtem Nußbaumgehäuse Wecker-Uhren.......... von 10 Mk. an i „ 17„ „ 25„ . 20. 90-250 Mk. 1 10 Mk. an i 14„ n\ 3�0„»' Garantie bis zu 5 Jahren.'S Illustrirtr preisoerkeichnissr gratis«. franko. L Verein der Einsetzer MW). Sonntazz, den 20, Oktober, Vorm. 10): Ohr, heue Friedrich-Strasse 44• MM" Mitglieder-Versammlung'WW TageS-Ordnung: 1. Bericht über den Arbeitsnachweis des Verein«. 2. Verschiedenes. 3.?Fragekasten. Außerordentl. Urrsammlung des zchverms d.MetllllslhMbell-, zacoll- dreher imü Sttufögcnofcn Berlins am Sonntag, den 20. Oktober, Voim. 10* Uhr, in Deigmüller'S Salon, Alte Jakobstr. 48 a. Tages-Ordnung: 1.«Der Kamvf um's Dasein." Referent Herr Robert Schmidt. 2. Diskussion. 3. Der Streik bei der Firma Bartels u. Co. 4. Verschiedenes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung wird um zahlreiches Erscheinen ersucht. 328 Zeutral-Krauken-u. Sterkekaße der Tischler«. s. w. Hamburg. Gertl. Uermaliung Kirdorf. 332] Der Vorstand. Iachverein der Hischter. Montag, den 81. Oktober, Abends 8% Uhr, in„Jordan's Salon1 Neue Grüustratze Nr. 28: Genvrai- Versammlung.'Hms Tages-Ordnung: I. Kaffenbericht de« Rendanten; Bericht des Vorstandes, der Kommissionen und der Bevollmächtigten. 2. Ersatzwahlen des Vorstandes: Wahl eines KontroleurS, eines Werkstatt- konttoll- und Arbeit-- vermittlungs-KommtssionSmitgliedes. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Sonnabend, den 16. Nooemder, in.lordan's Salon, Neue Grünstraße 28: Tanz-Kränzchen.'MW NB Die Wohnung de« Vorsitzenden dcS Vereins, fh. lilooke, befindet fich seit dem 1. Oktober dS. Js. m der Laufitzerftraste 53, 3 Treppen(Ecke Lausitzerplatz). 0er Vorstand. U«i»ssm>UAlung der Freien Vereinigung der Zimmerer Kerlins und Umgegend SU Mntsg, dt« II ds., Abends n llhr, i« Krngcr's Zalo«, Hschßr. 32a. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:»Das Recht auf Arbeit�. 2. DiSkusfion. 3. Ver- lchiedencS und Fragekasten.— Jedermann hat Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Oer Vorstand. (338 Cruiralkra« kr«-« HrgrSbniffka ssed. Sattler.c. Am Sonnabend, den 26. Oktober, findet in Hezfdrioh's PrachtfSlen das VI. ötif iwtttt?- Jfcrt"üä bei Lasse statt, bestehend in Lonaert, hurnoristisohen Vortragen und Ball. viletS mit Programmen sind in den Zabtitellen zu haben, ebenso in der Kaffen- Bcrsa««luug am Sonnabend, den 19. Oktober, bei Reyhepf Alte Jakobstr aße 83. Dre Zahlftekleu bleiben am Sonnabend, den 26. Oktober geschloffen. 1316 Um rechi zahlreiche Betheiligung ersucht 0er Vorstand. Achtung! In der Werkstatt von J E. Pf-.ff, Engel- Uf« 12, haben die Kollegen die A.bert nieder- g-legt. Zuzug ist streng fern zu halten. Z2g Dre Komm issron. "Wir ersuchen die Kollegen in den Werkstätten, wo für obige Firma gearbeitet wrrd, dreselbe Arbeit nicht zu fertigen eventuell dre Arbert niederzulegen.. Die Kommission ist zu sprechen leden Abend »va 8-9 llhr, Sonntag Vormittag von 10 bis 12 Uhr im Restaurant K e ß n e r, Annenstraße. Die Werkstätten von Graul u. Heinicke, Louisen-Ufer 46 und Wagner u. Seydel, Admiralstr. 7 find gesperrt. Bei Beyer, Britzerstr. 7, ist Alles bewilligt. Die Kommission. MrhMdlW. , Anzügen, fertige Knaben Aatüae, sowie zu Regen», Plüsch- und Düble» MMt-w, Trikot zu Taillen. Alle Besatzart.kel „ni Wunsch zugeschnitten. Karle, Lau Blatz(Ecke Waldemarstr.) Fachn. d. Marmor- nnd Granitschleifer Kerl. Mitglieder- Versammlung Versammlung am Montag, den 21. Oktober, Abends 8t Uhr, bei Niesick, Bergstraße 124. Tagesordnung: Kassenbericht vom 3. Quartal 1889. Wahl eines Stellvertreters. Verschiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung müssen alle Mitglieder erscheinen. 336 Der Vorstand. General- Versammlung des Fchierkiiisd.ZVcMBtrlilis am Montag, den 21. d. Mts., Abends 8 Uhr, in Feuerstein'S Salon, Alte Jakobstr. 75. Tages-Ordnung: 1. a) Jahresbericht des Vorsitzenden, b) Jahresbericht des KassirerS. c) Bericht der Ar- beitsnachweise- Kommission und de« Bib- liothekar«. 2. Wahl deS gesammten Vorstände« und der Reorsoren. 3. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Vereinsangelegenheiten. Fragekasten. Aus- nähme neuer Mitglieder vor Beginn der Versammlung, dieselben sind stimmberechtigt. DaS Erscheinen aller Mitglieder zu dieser Ver- sammlung ist Ehrensache. 339 Der Vor st and. Berti« z«r W«hr«vg der z«tereisen der Berliaer Kttspsarbeiter. Gomitag, den 20. Oktober, Vorm. 10] Uhr, bei Bolzmann, Andreasstraße 26: Ordeutl. Generalv�sammluug. Tagesordnung: L Vortrag des Herrn W. Werner über: Die Fabrikinspektorate und der Werth derselben für die Arbeiter. 2. Vierteljährlicher Kaffenbericht. Wahl eine« VergnügungSkomiteeS. 4. Verschiedenes. Zahlr. Erscheinen erwünscht [324 Ter Vorstand. am Sonntag, den 20. Oktober, Vorm. 10] Uhr, n DeigmQller's Lokal, Alte Jakobstr. 48a. Auch Nichtmitglieder find willkommen. 325j Der Vor st and. kktzk kklttlllllttslllllMllIIIg der Freie« Bereinigung der Bergolder«ad am Montag, den 21. Oktober, Abend« 8] Uhr, in Scheffer'S Salon, Jnselstr. 10. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 331 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Wahl des Vorstande« und der Fünfer- Kommission. 4. Verschiedenes. Gäste willkommen. Oer Verstand. General-Versammlung des Umiw zm Wnipiig derMmlsei der filanletitlitte und»erwandter verusSgcnoffen am Montag, den 21. Okt., Abends 8z Uhr, in OeivmOller's Salon, Alte Jakobstr. 48a. T a g e« ordnung: 1. RechenschaftSoericht vom 3. Quartal. 2. ErgSnzungSwahl des Vorstandes. 3. Werkstatt-, Verein«- Angelegenheiten und Verschiedenes.[323 Der wichtigen Tagesordnunghalber ist es Ehren fache eines jeden Mitgliedes, pünktl. zu erscheinen. ...... Ter vorstand. Mitgliedsbuch legitimirt. Tüchtige Llemser vvd Metalldrücker auf bessere Kaffeebretter fof. verlangt. Adr. unter Ehiff. p. R. 100 nimmt die Exp. d. Bl. entgegen. 334 Uerein d. Klempner Kerlip «nd Umgegend. Vrosse Versammluok! am Montag, den 2. Oktober, Abends 8 � im kleinen Saal des Böhmischen Brauh� Landsberger Allce 11— 13. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Türk über: Das V, der modernen Poesie. 2. Diskussion.?>■* schiedeneS. Mitglieder werben aufgenommen. Gäste Zutritt. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, scheinen. 9 Uerein der Schriftgießer � � Piontag, den 21. Oktober er., Abends 8 � in Jordan's Salon, Neue Gtünftro'* General-Versammlung- Tages-Ordnung:, 1. valbjährlicher Kassenbericht. 2. Wahl der Revisoren. 3. Vereinsmittheilungen. 4. Besprechung über den DelegirtenwS- i 5. Fragekasten. 1 326]_ Der Vorsts Empfehle mein Weiß- II. Wolimrtil-Ktsli� Ecke Alte Jakobstraße 51. Lausitzerstraße(am Platz) Laufitzerstratz nk« für Vereine. A Große Musikwerke Kohtadak [liS am hiesigen Platze bekanntlich SrSsste Auswahl. Garantirt sicher brennende Tabadfl Streng reelle Bedienung, billigste Sämmtliche im Handel befindlichen R»" Tabake sind am Lager. t A. Goldschmidt, Spandauerdrückt' am Hackeschen Markt. � N«r 1,50 Ward kostet bei mir jede Uhr Iw riren und reinigen unter de« Gutgehens.. Kleinere Reparaturen billigt'' J. Huberty, SSrtBttrnfee W1 1366 am f, Wallftraste Spittelmarkl. Geschäffcs-Eröffnung» Knöpfm m aller Unternehmen gütigst zu unterstützen. Rora Freiesleben, Kaisei Eine Wickelmocherin verlangt F. Wienert AMMchmis Der vom Fachverein der Tischler Arbeitsnachweis befindet sich Dresdenerftratze W im Kesiaurant Grandel(früher W Die Arbeitsvermittelung geschieht für � und Gesellen(auch Nichtmitglieder de« ««entgeltlich. Die Adressenausgabe t lochentage« von 81— 9i Nstr «««tage»»« 9—11|C�r Mr Möbel und Polstermaaren eigener Fabrik. auch auf Theilzahlung Rosenthaler• Strasse 54, I. Normal- und Barchend-Hemd«'11 Strick- Jacken, � " sowie jeden Artikel für Arbeiter.* Lrantenstrafie 89,| üusikwerke 3. verleiht zu Aeftltchkeiten das Musikiw, mentengeschäft von Kessler, Empfehle mein Geschäft in haltbaren Stoff- und Wildleder- Handschuhen. Auswahl in Kravatten, Hosenträgern, Art. Bitte, mich in erlangt„ Rosenthalerstr� Eine Packmachcrin verlangt _ F. Wienert, Rosenthaler»� Verantwortlicher Redakteur: K. TreahehU t» Berlm. Druck und Verlag von Me» Fading m Berlin SW., Beuthftraße 2.