diesilk« rpcben. 347. Dienstag» den 33. Oktober 188S. H. Hakrg. zihain� al«»a I (.RemZ lr.sorm Nach! BmttU« Wort. immlung. beute sich pflichtet Kandidatc« e Arbeits� end DMerVllllisblM. untnßi R.solutio«. rächt, dai stcnlhu«' Brgsn für die Interesse» der Arbeiter. tvas..Ver»t«er Ao»rso»a»r". � »en 10» scheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berun free Nersa»>»? s Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1A5 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer »„„f.».'Pf- Sonntags-Nummer mit dem»Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung auS unserejr Das«Berliner Bolksblatt« kaufen. �Ps- Sonntags-Gümmer mit dem»Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer i er �u�p�'tion Zimmerftraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemenr 4 Mark pro Quartal. -n x u/iuii flu Okiuuui.-.fiuftuuwiMivmv«» �-------- ßerr tv»(Eingetragen in der PostzeitungSpreiSliste für 188S unter Nr. 806.) —' da« Austand: Täglich uuter Kreuzband durch unsere Expedition -t. M wurde d« K ■ Dilla 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VerfammlungS« Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -*■-« Fernsprecher: Amt vi. Ur. 4106.«- ♦- LledLilition: VeuthstvMe S.— Expedition: Äinitnevstrotze 44. den im edeS M-tZ doppelt1 flichfler Vorthl efert die Hruthelet. Daß die Zechenverwaltungen im Ruhrkohlen- zirk die Uebereinkunft getroffen haben, keinen Berg- eiter mehr anzunehmen, dem auf irgend einer Zeche ge- adigt worden ist, ward von der„K ö l n i s ch e n Z e i- » n g" und dem ihr folgenden Chorus der natioualliberalen ffe als„u n g l a u b l i ch" bezeichnet. Die Presse der „Mannesseelen" geberdete sich, als ob solche Maß- lungen von Arbeitern in Deutschland gar nicht vor- men könnten. Als nun noch die Nachricht eintraf, die ßregel sei unwirksam geblieben, weil die Nachfrage nach »eitskräften im Moment eine sehr starke sei, da war das «wissen des rheinischen Weltblattes wieder beruhigt und ' �»sslan sprach nicht weiter von der Sache llivyi Für uns aber, . die wir die Interessen der Arbeiter zu krtrcten haben, ist sie damit nicht abgethan. Wenn jenes »eitungsgeschwister keinen weiteren Tadel für eine so harte d in jeder Beziehung unberechtigte Maßregel hat, so finden das begreiflich, denn die„Kölnische Zeitung" und ihr bann pflegen ja bei Arbeiterausständen immer einseitig die Unternehmer Partei zu ergreisen und würden Ueßlich auch noch dazu zu bringen sein, jene Maßregel zu "igen und zu beschönigen. Daran können wir Nichts ändern. Wir wollen aber i« Heuchelei und dreiste Schönfärberei kennzeichnen, die us der„Kölnischen Zeitung" und den ihr geistesverwandten Organen spricht, indem sie behaupten oder wenigstens zu ..., �,'ilauben vorgeben, in Deutschland seien solche Maßregelungen -er al« m Mas«� Die politische und soziale Geschichte der deutschen lrbeiterklasse ist eine lange Kette von Leiden und unter iesen Leiden nimmt eine hervorragende Stelle ein die i Maßregelung wegen politischer Gesinnung oder auch -x I�eaen Bestrebungen, die auf bessere Lohn- und Arbeits- £5* rdingungen gerichtet sind. Wenn schon im Mittelalter �ar Zeit der Zunftblüthe die Streikführcr verfolgt, geächtet nd brotlos gemacht worden sind, so hat in neuerer Zeit ' se Art von Maßregelung einen Umfang angenommen, e er noch niemals dagewesen ist. DaS stets bereit stehende �.ecr der Arbeitslosen erleichtert diese Maßregelungen, m etnpi�ndcm es die Lücken ergänzt, die durch die Maßregelungen fsp.tgMtstehen. . In den modernen Staaten stehen viele schöne Worte, snu* Manche Freiheiten und Rechte auf dem Papier. Sie wer- -Straßt�x,, aber völlig illusorisch für den Arbeiter, sobald der -�lnternehmer niedrig genug denkt, von seiner überlegenen m ffltfkcht �brauch zu machen und den Arbeiter zu zwingen, vltl'�ach seinem Willen zu thun oder sich ins Elend stürzen zu ..„«fl�ssrn. Denn die Arbeitslosigkeit ist heut zu Tage die [ alle schrecklichste Geißel der Arbeiterklasse. . lltuütuJ ottboten.] ecke�i »FcitiUcton. [8 .1» dleaf», mpsehlr«. & O str. 38. Sozialer Roman von Emile Zola. Einzig autorisirte Uebersetzung von Ernst Zie gl er. Viertes Kapitel. Maheu, ohne nach der Uhr zu sehen, die er in seinem neider antcti er- utbreB eroWliiti gelassen, unterbrach die Arbeit und'rief bmann„Es ist gleich Eins! Bist Du fertig, Zacharias?" Dieser verzimmerte. Aber er hatte einen Augenblick sein ndwcrkszeug bei Seite gelegt und dachte, auf vent Rücken jeub an die Ballspielpartie des gestrigen Tages. Er achte aus seinen Träumereien und antwortete: „Za, das genügt, morgen mehr davon!"j Und er kam zu den Anderen zurück. Auch Levaque Chaval legten ihre Hauen aus der Hand; man machte psiehU ,.n£ Zluhepause. Alle wischten mit den nackten Armen den eitftr. Schweiß aus den Gesichtern, betrachteten die schiefer- �c�-�auige Decke, die sich ritzte und barst und plauderten von s]rer Arbeit. ♦ j.>Inch ein Pech," brummte Chaval,„solch' eine Erde, über dem Kopf zusammenbricht! So was wird njptchtrn den Akkord eingerechnet! Spitzbuben sind sie alle ja°ben die uns zum Besten haben!" Zachanas lachte, zwar ihm war alles ziemlich gleich- im, aber es amusirte ihn, wenn auf die Kompagnie los -zgen wurde. Maheu'S Gesicht blieb ruhig. DaS Terrain, sagte er, alle zwanzig Meter ein anderes, man müsse also gerecht an und bedenken, daß niemand voraus wissen könne, ob der �'itl fest sei oder nicht. Dann, als die beiden fortfuhren, ihre Vorgesetzten zu schimpfen, wurde er unruhia, blickte tsam um sich und rief: W „ Br--»" 1� |U0 00" 25 Vi la""1 tfsl DaS Wahlgesetz und die Reichsverfassung sichern jedem Deutschen freie Wahl seiner Vertreter zu. Aber wollen sich denn die Kölnerin und ihre Nachbeter wirklich geberden, als hätten sie noch niemals von Wahlbeinflussungen durch die Arbeitgeber etwas vernommen? Man weiß, wie Hunderttausende von Arbeitern bei jeder Wahl gezwungen werden, Leute zu wählen, welche den Arbeiterinteressen direkt entgegenwirken. Arbeiter, die selbstständig wählen, riskiren dabei gar oft ihre Entlassung; sie wird ihnen mehrfach sogar ganz direkt vorher angedroht. Wer eine Versammlung ein- beruft, wer in einer solchen den Vorsitz führt oder spricht, wer Sammellisten oder Druckschriften verbreitet, der muß immer darauf gefaßt sein, daß sein Thun und Lassen dem Unternehmer mißfällt und daß er entlassen wird. Dieser Tage erst wurde in Nienburg an der Weser den Arbeitern der Glasfabrik die Entlassung angedroht, falls sie eine dort einberufene Versammlung nur zu besuchen sich unterstehen sollten. Von all' diesen„unerhörten" Dingen, von diesen Maß- regelungen, die tagtäglich ihre Opfer fordern, follte der „Kölnischen Zeitung" gar nichts bekannt sein? O über solche Heuchelei! Bei den Lohnkämpfen ist es nicht anders. Die Znnungs- meister haben ganz ossen auf ihren Verbandstagen die Ein- führung schwarzer Listen beschlossen, womit man miß- liebige Gesellen für immer brotlos machen will und kann; die Großindustriellen haben bekanntlich auf den Zeugnissen gewisse Zeichen angebracht, welche den betreffen- den Arbeiter als„verdächtig" erscheinen lassen. Wie sehr die Arbeiter unter solchen Mißbräuchen, wie die ver- abredeten Maßregelungen eS sind, gelitten haben müssen, geht aus der Aufregung hervor, welche in der deutschen Arbeiterwelt entstand, als bei der Alters- Versorgung die Ouittunasbücher in Frage kamen, von denen man befürchtete, daß sie von den Arbeitgebern mit geheimen Erkennungszeichen versehen werden würden. Zwar wird oft behauptet, daß immer nur die„R ä d e l s f ü h r e r" getroffen werden sollen. Allein man kann diesen Begriff beliebig ausdehnen und von den Zechenverwaltungen sind massenhaft Leute ge- maßregelt worden, denen man nichts vorwerfen konnte, als daß sie während deS Streiks nicht gearbeitet hatten. Ohne- hin war, was die Streikenden thaten, gesetzlich unanfechtbar und auch die Aechtung der„Rädelsführer" war ein grobes Unrecht. Die Furcht vor Entlassung wird überdies be- wirken, daß bei der Enquete nicht die Aussagen gemacht werden, die gemacht werden könnten. Man hat rn Belgien gesehen, wie die Arbeiter ge- maßregelt wurden, welche vor der parlamentarischen UntersuchungS- Kommission die Wahrheit sagten; bei uns würde es um kein Haar besser gehen, wenn die Gruben- besitzer sich in ihren Interessen verletzt sehen würden. „Ruhe jetzt, es ist genug!" „Du hast Recht," antwortete Levaque,„es ist unvor- sichtig, so d'rauf loS zu reden." Als ob die noch im Gestein steckende Kohle Ohren habe, fürchteten sie sich fortwährend vor Angebern. Macht nichts," rief Chaval sehr laut und mit heraus- fordernder Stimme;„wenn dieser Schweinhund, der Dansaert, mich noch einmal so grob anfährt, wie letzthin, so zerschmettere uh ihm den Schädel; da wird mich Niemand davon abhalten. Er soll mich ungeschoren lassen, ich be- kümmere mich auch nicht um ihn und um seine Blondinen mit der weißen Haut." Zacharias lachte. Die Liebschaft des Oberaufsehers mit der Pierronne war ein beliebtes Thema. Selbst Katharina, auf ihre Schaufel gestützt, hielt sich die Seiten, indem sie Stephan erklärte, worum eS sich handle. Mauheu aber wurde böse. „Wirst Du endlich daS Maul halten! Wenn Du willst, daß Dir ein Unglück passirt, so warte wenigstens, bis Du allein bist!" Er schalt noch, als plötzlich auS der oberen Galerie Schritte nahten und im nächsten Augenblicke gewahrte man den kleinen Negrel, wie ihn die Arbeiter nannten, den 3>tv genieur der Grube, und hinter ihm Herrn Dansaert. „Hab' ich's nicht gesagt?" flüsterte Maheu,„eh' man sich's versieht, steigen sie plötzlich aus dem Fußboden hervor." Paul Negrel, der Neffe des Herrn Hennebeau, war ein junger Mann von sechsundzwanzig Jahren, schlank und hübsch, mit lockigem Haar und schwarzem Schnurrbart. Mit seiner spitzen Nase und seinen lebhaften Augen sah er liebenswürdig aus und schlau wie ein Wiesel; doch in seinem Umgang mit den Arbeitern war er von kalter, schneidiger Autorität. Er ging wie sie gekleidet, war schwarz wie sie und um ihnen Respekt einzuflößen, zeigte er bei jeder Ge- legenheit einen unbezähmbaren Muth, kletterte durch die ge Dieser unwürdige Mißbrauch der sozialen Ueberlegen« heit, den so viele Unternehmer sich zu Schulden kommen lassen und der aller verbrieften Rechte und Freiheiten spottet, sollte von Seiten der Presse die schärfste und schonungs- loseste Kritik erfahren. Aber wie ww sehen, sucht man zu vertuschen und zu bemänteln. Schlimm ist die Härte und die Brutalität, welche dem Arbeiter eine selbstständige Gesinnung verwehren will; schlimmer ist die Heuchelei, welche diesem Mißbrauch den Schein der„Berechtigung" zu verleihen trachtet. jIolikisckre ItcUevUltik. At«„Uordd. Allg. Ztg." schreibt hochoffiziös:»Um der in einem Theile der Presse verbreiteten Behauptung entgegen- zutreten, daß die Staatseisenbahnen von dem in den Kohlen- lieferungSvertröaen vorbehaltenen Rechte, einen Theil des Winterbedarfs für Kohlen schon in den Sommermonaten zu beziehen, einen»rigorosen Gebrauch" gemacht und durch Ver- doppeluna ihres Konsums zur Erhöhung der Preise für die übrigen Kohlenverbraucher wesentlich beigetragen hätten, hatten wir vor einigen Tagen mitgetheilt, daß die diesjährigen Be-' züge der Staatseisenbahnen an Kohlen und Koks in den Monaten Juli bis September die Beriige im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres nur um 10,12 pEt. überstiegen hätten, um welchen ungefähren Prozentsatz auch der allgemeine Verkehr und damit der laufende Bedarf der Staatseisenbahnen an Kohlen und Koks gewachsen sei und daß daher von einer über- stürzten Beschaffung großer Kohlenvorräthe keine Rede sein könne. Auf diese Ausführungen ist von einigen Blättern ent- gegnet worden, daß das Mehr, welches die Bahnverwaltungen zur Beschaffung des vor einigen Monaten angeordneten sechswöchigen Bestandes bezogen hätten oder noch be- zögen, sich auf mindestens 10 Prozent ihres ganzen Kohlen- vedarfs beziffere. Diese Einwendung würde annähernd zu- treffend sein, wenn die Staatseisenbahnverwaltungen bisher außer dem für militärische Zwecke zu haltenden Bestände keine Vorrälhe von Bedeutung gehabt hätten. Eine solche Unter- stellung ist aber unrichtig; die Eisenbahnverwaltungen halten schon seit Jahren sehr erhebliche Vorräthe, selbst bis zu acht Wochen und darüber, wenn auch die Bestände in den einzelnen Bezirken ungleich waren. Durch die vorerwähnte Anordnung ist za nicht eine erhebliche Erhöhung der bisherigen Bestände, sondem lediglich eine gleichmäßige Regelung derselben in den einzelnen Bezirken vorgeschrieben worden. Um hierüber jeden Zweifel auszuschließen, bemerken wir, daß nach zuverlässiger Quelle die Beschaffungen auf Vorrath im Vierteljahr Juli- September des laufenden Jahres 130 370 Tonnen und im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres 103 850 Tonnen betragen haben, mithin im laufenden Jahre nur um 10,73 pCt., also annähernd in demselben Maße wie der allgemeine Verkehr ge- stiegen find. Für das Vierteljahr Oktober-Dezember find Vor- rathsbeschaffungen in ncnnenSwerthem Umfange überhaupt nicht in Aussicht genommen. Hiernach wiederholen wir, daß der fahrvollsten Stellen der Grube und war bei jedem Erdsturz und bei jedem schlagenden Wetter der Erste am Platz. „Wrr sind zur Stelle, nicht wahr, Dansaert?" fragte er seinen Begleiter. Der Oberaufseher, ein Belgier mit fleischigem Gesicht und großer, sinnlicher Nase, antwortete mit übertriebener Höflichkeit im Tone: „Ja, Herr Negrel, hier ist der Mann, den man heute früh aufgenommen hat." Beide kletterten in den Gang hinab, wo sich die Arbeiter befanden. Man rief Stephan. Der Ingenieur hob seine Lampe und betrachtete ihn stillschweigend. „Es ist gut," sagte er endlich,„aber ich habe eS nicht gern, wenn man Unbekannte von der Straße aufliest; daß eS nicht wieder vorkommt!" Und ohne den Erklärungen Beachtung zu schenken, welche man ihm über die Dringlichkeit der Arbeit gab und über den Wunsch, die Mädchen durch Männer zu ersetzen, betrachtete er die Decke, während die Häuer ihre Instrumente wieder ergriffen hatten. Plötzlich rief er: „Sagt mal, Maheu, seid Ihr nicht recht gescheit? Das bricht Euch ja Alles über dem Kopf zusammen!" „O, daS ist solid!" antwortete Maheu. , Solid? Der Stein senkt sich jaJiereitS! Von zwei zu zwei Meter stützt Ihr, als wenn's Euch leid wäre um'S Holz? Ihr seid doch alle dieselben: lieber laßt Ihr Euch die Schädel zerschmettern, ehe Ihr die nothwendige Zeit auf's Verzimmern verwendet! Daß mir das auf der Stelle gestützt wird! Die Balken müssen verdoppelt werden, ver- standen?" Und als die Arbeiter Ausflüchte machten und meinten, sie wüßten schon für ihre Sicherheit zu wachen, wurde er vollends böse: „Aha! Und wenn Ihr Euch die Köpfe zerschlagt, wer trägt die Folgen? Ihr? Fällt Euch nicht ein! Die Kom- pagnie ist's die Euern Weibern Pension zahlen muß. O, wir Vorwurf einer überstürzten Beschaffung großer VoriLthe that- sächlich unbegründet ist." Der..Mefier-Ztg." wird aus Berlin geschrieben:„Dem Vernehmen nach ist nunmehr der Entwurf eines neuen Sozia- listengesetzes fertig. Preußen hat die Vorlage fertiggestellt und schon in den allernächsten Tagen wird der Bundesrath ste prüfen und annehmen. Die Thronrede wird der Maßregel mit einigen empfehlenden Worten gedenken, und der Reichstag wird sie oermuthlich nach einer großen Redeschlacht und vielleicht nach einiger Abschwächung hier und da genehmigen. Der Inhalt de» Entwurfs ist zwar zur Zeit noch Geheimniß der verbün« deten Regierungen, aber es verlautet genug überfeinen wesent- lichen Charakter, um uns eine Muthmaßung über das Schick- fal des Entwürfe» zu gestalten. Drei Hauptpunkte find be- kannt: Erstlich ist der Versuch, der in der vorigen Session gemacht wurde, der Versuch, das Ausnahmegesetz in ein für alle Deut- schen geltendes Gesetz zu verwandeln, aufgegeben. Das neue Gesetz wie das bestehende soll sich nur gegen die Sozialdemo- kratie richten. Zweitens sollen gewisse Milderungen in den materiellen Vorschriften eintreten, und namentlich gegen mißbräuchliche oder mißverständliche Anwendung des Gesetzes bessere Bürgschaften durch Einsetzung einer richterlichen Instanz für die Entscheidung über Beschwerden geschaffen werden. Drittens soll das Gesetz dauernde Geltung haben, bis zur Wiederaufhebung durch Bundesrath und Reichstag. Die bis- herige Fristbestimmung fällt weg: während jetzt eine Verlängc- rung der Giltigkeit nicht ohne Zustimmung des Reichstages möglich ist, wird künftig das Aushören der Giltigkeit nicht ohne Zustimmung des Bundesraths möglich fein." Leipzig. Das hiesige„Tageblatt" ist durch den Ausfall der LandtagSwahlen ganz aus dem Häuschen gebracht worden. Es schreit zwar Sieg! aber es ist der Siegesruf jenes Soldaten, der ein paar Gefangene gemacht hatte, von ihnen aber nicht fortgelassen wurde. Die Sozialdemokraten haben nicht blos einen bedeutenden Stimmenzuwachs gegen früher zu verzeichnen, die unheimliche Thatsache ist auch zu Tage getreten, daß die Sozialdemokraten durch die Ein- verleibung der Vorstadtsdörfer riesig gewonnen haben, und den Leipziger Nationalliberalismus in seiner„Hoch- bürg" ernstlich bedrohen. Die Gefahr ist nicht wegzuleugnen. Wie aber ist sie zu beschwören? Das„Tageblatt" vom VI. d. giebt charakteristische Andeutungen. Es schreibt: „Anger-Crottendorf— ein Vorstadtdorf— hat einen Vorgeschmack von Dem geliefert, was wir von den anderen Hochburgen der Sonaldemokratie, die noch ein- verleibt werden sollen, von Volkmarsdorf, Sellerhausen, Neuschönefeld, Thonberg, Connewitz zc., in Bezug auf die politischen Wahlen zu erwarten haben. Es sollen bekanntlich noch zwei neue städtische Wahl- kreise gebildet werden, und es wird Sache sehr sorgfältiger Erwägungsein müssen, wie alsch-ann die räumliche Ab- grenzung der fünf Leipziger Wahl- kreise zu erfolgen haben wird, damit die Sozialdemokratie in jedem Kreis ein entsprechendes Gegengewicht findet." Ist jemals die„Wahlkreis-Geometrie" zynischer befürwortet worden? Also„Gegengewichte" sollen geschaffen, d. h. durch künstliche Eintheilung soll womöglich verhindert werden, daß die Sozialdemokraten in irgend einem der fünf Wahlkreise die Majorität haben. Wir wollen uns nicht„sittlich entrüsten".— von Disteln kann man keine Traubm verlangen— wir wollen bloß wieder einmal an einem recht handgreiflichen Beispiel zeigen, von wel- chem Stoff diese Kartellbrüdcr gemacht sind, und— welche h eidenmäß ige A n g st sie vor den Sozialdemokraten haben. Die Kerathung de» Entwurfs zum Reichahans» haltsrtat für 1890/91 ist in der letzten am vongen Donners- tag abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths zu Ende ge- führt worden. Ueber die in dem Stadium der Bundesraths- berathungen dem Etatsentwurf gegebene Gestaltung sind die „Berl. Pol. Nachr." in der Lage, folgende Einzeiheiten mitzu- theilen: Die GesammtauSgabe des dem Reichstage vorzulegenden Etatsentwurfs stellt sich auf 1 208 664 739 M. und übersteigt somit den vorjährigen Etat um 240 610 853 M., bleibt jedoch hinter dem Etatssoll deS Jahres 1888/89 immer noch um rund 18 000 000 M. zurück. Von dem obigen Gesammtbetrage zweigen sich 277 700 307 M. als außerordentlicher Etat der ein- maligen Ausgaben mit besonderen Deckungsmitteln— darunter 266 789 307 Mark aus der Anleihe— ab. und es liegt in diesem Abschnitt der überwiegend größte Theil deS an- gegebenen MehrbedürfniffeS, nämlich 181 638 850 Mark, wo- von 139 552 300 Mark auf das Reichsheer und 31 281 950 M. auf die Marine entfallen. Im ordentlichen Etat werden 849 614 835 Mark zu fortdauernden Ausgaben in An- fpruch genommen, das sind 38 578 323 Mark mehr, als für das Vorjahr; von den hierin mit enthaltenen Ueber- kennen Euch: Um Abends zwei Karren mehr zu haben, verkauft Ihr Eure Haut!" Mahcu erwiderte trotz des Zornes, der in ihm aufstieg, mit höflicher Ruhe: „Wenn man uns besser zahlte, würden wir besser ver- zimmern." Der Ingenieur zuckte die Achseln; er war langsam weiter hinabgeschritten; dann rief er von unten herauf: „Ich lass' Euch eine Stunde Zeit; macht Euch Alle an's Werk. Für die schlechte Arbeit zahlt Ihr drei Franks Strafe!" Ein dumpfes Murren war die Antwort. Rur das strenge Regiment, welches in der ganzen Grube, vom Karren- jungen bis zum Aufseher, Einen unter dem Andern beugte, hielt sie zurück. Aber Chaval und Levaque ballten drohend die Faust und Zacharias lachte höhnisch zwischen den Zähnen, während Maheu sie mit einem verweisenden Blicke ermahnte. Stephan erbebte. Seit er sich in dieser Höhle befand, gährte eS wie Empörung in ihm. Er sah Käthen mit ge- beugtem Haupte resignirt dastehen. Wie war es nur mög- lich, daß die Leute sich in dem finsteren Loche mit dieser hündischen Arbeit zu Grunde richteten, um nicht einmal die paar Sous zu verdienen, deren sie zum täglichen Leben bedurften? Nearel entfernte sich mit Dansaert, der während der ganzen Zeit nur zustimmend mit dem Kopfe genickt hatte. Bald hörte man wieder ihre Stimmen den Gang herauf- schallen; sie prüften die Verzimmerung der Galerie, welche die Häuer bis zu einer Entfernung von zehn Metern vom Feldort in Stand zu halten hatten. „Hab ich's nicht gesagt? Die Leute machen sich den Teufel aus unS!" rief der Ingenieur.„Und Ihr, Dansaert, zum Kukuk, überwacht Ihr denn gar nicht die Arbeiten?" „O ja! O ja!" stammelte jener,„man wird ja nicht müde, ihnen immer wieder dasselbe zu röiederholen." Negrel rief heftig: „Maheu! Maheu!" Alle kamen hinunter. Er fuhr fort: Nun seht Euch daS einmal an. Wie lange kann denn der Quark da halten? Das ist ja eine Jammer- Weisungen an die Ewzelstaalen und den durchlaufenden Posten des Reichsinvalidenfonds abgesehen, stellt sich der Mehrbedarf auf 21 845 273 M., wovon 6 629 006 M. auf da« Reichsheer, 2 554 275 Mark auf die Marine, 9 039 000 Mark auf die Verwaltung und Verzinsung der Reichsschuld und 3 447 727 M. auf den allgemeinen PcnfionSfonds entfallen. Die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats erreichen den Betrag von 81 349 597 M. und übersteigen die entsprechenden Ansätze deS Vorjahres nach Ausgleichung einzelner Minder- bedürfnisse um 20 343 680 M., welcher Betrag qrößtentheils in den Mehrforderungen der Verwaltung des Reichsheeres be- gründet ist. Der ordentliche Etat im Ganzen stellt sich auf 930 964 432 M., daS sind 58 922 003 M. mehr als im Vorjahre; nach Ausscheidung der schon erwähnten nur durchlaufenden Posten ermäßigt sich die Summe desselben auf 606 616 539 M. und der Mehrbedarf auf 42 133 953 M. Letzterer findet nur zu einem geringen Theile Deckung in den eigenen Einnahmen des Reiches, der Haupttheil des Mehr- beoarfs, nämlich ein Betrag von 41 553 140 M., muß durch Erhöhung der Matrikularbeiträge aufgebracht werden, die da- mit aber trotz dieser großen Steigerung immer noch nicht den- jenigen Betrag erreichen, welcher den Einzelstaaten aus den Reichssteuern überwiesen wird und diesmal im Etat mit der erheblichen Summe von 293510 000 M., das sind 17 070 000 Mark mehr als im Vorjahre, angesetzt ist. Dieses Mehr er- giebt sich im Wesentlichen bei den Zöllen; die Branntwein- verbrauchsabgabe hält das bisherige Niveau inne. Die Stempel- abgaben sind mit einem um etwa zwei Millionen erhöhten Ansätze zum Etat gebracht. Die dem Reiche verbleibenden Einnahmen zeigen, hauptsächlich weil die Maischbottich- steuer gegen das Vorjahr hat ermäßigt werden müssen, und weil die Ansätze für die beiden Zuckersteuern nicht ganz den vorjährigen EtatSbetraz erreichen, eine Minderung, die durch die Steigerung der Einnahmen aus der Salz- und Biersteuer nicht vollständig ausgeglichen find. Der Rrgierungsprälident in Kassel hat soeben Ein- ladung zu der am 29. d. M. in Kassel stattfindenden dritten wirthschaftlichen Konferenz des Regierungsbezirks Kassel mit folgender Tagesordnung erlassen: 1) Sind berechtigte Klagen über den Mangel an gesunden und genügenden Wohnungen unter der landwirthschafilichen und gewerblichen Arbeiterbcvölkerung laut geworden, und durch welche Mittel kann diesen K'agen Abhilfe geschafft werden? Referent: Fabrikant Lucan zu Hanau. Korreferent: Guts- befitzer Beinhauer zu Vollmarshausen. 2) Was ist feit der letzten Konferenz zur Bekämpfung des Wuchers geschehen? Sind schon Erfolge zu bemerken? Welches sind die dringlicbsten Aufgaben auf diesem Gebiet? Referent: Mühlenbefitzer Noll zu BingartcS. Korreferent: Ritterguts- besitzer von Gilsa zu Gilsa. 3) Empfiehlt sich eine Einschränkung der öffentlichen Lust- barkeiten und durch welche Mittel? Referent: Mühlenbesitzer Vogt zu Kassel. Korreferent: Bürgermeister Ruth zu Belln- Hausen. Don Kern» Auer geht dem„Sächs. Wochenblatt" ein Schreiben zu, aus dem wir zu unserer Freude ersehen, daß die durch die Zeitungen gegangene Notiz von einer bedenklichen Erkrankung mit der Wahrheit nicht in Einklang steht. Richtig ist, daß Herr Auer körperlich leidend ist, doch ist ein Grund zu irgend welcher Befürchtung nicht vorhanden. Wie da«„Mädchen für Alle»" den„Kruder Frei- flnn" lockt. Ein Kartellorgan, der„Hamburger Korresp.", chreibt: „Die Thatsache, daß bei den sächsischen Landtagswahlen mit einem sonst zwar unbeschränkten, allgemeinen, direkten und geheimen, doch aber an einen gewissen Sleuerbetrag geknüpften Wahlrecht die Sozialdemokraten zwei neue Mandate zu erobern vermochten, verdient volle Beachtung. Wenn dieselben ferner einen vechältnißmäßig ebenso bedeutenden Erfolg davontragen, so wird man allerdings den Reichstagswahlen in den sächsischen Jndustieftädten mit einiger Besorgniß entgegen blicken müssen. Die sächsischen LandtagSwahlen beweisen wieder recht eindring- lich die Nothwendigkeit, daß in den von der Sozial- demokratie bedrohten Wahlkreisen alle Orb« nungSparteien fest zusammenhalten. Es ist zweifellos, daß das Kartellblatt hier unter„alle Ordnungsparteien" den Bruder„Freisinn" einbegreift, und daß es ihn locken will. Wird das„MLvchen für Alles" ihn halb hinziehen, wird er halb hinsinken? Man kann auf dieses Schau- spiel für Götter mit Recht neugierig sein. Do« der KUd««g der„maßgedrnden" Schicht theilt die„Franks. Ztg." ein Pröbchen aus Sachsen mit. Man höre-: „Eine Probe von dem Tone," schreibt das genannte Blatt, „welcher dermalen in einem Thell der sächsischen Kartellpresse herrscht, giebt das aestrige„Leipz. Tagebl.". Im Anzeigcntheil der„Würzburger(Wurzener/Red.) Zeitung" waren die..oeutsch- freisinnigen Jungfrauen und Mädchen" aufgefordert, jene Tanz- böden nicht mehr zu besuchen, deren Besitzer den Saal zu deutschfreisinnigen Versammlungen beharrlich verweigerten. Dieses Inserat ermuthigt das„Leipz. Tagebl." zu folgender Bemerkung:„Das Interessanteste ist die dculschfreisinnige bastelei, eine verdammte! Ihr spart niit dein Holz, um mit der Zeit zu sparen und baut mir da so ein lotteriges Zeug auf, das schon heute nicht mehr hält! Da versteh ich, daß uns das Ausbessern ein so fabelhaftes Geld kostet! Nicht wahr, wenn das nur gerade so lange steht, wie Ihr dafür verantwortlich seid, nachher mag Alles zusammen- brechen; die Kompagnie kann sich ja ein Bataillon von Ar- beitern halten, um den Plunder wieder auf die Füße zu stellen." Chaval wollte ihn unterbrechen, doch er ließ ihn nicht zu Worte kominen. „Zch weiß, ich weiß, was Ihr wieder sagen wollt: Man soll Euch mehrI zahlen, nicht wahr? Ich will Euch etwas Besseres erzählen: Ihr werdet es so weit treiben, bis die Kompagnie Euch die Verzimmerung apart zahlt und den Preis der Wagen reduzirt; dahin wird's kommen, und wir wollen sehen, ob Zhr besser dabei fährt.— Daß mir das sofort neu verkeilt wird! Zch komme morgen wieder." Und während Alle, von seiner Drohung ergriffen, ihn anstarrten, entfernte er sich. Dansaert aber, eben noch so demüthig vor seinem Vorgesetzten, blieb einige Sekunden zurück und sagte brutal zu den Arbeitern: „Euretwegen muß ich Vorwürfe einstecken! Wartet, ich werd' Euch andere Strafen diktiren, wie drei Franks! Nehmt Euch in Acht!" Als er forgegangen war, brach Maheu loS: „Donnerwetter! Was eine Ungerechtigkeit ist, ist eine Ungerechtigkeit! Ich bin wahrhaftig Einer, der ruhig sein kann, weil das die einzige Faeon ist, sich zu verständigen, aber die können einen Heiligen rasend machen! Habt Zhr gehört: Die Wagen reduziren und daS Verzimmern extra berechnen, damit sie uns noch weniger zu zahlen brauchen! Donnerwetter! Himmelkreuzdonnerwetter, Hab' ich gesagt!" Er suchte Jemanden, an dem er seinen Zorn auslassen könne; als er Käthen und Stephan erblickte, die ihm mit leeren Händen zuhörten, schrie er sie an: „Was steht Ihr da und habt Maulaffen feil? Geht Euch das etwas an, was wir hier reden? Holz her! oder ich werd' Euch Beine machen!" Stephan ging, ohne über die Härte zu murren. Er Klasfifizwung von Jungfrauen und Mädchen und spreche" und Klarstellung, daß einem Theil der deutschsieismnigen Mjeniae, der i die B Zeichnung Jungfrauen nicht zusteht.'" SeldK« listengesetzes erbittertsten Partrikämpfen war es bisher unerhö t. die �gevallsamen des politischen Gegners in dieser Weife herabzuwürdigen. Ordnung ger diese Presse, die sich davor nicht scheut, hat die SWlichkeit sei. der„Verwilderung des Tones" in den OppofitionSblWhen zutreffen reden."~' We Anklage auf Kannbrnch ist nun doch Liebknecht erhoben worden. Man erinnert sich, l selbe im vorigen Sommer, auf der Reise zum Internal Pariser Arbeiterkongreß auf dem Frankfurter" polizeilich angehalten wurde, weil er— der aus Ausgewiesene— ohne Erlaubniß der Pofizei daS Fn Bclagerungsgebiet betreten habe. Als Liebknccht geltend daß er der Polizei ja seine Ankunft rechtzeitig angekü habe(wodurch allein die Polizei von seiner Ankunft ü! wußte) und daß solche Ankündigung von. der Leipi�Bestrebunaei Polizei als genügend Ierachtet werde, wurde ihm>> und lese Kin wartet, die bloße Anzeige genüge in Frankfurt ni cht-' Gewiss ensbis Liebknecht— hätte erst die Erlaubniß der FraB Mne Polizei abwarten müssen. �OberlandeSg Wir wollen nun sehen, ob das Frankfurter G««» berger Hart, Auffassung der Frankfurter Polizei theilt. J richt über ei Auf den Thronfolger von WürttemberS � G " nein religiösen Fanatiker ein„Attentat" verübt worde«- olfiz-ose Telegraph meldet darüber: Ludwigsburg, 20. ß» Der prasumptive Thronfolger, Prinz Wilhelm von � m, berg, wurde heute auf der Fahrt zur Küche von einem?- täte bedroht. Ein zunger Mensch, Namen» Klaiber aus' Auch Handhabung Humanität: mit aller Ki Faktoren zu wcklung der mit der Log schreien und nicht den M gerechte Bert (,61 j ii' j.'J A stichtet, er augenscheinlich gessteSgcftorte'ÄSter"sagtVb�°der"Ve'r«D aus, es sei die höchste Zeit, daß Württemberg einen talh-lk Könia bekomme.''"'.........°......... J js?" NU- d-rKapttalismu» wirthfchaftrt. In der� Sitzung der Barmcr Handelskammer wurde u. a. ei«J|5�ch, üb« über die Lage der Großindustrie Barmens verlesen■ pehmlgt, in welchem, räch der„Franks. Ztg.", von derN_ Industrie gesagt wird:> rjchtümna i „Am ungünstigsten stehe es zur Zeit mit der foge� Boreivgeno, viersadigen Spitz-, zu deren Herstellung seiner Zeit vi->'' gelegen, eb «onen in Gebäuden und Maschinen angelegt wurde»-. Unbefangen seit Jahren betriebene Uebererzeugung, welche naturg«? betrauten! Lohne immer weiter herunterdrücken mußte, räche si«/, zweifeln. q der empfindlichsten Weise, und alle Versuche, dem ArM/ volles jurist Erhöhung der Löhne wieder aufzuhelfen, seien bis jetzt J* niie sie auch gescheitert. Es wäre zu bedauern, daß ein so nehmen, dä semer ganzen Art nach für Jahre hinaus existenzdst�? gang des st Artikel durch rücksichtslose Ausbeutung in dem kuri�l bisher noch räume von ungefähr sechs Jahren so ruinirt worden IV■- er fast zu den schlechtesten der ganzen Branche gezählt� muffe." Hier sehen wir die kapitalistische Produktion von listen selbst be- und veruriheilt. Denn kann man! Anklagen gegen ein Produktionssystem vorbringen als» Angaben enthalten ist? Sicherlich nicht. Einen Mnm m seinen persönlichen Angelegenheiten nach gleichen 3 verfahrt, wurde man für wahnsinnig erklären und««*1....---- rate! stellen— dem wahnsinnigen WirthschaftSsystem us». einem vorai man seinen Lauf, und wenn der Schaden, den eS«>?! DrechSlerme in die Beri «inmischen. gerichtSpräsi darnach kü Handlung i müssen, wer veranlaßt si Kucke» den 13. Ok hunderttausendmal so groß ist, wie der, den ein einzel«s!l sozialdemoki dividuum anrichten kann. Das„freie Spiel der wir� Jüterbog-Z lrchen Kräfte bringt schon alles wieder ins Geleise" tioi� i« K, St. Manchester. Ei natürlich, aber über die Verhcefl dre National die ein Irrsinniger anrichtet, geht auch nicht gleich ditZ Reichstagen unter. So bleibt es ein ewiger Widersinn, daß die Gel� verbinden u bei ihm dazwischen tritt und ihn unter Aufsicht stellt, w! stellen.— S mit verschränkten Armen zusieht, wie durch daß mW. Freisinnigen Treiben nimmersatter Spekulanten bodenloses Elend' Reichsfeind' Tausenden und Abertausenden herabbeschworen wird. I» J»" J sorge für di BlattcS das Sozialistengesetz und die Handhabung«wlra marschirt, l habe. In dem Artikel liege eine Aufreizung der ardsi� thätigt. son Klassm gegen die Mehrheit des Reichstags, indem internationo Vorwurf gemacht wird, daß sie sich bei der BefchlutzN einer so lan über die Fortdauer des Sozialistengesetzes nutz leiten läßt. JDen Zweck der Aufceizui das Urtheil des als eine maßlose______............ Hörden, welche solches angewendet haben, darstelle. einem trefft, die Wirksamkeit deS Sozialistengesetzes eine so aura druckten Vc Sprache führe, fördere fraglos die gewaltsamen UmstaWrAcbeitskräst düngen der Sozialdemokratie. I geistige Ges Der Rechtsanwalt Muser, der, wie wir mitiheill� auszurichter empfchlenkwerthe Broschüre„Sozialistengesetz undRechsV ge setz es, sag geschrieben hat, will diese Begründung in der demaw?«che, gerstw scheinenden 3. Austage seiner Broschüre in einem Antz0?!®!.r Arbeit handeln. Die„Frankfurter Zeitung" ist schon jetzt gtz ständen ge Lage, einiges daraus mitzutheilen. Es heißt dann, 3 führe aus,„daß der§ 11 Absatz 1 des Sozialistengese� sasirenenR- m-aufhalten von Haß und g rillig ez sch war selbst so aufgebracht über die Chefs, daß ihm � scherzend s, beiter noch viel zu sanft vorkamen. Levaque und � Unten machten sich in Schimpfworten Luft; dann gingen m verschwand, mit wildem Zorn an die Arbeit. j Zhre Laun, Eine halbe Stunde lang hörte man nichts ste dahin; SWsch das Knattern des Holzes, daß sie mit man eisernen schon und festkeilten. Sie sprachen kein Wort dabei. Sie � Stephan s, an dem Fels aus, den sie zeriV stl, berührt ihren Grimm an dem u——,.... 9._,_ oder aus seinen Fugen geplatzt hätten, wenn dies"i vaß er sie gewesen. �«n den A> „Nun ist's genug," rief endlich Maheu, von*1 Um 1 und Unmuth erschöpft.„Anderthalb Stunden ve», vis fast a> Ein schöner Tag heut. Wir haben nicht fünfzig So� stsüsse ents, dient! Zch hab's satt! Mich ekelt's an!' J Liebhaber; Und obwohl sie noch eine halbe Stunde Ar»', haben, gan hatten, kleidete er sich an, und die Anderen folgten Hüften ga Beispiel; schon der Anblick des Koblenflötz allein bra mcter langen Weg zum Förderschacht wieder ein, fl' sie gekommen waren.-gf Zn dem schiefen Gang, den sie am Morgen hinaufVz waren, blieben Käthchen und Stephan hinter den V zurück. Sie waren bei einer Seitenstrecke der kleincV begegnet, welche ihren Karren anhielt, um sie vow> lassen, und ihnen erzählte, die Mouquette habe ein l z_ tiges Nasenbluten bekommen, daß sie verschwunden Uck" r4; h J man wußte nicht wo, ihr Gesicht mit kaltem Sfl hLZung p waschen. Als die Kleine sich von ihm trennend- J geendetes Karren weiter schob, glich sie mit ihrenen am Bodens v>ie die„K benden Leib, dem schwarzen Kopf, ihren gespreizten, t Lächeln sol und verrenkten Hüften, einer riesigen Ameise, die 1. f die berühm einer zu großen Last abquält. Die Beiden rutsch � V;«! sitzend den Gang hinab, den Oberkörper zurückbiegend,.J wort ihr Kopf nicht an'S Gestein fuhr. ES ging■ti bergab auf dieser durch die Hosen der Bergleute Ätt; Stilb! tt und . einer I 53 spreche Förderung" der Umsturzdestredungen überhaupt nicht und daß die Behauptung de« LandeskommissarS,„Der- nnigen � jenige, der in aufregender Sprache die Wiiksamkeit des Sozia- Selbst« listengesetzeS bekämpfe, fördere Bestrebungen, welche auf den ljö t. die �gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschafts« uwürdiger-'ordnung gericktet sind", eine logische und juristische Ungeheuer- die SlifW lichkeit sei. Muser schließt den interessanten Inhalt mit folgen- sitionStW�den zutreffenden Sätzen: „Auch wir bekämpfen das Sozialistengesetz und dessen aun doch /Handhabung aus Gründen des Rechts, der Gerechtigkeit und t sich,™ Humanität: auch wir halten es für eine hohe sittliche Pflicht, Jnternadc« mit aller Kraft dessen Aufhebung durch die gesetzgebenden lr ter«�Faktoren zu erstreben, gerade im Interesse einer friedlichen Ent« x aus FrBw cklung dec sozialen Verhältnisse. Wird man nicht auch uns das Frao�mit der Logik der obigen Verfügung als„Umstürzler" ver- ,t gelten/ �schreien und behandeln? Und wenn, was schadet es? Wer n g ekü�nicht den Muth hat, persönliche Widerwärtigkeiten und un- nkunft übechaerechte Verdächtigungen zu ertragen und seine wohlgemeintesten er Leipi� Bestrebungen verkannt zusehen, der— bleibe hinter dem Ofen rrde ihm � und lese Kindermärchen; sie schläfern ein und beschwichtigen alle 1 nicht, /Gewissensbisse." der Frw' Gine neue Zlrt von Zeitnngsberichtigung. Der � OberlandeSgerickitSprändent in Königsberg hat der„Königs- rt« Anw berger Hartungsschen Zeitung" einen drei Spalten langen Be- iricht über eine Landgerichtsfttzung eingesandt und deren Ab- rmheta il druck auf Grund des Preßgesetzes verlangt, weil der Bericht K, mardi«'■ der �lönigSb. Hart. Ztg." über die betreffende GerichtSver- »..•» 90 CW Handlung„begründete Zweifel an der Unbefangenheit der Be- nnn Ml»rtheilung seitens des erkennenden Gerichts bei dem Publikum ? ß erwecken müßte und auch in der That vielfach hervorgerufen ? h*r..j! habe." Als vorgesetzte Dienstbehörde sei er berechtigt wie ver- seil. � vflichtet, einer derartigen, durch jenes Referat veranlaßten '�»Auffassung der AmtSthätigkeit deS�königlichen Landgerichts grng der V u. o. er« »erlesen von der kutB �igegen zu treten. Für die das Maß der zu berichtigen- den Mittheilung überschreitenden Zeilen würde auf Erfordern ,,„11 die übliche EinrückungSgebühr entrichtet werden.— Die „Königsberg«! Hartung'sche Zeitung" druckt diesen amtlichen Bericht über die Gerichtsverhandlung— es handelt sich um einen unpolitischen Wucherprozeß gegen zwei Königsberger Kaufleute— ab, obgleich derselbe nach ihrer Ansicht eine Be> richtigung im Sinne des Preßgesetzes nicht darstellt. Jede Boreivgenommenheit zu Gunsten der Angeklagten habe ihr fern ««legen, ebenso sei es ihr nie in den Smn gekommen, an der Unbefangenheit des mit der Aburtheilung der Angelegenheit betrauten RichterkollegiumS auch nur im entferntesten zu zweifeln. Im übrigen mußte sie dem Verfasser ihres Berichtes nn ArHlNJj yglleS juristisches und kaufmännisches Verständniß zuerkennen, bis wie sie auch nicht den mindesten Grund hatte oder habe, anzu- so schs� nehmen, daß er irgend nstemdetfW em kust� worden> e gezähu ion von n man gen al» n Menß eichen und u' sy stein 0? den eS•„ n einzestl?, der win leise" tr ein persönliches Interesse an dem Aus- ang des Prozesses nehmen könne.— ES ist unseres Wissens bisher noch nicht vorgekommen, daß die Gerichte sich derart in die Berichterstattung der Presse über Gerichtsverhandlungen einmischen. Die neue Praxis des Königsberger Oberlandes- aerichtSpräsidenten ist sehr zweischneidiger Natur. Man wird darnach künftig jeden Zeitungsbericht über eine GerichtSver- Handlung von vornherein als durchaus zutreffend annehmen rrrüssm, wenn nicht das Gericht selbst sich zu einer Berichtigung veranlaßt sieht. Hnckenmolde, den 20. Oktober. In der am Sonntag, den 13. Oklober, stattgefundenen Volksversammlung wurde nach einem vorangegangenen Referat des Herrn Glockc-Berlin der Drechslermeister Heinrich Tabert-Luckenwalde als Kandidat der sozialdemokratischen Partei für den Wahlkreis Luckenwalde- Jüterbog-Zauch-Belzig aufgestellt. ,r" lif'-j An Kraunschwrig wollen sich, wie die„Post" erfährt, Verheer? die Rationalliberalen mit den Freisinnigen wieder für die nächste gleich ReichStagSwahl zur Bekämpfung des Sozialdemokraten Bios z die Gest*? verbinden und den jetzigen Abgeordneten Retemeyer(wild) auf- stellt, W, stellen.— Wir werden abzuwarten haben, wie die dortigen aß wah"� Freisinnigen das Mayer'sche Wort„ReichSfeind gehört zu >S Elend' Reichsfeind" ausführen. wird, Schweiz. >es Wie sehr die Schweiz in der Frage der staatlichen Für- ein sorge für die Arbeiter an der Spitze der zivilisirten Nationen >ung ffsissy marschirt, hat sie nicht nur durch die eigene Gesetzgebung be- der aid'u? tätigt, sondern erst neuerdings durch die Einladung zu einer idem die J internationalen Arbeiterschutzkonferenz bewiesen, welche leider Beschluß einer so lauen Aufnahme begegnete, daß die Schweizer Regie- Haß UN»Ztrung es schließlich für besser yielt, die Angelegenheit auf eine nfolge a&*.««'egenere Zeit zu vertagen. Die Früchte ihrer arbeitersreund- ngesetz, lichen Politik erntet die Schweiz indeß jetzt schon. Die Schweizer erichie u«.Industrie hat, wie Spinnereidirektor Blocher von Basel in telle. einem trefflichen, in der„Schweiz, statistischen Zeitschrift" abge- so aast? druckten Vortrage ausführt, mehr als je intelligente, rüstige n Umstu�'Arbeitskräfte nöthig, und dies setzt in erster Linie leibliche und > geistige Gesundheit voraus: mit Schwächlingen sei überall nichts mitlheüb'a auszurichten.„Der Schwerpunkt des eidgenössischen Fabrik- nd Rechl�i«cscheS- sagt nun Blocher, liegt aber gerade darin, daß die leib- kemn«i»che, geistige und moralische Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Arbeiter durch die Befreiung von drückenden Zu- ständen gehoben werde, und gewiß hat schon die Tbat- er demw irm Anh> on jetz> st dann, listeng«� -ß ihm ue und gingen 1' n nichts !°?'Ä r ern, (Fortsetzung folgt.) tem M rennend, n Bode" TKi . ruts-b'� »biegen «ii leute 9 fache allein, daß der Staat sich um die Besserstellung der Arbeiter bemüht, auf diese einen erhebenden, belebenden und befriedigenden Einfluß ausgeübt, der nicht zu unter- schätzen ist." Blocher, der als eine Folge des eidgenössischen Fabrikgesetzes auch konstatirt, daß die Arbeiter sich feit einigen Jahren mehr um die öffentlichen Angelegenheiten bekümmern als früher und daß sie ihre Interessen mehr und mehr mit eigener Hand zu wahren bestrebt sind, ist sogar für den weiteren Ausbau des Ärbeiterfchutzes außerhalb der Fabriken. Er schlreßt seinen Vortrag mit folgenden Worten:„Wird auf diese Weise (durch den Ausbau des Arbeiterschutzes) der Einfluß des Fa- brikgesctzes unterstützt, verstärkt und ergänzt, so werden die er- strebten wohlthätigen Folgen nicht aasbleiben, und was zuerst unserer Industrie zu schaden schien, wird ihr zum großen Vor« theile gereichen. Deutschland und Frankreich werden, wie es den Anschein hat, ihre Arbeitszeit nicht einschränken... Italien behält seine Nachtarbeit. Ihre Arbeiter(d. h. die Arbeiter aller jener Länder mit längerer Arbeitszeit) werden in steigendem Verhältnisse leistungsunfähiger, während'die unserigen erstarken, und dann werden wir unfern Nachbarn wieder überlegen sein, wie wir eS schon oft gewesen."— Man sieht, die Schweiz hat im Grunde genommen keine Ursache, dem Scheitem der Kon- ferenz mit Besorgniß entgegenzusehen; nicht sie, sondern die anderen Staaten haben Grund, das Nichtgelingen des großen Werkes, welches von schweizerischer Seite angeregt ist, zu be- klagen. Schweden«nd- Norwegen. Stockholm, 18. Oktober. Auch hier rm Norden haben wir unsere„ P r e is k a r t e l l e",„Hochpreisvereinigungen" oder wie man die neueste Blülhe des Kapitalismus sonst be- namset hat. Aber auch hier ist schon ein solcher verkracht. ES hatte sich hier nämlich eine Gesellschaft gebildet, welche die Kontrole der schwedischen Zündholzsabrikation in die Hand nahm, d. h. welche die Mehrzahl der dort bestehenden Zünd- holzfabriken angekauft hatte, um sich eine Art von Monopol für eine Preiserhöhung zu verschaffen. Die Spekulation miß- lang, da nicht alle Besitzer von Fabriken geneigt waren, ihre Etablissements abzutreten, und jetzt müssen die der Kontrol- Gesellschaft gehörigen Fabriken geschlossen werden, weil die Direktion nicht mehr im Stande ist, den Arbeitslohn auszu- zahlen. Daß die Gesellschaft verkracht ist, ist die gerechte Strafe für ihr Thun; daß aber die Arbeiter dabei um ihren Lohn ge- bracht werden, ist schändlich. Frankreich. Paris, IS. Oktober. Die republikanische Rechte, welche in der Bildung begriffen ist, zählt bereits 30 Mitglieder, da- runter Graf Mun, Graf Greffulhe und Baron Soubenran. Das bonapartistifche Blatt„Petit Caporal" erklärt, daß die Bonapartisten auf Anrathen des Prinzen Viktor Napoleon unter bestimmten Bedingungen die Republik anzuerkennen be- reit seien. Der Streik'der Bergarbeiter in LenS enthält einige recht interessante Momente als Beiträge zur Naturge- schichte der Grubenverwaltungen. Bekanntlich war der Streik bereits so gut wie beendet, als er plötzlich von Neuem ausbrach. Warum? Nun, weil die Gesellschaft ihr Versprechen, allen Arbeitern eine Lohnerhöhung zu bewilligen, nicht gehalten hatte. Daß das bei den Arbeitern den höchsten Unwillen erregen mußte, ist erklärlich, und daß man dann zum Schutze der„be- drohten" Gruben Militär und Polizei heranzog, ist freiliib so begreiflich, wie bedauerlich. Der Maire von LenS mag diese Ansicht getheilt haben, denn er erklärte in einer Versammlung, er habe im Einvernehmen mit dem Präfekten Veil-Durand sich entschieden geweigert, den Ordnungsdienst durch Truppen ver- sehen zu lassen.„Jetzt aber begnügt man sich nicht mehr damit, Euren Forderungen gerecht zu werden, sagte der Maire, man läßt Truppen kommen, deren Anwesenheit für Euch eine Heraug- forderung und eine Drohung bildet. Deshalb will ich eher meine Entlassung als Maire nehmen, als Ouartierzettel ver- theilen." Nun ist in Lievin ebenfalls ein Streik der Bergleute aus« gebrochen. fahrenen Bahn, daß sie sich von Zeit zu Zeit an den Seiten aufhalten mußten, damit sie nicht Feuer fingen, wie sie scherzend sagten. Unten fanden sie sich allein. Die Lampen der Anderen verschwanden in der Ferne bei einer Biegung des Weges. Ihre Laune verflog und mit müdem schwerem Schritte gingen sie dahin; sie voran, er dicht hinter ihr. Die Lampen kohlten schon und umgaben Käthchen mit einem räucherigen Nebel; i. Stephan sah sie kaum, und der Gedanke, daß sie em Mädchen sie zertn-" ser. berührte ihn peinlich, denn es kam ihm tölpelhaft vor, a dies � cafe er sie nicht küßte, und doch hielt ihn die Erinnerung an den Andern davon zurück. eu, von. Um das Gefälle der Decke zu vermeiden, neigte er sich nden nt' bis fast auf ihren Rucken hinab, und dabei dachte er, sie ifzig So"' müsse entschieden gelogen haben; gewiß war der andere ihr Liebhaber; hier uberall ,m Dunklen mochten sie sich' >nde Arbs? haben, ganz gewiß; sah sie doch von hinten mit ihren breiten folgten I? Hüften gar nicht mehr wie ein Kind aus! Und ohne Grund llein br"� mar er böse auf sie, als wenn sie ihn betrogen hätte- wäh- te wieder* read sie, sich jeden Augenblick umdrehend, ihn mit freund- . lichem Zuruf auf die Hindernisse und Gefahren des Weges allein r aufmerksam machte, wie um ihn aufzufordern, auch liebens- § Erdiger mit ihr zu sein. Waren sie doch so inutterseelen- unterM.» allein und hätten so ungesehen scherzen können! 1 hinaufgs und Helten. iabe ein ss 1 StilbILthe«. Ja einem längeren Feuilleton bringt die ulnden ss,/!"uf-"? Rrtss~ eine Zusammenstellung drolliger Stilblüthen mno�.� verschiedensten Genres, von denen wir nachstehend zur Er- yiiierung unserer Leser einige reproduziren: Ein unrichtig an- gewendetes Wort kann bekanntlich namenloses Unheil anrichten, Mt«. Eine bequeme Reise durch Glbweden PMl�vV H«i-tl,a»Rsi»«. ma«est« 20 Pf., Kind nur 10 PI. Avon. B Reif«, 1 M. TischlerMerkzeuye. und deutsche, unter Garantie oglherr, Berlin(5. 64(am Alexanderplatz) Cipcus Renz. Karlstraße. Heute, Dienstag, den 22. vktbr. 188», Abends 7 Uhr: Gaia-PorsteUmtg unier persönlicher Mitwirkung des Direktor S. Renz. Im dunklen Erdtheil, oder: Die Einnahme n. Dagamoyo. Gesetzlich geschützt! Gesetzlich geschützt! Große iqueftrische Original- Pantomtme, arrangirt und in Szene gesetzt v. Dir. E. Renz. ZySka Zanter, arab. Schimmelhengst, dreffut u. vorgeführt vom Duektor E. Renz.— Die beiden großartigen engl. Vollspringpferde, geritten von Frl. Oceana Renz und Frau Adelina Kemp.— Auftreten der renommirten Künstler-Familie Briatore.— Frl. E. Guerra als Schulreiterin. Austreten der vorzüglichsten Rettkünftlertnnen und Rettkünstler. Morgen Mittwoch: Im dunklen Erdtheil. E. Renz, Direktor. Teppiche, Möbelstoffe, Gardinen, _ Käufer und Kinolenm. MM Ifeplcauf zu Fabrikpreisen. Grouea Laz*r von Portieren,&«iae- und Tischdecken. Sioehp K Rehr,»•. I V. Wchtßrch l s Busch- Kriedrich-starl-llfer. Heute, Dienstag, den 22. Oktober, Abends 7tz Uhr: Nur noch einige Male: Austretell der KlHuwii- Königin Miß Victomn in ihren herkulischen Tändeleien. Infolge Aufforderung hat sich Herr Grüne, genannt Graf Grüne, hieiselbst für heute Abcnd angemeldet, mit Mlß Wctortna im Auffange« der stanoneit-Sugel zu konkurrircn. Nur noch einige Male: Ein Traum i.d.nameMen Gebirgen. Große Original-Ausstattunas- Pantomime. Velins, Prämien- Springpferd, springt über 3 groß« Pferde. Fr. Direktor Busch als Schul- reiterin. Austreten der vorzüglichsten Reit- kllnstler und Reitkünstlerinnen.— Alles Nähere die Plakate. 387 Hierdurch zeige meinen geehrten Kunden an, daß sich vom 1. Oktober ab meine Kuchhandlllng und Kuchstinderei* WM" Mariannen-Strasse Ho. SA, parterre-MW befindet.__ R. Kohl Möbel und Palsterwaaren eigener Fa auch auf Thcilzahlung Rceenthaler- Strasse 54, I._ lieber 23000 ßtcinpl. in 0 Mmten»ecknft! Preis: SO Pfg.» oder nach Einsendung von 70_Pfennig(in Briefmarken) franko durch die Berlagshandlung um von 70 Pfennig On Bnefinar»»/, vandels-Druekerei Knmverg�� Kitte lesen Kie! Im Versatz verfallene Hsintvr-Palvtots, sowie Anzüge, einzelne JaqnetS, Hofen, Tamen-Mäntel und-»»eider, Hüte, Ettefel, Wäsche. Ären. Bette«,«eise- «. Holzkoffer ic. Alles in alt und neu sehr billig zu verkaufen bei>1745 A.WergiM,$kaü1iti:(lt.l27. Bitte recht genau auf Ramen IM» Rummer zu achte«. Soeben erschien Hefk 4 Wolks-IremdWörterbulß von Wilhelm Kiebbuecht. Sechste Auflage.— Erscheint in 12 Lieferungen ä 20 Pfg. Z« h«ziehen durch die GrpedM»«, Zimmerstraß« Mr. 44. Verantwortlicher Redakteur: P.«ronheim in Berlin. Druck und Verlag von War Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2, Hier,« ei«* fübl» Kniff« r dort � »te»W lernt.» ach««r fönnW' saiion W tn die.v im SuA den W ilchtffu� n Brv� nn e der! sich,., i in die t >citer siecht. Beilage zum Berliner Bolksblatt. Kr. 847. Dienstag, den 88 Oktaver 1889. S.Zichrs. Il7.se! M., Vern a M» S»l> t 0«?« IC«! irge iflmfl«»",, en.lM Kaffes hie die! WoG, tollea-»1 m, Top gern-». mgesch�i ner»»>> iev, Mmmmtmile?.. Ktadwerordneten-Wahte«. Wie schon gemeldet, finden d e Stadtverordneten-Wahlen in der IN. Abiheilung am DienS« tag, lS. November von 9-6 Uhr, in der n. Abiheilung am 20. Nooember von 11—5 Uhr, in der I. Abtheilung am 21. November von 11—2 Uhr statt. An den Wahlen Hl. Ab- tdeilung sind die Wahlbezirke 2, 5. 7, 11, 13, 14, 15, 17, 24, 27, 30. 33, 35. 39, 41 und 42 bethcilizt, in der II. und>. Ab. Iheriung je 14 Wahlbezirke. Die Gemeindewählerliste giebt die Zahl der Wahlberechtigten auf 223 997 an, und zwar in der I. Abcheilung 3540, in der II. Abtheilung 17 333 und in der ÜI. Abtheilung 203 119 Wähler. Die I. Abtheilung besteht aus d rierigen Wählern, welche mindestens einen Steuerbe trag von 1631 M. 60 Pf. zahlen und schli 61 mit denjenigen Namen, bxen Anfangsbuchstabe ist. Die II. Abchnlung beginnt mit dem Steuerbetrage von 1631 M. 60 Pf. und denjenigen Nnnen, deren Anfangsbuchstabe.51" ist. Sie endigt mit dem Steuerbetrage von 363 M. 20 Pf. und den mit dem Buch- stabcn.R" anfangenden Namen. Die Iii. Abiheilung beginnt mit dem letzteren Steuerbetrage und den mit dem Buchstaben „S" anfangenden Namen.— Damit die gesetzlich vorgeschriebene Zahl von Hausbesitzern der Stadtverordneten-Bersommlung erhalten bleibe, muß in dem Wahlbezieke Nr. 2 der III. Ab- iheiluna und den Wahlbezirken 2, 3 und 10 der II. Abtheilung je ein Hausbesitzer gewählt werden. «»»-rd--Schf»ch»SNricht. Für das von den städtischen Behörden festgestellte OrtSslatut über die Errichtung eines gene-rblichrn SchUdsgertcht» für Berlin ist die Gench- Mlgung abgelehnt worden(!). Das„Haup'.bedenkeu". welches in dem betreffenden Reskript Ausdruck findet, richtet sich gegen d e Bestimmungen dcS§ 8, welche die Wahlberechtigung an da« vollendete einundzwanzigste Lebensjahr knüpfen(!> und auch auf das weibliche Geschlecht(!) ausdehnen, was nach dem Restrpt in hohem Matze bedenklich erscheine.(Für Le'pzig und Frankfurt a. M. erschienen ähnliche Bestimmungen nicht d-denNich. Red.) Die Mitwirkung bei der Zusammensetzung de«-Schiedsgerichts, so wird weiter auegeführt, stelle sich im Wescnrlichar als eine Theilnahme an der Regelung öffentlicher mnae.egenheiten dar, die Analogie der für die politischen Wahlen b stehenden Vorschriften sei deshalb unabweisbar und fordtre daher m rnd estens das fünfundzwanzigste LebenSiahr, sowie den Ausschlutz des Frauen. Wahlrechts; die vom Magistrat bezüglich der ersten dieser beiden Fragen herangezogenen Vorchnsteil des Krankenver- stcherungSgesttzeZ über Zulassung aller grotzjährigen Personen lörnten gegen diese Forderung nicht geltend gemacht werden, da es sich bei der K.ankenversicheiung um Wahlen von B r- tretungen handle, welche berufen sind, lediglich prioatrechtliche Interessen der Gesammlheit der Kasscnmitglieder bei der Vcr. waltung der gemeinsamen Kassenor. anisation wahrzunehmen. Weiler wi d ausgesührt, datz den Verhältnissen der in Berlin bestehenden Innung«. Schiedsgerichten nur dann ausreichend Rech- unng getragen werden könne, wenn alle zu dem Kreise derJn- »Uppen gehöiigen, d. h. zur Rechtnahme vor den Innungen wipfl chteten Personen von dem aktiven und passiven Wahl- recht zum Besitzamt für das gewerbliche Schiedsgericht gänzlich enr- geschlossen würden.(!) J r Betreff der Sitzungen des «chredSgerichtZ wird auigefüyrt, datz es ähnlich, wie bei den Schöffengerichten, sich auch hier empfehlen würde, die Tage der » denllichen Sitzungen des Schiedsgerichts für das ganz« Jahr rm Voraus festzustellen und zugleich die Reihenfolge, in wel- cher die Beisitzer an diesen ordentlichen Sitzungen tbeilzuneh- wen haben, im Voraus zu bestimmen. Dringend wünschens» werih erscheine eS, möglichst Einrichtungen damit zu verbinden, welche einerseits die Auswahl der Beisitzer dem Ermessen des Vorsitzenden entzögen und andererseits eine bestimmte Bürg- jchafi dafür gewährten. Die im§ 22 Nr. 8 gegebenen Bestimmungen, welche dem Schiedsgerichte die Befupnitz zur Ab- nähme von Zeugeneiden beilegten, sei unhaltbar.(!) Da« In» stitut de« prozessualischen Eides sei so positiv rechtlicher Natur, datz«s ohne ausdrücklich gesetzliche Einführung an keiner Stelle angewendet werden könne jc. Der Magistrat hat nunmehr be- schloffen, zur Berathung dieser in Uedereinstimmung mit den Ministern des Innern und für Handel und Gewerbe vom Obeiprosidenten gemachten Abänderungen bei der Stadtverocd» netew Versammlung die Einsetzung einer gemischtm Deputation zu b. antragen. \ M Lokales. Die«««,« Post«erthzeichen haben sich seit einigen Tagen in ganz unauffälliger Weise in den Verkehr einge- schmuggelt. Briefmarken und Postkarten sind Artikel, die einer Reklame nicht bedürfen, es ist ein glattes Geschäft, welches mit Verein..Freie Kühne". Sonntag, dn, 20. Oktober. Vor Sonnenaufgang. Soziales Drama m sunf Aufzügen von Geihart Hauptmann. "v"«« �uhne" ist ein Verein, welcher der modernen, realistischen Dichtung em Theater öffnet, aus dem sie ungc- hindert und sicher vor der Zensur der„Sittlichkeitspolizei", vor den Bedenken und der Kassenanast banausischer Thcaterdirektoren den Beweis»u erbringen hat, datz ihr und ihr allein nicht nur im Roman, sondern auch im Drama die Zukunft gehö,«. Zur Führung dieses Beweises war die deutsche Literatur bisher nicht im Geringsten berufen. Neben Ibsen, Sirindberg, Tolstoi und den GorcourtS war kein deutscher Name zu halten. U>.d die„Freie Bühne" mußte ihre in langen Zwischenräumen it>1 findenden Vorstellungen vor drei Wcchen mit Jbsen'S „Getvenstirn" eröffnen und konnte in einer ihrer Programm- erna ungen mit recht nur bescheiden sogen, daß sie den künft- Ln chen Th tm der ausländischen Dichter die„Versuche der sagend beigesellen" werde. ■ Diese« Wagniß ist nun am letzten Sonntag in Gestalt l,»h ss>i«alcn Dramas— unbekannte Bezeichnung für Deutsch- . vus der Feder eines unbekannten kaum fünfundzwanzig- S2» i vor einem Publikum vorübergegangen, dessen 0!s Gerichtshof zu gelten, ein sehr zweifelhaftes war. Hauptsache das alte Premierenpublikum Ber- -n? w. u m � Rechtsanwälten, Assessoren, Lehemännern, . � Bourgeoisie und der Halhwelt zusammengesetzt, das im Residenz-Dheater zotige Possen und im Schauspielhause rbrwurdige Klassiker mit gleichem Vergnügen beklatscht. Es �altu die Leute, die bei allem Neuen dabei sein müssen, weil «s für gebildet gilt, alles Neue zu wissen und die 30 oder 50M., Jornel kostet auf den„feineren" Plätzen der Mitgliedsbeitrag > Buhne", ruhig auf einem Brett für solchen Spatz bezahlen können. AI« fremdartiger Zusitz saßen unter oder rrchvger über diesem Publikum im zwe.tm Range junge Leute, ihnen gemacht wird. Die Preise dafür sind durchaus feste, die Zahlungsbedingung beim Einkauf: Kasse bei Empfang der Waare. Da giebts keinen Handel und kein Mäkeln und doch wird feit einigen Tagen über das Ausseben der neuen Postwerthzeichen im Publikum allerhand gesprochen. Günstiges wenig. Der Reiz der Neuheit hat diesmal das Urtheil nicht im günstigen Sinne beeinflußt, das Publikum hat an der neuen„Postwaare" viel auszusetzen. Vielleicht nicht mit Unrecht. Da sind zuerst die Postkarten; die violette Farbe der Maiken ist verschwunden, dafür ist die grüne Farbe in die Erscheinung getreten, jene Farbe, die bis- her die 3-Pfennig-Werlhe markirte. Hier kommt die erste Klage. Es heißt, daß die grüne Fünfpferrnigmarke, welche frei- lich ein durchaus anderes Aussehen als die frühere grüne Drei- pfennigmarke hat, zu Jrrthümern Anlaß aeben wird, Geschäfts- leute belürchten, Empfänger von neuen Postkarten werden die- selben für eine„Drucksache" halten. Drucksachen) hätten näm- lich sehr oft das Schicksal, ungelesen bei Seite gelegt zu wer- den. Eine zweite Klage erheben die Druckererbefitzer. Bis- her war die Druckschrift aus der Adressenseite der Postkarte schwa-z, jetzt ist sie entsprechend der Marke grün. Die Drucker besürchten nun, datz Geschäftsleute, welche sich eigene Karten anfertigen lassen, jetzt die Druckschrift aus der Adressen» serte ebensalls werden grün haben wollen, während die Firma auf der Rückseite nach wie vor wird schwarz gedruckt werden müssen. G> üne Farbe ist theurer und zweierlei Farben— hinten schwarz und vorn grün— wird doppelte Arbeil verursachen, während ein höherer Preis für die Anfertigung der Postkarten nicht wird durckzusctzen sein. Privates Interesse muß ja nun freilich bei Reichspostwerthzeichen zurücktreten. Die Zierlichkeit auf der grünen Fünfpfennrgmarke ist größer als die auf den früheren vio'elten und grünen Dreipfennigmarkcn, dagegen ver- mitzt man auf den rothgebliebenen 10-Pfg.-Marken die frühere Zierlichkeit vollständig. Es ist viel Roth und wenig Weiß daraus zu sehen, ein Umstand, der vielfachen Fälschungen nicht unwesentlich Vorschub leisten wird. Auffällig bemerkt wird ferner die Inschrift„ReichSpoft" statt„Deutsche ReichSpost" auch die Abkünung PF für Pfennig. Da, wie es heißt, noch ein ziemlicher Vorralh an alten Freimarken vorhanden ist, so werden vorerst die neuen Werlhzeicken nock spärlich in den Ver- kehr gelangen; wir wollen daher unsere Leser auch noch mit den anderen noch nicht beschriebenen wenigstens oberflächlich be- kannt machen. Bei Auswahl der Farben ist, wie uns von zuständiger S.ite mitgetheilt wird, in erster Linie der im Wülpostverein angenommene Grundsatz bestimmend gewesen, wonach die im Weltpostverkehr am häufigsten vorkommenden Briefmarken, nämlich diejenigen im Werth« zu 25 ZtS.(gleich 20 Pf.), 10 ZtS.(gleich 10 Pf.) und 5 ZtS.(gleich 5 Pf.), thunlichst übereinstimmend in allen Vereinsländern, von blauer bezw. rothec und grüner Farbe sein sollen. Dieser Grundsatz, welcher wesentlich dazu beiträgt, die Prüfung der in den ver- schiedenen Vereinsländern zur Erhebung gelangten Frankobeträgt zu erleichtern, war im Reichspoftgebiet bezüglich der Freimarken zu 20 Pf. und 10 Pf., welche nach wie vor in blauer und rother Farbe hergestellt werden, bereits in Anwendung gekommen. Zur vollständigen Durchführung des Grundsotzes fehlte mithin nur noch die Annahme der grünen Freimarken rc. zu 5 Pf., wozu nunmehr die Einführung der neuen Poftwerthzerchen die ge- wünschte Gelegenheit geboten hat. Für die übrigen Freimarken- gattungen sind die Farben(braun für 3 Pf.-, orange für 25 Pf.- und roihbraun für 50 Pf.-Marken) mit ganz besonderer Sorg- sali derartig ausgewählt worden, daß auch bei Lampenlicht eine deutliche Unterscheidung der verschiedenen Werthe möglich sein soll.— Es wird wohl kaum lange dauern, so werden die alten Postwerthzeichen nur noch W rty für die Markensammier haben. Wenn wir die Zahl 1890 schreiben werden, dürften die neuen Markrn bereits die alten sein, ein Zeichen für den Flug der Zeit, an den auch noch«ine andere, noch wenig bemerkte postalische Neuerung gemahnt. Die Postverwaltungen beginnen nämlich bereits auf das nahende neue Dezennium Bedacht zu nehmen. In neu beschafften Postscheinen u. dgl. wird jetzt der Vordruck der Jahreszahl nur noch mit 18.., an Stelle von 188. bewirkt. Da» neue Dammmübleurvrhr wird im November d. I. nach kaum einjähriger Bauzeit in Betrieb gesetzt wer- den, trotz der großen Schwierigkeiten, welche gerade hier zu überwinden waren. Schon die Gründung des Wehrs, das sich an die Wosserseite des Grundstücks Breitestratze 38 anschließt und die Sperre in drei Oeffnungen von je 15,70 Meter lichter Weite durchquert, bot mancherlei Schwierigkeilen. An den links- feitigen Landpfeilern mutzte unmittelbar nbeen einem bewohnten Gebäude mit mehr als 8 Meter langenSpundpfeiler durch eine alte Pfahlrostfundirung hindurch gegangen roerden, ohne datzBefchädi- gungen an dem Gebäude eingetreten sind. Weiterhin war der Untergrund durch meterhoch liegende Steinbrocken, alte Flaschen, untergegangene Böte und dergleichen stark verunreinigt. Aber auch hier sind die Rammarbeiten zur Zufriedenheit ausgefallen, Studenten, Schriftsteller, Malerund Schauspieler: Enthusiasten, verständige und unverständige, für die neue Kunstrichtung. Ein Schauspi-l im Schauspiel, dieses Publikum! Die Kämpfe zwischen Begeisterung und Ablehnung, Bravo und Pfui, Zischen sund Kiallchcn, die Zwischenruf«, die Demon- strationen, dießUnruhe, die Erregung, welche jedem Akt folgten, ja in das Spiel hineinplatzten, schufen das Lelsing-Theater in ein Versammlungslokal um, das eine leidenschaftliche, wogende Volksmenge füllt. Und was war es, das diese Stürme entfesselte? Ein höchst sonderbares, nicht wenigen Hörern fremdes, ja sie beleidigendes Ding: die Wahiheit. „Unerhört!" schrien sie,„welche Frechheit! Ekelhaft!"— „Ist man hier im Theater oder im Bordell?" brüllte ein in srinen heiligsten Gefühlen verletzter Roue. Es wäre doch besser, meinten sie, wenn die Polizei auch der„Fcei.n Bühne" ver- bieten könnte, solche Stucke aufzuführen. In kurzen Worten sei der Inhalt des Stückes, das dem künftigen Literaturhistoriker als Merkzeichen einer neuen Epoche dienen wird, wiedergegeben. Schlefische Bauern sind durch die Entdeckung reicher Kohlenlager unter ihren Feldern zu Millionären geworden. Aber aus ihrer Rohheit ist der Firniß des neuen Reichthums nicht haften geblieben. Sie geben sich noch ganz so, wie sie find, viehisch, brutal und dumm. Sie spielen und lagen, fressen und saufen und find unbarmherzig gegen Mensch und Thier. Die äigstm Verwüstungen hat der Suff in der Familie des Bauern Krause angerichtet. Der Alte kommt nicht mehr aus dem WirthShauS heraus und hat sein Laster auf seine Nachkommen vererbt: seine älteste Dochter trinkt und hat ein Kind gehabt, das mit drei Jahren am Alkoholismu» zu Grunde gegangen ist. Ihr Mann, der Ingenieur Hoffmann, der sie rhre« Geldes wegen geheirathlt, hat sich in der Familie seines Schwreger- vaterS vortrefflich zurecht gefunden. Er trinkt auch—„Wmn weil die Pfähle fämmtlich unter Zuhilfenahme von Druck- wasser eingebraibt wurden. Zur Zeit ist die gesammte Gründung des Wehrs beendet, die massive Sohle desselben be- tonirt und übermauert, ebenso find die schlanken Granitpfeiler errichtet und ist die Aufstellung der eisernen Brücke über das Wehr und der mächtigen eisernen Schützen zum Verschluss voll- endet. Die letztere Arbeit ist von der Firma Rötzemann u. Kühne- mann Hierselbst ausgeführt, alle anderen Arbeiten sind dem Zimmermeister MöbuS in Charlottenburg übertragen worden. Die Fauftsohle ober- und unterhalb des Wehres ist befestigt. Die Insel, welche zwischen dem Wehr und der neuen Schleuse geschüttet wird und die zur Aufnahme des Gebäudes für die hydraulischen Betriebsanlagen und zur Wohnung für die Be- amten dienen soll, ragt bereits über Wasser hervor. Unterhalb des Wehres ist aufl dem linken Ufer im Anschluß an das Wehr eine neue Ufermauer vor dem Grundstück Breitestr. 29 an Stelle einer alten baufälligen aufgeführt worden. Ober- halb des Wehres gilt e« jetzt, das Bett des neuen, westlich von den Mühlen vorbei geführten 26 Meter breiten Spreearmes so herzustellen, datz mit Inbetriebsetzung des Wehres auch das Wasser der Spree auf diesem Wege wirklich zum Wehre hingelangen kann. Die hierzu erforderliche Ufermauer zwischen Mühlendamm und Mühlenweg ist im Bau begriffen. Der Bau der etwa 180 Meter langen Ufermauer längs der Burgstraße, zwischen der Langen- und der Kaiser- Wilhelmbrücke ist vergeben und wird noch vor Eintritt des Winters im Unterbau und dem wesentlichsten Theil der Auf- mauerung vollendet sein. Die Burgstraße erfährt dadurch auf dieser Strecke eine erwünschte Verbreiterung von 3 Metern. Auch der Bau der neuen 110 Meter langen und 9.6 Meter breiten Schleuse wird noch in diesem Herbst in Angriff genom- men werden, sobald einige Gebäude des alten Polizeipräsidiums abgebrochen find. Die frei» Kdvekaiur, die vielgepriesene, bat mancherlei bedenkliche Erscheinungen, namentlich im geschäftlichen Verkehr, hervorgebracht. Der Rechtsanwalt ist heute in erster Linie Geschäftsmann und zwar ein desto vorsichtigerer Geschäfts- mann, je größer die Konkurrenz ist, und die ist in Berlin und in seiner näheren Umgebung sehr grob, folglich sind die Herren Rechtsanwälte auch bei uns sehr vorsichtige Geschäftsleute. Dagegen wäre vielleicht ohne den vielbesprochenen, aber beim Publikum wenig beliebten Anwaltszwang Nichts zu sagen; allein dieser Zwang führt zu allerlei Unzuträglichkeiten, von denen eine uns durch einen unserer Leser, der in einem der nördlichen Vororte wohnt, mitgetheilt wird. Der erwähnte Herr war genöthigt, einem Anwalt die Führung eines Pro- Lesses zu ubertragen. Vorsichtig erkundigte er sich nach der Hohe der Anwaltsgebühren. Der Betrag wurde ihm genannt, und er glaubte natürlich, daß dies der nach der gesetzlichen Taxe fixirte Betrag sei. Als der Prozeß in zwei Instanzen zu Gunsten des betreffenden Auftraggebers entschieden war, wünschte dieser, datz nun auch die Kosten von seinem Gegner eingezogen würden. Nun aber ergab sich, daß zwischen demjenigen Betrage, welchen der Gegner zu erstatten verpflichtet war, und demjenigen, welchen der Kläger seinem Anwalte ge- zahlt hatte, sich eine Differenz von 24 M. ergab, welche dem Rechtsanwalt über den erstattungsfähigen Betrag hinaus ge- zahlt war. Auf feine verwunderte Nachfrage über die Ursache dieser El scheinung wurde dem Kläger nun ein Schein vorge- legt, den dieser im Bureau des Rechtsanwalts unterschrieben hatte und worin sich ein Passus befand, des Inhaltes, datz die Uebertragung des Prozetzauftrages stattgefunden habe nach freier Vereinbarung des Honorars!— Das Vorkommniß giebt mindestens Anlaß, bei der Uebertragung von Prozeßauslrägen auch an die Rechtsanwälte sich hübsch zu überzeugen, was man unterschreibt, wenn man nicht später nach gewonnenem Prozeß doch noch unter Umständen recht er- hebliche Kosten zahlen will. Umfangeeiche UoreSthe an Krennmaterial lagern gegenwärtig auf dem Görlitzer Bahnhof. Die ausgedehnten Lagerplatze zu beiden Seiten des Bahnkörpers und zwar an der Sudseite unmittelbar hinter dem Postamts- Gebäude be- ginnend bis nach dem Lokomotiven- Schuppen des Bahnhofes und an der Nordseite zwischen dem Lausitzer Platze und dem Görlitzer Ufer find dicht gefüllt mit haushohen Pyramiden von Pretzkohlen, die mit ihrem dunklen, fettigen Glanz einen ganz eigenartigen Eindruck machen. Ebenso hoch ragen die Holz- stapel empor, während Steinkohlen und Coake« sich in um- fangreichen Verschlägen oberflächlich weniger bemerklich machen. Es wird schwer, angesichts dieser kolossalen Vorräthe an einen Kohlenmangel und an eine dadurch bedinateKohlenvertheuerung zu glauben. CoakeS und Steinkohlen werden zum weitaus größten Theil sofort aus den Eisenbahnlowrys in die TranSportwagen umgeladen und an die Konsumenten, die hiesigen Fabriken, Werkstätten u. s. w. abgeliefert. Mit Pretzkohlen und Brenn- holz, das zunächst in den Kleinhandel und von da in bie HauS- Haltungen geht, ist da« Verfahren nicht so einfach. Diese Ma- ich da« nicht noch hätte"— vorläufig freilich nur mäßig und nur Champagner und Kognak und„ar- Heitel stark auf Bleichröder los." In seinen Studenten- jähren hat er das gehabt, was man jJdeale nennt. Natürlich fatzen fie nur sehr oberflächlich, und er hat sie sofort über Bord geworfen, als er„vorwärts kommen wollte". Ge- blieben sind ihm nur eine„kompromitlirende" Bekanntschaft mit dem Schriftsteller Alfred Loch, der ihm„früher den Kopf verdreht" hat, und einige Phrasen über die höheren Aufgaben des Menschen, mit denen er seiner Schwägerin Helene, der zweiten Tochter Krause«, näher zu kommen und sich in ihr Herz einzuschleichen sucht. Diese Helene ist bisher unberührt geblieben von der ver- derbten Luft des Hauses. Sie ist in der Pension der Herren- huter aufgewachsen, ist seit ihrer Grotzjahngkert nach Hause zurückgekehrt und schreckt zurück vor der Gemeinheit und Rohheit, die sie umgeben. Stammt dieser Abscheu nun au« ihrer inneren Natur oder hat ihn nur die Erziehung ihr ver- liehen? Ist sie als Kind ibre« Vaters, als Glied einer Säuferfamilie unrettbar dem Verderben verfallen oder kann fie emporgerissen, gerettet werden? In diesen Kreis von Menschen erscheint ein solcher Reiter für Helene, Alfred Loth, der eine Studie über die Verhältnisse der schlefischen Bergarbeiter schreiben will und durch den Zufall zu seinem einstigen Kameraden Hoffmann geführt wird. Loth ,st Sozialdemokrat, aber seine Weltanschauung hat ihn nicht vor Schrullen aller Art bewahrt. Seine hervorragendste Schrulle ist, Temperenzler zu sein, und weiter seine Absicht, nur mit einem vollkommen gesunden Weibe eine Ehe einzu- gehen:„Ich bin absolut fest entschlossen, die Erbschaft(an Gesundheit), die ich gemacht habe, ganz ungeschmälert auf meine Nachkommen»u oringen." Auf ihn fliegt Helene zu, und auch er liebt fie. Aber als er von dem HauSarzte Dr. Schimmelpfennig, in dem er einen alten Universilätsfreund und Genossen wiederfindet, erfährt, datz teriolten werden zunächst auf den Plätzen unmittelbar an der Bahn niedergelegt, um die gerade gegenwärtig sehr kurz be- messenen AuSladefristen für die eingehenden Eisenbahnwagen innehalten»u können. Ist die Ausladung rechtzeitig beendet, so beginnt der Verkauf an die Kleinhändler, namentlich auch an de» bekannten„Hoflieferanten�, der seine Waare mit lauter Stimme in den Häusern ausbietet. Ec erscheint auch oft schon sehr fiühzeitig mit seinem Hundefuhrwerk auf dem Platz, denn sein Bedarf wird ihm um etwa ein Drittel billiger gerechnet, wenn er seinen Wagen direkt aus der Lowry beladet, als wenn er denselben auf dem Platze füllt. Das ersparte Drittel fließt dann seinem Verdienste zu. Die Zahl der vermiethete« Mahnung«« betrug 353 3l8, gegen das Vorjahr�mehr 15 903, mit einem Mieths- werthe von 13 307 638 M., also mit einem Durchschnitt von 868 M. für jede Wohnung. Auf alle vermiethcten Wohnungen entfiel im Durchschnitt ein MiethSwerth von 052 M., während sich der Durchschntttsbetrag im Vorjahre auf 642 M. berechnete. Die Zahl der unvermietheten Wohnungen hatte sich gegen das Vorjahr um 985 vermehrt und der DurchlchnittSwerth der einzelnen leerstehenden Wohnungen auf 558 M. gegen 553 M. des Vorjahres erböht. Rettungsbälle sollen noch an folgenden Ukerftellen ange- bracht werden: an der Weidendammer Brücke, Obecbaumbrücke, Schillingebrücke, Janno-vitzbrücke, Waisenbrücke, Friedrichsbrücke, Marschallbrücke, Sandkrugbrücke, Fennstraßenbrücke, Torfstraßen- brücke, am Luisenkanal lbei der Markthalle), an der Michael- brücke, an der ehemaligen Verbindungseisenbahnbrücke, am Land- wehrkanal(an der Forsterstraße) und am Fluthgraben(in der Nähe der Treptower Brücke). Desgleichen ist der Bau von 7 neuen Rettungskähnen in Bestellung gegeben, welche bis zum I. Januar vollendet sein sollen und für welche die AufstellungS- plätze bereits vorgesehen find. De« letzte schöne Herbstsonntag hatte noch viele Ber- liner WS Freie aetockt. Der Weg nach dem beliebten Vororte Treptow war fast ebenso stark bevölkert, wie an einem schönen Sommertaae und die am Ufer der Spree belegenen Lokale er- freuten sich lebhaften Zuspruchs. Den Restaurateuren kamen die Herbstgäste ganz unerwartet; sie haben längst Tische und Stühle dem Winterquartier überwiesen und die Bedienung in die Fremde geschickt. Die Gäste waren infolge dessen gezwun» gen, sich Trsche und Stühle heroorzusuchen und selbst den Kellner zu spielen, was zu vielen heiteren Szenen Veranlassung gab. Auf der Oderspree wimmelte es von Fahrzeugen aller Art, nur die Dampfer fehlten, weil diese ihre Fahrten bereits eingestellt haben. Die Natur präsentirt sich freilich schon im herbstlichen Gewände, obgleich neben vielen anderen Blumen be« sonders Sonnenblume und Georgine noch in voller Pracht erschei- neu und von der summenden Hummel emsig nach Honig untersucht werden. Das Laub liegt bereits am Boden oder hangt schlaff an den Zweigen, und wo es noch nicht abgefallen ist, schillert es uns in allen Forben, vom dunklen Braun bis zum hellen Gelb und vom glänzenden Roth bis zum lichten Grün ent- gegen. Diese verschiedenartigen Schattirungen verleihen aber er H rbstlandschaft ihren besonderen Reiz und ein Spaziergang W'S Freie bietet daher auch um diese Zeit eine angenehme Abwechslung im täglichen Leben. Da« Niefenmachsttzum KerUns zwingt die Bau- fpekulat on, ihr Augenmerk auf die in der Umgebung Berlins gelegenen Ortschaften zu richten. So ist neuerdings das von dem Berliner Verkehr bisher abgeschlossene Dorf Französisch- Buchholz Gegenstand lebhafter Spekulation geworden. Den ersten Anlaß hierzu scheint der Winterfahrplan der Eisenbahn gegeben zu haben, denn nach demselben ist die Einrichtung gc- troffen, daß fortan 36 Eisenbahnzüge an der kleinen Station Blankenburg(ca. 15 Minuten von Französisch-Buchholz) halten. Diese Neuerung hat zur Folge gehabt, daß sich sofort ein Kon- sortium gebildet hat, welches einen regelrechten Omnibusoerkehr zwischen Blankenburg und Buchholz in's Leben zu rufen beab« sichtigt. Im Dorfe selbst sind umfassende Neuerungen in An- griff genommen worden. Die Dorfstraßen werden neu chaussirt und zu beiden Seiten der Fahrdämme TrottoirS nach groß- städtischem Muster angelegt; die bisher sehr mangelhafte Be- leuchtung soll gleichfalls verbessert werden. Wie verlautet, steht eine Berliner Pferdebahngesellschaft wegen Ankaufs größerer Länderkomplexe mit der Gemeinde bereits in Unter- Handlung. Do« de« w Kerli» vortzaudeuett ertragofähigen Grundstücke» waren ult. März 1889 20 793 mrt Gebäuvcn besetzt und 469 unbebaut. Zu ven letzteren sind alle Grund- stücke gerechnet worden, welche als Zimmer- Holz-Ablageplätze, Gärten:c. benutzt wurden. Gegen das Vorjahr hat eine Ver- mehrung der ertragsfähigen Grundstücke um 230 staltgefunden. Eine nicht unbedeutende Verminderung der Grundstücke im Zentrum der Stadt ist durch den Abbruch des Mühlendammes und einiger kleinen Gebäude am Opernplatz, sowie durch die beim Umbau erfolgte Zusammenlegung früher für sich bestehen- der Grundstücke veranlaßt worden. UebrigenS sind bei obigen Zahlen die an unregulirten Straßen belegenen, als Acker, Wiesen rc. benutzten Grundstücke nicht mitgerechnet worden. Die stattgehabten Ermittelungen ergaben 129 solcher Grund- stücke mit einem Gesammtpachtwerth von 131235 M. Ebenso finb die auf Straßenterrain stehenden selbftständiaen Buden, wie Trinkhallen-c., zusammen 78 mit einem MiethSwerthe von 18 162 Mark noch besonders gezählt werden. Endlich waren noch lf09 Baustellen vorhanden, welche als besondere Grund- stücke im Grundbuche des königl. Amtsgerichts l Hierselbst ein- getragen sind, aber keinen Ertrag gewährten. zleber die Ausfuhr««,; der Verlegung der SteMuer Kahn ist von den beiden städtischen Kommissorien, Baurath Helene vomAlkoholismuS ebenso vergiftet seinmüffe,wie ihre ältere Schwester, und daß sie die Trunksucht, wenn sie auch bei ihr sich nicht sofort zeigen würde, doch auf ihre Kinder ver- erben könnte, bleibt er seinem„Prinzip" treu und verlaßt fein? Geliebte. Helene will das Leben ohne ihn nicht leben und ersticht sich. DaS ist in der Hauptache der Faden, an dem die Szenen des Dramas laufen. Und dieser Faden, der so kräftig ange- schlagen wird, hat, das ist offenbar, zum Schluß einen schlimmen Webefehler. Menschen, die rein aus„Prinzip" heraus bandeln, Fanatiker des Gedankens, mag es vielleicht geben Daß aber Alfred Lolh ein solcher Mensch ist, hat der Dichter nicht nachzuweisen vermocht. Er läßt wohl Alfred Loth Helene verlassen, aber diese That bleibt � unbegreiflich. Von der Bärennatur LothS ist zwar viel die Rede, aber sie kommt nirgends zum Vorschein. Loth komm z. B. hinzu, wie ein reicher Bauernbursche auf Lerchen schießt. Statt dem rohen Burschen erne verständliche Lektion zu geben, schilt er ihn aus. Als er sich entschlossen hat, Helene zu verlassen, und dieser Entschluß kommt unHeim- lieh schnell, reicht sein Muth nur zu einem Briefe nicht aber zu einer offmen Unterredung mit dem Mädchen aus. Ec druckt sich stillschweigend. Di-jer Mangel an in Handlungen sich Zeigender und dadurch verständlich werdender Energie verleiht oem Menschen etwas Phrasenhaftes und Unwahres, und der Schluß des Dramas wird dadurch zur Konstruktion, nicht aber zur getreuen Schilderung des menschlichen Lebens. Das ist das Hauptbedenken, das wir gegen das Stück vor« zubringen haben. Falsch wäre es jedoch, es in den Vordergrund zu schieben. Mag der Dichter sich in der Zeichnung des drawa- tischen Bewegungsstoffes, den Loth in der Oekonomie des Siückes darstellt, geirrt haben, mag er die psychologische Erklärung für das Verhalten dieses Mannes so gut wie ganz schuldig geblieben sein, darauf kommt es nicht so sehr an. Das Ent- scheidende ist: er hat gethan, waS vor ihm keiner in dem Deutschland unserer Tage fertig bekommen hat. Er hat wirk- r Dr. Hobrecht und Stadtrath Fiietel, dem Magistrat Bericht erstattet worden. Darnach wird, wie das„Berl. Tagebl." meldet, der Umbau sich möglichenfalls 5 Jahre hinziehen. Zu vermeiden wird es dabei nicht fein, daß die bekannte Kreuzung der Stettiner Bahn mit der Liesen-, Acker- und Gartenftraße Ii bis 2 Jahre für Fuhrwerk gesperrt wird, während aller- dingS die Fußgänger-Passage niemals eine Unterbrechung erfahren soll. UebrigenS wird durch E öffnung von N-benvcrbindungen für eme Erlerchterung deS Fahrverkehrs inzwischen gesorgt werden; zu diesem Zweck soll u. A. bereits im nächsten Früh- jähr die Hussitenstraße, zwischen der Wiesen- und Grenzstraße, neugepflast-rt werden. Die Zahlung der Million Mark städtischen Zuschusses erfolgt voraussichtlich in vicr Jahresraten zu 250000 M., jedenfalls im Verhältniß des VorfchrertenS der Arb< iten. Der Polhei-Prüfident erläßt folgend« Bekanntmachung: Die seitens der Imperial-Fire-Extingnisher Co. zu London hergestellten, durch den Zwil-Jnaenieur Louis Gäbet Hierselbst, Schleiermacherstraße 14, in den Handel gebrachten und in um- fangreichsten Maße angepriesenen sogenannten„Imperial- Granaten-Feuerlölcher" enthalten, wie die vorgenommene Unter- suchung ergeben hat, eine 25prozentige Lösung von kiystalli- sirtem Chlorkalcium mit i pCt. Chlorammonium versetzt. Die Herstellungskosten dieser Granaten inkl. Flasche und Verschluß betragen höchstens 2 M. pro Dutzend, während der Verkaufs- vreis 40 M. pro Dutzend ist. Die nach den Anpreisungen dem Präparat innewohnende feuerlöschende Wirkung beruht im Wesentlichen nur auf der in den Flaschen enthaltenen Menge Wassers. Durch die Beimischung des Chiorkalcium wird eine Wirkung nur insofern erzielt, als der Gegenstand, welcher vom Feuer betroffen ist, an denjenigen Stellen, an welchen die Flüssigkeit den Gegenstand benetzt, mit einer Kruste von geschmolzenem Chlorkalcium überzogen und somit die Lust von dem verbrennlichen Gegenstand abgeschlossen werden kann. Die außerordkntlich geringen Mengen vov Chlorammonium sind gänzlich ohne Einfluß. Eine Entwickelung von feuerlöschenden Dämpfen oder Gasen, auf welche in den Anpreisungen die be- sondere Wirkung des Präparats zurückgeführt wird, findet, ab- gesehen von den Wasserdäwp'en, welche in gleichem Maße von einer gleichen Meoge gewöhnlichen Wassers entwickelt werden würden, übe! Haupt nicht statt." Gin i« die Falle gegangener Kauttonsschwindler. Auf der Spar lasse des Kreises Teltow in der Körnerstroße hierselbst hatte ein junger Mann aus Löwenbruch die Summe von 500 M. eingezahlt. Kürzlich suchte derselbe eine Stellung in Berlin und fand unter den vielen ZeilungSannonzen schließ- lich eine für ihn passende, in welcher von einem„Zigarren- Engroshändler" ein Hausdiener gesucht wurde. Er meldete sich bei demselben und als er sich bereit erklärt hatte, sein Spar- kassenbuch dem Chef als Kaulion zu überlassen, engagirte ihn letzterer mit einem Monatsgehalte von 80 M. Hocherfreut trat der junge Mann seine Stellung an. Der biedere EngroS- Händler aber hatte schon am anderen Taae nichts Eiligeres zu thun, als von dem Guthaben von 500 M. sich von der Kasse 50 M. zu holen, am anderen Tage wollte er den Rest von 450 M. in Empfang nehmen. Be, solchen Restzahlungen wird von der Kasse stelS eine beglaubigte Quittung des Sparkassen« buchbesitzerS verlangt. Deshalb scheute nun der Biedermann vor einer Fälschung nicht zurstck. Sein Plan mißglückte aber. In der Zwischenzeit war nämlich der Hausdiener, welcher aus dem Gebabren seines neuen Prinzipals Verdacht geschöpft Siatte, bei der Kasse erschienen und hott« von semer KautionS- eistung berichtet, wobei ihm zu seinem Schrecken die Mitthei- lung gemacht wurde, daß bereits 50 M. erhoben und er einem Schwindler in die Hände gefallen sei. Noch am selben Tage erschien der Herr„EngroShändler", um auf Gl und des Spar- kassenbuchs sowie der gefällchten Quittung sich den Rest aus- händigen zu lassen. Der Schwindler war jedoch an die un- rechte Adresse gekommen. Er wurde durch die bereits verstän- digte Polizei auf der Stelle verhaftet. Auf dem Transport nach dem Polizeibureau machte er noch emen mißglückten Fluchtversuch. In L«f| erster Lebensgefahr befand sich vorgestem Vor- mittag der in emer Eifcngießeiei beschäftigte Kutscher Krause. In der elfien Stui de passirte ein schwerer Rollwagen, auf welchem sich zwei eiserne gebogene Brückenträger von etwa 60 Zentner Gewicht befanden, die Demminerstraße und der Führer des Gefährts schritt neben dem Wagen her. Als das Fuhrwerk sich dicht an der Brunnenstraße befand, entfiel dem Kutscher plötzlich die Peitsche, hastig beugte er sich nach derselben, hierbei die Zügel der Pferde, welche im langsamen Schritt sich weiter bewegten, fallen lass.nd und einen Schritt hinter dem Wagen zurück- bleibend. Da ertönte plötzlich ein furchtbarer Krach, die schweren Träger waren um- und von dem Fuhrwerk herabgefallen— wahrscheinlich infolge schlechten Verladens— dieses zum Theil zertrümmernd und im Fallen den Kopf des Kutschers streifend. Unfehlbar wäre der Kutscher von der Äiesenlast getroffen und auf der Stelle getödtet worden, wenn er sich nicht nach der entfallenden Pritsche gebückt hätte. In der Macht vom Donnerstag zum Freitag wurde der Pförtner des jüofichen Krankenhauses durch das hefiiqe Läuten der Nachtglocke aus dcm Schlafe geschreckt. Er öffnete das Portal, und in demselben Äugenblick stürzte ihm ein etwa dreißigjähriger Mensch zu Füßen, dessen angstvolles Kreischen und Schreien:„Rettung, Hilfe! Ich sterbe, ich sterbe!" schauerlich durch das strlle Haus schallte und alle Kranke jäh auS ihrem Schlummer emporfahren ließ. Befragt, was ihm denn fehle, gab er dem Pförtner zur Antwort, er fühle, daß er sterben müsse und dann flehte er wieder um Rettung und H lfe, so jämmerlich und wehklagend, daß es einen Stein hätte er- liche Menschen ans die Bühne gebracht, Menschen von Fleisch und Blut, bei denen jeder Zu g mit erstaunlicher Genauigkeit getroffen ist. Diese Menschen find die schleftschen Bauern und Bäuerinnen, sind die Knechte und Mägde, die Armen und Elenden des platten Landes. Der Dialekt ist ausgezeichnet wiedergegeben: die Anschauungen und die Redeweise des ganzen bäuerlichen Kreises mit intimster Kenntniß geschildert. Aber gerade diese entscheidenden Vorgänge lassen sich bei einer Besprechung nur andeuten; um sie kennen zu lernen, muß man das Drama, das im Buchhandel*) käuflich ist, selber lesen. Die Darstellung, die das Stück fand, war kurz gesagt, der beste Beweis dasür, daß für naturalistische Dramen auch naturalistische Schauspieler aufzufinden find. Mit Ausnahme des Herrn Brandt, der mit seinen unausrottbaren Erinnerungen an die edelmüihigen Kavaliere, die er auf der Bühne des Rcfidenztheaters zu geben hat, die unglückseligste Besetzung war, welche dre Rolle des Alfred Loth finden konnte, und mit weiterer Ausnahme des Herrn Ferd. Meyer vom Zentraltheater, der mit der kleinen Rolle des„HopSlabaer" eine große und empfindliche Störung der Stimmung hervor zu bringen wußte, waren die Schauspieler alle auf dem Platze. Ganz hervor- ragend war Frl. Elsa Lehmann als Helene und Herr Kadel« bürg als Hoffmann. Die Regie ließ viel zu wünschen übrig. In der Aus- stattung der Bauernstube war durchaus nicht das getroffen, was der Dichter haben wollte: Moderner Luxus auf bäuerische Dürftigkeit gepfropft. Für die zweite Dekoration: Der Guts- Hof, war«in viel zu enger Rahmen gewählt. Und auch zu dem Unheil des HopSlabaer trug der Regissiur dadurch nach Kräften bei, daß er den sandverkaufenden Dorfnarren ein Wägelchen ziehen ließ, doS aus einem Spielzeugladen stammte und auf dem eine funkelnagelneue Kohlenschippe als Sand- fchaufel lag. c. B. *) Berlin, C. F. Conrad'S Buchhandlung, Preis 1,50 M. barmen mögen, und alle Insassen der Anstalt, die W geschrei deutlich vernahmen, in eine begreifliche Auf« riethen. Noch ehe die Aerzte geweckt wurden, kamen selbst herbeigcstürzt und sprachen dem Unglücklichen' er möge sich nur beruhigen, sie würden ihm schon h'f er solle sich nm mäßigen. Der aber blieb bei seinem. geschrei, daß er sterben müsse, wälzte sich wie von de» barsten Schmerzen befallen an der Erde umher und ko> mit Mühe noch dem KonsultationSz-mmer gebracht Dort aber hatten die Aerzte den Herrn sich kaum„bei betrachtet, als sie erkannten, daß sie es mit einem Beb zu thun hatten. Natürlich war es dem Beduselten g> sofort mit jeder Humanitatsduselei vorbei. Die ihn nüchterten Doktoren schlugen eine etwas schä.fere 2 dem Mann an und ließen ihn wie i er an die frische Ä und dann eilten sie in die Keankensäle, um die ge" Gemüther mit der Versicherung zu beruhigen, daß eS Lärm um Nichts" gewesen war. In furchtbare Aufregung und groß- Lebe«' geriethen vorgestern Abend in der 7. Stunde die gerade Zeit überaus zahlreichen Possanten der Spandauer S Rosenthaler Straße. Zur g. nannte-! Zeit bog aus Fei Friedrich straße eine Droschke erster Klasse in die Brücke ein, als plötzlich durch ein Stück weißes auf dcm Siraßendamm flatterte, das vor dem Wage» liche muthige Droschkenpferd scheu wurde und in wildem die Straße entlang jagte, sodaß Gefährte und Mens' mit knapper Nolh dem rasenden Thiere auSzuwe» mochten. Hinter der Stadtdahn jagte das schäumende über welches der Kutscher seine He-rschaft verloren, f Bürgersteig zu, im nächsten Augenblick bereits wM Droschke an einen Laterncnpfahl geschleudert und« zertrümmert, wahrend der Kutscher in weitem Bozen Straßer pflaster stürzte. Jetzt raste der nunmehr sei" vielfachen ledig gewordme Gaul auf den BLrgcrsteig hinauf, einem Re sam, sich ihm entgegenstellende Personen und Pos?� eines Assi Boden rennend; schreiend und Hilfe rufend flüchteten d««nd den. hunderte Personen auf den Fahrdamm und in Häuser«nd sich dann stürmte das Pferd weiter in die Rosenthaler SK«Mom,oye, diese entlang, überall die größte Panik hervorrufend, bis? lich denAugen seiner Verfolger entschwand. Giücklicherweist'Neimer« soweit wir es zu ermitteln vermochten, der Kutscher, sowie � das Vkerd übei rannten Veisonen unnerlesit aber mit W>uaoyangl d politis Dinge ben auch nn Feu neu Dcc bt, daß rier, d nung| das c ie das T schen A größte l. Oh, ist bei i 'en zu! fing Aber i e er im cheint, ti beugsam eale, o >l. jede chtet, ei r Phras orden. sie no< >t nicht cht unser irden,>r nd zersch chen uns Phra ir sind Moni em irt. S sie ü hl er w t und infangs "en eS i eben Aug ie Freih! mute. Aber ter wer inisterse das Pferd übeirannten Peisonen unverletzt oder mit Kontusionen davon; wo das Thier geblieben, ob dasso aufgehalten worden ist oder ob es sich todtgejagt hat, unfir Berichterstatter nicht festzustellen. Verunglückter Gmnibuo-Kondukteur. Als Vormütag ein Omnibus der Linie. Rofenlhaler damer Brücke die Rosenthaler straße entlang fuhr, ka« an der Ecke der Auguststraße errichteten Baugerüst daß der aus dem Verdeck stehende Kondukteur mit de� gegen die Streben des Gerüstes geschleudert wurde Wagen herabstürzte. Außer einer nicht unbedeutend Verletzung erlitt der Kondukteur einen Bruch des re mes. Auf Veranlassung der Insassen des Wagens Kutscher den Omnibus nach dem Rosenthaler Thor>>.......... dort den Verletzten in ärztliche Behandlung zu bringe» Uuglücksfülle auf der DampfstraßeubahS'�chen, i gestern Abend gegen 7 Uhr trug sich am Nollendo'iL�stigxn z bedauerlicher Unfall zu. Beim Rangiren einer DaMp�Zuriftm, i bahn-Maschine, fuhr eme Droschke direkt in dieselbe h's'Aein Alp Ic wurde infolge de« starken Anpralls umgeworfen, wobei�jh� hie£ und Pferd erhebliche Verletzungen davontrugen. FastLhefitzt, u> gleiche Zeit fuhr eine andere Maschine der genannten turn, dg s der Kreuzung deS Kurfüstendammes und der FasanevstIl�nen pol einen des Weges kommenden Mörtelwagen. Der vor■ der Maschine wurde durch den Stoß vollständig de nur der Umficht des Maschinisten war es zu danken, schcnleben nicht gefährdet worden find. Zirkus Renz, we'cher am Sonnabend wieder auSvcrkaufteS Haus bewies, daß er noch die alte kraft besitz', zeigte durch feine unübertrefflichen Leists»» er diese Anhänglichkeit in reichstem Maße verdient.* -__ Pj....: r v_ o et...___ 1 N re � 1 a 1—€V\_.~_._-----„___» l fT art ersten Theil des fihr reichhaltigen Programms müssf?,, sonders lobend erwähnen F-äulein Frida und Equilibristinnen), welche mit staunenSwerther Leicht schwierigstkn Evolutionen auf dcm dünnen Drahts führten. Dann die Vorführung jiet 6 englischen n gewo lätzlich in' Alles ckficht lleS wen iefste gel esse als ölgen ihr * tbehrun In di g an t seiner Toc den Gr Springpferde, durch H.rrn Ff. Renz und die L�"im Zwecke der beiden Jockey-Reiterinnen M iß Rose und Mist den Haß ~»m zusan goist wii ' res Ver herzust« r hat iebe seir reunde. Das iten und -ebens ur alten. 3 kter des eine weit berhaupt Moni Meers und Frl. Clotilde Hager(als Schu' welche mit großer Anmuth ,hr schönes kluges Thier> Den zweiten Theil des Abends füllte eine Pan>» die„Einnahme von B a g a m o y o", arcangirt v» Direktor E. Renz, aus. Dieselbe zeigt uns, wenn auch nicht ganz wahrheitsgetreu— aber dies ver!»»' auch nicht von einer Pantomime im ZnkuS— Pr und Treiben in Ostafr-ka. Recht ergreifend wirkte die Karawane, während hingegen der Tauschhandel zw>!t? Handels karawane und den Eingeborenen einen sehr' Effekt erzielte. Die Schulstunden der kleinen Äfim die Exerzitien der Eingeborenen durch preußische waren etwas zu sehr in die Länge gezogen,� waren der Einzug des Nezerkönigs und L:f, Divertissement sehr geschmackvoll und reizend arrang'J.�,. Schluß erscheint ein deutsches Kriegsschiff auf d« �?�™undel dessen Besatzung über die armen Schwarzen herfallt selbst selben gefangen nimmt.— Die gesammte Vorstellung, r"'1® dcm lebhaftesten Beifall des Publikums begleitet,«sst 4 wurde Herr Direktor E. Renz zu wiederholten Mal»" K,• s he-vorgerufen. Jl M."! Volixelbericht. Am 19. d. Mts. Vormittags Dienstmädchen in der Wohnung seiner Herrschaft rn mentale Z straße todt im Bette liegend aufgefunden. Da>.( geiufene Arzt die Todesursache nicht bestimmt festM Sohn wurde die Leiche nach dem Schauhause geschafft...«S wurde ein 7 jährig- n Mädchen auf dem Kreuzung, Ii' Koch- und Wilhelms straße durch einen Eiswagen B f.- Aft(, und erlitt eine Quetschung des linken Beines, den Zeit wurde in einem Gasthofe ein daselbst logirend� u�L � von außerhalb in seinem Zimmer todt aufgefunden. �' ist ein Schlagfluß die Todesursache.— In der NaA,. G d. Mts. vergiftete sich eine Frau in ihrer©«T Ä Moabit, mittelst Schweinfurter Grün.— Am den Moni Vormittags wurde auf dem Holzplatz Nordhafen unter einem Bretterschuppen die Leiche eines B"M«ar, stört Mannes aufgefunden und nach dem Schaubaufe �" Ruhe und u derselben Zeit fiel ein Omnibusschaffner vor Leidenscha osenthalerstr. 9_____ Verdeck seines Wagens des isv.» iwu»uivu9|u/unii». vs-; tjO' j-cciucniai beim Vertheilen der Fahrschein« rieth sich zens und erlitt eine bedeutende des Mam rechten Alws.— Nachmittags stürzte sich«ftLjjifc die Einfai Frau, vermuthlich in einem Anfalle von GeisteSst»$ Spiels.( dcm Fenster ihrer Wohnung, Reichenbergerstraße 1 her; er Bürgersteig hinab und verstarb auf der Stelle. Tlrerrtez:. Gcberden. ' die größt als er i nur an. , Stimme. s Sein Moi KeeUne» Theater. M o n t j o y e. Schouff � 1 Direktors Akten von Oktave Feuillet. Fräul Feuillei's �Montjoye", der gestern zum ersten, � � � � langer Zeit m Berlin wieder aufgesührt wurde, c5 die Ri das„Berliner Theater" einen großen und wohlve'��r'|n dcr Ro folg. Das Drama selbst, das vor mehr als 20 ersten Mal auf der Bühne erschien, ist heut aller. ,�5 veraltet. Die letzten Jahrzehnte, welche im n": lt, iie bd he Aufi t/ fantoi Mchen »d politischen Leben der Völker, der natürlichen Entwickelung Dinge folgend, den Sieg der Bourgeoisie vollendeten, oben auch der Literatur diesen Stempel aufgedrückt. Und enn Feu�llet, der Liebling des Faubourg St. Germain, in -inen Dramen und Romanen den Adel mit einer Aureole um« * Ifrtr vtii vvuti mu vüivv vv*v schon b'J jkbt, daß alles Licht von ihm auszugehen scheint, während der et feinem J jjturier, der bü- gerliche Emporkömmling, dieser lichten Er« von?��ch«mung gegenüber das böse Prinnp repräsentirt, so erscheint zer und w» schz das ebenso natürlich und im Charakter der Zeit begründet, gebracht � das Vorgehen George Ohnei's, desjenigen lebenden fran- 'aum»bei Aschen Autors, welcher in seiner ganzen geistigen Physiognomie nncm gröhte Aehnlickkeit mit Feuillet hat. Feuillet idealisirt den »el, Ohnet die Bourgeoisie. Und wie bei elfterem der Adel, ist bei Ohnet die Bourgeoisie, der aus bescheidenen Verhält- issen zu Reichthum und Einfluß gelangte bürgerliche Empor- nling der Vertreter des Idealen. Aber nicht nur nach dieser Richtung hin dünkt uns Feuillet, ie er im„Monljoye*, im„Verarmten Edelmann" u. a. m., chrint, theilweile veraltet. Sein Montjoye ist ein eiserner, -beugsamer Charakter, ein gewissenloser Egoist ohne »eale, ohne Illusionen, ein Cyniker, der jedes Ge- hl, jede natürliche Regung in ihr Nichts aufzulösen chtet, ein rücksichtsloser Spötter, ein Freigeist, ein Verächter -r Phrase. Wir sind heut wahrlich nicht besser, nicht sittlicher orden. Aber die Form unserer Korruption ist eine andere sie noch vor wenigen Jahrzehnten war. Wir brüsten uns t nicht mehr mit unserer Freigeisterei, unterer nackten Selbst- -cht unserer Freiheit von Vorurtheilen. Wir sind fromm ge- orden, wir begeistern uns für Ideale, die wir fadenscheinig nd zerschlissen, direkt dem Mittelalter entlehnt haben und chen uns und Anderen weiszumachen, daß wir an die tönen- Phrasen glauben, die wir beständig im Mund führen. ir sind keine Cyniker mehr; wir sind Heuchler und Lügner. Montjoye hat sich aus bescheidenen Ansängen zu einem -lfachen Millionär heraufgearbeitet. Den ersten Grund zu nem Reichthum legte er in Bordeaux, und zwar aus Kosten ineS Associes, eines Ehrenmannes, der den Ruin seines Hauses d den Verlust seines ehrlichen Namens nicht überleben mochte d sich eine Kugel durch den Kopf schoß. Seitdem hat ontjoye. Dank seiner ungewöhnlichen Intelligenz seinem Unter- hmungsgeist und der rücksichtslosen Ausbeutung Anderer, in elcher Kunst er es, getreu seinem Prinzip, zur seltenen ollendung gebracht, sein Glück gemacht. Er ist reich, geachtet, «abhängig. Er hat in seiner Jugend einen dummen Streich acht— den ersten und letzten, wie er meint— er hat sich ein adliges Fräulein verliebt und dieselbe ent- rt. Sie gilt Allen als seine Frau. In Wahrheit hat sie nicht zu seiner rechtmäßigen Gattin gemacht, ob- hl er nun schon seit mehr als 20 Jahren mit ihr zusammen- -t und zwei Kinder hat, die ihn zärtlich lieben. nfangs ließen es die Umstände nicht zu und späterhin er- '»ien es ihm viel bequemer, eine Geliebte zu haben, die er en Augenblick geben heißen konnte, als eine Gattin, welche -e Freiheit und Ungebundenheit seines Lebens gefährden luselten Dia ihn lä.fere e frische L-»! n die flMr i, daß et h- itbcv te gerade u« adauer Bn" og aus der t die eißeS em Wage» in wildern� md Menss auSzuir» schäumend� verloren, »ereilt w» t und">» -m S03OI.1 mmehr p hinauf,„ und Pans flüchteten in Häuser 1 thaler SW ifend, bis» icklicher»� her, sowie ider mit , ob dass» jagt hat, ar. Alt« thaler fuhr, kam' Saugern» >r mit K J : wurde r0vfutewT#önnte. d des Aber fein Ehrgeiz ist noch nicht befriedigt. Er will Depu- WagenS'Airter werden— die erste Staffel auf der Leiter, die zum ' S£ll0r fifTirt. CP.r tff flitr»* pr mptfe Sn>mvifA«vt nt«e»- Thor J1 zu bring» Senbah� ollendo» � aer Damp ieselbe h� mannte« Fasanen! Der von -dig de» danken, -nisterseffel führt. Er ist klug; er weiß die Menschen zu"ge> rauchen und selbst diejenigen seinen Zweckrn dienstbar zu chen, die seine natürlichen Feinde find. Den Sohn seines ästigen Affozie's, den er in'S Verderben gestürzt, einen jungen uristen, auf welchem die vermeintliche Schuld des Vaters wie Alp lastet, hat er in seine Dienste genommen. Er will fen, wom' ihm die Hand seiner Tochter geben, deren Herz iener bereits en. Fai'�befitzt, um die Gerüchte zum Schweigen zu bringen, welche -un, da seine Wahl zum Deputirten eifrig betrieben wird, von nen politischen Geanem gegen ihn ausgebeutet werden. Und an gewohntes Glück scheint ihm auch diesmal treu zu sein, als Mötzlich infolge des Geständnisses seine« eigenen Buchhalters, der Alles weiß und so lange mühsam an sich gehalten aus icksicht auf die Familie MontjoyeS,» die Explosion erfolgt. lleS wendet sich nun gegen ihn. Seine Frau, die er auf's iefste gekränkt durch das Ansinnen, seine augenblickliche Mai- esse als HauSgenossin aufzunehmen, verläßt ihn. Die Kinder olgen ihr; sie wählen freiwillig ein Leben der Armuth und tbehrung. In der Einsamkeit, die ihn umgiebt, quält ihn die Ecinne- g an das, was er verloren, vor Allem die Sehnsucht nach »einer Tochter. Und als das Schicksal es nun gar fügt, daß -er den Geliebten semer Tochter, der ihn tödtlich beleidigt hat, im Zweikampf gesährlich verwundet und nun glauben muß, -den Haß Marien« auf sich geladen zu haben, bricht alles unter '»m zusammen und der kalte, überlegene Spötter, der herzlose -goist wird ein zärtlicher Gatte und Vater. Er entäußert sich 'tes Vermögens,! um die Ehre feines einstigen Affozie's rote« herzustellen. Er ist ein Bettler, aber er ist glücklich. c hat den Glauben wiedergefunden und mit ihm die lebe seiner Frau und seiner Kinder, die Achtung seiner reunde. Da» Drama strotzt von psychologischen Unwahrscheinlich- iten und Unmöglichkeiten, aber es steckt voll dramatischen benS und weiß unser Interesse bis zum Schluß rege zu er- »alten. Das rührselige Ende entspricht nicht recht dem Cha- . kter des Helden; auch wäre memeS ErachtenS die Wirkung «ine weit mächtigere und nachhaltigere, wenn die letzte Szene berhaupt fortfiele. Montjoye'« Tochter Marie ist beim Anblick ihres tödtlich wieder alte q Leist»� »rdient. iS müsse«, und El''. -r Leichl r Drav'll inb M'n,' -ls Schu' 5 Thier>' Panto cangirt r"' >, wen« lieg verl« us- d-! »irkte die -del zw>>� en seh' l en Äfr'" eußische und > arrang«- S'l?verwundeten Geliebten ohnmächtig zusammengebrocken. Monb ufljoye selbst, der Starke, Kalte, steht in stummer Verzweiflung, rstellunH Bild Hilflosen Jammer«.„Glaubst Du nun, daß »uf der -—ß in itet, im- herfällt en Male«' Bild hilflosen Jammer«.„Glaubst «inen Gott giebt?" frcgt ihn bitter der einstige Freund. Ein tiefer Seufzer hebt die Brust Moni- joye's.„Vielleicht!" antwortet er— und der Vorhang fällt. ..ii�flS««13�-.9U4 dann der Vorhang sich wieder hebt, spielt sich m dem ito bi'J durstig nwblirten Zimmer Madame Montjoye's eine sehr senti« �„ her r mentale Szene ab. Alle erscheinen wieder. Der tödilich ver- �a." nzundete George von Corel ist glücklich dem Tode entgangen; der Sohn Mon'joye'S, der einstige Taugenichts und Nichts- thuer, kehrt mit Ehren bedeckt vom Schlachtfelde von Magen ta zurück, wo er verwundet und von seinem Vater aufs Auf- opferndste gepflegt worden. Montioye selbst überreicht seiner •„heririffr»« den Trauring, den er ,hr so lange vorenthalten. Der «teund sägt ihm versöhnt in die Arme und das Ganze endet mütil i�lsvießbürgerlich und sehr moralisch mit der Heimkehr de» reuigen mabn««� fSünder».~ m l»- Die Aufführung war eine glänzende. Herr Barnoy spielte �'Wjden Montjoye mit vollendeter Meisterschaft. In dieser Gestalt, ,IÄ«elche von der ersten bis zur letzten Szene aus einem Gusse e«»ar, störte kein Ton, keine Bewegung. In der selbstgewissen sestst-ll� -uzungs?!� Im S""« »«"st � � Ruh«'und dem schneidenden Hohn, wiel in der verhaltenen i«- ot"!z H�venschaft und dem gewaltigen ZorneSauSbruch: uberall ver- h« die ungebrochene Energie, die geistige Ueberlcgenheit ueno gzff des Mannes. Und was mich zumeist an Barnay entzuckt, ist ch"stärpch Einfachheit und Natürlichkeit, die seltene Diskretion seines iJ 18 1?d'els. Er läuft nicht wie ein Rasender auf der Buhne um- traB( er ringt nicht die Hände und macht keine palhetischen e. Gcdcrdcn. Mit den einfachsten Mitteln bringt er 1 Die größten Wirkungen hervor. Niemand ist spärlicher «ls er mit Handbewegungen. Er deutet gewissermaßen 1 nur an. Was an ihm lebendig ist, ist sein Mienenspiel, seine .. Stimme. Und auch hierin Ihut er des Guten niemals zu viel. I Sein Montioye ist eine glänzende Leistung und wir fühlen ■;(I f- nur da» eine Bedauern, daß wir über dem Regisseur, dem J Direktor, den Künstler Barnay so selten zu Gesicht bekommen. n,n Jläulein Nuscha Butze spielte die Galtin Montjope's weich cVl itttjj' und elegisch mit starker tzervorkehrung des Sentimentalen, wie tS �ie Rolle erheischt. Sehr liebenswürdig war Frl. Odilon 00 3aVf'n �et Rolle der Marie. Die junge, talentvolle Schauspielerin '-°M chausp'' hat in Bewegungen und Tonfall, im Lachen und Weinen Frau Niemann-Raabe so einfache, herzgewinnende Töne ab- gelauscht, daß auf Momente die Illusion eine fast voll- kommen« ist. Hier Kraußneck spielte den Salandin, den Jugendfreund Montjoye's, den unverbesserlichen Schwärmer und Idealisten, mit großer Wärme. Die Szenen, in welchen die beiden un- gleichen Freunde sich gegenüderstehen in Liebe und Haß, ge- wannen durch da« charakteristische Spiel Beider ein hohes Interesse. Es war, als wenn Feuer und Wasser aufeinander- platzten. Sehr gut waren Herr Kober als Buchhalter und Herr Conrad als heißblütiger Brasilianer„da unten im Süden". Die Novität war mit großer Sorgfalt einstudirt und die Ausstattung eine prächtige. Die Regie hatte mit großer Fein- heit für Alle» gesorgt, was die Zuschauer in die Illusion ver- setzen konnte, sich wirklich in emem Pariser Salon zu befinden. Als Herr Barnay in der großen Szene de» dritten Aktes, im höchsten Affekt nach einer Nummer der Pariser Tageszeitung „La France" griff und dieselbe in nervöser Aufregung in seinen Händen zerknitterte, mußt« ich trotz des Ernstes der Situation lächeln. Da« eben ist die Kunst der Regie, an Alles zu denken, auch an das anscheinend Unbedeutende. Solch kleine, feine Züge berühren wohlthuend, so unauffällig sie sind. Die Novität wurde seitens des Publikums mit großer Wärme aufgenommen. Die Darfteller wurden wieder und immer wieder heroorgemfen. Herrn Barnay gebührt für diese Vorstellung, an der er den hervorragendsten Antheil nimmt, ein volles, uneingeschränktes Lob. I. Z. Sszisle LtelrouNrtik. Achtung! Bildhauer l In der Möbel- Fabrik von G r 0 s ch k u«, Gollnowstr. IS, haben die Kollegen wegen Nicht- bewilligung die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist streng fern zu halten. Die Sperre über die Werkstatt Wagner u. Seidel ist aufgehoben; stattgefundene Differenzen durch Mißoerständ- nisse entstanden. Forderung der Bildhauer bewilligt. Lieber als Sozialdemokrat schwindsucht zu Grunde ein Mann, der auf im zweiten Wahlkreis Er hat doch 1887 kandidirt, Devlammlungcn. Der sozialdemokratische Mahlverei» f&v de« Mette« Hrrliner Reichstag»- Mahlkrei» hielt am Montag, den 14. Oktober, Abends 8 Uhr, im Saale der Habel'schen Brauerei, Bergmannstraße 5— 7, seine Mitgliederversammlung ab mit der Tagesordnung: 1.„Die politische Lage im Allgemeinen". Rese- rcnt: W. Schweitzer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Die Versammlung war bis zum letzten Platz gefüllt. Nach Eröffnung derselben stellte Hcrr Kroll einen Ge- schäftSordnungSantrag: ,Die Versammlung wolle beschließen, den dritten Punkt der Tagesordnung als ersten zu diskutiren, um hiermit die Kandidatenfrage im zweiten Wahlkreise zu er- ledigen. Hcrr Wienecke unterstützte den Antrag; er führte au», daß es die höchste Zeit wäre, da Schippe! abgelehnt habe, uns über die Kandidatur im zweiten Wahlkreise schlüssig zu werden. Der Vorsitzende ließ hierüber eine Abst mmung voll- ziehen, welche den Antrag mit großer Majorität annahm. Herr Kroll eröffnete hierüber die Diskussion und machte dem Vorsitzenden den Vorwurf, daß er die Briefe, die er von Schippe! erhalten, in den Versammlungen nicht vorgelesen habe, da dann hierüber schon längst eine entscheidende Stellung ein- genommen sein könne. Der Vorsitzende Herr Wilschke ver- wahrt sich gegen diese ganz ungerechtfertigten Angriffe, er hätte die Briefe in den Versammlungen vorgelisen, ihm könne in dieser Beziehung nicht die geringste Schuld treffen, er(Kroll) solle denimigen einen Vorwurf machen, die zu der Nieder- legung der Schippel'schen Kandidatur beigetragen.— Ertel: Man soll sich nicht auf den Sonderstandpunkt stellen und Per- sonenkultuS treiben. Man soll einen Prinzipien treuen Mann suchen und dem seine Stimme geben. Solche Vorkommnisse, wie die derzeitigen, können nur Zersplitterung herbeiführen. sterben, als an der Kandidaten- gehen. Herr Tutzauer wäre Erfolg rechnen könne, uns im Reichstage zu vertreten. warum nicht diesesmal? Klei: Ein Mann, wie Tutzauer, der sich 3 Jahre um Nichts kümmert, ist nicht würdig, da« zweite Mal im 2. Wahlkreise al« Kandi- bat aufgestellt zu werden. C a r 0 w: E« ist nicht meine Ab- ficht, alle« das zu wiederholen, was meine Vorredner schon aus- geführt haben. Daß Herr Schippe! gegen das Prinzip ver- stoßen, ist menschlich! Warum hat ma» nicht Herrn Tutzauer aufgestellt? Wenn auch aus taktischen Gründen von beiden Seiten Fehler begangen wurden, so hätte Tutzauer doch die meiste Aussicht, im 2. Wahlkreis ein Reichstagsmandat zu er- zielen. Man muß haupisächlich auch dem lauwaimen Element, das hier im zweiten Wahlkreis vorhanden, Rechnung tragen. Es sprachen noch Retzerau und Betzhold. Wienecke stellte den Antrag:„Die Versammlung wolle beschließen, eS dem Vorstand zur Aufgabe zu machen, die nächste Versammlung binnen acht Tagen einzuberufen und dann zur Kandidatur für dm zweiten Wahlkreis geeignete Vorschläge zu machen, damit die Kandidatur definitiv festgestellt wird." Als noch Für und Gegen gefprochm wurde, kam der Antrag zur Abstimwung, welcher mit großer Majorität angenommen wurde. Es liefen weiter folgende An- träge ein: „Die hmte dm 14. Oktober 1889 in Habel'« Brauerei tagende Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins des 2. Berliner Reichstagswahlkreises beschließt, das Bier der Viktoriabrauerei in der Lützowstraße und der Unionsbrauerei, Hasenhaidc, nicht zu trinken, bis dieselben sich bereit erklärten, ihre Lokalitäten zu allm Versammlungen herzugeben." Die Diskussion hierüber war eine lebhafte und der An- trag wurde dahin ergänzt:—„von sämmtlichen Brauereien und Wirthen der Hasenhaide, welche ihre Lokalitäten zu Ver- fammlungen verweigern, kein Bier mehr zu trinken." Es wurde dann noch ein Antrag, die Produkte de« Herrn Klingelbolle nicht mehr zu kaufen, anamommen. Hierfür müsse Jeder thalkräftig eintreten, jeder Mann müsse seine Freu darauf aufmeiksam machm— ja die Schlafburschen sollten von ihren Wuthinnen wegziehen, wenn diese Milch von Bolle nehmm. Es erhielt dann Herr Schweitzer zu feinem Vortrag das Wort. Er führte ungefähr folgende« aus: Wiederum naht die Zeit heran, wo man sieht, wie sich zwei große Parteim in der ex- tremsten Weise gegenüberstehm: die Bourgeoisie und da« Pro- letariat. Die Bourgeoisie theilt sich wieder in kleinere Parteien, das Kartell, da« Zentrum und den Freisinn. Da« Zentrum und der Fortschritt, welche sich noch anmaßm, eine Volksver- tretung zu sein, haben längst jeden Schein hierfür verloren. Das haben beide Parteim genügend bewiesen bei der großen Sozia- listmgesetzdebalte: Herr Windthorst hielt in seiner Fraktion seine Musterung, welche ergab, daß seine Getreuen nicht alle denselben Weg wandeln. Der tapfere Eugen brillirte besonders durch sein Abkommandirm. Dieses hat ihm bei dm letzten Wahlen den GarauS gemacht. Diese Parteien find uns gegenüber nur eine reaktionäre Masse. Nicht« habm wir von der Seite zu erwarten. Als bei der Berathung des Expatriiiungsgesetzes, wo Bebel und Liebknecht dem Kar- tellrcichstag sausmde Peitschenhiebe versetzten, da stieg dem KartellreichStag doch die Schamröthe in« Gesicht, da« Gesetz kam nicht zu Stande. Ich will keinen Personenkultu« treiben, aber immer wieder verdient es festgenagelt zu werden, dorn d da« Volk jene Thrt nicht vergißt. Jetzt steht da» Sozialisten- geletz wieder zur Debatte. Wie wird sich die Reaierung dazu stellen? Das ist wohl jetzt schon jedem klar. Weiter führte Redner die Wah freiheit an: Als die Wahl des Herrn Götz« im Reichstag stark ins Schwanken gerieth, hielt Herr von Rheinbahm eine VerlheidigungSrede, worin er anführte: Jeder Arbeitgeber hat das Recht, bei einer politischen Wahl dm Arbeiter zu beeinflussen, weil der Arbeitgeber der Ernährer der Arbeiter ist, und höher gebildet ist. Ich will hier nicht untersuchen, wer gebildeter ist, welch« Rohheit besitzt nicht mancher„Gebildete" einem Arbeiter gegenüber? Als Redner noch weiter ausführte, wie die Bildung immer mehr die Zu- flacht zu dem Arbeiter sucht, weil sie hier noch ein vemünflige» Berständniß findet, stellte er statistisch fest, welche ungehmrm Ausgaben dem Volke durch die immer stärkere Anziehung der Steuerschraube erwachsen sind und nachdem er noch eingehend die heutige Preßfieiheit kritifirt hatte, forderte Redner zum Schluß auf, fest zur Fahne zu stehen, die un« unser Ziel zeig«. Er fand reichen Beifall. Nachdem noch einige Fragen erledigt warm, forderte der Vorsitzende auf, einzutreten für die Ver- breitung des„Berliner Volksblati" und der„Berliner Volks» tribüne". Schluß der Versammlung Hl2 Uhr. Die Wähler de» 17. Kommunalwahldezirk« hielten am 18. Okcober in KiiegerS Salon, Wasserthor straße 68,«ine ziemlich besuchte Versammlung ab. Nachdem das Bureau ge- wählt war, wurde die Versammlung um eine halbe Stund« vertagt, da der Referent noch nicht erschienen war. Nach Wiedereröffnung erhielt Herr NöSke zu seinem Referat das Wort und führte ungefähr folgendes aus: Schon in de- Mitte der 70er Jrhre haben irch überzeugungsirme Soz'al- demokraten gefunven, die für Ausstellung von Kandidatm für« rolhe Hau« wwen. Als nun vor 6 Jahrm die Sozialdcmo- kraten damit Emst machten, war es den Fortschrittlem doch nicht recht, daß auch Vertreter der Arbeiter neben ihnm im rothen Hause sitzen könnten und sie verbreitetm mit oller Macht da« Gerücht, daß sie doch vollständig ihre Schuldigkeit für die Arbeiter gelhan hätten. Doch wie warm sie nachher mtrüstet, al« die Vertreter der Arbeiter sie im rothen Hause darauf auf- merksam machten, daß fie wohl stet« Geld zu Festessm, Ein- holungen und Hochzeitsgeschmken haben, aber niemals Geld zur Erlöhung der Gehälter der städtischen Arbeiter, auch sick nie dämm bekümmert hätten, ob nicht eine große Anzahl der E n- wohner Berlin« au« Nahrungssorgen sich da« Lebm nehmen oder nicht. Um solche Unglücklichen zu unterstützm, feh te e« immer noch am Geld«. Zu anderen Sachm hatte man stets Mittel im Ueberfluß. An Ihnen, meine Herren, fährt Redner fort, liegt es nun, zu sagen, ob Sie damit einverstanden sirrd� oder ntcht. Meine Herren, zeigm Sie, daß Sie damit nicht ein- verstanden sind, daß diesem Humbug auf Kosten der Stmerzabl.r ferner noch Vorschub geleistet wird; daß vielmehr dies Geld denen zukommt, die infolge der Veihältnisse nicht mehr in der Lage find, sich satt zu essen, aber ihre Steuem nach wie vor bezahlen müssen, denen aber da« letzte Bett gmommm nir�, fall« fie ihren Verpflichtungen nicht nackkommm können. Meine Herren, treten Sie ein für die Wahl mit oller Kraft, die ihnen zu Gebote steht, zeigen Sie, daß Sie nicht blas da find, um zu zahlen, nein, Sie wollm auch mü- reden und wollm beweisen, daß da« Geld der Stmerzahler �u dergleichen Humbug nicht da ist. Diejenigen sollen bezahlen. die solchen Kram wollm, wir wollen ihn nicht.(Bravo.) st« der Diskussion bctheiligte sich nur Herr Krause. Dann wurl« em Bezirkskomitee gewählt au« den Herren Krause, Kohlhardi, Borner, Mendt und König. ** * ?«ntral- Kranken-»nd St»rd»- klnt»rNiitz»»a»I,a>x« de? deutschm Zimmir»? fc. Sic 2, Slf pornburn), örtliche Verwaltung Berlin Verfammluna am©Unftag, den 22 d M, Abend« 8 Uhr. im Lokale de! Herrn Feuersliln,«llte JakobiM 75. ZaaeSordnuna; 1 Abrechnung pro 3, Quartal W 2 Wahl eine» Bevollmächtigten und dessen Stellvertreters m- Hinra- »iebuna bei UnMcn». Verschiedene». Um zahlreiche» Erscheinen ersucht der Vorstand. Ard�t»r-SUdungav»r»in Große öffentliche Versammlung am Dienstag, den 22 Oktober. Abend« 8*1X1)1, in, Schweizer-Garten am«ö tigi. thor. Taa-»o>dnun°t l«ortrag de» Herrn Rechtsanwalt« Arthur Stadthrgen iiber da« Zh-rna: An« Vaterland ach« theure. lchl'esi Dich an" 2. Diiku'sion. » Allgemeine» 4. Kragekaften. Aedermann hat Zutritt. Um zahleiche» Er. scheinen ersucht der Vorstand. »lnt»rsti>tzu«g»v»r»X« der Kerlin»« t«aur»r. Mstrlirderoer. sammlung am DIcnstag. den 22. Oktober. Abend« 8* Uhr. in Echrffer'» Eatcro Znselstr 10. Tagesordnung t I. Berichterstattung de» Vergn!lu»>g»komi,e-S üder da» in«utsicht genommene SltflunaSsest 2 Unterstaduv«». und Vereine. angeiegenheiten.». Verschiedene« und Zragelasten. Um zahlreichen Besuch wird gedeten- Gnste. durch Mitglieder eing.siihrt, hadcn Zutritt Auch wird abzuocden � I,0n der BeretnSbtbtiothck entnommen sind. gefälligst »«rlammluna d»r Witoll.d»« d.» Uladw,r»ln» für»i.drr- I"o.C'lodtr,«denk« 8 Übr, im Sieubiidler«olkS. nS.l v. a i v�s?t»->rdm,ng Vortrag de» Herrn Otto Hetndorf 2. Dlswsllo� s Verschiedenes!�™ �"«-der.deu Relch.w.Swahtr.r ar, d'«?»x»chol»« z>.utschlnnd«. Ort«v., Weitung Berlin II lEtcckdranches. Mitglieder versawmtnng am Dienstag den 12 d M Abend« 8* Uhr in Sch-stei'S Salon. Jnselslr. 10 Tagekordnnna: l. Ge. schüfutche». 2. Bericht drß Vorstandes. 8 Abrechnung vom 3. Lluartal. 4 Verschiedene» und sfragrkaften. Ausnahme»euer Mitglieder. Um rrchl zatO reiche» Er'chetnen wird gcbelen. Sitlt-grahr»«. Am Dienstag den 22 Oktober. Abend« 7* Uhr. sindrt im Mund ich n Scale, jläpnickerstr. ICO, eine Versammlung sämml sicher Ltrha- araphen Berlin» statt. Um recht zablreiche Beib'iligung wirb bringend«bete». Tagekordnung r 1. Referat über die Nolhw-nbigk.it der Bildung eine» Fach»«. ein» sllr die Lithoarophen Berlin» und Umg'gend. 2. Beralhung der Stalulen. ». Wahl de» Vorflande». «rotz» K»r sammlung de» Lachverein»»>»>?«Ischl»» K«rltn- V«rd 0111 Dienstag, den 22. Oktober. Abend» 8* Uhr in Hrrrh« Salon. Bvd> strabe 22. TageSordnw g r 1 Dl- tl-ssährioen ontwärtiaen EtreiNim Tilchir-. gewerbe und itrre Rürkwirkuna auf die Verdillmiffe der Stichler Berlin». R.f. rentr Herr Frid Zudetl. 2. Diskulston. 3 Verschledene«. «rast» v»rsammlun» d»» Kr»«»n v,r»i«i«nng d»r Kamel«. mant»l-Schnei»»r und Ard»ltrrtnn«n d»r K«kt,id»ng».AndnItri» am Dienstag, den 22 Oktober. Abend« 3* Ubr, in Delgmllllef« Colon. Alle Zakobstr. 48». Tagesordnung r l. Aollenberlcht. 2. Wle verriniren st» die-Xu-. teressen der Krankenkasse der Damenn är.tepLchncsder-Snnung ms, den Znter.stea der Arde ter und Arbeiterinnen unserer»rorche? Reserrminr Krau Schuir 3. Diskuiston und Vereinsangelegenhelten 4 Verschübemi und Krarelostin Gäste haben Zutritt. Neue Mitolieber werben ausgenommen Herein geinttbliiiier Kils»arv.it.r K»rl»n»„nd Umgegend. Erste ordentliche Generalversammlung am Dienstag, den 22 Okiober Ad,»dg 8* Uhr. in Ren/ Colon. Naunpnftr. 72. TagrSordnung r l. Rechen'char»»- herichi de» Votstande«. 2 Kasterldericht. 3 Abrechnung vom Vergnügen. 4. Wahl de! aesammtrn Vorstände» 5 Verschiedenr«. Da» Erscheinen aller M»g»ed-r ist Mich,. Mitgliedikarke legt, imi t Kr oh» öffentlich» Kommunaln>älil»r-U»rsammiung am Dienstag. den 22. Oktober. Abend» 8* Uhr. in Hahrs'« Brauerei, Bergmannür. 57. Soge, Ordnung. X. Die beuorslebenden Slodtoero dnetenwahlen. Res.rentr Herr Mehner. 2 Diikusston. 3 Wahl etne« BeilrNwahlkomile.«. Zur v. ckung der Unkosten stndel etne Tellersammlung statt. Kratz» öff»nt>tch» Wäl>l»r-H»rsa«mlung de» 13. KommunapWol» beziik» am Dienstag, den 22. Oklober. Abend« 3 USr, in Eandsouci. Kaubulc- straße 4» Togeiordnung r l. Die denorstehendcn Kommuualwahten Reterent Rechlianwall Arthur Sladthagen. 2. Dlskussir». 3. Wahl eine» B zirk«. komiteei und Verschiedene».— Um rechl zahlreichen Besuch wird drtr gcr.d ��«rotz»»»rsammlung d»» s-,,a>d»m-I,ra«sch»» Watz>»»r»w» für d»nin»r N,tchstag«>l>nl,tkr»t»»w> Dienstag, den 22 d.M. Abend« 8X Uhr. im großen Saal- der»Xordd-Utsch-N Brciierei khauffe-slr.»>. Tageiordnuug r I. Vortrrg dl» Herrn Wilhelm Schweitzer r Unstre poltttlche Lage 2. Diskussion. 3. Verschiedene» und Kragelasten. Gästen ist der Eintitrr glstllttit. Mitglieder werden aufginommeii. H»r,ini»»n« d»r Kr»ch»l�K»»ts»la«d�Ort«virwaltung Berlw I Mitgiiederoersammlung Mittwoch, de» 23 Bklobe� Adcnd» 8X Uhr. tu Erkun't «ludhau». Annensir. 13 Tageioidnung r I. Geschöstliche». 2. Vitrlelsährlläer «affenbeitcht 8 Wahl etne»®trrlIfonb« Kasr er». 4 Wahl einer Rechlich, g- kommtsston. 5. Forti.ßuna der Werkltellenstaiiftii. 3. Verschiedene» und gra. r. kästen Arrsnahme neuer Mltglirder in seder Versammlung,«cittäge werden jeden Sonnabend von Si bt« W Uhr im Verkehrtlokai Dreidenerftr. IIS und Reichendergerftr. IS. bei Päßold entgegen genommen. «ratze öff»«tl«ch»«»rsammlnng sa«m>rb»it»r befindet flch vom 20 Oktober ab Naungnstt 73 bei Winzer. Die Abressenausgabe findet laden Abend von 8-9J( Ubr und Sonnlag» Vormittag« van I0-1IX Uhr, sowohl an Mttglieber wie an Ntchttnilglieber unentgelllich stalt. ßr. 24� und K»sräbnikkass» dr»§nitt sechste Zentral- glr onktn- »rtftarolftft der Äcfft statt, bestehend In Sonjeit, humoristischen VortiSaen und Bau. Billeti mit Programmen stnd in den Zahlstellen zu haben. Die Zahlstellen bleiben am Sonnabend, den 26. Oktober leschloffen. Um recht zrhlreichc Betheiltaun» ersucht der Vorstand. $«rlta«r Kanitätanaratn für Arbeit»», ilm Sonntag, den 8. No- ncmter. BRittaol 12 Uh'. in Kousmann b Vaiiete. am Etadbahnhof Slerander- platz, Grotze Matinee. Vorstellung und Konzert. Austreten del gesammten Künstle personal« von Kaufmann'« Variete. Ei.tree vorher 80 Ps., an der Kiste 50 Ps. villi I« stnd bei sSmmtlichen Vcrtraucnllleulen. sowie bei dem Kasstrer b.< Verein«. Herrn W. Schmidt, Manteuffelftr. 86, 8 Treppen, zu Z»«tr«l�tra»k»« und Kterbekass»»er Tischler und anderer ge- »erblicher Arbeiter.(E. H. Nr. 8 in Hamburg.) Oertllche Verwaltung Berlw X. Durch Beschluß der Mitgliederversammlung find sollende Zahl- stellen verlegt worden: von Wrongelstroße 86 bei Auru« nach Cuorpltr. 16 bei Ziemer i von Neichen bergerftr. 71 bei Zolinikp nach storsterftr.«5 bei Linke: von Lausttzerstr. v t«i Wittzerich nach Görlitzerftr. 58 bel Tolkidorf.— Die Zahlstelle bei Lorenz, Manteuffelftr. Restaurant Nebelin, Langestraße 108. — Mllnncrgesangverein.Olvmpta" Abend« 9 Uhr im Restaurant Gerth, Primen- straße 106.— Gesangverein.Sicderlust" Abend« 9 Uhr im Restaurant Leh. nxmn, Nmmgnstraße 44.— Männergeiangoeretn.Arcordia" Abend« 9 Uhr bei Weirk. Alerander straße 81.— Gesangverein Ludwig'scher MSnnerchor Abend« » Uhr Linbenftraße 106 bei Poppe, UebungSstunde. Gäste sind willkommen.— .Deutsche Liedertafel" Abend« 9 Uhr Oranienstraße 190.— Männergcsangverein ..Aste Linde", Abend« 8X— Ilfii lldr im Restaurant John«, Mariannenftr. 19.— Ztlheiklud.Amphion' Abend« 9 Uhr in Triebel'S Restaurant, Hoher Etcinw«! 15. — Turnverein.Froh und Frei" IMännerabtheilung) Abend« 8!s Uhr, Berg- straße 57.— Berliner Tunlgcnoffenichast tFünstc Männerabthetlung) Abend« 3Zj Udr in der städtischen Turnhalle, Wasscrthorstr 31.— Turnverein»Hasen- Haid," tMänner-Abtheilung) Abend« 8 Uhr, Dieffendachstr. 60-61.— Verein rbrmallger Schüler der 87. Gemeindeschrile Abend« 9 Uhr im Restaurant Kinner Käpniikerftr. 68.— Arendt'scher Ctenographcnvcrein.Apollobund" Abend! 8Zl Uhr Brunnensiraße 126».— Arendt'schcr Stenograpdenverein Abend« 8X Udr im Restaurant.Zum eisernen Kreuz". Lindenstr. 71.— Deutscher Verein Arcnd«- scher Ct-nographkn Abend« 8X Uhr in Rondel'« Restaurant Brunnenstr. 129» — Verein.Roe" Abend» 6X Uhr im Restaurant Eltze, Alerandrinmstr. 99— Unterhaltunglveret».Harmonie Abend« 8 ubr Eisenbahnstr. 86d, im Rcstau- rant von Liebe.— BergnügungSverein.Mollig" Abend« 9 Uhr im Restaurant «eiuicke, Giplstraße 8. jeden Dienstag nach dem I. und 15— Zitherklub .Umpdion" Abend« 9 Uhr im.Mllnchener Hos" Epandauerstr. 11—12.— Ilub �Zum»ränget" Abend« 8 Uhr bei Herschieb, Bdaldertstr. 4.— Rauchtlud.Deutsche Flagge" Abend« 8 Uhr im Restaurant Händler. Wrangel- straße II.— Rauchvub.Friedrich« hoin" Abend« 9 Uhr im Restaurant Kipptng. Sandibergerstr. IIS»,— Rauchklub.Luftige Brüder"«bend» 88 Uhr bei Grothe,'Fürstenbergerftr. 2— VergnstgungSverein.Fröhlichkeit", Grüner Weg 29. Große«elellschaslistunde, verbunden mit Lorträgen. Gäste will- kommen. Entree frei.— Tambourverein.Eedan" Sitzung Abend« 88 Uhr, Grüner Weg 9—10.— Tambourverein„Einigkeit macht stark", gegründet 1886 stellvertretender Dirigent E. Billdardt. UebungSstunde Abend« 9 Ubr im Ne- siaurant Hahn, Eliafferstr. 57. Männer geiangoercin„Liedersreiheit" Restaurant Bolzmann, Andreaistr. 26. Dienstag-----..... werden ausgenommen. Etinundegabte Herren Vsvmiplhkos. SchwHitehirt-der Kchultehrer. Die.Hessische Schul- zeitung" druckt nebeneinander folgende beiden Inserate ab, um von der Herrlichkeit des heutigen VolksschulamteS" Zeugniß zu geben: Aus der„Hess. Schul- Ztg."'. Vakante Schulstelle. Durch Penfionirung de« Leh- rer« Geldmacher wird die Schul- stelle in Affoldern zum 1. Nov. ds. Js. vakant. Das Normal- gehalt der Stelle beträgt 800 M. neben freier Wohnung und freier Feuerung(ev. SvM.FeuerungS- geld); wegen der PenfionSzah- lung an den Eremiten kommen jedoch statt der 800 M. bis auf weiteres nur 000 M. zur Aus- zahlung.— Geeignete Bewerber ic. Wildungen, 2. Aug. 1887. Der Kreisschulvorstand. Aus dem„Kasseler Tageblatt und Anzeiger'. Die Stelle des Gemeinde- Kuh- und Schweinehirten mit Nachtwache-Dienst mit einem jährlichen Einkommen von 700 bis 800 M. soll von Martini ds. Js. ab anderweit vergeben werden. Bewerber ic. Bettenhausen, 14. Juli Der Ortsvorstand. 1887. Frese. Mo«»wem Jaguar angegriffen. Im Hambmger Zoologischen Garten wurde am Mittwoch Nachmittag eine im alten Raubthieihaus mit Reinmachen beschäftigte Frau vom Jaguar erfaßt, ans Gitter herangezogen und durch Tatzenhiebe erheblich an Hand und Kopf verletzt. Heibeieilende Wärter be- freiten die bereits Besinnungslose mittelst eiserner Stangen. Die Verletzungen sind glücklicherweise nicht lebensgefährlich. Gin Karg-Trust. Das Neueste und Merkwürdigste, was bis jetzt in Syndikaten oder Schwänzen dagewesen, ist wohl der„Sara- Trust", von dem der„Indianapolis Millstone" de- richtete. Es ist wirklich schwer auszudenken, wo und wie diese Manie,„Ringe zu bilden", enden soll, wenn selbst die letzte Wohnung des Menschen den Gegenstand für einen solchen abgeben konnte!— Ems dürfen die Erfinder des obigen Planes allerdings zu ihren Gunsten anführen; sie können die Preise so hoch hinaufschrauben wie sie wollen; diejenigen, welche ihre Produkte benutzen, werden sich nicht dG lehnen! Das Wörtchen Nein im Kadische«. wechseiung in dm deutschen Mundarten zeigt spiel auffallender, als die Wandelungen, die „Nein" m den badischen Landm durchmacht. man„Na", alte Constanzer sogar„Na-a"(zwei! poetisch an). Im Klettgau hört man„Nä" neben silbig), in der Baar das fchwäbifch-gemüthliche auf dem i), im nördlichen Schwarzwald stellen die Hanauer sagen„Net" mit scharfem e. die dagegen entweder kurz„Ne" oder gedehnt„Nee' Veuefle Mnchvidtf Der„Reichs-Anzeiger" enthält folgende) machnnge«: Die unterzeichnete LandeS-Polij auf Grund des§11 des Gesetzes gcgen die lichm Bestrebungen der Sozialdcmokralie vom 1878 die Probenummer und die vom 5. und datirten Nummern 14 und 16 der im Maurer F. Wilke hierselbst erscheinenden A. Vo�el und Comp. Hierselbst gedruckt' „Solidarität, Organ für denKal» deutschen Arbeiter um günstige Lobe beitibedingungen", sowie da« fernere Ersr Zeitung. durch Verfügung vom heutigen Tage verbotm. Braunschweig den 19. Oktober 1889. Herzoglich braunschweig- lüneburgsche Poliz« Proetzel. Der Verein zurErzielung volkSth Wahlen zu Wolfenbüttel ist durch Bei unterzeichneten Landes- Polizeibehörde vom he, auf Grund der 1, Absatz 2, und 6 de« S» gegen die gemeingesährlrchen Bestrebungen der Soj'� vom 21. Oktober 1878 verboten. Wolfenbüttel, den 20. Oktober 1889. Hcrzoglichc KreiSdireklion. Vogler. rschrini täglil n's Haus vi« Ps. Sonn Expedition Z dir» A» Not, Vriefk eisten. Die S r ciner Pandor sobald man' Diese ii nur wünscher spielen nun' schichte des? i weuigcr als( l welche« Inte die für den Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Ouitstmg bcizusügt� Antwort wird nicht crtdeitt Drnckfehlerberichtigung. In der gestrige«' notiz unter G. M. muß es statt konditionirmd« d i r e n d e" heißen. ftation zu entbehren kö ! billige's Fl ' Roth, als das Haus C | den Versuch Geffentliche ° KoMmlWhltr-BttsamlW kS 42. Kmimlilttzick am Mittwoch, den 23. Oktober, Abends 3 Uhr, in Gottsckalk's Salon, Badstraße 22, TAGES-ORDNIINGi I. Dir bevorstehenden Kommunalwahlen. Referent I. G n a d t. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Bezirkt komitees und Verschiedenes. 388 Das«entral-WahItomitee. Groß» öffentliche Wähler-Uerfammlung des 18. Komumnal-Mahldezirks Kottbujerstr. 4a. am Dienstag, den 22. Oktober, Abends 8 Uhr, in„Sanssouci" TageS-Ordnung: 1. Die levorsteh nden Kommunalwahlen. Referent Rechtsanwalt Arthur Stadthagen. 2. Diskusston. 3. Wahl eines BezirkskomrteeS und Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch ersucht 373 Das Lentral-Wablkomitee, Große öffentliche Möhler-Nerfammlnng des S4. Kommnnalwahlbestrks «an Dienstag, den 22. Oktover, Abends 8tz Uhr, in SaegerS Lokal, Grüner Weg 2?. TageS-Ordnung: I. Die bevorstehenden Stadtverordnetenwah'en. Referent Gott fr. Schulz. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Bezirkskomitees. Um zahlreichen Besuch ersucht-WS Das Centpai-Wahlkomitee. Große öffentliche Keilenlfaner Nerjammlungl am Dienstag, den 22. Oktober, Abends 8 Uhr, im Wedding-Park, Mullerstr. 178. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn T h. Glocke über Niedergang des Kleingewerbes.— Diskussion. 2. Berichterstattung der Lohnkommisfion.— Verschiedenes. W2 Um zahlreiches Eischeinen ersucht Tee Einberufer. Fachverein der Tischler. MMwoch. de« S3. Oktober, Ab-nd» 8'Iz Uhr: lltgliedep-lfepsammlung ib Hallt'scherr Thor-Bezirk, im Saale des Herrn Rennefahrt, Dl ennewitzstr. 13. für den Westen und.... TageS-Ordnung: 1. Vortrag teS Herrn Robert S ch midt„Der Kampf ums Dasein". 2. Diskussion. 3. VereinSangeleaenheitkN und Verschiedenes. Reue Mitglieder werden aufgenommen."MW Kollegen als Gäste Haben Zutritt, Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 391 Der Bevollmächtigte. [393 Achtung Picher! Große öffentliche Versammlung der Picher Kerlins u.Umg. cm Montog, den 28. d. Mti-, Abends 6 Uhr, ,m„Schweizergmten' Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflilbt eines jeden Putzer« zu erscheinen. Scmmellisten zum GeneralfontS. sowie Quittung«karten und Marken sind zu haben bei Gustav oea«, Londsbergei plotz l; Aids«"« Köllen, Borfigstr. 18; Henm. Lehmann, Sorouer- straße 22; Herrn. Seiler«, Skolitzerstr. 54a; H. Heumann, Alvenstebenftr. 8a ®0,08chmidt Spaudauerdr. 6. «mr hiesigen Platze bekanntlich[1653 Grössle KnssishV. «srsntiet ficher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindlichen Roh- Tabake find am Lager. A. Coldschmidt, Spaud-uerbrücke 6 am Hackeschen Markt. »änßer-paleßels nnd Annage fertigt biUrg und gut fitzend G. Sieherl, Kleider- smchrr für Herren, Skalitzerstraße 24 IV.'s205 Möbel-Magazin S. Kran», Tapezirer und Decorateur, Neue Friedrichstr. 07, vis-a-vis dem Kgl. Amtsgericht, empf. f. reich. Lag. v. Möb., Spteg. u. Polsterw. v. einf. b. eleg. Genre i. Nußb. u. Mah. Theilz. gest. Eig. Werkst.[10 «nb ehle mein Geschäft in frische« Kinme« ranzen.[647 Robert Meyep, Nr. 2 Mariannen straße Nr. 2. Achtung! Kildhauer! Dre Sperre ist über folgende Werkstätten ver- hängt worden, also Zuzug streng fernjuhalten; P f a f f u. Co., Engel-Ufer 1c, GroschkuS, Gollnowstr. 19, Meyer, Gollnowstr. 19, ebr. Weimann, Königgrätzerstr. 81, e i n i ck e, Louisen- Ufer 46, Graul u. H K i r s ch n e r, Adalbertstr. 42, Billing, Waldemarstr. 65, B r a h m, Brunnenstr. 154—155, Lutze, Reichenbergerstr. 57, Schröder, Adalbertstr. 63, G e h r i ck e, Höchstestr. 32, Philipp, Mantiuffelstr. 113, Lange, Liegnitzerstraße, I a ck?ch, Räünynstr. 44. Ferner haben die Kollegen in den Werkstätten, wo für P f a f f u. C, für G r o s ch k u S, für Meyer und für Weimann Arbeit gefertigt wird, die Arbeit niederzulegen und sich bei der Kommission zu melden. Di» Kommijsto« der Kitbhaner. Annenftraße 16. 396 P&tlpltet! fÄfSSÄS die Arbeit niedergelegt und warne alle Kollegen, unter diesen Umständen dort in Arbeit ,u treten. 397 N-b. Meber. Große Versammlung der Tischler Berlins. Nord, am Dienstag, 22. Oktober, Abends 8." Uhr, in Huth'S Salon, Badftr. 22. Tagesordnung: 1. Die diesjährigen auswärtigen Streiks im Tischlergewerbe und ihre Rückwirkung auf die Verhältnisse der Tischler Berlin«. Referent Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 3. Verschiedene«. 33 Sophaßezüge! Ueft» von 3tz— 5 Meter Emil L«Ickers, -«billig. . 158. Putz- und Modemaaren empfiehlt in größter Auswahl. Auch find Ball- und Hochzetrstoiletten zu verleihen. Fs Panknin, 3 Adalbertstr. 93, nahe der Oranienstr. Illöbd/S ru' ea- rllt. Spiegel iL Folsten aareii biU. Preise! Heyn, Bruonecstr. 18, Hof part. Ttiefl*. nach Ucberdekonit. 395 9 Plund prima Haide-Scheideutzonig verfeadet incL Buchse und franko' 7 Mark 75 Pf. Adolf Menzhansen, HankensbQttel, Lüneburger Haide. Todes-Anzeigt Sonnabend, den 19. Oktober d. schied nach langem Leiden uns»' MuUer Ww. Henriette geb. Albrecht im 68. Lebensjahre. Dies allen Bekannten, Freun Verwandten statt jed r besonderen" Alherl Göhl. Agneb Seil geb. Emil Göhl. Die Beerdigung findet heute,. Nächmittags 3 Uhr, von der Leö des Georgenkirchhof«, Landsberger aus statt. �>eS Reiche« Riedergang iiie Samoair bie famose � Die I Epochen bur berw Hause l setzt worden Dann trieb den Znseln borenen hatt ruropäifchen Bürgerkriege zelne Häup wurde« die M a li et o und verHaft, rines deutsch kämpften sich Mataafa, 1 stützung lief Haupt seine Herren-Glarclsroize oacb in jeder Ausführung. Reellste BezU��.. Erste Pr-tmütiv-Ge«./ Kerlmer Schneider(V herzige Tha 2501 Kcrnrnandanlen ißensir. u. mmmmmmmm ' Kettfeder« u. D rein und staubfiei Große Ä" wah?1«tigw Bettm''�' päer nicht Ansehen vei DieP daß zwisch England,- entstanden. besten Torten., f J"1' Fertige Bellen und BesOO� 1 1>olltlker NC Julius Hopp« J"" 1. Geschäft: drunnenürahe 2. Geschäft:|io«»kirchplrt Pferd�ahn�mch�allen�chM,��� SSteftbnuI wti Für ale Herbat- und Vinter Salvo»' So Pttr Herren, Damen und H'11 Einzig i trmal Unterlleiier nml Trisoti Strü mpfe, Socken, Handschuh« 1 Schlaf- u. 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