Zlr. 248. Mittwoch, bm 28. Oktober 1889. «. Iichrg. h nicht � eMerVllllisdk». Brgsn für dir Interessen der Arbeiter. vom >. und_t ■ im einende» zednllkte« e n Ka»> ten. Das«Berliaer Bolksblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSpreiS für Berlin frei in'ä Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Diark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer ' Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt"' 10 Pf. Bei Wholung aus unserer •xvedition Zimmer ftraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemem 4 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der PostzeiwngSpreisliste für 188S unter Nr. 866.) ifB* da» Aasland: Täglich uuter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jusertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung«. Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW„ Zinimerstrabe 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags� geöffnet. -» Fernsprecher: Amt Nr. Mevslrkwn: Vcukhstrn�e».— Expedition: Jinttnerstroize 44. Polizei»� � imhi« Moloniol Nbenkeuev. cch VerV Die Samoafrage gestaltet sich immer mehr zu m heM tiner Pandorabüchse, der alle möglichen Uebel entsteigen, «>!» sobald man sie nur einmal geöffnet hat. >er Soz>° Diese unglückseligen Schiffer-Jnseln, von denen man nur wünschen möchte, sie wären niemals entdeckt worden, spielen nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt in der Ge- schichte des Deutschen Reiches eine Rolle, die wir nichts .«weniger als erbaulich finden. Man begreift eigentlich kaum, 1 welche« Interesse wir an dieser Inselgruppe haben können, 4� ine für den Weltverkehr wenig mehr als eine Kohlen- �»st at i o n zu bedeuten hat, deren Produkte aber wir leicht je jut. entbehren können, denn in diesem Augenblick thut uns strigen W billiges Fleisch und billiges Korn wirklich mehr rirende< Roth, als die Kokosnüffe von Samoa. Seitdem aber das Haus Godeffroy in Hamburg vor zehn Jahren den Versuch gemacht hat, die finanziellen Machtmittel des Reiches für sich dienstbar zu machen und dadurch den i Niedergang feines alten RhedereigeschäftS aufzuhalten, sind IttAtm Samoainseln in Frage gekommen und seitdem sind wir ? die famose Samoafrage auch nicht mehr los geworden. nferti Die Inseln selbst haben dabei keine angenehmen " r Epochen durchlebt. Man weiß, wie die Eingeborenen von »lllf dem Hause Godeffroy ausgenutzt und in einen Zustand ver- iW je|t worden sind, welcher der Sklaverei sehr ähnlich sah. I Dann trieb ein amerikanischer Abenteurer sein Unwesen auf e*...„.Mll �£n Inseln und es kam zu blutigen Kämpfen. Die Einge- " iorenen hatten die Zeche zu bezahlen. Die Einmischung der europäischen Mächte und Nordamerikas vermochten die Bürgerkriege auf Samoa nicht zu verhindern; indem einzelne Häuptlinge sich auf auswärtige Hilfe stützten, wurden die Kämpfe nur hartnäckiger. Der„König" M a l i e t o a, der von der deutschen Marinegewalt abgesetzt und verhaftet wurde, brachte lange Zeit gefangen an Bord rinks deutschen Kriegsschiffes zu und während deffen be- kämpften sich die Häuptlinge Mataafa und Tamasese. Mataafa, deffen Gegner die deutsche Marine ihre Unter- stützung lieh, sammelte bekanntlich feurige Kohlen auf das Haupt seiner Feinde, indem er bei dem großen Sturme, der mehrere deutsche Kriegsschiffe verschlang, mit seinen Leuten herbeieilte und die Schiffbrüchigen retten half. Diese groß- herzige That, zu der sich vielleicht mancher zivilisirte Euro- päcr nicht entschloffen hätte, hat dem Manne ein gewisses Ansehen verliehen. Die Parteikämpfe auf Samoa brachten es endlich dahin, daß zwischen den drei sich einmischenden Großmächten England, Deutschland und Nordamerika ernstliche Differenzen cntfianden. Man war glücklich soweit gelangt, daß diese un- brauchbaren und bedeutungslosen Samoa-Jnseln einen Mißton in das europäische Konzert brachten. Grimmige Kolonial- Politiker nahmen bei uns den Mund schon sehr voll und eute, »er Lei» ZS berger □acb* te Bezug? kncp lezOfl* »p» ,.5 ralilA Ipl-ik � ungen. Leuilletott. Mechduuk«rbotnet IS 3ai8oo: Kl Hi" ichulrt � ken f S nthalS� ■Jttati e mit' ntemf ■danij' ThavI Ich« Fru« gt 90. Germinsll. Sozialer Roma« von Emile Zola. Einzig autorifirte Ueberfetzung von Ernst Z i e g l e r. Endlich bogen sie in den großen Hauptstollen ein. Für ihn war's wre eine Erlösung aus den widerstreitenden Gefühlen, welche ,hn quälten, während sie ihm einen traurigrn Blick zuwarf, als bedauere sie das versäumte Glück des Allein- feins, das sie vielleicht nicht so bald wieder finden würden. Jetzt lebte und wimmelte um sie herum das unterirdische Treiben. Aufseher kamen und gingen, Kohlenzüge fuhren hin und her, Lichter leuchteten aus dem Dunkel auf und ver- schwanden wieder, jeden Augenblick mußten sie sich an die Mauer lehnen, um Männer oder Pferde vorüber zu lassen, deren Athem ihnen ins Gesicht blies. Jeanlin, wieder bar- fuß hinter seinem Zuge laufend, rief ihnen eine Neckerei zu, die im Rollen der Wagen verhallte. Sie schwiegen. Stephan «kannte den Weg, den er am Morgen zurückgelegt, nicht wieder hatte eine unbestimmte Furcht, sie möge sich verirren und ihn immer tiefer unter die Berge entführen. Dabei wurde es kälter und kälter; der Wind pfiff sturmartig durch dre Gänge- ihm sank der Muth, er meinte nie mehr ans ..stel zu gelangen— da plötzlich traten sie in die große Halle neben der Aufzugsmaschine. Ehaval'warf ihnen einen mißtrauischen Seitenblick zu. Die Andern standen, schweißgebadet, in dem kalten Zug- wind, ihren Zorn verbeißend, daß man sie noch nicht auf- fahren wolle. Sie müßten noch eine halbe Stunde warten, hieß es, es sei zu früh und außerdem solle gerade ein Pferd herabgelassen werden. Volle Karren wurden herangerollt und mit Geraffel auf die Förderschaale geladen, die dann in dem sinstern waffertriefendcn Schlund emporfuhr, während die Angelegenheit drohte immer kritischer zu werden. Allein die Herren Diplomaten waren doch fürsichtig genug, des geringen Objekts halber sich zu verständigen; man arrangirte eine Samoakonferenz in Verlin, um die ob- schwebenden Differenzen zu beseitigen. Dies gelang, und wenn Deutschland dabei nicht den längsten Halm gezogen hat, so mögen das die Fanatiker der Kolionalpolitik be- dauern; wir sehen darin gar kein Unglück und es wäre uns am liebsten Deutschland hätte niemals mit den Samoa- Inseln irgend etwas zu thun gehabt. Nun läuft aber vie Sache noch lange nicht glatt. Be- kanntlich sollte Malietoa, den man auf den Marschalls- Inseln gefangen gehalten hatte, auf Veranlassung Deutsch- lands wieder als„König" der Samoa-Jnseln empfohlen werden, obschon die Berichte der deutschen Bevollmächtigten in Samoa von diesem Malietoa alles Mögliche, nur nichts Gutes erzählt hatten. Aber Malietoa, der auf einem deutschen Kriegsschiff unfreiwillig die Reise von Apia nach den Marschalls-Jnseln, von da nach Wilhelmshaven und von da wieder nach den MarschallS-Jnseln zurück mitzu- machen hatte, scheint selbst ein Haar in der Suppe gefunden zu haben. Er will nicht König sein. Die Eingeborenen haben inzwischen in einer großen Volksversammlung den bei ihnen offenbar sehr beliebten Mataafa zum König gewählt. Dagegen soll nun von der deutschen Be- Hörde Widerspruch erhoben sein und es fragt sich, was England und Amerika thun werden. Was soll's aber mit diesem Widerspruch, da doch die Berliner Samoakonferenz beschloffen hat, den Eingeborenen die freie Wahl ihres Königs zu überlassen? Man sieht, daß hier schon wieder der Keim zu einem Konflikt vorliegt. Die deutschen Vertreter auf Samoa scheinen ganz vergessen zu haben, daß F ü r st B i S m a r ck selbst sich energisch dahin ausgesprochen hat, daß man den Samoanern in derRegelung ihrer eige- nen und inneren Angelegenheiten völlig freie Hand lassen müsse. Man sieht, wie die Kolonialpolitik auf Samoa eine Kette von Fehlern und Mißerfolgen ist. Das wären wirklich schöne Aussichten, wenn deutsche Soldaten schließlich dahin kämen, ihre Knochen für die Jntereffen des„Königs" Malietoa aufs Spiel zu setzen. Wir wollen eS nicht hoffen und ebenso wenig wollen wir hoffen, daß das Deutsche Reich irgend einem dieser„Könige", möge er nun Malietoa, Tamasese oder Mataafa heißen, für die Abtretung seiner „Ansprüche" jemals eine Pension zahlen wird. Da können wir das Geld der Steuerzahler denn doch besser brauchen. Wir Alle haben das höchste Interesse, zu wünschen, daß auf Samoa nicht neue Differenzen in die Halme schießen. Denn während wir eine Mißernte haben und während die Lebensmittelpreise steigen— was gehen uns da Malietoa und Tamasese an? von unten das Wasser, noch zehn Meter tief aufgestaut, seinen schlammigen Athem herauf sendete. Männer bewegten die Hebel der Fahrkunst und zogen die Signalleine, feiner Wasserstaub rieselte auf sie herab und durchnäßte ihre Kittel. Das Licht der drei fteien Lampen warf all die sich bewegenden Schatten an das Gewölbe und gab ihm ein unheimliches Aussehen, wie irgend eine Verbrecher- höhle, irgend eine Banditenschmiede in der Nähe eines Sturzbaches. Mayen machte einen letzten Versuch; er näherte sich Pierron, der seinen Sechsuhr-Dienst bei der Fahrkunst an- getreten hatte und sagte: „Weißt-Du, Du könntest uns wohl hinauflassen!" Aber Jener, ein schöner Mann mit starkem Gliederbau und freundlichem Gesicht, antwortete erschreckt: „Unmöglich! Ich müßte Strafe zahlen! Frag' den Auf seher." Wieder fuhr ein unterdrücktes Murren durch die Grup pen der Häuer. Katharina neigte sich zu Stephan und sagte ihm ihn's Ohr: „Komm, ich werde Dir den Pferdestall zeigen, dort ist's gut sein\" Sie mußten sich heimlich davonstehlen, denn es war verboten, dorthin zu gehen. Der Stall befand sich links am Ende einer kurzen Galerie. Er war fünfundzwanzig Meter lang, vier Meter hoch und konnte zwanzig Pferde fassen. In der That, hier war'S sehr angenehm. Eine gesunde Wärme lebender Thiers erfüllte den Raum und die rein gehaltene Streu hatte einen guten Geruch. Die einzl Lampe leuchtete matt gedämpft wie ein Nachtlicht. T Pferde drehten sich nach den Beiden um und blickten sie mit ihren großen Kinderaugen neugierig an; dann machten sie sich ruhig wieder an ihren Hafer; es waren kräftige gut genährte ArbeitSthiere, die Jedermann gern hatte. Käthchen laS laut die Namen der Rosse auf den Zink- schildern über den Krippen, plötzlich entschlüpfte ihr ein Schrei, als sie unversehens neben sich eine Gestalt empor Die Thronrede. Der Reichstag ist gestern mit folgender Thronrede eröffnet worden: Geehrte Herren! Se. Maiestät der Kaiser hat mich zu beauftragen geruht, Sie bei dem Beginn der letzten Session der laufenden Legis- laturperiode Ramens der verbündeten Regierungen zu be- grüßen. Ein Ziel, auf welches die Thätigkeit des gegenwärtigen Reichstages bisher vorzugsweise gerichtet war, ist die Sicherung des Friedens nach außen wie im Jnnem. In derselben Richtung liegen die Aufgaben, welche Sie in der bevor- stehenden Session beschäftigen werden. Als der Reichstag vor drei Jahren zusammentrat, handelte es sich vor Allem um die Sicherstellung unserer vaterländischen Wehrkraft. Der Reichs- tag hat in patriotischer Würdigung die Lösung dieser Aufgabe gefördert. Auch jetzt wird Ihre Mitwirkung dafür in Anspruch genommen werden, um die Tüchtigkelt und die Schlagfertigkeit des Heeres den Verhältnissen ent- sprechend auszugestalten und dadurch den auf Erhaltung des Friedens gerichteten Bestrebungen Seiner Majestät des Kaisers und Seiner Hohen Verbündeten denjenigen Nachdruck zu geben, welcher ihnen im Rothe der Völker gebührt. Ein Gesetzentwurf betr. Abänderungen des Reichs-Militär-Gefetzes vom 2. Mai 1874, welcher eine anderweitige Eintheilung der Armee vorsieht, soll die Ungleichmäßigkeiten in der Gliederung, wie sie durch die Heeresverstärkungen und Truppenverschie- bungen entstanden sind, im Interesse der Ausbildung und Heeresleitung wieder ausgleichen.. Hieraus und aus der entsprechenden Weiterentwickelung unserer Seemacht erwachsen Mehrausgaben, welche im Reichs- Haushalts- Etat zum Ausdruck kommen. Aus dem letzteren, der Ihnen unverweilt zugehen wird, erqiebt sich im Vergleich zum laufenden Etatsjahre eine nicht unbeträchtliche Steigerung der Matrikular- Umlagen. Gleichwohl werden die letzteren immer noch nicht unerheblich überwogen von denjenigen Summen, welche den Bundesstaaten aus den Reichs-Einnahmen in Gc- stalt von Ueberweifungen zufließen. Durch das unter Ihrer Mitwirkung zu Stande gekommene Gesetz über die JnvaliditätS- und Altersversicherung ist ein weitreichender und so Gott will, segensreicher Schritt zur Aus- gleichung sozialer Gegensätze gethan. Die Wirksamkeit des Gesetzes ist erst in der Zukunft zu erwarten. Den staatsfeind- lichen Elementen gegenüber, welche namentlich die Arbeiter- bevölkerung durch fortgesetzte Agitationen zur Unzufriedenheit und Gesetzwidrigkeit zu verführen trachten, bedarf es einer Srsrbtich Seordnetr«. dauernden und thatkräfttgen dwestr. Die Erfahrung hat bestStigt. dag die durch Sie allgemeine Erfetzgednng den K-Hörden gegebenen Krfugnifle nicht ausreichen,«u» den inneren Friede« genng-nd zu schützen. Es wird Ihnen daher ein entsprechender Gesetzentwurf zugehen, und die verbündeten Regierungen zweifeln nicht, daß Sie von dem ernsten Streben geleitet sein werden, eine Verständigung über diese für die friedliche Entwickelung des Reiches bedeutungsvolle Vorlage herbeizuführen. steigen sah. Es war die Mouquette, die erschreckt aus dem Stroh auffuhr. Des Montags pflegte sie gern unter dem Vorwand, Wasser zu holen, ihren Arbeitsplatz zu verlassen lind sich hier neben den Thieren in der warmen Streu auszuruhen, denn ihr Vater war schwach und drückte, selbst auf die Gefahr, bestraft zu werden, ein Auge zu. Gerade in diesem Augenblicke trat Papa Mouque m den Stall; er war klein, kahl und, was bei einem früheren Häuer, der schon fünfzig Jahre zählte, selten war, feist und rund. Seit er bei den Pferden war, kaute er so viel Tabak, daß das Zahnfleisch in seinem schwarzen Munde blutete. Als er die Zwei neben seiner Tochter sah, wurde er böse: „WaS macht Ihr hier in meinem Stroh? Wollt Ihr Euch Alle zum Teufel scheeren!" Mouquette unterhielt der Zorn des Alten. Stephan aber drückte sich verlegen hinaus, während Käthe ihm lächelnd zuwinkte. Als alle Drei zur Halle zurückkehrten, kamen auch Bebcrt und Jeanlin dort mit einem Kohlenzuge an. Käthchen näherte sich dem Schimmel, der die Wagen herangezogen hatte, streichelte ihn mit der Hand und nannte Stephan seinen Namen. Er hieß„Bataille", er war der Aelteste in der Mine. Seit zehn Jahren arbeitete er hier unten, schlief in demselben Winket des Stalles und machte Tag für Tag seine ewig gleichen Reisen durch die schwarzen Galerien, ohne je einmal das Tageslicht wieder zu sehen. Er war rund, sein Fell glänzte und er blickte gutmüthig, als führe er mit philosophischer Resignation das Leben eines Weisen, dem das Elend der Welt da oben nichts mehr anhaben kann. Er war bei seiner dunklen Arbeit sehr schlau geworden: die Wege waren ihm so vertraut, daß er die Luftthüren felbst mit dem Kopfe aufstieß und sich an allen niedrigen Stellen bückte, um nicht anzurennen; auch zählte er zweifelsohne seine Touren und wenn er die gewohnte Anzahl von Wagen gemacht hatte, konnte man ihn nicht dazu bringen, noch einen zuzugeben, sondern er mußte zu seinem Futterkorbe Nach Vorschrift beS BankgesetzeS vom 14. März 1875 hat das Reich sich bis zum 1. Januar 1890 darüber schlüssig zu machen, inwieweit e§ von den ihm gesetzlich eingeräumten Be- fugniffen zur Aufhebung der derzeitigen Reichsbank und zur Erwerbung der Reichsbank- Antheile Gebrauch machen will. Eine hierauf bezügliche Vorlage wird Ihnen recht- zeitig zur verfassungsmäßigen Beschlußfassung unterbreitet werden. In Ostafrika hat Dank der Bewilligung des Reichstags eine durchgreifende Aktion zur Unterdrückung des Sklaven- Handels und zum Schutz der deutschen Interessen stattfinden können. Die mit den vom Reichstag bewilligten Mitteln orga- nifirte Schuhtruppe hat im Verein mit der Kaiserlichen Marine die ihr gestellten Ausaaben soweit gelöst, daß nach Verständigung mit den betheiligtcn Mächten die Blokade derostafiikanischen Küste bat aufgehoben werden können, nachdem auch der Sultan von Sansibar ausreichende Dekrete erlassen hat, um die Unter- drückung des Sklavenhandels in jenen Gegenden in Aussicht zu stellen. Die Kosten der Eroediiion haben aus verschiedenen Ursachen nicht innerhalb der durch das Gesetz vom 2. Februar dieses Jahres bektit gestellten Mittel erhalten werden können und wird dem Reichstag aus diesem Anlasse eine neue Vor- Durch die Beziehungen zu Sansibar und Ostafrika, sowie durch die Entwicklung der Verhältnisse in den Schutzgebieten an der westafrikanischen Küste und in der Südsee ist die Last der Arbeit auf kolonialem Gebiete, welche bisher das Aus- wärtige Amt getragen hat, eine so große geworden, daß weder die vorhandenen Kräfte ausreichen, noch auch bei Vermehrung derselben ohne gleichzeitige organisatorische Veränderungen eine den gesteigerten Anforderungen entsprechende Erledigung der Geschäfte möglich erscheint. Zur Entlastung des ohnehin über- bürdeten Auswärtigen Amts von den seinem eigentlichen Wir- kungSkreise fernliegendrn. Geschäften wird dem Reichstag eine weitere Vorlage zugehen, welche die Abzweigung der Kolonial- Verwaltung bezweckt. Die Vorbereitungen dazu finden sich bereits im Etat für 1890/91. Die Hoffnungen, welche Se. Majestät der Kaiser am 22. November v. I. von dieser Stelle Ihnen gegenüber dahin ausgesprochen hat, daß es gelingen werde mit Gottes Hilfe Europa den Frieden zu erhalten, haben sich nicht nur bis heute verwirklicht, sondern auch für die Zukunft an Sicherheit gewonnen durch die persönlichen Beziehungen, welche Se. Ma- zestät der Kaiser mit den Herrschern befteundeter und verbün- deter Nachbarländer seitdem gepflogen hat. Dieselben haben dazu gedient, im Auslande das Vertrauen auf die ehrliche Friedensliebe der deutschen Politik zu befestigen und uns zu dem Glauben zu berechtigen, daß der Friede der europäischen Welt auf der Grundlage der bestehenden Verträge mit Gottes Hilfe auch im nächsten Jahre erhalten bleiben wird. Auf allerhöchsten Befehl Seiner Majestät des Kaisers er- kläre ich im Namen der verbündeten Regierungen den Reichs- tag für eröffnet. L'iol.'i.-etpoiidcnie»». Uew-Uork, 8. Oktbr. Da die bis Ende voriger Woche eingegangenen Nachrichten über den Sozialistenkongreß in Chi- kago keine genügende Schlußübersicht gaben, so konnte ich meinen weiteren Bericht erst jetzt erstatten. Wie schon mitgetheilt, hatte der Kongreß die Anträge auf seine Vertagung bis zu dem von der Aufsichtsbehörde auf den 12. Oktober verschobenen Kongreß abgelehnt, und wurden die Verhandlungen weiter und zu Ende geführt. Die von Morgan vorgeschlagene Resolution bezüglich Stellungnahme zu den Gewerkschaften wurde angenommen. Rosen- berg sprach dagegen:„er wolle die Genossen nicht auffordern, sich den Gewerkschaften anzuschließen, da die meisten derselben ihr Geld für andere Zecke besser verwenden könnten. Auch Willig, Re- dakteur der„Cincinnat. Arbeiter-Zig." und einige Andere sprachen dagegen. Nach Erledigung des Finanzberichtes und einiger anderer Angelegenheiten kam die Frage des zukünftigen Sitzes des ExrkutivkomileeS zur Verhandlung und wurde nach langer Debatte Chikago mit 10 gegen 8 Stimmen gewählt. Es ent- feinten sich dann eine Anzahl Delegirten, so daß an den weiteren Verhandlungen nur noch 13 derselben theilnahmen.— Es lagen zwei neue Plattformentwürfe vor, über welche man sich nicht einigen konnte; und da auch das Komitee, dem sie überwiesen wurden, sich nicht verständigte, so wurde die Entscheidung der Urabstimmung überwiesen. Ebenso verschiedene andere Angelegenheiten. Die Auf- fichtsbehörde wurde abgeschafft(auch die gegenwärtiße sofort abgesetzt) und bestimmt, daß die regelmäßigen Parterkongresse nur alle vier Jahre im Frühjahr vor der Präsidentenwahl stattfinden sollen. Auch eine Aenderung im Parteinamen wurde beschlossen. Nach dem Berichte der hiesigen„Volkszeitung" hat man den Namen„Labor"(Arbeiter) fortgelassen: dies scheint aber ein Jrrthum zu sein. Wahrscheinlich— ein ossizieller Be- richt ist mir noch nicht zu Händen— handelt es sich nur um er schon alt. Seine einem melancholischen zurück geführt werden. Jetzt wurde Augen überzogen sich zeitweise mit,., Schleier. Vielleicht tauchte in seinen stillen Träumereien das verschwommene Bild der Mühle auf, wo er geboren war: eine Mühle dicht bei Marchiennes am Ufer der Scarpe, unter vielen grünen Bäumen, in denen der Wind spielte. Etwas glühte in der Luft, eine große Lampe? er wußte es nicht mehr genau; und den Kopf zu Boden hängend, stand er zitternd auf seinen alten Füßen und grübelte nach, und erinnerte sich doch nicht, daß eS die Sonne gewesen! Inzwischen fuhr man fort im Schacht zu manövriren. Der Signalhammer hatte vier Schläge gemacht; man ließ ein Pferd hinunter, und daS war rmmer ein Ereigniß, denn es kam zuweilen vor, daß daS Thier, von übermäßiger Furcht gepackt, todt in der Grube ankam. Oben wurde eS in ein großes Netz gehängt, in dem eS verzweifelt um sich schlug, bis eS, sobalo der Boden unter ihm schwand, regungslos und wie versteinert blieb, mit weit aufgerissenen starren Augen DaS Thier, welches man heute hinabtranSportirte, war zu groß, als daß es zwischen den Leitpfosten der Fahr- kunst hätte passiren können; darum band man ihm den Kopf fest an die Seite und hängte dann das Netz unter dte Auf- zugmaschine. Aus Vorsicht ließ man dieselbe langsamer hinunter; es dauerte viel länger wie vier Minuten und die Leute unten fingen an, sich zu beunruhigen. Warum kommt es nicht? Wie lange wird man das arme Thier noch in dem schwarzen Räume da oben hängen lassen? Endlich schwebte eö langsam aus der Höhe herab, unbeweglich wie ein Stein, mit seinen großen schreckerstarrten Augen. Es war ein braunrothes, kaum dreijähriges Pferd Namens „Trompette". „Aufpassen!" rief Papa Mouque, der es in Empfang nehmen sollte.„Hierher! Noch nicht losbinden!" „Trompette" wurde wie eine Masse aus die eisernen Fliesen gelegt. Er bewegte sich noch immer nicht, gebannt von dem Alp der unergründbaren Finsterniß, d,e er durch- schwebt hatte, und erschreckt von dem laut wiederhallenden Lärm des Gewölbes. Man fing an, ihn loszubinden, als Bataille", der eben ausgespannt worden, herankam, und eine redakuonelle Acnderurg, ind:m statt Srcialig'c Labor Party: Socialist L. P. genommen wurde, da der erstere Aus- druck den Sinn nicht richtig deckt: im deutschen würde demnach der alte Name geblieben sein. Diese Bem-rkung ist nölhi?, weil die„V.-Z." schon auf jenen angeblichen Beschluß hin in einem Artikel darauf hingewiesen, daß jene Leute, welche den Rumpskongreß abgehalten, sich auf einen neuen, nicht den Massenstandpunkt vertretenden Boden gestellt hätten.— Weiter wurde beschlossen, die Parteiorgane ebenfalls nach Chikago zu verlegen, und die New-Porker Anoelegenheiten (Beschuldigungen gegen Schewitsch u. s. w.) der amerikanischen Sektion dort zur Untersuchung zu überweisen. Im vorigen Bericht hatte ich angegeben, daß verschiedene Aussagen vorlagen, die im Berichte Rosenbergs angeführt wurden, und durch welche bewiesen werden sollte, daß Schewitsch„Boodelei" mit den Republikanern getdeben. Eine non den betreffenden Personen war der Schatzmeister der damaligen Progressiv Labor Party in New-Aork, König; der- selbe veröffentliche darauf eine Erklärung, dahingehend, daß von ihm kein irgend welches Affidavit gegelen worden sei und die Angaben Rosenberg's sich nur auf Mitiheilungen resp. Bestätigung von solchen bezuhen könnten, die ihm von anderen Genossen bctnffS Vorgänge innerhalb der P. L. P. gemacht worden seien.— Wie nun auch die Sache liegen möge, eS lag durchaus kern Grund für die früheren Mitglieder des Erekuliv Komitees vor, m t G-wclt eine Zersplitterung herbei- zuführen. Konnte es ihnen doch gleich sein, ob der Kongreß einige Wochen früher oder später stattfand. Prinzipielle MernungSverschiedenheiten lagen im Grunde nicht vor, und es war auch auf dem von der Aufsichtsbehörde auf dm 12. Oktober verschobenen Kongreß Zeit, darüber Klarheit zu verschaffen resp. eine Verständigung herbeizuführen. Und daß die Sektion New-Pork sie nicht bis zum Kongreß in Funktion ließ— was freUrch auch nichts geschadet hätte—, dürfte sie doch nicht so in Rage setzen, daß sie alle ParteidiS- ziplin über den Haufen warf.n. Und hier kommt noch in Be- kracht, daß sie selbst die Schuld trugen, daß die Stimmung der Parteimitglieder gegen sie war, indem sie, trotz des angeblich in ihren Händen befindlichen Materials, in den drei Jahren seit jenen Vorkommnissen keine Schritte in der Sektion ihaten, um die Sache aufzudecken. Alles spielte sich nur.unter der Hand" ab. Es wäre sogar ihre Pflicht gewesen, offen vorzu- gehen. Es hatte auch einmal dm Anschern, als ob so etiraS beabsichtigt gewesen sei, und zwar nach der letzten Wahl. Es war nämlich damals in der„V. Z." eine Notiz erschienen, worin mitgetheilt war, daß eine Anzahl Delegaten von G:- werkschafts verbänden— worunter die größten und bedeutendsten — eine Zusammenkunft gehabt und üdereingekommm mären, dm Möbelhändler Cooaan(derselbe, welcher dann von der United Labor Party aufgestellt, resp. von derm Machern geleimt wurde) als Mayorskandidat aufzustellen. Die Redaktion ?atte hierzu keinerlei Bemerkung gemacht, auch nicht in der olgenden Nummer, in welcher eine weitere Notiz in dieser Sache erschien. Dann aber crsolgtm verschiedene„Eingesandt'»", in dmen angestagt wurde, wer die betr. Delegaten zu jenem Schritt berechtigt habe, da in der in Frage kommen- den Organisation keinerlei bezügliche Bescklüsse gefaßt worden seien. Jenen Anfragen folgtm längere Einsendungen, und erst dann ln ß auch die Redaktion von sich hören und ging gegm Coogan in'S Zeug. Inzwischen hatte die Sektion der sozialistischen Arbeite, partci bejchlossm, selbstständig in die Wahl einzutreten. Kurz darauf berichtete„Fama", daß Coogan der „V. Z", welcheisich zu der Zeit in erner schlimmen finanziellen Lage befunden, eine bedeutende Summe geboten habe, wenn sie seine Kandidatur unterstütze, re'p. nicht bekämpfe, und jenes Schweigen gegenüber den ersten Nachrichten über Jene« Nomination habe seinen Grund darin gehabt, daß man auf der Redakrion de« Blattes das Anerbietm desselben akzcptirt habe.— Dieses„Gerücht" war allgemein unter dm Partei- genossen verbreitet, und man dachte auch, es würde die Sache ei erster Gelegenheit zur Sprache kommen. Dies geschah aber nicht, und so konnte also nur angmommm werden, daß eS eben lediglich ein„Gerücht" gewesen. Ebenso verhielt eS sich mit den anderen kolportirtm Beschuldigungen; es schwebte zwar einmal eine derselben im Untersuchungskomitee— es handelte sich dämm, daß Schewitsch im republikanischen Wahl- Haupt- quartier gesehen worden sei— kam aber nicht zum Abschluß. Um nun das Bild vollständig zu machm, muß ich noch sol- gendeS hinzufügen, was in den Berichten der„V.-Ztg." nicht enthalten war; in denen der„Cincinrr. Ztg." heißt es nämlich: „Der Delegat von St. Louis, A. Hepner, gab im Laufe der Debatte— über dm Bericht Rosenberg's � seine Anficht da- hin kund, daß die alte Exekutive zwar ungleich glaubwürdiger, als Schewitsch sei; daß er die von R. vorgebrachten Beweise über die Boodlepolilik des Lea der"(des mglrschm Organs der P. L. P., deren Chefredakteur Sch. war) Lb.'rzmgend finde, dagegen die Beschuldigung, daß Sch. das Geld nicht blas für das Blatt, sondern auch sür sich verwendet habe, sür unbewiesen halte und die Konvention warm die letztere Beschuldigung ohne Weiteres zu akz-pliren. Seibst wenn, wie R.'fi Unterfuchung ergeben, Sch. bald nach der mit gebeugtem Halse den so plötzlich von der Erde herab- gefallenen Kameraden beschnüffelte. Die Männer machten ihm scherzend Platz:„Was riecht er denn an ihm so Gutes?" Er achtete ihrer nicht, er schnupperte lebhafter; er mochte den Geruch von grünem Feld, von frischer Lust, von lang vergessenem Sonnenlicht entdecken, und plötzlich brach er in ein lautes Gewieher aus, eine freudig schmetternde Musik, in der es wie ein rührendes Schluchzen nachklang. Es war, als bewillkommne der greise Schimmel das Wiederkehren alter, lang vergessener Dinge und als beweine er diesen neuen Gefangenen, der nie mehr lebend ans Licht zurückkehren wird. „Ah,„Bataille" unterhält sich mit seinem jungen Kollegm!" riefen die Arbeiter, durch das Gebahren des Schimmels erheitert. „Trompette" war jetzt vollkommen frei gemacht, aber er blieb noch immer still auf der Seite liegen, als fühle er sich noch von dem Netze umsiinckt, oder als hielt ihn die Furcht noch gefesselt. Ein Peitschenhieb brachte ihn endlich auf die Füße; ein Zittern durchlief seine Glieder, dann entführte Mouque die beiden Thiere, welche die Köpfe zusammensteckten, als plauderten sie miteinander. „Sind wir jetzt so weit?" fragte Maheu. Man mußte die Fürderschale erst leeren, noch fehlten zehn Minuten bis zur Auffahrt. Inzwischen kamen die Ar- beiter aus allen Galerien gruppenweise heran; schon hatten sich ihrer fünfzig fröstelnd in der großen Halle versammelt. Pierron ohrfeigte, trotz seines gutmüthigen Gesichtes, seine Tochter Lydia, weil sie zu früh die Arbeit verlassen habe; Zacharias kniff heimlich Mouquette. Ein unwilliges Murren durchlief die Reihen, als Chaval und Levaque von der Drohung des Ingenieurs erzählten. Zornige Rufe begrüßten ihre Worte, es war als gähre ein Aufstand in diesem sechs- hundert Meter tief vergrabenen Winkel. Lauter und vcr- nchmlicher klangen die Klagen der geschwärzten, vor Kälte klappernden Männer. Die Kompagnie tödte die Hälfte ihrer Leute mit der Arbeit und lasse die Anderen verhungern, hieß es. Der Ausscher Richomme wollte vermeiden, zum Ein- Wahl 700 Doll. Board-(Lozis) Schulden im Pai Hoboken bezahlte, so sei damit noch lange nicht d Kies Boodlegeld gewesin; der Mann bade reiche Anj Rußland und reiche Freunde in New-Dmk, an die a Eifolg zu wenden pflegt, wenn er in Geldnoih ist�,' diesen Giünden hotte H-pncr die Verschiebung der zum folgenden Konar>ß beantragt, was aber, wie n' abgelehnt wurde. Waren doch die meisten Delegirten ficht, daß dieser Kongreß Übe, Haupt nickt stattfinden Darin sind sie freilich im Jrrthum. In der vorletzl semmlung der Sektionen von New-?)o>k und Umg welcher em zweites von Philadelphia herübergekowm glied der Aufsichtibedörde, Zwiebler, in deren Nomen sich darüber auszusprechen, dcß der Kongreß aus un' Zeit vertagt werde, iherlte da« andere, mit der pr> Leitung der Parteigeschäfte betraute Mitglied Negen! daß schon eine ganze Anzahl Delegaten angerreldet si' Versammlung empfabl fo'gedessen der Bthörde, den difinitiv auf den 12. Oktober auszuschreiben. Dies vrsteher Di oben! A r ase her chwatzen. st nker und l ?. ob groß er p r o f c äblt einstin S Nackmitt eund Justi Die Wi ritthall «n abgege äs Opus ä idmete ihm aS �Leipzig nd nichts -.Leipng n�die� nach Eu scheh'N. in den sitzten Tagen auch die Su/pension drl ruhnten, bei Exekutivkomitee'S aufgehoben worden, welches bis zumost»ie Gegner die Geschäfte weiter fuhrt. in einen To Parteikamps _ ist eS aber. tiefe sittlich' rd die So einmal mit Die„Klacehandschuhe" des �Leipziger Tageblad der letzren LandtagSwahl erließen die Ldpziger Ka t nachstehendes Flugblatt, welches den Bildungsgrad se« fassers und sciner Verbreiter recht hübsch k nn zeichnet,. Begriff davon giebt, mit was sür Leuten sich die>«> Sozialdemokraten herumzuschlagen haben: „An die Wähler der ncuen Stadttheile Leipzig' und Leipzig- Arger. Cottendorf. Wählt: Siadiversl Vorsteher Dr. Schill. Gil ige Stimmzettel find an all'�?, ß». lokalen zu haben. Wählt keinen Sozia ldemoks!.. und Anhänger oder Lobredner der chr ei ngsten fio eudnitz-An nd des De mgekehrt z it allerdin .können den vor der eii ,Wie man Wählt keinen sogenannten h a n d s ch u Also w Mordbrenner! sinnigen, empfohlen laßt Euch i wärtiaen DeNrtlateur aus Zittau, der Neu»»' � Anger Crottendorf nur�dem Aamcn nach kennt und � avvetitlich, die Wähler nicht kennen. Wählt keinen Zeit"!� wird, r s ch r e i b e r aus Würzen, der unser« Verhältnisse nich'l Köftlid) ringsten kennt und nur für sein W i n k e l b l«' Abonnenten und Annonzen sammeln will. Wählt Hz �„nt r Euch von bezahlten gewerbsmäßigen A g il'lZ? W PkTi TttnflfKYI mtrh 9�#««_•' sohlen von dem Lacklabrikonlcn Heinr'ä nicht lackiren!!.' Wählt kmten f��rdi Destillateur aus Zittau, der Reu««' txact � r empfohlen wird. nicht mehr für Ihr sollt angeblich Eure Kinder aufzubringen D . Wenn sie nicht mehr agitiren könne«-� wir /„ sie bezahlt, m ü s s e n sie auch a«s si, haben?- sich Muhe haben, jährlich das Schul?; lsure atmoet aufzubringen und Lehrmittel zu kaufe«� � braucht einfach keine Arbeitergroschen(an bic�j Fabriken arbeiterzuzahlen, welche sür Euer Geld in fsLb t0 en (-t v* x Mix« X X».__ i__ witV,•. uvvvesv«. 0V4 0�414«. II/ IVtlUJt IUI l&UC». VükClU ttllO, 10 CtV herumreisen, und Euch noch nicht den geringsten NlK* Bunde- bracht haben. Leset und bezahlt keine Hetz bsZ Mmbeiluna Der„Wähler" kostet Euch pro Jahr 6 M.; sür d� l�mtli allein könnt Ihr viel.Lehrmittel sür Eure Kmd-«? Reich Widmet Euch Frau und Kindern, anstatt in die: 28 5 lungen zu gehen, wo Euch die von Euch bezahlten W«' jugendliche welche aus den Agitationen reichen und müh«. Von d Verdienst ziehen, immer wieder von neuem Euer n Riter von! wordenes Geld ablocken, um selbst nicht arbeiten zu«?Z«ntfielen v' Sagt Herrn Heinrich Dietz und seinem Freunde, de« ********* V4V4/ V4.V VVlIi»ß �5ITt 21 so viel versteht, als Herr Heinrich Dich von Slovakcn,«a Bau dem und Panduren. Die Sozialdemokratie wendet sich �-»' �„____________ m_____ M MK7, auf an die Beamten! Kein getreuer Beamter wird so z die Zahl gessen sein und sich zur Wahl eines aus gespr�Ä Vermindere Revolutionärs wie Münch oder eines nur vo« � lenburg-Sc lebenden Zeitungsschreibers wi« Thiele herbeilassev- kam, Bra kann Münch oder Thiele dem Beamien, dem Hand«#') zZqtha, A Arbeiter nützen? Nichts als leere Redensarten u« l schlechter l sprechungen werden beide machen, aber nützen werden geblieben r nicht das Geringste! Sie werden Euch nur Schaden«J JnSge Beiden großen Unbekannten steht der seit langen' Arbeitern i mit der städtischen Verwaltung� im allgemeinen, JJj beschäftigt, um uct fiaunjc�en-vclwtmullg im augcmcinc"/ veicyamgi, sonderen mit der eine reiche Erfahrung erfordern«� pCt., verleibung der Vorstadtdörfer vertraute Justizrolh f 38,1 pCt.■ verleibung_________________„ entgegen dessen freimüthigeS Auftreten in lctzter VecN� vertheilten ihm alle Herzen gewann. Der mit reichen Erfahrnn'a waren: L gabte und er probte bescheidene Mann gegenüber(17,709 nti kannten Radaubrüdern. Wer kann da nock ssn, A As" E«®"1 sein? N emand! Nu man d wähle Münch oder Thiel«, Metallvera zur Ehre von Reudnitz und An g er- Cr«� be, derAn vors wählen wir Neu-Leipziger den sür unsere � A\ Interessen fest und treu eintretenden Herrn Stad>««««' wohnt Hai —-—.1 Und doch schreiten genöthigt zu sein, darum that er, als höre" die Ri und rief, die Auflader zur Eile antreibend: F Bergleute „Vorwärts! Macht schnell!" js Aber daS Murren hinter ihm wuchs: „Pst l„heute Äk laut, daS werde nicht mehr lange so weiter Der Mouquet der Alles Die Mo, mit brüd' TageS würden sie Alles in die Luft sprengen. mußte sich ins Mittel legen:.„ l* � ro r1! „Maheu," sagte er,„Du bist der Vernünftigst� fr�l sie doch zum Schweigen! Wenn man nicht der Sta® der Alles soll man nachgeben!" Doch Maheu's Dazwischenkunft war uberstuU worden, denn plötzlich verstummte das Murren: Dansaert, von ihrer Inspektion zurückkehrend, in � gebadet wie die Anderen, w..rden am Ausgang ein# a sichtbar und die Gewohnheit der Disziplin hieß I ihnen stillschweigend Platz machen. Beide ginfssOs em Wort zu reden, an den Arbeitern vorüber: genieur gab Pierron, der sich während des Tuw die Seite gedrückt hatte und jetzt hervorstürzte, cin jjrf dieser rührte die Cignalleine; vier Schläge* � Negrel stieg in einen Karren, Dansaert in einen und aus dem finstern Schweigen der Arbeiter Maschine lautlos empor. Mit Fünftes Kapitel. Während Stephan, mit vier Anderen stehend, auffuhr, faßte er den Entschluß, Glück zu versuchen. Schlimmstenfalls ist er, rasch umzukommen, als noch einmal deutschen Grübelei« gl'"«twa wie 1 sertionsko ! aus der■ . nun laute . ,«$®l« in einew �> beschriebe anders � Entdecker „z Hessel) ä sicher Pr ' dies- st Direktor HilfSarbe ,n hinabzusteigen, wo man nicht einmal das tägliche™.. dient! Katharina, in einem Karren über sei"�.� Diesen 2 plazirt. stand jetzt nicht mehr neben ihm. Warum u.« b an solche Dummheiten denken? Er wollte fort, weiß, er, der mehr aelernt hatte, wie die Ander«!�i« vielleicht nicht die stumpfe Resignation dieser nu�., noch ifi-*' ng der , wie ielegnten> finden : norlelt", id llmgl zekommei ; Nomen' auf unbi der pro Regend_ eldel felt� de, den Tie« iÄ 1 nfion b<5 1 bis znni« orsteher Dr. Schill! Niemand roird diese Wchl zu bereuen oben! Arbeiter, laßt Euch nicht weiter an der ase herumführen und Euer Geld aus der Tasche ch motzen. Beamte, aedcnkt Eurer Pflicht! Bürger, Hand- nker und alle, die Ihr mühsam und ehrlich erworbenen Be- ob groß ob klein, zu vertheidigen habt, weist die Lockungen er professionsmäßigen Wühler weit zurück und iäblt einstimmig am 15. Oktober 1889, Vormittags 10 Uhr äs Nachmittags 4 Uhr, den wahren unb edelgesinnten Volks- «und Jullizrath Dr. Schill."— Die Wirkung dieses sauberen Flugblattes war, daß etwa ritthalbtausend sozialdemokratische Stim- l e n abgegeben wurden. Der„Wähler" machte sich den Spaß, as Opus abzudrucken, und das Wurzener freifinnige Organ »idmete ihm einige scherzhaste Bemerkungen. Da kommt nun öS„Leipziger Tageblatt" und schreibt in seinem redaktionellen md nicht sozialdemokratischen Theil: „Leipng, 19. Oktober. Es ist eine bekannte Thatsache, daß äe nach Eugen Richter'S Pfeife tanzenden Deutsch frei sinnigen md die Sozialdemokraten für sich das Monopol in Anspruch ehmen, bei den Wahlen durch die Presse, durch Flugblätter zc. äe Gegner in der allerstärksten Weise anzugreifen und dabei in einen Ton zu verfallen, wie er eigentlich im anständigen Parteikampf nicht gestattet ist. R.cht naiv und bemerkenSwerth ist es aber, daß man auf dieser Seite ein Lamento anhebt und tiefe sittliche Entrüstung heuchelt, wenn ihr ausnahmsweise �einmal mit ähnlichen Waffen gedient wird. In den deutsch- -t+Tf rjsfreisinnigen und sozialistischen Blättern wird jetzt ein großes �Geschrei erhoben wegen eines Flugblattes, in dem bei der Taaebla�iüagsten LandtagSwahl von Seiten der Kartellparteien in »er Ka t�eudnitz-Anaer-Crottendorf die Wahl des Redakteurs Thiele sarad seilend des Destillateurs(wir sind höflich und sagen nicht, wie e« mMnet u> umgekehrt gewiß geschehen würde, Schnapsbrenners) Münch x hit'läfW't allerdings etwas kräftigen Worten bekämpft wurde. Wir können den Beschwerdeführern nur den Rath geben, zunächst o.jn.ii.SUnor der eigenen Thür zu kehren und sich das Sprichwort: ättidtv-ror�-Wie man in den Wald hineinruft, so schallt cS heraus" zu h nn älll» vergegenwärtigen. So viel steht fest, daß die Ordnungsparteien „s, bei den nächsten ReichStagSwahlen nicht immer gut daran thun , q-ui werden, die reichsfeindlichen Oppositionsparteien mit Glace- ."�Handschuhen anzufassen." p! ril' Also wir sollen von den Kartellbrüdern und speziell dem }.%„'„ i„Leipziger Tageblatt" nicht mehr„mit Glacehandschuhen ange- w idüi saßt" werden. Nun— die„Glacehandschuhe" dieser Gesell- 1 m schaff sind von dem vielen Koth, den sie geworfen hat, so— un- o;»ii» �petitlich, daß es für unsere Nasen jedenfalls sehr zuträglich >.„3 f 1 j( a fein wird, wenn sie verschwinden. V rkutl Köstlich ist die Großmuth des„Tageblatts", daß es einen t' l P[Lß ovpositionellen Destillatur nicht„SchnapSbrenner" nennen will. tiahtt«'' Ms kennt wohl„SchnapSbrenner", die das Wort nicht gern ' 77. hören? Vielleicht kann eS uns auch sagen, ob es wahr ist, daß r könne» Deutschland eine S ch n a p S b r enn e r- P art e i ch � haben?- » fStt- Mie den Kerichte« der prentzilchen GeMerberätste ' �i.H fkr 1888 stntiftilche Ueberstchten über die Iaht der in °'s° Fabriken beschäftigten fng-ndliche« Arbeiter beigegeben a«uis find, so enthalten die im Reich Samt des Innern zur Vorlage B]»eB vj8«n Bundesrath und Reichstag zusammengestellten amtlichen Mittheilungen aus den Berichten der Fabrikaussichtsbeamten ' K ,1 für fämmtliche Bundesstaaten solche Angaben, die sich auf das «anze Reich beziehen. Nach denselben beschäftigten im Jahre die igss: 28 554 Fabriken in Deutschland(+- 4912 gegen 1886) üten® i, jugendliche Arbeiter. muh'» Von den beschäftigten jugendlichen Arbeitern waren im ' Euer m Alter von 14-16 Jahren: 169 252(+ 34 663). Auf Preußen !en zu«ntfielen von dem Zuwachs: 19 949, auf Bayern 2403, auf >e, dem � Sachsen 7330, auf Württemberg 728. Männlichen Geschlechts ntz war« 7 waren von den jugendlichen Arbeitern im Alter von 14 bis 16 "e1'' onirf Jahren 64,9 pCt., weiblichen 35,1 pCt.(gegen 63,9 pCt. bezw. S(>,1 pCt. im Jahre 1886). i Landl-ll Im Alter von 12 bis 14 Jahren waren 22 913(+ 1860). Von dem Zuwachs entfielen auf Preußen 233, auf Bayern t sich»4 547, auf Sachsen 1304. In Württemberg hatte sich :h so die Zahl der kindlichen Arbeiter um 242 vermindert. esPP�H Verminderungen wiesen außerdem auf: Baden, Hessen, Meck- ar vom �1 lenburg-Schwerin, wo Kinderarbeit überhaupt nicht mehr vor- eilaffcv-,! kam. Braunschweig, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Coburg- handweu 1 Anhalt und Waldeck. Das Verhältniß der Ge- utcn u�.i schlechter der kindlichen Arbeiter zu einander war dasselbe werden»x geblieben wie 1886(64 3 pCt. männlich, 35,7 pCt. weiblich). schaden",3 JnSgesammt wurden in Deutschland an jugcndlichen langen Arbeitern im Alter von 12 bis 16 Jahren �192,165(+ 36,523) aeinen, fordern .IT! beschäftigt, davon entfielen aus das männliche Geschlecht: ......' J'64,8 pCt., auf das weibliche! 35,2 pCt.(gegen 63,9 pCt. bezw. uolh TNr Zy i pCt. im Jahre 1886). Auf die einzelnen Jndustriearuppen -r verlheilten sich die jugendlichen Arbeiter so, daß beschäftigt Erfahru»°4 waren: Im Bergbau, Hütten- und Salincnwesen 18 967 ider den,.5-(17,709 männlich. 1258 weiblich), in der Industrie der Steine und Erden 20035(17 017 männlich, 3018 weiblich), bei der Metallverarbeitung 20 261(16 482 männlich, 3779 weiblich), bei der Anfertigung von Maschinen, Werkzeugen.Jnstrumenten k. ich urf», : Thi'lo I* -r-Er- msere itabloee" ls höre wohnt hatte, Alles vor seinen erschreckten Augen flimmerte. Und doch fiel es wie ein Alp von rhm, als er die Fahrkunst in die Riegel einschnappen hörte. Ein Arbeiter öffnete; die Bergleute sprangen aus ihren Karren. is'„Pst! Mouquet," flüsterte Zacharias dem Arbeiter zu, 2ein->°<„.heute Abends im Vulkan!" gch� Der Vulkan war ein Kaffeekonzert in Montsou. Mouquet winkte, verstohlen grinsend, mit dem linken Auge. Er war klein und rund wie sein Vater und seine Schwester; seine frech aufgestülpte Nase verrieth den sorglosen Burschen, der Alles verjubelte, ohne an den nächsten Tag zu denken. Die Mouquette ging an ihm vorüber, und er versetzte ihr mit brüderlicher Zärtlichkeit einen tüchtigen Hieb über die Lenden. (Fortsetzung folgt.) lnftigsl� Der überslül� i in: d, i" ng eine* hieß di- ging� über I ,, z Tum»" te, ein- age � ernen- leitet 31 t eine? nderiva' ! beffefi dieff S*? n liche seine- iruM fort, lndeteN -r nie? weS ¥ wen e w. glick Mus Wunfk und Lodsn. G» ist gar nicht f- schwer, die Fremdwörter aus der deutschen Sprache zu verbannen: man darf sich nur nicht mit Grübeleien abgeben, sondern muß praktisch zu Werke gehen, «twa wie em Buchdrucker in Lütjenrode, der das Wort„In sertionskosten" verdeutschen wollte. Er nahm einfach das„r aus der Mitte und fetzte es an den Anfang, so daß das Wort nun lautet:„Rinsetzionskosten." � t �. . Gi« astronomischer Nrozest. Wie der„Tgl. Rösch. «eschrieben wird, ist gegenwärtig von dem bekannten Planeten- Entdecker Prof. Peters in Clinton(Amerika) ein eigenthüm ncher Prozeß angestrengt worden. In seiner Eigenschaft als Direktor der Sternwarte verlangt derselbe von seinem früheren Hilfsarbeiter Borst einen Band mit handschriftlichen Aufzeich- nungen der Stellungen von ungefähr 35 000 Sternen zurück Diesen Sternenkatalog hatte Herr Borst in Gemeinschaft mit feinen beiden Schwestern Lucy und Emmy Borst verfaßt- Pioseffor PeterS reklamirt nun dieses 3572 Seiten ent- haltende Manuskript, indem er sich darauf stützt, daß es von Herrn Borst in feiner Eigenschaft als Angestellter des Observatoriums hergestellt und er dafür bezahlt worden s i. Herr Borst wendet dagegen ein, daß er diese Arbeit außerhalb seiner AmiSthätigkeit als Hilfsastronom angefertigt 15 703(14 752 männlich, 951 weiblich), in der chemischen In» dustrie 2642(1695 männlich, 947 weiblich), in der In- dustrie der Heiz- und Leuchtstoffe 625(365 männlich, 260 weiblich), in der Textilindustrie 54028(22 156 männlich, 3 1 872 weiblich), in der Papier- und Lederindustrie 11359 (6143 männlich, 5216 weiblich), in der Industrie der Holz- und Schnitzstoffe 7879(6210 männlich, 1669 weibl'ch), in der Industrie der NahrungS- und Genußmittel 23 123(12 592 männlich, 10 531 weiblich), in der Industrie der Bek eidung und Reinigung 7701(2293 männlich, 5403 weiblich), im poli- graphischen Gewerbe 6733(5114 männlich, 1619 weiblich) und in sonstigen Industriezweigen 3109(1993 männlich, 1116 weiblich). Von je 100 jugendlichen Arbeitern beiderlei Geschlechts waren Kinder von 12 bis 14 Jahren im Durchschnitt im Deutschen Reiche 11,9 pCt. gegen 13,5 pCt. im Jahre 1886. In Preußen betrug dieser Durchschnitt 5 9 pCt. gegen 7,1 pCt. im Jahre 1886, in Bayem 11,9 pCt. gegen 10,2 pCt., in Sachsen 29.1 pCt. gegen 33,1 pCt, in Württem- berg 4 1 pEt. gegen 7,4 pCt., in Baden 15,0 pCt. gegen 17,4 pCt., in Hessen 1,9 pCt. gegen 2,8 pCt., in Mecklenburg-Schwerin 0,0 pCt. gegen 2,8 pCt., in Sachsen- Weimar 6,9 pCt. gegen 7,1 pCt., in Oldenburg 8,7 pCt. gegen 13,7 pCt., in Braunschweig 14,3 pCt. gegen 18,3 pCt., in Sachs-. n-Meinungen 2,9 pCt. gegen 6,0 pCt., in Sachsen- Altenburg 32,9 pCt. gcgen 32,7 pCt., in Sachsen-Koburg- Gotha 13,1 pCt. gegen 12,5 pCt., in Anhalt 11,1 pCt. gegen 17,5 pCt., in Schwarzburg-SonderShausen 0,0 pCt. gegen 00 pCt., in Schwarzburg-Rudolstadt 8,1 pCt. gegen 8,1 pCt., in Waldeck 20�3 pCt. gegen 32,6 pCt., in Reuß ä. L. 10.9 pCt. gegen 13,3 pCt., in Reuß j. L. 36,1 pCt. gegen 37,8 pCt., in Lübeck 22,8 pCt., in Bremen 5,8 pC. gegen 2,7 pCt., in Ham- bürg 4,5 pCt. gegen 4,4 pCt. Gegen das Jahr 1386 ergeben die Zahlen für 1888, daß, während damals eine Abnahme der jungen Leute um 938 gegen das Jahr 1884 zu konstatiren war, in den beiden letztverfloffe- nen Jahren eine Zunahme derselben von inSgesammt 34 663 stattgefunden hat, während die Zunahme der Kinder, welche sich im Jahre 1889 gegenüber dem Jahre 1884 auf 2171 be- lief, in den Jahren 1887 und 1388 geringer war und 1860 betrug. Da« auffaUende Uorgehe» des Oberlandesgerichts- Präsidenten in Königsberg in Bezug auf die Prozeßberichte der „Königsbecger Hartungsche Zeitung" über einen vor der dortigen Strafkammer verhandelten Wucherprozeß hat nach einer Korre- spondenz der„National-Zeitung" aus Königsberg dort in allen Kreisen das peinlichste Aussehen hervorgerufen. Der Prozeß- bericht, welchen die„Könizsb. Hartungsche Ztg." gebracht hatte, stand gleichlautend auch in der dortigen nationalliberalen und konservativen Zeitung. Er war unter Hinzuziehung von kauf- männischen und juristischen Sachverständigen, die der Ver- Handlung beigewohnt hatten, ang-fertigt worden. Man könne demselben höchstens zum Vorwurf machen, daß er � die Aussagen der Sachverständigen etwas ausführlicher zur Darstellung gebracht hatte, als die Aussagen der Be- lastungszeugen, welche ohne dies schon in ver Anklage- schrikt enthalten gewesen seien. Grade in den sachoer- ständigen Kreilen werde die Richtigkeit der Verurtheilung der Angeklagten, Inhaber einer der ältesten und angesehensten Königsberger Firma, der dänische Konsul Robert Gaedeke und der amerikanische Konsul Conrad Gaedeke, wegen Wuchers sehr in Frage gezogen. Der dortige Reichsbankvirektor hllhe als Sachverständiger vor Gericht ausgesagt, daß das betreffende. Geschäft zwar in dem einen oder anderen Punkte nicht ganz normal gewesen, in der Hauptsache aber sich wohl in dem Rahmen bekannter kaufmännischer Usanzen bewege.— Es liegt allerdings auf der Hand, daß eine ausführliche amtliche Bericht- erstattung über eine Prozeßverhandlung in den Zeitungen unter der Beglaubigung des Oberlandesgerichts-Präsidenten einer Verschärfung des Urthcils gleichkommt, und zwar in noch höherem Maße, als wenn auf amtliche Bekanntmachung des Urlheils in dem Prozeß ausdrücklich erkannt worden wäre. Es kommt noch dazu, daß der Staatsanwalt in Könisberg sogar die genannten drei Zeitungen auf Grund ihres Berichts wegen „groben Unfugs" vor Gericht zu stellen beabsichtigte und zu diesem Zwecke Haussuchungen und Beschlagnahme der betreffen- den Zeitungsnummern veranlaßt hatte. Später hat frerlich über dieses Vorgehen nichts mehr verlautet. Daß TrUerlammlungen, welche in Versammlungen zur Deckung der Unkosten veranstaltet werden, als von der polizci- lichen Genehmigung abhängige Kollekten aufzufassen sind, hat am Montag das Kammergericht entschieden. Es handelte sich um eine Tellersammlur.g, welche auf einer Tischlerversammlung in Liegnitz veranstaltet worden war. Wegen dieses Thatbe- standes wurde gegen die Veranstalter dieser Sammlung, zu der keine polizeiliche Genehmigung vorher eingeholt war, Anklage erhoben unter Bezugnahme auf Polizeiverordnungen der Lieg- nitzer Regierung von 1852 und 1862, welche nur Kollekten in Privatzirkeln und kirchliche WohlihätigkcitSkollektm ftei läßt. Nachdem das Schöffengericht und die Strafkammer im Sinne der Anklage auf eine Geldstrafe für die unterlassene Einholung habe, w'e ja auch der größte Theil der Handschrift von seinen Schwestern verfaßt worden sei. Man darf auf den Ver- lauf diese« Prozesses gespinnt s-in, umsomehr, als derselbe einen Werthgegenstand von 12 000 Dollars betrifft. Zu diesem Betrag haben nämlich mehrere amerikanische Ästronomen den Werth der 35 000 Sternstellungen, welche der Katalog enthält, abgeschätzt. Ein ähnlicher Prozeß steht u. A. in der Geschichte der Greenwicher Sternwarte verzeichnet. Gi«« Prob» vom Menschenhandel, wie er in der guten alten Zeit zu Richt bestand, hat die„Münch. Allg. Ztg." aus amtlichen Schriftstücken zu Tage gefördert. Denn es war nicht auf den Sklavcnmärkten irgend eines türkischen, egyptischcn oder marokkanischen Ortes, sondern es war im Königreiche Bayern, und zwar zu Landshut, als das dortige Stadtgericht 6. 6. 17. Juli 1815 folgende Bekanntmachung erließ: Titl. Herr Ferdinand Freyherr v. P....... Gutsbesitzer auf Schöllnach, hat zur Befriedigung seiner Gläubiger un- aufgefordert um den gerichtlichen Verkauf der grundzinS- und zugleich juriSdictionSbar demselben eigenthümlichen Klebstimischen Unterthanen gebeten. Indem man u. f. w., werden Kauflustige unter der Bedingniß des baaren ErlageS des Kaufschillings eingeladen zc., worauf man salva raiiflca- tione Demjenigen diese Unterthanen käuflich überlassen wird, welcher bis zur Stunde, Mittags zwölf Uhr, das größte Ange- bot zu Piotocoll gegeben(k. b. Jntelligenzblatt für den Isar- kreis, Jahrgang 1815 Pag. 726).- Was diese zu versteigern. den Leute wohl gedacht haben mögen, falls rhnen dreses Aus- schreiben zu Gesicht kam— und ob sie wohl auch einen Begriff von Menschenwürde hatten? Roch haben diese Zustände drei- unddreißig Jahre gedauert, da kam der Sturm des Jahres 1348 und segte mit elementarer Gewalt über Nacht alles das Ueber kommniß aus schlimmer feudaler Zeit weg. Ueder die Höhe und da» Alter der Häume machte, wie der„Hamburg, sche Korrespondent" berichtet, in der letzten Sektionssitzung der Frankfurter Gartenbau-Gesellschaft ein Herr Rühl aus Grund von Zusammenstellungen des Prof. v. Kerner einigeintereffante Mittheilungen, denen hier folgendes entnommen fei: Die Angaben aus älterer Zeit über das Alter von Bäumen sind meistentheils zu hock gegriffen. Wenn in den Schilderungen der Urwälder von tausendjährigen Baumen die Rede ist, so beruhen diese Angaben meist nur auf Vermuthung, selten auf wirklichen Messungen. Mit ziemlicher Sicherheit ist dagegen festgestellt worden, daß man ein Alter von tausend und mehr Jahren nur lehr wenigen Arten von Bäumen zuzusprechen berechtigt rst(b. y. so weit Beobachtungen reichen), nämlich der Cyprejse und der der Genehmigung zuerkannt hatte, h-t nunmehr auch des Kammergericht sich dieser Auffassung angeschlossen. Um die Tragweite des Ü tbeils zu erkennen, müßte man den Wortlaut der bezüglichen Polizeiverordnung kennen. Für Versammlungen, welche keine öffentlichen sind, sondern nur einen bestimmten Kreis von eingeladenen Personen umfassen. sowie für Vereinsoersammlungen können auch jene Polizeioe- ordnungen Tellersammlungen nicht verboten haben, zumal, wenn es sich nur um die Deckung der Unkosten handelt. Ueber die Wirkung de» Kchweiue-Ginfnhrverd-t« schreibt der österreichische Konsul in Breslau in einem Kon fukar- bericht:„Eine traurige Wirkung der Fleifchtheueruna ist die unahme des Verbrauchs von Roßfleisch. Ein Pfund dieleS leischeS kostet 50 Pf., und die Roßfchlächtcr sind vollauf be. fchäftigt. Die Fleischtheuerung förderte den russischen Grenz. Handel. Da das Schweinefleisch in Russisch- Polen viel billig, r ist, nützen die Leute die Zollfreiheit auf 5 Kilogramm aus u.-d gehen fchaarenweife über die Grenze, um sich zu versorgen. Eine„Fleischerzeitung" führt au«, daß diele Verhältnisse die Landwirthschaft schädigen. In Deutschland herrschte bisher die Fleischmast, nicht die Speckmast, während Ungarn die Schmalz. schweine lieferte. Die Rachftage der niederen Bevölkerung nach dem billigeren Fett sei größer und der Züchter werde sich nun- mehr zum Schaden des Landcs der Fettmast zuwenden."— Der Berliner Konsul will erfahren haben, daß die landwirth» schaftlichen Vereine regierungsseitig zu gutachtlichen Aenßerungen über die Schweinesperre und deren Wirkung auf die Preise aufgefordert worden seien. Bekanntlich haben sich sckon vor längerer Zeit einige landwirthschaftliche Vereine über die Schweinesperre ausgesprochen, und zwar fiel deren Entscheidung im Großen und Ganzen gegen die RegierungSmaßregel au». Gin Gefecht bei Kagamoqo. Nach einem Telegramm der„Times" aus Sansibar vom 19. d. veriautete daselbst, dcß am 17. d. bei Bagamoyo ein Gefecht stattgefunden habe. Eic- zelheiten seien noch nicht bekannt. Das österreichische Kanonen- boot„Europa" sei in Sansibar angekommen. Bushiri soll eine Streitmacht von etwa tausend Eingeborenen zusammengezogen haben, so daß auch für die nächste Zeit neue Feindseligkeiten in Aussicht stehen.— Hauptmann Wißmann befindet fich bc- kanntlich mit dem Gros seiner Streitkräfte auf dem Weae ins Innere nach Mpwapwa, wo Bushiri stehen soll. In Bagamoyo ist nur eine kleine Besatzung zurückgelassen worden. Schon gleich bei dem Abmarsch WißmarnrS in« Innere hieß es, daß sich ihm im Rücken Aufständische angesammelt hätten. Diese Nachricht scheint durch die obiaen Mitlheilungen eine Bestätigung zu erhalten. Während Wißmann bemüht ist, die Ruhe im Innern wieder herzustellen, zeigt fich jetzt abermals. daß der Aufstand noch nicht einmal an der Küste ni-derge- warfen worden ist.— Der Sultan von Sansibar hat sist, bereit erklärt, zu der Konferenz wegen Vereinbarung eines V r träges behufs Unterdrückung des Sklavenhandels einen Ver- treter zu entsenden. In Chemnitz ist die Arbeit noch nicht wieder ausire- nommen worden. Die Fabriken find mit auswärtigen Sircik- brechern besetzt worden. Znr Kerichtignng. Von Herrn Conrad Schmidt erhalte« wir folgendes Schreiben: Sehr geehrte Redaktion, in dem Artikel„Auch ein Beitrag zur Literatur über die soziale Frage" erwähnt der Herr Verfasser zum Schlüsse meiner Person. Seine Behauptung, daß mir die Leipziger Universität die v-m'a legendi verweigert hätte, falls ich nicht auf die Herausgab« meines Werkes„Die Durchschnittsprofitrate auf Grund des Manschen. Werthgesetzes" verzichtete, ist jedoch in dieser Foim nicht zutreffesth. In dem Oktoberheft der„Neuen Zeit" ver- öffentlichte ich ein! Inhaltsangabe dieser meiner Schrift und schaltete dabei folgende Anmerkung ein: „Was es m,t der L«htfteih?it unserer Universitäten auf sich hat, konnte ich zu einem Stücklein an mir selbst er fahren. In Leipzig, wo ich mich als Piivatdvzent Habilitiren wollte, wurde ich von der sächsischen Regierung, trotzdem all« Zev�- nisse und Papiere in bester Ordnung vorlagen,"ohne Angabe von Gründen einfach abgewiesen. Nicht einmal zur Habilitationsprüfung ließ man Mich vorsichtiger Weif« zu.— Bald darauf hörte ich von bestunterrichtetcr Seite, daß, falls meine hier(in der„N. Z.") besprochene„Marxistffche" Arbeit veröffentlicht würde, ich überhaupt an keiner deutschen Unioer- filät mehr als Privatdozent ankommen könnte. Es ist gut, der- gleichen gelegentlich zu konstatiren. Ich wurde also nicht von der Leipziger Universität direkt, sondern von dem sächsischen Ministerium, welches dort über die Zulassung zur HabilitalionSprüfung zu entscheiden hat, abge- wiesen. Daß eine Veröffentlichung meiner Arbeit mir die deut- schen Universitäten überhaupt verschließen würde, hörte ich ganz unabhängig von meinen Leipziger Schicksalen aus anderer, mchtoffiz, eller Quelle. Weder die Unrversität von Leivzig, noch einer der dortigen Professoren hat sich in dieser Beziehung geäußert. Um jeden unnützen Wortstreit, der sich leicht an den be- treffenden Artikel Ihres werthen Blattes knüpfen könnte, abzu- schneiden, glaubte ich dies zur Berichtigung einsenden zu müssen. Eibe 3000, der Kastanie, Stieleiche und Libanonzeder höchstens 2000, Fichte und Sommerlinde 1000 bis 1200 Jahre. Kiekern werden bis 570, Buchen bis 300 Jahre alt. Auch die Höhe der Bäume wird oft übertrieben. Die größte Höhe erreicht der Fieberheilbaum mit 140 bis 172 Metern. Die höchsten ditfer Stämme würden, neben den Kölner Dom gestellt, diesen noch überragen. Von unseren deutschen Bäumen erreicht die Weiß- tanne die größte Höhe, nämlich bis 75 Meter: Fichten werden höchstens 60. Kiefern 48, Silberpappeln 40, Eschen 30, Stiel- eichen 20 Meter hoch. Kleber die Beobachtung eine« einfarbigen Regenbogen» berichtet der englische Forscher John Ailken. Der Regenbogen erschien an einem Winterabende, nachdem die Sonne soeben untergegangen war, am nordöstlichen Himmel als ein voll entwickelter Lichtbogen von rother Farbe, welcher sich bei sorgfältiger Prüfung an einigen Stellen Spuren von Gelb anschlessen, wogegen Grün, Blau und Violett vollständig fehlten. An der Stelle, wo man diese Farben des Spektrum« hätte erwarten sollen, breitete sich ein farbloser Streifen aus, der dunkler war als der übrige Himmel. Es erscheint auf de« ersten Blick nicht möglich, daß ein Regenbogen, der ja durch eine Farbenzerstreuung des Sonnenlichts in den Regentropfen ent- steht, nur eine der dabei sonst auftretenden Farben sollte enthalten können. Wo waren die übrigen Farben geblieben? Ueberdfise Frage gab eine andere Erscheinung dem Beobachter Aufschluß. Der auf den Hügeln ausgebreitete Schnee zeigte nämlich, ehe die Sonne unter dem Horizonte gesunken war, in der von dieser hervorgerufenen Beleuchtung eine tiefe rothe Färbung, welche ein Beweis dafür war, daß� das Sonnenlicht bei seinem Durchgange durch die Atmosphäre aller Strahlen kürzerer Wellenlänge(oder stärkerer Brechbarkeit: vom Gelb bis zum Violett) beraubt worden war; was daher an Farben von oem Sonnenlichte übrig geblieben war, das konnte nun nicht metr weiter zerlegt werben, und so konnte denn auch der Reger». bogen nur in dem erwähnten rothen�Lichte sich dem Beschauer darbieten. Daß die übrigen Gegenstände gleichwohl ihre naiür- lichen Farben besaßen, erklärt die„Post" daraus, daß am Himmel eine Reflexion des kurzwelligen Lichtes erfolgt«, gegen welche die schneebedeckten Hügel durch Wolken geschützt waren. Großbritaunie». London, 19. 0( oder. Es ist nicht unbeachtet geblieben, daß im Laufe der Woche einig« der Hauptsäulen der l i b e- ralen Partei: Sir William Harcourt, John Morley und Lord Gronvillc bei Gladstone in Hawarden zu Gaste gewesen sind. Dost dabei Abmachungen entscheidender Art für da« künftige Programm der Parter getroffen worden find, dürfte wohl kaum einem Zwerfet unterliegen, und in den Kreisen der L beraien munkelt man sogar, daß der Zeitpunkt kräftiger Offenfioe herangekommen ist und beim Beginn der Parlaments- tesfion die neue Homerule-Brll dem Lande vorgelegt wer- den soll. Jeder Tag bringt eine stattliche Anzahl politischer Reden. Der Gladstonianer Sir William Harcourt, welcher gestern in Cirnarvon in Wales sprach, trat energisch für die Entftaat- lrchung der Kirche des FürstenthumS ein. Die Erhebung von Zehnten sei nur zu billigen, wenn letztere zu nationalen, wie beisvielSweise Unterrichtszwecken verwandt werden. Auf die Heraussorderung der liberalen Unionisten, die Glad- stonianer möchten endlich mit einem Home-Rule-Programm her- vorkommen, welches an die Stelle der von Gladstone selbst cusgegtber en Bill treten sollte, blieb Sir William die Antwort nich, schuldig. Er meinte, daß«S sich in erster Linie darum !iandle, ob Irland überhaupt Selbstverwaltung gewährt werden olle oder nicht. Wann die liberale Partei die Mehrheit im Parlament erlangt habe, sei es noch Zeit genug, die Einzel Beilen festzustellen, wie ja auch die Zwangsleute'mit den Em- zeiheilen>h> er Zwangsmaßnahmen nich' eher hervorgetreten feien, als bis sie in der Lage waren, sie durchzusetzen. Unter anderem führte Sir William, der letzter Jage in Hawarden war, auch an, daß die Unionisten die Rechnung ohne den Wirth gemacht haben, wenn sie darauf rechnen, daß die Home- Rule- Biwegung mit Gladstone'S Tode von selbst aufhören werde. Gladstone erfreute sich übrigens der allervortrefflichsten Ge- fundheit. Ein Londoner Bürgerl hatte ein Schreiben an Gladstone gerichtet, in welchem die Frage gestellt wurde, ob es nicht möglich sei, die Jrländer aus dem Parlament von Westminster ausz scheiden und dennoch Irland als Theil des Vereinigten Königreichs beizubehalten, ohne in Ulster ZwangSzustände zu ichafftn. Hierauf antwortete Gladstone, daß seine Bill von 1886 zeige, daß er damals glaubte, daß die Ausscheidung der irischen Abgeordneten keine Gefahr für das Reich bilde; vor dem Eintrilt der Jrländer im Jahre 1809 sei das Reich wohl ebenso einig gewesen, als jetzt. Dennoch wolle er sich fügen, fall» das Land auf der Beibehaltung der irischen Mitglieder stehen wolle. Lord Brassey nahm gestern in Ehester die Reichsföderation zum Gegenstande eines Vortrages. Die Staatsmänner der Kolonien sehen die groben Vortheile einer innigeren Verbindung mit dem Mutterlande ein und werden immer energischer dieses Ziel verfolgen. Die Kolonien haben schon wiederholt Großbriiannien in seinen Kriegen werthvolle Hilfe geleistet. In Egypten und in Südafrika haben bereits austra- lifche und indische Kontingente mitgewirkt. Während die Kolonien bisher rur auf ihre eigene Vertheidigung bedacht ge- wesen feien, werden sie bald ihre Pflichten als Glieder des Reiches weitcr auffassen. Wenn Indien angegriffen würde, so vermöge Australien viel zu tfiun. Eine Abordnung der Korporation von London erschien gestern bei dem Ackerbauminister Chaplin, um ihn zu ersuchen, dir Verordnung aufzuheben, welch« die Einsuhr von lebendem Vieh aus SchleSwig-Holftein und anderen Theilen� Deutsch- land» in England verbietet. Seitens der Abordnung wurde hervorgehoben, daß Hm. Chaplins Amtkvorgmgcr zugesagt 'habe, das Verbot gegen die Einfuhr lebenven Viehs am 1. Oktober aufzuhebrn, aber dieses Versprechen sei nicht ge- halten worden, obwohl die deutsche Regierung nolifizirt seit dem 16. Juli frei hatte, daß Schleswig- Holstein von der Rinderpest sei. Der Minister antwortete, der Beschluß, die Verordnung gegen die Einfuhr lebenden Viehs aus Deutschland weiter aufrechtzuhalten, habe nichts mit seinen angeblichen schutzzöllnerischen Anschauungen zu thun, sondern sei veranlaßt durch eine Drathmeldung aus Deutschland, daß in nicht weniger als 39 Kreisen von Braunschweig die Maul- und Klauenseuche unter dem Vieh auSge- brachen sei. Seitdem areife, laut telegraphischer Meldung des Konsuls DundaS, die Seuche in Deutschland rasch um sich— ein Umstand, der das Verhallen des landwirthschaftlichm Amtes gewiß zur Genüge rechtfertige. Die Beschränkung werde indeß aufgehoben werden, sobald dies mit Sicherheit für die landwirthfchaftlichen Interessen Großbritanniens geschehen könne. In Brighton, wo in der nächsten Woche eine Ersatzwahl stattfindet, machen beide Parteien die allergrößten Anstrengungen, um ihren Kandidaten zum Siege zu ve, helfen. Gestem hielt der herühmte Advokat Sir Charles Rüssel eine Rede zu dessen Gunsten des liberalen Bewerbers, Sir Robert Peel. Frankreich. Paris, 20. Oktober. Auf die Fragen von rechts und links, welches wohl die Kirchenpolitik der neuen Kammer sein werde, antwortet Joseph Reinach in der„Republ. francaise":„Wir können das nicht wissen, da wir nicht Prophetengabe befitzen, aber was die Kirchenpolitik sein sollte, wollen wir hier dar- legen: Sie muß wesentlich konservativ sein. Wir haben das- Konkordat: behalten wir es. Wir haben die Schulgesetze: be- halten wir sie. Wenn man die Authebung des Kultusbudgets verlangt, so antworten wir: Nein. Wenn man die Abberusurg des Botschafters der Republik beim Vatikan verlangt, so ant- worten wir: Nein. Wenn man uns auffordert, die systematische Verweltlichung der Hospitäler fortzusetzen, so sagen wir wieder: Nein. Die klerikale Partei hat auf die FriedcnSworte, mit denen man ihr gegen das Ende der letzten Legiilctur entgegen- kam, durch eine mächtige Schilderhebung geantwortet. Wäre die Republik berechtigt, durch Maßregeln der Strenge diesen Krieg zu vergelten? Ja gewiß. Würde die Republik als Regierung weise bandeln, wenn fie solche Maßregeln ergriffe? Nein, hundert Mal Nein! Wir haben die Pflicht, dem KlerikolismuS keinen Zoll breit von dem Boden abzutreten, auf dem die Zivrlgewalt ihre Suprematie aufgebaut hat. Im gleichen Maße haben wir die Pflicht, keine Linie breit auf das Gebiet des religiösen Gewissens Uebergriffe zu thun. Da die Suprematie der Zivilgewalt die Grundbedingung des modernen Staates ist, so ist die Unverletzbarkeit des religiösen Gewissens die Grundbedingung jeder Gerechtigkeit. Unsere Pflicht stimmt mit unserem Interesse überein. Wir werden nicht kopituliren, aber wir werden nicht verfolgen. Wir werden nicht nach Canossa gehen, weil unsere Vorgänger durch die Einführung der allgemeinen Schulpflicht, durch die für alle gleiche Wehr- pfllcht der Republik ihm wahre Grundlage geben. Wir werden duldsam sein gegen die schlimmste Unduldsamkeit, weil die Un- gerechtigkeit der anderen uns nicht ungerecht machen darf. Wenn es je einen Mann gab, welchen die Geistlichkeit hälte zurückweisen sollen, so war es der Contumax von London. Statt hat fie ihn wie einen neuen Csnstantin der klerikalen Partei kam der Republik zu jätten wir davon, wenn die Fehler der Republik der Partei zu gute kämen? Kelgir«. Die belgischen Bergleute sandten, laut einer Meldung, unter Androhung eines allgemeinen Sl Deputation zu den Bergwerksbefitzern, um eine Ich Lohnerhöhung zu fordern. Eine unerschöpfliche Quelle für die Geschichte der rettenden Polizeibevormundung bildet die Aufdeck' JntriguenfpielS in Belgien, dessen Hauptpersonen der Beernaert und der Lockspitzel Pourbair find. Sol wiederum Schriftstücke veröffentlicht worven, welche der obersten SicherheitSbehöcde Belgiens und dem Pourbaix gewechselt worden find. Faßt man dich sammen, so erst ht man, daß diese hohe Behörde daS Treiben ihrer Agenten kannte, sondern auch Arm mit ihnen ging. DaS Dynamit spielte dabei Rolle; man schaffte es in Quantitäten bis zu 39 den Arbeiterorten und„fand" es sodann. Die Sp das Dynamit, um fich in das Vertrauen der Arbeiter schleichen, und sie reizten dieselben zur Verüb» Explosionen auf, damit ihre Mission fortdauerte und die der Lage fie unentbehrlich machte. Die oberste S» behörde wußte von alledem, aber fie schritt nicht ein � Wem in Deutschland stiege nicht beim Lesen di hüllungen, bemerkt die„Volks-Ztg.", die Erinnerung Treiben des„pflichteifrigen" Geheimschr auf, der den Arbeitern erzählte, mit Dynamit austapeziert"! 2 ir. 24 IpttK er 1. S Am Xisck altzahn- Präsident Worten: dnung liegt ste Sitzung it. Ich Hai Reichstac t demnach Buol und latz zu nehi Nach M Ltte sein ganze»«Eingetretenen wird der En Ueberfich Beschaffung angvLothringen p , entwurf. beti eingSzD rwaltunge babnen und ttnffend die hiushalt« v Denkschrift i �atkanlander. Die ursprünglich nur mit 259 Familien �__________. Montenegriner, denen die serbische Regierung infolge- Srrecken der den schwarzen Bergen herrschenden HungerSnoth ein lrtember 1889 9lri)l im Süden Serbiens anbot, enlpuppen sich nun«lSZto�haushi Familien mit einer Stärke von ungefähr 6909 Persone" ersten Ansiedler sind bereits in Belgrad Trotz des warmen Aufrufs, welchen die hiesige? zur Beisteuerung von Geld und Kleidungsstu» die serbischen Brüder auS Montenegro eröffneten, will dessen noch keine Hand zur mildthätigen Gabe rühre? kennt eben diese„Brüder" hier zu Lande ebenso gut w» wärtS. Schon im Anfang der achtziger Jahre wurde in der Versuch gemacht, Montenegriner zu kolonisiren� fand fich ein englischer Phrlantrop, welcher die 39 999 Franks auch in Baarem unterstützte. An st beiten, verpraßten fie jedoch das Geld, verkauften silien, fingen Händel mit den Eingeborenen an. so bell gierung froh war, als sie sich der Sippschaft wieder konnte. So sehr ein Zuwachs an ländlicher Arb Serbien vom nationalökonomischen und finanzielle» punkte nicht zu unterschätzen wäre, in der Einwand«� Elemente ist aber eher das Gegentheil zu erblicken. � Brü'er aus den schwarzen Bergen, welche man Hof!, Grenze von Noaibazar, dem gefährlichsten Punkte Gg anzusiedeln beginnt, werden auf ein gegebenes Zci� auch ohne solches wohl bereit fein, allerhand Händel arnau'ischen Grenzbevölkerung hervorzurufen, zu Ao- wird sie unsere Regierung jedoch ebenso wenig zu erj'� mögen als Fürst Nckolaus. lassenen Anl »ahmen für 1 Aenderungei Die Vc auch bieSma werden. Der N- I gliedern, bat I beraumt, « wird, die vi d<§ Präfidil Schluß Nnsee «rten-ver -t o d e r d. Theater. Cipcus Renz. Mittwoch, den 23. Oktober. Gioconda. Scha»IpleU,a««. Natalie. Fcust's Tod. Deutsche» Theater._______ Lesstng- Theater. Die Fremde. ---- Theater. Fetedrich'. N'.lhelmstädtische» Iföfcds.„ p Keftdenz-Theater. Eine Bartarole. Hierauf: Scylla und CharybdiS. Zum Schluß: Ein Straftopport. Waltner-Theater. Der Dompfaff. Diktaria-Theater. Stanley m Afrika. Gstend-Theater. Ein Verurtheilter. KrUealltanre- Theater. Der Zauberlehr- fing. Aeinisstadtische« Theater. Unser lachendes Berlin. Zentral-TH-ater. Das lachende Berlin. Adalph Ernst-Theater. Flotte Weiber. «ehr. Richter'» Pari«». Spezialitäten. Vorstellung... Keichvhalle«- Theater. Gr. Spezml, taten- Borstellung. HerUner Theater. Mittwoch, den 23. Okt.:«vntjohe, der«aun M««tfe»_ Donnerstag, den 24. Okt.: Markgraf Waldemar. Freitag, den 25. Oktober:«ontjohe. der Mann von Eisen. TKaUa-Theater, IS Wallnertheaterstraße IS. 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Zeoetzow eröffnet die Sitzung mit folgen- Worten: Meine Herren! Nach Z 1 unserer Geschäfts- dr.ung liegt es mir als dem bisherigen Präsidenten ob, die sie Sitzung des ReichStageSju eröffnen. Dies lhue ich hier- it. Ick habe nach der Geschäftsordnung bis zur Konstituirung Reichstags die provisorischen Schriftsübrer zu berufen und te demnach die Herren Abgg. Graf v. Kleist, Veiel, Frhr. Buol und Dr. Hermes als Schriftsührer zu meinen Seiten latz zu nehmen. Nach Mitlheilung der seit dem Schluß der vorigen Session anzeS« eingetretenen Aendirungen im Personalbestande des Reichstags twird der Eingang folgender Vorlagen mitgetheilt: Uederficht über den Stand der Bauausführungen und der Beschaffung von Betriebsmitteln für die Eisenbahnen in Elsaß- , ang>t Lothringen un� für die im Großherzogthum Luxemburg belegenen infolge Srrecken der Wilhelm- Luxemburg- Eisenbahnen am 30. Sep- h ein ge tember 1889; der Gesetzentwurf, betreffend die Feststellung des nun �Reicht haushaltsetats für da« Etatsjahr 1890/91; der Gesetz- Person� entwurf, betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der cinfr V rnjaltungen de« Reichsheeres, der Marine, der ReichSeisen- iesigen babnen und der Post und Telegraphie; der Gesetzentwurf, be- rgSstiia» tnffend die Kontrole des Reichsbaushalts und des Landes» „ will Haushalt« von Elsaß-Lolhringen für das Etatsjahr 1889/90; rühreii. Denkschrift über die AuSlührung der feit dem Jahre 1875 er- gut wit laffenen Anleihegefetzt; Uebersicht der R ichsausgaben und-Ein. »rde i" Rohmen für das Etatsjahr 1888/89; der Gesetzentwurf, betreffend siren.? Aenderungen des ReichsmilitärgefetzeS vom 2. Mai 1874. Die Vcrloofung der Mitglieder in die Abtheilungen wird auch diesmal vom Bureau nach der Plenarsitzung vorgenommen »erden. Der Namensaufruf ergiebt die Anwesenheit von 159 Mit- liedern, da« Hau« ist demnach nicht befchlußsählg. Ter Präsident eiroc»»'» craumt, in der Hoffnung, daß es morgen beschlußfähig fein riefle«??»d,d,« nächst« S.tzung auf M i t t w o ch 1 Uhr an zur Wahl ° h dei muß wohl das Schächtelchen unter die Ofentrümmer ge- kommen sein, welche acktlos in die Müllkute geschüttet wurden. Der bedaucrnSwerthe Mann machte alle Anstrengungen, um wieder zu seinem Eigenihum zu gelangen, es ist jedoch alles vergeblich gewesen, das Schächtelchen ist nirgends bemerkt war- den. W.w we ß. welcher„Naturforscher� dasselbe gefunden und achtlos wieder fortgeworfen hat. Zigeuner. Am Freitag Abend voriger Woche staf eine Zigeunerdande mit einem Train von dreizehn Wagen an der Tegeler Chaussee ein, um später an den Rehbergen Lager zu nehmen. Die Thatsache. daß die Zigeuner hierzu gerade das Terrain wählten, auf dem die Berliner-, Reinickendorfer- und Dalldorfer Grenze zusammentreffen, läßt mit einiger Sicherheit darauf schließen, daß fie in der Umgegend Berlins nicht eben Neulinge sind. Nach Zigeuner Art zündeten sie am späten Abend emen seinen Schein weithin verbreitendes Feuer an und unterhielten diese« die ganze Nacht hindurch. Die Männer faullenzen oder jagen die dort äußerst zahlreichen wilden Kaninchen, die erlegten am Spi.ße bratend, während die schmutzigen Weiber mit ihren halbnackten Kindern theils in den nahen Ortschaften, theils als Wegelagerer betteln. Die abge- triebenen und mageren Gäule laufen frei umher, sich ihreNahrung in der Umgebung der Wagenburg selbst suchend. Die armen Thiere'find übrigen« vorzuglich dresfirt und folgen auaenblick- lich dem Pfiff ihre« Herrn, wie kluge Hunde. Die Poliret staf bereit« Anstalten, fich der Gesellschaft anzunehmen. Da die Leute abwechselnd vor der Berliner Polizei aus Reinickendorfer Terrain und vor den Reinickendorfer Gendarmen aus Dall- dorfer Gebiet übertreten, aerieihen bereit« die Polizeibeamten unter sich über die Frage der Berechtigung resp. Verpflichtung zum Abschub dieser unwillkommenen Gäste in MeinungS- differenzen, und die armen Heimathlosen Zigeuner werden vor- auSfichtlich bis zum Ausgleich derselben ruhig weiter biwakiren dürfen. Eine Tischler fran»«« der Kritzerstratz« gedachte im Austrage ihre« Manne« eine Anzahl Tische in einem hiesigen Möbelmagazme abzuliefern und geleitete � Wagen hoch aufgeladenen Transport Ädalbertstraße streß mit einem den auf einem offenen selbst dorthin. In der anderen Fuhrwerk ihr Wagen zusammen, infolge des heftigen Anpralls kam die auf dem- selben befindliche Ladung ins Gleiten, die schweren Möbelstücke warfen die Frau zu Boden und begruben dieselbe vollständfi urrter sich AlS man die gewichtigen großen Ausziehtische be Serie geräumt hatte, fand man die Frau aus einer tiefen Kopf wunde blutend im bewußtlosen Zustand. Man brachte sie»r einem in der Nähe wohnenden Heilgehilfen und nachdem sie dort wieder zu sich gekommen war, klagte sie über die heftigsten Schmerzen in Brust und Rücken. Nach ihrer Wohnung ge- schafft, stellte denn auch der hinzugezogene Arzt fest, daß die unter der schweren Last begraben gewesene Frau einen Bruch mehrerer Rippen davongetragen hatte, so daß der Zustand der Verunglückten ein höchst bedenklicher ist. Um Gster» 1888 erregte daö plötzliche Verschwinden de« Apothekers Hunger, dem die Konzession zur Errichtung einer Apotheke in der Alvenslebenftraße ertheilt war. Aussehen. Da man fich dieses Verschwinden nicht ander« erklären konnte, wurde allgemein angenommen, daß Herr Hunger verunglückt, bezw. da« Opfer eine« Verbrechen« geworden sei, und infolge dessen ist die demselben ertheilte Konzession anberweit vergeben worden. Vor einigen Tagen hat nun, dem„Verl. Tagebl." zufolge, der Verschwundene endlich ein Lebenszeichen von sich geaebcn. Er befindet fich angeblich wohl und munter in Amerika und hat von dort unter Beifügung einer entsprechenden Summe Geldes an seine hier zurückgelassene Familie die Aufforderung gerichtet, zu ihm nach Amerika zu kommen. Z« de« DieKstähte««nf der Abdeckerei schreibt die „All?, Fleischer-Ztg/': Uns find nun Fälle bekannt, in denen gerichilick erwiesen ist, daß Fleisch von ver Abdeckerei gestohlen worden ist. Und von diesen neun Fällen abgesehen, schweben auch jetzt noch Untersuchungen über Fleischdiebstähle, die au der Abdeckerei begangen worden find. Kelbstmord einer Dreiuudachtrigjiihrigen. Ein ent> setzlicher Anblick bot fich am Sonntag Nachmittag den Passant ten der Reichenberaerstraße dar. Aus der dritten Etage des Hauses Nr. 18 stürzte sich gegen 2 Uhr eine 83 Jahre alte Frau auf den Bürgersteig hinab. Die Greifin war nur mit einem Hemd bekleidet und verschied nach wenigen Minuten. Man nimmt an, daß die Frau die That in einem Anfalle von Geistesstörung ausgeführt hat. Kurzen Urozetz finachte am Sonnabend der Inhaber eines erst vor eimgen Tagen eröffneten Gold- und Silber waaren-Geschäfte« von W. mit einer„Kundin". In dem Gr schüft erschien in der siebenten Abendstunde eine junge, elegant gekleidete Dame und verlangt« ein« golden« Uhrkette zu kaufen mit dem Bemerken, sie wolle ihren Mann zum Geburtstag mit einer recht schweren und kostbaren Kette überraschen. Von diesen legte der allein im Laden anwesende Inhaber ihr mehrere vor, die fie mit verftändnißvoller Miene in der Hand auf Schwere und Goldwerth prüft«. Herrn W. entging e« jedoch nicht, wie eine von den geprüften und zu leicht bcfun denen Ketten ihren Weg nicht zum Ladentisch zurückfand, viel- mehr unter den Mantel der Dame verschwand. Herr W. be- 'chäftigte sich auf's Eifrigste mit der Käuferin weiter, bi« seine Zrau erschien, die er bat, ihn auf einen Augenblick bei der Dame zu vertreten. Er selbst eilte hinten hinaus über den Hof auf die Straße, wo er einen Schutzmann requirirte. Der- elbe ließ sogleich eine geschlossene Droschke mit vorfahren, und nachdem die Diebin im Laden nach einigem Sträuben da« ge« stohlene Gut herausgegeben, führte sie der Schutzmann zur Droschke, setzte sich neben fie, und fort ging e« zum„Neuen Molkenmarkt". Dort stellte es sich heraus, daß die Fest« genommene eine abgefeimte Ladendiebin avar, die ihre guten Gründe hatte, in einem erst soeben eröffneten Geschäft fich als „Kundin" vorzustellen. Ei« schwerer Unglücksfall ereignete fich am Montag Abend auf dem Hackeschen Markte. Der Tuchmacher Rosen- zweig, Liegnitzerstr. 37 wohnhaft, war im Begriff, über den Straßendamm zu gehen, als er von dem Pferde eine« Arbeits- wagenS erfaßt und niedergestoßen wurde, wobei er so ungluck- lich zu Fall kam, daß ihm Vorder- und Hinterrad de« schweren Gefährt« über die Brust gingen und er wie todt vom Platze getragen werden mußte. Man schaffte den Verunglückten in» katholische Krankenhaus, wo er noch, zwischen Tod und Leben schwebend, darnieder liegt. Ob den Kutscher des Wagens die Schuld an dem Unfall trifft, wird die bereits ein- geleitete Untersuchung klarstellm müssen. Die Familie de« verunglückten Manne«, welche aus Frau und sieben unmündigen Kindern besteht, von denen das jüngste kaum drei Monate zählt, ist durch da« Unglück des Ernährer« in eine höchst be- drängte Lage gerathen, welche sich zu einer ganz besonders schlimmen gestaltet, weil der Verunglückte zur Zeit keiner Krankenkasse angehört. Derselbe war nämlich bis vor Kurzem Mitglied der Schlosserkasse, au« welcher er durch Uebertritt in eine andere Fabrik ausschied. Von seinem jetzigen Arbeitgeber ist er aber noch nicht zu einer anderen Krankenkasse angemeldet worden und mithin wrrd die arme Frau nicht einmal die übliche Unterstützung erhalten., Gin Lehrer hatte durch die Zeitung ein zungeS Madchen als Auswärterin gesucht. Am 16. Oktober meldete fich bei ihm ein Mädchen von fünszehn bis sechzehn Jahren, welche« angab, Klara Schmidt zu heißen und in der Rüdersdorferstraße zu wohnen; fie wurde als Aufwärterin angenommen. Aber schon am folgenden Tage verließ sie Heimilch die Wohnung des Lehrers unter Mitnahme einer goldenen Damenuhr nebst Kette und unter Zurücklassung eines kleinen goldenen Ringe«. Die Preise, welche für Grundstücke in Berlin gezahlt werden, find außerordentlich hohe. An der Ecke der Nieder- wall und Kleinen Jägerstraße wird jetzt ein schmales, altes Haus ohne jHof abgebrochen. Die Quadratruthe ist hier mit 20 000 M. bezahlt worden. d-lph D. hat die zwischen sieben und ................... unbekannten Männern, die er nicht zu beschreiben vermag, angefallen und beraubt worden sei. Er will, als ihm mit einem Taschentuche der Mund zugehalten wurde, die Besinnung verloren, und als er wieder zu sich gekommen, wahrgenommen haben, daß'hm das Beinkleid abgezogen war. Aus dem Polizeirevier erschien er gegen 3 t Uhr in Begleitung seiner Mutter, ohne Beinkleid. An seinem Körper waren Spuren verübter Gewalithätigkeit nicht bemerkbar; auch zeigte der weiche Boden an der Stelle, wo der Knabe gelegen haben will, keine Eindrücke. Eine» Knäblei»» im pferdebahnwage« genesen ist gestern Nachmittag eine etwa 23iährtge junge Frau Marie B. Dieselbe hatte gegen 3 Uhr Nachmittags den vom Spittelmarkt nach der Landsberger Allee fahrenben Pferdebahnwagen bestiegen, als sie plötzlich unwohl wurde und wenige Minuten darauf hielt der Nachbar der kranken Passagierin, ein alter Herr und anscheinend noch Junggeselle, emen lungen, zappeln- den und kraftig schreienden Weltbürger in den Armen.— Unter diesen Umständen mußte der Pferdebahnwagen in der Judenstraße halten und ein zufällig vorübergehender Arzt ord- nete sofort die Uebersuhrung von Mutter und Kind, welch' letzteres von den weiblichen Insassinnen des Wagens in einen Handkorb gebettet worden, nach dem städtischen Krankenhause Jriedrichshain an, nicht ohne daß vorher die Mitpassagiere de« in der Pferdebahn Geborenen durch eine sofort abgehaltene Kollekte ein artiges Sümmchen als Pathengeschenk in den zur improvisirten Wiege umgeschaffenen Handkorb gelegt hätten. Uistko der Arbeit. Der Klavierarbeiter Karl Krüger ist vorgestern Nachmittag au« der Bodenluke des Hauses Krauts- straße 3g herauSgesturzt und hat sofort den Tod gefunden. Der Verstorbene war bei der Firma Schütz u. Komp. be- schästigt. Er hatte Holz heraufzubefördern, als ihn das Unglück ereilte. Polizeibericht. Am 20. d. M., Nachmittags, stürzte der Zimmerer Nedow infolge eines Fehltrittes von dem im Neubau brfindlichen Dache de« Seitenflügels auf dem Grundstück Französischestraße Nr. 42 auf den Hof hinab und erlitt dabei anscheinend eine Gehirnerschütterung, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— Am 21. d. MtS., Vormittags, fiel eine 79jährige Frau vor dem Hause Brückenstraße 13 aus dem Bütgersteig nieder und zog sich dadurch eine schwere Verletzung am rechten Knie zu, so daß ihre Ueberführung nach der Charitee nothwendig wurde.— Zu derselben Zeit wurde ein Dienstmädchen in der Wohnung seiner Herrschaft, in der Friedenstraße, im Bette liegend todt aufgefunden. Da da» Mädchen sich vermuthlich in einem Anfalle von Schwermuth vergiftet hat, wurde die Leiche nach dem Schauhause geschafft. — Gegen Mittag wurde ein Bäckergeselle in der Banbelftraße erhängt vorgefunden.— Zu derselben Zeit feuerte eine Maler- frau vor der Reichsdruckerei, Oranienstraße Nr. 90—92, auf den Professor Jacoby au« der Entfernung von etwa 5 schritten einen scharfen Schuß aus einer Tejching-Pistole ab, ohne ihn jedoch zu treffen. Verzweiflung über angeblich abfallige Beut« t Heilung der von ihrem Ehemann für dre Königlichen Museen gelieferten Arbeiten seitens des Professor« Jakoby scheint die Veranlassung zur That gewesen zu sein.— Nachmittags stür.te sich ein seit mehreren Wochen schwer erkrankter Schlosser im Fieberwahn au« dem Fenster seiner im 2. Stock de« Hauses Bernauerstraße 25 belegenen Wohnung aur die Straße hinab und verstarb bald darauf infolge der erlittenen schweren Ver- letzungen.— Zu derselben Zeit fiel ein im 5. Stock des Quer« geväudes auf dem Grundstuck Krautsstraße 39 mit dem Herauf- winden von Brettern beschäftigter Tischlergeselle auf den Hof inab, wo er mit gebrochenen Gliedern liegen blieb und kurze eit darauf verstarb.�— Abend« wurde ein Mann vor dem .>ause Span dauerbrücke 6 von einem beladen en Wagen über- fahren und anscheinend innerlich fo schwer verletzt, daß er nach dem St. Hedwigskrankenhause gebracht werden mußte.— Am 2l. d. M. Nachmittag« fanden Prinzenstraße 52 und in der Nacht zum 22. d. M. Fruchtstraße 65 und Melchiorstrabe 23 kleinere Brände statt, welche von der Feuerivehr gelöscht wurden. Kewrgung dir ß!»vötl>er«,>g l>»r Stadt Kerlin. An der Wocke vom ■29. Zextenider bt6 5. Oktober 1889 fanden 691 Ebefchlteiimgen statt. Lebend ge- '" außerehelich, todtflebortn waren<6 mit 11 boren wurden 889«tnder. darunter 90___________ auherebelilben. Die Lebendgeborenen stnd 80,8, die Todtgeborencn 1,6 pro Mille der Bevölkerung, die austcrebelich Geborenen sind bei den Lebcndaeborcnen 10,1, bei den Todtgeborenen 23.5 p(St. Die Zahl der gemeldeten Eterbefälle de- tnig 492, die sich aus die Wochentage wie folgt verthetlen: Sonntag 68. Montag 82, Dienstag 66. Mittwoch 61, Donnerstag 72, Freitag 76, Sonn- abend 67. Von den Gestorbenen erlagen an Mosern 0, Scharlach 7, Rose 1, Diphtherie 26, Bräune 2, Äcnchhnstm 7, Atndbettsieber 4, Tvvbu» 7, epidcm. Genickstarre 0. Ruhr 0, Eaphilii 2, Altersschwäche 13, Gehirnschlag 14, Lungenentzstndung 23, Lungenschwindsucht 72, Diarrhoe 23, Brechdurchsall 18, Maaendarmkalarrh 11. Durch Vergiftung kam 0 Person um und zwar durch Selbstmord. Eine« gewaltsamen Tode« starben 14 Perionen, und zwar durch Verbrennung und Verbrühung 1, Erhängen 3, Ersticken 1, Swrz oder Schlag 4. Schuhwunde 5, Stich-, Schnitt- oder Bihwunde 0, Hierunter sind 8 TodeSialle durch Selbstmord herbeigeführt Dem Alter nach sind die Gestorbenen� Unter 1 Jahr all 152(80,9 pEt der GesammtsterblichkeW. 1-5 Jahre 63. 5-15 Jahre 28, 15-20 Jahre 8, 20-30 Jahre 43, 30-40 Jähre 46. 40-60 Jahre 70« 60-80 Jahre'.73. " anfcnhä über 80 Jahre 9 Personen. In hiesigen Krankenhäusern starben 128, einschließlich 18 Auswärtige, welche'zur Bebandlung hierher gebracht waren. Auf die Standesämter vertheilen sich die Todesfälle folgendermaßen: Berlin- Kölln> Dorolheenfladt(1.) 9, Friedrich stadl(II.) 17, Friedrich- und Schöne- berger Vorstadt(III) 31, Friedrich- und Tempelhofer Vorstadt(IV.) 86, Louisen- stadt senseit, westlich(?».) 35, Luisenstadt senscit, östlich(Vd.) 22, Luisenstadt diesseil und Neu-Kölln(VI.) 87, Stralauer Viertel, westlich Beifall auf) leitete seine im Jahre 1 zeigt, inden als Kandidc wurden; di Energie für kommunaler Es hat sich eine Mein Segen di n letzter Tüsseldorfer Posten sein früherer Assistent, so daß J tinuität der Anschauung und Berichterstattung im r. Maße gewahrt blieb. Dagegen umfaßt der Bericht im versetzten GewerberatheS für die Provinz Hannooer halbe Seite und ist so gut wie gar nicht zu rechne»,• Bericht über die Provinz Pommern ist nur drei evmß< und enthält über die wirthschaftlichen und sittliche« 0*.;.en der Albeiterbevölkerung, Wohlfahrt« einrichtungen rc. g«*, J Der allerdings_7l. Seiten zählende B.richt�für � «ber nur d, Arbeiter eir für eine kle oder Ausbä Stadltheile, der andern sich darum und andere Empfangsft fcäserrtiren, aß Berlii Nachdem A gierungsbezirk Schleswig enthält zwar die' Rubrik �,. schaftlrche und sittliche Zustande der Arbeiterb-»?* bei se Nlodl sab rt« einrichtuna en: Verschiedene«"' bstl I.-r... A aber Mfl ■«wJ Zeilen, in denen gww, für PsJ wo ihm G, !o unsere Pi >e er Kommu An der Di tzeidtmann, durch ihre pflichtet sei. Lebens zu Tutzauer ko welche An nctenverfan Arbeiter? treffend Unfallverhütung, Konsultation, Genchmizuug» sicher Anlagen, Sachverständigen-Aussagen vor G-H immer mehr zunehmen; so klagt der Königsberg-r Z daß, während in den ersten Jahren seiner Ämtsthass». un0 �xr, eingegangenen Schriftstücke nicht viel über 300 beiruW Minorität deren Zahl im Jahre 1837 auf 1676 und 1888 aus� jam Durch lief. Andererseits wird von nicht weniger als 7 der immer wu schen Inspektoren bedauert, daß die Ortkbchörden Gleichberech spektioneverpflichtung vielfach nur ungenügend na«'� sichrn. Ali deren Befähigung zu diesem Amte man wegen ihr?« Srechenhau bezw. Re'pektoerhältnisscS zur örtlichen Industrie ja liches Elen! anzweifelt. Im ganzen Königreich Preußen fungrrc« � diesem Bar AuffichtSbeamle, 18 Inspektoren und 9 Assistenten, daSstJj veranlaßt,' Königreich Sachsen, des noch nicht so, viel Einwohne» A derartiger. einzelne preußische Provinzen, 7 Inspektoren, 14 AsfrstsssJ man s 3 chemische Sachverständige. Allerdings dürfte in deM s«,L nichts wert, reichen Sachsen bisher auch das Institut der Fabrtki»� hie erste relativ am besten entwickelt; Bayern zählt nur 4 3«0 daß, wen und eine Anregung auf Vermehrung dieser Zahl ha�M> handelt, n rische Reg erung kürzlich als unnöthig abgewiesen. J«,Ä Seite alles berg und Hessen ist dagegen jüngst je erne zweite Äul� samkeitSsyst geschaffen worden. Jedenfalls beweisen die»»i, Tj Anführung rreußlschrn Berichte von Neuem, daß dort der Sia der Beamien eine ganz ungenügende ist, und hat wa« A lung vre U richtung einmal geschaffen, so sollte man sie doch««».A verordneter fähig erhalten und genügend ausbilden; die verhall« es zu vermehr geringen Kosten kämen kaum in Betracht. Tbatsach1..� den versi ThatfasVlM. wiederholtem Landtage� Anregungen jrach dieser � bcr feilig immer von neuem betont wird, bleibt die � cus, wa« von oppositioneller Seile zu dem Vorwuil A?£L J?* wird, dab man an maßoebender Stelle der aanun C>«sa®?, wird, daß man an maßgebender Stelle der aanzen Er.,. der Gewerberäthe als zu„liberal" wenig günstig 0Cf'aJ mL }u„liberal" wenia günstig 1 Zunächst wäre zu wünschen, daß mindestens zed� �V?Namlrt «in Assistent beigegeben würde. Alle diese im � guten Sache und der Hoffnung aus�Abhilse scharf Apg* der Wirksamkeit der den Nutzen und t- hebenden Mißstände benehmen räthe und ihrer Berichte natürlich kennung nicht." Luckenwalde, 22. Oktbr. Heute legten sä».-.. arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Cohn& Arn»«, Lohndifferenzen die Arbeit nieder. Zuzug ist fern iL Alle Sendungen sind an Fritz Helsinger, Potsdamer« d richten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden gebeten. L>cr.fc,ttr»rlungert Cin* Vit bipichti öffratUdtl Pirr-"1"1'.'' zvähler de» 35. Kommunal- Mahlbezirk» Gl«« d. M. Vorsitz des "rage:„! von der elche Heri derselbe sich «vngresses auch die S für den ach Zeit doch r hast an di« hatten die noch tiefer f «mgestalter nach der M zum Gros dieser Rrch Freitag, den 18. d. M., Abends 8 Uhr, rn Lehma«« ff 1� cd ritt oel Schwedterstraße 23, unter Vorsitz des Herrn Heidl>« KtifSciiubmach Der erste Punkt der Tagesordnung: Wahl ein-*„F J>® komiteeS, fand seine Erledigung dadurch, daß die � Koopmann(Zuschneider), Georg Becker(Tischler Li, i(ls Tamm(Zimmerer), A. Weiß und Fritz Pump("l ch solches gewählt wurden, mit dem Verspreche«..p»-- mit aller Energie für die Wahl eines Arbcrt-r � für den 35. Kommunal-Wahibezirk einzutreten,««» i«L Ersuchen an die Versammlung, das Komitee Agitation, sowie durch thatkrästiges Eintreten am M zu unterstützen. L-WV nderen e nicht en ewerkscha erden für etrieb erst och auf K '-rlängenr Wahl in ihren Bemühungen tun? dl>! rkibt läiii ufcü » EmrichtZ di- o«* a«iM' o. Süln* l- M �reich Na»-« l.©of iupt l»81 fall der Versammlung gab die Versicherung, daß diesem nach« ackammen wird. Da- auf hielt He-r Iah. Gnadt einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über Ko-nmunaleS. Redner leitete leinen Vortrag damit ein, daß die Parteigenossen schon im Jahre 1883 Sympathie für die Stadtverordnetenwahlen ge- zeigt, indem mehrere Genossen in verschiedenen Wohlbezirken als Kandidaten aufgestellt und theilweise mit Majorität gewählt wurden; dieses sei ern Zeichen, daß. wenn die Arbeiter mil aller Energie für ihre Rechte eintreten, sie auch im Stande sind, auf lommunalem Gebiet im Interesse der Partei etwas zu leisten. Es hat sich leider seit dieser Zeit unter den hiesigen Genossen eine Meinungsverschiedenheit herausgebildet, ob für oder «egen die Stadtverordnetenwahl eingetreten werden soll. In letzter Stunde sei es noch gelungen, durch den Beschluß einer groben Versammlung im„BöhmischenBrauhause" für die Wahlen einzutreten und sei ein Zentral- Wahlkomitee gewählt, zu welchem auch er(Redner) gehöre, mit dem Aus- trage, überall da Kandidaten aufzustellen, wo Aussicht vorhanden ist', dieselben durchzubringen, oder wenigsten» in die Stichwahl zu kommen. Da er nun(Redner) die Ehre habe, den 37. Kommunal- Wahlbezirk als Arbeitervertreter in der Stadtverordneten- Versammlung zu vertreten, so wolle er heute noch einmal in dieser Versamm- lung auf seine und seiner Mitkollegen Thätigkeit im rolhen Hause hinweisen, mit dem Bemerken, daß es wohl möglich sei, auf kommunalem Gebiet das Programm der Arbeiterpartei nach und nach einzusühren, um es so zu verwirklichen. Die verschiedenen Parteilich! ungen und deren Ansichten über das Wohl und Wehe der Bürger, hauptsächlich des ArbeiierstandeS, habe den Arbeitervertretcrn genügend Gelegenheit und auch Veranlassung gegeben, zu der Ansicht zu kommen, daß es wohl «ötbig sei, eine Oppositionspartei zu schaffen, welche die heutige "G.schaftSleitung in der Stadtverwaltung scharf beobachtet und auch kcitisire, sogar in andere Bahnen lenke. Zwar nenne sich die sogenannte deutsch- freisinnige Partei auch eine Oppositionelle und ist die Verwaltung in deren Händen, da die Mehrzahl der Stadtverordneten veutsch-freisinnig sind, aber nur dann erhebe sie Opposition, wenn für die städtischen Arbeiter eine Lohnerhöhung, Verkürzung der Arbeitszeit, oder für eine kleine Aufbesserung der Gehälter der Unterbeamten, oder Aufbesserungen für die stiefmütterliche Behandlung jener Stadltheile, wo das Proletariat wohne, gefordert würde. Auf der andern Seite sei diese Partei immer zu haben, wenn es sich darum handle, Dotationen an Stadträthe, Bauinspektoren und andere höhere städtische Beamte zu vertheilen. Auch zu Empfangsfeierlichkeiten u. f. w. müssen die Stadtväter re« vräsentiren, und sei bei diesen Gelegenheiten zu sehen, daß Berlin im wahren Sinne Millionen st adt sei. Nachdem Redner das Programm und die Verwirklichung des- selben eingehend besprach, ferner der Schwierigkeiten gedachte, welche den paar Arbeitervertretern bei Stellung irgend eines Antrages, oder Eindringen in die engeren Kommissionen bereitet würden, schloß er mit dem Wunsche, daß die Genossen dasür Sorge tragen möchten, daß sich die Zahl der Arbeiter- Vertreter vermehren soll, und diescS erreicht würde, wenn jeder selbst bei semen Bekannten, in der Werkstatt, und überall da, wo ihm Gelegenheit geboten wäre, für die Wahlen eintrete, um so unsere Partei, sowie das Programm der Arbeiterpartei auch in der Kommunalvcrwaltung zu verwirklichen.(Lebhaftes Bravo.) An der Diskuision betherlrgten sich die Herren Koopmann und Heidtmann, und traten der Ansicht des Referenten bei, bewiesen durch ihre Ausführungen, daß die Arbeiterpartei sogar ver- pflichtet sei, sich ihren Platz auf jedem Gebiete deS öffentlichen Lebens zu erringen, und Antheil daran zu nehmen. Herr Tutzauer kommt noch einmal auf die Wahlen von 1883 zurück, welche Anstrengungen vom Magistrat und der Sladtverord- nctcnversammlung gemacht wurden, als man sah, daß die Arbeiter Siege errungen und durch ihre Vertreter ihre 'Rechte geltend machten. Es wurde sogar damals der gewählte Arbeitervertreter Splettstößer seines Man- dateS enthoben und an seiner Stelle der Äürgerparteiler Pest vom Magistrat, angeblich weil begründeter Protest gegen die Wahl des Ersteren vorliege, eingesetzt. Es sollen aber den Gegnern für diesmal sowie für du Zukunft die Mittel ent- iotzen werden, einen der Unsrigen wieder zu verdrängen. Des Weiteren führt Redner an, daß alle Anträge, welche von Seiten der Arbeitervertreter für die Jntercssen der Arbeiter und Steuerzahler gestellt worden seien, und welche infolge der 00 beirvA Minorität der Vertreter der Arbeiter im rothen Hause nicht 588 aU',oS zum Durchbruch gebracht werden konnten, dennoch immer und 7 der£5 immer wieder eingebracht werden sollen, um dadurch die Zrden ,d nw zcn ihflW SiechenhauseS �...--- hit ja liches Elend in den Famrlren derienrgen Arbeiter, welche bei fungirea�j diesem Bau verunglückten, entstand, sah sich der Magistrat nicht �-n. dog-K veranlaßt, für du Hinterbliebenen etwas zu thun, auch als ein derartiger Antrag von den Arbertervertrctern eingebracht wurde, .. hielt man sich nicht für verpflichtet, einzutreten, es blieb uns in dein«Q nichts weiter übrig, als durch Sammlungen freiwilliger Gaben ' Fabrik-fsA die erste Roth zu lindern. Hieraus sei ersichtlich, ir 4 daß, wenn es sich um das Wohl des Arbeiters >hl hat � handelt, nichts gethan wird, hingegen auf entgegengesetzter it. In rrjj Seite alles bewilligt würde und von dem viel geiühmten Spar- eite Auu�u famkeitssystem unserer Stadtväter nichts zu merken sei. Durch die o«"'!| Anführung der verschiedensten Vorgänge und Bewilligungen dort � in der Stadtverwaltung gelang es dem Redner, der Versamm- hat ma« lung die Ueberzeugung beizubringen, thatkräftig für die Stadt- doch au» Ij verordneten-Wahlen einzutreten, um so die Zahl der Vertreter verhält»'!;! zu vermehren. Zum dritten Punkt der Tagesordnung wur- xhatsächW den verschiedene Fragen gestellt und zur Zufrieden. sserRicklgheit' �'"~''" ---- WrÜ ...... 'die M-Ä des 35. Wahlbezirks, die Produkte der Meierei Bolle, sowie ' Pl auch von Loeser und Wolsf�nicht zu kaufen." Nachdem noch mit.. deuff»-» t Z lerstattM [6 cwz-Z Z-ntr-A kwren � irmenfw8z . Dics-tZ n, daß« ideaörtj» Bezieh� setziÄU un. 2«? mt notßj e-B-Ä M den, dal? Zem d<*' H'" tÄ den wy der W tschen Z en Ii--»! ung wn te chm' so daß 2 mg i«Z Bericht � aover chne». irei S-'Ä ttlichn- 5" en ic. 8® '«Irf eit-rb-A aber d« n gesass, für in enU- "ÄÄ r mannst? Gew-uZ iner d«?) hte grf» einem» t Anlai Iewerdl unterff eineni h eine Da»«: Jnspekt-l) L« der Fragesteller beantwortet. Folgender Antrag una der f? wurde, nachdem er genügend begründet, einstimmig angenommen. - Vediili«!«.Beantrage und ersuche die Kommunalmählcr- Versammlung die Vela-2 des 35. Wahlbezirks, die Produkte der Meierei Bolle, sowie BoiwU-l 2?uch von Loeser und Wolsf nicht zu kaufen." Nachdem nock mux\ St»-? bekannt gemacht, daß der Kandidat für den 35. Kommunal- s!,a acst'52 Wahlbezirk ln c,n-r demnächst stattfindenden Versammlung '.-nrrtffnmtrt murde. imlOR der-iRnrRfcpnhs» mit oirtow» it V- l und d- i ainteitd fern»« zdamer den u" lcbcite-- n, u»b' '.t dur»-- !n Kp Mai 1890, voll und ganz stehenden Mitteln einzu- im Int--� kräftigen Hoch auf die Sozialdemokratie die Versammlung um sftuiif Schuhmacherversantmlung tagte am 2l. d. M. im Saale der Arndt'jchen Brauerei(Moabit) unter »Vorsitz des Herrn Reff. Auf der Tagesordnung stand die kümvitl-�Frage-„ Welchen Nutzen haben die Schuhmacher »,,0 n der Verkürzung der ArhertSzeit?", über welche Herr Richard BaginSki Vortrag hielt. Wenn derselbe sich auch prinzipiell mit dem Beschlüsse de« Pariser Kongresses einverstanden erklärte und die Erklärung abgab, daß «uch die Schuhmacher freudig am 1. Mai k. I. ihre Stimme für den achtstündigen Arbeitstag erheben werden, so hält er die Zeit doch noch nicht für gekommen, daß die Schuhmacher ernst- hast an die Verkürzung der Arbeitszeit denken könnten. Vorerst chatten die Schuhmacher dahin zu wirken, daß die Löhne nicht Rotb!---ken, die Verkürzung der Arbeitszeit müsse der alles umgestaltenden Zeit anheimgestellt werden. Die Schuhmacherei ist, " � Meinung des Vortragenden, im Entwickelungsstadium f,hd s�-M-m Großbetriebe begriffen. Daß die.Schuhmacherei nach duter Richtung hin m,t anderen Gewerkschasten nicht gleichen Schritt gehalten habe, sei der Grund dafür, daß heute die i»in!« Schuhmachergesellen, welche früher einen gleichen Verdienst mit r. hit H-Ä anderen Gewerksaenossen erhielten, heule!o gestellt sind, daß �---cht einmal als Maximallohn das erreichen, was sich andere Wib�/isf�merkschafUi, als Mindcstlohn festgesetzt haben. Bessere Zeiten --p. iitj werden sur die Schuhmacher erst eintreten, wenn der Groß- V,n'"C me«lyuymacyer erlt e,»treten, wenn der iNrotz- >r�iterk-»-it-«krieb erst überwiegen und der letzte Kleinmeister, der sich heute noch auf Kosten der Gesellen durch Kürzung des Lohnes und Verlängerung der Arbeitszeit chen Konkurrenzkampf mit dem Großbetriebe zn ermöglichen und sich über Wasser zu halten versucht, in die Fabrik eingezogen sein wird. Wenn auch, wie gesagt, die Schuhmacher vorerst noch gehalten seien, für ihr nacktes Leben zu kämpfen, so würden sie dennoch mit dem ganzen Proletariate am 1. Mai k. I. für den achtstündigen Arbeitstag eintreten in der Erkenntniß, daß jeder Sieg, den eine andere Gewerkschaft erringe, auch für die Schuhmacher von Bedeutung und von Einfluß sei und so erhoffte Redner, haß auch für die Schuhmacher bald eine bessere Zeit kommen werde. Den Nutzen einer Verkürzung der Arbeitszeit legte Redner des Näheren klar. Nach einer kurzen Diskussion, in welcher zum Anschluß an den Verein zur Wahrung der Jnter- essen der Schuhmacher ausgefordert wurde, um für den im nächsten Frühjahre bevorstehenden Lohnkampf gerüstet zu sein, sowie zum Lesen der Arbeiterpresse, gelangte folgende Resolution zur Annahme: „Die heute im großen Saale der Arendt'schen Brauerei in Moabit tagende öffentliche Versammlung der Schuhmacher beschließt, für die Beschlüsse des inter- nationalen Arbeiterkongresses in Paris, betreffend die Achtstundenbewegung zum 1 mit allen uns zu Gebote treten." Ferner beschloß die Versammlung: „Die heutige Versammlung beschließt, das Bier der Brauerei Königstadt nicht eher zu trinken und auch bei den der Brauerei unterstellten Oekonomen nicht eher zu verkehren, bi« die Brauerei und ihre Oekonomen die Säle zu Arbeiterversammlungen hergeben. Auch beschließt die Versammlung, die Produkte de« Herrn Bolle nicht zu konsumiren infolge des Verhaltens des Herrn Bolle seinen Arbeitern aeaenüber." Es ist noch mitzutheilen, daß die Zahlstelle zum General- fonds sich Birkenstraße 24 befindet und Beiträge dortselbst wöchentlich Dienstags von 9 Uhr Abends ab entgegengenommen werden. Am nächsten Sonntage feiert der Verein zur Wah- rung der Interessen der Schuhmacher sein zweite« StiftungS- fest. Um zahlreiche Betheiligung an Beidem wurde gebeten und die Versammlung mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung geschlossen. Da» steht nicht ans der Tagesordnung! Die„Verordnung zur Verhütung eines die gesetzliche Frecheit und Ord- nung gefährdenden Mißbrauchs des VerfammlunqS- und VeieinigungSrechtS vom II. März 1850" legt dem Einberufer einer Versammlung nur die Verpflichtung auf, dieselbe recht- zeitig anzumelden. Was in der Versammlung verhandelt wer« den und wer in derselben das Wort führen soll, ist mithin ausschließlich Sache deS Unternehmers. Daran ist auch durch. da« ÄuSnahinegesetz nichts geändert worden. Dennoch passirt es häufig, daß die Polizei nicht nur die Angabe der Tages- ordnung und den Namen des Redners verlangt, sondern auch, falls derselbe am Eischeinen veihindert ist, einem anderen Redner das Wort nicht gestatten will. Ein derartiger Fall passirte am Montag Abend wieder in einer Versammlung de« Vereins der in der Filzschuh- Fabrikation beschäftigten Arbeiter, welche im Lokale Münzstraße Nr. 11 statt- Sand. Der angemeldete Referent, G. Schulz, war am Erscheinen verhindert und als der Vorsitzende dem an seiner Stelle anwesenden Herrn Liefländer das Wort ertheilen wollte, erklärte der überwachende Beamte, daß dieser nicht sprechen dürfe, weil er nicht auf der Tagesordnung stehe. Um eine etwaige Auflösung zu vermeiden, ging man sofort zum zweiten Punkte der Tagesordnung. Diskussion, über, an welcher sich auch Herr Lieflander ungestört betheiligen konnte, um nun Das zu sagen, was er als Vortragender hatte sagen wollen. Der Beamte machte jedoch später den Vorsitzenden daraus aufmerk- sam, daß der Redner kein Recht zum Sprechen gehabt habe. Mit dem Vereinsgesetz läßt sich diese polizeiliche Auffassung nicht in Einklang bringen, denn dieses verbietet Niemandem, in einer ordnungsmäßig angemeldeten Versammlung das Wort zu nehmen. Der Fachnerein der All-umarl-eiter hielt am 14. ds. feine fällig« Generalversammlung ab. Zum ersten Punkt der Tagesordnung:„Rechnungslegung", erstattet zunächst der Kassirer Bericht über den Stand der Kasse; die Einnahmen betragen 157,20 M., die Ausgaben 99,70 M., bleibt mitbin ein Ueberfchuß von 57,50 M. Die Revisoren bestätigen die Richtig« keit der Abrechnung und wird auf deren Antrag dem Kassirer Decharge ertheilt. Vom Vorsitzenden wird sodann die Abrech- nung über das am 6. Juli stattgesundene Sommernachtssest verlesen; es betrugen die Einnabmen 190 M. 10 Pf., die Ausgaben 176,20 M., bleibt ein Uebcrschuß von 13.90 M. Die vom Vergnügung» komitee erstattete Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der alle 14 Tage stattfindenden ge- selligen Abende ergiebt einen Ueberfchuß von 22 M. Beide Rechnungen werden für richtig befunden. Zum 2. Punkt, Be- richt der Arbeitsnachweiskommission, erstattet Herr Madel namens derselben Bericht. Eingegangene Offerten im 3. Quartal waren 25, Arbeitsuchende haben sich gemeldet 38, wovon 21 Arbeit erhalten haben während 14 sich als wieder Arbeitende nicht abgemeldet haben. Das Resultat wird von mehreren Rednern als ein befriedigendes bezeichnet, da ja die „Volkszeitung" noch sehr viel von Fabrikanten wie Arbeitern benutzt wird. Es wird allgemein die Hoffnung ausgesprochen, daß dieses Institut mit der Zeit wohl den gehegten Erwartungen entsprechen wird. Sache der Albumarbiiter soll und muß es sein, hierzu nach besten Kräften beizutragen.— Bei Punkt 3, Wahlen, erfolgt die Wahl deS Hrrrn Fröhlich für das Ver- gnügunatkomitee. Für drei ausgeschiedene Mitglieder der Ar- eitSnachweiS-Kommission erfolgt die Wahl der Herren Betbge, Psaude und Wellhausen.— Sodann erklärt der Kassirer Herr Lipp, daß er sein Amt niederlege. Da diese Angelegenheit nicht auf der Tagesordnung steht, entsteht zunächst eine Debatte darüber ob diese Amtsniederlegung anerkannt werden soll, so- dann wird jedoch auf Antrag aus der Mitte der Versammlung zur Wahl geschritten und Herr Kaiser einstimmig zum Kassirer gewählt.— Zu Punkt 4, Statutenänderung, beantragt der Vorstand, die§§ 7 und 8 des Vcreinsstatuts dahin abzu- Lndein, daß in beiden Paragraphen es in Zukunft heißt, im Monat„Januar" statt im Monat Februar. Dieser Antrag wird, nachdem derselbe vom Vorsitzenden kurz motioirt ist, debattelos angenommen. Zum fünften Punkt, Verschiedenes, beantragt zunächst die ArbeitSnachweiskommission, da« Lokal derselben von der Rittcrstr. 31 nach der Adalbert straße 4 bei Herschleb zu verlegen. Nachdem feiten« der Kam Mission sowie des Vorsitzenden die Gründe hierfür klargelegt find und nachdem noch die Lokale von Werschke, Adalbertstr. 16, und Sperling am Oranienplatz vorgeschlagen sind, wird der Antrag der Kommission angenommen.— Der Vorsitzende Herr Mielenz theilt noch mit, daß die streikenden Feilenhauer um Unterstützung ersucht hätten und schildert in kurzen Worten den Stand des Streiks, worauf auf Antrag des Herrn Freuden- reich denselben 15 M. aus der Vereinskasse bewilligt werden Der Arbeitsnachweis befindet sich jetzt nur noch Adalbertstr. 4 bei Herschleb, Abends von 8—9, Sonntags von 10—11 Uhr. Der Drrband deutscher Mechaniker und vecw. Be- ruftgenossen hielt am Mittwoch, den 16. d. Mts., eine Mitgliederversammlung in Sahm's Klubhause ab. Auf der Tages- ordnung stand: Vortrag deS Herrn Gerisch, Diskussion, Ver- schiedeneS und Fragekasten. Die beiden ersten Punkte mußten, da der Herr Referent krankheitshalber verhindert war zu er- scheinen, auefallen. Unter„Verschiedenes" verlas der Vor- sitzende einen Brief des Nürnberger Streikkomitees, welcher leider die traurige Thatsache enthielt, daß einige an dem Streik betheiligte Feinmechaniker feige und wortbrüchig gehandelt haben, indem sie die Arbeit bei der Firma Schuckert u. Co. wieder ausgenommen haben. Diese für alle mehr oder weniger Inter- essiiten traurige Botschaft, rief bei allen Anwesenden eine nur u gerechtfertigte Entrüstung hervor, umsomer Opferwilligkeit fast sammtlicher Kollegen Deutichlands gewiß nicht gelegen hat, denn die ausgegebenen Sammellisten sind in dankenswerther Weise bereitwilligst benutzt worden. Wie es in einem solchen Fall nicht anders zu erwarten wer. stimmte denn auch die Versammlung, nachdem einige Redner daS Verhalten der betreffenden Mechaniker, sowie das Streik- brechen überhaupt einer scharfen Kritik unterzogen hatten, für vollständige Ausstoßung der Betreffenden au« dem Verband. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Die Zahlstelle Berlin beantragt beim Vorstand den Ausschluß derjenigen Kollegen aus dem Verband, welche nach Proklamirung des Streiks noch bei Schuckert u. Ko. gearbeitet haben." Hieraus berichtet der Vorfitzende, daß es in Sachen der Firma Willing und Violet noch zu keinem genügenden Rcsusiat gekommen ist. In etwa« hat ja wohl die betreffend« Firma den Forderungen de« Verbandes entsprochen, jedoch mit diesem Etwa« kann sich der Verband durchaus nicht zufrieden geben, es wird deshalb die diesbezügliche Resolution voll und anz ausrecht erhalten bleiben. Es wurde sodann einiges über ie Verhältnisse, welche in den Fabriken der Herrn Loeser und Wolff herrschen, berichtet. Zum Schluß wurde berichtet,- daß das diesjährige Stiftungsfest am 7. Dezember auf dem Berliner Bock stattfindet. Die Htldhauer hielten am Montag Abend eine von gegen 1500 Personen besuchte öffentliche Versammlung im Korzrrthause„Sanssouci" unter Vorsitz des Herrn Schutze od, um zunächst den Bericht der Lohnkommisfion aus dem Munde des Herrn Plage zu hören. Referent führte ungefähr folgendes aus: Die Bildhauer traten mit der Forderung der Ltzstün» diaen Arbeitszeit an ihre Arbeitgeber heran(die Fabrikanten müssen jedoch 9 Stunden bezahlen, die Frühstücks- und Vesper- pause) und wählten am 7. Oktober eine Lohnkommission, die dem Sinne der damals gefaßten Resolution nach nur ein« be» rathende Thätigkeit entwickeln sollte. Mit der Stunde aber, als die Gehilfen forderten, mußte die Kommission der Natur der Sache nach aktiv thätig werden. Nack der ungefähren Zusammenstellung.der Kommission, die auf Voh- ständigkeit keinen Anspruch macht, ist in 18 Weikstellrn die 8> stündige Arbeitszeit und die Bezahlung nach dem Wocker.» resp. Stundenlohnsystem, in 34 Geschäften nur die erste Fvr- derung, in 13 Fabriken nichts bewilligt worden. Redner bespricht hierauf die Stellung der„Selbstständigeu" und die Stellung, die die Gehilfen denselben gegenüber einzunehmen haben, und ist der Ansicht, daß man aus erster« keine Rück-icht nehmen, vielmehr, wenn sie sich den Forderungen entgegen- stellen, auch gegen diese vorgegauaen werden müsse. Redner betont unter dem Beifall der Versammlung noch zum Sck luß, daß mit der Erreichung der Forderungen die soziale Frage nicht gelöst sei, daß durch eine Lohnbewegung nur die Erk-vr t» niß der heutigen Produktionsweise gefördert werde. In der Drs» kussion über da« Gehörte wurde die Liste der Fabrikanten, die de- willigt haben, noch vervollständigt; auch erklärten mehrere Mrister, daß sie alles bewilligen würden. Hierauf wurden die weit« zu thuenden Schritte erwogen, die sich hauptsächlich aus die Einführung der Lohnarbeit bezogen. Diese Forderung war bis jetzt noch nicht aufgestellt, von der Kommission aber schon zanr Theil, wie aufi. dem gegebenen Bericht hervorgeht, gestellt und auch durchgedruckt worden. Ueber die Verwerflichkeit der Akkord- arbeit war man sich einig, nur darüber nicht, ob auch ein Mmimallohn gesordert werden solle. Nach ausgedehnter Diskussion wurde folgende Resolution gegen nur einige Slimmen angenommen:„Tie Versammlung beschließt, die 9 resp. 8'- stündige Arbeitszeit, sowie L o h n a r b e i t zu fordern. Ueder- all, wo diese Forderung nickt bis Sonnabend, den 26. Oktober, bewilligt wird, wird die Arbeit niedergelegt; der Minimal- lohn hat 20 M. zu betragen." Einstimmig angenommen wurde nachfolgende Resolution:„Die versammelten Prinzipale und Gehilfen erklaren, daß sie Arbeiten für eine der g«. sperrten Werkstätten solange nicht fertigen, bis du Kommission du Sperre öffentlich ausgehoben hat." Schließlich erklärte sich die Versammlung noch mit dem Vorgehen der Kommission vollständig einverstanden m der E-, Wartung, daß sie so wie bisher weiter arbeitet. Einige von den Mitgliedern sollen den ganzen Tag über für die Geschäfte- führung arbeiten und dafür entschädigt werden. Es wurden noch zwei Revisoren und zwar die Kollegen Mcyer und Dorath gewählt.— Kollegen, die in den Streik einzutreten gezwungen find, sollen vom fünften Tage an mit 14 M. für die Ber- heiratheten und 10 50 M. für die Ledigen unterstützt werden. Jeder muß die Unterstützung annehmen. Die Arbeitenden werden so vul als möglich sammeln. Drr V-rein zur Mahnung der Interesse« der«»stund Schanffwirtl.» Berlins und Umgeg.nd hielt am F>e,wg, den 18. Oktober, seine General« Versammlung beim Kolleeen Grundel, Dresdener str. 116, ab. Auf der Togeeordnung stand: 1. Bericht des Kassirers vom verflossenen Quartal. 2. Neu-- wähl des Vorstandes. 3. VereinSongelegenheiten. 4. Ver- schredenes und Fcagekasten. Zum 1. Punkt der Tagesordnung theilte Kollege Sybel mit, daß der erzielte Ueberschuß 190 M. betragt und gab dann eine Spezial-Recknung, die von den Revisoren bestätigt wurde. Dem Kassirer wurde hierauf Deckarge ertheilt. Zum 2. Punkte wurden nachstehende Kollegen in den Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender Kollege Gründet, 2. Vor- sitzender Kollege Nürnberg, 1. Schriftführer Kollege Pohland. 2. Schriftführer Kollege Herschlepp, 1. Kassirer Kollege Sybel. 2. Kassirer Kollege Spiekermann, Beisitzer Kollege Wendt nn> Revisoren die Kollegen Zabel, Lähm und Henke. Nachdem die Gewahlten dem Verein für das ihnen bewiesene Vertrau-u ihren Dank mit der Versicherung, stets nach bestem Wissen im Interesse des Vereins wirken zu wollen, ausgesprochen hatten, oUr"ir4iUm Punkt der Tagesordnung übergegangen. Zunächst erwähnte Kollege Gründe! die vom Verein dem Reichstage zu unterbreitende Denkschrift und ersuchte di-s Kollegen, nachdem er über einen in demselben Sinne abgefaßten Le tartrkel des„Gasthaus" gesprochen hatte. Alles hierauf bezügliche Material der hierzu gewählten Kommission zu unteroretten, damit endlich diese viel vesprochene Angelegen- heit einen ßedeihlichen Fortgang nimmt. Alsdann wurde vom Kollegen Luhm angeregt, dock Mitgliederlisten drucken zu lassen und sammtlichen Vereinskollegen sowie Gästen zum Zwecke der Verbreitung zu übergeben. Die Debatte hierüber, an der sich noch die Kollegen Nürnberg, Henke und Gründe! betherlizteu, führte zu dem Resultat, daß man einen Hektographen anschaffen wolle, und dann zu jeder Versammlung neue Liften zur Ver- breitung auszugeben beabsichtigt.— Zum 4. Punkte wurde vom Kollegen Spiekermann eine Erläuterung über den Alkoholometer gegeben und auf die Zweckmäßigkeit desselben für jeden Kollegen hingewiesen. Es wurde alsdann von mehreren Kollegen darauf aufmerksam gemacht, daß nur die vom ReichSaichungSamt g>- stempelten zuverlässig seinen und daß man bei event. Klagen:t. dieselben nur als maßgebend betrachtet. Da die Tagesordnung erschöpft war, schloß der Vorsitzende die Versammlung um 7% Uhr. Die nächste Versammlung findet beim Kollegen Henke. Blumenstr. 38, statt. Die ordentliche Genernl-Uerlammlnug de» Urrrin» zur Wahrung der Interessen der Kerliner Knopf- ardeiter. welche am Sonntag, den 20. Oktober, bei He.rn Bolzmann, Andreasstr. 26, mit der Tagesordnung: I.Vortrag des Herrn Wilhelm Wemer über:„Die Fabrikinspektor ate und der Werth derselben für die Arbeiter"; 2. Vierteljährlicher Kassenbericht,;'3. Wahl eines Vergnügungskomitees: 4. Ver» schiedeneS, einberufen war, konnte nicht stattfinden, weil dazu die polizeiliche Genehmigung nicht ertheilt wurde. Luckenwalde. Am Sonnabend, den 12. d. M., fand hier eine öffentliche Arbeiterinnenversammlung statt, welche feix besucht war und zwar überwiegend von Frauen. Frl. Erlm-l Choym sprach übrr die»Frauenarbeit� und fand dae Referat "ßnneinrn Beifall, an da» sich dann eme sehr rege Diskussion htoß. Ei wurde eine Kommission von sieben Frauen ge- die von der Versammlung beaustragt wurden, die Vor« arbeiten zur Gründung eine» Verein« zu machen und findet m diesem Zweck in nächster Woche bereits wieder eine Ver« fammlung statt. •rot« yrrfanTmlnn«(ammtlU»« Berlin» und Mm- 0»srnd am Mittwoch, den 23. Oktober,»bendi Uhr, k Feuerstein» Salon, »lte Jokobstr. 73 Zaaetlordnuna I l.«brechnmig vom 8. Quartal 1889; om Sommernachtiball. 8 Aufnahme neuer Milslitder.< Wahl A>b;echiumi vom..__________ W»_ W eine» RiotlorS. s. Berfchiedcne» und Fragekaftm.— Wir thetlen unseren Uolleaen mit. dah am Sonntag, den 27. Oktober, ein Tanzki Snzchm der Berliner Schmiede ftaNstndet. Snttee für Herren so Pf, für Damen 25 Pf. Billeti stnd ta der Beisammlung zu haben. •rot« öffentlich» Versammlung fammtlicher«iirtnor Berlin» uud Umgegend am Mittwoch, den W. Oktober. Abenb» 9 Uhr, in Feuerst, in» oberem Saal. Alte Jakodstr. 75. Tagetordnung; Die bevorstehende Svdnbeweguna der»ärwergehilsen Berlin« und Umgegend. Wahl einer Sohn- tommisfion. Freie Dttkusston. Verschiedene». """"'~ � Ortlverwallung Berlin I. >'» Uereinignng der vr»ch»l»r Deutschland» Ortlverwallung Berlin I Mitgliederversammlung Mittwoch, den 28. Oktober, Abcndi 8X Uhr, in Sahm'l tiludhau»,»nr.enfti. I« Tagelordnung; 1.«eschäslltche». 2. Biertelitthrlicher Kasten bericht 8. Wabl eine» Str-iksondi-Kasstrer».«. Wahl einer Rechtlschu»- kommtsfion 5. Fortsegung der Weikltellenftatistik. s. Verschiedene« und Frage- Irstrn Ausnahme neuer Mitglieder in sedcr Versammlung. BeittSae werden cheffentliche Bommunalmiistler-Versammlung sde» 4S. Oom- mnnalmachldestek» am Mittwoch, den 28. Oktober, Abend» 8 Uhr. in töott- schatk» Salon, Badstr. 22. Tagesordnung; 1. Die bevorstehenden Kommunal- wählen. Referent; z«nadt. 2. Dilkusston. 8. Wahl eine» Bezirtlkomiteei und Verschiedene». »rot» öffentlich» Versammlung siimmtlicher Kipftr Berlin» »nd Umgegend am Mittwoch, den 23. Oktober. Abend« 7 Uhr. in Mündt» ». KdvnukerJi' Salon. Kepnmeiftr. Ivo. Tllgeiordnun« l 1. Rückblicke auf unsere gewerkschast- liche Bewegung 2 Die Fenstersrage. 8. Gewerkschaftliche». Zur Deckung der Unkotten fir.drl»ine Tellersammlung statt. Bachnerein der»ischler. Mittwoch, den 28. d. M.. Abend» Ks Uhr, Mitglieder ve; sammlung sür den Westen und Hallefchen Thor-Bezirk. im Srale b.« Herrn Rennesahrt. Dennewltftr.>8. Tagesordnung; 1. Vortrag de» Herrn Stöbert Schmidt über; Der Kamps um» Dasein 2 Dilkusston. 8 Verein». angelegenheilen und Verschiedene». Neue Mitglieder werden ausgenommen. Äallegeo ali Gäste haben ZuKitt. Um recht zahlreiche» Erscheinen wird �lH-l�oiialdemoleratischor siir fco» 5. Berliner Ueich»- tag»»»al,lkr,t». Freitag, den 25. Oktober, Abend» 8 Uhr. lm Lokale Riünz- ftraße 11(oberer Saal) Tagelordnung; 1. Bericht de» Vorstande» 2. Bericht de» Kaistrer» 8 Neuwahl de» gesammten Vorstände».«. Verschiedene« und Fragekastrn. Reue Mitglieder werden ausgenommen. Ilm zahlreichen Besuch Wird gebeten Sentrat-Vranktn- und B»«räbnit>>aff» der Aattler«. s. w. ' Okiober, findet in Hevdrtch» Prochtttilen da» sechste «m Sonnabend, den 28._______ Vi,------,-------------------- Sriswnglsest der Kaste statt, bestehend in Konzert, humoristischen Vornägen und Ball. Billeti mit Programmen stnd in den Zahlstellen zu haben. Die Zahlstellen bleiben am Eonnabend. den 28. Oktober geschlossen. Um recht »ahlnstche Belheitiaung ersucht der Vorstand. Aedtun» Putzer! Große öffentliche Versammlung der Putzer Berlin« und Umgigkih om Montag, drn 28. d M, Abend« 8 Uhr, im.Schweizer- nmte»'. Wegen der Wichttgkeit der Tagesordnung Ist e» Psticht eine» Itdm Patzn» zu erscheinen. Sammellisten zum Generalsond«, sowie Quittung»tarten und Marken stnd zu haben bei Gustav Arndt. Landldergervlatz 1; Albert Köller, Borstgstr. 18; Herm. gehmann, Eorauerstr. 22; Herm. Seifert, Stalttzerstr. 5«a; H Neumann. Alvenllebenstr 8a. Grrliuer Hanit werbltcher Arbeiter.(E. H. Nr. 8 in Hamburg.) tOeitf'' _____...______..._____..._____ Qertlwjf Verwaltung Berlin A. Durch Beschluß der Mitgliederversammlung stnd soigende Zahlstellen verlegt worden; von Wrangelftraße 88 bei Auru» nach Euvrgstr. 18 bei Ziemer; von Relchenbergerstr. 71 bei Zvltiiikg nach Forfterftr. 45 bei Linke; von Lausttzerftr. 9 bei WStzerich nach Görlitzerstr. 58 bei Tolkidors.— Die Zahlstellt bei Lorenz, Mai,teuffrliir. 41. befindet stch während de» Umbaue» im Hin» er h ause par terre. •«soxg-, Auru- und grselllge Vtrein* am Mittwoch; Männer- gesangverein.Iugendiust' Abends HX Uhr im Restaurant Paffod. Garten- ftraßr 182— Männergesangverein.«Sttlia' Abend« 9 Uhr lm Restaurant, Kdnnickerftraße 127a.— Gesangverein.Männerchor Linde' Abend» 8i( Uhr im Restaurant Haller. Naungnftraße 70.— Mannergesangverein Sangeasreunde «brnd» 9 Uhr im Restaurant Musehold. LandSbergerstraße Nr. 81. � Gesangverein.Frega' Abend» 8X Uhr im Restaurant„Deutscher Hof", Luckau crskaße Nr. 15.— Huppcrssche Sängervereinigung jeden Mitt- ersten im Monat, Abend« 9 Uhr im Restaurant Heise, 21.—. Seeg«scher wach nach dem.... Lichtenbergerftraße 21.—.Seeg« scher Gesangverein' Abend» 9 Uhr im Restaurant Schulz. Prenzlauerftraße 41.— Gesangverein.Schwungrad' Abend» SU Uhr im Restaurant Eahm. Lnnenstraße 18.— Männergesangverein.Lor- beerkranz' Abend» 9 Uhr im Restaurant Karsch, Oranicnstraßc 190.— Gesangverein.Nord-Iubal' Abend» 9 Uhr in Vctttn» Bterhaui, Veteranenstraße 19.— Gesangverein„Unverzagt" AbendS 9 Uhr Aöpnickerftr. 127» bei Greving.— Männergesangverein.Schneeglöckchen' Abend» 9 Uhr im Restaurant Dober- stein. Mariannenstraße 81-82— Besangverein.Eängerrunde' Abend» Guckowerftraße 9.— Verein.Sange» treue' im Restaurant Hcnckel, BtWt- ftraße 28, I. UedungSstundc von 8Zi bi« 11 Uhr Abend».— Gesangverein .Bruderbund' Abend» 9 Uhr bei Pätzoldt, Reichenbergerstraßc 16.- Männer- Gesangverein„Schneeglöckchen" Abend« 9 Uhr Sitzung im Restaurant Slehmann, Melchiorstr. 15.— Lübeckscher Turnverein(1. LehrlinalabtheUuna) Abend» 8 Uhr Slisabethstraße 57—58— Turnverein.Wedding', Pank- ftraße 9. Männerabtbetlung von 8J( bi» lOfl lldr Abends; desgleichen 1. Sehr- lingSabtheilung von 8—10 Uhr Abend».—.Mehr Licht', Verein für Scherz und Ernst. Abends SU Uhr im Restaurant Heib, Fruchlstraße 88».— Echlestscher Verein.Holtei' Abend» 9 lldr im Restaurant Henke, Hollmann- ftraße 38.— Vergnllgungiverein, Fröhlichkeit' Abend» 9 Uhr im Restaurant Säger. Grüner Weg 23— WIffenschastlicher Verein sür Rollet sche Stenographie. Abend» 8» Uhr im Restaurant Beesc, Alte Echönhauserstrnßc 42 Unterricht und llcbungistunde.— Rollerfcher Etenogravhenverein Süd-Berlin Abend« 8Z< Uhr im Restaurant Prinzenstraße 97, Sitzung und Ucbuna». stunde.— Arendifchcr Stenographen-Berein.Amicitta' Abend» Sii Uhr lm Restaurant vebrend». Echönebergeistraße Nr. 8.— Arendifcher Steno- gravhenverein.Philia' Abend» 9 llhr im Restaurant.Wllhclmtgartcn', Kochstraße 7.— Stenographische Gelclllchast Arend« im Restaurant Bürger. garten. Lindmftr. 105. Unentgeltlicher Unterricht und llebung.— Verein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule Abend» 9 llhr im Restaurant Lehmann, Kurfürftcnstraße 81.— Berliner Rauchklub.Wrangel' Abend» 9 Uhr im Restaurant Fogc, Kipnickerstraße 191.— Rauchklub.Havanna 80' Abend» 83< Uhr im Restaurant Paetzoldt. Reichenbergerstraßc 18.— Rauchklub.Ge- mülhlichkeit' Abend« 9 Uhr im Restaurant Achsel. Köpnickerstraße 181.— Rauchklub.Columbia' Abend« 88 Uhr im Restaurant Beger. Prinzenstraße 98 — Rauchklub.Frisch gewagt' Abend» 8X Uhr im Restaurant Tempel, Bre». lauerstraße 27.— Rauchklub.Vulkan' Abend» 9 Uhr im Restaurant Schulz. Gräfcslraße 82— Bergnügungivercin.Fröhlichkeit', gegründet 1880, Abend» 9 Uhr Grüner Weg 29—.Pollack-Cluv-Einkacht', jeden Mittwoch, Abend» SU Uhr bei G. Thiel. Wlenerstraße 88.— Gesangverein der Tapezfrer Berlin». jeden Mittwoch Restaurant Segdelstraße 80, von 9—11 llhr Abend»— Unterhaltungiverein.Harmonie' Eltzuna Abend» 9 Uhr Dreldenerftr. 118 bei Wendt.— Tambourverein.Erclstor', 8X llhr, UebungSstunde bei Böhl, RüberSdorserstr. 8. Ausnahme neuer Mitglieder. Vsrttrtplhkes. Magnetischer Magen. In den Vereinfgten Staaten bat man einen magnetischen Wagen erfunden, der mit einem Rade an jedem Ende an einer Schiene hängt und durch einen elektrischen Strom in Bewegung gesetzt wird. Die Schiene ist auf etwa 3—4 Fuß über dem Boden hohe Säulen oder Pfosten gelegt und mit hohlen Rollen aus ifolirtem Draht ver» sehen, durch welche der Wagen in gewissen Zwischenräumen läuft. Derartig isolirte hohle Drahtrollen sollen Magnete, die ihnen nahe gebracht find, in sich hineinziehen. Indem der Wagen durch solche hohle Rollen läuft, unterbricht er den elek- trischen Strom, der nun nach der nächsten Rolle geleitet wird. Das Geleise kann eine Steigung von 6 Zoll auf 50 Fuss oder mehr haben. Der Wagen soll auf diese Weise in einer Stunde S0- 250 Meilen befördert werden können. Für erstere Geschwin- dijjkeit und bei einer Fahrlast von 2000 Pfd. soll l WWW______... WW. Pferdekraft ge- nugen bei einem Kostenpreis von 5Pf. die Stunde. Eine solche Linie zur Schnellbeförderung von großen Güterstücken und selbst Wagen mit Passagieren wird demnächst zwischen Boston und New-Vork gebaut werden und man glaubt, daß die 230 englische Meilen lange Strecke mittelst des magnetischen Wagens in einer Stunde zurückgelegt werden kann. Im Dorfe Hirteuberg in Niederösterreich hat die Geistes- gegenwart eines tapferen kleinen Mädchen« ein Menschenleben gerettet. Da« dreijährige Söhnchen des dortigen Bauern Jakob Herzog spielte am Ufer de« TriestingflusscS, stürzte hinein und wurde sogleich vom Wasser fortgerissen. Auf sein Geschrei kam sein erst sechsjähriges Schwesterchen herbei, packle den mit dem Tode kämpfenden kleinen Bruder beim linken Fuße und zog ihn heraus. Das Kind war bereits bewußtlos, die Eltern halten aber die Freude, daß die angestkllten Belebungsversuche von Erfolg gekrönt wurden. Meuefke Mschri»hke»tNr. Bck- Der„Deichs- Kufeiger" enthält folgende machung: Auf Grund der§£ 11 und 12 des Reichsgesetzet Kk die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokrat«' 21. Oktober 1878 ist die Broschüre, betitelt: „Von Oben und von Unten. Ein Pfingstsr» ohne Angabe de« Verfassers, Drucker« und Verlege» heutigen Tage von dem unterzeichneten RegierungS-PrW verboten worden. Schleswig, den 19. Oktober 1889. Der Regierungs-Präsident. v o In Vertretung: n Bi..... fchoffshausen. OcpeMicn. lMoilsss» Gelrgrapl»rn-F«»»i»».) Kern, 22. Oktober. Die vom BundeSrathe am 39. gegen die Urheber und Verbreiter des Manifestes der s< Anarchisten eingeleitete strafrechtliche Untersuchung ist f abgeschlossen. Der Untersuchungsrichter Favey und ber Angelegenheit ernannte BundeSanwalt Stockmar st« des Anarchistenmanifestes, die beiden letzteren als Theil Der Bundesrath hat sich mit diesen Anträgen ein ver erklärt. erscheint in's Hau 5 Pf.€ Expeditio Kopenhagen, 22. Oktober. Der Finanzminister olkething heule eine Vorlage eingebracht, nach welch Jrersteuer von 7 Kronen per Tonne oder 2 Oere flasche erhoben werden soll. Der Minister führte auS,� der Ertrag au« dieser Steuer auf ca. 11 Millionen werde, wovon 4H Millionen, mit etwa 2 Kronen unter die Kommunen vertheilt werden würden. Bei des Gesetzes würde er eine Zollreform beantragen, c auf Wein und SpirituoM Millionen der Kaffeezoll ermäßigt, der auf erhöht werden solle. Kanstbar, 21. Oktober. Der stellvertretende missar in Ost Afrika, Lieutenant von Gravenreuth, iibtÄfragt natu ......."-----'' M mrlli, Lager Buschiri'S, welcher mit Räuberbanden aus dein die Provinz Uiaramo verwüstete, und warf den Fein» Flucht. Die Verfolgung Buschin'S wird fortgesetzt.. Vriefkssteir. Bei Anfragen bitten wir die Abonnementß-Quittung beizufügen, Antwort wird nicht ertheilt. «auoerei« der Kildhauer. Ihre Postkarte ist aufgegeben worden. Dieselbe ist nach dem Poststenrl Postamt 48 am 22. d. M, also am Dienstag, zwischen» Uhr Vormittag« aufgegeben, hat also für unsere*>' nummer keinen Zweck mehr gehabt. Kartonarbeiter. Ihr Bericht ist bei unS n« gegangm. Für dar Dt „ffiir Spruch d ist schon Echuldenl bedeutend glauben, sür sie eir willigt, so männer i neuen Ans »cutel des „Nier Große Uersammlung für den erste« KerUner Reichstag»-Wahlkreis am Mittwoch, den 23. Oktober. Abends 8 Uhr, in Jordan'« Salon, Neue Grünstr. 28. Tages-Ordnung: 1. Arbeitszeit und Arbeitsruhe. Referent Herr E. V o g t h e r r. 2. Diskussion. 3. Verschiedene« und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht (4001 Oer Vorstand. Große öffentliche Wähler Uersammlung des 15. Kommnnal-Wahlbezirks am Donnerstag, den 24. Oktober, Abends 8V Uhr, m den„Central-Jestsälen", Oranrenstr. 180. TageS-Ordnung: I. Die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen. Referent T h. M e tz n e r. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Bezirkskomitee«. Verschiedenes. 409 Da» Centrai-Wahlkomitee. Große öffentliche Wähler-Uersammlung des 27. Kommunal-Wahlbezirks am Donnerstag, den 24. Oktober. Abends 8t Uhr, im Saale des„Böhmischen Brauhauses, Landsberger Allee 11/13. Tages-Ordnung: 1. Die bevorstehenden Stadtverorbnetenwahlen. Referent Herr F I a t o w.— Diskussion. it eines Bezirks komitee«. 3. Verschiedenes. recht zahlreichen Besuch ersucht 401 TaS Eentral-Wahlkomttee, Allgemluer Melllllarbetter-UerM Seritos und Mgegeud. EM" 2 gnosav yersammliangen"MW am Donnerstag, den 24. Oktober 1889, Abend« 8 Uhr, m der Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Tagesordnung: 1. Vortrag de« Herrn F. Krüger. Thema:„AlteS und Neues aus der Naturgeschichte-� 2. Diskussion. 3. Ausnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes, Fragekasten. Gäste Hab n Zutritt. Um recht zahlreichen Besuch bittet 0er Vorstand. BMMW Donnerstag, den 24. Oktober 1889, Abends 8 Uhr, in Charlottenburg,„Gamdrinusbrauerei", Waldstraße. 4ll Tagesordnung: I.Vortrag des Herrn W. Werner. Thema:„Die Fabrikinspektoren «nd der Werth derselben für die Arbeiter. 2. Diskussion. 3. Aufnahm« neuer Mitglieder. 4. Verschiedene», Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Um recht zahlreichen Besuch biitrt ver Vorstand. wvl i PolsiBn aareii Gr. Lager, bilL Preise I Emil Heyn, drannenatr. 58, Hof pari. Thefla. nach CeberdiikunA 395 9 Pfund prima Haide Scheibenhonig versendet icd. Buchse und franko 7 Mark 75 Pf. Adolf Menzhausen, »hattet, Lüneburger Haide. Wdel Spiegel und PMenoailttk, ' höchst reell zu Aatrikpressen, ganze Ausstattungen,«ahagont und nustbaum. Großes Lager von Küchenmöbrln. 11333 A. Tischlermeister, «ötmickerstraste 147. �Die Sperre ist über folgende Werkstätten ver- hängt worden, also Zuzug streng fernzuhalten: P f a f f u. Co., Engel-Ufer Ic, Meyer, Gollnowftr. 19, Grosch kuS, Gollnowftr. 19, Gebr. Weimann, Königgrätzerstr. 81, Graul u. Heinicke, Lourfen.Ufer 46, K i r f ch n e r, Adalbertstr. 42, B i l l i n g, Waldemarstr. 65, B r a h m, Brunnenstr. 154—155, Lutze, Reichenbergerstr. 57, Schröder, Adalbertstr. 63, Lange, Liegnitzerstraße, Jackfch, Naunynstr. 44. K i e ß l e r, Reichenbergerstr. 38, Weinrich, Britzerstr. 7. Ferner haben die Kollegen, wo für oben an- geführte Werkstätten gearbeitet wird, sofort die Arbeit niederzulegen. Die Kollegen werden er- sucht, überall mit den Forderungen heranzutreten und sich, ob Resultate erzielt worden find oder nicht, bei der Kommission, welche ununterbrochen von früh 9 Uhr ab im Restaurant Keßner, Annen ftraße 16, anwesend ist, sofort zu melden. 408 _ Die Kommikston der Kildtzauer. G Millio !6 Reiches #«tiikT©wnienflr j*" Wahle, 1357] Emil Milllo Große Auswahl Ktepp�'�zu steigern niittmpfvn iy Seide, Wolle und Satin �üstunmchr a 30 Mark,«inzelne j o n e n i schädigte Kt-ppdrckea�aß die Re _. �„»n Frankr Jede Uvr st nur ein« zu repariren und reinmen V"" mir unier Garantie des GutÄ- der Herr >eder Star valtung d kommt be rauf an, ir heute! er am w> rhältnißn Ja di> Roth I ltsetaiS f ät trüben Die Ai belaufen a zwvlfl nleihe au r Momer unte�aranlre veS'Iu. � 1 Pik« 50 Vlfft nicht nu Kleine Reparaturen billiger. Lager a�Äk�rn auch f neuer Uhren, verkauf zu FabrUPIringen Hab 951]_____ E. Rothert, Uii� rgcben, d- ZiaatSschul! Sieuerz 1. Geschäft: Audreasktr. 2. Geschäft: Ghausserstr. am Sonnlag, den 27. Oktober, Vorm. 10 Uhr, in Scheffer's Salon, Jnselstr. 10. Tage« ordnung: 1. Zweck und Ziele einer gewerkschaftlichen Organisation. Referent Herr Zubeil. 2. Diskussion. 3. Gründung eine« Fachvereins eventuell Statutenberalhung und Wahl eines provisorischen Vorstandes. 4. Ausnahme von Mitgliedern. 405 Zur Deckung der Unkosten findet eine Teller» sammlung statt. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. �_ Der Einberufer: F. Bauer. kroye CAclhtt-PttsWstilstiig des Billige Reste zu Hosen u. Anzügen, sertrge Knaben- Anzüge, sowie zu Regen-, Plüsch- und Düble- Mänteln, Trikot zu Taillen. Alle Besatzartikel auf Wunsch zugeschnitten. Karle, Laufitzer Platz(Ecke Waldemarstr.) 199 Deutsche« Schneider-D-rbaudes (Filiale Berlin) am Donnerstag, den 24. Oktober, Abends 8; Uhr, bei O r s ch e l, Sebaftianftraße 39. Tagesordnung: 1. Regelung des heutigen Arbeitsnachweises. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 412 Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Lokal-verwaltung. ■ Neu lesery dieser 5 pCt. Rabatt. 20 Außer eleg. 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T -en, abc schon t truflich. Verantwortlicher Redakteur: K. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von War Kadtng in Berlin LW., Beuthftraße 2.