tr. 250. Freitag, den 25. Oktober 1889. 6. Jakrg. r* 15, nb« 8* r- 1. Die Mf 'iion.& » 27. b« 8\ M. d ZageiorblM. RUlom. W tdji zahlreit» � MnVcksckll. Brgan für die Interessen der Arbeiter. DaS Berliner Volksblatt" Festtagen. AbonnemmtSpreiS für Berlin frei Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer llhr. tm Sl Lorstand-1 u A"'Wks i»fl{5 Pf. Sonntags. Nummer mit dem„Sonntags- Blait- 10 Pf.' Bei Abholung aus unserer -VjExpedition Zimmerstraße 44 I Mark pro Monat. Postabonnemen, 4� Mark pro Quartal. Im zahlreit» � im«. lPt» >l!Ie unb gj 1 ber orwoi� rehm'al»»Zj 0tIt»8ltNM«? a Woche«»»! (Eingetragen in der PostzeiwngSpreiSliste für 1889 unter Nr. 866.) r da» Ausland: Täglich uuter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jnsertiousgebühr deträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin Sw., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher: Amt Vi. Kr. 4106. Mrdsktion: VeukMinHe».— Expedition: JUtmnevJtvoJie 44. 44 un> . M. ai 1 Boll chtchte. 1 zekaften. »Ein mtmrrfjwutia it sich wieder einmal innerhalb der sozialdemokratischen «rtei vollzogen— nämlich ein„Umschwung", welcher die zieherische Wirkung des Sozialistengesetzes beweisen und den nationalliberalen Kartellbrüdern den bevorstehenden Stocksprung über das Sozialistengesetz erleichtern soll. Der„Umschwung" soll dieses Mal— ungefähr alle m ftir dl- Lhalbcn Jahre wird ein neuer entdeckt— darin bestehen, daß �'e Sozialdemokraten anfangen, ihre Abneigung gegen das iwur»»«�Prinzip der„(Selbsthilfe" zu überwinden, und Pro- »c d u k t ivg en o sse n s ch a f t e n(Bäckereien zc.) und "'««ifiiiSS Konsumvereine zu gründen. Damit kehre die Sozialdemo- mt<�atie— allmählich auf den Boden der bürgerlichen Gesell- schaft zurück �— und was die Klugmeierei sonst zu kanne- en 27. Ol ilorbnufiJ'jn Herr Zuw-. talutevbera« >n Miloltl«? -iahlretihtt ' und DG? jrmiltaa' Jl; R-cknu«? itftanbtb. >h> betCbJS -r bat»:,'S inndl««»� i Uhr. W« nb; in b1" ugufl H>np ttfammBWjj illbtbronM f" entsch»» 0 9) Ben CItober. nbnuna; 4 Btifi I ber. lldr. d» t Pslltt »wie Cui 5SÄ, de« icr S0 gießern beliebt. Es thut unS sehr leid, den Herren Entdeckern ihre Freude verderben zu müffen. Mit d i e s e m„Umschwung" »erhält es sich genau so wie mit allen früheren: er hat sich bloS im Schädel seiner Erfinder vollzogen. Und wenn diese den Muth hätten, der sozialdemokratischen Bewegung fest rnS Auge zu schauen, und ihren Gang aufmerksam zu ver- folgen, statt als zitternde Hasenfüße die Augen zu schließen »uib sich die tollsten Schreckbilder vorzugaukeln,— dann würden sie uns mit solch albernen Entdeckungen verschonen. Unsere Gegner sollten doch endlich begreisen, daß die Sozialdemokratie, weil auf festen, unveränderlichen P r i n- zipi en beruhend, in ihrem ganzen Wesen unveränderlich ist, und daß sie nicht mehr Sozialdemokratie sein rvürde, wenn sie sich veränderte. Aenderungen der Taktik, die sich aus den Berhältniffen ergeben, bcr'"chr"n.t�,s Wesen der Partei nicht. Die Sozialdemo- lratie ist und bleibt, was sie immer war, und kennt keinen Wechsel der Prinzipien, eben weil sie ein Prinzip hat, b— was unseren Gegnern, namentlich den nationalliberalen Drehscheiben- Männern allerdings schwer verständlich sein ?nag.— 3n dem vorliegenden Falle handelt eS sich nicht ein- mal um eine veränderte Taktik. Die Sozialdemokratie ijJJ ist dem Prinzip der„Selbsthilfe" zu keiner Zeit feindlich w, WdJ entgegengetreten; sie hat bloS den Philister-UtopiS- I u a noriirlfipill 86. m u S verurtheilt, welcher die Lösung der sozialen ibemoln'�'ft Frage auf dem Boden der Selbsthilfe vermittelst privater it, MS(fn« Genossenschaften zu erzielen vermeinte. Daß die privaten Genossenschaften in beschränktem Umfang und lokal sehr «r-npl� nützlich sein könnten, ist von den Sozialdemokraten niemals ILSß bestritten worden, und seit es eine sozialdemokra- tische Bewegung in Deutschland giebt, sind an sehr vielen Orten Genossenschaften und sogar Konsum- vereine von S o zi aldemokraten gegründet morden. Als 1878 das Masienschlachten der sozialdemokra- tischen Vereine und sonstigen Arbeiter-Organisationen anhub, >tsmur«6 "SL" i n ibtnbutj'f urant J'L -»in.«« mbl 9" Udr«Lf, ?ub3 finrfn»! ib« 1 SttndJt SX-r»»' abÄ Ivtaftten» ocibotm] Iseuillekon. in llNlt_ Vn-, .ÄbnUI aa'fi«([ >anb«8f5L m*tfS53r ÄtPl fügt«, i Ihr"' •eit*. fitit' is»- 03 c« nt i n a l. Sozialer Roma« vo» Emile Zola. Einzig autorisirte Uebersetzung von Ernst Ziegler. Stephan begleitete den Häuer bis zur Thüre und be- dankte sich für seine Vermittlung. Maheu nickte stumm und stieg langsam zum Dorfe hinauf. Frau Rasseneur, welche eben angekommene Gäste bediente, bat ihren neuen Pensionär, einen Augenblick zu warten, dann werde sie ihn in sein Zimmer führen, damit er sich waschen könne. Sollte er wirklich bleiben? Er dachte an die weite Landstraße, an den Hunger, den er gelitten, und an die Lust, sein Herr zu sein. Es schien ihm, als habe er ein Zahr gelebt seit dem Augenblicke, wo « dort oben im Sturme mit dem Alten geplaudert, bis zu den mühevollen Stunden unter der Erde. Es revoltirte sich riwas in ihm dagegen, noch einmal da hinein zu fahren; war zu ungerecht, zu grausam, all' seine Manneswürde lehnte sich dagegen auf, sich in der finstern Hölle blenden � an6 e'n Thier treten zu lasten. �. Während er überlegte, schweifte sein Blick hinaus in'S b,Ü.�v e fian? anders hatte er sich die Gegend vorgestellt, ~T oer Alte sie ihm im Dunkeln gezeigt und mit Namen s®or sich allerdings sah er den Voreux in feiner Vertiefung mit seinen Ziegel- und Holzbauten, seinem �Aberzogenen Sortirschuppen, vem schiefergedeckten Thurm, Maschinenhalle und dem hohen blaßrothen Schornstein; Alle« auf- und aneinander gezwängt und von einem un- sicundlichen Eindruck. Um die Gebäude herum aber breitete sich, viel weiter, als er gedacht, der Vorhof aus, wie ein Tintensee mit seinen wellenförmig aufgeschütteten Kohlen- bergen. Hohe Gestelle mit Eisenschienen stachen daraus he- da wurden auch zahlreiche Genossenschaften mit weg- gerafft. Der„Umschwung" hatte sich also schon vor dem Sozialistengesetz vollzogen. Und nicht blos die deutschen Sozialisten haben von Anfang an das private GenostenschaftSwesen gepflegt, auch die Sozialisten des Auslandes haben es gethan, z. B. die belgischen, deren„Vooruit-Genossen- s ch a f t e n" weltberühmt sind. Wenn die Herren Kartellbrüder durchaus einen„Um- schwung" haben wollen, so können wir ihnen einen höchst rnterestanten und lehrreichen namhaft machen: den„Um- schwung" der sogenannten„anarchistisch en" Be- wegung. U e b e r a l l ist der Anarchismus, den man der Sozialdemokratie als Knüppel zwischen die Beine werfen wollte, rm Verschwinden begriffen. Zn Frank- reich hört man Nichts mehr von den Anarchisten. In Belgien sind die Anarchisten von der das Genosten- schaflswesen pflegenden Sozialdemokratie aufgesoaen wor- den; in Deutschland haben sie trotz aller Liebkosungen keinen Augenblick aufkommen können; in Amerika sind sie nirgends mehr zu finden und sogar Herr Hans Most eifert jetzt gegen die blutrünstigen Gewaltphrasen, die nach der Polizeistube riechen. Kurz hier ist ein bedeutungsvoller Umschivung zu verzeichnen— ein Umschwung, der einzig und allein der Sozialdemokratie geschuldet ist. Die Ordnungsfreunde sollten sich darüber freuen— die Unordnungsparteien, die, weil sie einen Wauwau brauchen, den Anarchismus der Sozialdemokratie vorziehen, und ihn gern groß züchten möchten, haben darin freilich einen gewichtigen Grund für die Verlängerung des Sozialistengesetzes. x»oMifcho IlebevUrlik. Die softaldemoUratifche Fraktion des deutschen Reichs- tazes veröffentlicht folgenden Aufruf: An unsere deutschen Parteigenossen im AuSlan d! Parteigenossen! Wie Euch allen bekannt fein wird, stehen in Deutschland die Neumahlen zum Reichstag in Bälde bevor, Durch Be'chlub der Majorität des gegenwärtigen Reichstags, welchem die Regierungen ihre Zustimmung gaben, wird der nächste Reichstag nicht wie bisher auf drei Jahre, sondern auf fünf Jahre gewählt. Die bevorstehenden Wahlen sind also von ganz besonderer Wichtigkeit. Gelänge eS der jetzigen reaktionären Majorität, welche die so knapp zugemessenen Volksrechte verkürzte, die indirekten Steuerlasten in bisher nie gekanntem Maße erhöhte und eben dabei ist, die AuSnahme-Gefetzgebung zu verewigen, und neue vor und Holzstöße engten den Raum, gleich einem frisch ge- fällten Walde. Rechts schnitt die Kohlenlöschhalde, wie eine Riesenbarrikade, den Blick ab, auf der einen Seite schon mit Gras bewachsen, auf der anderen noch qualmend von dem Feuer, welches seit einem Zahre in ihrem Innern brannte und dessen dicker Rauch in dem grauen Schiefer- und Sandsteingemenge rothfarbene Streifen furchte. Und weiter drüben dehnten sich endlos nackte Getreide- und Rübenfelder, dann Sümpfe und Moore mit verkrüppelten Weiden, Wiesen, von Reihen magerer Pappeln umgrenzt, dahinter weiße Flecke: die Stadt MarchienneS im Norden uns Montfou gegen Süden, während im Osten der Wald von Vandame mit dem violetten Grün seiner blattlose» Bäume den Horizont säumte. Und überall unter dem matten Lichte des bleichen Winternachmittags glaubte Stephan da» Schwarz des Vo- reux wieder zu finden; allüberall fühlte und sah er den feinen Staub der Kohle, wie er die grauen Wolken durch- räucherte, wie er die Ebene beschattete, wie er die Bäume mit schwarzem Reif überzog, die Wege bestaubte und das Erdreich färbte. Vom Voreux nach MarchienneS zog wie ein matt silber- neS Band ein Kanal, von großen Bäumen begleitet. End- los verlor sich der blasse Stterfen zwischen grünem Gestade, und Kähne mit roth bemaltem Steuerbord glitte« ihn lang- sam hinab. Nahe der Grube war der Landungsplatz, wo die Kohle direkt in die Boote rollte; dann bog der Kanal und schnitt quer durch das Sumpfland wie eine große Lebens- oder, die Heerstraße, auf der all' die Kohle hinaus fuhr in die Lande. Stephan'S Blicke schweiften vom Wasser wieder hinauf zum Dorfe der Arbeiter, dessen röche Ziegeldächer geradlinig dahin liefen, und wieder hinüber zum Voreux, an großen Bergen von Ziegeln vorüber, die sie dort im lehmigen Boden kneteten und brannten, und an der Eisenbahn der Kompagnie hinter der Palissade, wo ein Waggon, von Männern ge- schoben, laut kreischend daherfuhr. gewaltige Mehrausgaben für Rüstungszwecke zu bewilligen, das Heft in der Hand zu behalten, die RückwärtSrevidirung unserer Gesetzgebung ginge ohne Unterbrechung weiter, die Lasten würden bis in's schier Unerträgliche gesteiaert. Diesen speziell die Arbeiterklasse auf's schwerste benachthei- ligenden Bestrebungen entgegenzuwirken, ist eine starke sozial- demokratische Vertretung im Reichstag das geeignetste Mittel. Eine solche wird auch die Regierungen und die herrschen- den Klassen drängen, im Sinne der Beschlüsse des inter- nationalen Arbeiter- Kongresses zu Paris für die Schaffung einer wirksamen internationalen Arbeiterschutz> Gesetzgebung einzutreten. Sie wird ferner den Kriegsschürereien und Nationalitäten- Verhetzungen, von wo immer sie kommen, entgegentreten, die ganz Europa in ein ungeheures Waffenlager verwandelten und die ganze Kultm- weit mit Angst, Sorge und Unruhe erfüllen. Diesen kulturfeindlichen Bestrebungen gegenüber wird eine starke sozialdemokratische Fraklion die Interessengemeinschaft der arbeitenden Klassen aller Völker, die in der Aufrechterhai- tung des Friedens und der gemeinsamen Kulturarbeit zum Wohlsein aller bestehen, auf das Energischste vertreten. Parteigenossen! Unser Interesse ist also auch das Eure, und so appelliren wir an Euer Mit- und Solidarität«- aesühl, das Ihr noch stets für die Zustände Eures Heimath- landes und für Eure hier kämpfenden Genössen bewiesen habt, und fordern Euch auf, uns in dem bevorstehen- den Wahlkampf nach Kräften materiell zu unterstützen. Wie groß oder wie klein immer die von Euch gewährte Hilfe sein mag, wir werden sie als ein Zeichen Eurer brüderlichen Gesinnung annehmen und im Sinne unserer ge- meinsamen Sache im Wahlkampf verwerthen. Jeder von uns ist bereit, Sendungen für diese» Zweck in Empfang zu nehmen. Es lebe unsere gemeinsame Sache, die Sache der Arbeit und der Kultur! Berlin, den 23. Oktober 1889. Die sozialdemokratische Fraktion de« Deutschen Reichstag«: A. B e b e l. H. D i e tz. K. F r o h m e. K. Grillenberge r. F. Harm. A. Kühn. W. Liebknecht. H. Meister. Ad. Sabor. G. Schumacher. P. Singer. An« dem Reichstage. Endlich konnte der Reichstag sich konstituiren; heut waren nun glücklich 216 Reichsboten her« beitelegrophirt, d. h. 171, wohl meist den kartellist, schen Kopf- nickern angehörende Abgeordnete haben sich noch immer nicht zur Theilnahme an dem Redetournier gemeldet. Die Präsidentenwahl konnte demnach vorgenommen wer- den und der Abg. v. Leoetzow, ein wegen seiner Urbanität und Unparteilichkeit in den Oppositionsparteien allseitig ge- achtete Mann, erhielt sämmtliche abgegebenen giltigen Stimmen; da bei diesem Wahlakt sechs weiße Zettel abgegeben wurden, und wie man annehmen darf, die Opposition für Herrn v. Levetzow gestimmt hat, so bleibt nur der Schluß übrig, daß der erste Präsident des Reichstages sechs Kartellbrüdern — zu anständig ist und daß diese ihre Hochachtung für Herrn v. Levetzow durch Abgabe weißer Zettel Ausdruck gaben. Bei der Wahl des ersten Vizepräsidenten kam das Kartell zu unverfälschtem Ausdruck; mit 129 von 212 abgegebenen Wie anders war dies Bild, wie neu und ungeahnt l DaS waren nicht mehr das geheimnißvoll unbekannte Dunkel, unverstandene Rollen und Donnern, nicht mehr die gespenstig qualmenden Lichte am Firmament. Nur das Pfeifen und Pusten des weißschäumenden DampftohreS war dasselbe, dem schwer ächzenden Athmen eines unersättlichen Niesen vergleichbar. Und plötzlich war sein Entschluß gefaßt. Hatte er Katharinens hellblinkende Augen vom Dorfe her leuchten sehen? Hatte der leise murmelnde Wind des ÄufstandeS, der vom Voreux herüberwehte, seine Sinne be- rückt? Er wußte es nicht. Aber er wollte und mußte wieder hinab in diese Hölle; er mußte leiden; er mußte ringen mit jenen reichen Unbekannten, von denen Bonnemort gesprochen, dem versteckten Gotte, welchem zehntausend Ar- veiter ihr Leben verkauften und den sie nie gesehen. Zweiter Theil. Erstes Kapitel. Die Piolaine, der Besitz der Familie Gregoire, lag zwei Kilometer östlich von Montsou, auf dem Wege nach Joiselle. ES war ein großes, stilloses Gebäude auS dem Anfange des vorigen Jahrhunderts. Von den Ländereien, welche einst dazu gehört, waren nur vielleicht dreißig Hektare leicht zu bewirthschaftenden BodenS übrig geblieben, den eine Mauer umgab. Ein Obst- und ein Gemüsegarte« lagen darin, welche durch die ausgezeichnete Qualität ihrer Früchte, ihrer Rüben und Kohle, berühmt waren. Ein Park fehlte, daaegen führte vom Gitterthore am Eingange deS Grundstückes bis zum Perron des Hauses eine dreihundert Meter lange Allee prächtiger alter Linden, die in diesem Lande, wo man die alten Bäume zählen konnte, eine ge- wisse Berühmtheit genoß. Gewöhnlich schlief die Familie Gregoire sehr lange; doch heute hatte der Sturm der vergangenen Nacht sie eine Stunde früher geweckt, um acht Uhr, und während der Stimmen, wobei 64 weiße Stimmzettel abgegeben wurden, ist der Abg. Dr. v. Buhl gewählt und so hat der Reichstag wieder das Glück, ein Mitglied des„Bouteitlenadels"— wie die Berufsgenossen des Herrn Dr. v. Buhl in der pfälzischen Heimaih genannt werden— in seinem Prästdium zu besitzen. Zum zweiten Vizepräsidenten wurde mit U4 Stimmen der Abg. v. Unruhe- Bomst gewählt, der, obwohl Mittelparteiler, doch von dem Kartell nicht angefressen genug war, um, namcnt- lich bei den Wahlpcüfungen, den nationallroeralen Heerführern durch Dick und Dünn zu folgen und bekanntlich mit seinem Präsident-Kollegen v. Levetzow gegen die Giltigkeit der Wahl des Abg. Henneberg stimmte. Die srüheren Schriftsührer wurden durch Akklamation wieder gewählt und damit war der Reichstag konstituirt und wird, nach einer durch die bisherige„Arbeit" gewiß gerecht- fertigten Erholungspause, am nächsten Dienstag beginnen, das Milliardenbudget zu bewilligen. Und dann gebt e§ weiter. Immer lustik!! Der Etat der Reichspost- und Telegravhen Uer- »oaltung schließt, wie schon erwähnt, mit einem Üeberschuß von 25 928 067 M., was gegen das Vorjahr einen Mehrbetrag von 2420 540 M. ergiebt. Die Einnahmen stellen sich nämlich auf 213820 680 M. l-i- 17 458 390), welchem Betrage gegenüberstehen an fortdauernden Ausgaben 186 101 454 M. (-4- 13 973 581), sowie ferner an einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats 6 791 159 M.(4- 1064 299). Bei den Einnahmen an Porto- und Telegraphen- Gebühren ist ein Plus gegen den laufenden Etat von 1 6 820 000 M. eingestellt, das ist ein Gesammtbetraa von 200 690000 M. Die Einnahme deS Etatsjahres 1888/89 hat nämlich 183 200 603 M. betragen, was gegen 1887/88 einer Steigerung von 7,70 pCt. entspricht. In den Jahren 1886/87 und 1887/88 betrug die Steigerung gegen die Vorjahre 4,64 bezw. 4,92 pCt., während der letzten drei Jahre also im Durchschnitt 5,75 pCt. Nimmt man an, daß dieser Prozentsatz auch im laufenden und im nächsten Etatsjahre erreicht wird, so würde für 1890/91 auf eine Ein- nähme von rund 204 874000 M. zu rechnen sein. Wegen der Schwankungen, welche die Einnahmen dieses Titels in den ersten Monaten des Etatsjahres 1889/90 aufweisen, ist in letz- terem eine gleiche Steigerung nicht zu erwarten. Die Vorficht ?;ebietet daher, wie die Erläuterungen zu diesem Titel aus- ühren, über den Etatsansatz nicht yinauszugehen. Die Einnahmen aus dem Zeitungsverkehr find auf 4 100 000 M. (4- 5000) veranschlagt. Innung und Kcwerkvorein. Die„deutschfreifinnigen Drahtzieher" der Hirsch-Duncker'schen Gewerkvereine, lange in Zweifel, wie sie die langsam einrostenden„Ortsvereine" vor der Neuwahl wieber neu aufputzen könnten, haben sich entschloffen, Arm in Arm mit den Innungen das Jahrhundert in die Schranken zu fordern. In Berlin ist bei den Schuhmachern diese edle Verbrüderung zum„Heben des Handwerks" geschloffen worden. Nachdem die Schuhmacher-Jnnung sich die große Niederlage gebolt hat, als sie die Vergewaltigung der Nicht- innungsangehörigen auf Grund des§ 100 k der Reichsgewerbe- ordnung versucht, und sich dadurch als eine so recht verzopfte und engherzig selbstsüchtige Genossenschaft erwiesen hat, werfen die Hirsch-Duncker'schen Gewerkoereinler sich ihr an den Hals. Die Art des Vorgehens ist auch recht im Sinne dieser Gewerkoereinler. Es soll nämlich durch JnnungSverband und Gewerkverein in ganz Deutschland eine Agitation zur Er- höhung der Schuhwaarenpreise, also zur Erhöhung de« Ver- dienstes der Jnnungsmeister hervorgerufen werden. Das Tollt dieser Idee ist grade im Schuhmachcrgewerbe leicht ersichtlich, weil hier, wie in wenigen anderen Gewerben, die Waaren- preise von den Fabriken beeinflußt werden, die sich gegenseitig wieder durch wilven Wettbewerb den Markt erschweren und die Preise herabdrücken. Auf diese Fabriken aber sind sowohl Innung wie Gewerkverein vollkommen ohne Einfluß. Eine Erhöhung der Preise der Schuhwaaren bei den Jnnungs- meistern würde schnell die Fabrikwaare in größere Aufnahme bringen, gegen die heute noch manche erweislich unberechtigten Vorurtheile bestehen. Abgesehen von der gänzlichen Aussichtslosigkeit dieses Strebens, ist dabei die scherzhafte Ansicht maßgebend, daß die Jnnungsmeister, wenn sie die Preiserhöhung etwa durchsetzen sollten, den Piofit nun brüderlich mit den Arbeitern theilen würden. Wahrhaftig! man muß so eingefleischter und unbelehrbarer Harmonie- Apostel sein, wie die deuttchfreisinnigen Drathzieher der„Gewerkschaften" es find, um sich solchen utopistischen An- sichten hinzugeben. Sagten doch die Jnnungsmeister der Bau- gewerbe in Hannover ganz dreist: Wenn die Meister für sich einm guten und sicheren Verdienst errendt haben, dann kann man unter Umstän- den in gründliche Erwägung nehmen, ob es vielleicht thunlich ist, auch für die Arbeiter eine kleine Lohnauf- befferung in Aussicht zu nehmen. So denken ohne Zweifel auch die Schuhmacher- Innung«- meister in Berlin. Es macht aber doch einen erhebenden Ein- druck, Dr. Max Hirsch mit dem bekannten Schuhmacher-Ober- Gutsherr sofort HauS und Hof besichtigte, ob das Wetter nicht irgendwo Schaden angerichtet, ginjj Frau Gregoire in flanellenem Schlafrock und Pantoffeln hinab in die Küche. Sie war achtundfünfzig Jahre alt, klein und wohlgenährt, und hatte unter ihren weiß glänzenden Haaren ein rundes Puppengesicht mit großen, verwundert dreinblickenden Augen. „Melanie," sagte sie zur Köchin,„wie wär'S, wenn Sie jetzt gleich den Kuchen machten, der Teig ist fertig; das Fräulein wird erst in einer halben Stunde aufstehen; welch' eine prächtige Ueberraschung, wenn sie zu ihrer Chokolade schon davon effen könnte!" Die magere alte Köchin, welche bereits feit dreißig Jahren im Haufe war, lächelte: „Ja, ja, das wäre in der That eine Ueberraschung! Der Ofen ist geheizt und Honorine wird mir helfen!" Honorine war zwanzig Jahre alt. Sie war schon als Kind ins HauS genommen worden und versah jetzt die Dienste eines Stubenmädchens. Außer den Beiden° gab'S noch den Kutscher Franz, der alle schweren Arbeiten ver- richtete, und dann einen Gärtner und eine Gärtnerin für die Früchte, Gemüse, Blumen und daS Federvieh. Der Dienst hatte ein gewisses patriarchalisches Familiengepräge, und Alle vertrugen sich aufs Beste mit einander. Frau Gregoire, der schon im Bette diese glückliche Idee mit dem Kuchen gekommen war, blieb noch, um zuzuschauen, wie er in den Ofen gesteckt wurde. Die Küche war sehr groß und verrieth durch die Sauberkeit, mit der sie gehalten wurde, und durch die reichen Batterien von Kafferolen und Töpfen die Bedeutung, welche man ihr beilegte. Es roch gut darin, nach gesunder, nahrhafter Kost; alle Gesimse und alle Schränke waren mit Lebensmitteln, mit Eingemachtem und Konserven überfüllt. „Und daß er nur recht hübsch braun wird!" ermahnte Frau Gregoire, während sie ms Speisezimmer ging. Trotzdem das ganze HauS mit Dampfleitung geheizt wurde, brannte in dem Speisesaal noch außerdem ein Kohlen- feuer im Kamin, um den Raum zu beleben und recht wohn- lich zu machen. LuxuS sah man nicht: ein großer Tisch, Stühle, ein Büffet in Mahagoni; nur zwei tiefe�Fauteuils meister und Karlellbruder Arm in Ann wandeln zu sehen. Diese neue Blamage, die sich die Gewerkoereinler hier holen, kann ihnen doch wohl theucr zu stehen kommen. Voiläufia hat der Berliner Ortsverein(Hirsch-Dunker'sche) 'der Schuhmacher eine Siebener« Kommission gewählt, die mit sieben ehrsamen Jnnungskrautern die Vierzehner- Kommission bilden, welche nun ganz bestimmt das„Handwerk heben", dem Meister sicheren und guten Verdienst und den Arbeitern der Meister Dank erarbeiten soll durch reg« Agitation in ganz Deutsch- land für hohe Schuhpreise. Wir wollen zusehen und lachen, zur richtigen Zeit aber zeigen, daß wir auch noch da sind. „Eine kleinliche Kampfmeise" nennt es das„Leipziger Tageblatt", daß die Sozialdemokraten den Wirthen, die ihnen ihre Säle zu Versammlungen verweigern, die„Arbeitergro'chen" nicht mehr zutragen wollen. Nun, das ist blos ein Akt der Nothwehr— zum Glück ein sehr wirksamer. Und mit dem Vorwurf einer kleinlichen Kamvfweise möge das„Tage- blatt" sich an der eigenen Nase zupfen. Oder kann es etwas „Kleinlicheres" geben, als daß eine, im Besitz der politischen Macht lbcfindliche Partei ihre Gegner nicht blos durch ein Ausnahmegesetz knebelt, fondern ihr dann auch noch dwch private Beeinflussung, indem sie die Wirthe zur Verweigerung der Säle zwingt, das Bischen noch gebliebene Versammlungs- recht wegstiebitzen will? Der Gesetzeutmurf, betreffend Abänderungen des Reichs- militärgesctzeS von 1874, ist dem Reichstage vorgelegt. Es wird darin den von der Bildung der höheren Truppenverbände han- delnden§§ 3 und 5 eine der neuen Eintheilung in 20 Armeekorps entsprechende Fassung gegeben. In der Begründung heißt eS, daß nur finanzielle Rücksichten bisher eine der Ver- mehrung der Trupvenzahl entsprechende Vermehrung der höheren Stäbe verhindert hätten.„Im Verein mit den im Laufe der Zeit erforderlich gewordenen Schutzmaßregeln sei eine Häufung der Truppen bei den Grenzarme-korpS herbeigeführt, welche denselben, nachdem überdies das Wehrgesetz vom Februar 1888 noch weitere militärische Anforderungen gestellt hat, die Erfüllung ihrer Aufgaben übermäßig erschwert.— Weder Sie Leitung der Friedensausbildung, noch auch die Führung der Kriegs- formationen von einer Stelle aus ist bei überstarken Armee- korpS als ausreichend gesickert anzusehen. Von den beiden neuen Armeekorps soll da- xvi. in Lothringen, das XVII. in Westxreußen formirt weiden. Diese Organisationsänderung Abänderung des Gesetzes, betreffend läßt sich vollziehen ohne die FriedenSpräsenzstärke deS deutschen Heeres, vom 11. März 1887. Es wird beabsichtigt, nur die erforderlichen Siäbe neu aufzustellen, wobei auch die im Jahre 1887 formirten 15 vierten Jnfenteriebataillone in Regimenter zu 3 Bataillonen zusammen- gefaßt werden sollen. Letztere Maßregel wäre auch an sich noth- wenSig geworden, nachdem die nunmehr vorliegende zweijährige Erfahrung erwiesen hat, daß für einen Regimentskommandeur die Ueberwachung und Leitung eines Regiments von 4Bataillo- nen beziehungsweise 16 Kompagnien bei den gesteigerten An- forderungen an die Ausbildung nicht wohl möglich ist." Also immer nur bewilligen! Zum Kapitel„Uersammlungsfveiheit" wird uns aus Breslau geschrieben: Am Sonntag, den 20. Okiober, sollte der sozialdemokratische Kandidat für den ReickStagSwahikreiS „Breslau Ott", Stadtverordneter Tutzauer aus Berlin in einer öffentlichen Volksversammlung einen Vortrag halten über die Stellung der Arbeiter zu den nächsten Reichstazswahlen. Die Versammlung konnte jedoch nicht abgehalten werden, weil das Polizeipräsidium dieselbe auf Grund des Z 9 des Sozialistengesetzes verboten hatte. Da indeß das Verbot der Versammlung nur Wenigen vor- her bekannt geworden war, hatten sich die Arbeiter Breslaus zahlreich im Versammlungslokal eingefunden, welches sie jedoch sofort wieder verlassen mußten, da eine, vor der p-ojektinen Volksversammlung in demselben Lokale abgehaltene Versamm- luna der Drechsler, Knopfarbeiter und verwandten Bcrufsge- nossen, in welcher der Drechsler Hildebrand aus Berlin referirt hatte, auf Grund des 8 9 des Sosialiftengesetzes aufgelöst worden war und die zahlreich aufgebotenen Polizeibeamten selbst daS Verbleiben der im Gastzimmer, neben dem Versamm- lungSsaale, befindlichen Gäste nicht duldeten. Mit Hochrufm auf den sozialdemokratischen Kandidaten Franz Tutzauer verließen die Arbeiter in größter Ordnung den Saal. Zu Montag, den 21. Oktober, war eine zweite Ver- sammlung, diesmal eine öffentliche WLhlcrverlammlung, einberufen worden, weiche indcß, nachdem der Emberufer derselben mehrere Male nach dem Polizeipräsidium bestellt warben war, ebenfalls auf Grund des 8 9 polizeilich verboten wurde. Auch in dieser zweiten Versammlung sollte Herr Tutzauer das Referat übernehmen.— In hiesigen Arbeiterkreisen ist allgemein die Anficht vei breitet, daß durch das voli- zeiliche Verbot dieser beiden Versammlungen feiten« der Polizei- behörde wider ihren Willen am Besten für die Wahl zweier Sozialdemokraten in BieSlau agitirt worden ist. Mit giößlem Eiser werden die hiesigen Genoffen— gleichviel, ob mit oder ohne Abhaltung von Versammlungen— in die Wahlbewegung eintreten und dieselbe zu einem siegreichen Ende führen. verriethen, daß die Bewohner die Bequemlichkeit und die be- hagliche Verdauung nach Tisch liebten. Leon Gregoire, mit einer großen Barchentjacke bekleidet, kam in diesem Augenblick zur anderen Thür herein. Auch er hatte, trotz seiner sechszig Jahre, einen frischen Teint, und sein freundliches Gesicht blickte brav und bieder unter dem schneeweiß gelockten Haupthaar hervor. Er hatte eben mit dem Kutscher gesprochen; eS war kein ernstlicher Unfall zu beklagen, nur einen Schornstein hatte der Sturm um- gerissen. Gregoire pflegte jeden Morgen sein Gut zu mspiziren, welches nicht groß genug war, um ihm Sorgen zu bereiten und ihm doch alle Freuden des Grundbesitzers verschaffte. „Run?" fragte er,„wann sieht denn Cäcilie heute auf?" Ich begreife nicht," antwortete seine Frau.„Ich glaubte doch Geräusch in ihrem Zimmer gehört zu haben!" Der Tisch war gedeckt: drei Schalen standen auf dem sauberen weißen Tuch. Man schickte Honorinen nachzusehen, was das Fräulein mache; doch die Jungfer kam gleich wieder, leise kichernd, die Treppe herab. „O, gnädiger Herr I O, gnädige Frau! Wenn Sie daS Fräulein sähen! Die schläft! Die schläft wie ein Jesus- kindel; eS ist ein Vergnügen, sie anzuschauen." Die Eltern wechselten einen freudigen Blick. „Komm!" sagte der Alte. „DaS arme, liebe Kind! Ja, gehen wir hinauf!" CäcilienS Zimmer war das einzige im Hause, welches mit einem gewissen Reichthum ausgestattet war. Es war mit blauer Seide ausgelegt; die Möbel waren weiß, mit schmalem blauen Filet. Das Zimmer glich einem kleinen Schmuck- kästchen. In dem weißen Bette schlief das junge Mädchen, eine Wange auf ihren nackten Arm gelehnt; nur ein matter Lichtstreif beleuchtete sie, als die beiden alten Leute die Vor- hänge vorsich'ig auSeinandcrschoben. Sie war nicht hübsch: zu frisch, zu üppig, zu reif für ihre achtzehn Jahre; aber sie hatte einen milchweißen Teint, und ihr rundes Ge- sichtchen, mit der kurzen, zwischen den dicken Backen eiu- gezwängten Rase, blickte reizend unter dem braunen Haare hervor. Die Decke war etwas hinabgeglitten doch die 4eht es in L'� .lel tut Sachsen, 23. Ok'ober. Der Arbeiter-msiZusammenrottr trumpsmrarenfabrik von Oswald Görner jiuuSiicht— alle d heim ist vorüber. Die Arbeiter haben einen Mehrva�ur nock die? Wiefet langt, der sich auf� 1,50 bis 2 M. beläuft und ungeW'etzt in Limbaä ;« es nicht b x sich eine u r g st ä d t chon genannt mmlungen st aß die Soz ahlen gewal Rechtswegen! Ueber d strie-Kezir uliche Sache dieselben zu Missen Schch uch wegen de Tatsachen sin iedergegeben unser" Korrd Üolhstand kla; eziell in Ch haben auck ihun. Die Lö sie den S ihres Lohnes beträgt. Damit haben die Arbeiter !angt,was ihnen imLaufe des vorigenS» mit Hinweis auf den schlechten gang abgedrückt worden war. An� sprechen, sobald taS Geschäft besser gehe, die wieder zu erhöhen, dachten die Fabrikanten nicht mußte sie erst dazu zwingen. In Chemnitz wurden längerer Zeit 60— 80 Pf. mehr sür ein Dutzend Paar gezahlt, als in Thalheim. Auf's Dützens Paar bi Lohnerhöhung nur 14 Pf., ist also so gering, daß s» tragen werden kann. In den Strumpfiabriken wer' wohnlich viel jugendliche Arbeiter beschäftigt, welche drücker verwandt werden. Auch besteht vielfach die heit, diesen jugendlichen Arbeitern, welche nach der ordnung 30 Minuten Pause haben sollen, nur von 15 Minuten zu gewähren. Ein anderer Klage betrifft den Wucher mit den Nadeln. Dieselbe» überall das Hundert mit 1 M. gekauft, in der f Görner'schen Fabrik mußten dagegen 100 Nadeln mit bezahlt werden, der Unternehmer hat also einen sehr 1 den Nutzen auf Kosten seiner armen Arbeiier. Garl'yu verhält es sich mit den Zylindern der großen RuK'° � oen � lampen, die in der Fabrik angewandt werden. WsIPtSgangeS Zylinder kostet im Laden 25 Pf, der Arbeiter aber,»«»er, 1 solchen zerbricht, muß'e früher für das Stück 45JiXr Maler noch 35 Pf. bezahlen. Also auch hier hat der S-M�n ba�nl Kosten der Arbeiter einen bedeutenden Gewinn. Dii�n hadw rechnen Herrn Görner nach, daß er wöchent ich an und Nadeln ca. 60 M. verdiene. Und dieser solcher Weise für das„Wohl" seiner Arbeiter so' allerlei Ehrenstellen ein. Wir wollen aber auch' lassen anzuführen, daß Herr Görner jun. mit dies» lhkiliaung sich eines Vergehens gegen die Gkwerb Schulden kommen läßt, welche vorschreibt, daß bf* lfabriken durch Materialien und Werkzeuge zum©elbstkost--'°S überlassen werden müssen.-„gar mit 3 Au» Sachten wird uns geschrieben: Wie leichtes leidlichen war, zwei auswärtige Arbeiter heranzuziehen und] ünheimsen; i glaubte, daß diesen seitens der Streikenden Unanneh�cr Rohprod passiren könnten, so erbat er sich von dem Büraerwei»? �ch wie vo, sür diese Leute. Und so fanden sich denn auch Abwohne so lan Schutzleute vor dem Thore der Fabrik ein und vecla»t?s.enen. dun Niemand vor der Fabrik stehen bleiben solle. Da ssf au' zügliches Verbot seitens des Magistrats nicht öfsenl''1*- worden war, so erregte selbstverständlich die>e Maßr�wannsich w meine Verwunderung. Die Folge davon war, daß betreffenden Orte sehr viel Neugierige einfanden,- darauf- am Freitag Abend- die Zahf derselben �sichtungm�� zunahm. Etwa 40—50 zunge Burschrn, denn dos Haupttheilnehmcr, von den Streikenden und den An möglich, hc nfabrik in l otive, nach erkzeugmascl ontageräum tickmaschiner unger Arbeit •n n» 1 bis 5 Thal Niemand zugegen— vollführten nun einen He'd�g pfiffen, johlten, schrieen, und machten Alles, was W»' zum Lärmmachen gehört; bis die Polizei einschritt�? � Haftungen vornahm- unter diesen befinden si»" tlem"C Söhne größerer hiesiger Firmen—, die doch am S«? der entlassen waren. Da nun der Bürgermeister Sr solchen„Ausschreitungen" retten wollte und dieFeuen' man Tags zuvor zum Sicherheitsdienst bestimmt mehr mumachen wollien, da sie von ihien Arbeit� allerhand Schmeicheleien bedroht wo, den waren, ra Stadtoberhaupt au« Chemnitz Miliiär und dieses. 140 Mann sta>k am Sonnabend Abend ein. D diese keinerlei Verwendung war,„der Säbel nickt die Flinte nicht schießen konnte", rückte es am MoÄ in ihre Ganisonstadt ab. Die obendrein noch zur deS Militär« herbeibeocderten 18 Gendarmen ver! hier. Doch sind bis heute eine Anzahl wieder fort. übrig bleibenden hatten dann auch genügend Gclei von der Ruhe und dem Ordnungssinn der Einwohner zu überzeugen, da cine öffen»'? sammlung des Wahlvereins mit dem Thein»'. jeder Arbeiter Sozialist fein?" Referent: f., Berlin, einberufen war, die aber Abends gegen 6lw wurde. Weit über Tausend Personen hatten st«- „JohnnniSbad" und vor demselben eingefunden, st»- den Wünschen des E nberufcrS, sich, soweit die@ leiten nicht genügend Raum böten, ruhig zu entfern� dem unter den Erschienenen— die sich aus ollen aber kleinere . andwerkSge «dienten- u cht über d alair ist s> deshalb ac oder ektionen f dieser Richi �önnen; sie terrickt al lfien Nichts! ß ihnen di ickt abbreche ' ften Sproi iehrer. Per' mer noch> ürfte nicht I ch ein eini Chemnitzer 3 Aus© «richt, der na der De ählt, daß 4 cht in S. orden, aber vch mehr! 'aron DeS lißerfolg i Ihm war nil Schlummernde athmete so leicht, daß ihr schwerer kaum bewegte.. �, „Gewiß hat dieser böse Wind den armen&¥ schfl�erAr nicht ernschlaf.n lassen," sagte die Mutter. andere wurd Cäcilie Mädchen in seiner jungfräulichen Blöße. einziges Kind, das sie lange Jahre vergeblich ersc?� bis es plötzlich, als sie schon an dem Glücke vcrz« Inmmeit mar Sie erschien ihnen nallkammen r>� ranks wr kommen war. Sie erschien ihnen vollkommen stark; im Gegentheil konnte sie ihrer Meinung gut genug genährt ausschauen. Cäcilie schlief'"l ohne zu fühlen, wie die Eltern, den Athem an?4 zu ihr hinabneigten; dann aber flog ein Schalls Gesicht. Die Alten zogen sich erschreckt zurück uiw auf den Fußspitzen das Zimmer. „Leise! Leise!" flüsterte Gregoire. der Nacht nicht geschlafen hat, müssen wir si4 uth; die ae Grundb akennen u andeln.- maux, Fc ontsou g inen spärli 'achbar- K EU von Jo "gehörte fliä'iu erdrücke, dl wecken!". jt>?am. welch „Behüte! sie soll sich ordentlich ausruhen I." einigte: di warten!' 5$>on Monis '[�es damalig Sie stiegen hinab und setzten sich in während die Mädchen, lachend über den gcs"" herfiel das des Fräuleins, ohne zu grollen, das Frühstück zwölf De, Der Herr Gregoire nahm eine Zeitung zur'-�«toon zweihu Frau strickte an einem großen wollenen Betfl afmit zehnta war heiß im Speisesaal. Tiefes Schweigen? Franks res ganzen Hause. � J Franks jährlicher Rente, bestand in einer Aktw von Montfou, deren Geschichte der alte Hers, zum Besten gab: Im Anfange des verflossenen� nämlich war überall im Lande, von Lille bis ein wahre« Fieber ausgebrochen für das Winnen von Kohle, nachdem die Erfolge der � welche sich später zu der Gesellschaft der' Auzin vereinigten, die Köpfe erhitzt hatten.. mune wurden Nachgrabungen gemacht und wuchsen wie die Pilze überjftacht auS der o � U5 I» d, ächllschen childeruvg .rankreich t et der Arti apitänS. etden de« w,e die Pilze über Nacht aus der Allen aber zeichnete sich ein Mann durch sei"4' jfllt es in Lambach her. Zu Ausschreitungen und ernstlichen beiter-W�usammenrottungcn, wie die»Freis. Z'g.� schreibt, kam eS ncr juil. bricht— alle diese Berichte sind vollständig entstellt. ES bleibt Mehroert�ur noch die Frage zu beantworten, wer ist der Urheber dieser d ungcsa�etzt in Limbach herrschenden Erbitterung? Einige Fabrikanten, lrbeiter Hie es nicht begreifen können, daß ihre Arbeiter auch einmal genSl!«'i,r s i ch eine kleine Verbesserung erstreben möchten.— In ~ Burgstädt und Mittweida fanden hingegen mit dem chon genannten Referenten äußerst stark besuchte VolkSvcr- mmlungen statt, aus deren Resultat wir entnehmen können, laß die Sozialdemokratie bei den kommenden Reichstags- ahlen gewaltigen Zuwachs erhalten wird- und dies von Rechtswegen! Ueber die Arbeitsverhättniss« im Chemnitzer I«- stAe-KezirK berichtet eine dortige Korrespondenz recht er- uliche Sachen und ist dieselbe wohl geeignet, einen Einblick dieselben sru ermöglichen, wenngleich die M'ttheilungen einer gewissen Schönfärberei nicht entbehren. Sowohl deswegen als uch wegen der für den Unbefangenen sich ergebenden nackten Tatsachen sind die Mittheilungcn interessant genug, um hier iedergegeben zu werden. Wohl kein Handwerk, so meint Ges An, lelje, die. nicht i i wurden! nd Paare Paar t, daß ße� !en wei welche< Ifach die' nach dcrs , nur V derer> Dieselber�unser" Korrespondent, darf zur Zeit hier über besonderen in der echtothstand klagen. Wird� doch überall in unserer Gegend und . cziell in Chemnitz noch rege gebaut, und wo das der Fall st, haben auch andere Gewerbe als Mauerei und Zimmerei zu hun. Die Löhne sind dementsprechend auf der Höhe geblieben, dwie sie den Sommer hindurch infolge des meist günstigen Ge- xjischäftsganges einnahmen. Gerade in diesem Bezirk hat man Much heuer, wo so viclerseitS die Arbeit eingestellt wurde, ~t,!� 45 �uenig von der Streiklust der Arbeiter verspürt. Nur die Chem- -"utzct Maler und Lackirer setzten im Frühjahre einen einiger- laßen hartnäckigen Ausstand in Szene. Der Maschinenbau g und geht allenthalben gut; für sofortige Lieferungen war möglich, höhere Prelle durchzusetzen. Die Sächsische Maschi- nfabrik in Chemnitz konnte vor kurzer Zeit ihre 1600. Lo'o- olive, nach Köln bestimmt, versenden, und die Chemnitzer erkzeugmaschinenfabrik(voimals Zimmermann) mußte ihre ontageräume vergrößern. Reichliche Aufträge gingen auch in tickmaschinen ein� Man kann sagen, daß die Maschinen- rdeln ttul 1 nen sehr« er. GM ßen Rand' rden. der F°h inn. D- tlich an ieser Herr- Itter for0t auch nw nit dieser 5kwerbl daß den>stgbriken durch die Bank auch für die kommende Zeit mit Be- fHolte'iteHungen genügend versehen find, so daß hier und da Lie leichl orzuruseN/ agen. r eine. chäftSleit > Aufhör er Finna )m un» Unanne ürgerinn auch nd verlad e. Da.e?. lt öffentst he Mas" r, daß anden, derselben enn daS lvgar mit Anstrengung gearbeitet werden muß. Trikot- taaren und hauptsächlich Strümpfe behaupten jetzt sine lebhafte Tendenz, die Geschäfte arbeiten mit Ueberstunden. ~leickes gilt von der Handschuhbranche, die viel überseeische mfträge in Sommerwaaren hat. Immerhin muß betont wer- -en, daß die Strumpf, und Handschuhfabrikanten, obgleich die lvt jährige schwere Krisis einigermaßen überwunden ist, trotz -es leidlichen Ganges des Geschäftes keinen besonderen Gewinn inheimsen; die Ursache dafür liegt in den gestiegenen Preisen ter Rohprodukte. Die Lage der Strumpfwirker ist darum ioch wie vor eine prekäre; die Fabrikanten können höhere lohne so lange nicht bewilligen, als sie selbst nur wenig ver- ienen. Jüngere, am Handstuhl arbeitende Kräfte bringen es löchstens auf 6—8 Mark, ältere Leute nur auf 3—4 Mark ne Woche. Kein Wunder, wenn sich der jüngere Nachwuchs, tännlich wie weiblich, mit Macht nach der großen Stadt, lach Chemnitz, hinzieht. Die dort sehr gesuchten weiblichen IrbeitSkräfte werden da immer noch— je nach Art der Ver- Achtungen— mit 7 bis 12 M. pro Woche bezahlt, und ein junger Arbeiter verdient, wenn er nicht unanstellig ist, seine bis 5 Thaler. Freilich ist dafür das Leben in der Groß- � x-nlifstadt theurer und verführerischer! Im kaufmännischen Berufe m tzeto).� mit den Hilfskräften die alte Sache: tüchtige, technisch ' �geschulte, branchckundige Leute stehen sich meist sehr gut; die In- tn'ch.r, i�baber kleinerer Stellen dagegen würden oft sehr gern mit einem jandwerkSgesellen tauschen. Was für Gehälter oft für Ex« edienten- und Komptoristen-Stellen ausgeschrieben werden, ,eht über dag Denkbare hinaus. 30 bis 40 M. Monats« lalair ist schon längst nichts Ungewöhnliches mehr. Wer deshalb sonst ermöglichen kann, der lerirt wenigstens lie oder zwei fremde Sprachen; namentlich englische cktionen sind sehr begehrt. Leider täuschen sich nach dieser Richtung hin oft viele junge Leute in ihrem stönnen; sie glauben es mit wöchentlich 1—2 Stunden Privat- mterricht abgethan zu haben und dann zu Hause sich dem 'en Ntchtsthun hingeben zu können. Die Folge davon ist, ß ihnen die Geschichte zu lange dauert und sie den Unter- licht abbrechen. Wer aber dann die Schuld an ihren Mangel- aften Sprachkenntnissen bekommt, das ist in der Regel der— lehrer. Perfekte Korresoondenten sind unter solchen Umständen mer noch ein täglich begehrter„Artikel".— Wie gesagt, es S rial den siai ' am®fli reister» iFeueci" stimmt Arbeittgl wen, rel el nicht >m MdÄ 'ch z" ten otrW" 3er fort rtb Gcld nn der öffci'll'.l> mrfte nicht schwer halten, aus den vorstehenden Mitthcilungen ThelUZ'�ch xjn einigermaßen zutreffendes Bild über die Lage der rent: ��Chemnitzer Industriearbeiter zu machen. aen 6 U«'f(Oftafrlha erhält die„Nationalzeitung" einen langen ericht, der im wesentlichen Klagen über unfreundliche BeHand- ung der Deutschen durch die Engländer enthält. Zuerst wird rzählt, daß der Dampfer„Neera", nachdem er von dem Prisen� bricht in Sansibar freigegeben und von Wißmann gechartert orden, abermals durch ein englisches Kriegsschiff angehalten »en-rA tten fw, den, fit ts t die G-l i cntferpA'u is ollen zenschte� in gar nl ig und schwerer cmen worden sei. Als die„Neera" am 24. September in den Haken von Sansibar einlief und der stellvertretende Reichskommissar von Gravenreuth, dessen Flagge auf der„Neera" wehte, sich auf einem Boot an Land begab, hielt ein Offizier des eng- tischen Schiffes„Rein beer"— demselben, �welches die„Neera" gekapert hatte— das Boot mit dem Rufe auf:„Sie kommen von der„Neera", ich muß Sie anhalten!" Derselbe Offizier begab sich an Bord der„Neera", wo er sich von ihm die schriftliche Erklärung geben ließ, daß er nur Sachen des kaiserlichen deutschen Reichskommissars an Bord führe. Der Norfall wurde sofort telearaphisch dem auswärtigen Amte tn Berlin gemeldet, welches seinerseits mit der englischen Regie- rung darüber in Verhandlung trat. Die Angelegenheit soll rn- zwischen nach entsprechender Rektifikation des englischen O'si- zierS in befriedigender Weise erledigt worden sein. A« Me Abonnenten und Mitarbeiter der„Polks- bibliothek de« menschliche» Missen»" richte ich, durch die Verhältnisse gezwungen, die Mittherlung, daß ich den Verlag der„Volksbibliothek", der im November 1387 in meine Hände überging, mit dem heutigen Tage aufgebe. Den Verbindlichkeiten, die mir durch diesen Verlag er- wachsen find, werde ich unverzüglich nachkommen. Berlin, den 24. Oktober 1889. W. Liebknecht. Frankreich. Seit Jahren kennt alle Welt eine Lesart der Vorgeschichte der französischen Besetzung Tunesiens, die so zu sagen klassisch geworden ist. Auf dem Berliner Kongreß bot hiernach Fürst Bismarck Italien Tunesien an. C a i r o l i, der da- mals an der Spitze der italienischen Regierung stand, lehnte ab und konnte sich später rühmen, er sei aus Berlin„mit reinen Händen" zurückgekommen. Darauf wurde das Beylikat Herrn Waddinglon angeboten, der weniger spröde war als sein italienischer Amtsgenosse und das reiche Geschenk für Frank- reich annahm. 1880 machte Frankreich die ersten Anstalten, sich in den Besitz des bis dahin blas platonischen Geschenks zu fetzen. Der italienische Botschafter Cialdini erhob sofort in Paris Einspruch und erklärte, Italien glaube auf Tunesien Rechte zu haben. Die französische Regierung beruhigte Italien und verhielt sich eine Weile still. 1881 gab sie jedoch diese Zurückhaltung wieder auf und bereitete ernstlich die Eroberung des BeylikatS vor. Cairoli fragte wieder und erhielt von JuleS Ferry, der damals französischer Ministerpräsident war, aufs Neue begütigende Versicherungen. Cairoli schenkte diesen Glauben, und wenn italienische Abgeordnete ihn bestürmten, für die Interessen seines Landes einzutreten, zu ver- hindern, daß Frankreich Tunestm einstecke, so ant- wortete er immer, sie sollten sich doch nicht vor Gespenstern fürchten, ihre Angst sei grundlos, er habe hierfür die bestimmtesten Erklärungen des Herrn Ferry. Dies wieder- holte er so lange, bis die Nachricht kam, daß die Franzosen in Tunis eingerückt seien und den Bcy zur Unterzeichnung des Bardo-VertrageS gezwungen hätten, der Tunesien unter französischen Schutz stellte. Cairoli trat von der Regierung zurück, die Vorwürfe seiner Gegner, daß er nichts gethan habe, um Italiens Recht zu wahren, ertrug er schweigend, ohne sich mit der Enthüllung der Haltung Frankreichs zu rechtfertigen, aber bis an sein Lebensende verzieh er den Franzosen und namentlich Ferry nie, daß sie ihn so schnöde hinters Licht geführt hatten. Dies, wie gesagt, ist die wohlbekannte Lesart der Ge- schichte. Da sie dieser Tage von dem Nizzaer Blatte„Jl Pensiero" wiederholt worden war, nimmt nun JuleS Ferry in der„Estafette" daS Wort, um sie für„vollkommen unwahr und kindisch" zu erklären. Es sei nicht wahr, daß Deutschland auf dem Berliner Kongreß Italien Tunesien angeboten habe. ES sei namentlich nicht wahr, daß die französische Regierung Italien in Betreff Tunesiens irgend etwas, mündlich oder schriftlich, versprochen habe. Nachdem der Bardo- Vertrag ge- schloffen worden sei, habe er, Ferry, zur Zufriedenheit beider Länder dessen diplomatische Folgen mit den italienischen Staatemännern geregelt. Cairoli ist lodt und kann kein un- mittelbares Zeugniß mehr ablegen. Es leben aber Viele, die aus seinem eigenen Munde eine Darstellung der Ereignisse ge- bört haben, welche mit der des Herrn Ferry durchaus nicht übereinstunmt. Amerika. Die späteren und genaueren Nachrichten über den Aus- gang der allgemeinen Wahlen am 31. August bestätigen den durchschlagenden Erfolg, den die Regierung mit ihrem Kan- didaten errungen. Doch fehlt es auch nicht an Schatten, welche den glänzenden Wahlsieg der Liberalen stellenweise etwas verdunkeln. Die Republikaner haben zwar im ersten Wahl- gang nur einen einzigen Kandidaten durchgebracht, dessen Er- wählung heute sogar noch zweifelhaft ist; dennoch können sie nach dem, was sie einer Regierung gegenüber erreicht haben, die es sich zur eigensten Aufgabe, machte, die republikanische Be- wegung zu unterdrücken und zu diesem Zwecke alle Mittel, die ihr zu Gebote standen, rücksichtslos anwandte, mit der Zuver- sich auf größere Erfolge in d'.e Zukunft blicken. Die republi- kanische Partei ist in Provinzen, wo sie bisher noch keine ifähr. r Aktie e%e%. ssenenL" e bis f z SuchA e der der en. 3"» nd die 5" 5 der 1 i seine och mehr durch heroische Hartnäckigkeit aus, dies war der 'aron DeSrumaux, welcher vierzig Jahre lang, durch keinen Mißerfolg wankend gemacht, dem widrigen Geschicke Trotz bot. hm war nichts erspart geblieben. Zuerst hatt er lange fruchtlos üchen müssen; dann mußte er Gruben nach monatelanger schwerer Arbeit wegen unzureichenden Ertrages eingehen lassen; " anderewurdendurchErdstürzeverwüstet;plötzlichhervorbrechende �Grundwasser ertränkten die Arbeiter; Hunderttausende von �tieilic �WankS wurden verschlungen; die Aktionäre verloren den r*«sehi'lr�iil' VerwaltunaSräthe machten ihm dm Kopf warm; 'llCv...»i�die Grundbesitzer wollten die Staatskonzessionen nicht an- «rkmnen und verlangten, er solle zuerst mit ihnm ver- handeln. Dann endlich, nachdem er die Gesellschaft DeS- [rmnaux, Fauqucnoix u. Co. zur Ausbeutung der Grube von »Monlsou gegründet hatte und die ersten Versuche anfingen, xinm spärlichen Gewinn abzuwerfen, drohten plötzlich zwei Machbar- Konzessionäre, die Mine des Grafen Cougny und Re von Joiselle, welche der Gesellschaft Cornille u. Zenard icke vcrz»! nmen ui>v NeinunS' Ä? Schate" rrück un» � PH 'angehörtes ihn unter ihrer furchtbaren Doppel- Konkurrenz . erdrücken; bis glücklicher Weife am 23. August 1760 wir si» Zwischen dm drei Konzessionären ein Vertrag zu Stande .�jk'lam, welcher sie in eine einzige große Gesellschaft ver- mhen!. einigte: die noch heute bestehende Kompagnie der Minen s�oon Montsou. Die Besitzantheile wurden nach der Nonn in ,3 damaligen Münzfußes repartirt und benannt, und zwar n g°'"F�rficl das Ganze in vierundzwanzig Sous, jeder zu chstück zwölf Dmiers, was also ein Gesammt- Vermögen ! zweihundertachtundachtzig Dimers, oder, da jeder Denier « Bell? Mit zehntausend Franks fixirt war, von drei Millionen «eigen 9 �Franks repräsentirte. Desrumaux waren für seinen Antheu iiierj'�r~0US und drei Denicrs zugesprochm wordm. f Thätigkeit mtfaltet hatte, diesmal organisirt aufgetreten; sie hat in allen Wahlkreisen eine größere, oft recht ansehnlich größere Zahl von Stimmen in die Urnen gelegt; sie hat in 13 Wahlkreisen, die auf die Provinzm Rio de Janeiro, Soo Paulo, MinaS GeraeS und Espirito Santo sich vertheilm, eine engere Wahl nothwmdig gemacht; sie hat endlich in dir Reichshauptstadt selbst ibre Anhänger erheblich vermehrt. Das Municipio Neutra, Rio de Janeiro(Stadt) mit Weichbild, wählt drei Abgeordnete, ist in drei Wohlkreise getheilt, von denen der erste den Kern der Stadt umschließt, und hier ist das Kirchspiel Candelaria der Sitz des Großhandels, der Be- zirk, wo die größten Vermögm vereinigt sind. In diesem erstm Wahlkreise hat der republikanische Kandidat für das Abgeordnetenhaus fast doppelt so viele Stimmen erhalten, wie die republikanischen Kandidatm bei der Senatorwahl am 4. August, und in dem Kirchspiel Candelaria im Besonderen find dem republikanischen Kandidaten mehr Stimmm zuge- fallen, als dem Regierungskandidaten, dem Millionär Baron de Parana, für den der Ministerpräsident„sein letztes Pulver verbrannt hatte", wie ein unabhängiges Blatt sagte. DaS Er- gebniß der Wahlen sichert zwar dem Ministerium eine große und ergebene Mehrheit, aber eS wird nicht ohne Verdruß be- merken, daß die liberale Partei in der Deputirtenkammer keine einheitliche Masse bildet, daß vielmehr ein radikalrr Flügel sich auszuscheiden beginnt. dessen Bannerträger der Pernambucaner Joaquim N a b u c o ist. Leider ge- hört dieser ausgezeichnete Redner zu den ausgesprochensten Rativisten; sonst aber macht seine scharfe Zunge sich auch seinen Parteigenossen furchtbar, die allzu eifrige und für ihre Taschen sowohl als für ihre Angehörigen und Schutzbefohlenen besorgte Geschäftemacher sind. Und in diesem Punkte ist die Regierung und die mit ihr herrschende Partei keineswegs reinlich und zweifelsohne. Einen dieser liberalen Geschäftemacher hat die Strafe bereits ereilt, er trieb es gar zu schamlos. Ich schrieb lereits von der Mehllieferung, die der zum Präsidenten von Ceara ernannte Riograndenfer Senator Henrique d'Aoila mit diesigen Häusern angebändelt hatte. Es sollten 120 000 Sock Mehl geliefert werden, und der Hauptlieferant war der eigene Schwiegersohn des Herrn Senators. Es war ferner ausge- macht, daß das Konsortium offiziell an jedem Sack ein MrlreiS über die Kosten verdienen sollte; der Gewinn aber, von dem sich der Herr Senator die Hälfte ausbedungen hatte, um feine Schulden zu bezahlen und sein gewohntes üppiges Leben fort- zusetzen, war in Wirklichkeit weit höher, da die Kosten eines Sackes(80 Li'er) Mehl mit 12 800 Milreis berechnet wurden, während der BtarktpreiS hier etwa 7 Milreis ist. Roch bevor das erste Drittel der ganzen Lieferung in Ceara angelangt sein kann, ist der Senator d'Aoila von der Präsidentschaft jener Provinz„wegen Ungehorsams gegen die Regierung" entfernt worden. Er muß es arg getrieben haben. . und Lelierr. In der Juli-Nummer de»„Privilegirten Chursürstl. ächjrschen Poftilion" vom Jahre 1796 findet sich folgende chrlderuvg Napoleon's I.:„Er ist in Korsika geboren und in .rankreich erzogen, erwarb sich gute Kenntnisse, ward frühzeitig iet der Artillerie angestellt und gelangte bald zum Range eines 'apitäns. Seine unruhige Thätigkeit, seine Bemühungen, die elden des Alterlhums nachzuahmen, galten in den Augen Verfermmluttgon. Für jammtUch» Töpfer Kerlin« und Umgegend war zum 23. d.M., Abends, eine öffentliche Versammlung nach Munot's Salon von Herrn Thieme einberufen worden. Die Versammlung war rege besucht und wählte in« Bureau die Kollegen Thieme, Köppen und Vierow. Zum ersten Punkte der Tagesordnung:„Rückblicke auf unsere gewerkschaftliche Bewegung" nahm so- dann Herr Kollege Jakob ei das Wort. Derselbe schickte voraus, daß in der heutigen reaktionären Zeitströmung anfangs mit gegnerischen Faktoren zu kämpfen habe. Ebenso sei es auch der Töpferbewegung ergangen und hielt Redner es für angc- zeigt, einmal diese gegnerischen Faktoren durchzusichten, weite sich auch heute noch der Töpferbewegung entgegenstellen und dieselbe auch heute noch hindere, das zu sein, was sie fem sollte. Der erste Gegner der Gewerkschaftsbewegung war nach den Darlegungen des Redners der Jndifferentismus der Masse, den er als einen schlimmeren Feind be- zeichnete, als selbst alle behördlichen Maßnahmen gegen eine Gewerkschaftsbewegung, als den schlimmsten Feind derse ben. Em weiterer Feind der Töpferbewegung war die löbliche In- nung mit allen ihrenAllachmationen, die sogar die Ausweisung eines Kollegen zu Wege brachte. Beide Gegner wurden indessen glücklich überwunden. Nachdem sodann die Innung auch mir ihrem Versuche, einen JnnungSauSschuß wählen zu lassen, gluck- lich verunglückt war, nahm sie zu dem AushilsSmittel die Zu- flucht, den Ausschuß einfach zu ernennen. Von dessen Thätigkeit hat Niemand etwas gehört. Der dritte gegnerische Faktor waren die behördlichen Maßregeln, die in der Auflösung des Fach- vereinS, im Putikamer'fchen Streikerlaß einen nicht mißzuver- stehenden Ausdruck fanden. Auch betrügerische Manipulationen seitens Führer der Gewerkschaftsbewegung btieben den Töpfern zum größten Schaden derselben nicht erspart. Der Zusammenhalt der Gesellen ist indessen größer, als alle Hindernisse, welche dem- selben in den Weg gelegt worden sind bezw. gelegt werden. Einen erfreulichen Beweis des WertheS des Zusammenhaltes seiner Kameraden bloS für unmäßige Ehrfurcht. Bei der Be- lagerung von Toulon sollte er die Batterien dirigiren, tadelte die Anordnungen der Generale, ward für einen eingebildeten Menschen erklärt, dann aber doch zu Rath« gezogen und trug zur Flucht der Engländer bei und zur Wiedereroberung der Stadt. Er ward als General der Artillerie bei der Armee in Italien angestellt, mußte die Pläne, die er mißbilligte, ausführen helfen und entwarf damals den Feldzug, den er jetzt mit so großem Glanz auSgesühtt hat. Als er zur Vertheidigung ver südlichen Küsten beordert wurde, vollführte er den Austrag mit gutem Erfolg und Sparsamkeit. Zum Lohn versetzte ihn der damalige Wohlfahrts- Ausschuß zur Infanterie. Hierüber aufgebracht, kam er nach Paris und verlangte die Erlaubniß, nach Konstantinopel zu gehen und für die Türken zu fechten. Er erhielt sie, als eben die Rebellion im Ottober v. I. aus- brach, bei welcher Gelegenheit BairaS ihn zu seinem Unter- bcsehlshaber machte und wo ihm sein kluges Benehmen die Stelle des Generals der Armee im Innern erwarb. Dann machte er die Eroberung einer jungen und reichen Wittwe, die er heirathete und sie bald wieder verließ, um zur Eroberung Italiens zu eilen. Bonaparte ist erst 27 Jahre alt, klein von Statur, blaß und mager, aber voll Feuer und Muth. In Gefahr ist er kaltblütig, Hindernisse scheinen ihm willkommen zu sein. Man hat ihn als einen Terroristen in Verdacht ge- habt, aber ein Mann, wie er, bedarf keiner Partei, um sie emporzuschwingen. Unter den 414 Ktndente«, welche in diesem Jahre bei der Kopenhagener Universität immatrikulirt worden sind, be- finden sich 11 weibliche, darunter eine Verwandte des Bischofs Grundtvig, Elna Agnete Grundtvig. Von der genannten An- zahl weiblicher Studenten haben drei das Studenten- Examen mit erstem Charakter und Auszeichnung bestan- den. Eine Anzahl dänischer Damen, welche ihre Studien vollendet, haben sich als Aerzte in Kopenhagen nieder- gelassen, und sich eine recht einträgliche Praxis geschaffen. Eine dieser Damen, caack. wax. Anna Hüde, ist als Assistent in der historischen Abtheilung des Reichsarchivs an- gestellt worden. Im vorigen Jahre erhielt sie die goldene UniversitätSmedaille für die Beantwortung der historischen Preis« aufgäbe. Im statistischen Bureau definden sich zwei werbliche Assistenten. Ein Fräulein Nielsen gedenkt, in Kopenhagen eine Klinik für Frauen zu errichten. Im StaatStelegraphendienst sind gegenwärtig im Ganzen 65 Frauen angestellt, davon 15 als Telegraphisten, 11 als Reservetelegraphisten, 15 als Mrt- helfer, 15 als private Mithelfer und 9 als Expedienten. Ber der Ausstellung in Pari« erhielt Frau Ida Hansen die goldene Medaille für Stickereien; ferneren sieben dänischen Danen wurden sitberne Medaillen und zweien Bronzemedaillen zuer- kannt. Die russtsch» Tibet-Gepeditio« unter Oberst Pewzew ist werter in Ostwrkestan vorgedrungen und geoenwärtiq hs Khotan gelangt. Nachrichten, welche am 11. d.M. von Tasä- kent datiren, berichten, daß die Expedition, nachdem sie den Beselpaß überstiegen hat, in Uisch-Trufan anlargte, von wo aus sie nach dreitägiger Rast über die Schluchten von Dunchartem in das Thal Arty.Kum gelangte. Die wilden Bewohner dieses Thales, welche noch nie einen Europäer ge- sehen haben, ergriffen beim Anblick der„weißen Teufel" die Flucht. Von Arly-Kum ging der Weg durch eine weite Wüste nach den Ufern der Katchgar-Darja, wo ein dreihundert Werst breiter Wald die Expedition aufnahm. Nach sieben- tägigem angestrengten Marsche gelangte man aus diesem Walde an den Ufern der Prkend- Darja wieder in'S Freie. In den Wellen dieses Stromes fand leider ein Mitglied der Expedition, der jugendliche Soldat Grigoriew, beim Fischfange tmtn frühzeitigen Tod. In Barkend wurde eine fünfiögige Rast gemacht, worauf die Expedition ihren Weg nach Khotan fori- setzte. Mitte September machte sie jedoch einen Abstecher nach dem Süden, um in den Bergen von Tuku-Tan den Lastthrcren eine Erholung zu gönnen und gleichzeitig vier Wochen lang rn den Bergen zu jagen....... Fein« Kuhställe. In der„Malkeritrd" erzählt erner fec Redakteure, Lehrer R.-A. Hansen an der Dalomer landwutr- schastlichen Schule, von seinen Reisen in Holland unter Anderrn folgendes: Da« Vieh kommt im Sommer durcharrs nicht auf den Stall. Wenn es im Fruhiahr hcrauskommt, wird im Kuhstall gewaschen und gescheuert wie in unfern Stuben, und hier werden die Käse bereitet und im Laufe des Sommers go- lagert. Ich habe hier in Holland nicht nur gesehen, daß man im Sommer vor den Fenstern im Kuhstalle Gardinen hatte, sondern sogar Teppiche längs der Gänge, und daß man, wem man in den Kuhstall hinein wolle, seine Holzschuhe draußen ad- legte und auf den Strümpfen hineinging. Ja, an einer Stelle sah ich es sogar, daß die Familie sich eine Sommerwohnung in einigen Standplätzen der Kühe eingerichtet hatte, indem man die Hebebäume, die zwischen denselben hingen, herabgenommeu und die Wände tapezirt hatte. Die eigene Wohnung war» dann als Prunkgemach betrachtet. Die Gardinen vor den Fenstern find nicht nur de« Schmucks wegen da, sondem dienen auch dazu, die Sonne abzuhalten. Ker Gesellen halten die Dretdencr Kcll-'pen geliefert(deren Fackverein indessen euch bthördlich aufgelöst worden ist), wo- durch der Meistcrvcrbano die erste moralische Ohrfeigt erhalten habe. Bezüglich der Achtstundenbewegung verlas Redner einrn Artikel der�BaugewerkS-Zeitung", in welchem behördliche Maß- nahmen gegen die immerwährende Verkürzung der Arbeitszeit gefordert werden und folgerte hieraus, dab die gewerkschaftliche Bewegung der Töpfer nicht erlahmen dürfe, sre, die schon so viele Sirnme durchgemacht habe, nicht außer Acht gelassen werden dürfe, daß es vielmehr Pflicht aller Kollegen fei, die gewcrk'chaftliche Bewegung mit Aufbietung aller Kräfte zu unterstützen, um ihre Rechte zu verlheidigen.(Beifall.) Zur Diskulfion sprachen ferner die Kollegen Hoffmann und M a n t h e y unter Bezugnahme auf das zur Tagesordnung stehende Thema, sowie der Referent, nach dessen Schlußwort die Vtrlorr.mlung in die Verhandlungen über den zweiten Punkt der Tagesordnung eintrat, der da lautete:»Die Fenster- frage." Der Vorfitzende erinnerte an den schon seit Langem gefaßten Beschluß, daß vom 15. Oktober bis 15. April die Ar- beitSräume in den Bauten mit verglasten Fenstern zu versehen find und begründete diese Forderung in kurzen Ausführungen vom sanitären Standpunkte ouS, damit eine Besprechung dieser Frage veranlassend. Die Schwierigkeit der Durchführung dieser eigentlich naturgemäßen Forderung wurde nicht verkannt, in- drm, wenn auch die Meister nichts dagegen einzuwenden hätten, doch die Bauunternehmer Schwierigkeiten machten. Auch wurde darauf hingewiesen, daß das Publikum selber ein Ja- teresse an der Fensterfrage hätte, indem die Arbeitsprodukte der Töpfer unter dem Einflüsse der Kälte zu leiden hätten und das Publikum dadurch benachtheiligt würde. Kollege Abend- r o t h beantragte, vom kommenden Montag« ab da nicht in Arbeit zu treten, wo die Fenster nicht verglast find; Kollege Bolle dagegen dasselbe vom 2. November d. I. ab; Kollege Münsterpost zum dritten als Endtermin den 10. No- vember dieses Jahres, sowie diesen Beschluß Meistern und Bauherrn besonders kund zu geben. Die Versammlung schloß fich dem Antrage Münsterpost 11. November) an. Nachdem gelangte der Purk! Der Ver traucnS«�. schastliches" zur Verhandlung.-vreuau»«--»�, Thieme erstattete zunächst den RechenschastSdniAi k frciwilligen Sammlungen. Der geg________ darnach 348 54 M. Die Richtigkeit der Abrechnu»! seitens der Revisoren bestätigt und dem Vertrouenti»� charge ertheilt. Zu Revisoren für die nächsten 4 Wochen Versammlung die Kollegen Julius Bolle und Kattun. Der»Fall Maschte" ist nach Bekundung trauenSmanneS gerichtlich anhängig gemacht. E- st längere gewerkschaftliche Debatte. ..._________ Zablftcven bestehen I Im Osten dil Tempel. BreSlaucrstr. 27, und O. beindors, Lanpest?� 70. nn? K-Kanntinnchung. Den Mitgliedern de«„Enzl-Idein-l vereine im 4. Berliner äßafjlftilJ" zur besonderen Nachitlbi dnt nähme von BeitrSaen folgende Zahlstellen bestehen� Im Osten MJ ■e/.-«.nnv«/ iät, UHU ij.«U."" Ijr den Herren 0. Eckulz. Ldmiraiftr. 40, und Ä. Scholz, Wrwinz dielen Zahlstellen melden auch zu jeder Zeit neu- Mitglieder ansie«" 3. S Am Tisch -rngef Theater. Freitag, den 25. Oktober. Gpmmha»«. Die lustigen Weiber von Windsor. Kchaulpielhan«. Wilhelm Tell. Deuksthe« Theater. Das Glas Wasser. Lefstng- Theater. Der Fall Clemenceau. Friedrich- MUstelmstadtifche» Theater. tolengraf. Der P„ Nestde«z- Theater. Geschlossen. f latluer-Theater. Der Dompfaff. itrtoria-Theater. Stanley in Afrika. Gsteud-Theater. Ein Verurtheilter. Keveailianre> Theater. Der Zauberlehr- iwp. Koaisstadtisches Theater. Unser lachendes Berlin. Zeatral- Theater. Das lachende Berlin. Adolph Grnst-Theater. Flott» Weider. Gedr. Zlichter'» Kari�tck. Spezialitäten- Vorstellung. Keich« hallen- Theater. Gr. Spezialitäten- Vorstellung. Kerliuer Theater. Freitag, den 25. Oktober: 8. Abonnements-Vor- stellung.«ontjoye. der Mann von Eisen. Sonnabend, den 26. Oktober: Demetrius. Sonntag, den 27. Oktober: Montjvye, de» Man« von Eisen. Thalia-Theater. 18 WaL«eriheat,rstraße 15. Große Csncert-t Theater- und Koetialttate« Porstelluag. Gr. Erfolg des Jllufionisten S ch e l l i n i, der Kantschukdame Marin ella, des beliebten Berliner Volkshumoristen W i l h. Fröbel ic. Enta-Se 30 Pf. StfÄ,. Tischlerverein. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mit- glied Carl Lehmann, Gitfchinerstr. 54a, am Dienstag, den 22. Oktober, gestorben ist. Die Beerdigung findet Freitag, den 25. Okt., Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen St. Jakobikirchhofs aus statt. 431)_ Der Norstand. KlhlWAW«! Die Sperre ist über folgende Werkstätten ver- hängt worden, also Zuzug streng fernzuhalten: Gräfe, Rixdorf, Knesebkckstr. 16. Lieder, Oranienstr. 174. Stier, Wienerstr. 43. B o n n e I l, Stallschreiberstr. 30. Gebauer, Reichenbergerstr. 114. G r o s ch k u S, Gollnowftr. 19. Die schon bekannt gemachtcn Werkstätten blei- den so lange gesperrt, bis dieselbe von der Kom- Mission aufgehoben ist. Eämmtliche streikende Kollegen haben fich täglich von 9—12 und von 2—6 Uhr zu melden. Alles andere von 9 Uhr früh ab ununterbrochen und sofort anzuzeigen. Di« Kommiiston der Diidhaner, Annenstraß« 16. Achtang DUdhauvr! American»Theafep. 1335 ZreStzeN erste. 55. Täglich V or stellung. Circus föenza Karlstraße. Heute, Freitag, de« W, Oktober 1889, «bendS 7 Uhr: Gioße Komiker- Vorstellung unter Mitwirkung der sämmtlichen KlownS in rhren höchst komischen Intermezzo'« und Entree'S, sowie Auftreten der vorzügl. Reilkünstlerinnen und Reilkün stier. Im dunklen Erdtheil, oder: Die Einnahme v. Dagamoyo. Gesetzlich geschützt! Gesetzlich geschützt! Novität! Noouät! Große»gurstrische Original- Pantomime, arrangirt und m Szene gesetzt v. Dir. E. Renz. Meohomed, arabischer Schimmelhengst, dnff. u. vorgeführt von Herrn Franz Renz. Frl. Guerra als Schulreiterin.— Die derben engl. Vollblut- Folgende Werkstätten haben die Forderungen bewilligt; 440 Schreier, Lieanitzcrstr. 4. B i l l i n g, Waldcmarstr. 65. Stahlhauer, Reichenbergerstr. 75. K i r s ch n e r, Adalbcrtstr. 42, Rudorf, Simeonstr. 1l. Schönfelder, Wienerstr. 8. Pin gel, Wrlhelmstr. 131. NE. Wir ersuchen säm mtliche Arbeitgeber, welche die Forderungen 8jsjündige Arbeitszeit und 20 M. Minimallohn, bewilligt haben, dieses schnft'.ich der Kommission mitzutheilen, da mündl-ch nicht genügt. Die Forderungen haben bis jetzt 41 Werkstätten bewilligt. Die Kommission der Bildhauer, Annenstraße 16. Große öffentliche Vckslltlfmhlüg in(ftötlottt di am Sonntag, den 27. Oktober, Vormittags 11 Uhr, in der Gose-Brauerei, Wall? Tages- Ordnung: 1. Dw deutschfreifinmge Partei und die Arbnter. Referent Buchdrucker W�> hlvl-.- 2. Gründung eines WahlvereinS zu Erziclung volk-thümlicher Wahlen. Um recht zahlreichen Besuch bittet s437s Der Einb! �4-1 uu; VUi« IWJ-i-v» Elch WW Wlksmsmck in Wilmersdorf am Sonnabend, den 26. Oktober, Abends 7i Uhr, im Lokale von Pietsch, Berlinelb Tages. Ordnung: Die Vertheuerung der Lebensmittel und die Schutzzölle. Referent Buchdrucker Wilhels 435]«st Soeben erschien: Die Kescßichte der Krd Von K. Kommeli. m&n ii. ä Heft 80 Pfennige. Zu beziehen durch die Erpedition, Zimmer st raße Fachverein derTischier. Morgen, Sonnabend, den 26. Oktober, 429 Abends 9 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Giünstr. 28: KsrßllWtm».__ jprivgpferde Cobham.— Kirhlldis, geritten von Lrl. vceana Renz und Frl. Adeline Kemp. M. Metzgeh mit seinem höchst komischen, dreff. Esel. Morgen: Große Vorstellung: I« dunklen ErdtheU. Sonntag 2 Vorstellungen, 4 Uhr Nachm. 1 Kmd frei. Leben und Tretben anf de» stfise.— Abends 7i Uhr: Im dunklen Erdtheil. A. Rena, Direktor. Allgemeiner Wetnllnrdelter-Nereln Berlin» und Umgegend. General-Verfammlung am Sonntag, den 27. Oktober, Vorm. 10i Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28.> Tagesordnung:> 1. Rechnungslegung des KasfirerS und Bericht i der Revisoren. 2. Anträge des Vorstandes. 3. Vorlage einer Geschäftsordnung für den Ver- ein. 4. EwfänzungSwahl der Obmänner der Fach- und Bibliothck-Kommisfion. 5. B.schluß. � sassung über das Stiftungsfest. 6. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Um recht zahlreichen . Besuch bittet 4>0s_ Der Vorstand. Soeben erschien Hefk 4 Aolks-IremdWörterßui! von Wilhelm Liebknecht. Sechste Auflage.— Erscheint in 12 Lieferungen ö 20 Pfg. In bezieh-« durch die Erpedttion, Zimmerstrahe Ur. 44. ma aths auf Session. Auf der en und de Auf Vor! organge, d Lhigkeit des i �nmmzeitelal Der zwei Unruhe dnte, verkw abgegeben— ÄMelu defint von diesen lo konservativ), Lüneburg. 0 deuten des 9 Wahl annehr Präfiden richtig danker Ehre, nehme iür die beg Wahl um so leiien zu d bewiese, wtinen schwa hallen haben AmiSiührung mein ernstes versichere ich Das Ha Pizepräfi daran »Nnn!" Si enlfallen aus Dr. Fchrn., von und zu (So z.) 1. Präfiden zum ersten Tage beuriar Wahl anfiag Ez folgt Jnageiammt h schriedene, Abg. Frhr. r Ndgg. Dr. Kahlewann. dankrnd die Aus Vo Abgg. Dr.B Sch m enzin, 5 bnrch Akklam DräfiZ-nt bei (Zentr.) und P.äfiden gestorbenen 5 heben von d r. H e y d e b Nächste Erst« Beratb des Reichs-? Schluß: Linter-?aIstotL miä für Herren und Knaben, per einzelne Röcke, Iaquet», Hofe«, seidene«nd piqn». Mesten, Hamb«> engl, jederfachen. Xigene Rferheta« tili- lstlaaeheetellungen. engl,«nd französtfche Stoffe«nd T«che i« großer Auswahl empst� A Kunitz. Nciie Kchßrch 5«, W Durch Ersparung der Ladenmiethe billiger wie jede Konkurrenz. � Circus Busch- Fetebrich-Karl-Ufer. Pente, Freitag, de« 25. Oktober 1889, Abends 7tz Uhr: 433 Gr. Ertra-Vorftelluug. Boll««, Prämien- Spnngpferd. springt zum Schluß über 3 große Pferde. Ei» Traum in de««orweg'scheu Gebirgen, gr. Au-statwng«. Pantomime. 22 Hengste, zu gleicher Zeck vor- geführt vom Direktor. Klown Tantr Bedini mit seinem Esel»Rigolo". 50 Mark Prämie Dem jrn igen, welcher den Esel 3 Mal rm Galopp nm die Bahn reitet. Maria Dor6, dle beste Jockey-Reiterin der Welt. Kanonen- Königin Miß V c orinct. Auftreten deS neu engagirten ruffichen Klown Michael Wergigora. Gladiateur, geritten vom Direktor. Alles Nähere die Plakate. »«stl » M. 10» In dieser Woche: Zum ersten Mal; V. Eytl.: Die Pariser Welt-AuStzeluag. Eine bequeme Reise durch Schweden WMWSS Ree-tha-Reiee. GWWWM «vi«« Keife 20 Pf., Kind nur 10 Pz. sbbonn. 8 Reisen 1 M. Möbl. Zimmer für einen Herrn 438 Mantevffelstr. 109, v. 2 Tr. rechts. Vttckz.WaHrmgd.Mlit«itllen nud verw. verufsgenoffen Mitglieder-Versammlunq am Sonntag, den 27. Oktober, Vorm. 11 Uhr, in Gründer'S Salon, Schwerinstr. 13. Tages ordnung: 1. Zweck und Ziele der Fachoereine. 2. VereinSangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 433 Gäste, durch Mitglieder emgeführt, baden Zu- tritt. Um zahlreiches und pünktbche« Erscheinen ersucht Der Voretand. Gcneral-Ve: sammlung de« Fachverei« der Kernmacher ««d verwandter Kerufsgen. Berlin««nd Umgegend lab«'' am Sonnabend, den 26. Okt., Abends 8k Uhr, im Lokale des Herrn G n a d t, Brunnenstr. 38. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Otto Knauf über Thomas Munzer und seine Zeit. 2. Kassen. und RevifionSbericht. 3. Abrechnung vom Som- mernachtsfest. 4. Wahl eines Bibliothekars. 5. Verschiedenes. 432 Um zahlreichen Besuch bittet Der vorstand. Lese- mi Ticktir-Slid„Hnvtst". tagt jeden Freitag, Abend« 8 Uhr, im Lokal des Herrn Otto Linke, Forsterstr. 45. Herren und Damen, durch Mitglieder eingesührt, haben Zutritt. 1430] Der Voretand. 33 Äophabezüge! Zieste von 3V— 5 Meter spottbillig. t, Graatenstr. 158. Emil LefSwre. 8vM! ll. Gr, Lager, Emci eigen. Fchbrifc. Brnnaeostr, TtieiU. nach Oäerörucklee«fctl-ffiänfe auch ausgenommen u. getheilt, pfundweise («>el hittiger als anderes Fleisch.) Leber, Liefe» und Gäufeklein, OZänfr- pökelsteifch, ä Pfd. 60 Vig.; Gäufefchmalz, geräucherte Gä«jedrLste. 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Bringe mich hiermit als empfehlende Erinnerung. a Carl Hoffmann, Dresden er str�Iv�-� Eine Schlafstelle für Heitmann, Gö'rlitzecstr. 43, 1 Lübbenerstr. 29 Stube u. Küche zu� ! Tücht. Kleberinnen bei gutem Lok� 442 Friedherg A LeHrbursche verlangt.-.«ierty «. Lorenz. Töpfermeister, Reichs EinITischler, welcher auf oerM0� ' �___ nd in kl____.k» irnD 1' vi/iiu-.-titUiict/ tuviu;(.4 1*4*1- t eingeübt ist, findet dauernde uno schastigung Köpnickerstr. 109 s . Lonl ierelhliSen London«< Kommisfic, derselben die Korzei 'n Zukuvfj sonst»all dandhabt> damit nich Strömung ichlachtung 1 drecken, e fiüon versi! vativen mi m seiner ll trcier« Lei Brau« sin zusammen t Verantwortlich« Redakteur: U. Cronhei» in Berlin. Druck und Verlag von Mar Babing in Berlin SV., Beuthstraße 2. Hien« st Äj ;r Puvkl ,k raunlSiW istsbttitll ciraueM� i Wochen� Beilage zum Berliner Boltsblatt. r. 830. Freitag»e« 83. Oktober 188T. 6. Jahrg. ;ialdemo! licht, daß m Oiten v 70: Im s. 31,, Wr°nl«' lltött ßulä a PacJamenf»&e«id5rtc. Deutsch«? Reichstag. 3. Sitzung vom 24. Oktober, 1 U h r. Ä 3. V« «inbtki imli Berlind Wtlhel« tzi«»«" Am Tische des Bundesraths:'von Boetticher. Eingegangen sind die Entschließungen des Bundes- raths auf die Beschlüsse des Reichstages in der vorigen Session. Auf der Tagesordnung steht die Wahl der P r ä s i d e n- ten und der Schriftführer. Auf Vorschlag des Psäsioenten wird, nach dem gestrigen Vorgange, der Namensaufruf zur Feststellung der Beschluß- fühigkeit des Hauses mit der Wahl des ersten Präsidenten durch Cnmmzettiladzabt verbunden. Der zweite Vizepräsident der vorigen Session, Abg. Frhr. .. Unruhe-Bomsi, welcher während des Wahlgangs prä- r Wer�ftdüte, verkündete das Resultat: es sind 2tö Stimmzettel abgegeben— da« Haus ist somit beschlußfähig. Unter den Zrite In befinden sich ö weiße, so daß 210 gitlige Zettel bleiben; von diesen lauten 209 auf den Abg. v. Levetzow(deutsch- konservativ), einer auf den Abg. Friedrichs(natl.) aus Lüneburg, l Große Heiterkeit.) Elfterer ist somit zum Präfi« besten des Reichstags gewählt, und ich frage ihn, ob er die Wahl annehmen will. Präsident». Zevetzsm: Meine verehrten Herren! Auf- richtig dankend für dre durch Ihr Votum mir erwiesene große Ehre, nehme ich die Wahl zum Präsidenten des Reichstag« «r die begonnene Session hiermit an. Ich schätze diese Wahl um so hoher, als rch daraus glaube ein Anzeichen her- leiten zu dürfen dafür, daß Sie Ihr mir lange und oft bewiesenes Wohlwollen und Ihre Nachsicht mit mrinen schwachen Kräften und mit meinem guten Willen er- halten haben und ferner erhalten werden. Dem durch m-ine Amislührung nach allen Seilen hin zu entsprechen, wird K L mein ernstes Streben fein:„Qaod hamus— damus!" Das fi Vil««rsichere ick ehrlich l(Heiterkeit und Beifall auf allen Seiten.) L JL V Da« Haus schreitet nunmehr zur Wahl de« ersten 7 Vizepräsidenten. Es wurden 2l2 Stimmzettel abge- g�ben, darunter«0 unbeschriebene und einer mit der Ausschrift J1«'' �'�Üskiben 147 giltige Zettel, von weichen �nifallen auf den Abg. Buhl(natl.) 129, auf den Abg. Dr. srhrn. v. Heeremann(Zentr.) 10, auf den Abg. Frhrn. von und zu Frankenstein(Zentr.) 7, auf den Abg. Liebknecht (So».) 1. Präsident». Kevetz»»: Der Abg. Dr. B u h l ist somit zum ersten Vizepräsidenten gewählt. Da derselbe auf sechs Tage beurlaubt ist, werde ich bei ihm wegen Annahme der Wahl anfragen. Es folgt die Wahl des zweiten Vizepräsidenten. Jnagetammt find 203 Stimmzettel abgegeben, darunter 40 un- d schriedene, e« bleiben 168 giltige. Davon entfallen auf den Abg. Frhr. v. Unruhe-Bom st 164, sowie je einer auf die Nbgg. Dr. Langer Hans, Dammes, Frhr. v. Heereman und Kuhlemann. Der Abg. v. Umuhe ist gewählt und nimmt dankend die Wohl an. J Auf Vorschlag des Abg. Dr. Mindthorst werden die 1 Abgg. Dr.Büiklin, Frhr. v. Buol, Dr. Herme«, Graf v.Kleist« � Schmenzin, Dr. v. Kulmiz, Dr. Porsch, Beul und Wichmann fn'.T* Akklamation zu Schriftführern gewählt. Der Präsident beruft sodann zu Ouästoren die Abgg. Kochann (Zentr.) und F ran che(natl.). Präsident«. Levetzow gedenkt der seit der vorigen Session gestorbenen Mitglredrr, deren Andenken da« Hau« durch Er- heben von den S'tzen ehrt.— Das Mandat de« Abg. Dr. v. HeA debrand ist durch Rangerhöhung erloschen. Nächste Sitzung: Dienstag 1 Uhr; Tagesordnung: Erste Beratbung des Etat» nebst Änlerhegcsitz und Aenderung des Reichs-Militärgefetzes. Schluß Uhr. 44. cenz. .'Ml k ü<" Dt« sozialdemokratische Fraktion d«» Reichstages» welche nah. zu vollzählig m Berlin anwesend ist, hat beschlosstn, auf einen Antrag, da» Verfahren gegen die in Elberfeld wegen Geheimbündelei angeklagten Abgeordneten Bebel, Harm, Grillen- beiger und Schumacher für die Dauer der Session einzustellen, M verzichten, um an ihrem Thetl dazu beizutragen, daß endlich bie durch diesen Prozeß erzeugte Beunruhigung weiter Volkskreise— es waren ursprünglich gegen 300 Per- Ionen avgcfchn'.digt und in allen Thcilen des Reiches wurden ! Hunderte oon Zeugen vernommen— aufhört, und dem Volke i»er Werth dieses Riefenprozefses durch die gerichtlichen Ver- > Handlungen klar wird. Ferner beschloß die Fraktion beim Reichstage die Auf- Winng fämmtlicher Zölle auf nothwendige Lebensmittel (G-trelde, Backwaaren, Fleisch, Butter, Häringe, Fische, Schmalz, Eier u. f. w.) sowie Aufhebung der Viehzölle zu beantragen. Em Antrag, welcher einig« Lücken im UnfallverficherungS- tu. besnkge» bezweckt, ist m Vorbereitung und wird dem- nächst eingebracht werden. Im Hmbllck auf die bevorstehenden Neuwahlen beschloß die Fraktion, die rm Auslande lebenden deutschen Parteigenossen ousznfordern, den Wahlkampf durch Sendung von Geldbei- trägen nach Kräften zu unterstützen; die Veröffentlichung de» Aufrufe« hierzu wird dieser Tage erfolgen. Morrespondenieir. . London, 19. Oktober. Der Feldzug gegen die Sing. m melhaklen hat mit einem Kompromiß geendet. Gestern hat der I.ditio� Londoner GraffchaftSrath, entgegen den Vorschlägen der LizenS- peo»> Kommission, sowohl dem.Aquarium" a>S zwei anderen von -adv. Singer: Ich Hütt- gedacht, daß ein Vertreter des Magistrats dieser wichtigen Vorlage noch eine eingehendere Begründung mit auf den Weg geben würde, als die oedruckle darstell». Das ist nicht geschehen und auch die Majorität scheint Neigung zu haben, die Angelegenheit sang- und klanglos an einen Ausschuß zu verweisen. Mit einer Ausschußberathung bin ich einverstanden, aber da an die Vorlage die Interessen weiter Kreise geknüpft sind, so möchte ich wenigstens meine Stellung zu ihr in prinzipieller Weise zum Ausdruck bringen. Zunächst sollt es auf, daß durch diese Vorlage wieder einmal gerade o e n Kreisen der Bevölkerung Vortheile zugewendet werden, die es nicht nöth-g haben, währ-iiv diese Vortheile doch der Ge« sammlheit der Bürgerschaft dmch Erhöhung der Abgabe derGesell- schast an die Stadl zu Gute kommen müßten. Der Magistrat ist damit einverstanden, daß das Aequivalent der Gesellschaft für die Erweiterung ihres AbfutzgebieieS in einer Ermäßigung ihrer Preise besteht. Wem kommt die Ermäßigung zu Gute? Den Benutzern f.chd,w noch der Stadtv. Spinola für die Uebcr- Weisung der Vorlag« an einen Ausichuß eingetreten, wird die Aussldußberathung bestlossen. In bin Ausschuß ernennt der Vorstand der Versammlung auch die Stadtv. Singer und Jrmer. Es folgt die Wahl eines Mitgliedes in die W a i f e n- Verwaltung. G«meldtt haben sich die Slad>v Mattern und Brie lBürger parte«). Gewählt wird Siadiv. Mattern. Zwei Rechnungen werden dem Ausschuß für RechnungS- fachen überwiesen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß 7 Uhr. Es folgt eine nicht öffentliche Sitzung. Lrömlss. Mir erhalten folgende» Schreibe»: Zu unserer Ver- wunderung lesen wir in der gesttl�eu Nummer Ihrer geschätzten Zeitung folgende«:. � m t „D,e heutige Versammlung beschließt, das Bier der Brauerei Königstadt nickt eher zu trinken und auch bei den der Brauerei ui»erstellten Oekonomen nicht eher zu verkehren, bis die Brauerei und ihre Oekonomen die Säle zu Ardeiierversammlungen hergeben." Wir bemelken demgc�enüter, daß unseres WssfenS keiner der uns zur Verfügung stehenden Säle zu den A-beiterver- fammlungen verweigert ist und erk.ären bereitwilligst, daß dieselben jederzeit zur Verfügung der Arbeiter stehen. Hochacktungsvdll Brauerei Käi igstadt, Aktiengesellschaft. Heinrich Friedmann. Theodor Leffler. Durch die Arbeite» zur Zlmgeftaltung der Kurg- strahe«st unter dem Fahrdamm ver Buig- und der König- stroße ein ganzes Netz von attcn Kanälen wieder aufgedeckt worden, durch welche die Häuser Irüher nach der Spree ent- wässerten. Bei jeder„Buddelei" muß man sich durch dieselben hindurcharbeiten. Seit der Kanalisation find sie außer Thätig- keit gesetzt, ftüher waren sie Gegenstand endloser Prozesse zwischen den Nachbaren. Wer z. B. blo« einen Traufgang hatte, benutzte denselben zur Ableitung aller möglichen Stoffe und führte sie in den Kanal des Nachbars ab. Die Polizei wurde alle Augenblick zu Hilfe gerufen, und eines Nachts ließ sie bei Fackellicht auf Kosten eines Schuldigen einen dieser Kanäle ausbrechen und reinigen. Der Weg führte gerade den ersten Bertiner Branddirek'or Scabell vorüber. Als derselbe hörte, um was es sich handle, erklärte er, diesem Zustande müsse ein Ende gemacht werden. Ein Kommando Feuerwehr besetzte die Häuser der Reihe nach, reinigte au' Kosten der Besitzer die Traufgänge und hielt Wache gegcn neue Ver- unreinigungen. Wohl oder übel entschloß sich nun Jeder zur Anlage eines eigni'n Kanals, und die endlosen Prozesse waren nun durch diesen ZwangSakt mit einem Mole begraben. Durch die Kanalisation find auch diese Kanäle überflüssig ge- worden. Die Nordbah« erhält««» doch ei« sweite« Ge- Iris«! Wie das„Herwsdorfer Kreisblatt" meldet, soll lhun- lichst schnell mit der Legung des zweiten Geleises auf der Nordbahn, und zwar zunächst zwischen Berlin und Oranienburg vorgegangen werden. Zwischm HermSdorf und Berlin find die erforderlichen Messungen bereits beendet und zwischen HermSdorf und Oranienburg dürften dieselben in wenigen Tagen vollendet sein. Man hofft, falls die Winter- Witterung günstig, schon im Frühjahr hie Schwellen und Schienen legen zu können, die bereits auf den Bahrhöfen lcgern. Für die an der Nordbahn liegenden Vororte ist die Legung des zweiten Geleises von enormer Wichtigkeit, weil dadurch die Frequenz von Berlin nach dort ganz enorm steigen dürste. Ueber die kolossale Vermehrung der Schaukmirth- schaften in Berlin werden häufig Uebertreibungen gemacht. Jetzt ist eine Statistik erschienen, welche klar legt, daß die Zahl der Schankstätten in Berlin im Verhältniß zur Einwohnerzahl eher zurückgegangen ist, als zugenommen hat. Darnach waren in Berlin im Jahre 1877 ber einer Bevölkerung von 1 024 193 Einwohnern 6789 Schankstätten vorhanden, während bei 1500000 Einwohnern im Jahre 1889/90 8113 Schankstätten ermittelt wurden, demnach hat sich die Zahl der letzteren in den letzteren 10 Jahren im Velhältnrß zu der Vergrößerung der Emwohnirzahl um noch nicht h,o pEt. vermehrt.— Von den 8113 Schankwirthm Berlins find die Höchstbesteuerlen da« Zentralhotel mit dem Wintergarten mit 10 008 M. Steuer per Jahr, der Kaiserhof mit 5004 M., Continental Hotel mit 2124 M., Prälat und FianziSkaner mit je 1980 M. u. s. w.; übrigens hat sich in diesem Steuerjahr die Zahl der Schank- wirthe deswegen so vermehrt, weil die BuffetierS und Kan- tineninhaber von jetzt ab zu:- Gewerbesteuer mit herangezogen werden und daß nun auch die Baubuden- Ausschänker, Bade- anstalten, Milchhallen, Herbergen, ja sogar Eisbahnpächter zur Gewerbesteuer herangezogen sind. Mellbiechgrschäftsläde« auf dem Lützomplah. Vor längerer Zeit schon wurde mitgetheilt, daß die„Norddeutsche Grundkredit-Bank" beabsichtigt, auf dem ihr gehörenden Lützow- platz aus Wellblech gefertigte Wagen mit EingangSthllren und Schaufenstern aufzustellen, um dieselben als Gcschäftsläden zu veiwerthen. Die Wagen auf eisernen Rädem sollen über 4 m hoch und etwa 6000 kg schwer sein. Ein darauf bezügliche« Projekt unterbreitete die Bank dem Polizeipiäsidium, dasselbe versagte aber durch Verfügung seine Genehmigung zur Auf- stellung der Wagen, nachdem die von dem Oberbüi gcrmeister verwaltete örtliche Straßenbau- Polizei, der da« Projekt be- stimmungSgemäß zur Äeußerung vorgelegt worden war, sick im verneinenden Sinne entschieden hatte. Der Ober- bürgermeister sah die fraglichen Wagen— und dieser Auffassung folgte nun übrigens auch das Polizeipräsidium — als„Gebäude" an, mit denen der Lützowplatz nicht besetzt werden darf, da demselben durch den Bebauungsplan von Berlin vom Jahre 1862 die BebauungSsähigkeit entzogen wor- den ist. Auf Aufhebung der erlassenen Veisügung strengte die genannte Bank die Klage im VerwaltungSstreitversahren an und machte durch ihren Rcchtsbeistand vor dem Bezirksausschuß im Wesentlichen geltend: Der Ausdruck„Gebäude" fei zwar im Allgemeinen Landrecht nicht definirt, die Rechtsprechung habe aber in den Gebäuden einen Theil der Substanz de« Grund und Bodens erblickt, also eine dauernde und feste Ver- bindung mit dem Boden für den Begriff des Gebäudes verlangt. Die neuere Gesetzgebung habe diese Auffassung auch zur Geltung gebracht, insbesondere bestimme das Gesetz über den EiaenlhumSerwerb und die dingliche Belastung der Grundstücke vom 5. Mai 1872, daß das auf einem Grundstück errichtete Gebäude an den Lasten dtsselben theilnchme. Aber auch das Gefitz vom 2. Juli 1875, betreffend die Anlegung und Veränderung von Straßen und Plätzen Städten und ländlichen Ortschaften Lehe der Auf- in stellung der ftaglichen Wagen nicht entgegen. Wenn die S adt- gemeinde einmal den Lützowplatz im Wege der Enteignung er- werben wollte, so würde der Werth drsselben nicht gesteigeit werden, wenn die Wagen aufgestellt würden, da diese infolge ihrer mangelnden Verbindung mit dem Grundstück nicht mit- übernommen zu werden brauchten. Die Wagen seien auch leicht beweglich und könnten durch die gewöhnlichen Hrlfs- mittel von der Stelle bewegt werden. Es bestrhe die Abficht, die Wagen, wenn das in demselben betriebene Geschäft aus der einen Seile des LützowplatzeS nicht gehe, nach der anderen Seite zu schaffen. Der Bezirksausschuß erkannte hierauf auf Aushehung der angefochtenen Verfügung und setzte den Werth des Streitgcgenstar des auf 40 000 M. fest. Demnach ist zu erwarten, daß die Eigenthümenn des LützowplatzeS ihr Projekt durchführen und Berlin um eine neue Erscheinung bereichern wird. Dem Pkonogravhe» de« Herr« Edison ist ein Mit« bewerder in Gestalt de« von einem Herrn Tamter erfundenen GrophophonS erwachsen. Man merkt, es ist eine einfache Umkchiung der beiden Silben des Wortes„Phonograph" und mit diesem Phonographen hat denn auch das Graphophon ver« zweifelte Aehnlichkeit. Nachdem das Sprachinstrument bereits in Wien aufgetreten ist, wurde dasselbe am Dienstag Abend im hiesigen elektrotechnischen Verein vorgestellt. Dasselbe erregte zunächst Aufsehen wegen seiner ungemein einfachen äußeren Form, welche ganz derjenigen einer Nähmaschine entspricht. Nicht wie bei dem Edison'schen Phonographen ist aber die be- wegcnde K afl zur Umdrehung des Zylinders ein ungemein genau gearbeiteter, kleiner Elektromotor, sondern der menschliche Fuß, welcher ganz wie bei einer Nähmaschine unten auf eine Platte tritt. Zur genauen Regulirung der Umdrehung des Zylinders tritt eine finnreich angeordnete Jnklionswclle hinzu, welche, einmal gestellt, eine völlig gleichmäßige Bewegung bewirkt. Genau wie bei Edison spricht man nun in emen Tncbter hinein. Die Schallwelle» diücken auf ein Membran von Glimmer, an welchem ein Stift onge- bracht ist, und der Slist gräbt, entspreche«, d den Schwingungen des Mimbrars bezw. der Schallwellen, feine Linien in den mit einer Wachemasse bekleideten, gleichmäßig rotirenden Zylinder hmein. Statt des unendlich femen Glaeplättchen«, welche« Edison als Membran benutzt hat, ist von Herrn Tainter also ein solches von Glimmer verwendet woiden. Bei der Wieder« gäbe der Töne vollzieht sich anscheinend der umgekehrte Prozeß: die Welle dreht sich, setzt, entsprechend den eingegrabenen Furchen, den Stift mit dem Glimmer-Membran in Schwin- aungen und die Töne dringen durch Hörfchläuche an unser Ohr. Düjenigrn Mitglieder de« Vereins, welche Gelegenheit hotten, an den Hö schläuchen zu horchen, waren von dem Ge- härten sedr befriedig». Demnach scheint es, daß das Tainter'sche Graphophon der Edison'schen Erfindung einen nicht ungefähr- lichen Mitdewerb bereiten wird. Wie viel Fische Jßeeli» alljährlich verzehrt? Do« läßt sich annähenld schätzen, aber nicht in Zahlen ausdrücken; aiebt es dock hierüber wie über so manches andere r�ätzm des Ni statistischen Nachweise. Aber wer die Fischstände der hallev durchwandert, die sonstigen Fischhändler der 91t'' stadt hinzurechnet und dann noch die langen Reihen auf der Spree überzählt und dabei in Betrackt zieht, fast täglich kommen und geben, der kann ungefähr ei« Anholt für den enormen Verbrauch an Fischen-gewifl eine Stadt wie Berlin tagtäglich aufwendet. Die Fischen findet nicht nur zu Wasser, sondern auch zu Es ist eine auSgemackte Sache, daß der LandKanSparl Fische mit mehr Umständen verknüpft und dormn» Ei» Kau nde zwischei orgerufen. e Hoher Si lirium«rem« iicke Moni en Augenöl ilt, rang ab !«, lassen des ännern gela als der Wassertransport. Wenn daher die Berliner Wid in Sicher auf ihren Küchenzettel als festen Etatsposten den Fwf Da» Zig stellt� hat, so will sie ihn nicht todt, sondern lebenden Sonntag ises unter len aufgehe twillig so vi ehr zu den dcß gelang reiten, den ande zu ve> ten Kindel loten, ein ü Wasser kaufen; er muß noch„springen und tanzen" in daS Netz gesteckt wird. Daß aber der Fisck. wch? seiner oft weit entlegenen Fangstelle auf tnei Landwege noch lebend auf den hiesigen Markt soll, unterwegs noch mehrmals den Handelkh rru und jeder derselben an ihm verdienen will� dann in der Residenz um so viel theurer wir», ganz natürlich zu. Der Wassertrankport könnte die allerdings billiger liefe«,; aber hier richtet man sich eben gezeichneten Verhältnissen. Es geht wie in mancha�eschirr, wu, verordnelensitzungen kleiner Landstädte. Wenn'S geradrlftiter lickerer Heißt'S summarisch:„Ich stimme meinem Herrn*5 Y bei." Aber e« wäre den reichshauplstädlischen FischkonM allen Bah, doch lieber, wenn zwischen Land- und Wassertran SP»1 Konkurrenz herrschte und infolge davon die Fischpr«''' gemeinen etwas h«"untergingcn. Der geringere 3'" Mittelstandes und der untere Stand würden gerne 1 auf ihren Tisch bringen; aber für fo ein Gcash'' Pfund 1 M., so ein Aalchen ebenso viel und noch kann sich der kleine Mann nur selten leisten, wenn du zu Mittag elwaS mehr thun will, als den Fisch bloS l., — Dem entfp eckend normiren sich auch die ein Blllet übrigen gewöhnlichen Fischarten(der BarS,.nes ibr vö! P.ötz-c.- von den eigentlichen Delikatessc-F's��em Wll! zu schweigen.) So ungeheuer also auch an-„r�,..„x sich die Fisch-Masscnzufuhr nach Berlin ihres G. so stark sich demgemäß der Konsum gcstaU«.«r spurlos, für Hunderttausende der Berliner BevolkV-�rsrauensfelil unter den bisherigen Verhältnissen der F'fch �«zugeben, wi noch ein zu theures Nahrungsmittel, was andererseits � Dia weis liefert, daß die Anfuhr von Fischen noch lang« aewarnt aenug ist. Unsere deutschen Binnengewässer sind nifl'.� 3«. mir Fischen; sie liefern auch ohne Raubbau reichlich"~ ergiebig sind die Ost- und Nordseefischereien, l ' ischfleisch ist,.der künstlichen Vertheuerung auS senden die ortlich gl ahnhöfen z» ine solche D !«ichtaläubigfi ug sich am x 'ahnhofes zu ar, hatte, al '�-«fen ,n Gegen ?chweine,�Ochsm. und Schafe, wird� auch" der Fi'�eschenkt Hai stimmten Plätzen festgelegt, um eine Hausse Dr. Phono waren richtet sich mit dem Preise vielfach nach den übrigAiimige erläutei preisen. Es triff- nicht zu, daß der Fisch an der»JJJaß der Phor er gefangen, so außcrordertlich billig ist. Die Fisch? ihn dort nicht einmal gerne, weil sie wissen, daß er io> lande mehr gilt. Dafür sorgen schon die Engro§-Fi>s Mit all' diesen Verhältnissen muß die Berliner Haut nen, wenn sie daran denkt, Fische zu k rufen. Äs muß sein: Mehr Fische auf dem Markte, damit auch Familie m der Lage«st, sich wöchentlich wenigsten« Geiicht Fische" leisten zu können. So erstaunlich immerhin der jährliche Fischverbiauch Berlins ist, � lange nicht so groß, wie er nach der Zahl der Bevöl! könnte und sein müßte. Darum: Mehr— Fiscke! Stoechditten nennen unsere Süßgebäck-HanbA Düten in der Form des Storchschnabels, welche mit™ für Kinder gefüllt sind und die bei gewissen freudige« Ereignissen als„vom Klapperstorch mitgebracht" dl«' es Phonogro geschenkt werden. DaS Bedenkliche dieser Storchleg?' raph in dem kürzlich ein Bankbeamter erfahren, der srinem v�>on 12 UI Jungen aus Anlaß der Geburt eines Schwester�yerden. De solche Storchdüte schenkte. Der Junge behauptet West geboten, daß die Pralines und Zuckerbrätzeln genau so arckWehmen, der> auch ebenso schmecken, wie dem benachbarten Ko«???'esien �tohr Der Junge verlangt nun. daß man bei dem Kond»y>r. Meyer ai ftage, ob und wie der Storch wohl zu dem Ra$? lkuesten H-ls kommen sei. Der Popa muß sich sitzt hüten, mit se-�chansi« Fern bei dem Konditor vorüber zu gehen.«.de Die Voruntersuchung gegen den ehemalig"'�?"™"» in der Wochenschrift„Reu- Berlin", Friedenstein ist»«größter Gcna getrachtet, bei Eigenschaft aß die Elek Mn habe, si es Jnstrume eiche zu dies >er keine um uich Dampf raktifchen W cht, daß der ienste leisten it giebt,' US eigener 5 lärte die phl Tagen geschlossen, worden und die diesbezüglichen nuch in d von" den Untersuchungsrichtern v. Schelling und Ä&' �ben Schott wurden, sind an die StaatSanw.altschaft abgeganz��niger aw 8*$ VklhandlungStermin gegen F. dürste im Monat riecht und Mötzlich verschwunde» seit einigen Tagen«y �robrs'«) feit einigen > vem Anwattsta malt Felix C.— Der genannte Herr Dalle sich LX'etfcDlae Das raumer Zeit vor Gericht durch andere RechtSarwal>«xS B*-. c->., lassen müssen.- Man ve-mulhct, daß C. nach S-ff'TLm ist w� in � rt„1!«'«'ftssn 01, n,u einiger Zeit aus dem Anwaltstande ouSgestoßenc �. �----" Der genannte Herr halte sich gesiedelt ist.— Ucber die Motive, warum C. au» jxä«..„.x, � wall stände entkernt worden ist, verlautet nichts Na�A.?■.,, I« der Gefäuguitz- Zelle des Amtsseba"' Meitzensre erhängt aufgefunden wurde der 30jäh Hermann H. am vergangenen Dienstag. Der Ses« welcher geisteskrank und in seinem Zustande gewew war, sollte nach einer Irrenanstalt überführt werden hier vorläufig in die Gefängnißzelle des Weißenseer»! gebracht worden. Als nun am Dienstag Mittag der � wärter dem Geisteskranken das Essen überbringen er den Irren am Fenstergitter erhängt vor. Die Le'V nach der Leichenhalle des Gcmcindesriedhofes überiu Verhaftung eine» Krlrathvschwindiee«. TreSckowsiraße wohnhafte Witlwe eines Oberfeucr..-> welche außer einer ansehnlichen Wüthschakt ein Sp«' 1 über 600 Mark besaß, halte im Juli d. I. auf ewe* Landpartie die Bekanntschaft eines jungen Manne» K. gemacht, welcher sich für den Werkführer«£'!, Stoßen Lampenfabrik ausgab und sehr bald daS Beo eiraihSlustigen Wiliib zu gewinnen wußte. Bald darauf 1 zwischen den Beiden wurde bald ein sehr intim»� vorigen Monat erfolgte die Verlobung des jt brachte die junge Wiftwe aber in Erfahrung, steinkohlenpi noch nicht üppiger F ewächse, di 'asein fristet ieses Bild i nlivickelung Potizeit. ahre alter f rundstück K seinem Ko Am 23. d latz beim Al 'ferdebahnw tt dadurch 0 en Zeit versi inienstraße 1 och lebend v Werkführer, sondern Geselle, nicht in Berlin, v» n» wv«"i h ve r< V 4 fivi««mX X � s s« a? �- tri l) n'.1 > Gr Spandau wohnhaft sei und daselbst eine Frau und sein nenne. Die Betrogene schnaubte Rache und> � schon auf den Augenblick, da ihr„Verlobte?" wied« � Augen treten würde; aber— der Betrüger blieb' /uhete« K», einer bangen Ahnung ergriffen, eilte die Verlasse'', mglen Kommode und— richtig— da« Sparkassenbuch u««/a der vom< fehlte! Die von dem Vorsalle benachlichtigte Poll��ck-rtheilte Ang bald, daß der Heirathsschwindler die angegeben« �.j-Hatie und um der Sparkasse bereits erhoben und auch gros'e �Dessen Aeußei eigenen Nutzen verwendet hatte. K., welcher nach"zFlch an zwei Leugnen den Diebstahl eingestand, ist vor einigen � ich den Verm haftet worden. rzt beim Prc Gi«e« graustgr« F«nd machten gestern Ljl aß dusen A 9 Uhr mehrere ArdelUr auf einem Lagerplatz am �-eradezu an — Dieselben waren dabei beschäftigt, aus einem 8ft�t,eifeteu Ja' schuppen lagernde Bretter heraus zu verladen, al« Ä Weilten, da der Aibeiter hinter einem Bretterstapel die aufie benits in Verwesung übergegangene Leiche eineS' wahrte. Der äimlich gekleidete unbekannte TodlZ, keinerlei Paprere gefunden wurden, hatte, wahrschein»� in dem Bietterschvppen nächtigen wollen, war die Bretterstapel gekrochen und ist dann wo Tode über rascht worden. Die Leiche wurde nach de"'. Hause geschafft. Es ist die« übrigen« in diesem Ä«� ie sie feiten rauenarzte echheit, sich d nachdem an seinen selbst aufoefunbtr.e obdachlose Tobte, welcher auf den Lager- "tzm des Nordhafens derartig geendet hat. Gin Kampf auf dem Dache hat gestern in der Mittag- mde zwischen 12 und 1 Uhr die Aufmerksamkeit der Pastanten orgerufen. Der Portier deS HaufeS Königkrabe Nr. 47, e Hoher Steinweg, ist um diese Zeit in einem Anfall von lirium tremens auf das Dach gestiegen und führte hier so ge- Irlich e Manipulationen aus, daß man befürchtete, er werde en Augenblick herunterstürzen. Seine Frau war ihm nach- alt, rang aber vergebens mit dem Tobenden, um ihn zum u. lassen des Daches zu bewegen; erst einigen handfesten darum«�xännern gelang eS, den Trunkenbold vom Dache zu führen gerliner vmd in Sicherheit zu bringen. den Fll<' Das Zigeunerlager a« den Rehbergeu wurde noch n lebend Sonntag durch drei berittene Gendarmen des Teltower tanzend Heises unter Assistenz von sechs berittenen Berliner Schutz- sch. wen«vten aufgehoben. Jedoch war die Gesellschaft nicht geneigt, ruf meiloRltwillig so ohne Weiteres das Terrain zu räumen, griff viel- Markt S�ehr zu den Pistolen, wmauf die Polizeibeamten blank zogen. ander« lande r der Reihen kt zieht. .fahr ein» en.yewiw'' . Die ich zu tranSpo« )elsh rrn will, urer w'?, könnte du man fil in manl dcß gelang es L.tzteren, ohne weiteres energischeres Ein. reiten, den Häuptimg zu bestimmen, dm Aufbruch seiner ande zu veranlassen. Die Weiber sawmt den buchstäblich len Kindern bestiegm die Wagm, die zahlreichm Hunde Igten, ein Pfiff der Männer und die Gäule traten unters «schirr, wurden vor die Wagen gespannt, und fort ging'S i'S gerade"fiter sicherer Eskorte in der Richtung nach Tegel hin. Herrn � Vor Taschendieben wird gewarnt�, steht deutlich v....aM.-n.v.... i.t.-...h doch verhalten fich die meisten icrk gegmüber oftmals unver- ittschoreil« gicicygnngi wcsyaio denn auch Diebstähle auf dm '-».'.Bahnhöfen zu den fast alltäglichen Voikommnisten gehören. ine solche Diebstahls- Episode, welche die Leichtfertigkeit und eichtgläubigkeit vieler Reisenden in drastischer Weise illustrirt, ug sich am gestrigen Nachmittage im Wartesaal deS Lehrter 'ahnhofes zu. Eme Frau, welche auf dem Wege nach Amerika ar, hatte, als sie sich nach dem Billelschaller begeben wollte, ein Billet nach Bremm zu läsen, ihre Reisetasche, in der ngere gerne ws GraSW und noch l wenn du fisch blo-S die .«.nder, e ihre ganze Baarschaft von 520 Mark bewahrte, der Obhut s'-0~ rirfine« ihr völlig unbekannten Mädchens überlastm. Als sie rteffe ch an kerlin sindnicht�'" �«»rit dem Billet in den Wartesaal zurückkehrte, war zwar die 'S n0* da, aber— an der einen Seite aufgeschnittm ■"-„.u n Md ihres Geldmhaltes beraubt; die Hüterin der Tasche aber kl�-�s'ar spurlos veischwundm. Die der Verzweiflung nahe, so .Heool" ,ertrauenZselige Auswandcrin vermochte nicht emmal annähernd ?- Anzugeben, wie die junge Person ausgesehen habe. Möge doch d«--s- ��der der Mahnung st-IS eingedmk sein:.Vor Taschendieben k> lange�jrd gewarnt!" ?m wissenschaftliche« Theater der„Urania" wur- n Gegenwart einer klemm Zahl geladener Gäste von dem irektor Dr. Meyer und Herrn Spieß Versuche mit dem auH'�lmen Phonograghen angestellt, dm Edison der Gesellschaft L�Wkschenkt hat. Den Versuchen, die vom besten Erfolge be- zu. de»- leitet waren, schickten die Herren Dr. Meyer und Spieß a ubng� imge erläuternde Bemerkungen voraus. Dr. Meyer betonte, " der»�aß der Phonograph, vom wistmschafilichen Standpunkte aus .e Fisch?' etrachtet, be, weitem nicht so merkwürdig sei, wie eine Er- daß er ungenschaft der PrazifionSmcckamk und verwies darauf, agroS-Fll? aß die Elektrizität mit dem Phonographen sehr wenig zu rer Hauisi zun habe, sie sei nur die Kraft, welche den Mechanismus jm. Ä'j! cS Instruments in Thätigkeit setzt, allerdings die beste Kraft, nit auch � zelche zu diesem Zwecke in Anwendung gebracht werden kann, igstenS tdÄber keine unentbehrliche Kraft, denn sie könne nöthigenfalls .aunlich'Brych Dampf u. s. w. ersetzt werden. Mit Bezug auf den ,g ist, ec�raktischen Werth des Phonographen war Dr. Meyer der An- ■r Beoölkel�icht, daß der Apparat besonders beim Musikunterricht wichtige Fische! Dienste leisten werde, weil dciselbe den Schülem die Möglich- Zck-HändAeeit giebt, Mängel ihrer Stimme und ihres VortragcS !che mit eigener Anschauung kennen zu lernen. Herr Spi ß er- reudigen? lärte die physikalischen Grundsätze, auf denen die Thätigkeit ack t" d«» eS Phonographen beruht. Von gestern ab wird der Phono- lorchleger roph in dem Theater der Gesellschaft„Urania" dem Publikum unern osMon 12 Uhr Mittags bis 6 Uhr Abmds gezeigt -chwesteca�oerdm. Dm Gästen der„Urania" wurde auch Gelegen huptet �>eit geboten, dm neuen großm Refraktor in Augenschein zu em K°nL )cm Na!>! . mit s-«" hemalige" in ist v°!. üglichen und Job' inat Dejl t so aul? iehmen, der in der Sternwarte aufgestellt ist. Dieser Refraktor, tm KonP le�cn �üns Meter lang ist und deffm Brennweite von "'�r. Meyer auf 12 Pariser Zoll angegeben wurde, ist mit den euesten Hilfsapparatm versehen und ist das größte und chärfste Fernrohr in Preußen, nächst dem Stiaßburger Teleskop uch das beste in ganz Deutschland. Es ist von M. C. Zamberg in Friedenau bis in dre kleinsten Einzelhei-m mit rößter Genauigkeit gearbeitet. Das Rohglas zu allen Gläsem, ie auch in der Bamberg'schen Fabrik geschliffen worden sind, aben Schott und Genossen in Jena geliefert, wofür nicht eniger als 2000 Mark gezahlt wurden. Zum Heben und -enken des Fußbodens ist eine hydraulische Vornchlurg angebracht und auf demselben Wege wird auch das Kuppel- Mach in Bewegung gesetzt. Obgleich der bewegliche Theil dtS t 8 We|Si?etnt0�t5 60 Ztr. wiegt(das ganze Jnstmmmt wiegt 120 Ztr.), nstet es doch einer sehr geringen Kraftanwendung der Hand solge. Das Jnstiument, das mit einem achromatischen M'kio 'op als Okular rndf mit einem vorzüglichen Mikrometer ver« "en ist, wird erst nach einiger Zeit vom Publikum gelcgent- benutzt werden können. Auck ein Landschaftebild aus der teinkohlenplriode wurde dm Gästen der Urania gezeigt. Es noch nicht fertig, verspricht aber gut zu werden, und zeigt üppiger Farbenpracht ein Waldbild aus jener Periode, wo ewächse, die heute als unscheinbare Gräser ein trauriges osein fristen, noch in der Foim gewaltiger Bäume vorkamen. ieseS Bild ist eines von inkgesammt elf Bildern, welche die ntnnckelung der Vegetation aus der Erde darstellen sollen. Uollzeiv-richt. Am 22. d. M. Abends wurde ein 76 «fiw 0�re?l.tet f'üherer Droschkenkutscher in einer Bude aus d>m •■'t Koloniestraße III und cm 23. d. M. ein Kaufmann -nil 7� feinen, Komtoir in der JohanniSslraße erhängt vorgesunden - Am 23. d. M. Nachmittags fiel ein Mann am Leipziger- latz berm Abfprmgm von einem in der Fahrt befindlichen Zferdebahnwagm zur Erde, gcrieth unter die Bremse und er- lt dadurch anscheinend innerliche Verletzungen.— Zu dersel- en Zeit versuchte eine Frau sich in ihrer Wohnung in der stnienstraße mittelst einer Karbvllösung zu vergiften. Sie wurde och lebend nach dem jüdischen Krankenhause gebracht, wo sie ld darauf verstarb. ßme R ° sich K, tSanwaltt. ; 30j°h'f Der S? de gem� werde« ßenfeer« ltag der � fingen Die Le'A »lers İZÄ auf eine' Mannes hrer ewe das ßtf >te. c intim"» - -u'ünd� Gevichks Jeikung. r" wiede'� unter so eigenartige« Umstände» ansge- c blieb führte« Ketrngereien des Obertertianers Karl G. be'chäf- VerlaM Kgten gestem dre Berufungsstrafkammer des Landgerichts l., ibuch u» �/a der vom Schöffengericht zu einem Monat Gefängniß ver- te PolstL�Yheilt« Angeklagte gegen dies Erkenntmß Berufung eingelegt leben? TM«- und um eine Geldstrafe bat. Der 16jährige Angeklagte, � nach einigen größ�SMen Aeußeres seinem Alter keineswegs vorangeeilt rst, hat iP* 9 jswe- verschiedenen Stellen em Zimmer� gemiethet und jch den Vermietherinnen gegmüber als Dr. med. Stein, Assistenz uä rzs beim Professor Martin, ausgegeben. Ist es schon sonderbar, gestern Ufl aß dirsm Angaben Glauben gefchenkt wurde, so grenzt eS Igtz anr einem eines te Todt� roall'f 7 geradezu an's Wunderbare, daß zwei Frauen in dm isereu Jahren dem Angeklagten so viel Vertrauen .enkten, daß sie ihn um Abhilfe gegen Leiden baten, ic sie seitens weiblicher Patienten sonst nur einem erfahrenen rauenarzte anvertraut werden. Der Angeklagie hatte die echheit, sich für diese„Behandlung" ein Honorar zu fordern d nachdem er die eine Wohnung bereits aufgegeben, richtete an seinen frührren Wrrth die Aufforderung, ihm das Ho norar unter einer angegebenen Chiffre nach einem bestimmtm Postamt zu senden. Nun schöpfte der Gemahnte Verdacht und verständigte die Polizei, welche den Angeklaqtm abfing, a's derselbe sich auf dem Postamt einstellte. Die smginnm erklärten im Termine mit aller Bestimmt- ..eit, daß sie den Angeklagten trotz seiner Jugend für einen Frauenarzt gehalten und daraufhin ihm auch die erbetenen kleinm Darlehne bewilligt hätten, mit dmm der Angeklagte verschwand. Der Angeklagte gab an, daß sein häufiger Um- gang mit jungen Medizinern ihn auf die abenteuerliche Idee gebracht habe, sich als Arzt aufzuspielen und nachdem er sich einmal für einen solchm ausgegeben,' konnte er das Ersuchen der Frauen, sie zu behandeln, nicht ablehnm. Der Gerichts« Hof zweiter Instanz war der Ansicht, daß der Angeklagte unter allen Umständen eine Gelängnißstrafe verdiene und wurde daS erste Erkenntniß daher beftütiat. Gin erheblicher Plaiina-Diebftahl bei der Allgemeinen ElektrizitätS- Gcselllchaft gelangte gestem zur Kenntniß der zweiten Strafkammer des Landgerichts I. Bei der genannten Gesellschaft war der ouf der Anklagebank befindliche Techniker John Fordon aus England als Assistent angestellt. Er wurde dabei ertappt, als er ernes Tages ein Quantum Platins, etwa 50 Gramm, in die Tasche steckte. Eine Haussuchung förderte noch 750 Gramm Platina zu Tage, welche der Angeklagte ge- ständlich ebenfalls seinen Chefs gestohlen hatte. Der Werth des PlatinaS betrug etwa 800 M. Der Angeklagte, welcher der deutschen Sprache so unvollkommen mächtig ist, daß der Oberlehrer Wagner als Dolmetscher sungiren mußte, gab zu seiner Entschuldigung an, daß er sich einen Nothgroschen habe zurücklegen wollen, da er befürchten mußte, daß er nach kurzer Kündigungsfrist entlasten werden würde. Obgleich er der Gesellschaft erhebliche Dienste geleistet, habe dieselbe sich doch geweigert, seine Stellung durch einen Konttakt zu sichern. Der Gerichtshof konnte diesen Grund als einen mildernden Um- stand nicht anerkennen, sondem verurtheilte den Angeklagten zu einer Gefängnißstrafe von sechs Monaten. Der anscheinend unausrottbaren Unsttte de» schnelle« Fahren» ist wieder ein schwerer Unglücksfall zuzu- schreiben, wegen dessen der Kutscher Karl Behlau vor der II. Straskammer hiesigen Landgerichts I zur Verantwortung ge- zogen wurde. Es war am 5. August Abends in der sechsten Stunde, als der Angeklagte mit seinem Arbeitsfuhrwerk von der Bellealliancestraße her über die Bellealliancebrücke fuhr, um in die Königgrätzcrstraße, nach dem Anhalter Thore zu, einzubiegen. Die Stelle daselbst ist ziemlich gefährlich, da eine scharfe Ecke genommen werden muß und um diese Zeit sich ein lebhafter Wagenverkehr zu entwickeln pflegt. Trotz dieser allgemein bekannten Verhältnisse fuhr der Angekl. in scharfem Trabe über die Brücke hinweg, so daß eine alte, 80jährige Dame, welche den Damm überschreiten wollte, nicht mehr auszuweichen vermochte, sondern überfahren wurde. Die Räder gingen der Unglücklichen, welche als ein Fräul. Preuß festgestellt wurde, über den Körper, sie mußte in ein Krankenhaus übergeführt werden und ist daselbst sehr bald verstorben. Dem An- geklagten fiel zweifellos eine Fahrlässigkeit zur Last, welche der Gerichtshof sicher weit strenger geahndet hätte, wenn nicht fest- gestellt worden wäre, daß die Matrone dem Alkohol etwas zu- gethan war und ihre Knochen von einer geradezu erstaunlichen Zerbrechlichkeit gewesen sind. Medizinalrath Dr. Long he- landete, daß bei der Obduktion die R'ppen wie Glas zerbrachen. Mit Rückncht auf diese besonderen Verhältnisse ver- urtheilte der Gerichtshof den Angeklagten nur zu 3 M o n a t e n Gefängniß. Dom Adel der Gestnnnng zeigte der Angeklagte, der gestern der zweiten Straskammer des Landgerichts I vorgeführt wurde, keine Spur. Es war der 43jährige. sich„Schrift, teller" nennende ehemalige Premierlieutenant Paul von Berger, welcher auf der Anklagebank Platz zu nehmen hatte. Derselbe ist vom Kriegsgericht wegen Diebstahls und Unterschlagung zu vier Wochen Gefängniß und zur Ausstoßung aus dem Militäistande, im vorigen Jahre wegen Betruges vom Schöffengerichte zu sechs Wochen Gefängniß serurtheilt worden. Jetzt war er wiederum zweier recht schwerer Betnmsfälle beschuldigt. Jm vorigen Sommer hatte die Sprachlchrerin Fräulein G. das Unglück, den An- geklagten kennen zu lernen. Sie schenkte seinen Be- Werbungen Gehör und verlobte sich mit ihm. Der Angeklagte hat sie mit einem wahren Gewebe von Lug und Trug umgeben. Er gab fich für einen vermögenden Mann aus, der demnächst eine bedeutende Erbschaft ausbezahlt erhalten würde, er prahlte mit ei> flußreichen, hohen Bekannten und Gönnern und stellte seiner vertrauensseligen Braut eine baldige Hochzeit in Aussicht. Aber schon kurze Zeit nach Anknüpfung der Bekanntschaft ließ er durchblicken, daß er sich in augenblicklicher Geld- Verlegenheit befände. Seine Braut gab ihm gerne das erbetene Darlehn von 1200 M. Sie hatte sich viele Jahre als Lehrerin in Eng'and aufgehalten und fich dadurch ein kleines Vermögen von 5500 Mark erworben. Innerhalb zehn Monaten hatte der Angeklagte ihr das Geld bis auf den Irtzten Pfennig unter den perfidesten Vorspiegelungen adgeschwindelt. Selbst ihr Mobiliar mußte sie verkaufen, damit der Angeklagte neue Mittel erhielt,„derartiger Plunder zieme sich nicht für die demnächstige wohlhabende Frau von Berger". Aber nicht genug damit, schwindelte er auch noch der betagten Mutter seiner Braut 100 M. ad. Die„Schriflstellerei" des Angeklagten scheint sich auf die Adfaffung von lügenhaften Briefen an seine Braut beschränkt zu haben, es gelangten einige derselbcrr zur Verlesung, in denen er stets neue Anforderungen an ferne Braut stellt, demnächstige Rückgabe der Darlehne in Aussicht stellt und hoch und theuer versichert, daß er nicht anders handele, wie er es vor rhr, vor Gort und seinem Gcwiffen verantworten könne. Der Angeklagte hat seine Braut und deren Mutter, die im Verhandlungstermine einen bcjammernSwerthen Ein- druck machre, grenzenlos unglücklich gemacht, die Erftere ist wieder nach England gegangen, um aufs Neue Unterricht zu erlheilen. Der Angeklagte gab zu, daß olle seine Angaben über seine glänzende Vermögenslage, sowie über seine Zukunft erfunden waren, es hätten ihm vielmehr alle Mittel zum Unterhalt» gefehlt und die Roth habe ihn zum Be lrüger gemacht. Der Staatsanwalt beantragte gegen den An geklagten 2 Jahr 2 Monate Gefängniß, fünf Jahr Ehrverlust und 1000 M.Geldstrafe eoent. noch 100 Tage Gefängniß. Der Gerichtshof erkannte auf lJahr 3Monate Gefängniß, 2jährigen Ehrverlust und 1000 M. Geldstrafe oder noch 100 Tage Gefängniß. Auf»inrr ein»amen Dank im Thiergarten nahmen an einem August-Nachmittage drei Personen Platz, von denen eine unverkennbar ein Landbewohner war. Nach kurzer Unter- Haltung holte einer seiner Begleiter drei Karten hervor. Der dritte Mann bezeichnete eine derselben mit seinem Finger und verwandte nun keinen Blick von den Handbewegungen seines Genossen. Dieser legte die bezeichnete Karte auf die beiden anderen und ohne dre andere Hand zur Hilfe zu nehmen und ohne eine bestimmte Reihenfolge inne zu hallen, legte er die drei Karten vor sich auf die Bank.„Dies ist die Karte," er- klärte der dritte Mann. Die dezeichnete Karte wurde aufge- deckt und es stellte fich heraus, daß es die richtige war. Der- jenige, der mit den Karten hanlirte, holte gleichmüthig einen Thaler hervor und zahlte ihn dem Gewinner. DaS Spiel wiederholte sich nochmals, stets verlor der Mann, der rathen ließ. Da bekam auch der Landbewohner Luft, fein Glück zu ver- suchen. Er fitzte einen Thaler und gewann. Er gewann dann noch c'nen zweiten und dritten Tholer. Jetzt setzte er ein Zehn- Markstück. Das Spiel änderte sich, er verlor. Nachdem er zum zweiten Male verloren, hoffte er, den Verlust durch verdoppel- ten Emsatz wieder einzuholen. Er verlor wieder. Nach wenigen Minuten war seine ganze Baarschaft, ca. 60 M., m die Tasche des Gewinners gewandert. Gleich darauf scß er allem, dre beiden Männer hatten sich seitwärts in die Bülche ge- schlagen. Der Landbewohner war das Opfer von Bauenn- fängern geworden, die dos uralte Kümmelblättchenlpiel mit ihm oufgesührt halten. Betrübt ging er des Abends durch die Sttaßen. Da führte der Zufall ihm den einen der beiden Gauner, denjenigen, der mit den Karttn hantirt hatte, en'- gegen. Er ließ ihn verhaften. Auf der Wache stellte sich heraus, daß man einen guten Fang gethan. Der Festgenommene war der bereits sieben mal wegen Kümmelblältchen-Spiels vorbestrafte Viehmakler Carl Schulze. Gestern stand derselbe vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I. Seinen Komplizen wollte er nicht kennen. Der Gerupfte erzählte, daß der Ange- klagte sich Unter den Linden an ihn heran geschlängelt und ihn zunächst noch einem Kellerlokal am Parikerplatz verschleppt habe. Dann sei der Spaziergang nach dem Thiergarten unter- nommen worden und unterwegs fei der dritte Mann zu ihnen gestoßen. Der Gerichtshof belegte den Angeklagten mit einer G e» fängniß strafe von zwei Jahren und einer Geld- straft von 1000 M. oder noch 200 Tagen Gefängniß. Gin grfiilfrlicher Sonderling. Vor den Hamburger Geschworenen erschien diese Woche der bisher völlig unbeschol- tene Malermeister Ernst Friedrich Sarrin, im Jahre 1846 in Hamburg geboren. Er ist des Verbrechens gegen das Gesetz, betreffend den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen in ideeller Konkurrenz mit Körperverletzung, angeklagt. Der Angeklcgte ist der sogenannte„geheime Ober- feuerwe.ker, welcher seit vier Jahren die B völkcrung Hambüig« durch das Abbrennen von Kanonenschlägen in Unruhe und Schrecken verfitzte, ohne daß es gelingen wollt', seiner habhaft zu werden. Erst im April d. I. lenkte sich der Ver- dacht der Thäterschaft grg'n Sarrin, der schließlich den belastenden Beweisen gegenüber nicht lärger zu leugnen vermochte. Er gab denn auch in der Heuligen Hauptverhand- luna wie schon in der Voruntersuchung zu, von reichlich 100 Explosionen der Urheber zu sein, jedoch nicht von allen 113 ihm zur Last gelegten. Er müsse einen„Konkurrenten" haben. Als Beweggrund seiner Thatcn bezeichnet der Anpellapte lediglich das Vergnügen an der Aufregung des Publi- kums. Er habe sich häufig an dem Gespräch der erregten Menge beiheiligt und mit auf den unheimlichen Feuer- werker geschimpft. Der merkwürdige Mensch hielt offenbor seine Streiche auch heute noch auf der Anklagebank für harmlose Thaten, obwohl er gleichzeitig erklärt, in den Zeitungen von den Schädigungen von Personen und Sacken, die durch seine Kanonenichläge herbeigeführt worden sei-n, gelesen zu haben. Diese Schädigungen waren so arger A-t, daß unter Anderem eine junge Verkäuferin infolge einer Explosion Krämpfe bekam und dauernd seit jener Zeit daran leidet, daß ferner eine in gesegneten Umständen befindliche Frau eine Frühgeburt zur Welt brachte und das Kind verstarb. Ein« Reihe von Personen hat erhebliche Kontusionen erlitten und Zertrümmerungen von Fenstern und Thüren waren noch die am wenigsten erheblichen Wirkungen des Treiben« drs Angeklagten. Von Geisteskrankheit ist bei ihm nicht die Rede, der Sachverständige bezeichnete ihn als einen Sonderling. In Bezug auf die Herstellung seiner Explofivkörper gab Sarrin an, dieselben zunächst mit gewöhnlichem Pulver, dann mit dem unter dem Namen„Kaviar" belegten grobkörnigeren Pulver, schließlich aber, nachdem er fürchten mußte, sich durch seine Einkäufe zu verrathen, mit einem selbstangesertigten Spreng- stoff aus Kaliumchlorat, Schwefel und Kohle gefüllt zu haben. Das Ende der heutigen Verhandlung war die Verurtheilung des Angeklaotm zu einer 13monatlichen Zuchthausstrafe. Die Gäste eines Gastwirih« in Krevlau hatten sich zur Begehung eines Fastnachttanzvergnügens vereinigt, worauf bann an jeden Einzelnen eine Einladung erfolgte. Da der Gastwirth in der Voraussetzung, daß es fich hier um eine g- schlosfine Gesellschaft handele, zu dem betr. über 11 Uhr dauernden Tanzvergnügen nicht die vorherige polizeiliche Ge- nehmigung eingeholt hatte, so wurde er auf Grund einer Polizeiverordnung vom 12. August 1878 und des Gesetzes vemr 18. Dezember 1851, betr. das Verweilen in öffentlichen Lokofin über die Polizeistunde hinaus angeklagt und auch unter den Annahme, daß in diesem Falle von einer geschlossenen Gesellschaft im Sinne des Gesetzes nicht die Rede fein könne, zu 20 M. Geldstrafe venu theil». Die hiergegen cingc» legte Revision wurde in der l tzten Sitzung des Strafsenats des Kammergerichts zurückgewiesen. Gntscheidnngen de« Reichsgericht».(Nachdruck ver- boten.) Leipzig, 21. Okiober.(Ein Preßprozeß aus Nord-SchleSwig.) Vom Landgerichte in Flensburg ist am 6. Juni der Herausgeber der Zeitung„Flensborg Avis", Herr Jens Jessen, wegen mehrfacher Beleidigung durch die Presse zu 1 I a h r e G e f ä n g n i ß und 100 M. Getdstraft verurtheilt worden. Zwar hat derselbe, nachdem er in den letzten Jahren 7 Mal wegen Preßbeleidigung mit steigenden Gefängnißstrafen belegt worden war, die Redoktion de» ge- nannten Blatte« niedergelegt und sich nur noch als Heraus- geber auf dem Titel genannt, aber dos Landgericht glaubte doch ihn als den Thäter in Bezug auf die festgestelllcu Beleidigungen ansehen zu sollen. Es wurde als erw efen an- genommen, daß Herr Jessen wie in früheren Jahren die ie- daktionellen Geschäfte versieht, Leitartikel schreibt, die Aufnahme der sonstigen wesentlichen Artikel anordnet und überhaupt denr Blatte die Richtung giebt. DaS Gericht glaubte daher ihm di» Verantwortung für die hier in Frage kommenden Artikel mit dem Bemerken zur Last legen zu können,„eS fei kaum vn u- nehmen, daß Herrn Jessen irgend ein bedeutenderer Artikel vor der Aufnahme in das Blatt nicht bekannt geworden wäre. In erster Linie handelt es sich hier um einen in Nr. 10 von 1889 erschienenen Artikel über zwei deutsc! e Prediger, welcher, wie das Gericht feststellt, von Jessen seihst verfaßt ist. Von dem einen Prediger wird da berichtet, er bade in einer Schule unter entsprechenden Feierlichkeiten ein Bc d Kaiser Wilhelms aufgehängt, von dem andern, er habe eine Frau durchgeprügelt. Be, der Vergleichung dieser beiden Handlungen hatte dann der Artikel das Verhalten des ersten Predigers als das tadelnSwerthere hingestellt. Der Ange- klagte hatte den Einwand gemacht, daß er in seinem Blott« die berechtigten Interessen der dänisch-sprechenden Einwohner Schleswigs vertrete, das Gericht aber wies diesen Einwand als unberechtigt zurück, indem es tagte, jene Leute erstrebten di« Loercißung der Provinzen SchleSwig-Holstein von Preußen. also etwas, das gegen die Verfassung verstoße, weshalb von einem berechtigten Interesse keine Rede sein könne. Ein zweiler Anklagepunkt bezog sich aus einen Parlamentsbericht. Ge- legentlich der Wiedergabe der Red« eines schleswig. schen Abgeordneten waren im Blatte ernrge Be. merkungen über den Kreis- Schul- Inspektor Ct. gemacht und dieser dabei em verrückter Kerl und ein toller Herr genannt worden. Von Strassreiheu des Parlamenteberichtes konnte nach Annahme des Gerichis deshalb keine Rede sein, weil der Bericht nicht wortgetteu, sondern verstümmelt war. Vier wertere Beleidigungen wurden dem Angeklagten zur Last gelegt, die in der dänischen Zeitung „Das kleine Blatt" beaangcn waren und zwar gegen ten Hauptmann o. D. von ZeSka. In diesem Blatte, welches von denselben Personen hergestellt wird, wie„Flensborg Avis", stchl Herr Jessen in demselben Verhältnisse, wie zu dem letzteren Blatte, daS Landgericht stellte deshalb seine Thäterschast in der gleichen Weise fest. Außerdem wurde als erwiesen angesehen, daß Herr Jessen diese Artikel theilweise selbst versaßt hat. Dem. Hauptmann von ZeSka war u. a. vorgeworfen, er habe die- jenigen Personen, deren Unterschriften er sür das Denkmal zrr Erinnerung an die 1849 gefallenen SchleSwig-Holsteiner ge- sammelt hat, absichtlich getäuscht über den Inhalt, den Ine Inschrift des DcnkmaleS bekommm sollte. Weiter wurder. H-rrn von Zetka vorgtwoifen, er nenne sich wider- rechtlich preußischer Hauptmann a. D.— Die Revision des Angeklagten gegen da» Urtheil de» FlenSburger Land- gencht« kam heute vor dem 3. Strafsenate de» Reichsgerichte» zur Verhandlung. Die erste Beschwerde ging dahin, daß das vom Angeklagten vor der Hauptverhandluna eingereichte Per- horrrSzirungigesuch mit Unrecht verworfen sei, da sämmtliche fünf Richter nach Annahme de» Angeklagten gegen ihn ein- genömmen seien. Sodann wurde darüber Beschwerde geführt, vaß der Feststellung der Tbäterlchaft nicht das Preisgesetz allein, sondern auch da» allgemeine Recht berücküchtigt worden sei. Schließlich wurde noch Beschränkung der Vertheidigung durch Rrchtberücksichtigung zweier BeweiSanträge gerügt. Wa» diese letzte Beschwerde anlangt, so konnte dieselbe gar nicht zum Gegenstände der Verhandlung gemacht werden, weil da» Protokoll gar keine Auskunft über solche BeweiSanträge gab.— Der Verlheidiger, Herr Rechts- anmalt Mu- ckel aus Berlin erläuterte die einzelnen Be- fchwerdepunkte de» Näheren. Daß allgemeine Rechtsgrund- sähe, so bemerkte er, mit zur Anwendung kommen, wenn e» sich um die Feststellung de» ThäterS handelt, dagegen habe ich gar nicht« einzuwenden, nur müssen diese Grundsätze richtig sein. Daraus, daß der Angeklagte die Veröffentlichung der Artikel geduldet hat, während er selbst gar nicht Redakteur war, wird gefolgert, daß er die Absicht hatte, diese Artikel selbst zu veröffentlichen. ES giebt einen Paragraphen, der denjenigen mit Strafe bedroht, der von dem Vorhaben eines Morde», Hochverrathes k. Kenntniß hat und eine Anzeige hierüber unterläßt. Die Strafe ist eine viel mildere wie die für Mord ec. angedrohte, nach den Grundsätzen, welche da« Landgericht an- gewendet hat, würde aber der Mitwiffer emes Mordplanes wie ein Mörder anzusehen und zu bestrafen sein. Daß für den Angeklagten eine Zwangspflicht de- standen, hatte, die Veröffentlichung der fraglichen Artikel zu verhindern, ist nicht festgestellt. Was die drm Hauptmann D. vonZeska gemachten Vorwürfe betrifft, so stellt daS Urtheil keineswegs fest, daß dieselben unzutreffend feien, sondern eS läßt die Sache unentschieden. Hierauf kam es aber wesentlich an, wenn man eine Beleidigung feststellen wollte. An und für sich hat die Bemerkung, Zeska habe den Inhalt der Inschrift verschwiegen, keinen beleidigenden Üharakter. Man kann aber zwischen den Zeilen etwas Beleidigendes hmeinlegen, das Gericht darf doch aber nicht ver- m therlen wegen deffen, das man hineinlegen kann, sondern nur auf Grund deffen, waS man aus dem Artikel herausnehmen kann. D« Schutz dt» 8 193 scheint mir dem Angeklagten au» einem unzulreffinoen Grunde versagt zu sein. Wenn auch die Bestrebungen gewiffer Einwohner von Schleswig- Holstein, nömlrch das staatSrechtlicheBand zu zerreißen.unbtrechtigte find, so kann man doch nrcht ohne weiteres sagen, daß diese Leute über- Haupt keine berechtigten Interessen Härten.— Der Reichsanwalt erwiderte darauf, die Remfion sei unzutreffend und beantragte dre Verwerfung des Rechtsnnt'el».— Das Urtheil des Reichs- gericht» ging dahin, daß dre Revifion als unbegründet zu ver- werfen sei, da fie sich in der Hauptsache gegen die thatsächlichen Feststellungen richte,, welche einer Nachprüfung vom Reichs- gerechte nicht unterzogen werden können. Sixztole Itclicvlrrfel. Der Streik der Uundstuhlarbeiter in der Firma Leop.«önr�Sberger, Leipziger ftratze, dauert unverändert fort. ist fernzuhalten. Vei.'l<,mmUrngcn. Mine öffentliche Versammlung der Wähler de« 24. Kommnnalmahldeztrk« fand am 22. Okiober, Abends 8� Uhr, tri©otett'« Salon, Grüner Weg 29, statt. In das Bureau wurden gewählt die Herren T-mpel, Morbach und Paul Mcyc-. Da der Referent, H-rr Gottfried Schulz, durch Familirr Verhältnisse verhrndert mar, zu erscheinen, mußte der Z. Punkt von drr Tajiek ordr.ung abpesstzt werden und zum 2. P-nkt.Diöku'fion- übergeaonaen we-deti. Hier nahm zuerst Stadtverordneter Gnadt das Wv't. Redner wie» auf den Beschluß in der Versammlung des Böhmischen Brauhauses hin. Ferner sei die Gelegenbeil watirrunehmen und überall, wo Aussicht vorbanden ist, für die Stadtverordnetm-Wohlen ein- zutreten. Er besprach ferner die Schiedsgerichte, Miethssteuer und Sulm sfionswefen, Pferdebohnen und BeleuchtungSwesen «nh ging dann auf die Einigungsämter bei Streiks u. f. w. über. Buct bnder Feldman» kmifirte dos Verhalten der anderen Porte, en im rolb>n Hans«, die Millionen von Mark b willicten für Fest, fsen, Beerdigungen, oder B> suche fremder iberrsrher, während für die Aibeiter n,chIS gethan wird. Herr Tempel verlas eme Stelle au« der R.ichstags-Thronrede, wo die Vertänge'ung des Sozialtstengel« tzeS angekündigt wird und forderte auf, sich reckt e,f>ig an den Stadtverordnetem Wahlen zu betheiimen. Zu Punkt 3 der Tagesordnung wurden fol- gende k> Perlon, n vls Be.irks Kiw'iee gewählt: Die Herren Karl M>yer, Mörschel, Barch. Wunderlich und Krause. Sine trotz de« schlechte« Metter« zahlreich de- sticht» Versammlung oer Kommunalwähler III. Adtheilung des I t. Wahldeziit fano am Dienstag, den 22. Oktober, Abend« 9 Udr unier Norfitz der Herren Rcherau. Wunig und Sckiefke in H b.l'« B.aueiel Bergwannstr. 5—7 statt. Zun» 1. Punkt der Tagesordnung hielt Herr Metzner einen beifällig aufge- uowmenen Vortrag über die Bedeutung der Stadtverordneten- wählen. Derselbe betonte unter Anderem, daß heute nicht mehr dre Frage sein kmn, ob wir wählen, sondern nur noch»Wie wir wählen." W nn die Gegner der Kommunalwahlen betonen, daß die R«ultate für die sozialdemok.atische Partei nie die Muhen aufwiegen können, indem wir im günstigsten Falle nur ca. 40 Mandate erlnrgen können, während dann die Gegenpartei noch über 80 Sitze zu verfügen hat; so soll man ke« esweg« vergessen, daß unsere Vertreter, obgleich an Zahl genug, so daß dieselben zeitweis« nicht einmal se bstständig Antrage stellen können, dennoch in vielen wichtigen Angelegen- heitrn du DiSkusfivn eiössnet, und aleich zeitig die Presse und die Bürger aus vertchiedene wunde Punkte aufmerksam gemacht habe». So find eme ganze Reihe wichtiger GegrnstSnde theil« direkt, Ideits mdirekt dmch unsere Vertreter in Anregung ae- bracht. Redner erinnert nur an die G.werbeschiedSgenchte, die Beschickung von A> benern zur Panser Weltausstellung, die leider von der Majorität der Stadtverordneten abac- lehnt s« und kommt dann auf das Steckenpferd der jre, finnigen Partei, die Schule. Es muß zugegeben werden, daß viele« m den letz'en Jahren besser ge- morden ist gegen ftüher, die Schulen von Außen gleichen wahre« Palästen, wäh end die Klaffen selbst meisten- theriS noch überfüllt find, so daß 50—70 Schüler auf einen Lehne entfallen, während ein Untrrosfiuer kaum 15—20 Mann zu o rillen habe. Er legt ferner der. Versammtung klar, daß, irotzZcm in der p tuß.scheu Verfassung steht, die Wissenschaft und chre Lehr« ist frei, es doch nie gelingt, die fähigen Kinder drr armen L ute bis zu den höchsten Schulen zu brinaen, weil ihnen dre Mittel fehlen; er betonte namentlich die Unsttte, daß in den hiefigcn Gcmemdeschulen verschiedene Lehrbücher in ein «ad deuseldcn Klaffen eingeführt find, so daß, wenn ein Kind um emer Schule noch der anderen umgeschult werde« muß, dxS stete mit erheblichen Kosten für den armen Mann ver- knüpft ist, weil dann die allen Bücker nicht mehr verweithet «erde« können. Ebenso müßten die Sanitäiswachen und ver- schieden« andere wichtige Institute au« kommunalen Mitteln erhalten werden. Redner forderte schließlich auf, mit allen Mitteln für die Wahlen einzutreten, dann wird eS in vielen' Sachen besser werden müssen. Redner erntete reichen Beifall. Die Diskussion war eine sehr rege, und sprachen zu wieder- holten Malen die Herren Kroll, Klry, Merckel, sowie Retzerau und Ertel. Letztere im Sinne des Referenten, während Erster« der Meinung waren, daß die Wahlen materiell zu theuer zu stehen kommen im Verhältniß zu den letztjährigen Resultaten. Nachdem Herr Metzner noch am Schluß auf die Beschlüsse des St. Gallener Kongresse« hinweist, überall dort, wo Erfolge zu erwarten find, energisch in die Wahlen einzutreten, beschließt die Versammlung, ein aus 5 Personen bestehendes Bezirks- komitee zu wählen, einstimmig. Gewählt wurden: Retzerau, Habicht, Grawe, Bausch und Seidel. Schluß 12 Uhr. Der Verein zur Wahrung der Interesse« der Klavierardeiter und verwandter Berufsgenossen hielt am Montag den 21. Oktober in Deigmüller's Salon eine sehr stark besuchte Generalversammlung ab. Punkt 1 der Tages- ordnung war Vierteljahresabrechnung. Aus derselben ging hervor, daß eine Einnahme von 770 M. 95 Pf. stattfand und daß 106 neue Mitglieder aufgenommen waren. Die Ausgabe ergab, daß der Verein wiederum den Löwenantheil der Em- nähme der Arbeiterbewegung gegeben habe, denn netto 458 M. gehen für Unterstützungen an andere gewerkschaftliche Bewe- gungen ab, im ganzen verblieb ein Vereint vermögen von 1055 Mark und ein KrankenunterstutzungSfond von 765 M. 45 Pf., welche Summen beweisen, daß der Verein in jedcr Hinsicht allen Anforderungen gerecht geworden ist und fich somit einen Ehrenplatz in den Fachoraanisationm errungen hat. Punkt 2, VorstandSergär.zunatwahl, rief eine lebhafte längere Debatte hervor. Es wurde dem gesammten Vorstand auf An- trag deS Kollegen Jepp einstimmig ein Vertrauens- voluni ausgestellt und an Stelle des durch Familien- Verhältnisse gezwungenen Rücktritts de« 1. Vorfitzenden Riediger, der Kollege Robert Schmidt durch Akklamation ein- stimmig gewählt. Zum dritten Punkt: Vereins- und Werk- stattangelegenheiten wurde beschlossen, die Fabiiken»Hatzte", -Joseph" und»Beckstein" zur nächsten Versammlung einzu- laden, um über eventuelle Schritte zur Abhilfe zu berathen. Der Vorfitzende der Arbeitsvermittelungskommilfion, Kollege Mahnte, theilte mit, daß die Kommiffion ihr Amt niederlege wegen Differenzen'mit der Mitgliederversammlung. Es wurde eine Ncuwahl zur nächsten Mitgliederversammlung festgestellt. Einem Kollegen wurde wegen rückständiger Beilrazzahlung der Rechtsschutz verweigert und nach Aufnahme 16 neuer Mitglie« der wurde verschiedenen erkrankten Kollegen Unterstützung ge- währt. Ein Gesuch um Ertraunterstützung wurde jedoch ab- gelehnt. Der Verein Kerliner Vagrlschmiebe hielt am Sonntag, den 20. Oktober, leine vierteiiähilrche Generalversammlung in dem Lokale deS Herrn Heise, Llchtenber?erstr. 21, ab mit der Tagesordnung: 1. Die Lage der arbeitenden Klasse und die Soüalreform. Referent: Herr Paul Lilfin. DiLkuffion. 2. Vierteljährlicher Kassenbericht. 3. Vorstands-Ergänzungswohl. 4. Verschiedenes.— Der zweite Vorsitzende, Kollege Boldt, er- öffnete die Versammlung 11� Uhr. Nachdem das Protokoll der letzten Versammlung verlesen, wurde zur Tagesordnung geschritten. In Anbetlacht des schwachen Besuchs wurde zuerst der vierteljährliche Kassenbericht verlesen und dem Kasfirer Decharge ertherlt. Hierauf erhielt der Referent das Wort zu seinem Vortrage. Derselbe entledigte sich seiner Aufgabe m längerer Rede und erntete lauten Beifall. In der lebhaften Diskussion sprachen sämmtliche Redner im Sinne de« Refe- renten. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: Dir heutige Versammlung erklärt sich mit drm Referenten voll und ganz einverstanden. Sie glaubt eine Verbksseruna der Lage der arbeitenden Klasse nur durch«ine starke Organisation herbeiführen zu können und verpflichtet sich, für eine solche mit allen Kiäslen einzutreten.— Da der 1. Vorsitzende, Kollege Berndt, sein Amt niedergelegt, der 1. Schriftführer, Kollege Wandt, am 6. November zum Militär muß, sollte für Beide Ersatzwahl stattfinden. In Anbetracht, daß laut Statut im Dezember der gesammte Vorstand neu gewählt werden muß, wurde auf Antrag davon Abstand genommen. «ro», SssinUich» tfnfiimmlttne dir Pirsoldrr und Fach- am«rräiil»ro»rsamn,lung de» 4t. Äommunal Wahl- berirl« Wedding am Freilag. den 25. Otloder.»bend« 8 Uhr. im Widdtncpart, Mülleriir 178 Tagesordnung: 1. Die devorftedenden«ommunalwodlen. 2 Diskussion. 8. Wahl eine» Bezirlilomileed und Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten finde! Tellersammlung stall. Um recht zahlreichen-Besuch wird gedrien gvtil y»r*inlauna dir M»»r,r K»rlin««üb zlmg,g»nd Freitag, den 25. Oklader.�«bendi bjj llhr,� oideniltche Mitgltedciversammlung. Tagesordnung- 1. Die Frauensrage im Alliemeinen. Sieseren» r Herr Wernrr. 2. DiSkusfion. 8 Wie stelle» sich die Milglieder zur Beschaffung einer Bidltolhri 4. Brrichtedene» und VereinSangelegenhrirm. Achtung! Zird»tt«r-v»sang U»r»in Zlord. Erste UebungSftunde am F- nlag. den 25 Okldder. lildendi 8# Uhr, bei Gnadt, Brunnenslr. 38 Viilglieder, aktive und passive, werden ausgenommen. Um pünktliches Erlchetnrn wird ersucht Ko,«atd»«okratilch»e Wastlo»r«in für den 5. K»rlin»r yricha- tagowahtkr-t». Freitag, den 25. Okiober, Abend« 8 Uhr. im Lokale Münz. strafe Ii(oberer Saal) Tagesordnung r I. Bericht de» Borstande», s. Bericht de»«aistrer«. 8. Neuwahl de« gesammten Voiftande«. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mtlglleder werden ausgenommen. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Fachxirei« der M»tallarb»it»r In«ae-, Mass,»- und pamzrf- armaturin. Den Milgliedern zur Nachrichl, da« ose dieSmon.ailtche Ver- sammlung auSsitlli, dafür am Sonnabend den 25 Okiober. Abend» 8!i Uhr, bei Jordan. Neue Giünftr. 28, ein gkMÜthliche« Zusammensein mit Damen und t Herren, dei welchrm hnmorislt'cher Vortrag und daraus folgender Tanz statt. findet. Gäste, durch Mitglieder eingesüdrl. haben Zuttttt. »utraS-KironK»«- und KevräbnihKaN» d»r Kattl»r u. f. u>. onrradend, den 28 Okroder, flr.del in Hegdrich'i Piachisälen da» sechste ElisiungSIeft der«aste statt, bestehend in Äonzerl. humoristischen Borkligen und Ball. Btllel« mit Programmen find in den Zahlstellen zu haben Dle Zahlstellen bleiben am Eannabend, den 28. Oktober geschlossen. Um recht zahlreiche Betdeilioung ersucht der Varsland. Frei» N»r»tnigung d,r Zuschuiidoe, Ht«pp»r und Porricht»? ?!»»«,«». Eannabend, den 28 d.. Abend» 8li Uhr, Alle Jakodftr, 88. Vortrag der Darwinitmu». Büste haben Zutritt. «. den lIndustriehallen). Tagesordnung- 1. Geschäftliche». 2. Vierteisüdilicher Kaffen- berichl. 8. Neuwahl de« Vorstände». 4. Verschiedene» Bei der«ichligkeit der TageSordnuna wüsten sümmlliche Mitglieder am Plage sein. AUg»m»tn» Kraul»»«- und tzt»rb,iiost,d»r d»utsch»» pr»ch«l,r und o»rniandt»n A»rus»g»nol7»nfs»nUich» Perfammlun» d»r Sandlu»oo-»tiUf»« "'" d M., Nachmtllaa« stlj Uhr, im DieSdener B»rli»» am Sonnlag, den 27 d....._______... Garten, DreSdenerstr 45 Tagesordnung- l. Die Zustünde in den Kolonial- waarengeschüslen und deren Resorm. Neserent Kollege August Hinge. 2 Freie DtSku-sion. 8 Verschiedene». Besonder» soll in dieser«ersommlung Stellung «egi» die Verleumdungen selten» de» Herrn Redakteur» Hlldcdrandt genommen werden, der hiermit speziell einoeladen wird. «roß» öff-ntiich» v-rZauuulung d»r Kürst»»- nud pins»l- »ach»r Krrttn» uud Dim»»g,nd am Eannwg, den 27. Oktober, Vor- millaat ig Uhr. in Schiffers Salon. Inseistr. to Tageloldnun» I I. Zweck und Ziele einer aewerkschasiltchen Organisation. Referent Herr Zudetl. 2. Di»- kussion 8. Gründung eine» Fachveretn» eventuell Slatutenberalhung und Wahl eine» provisorischen Vorstande». 4. Ausnahme von Mitgliedern. Zur Deckuna der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Zahlreichet Erscheinen erwünscht A»rU«»r Ko«itätoo»r»i« für Arb»it»r. Am Sonntag, den 8. November. Mlttaa»>2 Uhr, in Kousmann» Variete, am Etadbahnhos Alerander- plag,»rage Matinee. Vorstellung und Konzert,»uftreien de» gesammten Kllnstleipersonal» von K ausmann» Variete. Enttee vorher 80 Pf., an der Kaste 50 Pf. Btllet» sind dei sümmtlichen VerttauenSIculen. lowic bei dem Kasfirer de« Verein», Herrn W. Schmidt, Manteuffclstr.«8, 8 Treppen, zu haben. Zichtuug Putzer! Groge üffenttiche Versammlung der Puger Berlin» und Umg-geud am Montag den 28. d.M. Abend» 8 Uhr. im.Schweizer- garten'. Wegen drr Wichtigkeit der Tageiordnung ist e« Psiichl eine» i-den Puger« zu erscheinen. Sammellisten zum Beneralfondi, sowie Ouittungttaiten und Marien sind zu haben dei Gustav Arndt, Landtdergerpla» 1- Albert Küller, Borst, ftr»8: Herm, Lehmann. Svrauerftr, 22: Hern», Setselt. Ekaltgerftr. 54a- H. Neumann. Mven«lebcnftr.«a. «»saust-, Turn- und g»s»lltst« N»r»i«» am Fr> Münnergeiangverein Abend» v Uhr im Restaurant Tamm, s — Gesangverein.Pausedeutet' Adend« 8 Uhr im RestaurtMt drinenstr. 15.—.Liedertasel der Maler und verwandter Abend» 0 Uhr im Restaurant Kleine, Brandeiiburgstr.80.-w1 choi Abend» 8Zi Uhr«nnenstr. 18.- Gesangverein»Flit Quartett' Abend» S Uhr im Restaurant Mulehold, L«st Gesangverein.Forischritt' Abend» 9 Uhr jm Restaurant, Bst Gesangverein.Echo 1872' Abend» 9 Uhr Waldemaritrage 12- werden ausgenommen.— Gesangverein.Osstan' Abend» S ftrage 85 bei Gustavui.— Huppertstche Sünger-Verest Abend» 9 Uhr bei Niest, Weberstr. 17.— Gesangverein.t 9 Uhr Ldalbertstr. 21.— Liedertasel de» Fachverrtni der®i Abend» 8 Uhr Große Hamburgerstr. 4 UebungSswnde.— Gest sorge' Abend» 9 Uhr, Restaurant Reuher, Alte Jakobftr. 88" Widerhall' Abend» 9 Uhr bei Herrn Boge, KSpnrckerllr 191. .Lorbeerkranz' A Uhr Restaurant Wetnftr. II.- Berlin« schaft lFünftc Männerabtheilung» Abend» Uhr in der stüdm Wasierthorftraße 81.— Turnverein.Hasenhaide" tMünneraott 8 Uhr Dieffenbachstraße 60-61.— Turnverein„Froh utch abthetlungs �Abend»$ Uhr Bergstraße 57.- Mffenslbastli�> ; 35 l Roller sche Stenographie Abend» 811 Uhr im Restaurant ZieltM.� straße 81, Unterricht und llebungiswnde.—.Allgemeiner Atta»» araphenverein', Abtheilung„Vorwürt»", Abend« 8X Uhr lm Wjz Mariannenplag 11.— Arendi'scher Stenographenverein Q Ufir\m moftniirnnt ftTI— dlioroirr oftoteinUnKT®r.* i 9 Uhr im Restaurant, Seudelftr. 80.—„Verein ehemaliger Dr. Schüler" Abend» 9 Uhr im Restaurant Kreb». Friedrtchslraße T» t Dilettanten-Orchesterverein Abend» 8jt Uhr Uebungistunde w.i Eöllnischer Garten, Scharr enslraße 12.— Zitherverein„Alp» 8X Uhr lm Restaurant„Wahtftatt", Bellealltancestraße 8S „Westend" Abend» 9 Uhr tm Hohenzollcrngarten, Etegligersti klub„Weichselblatt" Abend» 8X Uhr tm Restaurant, Skulls Rauchklub„Ohne Zwang" Abend» 8X Uhr im Restaurant straße 28. Dermisthkcs. Zwei Pionieren deutscher Naturforschung nächst Denkmäler zum ewigen Andenken an ihre lichen Großthaten errichtet werden: dem rinnst berühmten Chemiker Justus von Liebig in Gießest seiner Wirksamkeit, dem anderen. Julius Robert! Entdecker des Gesetzes von der Erhaltung der Krfli� Vaterstadt Heildronn. Der erster« war im Lebens sicher als der andere, sein Name ist in weite« eint täglich Haus vieri Sonnto dition Zir da« An« ein Auch des Publikums bekannt geworden und sei'S astt den Lleb-g'schen- Fleischextrakt. Welcher Laie �"wristen gei Julius Robert Mayer? Und doch war feine Enld», 1842 bereit, der Arbeit in seinen Monatsheften» gewähren. Jndeß fie blieb viele Jahre hindurch und als man endlich in den scchsziaer Juhrest Werth erkannt hatte, wurde ihm feine Entdeckung„ holt von anderen— und mit Unrecht— streitig r, versucht. Diese trüben Erfahrungen verbitterten deist Mann das Leben; er verbrachte den Rett sti�s. Wellabgeschiedenheit. Das Wort Mommsen's läß> anwende»;»Der Same, den geniale Naturen st' langsam auf". nur die e die Prit Aorik ist> iitig und zah ioncllen Fle s Kartells pi agkeit ist seil n Lebensathi 'scher Faust gen helfen auf seiner Er ist ein Im er Ratio Aber ni: dem un rcn das eii sein, sonl e i t u n g". Daß wir lle beschäfti isen verschul iändnißinni r seine rollt rmvösen Gar ussassung der •x Polizei a ufführung seil c Bourgeois« Dle Redalilon stellt die Benugung dei Sprechsaal», soweit Seben ist, dem Publikmn zur Besprechung von Angelegendi"..- inleressei zur Bersügung. sie verwahrt sich aber glel Inhalt desselben ide Ich keineSweg •.�preihfactl. Hz Dichters ���Ua�gSK'S�ch de.., Mas Nhalt desielben idmtisiziri zu werden.„unr zollen, tl Um Jrrthümer zu vermeiden und entstellte hier sehr s richtig zu stellen, sehe ich mich veranlaßt, folgenve. ßnd bis ai abzugeben: k,i,Wen wird ge Von der Direktion der UnionSbraurrei, L�n.chsiensche Wei mehrfach meinen Freunden und auch anderen � I tzUchenhiebe Lokal kommt] fron gegenüber, nachdem gegen ste R�sigstn, und�Reiolutwnen bereits vorgegangen war. erklärt� �' das, fie, dre Direktoren, keine Ahnung davon hätten,— mand von' der Lokalkommisfion bei ihnen ge� �srvcerkranze, Dosselbe gilt auch von der Viktoriabrauerei. Wenss, That so wäre, hätte ich mich einer großen Pst' und der Unwahrheit schuldig gemacht. Zu meinn chtete Henri §ung vor allen Freunden und Genossen diene folgkN ,� ireund Knaak und ich hatten die betreffenden— zirk aufzusuchen, doch war eS den KonnnisfionSrni>E.�a»druck verboter lassen, daß, wenn an einem Tage ein Mitglied sollte, fie dann eine andere vertrauenSwurdiae-p? II zirhen dürften, und so hatte ich, als mein Freun � einem der Tage keine Zeit hatte, den Maurerpol.�' erangezogen, �und wir hatten an demselben f.... �' okale besucht, darunter auch die Unionsbrauerei. Aj!«lMg aut( .'■*4 wurde uns die Erklärung vom Oekonom sowie rO-m Ra, der Direktoren abgegeben, daß sie keiner P.J~„, politischen Versammlungen ihr L-/'Maren Law geben. Die Viktoriabrauerei habe ich mit d/w i.�stkardte vcrw wesenden Genossen FleisKmann in dieser Ängeleg�-ß Kiefer Honor- Dort wurde uns gesagt, daß der Saal nie zu 9 fünfzigtat da er immer besetzt sei. Also eine ausweichende das Den Genossen und Freunden überlasse ich eS wm--xh�tau em Urlheil zu bilden, dann werden fie zu der oüactt kommen, auf welcher Seite eine Entstellung de»,» bewußt oder unbewußt vorgenommen worden ��otrznrgt er nd in der Z fwidendcn u :i unuciuuöi www»» s. Wilschke, Mitglied der Lokalko« ckleuekte Ncirlir Reich«- Anzeiger" enthält folgen� der KZ 1 und 6 deS Reichs Der machuna: Auf Grund 21. Oktober 1878(R.-G.-Bl. S. 351) ist der iie, die and- zu ve jco) und na Felix, roßvaters r lainc für die Revi Erzielung �volkSthümlich�er Wab l e n Mutigen Epo< bürg und auf Grund der§§11 und 12 desselbc �Jen nur gm von dem Vorstande dieses Vereins im August"'�t*,esitz in Leo. gegebene, bei Georg Schirlina zu Marburg elsw�-hl�rtrag deS vi ! ch ri s t mit der Ueberschrift:„An die«r�orbenen De Wahlkreises Marburg-Kirchha. trug er berg-Vöhl!" von der unterzeichneten Lanvrsst»mäirri verboten worden..°' Kassel, den 22. Okiober 1889. Der Regierungs-Präfident. Rothe. Verantwortlicher Redakteur: R« Eronheim in Berlin. Druck und Verlag von Wa» Kading in Berlin SVf., Beuthstraße 2.