i am An lamm, e NestamaiU icrwandler 00,- 9u :rrin.?li> hold, Sani lurant, Bd slraße 1Z Ibendi 9 rr-ffitreli itrein.< >« der El de,-«eil ikobftr, 83 (erftt. 191. - Serltn« n der stddllsi SKftiwreab»; IffeniÄ ruranl Lieide/i, mietner « Uhr Im«n» rein ,,Sp°°°A maligcr Dr, 25 L Konnaveud, den 36 Oktober 188V. 6. Kakrg. tidifttaheSÄ'j EL'ÄÄ älprttKWl erlinerüiilblilftlt Krgan für die Interessen der Arbeiter. SÄ«. nt. Gkalh taurant Das..Berliner Volksblatt" AdonnementSpreiS für Berlin frei -„----------------— �.„„„.entließ äT) Pf. Einzelne Nummer Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags- Blatt"!0 Pf. Bei Abholung aus unserer Spedition Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postnbonnemeni 4 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der PostzeitungSoreisliste für 1889 unter Rr. 866.) unter Kreuzband durch unsere Expedition S Mark pro Monat. tMngetragen tn «y da« Ansland: Täglich orschung ihre Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS« Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition. Berlin 8w., Zimmerstraße 44. sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt VI. Ur. 410(5. ein eine«, Medaktwn: Seukhstrn�e S.— Expedition: IinrnreePkentze 44. \ Gießen. � Robert M 'w" weit« Auch ein Hofnarr hat seine trüben Stunden, und die ser's auch««eraturgeschichte zeigt eS, wie fchwermüthig die glänzendsten her Laie iMmoristen gewesen sind. Die pudelnärrische Freude schlägt seine EniiT« m schwarze Melancholie, und während der Mund zum ischlichen Sachen sich verzieht, rollen dem Humoristen auch schon die er Lehre Dränen über die Backen. Eine tolle Welt, eine seltsame ystem loh! Kommen dazu gar die schleichenden Beschwerden des talionSg6» lters, dann weicht ihm der Trübsinn nicht von der Stirn. ,''' r gil �nd er ist alt geworden, Borik, und wer weiß wie ne und v«" � neuer Hamlet mit seinem öden Schädel spielen rab ibw«�' � S3cine werden steif, das müde Haupt trägt UN- htung und#)« nur die Schellenkappe, und kraftlos ist die Hand, und nah«�lche dre Pntsche hält. ärmer wvH Aorrk rst alt geworden... Sein Liberalismus, fisch- als daZ jfjutig und zahmvon Anfang an, ist den Wegfalles konsti- kte er, dad.znoncllcn Fleisches gegangen, und die klägliche Weisheit g. wie MS Kartells predigt er mit zahnlosem Munde. Die Knecht- aneinandnAigkeit ist seine Dascinsform. die Anbetung der Gewalt lltungjo �in Lebensathem, und der Mammon sein Gott. Mit täp- scher Faust hat er das Bischen Freiheit in Scherben [lagen helfen, und die Versumpfung des politischen Lebens Arzt"Mt auf seinem Schuldbuch. Tage.ford" elgelesene«' g gern da es von Lie Zhesten � hindurch Jubren Er ist ein witzloser Bursche geworden, der Aorik des erlin er Nationalliberalismus. Aber nicht den„Kladderadatsch" meinen ir. dem unstreitig das Verdienst gebührt, seit langen ren das einzige ernsthafte Organ der Berliner Gentlemen sein, sondern ihr Witzblatt, die„National- e i t u n g". deckung Daß wir mit der„National-Zeitung" uns an dieser - streitig i�elle beschäftigen und nicht im Feuilleton, das hat Henrik erten de« Vst'n verschuldet, der norwegische Poet, welchen unsere lest selNtl.�rständnißinnige Bourgeoisie begeistert bejubelt, seitdem er m's laßt Mr seine rollcnwidrigen Seitensprünge büßte durch einen Muren Pompösen Gang nach Damaskus. Aber so kindlich Zbsen's Auffassung der sozialen Probleme ist, so erscheint er doch r Polizei als Revolutionär. Und so verbietet sie die »ifführung seines Dramas: DieGespenster, in welchem e Bourgeoisehe behandelt wird, radikal, offenherzig, aber «ch keineswegs sozialistisch. Man kann die Beziehungen .'Ires Dichters zur Arbeiterbewegung am besten beurtheilen seil,!! ich dem Maße des Beifalls, welchen unsere Großbürger irden. zollen. Die Methode der quantitativen Messung läßt entstellt« hier sehr gut anwenden, sie zeigt uns die Dinge wie folgend«! sind bis auf— Thaler, Silbergroschen und 5h i0roti,oÄ SÄ ' s _.„ P, Pfennige. Men wird gefeiert, bekränzt, applaudirt von den Besitzenden, isterische Weiber beider Geschlechter sind entzückt über die «ntschenhicbe der poetischen Kritik, die sie gruseln lehrt, aber - rn Besitzstand nicht tangirt. Denn das heilige Eigenthum ättcn, do�id alles das, was daran hängt, läßt Ibsen ungeschoren. nen gc«��»rbeerkränze, Lobgesänge und Tantiemen, das ist der ge- i. Wenn,«--r»- zen Pfl'« l mein«« Ai ene'"'� chtete Henrik Ibsen. »d.n°W Feuilleton. 112 GsrmiNAl. Sozialer Roma« vo» Emile Zola. ______'ii'A ionsmitg�s aS-iddrua Dttbotm.] glied nicht � rdiae n Freunds irerpoll«« H ben Tag«. 7'°'"'...........«.mrre so» ruerei.£2 Einzig autorifirte Uebersetzung von Ernst Z i e g l e r. TeVV.I1' Dem Baron gehörte damals die Piolaine mit dreihundert h r L�xkiaren Land, welches er durch Honore Gregoire aus der it dem i�tikardie verwalten ließ, dem Urgroßvater Leon Gregoire's. lngeleS�b�iefer Honore batte sick in einem Strumpfe te:....____ hatte sich in einem Strumpfe der Wümme e»»»Vn fünfzigtausend Franks zusammengespart; hiervon nahm eichene« � durch das unerschütterliche Vertrauen seines Herrn ver- zehntausend Franks und er erwarb dafür mit Zittern Zagen einen Denier der Minen von Monsou; eine ache, die er sich bis an sein Ende nicht verzeihen konnte, »erzeugt, er habe jene Summe seinen Kindern gestohlen. nd m der Thgt bezog sein Sohn Eugen nur sehr mäßige bmdendcn und mußte, da er die Unvorsichtigkeit begangen es nu« zu d«« llung de« >en ist- Jokfllf« ruderen vierzigtausend Franks, die sein Vater hinter- zu verspekuliren, ein kümmerliches Dasein fristen. '***/ Jßch«nö nach aber vergrößerten sich die Interessen, und sglaend« M'k, der Enkel Honore'?, konnte den Traum seines ..�soßvaters realisiren und das inzwischen verkommene Gut aJ"c«wen sehr mäßigen Preis ankaufen. Dann der, i«,w die Revolution, und wieder, während dieser ganzen ab les' A14 zwanzigtausend, 1850 vierziglausend und vor zwei it. Die Polizei in Stettin und in Breslau hat die„Ge- spenster" nicht auf die Bretter kommen lassen. Mögen sie in der Gesellschaft nach Herzenslust spuken, die Schaubühne dürfen sie nicht betreten. Selbst polizeifromme Gemüther können sich empören, und sogar Zorik lökt wieder den Stachel. In der„National-Zertung" war u. A. folgendes zu lesen: „Literarische Strömungen entziehe« sich allen Geboten und Verboten von Oben her, sie k o m- men und gehen mit der Richtung der Geister und tragen das Gesetz ihrer Entwicklung in sich selbst..... Lebt in der neuen realistischen Kunstrichtung eine wirkliche schöpferische Kraft, so wird sie sich die Bühne erobern, wie ängstlich die Polizei auch ihre Anfänge hindern mag. Daß, wie einst der selige Bundestag, so jetzt das Deutsche Reich gegen eine literarische Richtung mit Strafgesetzen vorgehen sollte, ist a u s g e- schlössen. Denn hier handelt es sich nicht um ein öffentliches Aergerniß, sondern um eine künst- lerische An s ch auu n g, nicht um die Frechheit, sondern um die Freiheit der Bühne. Wenn man diese nicht heilig hält, verurtheilt man die dramatische Kunst zum traurigsten Stillstand und statt die Bühne zu erheben, stößt man sie in die Mittelmäßigkeit und Alltäg- lichkeit hinab." Da« war ein derber Pritschenschlag, wackerer Borik, und Du wirst vielleicht selbst über ihn erschrocken sein, nun— schwarz auf weiß— Jedermann Deine Sentenzen getrost nach Hause tragen darf. Heutzutage ist es ein übel Ding, von Freiheit zu reden, und wer den seligen Bundestag zitirt, dem kann es passiren, daß er als Geisterbeschwörer behandelt wird von der Polizei, nicht blos in Breslau oder in Stettin. Die Vorführung von Gespenstern wird ja ver- boten. Giebt eS ein besseres Beweisstück für den Stand der bürgerlichen Moral, als den Kampfartikel der„Nat.-Ztg." für die Freiheit— der Bühne, gegen die Schutzlosigkeit von — Theaterstücken? Volksrechte, politische Freiheit, Rede-, Preß-, Koalitions- freiheit, fort mit ihnen in die Rumpelkammer! Immer neue Hemmketten schmiedet gerade der Nationalliberalismus für den sozialen und politischen Fortschritt! Er ist der Vater des Sozialistengesetzes, er hat dies liebliche Kind groß gehätschelt, alle seine Thaten— und wie groß ist ihre Zahl, wie bewundernswerth ihr Erfolg!— hat er vertreten und belobt. Wo es galt, dem Volke neue Lasten aufzulegen, da war auch er da, die kläglichste Gestalt des Kartells, und schleppte Stein auf Stein heran, um sie auf die Schultern der breiten Massen zu wälzen. Die Schutzzölle und das Septennat, die Kolonialpolitik und die Ausnahmeakte, die fünfjährige Legislaturperiode und die kolossalen Reichsschulden, Alles kommt auf das Kerbholz des Nationalliberismus. Jahren war die Dividende bis auf die fabelhafte Summe von fünfzigtausend Franks gestiegen; die Aktie wurde, dem entsprechend, auf der Börse von Lille für eine Million ge- handelt und hatte also ihren Werth in einem Säculum ver- hundertfacht. Als die Aktien diesen enormen Kours erreichten, rieth man Herrn Gregoire, sie zu verkaufen; er jedoch hatte mit seinem ruhigen Lächeln Nein gesagt. Sechs Monate später warf eine kommerzielle Krise das Papier auf sechshundert- tausend Franks- aber er lächelte immer noch, denn er hatte ein felsenfestes Vertrauen in die Grube: CS wird wieder steigen; nichts auf der Welt und nichts im Himmel ist so sicher, wie die Minen von Montsou! In diesen fanatischen Glauben mischte sich übrigens ein gut Theil von Dankbar- keit für ein Unternehmen, welches seine Familie seit einem Jahrhundert ernährte. Dasselbe war für die Gregoire's eine Art wohlthätiger Gottheit geworden, die sie mit einein Kultus umgaben, weil sie sie in Nichtsthun einwiegte und ihnen ihren Tisch mit leckeren Speisen deckte. Das war immer so gewesen vom Vater auf den Sohn, warum sollte man das Geschick erzürnen, indem man an ihm verzweifelte, warum seinem Hausheiliaen untreu werden? Und auch eine Art abergläubischer Furcht mischte sich in Gregoire's treue Anhänglichkeit an Montsou und endlich die Ueberzeu- gung, daß, wenn sie ihren Denier verkauft hätten, die Million schon lange zu nichts zerschmolzen wäre Dort unter der Erde, wo eine Schaar hungernder Arbeiter ihnen Tag für Tag hervorgrub, was sie brauchten, dort war ihr Ver- mögen tn Sicherheit. UebrigenS regnete das Glück auf ihr HauS. Gregoire hatte sehr zung die Tochter eines Apothekers auS MarchienneS aeheirathet, ein häßliche» und armes Mädchen, das er aber sehr liebte und die ihm seine Liebe lohnte. Sie war ganz in ihrer Häuslichkeit aufgegangen, betete ihren Mann an und kannte keinen anderen Wille», als den seinen. Welch' herrliche Partei! Frohndienste wie der kläglichste Hörige leisten die Helden des mobilen Kapitals dem Junker- thum, der Bürgerstolz ist eine Legende, und die ostelbischen Feudalherren lassen sich die Dienste der kapitalistischen Scharwerker schmunzelnd gefallen. Weil das deutsche Bürgerthum feige auf seine geschicht- liche Rolle Verzicht geleistet hat, und wenn es nur un- gehindert Mehrwerth akkumuliren kann, die Forderungen, welche es an das politische Leben zu stellen hat, gern in den Rauchfang schreibt, deshalb ist die einzige ihm jetzt noch zukommende Aufgabe: Geld, viel Geld, sehr viel Geld zu machen und in der politischen Harlekinade den Pierrot zu spielen. Seine Bedientenhaftigkeit ist ihm zur zweiten Natur geworden, und die Prügelsuppen, die ihm von allen Seiten zu Theil werden, nimmt es als selbstverständ- lich hin. Die natürliche Wirkung dieses Verhaltens war die Reaktion, die Reaktion auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Und der Nationalliberalismus wagte nicht, Opposition zu machen, er schaufelte schweißtriefend an dem Grab, in welches unter dem salbungsvollen Beistand der Stöcker mit und ohne Bäffchen die deutsche Freiheit gelegt wurde. Hinter dem Todtengräber steht die deutsche Arbeiter- schaft, und die unbändige, furchtbare, wahnwitzige Angst vor dem klassenbewußten Proletariat treibt ihn, um Steine auf die Gruft zu wälzen. Seid gewiß, wenn die Regierung, welche weiß was sie will und die ihre Leute kennt, die Verewigung des Sozialistengesetzes'! heischt, der Nationalliberalismus schleppt auch diesen Felsblcck herbei. Die Tobten könnten auf- erstehen! Politische Freiheit, soziale Reformen sind ihm ein Gräuel. Und doch macht er Opposition! Opposition, indem er, ein Weißbierphilister, auf die Polizei schimpft, weil die Aufführung eines Theaterstückes verboten wird. Als ob nicht noch Anderes in Deutschland verboten ist, verboten wird und verboten werden wird, als ob nicht im Deutschen Reiche bei Arbeiterversammlungen, Arbeiterblättern, Arbeitervereinen das schöne Wort:„Verbieten" durch alle Tempora konjugirt würde! Der Nationalliberalismus oder sein ächter Repräsen- tant, sein Berliner Borik raisonnirt über die Eingriffe der Polizei in die bunte Welt der Koulissen. Und auf der öffentlichen Bühne mögen Streiks oder Wahlen agirt werden, erscheint wohl nicht die Polizei als cksus ex machina, um den dramatischen Knoten zu zerhauen, wenn der Knoten von den schwieligen Händen der Arbeiter ge- schürzt ist? Wer aber schuf die diskretionären Vollmachten der Polizei, die nun die Rechte ausübt, welche ihr die bürger- liche Staatsweisheit verlieh? Borik that eS, Borik und feine Freunde. Des Ehepaars Geschmack, ihre Wünsche, ihre Ideale hatten sich zu einem einheitlichen Empfinden verschmolzen. Sie lebten seit vierzig Jahren in zärtlicher Liebe und ent- gegenkommender Sorgfalt ein geregeltes Leben, verzehrten geräuschlos ihre Renten und verausgabten das Uebrigbleibende für Cäcilien. Kein Wunsch blieb dem Kinde versagt; ein zweites Pferd, ein paar neue Wagen, Toiletten aus Paris, Alles wurde beschafft, und die Eltern, die für sich selbst in ihrer althergebrachten Einfachheit so weit gingen, daß sie sich sogar noch nach der Mode ihrer Jugend kleideten, und denen im Prinzip jede Ausgabe, die nichts einbrachte, thöricht erschien, hielten nichts schön genug für ihre Tochter und empfanden das größte Glück in der Befriedigung der Launen CäcilienS. Plötzlich ging die Thüre auf und eine starke Stimme rief: „Was, man frühstückt ohne mich?" Es war Cäcilie, noch mit schlaftrunkenen Augen, wie sie ebm aus dem Bette gesprungen, nur ihr Haar hatte sie hinaufgesteckt und einen weißwollenen Schlafrock über- geworfen. „O, gewiß nicht!" antwortete die Mutter.„Wir warten auf Dich! Der Wind hat Dich wohl diese Nacht nicht schlummern lasten, armes Herz?" Das junge Mädchen machte ein verwundertes Gesicht: „Wind? Ich weiß von nichts, ich habe die ganze Nacht geschlafen!" Alle drei lachten herzlich. Auch die Mägde, welche da» Frühstück hereinbrachten, theilten die allgemeine Heiterkeit; daß das Fräulein zwölf Stunden hintereinander geschlafen, kam ihnen gar zu drollig vor. Der Kuchen machte das Glück vollständig. „O, er ist schon gebacken!" rief Cäcilie.„Aber da» nenne ich eine Ueberraschung! Und ganz warm! Das wird> prächtig zu der Chokolade schmecken!" Sie setzten sich; die Chokolade dampfte in den Schale» Wäre die„National- Zeitung" nicht die„National- Zeitung", so müßte ihr klar sein, daß die Sätze, die sie über die Freiheit der dramatischen Kunst geschrieben, nicht bloS für literarische, sondern für alle Strömungen des geistigen Lebens, nicht bloS für das Theater, sondern für Politik und soziale Bewegung Geltung haben. In diesem Sinne akzeptiren wir sie. Wenn das Gentlemen-Organ aber weinerlich über die „Gespenster"-Banne von Stettin und Breslau jammert, so rührt uns diese Empfindsamkeit nicht. Was die Polizei ge- than hat, ist folgerichtig aus dem System geflossen, das die Nationalliberalen haben zimmern helfen. Wozu braucht die„National-Zeitung" Zbsen'S„Ge- fpenster"? Hat sie nicht aus dem moderduftigen Trödel- kram der Vergangenheit Gespenster heraufbeschworen, die in Deutschland umgehen? „Die Mandarmenritterschaft, Die invaliden Köpfe, Gewinnen wieder Juaendkraft Und schütteln ihre Zöpfe." Mag sich Aorik genügen lassen an Zunkerthum und Bonzenthum, auch diese sind Gespenster. Vorrefpondenzen. Paria, den 22. Oktober. Der Streik der Kohlengräber' welcher am S.Oktober in den Gruben von LenS ausgebrochen, hat sich allmälig fast über das ganze Kohlenbecken des Pas- de-CalaiS ausgedehnt, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß er daS ganze Kohlenbecken des Norddepartement ergreift. Binnen ca. 10 Tagen ist die Zahl der Ausständigen von 50(1 auf 15 000 gestiegen, und diese Zahl kann sich in kürzester Frist verdopveln und verdreifachen. Nicht nur die Kohlen« gröber von LenS, auch die von Lievin, CourriöreS, Dourges, Drocourt, Bully-Grenoy, Bruay, Noeux sind im Ausstand, in den Kohlenwerken um Douai herum herrscht hochgradige Gährung der Arbeiter, und auch die„schwarzen Bataillone" von Anrin zeigen große Lust, in Streik zu treten, wmn ihnen keine Lohnerhöhung gewährt werden sollte. Die Forderungen der Streikenden sind überall identisch, herausgewachsen aus den scheußlichen Arbeits- und Lohnbedingungen, welche ihnen die Uebermacht des Kapitals bereitet. Die Kompagnie zu LenS besitzt sogenannte„Corons", d. h. Ar- beiterwohnungen, welche sie dem Anschein nach zu billigen Preisen an die in ihren Werken beschäftigten Leute vergiebt. Nominell opfert sie dieser„pWantropischen Einrichtung" jährlich 150000 Franks, doch weiß sie sich andererseits für dieses Opfer doppelt und dreifach bezahlt zu machen. Ein kapitalistischer Schriftsteller muß mit Bezug hierauf zugeben: „Man schätzt daS Opfer, welches sich die Aktiengesellschaft auf- erlegt, jährlich auf 150000 Franks, allein dieses Opfer wird reichlich aufgewogen durch die in gewisser Beziehung unbe« schränkte Macht, welche ihr die mit einander verquickten Eigen- sckaftcn als Arbeitsgeber, Eigenthllmer, Kaufmann u. s. w. als lebenslänglicher Gläubiger über diese nomadische, bedürftige und unwissende Bevölkerung verleihen." Die Kompagnie hatte nun die Gewohnheit, die Wrttwen von Kohlengräbern aus dem Coron auszuweisen. Da nun die Frauen der Kohlengräbec in der Regel jung Wittwe werden und keinerlei Pension er- halten, so fordern die Ausständischen, daß jmen daS Recht zu- stehe, den„Coron" weiter fortzubewohnen. DaS Verlangen einer Abschaffung der obligatorischen Ueberstunden beruht dar- auf, daß die Kompagnie ihre Arbeiter zwingt, alle 2 Tage U Stunde Ueberzeil zu leisten, während die Tarife derart ein- gerichtet sind, daß diese Ueberarbeit nicht entlohnt wird. In 14 Tagen machen diese Ii Stunden einen ganzen Arbeitstag aus, und jeder Arbeiter schenkt also der Gesellschaft alle 14 Tage 4 Franks 90 Centimes, d. h. in einem Jahre ca. 130 Franks. Die fleißigen Aktionäre konnten also auf Kosten der 15 000 Streikenden jährlich 1950000 Franks sparen! Weiter hatte eS die Gesellschaft zum Usus erhoben, daß die früher nur bei Aus- besserungen-c. verwendeten Greife zu Arbeiten verwendet wur- den, die als Sache der rüstigen Arbeiter galten. Die alten, abaerackcrten Leute überarbeiteten sich in der Regel und druckten durch ihre Konkurrenz die Löhne herab. Daher die Forderung der Ausständigen, die Greise besser zu behandeln, ihnen leichtere Arbeit zu geben, ohne den ihnen gezahlten Lohn zu beschneiden.— Jeder Arbeiter, der nicht zur Arbeit kam, welches auch immer der Grund feines Aus- bleibens war ,"mußte 2 Frks. Strafgeld zablen, die Strei- kenden verlangen also Abschaffung der Strafgelder, Hauptfor- derung der Streikenden ist jedoch eine Lohnerhöhung von 10 pCt., d. h. wenigstens auf die Höhe, welche die Löhne 1885 behaupteten. Noch 1885 verdiente der Häuer täglich 1 Frks. mehr als jetzt, in dem genannten Jahre aber begann die Ge- fellschaft die Löhne langsam und stetig unter dem Vorwand es wurde noch lange von dem Kuchen gesprochen. Die beiden Dienerinnen waren im Zimmer geblieben, gaben allerhand Details über die Bereitung des Kuchens, sahen ihnen zu, wie sie mit fettglänzenden Lippen sich vollstopften, und erklärten, es sei ein Vergnügen zu kochen, wenn man sähe, wie eS der Herrschaft so gut munde. Plötzlich bellten die Hunde im Hofe. Es wird die Klavierlehrerin sein! Sie kam jeden Montag und Freitag. Außerdem kam noch ein Lehrer der Literatur; denn der ganze Unterricht des Mädchens war von jeher mit glücklicher Sorglosigkeit im Hause geführt worden, sich den Launen des Fräuleins anpassend, das jedes Buch zum Fenster hinaus- warf, sobald eS sie langweilte. „ES ist Herr Deneulin," sagte Honorine, zurück- kommend. Hinter ihr trat, ohne Zeremonie, Deneulin, ein Cousin Gregoire'S, herein: ein lebhafter Fünfziger mit dem Wesen eines Artillerie-OffizierS, mit glatt geschorenem, schwarzem Haupthaar und ebenso schwarzem Schnurrbart, mit lebhaften Gesten und lauter Stimme: „Ja, ich bin's! Guten Tag! Ich störe doch nicht?" Gewiß, er störte nicht; im Gegentheil! Und schon saß er zwischen ihnen, während sie nach einigem Zögern ihr Frühstück fortsetzten. „Hast Du mir etwas mitzutheilen?" fragte Gregoire. „Nein, nicht das Mindeste," antwortete Deneulin schnell.„Ich habe einen kleinen Moraenritt gemacht, kam bei Euch vorüber und wollte guten Tag sagen. Weiter nichts!" Cäcilie fragte, wie es Johanna, und Lucie, seinen Töch- tern, ginge. Ausgezeichnet gehe es ihnen; Johanna male fleißig und ihre ältere Schwester Lucie singe vom Morgen bis zum Abend am Piano. Die Stimme Deneulin's zitterte nervös, während er sprach, als verberge er unter seiner Heiterkeit irgend etwas Unangenehmes. „Und das Geschäft?" fragte Gregoire.„Geht'S immer noch wie Du willst?" „Mein Gott, ich leide, wie alle Welt, unter dieser fatalen Krise! Wir müssen eben jetzt die fetten Jahre de- schlechten GeschäftSqangeS herunterzudrücken. Es gehörte wahr- lich die ganze Unverfrorenheit von Kohlenbaronen dazu, um über schlechte Geschäfte, Einbußen u. s. w. zu heul- meiern. Die Aktiengesellschaft von LenS ist eine der reichsten von ganz Frankreich, sie besitzt Minen, welche zu den ergiebigsten des ganzen Kohlenbeckens vom Departement Pas- de-C?laiS gehören. In 8 Werken beutet sie 55 Adern aus, deren mittlere Stärke 85 m. beträgt, 1388 allein bat sie nicht weniger als 1411651 Tonnen crtrahirt. Die Bestellungen waren in den letzten Jahren so zahlreich und groß, daß die Gesellschaft wie erwähnt die Greise zu schwererer Arbeit heran- ziehen und'ständig Ueberstunden wachen lassen mußte. Die „schlechten Geschäfte" der Aktionäre erhellen am deutlichsten aus der Thatfache, daß die Gesellschaft mit 3000 Aktien ä 300 Fi ks. gegründet wurde, welche also ein Anlaaekapital von 900 000 FrkS. repräsentiren, und daß diese nämlichen Aktien jetzt auf 22 700 FrkS. stehen, ja eS gab soqar eine Bröthezeit, wo dieselben auf 44 000 FrkS. standen. DaS Anlagekapital von 900 000 FrkS. repräfentirt also heute eine Summe von 62 100 000 Fr., d. h. einen Mehrwerth von 61200000 Fr. Ein recht rundes Sümmchen, das die mehr- werthheckende Kraft des Kapitals zeigt, vorausgesetzt natürlich, daß dieses mit dem nöthigen Quantum Arbeitsschweiß begossen wird, damit es wächst, gedeiht und Junge zeugt, denn hätten die Aktionäre ihre 900 000 Fr. in die Erde vergraben, dieselben bätten auch nicht einen Centimes dazu geheckt. Von einer Steigung der Löhne im Verhältniß zu den fetten Dividenden war natürlick keine Rede, dieselben stiegen nicht einmal im V?r- hältniß zur Vertheuerung der Existenzbedingungen. Seit 1881 sind in gane Frankreich die Lebensbedingungen durchsckmittlich um 11,30 pCt. theurer geworden, im Pas-de- Calais speziell sind sie noch um einen weit höheren Prozentsatz gestiegen. Sollte der Verdienst der dortigen Kohlengräber im Verhältniß zur Steigerung der Lebensbedingungen stehen, so müßten die Löhne um 13'; pCt. erhöht werden. Man sieht also, daß die Streikenden mit ihrer Forderung einer Lohnerhöhung um 10 pCt. äußerst mäßig find. Die Herren Kohlenjunker schienen anfangs zu Konzessionen bereit zu sein, sie zeigten sich nachgiebig gegen alle Forderungen, mit Ausnahme der einer Lohnsteigerung. Sobald jedoch die nöthige Anzahl von Gendarmerie und Militär in das Kohlen- revier eingerückt war, fühlten sie sich unter dem Schutz der Bajonnette so sicher, daß sie nicht länger mit den Delegationen der Ausständischen unterhandeln wollten. Erst als der Streik von LenS aus eine Grube nach der andern ergriff, bewilligte die Kompagnie den Arbeitern zu LenS die Forderungen bis auf die einer Steigerung der Löhne. Was diese anbetraf, so setzte sie ihr zuerst em nem possomua der kategorischsten Art entgegen. Eine Lohnerhöhung von 10 pCt. be- deute für die Kompagnie eine jährliche Mehrausgabe von 400 000 Frks. hieß es, und da sie schon jährlich 8 Millionen für Handarbeit zahle und die Geschäfte so schlecht gingen, so sei es ein Ding der Unmöglichkeit, die Prosite der Aktionäre um 400000 Frks. zu schmälern.*) Als sich die Streikenden in Bezug auf ihre Forde, ung unbeugsam erwiesen, schacherte die Kompagnie um ihre Dividenden, wie der Teufet um eine arme Seele; sie bot 5 pCt., dann 7 pCt. Endlich, als die Arbeiter der Gruben zu Lievin, Courriöces:c. zc. in Ausstand traten, als der Streik das ganze Kohlenbecken zu er- greifen und sich mit einer Arbeitseinstellung der Zuckerfabriken und Destillmen, denen die Kohlen ausgingen, zu kompliziren drohte, da entschloß sich die Gesellschaft gnädig, den Kohlen- gräbern des PaS-de-CalaiS die geforderte Lohnerhöhung um 10 pCt. zu bewilligen. Die Streikenden zu LenS, denen somit alle Forderungen erfüllt waren, nahmen in der Folge die Arbeit wieder auf, und die kapitalistiscke Welt erwartete mit Freude, daß alle Ausständischen ihrem Beispiel folgen würden. Mit Unrecht, wenigstens bis jetzt. Die Arbeiter der übrigen Kohlenwerke, und sie bilden die starke Majorität, sind im AuS-stand geblieben, da die Gesellschaft jesuitisch genug war, zu behaupten, daß nur die Forde- rung der Lohnerhöhung sür alle Kohlenwerke giltig sei, daß hingegen die übrigen Forderungen nur für die Arbeiter von LenS bewilligt worden. Die Gesellschaft hatte durch diese Kasuistik auf alle Fälle eine Zersplitterung der Streikenden herbei- führen wollen, eventuell aber auch gedacht, sich auf Kosten der Masse ihrer Lohnsklaoen sür die an einen Tbeil derselben ge- machten Konzessionen schadlos zu halten. Der Plan scheint jedock zu scheitern. Die im Ausstand verbliebenen Arbeiter manifestirten große Unzufriedenheit, daß die Kameraden von LenS die Arbeit aufgenommen, ohne daß die R-klamationen aller Streikenden erfüllt worden, während doch die Masse sich mit deren Sache so solidariich gezeigt hatte. Neuesten Nach- richten zufolge hat auch der Druck der Meinung bewirk', daß die Kohlengräber zu Lens die Arbeit wieder niedergelegt haben und erklären, dieselbe nicht ftüher aufzunehmen, bis gleiche Be- dingungen für die Arbeiter aller Kohlenwerke des Pas- de- *) Die an Arbeitslöhnen gezahlten 8 Millionen sind Schwindel, da in der genannten Summe die Gehälter der Kommis, Schreibe rc. mit eingerechnet sind. zahlen. Man hat Fabriken und Eisenbahnen gebaut, wie für eine riesenhafte Produktion: hat zu viel Kapitalien immobilisirt und heute liegt Alles brach, weils an Geld zum Betriebe fehlt. Glücklicherweise brauche ich nicht zu verzagen; es wird sich noch Alles zum Besten wenden." Deneulin hatte, ebenso wie sein Kousin, einen Denier der Minen von Montsou besessen. Aber er war ein unter- nehmender Ingenieur; die Lust, ein königliches Vermögen zu verdienen, ließ ihn nicht ruhen, und als der KourS der Aktien eine Million erreichte, verkaufte er. Durch seine Verheirathurg wurde er Besitzer der kleinen Konzession von Vendame, aus den zwei Gruben Jean-Bart und Gaston-Marie bestehend, die er aber in einem entsetzlich verwahrlosten Zustande vorgefunden, denn ihr Ertrag deckte kaum die Kosten. Mit dem Erlös seiner Aktie von Montsou ließ er nun Jean-Bart renoviren, baute neue Maschinen und erweiterte die Schächte, während er Gaston-Marie nur als Wasserschacht benützte. So mußte das Geld scheffelweise verdient werden, hatte er gemeint. Und in der That schien seine Kombination richtlg, und er war, nachdem er seine Million in die Grube gesteckt, im Begriff gewesen, mit reichem Verdienst belohnt zu werden— da brach die fatale kommerzielle Krise aus. Dazu kam, daß er ein schlechter Administrator war und von einer übertriebenen Güte den Arbeitern gegenüber. Seit dem Tode seiner Frau ließ er sich vollends von All' und Jedem übers Ohr hauen und gab selbst seinen beiden Töchtern viel mehr nach, als nöthig gewesen. Die Eine von ihnen wollte zum Theater gehen, die Andere hatte schon drei Ge- mälde in den„Salon" geschickt und zurück erhalten, und Beide lebten mitten in dem drohenden Zusammensturz ihres Vermögens sorglos in den Tag hinein. „Siehst Du, Leon," sagte Deneulin unsicher,„Du hast damals Unrecht gehabt, nicht auch zu verkaufen; jetzt fällt All.S; Du kommst nie mehr auf den Kours! Wenn Du mir daS Geld anvertraut hättest, was könnten wir damit in Vendame verdienen!" Gregoire tunkte langsam seine Chokolade aus, dann antwortete er sehr ruhig: eifelten— AC iter belagert, i fzelöft roerber .RechtSaarantien "nftig das Ger von Betroffen acht), und daß mg" vorausqel antien"? U, iozialistengefetze bm feien, sind b nach alle S npassungspoliti Jh Uv Calais bewilligt sind. Die Kompagnie fürchtet längeren Streik um so mehr, da woße Bestellungen und sie fürchten muß, einen Theil ihrer Kur verlieren, wenn sie nicht recht bald liefern Die öffentliche Meinung ist bis jetzt den günstig, besonders da dieselben noch nicht einen Aul ruhige Haltung verloren haben, und dies trotz des an! Moments, welches in der Gegenwart der zahlrei»�.—........„ teska liegt, und die in keineilei Weise nicht einmal Zusammenlaufen Vorwand gerechtfertigt werden kann. FcSm'court.»«.stolzen Rossen i von LenS, fühlte sich auch diesbezüglich veranlaßt Versammlung zu erklären,„daß er bisher dagegen M der Ordnungsdienst von der Truppe versehen wun jetzt läßt man sich nicht mehr daran oenügen. Euren � gen kein Recht widirsahren zu lassen; man läßt kommen, deren Gegenwart hier für Euch eine Provokal« � eine Drohung ist. Wenn eS fein muß. so werdend schließlich si meine Demission geben, ehe ich den Soldaten Ouanrhen zu allem ausliefere."_ goklen sehen, w< Die Haltung der Streikenden vereitelt auch Das Zenti letzten Zeit in der kapitalistischen Pnffe übliche �AÄinführung ein Ausstand als ein Werk der Boulangisten*u btSfteWjJa g e s unterbr AuSständischen manrfestiren unter dem Gesang derber Sonn- und und der Boulangist Laur. welcher seine Dienste als haben dürf anbot, mußte mit langer Nase abziehen. Der bikb ss�edem Arbeitstag V,rlauf des Streiks ist viel mit dem Präsident dcrEk�i,, die Hauptp kammer der Koblengräber des PaS-de-CalaiS zu°sStunbe betrage einem gewissen Lamendin, der sich als durchaus beioMibeitssäle bete energischer Streikführer bewiesen.— Charakteristisch l�Ierfügung geste Streik wie für die großen Ausstände, welche das lau!� rmächtigt fein, in Deutschland und England gesehen hat, ist, daß avsäch festzustellend rein ökonomische Erscheinung ist, welche lediglich �?Iso eine Erweit Druck der wirthschaftlichen Verhältnisse gerade unter prochen werden gestelltesten und politisch und ökonomisch am menigsti» herkömmlichen T Ärbeitermassen entstanden. Charakteristisch in fciufMs 14 und 15 und seinem Verlaufe zeigt er, daß die Ausbeutung Unterbreitet, un ganz gleich ist, wo die Feudalität des Kapitels übe: t'ärung der So besteht. DaS republikanische Frankreich erweist sichtsMcnso rft von das monarchistische Deutschland oder England als Ws�nderarbeU(S Interessen der besitzenden Klasse, bereit, dieselben d gesetze, durch Polizei und Milrtär zu vntheidigen. ieschränkung de langen des Zer fahigungsnachwe 'ch ließen sich di las Zentrum se »ie Vcrhinderun vom 4.! Statistik t Der Kundesrath Hit in seiner lctz'en Sitzung zialistengesetz unverändert nach der preußischen VoiWf�g. � nommen. Diese rasche Erledigung läßt vielleicht°"Wn Hintermän zu, daß allzu einschneidende Veränderungen nicht Settel erbost sich werden. Es wird uns dazu grschrieben: Wie man sss �Es fehlt n ist die seither gehegte Annahme, der neue Entwurf»Eindruck des S poliftjrfic iUcbeuB... tztch gen •Ät listengesitzes enthalte den Ersatz der Rnchskommiifi«tnS keines Beih ocdentlickes Gericht, falsch. Die Reichskommission Indern Partei unveränderten Befugnissen bestehen und es tritt nur derung ein, daß die Kommission aus Richtern zula» wird. Demnach ist es auch mit der einzigen bisher würfe nachgerühmten„Verbesserung" Humbug gen> Entwurf enthält vielmehr eine Verschlechterung, indsl ittelungen verc Der Waschz ohl der Arbei r io viel Mühe 'Öffentlichkeit zr die„Garantie des RechtSverfahcenS" bietet, theilweist �kleine Partei hat falschen Schein derselben eizeuat. Zu de« bis jetzt bekannt geworbenen ty kratischen Reichstag«-Kandidaten haben die stärkste Kontingent gestellt. Es befinden sich n chl 12 Tischler darunter, von denen allerdings einige no jetzt einen anderen Berufszweig erwählt haben. dann die Schlosser und Maschinenbauer?c. mit 10,.». mit 8, Schriftsteller ebenfalls mit 8 Beitreten', zählen übrigens noch einige bekannte Kandidaten, die� früheren gewerblichen Berufszweigen zuge ählt habe�.und die„Tremr j tzt aber lediglich mit der Schriftstcllerei befassen. E-�ie großen vorb sich ferner darunter 6 Schuhmacher, 6 Kaufleute, i? üelegrrtentaaes ar heiter nebst 5 Zigarrenfabrikanten und Händlern. Darüber, daß vl der, 3 Gaftwrrthe, zu denen außerdem gleichfalls jvegung es veriä Anzahl in ihren früheren BerukSzweigen aufgefübn� u besorgen, �on baten zählen, ferner 3 Former, 3 Maurer, 2 VcrgoltsU'.tuabhanqrgen 5 theker, 2 Drechsler, je 1 Rechtsanwalt, Sattler, LebsÄ �ud. Sie ver a. D., Bürstenmacher, Hulfabrikant, Zmimerer,>nd schiut sich i graph, Gutsbesitzer, Handschuhmacher, Tapezirer, �»uenuz in aufdr Doktor, Mühlendesitzer, Glasmacher. Buchhändler, a uunziren. Wie Musikdirektor, Gärtner, Weber. Die unter den ��ber vre„Rh.-� sich befindenden 6 Redakteure sind unter ihren fiüher�Aber Die Beweg aufgeführt. Tie Berufsangehörigkeit von ca. 10 der»™ etbrQrf,t h erzeichnen. Nu ichen Eindruck egen tbeil. Fr eist der dun Enqueten" uns überhaupt nu keine amtlichi talismuS gar n Die ultrm ist uns unbekannt. Da» KLnflige Sozialistengesetz ist sitzt ein�side(die Verl Rubrik in der Kartellpresse, namenilich in dem elgien find am blchen Gängelb machen die fron liberalen Theile derse.ben, und eS ist wirkluh anzusehen, wie die nationalliberalrn Liliputaner diesem Wechselbalg abplagen. Jeder Tag bring!'.£■?>?' Lesart; die neueste lautet, daß— woian wir eig» � ejnen „Niemals! Du weißt recht gut, ich will nicht O�tcr vom Nac Ich lebe friedlich und ohne Sorgen, ich müßte � juhalten; es> Narr sein, wenn ich mir den Kopf mit Geschä"'/*■ Ingenieure machen wollte! Was Montsou betrifft, mögen liiert ehr standen weiter fallen; genug zum Leben bleibt uns irMjf j Deneulin s muß auch verstehen, bescheiden zu sein!"h�ommt c nur, mein Lieber, das Ende vom Liede wird sein,' eines Tages ernstlich in die Klemme kommst-.???!, Montsou noch Cäcilien's Kinder und Kindes �»m rmq nähren wird!" jjcbäuaeseftn � Demeulin lächelte verlegen..nmJmrnn«„„d' „Also," sagte er halblaut, wenn ich Dir v R hunderttausend Franks in mein Geschäft zustecken,!,..., Du es nicht thun?","J Aber Gregoire machte ein so betroffenes un.T 9-. � Uchcs Gesicht, daß er einsah, zu weit gegangen � �'? L werde im äußersten Notbsall sväter aus die||Xhensilei den Minen werde im äußersten Nothsall später auf die kommen, dachte er und setzte rasch hinzu: den r�ick. „Ich scherze selbstredend nur, denn ich rriAft™ Z licherweise nichts. Mein Gott, Du hast vielleich! 3 � Geld, das Andere für uns verdienen, ist wohl da- uns am sichersten fett macht!". � leit gingen' Man sprach von etwas anderem. Cäcilie Melanie i von Deneulin's Töchtern, deren künstlerische./L&eucm die Hu, richtung sie verdroß. Frau Gregoire versprach st?[, ifo, alz Cäcil daß sie die liebln Kousin en am ersten warmen Tag dem ersticke solle. Gregoire nahm nicht an der Unterhaltung�� � war mit seinen Gedanken beschäftigt; plötzlich ststj j Deneulin „Ich, wenn ich an Deiner Stelle wäre, ,nge Mädchen Kampf auf und verhandelte mit Montsou;®£0„Run'unj haben ein großes Verlangen nach Deiner Mine:> � gg jÄ � Du am sichersten wieder zu Deinem Gelde koniw jjdee � �..c v i �. x i. jt.. i r.. jr. i.„ ♦ T fil C ,' Er spielte auf die alte Schelsucht«tmf&i�gen werden und Vendame an. Trotz der sehr mäßigen Bc»'■**--- dem sie vergeblich versucht hatte/Vendame u»!«* � isi kurrenz zu ersticken, wartete sie auf den' f selbe, in den letzten Zügen liegend, hereit sein rditfS fl' stelluiche« rcr Ku°l liefern den inen 3� otz deS a! zahlreichl cinlnol M'court. oeranlnsl- a?egeng? sehen w' , Euren nan>üb>. üe Prool so werde aten C«' it biäftti mq der !nst« als der lidhe »ent derv laiS J« hau« bed ktcristifch das>-»>. ft, daß m edigl'ch )e unter«» wenigkten in fei»�. -beutung tclS ütcr »eist sich�j rd als elben di idigen> eifelten— Alles hübsch beim Alten bleiben soll! Es soll iter belagert, weiter ausgewiesen, weiter verboten und weiter fgetöft werden, und die ganzen pomphaft angekündigten 'echtigarantien� sollen darin bestehen, daß statt der Polizei mftig das Gericht die Ausweisungen besorgt(was für den won Betroffenen gewih einen sehr beruhigenden Unterschied acht), und dah dem Verbote einer Zeitung eine„Verwar- mg" vorausgehen soll. Sind das nicht prachtvolle„Rechts- . rantien"? Unseren Lesern wird wohl dos Wasser im Munde .«sammenlaufen ob dieser schönen Bescheerung. Von den Molzen Rossen ihrer Erklärung" bei der letzten Berathung des Sozialistengesetzes, es sei das letzte Mal, daß fie dafür zu ben seien, find sie schnell heruntergekommen und haben nach >d nach alle Stadien durchgemacht, die ganze hohe Schule der npassungspolitik geritten; Ihr Gesang wird bang und bänger Und ihr Hals wird lang und länger, nd schließlich sitzen sie wieder auf dem alten Klepper, da sie ben zu allem zu haben sind. Nun, wohl bekomm'S.! Wir sollen sehen, wer'S länger aushält. auch Da« Zentrum hat dem Reichstaae einen Antrag auf liche MlMAiaführung eines elfstündigen RormalarbeitS- a g e S unterbreitet. Derselbe soll indessen an den Vortagen Sonn- und Festtage nicht mehr als zehn Stunden Arbeits- t haben dürfen. Es sollen serner regelmäßige Pausen an dem Arbeitstage zwischen den Arbeitestunden eingeführt wer- v, die Hauptpause soll Mittags sein und mindestens eine betragen. Auch sollen angemessene außerhalb der rbeitssale belegene Eßräume den Arbeitern unentgeltlich zur «fugung gestellt werden. Im Uebrrgen soll der BundcSrath mächtigt sein, zweckentsprechende Abänderungen dieser gesctz- ich festzustellenden Höchstarbeitszeit eintreten zu lassen.(Es soll lso eine Erweiterung deS 8 134 der Gewerbeordnung ausge- prochen werden.) Außerdem hat das Zentrum auch seinen erkömmlichen BefähiaungS- Nachweisantrag(Abänderung der ig 14 und 15 der Gewerbeordnung) wieder dem Reichstage mterbreitet, und drittens hat sich auch der Antrag auf Besei- rrung der Sonn- und Festtagsarbeit wieder eingefunden. benso ist von derselben Serie ein Antrag auf Abschaffung der Kinderarbeit(Alter unter 12 Jahren) in Fabriken, wie auf eschränkung der Frauenarbeit eingebracht worden. Dem Ver- angen des Zentrums nach Einführung eines gesetzlichen Be- fahigmigsnachweises für die Betreibung fast aller Gewerbsarten schließen sich die Deutschkonservativcn an. Und schließlich hat das Zentrum seinen Antrag auf Aufhebung des Gesetzes über ,>ie Verhinderung der unbefugten Ausübung von Kirchenämtern tfirdlGisktz vom 4. Mai 1874) wieder erneuert. f b" Statistik des Trucksystems. Die osfiziöse Presse ärgert �«ewalng über die wirklich dem Arbeiterstande nützende � �.M�'gkert der Sozialdemokraten. So halber neueste, vom nn J! tieiiv 9*„ l>el versandte Fragebogen dieser Presse und ihren trau- IcUe,i wK*1}©'"»«mannetn arge Kopfschmerzen bereitet. Ein Wasch- • nicht«Zettel erbost sich darüber gewaltig in folgenden Worten: „Es kehlt nur noch d,e Strafandrohung, um den amtlichen mdruck des schriftstuckZ vollständig zu machen. Wir können nS kernes Beispiels erinnern, wo„im Namen" irgend einer ndern Partei des Reichstages oder Landtages ähnliche Er- ättelungen veranlaßt worden wären." Der Waschzettel hat Recht, keine andere Partei hat das ohl der Arbeiter so in den Vordergrund gestellt, keine hat r lo viel Mühe daran gewandt, die Lage der Arberter an die Öffentlichkeit zu bringen, um dadurch zu helfen und zu bessern, ine Partei hat auch je solche Erfolge in dieser Beziehung zu «zeichnen. Nur in einem irrt sich der Waschzettel, einen amt- ichen Eindruck macht der Fragebogen nicht, weit eher das egenthcil. Fragen mit Nummern IhunS nicht, sondern der seist der durch die Fragen weht; und so viele amtliche Enqueten" uns bekannt sind, so tiefgehend, so scharf eingreifend, überhaupt nur diese oder ähnliche Materie berührend, giebt keine amtliche Statistik, kann es bei dem heutigen Bureau- catismus gar nicht geben. Die«ttramontnne presse, voran die„Wests. VolkSztg." md die„Tremonia"(die kleinen Kläffer bellen nur nach, was ie großen vorbcllen), ist über den Verlauf des Bergarbeiter- deleairtentaaes in Bochum vom letzten Sonntag oder vielmehr «rübcr, daß olle �einsichtsvollen Führer der Bergarbeiter-Be- jegung es verichmähen, die Geschäfte der ultramontanen Partei ufgefüb" j-u besorgen, sondern im Inten sse der Bewegung ihren eigenen Vergolt�'»abhängigen Weg fortsetzen wollen, ganz aus Rand und er, Leb�Pand. Sie vergißt dabei die einfachsten Gebote des Anstandes crer, M"�5nd scheut sich nicht, dieselben Leute, um deren Gunst sie oft iezirer, � enu8 in aufdringlicher Weise gebuhlt hat, schmutzig zu de- tmtiKIcr,* unzrren. Wie trieften diese Blätter von sittlicher Entrüstung ?. den selber bie.Rh.- Wests. Ztg.", weil diese es in ihren Berichten c.gderc» ber die Bewegung an Unparteilichkeit fehlen ließ. Nun aber, w per ss�oeil die Bergleute den Beweis ihrer Selbstständigkeit und ®eife erbracht haben und von einem ultramontanen Gänge!- nde(die Verhältnisse der Bergarbeiter in dem katholischen Dlgien sind auch wirklich nicht darnach angethan, sich nach einem lchen Gängelbande zu sehnen), nichts wissen wollen, nun achm die frommen Herren es noch weit ärger, als wie es das er ssie maij iatwurf r ommissio� inmisfio»~ tritt»tfj rn zulaff" r bisher j mg ge« mg. ln°e. theilweiss 1 eure» C?] en die 1 n�'.i nige nob haben. v't Iv,.� tern. y aten, die hlt habe� assen. tleute, ndlern, leich falls j.tzt c>l>t. in dem wirklich iputaner bringt wir eige> ill nicht müßte r einen mäßigen Preis zu ergeben. Der Kampf zwischen -den Minen währte ohne Unterlaß; jede mußte hundert eter vom Nachbar entfernt mit dem Vorrücken ihrer Stollen .nhalten; eS war ein Duell auf Tod und Leben, trohdem Gefchäst�e Ingenieure und Direktoren untereinander in höflichen mögen"lerkehr standen uns imn�fs Deneulin's Augen flammten auf. in! 3�"Jl'6 unb nimmermehr!" rief er lebhaft. So lange ich >ird sein, �"e. oekommt Rtontsou Vendame nicht! Am letzten Donners- kommst- �.S d'mrte ich bei Hennebeau; o, ich habe wohl gemerkt, Kindcsst�?� � um mich herumgegangen ist! Schon im Herbste, als ie Hauptaktionare hier waren, haben sie mir allerhand licbäugelelen gemacht. Aber ich kenne sie die sauberen , gw voAarqutS und Herzoge und Generale und Minister: sie 7-, ft'iürden Einen bis aufs Hemd ausziehen, wenn sie könnten." >'■ Und er fand kein Ende, auf Montsou zu schelten. ,„qb �regoire vertheidigte übrigens die Regie nicht. Nach den •u fv60 geschaffenen Statuten setzte sich dieselbe aus sechs inyf Aache Regisseuren zusammen, welche die ganze Kompagnie deSpo- �" jsch beherrschten, und die, sobald einer von ihnen starb, ., bravster den reichen und mächtigen Aktionären den mächtigsten deicht reichsten in ihre Mitte wählten. Die Meinung des ' nfil W' n�herrn der Piolaine war, daß diese Herren zuweilen das 'ru) naß überschritten und in ihrer unersättlichen Geldgier zu redrfl eit gingen. Kes�, Melanie deckte den Tisch ab. Draußen heulten von cilie rische. ................ mn~ Mls dem erstickend heißen Zimmer begeben zu können, rief ..Lall' cä v,.„ o„r.v»v;,. r„!» i" "IT ihre' ruem die Hunde und Honorine wollte nachsehen, was eS a![* Gäcilie, froh, sich nach dem überreichen Frühstück -Haltung� )lich s-S� "'T'1®6 Mädchen das Zimmer verlassen, fragte er: �' 1�0 IfnS Sti> 9" "Lasi', es wird die Lehrerin sein! Deneulin hatte sich ebenfalls erhoben und nachdem daS ,<•.»Nun, und die Heirath mit Negrel? ?»Es ist noch nichts entschieden," antwortete die Hausfrau. e•trficn �Eine Idee, die in der Lust liegt und die sehr reiflich er- Ikdesss �gen werden will." � r-»Zweifelsohne!" antwortete Deneulin, zweideutig lachend. glaube, der Herr Neffe und die Frau Tante... WaS 'ch paff macht, ist, daß sich Frau Hennebeau Euch so an wissen, Kopf wirft." � �' : unter Moment sein«0� genannte Blatt gemacht hat. Die Angriffe der Kaplanspresse richten sich namentlich gegen die Herren Schröder, Bunte und Siegel und die Angegriffenen sehen sich deshalb gezwungen, in der.Rh.-Westf. Ztg." folgende Nothwehr-Eiklärung zu ver- öffentlichen: „Dortmund, 22. Oktober. Ueber die Generalversammlung des Verbandes zur Wah- rung und Förderung bergmännischer Interessen in Rheinland und Westfalen vom Sonntag, 20. d. M., bringt die„Tremonia" in Nr. 242 zum Scbluß ihres Berichts über genannte Ver« fammlung die Bemerkung, daß man denjenigen Zeitungen scharf zu Leibe gegangen sei, welche den Bergleuten Rath- schlüge erlheilt haben. Unter denselben werden wohl die West- sälische„VolkSztg.", die„Tremonia", die„Essener VolkSztg."-c. zu verstehen sein. Wir haben nun durchaus gegen gute Rathschläge nichts einzuwenden, aber dieselben müßten auch danach sein. Sobald man indessen aufdringlich damit wird, wer will es uns alsdann verdenken, wenn wir mißtrauisch werden. Werden uns aber gar von diesen aufdringlichen Rathgebern Personen empfohlen, die schon öfter mit dem sechsten Gebot in einen sehr bedenklichen Konflikt gekommen find, ja werden uns dieselben gar als charakterfeste Männer angepriesen, dann verdenke man uns nicht, daß wir uns unserer Haut wehren. Trotzdem wer- den wir nicht unsere Ruhe in der Weise verlieren, wie es der „Tremonia" in ihrer heutigen Nummer 243 passirt, und an- fangen, unter die Denunzianten zu gehen und Leute wegen ihrer früheren politischen Laufbahn zu verunglimpfen. Bunte. Schräder. Siegel." Gleichzeitig erlassen die Herren Bunte, Schröder, Siegel folgende Bekanntmachung:„Infolge der aufgelösten I.General- Versammlung der Verbands- Delegirten findet nunmehr am 27. Oktober, Morgens 11 Uhr, in demselben Lokale, also im Schützenhose zu Bochum, die Wahl des definitiven Vorstandes statt. Der provisorische Borstand bedauert den Zwischenfall und bie erfolgte Auflösung sehr, bittet aber, der Wichtigkeit halber, baß sich sämmtliche Zahlstellen vertreten lassen. Der Wichtigkeit der Sache halber dürfen wir uns nicht beirren lassen, sondern müssen muthig und ruhig weiter arbeiten." Das oben zitirte Blatt kommt im Leitartikel seiner letzten Nummer:„Vor der Entscheidung", zu folgendem Schluß, dem wir nur beistimmen können:„Die Bochumec Versammlung am 20. Oktober würde, wenn sie nicht unbegreiflicher Weise auf- gelöst worden wäre, eine schmähliche Niederlage für die ultra- montonen Trübfischer geworden sein. Die neue auf den 27. d. anberaumte Versammlung wird das gleiche Ergebniß haben, wenn die Delegirten nur daran festhalten, daß sie nicht dafür da sind, für andere Leute die Kastanien aus dem Feuer zu holen, daß es ihrer unwürdig ist, die Schleppträger des Ultra- mvntanismus zu werden, daß es ihr einziger Zweck und Beruf ist, tüchtige und bewährte Vertreter ihres Standes zu wählen, die ohne Ansehen der Person und der Partei nur die Interessen der Arbeit und der Arbeiter zu fördern und zu schützen ge- sonnen sind. An» Livingstonia am Nyassa-See werden neue Aus- schreimngen der arabischen Sklavenhändler gemeldet. Am 12. Jrni griff ein großer Haufen Araber das 22 Meilen von Livingftonia gelegene Dorf Mandromo an, erschoß viele Männer und schleppte fünf Weiber weg. Dann marschirten die Araber mehrere Meilen südlich und griffen das Dorf FulirweS mit gleichem Erfolge an. Am 14. Juni halte das Dorf Kopirere das gleiche Schicksal. Die Männer wurden niedergeschossen und oie Frauen und Kinder weggeführt. Die Mannschaften der Missionäre verfolgten die Araber und eS gelanaihnen in einigen Fällen, die Gefangenen zu befreien. Die Missionäre klagen bitter darüber, daß die Gewehre, welcher sich die Araber bedienen, englischen Fabrikats sind; sie haben die Einmischung der britischen Regierung nachgesucht.— Die britische Regierung wird sich kaum um die Geschäfte der Bourgeoisie kümmern. Frankreich. Man hat schon angefangen, mit Empfindsamkeit an Boulanger zu denken, ihn wegen des Abfalls seiner Freunde, wegen seiner Vereinsamung, seiner Armuth zu bemitleiden. Es stellt sich heraus, daß diese Gefühle nicht angebracht sind. Das Leben, welches Boulanger auf Jersni führt, ist noch immer ein solches, daß man allen Freunden für den Rest ihres Daseins wünschen kann. Er bewohnt im„Goldenen Apfel", dem ersten französischen Gasthofe in St. Helier, dem Hauptorte von Jersey, vier bequem eingerichtete Zimmer. Er hat eire„Freundin" um sich, dieselbe Dame, die ihn auf seiner Flucht aus Paris be- gleitet hat und die daran Schuld sein soll, daß Boulanger nicht nach Frankreich zurückgekehrt ist, um sich dem Senatsgericht zu stellen. Er ist von einem Sekretär begleitet und hat eine Zofe für die„Freundin" und vier Diener in seinem Lohne. In seinem Stalle stehen zwei prächtige Wagen- und zwei Reitpferde, darunter der berühmte Rapphengst„Tunis", dem Boulanger feine ersten Erfolge verdankte. Er bezahlt für seinen ganzen Haushalt 100 Franks täglich, was wirklich felbst für Jersey sehr billig ist. Einige seiner Freunde stehen noch immer treu zu ihm und lösen sich bei ihm ab. So haben schon Naquet, Laguerre, Deroulöde, Bordeau zc. die Reise nach Jersey unter- Aber Greaoire war entrüstet: Eine so distinguirte Dame und vierzehn Jahre älter als der junge Mann! Unerhört, so etwas nur auszudenken! Wie war es möglich, über solche Dinge so leichtfertig zu reden. Deneulin lachte, schüttelte ihm die Hand und empfahl sich. „Die Frau, der wir neulich begegnet, ist mit ihren zwei Kindern da," sagte Cäcilie, zurückkommend.„Soll ich sie hereinlassen?" „Sind sie sehr schmutzig?" „Nein, nicht allzu schmutzig, und dann können sie ja ihre Holzschuhe im Vorhause lassen." Vater und Mutter ruhten schon behaglich in ihren FauteuilS; die Furcht, aufstehen zu müssen, entschied. „Führe sie herem, Honorine!" Die Maheude und ihre beiden Kleinen traten ein, hungrig, vor Kälte klappernd, und furchtsam um sich blickend in diesem schönen Speifezimmer, wo eS so warm war und so gut nach dem Kuchen roch.(Fortsetzung folgt.) Aus Nuust und Leben. Sibtrlfche Kalt«. Welche Wirkungen die grausenvoll niederen Temperataren in Sibirien hervorbringen, zeigen folgende Thatsachen. Ein dreifacher Rennthierpelz ist kaum im Stande, das Blut vor dem Erstarren zu schützen. Der ausgehauchte Wasserdampf gefriert augenblicklich und verwandelt sich in feine Eiskrystalle, welche durch Aneinander- reibung ein beständiges Knistern in der Luft erzeugen, daß der Lärm ähnlich ist, welcher bei Umwenden von trockenem Heu oder beim Zerreißen von Sammt oder dickem Seiden- stvff entsteht. Die ganze Karawane der Reifenden ist immer in eine dicke, blaue Wolke gehüllt, die durch den Athmungs- prozeß von Menschen und Thieren hervorgebracht wird. Durchfliegt ein Rabe langsam die eisige Luft, so bleibt gleichfalls hinter ihm ein dünner, fadengleicher Dainvf- streifen zurück. Die Hufe der Pferde platzen vor Kalte, das Alhmen wird den Thieren durch �as sich in den Nasenlöchern ansetzende Eis erschwert. Selbst die Renn- thiere suchen in den Wäldern Schutz und drängen sich dicht aneinander, um sich zu erwärmen. Die Baumstamme bersten infolge des Frostes, mächtige FelSblöcke werden abgesprengt und rollen donnernd in die Tiefen. nommen. Blas die Monarchisten, die sich feiner zu bedicnen gedachten, sind nach der Wahlnieberlage endgiltig von ihm cd- gefallm. Dies vergleichsweise ruhige Leben, das Beulanger auf Jersey führt, thut ihm sehr gut. Er soll vortrefflich aus- sehen und sich von der früheren Erschöpfung vollkommen erholt haben. Er verbringt seine Zeit mit Spazierfahrten, Reiten, Lesen und Briefschreiben. Er glaubt, sein« Rolle ser noch nicht ausgespielt. Das ist vielleicht Selbsttäuschung, aber einstweilen genießt er inmitten einer prächtigen Natur ange- nehme Ferren, um die ihn mancher bessere Mann beneiden mag. A«stralien. Sydney, 2 v Oktober. Nachrichten aus Apia zufolge hat bei Savaii ein Kampf zwischen den Anhängern Malietoa's und Tamasese'S stattgefunden. Jede Partei zählte ungefähr 300 Mann und sollen auf beiden Seiten mehrere Tobte und Verwundete sein. Ueber den Ausgang des Kampfes ist bis jetzt noch nichts bekannt. Ssztole Meberfithk. Achtung. Da Herr Bildhauer Kreßler, Stallschreiber- straße 58, sich verpflichtet hat, für Müller u. Co., Louisen- Ufer 11, und für keine vom Verein oder Kommission gesperite Werkstatt Arbeiten zu fertigen, außerdem Lohn und LUtündige Arbeit bewilligt hat, so wird die vom Verein über diese Werk» statt verhängte Sperre hierdurch aufgehoben. -Oevscrrnrnlrtngon. 4. Punkt Kollegen giviviw j ÄÄ. 1 Kassirer, Der Derein gewerblicher Hilfsarbeiter Kertinv und Umgegend hielt am Dienstag, den 22. Okwber, im Lokale des Herrn Uebel(Renz Salon), Naunynstr. 27, eine ordentlich« Generalversammlung ab mit der Tagesordnung: 1. Rechen- fchaftsbericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Abrechnung vom Vergnügen. 4. Wahl des gesammten Vorstandes. 5. V:r- fchiedene«. Der Vorsitzende, Kollege W. Schmidt, warf einen kurzen Rückblick auf die Entstehung und das Wachsthum drs Vereins, der in einer öffentlichen Versammlung gewerblicker Hilfsarbeiter am 15. April d. I. im Vereinshause„Süd. Ost" gegründet wurde. Der Kollege Lierse verla» hierauf den Kossen- bericht. Derselbe wurde von den Revisoren als richtig anerkannt und ertheilte der Vorsitzende dem Kassirer Decka-g-. Nachdem Namens des Vergnügungskomitecs Kollege H. Krüg.r die Abrechnung vom Vergnügen verlesen hatte und demtelb a Decharge erlheilt war, ging die Versammlung zum der Tagesordnung über. Es wurden folgende gewählt: W. Schmidt, erster> m..»«..«»... A. Mayer, zweiter] Vorsitzender, Fr. Krüger, erster H. Borchert, zweiter Ä. Rosenow, erster R. Menke, zweiter Pusch,) P. Weese, j Revisoren. R. Mehlberg, j Bei„Verschiedenes" theilt Kollege Bollmann mit, daß in der Firma„Berliner Messingwerke" der Kollege Gehrmann vom Herrn Dr. Lachmann deshalb entlassen sei, weil er für den Verein agitirt habe. Kollege Schmidt ersucht, sich dadurch nicht irre machen zu lassen, denn ein derartiges Vorgehen seitens dieser Herren beweise jedenfalls, daß dieselben den Verein fürchten. Hierauf verlas Kollege Schmidt«inen Ar- tikel aus der„Volks- Tribüne" über eine große Schuhwaaren- Fabrik, auf welche Weife die Maschinen auch in diesem Industrie- zweige dem Großkapital dienstbar und Tausende von gelernten Schuhmachern brotlos gemacht würden. Die Folge davon fei. daß diese brotlos gemachten Arbeiter in die Reihen der Hilfs- arbeiter getrieben werden. Kollege Günther spricht über Zweck und Ziel des Vereins. Derselbe verwirft namentlich die Ueber- stunden und Sonntagsarbeit. Kollege Mayer k.agt darüber, daß sich Arbeiter so weit wegwerfen und Bettelbriefe um A-bcit an Arbeitgeber richten, aus deren Werkstatt fie vorher auSgc- treten sind. Kollege Schmidt erwidert daraus, daß man derartige Sachen dem Betreffenden doch lieber privatim vorhalren möge, vielleicht sei ihm noch zu helfen. Es wurde noch folarnde Resolution einstimmig angenommen: Die heute in Renz' Salon tagende Mitgliederversammlung des Vereins gewerblicher Hilf?- arbeiter verpflichtet sich, die Produkte des Herrn Bolle nicht zu kaufen. Ebenso verpflichten sich die Mitglieder, welche in einer Schlafstelle wohnen, wo die Wlrthin von Bolle kaust, die Schlafstelle zu kündigen. Kollege Fr. Krüger theilt verschieden« Thatsachen mit über die Behandlung der Kutscher, Arbeiter rc. in der Meierei des Herrn Bolle. Kollege Mehlberg führt ver- fchiedene Lokalinhaber aus Friedrichtberg an, die ihre Lokal« zu Versammlungen verweigern. Dieselben find: Spitzig, Müller und Paul. Hierauf schloß der Vorsitz-nde die Versammlung um 12 Uhr mit einem dreifachen Hoch auf den Verein gewerd- licher Hilfsarbeiter. Gin« gross« öffentlich« Uerfammlnng der Maler «nd Anstreicher Kerlins tagte am 21. Oktober unter dem Vorsitz des Kollegen H. Wentker im Lokale„Südost", Walde- marstraße 73. Auf der Tagesordnung stand: 1. Voitrag des Herrn Köisten über den Pariser Kongreß. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zum 1. Punkt der Tagesordnung theille der Referent die Beschlüsse de; Pariser Kongresses mit. In der Diskussion sprachen sich alle Redner im Smne des Referenten aus und sie versprachen, die Beschlüsse des Pariser Kotig-rsseS hochzuhalten. Man nahm eine Resolution an, die sich mit d-n Ausführungen des Referenten einverstanden erklärte und in dem 8stündigen Arbeitstag, welcher den Arbeitern ein aus- kömmlichcs Einkommen sichert, die einzige Lösung der sozialen "rage anerkennt. Es wurden 20 M. dem Exekutiv-Komit« in iisv Q V/*v». Ortlt �iinch zur Agitation für die„8 Stunden-Zeitrng" überwiesen. Gin« g«t drsucht« N«rsa»»mlung d«« Fach»««»»»» fit« Schloff«« und Kerufsgenosse» fand am Montag, den 21. d. M., in Feuerstein'S Salon mit folgender Tagesordaunq statt: 1. Vortrag des Malers Wilhem Schweitzer über in« Zxle unserer politischen und gewerkschaftlichen Bewegung. 2. Aus- nähme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Der Referent konnte leider nicht erscheinen, hatte aber einen Vertreter geschickt, der an seiner Stell« reseriren sollte. Der überwachende Beamte gab die« icdoch nicht zu. Nunmehr wurde zunächst der Punkt„Versch,edeneS" verhandelt. Eire längere Debatte entspann sich über mnere VereinSanaelegen- heilen, die mit der Wahl des Kollegen Krahan zum Revisor endete. Sodann wurden von verschiedenen Rednern verschiedene f andlungen der verschiedenartigen Kapitalisten in das richtige icht gestellt. Das Vergnügungskomitee machte bekannt, daß das Weihnachtivergnügen am 3. Weihnachtsfeierlag in der Bockbrauerei stattfindet. Es wurde dazu beschlossen, den Preis der Blllet« auf 30 Pf. pro Stück zu stellen; dieselben find in kurzer Zeit von sämmtlichen Komiteemitgliedern zu beziehe». tum 2. Punkt meldeten sich 23 Kollegen zur Aufnahme. Im ragekasten fanden sich eine ganze Anzahl Fragen vor, unter anderem auch die:„Welchen Nutzen hat der Arbeiter vom Alters- und JnvalidenversorgungSgefetz." Die von verfchir- denen Kollegen dahin beantwortet wurde, daß es für den Ar- beiter keinen Nutzen hat. Nachdem sämmtliche Fragen beant- wortet, ermahnte der Vorsitzende die Kollegen fest zusammenzu- halten und treu zur Fahne zu stehen. Theater. Sonnabend, den 26. Oktober. Gpernhans. Gioconda. Hchautpielha««. Prinz Friedrich von Horn- bürg. Deutsche« Theater. Faub'ü Tod. :&esflag- Theater. Das letzte Wort. Friedrich- MUHelmstSdtisthe» Theater. Der Polengraf. Pestdeaz-Theater. Schwiegermama. Havaer-Theater. Der Dompfaff. tKtarla-Theater. Stanley in Afrika. ßeud-Theater. Ein Verurtheilter. Ketteallianre- Theater. Der Zauberlehr- Kxmiystiidtisches Theater. Unser lachendes Berlin. Aeatral-Theater. Das lachende Berlin. Adolph Grnst-Theater. Flotte Weiber. Oed». Nichter'« Naritt«. Spezialitäten- Vorstellung. Keichshallen- Theater. Gr. Spezialitäten� Vorstellung. Den Mitgliedern des 447 Fachvereins der Untzer. sowie dem Gesangverein„Gemüthlichkeit" zur Nachricht, daß einer unserer ältesten Freunde und Kolleaen, unser Ehrenmitglied Wilkehn Stahl gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, Nachmittags 2\ Uhr, von der Leichenhalle in Steglitz aus statt. Um zahlreiche Be- theiligung bittet Der Vorstand. Der Gesangverein wird auf be- sonderen Wunsch der Wittwe ersucht, voll- zählig zu erscheinen. AerUner Theater. n abend, den 26. Oktober: Demetrws. Sonno Sonntag, den 27. Oktober: «an« von Eisen. Montag, den 28. Oktober: Mann von Eisen. Mvntjoye, der «ontjoye. der Thalia-Theater» IS Wallverthrater-Straße IS. Große Concert-, Theater- und Spezialitate« Norstellong. r�Erfolg des Jllufionisten S ch e l l i n i, i der Zkautschukdame Marin ella, des beliebten Berliner Volkshumoristen W i l h. F r ö b e l rc. «otrSs 80 lÄÄ. American-Theater* 1885 Dresden erste. 55. Täglich Vorstellung. Circus Renz. Karlstraße. Heute, Sonnabend, den 26 Oktober 1889, Abends 7 Uhr Parade- Gala-Rorstell«tts unter persönlicher Mitwirkung d. Dir. E. Renz. Zum 1. Mal: Fsparr oder: Die scSisllitk zme« des Mgho. Gesetzlich geschützt! Großes equeftrüches ÄuSstatlunas-Dlvcrtlffement. ganz neu arrangirt und in Szene gesetzt vom Direktor E. Renz. Vorführen der beiien arabischen Schimmel- beugst« Zyska und Zante, dresstrt und vorge- führt vom Direktor E. Renz. Grobartige Be dmnenfpringe. Auftreten des Sergeant simmS mit feiner jugendlichen Zuaven- Truppe. 4facht Fahrschule. Austreten der Schul, eiterin Frl. Clotilde Hager. Auftreten der vorzügl. Reit- künstlerinnen und Reitkünstler. Morgen. 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Armes davon Moritzplotz vo aus und ub« des Wagens wurzel ab. i »arten d« Pfi gebracht. Ein(l«i in d« vierten Gipsstraße 3 kleidet«, etwa rm BillardUm ~ f-NflS sah i mienaW �gSquelle., 251. Bei»««- mm Berliner VolWalt. 25 20 K»«nabe«d»«» 26. Gktolirr 18�S. 6. Jahrg. rokrrle... p'> M. »x. i» Al� h v Kr« »Hö »e. »b mer» rei so-Zl 10 W U««ba«»er alte« Post in der Königstrabe H' jft anch ein kleines Haus ohne Hof gefallen, welches zwischen 3,50» �ie flTo6«n Eckhäuser eingeklemmt war. Vor Jahren wurde dasselbe für 4000 Thaler vergeblich ausgeboten. Jetzt bei der ftanIts�Regulüung dieser Ecke hat e» dem Besitzer— 135 MO Mark .ebracht. Der Kahnhof Friodrlchstraße erhält jetzt auch in seinen iunllen Fluren elektrische Beleuchtung. Alle Probeu mit GaS» «leuedtungi-Apparaten haben sich als ungenügend erwiesen. — Im letzten Halbjahr bestand in der Karlstraße eine Lesehalle, welche von einer Anzahl junger Rasten, die auf den SllSiTM v I schieden en Hochschulen Berlin« ihren Studien nachgingen, grgiündet worden war und für diesen Theil der hier Studi- renden den Mittelpunkt des geselligen Verkehrs bildete. Die 1 Wiedereröffnung der Lesehalle in dem laufenden Halbjahr ist nniciblicben, nrcht weil die Zahl der hier studirenden Russen sich erheblich vermindert hätte, wie es in der ersten Meldung Z* hieb, sondern weil die Leiter der Lesehalle, soweit sie noch in Berlin find, nach den Vorfällen im verflossenen Frühsommer, tIl jvc'che zu der Auslieferung eines russischen Studenten der tech- mischen Hochschule an die russischen Behörden und zur Aus- Zuweisung mehrerer seiner Kameraden führten, es nicht für rath- isam erachteten, durch die Lesehalle die öffentliche Aufmerksam- keit auf sich zu lenken. Die durch den Besuch des Zaren ver- onlnfeie Anwesenheit einer groben Anzahl russischer Geheim- Polizisten dürste nicht ohne Einflub auf das Schicksal der ru si- schen Lesehalle geblieben sein. «in interessante» Scha,»spiel bot sich aufmerksamen Beobachtern am Donnerstag Vormittag am Heinrichsplatz. E nige Krähen, die dort auf den Höfen und im Mariannen- und B.thanienpark sich aufzuhalten pflegen, hatten auf einem der Dächer Platz genommen, als von drm Hausboden aus eine rtma 30 Stück zählende Taubenschaar ausgelassen wurde, die denn auch bald in schönen regelrechten Schwingungen durch die Luft zogen. Plötzlich schienen sie der Krähen ansichtig zu werden und nun begannen die Tauben ihre Fiugkreise so ein- zurichten, daß si- I-drs Mal mit Heftigkeit auf die Krähen rrederftleben, um sich sofort wieder langsam zu erheben. Die Krähen versuchten, sich»nrt ihren Schnäbeln zu wehren; gaben »KS ober bald auf und suchten das Weite M««fstnirte« Gaunerstück hat, der„Poll" zufolge, gestern ein lunger HandlungSbrfl.stener ausgeführt. Der Hand- luag-gehilfe Ludwig Straub war erst vor wenigen Tagen bei ernrr gröberen hiesigen Firma in Stellung getreten, halte sich aber durch sein gefällige«, freundliches Wesen das Vertrauen seiner Chefs so schnell erworben, daß ihm vorgestern Abend der Proknnst der Fuma einen nach Holstein bestimmten Geldbrief mit einem Inhalt von 2496 M. zur Ablieferung auf dem Hauptpostamt übergab. Straub führte den Auftrag auch aus, kehrte bald zurück und übergab den Einlieferungsschein dem Prokuristen; dann arbeitete er ruhig weiter bis zum Schlub des Geschäfte«. Gestern Morgen kehrte Straub in das Ge- fchäll nicht zurück, ein« von dem holsteiner Adressaten ein- effende Depesche gab aber bal» Aus schlub über das Aus- loben de« jungen Manne«. Der Adressat telegraphirte näm- »ich, dab der Geldbrief»war unverletzt und mit dem angegebenen Gewicht richtig angekommen sei; in dem Brief habe sich aber ftalt des Geldes nur unbeschriebenes Papier befunden. Die fcssmi angestellte Rachforschung nach Straub in dessen W- Hnung blieb erfolglos; denn der Betrüger war nach der- f. ßelb n überhaupt nicht zurückgekehrt. Straub ist in Fürth in iiIDIMk. Bayern gebürtig. LKtW* El«-« große« Dertranensbruch. infolge dessen fast der geschäftliche Rum emeS hiesigen achtbaren Kausinanns her- de, geführt worden»st, hat sich der 28 Jahre alte Anton Ewald P. zu Schulden kommen lassen. Nachdem derselbe in der Handlung eines Anverwandten, des Fabrikanten L. in der Prinzenstrab-,-me mehrjährige Thäligkot als Geschäftsführer vdsolmrt und sich in dieser Stellung gut geführt hatte, wurde »hm»m Herbst vorigen Jahres Piokura für die Firma ertheilt, rormit eine ansehnliche Gehaltszulage verknüpft war. P., welcher drs dahin einen äuberst soliden Lebenswandel geführt, muß nun ,n schlechte Gesellschaft gerathen und zu Ausgaben verleitet morden fein, die mit seinen Einkünften nicht im Einklang ,«.„,1 standen. Am letzten Montag kam P. nicht wie sonst ins Komploir, doch traf statt selner am Nachmittag ein aus Hamburg dalirtcr Brief ein. Nichts Gute« beim Anblick der dekannten Hand» fctrift ahnend, erbrach Herr L. das Schreiben, welches ihm die Kunde brachte, dab der unwürdige Verwandte das ihm ge- febenkte Vertrauen, in der schändlichsten Weise m ßbraucht hatte. �Du»ch Umstände, so heißt e« in dem Schriftstück, war ich ge- zwungen, die Geschästskasse zu bestehlen. D'e Mankos habe»ch durch geschickte Buchführung und fingirte Wechsel gedeckt, die Akzepte find in Kurzem fällig, die einzelnen Posten betragen summirt ca. SO MO SW.*. Am Schluß der Hiobspost bittet Schreiber, keine Anzeige bei der Behörde zumachen, sonst würde der Grschädigte nicht einen Pfennig zurückerhalten, was andern- falls„ja noch immer einmal pafsiren(wörtlich) dürfte". Herr L. hat drefer B,tle n, cht Folg« geleistet, und so ist denn die Ding- fcstmachung de«„theuren" Verwandten, der sich in Gesellschaft -n-rt Berliner Frauenzimmer» befand, in einer Gastwirthschaft zu Altona am Mittwoch Mittag erfolat. Der Kcharqrlutz zw»!� Unglücksfälle ist im Laufe che- vorgestrigen Adenv« die Ringbahn- Haltestelle am Mocitz- p'.atz gewesen. In der achten Stunde wollte an der genannten Stelle eine allliche Da»ne d»e Pferdebahn besteigen. Der Schaffner erklärte ihr, daß kein Platz mehr vorhanden sei und gab da« Zeichen»um Weiterfahrm. Die Frau aber, von melcher e« sich nachher herausstellte, daß sie taub fei, und mit- " n den Kondukteur gar nicht verstanden, hatte trotzdem den ch auf das Tritibreit gesetzt, um aufzusteigen und durch die viötzsiche Bewegung des Wagen» überrascht, fiel sie vom Tritt bounter und blieb bewubtlo«'auf dem Strabenpflaster liegen. Km Konlroleur der Bahn und«in Schutzmann hoben die Bc- k'cuernswertke auf und nachdem man sie in einem nahen Leben in's Leben zurückgerufen, überführten sie die beiden Beamtcn nach der in der Adalbertstrabe belegenen Sanitats- wache, woselbst e» sich herausstellte, daß die Dame, eine in der Blumenftraße wohnende Fran B., einen Bruch de« rechten Arme« davongetragen hatte. Eine Stunde später sprang am Moritzplotz vom Vorderperron ein Herr H. herunter. Er glitt »us und über die ausgestreckte Hand des H. gingen die Räder de« Wagens und trennten ihm zwei Finger von der Hand- wurzel ab. Auch dieser Verunglückte ward von einem Be- amten der Pferdeeisenbahn»ach der nämlichen SanitätSwache gebracht. Ei«-lg-«ttzLmUch«r Gast. Am Mittwoch Nachmittag in der vierten Eiunde erschien m der im Pariere des HauseS Gipsstrobe 3 gelegenen Restauration von Theurich ein gut ge- klerdeter, etwa 45 Jahre alter Mann, welcher an einem Tisch m» Billardzimmer Platz nahm und ein Gla« Bier bestellte. Aas.ngi sah der fremde Gast»uhig dem B-llard'piele zu, mit 30 c! UNgSlip' h grall� »«»b»" M. L-S ir-i C./, g. Cl9 haltb� dschuhE entläg-� mich fftützeN-�M iser Ä»*, BgU** larrettE «et zu 9 Tr. •of Ugeh�t raturen« amf tel>narll> Ä! TÄ tcn». ür Arbl allen ttit* nach-� welchem vier junge Leute, Bäckergesellen, sich unterhielte»,; nach kurzer Zeit ließ er jedoch über dieses Spiel einige abfällige Be- merkungen sollen, bis er endlich zu der Aeußerung sich verstieg, dab dumme Jungen niemals richtig Billard spielen lernen. Die vier Bäckergesellen fühlten sich hiei durch sclvstverstandlrch beleidigt, schiitten aber wegen dieser b-uialcn Belästigung nicht selbst ew, sondern beschwerten sich einfach bei dem W>rlh, der dem Störenfried weitere derartige Kundgebungen ernstlich unter- sagte. Der Fremde luhr ober trotzdem fort, die Spielenden zu be- lästigen, so daß derW rlh sich veranlabl sah. den lästigenGast kurzer Hand an die frische Lust zu beförden. Diese frische Luft schien dem Biedermann aber nicht recht zu behagen, denn kaum war er vor der Thür, so sebwang er seinen Stock, schlug mit dessen ein Jaadstück darstellenden schweren Messinggriff in ra- sender Schnelligkeit sechs große Spiegelscheiben des Lokals ein und suchte sodann da« Weite. Der Flüchtling wurde aber von dem Wirth und von zahlreichen Zeugen des Zerstörungswerkes sofort verfolgt und an der Eck- der Kleinen Hamburgerstraße auch endlich von einem Schutzmann gestellt und angehalten. Seiner Abführung nach der nächstgelegenen Polizeiwache in der Groben Hamburgerstraße widersetzte sich der rohe Patron in so harmäckiger Werse, dab einige anwesende Männer sich veran- laßt fanden, dem Polizeibeamten Hilfe zu leisten, wobei ein jüngerer Mann von dem Wideispenstigen durch einen Schlag mit dem erwähnten Stock ve> mundet wurde. Schließlich ivurde der Patron aber doch überwältigt, von dem Schutzmann ge- fesselt und sodann unter großem Ehrengeleit nach der Wache abgelührt. Dort wurde der Arretirte als der frühere Bäckermeister B. rekngnoszirt; nach Erledigung der üblichen Formalitäten wurde er in Untersuchungshaft ge- nommen. In der ArtiUeriewerkstatt s« Kpa«dan ereignete sich gestern ein BelriebS Unfall. Ein Klempner au« Berlin war im Begriff, in Gemeinschaft mit einem Kollegen einen etwa drei Zentner schweren Kasten zu transporiiren. Dabei stolperte er und stürzte nieder; die schwere Last fiel ihm nun aus die Beine und beschädigte dieselben erheblich; anscheinend ist ein Bein ge- krochen. Der Verunglückte ist nach dim Krankenhause im Fnedrichsbain in Berlin übergeführt worden. Mieder»in Unglücksfall durch Killetskupiren während der Fahrt. Am Dienstag Abend verunglückte dura, diese Manipatalion aus der Po'SSamer Bahn zwischen Schöneberq und Friedenau der Hckfsichaffner Buchta aus N-ucndorf bei Potsdam, welcher vom Trittbrett herabfiel und sich dadurch einen Rippenbruch und eine aig« Verletzung im Gesitt zuzog. Der Zug hielt sofort an und nahm den Ver- unglückten m t nach Potsdam, wo ihm auf dem Bahnhof die erste ärztliche Hilfe geleistet wurde. Wann wird wohl endlich die fast nur noch auf der Stammbahn zwischen Berlin und Potsdam bestehende Sitte, dab die Schaffner während der Fahrt die Billet« von außen kupiren, beseitigt werden? Ei« mißglücktes Debüt gab vorgestern Nachmittag ein Schwinaler in der Beigstrabe. Bei einer dock wohnenden Frau K. erschien ein junger Mann mit wenig Vertrauen er- weckendem Aussehen und überreichte der Frau K. einen Zettel mit der Unterschrift des bei ihr wohnenden Studenten. Letzterer bat auf dem Zettel feine Wi thin, dem Uede, bringer desselben seinen schwarzen Anzug und Ueberzieher auezuhänvigen. Die vo» sichtige Wirthrn erkundigte sich, wozu ihr Mieiher die Sachen holen lasse, und nun machte der Schwindler die wenig glaub- hafte Angabe, der Student habe mit ihm in einem Restaurant gezecht, es fehlten»hm an der Bezahlung 5 Mark, deshalb wolle er die Sachen schnell versetzen. Frau K. verweigerte daraushin die Herausgabe der Sachen, und der Schwindler zog unter Mitnahme des Zettels schimpfend ab. Natürlich hatte der Student keine Ahnung von dem ganzen Vorfall. Di« Pulsader« durchschnitten. Die in der Oanien- strabe wohnenden P.'schen Eheleute waren gestern Abend in Wortwechsel geraihen, der einen so heftigen Charakter an- nahm, daß P. auf seine Frau eindrang um sie zu schlagen. Der drohenden Gefahr zu entgehen, flüchtete die P., der Mann holte nach der Fliehenden aus, und indem er sie selbst ver- fehlte, schlug er mit den geballten Fäusten mit voller Gewalt in die Schoben eine« Küchenspindes, daß diese klirrend zer- brachen und ein unmittelbar darauf au« beiden Aimen macht- voll hervorspritzender Blutstrahl verkündete, daß er an dem zertrümmerten Gla« die Pulsadern sich durchschnitten habe. Er befand sich ollein und ohne Hilfe, denn die Frau war, um werteren Mrbhandlungen zu entgehen, aus der Wohnung geeilt. Er schleppte sich bis zur Treppe, blieb aber dort, vom Blutverlust bereits erschöpft, besinnungslos liegen. So fand ihn sein Bruder, der ihn zu besuchen gekommen war. Er machte im Hause Lärm, man holt einen Arzt, dem es auch ge- lang, die Adern zu unterbinden und den blutigen Strom zu hemmen, doch befand sich P. in einem derartigen Zustande, daß der Arzt seine Ueberführung nach einem Kran kenhausc anordnete. Als die Frau nach einiger Zeit sich wieder nach Hause wagte und dort von dem inzwischen Geschehenen erfuhr, erwachte die alte Liebe wieder. Sie vergaß, daß die für den Mann so un- glücklich abgelaufenen Faustschiäge nicht an die Adresse des Spindes, sondern an die ihrige gerichtet waren und nur mit Mühe konnte die von heftigstem Schmerz ergriffene Gattin be- ruhigt werden. Ein« Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrank- besten, woselbst unbemittelte täglich von 10—11 Uhr unentgelt- lich behandelt weiden, hat, wie uns mitgelheilt wird, Dr. Herzseld, Brückenstr. 1», errichtet. potizeiberiesit. Am 23. d. MtS. Abends wurde der Maurer Römer in der Nähe des KönigSthores von einem Ge- schäftswagen überfahren und erlitt dabei so schwere innerliche Verletzungen, dab er am darauffolgenden Tage verstarb. Am 24. d. M. VormiltaaS versuchte eine Frau infolge von Strei- tigkeiten mit ihrem Liebhaber sich auf dem Kloset im Ecdgeschob eines Hauses in der Prinz Eugenstiaße zu erhängen. Es ge lang j-doch, sie wieder in« Leben zurückzurufen.— Als zu der selben Zeit der Hausdiener Jung mit einem Handwagen die Mauerstrabe er tlang fuhr, gerielh er vor dem Haufe Nr. 48 zwischen zwei beladene Arbeitcwageri und wurde dabei von einem Pferde derart gegen seinen Wagen gedrückt, daß er an- scheinend innerliche Verletzungen erlitt. Er wurde nach der Charitee gebracht.— Abend« erschoß sich in einem Gasthause in der Friedrichsstraße ein etwa 18 jähriger Mann, welcher Nachmittags dort eingekehrt war und sich als Kaufmann Niemann au« Dortmund bezeichnet hatte. (l)orirlilr>'Floitr»»rg. Zwei Preßprozesse gege« die �VetwaoU*" wurden gestern fast gleichzeing vor 0cm hiestgen Schöffengencht und oer I. Slraskammer des hiesigen Landgerichts I verhandelt. In dem einen Falle, welcher ein Nachspiel zu dem Bergarbeiter- Streik bildete, handelte es sich um eine Privatklage de« Repräsentanten der Zeche„Eintracht Tiesbau", Herrn L i e o- recht, gegen den verantwortlichen Redakteur der„Germania", Dr. v. K a r k o w S k y. In ihrer Nummer 115 vom 21. Mai c. brachte die„Germania" eine später in andere Blätter üb«- gegangene Korrespondenz aus Bockum, in welcher es u. A. hieb:„Eine interessante Nachricht kommt aus Steele. Der Re- Präsentant der Zeche„Eintracht Tieibau" ist verhaftet und in das Untei suchungsgeiängnib nach Essen abgeführt worden. Seit langer Zeit hat derselbe Lohnlisten und Lohnbücher gefälscht. Da an dieser Nachricht absolut Nichts wahr gewesen, so hat der Beleidigte die Privatklage angestrengt, welche gestern vom Rechtsanwalt Dr. Rich. Wolff vertreten wurde. Derselbe machte besonder« darauf aufmerksam, daß der Artikel in eine Zeit fiel, wo die Gemüther heftig erregt waren und demzu- folge durch eine derartige falsche Notiz grobe Gefahren für den sozialen Frieden heraufbeschworen werden konnten. Von den Redakteuren, welche im Vertrauen auf die Autorität der „Germania" jenen Artikel nachgedruckt, seien zwei zu acht Monaten und zwei Monaten Gefängniß verurtheilt worden und er beantrage auch in diesem Falle, von einer Geldstrafe giundsätzlich abzusehen.— Der Vertreter de» Angeklagten, Rechtsanwalt M o d l e r führte dagegen au«, daß die„Germania" in der ganzen Bergarbeitersache einen durch- aus versöhnlichen Standpunkt eingenommen und in der Be- Handlung der Arbeiterftaae überhaupt sich stets im Einklänge mit den Priestern, Bischöfen und dem Papste bekunden habe. Die unter Anklage gestellte Mittheilung sei im Vertrauen auf die Zuverlässigkeit des betreffenden Korrespondenten aufgenom- men worden und deshalb sei eine Geldstrafe genügend.— Der Gericktshof schloß sich jedock im wesentlichen den Aus- führungen des Vertreters des Privaiklögers an. Er erwog, daß der Artikel in einer Zeit der sozialen Gäbrung erschienen, in welcher derselbe leicht bedenklichen Zündstoff in die Kreise der Arbeiter hätte tragen können. Außerdem handele es sich um außerordentlich schwere Beleidigungen eine« gänzlich unbescholtenen Ehrenmannes, welcke vollständig in der Luft sckwebten und da die Privat- Ehre gegen solche Verunglimpfungen nachdrücklichst zu schützen sei. so hat der Gerichtshof auf eine Strafe von vierWochen Gefängniß erkannt. Die zweite Anklage gegen denselben Angeklagten betraf eine aus Frankfurt a. M. datirte Korrespondenz in Nr. 116 vom 22. Mai. Es wurde darin gesagt, daß bei der dortigen Aufführung des Lutherfestspiels von Devrtent auch Juden thätig seien. Daran wurden Vorwürfe gegen da« Komitee geknüpft und gesagt, dab in dem Komitee Pfarrer Battenberg fitze,„welcher in Schrift und Predigt die Gott- heit Christi und die biblischen Wunder leugnet". Durch diesen Vorwurf fühlt sich Pfarrer Battenberg beleidigt und die Staatsanwallschaft erhob die Anklage, welcher sich Pfarrer Battenberg, vertreten durch RecktSanwalt Dr. Sello, als Nebenkläger anschloß. Der Angeklagte erbot sich zum Beweise der Wahrheit, daß in der That Pfarrer Battenberg die Wun- der und damit die Gotlheit Christi, wie sie die orthodoxe Richtung versteht, leugne. Sein Verlheidiger, Rechtsanwalt Mobler, überreichte zu diesem BeHufe eine Reihe von Nrmr- mern des„Frankfurter Evangelischen Gemeindeblatte«" mit Berichten über Vorträge des Beleidigten über dos„Wunder". Er berief sich auberdem event. auf das Gutachten der evan- aelifch-theolog'schen Fakultät, des KultuSm'misterS und des Evangelischen OberkirchenrathS.— Der Gerichtshof beschloß, die überreichten Artikel einer Prüfung zu unterziehen und zu einem nächsten Termine den Pfarrer Battenberg persönlich vorzuladen. Ei« gegen den possstoku» verübter Ketrugsverstuh führte gestern den Handlungsreisenden Paul Schweder vor die dritte Strafkammer des Landgerichts I. Der Angeklagt« vertrat eine hiesige Firma und kehrte im Februar d. I. von einer längeren Geschäftstour zurück. Bei der Abrecknung mit seinem Prinzipal stellte sich ein Fehlbetrag von 400 M. heraus. Der Angeklagte behauptete, daß er diese Summe im Dezember von Jnowrazlaw an sein Haus durch Postanweisung eingesandt habe. Das Geld ist hier nicht eingetroffen und erklärte der Angeklagte sofort, daß dann eine Unterschlagung seitens eine« Postbeamten vorgekommen sein müsse. Sein Prinzipal forderte ihn auf, den Postschein vorzuzeigen und der Angeklagte begab sich nach seiner Wohnung, wo er denselben angeblich aufbewahre. Er kehrte aber mit leeren Händen zurück, der Schein müsse ihm abhanden gekommen sein. Nun machte der Angeklagte bei der Postbehörde von dem angeblichen Ver- lust der 400 Mark Anzeige und verlangte Ersatz. Es haben dann eingehende Ermittelungen bei dem Postamte in Jnowrazlaw stattgefunden und diese haben ergeben, daß die erwähnte Summe überhaupt nicht eingezahlt worden sein kann, sondern der Verlust ein fingirter ist. Es wurde darauf An« klage gegen Schweder wegen versuchten Betruges erhoben. Der Angeklagle hielt auch im gestrigen Termine die Behauptung aufrecht, daß er thatsächlich das Geld eingezahlt habe, der Gerichtshof gewann aber mit dem Staatsan- walte die Ueberzeupung von der Schuld de« An- geklagten und mit Rücksicht auf den erschwerenden Umstand, daß derselbe sich nicht entblödet hatte, die Beamten zu ver- dächtigen und deren ganze Existent zu gefährden, verurtheilt« der Gerichtshof ihn zu einer Gefängnib strafe vo« sechs Monaten. Daß trotz aller behördlichen D-rfchriste« und Dor- stchtomaßregel« seitens der Schlächter von außerhalb der Versuch gemacht wird, ungenießbare« und verdorbenes Fleisch nach Berlin einzuschmuggeln, bewies eine Verhandlung, die gestern vorder dritten Strafkammer des Landgerichts l stattfand. Der Schlächtermeister Ehrhardt Stenzinger au« Liibbenau, der sich auf der Anklagebank befand, wurde durch die Beweis- aufnähme de« Vergehens gegen das Nahrungsmrltelgesetz überführt. In der Nacht zum 19. Apnl dieses Jahres kam der Angeklagte mit erner Ladung Fleisch nach Berlin, von dem er euren Theil, etwa anderthalb Zentner, auf dem Görlitzer Güterbahnhofe ließ, während er die größere Menge vorschriftsmäßig nach dem Untersuchung«- amte schaffen ließ. Dem Thier arzte Rüden wurde mitgetherlt, daß das auf dem Bahnhofe zurückgebliebene Fleisch in hohem Grade verdächtig sei, derselbe begab sich dorthin und fand de« Verdacht vollauf bestätigt. Es war Fleisch von ekelerregendem, wässerigen Aussehen und mußte von einem Rind herrühre«, das in hohem Grade an der Abzehrung gelitten hatte. Der Angeklagte ergriff die Flucht, als er die Beamten komme» sah, wie er im Termine behauptete, hatte er sich ab« nur beeilen wollen, nach Lübbenau zurück zu reisen, um da« dort liegm gebliebene Ursprungsattest über da« frag- liche Fleisch zu holen. Er hatte da« letztere dann dem hiesigen UntersuchungSamte zuführen wollen. Zwei Zeugen traten auch auf, welche bekundeten, daß Stenzinger sich in diesem Sinne zu ihnen geäußert und hierauf stützte der Vertheidiger, Rechts- anwalt Dr. Richard Wolff seinen Antrag auf Freisprechung, Bat' da es noch nicht einmal zu einem Versuche gekommen sei. das Gesetz zu umgehen. Der Gerichtshof schenkte dem Angeklagten ' dess«"*'......'■' und dessen Zeugen keinen Glcuben, sondern ttofinr an, daß der erstere für da« verdorbene Fleisch hier einen Abnehmer hatte. Da der Angeklagte bereits einmal wegen desselben Vergehens mit 1 Monat Gefängnih vorbestraft ist, erachtete der Gerichtshof sür die gemeingefährliche Handlungsweise dcS Anaeklagten «ine empfindliche Strafe am Platze und erkannte auf zwei Monate G e f ä-n a n i fj, sowie auf PublikationSbefugnih im Reg.. Blatt für den Befirk Frankfurt a. O. und in der All- gemeinen Fleischer-Zeitung. Eine Kleine Gastrolle, die der Chorist Moritz Hirsch- Haine al» iragikomrjchcr Held gab, gelangte gestern zur Kennt- niß der 89. Abtheilung des Schöffengerichts. Am 19. Juni befand fich der Angektagte in einer Restauration mit weiblicher Bedienung in Moabit, wo er dem Biere dermaßen zusprach, daß er ungcmüthlich und ihm weitere Verabfolgung von Ge- tränken verweigert wurde. Nun ging er nach Hause, steckte einen geladenen Revolver zu sich und kehrte noch der Re- ftauration zurück. Hier holte er die Schußwaffe hervor und eme möglichst theatralische Haltung annebmend, sprach er im dumpfen GrabcStone die Worte aus:„Eine von Ihnen muß sterben, wer will zuerst'ran?" Diese Frage galt der Wirthin und der Kellnerin, weitere Personen waren im Lokale nicht anwesend. Die Kellnerin glaubte, eS bandele fich um einen Scherz und rief ss ohen MutheS:„Ich will zuerst sterben!" „Rein," meinte der Angeklagte,„die Alte soll bimiber," und dabei zielte er mit dem Revolver auf die Wirlhin. Nun stürzten beide Frauen, denen die Situation doch bedenklich vor- kam, kreischend zur Thür hinaus. Der Wirtb eilte herbei, mit kräftiger Hand ergriff er den Arm des Revolverhelden und entwand ihm die Waffe. In höchst gedrückter Haltung trat der Angeklagte den Weg zur Wache an. Er wurde wegen Bedrohung mit einem Verbrechen und wegen verbotenen Waffen- tragen» unter Anklage gestellt. Seine Behauptung, daß er fich nur einen Scherz habe leisten wollen, gewann dadurch an Wahr- scheinlichkeit, weil der Revolver abgestellt war. Da die Zeu- ginnen durch die Szene aber in hohem Grade erschreckt worden waren, so hielt der Gerichtshof dre Merkmale der Bedrohung für vorliegend und vcrurlheilte den Angeklagten wegen beider Vergehen zu einer Gesammtstrafe von 40 M. Soziale itclicvUrfif. An alle Metallarbeiter Kerli«»: In der Metall» schrauden-Fubrik von Lüben und Buhse, Käpnickerstraße 153, ist ein Streik ausgebrochen. Die Veranlvssung dazu ist fol- (lende: Unser im Frühjahr aufgestellter Lohntaris, welcher von ämmtlichen Fabrikanten durch Unterschrift anerkannt worden ist, gestattet die Ueder stundenarbeit nur in dringenden Fällen mit einem Preis aufschlag von 50 pCt. Diese Prozente find jetzt der Stein des Anstoßes geworden und versuchen einige der Fabrikanten immer wieder, hieran zu rütteln. In oben- genannter Fabrik wu-de vor 14 Tagen folgende Bekanntmachung erlassen:„Wer arbeiten will, kann arbeiten. Der Dampf gehl brs 8 Uhr. Natürlich ohne die Prozente. Hierzu fanden fich wirklich auch zwei Facondreher. Diesen Beiden schloffen sich nach und nach 10—12 Hilfsarbeiter an. Dieses schien aber alles nicht zu schaffen, denn nach nochmaliger Rück- spracke warben sämmtlichen Arbeitern die Prozente bewilligt und acht Tage hiernach gearbeitet, aber da e« zu lheuer kam, wieder ein- gestellt. Am letzten Dienstag erschien jevoch wieder jene Bekannt- machung; wer arbeiten will, kann arbeiten. Dieses Vorgehen seiter S de« betreffenden Fabrikanten erschien aber den Kollegen als e,n Angriff zur Zertplitterung ihres guten Zusammen- Halters und der vom Jachverein gefaßten Beschlüsse. Eine am Donnerstag Abend gewählte Kommission wurde von d m Herrn Fabrikanten abgewiesen. Hierauf legten zirka 00 Kall- gen die Arbeit nieder. Kollegen und Arbeiter Berlins! Sämmtliche Streikende find ve heiialhet und Familienväter, welche 10, 12 und 18 Jahre bei dem Fabrikanten gearbeitet haben. Zuzug ist fern zu halten. Die Arbeiter Berlins werden auch hier wieder ihre altbewährte Solidarität zeigen. Das Streikbureau befindet fich bei Tempel, Breslauer- straße 7. An die Kchnrider Kretins! Kollegen! Kaum, daß Ihr durch zahlreiwen Beiuch vieler öffentlicher Schne,der-Ver- sammlungen, in welchen über die mißl chen Verhältnisse in un- serem Gewerbe gesprochen wurde, bewiesen habt, daß Ihr gewillt seid, die schlechten Lohn- und Arbeitsbedingungen, weiche in der Schneiderei voiherrschend sind, mit aller Ent- schiedenheit zu bekämpfen und sür Erhöhung der Löhne, Ver- kürzung der Arbeite zeit u. s. w. auch, wenn noihwendig, durch einen streik einzutreten, zeigen sich auch schon die Gegner einer Lohnbewegung bei uns; leider aber ist es ein Theil un sei er AideilSger offin, welche verblendet genug sind, die kaum geschi-ffene Einigkeit unserer Kollegen illusonsch zu machen, und uns so schon heute dem Unternehmcrthum a.S willkommene Beute zu präsentircn. Kollegen! Soll es so weiter gehen? Nein, tausendmal Nein! Denn wir sind es uns, unseren Famili n und der ganz n Arbeiterschasl schuldig, doß wir uns endlich aufraffen und uns bessere Zustände erkämpien. Um nun Klarheit und Einigkeit aller Schneider Berlms zu erzielen, findet am Dienstag, den 29 Okiober er., Abends 8� Uhr. in Jordans Salon, Neue Grunstr. 28, eine große öffent- liche Schneider-Versammlung statt. Tie TageS- ordnung lautet: 1.„Die Gegner riner Lohnbewegung im Schveidergewerbe. Referent: Aug. Täterow. 2. Arbeits- und Geswäftsve hältniffe meh'erer Firmen. R fcrent: Leonhard Pfeiffer. 3. Definitive Wahl einer AgitationS- Kommission. Kollegen! Wir erwarten von Euch, daß Ihr zahlreich in der Versammlung-rschemt, vor allen Dingen die Werkstait- Tele- girten unp die Arbeiter des deutschen OffiziervereinS müssen erscheinen. Mit kollegialischem Gruß: Die Beauf- tiagten. Versammlungen. »er Kerliner MirkergeseUen- Verband hielt Dsienliag, den 22. d. M-, in Bob>rt's Salon, Weinstraße am ..,------------------------- 11, eine Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Er- aänzungtwahl der Kommlsston. 2. Wahl eines 2. Schnft- führers. 3. Wie stellt fich der Verband dem Verhalten der Firma Leopols Könrgsbkrgcr gegenüber'- 4. Verschiedenes. Der Vorsitzende«'öffnete die Versammlung um 9 Uhr. Nach dem VcrlcslN des Protokolls der vorigen Versammlung, welches ohne Aenverung angenommen wurde, wurde zunächst auf die Notbwendigkeit hingewiesen, im nächsten Jahre in eine Lohn- bewegung emmtrelen. Da die aus fünf Mann bestehende Komm'ssion fich als zu schwach erwies zur Aufstellung der Lohnlarife für die verschiedenen FäbrikationSzweige, so wurde dieselbe um das Doppelte ve, stärkt, und wuiden hinzugewählt für Stnckmaschine die Kollegen Richard Kirschbach, Robert Stahn! für Rasckel Kollege Julius Gans: für Rund- Maschine die Kollegen Louis Vogel und Max Weiß. Zum zweiten Punkt der Tages oidnung wurde Kollegt Max Polke als 2. Schriftführer gewählt. Hieraus stattete der Kollege Hübsch Bericht ab über die Ursache des Känigsberger« schen Streiks. Durch Plakaianschlag in der Fabrik wurde den Aibritern bekannt gegeben, daß vom 14. d. Mts. ab ein Lohn- abzug von 20—30 xCt. stattfinden sollte. Da nun die Ar- beiter bei den bisher gezahlten Löhnen nur einm Durchschnitts- verdienst von 16— 17 M. erzielten, wovon noch oftmals für kleine unvermeidliche, die maschinelle Einrichtung mit sich bnngende Fehler Abzüge gemacht wurden, konnten sich die Ar- beiter den Lohnabzug um so weniger gesollen lassen. Durch Verhandlung mit der Kommission nahm Herr Königsbeiger schließlich von dem beabsichtigten Lohnabzug Abstand; fühlte sich jedoch bewogen, am darauf folgenden Sonnabend drei s.iner ältesten und besten Arbeiter zu entlassen. Dies sahen die Arbeiter und Arbeiterinnen als eine Maßregelung an und legten, infolge dessen sämmtlich die Arbeit nieder. Kollege Voigt bringt«inen Auszug aus einem Lohnbuche eines der intelligentesten Aibener, nach welchem derselbe innerhalb 26 Wochen einen Durch- schnittSverdrenst von 15 M. 42 Pf. erzielt hat, wobei noch 54 Ueberstunden zu rechnen find! Kollege Schubert, welcher in ce- nannter Fabrik die Stelle eines Vorarbeiters bekleidet, die Ar- best aber nicht mit eingestellt hat, aber in der Versammlung anwesend war, wurde ersucht, die Arbeit gleichfalls niedenv- legen, da es für den Sieg der Kollegen von Nutzen wäre. Ferner ivurde das Verhalten des Kollegen Pritze, weicher nach Ausbruch des Streiks dort Arbeit genommen hat, sehr verur- theilt. Die Versammlung sprach ihre volle Anerkennung über die korrekte Handlungsweise der streikenden Kollegen aus und es wurde folgende R-solution einstimmig angenommen:„Die heute in Bodert's Salon tagende Versirmmlung des Berliner Wir kergesellenverbandes erkennt das Vorgehen der Arbeiter und Arbeiterinnen voll und ganz an und fordert olle Kollegen auf, bei obiger Firma keine Arbeit zu nehmen, bevor sämmtliche Forderungen dewilligt sind. Gleichzeitig verpflichten sich die an- wesenden Kollegen, die Streikenden nach besten Kiäften ma- tniell zu unterstützen. Sollte die Firma Königsberger nickt gesonnen sein unsere gerechte Forderung zu bewilligen, so beschließt die heutige Versammlung eine immerwährende Sperre zu verhängen. Der Vorfitzende vermtheilte die immer noch schlaffe Haltung der Rundstuhlarbeiter dem Verbände gegen- über und ermahnte dieselben sür eine rege Betheiliaung in ihren Kreisen zu wirken, ebenso wurden sammtlrche Kollegcn aufgefordert, in genügender Weise sür die Geldmittel zu sorgen zur Unterstützung der Streikenden. Nachdem ein Antrag an- genommen wurde, in der Königsberger'schen Sache am Dienstag, den 29. d. M., im selben Lokal eine Versammlung abzuhalten, zu welcher sämmtliche Kollegcn insbesondere die der Rundstuhl- branche ausgefordert wurden, für eine rege das Interesse er- heischende Belheiligung zu wirken, sowie das Jachorgan„Der Textil-Arbeiter" den Kollegen zum Abonnement empfohlen wurde, schloß der Vorsitzende die Versammlung um l2 Uhr. Für de» 15. Komm««alMaklbe;irk fand am Donneis- tag Abend im Lokale O�onienstraße 180 eine öffentliche Wähler- Versammlung statt, die fich mit den bcoorftehcnten Stadtver- ordnetenwahlen beschäftigte. Jn's Bureau wurden die Herren Klein, Kcäcker und Herzfeldt gewählt. Das Referat hatte Herr Metzner übernommen, welcher m eingehender Weife untere städtischen Verhältnisse kritifirte und die Forderungen der Ar- heiter darlegte. ES handle sich in der Stadtoertretung freilich nur um VerwaltangSgegenstände, aber auch hierbei biete sich Gelegenheit, die P-inzipien der Sozialdemokratie zur Anwen- duna zu bringen, wenigstens ihnen nach mancher Richtung hin Vorschub zu leisten. Die Gesinnung der jetzigen Mehrheit der „Sladtväter" gegen die Arbeiter sei recht grell in die Erschei- nung getreten, als es sich um den Antrag Tutzauer handelte, welcher die Entsendung einer Arbeitcrdepuialion nach der Pariser Weltausstellung verlangte. Als Hauptgrund für die Ablehnung sei der Sozialiftenkongreß, welcher zur Zeit in Paris stattfand, anaefiihrt worden, das zeige, wie sehr die Furcht vor dem rolhen Gespenst bei diesen Herren umgehe. Redner schil- herte dann die Ungerechtigkeiten der Miethssteuer und unsere städtischen Schulverhätlnisse, die noch sehr der Verbesserung bedürften. Für die Schüler höherer Schulen werde eine bedeutend höhere Quote verausgabt, als für die Schüler der Gcmeindeschulen, obgleich das Geld doch aus dem Säckel genommen werde, in den die Steuern der gesammten Bürgerschaft fließen. Auch in Bezug auf Ver- gebung der städtischen Arbeiten müsse den Forderungen der Arbeiter Rechnung gelragen werden; doch werde man sich weder in diesem Punkte, noch in anderen dazu entschließen, wenn nicht Männer in die Stadlvertretung gewählt werden, welche derselben immer auf's Neue die Forderungen des Volkes in geltend machen. Geschehe dieses, so werde auch auf kommu- nalem Gebiete eine neue Zeit kommen und der Sieg unserer Prinzipien könne nicht ausbleiben.(Lebhasier Beifall.)— Zur Diskussion erhielt zurächst Herr Tutzauer, welcher den 15. Wahlbezirk in der Stadtveror dneten Versammlung vcrtntt, das Wort. Derselbe wies darauf hin, daß im Jahre 1883 keine Aussicht auf den Sieg in diesem Bezirke vorhanden ge- wesen sei; dennoch sei es der rastlosen Agitation'der Partei- genossen schließlich gelungen, ihren Kandidaten durchzudringen. Bei der Hauptwohl am 18. Oktober 1683 er hielten t« sozial- demokratilche Kandieat(Tutzauer) 542, der liberale(Schiegnitz) 538 und der konservatine(Libau) 254 Stimmen. In der Stichwahl vereinigten sich ans meine Person 741 Stim- men und auf den liberalen Kandidaten Schiegnitz 705 Stimmen, unFre Partei hatte also mit 36 Stimmen Mehrheit gesiegt. Für den ersten Anlauf, vor 6 Jahren, war das ein großer Erfolg und unsere Partei wird diesmal, glcich- viel, ob der bisherige Vertreter wieder kandidirt, oder ein neuer Kandidat aufgestellt wird, sicher einen viel glänzenderen Sieg erringen. Was alles in den abgelaufenen 6 Jahren in der Sla&tveiwaltung vorging, würde ich Ihnen heute n.cht ent- rollen können, dczu wird sich mir wohl Gelegenheit bieten, wenn ich Ihnen über meine Thätigkeit als Stadtverordneter R chcnschafl ablege. tLebhafter Beifall.)— Nachdem noch Hecr Krannewitz durcb Auszählung von Thatsachen die städtischen Stulen näher beleuchtet hatte, erfolgte die Wahl von fünf Vertrauensmännern für den 15. Wahlbezirk. Gewählt wurden die Herren Krannewitz, H.rzfeldt, Volker, Printz und Herrmann. — Zu Verschiede., cm legte Herr Börner klar, wieso es der Fuma Löier und Wo ff möglich werde, so horrende Mieiben, die sich b>S auf 60 000 M. für ein Geschäftelckal beziffern, zu zahlen. ES wurde beschlossen, nur dort zu verkehren, wo Ar- beiieibläiter ausliegen. Eine gut besuchte öffentliche Versammlung sämmt- sicher an Holzbearbeitungsmalchinen beschäftigter Ar- beiier Berlins und Umgegend fand am Donnerstag, den 17. d. M.,>n DeigmüUer's Salon, Alte Jakobstraße 48» mit folgender Tagesordnung stait: 1. Die Nothwendigkeit der Ver- kürzung der Arbeitszeit. Referent: Herr Fritz Zubeil. 2. DiS- kussion. 3. Verschiedenes. Nachdem Herr W. Wolff zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde, erhielt der Referent das Wort zu seinem Vortrag. Derselbe schild.rte in sehr eing hender Weise die Nothwendigkeit der Verkürzung der Arbeitszeit, indem er folgende Punkte hervorhob: Durch die Verkürzung der Ar- beitSzeit seien einzig die wenigen Errungenschafien, die die Ar- beiler mit schweren Kämpfen erobert hätten, fest.uhalten. Selbst der englische Schriststeller Thcod. Pork hätte gesagt: Die Ver- kürzung der Arbtriszerl ist eine Na-urnothwendigkeit der sozialen Frage. In den Gründerjahrcn mir dem M ll.arden Segen, wo das Maschinenwesen zu seiner heuüaen Blüthe gelangte, glaubte man, die Maschine würde dem Aiveiter segensreich zur Seite stehen, aber die Zeit hat gelehrt, daß die Maschine wohl das Kapital des Unternehmers vermehrt, den Ar- deitern aber nicht im Ge.iiigstcn hilft. Die Reserve- Armee würde dmch den Maschinenbetrieb, der in übermäßiger Weise von den Unternehmern durch dre lange Arbeitszeit aus- genutzt wird, immer größer und größer. Es wäre infolge dessen nöthig, ein internationales Arbetterfchutzgesetz zu schaffen, aber lerder halte sich Deutschland dagegen gesträubt. Darum wäre Wohl und nothwendig, di il Revue passir huvg der Zölle äsenden AuSqä ig Krankenkassen etz; streifte die es nothwendig, selber Hand ans Werk zu legen und stündigen Arbeitstag auch ,n dieser Branche zur Tuu zu Iringer'. Redner betonte ferner die Nolhwendign schaffung der Frauen- und Kinderarbeit, sowie bat Verfahren der königlichen Werkstätten, wo Aibiitttufc«' nicht mehr eingestellt würde», da wäre es den M ,,. nehmern erst rrcht nicht zu verdenken, wenn sie älieri)V Rede des H ebenfalls nicht einstellten.� Ab-r durch die allgosc��ygMächtigt. kürzung der Arbeitszeit wäre auch diesem Treiben �ftnititen �Depp gemacht. Nachdem der Redner einen Appell an die �?ine Arbeiter zu gerichtet hatte, sich der bestehenden Organisation,»t-Wter und hat m verein, anzuschließen, damit der Arbeiter bei den iirrn«„6 oon Seite den Lebensbedürfnissen aucb den entsprechenden Lolw»»sitische Agitati und seiner Familie lange Jahre erhalten bleibe. Dee�tiode hingewW keit macht stark. Dcr Vortrag wurde mit großer B TOjätigkeit". AI aufgenommen. Nachstehende Resolution wurde einft�enn man bebe genommen:„Tie heule, den 17. Oktober 1889, in DA»litisch in Gewi Salon, Alte Jokobstr. 48», tagende Versammlung'�-dner die Verb an Holzbearbeitungs- Maschinen beschäftigten AibeiWahre und das sich mit den Ausführungen des Referenten volllloi'" vcrstanden, und verspricht mit allen gesetzlichen M>>»> zu wirken, ihre geistige und materielle Lage zu hcbcn. blickt in einer Oraanssation daS geeignete Mittel verpflichten sich alle Anwesenden, dem Fachve-ein an Holzbearbeitungs- Maschinen beschäftipren Arbofl treten. Zu Verschiedenem wurden die ÄlkordarM kritrsirt, weil dieselben der Organisation sern Ferner wurden die Zahl- und Aufnahmestellen dcS bekannt gemacht. Dieselben befinden sich: 1. Ufer 4 im Arbeitsnachweis, Sonntags Vormittags 10 Uhr, an Wochentagen Abends 8-9 Uhr; 2. Sw straße 132 bei F. Binte täglich Abends, außer« und Sonntags. Mit einem dreimaligen Hoch am deihcn der Arbeiterbewegung wurde die Versal I2Jt Uhr vom Vorsitz mden geschlossen. Eine kombinirte Versammlung der V� der Drechsler Deutschland», Ortsverwaltung zirke 1 bis 4, tagle am 16. d.M. bei Orschel, Scba! mit folgender Tagesordnung: 1. Gewerkschaftliches. trag über„Rückgang des Kleingewerbes". Rcso Glocke. 3. Ergänzungswahl des Ausschusses. 4. ß'SI wähl der ArbeitSvermitlelunqS- Kommission. 5. Vell und Fragekasten. In daS Bureau wurden gewählt 51 Plagens, Tabcrt und Stromeier. Zum 1. Punkt theilt dcr Vorsitzende mit, dos Norden Berlins eine 4. Verwaltungsstelle gegründet ist- werden zunächst die Ergänzungswahlen vorgenom»' den Ausschuß, welcher aus fünf Mitgliedern beßcp Moabr Wahl eines Mitgliedes nothwendig, die auf»Jergerstraße. F (frtti-ivmfRnfl CulfuilVtrCTt(Vi orderungen, di »rläufig an di inkommensteuer völkerung, fr iheit, Einfuhr! onntagsaibert, unden) und "ang der » es die Natm Arbeit für Arbei! der Organis an Fabnkinspel md vom Staat> ll-. Alters- un "ndigen, mit g ahn un g an di gswahl eifrig eisen, damit n en. In der Di eise und Kopi eneS wurde folg heutige Versamr , Berliner Reil lrbeitern als nii Lirthe derselber ergeben wollen Zrauerei Desso Küllerstraße: E raße 7; Rest Stein fällt. Die ÄibeitSvermittelungS-Kommlsfion folgende Kolleam ergänzt. Groschke, Richter,-» Reinke, Knoche, Testdorf, Kloß, � E elgentreu, Haschke, Albitz, Zenk. Hb err Glocke das Woch zu seinem Vortrag. Dm« folgendes aus: Zu den vielen Feinden, die der mal beiterbewezung gegenüber stehen, gehören auch die Uli treibenden, welche sich zwischen Arbeiter und Groll« drängen in dem Glauben, daß ihnen die Innung d>t Zeit" wieder bringen soll. Wer aber die frühere P weise mit der heutigen vergleicht, wird bald finbciz Innung selbst mit ihren Bevorzugungen, die ihr Seite gemacht werden, nicht im Stande ist, den prozeß, welcher fich im Gewerbebetriebe vollsio hallen. Da aber die Mehrzahl der Ks! treibenden diese Einsicht noch nicht gewonnen diese ein jämmerliches Dasein und streben nach Jnnui mit den Arbeitern Hand in Jjand zu gehen. Wie Kapital in immer weniger Händen ansammelt, weist Zahlen nach, die der ullramontare Kaplan Hitze üb mehrung des Vermögens Rothschilds zusammen Weitere Beispiele kann man sehen bei den Jnd Amerikas und bei den Großgrundbesitzern Engl Deutschlands. Die Ansammlung solcher Riesenkai wirkt, daß auch die Produktionsmittel in immer wflo übergehen und dem gegenüber steht das Proletariat Arbeitskraft. Diese ungisunden Zustände zu bcselti!! die Innung im Stande, sondern nur eire starke Ai nisotion. Die Arbeiter müssen darnach streben, daß W Arbeitskraft auch die PioduktionSmittel in die kommen, denn nur ein harmonisches Zusa. von Pcoduklionikraft und Produktionsmitteln? Arbeiter den vollen Ertrag seiner Arbeit l" In der Diskussion wurde ncchgcwiesen, daß man im Drechslergewerbe den ZersctzungSpiozeß durch � kapital verspüre. Es wurde folgende Resolution aw Dre Versammlung verpflichtet fich, das Bier der Lips am Friedrich! Hain und dcr Vikcoria- Brauen trinken, so lange diese Brauereien ihre Säle zu Ven� nicht hergeben.— Beschlossen wurde noch, in nächste HS Antragstrllc ier Firma Loe urde folgender enommcn: D 890 nach B-si leiertag zu pri achdem noch i .orfitzende die stialionale Sozi. Der Fach, „ordan'S Salo algender Taaei ericht des Vo ächtigten. 2. fasten. Dem K offenen Quart ste Kassenbesta ark. Hiergeg ibliothek R ch s gelammt die in Bestand v unk« und Hilst 24 25 M. und 2,25 M. Di -n Kontroleur endanlen, Ko der den Unter u dem Hmwei ei VercinSverg er Zweck diese al in die L. ehmen, sa mö en des Verein atürlich unter .er Vorsitzend. ührten Prozest chweben, von iren, einer ge> Die Biblioi ahr durch Anl wv»i vm-«/I. tvqsiti U � v".�cklX�iyyU ilkl. 4 Mehrcre Fragen mußten der vorgerückten Zeit weg'' aerselde» ist je> gestellt werden. �Richtungen hi Mn- gutbelucht- öffentliche Ver>aMiMw*�_»,. Kistenmacher tagte am Freitag, den 18. hachroets gewir Süd-Ost, Waldemarstr. 75. Auf der Tagesordnu � � 1. Wie stellen fich die Kistenmacher dem parlM�AtiSe erreicht wori der Patentklstenfabrik- Aktiengesellschaft und bei Jlzu dem Hinwei gegenüber." m m-- M»' r. 2. Verschiedenes. Referent. Kollege K a �xr Arbeilsnach legte mit kurzen Worten die Verhältnisse der Arbo'.Mollegen dense "''be»»» h/v»- X fi'IXvi/» Xrtf» X!» för-ivi 4 ittyic. mi4-cuuiitu uiv oiiyuiuii||u vtv r Ii uciisC Patentkistenfabrik dar und führte aus, daß die Gel'u' �Peilstatt-Kont noch nachgeben müßte, nicht allein auf die Fordeiun�lauf Gcwerksko r—t----- j.< 6—.—.------- chädigende Ue sonbern auch infolge des starken Druckes der vcrcio'N fabrikanten, welche uns zur Seite stehen, daher> j ,alb eingeladet partielle Streik aufrecht zu crhalten, was auch 50 �Kommission ge sammlung einstimmig angenommen wurde. Den,»essernd in di Herrn Schalling findet Referent sür nicht gcrechtferügJ, schäftigung getz die Kollegen nicht erst an das Schiedsgericht gewro �itung jjer s welches aus Arbeitern und Arbeitgebern bestehst l Upendes Resultc Arbeit sofort niederlegten. Es handelte sich«""vis zwei Kreissägt nschneider, wo Herr Schalling reduziren wollte. In einem Briese, welchen der Fabrikanten an uns aerichtrt hat, hat Herr in der letzten Fabrikantensitzung aus Ehrenwort erist � tadtiheil, hat! esuch auszuw eicherer Besu im Norden V rten die 5i erein« für! kw den Preis voll und ganz dezahle. Nach®ft iL 5"' Briefes entstand eine lange Debatte, die dahin einem zwei Kreissägenschneidern Genugthuung OMscho''' wiiSS«, das dem das Schiedsgericht zu einer Sitzung eingcl» � soll, um diesen Fall zu beiprcchcn. Kollege Tsw"|| es wäre nicht schön, wenn einzelne Fabrikanten � kontraktbrüchig werden wollten, was er auch gar"» indem die Fabrikanten es uns doch im Ällgew- � danken hätten, daß sie sich unter fich geeinigt ba> � ihnen doch die Kastanien aus dem Feuer peha' ifi, Verschiedenes" stellte der Kassirer der Streikkoww� Friese, den Antrag, die heulige Versammlung soren wählen zur Abrechnung, und wurden dazu>„ legen gewählt: T sch ern i g, E. Schulze u reich. Schluß der Versammlung 12t Uhr.„ft Sozialdemokratischer Mahlvereim Kerliner Reichvtagvwahlkrei». Am 22. Okiober, fand rine stark besuchte V-rsemmlUv�l demokratischen Wahlvereins des 6. Berliner Rfi kreiscs statt. Auf der Tagesordnung stand: Herrn W. Schweitzer: lieber unsere politrs«'.� Redner bemerkte im Anfang seines Vortrages, tfi n cht mehr sern sei, wo das deutsche Volk wied" achsthum Hertel jähr 4! >Nt von di Fkn Helten, de achte, eine US den nun ks gewählt h« )-rr Micke, ewählt; als err Ap-lt,: err Dablgrw e eines Mitgl ommisfion n öchften Versa Von einer Norden) einei ugelegenheite en und bj zur Dm« roenbi; oie bol' uitcr uk[J den Wohl und Wehe abzustimmen habe, und deshalb fei nothwendig, die Handlungen des 1887 Reichstages noch ein- il Revue paisiren zu lassen. Redner begann mit der Er- Huvg der Zölle: kam dann auf die einmaligen und fort- iufenden AuSqaben des Heeres und der Marine: kcitisirte ;S Krankenkassen-, Unfall-, Alters- und JnvalidenversicherungS- etz: streifte die Wahlprüfungen und zitirte einige Sähe aus sie äitat� Rede des Herrn v. Rheinbaben und desjächfischen Bun allgtM'�esbevollmächtigt c augnx�eSbeooUmacNlrgten. Elfterer sagte bei der Wahlprüfung des Treibe� Kannten„Deppchen-Götl" Der Arbeitgeber hat ein Recht, e Arbeiter zu beeinflussen, denn er ist der Ernährer der Ar- lter und hat mehr Bildung; während der Kommissar sagte, il von Seiten der sozialdemokratischen Redner auf die litische Agitation der Kciegcrvereine während der Wahl- iobe hingewiesen wurde,»Wahlagitation sei keine politische ätigkeit*. Allerdings ist das eine sonderbare Auffassunci, n man bedenkt, was die Behörde nicht schon alles sür -litisch in Gewcrkvereinen angesehen hat. Ferner erwähnte dner die Verlängerung der Legislaturperiode von 3 auf 5 an die fation, den iw jen Lolw ibe. De«« roßer B? cde eioft' j9, in DZ mluna Älbeiltl iahre unb das Sozialistengesetz und kommt dann auf die n UUW UU5J WVQlUtlllWtlUtltp UHU iUUUUl UUIH1 UM| W»V x vl>lllta«Niorderungen, die die sozialdemokratische Partei im Reichstage zen M'tlt�rläufig an die heutige Gesellschaft stellt. Eine� progressive zu Hedem Einkommensteuer, gleiche Bildung für alle Klassen der evölkerung, freies Vereins- und Versammlungsrecht, Preß- nheit, Einführung von Aibeiterschutzgcsetzen, Abschassung der onntags arbert, Einführung eines Marimalarbeitstages(8 tunden) und»war international, Verbot der Kinderarbeit, "ung der Nachtarbeit mit Ausnahme derjenigen Betriebe, jo es die Natur des Betriebes nicht zuläßt, Veibot der Nacht- cbeit für Arbeiter unter 13 Jahren, Berbot der Frauenarbeit, >0 der Organismus des WeibeS darunter leidet, Einsetzung ion Fabnkinspektoren, von der die Hälfte Arbeiter sein müssen md vom Staate angestellt sind, ein wirksames Kranken-, Un- ill-. Alters- und Jnvalidcngesetz. Redner schloß seinen 1�- («„rßjninprünbigen, mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag mit der 1 Mahnung an die Anwesenden, die Zeit bis zur nächsten Reichs- UrftitaSSwahl eifrig zu benutzen und kräftig in die Agitation einzu- Mittel lve-ein m Arbeu» lkordarbe� rn geblu en des : 1. mittags 2. Sw' rußer roch auf u Vollreifen, damit wir neue und glänzende Siege verzeichnen köa �SebMu-J'........■ gewählt 1 mit, daß rundet im >rgenow rn die In der Diskusston sprachen die Herren Heidtmann, Wojack, 'firteS S»cise und Kopmann im Sinne des Referenten. Unter Verfchie- . m/ltti�rnes wurde folgende Resolution einstimmig angenommen!»Die -. �.ciseutige Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins deS - fr,.#- Berliner ReichStagSwahlkreifeS beschließt, folgende Lokale den 5. �sttztlrbeitern als nicht für ihren Besuch geeignet zu erklären, da die Luthe derselben ihre Säle zu öffentlichen Versammlungen nicht ergeben wollen: Brauerei Feldsckilößchen, Müllerstraße 142; Zrauerei Dessom, Schönhauser Allee; Restaurant Sachon, Küllerstraße: Etablissement Eiskeller; Restaurant Pohl, Müller- Vn-ieftaße 7; Restaurant Kuhlmei, Chorinerstraße; Restaurant beltw gZxttig, Moabit; Artushof und Viktoria-Salon, beide Perle , t>u> uzorgerstraße. Femer die Produkte des Herrn Bolle nicht zu niiston'ovsumiren. Femer wurde folgender Antrag nach Motivirung zter,".des Antragstellers einstimmig angenommen:»Beantrage, von lob,'srder Firma Loeser u. Wolff nichts zu kaufen." Zum Schluß r k. Ht�vurde folgender Antrag von der Versammlung«instimmig an- [. Dersl�aenommen-Die Versammlung möge beschließen, den 1. Mai der mobojissg nach Beschluß des internationalen Arbeiterkongresses als i die fiüsMeiertag zu proklamiren und die Arbeit mhen zu lassen.— xd Grob'«Machdem noch einige Fragen erledigt worden waren, schloß der irung d>s Vorsitzende die V.rsammlung mit einem Hoch auf die inter llhere Plst'nationale Sozialdemokratie. d findc»i. Der Fachverein der Tischler hielt am Montag in die cht jfeorbQu'« Salon seine ordentliche Generalversammlung mit den 3® folgender Tagesordnung ab: 1. Kassenbericht des Rendanten vollstl�-Bericht des Vorstandes, der Kommissionen und der Bevoft nächtigten. 2. Ersatzwahlen. 3. Verschiedenes und Frage üsten. Dem Kassenbericht zufolge hat der Verein im vor- offenen Quartal eine Einnahme von 1474,20 M., hierzu der lte Kassenbestand von 645, 35 M., macht insgesammt 2119,55 lark. Hiergegen stehen die Ausuaben für Arbeitsnachweis, . ibliothek R chtSschutz und Unterstützungen für Streik-nde, welche «Sgelammt die Höhe von 81l,17 M. erreichen, bleibt demnach tn Bestand von 1308M M. Der Unterstützungsfonds für rank« und hilfsbedücstige Mitglieder hatte die Einnahme von ,24 25 M. und eine Ausgabe von 132 M., Restbestand also 2,25 M. Die Richtigkeit vorstehender Angaben wird von jd-n Kontroleuren bestätigt und auf Antrag der letzteren dem Rendanten, Kollegen Merkel, Decharge erlheilt. Der Bericht her den UnterstützungsfondS giebt einem Kollegen Veranlassung iU dem Hinweise, daß genannter Fonds größtentheils aus den ei VereinSvergnüaungen erzielten Ueberschüssen besteht: da nun iec Zweck dieses Fonds ein humaner, und jedes Mitglied ein- ml in die Lage kommen könne, denselben in Anspruch zu ehmen, so möge doch jeder dafür sorgen, daß die Vergnügun- :en deS Vereins gut besucht werden, uno vor allen Dingen, atürlich unter Beiücknchtigung seiner Mittel, selbst hinkommen. .t».Der Vorsitzende berichtet hieraus über die im 3. Quartal ge- ülon � jgMLHiten Prozesse, es sind deren fünf, die insgesammt noch h'r Schweben, von den vom 2. Quartal überkommenen ist einer ver- wen, einer gewonnen, während einer ebenfalls noch schwebt. - Die Bibliothek des Vereins erfuhr auch im letzten Viertel- ahr durch Anschaffung hervorragender Werke weitere Vervoll- ständiaung, dieselbe umfaßt nach dem Bericht des Bibliothekars 51 Werke in 355 Bänden und hat den Gesammiwerth von >er l >nnen Jnnuns Wu lt, weist Sitze ammeu n Jnd n iiesenka wer wct>l ?letar!at bcseitigl larke D n, daß a die Zusai itteln! strbeit f1 aß man durch ler der - Brauel-' zu Veifo" n nächst-� rufen, � nach".. e��(f'1219,90 M. Durch die den Mitgliedern freistehende Benutzung rn ve Zeit w-S derselbe» ist jeoem Gelegenheit geboten, sein Wissen nach allen .«lll�Jtichlungen hm zu erweitern und Aufklärung über die die BGegcnwart bewegenden~ ■. r vv.w»-..»-.. Fragen zu erlangen.— Der Arbeits "-'ch'"-'« gewinnt mehr und mehr an Ausdehnung, die Zahl g-'0t°l A»on 782 crngelaufenen und 387 ausgegebenen Adressen ist noch pari'-" gfoie erreicht worden. Dieser Bericht giebl ernemKolleaenGelegenheit rd v-' �jßu dem Hinweise, welch' günstigen Einfluß und welche Bedeutung äcg«#>cr Arbeitsnachweis auf unser Gewerk erlangen müsse, wenn alle :r Arve, denselben zur Erlangung von Arbeit benützten. Die die G-l-., Wci kstatt-Kontrollkommisston ver uchte durch ihre Einwirkuna die G-!-"' ALci kstatt-Kontrollkommission versuchte durch ihre Einwirkung sordclUN«.lauf Gewerkskollegen und Unternehmer, die das Gewerk so sehr rvereUlVji chädigende Ueberarbeit möglichst zu beseitigen; von 16 dieser- dah« l' �halb eingeladenen Werkstellen erschienen 9. Jedenfalls hat die au»-""sl-lhommission gezeigt, daß es ihr bei dem ernsten Willen, auf, . Den, lesseind in die Arbeitsverhältnisse einzugreifen, nicht an Be- rechtscrl'ö', schäftigung gebricht. Der Bericht der für die Einberufung und t gew-n"-, Zeitung der Bez'rkSversammlungen Bevollmächtigten gab sol- estrhh' t icndeS Resultat: Im Osten, einem an Tischlern sehr reichen ' au«™-.....---- en.------------"- ch Ä � V,Ä>' hm einem rschasif.»nlN« das tadtiheil, hatten dte vier abgehaltenen V-rsammlungen sck wachen «such aufzuweisen. Vom Westbestrk ließ sich verhältnißmäßig eicherer Besuch und eine gute rege Stimmung konstatiren m Norden ist der Versammlungsbesuch ein guter, und er- rten die Kollegen daselbst ein positives Eingreifen des ererns für Ausbesserung ihrer Lage. Der Vorsitzende giebt kurzen Nachwort seiner Befriedigung Ausdruck .. unverkennbare Vorwärtsschreiten und stetige achSthum des Vereins(eS wurden im verflossenen rerteljahr 416 neue Mitglieder aufgenommen), und er- losst von der sachlichen Erörterung aller Gewerkeange, «gen heilen, deren sich der Verein stets auf's ernsteste befleißigen "achte, eine erfpneßlrche Weiterentwickelung für die Zukunft. us den nun folgenden Ersatzwahlen gingen folgende Kollegen • 9�a6It h-rvor: Als Rendant Herr Schulz, als 1. Kassirer err Miele, als 2. Kassirer wurde Herr Haberland wieder «mahlt; als 2. Vorsitzender Herr Wredemann, Ersatzmann err Apelt, 2. Bilblwthekar Herr Schmidt, 2. Schristtührer err Dahlgrün und als Konlroleur Herr Wrnkler. Die Wahl - eines Mitgliedes zur Arbeitsvermittelungs- und Werkstatt, fgr''ommisfion wurde der vorgeschrittenen Zeit wegen bis D>- ächsten Versammlung vertagt. mgt� efnomfi -»- 9 dazu zur Von einem Kollegen wird die Werkstatt von Karl Müller fh�M'��urden) einer scharfen Kritik unterzogen. Einige andere kleine gelegenheiten finden theilS ihre Erledigung, theils fallen sie der Vertagung anHeim. Es wurden 26 neue Mitglieder auf- genommen. Schiaß der Versammlung 12 Uhr 40 Min. Der Fachverein der Former und vermandtr« De- rufsgenosse« hielt am Sonnlag, den 20. Oktober, eine stark besuchte Versammlung in der Norddeutschen Brauerei, Chaussee- straße 58, mit folgender Tagesordnung ab: 1. Die Aibeils- einstellung der Schwartzkopff'schen Former. 2. Verlegung des Arbeitsnachweises im Norden. 3. Stiftungsfest, event. Wahl einer Kommission. 4. Verschiedenes und Fragckastcn. Zu Punkt 1 der Tagesordnung erhielt Kollege Tauschet das Wort. Derselbe verlas ein Flugblatt, welches von der Berliner Ma- schinenbau-Aktiengesellschaft vormals Schwartzkopff an die dort beschäftigten Arbeiter vertheilt worden war. In demselben drückte der Direktor sein lebhaftes Bedauern aus, daß die Arbeitseinstellung der Metallformer am 25. September und im Anschluß daran der Streik der Eisensormer am 14. Oktober stattgefunden hätte, da seit dem Bestehen der betreffenden Eirma so etwas noch nicht vorgekommen wäre. Der Thatbc- and, welcher der Arbeitseinstellung von 12 Formern der Metallgießerei und 17 Former der Eisengießerei zu Grunde log war folgender. Der Former Steinmetz hatte von dem Erpedienten Rosenbaum Sachen in Erfahrung gebracht, betreffend die Bestechlichkeit des Meisters A. seitens des Formers Knocke, und dieses seinen Mitarbeitern weiter erzählt und dieselben be- wogen, daraushin den pp. Knocke in Verruf zu erklären. Steinmetz wurde sofort entlassen. Eine Kommission von vier Formern, geführt vom Former Tausche!, bat um Zurücknahme dieser Entlassung, sie wurde angewiesen, den Former Steinmetz zu vermögen, den Former Knocke und Meister A. um Ent- schuldigung zu bitten. Die Kommission erklärte, daß Steinmetz diesem Verlangen nachgeben müßte, da sie sich sonst von ihm abwenden müßten. Steinmetz bat nicht um Entschuldigung und die Former streikten dennoch. Einige Former behaupten, die Entschuldigung hatte stattgefunden. Am 2. Oktober wurde dem Former Tausche! unsere Auffassung darüber bekannt gemacht und nun wäre es leicht gewesen, die Entschuldigung jetzt noch zu wiederholen, aber auch dieses unterblieb. An demselben Tage wurde den Streikenden mitgetheilt, daß sie bedingungS- loS wieder eintreten könnten, wenn sie darum nachsuchten Abends fand eine öffentliche Former Versammlung statt, welche beschloß, so lange über beide Gießereien die Sperre zu ver- hängen, bis die Streikenden wieder eingestellt wären. Am Schluß des Flugblattes machte der Direktor noch bekannt, daß er seine Geschäftsfreunde warnen müsse, solchen Leuten Arbeit zu geben, deren Wnken gemeingesährlich erscheint und empfahl seinen Arbeitern, allen Vereinen und Versammlungen absolut fern zu bleiben. Former Tausche! erklärt hierauf, daß es richtig wäre, daß er mit einer Kommission um Zurücknahme der Maß- regelung bat, aber daß er es gewesen, der drn Vorschlag machte, daß, wenn Former Steinmetz unbewußt eine Beleidi guna gegen Meister A. ausgesprochen haben sollte, darum um Entschuldigung bitten solle, und wenn Steinmetz diesem Ver- langen nicht nachgeben würde, daß sie dann weiter arbeiten würden. Für den p. Knocke galt dies nicht. Die Kommission veranlaßt« Steinmetz zur Entschuldigung, die derselbe in Gegen wart der Kommission aussprach. Jetzt stellt sonderbarer Weise Meister A. die Entschuldigung in Abrede, die laut und deutlich von den 4 Kommissionsmitgliedern gehört worden ist, was die- selben beschwören können, und da Meister A. ganz gut hören kann, so muß er die Entschuldigung ge- hört haben. In der Bekanntmachung, welche den Former Tausche! am 2. Oktober wurde, fand derselbe nichts enthalten, was darauf schließen ließ, daß die Entschuldigung jetzt noch wiederholt werden könnte, sondern vielmehr die Er ktärung, daß Former Steinmetz nie mehr auf dem Werk au Arbeit rechnen könne. In Betreff der Wiedereinstellung der Stieikenden wurde erklärt, daß sie Arbeit finden würden, wenn sie bedingungslos darum nachsuchten. Wir stellten keine Bedingungen, wohl aber stellte Herr Leyde bei einer persön lichen Besprechung mit Farmer Tauschel die Bedingung, daß jeder wieder Eintretende sich unterschreiben müßte, daß er un- recht gehandelt hätte. Ferner droht er mit sofortiger Entlassung derjenigen, welche mit Listen und dergleichen FachvereinSang«' legenbeiten betroffen würden. Former Tauschel eiwähnte noch. daß Herr Generaldirektor KaselowSky wahrscheinlich von Allem falsch unterrichtet wäre und schlug vor, demselben durch eine Kommission den Sachverhalt zu unterbreiten. Dasselbe wurde abgelehnt, da die Former schon viel zu viel gethan hätten, um die Sache in Güte beizulegen. Kollege Körsten führte aus, daß die betreffende Fiima außer den sich in ihrem Verbände befindlichen Firmen auch die Klein- meister mit ihren schwarzen Listen bedacht hätte. Redner kritifirte das Vorgehen der Direktion mit scharfen Worten. In demselben Sinne sprachen sich die Kollegen Müller, Stopsack, Malitz, Roland u. A. auö. Folgende Resolution wurde ange- nommen:»Die heute tagende Mitgliederversammlung erkennt das Vorgehen der streikenden Kollegen von Schwartzkopff als gerecht an und verpflichtet sich, dieselben in jeder Werse zu unterstützen. Ferner verpflichtet sich jeder Kollege, in der Schwartzkopff'schen Fabrik keine Arbeit zu nehmen bis die Sache geregelt ist." Der zweite Punkt der Tagesordnung wird auf Antrag zur nächsten Versammlung verschoben. Dritter Punkt: Stiftungs- fest eventuell Wahl crner Vergnügungskommission erledigte sich damit, daß beschlossen wurde, ein Slifluagssest zu feiern und wurden die Kollegen Plat, Brendel, Behrend, Weigert, Jung- Huhn und Schnarchendorff zur Kommission gewählt. Zu Punkt 4 macht Kollege Körsten bekannt, daß am Sonntag, den 27. Oktober, ein Formertag in Dessau statifindet. Hierauf schloß der Vorsitzende um halb 3 Uhr die Versammlung. Der Derew deutscher Maler-, Laeüirer, Anstreicher und verwandter Berussgenossen, Frliale 5(11.), hrelt am 17. ds. im Saale des Herrn Gnadt, Brunnenstr. 38, seine regelmäßige Mitglieder- Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Kassrnbericht. 2. Neunahl de« Vorstandes sowie der Ver- waltungsbeamten. 3. Stellungnahme zur General- Verlamm- lung. 4. Verschiedenes.— Zum ersten Punkt wurde auf Grund des Rechenschaftsberichts ocm Kassirer Decharche ertheilt.— Beim zweiten Punkt wurden einstimmig in den Vorstand ge- wählt: Herr Hilpert zum 1., H-rr Stöpel zum 2. Bevoll- mächtigten und Kassirer; Herr Wille zum Schriftführer; die Herren Butgerait und RupekS zu Beisitzern, und zu Vermal- tungSbeamten die Herren Grawehn, Raschle, Behrendt, Binger als ArbeitSvermittelungS-Kommmisfion, sowie Herr Sammler zum Bibliothekar; zu Revisoren wurden Noak, Schweingruber und Behrndt gewählt. Zum 3. Punkt entspann sich eine leb- hafte Debatte. Sämmtliche Redner konnten sich nicht damit einverstanden erkären, daß dem Zentral-Vorsitzenden und Kassirer ohne Hinzuziehung Dritter gestattet sei, Gelder zu er- heben. Auch der Rechtschutz genügte den Mrtglredern m serner zetzigen Handhabung nicht. Der Vorstand sei berechtigt, nach eigenem Ermessen einen Rechtsstreit zurückzuweisen, wenn er denselben von vornherein als verloren betrachte. Dieses zu be- uriheilen fei aber nur ein Jurist im Stande, und sei ein solcher von der Bereinigung zu Raihe zu ziehen. Auch wurde die jetzige AgitaiionSweise scharf kritisirt. Ein Antrag, zur nächsten Versammlung Material für die Generalversammlung zu schaffen, wurde angenommen. Zu Punkt 3 lagen verschiedene Anträge vor und wurden folgende einstimmig angenommen: I. Jedem VorstandSmitgliede für monatlich eine Vorstandssitzung 50 Pf., dem jour habenden ArbeitSvermittelungS-KommissionSmit- gliede 1 M. pro Woche zu gewähren. 2. Dem Kassirer für lebe Uebernahme von der Arbeitsvermittlungskommission, sowie für jede Revision 50 Pf. zu gewähren, den Revisoren für lede Revision ebenfalls 50 Pf. zu zahlen. 3. Den Filialvorstand zu beauftragen, eine kombinirte Vorstandssitzung zur Vorberathung für die Generalversammlung anzuberaumen. 4. Dre fötale zu meiden wo LipS'scheS Bier geschenkt werde. Herr Stiller wi-d-l kam noch zum Wort. Als derselbe von der Erbschaft LassalleS für die Arbeilerwelt sprach, entzog der erste Bevollmächtigte dem Redner das Wort, trotzdem löste der übermachende Beamt» die Bersamml ng auf. Es war 12 Uhr 10 Minuten. Der Vor- tand wird Beschwerde erheben. Der Fachverein der Metallschraube«-, Fa?ondr«tzer «nbKernfvgrnojsen Kerlin» tagte am Sonntag, den 20.Okldr., in Deigmüllei's Salon. Dre Versammlung hörte zunächst einen Vortrag des Herrn Robert Schmidt über das Thema:»Der Kampf um§ Dasein", welcher mit großim Beifall aufgenommen wurde. Sodann gelangte der Hauptpunkt der Tagesordnung, »der Streik bei der Firma Bartels u. Komp.", zur Debatte. Kollege Stabernack berichtete, daß die Kommission, welche mit der Firma behufs Regelung des Streiks in Unterhandlung ge- treten war, recht trübe Erfahrungen gemacht habe. Die streiken« den Kollegen der betreffenden Firma haben als Hauptbedingung die Entfernung des Kollegen Oskar Honcck aus der Fabrik verlangt, da die Prinzipien, welchen derselbe huldigt, sich durch- aus nicht mit den Bestrebungen eines zielbewußten Arbeiter« in Einklang bringen lassen. Diese Forderung brachte den Korr- pagnon der Firma, Herrn Hoffbauer, derartig in Harnisch, daß er erklärte,„wenn der liebe Herrgott vom Himmel herunter käme, so könne er auf diese Forderung nicht eingehen;»das sind sozialdemokratische Tendenzen, die duldet selbst der Kaiser nicht!" Bei einer zweiten Konferenz, zu welcher die betreffende Firma selbst eine Einladung an die Kommission hatte ergehen lassen, ging es Letzterer noch trauriacr. indem mrtien in den Verhandlungen H.rr Hrffbauer in Br- gleitung eines Schutzmannes eintrat, und denselben auffordente, die Namen der Kommission festzustellen.»Das sind Sozialdemokraten, die wiegeln meine Leute auf!" Mit dieser An- schuldigung glaubte Herr Hoffbauer wahrscheinlich die Kon- Mission ins Bockshorn jagen zu können, dieselbe ließ sich jedcch keineswegs erschrecken; sie nannten den Beamten ihren Namen und Wohnung und empfahlen sich, den Bescheid zurücklassend, nicht eher mit der Firma wieder in Unterhandlung zu treten, als bis die schriftliche Bewilligung sämmtlicher Forderungen der Streikenden dem Voistand des Fachvereins zugegangen fr. Nachdem r och mehrere Redner zu Gunsten der Streikenden ge- sprachen halten, wurde einstimmig folgende Resolution ange- nommen:„Die heulige Versammlung erklärt sich mit dem Vu- gehen der Kollegen der Firma Barteis v. Komp. einverstanden und beschließt, dieselben mit allen gesetzlichen Mitteln zu unter» stützen." Mit einem Hoch auf die Vereinigung erfolgte Schluß der Versammlung um 1 Uhr 50 Minuten. Der Uerband deutscher Zlmnrerlente beschloß cm 16. d. M. in seiner Sitzung nach einem Vortrage des Hei in Schmidt über den„Kampf ums Dasein", die Lokalkommilsian »u unterstützen und nur Bier von solchen Brauereien zu trinke u, die ihre Lokalitäten zu Arbeiterversommlungen hergeben. »* * Groß» öffentlich» Uolkoii«rsommlttng in Mil»>»r«»«rf am Sonnabend, den 20. Oktober. Abendö T\ Utjr, Im Lokale von Pteltck. Berliner. stwie 2t. TageSordnuna: Die Vertbencruvg der LebenSinittet und dte Schutz. jölle. Ret Buchdrucker Wildelm Werner. Kachoer»in l>»r Ntschl»». Sonnabend, den 26 Oktober, Abend? 9 Ehr, in JordaoS Salon. Neue Gillnstr 26, Vorllanddsitzuna. Fachv»r»in l»r Kernmacher und verwandter Hernfsgenoffen Kertin» und Zlmgrgend. Sonnabend den 26. d. M.. Abends 8� Ut)1, im Lokale deS 5rerrn Gltiodt. Öm-----~ okalc de? Herrn Gnadt, Brunnenstr 38, Gencratversommlung. Tag'soldmmo: I. Vorlag deö Herrn Otto Knaus über Thomas Münzer und seine 1! it. 2. Kasi-n- und Revlsionibcricht. 3 Abrechnung vom Solninerncchtdsesr. 4. Wahl elneS Blbtlothtkari. 5. Verschiedenes. Em recht zahlrcichen B.si.lh wird gebeten. H,ntral-Krank»n- und Kegräbnißkaffe der SattUr«. f.>». Am Sonnabend, den 26. Oktober, findet in HegdrickS Prachtlälen da« sechlte SlistungSfest der Kafie statt, bestehend In Konzert, humoristischen Vortrüaen und Ball. Blllet» mit Vrogrammen find in den Zahlstellen z r haben Die Zahlstellen bleiben am Sonnabend, den 26. Oktober geschlossen. Em recht zahlreiche Betheiligung ersucht der Vorstand. zsrri» U»r»inioung der Znschn»id«r, Kt»pp»r und Morrichtrr Kirtin». Sonnabend, den 26 d. Abend« U Ehr, Alle Iakobftr. 83. Bortrag über DorwinitnmS. Gäste haben Zutritt. Groß» öffentlich» Potkoversammlung in Kliarlottrnbnro am Sonntag de» 27. Oktober. Bormitiag 11 Ehr, in der Gose. Brauerei, Wallstr. 46 Tagesordnung � 1. Die deutichsreistnnige Partei und die Arbeiter. Reserevi- Buchdrucker Werner. 2 G ündung eine« Wahlverein« zur Grzielun« vslk». Ibümlicher Wahlen. 8. Verschiedenes. Em recht zahlreichen Besuch wird gebeten. N»r»in d»r 10 odiUtischler. Ordentliche Generalversammlung am Sonntag, den 28. Oktober. AbcndS 8)1 Ehr. Müllerstr. 178. TaiuSordnurg'. 1. Jahresbericht und Bericht der Revisoren. 2. Wahl des gesammien Vo> stände» 3. Vereiniangelegenheiten. 4.»ragekosten Mitgtledsbuch tegitimirt. Model!- tlschler, wstche fich in den Verein ausnehmen lassen wollen, haben stutritt Alig»»n,in» Krank»»- und Htrrbekuss» der d»»tsch,n Dr»ch»t»r und vrrwandtrn Krrufsgrnoss«» IE H 86, Hamburg) Verwaltungsstelle Berit» k Mstglicdeiverlawmtuna am Sonntag den 27. Oktober, Vornstttao» 10ii Ehr. bei Bolzmonn, AndreaSstr. 26 varterrc. TageSoidnuna! 1. Stschäst. »che«. 2. Kassenbericht 3, Neuwahl des Vorstandes. 4. Verschiedene«. Erscheinen ist Pflicht. «roß» öff»nttich, N-rsammlnng d»r Kandtungozelrilf«» «»rtin» am Sonntaa. den 27 d. M.. NachmtltagS 3� Ehr, im Dresdener Garten. DrcSdencrstr 46. Tagesordnung � 1. Die Zustände in den Kolonürt- waarengeschätlen>>nd deren Resorm. Nlskreni Kollcge August Hir.be. 2 Freie DiSkustion. 3. Verlchiedene«. Besonders soll s» dieser Bersammluna Stell», g gegen dte Verleumdungen seitens des Herrn RedaktcuiS Htldedrondt gcrornmeu werden, der hiermit speziell eingeladen wiid. Groß» öff»ntltöi» versammiuug d»r Kiirft»»- und Kinfet- machir K«rtin» und lt,,!. legend am Sonnlag. den 27. Oktober, Vor. mittags 10 Ehr, ia Schiffers Salon. Jascistr. 10. Tagesordnung � I Zwick und Ziele einer geweikschasliichen Organisaiion Rescrent Herr Zubeil. 2. Dis- iusfion. 3. Gründung einei Fachvereinö eventuell Ciatulcnberaidung und Wahl eine« p-ovisorislhen Vorstände«. 4. Ausnahme von Mstgssedern. Zur Deckung der Enkoften findet eine Tellcrsammlung statt. Zahlreiche« Eescheir.nr erwünscht. K»rlin»r Krank»»- und Ktgräbnißkass» für Kran»» nn» Wädch»»(E. H Nr. 97) am Sonntag, den 3. November. Nachmittags 3X Ehr i Generalveisamintung in dknZentral-Fcslläien", Oranienstr. 180. Tagedordi.ung, 1. Rechnnnabiegurg. 2. Wahl. 8. Wahl von Krankcndcsucherinncn. 3. Kossen» angeiegenheiten. AUs»»»»in»r M»taUard,tt»«»»r»in Kerlins und Zl»»o»o»nd. Gencrolversammwng am Sonntag, den 27. Oktober. Vormittag« lOJf Ehr rn JordanK Salon, Neue Grünstr. 28. Tagesordnung� 1. RechaurgSicgung d« Kassirer« und Bericht der Revisoren. 2. Anträge deS Vorstandes 3. Vorlaut einer GeschäslSordnuna für den Verein. 4 ErgänzungSwahi der Obmänner d r Fach- und BibstolbefKommilsion. S. Beschluhsassung über dod Sns ungts sr. 6. Verschiedene«. Milgttedtbuch lcgttlmirt. Em rechl zahlretchen Besuch baue der Vorstand N»r»in zur Mahruno d»r«atrrirUe» Int»r»ff»n d»r Kt»ln. trägrr und vcnvandlen BeiusSgenassen. Miiglsederversnuimlung am Sriru- tag, den 27 Oktober. Vormittags II Ehr In Gründers Salon, Schwerinstr r?. Tageiordnuna; 1 Zweck und Ziele der Fachvereine. 2. VereinSangeiegen- heilen. 8. Verschiedenes.. Gäste, durch Miigiieder eingesühii. haben Ptttilt Em zahlreiche» und pünktliches E> scheinen wird ersucht. Groß» öff»»titch» z>»rfa»,minng fämmtltchrr in d»r Kchäft»- fakrtkatio» belchäfttgter Ardeiterinnen und Arbeiter am Montag, den 28. Oktober, Abends 8X Ebr, in Schesser's Salon, Jnseiftr. 10. Tagesordnung: 1. Die GeiveikschaslSm ganiialion im Allgemeinen und die Organisation der»- beiterinnen im Besonderen Referent, Herr Th Mctzner. 2. DiSkassson und Gründung eines Sleppetinnen-VeieinS. 8. Kommissionibericht. 4. Ve?. schiedene«. Zur Deckung der Enkoften findet Tellersamivlung slolt. Gälte haben Zutritt. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist da« Erscheinen alter Arbeiterinnen und Arbeiter notbwendsg. Die Versammlung ist genebiniat. Di» N«»»tnionng der yrirhoter»»nlfchlanv», S»rlt» 4, hält Montag, den 28. Oktober, Abend« 8Zt Ebr, im Lokal de» Herrn Gnai t, am ,..«lbcnd« 8X Übr. stin Lokal b.» Herr» Brunnenstr. 38, eine Versammlung ab. Tagesordnung■. 1. Innung. Gewerr. und Fachverein. Reserent; Herr Hildebrandt. 2. Dibkalston. 3. � ereil«. angelegt, bellen. 4. Verschiedenes und Fragckastcn, Zahireichei Erscheinen ist nothwendig. AUgemein» Krank»« - und Kt»rk»kaff»»»*>»»*r»» Sr*üi«t»s- -g), örtliche BcrwaltunaSftelle Berlin Ii. Montor. n. rT iv.(®. H 86, Hamburg), örtliche Verwaltung«,----- — Abend« 8X Uhr. Miigitederversanimluilg, Mariannenstr, 31 zv �ndMriebMe'n)" Tagcsördnüng 7"i.'' Geschäftlich-«. 2 VicrielsSdrilcher KÜss«. kW 8 Neuwahl de« Vorstände». 4 Verschledenes Bei der Wichtigkeit d.r Tagesordnung müssen sämmtliche Mtgit-der am Platze sein. Aältunn vnh»r! Grohe öffentliche Versammlung der Putzer Berlin» und Emgegend am Montag, den 28. d. P!. Abend« 6 Uhr. im.Schweizer- garten' Wege» der Wichttgkett der Tagesordnung ist e» Pflicht eine» teoe» Putzers zu erscheinen. Sammellisten zum Generalfonds, sowie Ouiiiungitarwr und Marken find zu haben bei Gustao Arndt, LandSbergcrplatz 1, Altvit KSller. Borssgstr. 18; H-rm. Lehmann, �Eoraucrftr. 22; Herl». Srifeir, Skaiitzerftr. 84a; H. Neumann. AlvenSIebenstr 8a. ÄUgrmrin» Ktuh>arb»it«r!p»r,iniouno. Bersammtung am Wo» tag. bei, 28. Oktober. AbcndS 8)1 Ebr, im Lokai deS Herrn Feind. Weinstr. II. TogeSo, dnung; 1. Vorling de« Herrn R. Bagindki über die Bedeutung der Gewerkschaste» 2. DiSkuifion. 3. Aufnahine neuer Miigiieder. 4. Vmini- ongeiegendciien und Verschiedenes. Fa>hv»r»in d»r Knchbind«r und mrwandter Berus-genossen. Mortrg. den 28. Oktober. Abend« 9 Ehr, Versammlung Annenftr. 16.— Da durch-in Bcrfchen die ietzie Versammlung nicht stattfinden konnte, so findet diii-lde n> n mit derselben Tagesordnung statt; 1. Vortrag deS Herrn Fol. DolinSti ssb-r; Da» Kleinbandwe, k in seinen Beziehungen zur Arbelterbeweguna. 2 Beisä.ü» dene« und graaeiasten. Ausnahme neuer Mitglitder-. Da ln dieser Veisrrnu- lung wichtige Ar gelegenheiten zur Erledigung kominm, so ist da« Erschei,-» sämmtlicher Miigiieder nothwendig. Da vom 1 November ab neue Etniutm i neiden, fo s» d Iskumilliche in der Vtiscmwlunli nn dnn Knistrer. Kollegen W. Blycr, eder in dessen Wohnung KUrstenftr 2. vorn S Te r objugeben. Int»r«Is»n»»r«in d»r Kiftoumach«?. Mitgllederveilnunnlung an, Moria«, den 28 Okioder,«berd» SX Uhr, im Lokai de« Herrn Detr Müller. Nile Jakodslr. 48». Togeöoidnung: Abrecknung vom». Ouarlal. Beiitt der Lldil ddkommiision. Suileoung dei§ 7 dei ktaluIS. Verschiedene! Auigobc der Villelt zum Etlsiurgihii. welche» Sonnabend Aderd. den s. November bei Hegdrich, Beuthslr 20 sialistndet. Girltrier Ka»,ität»r>»r»i» für Arbeit»?. Sm Sonntag, den 8. November. Mitlaa« l2 Ud>, in Kcmsmann S Variete, am Stadbahnbos«lerander. vlag. Große Matinee. Vorstellung und Koran t Austreten bei gesammten Künstlerpersonall von Kaufmann'! Variete, tntree vorher 80 Pf., an der Kaste 80 Ps. BiVrIS stnd bei lilmmtltchcn VertrauenIleMen, sowie bei dem Kaistrer des Vereint, Herrn W. Schmidt, Mantmffelftr. 88, 8 Trevven, zu Ztereinisung der deutschen Mater, xartlirer. Anstreicher und »», eoandte« Kernsegenosten stiltal'v Berltns. Wiedeieröftnui g der Kach- tchule cm t. Novcn bei 1880. Prcl.ische Walschule. Holz- und Maimolma'cn noch den nruestt» Methoden. Malen nochSlvvl dnnt. Blumen. Frtlchtk. Slvl- tidrn. Ornamente und Dlkorationen. Voriügliche Lrhre. Der Kursul dauert 4 Monate und findet donen nur mit Genehmigung der Landespolizei- behörde zurückkehren dürfen. Ar». IV. und VI. sind nur von formaler Bedeutung. Art. V. btstimmt, daß das Gesetz mit dem Tage seiner Ver- kündigurg in Kras», somit das jetzige Sozialistengesetz eventuell schon vor seinem Ablauf am 30. September l8S0 außer Geltung tritt, daß aber die auf Grund des letztere« Anordnungen bestehen bleiben. Außer dem oben" Inhalt des Art. I destimmt dieser noch, daß die der Geltungsdauer des Gesetzes fortfällt. Nr. SM Vriefksflen. Bei Anfragen bitten wir die AdorninnentS-Ouiltung beijulül>n Antwort wird nicht nldeUl. G. f. Sie können nur einen Zahlungsbefehl Schuldner beantragen und dann den von Jbaen Rock durch den Gerichtsvollzieher versteigern lassen. verkaufen dürfen Sie den Rock nur mit Zn� Schuldners._ � A. F. Sie müssen der betreffenden Gemeinde«'. gelder für Ihre Mutter ersetzen, wenn Sie"ichi daß Sie hierzu, obne Ihren und Ihrer Familie W gefährden, außer Stande sind. K. K. Wenn das Mädchen schon vorher ein»' hat, brauchen Sie kewe Alimente zu zahlen. � Alter Abonnent. Der Stempel für einen n>«z verlängerten Mieihskontrakt muß erneuert werden,? Kündigungsfrist verstrichen ist, bei Ihnen als« 14. Juli. Laben Sie dies veiabsäumt, so thun f mit erscheint täglie in'S HauS vie 5 Ps. Sonni Expedition Z brochenen Aufemhalt erwoiben. 3. Alsdann«st ---- lie« wird durch Ljähnge«� l«st dieselbe' kann mein de zur Unterstützung verpflichtet, den Geschwistern ersetzt verlangen. K. Gothaer FeueroerficherungS-Gesellschast, Straße 33. M. M. Hamburg. Ihre Klage auf Lohnen' erscheint uns ausfichislo«. Sie haben durch daS Plakat gewußt, daß in jener Werkstatt keine Künd findet. Das Gericht wird sicher annehmen, daß sich stillschweigend einverstanden erklärt haben., J I. Jl. Kchlosser. Die Verpflicktung, für ein � Kind Alimenie zu zahlen, hört dadurch r.ickit Mutter des Kinde« ernen Anderen hcrraihet. Von bJJ eines Postbeamten kann�nur der dritte Theil des 17 N-r hrut ß»r. 4» b»» Del« jährlich übcrsteigknden Betrages gepfändet werden. A. E. Eme Ehescheidung auf Grund gegenl»' williaung ist nur bei kinderlosen Ehen zulässig- R.<5. 99. Die Betreffende war zweifellos den von der Post zurückgekommenen Brief zu öß auch ihr Name mit dem der Absenderin übereinstiini sie doch oder mußte wissen, daß sie den Brief nb hat. Eine Strafe würde aber wohl darum nicht ff den, weil die Betreffende in entschuldbarem Jirih« lß. 05. 99. Sie können nichts Anderes thun Zahlungsbefehl gegen Ihren Schuldner beim Antf antragen und den Gerichtsvollzieher mit der Pfändu' Ihnen retinirten Sachen beauftragen. Die letzteren verkaufen dürfen Sie nur, wenn der Schuldner&1" standen ist. Der Ree auf Grund de scheu, sächsisch Hamburg un 27. Sepiembe gciroffrn wor selbe wird ve veue Gesetz, Frieden" geg< Arbeiterbevötl zu verführen Ww zweifeln sowohl die Ki Erhöhung de, Berihkuerung sriedenheit bei Mitglieder-Perloinntluvg in MMiMn- M CtttbMe der Ml» i. s. ni. 446 (Gorßliche UerwattungosteUr Krrlin I7.) am Sounlag, den 27. Lk oier, Vo wi logs l! Uhr, bei Gn avt, Brunnenstr. 33. Tagesordnung: 1. Adiechrung v. 3. Quart. IL8g. 2. Verschiedene Kasscnangelegenheiten. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen erlucht Tie LrtSver waltung. Achtung Putzer!'MU Große öffentliche Nerlammluug der Putzer Kerl ins u.Umg. am Montag, den 28. d. MtS.. Abends 6 Ubr, im„Schweizetgarten"- Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflcht eines j-dc» Putzers zu erscheinen. SommellisttN znm GererassontS iow'e Ov't uncSkortei, und Marken findzukodeu bei Gustav Arndt, Lrnd-bergerplatz 1; Albert KSiler, Borfiasir. 18; Herrn. Lehmann, Sorauer- pr> ße 22; Herrn. Seitert, L kalitzerstr. 54--; H. Heumann, Alvensledenstr. 8s. s393 Cr.öBtl.Pttsl>wlliIml> sömmtl. Mödclstlim BnIiiiS fi-lliüg. am Montag, den 28. Oklober, Abende 7. Uhr, in den Bürgertäten, fr Vauxhr ll, Dresdenerstr. V6 TageS-Ordnung: 1 Wie ,st e« n öal ch in unserem Berus die relp. 9 stündige AibeitSzeit durchzuiühren, unter Be,LcIfichiipuna der Be'chlüsse des internaiionalen Arbeiterkon- orisses zu Pans. Referent Herr Gustav Milbrodt. 2. In welchen Werlstötten wird noch Sonntaps und noch Feierodend geardtitet. Ret.: Heir Robert Weber. 3. Verschiedenes. Ave Möbelpolrrer müssen am Platze sein.(Siebe Sonntoa Säulenanschlag.) 444 Die Fachkommission. I. A.: H e i n r. Schulz. bv. Durch Eintreten des Verbandes unb der weiterarbeitenden Kollegen zahlt Herr Bertram, Skalltzerstr. 101, den alten Lohn(24 M.) wieder und ist firaft diese Werkstatt wieder freigegeben. Hubert Ekeber. WWMhim! Die Sperre ist über folgende Werkstätten ver- hängt worden, also Zuzug streng fernzuhalten: Ä r i w a h n, Brandenburgstr. 19. E i n f ü h r e r, Manteuffelstr. 57. Heinrichs, Mehnerstr. 3. Krniiiiigt haben: Seidel, Naunynstr. 68. Gericke, Tischlermeister, Mariannenplatz 13. Kristen, Frankfarterstr. 118. Watdeyer, Pallisadenstr. 17. M u t h, Andreasstr. 53. Wir ersuchen sämmtliche Arbeitgeber, welche die Forderungen bewilligt haben, dies der Kommission sthrtftlilh mitzutheilen. Die Kommissto« der Kildhnucr, Anncnstraße 16. Feinsprech-Anschluß Amt 4, Nr. 983. Zm bcslilldneii Btachtmg. der Große öffentliche Versammlung Nihoarophiesteiuschleifer u. Keruf» genossen Wir machen sämmtliche Bildhauer darauf auf- merksam, daß in den Werkstellen, Zeughofstr. 4, l Tr. links(von 12—2) und Köpnickerstr. 147, welche täglich Gehilfen suchen, unsere Forde- rungen noch nicht bewilligt sind. 453 Die Kommission. ___ am Di-nftag, den 29. d. MtS., Abends 9 Uhr, bei Herin Zemter, Mün-str 11, oberer Saal, Eingang durch de« Hausflur. Tages-Oronung: Bericht derLohnkommüsion über die Sammlungen zum General- for.d, lowie über ihre Tbängkeit überhaupt.— Wie siell-n sich die Lnbonaphiesteinschleifer zu dem Konaieß der Stemdrucker und Lithogropben?— Vrtschieden's. Die Sieindrucker undLitho- oraphen sind hierdurch eingeladen. Zur Dickung der Unkosten findet nne Tellersammlung statt. 455 Tie Lodnkommtssion.___ Goldschmiede! General Kersommlung des Kerbande» deutscher Gold- SUderardeiler(Zz hlstrlle Berlin) und Motiiop, ten 28. Oktober er., Atenis 84 Uh, du F, ue> stem, Aue Jocobstr. 75, oberer Saal. Topekordr-ung: 1. Aufrotme neuer Mitglieder. 2. Siatvlrnveileiung- 3. Wohl der ge- femmten Orisveiwoltung. 4. Vertchiedenes. Zur Deckung der U- kosten findet eine Tellersamm- iung statt. Zahlreiches und pünktliches E.scheinen Pfltchl aller Kollegen. 457 I. A.: H e r w. F a b e r. Große offeuiiche Clhiikidn-Vnsmwllliig am Montag, den 28. Okioder, Abends 8 Uhr, im„Louilenbädtitchrn Konzerthaus, Alte Jakobftr. 37. Tagesordnung: I. Sind mir berechtigt resp. verpflichtet uns zu organisiren. 2. Die d» stehende Organisation und ihr« Auf. gäbe den Arbeitern gegenüber. Referent Paul Steinmer. ». Verschiedenes und Diskussion. Erscheinen Aller ist Psticht. 4L0I Der Ernb eruser. Zevtral-Kranken- n. Sterbe- Kasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter iE- H. zu Hamovrg, Fmaie Beilin D.) Mitgl-Veisammlung am Montag, den 28. Oktober, Abends 8t Uhr, im Lokale de« Herrn H e r tz 0 g, Stromstr. 28. TageS-Ordnung: " at 1. Kassenbericht vom 3. Ouarta 2. Veischiedene«. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erstbeinen. 449 Fachverein der Tischler (für»e« Osten). Große Versammlung am Sonntag, den 27. Oktober, Vorm. 10 Uhr, im Lokale von S a e g e r, Grüner Weg 29. Tagesordnung 1. Die Vortheile einer Arbeitszeit-Verkürzung. Referent E. Schade. 2. Diskussion. 3. Werkstatt-, Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Reue Mitglieder werden in der Versammlung ausgenommen. Kollegen als Gäste willkommen. 462 Der Bevollmächtigte. Fachoer. d. Rohrleger. Sonntag, den 27. Oktober, Vorm. 11 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstraße Nr. 75: TageS-Ordnung: 1. Vortrag de« Herrn F. Krüger über: Die Verkürzung der Arbeitszeit und deren Wirkung auf die Arbeit. 2. Bericht über den Arbeitsnachweis. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 45Sj Der vorstand. Soeben erschien Der wahre Zacolr Hr. 85. Zu beziehen durch die Expedition, Zimmer. straße 44. 453 «IS auch die Raporra, Hat Arbeiterbevöll trachtet habe« reden geft mente" ge Znzwisch welchen die Z rungSzustande indem wir vo Anna Mül� V Absatz 2 ------Tu«der kommun hdf* Htdtv! Frieden, insb 4»* L*�1 gefährdenden estrebungerss mit Danksagung. Allen denen, die meinem liebe» lichen Mann, den Schraubendrehet August Maller die letzte Ekre erwiesen baden, irt« Kollegen, der Fuma Mix und Fachverein der Metavschrauben-, u. verw. B«ruf»genoffen Berlins, Freunden, Verwandten und Bcka zahlreichen Blumenspenden sage ich lichsten Dank. Nerein «nb Fachgenosse». Ve r s a m m I am Dienstag, d. 29. Oktober, Ab�j�' güt in Deigmüller'S Salon, Alte (S.b. M.»..« als u 461 -- Weise, nachd Lübbenerstr. 29 Stube u. Küche' 890 Mwterpal' lichtet, daß demokratischen netcn Maßna Herrenanzüge, Knabenanzüge, � Anwendun Kmderkleider, Schuhe und Stiefel, Zunächst Ausgabe des Ladengeschäfts für 1�,, unablässig b< Pfandleihe» Peiu�evs�-. Auch Sonntags bis 10 Uhr Abe»� Wer«och wj «Nachdruck snboti reell uns billig kaufen, die im hocheleganten Herren- u.Damen-1v� Knaben- und MädchenpaletotS, V�l einzelne JaquetS, Hasen, Westen, und Kinderkleider, Uhren, Kelten, /' p verkaufe ich, um bis Weihno«'',� räumen, zu erstaunlich billigen" < Sozi Einzig out Lücke, Bitte genau zu achten. auf Hausnumw« Durch aheu brach ie Luft wa liefen Eine ich kümmerte, alte Bc Töpfer-Ges»Ue«"M»-s-«- ArtlitSultiiitiS du »''Z übe Dreadenevtr�'« � Tücht. Kleberinnen bei gutem 442 priedbem A priedberg bitt«t,. Gin Schneider Alte SchönhiNiserftr. S, Hof Arbcitsmchveis firA pnob Thiiren auf dem an» verkan Uhr raffrlt> " Fenstern, "d schalt s« chte, erkan zur Muts ist Der vom Fachverein der Tischt,, Arbeitsnachweis befindet stch«machen! O, Dresdenerstrastt�«».d heri im Nestanrant GrEndel.„Himmel Die ArbeitSvermitteluug gesch'� crl, baß und Gesellen(auch Nlchtmitgllcdss.��noren und unrntg-ltltch. Die AdreffenouSg� Phallen, den ... vt9 «NN 9-11»V Wochentage« Konntags»or 361 Verantwortlicher Redakteur: Zt. Cronh.im m Berlin. Druck und Verlag von Mae Kadtng in Berlin SW., Leuth straße 2.