853. Dienstag, den 89. Oktober 1889« 6. I�krg» Krgan für die Interessen der Arbeiter. Das..Berliner Volksblatt«. � »scheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlm frei »'s Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer Pf. Sonntags-Rummer mit dem»Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer dition Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemen» 4 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der PostzeitungSpreisliste für 1889 unter Nr. KSS-) >«• Ausland: Täglich uuter Kreuzbano durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. I«s ert i o as g eb ü h r beträgt für die 4gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung«- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin 8W., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -« Fernsprecher: Amt VI. Ztr. That«5 re»<£. Beklei**" lU-bahlion: IWuthRvalje».— Exorditio»: 2i»«»>-rNrniie 44. lisoeDas neue Z�ozieilislen J acri" Ucke ifum zu So ist eS denn endlich ans Tageslicht gekommen, das zur Verewigung bestimmte Sozialistengesetz, wegen „ tdchen sich unsere Kartellprefse so lange schon den Kopf zer- ikanischÄ Nun, es ist so ausgefallen, wie es von den Vätern, die tis mit"s in die Welt gesetzt, ausfallen mußte. J In der Bibel steht:„Du sollst nicht Feigen von den r ganz s)isteln, und nicht Weintrauben von den Dornen ernten � vollen", und so wird auch kein Mensch von den Vertretern deutschen Regierungen erwarten wollen, daß sie Gewalt- tel, die sie gegen eine mißliebige Partei seit elf Jahren Händen haben, freiwillig aufgeben. Das Ausnahmegesetz bleibt, es soll sogar- darüber « ja seit lange kein Zweifel— verewigt werden, so weit einem Staat, der ebenso gut wie der einzelne Mensch, wandelungen und Veränderungen unterworfen st, von 13 Icroig" die Rede sein kann. Man hat auch das Gesetz geändert, angeblich gemildert, m hat sogar, so behauptet man, seine Ausübung mit rößeren„Rechtsgarantien" umgeben, dafür hat man auch wieder Verschärfungen aufgenommen die, im Ver- nch zu den„Milderungen" gestellt, das Gesetz als eine erschlechterung erscheinen lassen. Thatsächlich geben die Regierungen auch nicht ein ein- es Machtmittel, daS für sie von Werth ist, Preis; sie scheu aber dafür Vortheile ein, welche die kleinen„Mil- ngen" vollkommen aufwiegen. Räch dem Gesetzentwurf soll künftig die Beschwerde an c Aufsichtsbehörden in den Fällen beS z 7(Verbot oder flösimg von Vereinen),§ 10(Verbot oder Auflösung on Versammlungen),§ 14(Beschlagnahme von Druck- iften und Beschlagnahme der zu ihrer Herstellung benutzten latten und Formen),§ 16(Verbot von Geldsammlungen) Wegfall kommen. Die Beschwerde gegen das Verbot die Auflösung von Vereinen und das Verbot periodi- und nicht periodischer Druckschriften, wie die Beschlag- .me derselben und der zu ihrer Vervielfältigung dienenden io'rmen und Platten, wird der neu zu gestaltenden Reichs- ission überwiesen. Dagegen soll in allen übrigen Fällen der Beschwerde iS in den Einzelstaaten übliche Verfahren vor den Ver- ltungSgerichten oder den gewöhlichen Gerichten zur Gel- ig kommen. Damit ist nichts weiter gewonnen, als daß das Ver- ' ihren kostspieliger und weitschichtiger wird. Und da unsere j errt»� Berichte gezwungen werden, der Definition deS Begriffs x Ns.-was sozialdemokratische, sozialistische oder kommunistische —«f den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschafts- letV**' ffdnung gerichtete Bestrebungen, die in einer den öffent- j«5 jchcn Frieden, insbesondere die Eintracht der Bevölkerung� ��-�teffen gefährdenden Weise zu Tage treten," sind, näher zu �0„ so werden Entscheidungen zu Stande kommen, die Jjljjll icit über das hinausgehen, was die höheren Verwaltung� P eise""stanzen als solche Bestrebungen anerkannten. an istirt. Hose> Hole laiftv Stü» 6 50 M iifeknut oeebotnt] XcuiUctoii, [14 Germinnl. �Är L.-U (Iff � i Sozialer Roma« vo» Emile Zola. Zeaensta"�» Einzig autorifirte Uebersetzung vo« Ernst Zie gl er. Die Mägde betrachteten die Maheude und ihre Kinder dem oberflächlichen Mitleid und der mißtrauischen Neu- de von Dienstboten, denen es an nichts fehlt. Während Jungfer hinaufging, hatte die Köchin den Kuchen wieder den Tisch gestellt, und gaffte die Fremden an. Cäcilie fuhr fort: „Ich habe gerade noch zwei gute wollene Kleidchen und chelche», das wird die lieben Kinderchen warm halten." „Danke, Fräulein!" stotterte die Maheude,„Sie sind * sehr, sehr gut." 'raten Thränen in die Augen; jetzt zweifelte sie BPI"" milcht mehr, daß sie die fünf Franks bekommen werde, und ife dachte nur darüber nach, in welcher Form sie darum 'en solle, wenn man sie ihr nicht freiwillig anböte. DaS 'enmädchen kam nicht sogleich. ES entstand eine ver- « Pause. Die beiden Kinder, rechts und links an das l«id ihrer Mutter gedrückt, betrachteten unverwandt mit ..»jjJsPvvßen, lüsternen Augen de» Kuchen. kt„Sie haben nur diese beiden?" strrng trecke irI-de-' knL- «s*: Ü t, fragte Frau Gregoire, da« Schwergen zu brechen. „O, gnädig« Frau, ich habe sieben!" Thatsächlich kann ja unter den durch das Gesetz be- troffenen„Umsturzbestrebungen" jede noch so loyale Thätig- keit der Sozialdemokratie getroffen werden. Daß dies ge- geschehen kann, hat namentlich die Handhabung deS Gesetzes in den ersten Jahren der Dauer des Sozialistengesetzes be- wiesen, wo Hundertlei verboten, unterdrückt, nicht zuge- laffen wurde, was heute unbeanstandet zugelaffen wird. Der Richter kann keine milde Praxis und keinerlei Abweichung von dem einmal festgestellten Begriff zulaffen, ohne mit sich selbst in einer seine Autorität auf's Tiefste untergrabenden Weise in Konflikt zu kommen. Er wird sich also bemühen und bemühen müffen, die durch das Gesetz verbotenen Bestrebungen so scharf als möglich zu fixiren, und so wird daS Gesetz noch Härten erlangen, die selbst der Gesetzgeber nicht wollte. Wir erkennen also in dieser Ueberweisung gewisser Be- schwerden an die gewöhnlichen Gerichte oder Verwaltungs- gerichte in gar keiner Weise eine Milderung oder größere „Rechtsgarantie" an und haben weiter die Ueberzeugung, daß diese Art von Rechtsprechung auch sehr bald auf die gesammte Rechtsprechung der ordentlichen Gerichte in Sozia- listenprozeffen ihre böse Wirkung ausüben wird. Die sogenannte Reichskommission soll künftig aus zwölf statt aus neun Mitgliedern bestehen und zwar ausschließlich auS Mitgliedern der höchsten Gerichte und Verwaltungs- gerichte deS Reichs, die, mit Ausnahme des Vorsitzenden, den der Kaiser bestimmt, der Bundesrath wählt. Diese Kommission, deren Sitzungen geheime sind, entscheidet in der Be- setzung von sieben Mitgliedern. Bisher bestand die Kommission aus vier höheren Ver- waltungSbeamten und fünf Richtern und entschied in der Besetzung von fünf Mitgliedern, von welchen mindestens drei zu den richterlichen Mitgliedern gehören mußten. Welche größere„Rechtsgarantien" in der neugeplanten Zusammensetzung der ReichSkommisfion vorhanden sein sollen, vermögen wir ebenfalls nicht zu erkennen. Die höheren Verwaltungsbeamten, die bisher der Reichskommission ange- hörten, haben alle ohne Ausnahme juristische Examina be- standen. Sie standen also in Bezug auf die juristische Be- griffsfähigkeit hinter den Richtern in der Kommission kaum zurück. Nun kommt eS aber bei der Natur eines Ausnahme- gesetzeS weit mehr auf die politischen als auf die j u- r i st i f ch e n Momente an, die seine Handhabung bestim- men, und da die politischen Momente nach wie vor im Vordergrunde stehen, werden sie auch bei dem neuen Ge- richtShof die maßgebenden bleiben. Weit mehr Sicherheit für die verfolgte Partei als die juristische Bildung der Mitglieder der höchsten Beschwerde- kommission, gäbe derselben eine unabhängige Presse, welche die Entscheidungen der Beschwerdekommission rückhaltlos kri- tisirt. Da es aber eine solche Presse nahezu nicht mehr giebt, die sozialdemokratische Presse ausnahmegesetzlich gebunden ist, so sind die„RechtSgarantten", die man ihr gewährt, mehr als mager. Die„VolkS-Ztg." hat bereits mehrere Male mit Recht erinnert an die Äotivirung des UrtheilS der Reichs- kommission, welches der Chefpräsident des Oberlandesgerichts zu Königsberg in Sachen chres Verbots verfaßte, um davor Gregoire, der seine Zeitung wieder zur Hand genommen, fuhr entrüstet auf: „Sieben Kinder!" Aber warum so viele, du lieber Gott?" Die Maheude zuckte die Achseln und hob beide Hände, wie sich entschuldigend, empor: Was sollte man thun? daS kam ohne daß man e« wollte. Und dann, wenn sie groß werden, arbeiten sie ja doch und helfen Geld verdienen. Bei ihr zu Hause würde eS ganz gut ausgehen, wenn nur der alte Großvater nicht schon steif und zur Arbeit ungeschickt würde, und wenn wenigstens noch eines mehr von den Kin- dern helfen könnte. Aber leider sind nur zwei Söhne und eine Tochter alt genug, um in die Grube zufahren, und die Anderen müffen doch auch ernährt werden. „So arbeiten Sie also wohl schon lange in der Mine?" ftagte die Hausfrau. Ueber das blasse Gesicht der Maheude glitt ein stummes Lächeln: „O ja! O, mein Gott, ja! Ich bin bis zu meinem zwanzigsten Jahre eingefahren. Dann bekam ich das zweite Kind und der Doktor sagte, ich könne eS nicht mehr machen, weil mir die nasse Lust da unten die Knochen aus den Gelenken zog, glaube ich, hat er gesagt. Auch verheirathete ich mich damals und hatte genug Arbeit im Haus.... Aber auf der Seite von meinem Mann sind sie seit undenk lichen Zeiten dabei. Da« geht bi« zum Großvater vom Großvater hinauf, ganz im Anfang, al» man in Requillart den ersten Schacht abteufte." Gregoire ließ vo«.Neuem seine Zeitung fallen und de trachtete die bleiche Frau und die beiden Kinder mit dem farblosen Haare und den kümmerlich hungrigen Gestalten. zu warnen, auf die gewährten„Rechtsgarantien" irgendwie zu bauen. Der§ 11 des Gesetzes soll dahin abgeändert werden, daß das fernere Erscheinen einer periodischen Druckschrift verboten werden kann, sobald nach Erlaß des Verbotes einer einzelnen Nummer das Verbot einer weiteren Nummer erfolgte. DaS Verbot einer periodischen Druckschnft kann künftig also nicht sofort erfolgen, eS muß erst eine Art Verwarnung in Gestalt eines Verbots einer einzelnen Num. mer vorausgehen. Die sozialdemokratische Presse wird hier- durch auf das Niveau der r ussis ch en Presse empor- gehoben". In Rußland erhält eine Zeitung auch erst eine Verwarnung, bevor ihr der Lebensfaden abgeschnitten wird. Das ist allerdings ein„Fortschritt". Der Deliquent fühlt für eine Weile am Halse den Strick, bevor er ihm zu- gezogen wird. In der Praxis wird damit nichts geändert. Schon seit längerer Zeit sind immer erst einzelne Nummern einer Zeitung verboten worden, ehe man sie unterdrückte. Was bisher„milde Praxis" war, wird nunmehr„gesetzliche Milderung." Und darüber so �viel Geschrei. Die Aufhebung der§§ 22 und 25 des Sozialistengesetze«, welche der Bundesrath ebenfalls vorschlägt, hat, wie er selbst zugesteht, sehr wenig Bedeutung, sie seien selten in Anwendung gekommen. Unseres Wissens ist, vom§ 24 abgesehen, welcher ge- stattet, daß Personen,„welche es sich zum Geschäfte machen", die in§ 1 des Gesetzes erwähnten Bestrebungen zu fördern, oder welche auf Grund der Bestimmungen des Gesetzes rechtskräftig verurtheilt wurden, die Befugniß zur gewervS- mäßigen over nicht gewerbsmäßigen öffentlichen Verbreitung von Flugschriften, sowie der Handel mit denselben im Um- herziehen, entzogen werden kann, nur in Sachsen umfäng- licher Gebrauch gemacht worden und zwar namentlich in den ersten Jahren unter der Herrschaft des Gesetzes. Im übrigen ist es unseres Wissens nie vorgekommen, daß Gastwirthen, Schankwirthen, Buchdruckern, Buchhänd- lern, Leihbibliothekaren oder Inhabern von Lesekabineten wegen Verurtheilung auf Grund der ZK 17—20 des Ge- setze« mit der Unterfagung ihres Gewerbebetriebes bedacht worden wären. Die vorausgesetzten Verurtheilungen fehlten. Die Beschränkung des Aufenthaltes im Falle einer Ver- urtheilung auf Grund des Sozialistengesetzes— wie sie be- kanntlich den verstorbenen Reichstagsabgeordneten M. Kayser und den nach Amerika ausgewanderten Christensen traf— mußte ganz von selbst fallen, nachdem man das Gesetz verewigen will. Man kann doch nicht wegen einer Ge- fänanißstrafe von wenigen Monaten oder Wochen ihm auch noch die Ausweisung auf Lebenszeit zuerkennen. Unter- liegen doch selbst die schwersten Verbrecher der Aufenthalts- Beschränkung und der Polizeiaufsicht nur auf Zeit. Ueberdie« bestehen in Preußen wie in Sachsen und auch in einem Theil der andern Staaten gesetzliche Bestimmungen, wonach bestrafte Personen ausgewiesen werden können. Wir erinnern hier an den kürzlich vorgekommenen Fall JaniczewSki und besonders an die Handhabung der AuS« Weisungen auf Grund von Bestrafungen in Sachsen. Indem der Bundesrath die Bestimmungen der§ 22 Von Neuem schwiegen Alle; man hörte nur die Kohle brennen mit dem leisen Pfeifen und Summen der entströmenden Gase. DaS Zimmer schien dumpf und die Luft träge von behaglichem NichtSthun. WaS macht sie denn nur?" rief Cäcilie ungeduldig. Melanie geh' hinauf und sag' ihr, daS Packet liegt im Kasten links unten." Gregoire vollendete laut die Reflexion, welche er eben im Stillen gemacht. „DaS Leben ist schwer hier auf Erden, das ist leider wahr. Aber, meine liebe Frau, man muß zugeben, daß die Arbeiter auch nicht immer vernünftig sind: Statt em paar SouS beiseite zu legen, wie eS unsere Bauern thun, ver- trinken sie ihr Geld, machen Schulden und wissen nachher nicht, womit sie ihre Kinder ernähren sollen. Der gnädige Herr hat Recht," antwortete die Maheude ruhig"„nicht Alle gehen den rechten Weg; ich sag' eS ihnen oft genug! Ich selbst Hab eS, Gott fei Dank, gut getroffen: Mein Mann trinkt wenig, höchstens an großen Festtagen mag er ein Glas zu viel nehmen, sonst nicht. Und das ist sehr brav von ihm, denn vor unserer Verheirathung, du lieber Gott, da hat er wie ein Schwein gesoffen, daß ich mich so ausdrücke... Und doch sehen Sie, hilft es uns nicht vorwärts, daß mein Mann so mäßig ist, denn eS giebt Tage bei uns, wie heute zum Beispiel, da könnte Einer alle Schubladen im Hause umstürzen, ei würde nicht ein Liard herausfallen." Sie wollte ihn auf den Gedanken bringen, ihr die fünf Franks zu schenken, und fuhr mit ihrer matten Stimme fort, von der fatalen Schuld zu sprechen; wie sie im Anfange ganz klein gewesen, dann immer größer und größer geworden bis 25 Preis gab, that er etwas, was für ihn von gar feiner Bedeutung ist und was er auf anderem Wege bequemer und mit weniger Aufsehen erlangen kann. Der Belagerungszustands- Paragraph ist beibehalten und diese schneidigste Waffe", wie Graf Eulenburg fie einst nannte, ist sogar wesentlich verschärft worden. Vor wie nach kann der kleine Belagerungszustand in Bezirken verhängt werden, welche durch die Thätigkeit der Sozialdemokratie mit„ Gefahr für die öffentliche Sicherheit" bedroht sind. Was das heißt, wissen wir aus elfjähriger Praxis. Aber neu hinzugekommen ist, daß die Ausweisung der einmal ausgewiesenen Personen auch dann fortdauert, wenn der Be lagerungszustand aufgehoben wird, es sei denn, daß die Landespolizeibehörde die Rückkehr ausbrücklich gestatte. Daß diese nur denen gewährt wird, die., pater peccavi" fagen, wie das bisher auch schon geschah, denen aber nicht, die sich zu einer solchen Selbstdemüthigung nicht verstehen, ist selbstverständlich. Wir kennen unsere Pappenheimer zu gut, um uns darüber der geringsten Täuschung hinzugeben. Es ist also zu erwarten, daß künftig der Belagerungszustand hier und da wegfällt, schon um den jährlichen Rechenschaftsberichten, die den Herren sehr unbequem find, zu entgehen, aber die Ausgewiesenen bleiben ausgewiesen, man hat also seinen 3wed auf die bequemste Weise erreicht. Auch erleichtert die Bestimmung, daß einmal verfügte Ausnahmemaßregeln bis auf ausdrücklichen Widerruf bestehen bleiben, die Verhängung des kleinen Belagerungszustandes auf neue Gebiete. Man läßt denselben alsdann nur einige 3eit bestehen, weist alle unbequemen und unangenehmen Personen aus dem Bezirk heraus, und hebt ihn dann wieder auf. Die Ausweisung der Hinausgewiesenen bleibt giltig bis an ihr Lebensende. Man muß zugeben, diese Verschärfung ist mit anertennenswerthem Scharfsinn ausgedacht. Sie stellt sich jetzt aber auch unverhüllt als das dar, als was wir die Maßregel des kleinen Belagerungszustandes angesehen haben, als eine Maßregel zur möglich st empfindlichen Schädigung bestimmter Personen, denen man auf andere Weise für die Thätigkeit, die sie im Interesse ihrer Partei ausüben, nicht auf den Leib kann. Das ist eben die Anwendung humaner Grundsäße" in unserem modernen Staat. Wir verzichten auf die Kritik der Materie, durch welche dieses mit Rechtsgarantien" versehene und mit sogenannten Milderungen" bedachte Ausnahmegesez verewigt werden foll. Das wird im Reichstag in ausgiebigster Weise geschehen. Korrespondenzen. Bürid, 23. Oftober. Die legten Anarchisten- Ausweisungen haben hier zu Lande wenig Aufsehen erregt man bat fich an die Ausweisungen durch öftere Wiederholung bereits gewöhnt, was freilich etwas sehr rasch gegangen ist. Die Auswerfung wurde in der Hauptsache damit begründet, daß die drei Ausgewiesenen eifrige Mitglieder der anarchistischen Propaganda find und diese Motivirung genügte dem Schweizervolte. Es find einzig die vorwißigen" und vaterlandslosen" Sozialdemokraten, die daran Kritik üben. So fagt Fürfprech Ste d im Schweizerischen Sozialdemokrat":" Der Bundesrath hat drei deutsche Arbeiter als Anarchisten ausgewiesen, weil sie angeblich für die revolutionären Ideen der Anarchistenpartei in aufreizender Weise agitirt, zu diesem Zwede fich mit Gesinnungsgenoffen in und außerhalb der Schweiz in Verbindung gefeßt und Profelyten zu machen versucht haben." Hierin hat die eidgenössische Behörde nicht eine wirkliche Gefährdung der inneren oder äußeren Sicherheit der Schweiz, wie fie Art. 70 der Bundes- Verfaffung für Ausweisungen ver langt, gefunden Gott bewahre! so viel braucht es bei unserem heutigen Bundesrathe nicht sondern sie hat nur gefunden, daß diese Thätigkeit, geeignet" fei, unfere internationalen Beziehungen zu schädigen und die Ruhe des Landes zu stören." Das genügt; das Volk verlangt ja nicht emmal so viel, um aufzuräumen" mit den revolutionär gefinnten Fremden im Lande. Was gilt daneben die Bundesverfassung! Nun, wir sind das bald einmal gewöhnt und einen Rekurs dagegen giebt es ja nicht. Allein etwas möchten wir uns doch noch zu reklamiren erlauben. so daß sie sich heute nicht mehr zu helfen wissen. Eine Beit lang hatte man alle vierzehn Tage etwas abgezahlt; aber einmal blieben sie im Rückstande, und seit dem Tage war's vorbei. Sie hatten nie mehr das Versäumte einholen können, das Loch war immer weiter geworden; bis die Männer alle Freude und allen Muth zu einer Arbeit verloren, die ihnen nicht einmal so viel abwarf, daß sie ihre Schulden zahlen konnten. Jeßt war's aus, jest steckten sie über die Ohren drin bis an ihr Ende.... Ubrigens was das Trinken betrifft, muß man auch gerecht sein: die Kohlenarbeiter brauchen ihr Glas Bier, um den Staub hinunter zu spülen; damit fangen sie an, und wenn dann Widerwärtigkeiten im Hause dazwischen kommen, bleiben sie im Wirthshause figen und gehen nicht wieder hinaus.. Und dann... ohne daß man Jemanden anklagen will... vielleicht mögen die Grubenleute doch wohl nicht genug verdienen?! Ich glaubte," sagte Frau Gregoire, die Kompagnie gebe ihnen Wohnung und Heizung? Die Maheude warf einen Seitenblick auf das schöne Kohlenfeuer im Kamin: Sa man giebt uns Kohle, nicht sehr gute, aber sie brennt doch. . Miethe zahlen wir sechs Frants monatlich; das sieht wenig aus, aber doch kommen Tage, wo es Einem sehr fauer wird So heute zum Beispiel: Ja wenn man mich in Stücke schnitte, ich brächte nicht zwei Sous zus fammen; wo nichts ist, da ist nichts!" volt habe ein Recht darauf, in Bezug auf die Begründung Freilich hatte es auch da an Rednern nicht gefehlt, Wir sind nicht so anmaßend, zu behaupten, das Schweizer- lichen Ursachen der Nothlage des Volkes näher fertigt angesehe volt habe ein Recht darauf, in Bezug auf die Begründung von Ausweisungen etwas mehr zu erfahren, als nur allgemeine ihrer Oberflächlichkeit die Verschuldung dem tann. Behauptungen, nämlich die Thatsache, auf welche fich die- zuschrieben." felben ftüßen; allein wir finden, dem Bundesrathe selber dürfte es am Herzen liegen, dem Volfe gehörige Rechenschaft über folche immerhin für ein freies Land gebäffige Gewaltmaßregeln zu geben. Wenigfiens wenn wir an seiner Stelle wären, so Es ist jeb Sozialistengefeße Böckel gegen ag Abend in m folgendes au ein Ende nehme Conhalle erlebt ziale Partei m hätten wir das Gefühl, nicht nur hier, sondern überall, uns fo Politische Ueber! Lebhaftes& zu verhalten, daß das Bolt seiner fortdauernden Oberherr fchaft bewußt sein könnte und wir nicht in den Verdacht tämen, mehr sein zu wollen als seine obersten Beamten. Doch wir find eben Domokraten, der Bundesrath aber gehört zu den Freifinnigen und das ist heute zweierlei, faft wie Feuer und Waffer. Unb dem Volte selber ist die demokratische Gesinnung in seiner Mehrheit vor der Kriegsgefahr längst vergangen. Also nur weiter in der Erziehung für eine folibere Staateform als fie die demokratische bietet! Küff' die Hand, gnä Herr" sagt der Desterreicher. Deutscher handelte, dann würde es wohl an einer eingehenden Ja, wenn es sich um die Ausweisung reichstreuer Deutscher handelte, dann würde es wohl an einer eingehenden thatsächlichen Begründung so wenig fehlen, wie im Wohlgemuthfall. Aber so- Anarchisten, hinter denen keine Macht steht -pah, wer frägt danach! In der Affaire des Anarchisten- Manifeftes wird dem Bundesgerichte( Anflagekammer) in Lausanne beantragt: es feien in Anklagezustand zu verfeßen und den Bundesaffifen zu überweisen: Nicolet, Albert von Ferriere ( Bern), wohnhaft in Cheaux- de- Fonds; Darbelay, Felix Nitlaus, von Liddes( Wallis), in Lausanne; Hänzi. Fer dinand, von Günsberg( Solothurn), in Basel, und zwar N- colet als Urheber des Manifeftes, geftüßt auf Art. 45 und 46 bes Bundesstrafrechtes, und die beiden anderen als Gehilfen im Sinne von Art. 21 des gleichen Strafgeleges. " Das eidgenössische Budget für 1890 meist bei einem Bedarf von 75,8 Mill. Fr. ein Defizit von 4 Mill. Frants auf. Da wird es wohl ans Monopolisiren gehen, meint der Grütlianer". Das dürfte so kommen. Aber aus anderen, als finanziellen Gründen wird man in der Schweiz an die Monopolifirung gehen. So verlangen ieht die 3 in dbustrie durch den Staat als rettende That, weil sie nicht mehr hölzchenfabrikanten die Monopolifirung ihrer In weiter produziren zu können vorgeben. Der Staat soll ihnen ihre Fabriken ablösen. Ob das so schnell gehen wird, ist freilich eine andere Frage. Einen für eine Fabrikanten- Vereinigung etwas feltfamen, aber darum nicht minder beachtenswerthen Beschluß faßte der schweizerische Schalenmacherverband. Er beschloß nämlich, teine Arbeiter zu beschäftigen, welche nicht dem Arbeitersyndikate( Gewerkschaft) angehören, das lektere aber auch darum anzugehen, feine Mitglieder zu verpflichten, bei feinem Fabrikanten zu arbeiten, welcher dem Meister verbande nicht angehöre. Das sind weiße Raben! Ueber die Lage des schweizerischen Bauernstandbes Rantons Basellanb ein sehr lebrreiches Bilo. Der Bericht lautet: Der Sozialdemokratische Antrag( Bebelicht, wer todt auf Befeitigung der Lebensmittelsölle lautet wöitli hat gar einen Gefeßentwurf, betreffend die Abänderung des Zukunft gehör gefeßes vom 15. Juli 1879.§ 1. Der Bolltarif wils: Man will stehender Weise abgeändert: mit dem alt 1) Ja Nr. 9, Getreide und andere Erzeugnisse Beifall.) Vor baues, tritt an die Stelle der Bofitionen a bisi hüten. Das Faffung: a. Getreide, auch gemalzt, und Hülsenfrü einige mehr ve 2) In Nr. 25 Material- und Spezerei-, aud das Bünglein waaren und andere Konsumtibilien erhalten die Boa anderer Parteie 25g 1 und 2, 25k, 25q 2 folgende Fassung: f. stehen. Unsere fünstliche, frei. g. 1) Fleisch, ausgeschlachtetes, traten und Fre zubereitetes; Geflügel und Wild aller Art, nicht leben unter stürmis extrakt, Tafelbouillon, frei. g. 2) Fiche, nicht an unferen Hohenz nannt, frei. k. Häringe, gefalzene, frei. q. 2) Müfreißnnige s aus Getreide und Hülsenfrüchten, nämlich: aeschroten end der schälte Körner. Graupe, Gries, Grüße, Mehl, ted. Thiele, Backwerk( Bäckerwaare) frei. ich a albemokraten au 3) In Nr. 26h Del, anderweit nicht genannt, och der Kreis fi erhält die Position h folgende Fassung: h. Sanige Entdeckun Schweinen und Gänsen, Stearin frei. menzahl von 3 4) In Nr. 37 erhält die Position b folgende die sie zum gro b. Eier von Geflügel frei. wie wir scho 5) In Nr. 39 Vieh tritt an die Stelle der n dadurch erhie bis k folgende Fassung: Lebendes Zug- und Schla aliften steckie, d. Art frei. te. Als 1887 t §2. Dieses Gesetz tritt am 1. April 1890 in ten, wagte jeb Dieser Antrag ist von den Sozialdemokraten Men. Wie dreift die Berechtig tags und( da diese zur Stellung emes Antrags Biffer nicht befißen) außerdem von den freifinnipaftellen, abfprech ordneten Schmidt- Elberfeld, Langerhans," Munde mer 125 der fri ba: Von der gestellt. Das neue Sozialistengeseh, so schreibt die ein Freifinniger, enthält im Vergleich mit dem bisherigen Sozialisten wurde, den a schlimmerungen, Verbesserungen und indifferente Anlauf über und bei den Verb sferungen erkennt man einigelaldemokraten früheren Windthorft fchen Milderungsanträgen mi er absolut während diese vom Zentrum einmüthig vertretenen tell bruder anträge durch allmälige Abbrödelung das So didatur ve endlich besei igen und wieder auf den Boden de er wohlweislic erselben N Rechts überführen wollten, soll das obige Geſchizer Freiſinni bewilligt werden, es solle nicht wieder abgef lich) bei der S dürfen, bis auch die Regierung das will, während hl überhau dem Kartel alle paar Jahre um die Verlängerung nachsuchen der Reichstag fie verweigern fann, wenn die R tsch freifinn feine Gefeß nicht richtig, zum Beispiel auch auf andere ialisten Kandida die Sozialisten, angewandt hat. Hat die Regie Rücücht nicht mehr zu nehmen, so fann fie bet ba nächſten Wahle artigen Bestimmung des Begriffes im ersten Barutschfreifinn" mi bestehenden Gesetzes und diese Bestimmung fol rängen wird. bestehenden Gefeßes auch andere Parteien treffen, und fann auch die die n werden, den treffenden Maßregeln genau nach ihrer Auffassung talistischen Proi Da lregt große Gefahr!" eift die obige zener Kreis ist eiterblatt eingefi Angesichts d Reichshaushalts: Die aufgehobenen Paragraphen in Sozial stengefek gegen Personen, welche sich die Der Landrath hat in feiner jüngsten Sigung auf Antrag des Herrn St. Gschwind von Oberwil den Regierungsrath beauftragt, über den wirthschaftlichen Stand unserer Bevölferung, namentlich über den Stand der Verschuldung unseres Grund und Bodens eine Enquete anzustellen und beförderlichst dem hiesigen Landrathe darüber Bericht zu erstatten." HerGschwind war von der Erwägung ausgegangen, 1) daß die Verschuldung Agitation zum Geschäft machen, sind niemals pra unseres Grund und Bodens in längeren Zeiträumen in auffallender Weise zunimmt, ohne daß sich ber effektive Ertragswerth fteigert; 2) daß die Anzahl der Konturfe und Falliterklärungen in längeren Zeiträumen ebenfalls entsp echend wachsen; 3) daß die Armeniaften in einzelnen Gemeinden unerschwingliche geworden sind; 4) daß in folgenden vorftehenden Uebelständen die Berschiebung der in der Urproduktion beschäftigten Elemente nach den Industriezentren hin, 1. B. Basel und Vororten, eine unabweisliche geworden ist; wendet worden. Die Kreuzzeitung" beruft fich den Fall des mehrfach ausgewiesenen Baumei Militärbewilligu Reß er aber ist aus verschiedenen Orten ausgewiesen Grund eines Ausweisungsparagraphen des geme wies biefer Tad Des hin: Währe nicht des Sozialistengeteges. derselben mit Worn das Sozialistengeseh schließlich zu 5 insgesammt f ift. Am 3. September follie in Soiau.-. im det haben, werd Heren Bettig 8um Rautenfrang" eine öffentliche ition 2807,8 M fammlung mit der Tagesordnung: Die Arbeit uns also das 5) daß wir aber in unserem Kanton teine Einrichtung befizen, Wahlen" stattfinden. Am Vormittag des genann eigentlich schon die uns in flarer Weise über die thatsächliche Verschuldung Rechenschaft giebt, und 6) endlich, daß zur 3- it unsere Regierung mit gefeßgeberischen wie mit anderen Arbeiten nicht überhäuft ift." Herr Nat. Nath Rosenmund, welcher sich mit dem Antrag einverstanden erklärte, theilte mit: vor 10 Jahren feien auf der Kantonalbank 12 Millionen Hypothefarschulden gelegen, jegt 21-22 Millionen, ebenso viel auf der Hypothekenbank und dazu noch ein großer Theil auf andern Banten, ohne daß doch die Gebäudezunahme eine entsprechende genannt werden könne; es merde jegt die Gesammtverschuldung des Kantons fich auf ungefähr 100 Millionen belaufen. Diefer an und für fich eigentlich selbstverständliche Beschluß ehrt den Landrath von Baselland, da man sonst in den gefeßgebenden Räthen nichts weniger als geneigt ist, auf die wuk erhielt der Einberufer folgendes Verbot zugestellt: lenbild, wenn Anzeige vom 1. d. M. erhalten Sie hierdurch zum en bewilligten daß wir zur Abhaltung einer öffentlichen Volksve und die einm für heute Abend im Rautenfranze" wegen Enilegt. Da ergiebt Lofals die polizeiliche Erlaubniß nicht ertheilen Polizeiverra una, Rausch." Auf die bei der fglen durchaus zu Frankfurt a. D. von Seiten des Einberufers einn für Kriegsz fchwerde erhielt derfelbe am 21. Oftober d. 3. fo einem Reichst burtstage des Ausnahmegesezes folgenden Befchleau gehalten Beschwerde vom 17. September d. J. über das dundefähr gerade f tige Polizeiverwaltung erfolgte Verbot der von Ihnen Millionen bet 3. September angemeldete Volksversammlung weife stag dagegen h begründet zurück, da das auf Grund des§ 9, Abtarzwecke fort Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen zialdemokratie vom 21. Oftober 1878 erfolgte Verbot „ Mit solchen Anschauungen, meine brave Frau", Aus Kunst und Leb fagte er warm, ist man stärker als alles Ungemach." Honorine und Melanie brachten das Packet. Cäcilie öffnete es, nahm daraus zwei Kleider, dann Tücher, Strümpfe und Handschuhe. Das wird den lieben Kleinen sehr gut passen, meinte sie, ließ Alles rasch von den Mägden einpacken, denn die Mufiflehrerin war eben angekommen, gab der Frau das Päckchen und schob sie zur Thüre. Wir haben kein Geld," stotterte die Maheude, wenn Sie uns vielleicht mit fünf Franks. Die Worte blieben ihr in der Kehle steden, denn die Maheus waren stolz und hatten noch nie gebettelt. Eigenthümer ringt seine Mu Familie, wäl enräume oblieg Die Amerikaner, welche eine Expeditechlossen werd ane Luft ungehi de meist so angenehme ist links ect fich bis Babylon ausgesandt haben, um dort Ausgrabungen haben allen Grund, sich Glück zu wünschen wegea ihrer ersten Campagne. Sie haben in Nipper, Nipur, einem Mittelpunkt der früb- chaldäischen Spaten eingefeßt und den großen Baltempel dort schließt dort i Rall 3000 pedt zugleich, b Wahrend man früher annahm, daß dieser gezen von Ur- Ban, König von Ur, erbaut sei, stellt fich au verbergen; daß dieser König den Tempel nur wieder hergeftelle von Stühle handene Ziegelstempel führen bis auf Naram- Sin auf die Heilt Hull ige der lettere von Sargon I.( 3750 v. Chr.). Im Laufe der ftieß man auf die Tempe bibliothet. Mehr als 2eau alltägliche Cäcilie blickte ängstlich zu ihrem Vater hinüber, doch tafeln wurden gefunden, leider manche in zerbroft ist folgende dieser antwortete mit Würde: Nein, das ist nicht unsere Gewohnheit, wir können nicht." Seine Tochter, bewegt von dem trostlosen Gesicht der armen Frau, wollte wenigstens den Kindern etwas Gutes thun, die immer noch unverwandt den Kuchen betrachteten; sie schnitt zwei Stüde ab und gab sie ihnen: ,, Das ist für Euch." ftande, von 2000 v. Chr. bis zu Artaxerres Longiman gehend. Unter ihnen werden religiöse Hymnen, Baub Rön ihren zwei Au eines, der P htung fchenft aftronomische Schriften, Gesellschaftsverträge, historische Arbeiten und grammatische oder legila Seite des La gefunden. Bald sollen die Ausgrabungen von Neuem nder Porzellan Das Apothekerwesen der Chinesen ist ein, sowie das C fulturhistorisches Merkmal für das Reich der Mitte anderem glä dem haben ote Forscher und Touristen demselben welcher der N Dann, fie ihnen noch einmal aus den Händen nehmend, Aufmertiamfeit gewidmet; fie nahmen fich nicht de Ecke der Ap ließ fie fich eine alte 3eitung geben, wickelte die Stückchen da hinein und sagte: So, Ihr müßt schön mit Euren Geschwistern theilen!" ibmeter Altar a einen Blid in jene pharmazeutischen Wertitätten ben, und eine richtiger Führung das Wohl und Wehe Taufender zu werfen, weil dergleichen Dinge zu abseits von Benen ist dara Die alten Leute sahen Cäcilien gerührt zu; fie leitete ftudien lagen, oder ihnen auch einer eingehenden en auch bunte nicht werth schienen. Um so werthvoller ist eine Mitglied der franzöfifchen Mission in zur Ga the und Kleid Herr und Frau Gregoire streckten sich in ihren Lehn- kein Brot mehr im Hause hatte, in den erfrorenen Fingern welche der französische Arzt Dr. Doan, ber laterbliebenen in Stühlen und schwiegen, denn die Erzählung von so viel Noth fing an, sie zu langweilen. Die Maheude fürchtete, fie verletzt zu haben, und setzte in ihrer graden schlichten Nedeweise hinzu • Ich sag' das nicht, um mich zu beklagen! Man muß die Dinge nehmen, wie sie nun einmal liegen, umsomehr, als man ja doch nichts ändert, wenn man sich dagegen auflehnt. Das Beste ist und bleibt gnädiger Herr und gnädige Frau, wenn man schaut, sich auf dem Fled, wo uns der liebe Gott hingefeht hat ehrlich durch zubringen." Gregoire war ganz ihrer Meinung respektvoll seinen Kuchen haltend. Die Maheude zog ihre Kinder den Weg entlang; fie sah nicht mehr die weiten wüsten Felder, nicht mehr den Schmus, nicht mehr den blaffen Himmel, der sich vor ihren schwindelnden Augen drehte. Als sie durch Montfou fam, trat sie, zum Aeußersten entschlossen, bei Maigrat ein und bat ihn so viel und so lange, bis er ihr endlich Brot und andere Lebensmittel gab und selbst die fünf Franks, denn er verlieh auch Geld. Sie solle ihre Tochter schiden, um die Sachen zu holen, sagte er. Sie verstand! Aber man wird schon sehen, dachte fie, Katharina wird sich wohl zu vertheidigen wiffen! ( Fortsetzung folgt.) von Chira gen itvolle Fürsorg Eigenthümer an seinen Bater gegeben hat. Ueber die Behaufun dem chinesischen Apothekerwesen in eine reift so ziemlid professionelle Braris des Apothefers theilt Dr. Joan Be derselben fi im Erdgeschoffe an der Straßenfront, ein rüdwärts fie sodann mit: Die Räumlichkeiten feines Hauses umfaffen eine allen Rezepte werd fultationen a be zum Pulve iren nahezu oratoriums. und eine Terraffe unter freiem Himmel. Das nad ehsches Labor legene Magazm dient als Laboratorium. Die mitt. Einige g verbundene Gallerie, sowie diese selbst, ist mit Gallerie befinden sich noch zwei kleinere Räume zu gleichen sie dienen zugleich den Gehilfen als Schlafstelle. Auf be Terraffe werden Kräuter, Wurzeln 2c. an der Sonne in der Heilkunde gebräuchlichen Substanzen angefüllt Boltes näher nicht gefehlt g dem berli bes tfertigt angesehen werden kann. J. V.:( Name unleserEs ist jedenfalls neu, daß ein Verbot auf Grund Sozialistengefeßes wegen Entlegenheit des Lokals" ertann. " Böckel gegen Stöcker. Abg. Dr. Böckel führte am ig Abend in einer antisemitischen Versammlung unter m folgendes aus: Daß es mit Hofprediger Stöder einein Ende nehmen werde, wie mir es vor furzer Zeit in Conhalle erlebt haben, sagte ich schon vor Jahren voraus. oo! Lebhaftes Händeflatschen.) Man fagt nun, die chrift ziale Partei wird wieder ins Leben treten. Ich glaube ag( Bebelicht, wer todt ist, der steht nicht wieder auf, und diese autet wörtli hat gar einen Selbstmord auf offener Bühne begangen. inderung Zukunft gehöre der neuen antisemitischen Volkspartei Bolltarif wils: Man will uns jezt für das Kartell haben; wir aber mit dem alten Plunder nichts mehr zu thun."( Lebe Erzeugnisse Beifall.) Vor Blamagen müssen wir uns als junge ionen a bisi hüten. Das Kartell wird 10-11 Size- und vielleicht id Hülsenfrü einige mehr verlieren; gewinnen wir nur 6-7, so bilden bezerei, aud das Bünglein der Wage. Allen Lockungen des Kartells alten die Bolanderer Parteien müssen wir fühl bis ans Herz gegenaffung: f. stehen. Unsere Parteigenossen aber mögen gegen Sozialhlachtetes, traten und Freifinnige stimmen. Schließlich ertlärte Herr rt, nicht leben I unter stürmischem Beifall, daß die antisemitische Partei the, nicht an unseren Hohenzollerthron" fämpfen werde. " Seine erste That war, dieselben plöglich von 419 auf 450 Millionen erhöhen zu helfen und er scheidet mit der Aussicht, diesen Poften bei einigem guten Willen, der ihm ja nie fehlte, auf 474 Millionen zu bringen, wie der neue Etat vorschlägt, also nahezu auf eine halbe Milliarde. Das ist aber immer noch nichts gegen die Zunahme der einmaligen und außerordentlichen Heeresausgaben, welche wir dem Angstprodukt von Boltsvertretung feit 1887 verdanken. Um 40-50 Millionen brehte fich 1881/82 bis 1884/85 jährlich die Summe der bezeich neten Posten. Wahrhaft kleinlich sehen diese Summen aus gegen die jährlichen Bewilligungen der letzten Periode. Unter 200 Millionen geht es kaum in einem Jahre und das Ergebniß wird sein, daß seit den Angstmahlen für einmalige und außer ordentliche Heeresausgaben praeter propter 944 Millionen, also rund eine Milliarde, gegen nur 177 Millionen in der vorhergehenden Periode, bewilligt find. Während früher die einmaligen und außerordentlichen Militärausgaben naturgemäß hinter den fortdauernden weit zurückblieben, kommen sie denfelben jetzt stellenweise beinahe gleich. Die Nuzanwendung dieser Statistit tann fich jeder Denkende selber machen. Wir lejen im Braunschw. Unterh.": Der Klempner, über den wir vor einiger Zeit berichteten, daß er wegen seiner politisch anrüchigen Vergangenheit vom Fachverein der Klempner zurückgewiesen wurde, heißt nicht Leopold Weiß, sondern Theodor Weiß und ist aus Dresden. Strafandrohung fehle, um ihn zu einem amtlichen zu machen, wiedergegeben, fährt es fort: " Doch auch ohne solche wird der Aufruf" auf jenen vollen Gehorsam zu rechnen haben, den die Sozialdemokraten infolge der straffen Parteidisziplin ihren Führern und deren Beauftragten gegenüber jeder Zeit bethätigen. Bebel ordnet in dem erwähnten Aufruf eine Enquete über das in verschiedenen Fabriken übliche Kantinenwesen an und fordert im Namen ber fozialdemokratischen Fraktion des Reichstages" die deutschen Arbeiter ohne Unterschied der Parteistellung zu gewissenhafter und streng wahrheitsgetreuer Beantwortung von 19 verschiede nen Fragen auf, um einen genauen Ueberblick über diefe Zu stände zu erlangen und eventuell weitere gefeßliche Maßnahmen anregen zu fönnen." Die Fragen beziehen sich selbstverständ lich zunächst auf die Namhaftmachung des betreffenden Be triebes, der Leiter der Kantinen und anderer Personalien; dann aber berühren sie auch die internen Angelegenheiten und wollen u. a. miffen, ob die Kantinen Ueberschüsse abwerfen und was mit diesen gefchieht, wie viel Gehalt der Bermalter bezieht und wie viel Pacht er zahlt. Ferner wird gefragt, ob den Arbeitern ein Kontrolrecht auf die Gestaltung ob den Arbeitern der Waarenpreise zufteht, ob ein 3wang, in diesen Kan tinen zu verkehren, besteht, ob die Entnahme der Waaren gegen baar oder durch Marken geschieht. Daß mit dieser Enquete" ein reeller 3med verbunden sei, daß es fich wirklich darum handle, weitere gefeßliche Maß nahmen anzuregen", wird nicht angenommen werden dürfen. Es handelt sich auch hier wieder nur darum, Agitationsstoff zusammenzutragen, die Arbeiter an einen„ amtlichen Verkehr mit Herrn Bebel und dessen Auskunftsbureau" zu gewöhnen und die Organisation immer mehr zu vervollkommnen. Daß auch in diesem Aufruf der stete. 3 ved der Sozialdemokraten, der alle ihre Reden und alle ihre Schriften beeinflußt, ber 3med, neue Anhänger zu werben, nicht aus den Augen ge laffen ist, beweift der Saz welcher sich an die deutschen Ar beiter ohne Unterschied der Parteistellung" wendet. Man will die Arbeiter zu dem Glauben verführen, daß ihre Intereffen nur von den Sozialdemokraten richtig vertreten werden, daher in dem vorliegenden Falle auch das Versprechen einer pofitiven gefeggeberischen Leitung. Die Arbeiter aber mögen die Ver führer von fich weisen und bedenken, daß befonders der Um fturspartei gegenüber das Sprichwort am Plage ist, welches warnend zuruft: Hat dich der Böse erst an einem Haar, fo hat er dich bald ganz!" Polizeiliche Uebergriffe. Wir lesen in der Freis. 3tg.": Einen ganz unglaublichen Fall der Anwendung polizeilicher Machtbefugniffe berichtet der Niederbarnimer Anzeiger" aus Ertner bei Berlin. Dort sollte im Eichenhof eine Vorstandsfigung des deutschfreisinnigen Vereins in Erkner statifinden. Sturz nach dem dem Verwalter des Lokals, Herrn Müller, die bezügliche Anmeldung gemacht worden war, ertheilte der Ortsvorsteher demselben den Befehl, das Lotal sofort zu schließen. Dieser fügte fich zunächst, rief aber alsbald den Befizer, Herrn Körner, aus Berlin herbei, welcher sogleich den Eichenhof wieder öffnete und ihn bem freisinnigen Verein zur Verfügung ftellte.( Herr Rörner selbst ist tonservativ.) So lange der Be fizer in Ertner war, enthielt sich der Amtsvorsteher auch jeder Behelligung. Nach feiner Abreise aber erschien der Amtsvorsteher im Lokal in Begleitung des Gendarmen und Amtsdieners und wiederholte seine frühere Aufforderung mit der Androhung, wenn bis zu einer bestimmten Stunde das Lotal nicht gefchloffen sei, werde er die Thür mit Latten ver nageln, verfiegeln und den Schlüffel abziehen laffen. Diesmal weigerte sich jedoch auch der Verwalter des Eichenhof"; er rief nochmals den Befizer herbei, und als der Amtsvorsteher wieder erschien, wies ihn Herr Körner so energisch zurück, daß sich der Herr Amtsvorsteher schleunigft entfernte. Uns ist diese ganze Gefchichte, welche wir dem„ Niederbarnimer Anzeiger" entnehmen, völlig unverständlich." q. 2) Freifinnige Konsequenz. Gelegentlich einer Rede ich: aefchrotend der ich az- Wurzener Reichstagswahl äußerte be, Mehl, ted. Thiele, daß es ein unbilliges Verlangen sei, daß die aldemokraten auf mehr Stimmen ihrerseits verpicht seien, cht genannt, och der Kreis für sie ganz aussichtslos wäre. Diese fühne ung: h. Snige Entdeckung wurde jedoch erst gemacht, nach dem ihre menzahl von 337 im Jahre 1887 auf 4722 1889 gestiegen on b folgende die sie zum großen Theile dem Kartell abgetrieben hatten wie wir schon früher mitgetheilt auch aus ArbeiterStelle der n dadurch erhielten, daß der Freifinn sich in die Haut der - und Schla aliften steckte, d. h. eben deren Forderungen zu den feinigen te. Als 1887 die Sozialisten 3832 Stimmen auf sich verpril 1890 in ten, wagte jedoch Niemand eine derartige Bemerkung zu Idemokraten Wen. Wie dreist nun die sächsischen Freifinnigen den Soziadie Berechtigung, auch in anderen Kreisen Kandidaten s Antrags en freifinnaftellen, absprechen, beweist folgender Sag, dem wir der ns, Mundel mer 125 der freisinnigen Wurzener 3tg. entnehmen. Es ba: Von denjenigen Reisen, wie in Schneeberg- Stadt, chreibt die ein Freifinniger, der erst vier Tage vor der Wahl aufgeen Sozialisten wurde, den alteingefeffenen Herrn v. Trebra auf den differente e Anlauf über den Haufen geworfen hätte, wenn die man einigestaldemokraten dort auf die querköpfige Aufstellung anträgen wider abfolut aussichtslofen und nur bem vertretenen tell bruder zum Siege verhelfenden Zähl 8 bas So didatur verzichtet hätten, schweigen jene KartellUnd gelegentlich der Niederlage der en Boden der wohlweislich. nniger Freifinnigen schreibt dasselbe Organ und zwar Obige Geseb erfelben Nummer: Wenn fie fich( die Freifinnigen eder abgef lich) bei der Aussichtslosigkeit ihrer Kandidaten an der vill, währen hl überhaupt betheiligten, so geschah es, bem Kartell zu zeigen, daß auch in Chemnik der nachfuchen enn die R tsch freifinn feineswegs erstorben ist." Und überall, wo die uf andere ialisten Kandidaten aufstellen, wollen sie eben auch nur bedie Regie en, daß diese Partei nicht nur ausgestorben ist, sondern bei in fie bei de nächsten Wahlen nicht nur das Kartell sondern auch den erften Pare utsch freisinn" mit Sang und Klang aus sehr vielen Kreisen immung Pa foll auch die die angen wird. Worüber die Arbeiter keine Thräne verheu in 學 n werden, denn beide Parteien als Vertreter unserer Auffaffung taliftischen Produktion find nur falsche Propheten, das eift bie obige freifinnige Konfequenz. Im Dschap zener Kreis ist seit der leßten Wahl der Wähler" als e fich die eiterblatt eingeführt. niemals Angesichts der neuen militärischen Forderungen pra Seruft fich Reichshaushaltsplane für 1890/91 liegt ein Rückblick auf Baumei Militärbewilligungen des Kartellreichstages und ein Verusgewiefen derselben mit denjenigen seines Vorgängers sehr nahe. wies diefer Tage die Dem. Korr" ganz richtig auf fol Des hin: Während wir in dem Abschnitt von 1881/82 auf des M.-L. gemein " Wie die Freifinnigen doch jammern können, wenn es ihnen an die eigene geehrte Haut geht. In Dresden ist ein eigenthümlicher Bontott im Gange. Derselbe richtet sich gegen einen Brezelbäder. Dieser hat fürzlich einen Sammler von Fragebogen über die veranstaltete Bäckerenquete mit groben Beschimpfungen aus seinem Lokal gewiesen und nun wird über die Verkäufer seiner Brezeln, die den Namen des Bäckers an den Körben tragen müssen, der Boykott verhängt. Zur Abwechselung hat die Amtshauptmannschaft Dresden links der Elbe zwei Versammlungen, die in Döhlen bei Dresden stattfinden sollten, auf Grund§ 9 des Sozialistengefezes verboten. Die Leipziger Polizei hingegen verbot einen Verein der Töpfergehilfen als Fortsetzung des früher aufgelösten Fachvereins der Töpfer. Glaubte die Polizei ernsthaft an diese Fortfeßung", so mußte fie die betreffenden Personen wegen Vergebens gegen§ 17 des Sozialistengefeßes aerichtlich belangen lassen. Das läßt sie aber schön bleiben Eine Verurtheilung wäre unmöglich. So zieht sie die Auflösung vor, überzeugt, daß fie mit ihren Gründen" stets den vollen Beifall der oberen Aufsichtsbehörde findet. eßlich 5 insgesammt für militärische Zwecke 1844,7 Mill. aufge- erfreuen und deren Auslassungen über die verschiedensten det haben, werden die legten vier Jahre für die gleiche e öffentliche ition 2807,8 Millionen verschlingen. Nahezu eine Milliarde Die Arbeit uns also das Angstprodukt vom 21. Februar 1887. Das des genann eigentlich schon genug. Noch unterrichtender wird aber das -t zugeftellt: lenbild, wenn man die von den betreffenden Volksvertre hen Volksve und die einmaligen sowie außerordentlichen andererseits ierdurch zum en bewilligten Militärausgaben in die fortdauernden einer egen Entlegt. Da ergiebt sich nämlich, daß von 1881/82 auf 1884/85 einem Reichstage, der, wie schon betont, in Militärertheilen bei der fglen durchaus nicht knauferte, die fortdauernden Ausberufers einn für Kriegszwecke( Heer, Marine, Militär-, MarineInvalidenpenfionen) auf einem ziemlich gleichmäßigen ber d. J. fon Der von Ihne enden Beschereau gehalten wurden, so daß sie am Ende der Periode millionen befrugt, wie au Anfang berselben, nämlich lung weife stag dagegen hat bereits die fortdauernden Ausgaben für Beftrebungen Folgte Verbot Leb Das ging tarzwecke fortwährend und unbekümmert steigen lassen. Eigenthümer selbst wohnt nicht in diesem Hause, sondern ringt seine Mußestunden außerhalb der Stadt im Kreise Familie, während den Gehilfen die Ueberwachung der enräume obliegt. Das Eingangsthor zum Laden, obzwar eschlossen werden kann, ist sehr hoch und weit, so daß die e Luft ungehindert hereinströmen fann. Ueberdies sind die den meist so schmal, daß in denselben zu der TagesExpeditio sgrabungen en wegen n Nipper, aldäischen de Rall angenehme Kühle und Schatten herrscht. Der Ladenist links und rechts vom Eingange angebracht, ect fich bis zum rückwärtigen Ende des Ladens tempel bortfchließt bort im rechten Winkel ab. Dieses Arrangement fer gegen ftellt fidh 3000 pect zugleich, die Thätigkeit der Gehilfen vor dem Publizu verbergen; für lezteres ist im offenen Ladenraume eine er hergeftelle von Stühlen aufgestellt. Die Wände schmücken Plakate Naram- Sin, auf die Heilkunde bezügliche Sinnsprüche. Es giebt nur Caufe der Mehr als 200 e in zerbroch es Longiman ymnen, Baube erträge, Ro ober lerital ige der lekteren, die hinsichtlich ihres Inhalts über dem eau alltäglicher Reklame stehen. Eine sehr beliebte Inft ist folgende: Dem Apotheker, welcher Drogen einkauft, ihren zwei Augen; für den Doktor, der sie anwendet, geeines, der Patient aber soll blind sein." Ganz besondere chtung schenkt der Chinese der dem Eingang gegenüber liegenSeite des Ladens. Hier stehen in geordneten Reihen über von Neuem nder Porzellantöpfe, dazwischen sorgfältig bezeichnete Schubefen ift ein n, sowie das Ganze frönend, eine achteckige Urne aus Binn eich der Mit anderem glänzenden Metall, darüber noch eine Kranzleifte, demfelben welcher der Name des Eigenthümers geschrieben steht. In fich nicht be Ecke der Apotheke ist ein den Vorfahren des Inhabers ngehenden r ift eine Belo Ga Aus Sachsen, 27. Oktober. Unter den Blättern, die sich der besonderen Aufmerksamkeit der Nordd. Allg. Zeitung" Fragen öfter die Ehre haben, in den Zeitungsstimmen der Nordd." zu prangen, gehört das Chemnizer Lagebl.". Diefe Aufmerksamkeit verdankt dieses Blatt weit weniger seiner Be deutung, die nur eine lokale ist, als dem Umstande, daß der Redakteur des Blattes direkt aus der Redaktion der Nordd." in die Redaktion des Chemnizer Tageblattes" übersiedelte. Indem also die Nordd." das Chemn. Tagebl." zitirt, zitirt fie fich gewissermaßen selbst, denn der dort spricht, ist ein Zögling Bindter's, der in seiner Schule fich zu seinem würdigen Jünger herausgebildet hat. Das zeigt z. B. die Kritik, welche das„ Chem. Tagebl." dem legten Aufruf des Abg. Bebel, das Kantinenwesen be= treffend, hat zu Theil werden laffen. Und da diese Kritik uns sehr amüsirte und so recht die Niedrigkeit der Gesinnung offenbart, die das offiziöse Soldschreiberihum auszeichnet, sei fie auch im Berliner Voltsblatt" tiefer gehängt. Nachdem das Blatt die Bemerkung der„ Magdeb. Sig.", daß dem Aufruf nur noch die " päisch- wissenschaftlichen Unterschied zwischen Chemie, Physik und Naturgeschichte. Eine Reihe chemischer Substanzen wird von den einheimischen Pharmazeuten zwar hergestellt, jedoch ohne Kenntniß der Grundlagen ihrer Entstehung; auch fällt es ihnen nie bei, danach zu fragen. Die peinlichste Sorgfalt widmet der einheimische Apotheker dem Sammeln und der Zubereitung Pflanzen und anderen Naturprodukten; Knospen, Blumen, Wurzeln und Blätter ein produkten; Knospen, Blumen, Wurzeln und Blätter ein und derfelben Art werden in ihrer Wirkung mit ganz verschiedenen Eigenschaften belegt; diese Bestandtheile einer Arzneipflanze follen je nach ihrer Entwickelung zu beſtimmten vont bfeits von genen ist darauf ausgebreitet. Bu gewissen Zeiten des Jahres untergeordnet ist. Die chinesischen Pharmaceuten bilden eine Chira Tang Wir denken, der Merger, den hier das Chemnizer Reptil über die geplan e Enquete empfindet, wird für die deutschen Arbeiter nur ein Grund mehr sein, ein Vorhaben zu unter= stüßen, das in ihrem eigenen Intereffe unternommen wird. Belgien. Brüssel, 22. Oftober. Der Streit der Bergleute im Norden Frankreichs hat die Bergleute des belgischen Rohlen beckens nicht unberührt gelaffen. Die franzöfifchen Bechen haben eine Lohnerhöhung von 10-20 pet. bewilligt. Infolge deffen find vorgestern Abend zu Frameries die Führer der Beraleute im Borinage zufammen gekommen zur Berathung der Frage, wie für die belgischen Bergleute eine ähnliche Erhöhung er reicht werden könnte, die ihnen bei der starken Steigerung der Rohlenpreise angemessen erscheint. Es ist beschlossen worden, durch öffentliche Anschläge zur Forderung von 20 pet. Erhöhung aufzurufen und den Direktoren der Zechen diese Forde rung zu gleicher Zeit brieflich mitzutheilen mit dem Bemerken, daß im Falle der Nichtbeachtung derfelben in acht Tagen ber Streit allgemein in Borimage ausbrechen werde. Am Sonntag, den 27. wird in Quaregnon eine allgemeine Versammlung ftattfinden, in welcher, wenn bis dahin auf den meisten Zechen feine Lohnerhöhung erfolgt, der allgemeine Streit im Borinage beschlossen werden dürfte. Amerika. Chicago, 24. Oftober. Nach den endlosen Verzögerungen, welche die Schwierigkeit, eine Jury zu bilden, verurfachte, wurde heute die Schwurgerichtsverhandlung gegen die der Ermordung des Dr. Cronin angeklagten Berfonen, Burke, Coughlin, Beggs, O'Sullivan und Kunze, im hiesigen Kriminalgerichtshofe unter dem Vorsiz des Richters M'Connell eröffnet. Die Zuschauer räume waren gedrängt voll. Der Staatsanwalt Longenecer eröffnete die Verhandlung mit einer Ansprache, worin er zu vörderft die Umstände schilderte, unter denen Dr. Cronin ver schwand. Der Staat beabsichtige Beweise dafür vorzu bringen, daß Dr. Cronin als Opfer einer Verschwörung ermordet wurde. Bunächst gab der Staatsanwalt eine furze Geschichte des Clan- na- Gael, den er als eine Verbindung bezeichnete, welche zusammengefeßt sei patriotischen patriotischen Irländern und solchen, folchen, die für Geld zwede Mitglieder würden. Der Zweck der Verbindung sei, Frland durch Waffengewalt zu befreien und durch die Eide, W aus welche die Mitglieder bänden, würden die Befehle des obersten Rathes, der das„ Dreiec" genannt werde, über die Gefeße der Nation geftellt. Der Bertheidiger, Mr. Forrest, beanstandete die Auslaffungen des Staatsanwalts als unzulässig, ehe dieselben unter Beweis geftellt worden seien, und der präftoirende Richter warnte den Staatsanwalt, daß er diese Angaben auf seine eigene Gefahr hin mache. Mr. Longenecker erwiderte, er mürbe bas, was er gesagt habe, beweisen und er übernähme die volle Verantwortlichkeit für seine Angaben. Im weiteren Verlaufe feiner Rede fagte er, daß, als Sullivan, Feeley und Boland die Kontrole im Bollzugsrathe erlangten, fie eine Dynamitpolitik einleiteten und in ihrer Verfassung eine Klausel einschalteten, wonach den Befehlen der Exekutive unbedingter Gehorsam ge leistet werden mußte. Die Mitglieder des Rathes wußten nicht, aus welchen Männern das Dreied" zusammen gefeßt sei; gleichwohl gehorchten fie deffen Befehlen. In G mäßheit ihrer Befehle wurden Männer in Sondermiffionen nach England gesandt. Ungeachtet aller Heimlichkeit wurden die Männer von dem Rath verrathen und 20 derfelben befänden fich jetzt in englischen Gefängnissen. Sie wurden ver rathen, um den Rath in den Stand zu sehen, die Gelder ber Verbindung zu stehlen. Bunächst gab Mr. Longeneder eine Geschichte der Verbindung Dr. Cronin's mit dem Orden, feine Kämpfe mit dem Dreied" und der gegen Sullivan, Feeley und Boland eingeleiteten Untersuchung seitens einer Kont miffion, welcher Dr. Cronin als Mitglied angehörte. Nach Dr. Cronin's Tode wurde der Bericht dieser Kommiffion ver sandt, aber nur jener Theil, der sich feindselig gegen Cronin äußerte und nichts als Schmähungen des Ver torbenen enthielt. Der Bericht, der die Unterschrift Alexander Sullivan's trug, wurde versandt, nachdem Dr. Conin verschwunden war und in dem Glauben, daß seine Leiche nicht aufgefunden werden würde. Hätte Cronin feine Beweise gegen das„ Dreiec" brucken laffen, so würde dies das Dreted in feinen Beziehungen zum irischen Volte ruiniet haben und eine Veröffentlichung derselben würde die Mate glieder des Unterschleifs der Gelder überführt und sie als Hoch verräther, auf Grund der Gefeße der Veremigten Staaten und Englands, fomie auch als Verräther gegen die irische Sache und die schlimmsten Jeländer gebrandmarkt haben. Sodann erzählte der Staatsanwalt, wie das Komplott, Dr. Cronin zu ermorden, erdacht und ausgeführt wurde. Der Vertheidiger ber Angeklagten verzichtete auf sein Recht, eine Ansprache on ben Gerichtshof zu halten, worauf die Vernehmung der B laftungszeugen begann. Die Jury besteht aus lauter Pres teftanten. Kein einziger Deutscher befindet sich unter denselber obgleich unter den 1115 Personen, aus welchen das Ge befanden. Die Vertheidigung lehnte alle Deutschen ab. Beiten gefammelt werden, und so geschieht es, daß das Einheimfen das ganze Jar hindurch betrieben wird. Wie peinlich man bei der Konservirung zu Werke geht, beweist die überraschende Erhaltung der natürlichen Farbe der getrockneten Blüthen, Knospen und Blätter. Ein weiterer Grund für dieses Verfahren mag dem chinesischen Glauben zuzuschreiben sein, daß die spezifische Wirkung der verschiedenen Substanzen in hohem Maße durch die Art und Weise ihrer Applikation beeinflußt würde. So verordnet der Arzt gewisse Meditamente entweder in Pulver oder Billen oder aufgelöst, nicht etwa mit Rücksicht auf Pulver oder Pillen oder aufgelöst, nicht etwa mit Rücksicht auf ihre Theil- oder Lösbarkeit, fondern weil er fest glaubt, daß die äußere Gestalt des Mittels die Wirkung erhöhe oder verzögere. Auch in China beginnt die Ausübung der Apothekerkunft mit einer Lehrzeit. Der Lehrling wird erst einige Jahre hindurch im Laden und im Laboratorium beschäftigt, bevor er zu theoretischen Studien übergeht. Und diese Schule scheint auch zu genügen in einem Lande, wo alle Wissenschaft nur empirischer Natur und die Theorie beinahe völlig der praktischen Methobe fehr einflußreiche Raste, welcher von dem Volte große Achtung gezollt wird. Das in Kanton von ihnen bewohnte Viertel trägt ben Namen„ Phyfitstraße"; diese Bezeichnung ist indessen nicht ganz forrekt, da hier hauptsächlich die Großhändler refidiren, welche sich mit der Abgabe von Medikamenten an das Publikum nicht befaffen. Ihre Kleidung gleicht derjenigen der wohlhaben den Handelsklasse; langer, bis zum Knöchel reichender Talar und großer, fonischer Strohhut, welcher im Sommer mit einem Da fie fich wohl bewußt find, daß ihre Profession auch äußerlich den gedankenvollen, mit Weisheit Ruhe, bedienen sich in ihren Gesprächen mit Vorliebe Sentenzen und wenden daneben noch allerlei Kunstgriffe an, um ihre intellektuelle Ueberlegenheit glaubhaft erscheinen zu laffen. ibmeter Altar aufgerichtet. Auf demselben brennen parfümirte Berfftätten hen, und eine Anzahl der Lieblingsgerichte der Dahingeben auch bunte Papiere verbrannt, welche verschiedene Hausthe und Kleidungsstücke darstellen sollen und als von den erbliebenen im Jenseits benöthigt angefehen werden. Diese an, bertvolle Fürsorge für die Glückseligkeit der Abgeschiedenen eift so ziemlich den ganzen Glauben des Chinesen in sich. Eigenthümer der Apotheke findet man gewöhnlich am Einge derselben fizend, von wo aus er seine Geschäfte leitet. Rezepte werden zu ihm gebracht; er prüft sie und überfultationen abgehalten und die Preise vereinbart. Ein n int einem e Behaufung lt Dr. Joan umfaffen eine pe erreichbart En rudmärts he sodann dem Assistenten. Ebenso werden hier die Ueberzug von Roßbaar, im Winter mit schwarzem Sammt beDas nach Chiches Laboratorium ist mit Geräthen nicht allzu sehr ans ift mit allen n angefüll Eume zu gleidhe be zum Pulverifiren und ein paar feuerfeffe Ziegel repräiren nahezu die ganze Ausstattung eines chinesischen oratoriums. Der Chinese kennt überhaupt nicht den euro Die mit lt. Einige große Marmor- oder Granitmörfer, eine Anzahl begabten Menschen verrathen muß, fo affettiren fie ftoische schworenengericht ausgewählt worden ist, fich viele Deutfche ftelle. Auf be der Sonne g milf Theater. Dienstag, den 29. Oktober. Opernhans. Gioconda. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, ganz besonbers ben Rollegen der Pianoforte Fabrit von u. Schüße, Große General- Versammlung Cloſe H. Sofie, welche unferen lieben des sozialdemokr. Wahlvereins im 4. Berl. Reichstag Shanpielhans. Prinz Friedrich von Hom- Sohn, Bruder und Schwager die legte Ehre be wiesen haben, sagen wir unseren herzlichsten Dant. burg. Dentsites Theater. Der Schatten. Heffing- Theater. Das lezte Wort. Familie Krüger. 500 Friedrich Wilhelmstädtiſches Cheater. Sanitäts- Verein für Arbeiter Der Bolengraf. Refdeny- Theater. Schwiegermama. Wallner- Theater. Der Dompfaff. Viktoria- Theater. Stanley in Afrika. Oftend- Theater. Ein Berurtheilter. Bellealliance- Theater. Der Zauberlehr ling. Kroll's Theater. Freitag, den 1. November, zum 1. Male: Hohenstaufen und Hohenzollern. Fönigstädtisches Theater. Unser lachendes Berlin. Bentral- Theater. Das lachende Berlin. Adolph Craft- Theater. Flotte Weiber. Gebr. Richter's Variété. SpezialitätenBorstellung. Reichshallen- Theater. Borstellung. Gr. SpezialitätenBerliner Theater. Dienstag, d. 29. Oftober: Martgraf Waldemar. beiderlei Geschlechts. Beiträge werden täglich entgegengenommen, fowie Bons ausgefertigt und neue Mitglieder aufgenommen bei Herrn Otto Rasche, Mariannenstr. 34, Hof 3 Tr. 497] Der Vorstand. Die Fachvereins- Versammlungen der Steinmegen zu Berlin finden jeden Sonntag nach dem ersten in Deigmüller's Salon, Alte Jakobftr. 48a, 496 statt; also nicht mehr Sophienstr. 34. Der Vorstand. Mittwoch, den 30. Ottober: Der Kaufmann Fachverein der Berliner Lederfärber bon Venedig. Donnerstag, den Di. Oftober: Montjoye, der Mann von Eisen. Thalia- Theater, 15 Wallnertheaterstraße 15. Täglich Gr. Concert-, Theaterund Spezialitäten- Vorstellung. Gr. Erfolg des Illufionisten Schellini, des Froschmenschen Vincento, bes be liebten Boltshumorist. Wilh. Fröbel 2c. Anfang 7 Uhr. 1355 Entrée 30 Pf. Gonntags 6 Uhr. American- Theater. Dresdenere. 55. Täglich Vorstellung. Circus Renz. Karlstraße. Gente, Dienstag, den 29. Oktober 1889: Abends 7 Uhr: Im dunklen Erdtheil, ( Einnahme von Bagamoyo.) und Fachgenossen. Große öffentliche Versammlung am Donnerstag, den 31. Oktober, Abends 8; Uhr, im oberen Saale der Adlerbrauerei, Badstr. 67. Tagesordnung: 1. Zwed und Ziele einer GewerkschaftsOrganisation. Referent: Herr Wernau. 2. Distuffion. 3. Verlesung der Statuten. 504 4. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Um zahlreichen Besuch wird Der Vorstand. gebeten. Große öffentliche Bildhauer- Versammlung am Mittwoch, den 30. Oktober, Abends 8 Uhr, im Schweizer Garten( am Königsthor). Tagesordnung: 1. Die gegenwärtige Lage unserer Lohnbewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Bildhauers ist es, zu er fcheinen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung ftatt. Der Einberufer. Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 16. November, Abds. 8 Uhr: Tanzkränzchen in Jordan's Salon, Neue Grünftr. 28. Billets hierzu sind auf allen Zahlstellen, so( Gefeßlich geschüßt). Broße equeftrische Original- Bantomine, arrangirt wie bei folgenden Herren zu haben: Witte, Inund in Szene gefekt vom Direktor E. Nenz. validenstraße 21; Millarg, Lehrterstr. 22, 2. Tr.; 1. Auftreten der Gebr. Walton. Auftreten Markmann, Barnimstr. 46, 4. Tr; Hemp, bes Sergeant Simms mit seiner jugendlichen Ballisadenstr. 63, 4 Tr.; Hoyer, Grüner Weg 70; Buaven- Truppe.- Agat, arab. Vollblut, dressirt unb vorgeführt von Herrn Franz Renz. Auftreten der Schulreiterin Frl. Guerra, sowie der renommirten Rünftlerfamilie Briatore und vorzüglichen Reitfünftlerinnen. Morgen, Mittwoch: Im dunklen Erdtheil. E. Renz, Direktor. Circus Busch. Friedrig- Karl- Ufer. Gente, Tienstag, den 29. Dttober 1889, Abends 7 Uhr: Große Vorstellung. 1 Gastspiel der weltberühmten Original- Singhalesen Winter, Manteuffelstr. 6, 3 Tr.; Glocke, Laufiberstraße 52, 3 Tr.; Wiedemann, Wendenstr. 2, 4 Tr.; Haberland, Reichenbergerstr. 161, 3 T; bergfir. 9, Quergeb. 4 Tr.; Witte, Mödern Schulz, Brizerstr. 42, 4 Tr.; Monien, Kreuzftraße 95, 3 Tr.; Eisaffer, Nosti ftr. 40; Apelt, Sebaftianstraße 27 bis 28( Möbelhandlung); H. Schmidt, Elisabeth Ufer 20, Hof 2 Tr. bet Drbowski. 511 Freunde und Genossen! Der Rauchklub Krumme Piepe" tagt jeden Donnerstag Abend bei 498 502 Heindorf, Langestr. 70. Neue Mitglieder werden aufgenommen. mit ihren Riesen- Arbeits- Elephanten, Reit- und Fahr- Zebus 2c. 2c. Nur 6 Gastspiele. Ferner 22 Hengste, Saltomortal- u. Brückenfprünge zu Pferd von Mr. Devigné. Maria Dore. Miß Victorina. Ferner Auftreten der vorzüglichsten Kunstfräfte. Alles Nähere die Plakate. Valfage 1 Gr. 9.10 Kaleor- Panorama. In dieser Woche: 3um ersten Mal; V. Gocl.: Die Bariser Welt- Muskelung. 1. Reise: Athen- Konstantinopel. Hertha- Reise. % We Stetje 20 f., Rind nur 10 Pf. abonn. 3 Meilen 1 02. Allen Freunden und Genoffen zur Nachricht, daß ich Wrangelstr. 82 ein Musik- Institut eröffnet habe. Um freundliche Zuneigung bittend, zeichnet ergebenst Ernst Pahl. Tischler- Werkzeuge, beke englide und bentide, unter Garantie ferdige gangbare Babel e., [ 049 E. Vogtherr, Berlin C. Sandsbergerfir. 64( am Alexanderplat) Winter- Paletots und Anzüge fertigt lig und gut fitend C. Siebert, Kleiber macher für Herren, Staligerstraße 24 IV.[ 205] 33 33 am Mittwoch, den 30. Oktober, Abends 8 Uhr, in Renz' Naunynstrasse 27. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Vereins- Angelegenhe schiedenes und Fragetaften. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen wird ersucht, zahlreich und pünktli Neue Mitglieder werden aufgenommen. B Der Jr. 253 Berliner Wirkergesellen- Verb Versammlung R Die Soziald abroerordneten Abtheilung, ten aufstellen, am Dienstag, den 29. Oktober, in Feind's Salon, Weten Tages Ordnung: 1. Wie stellt sich der Berliner Wirkergefellen- Verband zu den streifenden, 35., 41. un Firma Königsberger? 2. Diskussion. 3. Geschäftliches. 4. Verschiedenes. ir in diesen B Bur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Alle in der Wollbranche beschä3 folgendes: besonders die Rundstuhlarbeiter, find freundlichst eingeladen. Oeffentliche Versammlung der Hutmacher und Hutarbeiter B 11. Bezirk: mer( B.-P.) 74 gen 875 Stimm Bauer( Soz.) Bauer lehnte der Nachwah icbentt( lib.) e I am Dienstag, d. 29. Oktober, Abends 8 Uhr, im Königstadtördi legte im v 512 Holzmarktstrasse 72. geordneten Erfa Tages- Ordnung: 1. Gewerkschaftliches. 2. Diskussion. 3. Verschiedens: dmann( lib.) zu Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. ng befchloffen. Die Beaufb.) 565, Spät ubauer 820 un Heute, Dienstag, den 29. Oktober, Abends 8 Uhr für dieſen Gr. öffentl. Schneider- Versamm der. Hierbei 7 und Befch äter ausgewiefe 503.) mit 883 C echtsanwalt Gr 17 in Jordan's Salon, Neue Grünstrasse 28. Tages- Ordnung: Die Gegner einer Lohnbewegung im Berliner Schtte feinen Kan Referent: Herr August Taeterom. 2. Arbeits- und Geschäftsverhältnahce fein Ma Firmen. Referent: Leonhard Pfeiffer. 3. Definitive Wahl einer Agitationberging, der es Alle Schneider, namentlich die Werkstatt- Delegirten und die Arbeiter des beu Bezirk: Tut Vereins, laden freundlichst ein Die Beau.-P.) 254. G timmen. Müller( B.-P.) ourdes( lib.) 2 resen Bezirk 5oz.) 510 bat 110 und Bei der Stich berold über fei je old fein M er Nachwahl F robert. Teppiche, Möbelstoffe, Gardi Läufer und Linoleum. 27. Verkauf zu Fabrikpreisen.) 630, Belle Grosses Lager von Portièren, Reise- und Tischdecken irk wird zum 5. Stoehr& Behr, Berlin N., 2 F. Chauffeeft 2 Die Stim Chauffeetri S 32. veil in diesem nd Peft wurd Hierdurch zeige meinen geehrten Kunden an, daß sich vom 1. Oktober ab Sonras( S01.) Suchwahl: Ewald Buchhandlung und Buchbinder math( So) befindet. Mariannen- Strasse No. 34, parterre Soeben erschien Heft 4 R. Kohlh Volks- Fremdwörterb von Wilhelm Liebknecht. 1 Sechste Auflage. Erscheint in 12 Lieferungen à 20 ẞfg. Zu beziehen durch die Expedition, Zimmerstraße Nr. 44 Soeben erschien: Sophabezüge! Die Geschichte der Er Rette von 3-5 Meter pottbillig. Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. Putz- und Modewaaren empfiehlt in größter Auswahl. Auch find Ballund Hochzeitstoiletten zu verleihen. 3 F. Panknin, Adalbertstr. 93, nahe der Dranienstr. Bitte lesen Sie! Im Bersaz verfallene Winter- Paletots, sowie Anzüge, einzelne Jaquets, basen, Damen- Wäntel und Kleider, süte, Stiefel, Wäsche, Uhren, Betten, Neise u. Golztoffer ic. Alles in alt und neu fehr billig zu verkaufen bei [ 1745 A.Wergien, Skaliberftr. 127. 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Die Ueber pie taotische Be anter Vorfiz des Eibung der stä spflege. Na ation die bring Reanfheiten mit Die Desinfektion alb die gesamm orisch ist, in ei mpfehle, die s ungen auf di Drgane zu über tädtischen Kran ben dem Maais fation des Wo Der erforderlic mpfohlen. Mutheilungen und der Revi Berichte. Die äge wegen a murde jedoch a Subkommission hr zur Untersti Jowie zur Einri zur Verfügung weiteren Veran ber Subtommif Befugnisse in Entsprechend ei bei der letten Deputation ben lich eine dauern das Publikum Stadt bereit ft -insbesonder unglückten Per rächste Polizei E. Kranz, apezirer und De vis- a- vis dem Kgl. Amtsger empf. f. reich. Lag. v. Möb Bolfterw. v. einf. b. eleg. Gente u. Mah. Theil. geft. Eig. Möbel, sigen. Fabrik. Wer bill fönnen. Nadgege R. Siebert), C Brauerei W. B wirth. Die be Spiegel u. Polst Emil H Gr. Lager, Brunnenstr. 28 Auf Ihre h baß Sie den vor Thells. Bach Uebtablissements Arbeitsmar Tüchtige Tischlergesellen w. bet Ein Zimmer ist leer her möbelirt billig zu verlangt in Spandau, vermiethen Abalbertstr. 16, v. 4 Tr., b. H. Noeste. Berline Sonntage, für halten können. Auf Ihre Soweit derselbe zur Abhaltung Berfügung steh Im Arbeitsnachweis de 495. arbeitet Naunynftr. 78, bei ab Sonntage Ein junger Mann fann mit einwohnen Ruhe[ 647 plasstr. 27, v. 1 Tr., Denfelder. Robert Meyer, Nr. 2 Mariannenstraße Nr. 2. Win Eine freundl. Schle elle mit fep. Eing. zu 8-9 Uhr, werben Abpuber und vermiethen Manteuffel. 40, 4 Tr. r. 509 verlangt. Berantwortlicher Rebakteur: R. Cronheim in Berlin. Drud und Berlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sier stur A nlung ichstag in Renz' St Angelegenhei und pünktlid Beilage zum Berliner Voltsblatt. Der Jr. 253 Verb " Kommunales. Die Sozialdemokraten werden bei den bevorstehenden abroerordnetenwahlen in 11 von den 15 Wahlkreisen der lon, We Abtheilung, die einen Bertreter zu wählen haben, Kanditen aufstellen, und zwar im 11., 13., 14., 15., 17., 24., 27., ftreifenden 35., 41. und 42. Wahlbezirk. Das Stimmenverhältniß r in diesen Bezirken bei der allgemeinen Wahl im Jahre nche befda83 folgendes: tes. ung r 11. Bezirk: Rosenthal( So.) 299, Büchtemann( lib.) 659, mer( B.-P.) 745. In der Stichwahl siegte Irmer mit 905 gen 875 Stimmen, die auf Büchtemann fielen. 13. Bezirk: Bauer( Soz.) 792, Schiegniß( lib.) 406, Saab( B.-P.) 279. Bauer lehnte in diesem Bezirk ab, an seiner Stelle wurde der Nachwah! Gördi( Soz.) mit 773 Stimmen gewählt. B icbentt( lib.) erhielt 310 und Saab( B.-P.) 112 Stimmen. inigstadtördi legte im vorigen Jahre sein Mandat nieder, welches bei der geordneten Erfaz vahl am 21. März v. J. dem Kistenfabrikanten Verschiedens bdmann( lib.) zufiel. Die Sozialdemokraten hatten Wahlenthalng befchloffen.- 14. Bezirk: Tubauer( S.) 672, Dr. Langerhans Die Beaufb.) 565, Späth( B.-P.) 341. Die Stichwahl ergab für ubauer 820 und Langerhans 637 Stimmen. Da Tuzauer ich für diesen Bezirk ablehnte, mußte eine Nachwahl stattber. Hierbei fielen auf Ewald( Soz.) 721, Bamter( lib.) 7 und Beschoren( B.-P.) 107 Stimmen. Ewald wurde äter ausgewiefen und nun wurde am 24. Nov. 1885 Mitan 503.) mit 883 Stimmen gewählt. Der liberale Gegenkandidat echtsanwalt Grelling erhielt 393 Stimmen; die Bürgerpartei liner Educhtte feinen Kandidaten aufgestellt. Mitan legte im vorigen sverhällahee fein Mandat nieder, welches nun auf Runert( Soz.) ner Agitationberging, der es aber vor kurzem ebenfalls niedergelegt hat. ter des deu Bezirk: Tugauer( Soz.) 542, Schiegnik( lib.) 538, Libau Die Beauf.- P.) 254. Stichwahl: Tugauer 741 und Schiegnit 705 8 Uhri amm 28. ardi timmen. 17. Bezirk: Göd( E03.) 456, Richter( lib.) 806, üller( B. P.) 342. 24. Bezirk: Singer( Soz.) 311, ourdes( lib.) 295, Jimer( B.-P.) 670. Jrmer lehnte für resen Bezirt ab und die Nachwahl ergab für Herold Soz.) 510 Stimmen, während der liberale Kanbat 110 und der Bürgerparteiler 541 Stimmen erhielt. Bei der Stichwahl fieste der sozialdemokratische Kandidat Serold über feinen fonsavativen Gegner, jedoch hat auch be old fein Mandat im vorigen Jahre niedergelegt und bei er Nachwahl haben die Bürgerparteiler den Bezirk wieder robert. 27. Bezirk: Gördi( Soz.) 297, Dr. Straßmann senib.) 630, Bellermann( B.-P.) 452. In der Stichwahl erhielt Dr. Straßmann 771, Bellermann 741 Stimmen. Im 33. Be lecken irt wird zum ersten Mal ein Sozialdemokrat kandidiren. feeftra 5. Bezirk: Schulz( Soz.) 377, Feffel( lib.) 550, Best( B.-P.) 32. Die Stimmen für Schuls wurden für ungiltig erfiärt, veil in diesem Bezirk ein Hausbesizer gen ählt werden sollte, nd Peft wurde als gewählt proflamit.- 41. Bezirk: ober ab Sonras( So.) 450, Schulz( lib.) 718, Dietrich( B.-P.) 269. Suchwahl: Schulz Bezirk: der 106, Conrad 827 Stimmen.- 42 Besirt; wald( S08.) 415, Biegmann( tib.) 752, Schöning( B.-P.) R. Kohlh rbu Pfg. tr. 44. taga rund De ftr. 87, Amtsgeri Möb Mob. g. Gente Eig. ager, Wer Polste bill mal Ho nstr. 28 ach Usb mar m. bei Berliner Der bei Win er und stur 307 Simmen. Die Uebernahme der Wohnungs- Desinfektion auf pie taotische Verwaltung bildete die Verhandlung in der legten anter Vorfiz des Oberbürgermeisters v. Fordenbed stattgehabten Eibung der städtischen Deputation für die öffentliche Gefund aspflege. Nach eingehender Berathung erkannte die Depu ation die dringende Nothwendigkeit an, daß bei ansteckenden Reanfheiten mit der Desinfektion der Effekten gleichzeitig auch te Desinfektion der Wohnungen bewirkt werden müsse, desalb die gesammte Wohnungs- Desinfektion, someit fie obligaorisch ist, in eine und dieselbe Hand zu legen sei und es sich mpfehle, die Ausführung auch der Desinfektion der Woh ungen auf die städtische Desinfektions- Anstalt und deren Drgane zu übertragen. Die von dem Verwaltungsdirektor des daotischen Krankenhauses zu Moabit gemachten Vorschläge wer ben dem Magiftrat als geeignete Grundlage für die Organiation des Wohnungs- Desinfektionswesens und den Erlaß Der erforderlichen Instruktionen für die Desinfektoren 2c. mpfohlen. Dann machte Stadtrath Dr. Stadtrath Dr. Wasserfuhr Mintheilungen über die Thätigkeit der Sanitätskommission und der Revier- Sanitätstemmiffionen auf Grund amtlicher Berichte. Die Beschlußfaffung über die daran geknüpften Anäge wegen anderweitiger Organisation der Sanitätspolizei murde jedoch auf 6 Monate vertagt. Von dem Antrage der Subkommission für Sanitätswachenwesen auf Erhöhung des br zur Unterstügung zweckmäßig eingerichteter Sanitätswachen, fowie zur Einrichtung und Unterhaltung von Rettungsstationen zur Verfügung gestellten Fonds soll dem Magistrat zur event. weiteren Veranlaffung Renntniß gegeben werden. Der Name ber Subfommiffion wurde in Rücksicht auf ihre erweiterten Befugniffe in Subkommission für Rettungswesen" umgeändert. Entsprechend einem von der Stadtverordnet en- Versammlung bei der letzten Etatsberathung gefaßten Beschlusse empfiehlt die Deputation dem Magistrate, an den Anschlagfäulen wenn möglich eine dauernde Anzeige( Schild) anbringen zu lassen, welche das Publikum in Kenntniß segt, daß die an drei Stellen der Stadt bereit stehenden Wagen zur Beförderung von erkrankten insbesondere an anstedenden Krankheiten leidenden und ver unglüdten Personen Krankentransportwagen- durch das rächste Polizeirevier Bureau telegraphisch requirirt werden önnen. Lokales. Nachgegeben haben folgende Lokale:„ Eisteller St. Stebert), Chauffeestraße 88; A. Sachon, Müllerstraße 136; Brauerei W. Bönnhoff, Müllerstraße 142; Oswald Pohl, Gaftwirth. Die betr. Schrifistücke lauten: Herrn Tischler Scheck Hier Gerichtsstraße Nr. 63. Auf Ihre heutige Anfrage erkläre ich Ihnen hiermit ergebenft, bak Sie ben vorberen an der Chauffeestraße gelegenen Saal meines Gtabliffements jederzeit, mit Ausnahme der Sonnabende und Sonntage, für Ihre sozialdemokratischen Versammlungen erhalten können. Herrn Ganschow Achtungsvoll R. Siebert, Chauffeestraße 88. Auf Ihre Anfrage ertiäre Ihnen, daß Ihnen mein Saal, foweit derselbe nicht anderweitig zu Festlichkeiten vergeben ist, zur Abhaltung fozialdemokratischer Wahlversammlungen zur Berfügung steht. Ausgeschloffen find spesiell die Sonnabende und Sonntage. A. Sachon, Müllerstraße 138. Dienstag, den 29. Oktober 1889. Herrn Ganschow Hier. Auf Ihre Anfrage ergebenst zur Antwort, daß Ihnen zu Ihren sozialdemokratischen Wahlverfammlungen mein großer Saal außer Sonnabends und Sonntage zur Verfügung steht insoweit derfelbe nicht schon anderweitig bestellt ist. Zur Abhaltung von genannten Versammlungen wollen Sie sich mit meinem Bächter Gustav Müller in Verbindung segen. Achtungsvoll W. Bönnhoff, Brauereibesizer, Müllerstraße Nr. 142. Hier. Herrn F. Sched Auf Ihre Anfrage zur Erwiderung betreffs des Saales. So ertiäre hiermit, daß ich meinen Saal zu sozialdemokratischen Bersammlungen hergebe; ausgenommen find die Tage Sonnabend und Sonntag. Hochachtend Dewald Pohl, Gastwirth. Die Steuerleistungen der Berliner Bürgerschaft an Städtischen Steuern und Staatsklaffensteuer haben im vorigen Jahre folgendes Ergebniß gehabt: Es find vom Steuereinziehungsamt eingezogen worden: an Haussteuer 4 609 267 M., an Miethssteuer 13 431 718 M., an Subventionssteuer 173 718 M., an Gemeinde- Einkommensteuer 14 653 030 M., an Staatsflaffensteuer 2 298 428 M. Für die Einziehung der lekteren hat die Stadthauptkasse eine Gebühr von 137 875 m. erhalten. 6. Jahrg. herbeizurufen bestrebt gewesen war den bescheidenen Wunsch ausgesprochen hatten, es möchte um seine Wahrheitsliebe ein bischen beffer" stehen; endlich fühlt sich das preußische Staatsminifterium beleidigt, weil wir in unserem Leitartikel vom 27. Septbr. d. J. den Schriftstellerverband wegen seiner Antoafti rung mit dem Polizeipräsidenten von Frankfurt a. M. getadelt und zur Begründung dieses Tadels ausgeführt hatten, daß der Deutsche Schriftstellerverband keinen größeren Gegner habe, als die preußische Regierung, welche seit einem Vierteljahrhundert das freie Wort durch Geld zu beeinflussen" oder durch Eisen zu vernichten" gesucht habe. Was die erste Anflage betrifft, für welche unser während des Monats Juli in Abwesenheit unseres verantwortlichen Redakteurs denselben vertretende Kollege Ledebour die Verant wortlichkeit zu tragen hat, so können wir uns darüber zunächst nicht weiter auslaffen, da, wie gesagt, in dem betreffenden Ar titel von dem Regierungspräsidenten in Arnsberg weder in, noch zwischen den Zeilen gefprochen wird und der Herr Untersuchungsrichter unserem Kollegen auch nicht zu sagen gewußt hat, in welchem Sage des Artikels die Beleidigung nach Annahme des Strafantragstellers denn eigentlich stecken soll. In der zweiten Klage werden wir dem Herausgeber der regierungsfreundlichen Staatenforrespondenz" mit seiner eigenen Handschrift aufwarten, in welcher er mit einem noch etwas links vom Londoner Sozialdemokrat" stehenden Publikum der sozialistischen Weltanschauung eine literarische Verbindung anzus fnüpfen gesucht hat, und uns als Gegenleistung ausbitten, daß er die vielfachen" Parlamentarier nennt, welche die Ausmeifung unseres verantwortlichen Redakteurs aus Berlin ges wünscht haben. Was endlich unseren Artikel vom 27. Sepwortlicher Redakteur dem Herrn Untersuchungsrichter genannt tember d. J. anlangt, als deffen Verfasser sich unser verant= hat, so liegt in demselben keine formale Injurie im Sinne von § 185, sondern nach Annahme der Antrag steller eine Beleidigung im Sinne von§ 186 des Straf gefegbuchs vor, welcher Baragraph bekanntlich den Wahrheitsbeweis zuläßt. Diesen Wahrheitsbeweis werden wir führen. Einerseits, so weit es auf die Vernichtung durch Eisen" an tommt, durch Vorlage amtlicher Schriftstücke, von den Prek ordonnanzen von 1863 an bis zu dem neuen Sozialistengeseze von 1889, andererseits, betreffs der Beeinflussung durch Geld", durch zeugeneibliche Vernehmungen der uns bekannten offiziösen " Sauhirten" darüber, ob sie gegen materielle Vortheile seitens der Regierung, sei es gegen Zuwendung amtlicher Nachrichten, amtlicher Gesezentwürfe 2c. für ihren privaten Handelsbetrieb, Breffe zu beeinflussen haben. Wir werden uns bemühen, die sei es durch flingende Remunerationen 2c. die unabhängige Liste dieser Zeugen so vollständig wie möglich zu machen; wir haben ihrer schon eine erhebliche Zahl, werden aber gleichwohl für jeden weiteren Hinweis der unabhängigen Presse sehr dankbar sein. Es thut uns in gewissem Sinne um die armen Thätigkeit birgt, entreißen müssen, indessen möchten wir der Schelme leid, die wir dem wohlthätigen Dunkel, das jetzt ihre unabhängigen Presse wenigstens das retten, was selbst im Mittelalter sogar jedem rechtskräftig Verurtheilten vergönnt mar: nämlich die Freiheit der Klage über das harte Loos, bas ihr im preußischen Staate seit einem Vierteljahrhundert gefallen ist." Sihbänke in der vierten Wagenklaffe. Auf der Eisenbahnlinie Berlin- Magdeburg verfehren Personenwagen viei ter Wagentlaffe, welche an den beiden Querwänden mit Sizvorrichtungen versehen sind, die die Reifenben auf längeren Strecken und den ermüdeten Touristen oftmals sehr gute Dienste leisten. Es hat sich nun die irrige Meinung unter dem reisenden Bublifum verbreitet, diese Vorrichtungen, auf melchen man bequem die matten Glieder ausruhen fann, seien als wirkliche Sißbänke angebracht; die Folgen solcher Annahmen waren natürlich Petitionen an die Eisenbahnbehörden, um diese Bequemlichkeit in den vierter Klassewagen auch auf anderen Linien einzurichten. Es liegt hier aber leider ein Irr thum vor, denn diese Sigpläße auf ter Potsdamer Bahn find an fich feine Siheinrichtungen; es liegen vielmehr an den Seitenwänden dieser Wagen vierter Klaffe die Vorrichtungen zur Heizung die sogenannten Heizkästen und diese Heizfästen sind mit Brettern derart verkleidet, daß sie eine schöne Siggelegenheit bieten; leider allerdings sind ja nur auf jeder Querseite für ungefähr fünf Perfonen Pläge. In den übrigen Wagen der betreffenden Klaffe ist bei der Heizung das Angenehme mit dem Nüßlichen nicht verbunden, denn diese Wagen werden mittelst eiserner Defen geheizt, welche leider keinen Anlaß zur Anbringung von Siggelegenheit bieten. Einigen aus Berlin auf Grund des Sozialistengefehes Ausgewiesenen ist, sonderbarer Weise, die Rückkehr freigestellt worden, ohne daß die Betreffenden barum nach gesucht hätten. In einem uns speziell mitgetheilten Falle ist die Erlaubniß des Aufenthalts in Berlin nachträglich, nämlich nachdem der Betreffende in Berlin schon wieder angelangt war, bestrebungen nicht betheilige. In diesem Falle war übrigens an die Bedingung gefnüpft worden, daß er sich an Partei die Rüdkehr dem Ausgewiesenen nicht ausdrücklich gestattet, zeige von der die Ausweisung bedingenden Verlängerung des sondern es war nur unterlassen worden, ihm die übliche Ankaum der besonderen Hervorhebung, daß von bekannten und fleinen Belagerungszustandes zu machen. Es bedarf wohl führenden Personen feiner die Eröffnung bekommen hat, daß ihr der Aufenthalt in Berlin wieder freistehe. Die Verwaltung des Chariter- Krankenhauses geht, wie die Nat.- 3tg." erfährt, mit der Absicht um, das Krantengelb von 1,75 M. auf 2 M. täglich zu erhöhen. Für alle biejenigen, welche in Krankheitsfällen die Hilfe dieser Anstalt in Anspruch nehmen, wird diefe Maßnahme von großer Be deutung fein; besonders einschneidend aber wird fie für die Krankenkassen werden, deren Etat durch Erhöhung des Krankengeldes um ein Siebentel der gegenwärtigen Höhe doch wohl eine empfindliche Erschütterung erfahren dürfte. Anfang der fiebziger Jahre betrug das Krankengeld bereits 2 M., wurde Krankenhäuser der Preis ermäßigung der Charitee nachfolgten, aber auf 1,75 M. herabgesetzt. Wie damals alle anderen so werben fie fich auch jetzt voraussichtlich der Erhöhung des dieser Maßnahme bestimmt, ist nicht allein die Preissteigerung Krankengeldes anschließen. Was die Chariteeverwaltung zu aller Lebensmittel, sondern auch aller für einen großen Krankenhausbetrieb nothwendigen Bedürfnisse. Sammelstellen für Beitungen. In England findet man an den Ausgängen von Bahnhöfen in mehreren großen Städten Körbe oder Kaften angebracht, in welche die Reisenden beim Verlassen des Bahnhofes die unterwegs von ihnen geVorst her von Krantenanstalten laffen die betreffenden Zeitungen fauften und gelesenen Zeitungen hineinwerfen können. Die täglich abholen und vertheilen fie an geeignete Kranke, be fonders Genesende, zum Lesen. Durch diese Einrichtung wird bas in solchen Anstalten oft nur ungenügend vorhandene Material zur Unterhaltung in zweckmäßiger und dabei fostenLofer Weise vermehrt. Nachdem seit einigen Jahren auf Veranlaffung der Direktion rheinpreußischer Irrenanstalten mit Genehmigung der Eisenbahnbehörden eine ähn liche Einrichtung auch in einzelnen rheinischen Bahnhöfen mit gutem Erfolge getroffen worden ist, hat ber Direktor der städtischen Frrenanstalt zu Dalldorf eine solche auf Veranlassung des Kuratoriums verfuchsweise auch in Berlin ins Leben gerufen. Das Eisenbahnbetriebsamt hat nämlich auf seinen Antrag in dankenswerther Weise die Stationsvorsteher der Stationen Charlottenburg, Grunewald und Schlesischer Bahnhof angewiesen, die in den Eisenbahnwagen zurückgelaffenen Zeitungen der Station Webbing zuzusenben. Hier ist zur Aufnahme derselben seitens der Irrenanstalt cin verschließbarer Raften aufgestellt worden. Die Abholung erfolgt durch einen Boten oder den Wagen der Anstalt. In letterer angelangt, werden die Blätter in den einzelnen Pavillons zur Benußung für geeignete Rrante und Genesende vertheilt. Die Errichtung einer Sammelstelle für Zeitungen auf dem Bahnhof Friedrichstraße ist nicht gestattet worden. Es ist zu wünschen, daß das reisende Publikum von dieser humanen Einrichtung Kenntniß nimmt und dieselbe nach Kräften unterstüßt. Eine Reihe von politischen Beleidigungsklagen schwebt gegen die Volkszeitung". Sie Ihreibt darüber: Der egierungspräfident in Arnsberg fühlt sich durch unfern Leitartifel vom 23. Juli d. J. beleidigt, obgleich der Artikel nicht einmal feinen Namen nennt, geschweige denn seine amtliche tigkeit tritifirt, sondern nur die Mängel der Bergarbeiterquete rügt; Herr Schnuck fühlt sich beleidigt, weil wir na hem er unter der erfundenen Angabe, daß in parla. mentarifden Kreifen vielfach" die Ausweisung unferes verantwortlichen Redakteurs gewünscht werde, diese Ausweisung " Gegenüber der so oft gerühmten Findigkeit der Post, verdient ein Fall der Erwähnung, in welchem eine Bes stellung troß der denkbarsten Genauigkeit der Adresse, nicht zur Ausführung gelangte. Am Sonnabend Abend sandte der in der Calvinstraße wohnhafte Baumeister W. eine Postkarte mit fol gender, deutlich geschriebener Adresse ab: Herren Gebr. Krause, Dreisestr. 3 NW." Die Karte, welche eine für die Adressaten Bormittag an den Absender mit dem Vermerk zurück: Firma ziemlich wichtige Mittheilung enthielt, tam bereits am Sonntag existirt nicht, deshalb unbestellbar." Bemerkt muß werden, daß die Firma Gebr. Krause seit drei Jahren in dem bezeichneten Hause existirt und dies durch ein großes Schild am Thorwege anzeigt, sowie sie auch im Adreßbuche vermerkt ist. Zwischen dem Kriegsministerium und dem Magistrat 3immerstraße durch den Part des Kriegsist ein vorläufiger Vergleich wegen der Durchlegung der ministers vereinbart worden, welcher demnächst dem StadtBetreff der Schäßung des zu erwerbenden Gartenterrains wird verordneten- Kollegium zum Beitritt vorgelegt werden wird. In von jedem Theil je ein Sachverständiger und von beiden zufammen ein gemeinsamer Schiedsobmann gewählt werden. Der Abschluß der beiden Gartentheile nach der neuen Zimmerstraße zu erfolgt durch Mauern. In jeder Mauer wird sich ein Thorweg und ein Wächterhaus dazu befinden. Im günstigsten Falle wird jedoch nicht die Rede davon sein können, daß die Arbeiten an der Durchbruchsstraße vor dem April 1890 be= ginnen. Die Bewohner des Kottbuser Dammes und Umgebung, welche gezwungen find, diese Straße zu benußen, waren, so schreibt uns ein langjähriger Abonnent, sehr zufrieden, als die Neubauten auf der Berliner Seite fertig waren und nunmehr eine Regelung des Trottoirs erfolgte. Nur bei dem Berliner Omnibus- Depot befindet sich ein etwa 2 Meter breiter Borgarten und ein Pflaster davor, das endlich beseitigt zu werden verdiente. Namentlich bei Regenwetter spottet es jeber Beschreibung. Die Gesellschaft, die von dem Verkehrsbedürfniß der Einwohner ihre Einnahme erzielt, hätte hier längst Abhilfe schaffen müssen. Das erste Eis dieses Winters ist in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag zu verzeichnen. Die von den vorbergegangenen Regentagen noch stehenden Wasserlachen waren mit bis 5 Millimeter starken Eisdecken überzogen und der Erdboden war festgefroren. Felder und Dächer in den Vorstädten waren derartig bereift, daß es so aussah, als wären sie mit einer Schneebede überzogen. Auch die Fenster ungeheizter Zimmer waren gefroren. Das Thermometer zeigte in der Nacht an freieren Stellen 7 Grad unter Null und stand die Quecksilberfäule noch Sonntag Vormittag gegen 10 Uhr auf 0 Grad. Leider hat das erste Eis auch schon ein erstes Opfer gefordert. Montag früh gegen 6 Uhr paffirte der Arbeiter K. mit einem Kollegen die Brunnenstraße, als er auf eine wahrscheinlich durch Webergießen von Wasser hervorgerufene Eisfläche trat. R. glitt aus und stürzte so unglücklich zu Boden, daß er sich nicht wieder zu erheben vermochte. Eine vorüberfahrende Droschte nahm den Verunglückten auf und brachte ihn nach seiner auf dem Gesundbrunnen belegenen Wohnung, wo der hinzugerufene Arzt einen komplizirten Knochenbruch des rechten Fußes fonstatirte. Bahlreiche Berliner Fleischer bedienen fich bei der Anfertigung von Würsten der sogenannten fünftlichen Därme, einer papierartigen dünnen Hülle, welche vor den natürlichen Därmen den Vorzug hat, daß sie von gleichmäßiger Weite ist. Bei den verschiedenen Wurftsorten können nun die Fleischer nach der Länge des künstlichen Darmes das Gewicht der Wu st mit weniger Sicherheit vorherberechnen und auch beim Publikum ist aus diesem Grunde diese Wursthülle beliebt. Neuerdings wird nun auch die frische Blutwurst in solchen fünftlichen Dämen hergestellt und zwar in einzelnen fleinen Würsten, die man auf ein halbes Pfund im Gewicht zu schäßen pflegt und die auch nach diesem Gewicht bezahlt werden. Beim Nachwiegen ergiebt sich meiftentheils ein nicht unwesent licher Fehlbetag bis 33% Prozent. Man thut gut, sich solche Würfte vorwiegen zu lassen. Die im Handel vielfach vorkommenden getrockneten amerikanischen Scheibenäpfel enthalten, laut polizeilicher Bekanntmachung, außerordentlich häufig Binksalze, welche bei der Herstellung in diefelben hinein gerathen find, und find deshalb geeignet, beim Genuß Gesundheitsstörungen hervorzurufen. Berlins Einquartierungslaft ist im vergangenen Jahre eine recht erhebliche gewesen. Nach den Mittheilungen der Steuer- und Einquartierungs- Deputation find an Standquartieren und Durchmaschtruppen überhaupt 431 227 Mann oder durchschnittlich 1181 Mann täglich untergebracht worden. Von diesen erhielten 220 442 Mann oder täglich 604 Naturalquartier, die übrigen bezogen die Quartier- Bergütigung. Außerdem waren 6336 Pferde oder durchschnittlich täglich 17, unterzubringen. Von den Durchmarschtruppen erhielten 1401 Mann an 1529 Verpflegungstagen Quartier mit Beföftigung. Die meisten Quartiere find am 31. Auguft und 1. September benugt worden, nämlich 3784. Die für diese Einquartirungen entstandenen Roften betrugen 314 388 M.; davon find 134 559 M. an Servis erstattet worden, so daß als Kosten der Einquartierung 179 829 M. übrig blieben, welche aus den Sublevationsbeiträgen der Eigenthümer gedeckt worden sind. Der die Einquartierungs- Verhältniffe, namentlich die Gewährung einer Geldentschädigung an Stelle des Naturalquar tiers regelnde Vertrag mit dem Garnison- Repräsentanten läuft noch bis Ende März 1890. Der Rechtsanwalt Felix Cohn hat Berlin verlassen, nachdem der Ehrengerichtshof in Leipzig das auf Aussch ießung aus der Anwaltschaft lautende Urtheil des hiesigen Ehrenraths bestätigt hatte. In der legten Nummer des Justizblattes ist bereits von der Löschung seines Namens in der Lite der Berliner Anwälte Notiz genommen. Gehaussucht wurde am Montag Morgen um 8 Uhr bei dem Tischler Herrn Heinrich Lau, Manteuffelstraße 97 IV, um die Nr. 43 der Neuen Tischlerzeitung zu fonfisziren. Gefunden wurde nichts. denn sämmtliche Exemplare waren schon ausgegeben. Herr Lau ist Expedient der Neuen Tischlerzeitung" in der Verwaltung Berlin A der Zentral- Krankenund Sterbekasse der Tischler. Für die gesetzliche Krankenversicherung fehlt es bisher an jeder zuverlässigen Kontrole dafür, ob die zur Verficherung ihrer Arbeiter verpflichteten Unternehmer ihrer gesezlichen Verpflichtung auch nachkommen. Gelegentliche Ermittelungen, die in der ersten Zeit nach dem Inkrafttreten des Krankenversicherungsgeseßes stattfanden, führten infolge der Weigerung der Unternehmer, ihrer Versicherungspflicht nachzufommen, zu zahlreichen Prozessen. Neuerdings hat sich ein besseres Kontro'mittel in den unter städtischer Verwaltung stehenden öffentlichen Krankenhäusern gefunden. Jeder dort eingelieferte Rrante wird eingehend über seine Beschäftigung und über feine Arbeitgeber befragt, oder es werden, wo solche Auskunft von dem Kranken nicht zu erlangen ist, deffen Angehörige über die Beschäftigung und den Arbeitgeber des Erkrankten befragt. Diese gewonnenen Ermittelungen gehen dann an die städtische Armen- Verwaltung, welcher die öffentlichen Krankenhäuser der Stadt unterstehen, und diese Behörde prüft denn, ob im gegebenen Falle eine Verlegung der Pflicht zur Krankenversicherung seitens des Arbeitgebers des Erkrankten vorliegt. Ist dies der Fall, so werden von demselben die Kurkosten und die nicht entrichteten Beiträge eingefordert, so meit fich nachweisen läßt, daß der betreffende Unternehmer zur Entrichtung felben bei ordnungsmäßiger Anmeldung verpflichtet gewesen wäre. Dies Verfahren hat fich praktischer erwiesen, als die früheren Aufforderungen, die Versicherung zu bewirken, die fast immer zu langwierigen Prozessen führten, während in Fällen, wo eine Erkrankung stattgefunden hat, von den in Anspruch genommenen Unternehmern weniger oft remonftrirt wird. Auch die Straßenunfälle bieten oft Anlaß zu folchen Ermittelungen über das Vorhandensein eines gefeßlichen Versicherungszwanges. So hat erst ein fürzlich auf dem Haackeschen Markt verunglückter Fabritarbeiter, der von dort ins Krantenhaus befördert werden mußte, feinem Arbeitgeber mit diesem Unfall Gelegenheit gegeben, die Krankenkassenbeiträge für 15 Monate nachzuzahlen und außerdem die erwachser den Kurkosten zu tragen. der= Das Pistolen- Attentat vor dem Gebäude der Reichsdruck ri gegen den Profeffor Jacoby, über welches fürzlich berichtet wurde, hat, wie die St. 3tg." mittheilt, einen recht traurigen Hintergrund, und Noth und bitterer Mangel waren es, welche der unglücklichen Frau die, übrigens recht harmlose, Waffe in die Hand drückten. Die Angreiferin, welche das Tefching- Pistol gegen den Profeffor Jacoby abdrückte, ist nämlich die Frau des Malers und Radirers Friedrich Böttcher; doch hat dieselbe jene That ohne Wissen ihres Mannes ausge führt in einem Anfalle von Verzweiflung, die sich wohl d her fchrieb, daß wegen rückständiger pränumerando zu zahlender Miethe für das Quartal von dem Hauswirth der Böttcher'schen Eheleute die Ermissionsflage angeftrengt und auch die Verurtheilung erfolgt war. Böttcher wohnt in dem Haufe Möckernftraße 79, welches dem Grafen Vißthum von Eckstädt gehört, und zwar seit dem 1. Oftober vor. Js. In dem vergangenen Jahre hat B., wie aus seinem Quittungsbuch zu ersehen ist, die Methe stets pränumerando mit 112 M. 40 Pf. quartaliter pünktlich bezahlt; am 1. d. Mts. aber war ihm dies infolge widriger Verhältnisse nicht möglich; seine Bitte bei dem gräflichen Hauswirth um Stundung fand fein Gehör. Graf Bigthum von Eckstädt ließ durch den Rechtsanwalt Liffer die Ermiskonstlage anstrengen, und Sonnabend Nachmittag ist die Ermission auch thatsächlich erfolgt, das Böttcher'sche Ehepaar mit einer bei ihm lebenden alten Mutter steht auf der Straße. Die Vorgeschichte dieser Thatsache aber hängt mit jenem Attentat zusammen und ist furs folgende: Vor zirka 6 Jahren fam Böttcher durch Empfehlungen von Stuttgart, wo er als Radirer beschäftigt war und sein gutes Brot aß, hierher nach Berlin, um für die Königlichen Museen Nadirarbeiten zu machen. Böttcher arbeitete nun mehrere Jahre lang in diesem Fache, verdiente aber doch nicht so viel, als er ge= glaubt hatte, und ging im vorigen Jahre nach München, um dort Arbeiten zu fertigen. Im Juni vorigen Jahres erhielt er nun von Professor Jacoby einen Brief mit der Anfrage, ob er( Böttcher) das Bild Nr. 353 der National Galerie: Grablegung Chrifti" von Amerighi( Michel Angelo Caravaggio) für das Honorar von 1150 M. radiren wolle. Böttcher ging darauf ein, tam wieder nach Berlin und begann die Arbeit. Nach Fertigstellung derfelben entstanden Diffe renzen, auf die näher einzugehen hier zu weit führen würde. Böttcher erhielt zwar das Hororar, aber keine weitere Arbeit mehr, und fein Gesuch um Beschäftigung wurde allenthalben abschläglich beschieden. So gerieth der Mann in Noth und war auch nicht im Stande, eine ihm in Wien angebotene Stelle anzunehmen, weil ihm die Mittel zur Reise fehlten; so kam es auch, daß er die Miethe nicht bezahlen fonnte und nun auch des letzten Haltes, des Obdaches, beraubt wurde. Die Frau, welche Profeffor Jacoby für den Urheber aller diefer Drangfale hielt, ließ sich im Affekt zu der unbesonnenen That hinreißen und liegt jeßt, nachdem fie aus der Wohnung verwiesen, frant bei mitleidigen Nachbarsleuten; der Mann steht mit leeren Taschen auf der Straße auf Rettung sinnend. Die Poliklinik des Herrn Dr. Hersfeld befindet sich nicht Brüberstr. 1B, sondern Brunnenstr. 4. Eine Ehescheidungs- Virtuofn. Eine seltsame Namensfertigung wurde dieser Tage bei der Reichsbank deponirt. Dafelbst erschien eine etwa 45 jährige Dame, welche, wie eine Lokal Rorrefpondenz zu erzählen weiß, ein größeres Rapital be hob und auf der Unterschrift folgende Quittung gab: Frau Amalie 3, feparirte B., vorher geschiedene F.; früher verehelicht gewesene und durch Richter ausspruch getrennte H. und ganz früher verehelichte P., geborene R. Der die Quittung der Frau in Empfang nehmende Kassirer glaubte anfänglich, daß die Dame sich mit der Unterschrift einen Scherz habe machen wollen, doch bewies die Frau durch Vorbringung von polizeilichen Papieren, daß sie in der That nicht weniger als vier Mal gefchieden worden sei. Weil he das Tanzen nicht erlernen konnte, hat ein 16jähriges Mädchen, die Tochter eines in der Linienstraße wohnenden Fuhrwerksbefizers, fich den Tod zu geben versucht. Die jugendliche Selbstmordkandidation hatte an einer TanzStunde theilgenommen, doch waren ihre Bemühungen, möglichst graziöse Pas zu machen, vergeblich und ihre ungeschicklichkeit bie Quelle großer Heiterkeit ihrer begabteren Freundinnen. Auf dem Nachhausewege hatten sich diese am vergangenen Mittwoch über die Ungeschickte, die das Tanzen nicht lernte, luftig gemacht und dies nahm sich das Mädchen so zu Herzen, daß sie fich, zu Hause angelangt, in ihrem Bette die Pulsader der linken Hand öffnete. Das Stöhnen der Verblutenden weckte die im Nebengemach schlafende Mutter, welche, an das Bett ihres Kindes tretend, dasselbe bereits bewußtlos vorfand. Ein in demselben Haufe wohnender Arzt legte der jungen, Selbstmörderin einen Nothverband an. Eine Rothwein- Ueberschwemmung gab es in der Möckernstraße. Ein dem Bahnhofe zusteuernder Rollwagen hatte nämlich eine große Riste, welche mit Roth veinflaschen ge= füllt gewesen, verloren. Beim Aufschlagen auf den Straßendamm waren nun die Flaschen infolge des starten Ruckes insgefammt zertrümmert und in dicken Strömen ergoß sich der rothe Rebenfaft über den Damm, ein willkommener Quell für die Straßenjugend, die in hellen Schaaren über den seltenen Stoff herfiel. Der einzige Betrübte bei der ganzen Szene war der Rollfutfcher. Verbrüht. Die Frau des Zimmermanns K., Reichenbergerstraße, beging vorgestern Abend die Unvorsichtigkeit, tochendes Wasser, welches sie zum Reinigen der Fenster benußte, vor das Bett ihres schlafenden dreijährigen Söhnchens zu stellen. Plößlich erwachte das Kind, stieg aus dem Bett und kam mit dem einen Fuß in das kochende Wasser. Auf das Jammergeſchrei des Kindes sprang die Frau vom Fensterbrett und befreite den Fuß des Knaben aus dem Gefäß, aber der Fuß war natürlich stark verbrüht. nende Leute in der Wohnung der Wittwe St. An mehrere und machten hiervon einem auf dem Dache des mtern angebracht lenderung der auf Hauses beschäftigten Telephonarbeiter Mi theilung be lautete bisher nun vom Dache die Treppen hinunter und suchte, wiederboltes starkes Bochen und Nufen nicht guttags bis 10 Up die Thür der St,' schen Wohnung mit Gewalt Die neu angebracht nachdem ihm inzwischen ebenfalls hinzu geeilte der Räften um 4 ei mehreren Brief getheilt, daß fich ein Kind dort befinde. Endlich geschrieben, der un Mann, die Thür einzubrechen und einzubringen. entlich gelitten ho höchste Zeit, denn in dem von Flammen und Raude en Briefverkehr Zimmer lag der fleine Raabe bereits bewuß los einer dem Wetter Mit eigener Gefahr holte der Brave das Kind n Zimmer und brachte es in Sicherheit. Die Feuacht. bald Zirkus eine Thaiso Beit, während ein herbeigerufener Arzt sich mit dem Betracht zieht, schäftigte und dasselbe mit vieler Mühe endlicht die Pferdedreff mußilofigkeit erwedte. Der arme Knabe war jebodervorragend in d und von der Einwirkurg des Feuers und Qualms lut- Schimmelheng gegriffen, daß der Arzt es für geboten erachtete, eifesten Wink. D führung nach dem städtischen Krankenhause amach Vorführung anzuordnen. eleitet wird, meh Ein recht betrübtes Gesicht machte gelie das Schulpfer auf dem Moltenmarkt ein Grünframhändler. Ihr wurde ein m hatte derselbe sein Hundefuhrwerk allein gelaffa falls die Clows, Waare in einem Hause anzupreisen: diese furze meiſten zur Erheit hatte aber einem Diebe genügt, den Bichhund bunkt des Sonne wagens auszuspannen und mit dem Thiere das Ausstattungsstück fuchen. Mikado." Was Einen brutalen Akt führte gestern der verdient, ist das Jakob&. in einem Schantlokal der Linienflake gruppirungen zufo Zeche in einen Wortstreit gerathen, in dessen weitedeuchtungseffekte. hier mit der unverehelichten Minna E. wegen hierbei die in An 2. ein Bierseidel ergriff und damit der E. einen Polizeiberi Schlag über den Kopf vcrfeßte, daß das Glas zedem Grundstück die Getroffene blutüberströmt zusammenbrad. alte Frauensperfo wegen vorfäßlicher schwerer Körperverlegung verder Stelle. Die rend die E. nach einem Krankenhause transpa chafft. mußte. Ger Vor dem S Ein Irrsinniger in der Reichsbank. abend Nachmittag in der fünften Stunde tauchte, zufolge, im Reichsbankgebäude ein etwa 30 Ja gekleideter Mann auf, der dem ihm entgegentreten beamten einen Wechsel mit der barschen Forderung ihm die darauf vermerkte hohe Summe sofort aus den Tischler Do Bapier trug weder Datum noch Unterschrift, und von Sammelbone war der Meinung, der Fremde habe sich mit ihm war auf eine Der erlaubt, weshalb er Jenem energisch die Wege Vertreter der An Fremde bestand aber auf seiner Forderung, die hatte, erkannte da Drohung verschärfte, daß„ Etwas paffiren würde, felbst vertheidigte Geld nicht sofort erhalte. Da der Mann Haft. Drohung gleichzeitig in seine Tasche griff, Die Polizei aus derselben irgend einen Gegenstand fällten Urtheil de wolle, so faßte der Beamte die Sache ern auch auf das i während er noch überlegte, in welcher Weise er fid welches der Scha baren Mann vom Halfe schaffen solle, erschienen, geschlossene die Mannschaften zum Antritt der Nachtposten. folge wurde der selben wurde der Eindringling, der sich zur Wehr Dienstag ein P bald auf die Straße gebracht, worauf er nach Bolizeiſtunde zu ftraße lief und daselbst in ein Haus fich begab. Mitglieder des selben fanden ihn dort später schlafend auf einer 12 Uhr in dem fie den Mann weckten, erklärte er, daß er ein groß worden sind. D und verlangte, daß man ihn in Ruhe lasse und polizeiliche Erlau Worte zu nahe treten follte. Diese und noch dürfen, wurde te Ein Belud R.den machten es den Leuten bald klar, daß fie Insinnigen zu thun hätten; sie übergaben ben der Hafenhaide einem herbeigeholten Schußmann, welcher aus Bap bei dem Unglücklichen fand, die Adreffe seiner in Unterschlag wohnenden Angehörigen ermittelte. Dorthin brad dem Schöffenger auch alsbald in einer Droschte den Mann, d Größenwahn leidet. Von einem nichtswürdigen Bubenstreich weiß eine hiefige Lokalforrespondenz folgendes zu berichten: Als ein bei Nirdorf ftationirter Bahnwärter der Stadt- und Ringbahn feine Strecke abschritt, bemerkte er plößlich zwischen den Schienen ein Feuer, welches eine Schaar von Kindern umstand, die bei dem Herannaben des Beamten eiligst die Flucht ergriffen. Nachdem der Beamte das Feuer gelöscht hatte, setzte er seinen Kontrolgang weiter fort. Auf dem Rückwege sah er zu seiner Ueberraschung, daß die vorher verscheuchten Knaben sich wieder auf den Bahnförper begeben hatten und sich an dem Geleiſe, auf welchem gleich darauf der von Tempelhof fällige Ringbahnzug heranbraufte, zu schaffen machte. Die Ueberraschung verwandelte sich jedoch in Schreck, als er wahrnahm, daß die Räder der Maschine des vorbeirollenden Zuges mehrmals emporfprangen". Nachdem der Zug vorbei war, fand der kontrolirende Beamte auf einer Strecke von etwa 30 Metern in Abständen von zwei bis drei Metern neben dem Geleife Steine vor, welche die Kinder dort hingelegt hatten. Aber damit noch nicht genug, hatten die hoffnungsvollen Bürschchen an einer Weiche eine größere Schraube gelockert! 3war vermochte der Beamte nicht, die Burschen sofort zu faffen, doch da er einen der Knaben in ein Haus der Knesebeckstraße hineinlaufen fah, gelang es der fofort benachrichtigten Polizeibehörde, die Schulfnaben Paul Rasemann aus der Knesebecstraße und die Brüder Hermann und Mor Dieße aus der Hermannstraße als die Rädels führer der Frevler zu ermitteln. Die vielversprechenden Jungen stehen sämmtlich im Alter von 12-13 Jahren. Einen wesentlichen Punkt, und zwar den Tag, an welchem jener in der That nichtswürdige Bubenstreich verübt worden fein soll, die betreffende der wir selbstverständlich ibt porbeer fämblich die Berantwortung für dieſe Mitheilung überlaffen müffen, anzugeben vergeffen. Vom Pferdebahnwagen überfahren und getödtet. Ein entjegliches Unglüd ift gestern wiederum durch den Vorderperron angerichtet worden und macht die Schließung desselben umsomehr zur gebieterischen Nothwendig= feit, als der Getöotete eine Schuld an dem traurigen Vorfall trägt. Borfall trägt. Gestern Abend gegen 11 Uhr bestiegen an dem Schönhauser Thor mehrere Personen einen in der Nichtung nach dem Prenzlauer Thor fahrenden Ringbahnwagen, zu dem auch ein gut gekleideter jurger Mann gehörte, welcher auf den Vorterperron aufip ang. Kurz vor der Straßburger straße und zwar vor dem Hause Lothringer straße 84 öffnete der Pferdebahnschaffner die nach dem Vorderperron führende Klappe, um den Rugestiegenen Billets zu geben. Der oben erwähnte junge Mann, welcher direkt an der Deffnung des Aufstieges des Vorderperrons stand, drehte sich hastig nach dem Beamten um, verlor dabei das Gleichgewicht und stürzte mit einem furchtbaren Aufschrei vom Wagen; zwar bremste der Rutscher mit aller Kraft, doch gelang es ihm nicht, das Gefährt zum Stehen zu bringen und die Vorderräder gingen über beide Oberschenkel des Unglücklichen hinweg. Sofort sprangen Berfonal und Beamte hinzu, um dem bedauernswerthen Mann zu helfen, zogen denselben jedoch entfeßlich verstümmelt hervor. Dem Aermsten, der sofort bewußtlos war, waren deide Beine faft gänzlich abge= fahren. Der Verunglückte wurde nach der Sanitätswache in der Linienstraße geschafft, verstarb jedoch auf dem Transport dahin an Verblutung. In der Leiche wurde der 23jährige Tischler Kribbenhahn, Frankfurter Allee und WeidenwegEde wohnend, refognoszirt und nach der Morgue geschafft. Ein Palletotmarder der schlimmsten Art ist auf ſeltJame Weise von einem Bahlkellner des Café Bauer entlarot worden. Dem betreffenden Zahlkellner war in lezter Zeit zu wiederholen Malen ein Zechpreller entwischt, ein junger Mensch, der sich's im Café Bauer wohlschmecken ließ. Chokolade mit obligatem Ruchen verzehrte, theure Zigarren rauchte und dann zu geeigneter Zeit spurlos aus dem Lokale verschwand. Der Bufall wollte es, daß der Geprellte vor etlichen Tagen feinen feinen Kunden" vor dem Café Bauer vorbeigehen sah. Schnell war er hinter ihm her, holte ihn ins Café hinein und ließ ihn verhaften. Auf dem Polizeibureau wurde der Zechpreller einer Visitation unterzogen und man fand in der Seitentasche seines Rodes nicht weniger als 27 Pfandscheine über Paletots, die fämmtlich in Lokalen gestohlen waren. Einer dieser Scheine bezog sich auf einen sehr werthvollen neuen Baletot, der vom Café Bauer selbst gestohlen worden und von dem Diebe, der als ein Kommis S. aus Berlin festgestellt wurde, in einer Pfandleihe der Elfafferstraße verfekt worden war. Jezt fitt der Bursche, mit dem man einen guten Fang gemacht hat, hinter Schloß und Riegel. Durch Spielen mit Streichhölzern hat, wie das B. T." meldet gestern Vormittag ein vierjähriger Knabe eine Feuers brunft verursacht, der er felbft beinahe zum Opfer gein ih ber Zwei jugendliche Taschendiebe im Alter wurden Mittwoch Abend zwischen 8 und 9 Uhr Martihalle abgefaßt, als sie einer Frau aus der ein Portemonnaie mit etwa 14 M. Inhalt aus gen Zuschauerin. G ghalesen wieder das ist die ju Ausstellungsselt in weißem Tur zogen hatten. Die Burschen wurden nach der dort hokoladebraunen wache befördert, und es gelang dem Beamten lichen Ermahnungen und nachdem das gestohlene aus der Tasche des Einen ans Licht gefördert word hoffnungsvollen Die Bestohlene erhielt ihr entwendetes E- genthum begriffen war. hänger der Gol Anzahl Silber= die teiden Miffethäter wurden nach der Revierwad eingewechselt zu und von dort aus die Eltern derfelben telegrap richtigt und zugleich aufgefordert, sich ihre Söhne zuholen. Bei zwei jugendlichen Taschendieben, einigen Tagen festgenommen sind, wurden 15 M vorgefunden, welches dieselben nach ihrem Gefta Frauen vor einem Schaufenster des Hauses Spand und einer Frau an der Pferdebahnhaltestelle a Markt mit den von ihnen fortgeworfenen Portemo stohlen haben. Da Geschädigte noch nicht ermitte wollen sich dieselben im Polizei- Präfidial- Gebäude füllen, um abe fämmtlichen Mü flagten, welche n Teufelstänger ve martstück einzum Angeklagten. A ihrer Darstellung Tonnte denselben braunen Transo Geldstück den das blizende A ron der Stadtbahn, parterre, Zimmer 83 melden. Korb, denn die Eine unbekannte Todte. Am 27. Ottobet feit und machen um 3 Uhr, verschied eine in der Wienerftrake fer fundene, etwa 45 Jahre alte Frau ohne erfennb Sie hatte graumelirte Haare, war mit schwarzem Um Golde hängt, no nichte. Endlich braunen Menfch braunem Kleide und rothem Unterrock bekleidet und und ihr das Ze Trauring. Die Leiche ist nach dem Obduktionser das Silbergel worden. ftellung war abe mad der Mann mit Filigranhändleri Eines groben Vertrauensbruches Sonnabend der Buchdrucker Max Kl. an einem schuldig, mit dem er zusammen in einem Gafthof fein Geld zurüc Rönigstraße abgeftiegen war. Kl. war aus Rüllid erhalten hatte. während sein Freund, der Kaufmann Sch. aus da fie ganz treu war. Sch hatte hier in Berlin Rechnungen einzula erzählte, so bl Letterer benutte beck nach Be paffende Gelegenheit, dem Sch. über ein Dugendämmtlichen M aus dem verschloffenen Aufbewahrungsort zu stehlen der Angeklagten fich nun gleich daran, die Beträge zu quittiren fuchte und späht faffiren. Schon batte der ungefreue Freund über mand, welchen von Kl. bemerkt worden war. feiner Tasche, als Sch. den Diebstahl bemerkte. noch an 94 ihr erhalten zu der schönen In fort auf Kl. gefahndet und es gelang, den fred demselben Tage wegen Ürkundenfalder Lüge und d fchweren Diebstahls der königlichen Staatsanwalt d führen. Einen Selbstmord beging am Mittwoch ein 20 weise gegen wei aber jede Unred nur die Vermut Berliner Droschkenkutscher, der 76 jährige Herman ihre eigene Tas welcher in wenigen Monden sein 50 jähriges Drofe diefer Meinun noch auf dem Bock gesessen und seit etwa dreißig trafe auf dem Jubiläum gefeiert hätte. Der alte Herr hat bis vor Lebenswege scho der alte R. ein und denselben Standort am Rofen der Singhaleler In legter Zeit hatte sich bei dem fonft no Manne ein rheumatisches Leiden eingestellt, das i inne. nigte und deffen Natur den R. behandelnden Arst ftrafe von 20 Ein höch mittler größtent feinem Patienten dos Droschfenfahren zu unterfag der Gegend d Umstand, fürder nicht mehr thätig sein zu fönnen Fich allein der alte Mann so zu Herzen, daß er sein, wie er digen beschloß. Als K. am Mittwoch Mittag Wohnung anwesend mar, ging er in den Wagenf fallen wäre. Die in der Neumannsgaffe Nr. 9 in dritten Etage knüpfte sich an der Wand desselben auf. Seine wohnhafte Wittme St., welche als Aufwärterin viel außer ihr Behausung zubringen muß, hatte in derselben heute Vormittag ihr jüngstes Kind, einen vier Jahre alten Knaben, ohne Aufficht zurückgelaffen, während ihre drei älteren Kinder sich in der Schule befanden. Gegen 11 Uhr bemerkten gegenüber wohAurüdfehrende Schwiegertochter fand den alten Ge Wohnung nicht und begab sich Unheil ahnend nad Der Gegend paffiren Ladung häufig liegen bleiben. Handel in der auf diefe herabg verkaufen. An Raufleute habe hnen diese Ste mo fie den Greis bereits entseelt porfand. Die sablen. Die K überführt. Sittwe St.An mehreren Briefkästen, welche an den Rohr poftDache des mtern angebracht sind, sieht man seit einigen Tagen eine lenderung der auf die Leerungsfristen bezüglichen Aufschrift. Die theilung. and fuchte, be lautete bisher dahin, daß diese Käften von 6 Uhr Vornicht geittags bis 10 Uhr Abends viertelstündlich geleert würden. Gewalt Die neu angebrachte Aenderung befagt, daß die erste Leerung = aeeilte der Räften um 4 Uhr Morgens stattfindet. Dieser Zusak war gei Endlich gel ei mehreren Brieffästen auf einen aufgeklebten Papierstreifen eschrieben, der unter dem Regenwetter der legten Tage be udringen, entlich gelitten hatte. Hoffentlich wird diese namentlich für en und Raud en Briefverfehr nach Auswärts wichtige Aenderung noch in wuß los einer dem Wetter besser widerstehenden Aufschrift bekannt gedas Rind Die Facht den ich mit dem dienst verleitet worden zu sein, sich nicht blos auf das Finden von Steinen zu beschränken, sondern zu Diebstählen an solchen Steinen überzugehen. So wurde auf einem Neubau in der Chauffeestraße mehrere Male die Wahrnehmung gemacht, daß vorübergehende Knaben von den an der Straße aufgestellten Mauersteinen einige fortnahmen; dieselbe Bemerkung wurde auf einem Neubau in der Gerichtsstraße gemacht, und als es endlich gelang, einen der kleinen Freibeuter festzunehmen, stellte es sich heraus, daß dieselben das gestohlene Gut vorzugsweise zu einem in der Gartenstraße wohnenden Hausbefizer und зи einem ebendaselbst anfäffigen Schankwirth brachten. Bei der angeordneten Haussuchung wurden bei dem einen 500, dei dem anderen 300 Mauersteine vorgefunden, welche nach dem Gutachten eines Maurermeisters von den Vorräthen der beiden Neubauten herrührten. Der größte Theil der kleinen Spizbuben befindet sich noch in strafunmündigem Alter und so fonnten gestern nur zwei 13jährige Jungen wegen Diebstals ver dem Schöffengericht zur Verant wortung gezogen werden. Neben ihnen waren die erwachsenen Abnehmer wegen Anstiftung zum Diebstahl und Hehlerei angeklagt. Die lekteren entgingen einer Verurtheilung auch nur aus dem Grunde, weil ihnen nicht nachzuweisen war, daß sie den diebischen Erwerb der Steine gekannt haben. Der Staatsanwalt sprach über diesen Mangel ausdrücklich sein Bedauern aus, weil ein solcher Handel um so bedenklicher erscheine, als sämmtliche bei den Angeklagten aufgeftapelten Steine völlig unverlegt waren, also unmöglich von den Wagen herabgefallen sein tonnten. Die erwachsenen Angeklagten wurden freigesprochen, die diebischen Knaben famen mit einem Verweise davon. Der Birkus Renz erzielt allabendlich ein ausverkauftes paus, eine Thatsache, die nicht munderbar erscheint, menn man Betracht zieht, was Direttor Renz bietet. Sein Hauptfach e endlicht die Pferdedressur. Hierin wird Erstaunliches geleistet. Bang ervorragend in der Dressur find die beiden arabischen Vollwar jedoch b Qualms lut- Schimmelhengste 3ysafa und Bante. Sie gehorchen dem rachtete, eifesten Wink. Direktor Renz wurde für diese Leistung, sowie ufe amach Vorführung der 4fachen Fahrschule, die vom Sattel aus eleitet wird, mehrfach gerufen. Auch Fräulein Clotilde Hager, achte gelie das Schulpferd Beautifel vorführte, erntete reichen Beifall. dler. Ihr wurde ein mächtiger Lorbeerkranz verehrt. Gut find ebenin gelaffe falls die Clows, namentlich die 3 Gebrüder Briatore, die am eſe furze meiſten zur Erheiterung des Publikums beitrugen. Den GlanzBichhund hunkt des Sonnabend Abend bildete das große equestrische Thiere das Ausstattungsstück„ Japan" oder„ die nedischen Frauen des Mitado." Was hiervon namentlich hervorgehoben zu werden ern der herdient, ist das Gefchid, mit welcher die einzelnen Schlußienstraße gruppirungen zusammengestellt find. Ganz prachtvoll wirken wegen gebrachten farbigen elektrischen Beeffen weiteuchtungseffekte. E. einen menbrad. Polizeibericht. In der Nacht zum 27. d. M. wurde vor Glas zerem Grundstück Wienerstr. 53 eine unbekannte, etwa 45 Jahre alte Frauensperson bewußtlos aufgefunden und verstarb auf bung verder Stelle. Die Leiche wurde nach dem Schauhause ge= e transpo chafft. sbank. e tauchte, a 30 Jah egentreten Forderung Gerichts- Beitung. Vor dem Schöffengericht in Moabit stand gestern für ofort aus den Tischler Dombrowsky Termin an wegen Verbreitung rift, und von Sammelbons für sozialdemokratische Zwecke. Die Anklage mit ihm war auf eine Denunziation hin erhoben worden. Während der die Wege Vertreter der Anklagebehörde acht Tage Gefängniß beantragt rung, die hatte, erkannte das Gericht gegen den Angeklagten, welcher sich n würde, felbst vertheidigte, auf 10 M. Geldbuße, eventuell zwei Tage Mann Haft. De griff, Die Polizeiftunde erstreckt sich nach einem gestern geenstand fällten Urtheil der 96. Abtheilung des Berliner Amtsgerichts I ache ern auch auf das in der Schanttonzeffion inbegriffene Bimmer, Beife er fid welches der Schankwirth für den betreffenden Abend einer schienen, gefchloffenen Gesellschaft überlaffen hat. Demzuposten. folge wurde der Schankwirth Mards, bei welchem jeden zur Wehr Dienstag ein Pfeifenklub tagt, wegen Ueberschreitung der r nach de Bolizeiſtunde zu 2 M. event. I Tag haft verurtheilt, weil die egab. Mitglieder des Pfeifenklubs an ihrem Sigungstage noch nach 12 Uhr in dem von ihnen gemietheten Zimmer angetroffen auf einer ein große worden sind. Der Angabe des Angeklagten, daß der Klub die Te und ih polizeiliche Erlaubniß habe, auch nach 12 Uhr noch tagen zu d noch daß fie d raus Pap Der dürfen, wurde teine Bedeutung beigelegt. Ein Beluch bei den Singhalesen im Ausstellungspark aben bender Hafenhaide ist für Fel. Elise Braun insofern verhängnißvoll geworden, als auf ihn eine Anklage wegen einer in Unterschlagung zurückzuführen ist, welche gestern vor thin brad dem Schöffengerichte gegen sie verhandelt wurde. Sie war bei ann, da offer m Alter wieber 9 Uhr in aus de alt aus det der dorthokoladebraunen Körper in offenbar schwieriger Unterhaltung Beamten na effohlene Ordert word Beständniß Egenthum Revier n telegrap ihre Söhne " Bericht des Kaffenbeßlandes. Derselbe wird von den Neviforen für richtig befunden und wird dem Raffirer Decharge ertheilt. Zum 3. Punft, Borstandswahl, wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt: Fritz Berndt, 1. Vorsigender, Fritsche, 2. Vorfißender, E. Holzmann, 1. Schriftführer, Kühne, 2. Schriftführer, Fr's Post, 1. Raffirer, Otto Girndt, 2. Kaffirer. Als Revisoren wurden die Herren Zeise, Gabbert und Gajewsky gewählt. Zu Verschiedenes" verlieft der Vorfigende einen Ausschnitt aus dem Kleinen Journal", welches in denunziatarischer Weise aegen die sozialdemokratische Partei auftritt. Dieses freifinnige Blatt erbreitet sich, den Boykott, den die Arbeiter den verschiedenen Brauereien gegenüber, weil sie ihre Lokalitäten den Arbeitern zu Versammlungen verweigern, erklärt haben, einen groben Unfug zu nennen und es wäre Zeit, daß dem sozia listischen Treiben ein Ende gemacht wird. Hierauf gelangte folgende von Herrn Post verfaßte Resolution einstimmig zur Annahme: In Erwägung der wiederholten Denunziationen des Kl. Journals" der sozialdemotratifchen Partei gegenüber beschließt die heute in Zemter's Lokal, Münzftr. 11, tagende Ver fammlung des sozialdemokratischen Wohlvereins des 5. Berliner Reichstagswahlkreises, bei den Restaurateuren, wo baffelbe aus liegt, dahin zu wirken, daß dieselben nicht mehr darauf abona niren sollen, widrigenfalls fein Arbeiter mehr bei ihnen ver fehren würde. Gleichzeitig werden alle Arbeiter ersucht, das Abonnement des„ Kl. Journ." nicht mehr zu unterstüßen. Herr Müller fragt an, wie es mit der Kandidatur des Herrn Baafe stehe, da doch dieselbe schon in dem Berl. Voltsbl." veröffent licht wurde. Der Vorsißende erwiderte hierauf, daß die Kan didatenfrage bis zur nächsten Versammlung bleiben folle, da Herr Baafe heute nicht anwesend ist. Im Fragekaften wünscht ein Herr einen Dank für Herrn 3emter für seine humane Be handlung den Arbeitern sich gegenüber. Hieraus entspinnt eine lebhafte Debatte, da Herr Kästner erklärte, daß Herr Zemter bei Gelegenheit eines Kränzchens, welches die Töpfer da ver anstaltet hatten, gerade nicht sehr human gewesen sei. Har Gabbert wünscht, daß das Bier aus der Viktoria- Brauerei nicht bei Herrn Zemter ausgeschänkt werde, da der Boycott über diese Brauerei erklärt wurde. Es kam hierbei zu einer sehr lebhaften: Debatte. Herr Zemter sollte sich erklären, das Bier nicht mehr auszufchänken. Er sagte, es wäre sein Geschäftsprinzip. Er verschänkt das Bier der Viktoria- Brauerei und von Bozom, da es ein gutes Bier ist, und wird kein anderes Bier einführen, das wäre sein fefter Entschluß. Wir fönnten machen, was wir wollten, das heißt so viel, als den Arbeitern den Stuhl vor die Thür stellen. Es gelangt hierauf ein Antrag von Hern Gabbert zur Annahme, daß wir nicht mehr in 3emters Lofal verkehren sollen, bis sich Herr Zemter erklärt hat, das Bier aus der Viktoria und Bößow'schen Brauerei nicht mehr auszu schänken.( Die Angelegenheit ist inzwischen schon erledigt. Red.) Folgende Resolution, verfaßt von Herrn Holzmann, wurde einftimmig angenommen: Da Herr Brauereibefißer Bößow feine Lokalitäten den Arbeitern zu Versammlungen nicht hergiebt, beschließt die heute hier tagende Versammlung, daß defelbst tein Arbeiter mehr verkehren soll und bei den Restaurateuren dahin zu wirken, daß dieselben kein Bier mehr aus genannter Brauerei beziehen sollen, widrigenfalls fein Arbeiter metr bei ihnen verkehren mürde. Nachdem der Fragekaften erledigt war, schließt der Vo: sigende die Versammlung mit den Worten, recht rege für den Wahlverein zu agitiren, und ersucht die An wesenden, recht zahlreich auf das Berliner Voltsblatt", die Berliner Volfstribüne" und Berliner Arbeiter bibliothel" zu abonniren. Können Sie sich bei dem Aufschreiben der Droschkennummer nicht geirrt haben? So lautete die Frage des Amtsanwalts v. Glau an den als Zeugen in der Straffache gegen den Droschkenkutscher Philipp geladenen Schumann N. Nach der Anzeige deffelben sollte die von dem Angeklagten geführte Droschte Nr. 2518 am Abend des 23. November v. J. nicht beleuchtet gewesen zu sein. Der Angeklagte bestritt dies mit der Behauptung, daß er an jenem Abend auch die angegebene Chausseestraße überhaupt gar nicht paffirt habe. Der Zeuge erklärte anfangs, daß ein Irrthum bei der Notirung der Droschkennummer bei ihm ausgeschlossen fei, gab aber schließlich, als ihm der Amtsanwalt aus der eigenen Anzeigeschrift, in welcher erst die Zahl 2516 gestanden habe, dann eine 10 und zuleßt eine 18 gemacht war, seine eigene Unsicherheit vor Augen führte, diese Möglichkeit zu. Infolge deffen wurde der Angeklagte dem Antrage des Amtsanwalts entsprechend freigesprochen. Eine ungehörige Bemerkung bei Abfaffung einer Stenerreklamation hat dem Schlosserme ster Hertelfeine Anklage wegen Beleidigung der Einschäßungskommission zugezogen, die gestern vor der 90. Abtheilung des Schöffengerichts gegen ihn verhandelt wurde. H. war in die elfte Stufe eingeschäßt worden und daß dies zu feinem Einkommen in einem schlechten Verhältniß stand, beweist die Thatsache, daß er jetzt nur die zweite Steuerstufe zahlt. Als ihm die unliebsame Hochschäzung zu Theil geworden, beschwerte er sich zunächst bei seinem With und dieser belehrte ihn dahin, daß in der Einschägungskommission mehrere Berufsgenoffen des Angeklagten sich befänden, welche mohl an feiner Einschäßung Schuld seien. Nun reklamirte H. bei dem Magistrat. In seinem Schreiben wies er auf seinen geringen Verdienst, sowie auf seine aus 10 Köpfen bestehende Kinderschaar hin und fügte hinzu, daß Diejenigen, die ihn in die elfte Stufe eingeschäßt hätten, nach Dalldorf gehörten. Wegen dieser Bemerkung wurde er zur Verantwortung gezogen. Er wollte auch im Termin durchaus nicht einsehen, daß die beanstandete Aeußerung beleidigend sei und schien sich für das Opfer einer falschen richterlichen Auffassung zu halten, als er zu einer Geldstrafe von 10 Mark verurtheilt wurde. Der Staatsanwalt hatte 50 M. beantragt. Daß die Leichenfledderer unter Umständen mit außerordentlicher Verwegenheit vorgehen, be vies eine Verhandlung, welche gestern vor der dritten Straffammer des Landgerichts l stattfand. An einem warmen Augustabende war der Maurer M. auf einer Bank am Laufizerplay eingeschlafen. Vorsichtshalber hielt er den erhaltenen Wochenlohn in der Hand und biese wieder in der Tasche. Da wurde er durch das Gefühl von Kälte an der Hand aufgeweckt. Als er sich rührte, sah er, daß ein Mann schleunigst den Siz neben ihm verließ und sich auf eine gegenüber stehende Bank sezte. M. bemerkte, daß seine Tasche, in welcher er seine Hand und das Geld hielt von außen mittelst eines haarscharfen Messers aufgeschnitten war, es mußte eine außerordentliche Geschicklichkeit dazu gehört haben, ihn selbst nicht zu verlegen. Aus Furcht, von seinem unheimlichen Gegenüber angefallen zu werden, verhielt er sich ganz ruhig und stellte sich, als ob er wieder eingeschlafen sei, bis er die Schritte eines sich nähernden Baffanten hörte. Nun sprang er auf und ergriff den Verdächtigen, deffen Persönlichkeit auf der Wache als die eines gewiffen August Stiller festgestellt wurde. Im geftrigen Termine wurde der vielfach Vorbestrafte mit zwei Jahren Zuchihaus belegt. den Vorstellungen der Singhalesen oftmals eine begeisterte Buschauerin. Eines Tages, als fie das Heiligthum der Sindas ist die junge Verkäuferin, welche vor dem Caftan'schen Ausstellungszelt Filigranarbeiten feilhielt mit einem Mann in weißem Turban und kostbarem Muschelschmuck auf dem begriffen war. Der biedere Bewohner Ceylons war ein Anhänger der Goldwährung, hatte der Filigranverkäuferin eine Anzahl Silber- und Nickelmünzen im Gesammtwerthe von 10 Mart in die Hand gedrückt und durch seltsame Geber den den Wunsch angedeutet, dafür ein blankes Behnmarkstück eingewechselt zu erhalten. Das weiße Mädchen fonnte aber den Wunsch des braunen Inselbewohners nicht erfüllen, um aber nicht unhöflich zu erscheinen, legte sie die fämmtlichen Münzen vertrauensvoll in die Hände der Angeflagten, welche mit einem schmachtenden Blick auf den schönen Teufelstänzer versprach, in der nahen Restauration das Zehnmarkstück einzuwechseln. Von da an beginnt das Unglück der Angeklagten. Als das Wechselgeschäft erledigt war, hatte nach ihrer Darstellung schon der Udacee Tanz" begonnen und sie Tonnte denselben nicht stören. Nachher konnte sie den chokoladebraunen Transozeaner nicht wieder herausfinden. Sie hat das Geldstück den verschiedensten Unterthanen Hagenbeck's vor das blißende Auge gehalten, aber überall holte sie sich einen 3 melden. Korb, denn die Singhalesen find von einer rührenden Ehrlich27. Ottobe feit und machen an ihrem Theil den alten Spruch: Am Golde hängt, nach Golde drängt doch alles!" vollständig zu nichte. Endlich hat fie, ihrer Behauptung nach, doch einen braunen Menschenbruder gefunden, welcher sich ihrer erbarmte ndieben, en 15 M rem Gef fes Spand teftelle am en Borte al- Gebäude nicht ermitt traße fer ne erfennbe warzem Um Sduktionshau etleidet und und ihr das Zehnmarkstück unter dem Vorgeben abnahm, daß gen einzufa er das Silbergelb der weißen Jungfrau anvertraut. Diese Darstellung war aber doch etwas gewagt, denn bald darauf erschien des mad der Mann mit dem weißen Turban wiederum bei der kleinen Em Gafthof fein Geld zurück, welches er bis dahin thatsächlich noch nicht an eine Filigranhändlerin und verlangte unter Zeichen der Ungeduld us Büllid erhalten hatte. Frl. Braun ward bald zur Stelle geholt und Sch. aus da fie ganz treuherzig die oben mitgetheilte Geschichte wiederer benut bed nach Beendigung des Perra- Herren- Umzuges seine Dußendämmtlichen Mannen antreten und in großer Parade bei zu stehlen der Angeklagten vorbeidefiliren ließ. So sehr dieselbe aber auch quittiren fuchte und spähte; fie fand unter den prächtigen Gestalten niereund über merkte. den fredhe rlundenfal atsanwalt ttwoch ein iges Drof erzählte, so blieb nichts übrig, als daß Herr Hagenmand, welchen sie zu beschuldigen wagte, das Goldstück von ihr erhalten zu haben. Herr Hagenbeck hielt den Bewohnern der schönen Insel" noch eine wohlgefeßte Rede über die Sünde der Lüge und die Verächtlichkeit einer betrügerischen Handlungsweise gegen weiße Jungfrauen, die Herren Singhalesen wiesen aber jede Unredlichkeit mit Entrüstung zurüd. Da blieb denn nur die Vermuthung übrig, daß Frl. Braun das Goldstück in ige Herman ihre eigene Tasche gesteckt habe. Das Schöffengericht war auch bat bis vor a dreißig. ellt, das i nden Arzt 30 diefer Meinung, um so mehr, als Frl. Braun auf ihrem Lebenswege schon einmal geftrauchelt ist und eine Diebstahlsftrafe auf dem Kerbholz hatte. Als Souvenir an den Besuch Em fonft trafe von 20 M. event. 4 Tagen Gefängniß bedacht. am Rofen Der Singhalesen wurde die Angeklagte daher mit einer Geid zu unterfag der Gegend der Gartenstraße herausgebildet. Die dortige zu fönnen wie er fid Blofes Leben Mittag alle 7. Geme Wagenf mend nad b bal Ein höchst bedenklicher Steinhandel, dessen Vermittler größtentheils strafunmündige Kinder find, hat fich in Gegend paffiren außerordentlich viele Steinwagen, von deren Ladung häufig Steine herabfallen und auf dem Straßendamm liegen bleiben. Es hat sich nun ein ziemlich umfangreicher Handel in der Weise etablirt, daß kleine Jungen und Mädchen auf diefe herabgefallenen Steine Jagd machen, sie auflesen und verkaufen. An Gelegenheit dazu fehlt es nicht, denn die kleinen hnen diese Steine abnehmen und mit 1 Pfennig pro Stüd bezahlen. Die Kinder scheinen aber durch diesen leichten Veren alten Raufleute haben verschiedene Personen an der Hand, welche fand. Die bem Leiden Soziale Uebersicht. Achtung! Tischler! Die Kollegen der Werkstatt Reddemann, Groß- Görschenstr. 18, haben wegen einer die Arbeitszeit und den Lohn beschränkenden Werkstattordnung die Arbeit niedergelegt. Wir richten deshalb die Bitte an die Kollegen Berlins, sich mit den Streifenden solidarisch zu erklären und fordern ganz besonders von den Mitgliedern des Fachvereins der Tischler, daß dieselben der Werkstatt fern bleiben. Der Vorstand " Bu einer öffentlichen Volksversammlung, in welcher am 28. d. Mts. der Abg. Paul Singer über Die Ver theuerung der Lebensmittel" referiren sollte, ist die polizeiliche Genehmigung versagt worden. Eine außerordentlich gut besuchte Generalverfammlung des Fachvereins der Tapezirer Berlins, fand am 21. Oftober in Feuerstein's Salon mit folgender Tagesordnung statt: 1. a. Jahresbericht des Vorfißenden; b. Jahresberidt des Raffirers; c. Jahresbericht der Arbeitsnachweis- Rommiffion und des Bibliothekars. 2. Wahl des Gesammtvorstander. 3. Abrechnung vom Stiftungsfeit. 4. Vereinsangelegenheiten. Zum 1. Punkt berichtet der Vorfißende Gräßel, daß der Fachverein am 10. September 1888 mit 95 Mitgliedern beschloffen und am 8. Oktober definitiv gegründet worden sei, und sei bei Konftituirung die Mitgliederzahl 122 gewesen. Eingetreten feien im Ganzen bis jept 483 Kollegen, von denen jedoch 171 wegen 3ahlungsläumniß gefrichen worden feien, so daß die jest zahlende Mitgliederzahl 298 betrage. In dem verfloffenen Vereinsjahr fanden 24 Versammlungen mit 19 Bor trägen und Vorlesungen statt. An Vergnügungen arrangute der Verein 1 Tanzkränzchen, 1 Weihnachtsfest, 2 Landpartieen, 1 Sommerfest und 1 Stiftungsfeft. Der Verein begründete zunächst ein Arbeitsnachweis- Bureau und dann eine Biblioth F In agitatorischer Hinsicht wurden 2 Flugblätter an die Ges hilfenschaft und ein Flugblatt an die Arbeitgeber herausge gaben. Eine Werkstätten- Kontrolfommission, welche im Febru r d. J. von Vereinsmitgliedern gewählt, überwache die Produktion und habe bis jetzt einen Reservefonds von 494,60 M. ohne jegliche laute Agitation angesammelt. Als vorläufige Forde ung habe der Verein die achtstündige Arbeitszeit, Abschaffung der Affordarbeit, 60 Pf. Stundenlohn, sowie Beseitigung der Weberstunden und Sonntagsarbeit aufgestellt event. befchloffen, für Ec höhung des Stundenlohnes um 50 refp. 100 pet. der beiden letzten Bunfte mit aller Kraft einzutreten. Neben dem oben ange fammelten Fonds habe der Verein troß der vielen Geldaue gaben für Agitation, Bücher und Vorträge noch einen Weberschuß von 385,70 M. zu verzeichnen, ohne die 75,25 M., welche bei dem am 13. Oftober stattgefundenen Stiftungsfest erübrigt wurden. Wenn man bierbei in Betracht ziehe, welch heftige persönliche Kämpfe der Verein in dem verflossenen Jahre durc zumachen gehabt und wie ihm die Agitation seitens der eigenen Preffe erschwert, wie außerdem durch die legten Vorfommmiffe und Entdeckungen über das Wirthschaften verschiedener bisheriger Vertrauenspersonen, das Vertrauen der Gesammtheit erschüttert, so sei es, angesichts dieser Thatsachen, ein überaus glänzendes Resultat, das troßdem zu verzeichnen sei. Dieser lokale Berliner Rechenschaftsbericht allein beweise mehr wie alle bis jest verlorenen Worte, welche Stellung die große Maffe der Berliner Gehilfenfchaft in dem Streite zwischen Fachverein und Tapeziererzeitung refp. deren Redakteur einnehme. Noch habe bis jetzt fein eine siger ähnlicher Verein in Berlin eristirt, der auch nur im Ent fernteften an die Leistungen des Fachvereins im gleichen Zeits raume heranreiche. Ein Verein, der fortgefeßt seitens der eigenen Zeitung in seinen Bestrebungen bekämpft, beffen Me glieder und Führer durch eben dasselbe Organ permanent be schimpft und verdächtigt wurden und dennoch mit diesen Resultaten abschließen kann, habe den Beweis erbracht, do das Recht und die Sympathien und somit die große Moffe der Gehilfenschaft auf seiner Seite ist. Wirken wir alle u dem bisherigen Geiste weiter und unsere Erfolge werden auch die Kollegen in den Provinzialstädten zur Anerkennung un feres ehrlichen Strebens zwingen und veranlassen, ebenso mie wir über diejenigen Personen, welche als Parasiten am G> werkschaftsförper zu bezeichnen sind, zur Tagesordnung üte zugehen. des Fachvereins der Tischler. Achtung! Arbeiter! Wie alle Arbeiter, so haben jezt auch die Bildhauer Berlins beschlossen, ihre in jeder Hinsicht traurige Lage zu verbessern. In zwei start besuchten Versamm lungen, in denen ein energischer, thatträftiger Geist herrschte, wurde beschlossen, die 8stündige Arbeitszeit, sodann aber auch mit Kraft für die Beseitigung der Affordarbeit einzutreten. Was wir erwarteten, ist geschehen, wir befinden uns im Streit! 3wei prinzipiell wichtige Forderungen giebt es durchzubringen; wollen wir fiegen, so bedürfen wir thatfräftiger, materieller Unterstügung. Wir appelliren an das Solidaritätsgefühl aller Arbeiter! Unterstüßt uns in unserem gerechten Kampfe, unser Sieg ist auch der Eure! Briefe sind zu richten an J. Klose, Sieg ist auch der Eure! Briefe sind zu richten an J. Klose, Annenstraße( Restaurant Reßner). Die Kommission der Bildhauer. Versammlungen. Der sozialdemokratische Wahlverein für den fünften Berliner Reichstagswahlkreis hielt am Freitag, den 25. d. M., in Bemter's Lofal, Münzftr. 11, eine gutbesuchte Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Rechenschaftsbericht des Vorstandes. 2. Raffenbericht. 3. Vorstandswahl. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorsigende, Herr Frik Berndt, erstattete einen ausführlichen Bericht über die Thätigkeit des Wahlvereins im verflossenen Vierteljahr. Er führte u. a. aus, wie erfreuliche Fortschritte der Verein gemacht habe, indem fich die Mitgliederzahl sehr bedeutend vermehrt habe und wünschte, baß bis zur Reichstagswahl unser kleiner Wahlverein des fünften Wahlkreises ein thatkräftiger großer werden möchte. Bum 2. Punkt erstattete der Kassirer, Herr Post, einen genauen Der Bericht des Kassirers in seinen Einzelheiten fann hier nicht wiedergegeben werden wegen Raummangels und werden den Kollegen die oben angegebenen Zahlen genüger. Durch das Arbeitsnachweisbureau des Vereins sind in den legten zehn Monaten von 1040 Eingeschriebenen 824 Stellen vermittelt worden. Da der bisherige Vorfizende Gräßel a f das Bestimmteste erklärte, sein Amt nicht weiter führen zu fönnen, wurden folgende Kollegen in den Vorstand gewählt: Back erster, Fr. Grimpe zweiter Vorsitzender, Hartig erfter, Schent zweiter Kassirer, Mostopf erster, Thoß zweiter Schrift. führer, Jlling Bibliothekat, Faber und Kraft Revisoren. Zu Vereinsangelegenheiten stellte Kollege Wildberger den Antrag, dem Verleger der in Hamburg erscheinenden Tapezirerzeitung, Herrn Grünwaldt, zu diesem Unternehmen 150 Mart leihweise zu überweisen, welcher ohne jede Diskussion einftimmig angenommen wurde. Gegen die Monopolisten der Berliner Zigarrenfabrikation, Loefer und Wolff, sowie gegen Klingel- Bolle, welcher so ziemlich halb Berlin mit Milch verforat, wurde dann noch folgende Resolution einstimmig angenommen: Die heutige Generalversammlung der Tapezirer Berlins beschließt, infolge der ausgebrochenen Lohndifferenzen, bei der Firma Loefer und Wolff keine Bigarren mehr zu kaufen, bis die Forderungen ihrer Arbeiter bewilligt; ebenso die Produkte von Bolle nicht mehr zu taufen, weil der sonst so christliche Mann in einer nicht sehr christlichen Weise gegen einen in seinen Diensten invalide gewordenen Arbeiter gehandelt habe." Nach dem noch zum Abonnement auf die seit drei Wochen in Hamburg erscheinende Allgemeine Tapezirer- Zeitung" aufgefordert und befannt gegeben war, daß Berlin in dem kurzen Beitraum 126 Abonnenten gesammelt habe, wurde die Versammlung geschloffen. Die öffentliche Versammlung der Zimmerlente Schönebergs und Umgegend vom 24. Oktober in Gründer's Saal, Schwerinstraße, beschloß: Bei denjenigen Wirthen Schönebergs nicht mehr zu verkehren, die ihre Lokalitäten zu Arbeiterversammlungen verweigern: ferner die Produkte des Klingel- Bolle" sowie die der Firma Löser u. Wolf nicht mehr zu taufen. Der Polizeischreiber Häuser löste am 20. d. M. in Weißenfee eine Volfsversammlung während des Vortrages des Herrn Stadthagen über: Ans Vaterland, ans theure, schließ Dich an auf. Redner hatte im Anfang seines Vortrages hervor ceboben, daß er den Vortrag wiederholt gehalten habe, bis ein Bol zeilieutenant bei Erwähnung der Spigelaffären, in Berlin auflöfte. Diese Auflösung ist vom Minister des Innern für unberechtigt erklärt worden. Bei diesen Ausführungen war der überwachende Polizeibeamte Häuser nicht zugegen, sonst hätte ir fich wohl eines Besseren besonnen. Bei den vom Redner in mindestens 12 Versammlungen gemachten Ausführungen, die sich auf die Prophezeiungen Bebel's im Reichstag bezüglich der belgischen Unruhen bezogen, erfolgte die Auflösung, als Redner sagte: Herr von Buttkamer Unter erhob sich darauf, um folgendermaßen zu antworten." Hochrufen auf den Kandidaten des Niederbarnimer Kreises t.ffenwefen. Seine Ausführungen gipfelten im allgemeinen in folgender einstimmig angenommenen Resolution: Die 2c. Versammlung richtet an den Hohen Reichstag die Bitte, bei der in Aussicht geftelten Berathung des Krankenversicherungsgefezes die Aufhebung des Abs. 2 des§ 2 des Gefeßes vom 15. Juni 1883 herbeizuführen, denn die Gemeindevorstände haben bisher nur in sehr wenigen Fällen von dem ihnen nach§2 des Ges.v.15.Juni 1883 zustehenden Recht Gebrauch gemacht und den Versicherungszwang auch auf faufmännische Angestellte ausgedehnt; nur Leipzig, Breslau, Freiburg, Raffel, Altona und wenig andere Städte haben sich hierzu entschlossen, während gerade die größten Verfehrszentren wie Berlin, Hamburg, Stettin, Danzig, Königsberg fich bisher ablehnend verhalten haben. Die in diefer Beziehung von Seiten der Gewerbebeputation des Berliner Magiftrats im Jahre 1887 veranstaltete Er quete hat das Refultat geliefert, daß der weitaus größte Theil der Handlungsgehilfenfchaft, von welcher Berlin 40-50 000 aufweist, sich für ben Kaffenzwang ausgesprochen hat, trozdem hat der Magistrat dieser Stadt bisher keine Veranlaffung genommen, dieser gerechten Forderung nachzukommen. Für die Nothwendigkeit der gefeßlichen Kranken- Versicherung spricht ferner, daß beispielsweise in Berlin noch nicht 2 Prozent der im Handel und Gewerbe Beschäftigten einer dem Gefeße vom 15. Juni 1883 entsprechenden Krankenkasse angehören; ähnlich so verhält es fich im ganzen Reiche. Endlich ist die allgemeine Versicherung durch die vielfachen Ortsveränderungen, denen der Kaufmannsstand infolge des Stellenwechsels unterworfen ist, dringend geboten." Ferner wurde nach lebhafter Debatte folgende Reso= lution gegen 2 Stimmen angenommen: Große Generalversammlung der Vergolder aenossen am Dienstag, den 29 Oktober, Abends 8 Uhr, in Inselstr. 10. Tagesordnung: 1. Nothwendigkeit einer Bereinigung Deutschlands. Referent E. Wöhl. 2. Distu fion. 3. Wahl einer zu den Kongreßvorarbeiten. 4 Berschiedenes. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Drehe Bezirk D. Mitgliederversammlung am Dienstag, den 29. d. W bet Gnadt, Brunnenstraße 38. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht wahl. 3. Berschiedenes. Krankmeldungen finden nur beim M. Schmadide, Belforterftr. 15, Sof 3 Tr., Wittags von 12 bi Große öffentliche Generalversammlung fämmtl Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 30. Oktober, bea Feuerstein's Salon, Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: 1 2. Verschiedenes. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2 Große Versammlung am Donnerstag, den 31. d. M. Abends großen Saale der Tivoli Braueret am Kreuzberg. Tagesordnung: eines Kandidaten zum Reichstag für den 2. Wahlkrei 8. Verschiedenes und Fragetaften. Gäste willkommen Mitgliede genommen, auch werden die Beiträge dort entgegen genommen. reiches Erscheinen wird ersucht. Vereinigung der deutschen Maler, Lackierer, verm. Berufsgenossen Filialen Berlins. Wiederer öffnung der 1. November 1899. Pratische Malschule. Holz- und Marmorma neuesten Methoden Malen nach Gyps; bunt, Blumen, Frid Ornamente und Dekorationen. Vorzügliche Lehre. Der Kurful Monate und findet der Unterricht an 4 Wochentagen, Abends und Sonntags Vormittags von 8-12 Uhr ftatt. Das Schulgeld Kursus für Mitglieder, welche länger als 3 Monate der Vereinigun 8 M, für andere Mitglieder 10 M und für Nichtmitglieder 15 vember, Mittags 12 Uhr, in Kaufmann's Varletee, am Stadtbahnb plaß Große Matinee Borstellung und Konzert. Auftreten Ir. 254 Künstlerpersonals von Kaufmann's Bartetee. Eniree vorher eint täglich Kaffe 50 Pf. Billets sind bei sämmtlichen Vertrauensleuten, jos aus vier Sonnt Gegen das Letal ist von Seiten der Lokalkommission nigpedition 3i Mitgliederversammlung der worden. " Die am 27. Oftober cr. im Dresdner Garten tagende Deutschlands, Dagrenndlung, Berlin II" Jann erit, da das Au öffentliche Verfammlung der Handlungsgehilfen Berlins schließt fich den Ausführungen des Referenten voll und ganz an und erklärt, daß eine nachhaltige und thatsächliche Besserung der Verhältnisse innerhalb des Berufes nur durch Beihilfe der Gefeggebung erreicht werden kann. Sie stellt sich deshalb vollständig auf den Boden der allgemeinen Arbeiterbewegung und verurtheilt namentlich die Bestrebungen des Verbandes„ Germania", dessen unklare und verschwommene Ansichten nur geeignet sind, die Handlungsgehilfen irre zu führen und sie von einer wirklich rationellen Vertretung ihrer Intereffen abzuhalten." leerte fich langsam der Saal. Gegen biche Auflöng it per 2uttte erstattete ten Raffenbericht, worauf Frau och uts Beschwerdeweg betreten und es wird Entschädigungsflage gegen den Beamten angestrengt werden. Im Weiteren hatten nach Verlauf von 1 Stunden gefolgt und bewacht von der ganzen Polizeimacht Weißensees mehrere Genoffen sich nach dem betreffenden Lokal des Herrn Sengbeil zurückbegeben. Bei einem Glase Bier versuchte es Jemand, das bekannte Eisenbahnlied vorzutrazen, der Gendarm Klingenberg trat an den Wirth mit den Worten heran: Na, der Vortrag geht wohl bier weiter?" und beeinflußte den Wirth, kein Bier mehr einzuschänken. Infolge späterer Rücksprache machte der Wirth vorstehende Mittheilung und versprach, bei dem Amt Beschwerde einzureichen. Der Verband der Möbelpolirer Berlins und Umargend hielt am Montag, den 21. d. Mis., eine gut besuchte Generalversammlung im Lofale des Herrn Bolzmann, AndreasStraße 26, ab. Als ersten Bunkt der Tagesordnung, Kassenbericht, berichtete der Kassirer: Der Rassenbestand betrug Ultimo September 171 M. 26 Pf. und der Unterstüßungskaffe 92 M. 70 Pf.. an Darlehnfonds sind vorhanden 151 M. 45 f., movon 92 M. als Darlehn bei den Mitgliedern ausstehen. Der Bericht war von den Revisoren geprüft und für richtig befunden. Hierauf wurde dem Raffirer Decharge ertheilt. Der Bericht über die Kremserpartie wurde vertagt bis zur nächsten Versammlung, weil er von den Revisoren noch nicht geprüft war. Sum zweiten Punkt der Tagesordnurg, Neuwahl des Borstandes", wurden gewählt: die Herren Weber und Nerlich als 1. und 2. Vo figender, Rommberger als 1. und Lindner als 2. Schriftführer, Wendt als 1. und Chriftow als 2. Raffirer. As Revisoren die Herren Asch, Bannsee und Weißenecker; Relmez, Hennig und Francois wurden als Beitragsammler und Reuter und Wolf als Bibliothefare gewählt. In die FachTommission wurden gewählt die Herren Milbrodt, Curth, Frohmann, Schulz und Scharf. Zum dritten Punkt der Tagesordnung, Anträge", wurde best loffen, eine Aenderung der Statuten vorzunehmen und wurden die Herren Weber, Mil brodt und Reuter gewählt, die Statutenänderung zu berathen. Ferner wurde beschlossen, bis zu 50 M. neue Bücher für die Bibliothek anzuschaffen, unter Andern Internationale Arbeiter bibliothek, Geschichte der französischen Revolution und Zola's Roman Germinal. Ein weiterer Antrag, für die Raffirer Quittungsmarken anzuschaffen, wurde ebenfalls von der Verfammlung angenommen. Die Vereinigung der Drechsler, Ortsverwaltung II ( Stockbranche) hieit am 22. Oftober ihre regelmäßige Mitgliederversammlung ab, mit der Tagesordnung: 1. Geschäft Iches. 2. Bericht des Borstandes. 3. Abrechnung vom dritten Quartal. 4. Berschiedenes und Fragekasten. Der Bevoll mächtigte berichtete über Punkt 2. Im verflossenen Halbjahr fanben statt 5 Borstandsfißungen, 4 kombinirte Sigungen und 5 Versammlungen der Ortsverwaltung II. In zwei von den elben wurden wissenschaftliche Vorträge gehalten. Im Laufe dieser Zeit ist eine neue Zahlstelle errichtet worden und zwar Lothringer str. 67 bei Brütner, wo Beiträge ent gegengenommen und Zeitungen ausgegeben werden. Ferner ift in diesem Zeitraum ein Rechtsschutz gegründet worden. Die Kommission brauchte bisher aber noch nicht in Aktion treten. Die Zahl der Mitglieder stieg von 103 auf 151. Die Betheiligung am Streitfonds bezeichnete der Vorfißende als eine sehr geringe. Zum dritten Punkt der Tagesordnung verlas der Schriftführer die Abrechnung vom legten Quartal. Dieselbe ergab eine Einnahme von 286,36 M. und eine Ausgabe( lokale Ausgaben 97,16 M., abgefandt nach Hamburg 122,25 M.) von zu Jammen 218 41 M., so daß einkaffenbestand von 66,95 m. verblieb. Der Streitfaffirer ertheilte Bericht über den Streitfonds. Er zielt wurde eine Einnahme von 11,60 M., abgesandt an die Zentralfommission 33% pet.; verblieben im Fonds 8,05 M. Das Bergnügungskomitee hat einen Ueberschuß von 25 M. zu verzeichnen. Unter Berschiedenes" wurde mitgetheilt, daß fich bie Lohntommiffion der Ortsverwaltung II aufgelöft habe infolge der Ansicht der Polizeibehörde, welche die Kommission als Verein betrachtete und unter das Vereinsgefeß stellte. Ferner wurde mitgetheilt, daß am 12. November eine öffentliche Drechlerversammlung und am 26. November eine öffentliche Stockarbeiterversammlung stattfindet. Em aus Walo anwefender Kollege gab Bericht über Die Lage des Streits in Wald. Die Lage der dortigen Kollegen ist demnach eine sehr traurige, da sämmtliche Kollegen verheirathet find, und wurde beschlossen, 15 M. vom Raffenbestand nach Wald und den Rest des Streiffonds nach Freiburg zu senden. Die Handlungsgehilfen, speziell der Kolonialbrandje tamen am Sonntag Nachmittag im Dresdener Garten zufammen, um unter Borfiz des Herrn Mider über die MißHände in ihrem Berufe und deren Reform zu diskutiren. Herr Hinge bezeichnete in seinem Referat als Uebelstände zunächst die cußerft geringe Besoldung der Angestellten 300 bis 400 m. pro Jahr bei freuer Station die fein Sparen mehr gestatte und jebe spätere Etablirung vereitele; dann die übermäßig lange Arbeitszeit, die feine Beit zur Fortbildung laffe. Ferner wrie die maffenhafte Lehrlingsausbildung unheilvoll, ebenso wie ungeregelte Kündigungsfrist. Redner verbreitete fich bes Längeren noch über die kläglichen Verhältnisse im KrankenEine Mitgliederverversammlung der freien Vereinigung der Damenmäntelschneiderei und Bekleidungsindustrie tagte am Dienstag, den 22. Oftober in Deigmüller's Saal. Der Rendant Herr über das Thema: Vereinigen fich die Intereffen der Krankenkaffe der Damenmäntel- Schneiderinnung mit denen der Arbeiter und Arbeiterinnen unserer Branche" referirte. Die Intereffen der Innungskaffe seien identisch mit denen der Innung selbst, und nur dazu geschaffen, die Arbeiterinnen noch abhängiger vom Arbeitgeber zu machen, ihnen jede Gelegenheit über ihre unwürdige Lage und Behandlung aufgeklärt zu werben, zu nehmen. Nachdem Rednerin einige die Freiheit der Arbeiterinnen besonders beschränker de Paragraphen des Statuts obiger Raffe angeführt, berichtet diefelbe noch über einige die ärztliche Behandlung der Mitglieder fennzeichnende Vorkomm niffe. Nach Empfehlung der freien Hilfskaffen für Arbeiter und Arbeiterinnen schloß Rednerin mit dem Wunsche für stetes Wachsen und Emporblühen der neugegründeten Berliner Kranken- und Begräbnißtaffe für Frauen und Mädchen.( E. H. Offenbach.) Es wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Den Arbeitern und Arbeiterinnen find nur freie Hilfskaffen, welche von der Arbeiterschaft selbst geschaffen und den Intereffen derfelben angepakt sind, zu empfehlen. Die Krankenkaffe der Damenmäntel- Schneiderinnung entspricht nicht unsern Forderungen. Den Arbeitern ist der Eintritt in die hiesige Filiale der freien Hilfskaffe der Schneider zu empfehlen, den Arbeiterinnen die Berliner Kranken- und Begräbnißkaffe für Frauen und Mädchen. Nach Festfeßung des monatlichen Beitrages für weibliche Mitglieder auf 10 Pf., bei einer Aufnahmegebühr von 25 Pf., wurde noch das Vergnügungskomitee gewählt und zwar die Herren Werner, Raufmann und Erben und die Damen Wabnik, Böle, Masche und Schwarz. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Borbmacher Berlins und Umgegend hielt am 20. d. Mis. feine monatliche Sigung ab. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Abrechnung vom III. Quartel. 3. Vorstandswahl. 4. Verichiedenes. Herr Fechner berichtete über das 6jährige Bestehen des Vereins. Ueber den Kassenbericht wurde dem Raffirer Entlastung ertheilt. Bei der Vorstandswahl wurden wiedergewählt: Herr Carl als Vorfißender, Herr Fischer als Schriftführer, Herr Reddermann als Kassirer und Herr Jungnidel als Bibliothekar. Der stellvertretende Borstand besteht aus den Herren Vogt, Deigert, Grundmann und Nielsch. Revisoren find die Herren Jungnidel, Nielsch und Schulz. Sodann kam ein Aufruf der Magdeburger Kollegen behufs eines Kongresses zur Sprache, und wurde der Vorstand beauftragt, anzufragen, welchen Bwed die Magdeburger Kollegen verfolgen wollen. Hier herrscht ebenfalls die Absicht, aus Anlaß der Beschlüsse nicht eher frei tit, am 10. November stattfinden. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter bef 20. Oktober ab Naunynstr. 78 bei Winger. Die Adressenausga Abend von 8 bis 9% Uhr und Sonntags Vormittags von 10 sowohl an Mitglieder wie an Sichtmitglieder unentgeltlich statt. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine am Dienstag Gutenberg Abends 8 Uhr im Restaurant Quandt, Stralau Gesangverein Alpenglühen Abends 9 Uhr im Restaurant Hildebr ftraße 97. Schäfer ſcher Gesangverein der Elfer" Abends 9 und Krüger, Stalizerstraße 126, Gefang.- Männergesangverein Abends 9 Uhr im Restaurant Firt, Kottbuserstraße 22 Bouvardia( Männerchor) Abends 8 Uhr im Restaurant forterstraße 15. Männergesangverein Steinnelle Abends rant Schulz, Stettinerstraße 56-67. Bruderhers DDE Es schein Gesangvereinba 8 Uhr in Neutam's Bierhaus, Große Frankfurterstraße 49. verein Echo II Abenbs 8 Uhr to of Rollten, troy a Nr. 11-12. Gejangverein Sängerhain Abends 9 ühwirthschaftl Kaiser Franz Grenadierplag 7. Abends von 9%-11% Uhr. Aufnahme neuer Witgliedritte, die d ingt. nung Moabit Abends 8 Uhr Wilsnackerstraße 63 im Reftaur Gesangverein Felicitas" Abends 9 Uhr im Reſtaurant Rebelin, Männergesangverein Olympia Abends 9 Uhr im Reſtaurant straße 106. mann, Naunynstraße 44. Weid, Aleranderstraße 31. Wenn mo Gesangverein Liederlust" Abends 9 Uhr im Bevölkerun Männergesangverein Accordia be Gefangverein Ludwig'scher Mannme, so se 9 Uhr Lindenstraße 106 bei nz außerord Manand durch e Deutsche Liedertafel Abends 9 Uhr Drantenstraße 190. Alte Linde", Abends 8%-10% Uhr im Restaurant Johns, War Zitherklub Amphion Abends 9 Uhr in Triebel's Restaurant, Sobe Berordentlic Turnverein Frob und Frei"( Männerabtheilung) Abends ler Lebensn Berliner Turngenossenschaft( Fünfte Männerabthe straße 57. Suan überhau 8% Uhr in der städtischen Turnhalle, Wasserthorstr. 31. haide( Männer- Abtheilung) Abends 8 Uhr, Dieffenbachstr. 6cnen alle Bu ehemaliger Schüler der 87. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Röpnickerstr. 68. 8 Uhr Brunnenstraße 129a. Arends'scher Stenographenverein Apollo Baris im letzt Arendt'scher Stenographenverein ferdefleisch im Restaurant 3um eisernen Kreuz", Lindenstr. 71. Deuticher urusartifel. scher Stenographen Abends 8 Uhr in Standel's Restaurant Nun ver Verein Roe Abends 8 Uhr im Restaurant Elge, Aleran Unterhaltungsverein Harmonie Abends 8 Uhr Eisenbahnf rant von Liebe. Selbstverständ Reinide, Gipsstraße 8, jeden Dienstag nach dem 1. und a den östlich Amphion Abends 9 Uhr im Münchener Sof" Spandau Rauchklub Zum Wrangel bends 8 Uhr bei Serschleb, Städten, ist e Rauchtlub Portorito", Abends 9 Uhr, Manteuffelstraße 119 Rauchtiub Deutsche Flagge Abends 8 Uhr im teftaurant ftraße 11. Rauchflub Friedrichshain Abends 9 Uhr im Bergnügungsverein Mollig Abends 9 rage nach s Die Wir Landsbergerstr. 116a. Rauchklub Luftige Brüber bit ihren abst Grothe, Fürstenbergerstr. 2 Bergnügungsverein Frem Pferdeflei Weg 29. Große Gesellschaftsftunde, verbunden mit Bort Sozialph tommen. Entree fret. Tambourverein Sedan Sigung Grüner Weg 9-10. staurant Hahn, Elsasserstr. 57. " Tambourverein Einigkeit macht starten Genuß d un muß ein stellvertretender Dirigent E. Billhardt. Nebungsstunde Abends enn er überh hilosophen", an gut u agen, zu b Vermischtes. 3ohlthat Efelreiten. Daß Zeitungsschreiber Dor Die Abne hundert Jahren sehr unangenehmen Strafen ausgesch ist in d beweist der nachstehende Vorfall: Der Konzipient Bruchtheil damals wöchentlich erscheinenden Dresdener chlachtvieh- F teiten verbreiteten Nachricht, daß am 4. Auguft 1735 bieren, deren bei öffentlichem Trommelschlag 133 Deserteure o aferes Schla grenadier- Garde, darunter 1 Rapitän, 2 Leutenant ab der Abnei offiziere und 7 Tambouts, welche in der Zeit von eberwindung flüchtig geworden waren, bei Namensnennung in den et sitie die Stadt zum Ausruf gelangten und zurüď zu kommen ganchen f machte sich mit dieser Publikation eines groben Verfebenen junge u denn es wurde als unwahr bezeichnet, daß auch Offch eher zu tirt feien. Zur Strafe dafür mußte der Zeitungserflich, und dieser war der unter dem Pseudonym Iccande jet- und Dresdener Topograph und Rechtsgelehrte, aut nur alte Crell auf Antrag des Gouvernements- Kriegsgeriändlich nur des internationalen Kongreffes eine besondere Beschlußfaffung Neumarkte einige Stunden auf dem bei der Haupt bieten verr herbeizuführen. = Die Vereinigung der Drechsler Deutschlands Ortsverwaltung Berlin I, hielt am Mittwoch, den 23. Oftober, ihre Mitgliederversammlung Annenstraße 16 in Sahm's Klubhaus ab. Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung um 9½ Uhr. Die Tagesordnung lautete: 1. Geschäftliches. 2. Vierteljähriger Raffenbericht. 3. Wahl eines Streitfonds- Kassirers. 1. Wahl einer Rechtsschußfommission. 5. Fortsetzung der Werk stellenstatistit. 6. Verschiedenes und Fragekasten. Nachdem der 4. Punkt, Geschäftliches, erledigt war, erstattete der Raffirer zum 2. Punkt Bericht. Einnahme vom III. Quartal 157,11 M., Ausgabe 147,12 M., also bleibt ein Raffenbestand von 9,99 M. Im Uebrigen werden Neuwahlen erledigt. Unter Verschiedenes machte ein Kollege auf das Vergnügen, welches am 16. bei Sahm stattfindet, aufmerksam und ersuchte die Kollegen, fich recht zahlreich zu betheiligen. Herrenbillet foftet 50, Damenbillet 25 Pfg. Zum Schluß wurde befchloffen, Montag, den 11. November eine Versammlung der Ortsverwaltung I stattfinden zu laffen bei Sahm, Annenstraße 16, was erst noch bekannt gemacht wird. Schluß der Versammlung um 10 Uhr. Diese Strafe ift ba teuren auch heute nicht erspart, denn fie müffen tog manchem hölzernen Esel herum reiten. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Surran.) Wahlkreis als Randidaten aufstellen. be abbrud verboten C Sozia In der f nster die Ki ickten Gärte Nürnberg, 28. Oftober. Nach einer Meldung Einzig auto spondent" hat der Reichstagsabgeordnete Freiher von mehr anzunehmen. Wie verlautet, werden die Freifin berg die Absicht ausgefprochen, ein Mandat zum Reid Bürgermeiffer Schuh- Erlangen für den 2. milteire eben die Bern, 28. Oftober. In der geftrigen Jahresonan in de der Schweizerischen fozialdemokratischen Partei wurde stellung ausgesprochen sozialdemokratischer Randidatur Nationalrathswahlen, wo dies immer nur möglich fei, der ein p ferner die Bekämpfung jeder weiteren Ausdehnung ne rauchten tischen Polizei und die Weberwachung des Verbalten und da k tone gegenüber derselben; Beamte, welche fich lebrünes aus die persönlichen Freiheitsrechte der Bürger erlauben, Vertheuerung der Lebensmittel und die Schutzölle" fprechen. fchaft zu ziehen und die Bürger über das Wesen die Dachr Der Saal des„ Boltsgarten" von Pietsch, Berlinerstraße 21, tischen Polizei und deren Verhalten gegenüber i Polizeilich nicht genehmigt ward eine auf Sonnabend Abend einberufene Boltsgroße öffentliche versammlung in Wilmersdorf. Buchdruckerei mochte von etwa 500 Personen besezt sein, die den Herrn Referenten bei seinem Erscheinen mit einem dreifachen donnernden Hoch begrüßten. Sofort erhob sich einer der drei im Saale anwesenden örtlichen Polizeibeamten und meldete, daß, da die Versammlung auf Grund des Sozialistengefezes nicht Balb darnach verlas der Einberufer das darauf bezügliche begenehmigt worden, auch das Hoch nicht gestattet werden dürfte. hördliche Schreiben. Ein dreimaliges Hoch auf die Sozialdemokratie erfcholl, dann ging man ruhig auseinander. * Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner ReichstageWahlkreises. Große Versammlung am Dienstag. ben 29. Ottober, Abends 8 Uhr, im großen Saale der Brauerei Moabit, Thurmstraße 26. Tagesordnung: Bortrag des Herrn Mar Schippel: Die wirthschaftlichen Umwälzungen unserer Zeit und die Sosialdemokratie." Distuffion. Verschiedenes und Fragekasten. Mitglieber werden aufgenommen. Gäfte haben Zutritt. Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 29. Oktober, Abends 9 Uhr, Bersammlung bei Mundt, Köpenickerstr. 100. Angelegenheit der Werk ftätten. flären. berfelbe Briefkaffen. gnete nicht, n Haus zu r flachen br uten Dorfe, em Trauerr undlichen T aufhörlich g Die Mal Frau eine Bei Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen A. W. Wenden Sie sich an das Fundbureau letten Err Antwort wird nicht ertheilt. Herrn 20 einzigen S nihren Gä Auf seher, F. T. in A. Senden Sie Ihr Drama rich Hart, Berlin- Moabit, Flensburgerstraße, ein. T. M., Stellmacher. Ein solches Emblem fo höchstens in den Stempel Ihres Fachvereins aufnehm auch da ist es überflüffig. Am vernünftigften ift e chiede mittelalterlichen Kram, der für Innungen ja gany P vollkommen weg zu laffen. Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Berlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. gutmüthige nnten.