etgolbf i.1 8X Wl in Vcin«»�- 3. Wahl � drr. I •n 29. d Aafitnbfltil, nur b«a 6 con U> 3 Ctiobrt, 5otbmniJ: r d»» >. M.> -°°WS en gniomin»' idtiirtti löffnunj('I_i nd üKanj'S lumni, Da-O�'i cn. Sk'>d«.5 Da« S« ba«n-«sS Am .... Mittwoch, de» 30« Oktober 1883« G. Kobrg. Krgan für die Interessen der Arbeiter. am ewdltdÄ Das..Berliner Bollsblatt" Sustt->»>Äscheiat täglich Morgens außer nach Sonn- und Festlagen. AbonnementöpreiS für Berlm frei f>'s Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer ffrlkr�S."'� Pf. Sonntags- Nummer mit �.„____________ dem �Sonntags-Blatt" l6 Pf.' Bei Abholung aus unserer nmilston mnrxvedition Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemem 4 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der PostzeitungSpreisliste für 1889 unter Nr. 856.) N?®e �a» Ausland: Täglich unter Ltreuzbano durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. pserdedeiftfr und 3öiEc. Es scheint, als ob wir immer mehr rückwärts kommen ten. trotz all der Vervollkommnung unserer Einrichtungen da 1 btiitr KJÄ ibitffouMn tag»«jja g.lill» s° ts am DtmW� ndt. SN«N auranl HUbk � ■ Sd-nd»-( cgklang««�', ratze 22. � 'Xtän S�V�lai ®�ab0 ud- � wirthschäftlich-technischer Hinsicht und trotz all der Fort- «niderb-n�riite, die der Großbetrieb der Neuzeit immerhin mit sich 3 im 9tetzbÄiagt, int Nedrlin.,z Wenn man in früheren Zeiten davon sprach, daß in Bevölkerung der Konsum von Pferdefleisch zu- e i so setzte man als die Ursache dieser Erscheinung z außerordentliche Umstände voraus. Entweder war ein nd durch einen Krieg verheert worden oder eS war ein ßerordentlicher Mißwachs und darauffolgende Theuerung er Lebensmittel eingetreten. Beim Pferdefleisch dachte an überhaupt an eng belagerte Festungen, cncn alle Zufuhr abgeschnitten war,?wie etwa die Stadt " ris im letzten großen Kriege. In solcher Lage wird das 'erdefleisch theurer und wird schließlich noch zu einem Partikel. Nun vernehmen wir von vielen Seiten, daß die Nach- ge nach Pferdefleisch überall im Steigen begriffen ist. lbstverständlich steigt auch das Pferdefleisch im Preise und den östlichen Provinzen, namentlich in den größeren übten, ist es schon ziemlich theuer geworden. Die Wirklichkeit liebt eS zuweilen, die Philosophen ihren abstrackten Theorien zu verhöhnen. So auch mit Pferdefleisch, denn es giebt bei uns eine Anzahl von ozialphilosophe n", die schon längst den Arbeitern Genuß deS billigen Pferdefleisches empfohlen haben. un muß ein großer Theil deS Volkes Pferdefleisch genießen, enn� er überhaupt Fleisch cffen will. Werden die„Sozial- älosophen", die dem Volke so guten Rath ertheilt, wie an„gut und billig" leben kann— werden sie eS gen, zu behaupten, der Pferdefleischverbrauch sei eine o h l t h a t für das Volk? Die Abneigung gegen das süßliche und kraftlose Pferde- ch ist in der Bevölkerung eine ziemlich allgemeine; nur Bruchtheil betrachtet das Pferdefleisch als dem anderen lachtvieh-Fleisch ebenbürtig. Es giebt eine Reihe von leren, deren Fleisch vielleicht nicht schlechter ist, als das (eres Schlachtviehes; allein, man ist in dem Vorurtheil id der Abneigung dagegen aufgewachsen und es kostet eine erwindung, daffelbe zu genießen, eine Ueberwindung, Manchen krank zu machen geeignet ist. Ohnehin werden en junge und kräftige Pferde geschlachtet, deren Fleisch ch eher zu genießen wäre; man verwendet, wie be- iflich, diese Thiere für die Armee oder als - und Zugthiere. So kommen zum Roßschlächter nur alte Thiere, deren abgemergelter Körper selbstver- lndlich nur ein schlechtes und wenig nährkräftiges Fleisch bieten vermag. Selbst für die Liebhaber von Pferde- I ns er t i o ns g e b ü h r beträgt für die 4gespaltene Petitzeile oder deren Raum 4l) Pf., für Vereins- und VcrsammlunaS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -»-» Fernsprecher: Amt vi. Ur. 4106.«-■*- an Aevskkwn: VeuthftrMr S.— Expedikwm Biinntet�va�jc 44. ictotbl iaurant. v igi«bti'bj, üJiflnnetJf 31- mbachstr. 9 Uhr im rrtln.«"j. füauraiti Sitzf,«1« fenbaWai dend« 9 Bs 1 und 5 • Ev-n» berlchle», itatzt Ii', ftauram llhr im Uder' ein.Sri it tfo n" Sil der isen al konzip� rteu«' Leuten«? ZeU vl-« ng.nd-» kommen -enV� ß au» r Ze"� m Ice«» lte, au» llriegSS >er Haut. Strafe m muffen 115 urt**) Meldv� ijfj t 3«� Wl. sfe «laubLs hol liibee JcuUlcfoit. «ftbrutf Mtbolm.)_ ©evntinal. Sozialer Roma« vo» Emile Zola. Einzig autorisirte Uebersetzung vo« Ernst Ziegler. Drittes Kapitel. Zn der kleinen Kirche des ArbeitcrdorfeS, wo der Abbe eben die Meffe gelesen hatte, schlug es elf Uhr- an in der Schule hörte man durch die geschlossenen ster die Kinder im Chor buchstabiren. Die aneinder ge- "ten Gärten blickten traurig mit ihrer mergelreichen Erde, der ein paar Gemüse kümmerlich welkten. Die Schorn- : rauchten, denn die Hausfrauen kochten ihre Suppen; und da kam eins der Weiber zum Vorschein, riß etwas lues aus ihrem Garten und verschwand wieder. ES ete nicht, aber der graue Himmel war so thaugetränkt, P die Dachrinnen in die Tonnen, die auf dem Trottoir n« axS Stt �aU!8 fanden, tropften. Zn dem mitten in r flachen braunen Ebene rasch und gleichförmig aufge- lUten Dorfe, mit seinen schwarz- lehmigen Wegen, wie von gkm Trauerrande eingefaßt, gab es nur einen hellen und Endlichen Ton: das rothe Zickzack seiner vom Regen ifhörlich gewaschenen Ziegeldächer. Die Maheude machte einen Umweg, nm Kartoffeln bei Frau eines Aufsehers zu kaufen, welche deren noch von letzten Ernte hatte. Hinter einer Reihe magerer Pappeln, einzigen Bäumen dieser Gegend, lagen je vier Häuser, ihren Gärten umgeben, nebeneinander: die Wohnungen Aufseher,„Dorf der Seidenstrümpfe" genannt, zum erschiede vom Arbeiterviertel, welches die Bergleute gutmüthiger Ironie„das Dorf der Schuldcnmacher" nnten. fleisch ist es sonach eine eigene Sache, wenn sie sich davon nähren wollen. Was soll ein abgerackerter, halbtodter Droschkcngaul noch für ein Fleisch liefern, selbst für den, der keinen Widerwillen gegen Pferdefleisch hat oder stark genug ist, denselben zu überwinden? Man spottete früher über die„wandelnden B e e f st e a k s" vor den Droschken zweiter Klaffe; das Steigen der Pferdefleifchpreise aber zeigt uns, daß aus dem Spott ein trüber Ernst ge- worden ist. Wir leben also theilweise unter Zuständen, wie sie sonst nur in einer belagerten Festung vorkommen, und wir brauchen darob nicht zu erstaunen, denn wir be- finden uns ja im Zollkrieg und in der Z o l l b e l a g e- r u n g mit der ganzen Welt. Da ist es nicht mehr als billig und zeitgemäß, daß im Reichstag der Antrag auf Aufhebung der Lebensmittelzölle eingebracht wird. Wir könnten Alles haben, was wir brauchen: billiges Korn auS dem Westen, billiges Fleisch aus dem Osten; wir können auch Fleisch auS dem Westen und Korn aus dem Osten beziehen. Allein die Fülle von Nahrungsmitteln, welche die gütige Erde dem Menschengeschlecht spendet, soll uns ferne bleiben, damit einige Großgrundbesitzer auf dem Markte die Preise halten können, die sie für nothwendig erachten; wäh- rend an den Grenzen das fremde billige Fleisch und das fremde billige Korn durch die Zölle abgewiesen wird, mehrt sich im Innern der Konsum an Pferdefleisch und steigt dieses Nahrungsmittel im Preise. Man wird von Seiten der Agrarier nicht verfehlen, zu behaupten, der von sozialistischer Seite eingebrachte Antrag auf Aufhebung aller Lebensmittelzölle habe lediglich einen „agitatorischen Zwe ck". Gewiß, der Antrag hat einen solchen Zweck, wenn auch nicht ausschließlich; er soll dem Volke zeigen, wohin wir mit dem gegenwärtigen System des„ZollschutzeS" kommen. Wenn man aber glaubt, der Antrag sei nicht ernstgemeint, so kann man leicht die Probe machen; man' braucht ihn ja nur anzunehmen. Dann wird Niemand mehr sagen können, daß mit dem Antrag „lediglich agitatorische Zwecke" verfolgt würden. Indessen wissen wir schon, was geschehen wird; die agrarische Majorität des Reichstags wird den Antrag mit allen möglichen und unmöglichen Gründen bekämpfen und wird ihn ablehnen. Damit ist die schwebende Frage aber nicht erledigt. Was soll denn werden, wenn die Steigerung der Lebens- mittelpreise in der bisherigen Weise weitergeht? Wie sollen die armen Leute über den Winter leben? ES giebt Leute, die alle diese Dinge sehr leicht nehmen. Wir nicht; uns erscheinen die öffentlichen wirthschaftlichen Zustände überaus traurig. Sie haben nur das eine Gute, daß sie dem Volke die Augen öffnen. ES wird nicht mehr so leichtsinnig wählen, wie vor drei Jahren. „Uff, sind wir endlich da!" seufte die Frau, die Kinder, welche nicht mehr gehen konnten, in's HauS schiebend. Vor dem Feuer wiegte Alzire ihr schreienden Schwester- che« auf dem Arme. Ihr war kein Zucker mehr geblieben und sie hatte, wie sie es oft versuchte, so gethan, als wenn sie das Kind säugte. Aber heute war eS vergeblich gewesen; ob sie auch den Mund des kleinen Schreihalses immer wieder an ihre magere Brust drückte, es half nichts, Estelle biß und schrie, wüthend, keine Nahrung zu finden. „Gieb sie mir!" rief die Mutter, sich ihrer Packete ent- ledigend;„man hört ja sein eigenes Wort kaum." Und fie öffnete ihr Kleid und nahm das Kind. Jetzt konnten sie mit einander reden. Es war alles in schönster Ordnung; die Kleine hatte das Feuer unterhalten und das Speisezimmer gefegt und abgestäubt. Von oben hörte man noch immer in gleichmäßigem Rhythmus deS Alten Schnarchen. „O, da hast Du viel mitgebracht!" rief Alzire, ver- gnügt die Vorräthe betrachtend.„Wenn Du willst, Mutter, so mache ich die Suppe." Der ganze Tisch war bedeckt. Da waren die KleidnngS- stücke, zwei Brote, Kartoffeln, Butter, Kaffe, Cichorien und ein halbes Pfund geräuchertes Schweinefleisch. „O, die Suppe!" sagte die Maheude, sehr müde.„Da muß erst Sauerampfer gepflückt und Borri ausgezogen werden! Laß! Du kannst sie nachher für die Männer kochen. Setze Kartoffeln aufs Feuer, wir wollen sie mit Butter essen! Und Kaffee! Vergiß den Kaffee nicht!" Plötzlich dachte sie an den Kuchen und blickte sich nach den Kindern um, die sich schon wieder auf dem Fußboden balgten. Hatten diese Rangen nicht Alles aufgegessen! Sie schlug fie beide; doch Alzire sagte: „Laß', Mutter! Wenn es für mich war, ist es ja glcichgiltig; Du weißt, ich mache mir nichts daraus. Sie haben gewiß großen Hunger gehabt, weil sie soweit gegangen sind." Wovrespondenzen. New-Nork, 15. Oktober. In Sachen der Wirren inner- halb Oer sozmldemokratiscken Arbeiterpartei ist mitzutheilen, daß der von der Aufsichtsbehörde auf den 12. d. verschobene Kongreß gegenwärtig in Chicago tagt. Es sind auf demselben fiebz-hn Sektionen direkt durch ebenso viele Delegaten(darunter New- Park mit 5) und 6 Sektionen durch Mitglieder in Chicago ver- treten. In letzterem Orte hatte sich auf einen Aufruf in der „Arbeiter-Ztg." eine Anzahl Parteigenossen zusammengefunden und eine neue Sektion gebildet, welche Christensen zum Delegaten und Grottkau(der übrigens feit langen Jahren nicht Parteimitglied gewesen) zum Stellvertreter wählte. Die alte Sektion beschickte den Kongreß nicht, eben- so wenig die alte amerikanische Sektion; doch hatte sich inzwischen ebenfalls eine neue solche gebildet, welche einen Delegaten sandte. Von der alten amen- konischen Sektion erschien auf Einladung eine Deputation von zwei Mitgliedern, deren eines der bekannte Ägitetor Morgan war; ein Resultat ergab aber die Besprechung mit derselben nicht. Eine Anzahl Sektionen, welche keinen Delegaten gesendet, wollen das Resultat des Konareffes abwarten, ehe sie Stellung nehmen. Da laut SektionS-Verzeichniß im„Sozialist" 66 Sek- tionen vorhanden sind, so hat sich an den beiden Kongressen zusammen nur zirka die Hälfte beiheiligt. Einige Zitate au« den verschiedenen lokalen Parteiorganen über die Sache sind hier wohl zur Illustration der Situation am Platze. Zu bemerken ist hier, daß die„Chikago Arbeiter- Ztg." und das„Philadelphia Tageblatt" vollständig auf Seite der Aussichtsbehörde resp. der Sektion New-Pork stehen, wäh- rend die„Cincinnati Arbeiter- Zeitung" für die alte Exekutive eintritt. Das„S t. Louis Tageblatt"(dessen Redakteur Hepncr ist) schreibt:„Der jüngst erfolgte Bruch dcr sozialistischen Arbeiterpartei wird voraussichtlich innerhalb acht Tagen geheilt sein. Allerdings müßte sich die„N.-P. V.-Z. inzwischen ruhig verhalten und aufhören, ihre New-Porker Widersacher zu ver- höhnen. Daß sie ihre falschen Rapporte aus Chikago nicht berichtigt, ist auch nicht schön.*) Am 12. ds. MtS. wird ein zweiter Kongreß in Chikago eröffnet werden.— Das Hauptübel lag in der völlig ungerechtfertigten Ver- fchiebung des Kongresses(keitenS des AufsichtSrathS) vom 28. September auf den 12. Oktober. Wäre dieser Fehler nicht begangen worden, so hätte e« zur Spaltung nicht kommen können.— Die„B u f f a l o A r b e i t e r- Z e i t u na" schreibt:„In einem Privatbriefe an den Redakteur dcr„B. Ä. Z." ist die Ansicht eines bewährten Genossen über die Fraktion« streitigkeiten innerhalb der„S.A.P." enthalten, und da wir im Allgemeinen mit ihm überstimmen, so wollen wir denselben veröffentlichen. Wir *) Es bezieht sich dies auf die Mittheilung der„N. P. V. Z."— woran sie sogar einen Artikel knüpfte— daß auf dem vorigen Kongreß da« Wort„Arbeiter" aus dem Parteititel ge- strichen worden sei, was nicht der Fall war; sowie auf eine angebliche Aussage Bushe's bezüglich der in Chicago gemordeten Anarchisten, die berselbe nicht gethan. ES schlug zwölf Uhr. Die Schuhe der aus der Schule kommenden Kmver klapperten durch die Straße. Die Kar- toffeln waren gekocht: der Kaffee, halb Zichorie halb Kaffee, seihte mit großen singenden Tropfen durch den Filter. Eine Ecke des Tisches wurde frei gemacht; die Mutter setzte sich daran, die Kinder aßen auf den Knicen, und der kleine Heinrich, stumm kauend, blickte nach dem Schweine- fleisch, das in seinem schön fettglänzenden Papier seinen Appetit reizte. Die Maheude trank langsam ihren Kaffee, beide Hände um das heiße Glas legend, als der alte Bonnemort herab- kam. Gewöhnlich stano er etwas später auf und das Früh- stück wartete sein auf dem Feuer; heute war er ungehalten, daß die Suppe noch nicht fertig sei, aber als seine Schwieger- tochter geantwortet, man könne nicht immer so, wie man wolle, setzte er sich ruhig nieder und begann schweigend fem Mahl. Von Zeit zu Zeit stand er auf und spuckte ,n'S Feuer, um den Fußboden nicht zu beschmußen; dann nahm er wieder still seinen Platz ein und rollte langsam die Kar- toffeln in seinem zahnlosen Munde, den Kopf geneigt und das Auge halb geschloffen.... „Ach, ich habe vergessen, Mutter," r,ef Alzire,„die Nachbarin war da." „Sie langweilt mich!" antwortete die Maheude. '�ie war böse auf die Levaque, die, obwohl Baute- loup gestern seine Miethe voraus gezahlt, ihr vorlamentirt hatte, wie schlecht eS ihr gehe, damit man nicht auf den Gedanken komme, sie um ein Anlehen zu bitten. Die Frauen im Arbeiterdorf pflegten ungern einander Geld zu leihen. „Aber da fällt mir ein," fuhr die Mutter fort,„wickle mir doch eine Mühle voll Kaffee in ein Stück Papier; ich will ihn der Pierronne hinübertragen, der ich ihn seit vor» gestern schulde." Uno nachdem ihr die Kleine den Kaffee abgemessen hatte, ging sie, mit Estella auf dem Arme, hinüber.„Nur fügen aber gleich hinzu, baß wir jedem Parteigenossen das Recht zugestehen, eine Kriti! an dieser Anschauung zu üben. ...»Daß der Kongreß(am 28.) legal war, sollte für Sozialisten auch zweifellos feststehen. Die niederträchtigen Halluzinationen, wie sie jetzt allwöchentlich in den Partei- oraanen breitgetreten werden, find eine Schmach und Schande uns ganz besonders beleidigend für solche Sektionen und Partei« genossen, welche ein legales Verfahren befürworteten und den Kongreß Schiedsrichter sein lassen wollten. Und welcher Art sind die Beschimpfungen gegen die sogenannte alte Erekutive? Man kann weiter nichts Triftiges vorbringen, als unfähige Führung der Parteiangelegenheiten und der Parteiorpane. Wer ist nun Richter über solche Sachen? New-Pork oder die ganze Partei? Ich für meine Person und die überwiegende Mehrzahl der hiesigen(Rochester) Genossen warcn mit der Haltung der Organe voll und ganz einver- standen; ielbstverständlich persönliche Nörgeleien ausgeschlossen. — Das Resultat der letzten Urabstimmung konnte zwar von einem Schewitsch verdreht werden, aber selbst von der Auf- fichUbehörte nicht anders dargestellt werden, als von der Exekutive berichte'. Und einen Aufschub herbeizuführen hatte die Aussichtsbehörde kein Recht, es geschah nur der Kiique in New-Pork zu lieb, welche während dieser Zeit die Partei» Organe, die„Volks ieiiung* und andere Lokalblätter zur Bc> «influssung der Genossen in Händen hatte."— So weit dieser Genosse Daß er die Ansicht der in der West N. P. Distrikt Organisation vertretenen Sektionen vertritt, ist aus den Be- schlüssen der Sektionen in Syrakuse, Buffalo, Rochester und Utica, nicht bei dem Anftokraten-Kongreß am 12. d. mit« zuspielen, zu ersehen. Woh.r der Ausdruck„Aristokraten"- Kongreß rührt, geht aus einer Stelle in der„Chicago Arb.-Ztg." hervor, welche übrigens die betreffenden Notizen aus der„N.- P. VolkSztg." hat. Sie lautet:„Am meisten Interesse wird das Hierher- kommen von Sergius S. Schewitsch, Redakteur der„N.- P. Volks- Ztg.", der von Rosenberg und Bushe beschuldigt wird, ein„Au- Verkäufer" der Partei zu sein, erregen. Schewitsch hat in New-Pork, in der Versammlung der dortigen Sektionen, gegenüber den gegen ihn in die Welt geschleuderten Beschul- digungen erklärt: In Chicago wurden die, weniger mich als die Parier verdächtigenden Angriffe von Rosenberg und Genossen die Welt geschleudert— und von dort aus müssen rn sie auck als das aufgeklärt werden, was sie sind; infame Verdächtigungen. Schew'tfch kommt also nicht bloS als Delegat hierher, sondern gewissermaßen auch als Vertheidiger und Rächer seiner angegriffenen Ehre. Wir wollen hoffen, daß es ihm gelingen möge, die gegen ihn erhobenen Anklagen so gründlich zu wioerleaen, wie es seinen Gegnern anscheinend gelungen ist, sie der Welt als begründet hinzustellen. Das Auf- treten Schewitsch's in der bevorstehenden Konvention ist also von mehr als internem Parteiinteresse, sondern wird die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf sich lenken. Ueberhaupt wird das Publikum schon insofern auf Schewitsch gespannt sein, als man über feine Persön- lichkeit soviel erfahren hat, daß er aus russischem Adel stammt— er war vor seiner Ankunft in Amerika russischer Gesandtschafts-Sekretär an verschiedenen europäischen Höfen—; daß dieser Sozialist„ein verdammt schneidiger Kerl mit ari st akratischen Manieren ist u. s. w." Was das Publikum von Schwewitsch nicht weiß, was aber seine Person für die sozialistische Bewegung schätzenswerth macht, das ist, daß er ein Mann von nicht allein weltmännischer, fondern auch tief wissenschaftlicher und künstlcrischer Bildung ist. Seine Bildung eröffnet ihm die Zirkel der wirklich gebildeten New- Porker Gesellschaft, obgleich ihm seine radikalen Gesinnungen über soziale Angelegenheiten hierbei durchaus nicht zu statten kommen":c. Man sieht übrigens aus dieser Schilderung, daß auch die sonst noch durchaus vom deutschen Geist getragenen Blätter unserer Partei sich doch eine kleine„amerikanische Ader" ange- eignet haben! — Hoffentlich findet der jetzt tagende Kongrcß den richtigen Weg, um Sie Geschichte wieder in'S Geleise zu bringen. Diffe- renzen. welche eine Reorganisation der Partei nöihig machten, liegen ja durchaus nicht vor; und diejenigen, weiche jetzt be- züglich der Stellung zur Achtstunden b e w eg u na(nicht Acht- stunden frage) vorliegen, werden sowieso nicht zu beseitigen sein. Schließlich sei zur Vervollständigung des„Stimmungsbildes" eine Stelle aus der Cincinnati Ärb.-Ztg. wiedergegeben:„In einem Flugblatt, welches einige N.-A. Sozialisten Herausgaben, werden die Beschuldigungen gegen die frühere Erekutive der S. A.-P. auf die persönliche Meinung einzelner Genossen re- duzirt. Alle gegen die Erekutive erhobenen„Anschuldigungen" gaben diesen Genossen keine Veranlassung, die Exekutive zu verurtheilen. Das ganze Geschrei reduzirt sich auf Differenzen mit der Redaktion der„Volkszeitung". Man muß den N.-P. Genossen dankbar sein, daß sie jetzt, nachdem sie einen„Welt- brand" angerichtet haben, ihre Anklagen formuliren und in der Einleitung eingestehen, daß es„ebenso wenig prinzipielle oder taktische Differenzen waren, aus denen die Opposition gegen die Nat.-Erekutive hervorging." Was war es denn nun auf einen Augenblick," sagte sie zu Alziren, während der Alte noch immer schweigend seine Kartoffeln aß, und Heinrich und Leonore sich am Fußboden um die Schalen stritten. Sie nahm den Weg durch den Garten, damit die Levaque sie nicht anrufen könne. Der Garten der PierronS lag dicht hinter dem ihren; in dem zerbrochenen Gitter war ein Loch, durch welches sie schlüpften, wenn sie einander be- suchten; daneben befand sich der gemeinschaftliche Brunnen, in welchem vier Familien Waffer schöpften, und ein Flieder- strauch versteckte einen niedrigen, mit allerhand Geräthschaften angestellten Schuppen, worin dieKaninchen aufgezogen wurden, welche die Bergleute an Festtagen verspeisten. Ea wer die Kaffeestunde: ein Uhr. Keine Seele zeigte sich an den Thüren oder Fenstern; nur in der Ferne grub ein Erdarbeiter ge- beugten Hauptes in seinem Gemüsegarten. Aber als die Maheude im gegenüberliegenden Hause ankam, sah sie neben der Kirche einen Herrn und zwei Damen und erkannte die Fremden, denen Frau Hennebeau das Arbeiterdorf zeigte. „Warum hast Du Dich bemüht? Das eilte ja gar nicht!" sagte die Pierronne. Sie war kaum achtundzwanzig Zahre alt und galt für die Schönheit deS Dorfes; brünett, mit einem niedlichen munteren Gesicht, niedriger Stirn, großen Augen und kleinem Munde: sie war rem und kokett, wie eine weiße Katze, und ihre Büste war sehr schön erhalten. Zhre Mutter, die Brülee, Wittwe eines Häuers, der in der Grube seinen Tod gefunden, hatte geschworen, ihre Tochter solle nie einen Kohlenarbeiter heirathen und hatte sie als Mädchen in eine Fabrik arbeiten geschickt. Die Alte hatte es ihr nicht verziehen, daß sie doch den Pierron nahm, einen Wittwer noch dazu, mit einem acht- jährigen Mädchen. Da« Ehepaar lebte sehr zufrieden mit einander, trotz all' de« GeredeS der bösen Zungen, die von den Liebhabern der Frau und dem ehrwtdrigen Nachgeben des Mannes nicht genug zu erzählen wußten. Natürlich, hieß eS, haben sie keine Schulden, haben zweimal in der Woche Fleisch und da« HauS kann sauber sein. Die Kompagnie hatte sie autorisirt, Bonbon« und Bisquits zu verkaufen, die an den Fenstern auf Brettern aufgepflanzt waren und womit sie täglich sechs bis sieben, Sonntags selbst zwölf SouS ver« aber?— wird man fragen. Nun es wird jener Geist des Widerspruchs, des Autoritätenwahns und der Lust am Klatsch gewesen sein, lauter Erscheinungen, die seit Jahren die Partei- Verhältnisse in New-Pork bcherrschen. Wir sind daher auch geneigt, das Urlheil besagter Genossen, daß„Unfähigkeit, Un- Würdigkeit, Taktlosigkeit, engherziger Sektengeist u. s. w. die S. A. P. diskreditirt haben", zu akzeptiren, nur kann das nicht durch 4 Personen allein geschehen sein. EinS ist übrigens— trotz der Behauptung Schewitsch's auf dem Kongreß, daß das Vorgehen gegen die beticffenden Mitglieder des Exekutivkomitee� keine Woche Aufschub hätte erleiden dürfen— wohl nicht zu bezweifeln: hätte die Sektion New-Pork den Schritt unterlassen und die Regelung der An- gelegenheit dem Kongreß anheimgegeben, so konnte die jetzt thaisächlich vorhandene Zersplitterung nicht ein- treten. Wurde New- Park wieder zum Vorort ge- wählt, so lag cS in der Hand der dortigen Sektion, geeignetere Kräfte in die Parteileitung zu wählen; wurde ein anderer Ort auserkoren, so kämen sowieso andere Leute hin.in. Anders wäre es, wenn die Partei- beamten auf dem Kongreß selbst gewählt würden, was aber bisher noch nicht einmal angeregt worden rst. Zu bemerken ist noch, daß Morgan crklärte, daß sie— die amerikanischen Sozialisten— die Arbeiten des Kongresses ver- folgen, und wenn derselbe bessere Resultate erzielte, wie der andcre, sich anschl eßen würden. Hoffentlich kann ich recht bald eine Wendung zum Bessern in dieser traurigen— besonder« traurig, weil sie unnütz!— Affäre berichten. polififdze Hebet:(rrfif. Die Kerliuer„Körsen-Zettung" ist über den Aufruf der sozialdemokratischen Fraktion an die deutschen Genossen im Ausland halb verrückt geworden, was für uns ein Zeichen ist, daß die in dem Aufruf auSgetheilten Hiebe auf die Kartell- Parteien gesessen haben. Sie begleitet den Aufruf mit folgen- den geschmackvollen Bemerkungen, die wir zur Erheiterung unserer Leser»um Abdruck bringen: „Unverschämter gelogen ist wohl noch nie in einem Wahlaufruf worden. Wir rrproduziren da« ebenso dummdreiste wie erheiternde Akienstück, um an diesem eklatanten Beispiel zu zeigen, wie geknebelt unsere Presse in der jetzigen Reaktion«« poche ist und mit welchen wahrhaft grotesken Albemheiten man die Verblendeten zu Beiträgen auffordert. Dem Reichstag vorzuwerfen, er Hobe die so knapp zugemessenen Volksrechte verkürzt, ist aber mehr als dreist und dumm, es ist infam, und die Männer, welche unter solche Verleumdungen ihren Namen zu setzen wagen, richten sich und ihre Bestre- bungen, denn sie beweisen, daß nur grobe Ungerechtigkeit und haßerfüllte Unterstellung der Boden find, auf dem sie zu agitiren vermögen." Indem das edlk Börsenjobberblalt über„grobe Ungerechtig- keit" und„haßerfüllte Unterstellung" heult und die Unterzeichner deS Aufrufs mit den gröbsten Schimpfworten überhäuft, die dem Munde eines Frschwerbes nicht kräftiger entströmen können, thut es alles dies selbst, was e« der sozialdemokratischen Fraktion in die Schuhe schiebt. Es heißt denn doch mit offenen Augen blind sein wollen, wenn die Verlängerung der Legislaturperioden von drei auf fünf Jahre, das Gesetz über den Ausschluß der Oeffentlichkeit bei politischen Prozessen und die Verlängerung des Sozialistengesetzes kerne Verkürzung der Volksrechte sein sollen. Diese drei Dinge hat die Kartellmajorität beschlossen und sie ist eben daran, da« Sozialistengesetz zu verewigen, wo» weiter eine Schmäle- rung der Rechte für weite Volkskreile bedeutet. Das Bärfenjobberorgan, dessen Hauptaufgabe darin besteht, seinen Lesern täglich zu deweisen, daß schwarz weiß und weiß schwarz ist, um sie auf den Leim fauler Gründungen zu locken, sieht in allen diesen Beschlüssen vermuthlich nur eine„Er- Weiterung" der Volksrechte, was seiner Phantasie zwar alle Ehre macht, aber der Wahrheit in« Gesicht schlägt. Ebenso sind die Milliarde Reichsschulden, welche die Kartellmajorität in diesen drei Jahren schon bewilligt hat oder zu bewilligen auf dem Sprunge steht, die Erhöhung der Getreidezölle, der Branntweinsteuer, der Zuckersteuer, die Ärlli- gung der Schweine-Einfuhrverbote?c. in den Äugen der „Börsen-Ztg." ebenso viele Maßregeln, die da« materielle Wohl- befinden des Volkes aufs höchste steigerten. Das ist allerdings eine Logik, vor der wir beschämt die Waffen strecken. Lasse sich die„Börsen-Zeitung" gesagt sein, auf ihren Bei- fall rechnet kein Sozialdemokrat, das wäre eine schwere Belei- dixung für ihn, dagegen ist ihr Schimpfen Musik in seinen Ohren, da« ihm zeigt, daß er aus dem rechten Wege ist. Ein Blatt, da« jede an den arbeitenden Klassen verübte Gewaltthat oder Bediückung gut heißt, besitzt nur noch die Verachtung aller anständigen Leute. dienten. Genug, eS war ein glückliches Haus; nur die Alte hörte nicht auf, zu schelten, und die kleine Lydia erfüllte die Wohnung mit ihrem Geschrei, wenn die Anderen sie pufften und schlugen. „Wie stark sie schon ist!" sagte die Pierronne, dem Kinde der Maheude zulächelnd. „Aber Schererei hat man damit! Sei Du froh, daß Du keine Kinder hast, wenigstens kannst Du rein halten!" Und obwohl auch bei ihr Alle« in der Ordnung war und jeden Sonnabend da« ganze HauS gewaschen und ge- scheuert wurde, warf sie einen neidischen Blick in daS saubere Speisezimmer ihrer Nachbarin, wo sogar vergoldete Taffen auf dem Schrank standen und ein Spiegel und drei einge- rahmte Bilder an den Wänden hingen. Die Pierronne saß allein bei ihrem Kaffee, denn ihre Familie war um diese Stunde in der Grube beschäftigt. Sie lud die Maheude ein, ihr Gesellschaft zu leisten. „Nein, ich danke, ich habe eben getrunken." „Aber das macht ja nichts!" In der That, das machte nicht«; Beide nahmen einan- der gegenüber Platz und tranken, während ihre Blicke zwi- schen den Bonbongläsern und den BiSquit« hindurch über die gegenüberliegenden Fenster schweiften, deren mehr oder weniger weiße Vorhänge die Reinlichkeit der Hausfrauen be- messen ließen. Bei der Levaque hingen schmierige Lappen hinter den Scheiben, gleich Wischtüchern, mit denen man Kochtöpfe ausgeputzt. „Ist es möglich, in solcher Schmutzerei zu leben!" sagte die Pierronne. Da fing die Maheude an und hörte nicht mehr auf: O, wenn sie einen Kostgänger wie den Bouteloup hätte, da sollte man staunen, wie sie ihr HauS halten würde! Ein ausgezeichnetes Geschäft, so ein Pensionär, wenn man sich'S einzutheilen weiß! Natürlich darf man sich mit ihm nicht einlassen, das versteht sich von selbst! UebrigenS der Mann ist auch nichts nutz; er schlägt� seine Frau und läuft zu den Sängerinnen in den Caft'S von Montsou. Die Erfolge der KoyKottsbetttegmtg flW, und Wirthe, die ihre Lokale nicht zu ArbeiteeW hergeben wollen,— schreibt man uns au« Sachft unse en Kartellbrüdern schwer im Magen, und Hohem Maße die Aufmerksamkeit der Polizei- oerne möchte man einschreiten, allein nach Oberlandesgerichtlichen Erkennt o den Boykott legalisirt bat, läßt sich beim nichts machen, nenn die Arbeiter nicht sonst gesetzl'chkcit begeben. Und das thun sie eben n« Ergötzlich ist daS Gezeter der Kartellbrü! „Unduldsamkeit" der Sozialdemokraten. tellbrüder forderten im Wurzener Kreise m Ersatzwahl öffentlich auf, bei Opposition� nicht mehr zu kaufen.(S. z. B. den Mutzsckeir".)— Die Polizei sorgt freilich tw' Versammlungsrecht der Arveiter nicht alliu v?t Sie hat so ziemlich alle sozialdemokratischen Wahl' einen nach dem anderen verboten. Wenn die wird auch dem btzten der GarauS gemacht sein- sind die Sozialdemokraten an derartige Dinge gr Eine neue Partei pindter und Genossen ß» gebildet werden. Die„Norddeutsche Allg. SU'. Nammsunterschrift in ihrem Jnseiatentheil einen � alle Wähler Berlins, welche mit den Beschlüsse vatioen Gesammtverlretung nach dem Vorschlag 0" « der unter i, und die h ebrigenS sei wie E n . en find, in urchschnittlich in den w e eitsstund weiter.— « dem K dlungen amtlichen V k-Z'g.", daß Kartellbrüde« t Gaedeke, i LondtagSw ative Pari eke, soll allei 'en Provinz LandtagSw gen zusamm strativ von OS Vorgehen erichle über nalliberale„ eichende Zut ftSpräsidentei dem Publiki Wagner nicht emverstanden find, aufgefordert wttWen Berichten nigst eine große Mittelpartei mit ganzer Seele zu JVger objeklivi in den Berlins Reichstaas mahl kreisen die von hntag, uinnitt rn oen-ocrnne� vreiwsiagswainreeiien vre vv« freundlichst in Vorschlag gebrachten Kandidaten�t�den. Zugtelc reitS crgcbenst eingeladen wird), auf die in spateres Ztg." wred wenden Versammlungen die Majorität fällt, en!' g" nach dem schild zu erheben. Alle Wähler werden böfl äist?ung der berd« ihre geschätzte Adresse unter Angabe des Reichstag Zeitung sind möglichst umgehend, spätesten« bis zum 5. Novem� Intern atio Expedition dec„Norddeutschen Allgemeinen Zcituiis)ookat, Mr. H 204 niederzulegen. �schlag zur> Stöckrr und Genolfen sind in daS KaMt�hens. Dem. DaS bezeugt jetzt ausdrücklich in der„Poll" wit?»ageS aneiken schrift Herr v. Kardoiff. Er müsse ausdrücklich stuztzpobknde Jus Herr v. Helldorff in leiner damaligen Korrespond�„Lor kurze, stets hervorgehoben hat, von einer etwaigen Nutiflmlm geteien extremen Elemente, wie diese von nationalliberalcHcgung detrey therlweise von B ättern meiner Partei oerlangt. �Azeiaiens als nicht die Rede sein, eine solche Ausschließung w��krsuchen m Interesse der deutschkonservativen Partei noch!' Gesammlheit der Kartellparteien liegen. Ich � fztzm r n.T Auffassung des Herrn v. Helldoiff durchaus'a meinerseits stet« anerkannt, daß, wenn man»on. sentlrchen Ein Mugel oer Peullchlonieivativen verlange, vag>»- a>.,,,..i,„na lenken Flügels der Nationalliberalen ihre Stimm� � sollten, man auch die umgekehrte Forderung stellen. Jancker daS Kartell überhaupt einen Sinn baben soll."——-- Für den Autrag de« Abg. Dr. Mindth" Hebung deS Priester-AuSweisungs-GesetzeS tritt Zeitung" sehr enschieden ein; sie bemerkt u. A.: Wenn vor fünf Jahren, als diese Ang' Reichstag zul-tzt beschäftigte, gewisse für unS üb handene G.ünde die Beibehaltung des Gesetze« n> moch'en, so kann davon jetzt, wo der„Kuiturn ist, keine Rede mehr sein. Hier handelt eS sn um ein Ausnahmegesetz, dem der Boden de« unter den Füßen geschwunden ist, das völliO schwebt, als widerwärnge Erinnerung an eint Gott will, niemals zuiückkehren wird. Verschiede och hoffe i reinst bei de, «ben würden, schehen ist. Woraus lä, Einheit der ortoS nach i au u>i g nach r segensreiche isses Prinzip heidenen Vor! 'ichende Wnku „Tagedieb." Dem„Ächtstundenblatt" w'1 schlüssen des Internationalen Kongresses gemäß______ stündigen NormalarbeitStag eintreten soll, itt von t�Mg mehrere Soldschreibern, denen für ihre eigene Persote ien billigsten i � f«■„„_ � f„ Ta V__.._ la... � f in würde. Da« Prin? W 3 chnet werden, dungsstück orten: ohne t oder Sich mstige Gründ Was wir elegraph von «erde, und ick ie auf die Ve stündige Arbeit viel zu viel ist, der Spollna»«-' beigelegt worden. Diese Herren Faullenzer vn� Ardeitern, daß sie sich für die Kapitalisten h* heilen. Im„Grütlianer", dem Organ der „Grütlioereine", finden wir in Bezug hierauf soll „D«e publizistischen Gscherdlingen, welche reich sie seien, wenn sie dem„Achlstundenbla" Tagedieb geben, antwortet die„Typographia" dem sie sagt, einer solch' einfältigen Bemerkung'' sie auf die V wer aller Kenntnisse in sozialen Dingen baar Widerstandes � unfähig find, zu begreifen, daß die Uederprodus. Äald ein gederl und die Uedersüllung des AibeitSmarkte« änderet?� Reformklu schränkung der Arbeitszeit führen muß, um da«'ßt schäftigungSlosen»u verringern, solllen aber«d«.(( nicht schreiben. Die„Typographia"»innert M. Wie man die Beamten und Angestellten der E>dgen.osslN�S»r.V. Kopisten herab, auch diejenigen beinahe iämw■ serner der meisten schweizerischen Eisenbahngk' Fahrpersonal allerdings ausgenommen) lchan achtstündigen Arbeitstages sich erfreuen. Ob va diebe" seien?!" � Auch in Deutschland haben die Beaw Umlauf Der Geda ganzen Po «ritt. Diese gelbst der Erd '«aute hinübe jtiäuch. Die Pierronne verzog mit dem Ausdruck ia den Mund: Als die „Solche Dirnen; daS hat allerhand �sie gerade der heiten! Pfui!... Aber was ich nur n>A' Mten war, i daß Du Deinen Sohn mit der Tochter von)t> ünem Arzte 1 gehen läßt!", M°nn der ft „Gehen läßt! Halte sie'mal, wenn Du en stößt an den unfern, dort hinterm 5',( ihut s ül Garten das Verhältniß angefangen; man konnte>>1# Mal Waffer holen, ohne sie zu überraschen-.� DaS war in all' diesen eng aneinan� aneina" Haushalten dasselbe: kaum war es dunkel,> die jungen Männer und Mädchen im Aber weil sie sich später verheiratheten, s"\-» etwas Arges darin; nur die Mütter fahen�- Er duzte .twortete er „Laß mi „Und m Hat immer «llten ihn d« eiwas Arges oarm; nur die Neuner lay»" fiiK i wenn ihre Söhne sich so früh banden, wenn �" ter Sohn nicht« mehr fürs Elternhaus verd' � y• „Schone „Du thätest vielleicht gut, der Sacy � � ff•—"/ l----"V i)— r f l ITH1 W machen!" meinte die Pierronne.„Sie 5°' rftf Die bei ütteln dem Kinder vom Zacharias, da hilft nicht«, sie 10 von einander lassen.". Doch die Maheude hob zornig die Htm „Ich verfluche sie, wenn sie nicht auch das! Zacharias ist zunächst seinen Altern dig. Er hat un« Geld genug gekostet, v � wieder hereinverdienen, ehe er an'S Heirat? � glaubst Du, sollte aus uns werden, wen" bald sie groß sind, für sich selbst Ah, da könnte man ja lieber gleich sterben/ scheiter!" Endlich beruhigte sie sich: „Ich spreche natürlich nur im Allfl,., werden wir schon sehen, was sich machen t Kaffee ist sehr stark; Du thust hinein, wa» Nachdem die Frauen noch eine Vierte� hatten, sprang die Maheude plötzlich auf:' ihre Männer sei noch nicht bereitet! Uiw l, r Die Kinder kehrten jetzt zur Sch einigen Hausthüren standen Frauen und Hennebeau nach, die mit ihren Gästen» ins „Komm' ich Hab' D !u wirst do sch." Die Mc „Um ni HauS. DaS Zi die Wände, häßlicher Gei beide Ellenbi Teller hinab; 'eines Mittc zweijährige S Knie gedrückt Der Pension war ein gut« Kinde ein S ,it der und untersten Stufen, nicht mehr als acht Stunden ««S flW W, und die höheren Beamten �um Thcil noch Weniger. Irbe tOTeiMebrigenZ fei nebenbei bemerkt, daß in den fortgeschrittensten ! S a ch feiern, wie England und Amerika, die zugleich auch en, und flwgen sind, in welchem ammeisten gearbeitet wird, u o l i Z e i- Durchschnittliche Arbeitszeit auch die kürzeste ist, wohin- riaih da»?'n den w enig st entwickelten Ländern die längsten e n n t o beim sonst den ntt rtellbrüder.l aten. eise rat osilio, . den reilich da' allm as n Wahü mn die icht sein- e i t S st u n d e n find, zum Beispiel in Indien, Rußland weiter.— « dem Königsberger Mucherprazeß, über dessen mdlungen bekanntlich der ObertandesgerichtSpräsident amtlichen Bericht veröffentlicht hat, ersehen wir aus der »Ztg.", daß die beiden verurtheilten KönigSbcrger Kauf- Kartellbrüder 1. Klaffe waren.»Der eine der Brüder, t Gaedeke, ist notorisch konservativ; er war sogar bei der Londtagswahl eine Zeit lang als Kandidat für die vative Partei ins Auge gefaßt. Der andere, Konrad eke, soll allerdings Mitglied des ostpreußischen Nation allen P-ovinzialvereins sein; doch hat sich derselbe bei der LandtagSwahl, wo die Nationalliberalen mit den Frei- gen zusammen wählten, unter ausdrücklicher Erklärung strativ von den Nationalliberalen getrennt." Jndeffen -(«II»08 Borgehen der KänigSberger Staatsanwaltschaft aus Anlaß enotlen�««zxrjch,e über diesen Prozeß noch nicht zu Ende. Die ?'•"«Analliberale„KönigSb. Allg. Ztg." hatte eine ausführliche einen»»'leichende Zusammenstellung des Berichts des Oberlandes- Aeschlusst» Tchtspräsidenten mit dem früheren Zeitungsbericht veranstaltet t-k/fclaa dem Publikum anheimgestellt, zu entscheiden, welcher von fr» ISo»«»mo»**o au__...___..i...... V rschlag rdert> Seele zu irdert werben Berichten der weniger vollständige, weniger getreue und . sei.".. Diese Zusammenstellung ist ite von o�rntag, unmittelbar nachdem sie erschienen, wieder konsiSzirt idatenjwjpen. Zugleich wurde in der Redaktion der„Königsberger in spül/�v?. Zig" wiederum Haussuchung gehalten wegen„Beleidi- llt, am NJg" nach dem Manuskript der vergleickenden Gegenüber- böfl chst Jjung der beiden Berichte. Die noch vorgefundenen Exemplare ReichStWM Zeitung sind mit Beschlag belegt worden. , Noocniitf Internationales poftwertstzetchrn. Ein Londoner n Zeituuss pokat, Mr. Hancock, machte neulich in der„Times" den jeschlag zur Einführung eines internationalen Postwerth. S Karteb ijhens. Dem„St. Gallener Stadtanzeiger", der des Bor- st" aneikennende Erwähnung that, schickte Herr Hancock rcklich feststehende Zuschrift: nrespondZ..Bor kurzem habe ich in Ihrem werthen Blatte einen len AuäfwW gelesen über meine in der„Times" neulich gemachte nalliber-lkt'regung betreffs der Einführung eines internationalen Post- erlangt �lBeimens als Umlaufsmittel für kleinere Zahlungen. Freund. ung würgst ersuchen möchte ich Sie, mir erlauben zu wollen, was ich noch im v�öffenttichte, zu vervollständigen. Ich hlü«? Ich b,n nun überzeugt, daß, wenn eine solche Briefmarke ms angel�Aufnahme käme, dieselbe trotz der großen Einfachheit und man voaAscherdenheit meines Vorschlags, einen bedeutenden und daß sie Wfentlichen Einfluß auf den Weltverkehr und namentlich auf Stimm-" V-rbre.tung des Wissens durch die Post ausüben würde. stellen t*0"1""b.xi> daß der Emfuhruna einer Weltbrief. trke mancherlei Hrndern'�- z. B. in Bezug auf Verschiedenheit der Wahrungen- entgegengehen. »ch.hoffe ich immerhin, daß diese Schwierigkeiten reinst bei den verschiedenen Postverwallungen ebenso ge- >ben würden, wie es bei der Gründung de» Weltpostvereins ,„..� schoben ist. � n« Worauf läuft denn eigentlich die Bewegung zu Gunsten ä. if.rfflW1 Einheit der Tarife für Europa und der Ermäßigung des (tuliur�'iaortoä nach überseeischen Ländern hinaus? Meiner An- ouung nach bedeutet dieses Bestreben, daß, abgesehen von r segensreichen Wirkung dcr niederen Postansätze, ein ge- iffes Prinzip dem Wcupostoereine, als auch meinem ve- heidenen Vorschlag zu Grunde liegt, und daß die weit- lchende Wirkung des letzteren wo möglich noch segensreicher 'n würde. Das Prinzip läßt sich etwa folgendermaßen ausdrücken: mehrere Wege vorhanden sind, da sollte immer das für n billigsten Weg geltende Porto(Brief oder Depesche) de- chnet werden, ohne Rücksicht darauf, welchen Weg das Ver. ldungSstück in Wirklichkeit einschlägt; mit anderen orten: ohne Rücksicht darauf, ob zeitweilige Zweckmäßig- t oder Sicherheit der Uebermittelung oder irgend welche mstige Gründe einen anderen Weg vorziehen lassen. as wir wollen ist, daß der Weltverkehr per Post und elegraph von allen Tarifunterschieden unabhängig gemacht phia i�werde, und ich rechne mit Sicherheit darauf, daß die Einflüsse, erkung> sie auf die Verwirklichung dieses Zieles hinausgehen, trotz des -"•>nr-�Widerstandes der Anhänger der bestehenden Monopole recht jKr' 1...... P* es si-t, n des völlig in ein- ilt- a' gemäß ist von. Perfo---' itnamf er verll en zn n der auf foig iche me>n enbla< ein gedeihliches Ergebniß herbeiführen werden. Reformklub London, IS. Oktober. Charles Hancock, Barre ster-al- law. Wie man aus vorstehendem Schreiben ersteht, wünscht jerr Hancock das internationale Postwerthzeichen zunächst nur ßls Um l a u s s m i t t e l für kleinere Zahlungen. Der Gedanke, die jetzigen nationalen Postwerthzeichen auch ganzen Postvelkehr durch internationale zu ersetzen, baar rprodm andere- -n da8 'er ulX-. nert o--?.! noffc--'8 sälNW�i hngesi schon Od d-< BeaM-�chritt. Dieser Besuch fing an, daS Dorf zu alarmiren; der Erdarbeiter in feinem Garten hob den Kopf und drucki-�k�ch Hi-Huer flohen erschreckt inS Ge- Als die Maheude in ihre Wohnung eilen wollte, lief ie gerade der Levaque in die Arme, die vor ihre Thür ge- reten war, um dem Doktor Vanderhaghen aufzulauern, nnem Arzte der Kompagnie, einem kleinen, sehr beschäftigten n-lann, der ferne Konsultationen oft auf der Straße gab. ' le.?- Doktor," rief sie,„ich kann gar nicht schlafen, n tvlj ihut s überall weh, was soll ich thun?" e wtetTet*�6 �nen Schritt aufzuhalten, »Laß mich in Ruh'! Trink nicht so viel Kaffee!" � ....... »Und mein Mann, Herr Doktor," klagte"d'ie Maheude immer noch seine Schmerzen in den Beinen. Sie s�'siii>t hat immer noch seine schmerzen Ji es �sollten ihn doch einmal untersuchen! —„Schone ihn, und ihm werden und ihm werden die Beine nicht weh ..... beiden Frauen blickten mit verzweifelndem Kopf- it i---" schütteln dem davoneilenden Arzte nach. » ive�„Komm' ein Bischen zu mir herein," bat die Levaque, i-ch Hab' Dir etwas Neues zu erzählen..... Komm', ffch"'� e'n®1'a8 �affee mit mir trinken, er ist ganz Die Maheude konnte nicht widerstehen: �inS � n rlnhoflich zu sein!" Und sie gingen zusammen DaS Zimmer war schwarz von Schmutz; die Fenster, ?!�,?Lande, der Tisch, der Schrank klebten von Fett; ein häßlicher Geruch benahm den Athem. Neben dem Feuer, i«Leide Ellenbogen auf dem Tisch, das Gesicht bis auf seinen geller hinabgebeugt, saß Bouteloup und verzehrte den Rest feines MittaamahleS: gekochtes Rindfleisch; während der Kweflährige Achilles, der älteste Sohn PhilomenenS, an fein Kme gedrückt, ihm mit bittendem Auge auf den Mund schaute. Der Pensionär, mit seinem breiten unbeweglichen Gesicht, war ein guter Mensch; von Zeit zu Zeit steckte er dem Kinde ein Stückchen m den Mund. enn- t -rdie--� ilhun." iche"-iL Die and!, shSÄ :rn das H--2 .n d- g »en, Wu i«< Pt--" ist aber auch keineswegs utopistisch. Nach Gründung des„inter- nationalen Postvereins" stehl nur noch die Verschiedenheit der nationalen Geidsiffteme im Weg. Durch Beiträge wäre übrigens auch hier leicht Abhilfe zu schaffen. Die gründlich sie Abhilfe würde freilich durch Einführung einer einheitlichen internationalen Geldwährung geschaffen. Je mehr der Verkehr der Nationen untereinander zunimmt, desto unangenehmer macht sich die Verschiedenheit der nationalen Geldsysteme fühlbar. Die Schweizer, Franzosen, Belgier und Italiener haben de- kanntlich schon ein aemdnsameS Münzsystem, dessen wohllhätige Wirkungen jedem Geschäftsmann und jedem Reitenden bekannt find. Ein alle Kulturstaaten umfassendes Münffystem würde noch weit größere Vortheile bieten und die Kultur und den internationalen Verkehr mächtig fördern.— Funfundflebzigtaujend bankerotte in den sieben Jahren 1882—1889, also über zehntausend in einem Jahr, jund das wohlgemerkt nur in einem einzigen Lande— das spricht Bände für die Instabilität der Eigen« thumSverhältniffe innerhalb der heutigen Gesellschaft. Und die Sprache dieser erlangten Ziffern/, nochlberedter, wenn wir be- denken, daß das Land, in welchem unter den Geschäfts. firmen— denn nur um solche handelt es stch— eine so furchtbare Sterblichkeit herrscht, gerade d a S Land ist, in welchem die Bourgeoisie gegenwärtig wohl noch am kräftigsten dasteht, nämlich die Vereinigten Staaten von Nord- amerika.— Wer kann angesichts solcher Zahlen denen übrigens aus jedem anderen modernen Kulturland ähnliche an die Seite gesetzt werden könnten— noch behaupten, daß das „Eigenthum" in der heutigen Gesellschaft auf sicherem Grunde ruhe?— Der Verband der Kergarbetter in Rheinland und Westfalen halte am Sonntag eine Delegirtenversammlung an- beraumt in welcher, wie die„Rhein. Wests. Ztg." meldet, 142 Zahlstellen vertreten waren. In den Vorstand wurden Bunte. Dortmund mit 108 Stimmen zum Vorsitzenden, der bisherige provisorische Vorsitzende Meyer-Bochum mit 129 Stimmen zum Kassirer, und Markgras-Essen mit 99 Stimmen zum Vorfitzenden des Kontrol-Ausschusses gewählt. Mach dem amtliche« berichte de» Chef-Arztes der deutschen Schutzlruppe für Ostafrika, Dr. Kohlstock, ist der all- gemeine Gesundheitszustand der Schutztruppe im Monat September als ein günstiger zu bezeichnen: unter dem weiteren guten Einfluß der kühlen Jahreszeit hat die Zahl der Fieber- Erkrankungen unter Europäern und Schwarzen noch mehr ab- genommen. Schwere Fieder- Erkrankungen sind bei den Euro- päern keine, unter den Sudanesen zehn vorgekommen, von den letzteren zwei mit tödtlichem Ausgang; unter den Zulus trat ein schwerer Fieberfall mit Ausgang in Genesung auf. Der Prozentsatz der Gesammterkrankung in der Truppe im Monat September betrug 24 pCt., während der in den beiden Monaten vorher 48 pCt. betragen hat. Von Europäern waren 34 pCt. am Malariafieber krank im Monat September, gegen 40 pCt. in den beiden Monaten vorher, von Suda- nesen 25 Prozent im vergangenen Monat, gegen 28 pCt. in den vorhergehenden Monaten. Epidemische Erkrankungen sind im ÄerichtSmonat in der Schutztruppe nicht vorge« kommen. Frattkreich. Frankreich 1789 und 1889. Das„Monatliche Bulletin der französischen Handelskammer von Brüssel" bringt folgende interessante Zahlen: Das Staatsbudget betrug 1789 691 Millionen Franks und beträgt 1889 3012 Millionen; die Kosten der Zusammenbringung dieses Budgets find aber heute verhältnißmäßig viel ge- ringer, nämlich nur 178 Millionen gegen 113 Millionen im Jahre 1789. Mobilienwerth 1789 ungefähr 300 Mill. Fr. 1389„ 7500„„ Auswärtige Handelsabschlüsse 1789„ 1017„„ nämlich Import 576 Mill. Export 441 Auswärtige Handelsabschlüss« 1889„ 9361„„ nämlich Import 5116 Mill. Export 4245„ Miethen und Gehälter find in den hundert Jahren um 150 pCt. gestiegen; im Jahre 1789 erhielt ein landwirtkffchaft- licher Tagelöhner 60 Cent, pro Tag, heute erhält er 2,50 Fr. Im Jahre 1801»ählte Frankreich 27 Millionen Einwohner, 1836 33 Millionen. Die folgende Tabelle zeigt die Einwohnerzahl einiger Städte: 1739 1886 Paris 500 000 2 340 000 Lyon 139 000 400 000 Marseille 76000 375 000 Saint. Etienne 9 000 117 000 Die Zahl der Schulen und Lyzeen betrug 1310 31300 und beträgt 1889 88 400. Die letzten Ziffern gefallen uns am besten. si- -l- bl „Ich will ihn nur erst süß machen," sagte die Levaque und warf eine Handvoll Kochzucker in die Kaffeekanne. Sie war sechs Jahre älter wie ihr Miether und sehr häßlich; sie hatte ein muffiges, mit grauen Haaren befäetes Gesicht und war niemals gekämmt. Bouteloup mußte sie ohne Wahl und ohne hinzusehen mit in den Kauf genommen haben, so wie er seine Suppe, in der er oft Haare fand, gedankenlos verschlang, und so wie er sich ohne Ekel in sein schmieriges Bett legte, dessen Ueberzüge nur alle sechs Wochen gewechselt wurde«. „Also, was ich Dir sagen wollte, denk' Dir, gestern ist die Pieronne wieder bei den Seidenstrümpfen herum- geschlichen, der Herr, den Du kennst, hat hinter Raffeneur auf sie gewartet, und dann sind sie zusammen längs de« Kanals hingegangen... Was sagst Du dazu? Eine ver» heirathete Frau, wa«?" Bouteloup schlug ein enormes Gelächter auf, während er dem Kinde ein in Sauce getunktes Stück Brot in den aufgesperrten Mund warf. Die beiden Frauen aber fuhren fort, über die Pierronne herzuziehen: Eine Kokette, die nichts thut, wie vor'm Spiegel stehen sich waschen fnsiren und pomadisiren, und die nicht hübscher ist wie Andere. Na wenn der Mann solch' ein Brot essen will, ihnen soll'S recht sein' Sie wurden von einer N«chbarin unterbrochen, welche ein kleines neun Monate altes Kind, PhilomenenS Jüngste«, brachte, das die Frau alle Tage inS SortirhauS hinaustrug, wo eS die Mutter tränkte. „Ich darf daS meine nicht einen Augenblick allein lassen," sagte die Maheude, auf Estelle deutend, die auf ihren Armen eingeschlafen war. Sie wollte aufbrechen, aber die Levaque hielt sie zurück: „Weißt Du, wir müssen doch auch einmal unsere A« gelegenheit zu Ende bringen." (Fortsetzung folgt.) Amerika. Eine Drahlmeldung der„Daily NewS" aus Madrid meldet, daß der spanischen Regierung Nachrichten zugegangen sind, wonach die Argentinische Republik und Chili nicht geneigt find, dem Vorschlage der Vereinigten Staaten von Amerika zur Errichtung eines kommerziellen Zollvereins gegen europäische Einfuhr beizutreten. Sie sind der Anficht, daß ein solcher Ver» ein wenigstens im gegenwärtigen Augenblick, nur den Ver» einigten Staaten zum Vortheil gereichen würde. Die Presse und die Regierungen von Spanisch. Amerika sagen, daß die südamerikanischen Republiken bis jetzt mehr Vortheile und wirk- same Hilfe vom europäischen Kapital und Handel erhalten haben, als sie erwarten können, wenn sie einfache Satelliten der Vereinigten Staaten würden. Sozisle Oedeulirlik. Der Streik in der Trikotagenfabrik Conradi nud Friedemann in Limbach i.S. dauert unverändert fort. Zuzug ist streng fern zu halten. Vevfcrnrinlungen. Gin« öffentliche Manreruerjammlnng Kerlin» nnd Umgegend, zu welcher der Zutritt nur mit Slreikkarlen gemattet war, fand am 28. d. Mts. im großen Saale �des „Böhmischen Brauhauses" statt. Die Versammlung wählte mit einigen Schwierigkeiten die Herren Fiedler, Wegner und K l i e m a n n in's Bureau, lieber den ersten Punkt der Tagesordnung:„Abrechnung vom Streik", rcseiirte Herr Kerstan. Die gedruckte Abrechnung war zu Beginn der Versammlung noch nicht eingetroffen. Herr Kerstan gab infolge dessen nur die Haupiwomente derselben, bemerkte aber, daß die Abrechnung dieses Mal ein kleines Buch dar- stelle und 5 Druckbogen umfasse, eine Abrechnung, wie sie noch nicht geleistet worden ist. Dies sei deshalb geschehen, um alle Verdächtigungen von der Lohnkommission fern zu halten. Durch eine derartig spezialisirte Abrechnung würde ei Jedem möglich sein, selber die genaueste Konttrle zu üben. Wir lassen einige Auszüge aus der gegebenen Abrechnung weiter unten folgen. Namen» der Revisoren gab Herr Heinze die Erklärung ab, daß Alles in bester Ordnung befunden worden sei und sprach die vollste Zufriedenheit mit der Abrechnung aus. Di« Herren M a c i e j e w s k i und Silberschmidt gaben dieselbe Er» kläruna ab. Bemerkenswerth ist, daß diesmal Alle, die Streik- Unterstützung erhalten haben, in der Abrechnung namentlich aufgeführt sind, um den in Umlauf gefetzten Gerüchten zu dc» gegnen, daß die„Streikführer" ihr Schäfchen in's Trockene ge. bracht haben. Wie Herr Grothmann mittheilte, find Fälle zu verzeichnen, wie auch von Herrn Karl Schmidt be» stätigt wurde, daß die empfangenen Streikunterstützungen auf den Streikkarten ausradirt worden sind, doch find alle eigen- händig unterzeichneten Empfangsbescheinigungen vorhanden. Herr Ferkel beantragte, eine Beschwerdefrist gegen die Ab- rechnung festzusetzen und wünschten die Herren Grothmann und Heinze als Endtermin den Schluß des Jahre« 1839. Dieser Antrag wurde angenommen. Beschwerden sind zu richten an Herrn Kerstan, 80, Lübbenerstr. 4, oder an die Revisoren. Die Stteikkommission hat sich bereits nach Fertigstellung der Abrechnung aufgelöst. Herr K e r st a n machte noch darauf auf» merksam, daß in der Abrechnung eine Summe für ausstehende gezahlte Miethsentschädigungen fungire. Diese sollten bis zum 1. Oktober d. I. zurückgezahlt sein. Da er(Kerstan) für diese Summe verantwortlich ser, so wäre er genöthigt, diese Forde» rungen einzuklagen, was er aber bisher noch nicht gethan habe. Die Herren Scheel und Karl Schmidt sprachen sich ent» schieden dahin au«, daß diese Forderungen für gezahlte MiethS- entschädigungen als erhaltene Unterstützungen zu betrachten und diese nicht rückzahlbar seien. Herr Grothmann befüi wartete seinerseits, daß auch die bereits zurückgezahlten MiethSvorfchüsse zurückerstattet werden sollen. Diese Angelegenheit rief eine längere Besprechung hervor. Die Versammlung beschloß, dies« Angelegmheit dem Herrn Kerstan und den R>visoren (G. Heinze, Forsterstraße 10, H. MaciejewSki, Steinmetzstraße 24, H. Silberschmidt, Steinmetz- straße 33) zur Regelung zu überlassen. Unterdessen waren die Abrechnungen eingetroffen und wurde behuf« Vertheiluna derselben die Versammlung auf 15 Minuten vertagt. Au« der Abrechnung sind folgende Angaben von allgemeinem Interesse: der Generalstreik dauerte vom 21. Mai bis zum 7. Juli 1889. An Streikunterstützungen sind gezahst worden 24 738 M. 40 Ps., für Reiseunterstützunaen 2599 M. 60 Pf., an Extraunterstützungen 13 l8 M., für Saulenanschläge 219 M., für Saalmiethcn 379 M., für Drucksachen 964 M., für Bahnhofspatrouillen 259 M. 35 Pf., für Äaufperren 17 M. 50 Pf., für Verwaltungskosten 1377 M., für Lokal- und Filial- ausgaben 267 M. 36 Pf. Gesammtausgaben 32 416 M. 38 Pf. Einnahmen: Auf Listen von Außerhalb 1405 M. 30 Pf. Ohne Listen von AußerhalbI1795 M. 22 Pf. Von den Maurern in Berlin auf Listen 1160 M. 80 Pf., ohne Listen 575 M. 10 Pf. Von Mitgliedern verschiedener Korporationen aus Listen 939 M. 10 Pf., ohne Listen 365 M. 95 Pf., von den GewerkschaflenBerlinS und Außerbolb 5662 M. 36 Pf. Von der Geschiiftsleituna in Hamburg 17 000 M., vom Generalfond« der Maurer Berlin« 4519 M. Gesammteinnahme: 33 455 M. 3 Pf.— Der par- tielle Streik dauerte vom 7. Juli bis 1. August 1889. Derselbe kostete inSgesammt 6523 M. 75 Pf. Davon entfallen auf Bau- sperren und Gemaßregelte 180 M. 50 Pf., Säulenanschläg« 140 M., Saalmiethen 100 M., Drucksachen 120 M., Unter- stützungen 52 M., Filial- und Lokalausgaben 37 M., Loka!» mieihe 40 M., Vcrwaltungskosten 942 M. 30 Pf. Ausstehende Gelder, MieihSenischädigunaen 1428 M., an die Geschäft«- l ituna in Hamburg 3200 M. Die Einnahmen im partiellen Streik belaufen sich auf 5833 M. 88 Pf.— Die Gelammt» Einnahme für beide Streiks beträgt 39 288 M 91 Pf., die Gesammt-AuSgabe dagegen 38940 M. 13 Pf., der verbleibend« Restbestand 348 M. 78 Pf. Die Abrechnung schließt mit dem 30. August 1839 ab; über alle später eingegangenen Gelder wird in der Abrechnung für den General- fondS der Berliner Maurer Rechnung gelegt werden. — Der zweite Punkt der Tagesordnung: Mittheilung über das genchtliche Verfahren betr. die frühere"ohrr- kommisfion(Fiedler), wurde von der Tagesordnung abgesetzt, da Herr Fiedler da« gerichtliche Erkenntniß noch nrcht ru Händm hatte. Unter„Verschiedene«" beschloß die Versamm- lung nach längerer Debatte, einem Antrage der Herren Ferkel und Kerstan entsprechend, dre noch vorhandenen Protokolle vom letzten Maurerkongresse am Orte zu behalten und dieselben in geeigneter Weise zur Ag, tatton zu verwenden. Nachdem nahm Herr Lehmann da« Wort und verlangte Auf» klärung über verschiedene Punkte eine« von Herrn Karl Schmidt verfaßten Flugblattes, was erne lange und ziemlich erreg!« Debatte zur Folge hatte..«,,.„i_- Zum Schlüsse gelangte folgende Resolutron zur ernsttnnmgon Annahme:„Die heute im Böhmischen Brauhause tagende öffentliche Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend möge beschließen, da« Bier au« der Unionsbrauerei(dieselbe soll bereits kapitulirt haben) und der Brauerei Pfefferberg nicht eher zu trinken, bis uns die Räumlichkeiten dieser Brauereien zu gewerkschaftlichen wie auch politischen Versamm- lungen zur Verfügung gestellt werden. Femer erkiart vre heutige Versammlung, daß die Milch und ssonstige Produkte des sog.„Klingel-Bolle", sowie die Produkte der Zigarren» fabrik von Loeser u. Wolff von allen organifirten Arbeitern zu meiden sind." Theater. Mittwoch, den 30. Oktober. Myeimha«». Die Meistersinger von Nürnbergs Äo.antpielstan». Die Qnidow'S. D ratsche» Theater. Faust's Tod. �?M»g-Thrater. Der Fall Clemenceau. Friedrich- MUHetmstädtischrs Eheate». Der Polengraf. Keftdeas-Gheater. Schwiegermama. f tallner-Theater. Der Dompfaff. itrtoeia-Theater. Stanley m Afrika. Wstead-Theater'. Ein Verurtheilter. Ketteallianre» Theater. Der Zauberlehr. Kroll'» Theater. Freitag, den 1. November, zum 1. Male: Hohenstaufen und Hohen zollern. »SatgaSdtische» Theater. Mikosch. Jeatral-Theater. Das lachende Berlin. Adolph Erast-Theater. Flotte Weiber. Gedr. Richter'» Kartete. Spezialitäten Vorstellung. Reichshalle«- Theater. Gr. Spezialitäten« Vorstellung. Kerlwer Theater. Mittwoch, den 30. Oktober: Der Saufmam» von Venedig. Donnerstag, den 31. Oktober: Montjohe, der Mann von vifen. Freitag, den 1. November: S. Abonnements Vorstellung: Demetrius. Thalia Theater, 15 Mallnertheaterstratze 15. Täglich: Gr. Concert-, Theater- und Kpezialitate«-Norstell«»s. Gr. Erfolg des Jllustonisten S ch e I l i n i, des Froschmenschcn V i n c e n t o, des be« liebten Volkshumorist. W i l h. F r ö b e l 2c. EntrSe 30 Pf. lÄJÄ. American.Theater. 1365 Dresdener»?. 55. Täglich Vorstellung. IS Circus Renz. Karlstrahe. Heute, Mittwoch, den 30. Oktober 188S: Abends 7i Uhr Im dunklen Erdtheil, (Einnahme na» Kagamoyo.) (Gesetzlich geschützt). Grob« equestrische Original-Pantomine, arrangirt und in Szene gesetzt vom Direktor E. Renz. Auftreten des Sergeant SimmS mit semer jugendlichen Zuaoen-Truppe.— Vorführen der 12 arabischen Schimmelhengste durch Herrn Franz Renz.— DaS Schulpferd Colmar, geritten von Frl. Clotilde Hager.— Auftreten der vorzüg� lrchen Reitkür, stlerinnen und Reitkünstler. Morgen, Donnerstag: Im dunklen Erdtheil. Sonnlag: 2 Vorstellungen. E. Renz. Direktor. 522 Circus Busch. Srtedrtch-Karl-Ufcr. Heute, Mittwoch, den 3«. Oktober 188», Abends 7% Uhr: Große Vorstellung. Nur noch 5maliges Gastspiel der LrißimI-NllBlllkstll mrt ihren Riesen. ArbeitS-Elephanten, Reit- und Fahr- ZebuS ec.:c. Eis Trasm i. d. somtgisches kebirgen. Original-AuSstattungs-Pantomime. Ein hyppologischeS Potpourri. Maria Dore als Jockey. Parforce- Reiterin Frl. Henriette. Fr. Direk or Busch als Schulreiterin. Kanonen- tönigin Mib Victorina. Die phänomenale Luft- tünstlerin Frl. Amalia rc.:c. Alles Nähere die Plakat«. «».» M.— 10 Panoranai dieser Woche; e r st e n Mal; Zum V. SytL: Die»«mler Welr-NutStelrmg. 1. Reise: Athen-Konftonitnopel. RWWWMW ReeSha-Reiae. KBtUBW Rir« Reise 20 yf., Kind nur 10 Pf.»dorm » Ueisen 1 M._ Uerrinszimmer zu vergeben b. P i ck a r d t, Krausenstr. 12._____ 51? � fi e I n e n-1�5 und 0 Elsasser Baumwollwaaren. [Hendenlncji. Dowlaa, Croit«, Damaatete.! .Fertige Bettwäsche, Handtiieher, Tisch-/ T odes-Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, beb mein inniggeliebter Mann, der Schlosser keli» Pawlicki am 28. Oktober, Vormittag Uhr, nach langen schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 31. d. M., Nachm. 4 Uhr, von der Halle des St. Michaelkirchhofes aus statt. 1531 Um stille Theilnahme bittet die trauernde Wittive Marianna Pawlicka. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unser langjähriger Freund, der Schlosser Felix Pawlicki am 28. d. MtS. früh 9tz Uhr verschieden ist. Es behalten denselben stets in gutem Andenken Oie Anliegen der Firma Breymann u. West phal, 530 Skalitzerstraße 104. Todes-Anxeige. Allen Freunden und Bekannten hiermit die Nachncbt, daß unser Freund und Ge- nosse, der Schlosser FeHx Pawlicki am Montag, den 28. d. MtS., nach lang- jähriger Krankheit gestorben ist. Die Zeit der Beerdigung wird noch be- kannt gemacht. 529 Vereillz. WahrNg d. Merejsen der Klavicrarbeiter. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege AiigusR Kasch am Mittwoch, den 30. Oktober, Nach- mittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Andreas- Kirchhof(Hohen Schön- hausen) beerdigt wird. 526 Um zahlreiche Betherlraung ersucht Der Vorstand. Danksagung. Ich sage allen denen, welche meinem mir un- vergeblichen Manne, dem Putzer Wilhelm Stahl zu seiner letzten Ruhestätte begleitet haben, be- 'anders den Vertretern der verschiedenen Arbeiter- chaften, sowie dem Fachvsrein der Putzer und dem Gesangve'.ein�Gemüihlichkeit" meinen herz. lichsten Dank. 524 Steglitz, den 28. Oktober 1889. Frau Stahl. Sozinwemokrati scher Wahlverew IL Mahlt Ani_Donner8tag, den'31. d. IWts., Abends Sj Ohr) Grosse Versammlung � im großen Saale der Krauerei.Tivoli" am Krrufherß' Tages-Ordnung: M 1. Aufstellung eines Kandidaten zum Reichstag für den II. Wahskrei». 1 3. Verschiedenes und Fragekalten. ,«11?* Gäste willkommen! Mitglieder werden dort aufgenommen; auch werdr*■■ dort entgegengenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht De» 3 Grosse Cöiner Lotterie« Ziehung am 14. Noyember 1889. Hauptgewinn Werth 10 000 Mark. Loose i 1 Maik— elf Loose für 10 Mark— empfiehlt U Ab vaHvat Loose-General-Debit. Berlin W., Unter den Linden 3' Jeder Bestellung auf Postanweisung sir.d 20 Pf. für Porto und Gewinnliste 4. C Am Tisl Rat tzahn ' eusner, ylan d er mmissariei Der zur it auf die ken d ang Ein©d iJ'.jftic Fvrtdau _ Gehaltsverb Mission. Auf ei Itend die crungiratl 'läi t das anbot nid Rothe Kreuz-Loose ä 3 Mk. M zur Ziehung am 19. November er. 4 Ant. 1| Mk., 11 Stck. 17t Mk.(Porto und Liste 30 Pf.) Cölner u. Weimar Loose a 1 � 11 Stck. 10 Mk.(Porto und Liste 20 Pf.). Ziehung 14./11. und empfehlen und versenden Oscar Bräu er& Co. Bank- 5 Geschäft. Berli® Leipzig Albert Auerbacl Kerlin S., Kottbufer Damm 7 fbei der Koltbnser i«i> CtiA- Lqn ßr Seneil, Imcii n Reelle Bedienung.— Feste Preise. Bgttfedern, Aus d, 5 R eid [it dem Ai Besetz vom- Staats Dcr Etat I überraschen! rehmen ein Vorjahr vo EialS, welä wied mal mesent! »rtheilung Pr sse laut für d,« verl vn Golde RcchstapeS fassong ist dersrlben« Die verni! en die L nie es r hrben dal welch« nich dast der�R tsschm Sin shatzsekreläi EioiZ in d die Aafftcl b>ruf, nen' Den Etat orsebene F 2V Million Baunen, Gänsefc staubfrei, ä Pfd. v. I Mk-jan bis Lu den ,>n•KutI8Q' Fertige Bette« t» grotzrr >277 H* Glsssr? durch eine Grüner Weg 47, Aölte, wob, Ge'rcidczöl Hiermn sage ich dem Verein der setzer(Tischler) nebst allen Freunden und Bekannten meinen herzl'chsten Dank für die Theilnahme bei der Bcerdigung meines lieben Mannes. 523 Die Hinterbliebene Wiltme Fromholtz, Achtung Hildhaner! Die Sperre ist über folgende Werkstätten ver- ! sängt worden, also Zuzug streng fernzuhalten: Brandt, Manteuffelstr. 56.— S t o e v e- a n d t, Blücherstr. t2.— H e b e, Schmidt iratze 32.— Papier, Kl. Andrcasstr. 4.— Därenblatt, Adaldectstr. 7.— Lange, Hollmannstr. 36.— Kühnel, Markusftr. 19. — Schwarz, Reichenbergetstiatze 124.- ; r a n j, Prinzen str. 20.— S ch m i tz, Oranien raße 147. Kewllligt haben: Gräfe, Knesebcck'tr. 16.— Marschall, Eilenbahnftr. 12.— Hage, Ritlerstr. 59. Arbeitslose Kollegen haben ftch nur an die Stellenvermittelung der Bildhauer Berlins, Annenstr. 16, Wochentags 8-9 Uhr Abends, Sonntags 10—11 Uhr Vorm. zu wenden. Heute, Mittwoch, wegen Versammlung von Uhr. 525 Ai« Kommitsto« der Kildhauer, Annenftraße 16. Fernsprech-Anschluß Amt 4, Nr. 983. Perm p Wahrmili der Jittresseii der Lerliiln KVsiflirbeiter. Am Mittwoch, den 30. Oktober, Abends 3j Uhr, im R.staurant Bolzmann, Andreasstr. 26: reuge, Bettreug« etv. cc MentWe Gmral-VerfWUlllllg. Tagesordnung: 1. Vierteljährlicher Kassenbericht. 2. Wahl des VergnugungSkomiteeS. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwünscht. 532 Der Dorstand. liöbei, Ftnbriir. Sjitiei i Polsterw aareu Gr. Lager, bßl. Preise t Emcl Heyn, Brunnens tr 28, Hof part. Ttsefl«. oueb Uaberrinkuafi lühfl Spiegel und Polßermam, reell zu Fabrikpreisen, ganze Ansftattnnge«. mahagom und nustbaum. Grobes Lager von Küchenmöbtlu.>1363 A. Heilert, Tischlermeister, «Spniikerstrasze 147. Streng feste Preise! EmEMARBEEOBS 143. Granienstraße 1�» tür 1889/9 Schätzung« von April l vihmen, d, w r ve. Me orion, fen Tnflen u. 1 Rechsschul B i der A S& O 3: G Sl,(zw. Moritzplatz u. BrandenburZl", � �, - Elegante Wmterpaletols i» BM Z von 23 PRanIe an. 4 faiut für' b SN' Neuheiten in Stoffen zur Anfertigung nach Maast stets vorräth«' t könne ma (A Streng feste Preise! � wohl reder ivielsweise Kvinzölle auch aus teppdecken- Fabrist, vranienstr. 158, 1357] Emil Leteirre- Große Auswahl Sieppdetsten in Seide, Wolle und Satin von 4 bis 30 Mark. Ginzetne wenig be- schädigte Steppdecke« ä 3 Mk. Nur I Mark i1472 kostet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Preis vorher gesagt. KLISWVN, Uhrnracher(Fachmann). Nannynftrahe 15. Ecke Mariannenstr. Mm! Die Kollegen der Werkstatt$ l„ Grob-Görschenstr. 18, haben wol � die Arbeitszeit, zu Ungunsten° bcitcnden Kollegen� einwirkenden � � beschränkenden Werkstattordnung � niedergelegt. Wir richten deSya � z Im Tuchgeschäft Priijtllßrliße SZ, \ Pri � Gegenübe r der Turnhalle: Herren-«nd Knaben» Anzüge, Paletots, m sowie Damemstleider, X"™" Auf Mansch auch steitzastinnge«. repa r»\»dmiruntl W 1 Jede Uhr repariren und retniaen kostet bei unter Garantie des Gutgehens nur Mst. 50 Mg. Kleine Reparaturen billiger. Lager aller Arien neuer Uh 95 lj 1. Geschäft 2. Geschäft verkauf zu Fabrikpreisen. E. Rothe ert, l�nnacher. aulTeeftr. 78! Andreasstr «st Winter-Paletots und Anzüge fertigt billig und gut sitzend C. Siebert, Kleiber- macher für Herren, Skalitzerstraße 24 iV.[205 Ein junger Mann kann mit einwohnen Ruhe» platzstr. 27, v. 1 Tr., b. Hcyfelder. 495 Tanzmaitre empf. sich allen Arbeiterv. R. Kühn, Andreasstr. 24. 515 die Kollegen Berlins, sich mit d � solidarisch zu«klären und � j sonders von den Mitglledern der Tischler, daß dieselben der bleiben. � w Der N-rsta? des Fachvereins der Gol*' UohtaVaK"epaas- am hiesigen Platze bekannt.. Grüsste Husrrtt,(1 «iaranttrt sicher stre««�jgste' Streng reelle Bedienung Sämmtliche im Handel �„gc. Tabake find am L-� A. Goldsohmidt, Gp4»5.,. am Hackeschen Lübbenerstr. 29 Stube u.> ArstettsM� Tüchtige Tischlergesellen verlangt in S p a n d Ein Aufwarte- Mädchen vert Ärbe� tie�. tts«»� Der Klavirrärbei der befindet sich Raun yn str° Winzer. Die AdressenauW Abend von 8-9f Uhr"»0 abr d-m neue Redner z �onSpaben 'gewesen fe stellung de Vorwurf j »r'gen, d, tzal.en. E ptr.se wiss «Abg. Rid Bäism-S, tüchlichen Da« aufti ha tung d lassen, mil einem schr nach dem wie es gefd In viel, al Wchrsähii sich um di handelt. sichtigen «mgeregtcr Folge nod BundeSra lokpnng d stellt wert lagen. Z sich bcdeu die Gruv! kiwieien l die Anfäi Namens l veländert Abg. wenig der daher tim Weihnach ,tt ja will falls jed andneisei Hcerwefrv iorgfältig« rsiehtt fid> .Orainjßii Deulschen mittags von 10— Ni Uhr, wie an NichtMitglieder unrn ue an vtichtmitgtieoer»"/''..o' Dl- Arbett»o-rmttte1»»5� Verantwortlicher Redakteur: K.«ronstet« in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kading in Berlin SW., Beuthstroße 2. Kirr?« Z Beilage zum Berliner VolNlatt. uzberg» wtistii'-• � 254. Mittwoch fem 30. Oktober 1889. 6. Jahrg. Q lerli« !er ?, l Arlsmonksbevtthke. Deutscher Reichstag. 4. Sitzung vom 29. Oktober, Uhr. Am Tische de« Bundesralhs von Boetticher, von Kaltzahn- Gültz. von Verdy du Vernois, zeusner, von Stephan, von Scholz, von 5 y l a n d e r, Graf Hohenthal, von Marschall und mmissarien. Der zum ersten Vizepräsidenten gewählte Wg. Dr. Kühl 4 auf die an ihn gerichtete telegraphische Anfrage die Wahl inkend angenommen. Ein Schreiben des Abg. Dr. o. Cnny(natlib.), betreffend e Fortdauer seines Mandats infolge seiner Besörderung und ehaltsverbesserungen, geht an die GeschästSordnungekom- misfton. Auf ein Schreiben des Abg. v. Kehren(kons.), ent- ltend die Mit.heilunz von seiner Ernennung zum Geh. Re- rungSrath ohne anderweitige Rang- oder GehaltSverbefferung läit das HauS, daß eine derartige Charakterverleihung das andat nicht anficht. o» Auf der Tagesordnung steht die erste Berathung - d e S Reichshaushaltsetats für 139l>/91 in Verbindung on limit dem Anleihegesetz und der Novelle zum ReichS-Mililär- Sv Gesetz vom 2. Mai 1874. Staatssekretär im RcichSschc tz iw.t»«« Moltzuhn-Giilh: Der Etat dürste in seinen erheblich höheren Zahlen manchem 1. überraschend gewesen sein. Tie Forderungen neu.r Ausgaben AI nehmen einen verhältnihmäßig gröhercn Raum ein, als das �slVorzahr voraussehen ließ, und diese haben das Bild des Etats, welchen man ja im allgemeinen an der Hand der regel- ,r/lz. ckwähig wiederkehrenden Daten zu beurtheilen gewohnt ist, dies-- ' mal wesentlich beeinflußt. Vorwez muhte Redner, was die Be- "rtheilung des niuen Etats anlangt, der in einem Theil der Pr.ffc laut gewordenen Darstellung entgegentreten, aiS ob cS für ive verbündeten Regierungen ein geimffes Vergnügen sei, mr Golde zu wühlen und es dem gegenüber Aufrabe des Weich.tapes sei, diesem Gelüste entgegen zu treten. Diese Auf» faffang«st grundfalsch, Redner we.h sich in der Verurtheilung bersktben einig mit sammtlichen Mitgliedern des Hauses. Di« verwundeten Regierungen haben die Anforderung, n rn die Steuerkraft des Landes nicht höher veranschlagt, ? � e4 v gewissenhafter Prüfung nöthiq war, und hrben daher auch keine Forderung in den Etat cingestrllt, welch« nicht nöthia und unaufschiebbar wäre. Redner hofft, bah d«�Reichstag diese Mchrforderungen in demselben patrio» j sch-n Sinne wie im Voi jähre bewilligen werde. Der Reichs- fbatzsekictär hebt demnächst hervor, daß die Schätzungen des Eivt'Z in diesem Jahre unsicherer als sonst gewesen seien, weil die Ausstellung so zeitig erfolgen muhte, um den so früh ein- lb-rufinen Reichstag hiniärg'ich Zeit zur Berathung zu lassen. __ Den Etat des Jahres 1W3,89 betreffend, habe der voraus- ' t oesebene Fehlbetrag von 13s Millionen eine Höhe vm rund f ß 0 20 Millionen Mark erreicht. Dies hat lediglich seinen Grund � fei»?«m Rückgang der Verbrauchs- Abgaben beim Zucker, ferner wa&l dwck) eine Mindereinnahme der den Emzelstaaten zuflühenden wobei in bissen hervorzuheben ist. bnft die Einnahmen an itrcidezöllen ein erhebliches Mehr aufweifin. WaS den Etat tür 1889/90, also den laufenden, betrifft, so sind auch hi«r die Schätzungen unsicher, denn es lieacn ihm erst die Ergebnisse von April bis August vor. Indessen läßt sich unter Vorbehalt an- n'hmen, doh ein lltberschuh von gegen drei Millionen sich ergeben w rbe. MehranSgabcn rejultiren aus der ostasrikanischnr Ezpe- ci'iern, ferner für die Heeresverwaltung, namentlich für Fourage- kosten u. s. w. Dagegen Minderausgaben aus dem Etat der Re chsschuld, Ueberschüffe areS Püst- und Eisenbahnverwaltung. B r der Marineverwaltung ist ein wisentticheS Abweichen von d.n Elas-Ansätzen nicht zu erwarten. Eine ganz erheb- liche Mehreinnahme(20 Millionen) gegen das Vorjahr haben bit sogenannten Kornzölle ergeben. Die so vielfach angefein- beten Geireidezölle haben in jedem Falle ein sehr gutcS Re- fultat für die Bilanzirung der Reichefiaanzen gehabt. Uebrigens könne man von einer„Vertbeunnng der Lebensmittel" nicht wohl reden, denn die Preise find heute nicht höher, als bei- ivielsweife im Jahre 1880, wo theils keine, lheils viel geringere Kornzölle bestanden. Eme erhebliche Mehreinnahme ist auch aus den Reichsstewpel- Abgaben zu envarlen.— Zu b»in neuen Etat für 1890/91 übergehend, bemerkt der Redner zunächst, daß die Schätzungsart der Natural ausgaben sür die Heeresvirwaltung diesmal eine andere grwesm sei, und zwar mit Rücksicht auf die vorzeitige Fest ftellung des Etats. Es ist verkehrt, der Regierung daraus den wo warf zu mcchcn, dah sie dies gelhan habe, um nickt zu z�'gen, daß die Getrcidezölle eine Thcuerung herbeigeführt bae.en. Er habe doch unmöglich im September die Oktober- f'V« wissen und seinen B-richnungev zu Grunde legen können. JAbg. Rechter tust: �Kurszettel!") Nicht räch den Preisen der Spekulation wird hier vcrfahten, sondern nach den that- lachl.chen Ersahl.ungen der Kriegeverwaltung.(Beifall rechts.) wL? W'Ä*- streben der verbündeten Regierungen auf Er- u be"chügt uns nicht, die Millel fallen zu . �"���u der Fned« erhalten werden kann. Mit einem schwachen Deutschland wäre eS nicht möglich gewesen, noch dem Jahre 1870/71, den Frieden so aufrecht zu erhalten. mit es geschehen ist. Die geforderten bedeuten Kosten noch langenicht � a°ls d'e emes veilorenen Krieges. Zur Erhaltung der Wehrfähigkeit wmsse daher alle« aufgeboten werden, zumal es sich um das kostbarste Matena!, die gesommte deutsche Jugend, handelt. Der Etat hat nur wenig Gehaltserhöhungen berück- fichtigrn können. Auch der durch die Resolution v. Bennigsen «ngeregten Frage der Schuldentilgung hat diesmal eine weitere -rolge noch nicht gegeben werden können; die Entschlicbung des Bandesralhs hierüber steht noch aus. Ein Posten sür Ver- wrgung der invaliden Arheiter hat gleichfalls noch nicht cingc- bellt werden können, da Erfahrungen hierfür noch nicht vor- »-i?*?.®'e Emnahmen aus der Branntweinsteuer sind ziem Um bedeutend hinter den Voranschlägen zurückgeblieben, weil »>« Grundlage dieser Anschläge sich nicht überall als zutreffend erwirlen habe. Der Reichsschatzsekretär rechtfertigt im weiteren -»iih£Je Ansätze des neuen Etats und sch liebt mit der Bitte Q/*'"V Namens der verbündeten Regierungen, den Etat möglichst un- **.«41 verändert onzunehmen. .Abg. Kickert(dsreis.): Der vorliegende Etat entspricht so wenig den Erwartungen des Landes wie selten einer. Er bedarf dotier ciner so«inachenden Erörterung, dab er unmöglich bis T-�l.Mr\ �dihnaedlen �durchgepeitscht" werden kann. Die ganzeNation /Ans?' willens, den Frieden aufrecht zu erhalten und nölhigen- s»-/ falls jeden Kampf dafür aufzunehmen, allein sie erwartet ondereiseit«, dab in den wachsenden Mehrausgaben für das Heerwesen einmal ein Abschlub gemacht wird, zumal wir einer lmgsaltigen Schonung unserer Fmanzkraft bedürfen. E« cm- « fithlt sich daher dringend die Rückkehr zu den allpreußischen /r-nanzgrundsätzen. Tie..Selbststärdipkeit der Finemzen deS AswM Deutschen Reiches" ist fast ein leerer Begriff. Slillstsnd der Wh K enbm eättfl' ra er m «er f»''. w !NNdU Lag"' n»«0' Einnahmen, bedeutende Vermehrung der drückendsten Steuern auf die Lebensmittel, ganz enorme Erhöhung der Schuldenlast — wir gehen mit diesem Etat bereits in die zweite Milliarde hinein—, Erhöhung der Matrikularbeiträge um 4U Millionen, das ist das Bild des gegenwärtigen Etats. Die Er- höhung der Matrikularbeiträge ist hierbei nicht das Unwesentlichste. Von dem Standpunkte des preußischen JinanzministerS von Scholz müßte au; diesem Grunde der Eiat einen ganz entschiedenen Rückschritt der Finanz- Verwaltung des Reiches und der Einzelstaaten bedeuten. Denn noch in diesem Jahre sprach derselbe im Abgeordnetenhause als den prinzipiellen Standpunkt der Regierung aus, daß das finanzielle Verhältniß zwischen dem Reich und Preußen keine wesentliche Verkümmerung erfahre, Preußen da«, was es jetzt vom Reiche beziehe, auch fernerhin zu bezichen habe und neue Bedürfnisse des Reiches durch eigene Einnahmen zu decken seien; mit der einen Hand zu nehmen, waS mit der anderen gegedin wird, würde ein Ruckschritt in der Finanzverwaltung des Reiches und der Emzelstaaten sein. Die Konsequenz dieses Standpunktes wäre, daß die verbündeten Regierungen jetzt vor den Reichstog treten müßten mit der Forderung neuer Ein- nahmen, neuer Steuern. Das geht aber nicht. Wir werden im Februar oder März ReichStagSwah'en vornehmen, und da wäre dies eine etwas unangenehme Mitgäbe. Der gegenwärtige Etat ist ober der Belag dafür, daß die verbündeten Reginungen der Meinung find— denn der Finanzminister hat fich positiv auf ihre Zustimmung bezogen—, daß in allernächster Zeit neue Steuern zur Bestreitung der Bedürfnisse des Reiches und der Einzelstoaten nothwendig seien. Der Abg. Meyer(Jena) meinte fteilich in einer Rede, die er jüngst in Koburg gehalten, daß auch nach Duichsührung der JnvaliditätSversorgung wir noch lange Zeit keine neue Steuern brauchen würden. Ist das nicht eine ganz unerhörte Agitation? Ob Herr v. Scholz oder Abg. Meyer Recht hat, kann nicht zweifelhaft sein. Die Herren sübnn gegenüber den Freisinnigen eine doppelte Sprache. Hier heißt es: alle Militärausgaben habt Ihr be- willigt, also müßt Ihr auch für die Deckung sorgen; draußen aber sogen Sie: seht mal die Reichsseinde, die treten der Re- gierurg überall in den Weg. Der Verfasser jener Broschüre „Auch ein Programm aus den 99 Tagen", der sich noch immer nicht schämt, im Dunkeln zu bleiben, der die unerhörtesten Ver- liumduugen gegen die Fieisinnizen geschleudert hat, ohne, trotz aller Anzapfungen, den Muth zu haben, fich zu nennen, hat ja dieselbe Tonart angeschlagen. Sehen Sie, so geht man mit der srcisinnigen Partei um!(Heiterkeit.) Diejenigen Ausgaben, die durch die militärischen Bewilligungen von 1887/88 noth- wendig waren, wären vollkommen gedeckt worden durch eine Reform der Zuckerstcuer und durch die Reichseinkommensteuer, wie wir sie vorgeschlagen. Der Gedanke der ReichSeinkommcn« steuer wird von der Tagesordnung nicht schwinden. Wenn dagegen d.r Abg. Miguel erklärt hat, dringlicher sei die Auf- gäbe, die höher Vermögenden mehr heran zu ziehen, die Frage müsse in den Einzelstaaten gelöst werden, so möchte ick doch fiagen, waS in Preußen daraus geworden ist. Es ist möglich, daß die Auacnkronkheit des Herrn v. Sckolz die Schuld daran trägt, daß sie etwas verkümmert ist. Wir wollen abwarten, ob Herr von Böiticher Recht hat, daß die Reform der Ein» kommensteuer die erste Vorlage an den Landtag fein wird. Nach dem, was wir in der Presse gehört haben, scheint man dazu gar keine Neigung zu haben. Wir haben übrigens die Genugthuung, daß auch schon von der rechten Seite und auch von dem Zentrum der Gedanke der ReichSeinkommenstcuer desürwortet wird. Der Finanzpolitiker Georg Schanz, welchem dock gewiß nicht irgendwelche freifinnigen Anwandlungen zu- zuschreiben find, ist ebenfalls für die Reiche einkommcn steuer eingetreten. Es ist nach dem Gesapten unwahr, daß die Frei- sinnigen die Ausgaben bewilligt hätten, die Einnahmen ober nicht bewilligen wollten. Daß wir die Branntweinsteuer an- nehmen, konnten Sie freilich nicht von uns verlangen. Ich verweise ferner darauf, daß Bayern in zwei Jahren 24 Mil» lionen Ueberschüsse hat.(Staatssekretär v. B ö t t i ch e r: DaS sind die Folgen der ReichS-Jinanzpolitik!) Herr v. Bötticker thut fich roch elwaS darauf zu gute. Ich bitte Herrn v. Bot- ticher, in die Llmeren Familien und in deren Haushalt zu sehen; Sie verschliißen sich die Augen vor der Vertheuerung; eine jede Hausfrau ober wird Ihnen sogen, daß wir in einer Piriode der Vertheuerung leben. Die Herren freuen sich über die Ueberschüsse; es ist aber eine Tiauer, daß wir sie haben. Diese Wirih'chast fuhrt zur Verschwendung. Das hat auch Kollege Miouel im vorigen Jahre ohne Weiteres eingeräumt. Das Steuerbewilligen auf Vorrath muß zu einer irralionellen Wirthschaft führen.— Der gegenwärtige Etat, so traurig er schon in seinen Ziffern ist, ist um so bedenklicher, weil er für die Zukunft uns so sehr engagirt. Die Summe von Engagements, die in dem Marineetat steckt, können weder die virbündeten Regierungin noch die Abgeordneten berechnen. Schanz bezeichnet in einer Kritik der Grundlage unserer Finanz- politik die Matrikularbeiträge ebenso wie die UcberweisunpS- Politik für geradezu verderblich und den fundomentalm Fi- nanzprinz'pien widersprechend; sie seien wuchtige Schläge, die den noch so sorgfältig gezimmerten Landeshaushalt in seinen Fugen erschüttern müßlen; die ernste Voraussetzung einer gesunden Finanzpolitik sei, daß Reich und die Einzelstaaten selbm ständig seien. Das find die Grundsätze, die wir immer o er» treten haben und von denen Sie abgewichen sind, seit Sie eS über sich gewonnen haben, Steuern von Hunderten von Millionen zu bewilligen. Weg mit dieser Ueberweisungkpolitik! Weg mit dieser Finanzpolitik, welche sich an jenen Brief des Reichskanzlers anschließt, da- System der Bewilligung von großen Summen ohne unglaudlichen Bedarf»st der große Schaden unserer Finanzentwickelung. Der Manneetat enthalt große Engagements für die Zukunft, aber spater wird man sagen, das baden wir nicht erwartet. Wißmann hat 2 Millionen auf den Weg bekommen, heute sagt Hm v. Maltzahn, das habe bei Weitem nicht gereicht. Setzen Sie sich desbalb mit Herrn Bambergcr auseinander, der schon bei der Bewilligung der zwei Mill onen auf die doppelte Summe fixen wollte.(Heiterkeit links.) Für den jetzigen Marineetat kann man Caprivi nicht als authentischen Z ügen anführen nach dem, was er vor wenigen Jahren hier entwickelt hat. Früher wurden in fünf Jahren nicht so viel Schiffe gebaut, wie jetzt in einem. Man strebt jetzt noch einer Angrisssflotte, die die Mehrheit des Reicks tags und des Volks nickt gewollt hat. Konservative Politiker, wie Minister Lucius, haben anerkannt, daß Deutschland nie- mal« an eine Angrifft flotte denken könnte. Die Lasten einer Offcnfivflotte auf offenem Meere kann das deutsche Volk nicht tragen. Im vorigen Johre sagte der Referent der Budgetkom- Mission:»Die Opfer sind ja beträchtlich, aber bei der günstigen Finanzlage nicht unerschwinglich. Man hat denSchnopS theurerge- macht, und das nennt man nun eine günstige Finanzlage. Welches werden die finanziellen Konsequenzen sein? Glauben Sie, daß unsere Dock», daß die Einfahrt in Wilhelmshaven ausreichen werden für diese neuen Panzer? In wenigen Jahren wird man mit großen Fordmngcn kommen, wenn auch die Marine Verwaltung jetzt sagt: das können wir noch nicht ubessehen. Deutschland muß allerdings im Herzen Europas diese schwere Rüstung tragen, aber wozu noch die Kolonialpolitik und diese Angriffsflotte? Militärs haben anerkannt, daß dadurch der Schwerpunkt unserer Thätigkeit verrückt wird. Wo find die alten preußischen Grundsätze geblieben, nach denen man eS früher für eine Verschwendung hielt, einmal k Million Thaler für eine neue Brücke auszugeben? Graf Behr hat noch manchmal solche Anwandlungen. Im voiigen Jahre sagte er: »Die Erhöhung von 25 Millionen im Etat ist doch bedenklich. Neue Steuern und Zölle können wir nicht mehr einführen. Nun haben wir schon über eine Milliarde Schulden, diese ewige Lawine vorwärts kann nicht gehen, wir müssen sparen." Ich empfehle Ihnen diese konseroativen Finanzgrundsätze gerade jetzt vor den Wahlen. Der Ersatz des»Großen Km fürst" wurde jahrelang verschoben. Weshalb sollen die jetzt untergegangenen Schiffe sofort ersetzt werden? Welche Funktionen der neue Aviso für 4t Millionen haben soll, ist mir absolut nicht klar, auch nicht aus dem Titel:»Aviso für größere Kommandover» bände". Unsere kaiserlichen Werften können alle diese Bauten nicht bewältigen. Aber jeder Nagel soll deutsch sein, sagte Graf Monis, daher werden unsere Wersten sich vergrößern, die Arbeiter werden vermehrt werden, aber nicht für dauernde Ar» deit, und find die Schiffe fertig, geht das Elend wieder los. Diese stoßweise Wirthschaft kann das Volk nicht vertragen. Eine Flotte kann man nicht in 3 bis 5 Jahren schaffen. Man sollte ruhig erst die Entwickelung im Auslände abwarten. Es gehen dunkle Gerüchte, daß Deutschand ganz etmas Neues machen will; vor solchen Experimenten habe ich großen Respekt. Lassen Sie die doch die reichen Engländer und Franzosen machen, und uns dann das Erprobte nehmen. Das Verdienst von Stosch und Caprivi war eS, daß sie nicht experimentirten. 11 Schiffe sollen fortgesetzt, ll neu gebaut werden. Die Summen für die angefangenen Bauten find in diesem Jahre nicht aus- gegeben worden.— Vor 15 Jahren ließ sich die Marinever- waltuna auch fortwährend Geld bewilligen und gab es nicht aus. Dieser Wirthschaft haben wir ein gründliches Ende ge- macht. Die Marineverwaltung verzuckert ihre Forderungen mit kleinen Appetilbrötchen, indem sie vorläufig das Personal nicht vermehren will. Nach der Denkschrift zum Etat 1889/90 sollte das Personal vorläufig nicht vermehrt werden; in diesem Jahre fordert man eine Vermehrung von 100 Köpfen. Das drei bis vier Mal reichere England kann das wohl unternehmen. Der Reichskanzler hat selbst gesagt, die Anzahl Ihne es nicht, son- dern der Geist in der Armee. Bei den Finanzen haben wir auch ein Wörtchen mitzureden, die Herren von ihrem Ressort- standpunkt nehmen eS damit nicht so genau. Der Reichskanzler sagte zu unserer Beruhigung, er sei nicht Kolonialmensch� aber hat man in der Kolonialpolitik erst A gesagt, so ist kein Halten» mehr. Wenn da die Volksvertretung nicht sagt:»Genua de« grasamen Spiels!" so wird es uns gehen wie Frankreich und Italien. Die Mehrforderungen für Kolonialzwecke zeigen, daß wir immer tiefer hineinkommen. Im vorigen Jahre warf der Reichskanzler dem Abg. Bamberger vor, durch seine Mitiheilunaen im Reichstag denDeulschenSüdweflafrikaS dasGeschäft verdorben zu haben. Nun das Geschäft ist jetzt doch gemacht. Die englische Gesellschaft hat einen so famosen Preis tür das Land gezahlt, daß das deutsche Kopital gerettet ist. Unserntwegen schlagen Sie so viel Land los, wie Sie können!(Abg. Richter: Auch mit Schaden!) Dann ist das Deutsche Reich war Enttäuschungen bewahrt. Auch auf der rechten Seite, die noch heute die»Kreuzzeitung" als ihr Organ verehrt, scheint sich der Kolonialenthusiasmus abgekühlt zu haben. Die»Kreuzzeitung", die ich jetzt noch mit viel mehr Interesse lese, als früher(Heiter- keit), sagt selbst, in Ostafrika sei es dahin gebracht, daß das Reich selbst eingreifen müsse, in Witu gehe alles drunter und drüber, von Neu-Guinea sei seit Jahren nichts zu hören, nur wo das Reich selbst die Hand anlege, scheine eS noch zu gehen. Zu kolonialpolitischem Optimismus ist heute weniger Grund als je. Trotz der wiederholten Erklärungen des Kriegsministers beim Septennat, daß in den Militärforderungen ein Stillstand eintreten werde, hat man in jedem Jahre immer mehr ge- fordert, als in dem vorhergehenden. Namentlich die extra- ordinärm Forderungen sind ins Riesige gewachsen. Sind denn die Bestände der früheren Bewilligungen wirk- lich schon so weit aufgezehrt, daß wir Grund haben, diese neuen Bewilligungen zu machen? Mir scheint das nach den Mittheilungen in der Denkschrift über die Anleihe sehr zweifelhast. Oder soll man etwa glauben, daß die politische Rücksicht den Kriegsminister bestimmt habe, der nächste Reichstag könnte nicht so günstig zusammengesetzt sein wie der jetzige? Da« kann icb doch nicht annehmen. Die Folgen des französischen Militärgesetzes hat man schon ftüher übersehen können, und dock liest man jetzt im»Militärwochenblatt" darüber ganz andere Urtheile, als wir sie früher aus militärischen Kreisen gehört haben. Will man sich aber Frankreich zum Muster uehmen, warum denn nicht auch in der Kompensation der Mehrforderung, in der Verkürzung der militärischen Dienst- zeit? Die geplante Neu- Organisation, die Errichtung zweier Armeekorps u. s. w. hat auch der ftühere Kriegsminister für wünschenswerth gedalten und nur aus SparsamkeitSrück- sichten zurückgestellt. Sind diese Rücksichten nicht auch heute entscheidend? Bei verschiedenen Positionen wird die Budgetkommission ohne Weiteres Abstriche vornehmen können. Beispielsweise bei den Forderungen für Kasernen- und Kirchenbouten. Die Ansätze bei der Naturalverpfleaung sind falsch. Warum hat denn der BundeSralh diese Ansätze nicht ebenso gemacht wie in früheren Jahren? Warum hat er nicht die Oktoberpreise zu Grunde gelegt?(Staatssekretär v. Maitzahn: Weil der Oktober noch nicht zu Ende ist!) Mir stehen doch schon Mitten im Oktober. Jedenfalls halte man die Sep- temberpreise nehmen können. Warum streiten wir uns denn; Soll ich Ihnen den Artikel des Herrn Schweinburg vorlesen, der die»Freisinnige Zeitung" angegriffen hat? Herr Schwein- dura scheint übrigens de, Herrn v. Maltzahn ebenso an- geschrieben zu sein wie bei Herrn v. Scholz, denn er war in der Lage, den Etat vor seiner Veröffentlichung durch den Druck den Zeitungen zu übergeben. Ob Jemand den Etat gestohlen hat, und ob ihn dann Herr Schweinburg aebracht hat, weiß ich nicht. Warum sollen die Herren vom Bundesrath zu einem AmtSgeheimniß über den Etat verpflichtet sein, wenn eine Zeitung den ganzen Etat bringt? DaS läßt tief blicken! Die offiziöse Preßeimichtung entwickelt sich in der That immer mehr zu einem öffentlichen Skandal. Die Eis,- nahmen au« den Zöllen haben bereits die dreihundert Mil- lionen überschritten, welche der Reichskanzler bei dem Beginn der Steuerreform als da« Ideal seiner Bestrebungen hinstellte. In diesem Etat sind die Einnahmen so vorsichtig in Anscklog gebracht, daß sie wahrscheinlich überschritten werden. Wie wirken denn alle diese Steuern auf die Steuerzahler und wie werden dieselben verwendet? Man überweist in Preußen die Geireidezölle an die Kreise. So lange die Getreidezölle für Preußen nur 17'/, Millionen abwarfen, ließ sich kein Mißbiovch befürchten. Im vergangenen Jahre sind aber bereits 30 Mu« Itonen an die Kl eise überwiesen worden. Kann ein Reichstag eS verantworten, daß diese Zölle an die preußischen Kreise gehen, die gar nicht in der Loge sind, diese Summen zu ver- ausgaben, ohne Verschwendung zu treiben? Das ist eine finanzielle Mißwirihschaft. Das Volk weiß noch lange nicht, wie diese Dinge zugehen. Sie� können nicht in Abrede stellen, daß die tireise jetzt schon mehr Geld bekommen, als sie an Steuern bezahlen. Ist das eine UeberweisungSpolitik, die Sie vor Ihrem Ge- ' wissen verantworten können?(Unruhe rechts.) Weg mit der ganzen Ueberweisungspolitik, Einführung der ReichSeinkommen- steuer! Wer nicht glaubt, daß die Getreidezölle den Preis des Getreides erhöhen, der lese den Kurszettel vom 18. Oktober. An der Berlirer Böise stand Roggen auf 166,25 M. pro .Tonne, in Amsterdam auf 108 M. pro Tonne. In dieser Differenz kommt nach Abzug der Fracht und Spesen der Zoll zum Ausdruck. Ich behaupte also, daß das Ausland seine Bevölkerung erheblich billiger ernährt, als das Inland. Am Anfange hieß es von autoritativer Seite, nickt der verrückteste Agrarier könne an einen Zoll von 3—5 M. denken. Ich müßte unhöflich werden, wenn ich— doch die Herren können sich den Schluß selbst sagen.(Heiterkeit.) Jetzt ist cs soweit gekommen, daß an der bayerischen, sächsischen und böhmischen Grenze am Sonntage� ganze Züge mit Kindern über die Grenze fahren, welche jenseits billiges Brot kaufen. Herr von Bötlicher hat bei der Kommission- berathung des Invaliden- Sesetzes die Eikiärung abaegeben, daß die Getreidezölle keine inanz-, sondern Schutzzölle seien, welche zur Erhöhung der ReichScinnahmcn weder bestimmt, noch geeignet seien. DaS könnte Herr von Maltzahn beachten, der heute mit un- getrübter Freude die M llionen dasür einstreicht, während Herr v. Boetticher, der als Präsident der berühmten Zollkom- Mission wie ein Geist über dem Wasser schwebte, auch nicht immer dem obigen Gedanken Ausdruck gegeben hat. DaS Ministerium Manteuffel, das lchärsste RcaktionSministerium, hat im Jahre 1849 gegen die Mahl- und Schlachtsteuer dieselben Giünde angeführt, die wir heute gegen die Getreidezölle kehren, daß die verhältnißmäßig belasteten ärmeren Volksklassen er- leichtert werden solllen, daß sein Vertrauen in die Gerechtigkeit und Unparteilichkeit der Stcuerverlheilung wieder hergestellt werde. Wie stehen beut- Bismarck und die verbündeten Re- §ierungen diesem Gedanken der Gerechtigkeitsliebe gegenüber? )er Eiat zeigt 70 bis 30 Millionen Einnahmen aus den Ge- treidezöllen! Als wir diese Zölle beschlossen, sagte der Reichs- kanzler, das Inland braucht das Ausland nicht, denn es ist der Produktion gewachsen, besonders wenn die Bedingungen für ein weiteres Wachsen derselben geschaffen werden. Jetzt zeigt sich, daß die inländische Produktion dem Konsum nicht fiewachsen ist, denn auch wir nehmen den Gang aller Kultur- taaten, daß wir die Produktion solcher Lebensmittel den weniger entwickelten Völkern überlassen und dafür lohnendere Drnge produziren. Wir haben bis August dieses Jahres 2 Millionen Doppelzentner Weizen, 5 Millionen Doppel- zentner Roggen und Iji Millionen DoppeUentner Gerste mehr eingeführt als im vergangenen Jahre. Der Roggenzoll beträgt 45, der Schweinezoll 50 pCt. des Werthes der ver- zollten Waare. Es ist nicht blas von freifinniger, sondern soll auch von nationalliberaler Seite eine Herabsetzung des Zolles auf Schweinefleisch gewünscht werden. Unser Antrag wird der Regierung Gelegenheit geben, ihre Gründe für Aufrcchthaltung der hohen Zölle darzulrgen.(Lachen rechts.) Sie mögen es aus Ihren landräthlichen Akten wissen, wir können das nicht. Große Kreise im Lande, namentlich Handelskammern, stehen dtm Einfuhrverbot absolut ablehnend gegenüber. Die Er- höhung der Löhne in einzelnen Bianchen ist durchaus kein Ausgleich für die allgemeine Vertheuerung der Lebens- mittel. Eine ganze Reihe von Zweigen weist nicht die geringste Lohnerhöhung auf. Man spricht bereits von Theuerungszulagen für kleine Beamte m Sachsen, für Eisen- bahnbcamte in Preußen. Die VeriheuerungSpolilik ist kein Hirngespinst der freifinnigen Partei, sondern eine ganz klobige Realität, mit der wir besondere bei Eintreten eines strengen Winters, wo die Ve.theuerung noch weiter gehen kann, rechnen müssen. Wer stehen auch durchaus keiner gesunden Entwickelung in unserem gewerblichen Leben gegenüber. An der gegen- wärligen aussteigenden Entwickelung nehmen alle Staaten Theil, auck England, das sich trotz Schweinburg und der „Volkswirthschattlichen Korrespondenz�, die die Schutzzöllner mit schwerem Gclde gegründet haben, noch immer nicht an seinem Freihandel verblutet hat. Der Außenhandel Englands hat sich in der Zeit um 4 pCt. erhöbt, in der der unserige heruntergegangen ist. Wir haben 1886 ein Plus der Ausfuhr über die Einfuhr, 1887 sogar ein solckeS von 10 Millionen, dagegen 1888 be cits die negative Handelsbilanz; ein Minus von 84 bis 85 Millionen, das Sie mit Ihren hohen Zöllen nicht haben verhindern können. Gerade ,n der Eisenbranche haben wir einen erheblichen Auefall der Ausfuhr, und England w e Frai k.eich hat uns hierin erheblich überflügelt. Die Zahlen der Börs, nsteuer zeigen, daß im Uebrigen eine krankhafte und unnatürliche Steigerung auf dem Weltmärkte vor- liegt. In diesem Sinne spricht sich der Bericht der Dortmunder Handelskammcr aus. Die Krieg« rüstun gen der europäischen Völker kommen darnach im Wesentlichen der Großindustrie, in- direkt auch der Landwirlhschaft zu Gute. Da auch England jetzt bedeutende Aufwendungen für die Flotte mache, Oester- reich und Italien für ihre Heere, so sei der Arbeitsmarkt überall durch große Staatsaufträge belebt. Der Bericht spricht, da ja der Staat nicht durch die Geldfrage gchindcrt sei(!), die Hoff- nung aus, daß er weitrr in seiner ausgleichenden Thätigkeit fortfahren werde. Das Resultat dieser Thätigkeit wird nun kem anderes sein, als daß der KiiegSminister und künftig auch der Marineministcr die eigentlichen Arbiitsminister sein werden. Soll das eine gesunde Entwickelung unserer gewerblichen In- dustrie sein? Wir im Osten haben nichts davon, daß die Jndustriebezuke des Westens weilerprokperiren, wir müssen nur mitbezahlen. Und nun muß ich den Hauptpunkt be- rühren, an den sich für genz Europa zum 1. Oktober 1892 eine entscheidende Krifis knüpft: Wenn Fankreich die Handelsverträge nicht erneuert, dann verlieren wir auch die Vortheile des Frankfmter Friedens, dann giebt es keine Kon- ventional-Handelspolitik mehr! Dieser Frage müssen jetzt alle Volkskreise sich annehmen; der Zollkrieg im alten Europa darf nicht fortdauern zum Gaudium der Amerikaner. WaS soll nach 1892 werden, wenn wir nicht Umkehr halten, wenn wir nicht uns den Bahnen Englands nähern und den Bahnen, die Fürst Bismarck 1862 beim Abschluß des französischen Handels- Vertrages gewiesen hat, die er dann fteilich mit dem Dezember- bries wiedei verließ? Ich erkläre also nochmals: Die deutsche Nation ist bereit ledeS Opfer zu bringen, welches unerläßlich nolhwendig ist, um ihre Stäike nach außens hin zu befestigen und zu erweitern, aber gerade in der heutigen Zeit, wo die Wirthschastspolitik mit ihrer Vertheuerung der nothwendißen L.bensmittel so drückend von Millionen empfunden wird, können wir nicht mit M lliardcnetatS, Nicht mit Er- höhung der Schulden um eme Viertelmilliarde in einem Etat kommen; wir haben sorgsam und ernst zu prüfen und, wenn es fein muß, unser Veio entgegen zu setzen. Die Thron- rede spricht aber nicht Mos von be« Mitteln zur Erhaltung des äußeren Friedens, sondern auch von denen zur Erhallung deS inneren. Hier ist uns eine große Enttäuschung beschieden wor- den. Die Zuoerficht, daß Regierungen und Bevölkerung im Stande sein werden, die sozial.stischcn Irrlehren oder, wie cS jetzt heißt, die„staatsfeindlichen Elemente" auf dem geistigen Gebiete zu bekämpfen, scheint völlig geschwunden. Die ver- kündeten Regierunzen muthen Ihnen jetzt als dauerndes Mittel gegen dre sozialdemokratischen Bestrebungen Polizeigewalt und Unterdrückung zu, nicht mehr Kampf zwischen ebenbürtigen Männern, sondern gewaltsame Mittel für die Dauer. Der Aus- gang wird auch hier kein anbei er sein, als immer bei allen Nationen, wo geistige Gewalten mit gewaltsomer Unter- diückung. Gefängniß und Gendarmen nieder zu holten versucht worden sind. Der Reichskanzler könnte dock bei Weitem ge- nug mit seinen Erfolgen beim Kulturkampf haben. Eine Zeit lang schien es auck, als ob dieser Kampf mit großen geistigen Mitteln geführt werden sollte, ober was wurde daraus? Ein kleiner Kampf mit gehässigen Polizeimitteln! Wie kläglich ist dieser Ansturm zulammengebrcchen und wie schnell hat sich der Reichskanzler zurückzi hen müssen!(Unterbrechungen rechts; v. Kleist-Retzow ruft: Etat! Wir sind hier beim Etat!) Wir sind hier bei der Throniede!(Große Heiterkeit und fernere Unterbrechungen rechts, der Präsident bittet um Ruhe.) Ich bin der Uebcrzeuzung, daß die Sozialistengesitz- vorläge eine der folgenschwersten wichtigsten Vorlogen ist, welche jemals eincm Reichstage gemacht worden ist. Man denkt nur noch an die Polizei als Abwehrmittel. Man scheint anzu- n.hmen, das Rechtsbewußtsiin im deutschen Volke ist jetzt so weit gesunken, daß«s derartige Gesetze als dauernde Staats- einrichlungen vertragen kann. Gieifcn Sie doch zurück auf das Jahr 1873, jene Zeit der Aufregung durch die Attentate. Selbst damals hatte Preußen und mit ihm die verbündeten Regierungen nicht die Meinung, daß dieses Gffetz für die Dauer gegeben werden solle. Es wurde ausdrücklich eine drei- jährige Dauer beantragt und die Hoffnung ausgesprochen, daß es nach Ablauf dieser Frist eines solchen AuSnahmeschutzeS nicht mehr bedürfen würde. Seit Sie die sozial- demokratischen Bestrebungen von der Oberfläche weggedrängt haben, hat sich die Zahl der sozialdcmokiatischen Stimmen ver- doppelt. Ich kann Ihnen offen sagen, ich habe Vieles zu be- dauern, was ich in in-inem pailamentarischen Leben gelhan habe, aber den Schritt werde ich mir nie vergeben, baß ich, irre grleitet durch die Versprechungen der Re- gieruna, auch nur einmal die Hand zur Verlängerung des Ausnahmegesetzes bot.(!!!)(Gelächter rechts.) Ja wir hatten eben damals das Vei trauen, daß jene Verspiechung gehalten werden würde. Lesen Sie doch die neuerdings crschienere Muser'sche Broschüre und Sie weiden einsehen, wie weit wir selbst in dem viel gerühmten Badischen Musterlande in der Auslegung des Gesetzes gekommen sind. Angesichts solcher Zustände ein dauerndes Sozialistengesetz!(Zuruke rechts: Etat!) Es ist immer Sitte gewesen, bei der ersten Beralhung des Etats die Thronrede zu besprechen.(Präsident: Wenn cS nicht stets oder doch sehr oft vorgekommen wäre, daß die Thronrede bei der Etatsberalhung mit gestreift wird, hätte ich den Redner längst er- sucht sich zur Sache zu halten.) Wenn nun par zahlreiche Eni- scheidungen den Mitgliedern der Gerichte übertragen werden sollen...(Präsident v. Levetzow: Ich muß aber bitten, sich an die Thronrede und nicht an andere Vorlagen zu halten.) Ich füge mich der Autorität des Präsidenten. Ich bin ge- nöthigt, noch einmal auf die offiziöse Presse zurückzukommen, die den Austrag zu bekommen haben scheint, auf gewisse Par- teien gewissermaßen mit Drohungen zu wirken. Herr von Bötticher will nur den offiziellen Theil des„Staats-Anzeigers" für die Beglaubigung der Acußerungen der Regierung gelten lassen. Ich meine aber, er wird auch für die im nicht- amtlichen Tbeil des„Staats- Anzeigers" stehenden Dinge als Vizepräsident des preußischen StaatSwinisteriumS eine gewisse enifernte Mitverantwortlichkeit übernehmen wollen. In den Enthüllungen über die Politik des Jahres 1878, die der„Reichs- Anzeiger" abgedruckt hat, hat mich am meisten jene Verleumdung deS Herrn Reichs- kanzlerS überrascht, in der gesagt wird, die Versuche, den Ministerpräsidenten durch Verständigung zwiscken der liberalen Mehrheit und einzelnen Mitgliedern des Ministeriums zu vergewaltigen, gaben 1876 bis 1878 Anlaß zu verschiedenen Acnderungen im Bestand de« SlaatSministeiiumS, und die Herbeiführung neuer RdchSiagSwahIen war kein aggressiver, sondern ein defensiver Schachzug des Ministerpräsidenten gegen- über der Koalition der Mehrylit mit einigen liberalen Kollegen. Also ein diplomatisches Kunststück war die Reichs tagsauflö�ung von 1873 nach dieser Enthüllung deS„ReichSanzeigerS"! Er- schiene letzterer in Königsberg, es wäre ihm wahrscheinlich ebenso ergangen, wie der armen„Königsberg«! Hartung'schcn Zeitung" wegen ihrer Vertheidigung des Kaisers und der Kaiserin Friedrich. Mir ist dabei eine Rede eingefallen, welche Herr von Bennigsen im Reichstage om 23. Mai 1878 gehalten hat, die ganz auf dieselbe Melodie stiurmte. Damals sprach auch Herr v. B.nnigsen von Gerüchten, als ob das vorgelegte eiste Sozialistengesetz zu ganz anderen politllchen Zwecken bestimmt war, als zu devienigen, die darin zum Auk- druck kamen. Fahren Sie nur so fort, wir werden dann auch wohl noch erfahren, was es mit der Reichstagsauflösung von 1887 eigentlich auf sich gehabt hat. Die Sache wird interessant, und es wundert mich nur, daß diese Drohungen gerade gegen die nationalliberale Partei, in erster Lmie gegen Herrn von Bennigsen selber gehen. Wir find ja längst adgethan. KIä{|- lich, geradezu kläglich und erbmmlich ist es allerdings, daß die alte Geschichte von der Verschwö unz des Herrn v. Siosch und mir wieder aufgewärmt wird. Ich erkläre diese Mitiheilungen für ledig'ich aus der Luft gegriffene Eifindungen. Wenn etwas daran wahr wäre, würde Heir v. Bennigsen, der allen meinen politischen Handlungen damals außerordentlich nahestand, etwas davon wissen. Herr Miquel hat längst fein Mißfallen darüber ausgesprochen, daß diese Erfindungen immer wieder vorgebracht werden. Ich bitte auch Herrn v. B.nnigsen darum, sich Herrn Miquel anzuschließen, um diese Tinge endlich zu beseitigen, die lediglich Kinder graulich machen können und mit denen trotz- dem immer wieder das Deutsche Volk unterhalten wird. Und Alles das zum höheren Ruhme des Kartells, in welches, wie Herr v. Kardorff erklärte, jetzt auch Herr Stöcker zu Gnaden aufgenommen ist, und wenn Herr S'öcker will, so werden die Nationalliberalen die Güte haben, falls sie da« Kartell aufrecht- erhalten wollen, auch ihn gefälligst zu wählen. Der Reichs- kanzler bleibt jedenfalls Sieger. Das Kartell ist zu seinen Gunsten, und der Abg. Windlhorst ist auch in der Lage, wenn die Rationalliberalen n-cht wollen, einzuspringen, natürlich wenn es ihm behagt. Sie hören nickt gern das Woit„Reaktion". (Ruf rechts: Immer raus damit!) Wenn Sie das Sozialisten- gesetz von 1878 und die Motive dazu vergleichen mit dem letzt eingebiackten, so kann der Unterschied nur ei klärt werden durch die kolossal zugenommene Reaktion. Da« ewige Herum- arbeiten an der Koalitionsfreiheit, der Freizügigkeit, die Per- längcrung der Lcgislaiurperiode, die Erhöhung der Kornzölle sind auf demselben Boden erwachsen. Ein neuer Reichstag nach dem Wunsche des Kartell«, und nickt blas das Koalitions- recht, sondern auch da« allgemeine gleiche und direkte Wahl- recht wird über den Haufen geworfen werden trotz der Ver- ficherungen deS Herrn v. Bennigsen. Sollen' wir trotz der ungeheuren materiellen Opfer, die das deutsche Volk bringt, ausgeschlossen bleiben von der politischen Freiheit, deren sich andeie Völker erfreuen? Mit einem gewissen Rerde habe ich die Rede gelesen, die der Miristerpiäsidenl Crispi vor we- nigcn Wochen in Palermo gehalten.„Was wäre", sagte er,„das materulle Wohlergehen, wenn wir es den Massen verschaffen könnten, ohne die Freiheit?" Niemals habe oie Monarchie eine so warme, überzeugende Zustimmung genossen wie jetzt. Warum hal cs denn die deutscke Nation, die doch in Bezug auf Z vi.isalion hinter anderen Völkern nicht zurück- stcht, verdient, daß man sie dauernd mit jenem AuSnohmegcsitz beglücken will, daß die freie Meinungsäußerung so zurück- gedrängt werden soll, daß alle die Freiheiten, die bei anderen Völkern das Abc sind. Schritt für Schritt veitheidigt werden müssen gegen dre heftigsten Angriffe. Ich habe ober doch die Zuversicht, daß das deutsche Volk sich endlich bewußt werden wrrd, daß es nicht allein dazu da ist, fortgesetzt in Rüst und Waffen sich zu bifinden, daß es die geistigen und sittlichen Freiheiten,«in Attribut als Zeug volles nicht entbihren kann und stark �vchmört ganz wenn es den Willen hat, auch durchzusetzen, wo«.�gschmückuna leichten Spiele« sich errungen haben und vP* luci noch Zi (Lebbofter Beifall link«.)..„»nr übertragen Nach der 2f!stündigcn R-cke des Abg. RioP'ffiit Polizei fak Staatssekretär Frhr. v. Maltzahn noch>u Mittelung ihre t klärung dos Wort: Der Vorredner hat den sie in de den ick schon rm Voraus abzuweisen versucht Hatte, dienen, Z anscklagung der Ausgaben für die Belckassung°"?,arn zu treibe im Bereich der Ml!itL>. Verwaltung eine falsche sii u�.Amnißvollen l Aussllhrung gegenüber, nack welcher es unmöqlub P Uo» eine September bereii« die Oktoberpreise zu berücksichtigt dem eng gehalten, der BundeSralh habe ja in fiüher-vöMifenbahi änderungen an dem Etat vorgenommen, weslp. Jollen, der v BundeSralh die verändrite Zahl nickt eingescUl 9(0gC Zahl dem einfachen Grunde nicht, weil ihm Bruno S Beralhi.iiz ti seS Etat« die im Laufe"Würdigen Fall thatsächlich gezahlten Preise nicht bekannt s?chrer O. h nicht bekannt sein konnten und weil gar>>!!! vorlag, ircend einen anderen Monat an der herkömmlichen, Monats zu berücksichtigen. Scplembcr speziell würde vielleicht der ou> sein, weil da im Bereich der Militär vermal tu»« keine Ankäufe erfolgen: denn die Jntendantarw in ihren Garnisonen, sondern im Manöoer, und dj» ist noch nicht ausgedroschen und die Preise haben gebildet. Hierauf wird die Debatte vertagt. Sckluß Nächste Sitzung atte x'hrm. Als e �flfirte, bemerk 50 Metern ausstellte, zr 'stand, weil ine nicht' enwart, so usperren un ahme von Ge (Etat.) iihrten Zug t Mittw»""�? Zusamm Nommmmles iemächtigte sick arer Schreck� er kürzesten fs ckwere Veranl Renschen bes> schrecken«, b rängten sich ira Berichtigung. Bezüglich des 33. Kommural-�muchserreg, ist unser gestrige Bericht, nach welchem in diesem, ersten Mal ein Sozialdemokrat kandidiren sosi- Tnae sc da bei der Wohl im Jahre 1883 auf den„RaUwa> Kandidaten Schulz bereits 137 Stimmen tjUC Zeit ist i Pest(B.-P.) 3 ier während Langenbucher erhielt. (lib.) 846 und der während rank gewesen imter galt, vo lnd für seine, er Gang z« schwerfällig ur Störungen in ....-».F/Schlas:c. is lhtilt„rn ergener lsaG-g�hMliät ai BlatteS am gestrig�tich, welcher Uoksles. Die„Dotka-Zeituug' nachdem der Redakteur de«.cnime» um gtu-'o- kun®, rocicyer Vormittage lOj Uhr vor dem UntersuckungSiichter �rum als eine wortlichkeit für den Leitartikel„Zwei Festreden" zum Km« Erstes Blatt, der„Volks- Zeitung", vom 27. Scp�ingt es der L Verpflichtung d�zustellm übernommen und— über seine selbst als den Verfasser desselben oni Ab-nd 6'/« Uhr pleickwohl eine polizeilicke Aufwendung t eS üblichen großenApparatS indcn nach dem Der Kr, oft rm Schw ____________________________ �ie Fenster t» n Manuskripte des betreffenden Artikel« �15 Pf. pro C zeitiger Beschlagnahme der noch vorhandenen El�sreund� ist d Nummer stattgefunden habe. Es wurden diese ist es, n Exemplare in den beiden Expeditionen(Lützo�Markl gebrach Kronenstraße 46) vorgesunden, das Manuskript �dieser Vogel i das, wie alle Manuskripte, sofort nach der munterer also sckon vor mehr als einem Monate, vernichtet«PJo auffallende, An diese Mittheilung schließt die„VolkSztg."«'"Mogelschutzgesi "...... OGnommen und Bemerkungen, die sich auf die befremden de That�nor daß der richterliche Befehl, auf Grund dessen �Gegeben hat. M�Re Durchsuchung der RedakiionSräume nach dem Ma«-, Reichstage er! belnff.nden Artikels erfolgte, von demselben"se�. unt PodewilS, gezeichnet wair, vor ��Singdrossel s vorher der verantwortliche Redakteur sich als»?jDaß sich aber lichter, Herrn v. U�aufgestellten ricyier rcioer ai» vouiommen ivyar oezeilynrir. ivögel, wie% kann sich die trotzdem erfolgte Haussuchung nur�fTooe zappeln gegeben hatte, eine Handlungsweise, die der richter selber als vollkommen loyal bezeichnete. daß der richterliche Befehl, auf Grund dessen �flP*d un>hin durch eine staa'Sanwaltlicke Requisition veranlaßt Ausrottung a Hiergegen legte das Blatt Verwahrung ein Mlnserer Ansi< ewiges Reckt zu der Behauptung zu hoben, daß-«/Zstlen diese � liche Durck suchung der Redaktrons räume nach jg f ,r.0,? eine vollständig überflüssige und zweckchse Hundsi protesi�ren. AnN�Aerlin jU« ist. Im Anschlüsse hieran meint es: Die Staatsanwallschaft nur einen Vorwand gesucht unseren RedaktronSräumen nach Dingen zu suchst zu suchen sie sonst kein Recht hat, ist natürlich K> liebenden Behörde ausgeschlossen. Auch wäre dm, gänzlich überflüssige gewesen, denn nach unsere" fahrungen findet sich in unseren Geschäftsräumen nur ein Zeltelchen, welches uns oder einen Anderoder aar strafgefetzl'ch kompromittiren könnte. isi Cine Statistik über die Verkehrs oerhalA"' Pferdebahnen geht der„Berlimr Börs.nzeitu"�, rauchten kü merika find uejenige zu iichen Zahn olche Gebis endet wird, erwerthbar jren Fabrik, eicht angebe, 'ertigt wurd kundiger� Seile dm über zu..Darnach sind Ak-iMnen persön Plätze Berlin«, also fast der fünfte Tbeil d" �".TMKrfle, die Ii ganr oder Streckenweise mit Pferdebahngele'"entdeck welch n 42 Pserdebahntinicir nach den Endsim� �efe„ Die meisten Linien bewegen sich bi« ium�j �Ausland un �dieser Hand« Spittelmaikt und»war sind dies 13, dann �___... markt und die Leipzigeistraße mit je 10,".»/chukie beruht platz mit 9 Linien?c., auf welche etwa 5500 R"" st!« theiligten; und Zurückfahrten) zurückgelegt werden. Die" /«nd„Gebiß verkehren auf dir Linie Gesundbrunnen-Kreuzbers-,,�l,chkeiten im 36 Wagen aus 516 einfachen Touren 606,' Aberm läglich zurücklegen; die wenigsten Touren ickjfauf gelangt Linie S pitte'markt- Treptow mit zwei Wagen" zGroßbeerensi 32 einfachen Touren auf. Die Ringbahn 32 Wagen und 384 einfachen Touren.- Länge von 694 deutschen Meilen täglich zurück- vcrkehrSpunkt der Pferdebahnen Berlins ist.fff z auf welchem mit 13 Linien 3542 Wagen tägl'ck � 63 COO Personen befördern, zu denen sich j,/ Omnibuffe gesellen.— Räch dem Rathbaus Die p« Strecke von i DpindlerSfel ägen unte, es Forstm« er größte! Perionen yinrori.—-tcu leipziger Prn»--r. i~"yuyuue|ie Wage» täalich gleichfalls 50000 Fahrgäste, ebtt't�ps'lJohanniSthi O.47A itK<»r �.<() Ot f Der» ' it— ,e-Wilm engten Passage der Mühlendamm, welcher wohnern W auf 8 Linren von 47 000 Personen frequentir'.�„,1 borfs groß statistischen Vergleichen übertrifft das Pferdev /iZig." von> beinahe dasjenige von Paris.«.sf. mit 3 Unechte Doktortitel. Ein Leser der af1 j OetcS enssp wirfi das von uns erwähnte Rundschreiben,„jcl'A Betrieb der Anerbieten gemacht wird, etwa unechte Do'' �«ütveife die 21 unargreisbaren echten Ueberzug zu versehen, i leuchiung.„Der harmlose Leser", so schreibt er � Blatte,„mag dabei an eine Schwindlerbande«j tiku« betrachtet dies Manöver anders. Lasseff,�. den mir wiederholt vorgekommenen Fall eri� Frau, die im Äerdachl stand, Gehrimm'ttel« z x'-J scheint eine anständige einfache Frau, ansckc"!.,�, frau, und klagt über ihr steifes Bein:c. und v kannte Mrltel. Sie erhält dasselbe für 2 M- i erscheint bei der Verkäuferin die polizeiliche ft«, unbefugten Verkaufs von Geheimmitteln. J Schmargeni H 30 Minut« Schmargeni Vahnhof-S 1 fahrenden I Morgens> 1 Schutkinder t zeit für die chtlichen V-> Handlung� und nun e, scheint jene„Handwerker- > als Zeugin und entpuppt sich als Agentin der Polizei, lchwört ganz selbstverständlich ihr Erlebniß mit oder ohne gschmückuna und erhält außer der Bezahlung seitens der iltjet noch Zcugengebühren. Das Geschäft lohnt also. Und �,n übertragen Sie dies Verfahren auf den vorliegenden Fall. wirf'8 P�'ä" fahndet auf unechte Dokiortitel und benutzt zur Er- och mU'T|itlel«n8 ihre Agenten. Je„sindiger" diese sind, um so höher >en Vs��Ien sie in der Schätzung. Die Rundschreiben sollen einfach cht hattt, �izu dienen, Doktoren mit bösem Gewissen den Agenten ins issung°".�arn zu treiben. Da haben Sie die einfache Lösung jener ge- �l �Awnihvollen Rundschreiben." nwözliä 9� Nor» einer nur selten nnftretenden, von den Aerzten rücksichll�- dem englischen Namen„Kaihvay spinr." bezrichneten iiihetot isenbahnkrankheit" ist ein hiesiger Lokomotivführer . wesh�o der vor nicht langer Zeit durch seine Umsicht eine eingeftelli Zahl van Personen vor schwerem Unglück bewahrt hat. ihm i�.ir. Bruno Schäfer- Charlottenburg berichtet über den merk- Laufe l�Lrdigen Fall in der„Verl. Klin. Wochschr.": Der Lokomotiv- ekannt JUchrer O. hatte am 23. November v. I. einen VorortSzug zu l gm sichren. Als er kurz vor Station Rummelsburg eine Kurve an der s sssiue, bemerkte er plötzlich vor sich in einer Entfernung von gen. 50 Metern 3 rothe Schlußlaternen, welche, wie sich später >er allelUV-ransstellte, zu einem Zuge gehörten der auf der Station verwaltaeSullftand, weil er infolge eines Schadens an der Ma- ndantuss» fhine nicht weiter fahren konnte. O. hatte die Geistes- r, und bjffteenwatt, sofort das Bremssignal zu geben, den Dampf t haben 1» �zusperren und die Tenderbremse anzuziehen. Durch ZuHilfe- ahme von Gegendampf gelang es ihm auch, den von ihm ge- ehrten Zug dicht an dem still stehenden Zuge zu halten und Mittwmnen Zusammenstoß zu vermeiden. Während dieser Zeit aber emächtigte sich seiner eine gewaltige Aufregung und ern furcht- arer Schreck, denn er sah, wie er selbst erklärt, den Tod in er kürzesten Frist vor Augen: er empfand auch die ungeheuer chwere Verantwortung, die er für den nachfolgenden, von Menschen besetzten Zug hatte, und alle diese Gefühle des , schrecken«, der Aufregung, der Furcht, des PflahtgefühlS längten sich auf wenige Augenblicke zusammen. Trotz aller inimura>---��üthserregung konnte er seinen Drenst noch weiter verrichten diesem �-"d empfand für'S Erste nichts mehr als ein heftiges Zittern lev .l-Wen Vtel n soll.«'S den Beinen. Mit großer Anstrengung versah er noch etwa Tage fernen Posten, bis sich allmalig alle Eumptome "" ganz typischer Weise einstellten. sozial «i"siele»''on sptne m ganz lypycy-r Aieije einstellten. M i 55' 3.elt rst der damals noch außerordentlich kräftige Mann, >er während seiner fünfzehnjährigen Dienzeit kaum 10 Tage rank gewesen ist, der stets als ein solider und pflichttreuer Be- imter galt, vollständig zerrüttet, unfähig zu jeder Beschäftigung md für seinen Beruf völlig verloren. Er ist sehr abgemagert, >er Gang zeigt sich schleppend und mühsam, die Sprache chwerfällig und stotternd. Neben einer Reihe von weiteren Störungen in Bezug auf die Ernährung, das Gedächtniß, den I�laf rc.� ist besonders die hochgradige Herabletzuna der .Briart Mf»llUat am ganzen Körper bemerkenSwerth. Ein Nadel- ro,eld)Cr eSe.H'"'ung hervorruft, wird vom Patienten gSrrchtMIaum als eme Berührung empfunden. Die Beine sind ihm »S zum Knie wie abgestorben und gelähmt. Hoffentlich ge- "cr ärztlichen Kunst, den wackeren Mann wieder her- ener treden" f 27.©W1 itung hr "fe dm Der Krammetouogrlfang ist gegenwärtig wieder leb- »oft rm Schwünge, ganze Reihen der getodteten Thiere zieren >i- Fenster der Delikateßwaarengeschäfte und der Preis ist auf Artikels«Jis Pf. pro Stück herabgesunken. Für den Thier- und Natur- ten Ef�freund� ist diese Massenvernichtung der Singdrossel— denn em D lb-n, , vor«?. als der chnete. are ÄM' �!g,rco r�ebißhandel" und über die daraus erwachsenden Mög. � Ä�'chkclten mteressante Betrachtungen knüpfen. 06 hin! 'S-- Anschlusses an die Ring- und Stadtbahn so frühzeitig an- gesetzt, daß man immer 20 bezw. 30 Minuten auf der Ring- bahnstation Schmargendorf warten muß, um endlich nach der Richtung Potsdamer Bahnhof bezw. Friedrichstrabe weiter be- fördert zu werden. Da der Verkehr in den Fruhstunden und in den Abendstunden somit fast völlig unterbunden ist, so er- scheint es dringend wünschenSwerth, daß der neue Fahrplan aufgehoben und der im Sommer giltig gewesene wiederum m fuQfW|Se dem praktischen Arzt vi-, med. Georg Eaenet in Berlin find in neuester Zeit drei auf eingehenden wissenschaftlichen Fmschungen beruhende Arbeiten über dre Schwindsucht:„Die Sterblichkeit in den Krankenpfleger- orden",„Die Verbreitung der Tuberkelbazillen außerhalb des war ein Stück aus einer' Eisenbahnschiene herausgesprungen, en 8 Uhr Morgens glücklich bemerkt wurde, noch che was gegen........ ein Unfall eintreten konnte. Ehe die defekte Schiene� aus- dm eip�idiese ist es, welche unter dem Namen Krammetsvogel auf den (Lützowl-tMarkt gebracht wird— ein betrübendes Schauspiel. Grade nuskrlpi.�dieser Vogel ist einer unserer lieblichsten Waldsänger, und wo h der �sein munterer Gesang erschallt, läßt man sich gern nieder. Um lichtet so auffallender muß es erscheinen, daß man bei Berathung des ztg." rss�Vogeljchutzgesetzes so wenig Rücksicht auf diesen Vogel ge. - Thfll%f.ommen und seinen Fang einigen GourmandS zu Liebe frei- iessen d-t'-yrqeben hat. Freilich hat sogar die„kleine Exzellenz" im Reichstag« eikiärt, daß er die gebratenen Krammetsvögel sehr «rn esse, und man hat es denn audi richtig fertig gebracht, die Singdrossel für den Herbst vom Vogelschutz auszuschließen. Daß sich aber in den zum Fang der armen schutzlosen Sänger aufgestellten Dohnen auch noch ganze Schaaren kleinerer Sing- -nnrir. mxe Rotkehlchen, Meisen ac. fangen und langsam zu ig nur rjTooe zappeln müssen, ist eine allbekannte Tbatsache, und es "ffen � �wird mithin nicht nur die Vertilgung der Drossel, sondem die ranloßl �Ausrottung ganzer Kategorien von nützlichen Vögeln bewirkt. a ein«.Unserer Ansicht nach muß jeder Freund der gefiederten Welt n daß if/gegen diese Äbschlachtung unserer heimischen Sänger, welche och dein� bie Verödung der Gärtm und Wälder zur Folge hat, energisch 1 0 J � i 1 f VI : Nnnah«A Gw settfanrer Handel scheint sich seit einiger Zeit in k»cht bs�erlin zu entwickeln, nämlich ein Exporthandel mit— ge- fvArf'''brauchten künstlichen Gebissen. Händler aus England und 1. x{)(j ÄAlmerika finden sich hier ein, um bei bestimmten Unterhändlern " bisse'' dasjenige zu kaufen, was diese im Laufe der Zeit an künst- glichen Zähnen und Gebißerjatzstücken eingesammelt haben. „ i'iiujcu oayntii uno escoikeriaxuucren erngeiammen yaven. »i-, solche Gebisse, zu denen Gold, Silber und auch Platina ver- aume»_ S r;"y �r.__ uj. ii........„"..s,... A.»!...»...... " oinbtf«'»endet wird, sind oft ziemlich theuer, würden aber hier kaum ,, perwerthbar sein, weil die Art ihrer Herstellung gewöhnlich auf oerbältn'i"/hren Fabrikanten schließen läßt und ein erfahrener Zahnarzt -eiiung� angeben kann, von wem ein ihm vorgelegtes Gebiß ge- £ 173 s'jfprtigt wurde. Da�nun Niemand� gern und wissentlich für hrr Stcaß.�/kinen persönlichen Gebrauch alte Gebisse zu kaufen wünschen Messen, dürfte, die Unterschiebung gebrauchter Gebisse .. aber, statt neuer, entdeckt werden kann und deshalb gefährlich ist, so hat « W- Je« diese immerhin ziemlich thcure Waare einen Abfluß ins kolat �Ausland und speziell nach England und Amerika eröffnet. Ob irr»er �dreser Handel etwa nur auf ernem Austausch gleichartiger Pro- -VRund'Ä!«-'-',''st ernstweilen noch Geschäftsgeheimniß der Be- 10'"nmerhrn aber lassen sich"'""---- gegen Irlaß die Schwindsucht?" des Kultusministers Kö'perS",„Wie schützt man sich veröffentlicht worden. Durch einen„ werden sie mit Rücksicht auf thren hohen Werth zur großtmog lichen Verbreitung empfohlen. Metier die beabstchtigto Ginsirstrung des elektrischen Betriebes für die Straßenbahnen in London wird von dort gemeldet: Die London Electric Ear Company stellte am ver- aangenen Donnerstag Abend auf der Straßenbahn zwischen Clapham und BlackfiiarS Bridge mit. ihrem elekterischen Tram- wagen, der etwa 6i Tonnen wiegt und durch 73 unter den Sitzen angebrachte Akkumulatoren betrieben wird. Versuche an,diein jeder Beziehung befriedigend ausfielen. Die 4 Meilen betragende Eni- fernung wurde in eincr Stunde zurückgelegt, hätte aber viel rascher durchmessen werden können, da der Wagen mit einer Fahr- geschwindigkeit von 12 Meilen die Stunde betrieben werden kann. Die Konirole über den Wagen ließ nichts zu wünschen übrig; mit einem Druck auf den Gnff kann der Wagen binnen an diesen„Zahnwechlel" Ht icitss" oder zum Stehen gebracht rschütterung bemerkbar wäre. Apparat an irgendeinem der i Abermals stad Zwei Apotheken in Berlin zum Ver- Groß�eerenstraß� Kurfurstenstraße, die andere in der Die polizeiliche Abnahme der projektirtm Eisenbahnrecke von Johannisthal am Etablissement Sedan vorbei nach Dpindlersfeld und weiter hinauf nach Grünau hat vor einigen klagen unter Anwesenheit des Landrathes, mehrerer Bauräthe, „„ cä Forstmeisters, sowie dcS OrtSvorsteherS stattgefunden. Da no« zsslirWer größte Theil der Anschlußbahn durch Wald führt, so ist bau» i�,, �'täglich der Beginn des Holzschlages zu erwarten. Im Früh- Arniae«'rfIa!)r soll dann mit dem eigentlichen Bau der Bahn begonnen /werden. Dicht vor dem Etablissement Sedan wird eine Eisen- i»ifo k''['bahnhaltestelle errichtet. Wie es heißt, soll von der Station hMöc�.,1 v'chonniSthal auch eine direkte Eisenbahnverbindung mit Rix- >tz geschaffen werden. B trl>»r's». Der neue Fahrplan der Dampfstrasseubahn„Apostel- vit � /�'"che-Wilmersdorf-Schmargendorf" hat nicht nur bei den Be- . ivir�. f wohnern Wilmersdorfs, sondern auch bei denjenigen Schmargen- 1 hiibn11 o? K'oße Unzufriedenheit erregt. Man schreibt der„Voss. / x-°°n ßort: Während die bisherige Verbindung Schmargen- - a üti oorfä mit Berlin den Verkchrsbedlllfnissen des emporblühenden Oltes entsprach, ist nach Inkrafttreten dcS Winterfahrplans der Betrieb der Straßenbahn derartig eingeschränkt, daß belspielS» tveise die Abfahrt der letzten Züge von der Ringbahnstation Schmargendorf nach dem gleichnamigen Dorfe schon um 9 Uhr -30 Minuten Abends erfolgt. Infolge dessen haben die Schmargendorfer an die beiden in der Richtung Potsdamer Vahnhof-Schmargendorf zwischen 10 und 12 Uhr Abends fahrenden Ringbahnzüge keinen Anschluß mehr. Auch der Morgens um 8 Uhr vom Dorfe aus adtahrende sogenannte Schutkinderzug ist_ ganz ausgefallen. Ferner ist die AbfahrtS ijigeit für die vom Dorfe aus fahrenden Dampjbahnzüge behufs einer Sekunde in Bewegung ge>r werden, ohne daß die geringste Auf Wunsch kann der elektrische r v t m jktzwen Tramwagen angebracht werde», so daß der Bau neuer Wagen nicht unbedingt nöthig ist. Die Gesellschaft baut jetzt mehrere dreser Wagen, an welchen noch verschiedene Ver- besserungen angebracht werden: sollten sich dieselben be- währen, so wird die London Tramway Company, die zwert- größte Straßenbahn-Gcsellschaft der Welt, die jetzt über 5000 Pferde in Thätigkeit hat, die elektrischen Wagen auf ihrem ganzen System in Gebrauch nehmen und dadurch eine Ersparniß von 25000 bis 23 000 Pfd. Sterl. das Jahr er- zielen, wovon hoffentlich ein Theil den Angestellten zu Gute kommen wird._ �. ,,J_.. Aus dem Nivarium im Botanische« Garten de« Humboldthains wurden die grünen Eidechsen nach dem dortigen Gewächshause überbracht und darin in dem sog. Brut- käsig, einem großen, ksstenartigen, mit Moos gefüllten Behälter gesammelt. Di- munteren Dingerchen fühlen sich in demselben recht wohlig und verspeisen mit bestem Appetit die ihnen zur Mahlzeit gereichten Regenwürmer. Gewöhnlich legen die Waldschnccken ihre Eier an Moos ab. Solche wurden zahl reich mit demlelben dorthin verbracht und gingen durch Einwirkung der Wärme aus denselben bald die jungen Schnecken aus. Dieselben scheinen für die Eidechsen ein Leckerbissen zu fein; denn diese zeigen sich überaus gierig darnach. Die Schildkröten verblieben noch im Freien und befanden sich gestern in ihrem Gewässer unter einer Eis- decke, werden jedoch heute ebenfalls herausgenommen und auch noch dem Gewächshause gebracht, wo sie jedoch frei umherspazieren dürfen und neben Gewürm mit Ge- müse gefüttert werden. Die Schlangen überläßt man dagegen ihrem Schicksal. Die Zwischenräume an den verschiedenen im Vivarium verlaufenden Röhren sind mit Nadelholzrei ausgefüllt, in das sich jene vexfriechen, um darin den Winter über in Erstarrung zu verharren. Sie hatten bereits vor acht Tagen diese Schlupfwinkel instinktiv aufgesucht, kamen indeß an hellen Tagen noch regelmäßig in den Mittagsstunden aus denselben hervor. Im vorigen Jahre hatte sich ungefähr die Hälfte der Schlangen so durchzubringen vermocht. Geradezu erstaunlich ist die Zahl der Vögel— natürlich meist Spatzen— welche gewisse Abtheilungen des umfangreichen Gewächshauses beherbergen. Da regelmäßig zu bestimmten Stunden für die Gewächse Luft gegeben wird, flregen sie hierbei besonders gegen Abend ein, verbringen dort die Nacht, konzertiren am frühen Morgen, fliegen dann ab, um sich zu sättigen, und treffen später regelmäßig wieder ein, hier vor Kälte, wie Raubzeug, das vom alten Viehhof her immer noch zahlreich und energisch nach dem Hain eindringt, eine gesicherte Nachtruhe findend. Die Ausstellung für Unfallverhütung schließt mit einem Defizrt von rund 100 000 M. ab. Gerade genug! Ans der Kourgesiste. Der mit Hinterlassung großer Schulden aus Berlin verschwundene Tabak-Großhändler Jean Kohlwedt halte, wie hiesige Zeitungen erzählen, das blühende Geschäft seines verstorbenen Vaters übernommen und in kurzer Zeit nicht nur das ererbte dedeutende Vermögen„verpulvert", sondern auch noch ansehnliche Schulden gemacht. Kurz vor seiner Flucht nach Amerika hat K. noch seine nächsten Freunde ganz empfindlich„angepumpt". Da er eine gute Stimmanlage besitzt, nahm er in einem hiesigen großen Konservatorium Gesangunterricht, um seinen klangvollen Baryton auszubilden. Dort lernte der verheirathete und mit einer reichen Familie ge- segnete K-, übrigens ein Mann Ende der Vierziger, ein Fiäulcin kennen. Beide verabredeten, nach Amerika zu gehen, um dort gemeinschaftlich aufzutreten, und brachten diesen Entschluß denn auch zur Ausführung. Di- bedauernswerthe Frau, welche mit ihren Kindern hier zurückgcbliebrn ist, befindet sich natürlich in einer schiimmen Lage.„..,. � „Reingelegt� worden sind in dm letzten Tagen hiesige Kolonialwaarm- und Butterhändler von einer„holländischen Butterexportfirma". In einem unter den hiesigm Kauflcuten vielverbreiteten Fachblatt befand sich folgende Anzeige:„Feinste holländische Butter in Matten netto 9 Pfd. 8,50 M. franko Zoll und Fracht gegen Nachnahme. Bei Abnahme von 5 Pfd. ä 85 Pf. per Pfd., alles inkl. Verpackung. Joh. Kuyper«, Venloo, Holland. Briefe und Karten können auch an meine Adresse postlagernd Kaldenkirchen, Rheinpreußen, gesandt wer- den." Da die Butterprcise hier zur Zeit schon recht hoch sind, haben hiesige Händler von der Offerte Gebrauch gemacht. Als die in Kaldmkrrchen, also in Deutschland, aufgegebenen Sen düngen hier ankamen, entpuppte sich die„ftinfle Holland, sche Butter" als Maraarine, die zur Zert 65 Pf. E.nkaufswerch hat Da Holland ein Kunstbuttergesetz nicht besitzt, so durfte gegen den biederen Holländer kaum vorgegangen werden können, falls nicht die Absen du, g aus Kaldenkirchen Handhabe zum Em- 'dein mit Hinterlassung großer Schnlde« ver- schwundenen Rcg.erungSossessor Grafen D. fehlt b'S letzt noch «de Spur. Die Angehörigen haben sich alle erdenklrche Muhe aeacben, feine Wechselverbindlichkeiten zü decken. Indessen ist die Summe eine so bedeutende(200000 M.), daß es den- selben sehr schwer wird, eine Einigung zu bewerkstelligen. Jetzt ist eine hiesiger Rechtsanwalt beauftragt, die Sache zu regeln, d. h. 60 pCt. stehen bei dem Anwalt zur Verfügung der Weehselinhader. „Kchnridig". Ein Wagen der Konfektionsfirma V. M kam, wie die„Verl. Z«o." berichtet, gestern einem selbst kulschi- renden Offizier in die Quere, woraus der Herr Lieutenant den tührer dcS Wagens mit der Peitsche um die Ohren schlug. z entwickelte sich nun eine kleine Jagd zwischen beiden Wagen, bis ein Schutzmann in Sicht kam. Auf Verlangen des Osfi- zicrs brachte der Beamte den Geschäftswagen zur Wache, während der Offizier ruhig von bannen fuhr. Gin» längere Betriebsstörung entstand am Dienstag Morgen auf der Berliner Stadt- und Ringbahn. Auf der Strecke zwischen„Zoologischer Garten" und„Charlotlenburg" gewechselt werden konnte, vergingen mehrere Stunden, während welcher Zeit der Verkehr zwischen den genannten beiden Sta- tionen eingeleisig erfolgen mußte, was allerdings zur Folge hatte, daß die Ringhahnzüge erhebliche, zum Theil Zzstündige Verspätungen erlitten. Mehrere größere Fleischerstrme« und eme ganze An. zahl kleinerer Geschäfte haben im Laufe der letzten Woche ihre Zahlungen eingestellt. Bei diesen Zahlungseinstellungen, die meist außergerichtlich aeordnet werden, sind die Viehkommissions-- Händler mit großen Summen betheiligt. Klntnergtstnng bnrch Schreibtinte. Eine Lehrerin der städtischen Gemeindeschule in der Brandenburgstraße hatte am letzten Freitag das Unglück, sich eine mit Schreibtinte ge- füllte Feder unter den Fingernagel des Daumens der linken Hand zu stoßen. Durch Aussaugen der Tinte und des nach- folgenden Blutes glaubte die Dame alle Gefahr beseitigt zu haben, bereits jedoch am Abend zeigten sich bei ihr so deutliche Symptome der Blutvergiftung, daß sofort ein Arzt zu Rathe gezogen werden mußte. Da aber bei dessen Ankunft schon die oanze Hand bis zum Handgelenk angeschwollen war, so mußte sich her Arzt sofort zu einer Amputation der Hand entschließen. Leider kam auch diese Operation zu spät; innerhalb 43 Stunden war das blühende junge Mädchen trotz aller ärztlichen Bc- mühungen eine Leiche. Auf der Havel wehte vorgestern ein heftiger Sturm, durch den sich aber die Segler nicht zurückhalten ließen. In kaum 50 Minuten jagten die Boote von PiebelSwerdec nach Wannsee. Leider ist ein Unglück zu beklagen. Ems der Boote kenterte; von den Insassen desselben konnte nur der eine ge- rettet werden, der andere siel den Finthen zum Opfer. Gin recht eigenartiger„Urrgniigungsklnb" ist am Sonnabend Abend von der Polizei in seinen„Belustigungen" gestört worden, wobei es zu einem argen Er�eß gekommen fern toll. Im Hause Linienstr. 45 befindet sich ein Schanklokal von Ehling, in dem es zu Zeiten recht lebhaft zuzugehen scheint; wenigstens war dies an dem besagten Abend gegen 10 Ubr der Fall, als ein Schutzmann in das Lokal trat, um dem W-rty eine Meldung des Reviers zu bestellen. Als der Schutzmann sich zum Gehen wendete, sprang plötzlich aus dem Hinteren Zimmer ein Mann, eine wahre Hünengestalt, in einem nichts weniger als vollständigem Kostüm, mit völlig nacktem Ob«- kör per auf den Beamten zu, schlug auf ihn und warf ihn zu Boden, ehe der Wirth herbeizueilen vermochte. So schnell wie er gekommen war der halbnackte Mensch auch wieder verschwunden. Der Beamte stand schleunigst auf, und da er eine Anzahl Gestalten im Hintergründe des Raumes auftauchen sah, so verließ er das Lokal und stellte sich vor der Thüre mit gezogenem Säbel auf. Run rief er eine« Droschkenkutscher heran und schickte diesen auf die nahe ge- legcne Revierwache nach Hilse. Dieselbe erschien auch beitd. ein Wachtmeister, vier Schutzleute und zwei Wächter kamen und mit diesen trat der mißhandelte Beamte nun wieder in das Lokal. Die bewaffnete Macht begab sich sofort rn das hintere Lokal und hier überraschte sie eine gar eigenartiae Ge- sellschaft. In der Mitte des Raumes fühlten zwei Männer von mächtigem Kö perbau in einer nur äußerst spärlichen Klei- dung einen Ringkampf auf, welchem Schauspiel Männer und Mädchen z. sahen. Einer der Ringkämpfer war derjenige, welcher den Schutzmann überfallen hatte. Die Beamten schritten nun sofort zur Verhaftung des Menschen, was in- dessen nur mit großer Mühe geschehen konnte, da die Ver- sammelten eine drohende Haltung annahmen und den Verhafteten zu befreien suchten. Da auch der zweite Ringkämpfer die Beamten angnff, so wurde auch dieser festgenommen und nachdem die beiden Gesellen sich angekleidet hatten, wurden sie nach Anlegung von Fesseln nach der Polizeiwache geschafft. Wegen der cigenaitigen Schaustellung wiid der Restamateur übrigens noch zur Rechenschaft gezogen werden. Eine fdfwtrt Verstümmelung hat sich, dem„B. T." zufolge, am gestrigen Nachmittag durch eigene Leichtfertigkeit ein 12jäh>iger Knabe zugezogen. Auf dem Hofe des Grund- stücks Gerichlstraße 2l war zur angegebenen Zeit der 12 Jahre alte Knabe Atbert K. am Hauklotz mih dem Zerkleinern von Holz beschäftigt, und während er emsig bei der Arbeit war, gesellte sich ein gleichaltriger Knabe, der Sohn des Schmiedes L- zu ihm, der den K., nachdem er diesem eine Weile zugesehen, aufforderte, ihm die Hand abzuhauen. Trotz der ernsten War- nung des K.,„doch keine Dummheiten zu machen", legte der leichtfertige L. feine linke Hand in dem Augenblick auf den Klotz, in welchem gerade das von K. geführte Beil hernieder fuhr. Mit lautem Aufschrei brach der getroffene L. zusammen, ein breiter Blutstrom ergoß sich aus der Hand, von welcher drei Finger abgetrennt waren. Der Verstümmelte wurde seh!«!. nigst zu dem in der Nähe wohnenden Arzt gebracht, welcher dem Knaben den ersten Verband anlegte und dann seine lieber- sührung nach einem Krankenhause veranlaßte. Der Unglücke- fall trifft die Famissc L. um so schwerer, als der Vater des Verstümmelten vor Kurzem bei der Arbeit ein Auge ein- gebüßt hat und infolge dessen heute noch nicht wieder arteits- fähig ist. Mit einer Schußwunde in der rechten Schlaf» wurde gestern früh ans einer an die Biesenthalerstraße an- grenzenden Wiese die Leiche«res Marne« von kräf>ia-r Statur ausgefunden. Der Todte, der e!wa 40 Jahre alt sein mochte, hielt mit der Rechten einen Revolver krompshast um- spannt, mit welchem cr sich die tödlliche Verletzung beigebracht hat. Der Tod mußte schon vor geraumer Zeit erfolgt se n, denn die Leichcnstarre war bereits eingetreten, als man den Selbstmörder auffand. Die Leiche wurde auf Veranlassung des zuständigen Polizeireviers nach dem Leichenschauhauie geschafft. Der Todte war bekleidet mit schwarzer Hose, wcllenem Oder- und Unterhemde, grauen Socken und Holzpantinen. Ausfällig war das dünre strähnige Haar und der starke, buschige Schnurrbart. Gl« alter Schwindel. Als ein junges Dienstmädchen, Namens S., am 21. Oktober mit dem Kinde ihrer„Dienst- Herrschaft" spazieren gehen wollte, wurde sie im Hausflur von einer unbekannten Frau angesprochen, welche sich J�rchUr nannte, als Landsmännin der S. bezeichnete und die Mutter der Letzteren zu kennen vorgab. Bei dem Abschied erbat nch die Unbekannte den Besuch der S. An demselben Tage fern sie zu der S. in die Küche und forderte das Madchen out, mit ihr und ihrem Ehemanne da« Reichshallen-Thealer zu besuchen. Die S. sagte zu, nachdem sie die Erlaubniß threr Dienstherrschaft erhalten hatte, und wurde von der angeblrchen Richter um 6t Uhr abgeholt. In der Belle-Alllancestraß- fi l der Letzteren plötzl-ch em, daß sie m der Nahe eme Zahlung zu leisten habe. Da sie aber kern Geld be, sich hatte, erbat sie sich von der S. ein Dorühn und erhielt deren ganze Baar- schaft im Betrage von 5,50 M. Die Richter entfernte sich nrit dem Gelde, kehrte aber bald wieder zurück mit dem Bemerke,-,. daß der Betrog nicht reichte, und bat die S., von einem iknec in der Nähe wohnenden Bekannten 4 M. zu borgen. Da» Mädchen ping auch auf dieses Ansinnen ein und händigte!"« von dem Schuhmacher ihrer Dienstherrschaft erborgten 4 M. ihrer Begleiterin ein. Diese trat nun in ein Haus der Belle- Alliancestraße, kehrte aber nicht wieder zurück, sondern hat sick durch den anderen Ausgang nach der Teltowerstraße entfern,. Vorher hatte sie noch der S. den Schirm derselben abgenommen. Die Schwindlerin ist etwa 40 Jahre alt, schlank, hat blondes Haar(Ponnysrisur) und gebräunte Gesichtsfarbe. Sw war mit einem schwarz gerippten, mit schwarzen Spitzen de- setzten Mantel und schwarzem Spitzenkapothut mit dunkelrother Schleife bekleidet. ♦ 355< Mmgekürtter Gmnibnv. Eine OmniluZ der Linie Stetrrner Brhn— Kurfüistenstrake gerieih gestern Mittag In- naliden- und Chausseestroßen-Ecke in Kollision mit einem dort Grrüststangen adfohrenden Baufuhrwerk, wobei ein Omnibus- pierd zu Falle kam. Hierdurch gerieth der Omn'buS ins Schwanken und schlug um. Kutscher und Deck-Passagiere stürzten herab, von den letzteren einige so unglücklich, daß für sie die Ueberführung durch den Krankenwagen nach dem Kran- kenhause nöthig wurde. Die übrigen Passagiere kamen, abge« sehen von einigen Kontusionen, mit dem allerdings nicht ge- ringen Schrecken davon. »Akademischer� Paletotmarder. Kaum hat das Wimrrsemester begonnen, so scheint die eingetretene kalte Witte- rung auch wieder die Epidemie des Paletotdiebstahls in die geheiligten Räume der Ur iverfilät verpflanzt»u haben. Gestern vermißten zwei Juristen beim Verlassen des HörlaleS, nach einer Vorlesung über Slraftecht, ihre neuen Winterüberzieher. Der Dieb scheint sich weder durch den Gegenstand der Vorlesung, noch durch den Umstand, daß bisher noch jeder der akademi- scheu Palelotmarder obzefoßt worden ist, haben warnen lassen. Mit 90 000 Mark durchgegangen! Der in einem hiesigen Bankgeschäfte angestellte Buchhalter Otto Döbring, Skalitzerstlaße wohnhaft, ist am Sonnabend Abend aus Berlin spurlos verschwunden, nachdem er, wie das»Berliner Tagebl." berichtet, seinen Prinzipalen Effekten im Wertbe von urunzigtausend Mark veruntreut hat; einen Theil der gestohlenen Werthpapicre hatte Döhring zuvor versilbert, auch, wie sich herausgestellt hat, bereits feit einigen Wochen in bie- sigen Bankgeichästen Effekten behufs Spekulation auf Zeit depvnirt. Am gestrigen Mortag lief in dem bestohlenen Ge- tchaft ein Brief deS Flüchtlings ein, in welchem derselbe sein Aasbleiben mit Krankheit entschuldigte. Dieses Schreiben hatte Döhring seinen WrrthSleuten aber schon am Sonnabend, kurz per seiner Abreise, m't dem ausdrücklichen Auftrage übergeben, dasselbe rfl am Montag zur Post zu befördern. Durch dies nicht ungeschickte Manöver hat sich der Schwindler einen be- Nächtlichen Vor'p ung zu sichern gewußt. Der etwa im «?4. Lebensjahre stehende Döhring ist ca. l,v2 Meter groß, von iwlanker, aber kräftiger Statur, hat schwarzes Haar, dunkle Augen und ovales, bleiches, glattrosirtes Gesicht: im Gehen ist seine Haltung vornübergebeugt, er pflegt in auffallend vathe- trschem Baßton zu sprechen. Bekleidet war D. bei seiner Flucht mit gelbem Winter Überzieher und weichem Filzhut, auch trug er«rne lleine Reisetasche von schwarzem Leder über der Schüller. Die auswärtigen Polizeibehörden sind telegraphisch von dem Vorsalle in Kcnntniß gesetzt und die Nummern der gestohlenen Effekten den Bankinstituten mitgetheilt worden. Eiae Sitzung der Stadtverordnrten-Versammlung findet in dieler Woche nicht statt. N»a der Schloff Kraaeret Dessom erhalten wir fol- gendes Schreiben: Berlin N., den 28. Okiober 1889. Geehrter Herr Redakteur! Aus der Beilage Jbrer Zeitung Nr. 251 vom Sonnabend ersehe ich, daß bei der Versammlung für den K. Berliner Wah kreis am 22. er. v. a. auch das Lokal Schön- Häuser Allee 162, früher I. M. Ley, zuletzt»Ausschank der Schloßbrauerei Dlssow" in Acht und Bann erklärt ist. Um nun Mißvelständnrssen vorzubeugen, erkläre ich kiermit, daß dieses Lokal mit unserer Brauerei»Schloß Dessow", Filiale Triftstraße 46 durchaus nichts mehr gemein hat, da dasselbe bereits feit Februar d. Js. durch Kauf in andere Hände übergegangen ist. Indem ich Sie ergebenst bitte, hiervon geneigtett Kenntniß zu nehmen und an geeigneter Stelle in Ihrem werthen Blatee davon Gebrauch zu machen, zeichne hochachtungSvollst Oswald Klinke, General-Vertreter oer Schloßbrauerei Dessow, Inhaber der Filiale Berlin dl., Teiftstr. 46. Krrett erklärt hat sich auch die Brauerei„Borussia" in Rieder-Schönweide bei Berlin, ihren Saal jederzeit zu sozial- demokratischen Versammlungen herzugeben. Pollzeidericht. Als am 28. d. M. Vormittags auf dem Güterbahnhof der königlichen Ostbahn von einem Eisenbahn- wagen Balken auf einen daneben stehenden Aibeitswagen geladen wurden, glitten einige Balken ab und trafen den auf dem ArbeitSwagen stehenden Zimmermann Schlodinski, so daß er nicht unbedeutende Quetschungen der Hand und deS Unterschenkels erlitt. Der Verletzte wurde nach seiner Wohnung und wem dort aus ärztliche Anordnung nach dem St. Hedwigs- Kcankenhaule gebracht.— Nachmittags erschoß sich ein Kellner "in seiner Wohnung an der Stadtbahn.— Zu derselben Zeit wurde vor dem Hause Kölhenerstr. 25 ein Vjähriger Knabe von einem ArbeitSwagen, und vor dem Hause WeiubergSweg 17 ein Arbeiter von einem Schlächtcrwagen überfahren. Elfterer erlitt dabei einen Bruch des Schienbeins und auch letzterer so be- deutende Verlc Hungen, daß er nach dem Kcankenhause am FrredrichShain gebracht werden mußte.— Abends wurde in der Prenzlauer Allee vor dem städtüchen Siechenhause die Leiche eines unbekannten Mannes aufgefunden und nach dem Schau- Haus« geschafft.— Zu derselben Zeit wurde der Kutscher Suckrow in der Landsberger Allee, nahe der Verbindungsbahn, von einer Kutsche Übersahren und an beiden Beinen bedeutend gequetscht, so baß er nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte.— In der Nacht zum 29. d. M. sprang ein Kaufmannslehrling am Schiffbauerdamm in die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach der Charitee gebracht.— Am 28. d. M. fanden an fünf ver- fchiedenen Orten kleinere Brände statt, welche von der Feuer- wehr gelöscht wurden. O'zcvilttts-Beitmr«. Der veroutwortliche Redaktrur uusere» Klatte», Herr Rein h o t d Cr o n h er m, hatte sich gestern vordem Schössengenchle in einer Privatbeleidigungs klage zu ver- antworten, welche der Student der Theologie, Paul F i t t i g gegen>hn angestrengt hatte. Am 28. Mai d. I. erschien in unserem Blatte ein Artikel, der Tags zuvor in vilschiedenen hiesigen Zeitungen gestanden hatte, in welchem gegen den Kläger Beschuldigungen erhoben wurden. Unter Hinweis auf den kurz zuvor in der Akademischen Lesehalle stattgehabten schweren Diebstahl, wobei dem Thäter zirka 2000 M. in die Hände fielen, ließ der Artikel durchblicken, daß der Kläger, welcher als Mitglied des Ausschusses hierzu besonders leicht Gelegenheit gehabt, der Thäterschaft nicht fern stehen dürfte, Kriminalkommissar Braun habe denselben bereits vernommen und man dürfe gespannt darauf sein, ob der Verdacht so viel Nahrung gewonnen habe, daß eS zur Erhebung einer Anklage kommen wurde. Ferner wurde behauptet, daß die italienische Gesandtsit a't den Wunsch geäußert, der StudiosuS Fittig möge zu einer leierlichen Auffahrt der Studentenschaft nicht zuge- lassen werden; deiselbe ftche m Bologna nicht in dem besten Andenken, weil er dort gelegentlich der UniversitätS- Jubi- iäumSfeier, der er als Deputirler der Berliner Studenten- jchast beigewohni, bedeutende Schulden gemacht habe. Daß der Inhalt dieses Artikls auf falschen Angaben deruhte, gab der Beklagt« zu, da er aber den Artikel Tags zuvor in verschiedenen größeren Zeitungen gefunden, habe er geglaubt, daß die angegebenen Thalsachen wahr seien und deshalb keinen Anstand genommen, den Artikel uo-t zudrücken. Der Vorsitzende erklärte, daß das Versahren gegen verschiedene andere Redakteure, gegen welche der Kläger i densallS den Strafantrag gestellt, noch schwebt. Es wurde von j-der Beweisaufnahme Abstand genommen, der Rechtsbeistand KS Klägers, Rechtsanwalt Dr. Juers, wies auf die Schwere der Beleidigung hin und beantragte eine angemessene Frerheits- strafe. Der Genchlshof folgte diesem Antrage, er verurtheilte den Angeklagten zu einer Gefänpnißstrafe von 14 T a g e n und erkannte außerdem auf Publikationtbefugniß im»Berliner Volksblatt" und im»ReichSanzciger". »Der Scharfrichter»aa Kerlia." Ein literarischer Prozeß kommt nächsten« vor dem Spandauer Schöffengerichte zur Verhandlung. Unter dem Titel»Der Scharfrichter von Berlin" eischeint im Verlage einer Spandaucr Firma ein widerlicher Kolportaae-Roman, dessen Held der Scharsrichter Krauts ist. Dieser Roman, welcher aus Aufzeichnungen und persönlichen Angaben de« Herrn Krauts herstammen soll, ist naturgemäß mit allerlei Gruseleien angefüllt. Unter anderem wird darin von einem LiebeSverhältnrß erzählt, welches„das Weib des Scharfrichters" mit einem von dessen Gehilfen unter- halten haben soll, und welches unter voller Namensnennung ganz minutiös dargestellt wird. Hierdurch fühlt sich die von rhrcm Manne getrennt lebende Frau Krauts beleidigt, die sich von oller Schuld frei weiß und hat bereits den Strafantrag gestellt. Die Neaabahnea haben auf das Schicksal des Agenten Bruno Moritz, welcher gestern wegen Diebstahls und Ur- kundenfälschung vor der vierten Strafkammer des Landgerichts I stand, emen unheilvollen Einfluß ausgeübt, wenigstens nahm die Anklagebehördt an, daß seine Leidenschast für diesen Sport ihn auf die Bahn geführt. Trotzdem der Angeklagte nur eine äußerst bescheidene Stellung al« Agent einer hiesigen Lebens- verficherungS-Gefillschaft inne hotte, fehlte er bei keinem Ren- nen, welches in der Umgebung von Berlin stattfand, er machte sogar Abstecher nach Hamburg und Doberan, um seiner Spiel- sucht stöhnen zu können. Der Kassirer der L.bcnSverfiche- rungS-Geslllschaft, bei der der Angeklagte bedienstet war, hatte im Laufe deS Sommers mehrfach Fehlbeträge fest- zustellen, deren Ursache er sich nicht anders erklären konnte, als daß ein Unbefugter die sich ihm bietende Gelegenheit benutzt und einen Griff in den Geldschrank zu thun, dessen Tbür während der Dienststunden nur angelehnt war. Am 31. Juli stellte der Kassirer einen Fehlbetrag von 425 M. fest. In der Mittagsstunde des folgenden Tages wurde wiederum Kasse gemacht und entdeckt, daß inzwischen der Dieb nochmals feine Thätigkeit entfaltet haben mußte, denn es fehlten jctzt über 1400 M. Der Kassirer hatte den Raum nur für wenige Augenblicke verlassen und die Annahme, daß einer der Komptoristen der Thäter gewesen, schien deshalb ausgeschlossen, weil deren Arbeitsraum in ziemlicher Entfernung von dem Kassenzimmer log. Aber neben dem letz'eren Raum befand sich ein Zimmer, in welchem die Agenten bisweilen einen schriftlichen Antrag auszufüllen hatten, und hier hatte sich der Angeklagte am Vormittage des 1. August für kurze Zeit aufgehalten. Der Verdacht lenkte sich auf ihn und die angestellten Ermittelungen sprachen trotz seines LeugnenS für seine Thäterschaft. Es stellte sich heraus, daß er gleich nach dcm Diebstahle erhebliche Aus- gaben gemacht, man fand bei ihm sehr viele Rennbillets und eine Passagierkarte für die Ucberfahrt nach Amerika. Der von ihm im Verhandlungstermine angetretene Beweis, daß er das Geld auf den Rennplätzen gewonnen, scheiterte insofern, als die thatfächlich erhielten Gewinne erst am 6. August gemacht waren, während die großen Ausgaben bereits am Tage des Diebstahls stattgehabt hatten und der Angeklagte sich Ende Juli in so großer Roth be'and, daß er vier fingirte Auf- nahmc-Anträge angescrligt hatte, um daraufhin sich einen ge- ringen ProvisionS-Vorschuß erbitten zu können. In den letzteren Handlungen wurden die Urkundenfälschungen gefunden. Der Angeklagte wurde durch die Beweisaufnahme in allen Punkten für überführt erachtet und zu einer Gesammtstrafe von anderthalb Jahren Gefängniß verurtheilt. Rrichogeeicht. Gegen das Urtheil des hiesigen Land- gerichis I, welches den stüheren verantwortlichen Redakteur der „Volksztg.", Dr. Ludwig Oldenburg, von der Anklage der Majestätsbeleidipung(begangen nach der Anklage in dem Leit- artikel»Zum 9. März") freigesprochen hatte, war vom Ersten Staatsanwalt des hiesigen Landgerichts I Revision beim Reichs- gericht eingelegt worden. Das Reichsgericht hat, wie die »Volksztg." meldet, gestern die Revision verworfen. Munckel hatte die Vcrtheidigung. Saztole ülelrcrlrrlik. Achtaag I Schraabea- uad La« oadretzrr t Der Streik bei der Firma Lüden und Bubse ist seit Montag beendet. Die Forderungen der Kollegen: Abschaffung der Nachfeierabend- arbeit oder 50 pCt. Aufschlag für jeden Arbeiter, find von der Fabrik bewilligt worden. Dieser Erfolg ist hauptsächlich dem guten Zusammenhalten der Kollegen zuzuschreiben. Gleichzeitig ist noch zu bemerken, daß der Streik bei der Firma Bartels und Ko., Köpenicker straße 33-, sowie die Sperre über die Firma Heinacker und Beer, Alexanderstraße 26, unverändert fortdauert. Zuzua ist fernzuhalten. Der SLaferarntzastaa, die drastische Konsequenz des Suffs, stellt ein großes Kontingent zu den Insassen der preu- ßischen Irrenanstalten. Von je 100 Personen, die im Jahre 1875 wegen geistiger Erkrankungen in preußische Irren- Häuser aufgenommen wurden, litten unter den Männern 17,20, unter den Frauen 1,18 Prozent am delirium tremens. Im Jahre 1885 waren die Prozentantbeile auf 20,14 und 1,23 gestiegen. Das heißt: 8000 Per- sonen ungefähr werden in preußischen Anstalten wegen Säufer- Wahnsinns gehalten; aber die durch Trunksucht hervorgerufenen geistigen Störungen äußern sich nicht blos in diesem. That- sächlich ist die Zahl der durch den Alkohol zu Grunde ge- richteten Gehirne eine viel höhere. Weitaus die Mehrzahl der Alkoholistcn werden aber zum Suff durch ihre soziale Lage getrieben. Deshalb ist e« pure Heuchelei, wenn die bürgerlichen Moralprediger gegen den»Alkoholmißbrauch" zu Felde ziehen, anstatt daß sie den Stier bei den Hörnern packen. Die Roth der Massen gilt es zu bekämpfen. Dazu genügen freilich nicht fromme Predigten, Temperenzschwindel und ähnliche soziale Rumfordsuppen.--- Ja Frankreich find nach dem kürzlich erschienenen amt- lichtn Bericht des Direktors des französischen Armenwesen«, Henri Monod, im Jahre 1885 für Armenpflege 147 200 000 Mark ausgegeben worden. In ganz Frankreich kommt auf den Kopf der Bevölkerung eine durch Steuern aufzubringende Armenlast von 1,86 M, in Paris allein eine Last von 10.83 M. Dcrjammlumicu. Die Putzer Kerlia» aad Patgegeak hielten am Montag eine öffentliche Versammlung im Schweizergarten unter Vorfitz des Herrn Grifchke ab, die einen wohlthuenden Gegensatz zu denen bildete, die bis jetzt im Laufe dieses Jahres abgehalten wurden. Während früher stets betont wurde, daß die Putzer mit anderen Arbeitern nichts gemein hätten, führten alle Redner aus, daß man sich im nächsten Frühjahr der Maurerbewegung anschließen müsse, da die Interessen gemeinsame wären. Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung: Wie stellen sich die Kollegen zu dem vom Fcch verein herausgegebenen Tarif? Hierzu führte der Vor sisende aus, daß der Tarif schon in diesem Frühjahr herausgegeben und auch zum Theil durchgeführt worden fei. Die schlechte Zeit in diesem Jahre habe aber dahin geführt, daß jetzt z. B. nur 19 Pf. pro Ouadrotmeler gezahlt würden, wo 25 Pf. im Tarif vorgesehen waren. Nach längerer Dcbatte wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: »Die heute im Schweizergarten statt findende sammlung der Putzer Berlins und Umgwerd durch strenges Festhalten an dcm von dem Fosi gcpebcncn Lohntarif ist es möglich, den von> Putzelversammlung gefaßten Beschluß: neund zeit und 7 M.Lohn, zur allgemeinen Gellung: erk ärt mit allen zu Gebote stehenden MM'« 1 streben, daß derselbe voll und ganz bezahlt wird. des Generalfonds, zu dem die Bethciligung bii schwache war. wurde dcr schon gefaßte Beschluß Mann und Woche zu steuern, erneuert. Unter wurde beschlossen, dem»Erckutivkomitee für die den 8 Slunden-Tag" 30 M. zu überweisen. Die ia der Schättefabrikation desch � Kelter aad Arbeiteriaaea hielten am MonM sammlung in Schcffer's Salon, Jnselstraße W, 7» des Herrn Krause und der Damen Fr. Böse � ab, um zunächst einenLVortrag des Herrn 3.W. über»Die Gewerkschaftsorganrsation im Allgenw®' der Arbeiterinnen im Besonderen." Die AuSM7 zentrirten sich hauptsächlich darauf, daß eS Auta� nisationen sei, das zu thun, was eigentlich■ t t-0(;x gierung fei: die Lage des arbeitenden Volkes»u wies im Weiteren nach, daß gerade bei den h»r/ Sonntag wenden Arbeiterinnen eine Organisation um(0 �bition Zim sei, als ihre Thätigkeit eine äußerst anstrengende.. beitszeit unbedingt eine Verkürzung erfahren � fego Au»> die Arbeiterinnen nicht körperlich zu Grunde gev�,_ Ausführungers wurde in der auf den VorWSf m ver auf den Avr»--. Drstujsion vollkommen beigepflichtet und ew-' Stepperinnen Berlins" gegründet. Als provi'otws wurde die Siotutenkommtssion ernannt. Zur langte eine Resolution, in der sich die pflichteten,»den internationalen Arbeiter�ongreß u�tz zu stehen und am 1. Mai 1890 die Ardel lassen und denselben als Feiertag für ,de» Für den Mi auf das Aibeitstag anzusehen. Hierauf fand eine Erg«« Lohnkommiision statt; gewählt wurden Herr' Otto und Frl. Anna Geisler, Frl. Tauber und Die Lohnkommiision erstattete hierauf dahingehend.. sie Sammelkorten und Maiken ausgegeben ha«,"sst dem wöche Mitgliedern der Lohnkommission« den können. Die Adressen der Letzteren � Sonntag im»Berliner ÄoikSbl." bekannt ge?? Der Aboat Die Versammlung erklärte sich mit dem Vorgehen«Ji ganze Vieri und beschloß zum Schluß das Bier dcr Brauerei�Ähemlrch 35 Patzenhofer nicht zu trinken, bi« dieselben ihre �rmerstraße 44 Versammlungen der Arbeiter hergeben.~t<1 »*€ * Beste llanger Fachv-riin d«r Vapierarb»>terinn»n und rnwanoi- �. Vcrlammlung am Miiwoch, dm SO Ctiodtr, Sbci-d» 8 Lnnmsir. 16. Tagesordnung: 1 Vorlrag dei Herrn Zoll geaengcnomm 2. Dtstuitlon. 6. Verlchtcdenci und gragekasten. Eare Für außerhl haben Zuirtit.»aBuuaen an. per soll aide«, okratlfch» Kefiktud LassaU» iagi JSf SbendS 8!t lthr im Lotale dei Herrn Ziemer. Guomflr. 10 r*°5| 711«» Di? Mitglieder eingeMbrl weiden. Neue Miiglleder weiden au'S'«x Äflv HS «»fang-, Cnrn- unv g,s»Uig» Verein» um iUU"� � aelangocrein.Jugcndlust' SbendS 8i Uhr im Nestau»»« Ov$ ftrahc 162— MSiinergeilliigverein.Sücllla" SbendS 9 Ott ttinnickerslrabe 127a.— Gelangnerein.MSnnerchor Linde» Reslauranl Hallet, Naummsliaße 70.— Mannergelangnerew SbendS 9 Uhr im Reltaurani Musehold. LandSbergersw Besangveretn.Sreya' SbendS SU Uhr im Nesiaurani Suckauersirahe Nr. IS. woch nach dem ersten im tn Tiefer Tcr beertranj' Sdendi 9 Uhr im Resiauranl Karlch. OranienftraK verein.Nord-Iubal' M. SbendS 9 Uhr in«eilmS Bierhaui.®(1 Be'angverein„Unverjoat' SdendS 9 Uhr Äöpnickerftr. 127» Mannergesangverein.EchneegiSckchen' SbendS 9 llhr im»L stein. Mariannenstraie 81-82.— Gesangverein.Sangerrunde Buckowerftrahe 9— Verein.EangeSireue' im Nesiaurani. strafte 26, I. UebungSsiunde von 8X bi» 11 llhr Sbcnt*_ .Bruderbund' SbendS 9 llhr bei Pagoidi, Neickienberaerstroe'L Gesangverein..Schneeglöckchen" SbendS 9 Uhr Sien" Siehman», Mtichiorstr. 15— Lllbeckscher Turnverein(1 SbendS 8 Uhr Eltsabeihstraie 57—58.— Turnverein strahc 9 Männerablhellung von 81 bi» 10% Uhr Abends r"SSt lingSabtheiluna von 8—10 Uhr Sdendi.—.Mehr Sicht'. und Ernst. SdendS Ubr im Restaurant Heid, L Echlestscher verein.Holtet' SdendS 9 Ubr im Reftauraiv�TW strafte 83,— VergnstgungSverein.yröhlichkeif Abend« 9 0S� Kager. Grüner Weg 29.— Wiffenlchastlicher Verein M gr..xhle Sdendi 8; Uhr im Restaurant Beese, Alte 6' Unterricht und UebungSstunde.— Roller scher Ctenogravbo SbendS 81 llhr im Restaurant Printen strahe 97, Eihu stunde.— Srendb scher Etenographen.Verein.Smicitia im Restaurant Behrendi, Echönebergerftrahc Nr. 6.— er die„t o d st blühten, t unglückliche welchem die und die sch '.andrer nur i ittsame Me An diese gestern ein : La N stav« R o a La Natal f er, das! graphenveretn.Phtlia' AdendS 9 Uhr im Restauran!., t stochstr. 7.— Ktenographiiche Gesellschaft Srcndi im Restau��t II», Sindenftr 105. Uncntgetlticher Unterricht und Uebung."7 .Wränget' SbendS 9 Übt tm Restaurant Foge, ASpnickrrln. .Havanna SO' Sbmd« 8!i Uhr im Restaurant Paegoldt, Reta,, Rauchtlud.Gemllthlichtetf SdendS 9 Uhr Kt Restaurant Aar"' — Rauchtlub'"""" — Rauchtlud lauerstrahe 27.- RauchNud.»ultan"»dendi 9 Uhr GrSsestraße 82.— VergnstgungSverein.Rröhtichteif,(|t(ltU gW 9 Udr Grüner Weg 29—.Pollack.EIuh.Einlracht', ledeN qj. SX llhr bei G. Thiel, Wimcrstrahe 68.— Gesangverein der s ieden Mittwoch Restaurant Scvdelstrahe 80, von 9-lr. llnterhattungiverein.Harmonie' Eihuna Sdendi 9 Ub> Wendt.— Tambourverein.Srelsior', S% llhr, UcdungW Rstderidorserstr, S, Ausnahme neuer Mitglieder, DaS Then »Bürgcrkö chzösische Be und M stiaere Sic! ig sich rasch« Zu iviedet rde die Thai jtige Aufrcgi wieder Zei tcrlsanikei das Ueb< druck verbotri DepekÄieir. Oßtirr*«'legraptzea-Oa-»«»' Kremea, 29. Oktober. Die Rettungskat� graphirt. trandeten . Schiffb'� Am 29. Oktober von dem in der bl�, deutschen Ewer»Anna Margaret.. der deutschen Gesellschaft zur Rettung Meyerhan«. 2 Personen durchs das Rettung � Sozic nzig autl gerettet. Starke Brandung. Boot 24 Stun Prag, 29. Oktober. Ein Personenzug d« entgteiste gestern zwischen HlinSko und Skull« durch ein weiterer Unfall entstand. Der von~ jtt gesandte HilfSzug fuhr trotz der WarnungSsill��j. gleisten Personenzug hinem, wodurch 4 giü' wurden, von denen einer bereit« gestorben'st- W kommission au« Chrudim ist an der Stelle, stattgefunden hat, eingetroffen. Zm Ans pcrstandkn ifse; Zachar itcn, dam que wüns ter zu Ire gar noch mehr ihr Beiden. „Zachari« fort,„also Hochzeit n DriefKaMO',. Bei Snitagm bitten wir die SbonnernenIi-OuiNung de>"'N�fch> Antwort wird nicht ertheitt. K�neu, dtS) Kachdruckergehilfea. So.lehrreich der Hofffchläger'i'chen Buchdruckern auch uns leider der Raum, derartig lange Ben«,„i Geschäfte aufzunehmen. Wenden Sie sich stand des Verein« Berliner Buchdrucker und �il an die Tarisfmtitzmismtt 153 cid) e bit 9ln0�� enwort, n te. ich wi Die Na« „Mein