?♦ 255, in den de öff1-, Umgeaad<" dem 3«r den von : nennst Geltung»n en M�eln >ahlt wird. igung bis te SMlfilA . Unter ce für die zeifen. on best am Monwä straße 10/ J? .. Bös- un« f crrn Mep�' n Allgew r>«n> die AuSfW» i es AufM enllich W. SolkeS zu hn�° � den hier». n um so Donnerstag» de« 31. Oktober l88S. S. Jabrg. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Das..Berliner Bolksblatt" G-unde � en Vortrl, und ein Z' ! proviwn!� t. Zur Postabonnemenr 4 Mark pro Quartal. für>889 unter Nr. 86fl.) unsere Expedition 3 Mark pro Monat. I« s ert i o ns g e b ü h r beträgt für die 4 gespaltene Petitxeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung�.» Anzeigen 20 Pf. Inserate weroen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW* ij1.. « FerusPrechrr: Amt Uhr Vormittags g VI. Ur. 1106. VevaNtion: VeutMvsHe S.— Gxpedikion: Itmmevpkvatze 44. «V die Än!---> H'-Mdonnements Einladung. ae Ergäu�s �n�Monat November eröffnen wir ein neues Abonne- «Hrriiner UolKsblatt" den habe, dem wöchentlich erscheinenden LestittN''»,S»nntagsb!att'�. Abonnementvprei» beträgt frei in» Haus für Vorgehen'S ganze Vierteljahr 1 Mark, monatlich 1 Mark»5 Pf.. örauerele 35 Bn Selbstabholung aus der Expedition, >-n ihre..merfftrabe 44, 1 Mark pro Monat."Mß rd r'rwantwÄ. �ofteNangen werden von sämmtlichcn Zeitnngsspediteuren .d» 8 Udr.u y'e von der Expedition unseres Blattes, Zimmerstraßc 44 nn Jos- sl°",igeg engen ommcn. Es,.- Für außerhalb nehmen s ä m m t l i ch e Postansialten Be. 'all» tagt� Ukr.IS. ,�51 -iden aufe"� »am � !Bef!aurant tibs 9 OBJ r glnlw*«TL -saiigrer-w ,bSberg«w, etlauranl A ervereinil »igen an. Die Rrdaktio««ud ErpedUton des„Kerliner Uolksblatt�. in yerbendes Lernd. ptttto*.fg« Dieser Tage ging eine Notiz durch die deutsche Presse »i 0 d t e n Städte" in Spanien— Städte, die mii-nftrakAsst blühten, aber dann hinzustechen begannen— meist an ■rftr' 127' V unglücklichen Kolonialp olitik, die das Reich, ilhr im AiD welchem die Sonne nicht unterging, ins Verderben brachte ängernint'u und die schließlich ganz verfielen, so daß heute dem - inSfll"/andrer nur noch Ruinen entgegenstarren, wo einst Taufende b-lgkr'ir-t'pbeitssame Menschen gehaust. rtn(iul&Q diese„tobten Städte" wurden wir erinnert, als "verein-JJSr gestern einen Artikel der„Revue Socialiste" lasen, be- Ibtnb»; T.....—-- : Sicht", l fetib, 9 -nautanl*■ nbS 9 OB rretn ft>r? Alte iograpb-n?�. I eiiuntvi fttia"»ün La Natalitö en France, par Monsieur ütava E 0 a n n e t. La Natalite en Fi ance, daS heißt die G e b u r t S- �fer, dasVerhältniß der Geburten in Frank- .. DaS Thema ist nicht neu. Schon unter Louis Philipp, �Bürgcrkönig", wurde man darauf aufmerksam, daß die stauran«.�ckazosische Bevölkerung in immer langsamerem Tempo zu- „ 9t-st°>A«hm, und daß infolge dcsien Frankreich in eine immer un- S-ttit«»Wsere Stellung zu anderen Völkern kam, deren Bevöl- sich rascher vermehrte. aiah, Zu wiederholten Malen— nach jedem Zensus— .�?ur°n�rde die Thatsache sestgestellt- und jedesmal gab eS eine - g-z-av�üge Aufregung, die sich jedoch nach einiger Zeit legte— VÄW w'eder Zensus oder ein sonstiger Anlaß kam, der die n s-u Ä-ffmcrksamkeit auf die böse Thatsache lenkte. Und immer i daS Uebel sich verschlimmert. >16 n. ort**') "lÄ der bl-< argorfW« J tungSt tunvei' u ig d".hv- 1 ist. Ks lle,»« ctt\ g b-üu'-«" ich' >rt»te do«. ndZÄ zeleg-«V Sie•JW sA stdii"� [f JTcitlHctOlt. BPiiliT wrboim.1_ ® e i? m t n a SozialerRomanvonEmileZola. inzig autorisirte Uebersetzung von Ernst Ziegler. Zm Anfange waren die beide,. Mütter stillschweigend Erstanden gewesen daß man die Heiraih nicht übereilen lsse; Zachanas' Piutter wollte ihren Sohn möglichst lanae »alten, damit er semen Lohn nach Hause bringe und die >que wünschte sich aus demselben Grunde nicht von ihrer »ter zu trennen. Aber als daS erste Kind heranwuchs gar noch ein zweites kam, fand die Mutter Philomenens i mehr ihre Rechnung und trieb eifrig zur Verheirathung Beiben. „Zacharias hat alle seine Militärsachen erledigt," fuhr I"alf0"ichts hält ihn mehr... wann wollen wir 1 Hochzeit machen?" „Warten wir wenigstens, bis die Jahreszeit milder >, antwortete die Mähende ausweichend.„ES ist wirk- ärgerlich; als wenn die beiden nicht hätten warten »nen, bis sie Mann und Frau sein werden!... Mein renwort, wenn mir die Katharine solch einen Streich -lte, ich wäre im Stande, sie zu erwürgen." Die Nachbarin zuckte die Achseln. „Mein Gott, sie wird'S nicht anders machen, wie alle »deren." Bouteloup nahm, wie jemand, der bei sich zu Hause Brot aus dem Schranke. Auf dem Tische lagen halb- ?utz!es Gcmüsc und Kartoffeln, die zehnmal während dcS sprächeS in die Haud genommen und wieder weggelegt Die Ziffern, welche Noannct jetzt in der„Revue So- zialist" giebt, sind geradezu verblüffend. Zunächst legt er einige sehr lehrreiche vergleichende Be- völkerungStabellen vor. Im Jahre 1700 hatten die europäischen Mächte nach- stehende Bevölkerungsziffer: Frankreich......... 19 600 000, England......... 8 000 000, Deutsches Reich....... 19 bis 20 Millionen, Oesterreich(zum Theil dem Deutschen Reich zugehörig)..... 12„ 13„ Preußen(zum Theil dem Deutschen Reich zugehörig)..... 2 000 000. Zusammen 50 Millionen. Davon hatte Frankreich 38 Prozent, und das einzige Land, welches ihm an Be- völkerung gleichstand, war durch seine Zersplitterung politisch todt, oder doch ohnmächtig. Im Jahre 1789, beim Ausbruch der fran- z ösischen Revolution, betrug die Einwohnerzahl der europäischen Mächte: 26 12 25 28 18 Millionen, rankreich England.. Rußland.. Deutsches Reich Oesterreich.. Zusammen 96 Millionen Einwohne� von denen 27 Prozent auf Frankreich entfallen. Das Verhältniß hatte sich also schon wesentlich verschlechtert, was allerdings Haupt- sächlich auf den Eintritt Rußlands in die Reihe der europäischen Mächte zurückzuführen ist. Sechsundzwanzig Jahre später, 1815, betrug die Einwohnerzahl der europäischen Mächte: Frankreich 291 Millionen England 19„ Oesterreich 30„ Preußen 10„ Rußland 45„ Deutscher Bund 30„ Wenn wir die zum Deutschen Bund gehörigen Theile Preußens und Oesterreichs in Abrechnung bringen, haben wir eine Gesammtbevölkerung von 139 Millionen, wovon auf Frankreich 20 Prozent kommen, d. h. nur 1 Prozent mehr als die Hälfte des Verhältnisses von 1700. Seitdem ist das Verhältniß noch weit ungünstiger für Frankreich geworden. Im Jahr 1880 hatten die europäischen Mächte folgende Bevölkerung: Frankreich England Oesterreich Deutsches Reich Europäisches Rußland Italien Zusammen 270 Millionen, wovon auf Frankreich nur 37 200 000 34 800 000 39 000 000 45 600 000 84 500 000 28 600 000 wurden. Die Levaque griff von Neuem nach dieser Arbeit; plötzlich aber sprang sie auf und lief ans Fenster: „Da ist ja Frau Hennebeau mit einem Besuch! Sie gehen zur Pierronne!" Und sofort fielen die zwei Frauen wieder über die Nachbarin her:„Natürlich, daS ist ja eine alte Sache: Sobald die Kompagnie Gäste hat, führt man sie geradewegs da drüben hin, weil es da rein ist. Die Geschichte mit dein Oberaufseher werden sie ihnen wohl nicht erzählen! O ja, obenauf ist Alles rein, aber wie es da d'rin ausschaut, das ist eine andere Frage!"— So fuhren sie fort, ihre Galle auszuschütten, so lang der Besuch bei der Pierronne weilte. „Jetzt gehen sie," schloß die Levaque,„sie kommen hier hei über; ,.0, meine Liebe, ich glaube gar, sie besuchen Dich!" Der Maheude wurde bange. Wer weiß, ob Altzire den Tisch abgewaschen hat! Und ihre Suppe, die auch noch nicht fenig ist! Sie sagte bastig„Auf Wiedersehen!" eilte fort, und schlüpfte, ohne weder rechts, noch links zu schauen, in ihr Haus. Aber Alles glänzte bei ihr. Alzire hatte, als die Mutter nicht heimkam, die letzten Äorri aus dem Garten gezogen und Sauerampfer gepflückt, hatte ein weißes Tuch auf einen Winkel des Tisches gebreitet und machte darauf das Grün- zeug für die Suppe zurecht; auf dem Feuer stand ein großer Keffel mit Waffer für das Bad der Männer. Heinrich und Leonore waren zufälligerweise ruhig, emsig beschäftigt, einen alten Almanach zu zerreißen; Bonnemort rauchte friedlich seine Pfeife. „Sie erlauben, meine liebe Frau?" sagte Frau Hennebeau eintretend. Sie ivar groß und blond und sehr stattlich in der üppigen Reife ihrer vierzig Jahre. Sie bemühte sich, liebenS- würdig zu lächelrt und wußte mit geschickt maskirter Sorg- 13 pCt. kommen, d. h. ein Drittel so viel wie im Jahr 1700 unter Ludwig dem Vierzehnten! Auch ohne da? neu in die Reihe der europäischen Mächte getretene Italien hat daS Verhältniß sich abermals stark zum Nachtheile Frank- reichS verschoben. Kurz, eS unterliegt keinem Zweifel: die Bevölkerung Frankreichs vermehrt sich weit langsamer, als die der übrigen europäischen Mächte, und wenn eS so weiter geht, wird Frankreich nach wenigen Jahrzehnten im Verhältniß zu den übrigen Staaten eine so winzige Bevölkerung haben, daß es ganz von selbst aus dem Kreise der europäischen Mächte verschwindet. Die Zahl der Eheschließungen ist in Frankreich nicht geringer als in den andern Ländern(die gegen- theilige Annahme, welche auf der Mythe von der französi- scheu Lüderlichkeit beruht, entbehrt jeder Begründung, wie die Statistik zeigt); und die französische Sterblich- keitSziffern sind vergleichsweise sogar günstige. Daß Frankreich in der Bevölkerungsbewegung hinter den anderen Nationen zurückbleibt, liegt einzig und allein an den niedrigen Geburt s- ziffern. Der Prozentsatz der Geburten nimmt stetig ab. Die Zensus-Nesultate von 1801 bis 1885, wo der letzte Zensus vorgenommen ward, werden veranschaulicht durch nachstehende Tabelle: Perioden Jährliche Geburtsziffer 1801—1810 1811—1820 1»21— 1830 1831— 1840 1841—1850 1851—1860 1861—1870 1871—1880 1881—1885 niedrigster Satz 903 700 §83 950 963 300 937 450 901 850 902 350 943 500 826 100 924 350 Mittlere Geburtsziffer auf je 1000 Emw. 32,3 31,6 30,8 29,0 27,4 26,3 26,3 25,4 24.6 höchster Satz 919 000 994 100 992 300 993 850 985 850 1 018 000 1 012 800 966 700 937 550 DaS sind Ziffern, die sich nicht mißverstehen laffen, die Geburtsziffer sinkt mit einer ununterbrochenen Regel- Mäßigkeit, die jeden Gedanken ausschließt, als handele eS sich um eine zufällige, vorübergehende Er- scheinung. Was sind nun die Ursachen? Von physischen Gründen, als ob die Franzosen eine weniger fruchtbare Raffe wären, muß abgesehen werden. Die französische Raffe ist von HauS aus ebenso fruchtbar wie andere Raffen— so weit sich von Nassen überhaupt reden läßt. Und in früheren Zeiten waren die Franzosen thatsächlich eine sehr fruchtbare Raffe. Vor der Revolution war Frankreich eines der dichtestbevölkerten Länder Europas. Die Ursachen sind rein ökonomischer Natur. Jedoch nicht in dem Sinne, als ob Armuth die Eheschließungen falt ihr mattgrünes Seidenkleid und ihre Sammetmantille vor jeder Berührung zu wahren. „Treten Sie, bitte, nur ein!" rief sie ihren Gästen zu, „wir geniren Niemanden." „Gelt, wie das hier wieder rein ist! Und die brave Frau hat sieben Kinder! Sehen Sie, so sind all unsere Arbeiter» familien. Ich habe Ihnen schon gesagt, das; die Kompagnie ihnen die Häuser für sechs Franks monatlich vermiethet' ein großer Speisesaal im unteren Stockwerk, oben zwe» Zimmer, dann Keller und Garten... Der dekorirte Herr und die Dame mit dem Pelzmantel, die am selben Tage mit dem Frühzuge aus Paris gekommen waren, öffneten bei all' diesen neuen Dingen erstaunt die Augen. „Auch ein Garten!" rief die Dame entzückt;„aber das ist ja charmant, da möchte man sich ja gleich einquar- tieren!" „Wir geben ihnen mehr Kohle, als sie brennen können�" fuhr Frau Hennebeau fort,„ein Arzt besucht sie zweimal>n der Woche, und wenn sie alt sind, bekommen sie Pensionen, obwohl ihnen nie ein Sou von ihrem Lohn abgezogen wird." „Ein reines Eden! Ein wahres Schlaraffenland!" sagte der Herr. Die Maheude beeilte sich, Stühle zu offeriren, aber die Damen dankten. Frau Hennebeau übernahm immer mit großer Freude die Rolle der Fremdenführerin, die ihr in der Monotonie ihres Exils eine willkommene Zerstreuung bot: aber der fade Geruch der Armuth, den selbst die aus- erlesenen Wohnungen, in welche sie sich wagte, trotz aller Reinlichkeit athmeten, war ihr unerträglich, und sie wurde eS bald müde, ihren Gästen die Redensarten zu wiederholen, die lle in ihrer Umgebung hörte, während sie selbst sich nie um oas Arbeitervolk gekümmert hatte, welches hier neben ihr litt und darbte. verhinderte und die Kindersterblichkeit beschleunigte. Beide Momente liegen nicht vor— oder doch nicht in höherem Grade als in anderen Ländern. Nein— es werden immer wenigerKinder geboren. Frankreich ist ein altes Kulturland, und die sehr nüchterne, sparsame Bevölkerung ist an ein größeres Maß von Komfort, um nicht zu fügen Luxus, gewöhnt, als die Bevölkerung der übrigen Länder des europäischen Festlandes. DaS Bedürfniß nach einem behaglichen Leben wird in Frankreich allgemein gefühlt; und da die wirthschaftliche Lage eine derartige ist, daß die wenigsten Familien eine ? �öftere Zahl von Kindern in Komfort ernähren können, so anoen die von Malthusianern und auch von vielen sogenannten Philanthropen empfohlenen Mittel zur Be- schränkung der Bevölkerung sehr früh Eingang, und sind in immer ausgedehnterem Umfange zur Anwendung gelangt. Unter dem ftanzösischen Klein- bürgert h um und B a u e r n t h u m ist das sogenannte „Zweikindersystem" im Schwang, und wie es wirkt, das zeigen uns obige Ziffern. Dem Uebel kann selbstverständlich nur gesteuert werden durch Beseitigung der Ursachen. Die sichere Aussicht auf eine menschenwürdige Existenz und einer ge- sicherten Zukunft muß den Massen eröffnet werden. Und namentlich ist es nothwendig, den Eltern die Sorge um die Erziehung der Kinder abzu- nehmen. Mit anderen Worten: eine grundstürzende, die gesammten Lebensbedingungen revo- lutionirende Sozialreform ist für Frankreich nicht bloS eine politische, sondern auch eine p h y- fische Nothwendigkeit. Dauert die Herrschaft des laisse? faire, laissez aller fort, wird die Duelle der Ent- völkerung nicht wirksam verstopft, dann werden jene „t o d t e n Städte" mit der Zeit ein Seitenstück im größten Maßstab bekommen— Frankreich, la belle France, wird unrettbar aus einem st erbenden ein todtes Land. Die Sozialpolitiker des Zentrums sind wieder an der Aibcit und bereiten sich vor, das alte Spiel zu treiben, mit dem sie schon seit Jahren die Waffe der katholischen Wähler das Trugbild von der ultramontanen Arbeiterfreundlichkeit vor- gezaubert haben. Ob die Möhler wirklich an dieses Trugbild glauben, laffen wir dahingestellt; wenn sie aber daran glauben, so können wir sie nur bedauern. Die sozialpolitische Taktik des Zentium« ist nicht ungeschickt, aber sie ist auch leicht zu durch- schauen, und wer sie sich näher beschaut, der müßte ein sehr „grüner Junge" sein, wenn er die Hohlheit und Bedeu- tungelosigkeit der ultramontanen Sozialpolitik nicht erkennen würde. Diese Taktik ist sehr einfach: man macht möglichst viel schöne Worte und schüttet über die leidende Menschheit einen ganzen Sack voll wohlklingender Sprüchlein aus. Man thut aber, um diese Worte zur Wahrheit zu machen, gar nichts und denktso mit Jedermann gutFreundzu bleiben. Die lerdendeMensch- heit soll sich mit den schönen Worten begnügen: die oberen Zehntausend aber find dankbar, wenn man sie vor wirk- lichen sozialen Reformen bewahrt. Und das Letztere hat das Zentrum bisher gut verstanden. Diese sozialpolitische Taktik scheint verbraucht; in Wahrheit erweist sie sich immer noch als sehr wirksam. Denn eS laßt sich, wie ein Geschichtsschreiber sagt, nichts so leicht fortsetzen, als was einmal erprobt ist. Und die sozialpolitischen Kunstitückchen dcS Zentrums haben sich ja in mehr als einer Session vortrefflich bewährt, so daß sogar der große Sozialpolitiker auf dem Stuhl St. Petri damit zufrieden sein konnte. Ohnehin arbeitet er selbst in der Sozialpolitik nach berühmten Mustern und hat erst kürzlich der leidenden Menschheit feierlich das Versprechen gegeben, die Kirche— in diesem Falle natürlich die katholische— werde alle ihre Schmerzen heilen. Wie oft dieses Versprechen wohl schon gegeben worden ist! Daß vom Zentrum der Antrag auf Einführung eines B e- fähigungö Nachweises eistigst unterstützt wird, sei nur beiläufig erwähnt: man weiß ja, daß die Anschauungen dieser Partei in Bezug auf das Handwerk, resp. den Klein- und Großbetrieb genau so vorsündstuthlich find, wie diejenigen der Konservativen. Aber auch die Einschränkung der SonntagSarbeit, sowie die Abschaffung der Kinderarbeit wird von den Ultramontanen wieder verlangt. Die Beschränkung der SonntagSarbeit wird „O die reizenden, lieben Kinderchen!" sagte die fremde Dame, welche die Kleinen mit ihren dicken Köpfen und ihrem strohgelben struppigen Haar entsetzlich fand. Die Mutter mußte daS Alter von Jedem sagen und auch über Estelle allerhand Auskunft geben. Bonnemort hatte seine Pfeife anstandshalber auS dem Munde genommen: aber er machte doch einen etwas beunruhigenden Eindruck mit seinem erdfahlen, von vierzigjähriger Grubenarbeit ver- witterten Gesicht, der unsicheren gebeugten Gestalt und den steifen Beinen. Als er husten mußte, ging er vor die Haus- thüre und spie auf die Straße, denn er meinte, daß sein schwarzer Auswurf den Herrschaften unangenehm sein möchte. Alzire wurde allgemein bewundert. Welch' eine allerliebste kleine Hausfrau! Wie sauber sie auf ihrer weißen Scr- viette arbeitet! Und man beglückwünschte die Mutter zu dem früh entwickelten, verständigen Kinde, während Aller Blicke immer wieder den Buckel der Kleinen streiften. „Und jetzt," schloß Frau Hennebeau,„wenn man Sie in Paris nach unserer Arbeiterkolonie fragt, können Sie Aus- tunft geben; können erzählen von dieser heiligen Ruhe, von diesen patriarchalischen Sitten; Alle glücklich und Alle gc- sund, wie Sie sehen; und das in diesem herrlichen Klima, wo Sie wirklich zeitweise herkommen und sich erholen sollten, so rein ist die Luft, so still ist es überall!" „Wunderbar! Ganz wunderbar!" rief der fremde Herr mit einem letzten Aufschwung von Enthusiasmus. Dann gingen sie hinaus mit jenen froh entzückten Ge- sichtern, welche Leute machen, die aus einer Schaubude kommen, und die Maheude. welche sie vor die Thüre ge- leitet hatte, blieb auf der Schwelle und blickte ihnen nach, wie sie, laut sprechend, die Straße hinabschritten. Gerade vor ihrem Hause hatten sich eben die Levaque und die Pierronne getroffen. Mein Gott, hatten die Beiden gemeint, was sie nur so lange bei der Maheude machen! Da giebt'S doch wahrhaftig nicht so viel zu sehen! „Immer ohne einen Sou, trotz des vielen Geldes, das sie verdienen! Natürlich, wenn man allerhand Leiden- schaften hat!" „Ich habe eben gehört daß sie heute Morgen zu den Bürgern der Piolaine betteln gegangen ist. Und Maigrat, auS den bekannten religiösen Gründen gefordert; bezüglich der Beschäftigung von Kindern außerhalb der Fabriken bringt die Partei eine Resolution ein, in welcher von der Regierung ver- langt wird, daß diese einen Gesctzentwmf vorlegen soll,„du'ch welchen die Beschäftigung von Kindern im Gewerbe außeihalh der Fabriken unter der nölhigen Rückfichtrahme auf die körper- liche, sittliche und intellektuelle Entwickelung der Kinder ge- regelt wird". Man kennt die Stillung der Regierung in dieser Frage ganz genau und man weiß, wie oft schon solche Anträge von den oisipösen Organen zurückgewiesen worden sind. Doch würde die» kein Grund fein, mit zeitgemäßen Anträgen zurück- zubleiben. Man hat aber auch nicht vergessen, welche Rolle das Zentrum in den vielen Kommiffionsberäthungen des Reichs- tages über eine Arbeiterschutzgesetzgebung gespielt hat. Die Herren Hitze und Genoffen haben unaufhörlich von Arbeiter- schütz gesprochen; aber sie haben ihr wohlgemessen Theil dazu beigetragen, daß die Berathungen sich hinausgezögert haben und resultatloS im Sande verlaufen find. Die reaktiv- nären Anschauungen des Zentrums in Bezug auf die sozialpolitische Stellung der Arbeiterklasse haben sich ja schon bei der Berathung der VersicherungSgesetze hinreichend gcoffenbart. Die Herren vom Zentrum wissen auch ganz genau, daß die Regierung auf unbestimmte Resolutionen stets antworten wird, man möge doch selber einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen; nichtsdestoweniger bringen sie immer wieder solche Resolutionen ein, um dann den Wählern sagen zu können, was sie alles„für die Interessen der Arbeiter" ge- than haben. Dazu kommt nun noch der elf stündige Maximal- a r b e i t s t a g, der vom Zentrum beantragt wird. Auch diese Forderung hat nur einen demagogischen Zweck im Munde der ullramontanen Sozialpolitiker. Man kann zwar zugeben, daß ein elfstündiger Maximal- arbeitstag besser ist, als gar keiner, wenn schon andererseits nicht außer Acht gelassen werden kann, daß in einer Reihe von Gewerken die deutschen Arbeiter sich den zehnstündigen Arbeitstag durch die Macht ihrer Organisation erkämpft und ihn zur Ge- wohnheit erhoben haben. Diese Arbeiter würden mit dem elf- stündigen MaximalarbcitStag schlechter fahren. Dazu kommt aber auch, daß der Zentrumsantrag die Vorbedingungen für die Einführung eines MaximalarbcitStagcS nicht erfüllt. Zu diesen gehört in erster Linie eine wirksame Kontrole, die in diesem Fall durch Vermehrung der Fabrik- inspektoren zu erzielen wäre. Denn ohne eine äußerst strenge Konlrole bedeutet ein MaximalarbeitStag Nichts. Dazu kommt, daß elf Stunden anstrengender Arbeit immer noch zu viel sind für einen Arbeiter, der ohnehin gewöhnlich sich mit minderwerthiger Kost begnügen muß. Hand aufs Herz, ihr Herren vom Zentrum: wem von Euch wären elf Stunden regelmäßiger anstrengender Arbeit pro Tag nickt auch zu viel? Wenn man überhaupt es mit der Arbeiterschutzgesetzgebung ernst meint, so muß man dieselbe in ein System bringen und einen völligen neuen Apparat zu ihrer Ausführung schaffen. Wenn man hier ein Stückchen flickt und dort ein Stückchen— damit ist Nichts geihan. Aber die Herren wollen ja auch im Grunde wenig oder nichts thun; sie wollen nur„arbeiter freund- liche" Worte machen. Wie lange die Wählermassen diese Worte noch ernst nehmen werden? Wir glauben, daß die beste Zeit für die sozialpoli- tischen Scheinmanöver des Zentrums schon vorüber ist. Msberstpftk. Aus dem Reichstage. Der Reichstag hat gestern die Beraihung des Etats begonnen uvd dabei das vergnügliche Schauspiel erlebt, den Schatzflkcetär Freihercn von Maitzahn in dem finanziellen Labyrinth herumircen zu sehen. Wenn die neue Finanzcxzellcnz nicht ihren Geheimrath, der deinem Chef die richtigen Zahlen souflirte, hinter sich ge- habt hätte, der Reichstag würde eine wunderliche Zusammen- stellung der Etatssummen gehört haben. Inwieweit sich Herr v. Maltzahn durch die von ihm ge- zeigte Fähigkeit, schwierige Zahlenreihen im Vorlrage zu über- winden, geeignet gezeigt hat, event. den augenleidcnden Herrn v. Scholz zu ersetzen, lassen wir dahingestellt, vielleicht ist es eine Wirkung der gestrigen Rede des Herrn v. Maltzahn, daß der Abg. von Bennigsen heut— wie wir vorgreifend bemerken— ganz energisch für die Schaffung eines R.ichsfinanzministcrS eingetreten ist; ob er selbst oder etwa der parlament-müde Herr M'yuel auf die'en Posten reflcktirt, fügte er nicht hinzu. Nach dem Schatzsekretär nahm gestem der Abg. Rickert das Wort, um in einer langen Reoe d:e einzelnen Etats Revue pasfiren zu lassen, und, gegenüber der durch die in- direkten Steuern so sehr gesteigerten Volkslasten die größte Sparsamkeit zu fordern. Herr R ckect streifte in seiner Rede auch die innere Politik und in diesem Theil trat besonders das Geständniß hervor, der ihr den Kredit gekündigt, hat ihr nachher doch gegeben, was sie gewollt; na, man weiß ja, wie sich Maigrat bezahlt macht!" „Nun, nrit ihr gewiß nicht, da gehört ein anderer Magen dazu; Katharina, ja, das will ich glauben!" „Ach, was Du sagst! Und denk' Dir, die Person hat die Unverschämtheit gehabt, mir zu sagen, sie würde das Mädchen erwürgen, wenn etwas passirte. Als wenn man nicht wüßte, daß der große Chaval ohnedies schon lang..." „Pst'. Sie kommen." Jetzt beobachteten die beiden Frauen, harmlos von der Seite blickend, ohne unhöfliche Neugierde das Fortgehen der Fremden; dann winkten sie die Maheude heran, die noch ihr Kind auf dem Arme hielt, und alle Drei schauten un- beweglich der Frau Hennebeau und ihren Gästen nach. Erst als dieselben sich an dreißig Schritte entfernt hatten, fingen die Weiber an: „Hat das Geld auf sich!! Was sie tragen, ist gewiß zehnmal mehr werth, als sie selber." „Na ob! Ich kenne die Andere nicht; aber für Unsere eb' ich nicht vier SouS, so groß und breit, wie sie ist. an erzählt Geschichten... na!" „Was für Geschichten?" „Daß sie Liebhaber hat! Zuerst den Ingenieur." „Den Kleinen? Ach, der ist ja zu winzig für sie." „Was macht daS Der? Das steht einmal fest: Wenn Eine mit solch gespreiztem Wesen sehe, die immer so ausschaut, als wenn ihr nichts recht ist, da weiß ich schon wieviel'S geschlagen hat! Schaut doch hin, wie sie sich schwenkt und dreht, als wenn wir ihr Alle zu gering wären; ist daS anständig?" Die Direktorin und ihre beiden Gäste gingen immer noch lebhaft plaudernd mit gemächlichem Schritte dahin als ihnen em geschlossener Wagen entgegenkam, der vor der Kirche hielt. Em Herr von vielleicht achtundvierzig Jahren, in schwarzem Ueberzieher, mit sehr gebräuntem Teint, mit ernstem und hoheirSvollem Gesicht sprang heraus. ..Ihr Mann!" flüsterte die Levaque, in der instinktiven Furcht, die der Direktor seinen zehntausend Arbeitern ein- flößte, unwillkürlich die Stimme dämpfend. ich daß es ihm bitter leid thue, jemals für d-'S Swahlen sysicn mtstimmenzah gestlmmt zu haben und daß er eS Lief bereue, enungenen Ä auf diesem Wege gefolgt zu sein. Bei oller Anerkennung für das ehrliche Ei ganpencn Unrechts kommt auch hier wie in den m" die Reue zu spät und kann nicht mehr helfen. Aul die einer Etatsberathung gebührenden die Diskussion erst heute durch den Abg. Bebel l in einer mehr als einstündigen Rede das heutige syssem einer scharfen Kritik unterzog. Der Red»n lautloser Stille der Zuhörer nach, daß die durch die reaktionären Gesetze, welche sie, die Vertheuerung der nothwendrgsien Leben Sin ilt verschuldet, durch die ungeheuren Rüstungen und d« der Reichsschulden, welche die letzten Jahre dein haben, die Unzufriedenheit in der Bevölkerung schürt habe.„ j In sehr glücklicher Weise legte der Abg. die„Nechtzentlemen" eS waren, welche zu Gch verleitet haben und kam zu dem Schluß, daß e« die Kartellmajorität und ihre gemeingefährliche � geschritten werden müß'n. Bei einer Bc>?r Zweifel belebt di n die Zahl d wirklichen Vei an Berechtigung � wirklichen Vc inscht die„Rat ntei in der Ar solchen Wahlk ficht zu erhoffen derung nicht o e Verständigu' eS Vorgehen mg. die von r Ind Widerstand �sehnliche natio nhanden sind. ise des Zentrr wer angreifbar ateigenoffen E geben, wenn Thronrede beleuchtete der Redner in gr oßcn Zugk". Politik in und innere Politik Deutschlands, berührte die»u-Nereme scheinen und sagte, indem er die bürgerlichen Portas machen, denn gebung und sagte, indem er die bürgerlichen Pel»'«u machen, denn land und Frankreich im Gegensatz zu der deuffch�Dlied ihre„pah brachte, der letzteren zwar sehr bittre aber va� rch. In einer Helten.. Mtiirrs Plauen Nach einer kurzen Bemerkung des KriegSaüAömg Albert de sich Herr v. Bennigsen zu einer langen Rede, die Wn den Wahlen in Chauvinismus leistete, und den sehr mißlunj machte, die niederschmetternden Anklagen, welche die nationalliberale Partei erhoben hatte, zu entw Nach Herrn v. Bennigsen ist alles sehr schon Vaterland; militärische Rüstungen, erhöhte Liebesgaben für die agrarischen SchnapSbrenner bauer sind nothwendig, und der Reicksr und Amen sagen; dies ist Hernr v. Br ziges Lied; die Musik hierzu machen genossen, weiche mit Bravorufen die mangeln-«» setzen zu können glaubten.„«ärt. Die Ausführungen des nationalliberalcn den Abgeordneten Windihorst auf die Tribun«, es geht nichts über die Jwnie der Politik Bennigsen gegenüber, als e.n energischer P bedrohten Volksrechte, als ein Hort der 3�'"' terntarische Am konnte. Die Rede des Chefs der ultramontancn Schneidigkeit Nichte zu wünschen übrig, obglew stets. Alles vorbehielt und die Bewilligung der, ungeheuer bezeichneten, Forderungen von den*«! scklüffen abhängig machte. Als der Abg. Wmdth»� führungen beendet hatte, erhob sich Herr der ausnahmsweise heute sein Steckenpferd„den B. � nicht ritt, dafür aber oersprach. Alles, was nö'tp� welche Regiecungsfordeiung darf ein Konservative« bezeicknen?—» r bewilligen.. Außer bei den Beamten ist, nach Herrn v.5W Wohlstand; namentlich aber verdienen nach durch die höheren Löhne jetzt so viel mehr als J«' durch die durch Erhöhung der Getreidezölle entst» ausgaben reichlich aufgewogen werden. Der Redner bedauert auch, daß das Schwfl»� verbot nicht schon fiüher erlassen worden sei,«""ae unter der„Maul- und Klauenseuche" leidende» noch besser, geholfen worden. Nach dieser an ihrem Schluß auch noch ünstige Wahlar Jtilitärvereine v Kiichtet, wurde den Kameraden lehnung an jene Sonst werde, em Anklänge einen aber r S königlichen l den Wahle vurde denn ni da! rde. Wie? Die Gewi ywi-�.rd, die seitens ctffihiii aicht möglich wc blühe as von ihrer Ken die Gew rth. In der r die Gewerb iderspruch ur igt. Jetzt fd [chen Gewerbekc inzialauSschuß, at, hat die S 'rovinziallandt ch jetzt noch inerkannt, daß ämmensetzung i enen, welche efanden sich ai ännen, welch, sie sich ir ammern nicht >ätten, welche hnende Besch die Reichspolitik machenden Rede beschloß der �tzkdes Provinziall vertagen und wird morgen die Eiatsberathung rr ,G di« Mlquei will kein Reichstag»- Ma«. nehme». Dem nationalltde alerr„F-anIs. Jof«, über von Berlin geschrieben:«O)berbürgermel!t«'� der bekanntlich schon vor seiner Wahl im Jad�, daß er nur für eine Legislaturperiode sich vet?1 hat Parteifreunden gegenüber sich dahin auSg«!»' Fülle feiner BerufSgeschäfte an der Spitze einer schen Verwaltung, leine Vcrpfl chtung, an den des Herrenhauses häufig theil zu nehmen und weisenden Anforderungen zahlreicher gemeinnutzsl � seine Mitwirkung sich nicht vereinbaren ließen n»« eines neuen Reichstagsmandats. Man wird«*, suchen, diesen Verlust von der Partei und» Reichstage abzuwenden, gicbt sich aber allzu gr»» nicht hin."; Nachdem der Herr brav geholfen, uns nil»«». zeste Reaktion hinein zu reiten, verbeugt er» und— dreht seinen Freunden die Kehrseite I' Daseins zu. Der Parlamentarismus soll, na« Aussage, dumm machen..,.ja „Die radikalen Parteien," also laut«', liberaler Waschzettel,„legen eS bri den bevorl'«» � ewerbekamme, Dielen n> efähr zwei Je , rucker seine w< jerfung unter ttete. Das U seinerzeit mit >rf gerügt ui eitere Entwick sichgreifen d rbeiter" wicd resden in Be icht erfüllen> ener Buck drucl jätigen Anthei 'en Buchdrücke ützung mit föi 'ammlunger lten, deren B rbeiter nichts .lledem bildet .US 1 Jetzt war das ganze Dorf auf den BeM«' strömten neugierig herbei. Gruppen b>ld«< lösten sich wieder in eine vielköpfig gedränä während ein Schwärm unsauberer Kinder ff. rmuiiur aus �.rvirvir enrrang oruair. rUM mcister bog sein bleiches Antlitz hinter der Erdarbeiter, unbeweglich auf seinen Spaten **•» WtWtAkzVM Vt M| mit großen runden Augen drein, und auS iiiu uiupcn ruuvrn rrugen vrein, unv.» Weiber wuchs mehr und mehr das Schwatz«� tern, erst halblaut, dann surrend und raus«', der Wind durch trockene Blätter treibt, v">1 der Thüre der Levaque hatte sich der Haufe S Vtt0 blirnri-nMMO f»-,4,4 fOÖ> die Pierronne schwieg klugerweise jetzt, wo l hörten; und auch die Maheude, eine von �efft. blickte stumm. Herr hennebeau hatte d«» nahmen auf geöffnet, die Damen die Herren rückwärts Platz; der die Kutsche trabte auf dem Wege- � dahin. Und jäh schwollen die Stimmen. Alle plapperten auf einander loS 1# mit Händen und Armen; es gab ein Gesch» wie in einem aufgestörten Ameisenhaufen. Doch eS schlug drei Uhr. Bonnemort, � und die anderen Erdarbeiter waren in die � � hinten bei der Kirche aber wurden die erst« f bar, die aus dem Boreux heimkamen,' ujch»ÄJJpaleric... mit feuchten Kleidern, gekreuzten Annen L#Vtbe zur< Schultern. Die Weiber stoben erschreckt auseinander; sie hatten zu viel Kaffee S lange geschwatzt. „Meine Suppe! Ach, du lieber®.Ow0tt ist noch nicht fertig!" erscholl eS hier unv lieber ante« theil .„Voltair« November '«r schlüssig »omS, der 30 !t Paläste i orlknanlag« >ilden. N« »eutend.' lörende Gel chm nicht ei, '"tgung stelle ie Zeit der Moment llle diese T »erde einen »en Staat r schönen Kün »nommen; '«werbe de zvger erricht .�me Sammlr Zaz Gebäudi 'S Auge gel «r schönen i 'enen. Die lu Kavallerie (Fortsetzung folgi-> Di- K. »es muster »en schlimm »e und ihre «ndel, di« 'lokade, h »äufig find erzehrt wer »an thut n Brand fanl -�ÄntroaMew syftcmatisch darauf an, eine möglick st große Ge- �vmmtstimmenzadl aufzubringen, auch wenn die Zahl der wirk- ereue, oa � enun0cnen Mandate dadurch nicht vergrößert wird. Ohne Zweifel belebt dies die Zuverficht in der Partei und giebt, k itf�n �'e 3ahl der wirklich gewonnenen Mandate damit nicht ; den*•'% wirklichen Verhältnisse steht, der Behauptung einen Schein ■\*> ereinen aber wird den Kameraden ans Herz gelegt stets chen s<»-S königlichen Dankes eingedenk zu sein und auch fernerhin ; den Wahlen„werthvolle Dienste""■ joutbe denn nicht vor zwei Jahren igelnde»' zu vom leisten.— Aber BundeSrathstisch -n H-�d�lAe daß Politik in Militärvereinen nichV'gettieben ..M- G-WerbeKammmr, wie die Einrichtung genannt zg�ibcwrrd, die seitens der Regiemng getroffen worden ist, als es .er ajjjjjfil ucht möglich war, für den VolkSwirthschaftSrath die parlw ' 0 ncntarliche Anerkennung durch Bewilligung von Diäten zr Pziie.'rlairgen, blühen im Verborge bgleich ä von ihrer Thätigkeit, d cnen. Man erfährt höchst selten . k» m------- enn kaum die Provivzialblätter ten die Gewerbekammein ihrer Provinz für der Beachtung th. In der Provinz Hannover hatte maw 1S85 die Kosten p dre Gewerbckammern mit S«X> Mark nur nach lebhaftem iderspruch und unter dem Vorbehalt des Widerrufs geneh- igt. Jetzt scheint auch das letzte Stündlein der Hannover- .en Gewerbekammenr geschlagen zu haben. Denn der Pro- inzialauSschuß, der vor einigen Tagen in Hannover getagt at, hat die Streichung der Ausgabe aus dem Etat des rovinziallandtages empfohlen. Sogar von den Herren, welche ch jetzt noch nicht zur Streichung verstehen wollten, wurde nerkannt, daß die Gewerbekammern in ihrer jetzigen Zw mmensetzung dem beabsichtigten Zweck nicht genügten. Unter enen, welche sich für die Streichung der Ausgabe erklärten, efanden sich auch Oberbürgermeister Struckmann und Oekonom "an neu, welche früher dafür gestimmt hatten; sie erklärten, aß sie sich inzwischen überzeugt hätten, daß die Gewerbe ammern nicht diejenige günstige Entwickelung genommen Malten, welche man von ihnen erwartet habe. Wenn der ab- gehnende Beschluß des Provinzialausschuffes die Zustimmung des Provinziallandtages erhält, dann treten die hannoverschen Gewerbekammern mit dem 31. März 1890 außer Thätigkeit. Vielen wird es noch erinnerlich sein, wie vor un- efähr zwei Jahren der Unterstützungkvcrein deutscher Buch- amcker seine weitere Existenz nur durch bedingungslose Unter- erfung unter die Anforderungen der preußischen Regierung ettete. Das Unrühmliche eines derartigen Verhaltens wurde einerzeit mit Recht von der gesammten deutschen Arbeiterpreffe charf gerügt und die Erwartung ausgesprochen, daß durch die eitere Entwicklung der Verhältniffe und das unaufhaltsame sichgreisen der Reaktion auch die ehemaligen„Pioniere der beiter" wieder zur Besinnung gebracht würden. Soweit resden in Betracht kommt, scheint sich diese Erwartung leider cht erfüllen zu sollen. Nicht nur, daß ein Theil der DreS- »ener Buchdrucker an dem„würdigen Verlaufe des WettinfesteS" en Antheil nahm und dasselbe sogar— wenigstens was den Buchdrucker-Gesangverein anlangt— durch pekuniäre Unter ,. ji, Stützung mit fördern half, nein, auch die Vergnügungen und w fiib-Versammlungen werden mit Vorliebe in solchen Lokalen abge- "t s�-l�Wesi/ deren Wirthe von den Bestrebungen der klassenbewußten 'nach � a der. den Züldthv� verr J0- .den B» 5 tiqlhtf rvatioec n v. K-ö ach W als r : entft -chweinl seü/ dendc» ich ei der >ung rmeifte1,) Jahre' ) oetpP rSgespe/ einer n de»' und d' nnutzs« cn n«> u gr»� »Arbeiter nichts wissen wollen(siehe Eldorado). DieKrone von fledem bildet zedoch ein vom Buchdrucker-Gesangverein„Sang S-' Seine» bi Ibetfvj us Nunlt und Leben. Uebpr da« Schicksal der pariser Ansstellnngo- autrn thrilte der Stadlbaumeister Alphand einem Redakteur Voltaire" mit, er werde seine diesbezüglichen Pläne am iich/ November dem Gemeinderathe mittheilen, der sich dann dar- er t Palaste der schönen und freien Künste, werden mit den -.wn Iro Gartcnanlaaen und ■- �bilden. Natürlich ,»er mlden. «l�deutcnd. rnd, Der ivatz» � iÄörende Gebiet dem Eiffelthurm und schönes Ganzes „rvlvssren die Unterhaltungskosten ce« MuilatfiSius werde das von ihm ge- des Marsfeldes nicht hergeben, wenn man iiSmCft0' ru u***«,;Xi v.»' uiu)i yerfleoen, uJCuu muu et i» ren vrx Uebungsfcld für die Reiterei zur Ver- '?��/k«r ü 1»'� �ien eine Menge Materialien nur für r, Ä! der Ausstellung geliehen und mehrere Portale nur für en Moment von einzelnen Industriezweigen dekorirt worden. lle diese Dinge erforderten viele Kosten. Die Ausstellung erde einen Ueberschuß von acht Millionen Franks ergeben, «n Staat und Stadt zu theilm hätten. Der Palast der onen Künste sei bereits von vier Seiten in Anspruch genommen; man wolle ein Museum der dekorativen ewerbe dort unterbringen, ein Komitee wolle ein Muster- Kger errichten, die volkswirthschaftliche Abtheilung wolle 't Sammlung darin aufbewahren; endlich habe die Stadt » Gebäude für eine Ausstellung von Modellen und Skizzen s Auge gefaßt. Man habe also die Auswahl. Der Palast 'r schönen Künste werde auch künftig zu Kunstausstellungen enen. Die Maschinenhalle werde man der Militärverwaltung -u Kavallerieübvngen leihen und werde darin alle Garten-, andwirthschaflS- und Pferdeausstellungen statt wie bisher im lNdustriepalaste abhalten. Der Zentraldom und die 30 Meter- u»d Valerie würden Musikfestcn dienen und der Jndustriepalast „ach lverde zur Festhalle umgestaltet werden. flcttU" Ale Sklaven in Sanstbar find nach der Schilderung B des ncu sten Bulletins des französischen Antisklaverei-KomiteeS, ,1# hen schlimmsten Gefahren ausgesetzt, ohne daß sich Jemand um lirrS tfzrr» amS 2a. X2a JC* � 2 i Xa aaaam Kam W.a /> AV � Sott., ib d-rk- te und ihre Rettung kümmert, ja die Schritte gegen den Neger- Handel, die Maßnahmen der Europäer, die dmtsch- englisch ilokade, haben ihre Leiden anscheinend nur noch vermehrt. äufig find die Fälle, in denen ganze Negeroiertel vom Feuer wzehrt werden; es giebt dabei viel Geschrei und Lärm, aber an thut nichts gegen das verheerende Element. Ein solcher rand fand wieder im vorigen Monate statt, schrcckliche Ge- und Klang" dieser Tage in Tivoli arrangirtcr Familienabend. Die ganze Zusammenstellung des Programms ließ deutlich die Abficht erkennen, bei gewissen Leuten einen Stein im Brett j« erhalten. Das Programm würde einem Kartellbrüder- oder Kriegerverein, der aus irgend einem patriotischen Anlaß eine „Feie" veranstaltet, sicher zur Ehre gereicht haben, von einem Arbeiterverein erwartet man jedoch etwa? Anderes. Die kurze Skizzirung der Schlußnummer mag hierfür als Beleg dienen: Drei Handwerksburschen, ein Preuße, Sachse und Bayer, treffen sich auf der Landstraße und haben im Anfang nicht übel Lust, sich gegenseitig die Jacke recht voll zu hauen, bis sie plötzlich inne werden, daß sie„Deutsche" sind. Jetzt— VersöhnungSszene, tüchtiges Schimpfen auf den„Erbfeind" und — als Schluß-Apotheose— Gesang des Liedes„Deutschland, Deutschland, über Alles!" bei— bitte nicht zu lachen— ben- galischer Beleuchtung! Wahrlich, man glaubt sich wieder in ene Zeiten zurückversetzt, wo in dem gleichen Lokale die Anti- emiten unter Pinkert, Henrici, Stöcker, P ckenbach, dem .schwarzen" Cremcr und anderen Ehrenmännern ihre tollen Orgien feierten, wo die Wände dröhnten unter dem Gegröhle des nämlichen Liedes. Ob die Gutenbergsjünger wohl glauben, ich durch derartige Bauchrutscherei die ohnehin nicht starken Sympathien der deutschen Arbeiterschaft zu erobern? Oder ind sie vielleicht der Meinung, daß bei der in zwei Jahren in Aussicht genommenen Erkämpfung der verkürzten Arbeitszeit ihnen die Kartellbrüder aus der Patsche helfen werden? Wenn re das glauben, werden sie sich stark verrechnen! Gegen die Anwendung der körperlichen Züchtigung und des Lattenarrestes als DtSziplmarstrafmitlel in Zuchthäusern hat sich bekanntlich in seinem von uns mehrfach besprochenen Buche der Direktor Krahne der Strafanstalt Moabit erklärt. Herr Krahne ist nationalliberal und hat un- längst in einem nationalliberalen Berliner Verein einen Vor- trag über die Reform der StrafrechtSpflege gehalten. Aber ein Nationalliberalismus ohne körperliche Züchtigung paßt der „Köln. Ztg." nicht. Sie wirft Herrn Krahne, dem erfahrenen Praktiker, deshalb Mattherzigkeit und Gefühlsüberschwenglich- keit vor, und meint, daß dergleichen von der neueren Richtung in der StrafrechtSwissenschast ganz entschieden ver- dämmt werde. Als Knriojum sei erwähnt, daß die„Lnpziger Zeitung". amtliches Organ der sächsischen Regierung, da« neue Sozia- l i st e n g e s e tz eine„Musterlerstung staatSmänni- sch er Einsi ch t" nennt. Jetzt können wir uns auch unge- fähr denken, was die Gelehrten der„Leipziger Zeitung" und deren Geistesverwandten unter einem„großen Staatsmann" verstehen. Ein Glück für den alten O r e n st i e r n a, daß er schon seit etlichen hundert Jahren todt ist— er hätte seine be- kannte Aeußerung sicherlich in so unparlamentarischer Form ge- than, daß er jedenfalls mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt ge- rathen wäre.. � � Mannheim. E s tagt auch rn Südwest deutsch- land. In Offenburg tagte am 27. Oktober ein aus allen Theilen des badischen Landes beschickter Arbeitertag unter An- Wesenheit von 256 Delegirten, welche nach eingehenden Refe- raten über Reichstaaswahlen durch DceeSbach- Mannheim, Landtagswahlen, Geck- Offenburg, Kommunalwahlen, Strotz. Pforzheim und die Arbeiterpresse, Hänsler-Mannheim, beschloß in allen 14 badischen Wahlkreisen Kandidaten der sozialdemokra- tischen Partei aufzustellen. KreiS Es wurden als solche nominirt: 1. Konstanz. 2. Donaueschingen. 3. Lörrach. 4. WaldShut. 5. Freiburg. 6. Lahr. 7. Offenburg. 8. Baden. 9. Pforzheim. 10. Karlsruhe. 11. Mannheim. 12. Heidelberg. 13. Sinsheim. 14. Werlheim. Eine S Punkte umfassende Arnold-Konstanz. Beierle- Freiburg. Hauck-Freiburg. Hauck-Freiburg. Geck-Offenburg. Hänsler-Mannheim. Geck-Offenburg. Hüber-Baden. B los-Stuttgart. Geck-Offenburg. Dreesbach-Mannheim Hänsler-Mannheim. Kallnbach-KarlSruhe. Köber-Mannheim. Resolution wurde an den badischen Landtag zu entsenden beschlossen. Oesterreich-Ungar«. Ein Offizier als Einbrecher. Ei» junger Offizier der Wiener Garnison, Lieutenant H., ist dieser Tage bei einem Einbruchsdiebstahl ertappt und verhaftet worden. Der junge Offizier, der einer angesehenen, ja reichen Familie angehört, versuchte, wie aus Wien gemeldet wird, in einer Villa in Hietzing, welche seinen Verwandten gehörte und auch von ihnen bewohnt wurde, einen Einbruch. Der Dieb„aus den besseren Ständen" wurde, während er noch damit beschäftigt war, die gestohlenen Effekten zusammenzupacken, ergriffen und der herbei- geholten Polizu übergeben. Lieutenant H., welchen Schulden zu seiner„schneidigen" That getrieben haben, wird demnächst dem Militärgerichte zur Aburtheilung übergeben werden. schichten passirten dabei. In einer Hütte lagen zwei Sklavenweiber auf Strohsäcken, sie waren mit den Füßen an einen Balken gebunden zur Strafe für irgend ein Vergehen. Die Flammen ergnffen auch diese Wohnstätte; aber Niemand kümmerte sich um bie Unglücklichen; sie verbrannten in ihrer hilflosen Lage. Man hält eine solche Sache für so unbedeuiend, daß Niemand in Sansibar ein Wort darüber verliert. Die arabischen Dhau« können wegen der wachehaltenden Kreuzer die Sklaven nicht mehr vom Kontinent nach Sansibar bringen; die U-.berfllhrung derselben haben nun die kleinen Kähne der Einge- borenen, Mitambi genannt, übernommen. Man bindet und knebelt zwei Sklaven und legt sie lang auf den Boden des Kahns; dann bindet man ihnen schwere Steine an die Füße. Ist es Heller Tag, so hißt man das kleine Segel auf und fährt los, ohne Furcht, die Aufmerksamkeit der Kreuzer auf sich ziehen. Nachts rudert man, um nicht von den kräftigen Fernröhren entdeckt zu werden, mit denen die Besitzer die Finsterniß durchdringen. Wenn trotzdem sich eine deutsche oder englische Schaluppe einem der ausgehöhlten Baumstämme nähern will, welche still über die Wasserfläche hinhuschen, so werden die beiden Sklaven schnell aufgehoben und über Bord geworfen; sie verschwinden, ohne einen Laut von sich geben zu können, in den Wogen. Kommt nun das fremde Schiff heran, so findet es nur harmlose Schiffer. Ueker den Inhalt de« neuen Roman« von Kjörnstjerne Kjörnson, der sich„Auf Gottes Wegen" be- tilelt und Anfangs November in Kopenhagen erscheinen wird, erfahren wir durch die„Nordische Korrespondenz" einige Ein- zelheiten. Die beiden Hauptträger der Handlung find ein frei- sinnig aufgeklärter Arzt und ein in orthodoxen Anschauungen befangener Pfarrer. Beide Gestalten sind mit einer tief- dringenden geistigen Kraft als die Repräsentanten einer ver- chievenen Weltanschauung erfaßt und in einer äußerst realisti- chen Kunst dargestellt. Während der Pfarrer sein Leben auf >er festen Basis des Glaubens verbringt und keine andere helfende Kraft für die Leiden der Menschheit zu kennen scheint, als das überzeugungsvolle Gebet zu Gott, ist die Seele des jungen Arztes ganz erfüllt von dem lebenden Hauch werk- thätiger Menschenliebe. In diesem positiven Drang, den Unter- drückten zu helfen, reißt er eine lunge Frau aus den Fesseln einer nicht nur psychologisch, sondern auch physisch unwürdigen und unhaltbaren Ehe. Seine Heirath mit der geschiedenen Frau erkältet ihm das Herz des Pfarrer« und noch mehr das seiner Schwester, die dem gemeinsamen Jugendfreund, dem Pfarrer, In den WolfSegg-Traunthaler Kohlenwcrken gehen merk- würdige Dinge vor. Vor Jahr und Tag wurden die Arbeiter gegen die Werksleitung klagbar, weil die Arbeiter sich bei der Lohnberechnung durch leichteres Gewicht der„Hunde", die Kohlenwagen, betrogen glaubten. Das Kreisgericht Wels hat damals die Klage von vornherein abgewiesen, weil die Arbeiter gewußt hätten, daß die Tara leichter geworden sei. Nun scheint den Herren Werksbesitzern doch hinterher das Gewissen oder lonst ein Organ gedrückt zu haben, denn plötzlich am 14. Oktober erließ der Direktor ein in väterlichem Tone ge- halteneS Manifest, in welchem den Arbeitern, die mindestens 10 Jahre im Dienst sind, eine NeujahrSzulage ver- sprachen wird. Zugleich aber wurden 5„Hauptagitatoren" ent- lassen. Das erregte die Arbeiter so sehr, daß sie am 16. d. M. die Arbeit einstellten. Die Generaldirektion aber erklärte, daß, wenn nicht sofort die Arbeit wieder aufgenommen wird, die „Alters zulage" zurückgezogen wird und überdies wandte sie sich nach Linz um ein Bataillon Infanterie, welches sofort in„Be- reitschaft" gestellt wurde. Keine Zulage, dafür Infanterie, das wirkte. Dre Arbeiter nahmen die Arbeit auf. Das Bataillon hat aber noch immer Bereitschaft, weil die fünf verheiratheten Arbeiter delogirt werden sollen, was möglicher Weife— böses Blut machen könnte. Wenn die Arbeiter Recht haben in dem, was sie behaupten, so giebt man ihnen hier ein Almosen aus dem Gelde, das man ihnen seit Jahren ent— zogen hat, und nennt das„Altersversorgung". Auch da« wiederholt sich ja im Großen. In der vorgestrigen Jahresversammlung der schweizerischen sozialdemokratischen Partei wurde die Aufstellung ausgesprochen sozialdemokratischer Kandidaturen zu den Nationalrathswahkrn, wo dies immer nur möglich sei, beschlossen; ferner die Be- kämpfung jeder weiteren Ausdehnung der politischen Polizei und die Ueberwachung deS Verhaltens der Kantone gegenüber derselben; Beamte, welche sich Uebergriffe in die periönlichcn Freiheitsrechte der Bürger erlauben, feien zur Rechenschaft zu ziehen und die Bürger über das Wesen der politischen Poliz i und deren Verhalten gegenüber derselben aufzuklären. Grostbritaunie«. London, 29. Oktober. Unter der jüdischen Arbeiterb«. vö kerung im Ostende Londons findet eine Agitation statt, welche auf eine Verkürzung der Arbeitszeit abzielt und nut einem allgemeinen Streik zu enden droht, falls die Meifler nicht nachgeben. Es sind hauptsächlich Schuhmacher, Iltr. macher, Hutmacher, Pelzarbeiter, Drechsler und Bäcker. Duse letzteren haben einen Zweigverein des großen Londoner Gewcrk- vereinS der Bäckergesellen gebildet und werden mit diesen am 9. November streiken, falls der zehnstündige Arbeitstag i icht gewährt wird. Es ist ein Gewerke-Raih aller jüdischen A-- beiter im Ostende gegründet worden, in dem alle Gewerk« ver. treten sein werden. Thatsächlich fand diese Gründung vordem Streik der Schneider statt, und die Vereinigung aller Gewerk« hat durch den erfolgreichen Ausgang dieses Ausstandcs neues Leben erhalten. Nach Konstituirung des Vereins tritt eine Regel in Kraft, daß nur solche Arbeiter als Mitglieder aufge» nommen werden, welche sich über den Besitz einer gewissen Be- fähiaung in einem Gewerkc ausweisen können. Durch diese Vorschrift soll die Einwanderung ungeübter Arbeiter beschränkt werden. In Birmingham tagte in den letzten Tagen eine B>rg- arbeiter- Konferenz, auf der 227 500 Bergarbeiter vertreten wa-en. Dieselbe beschloß, daß alle auf ihr vertretenen Arbeiter vom 1. Januar 1890 ah nicht länger als acht Stunden täglich unter Tag arbeiten sollen. Die Schritte zur Durchführung dieses Beschlusses sollen sofort in die Hand genommen und auf einer auf den 27.Nooember anberaumten weiteren Konferenz daiüber Bericht erstattet werden, ob und in wie weit die Organisationen selbst diesem Beschluß zugestimmt und genügend gerüstet sind, ihn durchzuführen. Als Ort der Konferenz wurde New-Port (Grafschaft Monmouthshire in Wales) bestimmt. W.iter stimmte die Konferenz einer Resolution zu, taut der sie sich verpflichtet, eine eventuelle Aktion des varlamen tarifchcn Komitee« der TradeS UnionS zur Erlangung eine« Achtstunden» gesetzes zu unterstützen und beschloß schließlich, eine inter- nationale Bergarbeiter-Konferenz einzuberufen, zur Verständigung mit den Kameraden auf dem Festlande. Mit der Ausführung dieses Antrages wurde eine Kommission, bestehend aus den Herren Burt, Crawford und Pickard, beauftragt.„Dieser Be- schluß," schreibt der„Labour Elektor",„ist zweifelsohne dem Bericht des Herrn Fenwick über seine Konferenz mit den Berg* arbeitern aller Länder in Paris zuzuschreiben." Aste«. Neuere Telegramme aus Schanghai melden, daß der kürz- lich von dort telegraphisch berichtete Brand de« berühmten „Tempels des Himmele" und die Zerstörung des Drachen- altars nicht durch Blitzschlag herbeigesührt, wie die„Zensmen" in Peking angegeben, sondern das Werk von Brandstistern fei. Und zwar hängt diese« Ereigniß mit der Opposition gegen den Eisendahnbau zusammen. Die Brandstifter glaubten, daß die Zerstörung des Tempels überirdischem Ursprung zugeschrieb.n ihre Hand gereicht hat. In kühler Zurückhaltung sieht das Pfarrerpaar neue Anschuldigungen gegen die junge Frau laut werden, ja sie sehen in dieser Verletzung ihrer zweiten Ehe vor eine moralische Konsequenz deS ersten Ehebruchs. Aber die junge Frau, die Björnfon auf den eigenartigen Namen Ragni getauft hat, und die er mit einer wunderbar zarten Poesie voller Rührung und lyrischem Wohlklang zu beseelen versteht, ist so unschuldig, wie das Licht der Sonne. Als die Stimwe der Verleumdung durch eine feine psychologische Wendung in der Komposition des Romans an ihr Ohr dringt, siecht sie vor Scham und Schmerz dahin. Sie stirbt einen fo weh- müthig erschütternden Tod, wie ihn in der Literat«: bisher nur Goethe's Mignon gestorben ist. Mit ihrem schuldlosen Ende, an welchem die Pfarrersleute durch ihr be- redteS Schweigen eine schwere moralische Mitschuld tragen, nimmt der geistige Konflikt des Romans, der Kampf zwffchen der stolzen Glaubenssprödc des Pfarrers und der hingebenden Menschenliebe des Arztes eine tiefe Wucht und Leidenschaft- lichkeit an, wie sie selbst der nordischen Literatur in ihrem herben Wahrheitsdrang bisher nicht zu eigen gewesen sind. Der grenzenlose Schmerz um die arme Äagni reißt alles knöcherne Dogmenweik mit gewaltigen Schlägen dahin, und nr tiefen poetischen Akkorden fluthet der mit ingrimmigem Ernst und eisiger Satyre geschriebene Roman in die edle Warme wahrer Menschenliebe aus. Das ist in großen Zügen der Inhalt des kraftvollen Werkes, das in feiner eigenartigen Komposition, seinem spröden Stil, seinen sozial-rellgiosen Voraus setzunge-i und seinen ethischen Zwecken die deutsche Kcrtlk noch sehr du schäfligen wird. Vorläufig ist der Roman noch unter der Presse, so daß wir uns auf diese kurzen Mittheilungen be« schränken müssen. Für eine deutsche Uebersetzung haben Ver- fasser und Verleger bereits Sorge getragen. Die freqnentirteft« Eisenbahn. Die Pariser Aus- stellungs- Eisenbahn ist vom 6. Mai bis 15. Oktober von 51504 224 Personen, die auf 37 908 Züge vertheilt waren. benützt worden. Da« heißt, diese Bahn hat in 5t Monaten eine Last getragen gleich jener einer Pariser Lokalbahn während 26 Jahren! Die Eisenbahnlinie Decauville ist überhaupt j.tzt die am meisten frequentirte Eisenbahnlinie der Well, und da« Publikum, das sich täglich zu 10000 Passagieren per Stunde vom Konkordiaptatze in Paris nach der Maschinenhalle fuhren läßt, kann mit Vergnügen konstatiren, wie sehr diese ttagkrasttge kleine Eisenbahn den an sie gestellten außerordentlichen Anforderungen nachkommt. ■unb a!ß ein töscS Omen und eine Warnung gegen die qe. plante Neuerung des EisenbahnverkthrS vom Volke angesehen m-rden würde. Der Zweck des Anschlags ist jedoch verfehlt, und eine Anzahl Personen, die der That verdächtig, sind ver- hastet worden. Dieser Vorfall beweist abermals, daß eine stark« feindliche Strömung im Volke gegen die Eisenbahnpolitik der Regierung besteht, die sich die Verschwörer zu Nutze machen wollten. Allerdings haben sie ihre Rechnung ohne den Vize- könig Li Huna Tschang gemacht, welcher, als der fortschrittlich>te und erleuchtetste Staatsmann des Reiches, den Eisenbahnbau thatkräftig durchgesetzt und den jungen Kaiser veranlaßt hat, diese Politik zur seinigen zu machen. Allein selbst Kaiser und Premier vereint sind im Reich der Mitte nicht so mächtig, wie das Volk im großen Ganzen, und die Zukunft der chinesischen Eisenbahnen ist durchaus nicht so gesichert, wie es bisher den Anschein hatte. Falls es der Regrerung nicht gelingt, das Vor- urtheil des Volkes gegen diese Neuerung zu unterdrücken,� bleibt das Bemühen um Herstellung eines Eisenbahnsystems für das ausgedehnte Reich ein sehr zweifelhafter, gefährlicher Versuch, dessen Verwirklichung allerseits auf Hindernisse und Schwierig. keiten stoßen wird. DcuCcrmmlumtim. Fachverei« der Albumarbeiter. In der am Montag stattgefundenen Versammlung hielt Herr Zubeil einen Vortrag über die Berufskrankheiten der Arbeiter. Herr Zubeil legte in demselben dar, daß die lange Arbeitszeit und die schlecht- Luft in den Fabrikräumen den Arbeiter hauptsächlich schwindsüchtig mache. In der Diskussion über diesen Vortrag erhielt zuerst Herr Siumr das Wort, dieser besprach das Gesundhciteschäd- liche in der Albumdranche und führte als Stauberreger Haupt- sächlich die Holzwolle und Watte an, außerdem in der Kleberei den Bronzestaub. Als zweiter Redner sprach Herr Mielenz über die schlechte Ventilation in den FabrikiäÄ branche, und über die lange Arbeitszeit m der daß es dem Albumarbeiler nicht möglich sei, den genießen und seiner Lunge die so nöthige friW � sührcii. Daher komme es, daß die Schwindsu«'' Branche überhand nehme, wie der Jrhresbemt? krankenkasse der Buchbinder beweise, wo vor 2 3««"' Sterbesällen 16 von der Schwindsucht herrührten.„ Die Stell envrrmitteluug des Ortsverein« starrer hat sich mit der des GauvereinS Berlinn Interesse der Lohnbewegung vereinigt zu einer ,S. lung für die Bildhauer Berlins". Alle Kollegen� oder nicht, sollen die gleichen Rechte genießen. den von der Kommissron ersucht, im Interesse, sich nur an dieses Bureau zu wenden, ZeitungSr nicht zu beachten. Die Stellenvermittelung ist(s von 8—9, Sonntags Vormittags von 10— U AN! Restaurant Keßner. B Ar. 255, Ijpacl« «wf Theater. Donnerstag, den 31. Oktober. Opsrrrstarrs. Gioconda. Hchanlpielstau». Der Name. Aratschrs Tsteatrr. Der Schatten. Hekstag- Tsteater. Das letzte Wort. Friedrich- MUstelmstädtisthes Gsteatev. Der Polengraf. Kestdear-Tstrater. Schwiegermama. f rastaer-Tsteater. Der Dompfaff. Urtoria-Tsteater. Stanley in Afrika. stead-Tsteater. Ein Verurtheilter. LeUeaLiance- Theater. Der Zauberlehr- trug. Kroll« Theater. Freitag, den 1. November, zum 1. Male: Hohenstaufen und Hohen- zolle n. KSrrigftädtische« Theater. Mikosch. Jeatral-Theater. Das lachende Berlin. Adolph Ernst-Theater. Flotte Weiber. Gedr. Dichter'» Darwtck. Spqialitöten- Vorstellung. Keichshallen- Theater. Gr. Spezialiiäten- Borstellung. Kerlwer Theater. Donnerstag, den 3l. Oktober: Montjoye, der Wami von Eisen. Freitag, den 1. November: 9. Abonnements- Vorstellung: Demetrius. Sonnabend, den I.November: Montjoye, der Man» von Eisen. Thalia-Theater. 18 WuLnertKeaterstraße 15. Täglich i Gr. Comert-, Theater- und ApezialitLten- Korsteliuttg. Gr. Erfolg des Illusionisten S ch e l l i n i, des Froschmenfchcn Vincent o ,� des be. liebten Volkshumorist. W i l h. F r ö b e l:c. LntrS«. S0?s. WödelpMrer! Kollegen wegen Maßregelung die Arbeit nieder- gelegt. Zuzug ist unbedingt kern zu halten. Die FchkommWu des„Verbltniies. MxßDazÄtl! Große öffentliche Kerjammlung f Maler und Anstreicher' ■n In der Werkstatt von Bahr u. Gerike in Ottensen ist ein Streik ausgebrochen. Wir erwarten von den Berliner Kollegen, daß sie sich mit den Kollegen in Ottensen solidarisch erstären und den Zuzug ferv halten. 5. Sitzr Am Tische I altzahn, v d Andere. Die Abtheilu Der Antrag tzllung der beim tnffe verübten g ffmrlicher verleu Abg. Stötzel unckt o Kg ündung dcS ...-ijJ Daraus wir! vom diesl-VAst dem Anleihe 3. Vortrag u°�,,drrungen des . 4. V-«' Abg. v. M- _ MO�dem Abg. R Große öffentliche Versammlung der Feilenhaue b* und Feile nech8®�eSbocn� Donnerstag, den 31. Oktober» Adend« 8 Uhr, im Meddi«g-l"arto,jch|{j.' z Miillerstr. 178. ö'trp vrüsen, wo sin Treitsg, rten i. tzlcvcmhcn, Abends 8 Uhr, Köpnickerstrasse 100. TageS-Ordnung: 1. Wahl der Reorsoren, behufs Abrechnung 2. Beschlußfassung über die weitere Sammlung zrm General-Fonds. theuerung der Lebensmittel und die Schutzzölle". Referent: Herr Fritz Krüger. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. am Ferner ersuchen wir diejenigen Kollegen, die noch im Besitz von Sammellisten find, dieselben an das Streikkomitee, ob gezeichnet oder leer, 534 zurückgelangen zu lassen. 54l Die Streikkommisfion. I. A.: L. W i l s k y. TageS-Ordnung: iiU'i"« Partei bew Vortrag des Herrn Rob. Schmrdt über:„Der Kampf umS Dasein". Dli''WnvvTtung dafür t der Kommission. Verschiedenes._ 1«. Herr Rickcrl ven Lindste Zackeisteuer r wenn vachs >» en ohne Schäi »unten, würden mig zustlmmi LrtskrMenkllise der kigarrellmacher zc. � Donnerstag, den 7. November, Abends 8 Uhr, Gipsstraße 11: 535 General-Versammlung, Tages Ordnung: Bericht des Rendanten. Erböhung der Beiträge. Wahl der Kommission zur Vorprüfung der JahreSrechnung. �Vorstands- wähl. Anträge. Der Vorstand. I'eppieds, Möbelstoffe, Gardifl _ Käufer«sd Kmolenm. � SW Merkauf su Fabrikpreisen« Grueaes Lajr-r tob Portibres, Reise- lud Tischdecken. Stoehr& BeiiPf Beriu n., z x khsTßeepilit Freie UereilligNg der Lohgerber Nd Leberzurllhter Kerllvs. Sonntag, den 3. November, Vormittags ii Uhr, bei Bobert, Weinstr. ii: 542 v er sin m m l«n st. Tagesordnung: cinSangelegenheiten. Erledigung mehrerer Ver- Der Vorstand. Simsrican-Theater. 1858 Kretteverstr. 55. Täglich Vorstellung. Heute, Virvus Kens. Karlstraße. Donnerstag, den 81. Oktober 1889: AdendS 7 Uhr: Im dunklen Erdtheil, (Emuahme von Kagamoyo.) (Gssitzlich geschützt). Kamtats-Rerein fnr Arbeiter beiderlei Geschlechts. Beiträge werden täglich entgegengenommen, sowie BonS ausgefertigt und neue Mitglieder aufgenommen bei Herrn Otto Rasche, Marianueustr. 34, Hof 3 Tr. 497) Der Dorstand. X Berlin S-0. 116? Berlin.� Ur. 6. Keichenbergerstraße Kr. 6, zwischen Kottbuser Thor und R i t t e r st r a ß e. § Möbel- tuid PolltenvaaiM Faß Gediegene Arbelt. Zeitgemäße Preise. Conlante Zahlnugsdedt syyys.'.'y' ■ ttftir El»c Parrie Myb fehlerhafte [38 ■ Empfehle mein Lokal zum Arb 1k. 7 rb». Ätn7rr»0r* rtttf �Liebesgabe" für j�,f�? 364] Winter-Paletota und A« billig und gut sitzend C. 5'®%� macher für Herren, Skalitzerstraße� in Scoffgrötze ä 5, 6, 8 und IV Mgrk. in Tatongroffe ä 12, 15, 20-50 Mk. Große equestrifcheOnginat-Pantomime, arrangirt und in Sr.ene gesctzl vom Direktor E. Renz Die Vorstellung eröffnet: Fantasie-OuadriUe, geritten von 16 Damen. Großartiges Tremplin- Springen.— Auftreten der Zuaven-Truppe.— M. MetzgeH mit seinem höchst dress. komischen Esel.— Auftreten der Schulreiterin Frl. E. Guerra. 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KteN« ÜtaiiHtf® ES it der (et, td fM' tnindfufl' ivmvi*'-' � reSberchl» >or 2 I°h-- 'lührte� �- Zerlina��DV« Beilage zum Berliner Volksblatt. mcr .Sit» Z55. Donnerstag den 31, Oktober 18�9« 6. Jahrg. ollezen,� -ßen. Dfli ? KVnrln»ne»rtsberiÄrte StntrdKr Neickstaa. ig ift J'" -11 l«0 ier Dnrtscher Reichstag. 5. Sitzung vom 30. Oktober, 12 Uhr. Am Tische des Bundesraths vonBoettrcher, von .altzahn, von Verdy du Vernois, HeuSner r" S> Andere. Die Abtheiluugen haben sich konstiiuirt. Der Antrag der Abgg. L e t o ch a und Genossen auf Em- rUung der beim Schöffengericht»u Esten wegen durch die xeste verübten groben Unfug« und beim Reichsgericht wegen ff.milicher verleumderischer Beleidigung durch die Pceste gegen SHh,.(StXl,,!-----;-v-- x------ J' cwr r-,.' ,7r r•v/v.v.u i�uiy* VUIUJ WiC «Ht'a Sei?" Stotzil Awebendm Strafverfahren wird nach kurzer nor» �eg'undunc, des Abg. Letocha angenommen. odedi -------- r,-—— r- t,...gjj Darauf wird die erste Beratdung des Etats in Verbindung > dieSw�Vit dem Anleihegesetz und dem Gesetzentwurf, betreffend Ab- ortrag u?. Änderungen des Reichs-Militärgesetzcs, fortgesetzt. rer. 4.« � Abg. v. Medell-Malchow(kons.) will fich insbesondere ___»it dem Abg. Richert auseinandersetzen. Wenn derselbe gesagt ----- abe, um das Land wehrhaft zu erhalten, müsse man auch die »Hfl manzkraft deS Landes schonen, so sei das gewistermaßen ' t> chtiz. Zum Kciegführen gehöre Geld, Geld und Geld. *b«S6 Iber ebenso müsse auch im Interesse der Wehrhaftigkeit be- i u�'iligt werden, was für die Militärverwaltung unbedingt er- dding'?«derlich sei. Die Budgetkomnusfion werde jedenfalls sorg- aitrg vrü�en, was durchaus notd>rendig sei. Und das würde A in« Partei bewilligen, denn dieselbe wolle nicht die Verant- DiSlu! Wartung dafür tragen, daß Dcuischland nicht wehrhast genug «. Herr Richert habe bei seiner Kritik der Jinanzwirthschaft Zuckersteuer erwähnt und die Auöfuhrp'.ämün bemängelt. Iber wenn nachgewiesen werden könnte, daß die Ausfuhrprä- n en ohne Schädigung der Zuckerindustrie aufgehoben werden lönnten, würden auch er, Redner, und seine Freunde der Auf- gtimg zustimmen. Ebenso sei da«, was Herr Richert als «tLiebeSgabe" für die Branntweinbrenner bezeichnet habe, nur l*f\ 1 1 lv'T1 nothwendiger Ausgleich für die Schädigung, die den s. vll1 Irc iuetn aus der hoben Branntweinsteuer erwachse. Herr > Ä oSclan0e«ine ReichSeinkommensteuer zur Beseitigung S Druckes der Zölle. Aber eine ReichSeinkommensteuer von grobem Ertrage würde auch sehr groben Schwierigkeiten un- U-gen. Unrichtrg sei, daß die Kornzill« 50 pCt. desWertbs S Getreides ausmachen. Die Zollbelastung im Verhältnib r« Wertb deS Korns dlerbe writ hinter jenem von Richert be- mvteten Prozentsatz zurück. Der Sckweinezoll— sährt der ' rdner fort— soll nach Richert 50 pCt. des Werthes betra- a. Nun ist in den letzten drei Monaten der Durchschnitts- ms 122 Mark, während er 1881 obne Zölle 110 Mmk be- ■r?. Wie soll man da die 50 pCt. heraukrechnen. cn Antrag der Sozialdemokraten auf Aufhebung LebenSmitlelzölle hat der Reichstag bereits in der gangenen Session abgelehnt. So lange die Sozia- ikten noch immer in der Lage sind, sür ihre Wahlen und loitationen große Summen auszubringen, wird man nicht >taubea können daß der Lohn der Arbeiter allein für die an- 'blich vertheuerten Lebensmittel hinreicht. Wenn der Abg. Dickert die Aushebung der landwirthschaftlichen Zölle verlangt, irum denn nicht auch die der Jndustriezölle? Die lanb« rlhfchastlichcn Zölle sollen nur die'e« Gewerbe vorläusiz über tasser halten. Es ist gegenwärtig sür die notwendigen Be« u fmsse einigermaben kaufkräftig. Sie ruiniren da« ganze werbsleben der Nation, wenn Sie der Landwirthschaft gegen- uiig den Schutz entziehen.(Beifall.) Im letzten Therl der .de ist der Abg. Rickert auch nur als Anwalt der Sozial- imokraten aufgetreten. Ich bedauere, daß er dem Abg. Bebel l esten Argumente vorweg genommen hat. Was ist wohl Grund der Gegnerschaft Rickert's gegen das Sozialiften- tz? Nur die Rücksicht auf die Wahlen. Em grober Theil nur Rede war ein Nothschrei noch weiter nach links die Reihen der Sozialdemokratie hmein, um sich HIfe zu vlrlchaffen.(Sehr wahr'.) In Ihrem Jntncsse, - Ricker», will ick hoffen, daß Sit sich da nicht verrechnen. glaube aber, dab dre Sozialdemokratie bei den Wahlen eigenen Füßen stehen wird und daß Sie die Zeche be- >lrn werden. Wenn der Abg. R'ckert uns zum Schluß mit Woche Ccispi's, daß nur in einem freien Staate der jlstand sich halten könne, hat imponiren wollen, so können doch wohl den Vergleich unserer Freiheit mit der Italiens Halten. Ich wenigsten« möchte bei aller Hochachtung vor Inen Bundesgenossen mit italienischen Verhältnissen nicht «tschen.(Beifall.) Abg. Kebel: Als im September dieses Jahres in der >osi'ioneUen Presse verkündet wurde, daß dem bevorstehen- . Reichstag abermals eine Anleihe von weit über 200 Dianen vorgelegt werden würde, wurde in der ofssziösen sse diese Nachricht als eine Verleumdung bezeichnet, darauf rchnet, die Regierung m der öffentlichen Meinung herab � setzen. Später mußte fich diese Presse dazu be- JtJ? /'««n die Thatsache an fich zuzugeben, bis sie " Beßlich dre ganze Wahrheit eingestehen mußte. Drcses stcckenspiel der offiziösen Presse ist ein deutlicher igrrzeig, daß es der Rerchsregierung nicht gerade leicht ge- Den ist, mit derartigen Forderungen wiederum vor den Ferchs tag zu treten, daß sie sich sagte, daß nach der Bewilli- fa kolossaler Summen für Rüstungszweck« diese Forde- »gen auf werte Schichten des Volke« den allerungünstigsten .«diuck machen müßten. Man muß sich in der That fragen, soll das hinaus und wie soll das enden? Muß das nicht ungünstigsten Einfluß üben auf die soziale Lage des cke«, auf die Vertheuerung der Lebensmittel? Streiten Sie >'el Sie wollen, in den Massen der Bevölkerung denkt man »rs, als Sie, das werden Ihnen die nächsten Wahlen in drastischer Weise zeigen. Seit drei Jahren ist die Strm- g bedeutend umgeschlagen, unter der man aus Furcht ..». einem auswärtigen Kriege diesen Reichetag gewählt r.'■ � J*- L est man die ojfiziose Presse, so müßte man schrer zu z 69. Glauben kommen, als sei es das eifrigste Streben und der, ,»„10* Haup thätigkrit der Fri sten Europas, den Frieden zu er- v d'�rrl' sirn, und dab, wenn die Fürsten und Regierungen nrcht ür övfv''fen, die Völker über einander herfallen und sich zer- rt w' jifchen würden. Das heißt doch, die Dinge auf den eigt«' ult'rTf stellen. Nicht die Völker find kriegslüstern, fondern dre «***>*. yfiMerungen und herrschenden Klassen. Die militarrschen rstungen bilden heute nicht ein politisches, sonvern ein soziales ment für die herrschenden Klassen, die einem sehr guten . il ih er Söhne in Osfizierstellen ein Unterkommen ver- äffen und die durch die beständigen KriegShetzereien eS da- si dringrn, dab die Völker von den inneren Angelegenheiten zezogen werden und nicht überseh m können, wie sie im lnern unterdrückt werden. Diese Politik wird seit Jahren tgesetzt. Da« muß einmal hier ausgesprochen werden. Die Wer haben keinen Gefallen an diesen Rüstungen und Lasten Itz im Großen und Ganzen ist eS der Bevölkerung sehr egal, sie regiert, vorausgesetzt, daß sie gut regiert werden(oha! S). Die Mehi ausgaben für das Reichsheer, die Marine, rstraße� l»«" I ll»V erren 1 ig«" *4 w be« Berlik. g's-bKH sseM-A die Reichsschuld belaufen sich seit 1888/39 auf 42 Millionen, dazu kommen die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats mit rund 100 Millionen, die Ausgaben des außerordentlichen Etats mit 679 Millionen. Rechnen wir noch dazu die 132 Millionen des Jahres 1887, so finden wir, daß von 1887 bis zum Ablauf de« nächsten Etatsjahres nicht weniger als 961 Millionen neben den laufenden Ausgaben für militärische Rüstungen ausgegeben sind. In der gleichen Proportion ist selbstverständlich auch die Reichsschuld gestiegen. Nun sagt man, die beständige Um- Wandlung auf dem Gebiet der Waffentechnik, der BefestigungS- technik erfordern immer neue Ausgaben. Vollkommen richtig. Tagtäglich hören wir von der Erfindung neuer Mordwerkzeuge, und in den letzten Tagen haben wir gelesen, wie ein Schuß genüge, ein Panzerschiff zu vernichten, und daß man mittels einer Bombe eine mittelgroße Stadt vollständig vernichten könne. Auf der Konferenz in Brüssel in den 70er Jahren, an der auch der gegenwärtige Kriegsminifter Theil nahm, wurde darüber berathen, welche Art von Geschossen man künftig für die Krieafühiung als zu mörderisch und gefährlich ausschlreßen solle. Wo sind diese Beschlüsse heute geblieben? Von deutscher Seite wurde ihnen freilich schon damals auf das Lebhafteste widersprochen: je wirksamer die Waffe, um so schneller könne der Kiieg beendigt werden. Wer denkt heute daran, den Krieg zu Humanist en? Werden im nächsten Kriege die Heere gegen einander geführt, so werden alle Samariter/und Johanniter nicht aus- reichen, um die Verwundeten unterzubringen. Als die Schlachten bei Metz einmal geschlagen wurden, schrieb der König von Preußen nach Hause, er wage nicht nach den Ver- lüften zu fragen. Der nächste Krieg wird noch ganz anders wirken. Der Graf Waldersee sagte auf dem Bankett am Schluß der Nnfallversicherung, der Krieg sei das gröbte Un- glück, das die modernen Völker treffen könne. Dennoch rüsten wir beständig. Daß diese Rüstungen schließlich zu einer Kata- strophe drängen, hat Graf Moltke 1886 bei den Septennats- mahlen zugegeben. Vor 10 Jahren würde es jeder hier im Reichstag für unmöglich gehalten haben, dab jetzt solche Forde- runpen an den Reichstag kommen würden. Gewiß bekommen die Völker eine Galgenfrist, wenn neue Geschütze und Gewehre gefunden werden. So lange solche Gewehre nicht in der ganzen Armee eingeführt find, wird der betreffende Staat sich ruhig verhalten. In dem„Militäimochenblutt" und in den Zeitungen, welche ihm nachbeten, heißt es, diese Forderungen sind noth- wmdig,weil nunmehr die französische Armee aus Grund des neuen Militäraesetzcs bedeutend verstärkt wurde. Die Neuorganisation der französischen Armee stand bereit« 1886 auf der Tagesordnung, und hat bei den Wahlen zum Kartellreichstag eine sehr bedeu- tende Rolle gespielt. Militärische Autoritäten wissen ganz genau, daß das französische Heer trotz der Verstärkung um eine Million Soldaten hinter dem deutschen zurücksteht und erst in zwanzig Jahren eine Truppenzahl ins Feld stellen kann, wie wir. Da die französische Bevölkerung im Ganzen konstant bleibt, die unserige aber zunimmt, so wird voraussichtlich die Differenz dieselbe bleiben. Giebt es denn wirklich gar kein Mittel, einen dauernden Friedenszustand zu erlangen? Die jetzige Generation ist an Krieg und Kriegkgeschrei schon allzu gewohnt seit dem letzten französischen Kriege. Beim Ausbruch des französisch cn�KriegeS sagte der König von Preuben in seiner Thronrebe, das deutsche und da« französische Volk, beide die Segnungen der christlichen Gesittung genießend, sind zu einem heilsamen Wettkampf berufen wre zu dem blutigen der Waffen. Und in seiner Proklamation sagte er, wir führen Krieg mit den französischen Soldaten und nicht mit den Bür- gern Frankreichs. In gleichem Sinne laute'e die Proklamation des Prinzen Friedrich Karl an das zweite Armeekorps. Auf Grund dieser Proklamation durfte man die Annexion nicht machen. Indem man erk.Lrte, mit dem Kaiser Napoleon und seiner Armee Krieg zu führen, war der Krieg zu Ende, wo Napoleon abgesetzt war?(Lachen rechts.) Was nach Sedan sich ereignete, ist die Grundlage für die gegenwärtige Situation Europas. So lange Sie(rechts) da« nicht einsehen, werden Sie überhaupt nicht zur Einsicht kommen. Gewiß waren Elsaß und Lothringen früher deutsch. Wenn wir aber die Theorie verfolgen wollten. Alles zmück zu erobern, was früher einmal zu Deutschland gehöite, dann müßten wir auch die russischen Ostseeprovmz-n, die ganze Schweiz, Holland, einen Theil von Belgien annektiren und kämen aus dem permanenten Kriegs- zustand gar nicht heraus. Die Völker müssen gefragt werden, ob sie ihre Herren wechseln wollen oder nicht. Die ungeheuere Mehrheit von Elsaß-Lothringen steht nun einmal, gleichgiltig warum und mit welchem Rechte, dem Deutschen Reiche feind- selig gegenüber. Zugleich find wir zwischen zwei Feinden, Rußland und Frankreich, eingekeilt. Wenn wir überhaupt einen Erbfeind haben, so ist eS das barbarische Rußland, das, wie ein Blick auf die Karte zeigt, neben dem Besitz des Schwarzen Meere», der Herrschaft auf dem Mittel- ländischen Meere darnach streben muß, die Mündung der Memel und Weichsel in seine Gewalt zu bekommen. Wenn nun auch von einer bedingungslosen Hingabe Elsab-LothrinaenS an Frankreich nicht die Rede sein kann, so müßte man doch versuchen, ob man nicht zwischen Deutschland und Frankreich ein Verhältnib herstellen könnte, um zu einem dauernden Frieden zu gelangen. Ich habe mich.selbst persönlich in Paris überzeugt, daß man dort fich vor einem Kriege mit uns fürchtet, während wir umgekehrt vor einem Ueberfall Frankreichs Furcht haben. Wir wünschen Alle, daß ein Krieg so lange wie mög- lich hinausgeschoben wird, oder nie stattfindet, aber die Natur der Dinge drängt zur Katastrophe. Dann haben wir doch Ver- bündete, auf welche die Thronrede hinweist. Schränken wir uns allo mehr mit den Rüstungen ein und überlassen wir auch einen Theil unseren Verbündeten, die ihre Verpflichtungen ja redlich tragen. Wenn die Rüstungen in allen Staaten Europas und die Lasten dafür sich so fortgesetzt steigern und es zum Kriege kommt, wird er nicht geführt werden können, weil keine Mittel mehr da sind. Oesterreich und Italien, die finanz-ell schwach bestellt find, können bei Ausbruch des Krieges leicht in Verzweiflung gerathen, womit sie ihre Heere mobilistren sollen. Nach den Erfahrungen von 1870 können wir auf eine große Opferfreudigkeit unserer Bourgeoisie auch nicht rechnen.(Sehr richtig!) Wenn sich so neben den furchtbaren Opfern an Menschen, Gut und Blut, die dieser Krieg soidern wird, drei bis vier europäische Staaten finanziell ruiniren, was soll dann aus der sozialen Lage werden? Und wie werden die Mittel für diese Lasten aufgebracht? Die Zölle find unter dem Vorwand, der nothleidenden Landwirthschaft zu helfen, riesenhaft gesteigert, der Sckatzsekretär streicht die 70 bis 80 Millionen mit Wohlbehagen ein. Die Branntweinsteuer ist so gesteigert, daß selbst zum Leidwesen der konservativen Großbrenner der Konsum zurückgegangen ist. Dies wurde als ethilches Moment angeführt, weil der Branntwein demorali- firend wirke. Aber was durch den geringeren Konsum verbessert ist, ist durch die Mischung des Branntweins, verschlechtert.(Ruf rechts: Wasser!) Ich bin kein Branntweintrinker und kann das nicht beurtheilen, aber Sachverständige sagen, daß ganz anderes Zeug als Wisser hineingegossen wird. Die gesammte Branntweinsteuer ergiebt jetzt 129 Millionen, und durch die Steuerdifferenz von 50 und 70 M. ist den Groß- brennem auf Kosten der Menge ein Geschenk gemacht worden. Ein bedeutender Theil der kleinen Brenner sind durch diele Steuer ruinirt, namentlich in Süddeutsch- land, Baden, Württemberg, Elsaß. Ist es nicht unerhört, daß den armen Branntwein trinkenden Klassen die Lasten der militärischen Rüstungen auferlegt werden und gleichzeitig den reichen Großbrennern ein Geschenk von 40 Millionen gemacht wird? Das sollte man in einem Kulturstaate nicht für mög- lich halten. Mit der Zuckersteuer ist es nicht anders, Sie wollen jede Industrie durch Ihre Steuer- und Zollmaßnahmen entschädigen. Hätten Sie das seit 10 Jahren immer gethan, so wären die.Einnahmen jetzt viel geringer. Manche In- dustrien find zu Grunde gegangen, durch die Branntweinsteuer haben verschievene große Spritrasfinerieen ihren Betrieb ein- stellen müssen, andere halten ihn nur mit Opfern aufrecht. Wenn diese dieselbe Entschädigung verlangten, wie den Groß- brennern des Ostens gewährt sind, was würden Sie da für Gesichter machen? Machen Sie Ihre Gesetze so, daß Niemand geschädigt wird, oder machen Sie sie überhaupt micht! Die Kornzölle belasteten 1830 die Bevölkerung mit 32,4 Pf. pro Kopf, 1885 mit 52 Pf., 1886 mit 54 Pf., 1888 mit 1,20 M. Aus der Brotsteuer des armen Mannes kommen also die höheren Einnahmen aus den Zöllen. Und jetzt wird die Belastung sogar auf 1,60—1.70 M. pro Kopf steigen. Dadurch wird auch das inländische Getreide theurer. Sie wollen den deutschen Getreidebau für den Kriegsfall fördern, Sie Haben aber seit den Getreidezöllen nicht einen Hektar mehr mit Getreide be- baut, Sie kultiviren nur Kartoffel- und Rübenbau für die Branntwein« und Zuckerproduktion, also Produkte, die nicht nolhwendig zur Nahrung des Volkes gehören. Diese ganze Theorie ist total falsch. Durch die Zollbelastung in Verbin- dung mit einer geringen Ernte steigen die Brotpreife ungeheuer, und zwar in anderem Verhältnib als bei anderen Maaren. Ist ein Angebot von'/io an Getreide mehr da, als der Lebens- mittelmarkt erfordert, so fallen die Preise bedeutend mehr als um Vio! ist umgekehrt ein Getreidemangel von Vio da, so steigt der Getreidepreis um'ho und so auch der Brotpreis. Da er- klärt sich die Unzufriedenheit der ärmeren Klaffen. Nach der Thronrede will man die zur Unzufriedenheit und Gesetzwidrigkeit aufreizende Sozialdemokratie durch Verewigung des Sozialisten- gesetzes unterdrücken. Herr v. Wedell irrt, wenn er meint, der Abg. Rickert habe uns die Gründe dagegen vorweggenommen. Wir haben noch einen ganzen Sack voll anderer, die natüi lich auf Sie von der Rechten nicht wirken werden. Bei der Unterdrückung der Volksfreiheit sind Sie immer die Ersten gewesen. Daß wir zur Gesetzwidrigkeit aufgereizt haben, soll uns die Rc- gierung bei Beralhung des Sozialistengesetzes erst beweisen. Die Gesetzwidrigkeiten sind gerade durch das Gesetz hervor- gerufen worden. Wenn ein Ausnahmegesetz gegen Sie auf der Rechten oder gegen das Zentrum oder gegen die National- liberalen jetzt verewigt werden sollte, so werden Sie viel mehr mit ungesetzlichen Mitteln dagegen arbeiten. Ich erinnere die Nationalliberalen nur an ihre Vergangenheit vor 30—40 Jahren, zu den Zeiten des alten Bundestages. Da wurde viel Schlimmeres geschrieben, als was jetzt der„Sozialdemokrat" gegen die jetzigen Zustände schreibt. Wenn die Sozialdemo- kratie zur Gesetzwidrigkeit geführt worden ist, so tragen die Nichtgentlemen daran die Schuld.(Abg. Singer: Eklatante Genugthuung!) Ein gewisser Neumann verbreitete mit Villi- gung der Polizei die Most'sche Freiheit unter den Partei- genossen, um den Anarchismus groß zu ziehen. So ist es von 1879 bis jetzt gegangen. Ich erinnere Sie an einen Wohlgemuth, der zu einem Parteigenossen sagte: Wühlen Sie nur lustig. daraus los. Ich erinnere an Wolf, Weiß, Jriedemann, Jhring- Mahlow, der eine eklatante Genugthuung erhielt, weil er Parteigenossen zu Majestä tt beleidigungen verleiten wollte. Wie ist es mit Schröder und Ehrenberg gegangen? Ehrenberg hatte vollständige Pläne ausgearbeitet, nach welchen die Sozialdemo- kraten in der Schweiz Waffen ankaufen und über die Grenze in Baden einfallen sollten. Aber Herr v. Bronsart sagte: „Was geht mich Ehrenberg an?" Aber dieser stand im Dienste der deutschen Polizei und lieferte Berichte an die Frankfurter Polizei. Bor einigen Wochen ist in Zürich bewiesen worden, daß Ehrenberg, den das Militärgericht seiner Zeit ausreißen ließ, vom Fürsten Bismarck aufgefordert war, einen Bericht über die Sozialdemokratie in der Schweiz zu liefern. Einen größeren Lügner als Ehrenberg giebt es auf dem Erdboden nicht. Seine Berichte mögen schön ausgesehen haben! Unter diesen Umständen und mit Hilfe des vor zwei Jahren beschlossenen Gesetzes über den Ausschluß der Oeffent- lichkeit beim Gerichtsverfahren kann man uns allerdings leicht an den Galgen bringen. Ist denn Jemand von Ihnen frei von dem Vorwurf, in weiten Kreisen zur Unzufriedenheit angereizt zu haben! Ihre ganzen Bestrebungen er- regen ja Unzufriedenheit. War die ganze antisemi- tische Agitation von Stöcker etwas anderes als Er- regung von Unzufriedenheit? Solche Aufreizungen sind schon auf Grund des gemeinen Rechts zu treffen, ohne Sozia- listengesctz. Sie arbeiten ja nach dieser Richtung in so famoser Weise, dab auf Sie die Bestimmungen über die auf den Um- stürz der Staats- und Gesellschaftsordnung gerichteten Bestre- bungen angewendet werden müßten.(Lachen rechts.) Wenn Sie solche Steuergesetze, solche Reichsschulden, so kolossale Mehr- belastungen und Gesetze, die dos Volk mundtodt machen, wie die Veilangerung der Legislaturperiode, wie die Beschränkung der Koalitionsfreiheit u. a. beschließen, so sind Sie eS, die Unzufriedenheit erregen, wir aber wehren uns nur unserer Haut gegenüber der Bedrückung. Die Zustände in Frankreich und England sind unvergleichbar besser, als die unserigen. Welche» Entsetzen hat bei uns die Kartellpresse beim Bergarbeiterstreik erfaßt, obgleich doch von höchster Stelle anerkannt wurde, daß diese Arbeiter gerechten Grund zu Beschwerden hatten. Man wollte sofort die Koalitionsfreiheit beschränken, den Kontraktbruch be- strafen. Der Berein für die wirthschaftlichen Interessen von Rhein- land und Westfalen hat den Oberpräsidenten direkt aufgefordert, in der schärfsten Weise gegen die Arbeiter vorzugehen. Ich wundere mich nur, daß er nrcht sogleich den kleinen Belagerungszustand gefordert hat. Als in England der große Dock- arbeiterstreik begann, der uns doch eigentlich gar nichts anging, hat dieselbe Kartellpresse es England nahe gelegt, Ausnahme- gesetze einzuführen, wenn et nicht rettungslos dem Untergange preisgegeben werden wolle. Die englische Presse hat Blätter wie sie„Norddeutsche Allgemeine Zeitung", da«„Leipziger Tageblatt" einfach ausgelacht. Obgleich der Dockarbeiterstreik Bevölkerung»--i—»-- die'aanze Bevölkerung Londons In'Mitleidenschaft gezomn bat, haben doch Anhänger aller Klassen, HAe katholische Gesst liche, Beamte, Bourgeois sich für eine Beilegung«dl.ch be- müht. Ist so etwas ,n Deutschland möglich? Da_ wnbmon nur zu knebeln, nach Ausnahmegesetzen zu freien- D« deutsche Manier. Dieselben Manner, d.e See �etzt dauern» knebeln wollen, find von dem Magistrat von Zeit im Hotel de Ville empfangen worden, wie eS sonst nur den wo Großen der Erde geschieht, in derselben Stadt, vor 18 Jahren der Kommuneausstand auebroch und an derselben Stelle, wo damals das alte Hotel de Ville niederge« brannt wurde. Kommt Aehnliches in Deutschland vor? Ge- meine Verbrecher, die den Wittwen und Waisen ihre Gelder unterschlagen, werden hier amnestirt, Sozialdemokraten nicht. Diese verlangen aber auch gar nicht darnach. In Frankreich genießen Alle ein Maß von Freiheit, daS bei uns selbst das gemeine Recht nicht einmal zur Hälfte gewährt Dennoch schreit die ganze deutsche Bourgeoisie, daß sie dem Untergange Preis gegeben wird und verlangt nach drakonischen Strafbe» stimmungen. Die englische und französische Bourgeoisie hat Selbstbewußtsein, Charakter, FrciheitSgesühl; die oeuische ist servil, politisch charakterlos und feig, und nur dadurch haben wir Ausnahmezustände bekommen. Man bezeichnet uns jetzt als staatsfeindlich, während wir suchet nur den Umsturz der bestehenden Ordnung bezwecken sollten. Ich weiß nicht, wer die Thronrede verfaßt hat. Hätte der Verfasser uns nicht als staatsfeindliche Elemente bezeichnet, sondern als solche, die dem destehenden Staatssystem feindlich gegenüberstehen, so hätte er einigermaßen Recht. Die Sozialdemokratie will ja gerade den Staat in ihre Hände haben, denn heute werden nur die In- tercssen der Bourgeoisie, der agrarischen und industriellen, von den Herren am Bundeerathstisch vertreten und vertheidigt. Der gegenwärtige Staat ist nur ein Klossenstaat, wir wollen ihn zu einem Rechtsstaat umwandeln. Das Kaiserlhum, das Königthum bildet nicht den Staat. Wir können uns ein Reich ohne Kaiser sehr wohl vorstellen, und das Volksthum könnte sich dabei sehr wohl befinden. Dieselben, die uns Staatsfeinde nennen und sich selbst als gute Christen ausgeben, sollten doch daran denken, daß die ersten Christen auch als Staatsfeinde bezeichnet wurden. Ihr Gott ist als Hochverräther gegen dos römische Reich ans Kreuz geschlagen worden. Selbst Tocitus nennt die Christen Staatsfeinde. Feinde der Götter, eine ver- worfene Sekte. Und wie lange hat es denn gedauert und diese Christen waren die Herren im Reich! Sie können diese Ana- logie noch weiter ziehen, die Sie in den nächsten Tagen wieder daran gehen wollen, den Ausnahmezustand in Deutschland zu begründen, der eine Schmach für Deutschland ist und uns dem Ausland gegenüber tief herabsetzt, indem man den Glauben erweckt, daß das Reich nicht stark genug ist, auf dem Boden des gewöhnlichen Rechts mit einer Partei fertig zu werden. Besonders die Nationalliberalen sollten doch jene Analogie noch weiter verfolgen. Gerade Sie schüren die Unzufriedenheit, rufen überall den Klassenhaß wach und bedrücken das Volk. Wollen Sie so noch weiter arbeiten, so thuen Sie es nur. Sie sind bis jetzt mit der Sozialdemokratie noch nicht fertig geworden. Sie werden es in alle Ewigkeit nicht werden. (Bravo bei den Sozialdemokraten.) Kriegsminister v. iJetbtj du Urrnois: Ich will in diesem Äugenblicke noch nicht über den Etat sprechen, dazu hoffe ich noch bessere Gelegenheit zu finden, wenn mir noch andere Ansichten aus diesem Hause entgegengetragen worden sind. Jndeß die Anführungen deS Herrn Vorredners haben mich bewogen, jetzt um das Wort zu bitten. Ich bemerke hier- bei zunächst, was den Fall Ehrenberg betrifft, so habe ich mich soeben noch aus den Verhandlungen deS vorigen Jahres über- zeugt, was mein Amtsvorgänger darauf erwidert hat, eS ist Ihnen das bekannt, ich brauche also auf den Ausdruck, daß das Mrliiäryericht den Ehrenberg hat entwischen lassen, nicht weiter zurückzukommen. Im Uedrigen hat der Vorredner die große, drückende Last, welche der Militäretat uns auferlegt, in den Vordergrund gestellt. Ich knüpfe an seine Worte an, das Volk wolle keinen Krieg. Diese Worte wurden in einen Zu- sammenhang gebracht, der eS fiaglich erscheinen ließ, ob der Vorredner nicht damit gemeint hat, daß andere Kreise den Krieg wollen, er hat sie gegenübergestellt denjenigen Versicherungen und Eiösfnungen, die von Allerhöchster Stelle dem Reichstage gemacht morden sind. Nun, wenn irgendwie ein erfreuliches Moment darin liegt, daß wir eine so schwere Last tragen müssen, so ist «S meiner Anficht nach das, daß die deutschen Fürsten und das deutsche Volk sich eins wissen in den Bestrebungen, dem Kriege vorzubeugen.(Beifall.) Der Vorredner hat dann gesagt: Schaffen Sie die Ursachen des Krieges fort! und ist dann in weitem Kreise nachher darauf zurückgekommen, wie das aeschchn solle. Dazwischen haben verschiedene Bemerkungen Platz ge- sundm, die aus das Gebiet der Erfindungen hinweisen, die un- fern Etat vertheuerten. Das wird wohl so bleiben, so lange wir nicht verbieten, überhaupt Erfindungen zu machen. Er hat auß rdem hingewiesen auf das französische Wehrgefetz und er- klärt, die Miiiiairoenvaltung wisse sehr wohl, daß wir heute noch eine Million Mann mehr ms Feld stellen können� als Frankreich, und daß das erst in zwanzig Jahren sich ändenr würde. Da weiß der Vorredner mehr als die Militairverwal- tung; wir wissen das nicht, wir haben andere Zahlen. Mit diesen gerade hier hervorzutreten, halte ich nicht für angängig. (Abgeordneter Bebel: Warum nicht!) Die Ursachen der Heu- tigen Situation sieht der Vorredner in den Vorgängen von 1870: der Krieg hätte nach Sedan zu Ende sein müssen. Die historischen Thatsachen sprechen dagegen. Elsaß. Lcthrinaen herauszugeben, wäre vielleicht eine Forderung, die er stellen möchte(Äba. Singer: Er hat sie ober nicht gestellt?)— die er hätte stellen können. Nun, zu der Vermuthung wird wohl auch Keiner kommen, um so weniger in einem Moment, wo die Bewohner des Reichslandes uns näher getreten sind, als eS früher gewesen ist. Im Iii beigen wird man uns nicht zu- mulhen, wenn sich drüben wieder einmal eigenthümliche Ver- Hältnisse entwickeln, wieder da anzufangen, wo wir früher an- fangen mußten. Was die Theorie von der Vereinigung aller jemals deutsch gewesenen Territorien mit Deutschland angeht, so ist mir unbekannt, daß diese Theorie irgendwo vertreten wird. Ich muß mich endlich gegen den Ausdruck„Erbfeind" wenden, mit dem Rußland belegt worden ist. Uns ist wohl erinnerlich, daß wir, unlere Väter, mit russischen Truppen ge- meinschaftlich unser Blut für daS Vaterland vergossen haben. In demselben Augenblick, wo der Vorredner ruft: Schaffen Sie die Ursachen des Krieges fort!, nennt er Rußland den Erbfeind in den Verhältnissen, in denen wir uns gerade jetzt befinden. Wo lebt denn der Herr? Ist er blind für da«, was passirt, sieht er nicht die Be- srrebungen unseres jugendlichen geliebten Herrschers, dem Lande den Frieden zu sichern, sieht er das nicht auf Schritt und Tritt? Ehe diese Bestrebungen nicht zum Ziele führen, wer- den wir diese schwere Rüstung tragen und tragen müssen, das bedingt unser eigenes Interesse.(Lebhafter Beifall.) Abg. v. Kennigten: Als Deutschland siegreich aus dem Kriege mit Frankreilv hervorging, richteten sich die Blicke der ganzen Well voller Beforgniß auf die neue gewaltige Macht. 13 Jahre find seitdem verflossen, und daS Uitheil von ganz Eurova, von Freund und Feind, steht jetzt unwidersp ochen fest, daß von der großen Macht, die sich damals in der Hand der deutschen Regierungen vereinigte, ein so maßvoller Gebrauch gemacht worden sei, wie kaum ein Beispiel in der ganzen Welt- gcschichte existirt.(Lebhof cr Beifalls) Diese Mäßigung ist die Grundlage gewesen, auf der das Vertrauen unserer späteren Bundesgenossen sich ovfzebout hat, die Grundlage dafür, daß der Friede nun, wenn auch mühsgm, 18 Jahre e- halten ist. Dem Abg. Bebel stand es übel an, es so darzustellen, als ob man an der gegenwärtigen Rüstung gleichsam eine Fieude hätte und die herrschenden Klassen ein Interesse daran hätten. Von Ende der 70er Jahre ist Deutschland eingekeilt zwischen den beiden mächtigsten Staaten Europas, durch deren fort- .esetzte Rüstungen uns die schwere Rüstung oufgenöthigt ist. Sehr richrig!) Wäre es denn auch der weisesten deutschen Politik möglich gewesen, ohne die Rüstungen den Frieden zu erhalten und die Bundesgenossen zusichern, deren Unterstützung uns werthvoll und deren Vertrauen unerschütterlich ist? Die Rüstungen sind schwer und die Forderungen dafür spannen die Kräfte des deutschen Volkes überaus an, aber sie sind uns auf. genöthigt durch unsere Lage in Europa und durch die Vor- gänge der anderen Staaten. Andere- s-itS, wenn auch die An- strengungen für die Menschen und Finanzen des Reiches so große find, so find sie immer noch nicht so bedeutend wie in anderen Staaten. Deutschland ist noch keineswegs so angegriffen und erschöpft, wie dies wohl bei anderen europäischen Staaten sich zu zeigen beginnt. Wenn wir auf dcnr Wege noch längere Zeit fort- fahren müssen, so ist das allerdings bedauerlich und um lo be- bäuerlicher, als die wissenschaftlichen Fortschritte der Chemie und Technik sich in neuerer Zeit auch der Waffenrüstungen be- mächtiat haben. Aber wenn wir diese Anstrengungen machen, diese Lasten tragen, dann haben wir und unsere Bundesgenossen damit wenigstens die Sicheihcit, daß es daS beste und einzige Mittel ist, den Frieden so lange als möglich zu e> halten und den Krieg, wenn er uns aufgenöthigt wird— Deutschland wird nie einen Angriffskrieg führen, er würde auch keinen Sinn haben—, siegreich durchzuführen. Der Abg. Bebel hat bezüglich des Streiks in Westfalen in der ungerechtesten � und unrichtigsten Weise daS Verhalten der bürgerlichen Klassen und ihrer Presse dargestellt und dem gegenüber die viel billigere und gerechtere Handlung der besitzenden Klassen in anderen Ländern angeführt. Hier und da mag eine einzelne Stelle in einem Lokalblatt vorgekommen sein, wo man ein scharfes Ein- schreiten zur Niederbaltung der Bewegung gefordert bat. Im Großen und Ganzen haben die rheinischen und Berliner Blätter die billigen und gerechten Ansprüche der Arbeiter in einer unbefangenen Weise gewürdigt, wie eS bei solchen großen Streiks in hohem Grade merkwürdig (Sehr richtig! Rufe links:„Rheinisch-Westfälische Zei- war. tung" �„Kölnische Zeitung"!) Wenn man in England in diesen Dingen noch etwas ruhiger denkt, so kommt es in der Haupt- fache dahin, daß der Abg. Bebel mit seinen Freunden gewiß bedauern wird, daß die sozialdemokratische Agitation und Aktion in Enzland bisher auf einen ziemlich unfruchtbaren Boden ge- fallen ist.(Abg. Bebel: Durchaus nicht.) Die Biftrebungen der englischen Arbeiter sind in der Hauptsache auf bestimmte Bohnen, auf weitgehende Ziele gerichtet. Damit weiß sich das besitzende Publikum in Eng'ano abzufinden. Wie ist es in Deutschland? Die Bewegung für diele praktischen Ziele überläßt die Sozialdemokratie�dee Bourgeoisie und ReichSgesctz- gebung. Sie selbst beschäftigt sich mit viel höheren Dingen, das haben wir auch heute wieder von dem Abgeordneten Bebel gehört, als er sich darüber beklagte, daß die Thronrede die Sozialdemokraten als Staatsfeinde bezeichnete. Es ist ein leerer Worlstreit, wenn der Abgeordnete Bebel meinte, den Staat als solchen bekämpfe die Sozial- dcmokratie ja gar nicht, sie wolle nur den eigentlichen Rechts- und Volkestaat herstellen.(Zuruf des Abg. Bebel.) Der Abg. Bebel meint, die liberalen Parteien hätten ebenfalls den Staat bekämpft. Das ist eine Bewegung, die vom Ende des Mittel- alters her bis in die neueste Zeit geht, zum Theil von den Fürsten geführt, zum Theil von den bürgerlichen Paiteieii, zum Theil von der wissenschaftlichen Presse. Im Laufe der Zeit ist an der Stelle der feudalen eine andere bürgerliche Oronung getreten, in der Hauptsache auf der Grundlage derselben Be- sitzverhältnisse, nur mit anderen Antheilen der Einzelnen. Wie will der Abg. Bebel dies in Vergleich stellen mit den Be- strebungen der Sozialdemokratie? Diele will an die Stelle der bestehenden Gesellschafts- und Staatsordnung eine neue setzen, die auch nicht einen Stein auf dem anderen läßt; eine vollständige neue Ordnung der menschlichen Gesellschaft, nicht blos der Staatsordnung, würde eintreten müssen, und da wundert sich der Abg. Bebel, wenn eine derartige Umwälzung der Fundamente als etwas demBestehendenFeindlicheS aufgefaßtwird? — Zur eigentlichen Etotkberathung sich hierauf wenvend giebt Redner die Nothwendigkeit einer sorgfältigen P.üfung der Mchrforderungen, namentlich für Marinebaulen, zu. Auch in einem anderen Punkte, nämlich in der Art der Uebcrwcisung und der Verwendung der Ueberlchüsse durch die Kreise stimmte Herr v. Bennigsen dem Abg. Rickert zu. Hier liege ein Grund- mangcl im Etatswesen, denn durch die vorhandenen Emrich- tungen im Reiche wären ja jene Uebelstände hervorgerufen. Wie die Verhältnisse jetzt liegen, könne die Franckenstcinsche Klausel, auf Grund welcher die Urberweilungen erfolgten, n'cht mehr aufrecht eihalten bleiben. Herr v. Bennigsen glaubt, daß die gegenwärtige Rcichsfinamverwaltung hauplsächlich unter dem Mangel eines verantwortlichen ReichssinanzministerS leide. Die Stellung eines RcichSschotzsekretäiS fei nicht genügend genügend aus- gestattet, um solch eine wichtige und verwickelte Verwaltung wirksam zu leiten. Hier sei eine Aenderung der Reichs- Verwaltung dringend geboten. Schwierigkeiten würden sich allerdings der Durchführung solch eines Vor- Habens entgegenstellen. Allein diese müßten dock unter allen Umständen überwunden werden.— Bezüglich der agrarischen Zölle ist Redner der Ansicht, daß sie auf die Dauer in dieser Höhe nicht aufrecht erhalten werden können; gegenwärtig aber sei angesichts der erheblichen Reichsbedürfnisse der Zeitpunkt für ihre Aufhebung noch nicht gekommen. Auch die vom Abg. Rickert verlangte Aushebung der AuSiuhrprämie für Zucker sei n,cht so leichthin abgrmacht. Was die Einfüh- rung einer Reichs' Einkommensteuer anlangt, von der er übri- gens ein prinzipieller Gegner nicht sei, so werde der Abg. Rickert gewiß nickt verkennen, daß die Sache sowohl im Reichstage, wie auch bei den verbündeten Regierungen auf die gtößten Schwierigkeiten stoßen werde. Zu ihrer Durchführung fer eine vollständige Umgestaltung der Steuersnsteme in den Einzel- stallten nothwenvig. Gegenüber den Rickm'schen Behauptungen über die Veriheuerung der Lebenshaltung durch indirekte Steuern erinnert Abg. v. Bennigsen an die Maßnahmen der Berliner Kommunal Verwaltung. Er e-kenne zwar gern deren Wirksamkeit an, die Berlin zu einem Muster iür andere europäische Großstädte gemacht habe. Allein in Berlin werden Gas, Wasser u. s. w.— also nothw endige Lebensbedürfnisse— besteuert und werfen ganz erhebliche Beträge ab. Dabei wird die Residenz freisinnig regiert.(Hört! hört! rechts. Heiter- keit.) Redner schließt: Herr Rickert sprach davon, daß wir aller der Ereiheiten entbehrten, welcher sich die großen Kulturvölker in uropa erfreuten(Heiterkeit rechts), daß wir uns in eincm Zu- stände der Reaktion befinden, schlimmer als in den Zeilen der dunklen Manteuffel'schen Reaktion, das sollen wir nun ernst- hast anhören! Auf wen soll das eigentlich Eindruck machen und wie ist eS motivirt? Damit, daß in der offiziösen Presse allerlei dunkle Dinge vorgekommen find und daß gegen die Ausschreitungen der Sozialdemokratie einschneidende Äestim- mungen bestehen, polizeiliche und ausnahmsweise Strafvor- schrlfien, für welche Herr Rickert selbst früher mehrmals gestimmt hat.(Heiterkeit, sehr richtig\) Ich habe doch ein besseres Ver- trauen zam deutschen Volk, Man wird derartige Schilderungen überall als eine Karrikalur bezeichnen.(Sehr gut!) Der Deutsche im Jnlande und Auslande fühlt sich sehr wohl in den neuen Zuständen(Widerspruch links), er ist stolz auf sein Vaterland.(Umuhe und Unterbrechungen links; Abg. Richter: Von Außen sehen sich die Dinge sehr schön an!) Auch die Deutschen im Jnlande sind in hohem Grade befrie- digt von den jetzigen Zuständen(Abg. Rickler: Werden»?), so daß zu meinem Bedauern vielfach die Mitwirkung an dem politischrn öffentlichen Leben in den Parlamenten zurückac- treten ist in der ganzen heranwachsenden Bevölkerung. Zur off-ntlichen Thäiigkcit bietet fick Gcleginheit genug. Auf allen Gebieten ist jetzt ein frisches Vorn ärtkstr< den, überall neue Unternehmungen und Aufgaben, ein Fortschreiten auf allen Gebieten, an denen wir in Deutschland Freude haben sollten, und um die uns das Ausland vielfach beneidet. Und da erklärt ein angesehenes Mitglied der liberalen Partei hier im Reichs- tage: wir befinden uns im traurigfhn Zustande(Lachen) und in einer vollkommenen Verkommenheit der wirthschastllchen Ver- .ej Italien im l bältnisse! Nein, so ist eS nicht. Ich wiederhole, w» all' diesen Volk freut sich dieser Zeit und dieses feines Daseins, JJikurriren, auch Schilderung, die wir gestern gehört haben und d�As große Maß Jahr und Tag auch in der Presse Platz gefimdea�d�hällnifse bezo ..__________...._. � HCjuuvvMf'.j-yuMmii*. vt/u matische Herunterdrückung unserer Verhälm sse, a»>?len ähnlichen t anders avfitMchzkanzler g Karrikaturen werden in Deutschland nicht anders auni�lrysianzter gc als die AuSgebmt eines einseitigen parteiischen Sia�deren Ton ar von Leuten, die verbittert und enttäuscht in ihren L�S„Volksblatt' sind.(Lcbhaster Beisall bei den Nationalliberalen reilrsche Presse Abg. Rickert: Ich habe nie Minister werden wölben in der Abg. Wiudthorft(Z) bezeichnet die letzte AuSsuM �Freiheit, Vorredners gleichfalls als eine„Karrikatur" der wick»�' Hältnisse. Die Größe und Bedeutung des Vaterlar«» von Jedermann gern anerkannt; allein zum Beid'si,� der kirchlichen und der Schuloerhältnisse seien wir nW stellt, wie dies in England und Amerika der Fall»- star ke Rüstung fei nöthig, und seine Freunde würde« df bezüglichen Pflichten nicht entziehen. Jeber, der d�- tastes, werde seine Partei auf dem Platze finden. jedoch eine gewissenhafte Prüfung der veriangter.. men nicht aus. Durch das Septennat habe man ow h-h-iIat all-cht älte ungere Aba. Beb Unfreiheit belgischen Z haben, die ine Schulpfli icht und 1 dos Land, gegolien werden d zu bewilligen geglaubt allein hcuie verlange man®ei: ei.( eine Aerderung dcS MiluäraesetzcS. Für die No � daAck f> ka n j k r ti dieser neuen Forderungen genüge rhm die Autoritäl�'r™ uie(er neuen(yocueiunBeii genüge rym nie amu»""' x.,,,- Ministers nicht, er erwarte daher eingehende AusW�TL r 1 o m der Budgetkommission. Die Mchrforderungen s«f- 1 8 � oer-ouogelrommiinon. uncyrsorocunrgen lv, Mj-) könnten jedenfalls in dcm geforderten Umfange nichts'' werden. Die Flotte müsse auf eine Defer.siofloML«r werden. Auch die Kolonialfrage bedürfe einer gani.°�uSeinandcrsffc Prüfung. Mit dcn indirckun Steuern seien wir nachts nnncktia i, Ende, man müsse daher mehr an die direkten Stc«��� das Sep- .'«igen in den aber nicht hier, sondern in den Einzc staatcn. können die Dinge nicht genommen werden. Ich Redner— auch die optimistischea Anschauungen unsere vt v. Bennigsen zurück; die aus dem Reich liegenden �Azdrücklrck anr enorm und werden rief empfunden. Das Vclk die Zölle fi leichtcrung. Ich sehe zwar noch nicht den Ruin �„nen. odgleid aber doch ganz außerordentliche Beschwerden. Di��ng keine aesu häufen sich allerdings, woher kr m men sie ober? � Greifens. Herr des Volkes verarmen.(Oho! rechts.) Steigen''arrikalur meii die arbeitende Bevölkerung, so werden Sie eS ledAaS im Parlan rechts: Das Gegentheii! Sehr wahr! links.) Es Abg. v. K, wenn man die Verhältnisse im Streikrcvicr, die ick �mißverstanden Anschauung sehr genau kenne, so optimistisch h m ll-ls�bsprechen d eS l Abg. v. Bennigsen. Die Arbeitgeber haben den wel �rtheii des g fVMrtrrK»?.fSAmmrtrftKt-'ß rtHFif rrKlpffttl hti».(SWtta i schrägen Hammächer's nicht genügend Folge gelelstck«�, die Kreise k im höchsten Grade betrübt, daß di�Regierung noch�r�Preußen in die Resultate der eingeleiteten Enquete P»blis*l muß Gelegenheit gegeben werden, diese Reu kritifiren, sonst wird man Ruhe und Befriedigung"h bcilerkreise nicht bringen. Ich habe einer großen �) myv.i wi.iuycu. yuüc tuvet. yiuo*-**» sammlung ans Herz gelegt, daß ihre Interessen cke der Zweck Schluß 4h tat.) Arbeitgeber dieselben sind, daß Sie sich die müssen und gemeinsam arbeiten. Sie haben Mick r»» t JiA K Zustimmung erfreut und mich aufgefordert, dahin> daß auf dem vom Kaiser vorgeschlagenen Wege werde. Ich n-hme diese Gelegenheit hiermil wähl- nochmals die Regierung, mit der Publikotion�/� schleunigst vorzugehen. Es ist nichts so glücklich Verhältnisse, als daß der Kaiser in der Weise, w>� der Sache annimmt. Ehre ihw than hat, sich Gotteslohn. Aba. o. Kardorff(R.-P.): Nach den letzte» Abg. Windlhorst muß ich annehmen, das sein Dir Kok ätzow, Prenz Ken Arbeileri I« Friel Arbeitervers aße 18; M« Da« Krr rkanntmachm erlin umfasse aß Gast- unt Innung vertre ören, und der on der Inn» r Gehiisenar ngen, 2) de dien und tech nicht so groß ist, w.e er eS vorhin glauben M°��ung,�estw Wenn er dre gegenwärtig verlangten Mchrforon Etat als einen Beweis für die Richtigkeit seines � bei der Scptenna'ts frage anführt, so erwidre ich,' cß, dcm Auslande gegenüber die Forderungen i« die die Regierung verlangte. Eine Ablehnung null« günstigsten Eindruck dort gemacht haben. Ars» der konservatwen Partei sind Stimmen laut denen die Mehrforderungen im geaenwärtigen erric sehr unerwartet find, besonders weil f-ühcr nrch* SAHtetcn Schie! Zusicherung gegeben, wohl aber die Meinung°"iMaßstabe beizi wurde, daß innerhalb der nächsten sieben Glieder und d< Mehrfordeiungen nicht gestellt werden würden. �„ h\i dem 1. Ii welche gegenwärtig die Militärverwaltung zu � � der Jnnun rungen bewogen, werden gewiß schwerwiegende �„aeUimki« in Bi Pulver und manches andere erklärt uns bereits �'�inem männli forderungcn. Vielleicht werden uns in der BudjP�luß von we noch weitere Erklärungen gegeben werden. Ick fif- Vermuthlic der Ansicht gewesen, baß die Weltmachtstcllung«�w>li*eil,ch gezr Reiches es erfordert, daß leine Marine mindestcriS v. f Marincmacht gewachsen ist. Wir sind auch r{'*y durchzuführen, obgleich Deutschland ärmer ist dessen Hilfsmittel wesentlich durch seine©chiffWL allem durch seine ungeheure Kolonialmacht verstärkt große Kolonialmacht wünsche ich auch für unS. Frankr � sein glücklicheres Klima gewiß reichere Ernten, große Bergwerke und vor ollem in dcm schnelle» unserer Bevölkerung einen wesentlichen VorzuS-* Lasten in Anbetracht des Rothstandes der untere« �.i als zu groß geschildert werden, so kenne ich.?,«3 chneiden" l Durch V rntgten Gen mungen i f folgende 5 elcher Marg der verkauft, gütlicher, nich "argarine an eise müssen «lchen Man Kreise des Volkes. Die Bergarbeiter des Westfad in deutl Sebören noch immer zu den am besten besoldeten- ��Margarine an labt der Handwerksmeister klagt, daß sie höhere. j,�lso auch nich müssen, und jeder Landwirth wird daS auch del- J.,.?«■.. Abgeordnete Rickerl hat auch nur die klei« lmhullung fu als in einer Nolhlage befindlich anzuführen 0C pck werde ich ihm gern die Hand bieten, � Abgeordnetenhause Gehalls-Äufdesserungcn e Das ist aber auch die einzige Klasse, deren Mr ven z bisserung wünschenSwerlH macht. Wenn der Ar!? Ivfern° W weriy macyi.-wenn ou- � P jxr;ft n(,vflf,fn nur durchschnittlich 5 Pfennige mehr verdient, w< /chnN verobto ', Vertheuerung der Leb.nknüttel sehr<° UUZ können. In der Landwirthschaft— einem sich der Abg. R ckert sehr gern bewegt— hat e« Einfuhrverbot bemängelt. Ich weiß von diesen, etwas, nicht aus meinen landräthlichen Akten,» meiner praktischen Thätigkeit als Landwirth,'' es nur bedauern, daß dieses Verbot» lassen ist(sehr richtig! rechts.) In«uinf, von einem einzigen Viehmarkte aus an i«?.».jad Stellen die Seuche ausgebrochen. Die tP deren Spc iischungkn, mltcn derselb. lichen Best w �ffgehen, sond 5 barnung das deuea vre Wcucye ausgeorocycn. rtne vm.. p>Zf«„r*>., Schweinefleisches, welche ich bedauere, läßt der« � flkrnssädtische Abg. Rickert würde anders denken, wenn er den �r�- Ick das Elend sähe, das über eine arme Fam'!'«- �'ur° das über eine arme Fami!>« i1 md Schweine das eine für das Haus, ��Äfetrafetn ist c Verkauf, von der Seuche befallen werden. Aversonen unt auch das Rindvieh und ich selbst habe Zuchto � ttL �6 Ansteckungsgefahr abschaffen müssen. Die Res«.. OT � Beihilfe( wärtigen Domänenverpacytungen müßten den �„jediju n den belebt lehren, daß es der Landwirthschaft noch i""?*.,,"Mi ung bewege (Sehr richtig!) Das Wachsen deS städtisches� kilhelnisiraß. und die Abnahme der ländlichen Bevölkerung,- dslt, tnden Man zu Ungunsten des immobilen Kapitals kock straße eir kl. CmS-.. Ctf CT Jl—IKi hänxer der großen agrarischen Zölle, eS könne« �l!�. ,cch dem Wi stände eintreten, wo sie nicht mehr aufreckt«, iaig tonnen. Aber so lange wir kein anderes M"' perrte, blieb Ruckgang der Landwirthschaft zu hemmen,» p* eitig mit agrarischen Zölle behalten. Der Abg«orvne>>11 eitete im Anschluß on die Aeußming Cretfl�' tzerum. In heit des italienischen Volkes für fssj, �( deutsche gehalten. bestechliche Justiz teiische Verwaltung Dazu würden und eine korrekte, gehören. Glaubt tr, auck A" 600 s' jsStaliw im Höhsren Moße vorhanden ist, als bei uns? -hole,»»5 all' diesen Beziehungen können wir mit Italien Daseins, J&kumren, auch in dem, was wir für unsere Wehrkraft leisten. und die große Maß von Freiheit kann er lediglich auf die Preß- unden, �häilnisse bezogen haben. Die Blätter, die Crispi gegenüber sse, alle Aen ähnlichen Standpunkt einnehmen wie Abg. Rickert dem )erS aufjl�ichskanzler gegenüber, schlagen, finde ich, durchaus keinen chen Sw�deren Ton an wie bei uns etwa das„Berliner Tageblatt", ihren„Volksblatt" und die„Freisinnige Zeitung". Die fran- icralen»»»'sische Presse ist allerdings zynischer und zügelloser. Wir den rvouiS-�ben in der Presse bereits ein recht genügendes Maß . Freiheit, wenn auch zuweilen übereifrige Staats- alte ungerechtfertigte Untersuchungen einleiten. Wenn Abg. Bebel sagt, daß wir uns in einem Zustande Unfreiheit befinden, so soll er doch bedenken, daß belgischen Sozialisten Forderungen auf ihre Fahne gefchrie- haben, die wir sämmtiich seit Jahren besitzen: die allge- ine Schulpflicht mit Staatsschulen, die allgemeine Weh?» icht und das allgemeine direkte Wahlrecht. Das dos Land, das unserem Liberalismus als Muster- oerwirk-Ä Vaterlard»!, m wir n» der F�|& : würde« der das ldcn. Dai 'gtcn(Ät rttl öllw T gegolten hat. Mit dem Fildgeschrei der Unfrei- man olliS�it werden die Sozialisten bei den Wahlen kein Glück man s-bottben. Der eigentliche Kummer des Abg. Rickert ist, daß der die NochaH'chskanzler immer gesiegt hat; das ist nicht der unsrige. uorität dlWr wünschen, daß der Reichskanzler noch weiter siegt, und ic AufsiänHK er solche politischen Kapozitäten wie den Abg. Rickert igen fist�/.?°th>g haben wird, das wünsche ich von Herzen.(Beifall läge nilfi, isioflolle| Hierauf wird die weitere Debatte vertagt. er aant ea-r. � �."lich demerkl Abg. Nirlrert: Die ganze finanzielle wir nachS�"�'???. des Abg. v. Bennigsen, die er mir vorgehalten, n Sleuertf�?�!. �."■>* habe nur von einem PluS gesprochen ,�welches ch das Sepiennat herbeigefüh-t ist, nicht"von den Bewilli- "J» ireisl?�" � den letzten 12 Jahren überhaupt. Ich habe nicht vor« „mfLt tdfplogen, den Etat wesentlich mit direkten Steuern zu decken. ..„den 2�0v volkswirths chaftlichen Zustände betrifft, so habe ich sjMt druckleck anerkannt, daß die Linie eine aussteigende ist und en..in dci�d dre Zolle, ruher auch den Niedergang nicht haben aufhalten -■ �unen, obgleich ich behaupte, daß die gegenwärtige Entwicke- ng lerne gesunde ist wegen des allzu großen staatlichen Ein- !e,f-vs. Herr v. Bennigsen hat in allem Ucbrigen nur die arnkatur merner Rede beantwortet, nicht meine Rede. Daß an. Parlament angenehm ist, kann ich nicht behaupten. Abg. v. Oennigsrn: Ich bedauere, wenn ich den Vorredner Blinder, vom Monbijou-Platz kommend über die ehemalige Herkulesbrücke, durch die Burgstraße, über die Friedrichsbrücke und unter den MufcumS-Colonnaden entlang. Einen dritten Blinden kann man täglich Vormittags in der Kommandanten- straße beobachten, von wo er in die Alte Jakobstraße einbiegt. Endlich sällt den Vorübergehenden in der Großen Frankfurter- straße ein Mann auf, der, ohne Beine, sich auf einem kleinen Wagen, mit den Händen den Boden berührend, fortschiebt. An den Straßenkreuzungen wird bei starkem Verkehr diese Art der Fortbewegung mißlich, aber überoll findet sich ein Hilfsbereiter aus dem Publikum, der den Wagen schnell über den Straßendamm fährt. Ebenso nimmt sich das Publikum auch der erwähnten Blinden an. Gegenüber den oft vor- kommenden mulhwilligen Rempeleien geben diese Vorkommnisse erfteuliche Bilder aus dem Berliner Straßen-Verkehr. Der Konsum von Pferdefleisch hat sich in den letzten Monaten ganz bedeutend erhöht, was wohl dem rapiden Steigen der Viehpreise zuzuschreiben ist. Aus gut unter- richteter Quelle erfahren wir, daß täglich 70 Pferde in den Berliner Roßschlächtereien getödtet werden und die wiedemm mehrere hundert Zentner genußsähiges Fleisch ergeben, welches bei der Höbe der anderen Fleischpreise gern gekauft wird. Das Pfund„Roßfleisch" wird gegenwärtig mit 15 Pf. berahlt.— So werden die Arbeiter durch die Politik der Vertheuerung der nothwendigsten Lebensmittel in immer größerem Umlange zum Konsum schlechteren Fleisches genöthigt, vor dem die Wohl- habenden sich ekeln. Schmierig- danliche Experimente find in Berlin jetzt an der Tagesordnung, aber dieselben sind so alltäglich, daß man nicht mehr davon spricht. Dahin gehören z. B. der Bau der elektrischen Station in der Spandaucrstraße, wo man ein ganzes Gebäude auf gewaltige eiserne Balkenlagen stellt, oder der Mavhennerfche Eiweiterunasbau in der Oberwallstraße, wo man stückweise niederreißt und neu baut. Früher erregten . Di« der? H -'�S fei ;.) ES s' die ich iiiu«,■, L'Wen HauseS. Hinsichtlich de > tir«� m e, � habe ich mich nur dagegen ge- lg noch Preußen in unsicherer und wechselnder Hö " �u'V1 �" Zwecke erfolgen, ewandt, daß drese öhe und ohne An- Schluß 4ss Uhr. tat.) Nächste Sitzung Donner st ag 12 Uhr. tigung�i«. roßen t, esten us i sie§af j n m-ch dahin ir. nz-ae vols i wahr- fi* Kokalkommisston theilt mit, daß die Brauerei tion der Mötzow, Prenzlauer Allee, sich bereit erklärt hat, ihren Saal zu iiJ>, für d« llen Arbeiterveisammlungen herzugeben. ■* I« Frirdrichvfelde haben folgende Wirthe ihre Lokale s. wie 5 Ä» xriroerryvsetoe yaven soigenve Wirlpe lyre voratt ' d«! u Ardeiterversammlungen verweigert: MeZke, Berliner- ' �raße 18; Meikowski, Wilhelmstraße 8. Da« Kerlwee Polizeiprästdium veröffentlicht folgende ikanntmachung: Auf Grund des Z 1005 der Re-chsgewerbe- rdnung bestimme ich hiermit für den den Gcmeindedezirk xclin umfassenden Bezirk der Gastwirthe-Jnnung zu Berlin, aß Gast- und Schaukwirthe, welche, obwohl sie ein in der jnnung vertretenes Gewerbe betreiben, derselben nicht ange- ören, und deren Gehilfen(Kellner) zu den Kosten: 1) der on der Jnnung für das Herbergswesen und den Nachweis r Gehilfenarbeit getroffenen, bezw. unternommenen Einrich- ngen, 2) der von der- Jnnung zur Förderung der gewerb- chen und technischen Ausbildung der G-Hilfen(Kellner) und �«ehrlinge errichteten Fachschule, 3) des von der Jnnung er- auflP/chteten Schiedsgerichts in derselben Weise und nach demselben -inf., lÄMaßstabe beizutragen verpflichtet sind, wie die Jnnungemit- DÜ Glieder und deren Gehilfen(Kellner). Diese Bestimmung tritt j�pisrit dcnr 1. Januar 1800 in Krast. Hierzu bemerke ich, daß i*r J der Jnnung das gefammte Gast- und Schankwirthschafts- letzte« jen chrfor ines Ss e ich, Ä laut � irtigen de fstjü ewecbe in Berlin vertreten ist, soweit dasselbe mit mindestens *Skm männlichen Gewcrbegehilfen(Kellner) und mit Aus- h-i«�hluß von weiblicher Bedienung(Kellnerinnen) betrieben wird. Ich d'? A- Vermuthlich werden die Gastwirthe nun bald auch noch ung dl? � olizcilich gezwungen, eine Meisterprüfung in Bezug auf das estlnS li �Schneiden" beim Füllen der Gläser abzulegen. reich.° Durch polizeiliche Kekanntwachuug werden die be- ist. a;A pljeiligten Gewerbetreibenden wiederholt auf die gesetzlichen Be- ch'ffslids�Mnmungen über den Verkauf von Margarine, insbesondere stärktch�Mf folgende Punkte aufmerksam gemacht: 1) Jeder Händler, Franfrli whelcher Margarine, d. h. Kunstbutter, gewerbsmäßig feilhält n, wir jj.dder verkauft, muß an in die Augen fallenden Stellen in chnellc« gütlicher, nicht verwischbarer Schrift die Inschrift: Verkauf von orzug- �Margarine an den Geschäftsräumen anbringen. 2) In gleicher niere1' �.ffieffe müssen die Gefäße und äußeren Umhüllungen, in h auch. �Welchen Margarine gewerbsmäßig verkauft oder feilgeboten estsäb-xitMrd, in deutlicher, nicht vecwifchbarer Schrift jdie Bezeichnung idcten-.�Margarine an in die Augen fallenden Stellen tragen, dürfen öhere �Mfo auch nicht derartig aufgestellt sein, daß jene Inschrift ver- bcsmw|j CCft ist. 3) Auch im gewerbsmäßigen Einzelverkauf muß die kleines gew' Herl ■ u Umhüllung für die Margarine die Bezeichnung Margarine und all'«~------- Ms m*"'■' W>W �rdM. c oben altn Namen oder die Firma bes Verkäufers als Inschrift tragen. r A) Regelmäßig gesonnte Stücke der Margarine müssen für den -------- Verkauf oder das~" -t« d-� ewerbsmäßigcn Verkauf oder das Feilbieten Würfelform Lag- � oben; den Stücken muß die Inschrift Margarine aufgedrück sofern dieselben nicht m einer Umhüllung mit dieser In «.«,%%«.«K fr.tT 4 av. X av« CT\—. � t___* v tr rw t xtm•' r argarine aufgedrückt er•»>*»»» NN er nmyullung mit dieser In- . wird. Schrift verabfolgt werden. Darüber, in welcher Art und Größe br Blit N ie Inschriften und Bezeichnungen auszuführen sind, ergeben Gebi��atäie vorgedruckten Bekanntmachungen des Herrn Reichskanzlers ».«vT�as Nähere. 5) Vermischung von Butter mit Margarine oder deren Speisefetten zum Zweck de« Handels mit diesen ischungen, sowie das gewerbsmäßige Verkaufen und Feil- niten derselben ist verboten und wird nach Maßgabe der ge- tzlichen Bestimmungen bestraft. In Zukunft werden Ver- rnungen wegen des Verkaufes solcher Genrische nicht mehr ehen, sondern im BetretungSfalle wird ohne weitere Ver- ung das Strafverfahren eingeleitet werden. wird nun bald das zog'man bereits die iesen kien, th, un° &>». "Ä fö�r—'"" �' MWWch» iilie Äss an', dnese iZpls!•' «"Vy rähte für die elektrische Beleuchtung der Ankunftshallen. Kei dem stark entwickelten N erkehr in unseren trotzen ist es eine recht seltsame Erscheinung, vielfach blinden ersonen und Krüppeln zu begegnen, von denen man glauben ächte, daß sie beim Gehen auf der Straße nothwendig auf ie Beihilfe eine« Anderen angewiesen wären und die sich oft n den belebtesten Straßen ohne jede Führung und Beaussichti- Mg bewegen. So kann man an jedem Morgen in der ilhelmstraße, zwischen der Leipziger- und Kochstraße, einen linden Mann bemerken, der dort entlang kommend, in die 'ochstratze einbiegt. Er trägt an seiner Mütze ein Schild mit er Aufschrist„Blind" und geht, langsam mit seinem Stocke ach dem Wege fühlend, eine ziemlich weite Strecke. Als feit nigen Wochen ein Bauzaun das Trottoir an einer Stell: errte, blieb der Blind« dort stehen, da er das Hinderniß recht« eilig mit seinem Stocke entdeckt hatte, seit jenem Tage leitete ihn einer der Arbeit- r um die schwierige Stelle rum. In ganz ähnlicher W.ise geht täglich ein anderer solche Experimente Aussehen. Eines der interessantesten wurde mit der Artilleriekaserne am Kupfergraben gemacht. Dieselbe wurde im Jahre 1773 von Boumann dem Aelteren auf einer aufgeschütteten Wiese erbaut. Die nicht besonders guten Steine der Grundmauem waren in dem Sumpf allmälig mürbe geworden. Man trug deshalb die Fundamente stückweise ab und mauerte sie vollständig neu, so daß die ganze Kaserne aus neuen Fundamenten steht. Da« erste Mahwereinsverbot a«a der Umgegend von Keriin. Aus Friedrichsberg, den 30. Okiober, wird uns geschrieben: Auf Grund deS 8 1 des GefctzeeS vom 21. Oktober 1378 ist der sozialdemokratische Wahlverein für Niederbamim durch den Amtsvorsteher von Lichtenberg verboten worden. Der Verein hatte sich erst unter dem 16. d. M. konstituirt und noch gar nicht Gelegenheit gehabt, irgend eineThätig- keit zu entfalten. Nach der gesetzmäßig erfolgten An Meldung desselben erhielt der Vorsitzende eine Zuschrift de« Herrn AmtSvorsteherS/ihm umgehend das Vereinslokal mitzn theilen. Da die Antwort viellucht nicht zur Zufriedenheit des Herrn AintSvorfteher« ausfiel, erfolgte das Verbot. Beschlagnahmt wurden am Dienstag Morgen bei dem Tischler Ad. Schulze, FriedrichSberg, Jungstr. 4, die bei demselben noch vorhandenen 16 Exemplare der Nr; 43 der„Neuen Tischler-Zeitung". Schulze ist Expedient für die Zahlstelle Friedrichkberg m der Zentraltrankenkasse der Tischler. Ei« Kubenstück. Marie H., ein Mädchen von IS Jahren, da§ sich ihr tägliches Brot mühsam durch Wäscheplätterei erwirbt, hatte im Frühjahr in einer Tanzwirthschaft die Be- kanntschaft eine« Mannes gemacht, welcher sich als Bau- beflissener vorstellte. Das arglose Mädchen glaubte den Liebes- betheuerungen des flotten Tänzers und aus der Bekanntschaft entwickelte sich ein intimeres Verhältniß, welches nach dem Ver- sprechen des Baumeisters— für einen solchen hatte sich der Herr ausgegeben— durch die eheliche Verbindung fürs ganze Leben dauern sollte. Nachdem das hübsche Mädchen dem Un- würdigen ihre geringen Ersparnisse— wofür angeblich die WirthschaftScinlichtung der jungen Leute beschafft werden sollte — anvertraut hatte, mußte sie durch einen Zufall die Er- fahcung machen, daß sie einem gemeinen Betrüger in die Hände gefallen ist. Aus eincnr Privat-Tanzkränzchen, das sie am sonn« abend mit ihren Wirthsleuten besuchte, traf sie ihren„Bräu tigam", und nun stellte sich Heraue, daß dieser einen gm anderen Namen als den ihr angegebenen trage, ferner, das er verheirathet und Vater von sieben Kindern ist. DaS de trogene Mädchen ging zur Polizei und dort witterte man in den: Bezeichneten einen alten Bekannten, gegen den schon von drei anderen Mädchen wegen ganz gleicher Fälle Straf- anzeigen eingelaufen waren. Heute wurde der steche Patron verhaftet. Eine der seltfnmsten Figuren ist vorgestern mit der Katzenmutter aus der Reihe der Berliner Originale geschieden. Die Verstorbene, Frau Ch. Curth, war die Besitzerin des Hauses Linienstr. 13 und die absonderlichste HauSwirthm, die wohl je existirt hat. Ihren Beinamen hatte sie von ihren Lieblings- thieren, dererr sie sich eine Anzahl hielt. Seit etwa 20 Jahren durfte Niemand bie Wohnung der alten Frau betreten, die Miether mußten die Miethe durch einen Thürritz in die Küche ihrer Wirihin werfen. Neu hinzutretende Hausbewohner er- schraken oft, wenn sie in der Nacht auf der Treppe eine hagere weißgekleibete Gestalt„kauern" sahen uud in dem hüstelnden Gespenst ihre Wirthin erkannten, die allnächtlich da« Hau« vom Keller bis zum Boden revidirte. Die Frau, welche ein« Woh- nung von fünf Zimmern inne hatte, betrat ihre Wohnräume nie, sondern wohnte seit dem vor langen Jahren erfolgten Tode ihres Gatten in einem kleinen Zimmer. Sie lebte trotz ihre« ansehnlichen Vermögens Lnnlich, Armen und Bedürftigen gegenüber war sie wohlthätig. Nach ihrem Tode fand man rhre Kleinodien in Lumpen gehüllt hinter dem Ofen ihrer Schlaf- kammer liegend; da« stattliche Haus fällt dem Joachimslhab schen Gymnasium zu und zwar angeblich deswegen, weil � der verstorbene Gatte der sonderlichen Frau eine„Freistelle" in der Lehranstalt gehabt hatte. � Ei« dnrchgegangeues Kchutzumnnspferd. In nicht geringe Aufregung wurden gestern Nachmittag die Passanten des AlexanderplatzcS versetzt durch das Pferd eines berittenen Schutzmannes, der an den KönigS-Kolonnaden unter der Stadt bahndrücke postirt war. Das bis dahin als unbedingt fromm angeschene Thier wurde unter dem Bahnübergang plötzlich un- ruhig und stürmte trotz aller Bemühungen des Reiters im wilden Galopp davon. Es lief bis zur Mitte des Alexander Platzes, auf dem Wege dorthin mehrere Personen überrennend, dann jagte eS, von dem Beamten herumgerissen, zurück und lief in die zwischen der Stadtbahn und dem neuen Polizeipalast kürzlich angelegte Straße hinein, in welcher es mehreren aus dem Präsidium herbergeerlten Schutzleuten gelang, das rasende Thier festzuhalten und ihrem bedrängten Kollegen herunterzuhelfen. Von den überrannten Personen wurde eine schon bejahrte Dame, die Gattin eines Tabakhändlers, ohn- mächtig vom Pflaster aufgehoben. Unter den Pferden der reitenden Schutzmannschaft scheint es übrigens der„unsicheren Kantonisten" mehrere zu geben., �. Gqmnastastenl. In nicht geringen Aerger und Verdruß wurden seit einiger Zeit die Bewohner eines Hauses in der Weißenburgerstraße dadurch versetzt, daß Tag für Tag einige der nach der Straße zu befindlichen Fensterscheiben von bübischer Hand zertrümmert wurden. Steine und Bleikugeln flogen durch die zerschmetterten Scheiben in die Wohnungen und zwar mit solcher Gewalt, daß sie mit Leichtigkeit Verwundungen hätten hervorrufen können und es klar war, daß die Geschosse nicht mit der bloßen Hand, sondern mit einer sogenannten Schleuder abgeschnellt sein mußten. Nach und nach waren solche Weise sämmtliche Scheiben der parterre und rm abgesehen von der Gefahr, durch die hineingeschleuderten Gr schösse getroffen zu werden, war der angerichtete Schaden ein bedeutender, da das betreffende Haus eine Front von zehn Fenstern hat. Wirlh und Micther hatten unter diesen Ilm- ständen das regste Interesse, durch das Entdecken der Thä er dem niederti ächligen Treiben ein Ende zu machen. Nachdem sie aber selbst eine Zeit sich vergeblich bemüht, die NichtSnutziuen ausfindig zu machen, erstatteten sie bei der Kriminalpolizei Au- zeige. Ein Geheimpolizist begann das Haus>u beobachten und schon nach»wei Tagen hatte er am jüngsten Montag die Thäkcr in der Person zweier vierzehnjähriger Burschen gesaßt, wie sie eben auf mehrere kurz zuvor erst wieder neu eingesetzte Scheiben ihre Schleuder richteten. Auf das Revier geführt, stellte es sich heraus, daß die sauberen Schützen Obertertianer eines hiesige« Gymnasiums waren, und beide den Familien höherer Beamten angehören. Der Antiquitätenhändler Snlvatore Pennt« x» Paris, Rue de Lafitte, hat dem Polizeipräsidium ein Ver- zeichniß werthvoller Schmucksachen, die ihm in der Nacht vom 14. zum 15. September gestohlen worden sind, mit dem Be- merken übersandt, daß er eine Belohnung von 1000 Frks. auf Wiedererlangung des gestohlenen Gutes aussetze. Schwer verletzt dnrch Ueberfatzren wurde am gestrigem Abend der in Spandau wohnende Maschinenbauer G. Der- selbe passirte mit einem gleichfalls in Spandan wohnenden Kollegen gegen 8 Uhr Abends die Chausscestraße und die Beiden wollten eben den Fahrdamm genannter Straße über- schreiten, als in schärfster Gangart ein Geschäftswagen heran- gesaust kam. Durch einen kühnen Seitensprung vermochte sich der eine der Passanten zu retten, während G. von der Deichsel deS Wagens erfaßt und zu Boden gestoßen wurde. Im nächsten Augenblick gingen die Räder des schwer beladenen Fuhrwerks über den am Boden Liegenden so unglücklich hinweg, daß G. von den Füßen nach dem Kopf hinauf föimlich„gerädert" wurde. Der schwer Verletzte wurde sofort nach der nächfl« belegenen SanitätSwache gebracht, erhielt dort Notbonband und wurde auf eigenen Wunsch nach Spandau übcrsührt. Don einem Steinwagen überfahren wurde in der Sommerstraße der in der G.enadierstraße wohnhafte Kutscher Heinrich B., als er den Straßendamm in unvorsichtiger W-ifa überschreiten wollte. B. erhielt so bedeutende Quetschungen am linken Bein und an den Füßen, daß er in einem nahegelegenen Krankenhause Aufnahme finden mußte. Gin jähe« Ende fand gestern Abend der in der Hussitenstr. 63 wohnende 34jährige Arbeiter Otto L. Derselbe war mit mehreren Kollegen nach Feierabend in ein in der In- validenstraße belegenes Lokal eingekehrt, wo L. für b-n nächsten Tag mit feinen Freunden einen Ausflug noch einem Vorort verabredete und sich mit dem Bemerkm verabschiedete, daß er,„falls er noch lebe," pünktlich auf dem R-ndezvou?» itze erscheinen werde. L. ging die Jnvalidenstraße entlang. Plötzlich drang ein dicker Blul strahl auS seinem Munde und gleich darauf brach er in seiner Blutlache zusammen. Passanten schafften den L. nach der nächst gelegenen SanitätSwache, wv der vom Blutsturz Betroffene bald darauf starb. Die Leiche deS bedauernSwerthen Mannes wurde nach dem Leichenschau- Hause geschafft. Die MMHeitung eine« Kerickterstaiter«, wonach vor- gestern ein Omnibus der Linie Karfürstenstraße— Siettwer Bahn mit den Gerüststangen eines Baufuhrwerks an der Eck- der Invaliden- und B-unnenstraßs karambolirt und wobei auch der Fall eine! Omnibuspferdes, der Omnibus umgestürzt und mehrere Personen verletzt worden seien, ist, wie man uns von zuständiger Seite mittheilt, gänzlich erfunden. Verschwunden ist seit etwa acht Tagen der Arbeiter Wil- Helm Wrlluhn. Derselbe ging des Morgens zur Arbeit, ocr:e zurückzukehren. Da W. feine sämmtlichen Effekten zurückgelassen hat, so kann nur vermuthet werden, daß ihm ein Unglück zu-. gestoßen ist. W. ist etwa 25 Jahre alt, bartlos und hal dunk:':- blondes Haar und graue Auaen. Eine Fingerfpitzr abgrfchnittr« hat sich oorgesieru Nachmittag der in der Trekkowstraße wohnhafte Arbeiter Richard L., als er auf feiner Arbeitsstelle, einer Schraubendrehern in der Melchiorstraße, an einem Schleifstein ein Messer schärfe � wollte. Der Verunglückte fand in einem Krankenhause Auf- nähme. Ei»«ngvfähr 10 Jahr« alt««, mit einem Knpot- hut« bekleidete« Mädchen versuchte am 19. d. Mts., am Nachmittage gegen 6 Uhr, bei einem am Landsberger Platze wohnenden Kaufmanne einen seidenen Regenschirm, den e« sür 20 Pfennige anbot, zu verkaufen. Als das Mädchen von dem Kausmanne über den Erwerb des Schirmes befragt wurde, ergriff eS die Flucht und entkam. Der Schirm, welcher jedenfalls gestohlen worden, ist mit schwarzer Seide bezogen, hat«ine«; Pfafferrohrstock mit Patentvcrsckluß und braunem Horngriff. Eü steht frei, den Schirm beim Polizei-Präsidium Zimmer 326 zu besichtigen. Ueberfatzr«« wurde gestern Abend auf dem nnbeleuch- teten Theil der Landsberger Allee, welche als Chaussee weiter- führt, der in der Greifswalderstraße wohnhafte ArbeitSkutscher Wilhelm S. Der Verunglückte ging neben seinem Abfuhr- wagen her, als ein Arbeitsfuhrwerk entgegenkam, welche« S. nicht bemerkt hatle. S. wurde von den Pferden umgestoßen und die Räder gingen ihm über die Beine. Der Schweroer- letzte wurde nach dem Krankenhaus am Friedrichshain g» bracht. Keim Schließen des Fenstee» glitt gestern Nachmittag das in der Zehdenickerstraße wohnhafte Dienstmädchen Air. a O. aus und fiel mit dem rechten Handgelenk in die auf d-nr Fensterbrett stehenden Scherben eines zerbrochenen Weißbier« glafeS. Die Bedaucrnswerthe zerschnitt sich hierbei das Hand- gelenk, doch konnte der Blutftrom durch einen schnell erschienene» Arzt gestillt werden. Polizeibericht. Als an, 29. ds. Mts. Nachmittag« ein Iljähriger Knabe sich auf einer eisernen Gitterthür des Zirkus Renz, Markthallenstraße?, schaukelte, stürzte er mit derfettea infolge eines Bruches des oberen Zapfeng zur Erde und erlitt einen Bruch des rechten Unterschenkels, sowie schwere Ver- letzungen de« Hinterkopfes, so daß er nach der Universität?- klinik gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit wurde auf dem Schloßplatz, nahe der Breitenstrabe, eine Frau von einen- Geschäf-Swagen überfahren und erlitt schwere Ouelschungen an beiden Beinen.— Kurze Zeit darauf ging das Pferd«vor Droschke I. Kl. in der Rosenthalerstraße durch und uberrannte, nachdem es sich vom Wagen losgemacht hatte, vor dem Hau.« Rosenthalerstraße 67 den mit PflasterunaSarberten beschaftwUn Arheiter Prause, so daß derselbe niederstürzte und eme bedeu- tend« Verletzung am Hinterkopfe erlrtt. Er wurde nach d.m St. HedwigS-Krankenhaufe gebracht. Ojcvirfiti'-Bcitmifl. ersten Stockwerk belegenen Räume zertrümmert worden und Kei Ausbruch bes Maurerstreik» wurden die dm Maurer Fritz Schwenzer, Wilhelm Krüger uns Ernst Klix dabei angetroffen, als sie auf der St! aße ihren von der Arbeit heimkehrenden Kollegen bedruckte Zettel in die Hand drückten, welche an alle Maurer DeutfchlangS gerichtet unb vom Streikkomitee unterzeichnet waren. Es wurde dort« aufgefordert, dem Streik beizutreten. Da eine polizeiliche Genehmigung zur öffentlichen Bertheilung von Druckschrff-e-r weder nachgesucht noch ertheilt war, so wurden die Genavnrcn wegen Vergehens gegen das Sozial, stengefetz unter Anktagege» stellt. Da die Beschuldigten angaben, daß der Maurer W,l' Helm Karpe ihnen die Fluggtätter zum Zwecke der Verth«- Turg ttnpdjcmkifit hatte, so hatte der letztere gestern gleichfalls vor der dritten Strafkammer des Landgerichts zu erscheinen, um sich wegen Anstiftung zu verantworten.�Ter Gerichtshof er» kannte den von den ersten 3 Angeklagten erhobenen! und vom Veriheidiger Rechtsanwalt Stadthagen befürworteten Ein wand, dah fie keine Ahnung von der Strafbarkeit ihrer Hand lang gehabt, schon um deshalb für nicht stichhallig, weil fie früher angegeben hatten, Karpe habe ihnen bei Enheilung des Auftrags anempfohlen, vor der Polizei auf der Hut zu fein. Sämmtlich« Angeklagte wurden zu einer Geldstrafe von je 30 Mark verurtheilt. In der Privatklage de« Pfarrers Mitte gegen den verantwortlichen Redakteur der Stöcker'fchen Zeitung„Das SSolf* stand gestern vor der 99. Abiheilung des hiefigen Amts gcrickts I Termin zur Hauptverhandlung an. Der Pro»eh ist ein Nachklang zu dem bekannten Zwiespalt Slöcker-Witte. lieber den letzteren und aus Anlaß desselben hatte die Zeitung »Das Volk' fünf Artitel gegen Pfarrer Witte veröffentlicht, von denen drei vor der bekannnten Witte'fchen Broschüre, zwei nach derselben erschienen find. Pfarrer Witte fühlte sich durch diese Artikel beleidigt und stellte den Strafantrag. Eme Ver- folgung von Amtswegen wurde von der Staatsanwaltschaft abgelehnt und Pfarrer Witte auf den Weg der Privatklage verwiesen.— Zu dem Termin waren sowohl Pastor Witte, als auch der Verklagte persönlich erschienen, elfterer unter Bei» stand des Rechtsanwalts Dr. S e l l o, letzterer unter Beistand des Rechtsanwalts Raetzell. Vor Eintritt in die Velhand- langen legte der Vorfitzende, Assessor Kühl, den Parteien den Dofchluh eines Vergleichs ans Herz, da nach seiner Ausfassung die Verhandlungen an sich und die daran sich knüpfenden Er» v terungen schwerlich geeignet seien, das kirchliche Leben m Berlin zu fördern.— Pfarrer Witte erklärte dagegen, daß ihm dies unmöglich sei. Es sei ein Schritt der Selbst- v.'rleugnung gewesen, den Strafantrag zu stellen, jetzt aber sei rS ein Gebot der Pflicht gegen sich und die Seinigen, cm Gebot der Treue gegen höhere Interessen und die Rückficht auf seine zahlreichen Freunde, welche ihn dazu zwingen, einen Vergleich abzulehnen.— Der Vorsitzende stellt hieraus fest, daß bezüglich der beiden letzten der unter Anklage gestellten Artikel in den Nummern 106 und 107 der Zeitung»Das Volk' sich keine Beschciniguna über einen stattgehabten Sühncversuch bei den Akten befinde. Rechts- anwalt Dr. S e l l o bat deshalb um Vertagung des Termins und Gewährung einer Frist zur nachträglichen Einreichung des SühnealtesteS. RrchtSanwalt Raetzell widersprach diesem Antrage, da nach seiner Auffassung dieser Modus nur zulässig sei, wenn die zu bewilligende Rachsrist noch innerhalb der drei- monaiigen Verjährungsfrist fällt. Das sei hier aber nicht der Fall und deshalb beantrage er bezüglich der beiden qu. Artikel Einstellung dlS Verfahrens.— Als der Gerichtshof von der Berathung über diese Frage zurückkehrte, erklärte Rechtsanwalt Dr. S e l l o, daß er nach Rücksprache mit dem gegnerischen Vertreter nochmals Vertagung der Sache beantrage. Es fei zu hoffen, daß ZeS den vereinigten Bemühungen gelingen werde, den Angeklagtm Leuß zu einer Erkläungzu veranlassen, durch welche vr-ll eicht der Ehre des Pfarrers Witte und der vorge- setzten Behörde Genüge geschieht.— Der Gerichtshof beschloß demgemäß, die Sache zu vertagen und dem Kläger aufzugeben, ianerhalb 4 Wochen da« Sühneatiest zu den Akten einzureichen. Zu einem etwaigen später stattfindenden Termine in dieser Sache sollen dann auch die Alten des Prozesses Stöcker— Bäcker der,/ bracht w.rden. dozierte Zilcvecstrtik. Di« Allgemeine Glekteizttäts-Gefellfchaft hat sich be müßigt gefunden, den in ihrer Werkstatt, Ackerstr. 77, seit zwei Jahren arbeitenden Mechaniker K. plötzlich unter der Angabe z« entlassen, es fehle an Arbeit für ihn. In ein eigenthüm- liches Licht wird die Begründung dieser Entlassung dadurch zrrückt, daß Herr K. sich vor einiger Zeit entschieden geweigert öot, nach Feierabend Arbeit zu verrichten. Die Kalle» gen der Werkstatt sahen die Entlassung K.'S infolge dessen als Maßregelung an, und fünf von ihnen legten am Dienstag Abend die Arbeit nieder. Di« Anaelegenheit hat bereits die vorgestern Abend stattgefundene Metallarbeiter- Versammlung beschäftigt. Die Arbeitsniederlegung wurde als vollkommen gerechtfertigt anerkannt. Gleichzeitig verpflichteten sich die Ver- sammelten, dm Zuzug fernzuhalten. VevlÄmmlungvn. Ae» sozialdemokratische Mahlverei« des ersten Ber- liner ReichstagSwahlkreiseS hrelt am 23. Oktober unter Vorsitz des Hemr Wiemer eine Versammlung in Jordan'S Salon, Nme Grünstraße, mit der Tagesordnung ab:»Arbeitszeit und Arbeits ruhe.' Herr Vogtherr als Referent führte in langm Autführungen an, wie die Arbeitszeit und die Arbeitsruhe heut« gehandhabt würdm; e» müßte unter allen Umständen, meint Redner, dahin gewirkt werden, daß ein dreitheiliger A bei« tag eingeführt werde. Es seien 8 Stunden zur Arbeit, 8 Stunden zur Ruhe und der übrige Theil der Zeit zu ander- «eitiacn Zwecken zu verwenden. Was die lange Arbeitszeit, wie fie besteh», anbetrifft, so gereiche nur dieselbe dem Unter» nehmer zun, Vortheil und der allgemeinen Bevölkerung zum Schadm. E« ergebe sich, daß durch die lang ausgedehnte Arbeitszeit eine große Reservearmee geschaffm werd. Es müsse folaedessm darnach getrachtet werdm, die heutige schlechte Pro- duktionsweise»u beseitigm, da sonst die Kultus und alles Wirth- fchaftleche zu Grunde gehm müsse. Es wurde von verschiedmm Seiten behauptet, daß die Maschinen an den ganzen Verhältnissen, wie fie zur Zeit bestehm, Schuld seien; dem sei aber nicht so, da das Ankäwpfm gegen das Maschinenwesen nicht stichhalüg sei; man müsse im Gegmtheil die Maschinm als einen Kultur» foitfchtttt anerkennen, da dieselbm nur dazu erfundm und em» " rbeit der Bevölkerung zu erleichtern. Redner gejährt find, die Ar! beleuchtet unter Anderem, wie schädlich" es sei, daß man ge- zwungen sei, die Kinder von fiühester Jugend an nach dm Fabrikm zu schickm, um zur Erhallung der Familie beitragen zu wüssm, statt dieselbm zu bilden. E« müsse unter allen Ämstäntm jeder Arbeiter darnach trachten, bei sich und seiner F lw.ilie Remedur �u schaffen, erst dann sei es möglich, bessere Ä-iten sowie Verhältnisse und ein menschenwürdiges Dasein Herbeizuführen; auch sei die heutige wirth schaftliche Produktions- weis« za vemrtheiien und mit allen zu Gebote stehmdm Mitteln zu bekämpfen. Dem Redner wurde nach seinem Vortrage reicher Beifall gezollt. An der Diskussion betheiligtm sich die Herrm K reme und andere im Sinne des Refermten. Es war folgende Rssolution eingelaufen: Die hmte in Jordans Salon tagende Versammlung des sozialdemokratifchm Wahlvereins beschließt, daß Jeder dahin wir km möge, von»Klingel-Bolle' keine Milch zu kaufm, auch muß jedcr Schlasbursche semer Schlafwirthin darauf rulmerksam machen; ebmsalls über die Firma Loeser u. Wolff dm Boykott zu verhLngm, alsdann, das Patzenhofer Bier nicht eher zu trir.km, bis die Brauerei ihre Säle dm Arbeitem zu Versammlungen eröffnet. Edmso sei auch die Brauerei Tivoli, wüche in Furstmwalde eine große Lokalität befitzt, zu veran» l-ss-n, dm dortrgm Arbeitem ihr« Säle zur Ver,ammlung zu erössnm.' Ehe ledoch d,e Resolution zur Abstimmung ge- langte, hatte sich ein Herr Soldmann zum Wort gemeldet, b eicher sich mit dm erstm zwei Punkten der Resolution, welche A�lle, sowie Loeser u. Wolff betrafen, nicht einverstanden er- klärt«, indem er meinte, daß kein Leweis vorhanden, über die genannten Firmen dm Boykott zu verhängen. Betrcffmder Herr wurde von dm Huren Metzner, Lamprecht und von der Wahrheit du Resolution berichtigt, so daß er sich mit derselben einverstanden erklärte. Die Resolution wurde einstimmig an» gmommen. Die große öffentliche Persammlung de« Arbeiter- Kildungsvrrein«?« Kerlin am Dienstag, den 22. Oktober, war glänzend besucht; der große Saal des Schweizugartens war überfüllt. Heu Rechtsanwalt Arthur Stadthagm, welcher über das Schiller'sche Wort:»Ans Vaterland, ans thnrre, schließ Dich an, das halte fest mit Deinem ganzm Herzen!', sprach, erntete am Schlüsse seines Vortrages stürmischm Beifall. Der Antrag, über die Brauereien Königstadt, Viktoria, Bötzow und Pfcfferberg, so lange fie nicht auf der Liste der Lokal- kommisfion stehen(Ist jetzt mit Ausnahme von Pfcfferberg ge- schehm. Red.), dm Boykott zu verhängen, wurde einstimmig angmommen, ebenso der über»Klingel-Bolle'. Ein weiteru Boykott-Antrag betreffend die Firma Löser u. Wolff führte zu einer lebhaften Debatte, bei welcher u. a. hnvorgehoben wurde, daß in Fabrikm besagter Firma die Frauen in kurzen Röcken erscheinen müssen, weil an langm Kleidem Tabakschnitzel hängen bleiben könnten: Zuwiderhandlungm ziehen im ersten Falle eine Strafe von 25 Pf. nach sich. Zum Schluß nahm die Versammlung noch einm Antrag an: Am Sonntag, den 27. d. M., bei günstiger Witterung einen Ausflug nach Reinickmdorf ins Seeschtößchen(welches den Arbeitem zu jedu Versammlung offm steht) zu untemehmen. Sammelpunkt Nachmittags 2 Uhr bei Gnadt, Brunnenstr. 38. Di- SZärtn-rg-hilfen K-rlins und Umgegend kamen am Mittwoch Abend im overm Saale von Feuerstein's Lokal, Alte Jakobstr. 75 zusammm, um unter Vorsitz des Herrn Abromeit über ihre bevor st ehende Lohnbewegung zu diskutirm. Als eigentlicher Referent trat Herr Büchner auf; um zunächst drei Fiagm auftuwerfen, die vor jeder Lohn- bewegung aufgeworfm werdm müssen. Man müsse fragen, ob zunächst Grund zu einer solchen vorliege, dann ob Aussicht auf Erfolg vorhanden sei, schließlich, ob die evmtuellen Erfolge mit den Opfem, die gebracht werden müssm. im Verhältaiß stehen. Die erste Frage bejahte er an der Hand einer vom Fachverein aufgenommenm Statistik. Dieselbe deckte ganz er- bärmliche Verhältnisse auf. Nach de.selben beträgt der Durch- schnittslohn eines Gärtnergehilfen, der übrigens 300—1000 M. Lehrgeld zahlen muß, bei freier Station 20—25 M. monatlich; das aufgefundme Maximum war 36 M., dos Minimum 12 M. Ohne Station betrug der monatliche Lohn im Durch- schnitt 55—60 Mark. Der höchste Lohn war 85 Mark, der niedrigste 30 Mark. Bei wäcki entlichem Lohn betrug der Durchschnitt 15 Mark, die Wochen löhne schwanken von 8—20 M. Der Stundenlohn betrug im Durchschnitt 14- 7 Pf-, bei freier Station 4j Pf. Die Arbeitszeit betrug bei den LandschaftSgärtnern 10—11 Stunden, bei den Handels- gärtnem 10, 11, 12—17 Stunden, in Blumenschäftm 14— 17 Stunden. Ein Tagelöhner stehe sich bedeutend besser; er ar- beite nur 10 Stunden und erhalte 2, 2,50—3 M. Lohn pro Tag. Auch die Aussichten zu einer Lohnbewegung seien gute, wenigstens hätten sie sich sehr gebessert. Nicht nur sei der »Künstlerstolz' im Schwinden begriffen, auch der Zuzug nach Berlin hätte bedmtmd nachgelassen. Im letzten Frühjahr habe sogar Mangel an Gärtnern geherrscht. Auch die letzte Frage sei zu bejahm. Werde auch nichts erreicht, was undenkbar sei, so trage eine Lohnbewegung doch viel zur Aufklärung bei. Schlimmer wie jetzt könne es so wie so nicht werden; deshalb solle man sich durch nichts abhalten lassen. Die Kollegen sollten endlich aufwachm, und wenn der Ruf er- schallt, sich aus der geistigen Versumpfung zu erheben, nicht feige zurückstehen.(Stürmisches Bravo.) Herr Hube glaubt, daß es, ebenso wie in Dresden, nicht zu einem Streik kommm werde, da viele Prinzipale die Nothwendigkeit einer Aufbesserung erkannt haben. Auch er betont, daß im Frühjahr die Gehilfen nickt zu mtbehren seien. Die weitere Diskussion kritifirte im Allgemeinen eine Amßerung eines Prinzipals, des Herrn Tubbenthal, der seine Meinung dahin aussprach, daß gute Gärtner schon jetzt gut bezahlt würden. Die Gehilfen solltm dafür sorgen, daß in den kleineren Städten nicht so viel Lehrlinge ausgebildet werdm, die nichts leiftm können. Mehrere Redner, so Herr Gleitzmann und Herr Böhl- mann, führtm aus, daß die Gehilfen nichts zu dem letzt ge- äußerten Wunsche des Herrn Tubbenthal thun könnten; die Prinzipale solltm den Lehrlingen lieber etwas ordentliches lehren, nur so sei dem abzuhelfen Namentlich Herr Abromeit betonte, daß es eine schöne Einbildung, daß die Kunst in der Gärtnerei noch bezahlt«erde. Gute und schlechte Gehilfen erhalten 12 M., ganz gute vielleicht 13 M. pro Woche. iLeb- haste Zustimmung.) Herr Mielenz weist auf die Roth- wendigkeit einer Organisation hin und empfiehlt den Anschluß an dm Fachverein der Gärtner, der auf dem Boden der allgemeinen Arbeiterbewegung steht. Hierauf wurde dem An- trage de« He-rn Büchner entsprochen und einstimmig Herr Abromeit als Vertrauensmann gewählt, der die ganze Bewe- cung leiten und Sammelmarken verausgaben soll. Ihm wurden drei Revisoren und zwar die Herrm Mielenz, Schulz und Wetzel Beigegeben. Femer wurden ohne Widerspruch eine Lohn- kommisfion gewählt, die die Forderungen ausarbeiten soll und sich wie folgt zusammensetzt: Für die Baumschulmgärtner: Schiebrck Nieder-Schönhausm und Schramm-Stealitz; für die Landsckastsgärtner: Winkler und Bauschke-Berlin; für die Topfpflanzmgärtner: Gerdissm und Born Charlottenburg; für die Binder resp. Blumengeschäfte: Metzing-Berlin; als Ver- treter der Gärtner in dm städtischen Anlagen: Seifert-Bcrlin; für die Gemüseaärtner(Spargelkulturen): Grosser- Berlin. Alle Mitglieder mögm sich an Winkler, Bülowstr. 36 w W> wen dm. Nachdem noch der Beitrag zum Streikfond auf 1 M. monatlich festgesetzt worden, wird folgende Resolution einstimmig ange- nommen:»Die heute in Fmerstein's Salon tagende öffentliche Gärtnerversammluna beschließt in Anbetracht der bis Dato herrschenden unhaftbarm Zustände, sich eine« kollegialischen Zusammenhaltens zu befleißigen, und gelobt, unentwegt an dm von der gewählten Lohnkommission aufgestelltm Forderungen festzuhalten und verpflichtet alle Kollegen, nicht nur die Hand zu erheben, sondem auch mit vollem Eifer dafür ein- zutreten, da wir infolge der Amßerung der Arbeit- geber:»Jeder ist sich selbst der Nächste', zum Kampfe gefordert werdm.' Hierauf wurde eine Kommission von 5 Mann(Büchner, Grosser, Krause, Küchle und Abromeit) gewählt, welche die Vorarbeitm zur Errichtung eines Arbeits- Nachweises thun sollm, da die brö jetzt bestehmdm»Heils in Privathänden liegm, theil« die Zustände in d«m des Deutschm Gärtnerverbandes geradezu unwürdige find. Klage wurde auch noch über die Geschäftsführung der hiefigen Filiale der Gärtner-Krankmkass«(fie befindet sich in eimr Mädchenkneipe) geführt, und Herr Mielenz. Johannisthal beauftragt, m dieser Sache eine Versammlung einzuberufm. An ihn find Beschwerdenzu richten. Nachdem noch nach reger Diskussion beschlossen wordm, das Bier der Union«« und Viktoria-Brauerei nicht mehr zu trinken, von Bolle und Loeser u. Wolff nichts mehr zu kaufen und zum Abonnement auf da« »Berliner Volksblatl', die»Berliner Volks- Tribüne', die »Deutsche Gäctner-Zeitung' aufgefordert wordm und auf die Versammlung des Fachvereins, die am 29. Oktober bei Feuer- stein stattfindet, aufmerksam gemacht worden, schließt die Ver- sammlung mit einem stürmischen Hoch auf die Bewegung der Arbeiter resp. der Gärtnergehilfen. Nichtgevehmigte Perjammlung. Eine zu Dienstag, dm 29. Okktober angemeldete Volksoersammlung mit „______________________ der Tagesordnung: Die Verthmerung der Lebensmittel. Refermt Herr A. Stadthagen, erhielt nicht die polizeiliche Genehmigung. tachl>»r»t» d»r ftrliMir g»b»tfirb«r und Sach,»noss«n.« SffentUche Veriammtun, am Donnerstag. den�zt�ONober,«dend»«(Uhr öderen Saale der»dlerbrauerci, Ziele einer Geweikschastrorianisalson. vadstrahe 67 Zagelordnung: BUftttnl: Herr Wernau. «rohe i� lm X. Znxcf und 2. Didkusston. 3. Verlesung der Ctatulen. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreichen Besuch wird aebeten. Nerii» dar|lahtaaschin»«- und Aandardei und Umgegend. Generalversammlung am Donnerstag, den 8X Uhr, in Scheffel'» Ealon, Insel ftrobi Nr 10 Tageiordr Vorstände». 2. Bericht der Kaiffrerin und der Revisoren, Statul». 4 Berathung deS Weihnachtivergnilgrr.i. 5 Berti buch ist nolbwendig. K«,iaid»mo»ratifch�e Wastlverein für d»n S Donnerstag, d-n 31. b. M Abend» 8� Uhr,-' . W.__________ IP____... große Versl Saale der B.auerei„Tivolt" amKreuzberg. Tagesordnung l. eine» Kandidaten zum Reichstag sstr den 2. WaHlt™. 8. Verschiedene» und Fragetaften Gäste wtlllommen. MUlltr» genommen l auch werden die Beiträge dort enlgegengenomm«. Erscheinen wird ersucht. «Iritnbtn- und Sogriibnihkass« d»»»«rein» ruf«klaN»n lVerwaltungSstelle S>. Milgliedervcriammli den 2 November, Abends 8 Uhr, Brunnenstr. 85« Gäste veffrntttchr Utschl»rv»r sammlung am Sonnabend. AbendS W Uhr. im Kur hau» zu Friedenau für Friedenau. aegend. Tagesordnung: 1 Zwick und Ziel der gewerlschastv Sieserent Kollege Wiedemann au» Berlin 2. Diskussion.. Um vünttlichei Erscheinen aller Kollegen wird gebeten.„ Fr»i« N«r»inigung d,r Maurir«»rlin» und um- o-drmliche Mitgliederversammlung am Sonntag, den 3. No«w«j , Eiitellcr". Ehaulieestr 88. Tagesordnung t I.Vortrag über Referent F. Hermerschmidt. 2. Diskussion. 3. Wahl de« 4. Verschiedene VercinSongelegenheiten Di» Fachvrriinaexrsammtungrn den Kt«inm«d»n«> p jeden Sonntag nach dem Ersten'n Deigmullei'S Salon,«ste- stall r also nicht inihr Sovbienstr. 34. Kanttät»>>»r»in für Arbeiter beiderlei«eschn werden täglich entgegengenommen, sowie Boni auSgesertig» und ausgenommen bei Herrn Olto Rasche. Martannenstr. 34 Hot 9 r t Der Arbettsnachwei« der KtauierarbeUer d-si» straße 78 bei Winzer. DIe Adressenauigade findet jeden Abend und Sonntags Vocmillo.gS von 10 bis Xir Uhr, sowohl an' Nichtmitglieder unentgeltlich statt. «»sang-, Nur» und gesellig» Derein» am DonnerM� gesangveretn.Sätitia' Abend» 9 Uhr in Benin S Restaurant.»31 — Gesangverein.Brehelschluß'«bendS 8� Uhr im KeftaarM � Alte Jakobsirahe 33.— Mänuergeiangverein.Nordstern' S°i?.) Restaurant Pohl, Wüllerstrasie 7.— Schäscr'scher Gesangoernd AbendS 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, Skaliderstrabe 126. verein.Blüthenkranz' Abend» 9 Uhr im Rkstauranl BrandenbaM Männcrgesangverein.Alerander' Abend» 9 Uhr im Restamani g bcrgerstrabe 3.— Männergesangverein.FirmitaS' bei Kinner. � Nr. 68.— Gesangverein Männerchor.St. Urban' Abend»* ftraße 9.— Männergesangverein.LiedeSsreiheit" AbendS 9 UhrJJ Miegel, Stralauerstrahe 57.— Gesangverein„Deutsche än �erscheint tägli ' in s Haus vi Ps. Som Expedition i für da« A Adm 9 Uhr. . Köpnickerstraße 100.— Gesangveretn„Norddeutsche von 9— 11 Uhr Michaelkirchstrasie 39.—„Männergesangveresti Für den wei t auf da Är c oi.—«.uciiocccin„irniengaioc(»:eyrungs-uolycttu">� � I. � fenbachstrahe 60—61.—„Berliner Turngenoffenschast nt»tbft dem w > eilung) AbendS 8 Uhr in der stadtischen �-I AbendS 9 bis Ii Uhe, Frankfurter Bicrhallen(Krüger). Gr. Frl —„Brunanta" AbendS 9 Uhr Uebungi stunde bei Lehmana. strage 32.— Turnverein„Haienhaide" lSebrltngS.Sbtheilungl Die'-"-�"—-"""~" Abl�...„.,�....u u l.li.[ii uti|iuuii|ii|iii a ftrahe 17— 18;— dcSgl. 6. Männer- Abtheilung AbendS si» städtischen Turnhalle, Gubenerstrahe 51.— Lübeckstcher Turnon" «blhciung, AbendS 8 Uhr Elisabethstrasie 57-58.-»llgcmeiWS Etenographenvercin, Abtheilung„Louiscnstadt", Abend« Restaurant Preuss. Oranienftr. 51.— ArendSstcher Slelff-r Der Kt das ganze Ä wöchentlich i Restaurant Preuh, Oranienftr. 51.— ArendSstcher .Phalanr' Abende 8X Uhr im Restaurant.Zum Buckower Garli. straße 9.— Deutscher Verein ArendSstcher Stenographen«oeo 1 Zimmerstrab Heidt« Restaurant, Koppenslr. 75, Unterricht und llebung."-- graphen-Verein tSgstem ArendS) Abends 9 Uhr im Rellauraal — Slolzcffcher Stenogravhenvercin.Nord-Bersln' Abendi 0 strahe 44.— Verein der.Natursreunde' Abends 9 Uhr im Reim ftrasie 85.— Verein der Unruhstädter AbendS 8X Uhr im.Ä?™ Hvlzmarktstrabe 72.- Verein ehemaliger F. W. Rcttschlag ZL» 1. und 8. Donnerstag leben MonatS im Cas« Schüler, LaaZJJ, ilbendS 8 Uhr.— Rauchklub.Kernspihe' AbendS 8r Uhr im RüderSdorferstr 8.- Rauchklub.Arcona' Abb«. 9 Uhr bei Poschs strasie 118.— Rauchklub„Dezimalwaage" Abend» 9 Uhr im»n. Krautistrahe 48.- Rauchklub„Vorwärts" Abend« 9 Uhr dei.?f Bestell» sowie von «ntgeaengew Für au stevungen a ------------- U„�JUllUUllü ZTUCltUÖ v 141)1 Restaurant„Zum AmboS", Breilauerstrasie 27.—„Orientalil� AbendS 9 Uhr im Restaurant Wiechert, Oranienstrahe 8.—. Ptexe" Abmdö 9 Uhr RüderSdorferstraße 67 bei Wunderlich.,.. „Collegia" AbendS 9 Uhr bei Thtemermann, Skoltgerstraze � 7 Thealergesellichaft„Ldierschwinge" Sidung Ms Uhr Gartenilrap�U — Musikoerein„Vorwärts" Ucbung Abendi von 9-11 Uhr Neue Mitglieder erwünscht.— Vergnügungiveretn„FarineJJJL 23 Znoalidenstrabe 139, Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mi». Zileuette jJcittivirli� der Verboten wird auf Grund de! Der die Hamburger Polizeibehörde(Senator jp'r. H a �n�Gruv I._______________________-HachA'i! Nr. 43 des Xl. Jahrganges dec»Reuest � tamentarift z ei tun g', verantwortlicker Redakteur Richard �"5.r,„ud i bürg, Herausgeber W. Gramm, Hamburg, Dru� Li..' W. N-d ,»\ i™ j;, Depesrheir. (Moikk'««-z-g-avh«» M London, 30. Oktober. Einem Telegramm� at� Island(Rord-OueenSland) vom29. d. MtS. zufolsi�� die Nachricht eingegangen, daß der anglikanische Pfl die ihm unterstellten eingeborenen Lehrer und die de« Schiffes»Mary', sämmtlich der Londoner schaft zugehörig, von Eingeborenen des südöstlichen ermordet worden sind. Der der Regierung von A gehörige Dampfer»Albatroß' ist nach dem Orte» gegangen. Dublin. 30. Oktober. Gestern wurde in dem Prozesse wegen Ermordung des Polizei-Jnipf. f in Gweedore das Urtheil gefällt: Ein Ängeklags� ff leklcgte zu siebenjähriger, zehnjähriger, zwei Angeica�ie zu„corniuvriz,---.fthCj lähriger Zuchthausstrafe wegen Todtschlag« Angeklagten sind Gefängnißstrafen von 2 bis 6-1 bff erkannt worden. Der katholische Priester Macfavv�� Verhaftung wegen Vergehen« gegen das irisch* � daß dies die Schädl Gehör schc schon schw von den frage di Zähigkeit, Da« Besteuerui Lassalle di die Arbeit die Vedeu Und uns dafür gesi ihumS, dt gerissen is Wae P arole: die Ermor'dung�deS Inspektors Martin sich zuirug�� gelassen gegen Bürgschaft, daß er sich, falls vieS vi zur Verkündigung des über ihn zu fällenden' Gerickte stelle. U«ro«a, 30. Oktober. Die Etsch ist von Neu um Mitternacht war der Wasserstand einen normalen. Das Wetter ist sehr schlecht. ISUkchdruS r jr scyiecyi. Genua, 30. Oktober. Infolge stetigen vjrnun, ou. juiiüvci. � Polcevera-FlusseS wurden mehrere Brücken weg«-� Rivarolo ist der Fluß aus den Ufern getreten uno fach« Schäden verursacht.__(sj E Sinzig F-rrara, 30. Oktober. Der Po ist neu»---.-, seit gestern regnet es unaufhörlich, ebenso hjgi.- krochen Sirocco. Die Bevölkerung ist beunruv � Dämme infolge der letzten Ueberschwemmungen sind. DviefktLtsten.«/ Bei Anfrazm bittm wir die AbonnrmcniS-Ouiltung brizussi*' Antwort wird nicht rrthrilt., l ersuch.j An all- v-r-ins-Kchriftführ-r. Wir er>UG � m, die Berichte so kurz wie möglich absaii„ Ein Bericht, der für J)le Oeffentlichkeit be stimmig zzt' lassen, Jean Ii die Ko einen fruchte ander Abend Platz. darum, di« Ein Bericht,....—„............, Protokoll sein. Mitgeihült soll durch ihn nu* � was di« Oeffentlichkeit interessirt. Od eine Sitzu.�s i oder um 91 Uhr beginnt, ob fi« um ll oder um L- weiteren Kreisen ebenso gleichgiltig, wie die g*"�.heii-As aller Redner, die in der Diskussion gesprochen fUtt rj hoben wir ickon wiederbolt darum aebeten, haben wir schon wiederholt darum gebeten, nicht ausführlich zu berichten, über welche bereits, worden ist. hälff,! F. T-...... rf, KchriftfSH---. S'- Sieben vergessen, um welchen Verern es sich ,,'�j i ammlungSbericht handelt. Auch ist das Manu! Seiten beschrieben. Wir bitten Sie uns das Ihrem Bericht noch einmal auf dem Raum mitzutheilen..�li Kchmi-d--N-r sammlung. Ihr Ber, cht - ,aen des StvN�. Er fw Währ den l gedach gab; dort i d'e F jetzt t Züge zählen wenigen anderen da« Schicksat, wegen de« �-■aCf augenblicklich infolge der ReichStagSverhandluns�j stehen wordi Butt« Alzir ist, zurückgestellt worden zu fein." Wir Sonntag freundlichst gedulden zu wollen. bitten Verantwortlicher Redakteur: ZU«-ouh-im in Berlin. Druck und Verlag von Pla» Kadiug in Berlin SV/., Beuthstraße 2.