übe üb« 257. Sonnabend, de« 2. Uavemder 1889« «. Anbrg» tMrVMlill. ««d Salon, � zH Krgan für die Interessen der Arbeiter. Äbüä»», mmkMW M,ta am SwJ'fJ l Tag» b-kaff-d-" r?K >tz- 51 ovlmb«�,» ä8.»>?!?, en: Barrl» • S Jl:. L ambnftätf ■i Crtm» »cht»-. d nrar' 3 2r. n der! B tinj für � ' Äbrf| von Abonnements- Einladung. »�..�ür Monat November eröffnen wir ein neues Abonne- �>t auf das MhauZ� >l Hriilä, BerUINs ichMi'df! «ler lchel � "ber«-K� umen"1! «tut Uhr ung nBtt» Jl i-lnträB«, Ii Tu» tischt» i, ti,t«u»«y s«l. tichtr tbtn,;,f rtndU� «tsta»?? .llobun�>i r. Da 08.-1 .»Hrrliner Uolksblatt" dem wöchentlich erscheinenden „Sonntagsblatt". da, � �domremerrtspreis beträgt frei in« Hans für »faS Vierteljahr 4 Mark, monatlich 1 Mark 35 Pf.. � Vei Seldstabholung aus der Expedition, *�1 Marti pro Monat."WW iowie nn» werden von sämmtlichen Zeitungsspediteuren, entgegengfn,),�®�Pedition unseres Blattes, Zimmerstraße 44 ericki�,� hinzugetretenen Abonnenten wird der bis jetzt i. �heil des Romans gratis und franko nachgeliefert. Aellun � � erhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Be- �"gen an. Die KedaKtio« und Grpeditio« des„Serlmer Uolksklatt". ti-�. SSg1� ; ÄnflN? on Die rnvustvielle ATeauen- slr-pt lufstt- � »t-z M fe volksib' Während man in den herrschenden Kreisen ängstlich be- Wt ist, den arbeitenden Klassen nicht zu viel Rechte zuzu- �stehen und immer auf der Suche nach Gesetzeslücken ist, � die wenigen Rechte der Arbeiterschaft noch zu beschnei- . zieht man in weitherzigster Weise den Kreis der Pflichten "Mner größer und wird nie ein Wort hörbar, daß den Ar- zu viel Leistungen aufgebürdet seien. Natürlich gelten Worte in Bezug auf die erwerbsfähige Frau erst recht. ■Wan verlacht die Vorkämpfer für Frauenrechte und findet �.Forderung geradezu spaßhaft, der Arbeiterin für die Peiche Arbeit auch den gleichen Lohn wie dem Manne zu Scben. ere d'-D enden Q angen�ji iralen . Trotz dieser offenbaren Ungerechtigkeit ist die Frau ebttt �ch die Roth veranlaßt, fich zu fugen und an � S wer dchkn Produktion im ausgedehntesten Maße»u betheu g ""b ihre schwache Kraft m den Dienst der mare nm d�. erst f. s.»-Ä- im»ifi diese aS hat n-llen� Güt'e?�gun77u stelle" Fr'Ä knnem Lande ein Gesetz,., welches der Frau. WOT- f.„.-'--- ri'Hi auferlegt, in die Fabrik zu gehen, um Wolle zu gs.Nttcn oder Seide zu wirken, oder als Stickerin zu arbeiten. einfacher. Die kunstvoll kon- Feuilleton. »rrh°ttn.I l18 liger � 1»! i-s greS Gsvminsl. �bzialer Roma« von Emile Zola. KS autorisirte Uebersetzung von Ernst Ziegler. Zch laß doch, Du machst mich ja ganz naß..... Sie tonm nur oineS, daß nämlich Maigrat'S Idee.. warun, t n ,'on Katharinen sprechen, aber sie unterbrach sich: Und aJÄ. ste den Vater beunruhigen, das würde Redereien Schichten ohne Ende geben. ' Idee?" J Mut';"•- Maigrat'S Idee ist,»nS zu betrügen! Käthe «ri uß dir Rechnung ordentlich nachsehen.. fie von ntx°us dem Waffer �rungen.�um-�e�te � tz ollt' � �reuem und wnNt»«. jtn g Öftrem und �uilor gemrungen, uinuiu,»- �ois""»!L und t"'cht loslassen. Endlich machte sie sich P J �-Z-n Sa Ä ein P°°r trockene Hosen, die er mit kein JjJ c'r Weile mit 61 stch gewaschen hatte, liebte er, e Mo*, �tte die»otu bleiben. Auf seiner weißen ...Ijit* zacht, die er Niit bläuliche Schrammen und Ritze ge- wünln«NN, und LTL? oli«rigte, indem er seine tätowirten �"te und str�t-'�ww.. Marmor� geädert-� Brust �frei itWiß"Uiujithen" und'n?u.ch seinen Kaffee noch, ohne ein Hemd dabei berichtete er seiner Frau vom Zorne struirten Maschinen machen vielfach die körperliche Kraft des Mannes überflüssig, er wird deshalb entlasten; aber er hat vielleicht eine Schwester oder ist verheirathet und hat Frau und Kinder und daher muß er, wenn schon arbeitslos, nicht darben, er kann ja diese statt seiner in die Fabrik schicken, ihre schwächere Kraft reicht zur Bedienung der Maschine gerade hin. Daß die Frau oder das Kind nicht denselben Lohn erhalten kann, wie der Mann früher erhalten, muß ja dein Arbeiter selbst einleuchten. So kam die Frau in die Fabrik und so entwickelte sich, gleichm Schritt mit der Anwendung der Maschinen in der Produktion haltend, die gewerbliche und industrielle Frauen- und Kinderarbeit. Heute hat dieselbe eine bedeutende Ausdehnung, in allen industriellen Ländern ist der Antheil des weiblichen Ge- schlechtes an der Gütererzeugung ein sehr gewichtige. �n Deutschland wurden 1882 17 632 008 er- werbsthätige Personen gezählt; davon sind 75,8 pCt. männ- lichen und 24,2 pCt. weiblichen Geschlechts. Von der ge- sammten weiblichen Bevölkerung gehören 5,6 pCt. der Klasse der Dienstboten an. In den Bekleidungs- und Reinigungs- gewerben waren 1 334 007 Personen beschäftigt, wovon 576 517 oder 43,22 pCt. dem weiblichen Geschlechte ange- hörten. Die Textilindustrie beschäftigte 8501859 Personen, wovon 323780 oder 38,05 pCt. weiblichen Geschlechts. Nach der Volkszählung von 1880 waren in Wien von 292 950 über 14 Jahre alten weiblichen Bewohnerinnen 168 624 oder 60 pCt. erwerbsthätig und zwar ebenfalls hauptsächlich in den beiden Industrien der Textilien und der Bekleidung. In der Schweiz waren 1880 in der Textilindustrie 103 452, in KleidungS- und Putzgewerben 85 326, in Maschinen- und Werkzeugfabriken 15 500, in der Uhrmacherer 14 716, Stroh- und Roßhaarflechterei 10 599, in der Land- wirthschaft 150 000 Personen weiblichen Geschlechts be- schäftigt; im übrigen sind Frauen fast in allen Berufen in größerer oder geringerer Anzahl thätig und eS wird die Zahl dieser Berufe auf 600 angegeben. England, das industriell entwickelteste Land, hat auch die Frauenarbeit in ausgedehntestem Maße angewendet. In der Baumwoll- und Flachsindustrie waren 1881 223 217 Männer und 338 798 Frauen, in der gesammten Baumwollindustrie aber waren im genannten Jahre 1881 644 438 Frauen und 404 096 Männer beschäftigt, und so oder ähnlich ist das Verhältniß in einer Reihe von In- dustrien und Gewerben. Die Vereinigten Staaten zählen nach einer statistischen Untersuchung vom 1. Juli 1886 mehr als drei Millionen außerhalb ihrer Wohnung erwerbsthätige Frauen. AuS diesen nur wenige Länder umfassenden Angaben ist ersichtlich, welch' bedeutender Faktor im wirthschaftlichen Leben der Nationen die Frau geworden ist. Diese Bedeu- tung rechtfertigt vollauf die Forderung ehrlicher Sozial- Politiker nach größerer Beachtung der Arbeiterinnen von Seite der Gesetzgebung. Auf die aller Welt bekannte trau- des Ingenieurs über die Verzimmerung. Er dachte jetzt ruhiger darüber und hörte mit beistimmendem Kopfnicken die weisen Rathschläge der Maheude, die in all diesen Dingen einen sehr praktischen Sinn hatte. Sie pflegte ihm zu wiederholen, daß das Auflehnen gegen die Kompagnie zu nichts führe. Nachdem er feine Erzählung beendet, sprach sie von dem Besuche der Frau Hennebeau, auf den alle Beide, ohne eS sich zu gestehen, sehr stolz waren. „Kann man hinunterkommen?" rief Käthchen. „Ja, Dein Vater trocknet sich!" Das junge Mädchen hatte ihr Sonntagskleid aus blauer Halbseide angezogen, das schon etwas ausgeblaßt und in den Falten durchgestoßen war; auf dem Kopfe trug sie eine einfache schwarze Tüllhaube. „Du hast Dich ja geputzt, wohin willst Du den» gehen?" „Ich geh' nach Montsou, ein Band für meine Haube kaufen; das alte war schon so schmutzig, daß ich eS habe abtrennen müssen." „Hast Du denn Geld?" „Nein, aber die Mouquette hat mir versprochen, mir zehn Sou» zu leihen." Die Mutter ließ sie gehen, sagte ihr aber noch unter der Thür: „Kauf Dein Band ja nicht bei Maigrat; der betrügt Dich erstens und dann glaubt er, daß uns das Geld zu den Taschen herausfällt." „Und streich nicht bi« Jn die Nacht draußen herum!" rief ihr der Vater nach. Er saß vor dem Kamin um Nacken und Achselhöhlen zu trocknen. Danach ging er in seinen Garten hinunter, wo er Kartoffeln, Bohnen und Erbsen gepflanzt und seit gestern Kohl und Salat zum Versetzen vorbereitet hatte. Dieses kleine Stückchen Land versah die Familie zur Ge- nüge mit allem Gemüse; nur die Kartoffeln reichten nie aus. rige Bezahlung der weiblichen Arbeitsleistung sei hier gar nicht näher eingetreten. Hingegen bildet d,e Gesetzgebung zum Schutze der gewerblichen Frauenarbeit ein sehr wichtiges Kapitel, welches leider so wenig Wür- digung findet und dessen Vernachlässigung einen schroffen Widerspruch gegen die vielgepriesene deutsche Sozialreform" bildet. Man macht dem weiblichen Geschlechte sonst die schönsten Komplimente, nennt eS galant das„schöne Ge- schlecht", verherrlicht und besingt es in poetischen Ergüssen, aber ihm praktisch zu helfen, ihm den Kampf um'S Dasein zu erleichtem, es durch Gesetz zu schützen vor der rücksichtslosen Ausbeutung profitwüthiger Kapitalisten so weit geht die Bewunderung für das zarte Geschlecht nicht. Offenbar zählt man in gewissen Kreisen die arme, abge- härmte und nothleidende Arbeiterin weder zum schönen, noch zum zarten Geschlechte. Und doch wie viel mehr schuldet ihr die Gesellschaft, als der vielbewunderten Modedame, die Zeit ihres Lebens nicht für einen Pfennig Werth schafft! Einen gesetzlichen Schutz für die Arbeiterin besitzen bis- lang nur wenige Staaten. Vor allem sind es England und die Schwei z, wo ihr die Gesetzgebung Erleichte- rungen gewährt. Im ersteren Lande ist für sie die tägliche Arbeitszeit auf zehn Stunden beschränkt, in der Republik steht sie gleichfalls unter dem Fabrikgesetz, das den 11 stündigen Arbeitstag normirt. Falls sie eine Haushaltung zu besorgen hat, gewährt ihr das Gesetz die Wohlthat, daß sie Mittags statt erst um 12, schon um'/'12 Uhr die Fabrik verlassen darf. Die regelmäßige Nachtarbeit ist durch Ge- setz verboten in England, der Schweiz, Frankreich, Deutsch- land und Oesterreich. Wenn die derzeitigen Verhältnisse bereits begründete Furcht vor weitareifender Degenerimng des Volkes erregen, so ist über die Nothwendigkeit, in diese Zustände einen kräf- tigen Eingriff zu thun, kaum eine weitläufige Darlegung und Begriindung erforderlich. Mit der Politik des Nichts- thuns, des Vorbeidrückens muß endlich gebrochen werden. Hamburg, 31. Oktober. Unsere politische Polizei hat in den letzien Tagen plötzlich wieder ein bedeutendes Lebenszeichen von ihrem Voihandensein gegeben. Sieben Zeitungen wurden fast zu gleicher Zeit mit Beschlag belegt. Das erste Opfer war die„Neue T i s ch I e r z e i t u n g". Dann folgten an einem Tage fünf im Verlage von E. Jensen und Komp. erscheinende fachzeiiungen. Es sind dies„D e r B a u a r b e i t e r",„Der immer« r",„Der Goldarbeiter",„D erGerber", die„G ä r t n e r z e i t u n g". Die Nr. 4 der seit kurzem er- scheinenden„Allgemeinen Tapeziererzeituna" hat zum Verleger Herm G r ü n w a l d; dieselbe verfiel gleichfalls dem Schicksale der Konfiskation. Daß dasaleiche Miß- aeschick die letztgenannten 6 Zeitungen mit einem Male traf, er- klärt sich daraus, daß alle eine Beilage mit fast gleichem In- Maheu verstand übrigens sehr gut die Gartenarbeit und zog sogar Artischocken, wa« die Nachbarn ihm als Großthuerer auslegten. Während er arbeitete, trat nebenan Levaque in seinen Garten hinaus, um seine Pfeife zu rauchen und be- trachtete den Kopfsalat, welchen sein Miether am Morgen gepflanzt hatte- denn ohne Bouteloup'S Sorge wäre auf dem vernachlässigten Boden nichts als Nessel gewachsen. Die Nachbaren begannen zu plaudern. Levaque, er- müdet und gereizt von dem Streit mit seiner Frau, ver- suchte, Maheu zu Rasseneur mitzuziehen: Er wird sich doch nicht vor einem GlaS Bier fürchten! Eine Kegelpartie, ein Spaziergang mit den Kameraden, zum Abendessen wird man wieder daheim sein! Man muß doch das Leben genießen, wenn man arbeitet!— Gewiß, eS wäre nichts dabei gewesen; aber Maheu sagte, er wolle seinen Salat umstechen, der bis morgen verwelken würde. In Wirklichkeit verhinderte Sparsamkeit ihn, mitzugehen, den« er mochte nichts von dem Gelde, das seiner Frau geblieben, ausgeben. Es schlug fünf Uhr, al» die Pierronne ftagen kam, ob Jeanlin n,it ihrer Lydia ausgegangen sei. Das könne wohl sein, meinte Levaque, denn Bebert sei auch verschwunden und die drei Taugenichtse strichen immer miteinander herum. Maheu beruhigte die Beiden, indem er erzählte, daß die Kinder Salat suchten; dann fingen er und Levaque an, die Nachbarin mit allerhand zweideutigen Redensarten zu bom- bardiren. Sie wurde bös, aber sie blieb; die derben Späße mochten ihr doch nicht gar so unangenehm klingen, und schließlich lachte sie, daß sie sich den Bauch halten mußte. Eine magere Frau kam ihr zu Hilfe, die Männer mit ihrer polternden Gurgelstimme zurechtweisend, die wie das Glucken einer Henne klang. Andere Frauen warfen von ihren HauSthüren herüber Ausrufe der Entrüstung dazwischen, obwohl sie nichts von der Unterhaltung verstehen konnten. Die Schule war jetzt geschlossen und alle Kinder des Dorfes trieben sich lärmend halte führen, zu welchem dieses Mal ein Artikel des„ B e r- li n er Volksblatt":.Zufriedene Arbeiter" zählte, der Veranlassung zu der polizeilichen Maßregel gegeben haben soll. Selbstverständlich ist gegen die Beschlagnahme von sämmtlichen Betheiligten Beschwerde erhoben worden und wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Beschlagnahme aus- gehoben werden müssen. Vielleicht sollte das Vorgehen der Polizei gegen die Fachblätter noch nachträglich Material zur Begründung des über Hamburg von Neuem verhängten Be- lazerungszustand es liefern. Von Mitgliedern des hiesigen KunstvereinS,Kunst- gewerbevereins und GewerbevereinS wurde, unter Zuhilfenahme von Lehrlingen und Schülern der Ge. wcrbeschule, am Dienstag Abend dem bekannten Herrn Albertus von Ohlendorff ein Fackelzug dargebracht und eine Dankadresse für seine Thätigkeit beim Zustandekommen unserer verflossenen Gewerbe- und Industrieausstellung überreicht. Man muß aber nicht glauben, daß an dieser Ovation, die unter starker polizeilicher Eskorte vor sich ging, die hiesige Be- völkerung als solche irgend welchen Äntheil habe. Dieselbe ging vielmehr von einem Tbeile unserer hiesigen Zünftler aus, wie auch der Zug von zirka 700- 800 Personen meist aus Jnnungsmeistern mit ihren Lehrlingen bestand. Die ganze Sache ist im Grunde von einigen Herren des AuSstellungS-KomiteeS veranstaltet worden, welche an der sich, sozusagen selber bewilligten Dotation von 100 000 M. aus dem Ueberschuß der AusstcllungSeinnabme, partizipiren. Ob der Freiherr von Ohlendorfs wirklich die Absicht hat, sich an Stelle des Herrn W ö r m a n n hier in Hamburg als Reichstagskandidar aufstellen zu lassen, wie daS. H a m- burger Echo" zu melden weiß, dafür muß die weitere Be- stätigung abgewartet werden. Einen.besseren" Reaktionär als Herrn A. v. Ohlendorff könnte man in Hamburg an Stelle des Herrn Wörmann freilich kaum finden, ist er doch eigentlich der Besitzer der„Nordd. Allg. Ztg." Die beiden neuen Dampfer der Hamburger Packetfahrt- Aktien- Dampsschfffs- Gesellschaft.Victoria Augusta" und .Columbia", welche durch ihre schnellen Fahrten im verflossenen Sommer so großes Aufsehen erregten, werden für den Winter außer Dienst gestellt und aus die Werfte über- geführt, auf welcher sie erbaut wurden. Es hat sich heraus- gestellt, daß die FeuerungSräume umgebaut werden müssen, da die Feuerleutc und Heizer es vor Hitze nicht auszuhalten ver- mögen. Im Uebrigen heißt es, daß nach gleichem Modelle noch fünf Dampfer bestellt sind. Auswanderern, welche ge- zwungen find, als Zwischendeckspassagiere zu reisen, ist jedoch zu empfehlen, lieber zur Passage einen Dampfer älterer Kon- struktion zu benutzen, da ihnen auf Deck der neuen Dampfer viel zu wenig Raum zur Erholung und dem Genüsse filscher Luft vergönnt ist, wogegen man Alles aufgeboten hat, um den Passagieren der 1. und L.Kajüten das Leben so angenehm wie möglich zu machen. politiMie Uelrerstchk. Gleichwie Zlnkenrufe ln wenig reinliche« Teiche« erschallt von Zeit zu Zert, bald hier, bald da, eure Stimme, welche die Beseitigung des allgemeinen und gleichen Wahl- rechts bald in offener, bald in versteckter, verhüllter, verschleier- ter Form fordert, oder doch die Frage der Beseitigung offen läßt, nachdem sie in geschickter Weise mit einer andern Frage verflochten wurde. Die Reaktion, in der wir knietief wie in einem Sumpf stecken, ist durch ihre Erfolge, die sie mit Hilfe der.milden Weisheit vornehmer Denker" errungen hat, be- gehrlich geworden und fordert immer mehr; sie wird nicht eher ruhen, bis sie den letzten Rest von BolkSrechten verschlungen hat. Anlauf dazu, abermals ein Stück VolkSreckffzu beseitigen, wird wieder genommen in einem Artckel der.Köm. Ztg." DaS Blatt fordert mit einem unglaublichen Aufwand von schillern- den Phrasen und heftigen Kcafiaus drücken, mit locken- den Fiötcntönen und mit den tiefsten Brusttönen un- erschütterlrchster Ueberzcugung die Abschaffung des allge- meinen und gleichen Wahlrechts, jedoch so verblümt, umwebt und umsponnen, so vorsichtig tastend und tappend, daß es sich sofort wieder zurückziehen kann, wenn seine Fühler irgendwo und irgendwie auf Widerstand stoßen sollten. DaS find die Manieren polinschcr Buschklepper. Doch hören wir. In einem Artikel,„Sozialistengesetz und Sozialdemokratie", heißt es wörtlich: „-- in Deutschland besitzt Jeder, er mag geistig und wirthschaitlich ein Millionär oder ein armer Tropf sein, das gleiche Wahlrecht: die ungeheure Mehrheit der Ungebildeten hat verfassungsmäßig das Recht, die Gebildeten an der Wahl- urne zu vergewaltigen und der milden Weisheit des vornehmen Denkers den bunten Tiödel des demokratischen Schreiers vor- zuziehen." So die Kölner Unke. Mit dem scheelen Blick, den sie jetzt schon, vor den Neuwahlen, auf das gleiche Wahlrecht und schreiend in den Straßen herum, während die Väter, welche nicht im Wirthshause waren, auf ihren untergeschlagenen Beinen vor den Häusern sitzend, sich in Gruppen von Dreien oder Vieren mit wortkargem Gespräch unterhielten. Die Pierronne lief endlich, als Levaque sie gar in die Hüften kniff, ärgerlich fort, und er selbst entschloß sich, allein zu Rasseneur zu gehen, während Maheu fortfuhr in seinem Garten zu arbeiten. Es war dunkel geworden. Die Maheude zündete eine Lampe an. Sie war böse, daß weder ihr Sohn, noch ihre Tochter nach Hause kamen; aber sie hätte darauf gewettet, kam man doch nie dazu, das einzige Mahl, bei welchem sie Alle beisammen sein konnten, gemeinschaftlich einzunehmen. Und der Salat, den sie erwartete! Was konnten die ver- wünschten Jungen jetzt in dieser Dunkelheit finden? Der Salat hätte so gut zu dem Nachtmahl gepaßt, welches sie aufs Feuer gestellt: Kartoffeln, Borri, Sauerampfer und ge- bratene Zwiebeln. Das ganze Haus roch nach den Zwiebeln, jener unvermeidlichen Würze der armen Küchen, die zuerst so angenehm duftet, bald aber durch alle Mauern bis hinaus aufs Feld die Lust verpestet, Maheu trat ins Speisezimmer, ließ sich müde auf einen Stuhl nieder, den Kopf an die Wand gelehnt, und schlief ein. Die Kukuksuhr schlug Sieben. Heinrich und Leonore, die durchaus Alzire helfen wollten, den Tisch zu decken, hatten einen Teller zerschlagen. Der alte Bonnemort kam und setzte sich auf seinen Platz, um eilig sein Abendbrot einzunehmen, damit er wieder an die Arbeit zurückkehren könne. Die Maheude weckte ihren Mann. „Essen wir ohne sie, sie sind groß nach Hause zu finden. Das Dumme ist, fehlt!" Fünftes Kapitel. Nachdem Stephan bei Rasieneur eine Suppe verzehrt hatte, stieg er in seine kleine Kammer hinauf, die unter dem Dache lag, mit der Aussicht auf den Voreux, und warf sich, angekleidet wie er war, auf's Bett, denn feit zwei Tagen hatte er nicht vier Stunden geschlafen. Als er erwachte, dunkelte eS bereits. Er blieb einen Äugenblick wie betäubt, ohne zu erkennen, wo er sich befand; fern Kopf ..genug, um sich daß der Salat wirft, wird es bald nicht mehr gethan sein, es werden, fällt die Wahl wieder fo oder annähernd so aus wie im Fasching 1887, bald bestimmtere, handgreiflichere Voischläge zum Vor- schein kommen. Der Hinweis auf die.Vergewaltigung" der .Gebildeten" durch die„Ungebildeten" ist nur da« Prä- ludium zu dem großen Tanz, der dann aufgespielt wcrden wird.— Nun, die Wähler haben ja Zeit, sich die Frage zu beantworten, ob sie bestehende Rechte willig preisgeben wollen oder nicht. Erst pettsche, dann Zuckerbrod reicht die.Rb-Westf. Zeitung" den Bergarbeitern. Bei Besprechung der General- Versammlung des Vereins der Interessen der Bergarbeiter vom letzten Sonntag schreibt das Blatt: .Wird sich der Bergarbeiter- Verband als ein reiner Ver- band der Interessen der Bergarbeiter darstellen, so liegt unseres EcachtenS für die Unternehmer kein Grund mehr vor, dem- selben mit Mißtrauen oder gar Uebelwollen zu begegnen. Eine starke Vereinigung, die von dem gcsaamten BergmannSstande als ihre Vertretung anerkannt wird, ist im Stande, ruhig und nach allen Seiten abwägend den Unternehmern nicht nur gegenüber die eigenen Interessen zu fördern, sondern mit den Unternehmern die beiden gemeinsamen Interessen zu be- schützen und zu verfolgen. Ncht als Feinde, sondern als Freunde sollen sich Arberter und Unternehmer, namentlich im bergmännischen Leben, ansehen. Vor allen Dingen soll der Unternehmer wissen, daß das. was er seinen Arbeitern Gutes erzeigt, sowohl an auskömmlichem Lohn wie an freundlicher Behandlung, seinem Unternehmcn wieder zu Gute kommt, daß er es für sich seibst thut. Der Arbeiter aber seinerseits soll auch anerkennen, was seine Vorgesetzten in den schlechten Jahren für ihn gethan haben, daß er immer sein Auskommen gehabt hat, während die Unternehmer zum größten Theile nicht allein nichts verdienten, sondern sooar Zubußen bezahlten. Der Arbriter soll ferner nicht den„bösen" Willen seiner Vorgesetzten, sondern den guten Willen derselben voraus- setzen; er soll bei allen Verhandlungen mit den Untcrnchmein daran denken, daß ihnen ein zufriedener Arbeiterstamm lieber sein muß und ist, als ein unzufriedener, daß aber alle Wünsche und Forderungen auch ihre Grenze haben. Diese Wünsche und Forderungen in das rich- tige Geleise zu bringen und gerecht abzuwägen, dazu ist ein„unparteiischer" Verbands vorstand in erster Linie b-rufen. Wir hoffen darum, daß die Bochumer Wohl vom 27. Oktober nicht nur für die Bergarbeiter, sondern für die gesammte Berg- werksindustrie sich von Segen erweisen wird." Gut gebrüllt Löwe, oder vielmehr Wolf im Schafipelz. Wenn man die gle-ßnerische Absicht der Haltung dieses Blattes nicht zur Genüge kennen würde, wäre man versucht, anzunehmen, das Köhlerblatt stehe mit neutralem Wohlwollen dem»enge- gründeten Verband gegenüber. Die Wahlen stehen bevor und da haben die Macher Angst, der Wahlkreis könnte ihnen ent- rissen werden, darum wird jetzt zur Heuchelei die Zuflucht ge- nommen, und man reicht den Bergarbeitern das Zuckerb: ot, um, wenn die Wahlen vorbei find, die Peitsche desto kräftiger und fühlbarer niedersausen zu lassen. Spiegelberg, die Arbeiter kennen Dich!— Daß einige Bergorbeiter dieses Blatt denutzen zu müssen glauben, um ihrem bedrängten Herzen Luft zu machen, zeugt gerade nicht von Selbstbewußisein und poli- tischer Reife. An dir.Partrigrnossrn" drs Herrn Stöcker ist, der „Berliner Zeiiung" zufolge, folgendes vertrauliche Rundschreiden ergangen: „Wie bekannt ist, hat auf einstimmigen Beschluß des Vor- standes die chriftlich-sozrale Partei für die nächste Zukunft ihre öffentlichen Versammlungen eingestellt. Gegenüber den neuen Angriffen nalionalliberaler und freikonservativer Blätter und dem Mißbrauch, welchen dieselben fortivährend mit der Kund- gebung im„Reichs- und Staats- Anzeiger" treiben, würde eS uns völlig unmöglich sein, mit den Miltelparteien Schulter an Schulter zu kämpfen. Unsere gegenwärtige Haltung kann des- de halb vor derOeffentlichkcit nur einem Waffenstillstand gleichen. Die Stunde wird schon kommen, wo wir mit alter Kraft und neuem Muth uns wieder in das Vordertreffen stellen. Dazu ist aber erforderlich, daß wir um so fester zusammen stehen, die alten Miigliedkr festhalten, neue sammeln, dem Gefchäfisbetrieb durch B.ilräge und freiwillige Gaben unterstützen. Man wird versuchen, unsere Reihen zu«prengin und Mitglieder abirünnig zu machen. Wir rechnen auf die unbedingte Treue aller Christlich-Soziaien und sind gewiß, daß keiner die alte Fahne, welche zwölf Jahre ihre Dienste gethan Hot, verlassen wird. An jedem Freitag werden wir nach wie vor zu ernstem und gcmülhlichcm Beisammensein zusammenkommen; der unterzeich. nete Präsident wird jedesmal die Versammlung leiten. Diese innere Stärkung und Sammlung der Panci soll dahin fähren, daß wir im rechten Augenblick die volle Arbeit wieder auf- nehmen, den Gegnern zum Dutz, dem Volke zum Herl, dem Vaterlaride zu Ehren.(!!) Mit christlich-sozialem Gruß. Die Vereinigten Vorfitzenden, BezirkSräthe und Obmänner der christlich-sozialen Partei, gez.; Adolf Stöcker, Erster Präfiderit, ... Alle Mann auf Deck!" war wüst und schwer, und nur mühsam vermochte er sich zu erheben. Er wollte vor dem Nachtmahle noch ein wenig Luft schöpfen, um sich dann niederzulegen und ordentlich auS- zuschlafen. ES war jetzt milder geworden. Das finstere Firma- ment überzog eine kupferfarbene Röthe unter schweren Regenwolken, welche die Luft mit einer feuchten Wärme tränkten. Rauchende Nebel umhüllten das flache weite Meer der röthlich braunen Felder- der Himmel sank darauf hinab, wie in eine schwarze Staubwolke sich auflösend und verlierend. Kein Wind belebte das dämmernde Dunkel, das stumm, bleich und traurig blickte, wie ein Begräbniß. Stephan ging planlos dahin, um seine sieberhafte Schwere abzuschütteln. Als er beim Voreux vorüberkam, den schön tiefe Schatten umgaben, und vor dem noch keine Laterne brannte, blieb er einen Augenblick stehen, um die Arbeiter herauskommen zu sehen. Es mochte wohl sechs Uhr sein, denn die Karrenstößer, die Auslader, welche bei der Fahrkunst arbeiten, und die Stallknechte kamen gruppenweise daher, und zwischen ihnen schritten lachend und plaudernd die Sortinnädchen. Zuerst ging die Brule an ihm vorüber mit ihrem Schwiegersohne Pierron, den die Alte auszankte, weil er sie bei einem Streit, welchen sie mit einem Aufseher gehabt, nicht vertheidigt habe: „Schwächling! Ist es erlaubt, ein Mann zu heißen, und sich so zu ducken und zu drucken vor diesen Hunden, die uns das Blut aussaugen?" Pierron ging ruhig neben ihr, ohne zu antworten: endlich sagt er: „Ich sollte wohl mit dem Chef Händel suchen? Dank' schön!" „Also laß Dich mißhandeln, Feigling! O, mein Gott, wenn meine Tochter mir gefolgt hätte!... Na, ich an ihrer Stelle, ich wollte Dir Muth einbläuen!" Die Stimmen verloren sich. Stephan blickte der Alten nach mit ihrer Adlernase, ihrem fliegenden weißen Haar und den mageren Armen, die leidenschaftlich in der Luft herum- fuhren. Aber neben ihm zog das Gespräch zwei junger Sogar Kartrstpredig!«« werden in dem„genrnih� Sochlen" jetzt Sonntags in den Kachen gebalten. So o" sendet man der„Freit. Ztg." den Text einer Prediat, wätff "' nm Sonntag, den 20. Oktober,/' der Kirche zu Ebersbach am Sonntag nach den LandtagSwoblen. von dem Hvffmann gehalten worden ist. Herr Hoffmann muß ae haben, mit seiner Kartellpredigt etwas besonders Schönet? leistet zu haben, denn er bat dieselbe sogar im Druck gegeben. Die Kartellpredigt soll dem Schmerz darüber Druck geben, daß der fieifinnige Landtagsabgeordnete Födn»� wiederholt gewählt worden ist. Die Predigt begingt wörtlich wie solgt:„Im Herrn oeliebte Gemeinde! Wir unter dem Eindruck der letzte» Wahl. Wie vorauszusebt«, es gekommen. Unter uns haben die gesiegt, welche Jj Wünschen und Bestrebungen der Regierung vor. t!;, herein mit Mißtrauen gegenüber stehen und selten � n'emals dem beistimmen, was die gottserar.Iwort� für t*1 die Arb biete; n folgen, 1 twnen« Verharr i nehmern an den schließlic M keinv fiche Re Hörde i« v« die' mit d. dann di deute nc Gefahr Obrigkeit für der Unterthanen Wohlfahrt für hält; gewachsen ist die� Zahl derer, die sich' von den«$1 ivuuiMtu ij* vic x'>uyi ucici/ uic fiu; uy« V"' 7 sprochencn Feinden des Thrones und des Altars fähren!»»' und das in demselben Jahr, wo unser Vaterland fiink®? gestammten Kö'aigshause ein großartiges Jubelfist g'TC, Der Pastor jammert dann darüber, daß nach der Wettff� noch eine andere Wahl als eine Kartellwahl hätte in zu Stande kommen können. Interessant ist alsdann- jT Pastor Hoffmann im weiteren Verlauf der Predigt die Sozialpolitik charakterisirt.„Da sagt das Opposition muß sein. Ja aewiß, und sie wird sich � denn die einzuschlagenden Wege sind neu. und Keiner'A noch recht, wohin sie gehen. Aber den Widerspruch auS � Oppositionslust trefft das Wort des Herrn: es muߣ Aergerniß kommen, doch wehe dem Menschen, durch Aergcrniß kommt! Nach Freiheit und Gleichheit wird wie vor 100 Jahren in jenen schrecklichen Witrnifj"L französischen Resolution, und die milschreien, wissen taulsffr nicht, wie sie sich mit ihrem Schreien den Gewissen� unter den Menschen ans Messer liefern." So gfy1 j Jeremiade weiter. Es muß recht erbaulich gewesen s�. dieser Predigt in der Kirche zu Ebcrsbach am 18. SonflW Trinitatis. An» Offen bnrg, 23. Oktober, wird uns berichtet� gestrrge l. badische A.beilertag war aus fast allen WaPJ beschick!(der 13. und 14. fehlte) und ist über alles Er� brillant verlaufen, Vormittags waren etwa 500, Nach� 900—1000 Personen bei den Verhandlungen anwesend./, sonders war der Landbczirk Offenburg stark vcrlr>'ten, war mtcreffant, die Bauern mit stchtlichem Eifer nutftf-l zu sehen. DrecSbach wurde zum Vorsitzenden gewäh�i sprach unter wiederholtem stürmischen Beifall über die nff* ReichStagSwahlen. Im Anschluß hieran wurden die turen für Baden, die wir bereite gebracht haben, eni?I�> Hierauf sprach Geck über die LmdtagSwahlen und � eine Resolution an den badischcn Landtag, worin Ein des direkten und geheimen Wahlrechts, Verbot d arbeit, Schutz der Feauenarheil, Vermehrung der Arbeiterstand gewählten Fabrikinspektoren, Ai.. VolkSschulgeldcS, Einführung der direkt gewählten Ge schicdsgerichle, Wahrung des VcreinSgcsetzeS, Entsch»� unschuldig Jnhaslirter und für politische Gefangene Herabfit »» Inte mdustric .. Der b>S nach m Re' Jungtsch au*5 d°r-7« bessere B Handlung in den Gefängnissen verlangt wurde, ffy samm ung cmvsahl ferner, nur wo ein Vortherl für die*"0� parier herau-ichaue, zum badiichen Landtag zu wähle» � uberläßt die Entscheidung hierüber den Genossen in de?- zelnen Kressen. Stotz-Pforzheim referirte über die Ge»?» wählen. Auch bisse seien zu empfehlen, um Emflaß Armerpfleze, Abschaffung der indirekten Besteuerung p zu erlangen. Sodann sprach Hänseler- Mannheim«'».(t Presse und warnte derielbe vor dem zu schroffen unter der Herrschaft des Sozialistengesetzes. Solchr?*» die beim Ausdrücken„bluten" würden, wie sie häufig ullramontane Presse bringe, seien nur ouf Stimme»'.� Abonnentenfing berechnet; diese, sowie alle gegf�y Blätter überhaupt, seien mit allen Mitteln drängen und in Geschästen, welche solche jtfm unterstützen, dürfe die klassenbewußte Arheiterschass f verkehren. Dafür sei überall die Äibeijerplttl�I empfehlen. � Neberhaupt seien die Geschäfte"y 3ü " Wü Grutli. «men V fi>r die; ffeuenv Msmil Dieler �mkomr des suckfichti fitze. 2): *fikonjr rente). «in« be weitere daß sie «in 3): Me« d "ong3 »ungsg. est unot Ä Ar. Ertrag. r ö)> fertigt. �-»xus i 6>; Z°genss fmlen hnd für dttSöeft Uung Absson Ms g �rbschas der Bo naatlich« » Ko Astrup i oolitsschen Gegner zu meiden. Arnold- Coustmj dem nur tbeilweife zustimmen. Es sei allerdings üb'� Arbeiteipress? einzufühlen, aber den Geschäftsleuten die Parteibiatter zu verbieten, gegnerischen Nrderzeugung. mit Recht, wenn Innungen das sei eine Velgewaltu Man tadle eS in unserer oder Fabrikantenvereine I1®. ZrKaff Ertrag uitzwer rtttraßigl 5tr°g 1 Mm w csst, S �/ahm 3i Mill pflichten, soziaidemokiatüchen Arbeitern keine Arbeit!».p| '' Manlf.% und hier wolle man den:elben Fehler begehen. poliiüchen Kampf sich nicht zu weit hinreißen lassen persönlich werden; deswegen könne man doch polltische o'zji und unsere Presse bevorzugen. Eme im Sinne diorr a sührungen gehaltene Resolution gelangte hinauf zur Der Vorsitzende streifte dann noch die neue Sozialist/->« vorläge und tührte aus: D-e heutige Verhandlung Di :°th, Ä". ft'-J gtlf Leute ihn an. Er erkannte Zacharias, der seinen Mouquet erwartet hatte.- t „Kommst Du?" fragte dieser.„Wir essen sch"� Stück Brot und gehen zum Vulcan." „Gleich, ich habe noch zu thun." „Was denn?" � Mouquet drehte sich und bemerkte Philomeneu, rade das Sortirhaus verließ; er glaubte zu versiehe»- „Ach so! Gut also, ich gehe voran!" „Ich komme gleich nach!" Mouquet entfernte sich und traf mit seinem alten Mouque zusammen, der ebenfalls aus dem Vmeoy Die beiden Männer sagten sich einfach guten Abend; � schlug der Sohn die große Landstraße ein und der schritt längs des Kanales hin, Zacharias hatte Philomeneu angehalten und trotz ihres SträubenS ebenfalls in diesen abgelegene» Sie sagte, sie sei pressirt; ein andermal! Traurig � daß man sich nur im Freien sehen könne; noch VUß illUU jvvy iiuv uu wmuv,*7 Wmter, wo die Erde naß und die Getreidefelder»°i> seien.—. „Aber ich Hab' Dir ja nur etwas zu sagen," a» er ungeduldig. ,.,g Er hielt sie bei der Taille und führte sie h". iss Kohlenlösch-Halde, dann fragte er, ob sie nicht ctiv»» habe? „Wozu denn Geld?" Er machte allerhand Ausflüchte: eine Schuld � Franks, die ihm zu Haus den größten Verdruß werde. „Ach schweig doch! Ich Hab' Dich mit sehen: Ihr geht in den„Vulkan", wo die abidl> Sängerinnen sind.", sich Er versicherte, das sei nicht der Fall, klopft� jje 11 die Brust und gab sein Ehrenwort. Dann, � gläubig mit den Achseln zuckte, sagte er plötzlich- „Komm' mit unS, es wird Dich unterhalten.. Du bist mir bei den Sängerinnen nicht im Wkö' kommst Tu?" «US dx, i?rt sck' wieder . Ab 'winin 1 ?u kenn den Ä Mit Butter svltsst� Aer D jfonlnst losZ Mne vc ife WinE w Mick Dorf,, �holen, . St Sa eins Fabrik Elend i Maren uehen', „Und das Kind?" antwortete sie.„Kann sch" -S' dit' 'Z>r 'm .na- � Arbeiterpartei die Hand?ii friedlickicm Z.isam>ncnarbei!en mek; wenn die Gegner tiotzdem die So',ia'derro*ra!en ver« Totgen, so treffe si» die Veroniworturg. Er dankte allen Er- iMrnenen für die ruhige, ernste und faiKUche Haltung bei den �Handlungen, der Stadt Offenburg für ihre den Theil- bmern ain Arbestertag erwiesene Gastfreundschaft und das ??,?"? �ag gelegte Interesse an der guten Sach.'. Er dankte I?>-- Regierung, daß ffe den Arbeitertaz gestattet und ?,remer Weise gestört habe. Es fei dies»war nur das gefetz- äste Recht, allein heutzutage verdiene das Verhalten der Bc- �"wnerhin Anerkennung. Mit einem nochmaligen Appell «mdte Vertreter der Arbeiter, zur nächsten Wahl ungesäumt »»t der Arbeit zu beginnen, schloß der Vorsitzende °°nn dre rmposante Versammlung.—(Und Offenburg steht «>ue noch und die Existenz des badifchen Staates ist nicht in «esahr gekommen.) GestrrLdIetzung der Frachtentarife der Südbahn und Nordbahn »Üs. a der KonkurrenzsähigkeitZder mährischen Zacker- clne �.ec deutschen und russischen Industrie beantragt. rr. böhmische Landtag wird stch gegen den 10. November es nach Neujahr vertagen. Der Adreßausschuß wählte Nieger Referenten, welcher bestrebt ist, eine Einigung mit den �ugtschechen zu erzielen. i Aü r i ch. Sonntag, den 3. November, findet im„Falken" »»Dtediron die Deiegirtenverlammlung der zürcherischen Un� Arbeitervereine statt: Nachmittags find die Ver- ein o>,tn gütlich. Herr Oberrichter Dr. Zürcher wird r,-™ Vortrag über Steuerreformen halten und die von ihm }\ A'�usfion ausgest-llten Thesen lauten: S«.. Artikel 19 der KantonSvcrfaffung haben die »..�psttchtigen im Verhältnisse der ihnen zu Gebote stehenden «NiJi tw an die Staats- und Gemeindelasten beizutragen. tier«pteuergrundsatz wird nur verwirklicht durch direkte de« ft �n�besteuerun?, welche die gesammte finanzielle Kraft �i!?suerpflichtigen Bürgers beziehungsweise Haushaltes be- satze Die Haushaltungssteuer widerspricht diesem Grund- ®'e �leuerkraft ist abhängig von der Größe und Art des r»ne.rnTO!£n?(Arbeitslohn, Unternehmungsgewinn, Kapital« em�». i'st die progressive Anlage und die Aufstellung fteiiir ie•.frttt Vermögenssteuer lichtig. Zuläfüg wären auch dak« �kgänzungssteuern, sofern solche eisige Gewähr bieten, XUt steuer kräftigeres Einkommen treffen. uiss��v�Sbefondere wäre gerechtfertigt, in städtischen Verhält- Vermii"urch die Steigerung der Grundrente erwachsene von �-�.sTNnehrung besonders zu besteuern, z. B. in~ llungegsdich öur Handändrrungsgebühren zu stören versuchten, wurden einfach an die Lust ge- surr Hause gehen, wenn man ein Kind hat, das immer wiel'*2'*• mich rasch fort, ich wette, eS giebt schon � Streit daheim." h'am tt r>e Zurück und bat: nur, um nicht so mm vor Mouquet dazustehen, dem er versprochen habe, x� Ulmen; ein Mann kann sich doch nicht jeden Tag mit Hühnern schlafen legen'. xm �te gab nach, ergriff dcn Schooß ihres Leibchens und Äiutt Nagel den Saum auf, kin welchem sie vor der �versteckte was sie in Extrastunden verdiente. fotsftt rf �ube fünf, sie her!" sagte sie, die kleinen Zehn- aber hervorziehend.„Ich will Drr drei davon leihen, stimn,»" wüßt mir schwören, daß Du Deine Mutter be- die M'.uvS zu verheirathen. Ich Hab' dies Leben satt und esse w wirft mir jeden Tag die Bissen vor, die ich ' Ua- Schwöre!... Nein, erst mußt Du schwören!" loz Jf'l* sprach mit schwacher, kranker Stimme, leidenschafts- eine v lebensmüde. Er schwur, laut rufend, das sei er die Ä�chrne Sache und eine heilige Sache! Dann, als Dtäd»- �wünzen in der Hand hielt, küßte er das junge SSinkef""d versuchte sie schäkernd tiefer in den finsteren sei J-, Ju drängen. Aber sie machte sich loS: Nein! Sie Dorf �.�"d wolle nach Hause. Und sie ging allein zum zuhv en£c querfeldein lief, um den Kameraden ein- . Stephan war ihnen gefolgt, met, �ille hinter de «n emsacheS Stelldichein, sowie auch er' annUth und Sabril die Arbeiterinnen erwartet hatte, � � � verdorben (-lend verkommen, meist schon in frühes~ dunkeln, dUeb «wen. Plötzlich bemerkte er eiwaS im stehen und bnckie hin.,,.. (Fortsetzung folgt.) und rel'ctt. «etiA�U'?*$** Ni'senlawpe ist auf dem vor Kurzem auf- «n OilfT Tu�Uhurme von Hanftholm(auf emem Hügel Küste Jutland») aufgestellt worden. Der Leuchtlhurm st Der„Reinigungsprozeß(Lpu'ation— der Ausdruck stammt aus dem alten Jakobinerklub), welcher mit der letzten Wahlbcwegung unter den französischen Arbeitern be- goimnl hat, lichte! sich nach zwei Seiten— gegen den Bau- t a n g i S m ue einer- und gegen den Opportunismus andererseits. Es find, wie wir bereits mittheilten, ernsthafte Versuche im Gange, um eine Einigung aller Frak- tioncn der Arbeiterpartei zu Stande zu bringen. Ausgeschlossen sollen blas solche werden, denen der Nachweis geliefert werden kann, daß sie einen positiven Verrath an der Arbeitcrsache begangen haben. Und zwar soll hierbei der Begriff„Verrath" nicht in dem sehr ausgedehnten und vagen Sinne genommen werden, den es in Frankreich erlangt hat. Man will zwar dem Umstände Rechnung tragen, daß durch die eigenthümliche E n t- und Verwicklung dersran- zösischen Verhältnisse es für ein Mitglied der Arbeiter- partei mitunter sehr schwierig gemacht wurde, zwischen der Scylla des BoulangiSmus und der Charyvdi des Opportunismus die„richtige Mitte" zu halten. Passirt es doch schon in Deutschland, wo die Dmge viel einfacher liegen, gar manchem braven Genossen, daß er aus Abneigung gegen die fortschrittliche Bourgeoisie dem reaktionären Staats- sozialismuö, oder aus Haß gegen den reaktionären Staats- sozialismus der fortschritilichen Bourgeoisie sich zu sehr nähert. Der BvalangiSmu» war aber in Frankreich den Ar- b e i t e r n gegenüber— so weit ein Vergleich mit deutschen Verhältnissen überhaupt möglich— ungefähr das, was bei uns der reaktionäre StaatSsoziaiiSmuS ist: radikale Phrasen gegen die Bourgeoisie und den Parlamen- t a r i S m u S. und das tausendjährige Reich für dcn Arbeiter — und da» in der bestrickenden Drapirung der sozialen Republik. Und in ähnlicher Weise entspricht der französische Oppor- tuniSmu» unserem deutschen Fortschrittlerthum. Genug— dre Situation war in Frankreich eine sehr ver- wirrende und Fehler, die aus I r r t h u m begangen worden sind, müssen amnestirt werden, wenn anders die veabsichtigte Verschmelzung nicht rnS Wasser fallen soll. Erwähnt sei nur noch, daß die besten und bekanntesten der ftanzöfischen Genossen an diesem Werk arbeiten.______ Rußland. D e r Zar aus Reisen. Die Vorsichtsmaßregeln, welche für die Sicherheit der Person des Zaren, wenn er auf Reisen ist, getroffen werden, find, wie„Truth" erzählt, ganz außerordentlich. Es wurde veröffentlicht, daß der Zar der Gast des deutschen Kaisers im Marmorpalast in Potsdam sein würde, und als daselbst alle Arten kostspieliger Vorbereitungen getroffen worden waren, entschied er, daß ec sicherer in Berlin fein würde, und eine große Summe wurde verausgabt in den Vorkehrungen für seine Aufnahme im königlichen Schlosse. Schließlich erhielt, nur einen Tag vor der Ankunft des Kaisers, Graf Schuwalow ein Telegramm aus Kopenhagen des Inhaltes, daß der Zar in der russischen Botschaft absteigen werde, und der Depesche folgte rasch die Ankunft der kaiser- lichcn Handwerker, sieben an der Zahl, die dem Kaiser jetzt, wenn immer und wo immer er reist, vorausgehen. Dieselben sind zwei Zimmerlcute, zwei Maurer, zwei Schlosser und ein Werksührer. Sie untersuchen höchst sorgfältig die Schornsteine, Schlösser, Fußböden, Wände und Möbel des Hauses, welches der Kaiser bewohnen soll, und seine eigenen Gemächer werden einer höchst strengen Untersuchung unterzogen. Die Schorn- steine find Gegenstände besonderer Aufmerksamkeit und jede Luströhre, die nach einem Zimmer führt, welches der Kaiser betreten dürste, wird oben und unten gründlich versperrt und als ob diese Vorsichtsmaßregeln nicht hinreichend wären, xatrouilliren Polizeiagenten aus Petersburg Tag und Nacht auf dem Dache. fmerika. r in die a r g en t i ni s ch e R e» publik. Nach den neuesten amtlichen Ausweisen sind bis letzt 31 253 Personen mit sogenannten Vorschußbillcten hinüber- gekommen, nämlich 11 586 Männer, 928« Frauen, 5443 Knaben und 4974 Mädchen. Dem Beruf nach waren: Ackerbauer 5609, Tischler 1037, Maurer 971, Zicglcr 54, Maler 5l7, Glaser 22, Schmiede 581, Schlosser 181, Taglöhner 963, Mechaniker 227, Heizer 117, Mineurarbeiter 291, Küfer 49, Blechschmiede 62, Saltler 9, Schuhmacher 270, Kutscher 50, Bäcker 197, Bitd- Hauer 27, Bediente 801, Typographen 40, Plätterinnen 303, Schneider 38, Tapezierer 34, Schneiderinnen 1165, Dreher 29, Möbeltischler 32, Köche 188-c. Es ist nicht gesagt, welchen Nationalitäten die„impor- tirten" Arbeiter angehören. Leider sind auch viele deutsche Ardeiter der Verführung der Vorschußbillete zum Opfer gefallen. Die Lage der importirten„Waare" ist keine beneidenSwerihe; bis der„Vorschuß" abverdient ist, befindet der Arbeiter sich in einer Art von Sklaverei; und für das erste Unterkommen ist vielfach gar nicht gesorgt, so daß die Leute nach der Landung oft buchstäblich auf dem Pflaster liegen. Jetzt hat die d a n k r o u t e Regierung von Argentinien beschlossen 24 000 Quadrat LeguaS(J( deutsche Quadrat« vom Ingenieur Fleischer entworfen; nach Angabe de? Börsen� Patcnt-BureauS sind zwei Dampfmaschinen von je sünfund- dreißig PferdekrLften. Die in ei»'m Anbau des Erdgeschosses aufgestellt sind, zum Betriebe zweier magnetelektrischer Maschinen des verbesserten Systems de Mä iten's in Thätigkeit. Diese Maschinen liefern die Wechselströme zum Betriebe der riesigen elektrischen Lampe, welche die Laterne des Leucht- thurmeZ enthält. Es ist nämlich nur eine Lampe vor- Händen, deren Regulirung nach dem System Le Baron durch ein Uhrwerk in Verbindung mit Elektro- Magneten erfolgt. Die Leuchtkraft des mächtigen Lichtbogens ist auf zwei Millionen Normal-Kerzen angegeben. Eine für den Wärter äußerst angenehme Einrichtung ist damit geschaffen, daß durch ein System von Prismen und Linsen ein Bild des Lichtbogens auf einen im Wärterzimmer ausgestellten Schirm geworfen wird, so daß es nur in Fällen von Unregelmäßigkeiten, sowie zum Ersätze von Kohlenkcrzcn nötdig wird, den Thurm zu besteigen. Die übrige Bedienung der Lampe, In- und Außerbrandsetzung, Regulirung der Leuchtkraft und des Platzes des Lichtbogens, kann von unten aus vorgenommen werden. Die Dampfmaschinen find, außer mit den Wechsel- strom-Maschinen, noch mit großen Luftpumpen zu ver- binden, welche die zum Betriebe zweier Lusthöiner nöthige Druckluft zu liefern haben. Alles in Allem ist der Leuchttharm von Hanftholm eine sehr praktische Anlage und besonders wegen des ungeheuren Lichtes bemerkenswcrth, welches erkennen läßt, was die Elektrizität auf dem Gebiete der Lichterzeugung zu leisten vermag. Es bestehen zwar schon lcit langer Zeit Leucht- thürme mit ebenso starker LichtauSgade, oder sogar, wie bei der Statue der Freiheit im New-Aorker Hafen, noch größere, die aber nicht in Vergleich gezogen werden dürfen, da sie nicht mittelst einer Lampe, sondern durch Nebeneinanderreihen mehrerer jene Helligkeit hervorbringen. Die größten Einzellampen waren bisher wohl die auf Kriegsschiffen verwendeten, deren z. B. das englische Thurmschiff„Devastation" eine von 500000 Kerzen- stärkt befitzt. Der Kanuibattsm«« de» Annger«. Aus Baltimore wird unterm 26. v. Mts. per Kabel berichtet: �Zwei Seeleute, Namens Graves und Loder, Mitglieder der Mannschaft des britischen Dampfers„Earnmoor", welcher Anfang des Monats September auf der Fahrt von Baltimore„ach Rio de Janeiro unweit der Bohamainseln unterging, find hier angekommen und erstatteten einen ergreifenden Bericht über die ftlrchtbaren Entbehrungen und Leiden, welche sie in einem offenen Boote auf dem Meere ausgestanden haben. Sie erzählten, daß meile) für 120 Millionen Pesos Gold, d. h. 490 Millio-err Mark m verkaufen und zwar dergestalt, daß der Hek>ac zu 8 M. in Europa an Auswanderer verkauft wird. Es sollen 8000 LeguaS mit englischen, 8000 mit italienischen, 4000 mit spanischen, 2000 mit französischen, 1000 mit schweizerischen und 1000 mit belgischen Einwanderern besiedelt werden. Für die Deutschen ist, au» dem einen oder andern Grund, kein Land bewilligt worden— eine Vernachlässigung, über die wir uns nur freuen können. Und wir wollen bloS hoffen, daß auch die Arbeiter der so sonderbar bevorzugten Nationen sich nicht auf den Leim locken lassen, denn es wartet ihrer drüben nur Enttäuschung und Elend.— VersÄmmlungsn. Der Uorstaud de« Fach Vereins der Fithographe«, im Auftrage Chr. Tischendorfer, ersucht uns auf Grund fceS S 11 des Preßgesetzes um die Aufnahme folgender Berichtigung; In dem Bericht in Nr. 252 des„Berk. Volksblatt" über die Versammlung der Litbographen Berlins ist folgendes unwahr: 1. daß der erste Punkt der Tagesordnung lautete:„Grün- duna eines Fachvereins der Steindrucker und Litha- graphen zu Berlin", 2. daß der Referent gesagt habe,„mit dem bestehenden. Fachverein der Sleindruckcr und Lithographen nichts gemein zu haben", 3. Daß der Referent bemerkt habe, dieser Verein beschäftige sich viel zu sehr mit Politik, 4. daß die Diskussion tumultuarisch war. 5. daß die Redner nur mit Mühe da» Wort erhielten und dann„niedergebrülll" wurden, 6. daß Redner, welche sich ordnungsmäßig zum Wort meldeten, dasselbe nicht erhielten, 7. daß die Statuten vor der Verlesung ea bloc angenommen wurden. Die Uerstcherung der Frauen und Mädchen und speziell der Arbeiterin gegen Krankheit rc. ist leider nickt immer in der wllnschenswerthen Weise möglich, weil man bei Schaffung der sogenannten sozialreformatmischen Gesetze die Ausdehnung, Bedeutung und das numerische Gewicht der weiblichen Arbeit nicht erkannte oder wenigstens nicht genügend berücksichtigte. Daß man mit dem Krankenverficherunasgesetz in mehrfacher Beziehung neben dem Ziele vorbeigeschossen hat, haben in dem letzten Jahren die Thatsachen klar bewiesen. So ist ein viel- fach beklagter und offenkundiger Uedd stand, daß eine ungeheure Anzahl von Ardeiterinnen infolge des häufigen Wechsels ih-er Beschäftigung beständig au« einer Ortskasse zur ande rn ge- schoben werden, was insofern verhängnißvoll werden kann, als fie bei einer in der Zeit der Beschäftigungslosigkeit einhetendm Krankheit womöglich trotz jahrelang gezahlter Beiträge nirgends mehr untcrstützungsberechtigtes Mitglied sind. E» ist daher nwsn- mehr anzuerkennen, wenn man, um sich solchen Eventualitäten ein für allemal zu entziehen, in Arbeiterinnenkreisen eine frei«n- geschriebene Hilf» lasse gegründet hat, deren Mitglieder mrter allen Umständen, seien sie beschäftigt in welchem BerusSzweixe e» sei, unIerstützungSberechtigt bleiben. Es ist dies die„Berliner Kranken- und Begräbnißkasse für Frauen und Mädchen". Durch die selbstlose Thätigkeit einzelner Frauen ist es gelungen, die Kasse durch Ausbringung eines Kapitals leistungsfähig zu machen. Trotz ihres erst kurzen Bestehens konnte deshalb die Kasse ihre Unterstützungssätze so d müssen, daß sie manche an» dere ihrer Gattung übertrifft. Die Freiheit der Wahl d«S Arztes resp. des Heilverfahrens bleibt dem Mitglied« durchaus gewahrt, und durch die regelmäßig vierteljährlich stattfindende» Generalorrsammlungen ist eine fortlausende Kontrole der Kassenverwaltung seitens der Mitglieder und so auch ihre B.'- iheiligung an der auf dem Prinzip der Selbstverwaltung de- ruhende Geschäftsführung möglich. Um de? weit verzweigte« Mitgliedschaft die Zahlung der Beiträge möglichst zu erleichtern, sind in den verschiedenen Stadtheilcn Annahme stellen eingerichtet. Für O. Frau Marie Schneider, Blumenstr. 29.— S.O. Fron Emma Schneider, Skalitzcrstraße 44.— S.W. und W. Frau Köppen, Gitschinerstr. 109.— N.W. und N. Frau Andersch, Rcinickendorferstr. 200.— S. Frau Greifenberg, Dieffenbach- straße 28.— N. Frau Marks. ZionSkirchstr. 14. Der Kassirer, Herr Schicßl, wohnt Blumenstr. 20. In sämmlichen Zahlstellen werden Anmeldungen zur Ausnadme entgegengenommen. Luckenwalde. Am 26. d. M. fand wieder in Lucken- walde eine öffentliche Arbeiterinnenversammlung statt, in der Frl. Selma Chaym aus Berlin über die Nothwendigkeit«wer Organisation der Frauen referirte. Das Referat wurde m I Beifall aufgenommen, und e« entspann sich eine rege Di»- kussion, an der überwiegend Frauen theilnabmen, die die Roth- wendigkeit eines AibeiierinnenvereinS begründeten. Es wurde ein provisorischer Vorstand gewählt und ungefähr 200 Frau?» und Mädchen zeichneten sich als Mitglieder ein. Em Antrag wurde gestellt, der dahin geht, daß die Versammellkn die La- kale derjenigen Gastwüthe meiden sollen, die ihre Säle nicht zu Arbeiteroeisammluugen hergeben. Der Antrag wurde ein- stimmig angenommen. William Robinson, einer der Insassen des Bootes, nachdem sie erne Zeit lang auf offenem Meere umhergetrieben. starb, worauf der sich unter den Schiffbrüchigen bcfiadliche Schiffskoch aufgefordert wurde, den Leichnam ihres Kameraden aufzuschneiden. Zuerst wurde Robinson's Schädel eingr- schlagen, und die Ncberlebenden saugten das daraus strömer d' Blut bis auf den letzten Tropfen auf. Der Koch schnitt hieraus daS Fleisch von den Rippen und dörrte es in der Sonne. Nachdem die Leber, das Herz und andere Körpertheile, ans denen Blut erlangbar war, herausgeschnitten worden, wurde die Leiche über Bord geworfen. Zwei Tage nach Robinfon'-z Tode starb ein Maschinist Namens Hunt, dessen Leiche eben- falls den Ueberledenden als Nahrung diente. Nach etwa drei Tagen begannen die Glieder der Ueberledenden anzuschwell n und es erschienen Geschwüre an ihrem Leibe. Grave» und Loder erklärten, daß sie sich nicht erinnern könnten, wie da» Fleisch geschmeckt habe, da sie sich zur Zeit in nicht ganz zu- rechnungsfähigem Zustande befunden hätten. Gin Schießnerjuch. Kaum hat die Nachricht von den „großartigen Erfolgen" der amerikanischen Dynamitkanone dm Welt erschüttert, und schon kommt uns die neue Kunde von einem nicht weniger erwähnenswerthen Schießoerfuck. dessen Britannia sich rühmen darf. Auf dem Schießplatz bei Woolivich wurden neue Gebirgsaeschütze erprobt, deren einzelne Stücke. Rohr und Löffelte, gesondert von Maulthieren getragen und dann zum Gebrauch zusammengesetzt werden. Ein schlaue» Mitglied des Prüfungsausschusses schlug vor, einmal versuchsweise einen scharfen Schuß von dem Rucken des Thieres au«— man hatte einen Esel zur Verfügung— abzufeuern, um zu sehen, ob man nicht auch so, ohne die zeitraubende Arbeit der Zusammen- stellung der Geschütze, Erfolge erzielen könne. Trotz des Kops- schüttelnS einiger Mitglieder fand der Versuch statt. Da« arme Vieh stand geduldig da und ließ seinen Hintertheil, über welches die Mündung der kleinen Kanone schaute, mit Gemüthsruh? nach dem Ziele richten. Ein guter Treffer schien sicher, mrd die Zündschnur, welche den Schuß zum Losgehen bringen sollte, wurde darauf angezündet. Zischende« Geräusch der Schnur, und mit der Gemüthsruhe des Esels ist es vorbei lj Er bockt, schlägt und wendet dabei feinen gefährlichen Körperlherl im Kreise. Der Prüfungsausschuß liegt, die Gefahr erkennend, vom Jüngsten bis zum Aeltesten im Handumdrehen platt auf dem Boden; vor ihnen! springt der dockende Esel. Noch ein /K____ �.... 4...... i. w___ SSL aar anastvolle Sekunden und dröhnend durchschlägt das G* ' �*-------- en Schaden zu thun,— dem Ziel entgegengefetzt choß, glücklicherweise ohne weiteren Schaden zu thun, zwei Wände des Arsenal», da« gerade de, Theater. Sonnabend, den 2. November. «Vortttz««». Fidelis. Hchanlptethans. Wilhelm Tell. Hentfche« Theater. Nächstenliebe. ZeMno- Theater. Der Zaunaast. Friedrich- MUHelmstädtifche» Theater. Der Polengraf. Kestdeas-Theater. Schwiegermama. Mallner-Theater. Der Dompfaff. Viktoria-Theater. Stanley in Afrika. Vftend-Theater. Ein Verurtheilter. Kellenlllaure- Theater. Der Zauberlehr Img. Kroll'o Theater. Hohenstaufen und Hohen� zollern. HLuisüLdtifche» Theater. Mikofch. Zeatrat-Theater. Das lachende Berlin. »d-t»h«rnst-Theater. Flotte Weider. Ved». jiiichter'« NariTtT. Spezialitäten- Borstellung. Keichshallen- Theater. Gr. Spezialitäten «orsttllung. KerUner Theater. Sonnabend, den 2. November: Moutjoye, der Mann von Eisen. Sonntag, 3. November: TemetrinS. Montag, den 4. Novbr.: Mvntjoye, der Mann Eisen. Thalia-Theater, 13 WaUnertheaterstratze 13. -rsgiivi,, Gr. Concert-, Theater- und Kxesialitatett-Uorstellttng. Gr. Erfolg de« Illusionisten S ch e l l i n i, de« Froschmenschen V i n c e n t o, de« be< liebten Nolkshumorist. W i l h. F r ö b e l jc. Entrte 80 Pf.|»ÄÄ American-Theater* U»«r-deuerft» 55. Täglich Vorstellung. Circus Renz. tkarlstraße. Erat«, Sonnabend, de« i. November 1889: Abends 7 Uhr: Oala-UorsteUung unter persönlicher Mitwirkung de« Dir. E. Renz mit einem großartig auSerwählten Programm und Austreten der vorzüglichen Reitkün stierinnen und Reitkünstler. Zyska und Zante, arab. Voll- blutpferde, in Freiheit dressirt und vorgeführt vom D rektor E. Renz. Zum l. Male, ganz neu arrangirt: Aschenbrödel oder Der gläserne Pantoffel. Große« fantaftischcs Zaubermärchen m 4 Ab- theilungen mit Aufzügen, Tänzen und Grup- pirungen, arrangirt und in Szene geseht vom Direktor E. Ren». Kostüme und Requisiten, sowie die verschiedenen Equigagen sind vollständig neu und auf da« Brillanteste ausgestattet. Reiten und Vorführen der bestdress. Schul- und FreiheitSpferde. Morgen, Sonntag: 2 Vorstellungen. 4 Uhr Nachm.: Leben und Treiben auf dem Eise. mm. 1. Reise: Alhen-Sonftanttnopel. WWWaM Raotba-Ralaa. mRWWW Stne Reif« 20 Vf., Kind nur 10 Pf. Rdonn. > Reisen 1 M. «. W.Witschlrr. ZMerftr. 1. «taarr-n«. Tabak t« vorzüglicher OualitSt Rufst fest««nd Türkisch««tgarretten.>203 Junkerstraße Nr. 1. Uerelll m UWullg der Sntcreffen der Klavierarbetter. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege ftrieliricli Meyer am 30. Oktober gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. November, NachmittagS3 Uhr, vom Trauerhause Oppelner st raße 33, aus nach dem EmmauS-Kirchhof statt. 601 Der Vorstand. Hiermit sage ich allen Verwandten und Be« kannten, insbesondere den Heiren Kollegen für die herzliche Theilnahme bei der Beerdigung meine« lieben Mannes meinen aufrichtigsten Dank. Louise Lichteuberg geb. Seefeldt. 611 Fachverein der Tischler. Montag, den 4. November, Abends 8� Uhr, in Jordan'« Salon, Neue Grünstr. 28: AllHemdentl. GeneralversliMiW Tagesordnung: 1. Ersatzwahlen der ArbeitSvermittelungS und Werkstattkontroikommission. 2. Anträge. 3. Werkstattangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekastm. Sonnabend, den 16. November, Abds. 8 Uhr lunzkranszdheli in iordan's Salon. Billets hierzu sind auf allen Zahlstellen, so- wie bei folgenden Herren zu haben: Witte, In- validenstraße21; Millarg, Lehrterstr. 22, 2. Tr.; Markmann, Barnimstr. 46, 4 Tr; Hemp, Pallisadenstr. 63, 4 Tr.; Hoyer, Grüner Weg 70; Winter, Manteuffelstr. 6, 3 Tr.; Glocke, Lausitzer- straße 52, 3 Tr.; Wiedemann, Wendenstr. 2, 4 Tr.; Haberland, Reichenbergerstr. 161, 3 T; Schulz, Britzerstr. 42, 4 Tr.; Manien, Kreuz- berastr. 0, Öuergeb. 4 Tr.; Witte, Möckernstraße 95, 3 Tr.; Elsasser, Nostizstr. 40; Apelt, Sebastianstraße 27 bis 28(Möbelhandlung); H. Schmidt, Elisabeth. Ufer 20, Hof 2 Tr. bei OrlowSki. 610 Allgemeiner deutscher Sattlerverein. Sonnabend, d«n 2. Oktober, im Restaurant des Herrn R e y h e r. Alte Jakvbstr. 83: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn G er i ch:„Ein lehrreiche« Kapitel der Nationalökonomie." 2. Di»- kusfion. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet 579 Der Vorstand. Allgemeiner Metall-Arbeiter-Uerein Herlins n»d Umgegend. Der unentgeltliche Arbeitsnachweis befindet ich im Süden: Ritterstr. 1l2 bei Schmidt, Restaurant; im Norden: Brunnenstr 40 bei Schayer, Restaurant und ist täglich Abends von 8i bis 10 Uhr, Sonntags von 10— Iii Uhr ae- öffnet. 1619 Die Kibliothrk befindet sich im Restaurant Schmidt, Ritterstr. 112 und werden daselbst Montags und Donnerstags, Abends von 8tz bis 10 Uhr, Bücher ausgegeben._ Percin m UWuug der Mereffeu der Tischler Nd Kervssgellolsev. Sonntag, den 3. November, Mittag« 12h Uhr, im Lokale des Herrn K l o t h, Dresdenerstr. 10: NersammluKg. Tages ordnung: 1. Vortrag des Herrn Türk über:„Das Wesen der modemen Poesie." 2. Verschiedenes. 571 kkan Vorstand. Abrechnung über die freiwillig aufgebrachten Beiträge der Metallarbeiter Berlins zum Pariser Kongreß. Mnnahm«: An freiwilligen Beiträgen.. Tellersammlung i. d. Tonhalle 534 M. 75 Pf. 43 M. 75 Pf. 41 M. 55 Pf. 7 M. 60 Pf. Summa: Kusgabe: Baargeld für den Delegirten. Saalmiethe zu Versammlungen Plakate und Drucksachen.. Papier, Porto, Material.. Baar-AuSlagen für Versäum- niß(Termin-e.). 627 M. 65 Pf. 389 M.— Pf. 100 M.— Pf. 56 M. 20 Pf. 4 M. 65 Pf. 14 M. 80 Pf. Summa: 564 M. 65 Pf. KUiutk: Einnahmt 627 M. 65 Ausgabe 564 M. 65 Utberfchuß 63 M.— Pf. Dieser Neberschuß ist im Interesse sämmtlicher Arbeiter verwandt worden. Die Kommifsto«: Trust Falireuwald, Votsitzender. Richard Weudler, Kasftrer. Die Reuistsua- DommifPo«: Otto Klei«. Dirtor Kurga«. Ernst König. iltze« Kredow. Emil Kolthr. v»*»«-». � r d. Werdl, Gold- und Süberwaaren-FabrikgeTchSft» 1 Treppe KS, Orasievstraße nnmandantenstraße und Moritzpia! 66, 1 oischen Kommandantenstraße und Mori.� Btlliosp wie in jedem Laden. | Massiv goldene Ringe. von M. 3,— an! Echte Corallenbroschen. Mark 11,—„ Corallenarmbänder reppe, Trauringe(1 Dukaten). (2 Dukaten). Goldene Broschen.. Golddouble« Ketten auf Silber...... Goldene Ohrringe.. Simili-Ohrringe i Gold allenketten.. m 21'- von M. 5,— an M m 6,50„ » m 2,—„ m m 3,—„ 250, von M. 150«» .. 2,40. 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Naunhnftraste 15, Ecke Mannst, Verantwortlicher Redakteur: D.«vantzei« in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kabing in Berlin LV., Beuthstraße 2. KtevM«in« 1 Beilage zum Berliner Bolksblatt. Nr. S3V. Konnabend Ae« Ä. Uonemder 1889. 6. Jahrg. IS. Parteigenosse«; ',tr Kommunalwahlen rückt heran; in Erfüllung i.1�! rufen wir Euch zu: Unterstützt unS in jeder ki.?" wir überall da, wo wir in die Wahl eintreten, zum «lege«elangen. ��ossen, die uns am Tage der Wahl, sowie vorher, e7i»mlU�t?• �llen, fordern wir hiermit aus, Ihre Adressen •Vfitteu et Un5 0'>tr �e'')fn"rnh stehenden Vertrauensleuten n TaS Zentral Wahllomttee. Otto Klein, Vors., Riiierstr. 15(Zigarrengeschaft). Otto K r ä ck e r, Kasfirer, Wasserthorstr. 20(Zigarreng.) »ranzTutzauer, Köpenickerstr. 24(Möbelhandlung). tUto Heindorf, Langestr. 70(Stuckateur). Johann G n a d t, Brunnenstr. 38(Gastwirth.) »ug. Wuttia, Solmsstr. 2, Tischler. »ranz Morbach, Lausitzer Platz 3, Konditor. V m Vertrauensleute: Retzerau, Maler, Heimstr. 2; Habicht, Tischler, Aklleallianceftr. 24; Grube, Bellealliancestr. 52; Bansch, 13« �ch�osser, Solmsstr. 7; Seidel, Noftizstr. 13. J?'-, Pohl, Skalitzerstr.>23, H. 1 Tr.; Schnieper, «ottbuser Damm 8, 3 Tr.: Liefländer, Liegnitzerstr. 37, V.2 Tr.; Köhler, Naurynstr. 11, H. 1 Tr.; Robert I.« Krüger, Manteuffelstr. 67. H. 3 Tr. .7,'..Karl Sckol». Wrangelstr. 30; Emil Bcrndt, Man- �uffelktr. 127, 2 Tr.; Theoder Metzner, Naunynstr. 72, «of, Seitenfl. 3 Tr.; Karl König, Köpnickerflr. 26, Hof N.' Hermann Franke, Eisenbahnftr. 32, 3 Tr. »fr.Hcrzfeld, Fürbringerstr. 17, 2 Tr.; Herrmann, Rltterstr. 110; Völker, Mariannenplatz 23; Prinz, 17«.?�chonbergerjtr. 72; Skranewitz, Waldemarstr. 28. �'.Börner, Rrtterstr. 103; Kraust, Prinzenstr. 6, «-»Tr.; Kodlhard, Mariannei,str.34; König, Gitschiner- Z.. 34; Mendt, Brandenburgstr. 35. N..Ü Wunderlich, Ostbahn 12; Karl Meyer, Mar- Likraße 18, vorn 3 Tr.; Krause, Küstriner Platz 10; Mfh- Friedrichsfelderstr. 33; Mörschel, Müncheberger- 27«... zy. T,; R. Kurze, Weberstr. 15-; F. Berndt, Pallisaden- �fode 35, Hos 2. Emganz 3 Tr.; Bogasch, Frieden- Matze SSt>, H. 2 Tr.; F. Baaitz, Watzmannstratze 36, 33 ' Heitmann, Zigarren arbeiter, Brunnen stratze 92; jJ�aiks, Töpfer, Brunnenflratze 6; Schreiber, Sattler, J|«tenftrafee 159; Becker, Schlosser, Gartenstratze 163: z-« Vutschke, Maurer, Gartenstratze 157. Gustao Koopmann, Wollinerstraße 69, 2 Treppen; «. Weitz, RhemSdergerftratze 31; Georg Becker, Fürsten- berge, stratze 1; Fritz Pump, Anklamerstr. 33; Heinrich 4,„ Tamm, Brunnenflratze 36-. • Bezirk: Marker, Wiesenstr. 28; Weise, Maurer, Tegeler« nratze 27; Knorr, Glasenneifter, Köslmerstr. 11; Küter, Reinickendorfer str. 14-; Scharf, Schlosser, Reinicken- � dorferstratze 52. B-zirk: Jacobei, Töpfer, Hochflr. 33 5; W. Marten, Ar- t«t«r. Liesenstr. 4; Raschke, Maurer, Wiesenstr. 8; Ganschow, Maurer, Wiesenstr. 8; Elshol», Maurer, Badflr. 14. HL. Die Wählerlissen der einzelnen Bezirke werden vom Sonntag, den 10. d. MtS., bis zum Sonntag, den 17. d. Mts., bf« noch näher zu bestimmenden Lokalen für die Genossen «« Einsichtnahme ausgelegt werden. *** -> Zentral-Kommunalwahlkomite», sowie den Kik'�ouensleuten desselben zur Nachricht, datz eine jl.'»Un0 am Sonntag, den 3. November, bei Hencke, Blumen- atze 38, Nachmittags präzise 3 z Uhr, stattfindet. Uoftalss. Kraoerei Pfefferberg erholten wir folgendes h»us. c;«Betreffs der am Montag im Böhmifchm Brau- �««ratzte Resolution erklären wir hierdurch 1) datz bei uns Niemand wegen Neberlassung von Räumen vorstellig geworden und O datz wir zu Versammlungszwecken geeignete Säle überhaupt nicht befitzen. Die kleine etwa 150 Per- fönen fassende Glashalle hallen wir Dienstags, Mitt- wachs, Donnerstags und Freitags nach wir vor � Federmann zur V-rsügung. Berlin, den 1. November 1889. d-,« Der Vorstand Brauerei Pfefferberg. vorm. Schneider u. Hillig. P- Schwertfeger. Zuf hat die Brauerei Borussia ihre anfäng- Zfw§Kl08fi)br Lokal zu allen Versammlungen herzugeben. r)fu?8«biitl lautet:«Nieder-Schönweide bei Berlin, den »n uns�« Herrn Niemetscheck in Rixdorf, Falkstratze 45. r Bedauern sehen wir uns veranlatzt, die Ihnen mit Ü'« r n,«estngen Karte erlheilte Zusage bezüglich unserer Säle alte, 4\ du können. Hochacblend..."(Unterschiift un- �t'ufc. c. Die in diesem Schreiben erwähnte Karte lautet ?ch°awiik, � Niemetscheck, Rixdorf, Falkstratze 45. Nieder- '"ck iheil-n-rn' c Im Anschluß an Ihren gestrigen Be- Ü?«ersSa..�?"? mit, datz unsere Säle Ihnen I e d erz e, t Kiedes,TN.ung strhtn. Hochachtend Brauer« Borussia m Va« de." !w Hause Auf allm Wegen, auf der S ratze, Ä««all Iou�»>. M«usteigen, in d« Werkstatt, auf dem Bau, war nick., nl das Unglück, die Lebensgefahr auf un«. "»-w»»--'. wi. Berlin kommen Unalück.siille M'teiderjck, � Anzahl vor, von denen uns der lakonisch kurze werden ��ntnitz setzt. Viele von diesen Unglücks- «ttch, datz hw V U4 �??u Unglück für die davon Betroffenen anstatt�"'cht«'«ich zur Stell« ist, daß unkundige Baden verschlimmern. �««Unglück»» tn? jedem Sommer viele Menschen. 'h n 5�den Vnsn� au4 �m Wasser an« Ufer gebracht und meisten un»,�. Wiederbelebung angeflellt. Wa« ue.r aus den- Samariter? Sie stellen den Er- �opf, in ctr Meinung, datz auf diese Weise das geschluckte Wasser herauslaufen müsse. Wenn der Verunglückte noch nicht todt ist,— diese Manipulatiou bewirkt seinen Tod ganz bestimmt. Ein groß« Prozentsatz von Unglücksfällen kommt auf den Bauten vor, durch Abstürzen, oder indem Gegenstände (Steine-cF auf die unten Beschäftigten fallen. Es giebt Quetsch- wunden. Arm-, Bein- ic. Brüche. Bei den Brüchen handelt es sich darum, dem Verletzten in richtiger Weise den nsten Verband anzulegen und ihn schnell und sicher zum Arzt zu transportiren. � t m„ Vor ein« Reihe von Jahren wurde von Professor E S m a r ch in Kiel die erste Samarilerschule gegründet. E« verbreitete sich da« System Esmarch dann ziemlich schnell in — England, wo, namentlich in London, viele Samariterschulen entstanden. Es sind dort männliche und weibliche Samariter ausgebildet worden, von den letzteren an- näh.rnd tausend. Auch in d« Schweiz hat das System E.march Eingang gefunden. Hier in Berlin fängt man auch an, die Nützlichkeit von Lehikursen zur Behandlung Verunglückter einzusehen. Wir haben Sanitätswachen, Samariterverein, einen L-hrkurfuS für Arbeiter, eine Sanitätskolonne. Auf diese V«eine hinzuweisen, soll der Zweck dieser Zeilen sein. Auch wenn man niemals in die Lage kommen sollte, einen Verunglückten die erste Hilfe angedeihen zu lassen, so find diese Lehr- und UebungSstunden so belehrend, bildend und int«- essant, datz man schon darum nicht versäumen sollte, sich einem solchen Verein vom rothen Kreuz anzuschlietzen. Aber es kommt, namentlich unter den Bauhandwerkern, Jeder einmal m die Lage, seinem Mitmenschen beispringen zu müssen. In diesen Lehrkursen wird man in die Geheimnisse d« Anatomie gleichsam spielend eingeführt. Man«langt Kennt- nitz vom Bau des menschlichen Körpers, den Funktionen der verschiedenen Organe, der Thätigkeit de« Gehirn« und d« Nerven. Aber ein richtig« Samarit« soll nicht nur eingreifen, wenn da« Unglück da ist, nein, er soll auch dem Unglück vorbeugen, wo er irgend kann. SolcherFälle, wo er ein Unglück verhutm kann, giebt es viele, z. B. geht man oft achtlos auf d« Stratze an Obstresten vorüb«, die mitten auf demWege liegen. 20Persontn gehen darüber hinweg, der 21. gleitet darauf aus, und wenn« glücklich fiel, g cht« semer Wege, o h n e die Speis«est« wegzubrin- gen. Wie oft kommt es vor, datz ein Kind auf der Stratze ein Glas od« eine Flasche fallen läßt und sich weinend entfernt— ohne die Scherben wegzuiäumen. Da« Publikum hält es meistens unter seiner Wurde, sich um solche Glasscherben zu kümmnn.— Wie oft sieht man, wie im Hause Petroleum zum Anzünden des Feuers in ganz leich t linnig er Weise be- nutzt wird, indem man ganz einfach die Flasche mit Petroleum über der schon angefachten Flamme ihres Inhaltes entleert. Das find alles Fälle, wo ein Samariter vorbeugend eingreifen soll und mutz. Auch durch das Aufgießen von Petroleum Abends sind schon hunderte von Unglücksfällen geschehen, ohne datz dieselben bish« warnend auf drese immer noch grassirende Unsitte eingewirkt hätten. In keinem Hause sollte Abends bei Licht die Petroleumflasche angerührt werden. Wie man sieht, ist das Feld, wo der Samariter segensreich einwirken kann, ein sehr weite«. Wir wollen nun kurz die Geaenstände berühren, mit denen die intelligenten Arbeiter in dem«.Lehrkursus zur ersten V«{filsiftnng bei Unglücksfällen vertraut gemacht wird. Es find das in«ster Reihe die Anlegung eines NothverbandeS, dann der richtige Transport des Verletzten. Ferner wird ge- lehrt, wie der Samarit« helfen kann bei: V«wundungen, Blutungen, vttgifteten Wunden, Knochenbrüchen, Verrenkungen und V«stauchungen, Verbrennungen, bei Ertrunkenen, Erfrorenen, Erstikten, bewußtlos Gefundenen, bei Vergiftungen, Hitzschlag u. f. w. Indem wir nun im Vorstehenden im Allgemeinen auf die Nützlichkeit der Samarit«kurse aufmerksam gemacht haben, zu- gleich dabei an den praktischen Gemeinsinn d« Berlin« Ar- beii« appellirend, wollen wir zum Schluß speziell auf den Zehrkurf»» der Kerliner Arbeiter fttr erste» Hilfe- letstung bei NnglüetrsfLUen(diriairender Arzt Herr Dr. Bernstein) aufmerksam machen und hoffen, daß sich recht viele Theilnehmer dazu finden w«den, um'omehr als nur vierzehn- täglich Montag« Abend» ein zweistündiger Unterricht stattfindet. Theilnehm« kann jeder Arbeiter werden, ganz gleich, welch« Branche derselbe angehört, der das 18. L:benSjahr«reicht hat. Auch ist jeder willkommen, was für einen Rock« auch tragen möge; er kann also direkt vom Bau, au« der Fabrik od« Werkstatt in dem Unt«richt «scheinen. Der Unterricht dauert von Oktober bis Ende März bei einem Monatsbeiträge von 25 Pf.(zur Anschaffung d« nöthigen Lehi mittel). In den Sommermonaten finden alle 4 Wochen Vorträge üb« Krankheiten durch den leitenden Arzt statt. Ein Kursus für weibliche Arbeiter ist in Ausficht genommen. Obengenannter Lehrkursus hat eine Petition an den Reichstag eingereicht, welche bezweckt, datz da« Unfallv.rhütung«- gesetz einen Passus bekomme, nach welchem auf jedem Bau, in Stoben Fabriken iu f. w. ein Kasten mit Verbandszeug vor- anden sein mutz. D« nächste UebungSabend de« obengenannten Lehrkursus findet am Montag, den 4. Novemb«. im Lokal von Feuer- stein. Alte Jakobstr. 75, statt. Wir laden alle Arbeiter, welche der Sache bisher noch fernstehen, ein, sich recht zahlreich daran zu betheUigen. Nur Arbeit« werden aufgenommen! I. A.: Max Goelfert. Kei de« Giseubastn-Perwattunge« sollen gegenwärtig ernstliche Erwägungen darüber statrfinden, ob e« nicht durch. führbar sei, die viSher verwendeten eichenen Eisenbahn-Schwellen durch eisnne zu«letzen. Zu diesem Versuche drängen nicht blos Ersparnitzrückfichten, sondern auch technische Vorzüge der eisernen Schwell«: gegenüber den bish« verwendeten eichenen. Bei diesen ist nämlrch eine Veränderung der Spurweite der darauf gelagerten Schienen nie ganz zu vermeiden und es sind deshalb, namentlich bei mehrfach wechselndem Weit«, häufige, zeitraubende und kostspielige Revisionen der Geleise nöthig. Bei eisernen Schwellen ist ein Einfluß de« Weit«« und eine für den Betrieb in Betracht kommende Spurerweiterung ausgeschlossen. Da nun zu Eisenschwellen sehr wohl da« au«. rangirte Schienenmat«ial sich verwenden läßt, so wurde in einer gegebenen Zeit da« nöthige Schwellenmaterial aus den aus- rangirten Schienen gedeckt fein, für welche gegenwärtig nur ein sehr mätzig« Preis zu«reichen ist. Im preußischen Staats- bahnbetriebe werden jährlich soviel Schienen ausgeschieden, datz daraus über eine Million Schwellen hergestellt werden können. das find 20 bis 25 Prozent des jährlichen Bedarfs. Man nimmt an. datz die als Schwellen»«wendeten Schienen noch vi«zig Jahre dienen können und auch bann noch ihren Werth als alte« Eisen befitzen. Eine Eichenholz. schwelle kostet ausschließlich d« Zubereitung etwa 5,50 Mark; nach einer Liegezeit von 8 Jahren ist ihr Werth aus etwa 50 Pf. gesunken, da sie dann ausgehoben und erneuert w«den mutz. Die Abnutzung beträgt also für einen Kilomet« 5000 M. und für die 65 000 Kilometer Eisenbahnen in Deutschland die Kleinigkeit von 325 000 000 M.— Im Bezirke der königlichen Eisenbahn-Direktion Stettin sollen bereits Versuche mit diesem neuen Oberbau-System statigefunden haben, die ein sehr günstiges Resultat, namentlich auch für die Anlegung der Weichen ergaben. Ein grob« Thei! der Eisenschwellen wird gegenwärtig aus Rutzland bezogen. Wer hat«icht schon öfter» a« de« Schaufenstern der Uhrmacher eine sogenannte sympathische Uhr«- blickt und mit Verwundern und Kopfschütteln betrachtet. Ein durchfichtiges Zifferblalt an zwei Drähten aufgebängt, zwei teiger— das ist alles, was man sieht; kein Werk, keine ransmission, gar nichts, und doch geht die Uhr auf die Minute! Dieses Wunder sucht der„Berl. Börsen- Cour."— einer Ausführung im„Prometheus", einer hier«scheinenden neuen„Wochenschrift über die Fortschritte b« angewandten Naturwissenschaften", folgend— zu erklären. Man hat verschiedene Systeme solcher Uhren erdacht. D« bekannte französische Taschenspieler Robert Houdin wählte ein großes 3iff«blatt aus Glas, welches« an einem Draht aufhing und im Mittelpunkte befestigte er den grotzen Minuten- und den kleinen Stundenzeiger. In der etwas verbreiterten Spitze de« großen Zeigers war ein ganz kleines Triebwerk verborgen, welches einen Gewichtsstein fortrückte. Dieses Gewicht lief im Innern de« hohlen Zeigers herum und verschob beständig den Schwer- punkt desselben, so datz der Zeiger gezwungen wurde, von Mi- nute zu Minute vorzurücken und in sechszia Minuten die Runde um das Zifferblatt zu machen. Mittelst eines auf der Zeigerwelle angebrachten doppelten Zahnrades wurde die Be- wegung auf den Stundenzeiger übertragen. Die Uhr ging vor- trefflich, wenn nur das Zifferblatt genau senkrecht hing. Bei einer anderen d«artigen Uhr war zwischen den Zei- gern im Mittelpunkt des ZiffnblatteS ein Triebwerk angebracht, das jedoch wegen seiner Kleinheit auch nicht bemerkbar war. Da beide Zeig« durch Gegengewichte ausgeglichen waren, genügte schon eine sehr geringe Kraft, um sie in Bewegung zu setzen. Natürlich find alle diese Systeme kostspielig und gerathen leicht in Unordnung. Neuerdings hat man jedoch eine Uhr h«gesttllt, die zwar auf demselben Prinzip beruht, aber insofern einen grotzen Vorzug besitzt, als sie nicht immer in senkrechter Stellung erhalten werden mutz, sond«n in allen Lagen geht: mit einem Wort, eine durchsichtige Taschenuhr. Ein gläsernes Zifferblatt ist in einen �halbmondförmigen silbernen Rand gefaßt und zwei Zeig« machen, wie durch Zauberkraft bewegt, ihren regelmätzigen Rundlauf, ohne datz man den geringsten Bewegungs-Mechanismus bemerkt. Man besieht die Uhr von vorne und von hinten, man kann durch daß Zifferblatt lesen— wo steckt d« Schlüssel zu diesem Räthsel? Oeffnen wir einmal die Uhr. Hint« dem Zifferblatt be« merken wir eine Glasplatte, die, so lange die Uhr geschlossen bleibt, nicht zu sehen ist; und hinter ihr nochmals«n Glas. Durch die mittlere Glasplatte geht die Zeigerwelle. Nun kann man leicht beobachten, datz die Zeiger sich drehen, weil sich die mittl«e Glasscheibe dreht; ab« wodurch wird dies bewirkt? Im oberen Theile der silbernen Mondsichel, wo der Büqel fitzt, befindet sich ein allerding« sehr kleine«, ab« dock gewöhnliches Uhrtriebw«?; die mittlere Glasscheibe ist an ihrem Umfang mit einem feinen metallenen Zahnrädchen'umgeben, von dem man narürlich nichts sieht, weil es hint« der silbernen Fassung der Uhr verborgen ist. Die Zähne greifen in ein kleine« Steigrad des Triebwerkes, welches die Umdrehung der mittleren Scheibe mit dem Minutenzeiga bewirkt. Letzterer überträgt die Umdrehung direkt auf den Stundenzeiger mittelst zweier wahr- Haft mikroskopisch« Rädchen, die an der Welle der Zeiger v«- borgen angebracht find. Die Uhr ist eine schlüssellose Remontoiruhr und geht zweiunddreitzig Stunden ohne wieber aufgezogen w«den zu müssen. Wie man sieht, ist das Ganze sehr sinnreich erdacht und zu allerlei nützlichen Anwendungen geeignet. Die grotzen er- leuchteten öffentlichen Uhren sind sehr theuer; ihr Zweck ließe ick mit geringeren Kosten durch die hier beschriebene durch- ichtige Taschenuhr eneichen, indem man mittelst einer Zauber- aterne den Schein de« Zifferblattes und der Zeiger auf eine weiße Wand würfe. Man erhielt auf diese Wnse eine Uhr von riesenhaftem Umfange. De» IVO 000 Mark-Diebstahl. Das durch dm flüchtigen Kommi« Otto Döring(Dohering) geschädigte Bank« hau« versendet nunmehr selbst eine Mittheilung über die kolossale Deftaudation an die Presse. Geschädigt ist die Bank« fiima Albert Schappack u. Ko., Jerusalem«straße Nr. 23, welche die Summe der gestohlenen Effekten auf zirka 100000 Mark angiebt. Otto Döring hat in der Zeit vom 18. bi» 26. v. Mts. obiger Firma zur Konvertirung übergebene Effekten, die er zwar nicht unter Verschluß, aber, wie wir bereits erwähnten, in großen Postm Tags über zur Be« arbeitung und Kontrole hatte, entwmdet und bei verschiedenen hiesigen Bankfirmm, besonders in grotzen Beträgen in dem Wechselgeschäft von P. L. M. Berend, Neue Rotzstraße 23, in welchem« seit mehrerm Wochm Börsm-SpekulationSgeschäfte machte, verkauft. Aus diesm Transaktionen scheint, dm Nachforschungen zufolge, dem Döring ein Verlust von 15 000 Mark erwachsen zu sein, so daß er also noch zirka 85 000 Mark hint« sich haben dürfte, darunt« zirka 60000 Mark in haar. Das zur Verfügung stehmde Nationale des Defraudanten habm wir bereits mitgetheilt. Die Firma hat nunmehr eine Belohnung von 3000 M. Demjenigm ausgesetzt, d« den Flüchtling festhält. Dem Nationale könnm wir noch hinzufügm, datz Döring zeitweise ein Monokle trägt und wie ein Schauspiel« aussieht. He« Schappach war, wie bereit« erwähnt, mehrere Tage verreist und wollte über dm ersten November hinan« fortbleiben. Weil er mit den Leistungen des Döring sehr zufrieden war, so hatte« ihm eine lieber« raschuna in Form ein« nicht unbedeutmden Gehaltserhöhung zugedacht. Er hatte dem Prokuristen deshalb bei seiner Ab« reise einen Brief für Döring hint«lassen, in welchem ihm von d« Gehaltszulage Mittheilung gemacht war. Anstatt daß nun Döring von dieser ihm zugedachtm Ueb«raschung Kmntnitz«- hielt, hat er seinem Chef die neue Ueberraschung ganz ander« Art bereitet. Charaktenstrsch für Döring ist, daß« seinen Be« kanntm und Freundm gegenüber sich als einm Jrömml« geriete, gewöhnlich s«ne Bnefe mit der Ansprache einleitete: „Mein lieber Bruder in Christo" und sie mit„ De in arme« Sünderlein in Christo" zu unterznchnen pflegte. DaS„Sünderlein" hat sich nun als ein gewaltig großer Sünd« entpuppt. Hrefige Blatt« erfahren noch einige Einzelheitm, welche vielleicht geeignet find, zur Verfolgung de« Flüchtigen Anhaltspunkte zu geben. Döring unterhielt ein LiebeSverhä tnitz mit einem in der Reichenbergerstr. 1 bei ihren Angehö.igcn wohnenden Fräulein Lösch; in d« Familie der Genannlm ging er ein und au». Seit dem 1. Oktober mahnte Döring bei den GoldarbeiterS- Eheleuten Härtel, Skalitzerstr. 3, wo er ein möblirtes Zimmer in der zweiten Etage bewohnte, für das er 20 M. monatliche Miethe bezahlte. Döring war mit den Härtel'schen Eheleuten von der Skalitzerstr. l8 nach der neuen Wohnung vmogeu. In der letzten Zeit fiel es der Wirthin auf, daß Döring in einer mit seiner Stellung nicht recht in Einklang zu bringenden luxuriösen Werse lebte, u. A. den Mann in Rkstamationen mitnahm,?oo er an einem Abend 15 bis 20 M. ausgab. Außerdem soll er außer mit seiner Braut noch mit mehreren Mädchen intime Verhältnisse unterhalten haben, die ihm viel Geld kosteten. Am Sonnabend gegen Mittag kam Döring ausnahmsweise nach Hause; der Wiithin, die gerade in seinem Zimmer mit Aufräumen beschäftigt war, schien es, als wenn ihr Miether einen Gegen- ?and unter dem Ueberzieher verborgen hätte. Döring ersuchte ie Frau, das Zimmer einen Moment zu verlassen. Im Hinaus- gehen will die Frau wahrgenommen haben, daß der junge Mann einen Gegenstand in einer Lederumhüllung, welcher der Form nach wie ein Revolver aussah, unter dem Ueberzieher hervorzog. Bald darauf kam der Bruder von Dörings Braut zu Besuch. Beide Männer schlössen sich darauf im Zimmer ein und hatten eine längere Konferenz. Von dem Inhalte derselben veimochte indeß die an der Thüre lauschende, argwöhnisch gewordene Wirthin nichts zu ve, stehen. Als der Bruder der Braut weg- gegangen, bemerkte Frau Härtel, daß derselbe die an der Wand angebracht gewesenen wenigen Photographien, worunter auch jene des Fräulein Lösch, mitgenommen, und es kam ihr sofort der Gedanke, daß Döring, der eine Reise vorschützte, nicht wiederkehren werde. Einige Anhaltspunkte über Dörings Verhältnisse gaben auch Äriefreste, die er halb zer- rissen der Wirthin zum Verbrennen übergab, die diese aber zufällig in einen Korb unter dem Küchentisch warf, wo sie fich noch fanden, als die Flucht des ungetreuen Kommis konstatirt wurde. Nachdem der lrtztere am Sonnabend Abend wegge- gangen, war die Wirthin in Ve.-suämng, den ihr von Döring übergcbenen Brief an den Prinzipal zu erbrechen, wovon sie indeß wieder von ihrem Manne abgehalten wurde. Wäre sie ihrem augenblicklichen Impulse gefolgt, dann wäre der Flücfct- ling, der in dem Briefe falsche Mittheilungen an den Proku- risten seines Geschäfts gemacht, vermuthlich noch in Berlin gc- faßt worven. Vorläufig hat man von oemselben. noch keine Spur entdeckt. Die Braut Dörings will von dessen Trans- aktionen und Flucht ebensowenig, wie von seinem Verbleib irgend eine Kenntniß haben. Indessen sind im Besitze des Bruders der Braut 500 Mark gefunden und beschlagnahmt worden. Die Polizei ist mit Rechercherr in der Richtung be- schäftigt, ob Döring nicht noch mehr veruntreute Gelder bei Personen seiner Bekanntschaft untergebracht hat. Kei der hirstgr« Polizei hat man noch keine amtliche Nachricht darüber, ob der russische Abenteurer Savine alias Graf Lambert von Genf aus an die rusfilchen Behörden aus- geliefert worden ist. Die Genfer Photographie des Exkornets, die dem Polizeipräsidium zugestellt wurde, ist von hier aus an die Behörden in Dresden übermittelt worden, wo Savine sich auf feiner Fluckt nach der Schweiz aufgehalten Hot. Dort haben d-e Angestellten in dem Hotel, in dem der Abenteurer abgestiegen war, und der Schneider, bei dem er sich einen neuen Anzug hat macken lassen, in dem Bilde angeblich sofort den vielgewandten Russen erkannt. Frau Meyeaort, die Gefährtin Savinc'S, hat den Staub Berlins jetzt auch von ihren Fuß- sohlen geschüttelt. In das Gefängniß des Landgerichts zu Gstrowo wurde den Abendblättern zufolge vorgestern ein gewisser Ignatz Groß aus Berlin eingeliefert, weil er im Verdacht steht, den neulich in Skalmierzuce beschlagnahmten Ballen sozialdemokra- tischer Schriften in Berlin verpackt und aufgegeben zu hoben. Groß wurde in dem Augenblicke in Beilin verhafiet, als er am Schalter eines dortigen Postamtes einen daselbst lagernden Brief in drr genannten Angelegenheit in Empfang nehmen wollte. In der Aufregung über einen Diebstahl, welcher in dem ihrer Obhut unterstellten Hause der Jahnstraße während der verflossenen Nacht verübt woiden war, machte heute früh die Portierfrau H. durch Gift ihrem Leben ein gewaltsames Ende. Das Znsammenbreche« eine» Stuhles hat den Tod eines Mens wen berbrigeführt. Der in der Adalberlstraße woh- nende RentierjsP. hutie am vorigen Montag seinem in der Markusstraße wohnenden Schwager einen Besuch abgestattet und der korpulente starke Mann hatte sich ermüdet bei seiner Ankunft auf einen Rohrstuhl geworfen. Der schwache zierlich geschnitzte Sessel konnte die eroime Last nicht aushalten, brach zusammen und der Rentier fiel dabei zur Erde, von welcher er sich jedoch bald scherzend über den Unfall erhob. TagS darauf aber klagte Herr P. über Schmerzen im Rückgrat, die derart zunahmen, daß er sich diesetwegen an einen Arzt wandte. Hier stellten sich nun schwere innere Verletzungen und solche am Rückgrat infolge des Sturzes vom Stuhl heraus und trotz der forgfäliigsten Pflege ist der in den besten Mannesjahren stehende Rentier vorgestern Abend gestorben. Gin eigrnthumiichrv Fest bereitet sich zur Zeit im Grunewald vor. Bekannilich werden dort zwei Fenne von dem im Laufe von Jahrhunderten angesammelten Torf und Moor gereinigt und in Anknüpfung an den uralten Wasserlauf in Seen umgestaltet. Die Seen sollen den Namen HübertuSsee und Heithasee tragen. Im Laufe der nächsten Wochen wird voraussichtlich die Ausgrabung der Seen vollendet fein. Zur Zeit ist man auf dem Boden der Zukunftsseen mit dem Bohren artesischer Brunnen beschäftigt, welche dmch eine undurchlässige Schicht durchgetrieben werden und dazu bestimmt sind, die Seen mit steig strömenden kiaren Wassermassen füllen. Diese Anfüllung der bis dahin von allem anderen Gewässer zu be- ireienden Seen wird ein in hohem Grade interessanles Schau- piel gewähren; dem Vernehmen nach lie�t es in der Absicht >er Bauverwaltung, dasselbe dem Publrkum zugänglich zu machen. Gin grwaltfamer Einbruch ist in der Nacht zum Dienstag in d>m Konsektionsgcschäft von Neumann u. Freund, Oberwallstr. 3, verübt worden. Die Diebe(die Kriminal- volizei vermuthet deren mehrere) drangen über den Hof Durch das mit einer eisernen Lade versehene Fenster ein und demolirten die Ladenkosse, da ihnen das an derselben be- findliche Sicherheitsschloß Widerstand leistete. Sie fanden die Summe von 380 Mark, ein in der Kasse befindliches gc- fchlossenes Kouvert mit 300 Mark in Gold ließen sie unberührt liegen. Wie am Mittwoch der Pollzeibericht meldete, erschoß sich um 28. Okiober ein Kellner in seiner Wohnung in drr Straße„An drr Stadtbahn*. Nach hiesigen Bläitern war diesem Selostmorb ein heftiger Streit des Kellners mit feiner Braut, der unverehelichten Schneiderin H., vorangegangen. Da Gefahr im Verzuge schien, so eilte die Wir ihm zur Polizei- wache des 14. Reviers. Ein Schutzmann war gerade nicht zu- gegen, und so zögerte der Polizei-Lreutenant W. nicht, die Frau, welche d-e Gefahr sehr dringend schilderte, zu begleiten. Als er die Thür des Zimmers des M. öffnete, fauste ihm eine Revolvertugel en.gcgen, die ihn giückiickerweisc verfehlte. Der Kellner aber, der die Kugel abgeschossen, richtete nun den Revolver gegen fich uad tödte sich durch einen Schuß in den Mund. Ei» beblag-nsm-rther Unfall ereignete fich gestern Nachmittag in emem Hause der Waldemarstraße. Daselbst war «ine Frau H. in einem Keller an einer englischen Dehrolle mit dem Rollen der Wäsche beschäftigt, wober ihr die neunjährrge Tochter hilfreich zur Hand ging. Eben hatte die Mutler dre Rolle wieder in Bewegung gesetzt, als das Mädchen einen furchtbaren Schmerzensschrei ausstieß. Das Kind war mit der rechten Hand zwischen den Kasten der Rolle und die Holz- walze gerathen und diese hatte der Kleinen die drei Mittel- singer vollständig zermalmt. Das vor Schmerzen bcwußilo« gewordene Kind ward zuerst zu einenr Heilgehilfen gebrecht und, nachdem derselbe der Verlctztcn den ersten Verband au- gelegt, wurde sie nach der Klinik geschafft. In der Charttee werden während des Winterhalbjahres 1889/90 folgende Polrklinike» abgehalten: 1. Für Kinderkrank- Herten tägl-ch, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage, von 12—1 Uhr, unter Leitung des Grh. Medizinalraths Prof. Dr. Henoch mit den Assistenzärzten DDr. Paul Meyer und Hanchccorne. 2. Für Nerverkraukheiten Montags und Mit- wachs von 10—12 Uhr unter Leimng des Oberarztes Privat- dozenten Dr. Oppenheim. 3. Für Hautkrankheiten Dienstags und Freitags von 12—1 Uhr unter Leitung des Prof. Dr. Schweninger mit dem Stabsarzt Dr. Dretlen und dem Assistenz- arzt Dr. Buzzi. Der Eingang zu diesen Poliklinik n ist beim Pförtner in der alten Charitee. Die ärztliche Behandlung ist unentgeltlich, auch erhalten Unbemittelte freie Arznei, Salben u. s. w. aus der Chantec-Apotheke. Der Uumschmindler, welcher seit einiger Zeit unsere nach Berlin von den Vororten hkreinkommendrn Landlente empfindlich schädigt, vergrößert von Tag zu Tag seine Opfer. An die Fuhrwerke der betreffenden nach Hause zurückfahrenden Land- leute tritt gewöhnlich ein junger Mann, welcher dieselben um Mitnahme mehrerer Flaschen Rum an den Gastwirth ihres Ortes bittet und nachdrm ihm diese Bitte bewilligt, die Vor- ausbezahlung des Betrages für die Waare, der ja von dem Empfänger daheim sofort wiedererstattet wird, fordert.— In der Regel verauslagen die Betreffenden denn auch 2,50-5 M. für den Rum: nach ihrer Ankunft zu Haufe aber und bei Ab- lieferung des Getränkes an den Gastwirth stellt sich heraus, daß der mitgebrachte Rum nichts Anderes ist— als Spree- wasser; ab und zu auch Essigwasser— und daß der Gastwirth überhaupt von der Bestellung nichts weiß.— So wurde von dem Schwindler ein Büdner H. aus Britz um 5,20 M. geschädigt und ein gleicher Betrug wurde am 27. v. M. an dem Milchpächt-r Hennina aus Blankenburg versucht, glücklicher- weise diesmal aber obre Erfolg. Der gaunerische Rumfabri- kont mißbraucht den Nomen emer hiesigen Firma C. Guttmann, Brüderstraße. Sribstmordverfuch auf offener Straße. Ein ungemein aufregender Vorfall imelte sich vorgestein Abend, ungefäbr 10 Minuten nach 7 Uhr vor Töpfer's Hotel in der Karlstraxe ab. Passanten war um die angegebene Zeit schon seit etwa \ Stunde ein etwa 40jähriger, mit einem sehr ärmlichen Winter- Überzieher bekleideter Mann aufgefallen, der dort heftig gesti- kulirend auf und ab lief. Plötzlich, in einem Moment, als er sich wahrscheinlich unbeobachtet glaubte, zog der Unbekannte einen Revolver aus seiner Ueberzrehertasche hervor und feuerte aus demsetben in rascher Aufemanderfolge sechs Schüsse gegen sich ab. Ehe die erschreckten Augenzeugen und ein in der Nähe postirter Schutzmann hinzugeeilt waren, war bereits der sechste Schuß gefallen und der Getroffene blutüberströmt auf dem Bürgersteig zusammengesunken. Der Lebens überdrüssige mußte aber wohl in der Aufregung sehr schlecht auf sich gezielt habe», denn bei einer näheren Besichtigung ergab sich, daß er an- scheinend nur durch Streifschüsse verwundet war und so durch den betrcfftnden Schutzmann und einen Passanten nach der in der Nähe belegenen Chantce geführt werden konnte, lieber die Veranlassung zu der blutigen That war von dem Halbobn- mächtigen nichts zu ermitteln, eben so wenig war etwas Be- flimmtes über seine Person festzustellen. Die Persönlichkeit deS Lebensmüden, ist inzwischen in der Charitee als diejenige des ZigareenmacherS L. Jacob, Brunnenftraße 116, festgestellt worden. Nahrungssorgcn sollen den in der Mitte der 40er Jahre stehenden Mann zu dem Entschluß der Selbstmordes getrieben haben. D,x Selbstmordversuch eines jungen Mädchens, der m dem Zigaretteng'schäfi von Adamowrtsch, Unter den Linden 29, angestellten Verkäufenn Hansen, den wir be- reits kurz gemeldet haben, verursachte am Mittwoch Abend große Aufregung unter den Passanten in der Nähe des Cafe Bauer. Die Hansen, eine hübsche Erscheinung, erhielt vorgestern Abends gegen 9 Uhr, während sie allein im Gclchäit war, den Besuch ihrer Großmutter. Zwischen den beiden Frauen entlpar.n sich eine Unterhaltung, anscheinend Jamilicnangelegenheilen betreffend, in deren V.rlauf die Enkelin sehr eiregt auf einen Vorfell der alten Frau äußerte:„Um der Muster halber möchte ich es nicht thun, wohl aber Deinet- wegen." Die Großmutler versuchte die Aufgeregte zu beschwich- tigen, welche sich anschemend auch beruhigte und die Waann auf dem Ladentrsche zu ordnen begann. Plötzlich holte das junge Mädchen aus der Rocktasche einen Revolver bei vor und feuerte, ehe ucch die den Vorgang beobachtende Großmutter sie daran zu verhindern vermochte, einen Schuß in den Mund ab, der den Kiefer der linken Seite zerschmetterte und an- scheinend im Backenknochen steckt n blieb. Die zum Tode er- schrockene alte Frau fing das zu Boden stürzende Mädchen in ihren Armen auf. Aledald durch die Deionation des Schusses herbeigerufene Hausbewohner und Passanten nahmen sich drr Schwer verletzten und der in Ohnmacht gefallenen alten Frau an. In erucr Droschke schaffge W-tiwe Fraustadl mit ihrer 63jähriaen Mutter Frau Görlitz und dem 8iähngen Enkel eine aus Stube und Küche bestehende Wohnung inne. Gesten Vormittag gegen(11 Uhr, her Kleine befand sich in der Schule, verließ Frau F. die Wohnung, um einige Besorgungen für das Mitiagessen zu machen, wozu die alte Frau Görlitz Feuer in den Küchenofin anmachen wollte. Die Greisin bediente sich zu diesem Zwecke Hobelspähne und hat dann das brcnnende Streichholz wegge« wvrfen. Dasselbe ist wohl in eine Fulte ihres Kleides gefallen und hat sich brennend schnell dem Gewände mitgelherit; die er- schrockene Frau versuchte nun das über und über in Flammen aufgegangene Kleidungsstück abzureißen, wie in der Küche um- Herriegende Fetzen bekunden und ist dann an die Wasserlkitung geeilt, um hier die Flammen zu löschen; den Hahn noch auf- drehend wurde die Aemste durch Oualm und Rauch ohn- mächtig, und durch den wahnsinnigen Schmerz der Besinnung beraubt, taumelte Frau G. nach einem in der Küche befindlichen B.tt, um dort buchstäblich langsam am ganzen Körper verkohlend und verbren njend, unter den gräßlichsten Qualen zu sterben. Inzwischen hotten Ilunrachbaeen den aus der F'ichen Währ ung her andringen den Rauch bemerkt, das Wimmern und Stöhnen der alten Frau gehört und darncch mlitclst Axt die Studenthür eingeichlagen. Dre Eindringenden, welche übrigens mit leichter Mühe das Feuer löschten, fanden die G. mri entsetzlichen Brandwunden bereits ladt vor. Die Leiche wurde nach der Morgue geschafft; die allarmirte Feuer- wehr trat garnicht m Tbät'gkcrt. Der Rechtsanwalt Herr Felle Cohn, dessen plötzliches Verschwinden Mit Hrnteriassung dedeutenber Schulden wir be- reits meldeten, hat alle Ursache gehabt, sich unsichtbar zumachen, kenn— was in RecktsonwoltSireisen schon lange bekannt war, aber nicht in die Oeffentlichkeit drang— Herr Cohn ist durch die Entscheidung drS Ehrcnraihs der Rech isanwaltskammer aus der RcchtSanwaitschaft ausgestoßen worden. Die Gründe, welche zu dieser vor etwa 5 Monaten ergangenen Enlsckerdung ge- führt haben, sind nach hiesigen Blöttern folgende: Rechtsanwalt Herr Felix Cohn, der trotz einer guten Praxis es fertig ge- bracht hatte, ein nicht unbedeutendes Vermögen feiner Frau in . kurzer Zeit durchzudringen, gerieth bald darauf in Seh und was in der Regel dann nicht ausbleibt, in Wuchererha� Es ist bekannt, daß Wechsel auf Feiir Cohn schon vor i* Jahren mit 50 bis 60 Prozent Verlust von Kommism-r», nur mit Mühe untergebracht werden konnten. Derunv»««' liche Krach konnte unter diesen Umständen nicht ouSbin� Wechfelkiagen über Wcchseiklagen wurden gegen den Dkj'pf� Herrn Cohn angestellt, dessen werthvolles Mobiliar bererlS Sommer vorigen Jahres nicht allein versiegelt war, in mehr als 30 Fällen Anschsußpfändungen erhalten 5®' Schließlich fielen die Zwangsvollstreckungen gegen den S««»!, fruchtlos aus. Auf den Antrag eines der sollte Rechtsanwalt Herr Cohn den Offenbaruugseiv und da er in dem zu diesem Zwecke anberaumten nicht erschienen war, ließ der Gläubiger durch PttsOT°r, feinen Schuldner zu seiner Smuldrgkcit anhalten. Morgens erschien ein Gerichtsvollzieher in der Wohnung/ Rechlsanwalts, um diesen nach dem SchulSgesängniß as'', führen. Der Beamte traf den Schuldner noch im Bette ue»� und erklärte denselben als Arrestanten. Als Herr Cohn° angekleidet hatte, gelang es ihm auf der Hintertreppe deiNrj amten zu ent'pringen. Der Gerichtsvollzieher erltattttt � zeige, was zur Folge hatte, daß im Disziplinarverfahren dieses Falles und nock wegen anderer Ungehörigkciten, d*,, dem Amte und der Würde eines Rechtsanwalts nicht in klang zu bringen waren, hauptsächlich aber wegen der»>' Schulden, auf Entfernung aus der RechtSanwa'tschast N den Angeschuldiaten cikanvt werden mußte. Gegen d'cr scheikung hatte Rechtsanwalt Herr Cohn Berulung beim inp. gericht, als letzte Instanz, eingelegt, das in den nächsten über den Fall noch einmeb! Recht sprechen wird. Ess'l änderung der erstinstanzlichen Entscheidung hatte Herr Coh»� gar nicht zu erwarten, weshalb er es vorgezogen hat, P» her in aller Stille zu entfernen, seinen zahlreichen Glouv� das Nachsehen lossend. Die Schulden des Ausreißers wn auf ca. 60000 M. angegeben..'J In der Mitte de» Relchstugsgebäudeo stkizlfl auch das Gerüst für die große Kuppel über dem Schund' empor; ebenso fügt mau vor demselben die Riesenbiöcke S", � Säulen des großen Portale. Die ganze Gegend ist des R ichsiagsbaues in der Umwälzung begriffen. Da» r. Ufer bis zur Markthalle geht rasch seiner Vollendung enM Reben dem physiologischen Inst tut an der kleinen Sihl?! hauSgasse baut sich der Äeamtenverein ein GeschäflSpaiaiM die beiden dazu angekauften alten Häuser sind 540 606 n 560000 M. bezahlt worden. Daneben baut Dr. Kui h-i»', Niederlage für seine chernischen Fabrikate. Gegenüber Schiffbouerdamm eihebt sich eine neue Station där«--.i tätSwerke, nachdem den ganzen Winter über gebaggert rammt worden war. Daneben hat»ran an Stelle oeö nieK- Eckhauses mit der alten Sludcntenkneipe einen wahren S** palast errichtet. Wenige Schritte weiter steigt der Neuba», das Reichspatentamt mit seiner mächtiger, Sandstcinfro"', die Höhe und gegenüber wölbt sich die Glaskuppel des/'ü Tattcrsall. Binnen Kurzem wird diese Gegend vollständill| ändert sein.. i Polizeibericht. Am 30. v. Mts. Abends wurd«. Mann in seiner Wohnung in der Reuenburaerstraße«"" j darauffolgenden Tage Morgens ein etwa 50 Jahre alter � kannter Mann im Tdicraarlen, nahe der Rousseau-Jnst� hängt vorgefunden. Am 31. v. Mts. Vormittags wur� 87jährige Frau in der Wohnung ihrer Enkelin»r der � münderstr. 133 neben ihrem durch Feuer zerstörten Vfi;, brannt aufgefunderr. Die Verunglückte war geistessch«»� hat den Brand wahrscheinlich durch Fahrlässigkeit rufen.— Abends gab ein Zigarrcnmacher vor dem � Karlstr. 39 mittelst eines Revolvers drei Schüsse auf � und brachte sich dadurch schwere Verletzungen cm Kops- �( daß er nach der Charitee gebracht werden mußte. Gevtrliks-Beikung- Di» 15 jährig» Glfimischerin, Dienstmädchen Marie Luise Stolz, welche im Monat August schon � vor die dritte Strafkammer hiesigen Landgerichts I gelad�s halte sich gestern vor demselben Gerichtshofe aberwals vjk ihrer unbegreiflichen Theten zu verantworten. Dal H sittsam dreinschauende Mädchen, welches sich von Zk't iLf ihr Taschentuch vor die Augen hält, steht unter dn Anklage, ihrer eigenen Tante, der F-au Bnäe j M o l g e d ei Gift beizubringen versucht zu derselben körperlichen Schaden zuzufügen.— Das 2.' M war am Schlüsse des ersten Termins auf Antrat!�« Sani'.ätSraths Dr. M i t t c n z w e i g einer össc"' ff. Irrenanstalt zur Beobachtung überwiesen worden, än der Verdacht vorlag, daß dieselbe an Ad schem Irrsinn" leide. Nach Schluß der Beod�y. stand nun Anna Stolz gestern wiederum vor dem Siran' — Ter Thwbcstand ist kurz folgender: Tie Angcklog�/ im März zu ihrer Tante, welche ihr mancherlei Gutes"P; B und sie so lange bei sich aufgenommen hatte, bis 1. April eine Stelle als Dienstmädchen bei dem Fobr, A Bieler fand. Sie erhielt daselbst einen Lohn von 90 hatte fich hauptsächlich mit den Kindern der Familie ,=(j/ schäftigen. Das Mädchen, in deren Gcmüih ein Dämon sein Wesen treiben muß, statte bei Brclcr's fw 9. April einen höchst verdächtigen Vorgang inszcnirt. S>e/ nämlich an jenem Tage dem Jüngsten eine Flasche mit arütze reichen. Die vorsorgliche Mutter Haff/, f Flasche in der Küche selbst zurecht gemacht und gekol aber die Angeklagte dem Kinde dieFlasthe gereicht hai>� jjt das Letztere laut auf und stieß energisch die Nahrung iC Als man nun nochmals von der Hafergrütze kostete, CJJ'/ selbe einen scharfen, säuerlichen Geschmack. Das Mada� p sicherte auf ernstem Vorhall unter Thröncn, daß sie �$ Flasche Nichts vorgenommen, das Bieler'sche Ehepn"* if welches anfänglich die Sache auf sich beruhen ließ,? ~ stge späterer Vorgänge sich doch von dem Verdachte n , eren, daß das Mädchen auch gegen das kleine Vergiftung versucht habe. Das Mädchen hat''/ gegen ibre Herrschaft die raffinirtestcn Streiche., z gerührt. Um möglichst oft des Mittwochs„Ausgehe�, j haben, hat sie an fich selbst Postkarten geschrieben, die st dem Ramcn der Tonte, Frau Molgedei, untersckriedcn� und stets die Aufforderung«nthrelten, sich Urlaub Lssfl Kfl? von Verwandten geben zu lassen. Als Frau Breler die»(i» ein eirz'ges Mal abgelehnt hatte, traf wieder eine° Karte em, welche der Frau Bieler m die Hände gesp�i.:' Irr derselben schrieb die vermeintliche Tante dem solle nur ja nichts der.Ollen" davon sagen, daß sie tag vorher die masetnkrankcn Kinder der Tome nvn«e habe. Herr Bicler machte sich infolge dessen am)- i auf den Weg, um einmal mit Motaedei's»*■ Mädchen Rücksprache zu nehmen. Er traf dort 5' Stunde ein, denn er rvru de dort Zeuge deS folgen f eana««: Bei ber Tante der Anoektaolen war ein Kuj.-. n ganges: Bei vir Tante der Angeklagten war ein � zwei Apfelsine» und zwei Fläfchchcn eingetroffen,'wi�i folgendem— geßändlich von der Angeklagten gesmrl» ,, � Briefe begleitet war:„Liebe Frau Molgedei! lchk- Briefe begleitet.„_____ sich nur mit Ihren Kindern in Acht. nach Bethanien gebracht worden. Geben nicht eber die Brust, lichen Flüssigkeit Frau Mündel." die Frau Molgedei bedient hat.) Herr Vieler, wt sttsagt. zugleich mit dieser sonderbaren StN- dang bei Molaedei's eingetroffen war, hatte mit emem jöi'ck erkannt, daß das Kchchen aus seinem eigenen HauShatte nanimte, also unmöglich von der Hebamme Mundet geschickt Wn konnte. Bei allen Belheiligten stieg sofort ein schwerer Verdacht gegen das Mädchen auf. Herr Vieler holte dasselbe sofort herbei und als die Angeklagte bei ihrem Onkel erschien und dieser ihr heftige Vorwürfe tarüber machte, daß sie seine «rau wohl habe vergiften wollen, stürzte fie sich demsclbcn wer« zu Füßen und bat inständigst um Verzeihung. Dre Flaschen haben nach der Untersuchung deS gerichtlichen Cbemr- kers 9,6 pCt. reine Schwefelsäure in Wasser(die in den Hauk- Haltungen zum Putzen vielfach verwendete verdünnte Schwefel' saure) enthalten.- � Die Angeklagte, welche später mit der erdichteten Be- hauptung austrat, sie habe sich an Molgedei's rächen wollen, werl 0« Onkel sich an ihr vergangen habe, wurde wahrend ihrer Vernthmung von häufigen Weinanfällen hiimgcsucht. Nachdem fie die Fragen über ihre Vergangenheit beantwortet �nd auch zugegeben bat, daß fie sich zu vier verschiedenen Malen V 5 Pfennig zu Unrecht aneignete, beginnt der Praudcnt, �.ond- SfrichtSrath Friedländer, ihre Vernehmung in Betreff der Ver- «istunaSangelegenheit, wobei er Mühe hat, die heftig sch.uchzende angeklagte so weit zu beruhigen, daß fie verständliche Antworten Mdb Präs.: Sogen Sie mal, Anna, woher hatten Sie die F�ufigkeit?- An gell.: Ich habe sie aus der großen »lasche genommen, die bei Bieler'S im Eimcrschrank stand. r L s.: Wozu diente denn die Flüssigkeit?— A n g e k I.: �ch putzte die Thürschlösser und Lampen damit. Präs.: wußten Sic also, daß die Flüssigkeit scharf war?— «ngekl.: Ii.•— Präs.: Wollten Sic denn Ihrer Tante nn Leid antbun?- Angekl. nickt.— Präs.: Wamm denn? Angekl.: Weil Onkel so gemein gegen mich gewesen ist. Präs.: Hat er Sie unanständig berührt? Angekl.: Ja.— Präs.: Dann wäre cS ja doch natürlicher gewesen, wenn Sie Jhrcni Onkel etwas anthun wollten.— Angekl.: Ich dachte, e die Briese im Namen der Hebamme geschrieben haben.— Z n g e k l.: Ja.— Präs.: Warum thaten Sie das?— « n o r k l.: Ich kachle, Tante würde es dann leichter nehmen. 7- Die Beweisaufnahme beschränkte sich auf die Vernehmung vcs Sachverständigen Dr. Wollenberg von der Charitee, we.chrr »'c Angeklagte wahrend eines Monats auf ihren GnsteSzu- lUnb untersucht hat. Derselbe hat an der Angeklagten höchst »«a»liche Erscheinungen wahrgenommen. Sie sei einem so Mollenden Stimmungswechsel untirworfen, daß man den ,-"essen Schulden aufzukommen. Einen Hauptkoup vcr- Ans k0tr Angeklagte bei einer hiesigen Bank, wo er die naive Mauerung stellte, ihm einen' von seinem Vater akzeptirten ihn l. Uber 1000 Mark zu diskontiren. Natürlich wies man ssiv.a"ud dies that auch der Hotelbesitzer in der Kloster- leki� an den der Angeklagte dasselbe Ansinnen stellte. Im dadnÄ wchle der Angeklagte seiner Bitte noch D-n.L Nachdruck zu verschaffen, daß er dem Hotelbesitzer eine . t>0n seinem Vater vorzeigte, welche die Worte„Bc- enthielt.' Der Angeklagte behauptete, daß das feinem Summe von 1000 Gulden sei, d,e er sich von erbeten. Bei einem Juwelier versuchte der An- Mark»..Beßlich noch, eine goldene Ziaarcettenspitze für 40 und m-, fedit zu erhalten. E§ lagen somit vier vollende e wollte �,°ersuch!e Betrugsfälle gegen ihn vor. Der Angek og.e l>ehand?It i�.en, dcß er in unverantwortsichem Leichtsinn Staatsanm ,/�kt aber jede betrügerische Absicht. Der Aufnahm?� gewann indessen aus Grund der BewnS- gegen'den II Überzeugung von der Schuld deS�Angeklag�ten, maan" änn» �den er-.j,°�siung von dere:en£«miefm m,f'' 5°°'"d°t- BetrugSfälle als mcht dr� ander übrigen""d verurtheilte den Angeklagten m...�°nate durch*A ä.a°»? Monaten Gefänamß, wovon Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurden. tSpAch�"«»l«,afNgkrlt der Kchutzvorrichtong-« lv« Nlnschlneu betrieb» trat wieder einmal m ei im einer Verhandlung recht grell hervor, welche am Freitag vor der zweiten Strafkammer am Landgericht II stattfand. Wegen fahrlässiger Tödlung war der Ballergutsbesitzer Karl Dierwg aus Staaken bei Spandau angeklagt. Es war ein tieftrauriger Unglücksfall, welcher der Anklage zu Grunde lag. Der Ange- klagte hat auf seinem Hofe ein Göpelwerk, das entsprechend den früheren minder strengen Schutzvorrichtungen nur nach oben hin bedeckt war. Im Frühjahr halte der Octsvor- steher Mahnkopf eine Revision deS GöpslwerkeS vorge- nowmen und dem Angeklagten dabei erklärt, daß die alleinige Bedeckung des Räderwerkes und der Kuppelung nach oben nicht mehr den neueren Polizeivorschriften e- tspreche, daß die Berdeckung auch von der Seite stattsinden müsse. Aber gut Ding will Weile haben, zumal bei einem an das alte Her- kommen gewöhnten Bauern. Diering chatte nicht die Absicht, die seitliche Berdeckung zu verweigern, aber er schob die Sache auf die lange Bank, bis das in Rede stehende Unglück ge- fchehcn war. Am 17. August war das Werk wieder im Gang. Die Pferde trieb die 9jährige Tochter des Angeklagten, die ihre Gespielinnen bei sich hatte. Da der Bauer mit in der Scheuer Hand anlegen mußte die Scheunenthore aber geschlossen pehal- ten wurden, damit der Wind den Häcksel nicht verwehen sollte, waren die Kinder ohne Aufsicht. Sie sprangen auf die Decke des Göpelwerkes herauf und herunter, sie setzten sich darauf und ließen sich fahren. Dabei gerieth das lOjähnge Mädchen Lucia Klagcmann mit dem rechten Fuße in das Räderwerk und der Fuß wurde ihr zerbrochen. Das Kind befand sich noch in der Rekonvaleszenz, es hatte eben die Masern überstanden und tummelte sich zum ersten Male nach der Krankheit im Freien. Als am 25. August sich die ersten Erscheinungen des Wund- starrkrampfcs zeigten, wurde der Veiband abgenommen. Da- bei zeigte sich, daß die große Zehe des rechten Fußes bereits mumienhaft zusammengeschrumpft war. Von da aus erstreckte sich der Starrkrampf weiter; am nächsten Tage war bereits der Rücken davon ergriffen, und am 27. August starb das Kind mlter entsetzlichen Qualen, nach ärztlichem Gutachten an dm Folgen der erlittenen Verletzung. Der Angeklagte hatte nun in zweierlei Weise gegen gesetzliche Vor- ordnungen verstoßen. Zunächst hatte er die Anbringung der erforderlichen Schutzvorrichtungen unterlassen, außerdem hatte er gegen die Regierungsverordnung vom 30. April 1889 gefehlt, welche bestimmt, daß Göpelwerle während des Betriebes nie ohne Aufsicht bleiben dürfen und daß die Aufsicht nur ausnahmsweise von Personenl unter 16 Jahren, niemals aber von Perfone» unter 14 Jahren ausgeübt werden dm f. Letz- tcren Umstand entschuldigte der Angeklagte mit dem großen Mangel an ländlichen Arbeitskräften. Bei dem überaus klaren Sachverhalte brauchte keiner der zahlreichen Zeugen vernommen zu werden. Dem Vertheidiger, Rechtsanwalt Wronker, blieb nur übrig, um Milde zu bitten. Der Gerichtshof ließ dieselbe walten, indem ernuraufeinenMonat Gefängniß erkannte. Daß das«„aufgeforderte Zuschicken von auo- Wartige» Lotterieloose« immerhin mit Gefahren vndunden ist, haben vrer tdcils in Braunschweig, theils in Bremcrhafen wohnhafte Lovsrhändler erfahren müssen, gegen welche gestern vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I verhandelt wurde. Ein hiesiger Einwohner erhielt innerhalb weniqer Tage nicht weniger als vier Offerten, denen je ein Biertel-Original- loos der Braunschweiger oder Hamburger Lotterie beigefügt war. Der Adressat war wenig erbaut von diesen Zusendungen und anstatt die Loose, wie ihm zugemuthct wurde, wieder zurückzu- schicken, unterbreitete er dieselben sammt den Begleitschreiben dem StaatsanDalte, worauf gegen die Absender Anklage er- hoben wurde. Ter Gerichtshof belegte die Angeklagten je nach ihren Vorstrafen wegen desselben Vergehens mit Geldstrafen von 30, 80, 80 und 100 Mark. Auch wurde auf Beschlagnahme der Loose erkannt. Die Nersteigrruug uo« Mei« und Spirituole« in einzelnen Ftaichen est als Kleinhandel angesehen, der als solcher der Gewerbesteuer unterliegt. So entschied gestern die 90. Ab- tbcilunS des Schöffengerichts in einer Avklagefache gegen den Wemhandler Heinrich Cohn, welcher de« Vergehens gegen die Gewerbeordnung angeklagt war. Cohn hatte dem Kaufmann Joseph eine Partie Wein und Kognak übergeben, die dieser auf seinen, Joseph's, Namen versteigern lassen sollte. Josepb nahm zu diesen, Zwecke den Ank-ionator B. an, dem er ein Prozent der Verkausssumme zu zahlen hatte und der Tag der Veistei- aerung, die in einem Lokale in der LandSbcrgcrstraße st itlsinden sollte, wurde anberaumt. Aus irgend einem, in der Vechand- lung nicht erörterten Grunde versagte die Polizei die Abhaltung der Versteiacrung auf Joseph's Namen und nun mußte Cohn selbst als Besitzer der Waarc auftreten. Da der größte Theil der Waare in einzelnen Flaschen Absatz fand, so erblickte die Anklagebehörde hierin eine Umgehung der Gewerbesteuer für den Kleinhandel und diese Auffassung theilte der Gerichtshof, der den Angeklagten zu 48 M., das Doppelle der Hintergangenen JahreSstcuer, verurtheilte. Das Relchsverstcheeuugsamt hat in seiner vorgestern unter dem Vorsitz des Präsidenten V ä d e ck e r stattgcbabtcn Spruchsitzung den wichtigen Rechtssatz aufgestellt, daß die Rente nicht auf emen vorher bestimmten Betrag festgesetzt, sondern nur nach dem Prozentsatz der verminderten Er« werbsfähigkeit bemessen werden darf. Em auf einer Kieler Schiffswerft beschäftialer Arbeit.,- halte sich beim Betriebe eine Verletzung des GvldfingerS der rechten Hand zugezogen, in deren Verfolg der Finger abgenommen werden mußte. Bei der Vorverhandlung war angenommen worden, daß durch den Verlust des am meisten entbehrlichen Goldfingers die ErweibS- fähigkcit des Verletzten etwa um lOpCt. vernundert worden ist, die Rente wurde aber auf den abgerundeten Betrag von monat- lich 5 M. bemessen und dabei ausgerechnet, daß diese Rente einem Prozentsatz von 8'/io des einem völlig Erwerbsunsähigen zu- kommenden Betrages gleichkomme. Der Verletzte legte gegen die Entscheidung der ÄerufSgenvssenschaft beim Schiedsgericht mit dem Antrage Berufung ern, vre Rente auf 15 pCt. zu er- höhen, da er infolge des sehlenden Fingers sich nicht in den Tauen festhalten könne und deshalb bei der Annahme von Ar- beitern häufig übergangen werde. Werde er beschäsiigt, so erhalte er denselben Lohn, wie die übrigen Arbeiter. Das Schiedsgericht wies die Berufung als unbegründet zurück, da die Rente ausreichend bemessen sei und für die Bemessung nicht die Sch-vieeigkei», Beschäftigung zu erlangen, in F-age kommen dürfe. Auf den vom Kläger eingelegten Rekurs änderte das Reichsoerficherungsamt das Vormenntnrß ab und bewilligte dem Rekurrenten unter Aufstellong des an die Spitze gestellten Rechtssatzes eine Rente von 10 pCt. als für den Verlust eines FrngerS angemessen zu. D evl'mrr ml u mg en. Kestufs Aufstellung»Ines Reichstags- Kandidate« hielt der sozialdemokratische Wahl-Verein für den 2. Berliner ReichstagS-WahlkreiS eine Ver- fammluna ab, die, auf Tivoli tagend, den gewaltigen Saal, per beinahe 4000 Menschen faßt, bis auf den letzten Platz füllend. Herr Wilschke berichtete als Vorsitzender rm Namen deS Vorstandes, der damit beauftragt worden war, geeignete Persönlichkeiten ausfindig zu machen und den vorzuschlagen, den er für den geeignetsten und besten hält. Herr Wilschke führte aus, daß mehrere Personen in Betracht gezogen worden wären, daß man sich aber schließlich auf die des Buchbinders Koustantin JanifzeWslli geeinigt habe.(Stürmisches Bravo.) Gerade mit diesem Manne, der 6t Jahre schon sür seine Prin- ziprrn gelitten hat, glaube man, einen guten Griff gethan zu haben. Sollte Jemand sagen, I. besitze nicht die geistigen Fäh»?« leiten, so möge man auch bedenken, daß sechs Jahr« Kerker und Ketten Gerst und Körper schwächen. Doch trotz alledem tri JaniszcwSki der Mann, der auch weiter für seine Prinzipien eintritt.(Stürmischer Beifall.) Der nächste Redner, Herr Leddin, fragt an, ob der Vorstand nicht noch mehr Vorschläge an der Hand habe: ob er nicht Personen babe, die speziell iw Berlin wohnen und die Verhältnisse besser kennen.(Gelächter. Vereinzelte Rufe: Schluß!) Deshalb sei man noch lange kein Volksvertreter, weil man eine Straf« bekommen habe: das könne Jedem vaffiren.(Sturmische Rufe: Schluß! Schluß! Klingel des Vorsitzenden.) Redner fortfahrend: Ich kenn« einen.(Rufe: Aufhören; wollen wir gar nicht wissen!) Der Redner muß abtreten. Herr Wilschke erwidert auf die Anfrage bin, daß man nr hrere Personen im Auge gehabt habe: Metallarbeiter August Meyer, Tischler Julius Apelt und den aus Leipzig auSpewiesenen Buchdrucker Schmidt- Comtz. Man habe aber JaniszewSkt gewählt, weil man ihm eine eklstante Gcnugthuuna verschaffen wollte, wie ja auch em „Herr", der, allgemeinZbekannt, auch im Vosener Sozialister- prozeß aufgetreten ist, wie ja auch dieser eine„eklatante Genug- thuung erhalten habe.(Stürmisches Bravo.) Herr Maler Schweitzer erinnert die Genossen an die Worte, die fie so oft le'en:„Vcrgeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht!" Nun, hier könnten die Genossen diese Mahnung bctbätigen. Sei eZ denn so wichtig, daß der Kandidat ein tüchtiger Redner sei: sei denn unsere Partei eine so sehr parlamentarische? Oder wählen wir nicht, um Protest einzulegen gegen das heutige System? Hier handele es sich nur darum, einen Genosse« zu finden, der streng auf dem Boden unseres Programms steht. Wählen Sie JaniszcwSki, so schließt Redner, senden Sie ihn in den Reichstag und er� wird Ihre Interessen zu mr- treten wissen.(Donnernder Beifall.) Es wird hieran, allge- mein sofortige Abstimmung verlangt und Janifzewsti einstimmig als Kandidat für den 2. Berliner ReichStagSwahlkreiS proklamirt. Janifzrmtki tritt, von jubelndem Bravo bearüßt, an die Rampe der Tribüne und dankt mit wannen Worten für das ihm übertragen« Ehrenamt, indem er verspricht,»u aller Zeit für die Ideen des Sozialismus einzutreten. Die Anwesenden aber auffordert, rege Agitatoren für unsere Sache zu sein. Nachdem hierauf roch Herr Rctzerau und Herr Glocke gesprochen, die beide auf die in den letzten Tagen im Reichstag gehaltenen Reden bezugneh- mend, zum Schluß dam auffordern, das Evangelium des Sr- zialismus zu predigen und bei der nächsten Wahl Herrn Bennigsen zu zeigen, daß das Volk eine andere Meinung ven seiner Freiheit hat, wie er, dadurch, daß der 2. Wahlkeeis»in«» Sozialdemokraten als Vertreter in den Reichstag schickt.(Bcrtoll.) Es war unterdessen eine Reihe von Resolutionen cingelausiu, die sämmtlich angenommen wurden. So verpflichteten sich die Ar- wesendcn nirgends zu verkehren, wo das„Berliner Vo'ksblcpl" und die„Tribüne" nicht ouSliegt, ferner nicht mehr das Lokal „Theod. Kellers HofiLger" in der Hasenhaidc zu besuchen, auch wenn Herr Keller sich bereit erklären sollte, sein Lokal zu D-r- sammlungen herzugeben, weil derselbe Arbeitern gegenüber ew« lochst feindselige Gesinnung zum Ausdruck gebracht hat. Alle Vereins- und Krankenkassmvorstände werden aufgefordert, dos Lokal zujVeiflniigungeu nicht zu besuchen. Ueber„Kliugel-Balk", Loeser und Wolff und die Pvtzmhofer'sche Brauerei wurde der Boykott auSgelprochen. Ein Antrag, daß zu jeder Versamm-- lung des Wahlvereins ein Berichterstatter vom„Volksblatt" zu entsenden sei, wurde abgelehnt. Nachdem nochmals zur Agi-- tation und zum Lesen von Arbeiterblättern aufgefordert ward?", wird die imposante Versammlung mit einem donnerndeu Hoch auf die sozialistische Bewegung geschlossen. Die Menge ging langsam unter Hochrufen auf ihren Kandidaten auSenrnder. Die Lichtenfelderstroße entlang waren eine größere Anzahl von Schutzleuten zu Fuß und zu Pferde postirt. Ungezählte Schaaken von Krimwalbeamten patrouillirtcn auf und ab.— Der Fachverei« der Dosameutirer und Kerufs- genosse« tagte am Montag, den 28. Okiober, bei Feu-rstem, Atte Jakobstraße 75. mit folgender Tagesordnung: 1. Vo trag des Herrn Bölsche über die Zukunft der Erde nach den For- schungcn der Astronomie. 2. Diskussion. 3. Mahl eine« KassirerS. 4. Berufsstatistik, Verschiedenes und Fragekasten. An den Vortrag, der mit Beifall aufgenommen wurde, reibt« sich eine lebhafte Diskussion, in der besonders hervorgehob.n wurde, wie die Wissenschaft im Stande sei, den orthodeyrn Glauben zu entkräften. Im Anschluß hieran wurde roch mss die„Internationale B.bliothel", sowie„Berl. Volksblatt" und „VolkS'Tnbüne" als Schriften und Organe, die in dies-r Beziehung Ausklärnng in Artikeln bieten, aufmerksam genrackl. Herr Scranewitz fügt dem roch hinzu, daß der Besuch de« Arbeiter- BrldungS- Vereins ebenfalls zu empfehlen sei. Sodann wird zur Wahl des KassirerS geschritten und der Kollege Schein gewählt. Zur Bkrussstatrsirk theilt der Vorsitzende mit, daß in nächster Zeit die Fcogebogen ausgegeben würden und er'ucht die Kollegen, dj-lelben ge- wissenhaft auszufüllen. Die Kollegen Wilke und R. Hoffmemn stellen den Antrag, der„Volks-Zeituna" keine Vereinkannonzen mehr zuzuwenden, und an Stelle dessen, in der Berliner „Volks-Tribüne" zu annonziren. Herr Heitfeld stellt hierauf folgende Resolution:„Die heutige Versammlung des Jachver» eins wolle beschließen, nicht mehr in solchen Lokalen zu ver« kehren, die den Arbeitern nicht zu ihren Versammlungen zur Verfügung stehen. Ferner schließt sich der Verein dem Boy'o t über die'Firma„Loser und Wolf" und„Klingel-Bollc" an. Diese Resolution wird einstimmig angenommen. Ein Antrag betreffs Zmtralisalion der Posamentirer und BerufSgenoss-n mit den l l in Deutschland bestehenden Vereinen, wird der vor- gerückten Z-.it halber vertagt und als erster Punkt aus die nächste Tagesordnung gesetzt. I« den letzten Un-sammluug der«Ethische««efitt. schuft" wurde beschlossen, dem Verein den Namen„Ge- lell schalt für Volksbildung" zu geben. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Tischler Schade gewählt. Beneralveriammlung am Eonnabend, de»2 Rovkmlxr. ilbend« gUdr. flollbufeifn, 4» Tazesordnuna: 1 Äassenberitl vom 8. SUrr l- jabr 2 Bnlcht von dcr Kibliothel. 3 Bcickls-ßunll über da» diestahrtoe Weih, nachtiveranügen. Nur MUaUeder haben Zutritt._ m. jo.yoeuin der puh«r Karlin». Am Sountae, den». Novemder, VoilniitasS U UV. im Louiltnr.abtischen Konzerthause. Alte Jaroblimtr 87. Mitaliederverlammlunq. Tagedordnuiv,• 1. Beiicht der Somuilffjon m der vtüstunaksrage 2 VerlinSangeleaenheiieil. 3 Verschiedenes und FraarvUte-. vrtskranieenkalsr der Ktrnnipfwirkrr. Eonutaa. den U>. No» Vormittags 10* Uhr. bei Feind,«cinstraze 11. ordertttche R-n->alverIamm>i!-«. Tagesordnung. 1. Festieh ing der iL-wütigung de« KassenMdrti» und bei Hol»- der von demielden ,u stellenden Kaution. 2 Wahl de« Boistande». 3 di dci RechnungS PrüfungS-AuSschusieS. 4 Verichtedcne« Arbeitgeber wie üMt- glicder werden nach§ 44 deS Elaluti hierzu eingeladen vir SaUivrrrin»- Verpnmwtnngr« drr Ktrtnmrh«« ,»«»»»» linden seden Sonnlag nach dem Arsten in Deigmüüer« Sa.on, Alte Jakobs?rt.s.' Nr 48» statt also nicht mehr Eovdtenstrahe 34. SrtinlNrmokratiswrrWnillvrrrin für drn 5. Krrlinrr KrUch»- tira»n>.,Iilkr»t». V-nammlung Montag, d-n 4. d. M. Adend» 8 Uhr. i I der Brauerei.elihigsladt. Echönhauler«llce 10 11. Tagetordnuag: I Aus. fttllung eine« Kandidate» sür den S. Berliner i)Mch»tag«wah!yei« 2 Die de- varstehendm R-tchd>aa«w°hlen und ihre Bedeutung. Neserent Kult Berte. 8 DiSkulsivn. 4 Verschiedenes und Fragrlasten. Neue MllgUeder werden»ut- genommen Alle Wähler de» ö WabltinseS sind hierzu eingeladen. Orr N»r,i» S»rtiner v»rti,r» und K,r«f»s»n«ss«» Wt av» Moniag. den 4. November, Abend» v Uhr, in ietncm Vereindlotat, Mauerslr Sä bei Nliier, eine auberordenllichi Generalversammlung ad. Tagetordnues I«dandcrung mehrerer Paragravden. 2. Ausnahme neuer Mitglieder. Neui,.«- adzeichen ist anzulege». Sstslie wistlommen. .dm.4 November 1889." Abend» S tlhr. tu Reftauianl«öllig, Neue Friedrichstrahe 44. IMritn lue Wahrunz der Knirrelfr» d,rOch>»iim»ch»»und vrrar Berusigenossen Generalversammlung Vtonlag. den 4 Nauen, der"»derrdi 8 Uhr. bei Zrinter, Wünzstraße II. Tagesordnung r 1. Bericht de» Vorstände» 2 Vor- �eaa. über die ArbZttstSnde für Schuhmacher, Neserent r Herr Schreiber. 8, Diitulstan. 4. Verschiedene» und Fragilaften. Die Mitglieder werden ersucht� recht zahlreich zu erscheinen. QutUung»buch legitimirl. Lach»»rrt» htt W«taUa»b»it«r in Sa«. W-Istr- unb. amtntnrin. Sonntao, bcn 3. Noocmder, vormittags 103i Übt, im Lokalr bei Hrrrn Zemtrr, SSü jtraSt II, Milgltcbrrversammlung Tagkiordnunq: L Sottioa bt8 Herrn G-rtlck über,©olbatenbar.bei im Mittelalter s 2. Dt!- lufRon. 3. Verlchtebene» unb Fraaelaften. Sälte willkommen. Vri»at-Uh»at»ro»f»Usiyast ,,Kchn»»gtitckch»n". Wegen vinwcihunz bet Lokal! stöbet bit ai gekündigte Kjbeiita! nicht statt. Grsans-,•««:«- nnb»rs»Uig» Piriin» am Eonnabenb t Besang- 3 ll li r in «rein.Harmonia' Abend! 8 im Restaurant, Alte Jakob WtSimergesangverein.Treue' Abenb! 9 Uhr im Restaurant Anbreass Otimnergesangverein„Erato" Abenb! M Uhr bei Echliiwitke, Kleine jkurstn 1. >str. S».- straße 9.— „Broto" Abenb!......____ W________. Männergesangverein..Eeneselber', Große Hamburgerstraße 4, um 9 Uhr Uebunggstunbe, Aufnahme neuer Mitglieber. LstbeLscher Turnverein il. Lehrling!- Abtheilungi. Abenb! 8 Uhr Elisabethstraße 67—38.— -'"--— c-Abtheilung von K bi! Turnverein„Webbtng", Pankstr. 9, Männer- Abtheilung von 10% Uhr Abenb! -«renb! s.' benb!; desgl. 1. Lehrlingsabtheilung von 8 bi! 10 Uhr che Etenogravhenklaste be!„Berliner Hanbwerkerveretn!" ohienftr. 16.— Theater- unb Vergnügungsverein„Carita!" fH Uhr Soohienftr. 15.— Theater- unb Vergnügungsverein ,,E 8 Uhr im Louisenstäbtischen Bierhause, Abmiralstr.� 38.— �Theater- unb Ver enbs Abend! Abenb! «nstaungsgesestschast„Treue" Abenb» 8X Uhr in Boberl'! Ballsalon, Weinstr. 11 --Vergnügungsverein„Schneeglbckchen", Abenb! 9 Uhr~ _________________..,. in Bettin! Bierhau!. Beleranenftr. 19.— Geselligkeitsklub„Lustig" Abenb! 9X Uhr im Restaurant Weicheil, Taubenstr. 46.— Verein ber Taubenfreunbe Abenb! 8ls Udr im Restaurant Hillinann, Manteusselstraße 68.— Dänischer Verein„Freya" Abenb! « Uhr im Restaurant Povve, Linbenstr. 10«.— Verein ber Württemderger Abend! 8X llhr bei Vaihinger. Dorotheenstr. 84.— Verein ehem. Echller her »4. Gemeinbeschule Abenb! 9 Uhr im Restaurant, Kopvenstr. 68.— Verein ehem. M. 6, �uther'scher Schüler' Abenb! Uhr im Restaurant Bormann, Ohmgaffe 2.— Rauchklub-- ....„Porlortco" Abend! 9 Udr bi! 11 Uhr KSvnicker- straße 167 bei Schulz.— Rauchklub„Oualm" Lbenb!� 8 Uhr iin� Restaurant chänhauser'Allee 28.— Vergnügunasverein„Lustige 18�Abcnb!9llhr irant«lbrecht, Annenstr. 9.— Tambourverein„Seban" im Restaurant Albrecht, Annenstr. 9.— Tambourverein„Seban" Eitung Abenb! « Uhr,«rüner Weg 9-10, Aufnahme neuer Mitglieber— Tambourverein .Her, Innig", Abenb! 8 Uhr, Sitzung im Restaurant Etraßburgerstraße 6 Dirigent und Vorsttzenber Fritz Laukan«.— Tambourverein„Einigkeit macht stark", gegründet 188«. stellverlretenber Dirigent E. Btllharbt, Ausnahme neuer Mitglieber Abend! 9 Uhr im Restaurant Hahn, Elsasterstraße 57— Tambour- Verein„Felsenfest", Sitzung Kj llhr, Weißenburgerstraße 64. Dirigent unb Bor- ützenber.». Friese. Aufnahme neuer Mitglieber.- Vergnügungsverein„Luftiae Seelen" Abend! 9 Uhr im Restaurant Schuster, Oranienftr. 8.— Vergnügungsverein Hoßvtcia Kleine Auguststraße 14 Abend! 9 Udr. Neueste Itarfjviriittn. Die sozialdemokratische Fraktion de» Reichstag» bat tinigt Zusätze bezw. Abänderungen zum UnfalloerstcherunyS. Wesetze beantragt. Dieselben gehen dahin, die 13wöchlge Karenzzeit, sofern das Heilverfahren vor Ablauf derselben be. endet ,st, um den entsprechenden Zeitraum zu verkürzen, ferner im Falle einer Töbtung, sofern der Betroffene sich bereits im Genuß einer Unfalls- Rente befand, der Ben chnung der Leistungen nicht nur das Arbeitsverdienst des letzten Jahres, sondern die Summe desselben und der Rente zu Grunde zu legen, endlich: Strafbestimmungen aufzunehmen gegen Unter« nehmer(bezw. Angestellte), welch- durch Vertröge oder Ar- beitsordnungen oder bei der Lohnzahlung Arbeiter Hinsicht« lich der Voriheile aus dem UnfalloersicherungS-Gesetze verkürzen. Nerbote« auf Grund de» Koziatistengesetzes wird durch den badi'chen Landeskommrssär Siegel die Druckschrift: „A r b e i t e r« L i e d e r", enthaltend die Lieder:«.Bundeslied, Arbeiter-Marfeillaife, Arbeiterfeldgeschrei, Hie Recht— hie Tod, Proletarierlied, daß Lied der Petroleure", auf welcher die An» gäbe des Druckers und Verlegers fehlt. Dstzresihett. (Molff's Trlegraphru-Kurrau.) Kerli«. 1. November. In der am 3t. v. MtS. unter Vorsitz des kgl. bayerischen Gesandten, Grafen v. Lerchenfeld- Kökenng, abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths fanden zunächst Neuwahlen statt für die Stelle eines ständigen Mit- gliedes des Reichs-Vcrficherungsamts, sowie für erledigte Mit- gliedstellen bei dem Patentamt und bei dem kaiserlichen DiSzrplinarhof. Den zuständigen Ausschüssen wurden über- wiesen: Die Vorlage, betreffend die weitere Ausprägung von Einpfennigstücken, der Entwurf eines Gesetzes über die Ver- Wendung von Geldmitteln aus Reichsfonds zur Errichtung und Unterhaltung einer Postdampfschiffsverbindung mit Ostafrika und eine Denkschrift über die Ausführung der feit dem Jahre 1875 erlassenen Anleihegesetzt. Mit der Vorbereitung des Sr. Majestät dem Kaiser wegen Wiederbesetzung einer Raths- stelle beim Reichsgericht zu unterbreitenden Vorschlage wurde der Ausschuß für Justizwesen beauftragt. Von der Uebersicht über den Stand der Bauausführungen und der Beschaffung von Betriebsmitteln für die Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen nahm die Versammlung Kenntniß, ertheilte dem Gesetzentwurf wegen Abänderung des Bankgesetzes vom 14. März 1875 die Zustimmung und genehmigte den Entwurf zum Besotdungs- PenfionS-Etat der Reichsbankbeamten mit Ausnahme der und Mitglieder des RcichsbankdirektoriumS für das Jahr 1890. Endlich wurde Beschluß gefaßt über Eingaben wegen Abände- rung des Bau-UnfalloersicherungSgesetzeS, wegen Ausdehnung der Unfalloersicherung auf das gefammte Glasergewerbe, sowie wegen des Erlasses von Anordnungen gegen einen mißbrauch- lichen Geschäftsbetrieb, über den Antrag Preußens, betreffend die Ergänzung der Formulare zu Wandergewerbescheinen und über eine Eingabe, betreffend die Einführung eines Feuer» RettungS-ApparateS. Vvicflmstrm. 8fl Anfragen bitten wir die AbonnementS-Ouittung beizufügen. BriestlAt Antwort wird nicht ertheilt. Vereinigung der Drechsler Deutschland«, Ort«»»»' waltnng Kerli« l. In der Versammlung, welche von Ihne* am 2. September bei SahmS abgehalten wurde, wurde die Werkstatt der Gebrüder Schüler, Wcangelstr. 60» einer KrÄ unterzogen. Diese beiden Herren haben sich durch diese Kritik beleidigt gefühlt und gegen den Redakteur unseres Blattet, obgleich derselbe' eine„berichtigende" Erklärung der genannte Herren aufnahm, die Privatklage angestrengt. Wir ersuchen Sie nun höflichst, uns das Material zuj«' stellen, welches den Behauptungen des Redners in der Vkr» fammlung zu Grunde lag, damit den beiden„überaus est' rüsteten" Herren der Unterschied zwischen ihren und den Löhneu anderer Unternehmer klar wird. Schriftführer der Gtklsche« Gesellschaft. Wie Sie bemerken werden, ist Ihr Bericht, Quartseiten umfaßte, auf vier Zeilen ein wesentlicher Punkt übergangen wäre sich und uns soviel überflüssige Mühe? Sie Hätten innerhalb 10 Tagen Berusiwi eingegangen und davon Notiz enheit, Jetzt ist es zu spät. nf. 15,30 ein «. M. 17. einlegen können. S. K. für Un nomwen. Den» Fragesteller in einer militärischen Angelegen� der gestern eine Antwort erhielt, möchten wir noch folzend» mittheilen:„Versorgungsansprüche kann jeder zur EntIaII>wl gekommene Soldat innerhalb sechs Monate, vom Tag» Entlassung an gerechnet, auf Grund einer während der aktivt» Dienstzeit(wozu auch die Uebungen der Erfatzreserviste« � hören) erlittenen Dienstbeschädigung bei dem zuständigen** zirksfeldwebel anmelden, falls dies nicht bereits bei der lassunq geschehen ist. Alle späteren Gesuche um Gewöhn"» von Jnvatiden-Benefizien sind grundsätzlich als verjährt»W1' weisen.".. Sie würden also wegen der Herzerschütterung, die f' sich beim Reiten zuzogen, nach Anspruch geltend mach" können. Sich fftMe Viidsilttsivalliiig für Rixdorf und Umgegend Sonntag, den 3. November, Vormittags 11 Uhr, im Saale der „Neuen Welt", Haseuhatde. 603 T.-O.: 1.„Die deutschsreisinnige Partei und die Arbeiter." Referent: W.Werner. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Usn Einberufep. GeffentUche Nersammlung der Freleu Uereilllgllng der Zimmerer Kerlills und Umgegend GeffentUche Genernl-Nersammkung der Maurer von Rixdorf und Umgegend am Kanntag, den 3. Uauember, Vormittag» 11 Uhr, im Lokal« der„Uereinsbrauerei", Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Referenten Herrn F. Krüger. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht D«»» Einberufer- 577 Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Maffer- nnb Dampfarmatnren. Sonntag, den 3. November, Vormittags 10. Uhr, im Lokale des Herrn Zemter, Mllnzstr. 11: Mifgiieder-Versavnmiunge Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Gerisch über„Soldatenhandet im Mittelalter." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen!_ 578_ De» Vorstand. Große öffentliche Persammlnug sämmtlichn i» her Poimkiitittbraiilhe deWst. ArbeittriMl Montag, den 4. November, Abends S1� Uhr, bei Scheffer, tnselstr. 10. TageS-Ordnung: 1. Vortrog über die Organisa ion der Arbeiterinnen. Referentin: Frl. Selma Chaim. 2. Diskussion. 3. Gründung eines Fachvereins der Posamentier- Arbeiterinnen. 4. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Gäste willkommen! Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellerfammlung statt. Um zahlreichen Besuch«sucht 014 Die Einberuferin. Grosse öffentl. Versammlung der Stewdrucker it. Lithographen Herlins am Montag, den 4. November, Abends 8t Uhr, am Montaa. den 4. November. Abends pllnhtiioh 8 Uhr, in K r ü g e r's Salon, Hochstraß« 32a. Tagesordnung: 1. Vorlrag über:„Alte und neue Zeit." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Frage- kästen. Jedermann hat Zutritt. Um zahlreiches Eischeinen«sucht 570 Der Vorstand. Berein zur Wahrung der Klavier- arbeiter uud venu. Berustgtuojsen. Ver sa m m I u ng am Montag, den 4. November, Abends 8i Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobftr. 48a. Tagesordnung: 1. N">wahl der Zlrdettsvermtttelungs- Kommifston. !. Werkstattangelegenheiten 3. VereinSangelegenheiten und Vnschiedenes. Trotz alledem und alledem empfehle allen Männern der Arbeit mein, Weiß- und Bairifch-Bierlokal- Außerdem ist ein VcreinSzimm« mit Piavi«' auf einige Tage in der Woche zu vngeben. M. Haugk, 22. Weinstrasse 2�. 586 Empfehle mein, Weiß- und Bairifch-Bierlokal mit reichhaltigem Mittag- und AkendtM' Gleichzeitig empfehle ich meine Vereins» � Klubzimmer. Um fteundlichen Zuspruch bitte" zeinet ergebenst 0. Preuss, 66. GrOnthalerstrasse 6®'- Reßa«mt A. Stroms 123 Rittersirasse l2Kr verounoen mu isremoentogrs. Empfehle ijffff. allbekannten vorzüglichen FriUi stuck-, Mw" und At>e»dtifch. Sonstige Soeifen und � � tränke in bekannt« Güte. Zwei Zimmer, poll� zu Zahlstelleu und Arbeitsnachweis, stehen Verfügung. Ji?p NB. Zu dieser Versammlung sind die Kollegen "�aori" der Piano-Fabriken von Srand und Jofeph eingeladen. Um rege Betheiligung ersucht 5741 Der Vorstand General-Versammlung der AelegMeu der Ortskrallkeudajse der Maschlaendau-Arbeller und oerwandten Ber ulsqen offen Berlins am Sonntag, den 10. November 1889, Vor- mitta ig« 9 Uhr, Münzstr. 11, Hof rechts 1 Tr. Tagesordnung: 1. Um v Uhr: Ersatz Etablissement„Sohseeiaer-- Garten" vor dem KSnigsthor. Tages-Ordnuug: 1. Bericht der Lohnkommffsion. Refnent: Herr Liebrg. 2. Wahl der Delegirten»um Kongreß. 3. Diätenfrage. 4. Beruht über die am 22. Oktober stattvehadte öffentliche Lithographen» Verfamm'ung. Refnent: Herr Schädlich. 5. Drskulsion und Verschiedenes. Zur Deckung d« Unkosten Tellerfamm ung am Eingang zum Saal. Um zahlreichen Besuch bittet l572j Der Einbemter. wähl für 2 ausscheidende arbeitnehmende Mit- S lieber de« Vorstandes.— 2. Um 1(>i Uhr: 'on.binirte Gen«alvel fammlung der arbeit- gebenden und arbeitnehmenden Mitglieder. Tagesordnung: Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung d« Jahresrechnung. Der Vorstand. 606_ Richard P a p p e r i tz. 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Grönheim in B«lin. Druck und V«lag von Mar Kadt«» in Berlin SV/., Beuthstraße 2. fin e, S?"! Zch