«. 407 �259. Dienstag, de« 3. Wanemver «. Jakrg. SSföH Alfens i4 Duktt«; �rksf" ifühnu* }old öerliilerVolksblatt. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliaer Volksblatt" �S5S« außer nach Sonn- und Zesttagen. � AbonnementSpreiS für Berlin frei Jafertions gebühr beträft für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VerfammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin Sw., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -* Fernsprecher: Amt VI. Kr.' Vevaktion: VeuthftraNe— Expedition: AimtnerfiroNe 44. �'riedcu�Um'glVliNt't. tonn?1".�keschlangen� und„Würmer, die nicht sterben Unsere' � Aar viele und sie kriechen immer wieder in Aksetzgeberischen Material einher, denn wenn unsere »manner einmal einen ihrer Ansicht nach trefflichen Ivz g? K�aßt haben, so laffen sie ihn so leicht nicht wieder faiöinh?.Ql)eT solch' ein Gedanke einmal dahin zu PtoUt �ginnt, dann findet sich flugs wieder ein deutscher der l>er irgend einen„ B e l e b u n g s e f f e k t" bei oll«»ü.6»hat, und so werden die Würmer und Seeschlangen ?.» künstlich am Leben erhalten. Friehon,� Geschöpfen dieser Art gehört auch die sog. I87z ailf jSstHaft, jene herrliche Idee, die zuerst im Zahre »vriliM-ü?," Bildfläche erschien. Sie bezog sich damals Und iv auf die politischen Sünder in Schrift tg«„■ Das Gericht sollte das Recht bekommen, wenn «ock � Alchen Sünder zur Verantwortung zog, ihm auch der-s� Biegung einer Kaution aufzubürden. Sollte �«Under rückfällig werden, so sollte da« Gericht, resp. ei. n s kus die Kaution für verfallen erklären und '»'ehe, können. ein»« hübsche Idee fürwahr, die sich in letzter Linie als �-B esteueruna derjenigen Staatsbürger herausstellt, *.,■]$ den LuxuS gestatten wollen, sich an oppositionellen "tischen Bestrebungen zu betheiligen. j. 3>tn Lohre 1875 fand man diese Idee ungeheuerlich und i Reichstag wollte nichts von ihr wiffen. Der„Wurm, ■jttrcht sterben kann", hat vierzehn Zahre im Papierkorb schlummert. Allein wozu habe» wir denn Profefforen im Freilich, �ei anderen Gelegenheiten haben die Herren �tvfefforen keinen Finger gerührt. Gegenüber den Aufsehen Agenden Urtheilen des Reichsgerichts, gegenüber der Ein- Mänkung der Oeffentlichkeit des StrafprozeffeS, gegenüber nl hohen Gerichtskosten und der Aufhebung der Berufung woen sie sich wenig oder gar nicht gerührt. Jetzt aber mint Profeffor von L i ß t auS Marburg mit einem . ffctzvorfchlag über„bedingte Verurtheilung", . dem auch(allerdings fakultativ) die famose FriedenSbürg- "Wt enthalten ist. Wenn man von dem Inhalt des Vorschlags gar nichts °>ter wüßte, so müßte man doch stutzig werden über den o>?, mit dem sich die„N o r d de u t s ch e A l l g e m e i n e j,' 1* u n g" deffelben annimmt. Das Organ der Ohlen- »u»« Guanohandlung in Hamburg behauptet, noch nie- n® habe sich die öffentliche Meinung„so o,. 7 d r ü ck I i ch" für eine gesetzgeberische Neuerung auS- stachen, wie in diesem Fall. ,-..... diesem Fall. 6 �latt scheint sonach von seinem Beruf, be- zsltsiöscn zu liefern, so eingenommen zu sein, daß eS den Diensteifer mit der öffentlichen Meinung in and verwechselt. Wo in aller Welt ist denn die »u. Feuilleton. «wbottnj_ [20 Gormtnsl. sozialer Roma» von EmileZola. l'B autorifirte Uebersetzung von Ernst Ziegler. schaute sie um sich. Chaval hatte sie in den �tckic � Borhof der Grube geführt, der offene Schuppen � geheimnißdunkel entgegen. »w. nein!" flüsterte sie.„Ich bitte Dich, laß mich!" sträubte sich in krampshafter Empörung. L�ch will r-'•'' und trug sie ÄbS?iD"'cht! Laß mich!!" rief sie. daz.-.'chaa hatte er sie stumm ergriffen, »ahnende Dunkel. ?«ch hatte bewegungslos aus der Ferne zugeschaut: ch», tznrju tf tX �and auf; ern unbehagliches Gefühl überkam 'e Brette'�ucht sich mischte und Zorn. Er sprang über "Kit oeftn" unb Balken und eilte fort. Noch war er Nicht t*?ben gemohA al® sich umdrehend, schon wieder die Kugen�V-. d«, gleich ihm, den Weg zum Dorfe e,n- Mann hatte da- Mädchen wieder um die |%nb nnd ir. sle Ertlich an sich drückend, ihren Nacken �ben und flüsternd. Sie schien eS eilig zu k-- Stephan ben Schritt. Acht Iptzlich von der Lust gepackt ihnen ,nS �'"A schnellt" dumm! dachte er gleich wieder Unb nack-um seine Neugierde zu bekämpfen. Doch in dei J�f Aette sich unmerklich sein Schritt, und n! den Schat"»/ en Straßenlaterne drückte er sich abseits " lläihchen' sie vorüber zu lassen. Er war erstarrt, und Chaval erkannte Aber täuschte er sich öffentliche Meinung in Deutschland über die„bedingte Ver- urtheilung" befragt worden? Einige verknöcherte Juristen bilden doch auch noch nicht die öffentliche Meinung eines Staats von 45 Millionen. Der Lißt'sche Vorschlag geht dahin, kurz gefaßt: Bei Verurtheilungen zu Gefängnißstrafen kann das Gericht die Vollstreckung des Urtheils aussetzen und kann die Aus- setzung von der Leistung einer Sicherheit(Friedens- bürgschaft) abhängig machen. Wenn dann der Verurtheilte drei Jahre lang sich gut führt, so ist ihm die Strafe erlassen. Wird er aber rückfällig, so wird die erkannte, «och schwebende Strafe sofort vollstreckt und die Sicherheit verfällt dem FiskuS. Die Höhe der Sicherheit kann vom Gericht beliebig bestimmt werden. Es mag ja sein, daß unter gewissen Umständen solche Bestimmungen für nichtpolitische Sünder einige Vor« theile bringen können. Allein der Rahmen ist zu weit ge- faßt und es bleibt dem„freien Ermessen" des Richters gar zu viel überlassen. In manchen Fällen kann die Friedens- bürgschaft sogar zu einem Vortheil für vermögliche Leute gegenüber den Besitzlosen werden. Wir halten die ganze Sache an sich zwar für unwesentlich, aber in politischen Prozessen würde sich, was damit beabsichtigt ist, sehr bald herausstellen. Wenn die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" sich darauf beruft, daß in B e l g i e n die bedingte Verurtheilung bereits besteht, so möchten wir erinnern, daß gerade Belgien in der letzten Zeit sich bei näherer Betrachtung seiner Institutionen nicht gerade als ein Musterstaat erwiesen hat. Wir fassen unser Urtheil, dahin zusammen, daß durch eine solche Einrichtung, auch wenn sie in der legalsten Weise ausgeführt wird, unsere Justizpflege im Allgemeinen eine Aenderung von Bedeutung nicht erfährt. Wenn die Göttin Zustitia eine Binde vor den Augen hat, so finden wir dies als Sinnbild sehr zutreffend, denn die Herren Rechtslehrer und Vertreter der Rechtswissenschaft scheinen auch eine Binde vor den Augen zu haben, wenn eS sich um die Fortentwicklung unserer Rechtspflege handelt. Fricdensbürgschaft, bedingte Verurtheilung— von solchen Kinkerlitzchen wird ein Lärm gemacht, als hätte man es mit der wichtigsten Reform der Welt zu thun, während unsere großen Juristen es noch nicht einmal fertig gebracht haben, eine Entschädigung für die unschuldig Ver- urtheilten und Verhafteten durchzusetzen. Um den neuen Gedanken, da» Strafmaß abzu- schaffen und einzuschränken und den Verbrecher, unter gewissen Garantien, nach Maßgabe seines Geistes« J u st a n d e S zu behandeln, ein Gedanke, der von bedeuten- en Geistern in die Diskussion geworfen worden ist, hat sich die offizielle juristische Welt noch kaum bekümmert. Uns soll eS nicht wundern, wenn wir auch noch die Friedensbürgschaft bekommen, so daß der O p p o si ti o n S ma n n für seine Gesinnung und deren Aeußerungen eine„Sicherheit" hinterlegen muß. nicht, sollte dies schmächtige Mädchen in dem blauen Kleide und den offenen Haaren wirklich der kleine Bursch in Hosen und Grubenhaube sein? Ja, sie war'S, er hatte ihre Augen leuchten sehen, ihre grünschimmernden Augen, so hell, so tief und so durchsichtig, wie Ouellwasser!— Grimm erpackte ihn; er hätte ssich an ihr rächen mögen, obwohl sie ihm nichts gethan. Welch' ein liederliches Ding! UebrigenS der Mädchenanzug kleidete sie nicht einmal j sie sah häßlich aus! Katharina und Chaval, die sich nicht beobachtet wußten, gingen langsam ihres Weges dahin. Er hielt sie umfangen und küßte sie hinterS Ohr, und sie, von seinen Liebkosungen verführt, hatte nach und nach die Eile ihres Schrittes gemin- dert. Stephan ärgerte sich, daß sie ihm den Weg abschnitten, und er hinter ihnen gehen und Zeuge ihrer Zärtlichkeiten werden mußte. ES war also wahr, was sie ihm am Mor- gen gesagt! Sie war noch nicht die Geliebte jenes Mannes gewesen, und er, statt ihr zu glauben, hatte, um es nicht wie der Andere zu machen, sie nicht geküßt und hatte jetzt wie ein Narr, nie ein Dummkopf zugeschaut, wie Jener sie ihm vor der Nase weggenommen! CS machte ihn rasend vor Zorn, seine Faust ballte sich, ihm flimmerte eS vor den Augen, es war ihm, als müsse er den Mann umbringen. Eine halbe Stunde schon währte die Promenade. Als das Paar sich dem Voreux näherte, ging es noch langsamer, ja zeitweise, beim Kanal und hinter der Halde, blieben sie flehen und küßten sich, während Stephan, um nicht bemerkt zu werden, ebenfalls still stand und so all ihren LiebeSer- güssen beiwohnte. Dies reizte ihn noch mehr, und sein Un- muth suchte sich in dem einen Gedanken Luft zu machen: daS werde ihn lehren, wieder aus reiner Ansiändigkeit zart und fein mit den Mädchen zu sein! Beim Voreux hätte er zu Rasseneur abbiegen können, aber er fuhr fort hinter den Beiden zu gehen, begleitete sie bis ins Dorf und blieb auch dort noch eine Viertelstunde im Schatten stehen, bis das Wir verstehen das Beifallsgeschrei in der„Nord- deutschen Allgemeinen"; unserem geübten Ohr klingt es wie Unkenruf. Die KoMWeudMe im WWen Relchstage am Montag, den 4. November 1889. Außergewöhnlich dichtbesetzte Tribünen, die bereits lange vor Eröffnung gefüllt waren, bewiesen das ungewöhnliche In- teresse, welches in allen Kreisen der Bevölkerung für die zur Verhandlung stehende Gesetzesvorlage vorhanden ist. Der Abgeordnete Singer leitete die Debatte über den Rechenschaftsbericht der preußischen, sächsischen, Heisischen und hamburgischen Regierungen, betreffend die Verhängung de« kleinen Belagerungszustandes über Berlin, Hamburg« Altona, Frankfurt a. M. und Offenbach a. M. in trefflicher Weise ein. Singer'S Ausführungen wirkten ersichtlich belebend auf den nur knapp beschlußtähigen Reichstag ein. Scharf und treffend widerlegte der beredte Abgeordnete des 4. Berliner Wahlkreises die Anschuldigungen der preußischen Regierung; an der Hand der zahllosen VersammlungS- Auf- lösungen wies Singer nach, wie nichtig, ja theils lächerlich die Gründe gewesen sind, mit denen den Arbeitern das Vereins- und Versammlungsrecht verkümmert worden ist. Die Geheim- bundSprozesse, sowie das System der Jhring-MahlowS seien in der That nur zu geeignet, die Eintracht weiter Volks- kreise und den öffentlichen Frieden auf's Ernsteste zu gefährden, während die Bestrebungen der Arbeiter aus Erlangung besserer Lebensbedingungen und politischer Freiheit m entgegengesetzter Weise wirken.— In Bezug auf Hamburg hob der Redner hervor, daß dort seit 1878 eine politische Wahloersammlung der Arbeiter nicht hat stattfinden können; trotzdem, daß nun die Hamburger Arbeiter in aller Ruhe sich das gesetzwidrige Verhalten der Polizeibehörde gefallen ließen, hat man die Verhängung des kleinen Belagerungszustandes sortgesetzt für nöthig gehalten. Was unter dem Sozialisten- aesetz alles möglich sei, bewies ferner der Grund, den die säch- fische Regierung zur Verhängung des kleinen Be- lagerungszustandes über Leipzig anführte, nämlich das Erscheinen der Zeitschrift„Die freien Glocken" dort- selbst, ein Btatt, welches antisozialistisch sei und nur vielleicht durch die antireligiöse Haltung unangenehm sei, mit der Sozialdemokratie habe das Blatt nichts zu thun. Alle Maßregelungen, die gegen die Bestrebungen der Arbeiter an- gewendet würden, schlügen ins Gegentheil um, sie stärken die Be« wegung. Singers Ausdruck, daß der Reichstag, falls er das neue Sozialistengesetz annehmen würde, sich ein Monument der Schande errichte, rügte der Präsident durch einen Orb- nungSmf. Der Minister H e r r f u r t h bestätigte insofern die Aus- führungen Singer'S, daß in den Belagerungsgebieten ei« Zurückgehen der sozialdemokratischen Bewegung nicht bemerkbar geworden sei, die Maßregel also den gewünschten Effekt nicht gehabt habe. Und dennoch die fortgesetzte Anwendung einer notorisch nutzlosen und Erbitterung erzeugendes Mittel! Ganz neu war die Anschauung des Ministers, daß die VersammlungS« Verbote von den Versammelten nach einem allgemein geltenden Rezepte provozirt werden. Sehr erfrischend wirkten die Worte Herrfurth's, daß er die Liebespaar sich mit zwei laut schallenden Küssen Lebewohl sagte. Dann, als Katharina ins HauS gegangen war, durch- schritt er gedankenlos das Dorf und wanderte weit hinaus auf dem Wege nach MarchienneS, zu bedrückt und zu traurig, um sich in fein Zimmer einschließen zu wollen. Eine Stunde später kam er wieder durch das Dorf zurück und schlug den Heimweg ein, denn er wollte um drei Uhr aufstehen und mußte wohl an sein Nachtmahl und an sein Bett denken. Das Dorf schlief bereits. Nicht ein Licht stahl sich hinter den geschlossenen Jalousien hervor; schlum- mernden Kasernen gleich ruhten die langen Faeaden und nur eine Katze lief quer über den Weg. Der Tag war beendet. Die Grubenleute, müde von der Arbeit, träge vom Essen, waren vom Tisch ins Bett gesunken. Bei Rasseneur saßen drei Männer beim Bier, ein Maschinist und zwei Kohlenarbeiter. Bevor Stephan in sein Zimmer hinaufging, warf er noch einen letzten Blick inS' Freie. Er fand denselben Horizont wie am gestrigen Morgen, als er auf der Landstraße dahergekommen. Vor ihm kauerte der Voreux mit seinem unheimlichen Gesicht, in dem ein paar trübe Laternen schimmerten. Die drei Feuerkörbe glühten wieder in der Luft, blutigen Monden vergleichbar, und, von ihrem Scheine gespenstig vergrößert, tauchten Bonnemort und sein Pferd aus dem Dunkel. Jenseits aber, in der flachen Ebene, hatte ein gewaltiges Schattenmeer Alles über- schwemmt: Montsou, Marchiennes, den Wald von Vandame, das weite Gefilde der Zuckerrüben- und Getreidefelder. Nur die beiden Hochöfen brannten wie Leuchtthürme und die Koaksfeuer glimmten in der Ferne. Tiefer schwebte die Nacht herab. ES regnete langsam und stetig, in monotonem Tropfenfall daS weite schwarze Nichts ertränkend. Und eine Stimme, immer dieselbe, durchbohrte die Finsterniß: das Schnaufen der Hubpumpe, die Tag und Nacht keuchte. I Bestrebungen der fojiolbcmofrattfdbcn Arbeiter, so oieTe Abgeordneten wie möglich aus ihren Reihen in den Reichstag ge« wählt zu sehen, für vollständig berechtigt halte, soweit sie sich— wie das vielfach geschehe— aus gesetzlichem Boden bewegen. Nur gegen Auswüchse der Agitation richte sich das Gesetz, nicht gegen die Agitation an sich, diese sei ein unbestreitbares Recht der Arbeiter. Was die Unterhal- tung von �i-evts provocateurs seitens der preußischen Regie- rung beträfe, so erklärt der Minister, daß er eine derartige Einrichtung in seinem Ressort nicht dulden werde. Hoffentlich schreiben sich alle deutschen Polizeibehörden diese Erklärung hinter die Ohren, damit die Jhring-Mahlow und Wohlgemuths endlich von der Bildfläche verschwinden. Nebenbei bemerkte Herr Herrfurth(besonders sich an die Nationalliberalen wendend), daß die verbündeten Regierungen auf den kleinen Belagerunge- zustand nicht verzichten können. Ein vecständnißvolleS Nicken aus den Reihen der Nationalliberalcn bewies, daß der Wink wohlverstanden worden war. Der Abg. F r o h m e führte in drastischer Weise die wüsten Agitationen der Antisemiten vor, denen gegenüber die sogenannten„sozialdemokratischen Auswüchse* sich wie weißgekleidete Jungfrauen ausnehmen. Daß die Polizei sich um die antisemitischen Schamlosigkeiten nicht kümmert, sei leicht be» greiflich, da sich hochstehende Personen als Protektoren jener Bewegung ausgeworfen hätten. Der Rechten sagte Herr Frohme einige sehr unangenehme Wahrheiten; die Rechte dürfe sich über die Unzufriedenheit der Arbeiter nicht beklagen; sie selber sei ja sehr unzufrieden gewesen mit ihrer wirthschaft» lichen Lage, die denn auch durch die Agrarzölle aufgebeffert worden wäre auf Kosten von Millionen von Arbeitern. Das Sozialistengesetz würde jetzt gegen Alles angewendet, was der Regierung und den herrschenden Klaffen unbequem sei; so insbesondere gegen die fachgewerblichen Vereinigungen der Arbeiter und die Lohnbewegung. Das Koalitronsrech', das doch ein gesetzliches Recht der Ar- heiter sei— wurde durch eine früher kaum geahnte Anwendung beS Ausnahmegesetzes aufgehoben. Der Redner belegte feine Angriffe auf die Regierung mit zahlreichen aus der Praxis ge- griffenen Beispielen, wobei insbesondere die Leipziger Polizei- behärde sehr schlecht wegkam. Die kraftvolle und kernige Rede Frohme's erzeugte im Hause eine nachdenkliche Stimmung; das Lachen der Konservativen erstarb sehr bald und machte recht langen Gesichtern Platz. Der deutsch-freisinnige Abg. Barth kritisirte die Rechen- schafls berichte in zutreffender Weise. Er machte darauf auf- merksam, daß die gewaltsame Unlerdrückung einer so großen Bewegung zu einem schlimmen Ausgang der Dinge führen müsse. Grade die Führer, die man ausweise, seien es, die die Arbeiierbewegung in den gesetzlichen Grenzen hielten; von orgamfirten Arbeitern seien Putsche und Revolten nicht zu befürchten; das Gesetz und die Anwendung derselben dagegen seien ganz besonders dazu geeignet, das, was man verhüien wolle, hervorzurufen. Er und seine Freunde können die Maßregel des kleinen Belagerungszustandes nicht für genügend begründet halten. Der konservatrve Oberstaatsanwalt H a r t m a n n legte eine Lanze für die Agrarier ein, es gelang ihm ze- doch nickt, die Aermsten zu retten. Die Sozialdemokraten hätten kern Vaterland, wie sie selbst sagen, meinte der Herr Staateanwalt, ihnen sei es ganz glerch,»er sie regiere,„wenn sie nur gut regiert würden.* Er und feine Freunde wollten aber von dem angestammten Regenten regiert werden. Der Abg. Singer machte in einer Replik darauf auf- merksam, daß es mit dem„angestammten Regenten* doch eme eigene Bewandiniß habe; er erinnere nur an 1866, wo gar mancher Monarch seiner angestammten Rechte verlustig ging. Es stehe den Konservativen schlecht an, ihre Legalität in vollem Brustron zu bekräsiigen, etwas mehr Ge- dächtniß sei ihnen zu wünschen. In dem ferneren Theil seiner Polemik gegen den Minister Herrfurth betonte Singer, daß es der Regierung nicht gelingen werde, die Lockspitzelei von den Rockschößen abzuschütteln. Das Ausnahmegesetz bedinge geradezu das Lockipitzellhum. Nach einem Renkontre zwischen Frohme und Dr. Hartmann, das sich wesentlich um die mehr oder minder stark ausgeprägte Vaterlandsliebe der beiden in Frage stehenden Parteien handelte, wurde die Diskussion über die RechenschaflSberichle geschlossen und diese somit als erledigt erklärt. Die sozialdemokratische Partei kann mit ihrem Erfolg— und ein solcher war es— zuf.ieden sein. Poftfifdie MebcrsliLrk. Marten wir ab, was der Kanzler sagt. Daß nicht Herr v. Benmgje», sondern der Kanzler selber der eigentliche Paltersührer der Nat?onalliberulen, zeigt das leitende, national- liberale Blast in Hamburg, die„Hamburger Nachrichten*. Ein Dritter Theil. Erstes Kapitel. Am nächsten Tage nahm Stephan seine Arbeit in der Grube wieder auf. Er gewohnte sich nach und nach an die neue Lebensweise, und diese Beschäftigung, die ihm zuerst so aufreibend erschienen war, kam ihm bald minder hart vor. Rur einmal, es war in den ersten vierzehn Tagen, warf ihn ein Fieber aufs Bett und hielt ihn achtundvierzig Stunden in wüsten Träumen gefangen, wo er unablässig seinen Karren durch eine enge Strecke rollen wollte, in der er sich trotz aller Mühe nicht vorwärts zwängen konnte. Doch dieser durch die ungewohnte Kraftanstrengung herbeigeführte Anfall ging rasch vorüber und blieb ohne Folgen. Und Tage, Wochen und Monate vergingen. Wie seine Kameraden stand auch er um drei Uhr auf, trank seinen Kaffee, nahm seinen Ziegel, den ihm Frau Raffeneur am vorhergehenden Abend bereitet, und begab sich zur Grube. Regelmäßig begegnete er dem alten Bonnemort, der nach be- endeter Arbeit fem Heim aufsuchte, und Nachmittags traf er Bouteloup, der zum Noreux ging, wenn er selbstnach vollbrachtem Tagewerk in seine Wohnung zurückkehrte. Er trug jetzt, wie die Anveren, eine Grubenhaube, Kittel und Hose, fror wie sie, wärmte sich mit ihnen vor dem großen Kamine in der Wärme- stube und wartete mit nackten Füßen in dem kalten Zuge des Schachthauses, bis er einfahren konnte. Aber die Dampf- Maschine mit ihren kupfergeschmückten Stahlarmen interessirte ihn nicht mehr und auch nach den Grubenseilen blickte er nicht, die mit geräuschlosem Fluge wie große Raubvögel über seinem Haupte dahin zogen. Gedankenlos sah er den Aufzügen zu, wie sie in dem Lärmen des Signalhammers und dem Poltern der Karren unaufhörlich bei den Rufen des Sprachrohrs empor tauchten und wieder versanken. Mouquet endlich, der mit scherzendem Zuruf zum Einsteigen trieb, riß ihn auS seinen Träumereien. Dann glitt die Fördcrschale lautlos in die Tiefe. Er aber drehte nicht mehr den Kopf nach dem verschwindenden Licht, fürchtete sich auch nicht mehr, daß er hinabstürzen könne, sondern, je tiefer er hinunter fuhr in den schwarz triefenden Schacht, desto mehr Artikel derselben über den fehlenden Reichefiaanzminister schließt nach Erörterung des früheren Widerspruch« de« Kanzlers gegen eine solche Forderung wie folgt: jDb eine Wandlung beim Fürsten stattgefunden und Herr von Bennigsin in Einver- ständniß mit dem Kanzler gesprochen hat oder nicht, darüber wird die Aufklärung nicht ausbleiben. Wir warten sie ab, be- vor wir weiter zur Sache Stellung nehmen.*— Die„Köln. Zeitung* deutet darauf hin, daß m der That Herr v. Bennigsen nur zu weiteren Konstquenzen nicht verpflichtende Anregungen hat geben wollen. Sie schreibt:„Es hängt die Frage so eng mit der ganzen Ocganisatian unserrr obersten Reichsbehörden zusammen, daß der Gedanke wohl noch viele Bedenken und Schwierigkeiten zu überwinden haben wird, ehe er mr Aus- führung gelangen kann.*— Jedenfalls werden den Naiional« liberalen„die Bedenken und Schwierigkeiten* genügen, um zu- nächst d-e Sache bis nach den Wahlen zu vertagen, und wenn die Wahlen alsdann im Sinne der Kartellmehrheit ausge- fallen sind, wird man von dem schönen Gedanken erst recht vor lauter„Bedenken und Schwierigkeiten* nichts weiter hören. Urber die Sozialdemokratie und ihre Bekämpfung hat der bekannte Abg. Ku'emann eine Broschüre herausgegeben. Ein Parteigenosse m der„Kölnischen Zeitung* lobt Herrn Kulemaun, daß er mit vornehmer Eleganz die Waffen d.s sanften Spottes führt, am liebsten aber selbst rohe Ver- irrungen der Gegner mit mild lächelnder Duldung erklärt und verzeiht. Der Kampf grgr« die Kildang- Die Arbeiter haben zu viel Bildung— meinen viele Arbeitgeber, namentlich auf vem Lande, wo die„Fortbildungsschule* vielen der Herren Gutsbesitzer ein Dorn im Auge ist. Speziell in Sachsen, wo die Fortbildungsschulpflicht jetzt auf 3 Jrhre bemessen ist, wird fortwährend r.egen die Fortbildungsschule angekämpft. Und nach langen Bemühungen scheinen die Herren Bildungsfernde jetzt auf Erfolg Hessen zu dürfen. Wir lesen in der �Leipziger Zeitung*: „Die Herabsetzung der Dauer der Fort- bildungsschulpflicht auf 2 Jahre behandelt der vom Rittergutsbesitzer Hähnel-Kuppritz erstattete Bericht der ersten Kommission des sächsischen LandeskulturrathS. Eine Anregung zur Beschäftigung mit diesem wiederholt auch in der sächsischen Ständekammcr behandelten Gegenstände hat der lanbwirthschaftliche Verein zu Ruppersdorf bei Heirnhut gegeben. Der um feine Verwendung angegangene landwirthschastliche Krcisoerein für die Oberlaufitz hat in Zustimmung zu diesen Bestrebungen sich an den LandeSkulturrath gewendet, dessen Kommission in zustimmender Wc se beantragt:„Der Landeskulturroth wolle bei der hohen Staatsregierung die Herabsetzung der Dauer der Fortbildunasschulpflicht auf zwei Jahre befürworten, jedoch unter der Voraussetzung, daß die Gelegenheit des FortbildungS- Schulunterrichts für ein dritte« Jahr erhalten bleibt.* Bei der Begründung dieses Vorschlages wird u. A. auf das Aufblüheu der inzwischen erstandenen land- wirthschaftlicken Schulen Bezug genommen, durch welche der Fortbildungsschule ein großer Theil ihrer Aufgaben abgenommen wird. Für diejenigen wirklich Lernbegierigen, welche eine land- wirthschaftliche Fachschule nicht besuchen können, wird es ge- nügen, wenn die Gelegenheit zum FortbildungSschulunterrichte im dritten Jahre zwar erhalten bliebe, aber ohne den ge- schlichen Zwang zum Schulbesuche. In letzter R-chtung wird noch hervorgehoben, daß Befreiungen vom dritten Schuljahre auch letzt schon gewährt werden können.* Der sächsische Landtag wird sich in seiner nächsten Session mit der F age zu besää'tigen haben. Uebrr«ine« erstaunliche» Gifer einzelner Staats- anwätte, durch die Presse begangtne Beleidigungen zu verfolgen, wird der„Magbeb. Ztg.* au« Westfalen berichtet: Danach soll bei der Dortmunder Handelskammer von mehreren Staatsanwaltschaften angef.aat worden sein, ob sie gegen ver- schiedene in der Presse anläßlich des Jahresbericht« angeblich begangene Beleidigungen Strafantraa stellen wolle. Die Handelskammer hode geantwortet, daß sie stets bereit fein werbe, falls die Siaatsanmaltschaft es im Interesse der öffentlichen Ordnung für wünschenswerlh erachten sollte, die Ermächtigung zur Klagestellung zu ertheilea, daß sie aber keine Veranlassung habe, aus eigener Initiative Stratanträge zu stellen. Der er- wähnte Jahresbericht hatte bei Besprechung des Bergarbeiter- ausstanbcs in so einseitiger Weife für die Interessen der Gruben- befitzer Partei genommen, daß er eine scharf abweisende Kritik von der Prelle der verschiedensten Parteirichtungen erfuhr. Da» Augenleiden de» prenssische« Finanzminister« v. Scholz soll, wie die„Magded. Ztg." aus Adgeordnelen- kreiscn hört, doch nicht ganz unerheblich sein. Es heißt, es widerstrebe dem Minister, einm operativen Eingriff vornehmen zu lassen, und es würbe dieser Umstand früher oder später doch zu einem Rückt, ilt des Herrn v. Scholz aus dem Amte sühren, den er selbst als wünschenswerlh bezeichnet haben soll. Man will im Weiteren wissen, daß bisherige Erwägungen über einen geeigneten Nachfolger des Herrn v. Scholz erfolglos ge- blieben waren: man sieht es aber nach wie vor als zweifellos an, baß mit dem Augenblick, in welchem die Frage dc« Nach- folgers geordnet ist, Herr v. Scholz zurücktreten würbe. fühlte er sich zu Haufe. Unten, nachdem Pierron die Fahrkunst festgeankert und die Thüren geöffnet hatte, verloren sie sich truppweise in die Galerien. Stephan kannte die Wege Keffer wie die Straßen von Montsou, wußte, wo er sich zu bücken habe, wo er abbiegen oder einen Waffertümpel überspringen mußte; er hätte sich die Hände in den Taschen, ohne Lampe in diesen zwei Kilo- meter langen Gängen zurecht gefunden, so vertraut waren sie ihm geworden. Und immer waren es dieselben Gestalten, denen er begegnete: ein Aufseher, der im Vorbeigehen die Lampe hob, um den Arbeitern ins Gesicht zu leuchten; der alte Mouque, ein Pferd zum Stalle führend; Böbert mit Bataille, Jeanlin, der hinter den Zügen lief, um die Luftthüren zu schließen, und die dicke Mouquette und die magere Lydia mit ihrem Karren. Im Laufe der Zeit ge- wöhnte er sich selbst an die Feuchtigkeit und an die dumpfe Lust, auch der Kohlenstaub beschwerte kaum noch seinen Athem; er lernte im Dunkeln sehen und fühlte es nicht mehr, wenn seine Kleider vom Morgen bis zum Abend schweißge- tränkt waren. Bald wußte er den schmalen Aufstieg wie die Anderen zu erklettern und verstand vor Allem nach kurzer Zeit, ohne ungeschickte Kraftvergeudung, so gewandt und schnell zu arbeiten, daß es allgemein auffiel. Schon nach drei Wochen zählte man ihn zu den besten Wagenstößern der Mine: kaum Einer schob hurtiger seinen Karren zum Roll- weg; Niemand expedirte ihn dort so schnell hinab. Sein kleiner Wuchs erlaubte ihm, überall leicht durchzuschlüpfen und seine Arme, ob sie auch zart und weiß waren, wie vie einer Frau, wußten kräftig zuzugreifen. Dabei war er zu stolz, sich jemals über die Arbeit zu beklagen, und selbst wenn er vor Müdigkeit zusammen brechen wollte, kam kein Wort der Entmuthigung oder Beschwerde über seine Lippen. Man warf ihm nur Eines vor, daß er nämlich keinen Spaß verstand und gleich böse werden konnte, wenn ihm Jemand necken wollte. Aber er galt bei Allen als ein wahrer Bergmann, und die Gewohnheit des stummen Gehör- samS machte auS ihm eine Arbeitsmaschine, gleich seinen Kameraden. Reben der allgemeinen Achtung, die Stephan genoß, war ihm besonders Maheu freundlich zugethan; denn Nach de»«roeke« Gerichte» der deukfchen F� insprktorrn für 1888 ist da« Tnickch'tem, d. h. die Dl® der Ansiöhnung der Aibeiler mit Waa.-en, aus Deutf®!®* Hut wie verschwunden. In allen gouoernementalen wurde dieser„Erfola der Sosialreform* so'ort mit M Nachdruck gerühmt. Die soeben erschienene deutsche statisiik aber für dass lbe Berichtsjahr liefert den, l888 nicht weniger als 113 Verurtbei langen wegen Tiua' folgten. Es waren sogar 153 Anklagen wegen dicke« r gehens erhoben. Da Deutschland in rund 50 Fadrikn've'�. beziike getkpilt ist, macht dies auf jeden I spektionsdej'"�. Anklagen wegen Trucke. Em Kowmer tor isi übe: flüssig-* haben nur auf das Bekanntwerden dieser Th iisaten ge>»«� so schreibt die„Franks. Ztg*, um wenige Worte über den fall der„R. A. Ztg.* geg-n die Erhebung zu sagen, mckj&ck Abg. Bebel soeben mit Hisse der Arb.iterre'eine über da« � I, wesen in Dcut'chiand veranstaltet. W.nn dos K«? organ jetzt noch bei seiner lediglich durch Jnvekiiven und. sinualionen, nicht aber durch Thatsachen begründeten Belv". gung verharrt, daß die Bebel'schen Erhebungen zi eine neue Art Propaganda im soüalrevolutivnären Julm-! sei, so darf man seine sozia'polit, scheu Auslassungen v»» ab überhaupt ignoriren. Erst da« gänzliche Darnrederliegen der amtlichen stotiftik in Deutschland zwingt geradezu die Ardei-er seW, nunmehr auch der„Wests. Merkur* und der„Gcirer'ou" ganz richtig betonen, zu eigenem Vorgehen auf diese«. Seiten der Sozialresorm in unocrantwortlichster Weise' läsfiglem Gebiete. Der sozraldkmokratische ÄrbetterschMt« aus dem Jahre 1835/86 machte Vorschläge zur gnind* Reorganisation der omtlicheti A>berterstatistik. Man weil welchem Hohn sie von denselben Leuten behandelt wmde«- j.tzt die selbsiständigen Erhebungen der Arbeiter durch � trche Denunziationen herobzusitzen suchen. Solche vW Untersuchungen werden jährlich zu Dutzenden auf dewr Universitäten angestellt, haben die besten Bücher üb« sozialcn Zustände geliefert, und können jede» Äugend.«, jeden Adgcordnlten einer anderen Partei nvibw-ndtg der sich ernsthaft mit sozialpolitischen Fragen btschäfngj�. hat in den 70er Jahren der Freiherr von der Goltz mit vatioen Gesinnungsgenossen eine Enquete über ote La? ländlichen Arbeiter in Ostpreußen veranstaltet, um NJ*. zur Begründung gewisser agrarischer Gesetzeeoorschläge Winnen, welche er mit Rodbcrtu« u. A. xlanle. Die so'cher Enqueten ist endlich gerade für die Arbeit«» ant, revolutionäre. Dmch den Zwang konkrete, zahlen� belegte Angaben über ihre Beschwerben liefern zu � werden sie von der in allgemeinen Phrasen sich bew�. Agitation zur positiven Mitarbeit an praktischen Aufgad� wöhnt. Jedes weitere Wort über die Angelezeaheil überflüssig. Lediglich die traurige Verblendung maßg�>> Stellen in sozialen Dingen ist wieber einmal m e» schnei Weise zu Tage getreten. Man kann ge-ade angesichts, 5'mit Irbeit schlag flanzci schve! Jeftim Iii) ot i°h:e kuiirt. Debatten über das Sozialistengesetz nur mit Grauen da« fj&f denken, wobin mit solchem Thun gcsteuert wirb, befangener Beobachtung und Einsicht geflissentlich vcrsi Die lebrnsmittrlvertheuernde MirKung der welche noch in den letzten ReichSlagsfitzunaen vom ralh- tische bestritten wurde, tntt immer krasser in den' bezirken zu Tage. So wird von der sächsisch. böhmischen' � eine Zusammenstellung bekannt, ans welcher heroorgeyl' z bei den in kleinen Einfuhrmengen zollfreien Produkten dies- und jenseits der Grenze eine Preisdifferenz vo», 30 pCt. eralebt. Es dürfen einmalig zollfrei eingeführt 6 Pfund Brot ober Mehl, 4 Pfund Fteifch ober Speck,- � Butter. In Sachsen ist der GesammtpretS dieser Lcbm« � 5,96 M., in Böhmen nur 4,53 M. Die LebenShaltorS G Familien stellt sich danach in Deutschland jährlich uw.-� p und mehr theurer al« im Nackbarlande, und je ff/Vw Familie ist, um so mehr macht sich dieser Pr fühlbar.. v Ueber eine verkrachte Kolonialgrii»d»«g „Bert. Tageblatt* auS Pondolanb berichtet. Es h"" r.. um eine G. llnbung der„Deutschen Handels- unbKo o>u" Gesellichaft Dr. Z-hlicke und v. Egloff* in Berlin.- kaufte eine„Farm Wilhelmsburg* in Entafissu bei©'■ Pmibolanb. Daselbst ist bis jetzt weder«in MaiSfel»* TabakSplantagc vorhanden. Die Bewohner sehen dem Bs'' � entgegen, der, wie Freiherr v. Steinäcker selbst sagte,''J&j kurzer Zeit eintreten wird; sobald die Konserven«M'fy sind, wird es zu Ende sein, denn Geld zum EinkaUs U Nahrungsmitteln giebt es nicht. Im Zollhause von S>- � liegen noch die meisten mitgenommenen Waa en, Zoll nicht bezahlt werden kann; Kredit giebt eS auch J mehr.,,„h � Dreoden, 3. November. Am letzten Mittwoch'c eine Versammlung der in der Zigarren- und 3>g� f fabnfatton deschäfnaten Arbeiter und Arbeiterinnen einen höchst verwunderlichen Verlauf nahm. Frau L. � U auS Hamburg war als Redncrin angekündigt, kaum ad« � b'.efilde wenige Minuten gesprochen, so wurde ihr"O» Ärb-5 erstens schätzte dieser in ihm den tüchtigen 4' j dann aber fühlte er sehr wohl heraus, daß mehr gelernt habe, wie sie Alle. Der junge � konnte lesen, schreiben, kleine Pläne zeichnen und von Dingen zu reden, von deren Existenz Maheu l'-Jf etwas hatte träumen lassen. Allerdings setzte dies wissen den Bergmann nicht in Erstaunen, denn er � wohl, daß die Kohlenarbeiter derbe und schwerfällige M sind, deren Schädel härter zu sein pflegen, wie Maschinisten; doch um so höher schätzte er es, daß der Arbeiter, um nicht zu verhungern, sich rasch entstipil � das fremde Element der Kohle gestürzt hatte, viel schneller heimisch geworden, wie dies je einem Straße engagirten Manne gelungen war. Darum, � die Arbeit drängte und Maheu keinen Häuer von I ex Stephan die Vcrzimnz� � Posten rufen wollte, pflegte zu übertragen, sicher, daß gewissenhaft und orbenP Iis macht werde. Denn,»venu Rcgrel und Dansaert jg wieder die Frage der Verzimmerung auf's Tapet m, immer wieder schalten. Alles einreißen und von � machen ließen, glaubte Maheu doch bemerkt zu habcn-, die Arbeit des jungen Gehilfen sie noch am mc>ss �' friedenstellte, trotzdem sie sich den Anschein gaben, ihnen nichts recht fei und nicht aufhörten, zu wiedv daß die Kampagnie eines Tages eine radikale Map1*» greifen werde. Diese Drohung schwebte unauSgesttz � den Häuptern der Arbeiter und brachte in ihren den Geist der Unzufriedenheit und Auflehnung in Bewegung. Selbst Maheu, der Maßvollste von ihne», oft heimlich die Faust.., Zwischen Zacharias und Stephan war im Ansav» j Rivalität entstanden, und eines Tages hatten ar mit Ohrfeigen bedroht. Aber der Häuer, dein"•-« ei jedem Streite ein angebotenes Glas Bier da« zeugendste Argument war, hatte sich vor der Ueberviy Stcphan'S beugen müssen. Auch Levaque zeigte de»'; Gehilfen ein freundliches Gesicht und politisirte oft m o weil Stephan sehr gediegene Ideen habe, wie er � Rur bei dem großen Chaval fühlte der junge Man» noch eine versteckte Feindschaft durch, und obwohl sie Ka> Art Und e Istbe fibe in fuu?",0�cn�'n Beamten das Wort entwgen und zmar ohne �. �und. Dasseibe Schicksal ereilte die folgenden Sul??'?mfle Male nachdem sie kaum drei Worte gesprochen. i � allgemeiner Unwille in der Versammlung aus Antrag gestellt, gegen das Benehmen des Be° ,'n�, Beschwerde zu führen. Darauf löste dieser die Ver» fA.*Iüi® auA Die eigenchümlichen Vorgänge in dieser Ver- t miung erklären sich dadurch, daß der überwachende Beamte, ».«ierkommissar Paul, total betrunken war. «in.« an wie sich herausstellte, dem L-ichenbegängniz �''kgen beigewohnt und bei diesem schweren Gange nch "JL0!?at' übernommen. Man darf wohl gespannt sein, W? die Beschwerde bei der vorgesetzten Behörde j.'-R" welche Belohnung dem Beamten zu Theil wird, der «><� �eile die Staaikautorität untergräbt. «p, 2. November. Reichstagsabgeordneter Harm, _ g«eb der sozialdemokratischen Fraktion, welcher auf eine � nunMj-on hin de- Betrugs beichutdigt vor Gericht stand, DOri der Strafkammer glänzend freigesprochen worden. Staatsanwalt selbst beantragte Freisprechung. Schwede»«nd Norwegen. »Stockholm. Vor einigen Jahren wurde hier ein IrfH'l*8 t�dildet, das die Bestimmung hat, die Verhältnisse der tiksn. � untersuchen. Nun liegt von demselben ein Vor- 00m �ec uichts weniger als eine Altersversicherung der f��cn Nation plant. Dem Vorschlage zufolge soll jeder Staatsbürger während einer Reihe von Jahren eine c� wmte, für Alle gleiche Steuer bezahlen, während der Staat . u verpstiHixt, jedem Individuum mit dem erreichten 60. Lebens- ttne Pension zu gewähren. Die Sache wird vielfach diS' wt.nrl'8. wird gelobt, daß der Zwang über alle Klassen der o-m! I. üch gleichmäßig vertheile, während andererseits ein- d-?�.wird, daß die veranschlagte Pension zu klein und n-ksv«af die Kommunen, die für die gänzlich LeistunaS« n zu zahlen hätten, zu schwer sein würde, jedenfalls haben »>;» Stadtbehöcden, deren Gutachten eingeholt worden, sich ttus-vA9-. jf8en den Vorschlag geäußert. Mehrfach wird der Wunsch wi-o." man möge mit weniger umfassenden Veranstaltungen, Oür».■ 2. kassen- Unfallversicherungsgesetzen anfangen, cht abwarten, wie in Deutschland das neue System, S), 7 m41'6" Muster der Komiteevorschlag gebildet, wirken wird. vrU-e«rdnung zum Schutz gegen Acbeitsgefahr(Lkx-iä ewot ri'� die Juli 1890 in Wirksamkeit treten wird, enthält mun,?� lZe und von allen Arbeitersreunden ersehnte Bcstim- m»"' �.Deren wichtigste sind folgende: oder Ä? vorhanden, daß die Arbeiter herunterstürzen La?.« Gegenstände auf sie herunterfallen können, so bei ib, Galerien, Elevatoren, sollen diese nnt solidem Geländer all t�!r?wänden versehen sein. Aus Elevatoren und Winden ".'Much angegeben stehen, wie groß das Gewicht oder die ungegeven ucye», wie grv» vus«jcioiuji uuti uic ob,t AS�'r'0,:en ist, die auf einmal zu befördern sei. Bassins 2«ter«n'� Kufen müssm durch Geländer geschützt sein. Wo «ittii» vorhanden, sollen zweckmäßige Vorkehrungen zur Dr des Personals getroffen werden. Besonders sollen von feuerfestem Material in solchen Lokalen wui?»,"ä) sein.— Die Passagen in den ArbeitSlokalen Ja hinlänglich breit sein, um da» Personal vor der Gefahr lotin' den in Gang befindlichen Maschinen zu nahe zu fin? t Solch: Maschinen sollen, während sie in Bewegung ff': deleuch et sein. Vor dem Beginn der Uebcrführang der »nP vom Motor auf die Maschinen muß in voraus bestimmter dies in den ArbeitSlokalen bekannt gemacht werden, und vom Motor Kraft nach mrlchiedenen Lokalen geleitet wo. soll diese Kraft von jedem einzelnen Lokal aus zu hem- \itk �der es sollen Signale zur Einstellung dir gesammten �kfuhrung gegeben werden können.— Wo die Arbeit in VKIvssenen Räumen stattfindet, muß für jeden Arbeiter sieben -«ikmeter Luftraum vorhanden, dabei auch sür hinlängliche �fterneuerung gesorgt sein.— Zweckmäßige Veranstaltungen ««M Schutz gegen das Eindringen schädlicher Gase, Dünste «aer Staub in gesundheitsgesährtrcher Menge find erforderlich. Fabrik, nfpektoren, die das Land bereifen, sind zu ernennen/' Kelgie». . Brüssel, 31. Oktober.„Die Lohnbewegung hat nunmehr M ganze H-nnegau ergriffen; alle drei Kohlenbecken dieser Movinz fordem 20 xCt. Lohnerhöhung. Im Borinage streikm wehr als 9000 Bergleute; das Komitee des Centre v!>' i?-eule'wfolg: der ablehnenden Haltung der Grubenbesitzer die weiteren Schritte beschließen, und in Charclelvi ist �?nts in Chaielincau der Ausstand zum Ausbruch gekommen. fahrend der Gouverneur der Provinz sich bereit e, klärt hat, tn« r Delegi.tcn des Arbeiterbundes zu empfangen, hat de« Auftreten der Grudmdirektorcn das llmstchgreifen h?ai.stände» zu Wege gebracht. Nirgends würdigten sie � ArbeiterkomiteeS einer Antwort; sie erklärten, mit diesen �Hilaloren nichts zu Ihun zu haben und würden nur mit ihren l i<*r 5s!jU?rn unterhandeln. Als aber die Ardeiter der Gruden in l* faub» S un� vdrnu einen Ardeiterdelegirten an die Direktoren abtt y 0|. wu, um�ihnen ihre Anträge zu unterbreiten, erhielt dieser «« Si � isb 'e'Jd InkauLji St-�ß n.' ra V vM die i bf* n H ��iill�Antwor�—-�ein�ofortig�ntlassr�� Si?npl�en waren, verzehrten sie einander oft mit haßglühenden i» jr,"' wenn sie zusammen plauderten. Katharina, ergeben Wu �cksal, erlaubte jetzt öffentlich die Zärtlichkeits- Urch."�"Len ihres Geliebten, dabei war sie liebenswürdig »�N-undlich mit Stephan, der nun seinerseits ihr bei der Kjstbp Voreich die Hand reichte. Das Verhältniß zwischen sie.�wd Chaval war für Niemand ein Geheimniß und Panx c.en f�bsi von der Familie stillschweigend als ein Mstxj. �wachtet Täglich machten sie einsame'Spaziergänge a": und danach begleitete er sie bis zu ihrer HauS- !{Wio r fie bort vor dem ganzen Dorfe. Auch selbst ichwu sich da hineingefunden zu haben und neckte die �?3 junge Mädchen oft in der unverblümten Rede, fSie„ j*61®vube Gebrauch war, mit ihren LiebeSpromenaden. ihr �'wartete ihm in derselben Weise; nur zuweilen, wenn Echatt-»-v" seinen begegnete, flog cS wie ein trauriger sendet-« i�e Züge und sie wechselte die Farbe. Dann senden!"�hi Beide den Blick seitwärts und schwiegen über di/r**' r0� habe die Erinnerung an veraeffene Dinge, ihnen erzc t ausgesprochen, ein bitteres Gefühl der&.J�"hiing nahte. Eines Tages, als Stephan aus stuter wehte ihm ein warmer April entgegen, ein reiner suschen Erdreichs, zart sproffenden GrünS und utbw-..�"N. Und jeden Tag duftete es lieblicher und i�wenn er nach seiner zehnstündigen Arbeit �hmete °US der Ahr.' ewig winterstarres Naß gehüllten Grube empor- °e"n Sg w /eage wurden länger. Schon im Mai ging er , Vinel ein-» f9an9 hinab; dann warf der roth behauchte °uz S warmen freundlichen Schein auf den Voreux wundes R.s� urnpfrohre stieg ein wolkiger Strahl wie Ä ein �'wasser empor. Die Arbeiter stören mcht die Lerckp?/?� Hauch zog über die Felder daher, die Smi-p sehwetterten hoch oben in der Lust. Dann ftliiÜ6 sie die...sj�erchtig au» dem flammenden Horizont, als hen machen•Siegel des Voreux noch einmal er- (Fortsetzung folgt.) diesen Umständen eine weitere Ausdehnung dieses AuSstandeS, wie eine längere Dauer deffeibcn mit Bestimmtheit erwartet werden muß, so beginnen bereits die belgischen Metallwerke, sich ihren Kohlenbedars in Deutschland zu decken und find bereits Lieferungsverträge zum Abschluß gekommen." Amerika. C h i c a g o, 30. Oktober. Aus der heutigen GerichtSver- Handlung gegen die der Ermordung Dr. Cronm'S angeklagten Personen verdient folgende Aussage Beachtung. Thomas O'Connor, der„Kavitän" des»Lagers 20" der geheimen irischen Verbindung Clan-na-Gael. bekundete, Andrew Foy, ein anderes Mitglied deffelbrn Lagers, hätte in einer am 8. Februar stattgesundenen Sitzung des»Lagers 20" erklärt, daß nach den von L: Caron, dem bekannten Spitzel in Lon- don, vor der Parnell-Kammission gemachten Enthüllungen die Organisation als eine Organisation nicht länger bestände. Er sügie hinzu, es befänden sich vier britische Spione in der Orga- nisation, die deshalb umgebildet werden sollte, und daß alle Mitglieder, auf welchen nur der leiseste Verdacht ruhe, ausge- stoßen werden sollten. O'Connor selbst habe gesagt, er wisse, »daß»Schurken an der Spitz- der Organisation ständen." Sie hätten 100000 Doll. vergeudet und die besten Männer nach England gesendet, damit dieselben dort eingesperrt werden. O'Connor erklärte auf das Bestimmteste, daß Le Caron der Agent der Vollzugsgewalt war und von derselben besoldet wurde. PKrUirrrenkm'istfrev. Die sozialdemokratischen Abgeordneten Singer«nd Grillenberger haben, unterstützt von ihren Parteigenossen, sowie den freisinnigen Abgeordneten Schmidt(Elberfeld), Dr. Kohli und Träger, sowie dem Dänen Johannsen, einen Antrag auf Abänderung de« UnfallversicherungSgesetz-S eingebracht. Derselbe enthält drei Artikel. Der erste richtet sich auf eine Abkürzung der vierzehnwöchigen Karrenzzeit, indem er bestimmt, daß, sobald da« Heilverfahren vor Ablauf dieser Zeit beendet ist, die Leistungen der Krankenkasse also eingestellt werden, die Unfallrente zu zahlen ist. Der zweite Artikel dcabsichtigt eine Erhöhung der Renten für die Hinterbliebenen eines Arbeiters, der sich bereits im Genuß einer Rente zur Zeit des Todes be- fand. Nicht nach dem Arbeitsverdienst des letzten Jahres, sonbern nach der Summe dieses Arbeitsverdienstes und der Rente soll die den Hinterbliebenen zukommende Rente berechnet werden. Der dritte Artikel enthält Strafbestimmungen für Arbeitgeber, welche durch Verträge oder Arbeitsordnungen die Vortheile des Gesetzes den Versicherten verkümmern, oder sie in der Uebernahme oder Ausübung eines ihnen auf Grund des Gesetzes übertragenen Ehrenamtes zu beschränken suchen, oder welche die obliegenden Beiträge den Arbeitern bei der Lohnzahlung in Anrechnung bringen. Io1ualcr>. Der Fall Eisen blätter erhält eine neue Beleuchtung durch eine Zuschrift des p. Eisenblätter an die»Allg. Fahr-Ztg." in welcher derselbe nochmals, als Richtigstellung erner vom Herrn Meiereidesitzer Bolle veröffentlichten Dar- stellung, eine genaue Schilderung des Unglücksfalles giebt und sich sodann wie folgt äußert Run noch ein paar Worte über meine Entlassung aus dem Krankenhause, die Beschäfti- gung bei Herrn Bolle, die Amputirung des Beines ic. Als ich im Juni 1884 aus der Charitee entlassen wurde, sollte ich auch die Kurkosten bezahlen und zwar deshalb, weil ich nicht auf Veranlassung des Herrn Bolle ausgenommen worden sei. Jetzt wurde ich mir meiner Lage erst recht bewußt. Nunmehr wurde ich bei Herrn Bolle weiter beschäftigt und zwar im Käsekeller, erkrankte hier aber infolge der sich in demselben be- findlichen nicht gerade angenehmen Luft und mußte zum zweiten Male die Charitee aufsuchen. Wieder aus derselben entlassen, wurde ich wiederum— zum zweiten Male— dem Käsekeller attachirt.— Zu dieser Zeit war mir da» Bein noch nicht amputirt. Das- selbe war, wenn auch sehr krumm und viel kürzer, als das rechte, doch soweit geheilt, daß ich vermittelst zweier Stöcke mich, wenn auch sehr schlecht,' fortbewegen konnte. Infolge der Gebrechlichkeit und der aus der letzten Krankheit zurückgeblie- denen Schwäche bin ich kurze Zeit darauf auf dem Mcicrhofe vom Perron gestürzt, wobei mir abennalS der kranke Unterschenkel brach und welcher darauf erst amputirt wurde. Nach- dem ich nun zum dritten Male aus dem Krankenhaule entlassen war, kam ich zum ersten Male ins Komptoir. Als Abschreiber thätig, verdiente ich nicht nur weit weniger, wie als Kutscher, wo ich über 80 M. den Monat hatte, sondern mußte auch Ar- beiten verrichten, die früher mit 90 M. honorirt wurden, sür welche ich aber nur 60 M. erhielt. Brachte ich diese Arbeiten in den gewöhnlichen Arbeitsstunden nicht fertig, so blieb mir nichts anderes übrig, als Ueberstunden zu machen, welche sich oltmals bis 11 und 12 Uhr des Nichts ausdehnten, und dies Alles, um mir keinen Tadel machen zu lassen. Wurde ich dagegen etwas früher fertig und ging ein GlaS Bier trinken, so wird hierin weder eine„Bummelei", nochj ein„nächtliche» Herumtreiben" gefunden werden können. Daß ich serner durch dicS Verhalten die jungen Leute des Herrn Bolle»verführt" haben sollte, kann ich mir nicht denken. Ich bin auch sicher, daß mich Herr Bolle weniger wegen meiner»Bummelei", son- dcrn aus einem ganz anderen, hier nicht zu nennenden Grunde entlassen hat. Denn im Wege bin ich Vielen gewesen, da ich doch sozusagen nur ein»geduldetes Individuum" war und nur »Gnade und Barmherzigkeit" an mir geübt wurde. Ehe ich nun den Kiageweg gegen Herrn Bolle beschritt, habe ich erst «inen sehr höflichcn und bescheidenen Brief an diesen Herrn geschrieben, über dessen Absendung ich den Postschein noch esitze; erst als derselbe unbeantwortet blieb, habe ich die gerichtlichen Schritte eingeleitet. Da mir die Mittel hierzu fehlten, h'�be ich das Armenrecht nachgesucht, welches mir auch bewilligt worden ist. Daß nun das qu. Pferd ein Schläger gefährlichster Sorte war, wird Herr Bolle mit seinen Zeugen doch nicht aus der Welt schaffen und hat sich auch der Geh. Ober-Medizinalrath Professor Bardeleben dahin ausgesprochen, daß eine derartige Verletzung unter den obwalt-nden Umständen durch einen Hufschlag sehr wohl entstehen könne...." — Das öffentliche Urtheil über diesen„Fall" kann durch die vorstehenden Angaben nur bestärkt werden. RettuugvbäUe wurden angebracht an der Sandkrug-, Fennstraßen-, Weidendammer- und Marschallbrücke. Der älteste ist der an der Kronprinzenbrücke. Die Vorzüglichkeit der Hanf- seile, an denen die Bälle hängen, übte, wie bekannt, bereits Anziehungskraft auf gewisse Langfinger aus. Nachdem die Keilsarmee trotz wiederholten Sturmes die Reichshauptstadt nicht erobert hat, vielmehr so schmählich abgefallen ist. daß der Generalstab des Herrn Booth von einem neuen Angriff auf»Sprecbabel" nichts wissen will, versuchen jetzt die Anhänger von Brirghton Smith in Berlin ihr Heil und wie der»B. C." versichert, haben sie dabei etwas mehr Glück als die»Soldaten"»General" Booth's. Im Norden der Stadt cristiit schon seit beinahe zwei Jahren eine kleine, aber eifrige Mormoncng.'meinde, welche alle Woche mehrere Zusammen- känfte hält und sich dabei von beredten»Zeugen" das Evangelium �abn Briabton'S verkünden läßt. Anscheinend sind nicht alle tt-ute geneigt, diese Art von Aposteln auszulachen. Zu der Gemeinde gehören Männer, Frauen und— Kinder, die aus ihrem„Glauben" kein Hehl machen. Natürlich find die L-utc, dank den herrschenden Landesgesetzen, hier nicht m der Lag«, die Vielweiberei auch praktisch durchzuführen, aber sie bilden jedenfalls für alle Betheiligten einen»frommen" Wunsch. Di: »Gemeinde" verfügt über Bücher zur Propaganda, über Trak- tätchen, die fie dann und wann vcrtheilen läßt, über Wander- apostel, über»gesiegelte" und»ungefiegclte" Mitglieder. Die Kolonie am großen Salzsee hat an der Spree eine Filiale gc- mannen, die auch zu den Kuriositäten der Wellstadt gehört. Ei« gtänzender Meteor ist am Sonnabend Abend zwischen 7 Uhr und V«8 Uhr in Berlin, Centrum, beobachtet worden.— Die feurige Kuge>, welche sich gar seltsam von dem dunklen Abcndhimmel abhob, hatte von dem Standpunkte des Beobachters aus gerechnet, die Größe eines menschlichen Kopses und war von bläulichem Scheine, der einen ganz intensiven Glanz ausstrahlte. Der Flug dcs Meteors war von Süden nach Norden fichtbar und beschrieb eine scheinbare Luftlinie von ca. 7 Meter, die namentlich durch den prächtigen hinter- lassenen glävzmden Lichtschein markirt wurde. Der Meteor selbst hatte übrigens die Aehnlichkeit mit einer kurzen dick» bauchigen Flasche und ist außerordentlich klar und deutlich zu sehen gewesen. Eine Meise über Mom hat dieser Tage eine Berliner Stadtpostkarte gemacht. Dieselbe war in Berlin C. aufgegeben und nach W. Leipziger straße gerichtet. Wie aber erstaunte der Adressat, als er eines Tages die Karte mit dem Poststempel Roma eihielt. Mit. rother Tinte stand am Rande der pofta- tische Veimcrk geschrieben»Trovaia in nn giornaie"(gefunden in einer Zeitung). Auf diese Weise kam dir Berliner Post- karte, die eine freundschaftliche GeburtstagSgratulation enthielt, zunächst in den Besitz der Direktion des Hotel du Ouninal, die ihren Geschäftsstempel darauf setzle, und die Karte zur Rückbeförderung der römischen Post überwies. Diese schrieb zu dem W noch die Bemerkung»Berlins" und versah die deutsche Reichspostmarke mit dem Stempel»Roma 28. 10. 89. Ferrovia". Die Karte war von einem Kreuzband pe fangen gehalten und zu der unfreiwilligen Romreise verurtheilt worden. Ei« Nooember-Kab in der Spree war die Folge einer nächtlichen Bootsfahrt, durch welche mehrere junge Leute in die Gefahr de» Ertrinkens geriethen. Am vorgestrigen Nack- mittag hatten drei Ruderer in einem kleinen Nachen eine Bootsfahrt nach Köpenick unternommen, hatten dort tüchtig gekneipt und in animirtester Stimmung gegen 8 Uhr war die Rückfahrt nach Berlin angetreten worden. In der Nähe de» Eierhäuschens, etwa dreißig Schritt vom Ufer entfernt, erhob sich der eine der Ruderer von seinem Sitze und siel, dabei da» Gleichgewicht verlierend, ins Wasser.. Bei dem Versuche, ihren alsbald in dm Finthen verschwundenen Freund zu retten» kenterte der kleine Kahn und nur mit größter Mühe gelang es den Dreien, die übrigens alle nicht schwimmm konnten, sich an dm Rand des umgestülpten Nochens anklammernd, über tem Wasser zu halten. Die Insassen einer vorüberfahrmdcn Sc, ei- Uacht, welche die Hilfeiufe der Verunglückten gehört, stcunteir alsbald au» den treibenden Kahn zu und es gelang ihren, die im Wasser halb erstarrten und fast bewußtlosen jungen Leute aufzufischen und nach Berlin zu bringen, wo dieselben ,n warme Decken gehüllt mittelst Droschken nach ihren resp. Wohnungen in der Rosenthaler- und Oranienburgerstraße g-schoffl wurden. Eine oersichenr Suppe hat vorgestern Abend Veranlassung zu einem Selbstmordversuch gegeben. Der in der Genchtsshi.ße wohnende 42 jährige Hermann K., welcher bei seiner verwitt- weten Schwester in Schlafstelle wohnt, war mit derselbm beim Mittagessen in Streit gerathen, weil seiner Ansicht nach die Suppe versalzm war, und da die darüber empörte Frau ihrem Bruder die Thür wies, so entfernte sich derselbe mit dcr Drohung, daß dies der litzle Streit gewesen s.in solle. Am Abend in der zehnten Stunde kehrte K., der übrigens ein Gewohnheitstrinker ist, total berauscht zurück, begab sich in feine Schlaskammer und riegelte die Thür derselben ab. AI« die Schwester des K. ein schauriges Röcheln nach Verlauf einer halben Stunde aus dem Nebengemach hervordiingend vemahin. rief sie Nachbarsleute zu Hilfe, welche die Thür des Zimmers mittelst Beithiebm sprengten, und auf dem Bett liegend den K. mit durchschnittener linker Pulsader liegend bewußtlos vor-- fanden. Ein sofort herbeigebolter Arzt ließ den Verletzten sofort noch Anlegung eines Rothverbandes nach dem nächst- belegenen Krankmhäuse überführen und so dürfte die»ver-> salzene" Suppe dem leichtdeieidigtm Selbstmordkandidaten ein M'hrwöchentllchcS Krankenlager bereiten. Gin versweifeltrr Schritt. Am Sonnabend in der Dämmerstunde wurde in dem Hinte. Hause Jahnstrüße 7 die Vizew'.rthin leblos vorgefunden. Es scheint ein Selbmord durch Vergiftung vorzuliegen. Am Nachmittage bereit« hotte die Frau den Veisuch gemacht, sich zu erhängen, war jedoch noch rechtzeitig abgeschnitten worden. Ucber die Ursache des Selbst-- mordcs verlautet Folgendes: Eine in dem Hause wohnende Familie war vcncist und hatte während ihrer Abwesenheit die Schlüssel zur Wohnung der Vizewirlhin anvertraut. Diese mißbrauchte das ihr bewiesene Vertrauen, indem sie die Sachau der verreisten Familie versetzte. Als die Geschädigten früher als erwartet zurückkehrten, entzog sich die Vizewirthin durch den verzweifelten Schritt der Verantwortung. Eine grauenhaste Entdeckung ist am Freitag in Schmargendorf gemacht worden. Dort wohnte in einem Hause die verwittwele Postsekrelär B., die nach dem schon vor mehreren Jahren erfolgten Tode ihres Gatten von ihrem früheren Wohnorte in Westfalen nach Schöneberg und damr nach Schmargendorf verzogen ist. Die Frau hat zwei Kinder im Alter von sieben und neun Jahren. In letzter Zeit be» merkten die Hausgenossen der Frau B. einen entsetzlichen Geruch im Keller. Es wurde der Ursache des Geruches nach» gespürt, derselbe kam entschieden aus einem der Frau B. gc- hörigen Rcisekorbe. Man benachrichtigte einen Gendarmen, der den Korb öffnen ließ und in demselben eine Blechbüchse und in dieser eine in Laken eingewickelte Kindesleiche in Isbech» rtger Verwesung fand. Die sofort zur Rede gestellte F-au gab zu, daß sie das Kind noch dem Tode ihres Gatteu. noch in Westfalen außerehelich geboren habe und zwar bereits im Monat März des Jahres 1837. Also seit zweieinhalb Jahren hat sie die Leiche bei sich verwahrt, wahrscheinlich, weil, nach- dem sie heimlich geboren, sie niemals günstige Gelegenheit fand, sich der Leiche zu entledigen. Daß dre Frau das heim» lich geborene Kind vorsätzlich getödtet hat, wird von ihr be- bestritten, fie behauptet, das Krnd sei todlaeboren worden; ob die Obduktion bei der vorgeschrittenen Verwesung noch zur t est stellung der Todesursache führen wird, dürfte fraglich sein. m Donnerstag hat die Frau übrigens den Versuch gemacht, sich und ihre Kinder durck KohlenoxydgaS zu vergiften, indem sie stark heizte und die Ofenklappe schloß. Dcr eine Knobe röchelte schwer, das that der Mutter leid, deshalb öffaete sie das Fenster und machte so dre That ungeschehen. Die Frau ist verhaftet worden. Aus genommene» Splelernest. In dcr Buckowerstraße Nr. 14 befindet sich ein Kaffeekeller, in welchem, dem»Beri. Tgbl." zufolge, schon seit längerer Zeit dem Hazardspiel gc- ftöhnt worden fern soll, und namentlichch in den Rächt n »um Sonntag soll e« dort scharf zugegangen sein, weil e« gatr, den angeschleppten Opfern den eben empfangenen Wochenlohn abzunehmen. So ist dort auch in der Nacht zum jüngste« Sonnlag bis zum lichten Morgen wieder»gejeut" worden, wobei einige der Spieler bis auf den letzten Pfennig auZgc;« vlundert wurden. Im Acrger hierüber, der wohl auch noch durch die dämmernde Vermuthung verstärkt sein mochte, daß c« beim Spiel nicht immer mit rechten Dingen zugegangen so begab sich gestern früh kurz vor sieben Uhr einer der Gerupfte« nach dem nächsten Polizeibureau in der Luckauerstraße, um de- seiist übet feire nächllicken Erlebnisse zu berichten. Im Polizei- inreau war in kurzer Zeit Alle« bereit, um die noch beim Spiel in jenem Schankkcller zurückgebliebene Gesellschaft auf frischer Z hat zu überraschen. Es rückten sofort zwei Geheimpolizisten mit K Schutzleuten nach der Spichlhöhle aus, und während die letzteren fämmtliche Ein- und Ausgänge, sowie die Fenster besetzten, drangen die beiden Kriminalpolizisten in das Innere ein und zwar mit so überraschender Schnelligkeit, daß ste die ganze Gesell- rckast noch mitten im Spiel in einem Hinterzimmer vorfanden. Inzwischen waren noch weitere fünf Schutzleute vor dem Hause -rngc troffen, und m't vereinten Kräften ging es nun an das Ausnehmen des Nestes. JnSgesammt wurden 13 Personen dingfest gemacht und zunächst nach der Revierwache gebracht, von wo aus später ihre Uebertührung mittelst d?S grünen Wagens nach dem Polizeipalast am Alcxanderplatz bewirkt wurde. Daß diese Massenverhaftung die ganze Stadtgegend mobil gemacht hat, versteht sich von selbst. Der flüchtig« Buchhalter Vit- Döring war, wre vre „Schlei. Zig." berichtet, vor einigen Jahren Zögling der könig- lichen Piöparandenanstalt in Schmiedeberg, mußte aber wegen Nnfleiß und llebertretung der Anstaltsgesetze aus derselben ent» lassen werden. Der Flüchtling schuldet heute noch einer dortigen armen Wiltwe 60 Mark Pension. Am 3l. Oktober traf beim Polizeiamt in Schmiedeberg eine Depesche ein, welche die Ver- Haltung des Otto Döring anbefahl. Das war um einen Tag t» spät. Sozinle Meverstchk. An dt« Drechsler und Stockarbeiter Berlins. Kollegen! Zwei Jahre find vergangen, seitdem wir zum ersten Mal in der EckerSdors'schen Fabrik zum Streik zu greifen ge- zwungen waren. Jetzt ist es bereits das dritte Mal, wo wir von der Arbeitseinstellung Euch Mittheilung machen müssen. Während nun bisher immer Lohnreduktionen das Streitobjekt waren, wagte der Fabrikant dieselbrn diesmal nicht sofort zu verhängen, sondern war es sein Bestreben, die Werkstatt erst von allen Arbeitern, die sämmtlich Mitglieder der Vereinigung find, zu säubern. Nachdem am Anfang der Woche schon zwei Kollegen entlassen waren traf am Freitag früh, ohne jeden Schein eines Grundes, dasselbe Schicksal noch fünf Kolleg-n, alles Mitglieder der Vereinigung. Da es unseren Vorstellungen, wie auch der versuchten Vermitteluna des Vorstandes der Ver- waltuugs stelle ll. nicht gelang, diese Maßregelung rückgängig zu machen, erklärten wir uns mit unseren Kollegen solivaris und stellten die Arbeit ebenfalls ein. So find wir nun 15 Arbeiter brotlos. Kollegen! Um nun Eure Meinung über unser Vorgehen zu hören, haben wir eine öffentliche Versammlung der Drechsler, Stockarbeiter und Be- rufsgenoffen Dienstag, den 5. November, Abends 8 Uhr, nach Graiweil'S Bierhallen, Kommandantenstraße 77/79, ein- berufen. Tagesordnung: 1. Die Maßregelung der EckerSdorf- schen Arbeiter; 2. Diskussion; 3. Verschiedenes. Kollegen! Dieses der Thatbestand. Ihr seht also, jetzt, wo die Vereint- gung durch ih e ansehnliche Mitgliederzahl beginnt, für unsere Branche ein Machlfaktor zu werden, find auch sofort die An- griffe auf dieselbe da. Sollen wir nun diesem dreisten Vor- gehen gegenüber schweigen, sollen wir zusehen, wie uns der Bau, an dem wir zwei Jahre gearbeitet, untergraben werden soll? Nein und tausendmal nein. Das Gesetz gewährleistet uns diese Verbindungen als unser gutes Recht; darum jetzt auf, Kollegen, tretet diesen Maßregelungen entgegen, tretet em für unsere Or- ganisation. Das erste Mal, wo wir vor die Frage der Macht- probe der Vereinigung gestellt werden, nun zeigt, daß Ihr den Werth der Organisation begriffen habet, indem Ihr unserem Kampfruf Folge leistet. Und Ihr Stockarbeiter! Ist es noth- wendig. Euch noch von der Wichtigkeit dieser Versammlung zu sprechen! die Hälfte der in den Werkstätten Arbeitenden find Mitglieder der Vereinigung, also Ihr werdet auch wissen, wo- hin am Dienstag Abend die Pflicht Euch ruft. Mit kollegiali- schem Gruß: Die gemaßregelten Kollegen der Eck-rSdorfffchen Stockfabrik: Thürlina. Suchland. Godke. Koschel. Blumen- stein. Vkreinigung der Drechsler Deutschlands. Ortsverwal- tung II, Bertin. Die Agitation«- Kommission der Damenmäntel- Kchneider«nd der Ardeiterinne« der Bekleidnngs- industrie veröffentlicht folgenden Aufruf: An die Damenmäntel- Schneider(Büqler, Stcpper und Zuschneider) und die Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie (Herren-, Damen- und Wäsche-Schneiderei). Arbeiter und Arbeiterinnen! Auf Euren Beschluß in der öffentlichen Versammlung vom 7. Oktober ist eine Agitations- Kommiision von 7 Mitgliedern in'S Leben getreten. Die Auf- gäbe dieser Kommission ist, eine Agitation für die Vorbereitung eines Lohnkampfes zu schaffen und Ausklärung über die An- archie der heutigen kapitalistischen Produktionsweise, welche uns kaum die naturnothwendigsten Lebensbedingungen gewährt, unter die Arbeiter und Ardeiterinnen zu tragen. Genossen und Genossinnen, an Euch wird es liegen, die formulirenden Forderungen, durchzusetzen. Die Kommission wird nichts unbenutzt vorübergehen lassen, um Eure Beschlüsse zum Ausdruck zu bringen, und vor allem die außer- halb unserer Bewegung stehenden Arbeiter und Arbeitern»» durch Versammlungen, Flugblätter und andere AgitatiouSr«»' ihrem JndrfferentiSmuS zu entreißen. Die unterzeichnete Kommission verlangt von Euch beitcrinnen besonders Euren Beschluß, planlose VeisammlunS» weder pekuniär noch durch Euren Besuch allein, zu unterftusff' aufrecht zu erhalten; betrachtet nur die von Euch gea°f? Kommission und die Freie Vereinigung der Damen»«»'? Schneider und der Arbeiterinnen der BekleidungSindusirie«» kompetent, Versammlungen einzuberufen und Flugblätter� erlassen. Am 12. November beginnt in Jordan'S Salon, Grünstr. 28, eine Reihe von Versammlungen, in welche»?? lausend nur systematisch Vorträge über unser Erwerbilrd» die Produktionsweise und über die wirthschaftliche Lage halten werden. � Diese Vorträge neben den statistischen Erhebunge» Arbeits- und Lohnbedingungen mögen uns als Grundiaa««ff als Richtschnur bei den später zu stellenden Forderungen»»»» Berlin, den 20. Oktober 1889. M Die Agitatiovskommisfion der Damenmäntel-Schneider und 1 Arbeiterinnen der BekleidungS- In dustrie. m Frl. Chaym, Linienstr. 42, Frau Lcuschner Sophienstr.J®� Frau Schwarz, Oranienstr. 203. Frau Gutzmann. Stre!itzenff;r Frl. Gerstenberg, Annenstr. 2, Emil Erben, Iürbringerstr-«v Franz Robaczewski, Fehrbellinerstr. 39. in den öffentlichen Versammlungen zu for welche an das Kapital zu stellen sind, Mkevavisäzes. Do» der„Uenen De�t", Stuttgart, Verlag ff? I. H. W. Dietz, ist soeben das 11. Hest des 7. Jahrfl«� erschienen._ Inhalt: AHandlungen: Deutsche Grunbl«®? und deutsche Tiefe. Von P. Kampffmeyer.— Die � der Arbeiter in den Zuckerfabriken des Königsreichs Von C. Kanemann.— Die bayerische Fabrikinspektie» Jahre 1888.— Die Bergarbeiter und der Bauern krieg, nehmlich in Thüringen. Von Karl Kautsky(Schl»»-� Der Sozialismus in Spanien. Von Ernst Bark.— Maschinenalter." Von A.B.— Literarische R»�, schau: Or. Gustav Natorp, Der Ausstand derjdff arbeiter im Niederrheinisch- Westfälischen Jndustriedezm-� Dr. Max Ouarck, Die deutsche Fabrikinspeklion im 1887.— Zur äußeren Geschichte der Fabrikinspektio». Deutschland.— I u l. Post, Patriarchalische Beziehuvgffu der Großindustrie.— N o ti z en: Ueber den Einfl» Nähmaschinenarbeit auf die körperliche Entwicklung. 1. Herr b«h> »rdZ «»» d Theater. Dienstag, den 5. November. G»«n»tzait«. Das goldene Kreuz. Oednuiptetstan«. Der Mann der Freundm. Deutsche« Thr-rte». Nächstenliebe. Kelst»»-Theatee. Der Zaungast. Leiedrtch- Wildelmstädttsch-»«heate». Der Polengraf. ge«,>«heatre. Schwiegermama. »er-Sheertee. Der Dompfaff. «ria-Eheatee. Stanley m Kfrtka. d-Sheater. Ein Verurtheilter. BeUealttanee-«heatee. Der Zauberlehr. ftng. Kroll'» Theater. Hohenstaufen und Hohen- zollern. -tgltädtische» Theater. Mikosch. „teal-Theater. Da« lachende Berlin. d-toh Ernst-Theater. Flotte Weiber. «dr. Dichter'» DarUit«. Spezialitäten- Vorstellung. Ketch»hatle»- Theater. Gr. Spezialitäten- Do rstellung._ Kerliuer Theater. Dienstag, den 5. November: Montjeye, der Man» M« Sisen........ Mittwoch, den 6 November, neu cmstudnt: Tie vrant von«esfina. Donnerstag, den 7. November: Routjoye, der Mann»o« Eise«. Cfrvu» Renz. Karlstraße. Heute, Ttenftog, de» 5. November 188?, Abend» 7 Uhr: Aschenbrödel oder Der gläserne Pantoffel. Große« phantastisches Zaubermärchen in 4 Ab« theilungen mit Aufzügen, Tänzen und Grup- pirungen, arrangirt und in Szene gesetzt vom Direktor E. Renz. Kostüme und Rtquifiten. sowie die verschiedenen Equigagen sind vollständig neu und auf das Brillanteste ausgestattet. Vorführen der 8 arabischen Schimmelhengste oder concerr bal Hippique von Herrn Franz Renz. Ouadrille Bl-urs de Noblesse, geritten von 16 Damen. Auftreten der Schulreiterin Frl. E. Guerro, sowie der vorzüglichsten Reit- kunstlerinnen und Reitkünstler. Morgen Mittwoch: Aschenbrödel. _ E. Rena;, Direktor. Thalia Theater. 15 M«llt»ertl,-aterstr«ße 15. Täglich i Theater- und Spezialitate«-N-rste!l«ns Neu!! Neu!! Der Trompeter an» Käckinge». Gr. Er'olg de« Illusionisten S ch e l l i n i, des Froschmenschen Vincento, des Volks- humansten W r l h. F r ö b e l, der Lieder- sängerin Fräulein Anna MolaS ic. EBtnSe 30 Pf. lÄÄS American-Theater« 1865 Mreddeuerflr. 55. Täglich Vorstellung. »affa»« 1 T».» M.- 10« jKaicsi— Paacrams. In dieser Woche: Zum ersten Mal; Vl Esel.: Tie Pariser«ett-Ansflelmta. Vielen Wünschen entsprechend noch eine Woche t. Rerie: Athen-Konftaminopel. »WWWW«cnth.-ecia«.«na ««.u««t« 30 Vf., Kind nur 10 Pf. Adonn. « Aess«. 1 M. H. Prauscher's anatomische» MUSEUM B0/8I Kommandantenstrasse 80/81- Täglich geöffnet für erwachsene Herren. M Ttenfto« und Freitag Tameurag! B Entree 50 Pf. Vereinskarten gillig. 539 Möbei-Magazi« E. Kranx, Tapezirer und Decorateur, Reue Frieorichstr. 87, vis-s vl- dem Kgl. Amtsgericht, nupf. f. reich. Lag. v. Möb., Spirg. u. Polstcrw. v. einf. b. eleg. Genre i. Rußb. u. Mah. Theilj. gest. E,g. Werkst. slO Circue Busciss Srtedrtch-«srl-»fer. Heute, Dicustag, de« 5. November 188», Abends Uhr: Große Vorstellung. Unwiderruflich letztlS und Abschiedsauftreten der LNMtll-TWhllltstll mit ihren Riesen.ArdeitS-Elephanten, Reit- un Fahr-Zebus zc. zc. 2 Mal Lumpaci und Vagabundus, arabische Rapphengste in Freiheit seit kurzer Zeit dresfirt und vorgeführt vom Direktor. Auf Verlangen, jedoch unwiderruflich zum l,Pen Mal: Ei« MW in d. vorlvMttl kebirgen. Zum letzten Mal: Riesen- Salomortal über die 3 Riesen-Elephanten, ausgeführt von Mr. Cook, Vorher: Saltomortal und Doppel-Saltomortal bis über 10 Pferde. Ferner Auftreten der neu engagüten Fratelli Florida, Signora Olga:c. es Räber« die Plakate. Grsße öffentliche Kommmml-Wästler-Verfammluns findet MMmoch, dm 6. November, Abds. 3 Uhr, in Fanstmann'» Salon, Jnvalidmstr. 14�� Tages-Ordnung:-x 1. Die bevorstehenden Stadtoerordneten-Wahlen. Refermt: Emil Böhl. 2. stellung eine« Kandidaten des 33. Wahlbezirks. 3. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten fff. Tellerfammlung statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Da« Zenteal-Wahlkomtt-e. _____ I. A. I. G n a d t, Vrunnenstraße 3& Große öffentliche Komm«ualwastler-Versammwng des 84. Kommnnal-Wahlbexlrk» t am Mittwoch, dm 6. November, Abend« 8'/, Uhr, im«efellschaftshans„Ostend", Küöersdorferstrnße 4S. � Tages-Ordnung: � 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten-Wahlen. Referent: Vnflav Tempel« � stellung eine« Kandidatm. 3. VerschiedmeS. Um zahlreiches Erscheinen ersucht _ Da« Zentral-Wahtkomltts�- 15. Kommunal-Wahlbezirk, " umfassend die Stadtbezirke 82—85.'1* Große Mähler-Uersammlung am MMmoch, den 6. November, Abends 8 �lhr, in Renz Salon, Naunynstraße Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung de« wiS herig tn Stadtverordneten 2. Diskussion. 3. Aufstellung emes Kandidatm. 4. Verschiedenes. Alle Wähler de« munal-WahlbezirkS ohne Unterschied der Parteien sind zu dieser Versammlung eingeladeu- 649 Das Ee«tral-Wablko«u»5� Große öffentliche Aersammtung d. Drechsler. Stockarbeiter«. Keroffß am Dienstag, den 5. November, Abmds 8 Uhr, in Graiweil'S Bierhallm, Kommmff�ztl straße 77—79. Tages-Ordnung: 1. Die Maßregelung der EikerSdorf'schen Kollegen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.____ Die glückliche Geburt eine» kräftigen Knaben zeigen hoch- »» Rodert Flatow «nb Frau geb. Goldberg. 653 O kleiner Nmil Kunze, dieses Jahr, Ruft Hoch der Kegelbrüder Schaar, Du mögst im Neuntschieben zwar kein Held Da nur auf Ratzen etwas hältst, Im Trinkm und Poussirm groß. Durch Heiratb ziehn das große Laos. K. B. J. G. R. N. R. P. R. H. 652 8. P. A. W. A. G. Am 3. d. M. ist der Maurer K. Zimmermann an der Kehlkopf-Schwindsucht velstorbm. Die Beerdigung findet am 6. d. M., Nach- mittags 3 Uhr, v. d. H. Wilhelmsberg aus stalt. Um stilles Beileid werden die Kollegen gebeten von seinem Gmossm Kühn. 661 Hödel, Fabrik. Mßl i Polstenaares, Gr. Lager, dill. Preiael Emol Heyn, Bnioaeiut«. 88, Hof part Tb eil*. Bach ütbereinkunft. Große öffentliche Tavakarbeiter- u.-Ardeiterinnen-UersammlM am Mittwoch, den 6. d. M.. Abends 6'/, Uhr, im großen Saale ve« Kchmeizer-e�' URS, 2. Die Verhältnisse in der -rAGNS-oRD 1. Der gegenwärtige Stand der Lohnbewegung. Herren Loeser v. Wolfs zu Elbing. Pflich es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Auch sammlung freundlichst eingeladen. Die Lohnkommissio». H. H a m p e l, Barnimstr. 36, eines jeden Tabakarbeiter und-Ardci�pr die Herrm Fabrikanten werdm zu drei(p I. A. Zentral-Kranken-«. Sterbe Kaste der Tischler«. s. m. (Gertllche Nermaltungostelle Berlin 0.) Dienstag, den 5. November 1889, Abends um 8 Uhr: Mitgl.Versammlung im Saale der Habel'schm Brauerei, Bergmann- straße 5—6. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1889. 2. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein. 3. VerschienedeS. Mitgliedsbuch legitimirt. Durch Mitglieder eingeführte Gäste haben Zutritt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Die Griooermaltnng. ■ Gefälligst auszuschneiden!■ XttrtknMfi in allen DnfaUsache» er- theilr R. Lentz, Berlin Nv Ichlegelstraße 4, Vorder»). 3 Treppen links. luswäpts brieflich. 655 Restaurant Inventar neu, verkauft 654 Schammier, Koppenstr. 24, 2 Tr. ____________ Kchttttill ÖetSfÖtratlititf!- Dm Mitgliedem zur Nachricht, daß tuC* beiisnachweis des Vereins sich im Lokar.itl Sperling, Louisen-User 22(pCÖ"', befindet. Stellungen bereits mehrfach ariJLi. Das Tanzveranügm des Vereins 0-� p 25. November, Abends 8 Uhr, statt, OTrhMtSNO® ililck KobtabaK am hiesigm Platze bekanntlich Garant tri r Streng reelle Sämmtli' GrSaste Auswahl« er brennend«,»�' reelle �edimung, billigste�a� iche im Handel befindlichen Tabake sind am Lager, A. Gcioschmiöf, Gpouveo��. am Hackeschm Marfl���� Verantwortlicher Redakteur: K. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Badwg w Berlm SV., Beuth straße 2. Oter»«»o"1 Empfehle mein Geschäft m frischt «nd Kränze«. Rekert Nr. 2 Mariannmstraße S'Sjtn «yetje, Ii? '•wnbm hnen d. g« Z-Hen, 'ff«»« o �'en a ff dutzer � Pari �ffch ein »ckellsch acht« au ffn Sta »ami'.ien durch A, »erwmsei I. Beilage zum Berliner Bolksblatt. Kr. SFK Dienstag»r» 3. November 188A. 6. Jahrg. «w DAvlAmenksberichke. .ai öS- Deutsch»» Keichstag. 7. Sitzung vom 4. November, 1 Uhr. Z-rlfur��e- Bundetralh-: «»henthal, v on Verdy du von Boetticher, VernoiS. Graf und mehr zur muß unrichtig In Berlin und «enthal, von Marschall. �„ oM Beralhung fleht zunächst die Darlegung der An- ...? v n g e n, die auf Grund des Sozialiltengesetzes blltt p"ußischen, sächsischen, hessischen Regierung und der vmidmgs erlassen find. n*.«?' Anger: In dem vom 24. Oktober datirten, un« tS�rtw vorliegenden Rechenschaftsbericht erachten die ver- Regierungen einen Theil der Ausnahmemaßregeln !a- Abwendig, auf die fie in dem 4 Tage später dem RnchS- z>?. Zugereichten neuen Gesetzentwurs verzichten. DaS rst em <�.1� urchts aufzuklärender Widerspruch. Wie in früheren Irm�. auch diesmal die Begründung des kleinen Be- »S?p,Uöszustandes und der anderen in der Denkschrift er- «>» �".Maßregeln eine verfehlte; auch dieser Bericht ist em U��'derspsüchen und entstellten Behauptungen strotzendes *WrY7. einer Stelle wird behauptet, daß die sozial- �rratlsche Agitation eine im Ganz-n maßvolle gewesen se«, �a�uige Zeilen später wiederum, daß die Bemühungen der der Partei offenkundig dabin gerichtet seien, die w u N. Ziele in ihrer agitatorischen Wnse mehr fem J.0- bringen. Einer von beiden Sätzen N-.«»Wer Meinung nach ist es der«weite. 2 m � ioll nur in 104 Fällen die Gmehmigung zu öffent- .uwmlungen versagt worden sein. Das glaubt der de« ss• bes Berichts als einen Beweis für die Wirksamkeit «ai». �alistengesetzcs hinstellen zu können. Welcher Art aber die tu-"I1 bie verbotenen Versammlungen? Die eine wollte hi.a�'Undung einer Gcnossenschast-bäckerei besprechen; dem �uchdruckerverein wurde eine Versammlung mit dem «i ch, virboten, daß an Sonntagen gi ößere Veisammlungen vl>n>,j?'dr stattfinden sollten; eine andere wurde verboten, Svif,'?, vur die Gesundhkitsgefährlichkeit de? denaturirlen ortü,»� besprochen werden sollte; wieder andere mit der TageS» Gränz0 bürgerliche und die Arbeiterpresse", oder die denen v"0 �nes Wahlverein« bezweckend; schließlich an'.ere, in Tna-s Abg. Liebknecht sprechen, oder ich selbst eine rein lokale dieT�H-'t Berlins, die Kommunalwahlen, erörtern wollte. Alle »j iL�bote find nicht mit dem Sozialiltenmsetz in Einklang L°Nrgen, es ist die nackteste, brutalst- Willkur, mit der dieses gehandhabt wird. Von allen 104 verbotenen Versamm- .."gen jft größte Th-il von der angeführten Art, und Sie an dielem Btispiele die Wah heit der in diesen Be- Men angeführten Behauptungen prüfen. Auch die von uns ? dutztnden Malen widerlegte Anficht, daß die Bestrebungen �Parteiführer nach wie vor darauf gerichtet find, ihre Ziele �nch ehren gewaltsam.» Umsturz der bestehenden Staats« und �lellschaft-ordnung ,u verwirklichen, taucht wieder in dem Be- �"ke auf und doch führen diese Behauptungen dazu, Dutzende «on Staatsbürgern in No.h und E end m stürzen, zahllose kkamrlien ihrer Ernäh er zu berauben, Frauen und Kinder Ourch Ausweisung ihrer Gatten und Väter gewisstlmaßen zu dermaisen. Und diese Zustände werden in Deutschland seit >1 Jahren praklizirt. Wenn die verbündeten Regierungen v«d die Parteien, die ihren Standpunkt vertreten, gegenüber unseren wiederholten Ausführungen von dieser H�lle aus noch den Muth haben, zu sagen, daß die �»»ialdemokratie, wie fie heute existirt, den gegenwärtigen Um- �vrz bezweckt, dann sollte man eigentlich nicht weiter diskutiren. 7*r Abg. Beb.l hat vor wenigen Monaten von dieser Stelle "u«. als«s fich um die.Krönung der sozialen Reform", um r* Jnvalidilätk- und AlterSgesetz handelte, nachgewiesen, daß �«cr den heutigen Umständen eine Revolution eine Ünmög- �chkeit ist, dagegen würden die ökonomischen Verhältnisse den �"'«mmensturz der heutigen Ordnung auch ohne unser Zuthun �"vermeidlich herbeiführen. Gegenüber solchen Erkläiungen, , benen nicht einmal so viel zu deuteln ist, als der Reichs- �"Mer an einer anderen Stelle einer früheren Rede Bebel'» . ltr die ruf fischen Verhältnisse versuchte, wird der Reichs- z?0."och heute mit den alten Phrasen regalut, an ■ttL Kind in Deutschland mehr glaubt. Als weiteren '«9« V*".b'e Rothwendigkeit des kleinen Belagerungszustandes führt die Regierung den Vertrieb der sozialdemo- z- �.che» Parteipresse, des»Berliner Volksblatt" und der»Volks« JpTrVt* an. Wenn in diesen Blättern etwas stünde, was den q>,."vtetcn Regierungen und der LondeSpolizeibehörde das »fiSi llrebt, auf Grund des Sozialistengesetze« emzuschreiten, diese Blätter längst nicht mehr cristiren. Inhalt und arrhin ise dieser Blätter bieten aber nicht die geringste Ver» »ieh.» 0' Bie Arbeiterbildungsvereine, die Vereine zur Er- volksthümlicher Wahlen sollen ferner eine Gefahr für b»»,'" w fich schlitß-n. Kennen denn die Mitglieder deS Bun- den§ 17 de« Wahlgesetzes für das Deutsche Reich dvr«? � Deutschen dürfen darnach Wahlvereine gründen und bq�chStag hat mehrmals deklarirt, daß die Bestimmungen in(p�halistengesetzes nicht anwendbar feien, soweit die Wahlen �».�acht kommen. Trotzdem wird wegen dieser Gründe der d'rv4u?"Äiustand verlängert. Es ist unglaublich, wie die Kii��?�Regierung angesichts der Berliner Verhältnisse dre -------„ angefichts der_........—»J— ? hat, zu schreiben, daß der langjährige Streit zwrschen .'dckalen und der gemäßigten Richtung in der Sozial- «a, I0"* zu Gunsten der radikaleren beigelegt sei. Wenn �'�"ch wäre, müßten die Regierungen mindestens Taz NbZ Belagerungszustand verhängen und das Mrirtar Hatte! durch die Straßen marschiren. Man� kann�einer �orwue? bestehenden Bcstimmungm e« gestatten, solchen machen. Die Regierungen sollten doch ,hre stall i«« � schätz.n. Geradezu Heiterkeit erregend rst i-ner tcheineu». s wo die rothe Fahne der Sanfibarer als an- erregend ist jener wo oie rolye izaync ver sanfibarer als an- �oNm-I �wakratisch auf polizerl ch- Anordnung herunter- ""»ttr i» �den sollte. Mit der Auflösung von Verlamm- »?'den /benso wie mit den Verboten. Versammlungen Aardono«°ls Ulrich von Hutten, Hernrich Heine, Zarten de?"»°� iitirt wurden, sowie bei folgenden Men dfr m.?'dner:»Ein Staat sollte dur» den ?"� wird?!5.brhtit regirt werden,"»die Sozialdemo- Zollen dh Ark'n be« Sozialistengesetzes.uberdauern, «Aohlgem«?�.ausessen, was die Regierung fich durch den ?'r Alle n0�h.»ngebrockt hat," dock, daß CT*""""""' j.' folgt.(Heiterkeit.) Drinnen aber wird die Sprache nun allmälig so gesteigert, daß die Auflösung erfolgen muß. Dann ist der erwünschte Moment zu den turbulenten Szenen und Straßer.skandalen gegeben, für die der Berliner ja einen ganz besonderen Ausdruck erfunden hat.(Heiterkeit.) Es ist mir überaus bezeichnend, daß der Herr Abgeordnete Singer eine große Reibe von Versammlungen hier angeführt hat, von denen in dem Bericht keine Rede ist, daß er aber vollständig mit Stillschweigen einen Satz übergangen hat, der von einer Versammlung handelt, in der er selbst der eigentliche-tominus rei gewesen ist. Von der Versammlung am 30. November vorigen Jahres in der Tonh rlle, �riedrichstr. 112, wo der Herr Abgeordnete Singer das Referat übernommen gehabt hat, und in deren Verlauf und nach deren Auflösung es verschiedentlich ju dm g' ödsten Exzessen, zu dm turbulmtisten Szenen und vederklichen Angriffen auf die Polizeimannschasten kam,— von dieser Versammlung hat er nrcht gesprochen.(Abg. Singer bittet ums Wort.) Aber, meine Herren, ich kann Ihnen etwas mehr davon erzählen und will nur sagen: In dieser Versamm- lung hat der Herr Abg. Singer— fle ist vielleicht etwa» nach jmem Rezept abgehalten worden � zunächst durchaus gemäßigt gesprochen; er hat sich vollständig auf dm Boden der bestehen- den Staats- und Gesellschaftsordnung gestellt; er hat, wenn- gleich er die Vorlagm der verbündeten Regierungen über Alters- und Jr validenversicherung einer ziemlich scharfen Kritik unterzogen hat, doch anerkannt, daß aus dem Boden der be- st.h-'ndkn Eeiellschaslsvrdnung die Reformen zur Ausführung gebracht werden können, welche die Sozialdemokratie fordert. Ader nach B endigung feines Referats war der Moment ge- kommen, wo die Tausend da drar ßm auf die Auflösung warteten; und da Jr..t dann ein Schul. machermeister BagmSke hervor und cikiälte, jeder Genosse habe das Recht der freien Kritik; der Stant punkt, auf dem Herr Singfr stehe, fei ein total falscher, auf Grund der bestehenden Staat«, und Gesellschaft«- ordnung sei überhaupt keine Reform herbeizuführen; und nun gmg er allerdings genau in dem Sinne vor, wie der Art. 9 des SozialistengesedcS es bezeichnet. Es mußte dann aufgelöst werden, und in diesem Moment fanden die Hochs auf Smger und die Sozialdemvkiatie, das Anstimmen der Arbeitermar- seillaise statt; nun sehten fich dieAibeiterbataillone, welche zum Thnl Herrn Smzer umringte», in Schritt und Tritt und zogm durch die Inedrichstraße. Dabei wurde, als einige Schreier arretirt wurden, versucht, die Gefangmen gewaltsam zu be- freim; ein reitmder Schutzmann wurde mit Glasflaschen ge- warfen, ein anderer wurde gepackt und auf den Straßendamm geworfm. Kurzum es traten hier die allcrturbuientesten Szenen hervor, Gewalithäligkeiten, Angriffe auf Polizeibeamle. Da haben wir an dieser Versammlung einmal ein recht deutliche« Beispiel. Wenn ich nicht irre, ist es auch in einer hiesigen Zeitung, die stch im Ganzen wohl dem liberalen Fahrwasser zuwendet, gesagt wordm:«Wein nie,so wären dieBewohner derFriedrichstratzeund Lelpzigerstrcße, die JD fijim, Beamten und Bourgeois, welche den Zug begleiteten und beobachteten, jetzt wohl von einer Roihwendigkeit der Verlängerung des Sozialistengesctzes über- zeugt worden. Run, meine Herren, möchte ich mich zu einem anderen Punkte wenden, weicher dem von der Singer'schen Versammlung handelnden Satze vorangeht, und dabei komme ich auf die Art und Weise, wie die Wahlagitation von der sozialdemokratrschen Partei getrieben wird. Hier erkerrne ich vollständig an, daß an sich die Agitation für die Reichstags« wählen seitens der Sojlaldemokratie fich theoretisch durchaus auf g?f>tzlich zulässigem Boden bewegt. Aber wie wird prak- tisch diese Agitalion betrieben? Meine Herren, ich habe hier «in Flugblatt zur Hand,— es sind Hunderte davon konfiszirt worden, und die Ve> breiter harren augenblicklrch der gericht- lichrn Bestrafung. Ich bin in der Loge, dieses Blatt, wenn «S gewünscht wird, auf den Tisch des Hauses nieder zu legen. Da zeigt fich einmal recht deutlich, was die Herren überhaupt unter«friedlicher Agitation"' verstehen. Das Blatt ist an die Wähler des Riederbarnimer Ärerses gerichtet und beginnt;«Wähler, macht die Augen auf. In vielleicht wenigen Monaten findet die Wahl für einen Reichttaz von fünfjähriger Dauer stalt. Wremel Unheil kann Euch zugefügt werben, wenn Ihr denselben Vertreter wie biS- her wählt; wieviel Wohlihat Euch und dem Vaterlande wer- den, wenn Ihr die richtigen Vertreter für Euch wählt." Das ist an sich durchaus, wie ich anerkenne, eine berechtigte Be- strebung der Sozialdemokratie, wenn sie Abgeordnete ihrer Partei in den Reichstag in möchlichst großer Zahl gewählt zu sehen wünscht, um hier auf dem Wege der Refoim die Ziele zu erreichen, die sie anruftreben sucht. Auch ist ganz ausdrück- tick die Absicht dieses Flugblattes daraufhin gerichtet, in gesetz- mäßiger, frredlicher Werse zu agiuren; denn am Schlüsse des Blattes, wo man ja sonst immer die Haupttrümpfe auszuspielen pflegt, steht:«Friedlich führen wrr den Kampf für die ehrliche Arbeit, aber ernst. Ein Jeder ans Werk! Ein Jeder agit re für die Prinzivien der Sozialdemokratie. Nicht wir wollen die Gewalt, sondern die Gegner. Laßt Euch nicht hrnreißcn: ogitirt friedlich aber energisch, für Euch und Euere Kinder. Ter Sieg muß unserer gerechten Sache werden." Run, meine Herren, zwischen diesem durchaus konekten An- fange und dem korrekten Ende, was ist da enihalten? Ich möchte mir erlauben, aus dem Blatte ein paar Sätze vorzulesen. Sie werden für das HauS vielleicht auch noch aus einem an- deren Grunde von Interesse fein. Sie bekommen nämlich darin ervun ganz übe; rascher, bcn Aufschluß über die letzten Ziele der deutschen Kotonialpolrtik, wie sie sich in den Köpfen jener sonderbaren Sckwärmer malt.(Heiter kei'.) Es herßt nömich:«Macht die Augen auf! Habt Ihr denn nicht zu den neuen drück n�en Steuern beitragen müssen, um die Macht des Kapitals zu erhöhen, das eine An,ahl übermüthiger Junker und reicher BvU'geors«national" in« Ausland gebracht hat? In Afrika Haien reiche Grundb-sitzer und Handelsherren neue Plantagen angelegt, um Sklaven zu züchten und dann noch billigere Arbeuskräfte hierher zu imporliren.(Heiterkeit) Das baden die Reger sich nicht gefallen lasfin, sie haben die«nationalen" Eindringlinge verhauen. Darauf hat die Regierung und Euer jetziger Vertreter Millionen aus Euren Taschen genommen. Räch Afrika ist dann Miß- mann aezogen, nicht, um Euch zu Helsen— Euer Geld und Eure Knochen braucht man—, sondern um die reichen Leute, die drüben Land geraubt haben, zu schützen. Wähler macht die Augen auf! Vor Jahren hat Fürst Bismarck erklärt, kein Knochen eines preußischen Soldaten dürfe im Kampf um die Handelskolonien fallen. Ist Wort gehalten? Rem. Vrele unserer Lund-leute haben sich nrederm. tzrln lassen müssen,— v ele unserer braven Matrosen haben den Tod in den fremden G wässern gefunden, in die man sie geschickt har: nicht um Arbeitern Brot, sondern um Millionären neue Millionen zu schenken.(Sehr wahr! links.) Run kommt wohl die Haupt- stelle— wcr.iastens ist das Folgende mit doppelt so großer Schrift gedruckt, und die Schlagwörter sind ganz fett gedruckt hervorgehoben. Meine Hemn, das Fluzb'a t wendet sich nun von Afrika, wo die H'-ren Wörme nn und Genossen Sklaven zum In vo t nach Deutschland züchten,— nach Deutschland, uo d,e weißen Lohniklaven in den Montan- distrik-en hungern.«Wähler! Zu noch scheußlicheren Zw-cken habt Ihr von den nothwend;gsten L�denSbedüilnissen durch luolrekle Steuern beitragen müssen. M t den Kugeln die aus Eurem Gelbe gekauft find, mit den Gewehren, die aus Euren Steuern angrschufft find, hat man arme Bergleute er- schössen, die nichts we.ter gelhan haben, als sich geweigert, harte Arbeit bei unmenschlicher Behandlung für einen Hungerlohn weiter zu verrichten, bei dem sie, Weib und Kmd langlam hin- siechen mußten, um die Millionen von Wenigen zu eiböhen und um den Aktionären und Direktoren noch fettere Gewinne zuzuführen! Wer genießt DaS, w.S Ihr mit Eurer Hände Fleiß und mit Eurer rastlosen Anstrengung hervorbringt? Der Kapitalist, der Reiche, der Großgrundbesitzer und der Industrie- ritter— nicht Ihr! Wer zahlt in erster Reihe die Steuern? — Ihr! Auf die nolhwendigsten Lebensbedürfnisse find un- geheuere Steuern gelegt. Der Reiche, der an einem Tage durch Eueren Fleiß mehr zurücklegt, als Ihr im Jahre, ver- dient als Großgrundbesitzer an den Gctreidezöllen, die Ihr ent- richten müßt, verdient als Besitzer großer Fabriken an den Zöllen auf Eisen, Holz u. f. w., die Euch auferlegt sind. Und wenn dann Eure Leidensgefährten in Gelsenkirchen und Schlesien, ausgebeutet bis aus den letzten Bluts- tropfen, lieber hungern wollen, als für die Hungerlöhne, die sie allmälig denr S i e ch t h u m entgegenführen müssen, schlimmer wie Lastthiere zu arbeiten—, dann schießt man auf arme Bergleute und hann.lose Reisende! Mit dem Pulver, das Ihr habt bezahlen muffen, hat man Euere Leidensgefährten erschossen, und so Euch zu Meuckel- Mördern gemacht, die Ihr die Wahl des RegierungsnickerS nicht verhindert habt. DaS Blut der armen Familienväter, die meucklings angegriffen und niedergeschossen wurden wie Hunde, zeigt Euch, welch' entsetzliches Elend Ihr von den RegierungS- freunden zu erwarten habt. Das war der Krieg, den man Euch prophezeit: Der Krieg der bis an die Zähne mit Euerem Gelbe bewaffneten Regierung gegen wehrlose Bergleute!" Meine Herren, das ist friedliche Agitation mit ge- setzlicken Mitteln(sehr richtig!),— lucas a non lucendo! Meine Herren, ich möchte auch noch einen Punkt, der auch wieder nicht zum ersten Male hier vom Herrn Abgeordneten Singer angeführt worden ist, zurückkonimen, weil ich zum ersten Mal in dieser Angelegenheit vor dem hohen Hause oas Wort ergreife, und da rst es mir, ich möchte sagen, eine Art Herzens- bedürfniß, mich mit dem Henn Abg. Singer über einen Punkt auSdnan perzusetzen, den er auch heute wieder mit ganz be- fonderem Pathos hervorgehoben hat und von dem ich ja zu- aeben muß, daß, wenn er thatsächlich degründet wäre, er aller- Vings mit dem stärksten Ausdruck sittlicher Entrüstung bezeichnet zu werden, verdiente,— es ist das die Behauptung, daß das Soziaiistengesetz die«Lockspitzelci" züchte, daß dieses Gesetz dazu geführt habe und seinem ganzen Inhalt nach dazu sühren müsse, daß die Regierungen für die systematische Verwendung von agems proTocateurs oder doch für die stillschweigende Zu- lassung derselben einträten. Meine Herren, wenn ich unmittel- bar, nachdem niir mein jetziges Amt übertragen worden war, die Behörden meines Ressorts dahin angewiesen habe, daß unter allen Umständen und unbedingt Alles zu vermeiden fei, was irgendwie als die Anrnzung zu ve.botenen Handlungen angesehen werden könne, und daß gegen jeden Beamten oder gegen jeden Agenten, der sich eine solche Provokation zu Schulden kommen lasse, unnach- sichtlich mit den schärfsten disziplinarischen Maßregeln dezw. mit der Entlassung vorzugehen sei, so habe ich damit etwas durchaus Selbverftändliches gethan. Aber, meine Herren, ich habe in keine. Wnie eine Neuerung eingeführt, sondern ich habe nur von neuem den Grundsatz eingeschärst, der von dieser Stelle aus, auch von meinem Herrn Amts Vorgänger, proklamiit wor- den ist und den er prak ilch in seiner Verwaltung stets zur An- wendung gebracht hat. Meine Herren, ich will keineswegs in Abrede stellen, daß einmal der Fall vorkommen kann und viel- ldcht vorgekommen ist- v'elldcht—, daß ein Beamter aus übelangebrachtem Uebereifec oder ein Agent aus weniger lauteren Motiven irgend etwas gethan hat, was als Anreizung zu einer verbotenen Handlung, als wirkliche Provokation angesehen-werden könnte, aber dann hat dieser Mann gegen die ihm ausdrücklich erlheilte Instruktion gehandelt, dann hat er sich strafbar gemacht und die Strafe wird nicht ausbleiben.(Zuruf des Abg. Singer: All» gemeine Ehrenzeichen!) Von einer irgendwie tystematifchen Ver- Wendung von ax-nw pfovocateurs ist nimals die Rede gewesen; aber auch das feibstständige Auftreten eines solchen darf nicht geduldet werden, und ich werde in meinem Ressort dasselbe niemals dulden.(Bravo!) Ich glaube, meine Herren, nach dieser unumwundenen und sehr unzweideutigen Erklärung ist eS nicht nöthig, daß ich auf Spezialfälle überhaupt noch irgend- wie eingehe. Ich möchte aber gern eine Sache auf einmal zu Ende bringen, die wirklich wohl allmälig ansängt, das Haus etwas zu ermüden, die Angelegenheit mit dem Schutzmann Jhrir g. Meine Herren, ich habe ein aktuelles Interesse an der Sache nicht mehr, der Mann gehört nicht mehr meinem Ressort an, er ist auf eigenen Wunsch in eine andere Lebensstellung übergetreten; aber ich habe die Akten dieses Falles sehr genau studirt, und es hat mir vielleicht ein viel größeres Material noch vorgelegen, als den meisten Herren, die über diesen Fall überhaupt gesprochen haben. Allerdings muß ich zuge- stehen: m diesem Fall steht Aussage gegen Aus- sage, und vom rein formellen juristischen Stand« punkt aus kann ich nur sagen: non tiqucr. Aber, meine Herren, ich für meinen Theil glaube mit der Staats- anwalifchaft und mit dem Gericht erster Instanz einem Be- amten, der in langjähriaec treuer Pflichterfüllung sich als ein besonders zuverlässiger und wahrheitsliebender Beamter erwiesen hat. Sie glauben mit dem Gerichte zweiter Instanz den Äs- lastungszeugen, deren Glaubwürdigkeit mir schon im Allge- meinen im Hinblick auf die Theorie von der Verdienstlichkdt der Zeugenaussagen, die für Parteigenossen günstig find(oho! bei den Sozialdemokraten), nicht zweifellos erscheint; Haupt- sächlich aber deshalb Halle ich diese Zeugen für unglaub- würdig, weil gegen dicsetben strafgerichtlich vorgegangen worden ist, und sie nicht etwa auf Giund des Sozialistengesetzes, fon- dern auf Grund des gemeinen Rechts schwere Strafen erlitten haben, der Eine, weil er fich der Verleitung von Personen der Armee zum Treubruch schuldig gemacht und der Andere, weil er wissentlich einen Meineid geleistet hat.(Hört, hö-t! recht«.) Ja, meine Herren, aber nun noch angenommen, Sie hätten Recht und ich nicht, was wäre denn damit bewiesen? Doch wahr- lich nichts weiter, als daß in einem einzelnen Falle ein einzelner Beamter der ihm ausdrücklich ertheiltcn Instruktion zuwider- handelt und daß er fich dadurch strafbar gemacht hat; niemals aber, daß die Regierungen die Verwendung von Ageots provo- cateurs zulassen oder billigen. Mdne Herren, es werden die Maßnahmen des Z 28 des Sozialistengesetzes nicht blas von jener Seite, sondern fast allgemein in einer meines Erachtens nicht ganz korrekten Weise a!S der kleine Belagerungszustand bezeichnet. Wenn Sie fich die Vorschriften im Aitikel 68 der deu.schen Reichsverfassung und in dem preußischen Gesetz über den BelageiungSzustand vom Juri 1851 ansehen, dann werden Sie mir zugeben müssen, daß dieser kleine Belagerungszustand eine Miniaturausgabe in Duodez ist. Gegenüber den Lapidar- buchstabea, mit welchen jene Vorschriften geschrieben sind, ist ß 28 in kaum erkennbaren Minuskeln gehalten. Aber eine ge- wisse innere Verwandifchaft ist allerdings nicht in Abrede zu stellen und die liegt wesentlich darin, daß, wenn sie in Fällen, wo die öffentliche Sicherheit in gewissen Orten durch sozial- demokratilche Umsturzbestrebungen bedroht ist, die Mittel de« kleinen Belagerungszustandes der Staa'Sregierung versagen, dann allerdings voraussichtlich sehr bald der Füll cmtreten wird, daß dieselbe zu den Mitteln de« großen Belagerungszustandes zu greisen gezwungen wird.(Hört! hört! rechts.) Meine Herren, dcS ist eine Gefahr, welche die verkündeten Regierungen gerne beseitigt zu sehen wünschen, und deswegen haben dieselben auch bei wiederholter Erwägung— das möchte ich dem Herrn Abg. Singer auf den Emgarg seiner Rede entgegnen— geglaubt, wenn durch die dauernde Bewilligung des Gesetzes dasselbe eine viel größere Bedeutung und Wirssamkeit erhält, dann auf gewisse Maßnahmen dieses Paragraphen verzichten zu können, saß sie aber neuerdings nicht auf den ganzen Paragraphen üdeihaupt, namentlich aber nicht orrzichteri könnten auf die in demselben enthaltenen wirksamste und allerdings auch schärfste Maßregel, die AuSweisungsdefugniß. Mdne Herren,�? ganz kurz noch die Frage erwähnen, ob die in Rr. 2 W S: enthaltene Bestimmung, daß die Regierung bestimmen w daß die Verbreitung von Druckschriften auf öffentlichen � Straßen, Plätzen und anderen öffentlicken Orten nicht kfi finden dürfe, eine absolute sei; diese Frage ist W, erwogen worden. Wenn es aber in der Bei der Regierung fliegt, das absolute Verbot nach n Ermessen anzuordnen, kann fie auch Ausnahmen dasm- statten. In dem Majus liegt das Minus und es ist für Juristen zweifellos, daß, wenn sie es überhaupt»erbiete»N sie auch unter gewissen einschränkenden Bestimmungen bot erlassen darf. Meine Herren, ich habe Ihnen voM) dem Flugblatt gezeigt, daß allerdings die Begriffe über?>- liche Agitation durchaus andere find bei den Herren Sdte des Hauses als dd der großen Mehrzahl der an er Mrnfchen. Ebenso liegt es, wie sich aus den Erörterungen-; Singer'schen Versammlung gezeigt, mit dem Begriffe, nung und Ruhe sei. Auch hier glauben die Herren, da» r in der Ordnung zu finden, wenn derartige turbulente vorkommen, in denen andere Leute die Gefährdung dera'n lichen Sicherheit sehen. Die verbündeten Regierungen gt� aber, daß sie gerade zurAusrechterbaltung der öffentlichen und Ruhe und Sicherheit die Maßnahmen des Sozialisten� im Wesentlichen nicht entbehren können. Sie sind sehr erie»» im neuen Gesetz abgemildert, lediglich mit Rücksicht aul' Umstand, daß das Gesetz ein dauerndes werden soll. Regierungen sind', der Ueber nicht vollständig entbehren welche diese verkehrten Äegrmc oon uicuuaiec Ruhe haben, in denen More'kodex in jener Begriffsverirl"? von Ruhe und Ruhestörung als oberstes Gebot gefchricdea- Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.(Bravo! rechts.) Staatssekretär des Innern, StaalSminister v. Kotitz. Ich würde keine Veranlassung haben, nach den auSfiP� Darlegungen meines Herrn preußischen Kollegen no»« Wort zu ergreifen, wenn sich nicht der Herr Abg. spej'cll auch mit mir beschäftigt hätte. Er hat mich zaal° ausdrücklich genannt, aber er hat mich fo deutlich bez!� daß in der hohen Versammlung darüber kein Zweifel» sein wird, w-n er gemeint hat, und er hat an meinen V» eine Aeußerung in einem Sinne angeknüpft, der, wenn<-> weiteren Kreisen gctheilt werden sollte, jedensfalls ein«' richtigung bedarf. Es war mir schon vor einiger 3� anonymes sozialdemokratisches Flugblatt zugegangen, in hervorgehoben war, daß die besitzenden Klafien vaS Von;» ziehen, und zwar ohne Unterschied der Partcistellung, de�J freisinnige Partei ist hier in diesem Blatte mit der konsert�J §anz auf die gleiche Linie gestellt, die einzige Differenz- ig ßl lugblatt zwischen den Parteien feststellt, ist die, daß EJ! darum streiten, wer zuerst dem Volk das Fell über die W/ »iehen soll.(Heiterkeit.) Ich sage also, in diesem F® in welchem dargechan war, daß alles Unheil vom Groö-°� liSmuS herkommt, war dann gesagt:«Sagte doch e>n!;., Staatssekretär v. Bötticher bei einer Zusammenkunft von � industriellen: Meine Herren, wir arbeiten ja nur für Sie. heißt ins Deutsche übersetzt;"— und nun kommt eine l interessante Interpretation, von der ich übrigens do« J nehmen möchte, daß der Abg. Singer sie sich nicht ohne wci I aneignen wird. Also diese Interpretation lautet: Wenn J aussieht, als wollten wir, die R, g-erung, etwos für den �5» Mann thun, so ist das nurSchein, wir wollen diesenHungenl�l nur wds machen, es geschieht etwas für sie, damit sie ly Ihr Herren Geldsäcke, nicht über den Hals komme»,.fjjsf meine Herren, glaube ich mich zu erinnern, zu welcher bei welcher Gelegenheit ich den Ausdruck«wir arbeiten � für«ie" gebraucht habe. Ich habe natürlich keine iv> lassung genommen, dieser in einem sozialdemok-atischen o u blatt enthaltenen Interpretation entgegenzutreten und sie i � rlchtrgen, dazu habe ich keine Zeit. Ader hier will i» Ä sagen, daß diese Aeußerung von mir— und meinen d-"v« und denen, die mich hier seit 10 Jahren haben orbRWv. brauche ich das ja nicht zu sagen—(sehr richtig! reck�i� bedingung. Kte ber Begrü meinen Tl Klassen, n gleich bei 1 sprechen. Wt Unzusi Unzufnede lo find Si iusiiedcnh, lwkz.) »nd auf ficht« de Ki wir köw Men,! Wen Nach d aalten\ ftiaiüt llianj walte mäi Reo davon entfernt gewesen ist, so ausgelegt zu werden, hier geschehen ist. Es war die Versammlung, in der>« Aeußerung gethan habe, kurz nachdem hier das Alterb' Jnvalidcngelctz zur Berathung gekommen war, und" � in dieser Versammlung von Großindustriellen— oder e*;, die Feier der Eröffnung der UnfallverhütungSauSsteuA (Abg. Bebel: Es war vor 3 Jahren!)— Es kann d»#« andere Vecsammlung gewesen sein.—(Abg. Bebel: a Rheinland!)— Also, wenn es vor 3 Jahren war, war c» j. dem Erlaß des UnfallversicherungSgesetzeS, rcsp. eine» � änzunßSgesetzeS, genug, ich habe also bd der berede» � DUUvlilV IUI V�eJUilUv|vl*v»llvlvv/ vlv I�uliclly UIC.. sozialpolitischen Gesetzgebung für fie verbunden find, zun wiederholt Veranlassung genommen, mich über mdne � sassung zur Sache auszusprechen und d,c GroßmduM� daran zu erinnern, daß sie sich die direkten und iu'' jj) Vortherle, welche sie von der sozialpolitischen Gesetzgebung � für ihren dgenen Geschäftsbetrieb zu erwarten haben, wärtig halten möchien. Als ich die erwähnte Acnßeruns,� da kam es mir darauf an, meinen Zuhörern in der darno Versammlung klar zu machen, daß kein größerer Nutzen. � für den Arbeitgeber entstehen und geschaffen werden ko»>» � wie, wenn er es mit dner zufriedenen und in ihrer«»» Existenz sicher gestellten Ärbdterschaft zu thun hat.(Setz � rechts.) In diesem Sinne habe ich die Worte gebraucht p« nun hoff« ich, daß der Herr Abgeordnete Singer w � Gefallen thun wird, auch seinen Leuten mitzutheilen- � ich gesagt habe und in welchem Sinne ich diese Aeutz gethan habe(Abg. Singer: Sehr gern!), um mich schützen, daß solche infamen Interpretationen— undev» ich sie nicht bezeichnen— wieder über Aeußerungen aulS � werden, die in wohlmdnendem und dem Fneden diene Sinne gebraucht worden sind.(Bravo! rechts.). Abg. Frohme(foz.): Der Minister hat Ihnen ein tz.gef demokratisches Flugblatt als Beweis besonderer Aussetzk � vorgelesen. Ja Berlin werden antisemit sche Flugblätter� schlimmerer Art anstandslos verbreitet. So heißt es M i>( derselben, daß man bei der ersten Kriegserklärung Qjs! Peison der jüdischen Kapitalisten, beim ersten Kanone �/ ihres Vermögens und ihrer Paläste beinächtigen und u» bar nach dem Kriege sie vor Gericht stellm sollte. Ein a � Flugblatt ruft die Arbeiter auf. diesem AusdeuurnzksyiiV?� lich ein Ende zu machen. In diesen antisemitischen Flugssy f hat man es mit der allerunoeischämteften, frivolsten meinsten Aufreizung bestimmter VolkSklasscn zu thun. � iof, einer Arbdlerversammsung harte Ausdrücke fallen Vn«5,5'! nannte turbulente Szenen stattfinden, dann schreit man hi»» find sozialdemokratische Wähle» Versammlungen, und latzi unversucht, die Arbeiter als verstockte, auf den Umsturz Sozialdemokraten zu schildern. Wo aber derartige trächtigkeiten, wie ich sie eben angeführt habe, unter � auf hohe und höchste Protektion verbreitet werden,.?®,.� fnuicu in uu�u vi/c|tuiu;u|U!Uüi|CU»KlUicuci ,v.« frage den Minister, wenn es möglich ist, daß derarttge � j- ganz öffentliche Verbrdtung finden, wie die Regierung'«pu tiefer unerbörten antisemitischen H.tze stellt.— WaS fchrift betrifft, so ist es eine mißliche Sache zu tech'i was sich von vornherein mit der Gerechtigkdt nicht v � und es ist wohl begreiflich, wenn man in Ermangelung p licher Gründe zu den aller ungereimtesten Behauptunfl«� j» flucht nimmt. Als das Sozialrstengefetz zum erste»" i d< wK VI nf4 stand, u klärt« der Reichskanzler ausdrück- l'ch, die Reaierun«. wolle andere als M�bcmfei �»tische Bestrebungen mit demselben N'&t'| m-w-hr bereit, alle Bestrebungen, welche P°M�°� d» �Verbesserung der Lage der Arberter gench daß Ordern. Die Hoffnung, die man danach haben du KvalitionSKeiheit zum Zwecke befferer Lohn- �Mt. d-dingung-n unangetastet bleiben werde, hat stch«W � Du«ehauptuna, daß die gemertsch°sti.ch°n V-rern- nur� Deckmantel sür sozialdemokratrsche Bestrebunger. s- � der Begründung/ Wenn de-.Arbeiter,-�� da srnd d.e wnnen Theueruna, höhere Lohne erstreoen nnU/.�ehen, Rlafien, welche stch sür besonders n�dciterfreun ck>. � strich bei der Hand, von künstlich erregter mcl%t, über meckren. Sie(aus der rechten Serie) haben k Jemand du Unzusriedenheit der Arbeiter zu klagen. Wenn.�ema, Unzuffr�--«-"......" tf I tn CC'-XW«" mit der sozialen Lage an den Tag stiegt bat, Sie es gewesen.(Sehr richtig! links.) War Ihre Un- iusriedenhert auf etwas anderes gerichtet, als ßroßere Proffte Memsen? Um Ihre Unzufriedenhcir zu beseitigen, schus man wfl m e*0®e' den privilegirten Kornw'cher.'Sehr rrchtrg. � � W-nn man dem Fürsten, der eine Dotation von 12 MrU. r?..°ußtrdem Einnahmen aus Privatvermögen bezieht, ange- m i �r Thmerung die Dotation um 3f Millionen erhöht Me rechds: Pfui!), da war von Unzufriedenheit kerne Rede. im Bebel: Sehr gut!) Wenn aber die Arbeiter sagen � s,'s wvnen bei den jetzigen Löhnen nicht mehr menswlich de- W!?- da schreit alle Welt über ihre revolutionären, Umsturz- Bestrebungen, und die Regierung schließt sich an. deren Meinung ist die Ausgab- der Arbeiter: Mund u*,!" u?d danken für gnädige Prügel.(Beifall bei den so- �ldnnokraten.) In Hamburg soll nach der Denkichnst em vtana»! ft« Jt 7 Ä. r-.~.r toou"-;.Qn behördlicher Kontrole über die Arbeiterbewegung «ersi�s!i.� ��urger Polizei erachtet aber nicht blas die ge« st°n.N�kn Versammlungen selbst, sondern auch die Vor- hmiw r9*?' die Zusammenkünfte von Lohn- und Streik- Mo!,» x als mnerbalb dieser Kontrole liegend. Man bringt all- Äeu'L. Sozialistengesetz gegen Alles in Anwendung, was der groß-«??- den herrschenden Parteien unbequem ist. Daß die dos.tl-etbewegung, die Streiks, unbequem sein müssen, 'ch- Diese Lohnbewegung beweist, was Ihre die mssfc? werth ist. Ganz unerhört sind in Leipzig auch Jabr»!. dmen gegen die Versammlungsfreiheit. Vor zwei �rmik die Gewerkschaft der Leipziger Maurer auf I.r°? VereinSgesetzeS ausgehoben und jetzt, nach zwei ttfiort w m � die Maurer wiederum zusammenthun wollten, Derein. l- Polizei, daß dies eine Erneuerung des aufgelösten freib-iPn l Damit ist die reichsgesetzlich gewährte KoalitionS- den oiffch gemacht. Wenn Sie über Unzufriedenheit in S�sl-�uerkreiscn klagen, dann sollten Sie sich hüten, neuen twPfiib �l�de zu geben. Glauben Sie denn, die Arbeiter Mensch�?*• nicht, wenn ihnen das gesetzlich feststehende rein in so.JJ' aiecht, die Arbeitskräfte möglichst hoch zu verwerthen, Tloub-n �u friooler Wesse unmöglich gemacht werden soll? Und sc Sie den Arbeiter mit schönen Phrasen von Ordnung »'cht fl'Mi Linters Licht führen zu können? Täuschen Sie sich iu rJs"' Sie haben schon sehr viel unter der Selbsttäuschung unter? n" gehabt.(Lachen rechts.) Wir wollen aber nicht k.."lasten, Sie aufs neue zu warnen, Ihnen zuzurufen: lernen Ei- nuig, B*re4t sein, Sie find gewarnt; und Sie von der Regie- (Beifall bei den Sozialdemokraten, Lachen rechts.) z,.«og. Harth(dfr.): Die Logik, daß die verbündeten ?p)>erungen bei der fortgesetzten Verhängung deS kleinen Be- z�ungszustandeS nur im sinne der Volksvertretung handeln, Je bei der letzten Beroihung des Rechenschaftsberichtes sich in großen Majorität für die Verlängerung des BelageiungS- Mandes ausgesprochen haben, ist zu bequem, und ich möchte MW»''..... r.„ , Be.ichteS ist, daß die sozialistische Bewegung keineswegs lUrutkgeganaen, sondern nur ins Geheime gedrängt fei, daß ober unter der Oberfläche intensiv wie extensiv die Berv-gung eine viel größere Bedeutung angenommen habe. Es heißt, ohne die Au-weisungSbefugniß würden die Dinge noch viel Ichlimmer sein. Für mich wird durch diese Argumentation nur das Verfehlte des kleinen Belagerungszustandes bewiesen. Überall, wo die sozialistische Bewegung nur unter der Ober- stäche wirksam ist, ist sie am gefährlichsten, so in Frankfurt a.M. so auch die geheime Verrteibung des»Sozialdemokrat". wird ja hervorgehoben, daß da, wo es lobnend ist, dieVer» ''nt der Sozialdemokraten zu unterdrücken, die Bewegung sich fc-stje Fachvereine, von da in die Werkstätten und einzelnen Lonser fortgepflanzt und sich weiter ausgedehnt als vorher. Uebel ist also nur verschärft, während man es verhindern wollte. Was die Ausweisung der Führer betrifft, so ist doch öS in der Arbeiterbewegung der ganzen Welt deutlich hervor- da am gefährlichsten ist, wo eine Organisation Füerung fehlt. Die Führer haben überall ein Interesse tofiTttt' �"'chl durch thörichte Putsche und Revolten ein Ge- >-?'mreich herausgefordert wird, der die ganze Bewegung er« »ii k große Bewegung der Dockarbeiter in London we! �en allerschlnnmsten Ausschreitungen geführt haben, stiiz sie nicht in den Händen außerordentlich energischer liifir1'1 gelegen hätte. Das weisen im Einzelnen die Aus- 9c�"es Kardinale Manning in der»New-Review" kä»!.'. Auch aus den Vereinigten Staaten Nordamerika« ich Ihnen Beweise dafür anführen. Da« ist' prinzipale Argument der Rechtfertigungsschrift de» ra vollständig hinfällig. Dadurch, daß man in im!», bieten des kleinen Betagerungs zu stand es die Führer flesäoB' wird die Möglichkeit einer Explosion in den Massen djx Ästen. Man weist die Ausgewiesenen geradezu darauf hm, s»" �Io isi i.'x ts nichts Schavticycres gtect, ais oieies eseitp , Sf'Wzuftflnh»n C strgenwartig dringend, ob man den Belage- for. z(ü'enina t,., nwchen will. Der Bericht der sächsischen ..<>>0!.»S sich �9»ber die Wirkungen der neuen Sozialistenges' tze, ä.» 7�"", einer nicht ungünstigen Wirkung desselben Mvtuna k seinen." Eine grösere Satire auf die Be- Meg H s°°n der beruhigenden Wirkung der fozialreformato- ».enken. als in diesen Worten liegt, kann ich mir nicht �Kifertiaun» und meine Freunde ist keine genügende 'biet« ,» k9 Ä''rgend einem der hier in Frage kommenden , Abg �r Denkschrift gegeben worden. Äbel«or�wann(dkonsss: Der Abg. Frohme hat die alte {�schlösset, f ,;®9fn' daß die landwirthschaftlichen Zölle lediglich "'cht CtirnH'unI beschenk für die Großgrundbrfitzer. Ich , den ftn,ii,9� esitzcr, baue keinen Roggen, habe nicht« �?>en. bin o?s° muß die thcueren Lebensmittel auch be» fti» Aothnzxnk fr" � unparteiischer und unbefangener Zeuge. ms"' Zeit on�?I." landwirthschaftlichen Zölle habe ,ch wo- derl-ib." stimme heule noch für die Aufrecht- d-w S1 seiner re"), ganze landwirthschaftliche Gewerbe Land«, t bedroht. Und wenn die Arbeiter auf g-bonwehr gesunh.'t�r find als die in den Städten, kein 'n Der m" b°"-n, hätte ihnen da der Abg. Frohme Konk!� svrtwährenden- � landwirthschaftlichen Zolle lag land s?s"i- Au.z htl o Preissturz infolge der auslandischen lo jn sirt« neue jfmfr �""dwirtfifchaft schöpft aber unser Vater» .sivn vn?i.w'l der Niito lÄzsundheit. Geht sie zu Grunde, iür die(Sehr ri!b?""d rnit der Unabhängigkeit der Na» ?°Nje v�?dwirtbsck,?K�..' recht«.).' Deshalb ist das, was wir die(z�d gciveseo daben, eine Maßregel sür das �°hme°�undb«V./lthr«ah. Z„cht�, aber n.cht allein für u"sirtbings: F?" Alchen Ausführungen mag Herr � aal ferne Arhä.rger wirken, da« Vater» land ist ihnen ja Wurscht.(Unruhe bei den Sozialdem»» kraten.) Das haben Sie doch oft genug gezeigt, erst vor we- nigen Jahren sagte einer von Ihnen, eS fei ganz aleichgiltig, wer regiere, wenn nur gut regiert werde.(Unruhe links.) In dem Zusammenhang bedeutete das nichts anderes, als daß Ihnen gleichgiltig sei, od wir von unserem angestammten Herr- scherhause oder von irgend welchen P-troleur-n oder Petra- leusen auS Paris regiert werden. Von den Russen scheinen sie nicht gern regiert werden zu wollen.(Abg. Bebel: Wir haben die Russen in Deutschland!) Ich begreife das; gegen die Be- ftrebungen der Herren von jenem Schlage hat man dort An- nehmlichkeiten in Bereitschaft, gegen die das Sozialistengesetz noch der reine Zucker ist. Was würden aber die Sozialdemo- kraten, denen das Vaterland gleichgiltig ist, sagen, wenn unsere Landwirthe verzweifeln, die Aecker der Väter brach liegen lassen, die Millionen landwirthschaftlicher Arbeiter in die Städte fluthen und in die Werkstätten eindringen würden. Die würden sich nicht so leicht fortgraulen lassen, wie man es mit den streikenden Arbeitern gemacht hat. Die starken Arme und die nervigen Fäuste der Arbeiter vom Lande wird man sich nicht vom Halse schaffen. Wie würden die Millionen von Arbeitern die Löhne niederdrücken? Millionen würden brotlos herumirren müssen. So läßt sich die Maßregel der Getreidezölle auch vom Siaadpunkte der Städte rechtfertigen. Wenn Sie Ihre Anhänger daran erinnern wollten, wie es aussehen würde, wenn diese Millionen von Arbeitern in die Städte dringen, dann würde Mancher seine Anficht berichtigen. (Beifall rechts.) Abg. Kinger: Der Abg. Hartmann ist am letzten dazu berufen, uns moralische Ermahnungen zu aeben. Ec soll sich nur erkundigen, wie die Arbeiter in seinem Wihlkreise über seine Zollpolitik urtheilen. Wenn er uns vorwirft, daß das Vater- land uns Wurscht ist, so sollte er au« der Geschichte wissen, wie wenig Respekt die bürgerlichen Parteien, vor Allem die nationalliberale, in der Zeit vor 1866 vor den angestammten Fürstenhäusern bewiesen haben. Damals opferten die bürger- lrchen Parteien die angestammten Fürsten, um zur Einigung Deutschlands zu kommen, und behandelten das Legitimitäts- aefühl in geradezu grenzenloser Weise respektlos. Der Abg. Frohme hat nicht behauptet, daß der Abg. Hartmann im Interesse der Großgrundbesitzer für die Zölle- gestimmt hat, sondern daß die Wirkung der erhöhten Zölle den Großgrundbesitzer« materielle Vortheile liefere. Da wir in Deutschland eine Klassenregiening haben und Sie, die besitzenden bürger- lichen Parteien die Majorität haben(Abgeordneter Kro- patscheck: Was find Sie denn Sie Bourgeois?), so haben Sie die Schutzzollpolitik gemacht.— In dem Bericht über jene Versammlung, die der Minister in sehr hübscher, dramatischer Weise erwähnte, defindet sich eine Anhäufung schaurig klingender Worte, daß einem Abgeordneten, der die Verhältnisse nicht kennt, angst und bange werden muß. Die turbulenten Szenen hätten sich nicht ereignet, wenn die be- riltenen Polizeibeamten des Herrn Ministers nicht auf die TrottoirS unter die Menge gesprengt wären. Als ich vor einigen Tagen in einer Berliner Kommunalwähler-Verfamm» lung die verhängnißvollen, hochverrätherischen Worte sprach: »Meine Herren!" da wurde der Saal geräumt. Einige Leute, die erst ihr Bier austrinken wollten, schrie ein Schutzmann an — ich bitte' um Verzeihung, wenn ich den unparlamentarischen Ausdruck gebrauche—:»Nun saufen Sie mal sofort Ihr Bier aus!" Selbst ein Berliner Schutzmann könnte sich doch etwas vernünftiger ausdrücken.(Heiterkeit.) Der Hin- weis de« Minister« auf den Geist und Inhalt d:r ganzen Versammlung widerlegt nicht meine Behauptung. Wenn in der Versammlung schon früher sozialistische u. s. w. Bestrebungen zu Tage traten, so mußte der Beamte auch früher auflösen. Ich freue mich, daß der Minister in den von mir zitirten Aeußerungen solche Bestrebungen nicht gefunden hat. Ueber die Tonhallenversammlung ist dem �Minister kein richtiger Bericht zugegangen. Ich lege Gewicht darauf zu konstatiren, daß ich mich nicht auf den Boden der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gestellt habe, sondern daß ich gesagt habe, daß selbst vom Boden der heutigen Gesellschaftsordnung aus man auf dem Gebiete der Alters» und Invalidenversicherung mehrflethan haben könnte und müßte. Ich habe nie anerkannt, daß die Svzialreform auf dem Boden der bestehenden Gesellschaft«. ordnung durchgeführt werden könnte. Was den AuSweisuvgS- Paragraphen betrifft, so find in der letzten Zeit in Berlin Dinge voraekommen, welche den Anschein erwecken, daß den Behörden solche Reden, die zur Auflösung den nothwendigen Anlaß geben, gar nicht unerwünscht sind. Daß der Minister mit dem Anfang und Ende des Niederbarnimer Flugblatte« zufrieden ist, freut mich; womit er nicht zufrieden ist, hat mit sozialdemokratischen Dmgen garnichtS zu thun. Die Ansichten der Verfasser über Asrika re. find gar nicht sozialdemokratische gemeingefährliche Bestrebungen. Weshalb wundert sich denn überhaupt der Minister über diesen so furchtbaren Inhalt? ES ist ja bekannt, daß der Abgeordnete Wörmann auf seinen Schiffen Kuli« zu seinem Dienst verwendet, daß diese Nachricht un- widersprochen durch die Presse ging, und ia Ostpreußen ernst- Haft die Frage erörtert worden ist, ob man nicht zur Beseiti- gung des Arbeitermangels Chinesen importiren soll. Der Mi- mster hat auch den Fall Jhnng-Mahlow erwähnt; dabei hat er die etwas merkwürdige Theorie ausgestellt, daß die Be« lastungSzengen deshalb unglaubwürdig seien, weil sie Sozial- demokraten sind. Schon bei der Wahlprufuna des Dr. Götz haben wir die Behauptung zurückgewiesen, als ob die Sozialdemokraten den Meineid vor Gericht verherrlichen und billigen. Ich kann dies nur wiederholen. Einen Mann wie Jhnng-Mahlow schüttelt man nicht so von den Rockschößen. Wir werden dem Minister nicht den Gefallen tbun, den Mann von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Wenn der Minister be- hauplet, daß schon sein Amtsvorgänger dem Azentprovokateur- thum durch einen Erlab hat ein Ende machen wollen, so giebt er damit nur den Beweis für meine Behauptung, daß, wenn Sie mit dem System nicht brechen, Sie die Lockspitzelei nicht los werden. Trotz de« Puükamer'schen Erlasses haben die Polizeidirektoren Krüger und v. Hake mit den agenrs provoca- teurs Schröder und Haupt in Verbindung gestanden. Schröder hat an Herrn Krüger berichtet, daß in seinen Besitz eineKrste»schwarzer Waare", nämlich Dynamit, gekommen sei und daß er dafür sorgen werde, daß diese ihre richtige Verwendung finde. Ich scheue mich nicht e« artSzusprechen, daß diese Verwendung darin bestehen sollte, daß die Dynamit iste bei irgend Jemand gefunden werden sollte. Daß man mit dem Dynamit erperimentiren sollte, will ich nicht behaupten. Hake halte mit dem als agevt provocateur bezahlten ehemaligen bayerischen Lieutenant Trautner eine Zusammenkunst. Nach dieser Zusammenkunft sind T-autner 500 M. bezahlt worden, um sich mit dem»Rebell", dem extremsten Anarchistenorgan, in Verbindung zu fetzen. Dies kann der Minister nicht in Abrede stellen. Ich behaupte nicht, daß er sich dieser agems provoca- teurs wissentlich bedient, aber ich behaupte, daß dieses System mit Nothwendigkeit ageats provocateur» züchten muß. In Leipzig find gesetzwidrige Handlungen erst vorgekommen, nachdem Bebel und Liebknecht auegewiesen waren. Das ist auch eine Folge de« Sozialistengesetzes. Für alle diese Dinge ist also nicht die Sozialdemokratie verantwortlich, sondern die- jenigen, welche diese« Gesetz gemacht haben. Die Thätiakeit der verbündeten Regierungen auf sozialdemokratischem Gebiet hat das Vertrauen der Arbeiter zu ihnen nicht erhöht. Abg. Frohme: Der Abg. Hartmann hat das städtische Proletariat in Gegensatz zu dem ländlichen bringen wollen. Meine Partei nimmt sich der ländlichen Arbeiter mit der- selben Energie und Aufooserung an, wie der städtischen industriellen. Gerade die ländlichen Arbeiter in den Bezirken, aus welche die Herren Konservativen sich stützen, in Ost- und W-stpreußen, Posen und Pommern, find trotz de« sogenannten Segens der Kornzölle überaus uigünftig ge- stellt und werden zur Auswanderung gezwungen. Die verrrn haben kein Recht, sick als Vertreter der ländlichen Bevölkerung hier aufzuspielen. Wo kommen mehr Verbrechen vor, als in Ost- und Westmeußen, wo keine verhetzende Sozialdemokratie exrstirt. Die Herren Hartmann und Genossen scheinen den Patriotismus in Erbpacht genommen zu haben. Es ist ja nicht wunderbar, daß, wer nicht in ihr Horn stößt, als Vaterlands feind und Verrä-her deklarirt wird. So hat man es mit den Ultramontanen gemacht, mit den Jortichrittlern und mit uns. Sie find Patrioten, wo Ihr materielles Interesse in Frage kommt, wo der Gcldsack aufhört, da hört auch Ihr Patrio- tismus auf. Abg. Dr. Hartmann: Der Herr Vorredner hat mit seinem Ver- such, mich zu widerlegen, kein Glück gehabt. Er spricht von den östlichen Provinzen, augenscheinlich obne die Verhältnisse dort auch nur im Geringsten zu kennen. Er bleibt dabei, die Ge- treidezölle waren nur ein Geschenk für die Großgrundbesitzer; ich bleibe dabei, sie waren nothwrndig im Interesse de« Vaterlandes. Die Herren Sozialdemokraten scheinen sich im Augenblicke mit uns in einen Wettstreit einlassen zu wolleen, wer sein Vaterland lieber hat.(Abgeordneter Bebel: Fällt uns gar nicht ein! Große Hstterkeit.) Also, Herr Frohme, wenden Sie sich an Herrn Bebel, der hat Sie widerlegt. Damit schließt die Diskussion. Der Präsident erklärt, daß durch die Vorlegung der Darlegungen den gesetzlichen Vor- schriften Genüge geleistet ist. Schluß 4.- Uhr. Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr. (Erste Lesung de« Sozialistengesetz L) Mrnnmunrrles. Für die in den Tagen vom IS. bis AI. d«. Mt«. stattfindenden Stadtverordneten-�W a h l e n find nun- mehr, entsprechend den Wünlchen der Stadtverordneten-Ver- fammlung, folgende abgeänderte Bestimmungen endgiltig ge- troffen worden: Es wählt die III. Abtheilung Dienstag, den IS. November von 9 bis 6 Uhr; die II. Avtheilung Mitt- woch, 20. Nov'mber von 11 bis 5 Uhr und die 1. Abtheilung Donnerstag. 21. November von 10 bis 3 Uhr.— Die Er- satzwahlen beziehen sich auf folgende Stadtverordnete: III. A b- t Heilung: Bernard, Baumgarten, Dr. Vitchow, Dr. Inner, Erdmann, Tutzauer, Richter. Jaster, Törmer, Alt, Langen- busher, Pest, Tropske, Pitzmann, Kunert und Schultz.— It. Äbtheilung: Tobias. Teichert, Jacobe, Dr. Leo, Oechelhäuser, Winkler, Flesche, Dr. Stryck, Bergemann, Fürst, Wielen, Schreiber, Heller u. Wieck. 1. Abtheilung: Bänke, Dr. Friedmann. Meibauer, Michelet, Franke, Moses, Meyer 1, Dr. Meyer II. Esmann. Nicolai, Kreitling, Gerty, Heilmann, Sachs 1.— Es stehen somit 44 Mandate zur Wahl, von denen 4 bis jetzt der Bürgerpartei, 2 der Arbeiterpartei, 38 der MehrheilSpartei gehörten. DicjenigKi Wähler, welche ihr« Wohnungen seit Aufstellung der Gemeinde. Wählerliste nicht gewechselt haben, erhalten zur Legitimation beson- dere Wahlkarten; während diejenigen Wahlberechtigten, welche seitdem verzogen sind, diese Karten sich an einem der beiden letzten Wochentage vor der Wahl auS dem städtischen Wahl- bureau, Königstr. 7, Hof 3 Treppen, sich abholen können. Vrr» säumen sie dicS, so mässm sie sür eine anderweitige Legiti- mation am Wahltage Sorge tragen. Wie in früheren Jahren, so wird auch diesmal die Wahl der III. Abtheilung in jedem Wahlbezirke in zwei Unterabtheilunzen und in gesonderten Räumen stattfinden. Kerichttgung. In dem Aufruf unserer Sonnabend- numwer, der zur Unterstützung bei den bevorstehenden Kom- munalwahlen auffordert, befindet sich ein Fehler. Es muß in dem ersten Absaß unter„Vertrauensleute" nicht heißen der 9., sondern der 11. Bezirk. Die genauen Adressm der Vertrauens- feute für de« 11. Bezirk find die folgenden: Wuttig, Trschler, Solmsstr. 2, v. III. Retzerau, Maler, Heimstr. 2, Hof II. Habicht, Tischler, Bellealliancestr. 22, Hof II. B a n s ch, Schlosser, Solmsstr. 7, Hos I r. Seidel, Nostizstr. 13 v. IV. Grube, Bellealliancestr. 54, Keller. Devscrrnrnlnngcn. ZUlg»«»ta»r itt*taUarb»v(in#«rUn« und ztma,g»nd Groie Lerlammlung am Dtenslag. den 5. November,»bend« 8 f~ Salon, Naunvnilr, 75. ZagtSvidnung i____ Thema:„Die Bedeutun» de» Sinkens der Rente J Uhr, In SHtnz 1 ffio tiOB det feerrt; 8(Betifcb; kusston. 8 Die Maßregelung dt« Kollegen Krüger in der Fabrik von Sudivla Löwe, 4 VcrslbiedeneS und Kragekasim, Di- Kollegen der Ludwig Löwe icke» Fabrik werden hierzu besonder» eingeladen, Böste haben Zui.llt. Um recht zahlreichen Besuch wird gebeten, Zfachorriin der«tfchtir,„Nord". Dienstag, den 5 November, Hbtnbl 8 Uhr, in Lehmann» Salon, Lchwedterstr. 28, Versammlung Tagesordnung: Dai KoatitlonSircht und selne Bedeutung sllr die Lohnkawvse der Arbeiter Reserent Th. Glocke, Diskussion Verschiedene«. Neue Miigsiedcr werden in der Versammlung ausgenommen. P»r»i« d»r Miompnor 4*rlin« und ztma»o»«d. Dien flog, den 5. November, Abend» 8 Udr: Giohe Versammln! g Im Saale de».Wedding- Park", Müllerslr. 178, Tagesordnung: l. Vortrag über.„Die Zukunft der Erde nach den Forschungen der llslronomie." Referent: Herr Bölsche. 2. Di»- kussion. 8 Verschiedene», MUgiicder werden ausgenommen, Gaste haben Zu- tritt,— Beilrage werden in leder Beilammlung entgegengenommen, Ellmmt- liche Kollegin haben die Psiichi, zu erscheinen. Der ÄrdeitSnachweiS befindet sich: Rilterftrahc 123 Oautxrtin tMrHn»v# VerwaliungSstelle Berlin Heule«bend 8 Udr im Restau- rant Wcick Aleranderstraße 8i; Miigllldtr. und Verwaliungi-Veriammlung. «ray» öfsentliet,, versammtnn» der vrecheler, Ktoikarbeiter und Berusigeuossen am Dienstag, den 5 November, SbendS 8 Uhr. ln Gral- weil's Bierhallen. Kommandanlenstr. 77 dlS 79 Tagesordnung- 1 Die Maß- regewng der Sckeridorfschen Kollegen. 2. Dlökusston. 3 V-ischied-neS Keutrchrr Schneider- Verband. lFllwle Berltn.) Dienstag, den 5. November, SbendS 8jt Uhr. in Klein» Fefisalen. Oranienftr. 180: Große Versammlung, Tagesordnung 1. Ditkulsto:, über den in der lrdten Schneider- Veriainmlung bei Jordan aebörien Vortrag 2. Bericht der«gitalionkkom. Mission, 8. Verschiedene»,«aste habe» Luttitt, Um zahlreiche» Erlcheir.en er- sucht die Lokalverwaliung. «ro«» iiffentiich» Persanrnriung der Kiirften. und pwselmacher Berlin» und Umgeaend am Mittwoch, den 6. November,«bend« 8 Uhr, in Klein'» Feftiaien, Oranienftr 180 Tagesordnung: 1 siweck und Siele einer «ewerkschafilichcn Organisation, Resereni, Herr Zubeil, 2. Diskussion, 8. G'ünduna eine» Fachverrin«, eventuell Etamtenberathung. Wahl eine» pro- visorischi-n Vorslandr» und Ausnahme neuer Milglteder. Zur Deckung der Un- kosten sindet eine T-llersammlung statt. Gaste willkommen. Um rege Bciheili- gung und pünktliche» Erscheinen wird ersucht. ltzt» v-rsammiung de» z»kal-V»rda»d»a dontschrr Jtnemrr- l»ut»„LoKal-Vrrbaub Kchönrbrr»" findet am Mittwoch den 6. No- vemder. Im Lokale der Schönederaer Schloßdrauerei mit folgender Tagetord- nung statt: 1 Vortrag. 2 Venchledrne» und Fragekasten. Luch werden die Kameraden, die sich haben einichreiden lassen, ersucht, dort den. Zimmerer" in Empfang zu nehmen Neue Milglteder werden ausgenommen. kommen. OK»........... 229 bi« 286) sindet am Donner' mann» Salon, Echwedierftr 28,___________________ stall. Tagesordnung-. 1. Di- am 19. Novemder stattfindende Eiadw-rordneien, wähl. Referent, Robert Herzfeldl 2.«uislellung eine» Kandidaten zu dieser Wrbl 8 DitkusfldN und Verschiedene«,»sie Wahler de» Bezirk» sind hierzu eingeladen. «aste will- Für brn 35. Kommuaal v»>»i»ib«,lrk sumsassend die Stadtbezirke dl» 286) findet am Donnerstag, den 7 November,«bmd» 8* Uhr. in Leb» mann» Eaton, Schwedierftr 28. eine öfimtliche KommuiicklwahlerRZersammlr-ng -«'"»n 1"*, ,9*m*n.wird ein neuer vollständig unenioellicher UnteirichiSkurfu» in dec leicht erlernbaren und prakrilch brauchbaren Rollerichen tär Stenographie am Mittwoch den 6 November. Abend» 8* Uhr, im dinieren Zimmer de« Restaurant». Alte Post' Königistr. 62. seilen« de»„Berliner Zenttal VereinS Roller scher Cienographen" rrisi-ei. Meldungen werden auch vorher in den, betr. Lokal oder von Herrn Rudolph Krelschmer, Zentt.. Roß. straße 28 III, gen, entgegen genommen, Fachvorain biir Kuchbinbor und v»r,vanbt,r V»rus»g»»>>ls,n. Eonnadend, den S Novemder.«dend« g Uhr: 8 StiftungSsesr in den Räumen d" Bü:gersale, Dreidene-siraße 96 bestehend au» Konzert und Ball, Billel» Herren 60 Ps Damen<0 Ps.) stnd im«rbeiiinachwei», Dreidenerstraße 116. In den GeschastSsiunden Mittag«>2 bi» 1 und«bend» 8 bi» 9 Uhr zu haben. Gleichzeitig iheiien wir mit, daß de: Verein seinen Titel folgendermaßen ge- ändert hat:„Fachverein der in Buchbindereien und verwandien Bettieben de- schasligien Arbeiter." Lroir Verrinlauna b«r ttUnrer Arriin« und tlmegrnb Sonn- abend, den 9 Novemder, im großen Saale der Beriimr Bockbrauerei(Tlmpel- tifn«ttc)(Inttt bsl 1 eilftuntlfe« statt•rostn Ball vnbund-v mit tomlfdxn Botttä�tn. 12 U6i Roffnpaulf ut.b aroste ÄhiberlnIuMi.un«. Mit- (llicbtttid) Itflllln Irt. ai farfl 8 Uhr. Sntr« 28 Psg vlllkt» finb dkl szlum. Mi fcettrn zu babrn: gür Osten. E. Gröppter. Krautiftr.<8, p. 4 Tr g Hu pp»e. Große Franksuit-Istr. S2. Queizib. 2 Tr Für BübiN: G. «' a t ist k e. Rottbusei dämm 1. 4 Tr O. W°« g 1 n, Cckiönlelnstr.»I. H. pari. ?ür Wellen� H, E i t b e r s» m 1 b t. Etelnmetzstr. IS. III Hof. W B°- paiu, Bvlowftr. 51, Hos pait«üc stlotben; H. Rllsibke. Wlesenftr. 8. » Tr. H. Echlp olSki Belforteistr 8, EeUnifl. 8 T. Für Zentrums W EchmalowSkl. EMabcthftr. 46» � � der»Ist««- und Koffer», acher. Sonnabenb, btn». November, bei Hepdrlck.«eulbftr. 20, In den BerrinUfllm lunatr Rauf- Inttt; 7. etlftuiutfeft. Gntre« 30 Ps Herren, die am Tan, tHeUnaHmen. üblen 50 Bs ertta. Vorher, sowie zur Rasseepaule Konzert und humoristische Vo'trSoe nach Proaramm. Bill-tS finb zu haben bei folpendm Herren; Tichernia. Louilei.-lls-r«8. Hos 2 Tr.; G Schlecht, Grüner Weg 88. v. 4 Tr.: G.«öpstri, Reanberstr S. Hr i 1 Tr.; H Paaft, Lanbtberperftr. 88; Sriele, Eorauerftr 7. p. 4 Tr; F. Forsftecher. Kbpenickerftr. 174; Restaurant Letchnitz. Dttarlutstr 25 Der literarisch»„Verein KchUIer veranstaltet seine bieijShrlge Echiüer.zei-r am 11. November in den Feftsälen de» Buaaenhogm schen Etll' blist men». Die Festrede halt der Vorstbende, Herr Wolbeck Manaffe, über; ..Wilhelm Test und bai deutsche Volk" Am Gebuititaae btS Dichters legt der Verein wie alljährlich einm Lorbeerkranz am Echiller-Denkmal nieder. ffertiner hygieinischer Verein. November 1869. Vortraaiabenb Gaste, auch Damen, gegen Liifteuer von 20 Pf zu den Kosten willkommen! Dienstag, 5 November. 811 Uhr. in Li mmng' Kludhaui Kommandontenftr. 72 tnahe veuthstr.) großer Saal; Sanitatsrath Dr. Niemeper über Wasterbehand. lung. Heiß- und Kaltwasserkuren, Voll- und Tgeit-, Wannen und Schwimm- laber Der Zirdeite» achweie der Ol anier arbeite» befindet fich Naunvn- ftraße Nr. 78 bei Winzer. Die«bressenauigabe findet jeden Abend von H% bis SU Uhr und Eonntagü Vormittag« von 10 Uli Uhr, sowohl an Mitglieder wie an NichtMitglieder unentgelUich statt iU'U'fluiNeii. Bei Anfragm bitten wir die SbonnementS-Ouittung beizusügen. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt. G. F. Kchwedt. 1. Herr G. wohnt Enckeplatz 3 bei Herrn Bamberger. Augenblicklich ist er aber nicht hier. 2. Sie haben Zeugengebühren zu fordern. «. A. Nein.„.„ G. f. Döbeln. Noch nicht druckreif, aber lasse« 1«� den Muto nicht stnken. G. Kuh«. Er führt nur den Titel.. m P. St. JUtterftr. 75. Es werden mehr Knabe» Mädckten geboren; die Sterblichkeit der Knaben ist aber gw* Ernst. Landtbergerstr. 64.. F z. Hannover. Ihre Anfrage können wir zu Bedauern nicht beantworten. Ihr weiterer Wunsch ist d« pedition mitgetheilt worden.(Iii! M K. Kernmacher. Ihr Bericht wird veroffe»"�, sobald Raum vorhanden ist. Bei künftigen Anfragen w wir um etwas mehr Höflichkeit. Wir bevorzuge«>0 Verein. E. SK. Rohrleger. Etwas Geduld! <£. J. Charlottenbnrg. An Sonntagen finden Wissens keine Rennen statt. Teppiche, Möbelstoffe, Gardinen, ___ Läufer und Linoleum. � 11 Erkauf zu Fabrikpreisen«'VI Gross«« La«r.r von Portieren, Reise- und Tisehdeekes. Stoehr& BehrV t P. yuZttpßie l P. iarnötttgec UttsfMungs-fottede. 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Zur Abwehr und der gegen uns in mehreren Arbeitervcrfammlungm gerichteten««Wahren Keschuldlguugen«nd falsche« Sehauptungess sehen wir uns veranlaht, ein für alle Male Folgendes zu erklären: Es ist«»wahr, daß in unserer Stbinger Fabrik»hohe Strafen� und eine gewisse Art von Nullungen eingeführt find, welche es ermöglichen, von 1000 Slück Zigarren fast stet« 400 n;cht zu bezahlen. Es ist ferner«nmahv, daß wir»höchst inhuman gegen die Arbeiter find". Al» Beweis, daß diel« Behauptunaen und Anschuloigungen nicht nur unwahr, sondern frivol erfunden find, mögen folgende von d«» boido« gerichtlichen vereidigte« Kücherrevisoeen KK. Gtto Siede und Albert Aigner in Glbing in«nferr« Kücher« festgestellte« Thatsache» bleue»: Dre für Verspätungen und OrdnunqSwidngkeiten in der Zeit vom 1. Januar bi« 4.Oltober 1889 aulerlegten Strafen betrugen bei einem Arbeilerpersonal von über 1000 Pe� sonen im Durchschnitt pro Woche und Kopf«stch«tcht Aufgeschlossen von jeder Bestrafung für Verspälung find siimmtlich» Frauen sowie diejenigen Mädchen, die in ihrer Häuslichkeit Morgens ober Mittags irgenb etwa« z« thn« habe«. Ferner find besonders begünstigt im Beginn der Arbeitszeit dieimigen Leute, welche einen weiten Weg zur Fabrik haben oder Entschuldigungen für dte Virspäiung anführen. Alle Strafgelder fliehen der Fabrikkrankenkasse zu, kommen also auSschliehlich dem Gesammtpersonal zu Gute. Was nun die sogenannten ,,U«ff««AstU� betrifft, so ergab sich, daß im Durchschnitt bei be« Zigarrenmachern|0 3 �00 Zigarre« eine Zigarre,»-i auf ie 3ä36 gefertigte Micke! ick Durchschnitt ei« Stück als genullt erklärt wurde. Veranlassung zu Nullungen gaben das Hineinarbeiten von Nägeln, Haaren, Brot, Fedem und grobe Arbeitsfehler. aus»Nullungen" und Ausfchuh keinerlei Vortheil, da die Zigarren, soweit sie überhaupt rauchbar find, an bir Keamte«, Arbeite»«nb Frane«***' Schmutz aller Art und sonsti Der Firma erwäl' schenkt werbe». Ergeben die hier angeführten von den oben genannten vereidigten Herren Bücherrevisoren festgestellten Thatsachen zur Evidenz, daß die Beschuldigungen in Betreff der hohe" Strafen und sogenannten Nullungen aus der Luft gegriffen find, so mögen die nun folgenden i« de« amtliche« Kevlchte« der Kgl. GewerberLthe bestätigtes Anführungen darthun, wie urberechtigt, ja frivol der gegen uns gemachte Vorwurf der Inhumanität ist. Abgesehen von Gelbprämie«, welche für 6-, 10-, 15, 20-, 25« und 30jährige Dienstzeit in unserer Fabrik gewährt werden, haben wir für unser gesammtes Personal folgend� WohlfahrtSeinnchtungen gegründet: Eine Kranbenbaste, welche em volle« Jahr Unterstützungen gewährt und nicht nur eine« Kassenarzt, sondern zur beliebigen Wahl der Erkrankten Merzte- exrl. Spezialärzte, hat; ferner eine für die Fabrikmitglieder und deren Angehörige mit ca. 2000 Mitgliedern, deren gesammte Verwaltung auf Kosten der Firma besorgt wird. Ferner eine �Itf mtt Ausschluß jeder Keltragspsticht feiten« der Angestellte«. Arbeiter ««d Arbeiterinnen» Bei Gelegenheit der letzten Prämiirung erklärte die Firma, dah auch«ach Inkrafttreten des Gesetzes, betreffend die Jnvalidstäts- und Alters- Versicherung, bi- Firma fammilich- K-itrSg« f-wst i-lst-n wirb, so baß anch i« Znbnnft die Arbeiter«nd Arbeiterinne« na« jeder Keitragspsticht enthoben bleiben. Kerner swd auf alleinige Kosten der Firma siimmtliche, S-g-n Zlufall nicht n-rftch-rnnnspstlchttg- K-amt«n bei der Kölnischen Unfall- Bei ficherung versichert. De« Weileren zahlt die Firma dem Fabrikgesangv-rein 1000 M. jährliche Subvention. Ebenso zahlt sie 5 pCt. SpaaVprämie, so dah da« Geld der Arbeiter, welche« auf dir städtischeu Sparkasse untergebracht ist, mit diesem alljährlichen Zuschuß 8Zs pCt. Zin« auf ZinS beträgt. Wtr können es jedem D'" erhoben find. jedem Denkenden überlassen, fich au« vorstehenden Darlegungen zu überzeugen, dah absolut nichts von den Anschuldigungen wahr ist, welche gegen un« Loeser& Wolff, Derttn. Mding. Krannsüerg. Verantwortlicher Redakteur: U. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kabing in Verlin SVT., Beuihstrahe 2. 2.»cilnje zum Mimt BMblatt. Nr. 259. Dirnstag, be« 5, November 1889. 6. Jahrg. Gerichts Teilung. �..�"��«ngen de» Reichsgericht».(Nachdruck ver- a M Leipzig, 31. Okiober.(„Volks-Ze>tungS"-Prozeb) Am rn ari d. I., dem Todestage Kaiser Wilhelms I., brachte die «rimer„VolkS-Zeitung" einen Artikel, dessen Spitze sich gegen NW*n richtete, welche den 9. März als National- Gedenktag cS<�«eben möchten, und in welchem der Charakter, die MS�üen, Neigungen und Thaten des genannten Kaisers m?! unterzogen wurden. Die Staatsanwaltschaft war l.s.�Ncht, daß diese Kritik des verstorbenen Herrschers eine e>eivlgende sti, und daß diese Beleidigung wegen der nahen Be- -Hungen Wilhelms l. zu seinem Enkel zugleich den jetzt Kaiser treffen. Deshalb erhob sie gegen den ver- 5$e.n Redakteur des Blatte», Oldenburg, Anklage Maiestatsbeleidiqung. Die Staatsanwaltschaft suchte D-l, kt auf die Weise zu konstruiren, daß fie die Theorie 'ottllen Kontinuität zwischen den verschiedenen Herrschern »"»derselben Familie aufstellte, nach welcher der lebende Fürst f.' sirnenVorsahren in gewisser Beziehung solidarisch sei. Das n-r �rrcht Berlin l konnte dieser Theorie und der daraus sich er- Folgerung, daß durch die abfällige Kritik Wilhelms I. nj.,? Wilhelm II. beleidigt sei, nicht beitreten, sprach sich i,"-.h- hallin aus, daß diese Theorie zu verschiedenen Unge- »n* �.?n führen und die historische Kritik unmöglrch cvMn würde. Insbesondere würde diese Theorie zur �'Jung der Geschichte führen und bewirken, einerseits daß !�. Kunden der früheren Herrscher nicht ausgedeckt, anderer- i«,, r--."'cht nur die guten Eigenschaften, sondem auch eben bi»» jI1" den lebenden Fürsten in unliebsamer Weise an A" olockschöhe gehängt werden. Einer solchen Kontinuität, E(l,k. Urtheil weiter fort, steht auch das fAlS! entgegen, denn§ 189 bestraft die Be- al«6?g des Andenkens Verstorbener nur insoweit, st,n.?'nder zc. dadurch sich verletzt fühlen und Strafantrag be* x®'n Strafantrag ist in diesem Falle nicht gestellt wor- Gericht hätte also eine Prüfung des ThatbestandeS tzz Gesichtspunkte deS 8 189 gar nicht nöthia gehabt. das,!? e6 ob-r dennoch: allerdings kam es zu der Feststellung, vorli- Schuld des Angeklagten nach dieser Richtung nicht mih!?*' weil das Thatbestandsmerkmal, daß die Beschimpfung Ht&.rt. desseres Wissen erfolgt sei, nicht habe fest- vnn' werden können. Aus diesen Gründen wurde auf R, Freisprechung deS Angeklagten erkannt.— Die -rrvlswn des Staatsanwalts gegen dieses Urtheil kam in der M-N Sitzung des 2. Strafsenates des Reichsgerichts zur �-rhandlung. Ihr Inhalt war folgender: Die Beleidigung -Ines verstorbenen Fürsten ist dann strafbar, wenn sie gleich- °-'"g für einen lebenden Fürsten beleidigend ist. Dies muß ■wer fast regelmäßig der Fall sein, weil die Kaiser-:c. Würde, w-lche es mit sich'bringt, daß ihr Ansehen ein traditionelles ist, ->ne'erbliche Würde ist. Eine Ausnahme muß man zulassen, wenn ein großer Zeilraum zwischen den beiden in Betracht kommenden fürstlichen Personen liegt, oder wenn Wuschen der Auffassung der Herrscherwürde der beiden Fürsten eine prinzipielle Verschiedenheit obwaltet. ES !■,'0_Jur i-den Fall zu prüfen, ob diese Kontinuität vor- hegt. Der§ 189 steht dem nicht entgegen. Das Bewußtsein des beleidigenden Charakters des Artikels für den lebenden Kaiser hat das Landgericht verneint, weil Wilhelm II. nicht dieselben Motive für sein Handeln habe wie Wilhelm I., das Gericht erkennt aber an, daß die Proklamation Wilhelms II. dieselben Regierungsgrundsätze verheißt, wie fie Wilhelm I. be- folgt hat, und von einem Zwiespalte Wilhelm I. und Wil- Helm II. in Bezug auf die Auffassung von den Herrscherpflichten und Regierungsgrundsätzen ist niemals etwas bekannt geworden. Der Reichsanwalt sah sich nicht in der Lage, der Revision beizutreten, soweit Nichtanwendung des§ 95(Majestätsbelei- bigung) gerügt war und äußerte nur einige Bedenken über die bezüglichen Stellen des Urtheil». Er glaubte aber auf diese Bedenken um so weniger Gewicht legen zu sollen, als die Re- wston nach einer anderen Richtung feiner Ansicht nach voll- staisdig begründet war. Das Erkenntniß verletze in der äugen- 'olligsten Weise den§ 189 und müsse deshalb aufgehoben werden. Allerdings könne dann in diesem Falle eine Berurtheilung nicht, sondern nur eine Einstellung des Ver- 'ahrens stattfinden. Die Einstellung hätte schon deshalb --folgen müssen, weil die Frist zur Stellung des Straf- anlragez noch nicht abgelaufen war, möglicherweise aber noch nicht »"wal zu laufen begonnen hatte.— Der Vertheidiger, Rechts- "Nwalt Munckel, wies gegenüber allen diesen Ausführungen In i1""Qren Feststellungen des Urtheils hin, welche die Frei- ip-echung vollständig rechtfertigten. Als rechtsirria bezeichnete ?, lodann die vorgetragene Ansicht, daß aus Gruna des§ 189 "o erHaupt hätte prozedirt werden können, solange kein Straf- "»trag vorliege, habe sich das Gericht überhaupt nicht mit der �erfolgung eines entsprechenden Deliktes zu befassen und folg- auch ein nicht eröffnetes Verfahren nicht einzustellen.— hnf,-'fh-'f des Reichsgerichts ging, wie bereits kurz gemeldet, o-rwerf �'e staatsanwaltliche Revision als unbegründet zu l.;. fünfzehn Jahre« Juchthau» wegen Verkaufs von .»Wwosem Fleisch, dessen Genuß den Tod von sechs Personen o,. volsie hatte, wurden die Franz Beicr'schen Eheleute aus zv'"vSchonwald durch das Schwurgericht zu Oels verurtheilt. aJ�.HoHe Strafe rechtfertigt sich durch die gemeinen Beweg- " unbe der That. Trotzdem das Fleisch des geschlachteten Unh f'nt8 vom Fleischbeschauer als trichinenhaltig dezeichnet st.'-'"- Vernichtung angeordnet war, auch die Verficherungs- wbMu Ä» ausgezahlt war, haben die Beier'schen Eheleute aus Ickn!:. Fletsch von dem trichinösen Schweine bet Seite ge- barni verkauft. Mehr als dreißig Personen erkrankten sechs starben. 5 N-v kachverein der Tischler lM den Ost�� Sonntag, oen 27. v. M-, in Saeaer S V An- "Kte Versammlung ab. Der Saal konn- zz�le mußten Kl erschienenen Kollegen nicht all- f°''°"- haben. Dre v'eder umkehren, ohne Einlaß.�°,�nxr Arbeit«»eit-V«- as-sordnung lautete: 1. Die Vorth-rle zg��inSangelegen- Mung. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- und schade 'nten und Verschiedenes. Zum 1- Puntt tlle � unge- W-n m,t Beifall aufgenommenen Vortrag,«c i � h�jer- Kr folgendes' aus: Eine Hauptforderung nn� l-d-n � � �'lation bei eventuellen Streiks sei V-rkmzu» � die stellen einerseits, und andererseits er durch die Verbesserung seiner Maschinen immer weniger Arbeitskräste braucht. Es wird also durch das Entlassen der übriggewordenen Arbeiter die draußenstehende Reservearmee nicht allein um ein ve- deutendes vermehrt, sondern durch die Vermehrung dieser be- schäftigungslosen, hungerleidenden Arbeiter werde nur dem Kapitalisten eine neue Waffe gegen den beschäftigten Arbeiter in die Hand gedrückt. Hinter sich die große Masse der Beschäftigungslosen ist es dem Arbeitgeber ein Leichtes, seine Arbeiter immer mehr und mehr ins Joch zu spannen. Hier kann nur Abhilfe geschaffen werden, wenn die Arbeiter sich in starken Organisa- tioncn vereinigen und dafür sorgen, daß die Reserve-Armee vermindert wird. DieS kann aber nur geschehen durch Ver- kürzung der Arbeitszeit. Der Fabrikant braucht, wenn er die- selben Produkte liefern wolle, mehr Arbeitskräfte. Die Nach- frage nach Arbeitskräften wird steigen. Mit diesen gewinnt aber der Arbeiter auch sofort eine größere BewegungS- freiheit. Er wird sich nicht mehr so ohne weiteres den erbärmlichen Werkstatt- und Fabrikordnungen untenverfen, er wird, da er nun Gelegenheit hat, bei weniger Arbeitszeit, sich mehr um doS Leben außerhalb seines bisherigen WirkungS- kreiseS bekümmern. Er wird einsehen, welch eine Macht in der Masse der Arbeiter steckt, sobald sie sich in geschlossenen Reihen vereinigen, er wird die Macht der Gewerkschaftsorganisationen anerkennen und sowie er nach und nach zur Freiheit auf ge- werkschastlichem Gebiete gelangt, so wird er auch schließlich zur politischen Freiheit gelangen. In der Diskussion sprachen sich die Herren Weber, Reuter, Markmann, Oelze im Sinne des Referenten aus. Zu Werkstatt- und Vereinsangelegenheiten wurden verschiedene Werkstellen namhaft gemacht, wo Sonn- tags und nach Feierabend gearbeitet wird. Unter»Ver- schiedencs"' wurde ein Antrag einstimmig angenommen, die Produkte von»Klingel- Bolle" und von Löser und Wolff nicht zu kaufen. Eine Frage, wie stellt sich der Fachverein zur Beseitigung des denaturirten Spiritus, rief eine lebhafte Debatte hervor. Kollege Schade weist einen erhobenen Vorwurf seitens des Kollegen Weber, der Fachvercin habe in dieser Sache seine Schuldigkeit nicht gethan, zurück. Kollege Schubert stellt den Antrag, den Bevollmächtigten zu beauftragen, in der beschließenden Versammlung de» Fachvereins der Tischler den Antrag zu stellen, die Arbeiten zur Beseitigung des denatu- rirten Spiritus materiell zu unterstützen. Derselbe wird ange- nommen. Desgleichen der Antrag von Kollege Hoffmann: Der Fachverein wolle beschließen, daß der 1. Mar 1890 für sämmt- lrche Berliner Tischlergesellen ein Feiertag sei. Hiermit war die Tagesordnung erschöpft. Aufgenommen wurden 30 Mit- glieder. Der Fachverein der Kernmacher und verwandten Kerufsgenosse« Kerlins und Umgegend hielt am Sonn- abond, den 26. v. Mts., seine General-Versammlung ab. Herr Otto Knau Ehielt einen Vortrag über„Thomas Münzerund seine Zeit" trug in Die Abrechnung vom dritten Quartal 1889 be- Einnahme..... 112,55 M. Ausgabe..... 60,29„ Bestand 52,26 M. Dazu kommt der Kassenbestand vom zweiten Quartal mit 33,33 M., mithin bleibt ein Gesammtbestand in baaren Geldern von 85,59 M. Dem Kassirer wurde Decharge ertherlt. Von dem Sommernachtsfest ist ein Ueberschuß von 80 M. 30 Pf. zu verzeichnen. Die Kollegen, welche noch im Besitze von Billet sind, werden ersucht, die Sache schleunigst zu regeln, weil sonst ihre Aufforderung öffentlich erfolgen muß. Zum Bibliothekar wurde Kollege Dülfert einstimmig gewählt. Fol- gende Resolutionen und Anträge wurden einstimmig ange- nommen: 1) Von der Firma Loeser u. Wolff nichts zu kaufen wegen schlechter Behandlung ihrer Arbeiter: 2) die Versamm- luna verpflichtet sich, die Produkte von Klingel-Bolle nicht zu kaufen, ebenso verpflichten sich die Mitglieder, welche in Schlaf- stelle wohnen, diese zu kündigen, wenn die Wirthin von Bolle kauft; 3) folgende Lokale den Arbeitern als nicht für ihren Besuch geeignet zu erklären, da die Wirthe ihre Säle zu öffentlichen Arbeitcr-Versammlungen nicht her- geben wollen. Brauerei Feldschlößchen, Müllerstr. 142, Brauerei Dessow, Schönhauser Allee, Restaurant Sachon, Müllerstraße, Restaurant Pohl, Müllerstr. 7, Restaurant Kuhlmei, Choriner- straße, Restaurant Wittig, Moabit, ArtuShof und Victoria- Salon. Für die Kollegen F r i t f ch e und Richter werden zwei andere Mitglieder rn den Arbeitsnachweis gewählt, nämlich die Kollegen Krjiger und Lück. Der Antrag des Kollegen Pieper, den streikenden Formern der Schwartzkopff'schen Fabrik 50 M. aus der Vereinskasse zu bewilligen, wurde ein- stimmig angenommen. Zum Schluß wurde der Antrag, den 1. Mai 1390 zu Ehren des Arbeiter-KongresseS zu Paris als einen Feiertag zu begehen, mit großem Beifall angenommen. Cine öffentliche Derjammlung der Lithographle- steinfchleifer und Berufsgenossen tagte am 29. Oktober, zahl- reich besucht, in ZemterS Lokal, Münzstr. 1 1, unter Vorsitz des Herrn O. Zobel. Die Tagesordnung lautete: 1. Bericht der Lohnkommijfion. 2. Wahl von 3 Revisoren. 3. Wie stellen wir uns zu dem Kongreß der Steindrucker und Lithographen? 4. Verschiedenes. Der von Herrn Rohmann erstattete Bericht über die zum Generalfonds eingegangenen Gelder ergab eine Einnahme von 133,80 M., dem steht eine Ausgabe von 17,56 M. gegenüber, so daß ein Bestand von 166,24 M. verbleibt. Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß die Sammlungen leider hinter den Erwartungen der Kommission zurückgeblieben seien. Redner gab im Anschluß hieran einen genaueren Situationsbericht. Darnach betheiligten sich zu Anfang 24 Anstalten mit 52 Kolle- gen, von diesen 52 Kollegen haben 3 nach Verlauf einiger Wochen die Zahlungerr eingestellt, 24 betheiligten sich wöchentlich mit 20 Pf., 8 mit 30 Pf., 13 mit 40 Pf., 4 zahlen mit Unterbrechung ohne bestimmte Norm. ES wurden hierauf drei Revisoren gewählt und die Wahl fiel auf die Herren B. Beier, H. Grundmann und W. Zechert. Zum 3. Punkt der Tagesordnung hatte Herr F. Rose das einleitende Referat übernommen. Referent legte in kurzen Worten klar, wodurch die Steindrucker und Lithographen veranlaßt wurden, einen Gewerkschaftskongreß einzuberufen. Aus unserer Lohnbewegung, so äußerte sich Redner, könnten wir sehen, welch ein schwacher Geist unter den Kollegen herrsche. Der Kongreß sei dazu an- gethan, die schläfrigen Kollegen aufzurütteln. Ebenso müßten die Kollegen in der Provinz aufgeklärt werden, denn dort fei meistens noch die Anficht verbreitet, daß die Verhältnisse rn Berlin glänzend seien. Solle der Kongreß etwas Ersprießliches leisten, so müßte auf demselben die Allgemeinheit vertreten sein. Die Tagesordnung des Kongresses sei eine derartige, daß auch die lebhafteste Betheiligung der Berufsgenossen am Platze wäre. Hier hätten die Schleifer Gelegenheit zu zeigen, daß fie sich mit den Steindruckern und Lithographen solidarisch fühlen. Redner kommt zu dem Schluß, daß die Schleifer im eigensten Interesse verpflichtet wären, den Kongreß zu beschicken. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Schäfer, Zechert, Zobel u. a. Sämmtliche Redner äußerten sich im Sinne des Referenten und die Versammlung beschloß, den Kongreß durch einen Delegirtm zu beschicken. Bei der Wahl wurde Kollege F. Rose als Delegirter gewählt. Hierauf wurde eine Kommission gewählt, bestehend aus den Kollegen H. Zechert, Swinemünder- straße 142, W. Zechert, Ackerstr. 50, O. Zobel, Franseckrstr. 26, welche zur Deckung der Kosten, die durch Beschickung des Kongresses entstehen, freiwillige Beiträge entgegen nehmen. Unter Verschiedenem wurde für den Kollegen Kl..., welcher sich s. Z. in die Lohnkommission wählen ließ, ohne Entschuldi- gung aber den Arbeiten der Kommission fern geblieben ist, als Ersatz Herr F. Rose gewählt. Herr Schäfer nrmmt Veran- lassung, das Verhalten verschiedener Kollegen zu kritisiren, die nicht an unserer Bewegung theilnehmen. Alle Gewerkschaften haben die Äerbesscrung ihrer Lage durch die Organisation er- reicht, deshalb solle auch bei den Schleifern das Solidaritäts- gefühl mehr und mehr Platz greifen: alle müßten der Organisation beitreten, so daß man dann dem Kapital geschlossen gegenüber treten könne. Nachstehende Resolution wurde einstimmig ange- nommen: Die heute, am 29. Oktober, in Zemter'S Lokal tagende öffentliche Versammlung der Lithographiesteinschleifer und Be- rufsgenossen erklärt sich mit der bis jetzt geübten Thätigkeit der Lohnkommission vollständig einverstanden und ersucht die Kom- Mission in dieser Weise weiter zu wirken; ferner verpflichten sich alle heut Anwesende dem Fachverein der Lithographiestein- fchleifer und Berufsgenossen beizutreten, denn nur durch eine stramme Organisation ist es möglich, unsere materielle Lage zu verbessern. � Nachdem noch das„Berlin er Volksblatt" uno die „Graphische Presse"(Fachblatt) zum Abonnement empfohlen, sowie auf die nächste FachvereinSversammlnng am 19. November in Zemter'S Lokal aufmerksam gemacht worden, erfolgte Schluß der Versammlung. D«r Fachverein der Gas-, Masser-, Hetznngsroftr» leger und Kerufsgenvssen Kerlins hielt am Sonntag, den 27. Oktober, seine regelmäßige Mitglieder- Versammlung in Feuerstein'S Salon, Alte Jakobstraße 75, ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn F. Krüger über die Verkürzung der Arbeitszeit und deren Wirkung auf die Arbeiter. 2. Diskussion. 3. Bericht über den Arbeitsnachweis. 4. Verschiedenes und Etagekasten. Zu Punkt 1 schilderte der Referent zunächst das eben der alten Völker, die Sklaverei, die Entwickelung des Handwerks der heutigen Industrie und die Ausbeutung der Arbeiter durch die Kapitalmacht. Die Unternehmer suchten für sich ihr Kapital auf Kosten der Arbeiter anzuhäufen. Mit Hilfe der raffinirlesten technischen Erfindungen sucht man die Arbeiter auf alle mögliche Weise zu drücken; man ver- länaert die Arbeitszeik, um möglichst wenig Produktionskosten zu haben und einen möglichst hohen Profit durch den einzel- nen Arbeiter zu erzielen. Die nothwendige Folge hiervon ist die kolossale Arbeitslosigkeit. An der Hano statisttschen Materials schildert Redner die traurigen Verhältnisse in einzel- nen Industrien, insbesondere bei der Weberei. Ferner kam der- selbe auf die ostpreußischen Verhältnisse zu sprechen; hier sähe man, wie die Bevölkerung dieser Provinz, durch die überlange Arbeitszeit, körperlich und geistig verkümmern muß. Durch soziale Reformen,wie sie die heutige Gesellschaft macht, wird man dem Ar- beiternicht helfen: was nütze demselben die Altersversorgung, wenn er, um bei 70 Jahren die Altersrente zu genießen, sich eine möglichst lange Arbeitszeit erhalten muß. Nur durch Verkür- zuna der Arbeitszeit fei es möglich zu helfen. Dann werde die Reservearmee vom Arbeitsmarkt verschwinden, die Vaga- bondenfrage würde von selbst geregelt, der Mann, die Frau könnten Beide, sich mehr der Erziehung ihrer Kinder widmen, ein geregeltes Familienleben wurde eintreten, und eS würde eine bessere Generation herangezogen wer- den. Zur Diskussion sprach Kollege Becker über die Lohnbewegung der Rohrleger in diesem Jahre: unter 2200 Rohrlegern in Berlin sei eS nicht möglich gewesen, eine feste Organisation zu schaffen: er forderte zu reger Agitation für die Organisation auf, damit auch die Rohrleger endlich eine Verkürzung der Arbeitszeit eningen. Es wurde beschlossen, da» Wintervergnügen in diesem Jahre in Orschel's Salon, Sebastianstraße 39, abzuhalten. Kollege Brertholz machte auf die am 25. November bei Feuerstein stattfindende öffentliche Rohrleger-Versammlung aufmerksam und ersuchte um recht rege Betheiligung an derselben. Nachdem Kollege Hanke noch auf eine in der Lützowstraße bestehende Rohrleg-Fabrik aufmerksam gemacht, schloß der erste Vorsitzende mit dem Hinweise auf die am 10. November stattfindende Generalversammlung des Fach- verein». Cine Nerjammlung de» Fachverein» der Tischler tagte am Dienstag, den 22. Oktober, in Huth'S Salon, Bad- straße 22, mit der Tagesordnung: Die diesjährigen aus- wältigen Streiks im Tischlergewerbe und ihre Ruckwirkung auf die Tischler Berlins. Diskussion. Verschiedenes. Das Referat übernahm, da der angesetzte Referent, Herr Zubeil, verhindert war zu erscheinen, der Kollege Millarg. In seinen Aus- führungen berührte derselbe in erster Linie den Braunschweiger Streik, da derselbe am hartnäckigsten und prinzipiellsten geführt worden ist und gleichzeitig beweist, daß zur Durchführung des Streiks eine straffe Organisation im Rücken der Streikenden stehen muß. Redner nahm dann die in verschiedenen Städten Deutschlands ausgekämpften und noch schwebenden Streiks durch, wie in Nürnberg, Lübeck, Bcrgedorf und Delmenhorst, wo die Tischler mit zäher Ausdauer fest auf ihren Forde- rungen, die in erster Linie auf Verkürzung der Arbeitszeit hin- zielten, bestanden. Sodann giebt der Referent einen Ueber« Rick über die Verhandlungen des 6. deutschen Tischlerverbands- tage». Besprochen wurde dort, die Verfuche der Meister, die Entlassungsscheine wieder einzuführen, was für die Kollegen eine schwarze Liste darstellen würde. Pflicht eines jeden wäre es somit, sich zu organisircn, sich einer großen Masse anzu- schließen, wie sie heute der Fachverein der Tischler Berlins darstelle. Der Redner legt ferner klar, wie heut zu Tage die Verhältnisse der Tischler Berlins, Lohn und Arbeitszeit betreffend, stehen, indem er einige statistische An- gaben aus der im Frühjahr durch den Fachverein aufgenomme- nen Statistik vorführt, woraus.zu ersehen ist, wie wenig Kol- legen sich der Organisation angeschlossen haben. Ferner be- sprach Kollege Millarg die Beschlüsse der letzten Meisterver- sammlung, in der Jnnungsmeister Brandes das Referat gehalten. Dort wurde davon gesprochen, in welcher Weise die Meister die Gesellen im Falle eines Streiks maßregeln könnten. Ein Meister offenbarte, er gebe kein Kostgeld mehr, der andere, er nehme polizeiliche Hilfe in Anspruch, um die stehen gebliebe- nen Gesellen in Obhut zu geben. Beim 3. Punkt der Tagesordnung:„Verschiedenes", sprachen noch drei Kollegen über Werkstellen-Angelegenheiten, u. Ä. Kollege Albrecht über die Arnold'sche Werkstatt, Gesundbrunnen, Straße 76. Dort waren alle Kollegen gewillt, die Arbeit niederzulegen, wenn nicht wenig- stenS eine Lohnerhöhung von 3 Mark für 4 Spinde eintrete. Nach längerer Debatte mit der Werkftatt-Konlrolkommisfion, be- willigte der Tischlermeister die Forderung, wenn auch nicht in dem Umfange, wie die Kollegen es verlangten. Redner empfahl allen Kollegen, soweit es ihnen möglich ist, in Güte eine Lohn- erhöhung durchzusetzen. Der Fachverein der Tischler hielt am 23. v. MtS. in Rennefahrl'S Salon, Dennewitzstr. 13, eine Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Robert Schmidt:»Der Kampf ums Dasein." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zum ersten Punkt wies der Vortragende auf Darwin's Lehre hin und wie auch in der menschlichen Gesellschaft der Kampf umS Dasein in gesunder Form bestanden habe. DieS sei heute nicht mehr der Fall, eS finde nur noch der Kampf um den Mammon statt. In diesem Kampf würden die Arbeiter als einzeln Kämpfende unterliegen, wenn fie nicht ernstlich zu einer Organisation sich entschließen, um durch dieses ein- »ge Mittel zum baldigen Siege zu gelangen. Ein Kollege aus der Werkstatt von Rennemann, Groß- Görfchenstraße, meldet, daß die dortigen Kollegen wegen einer ihnen aufoktroyirten Werkstattordnung, welche sie keineswegs an- zunehmen gewillt find, in Differenzen mit dem Arbeitgeber ge- rathen seien, die, wenn möglich, durch die Werkstattkontrol- kommission auf gütlichem Wege beigelegt werden sollen. Außer- dem werden noch vorgekommene Unregelmäßigkeiten in den Werkstätten von Reuter, Dennewitzstraße 32 und Röm- h i l d, Lützowstraße, der Kommission zur Entscheidung über- wiesen. Die Kchneider Kerlin» hielten am Dienstag, den 29. Oktober, bei Jordan's. Neue Grünstr. 28, eine öffentliche Versammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung verwies der Vorfitzende H. Pfeiffer den sattsam bekannten Bericht« erstatter der„Siaatsbürger-Ztg.", Herrn Martini, mit Zustim- mung der Versammlung aus dem Saale. Herr Täterow refe« rirte alsdann über das Thema:»Die Gegner einer Lohn- bewegung der Schneider", und bezeichnete als solche das Kapital mit dem Unternehmer, die Innung und die Gewerkvereinler, welche im Jahre 1872 bei dem letzten großen Streik fiemde Arbeitskräfte importirten. Erfreulicherweise stellen sich die Ge- werkvereinler immer mehr aus den Boden einer vernünftigen Arbeiterbewegung und hören auf, Anhängsel einer sich über- lebenden Partei zu bilden; die Hauptschlacht in der bevor- stehenden Lohnbewegung muß mit dem Unternehmerthum ge- liefert werden. Nach Beendigung der Diskusfion wurde eine Resolution angenommen, welche darin gipfelte, daß die Schneider Berlins bei ihrem Entschlüsse, in den Lohnkampf einzutreten, bleiben und die zu wählende AgitationS- kommission mit dem Ausarbeiten eines einheitlichen Agitationsprogramms vertrauen. Ferner verpflichteten sich die Anwesenden, die planlosen Versammlungseinberufungen von Seiten der Agitationskommission der hlefigen Filiale des SchneiderverbanoeS weder pekuniär, noch durch Besuch zu unter- stützen und nur die heute von der O e f f e n t l i ch k e i t ge- wählte AgitationSkommisfion als maßgebend zu betrachten. In diese Kommission wurden folgende Herren gewählt: Pfeiffer, Kommandanlenstr. 21; Mendt, Gormannstr. 21; Frank, Pein- straße 15; Gebauer, Spittelmarkt 16—17; Hoppe, Wilhelm- straße 122; Deichsel, Nostizstr. 19; Wiesemann» Niederwall- straße 16. Ferner wurde diese AgitationZkom- Mission ermächtigt, über die Werk stellen, wo äußer st schlechte Arbeits- und Lohnbedingun- gen herrschen, die Sperre zu verhängen. Alle Zuschriften für die Kommission sind an Herrn Gebauer, Spittelmarkt 16—17, zu richten.— In der nächsten Zeit finden Versammlungen speziell für Militärschneider und Arbeiter des Offiüer-Konfumverelns statt. Die Vereinigung der Schmiede Deutschlands, Mitgliedschaft Berlm, tagte am 23. Oktober in Feucrstein's VereinSsäien. Tagesordnung: 1. Abrechnung für das dritte Quartal 1889. 2. Abrechnung vom letzten Sommernachtsball. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Wahl eines Revisors. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Die Abrechnungen zu Punkt 1 und 2 wurden für richtig erkannt Kollege Kutschke wurde zum Revisor gewählt. Kollege Bosin sprach über das in der JnnungSherberge aushängende Plakat, welches vorschreibt, daß jeder Geselle, welcher Arbeit erhalten will, vom 1. Januar 1890 ab Mitglied der JnnungSkasse sein muß. Durch ein entschlösse- neS, einiges Handeln könne diesem Druck der Innung cnt- gegengearbeitet werden. ES sei Ehrenpflicht eines jeden im Schmiedegewerk Beschäftigten, Jich der Vereinigung anzuschließen, damit auch wir im Stande find, mit dem Beginn des neuen Jahrzehnt den Beschlüssen des internationalen Ar- beiterkongreffes zu Paris näher zu treten. Die eingegangenen Anträge, die Produkte voni„Klingel- Bolle" und von der Zigarrenfabrik von Läser u. Wolff nicht mehr zu kaufen, wur- den einstimmig angenommen. Das»Bereiner Volksblatt" und die»Berliner VolkS-Tribüne" wurden dringend zum Lesen empfohlen. Eine öffentliche gut besuchte Versammlung der Wöbelpolirer fand am Montag, den 28. Oktober, ,n den Bürger-Sälen, Dresdenerstraße, unter dem Vorsitz der Herrn Strauch, Schulz und Lindner statt. Als ersten Punkt der Tagesordnung hielt Herr G. Milbrodt einen Vortrag über: Wie ist es möglich, in unserem Beruf die 9'/, resp. 9stündiae Arbeitszeit einzuführen, unter Berücksichtigung der Beschlüsse des Pariser Internationalen ArbeiterkongresseS? Dem Vortrag folgte eine lebhafte Diskussion, und es wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:»Die heute, den 28. Oktober 1889, in den Bürger-Sälen stattgehabte öffentliche Versamm- lung der Möbelpolirer Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten vollständig einverstanden, und erkennt an, daß bei der heutigen kapitalistischen Pro- duktionsweise eine Verkürzung der Arbeitszeit, sowie voll- ständige Beseittgung der Sonntags- und Ueberstunden-Arbeit nur jedem Einzelnen zum Vortheil gereichen kann und be- schließt in der zweiten Hälfte des März 1890 die neunstündige Arbeitszeit in unserem Beruf zur Durchführung zu bringen, ebenso den Fortfall der Sonntags- und Nachfeierabendarbeit herbeizuführen. Wir halten uns für verpflichtet, der bestehen- den Organffation, dem Verband der Möbelpolirer Berlins und Umgegend beizutreten. Ferner erkennen wir die Beschlüsse des internationalen ArbeiterkongresseS zu Paris als die einzig richtigen an, treten für die Durchführung derselben in der Weise ein, daß wir säwnitliche Möbelpolirer Berlins und Umgegend den 1. Mai 1890 als einen internationalen Ruhetag erachten, indem wir an diesem Tage die Werkstätten meiden unb nicht arbeiten. Der zweite Punkt der Tagesordnung: In welchen Werkstätten wird am meisten an Sonntagen unb nach Feierabend gearbeitet? Referent Herr Robert Weber, wurde wegen ber vorgerückten Stunde bis zu einer nächsten öffent- lichen Versammlung vertagt. Ein Antrag, die Produkte der Herren Loeser u. Wolff, sowie des„Klingel-Bolle" nicht mehr zu kaufen, wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. A« die Uergolder, Goldleiffenarbetter und Kernfs- geitoffe« Deutschlands. KolleAn und Berufsgenossen! Auf den von uns vor kurzem erlassenen Aufruf zum ersten Ver. golderkongreß, ist uns von allen größeren Orten, wo Kollegen zahlreich vertreten find, begeisterte Zustimmung geworden, jedoch fehlen die kleinen Orte: wenn der Verband der Vergolder Deutschlands bei dem größten Theil der Kollegen sich ein- stimmiger Zuneigung erfteut, so ist anzunehmen, daß der kleine Theil auch zuneigt und daß es nur an Gelegenheit fehlt, feinen Wunsch öffentlich zu äußern. Kollegen und BerufSgenossen! Es ist nicht nöthig, daß an Orten, wo etwa zwanzig Ver- golder arbeiten, ein Deleairter gewählt wird, aber nothwendig ist, daß die Kollegen sich schleunigst be- rathen, und der unterzeichneten Kommission ihren Entschluß kundgeben, und wenn sie zustimmen, ein Mandat einsenden, welches die Kommission an geeignete Kollegen am Kon- oreßort zur Vertretung übergeben wird. Der Kongreß findet am 26. und 27. Dezember d. I. in Branden« bürg a. H. statt. Die Delegirtcn haben sich bis zum 20. De- zember anzumelden, ebenso haben die Kollegen, welche sich ver- treten lassen wollen, ihr Mandat bis zum 20. Dezember einzusenden. Kollegen und Berufsgenossen! Laßt eure An- ficht zur Geltung kommen, laßt euch vertreten, geht ernstlich ans Werk, berathet euch, die Zeit drängt, es muß etwas ge- schaffen werden, wir können und dürfen nicht länger warten, wenn wir uns nicht zu Kulis herabdrücken lassen wollen, wir rufen Euch nochmals zu:»Auf zum Kongreß!" Mit Gruß und Handschlag die Kongreßkommlssion. Im Auftrage: Em,l Böhl, Berlin O., Frankfurter Allee 74. Alle arbeiterfreundlichen Zeitungen werden um Abdruck gebeten. Die Versammlung des sozialdemokratischen Wahl- verein« für den 6. Kerliner Reichstagswahlkreis, welche am Dienstag, den 29. Oktober, im Saale der Moabiter Brauerei stattfand, erfreute sich eines regen Besuches, so daß auf Anordnung des Polizeibeamten die isaalthüren vor Eröff- nung ber Versammlung geschlossen werden mußten. Auf der Tagesordnung stand: Vortrag des Herrn M. Schippe!: Die wirthschaftlichcn Umwälzungen und die Sozialdemokratie, Ver- schiedenes und Fragekasten. Im Verschiedenen kam es zu leb- haften Debatten über die Lokalsperre: besonders war es Herr Millarg, welcher mit der Ädlerbrauerei scharf ins Gericht ging. So erwähnte er urter Anderem, daß die Ädlerbrauerei ihren kleinen Saal auf dem Gesundbrunnen zu Versammlungen her- geben will, daß man dasselbe aber vom Zelt l und W.lhelmshof (Moabit) nicht sa�en kann. Redner hofft von der Aibecker- schaft. daß sich dieselbe das merken werde. Herr Roland war der Meinung, daß man auch bei den Budikern, welche das „Berliner Volksblatt" nickt auszuliegen haben, nicht mehr»er- kehren dürfe. Ferner(heilte Herr Schek der Versammlung mit, daß Herr Jlges, Wilsnackerstraße, sich bereit erklärt heb seinen Saal zu sozialdemokratischen Versammlungen herzugeben. Ferner wurde beschlossen, die Produkte der Zigarrenfadiikanten Löser und Wolff und des Meiereibesitzers Bolle nicht zu kouft' miren und nur auf das»Berliner Volksblatt" und die»Voll-< Tribüne" zu abonniren. Mit einem Hoch auf die intcrnatümalt Sozialdemokratie schloß der Voisitzeride die imposante Ver- sammlung. Di» Z»ntral-Kra«K»n- und Kegräbnitzkalf« Sattler und BerufSgenossen„Hoffnung", welche ihre dnM QuartalSverfammlung bei Reyh-r. Alte Jakobstr. 83, abyieU' ergab laut Abrechnung vom verflossenen Quartal folgend« Resultat: Einnahme 3996,75 M., hierzu der Bestand v»198 208 33 447 89 631 726 »«010 III 1150) 47 1200) 56 256 343 416 31 512 722 32 52 833 11081 98 106 20 31 48 63 89 226 66 333 41 1200) 401 532 62 74 634 766 93 825 48 928 12009 85 160 262 457 70 721 57 826 902 28 87 18012 23 64 251 91 610 733 87 864 94 969 72 1 4113 228[200] 50 68 392 439 507 690 747 943 1 5175 78 402 5 19 631 76 91 736[150] 91 902 40[200] 67 68 1 6078 129 376 530 35 68 749 1 7144 66 230 62 [150] 85 340 523 62 660 859 91 992 1S111 16 46 297 475 821 999 IvOol 12 90[150] 141 207 56 332 93 441 61 537 86 609 754 56 850 969 -Ol 57 633 68 735 60 806 939-1030 65[150] 67 149 72 97 238 43 68 89 91 466[150] 515 57 603 80 91 714 20 870-»133 56 203 394 494 532 48 606 31 723 842 986»3000 75 169 235 317 405 1150] 17 511 660 713 848 51 67 907 38 67 70 91»4126 65 233 70 415 506 714 54 816 74 950[150]»5024 32 136[1.0] 36. 458 523 72 74 964 79»«036 86 90 124 254 71 438 515 87 794 888 93 953 61»7025 59[150] 69 293 383 84 97 431 577 619 49 81 84 768 852»«115 214 94 98 321 50 66 420[1501 52 79 653 904 29»O0-'8 343 96 443 801 955 »«054 134 58 257 62 459 578[150] 646 69 97 711 938 3 1002 63 223 48 81 494 693 734 827 956 3-066 425 39 89 908 61 65 80 3 3018 33 47 51 159 277 84 445 89 676 715 6[ 847 945 69 34156 229 306 21 28 466 76 683 900 33042 102 88 205 61 99 341 455 676 840 980»«280 314 568 690 848 67 3 7011 26 120 225 404>52 540 81 669 92 719 894 88230 328 473 517 620 59 87 706 851 73 948[45«Ort] 30181 246 333 63 486 562 76 954 4O049[150] 335 642 67 745 49 807 16 41107 229 313 482 665 701 78 853 4»151 313 48 57 550 868 893[200] 922 64 43020 60 132 286 392 489 674 722 31 868 973 44048 92 171 537 675 808 60 934 45067 170 90[200] 261 389 403 13 54 652 816 982 46021 37 53 94 521 83 707 32 804 923 47013 194 278 305 6 10 11 550[1501 94 645 49 86 712 920 47 4 8071 1300] 222 638 739 60 806 7 41)050 108 344 63 438 660 792 5«397 465 75 546 716 5 1 009 135 281 434 50 606 63 603 62 770 895 98 912 5-002 86 183 319 86[2001 441 47 51 686 854 61 53019 106 256 346 559[1501 650 75 707 16 20 844 924 63 54139 76 224 483 663 648 706 806 54 85 55354 435 81 554 91 621 98 903 93 56174 99 319 422 84 526 903 28 86 57141 305 24 84 473 579 92 99 603 23 58199 204 399 426 624 737 5 9015 94 133 201 384 620 96 601 33 728 805 19 22 ««041 167 236 33* 556 624 988«1096 145 625 51 93 607 32 765 67 818 37 85«»082 291 764 1-64 72 931«3220 393 419 31 541 666 863 901«4034 179 287 96 316 21 607 791 816 42«5125 287 390 637 40 866 70 83««020 55 102[150] 236 82 323 401 10 18 508 46 66[1501 654 85 90 858 67 76 93« 7088 286 758 819 35 929««058 129 69 240 301 12 97 406 12 523 630 86 98 728 845 19 926 29«»231 70420502 688 7«033 201 27 79 310 63 619 938 7 1057 88 213 42 375 91 427 501 600 828 980 7-207 321 557 58 605 20 823 913 41 47 7 3218 71 313 25 755 68 808 31 78 74005 221 29 324[»«««] 35 70 412 65 590 738 846 907 75014 246 538 43 77 707 21 858 910 34 7«070 370 98 403 13 74 699 890 942 88 7 7315 448 643 843 64 77 7«025 92 220 33 310 490 595 655 817 76 95 994 7»009 12 149 202 65 315 64 526 744 61 ««037 62 86 172 73 391 548 91 98 766 920«1146 208[1501 527 799 975 1150]«»003 124 71.61 83 338 80 81 90 461 513 703 79 940 78 «3014 442 558 65 98 638 847 921[300]«4040 148[150] 201 15 80 394 494 514 24 661 82 808 23 30«5046 56 73 196 253 355 71 78 466 513 96 600 711 929««165 321 84 402 53 500 41 674 782 805«7032 127 310 80 456 517 696 743[1501 53[150] 86 916 88080[200] 262 308 87 400 659 1200] 81 607 717 35 92 824 991»»051 128 225 45 439 52 83 500[200] 5 614 777 804 14 916 »«044 95 246 617»1206 23 320 78 439 507 717 49 867 929 74 1. Ziehung der 2. Klasse 181. Königl. Prenh. Lotterie. Ziehung vom*. November 1889, Slachmixng». Rur die Gewinne über l«5 Marl sind den detreffende» Nummern in Parentheie deigeiligt. (Ohne Bewähr.) 338 050] 81 521 639 97 726 96 1398 418 57 63 65 507 12 613 92 725 050] 73 893«059 128 40 280 584 86 622 62 776 815 29 52»012 225 9? 305 421 704 37 815 919 63 4000 36 83 241 61 81 83 385 89 547 654 63 772 880 93«070 127 52 218 455 86 1150] 657 891«055 79 306 «68 91 92 509 52 050] 702 976 7024 225 475 573 673 968«009 25 35 58 73 227 75 87 91 253 493 572 644 864»056 187 96[150] 441 97 538 741 824 27 992 1«041 166 236 58 94 337 77 414 527 38 634 705 31 62 954 87 93 11026 66 170 71 389 652 776 803 59[1501 67 989 1-022 81 173 218 13008 56[150] 94 214 90 387 459 542 602 57 711 820 83 902 12001 49 14016 148 226 374 96 487 89 539 604 55 713 63 73 897 050] 1«048 84 1160] 228[200] 29 375 76 527 72 97 797 804 41 92 94 98 1«028 55 82 97 300 6 63 71 86 474 502 85 050] 600 83 742 881 96 940 72 91 17021 97 100 81 363 458[2001 63 534[150] 89 96 726 63 62 99 832 62 66 934 1 8107 14 28[1501 51 91 249 89 301 85 401 614 680 758 80 86 1V262 566 627 717 22 812 926 »«066 152 249 321 28 81 606 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Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Fading in Berlm SW., Beuthstraße 2.