Nr. 260. Mittwoch» den 6. November 1889« 6« Jockrg, lerlinerbolkslilttll. Krgan für die Inlereffen der Arbeiter. ! K-Z Deuts�»ev Zucke« und- dcutscke Zuckercirdeike«. den profitabelsten Erwerbszweigen unternehmender ininm- � anderer Großkapitalistcn gehört die Zucker- lckÄv Der Staat steht ihr nach zwei Richtungen hin sgi zur Seite, negativ in Rücksicht auf den völligen darck 5�� irgend eines Arbciterfchutzes, und positiv außerordentlich fetten Ausfuhrprämien, Zuckermachern in den Schooß geworfen werden. ziren* fdorlbonifikationen bewirken, daß der zuckerfabri- mmn..�teutsche Patriot den Briten sein christlich- Äiib Produkt billiger verkaust, als seinen biederen gj"stletn, aus deren Säckel die Prämien bezahlt werden. ed wifien muß, hat gesagt, daß, wenn auch der < �»efuhrte Zucker im Meere versänke, die Exporteure infolge ®oni Reich geleisteten Ausfuhrvergütung doch noch ein "9' flute« Geschäft machen würden. . Beträgt doch der staatliche Zuschuß zu der Ausfuhr- Prämie für den Doppelzentner 8 M. 5V Pf. Da nun die «usfuhr für 1888 80, in Rohzuckerwerth ausgedruckt, die von 6,1 Millionen Doppelzentnern erreichte, so zahlt Staat, d. h. die S t e u e r z a h l e r zum Nutzen der jMerlocdS 12 800 000 M. Hierzu kommen die großen pussuhrprämiensätze für Raffinaden und die der Melasse- «ntzuckerung(etwa 440 000 Doppelzentner) zu Gute kom- »»«.de Ausfuhrprämie. Wie nothleidend die Zuckerindustrie ist, dafür sprechen folgende au« dem amtlichen Organ der Zuckerindustrielle«, der„Deutschen Zu ck e r-Z nd u st r i e" geschöpfteAn- gaben über— Dividende deS letztverflossenen Ge- sthäftSjahres. ES gaben z. B. Zuckerraffinerie Magdeburg.... 7 pCt. Oberlausitzer Zuckerfabrik Löbau i. S. 8„ Zuckerraffinerie Halle a. S.... 10„ Trachenberger Zuckersiederei.... 14„ Zuckerfabrik Framstedt..... 18„ Zuckerfabrik Kosten...... 25„ Zuckerfabrik Wendessen..... 33'/,„ Diese Angaben lassen sich beliebig vermehren. Und pp» stcht fest, daß in die Riesenprofite der Produktion und °kr Prämien sich, wie Rathke'S Areßbuch ausweist, 5°. 400 Unternehmungen— soviel gab es im Kampagne- Wjt 1889/90— theilen. Davon treffen 210 auf Preußen ,,,, zwar 8 auf Pommern, 14 auf Brandenburg, 15 auf � 19 auf Westpreußen, 44 auf Hannover, 58 auf flsicfiot/ 126 auf die Provinz Sachsen. Blüht der Weizen der Kapitalisten, so geht eS den » v a n d e n" um so kläglicher, wie wir sogleich zeigen «erden. �chdruik Feuilleton. verbotmz 121 Gsrtntttsl. Sozialer Roma« von Emile Zola. Kinzig autorifirte Uebersetzung vo« Ernst Z i e g l e r. fi* p�m Zum waren die Kornfelder schon hoch, hoben Zuck- blaugrünen Fäden von dein schwarzen Grün der -�gf�rtrben ab und verschwammen dann in einem wrw � Meer, dessen Wellen der leiseste Windhauch � gend schwellte. Und täglich mehrte sich die grüne Fluth. sie Stephan Abends heimkehrte, war's ,hm, als sei fed-H rciebeT gewachsen. Und auch die Pappeln um- �7'"sch grünes Blattwerk- auf der Halde vor dcm Lbrr n iproßten Kräuter; Blumen bedeckten die Wiese; tief"'wie neues Leben aus den, Erdboden, unter dem wi�en in der Grube der müde Schatten des Elends scheuchte Stephan, wenn er Abends promenirte, er ko".?p°°re nicht mehr hinter der Halde des Noreux auf; ihre pJ m ken halmgeknickten Furchen der Getreidefelder verfolgen, bis zu den heimlichen Nestern aus Dort fifj1 �lhen Mohnblumen, darin sie sich versteckten. Ludia*"Me er Zacharias und Philomenen, Zeanl.n und und m„ Icher die Brule unausgesetzt auf den Fersen war, schie» iim, r�fluette mit ihren Liebhabern. Dies Alles riacn harmlos und naturgemäß. Nur wenn er Katha- Zusammen.?�uul begegnete, schnürte es ihm die Brust eilte' kann war ihm das weite Feld zu eng und er �-igen.' uw in der Wirthsstube den Abend zu ver- ki««w'�r�usseneur, geben Sie mir ein Gla« Bier, ich 4 schlagen, ich bleibe zu Hause!" So nothwendig auch das Eingreifen der Gesundheitspolizei gerade in Rücksicht auf den Betrieb von Zuckerfabriken ist, so hat doch das Land, dessen herrschende Parteien sich berühmen, die Sozialreform in Erbpacht zu haben, daS Deutsche Reich nämlich sich bis heute ganz passiv verhalten, während Frankreich, Belgien, Schweden, Oesterreich min- destenS gegen die durch den Betrieb einer Zuckerfabrik ent- stehenden Schädlichkeiten für die Umgebung gesetzgeberische Maßnahmen getroffen haben. In Deutschland dagegen können Zuckerfabriken ohne besondere Genehmigung der Be- Hörden angelegt werden/) Nun bedenke man, daß in dieser Industrie sehr viele Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt werden, die auf einen engen Raum meist in ländlichen Bezirken zusammengedrängt sind. Zn der Provinz Posen wurden in der Kampagne 1883 84 5628, in der bayerischen Pfalz in drei Fabriken im Jahre 1883 1146, im Jahre 1884 1411 Ar- beiter beschäftigt. Es liegt klar zu Tage, daß die von allen Seiten zusammenströmenden Arbeiter auS ihrer Heimath Infektionskrankheiten einschleppen und ferner ourch ihr Zu- sammenleben unter ungünstigen Lebens- und Unterkunfts- Verhältnissen die Veranlassung zum Ausbruch von Epidemien geben können. Die Magveburger Regierung, in deren Be- zirk die Zuckerbarone und Zuckerspekulanten gar üppig ge- deihen, hat deshalb bereits im Zahre 1857 gefordert, daß in die Zuckerfabriken nur Arbeiter aufgenommen werden dürfen, deren Gesundheit ärztlich bezeugt ist. Doch uns interessiren zunächst die Schädlichkeiten, welche dem Arbeiter im Betriebe drohen. Dr. Rother unterscheidet zwei Gruppen, von welchen die eine durch die verschiedenen Manipulationen bei der Darstellung des ZuckerS, die sogenannten Stationen, die andere durch die Zuckerfabrik als solch« in ihrer inneren Anlage erzeugt werden. Das erste Moment, das auf die Gesundheit des Ar- beiters schädlich einwirkt, ist die bei einer großen Zahl von Stationen herrschende Hitze. Sie tritt hauptsächlich auf bei der Verdampfung des Dünnsaftes behufs Ueberführung in den Dicksaft, bei dem Verkochen des Dicksaftes im Vakuum auf Füllmasse und endlich bei der Verarbeitung der Füll- masse zu sogenannter weißer Masse. Hohe Temperaturen treten ferner auf bei der Zuckergewinnung aus der Melasse nach dem Dubrunfaut'schen Verfahren. Die h ä r t e st e und gefährlichste aller dieser Arbeiten ist die Ueber- führung der Füllmasse in die Verkaufswaare. Diese Ope- ration geht in den sogenannten F ü l l st u b e n vor, wo die Temperatur durchgängig 40 Grad Celsius beträgt, damit die Krystallbildung in den Formen eine gleichmäßige sei. Diese *) Viral, für da« folgende Dr. E. R o t h e r' S auSge« zeichneten Aufsatz: Die gesundheitlichen Nachtheile der Zucker- fabriken und deien Beseitigung, in der deutschen Vierteljahrs- schrift für öffentliche Gesundheilspflege, XXI. Band, 4. Heft, Braunschweig 183S. Und sich an einen Kameraden wendend, der einsam am letzten Tische saß, den Kopf an die lehnt, fragte er: „Trinkst Du einen Schoppen mit mir, Souvarine?" „Nein, danke!" Souvarine war Maschinist im Voreux und bewohnte oben das Zimmer neben dem seinen. Er mochte dreißig Zahre alt sein, war schlank, blond, mit einem feinen Ge- ficht, langem Haar und einem zierlichen Bart. Seine spitzen, weißen Zähne, sein kleiner Mund, die edle Nase und das zarte Roth seiner Wangen gaben ihm ein fast mädchenhaftes Ansehen, das nur zuweilen vor dem wilden Aufleuchten seiner stahlgrauen Augen verflüchtete. In seiner ärmlichen Kammer gab es nichts wie eine Kiste voll Papieren und Büchern. Er war Russe, sprach niemals von sich und kümmerte sich nicht um die Reden der Anderen, die einem Fremden gegenüber mißtrauisch, ihn wegen seiner kleinen Hände für keinen Arbeiter hielten, sondern vielmehr an irgend ein Aben- teuer glaubten, an ein Verbrechen vielleicht, das ihn zur Flucht aus seiner Heimath getrieben. Erst allmäliz war dies Mißtrauen"gewichen, und weil er sich so kameradschaftlich und ohne allen Stolz mit Allen zeigte und so freundlich mit den Kindern im Arbeiterdorfe that und ihnen all' sein Kupfergeld schenkte, meinte man, er sei wohl eher ein poli- tischer Flüchtling. Diese etwas unklare Vorstellung mit ihren dunklen Bildern von Leid und Roth erwarb ihm die Sympathie der Kohlenarbeiter. In den ersten Wochen war Souvarine sehr zurück- haltend Stephan gegenüber gewesen; erst später wurde er vertraut und erzählte ihm seine Geschichte. Er war der jüngste Sprosse einer adeligen Famisie aus dem Gouverne- ment Tula, hatte in Petersburg Btebszin studirt, und dann, mitgerissen von der sozialistischen Strömung, welche die ganze russische Jugend begeisterte, ein Handwerk erlernt: aufreibende Thätigkeit, eine kleine Vorschule für— Plan- tagenarbeit in Kamerun, wird zum Theil noch dadurch ver» schlimmert, daß die Arbeiter durch Handarbeit die Füllung der hierzu nöthigen Formen besorgen und dabei bis 60 Pfund tragen müssen; zumeist sind jetzt,„um diese angreisende Ar- beit etwas zu erleichtern", mechanische Füllvorrichtungen ein» geführt. Noch höher, bis zu fünfzig Grad Celsius, ist die Temperatur auf dem Trockenboden; in den durch Dampf geheizten Trockenstuben oder Stoven ist der Aufent- halt geradezu unerträglich. Bei dem O s m o f e- Verfahren sind die Zustände ähnlich, da hier die Flüssigkeiten bis zu 80 und 90 Grad Celsius erhitzt werden müssen, da nur so die Reinigung der Melasse von salzigen Bestandtheilen dennaßen erfolgen kann, daß sie Zucker auSkrystallisiren läßt. Ebenso herrscht bei dem Kandiskochen eine Temperatur bis 60 Grad in den Trockenstuben. Dr. Rother fordert, daß nur die kräftigsten, vorher vom Arzt untersuchten Arbeiter„auf die heißesten Posten" gestellt werden, er betont aber zugleich, daß derselbe Arbeiter, und wenn er noch so robust ist, nie dauernd an demselben Platze thätig sein sollte.„Denn für längere Zeit kann der kräftigste und zähcste Körper Temperaturen, die zwischen 35 und 50 Grad schwanken können, nicht er- tragen; früher oder später treten die nachtheiligen Folgen hervor. Zu der Verarbeitung des RübensafteS als Wärmequelle tritt die Beleuchtung, die gleichfalls die Wärme steigert und die Luft verschlechtert. Elektrisches Licht ist eine Nothwen- digkeit für den Betrieb der Zuckerfabriken, und da Dampf- Maschinen vorhanden sind, ist die Reform leicht durchführ- bar und keineswegs besonders kostspielig. Dann dürften gar manche Unfälle, die eine Folge mangelhafter Beleuchtung sind, wegfallen. Nicht bloS die Hitze, sondern auch der schroffe Temperaturwechsel ist ein besonders schädliches Mo- ment. Der Uebergang von hohen zu sehr niedrigen Tem- peraturen findet z. B. statt beim Strontianverfahren in der Melasseverarbeitung. Der Zusatz des ActzstrontianS muß in die kochendheiße Masse, also bei hohen Wärmegraden statt- finden: das Gemisch muß aber so rasch als möglich in Räume geschafft werden, deren Temperatur nur wenig über den Nullpunkt sich erhebt, da die Zersetzung deS gebildeten Strontianfacccharats nun in der Kälte ungestört sich voll- zieht. Aber auch sonst sind Erkältungen der Arbeiter und infolge dessen Lungenkatarrhe und rheuma- tische Beschwerden sehr häufig, wobei für die Lungen- katarrhe die Einathmung des in der Atmosphäre Massen- Haft vorhandenen S t a u b e s mit in Betracht zu ziehen ist. Dazu kommt, daß die Arbeiter, um ein natürliches Bedürfnis zu verrichten, aus der tropischen Hitze der Arbeitsräume sehr oft bei winterlicher Außentemperatur auf die Latrine gehen muß, obwohl, wenn eben nicht Profitsucht und Gleich- die Mechanik, um sich unter das Volk zu mischen, es kennen zu lernen und ihm wie ein Bruder zu helfen. Danach betheiligte er sich an einem Anschlag gegen das Leben des Kaisers; einen Monat lang lebte er versteckt in dem Keller eines Gemüsehändlers, unter der Straße eine Mine grabend, Bomben fertigend, und jeden Tag der Gefahr ausgesetzt, mit dem ganzen Hause in die Luft zu fliegen. Die Verschwörung wurde entdeckt; er flüchtete. Seine Familie hatte ihn verstoßen und verleugnete ihn; von den französischen Werkstätten ward er als Frenrder und Spion auf den Index gesetzt; fast wäre er verhungert; als ihn e?" r-x k'6&0mPfl9nie von Montsou in einem Augenblick plötzlichen Bedarfs engagirte. Seit einem Jahre arbeitete er rm Voreux, versah abwechselnd eine Woche den Tag-, die andere den Nachtdienst und war als ein fleißiger und mäßiger, aber wenig mittheilsamer Arbeiter bekannt, der wegm seiner Pünktlichkeit den Anderen als Vorbild genannt wurde. „Hast Du denn niemals Durst?" fragte Stephan ihn lächelnd. Er antwortete mit seiner weichen Stimme, fast obne jeden fremden Accent: „Ich habe Durst, wenn ich esse." Dann, al« der Andere neckend vorgab, er habe ihn unwert der Seidenstrümpfe mit einem Kohlenmädchen ae- sehen zuckte er gle.chmüthig die Achseln: Warum sollte er das thun? Für chn seien die Mädchen in der Grube Käme- raden wie die Manner wenn sie freundlich seien und muthig wie diese Aber sonst? Nem! Er wolle kein Weib, keinen Freund, kein Band, nichts, er wollte frei sein. Abend, wenn das Wirthshaus sich leerte, blieb Stephan noch mit Souvarine plaudernd zusammen. Er trank langsam sein Bier, und der Russe rauchte Zigarretten, die ihm d,e schmalen Finger bräunten, während fem träumerisch blickendes Auge dem Rauch nachschaute und seine freie Hand nervoS ins Leere griff. Oft liebkoste er ein großes Kaninchen, das, fast immer trächtig, frei im Hause herumlief. Das fliltialeit der Unternehmer gegen die Gesundheit der Arbeiter hinderten, eine Aenderung leicht durchzuführen wäre. Neben den wechselnden Temperaturen kommen die bei den einzelnen Phasen der Zuckerfabrikation entstehenden Gase zur Geltung, in erster Linie das Ammoniak. Schon„bei dem ersten Akte der Bearbeitung des rohen RttbensafteS", bei der Station der sogenannten Scheidung, entwickeln Ich große Quantitäten diese« GaseS. Und dies dauert fort bis nach Beendigung der Operationen zur Her- stellung der Füllmasse, um dann wieder bei der Verarbeitung der Melasse mit Flution und Substitution wieder sich fühl- bar zu machen. Nach K. von Wagner kann eine Fabrik, die jährlich 200 000 Zentner Rüben verarbeitet, 877 Zentner Ammonsulfat gewinnen, die deutschen Zucker- fabriken würden demnach, einen Rübenkonsum von 70 Millionen Zentnern angenommen, über 300 000 Zentner schwefelsaures Ammoniak erzeugen können. Schädlich wirkt ferner die bei der Entkalkung des Saftes und beim Betrieb der mit der Zuckerfabrik ver- bundenen Kalköfen produzirte Kohlensäure. Belästigt werden die Arbeiter durch Kohlensäure auch durch Austritt aus dm Heizlöchern des Ofens. Noch viel mehr gefährdet sind die Arbeiter im G ä h r- Hause der Knochenkohle. Die hierbei mtstehenden Gase„gehörm zu den widerwärtigsten und auf die Gesundheit nachtheilig st einwirkende n." Die Gase wirken aber, wie Roth er feststellte, nicht nur auf die Athmungsorgane, sondern auch auf die B i n d e- häute der Augen, indem die Augmbindehäute- mtzündungen durch die Gase hervorgerufen werdm. Eine g u t e B e n t i l a t io n könnte sehr viel bessern, aber die Jagd nach der Dividende und der Mangel jeder Schutz- bestimmung ist für die Arbeiter der Ouell mannigfacher schwerer Leiden. Zu den gasigm Verunreinigungen kommen noch die staubigen Beimengungen, so durch den Aetzkalk, durch das Pulvern des Kalks u. s. w. Durch den Kalk- staub werdm sehr oft Lungenerkrankungen und Augenentzündungen erzeugt. Für die Augen wird noch besonders gefährlich die Arbeit mit dem Strontian- Hydrat, welches beim Mischen mit der Melasse leicht inS Gesicht spritzen kann. Eine spezifische Berufskrankheit der Zuckerarbeiter ist die F u r u n k e l b i l d u n g, die nur durch peinliche Reinlichkeit und häufiges Baden verhütet werden kann. Wo bleibt aber dem mit niedrigen Löhnen bei sehr langem Ar- beitstag thätigm Zuckerarbeiter Zeit und Geld zur Körper- pflege! Zahlreich sind auch die Erkrankungm der Arbeiter durch Insekten-, vorzüglich durch B i e n e n st i ch e. Welche schwere physische und sittliche Schädm die er- bärmlichen Wohnungsverhältnisse für die Zuckcrarbeiter im Gefolge habm, ist bekannt. Rother fordert mit Recht die Intervention des Reichs, ii. 21. verlangt er Aufnahme der Zuckerfabrikm unter die nach§ 16 der Gewerbeordnung genehmigungS- pflichtigm Anlagm, vorherige ärztliche Untersuchung der Arbeiter, Einrichtung von„den strmgsten Anforderungen der Gesundheitspflege" entsprechmden Wohn- und Schlafräumm, gute Vmtilation der Fabrikräume, Wechsel der 2lrbeiter auf den einzelnm Stationen. Wir könnm uns diesm Forderungm vollinhaltlich an- schließm. Aber fest zu halten ist, daß nur eine gute Ar- beiterschutz- Gesetzgebung, welche dm Normal- arbeitStag zur Wirklichkeit macht, die Fabrikinspektion gründ- lich durchführt, die Lohn- und Lebensverhältnisse der Arbeiter- klasse verbessert, Erhebliches auch auf diesem Gebiete leisten kann.— Die Agmtm der Zuckerbarone im Reichstage sind dafür freilich nicht zu haben. Hossmtlich wird die dmtsche Arbeiterschaft dm n ä ch- sten Reichstag etwas demokratischer machm. PolitifUic ttoliert'rckik. Di« gestrig« Kichmtg de» Reichstage» mit der Tages- ordnung:.Sitte Le.ung des ReichsiagrS gegen die gemeinge- fährlichm Bestrebungen der Sozialdemokratie" begann bei Thier, das er Polonia genannt, hatte ihn lieb gewonnm, kam, sobald er dort saß, zu ihm, beschnupperte seine Bein- kleider und kratzte ihn mit der Pfote, bis er es wie ein Kind auf seinem Schoß bettete. Dann schloß eS die Augen und seine langen Ohren klapptm herab; während der Russe unaufhörlich mit träumender Hand über das seidenweiche, graue Fell fuhr. „Ich habe wieder einm Brief von Pluchart bekommen," sagte Stephan eines Abends, als schon der letzte Gast inS Arbeiterdorf zurückgekehrt war und Rassmeur sich mit seinen Pmsionären allein befand. „Ah!" rief der Wirth,„und wie weit ist Pluchart?" Seit zwei Monatm unterhielt Stephan eine lebhafte Korrespondenz mit dem Werkmeister von Lille, dem er sein Engagement in Montsou mitgetheilt hatte und der, hinge- rissm von dem Gedanken, unter den Minenarbeitern für seine Ideen Propaganda zu machm, ihn unterrichtete. „ES scheint, der Verein wächst; von allen Seitm strömen Parteiqmossen heran," antwortete Stephan. „ÄZas hältst Du von ihrem Verein?" fragte der Wirth Souvarine. Dieser, sanft den Kopf der Kaninchenmutter streichelnd, blies eine Rauchwolke in die Luft, dann versetzte er mit halblauter Stimme: „Wieder neue Dummheiten!" Aber Stephan wurde lebhaft. Von Natur empfänglich für revolutionäre Ideen begeisterte ihn der Kampf der Arbeit gegen da« Kapital. Es handelte sich um dm internationalen Arbeiterverband, der eben in London gegründet worden. War da» nicht ein herrliche« Unternehmen, ein Feldzug, darin die gerechte Sache triumphirm mußte? Welch eine unendliche Perspektive! Keine Grmzm werden mehr die Brüder trennen z verbunden untereinander, werdm die Ar- beiter der ganzm Welt sich ihr Brot sichern. Und wie einfach in ihrer Großartigkeit ist die Organisation: Erst die Sektionen, welche die Kommunen vertreim; dann diese Sektionen zu Föderationm gruppirt; darüber die Nationen, und endlich die ganze Menschheit in dem Generalrath dar- gestellt, worin jede Nation durch Sekretäre vertretm ist. Zn wmiger al« sech« Monatm würde man dm ganzm Erdkreis sehr schwach besetztem Hause— es waren keine ICO Mit, lieber vorhanden— und gut besetztm Tribünm. Das Interesse des Publikums an den Verhandlungen ist also stärker als das Interesse der pflichimäßig anwesend sein sollmden Volksvertreter. Da« größte Kontinzmt der Fehlendm stellm die Herren Nationalliberalen, sehr schwach ist auch da» Zentrum vertreten, fast ganz fehlen Elsäßer und Polm. Der erste Redner ist der Abg. ReichmSperger, welcher für eine Ueberwei'ung des Gesetz-s an eine Kommission von W Mitgliedern sich ausspricht, im weiteren aber sich auch gegen das ganze Gesetzes erklärt. Ob im Ramm aller seiner GesinnunqSger offen im Zentrum, darüber beobachtet der Redner gemessenes Schweigen. Er ist der Meinung, das Gesetz treffe nicht blo« die Sozialdemokraten, sondern auch den weiraui größten Theil derjenigm Arbeiter, die noch nicht im Fahrwasser der Sozialdemokratie seien, da- durch aber ins sozialdemokratische Lager getriebm würden. Der Redner bestreitet, daß durch die Verewigung des Gesetzes der Ausnahmecharakter desselbm geschwächt oder gar beseitigt werde, wie die Motive behaupteten, und zeigt die Widersprüche, in welchen die Motivirung der Vorlage durch die Rcgierungm sich bewegten. Es sei auch ein Jrrthum, anzunehmen, daß die Sozialdemokraten nur Verirrte seim, es zeige sich vielmehr, daß wenigstens unter den Führem sehr be- gabte und überzeugte Männer seien. Er müsse fragm, ob eS wohlgethan sei. einem Reichetag ein Votum über ein dauerndes Ausnahmegesetz wie das vorliegende zuzumuthm, das so weite Bevölkemngsschichten treffe und, wmn einmal erlassm, nie wieder aufgehoben werde. Er erinnere an das Volum des Reichstage« im Jahre 1882 gegen das ErpatriirungSgesetz. da», obgleich damals die Beseitigung desselben mit großer Majorität beschlossen worden sei. heute noch bestehe. Im weit.ren Verlaufe erinnert Redner an das Verfahren der rheinrsch-westfälischen Grubenbesitzer gegen die Bergarbeiter, das weit mehr die Frage vorlege, ob nicht ein Ausnahmegesetz gegen die Unternehmer, die so die Rechte der Arbeiter m'ßach- teten, nothwendig sei. Auch an die Verkümmerung de« Wahl- rechts durch die Kapitalmacht erinnerte der Redner, an Vor- gänge, wie sie hier im Reichstag zur Sprache gekommen seien und die nothwendig die Erbitterung der Arbeiter auf« höchste steigern müßten. Dem Redner des Zentrums folgte jener der National- liberalen, Herr v. Cur y, der sich zunächst bei dem Vorredner bedankte, daß er die Majorität gegen die.Verdächtigung" in Schutz nehme, sie stimmte.leichten Herzens" dem Gesetz zu. Der Redner wiederholt olle die bekannten Argumente, die nationallibeialerseiis für die Verlängerung des Gesetzes an- geführt wurden, diese genügen ihm jetzt für die.Verewigung" de« Gesetzes. Redner erörtert dann, wieso das gemeine Recht nicht auf die verfolgenden Bestrebungen angewandt werden könne, und alle Versuche gescheitert seien, die« herbeizuführen. DaS habe in vollkommen zutreffender Weise sein Freund, der Abg. Kuhlemann in der von ihm dieser Tage veröffentlichten Schrift dargelegt. Die Weisheit, die in dieser Schrift enthalten sein soll, behält leider der Redner für sich. Der Paragraph über den kleinen Belagerungszustand ist ihm persönlich zunächst be- bedenklich. Doch werden die Bedenken, die er gegen den Para« Sraphen hat, in so schwächlicher Weise vorgetragen, daß man hon jetzt annehmen darf, dieser Widerstand wird besiegt. Mit wahrer Beaeisterung erklärt er sich aber für die vorgeschlagenen Bestimmungen bezüglich de« Preß-, des Vereins- und Versammlungs- Gesetzes; kämen die sozialdemokratischen Agitatoren an« Ruder, dann wäre es um alle diese Rechte geschehen. Der Zuruf de« Abg. Bebel: ,da« solle man doch mal pröbiren". rief zwar die allgemeine Heiterkeit bervor, fand aber bei dem Redner kein Entgegen- kommen. Redner bemüht sich dann de« weiteren, die Vortheile darzulegen, welche daraus erwüchsen, daß künftig die Beschwerde gegen die Auslösung von Versammlungm auf dem gewöhnlichen Rechtswege, VerwaltungSgerichlSverfahren.entschieden würden. Zu- rufe der Linken, welche dieseAnschauung als richtig bestritten, gaben dem Redner zu werteren Erläuterungen Veranlassung, die aber weder richtig noch stichhaltig waren. Auch die Zusammen- setzung der Reichs kommission findet nicht den Beifall de« Redners, er will einen höchsten ordentlichen Gerichtshof, und zwar wo möglich das Reichsgericht als solches eingesetzt haben. AlSdann ergreift der Abgeordnete Liebknecht das Wort. Dem Abg. Cuny gegenüber bemerkte er, daß die sogenannte Verewigung de« Gesi tze« nicht ander« zu verstehen sei. als daß es so lange dauere, wie da« heute herrschende System bestehen bleibe. Da« wisse die Sozialdemokratie und gebe sich deshalb auch keiner Illusion hin.— Auf den Ursprung des Sozialisten- gefetze« zurückgreifend, führte der Redner an, daß 1378, als Hödel seinen Revolver auf den Kaiser abfeuerte, Fürst Bis- marck nach Berlin telegraphirte: Ein Ausnahme- gesctz gegen die Sozialdemokratie her! Nachgewiesen ist nun worden, daß zu derselben Stunde, als Bismarck dies Telegramm absandte, er durchaus keine Kenntniß hatte, wer dieser Attentäter sei und welcher Partei er angehöre. ES stellte sich erst später heraus, daß Hödel ein Anhänger Stöcker'S sei unb der zweite Attm'.äter Nobiling ein waschechter National- erobert haben und würde den Arbeitgebern, welche nicht nachgeben wollten, Gesetze diktiren. „Dummheiten!" wiederholte Souvarine.„Euer Karl Marx will die Naturkräfte allein wirken lassen; ohne Politik, ohne Verschwörung, nicht wahr? Alles bei helllichtem Tage und einzig und allein um den Lohn zu erhöhen? Laßt mich doch in Ruhe mit Eurer Selbstentwickelung! Steckt die Städte an allen Ecken in Brand, mäht die Völker vom Erdboden, schleift die Häuser, und wenn nichts mehr von dieser faulen Welt übrig bleibt, dann vielleicht kann eine bessere erstehen!" Stephan lächelte. Er verstand nicht immer, was der Kamerad sprach; aber dessen Theorie von der allgemeinen Zerstörung nahm er für eine leere Faselei. Rasseneur, al» etablirter Geschäftsmann, dachte noch praktischer und hielt eS ebensowenig der Mühe werth, dem Russen zu opponiren. Er sagte zu Stephan: „Also, Du willst versuchen, in Montsou eine Sektion zu bilden?" Dies war es, was Pluchart, welcher Sekretär der Föde» ration von Nordfrankreich war,«nstrebte, indem er hervor- hob, welche Dienste der Verband den Grubenarbeitern im Falle eine» Streiks leisten könne. Und Stephan glaubte diesen Streik bevorstehend' die Geschichte mit dem Verzim- mern müsse unvermeidlich dahin führen; die Kompagnie dürfte nur ihre Drohungen wahr machen, und sämmtliche Gruben würden sich erheben. „DaS Schwierige sind die Beiträge," erklärte Rasseneur. „Fünfzig Centime» jährlich für den Generalfonds, zwei Franks für die Sektion, das sieht wie nichts aus, und doch, wette ich, werden sich Viele daran stoßen." „Und da» ist noch nicht Alle«," fügte Stephan hinzu, „man sollte damit beginnen, hier eine Hilfskasse zu gründen, die uns im Falle der Roth den Widerstand ermöglichte. Macht nichts, kommt Zeit, kommt Rath. Ich bin bereit, sobald die Anderen eS auch sind." ES entstand eine Pause. Die Petroleumlampe rauchte auf dem Schänktische; durch die offene Thür hörte man deutlich, wie ein Heizer im Voreux die Dampfmaschinen mit Schaufeln Kohle speiste. liberaler. Warum hat man diese Attentat« den Sozielbirk � kraten an die Rockschöße zu hängen versucht? Welche®1�. fjn bewegten Bismarck, ein Ausnahmegesetz gegen die S«>iolds>f kratie zu verlangen und zu diesem Zwecke den W»* tag aufzulösen? Es war ein« von jenen Mllern, � der Reichskanzler anzuwenden beliebt, sodald er sich Koalil!� � gegenüber sieht, die seine persörliche Mackt bedrohen�"»- Auflösung de« Reichstags und die Durchdrückuna biß»thl9® Reichs' listengrsitz waren lediglich die Mittel, einen zu gewinnen, der in allen Fällen dem Sei®*! ftch� k a n z l e r gefügig sei. Den eigentlichen Zweck, chrt seH�,. Sozialistengesetz die Sozialdemokratie niederzuwerfen, K> erreicht, die Sozialdemokratie stehe heute nicht als Besiegte, fo»� als(Stpaerin ha! nnn»i» h««»« hw i.:.# als Siegerin da: von Wahl zu Wahl hätte die« der gra»°?. �» Stimmenzuwachs bewiesen. Wenn auch Anfangs eine �«' Verwirrung einriß, so hälte die Partri sehr bald fick">° tä,- neuen Verhältnisse hin eingefunden; alle« Verläumdungen«eps über rufe er laut au«, die deutsche Sozial dem» 1 kratie sei eine Partei des friedlichen(Wl, J8*, fchritts,— wäre sie dies nicht und hätte sie das Berf� � der russischen Nchilisten einaesch'azen, so lebte keiner der Urheber des Gesetzes mehr. hn. sie leben, beweise eben die eminente Frieblt®»* der deutschen Arbeiter.— Der Redner vergleicht die ju®* bund« Prozesse mit den L>erenvro»cllen früherer 3rit und si»?! .................... FriedlM« .— Der Redner vergleicht die G'*»'„®s ■ Hexenprozessen früherer Zeit und ft°■«»< daß bei den letzteren doch noch die Entschuldigung»utrose'»» allgemein an H-xen geglaubt wurde; bei den ß'b!1 S � r» �_ s... J i_|t)Cj5 Qv Vlty bundSprozessen dagegen erzeuge man durch w-j- m gesetz künstliche Verbrechen, um sie dann durch da« Je meine Recht zu bestrafen. Ein von dem Redner P duzirteS rothes Taschentuch mit gelb- schwarzer welches als ein vei botenes sozial dem okroüschi s Zeichen, JL Träger seiner Zeit sich eine Gefängnißstrafe zuzog anfi»". h» Ä der d?- t«; See» ist S'lSZ « da». «t« 52U —-------„———,— zuzog""»•ay* wurde, erregte die— Heiterkeit des Hause». � verurtheilten Taschentuch-Inhaber wird eS während seiner j? wahrlich nicht lächerlich zu Muthe gewesen sein. Die« ein� spiel der Anwendung de« Gesetzes! ju Eine Aeußerung Liebknecht», daß das Königthum in land ctre Parteisache geworden sei. rügte der Präsident � einem Ordnungsruf. Der Redner führt darauf aus, do!� Bergarbeiterftreik einen Beweis für seine B.hauplung erbn» DaS kaiserliche Wort, daß den Bergarbeitern ihr Recht wn- sollte, konnte nicht in Erfüllung gehen, weil die Herrsch»? Klassen sich dem widersetzten:„Die letzteren mächtiger als der mächtig st e Monarch! In England kälten zur Zeit der Unterdiücku«(j£ arbeitenden Klasse Anfangs dieses Jahrhunderts Vertr«? über Verbrechen stattgefunden, hie mit einem Schlage»> hörten, als man den englischen Arbeitern das weitgehe*� KoalitionSrecht gewährte. � Sehr interessant waren die Ausführungen Liebknechts? die Gewalttheorie. Die Sozialdemokratie sei, wie eS(4°%,, Name sage, eine Partei der Vergesellschaftung, der»JL söhnung der Gegensätze; sie wisse auch, daß sie ihre Zieles früher erreichen könne, bevor: die ökonomischen Beding»«. dazu nicht gegeben seien. Diese wüchsen aber geradezu � Bewegung in die Hände. Durch Gewalt zum Ziele i»L langen, sei kein sozialistischer, sondern ein anarchistische» danke. Mit Recht konnte Liebknecht den höhnend zurufe" Konservativen entgenschleudern, daß sie, die Kanserval die richtigen Anarchisten, die Gewallmenschen seien, es die Geschichte in tausend Fällen beweise. Di« Losung Deuischen Reichs sei ja heute noch: Blut und Eisen! Die Rede Liebknecht's war dem Inhalte narh eine bedeutende, in der Form eine meisterhafte! Auch der zweite Tag gehörte der Sozialdemokratie. Urber b«n Termin der»«««« Reichstag»«'» ist, w,e man nationalliberalen Blättern schreibt, zur Zeit_ Entscheidung an maßgebender Stelle noch nicht oetroffen- � sie wird erst getroffen werden können, wenn sich vi« ÄV dehnung der Reichstagssesfion genauer übersehen läßt.?! daß ich die Eier mit zweiundzwanzig Sou» bezahlt r DaS muß ja eines TageS zusammenbrechen!" Die drei Männer waren ihrer Meinung und brach' Einer nach dem Andern mit verzweifelnder Stimme � Klagen vor. Die Arbeiter können das Elend nicht weh» � tragen, das feit der Revolution nur noch ärger gewor� denn feit Neunundachtzig sind eS die Bürger, welchOJ allein mästen und ihnen nur die leeren Schüsseln Zum kratzen überlassen. Ob wohl der Arbeiter seinen bM'SV Theil gehabt an dem außerordentlichen Wechsel des standeS feit einem Jahrhundert? Man erklärt ihn fü» jawohl frei Hungers zu sterben ist er... Oder schasft� 5S 3 vaS etwa Brot rnS Hau», daß er Abgeordnete wählen die sich auf feine Kosten breit machen, ohne einmal zu gedenken?... Nein, so oder so, es muß ein End« � Hh? € g" ÖWV.V»V.. I... V.V..., ,V„VV.|V, VV...«p macht werden: sei eS in friedlicher Vereinbarung durw�z Gesetze, oder wie die Wilden, Alles sengend und brnm � und EineS das Andere verschlingend.... Gewiß, das � kommen, und wenn'S die Alten nicht mehr sehen, die Kinder erleben; denn das Jahrhundert kann Ende gehen ohne eine neue Revolution, die der �„e» ein mächtiges Durcheinander, welches die Gesellschaf' oben bis unten läutert, und sie besser und gerechter � aufbaut. ES muß zusammenbrechen!" wiederholte energisch 0 Rasseneur. „ES muß!" rief Stephan. � Souvarine kraulte Polonia hinter« Ohr, sodaß»s Thier vor Behagen in den Nasenflügeln zuckte. DaiM'�z, Einen von ihnen anzublicken, die Augen inS Leere veru«' sagte er, wie zu sich selbst sprechend: „Die Löhne erhöhen! Ist da« möglich? Dt» sind durch eherne Gesetze auf das kleinmöglichste messen, so daß sie den Arbeiter genau soviel verdiene» daß er Brot essen und Kinder aufziehen kann.? Löhne zu tief, so kommt der Arbeiter um und die A bung neuer Männer macht sie von selbst wieder P A? lg0* ™«l|f L5 s? n? l I «*! .4 �wngenlnz der polizeilichen Genehmigung von � 1 mC Räumlich eitm»u politischen Zwecken abjU- �'bre Wirkung embüsien. en Rn� g-.'�-Wscher Denkzettel fnr die Konservattven. killel«. dü floaliti««'' ohen.** d.s Com eichtl" 91 ei 4»; l w't � ii, eine sich igen geB"' lde««' BerMh die � D?n Sonnenberg. Vorsitzender des anti i«r.o™? Wahlvereins für Niederhessen und Waldeck thut i liler»».«n'�'/ung� kund und zu wissen, daß der national- «icht«..e ä" LandiazSwahl in Melsungen-Fritzlar Abkommandirun""" lilier�«,''�"�' kund und zu wissen, daß «ich» LandtagSwahl in Me �. «äinie,- �"ommandirung der lS antssemitsschen Wahl- srnmiMi,�!� � Parteileitung beruht habe, sondern auf einem {jt..;''en Eiitlchluk jener nntTf-mitifA-n Niablwänner. Dieselben SS i��kuß jener antisemitischen Wahlmänner. Die- v k*i stvM�?'«.�ksch ohne jede Miltheilung seitens der anti- zte, sl"!� heb» j?? Paltelleilung gelassen worden. Der Denkzettel be« t gra�?! die Sn«i' � k>m Wahlausfall geiührten Beweise, daß MtrZ der WSS!'"? in H'ssen ohne die thatkrästize Unterstützung »äze». Flbst ihre Landtagsfitze nicht zu behaupten ver- ?k doch die.Kol». Ztg.- ihr- geute kennt. dtui'hr darauf ankommt, diesem auch öffentlich AuS- j» �eweist folgender Auszug eines Artikels dnselben, ult jjj»erfirfS® J"' m unverhohlener Weise für Abschaffung deS chr -riedlii� allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts ein- * PfiSrt k>a...das politisch die Intelligenz und den ? �l, W weil die Natur wirlhschaftlich den vierten Stand -«Alba»' r"Der Trieb zur gesinnungslosen Um« -.!i/,lW- A»!»? der Massen, die Neigung zum Wettbewerb um x!fi f �erti�jL 5 �ßen Pöbels ist mit dem Wahlsystem unserem ®*l Sj«11 untilgbar eingeimpft. Und da Se. Majestät ie» �WtC tri® rN««•(&.«V U x i..: r.——- d-»�. bnft«5' «*T, en, f"' ange�? es. � einer � s ein� nDei-f. ftMC baS'' {rb** ht»<** rrsch"? n f"' kuug II Lerbre»? IofiL5 tgt� echlS� fW der � Ziele itngi dez« � !le fil >r >. Ä» weder Gedächtniß noch Verstand besitzt, so von vornhereinZ klar, daß diejenigen Par- zu oewissmhast und zu anständig find, zu verbrechen, die sie nicht geben können, gegen- »elche ............. Ittfe g?_8ro�e" Troß der Leute, die ein weiches Gehirn, eine Sögt �age und ein weites Gewissen haben in eine recht üble b»t es wörtlich in dem Artikel. Dieser Hohn auf ttbl� ' ar läßt einen iSL' o charakteristisch für eine Partei, die jeden Augen w- rückwärts .u korrigiren, was etwa noch zu korri- chluß zu auf die FaschingSwahlmache *'* lÄ».--------—,__„„„—,...------ ist tztn»' w>d auf die Wahl, die da kommen soll. DaS Volk "•U««»'« k>at weder Gedächtniß noch Verstand, erxo treiben w>b«.�.Paaren, daß es die von uns,»die nach Bildung toifc n.waßgebenden Schichten," aufgestellten Kandidaten vis fcev". wenn da« geschehen, so werden wir machen, was h>e Uz�?t das ist die Philosophie dieser Helden; das find «abl 1� � �er Helfershelfer der Reaktion. Die kommende A zngen, oh das Volk solche Ansichten und Absichten weiß. W durch anonyme Inserate wird in Berlin einer großen natioualen Mittelpartei versucht. 'pätrjtz�wird jn dem Inserate aufgefordert, die Adressen ikitua*» zum November in der Expedition der»National- Äkl. n. die Mangelhaft unsere ßlnfallnerstcherung beschaffen, hilse� ni*! � die kleinen Betrieb« mit weniger als zehn Ge- ig«z* I' � I CJf' r~ wit livillvt»-�.ixvvvv«•»»» scher jufaü. �.umschließt, beweist ein Fall, der, nuifP wrär Ka Vilich den Nürnberger Magistrat ervatn� �!"-k� de war einem der Arbeiter bei ien, i dttä arn«lühendes Eisen in« Auge geflogen, so daß der Mann hssfcjlX«ubußte. Da er infolge dessen zeitlebens erwerbs- itzn?� ist, suchte er um eine Rente nach; eine solche kann ine V* HidT� gewährt werden, weil der betreffende Schmiede- w* tu keiner Berufkgenossenschaft gehört, denn es sind als zehn Gehilfen darin beschäftigt und elementare ur demselben auch r.rcht in Verwendung. Dem Manne den abweisenden Beschluß de« Magistrats noch die ! an da« Reichs-Unfallverficherungsamt offen; allein L? wird dem Bedauernswerthen leider eben auch nickt helfen ei'* M°de in dielen kleineren Betrieben mangelhaften Einrichtungen die Gefahr für die Ar- l"*»-mr«roßten und deshalb eine Fü> sorge für dieselben am fterr. der»Beel. Pr/ beschäftigle. Jn bei der Arbeit ein i, Sine Koalition der SM* hat sich neuerdings Arbeitgeber gegen die Ar- „ in Sachsen gedilvet. Nach der haben sich in einer Versammlung der Tafelglas- wjr?w« Niederschlesiens und der Lausitz die Theilnehmer �nuchtet, keinen Arte-ter, welcher gegen den Wunsch seines tzr'VOl« Arbeit verläßt, vor sechs Wochen nach erfolgtem anzustellen. Dieser Beschluß soll allen Arbeitern kund« ItjJje» und bei den Hütten der Nachbarbezirke der Bei- V», a�u demselben betrieben werden. Die Freizügigkeit und I, Jr�kiegesetz find dadurch keineswegs berührt. Bewahre. � peter« soll— so hat das Emin-Komitee beschlossen �Urjuillungen eihalten, seinen»Vormarsch" einzustellen. idzr.wst«hm aber die Weisung überbringen? Da» Komitee "•ttSfcB*"! uvue Expedition ausrüsten(dazu besitzt es aber kein Geld) um Dr. Peter« einzuholen. Ehe diese ksich, �JJ.�iüon sich aber in Marsch setzen könnte, wird viel- w>n Pascha mit Stanley an der Küste eintreffen. Dr. lie�.s« zu �vrvso von > ��leichgx� �.......... Zwangsarbeit des Hunger«." hoch, so macht da« größere Arbeitsangebot selbst wieder fallen. Da« ist die Geschichte der leeren Magen, die Verurtheilung zur vor� Zf,5 1 flt Ä Iii gebildeter ruhig und vor seinen trostlosen Worten, denen sie nicht« zu n'ufe,en- «H"*>nsteht Ihr", fuhr zu ihnen aufschauend, er mit seiner � tz>, Ruhe fort,„eS muß Alle« zerstört werden, oder ZVtz�wger wird nie ausgerottet. Die Anarchie, nicht» Die Erde""'" mit Blut rein waschen, durch Feuer ». dann werden wir weiter sehen!" �lck��.Herr hat sehr Recht," erklärte Frau Rasseneur, fcj? lhver revolutionären Heftigkeit immer höflich blieb. 'luter�?han, verzweifelt über seine Unwissenhert, brach die . ab, indem er sich erhob: � wir zu Bett. Dies Alle« verhindert nicht, daß ch um drei Uhr aufstehen muß." A>�u?vnne blie« den Rest seiner Zigarrette von den li™, da« Kaninchen mit beiden Händen unter'm 'S"><'"B« va« Kaninchen mit beiden yanoen unier m cf?.,« W»? � sitzte e« vorsichtig auf den Fußboden. Rasseneur und die Männer stiegen in ihre Kammern I �°uvanne eine französische Broschüre ß � te�'Nche 3ccht hier die tiefste politische Windstille, die man nicht gerade als die Stille vor dem Sturm anzusehen braucht, obwohl sie der E-äffnung der neuen Kammer unmittel» bar voraufgeht. Es ist sehr unwahrscheinlich, daß die Kammer in der ersten Zeit viel von sich reden machen wird. Die Prüfung der Wahlen wird Wochen in Anspruch nehmen, dann werden die Feiertage vor der Thür stehen, der»Gottesfrieden der Zuckerbäcker" wird um die Jahreswende seine herkömm- lichen Ansprüche erheben und so dürfte eS Mitte Januar werden, ehe das politische Leben einigermaßen bewegter und geräuschvoller wird. Einstweilen füllen die Blätter ihre Leitartikelspalten mit einem lang auSae- sponncnen Zwiegespräche zwischen der Rechten und der Linken über die Bedingungen eines Anschlusses der Reaktionäre an die Republik. Die Rechte möchte mit allen Ehren de« Krieges in das andere Lager hinübertreten, die Linke hält ihr mit Recht entgegen, daß man sich auf Bedingungen nicht ein- zulassen brauche, da man ihres UebertrittS nicht bedürfe, und so ist nicht abzusehen, wie die feindlichen Parteien zu Einver- nehmen gelangen sollen. Dank der Stille in der Politik schenkt man auch den Nachrichten aus Tongking wieder mehr Aufmei k- samkeit als seit langer Zeit. Im äußersten Norden an der Grenze Bünnans. schlägt man sich noch und die französischen Posten erleiden Verluste an Todten und Verwundeten. Die Feinde der Republik übertreiben die Nachrichten über Zusammen- flöße mit den Eingeborenen oder chinesischen Streifparteien und stellen die Sache so dar, als tobte in Tongking wieder die Kriegsfurie und als müßte Frankreich sich vorbereiten, neue 30- und 50000 Mann nach dem»Lande der Cholera" zu schicken. Dazu kann man einfach mit der Achsel zucken. So sicher ist es in den entlegensten Provinzen Tongking« natürlich nicht wie auf dem Konkordienplatze am Nachmittag und es mag sein, daß dort noch lange das Pulver ab und zu wird sprechen müssen. Aber im Ganzen ist, wie der»Voss. Zig." geschrieben wird, in Tongking die Zeit der großen Anstrengungen dennoch vorüber. Das Land ist endgiltig erobert und denkt schwerlich selbst daran, sich jemals wieder von den Franzosen zu befreien. Jetzt beginnen die finanziellen Schwierigkeiten, denn der neue B-fitz kostet sehr viel mehr, als er«inbringt und das wird voraussichtlich sehr lange, vielleicht Jahrzehnte lang, so sein. Die Zeit des Blutvergießens ist in Tongking ungefähr vorüber, aber die Zeit des GeldvergeudenS fängt j-tzt erst recht eigentlich an. Rußland. Am 29. Oktober in der Mittagsstunde endete in Saratoff ein plötzlicher Blutsturz, wie bereits gemeldet, das Leben eines einst vielgenannten Russen, des bekannten, wegen feiner fozia- listischen Jbeen für eine lange Reihe von Jahren nach Sibirien verbannt gewesenen Schriftstellers TschernifchewSki. Erst im Sommer de« vorigen Jahres wurde— wie das»Berl. Tagebl." rekapitulirt— dem jetzt Verstorbenen die Erlaubniß gegeben, sich in Saratoff niederzulassen, und dort beschäftigte er sich in letzter Zeit vornehmlich mit der Uebersetzung der Weber'schen Weltgeschichte. Bei Durchficht eines der Korrektur- bogen ereilte ihn vorgestern der jähe Tod. TschernifchewSki, 1829 als Sohn eines russischen Popen geboren, war anfäng- lich von seinem Vater der geistlichen Karriere bestimmt. Doch seine Neigungen waren anderer Art: er bezog die Petersburger Universität und widmete sich dann dem Journalismus und Schriflstellerthum. Gemeinsam mit seinem Freunde Dobroljuboff wurde er Hauptmitarbeiter des»Sfowremmik" tZeitgenossen) und durch seine fteiheitathmenden Beiträge sehr bald der Regierung höchst verdächtig und unliebsam. Es war ba«.»» der bewegten Zeit vor der Aufhebung der Leibeigen- schast, Ende der Sver Jahre. Anfänglich gemeinsam mit Alexander Herzen gewann TschernifchewSki täglich an Einfluß, wenn auch der»Ssowrcmenik"(anders wie die in London er- schnnende.Glocke" Herzens) die demokratisch- sozialistischen Ideen leneS Zeitabschnitts in zensurgemäßer Form bringen mußte. Professor Thun bezeichnete ihn seiner Zeit als Demo- kraten und Sozialisten im Sinne der St. Simon-Fourierschen Schule! Sehr großes Aufsehen mochte sein später im Ge- fängniß geschriebener Roman:„Was soll man thun?" der als eine Art von Gegenschrift gegen das Herzcn'sche»Wer ist schuld", und die Turgenjeff'schen»Väter und Söhne" zu be- trachten ist. Obwohl Tschernischcwskr mehr Stubengelehrter als praktischer Revolutionär war, steigerte sich sein Einfluß auf die russische Jugend immer mehr und damit Schritt haltend eine ver- schärfte Beobachtung von Seiten der Behörden. Dabei nahm der Genannte regsten Anlheil an den Vorarbeiten des Eman« zipationsgesetze«, verkehrte viel mit den Mitgliedern der be- treffenden Kommission, und so.war er es auch, welcher die Frage des Gemeindebesitzes zur Diskussion stellte und eine Reihe von Artikeln über die Größe der Landloose und der Ablösungsgelder schrieb. Erst allmätig verlor TschernifchewSki den Glauben an die befriedigende Lösung der schwebenden Fragen, und man nimmt an, daß ein an die Herzensche Glocke gerichteter Brief vom 1. März I8ö0, welcher Herzen zu großen Optimismus vorwirft, aus seiner Feder stammt. Bald würde — so schrieb der Verfasser—»auch Alexander», die Nikolai- schen Zeichen zeigen; die Hoffnung wäre in der Politik die goldene Kette, welche sich bald in Fesseln verwandeln können u. f. w." Die Herzen'sche»Glocke" solle also in Rußland nicht zur Messe, sondern zum Sturm läuten. Das Jahr 1851 brachte den Leibeigenen die Befteiung, aber die Unzu- ftiedenheit blieb im Wachsen und gaben schließlich der Regie- rung Anlaß, gegen diese Unzufriedenen und ihre Sprachrohre vorzugehen. Unter Anderm wurde der„Ssowremenik" suSpen- dirt und TschernifchewSki verhaftet. Bis zum Jahre 1864 zog sich die Untersuchung gegen ihn hin, dann wurde er, trotz- dem man ihm direkt nicht« Schlimmes beweisen konnte, zu 14 Jahren Zwangsarbeit verurtheilt und nach Jakutsk ver- schickt. Wie sehr man übrigen« den geistigen Einfluß diese« Manne« fürchtete, geht au« der Thatfache hervor, daß, auf An- trag de« Grafen Echuwaloff, im ReichSrathe nach Ablauf der ersten Hälfte der verbüßten Strafzeit dem»Verbrecher" die sonst übliche Milderung nicht zugestanden wurde. Jn Sibirien ver- blieb der jetzt Verstorbene, wie gesagt, bis zum vorigen Sommer. Bemerkenswerth ist noch, daß bisher nur ein einzige« Peter«. burger Blatt— die»Nowoje Wremja"— von dem Tode dieses bedeutenden Manne« kurz Notiz nimmt. Lsttslss. Die Krauerei KoruMa in Nirder-Kchein»eid- hat an Herrn Niimetscheck in Rixdorf ein drittes Schreiben Ae- richtet, in welchem sie den Widerruf ihrer Zusage wieder ruck- gängig macht. Das Schreiben lautet: Brauerei Boiussia(Meinert u. Kampfhenkel). Nieder-Schönweide bei Berlin, den 3. Novmbr. 1889. Herrn Niemetscheck in Rixdorf. DaS während unserer Abwesenheit von unserem Buchhalter Herrn Rathenow unterm 29. Oktober an Sie gerichtet« Schreiben sindet unsere Bestätigung in keiner Weise._. Wir bemerken ausdrücklich, daß unsere Sale Vereinen sowie für politische Versammlungen zur Verfügung stehe, selbst- redend müßten wir von dem Staltfinden rechtzeitig in K-nr tnrß gefitzt werden, um den polizeilichen Vorschriften genügen zu können. Wir bitten, die Mittheilung im»Volksblatt" vom 2. d. M. zu widerrufen. Achtungsvoll Meinert u. Kampfhenkel. Gin«»«es Arbeiteriunenkrim soll wieder einmal in Berlin gegründet werden, und zwar gibt diese Gründung aus von einem Verein»Jugendschutz", der sich die Gründung des AibeiterinnenheimS als Hauptaufgabe gestellt hat. Jn diesem Heim soll, wie die Zeitungen zu melden wisfin. unbescholtenen, alleinstehenden A-beiterinnen, Ladenmädchen, Nähterinnen u. s.w. Wohnung, Nahrung, Rath, Beistand und Schutz ge» währt werden. Der Verein hofft hierdurch der V r» führung zur Unfittlichkeit, der gerade die weiblichen Personen der genannten Stände ans gesetzt sind. entgegenzutreten, insbesondere indem er das Schlaft- stellenwesen, welches, wie bekannt, oft die Quelle der Unfitt- lichkeit bildet, möglichst beseitigt und den Mädchen ein eiacne«, ihnen Tag und Nacht zur Verfügung stehende«, menschen- würdiges Heim bietet, auch Gelegenheit gewährt, sich in der HauSwirthschaft auszubilden. Die beabsichtigte Einrichtung soll sich möglichst durch Lristungen der Bewohnerinnen erhalten, so daß der Verein nur die erste Ausstattung beschafft. Ja anderen Städten sollen sich derartigeJnstitutionen aufs Trefflichste bewährt haben.— Man greift wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß es sich hier wieder um die Lösung eines Stückes der sozialen Frag« auf dem längst nicht mehr ungewöhnlichen Wege der Nächstenliebe, b. h. durch Almosen, handelt. Wir finden unter dem betreffenden Auftuf Namen von Leuten, die in dem Ber- liner politischen Leben nicht ganz unbekannt find; da aber der Auftuf ausdrücklich versichert, das Unternehmen werde sich von fider politischen und religiösen Parteistellung frei halten, so wollen wir einmal annehmen, daß da« gelingen wird. Wa« soll denn nun aber dieses Heim nützen? Wie lange lall denn den der Verführung ausgesetzten Arbeiterinnen Unterkünit gewährt werden? Das ganze Unternehmen beruht auf einem gänzlichen Verkennen der Verhältnisse der Ar» beiterinnen. N'cht so sehr das Schlasstellenwesen, als vielmehr der äußerst geringe Lohn bildet die»Verführung" zur »Unsittlichkeit" und darin wird die neue Gründung nicht« ändern. Aber welche Wirkung hat denn nun da» neue Untei» nehmen für den Arbeitsmarkt?UNun, sehr einfach! Die dort in dem neuen Heim wohnenden Mädchen leben billiger, al» anderSwo, das ist nöthig, denn sonst wird das Heim leer steh-n. Die billige Wohnung der Arbeiterin aus dem Heim ermöglicht ihr, billiger als andere Arbeiterinnen zu arbeiten. Sie drückt die Löhne ihrer Kollegen herunter und führt dem Unternehmer einen höheren Profit zu. Das ist lo klar, daß jeder Arbeiter e« sofort begreift. DaS parteilose Gründungskomitee scheint sich aber nicht btoS um Politik und Religion, sondern auch um das ABC der VolkSwirthschaft nicht zu kümmern, sonst würde es seine Mittel zu ardern Zwecken anwenden, al« zu solchen Dingen, welche bei allem guten Willen der Unternehmer die Arbeiterinnen immer tiefer in« Elend führen, statt ihnen zu helfen. Kinderwagen im Tkiergarte«. Ein Abonnent un- sere« Blatte« schreibt uns:»Berlin hat im Verhältnisse zu an- deren Großstädten wenig öffentliche Parkanlagen. Gerade die hervorrggmdst« derselben, der Thiergarten, wird in seinem Zwecke, nicht nur dem Vergnügen, sondern vor allen Dingen der Gesundheit der Residenzbewohner zu dienen, durch Polizei- beschränkungen beeinträchtigt. So dürfen Kinderwagen nur Vormittags in den Park gefahren werden und auch dann nur, wenn die Führerinnen derselben mit einem polizeilichen Er» laubnißschiin versehen sind, her seinerseits wieder nur bei Vor» leaung eines die Kränklichkeit des Kindes bischeinigenden är-t» lichen Attestes ouSgestellt wird. Diese Beschränkung trifft die minder wohlhabenden Klassen am härtesten. Jede Mutter, die nicht die Mittel besitzt, ein Kindermädchen anzunehmen, würde ihre kranken oder schwachen Kinder Nachmittags gern selbst i» den Park fahren, wenn die Polizei es nur er- laubte. Welche Frau hat aber Vormittag« Z-it dazu? Keine! Die besser Situirten genirt da« na» türlich nicht. Geradezu grausam ist die Bedingung der Beigringung eine« ärztlichen Attestes. Für wie Viele mag nicht. die Bezahlung eines solchen unerschwinglich oder eine große Ausgabe sein, zu der man sich nicht leicht entsckließt. M-m verschiebt sie von einem Tag auf den anderen und inzwischen athmen die armen Kinder mit der dumpfen Stickluft der elter» lichen Wohnung den Todeskeim ein!" Nach der polizeilichen Bestimmung dürfen nur ftanke Kinder in den Park gefahren werden. Aber wie viele Erkrankungen würden im Keime er» stickt werden, wenn die Kinder im gesunden Zustande reget» mäßig in« Freie kämen? Denn in kinderreichen Familien, die minder wohlhabenden sind in diesem Punkt die gesegnetsten, sind solche Spaziergänge ohne Zuhilfenahme eine« Kinder- waaens oft nicht ausführbar. So geringfügig der hier gerügte Uevelstanb erscheint, so wichtig ist er in fernen Konfiquenzen und hie Polizei würde sich um die Verbesserung der Gesund» heitszustände ein große« Verdienst erwerben, wenn sie bestimmte Wege oder einen bestimmten Theil de« Parke« zur»nein- geschränkten Benutzung für Kinderwagen anweisen würde. Die« wäre gewiß nicht schwer und die Wirkung würde eine nachhaltigere sein, a'S die der Ferienkolonien, welche nur emem verschwindenden Bruchtheil zu gute kommen." Dt, Markthalle Ur. VII am Lauisenafier hat sich bereit«, bald nach ihrer Eröffnung für den Marktverkehr in d.r dortigen Stadtgezend als unzureichend erwiesen und dieser Uebelstand macht sich je länger, desto empfindlicher geltend. Während der Vormittagstunden ist der Verkehr mäßig, aber Nachmittag« stehen dichte Menschengruppen bereits von vier Ubr an vor den Eingängen zur Markthalle, die für die Käufer erst um fünf Uhr geöffnet wird. Diese Einrichtung entspricht den Verhältnissen des dortigen Stadtviertels garnicht. Der Abendmarkt müßte namentlich in der gegenwärtigen Jahre«- zeit spätesten« um vier Uhr beginnen, damit die einkaufenden Fraueu zeitig vom Markt zurückkehren können, um die Beaufsichtigung der Kinder und die Besorgung häuslicher Anaelegenbeiten zu übernehmen, die für die langen Abende nöthig sind. Während der Abendstunden ist nun aber der Andrang in der dortige« Markthalle ein so bedeutender, wie in keiner anderen. Es er- klärt sich die« aus der Dichtigkeit der Bevölkerung in jener Stadtgegend, für welche die vier Wochenmärkte auf dem Oranienplatz und zwei auf dem Lausitzer Platz kaum aus- reichten. Dazu kommen nun aber gegenwärtig die Ein- Ehränkungen de« Verkehrs bei der Markthalle, welch« urch den Brückenbau zwischen der Waldemar- und Buckowerstraße herbeigeführt und die sehr hindernd für die Händler sind, die oft in beträchtlicher Entfernung von der Markthalle mit ihren Fuhrwerken halten und diese entlade« müssen, weil der Damm de« Louisen-Ufer gerade vor drr Markthalle gesperrt ist, um an dieser Stelle Klamotten zu lagern, die beim Abbruch der Uferbefestigung gcwannen wu-- den. Unter diesen Umstanden ist es erklärlich, wenn in der letzten Zeit der neue Rirdorfer Wochenmarkt in der Schinkestraße. der lange Zeit so aussah, als ob er bald einschlafen würde. jetzt von Berliner HauSftauen öfter aufgesucht wird und des- halb«nen bedeutenden Aufschwung gewonnen hat. „ bektagrnrsM�ther Unglücksfall ereignet« sich gestern Nachmittag 4 Uhr Zimmer- und Markgrafenstraßen- Ecke. Der 14zahrige Knabe Steinbach, wohnhaft Gesundbrunnen, sprang von semem Wagen nach der Dammseite. Ein Wagen der Berlrner Packetsahrt- Gesellschaft kam in scharfer Gangart angefahren, riß den Knaben um und die Räder gingen dem» selben über beide Beine. Schwer verletzt wurde der Knabe nach der Sanitätswache gebracht und von da mittelst Droschke nach einem Krankenhause überführt. Po»»wem tragischen Gljchirk Rachmittag in Berlin der„alte Valentin� it am Sonnabend ein in dec Gegend von Erkner 40 Jahre lang bedienstet gewesener Landbrieflräaer, ireilt norden. Der bald Siebenzigjährige war erst kürzlich nenfionirt worden, nachdem er vier Dezennien hindurch m Sonnenbrand und Kälte, in Sturm und Wetter seine Pflicht treulich erfüllt hatte. Jetzt wollte er eine in Berlin verheirathete Dochter besuchen, und wie er eben au; dem Bahnhofsgebäude heraustritt, kommt ein mit Gütern beladencs Fuhrwerk daher, nnrst ihn um, und über den Körper des alten Valentin hinweg gehen die Räder des hoch beladenen Wagens, dem Aermsten beide Füße zerquetschend. Der Verunglückte wurde zunächst nach der am Görlitzer Bahnhof belegenen SanitätSwache ge» bracht, und nachdem ihm dort sorgfältigst jede nur mögliche Hilfe zu Theil geworden, überführte man ihn nach Bethanien. Dort Iie,t nun der Alte, und die Beine, die so redlich ihre Schuldigkeit gethan und nun endlich hätten Ruhe haben sollen, find ibm jetzt gebrochen und zerquetscht durch ein tragisches Geschick. Sin» f»hr I»»l»I»t» Strastensten« trug sich am Sonn- abend Nachmittag in der Reichendergerstratze zu. Ein an- scheinend betrunkener Mann stolperte über einen»weiräderigen Karrerwaaen und fiel der Länge nach auf denselben nieder. Er blieb liegen und machte auch keine Miene aufzustehen, als der Besitzer des Wagens kam und den originellen Schlaf- bmfchen zum Verlassen des Wagens aufforderte. Kurz ent- schloffen fuhr jener mit dem Wagen und dessen Insassen unter oem Hollah der angesammelten Strasienjugend davon. �Bei dem nächsten Strasimbrunnen in beb kam dem Wagenführer ein Gedanke; mit einem Ruck fuhr er den Wagen unter das Ablausrohr und begann herzhaft zu pumpen so daß der kalte Wasserstrahl auf den anscheinend eingeschlafenen Insassen des Wagens niederfiel. Dieser erhob sich denn auch sehr bald und schien von der plötzlichen Douche bedeutend ernüchtert; er be- mühte sich nur noch, die durchnäßten Kleider aukzuringen. .Sechs Kinder find für eine Familie gerade genug!" so denkt wahrscheinlich der Berliner Magistrat, dern die Steuer-Einschätzungslrsteir, die gegenwärtig wieder zirkuliren, enthalten in der Abiheilung für den HauShaltungsoorstand und seine Familie nur acht Linien. Davon gehen zwei für den HauSdaltungSvorstand und seine Gattin ab, bleiben also noch sechs Linien für die Kinder. Diejenigen HauShaltungSvorftände aber, die über mehr Kinder versügcn, und deren giebt es in Bertin nicht wenige, gcrathen dadurch in ein eigenthümlichcs Dilemma. Sie wissen bei der Ausfüllung nicht, wo sie die Kinder unterbringen sollen. Zwar enthalten die Listen den Hinweis, daß, wenn die eine nicht ausreicht, man in Zimmer IS des RathhauscS solche bekommen kann, aber wer läuft denn immer gern nach dem Ralhhause? Es wäre dem Magistrat gewiß ein Leichtes, die Tabellen so einzurichten, daß noch mehr Kinder darauf Platz hätten. Gin schrecklicher UnglLcksfall ereignete sich gestern Nachmittags Uhr�Zimmer- und Markgrafenstraßenecke. Der ' wo�ihaft Gesundbrunnen, sprang 14jährige Knabe Steinbach, � von einem AmtSgerichtSwagen nach der Dammseite herab, ein Wagen der Berliner Packerfohrtgesellslbaft kam im Galopp an- gefahren, riß den Knaben um und die Räder gingen demselben über die Beine. Schwer verletzt wurde derselbe nach einer Sa- nitätswache gebracht, und von da mittelst Droschke nach einem Krankcnhause überführt. Ein frecher Ueberfalt ist, wie die„Volks-! tbeilt, vorgestern in der Elsasserstraße gegen einen Kaufmann R. von einem„feinen— Herrn" ausgeführt>«*£ Der Unmensch schlug den ruhig des WegeS gehenden* jedwede Veranlassung unter dem Ruf„Juden rouS" milch? Regenschirm über den Kopf, daß der Mchhandelte«m* Wunden stark blutete. Einige des Weges kommende s— nahmen für den Mißhandelten Partei, übten wohlov** Vergeltung an dem rohen Patron, bis ein Schutzmann � trat und Zeugen und Parteien zur Wache in der Lim brachte. Der Sistirte gab an, ein echter Mann n�" Gesinnung zu sein, verweigerte aber die Angabe seines Unter diesen Umständen blieb der Attentäter vorläufig � wahrlam. Nach Kamerun wollte, wie Hamburger Blätter ten, der Itflährige Sohn eines in Berlin wohnende«— � rendanten, um dadurch seine Sucht nach Abenteuer« fL friedigen. Um die Kosten der Reise bestreiten zu könne»,? er die Kasse seines Vaters heimlich in Anspruch ge»»®' Seine Flucht war jedoch bald entdeckt worden. Der graph that seine Schuldigkeit und schon einige Stunde«? seinem Verschwinden hatte die Hamburger Polizei von der muthmaßlichen Ankunft des jungen Mensche« Er war denn auch kaum in Hamburg eingetroffen, als«r, einem Polizeibeamten erkannt und verhaftet wurde.® nunmehr nach Berlin MÜckbefördert werden Krrichtigung'■---- . Am verrfr «.Kall . Der forsten * Die �so'g? t Auf k�nvurfe thümliche Änfickten ein vorgestriges die Nummer 755 nicht 765. zuluaoesoroerl weroen._ M Der Pferdebahnkondukteur, beffm"E besetz, i-- Eingesandt besprv» Theater. Mittwoch, den 6� November GpWMtza««. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. KchenrfpksUtaus. Die Ouitzow's. Deutsch«» Theater. Faust S Tod. KefttoS-Ttzeater. Der Zaungast. Friedrich- Milhetmstädtische» Theater. lengraf. Der Polengra Ieftdenz-Theater. Schwiegermama. Wattaer-Theater. Der Dompfaff. Ftktarta-Theater. Stanley m Afrika. Gstend-Theater. Ein Verurtheilter. DdUatttaare- Theater. Der Zauberlehr- itna ASuisstSdtisch-s Theater. Mikosch. Zentrat-Thrater. Da« lachende Berlin. AKe-tph Grast-Theater. Flotte Weiber. «eb». Dichter'» Darittch. Spezialitäten- BorstelZ ung. Drichshatle«- Theater. Gr. Spezialitäten- Vorstellung. Kerlwer Theater. Mittwoch, den 6 November, neu einstudirt: Tie Braut von Messt»». Donnerstag, den 7. November: Mvntjoye, der Maua»an Eisen. Freitag, den 8. Novcmber, 10. Abonnements- Vorstellung: Die Braut von«essiaa. Thalia Theater. 15 W«Ul«erth-at-rstraß- 15. Täglich■ e ater- und KpezivMate« N�estell««s. Reu!! Neu!! Der Trompeter au« Säckinge«. Gr. Erfolg de« Jllustonisten Schell, n i des Froschmenschen Vincento, des Volks Humoristen W i l h. F r ö b e I, der Lieder fängerin Fräulein Anna MolaS:c. tiotrs« Sv?k. ISÄft. American-Theater« 1815 Dresden erste. 55. _ Täglich Vorstellung. 10» Paff«», 1 T». SM.- In dieser Woche: Zum ersten Mal; er ffvel.: Sic Pariser«elt-AussteRn»» Vielen Wünschen entsprechend noch eine Woche 1. Reise: Athen-Kouftanttnopel. MMarn ißcntha-ttciac. amam Große Schneider-Uersammlung der Freien V�reiuignng der Schneider KeM am Donnerstag, den 7. November, Abends 8j Ubr, in lordan'a Neue Grünstr. 28. kt/k TaqeS-Ordnung: 1. Die Herrichende Ardeuslofizkett und die Vertheuemng der mittel. Referent: Herr Bernhard Jost. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedene' i Fragekafien. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. I Die Kollegen ladet ein_ Der Vorsl�p� Verband deutscher Mechaniker «. verw. Bernfsgenossen. (Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 6. November, Abends 8� Uhr, im Louisenstädtischen Klubhaus, Annen str. 16, AilßtrordelltlicheGenttlllverMmlilllg. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Bölsche über:„Die Zukunst der Erde nach den neuesten Fosschungen! der Astronomie." 2. Diskussion. 3. Stellungnahme»' ntnbe r 1. Beilage zum Berliner BolNlatt. wohl»«� H. jag Nr. 260. nn ncM***�r i■ Mittwoch*** 6. November 18ÄS. 6. Jahrg. seine« «jte» Dorlttmetlksbevickte. ienb« 8% V r«>»1» e auf die Verantwortlichkeit, die sie übernehmen dt,,' bw Gefahren, welche damit verbunden find, nicht #S4»igenüber der gesammten Arbeiterbevölkerunz, sondern IcMch��ber denjenigen Theilen, die nicht von sozialdemo» Einflüssen angesteckt find, sondern fich auf dem mo« l�zt, �«bssboden bewegen und bewegen wollen. Auch dieser b'eb«,»' ber Arbeiterbevölkerung wird bei seinen Be- listq,'.???ur Besserung seiner Lage vielfach mit dem Sozia- Konflikt kommen und ,st damit in Konfl-kt ge- .. Weiter wird auch kein Mitglied dieses Hause« über- j�j., aanev, daß die heulige Zeitlage eine andere ist als die- Nufft �"krhalb welcher da« erste Sozialistengesetz erlassen ist. P*t einen Seit« eine größer« Entiäuichung in den Ar- �stn, auf der anderen aber auch neue« Vertrauen in- »>«!>» f. sozialen Reform. Die Arbeiter folgrn heute nicht � V>° blind der Lockspeise, welche ihnen die sozialdemokratischen aa, k"orhalten. Wrr kehren allmälig zu dem normalen Zu- 4,,'lehnt? Der bittere Hefensatz zwischen Arbeit- «rbeiier ist keineswegs Mo« durch die fchwrr z» losend« Meinungsverschiedenheit über die Lohnhöhe oder Arbeittzeit herbeigeführt, sondern vielfach durch die Begehung vons Unterlassungssünden aller Art feiten« der Arbeitgeber. Vor Allem fehlt dm Aktiengesellschaften jede« persönliche Band mit dm Arbeitern. Die westfälischen Bergwerksbrsitzer sollen da« Abkommm getroffen haben, daß ein Bergmann, der selbst gekündigt hat, aus einer anderen Zeche nicht mehr ange> nommen werdm soll. Eine solche Härte ist nicht gut, fic ver- biitert die Arbeiter und verschärft die Gegensätze. Wenn diese« Abkommen tbatsächlich besteht, wäre e« weit nolhwendiger, ein drakonisches Gesetz gezm da« Koalitionsrecht der Arbeitgeber zu machm, al« da« Sozialistengesetz fortbestehen zu lassen. (Sehr richtig! im Zmtmm.) Bei den Wahlpiüfunzm haben wir gesehm, daß Arbeitgeber den Arbeitern sogar ihr ver- fassungtmäßige« Wahlrecht au« dm Händen nehmen wollten. Kann man fich, wmn die Arbeiter so zu politischm Sklaven gemacht werdm sollm, wundern, daß fie Sozialdemokraten wer- den und fich den extremsten Parteien zuwendm?(Sehr rich- tig! im Zentrum.) Doch diese traurige Thatsache bildet nur eine Ausnahme, die ungeheure Mehrzahl der Arbeitgeber nimmt eine andere Stellung ein, und in dieser Beziehung hat beson- der« Herr Oechelhäujer in einer Broschüre den Standpunkt vertreten, daß die Arbeitgeber fich freundlicher zu ihren Arbeitern stellm sollen. Und von autoritativcr, höchster Stelle ist dm weftsälischen Arbeitgebern gesagt wocden; Behaltet in Zukunft stet« möglichst nahe Füh« lunfl mit dm Arbeitern, gebt ihnen Gelegenheit, ihre Wünsche zu formulirm, damit nicht wieder solche Schwierig- kntm entstehen. Da« find landesväterliche Worte, die befolgt werden müssen. Ich könnte e« nicht für wünschenSwerth halten, wmn jme« westsälische Abkommen die Antwort auf diese königliche Aufforderung sein soll. Wer dem Geiste unserer deutschen Arbeiter nicht ganz fern steht, muß wessen, welche Bedeutung die persönliche Theilnahme de« Arbeitgeber« für ihn bat und wie nothwendig dieselbe in unserer sturmbewegten Zeit ist. Da« muß man nöthigenfall« mit Gesetzen erzwingen, damit nicht immer al« Hauptanklaa«, wie bei dem westfälischen Streik, die Beschwerde über persönliche Härtm und Unge- rcchtigkcitm und nicht über die allgemeine Lage auftrete. Die Forderungen der westfälischen Arbeiter sind von den Arbeit- gcbcrn zu spät in Berücksichtigung gezogen und dadurch infolge der V-rditterung gesteigert worden. Herr Oechelhäuser hat �e- lagt, bei rechtzeitiger B.rücksschtigung der Forderungen hatte der Streik abgewendet werden können und müssen. Wir müssen ernstlich darauf sehen, daß nicht eine Gesellschaft«- ordnung bei un« einreißt, die niemals gute Folgen haben kann. Ich sage: Laßt un« besser werdm und Alle« wird b-sser fem!(Schr gut! im Zentrum.) Gegenüber der Rothwendi�keit der Verbesserung der Lage der Arbeiter muß man allerdings fragen, ob eine neu: Belastung der Industrie zulässig sei. Ich erkmne die Bedcnkm hitrüder in vollem Maße an, die Lasten müssen aber von der Industrie geiliz?» werden, ebmso wie Sie auf der Rechtm infolge der Stein- Haidenberg'schen Gesetzgebung weit schwerere Lasten über- nehmen mußten. Luias commocko eins incommocka. Rar muß immer die richtig« Schranke innegehalten werden, um unsere Industrie lebm«iäbia zu erbaltm. Ich wünsche, daß die Re- aierung dm internattonalm«ongretz m der Schweiz dezugtich der Arbeilerschutzgesetzgebung bdckickt, im Gegensatz zu den Amßerungcn der Presse, nach welchen die Regierung abgeneigt sein soll, die« zu thun. Zur Begründung de« Sozialisten- gesetze« sagt die Regierung, daß die durch d,e allgemeine Gesetz- gebung dm Behörden geaebmm Befugnisse nicht geqm die sozialdcmokcatischm Bestrevungen ausreichten. Diese Erfahrung kann doch nur au« der Zeit vor 1878 stammen, also vor dem Sozialistengesetz. Damals begann erst die stürmische Bewe- oung der Sozialdemokratie und die Waffen de« gemeinen Recht« wmdm damal« nicht amügmd angewandt. Da« Strafgesetzbuch mthält gmug Bestimmungen, welche geam die wahrm Umfturzdestrebunaen ausreichen würden. Die Motive sagen, da« Sozialistengesetz sei nicht zur Bekämpfung von Lehren und Jdem bestimmt; Aufgabe eine« iedm Gesetze« sei e« ja nur, die äußerm Erscheinungen zu treffen. Ich bin voll- kommm durchdruvgm davon, daß die sozialdemokratischen Führer viel zu klug find, um es zu Exzessen kommen zu lassen, dmn diese würdm nur die Beschleunigung nmer Schranken herbeiführm, die fie doch nicht wünschm können. Meine Au«- sührungen mögen auf der rechtm Seite theilweise für absonder- lich und bedenklich gehaltm werden, ich will fie aber an da« Wort erinnern, da« 1884 von autoritativer Seite, nämlich von dem damaligm Minister v. Puttkamer ausgesprochen worden ist. Er sagte:»Ich will die Hoffnung nicht ausgeben, daß, wenn infolge der Einwirkung der großen Sozialreform, die im Werke ist, nch schließlich die Zustände bessern, man fich nach einigm Jahren emstlich fragm dürfe, ob da« Gesetz so, wie c« steht, überhaupt noch nothwmdig ist. Jetzt sind fünf Jahre veiflossm, die Sozialreform ist nicht mehr nur im Werke, sondern verwirklicht, und ich meine, daß heute dt« vorausgesetzte Besserung eingetreten sei, wenn man damnter nicht etwa idyllische Zustande verstehen will." Wer solche er- wartet, steht nicht minder al« die Sozialdemokratie im Traum- lande von Utopim, nicht im Lande der Wirklichkeit. Wir müssen zum gemeinm Recht zurückkehren, die ganze soziale Frage überhaupt kann nur auf dem Bodm de« Christenthums, der Gerechtigkeit und der Baterlandslrebe gelöst werden.(Bei- fall im Zentrum.) Abg.». E««n(natl.): Der Vorredner verdimt den leb- haftesten Dank, daß er die Mehrheit de« Reichstages in Schutz gmonnnm hat gegm die frevelhaft« Verdächtigung, als ob wir leichtm Herzen« an die schwere Entscheidung herantreten, vor die wir jetzt gestellt find. Keine Partei de« Haule« unterschätzt die Bedmwng der hier zu lösmden Frage. Der Vorredner hätte un« aber auch gegm die Verdächtigung in Schutz nehmen könnm, al« ob wir rncht gesonnm wären, die Sorge für die Besserimg der wirthschastlichm, gesellschaftlichen und moralischen Vee Hältnisse de« Arbeiterstande« auf un«»u nehmen, und al« ob da« Gesetz, um welche« e« fich hier handelt, ein Gesetz gegm dm Arbeiterftand wäre. Der Abg. ReichenSperger, der sämmtliche Stadien diese« Gesetze« durchgemacht hat, ein eminenter Jurist, weiß sehr wohl, daß diese« Gesch nicht gegen densArbeiterstand ge- richtet ist, nicht gegm die Sozialdemokratie als solche. Da« Bedürfniß nach etner Besserung der staatlichen, gesellschaftlichm und wirthschastlichm Ordnung ist bei Berathung de« Jnvali- ditätsgesetze« allgemein anerkannt. Nicht den Mitgliedern de« Haufe«, wohl aber dm zahlreichen Kreisen außerhalb de« Hause«, die mit gespanntem Interesse dm Berhandlungm hier solam, rufe ich zu, diese« Gesetz ist lediglich gegm die Umsturzbestre- bungm der Sozialdemokratie gerichtet, Bestrebungen, denm ein jeder Staat— da« ist er fich selbst schuldig— entgegentreten muß.(Abg. Bebel: Dazu ist da« Strafgesetzbuch!) Ja, der Vorredner hat aber auch schon Verschärfungm de« Strafgesetz- buche« für nothwmdig erachtet, und darin liegt doch der Be- wer«, daß die anzefuhrtm Bestrebungm die bestehende Orb- r.unz ernstl ch bedrohm und daß neue Milte! zur Bekämpfung erforderlich werdm. Der Abg. ReichmSperger hat keinen Be- weis beigebracht, daß jetzt andere Zustände herrschen. Wir muffen die Frage, ob die vom Abg. ReichmSperger angeführte» Bestimmungm des Strafgesetzbuches auöreichm, mit„Rein" be- antworten. Der Abg. v. Marquardsen hat eS vor 2 Jahren als wünschenSwerth bezeichnet, bei einer eventuellen dauernden Regelung nicht die Gesammtheit der gegenwärtigen Bestim« mungen aufzunehmm, sondern eine Revision des Gesetzes ein« treten zu lassen. Meine Freunde haben aber auch damals schon erklärt, daß ein Vacuum jedmlallS nicht eintreten dürste, wen» die Verständigung über die Revision Schwierigkeiten machen sollte. Für ein dauerndes Gesetz spricht die Thatsache, daß bei dem bisherigm Zustande die Äetroffmen immer noch in weitm Kreisen mit der Hoffnung auf einm Fortfall der betreffenden Bestimmungen rechnen und sich und andere in der Hoffnung darauf in dem Widerstand bestärken. Ein Nachtheil des bis- herigen Zustande« ist auch der, daß die in kurzen Zwischen- räumm wiederholte Berathung über das Gesetz die Unruhe und Austegung im Lande fortwährend emeuert, und daß dadurch die Heilung des Uebels aufgeschobm wird. Für den Gang der bisherigen Gesetzgebung spricht, daß die Bcwilli- gung auf wenige Jahre dem Reichstage immer eine neue Prüfung ermöglicht, die Umstände sich nicht anders gestaltet haben, oder ob noch immer ein Bedürfniß für da« Gesetz vor- liege, und daß das Bedürfniß einer zeitweiligen Erneuerung eine wirksame Kontrole für die Ausübung der frag- lichen Vollmachtm enthält. Sie werden jetzt bei einer dauern- dm Regelung einen Ersatz für das Fortfallen der Kontrole zu schaffen suchm müssm. Der Bundesrath selbst hat ausgesprochen, oaß ein dauerndes Gesetz nicht identisch sein kann mit dem bis- herigen. Für die Frage, ob ein dauerndes Gesetz oder das gemeine Recht in Geltung gebracht werden solle, ist zu er- wähnm, daß mit dem Begriff des gemeinen Rechtes sehr viel Unfug und Mißbrauch getriebm ist. Oft haben Parteien dieses Hauses da- Sozialistengesetz verantwortlich gemacht für Ver- urtheilungm, die aus Grund der§§ 127—130 des Strafgesetzbuches erfolgt find. Gerade diese Paragraphm beruhen auf dem allm preußischen Strafgesetz von 1851, wo also eine deutsche Sozialdemokratie überhaupt noch nicht existirte. Die dankenß- werihm Versuche, mit Hilfe des gemeinm Rechts Abhilfe zu schaffen, leiden doch meistms an dem Uebelstande, daß die Be- stimmungen dann entweder unwirksam sein würde— und das wäre der größte politische Fehler— oder daß sie die politischen FreiheitSrechte der ganzen Nation in velhängnißvoller Weise gefährden. Dieses und anderes ist in der sehr werthvollen eben erschienenen Schrift des Abg.Kulemann erschöpfend ausgeführt. Ich selbst ziehe ein dauernde« Spezialgesetz dem gemeinm Rechte vor. Die Kommission aber, der da« Besitz voraussichtlich über- wiesen werden wird, wird sich bei ihrer Berathung nicht nur auf die vom Bundesrath uns zur Abänderung vorgelegten Paragraphen, sondern auf sämmtliche Bestimmungen des Ge- setzeS auSzudehnm haben. Auch die Formulirung des That- brilandeS, die Definition, in welchen Fällen da« Gesetz Anwcn« düng finden soll, ist no-b eine offene, obgleich ich eme bessere Dtfinition noch nicht zu finden vermocht Hgbc. Ich habe auch Bedenken gegen die künftige Beibehaltung des Belagerungs- zustandes bei einer dauernden Reacluna, denn diese schneidet tui m vas Pnvai- uno wrrthschaftUch� r:cve» ein. Wmn man sagt, daß ja der Betroffme vorher die evm- tuellen Folgen seines Verhalten« kenne, so ist doch der Spiel- räum, der den Behörden gelossm wird, ein viel zu großer; e« ist oft geradezu dem Temperament der betreffenden Polizeibeamten die Entscheidung überlassen, ihrer größeren oder geringeren Amgst- lichkeit und Strenge. Nach der Vorlage würde der von der Lande«- Polizeibehörde Ausgewiesene nach dem Preußischen Lande«. Verwaltungsgesetz von 1883 die Beschwerde an den Oberpräfi- deuten habm, und weiter die Klage beim Oberverwaltungsgericht. Aehnlich wird auch der Gang in den anderen Staaten fein, wo eine Verwaltungsgerichtsbarkeit besteht. Die Möglichkeit der Ausführung dieser Bestimmungen scheint mir außerordmt- lich zweifelhaft gegenüber der großen Unbestimmtheit de« That- bestände«. Denn wie kann da« Oberverwalung«ge»ichl ent- scheidm, ob wirklich die Voraussetzungm zutreffen, unter welchen die Landespolizeibehörde die Ausweisung ausgesprochen hat. (Hört! hört!) Wmn ich diese Gründe ausspreche, so wird ein andere« Argument, da« gestern bereit« vom Abg. Barth er- wähnte, von weiteren Kreism getheilt. Auch die konservativm Abgg. v. Helldorff und Hegel haben bereit« vor zwei Jahrm ausgeführt, daß die Ausweisung der Führer nur die Agitation in verschärftem Maße in andere Gebiete hineinträgt. Ich habe gegm diese Ausweisungen auch in der gegenwärtig gewähltm schwächeren Form die schwersten Bedenken. Die Bestimmungen de« Sozialistengesetze« über Vereine, Versammlungen und Presse bin ich bereit, auch für ein dauernde« Gesetz zu bewilligen. Es ist Nothwehr, wmn der Staat dm betr. Agitatoren die politischen Mittel nicht gewährt, durch welche die politische Freiheit selbst und die eigene Existenz zerstöit werdm würde; dmn wmn die Abg. Bebel: Probiren Sie e« doch einmal!)— Da« Verbot de« ferneren Erscheinm« einer periodischen Druckschrift soll künftig nicht nach dem Verbot einer Nummer, sondern erst nach dem von zwei Nummern erfolgen dürfen. Es wird zu erwägen sein, ob nicht ohne ernste Gefahr die weitere Milde- rung, daß die Beschwerde gegen da« Verbot de« fernerm Er- scheinen« aufschiebende Wirkung haben solle, platzgreifm kann. Die Vorlage hat sodann die Klausel fortfallen lassen, daß die Beschwerde gegen die polizeilichm Versügungm nur an die Aufsichtsbehörde gehen solle. E« tritt damit gegenüber dm auf Grund diese« Gesetze« erlassmen Polizeiverfügungm dasselbe Verfahren ein, da« im Allgemeinen für Polizeioersügungm gilt; und da« ist in den meisten Staatm, z. B. Preußm, Württemberg, Badm, der Weg de« VerwaliungSstreitoeifahrenS. E« ist da« ein sehr weitgehmde« Entgegenkommen, und es würde damit eine Klasse von Beschwerden, die im Reichstage von den sozialdemokratischen Rednern vorgetragen zu werden pflegen, ihrm Bodm verlieren. Der Klage darüber, daß da« Ge- setz häufig zu Unrecht angewandt werde, würde diese Recht«. kontrole Abhilfe verschaffm.(Abg. Bebel: E« bleibt trotz- dem alle« beim Altm!) Nehmm Sie doch z. B. die wider- rechtliche Auflösung von Versammlungen! Bei Auflösung von Versammlungen Ihrer(sozialdemokratischm) Freund« würde e« jetzt gmau so gehm, wie der Versammlungm an- derer Barteim.(Lachm bei dm Sozialdemokraten.) Ich be- areife diesm Widerspruch nicht! Zwei Beispiele! Schon in der ersten Zeit, al« unsere Verwaltunasaesetzgebung wirkte, wurde eine polnische Versammlung aufgelöst, weil die polnische Sprache darin gebraucht wurde; da« Oberverwaltung«gericht bezeichnete diese Auflösung al« gesetzwidrig und seitdem steht der Grundsatz fest, daß eme Versammlung au« solchem Grünte nicht ausgelöst werden dürfe. Ich erinnere dann an die be- kannte Versammlung in Solingen, die vor nicht langer Zeit aufgelöst wurde und in Bezug auf welche da« Oberverwallung«- gencht feststellte, daß der Beamte zur Auflösung nicht befugt gewesen sei.(Abgg. Bebel und Singer: Es bleibt doch beim Alten!) Ich habe Ihnen doch konkrete Beispiele ange- fährt, über deren Richtigkeit Sie stch doch unterrichten können, wo da« Vorgehen der Polizeibehörde gemißbilligt worden ist.(Abg. Bebel: Es bleibt aber doch Alles noch so!) So sehr ich diese Tendenz, in Bezug auf die Rechts. kontrole dem gemeinen Recht näher zu treten, anerkenne, so ist die Bestimmung doch ungenügend, wo polizeiliche Verfügungen über da« Gebiet der Euuelstanten hinausgehen und im ganzen Reiche wirken, als» die VerwaltungSgerichtSbarkeit der Einzel- stallten nicht in Frage kommt. Das ist der Fall bei Verboten von Vereinen und Druckschriften. Deswegen ist ja auch die ollgemeine Beschwerdekommission geschaffen, auS der man jetzt gewissermaßen einen Verwaltungsgerichtshof machen will. Diese Kommission wird indessen immer den Charakter einer Spezial- Kommission behalten, und es wird ins Auge zu fassm fein, ob nicht ein wirklicher höchster Gerichtshof, vielleicht das Reichs- gericht, an die Stelle zu sitzen ist.— Wir verkennen den Ernst der Entscheidung, vor der wir stehen, nicht; wir verkennen auch nicht das Bedürfniß einer eingehenden, ernsten, sorgfältigen Prüfung der einzelnen Bestimmungen. Es ist felbstverständ- lich, daß diese Prüfung nur in einer Kommission wird vorge- nommen werden können. Ich beantrage, die Vorlage einer Kommission von 28 Mitgliedern zu überweisen.(Beifall bei den Nationalliberalen.) Abg. Liebknecht: Auf die Ausfühmngen des Abge- ordneter ReichenSperger gehe ich nicht ein; denn obgleich feine Weltanschauung eine diametral entgegengesetzte ist, hat er das Gesetz doch wie wir schlechtweg verurtheilt. Der Abg. v. Cuny hat zum Theil nur seine persönlichen Anschauungen auSge- sprachen; seine Ausführungen konnten deshalb einen größeren Eindruck nicht machen. Das Ja klang durch dieselven aber schon so deutlich durch, daß seine Freunde jedenfalls bei der dritten Lesung dem Gesetz ihre Zustimmung nicht versagen wer- den. Der Abg. v. Cuny hat ja das Ausnahmegesetz als solches für nothwendig erkannt: dann ist das Uebrige gleichgiltig, wer A sagt, muß B sagen, auf ein Bischen mehr oder weniger kommt e« nicht an. Herr v, Cuny meinte, wenn wir an das Ruder kämen, würde von Vereinsfreiheit keine Rede mehr sein. Sie(zu den Natwnalliberalen) machen ja aber von Ihrem freien Vereinsrecht gar keinen Gebrauch, Sie tagen bloß hinter verschlossenen Thüren, Sie haben nicht einmal den Muth, öffentlich zu diskutiren. Schlimmer könnte es für Sie nicht werden. Wir fürchten Sie nicht, wie Sie uns fürchten (Lachen rechts, Beifall links): wir würden Ihnen das Versammlungsrecht nicht nehmen. Die Nationalliberalen find besonders ängstlich, Sie stecken in der Mitte zwi- schen beiden Seiten, Sie werden erdrückt.(Heiterkeit.) E« ist eigenthümlich, daß die Herren von der national- liberalen und rechten sSeite sich den Kopf zerbrochen haben, das Sozialistengesetz in das gemeine Recht überzuführen. Es muß Ihnen doch etwas schwer im Magen liegen. Wir haben uns in Bezug auf die Dauer des Gesetzes niemals einer Illusion hingegeben: wir haben vorausgesehen, wie es kommen wird. Wenn Herr v. Cuny sich Mühe giebt, den Begriff der Ewigkeit abzuschwächen, so kann ich nur darauf verweilen, daß wir Ihnen stets erklärt haben: Wir halten das Gesetz in Ihrem Sinne für ein ewiges; wir wissen, daß Sie es immer wieder verlängern werden. Da« Gesetz wird so lange dauern als das jetzige politische System in Deutschland(Abg. Bebel: Sehr richtig!), darüber haben wir uns nie getäuscht, wir kennen unsere Feinde, wir kennen Zweck und Ursprung des Gesetzes. Die vorgeschlagenen Milderungen sind so unbedeutend, daß es skaum lohnt, auch nur e» psssenr darüber zu reden. Alle wesentlichen Bestimmungen sind beibehalten, die Au«. weisungsbefugniß des§ 28 soll sogar ganz bedeutend verschärft, eine eiserne Ausweisung statuirt werben. Rechts- garantieen— wie kann von solchen bei einem AuSiiahmeaesetz über- Haupt die Rede sein? Ein Ausnahmegesetz erhebt die Willkür zum Gesetz; das Unrecht kann nie zum Recht werden, auch wenn Sie tausendmal von RechtSgarantieen sprechen. Das ist ein voll- fcfeiot. IUI) die Bclchwerdeinstanz Reichsbeschwerdekommission, Reichsgericht oder Verwaltungsgericht heißt, ist völlig gleich- giltig; ob die Instanz aus S oder II Mitgliedern besteht— entlohnt nicht, ein Wort darüber zu verlreren, ebensowenig darüber, ob eine Zeitung sofort verboten wird, oder ob man 24 Stunden damit wartet. Lesen Sie doch die»Leipziger Zeitung�, ein amtliches Organ der sächsischen Regierung, da hören Sie, daß es in dem«sinne Derjenigen, die das Polizei- pesitz wollen, ein Unsinn sein müsse, der Beschwerde gegen ein Verbot eine aufschiebende Wirkung beizulegen. Was hat außerdem die Beschwerdekommission genutzt? In bei weitem den meisten Fällen hat sie für Recht erkannt, was von den Polizeibehörden auf Grund ihrer AuSnahmebefugniß beliebt worden war. Doch darüber werden wir uns ausführlicher bei der zweiten Lesitng zu unterhalten haben. Was das Sozialistengesetz ist, sehen wir erst, wenn wir rückblickend seine Genesis ins Auge fassen. Vor 11 Jahren ist es gemacht worden; damals wurden die Attentate für seinen Erlaß verantwortlich gemacht. Daß Hödel ein halber Idiot, mit einem Terzerol auf den Kaiser schob, war genügend für den Fürsten Bismarck, nach Berlin zu tclcgraphiren: Gesetz gegen die Sozialdemokraten! Woher wußte Fürst Bismarck, daß die Sozialdemokraten die Urheber waren? Haben wir nicht auch ganz neuerdings ein Attentat auf einen deutschen Fürsten gehabt, wo der Schuldige alsbald als Idiot erkannt wurde? Warum hat man damals nicht gerade so untersucht? Weil man das Gesetz brauchte. Der Reichstag verwarf das erste Gesetz; es kam das Nobiling-Attentat und es erfolgte die Aus- lösung, weil der Reichstag nicht ein hinlänglich starkes Gesetz gegen die Sozialdemokratie bewilligt hatte, aus deren Milte, aus deren Schooß die Attentate hervorgegangen sein sollten. Die Neuwahlen ergaben eine Mehrheit, dre Alles, was verlangt wurde, zu bewilligen bereit war. Ohne die Attentate wäre das Gesetz, welches nun bewilligt wurde, nicht möglich gewesen. Heute aber weiß Jedcrmann, daß die Sozialdemokratie nichts damit zu thun gehabt hat. Jetzt weiß Jeder, Hödel war ein Anhänger des Herrn Stöcker(Lachen rechts), Mitglied seiner Partei, das ist gerichtlich nachgewiesen; wie kann der aus dem sozialdemokratischen Lager ge- schickt worden sein, um das Attentat zu machen? Er hangt an den Rockschößen ganz anderer Leute. Und Nobiling? Er war, wenn er überhaupt emer politischen Partei angehörte, nationalliberal(Große Heiterkeit rechts und bei den National- liberalen.) Als man damit ni-bt�mehr durchkam, hieß es, die Attentate feien aus der Atmosphäre der Sozialdemokratie her- vorgegangen, die so furchtbar gewühlt habe, eine ebenso große Läge wie die erste! Jene weitere Lüge, daß die Sozialdemo- kralie vor 1878 so besonders maßlos agitirt habe, ist nun schon halb Geschichte geworden; die Behauptung ist einfach unwahr. Die Sozialdemokrat, e hat sich nicht verändert, sie kann sich gar nicht verändern; sie ist eine Partei mit best)mmten Prinzipien, sie steht auf einem bestimmten wissenschaftlichen Standpunkte (Gelächter rechts); sie ist nicht so beschaffen, wie andere grund- fatzlose Parteien, die Hinuntergehen wie kartefianische Teuselchen, wenn oben gedrückt wird,(große Heiterkeit, Zwischenrufe recht») — auch Sie(rechts) wissen manchmal nicht, woher der Wind weht; Sie haben den Streit in Ihren eigenen Reihen, und gerade von Ihnen ist das Wort»Fraktion Drehscheibe" ge- braucht worden!(Heiterkeit.) Es heißt, jetzt erst wären wir dazu gekommen, gewisse sozialreformatorifche Fordcnlngen zu vertreten— lesen Sie doch unsere ReichstagSakten! Schon 1877, jedenfalls vor dem Sozialistengesetze, haben wir den ersten Arbeiterschutz. Gesetzentwurf eingcbiacht. Kurz, gerade so wie j tzt hat sich unsere politische Thätigkeit auch vor dem Gesetz bewegt. Sind wir etwa in unseren Forderungen mit der Zeit ausschweifender geworden? Im Anfange mag wohl unsere Partei, wie jede andere jugendliche Partei, Manches gethan haben, was sich nicht verantworten ließ. Mit dem Äugenblick aber, wo sie eine wirkliche Partei wurde, wo sie in den Reichstag kam, hat sie sich auf den Boden der gegebenen Thatsachen gestellt, ist sie nicht gemäßigter, wohl aber praktischer geworden; das lehrt schon ein Bäck in unsere Presse. Ja der That, das Sozialistenzesitz ist unter falschen Vorspiegelungen erlassen, und wenn man irotz des Axioms cesszntc causa cessat effectus das Gesetz nicht aufgehoben hat, so folgt daraus, daß man für den Erlaß des Gesetzes noch andere Gründe gehabt hat. Diese Gründe find jetzt klar ge- worden. Nach den Enthüllungen des Hamburger»Korre- spondent" war die Auflösung de» Reichstages 1878 ein defensiver Schachzug des Fürsten Bismarck, um gewisse Zcttelungen zwischen der liberalen Majorität des Reichs- tags und seinen Kollegen zu vereiteln und sich eine gefügige Majorität zu sichern. Das Sozialistengesetz ist also ein Pro- bukt der raison rj'ölat. Hinter der Wolke des Sozialisten- schreckens ist dann die»Umkehr" erfolgt, der agrarische Feldzug gegen den Geldbeutel des deutschen Volkes eröffnet worden- Der frühere Abg. Stephani hat ganz mit Recht gesagt, daß sich die Auflösung gegen seine, die nationolliberale Partei ge- richtet hat. Sie(zu den Naiionalliberalen) halten 1878 im Frühjahr Opposition gemacht, und Sie mußten an die Wand gedrückt werden, daß Sie quietschten.(Heiterkeit.) Dieses Wort ist von oberster Seite gebraucht worden; ich führe solche Ausdrücke nicht. Die Herren drüben(rechts) haben Ihnen schon mit einem zweiten 1873 gedroht, wenn Sie nicht mit- machen. Also Sie werden Ordre pariren. Nie kkottm, hic salta; da ist der Stock, spring' herüber!(Große Heiterkeit.) Man hätte die Kornzölle gar nicht durchführen können ohne Sozialistengesetz. Wir Agitatoren wären mit Ihnen schon fertig geworden, was den Fortfchrittlern leider nicht gelungen ist. Was haben Sie nun mit Ihrem Sozialistengesetz erreicht? Sind wir die Besiegten? Nein. Nach elsjährigem Kampfe stehen wir stärker da als je. Die deutsche Sozialdemokratie ist die bestorganisirte aller Länder(Zuruf rechts: Dafür müssen Sie dankbar sein!); durchaus nicht. Sie haben dadurch Zu- stände geschaffen, für welche die Nemesis die Urheber eines Tages ereilen wird.(Unruhe rechts.) Ob die Sozialdemo- kratie ohne dieses Gesetz sich noch mehr ausgedehnt hätte oder nicht, will ich nicht untersuchen. Auf WennS und Aber« lasse ich mich nicht ein. Was haben Sie allein erreicht? Unsere Partei hat sich ander» organifirt. Wir haben unter dem Feuer der feindlichen Streiikräfle unsere Front verändert, und alle« Diese» vollzog sich so schnell und ruhig, weil unsere Genossen genau wußten, was sie zu thun halten. Hätten wir unsere Leute nicht belehrt, so würde die Ohnmacht gegenüber der polizeilichen Vergewaltigung wahrscheinlich auch bei uns so wie in anderen Ländern zu Verzweiflungsstreichen, zum Anarchis- muS geführt haben. Jch appellire an Ihr unbefangenes Urtbeil: Ist es nicht geradezu ftauncnSwerth, daß die Hunderttausende von Wählern sich so ruhig verhalten haben? Können Sie un« irgend einen sozialdemokratischen Exzeß, einen Aufruhr nachweisen? Man nannte uns eine Mördergesellschaft. Dre Deutschen find doch ein tapferes Volk, so tapfer wie die Russen sind wir mindestens. Und was die russischen Nihilisten gethan haben, könnten wir auch. Wenn wir diese Taktik befolgt hätten, dann lebten die Urheber dieses Gesetzes nicht mehr. Das Sozialistengesetz hat unseren Charakter gestählt. Was Hunderte von Arbeitern gethan haben ohne jede Entschädigung, wiegt die größten Heldenthalcn auf den Schlachtfeldern auf. Dre drei Arbeiter, die m dunkler Winternacht über das Eis gingen, um Flugblätter zu verbreiten und dabei ihren Tod fanden, sind Märtyrer des Proletariat», trotz allen Märtyrern, und Märtyrcrblui erzeugt Racheifervng. Das Sozialistengesetz hat aber auch eine erzieherische Wirkung gehabt. Die unreinen Elemente find aus der Partei ausgeschieden. Die Bewegung hat an Intensität gewonnen, aber auch Sie haben durch das Gesetz erzieherisch gewirkt. Die Lockspitzelei ist in keinem anderen Lande der Welt so gezüchtet worden, wie in Deutsch- tfmti Mn lift-riMiof. Bfifi hn TOtnifW de« Innern«s ehrlich damit meint, das Spitzelthum zu beseitigen, aber es gelingt ihm nicht, die Spitzel von seinen Rockschößen abzuschütteln. So lange Ausnahmegesetze bestehen, muß spionirt werden. Sie werden noch ein blaue» Wunder erleben, wenn wir Ihnen mit Thatsachen kommen werden. Auch die Hoch- und LandeSverrathSprozesse, die MajestätSbeleidigungSprozesse, die Geheimbundsprozesse sind die arftigen Früchte von d-m Gistbaum des Sozialistengesetzes. Man hat gesagt, daß diese« Gesetz in der Zusammensetzung der Besch Verdekommission eine Rechtsgarantie uns gebe. Ich glaube gern, daß der deutsche Richter durchaus nach Pflicht und Gewissen handelt. Aber der deutsche Richter ist wie jeder andere Mensch nicht unfehlbar, er kann sich der politischen Atmosphäre, in der er lebt, nicht entziehen, und diese Atmosphäre, da« Streberlhum, Denunzianten- thum, die einseitige Parteipolitik führt mit Roth wendigkeit zu einseitigen Entscheidungen auch im Richter stände. Wenn e« wahr ist, daß man uns mit dem allgemeinen Recht viel besser vacken kann, als mit dem Sozialistengesetz, warum erhält man das Gesetz auftecht? Antwort, weil man gerade die Polizei- Willkür will. Der deutsche Philister denkt Wunder, was hinter einemGeheimbun dprozeß steckt, die deutschenArbeiter werden wegen Handlungen bestraft, welche erst durch das Sozialistengesetz künst- lich zu Verbrechen gestempelt worden find, und welche andere Parteien ungestraft thun dürfen, nämlich wegen Vcrbreilung von Zeitschriften, die in anderen Ländern nicht verboten sind, wegen Organisation der Massen, Unterstützung ihrer Kameraden u. s. w. Man hat diese Prozesse mit den Herenprozesscn ver- glichen. Nicht ganz mit Recht. An j-ne Vergehen glaubte amals Jedermann, an diese glaubt heute im Ernste Niemand. Die Wissenschaft hat uns Recht gegeben. Bei diesen Prozessen kommen kuriose Sachen vor. In drei Instanzen ist dieses Tuch (Redner zeigt unter großer Heiterkeit de« Hause« ein bunte« Sackmch vor) als eine sozialdemokratische rolhe Fahne erklärt worden. Da« ist in Sachsen pasfirt. Können Sie e« da der Masse des Volkes verargen, wenn ihr der Glaube an das Recht vollständig abhanden gekommen ist? Das Koalitions- recht ist den Arbeitern genommen, die Fachvereine werden ver- boten. Der preußische Polizeibeamte Zacher, der schon siüher eine Broschüre über die Sozialdemokratie geschrieben hat, führt im»Deutschen Wochenblatt" aus, daß den deutschen Arbeitern wieder einmal Gelegenheit gegeben werden müsse, auf der Basis des Gesetzes ihre Fachvereine zu gründen, so könnten die Zustände nicht foitdauern. Was ist aus dem Versammlungsrecht der Arbeiter geworden? Wenn auch der Minister die Beamten relt fiz'rt: es bleibt doch Alle« in da« persönliche Ermessen derselben gestellt. Der eine Polizeibeamte ist etwa» cholenscher, der andere phlegmatischer; der eine hat vorher gut gegessen, der andere nicht, daher gefällt dem letzteren etwas nicht und er löst die Versammlung auf. DaS Sozialistengesetz ist zunächst gegen uns gemacht, es wird aber in immer weiterem Bogen geschwungen, bis es eine der anderen Oppositionsparteien faßt. Die»Freren Glocken", ein freireligiöse» Organ, ist von der Leipziger Behörde als ein sozialdemokralisches Umsturzorgan angesehen worden. Die foilschrittliche„Vocks-Zeitung" ist auch auf Grund de» Sozialistlnoesitz-'S verboten worden. Sre wollen den Staat und die Gesellschafl retten. Da« find Sie doch nicht allein, die Arbeiter gehöun auch zum Staat. Ich asse Ihre Gesellschaft und Ihren Klassenstaat ehrlich, aber er at Macht genug, und mit dem Kcpfe kann man ihn nicht ein» rennen. Sie brauchen eben ein Polrzeigesetz, weil Sie die moder- nen Ideen, die Ihnen unangenehm sind, beseitigen wollen. Sie sprechen von sozialem Königthum: niemals ist aber ein Monaich so in den Parteikamps hineingerissen worden wie hier bei uns; Sie haben gerade die Unparteilichkeit des Königs zei stört. Wenn es einen Klassenstaat giebt, so ist eS Deutschland; und wenn es einen Staat giebt, wo das soziale Känigthmn M Berechtigung hat, so ist es Deutschland, wo das KöniglÜ-' ganz und gar Partei geworden ist.(Unruhe rechts.) Präsident w. Levrtzow: Diese Aeußerung kann ich zulassen, sie beschimp t unser Königthum.,,... Abg. Liebknecht(fortfahrend): Ick, laae nur, dafM-' (S § an den Monarchen. Wie wurden"sie empfangen? Es»f' ihnen gesagt, wenn Ihr nicht Ordre parirt, lasse ich all«S den Ha ,fen schießen,(llniuhe rechts.) Die Acußerungstandin Zeitungen. Und der König sagte weiter, er werde su�° Bergarbeiter Alles thun, wenn sie Ordnung hielten. � haben musterhafte Ordnimg gehalten; wie sind aber die gesp-ochenen Absichten vom„sozialen König" verwirklicht js-U den? Es ist im Wesentlichen Alles beim Alten geb.nd� Selbst konservative Blätter haben über die Kohlenbai one 4 schimpft, die auf das Wort des Königs nichts gegeben hfl»!?' Der Klassenstaat ist eben mächtiger als der Monarch,>wl>> er noch so mächtig. Thatsächlich ist aus die Bergarbeiter geM« worden, und im Ganzen h�ben sie zusammen 250 Jahrr� Zuchthaus und Gefärgniß während des Streiks erhau� während es zum Aufruhr eigentlich nicht gekommen ist- Londoner Dockarb.iterstreik habe ich selbst g> sehen, ebenso elemmtar entstanden, ohne sozialdemokratisches Welche Angst hat man aber hier bei emem Streik, und® ruhig»st man in London gebli.ben! Dort wußtesowohl die wie die Bürger und die Aristokratie, daß die A'beiter � Koalitionsrecht ausübten, wenn Hunderttausende durch die zogen. Da« freie Euglard ist so stark, daß es von keiner& völkerungsklasse etwas zu fürchten hat. Geben Sie au« Freiheit, so werden wir englische Zustände haben. Im dieses Jahrhunderts wurde den englischen Arbeitern au«/- __ I O»__ r:.:_____________"t.4».. 1 «-> K- mal das Koaliiionsrecht genommen, aber 1825 wieder weil infolge der Unterdrückung die Arbeiter sich in Organisationen� zusammenseblossen und zu S? --Ä übergingen. Seit 1825 b findet sich die englische Arbeusi beweaung in vollständig friedlichen Bahnen. Der Arbeil er' in Ergland jetzt ein gleichberechtigtes Wesen, nicht � Staatsbürger zweiter Klasse, wie bei uns. Die SB'1'!, dieser Freiheit ist die Ruhe, deren England ft«JL freut.(Rufe recht«: Der englische Arbeiter Hat/T mal da« Wahlrecht!) Nur noch ein ganz kleiner B-u- theil ist vom Wahlrecht ausgeschlossen. Studiren Sie ein Bischen, ich kenne die englischen Verhältnisse besser alsj-s, (Heiterkeit links.) Was haben Sie mrt dem Zuckerdrot 3«? Sozialreform ausgerichtet? Kein Arbeiter wird dadurch)£ der Sozialdemokratie fortgelockt. Diese Gesetze können Wirkung haben. Sie find nichts werth. Ohne Staatssoz'� muS kommen Sie auch nicht mehr aus. Wir werden«. staatsfeindlich hingestellt. Wer hat das Recht, zu sagen: J* diu der Staat!? Sie nicht! Keine Regierung! W>r i- hören All« zum Staat. Im Staat aber herischt eine und der find wir feindlich. Darum aber sind wir nicht drZ Staates. Im Gegenlheil wollen wir dem Staat � Form geben, daß er eine Wohlthat für das ganze s sei. Ihre Gesetzzebung geht darauf aus, einer Minorität zu nutzen, und die Majorität zu kr.ct°., damit sie nicht Opposition macht. Wir find eine eminent staatsliebende Partei.(Lachen rechts.) Sozialdemokratie ist allein im Stande, den heutigen mit LedenSkraft und Blut zu erfüllen. Wir find auch in � Sinne eine staatserhaltende Partei. Wir wollen den nischen Fortschritt, während Sie auf die mechanische Polizei und Soldaten rechnen. Mit physischer Gewalt sich aber kein Staat. Wir wissen auch, daß wir mit nichts ausrichten würden. Sie aber, die Sie die Gewalt F brauchen, sind staatsfeindlich. Gewalt ist öfter von Ihnen pewentet worden; das Deutsche Reich ist auch nicht K Rosenwasser und Phrasen zu Stande gekommen, sondern d"" Blut und Eisen. Die Gewalt ist Sache des archiom»«, Sie verwechseln uns mit dem Anar«�?, Vom Regierungstssch ist ja gesagt worden: Un» V/' die Anarchisten lieber als die Sozialdemokraten. Sie glff"®- mit dem Säbel Alles niederhalten zu können. An d'�? Glauben find aber schon Napoleon und andere Staatsmin»� die klüger waren als d,e heutigen, gescheitert. Sie alle, Herren, sind Anarchisten, jawohl, Herr Hartmann, Sie Anarchismus nennt man die absolute Regellosigkeit in der»� tigen Gcsellschafliortnung, das ist die Definition der W/, schaft. ES handelt sich darum, jetzt den Stcai zu sozialism'' Die Zeit ist da, wo die Welt entweder anarchistisch oder soff Uftlsch ist, und Sie, die Sie die heutige Gesellscboff Ordnung erhalten wollen, stürzen damit den heutigen©'ffs Gestern wurde uns der Vorwurf gemacht, daß ff, das Vaterland ziemlich Wurst fei, daß un«-ff Regierung Wurst sei, wenn sie nur gut sei. letztere ist richtig. Aber Sie find doch nicht j"? Vaterland, und wir find dutzend Mal mehr Patrioten wiej�l Wir wollen nur den heutigen Staat verjüngen, und ti lA, sich, ob Sie dieses auf gesetzlichem Wege durchführen roooff oder die Gesellschaft in den Abgrund hineinschleudern."l, Sozialismus ist die Partei, auf welche der Staat unM' Staatsmänner, wenn es solche gäbe, sich stützen müßtin. Zfl i zielbewußte Arbeiter ist Sozialdkmokrat und die es nicht stff überlassen wir Ihnen, bis sie gescheut werden. Wo»; Deutschland ohne die Arbeiterklassen? Wenn Sie auswandert®� würde Deutschland immer bestehen; wenn aber alle Arb�l i auswanderten, würben Sie verhungern. Alle Ardeiter V* empört über dieses Gesetz; Sie stoßen sie von sich, Diejeniffs die Ihre Schlachten schlagen, wenn das BP® land in Gefahr kommen sollte. Der Sozialismus will emr' neuen Geist in die heulige Gesetzgebung einführen. Wir st bis j-tzt niemals die Besiegten, die Geschlagenen find Sie kennen alle das Märchen von dem Bauer und y.fz Kobold. Der in jeder Ecke seines Hause« von dem bo!' Geist beunruhigte Bauer steckt schließlich sein Hau« an& fährt mit seinen Siebensachen davon, nur um den Kobold zu werden. Wie er aber auf dem Wagen fitzt, hört er B. Stimme des Kobolds: Es wird dort sehr heiß und es ist(?ff daß wir nun fort find. Sie werden die SoFff, demokratie so wenig los werden, wie jener Bauer Kobold, aber Sie stecken auch da« Hau« in Br«"' in dem wir Alle wohnen. Bei der französischen volution ging ein neuer Hauch durch die Welt, e« die Revolution de« dritten Stande». In Deu.schiand wom aufgeklärte Geister sich dem Hauch der Neuzeit nicht verschlief und die Rrform, die in Frankreich gewaltsam eingeführt wff hier auf gesetzlichem Wege durchfitzen. Männer wie Stein- si damals aber noch nicht am Ruder waren, gehörten dieser tung an. Eine andere Partei aber wollie sich auf die 21®® Friedrichs de« Großen stützen, sie war schneidig und glaubte ZOOff Widerstand niederkäinpfen zu können. Doch es kam ander»!" Niederlage in der Champagne, es kam Jena. Da erst wandte sich an jene Staatsmänner, die sich dem Hauch der Aeui. nicht wioersetzen wollten: Stein und Hardenberg kamen o. Ruder(Lachen rechts) und diese führten, wie Ihr Pffff genösse v. Treitschke sagt, die soziale Revolution der®tB ordnung durch. Auch heute stützen Sie sich auf das Hoer, wieder eine neue Idee in die Welt gekommen ist: die � freiung nicht drS Bürgerthums, sondern des vierten Stano ES gilt, für die alte bürgerliche Gesellschaft neue Foffff. u schaffen, und dieser Forderung verschließen Sie\t ?ie stehen jetzt am Scheideweae, und die Kalasttop ist nicht fern: ein neue» und größeres Jena. Ich will". an Ihr Gefühl oppelliren für meine Parteigenossen. Aber Interesse des Vaterlandes, Ihr eigene» Interesse steht aus 0 Lok P bidi emr bezi an» Fca 24. will Zä. «au Die M \ xätt»* m»? ®'!la'en zerstören ist leichter, als Staaten gründen. Sehr richtig! rechts.) Wir können für eine Kam- Mrsberathunz nicht stimmen, rufen Ihnen aber zu: Thun fJt' �®ie"'cht lassen können, wir werden unser Schuldig- rm mcht versäumen. .Bcs Haus vertagt sich um 4?! Uhr. Nächste Sitzung: l Uhr(Fortsetzung der Berathung). Nonrmunsles. t. 5" de» Eommnualwahlen. Von einer Versammlung i'a demokratischer Vertrauensmänner, die am Sonntag im fir ir Herrn Henke, Biumenftr. 38 stattfand, wurde bt- dj!>.' den Wähtern 3. Abtheil, folgende Herren'als Kan- . Jt,. dei den bevorstehenden Stadtverordnctenwahlen zu M-Hlen; Ii. Wahlbezirk: Tischler Fritz Zubeil; 13. Wahl- . Eigarrenhändler Otto Klein; 14. Wahlbezirk: Rechts- NaltAnhur Stadihagen; 15. Wahlbezirk: Stadtverordneter �utzauer; 17. Wohlbezirk: Eigarrenhändler Börner; �.Wahlbezirk: Gastwirth G. Tempel; 27. Wahlbezirk: Gast- ?-"d O� Heindorf; 33. Wahlbezirk: Vergolder Emil Böhl; Wahlbezirk: Expedient R. Herzfeldt; 41. Wahlbezirk: M�ann Vogtberr; 42. Wahlbezirk: Gastwirth Gründe!. Aufstellung dieser Kandidaten soll in den Wähler- I«nmlungen der bezüglichen Bezirke erfolgen, Lolmler-. irnAtr?* Jkeigen der Fleischpreise in Kerlin kennzeichnet erJ.RfWbt Tabelle, weiche aus den Monatsheften des kaiferl. <», Wsche» Amts zusammengestellt ist. Die Preise sind die «..Mvhandel für 100 Kilogramm in Mark gezahlten und sich hei Rindern, Käibern und Hammeln für Fleisch- »ei* i.'• das voraussichtliche Gewicht der vier Viertel, auf Ii»,« Jü* Stückpreis des Thiers nach Abzug des vermuth« v'n? ,;®ttths von Haut, Kopf und Schlachtabfällen(Kram) A>»0 Schweinen ist das Lebendgewicht mit tat ,.!'-°ra zur Berechnung gezogen. Bezüglich der Ouali- Ar-if dcmerft, daß bei den Rindern das Mittel aus den II,™ für Ha., bei den Schweinen die höchste Notirung für den Kälbern die niedrigste Notirung l-. und bei dm Ueb?,> das Mittel aus den Preisen für la. gilt. Im ffit man aus der Tabelle, daß die Preissteigerung anaeWt tr' Schweine und Kälber noch im September . dat. während das Hammelfleisch bereits im sttmii>>'t™tn höchsten Stand erreicht halte. Am niedrigsten im SV 8 Rindfleisch im Januar d. I., das Schweinefleisch im qninnber, das Kalbfleisch im März, das Hammelfleisch Preis, Bis zu letzterem Monat zeigen überhaupt alle allgewei""«' schwankenden Charakter, dann aber beginnt die des Eink!i Steigerung, bei der das Schweinefleisch tn Folge erbotS allen anderen Fleischfortm weit voraus eilte. die �ie z Preis» � letzten Spalten der Tabelle ergeben, wie groß die in«. Änderungen im letzten Jahre in absoluten Zahlen und tz�rlenten gewesen find. Man ersieht daraus, daß das st ii»"� fleisch /ejt September v. I. um 30 pCt.. das üie»�"f� um 17,7 und das Rindfleisch um 7,7 pCt. ge- rük,» ist, während das Hammelfleisch infolge des PrerS- einem Septtmber um 3,3 pCt. billiger ist, als vor berliner Fleischpreise im Großhandel v ro 100 Kilo g ramm. Mder Kr� harmnel Sept. 1888 93 00 93�)0 87.00 93.00 Oktd. 1888 93,40 98,00 98,00 Nov. 1888 91,75 95,00 Dez. 1888 91,80 92,80 95 00 95,30 91,00! 90,25! 85,60 Iwcat 1889 92,50 «"".�7,00 lom.: 91/00 �»mwel i 85.50 unr 1889 95,50 100,00 92,50 90 50 September 1889 lheurer(4-) bez. billiger(�) als September 1888. | absolut| in pCt. 7,40 1+28,80 Wiederum ist eine«e«e Ktratze für den öffentlichen freigelegt worden. Es ist dies die Straße 5 des Be« Do"Ngzplanes, welche wie alle Seitenstraßen der Wienerstraße Trüti � bis zum Landwehrkanal durchgeht. Außer der Mj. Querstraße, deren Durchführung wegen Schwierigkeiten w°rn Grundstücksbesitzern noch nicht erfolgen konnte, rst hier i�ev"x rine Straße, die letzte des Bebauungsplans, freizu« Pahnx r nn wird die ganze Gegend südlich vom Görlitzer W».' von einem Netz rechtwinklich angelegter Verkehrswege ®t(Sj!hBen f"u. Vor reichlich 15 Jahren mußte man in dieser Ämio. rfloch über eine große Wiese gehen, deren mooriger hebe« unter den Füßen elastisch senkte; heute er- au« ringsum stattliche Häuserreihen, und die über- »uZo.k?°»B°uthätigkeit wird die noch vorhandenen Lücken bald ffrhlen- hoben. Als ein sehr schwerer Uebelstand wird daS «ner Brücke über den Landwehrkanal empfunden. fchch+Ke würde für diesen Sladttheil ein großartiger Auf- Wj,.» herbeigeführt werden, indem sie den Weg nach dem dys«Mien Rixdorf erheblich verkürzen und die große Ebene, o�re Spxxxbett, bis nach Johannisthal hin für Bau- Äns- schließen würde. Die Terrainverhältnisse sind hier so HMa»,' baß Berlin sich noch über eine volle Ouadratmeile �reiH°u?dehnen, also fast das Doppelte seiner jetzigen Größe V konnte. , Kteckbrief hat die Staatsanwaltschaft beim He K.??i* hinter den Rechtsanwalt Dr. Felir Cohn erlassen. ItoS, Schreibung des Flüchtigen ist folgende: Alter 39 Jahre, 1.30 Meter, Statur: untersetzt, Haare: dunkelblond, �vnd m' Bart: dunkelblonder Vollbart, Augenbrauen: dunkel- i HchUf Ucen: ein Glasauge, Nase: gewöhnlich. Geficht: oval, °St bi». llesund, Sprache: deutsch. Besondere Kennzeichen: »'°u»z Pmcenez. � sroben Unfug" vor dem stcheren Tod«t>«- »Uhr'Ä autregenoe Szene erschieckte heute Morgen gegen � der o'•'�cheu Possanten der Allen Scbönhauserstraße, b�onn� �uzenstraße. Den Fahrdamm dieser Ecke wollte um fc"01»»,-""Miuiune. Jijen �zayroamm vir, er(sae iduuic um Mße wnipVi die 42jährige Wittwe Großmehl, Neue König- "tzwie m.�?hofl- überschreiten, als ein Pferdebahnwagen der � Srov�Rathhaus he.' ein herannahte, vor welchem vorbei je- Unh�i das gegenüberliegende Trottoir eneichen wollte. Ii* de» ch?unene glitt ober auf den Schienen aus, kam direkt s&i aller c» den zu Fall und obwohl der aufmerksame Kutscher bremste, gelang es ihm nicht mehr, den Stehen zu bringen. Schon hatte sich das rechte n �6 Quf Qonfintpfpr hi>m der am �"depst," auf wenige Zentimeter dem Kopfe der am oge» ,?5?den genähert, als plötzlich der Pferdebahn- d-- v.» O C st Y* ♦ r r; v v***/-44g? wvl. jvvvv*'»»»/•» »shten(g-y' 8 l e j st e»nd so zum Stehen gelangte. Auf der st.�derhanx hatte ein Stein gelegen, welcher muthwillig von ill«. o-rurs»�Äelkgt, die Entgleisung des Wagens zur rechten dm�fahre'�ie und Frau G. vor dem drohenden Tode des de»-�»dens gerettet. Abgesehen von einigen leichteren tv.!. blns"�ursachten Kontusionen kam die Wittwe G. te feilfp Schreck davon und konnte sich allein, ohne � Ä- nach Hause begeben. Gl« Ueberfall ist dem zufolge in der Nicht zum Montag an dem Gürtler Hermann Schwartz im Hum- boldthain verübt worden. Der Genannte hatte sich vorher mit seiner Braut in einem Lokale auf dem Gesundbrunnen be- fundm und war dort mit einem Manne in Streit gerathen, weil dieser das junge Mädchen belästigt hatte. Auf dem Weg nach seiner Behausung m der oben bezeichneten Gegend ange- langt, wurde er von seinem Gegner, der sich im Gebüsch ver- borgen gehalten, gepackt und durch einen Messerstich schwer verletzt. Megen Mordangriffs auf fein» Frau wurde der Schneider P., in der Gormannstraße wohnhaft, vorgestern ver- haftet und der Staatsanwaltschaft übergeben. Am Freitag kam P. ziemlich betrunken nach Hause und versuchte seine Frau, die sich bereits zur Ruhe begeben hatte, zu erwürgen. Die kleinen Kinder des Ehep rares waren Z ügen der That, wagten aber aus Furcht vor dem Vater, der sie bereits wiederholt mißhan- delt hatte, wenn sie bei seinen Zwistigkeiten mit der Frau auf Seite der Letzteren traten, nicht nach Hrlfe zu rufen. Der Frau gelang es, sich nach verzweifeltem Ringen dem Manne zu ent- winden und bei Nachbaren ein Unterkommen zu finden. Un- friede mit der Frau scheint der Grund der schrecklichen That zu sein. Gta bedauernswertster Unglücksfall trug sich am gestrigen Vormittag in dem Hause Wolgafterstr. 1 zu. Die dort wohnhaste Zigarrenmacherfrau Pauline Stroph stürzte beim Abstäubln von Bildern von einer Leiter und kam so unglücklich auf einer Bettstelle zu Fall, daß sie eine lebens- gefährliche Verletzung durch Zerreißung innerer Organe erlitt. Der zu Hilfe gerufene Arzt ordnete die schleunige Ueberfüh- rung der Verletzten nach dem Lazaruskrankenhause an. Der Zustand der unglücklichen Frau St. giebt leider gar keine Hoff- nung auf Genesung. Haussuchung. Gestern morgen gegen 10 Uhr wurde bei dem Metalldreher Herrn Grieß, Herrmannstraße 24 in Rix- dorf, eine polizeiliche Haussuchung nach verbotenen Schriften abgehalten. Gefunden wurden zwei Liederbücher und einige Nummern des in London erscheinenden Sozialdemokrat. Polizelbericht. Am 2. d. M. Nachmittags fiel der Kutscher Begel vor dem Hause Strelitzerstr. 23 von seinem Arbeitswagen herab und zog sich eine Ouetfchung des rechten Armes und des Unterleibes zu, so daß er nach dem Lazarus- Krankenhanfe gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit wurde der auf dem Schlesischen Bahnhofe beschäftigte Post- schaffner Henning beim lleberschreiten der Geleise von einer Rangirlokomotioe erfaßt und gegen die Bordschwelle des Bahn- steigs gedrückt. Er erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald darauf verstarb.— Am 3. d. M. Vormittags stieß in der Küche der Wittwe Scholz, Münzstr. 23, ein zweijähriger Knabe einen auf dem Fußboden stehenden Kessel mit kochendem Wasser um und erlitt dadurch so schwere Brand- wunden am ganzen Körper, daß er nach dem St. Hedwigs- Krankenhause gebracht werden mußte.— Mittags wurde ein Tapezirec in seiner Werkstatt in der Lieg- nitzerstraße erhängt vorgefunden.— Nachmittags wurde in der Chausseestraße, vor dem Haufe Nr. 33, ein Buchbinder von einem Soldaten umgerannt und erlitt dabei einen Bruch des rechten Beines, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit erschoß sich auf dem Hofe des Grundstücks Schützenstraße 13 im Abtritt ein Handlungsgehilfe. — Abends wurde ein Schlosser in seiner Wohnung in der Müllerstraße erhängt vorgefunden.— Kurze Zeit darauf fand vor dem Bartel'schen Tanzlokale, Brunnenstraße 145, eine Schlägerei statt, wobei der Schmied Schulz eine bedeutende Schnittwunde am Arm und der Maurer Mansch mehrere Messerstiche in den Hinterkopf erhielt. Die Verletzten wurden nach der Charitee gebracht.— Im Laufe des Tages fanden an vier verschiedenen Orten kleinere Brände statt, welche von der Feuerwehr gelöscht wurden.- Am 4. d. M. Vormittags ver- suchte ein Stadtreisender in seiner Wohnung in der Garten- straße sich durch einen Schuß mittelst eines[Revolvers in den Mund zu tödten, brachte sich jedoch nur eine Verletzung im Gesicht bei und wurde nach der Charitee gebracht.— Zu derselben Zeit stürtzte der Arbeiter Schubert auf dem Hofe des Grundstücks Prinzessinnenstr. 19 in die leere Aschgrude und erlitt dadurch anscheinend schwere innerliche Versitzungen.— Nachmittags war in der Wohnung des Töpfers Sasse, Fran- fecksstr. 17, auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer entstanden. Beim Eindringen in die mit Rauch erfüllte Stube wurde die 4jährige Tochter desselben erstickt vorgefunden.— Abends sprang ein Musiker in selbstmörderischer Abficht von der Krön- prinzenbrücke in die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach der Charitee gebracht. CHeuirlits-üintmitj. Die Grnnan-Affaire vom Jahre 1887 scheint nun doch selig entschiafen zu wolle«. Es wird uns folgendes, an den Maler Herrn Hermann Dombusch gerichtetes Schreiben zur Veröffentlichung übergebm: Königliches Amtegericht Cöpenick, den 30. Oktober 1889. In der Strafsache gegen Sie C 57/89 wegen Vergehens gegen das Gesetz vom 21. Oktober 1878, werden Sie hierdurch bmachrichtigt, daß die Staats» anwattschaft die Klage hat fallen lassen. Beglaubigt Kramer als Gerichtsschreiber.— Nun hat Europa doch endlich vor dieser Seeichlange Ruhe. Eine« beijpirlloje» Cyniomu» hatte bei Gelegenheit einer Beerdigung eine Gefellschaft aus bürger- l i ch e n Kreisen an den Tag gelegt, die gestern vor dem Schöffengerichte am Amtsgericht 11 stand. Sie bestand aus dem Maurermeister Löwe, dem Zimmermeister Rau und dessen Ehefrau, dem Hausverwalter Pohl nebst Frau und dem Fuhr- herm Struck. Die Angeklagten waren miteinander eng befreundet und machten Sonntags regelmäßig Ausfahrten mit einander. Nun hatte Rau einen Schwiegervater, einen allein- stehenden Rentier, der sich über die Einsamkeit seiner alten Tage durch ein freundschaftliches Verhältniß mit einer jungen Dame hinweg zu täuschen suchte, die in dem von Pohl verwalteten Hause in der Schulzendorfer- straße wohnte. Da Rau und seine Frau annahmen, baß der alte Herr seiner Freundin mancherlei Zuwendungen macht und sie das Vermögen desselben bereits als ihr Eigenthum be- trachteten, jede Schmälerung desselben daher auch als einen An- griff auf ihr Erbe ansahen, so waren sie auf den alten Herrn wie auf dessen Freundin nicht wenig erbittert und diese Er- bitterung wurde von der ganzen Gesellschaft freundschaftlich mitempfunden. Im Februar d. I. starb die betreffende Dame am 13. Februar sollte dieselbe auf dem Friedhofe der Dankes- kirchengemeinde beerdigt werden. Löwe war an dcm Beerdigungstage im Sterbehause gewesen, hatte Tag und Stunde der Beerdigung in Erfahrung gebracht und seinen Freunden mitgetheilt. Da es gerade Sonntag war, so beschloß man, die für den Nachmittag anae- " te Schlittenpartie nach dem DankeSkrrchhofe zu lenken. So efchah es denn auch. Als der Leichenzug ankam, begleitete ie Gesellschaft denselben. Dabei gebrauchten die Angeklagten mit lauter Stimme die gemeinsten und widerlichsten Redens- arten. Ditfes Gebahren wurde auch auf bem Friedhofe und am offenen Grabe fortgesetzt. So spie Löwe laut in das Grab hinein; Frau Pohl rief einigen Knaben zu:„JungenS, wenn das Grad wird zugefüllt fein, dann trampelt recht derbe darauf rum, damit das H....-A.. um so schneller verfault." Rau setzte sich auf ein Grab und riß die ärgsten Zoten, die- selben mit schimpflich gemeinen Gesten und Körper- bewegungen begleitend. Wäre nur die Verstorbene beschimpft setz gesi worden, so würden die Angeklagten wahrscheinlich straflos a»?. gegangen sein, da ihnen die Dehnbarkeit des Begriffes„wider besseres Wissen" zu Gute gekommen fein würde, aber sie bc- schimpften und beleidigten auch die Leidtragenden und V-rr« wandten der Verstorbenen direkt. Unter Anderem soll der Fuhrherr Struck, der einen von den beiden Schlitten der Ge- sellschaft fuhr, den Leidtragenden»ugerufen haben;„Soll ich Euch alle miteinander nach dem Motkenmarkte fahren?" Vor Gericht kam zunächst der Zimmermeister Rau in eine fch-ef« Situat'on. Er wollte noch unbescholten sein, aus den zur Stelle geschafften Personalakten wurde ihm aber ein langes Strafregitter wegen Diebstahls u. s. w. vorz?- halten. Der Gerichtshof nahm an, daß die Gesellschaft nur nach dem Kirchhof gekommen sei, um die Beerdigung zu stören, weshalb eine strenge Bestrafung am Platze scheine. Pohl und Struck hätten zwar freigesprochen werden müssen, weil sich nicht mit voller Bestimmtheit habe erweisen lassen, ob sie die ihnen, zur Last gelegten Aeußerungen auch wirklich selbst gethan, die übrigen Angeklagten seien aber sämmtlich übersühct und dem Grade ihrer Theilnahme entsprechend streng zu be- strafen. Deshalb fei Löwe zu 100 Mark, Frau Pohl zu 150 Mark, Rau zu 300 und dessen Frau zu 100 Mark zw verurtheilen und für den Fall des Unvermögens für je 5 M,rk ein Tag Gefängniß zu fubstituiren gewesen. Wegen der Art der inkriminirten Aeußerungen und Handlungen war während der Verhandlung die Oeffentlichkeit ausgeschlossen worden. Der(lZerichtsnoUsieher Jossa«« Carl Herman» Posst und dessen Bureauvorsteher Paul A d a m y standen gestern unter der Anklage des Amisvergehens vor der 4. Straf- kammer hiesigen Landgerichts I. Herr Pohl ist bezüglich seiner Geschäftsfühlung nicht ganz vorwurfsfrei; das ergiedt sich aus der Thatsache, daß er bereits llmal mit Disziplinarstrafen be- legt worden ist. In dem j tzt zur Anklage stehenden Fall handelt es sich um ein Vergehen gegen§ 348. Pohl wird be- schuldigt, als Beamter recht erhebliche Thatsachen vorsätzlich falsch in die Register eingetragen, Adamy aber, ihm dabei Hilfe geleistet zu haben. Der Besitzer des Cafe Central in Halle, Herr Die', hatte gegen einen hier anfäisigen ehemaligen Theaterdircktor eire gerichtlich erstrittene Forderung von 37.50 M., mit de en Eintreibung der Gerichtsvollzieher Pohl betraut wurde. Der- selbe begab sich am 8. Februar in die Wohnung des Schuld- ners, wo er nur die Ehefrau antraf. Dieselbe erklärte, daß die vorhandenen Möbel nur Leihmöbel seien, der GerichtSooll- zieher legte aber die Siegel an und setzte gleich einen Ver» steigerungitermin auf den 28. Februar an. AIS der Schuldner von seiner Ehefrau das Vorgefallene erfuhr, begab er sich so» fort auf das Bureau des Gerichtsvollziehers, zahlte an den Vorsteher Adamy 20 M. ab und erwirkte von demselben d:e Genehmigung von Theilzahlungen. Diese Theilzahlunzeir leistete der Schuldner auch mehrere Male, in den Alt« des Angeklagten Pohl ist jedoch weder hierüber etwas vermerkt, noch ist die Bewilligung von Theilzahlunrn-n irgendwie registrirt oder dem Gläubiger bekannt gtaehm worden. Als Letzterem die Zeit zu lang wurde, fragte er am 24. März bei Pohl nach dem Stande der Sache urro erhielt darauf einen so wenig befriedigenden Bescheid, daß er sich bei dem aufsichtsführenden Amtsrichter beschwerte. Lctzsirer forderte am 3. April den Pohl zur Einreichung seiner Akten auf, dieselben gelangten aber erst am 15. April in die Hände des Gerichts. In der Zwischenzeit ereignete eS sich, daß Herr Okel in Halle nickt nur sein Geld erhielt, sondern daß auch der Angeklagte Adamy zu demselben reiste, um ihn zu bewegen, die Beschwerde zurückzunehmen. Herr Dkl war auch autmüthrg genug, dem Bittst«ller ans sein dringendes Ersuchen eine Bescheinigung darübcr mitzugeben, daß ohne sein Wissen in feiner Abwesenheit von eineinem Familienmitgliede dem Schuldner Ausschub gewährt worden sei. Uebcr diese angebliche Thatsache, wie über mehrere in der Angelegenheit gepflogene Korrespondenzen. fanden sich betr. Registraturen in den Akten, dagegen fehlten solche über einige dem Schuldner gemachten Mittheilungen und als das Amtsgericht die Akten sehr genau durchsah, kam te-w der Ueberzeugung, daß die verschiedenen Registraturen über die Theilzahlungen, Fristwahrungen ic. den Thatsachen nicht entsprechen konnten, sondern wahrscheinlich nachträglich erst in die Akten gekommen sind, um die vorgekommenen Unregelmäßigkeiten zu verdecken.— Beide Angeklagten bestritten jede Schuld und behaupteten, daß etwaige Unrege'- Mäßigkeiten nur auf die im Drange der Geschäfte leicht erklärlichen Vergeßlichkeiten oder unterbliebener Uebertragimg von Bleistiftnotizen zurückzuführen seien. Der Staatsanwalt hielt den§ 348 für zweifeltos verletzt und beantragte gegen Pohl vier Monate, gegen Adamy zwei Monate Gefängniß. Der Gerichtshof zog es aber doch vor, auf Freisprechung zu erkennen, da er trotz aller belastenden Momente es doch nicht für ganz ausgeschlossen erachtete, daß die Ange- kwgien den Vorsatz einer Aktenfälschung nicht gehabt, sonder» nur aus Vergeßlichkeit Jrrthümer begangen haben. Soxinle HederfiUit. An dl« Fabrikant«« der Tabaksbranche wendet sich die Lohnkommitfion der Tabakaibeirer mit folgendem Schre den: Geehrter Herr! In einer am 14. Oktober d.J. stattgefunden ear Tabokarbetter- und Arbeiterinnen-Versammlung wurde von der, in einer vorhergegangenen Versammlung gewählten Lohn- kommisfion der auegearbeitete Lohntarif von sämmtlichen Bn» wesenden, ca. 1000 Personen, einstimmig ang nommen. D« Motivirung des LohntanfS wurde mit dem Hinweis darauf gegeben, daß die Lebensbedürfnisse seit geraumer Zeit eno m gestiegen, und cZ daher jedem in der Tabaksbranche befind. lichen Arbeiter sowohl wie jeder Arbeiterin unmöglich ist, dei den jetzt bestehenden Löhnen ihre nolhwendigen Ausgaben zu bestreiten. Wenn nun endeSunterzeichnete Lohnkommissiou Ihnen den nachstehenden Lohntarif hiermit unterbreitet, f» erwartet und hofft dieselbe, daß Sie den Tarif akzeptiren und somit dem Wunsche der hiesigen Tabakarbeiter und-Arbeiterinnen Rechnung tragen werden. Im Voraus glauben wir annehmen zu dürfen, daß Sie von keinem Vorurtheil befangen find, fon- dern daß Sie den Lohntarif prüfen und dann selber erterne» werden, daß die darin ausgestellten Forderungen m keiner Weise als unbillige betrachtet werden können Jnbem wir Sie freundlichst ersuchen, Ihre werthe Antwort an einen der unterzeichneten Kommissionsmitglieder bis zum Sonnabend, den 9. November er., gelangen zu lasse«, bemerken wir noch, daß wir jeder Zeit zu mündlichen und schriftlichen Mittheilungen gern bereit sind. Die Lohnkommiflion. I. A.: H. Gumpet, NO., Barnimstr. 36, t Treppe; W. Herrmaa« O. Krautstr. 50-, 4Tr. DerMinimal- Lohntarif der Tabakarbeiter und-Arbeiterinnen Berlins lautet: l. Für Zigarcenarbeiter. 6 M. Rollerlohn auf Formarbe-r. 9 M. Rollerlohn für Handarbeit. 16,50 M. Arbeitslohn für Handarbeit, bei welcher der Zigarrenmacher sich die Wickel selbst macht und vollständig zubereitetes Material er» hält(gerippte Einlage, aufgesetztes Umblatt und D ck- blatt). 13 M. Arbeitslohn für Handarbeit, aha? zubereitetem Umblatt und Einlage, aber aufgesetztem Deckblatt. 10,50 M. Arbeitslohn für Hauearbeit und Amm 16 50 M. Arbeitslohn für HmSarbeit auf Hand. Die sog" nannte„Wilde Handarbeit" mit dem System Schäper(3 Forme) ist der Lohnrudrrk 9 M. Rollerlohn und 5.50 M. Wickelmach r. lohn gleich zu stellen. Bei schwererm Jasons oder schlechteren Material treten höhere Lohnsätze nach Vereinbarung ein. 2. Für Zigarren-Sort'rer. 0,80 M. ohne jede Nebenarbeit. 1,05 M. mit Nebenarbeit. 3. Für Wickelmacher. 3,50 33. I Lohn auf Formarteit. 5,50 M. Lohn auf Handarbeit. (Alle» per Mille). Säunotlicke Nebenarbeiten,-wie W ckel- kehren ic., fallen fort. 4. Für Packmacher oder Zurichter des Deckblatt« u. f. w. 12 M. Wochenlohn. 5. Für Tabak-Ripper. S M. Wochenlohn. Vevfnnrrrrlungcn. Ziemlich lebhaft war der Verlauf der Versammlung des sojialdemokratischen Wahlvereins im 5. Berliner ReichstagSwahlkreise, welche am Montag im Saale der Brauerei„Konigstadt* außei st stark von den Wählern des 5. Kreises besucht, stattfand, um zunächst den 1. Punkt der Tagesordnung:„Aufstellung eines Kandidaten�!zu erledigen. Die Verhandlungen wurden mit der Verlesung einer Reso- lation eröffnet, welche den Kaufmann Mb. Auerbach als Kan- di baten wünschte. Der Vorfitzende, Herr Fritz Berndt, unter- stutzte diesen Antrag, indem er ausführte, daß, nachdem Redakteur Curt Vaake eine Kandidatur abgelehnt hatte, der Vorstand sich nach geeigneten Persönlichkeiten umgesehen habe «nd zu dem Schluü gekommen sei, Alb. Auerbach als den ge- eizn elften vorzuschlagen. Auerbach sei augenblicklich bettlägerig und am Erscheinen verhindert sei. Er habe dagegen erklärt, daß er eine Kandidatur anzunehmen bereit sei. Herr C. Vaake tritt für die Kandidatur Auerbach'« ein. Auerbach sei zwar noch jung, aber ein überzeugter Genosse, der die Fähig- keit besitze, eine intensive Agitation zu entwickeln, hie im 5. Wahlkreise unbedingt n ö t h i g sei, um die große Masse der Unaufgeklärten zu überzeugen. Herr Kutz- dach glu. br kuum, daß man einen Kandidaten proklamiren könne, der sich nicht vorgestellt habe, der nicht anwesend sei. H«r Äladihaaen fcaat an, warum man Grolhe nicht wieder «Melle. Er habe fich in Halle, wo Grothe wohnt, nach diesem erkundigt und allerdings erfahren, daß er keinen besonders regen Antheil mehr an der Agitation in der letzten Zeit nehme. Dock sei dies kein Grund, ihn fallen zu lassen. G. wäre als Handwerker der geeignetste Kandidat für den V. Wahlkreis. IWiderspruch.) Herr Kutzbach will doch nicht so leicht über die U-ilhätrgkeit G.'s hinweggehen. Dann habe aber G. bekannt- irch bei den 1887er Stichwahlen einen offenen Brief im„Ber- lmer Volksblatt� erscheinen lassen, m dem er seine Wähler auf- forderte, für den Deutschfreisinnigen zu stimmen. Als Grund, dresen Brief zu schreiben, habe Grothe angegeben, er sei von verschiedenen Wählern des V. Wahlkreises um Rath in dieser Angelegenheit befragt wor- den. Nun sei aber Niemandem von solch' einer Anfrage um Rath bekannt gewesen; ans eine Aufforderung der Genossen Berndt und Franke hin, die Namen zu nennen, babe Grothe die« abgeschlagen Einem Mann, der so mit der Wahrheit um- springe, könne er(Reder) nicht sein« Strmme geben. Herr Stadt- Hägen will nicht ohne W-iteres einen Abwesenden verurtheilt sehen und schlägt vor, daß der Vorstand de« Wvhlvereins noch ein- mal Erkundigungen bei G. einziehe.(Ruf: Oho.) Herr G-bbert ist anderer Meinuno. Wer eS fertig bekomme, 3 Jahre lang zu schlafen, sei entschieden kem geeigneter Mann. Der Umstand, ausgewiesen zu sein, gebe doch noch keinen Freibrief in« Barlament. Dieser Umstand berechtige auch nicht, sich von jeder Agitation fernzuhalten. Herr Lippmann weist darauf hin, daß e» gewrß ein Bedeutendes sei, wenn Auerbach die sozio- listischen Ideen in den Kreil, n der Kaufleute zu verbrcrlen s> che, wobei er überall auf Vorurtheil und Widerstand stoße. Nach langer Debatte, in deren Verlauf noch die Herren Drechsler Orio Wotff und Mechaniker Jccubik, der augenblicklich in Plötz njee eine 3jährrge Gcsär.gnifcstrafe abmacht, als Kandidaten vorgeschlogen wurden, wird beschlossen, eine neue Versammlung e nzubeiufen, in der diese Frag« endgiltig erledigt werden soll. BiS dahin soll sich der Vorstand nach geeigneten Kandidaten umsehen. Hierauf hielt Herr Curt Baak««wen beifällig auf- genommenen Dortrag über: Die nächsten Wahlen und ihre Bedeutung. Es wurden hierauf folgende Resolu- Z onen einstimmig angenommen:„In Erwägung, daß die Zölle auf die n o t h w en d ig sten Lebensmittel des Volkes geignet sind, die Tgschen der SchnopSbrenner und Krautjunker auf Kosten deü Volkes zu füllen, die Löbens- läge des Volkes dagegen immer mehr herab zu drücken, fordert i-ie heutige Versammlung de« sozialdemokratischen WahlvereinS für den sünfien Berliner Reich« tags Wahlkreis den Reichstag auf. dies« Zölle zu beseitigen.� Ferner:„Die rc. Der- sammwng bcschlußt, nur bei solchen Schank- und Gastwirlhen zu verkehren, welche das„Verl. Volksblatt' und die Berliner „Bocks. Tribüne' auSzuliegen haben, und dahin zu wirken, daß »immtliche Kranken- und Vereinszahlstellen nur bei solchen Wwthen errichtet werden, die fich mit den Arbeitern solidarisch ertlären.' Hierauf schloß die Versammlung mck einem Hoch auf die Sozialdemokratie.— Nächste Versammlung am DienS- tag bei Bötzow, Prenzlauer Alle«. Eine stark besuchte Nalkauersammluug tagte, wie mir nachträglich noch zu melden haben, am Sonntag vor acht Tagen w der„Gambnnutbrauerei' in Charlottenburg Be- jwlvssen wurde die Gründung eines„Sozialdemokratischen Wahloereins sür den ReichStagSwahlkrei« Teltow- BeeSkcw- Sio.kow-Charlottenburg.' Der provisorische Vorstand wurde «u« den Herren Wernicke, Hopp, Schu z-, Dransfeld und Voigt gebildet, nachdem voiher die Slatuten e° bloc angenommen waren. Herr Buchdrucker Wilhelm Werner, der Kandidat des K-liseS, hielt hierauf einen mit lebhaftem Beifall auf- genommenen Vortrag über die„Deutschfteifinnige Partei rud die Arbeiter', an den sich eine ausgedehnte Debatte anschloß. Sodann wurde in Sachen der Lokal- frag«»erhandelt. Getadelt wurde das Verhalten de« Repaurateurs Hmn Wodrich, der zue> st versprochen, sein Lokal zu allen Versammlungen herzugeben, nun ober nicht Wort hält. Beschlossen wurde ferner, da« Bier der Spandauer Skrgbi auerei und der Berliner Bärenbrauerei(die letztere hat «nmischrn nachgeg,bep. Red.) nicht zu trinken und die Produkt« von Bolle und Loeser u. Wolss nicht zu kaufen. Auch ei« weiterer Antrag fand Annahme, in welchem die Arbeiter Czarlottenburg» fich ve» pflichten, nur bei denjenigen Wirthen zu verkehren, welche da«„Verl. Voiksblatt' und die„Volks- T'.idüne' halten. Mit e«nem dreifachen, begeistert aufge- ::omm«nen Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die Versamm- lung. Der Verband deutscher Gold- und KUberarbetter und verwandten Berufsgenossen(Zahlstellt Berlin) hielt am Montag, den 28. Oktober, seine erste Generalversammlung in Fe««» stein'« Lokvl, Alt« Jakobstr. 75, ab. D,e Tagesordnung lautete: 1. Aufnahme neuer Mitgtieder. 2. Verlesung der Statuten. 3. Wahl der gesammlen Ortsverwaltung. 4. Ver- schredeneS.— Auf Antrag des Herrn Behrendt wurde der zweite Punkt der TagrSordnung an Stelle de» ersten Punkte« gefetzt. Der Vorsitzende rerlas die Statuten; an düselben jchtoß sich eine lebhafte Diskussion. Die Herren Holtkamp und WL Behrendt machen auf die Schäoen und Nachtseiten im Goldjchmiedegewerbe aufmerksam, besonder« auf die übermäßig laug« Ardeuszeit, welch« allein die Schuld an dem geringen Durchschnittsaller der Goldschmiede trage. Die Redner legten de» Anwesenden den Anschluß an den Verband warm an'« Herz. Herr Holtkamp intt außerdem ganz energisch sür die obli- Kalorische Sinfuhiung de« Organ«„Der Goldarbeiter' ein. Herr Lhrchoph glaubt die Bedenken ewiger Kollegen zerftreuen zu tsirssen, welche glauben, daß die Akkordarbeit nun mit der G«nbuvg de« Verein« sosort fallen � müsse; da« könne erst auch und nach geschehen. Redner hält die Festsetzung«weS N iriimaUohne» jür das Wichtigste und kommt zu dem Schluß, baß»« für die Goldschmiede beschämend sei, wenn die Aus- p-b-rnten 12—15 M. pro Woche verdienten. E« wird nun die obligatorische Einführung de« Organs beschlossen, eS soll dasüc em Ertrakeitrag von 5 Pf. pro Woche erHoden werden. Zu Punkl 2 ließen fick ungefähr 200 Mitglieder aufnehmen durch Erlegung der Eintrittsgelder und des ersten Wochenbeikags. Hierauf wird zur Wahl der OrtSvcr- waltung Berlin geschritten. Es wurden gewählt die Herren: H. Faber, Goldarbeitcr, Köpenickerstr. 5S, 4 T, I. Vorsitzender; R. Brückner, Silberardeiter, Mariannenstr. 10, 2. Vorsitzender; P. Zeuge. Silberorbeiter, Mariannenstr. 30, 1. Kaffuer; H. Damm, Silberarbeiter, Gräfestr. 18, 2. Kalfirer; Heinemann, Silberarb., Wienerstr. 68. Schrififührer. Zu Revisoren wurden die Herren Tschentscher, Silbecdrucker, Waldemarstraße 69, und Achilles, Goldardeiter, Annenstraße 6. gewählt. Zu Punkt 4, „Verschiedenes', wird beschlossen, die Mitglieder-Versammlungen jeden zweiten und vierten Montag im Monat stattfinden zu lassen. Herr Lindemann wünscht, daß in der nächsten Ver- sammluna über die Prcßkommission verhandelt würde, und es wird deshalb beschlossen, diesen Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung zu setzen. Mit der Mahnung an die Anwesenden, treu zusammenzuhalten und lhatkräftig für den Verband zu agitiren, schloß der Vorfitzende die Versamm- lung. tlB. Allen Kollegen, welche die zweite Nummer der Zeitung noch nickt erhalten haben, zur Nachricht, daß dieselbe in Hamburg konsiszirt wurde wegen eines Artikels„Zufriedene Arbeiter'. Voraussichtlich wird das Verbot wieder aufgehoben und dann erhalten sämmtlicke Kollegen die Nummer zugestellt. Gin« zweite öffentliche, wiederum sehr zahlreich besuchte F-rmerurrsammlung tagte am 4. d. M., Adends, im Saale der Norddeutschen Brauern und beschäftiate fich noch- malS in sehr eingehender Weise mit der Arbeitseinstellung der Schwartzkopff'schen Former und hatte die Ansammlung weiln den Zweck, Stellung zu nehmen gegen die vom Verein dn Eisengießn und Maschinensabrikanten versandten schwarzen Listen. Dn BetriebSingenieur dn Schwartzkopff'schen Fabrik, Herr Leiden, war zu dieser Versammlung tingeladen wor- den, dnselbe hatte aber dankend abgelehnt. Wie der Vor- fitzende mittheilte, hat der Verein der Bnlinn Elsengießereien und Maschinenfabriken ein Rundschreiben an die Jntnessentm gerichtet unter Anhang einer schwarzen Liste, d. h. einem Na- menSverzeichniß derjenigen Arbeiter, welche keine Arbeit er- halten sollen und sollen die Vereinsmitglieder bei einer Kon- ventionalstrafe von 1000 M. verpflichtet worden fein, die Arbeitssperre bis zum 1. Juni n.J. innezuhalten. In der folgenden Diskussion wurde besonders Hervorgehoden, daß alles gethan wor- den sei, um mit der Leitung der Schwartzkopff'ichen Fabrik eine Einigung zu erzielen, jedoch ohne Erfolg. He:r Leiden ver- lange unbedingten Kntefall, was jedoch nie und nimmer ge- schehen werde. Auch wurde besonders betont, daß mit der Firma Schwa>tzkopff gar nicht mehr zu rechnen sei, daß fich die Spitze der Bewegung sitzt vielmehr gegen den Fabrikavten- ring zu wenden habe. Verschiedentlich wurde befürwortet, nicht mit auswärtigen Formern zusammenzuarbeiten, bevor nicht die streikenden Former von Schwartzkopss untergebracht sind, um den Fabrikanten die Machl der Former fühlen zu lassen. Die Kollegen der Firma Salinger sind, wie mitgetheilt wurde, nach dieser Richtung h.n mit gutem Beispiele vorangegangen. Die schwarzen Listen der Fabrikanten fanden m der Ver- sammtung eine vernichtende Verurlheitung und wurde oll- seitig die Solidarität der Berliner Former mit den Schwartzkopff'schen Kollegen hochgehalten. Mit schöner Em- müthigkeit trat die Versammlung,>n weicher die maßgebendsten f nmen vertreten waren, für die streikenden Schvorzkopff'ichen ormer ein, mit schöner Einmüthigkeit wurden diejenigen ver- uit heilt, weiche die Plätze in der Schwarzkopffschen Gießerei eingenommen haben. Auch der Vorsitzende des Fachvereins der Kernmacher erklärte sich namens seines Vereins mit den Schwarzkopff'scken Formern solidarisch. Nach mehrstündiger erschöpfender Debatte gelangte als Ausdruck der Willens- Meinung der Versammlung folgende Resolution mit allen gegen 2 Stimmen zur Annahme:„D't heutige große öffentliche Formerverfammlung spricht nach Anhörung aller Gründe dem Vereine der Eisengießereien und Maschinensabrikanten, sowie allen denjenigen Fabrikanten, welche die von dem vorgenannten Vereine in Szene gesetzte Maßregel unterstützen, ihre tief empfunden« Verachtung au?. ZurKenntniß aller Berliner Bürger veiöff.ntlichen wir dieselbe. Selbige lautet:„Jeder Elsen- gießereibtsitzer verpflichtet sich taut Unterschrift de« Androhung von 1000 M. Konventionalstrafe bis 1. Juni nächsten Jahres (1890) keinen der Former einzustellen, welcher auf Grund der Differenz bei Schwartzkopss die Arbeit eingestellt hat.' Da man also unsere Kollegen aushungern will, so verpflichten wir uns demgegenüber, daß wir von jetzt an nicht eher wieder mit einem fremden Kollegen zusammen arbeiten, ehe nicht dre auf diese Art gemaßregelten Kollegen in Albeit gebracht find. Wir stellen in jeder Gießerei dre Mbeit ein, wo anders gehandelt wird. Jedoch ist vor jeder Arbeitseinstellung der Vorstand des FachvereinS der Former davon zu verständigen.— Zum Schlüsse wurde„Verschiedenes' verhantelt und beschlossen, dahin zu wirken, daß von den Gastwirlhen, bei denen die Arbeiter ver- kehren und ihre Versammlungen abhalten, auch die Berliner Ärbeilerblätter„Voiksblatt' und„Volks-Tridüne' gehalten werden. Gin« gut besuchte Lfseutliche Tischlerversammlung tagte am Sonnabend, den 2. d. M., Adends 8i Uhr, im Karhause»u Friedenau für Friedenau, Steglitz und Umgegend. Nach Wahl der Herren Mohr. Kluth und Bcrgcmann ins Bureau erhielt der Rtferent Herr Wredemann aus Belli« dos Wort zu seinem Vortroge über Zweck und Ziel der gewerk- schaftlicheu Organisation. Redner löste seine Aufgabe im fünf- vierlelstündigen Referat in glänzender Weise, so daß er den Beifall der Velsammtung erntete. Daraufhin wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heule am 2. No- vember im„Kurhaus Friedenau' tagende öffentliche Tischler- Versammlung für Friedenau, Steglitz und Umgegend erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. Sie beschließt, in Erwägung, daß der Einzelne gegen die Ueber- macht des Kapitals nicht anzukämpfen vermag, sich sämmilich dem„Deutschen Tischlerverband' anzuschließen. Ferner be- schließt dieselbe, für Friedenau, Steglitz und Umgegend eine Zahistelle des„Deutschen TischlerverbanveS' zu enichien, und beschließt, eine Kommission von drei Mann zu wählen, welche die Einleitung dieser Sache übernimmt.' Nach Wahl der Kommission wurde im Verschiedenen hervorgehoben, daß vor- läufig nur im KmhauS zu Friedenau zu verkehren sei, da sonst kein anderes Lokal den Ardeitern von Friedenau und Steglitz zur Verfügung steht. Nachdem noch darauf aufmerlsam ge- macht wurde, nur auf das„Berliner Volksblatt' und„Volks- Tribüne' zu abonniren, wurde die Versammlung vom Vor- sitzenden m,t e,nem dreifachen Hoch auf die Einigkeit der Tischler Deutschlands geschlossen. «weösfenttiche NerjammluiZg der Wäschezuschneider und verwandten U«ruf« genossen fand am Donnelstag den 31. Okioder 1889, im Saale der Brauerei K ön i a st a d t statt. Die TageSrndnung lautete: 1. die grwerkschasttiche Or- ganisaiion und deren Nutzen, 2. Diskussion, 3. Verschiedene«. Der Referent, Herr A. Schul», sprach unter allgemeinem Beifall der Anwesenden. Eine Resolution wurde angenommen, welche das Einverständniß der Versammlung mit den Ausführungen des Referenten ausdrückt. Zum dritten Punkt wurde noch folgender Antrag«ingebracht: die heute m Brauerei Königstodt tagende, öffentliche Versammlung der Wäschezuschneider und verwandten Berufsgenossen wolle beschließen m den nächsten 14 Tagen eine neue Versammlung ein»ubeiufen mit folgender Tagesordnung: 1. Ist der achistündige Ärderlstag laut Beschluß de« Internationalen Arbeiterkongresse« zu Pari« m unserer Branche durchführbar?! 2. Sind die Zuschneider Berlins in der Lage, mit dem jetzigen Lohne bei den theuren Lebensmittel- preisen als Mensch zu exr stiren? Da« derzeitige Bureau wird ersucht für eine thotkräftige Agitation Sorge zu tragen. Tiöe Antrag wurde zum Beschluß erhoben. Es findet infolge die nächste Versammlung der Wäschezuschneider und wandten Berufsgenrssen am 18. November 1889 im Saale s Brauerer Königstadt Abends 8t Uhr statt. Die Versam»«�« wird noch besonders durch Flugblatt und Säulenanschlag Kolleaen bekannt gegeben werden. Der Fach verein der Kattler««d KervfvS««�? tagte am Tienstao, den 29. v. M. bei Deigmuller, Alte Jaiop straße 48, mit folgender Tagesordnung: 1. Vereinsanglleg«- heilen. 2. Vortrag des Kollegen Bombin über den Urfp� der Familie, des PrivoteigenthumS und des Staates. 3-"T kusfion. 4. Verschiedenes. Da zum I. Punkt der Taget nung sich Nirm and zum Wort meldete, so hielt Kollege sofort sein Referat. Redner schilderte in längeren Autfühn� gen die Entwickelung der Menschheit von der untersten viv" der Wildheit bis jetzt und erntete für feinen lehrreiche« trag reichen Beifall. An der Diskussion beiheiligten sich rere Redner, welche fich im Sinne des Referenten aussprach� Unter Verschiedenem wurde noch darauf aufmerksam von Bolle keine Meiereivrodukte mehr zu kaufen ebenso der Füma Loeser und Wotff keine Zigarren zu nehmen. Nichtg»n»hmi«t» Mersamminn',. Ein« ,u Mitlwock, den 6- angimeldele Volk«veriamn>i»na IM Louisenftadltschen Konzertbaul w» � Tageiordnuno.„Die goiialbemolcarte und ihre Ledeunino", Reftreiu Glocke, erbieti nicht die v liteiliche Genehmtoung IS. Mahlbeiirl», nntfalf««» dir Ktadtb»l>r>»» In Ren, Zolon/Siaummf. 27.'TaieSoidnunä i. Bnfchttrftatnmfl dei-ü. beitgen Sladlvero'.dnelm Tutzauer. 2. Diituilion S Sufttelluno 85,® oHe WähUr-LerlammUmi au, Mittwoch, den S Nooemder. daten. 4. Berschtcdcne». ÄUe Wähler diö 15 kommunal. Wa�>bl»trkZ � Unterschied der P.uteien sind zu dieser Bersammlunz eing, laden..(i, «roh» öff» atl iv,» K o»»««aai- M ähl»r- Periammi«»»« m, Kommurat U>.,hlb»>irl»» am Mittwoch, den 6 November,«bti.dZ« i im Giscllschasilh.ius„Öfter b", Nüder iboiftrfic 45. Zaoelordnuna r' bevorstehenden Stodlverordnelen. Wahlen Resercnl Gustav Tempel.» stellung oinet Kandidalen. 8. Verlchiedene«.. i»8 «roh» öffentlich» Kommunal Wähl»r-P»rs'am»»l««0 tirdi'. Mittwoch, den 6 November, Aoendt 8 Ud-, In Kaunmann'i Salon. ftrahe 144. stall, Taaeior dnung r 1. Dte bevvrftcdendcn Sndtvtt or°r, Wahlen. Reseient EmU Bözl 2 Ausstelluna eine! Kandidaten de! 31-T» dczii li. 8. Didkusston. Zur Deckung der Ünkoften findet eine Tellel'»-' lung statt.. m v»r»i» fiir Sichnil,«nb«»m»rb», Mittelftr.«5 Mittw»»� S. November. Ädcnd» S lldr: Vortrag bei Herrn Sari Mstllcr über vi»- dl sfh'eformen Gäste willkommen.. «roh» öff»ntlich» Persamminns d»r Kchn»ib»r A»rl!»',- Millwoch. den 8. November, ilbendi 8li lldr, in Feuerstein'! Berctn!«ll!n„ Jakobstr. 75. Tagrborbnung l. llrlach n ber wobernen lä�beiieiblw-» ß Vtsermtl Herr Vercnbt. 2. Die neueste B kannlmachung ber Innung, Krankenkasse 3 Verschiebene! u> b Fragekasten.** «roh»«ff»nt>ich» Tabakarb, it»r-«nb Arb»it»rinn«» sammtung am Mittwoch, den S November. Abend! 8!i lldr, tm glol'» b«! Echwetzer-Garten Tageiorbnung. 1. Der geginwä tige Stand der, dewegung. 2. Die Verhsltnisic tn bei Fabrik dir Herren Loeser u. GIbtna Psticht einr! jeden kabakardester und-Urbettersn ist r!. in diest sammlung zu erschetnen. Auch die Herren Fabrikanten, werden zu biil" sammluna steundsschft eingeladen. M N«rba»d deutsch»? W«chanlk»r«nb v»rw. QtruTW'f,! sZabtNelle VerllnI.«ufif. ordentliche Gcnera!>Ver!ammlung am Miltwoor � Milglicbdbuch llm rege Vclheitiguo! »er Tate!oidnung- l. Du ) htzell unter«erack>ichti!""°z„! iassalle'!. Rescrentl Hrrr,?a!l> > und Fragekasten. Um zad- Aitli? und Fragekasten. Ausnahme neuer Mitgisiber. Billett zum Stiltungtsest werden autgegeben. vstnklltche! Erscheinen wsid ersucht. � Zier P»rban» drutschrr Miilt»rg»s»A,», Mitgliebschast l»A� hält am Freilag. ben 8 November, Abend! ti\ llgr. tn Zemtei'! sach-,«.' strahe 11, eine Versammlung ab mir solger der Tagesordnung: l. ber deutschen Arbeiler Organisation in der I Geschichte bn Bettln'! Bicrhau!, Veteranenstra»!,- Geiangverein„Unverzagt' Abend! 9 Uhr Käpnickerstr. 127» des Gll0>»�» Männergesangvcresn.Schneegidckche»' Aderd! 9 Uhr im Restaurant gel stein. Mariannenslrahe 81-82.— Gesangverein.Sängerrunde' Abend» Buckowerstrahe 9.— Verein.Sangetttcue' im Restaurant Henckel, straße 26, I llebungtstunde von SU dl! 11 Uhr Adendt.— Q'Viriit1 .Bruderbund' Abend! 9 Uhr bei Pätoldt, Rcichenbeiaerftraße 18.— VA»« Geiangverein„Schneegtdckchen" Abend! 9 llgr Sttung tm Rttisgil Elehmann, Meichtorftr. 15.— Lübeck' scher Turnverein(1. LedrltngtabUKMi Abend! 8 Uhr Elisabethstraße 57-58.— Turnverein„Wcbbing. fe' straße 9. Männerabthcilung von 81 hs! icsti Uhr Abend! l dctglcschcn l-�pl iingtabtheiluno von 8—10 Uhr Adendt.—.Mehl Licht'. Verein slll�- uird Ernst. Abend! 81 Uhr im Restaurant Heid. Fruchtstraße Schiestschcr Verein.Hollei Adend! 9 Uhr im Restaurant Hrnke, v straße 106.— Vergnügungtverctn Frdhsichkeit' Abend! 9 Uhr im Säger. Grüner Weg 2b.— W(ste»ichastlicher Verein sür Roller schi(,«t graphie. AdiNd! 81 Uhr im Restaurant Veese, Alte SchSnhauierns°K�lä Unterricht und Uedungtftunde.— Roller'scher Slenoaravdenverein Abend! 81 Uhr tm Restaurant stunde.— Armdt'scher Stenographen im"--.. chauram Beese, Alle SchönhaulttM-K�lv Roller'scher Slenogravhenverein Güd'�gß Prinzenstraße 97. Sitzung und l« M lphen-Beretn.Amtcsriä' Abend! grarh Kochst Lindenftr � .Wrangel' Abend! 9 Uhr tm Restaurant Foge. Kdpntckerslr. 191. „Havanna 80' Abend« 81 Uhr im Rauchilud.Gemüthlichkeit' Abend! — Rauchklub„Eaiumdia Adend! � � � — Rauchkiud„Frisch gewagt' Abend! 81 Uhr im Restaurant Tcinpn- laucrstraße 27— Rauchklub.Vulkan' Abend! 9 Uhr im Restaurant �,9 Grtseslraßc 82.— Vergnügungtvcrein.Frdhtichkeil', gegründet 1880. 9 Uhr Grüner Weg 29.—.Pollock-Elub-Einttachl', jeden Mittwoch.�,,!»» 81 Uhr bei G. Thiel. Wienerstraße 88.— Gesangverein ber T opezirer jeden Mittwoch Restaurant Setjdelstraße 80. von 9—11 Uhr Aden z 9 llnlerhaltungtverein.Harmonie' Situna Abend! 9 Uhr vretdenerftr Wcnbl.— Tambourveiein.Eielstor'. 81 Uhr, llebungtstunde der Rüdcrtdorscrstr. 8. Ausnahme neuer Mitglieder. Neuette Nnrlrvittitc»' Der„Relchsanzeiger' enthält folgende Bekanntwa«. Dl« im Berlage von Zimmeier Karl Härtung 9'f Lp.' und im Druck von A. Vogrt u. Komp. hurjeidst ers»' nicht periodische Druckschrrst:„An die Zimmerer Bräunt«.� und Umgcgend' ist aus Grund de« 8 ll des ReichSS„�l gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdem� � vom 21. Oktober 1818 durch die unierzeichnele Behörde« ständige Landes-Potrzeibehörde verboten. Braunschwerg, den 4. November 1889. Herzoglich braunichweig-iünedurgsche Polizei-Direkt'» Proetzel. Dczrrfrticii. (Molff» Telegraph««- Kureau.) Hamburg, 5. November. Heute ist ern S reik der��jst' zimmerieute auogedloiten. Dirjeib.n beanspruchen 5' t.igen einen ebenso hohl � Wersten bewilligten d>elr gororrung urryl unu l». dessen gegen tausend Zimmerleut« die Arbeil eingeiteu- Wersten sind eventuell genergt, im Wmter höheren r zu bezahlen, wenn die Zimmerlerne dafür die gleich« � im Sommer arbeiten wollen. VLiefkrrilten. � Bei Anfragm bitten wir die Al>oimemtni«.Ouittung beizusügen. kM» � Antwort wird nicht erlheili., zt? p. F. Mariaututt straff«. Sie irren sich wrr haben natürlich kernen Grund, eine Erklärung Loeser u. Wotff zurückzuweisen. Wenn sür irgend fr grtl doch in erster Linie für un« der�Grundsatz� Verantwortlicher Redakteur: ZU«rvnheim in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Fading in Berlin LV., Beuihstraß« 2. 2. Beilage zum Berliner Boltsblatt. Kr. 2«o. Mittwoch, de« k. Ilovrmbcr 188S. 6. Jahrg. 13. 14. Parteigenassen! uns.�m»?5 Kommunalwahlen rückt heran; in Erfüllung Dws� x l:lc� ruien wir Euch zu: Unterstützt uns in jeder Ei»*.? rott überall da, wo wir in die Wahl eintreten, zum gelangen. Genossen, die uns am Tage der Wahl, sowie vorher, enhJx?■, fordern wir hiermit auf, ihre Adressen abzugeben � bei den nachstehenden Vertrauensleuten Da» Zrntral-Wahlkomiter. � J* l..e' n, Vors., Ritrerttr. 15(Zigarrengeschäft). �ttoKräcker, Kasstrer, Wasserthorstr. 20(Zigarreng.). iiranzTutzauer, Köpnickerstr. 24(Möbelhandlung). �tto Heindorf, Langestr. 70(Stuckateur). zlohann Gnadt, Brunnenstr. 38(Gastwirth). Z u g. W u t t i g, Solms str. 2 tTischler). ckranz Morbach, Lausitzer Platz 3(Konditor). Ilm.. Vertrauensleute: '; Küttig, Tischler, Solms str. 2, v. 3 Tr.; Retzerau, Maler, Heimstr. 2, Hof 2 Tr.; Habicht, Tischler, Belle- alllancestr. 22, Hof 2 Tr.; Grube, Bellealliancestr. 54, Keller; Bansch, Schlosser, Solmsstr. 7, Hof 1 Tr. r.; Seidel, Nostizstr. 13, v. 4 Tr. o V Vöhl, Skalitzerstr. 123, H. 1 Tr.; Schnieper, Kottbufer Damm 8, 3 Tr.; Liefländer, Lieanitzerstr. 37, ¥• ,2 Tr.; Köhler, Naunynstr. 11, H. 1 Tr.; Robert Kruzer, Manteuffelstr. 67, H. 3 Tr. f".- Karl Scholz. Wrangelstr. 30; Emil Berndt, Man- 'M-Istr. 127, 2 Tr.; Theodor Metzner, Naunynstr. 72, Hof, Seitenfl. 3 Tr.; Karl König, Köpnickerstr. 26, Hof 15 a».> ,•'< Hermann Franke, Eifenbahnstr. 32, 3 Tr. '' Herzfeld, Fürbringerstr. 17, 2 Tr.; Herrmann, Rttterstr. 110; Völker, Mariannenplatz 23; Prinz, 17 m, �üzenbergerstr. 72; Skranewitz, Waldemarstr. 28. ezirk: Börner, Ritterstr. 108; Krause, Prinzenstr. 6, iMTr.: Kohlhard, Mariann enstr. 34; König, Gitschiner- 24. 34; Mendt, Brandenburgftr. 35. 1>ck: Louis Wunderlich, Ostbahn 12; Karl Meyer, Mar- Ustrahe 18, vorn 3 Tr.; Krause, Küstriner Platz 10; Friedrich« felderstr. 33; Mörschel, Müncheberger- 27.».'•"fie 30. '■ R. Kurze, Weber str. 15-; F. Berndt, Pallisaden- lKahe 35, Hof 2. Eingang 3 Tr.; Bogasch, Frieden. strahe 96b, H. 2 Tr.; F. Baarß, Waßmannstratze 36, bezirk: Heitmann, Zigarrenarbeiter, Brunnenstraße 92; Marks, Töpfer, Brunnenstraße 6; Schreiber, Sattler, Gartenstrabe 159; Becker, Schlosser, Gartenstraße 163; z- Butschke, Maurer, Gartenstraße 157. '-«ezirk: Gustav Koopmann, Wollinerstraße 69, 2 Treppen; A, Weiß, RheinSbergerstr. 31; Georg Becker, Fürsten- bergerstraße 1; Fritz Pump, Anklamerstr. 33; Heinrich Tamm, Brunnenstr. 36-. i�k: Mochert, Wiesen str. 28; Weise, Maurer, Tegeler- maße 27; Knorr, Glasermeister, KöSlinerstr. 11; Küter, 9c«,nickendorferstraße 14-; Scharf, Schlosser, Reinicken- 42. 32. L;"-jacobci, Töpfer, Hochstraße 33b; W. Marten, Ar- �� senstraße 4; Raschke, Maurer, Wiesenstraße 8; Maurer, Wiesenstrabe 8; Elsholz, Maurer, nbU" 14- tzon«..' r'e Wählerlisten der einzelnen Bezirke werden vom in b"'0«' den 10. d. MtS., bis zum Sonntag, den 17. d. M., iur?ühcr zu bestimmenden Lokalen für die Genossen mlchtnahme ausgelegt werden. 33, Gerichts Rettung. ücf)en�Tn®'tt Keran»fori»er««g>um Zweikampf mit tödt Wik«!. 7£0ffen bezw. Kartellträgerei stanven gestern*•" Dur x Georg Wolff und der Ingenieur Carl 2i Hl- Strafkammer hiesigen Landgerichts 1. Q 3liift.t?nuot cc*' als im Restaurant Franziskaner Leistbräu die mit einer Gesellschaft am Biertische saßen, welcher der E l b e r s war am auch der schon in reiferem Mannesalter stehende RegierungS- Baumeister S i m o n s o h n angehörte. Letzterer merkte, daß er von dem Studiosus Wolff offenbar gehänselt werden sollte und als dieser plötzlich den Krug des Baumeisters faßte und denselben nun auch nicht wieder loslassen wollte, nahm der ursprüngliche Scherz eine so unangenehme Form an, daß Herr Simonsohn seinem Gegner einen Schlag ins Gesicht versetzte. Dieser rächte fich da- mit, daß er dem Baumeister mehrere Servietten an den Kopf warf und einen Rest Bier gegen ihn verspritzte. Am nächsten Tage erschien der Angeklagte Elkers, der als erster Char- girier des„Vereins der Schleyer" von Wolff darum ersucht war, bei Herrn Simonsohn und erklärte demselben, daß Wolff eine Revozirung verlange, bei deren Ausbleiben er ihm aber eine Forderung auf Pistolen mit einmaligem Kugelmechsel zu überbringen habe. Der Baumeister erwiderte, daß er bei seinem Alter gar nicht daran denke, fich zu schlagen und diese Forde- rung nur als einen Scherz auffasse, da er sonst die Sache der Staatsanwaltschaft übergeben müsse; er sei aber bereit, seinerseits zu revoziren, wenn dies auch auf der anderen Seite geschähe. Der Angeklagte Wolff hielt dieses Verhalten für inkommentmäßig, folgte dem Rathe des KartellträgerS, die Sache auf sich beruhen zu lassen und so erhielt der Geforderte eine Postkarte des Inhalts, daß auf seine Bedingung nicht einge- gangen werde. Diese Karte veranlaßte den Regierungsbau- meister Simonsohn, die Sache nunmehr der Staatsanwaltschaft anzuzeigen. Beide Angeklagte machten für sich geltend, daß es sich noch gar nicht um eine endgiltiae Forderung gehandelt habe, diese vielmehr nur unter Umständen in Au«- ficht gestellt worden war und daß sie schließlich doch freiwillig von dem Duell Abstand genommen haben. Der Staatsanwalt vermochte die vorgebrachten Straf- auSschließungSgründe nicht anzuerkennen, sondern beantragte gegen Wolff 2 Monate, gegen ElberS 1 Monat Festungshaft. Der Gerichtshof erkannte auf vier Wochen, bezw. zwei Wochen Festungshaft. Doppelt bestraft wegen leichtfertigen UmgehenS mit Petroleum ist die ArbeiterS-Ehefrau Elise Sohn, welche gestern vor der dritten Strafkammer des Landgerichts l stand. Die Angeklagte suchte eines Tages das im Kamine erloschene Feuer in der so oft gerügten Weise wieder anzufachen, daß sie zur Petroleumflasche griff und etwas von dem Inhalte auf die glimmenden Kohlen schüttete. Die Unvorsich- ligkeit rächte sich furchtbar, die Flamme theilte fich dem ganzen Inhalt der Flasche mit, eS erfolgte eine Explosion und die Angeklagte stand im nächsten Augenblicke selbst in Flammen. Sie erlitt schwere Brandwunden und hat ein langwieriges und schmerzhaftes Kranksein bestehen müssen. Da durch das brennende Petroleum aber auch die Dielen in Brand gerathen waren, so erhielt Frau Sohn noch eine Anklage wegen fahr- lässiger Brandstiftung und mußte sie dieserhalb ihre Verur« theilung zu einer Geldstrafe von 20 M. eoent. 4 Tage Ge- fängniß über fich ergehen laffen. Gin«ngarifchor Kochstapler, der noch in der Eni- Wickelung begriffen ist, es aber mit der Zeit noch weit bringen kann, stand gestern in der Person des Schreibers— oder, wie er sich stolz nennt,„Schriftstellers"— Adolf H e r s ch e n- hauser unter der Anklage des Diebstahls vor der I. Strafkammer hiesigen Landgerichts I. Der Angeklagte ist aus Ungarn hierher gekommen und hat bei einem hiesigen Rechtsanwalt einige Zeit lang die Stelle als Kanzlist bekleidet. Dann ging es ihm schlecht in Berlin, bis sich die Frau des RestaurateurS Könecke in der Friedrichstraße auf sein Flehen seiner erbarmte und ihm gestaltete, ihren Kindern Schreibunterricht zu geben. Das war im Juli 1887. Der Angeklagte lag 14 Tage lang seinen Lehrerpflichten ob, bis er eines Tages Gelegenheit fand, aus der Könecke'schen Privatwohnung in einem unbewachten Augenblick einen Brillantring und eine goldene Damenuhr zu stehlen und damit zu verschwinden. Inzwischen scheint er allerlei Irrfahrten gemacht zu haben. Wenigstens be- hauptet er, daß er inzwischen in London und Paris war und von letzterem Orte glänzende AusstellungS- berichte an ungarische Blätter geschneben habe. Ob er dazu im Stande ist, erschien dem Präsidenten sehr zweifelhaft. Zwar behauptete der Angeklagte, daß er das Gymnasium durchge- macht und auch ein Jahr die Universität Budapest besucht habe — er hat aber im UntersuchungSgefängniß ein schriftstellerisches Machwerk verfertigt, welches als überaus albern und dumm bezeichnet wurde. Au« einigen Postkarten geht ferner hervor, daß er hier Liebschaften unterhalten und im Interesse einer ungarischen Malerin, deren Bild er für 80 000 Mark verkaufen wollte, korrespondirt hat. Erst im Juni d. I. gelang eS, ihn infolge des erlassenen Steckbriefes in Hamburg zu verhaften. Er bestritt natürlich mit großer Gewandtheit den Gelddiebstahl, wurde jedoch vollständig überführt und zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt. Uirlettung zum Meineide und Urkunden- f ä l s ch u n g in vier Fällen wurde dem Schlächtermeister Franz Albert Grünmeyer zur Last gelegt, welcher gestern vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I stand. Bekanntlich besteht die Verordnung, daß jedes von außerhalb einge- führte Stück Vieh von einem Atteste des Fleischbeschauers be- gleitet sein muß, worin bescheinigt wird, daß es vor der Schlachtung gelebt hat und anscheinend gesund gewesen ist. Trotzdem durch diese Maßregel den Schlächtern nur geringe Kosten und Umstände erwachsen, wird dieselbe doch vielfach umgangen. Der Angeklagte soll in vier Fällen derartige Atteste in der Weise umgeändert haben, daß er die Stückzahl der Köpfe will- kürlich erhöhte und dadurch Vieh nach Berlin brachte, welche« vorher nicht untersucht worden war. Als Grünmeyer hörte, daß die Untersuchung eingeleitet worden sei, begab er sich zu einem der Fleischbeschauer, dessen Attest er gefälscht hatte. Er ver- langte von ihm, daß er sein Kontrolbuch in der Weise um- ändere, daß es mit dem gefälschten Attest übereinstimmte und als der Fleischbeschauer fich weigerte, brachte der Angeklagte eine Drohung zur Anwendung. In dieser Handlung findet die An- klagebehörve eine Verleitung zum Meineide, denn vor Gericht hätte der Fleischbeschauer die nachträgliche Abänderung im Kontroibuche eidlich in Abrede stellen müssen. Der Ge- richtshof hielt auch aus Grund der Beweisaufnahme die Ver- leitung zum Meineide für erwiesen, die Urkundenfälschung aber nur in einem Falle. Das Urtheil lautete auf ein Jahr drei Tage Zuchthaus und zweijährigen Ehrverlust; eS sollen ein Monat und drei Tage Zuchthaus durch die erlittene Untersuchungshaft in Abrechnung gebracht werden. Kpure«[im Sande. Beim Schankwirth Fanfelow am Elisabeih-Ufer wurde an einem Juli-Abende ein Diebstahl be- gangen. Aus einem neben dem Schanklokale belegenen Räume wurde eine Sparbüchse mit etwa 25 M. Inhalt gestohlen. Der Dieb war durch'S Fenster eingestiegen. Für die Entdeckung des ThäterS gab es weiter keine Anhaltspunkte als den Abdruck eines Stiefels in dem Sande des kleinen Vorgartens, welchen der Dieb hatte betreten müssen. Es mußte ein kleiner, zierlich gebauter Stiefel gewesen sein. Rur ein gewisser Johann Dra- dinsky, der viel im Fanselow'schm Lokal verkehrte, hatte einen so kleinen Fuß. Die Polizei ließ ihn holen und jeder Zweifel mußte schwinden, als man seinen Stiefel mit den Fußstapfen im Sande verglich. Trotz dieses erdrückenden Beweises legte fich der Angeklagte im gestrigen Termine vor der zweiten Straf- kammer des Landgerichts I einfach auf's Leugnen. Der Ge- richtöhof verurtheilt» den bereit« mehrfach Vorbestraften ftu einer Gefängniß strafe von einem Jahre und zwei- jährigen Ehroerlust. IHn'lnmmlmuicn. Die Freie Vereinigung der Maurer K erlins«nd Umgegend hatte zu Sonntag, den 3. d. M., eine außer- oideniliche Mitgliederversammlung noch dem Eiskeller(Chaussee- straße) einberufen. Die gut besuchte Versammlung hörte in erster Linie einen Vortrag des Vorsitzenden, Herrn tz ermer- s ch m i d t, über„Zufriedenheit". In seinen Ausführungen be- kämpfte Redner die Zufriedenheit als den Hemmschuh jeden Kulturforlschritts und erklärte es für eine Nothwendigkeit, un- zufrieden zu fein, um nicht zu versumpfen und den Drang nach Verbesserung zu ersticken. Die Berechtigung der Unzufrieden- heit ergebe sich unter den heutigen Verhältnissen ganz von selber und Redner ermahnte namentlich auch die Unzufrieden- heit dahin zu pflegen, daß die Kollegen nicht zufrieden sein sollen, daß die Errungenschaften des diesjährigen Lohnkampfes immer mehr verloren gehen.— In der folgenden Diskussion Mottle Kreuz-Loose ä 3 Mk."g � zur Ziehung am 19. Nowember er. i Am. U Mk., 11 Sick. 17t Mk.(Porto und Liste 30 Pf.) Cölner u. Weimar Loose ä 1 Mk. 11 Stck. 10 Mk.(Porto und Liste 20 Pf.). Ziehung 14./11. und 14./12. er. empfehlen und versenden cuipicuiCQ unu veioeuut Oscar Bräuer& Co., Bank- Berlin W», Geschäft, Leipzigerstr. 103. (kfinpl. in 6 ionntcn necknst! a Streng feste Preiset« HERREN-GARDEROBE I 143. 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Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8— 94 Uhr und Sonntags Vor- mittags von 10— III Uhr, sowohl an Mitglieder wie an NichtMitglieder unentgeltlich statt. 3„ Di» Arbeitsvermittelungs-KornrniMou j wurde durch eingehende Schilderung der herrschenden Arbeiter- und Arbeitsverhältnisse rm Gewerbe von den Herren Scheel und Grothmann klar gelegt, wie es ein Unding sei, zufrieden zu sein und varan die Mahnung geknüpft, mitzuarbeiten an dem grohen schönen Werke, die Unzufriedenheit aus der Arbeiterbevölkerung soviel wie möglich zu verbannen dadurch, daß den Arbeitern gegeben werde, was sie zu verlangen haben, und wurde hervorgehoben, daß dies nur mit Hilfe der Gesetzgebung möglich sei. Vor Allem müsse der Arberter aber erst seine Lage erkennen lernen, dann würde die Unzufriedenheit zu ihrem Besten die Massen beseelen und sie anspornen, ihre Lage zu verbessern und lhat- kräftig für die Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen einzutreten. Nachdem noch die Herren Jezorke, Hempel und Kaufmann im Sinne der Vorredner zur TageSord- nung gesprochen hatten, wurde die Diskussion über den ersten und zweiten Punkt der Tagesordnung geschlossen. Der dritte Punkt der Tagesordnung: Wahl der Thürkontroleure, fand dadurch seine Erledigung, daß sich die amtirenden Thür- konlroleure bereit erklärten, bis zum Jahresschlüsse ihr Amt weiter zu versehen und die Versammlung sich damit einver« standen erklärte. Unter„Verschiedenes" regte Herr Scheel eine Stellungnahme zur Lichtarbeit in diesem Winter an. Redner führte lebhafte Klage darüber, daß die unbegrenzte Lichtarbeit bereits in erschreckender Zunahme begriffen sei Ganz abgesehen von den schädlichen Einwirkungen auf die all- gemeinen gewerkschaftlichen Verhältntffe sei die Lichtarbeit auch im Interesse der guten Arbeit selbst zu verwerfen und appellirle Redner zum mindesten an die Mitglieder der Freien Vereint- gung, die Lichtarbeit zu meiden. Herr H ermersch mi dt schloß sich den Ausführungen des Vorredners voll und ganz an. Eine»ur Kenntniß der Versammlung gebrachte Streitsache betreffend das Vereinsmitglied Rosenbaum, wurde der Agitationskommission zur Untersuchung überwiesen. Die Herrn Grothmann und Scheel protestirten des Weileren gegen die Verdächtigung, daß sie Akkordmaurer geworden seien und gaben die Versicherung ab, daß dies nie geschehen werde, trotz- dem es ihnen in Berlin kaum noch möglich sei, Arbeit zu er- halten, während aus Staatsbauten sogar des Sonntags gear- beitet werde. Die Versammlung genehmigte zum Schluß den Antrag Ferkel, auf den Wnth des Eiskeller dahin einzu- wirken, nicht für den„Berliner Lokaler- Anzeiger" durch Aus- hängen der Plakate desselben Propaganda zu machen, dasselbe vielmehr zu entfernen und auf das„Berliner Volksblatt" und die„Berliner Volkstribüne" zu abonniren. Ein weiter zur An- nähme gelangter Antrag ging dahin, für den Umsatz der Kongreßprotokolle auf den Bauten nach Kräften einzutreten. Nachdem noch auf das am S. d. M. auf dem Berliner Bock ffattsindende Stiftungsfest hingewiesen worden war, wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Freie Ver- einigung geschlossen. Der Tischler-Nerein hielt am 2. November in Sanssouci seine(leider schwach besuchte) ordentliche Generalversamm- luna ab. Die Tagesordnung lautete: 1. Bericht der Kasse vom 3. Quartal 188». 2. Bericht über die Bibliothek. 3. Beschluß- fassung über ein Weihnachtsvergnügen. 4. Vereinsangelegen- heilen und Fragekaften. Bevor in die Tagesordnung einge- treten wird, ehrt die Versammlung das Andenken de« verstorbenen Kollegen und Mitgliedes Karl Lehmann, Gitschinerftraße 54, durch Erheben von den Sitzen. Der Bericht des Kassirers Herrn Winter ergiebt eine Einnahme von 73l,54 Mark, eine Ausgabe von 934,11 Mark, mithin ein Desint von 202,57 Mark, und es bleibt Beltand am 1. Ok- tober 1889 gleich 449,65 Mark, Mitgliederzahl 538. Dieser Bericht sowohl, als der des Bibliothekars, Herrn Hörnik, sind von den Revisoren geprüft und für richtig be- wovhcxx, ivovouf tfjrum Von SBovfammUtng Dachargs «rtheilt wird. Zum 3. Punkt der Tagesordnung bittet Herr Scholz im Auftrage des Vorstandes von einem Weihnachts- vergnügen Abstand zu nehmen. Die Versammlung beschließt demgemäß.— Beim 4. Punkt:„Vereinsangelegenheiten", waren zwei übereinstimmende Anttäge zu erledigen, wonach der Verein sich dem Boycottverfahren gegen die bekannten Geschäfte anschließen und besonders sich verpflichten sollte, Kellers Hofjäger in der Hasenhaide zu meiden und keine Ver- gnügungen mehr dort abzuhalten. Diese Anträge werden nach längerer erregter Debatte und nachdem die Dringlichkeit mit 25 gegen 13 Stimmen abgelehnt wurden, als nicht auf die Tagesordnung gehörend, zur nächsten Generalversammlung(?) zurückgelegt. Ein anderer Antrag vom Kollegen Mainz, den streikenden Bildhauern 59 M. aus der Vereinskasse zu be- willigen, wird mit der Motioirung, er sei gesetz- resp. statuten- widrig, mit allen gegen 7 Stimmen abgelehnt. Eine große öffentliche Versammlung der Maler und Anstreicher Kerlin» tagte am 1. November unter dem Vorsitz des Kollegen Pusch in Mundt's Salon, Köpenicker- straße 190. Auf der Tagesordnung stand: 1. Wahl zweier Revisoren der Streikkommission; 2. Stellungnahme zur Fort- setzung der Sammlungen zum Streikfonds; 3. Vortrag des Herrn Krüger über:„Die Äertheuerung der Lebensmittel und die Schutzzölle"; 4. Diskussion. Der Kassirer der Streik- kommifsion, Kollege Wentker, führt an, daß er, da mehrere der Revisoren nicht gekommen und andere nicht mehr anzuerkennen sind, sich genöthigt gesehm habe, diese Versammlung ein- zuberufcn, um eine Neuwahl stattsinden zu lassen. Es wurde aber, ehe darüber weiter gesprochen wurde, der Antrag gestellt, diese Wahl, welche nicht in eine öffentliche, sondern in eine kombinirte Filial-Versammlung hingehöre, von der Tages- ordnung abzusetzen, zum 3. Punkt(Vortrag) überzugehen und dann den 2. Punkt vorzunehmen. Dieser Antrag wurde auch angenommen. Herr Krüger hielt hierauf einen beifällig auf- genommenen Vortrag über die V�rtheuerung der Lebensmittel und die Schutzzölle. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und verspricht, zur Abwehr der Vertheuerung der Lebensmittel bei der nächsten Reichstagswahl nur einem sozialdemokratischen Kandidaten ihre Stimme zu geben. Außerdem wurde be- schloffen, nur in solchen Lokalen zu verkehren, wo das„Berl. Volksblatt" und die„Berliner Volksiribüne" ausliegt, nur das Bier der Brauereim zu trinkm, die ihre Säle zu allen Ver- fammlungen geben, und weder von der Firma Loeser u. Wolff, noch von„Klingel-Bolle" Waarm zu beziehen. Sodann wurde zur Erledigung des zweitm Punktes der Tagesordnung ge- schritten. Von mehreren Rednern ww de betont, daß die Sammlungen zum Streikfonds(59 Pf. die Woche) fortgesetzt werden mußten. Doch fand diese Ansicht wmig Anklang, da die Vertrauensmänner aussagten, daß eine solche Leistung den Kollegen zu viel wärel und sie nur dann nach den Filialen kämm, wmn sie keine Arbeit haben. Es wurde des- halb beschlossen, jede Woche nur 20 Pf. zu zahlen und den Be- trag zur näheren Kontrole der Wochen, in welchen nicht gearbeitet ist, auf Karlen abzustempeln. Der Kassirer, Kollege Wentker, theilte mit, daß im Laufe der nächsten Woche die Kortm und Markm gedruckt werden. Diese Sammlung steht in keiner Verbindung mit dm Filialen. Kollege König macht den Vertrauensmännern dm Vorwurf, daß sie zu wenig agitirt hätten; haupffächlich im Westen und Norden sei am wenigstm gesammelt worden. Daraufhin legte Kollege Rother sein Amt als Vertrauensmann nieder. Es wurde ein Antrag eingebracht, dm Arbeitsnachweis fämmtlicher Filialen Berlins zu einem einzigen zu verschmelzm, welcher zur größeren Bequemlichkeit der Arbeitgeber dm ganzm Tag geöffnet ist. Der Antrag kam nicht zur Abstimmung. Die Entscheidung wurde den Vor- ständen überlassen. In Sachen der Unterstützung des Kollegen Pankert wurde beschlossm, für ihn nichts zu gewähren, da er währmd de« Streiks gearbeitet hat; er möge sich jetzt an die Arbeitgeber wendm. Hiermit schloß die Versammlung. Die FeUeuhutur««d Leilenschleifer hielten am 1. No- vembec im Wedding-Park, Müllerstraße 178, eine öffentliche Versammlung ab m>t der Tagesordnung: Der Kampf ums Dasein, Bericht der Kommission und Verschiedenes. Da der Referent Herr Schmidt nicht erschien, wurde zum 3. Punkt der Tagesordnung geschritten. Es wurde nun zunächst vom Vor- sitzenden berichtet, daß noch sieben Werkstätten unsere Forderung nicht bewilligt haben, darunter befinden sich zwei der größten, Kammrich u. Ko. und Mägdefrau. Der Streik ist fortzusetzen, bis dieselben bewilligt haben. Da nur noch eine geringe An- zahl im Ausstand ftch befinden, so wurde beschlossen, daß sich jeder arbeitmde Kolleqe mit ihnen solidarisch erklärt und die noch Streikenden Ihalkcäftig unterstützt, bis der Sieg ein voll- ständiger ist. Auch wurde beschlossen, den Arbeitsnachweis fest zu halten, da der von den Unternehmern eingeführte Arbeits- Nachweis als ein Produkt de« Streiks anzn'ehm ist. Unter Verschiedenem sp-ach Herr Hahn über die Zustände in� der Mägdesrauschen Werkstatt. Er erklärte, daß er seinen Sohn, welcher bei Herrn Mägdefrau in der Lehre gewesen und das 15. Lebensjahr noch nicht überschritten, wegen Ueberbürdung mit Arbeit aus der Lehre genommen habe. Es sprachen sich mehrere Redner mißbilligend über die L�hrlingszüchterei und die Ausdeutung derselben durch die Akkordarbeit au«. Damit fchloß die Versammlung.— Da wir bereits 12 Wochen im Ausstände uns befinden, so bitten wir alle Arbeiter, uns auch ferner zu unterstützen, damit der Sieg vollständig errungen wird. Eine lehr zahlreich besuchte Usrl'ammlung de» Verein» zur Wvhrung der Interessen der Kerliner Knopfarbeiter tagte am Mittwoch, den 30. Okioder, im Lolwe des Herrn Bolzmann, Andreasstr. 26. Der vierteljährliche Kassen- bericht ergab, daß em Bestand von 219 M. 55 Pf. verbleibt. Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. In ein Vergnügung komitee wurden die Kollegen Bahn, Weißfluck, Lösch ke, TiM und Geu gewählt. Sodann wurde mitgetheilt, daß die M leidigungSklage, die Herr Böhm wegen eines früheren sammlungSberichts des„Berliner Volksblatt" gegen den sitzenden des Vereins angestrengt halte, zu Gunsten � Letzteren entschieden worden ist. Jedoch hätte Kläger Bernsun» gegen das freisprechende Uriheil eingelegt. Sodann beklMK» sich die Bohrer der C. H. Röll'schen Fabrik, daß an den llli«- schinen, wo bisher männlute Aibeilkr gearbeitet, liche eingestellt werden sollen und sragte an, wie sie hiergegen verhalten sollen. Nach lebhafter Debatte wm- eine Resolution angenommen, welche besagte, daß die 4 Röll'schen Arbeiter entschieden Front gegen den Versuch � Fabrikanten zu machen haben, Frauen und Mädchen � stellen. Das Bestreben des Vereins sei, Mädchen- und Frauee arbeit zu beschränken. Die Bohrer sollen versuchen, sich w E» zu einigen, wenn nicht, sollten sie es zum Aeußersten kom« lassen. Hierauf wurden die Bohrer HeU vrg, Anders und 3>° ling gewählt, um mit der Firma zu unterhandeln. Zum gelang!« noch folgende Resolution zur Annahme:„Die heu >m Bolzmann'schen Lokal tagende Versammlung erklärt, e' dre Mrlch und die sonstigen Produkte des Herin Bolle s»» die Produkte der Zigarrenfabrik von Loeser u. Wolff von ww» organisirten Arbeitern zu meiden sind... Kerichtigung. In dem Bericht über die am Montag° 28. Oktober d. I. stattgefundene öffentliche PutzeroersammlM muß e« heißen: Ein Antrag, dem Erekutivkomitee für die Agttojw» für den„Achtstundentag" 30 M. zu üderweisen, wurde blS! einer in kürzester Zeit mit der Tagesordnung:„die Bedeui»>! des„Achtstundentages" einzuberufenden.Versammlung 2. Ziehtinft der 2. Klasse 181. Königl. Preuß. Lotterie. Ziebnnii vlim 5. November 1889, NorniittagS. Nur die v-wiune über 105 Mark sind de» delrenende» Nummern III Paienrheie beigeiiigl. iOdne Gewähr.) 58 141 220 413 62 603 828 S61 1092 96 11501 186 573 88 90 612 960 95 96«138 49 289 463 527 49 708 50 800 59 963»090 329 407 19 633 48 823 4120 269 411 16 652 900 61 5224 373 438 54 608 40 957«083 164 319 88 498 506 48 92 683 897 7021 237 713 84 85 821 48«003 14 21 85 415 32 574 751 822 57 82»041 153 207 38 88 314 17 56 468 96 98 518 752 11501 72 853 72 10018 93 105[1501 279 367 485 501 30 725 866 76 93 913 35 1 1209 86 377 447 59 611 29 70 80 866 917 58 12002 4 297 312 60 74 461 66 546 91 722 58 827 36 11501 13077 305[3001 407 546 713[1501 845 85 953 1 4279 304 90 468 600 13 25 715 82 868 1 5070 190 278 329 65 457 69 537 801 934 84 16125 21 268 84 327 34 35 426 65 512 27 44 76 740 76 849 64 65 945 84 1 7139 302 89 467 692 711 45 65 812 18 77 18048 198 609 28 35 817 54 969 1»338 425 612 619 775 95 «OOOl 42 65 97 160 62 349 687«1059 190 208 67 95 430 520 46 66 611 799 866 85 89««017 161 79 270 409 61 537 6 43 858 998«3011 93 95 163 649 87 88 707 30 38 816 56 910«4627 123 268 456 501[200) 99 613 70 85 935 82 83«51.38 258 331 86 53g 648 73 74 720 22 910 45««043 119 424 513 645 73[200] 95« 7170 254 67 409 54 613 845 86«8104 68 270 342 79 93 478 559 63 642 54«»007 25 37 65 76 121 31"05 50 429[1501 61 91 96 518[150] 38 60 679-59 »«051 150 235 51 81 358 532 703 810 3102.3 77 105 21 202 47 76 334 411 52[1501 93 505 33 653 929»«131 292 374 96 408 14 72 762 810 3 3065 122 234 337 50 586 652 763 828 912 13»4050 100 415 16 695 829 84 85»5052 116 45 227 69 333 411[1501 71 602 3«027 124 206 73 488 550 618 19 841 935 65 91 37005 104 15 269 328 93[150] 466 74 555 714 40 42 62»8104 68 498 667 647[1501 708 23 950[1501 64»»010 71 106 30 293 514 35 667 796 815 25 40117 31 70 99 236 45 60 72 317 39 83 462 528 682 726 806 919 4 1006 114 391 589 6 3 63 901 23 75 81 4«U6 58 308 86 707 68 871 941 43180 84 221 385 90 420 710 65 83 877 4 4006 142 45 262 524 34 615 729 847 85 89 931[200] 43120 39 85 240 321 700 24 54 919 4«126 64 226 80 385 576 676 806 21 912 4 7032 74 243[150] 405 680 809 963 48091 131 92[15001 467 527 978 49177 217 20 321 34 73 423 551 608 56 898 908 14 32 50251 362 98 497 552 788 802 727 69 51109 11 315 40 457 91 604 709 90 884 85[30->1 978 80 82 3«-68 85 180 213 21 45 61 90 315 99 551 17 942 3 3007 50 113 36 555 615 773 920 3 4015 42 156 265 91 339 517 641.-6 i 55076 215 414 501 30 523 38 710 32 891 901 3«001 47 71 126 289 336 657 787 5 7223 84 316 82 511 17 626[1501 61 825 5*059 92 221 311 17 20 420 45 633 752 59069 141 333 42 409 80 562 602 26 00 t öö Gl 005 «0142 83 383[150] 552 65 637 821 905 84«1021 171 240 64 81 367 445 79 507 32 677 774 7 5 804««.313 472 624 932«3026 400 612 34 56 642 87 743 952 91«4013 110 251[1501 448 777 875 949 69 99 «5093 231 89 507 753««901 49 112 79 273 86 13« OOU| 439[150] 584 635 94 851 63«7077 192 232 99 302 416 605 6 968«8006 23 72 97 227 85 624 749 96«»020 23 175 241 90[300] 381 98 62, 54 830 38 7«136 57 245 52 479 84 602 89 90 703 35 7 1 032 44 128 80 404 [150] 47 522 69 611 7«023 338 422 49 53 527 32 612 805[1501 98 983 73073 178 231 320 463 530 78 645 735 98 869 972 84 99 74074 470 603 33 70 74 715 962 70 75001 1150] 149 22, 95[150] 486 695 781 807 8 7«045 96 198 349 437 61 65 95 96 687 733 58 815 7 7187 218 49 84 95 96 343 95 427 30 513 619 30 39 41 782 81 93 863 68 75 7*043 87 201 40 304 640 41[ISO] 72 769 7O019 145 229 365 447 71 726 60 853 *«024 46 404 528 706 8 25 709 12 929[150] 76*1072 145 265 418 71 510 11 658 703 29 51 76 1150] 936 79*«056 73 120 280 348 97 474 91 526 693 727 806 959*3020 79 156 323 421 666 763 75 804 31 70 *4106 59 207 46 59 95 434 530 637 43 94 701 32 99 815 84 911 26 96 [150]*5013 65[200] 120 374 401 9 76 722 32 805 44 51 903 29*«108 19 88 398 420 92 98 634 60 70 953 84*7117'.0[160] 91 329 30 415 [150] 606 72 759 95 918**064 177 454 74 720 47 971 93*»183 226 78 390 419 69 538 68 80 746 824(1501 58 975 79 «»042 360 448 57 605 17 77 619 95 815[300] 25 923»1013 122 77 259 87 626 38 47 82[150] 98 716 31 42 61 859 920 24»«041[150] 2. Ziehung der 2. Klasse 181. Königl. Preuß. Lotterie. Zlebung vom S. November I»S9, lUmStniitag». Nur die Gewinne über 105 Mark Und den berrenendeu Nummern 1« Parentvele delgelilgi. [Ohne Gewähr.) 42 147 74 204 463 515 57 682 906 9 14 34 1101 396 531 757 65 2002 242 64 64 355 66 409 47 574 641 74 792 816 3062 123 38 247 372 441 503 99 657 68 825 42 46 957 58 66 84 94 4026 525 647 706 24 60 78 968 81 5332[150] 42 421 656 767 817 900 49 80«031 37 94 222 23 387 474 508 21 39 601 7 26 1300] 742 873[200] 966 7015 207 8 72 95 396 545 53 98 653 55 912 54 65*198 213 540 80 600 11 34 79 865 91'. 08 42[500] 92»027 171 95 201 324 87 616 845 908 66 l«034 379 410 36 566 82 659 771 974 1 1133 306 47 50 73 95 455 571[1501 630 731 907 12 62 l«032 125[150] 37 50 259 303 9 445 503 12 49 625 890 923 30 13069 89 95 225 364 441 86 958[200] 65 1 4296 1150] 331 91 98 532 49 620 71 760 77 801 89[»«««] 959 1 5018 22 218 350 72 496 539 92 616 96 708 45 88 974 1 6048 341 419 68 86 505 55 92 688 807 41 963 1 7061 135 221 1150] 361 618 61 709 27 37 87 I*091 374 99 622 75 733 47 82 845»«064 87 168 265 79 84 307 82 478 500 608 865 91 ««083 180 267 90 366 502 53 701 80 99 850 931«»095 HO 26 45 244 428 592 608 836 42 77 91««075 238 61 72 331 65 493 584[1501 642 714 64 940[150]«3236 57 91 374 5J9 605 20 715«4023 166 665 91 779 918«5112 80 209 302 6 417 34 64 92 654 86 881««009 17 26 92 364 65 413 590 673 790 98 898 939«7092 236 41 334 403 624 865 87«*139 60 219 326 56 413 26 938«»044 50 120 47 433 49 63 539 805 67 73 »«098 214 394[2001 566 633 58 72 925 3»081 182 292 526 772 90 828 60 96»«020 27 39 41 43 232 386 607 764 803 939[150] 59 95 83024 62 133 64 378 401 24 573 660[2001 83 786 978 34107 39 84 85 241 67 400 42 580 615 35055 136 58 99 599 609 70 719 11501 27 86 913 39»«022 35 HO 95[300] 208 328 405 30 59 681 652 708 857 906 55 3 7028 93 164 293 374 78 517 76 811 995[150] 8*048 174 482 676 808 35 64 910 8«280 86 493 605 17 69 918 4«000 21 147 213 86 389 477 517 62 680 708 14 98 851 942 53 79 41034 226 395 460 581 692[3000] 918[150] 40 53 71»»119 259 319 82 489 537 98 743[1- 01 80 835 58 909 43093 106 39 278[150] 92 361 [2001 89 689 781 945 61 84 4 4060 151 247 71 334 35[150] 422 578 82 618 82 795 906 54 4 5016 86 131 91 273 356 422 57 81 543 80 83 699 926[150] 40187 219 421 46 70 539 669 730 851 903 47033 94 98 205 3(4 721 45 61 824 45 956 4*137 42 377 87 625 896 923 79 4»031 103 9 226 88 301 5 76 468 560 849 951 »»388 578 926»»613 841»«049 280 98 359 440 65 74 77 84 98 512 30 730 913 28»3149 241 60 741 932» 4290 357 92 566 70[150] 80 774 99 901 35003 139 242 64 401 54 60 62 503 39 47 85 726 808 22 969 73»«219 373 81 86 463 640 840 916 30[300] 75 85 5 7002 27 65 136 67 262 301 49 92 424 813 917 42[1501 43 5*002 156 209 34 323 493 514 643 829 63 943 88«»131 218 457 79 809 44 54 «»002 108 399 436 49 544 83 701 65 828«1057 173[150] 274 524 943««005 119 27 59 82 297 308 510 11 39 797 948«3363 66 447 549 739 822 66 928«4098 239 374 80 564 659 92 769 97 834 43 929 91 «.'069 199[150] 279 440.'5[1501 510 784 80) 32 93««005 92 98 106 427 554 68 939 83« 7051 54 158 73[150] 297 379 405 569 726 45 839 71 952«*215 359 91 454 61[150] 532 611 711 944«9054 118 67 292 358 78 425 51 54 504 15 92 97 802 59 64 7»093 132 237 76 311 19 24 78 655 73 754 68 931 87 7 1046 421 677 867 7«0-6 91 112 305 414 563 602 903 32 89[150] 73013 124 56 457 72 87 501 662 726 43[1501 54 982 74085 133 55 215 25 625 30 55 94 740 750O2 21 231 62 63 99 422 44 56 64 609 704 23 99 814 65 922 90 7«040 293 599 603 767 68[1501 911 80 7 7581 642 716 63 813 14 50 917 38 95 7* 76 81 143 202 69 77 81 426 600 783 835 94[5001 7»054 131 52 90 221 382 555 66 711 23 30 57 74 *«025 215 46.14 588 772 877 907 53 97*»039 62 114 29 71 254 [2001 69 319 88 589 92 605 732 811 51 905 48*«085 122 276 360 73 434 1150]„8 50 94 518 726 803 27 7 2 937[150] 62*830 1 5 74 611 734 824 30 79*4010 114 45 616 38 45 846 57 946 53 84* 5041 310 29 48 449 517 611 89 706 816*..021 30 96 200 47 395 437 67 524 31 675 928 41*7097 386 425 505 47 50 905**019 31 178 297 301 43 462 528 31 l-U 678 730 937*»116 61 266 396 418 11501 503 6 659 707 96 817 83 907 120 48 86 376 95 401 10 1? 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Trouheim in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kabing in Berlin SW., Beuthftraße 2.