Ät. 265. Dienstag, de« 12. November 188». « Jabrg. SMerVllUisblllll. . Vonr kapfersn Dvukl'Äz frei Pinn. tii$iXJL �'ckert hat dem Staatssekretär v. M a l tz a h n i�° i?.�tatsdebatte bitteres Unrecht gethan, er hat ihn ohne aber f! � der Inkonsequenz beschuldigt. Zn Wirklichkeit Herr v. Maltzahn mit bemerkenSwerther Folge- «u. �>t gehandelt, als er früher gegen und heute für die �°�°lle eine Lanze brach. b« �nen Fall ist, dies sei von vornherein festgestM, benis ��ter der„Danziger Zeiwng" der Mann, welcher Wen>st, einem anderen Politiker über Wandlungen den Siiden1'efen- Wer so oft sich umgehäutet hat, wie Herr d>e SlrL18" f0 eencigt ist, dem Bruder Nationalliberalen in in m/!ne zu sinken, wie er, sollte sich hüten, mit Steinen Das Glashaus, in welchem er fitzt, ist sehr zer- �"sere Absicht ist eS, darauf hinzuweisen, daß die ihre Schwankung vom Freihandel zum Schutzzoll sentm." wußten, weil der Profit, und dieser ist trotz aller W» kk" Phrasen der ausschlaggebende Faktor in sj-n pitalistischen Gesellschaft, ihre wirthschaftlichen An- Hungen umwälzte. Der Liberalismus, der mit politischen operirt und die ökonomischen Fragen bei Seite weil ihre gründliche Erörterung seinen Besitzstand ge- will oder kann nicht sehen, daß die Zeiten seit 1874 » Aändert haben. Bis zu dieser Periode waren unsere ."bchtzer begeisterte Freihändler, weil Deutschland Kor« die lange Korn exportirt wurde, so lange hatte ftrt«» oS�a seine Rolle"als Kornkammer Europas i» x v m Maßstabe zu spielen. Die Getreideproduzenten UMssseuen Welt schütteten kolossale Massen von Wlt fi«?11 Getreide auf die Märfte der alten das g> ,?erall, wohin der Nankee sein Korn brachie, sank �Geldeinkommen, das der Grund und Boden liefert, ttni lt war das Palladium der Agrarier, die Boden- iccfe' 8' auf's ärgste bedroht. Die deutschen Großgrund- konnten ihre FreihandelSprinzipien nicht mehr in K sende Münze umsetzen, und es hieße von einem Agrarier tW Erlangen, wollte man von ihm einen Idealismus ein welcher nichts einbringt. So trat die Verwandlung Wli«;»8 Schutzzoll ward der Kerngedanke der agrarischen Eiltet der Zolltarif ist seine silasfische Verkörperung. "och dem Anderen hat die Metamorphose durchge- - der Eine früher, der Anders später. Die Herren �»uv gethan, was ihrem Beruf, ihrer Weltan- ""S, threr ganzen sozialen Position widerspricht. jVWtn von Maltzahn war eS allerdings vorbehalten, Rechtfertigung der Brodvertheuerer vorzubringe«, wie sie ein« 126 ... Feuilleton. »obotm.)_ Gerttrtn�l. sozialer Roma» vo» Emile Zola. "iP autorisirte Uebersetzung vo» S r» st Z i e g l e r. c. Viertes Kapitel. »ach'�oee," sagte die Maheude zu ihrem Manne,„da Du $fu„ir{°nssou zur Zahlung gehst, so bring' mir doch ei» Kaffee und einen Kilo Zucker mit." Bicken»"olste an seinen Schuhen, um die Ausgabe des „SU ersparen. ! und Tausende? % blickte auf. vi?' tzlaubst denn Du, ich Hab' Hunderte Arer wird ohnedies dürftig genug ausfallen; mit Bechen"'"len 2dee, fortwährend die Arbeit zu unter- �«n�'be schwiegen. ES war nach dem Frühstück, an einem bstn den 20. Oktober. Die Kompagnie hatte, unter diesem.e, daß die Zahlung viele Umstände mache, an t�Wer n,.?6 m allen Gruben die Arbeit aufgehoben. Denn, �eckt»?0n der Furcht einer kommerziellen Krise ge- wehre« errnred sie unnöthigerweise ihre Vorräthe zu ver- wUsend' sh!?- leder Vorwand war ihr recht, um ihre zehn- » � Frau f1' �lephan erwartet Dich bei Rasseneur," fuhr chzähi-n nimm ihn mit, er wird besser wie Du Ih, M?"•' �uch Alles aufgerechnet haben." Arbeiter zum Feiern zu zwingen. on nickte. der„Wahre Jacob" nicht humorvoller hätte persifliren können. „Es ist nicht richtig"' rief der Staatssekretär emphatisch auS, „daß der arme und der reiche Mann durch die Getreidezölle nicht gleich belastet wird. An meinem Tisch hier in Berlin und auf meinen Gütern essen täglich 70 Personen, mich trifft die Belastung 70 Mal." Nun ist ja gar nicht zu be- streite«, daß der Freiherr Helmut von Maltzahn zu der Kategorie der sehr nothleidenden Landwirthe gehört, da sein Grundbesitz zu denjenigen Besitzungen der altpreußischen Provinzen zählt, welche nicht über 5000 Hektar Areal umfassen. Wir wissen augenblicklich auch nicht, ob und in welchem Maßstabe auf Gültz bei Treptow in Vorpommern Zucker gesotten, Stärke gemacht und Schnaps gebrannt wird. Eins aber wissen wir, daß diese fiebenzig Kostgänger des Herrn Staatssekretärs nicht sämmtlich Familienangehörige, sondern zum weitaus größten Theil Beamte und Arbeiter find. Schenkt denn Herr von Maltzahn, dessen gute« Herz wir ja keineswegs anzweifeln, seinen Leuten das Brot, welches sie bei ihm essen? Ist dasselbe nicht durch harte Arbeit redlich verdient, ist es nicht ein Bestandtheil des Arbeitslohnes? Er nimmt die Arbeit und giebt dafür zum Theil Geld— und die Löhne find niedrig genug in Vorpommern—, zum Theil Naturalleistungen. Und wieviel profitirt Herr von Maltzahn an den Getreidezöllen? Die Junker sind aber nur eine Gruppe der Bourgeoisie. Diejenige, welche Herr Rickert vertritt, das mobile K a- p i t a l, stürzt sich mit derselben brennenden Leidenschaft auf jeden Gewinn, wie ihre feindlichen Brüder, die Agrarier. Weder mit jenen noch mit diesen kann eine ernsthafte soziale Reform, welche das Massenelend erfolgreich be- kämpfen würde, ins Werk gesetzt werden. Die Deutschfteisinnigen sind augenblicklich in der Opposition und sse führen den politischen Kampf mit einem gewissen Maß von Radikalismus. Aber man darf sich nicht darüber täuschen, daß dieser Hader kein prinzipieller ist. Die letzte EtatSrede Eugen Richter'S war gewiß scharf, boshaft, entschieden, aber sie war groß nur im Kleinen. DaS Leitmotiv der gesammten Polemik des Fortschrittler- thumS ist doch nur der A e r g e r darüber, daß eS nicht mitregieren darf. Man mag die widerstreitenden Interessen der verschiedenen bürgerlichen Fraktionen noch so hoch taxiren, im Ernstfalle, wenn eS sich darum handelt, dem gemeinsamen Gegner, der sozialpolitisch organisirten Arbeiterklasse, den Nacken zu beugen, laufen sie zusammen wie Ouecksilberkügelchen. Die Handvoll Bourgeois- Ideologen, die mit ehrlichen Absichten und kindlichen Halb- heiten als moderne Don Quichottes durch das öffentliche Leben irrlichteliren, machen den Kohl nicht fett. Ebenso wenig spricht dagegen die Thatsache, daß hier und da die liberale Bourgeoisie Schulter an Schulter mit den Arbeitern kämpft. Wir haben in Deutschland keine bürgerliche Partei In dem unfteiwilligen NichtSthun dieses TageS hatten Ile um zwölf Uhr gefrühstückt, und danach war Stephan zu einem einstigen Wirth gegangen. Sie Hub wieder an: „Aber Du solltest Dich beeilen! Und vergiß nicht! sprich doch mit den Herren wegen Deine« Vaters. Der Doktor ist im Einverständniß mit der Kompagnie. Nicht wahr, Alterchen, der Arzt täuscht sich; Ihr könnt noch ganz gut arbeiten?" Seit zehn Tagen blieb Bonncmort mit erstarrten Beinen, wie er sagte, auf seinem Stuhle. Er antwortete nicht gleich: sie mußte ihre Frage wiederholen; dann brummteer: „Natürlich werde ich arbeiten! Man ist doch nicht schon fertig, weil man mal Schmerzen in den Beinen hat! DaS sind nichts, als Geschichten, die sie erfinden, damit sie nicht nöthig haben, mir meine Pension von einhundertachtzig Franks zu zahlen!" Die Mahmde dachte an die vierzig SouS, welche ihr der Alte eines TageS nicht mehr heimbringen werde und rief mit plötzlicher Bange: „Mein Gott, wir werden Alle bald umkommen, wenn das so fort geht!" „Wenn man todt ist," sagte Maheu,„hat man keinen Hunger mehr." Er hämmerte noch ein paar Nägel in den Absatz seine« Schuhes, dann machte er sich auf den Weg. Die Zahlung der Arbeiter des Voreux kam erst um vier an die Reihe. Darum ließen sich die Männer Zeit und gingen gemächlich plaudernd die Chaussee nach Montsou entlang: die Frauen riefen ihnen nach, sie sollten bald wiederkommen, oder gaben ihnen Bestellungen auf, um zu verhüten, daß sie sich in die Schänken setzten. Bei Rasseneur hatte Stephan allerhand beunruhigende Gerüchte vernommen. Die Kompagnie äußere sich mehr und mehr unzufrieden über die Verzimmerung, hieß eS; man verdoppele die Strafgelder; ein Konflift scheine unauSweich- lich; die Verzimmerung fei übrigens nur die zugegebene von der Entschiedenheit der französischen Radikalen schweizerischen Demokraten, unser Bürgerthum hat sich bereits politisch bankerott erklärt, und die deutschen Arbeiter können ein Lied singen von der Gesinnungstüchtigkeit der Fortschrittler beim Wählen zum Reichstag und bei parla- mentarischen Abstimmungen. Man kann nicht oft genug daran erinnern, daß die Häuptlinge des Deutschfreisinns die berüchtigte Abkommandirung inszenirt haben, als sie in der Frage oes Sozialistengesetzes die Entscheidung in Händm hatten. Die Sozialdemokratie weiß, was sie von dm Reaktionärm rechts und von den Pseudoliberalen links zu erwarten hat. Wmn die fortschrittlichen Blätter in LobeShymnm über die Rede Richters sich nicht genug thun können, so ist unS dies verständlich. So weit der Radikalismus des geärgerten SpießbürgerthumS gehen kann, ist Herr Richter gegangen, aber auch um keinm Zoll breit weiter. Wer große Gesichtspunkte in seinm Ausführungm suchm wollte, würde enttäuscht werden. Aber er hat dai Aeußerste gethan, um das matte Herz des Philister« höher schlagen zu machm, er hat in eleganter Fechterpose Hiebe nach verschiedenen Seiten auSgetheilt, und diese Hiebe haben gesessen. Sehr wohl! Hat aber Richter das System bekämpft, aus welchem alle diese Uebelstände mtspringm? Man führe doch alle Pläne des Leiters der Deutschfreisinnigen durch, und auch nicht ein Stein in dem Ouaderwerk des kapitalistischen Staats wird ver- rückt. Ob der Bau grau oder blau angestrichen ist, darauf kommt im Grunde wmig an. Wir machen Richter keinen Vor- wurf daraus, er mußte so reden, sonst wäre er ebm nicht der beredteste Anwalt des rabiaten Bürgerthums. Er hat Herrn v. Bennigsen sein Sündmregister vorgehaltm, und die Fortschrittspresse bi« zur„Frankfurter Zeiwng" be- jubelt ihn. Aber hat irgmd ein venkmder Mensch dm Liberalis- mus der Gmtlemm, mögen sie v.Bmnigsm oder Miquel heißm, noch ernst gmommen? Wem e« Spaß macht, offene Thürm einzurmnm, mag es für eine besonder» kühne That haltm, dm hannoverschm Oberpräsidmtm aus dem Sattel zu hebm. Dieser Bmnigsm ist ein todter Mann, und wmn er auch im Reichstage bisweilen noch umgeht, so ist er doch nur ein Schemm. Die Taktik der Arbeiterpartei ist eine einfache, weil die Arbeiterpartei eine gebundene Marschroute hat. Mögm Junker und Pfaffm noch so wüthmd auf sie einstürmen, mag die internattonale Reaktion ihre Fußangeln und Selbstschüsse noch so reichlich legm, das Proletariat wird seine Kulturaufgabe trotz aller Angriffe, trotz aller Stürme, trotz aller Hinterlist siegreich erfüllen. Deshalb weil es nur in der Umgestaltung des System« die Möglichkeit erblickt, bessere Zustände, ein kultur- gemäßes Dasein für die arbertmde Menschheit zu schaffm. Die Flickversuche und Reparaturarbeiten der bürger- lichm Opposition kann die Arbeiterklasse zwar be- Ursache, hinter der sich geheime, schwerwiegende Umstände versteckm. Ein von Montsou zurückkommender Arbeiter er- zählte, daß neben der Kasse ein Plakat angeklebt sei, aber er wisse nicht recht, was darauf stehe. Ein Zweiter kam, ein Dritter, und Jeder berichtete etwas Andere« von dem möglichm Inhalte der Bekanntmachung; aber Alle warm darin einig, daß die Kompagnie einen Entschluß ge- faßt habe. „Was sagst Du dazu?" fragte Stephan, sich neben Souvarine an einen Tisch setzend, auf dem sich nichts befand als ein Päckchm Tabak. Der Maschinist rollte langsam eine Zigarette, dann ant- wortete er: „Daß dies leicht vorauszusehen war und daß die Kom- pagnie bis zum Aeußersten gehen wird!" Er war der Einzige, der genug Bildung besaß, um die Situatton verstehen zu können. Mit seinem leidmschaftSlosen Gesichte erklärte er: Die Kompagnie sei von einer Krise bedroht, sie müsse ihre Unkosten beschränken, wmn sie nicht unterliegen wolle; dies könne sie aber nur, indem sie unter irgend einem Vorwande die Löhne herabsetze. Die Kohle bleibe unverkauft aufgestapelt, da fast alle Fabriken feiern; wolle sie nicht ebmfalls ihre Arbeit gänzlich einstellen, so müsse sie einen Ausweg suchen, einen Streik vielleicht, au« dem ihre Arbeiter gezähmt und minder bezahlt hervorgingen. Der Hilfsfonds beunruhige sie auch und scheine ihr eine Ge- fahr für die Zukunft; ein Streik würde diese noch wenig gefüllte Kasse rasch leeren und die Kompagnie mit einem Schlage davon befreim. Rassenmr hatte sich neben Stephan gesetzt und beide jörtm dem Russm bestürzt zu. Die anderen Arbeiter warm chon fortgegangen: nur Frau Rasseneur befand sich mit dm «ei Männern tn dem Schankzimmer. „Welch' eine Idee!" sagte Rasseneur.„Wozu das alles? Die Kompagnie hat kein Interesse an einem Streik, und die nützen, um vorwärtszukommen. Wenn der SozialiS- mus baut, haben die fortschrittlichen Kärrner zu thun. Die Arbeiter können, ohne sich etwas zu vergeben, die Situation, die für sie günstig ist, ausnützen, im Wahlkampf oder wo sonst sich die Gelegenheit bietet. Aber benützen heißt nicht sich verbünden. Denn warnend, gewaltig hebt zwischen der Bourgeoisie, mag sie noch so radikal sich gebärden, von der Sozialdemokratie sich die dräuende, gigantische, weltbewegende soziale Frage. Sie scheidet für immer die beiden Heer loger. Wenn die Würfel rollen werden, stehen jene bei der Sroßen reaktionären Masie, und nur auf sich allein ist die asienbewußte Arbeiterschaft angewiesen. Und in dieser Erkenntniß liegen ihre Stärke, ihre Zu- verficht und ihre Aussicht. J>olitilÄIo Itcbcvlirfll. Fort mit diesem Reichstag! Das ist sicherlich nach Meinung eines jeden unserer Leser em sehr vernünftiger Aus- ruf. Wenn wir aber sagen, daß dieser Ausruf sich an der Spitze eines Leitartikels in einem stocknationallibe« r a l e n Blatt findet, und nicht in ironischem Sinn, son- dern in vollstem Ernst, so werden unsere Leser gewiß ausnahmslos ungläubig den Kopf schütteln. Und doch ist es die reine Wahrheit. Das betreffende Blatt heißt:—„Leipziger Tageblatt" und der betreffende Artikel findet sich in der Nummer des vorigen Montag. Da kann Jeder ihn nachlesen— freilich muß man den sogenannten„p o l i t i t i s ch e n" Theil erst überschlagen und im vo kswirthschaftlichen nachsehen. Der Artikel ist obendrein sehr gut, so daß es sich der Mühe verlohnt, ihn zu lesen— er handelt von den Korn zollen und weist ziffernmäßig nach, wie sie nur einem ganz winzigen Bcuchthiil der Bevölkerung zu gute kommen und die ungeheure Mehrzahl deS Volkes aufs Schwerste belasten. Herr Staatsanwalt Hartmann, dem die Lektüre dieses Artikels ganz besonders empfohlen, wird in demselben ver- muthlich„sozialdemokratische, auf den Umstürze. ge richtete Bestrebungen erkennen! wir hoffen jedoch, aus Kollegialität, daß er bei seinen Freunden kein Ver- bot des„Leipziger Tageblatt" auf Grund des Sozialisten» gesetzeS veranlassen wird, obgleich der Kasus aller- dingö ein ziemlich bedenklicher ist. Der volkswirth- schaftliche Theil des„Tageblatt" hat nämlich schon öfters solche verfängliche Artikel gebracht- in der That so oft, daß die„Leipziger Zeitung" ihn bereits den„s o z i a l d e in o k r a- tischen Theil" des„Leipziger Tageblatt" betitelt hat. Freilick) zu einem so umstürzlerischen Frevel, wie diesem Muster- und Kartell-ReichStag ein: Fort mit ihm! zuzu- rufen, hatte der böse Geist deS„Leipziger Tageblatt", der im „sozialdemokratischen Theil" sein Wesen treibt, sich noch nie- malS, auch nur annähernd, emporgeschwungen. Gin sterbende» Land. In unserer so �betitelten Notiz (Nummer vom 3. d. Mis.) befindet sich ein Druckfehler, den wir aber noch nachträglich berichtigen müssen, da er den Sinn wesentlich affizirt. Die Gesammtheit der in den 10 Jahren zwischen 1878 und 1887 für den Ausbau und die Verbesserung des französischen Kanals y st ems ausgegebenen Summen beträgt nicht einhundertundsechsunddreißig, sondern»irr- hundertundsechs un ddreißigMillionenFranks — also mehr als dreimal so viel.— DaS Bemerkens- werthe bei Frankreich ist ja gerade, daß trotz der ungeheuren — auf die Dauer auch gar nicht auszuhaltenden— Militärlast doch noch so bedeutende Summen für produktive und kulturelle Zwecke aufgebracht werdm— ein Beweis, daß der Militaris- muS die Franzosen noch nicht vollständig auf das Niveau der Schlacktfeld-Nutzlichkeit herabgedrückt ist. Ale aUeruntertstanigste Gpposttion regt sich wieder einmal in einem kartellrstischen Blatte. Man muß sich ordent- lich über die kühne Sprache wundern, die ein so rabiates Blatt zu führen sich getraut. Da höre man nur, was die„Magdeb. Ztg." am Anfang eines Artikels schreibt: „Es muß in der That auch Denjenigen, welcher einer durchaus gemäßigten freiheitlichen Entwicklung(Welch feine Dialektik!) des deutschen Staats- und RcchlSwesenS das Wort redet, mit Unbehagen erfüllen, daß der Bundesrath sich gegen- über dem mit seltener Einstimmigkeit gefaßten Beschlüsse des Reichstags, betteffend die Entschädigung für schuldlos erlittene Stiafhaft, ablehnend verhält und es nach wie vor verweigert, seine Zustimmung zu einem Gesetze zu geben, das von der Ge- fammtheit des deutschen Volkes nicht minder als nothwendig bezeichnet wird wie von der Wissenschaft und Praxis. Die Eni- fchädigung für unschuldig erlittene Strafhaft scheint nun einmal das Schmerzenskind der deutschen Gesetzgebung bleiben zu Arbeiter gewinnen erst recht nichts dabei. Das Klügste wäre, man verständigte sich." Er war immer für die bescheidenen Forderungen; selbst seit der plötzlichen Popularität seines früheren Miethers blieb er dabei, daß man nichts erlange, wenn man Alles auf einmal haben wolle. Etwas Eifersucht auf Stephan mischte sich dabei in seine zum Frieden neigende natürliche Behäbigkeit. Der Aerger darüber, daß man ihn nicht mehr wie früher anhöre und daß die Bergleute seltener zu ihm kamen und weniger Bier bei ihm tranken, ließ ihn sehr oft seinen alten Groll als verabschiedeter Arbeiter vergessen und die Partei der Kompagnie nehmen. „Also Du bist gegen den Streik?" fragte Frau Rasieneur hinter ihrem Schanktische. Und als er energisch„ja" geantwortet, rief sie lebhaft: „Du bist ein Feigling; schweig lieber und laß die Herren reden!" Stephan blickte träumend auf das Glas, welches sie ihm gebracht, endlich sagte er: „Was der Kamerad meint, ist wohl möglich; aber wenn man uns zum Streik zwingt, müssen wir uns dazu entschließen! Pluchart hat mir gerade darüber sehr viel Richtiges geschrieben. Auch er ist im Prinzip nicht für einen Streik, denn der Arbeiter leidet darunter, wie die EhefS; aber er erblickt darin eine ausgezeichnete Gelegenheit, unsere Männer zum Eintritt in die große Verbindung zu bewegen. Hier ist sein Brief!" Pluchart, untröstlich über das Mißtrauen, welchem die Internationale bei den Kohlenarbeitern von Montsou be- gegnete, hoffte, sie in Masse anwerben zu können, sobald ein Konflikt mit der Kompagnie ausgebrochen sein würde. Trotz seiner Anstrengungen hatte Stephan nur sehr wenig Mitgliedskarten plaziren können, während er viel mehr Ohr für seine HilsSkasse fand. Aber diese Kasse, der er all seinen Einfluß widmete, war noch so arm, daß sie, wie Souvarine richtig sagte, sehr schnell erschöpft sein würde, und dann allerdings wären die Arbeiter genöthigt, sich dem großen internationalen Verbände in die Arme zu werfen, damit dieser ihnen zu Hilfe komme. sollen und wiederhast in dieser Frage gefaßten Beschlüsse des Reichstages scheinen bei dem anderen Faktor der Reichsgesetz- gebung nicht die Beachtung zu finden, die der Sache enttpricht und die auch dem Geiste der Verfassung zufolge den Wünschen des Parlamentes zu Theil weiden sollte." So, da hätte der Bundesrath einen tüchtigen Klex weg! Wir wollen sehen, ob er in sich gehen, oder ob ein gewisses Mitglied des Bundesraths die Magdeburger Helden mit Stim- runzeln in die Flucht schlagen wird von GW- theil, neise Ermäßigung der Kohlentarife ist der Stettiner Kaufmannschaft bei dem Eisenbahnbezirksrath Berlin angeregt worden. Der Vertreter der Vorsteher der Stettiner Kaufmannschaft im Eisenbahnbezirksrath Berlin hat dort folgenden Antrag gestellt, welcher in der nächsten Sitzung auf die Tagesordnung gesetzt werden wird:„Der Bezirks- Eisenbahnrath ersucht die kgl. Eisenbahn-Direktion um Ein- führung eines Ausnahmetarifs für Steinkohlen und Koks van Swinemünde und Stettin nach Berlin auf der Grund- läge derjenigen Einheitssätze, zu denen Kohlen von Oder- schlesien nach Berlin befördert werden." In der Begründung dieses Antrages wird darauf hingewiesen, daß die Ungleich- heil der Tarifirung die Mitbewerbung der ausländischen Kohle und deren mäßigende Wirkung aufZden inländischen Preis de- schränkt. Die Sonntassruhr der Postbote«. Eine dem Reichs- tage mitgeiheilte sehr ausführliche Statistik des Herrn von Stephan giebt eine Uebersicht über das Maß der Sonntagsruhe der Postbeamten. Darnach sind von 74 5S5 Beamten dienstfrei an jedem Sonntag nur 4910 Beamte, mindestens jeden zweiten Sonntag 20 940, mindestens jeden dritten Sonntag 22 910 und jeden vierten Sonntag und seltener 9203. Nie- mals haben einen ganzen dienstfreien Sonntag 16 S02 Beamte. Indessen sind von den zuletzt angeführten 9203 und 16 602 Beamten mindestens die Hälfte des Tages dienst- frei 14 715 und in je drei Wochen mindestens zwei- mal für die Hälfte des TageS 7604 Beamte. Von den übrig bleibenden haben nur mindestens jeden zweiten Sonntag 2143, mindestens jeden dritten Sonntag 592 Be- amte, mindestens jeden vierten Sonntag und seltener 540 Be- amte einen halben dienstfreien Tag und niemals auch nur einen halben dienstfreien Sonntag haben 201 Beamte. Was be- sonders die dienstfieie Zeit während des Gottesdienstes anbe- trifft, so sind 37 150 Beamte in der Lage, jeden Sonntag den Gottesdienst zu besuchen, 24 239 jeden zweiten, 12 274 jeden dritten und 711 j-dm vierten Sonntag und seltener, während 134 Beamte niemals der, Gottesdienst besuchen können, darunter 73 infolge Fehlens einer Kirche im Amtsbezirk oder in der Nachbarschaft und III infolg? des Dienstes bezw. des Postenganges und wegen Mangels an Vertretung. Sächstfche» Streber-Servttismns. Bei den letzten Wahlen zur sächsischen Anwaltskammer wurde ein Versuch gemacht, den Rechtsanwalt Freytag von Leipzig aus dem Vorstand, dem er seit langer Zeit angehört, zu ent- fernen. Der Versuch ist jedoch mißlungen. Das Haupt- kontingent der SeroilitätS- Ritter entstammte natürlich der „guten Seestadt" Leipzig. Der Rechtsanwalt, dem der An- stürm galt, ist beiläufig nicht— wie verschiedene Blätter melden— der B r u d e r des ehemaligen LandtagSabgeordneten Freytag, sondern dieser s e I b st. DaS Treiben der kartellistischen Radaubrüder ist in diesem Fall um so skandalöser, als Rechts- anwall Freytag einer der tüchtigsten Juristen des Landes ist, der auch in den Reihen der gegnerischen Juristen, so weit sie wissenschaftliche Bildung und persönlichen Anstand haben, hoch- geschätzt wird In Kezng auf die Heranziehung der Konfektionsgeschäfte zu den Beiträgen für die Schneiderinnung in Magde- dura hat der dortige Magistrat der Innung mitgetheilt, daß er sich für berechtigt halte, cm Falle der Antrag auf zwange- weise Beitreibung der Beiträge gestellt und Widerspruch gegen diese Beitreibung erhoben wird, die Frage der Heranziehung der KanfektionSgeschäfte seitens der Innung einer materiellen Prüfung zu unterziehen. Auch aus Anlaß einer Beschwerde eines Konfektionsgeschäfts, welches für 100 Gesellen zu einem Beitrage von 110 M. herangezogen ist, erklärt der Magistrat auf Grund der staltgehabten Erhebungen, daß daS betreffende Geschäft nur für fünf von ihm beschäftigte Zuschneider Beiträge zu zahlen verpflichtet ist, nicht aber für diejenigen 95 Gehilsen, Gesellen, Frauen, Mädchen, welche von ca. 30 selbstständigen Schneidermeistern beschäftigt seien, bei denen das Geschäft auherhaib seiner Geschäftsräume die bei ihm gemachten Be- stellungen anfertigen lasse, zumal jene selbstständigen Schneider- meister nicht allein von dem Konfektionsgeschäft beschäftigt würden, sondern auch für andere Geschäftsinhaber oder für eigene Rechnung arbeiteten. An» Kaden, 9. November. Unser liberale Musterstaat ist in den letzten Sozialistendeöa'ten nicht zum besten gefahren, wie wir aus den Zeitungsberichten ersehen. Die Anklagen, welche in der an die Mitglieder deS Reichstags vertheilten Broschüre Musers über die Handhabung der Gesetze ge�en die Sozialdemokratie in Baden erhoben wurden, sind ötter erwähnt worden, ohne daß sie von irgend einer Seite Widerlegung „Wieviel habt Ihr denn in Eurer Kasse?" fragte der Wirth. „Kaum dreitausend Franks," sagte Stephan.„Und, wißt Ihr, die Direktion hat mich vorgestern rufen lassen. O, sie waren sehr höflich und versicherten mich wiederholt, daß sie uns nicht verhindern wollen, einen Reservefonds zu gründen; aber ich habe durchblickt, daß sie seihst die Kontrole über diesen Fonds ausüben möchten. Die Sache ist noch nicht abgethan." Rasseneur sing an, im Zimmer auf und nieder zu gehen, indem er verächtlich vor sich hinsprach:„Dreitausend Franks! Was damit anfangen? Kaum für sechs Tage können sie dafür Brot kaufen, und wenn sie auf Fremde rechnen, auf Leute, die in England wohnen, da sollen sie sich nur lieber gleich schlafen legen. Nichts dümmeres wie so ein Streik!" Jetzt fielen zum ersten Mal bittere Worte zwischen den drei Männern, die sich in ihrem gemeinschaftlichen Hasse gegen das Kapital bisher immer verstunden hatten. „Und Du? Was sagst Du?" fragte Stephan den Russen. Dieser, ohne die Zigarette aus dem Munde zu nehmen, antwortete mit seinem alten Worte der Geringschätzung: „Streiken? Dummheiten!" Dann, das unmuthige Schweigen unterbrechend, fuhr er fort: „Im Großen und Ganzen, sage ich nicht Nein. Streiket, wenn eS Euch Spaß macht; das richtet die Einen zu Grunde und tödtet die Anderen, und damit ist immer etwas gethan. Doch mit so einem langsamen Vorgehen könnt Ihr tausend Jahre an der Reformation des Bestehenden arbeiten. Fangt lieber damit an, diese Galeere, worin Ihr Euch zu Tode schindet, in die Luft zu sprengen!" Er deutete zum Voreux hinüber, dessen Gebäude man durch die offene Thür erblickte. Aber plötzlich unterbrach ihn Etwas.„Polonia", das Kaninchenweihchen, welches sich auf die Straße gewagt hatte, huschte ins Zimmer, von den Stein- würfen einer Schaar Knaben verfolgt, es drängte sich mit herabgeklappten Ohren an Souvarine und kratzte ihn ängstlich, damit er es auf den Schoß nehme. Er legte da« Thier auf fanden. Herr v. Marschall, unser Gesandter in Berlin, wie ebenfalls aus Zeitungeberichten beroorgebt, so eimZ Vechandlungen im Reichstag beiwohnte, hat ebensailt* Veranlassung genommen, auf die Anzavfungen zu ante«» woraus man wohl schließen darf, daß er nicht miW»' konnte. Da sollte man doch billigerweise erwarten, daß die behörden sich hüteten, auf dem betretenen Wege weiter zu dein und wo sie dennoch nicht davon abließen, daS Min>u°- eingreife. Davon scheint aber zunächst keine Rede zu M folgender Bericht zeigt, den der„Badische böte" aus Offenburg veröffentlicht. Derselbe lautet: A „Offenburg, 2. Nov. Wie Sie bereits mitgetherlt(JJ viov. zuic ore orreris nmn"V"" ij enthält die Resolution des ersten badischen Arbeitertaget, der Ständekammer vorgelegt werden soll, einen PassuS, RA ttttf h<»r.fSnithTmfmnrt WlareirtäntfetiCß tUl sich mit der Handhabung des badischen Vereintgesctzet, Es wird in derselben bezweifelt, daß die rigorose wie sie z. B. von dem hiesigen Großh. BezüksamtM Rasina beliebt wird, in der Absicht des Gesetzgebers lag. Beamte rückt einem Wahlverein der Arbeiter, welcher n®' nicht den mindesten Verstoß gegen Gesetz und Ordn laubtc, in einer meines Erachtens gesetzlich nicht Weise auf den Leib. Ehe der Verein noch irgend einen va gethan, erklärte Herr Rosina ihn für die öffentliche 2ÖW gefährlich und wendet gegen ihn den§3 des bad. � gesetzes an, indem er das Verzeichniß der Mitglieder einsog Im Besitz desselben übte er eine ganz moderne Tortur die ahnungslosen WablvereinSmitglieder aus. Da WL während z. B. solche Mitglieder in der Fabrik eines nai� liberalen Kartellbruders und WahlagitattonSkollegen det Rasina an der Arbeit find, ihnen die Gendarmerie Uli V&l flliV/ ll/ltcil Ulv VI/ VilVUl illvl Sv jrtjj Hals, was natürlich Aussehen in der Fabrik und bei der� zipalität erregt. Was aber will die Gendarmerie? Sie x:«,* cx x___ i. o...u.___ jl cn�tn«! f digt sich nach dem Geburtsorte der Leute, nach Norntf� Vaters und der Mutter. Der Fabrikant merkt sich die. Gendarmen inquirirten Arbeiter und bei der nächsten heit werden dieselben gemaßregelt. Unterdessen setzt der Herr*5 seine Tortur fort. Er schreibt an die HeimathSgememdeuff, -Verbrecher", welche sich weiter nichtS zu schulden kommen d ___________________ �«.sl/A als die Mitgliedschaft in einem gesetzlich erlaubten WaP� Er fordert von den HeimathSbehörden Auskunft über derja mund dieser Leute und macht wo möglich Andeutungen, das jetzige Thun und Treiben dieser Bösewichter in's Licht stellen. Eine Anzahl Briefe, welche an solche cinsmitglieder zu deren größten Entsetzen von Eltern odn� wandten eintrafen, zeigen, welche Bestürzung dieser üb«� Amtmann in Familienkreisen hervorruft. Aus mehrere� ein Beispiel. Ein seit vielen Jahren hier ansässiger� Mann, Familienvater, sehr geachteter und solider erhielt gestern folgenden Brief: � „A.(Bayern), 31. Okt. M Lieber Bruder! Soeben komme ich vom Bürgermeister, welch** u rufen ließ und fragte mich um Deinen Aufenth�» Er erhielt ein Schreiben vom Gericht(soll heiß*" zirksamt. D. R.) und wird also befragt, wo d«■/, (folgt Name) sich aufhält und ob n i ch t S Na 4'.'a ligeS von ihm bekannt sei. Lieber Bruder! mir dock gleich, was das ist oder sein soll; ich kan« nichts Böfes oder Unrechtes denken!" (Folgen internere Angelegenheiten.) Wie gesagt, solcher Briefe sind mehrere vorhanden- � Theil noch viel aufregenderen Inhalts.— Kann und z die badische Regierung eine solche Rigorosität, für wel®*: Vereinsgesetz sich kein Anhaltspunkt findet, noch länger Wir rufen ihr und ihrem Diener, für dessen Handlung� die Verantwortung trägt, zu: guo usguo tandcm!(Wie™ soll dies noch so fortgehen? Jj Dagegen ist der Herr Oberamtmann zeitweise wi*�« nachsichtig, wie man es kaum erwarten sollte. Am tember dieses Jahres versandte Herr Rasina folgenden Großh. Bezirksamt Offenburg. Der Verein Vorwärts, � verein für Offmburg und gebung betreffend. Nr. 25183. Dem Herrn Kaufmann I. F. A..., Auf Grund des Z 3 des Vereinsgesetzes t'j wir Sie als Vorstand bezw. als Mitglied de« 25 gründeten Vereins„Vorwärts", Wahlverein für bürg und Umgebung auf, uns die Statuten hf Vereins vorzulegen und die Vorstandsmüp,� * m •ubtralet IJQ3 vl 'ft m D. «> man ch«, dil ° Arbc chiedenei lache unl and ben der Red. iab de» Bad. hübet tri "midibal ®aben)> •frika'r f«tt! b" bfngen i «ich! mit Mo» h !z.ttwn -vbersch, %n Mnitta frr stan schon Si Kh zu Ae Mi, «fe e§ »w M°rgii ./'S » her duhrliche «ttnaestn die J "auf 0 w an... � Kassirer und Schriftführer, sowie sämmtliche beWip Mitglieder zu nennen. Wir geben hierfür eine 0° 1. Oktober. Wir machen darauf aufmerksam, daß die folgung dieser Aufforderung an Geld bis zu destraft werden müßte. Robj Wir schreiben heute den 2. November; die Auffor�A ist bis heute nicht befolgt worden; die Geldstrafe ad** noch nicht verfügt." feine Knie und breitete, es zärtlich hütend, feine beiden vj darüber. Dann verfiel er m das träumende Sinnen, ihn jedesmal die Berührung dieses weichen warmen versetzte. Fast zur selben Zeit trat Maheu ein. Er wollte � trinken, trotzdem die Wirthin ihn so höflich einlud, aw sie ihr Bier nicht verkaufe, sondern offerire. StepP hob sich und Beide gingen nach Montsou. �1 An den Zahltagen war Montsou belebt, wie bei Festen. Von allen Arbeiterdörfern kamen die Männ** � bei, und da das Bureau sehr klein war, stationirten l immer wieder sich erneuenden und ablösenden Grupp- � der Straße. Händler benützten die Gelegenheu y breiteten in fahrenden Buden ihre Waaren aus; siwl schirr und Rauchfleisch wurden feilgeboten. Ab?. sonderS machten die Kaffeehäuser und Bö an jenen Tagen ein gutes Geschäft. vor die Reihe an jeden der Arbeiter kam, P sie sich dort die Zeit zu vertreiben, und nachdem zahlt waren, kehrten sie wieder irgendwo ein, um ihs� M „anzufeuchten", wie sie sagten. Sobald ffre nicht w f bis auf den letzten Sou im„Vulkan" verthaten, 8al für sehr solid. Während Maheu und Stephan durch die® der Arbeiter dahinschritten, theilte sich ihnen eine jii Erbitterung mit. Die sorglose Stumpfheit � die Leute" sonst ihr Geld" einstrichen und a»� Schanktischen umwechselten, war verschwunden: ij, Worte gingen halblaut von Mund zu Munde, ballten sich. zc „Also ist e« wahr?" fragte Chaval Maheu, ve> Piquette traf. Dieser antwortete nur mit einem wüthenden Bru � indem er einen haßerfüllten Seitenblick auf Steplp"� Seit den neuen Akkorden gehörte er nicht mehr ijL 0* und Konsorten, und ex mißgönnte es dem neue« � ling, daß das ganze Dorf ihm die Füße lecke, ww tt r Dazu kam seine Eifersucht Katharinens wegen, b>c � f ium\24feijuajx jtaiQunnen» ivcy*»»/ ß# Vorwürfen überhäufte und täglich beschuldigte, daß n Jtrlin, so eiW' Wenfalls# ontro»� HI anli"* -ß die L°»i» oeitcr zu rt S MiniM" yulS> !ethnlt W rt-g-5 � assuS, y '' 1 M �eser Veröffentlichung sind eine Reihe von u?", fangen, aber von einem Einschreiten unseres i».?„Ministeriums ist nichts bekannt geworden. iit in Vorgehen des Offenburger B-zirkSamtmannS isi m. s� and nichts Neues. In einer Anzahl von Fällen «olol J* namentlich Ausgewiesenen gegenüber die Taktik ver- n Unternehmern zu denunziren, um sie auS w bringen. Gelang das nicht, so wurden in ver« (»* �"JJaHen die Unternehmer selbst durch polizeiliche Bc- und n Requisitionen so lange geplagt, bis sie mürbe wmden te>!»?»staatspefährlichen� Arbeiter entließen. Anmerkung Red d„B. 33-J b« 9. November. Der von der Mehrheit büder.. � Arbeiter-Wahlvereins ausgestellte Kandidat Adolf -VT'. iJä SnnXik.. VDon �er Kandidatur zurück, und wurde der frühere rM loMflnx'x r Redakteur Adolf Geck in Off-nburg als Reichs- hss Ci'Äi,»'» 8-«-»».-i-»um, «I«®.fri?!' u-ollch. Kolonial.«rs-Uschaft für Ki>»»-j>- Aer fw( j-,"» wrll, wie die«Deutsche Kolonialzeitung" mittheilt, den P/bÜmS tat x t welcher den ersten deutschen Kolonialbesitz dar» ijtj' J): Luderitzbucht(Angra Pequena) mit dem dazu pe- »nin �. nlerland vom 26. Gr. s. Br. bis zum Oranjefluffe »vir™' � b« Engländer verkaufen.— In der Budgetkom- fcni.,' der Regierungkvertretec bekanntlich erklärt, daß die J'C dem Verkauf ihre Zustimmung überhaupt nicht »�rntvttk •ChEi? rft,um schneidige» Kürgermeister erzählt der Anzeiger" folgende mtbhche Historie: Dem liom mL1 Aichmeister Wippert in Neustadt ist von dem dor- u»na.5?��kister Herrn Engel nachfolgendes Schreiben zu- ./"stoW%8mit�!"Iex'anre vom 26''Gr.'s. �Br. bis zum Oranjefluffe bad. VrttZ >r einfor� xortor««7 »a ffl'Wj ieS n bei W -rie««jr bei der �«Neuftadt'O./S., 27. Ostober°188S. Ale ich heute ? Sie � � rstaos auf der Neuen Straße, während Sie in der Haus- schon< dicht an Ihnen vorüberging, haben Sie es, ob- Äck u genau sahen, wiederum absichtlich unterlassen, Sa Jr.grüßen, und als ich infolge dessen stehen blieb und �ie m xen Korten anredete:„Nun, Herr Wippert," haben "ebwan dann auch nicht für nölhiz gehalten, den Hut abzu- tanlw vielmehr einige Worte geäußert, aus denen klar Sie daß Sie mich absichtlich nicht gegrüßt hatten, weil tms. 8 dann nur nöthig hätten, mich zu grüßen, wenn Sie diihrliA �soße an mir vorübergingen. Wegen dieses unge- nWa«ff t ��haltens setze ich hiermit gegen Sie eine Orb- bst»Ü' von drei Mark fest, welche Sie binnen zwei Wochen d°ra»s �vrereikasse zu zahlen haben, mache Sie aber zugleich so daß, wenn Sie fortfahren sollten, sich in ltzi��iogener, disziplinarwidriger Weife gegen mich, Ihren �l(L°�Eicsetzten, zu benehmen, ich Ihre Dienstentlassung als Hm wut?'. sowie die Entziehung der Ihnen von den städti- r alz früherem Steuerboten widerruflich bewilligten »ore r.�deiführen werde. Der Bürgermeister Engel." Es r j? wteressant zu erfahren, in welchem Gesetz oder in «vorio.�giltigen Verordnung die Normen niedergelegt sind, ,„angemessener" Gruß eines Ziviibeamten seinem Wottr?e8eniider zu bestehen hat. Es ist ja sicherlich n-i�, sschtun« Ü�dllch, daß ein Untergebener seinem Vorgesetzten mit begegnet, und die Wohlanständigkeit wird im Allge- aus z" den Untergebenen selber lehren, einen Vorgesetzten auch den cJ.�imße zu grüßen; aber davon, daß ein Bürgermeister ivino �sidr der ihm unterstellten Stadt durch Geldstrafen »Iii fö!°vne, ihn zu grüßen, oder gar ein Recht habe, ihn dtdros diehung der Stellung, sowie der städtischen Pension zu ,�n, davon steht nirgends etwas geschrieben. d»t»n dir Wirkungen de« KchWeine-Cinfuffrner- rlz, ishält die„Köln. Ztg.", welche in diesem Falle gewiß mche Zeugin gelten kann, au§ Niederschlesien eine Zu- .Ww vur der besonderen Aufmerksamkeit der Regierung i» Jiin möchten. Die Zuschrift, welche die Behauptungen derre i» �en Presse über die verderblichen Folgen der Vieh- «Di» Pakten bestätigt, lautet: Kld hak»»> en Schweinefleischpreise i halten noch immer an zur Folge. >' N'Ä »i� v K Ue Rnsku.»??8" nie geahnten Pterdefleischverbrauch z.„ Issereien in den Städten Liegnitz, Görlitz, Lauban, .geinakk» Bunzlau u. s. w. haben nie so glänzende Geschäfte Ivette k-l Die Pserdefleischpreise haben jetzt die ?itbetUr»be wie vor einigen Monaten. Man zahlt letzt in das ist durchschnittlich fm ein Pfund Pferdefleisch 38 Pf., Mete wehr, als vor einig-n Jahren das Kalbfleisch ?rbei,'„,. M kommt, daß die Kartoffelernte, von der für die diesem so unendlich viel abhängt, in Niederschlesien in A xz'sahre kaum das Mittelmaß erreicht. Dieser Umstand r®8lidif» die Gutsbesitzer veranlaßt, ihren Viehstand nach die ktei» du verringern. Um so drückender empfinden darum ""taten• und großen Gutebesitzer die Aufhebung von Vieh- s«n h.. J? einer Rerhe von Ortschaften, eine Maßregel, die iexche ,,i™«'e'ung zur Bekämpfung der Maul- und Klauen- ?»ch di/ vothwendig erachtet worden ist. So scharf übrigens Mcruvn."�renzbewachung sein mag, eine gänzliche Ad- ÄoaiLl*,0*® Weges und Steges ist ein Ding völliger fohtoe b und die Schmuggler, die durch das Schweine- infolge desselben ringe- ftj--- halte, um sie dann im nächsten Augenblicke , Zp»r ZU umarmen. sei, g.h s�gte rhn, ob der Voreux schon an der Reihe »Laben» Ehaval, ihnen den Rücken kehrend genickt hatte, ach in. sich die beiden Männer zur Kasse. Diese befand J®ister: � kleinen viereckigen Zimmer, welches durch ein der H" Zwei Hälften getheilt war. Auf den Bänken längs nd n, /1. warteten fünf oder sechs Arbeiter; ein Anderer 5"tbe„ der Mütze in der Hand vor dem Schalter und � l,nf°n dem Kassirer und dessen Gehilfen bezahlt. Ueber l!n- die srn � befand sich ein gelbes Plakat, welches frisch «sifirw i ssd geklebt schien; vor dieser Bekanntmachung "ppen dem Morgen die Bergleute. Sie kamen in Ltlbttt sn ö.„?en- nach Maßgabe des für eine ordentliche biiu. �hSlt»!» Preis der Karren herabgesetzt, und zwar « richt? rT funzig Centimes zu vierzig. Wie �""Ung �stch dieser Preis nach der Natur und r. � � ÄrbeitSvlä�p iRns» pfmaö dunkle »o�nUn9 furf»r Arbeitsplätze. Eine etwas dunkle Ce«« darzulegen, daß diese Herabsetzung »mes genau durch die Bezahlung der 5; tretenen hohen Schweinefleischpreise(30 Pf. für das Pfund) zum„Palchen" angeregt werden, kennen als Eingeborene allerlei geheime Pfade, von denen die Grenzbeamten, welche zumeist aus fremden Gegenden dahin versetzt worden sind, keine Ahnung haben. Daß ab und zu ein paar Schweine abge- fangen werden, was thut das den Schmugglern, die den riesigen Preisunterschied für die große Zahl der wirklich über die Grenze geschmuggelten Schweine einstreichen? Wer durch eigene Anschauung sich ein Urtheil über die Lebensmittelverhält- n>sse in den Grenzbezirken zu bilden in der Lage ist, muß zu der Ueberzeugung kommen, daß das Schweine-Einsuhrverbot, wenn es aus gesundheitlichen Gründen erlassen worden ist, seinen Zweck verfehlt, dafür aber wirthschaftlich von tief ein- schneidender Wirkung ist." An» Sachsen 10. November: Ueber den vor einigen Wochen in der Trikotagenfabrik von Conradi u. Friedemann in Limbach ausgebrochenen Streik sind wir heute in der Lage Genaueres zu berichten. Die vorzuführenden Thatsachen be- weisen, daß wenn ein Streik berechtigt war, es dieser ist, und daß es einem— Uebermaß von Vorsicht geschuldet ist, wenn die Behörden Militair requiriren ließen zur Niederhaltung an- geblich zu fürchtender Unruhen. Die erwähnte Firma ist schon seit 3— 4 Jahren s y st e- m a t i s ch bestrebt gewesen, die Löhne der Arbeiter herab zu setzen. Sie griff hierbei zu einem ebenso schlauen als perfiden Mittel um zu ihrem Ziele zu gelangen, ohne daß die Arbeiter im Ganzen auffäßig wurden. Die Herabsetzung der Löhne er- folgte regelmäßig nur bei einigen Artikeln. Versuchten die betroffenen Arbeiter sich dagegen zu empören, so wurden sie mit Leichtigkeit durch andere ersetzt. Das„theile und herrsche" hat die Firma meisterlich studirt und durchgeführt und sich dabei die Taschen gefüllt. Endlich im Sommer 1883, wo das Geschäft besonders flau ging, benutzte sie die Situation zu einer allgemeinen Herabsetzung der Löhne, der die Arbeiter sich, in Anbetracht der ungünstigen Zeiten, murrend fügen mußten. Vor der Reduktion betrug der Durchschnittslohn pro Woche für gute Leistung bei männlichen Arbeitern 16 M., bei weih- lichen 8 M. Für normale und geringere Leistung betrug der Verdienst 10-30 Prozent weniger. Die Lohnsätze, die das „Chemnitzer Tagebl." seiner Zeit der Welt verkündet, um den Streik als rein muthwillig vom Zaune gebrochen darzustellen, waren solche für ganz ausnahmsweise Leistung und können nicht maßgebend sein. Bei der letzten allgemeinen Lohn« redukiion hatte einer der Chefs die Unverfrorenheit, den Arbeitern zu sagen: sie möchten sich nur einrichten, sie könnten auch mit weniger auskommen. Als nun der Geschäftsgang im Laufe dieses Jahres sich hob und auch dann noch die Firma, trotz der gestiegenen Lebensmittelpreise, immer noch Lohndrückungen vornahm, riß den Arberern endlich die Geduld, sie forderten— sehr be- scheiden— eine Lohnerhöhung von 15 bis 20 Prozent. Thatsächlich betrug diese Forderung nur die Hälfte von dem, was die Firma den Arbei- tern in den letzten drei Jahren abge- drückt hat. Di« Firma aber trug gegen ihre Arbeiter eine so souve- räne Verachtung zur Schau, daß sie ihnen auf ihre Forde- rungen nicht einmal antwortete. Darauf endlich brach der Streik aus, der nicht nur von der gesammten Arbeiterschaft, sondern selbst von einem großenTheil derLimbacher Fabrikanten, wie in Versammlungen derselben anerkannt wurde, gebilligt worden ist. Bis zur Stunde haben die Chefs der Firma Conradi und Jriedemann sich nur zu einer t h e i l w e i s e n Bewilligung der Forderung der Arbeiter verstanden, welche diesen aber nicht genügt; so dauert der Ausstand noch gegenwärtig fort. Die Herbeirufung des Militärs war keinesfalls nöthig, der Straßcnlärm, der dazu führte, ging von halbwüchsigen Burschen aus, welche selbst gar nicht am Streik betheiligt waren und auch ohne militärische Hilfe zur Ruhe hätten ge- bracht werden können. Aber der Staat ist ja leicht bereit dem Besitz zu helfen, wenn dieser versteht ein rechte« Jammergeschrei zu erheben. Die Arbeiter mögen sehen wo sie bleiben. Dänemark. Der Minister des Innern hat dem Reichstag ein umfang- reiches, aus 70 Paragraphen bestehendes Gesetz über das öffent- jiche Ärmenwesen vorgelegt, da« 1869—1871 von einer Kam- Mission ausgearbeitet wurde und 1872—73—74 dem Reichstag vorlag. Da nun zu jener Zeit keine Aussicht vorhanden war, die Vorlage durchzubringen, ließ man sie ruhen. Sie kehrt jetzt wieder zurück, wie so manche andere. Sie hat im wesent- lichen folgenden Inhalt: Art. 1. stellt den Grundsatz auf, daß das Gemeinwesen verpflichtet ist. Jedem zu Hilfe zu kommen, der nicht im Stande ist, sich und den Seinigen das Nöthige zum Lebensunterhalt und zur Behandlung und Pflege in Krankheitsfällen zu ver- schaffen. In dem Falle, da ein Änderer für den Unterstützten sorgen müßte, hat die Gemeinde da« Recht, von diesem Erstattung zu fordern. Wenn aber der Versorgungspflichtige keine Erstattung geben kann oder will, wird nach 8 11 die geleistete Hilfe als Verzimmerung kompensirt fei. UebrigenS wolle die Kom- pagnie, schloß die Ankündigung, um Jedermann Gelegenheit zu geben, sich von den Vortheuen dieser neuen Lohnberech- nung zu überzeugen, dieselbe erst vom 1. Dezember an in Kraft treten lassen. „Wenn Sie da drüben weniger laut lesen möchten!" rief der Kassirer,„man versteht sein eigenes Wort nicht." Stephan fuhr in seinem Vortrage fort, ohne dieser Bemerkung Rechnung zu tragen. Seine Stimme zitterte. Als er fertig war, blickten Alle noch starr nach dem gelben Bogen; der junge Arbeiter und der magere Alte schienen zu warten, ob noch etwas komme, dann gingen sie gebrochen von bannen. „Mein Gott!" flüsterte Maheu. Er und sein Kamerad hatten sich auf die Bank gesetzt, und während neue Arbeiter vor das Papier traten, rechneten sie: Wollte man sich über sie lustig machen? Niemals könnten sie mit der Bezahlung des Holzes die Preisreduktion wettmachen! Höchstens würden sie acht Centimes einbringen; um zwei Centimes bestahl sie die Kompagnie! Das war also der Zweck gewesen, darum die ewige Unzufriedenheit mit der Verzimmerung: man wollte auf Kosten der Arbeiter eine Ersparniß machen. „Mein Gott, mein Gott!" wiederholte Maheu.„Aber Esel sind wir, wenn wir das annehmen!" Der Schalter war frei geworden. Er ging hin, um seinen Lohn in Empfang zu nehmen; denn die Chefs der einzelnen Arbeitsplätze kassirten für Alle ein und theilten unter die Kameraden. „Maheu und Konsorten!" rief er;„Filonnisre, siebente« Feldort." Der Gehilfe des Kassirers suchte in den Listen, in welchen die Ausseher Tag für Tag jedem Ort die geförder- ten Karren gutschreiben; dann wiederholte er: „Maheu und Konsorten, Filonni�re, siebente« Feldortj: Einhundertfünfunddreißig Frank»." Der Kassirer bezahlte. (Fortsetzung folgt.) von ihm selbst empfangen angesehen und zieht für ihn die mit dem Empfange von Armenunterstützung verbundenen Wir- kungen nach sich. Versorgungsrecht in einer Gemeinde wird nach Z 16 durch fünfjährigen ununterbrochenen Aufenthalt in derselben erworben. Der 8 34 giebt der Gemeinde das Recht, die Rückzahlung der einer mehr als 18 Jahre alten Person ge- leisteten Armenunterstützung zu verlangen, sobald der Be- treffende zahlungsfähig ist. Die Forderung kann auch an den Nachlaß geltend gemacht werden. Der 8 40, der von Versehen, Trunksucht, Widersetzlichkeit u. s. w. handelt, geht auf die ZwangSarbeitSanstalt über und sieht Strafmaßregeln vor, die bis zu 2 Monaten Zellenstrafe gehen können. Ein Mann, der fünf Jahre Armenunterstützung genossen hat, ohne die- selbe zu erstatten, darf nach 8 41 nur mit Genehmigung der Armenverwaltung seiner VersorgungSgemeinde heirathen. Derselbe Paragraph bestimmt, daß ein Ausländer, der kein Ver- forgungSrecht in einer dänischen Gemeinde hat(das nach fünf. zehnjährigem Aufenthalt mit der Staatsangehörigkeit dmch Ge- setz erworben werden kann), keine Ehe in Dänemark eingehen kann, wenn er nicht aus seinem Heimathlande'den Beweis er- bracht hat, daß er mit seiner Familie, seine etwaige Wittwe oder seine möglichen Waisen im Falle der Dürftigkeit dort Auf- nähme finden können. Der Minister kann Ausnahmen ge- währen, besonders wenn in dem Vaterlande des Betressenden ein ähnlicher Beweis von Dänen nicht gefordert wird. Der 8 64 streift die Altersversorgung, indem er bestimmt, daß einer unbescholtenen 60jährigen Person, die trotz ihre« Strebens, der Gemeinde nicht zur Last zu fallen, dennoch der Hülfe bedürftig geworden ist, gemeindliche Unterstützungen nicht als Armen- Unterstützungen angerechnet werden sollen. Kelgie«. Wohl schwerlich dürfte die Regierung eines anderen euro« päifchen Staates der Welt ein solches Schauspiel darbietm, wie es jetzt da« belgische Minilterium thut. Zwei seiner hervor. ragenvsten Mitglieder sind öffentlich überführt, vor versammelter Kammer diese und das Land wissentlich getäuscht zu haben. Nur um im Amte zu bleiben, baden die Minister Beernaert und Devolder wahrheitswidrige Erklärungen abgegeben, sogar unter Berufung auf ihr Ehrenwort. Mit großem Lärm hatten klerikale Blätter den Prozeß Pourbaix als die glänzendste Recht- fertigung des Ministeriums begrüßt; jetzt folgt Enthüllung auf Enthüllung. Der mitternächtige Empfang des Lockspitzels Pourbaix und seines Freundes Coufaert im Finanzministerium durch Herrn Beernaert hatte im ganzen Lande tiefe Entrüstung hervorgemfen, und das um so mehr, als Pourbaix noch wenige Stunden zuvor an da« Justizministerium depeschirt hatte:„Benachrichtigen Sie Beernaert, ich werde Mitter- nacht eintreffen." Herr Beernaert erklärte in der Kammer, diese Depesche sei ihm nicht zugegangen; er habe den Besuch der ihm ganz unbekannten Herren, die sich als Arbeiter ange- meldet, gar nicht erwartet; auch feien sie zuerst im Justiz- Ministerium gewesen, und erst als man ihnen dort nicht ge- öffnet, seien sie zu ihm gekommen. Der Minister Devolder be- stätigte diese Erklärung: er versicherte, daß auch er die Depesche des Pourbaix nicht gesehen und erklärte„auf Ehren- wort", daß er an jenem Tage und auch nicht am Abend Herrn Beernaert gesehen, worauf die Rechte den Ministern ein Ver- trauensvotum ertheil'e. Nun ergab ober die gestrige gericht« liche Vernehmung de« Untersuchungsrichters Herrn Legrand, welcher die Voruntersuchung geleitet hat, folgende erstaunlichen Aufschlüffe: Die Lockspitzel Pourdair und Cousaert find vom Bahnhofe aus direkt nach dem Finanzministerium, in welchem man sie erwartete, gegangen. Bei dem Empfange hat Pourbaix, wie er dem Untersuchungsrichter gestanden, sich dem Minister als Agent der öffentlichen Sicherheit bezeichnet; allerdings fügte der Spitzel diesem Geständnisse den bezeichnenden Vorbehalt zu. er wolle es sich indeß noch überlegen, ob er dasselbe aufrech' erhalten wolle, da er dem Herrn Beernaert„keine politischen Scheecereien" verschaffen wolle. Und als die Spitzel nach beendete:. Em- pfange sich anschickten, da« Finanzministerium zu verlassen, erschien in dem Gebäude— der Minister Devolder, welcher also von dem Empfange wußte und trotz des Ehrenworts bei Herrn Beernaert war. Und diese beiden Männer sind heute Minister! Gleichzeitig erklärte Herr Legrand, Pourbaix sei die Seele der belgischen revolutionären Bewegung gewesen, so daß selbst sein Freund Cousaert gestand, daß man durch die Festnahme des Pourbaix der Bewegung ein Ende machen könne. Und das war der Vertrauensmann der Minister und der obersten Be- Hörden! Während sonst alle Schriftstücke bei der Verwaltung der öffentlichen Sicherheit verbrannt worden, find die Spitzel« berichte de« Pourbaix aufbewahrt worden und liegen jetzt vor. In den betherligten Kreisen versichert man, daß noch erstaun- lichere Enthüllungen zu erwarten sind; das ganze Land folgt mit Spannung dem Verlaufe dieses Prozesses, von welchem man eine Klärung der politischen und moralischen Verhältnisse erhofft." R«ßla«d. Ueber Nikolaus Gavrilowitsch Tschernu- s ch e w S k y enthält die„Wiener Arbeiter-Zeitung" folgende Korrespondenz: Petersburg, am 19./31. Oktober 1889. Eben erfahren wir die traurige Nachricht vom Tode Nikolaus Gavrilowitsch TschernyschewSky'S, welcher am 17./29. in Saratov verschied. Erst heute wurde es der russischen Presse gestattet, diese Nach- richt zu bringen. Die Zensur hat zweifellos Vorkehrungen ge- troffen, um den Freunden des großen russischen Sozialisten die Möglichkeit zu nehmen, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Gestern haben bereits Gerüchte über das traurige Ereigniß zirkulirt, da ich jedoch nicht sicher war, daß sie sich destätigen werden, habe ich mich enthalten, Ihnen Nach- richt zu geben. Heute giebt es keinen Zweifel mehr: der Märtyrer ist der autokratischen Regierung unterlegen, ein Opfer der Leiden und Entbehrungen, welche er während 27 Jahren mit Energie und heroischem Gleichmuth ertragen hat, mitten in den Schneewüsten des orientalischen Sibirien, im Lande der Jakuten. Vor zwei Jahren gestattete man ihm wieder nach Ruß- land zu kommen und wies ihm die Stadt Astrakban, welche ihres ungesunden Klimas wegen bekannt ist,. als Wohnsitz an. Erst im Herbst konnte er einen anderen Ort wählen und er wollte sich in seiner Vaterstadt Saratov niederlassen. Sein Aufenthalt war dort nicht von langer Dauer. Wir find im Augenblicke noch nicht im Besitze von Details über feine Krankheit. Aber der Wechsel des Klimas, namentlich das Leben in Aftrakhan(es ist ungesunder, als da« sibirischer Gegenden) ist darauf nicht ohne Einfluß geblieben. TschernyschewSky wurde im Jahre 1328 geboren. Er erreichte mithin da« Alter von 61 Jahren. Das Exil mit all seinen Leiden konnte doch seine Gesundheit nicht an- greifen, und er hat seine geistigen Kräfte, die ganze Schärfe seines Verstandes und seine Arbeitsfähigkeit krisch erhalten. Arbeiter— das ist er wahrhaftig sein ganzes Leben lang ge- wesen. Ein Mann der ernsten Ueberzeugung, verachtete er alle kleinliche Anerkennung und gab sich ganz den Ideen de« Sozialismus hm: er fing fem Leben an und er endete es, m- dem er mit seiner Feder diesen Ideen diente. Er war 'wP« bescheiden und er ahnte gar nicht seine moralische G-°ße- Er hatte nur ernen Gedanken, das Wohl feine« Landes, d'e Entwickelung des Sozialismus. Sein Glaube ist unerschütterlich geblieben: was thut's, wenn er per- sonlich den Augenblick nicht erleben kann, wenn Rußland doppelte Joch des Kapitalismus und der politische« Knechtschaft abschütteln wird: DaS Erwachen ist unausbleiblich, ote Elemente dieses Erwachen« existiren, und seine ganze Ar- belt hat immer der Sache des Proletariat«, der Enterbten gedient. TschervyschewSky hat ftüh die literarische Laufbahn betreten. Er ist ziemlich lange unbekannt geblieben, bis die Redaktion w.Zeitgenossen" einsah� welchen wichtigen Helft r fiejn der Pnsson des ehemaligen Schülers des Seminar« von Saratov für ihre hohen Bestrebungen finden könne. Tfthernischewsky hatte seine Vaterstadt verlassen, um die Univerfität von PeterS- bu.g ,u beziehen, wo er seine Studien beendete. Sein Vater, Geistlicher in einer der Kirchen von Saratow, bestimmte ihn für die' geistliche Laufbahn. TschemyschewSky war einer der ersten russischen Schriftsteller, welche aus dem Volke hervor- lgen sind. Bis dahin war es die Aristokrafie, fast ausschließlich Schriftsteller hervor gingen aus wel- l da sie Talentes egangen der fast � � �__ allem die nöthige Muße zur Enlwickelung ihres hatte.— Kurz vor der Abschaffung der Leibeigenschaft verfaßte er eine Reihe von Aufsätzen über die Agrarfrage in Rußland, alle fanden einen großen Widerhall, besonders ein Aussatz über den Aufkauf der Bauerngüter durch den Staat. Ohne das Wort Sozialismus in seinen Artikeln auszusprechen, waren sie doch rein sozialistisch. Damals schien die Regierung voll der besten Absichten. Alle«, was Rußland an liberalen und fort- schrittlichen Elementen besaß, suchte sich zu dem großen Werke zu verbinden, welches die Regierung schließlich verkleinlichte und verpfuschte, weil sie die Unzufriedenheit der Aristokratie, der alten Stütze de« Thrones, fürchtete. Tschernyschewsky war einige Male eingeladen worden, um mit den Mltgliedern jener .Redaktionskommission- Sitzungen abzuhalten, welche ein Projekt ausarbeitete, das die Befteiung und Organssation des bäuer» lichen Grundeigenthums zum Ziele hatte. Man bedurfte der Rathschläge eines Mannes, welcher sein Leben dem Studium der sozialen Fragen gewidmet hatte. Aber nach Iftöv begarn die offizielle Welt vor dem riesigen moralischen Einfluß, den politischen und sozialistischen Ideen des großen Schriftsteller« Angst zu bekommen. Man verdächtigte ihn natürlich, an den Verschwörungen Iheilzunehmen. Man fand jedoch keine Beweise seiner Schuld. Recht« desto- weniger wurde er im Jahre 1863 verhaftet und in der Peter Pauls-Festung in Petersburg eingesperrt. Dort schrieb er seinen berühmten Roman:.Was thun-. Zu jmer Zeit war die Reaktion weit entfernt jenen Grad zu erreichen, der sie heute charakterisirt. Der Roman konnte(zweifellos mit Zensurstrichen) im.Zeitgenossen" erscheinen und wurde eine wahre Schule des Sozialismus für die russische Jugend. Der Prozeß Tschernyschewsky'S wurde vor dem obersten Gerichtshof geführt. Die Beweise seiner Theilnahme an der revolutionären Bewegung fehlten. Ruhig und würdig beant- «ortete er die Fragen des Richters mit einem ironischen stächein. Als die Frage noch seinem politischen Standpunkt die Reihe kam, antwortete er:.Republikaner!- Man verurtheilte ihn zu 7 Jahren Zwangsarbeit und nach Ablauf des TermineS hielt man ihn noch zwanzig Jahre in Sibi- rien fest!! Da die Regierung sich vor feinem Einfluß auf die Ver bannten fürchtete, ließ man ein eigenes Gefängniß für ihn bauen, es war dies in Viluysk(tm östlichen Sibirien, im an Lande der Jakuten). Als einzige Gesellschaft hatte er die Gendarmen, welche ibn selbst auf seinen einsamen Spazier- (längen nicht verließen.*) Umgeben von Büchern und Manu- kripten, welche selbst die Grausamkeit der russischen Regierung ihm nicht zu nehmen gewagt, setzte er seine Arbeiten fort und erhielt sich auf diese Weise die ganze Kraft seines Verstandes uud seines Talentes, trotz der Leiden der Verbannung meinem Lande, wo die Temperatur bis auf 40 bis 45 Grad R. unter den Geftierpunkt sinkt. In dreser Wüste las er Marx und dort schrieb er viele Werke, deren Mehrzahl noch nicht gedruckt werden konnte. Vor zwei Jahren erlaubte man ihm, nach Rußland zurück- zukehren. Um seinen Unterhalt zu verdienen, und da die Feder von jeher Uebersefeung einen Artikel ist den Sprachen der verschiedenen Völker gewidmet. Durch und durch international, macht er sich mit der gewohnten Feinheit seines Verstandes über die landläufigen oberflächlichen Defini- tionen der Nationalitäten lustig, die geeignet sind, die Völker, zur großen Freude ihrer Beherrscher, zu entzweien. Von Zeit »u Zeit schrieb er in einige Revuen und Zeitungen, ohne jedoch die Erlaubniß zu haben, seine Artikel zu zeichnen. Der.Zeit- genösse- ist eine bibliographische Seltenheit geworden; es ist selbst in den Bibliotheken untersagt, denselben dem Publikum zu wiiiitsvtu vtui hju viuum gu geben. In dieser Revue find die hauptsächlichsten Werke Tscher- nyschewSky'S erschienen: Seine Uebersetzung von J.�St. Mill'S politischer Oekonomie mit Anmerkungen, welche allein einen besonderen Band füllen; ein großer Aussatz über Lesfing: über die Juli-Monarchie, eine Artikel-Serie über Agrar- fragen in Rußland, über die russische Ackergemeinde, viele polemische und kritische Artikel, sein Roman.Was thun?- u. s. w. u. s. w. Ein tiefer Verstand, Originalität und Einfachheit des Aus- druckes, große Bildung, tiefe Kenntniß der fremden Sprachen und Literaturen, sozralistische Ueberzeuguna und der uner- schütterliche Glaube an eine bessere Zukunft für Rußland, voll- ständige« Fehlen von Chauvinismus, verbunden nnt, tiefen und leidenschaftlichen Liebe für'S Vaterland,� Energie, offener Muth, ohne jede Ostentation, ohne leoe au».- .MdB werden,»nd.W. Thaten. Diese Eigenschaften zeichneten Denj das ganze sozialistische Rußland beweint, und dessen auch von seinen Gegnern nicht bestritten werden, Name immer eng verbunden bleiben wird mit der Geich'« � Entwicklung des Sozialismus und aller Ideen von Emanzv und Freiheit in Rußland. Für thn, wie für Aue. unter seinem Einfluß waren, ist die politische Frage W sozialen eng verbunden. Das Ziel aller Thätigken 1° Allgemeinwohl sein, der Triumph der Sache der Aron � der Freiheit, der Kampf gegen die Unterdrückung u» � Unterdrücker und die Verbindung aller Iozialistil®rn Die Thätigkeit Tschernyschewsky'« war der Prologs Bewegung, welche Rußland retten, und die früher over l seine Befteiung herbeiführen wird. Theaker. Im Wallner- Theater hat der.Dompfaff- ferne? lustigen Weisen bereit« ausgepfiffen, um— der ftanjo" Posse wieder das Feld zu räumen..ü Drei Schwankdichter haben bei dem Schmerzen«,,. r mitgewirkt; es sieht gerade nichts nach drei� � V« *) Tschernyschewsky sagte selbst einmal, als er von seinem einsamen, für ihn eigens erbauten Gefänan" daß feine einzige Gesellschaft Gendarmen und Wölfe seien, daß er aber die letzteren vorgezogen hätte; sie menschlicher gewesen. au«. Sine junge Dame aus irgend einer Pension fo� � ihr unbekannten Mann Heirathen, den sie natürnch» � greiflicher Weise verabscheut. Sie entflieht ihrer Prnl>° � Rächt und Nebel und fällt einem alten Roue in""iL» der sie mit in seine Junggesellen- Wohnung nimmt. V a, fährt sie zufällig, daß ihr Ideal sich auf einem jen« tuten Theaterbälle befindet, wo die Sprößlinge der die Vorstudien zur Ehe machen. Sie findet zufäuigT" geschieht in ftanzöfischen Possen zufällig— in der Iv de« alten Lebemannes einen Beschützer, der sich ihrer Wy und sie nach dem Ball begleitet. Sie erregt hitt � Backfisch. Kleidchen begreifliches Aufsehen und fisMy schließlich in einem fernen Restaurant,.wo die nach den Bällen soupuen,- ihren Angebeteten, der ihr«j, feuer allerdings in etwas kühler Weife dämpft. vom Lied« ist, daß die Besitzerin von 40000 Frank« unter einer solchen Summe wird man als junges«K überhaupt nicht auf die Bühne gelassen— ihren juim Beschützer heirathet. Gespielt wurde recht flott. yt Der Posse ging ein unbedeutender Einakter eine«; von Oldenburg vorauf. 12.< ..Am 5 NSUH, .Auf d jjmte Lese »tousss,| k"'cktt SrDffft 'Ä: Nack J4' Sra'b Ä* ffiV* fein« »tö 5r. Rc«fl S-'N«ei �Nuere i »ibarl Wimini Air ti b°dii «'las 5 S"- '"Mrtiintn &«■; Sfller 14 Theater. Dienstag, den 12. November. Gpmlho«». OrpeuS und Eurydike. Achautpielhan». Romeo und Julia. Dentsche« Tsteat«». Nächstenliebe. iefstng-Uhsert«». Das letzte Wort. Frirdrich- WUstetmaiidtilch-v«st-ate». Der Polengraf. Urftdens-Uhrater. Schwiegermama. W»K«»v.U!heate». Verfolgt! Vorher: Der Herr von Lohengrin. BUrtarta-Uheoter. Stanley in Afrika. Gftrmd- Esteate*. Der Trompeter von Säkkingen. KrlleaUianr»» Uhrator. Der Zauberlehr. lnrii. KonigftSdtifche» Theater. Appelmann's Verlobung. Seatral-Theater. Das lachende Berlin. Adolph Grnst-Theater. Flotte Weiber. Geh». Jtohter'» Marittt Spezialitäten- Vorstellung. ZUichohalle«- Theater Vorilelluna. Gr. Spezialitäten- ThaUa-Theater, s. 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Meyersou, Poßjlrilje 7. Be- Den Genoffen Hnni-ii.AMee-kkrdmbn-ktfUft. Vilh. Pahr. Am Sonnabend, den 9. November, verstarb nach längerem Krankenlager glied unseres Verein«, der Zimmerer. Herr llemdell Brenf im Atter von 51 Jahren..' Die Beerdigung findet heute, 12. November, vom Trauerhaufe, GeM stcaßc 52, aus nach dem Georgenftr� dem Landsberger Thor statt. Der vorstand des veerd«gungö°. verltne? Zimmerer. A- w* '�»rwa - Sil Empfehle mein Geschäft in frischt' � ia iIe" ««d Kränzen..ch kederK Mefe Nr. 2 Mariannenstra�e Wi Freunden und Genossen erlaube ich mir hierdurch mein a a Holz- und KohlenoeschSN.—3 £* Her Sr»» lauer straft» 30.«m 3 3 besten« zu empfehlen 508 Kudmtg Kchaefer. c■a 3 S" Resttlmiit zum Amdiis, Kreslanerffr. 27. Heute Dienstag, großes Wurstessen, wozu alle Freunde u. Bekannte fteundl. emladet Gustav Tempel. 774 Wo kauft man billig? Bei Lücke, Neanderstr. 9, die im Versatz per» fallenen hocheleganten neuen und wenig ge- tragenen Herren-� u. 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Ktou-s- des Antrage- Rickert auf Annahme eines Gesetz «.TZ�.d'treffend Abänderung 1-- r atlifl et 3 ,tec taXI fiitWjS : 2eb<«S Ä %> jnes � Ä der Militärstraf« deten rm;"*' v." u" u» nory ucm s 1 sollen die verabschie» Inn- der Mllitärgerichtsbarkeit nicht mehr unterworfen °»s'krn'? �? loll diese Vorschrift auch Anwendung finden bem �Handlungen verabschiedeter Ojfiziere, die vor Inatit'L der Rcchiekiaft dieses GesctzeS degangen find, leitet ist nnliiärgerichtliche Verfahren noch nicht einge« - Rickert: Meine Herren, mini_...„ verabschiedeten Offiziere unter Itr onietene, oav cie vcraoiiurcvr.r» 6m?o•tor8tti(dtsdorfeit verblieben. Und m 1886 gab der Jf*«"tflSmimster eine weitere Erklärung �gleichen Jnha'" �n> welcher er die MtlitärgerichiSbarkeit ud« verabschred enW"" Wesentlichen als eine �Belastung" der Milili Mdbarkeit anerkannte. Gerau diesen Intentionen£ e�mmifters entsprechend habe ich schon in der vong ».k» eii "»b dabei, 'ötle�h�*,<\***: Meine Herren, schon im Jahre 1884 er« bade iJü?eeukische Herr Kriegsminister, die Kneqsverwaltung der Nu.» Interesse, daß die verabschiedete oerblieben. Und in rosu i weitere Erklärung gleichen Inhalts über verabschiedete Militär« des entsprechend habe ich schon in der vorigen tWen Gesetzentwurf g!e ch dem heutigen eingebracht 'eichfalls den Intentionen des Hrrrn Ministers °ee zur DiSpofi'ion gestellten O'fiziere außer Beil» eori»'tü* 3luch der Redner der Konservativen hat sich 't Jahre zustimmend zu unterem Antrage erklärt, und 'itiieKmV Herren heute dieselbe Stellung zu demselben Ah«P�en. Vstu, �raeber sZentrum) spricht sich für den Antrag aus. lai>d'"'spreche einem sich namentlich auch in Süddeutsch» �enin,."lachenden Bedurfnisse. Es liege sowohl im all» Uiiei, i?l auch im Interesse der in Frage kommenden Per» werde. � diese Angelegenheit endlich einmal geregelt d» fy,.j i" F age stehe dabei das Interesse der Erhallung «Üi»» Hrhiere erleide durch Regelung der Angelegen- tyiiig. b np, des vorliegenden Antrages keine Beeinträch» «Uls�eeiz"" der Zeit, endlich einmal einen alten Zopf fberl'Ui Bedenken hege er nur insoweit, als in dem �thaefi,», Anträge nicht genau alle Gifitz'Sbestiinmungen Wurdet« welche durch den Aatrag R ckert aufgehoben Itr»!.' �r behalte sich einen entsprechenden ErgänzungS Ab, tfaj 31 i Neiel(natlib.) will darauf hinweisen, daß der An bi- nj, �rt sich nur auf die wirklich verabschiedeten, d. h. auf fitze r�Ron verabschiedeten Offiziere— d. h. im Gegen Aed.!,°e" zur DiSposinon«.stellten— beziehe. DaS einzige fielez«".gegen§ 1 habe schon der Abg. Groeber erwähnt, sitzten»'denken wurde aber durch den von Groeber angekün� �.«atroq gehoben. Singer(Soz): Auch wir halten eS für unnötbig, �abschiedeten Offiziere in Zivil einer besonderen Ge» .unterliegen. Bei der lrtzten Diskussion über diese Sld uns einzelne Fälle mitgetheilt worden, in denen Jbwssen für Delikte, die bei Zivilpersonen strafbar üN gejioo»» r'."rQf'oS ausgegangen resp. nicht zur Verantwor- l-üliltitzll.» Seitdem ist der folgende drastische Fall zumeiner '"sizer-e>�:°">men. Im Mai des vorigen Jahres wurde ein zu ei», �kutscher wegen UnHöflichkeit gegen einen Fahr- ü'fitbt Polizeiftrafe verurthritt. Das Berliner Amis- �""jirie nnn fchuidig gemacht habe. Der Dioschkcnkulscher n''5'r Anlchn?».� � betreffenden Fahrgast wegen wissentlich Zd �' er h�i.8un8 bei der Staatsanwallschaft. Darauf a."!?' a. D � � baß die Staatsanwaltschaft gegen den de!, fiten'«."'"bheim nicht einschreiten werde. In der xbeim gesagt, er /olle nicht einen soichen Radau machen, r" tfint*. Verhandlung habe sich die Anschuldigung gegen ?' der al�/utscher keineswegs als völlig unwahr erwiesen, �Mdbei�W'nkutscher, habe vielmehr zu dem Maior dochAlkutstars d» �agen: und diese- Betragen eines H* 8"fchtcklich o�Ir' t e,n'm königlichen Major müsse als t6 bem anÄ' l'". werden. Inwieweit der Droschken- sei losff j* 3-ml ansehen konnte, daß er ein ' Staat- nn»'ch bohir gestellt, jedenfalls ist die An. "» Anwalts über die Stellung eines Drolchken- m >"uai°onwaitS Uder vre ivleuung eines iero>u>ic»- Major a.D. sehr charakteristisch. Der Ober- zM'"eun königlichen Kammergerichl bat diesen Unter- �.tetb i. ßemacht, sondern ganz korrekt entschieden, daß der mÜ der qp.. Staatsanwalts nicht aufgehoben werden könne, B.�"rgtliA?5"iit Pension verabschiedet sei und deshalb der z.'fifiri unterstehe. Der kommandirende General 1»* �keakuinn�fifborff hat sodann den beschwerdeführenden i>*? den nl* dahin beschieden, daß dos Generalauditoriat RtfcN den m?'." �ten Ermittelungen keine Veranlassung finde, Ädnljch vorzugehen. Daraus geht hervor, daß ein v �.!'�'r ei"«" verabschiedeten Offizier gegen» ttin�Rus n«. ist der Staatsanwalt auch Reserveoffizier l»diaeu muß, sein Recht zu bekommen. Solchen »eviu k�r r"den muß ein Ende gemacht werden. Berathung. Tm,. � l iDirh mii t r f°fmt in die zweite Lesung ern. tä?»All»?.'"tgender vom Abg.Groeber beantragten Aende- K.rd»S vre. Rehen den Bestimmungen des Strafiechts "Usgebnn'�' Heer und de« bayerischen Militärstrafrecht« „er Vi« �°e". angenommen. Paragrahen werden ohne Debatte ge- �bAdieBerathung der Resolution de« Abg. Rickert: ?»a?'8""g b" Veaierungen zu ersuchen, mrt thunlichster Be- drei. 8'° z e l. Reichstage den Entwurf emer Militär« �t abfahren d" u n 8 vorzulegen, in welcher daS Militär. ' U'»-.—"«Tt* K««,---- r, r- JL— c>--- rtrhr»rifTlff Wird. ««Ss.|{V«m. tauch,,' h:®rech bei Einführung der allgemeinen 5,fidrZ°Kt Zt n'�"»°sung auf, die bisherige Militär« tzd-ce zuMhelm Hi n?.. Formen zu umgeben. König «in""a». 8erich,an,! �o�te 1808 fein Ministenum, eine i>e. �'ealli dj? m/!?!?"8 auszuarbeiten, und zwar m der f&XÄchen»innekchränkt würde Dienstoergehm t Ministe ium, eine *s Zi�daß dj/Wnung auszuarbeiten, und zwar ir stv �°Na und İ�rich.sbarkeit eingeschränkt wur». d.«"d a D'enßve.gehen. Diese Reform, welche in».»U.?. nnls nock oktzinstttiftifck�n Vceubens vor Mtn'JL'afcenbli* kbe« so drivgendeSBedüsfmß-vie damals. taateg« Preußen m die Reihe der konst'tut o« Taing, wurde die Frage sofort wieder in die öffentliche Diskussion aufgenommen. Zum Abschluß aber kam sie nicht: ES kam die Landrathskammer und die Jahre der Reaktion dazwischen. Schon 1862 wurden alle Beschwerden, die wir heute haben, gegen die Militär. Strafprozeßordnuna vor« gebracht. 1870 wurde genau derselbe Antrag van den Ratio- nalliberaltn eingebracht und mit 117 gegen 73 Stimmen ange, nommen. 1376 wurde ein gleicher Antrag nur mit der vom damaligen Kriegsminister v. Kameke beantragten Absckwächung angenommen, daß der letzte Absatz von der Zuständigkeit der Militärgerichte im Frieden wegfiele. Der Kriegsminister erklärte damals, mit dieser Abschwächung hoffe er zu einer Ver- ständigung zu kommen und in der nächsten Legislaturperiode einen Entwurf vorzulegen. Hierauf vertrauend ließ der Reiche tag den letzten Absatz fallen. Dies Vertrauen hat dem Reichs. tage aber nicht geholfen. Es trat zwar 1883 eine Jminediat. kommission zusammen, deren ganze Arbeit jedoch Geheimniß der Militärverwaltung blieb. Derselbe Antrag ist in den folgenden Jahren mchrfach angenommen worden. 1888 erklärte der Kriegs. minister plötzlich, daß auf dem Gebiete der Zivilstrafprozeßord. nung feit einigen Jahren eine Bewegung bestehe, und daß dies für die Militärverwaltung nicht ermuihrgend fei, die Frage der Militärstrafprozeßordnung nach dem Vorbild der ZivUstraf. Prozeßordnung zum Abschluß zu bringen. Damit ist eine voll. kommen veränderte Siellunqnahme der verbündeten Regierungen oder doch Preußen« zu unserer Frage ausgesprochen, der gute Wille von ist nicht mehr vorhanden. Wir befinden uns zu» gleich noch immer in der eigenthümlichen Lage, daß wir nicht« darüber erfahren, weshalb es in einer Frage, die feit 80 Jahren vcn dem ganzen Vatertande, vom Juristentage, von General. auditeuren als dringlich anerkannt worden ist, trotzdem bis heute nicht votwärtS g'ht. Es heiß'. Boyern wäre nicht ge sonnen, die Oeffentlrchkeit seiner Militärgerichtsbarkeit und feiner Entschndungsinftanzen preiszugeben, während anderer. seit« Preußen keine Neigung habe, diese einzuführen. Ich richte darum die Frage an die Herrin, welche Hindernisse der Rege- lunz im W ge stehen. Wir thun nur unsere Pflicht, indem wir immer und immer wieder di je Frage wiederholen, und w r glauben am besten zu thun, wenn wir den 1376 mit so großer Majorität angenommenen Antrag heute einfach wieder aufnehmen. Deutschland ist dos einzige Land, so viel ich weiß, welches diesen alten Zustand bewahrt hat.(B-ifall links.) Abg. Kroeber(Ztr.): Auch wir sind der Meinung, daß die Militärstratp oießordnung der Revision stark bedarf. Der Hauptfehler liegt in der Stellung der entstbeidenden Behörde, de« AudileurS, der richterliche und anklägerische Funktionen, die einander völlig widersprechen, in sich vereinigt. Die Mündlichkeit und die O.ff-ntlichkrit ist ausgeschlossen. Die jetzige Militärgerichtsordnung ermöglicht Zustände, die man gar nicht für glaubhaft halten sollte. Adg. Fieser(nail.): Meine politischen Freunde stimmen dem ersten Theil de« Antrages zu, verhalten sich dagegen dem zweiten Theil gegenüber ablehnend. Ich beantrage daher ge. trennte Abstimmung über beide Theile. Wir find nicht prin. zipielle Gegner des zwtiten Theilrs, haben aber formelle Be denken dagegen und wünschen daß durch eine größere Majorität für den ersten Theil da« Ministerium festere Stellung zu diesem nehme. Der zweite Tluil scheint daselbst besondere Hindernisse »u finden, denn da« Nichterscheinen der Vertreter der verbün. beten Regierungen ist auch eine Antwort auf den Antrag. lieber die Zweckmäßigkeit de« ersten Theiles find weitere Auaführungen nicht nöthrg. Aber eine Zweitheilung der Gerichts» barkeit, wie sie im zweiten Theil gefordert wird, je nach Civil- und Militärvergehen, verträgt sich schwer mit der Autorität der Militärbehörden. In seinem Schlußwort erklärt Abg. Rickert sich mit der vom Abgeordneten Fieser gewünschten Aenderung einver« standen, wenn er es auch nicht gern thue. Einen Unterschied zwischen der bürgerlichen und der militärischen Gerichtsbar« keit, wte ihn Abgeordneter Frieser betont, könne er nicht anerkennen, in beiden Fällen werdeRecht gesprochen im Namen de« König«. Hierauf wird der erste Theil de« Antrage« fast einstimmig angenommen, der zweite Tbeil gegen die Stimmen der Frei« finniaen, de« Zentrum«, der Sozialdemokraten und eines Theil« der Nationalliberalen abgelehnt. Es folgt die Berathung des Antrage« Rickert, mit Rücksicht auf die in den letzten Jahren vorgekommenen Ver- stoße gegen die Wahlvorschriften die verbündeten Regierungen zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß die Behörden die g e s e tz« lichen Vorschriften in Bezug auf die Wahlen in Zu« kunst genau beobachten. Abg. Rickert(dsreis.): Unser Antrag richtet sich zunächst gegen die bei den Wahlen vorgekommenen Verstöße in Betreff de« 8 43 der Gewerbeordnung, nach welch. m zur Vertheilung von Wahlzetteln und Flugblättern eine polizeiliche Genehmi» gung nicht erforderlich>st, und sodann aegen die Maßregeln, welche auf Grund des K 9 be« Sozialistengesetzes gegenüber sozialdemokratischen Wahlversammlungen beliebt worden find. Der Urheber des in unserem Antrage enthaltenen Ge- dankens ist der Abg. Miquel, der am 27. April 1887 bei Gelegenheit der Prüfung der Wahl des Abg. Richter sagte, daß er das Verbot der Einsetzung eines sozial- demokratischen WohlkomiteeS für gesetzwidrig und die Auflösung einer Wahlversammlung, wo ein Sozial« demokrat als Redner auftritt, für unzulässig halte, denn gerade bei Vorbereitungen für die Wahlen handle es sich nicht um Handlungen, die den Umsturz bezwecken, sondern um solche, bei denen die Abficht vorliegt, in loyaler Weise an be« stehenden Organisationen mitzuwirken. Herr Miquel verlangte damal« volle Unparteilichkeit der Behöcden bei den Wahlen und Vermeidung de« Scheines, als ob die Behörden mittels de« Sozialistengesetze» auf das Resultat der Wahlen einwirken wollten. Schon damals gab ick Herrn Miguel das Versprechen, in fernem Sinne einen Antrag einzubringen, und ich habe dasselbe am 6. Mär» 1888 in Erfüllung gebracht, als die Verhaftung eine« sozialdemokratischen Zettelvertheiler» in Breslau bei Gelegenheit einer Wahlprüfung zur Kenntniß de« Hauses kam. Die Wahlprüfungskommisfion hatte allerdings von dem Falle aar keine Notiz genommen, da derselbe für da« Wahlresultat aü belanglos galt. Aber, meine Herren, der Reichstag ist der Hüter der Wahlfreiheit und hat die Pflicht, sorgsamer und schärfer diese Vorgange zu prüfen, al« wie es in den letzten Jahren grschehen ist. Man hat un« erwidert: mögen sich doch die Betroffenen beschweren, mögen sie den In- stanzenweg verfolgen. Was hat denn der Geschädigte davon, wenn auf seine Beschwerde nachträglich da« Verbot einer Ver- sammlung für ungesetzlich erklärt wird, sofern der be- treffende Beamte für seinen Verstoß nicht verantwortlich gemacht werden kann? Freilich können die Beamten ia ein so konfuses Gesetz, wie da« Sozialisten- eletz, kaum rite anwenden. Ich erinnere aber auch die �attonalliberalen daran, daß sie bei Gründung ihrer Pa tei im Jahre 1867 ein Gesetz, über die Verantwortlichkeit der Minister und aller Beamten a.S eine der hervorragendsten Forderungen! aufstellttu. Und die Herren waren ja auch im vorigen Jahre materiell für unseren Antrag. Wenn uns jetzt getagt wird: Euer Antrag enthält ja dnch nur Selbstverständliches, so ist dem zu er tgegnen: diese Selbstverstän dlichkei t war auch sckon /m vorigen Jahre vorhanden. Gerade jetzt, wo man im Begriff steht, da« Sozial, stengefitz zu verlängern oder gar zu verewigen. ,ft e« doch wohl an der Zeit, daß wir wenigsten« in einer Resolution unsere Forderung wiederholen. In vier WahlperioZen sind 119 Verstöße gegen das Wahlrecht zur Kenntniß des R.'ch«tagS gekommen, von denen 31 als erwiesen berücksichtigt wurden; und wie viele Verstöße kommen gar nicht zur K.nntmß des Reichstags! Bei dieser Gelegenheit mache ich auf einige neuere Auflösungen in Baden aufmerksam. Aus einer Broschüre des Rechtsanwalts 0''ar Muser zilire ick einen den Redakteur Geck be- treffenden Fall. Derselbe sprach in einer Wahl- Versammlung über die Kolonialpolitik und dies hatte die Auflösung der Versammlung zur Folge. Man begründete die Gefährlichkeit diese« Redners mit der Bemfung auf eine Versammlung in Oppenau, wo derselbe in Gegenwart von drei mit Gewehren bewaffneten Gendarmen vor etwa 70 Leuten gesprochen chatte, ohne daß eine Auflösung in Folge seiner ubngenS ganz gemäßigten Rede erfolgt war. Wenn das in dem vielpelobten liberalen Musterstaale Baden geschieht, dann versteht man wükssch, was es bedeutet, wenn der Herr Reichs- kanzler sagt, in Norddeutschlond würde liberaler regiert als in Süddeutschland. Auch das Gothaische Ministerium hat sich Verletzungen des Z 9 m Schulden kommen lassen, indem es in einem Reskripte den Grundsatz aufstellte, ein Versammlung«« verbot sei gerechtfertigt, wenn in einer Versammlung ein Sozial- demokrat auftreten wolle, der früher einmal in einer Ver- sammlung in seinen Reden über den Zweck der Versammlung hinausgegangen sei. Gegenüber derartigen Thatsachrn sollten doch wohl alle Parteien ihre Kräfte anstrengen, um solche Un geHörigkeiten in Zukunft zu verhindern, denn die Behörden scheinen sich nicht um die Ministe- rial- Instruktionen, die in Betreff der genauen Handhabung de« Gesetzes ergangen find, zu kümmern, man bört nie etwa« von Disziplinarstrafen gegen so pflrchtwidtig handelnde Be- amte, dos Volk glaubt, es nütze ihnen ein derartiges Verhalten in der Karriere. In andern Ländern kann sogar Schaden- ersatz von solchen Beamten verlangt werden, wir haben ein solches Gesetz leider nicht. Um so dringender möchte ich des- halb dem hohen Hause anheimgeben, über den Antrag nicht zur Tagesordnung Überzugrhen, damit man auch nach Außen hin erkennt, daß wir nicht gewillt find, Gesetzwidrigkeiten zu dulden. Abg. Kinger(Sor.): Die optimistische Hoffnung des Abg. Rickert, daß die verbündeten Regierungen seimm Antrage eni« sprechen werden, theile ich nicht. Wer wie wir in der letzten Legislaturperiode an dieser Kartellwand gestanden, weiß genau, daß selbst die Verfügungen der verbündeten Regierungen in dem Falle wahrsckeinlich gar nickt nützen würden. Sind doch die Herren vom Bundesrath selbst in die Wahlagitation ein« getreten. Brauche ich Sie zu erinnern an den königlichen Wahlaaitator in Sachsen? Der Großherzog von Baden ist ebenfalls in die Wahlagitation eingetreten, zu Gunsten der Kartellmajorität, und in den letzten Wochen ging die Nack« richt durch die Presse, daß der Kaiser in der Kartellmajorität diejenigen Ausgaben erfüllt sieht, die er für ncbtig hält. Es gebärt wirklich der unverwüstliche Optimismus de« Abg. Rickert do*ir, um von dem Appell an die Regierung etwa« zu erwarten. Wenn wir überhaupt in solche Diskussionen ein« steten, so geschieht eö aus Pflichtgefühl gegen die Wähler, und weil der Reichstag der einzige Ort ist, wo ein freies Wort über alle diese Gesetzwidrigkeiten noch statthaft ist. Gelegent« lich der Wahlprüfung de« Abg.v. Kulmiz ist festgestellt worden, daß ein Zigarrenarbeiter bei der Vertheilung von Stimmzetteln durch einen Polizeisergeanten verhaftet und 22 Stunden in Haft gehalten wo? den ist. Neuerdings ist ein Fall vorgekommen, die weit darüber hinausgeht. Bei der Wahl des Abg. Brunnen- gräber in Mecklenburg hat der Amtsverwalter v. Oertzen an die untergeordneten Behörden einen Erlaß gerichtet, jeden Versuch, die sozialdemokratische Agitation in die Gemeinden zu tragen, im Keime zu ersticken. Diejenigen, welche bei Verlhei- lung von sozialdemokratischen Flugblättern betioffen werden, festzunehmen und an da« Amt abzuliefern, und wenn die« unmöglich, an da« Amt zu berichten und die angehaltenen Flugblätter an das Amt abtuliefern. Wirklich haben einige Anhänger der sozialdemokratischen Partei die Frechheit gehabt, zu glauben, daß Z 17 de« ReichSwablgesetzeS zu Recht be- stehe: sie waren so naiv zu glauben, daß ihnen selbst nach dem Sozialistengesetz die Vertheilung von Flugblättern und Stimmzetteln gestattet sei. Sie find arg getäuscht worden. Die Schuhmacher Schröder und Btüvig find bei der Verthei« lung von Flugblättern und Stimmzetteln von einem O'ts« schulzen unter Vorzeigung der Oertzen'tchen Verfügung verhaftet, an da« Amtsgericht in Schwerin eingeliefert und zwei oder drei Tage in Haft gehalten worden. Das großherzogliche Ministerium des Innern hat das Verfahren de« Schulzen nicht gemißbilligt, weil die Jnhaftirten die nach dem Bundespaßgesetz von 1867 erforderliche Legitimation nicht vorzeigen konnten. Auch der Rekurs an da« Staatsministerium hat keinen anderen Erlolg gehabt. Der Schuhmacher Biünig Hot sich nun eine Abschrift der Oertzen'schen Verfügung verschafft, und sich be« schwerdefübrend an den Staatsanwalt gewendet. Ebenfalls ver« geben«. Darauf wankte er sich an die vorgesetzte Behöi de de« Herrn v. Oertzen, an das Kammer kollegium. Diese« hat zurück« geschrieben, der Schulze sei ganz in seinem Rechte gewesen, er hätte nur den Befehl seines Vorgesetzten, de« Herrn v. Oertzen, ausgeführt, und da der Staatsanwalt keine Veranlassung gehabt, gegen Herrn v. Oertzen vorzugehen, so hätte auch da« Kammer- kollegium keine. Gegen die Entscheidung des Staatsanwalt« ist Bc- schwerde beim OderstaatSanwalt erhoben worden, und dieser hat, wie mir telegraphirt wird, abgelehnt, gegen v. Oertzen die Untersuchung einzuleiten. Zwar sei die Verhaftung Biünig'S durch den Schulzen ungesetzlich, aber v. Oertzen hätte sich geint und sei deshalb nicht strafbar. Während nun in der letzten Thronrede gegen die Sozialdemokratie ein Gesetz in Aussicht gestellt wird, um gegen ihre gesetzwidrigen Handlungen vorzu- gehen, erleben wir es, daß die Unterbeamten hier von ihren direkten Vorgesetzten direkt und wissentlich zu Gesetzwidrigknten aufgefordert werden. Auch das Ministerium hat anerkennen müssen, daß der Erlaß des Herrn v. Oertzen ungesetzlich ist; statt nun aber diesen Erlaß einfach zu beseitigen, lbeilt sie einige Monate spater, nach den Wahlen, mit, wir haben die Abänderung diese« Erlasses veranlaßt, und die« auf dem 'ekreten Wege von Behörde zu Behörde. So also fügen sich i»!. CTV--- if i If t. c'...... 1—- fj die Behörden w Deutschland den Beschlüssen de« Reichstages. Auch der den nächsten Wahlen würden die unteren Behörden dm Wahlfreihert m derselben Weise wieder be« eintracktiaen, und sollte dadurch dieselbe Majorität wiederkommen, dann würden natürlich auch alle Wahlproteste an dieser Kattellmauer abprallen. Mit der Bikampsung der Berechtigung der Wahlprotefle vernichten Sie auch die Berechtigung JbreZ Daseins. Jüngst fcvt die AmlShaupt- mannschaft rn Chemnitz einen Erlaß bekannt gegeben, nach welchem unter Bezugnahme auf die ZZ 82 und 85 ves Reichs- stiafgesetzbucheS mit Strafe bedroht wird, wer öffentlich vor einer Mentchenmenge oder durch öffentlichen Anschlag u. dergl. auffordert, in einem bestimmten Gewerbebetriebe keine Waare zu kaufen oder zu bestellen oder in einer bestimmten Gast- wirthschaft nicht zu verkehren. Die ß§ 82 und 85 des Strafgesetzbuchs beziehen sich auf hochverrächerrsche Handlungen, und doch nimmt d?e AmtshaaPtmannschafl in Chemnitz dieselben zum Vorwand für einen Erlaß, der nach Erkenntnissen des ÖberlaudrSgerichis in Dresden einfach geletzwiorig ist. Wenn solche Dinge möglich sind, hat natürlich eine Bitte im Reichs- tag an die Regierung keinen Ratzen. Ich wünsche, daß meme Parteigenossen diesem Erlasse zuwiderhandeln, damit er bei gerichtlicher Kognition als ungesetzlich anerkannt wer- den kann. Hier schützt die Amtshauptmannschaft die Gewerbe- treibenden gegenüber den Boytottirungen, m anderen Fällen E-.ben dagegen die Behörden die Gaslwirtbe verhindert, ihre okal- unserer Partei zur Verfügung zu st-llen, und den Mili- tärpeisonen ist verboten worden. Lokale zu besuchen, in denen So>ia demokraten oerkehren. Die Wlttwe unseres verstorbenen Freundes Max Kayser betreibt in Dresden ein kleines Zigarren- geschäft, in dem ab und zu auch Soldaten kauften. Präsident v. Levesto»» macht den Redner darauf auf- merksam, daß dies mit der gegenwärtigen Diskussion nichts zu thun habe. Abg. Singer: Ich will an dem Treiben der Behörden ziigen, wie wenig von dem Antrag Richert eine Remedur zu erwarten sein wird. Ich will aber dem Wunsche des Herrn Präsidenten folg-n und nur konstatiren, daß dem Militär ver- boten worden ist, den Laden dieser Frau zu besuchen. Wahrlich kein sehr sibön-s Bild für Deutschland! Präs. v. Levetzom: Der Herr Abgeordnete folgt meinem Wunsche mcht. Abg. Singer: Die sächsische Regierung im Kampfe mit einer armen Wlttwe! E-folg verspreche ich mir von dieser Diskussion nicht, aber selbstverständlich stimmen wir dem Antrage Rickcrt zu, und ich bitte namentlich den Herrn Minister von Bötticher — von ihm versehe ich mich eines solchen Schrittes noch am ersten—, seinerseits energisch einzugreifen, um wenigstens einer Wiederholung dieier Vorgänge vorzubeugen. Präsident v. Kenrtzow: Der Herr Vorredner hat einen deutschen Bundcslurften einen Wahlagitator genannt. Er hat damit die Ehre verletzt, die wir den deutschen Fürsten schuldig find, und i* rufe ihn deshalb zur Ordnung. Adg Müller-Murienwerder(Reichsp.). Es bat wenig Werth, mit I mandem zu diskutiren, der, wie der Herr Abge- ordnete Singer, glaubt, die Majorität des hohen Hauses sei lediglich durch Verstöße gegen das Wahlrecht zu Stande ge- kommen. Da kann von einer unbcfangenen Würdigung dieser Matene nickt d,e Rede sein, und berartige Darstellungen, wie sie Herr Singer zum Besten gegeben hat, find nur dazu bestimmt, einen Effekt auf die Wählermassen her- vorzubringen. Ich verzichte deshalb darauf, Herrn Sin- gers Gedankengang zu folgen. Die Herren haben Zeitungs- Notizen, Brolchüren, unerwiesene Behauptungen aus Wahl- Protesten vorgebracht, und da« soll dem Reichstage als Grund- lag« zu e»,er solchen Aufforderung an den BundeSrath dienen! Demgegenüber� muß darauf hingewiesen werdm, daß die Handhabung des So.ialistengeietzeS der Prärogative der E Niclstaaten überlassen ist. Ei ist verfehlt, bei Berathung die'eS Antrages MeinungSverichiedenheiien über die Zweck- mäß-gkeil des Sozialistengesetzes zum Austrage bringen zu wollen. Die Anwendung des Z 9 auf Wahlversammlungen ist im Allgemeinen Nicht zulässig, mit diesem Grundsatze ist der Reicketag einverstanden gewesen und die Bihörden find von den Regierungen in diesem Smne ir.struirt worden. Wenn mau aber d,e Heiren Riaert und Singer hört, so sollte man glauben, die Anwendung de« fraglichen Paragrophen sei über« Haupt ungesetzlich. Aber das ist unrichtig. Im Falle Teusckner haben ausreichende Thalsachen sür Anfrichlerhalturg de« Verbots vorgelegen, aber dirse Feststellung wird jedesmal guaestio facti sein. Herr v. Köller hat in der Kommission nachgewiesen, daß der Agitator Geck außer wegen Wicderstandrs gegen die Staatsgewalt auch wegen anderer Vergehen, zum Beispiel gegen das Sozialistengesetz vorbestraft war. Die Großhmogliche Regierung hat nach der Ansicht der Wahlprüfungskommission in jenem Falle richtig gehandelt, und durch Majoritätsbeschluß ist derselbe erledigt worden. Es ist also doch unmöglich, den- felben hier noch einmal zu verwenden. Herr Rickerl kann doch nicht verlangen, daß wir dem BundeSraihe zumuthen, sich nach den Wünschen der Minorität zu richten. Eine zweite Frage war die der Slimmzeiteloertheiter. Die Herren thun so, als ob die Sl'wwzetlclverlheiler besonders sakrosante Perlenen wären, und Herr Singer ist entrüstet, auf sie das Paßgesetz angewendet zu sehen. Wenn nun Herr Singer sich darüber wundert, daß man von unbekannten Personen Legilimationen verlangt, so beweist er damit nur seine Unkenntniß des Gesetzes, denn es steht doch nirgend« ge- schrieben, daß die Siimmzettelvertheiler von dieser Ge- setz Svo�schrist, die in Preußen so gut wie in Mecklenburg gilt, bcfeeit sind. Stehen diese Personen aber unter Polizeiaussicht oder find wegen gewöhn beitsmäßigen BettelnS, wegen AibeitS- Scheu oder Trunksucht bestrast— und das wird oft der Fall ein— so wird ihnen da« Zetteloertheilen auf Grund des Ge- fetzeS zu untersagen sein. Die Frage, ob die verbündeten Re- g eiungen das Gesetz geoen diele Leute richtig handhaben, kann doch mcht durch eine Reso'mion erledigt werden, eS genügt nicht, wenn in dem Wuhlprototoll ein solches Verbot sestgestellt wird, eS muß auch festgestellt werden, ob da« Verbot dem Ge- setze enuplicht. Nach den Unteisuchungen der Wahlprüfung«- ko nmisston scheinen aber in der That die Dinge ganz anders zu lieg'N, als sie hier Herr R'ckert mit einer Fülle von sittlicher Enirüstung dargestellt hat. Auch heute ist wieder der bei der Wahl des Herrn v. Culmiz vorgekommene Fall erwähnt worden, in weichem ein Zigarrenarbeiter ganz unberechtigt oee hastet worden fem soll. Dieser Fall ist aber, wie die Wahl- prüfungS-Kammiision aus den Akren konstatirt bat, ganz un- bewiesen. Kein eii ziger Verstoß gegen da« Gesetz ist in diesen t allen nachgewiesen. Und waS haben wir in den Fällen Dr. iötzundWedsty erlebt! Was für haarstiäubende D>nge sollten bei diesen Wahlen vorgekommen sein. Aber es hat sich als unwahr herausgestellt. Die 119 Fälle von Verstößen, von denen Herr Rickert gesprochen hat, dezrehen sich doch auf IS bis 1700 Wahlen, 76 sckerden als unerheblich aus. Ich werde eine molivu te Tagesordnung beantragen, welche folgenden Wort- hat! In Erwägung, daß in allen Fällen, in welchen bei Prümng von Wahlen Verstöße gegen den§ 43, Abs. 3, 4 und 5 der Ge-n-rbe-O duung für da« Deutsche Reich, gegen§ 17 des Wahlgesetzes für den Deutschen Reichs- tag und gegen die gZ 9 und 28 des ReichSgesctzeS gegen die pemeiugelährlicke» Bistrebuiigen der Sozialdemokratie vom 21. Otioder 1878 seUqesrelli worden ist, seitens des Bunoesralh« die vom Reichstage gewünschten Mit- theiiungen an die Regierurgen der Bundesstaaten ge- macht worden sind, in fernerer Erwägung, daß nach dem Inhalt der Reichstags- Wahlakten dre Annahme begründet erscheint, daß die von Behörden oder Einzelbeamten begangenen Verstöße der brregten Art, soweit sie rechtzeitig zum Gegenstand von Beichwerden bei den oberen Instanzen gemacht worden sind, ihre Remedur gefunden oder, soweit sie nicht recktzeit g anhängig gemacht, sondern erst später zur Kognition der vorgesetzten Instanzen gebracht find, doch demnächst ihre Rüge erfahren haben, in Erwägung endlich, daß die Verpstichtuna aller Behörden und Beamten, die genannten gesetzlichen Vorschriflen genau zu beobachten, felbstoerssändlich ist, über den Antrag der Abg. R-ck-rt und Dr. Herme? zur Tagesordnung überzugehen. BundeSdeoollmächiigter F-Hr. v. Marschall(Baden); Ich bedauere, daß ich auf eine Rede des Herrn Ada. R-ckert erwidern muß, die ich nur zum Theil gehört habe, zu deren Beantwortung mir auch d,e Akten fehlen. Rur Einnes über die sozialdemokratische Partei in Baden. An ihrer Spitze steht ein Redakteur Geck, der im vorigm Jahre wegen Emschmuggelung des«Sozialdemokrat" ver- urtheilt worden ist. Jetzt trat er nun als Reichstags- Kandidat auf. In verschiedenen Versammlungen ent- wickelte er ungestört sein Programm, jene Versamm- lung aber in Kehl mußte aufgelöst werden, seiner aufreizrnden Reden wegen, in denen er darauf hin- wies, daß.in Afrika von deutschem Gelde Sk aoen befreit würden, während unsere A bcitcr in Sklaoenketten schmachteten u. s. w. Ich glaube, daß drese Aussölung wohl mit Recht er- folgte und halte das Auftreten der badischen Regierung nicht für Pflichtverletzung, sondern für Pflichterfüllung.(Beifall,) Abg. Fieser(nati.-lid.) erklärt seine vollständige Uebercin- stimmung mit den Ausführungen d-s Abg. Müller, bittet den Antrag desselben zu unterstützen und geht speziell auf die Verhältnisse in Baden ein, indem er die Korrektheit der Handlungsweise der badifchcn Regierung voll und ganz an- erkennt. Abg. Träger(dfr.) bemerkt, dieWihlprüfungSkommission habe vielfach nach der Schablone gearbeitet, das Hau» möge dem Antrag Rickert zustimmen, welcher keineswegs den Bundes- rath zu kränken geeignet fei. Ein Vertagungsantrag wird um 5t Nhr abge- lehnt. Abg. Schmidt(Elberfeld) bezweifelt die Beschlußfähig- keit deS Hauses. Man schreitet infolge dessen zur Aus- zählung. Dieselbe ergirbt die Anwesenheit von nur 108 Mtgliedem. Da« Haus ist also nicht beschlußfähig. Nächste Sitzung: Dienstag 1 Uhr(Etat). Schluß 5S Uhr. Lokslss. >ie Fokalkommissto» veröffentlicht nachstehend die Liste der Wirthe, die ihre Lokale zu Versammlungen hergeben und bemerkt hierzu, daß dieselbe wächenilich einmal mit eoent. Abänderungen abgedruckt wird, ferner, daß Veröffentlichungen in Bezug auf die Lokalfrage nur von den Herren Wildelm Werner, Sebastianstr. 72, Arno Winter, Köpenickerftr. 126, Oito Heindorf, Langestr. 70, auszugehen haben. Alle eventuellen Unregelmäßigkeiten find an die genannten Herren zu berichten. Adler-Brauerei, Gesundbrunnen. Aktienbrauerei Moabit. Bergschloßbrauerei, Rixdorf. Beyer, Neue Grünste. 41. Bock-Brauerei, Tempelhofer Berg. Böhmisches Brauhaus. Bönhoff, Müllerftr. 142. Bötzow's Brauerei. Botzmann, AndreaSstr. 26. Bobert, Weinstr. 11. Bi auerei Tivoli, Kreuzberg. Brauerei Königstadt. Branerei FriedrichShain(LipS). Brauerei Pfefferderg. «Bürgersäle", DreSdenerstraße. Deigmüller'S Salon, Alte Jakodstr. 48 a. Deussches Volkstheater, Schönhauser Alle«. Eiskeller-Etabllffement, Cdauffceftr. Feuerstein'S Salon, Alte Jakodstr. 75. Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. Gnadt, Brunnen str. 38. Gottschalk(früher Hut), Badstraße, Gesundbrunnen. Gründer'S Salon, Schwerinstr. 13. Habel's Brauerei, Bergmannstr. 5—7. Heise, Lichtenbergerstr. 21. Heydrich'S Säle, Beuthftr. 18/21. Industrie-Hallen, Mariannen str. 31/32. Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28. Königshof, Bülowftraße. Klein's Festsäle, Oranienstr. 180. Königsbank, Gr. Frankfurterftr. 117. Krüger, Hochstr. 32-. K-üger's Salon, Wafferthorstr. 68. Norddeutsche Brauerei, Chausseestr. 58. Orschel, Sebastianstr. 39. Renz' Salon, Naunynstr. 27. Rennefahrt's Salon, Dennewitzstr. 18. Reyer, Alte Jakobstraße 83. Sahm's Klubhaus, Annenstr. 16. Sanssouci, Koltbuserstr. 4(20 M.). Scheffer's Salon, Jnselstr. 10. Sckloßbrauerei Scköncberg. Schneider, Belforterstr. 15. Schröder, Müllerstr. 178(Weddingpark). Schweizergarten, Am KönigMhor. Silber'« Salon, Sckwedlerstr. 24. Süd-Ost, Waldemarstr. 75. Neustädtischer Volksgarten, Proskauerstraße. Unionsdrauerci H senhaide. Vereinsbrauerei(R xdort). Viktonadrauerei. Lützawstraße. Weimann's Volksgarten Gesundbrunnen. Mendt, Dresdenerstr. 116. Wollschläger, Blumenftr. 78. Wohlhaupt, Manteuffelstr. 9. Zemter, Munzstr. 11. Die Kirdorfer Lokalkommilsto» theilt un« mit, daß der Gastwiith Wüischmidt, ftnesideckstr. 15, sein Lokal zu jeder polnischen Versammlung für Rixoorf und Britz zur Per- fiiguna stellt. Der Spul» von Uefa«. In der«Voss. Ztg." lesen wir: «Im letzten Sommer hat sich in der de> t chen Hauptstadt, die gelegentlich auch«Metropole der Intelligenz" genannt wird, ein Prozeß über den«Spuk von Relau" odgesp elt. Der grobe Unfug, den ern Bauervjunge mit sattsam beschränkten Personen, deren Glaube Berge ve, setzen kann, gespielt hat. ist inzwischen gebüßt worden. Kcnl Wolter hat seine Strafe ab- aelessen, und kein«Medium" hat ihn au« dem Kerker defreit. Man erinnert sich noch, daß«in Dr. phll. et jur. Egd-rt Müller zur Bei theidigung de« Bauernburschen eine Broschüre veröffentlichte, in der er ten Spuk als einen«väterländischen" bezeichnete:«Ich drück« mich dreist so au«, weil diesen wunderbarsten ohne den Willen der Vorsehung nicht zugelasse- nen Vorgangen(es waren Kartoffeln, Schinkentnochen und Bratpfannen den Baaein und einem glaubensfesten Pastor an den Kopf geflogen) eben solch« Wichtigkeit dergelegt wer- den muß, wie gar manchen pvlitischrn und sozialen Begeben- heiten, von welchen die Cpezialgeschichte eines BolkeS de- richtet." Der Verfasser, der nach dem Adreßbuche wissen- schaftlicher Hilfsarbeiter im Großen Generatttade fein sollte, rühmte sich bei dem Konfistoriolpräsidenlen Heael vollste Zu« stiwmung gefunden zu haben; Herr v. Kleist-Retzow habe für den Spiritismus daS«entgegenkommendste Verständmß" an den Tag gelegt. Herr Dr. Müller berichtete auch von«.SitzaM°,™'tr bei Grafen, von der Gö-inerschaft hoher Personen; er, noen, sich auf ein Programm«der von Er. Majestät dem Kailtt-?«ana' ihren Bestrebimgen gebilligten Gesellschaft für Exp-"�« �«oa Psychologie in Berlin"; er eiferte gewaltig gegen den Geilt*, riide J „negirenden Materialismus" und des«bornirenden Rai!«-,. zu j liSmus". Inzwischen ist nun zwar von betheiligter«si llärt worden. Hur Müller ser keineswegs Hufsarbetkr»- Generalstabe, jenes P ogramm sei auch keineswegs vom H«?." au gebilligt worden; auch hat eine Synode dem an Wj �?"o>ni Bratpfannen plaubenden Pastor einen strengen SJc1 u/j 9« rrlheilt. Jndtssin ist der Mnfug von Resau 3 nickt abgethan. Der«vatei landische Spuk" lebt, wi� auf. die„Krcuzzeitung", welche auf dem Geb«et � �«,l&1 MystniSmuS Beicheid weiß, beginnt in ihrer neuelteiiIu� n. eine Reibe von Aufsätzen über den Spuk«und da« offeal!»,®°�pr< Jater.sse", in deren erstem bereits wahrhaft erbauliche'>■ rungen enthalten find. Es beißt da, daß es zwar m � vi Blättern von dem Spuk still geworden sei,«hinter den? ««v />«•* s a«ut ttiiiÄC» rcgun�_ spiritistischen 3) alten uier öic Borgange in Relau uno e-z a— besonders durch Egbert Müller'S Schrift heroocgerufen""ja o »Das sind Gemüther, welche nicht mit der absoluten°!»rr j habeuheit über überwiltliche Dinge ausgerüstet sind und« �«l«M halb auch die mit allen nur denkbaren Wahrheitsbetbeuirnnr � M"" ausgestatteten Erzabtungen des Herm Egbert Müller»n s mit Hohn oder� Stillschweigen abthun kö� nen. ß'M gesehen davon, daß die Schrist den höheren iP hatte, den Karl Wolter vor ungerechter BestroflwS schützen. An abergläubische Menschen denken wir r. bei natürlich nicht im Entferntesten, sondern nur solche von echt religiösem Fühlen und Denken, auf dem Boden posi io christlicher Weltanschauung st�f daher auch die Existenz einer Geistcrwelt an sich nicht»ss können und nur hinsichtlich ihrer Verbindung mit der trtjg SttafeT' Welt sich mit einem ixnoramus f emäß der Zuräckhaltuaö�! biblischen Offenbarung in diesen Dingen bescheiden/' 77«, .Krcuzztg." veisicheri, daß«ernst denkende Menschen E schütlerungen ihres Seelenfriedens erfahren" und Kreise" zu 0er Frage Stellung nehmen müssen, l. Spiritismus nur der Kurzweil diene sei ihm jeder sittlich«?� abzusprechen:«Anders wird die Sache aber, wenn, wie in der Müller'jchen Schüft �geschieht, der SpiritiemuP fahrungen gemacht haben will von sittlichen Bedürfnisse»� Ge.sterwclt, zu deren Befriedigung die mediumistische» � einzelner Individuen in Anspruch genommen werden-� Erast nz einer Geisterwelt überhaupt muß vo licken Standpunkte aus unbedingt aneikannt und zwar sowohl eines Reiche« der rein geistig Wesen, Engel und Teufel, als auch eines Reich« sckiedenen Seelen in einem Zwischenzustande zwischen Aufirstehung zum letzten Gericht. Die�e Anschauung, heiligen Sckrist ganz unzweideutig enthalten. Hier es nur mit dem letzteren zu thun, und da fragt es stä was uns die B bel von dem Zustande der abges� Seelen sagt. Sind auch die Andeutung-n davona� spärlich, so folgt doch aus Stellen wieLue. 16, 19 f., OfWj 13, 1. Petr. 3, 19 f. sicher, daß wir sie uns als i»»� fortlebende, ol'o auch sittlich bestimmte Wesen zu denke«' 3a, auch die Möglichkeit einer Verbindung mit der Welt ist nicht ausgeschlossen, wie man aus Luk. l",� 1. Sam. 28, 11 ff. folgern könnte. Dazu kommen � rungen einzelner Menscken von Visionen, von foü»� Ahnungen, geistigem Rapport u. dal., welche«RA zunächst nur den Schluß auf das selbstständige See>P/ zulassen, damit aber doch auch eine wesentliche � fetzung des individuellen FortlebenS der Seele bestäti?� Die«K euzztg." erinnert dann auch noch an den Besuchs b-i der«H xe von Endor", meint aber, daß cS sich nur um eine„göttlich gewillte Bestrafuna der Verni'A Saul'S handelte, bei welcher die Realität der Eti

Rolle d-e Gcistcrieherci tn der ReakitooSzeit gespielt Gral Brassi.r de St. Simon sich durch sein Medium vi,,. deulschkonseivativen Partei eine symptomatische Bcdeut«� absprechen."> Do» N'vvst« brm Gebiete der Kotoit'�k der neuesten Nummer der«Gärtncr-Börse"(Bcrtm) folgendes Inserat:„j1 «Zur(? Rfb. des«93. 93") bevorstehe nWJ h i I f e n st r i k e(!) empfehle mich den Herren besitzem zur Besckcffung von Gärtnerlchilingen, burlchkN und Garlenknechten. C. Schöufeld, Madaistr. 10." � J Die«Goldene Mebaillc" H t? Denn das muß hafter Bürger, ein vorzüglich einoerichtetes TreidHau« mit ollen«botanischen" Kenntnissen ausgestatteter sein, der im Stande ist, ganz nach Wunsch der desitzer Gartm knechte zu züchten. Ode: meint der v' seiner Annonze, daß er das Personal beschaff Ji» damit die Gehilfen streiken können? Doch 3""�? art«-»Js-Sor»•** i B übe Neuheitm müssen belohnt werden: Medaille ?"l«e inillr" her!. g» Gtne»at«rwissenschaftUche Merkn»ürdig»ssj< wie der«Voss. Zeitung" mügelheilt wud, m Gestalt geheuren Hornissennest S dem Mä'ktschen P-ooinziW yf cue d-m O/erbiuch überbracht worden. Von solckep< und Schönheit konnte es von seinm fleißigen BewoiT unter dem Einfluß einrS so warmen und trockenen hergestellt werden! Es hing an einem Balken im bäuerlichen Besitzers, und besteht aus einem glcicN"|f m vollständig zu Wohnzcllen verwertheten Mantel von meter Höhe und 40—50 Zentimeter Durchmesser,.[ijj eine ganz« Anzahl Brutwaben übereinander aufgest»? Z) Den Stoff zu diesem mächtigen Zelleubau haben v' j,1 einem schwammigen Helzb'ock entnommen, wie au« tss« gekowm nen Stück desselben deutlich zu ersehen wr naturwissenschaftliche Abtheilung des Märkische»,� hat durch dieses Nest eme bemerkenswerlhe Bereich' fah..fli* Der Neubau des Gder-Sp»e-Ka«ai» hat, führlicker Bericht im«Zeniralbl v. Bauv." ergiebt,! zu Ende gehenden Baujahre 1889 wesentliche ForlF�' macht. Dre 23,8 Kitometcr lange Kanalstr-cke ootn.jz See bis zur Spree bei G oß-Trankc ist vollständig ijt, dem Betriebe übergeben worden, so daß die Schiffs. der Oder nach Berlin gehnr. den besonders hinderli»�&' ts tdeil von Groß-Tränke bis Köpenick nickt mehr befoo' � w,"n Das Spreewihr bei Groß Tränke welches dazu de � w den Wasserstand im Kanal endgiltig zu regeln, wir» J1 vollendet sein. Die VertiefangSarbeiten in dem P.! langen Spreelaufe von Groß Tränke aufwärts bis 3"�- find ausgeführt Von Fürstenwalde aufwärt« vi?' dorfer See soll auf 15 Kilometer Länge bekanntlich, als Sckifffahttsstrvße be-behallen weiden; die VerliefungSarbeiien find fast vollendet. Die ottt See beginnende 6,7 Kilometer lange Kanalstrecke aul Cpreeufer, welche bis zum Friedrich Wilhelm-Kan-' � fertig und im Betücde befindlich. Ebenso hat o'P. der bisherigen Scheitelstrcck: drS genannten Kanal« �.,1» Kubikmeter und die dadurch möglich gewordene»Vssu „S;M gj. Schleuse llattqefundm. Die damit im Zusammenhang n' ir:tJk bf�n ouf Kilometer Länge vorzunehmenden Ver- iit. ur'k Bertiefunz« arbeiten im aller Kanal befinden tmJ!.* An �er Ausführung. Die bei Schlaubehammer Be« mii» Kanalktcecke, welche nach dem Fürstei>berger See und !„». iu der Oder führt, hat 24.3 Kilometer Länge und er- �!t""'e Arbeiten. Die Füllung erfolgt vom Friedrich ' Kaiser i jperön«« Cil H en Rati«" ter S-ltt? ssarbeit-r« vom«r» an fli-g» en. Ber« 'Kanal aus in einzelnen kürzeren Abschnitten; sie hat M L°"Se st°-tg°funden und ;<(i,.— i Jiuuiiicicr Aiunuc|jBii3C(uni:cn uiiu wertere iciift?s'cc f0�en'n der nächsten Zeit gefüllt werden.� wo- . � dann nur noch die Uferdeckrrngen aufzuführen sau i-.,"v Auf der Abstiegstrecke des Kanals nach dem Fürsten- lebt M See und dem Wasserspiegel der Oder entfaltet sich jetzt Kcbiei � IN �Ud Iidl>ns-<>ft<>-___ srjn* Um- h-r npfnr.imt.'n Gebiet t.»r �afrefter Bauthärigkeit.— Nach Lage der gesummten s- z Oz,. �»st begründete Hoffnung vorhanden, d.ß der " Ä« k�-liree- Kanal im Herbste nächsten Jahres in seiner ganzen """" dem öffentlichen Verkehr wird übergeben werden MW' za 8000 Ztr. ehren, den l''ch- H Mmrng !ii'»n a:?ni?8e kines dritten für die größeren schiffe geeig- �„.„�chlfffahrtSwegeS durch die Stadt Berlin wird die Be- zsoluten nd und � oeoeuieno geir-raerr weroen. Durchgang durch di« Mühle« ist jetzt wegen des lll?. lenbau-s gesperrt. Seine Bewachung erfordert zwei -«"Ji �Ä�uuSposten. Nüller"lüinj,** der Kommunikatio» stößt jetzt Alt« und Neu-Berlin * ni5t#tn* Wo früher auf der Chausseestrabe ein großer nih erheben sich jetzt die stolzen MiethSpaläste. Ihnen ,,,* die altersgraue Artilleriekaserne mit ihrerr alter- >chen Siällen aus dem Ansang des vorigen Jahrhunderts. gan» sie reu t Uofiins rair r n nur' ken, steh« >icht I< der iri ckhaltun� ifcgcn IQ d„if: Sot�Ld ittllchiZT ,, wie-lc iii?mi»: f nisten tische« stben», vom mtW > s-s' es der chen�-l t3 rm ; inturj enkenZ der lk- l6'& lmen 3 wi ,----------- dem Ansang des vorigen Jahrhn------- titisÜf« urcht von den neuen Gebäuden die sich anschließende «iit>,.'°nrauer de- Dorotheenstädtischen Begräbnißplatzes ab, � Theil das Gras so schön wächst. Das Pflaster läßt auch den Gegensatz zwischen Alt- und Sto,£""n. grell hervortreten. Vor den Neubauten wird die rtig.gvrre erlöschen, auch ein Glas Bier wurde uns von �■|»ciJ°"r habenden Hebe unter Berufung auf ihren Diensteid foifäm alstr� Seelfj c Ol che Natt 3�1 kfu4®V ich fcr '®ben hielt Bruder Schaaff, der aus den früheren Jbag�'ungtn der Heilsarmee bekannte Agitator, eine eit'Vir**"* über die Sündhaftigkeit der Welt m einem halb halb deutschen Idiom, so daß er der Mehrzahl der (U-,'ent|en und wohl auch dem Herrn Polizeiiieutenant, der >>!, R�äz bei diesem Speach wurde, unverständlich geblieben Ll (Stir )en W ff.«»'? tneft 1 ielt föl inen� So-nn� I ep�e B-H zeulu« tar-ibl n) !»i-'/ inSÄZ «n,».i rlD/ ! ei« fjÄ r'iff >" 8;« 'L'.V 'rntnii m'f1"e Gattm em geistliches Lied, wahrend ein ihg>,,/v Bruder mit einem Teuer in der Hand milde Gaben suchte. Als der Mann mit dem Teller nahte, chg bie Anwesenden, die bisher eine musterhafte Hal' Ut hatten, über ihre gefährdeie Siluation klar zu Sit v-rli.si-n mi,»n M--- ,ig0� lt-M l-der M rrnTO n«PJ in ff !t«"V d'- et«' i verließen wie ein Mann das Lokal und Frau . San»-�'hre Arie allein-u Ende. �>ebcs.-l�?�es mider Mille«: Eine recht eigenartige ?ra!eld«. wird uns aus dem benachbarten Vorort Britz Z-uhet' sind 4—5 Knechte bei dem Gutsbesitzer B. be- «tlaffan.??"'ele Arbeiter bewohnen gemeinschaftlich eine große !i Parnisi,■ r,'n welcher sie ihre Habseligkeiten und jahrelangen sT»»««. w kleinen Koffern und K.sten aufbewahren. Am ? gtionS�lP legten sich die Arbeiter müde zur Ruhe, nachdem We A.ttJl iB�näß ihre Kleidungsstücke auf Schemeln vor Achten � gv»rgt. Wer beschreibt aber den Schmerz der Er- zx.ss?-" anben, Morgen, als sie gewahrten, daß nicht nur Win©7;"nd Kisten, fondem auch ihre Kleidungsstücke, wie -}' Strümpfe, die sie nothwendig zum Anziehen r?�»rw/»» �'u waren. Es blieb ntchls Anderes übrig, als �"sicher die ihre jahrelangen Ersparnisse, nicht unan- Jochyl, Summen, beraubt sind, aus dem nächst«» Kleiderladen «"'tzbub�uvu zu lassen. Wunderbarer Weife haben die inPruH'dr Werk, welches immerhin eine ziemliche Znt m !?er b»- llvuoimnen haben muß, so leise vollbracht, daß 'fflotb-,, p�Blretchen Bestohlene» aufgewacht ist. Die Polizei- a, dem Vorfall bereits benachrichtigt worden. w ifobeihR.J'i urird feit dem verflossenen Mi't-vock der in der dHut h.« J.ta�e wohnhafte Arbeiter Friedrich Kazmicrczack, e»�lzst.n. Jürgens wohlgemuth zur Arbeit ging, auf ferner !■ T>a v.er nicht nntraf und seitdem spurlos verschwunden $1"» 9ir„ J? glücklichster Ehe lebt, so kann ihm nach Ansicht Äsh-g��vrigen nur ein Unglück zugestoßen sein. K. ist %t'' (0* ich« vie< Ä Ä' i»--F NZ 5M h lOJP M � � wiai aianmtic cc viz u hi�en« y1 nach dem Arkonaplatz Nr. ütuerl i 44 Minuten nach demselben Melder. M V ei� Feuerwehr '~ 4 und ES ist welche an sich schon einen schweren Beruf hat, •"itb' daß dem Unhold da« Handwerk bald ge- �umarkstürtre sind gegenwärtig im Nachbarort den ,,.?urk ,m Umlauf. Einige derselben sind bereits an- «rk, �U st-«»." Polizei übergeben worden. b.? A??' getanzt. Em trauriaes Ende hat am vor- !>. �ituwu!Ä"n junges etwa 17 jahrigeS Madchen, die ,n ff'nnbei, der ihren Verwandten wohnende Emma K. e7»�rubaur. war vor etwa 14 Tagen au« einem hresigen � Woselbst sie an einer Lungenentzündung gelegen, Mer �drn und hatte ihre Beschäftigung als Verkauferm v-llNommen. Von Freundinnen aufgefordert, nahm Abend an einem Kränzchen, welches m e.ncm Äta.�vnhaufer Allee abgehalten wurde, rherl. Das �lki,totzbem r. f8'' leidenschafrirch gern und ließ kcme Tour Tz �'«lt ab� fortwährend über Stiche in der Brust klagte- gegen 2 Uhr Morgens, brach sie am Ar-ue ihres 'vM�flige wahrend ein dunkler Biutstrom sich«der ». dl sns°..' Weiße Klnd der BedanernSwerthen ergoß. Ob- M l wurde, �en. In ________________ M v___ Zähnung »der L»b?ntf�,e Stünde darauf verschied. Ein Brutsturz d.n. Z?" oin jähes Ende bereitet. �"öu�'K bat, �dacht der vorsthliche« Ä.'j-!" V.»B. C." zufolge dieser Tage der Htoln �vschäst.�.��vnstr. 22 a verhaftet worden. In dem fcÄ'btt6 Ä*; W1 war vor emiger Z-it Feuer auS- Srand- ?�er�BÜkmst�"�' dieser'Tage der Zerren- a.Äk İ!?�d?selb,. ,Uul UVi ciu.HCi o'" ov— Hg Ät«nnuu7? der von fremder Seite bewirkten gewinnen Feuerwehr keinen allzu großen Um- vermochte. Nachdem das Feuer abgeloicht worden war, entdeckte man bei den Erhebungen über die Ent« stehungsursache des Brandes im Laden eine eigenartige bau- liche Vorrichtung, welche B. heimlich dort angebracht hatte. In der Nähe des Ladentisches hatte er sich nämlich einen eigenen Zugang zum Kellerraume vermittelst einer äußerlich nicht be- merkbaren Fallthür eingerichtet, nachdem er zu diesem Zweck die Dielen an der betreffenden Stelle gehoben, die darunter liegenden Balken durchsägt und letztere dann, um sie vor einem böten Einfall zu bewahren gehörig gestützt hatte. Ob dieser Kellereingang, der, wie gesagt, ohne Erleudr.iß und überhaupt ohne Wissen des HauSwirlhs konstruirt worden ist, mit dem erwähnten Brande m irgend welchem Zusammenhang steht, oder ob er anderen lichtscheuen Zwecken dienen sollle— B. ist nämlich schon mehrfach, darunter auch jmit Zuchthaus vorbe- straft— hat sicher noch nicht ermittelt werden können. Da- gegen wurde festgestellt, daß B. wenige Monate vor dem in Rede stehenden Brande feine Habe in auffallend hoher Weife gegen FkuerSgefahr versichert hatte. Außerdem sollen noch andere schwerwiegende Verdachtsmomente gegen B. vorlieaen, so daß eS die SicherheitSbehörde für geboten erachtete den Ver- dächtigen hinter Schtoß und Riegel zu bringen. A«f offener Strohe gepfändet und dann obendrein noch von einem Schutzmann wegen groben Unfug» verhaftet zu werden, dieses Mißgeschick pasftile gestern einem böswilligen Schuldner, der von einem Gerichtsvollzieher, welcher mit einem vollstreckbaren Urtheil bewaffnet war, in der Alten Schön- Hauserstraße plötzlich gestellt wurde. Der also Ueberiaschte wollte partout seine goldene Uhrketle, die prahlerisch über seiner Weste baumelte, dem Vollziehungsbeamten nicht herausgeben, der ihn schließlich nach der Polizeiwache sistiren ließ, wo er sich des PfändunzSobjekteS versicherte. Wegen des durch seinen Widerstand verursachten Straßen auslaufS wird sich der Ge- pfändete demnächst zu verantworten haben. Nordischer Punsch. Die 32jährige Dänin Anna G., welche in der J.-Slraße wohnte, halte an einem hiesigen Thealer eine Stellung als Choristin. Der Hang zum Punsch hatte sie schon oft unfähig gemacht, ihren Dienst zu versehen. In letzter Zeit zeigte sie ein so merkwürdiges Benehmen, daß sie entlassen werden mußte und vorgestern bei erner mitleidigen Frau in der G.'Straße ein vorlaufiges Unterkommen fand. Ihre verzweifelte Lage beschleunigte den Ausbruch der schon lange im Entstehen begriffenen Geisteskrankheit. Plötzlich wähnte sie, Gräfin und Baronin zu sein, wollte ficb alle Tage in Champagner baden und erklärte alle Menschen für verrückt. Der Wirlhm kam die BedauernSwerthc immer unheimlicher vor, bis schließlich ein hinzugerufener Arzt den Ausbruch des OeUrtuw trem-vs feststellte und sie nach einer Heilanstalt bringen ließ. Ks« Zechpreller. Gestern Abend trat, der„93. Pr." zufolge, in em Restaurant cm Haacke'schen Markt ein fein ge- kleidetet Herr und bestellte bei dem flugS herbeieilenden Kellner ein GlaS Echtes und eine Portion Gänsebraten. Die Speisen mundeten ihm trefflich und aufz Neue bestellte er eine Porlron Sauerkohl mit Pökelfleisch. Nach dem leckeren Mahle drückte er sich in eine Sophaecke und begann so laut zu schnarchen, daß er die übrigen Gäste störte. Als ihn aber der Kellner weckte und Zablung verlangte, erklärte sich der feine Gast in aller Seelenruhe für zahluvgSunfährg. Nun wollte der Wirih den Ueberzieher des Zechprellers pfänden; der Bursche leistete aber so energischen Widerstand, daß er schließlich zur Polizeiwache in der Gr. Harnburaerstraße sistirt wurde. Er steht nun seiner Bestrafung wegen Betrugs entgegen. Wieder einmal. Eme furchtbare Verletzung hat gestern ein junges 18jährig«s Dienstmädchen erlitten. Die bei dem in der Belle- Alliancestraße wohnenden Kaufmann E. bedienftele Anna H. hatte gestern den Auitrag erhalten, eine Gans zu sengen, eine Aroert, die da« Mädchen gegen 7 Uhr Abends vornahm; die H. goß aus einer großen Flasche Spiritus etwas von der Flüssigkeit in eine neben der Flasche stehenden Unter- lasse; über das brennend: Gefäß die GanS haltend, verursachte das Mädchen beim Absengen einen starken Luftzug, wodurch die Flamme aus der Untertasse heraus in die geöffnete Spiritus- flasche schlug. Gleich darauf erfolgt« ein heftiger Knall, die gefüllte Ftasche expwdirt« und«ine Flammengarbe schlug in a« Gesicht de« sich über das brennende Gefäß beugende Mädchen, das sofort mit einem lauten Auffchti zusammenbrach; die Unglückliche jammerte fortwährend, daß sie blind sei und nachdem der brennende Spiritus von der herbeieilenden Herrschaft mit leichter Mühe gelöscht, wurde der Arzt geholt, der feststellte, daß das Innere des rechten Auges rettungslos verloren und fast ausgebrannt sei, während das linke Äuge weniaer schw-re Brandwunden aufweist. Der Fall, daß durch die«rpi-st-n einer Streich- halsschachtrl da« L um ökonomisch abhängig von dieier ist ent chicden kein un- parteiischer Vertreter der Bürgerschaft in BeleuchtangS» und onoeten F>agen, welche Akiiengesellschaften betreffen. Ver- werflich ist die Abgabe deS KoakeZ in Waggon- und Schiffs- lrdungen zu bedeutend billigeren Preisen atS er an ansäsflge Arbeiier abgeaeden wird. Referent verlangt die Uebernahme all>r dieser öffentlichen Institute in Re�ie und Besitz der Kommune. Mit der Mahnung, schon jetzt und am Tage der Wahl reg? für den Arbeiterkondidaten einzustehen schließt er s.ineu mit großem Beifall aufgenommenen �Kündigen Vortrag. Hierauf beaniragt Herr Krause sofort an die Aufstellung eines Kandidaten>u gehen und empfiehlt der Versammlung die Person des Referenten. Einstimmig wird derselbe gewählt und nimmt dankend für das Vertrauen die Wahl an. In der Titkulfion sprachen die Herren Gründel und Krause. Nach einem Schlußwort des Herrn Boerner schließt die Versammlung mit einem Hoch auf den Arbeilerkandidaten und den Sieg der Arbeitersache. Uachtatg. Dem in der Sonntagsnummer erschienenen Bericht üver die Wählerversammlung des 14. Kommunalwahl- bezirk« ist noch hirzuzusügen, daß zum Schluß ein Antrag rinstrmmig Annahme fand, wonach die sozialdemokratilchen Kandidaten im Falle ihrer Wahl die Verpflichtung haben, jähr- lich mindestens einmal eine Versammlung abzuhalten und ihren Wählern Rechenschaft über ihre Thatigkeit im rothen Hause abzulegen. Luckenwalde, den 8. November 1889. In einer gestern fast ISOV Personen besuch« en Versammlung wurde die von Gründung eine« Fachvereins der Textilarbeiter von Luckenwalde vollzogen. In die ausgelegten Lrften haben sich sofort über 500 Mitglieder eingezeichnet. Zum Vorsitzenden wurde Stuhl- arieiter Fiedler gewählt. Alle Sendungen sind an Frrtz Klingner, Stuhlarberter, PotSvamerstr. 98, zu richten. Mayworiw für fem 2. WahIIrvt». MtaiNdrroei samrniuna am Dimftag, den 12 November, Abend» 83$ Uhr, Im Btoien Eaale der Berliner Bockbrauerei, Am Tempelhoscr Berg Taaelord- «im« 1, Bieitelialmt Sbiechnunailberlcht deS Aalsireri 2 Wahl simmllicher «or>rand»mt»glt-dei� 8 Noroaa aber.Die neue SoriMlenaeiedvoilage und die Paiteien', Reserenl Wilhelm Weiner 4. Ditiusston, 5 Bcrichledenc» und Fraaelllilen Die Milülieo-r werden ersucht, recht zahlrelch zu erscheinen, Sit- nrsjcn all Güftc haben Zutritt, A«>>t<»l»»»uoUrnt,t«h»r W-Hleeerei« siir den S. A»rli»»r Peich«- t«a»->pahUe>e»i«. Dien stau, den 12. November, Abend» 8 Uhr, im Sotale der B.auerei Böhoiv, am Prenzlauer Tt.or. Bersammluri Zaselordnung, 1 Die wtrtdschailllchin Umwälzungen und die Sozialdell okralie, Rrseimt Her Albert Auerdach, 2, Di»kuislon, 8, Ausstellung eine« Kandldaten sür den Istn stell wahlkreil, 4 Bei schieden e» und Krogelasten, Neue Mitglieder werden ews.er vmmen. Alle Wahler de» 5, Wabltreisel sind hiermit eingeladen, Mrr,l«>ig»»g der deutsch»« zpate» und»er wandte« Lerus? a,«ols.«, Filiole I Süd, Mitglieder, Bersammluug am vler stag, den 12. No tonn der. Abend» 8 Uhr, In Hoffmann'» geftsalen, Oranienstr, 180 Tage». oidnung: 1, Wahl eine» D'legiiren zur Eeneralversammlung. 2, Wahl eine» Lchtisiführer» 8, Will re Berathung der Stawten. 4 Berschiedere». Kerein der Kattter und Aeruffaoeuoss»«. Dlendtaa, den 12 November, Abend« 8 Udr. tn Dtlgmllller» Salon, Alte Zatodstr, 48», Ve-samm- lung Tagelorbnung: 1 Vortrag. 2, Diikussion, 3 Verschtedti.l» und Krerg-kasten. ««»I, ässeutlich» Nersammluug der Kildstauer am Dienstag, den 22. November, Abend» 8 Uhr tn Sanisouci, Aattduleistr, 4», Tagr»o>dnung: I, Die neueste AgUaiion de» Verein»(elbstfü bigci Bildhauer und wr» baden tie Gebllsen dagegen zu lhun? 2 Dlikusffon. 8, Verschiedene», Zur Deckung der Unkosten findet Telleilammlung starr, Kachveret» der Zithogradhen S-rlln. DIciiftag, den t2, November Abend» 8 Uhr im Saale der Gralweil'schen Bierhallen, Kommandae ten- und B-uthftr, Mitglleder-Verlammsung, Tagetorlnung l Geschasesich« 2 Unsere nächstliegenden Ausaade», 8, De! pangreh in Hannaver, 4 Wahl von 2 Bibltothekaren, S, Verschiedene» Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen und Kollegen einzusühren, vetsentlich» Persawmlu«? der Drechaler und Beruslger offen am Dierstag, den 10, d M,, Sdend» 8 Uhr in Schiff, r» Selon Z lrlstr, 10. Taoeiordnung; 1. Arbeitszeit und Lobnsrage, R�serent Herr Jul. Hildcdranb, 2, Dtikusston. 8, Ve.Ichiedenci Bei der Wichtigkeit der Tagedocdnung ist da» Erscheinen aller Kollegen unbedingte Pffichr, Maturlieilverel»„zlordeu". Am Mittwoch, den 18, November, Abeno» 8!s Uhr tn Henstt» Festsaal Brunnenftrahen- und Znvalide»slroz?n. Ecke! Ä oher öffentlicher Vorr-ag de» Heeni Dr med Scüwell itder die ge- schichtliche Entstehung und die wissenschosiliche Berech't.ung der modernen Heil- m-thoden, Göfte stnd willkommen, Sintttu feei Nerel» der Kerttuer Kuchdlucker und Kchristoie her. Mi.twoch den 18, Nov mber, Abend» g Udr, Ver in» Beiiammlung in Silchet» Salon, Sebaftianftr, 88, Tal'io'.dnung: I. Ve>eun, e, 2 Ta-ts Angelegenheiten, 8. Antrag E, lstoersch uns Genoffen über Gidedu, g eine, Slirasteuer zu Gunsten der Konditionilose», 4, sscstiri!>-,g resp Erdödu g de- G-dölter de» Veiwalter», Hslstverwalicr« und Vercst»bolen 5 B licht der Siislung»- feft.zton misston und Geldbewilligung sllr di-l lde ssra-käste», «»sang-,>«r»- und getetttg» hierein» ain Dienstag Gesangverein Gutenbera Abend» Ks Uhr w> Nestauram Quandt, Siratauerstrahe 48.— Gesangverein.Alpenglühen' Abend» 8 Uhr im Rellauram Hildedrandi, Prinzen- ftrahc 87,— Schäser Ichcr.Gelangveretn der Glfer' Abend» 8 Udr bei wall und Krüger, Skaligerftrahe 128, Gelang,— Mönncrgesangoerein.Gartenlaube' Abend» 8 Uhr im Restaurant fflrk, Koitdulersirahe 22,- Gesaugveretn .Bouvardta'(Mönnerchori Abend» Ks Uhr iin Rcstauranl.?tu!onia', Bel- sorlerstrahe 18,— Mönnergesangverttn.Steinnclke' Abend» 8 Uhr lm Restaurant Schulz, Stcttlnerslrahe 88-87,— Gesangveretu.Harmonie' Abend» 8 Uhr tn Neukam'i Bierhau», Brahe Frankwrterftrahe»8,— Mönnergesang- verein.Echo II' Abend» 8 Udr im Restaurani Drilldost, Rosemhalernrahe Nr. 11—12.— Gesangverein.Eüngerdain' Abend» 8 Uhr iin Restaurani Kaiser Kranz Grenadierpla» 7,— Geiangverein.Bruderherz' Ucdunßostunde Abend» von 8ss-11!s Uhr, Ausnahme neuer Mitglieder,— Gesangverein.Hoffnung Moadil' Abend» Ks Uhr Wilinackersilahe 63 im Restaurant Zlaet- Gesangverein.Keltrtia«' Abend» 8 Uhr im Restaurant Nebelin. sangtftraic 108, — Mönnergesangverein.Llvnipta'«beudi 8 Uhr im Restaurani Gerlh, Prinzen- ftrahc 1««,- Gelangveretn.Ltcderlust' Abend» 8 Uhr im Restaurant Lehmann, Naunvnftrahe 44,— Mönnergesangveiein.Aecordla' Abends 8 Uhr del Weick, Alciandcrftrahe 81,— Gelangveretn Ludwig scher Mtlnnerchor Abend» 8 Uhr Lindenstrahe 106 bei Poppe, Uedu»g«stunde, Gäste stnd willkoimnem- .Deutsche Lledcrlasel' Abend» 8 Uhr Oranienstrahe 180,— Mönnergesangverein „Alle stnde", Adend» 83s— lOJs Übt im Restaurant John», Maiiannenstr, 18,- Zilderklud.Amphton' Avendi 8 Uhr tn Triebe!'» Restaurant, Hoher Eieimveg 18. — Turnverein.Kroh und Frei' lMänneradtheiwngt Abend» 81s Uhr, verg- strahe 87,- Berliner Turngenossenschast lKünsle Mönneradlbeilungi Abend» Ks Uhr in der stödttschen Turnballc, Waffcrthorslr,»1.- Turnverein.Halen- Haide sMänner-Abtheilung) Adend» 8 Uhr, Dieffendachstr, 60-61- Verein ehemallger Schüler der 87, Gemcindeschnle Abend» 8 Uhr lm Restaurant,«inner Aöpnickcrstr, 68,— Armdb'scher Stenogravhenverein.Avollodund' Abend» 8L Uhr Brunnenstrahe 128»,— Arendt'schcr Slenographenvcrttn Adend» Ks Udr im Restaurant.Zum eisernen Kreuz', Lindensir, 71,- Deutscher Verein«rend»- scher Stenographen Abend» Ks Uhr tn Randel'i Restaurant Bruiwcnstr, 128» — Verein.Rae' Abend» Ks Uhr im Restaurant Elge, Alerandrinenstr, 8p.- Unlerhallungtvercin.Harmonie' Abmd» 8 Udr Etlenbadnftr, 86d, im Restau- raM von Liebe,— Vergnügungiveretn.Mollig' Abend» 8 Udr im Restaurant Retnicke, GipHstrahe 8 iedtr. Dienstag nach dem 1, und 18— Ztiherkwd .Amphton' Abend» 8 Uhr lin.Münchener Hos' Svandaucrstr, 11-12,- Rauchklud.Zmn Wrangel' Abmd» 8 Uhr des Herschled, Adalberrftr 4, � Rauchtlub„Portoriko". Abend« 8 Udr, Manteuffelnrahe I>8 de! G rwttng,— Rauchklud.Dmtlche Flagge' Abend« 8 Udr im Restaurani Händler, Wtangel- strahc 11.— Rauchklud.FriedrichShaln' Abend» 3 Udr lm Restaurant Kipping Sandibergerftr, II«».— Rauchklud.Lustige Brüder' Adend» 8js Udr bri Grothe, Kürftenbcrgerftr. 2— Vergnügungsverein.Krödllchkelt', Grüner Weg 28. Große GeiellschastSstunde, verbunden mit Vorträgen Gäste willkommen, Eniree frei,— Tambourverein.Sedan' Elgung Abend» Ks Udr Grüner Weg 8—10,— Tambourverein„Einigkeit macht stark'. gegründet 1886 ftellverttetmder Dirigent S, Billhardt, Uedungiftunde Abend» 8 Uhr tm Ne- staurant Hahn, Slsafferstr, 87, zugegavsten. D«r Antragkeller fügt einen neuen 8 1 wi*» eine Drfi ition der unter die Beflimmungen deS fallenden B-strebungen giebt, während§ 1. im alten U'.d in der Noaelle nur von Vereinen spnchl. Nach lttw» mann'schen Vorschlage find Bestrebungen sozialdemokraM kommumftisch-r oder anarchiftlscher(diese BeKimmung i�", Gcletze und in den Novellen) Natur im 8 1 als ÜraM zeichnet sofern dieselben daraus gerichtet find,>1„ gewalisame Wei�e den Umsturz der bestebenden oidnung herbeizuführen, 2) auf gewaltsame Weife oder t» eine die Einirachi der BevölkerungSkiassrn gesährdevde» reizung der Bepehrlickkeit eine Aendeiung der deftehei» wirthlchaftlichen Verhältntffe herbeizutllhren, 3) dum Ivtrizi �utiriryrn-ucruurintiic yeroerzutuvren," 7.y lchimpfende, Aergerniß erregende Angriffe auf die Vaterlm liebe oder auf die Jnftiiute der Familie und der Eh� lichen Grund agen des StaaleS zu untergraben.. mann'jche 8 2 läßt Vereine, in welchen die w S bezeichneten Bestrebungen zu Tage trelen, schließen-° .....~' Gesetz« .st- läi d'.sche �Ve-esne veibieten,� wahrend im Gesetz � Drrt Mouefke Maihriihken. Der Kommission zur Uorberathung dr» KoztaUsten- gesetzeS ist eine Re he von Änilägen vom Aog. ätuiemann in der Novell' nur von Verbot die Rede 8 2 läßt der Antragsteller da« Verbot periodis' schriften sich auf das fernere Erscheinen erstrecken, se---,, halb eines Jahres nach einem auf Grund dieses Gesetz� folgten Verbote einer einzelnen Nummer ein fernere« Be wäh-end das alte G-letz und die Novelle einer Zeitbestiwff�, 9l(XCt) � � frtff«v» a Kay CJhyitffilhTiitj®. 8 15 sollen Theile der Druckschrift, des Gesetzes urchi unterliegen� vom � den B-ftiMMUNgeN deS vs-ctrve» tituzt uitirrttrzzr», � aiiSgeschlrssen werden. Im 8 wird durch Kuleman«� g Veiichärfung eingeführt, daß 0er Verbreitung gleich Ä.' aniv,;« 0 w.rd, wenn eine verbo ene Druckschrift in einem Verkauft� moVi- einer Ichankwirilffchaft oder in einem sonstigen, dem des Pablikum-j offen stehenden Orte zur Benutzung der Verweilenden ausgelegt oder bereit gehalten wird. d-ltiil Depet'ssicti. (Wolkf'» Telegraptzeu-Kureau.) Dauzig, Ii. Nuvemder. Heute Nachwitiag ist bü� der schwel i che Schooret»Maiie", mit Koaksladung vv"� kommend, gest-ondet. Die at S 5 Pcr'o- en bestehende W>'" wurde turch Filcher auS Nrufähr gereitet. Pari», 11. Novimder. A» dir Heu e von den schen Dep�Iltlen„bgehallenen Versammlung nahmen Taeil. Bei der Vorwahl für das Präsidium der Kam den fü F oqaet 174, sür Bassan 64 St. abgegeben. Nach hier vo liegenden Nuchrichien hat Boulav�T Intel J-.rscy verlassen; wie es heißl, hätte sich derfild« London begeben. K* d», Ss ..Die Z '8Un M bme 7;, vm Vriefktnsten. Bei Anfragm bitten wir die Jlbontiemetitä-Ouittung beizufügen. W" Anlivort wird nicht ertdeilt, G. Sch. Es ist voch ein unbilliges Verlangen,�»» uns Mit leoem Schrittsührer, an besten Bericht wir Kiiir vornehinetl müssen, rorerst im Brieskastrn auSemanderzS'. Dt? Kü zur.Aen an J.irem B, licht finv mit Rückficht l>� Pttß- und-Slrakgesetz vollzogen worden. \ ii 4 5� moi »»ii bei WÄ but « loi u Men h Das Ul kroße össeotlilie KoiiimoialioöhIMnsoiimlilog de« 14. Rovbr, Abds. 8 Uhr. in Lehmanu's Lalov, Schwedterstr. 23. ßui» die Kommunal-Wahlbezirke 33.— 33.. tef.: E. Böhl u. R. Herzfeld. TageS-Ordnunj 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten-Wahlen. 2. Diskussion und Verschiedet, es. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 775 Das CeBtral-Mafftkontitre. Große öffentliche Nersammlung des Beplinep Ärbeitep-Biidungs-Vepein� «m Mittwoch» d«« IS. ziooemb-r, AdeBd« 8 Zlho, w Jordan'« zalo», N»«- Grünftrafl-«8. Tages-Ordnung: 1. Vvttrag über: Alte und neue Zeit. 2. Diskussion. 3. Allgemeines nud Fragekasten. Aufnahme neuer M-tglieder.« � Jede>mann hat Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Der Dorstano. nb. Beiträge werden jeden Sonntag Vormittag von 10�— 12 Uhr, im Gnadi'schen Lokale, Brvnnenstroße 38, entaegenoenommen.____ 747 Vepein gewerblicher Hilfsarbeiter. Große Mitglieder Versammlung am Mittwoch, de« 13. November, Abends 8j Nt,r. in Venz' Salon. Na««q«ftr.7S. TageS-Ordnuiig: 1. Vortrag des Herrn Mehner über:.Arbeitszeit und Arbeitslohn". 2. Diskussion. 3. Die Mltßregelung der Arbeiter in der Güldenstein'schen Buxöavmfabrik, Brandenburgstr. 55. Gäste willkommen! Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Ginberufrr. Große öffentliche N�rsammlung del WM" Feitenhaner"MW im Wedd'mg-Park, Mttllcrfttaste I78, am Dtettstttg, d. 12. Nttff Abe-°ds 8 Uhr. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Ginberufck' 776 Große öffentliche Nersamnilung «Ise» löpSei» Ssolins unet U-rigsgEtiel am Dienstag, d. IL. d. M., Abends 7 Uhr, im Schweizer-Garten am Köaigsthor. Tages-Ordnung: 766 1. Die Statistik und ihr Werth. 2. Der Streik der Kollegen in Bunzlau. 3. Gewerk- schaftliche». Zur Deckung der Unkosten findet T«llersama>lung statt. Um recht zähst eiche« Erscheinen der Kollegen bittet __ Der Einberofer: W. Thiem». Große öffentliche Versammln« g der Arbeitttivve« dnBekltidungßilliivstnt(Herrtn- v. DgAell-Mäntel-, Wasche- Echveidttti), der DmeuNallttl-Zchueiiitt sBügler, Stenver u. Zuschlleider) Kol»««, Dienstag, d. 12. November, in Jordan'« Salon, Neue GrUnstr. 28, Abends 8) Uhr. Tages-Ordnung: 764 1. Weshalb muß die Frau der Gegenwart an der Produktion theilnehmcn? 2. Diskussion. Ref.: Frau Ihrer(Velten). � nr.„ Zahlreichen Besuch erwartet Die AgitalronS- Kommission. Große öffentliche Versammlung der Freien Nerriniguua der Hansdiener SrrUn« am Mittwoch, den 13. November, Abends 8) Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstrasse 77-79, I. Tages-Ordnung: 765 1. Mittheilung. 2. Vortrag des Herrn Dr. Biuno Wille:.Der Kampf ums Dasein". 3. Diskussion. 4. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes.—„ Zur Deckung der Unkosten find-t eine Telleisnmm'uvg statt._ Der Uorstand. 372 Dte össcutltche Versammiunfl der BawAcbeiter, welche am Mittwoch, den 13. d. Mts., tn Schcffer's Salon taaeu sollte, findet Umstände valber nicht statt Cölner u. Weimar-Loose äl Marli Ziehung 14. November und 14. Deaember er. II Stuck für 10 Mark(Porto urd Liste 20 Pf.) Rothe Kreuz Loose a 3 Mark Ziehung 19 bis 23. November er. j Antheile Ii; Mk.. 11 Stück 17$ Mk.(Porto und Liste 30 Pfg.). Sämmtliche anderweit offerlrten Loose-ind auch bei mir tu haben. fr* lT,ri1r/ Pn'ihcc Vankgescliäft, Berlin S, ri ilZ 1 miJöo, Dresd ner-Strass« 82183. Zum An- und Verkaut von Staatspapieren etc. halte mich bestens empföhle». AltzllnizWh«! Gesperrt, zu den am Sonntag, den 10. Nov., veröff-'ntl>chlen W rkNält-n kommen zu: I Wun- schel, Rilterstr. II; Etnfübrer, Manteuffeist. 57; Wagner& ffeitzkl, Aom,ratsstade 7; Vater, Waffertgorstr. 35. Wir«suchen die Kollegen, sich NUN an die SteSenvermiitlung der BtlShaucr Berlins, Abends von 8- 9, Sonntags Vorm. v. 10�11 Ubr, Annenftratze 16, zu wenden. 778[ Tie Kommission. Fernsprech-Anlchluß: Amt lV Nr. 9d3 Sammet-Keste zu Kinderkleidern, Koabenanzügen, auch weise, Ptülchreste, Krimmer, Kleidersts� Hauekleiüetstoff.este, Salmr-ste. Ptquepal nach Gewicht, Katiunreste, letztere Pfuno 1� Slostreste zu Anzü>en. Kioch, Nr«e Königftraße 6S, 1 � A.die j 0�de, b � heult Slü >nt, so sn ,�'at'iö Co,- 'Miste, W Habe g». b Z? IOC *nh'n � wahr s? «r >eistu 2 MopSdhü sttnnen sind zu veikaufed.z 768 Niidersdorfcrnr 12 Hof pr. re» J Hof pl- Wvmiil iin Pihtr Bcrlilis. SKittwoch, den 13. November, Abends 8 Uhr, im Loulscnftäittschen Konzerthause, Alte Jakob. straße Nr. 37: l773 Mitgl.-Versamml. Tagesordnung: 1. Endgiltige Beftblußfäffung und Festsitzung der Tage zum Rechnenkursus, sowie über dos Lokal und da« Honorar des LehretS. 2. Veremsangelegenheiten. 3. Verschiedenes und Fragebeantwortung. Die Mitglieder werden ersucht, recht pünktlich zu erscheinen. Ter vorstand. Alten echten Norddäusl ä Ltr.— Fl. 75 Märkischer Kor«..... 60 Zngberiiqnenr, hockscin... 90 Esier-Kum, ganz vorzüglich.. 200 Far.-Pntn, Originalst, exct... 100 Dotitnr-Kpirttn«, geruchlos pr. Ltr. 40 empfiehlt die Groß-Destillation von Lettau A Keil Kopsiienstratzr 12, an der Rotenthalerstraßt- m SrtsfnintdnfnSe d. Korbmlilher. Die Leneral-Versammiung findet am Montag, oen 18. Novemvet ct., Abends 8 Uhr, «dalbertftroste Nr. 21, statt. 1767 Tagesordnung: 1. Wähl für ausscheidende Mitglieder. 2. Wahl der PrüsunaS- Kommission. 3. E-böhung der Beiträge(828). 4. Erhöhung des Sorbegeldes <8 19t. 5. V'tickiedenrs. Ter va'stand. ArUeitsinarkt. Tüchliqe Farbigmacher u. velege» fiü,# leifttn finden dauernde und lohnende& if tigung der Ed. Methlaw A Co-» Berlin SO., Köpmcket- Straße�- E. tin a� ai KZ fyf JlliftJ b �anki fi h-r � �eitz? "Nknen. S uckateur, lückiigen We.kstattarbeitef-, 769j Ernst Roft. Görsttzetftr� Ter deulige» Hummer u ferrr 6 I liegt für die dtestqeu L>ee et«»rofp�«> Firma CsrI tteioln«, 1l-ter d.Ltn J »Un 1 KJt* bT1«