1 des® alten Q ÄS iung W1® ! ktrasbal«« ®!S fe oder tjJJ : vepeyo� ) durii* ; Vaters Ehe di-st Der*f lie in s iltehcn/ 0; Gesetz» - tüj scher D-'. sobal» wr» ! Gesetz'� nereS .itbestiM«» i�t'Z , vom � ,ltm«a Z leid)« teikauftl-l» dem Z der N!>r. Z««. Mittwoch, de« Z3. November A88S. S�Johrg. �.iS-K n repul� ren ei�. Namm� en.«> oulanger d-rsUd«' «en. gen, d-� nr Küri«' anderz»'!' k ficht oir Miicrlolblilalt. Drgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" Sonn- und Festtagen. AbonnementSpreid für Berlin frei monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer ------------------- dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer "tum Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemenr 4 Mark pro Quartal. K» x«(Eingetragen in der PostzeitungSvreisliste für 1889 unter Nr. 8SS.) �** A«»la«d: Täglich unter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jasertionsgeböhr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung«. Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SV., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Mr Vornuttags geöffnet. -»-» Fernsprecher: Amt VI. Ur. 410«.>-»- Vevscktton: Veuthptvatze»♦— Expedikion: Jimmerptratze 44. Rrinrmkkrsndl'Ärrtkie. die«�Akmüther in Sicherheit einzuwiegen. Wenn man dtni, � Minister« Herrfurth liest, so könnte man, W Rai"'"ne politischen Erfahrungen hätte, leicht zu chiusse kommen, als würde da« Gesetz nur„im ii»t? k» N o t h f a l l e" angewendet und e« würden stlbev� f.liche Umsturzbestrebungen" mit dem- bekämpft. Der Minister erkannte die sozialistische �*«5 a 8 oine geistige Macht an und ist selbst de,,.L�rzeugt, daß polizeiliche Mittel nicht ausreichen, um Vito Gehalt einer solchen Bewegung zu verdrängen. iojefen'l)£f'Rt, daß berichtet wird, es sei einigen Ausge- �»«nt Rückkehr gestattet worden; zu gleicher Zeit wird foL/' daß die Verbote zweier sozialistischer LandeSver- "nd«z l!en von den Behörden wieder aufgehoben worden stnd jL."bendrein hat die Reichskommission da» Verbo einiger �»>i UNS„.WrrfA.nnn,m«t man unS und Druckschriften zurückgenommen. »u* V(a ist ganz gut soweit. Aber das muthet 5MU' glauben, daß die sanften Reden de« Herrn i, und die Korrekturen behördlicher Verbote gerade Augenblick zufällig zu Stande gekommen Stile Mar 64' 8, l|83. »fohlefl. �tigkeit noch bereuen. t». hcut�°�llstengesetz läßt Diese ihre t- � ■ auch � [ciDerft�t Sfuno 1™ eben zede Art von Praxis U>'n eine milde,' morgen erne harte. Wenn Sünm.. die Regierung mit Sammthandschuhen daher- � hat das seinen ganz besonderen Zweck. Man will e°.jnalliberalen die Zustimmung zu dem„ewigen" »attstengesetz erleichtern. i»MOft x u>ir nur erst einmal das Sozialistengesetz auf ■ len die Herren an den grünen Tischen, dann bia�, U"r damit machen, wa« wir wollen, und können -was eine Harke ist. H r;lt sind in solchen Dingen unverbesserliche Pessimisten, Wahrlich, wir haben Grund dazu. Vt?1 Richte hat man in Deutschland das„System lifo* a m e r" empfunden und die Wunden, die es ge- sind noch nicht geheilt. Was schützt un« davor, ? Dhstem Puttkamer wieder in seiner vollen Härte eitiat seinen Grundsätzen ist eS ohnehin niemals be- »'worden. t,/"" der Herr Minister Herrfurth sagte, e« seien in Küen" Zeit in den„belagerten" Orten keine AuSwei- Weggekommen, so ist daS kein Schutz gegen künftige � langen. Wenn man es fertig bringt, wie 1886 ge- Feuilleton. erkaufe«� f Pl- r-»» •ttbcttn j (27 GernTtNÄl. 40' von Arbeiter,„< l.tzerstr. S trtT 6�1 S*tn t*' � sozialer Roma» von Emile Zola. �'8 autorifirte Ueberfetzung von Er« st Ziegler. c�JeiHen Sie, mein Herr," stotterte Maheu,„haben , V«'cht getäuscht?" erstarrende Kälte war ihm bis zum Herzen ge- Seich. U"b er blickte auf das wenige Geld, ohne die Hand Sßen, u�ustrecken. Gewiß, er hatte sich auf einen ge- feir7n gefaßt gemacht, aber so wenig konnte es doch chario»' er müßte sich verrechnet haben? Wenn er, NeS?' Stephan und den dritten Kameraden, der Chaval Manjz' haben wird, bleiben ihm höchstens fünfzig ..»»Ii den Vater, Jeanlin und Käthchen. v Äeaw?' uein, ich habe mich nicht geirrt," antwortete JS jS. 6'»Sie müssen zwei Sonntage abrechnen und �litage»" ��en gefeiert worden; es bleiben also neun � mtQ der Alte hatte nur drei Tage gearbeitet, aber � ßle neunzig Franks von Zacharias und den beiden "nnen. �n dazu rechnete, mußte sicher mehr heraus- �eaiy��d vergessen Sie die Strafgelder nicht!" fuhr der �Nicruag"Ranzig Franks Strafe für schlechte Ver- �ankz��nuer machte eine verzweifelte Geberde. Zwanzig t�lte mnJi' nier Feiertage, ja das stimmte.... Und ».Sebrach. ��"ral der Familie einhundertfünfzia Franks ™ S ön.'.r Bonnemort noch arbeitete und Zacharias war! schah, und zwar zu Frankfurt am Main, einer großen Anzahl von Einwohnern das AuSweisungSdekret a l S Weihnachtsgeschenk zu überreichen— wohl eine der brillantesten Leistungen deS Systems Puttkamer—, so reicht diese Thatsache allein völlig hin, um den verständigen Mann mit vollem Mißtrauen gegen die soeben vorgezeigten Sammthandschuhe zu erfüllen. Ohnehin— was besagen allgemeine Versprechungen sie mögen noch so gut gemeint sein— bei einem solchen Gesetze? Angesehene Juristen, scharfsinnige und erfahrene Politiker, Autoritäten aller Art haben von vornherein und wiederholt erklärt, die Wirkungen eines solchen Gesetzes seien unberechenbar. Die Praxis hat dies vollständig erwiesen. Da« Gesetz giebt namentlich den mittleren und unteren Behörden eme Machtvollkommenheit in die Hand, die sie in den Stand setzt, wenn sie wollen, die betroffene Partei von dem öffentlichen und politischen Leben schier völlig auszuschließen. Wenn dann auch manchmal Kor- rekwren von Oben kommen, so kommen sie gewöhnlich zu spät, und es besteht bei den oberen Behörden eine natürliche Abneigung dagegen, die unteren Behörden zu korrigiren. Nein, wir lassen uns nicht irre machen. Die Auf- Hebung der Fristbestimmung wird nicht zu dem Zweck ver- langt, wie behauptet wird, um die Debatten über das Gesetz unmöglich zu machen, denn man weiß ganz gut, daß sich die Debatten über daS Gesetz aus dem Reichstage nicht verbannen lassen werden. Auch können unsere Staats- männer kaum im Ernste verlangen, daß ein Parlament über ein Gesetz mit so einschneidenden Wirkungen schweigen soll. Die Kulturkampfgesetze wurden auf die Dauer gemacht und eS hat wahrlich Kulturkampfdebatten genug gegeben. Die Abschaffung der Zeitbestimmung soll eben der Re- gierung völlig freie Hand in der Anwendung de« Sazialisten- gesetzes lassen. Bisher mußte die Regierung darauf bedacht sein, das Gesetz so anzuwenden, daß sie mit der Reichstagsmehrheit im Einverständnis blieb; sie mußte sich deren Zustimmung für die Verlängerung sicher stellen. Dies ist der Regierung lästig und dessen will sie überhoben sein. DaS ist der ganze Grund. Mit der Aufgabe der Fristbestimmung giebt man un- bekannten künftigen Regierungen und ihren Unterbeamten völlig freie Hand, die Parteien zu treffen, wie sie wollen. Das Sozialistengesetz wird dann zum„Gesetz gegen die Opposition", wenn die Verantwortlichkeit der Regierung, die in der Fristbestimmung bestand, hinweg- Dann können Zeiten kommen, da die Sozialisten unter dem Sozialistengesetz weniger zu leiden haben als andere Leute. „Also nehmen Sie das Geld?" rief der Kasfirer unge- duldig:„Sie sehen, daß Andere warten; wenn Sie nicht wollen, sagen Sie es!" Und als Maheu sich endlich entschloß, mit seiner groben zitternden Hand das Geld zusammenzuraffen, setzte Jener hinzu: „Warten Sie, ich habe hier Ihren Namen: Toussaint Maheu, nicht wahr? Der Herr Generalsekretär will mit Ihnen sprechen, treten Sie ein, er ist allein." Maheu kam wie betäubt in ein Kabinet, welches mit altem Mahagoni möblirt und mit verblaßten RipSvorhängen, drapirt war; dort hörte er fünf Minuten lang den General- Sekretär an, welcher, ohne sich zu erheben, über seine Pa- piere hinüber zu ihm sprach. Er verstand nicht alles; die Worte schwirrten vor seinen Ohren, und er begriff nur, daß es sich um seinen Vater handle, dessen Abschied in Er- wägung gezogen sei, und zwar mit einer Pension von ein- hundertfünfzig Franks für eine Dienstzeit von über vierzig Jahren. Dann schien ihm die Stimme deS Sekretärs härter zu werden. Es war eine Art Verweis. Man warf ihm vor, sich mit Politik zu befassen, spielte auf seinen Pen- sionär an und auf die Hilfskasse, und rieth ihm endlich, er, einer der besten Arbeiter der Grube, möge sich nicht mit solchen Thorheiten kompromittiren. Er wollte sich vertheidigen, aber er brachte nur unzu- sammenhängende Worte hervor, drehte seine Mütze verlegen in den fieberhaft spielenden Fingern und zog sich' zurück, in dem er stotterte: „Gewiß, Herr General-Sekretär... Ich versichere Sie, Herr General-Sekretär..." Als er draußen Stephan fand, der ihn erwartete, brach er los: „Ich bin ein vernageltes Rindvieh! Ich hätte ant- worten sollen! Kein Brot und noch obendrein Vorwürfe! ... Ja, auf Dich ist'S gemünzt; das Dorf ist verführt, sagte er.... Und was soll man machen? Sich ducken, schön Dank sagen, das ist das Klügste." politisttic Mebsrflchk. z>»K der»ationalUberale« p arlament» Müdigkeit giebt folgender Mahnruf der„Magd. Ztg." Kenntniß: „Es ist zweifellos, daß der Reichstag in dieser Session seit dec Präsidentenwahl nicht wieder in beschlußfähiger Anzahl versammelt war. Wenn sich die Abgeordneten nicht bald ent- schließen, ihrer Pflicht gemäß ihre Plätze im Reichstage einzu- nehmen und sür die Beschlußfähigkeit zu sorgen, so wird die«, ganz abgesehen von der Verzögerung der Berathung, zu höchst unliebsamen Zuständen führen. Die Linke ist entschlossen, bei jeder Gelegenheit, wo ihren Anträgen von der Rechten Schmie- rigkeiten bereitet werden, die Auszählung de« Hauses zu bean- tragen. Hoffentlich werden die bevorstehenden wichtigen Etat«- beraihungen vor besser besetzten Bänken stattfinden." Uebrigen« war der Reichstag nicht nur bei der Präsidenten- wähl beschlußunfähig, sondern auch während der ganzen Dauer der Verhandlungen über da« Sozialistengesetz. Wa« da« be- deuten will, haben wir unseren Lesern schon öfter auseinander- gesetzt. Z« dem Frofchmäuvterkrieg der Kartellvarteien unter sich wird, aller Voraussicht nach, der„sozialoemokratische" Artikel de«„Leipziger Tageblatt" über und gegen die Korn- zölle, dessen wir gestern Erwähnung gethan, eme tragikomisch- verhängnißvolle Rolle spielen. Das osfizielle Organ der lächfischen Konservativen, das„Vaterland" hat in seiner letzten Nummer dem„Tageblatt" die Pistole auf die Brust gesetzt: „Entweder den Artikel verleugnen, oder—"„oder"— da« heißt Kündigung des Kartells, und was würde aus den armen Nationalliberalen werden, wenn die Konservativen sie im Stich ließen? Bi« dato hat das„Leipziger Tageblatt" noch nicht geant- wartet, schwitzt aber Angst. Eine Kerechnun« der muthmastlichr« Kinnahmen an Gingangnsöll»« im Etatsjahr« 1890/91 sür diejenigen Artikel, bezüglich deren durch die Gesetze vom 24. Juni, 9. Juli und 21. Dezember 1387 eine Aenderung in den Zollsätzen ein- getreten ist, ist der Budgetkommission de« Reichstages zu- gegangen. Nach§ 44 des Gesetzes vom 24. Juni 1889, betr. die Besteuerung des Branntweins, war der durchschnittliche jährliche Zollertrag 4 386 418 M., der muthmaßliche Zollerttag 1890/91 6 120 980 M. Nach 8 1 des Gesetzes vom 9. Juni 1887, betr. die Besteuerung des Zuckers, war der durchschnitt- liche jährliche Zolledrag 519 416 M., der muthmaßliche Zoll- ertrag 1890/91 649 260 M. Auf Grund de« Gesetzes vom 21. Dezember 1887, betr. die Abänderung des Zolltarifs, war der durchschnittliche jährliche Zollerttag 51566 610 M., der muthmaßliche Zollertrag 1890/91 68 564 908 M. Im Ganzen war der durchschnittliche jährliche Zollertrag auf 56 472 444 M., der muthmaßliche Zollertrag 1890/91 auf 75 335 148 M. ge- schätzt, die muthmaßliche Mehreinnahme pro 1890 91 betrug demnach 18862 704 M. Die nach dem Unfallverstcherungsgesetze dem Reichstage,«gestellte Uachmeijung der gesammlen Rech- nungsergednisse der Berufsgenossenschaften für da« Rechnung«- jähr 1383 hat schon deshalb einen größeren Umfang ange- nommen, wie in den Vorjahren, weil diesmal zuerst die Er- gebnisse von 22 landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaften, Maheu schwieg, von Zorn erfüllt und auch von Furcht. Stephan brütete mit finsterer Miene, während sie die Gruppen der auf der Straße stehenden Arbeiter durchschritten. Verzweiflung malte sich aus allen Gesichtern; ein wachsen- des Murren ging durch die Menge; aber keine heftige Be- wegung sah man: es war die dumpf gährende Empörung einer kompakten Masse. Einige, die es verstanden, hatten nachgerechnet, und die zwei Centimes, welche die Kompagnie an jedem Karren gewann, erhitzte die Köpfe. Aber noch mehr regte sie die durch Feiertage und Strafgelder geschmälerte Löhnung auf. Schon jetzt hatten sie nicht genug zum Leben, was sollte nach der Herabsetzung des TarifeS aus ihnen werden?... In den Schänken ging es lauter zu. Der Jammer dörrte ihnen die Kehlen, so daß ihr geringer Lohn noch zum großen Theil in Bier umgesetzt wurde. Auf dem Heimwege wechselten die beiden Männer nicht ein Wort. Als Maheu ins Zimmer trat, sah seine Frau sofort, daß er ihre Bestellungen nicht ausgeführt, und rief schmollend: „Ah, das ist nicht hübsch von Dir! Wo ist mein Kaffee und mein Zucker? Und ein Stück Kalbfleisch hätte Dich gewiß auch nicht zu Grunde gerichtet!" Er antwortete nicht, erstickt von der gewaltsam be- kämpften Bewegung, die ihm die Kehle zuschnürte. Aber plötzlich brach es durch das in den Bergen hartge- arbeitete Gesicht des Mannes wie ein Uebermaß von Ver- zweiflung; warme Thränen regneten hastig über seine fahlen Wangen, er sank auf e,nen Stuhl, und schluchzend wie warf er die fünfzig Franks auf den Tisch und Das bring ich Dir für die Arbeit von un« ein Kind stammelte Da Allen." Die Maheude blickte Stephan an, der stumm und muthloS dastand; dann weinte auch sie; Wie sollen neun Personen mit fünfzig Franks vierzehn Tage leben? Der älteste Sohn hat sie verlassen, der Großvater kann nicht mehr die Beine bewegen!... O Elend, wie wird das der Tiefbau- und der See- Berufsaenossenschaft in dieselbe einbezogen find. ES waren demnach 5 576 765 landwirthschaft» liche Arbeiter in den 22 landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaften gegen Unfälle verfichcrt gewesen. Die 64 gewerblichen Berufsgenossenschaften umfaßten im Jahre 1888: 4 320663 Personen, so daß inkgesammt v 897 428 Personen verfichert waren. Die 86 vorbanden gewesenen BerufSgenossenschaften haben umfaßt: 915 Sektionen; 929 Mitglieder der Genossen- schaftSvorftände, 5274 Mitglieder der SektionSvorstände, 15 236 Vertrauensmänner, 125 angestellte besoldete Beauftragte(Re- vifionSingenicure:c.), 973 Schiedsgerichte und 3911 Ar- beitervertreter bei 3 396 704 Betrieben. An Entschädigunas- betragen sind 8 705 648,85 M. gegen 5 373 496,46 M. im Jahre 1387 und an laufenden Verwaltangskosten 3 486 729,13 M. gegen 2 897 165.87 M. gezahlt worden. Die weiteren Ausgaben an Kosten der Unfalluntersuchungen und der Feststellung der Entschädigungen, an Schiedsgerichts- und Unfalloeihütungskosten betragen 845 139.86 M.(gegen 725 619,66 Mark in 1887). Dazu kommen an Kosten der ersten Emrich« tung, sowie Ausgaben auf Grund übernommener Unfalloer- ficherunas- Verträge 245 773,49 M.(225 673.92 M.) In den Reservefonds find kür 1888 bis zu dem 15. August 1889: 12 325 379,21 M.(9 935 438,94 M.) eingelegt worden. Der Gefammtdetrag des Reservefonds der 86 Berufsgenossenschaften beläuft sich auf 28 412 028,82 M.(15 720 841.66 M.) Sodann find für 1838 bei 178(48) AuSführungSbehörden der Reichs-, Staats-, Prooinzial- und Kommunalbetriebe mit 174(47) Schieds- geeichten und 954(440) Arbeiteroertrelern bei 446 250(259 977) versicherten Personen an Entschädigungsbeträgen 956 413 54 M. (559 433.62 M.), an V-rwaltungskosten 2 847,74 M.(560.39 M.), an anderen Kosten 20 692 69 M.(15 209,15 M., im Ganzen 979 954,17 M.(575 203,16 M.) verausgabt worden. Von den 13 Versicherungsanstalten der BaugewerkS. Berufsgenossenschaf- ten wurden inSgesammt 223 378.28 M. ausgegeben, denen an effektiven Einnahmen 737 843,20 M. gegenüberstehen. Die Zahl der neuen Unfälle, für welche im Jahre 1838 Entschädigungen festgestellt wurden, beläuft sich für den Be- reich der Berufsgenossenschaften auf 19 617(15 970), für den Bereich der AuSführungSbehörden auf 1440(1132), für den der Verficherungsanstalten auf 179 zusammen auf 21 236(17 102). Die Anzahl sämmtlicher im Jahre 1888 überhaupt zur An- Meldung gelangten Unfälle beträgt zusammen 138 057(115 475). Für Unfälle mit der Folge einer dauernden völligen Erwerbs- Unfähigkeit waren in 2216(3166) Fällen, für Unfälle mit tödt- lichem Ausgange in 3692(3270) Fällen Entschädigungen fest- zusetzen. Die Zahl der von den getödteten Personen hinter- lassenen entschädiaungSberechtigten Personen beträgt 2406(2143) Wittwen, 5173(4723) Kinder und 185(217) Aszendenten, im Ganzen 7764(7083). Für de« neuen Kaijerpalast in Frankfurt a. M. wird in der„Post" eine nachträgliche Begründung beizubrinqen ver- sucht. ES wird darin auseinander gesetzt, daß Kaiser Wilhelm I. nach Einverleibung der Stadt Frankfurt in den preußischen Staat die Aneignung des ehemaligen Bundespalastes und den Bau eines neuen Schlosses abgelehnt habe. Er habe sich mit der Einräumung eines Absteigequartiers in dem�damaligen Postgebäude begnügt, weil eine größere oder längere Hofhal- tung für Frankfurt boch nicht in Aussicht stehen würde. Für gewöhnliche Reisen böte dann das daneben belegene Hotel de Russie Gelegenheit zur Entnahme der Speisen, zur Lozirung der Damm, Herren und Gefolge und Unterbringung der Dienerschaft. Es feim dann zwei Wohnungen für den Kaiser und.die Kaiserin eingerichtet worden, verbundm durch zwei Säle, denm sich zwei Vorzimmer anschlössen. Auch habe eine kleine Oekonomiegelegenheit nicht gefehlt. In dem Artikel der „Post" heißt es dann weiter:„Der Hofverwaltuni; wird das jetzige Absteigequartier wohl auch für die Folge genügen, wenn- gleich das Eingehen des daneben belegmen Hotel de Ruifie ine große Unbequemlichkeit im Gefolge hat; ihr kann also an Ueberweisung einer neum Wohnung gar nichts gelegen fein; im Gegentheil, die Einrichtung der neuen Wohnung würde immerhin für sie, auch wenn die Möbel der alten Wohnung dazu verwendet werden, nicht mit unbedeutenden, ganz nutz- losen Kosten verbunden sm." Hierzu bemerkt die„Freis. Ztg.": Wenn der Hofverwaltung auch das jetzige Absteigrquartier ge- nügt, so ist erst recht kein Grund einzusehen, ein neues weit größeres und kostbareres in dem neuen Gebäude zu errichten. Also wirb allen Theilm am einfachsten dadurch Genüge ge- schehm, baß man es läßt, wie es ist und das neue Postgebäude einzig und allein postalischen Zwecken dimstbar macht.— Der ~ed.'"*........ Gebanke des neuen Kaiserpalastes scheint nach Vorstehendem weniger von der Hofverwaltung auSgegangm, als dem schöpfe- rischen Geist des Herrn v. Stephan entsprungen zu sein. Der Nachtragsetat für die Erprditia« des Haupt- manu» Wißmann beläuft sich dem„Franks. Joum." zufolge auf 1950 000 M. Die zwei Millionen, welche der Reichetag bewilligt hatte, sind aufgebraucht. Die Lohn ansprüche der Neger stelltm sich doppelt so hoch, wie angenommen wordm war; auch mußten 800 statt 600 angeworben, sowie die Weiber und Kinder der Schwarzen mitgenommen werden, was die Trans- portkosten erhöhte. Hierzu kommen die größeren Kosten für die enden? Alzire warf sich an die Brust der weinenden Mutter; Leonore und Heinrich schluchzten, und die kleine Estelle heulte jämmerlich. Bald hörte man durchs ganze Dorf denselben Un- glücksruf. Die Männer warm heimgekommm, und in allen Häusern gab's ein Zammern und Weinm über die geringe Löhnung. Die Hausthüren wurden aufgerissm und die Frauen schriem auf die Straße hinaus, als wmn ihre Wehklage nicht mehr Raum gehabt hätte unter dem niedrigm Dache. Ein feiner Regen sprühte. Sie fühlten ihn nicht: sie zeigten einander den Lohn, den sie in der hohlen Hand hieltm. „Seht, das haben sie ihm gegeben, ist es nicht zum Verrücktwerden?" „Und ich, ich Hab' nicht einmal soviel, daß ich das Brot zahlm kann, welches ich feit zwei Wochm schuldig bin!" „Aber ich, schaut doch her, rch werde mein Hemd ver- kaufm müssm." Die Maheude war, wie die Anderm, vor die Thüre getretm. Eine Truppe hatte sich um die Levaque gebildet, die lauter wie alle Anderen klagte, denn ihr liederlicher Mann war noch gar nicht heimgekehrt, und sie ahnte, daß sein Lohn, ob er groß gewesen oder klein, im..Vulkan" auf- gegangm sei. Philomene wartete auf Maheu, dmn sie wollte verhindern, daß Zacharias dm ihm zufallmden Theil des Geldes angreife. Nur die Pierronne schien ziemlich ruhig; man wußte nicht, wie es kam, aber diesem Speichellecker, dem Pierron, wurden in dem Kontrolbuch des Oberaufsehers immer mehr ArbeitSstundm notirt, wie all den anderm Aufladern. Die Brul- nannte dieserhalb ihren Schwiegersohn feig und erbärmlich; sie stand kerzmarade und die geballte Faust nach dem Voreux richtend zwischen dm Weibern und erzählte, ohne die Frau Hennebeau zu nmnm: „Zhr Mädchen Hab' ich heute im Wagen fahren sehen. Was sagt Zhr dazu: die Köchin muß in einer zweispännigen Equipage nach MarchimneS zum Markt geschickt werden, um Fische zu kaufen!" Diese Bonne in weißer Schürze, die im Waam der Herr- schaft fuhr, regte die Frauen entsetzlich auf: Was, die Ar- beiter kommen vor Hunger und Elmd um, und die könnm Ausrüstung der Schiffe Wißmann's, die infolge Fehlens emer dmlschm Dampferlinie nach Sansibar eingetretene Roth- wendigkeit des CharternS noch weiterer Transportschiffe, endlich da« Steigen der Kohlmpreise und die durch die Blockade hervorgerufene Beriheuerung aller Lebensmittel und Proviantgegenftände. Jnzwischm hat sich die Nothwmbigkeit ergeben, die Truppe um weitere 300 Schwarze zu verstärken und infolge der stattgehabtm Kämpfe zahlreiche Nachschübe von Offizieren, Mannschaften und Kriegsmaterial vorzunehmen. Der Betrag von 1950 000 M. soll in den Etat von 1890/91 eingestellt werdm und im Wege der Erhöhung der Matrikular« Beiträge Deckung finden. Der Korrespondmt des„Rem. Park Herald" in Sansibar meldet, Hauptmann Wlßmann habe rhm sagen lassen, er könne mit seiner Expedition, welche Stanley und Emin Thee, Ehinin, Tabak und andere Lebmsmittel zuführm soll, landauswärtS gehen. Wißmann wolle ihm ein besonderes Schutzaeleit geben, unter der Bedingung, daß er die deutsche Fl e entfalte. Die deutsche Regierung habe Wlßmann beaufttagt, dem Korrespondmten des„Herald" zedweden Beistand zu gewähren. Bei der Wiedereroberung von Saadani hat Hauptmann Wißmann einen Verlust von zwei Tobten und vier Verwundeten erlitten. S« Wefteht zur Ktuude«och keine Gewißheit, ob Karl Peters das admteuerlrche Unternehmen, das als ein Versuch zur Rettung Emin Pascha'S ausgegeben wordm ist, wirklich mit dem Leben gebüßt hat. Nach den letztm Nach- richtm ist die Möglichkeit noch nicht absolut ausgeschlossen, daß er noch lebt. Es wäre wirklich ein tragisches Schicksal, wenn dieser Mann, dem längst nicht mehr die offiziöse und offizielle Gunst leuchtete, gerade zu dem Zeitpunkte au« dem Leben qe- fchiedm wäre, wo das System überseeischer Erwerbungen, dessen markantester Vertreter er war, zur Herrschaft und offiziellen Anerkennung kommt. Darüber darf man sich doch nicht täuschen, daß die vom Reichskanzler einst als die für Dmtsch- land einzig berechtigte Form der Kolonialpolitik proklamirte Erwerbung und Verwaltung überseeischer Gebiete durch„fürst- liche Kaufleute" mdgiltig verlassen morde' ist, und daß ganz im Sinne des Herrn Peters die Eroberung und Be- hauplung mit Waffengewalt und die Verwattung durch staatliche Beamte an ihre Stelle getteten ist. Der Verlauf der Ding« in Ostafrika könnte gar nicht anders fein, wmn statt des Reichskanzlers der jetzt todtgesagte erste „Erwerber" des ostafrrkanischen Gebietes den Plan dam ent- warfen hätte; und wenn er noch am Leben ist, so wird sein größter Schmerz sein, daß sein einstiger Nebenbuhler Wißmann und nicht er die Siege erficht und das mit bewußtem Stolz in wirksamer Kürze abgefaßte Telegramm sendet:„Unbehelligt zur Küste zurückgekehrt, die Karawanenstraßen find frei." Neben- bei bemerkt. Karawanenftraßen, auf denen keine Deutschen, auch keine fürstlichm Kaufleute ziehen. Es wird im Reichstage bald zu Verhandlungen über die Kolonialpolitik kommen, dann wird, wer etwa noch gezweifelt hätte, erfahren, daß wir definitiv zum System der Eroberungen und militärischen Besetzung über- gegangen sind; und diejenigm, die unter dem Vorwande der Bekämpfung des Sklavenhandels sich zur Bewilligung der ersten unscheinbaren Mittel haben bewegen lassen, werden noth- gedrungen das Größere, was folgt, bewilligen müssen. Welcher moderne Staat ließe denn, was er mit Waffengewalt erobert hat, fahren, selbst wenn es werthlos und kostspielig ist und auf so fragwürdiger staatsrechtlicher und politischer Grundlage beruht, wie unsere Eroberungen in Ostafrika. Die letzten Ver- Handlungen in der Budzetkommckfion des Reichstags haben bewrefm, daß der Uebergang zu dem sogenanntm französischen System der Kolonialpolitik sich unaufhaltsam vollzieht. Das Schutzgebiet von Neu. Guinea, das einzige, wo man bisher von der Thätigkeit fürstlicher Kaufleute sprechen konnte, wird in staatliche Verwaltung übernommen, wenn auch zunächst in unscheinbarer, zu Wenig verpflichtender Form. Für Südwest- afrika, das heute nicht werthvoller ist, als es zu Lüderitz' Zeit war, wird die Schutztruppe vergrößert, und Herr Wörmann, einer von den fürstlichen Kaufleuten, hat in oer Kommission offen erklärt, daß der Kaufmann überseeische Gebiete nicht ver- walten könne, sondern daß dies vom Reiche geschehen müsse. Einen wirksamen Widerstand im Reichstage gegen diese Form der Kolonialpolrtrk, giebt es nicht mehr, seitdem das Zentrum durch den klugen Gebrauch, den der Reichskanzler von dem Kardinal Lavrgerie gemacht hat, eingefangen worden ist. Au« Mestpreuße», 9. November. Der Abgeordnete Reichensperger führte rn der Reichstagsitzung vom 5. d. M. aus, daß die Unternehmer einen unverantwortlichen Mißbrauch mit dem Koalitionsrechte trieben; dagegen sollte man„drakonische" Gesetze erlassen. Auch auf hiesige Verhältnrsse passen diese Ausführungen, denn in unserer Provinz bildet sich ein„Ring" nach dem andern. So haben kürzlich die Milchproduzenten „Ringe" gebildet und eine Preisste?geiung von 25 pCl. ange- kündigt. Jetzt bilden auch die Schmi-demeister im Kcerse Schwetz einen„Ring"; sie haben sich bei Vermeidung einer an die Jnnungskasse zu zahlenden Strafe verpflichtet, Hufbc- schlagarbeiten nicht mehr kontraktlich im Voraus zu übernehmen und gewisse Schmiedearbeiten nur zu den festgesetzten Pressen nicht ohne Fisch existiren? O, sie werden nicht mehr lange Fische essen; bald wird die Reihe an die Armen kommen! So rangen die von Stephan eingeflößten Ideen in gellen Rufen der Empörung nach einem Ausdruck. Und in kreischenden Zorneswellen machte sich die Ungeduld Luft, die nach dem goldenen Zeitalter verlangte; nach dem großen Glücke, daß man ihnen jenseits ihres eng wie ein Grab ver- schlossenen Horizonts von Hunger und Elend versprochen hatte: Die Ungerechtigkeit werde zu groß.... jetzt nehme man ihnen gar das Brod vor'm Munde weg.... sie werden ihr Recht erzwingen! Die Frauen hätten am liebsten gleich im Swrmlauf das verheißene Land des Fort- schritts, wo es keinen Hunger giebt, erobert. ES war fast dunkel, der Regen fiel stärker; aber noch immer hallte daS Dorf wieder vom Leid der Weiber; während die Kinder sich erschreckt an deren Kleider hingen. Am selben Abende wurde bei Rasseneur der Streik be- schlössen. Auch der Wirth opponirte nicht mehr; Souvarine begrüßte die Arbeitseinstellung als einen ersten Schritt zum Ziele; Stephan sagte: „Die Kompagnie will den Streik, wohlan, sie soll ihn haben!" Fünftes Kapitel. Zn der nächsten Woche wurde in der sinsteren, miß- trauischen Erwartung der Streik- Erklärung gearbeitet. Bei den Blaheus versprach der Lohn noch schlechter aus- zufallen, und selbst die sonst so mäßig und ruhig urtheilende Maheude war verbittert. Dazu kam, daß Katharina sich unter- standen, eine Nacht auszubleiben, und am nächsten Morgen war sie so abgespannt müde heimgekehrt, daß sie nicht zum Voreux geben konnte. Sie erzählte weinend, eS sei nicht ihre Schuld gewesen; Chaval habe sie festgehalten und ihr gedroht, er werde sie schlagen, wenn sie nicht bleibe. Er sei närrisch vor Eifersucht und wolle nicht, daß sie in ihr Schlafzimmer zurückkehre. Die Maheude wurde wüthend und verbat ihrer Tochter, je wieder diesen rohen Menschen zu sehen; sie werde ihn auf offener Straße in Montsou ohr- feigen. WaS aber half das Alle«, Kärhchen verlor eine« ArbettStag, und überdies hatte sie nun einmal diesen Lieb« Haber und mußte ihn wohl behalten. zu liesern. Auch die Gutsbesitzer bilden einen$ ihre Beamten und Arbeiter. Dadurch werden na«� Erstere, wenn sie sich bei den„Herren" unbequem 9»" haben, schwer aeschäZipt, da sie keine Stellungen mehr et» Elberfeld, 10. November. Heute tagte hier der t! tag der sozialdemokratischen Wähler Rheinlands und vq ens. Zu �demselben waren zahlreiche Personen a»« sämmtlichen Wahlkreisen beider Provinzen, im ganj!»! 58 Orten, erschienen. Zu der allgemeinen Versammlung, dem Johannisberg? abgehalten wurdr, Personen eingefunden, jllach z Vormittags auf sich gegen 2500.......,__________ wähl, durch welche Abgeordneter Harm-Elberfeld und derSki-Köln zu Vorsitzenden und Lehmann-Düsseldorl> Händler Siebel-Dortmund zu Schriftführern berufen svrach ReichStaakabgeordneter Schumacher-Solingen ubN' Thäliftkeit des Reichstages und die Wichtigkeit der beoorW den Wahlen". Der Redner beleuchtete namentlich die der Militärlasten, die Sozialreform, insbesondere das Kr», lassen- und Unfallversicherungsgesetz, welchen beiden man doch un müsse, wenn großen und man auch ,m ganzen Symgathieen ' manch?»» uiuiic, wen» muii uum im einzelnen mit � ,X«: UNI einverstanden sei, weiter die Alters- und Jnvalidenveiio-i milger Venn die er zwar im Grundgedanken ebenfalls anerkannte,� Mfordmün ihrer ganzen Ausführung als völlig unzulänzlich und angriff. Ferner wandte er sich gegen die Zollgesetzgebuni! hauptsächlich gegen die Getreibezölle, kam ferner nui, � � w, ICWW*" ii Kulturkampf zu sprechen und betonte den Standpu«» Sozialdemokraten: Trennung von Staat und Kirche un« trachlung der Religion a« eine Privatsache, durch«sT die Arbeiter nicht länger trennen lassen dürften, besang. Bergarbeiter, wenn sie etwas erreichen wollten. Zum � erörterte der Redner noch eingehend die Belchrankuntj trauen- und Kinderarbeit und trat der Richtung rbeiterbewegung entgegen, welcher einer Beschränkung. Frauenarbeit abgeneigt sei und die Anficht vertrete, die Frauen in die Fabrik gehen, fange die Emanzü selben an. Er forderte die Arbeiter zu thatkräfligec Agr>»-»u zum Festhalten an dem Programm der Partei au8 werde trotz aller Verfolgungen, Unterdrückungen und die Slimmenzahl der Sozialdemokraten sich am Wahltage verdoppeln, ja verdreifachen. Schließlich gende Resolution einstimmig angenommen:„In daß von dem Reichstag in seiner jetzigen Zusammense»� das Volk in seiner Gesammtheit eine durchschlagende A ......" lifAnfNiA-tn GM lleber Pt »Sperbei MU j*uttubi« listengesetz, Kornzölle—, erklärt der Parteitag„... kratischen Wähler von Rheinland und Westfalen: eS aller Parteigenossen, für die sozialdemokratischen KA bei der nächsten Wahl nach Kräften einzutreten."»'j thunlichst überall eigene Kandidaten aufgestellt und Ko«� mit anderen Parteien nicht geschlossen werden; für das'j gebiet wurde empfohlen, einen Bergarbeiter aufzustellen� gehend kam die Frage der Agitation zur Erörterung,«/iL Wort und Schrift thatkräftig eingeleitet werden soll. teregte Herausgabe einer besonderen Flugschrift für d>e� irovinzen für die Wahlzeit wurde aus verschiedenen abgelehnt; eS soll namentlich in den einzelnen Orten u» � rücksichtizung der örtlichen Verhältnisse mit Flugblätter» gangen werden. Amtliche Unter st ütz'ung vo n�A r b e i t S e>» s l u n g e n. In Deutschland kann dergleichen rtyi kommen; um so etwas zu finden, muß man in ein»"j der letzten Nummer der< Eduard Vaill»' unK rMl und 'Wer b'-Teut l< 'm 3 8% iÄ du 1 Land gehen. Wie sociale"" von Lyon wir aus ersehen, hat Pariser Gemeinderath den Anttag gest� Streikenden von CourS 5000 Fr. und denen des Nor»? menIS 10000 aus der städtischen Kasse zu geben. Del" U'P ist vor eine Kommission verwiesen worden,"und wird „Action sociale" meint, sicher bewilligt werden. begründete in beiden Fällen seinen Antrag dari� die Arbeiter durch die Arbeitgeber zum Strerk g? Uj. worden sind, und daß die Arbeitgeber jede Konzei»", weigert haben und von einer schiedsrichterlich»" l e g u n g nichts wissen wollen. Die frans ö fischen Soziald em o kr ate» in Lille eine Genossenschaftsdruckerei in welcher eine Zeitung und Broschüren hergestellt sollen. Es ist eine ziemlich beträchtliche Summe stt Zweck zusammengekommen, und zwar— was ein W, Zeichen und in Frankreich neu ist— nicht durch die � einiger wenigen wohlhabenden Genossen, sonder« Beuräze aus einem größeren Kreise. Es geht jetzt mit der Parteiorganisation in Frankreich recht erfreulich n j Die EinigungSversuche, von denen wir schon wied�I sprachen, find über alles Erwarten erfolgreich, und h3-. in Paris, wo als Gegengift gegen den Äoulangt»°g Posfibilismus(richtiaer: der pseudosozialistssch»„ tunismuS) besonders tiefe Wurzeln gefaßt hatte, sehr 9 nähme unter den Arbertermassen gefunden. Zwei Tage später gab'S etwas Anderes. Äm und Dienstag, während man Jeanlin im VoreuS Arbeit glaubte, war er mit Bebert und Lydia im Kl kMt auf Anten. Ä ioC"nt. m Ctn.?,tl f.i' Niel we IsMosen Pf � Pol�i ?ölk. 'OUtl 91 fo Utauraii S« von di «envr ' Fwbill Kes°! S l!n De W�nle -ine"K°ßs feien BBioIu* tossT,** uti 5a lu tn a Vendame herumgestrichen, um, weiß Gott/ welche$'ljl jj»llttie,Jen und schlechten Streiche zu vollführen. Jeanlin bek»» �. das >on ""K "rolle, tK'" i, Nnn- ri Va tvö�.nte ni ihr Mi VF-:* i kräftige Züchtigung. Die Mutter legte ihn thür in Gegenwart der erschreckten Dorfjugend und bläute ihm daS Leder durch. jj „Hat man jemals so etwas erlebt! Seit das j Welt ist, kostet es Einem Geld und jetzt,—" soll, treibt es sich herum!" Diesen zornigen Schrei der Frau durchzittert» innerung an die eigene Kindheit, und em sch?. Zammer klang daraus, eine bittere Anklage des � daS sie schon als Kinder zur Arbeit verdammt. Aw Morgen, als Käthe und die Männer in die Gn»� richtete sich die Maheude in ihrem Bette auf Jeanlin nach:.. „Höre, Du nichtswürdiger Bengel, wenn noch einmal unterstehst herumzulaufen, so prügle W Haut vom Leibe!"—, In dem neuen Arbeitsplatze Maheu's lag di» fss so dünner Schicht, daß die darin klopfenden Hau? Ellenbogen wund stießen; auch wurde es zusehenv und man fürchtete stündlich, daß ein GrundwasL... brechen und die Männer fortschwemmen könnte, s» vorigen Tage war Stephan, wie er seine Haue in J 4�.,?ufe, trieb, von einem mächtigen Wasserstrahl inS Gesichf™ �«ey,- a worden. Aber dies war nur eine Warnung 9el man nicht beachtete. Der junge Mann fürchtei» � nicht mehr die möglichen Unfälle, sondern arbeit?» � los wie seine Kameraden, unbekümmert um d>» � schlummernde Gefahr. Nur an gewissen Tagen, i Flammen der Lampen bleicher und blauer branw» i(i die Häuer ängstlich das Ohr an die Kohlenwand un � dem Geräusch des Gase«, welches, kleine Luftblase» � kochend und zischend durch die Spalten fuhr. � größere Gefahr waren die Erdstürze, denn seibst. von der eilig und unzureichend gemachte« Verj' UA fCe,V, Assi, HSft K*91' k „5Öai ,««9' )en nasw zequnn mehr«W litt der bs und � onen»n1; m gan»««' Ttmlunft« t wmde,«� i der Bms eld und»j üsseldorf I- trufen nn®; igen ubn. der be°M h die ErW beiden®n« en abg!°»r manch?»' idenoeisorA n.n.-« � Afrika. ««m s« t 0i Durnford an der Somaliküste, wo dieser Tage der m s deutsche Flagge gehiht worden ist, macht Äittheilm-- folgende nicht�gerade sehr ermuthigende ...................—""«I"��'reVe Meilen weit w»röhten Schiffe vorhanden, dn nch. � Art von Keck,. Das Land um den Nuß fchnnt ur i- � Ackerbau geeignet,, da der. Baden von lerqur r. Mr wenn irgend tij genannt werden kann. Im April 187S gingen mf! Vl5«vte der„Daphne" etwa»wanjlg Merlen fluba f� aber nur ein Dorf und ern, Kanu wurden g� Kn. Während des Südweft-MonsmnS„erlasien, �Sestchiff wahrscheinlich schwieng, den Halen d ler Wind einsteht und b-stige Brandung �« Bencht ?5k. der Hafen von der-Gneisenau- angelaufen. der«en-y. Kr.die Untersuchungen dieses Sch'ffeS b-f-�- dre �dger Vermeffung und Auslegung ernrger Boi � Mnfordmündung ein ausgezeichneter H�en wer- � � K Flusses find hoch und bewaldet: Anlagm m Krr Nähe des UserS. bis zu welchem ausrerchenve«o 11 Ur vorhanden ist. werden keine S chwiengkerten venrrs ch- � neuesten Meldungen«uS Damaraland(Sudwestaf.U � Urn, dah die Lage des Hauptmann» v. FranrorS n>l� A n»« ist, als nach ftüheren Angaben erfchum.«er»u, rvtbalt der Schutztruppe in Tsaubi«, dem letzten Wasf P tz A Vtiimbmgu? ist mehr ein freiwilliger,>- em gezwungener. ■Cff_.______________________________ � Jue w p'mann von Fröne ois mit seinen Leuten nach Oirmbin tj, wollte'« einige Häuser dort als Unterkunft für fich unt fo�PPt miethen; er fand aber dabei nicht nur kein Entgegen« in.ry. sondern wurde mit allerhand Worten hingehalten. M-ko, ■-»»»»«vutw uns uuvivw*tv ct kurz entschlossen den Ott und begab fich nach dem »•ul�rter entfernten Tsaubis, wohin ihn der stellvertretende ....«»mmissar, Referendar NelS, begleitete, um fich den da« Ä'nlftehenden Quälereien zu entziehen. Der unerwartet N Entschluß der Deutschen machte aus d.e Herero ernen ver- Ät? Umdruck und man suchte die Sache mrt ernrgen Ent- chen nifly in ein«V .er der� tS N-rdM n.®%l ) wird, ZA eben, f, Konzes�j r l i ch krate« r e i g�l rgestew ime ff- ».i-Ä jetzt reullch-K m lulang' alist.sch� t, sehr«' in" Voreu! r im vor L�Mngen gut zu machen. Der von Maharero ganz unab- �«i und durchaus deutschfreundliche Hererohauptlma Manasse i�maruru hat einen sehr versöhnlichen Brief an d,e Herren Ä'r." HL geschrieben, außerdem hat er Maharero Vorwurfe ch, Verfahren gemacht. Da» hat dahin geführt, daß der und vHL°"rv erklärte, er wolle fich nicht mehr hmemmrschen °U!w„1�eulschen mit den Engländern ihre Streitigkeiten allem .h lassen. Damit wäre viel gewonnen. LewrS selbst l»Is«?'.«n Damaraland: er hat Kopland nicht wreder ver« kadj'lnae beiden ausgewiesenen Leute find aber m Kap- die L.�'Wmen und machen fich dadurch bemerkl.ch, daß �»ge. ifchen Zeitungen voll find von Artikeln über drese S�guügttitgsfttije am Konutag. In der Budget- thiii,,"!0" begann der konservative Abg. Frege bei der Vera- �leviit EiatS über die ReickSeisenbahnen im Elsaß eine �ge d- die VeranügungSzüge der Eisenbahnen. Solche Wicht von der Verwaltung nicht begünstigt werden mit jfiniuL.«uf die Sonntagsheiligung und die Schonung der ftkon?«• er konseivative Abg. Hahn schloß fich dem an. jWntn ni in �er Beschränkung der Sonntagszüge der Eisen- »ege viel>!. S$r ols bisher geschehen. Seinen Parteigenossen Vrgiijse« M'ger an der Sonntagsruhe als daran, daß den !slr.) x., suchten Genüge geschehen könne. Abg. Strombeck Kr Bevn,, �le alsdann heftig gegen die Sonntagszüge, welche Ziest.. f�ung zu unnützen Ausgaben Veranlassung gebe, fie daß"»"onen mit schlechter Atmosphäre entführen u. s. w., Motzen kirchlichen Festtagen oft eine förmliche Aus- Ach Don x- r Bevölkerung stattfinde.— Mehrfach wurde ii'Wtmb trat der Vorstellung entgegen, als ob in ilt�efurfL"? ta8en 0ar ruchts geschehe. Man sähe die zT,'« in ziK., führend de« Gottesdienstes dort mehr schlafen, Ii» ietont�nd der Fall sei. Der freisinnige Abg. Baum» ei?. EraSnÄ..'»den, daß ein lebhaftes Bedurfniß nament- leii �rholn!.. vorhanden sei, ficki durch SonnlagSausflüge znl.? vor„n? � verschaffen. Exzesse kämen dabei nur sehr W An srn unnöthig wären solche Ausgaben nicht an« "•n. Montagen könnten keine Erholungszüge arranzirt anilt wurde das Thema verlassen. Am das ewig hervorsickernde Wasser das Gestein, welches � Stücken herabbrach. *»t V�tual hatte Maheu an diesem Tage die Stützen n-kw- 1 fc?ten d!« c?�en-®9 war um zwei Uhr. Die Männer wc Y �"erlassen; Stephan klopfte noch, auf der "»nertnn' e.inen letzten Block Kohle los, als ein fernes ! ganze Grube durchzitterte. Er x das?" rief er, seine Arbeit unterbrechend." gemeint, die ganze Galerie stürze hinter ihm m»lb.' Aber schon glitt Maheu behend auf den Boden eit dai Ä ,0 e« V«' �Grub-5 ' auf i k Erdsturz ist'S, schnell, schnell!' lue" rollten. iiitrf, kannten Tip' re 0n gleicher Furcht gepackt, hinunter; tvöst? die nteJ; 9jn,ex �"ter dem Andern, gebückten Laufe» -,M�d ihv. �0» Galerie, wie auf allen Vieren dahineilend, *• �mpen durch das grabstille Dunkel tanzten: �fon unten kam'S!... Im Rollweg wird'S s°r V'' 5V c*uui».... ,0... � �„ wu l%',e'« W r!5. ,ufe begleiteten ihren fliehenden Galopp. ich � Kab �iner oiJf � abfahrenden Weg kamen, ließen sie sich ligl» � Zleitoi, n- den Andern rutschend, mit wilder Hast -- ner sohlte, daß er sich die Knie und Arme Zenits!.. t.. von der Züchtigung deS vorigen wie gewöhnlich, nackten Fuße« die Lufthüren zu schließen. fe no�'o� Schenkel, sehend- p Ä>.d� li-f, .kmaff-�I stielen �°°hlenzuge. um t.chietl' cchtete. rb-itet-x m d.e Ä Styi 10 VrtJt> das Begegnen eine« Aufseher« je d Zlstrr Rufern sich auf den letzten Wagen, was den Tesichl ssnew'Za größt°z�°ien war, damit sie nicht einschliefen. ' KÄ�Ä�nüg« war, sich, wenn der Zug auf ihn ,ü e Ä-bert L t en mußte, ohne Lampe, bis zu seinem 'lein!? L'°°nzuschl-icheu, der daS Pf»d führte, um 'lsfr, strw!t tn Sör geschickt und boshaft wie ein dihen � den a»?...'m Dunkeln täuschend ähnlich sah, mit .». Aiundx und�" H°are, seinen großen Obren, dem � Aachwit«." k lernen, grünleuchtenden Augen. d st� a�aille"»»r Mouque den beiden Knaben daS �Sckj� S bracht Plötzlich inmitten der Bah«, ha. dUchnaufend stehen. der Alte, daß er nicht vorwärts Soziale Aeverstchk. Aufruf au all« Kteiudrucker und Zithasraphe« f ertiu». Kollegen! Am 25.-27. Dezember d. I. siaoet in annover ein Kongreß, beschickt von den Druckern und Litho- graphen Deutschlands, statt, zu dem laut Beschluß der öffent- lichen Versammlung vom 4. November im Schwerzer- Garten 2 Drucker und 2 Lithographen als Vertreter der Berliner Kollegenschaft ernannt find. Ebenso ist beschlossen, die Kosten zur Beschickung de« Kongresses durch freiwillige Sammlungen aufzubringen und die Unterzeichneten find beauftragt, Gelder in Empfang zu nehmen. Kollegen! Noch ist ei Zeit; laßt alle Kleinlichkeiten bei Seite, reichen wir uns die Bruderhand! Einigkeit führt nur zum Ziele. Trage Jeder sein Scherflein bei zur Förderung der gerechten Sache. Es erfolgt öffentliche Abrechnung. Mit kollegialischem Gruß: H. Friedewald, Steindrucker, Sorauerftr. 7. R. Lmschner, Steindrucker, Acker- straße 136. I. V.: G. Stropp, Lithograph, Stralsunder- straße 2. Dcvsnrttnrluttgett. Gin« öffentliche Versammlung der Wähler des 33. Kommunal-Wahlbezirks fand am Mittwoch, den 6. November, Abends, in Kahlmann's Salon, Invaliden- straße 144, statt mit der Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Stadtverordnetenwahl. 2. Aufstellung eine« Kandidaten. 3. Diskussion und Verschiedenes. Ins Bureau wurden ge- wählt die Herren Heitmann zum 1., Gnadt zum 2. Vorfitzen- den und Schreiber zum Schriftführer. Zum 1. Punkt erhielt Herr Böhl das Wort. Er sprach sich über da« GewerbeschiedS- aencht, über das Submissions- und Beleuchtungiwesen, und über die Pferdebahn aus. Nachdem Redner noch den niedrigen Lohn der städtischen Arbeiter kritisirt hat, forderte er zum Schluß die Arbeiter aus, fich kräftig an der Wahl zu de- theiligen. Nachdem sich noch mehrere Redner im Sinne de« H-rrn Böhl ausgesprochen hatten, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen. Die Kommunal-Wahlerversammlung des 33. Kommunal-Wahlbezirks beschließt, den Herrn Schank- wirth Böhl als Kandidat aufzustellen. Nachdem Herr Böhl für das Vertrauen sich bedankt hatte, welche« ihm geschenkt worden und noch mehrere Redner gesprochen, ließ Vorsitzender ein Hoch auf den neuen Kandidaten ausbringen und schloß die Versammlung. Gine gutbesucht« öffentliche Kommuual-Wähler- »ersammluug für den 35. Kommunal-Wahlbezirk tagte am Donnerstag, den 7. November in Lehmann'« Salon, Schwedter- straße unter dem Vorfitz des Herrn Koppmann. Die Tages- ordnung lautete: Die am IS. November stattfindende Stadt- verordnetenwahl. Referent Herr Robert Herzfeld. 2. Auf- stellung eines Kandidaten für diese Wahl. Nach dem mit Beifall aufgenommenen Vortrag des Herrn Robert Herzfeld kommt folgende Resolution zur Abstimmung:„Die heute in Lehmann's Salon stattfindende Kommunal- Wählerversammlung erklärt fich mit den Ausführungen de« Referenten Herrn Herz- feld völlig einverstanden, beschließt, denselben als Kandidaten für den 35. Kommunal-Wahlbezirk aufzusttllen und am Tage der Wahl mit allen Kräften für denselben einzutretm." Diese Resolution wurde mit allen gegen 1 Stimme angenommen. Nachdem noch mehrere Redner gesprochen hatten, forderte der Vorfitzende die Versammelten auf, recht lhatkräftig mitzuarbeiten, damit wir als Sieger aus dem Wahlkampf Hervorgehen. Mit einem Hoch auf den Arbeiterkandidaten schloß der Vorsitzende die Versammlung. Giue öffentliche Versammlung sämmtlicher Zarkirer Kerliu» und Umgegend tagte am 9. d. M. in Zemter's Salon mit der Tagesordnung: 1. Verkürzung der Arbeitszeit und deren Wirkung auf die Arbeiter. 2. Diskussion. 3. Wie stellen fich die Blechlackirer zur Gründung eines Fachoerein«? 4. Ver- schiedenes. Da der Referent nicht erschienen war, wurde sofort in die Diskussion über den ersten Punkt eingetreten. Kollege Rautenhau« wies darauf hin, daß die Verkürzung der Arbeits- »eit ein Haupterforderniß wäre, um eine bessere Lebens- stellung zu erreichen. Auch die große Arbeitslosigkeit würde mehr und mehr verschwinden. Kollege Schügler führte aus, daß hie Verkürzung der Aibeiiszeit der gesammten Arbeiter- schaft zu Gute kommen müsse. Denn durch dieselbe wird die geistige und körperliche Kraft deS Arbeiter« auf länger« Zeit erhalten. In demselben Sinne sprachen noch die Kollegen Koppe, Jungermann und Hochmann. Sodann wurde folgende Reso- lution einstimmig angenommen:„Die heute in Zrmter'S Solan tagende öffentliche Versammlung sämmtlicher Lackirer Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Ausführungen sämmtlicher Redner einverstanden; fie ersieht daraus, daß eine Verkürzung der Arbeitszeit dringend nothwendig erscheint, deshalb beschließt die heutige Versammlung, an den Beschlüssen des internatio- nalen Kongresses fest zu halten und den 1. Mai 1890 als Ruhetag anzuerkennen, um den Achtstundentag zur Durch- will?" rief Jeanlin.„Ich hätte mir bald das Schienbein gebrochen." Sie fuhren in die Seitenschienen, um einem zweiten Zuge auszuweichen. Bebert mußte„Bataille" zurückhalten, der dem andern Pferde entgegenlaufen wollte. Der Schimmel hatte am Geruch seinen Kameraden„Trompette" erkannt, für den er seit dem Tage, wo er ihn in die Grube fahren sah, eine große Freundschaft und das zärtliche Mitleid eines alten Philosophen empfand, der gerne das Schicksal seines Genossen mildern möchte, indem er ihm seine Geduld und seine Ergebenheit mitzutheilen versuchte. Denn..Trompette" akklimatisirte sich schlecht, zog mit Widerwillen seine Karren in die schwarzen Gänge und ließ trauernd den Kops hängen, als könne er die Sonne nicht vergessen. Darum jedes- mal, wenn„Bataille" seinem Freund begegnete, streckte er den Hals und suchte ihn mit zärtlicher Aufmunterung zu liebkosen. „Mein Gott", sagte B-bert,„da lecken sie fich schon wieder!" Dann, als„Trompette" vorüber war, antwortete er auf Jeanlin'S Frage! „Der Alte hat eine feine Rase. Wenn er so plötzlich stillsteht, wie vorher, dann muß irgendwo etwa« sein, ein Stein oder ein Loch, das er vermeiden will; denn er hat sich lieb und möchte sich nicht»»erbrechen. Ich weiß nicht, was ihm heute da hinter der Thür eingefallen ist: er stößt sie auf und bleibt wie angenagelt stehen. Hast Du nichts bemerkt s" „Ich hob' nichts gesehen. Wasser giebtS bis an die Knie, weiter nichts." Der Zug rollte weiter. Auf dem nächsten Rundwege aber, nachdem„Bataille" mit dem Haupte die Luftthür ge- öffnet hatte, machte er wieder auf derselbe« Stelle halt, zitterte, wieherte kläglich; dann riß er mit ungestümer Eile die Karren weiter. (Fortsetzung folgt.) führung gelangen zu lassen." Zum 3. Punkt spracken die Kollegen Karl Müller und Warnke(Blechlackirer) sich dahin aus, von einem selbstständigen Verein für Blechlackirer abzu- sehen, fich vielmehr dem bestehenden Verein anzuschließen. Weiter wurde von Kollege Müller auf die Mißstände in der Biechlackirerei hingewiesen. Der DurchschnitSverdienst beträgt 13—15 M. wöchentlich. Auch wurde die Biechlackirerei in Ge- fängnissen einer scharfen Kritik unterzogen. Unter Verschiedene« wurden folgende Resoltutionen angenommen: 1. Die Produkte der Zigarrenfabrik von Loeser und Wolff nicht zu kaufe«. 2. In Familienkreisen dahin zu wirken, daß die Produkte de« „Klingel-Bolle" ebenfalls nicht gekauft werden. 3. Die Schank- stätten zu meiden, in denen fich der Wirth weigert, die Ar- bciterblätter, das„Berliner Volksblatt" und„Volks-Tribüne", auszulegen. Der Mervaud deutscher Mechaniker und verwandten Berufsgenossen hielt am Dienftaa, den ö. November, eine ordentliche Generalversammlung ab. Zum ersten Punkt der Tagesordnung nahm Herr Bölsche zu seinem Vortrage:„Die Zukunft der Erde nach den neuesten Forschungen der Astro- nomen", das Wort. Zunächst erklärte der Referent vermittelst einiger Aufzeichnungen den Lauf der Planeten, sowie den der Kometen; von den Letzteren können, wie Redner beiläufig be- merkt, durchschnittlich zwei alle Jahre beobachtet werden. Da« Erscheinen eine« Kometen bringt für die jetzigen Bewohner der Erde durchaus nicht mehr das Gefühl der Furcht eine« Zu- sammenstoße«, wie e« in früheren Jahren der Fall war, her- vor. Denn nach neueren Forschungen ist festgestellt, daß alle 33 Jahre unsere Erde mit den Ueberbleibseln eine« Kometen in Berührung kommt, das letzte Mal im Jahre 18(5(5, wo fich diese« Zusammentreffen durch einen großartigen Sternschnuppen- regen bemerkbar gemacht hat. Im weiteren Verlauf seine« Vor- trage« erklärte Redner das Verhältniß der Erde zur Sonne. Er gab die Möglichkeit, daß die Erde einmal untergehen könnte, zu, aber ebenso gut ist es möglich, daß der menschliche Geist in der unendlichen Zeit, die noch vor ihm liegt, Mittel und Wege finden dürfte, um selbst die Herrschast über Naturereignisse zu erlangen. Der in vieler Hinficht lehr- reiche Vortrag wurde von den Anwesenden mit vielem Beifal aufgenommen. In der Diskussion beantwortete Referent noch einige, seinen Vortrag ergänzende Anfragen in ausführlicher Weife. Beim dritten Punkt der Tagesordnung, den Unter- stützungsfonds betreffend, wurde, nachdem einige Redner de« LokalfondS für zweckentsprechend erklärt hatten, ein Antrag an- genommen, welcher die Wahl einer fiebengliedrigen Kommission »ur Etablirung eines Lokalfonds bezweckt. Nach staltgefundener Wahl wurde unter Verlchiedenem auf einige Mißstände(Ueber- stundenarbeit) in den Berliner Elektrizitätswerken hingewiesen. Die Versammlung war fich dahin einig, geeignete Maßregeln zur Abwehr obiger Mißstände zu ergreifen. Gin» gut besuchte öffentliche Versammlung der f chmirde Kerlinn und Umgegend tagte am S. d. M. in euerstein'S Salon. Auf der Tagesordnung stand: 1. Ursachen der modernen Ardeiterbewegung. Rererent: Herr Franz Berndt. 2. Die neu-ste Bekanntmachung der Innung betreffend die Krankenkasse. 3. Verschiedene« und Fragekasten. Der Referent Sing von der Anficht aus, daß durch die rein gewerk- haftliche Bewegung die Arbeiter nicht zu dem Ziel gelangen, welches fie fich gestellt. Der Arbeiter müßte vielmehr bestrebt sein, auch politisch geschult zu werdm, und dafür Sorge tragen, daß geeignete Vertreter in den Reichstag geschickt werden. Auf die heutigen wirthschaftlichen Verhältnisse näher eingehend, kam Redner aus das Maschinenwesen zu sprechen. Nachdem er diese« genügend erörtert, legte Redner die Bestrebungen der JnnungSbrüder klar und tadelte Haupt- sächlich das Lehrlingswesen. In seinem Schlußworte forderte Redner die Anwesenden auf, fich zu organifiren und nicht da« Elsen, welche« fie geschmiedet, klirrend hinter fick herzuziehm. (Lebhafter Beifall.) Zum zweiten Punkt der Tagesordnung wurde nochmals da« Plakat der Jnnungsherberge verlese«, welche« besagt, daß Gesellen, die nicht in der JnnungSkasse find, vom 1. Januar an bei JnnungSmeistern keine Arbeit mehr erhalten sollen. Der Altgeselle Herr Arndt erklärte, von diesem Plakat nicht» zu wissen und verpflichtete sich, nachdem ihm eine Kommission von 3 Mann zur Seite gestellt, der Sache näher auf den Grund zu gehen und in nächster Zeit eine Versamm- lung einzuberufen. Zu Verschiedenem wurden noch sämmtlich« Schmiede aufgefordert, sich der Vereinigung der deutschen Schmiede anzuschließen. Vi-Gen-raw-rjamml««g de» Vereins»nrMahr»»« der Interesse« der Kchnhmncher und verw. Berufsgenossen Berlin» tagte am Montag, den 4. November, Münzstraße 11. Die Tagesordnung lautete: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Vor- trag des Herrn Schreiber über den Arbeitsständer. 3. Di«- kujfion. 4. Verschiedenes, Jragekasten. Zum Punkt 1 machte der Vorfitzende bekannt, baß der Verein jetzt mit einem Defizit arbeite, was hauptsächlich an der Lässigkeit der Mitglieder liege. Dem Kasfirer wurde Decharge ertheilt. Hierauf hielt Herr Schreiber einen Vortrag über einen von ihm konstruirten Ar- beitsständer, der die Gesundheitsschädlichkeit der langen Ar- beitszeit bei den Schuhmachern vermindern soll. Die Diskussion gestaltete sich sehr lebhaft; von verschiedenen Rednern wurde betont, daß fich die sogenannte gute Arbeit auf dem Ständer nicht anfertigen lasse. Ihnen wurde erwidert, daß diese Ar- beit nicht als maßgebend zu betrachten sei. Schließlich würbe Herrn Burchardt der Ardeitsständer zur Probe überwiesen. Punkt 4 und 5 wurden wegen der vorgerückten Zeit von der Tagesordnung gestrichen. Aufmerksam wurde gemacht auf die öffentliche Schuhmacherversammlung am Montag den 11. No- vember. Der Fach»--rein sämmtlicher an Kolrbearbettnng»' Maschinen beschäftigte« Arbeiter hielt seine Mttglreder- Versammlung am Montag, den 4. November in Lehmann'« Lokal, Schwedterstraße 24 mit folgender Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Liefländer über das Koalitionsrecht. 2. Verschiedene« und Fragekasten ab. Der Vortragende be- handelte in längerer Rede die ZZ 152 und 153 der Ge- Werbeordnung, er schilderte in eingehender Weise den Rück- gang de« Koalitionsrechts der Arbeiter und fand am Schluß den allgemeinen Dank der Versammlung. Zu Verschiedene« wurde ern Antrag gestellt, den streikenden Bildhauern 20 M. aus der Vereinskasse zu bewilligen. Der Antrag wurde ein- stimmig angenommen. Nachdem noch verschiedene Anträge und der Frogekasten erledigt waren, machte der Vorsitzende bekannt, daß die nächste Versammlung am 18. November in unsere« alten Lokal, Grüner Weg 2S stattfindet. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. In dem am»eegangene« Mittwoch, seitens de« „Berliner Zentralvereins Roller'fcher Stenographen" begonnenen vollständig unentgeidlichen Unterrichtskurses in der leicht erlern- baren und praktisch brauchbaren Roller'schen Stenographie, im hrnteren Zimmer de« Restaurant«„Alle Post", Königftr. 62, können Mittwoch den 13. d. M.AbendS 8'/« Uhr noch Herren und Damen beitreten.— Nach Beendigung der Unterrichts- ordentliche Sitzung: 1. Wichtige M.ttheilungen, 2. Auwahme neuer Mttglreder, 3. Verschiedenes. Sämmtliche Mitglieder werden um punktliches Erscheinen gebeten. v'�?fÄnif#CTwCr volksthümliche Wahlverein hielt am i?' v' �i!. ab, in welcher Herr Werner ans Berlin über das Thema: Die deutschfieisinnige Partei und die Arbeiter refenrte. Als er in scharfer Form wegen ihres Ser- vrlrsmus vre Deutschfreifinnigen zur Zeit der neunundneunzig Tage krrttfirte, loste der überwachende Beamte die Versammlung aus Grund de«§ 9 de« Sozialistengesetzes vom 21. Oktober 1878 Versammlung war sehr stark besucht; als der Beamte vre Versammlung ausgelöst hatte, herrschte einige Sekunde» Todten stille, weil kein Mensch begreifen konnte, wreso die« Ge- setz auf diese Worte Anwendung finden kann; denn e« kann doch nicht staatSaefährlich sein, wtnn die deutschfreifinniae Partei in dieser Weise krilisirt wird. Oder sollte man e« nicht iiern sehen, wenn dieser Partei ihre Heuchelei vorgeworfen wird? ES mühte dann aber wohl erst noch ein Gesetz dazu geschaffen werden. Gegen die Auflösung wird natürlich Beschwerde geführt. Kntttdettlmrs A« Sonntag, den 3. November, fand hier eine öffentliche Tischlerversammlung statt mit der TagcS- ordnung: Die Arbeitseinstellungen und die Verhütung der» selben. Freie Diskussion. Herr Zubeil aus Berlin hatte das Referat übernommen, schickte uns aber um tlO Uhr eine Depesche, er habe den Zug versäumt und könne deshalb nicht er» scheinen. In unserer großen Verlegenheit wandten wir uns an den hiesigen Reichstagskandidaten, Vergoldermeister Herrn Ewald, der denn auch bereitwilligst den Referenten ersetzte, und einen Vortrag hielt, der den lebhaften Beifall der Ver- sammlung fand. In der Diskussion sprachen sich sämmtliche Redner im Sinne des Referenten aus. Zu der Lokalsperre sprechend, machte der Referent darauf aufmerksam, daß wir nach einem Entscheid des Reichsgericht« uns vollständig in unserem R-chte befinden, wenn wir die beiden Lokale von Reck und Pähl« nicht mehr besuchen wollen; den« wir sagen einfaeb: giebst Du vnS nicht Deinen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen, so trinken wir auch Dein Bier nicht.— Nachdem Kollege Eckhardt als Vorsitzender die Versammlung ersucht, das heute Gehörte immer im Gedächtniß zu behalten und sich immer mehr der Organisation anzuschließen, schließt derselbe mit einem dreifachen Hoch auf die hiesige Verbands- zahtstelle die imposante Versammlung. Zudretivaldr, den 8. November. In letzter Zeit ist unter den hlefijjen Arbeitern und Arbeiterinnen ein recht reges Leben �u� verspüren, nicht bloß, daß sich alle Gcwerffchaften�organifirt wben, und durch rege Sammlungen für die hiesigen streckenden Hutarbeiler sich bethciligen, e« ist auch in letzter Zeit durch das in'« Leben treten eines Arbeiterinnen-Vcreins unter den Frauen mächtige Bewegung entstanden. In der Berlin-Lucken» erne 400 Arbeiterim� walder Aktien-Tuchfabrik, die nahe an wu schästigt, haben die Arbeiterinnen durch feste« Zu'amm�? lrg.,------—.................—,----. erne Lohnerhöhung von 30rEt. erzielt, und sie waren e» die den 48 in der Fabrik beschäftigten Männern t" Lohnerhöhung verHolsen haben, indem sie, ohne derselben aufgefordert m sein, für sie einen 2Sprozenng«n schlag erzielten. Infolge diese« Sieges fanden sich � heutigen Lohnzahlung sämmtliche hiengen Tuchfabniani., nöihigt, ihren Arbeitern und Arbeiterinnen eine Lohne" zuzugestehen, die in manchen Fällen bis zu 25 pCt. bckrM Leider ist von dem Hutarbeiter streik nrch>», zu melden, da die Streikenden durch den Zuzug vcm», furt a. O. sehr viel zu leiden haben und auch durch einige« Streikbrecher sehr geschädigt werden, doch hoffen d>e P Hutaibeiter, den Sieg dennoch zu erringen, da mit den Fabrik hausenden Arbeitern die Firma auf die Dauer ni», arbeiten können. Auf alle Fälle wird gebeten, den sup» zu hallen. Der Theater. Mittwoch, den 13. November. Der Ring de« Nibelungen. »chaatpielh«»«. Aschenbrödel. $ misch»« Theater. Faust« Tod. jfesstBg- Theater. Der Zaunaast. Friedrich- Milstetmüädttsche« Theater Der Polengraf. Nestdmz-Theater. Schwiegermama. Wa0»»r>Thmter. Verfolgt! Vorher: Herr von Lohengrin. Nitrtaria-Theater. Stanley m Afrika. Vstrnd- Theater» Der Trompeter Säkkingen. zßeUealltanr«- Theater. Der Zauberlehr itzift. ASaigstädtische« Theater. Appelmann'« Verlobung. grtral-Theater. Da« lachende Berlin. »wh Gruft-Theater. Flotte Weider. dr. Aichter'» N«rincTiH. vütüj ünv wttrcüi, yuchshengste, vorgeführt von Herrn Oscar Renz. »T' Japan,"WU oder: Die«ecktschen Krauen de» Mtkodo'S. Großes equestnsches Ausstattunosstuck. Morgen, Donnerstag: In»«tunWan Erd- theil.— Freitag: I.«t,«n und Traik«» aut den» Eise. Sonntagt 2 Vorstellungen. E. R.n.i Direktor. Circus Busch. Krt«»rtch-»a»l-Ufer. dem«,«ittmoch. de« 13. Rovnnbe» 1889: Abends 7t Uhr: 739 Große Vorstellung. Zum 5. Male: Fatme, die Kose vo» Tripott, Gr. orientalische Original- Pantomime in 4 Akten vom Direktor.(G« schlich geschützt). Di« hohe Schule als Cavallier geritten von "' 22 Hengste. Margerithe _________ Clown Michael mit seinem Wunderponny„Punschchen". Frau Direktor Busch als Schulreiterin. Jongleur zu Pferd. Mr. Fotiis, Mr. Allen als Jockry. Alle Clowns mit neuen Spaßen. 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Sonntag, den 24. er., Vormittags lOJ Uhr, findet im Lokale Jvselstroße 10 bei Scheffer eine Narsammlung der Arbeitgeber, welche Betträge zur Kasse au« eigenen Mitteln leisten, statt. TaaeS-Ordnung: Wahl von 56 Vertretern zur General-Ver- sammlung. In demselben Lokale und zu derselben Zeit findet eine Versammlung der Kaffenmitglieder (Arbeitnehmer) statt. TageS-Ordnung: Wahl von 112 Verttetern zur General-Ver- sammlung. Nur denjenigen Mitgliedern ist der Eintritt lkstattet, welche großjährig und im Besitze der ürgerlichen Ehrenrechte find. QuittungSbuch legitimirt und ist dasselbe am Einpang den Konttoleuren vorzuzeigen. Das Kasse» lokal ist an diese« Tage ge- schloffen. 779 Oep Vopstand. Plötz, Lande bergerstr. 8. tojjt«jftitlilhe AmMiMHIMersWiiilW, am Dieuftag, d. 18. Rovbr., im Weddiug-Part, Müllerfira�l Abends 8 Uhr. ftir die Kommunal-Wahlbezirke 41 u. 42- TageS-Ordn ung: � 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten-Wahlen. Ref.: Vogtherr u. W- Tru» Diskussion und Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Da««»»tral Mahlbe»� Große öffent!. Tobakarbeiter- u.-Arbeiteriu«k» Versammlung am Donuerftag, den 14. November, Abends 8'Iz Uhr. im Schweizep-Gapten am KOnigsthop.. jjf TageS-Ordnung: 1. Bericht über den jetzigen Stand unserer Lohnbewegung. 2. Verschiedenes. Die Herren Fabrikanten find eingeladen. 763____ Die Zohubommi! Vttv >3. Ei .. � Tis '«»Maitz Aus d-r Sr, Zerkaute "»rnaencht * wtajuhQ . Äbfl.Ktr ,■raetn den H« bw C!t,ä m5B!i äw" 8e,f i. Weitere % nid,,. den �»war bei r?,TOÄatf, m. Rothe Kreuz-Loose ä 3 Mk." Ä AS K der parkest d N ba j Ant zup Ziehung am 19. Novembep cp. Ii Mk., 11 Stck. 17t Mk.(Porto and Liste 30 Pf.) Weimar-Loose ä 1 Mk. 11 Stck. 10 Mark.(Porto und Liste 20 Psi). Ziehung 14.— 17./12. er. empfehlen und versenden Oscar Bräu e r& Co, sSn iSS bJl � tkj, '�alte. Berlin SCHtt-yanraa»,«»»»» 14, ■f 5Si/5Ö eröffnete ich eine BiiGliiiitlUg för Arbeiter. Ich führ« iesondtrs! I. Sämmttich« Set!« au» dem vertaze»»n Z. H. 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NU«i«, A vroemel(stets.) regt an, bah im RetchStagsiebäude U'A&el! ijft 2iet'0u'6 stelle für Marken und ein Bliefkasten der Privat» träne"»�nqmchlet werde. {> Abg. Kühl erklärt, daß das Präsidium die Sache »ichen wolle. ,, Meyer-Halle(steil.) erinnert bei dem Titel.Bibliothek" �«lchluh des Buchhändler-Veiein«, beim Verkauf von den Rabatt am Buchpreise möglichst zu beseitigen. Er faf den Wunsch aus, datz die Bibliothekoerwaltung des �» möglichst nur von Buchhändlern kaufe, welche sich die- 8nstige Nahrung veitheuernden Beschluß des Buch- M nicht sügen. nilbt" ��atten entstehen bei dem Etat des Reichs- � dem Etat des Reichskanzlers und der Reichskanzlei, da« Woit der thr, 2. Di<� cr. i'ftraßeJ iq|1 ' � i? r dkl dem Titel Reichskanzler nimmt best«»��wichter(steif.), um auf die-�rage des National-Denk- � Carter Wilhelm einzugeb-n. Das Denkmal werde nicht sei � Fürsten dem andern gesezt, sondern die Anregung dazu �init�... r Imitative deS ReichSiaqS hervorgegangen, um die icheid»? �� Volke« zum Ausdruck zu bringen. Bei der Ent- �reck«!� dabe deshalb auch der Reichstag vor Allem mitzu- sti-r �eine Befriedigung habe es besonders erweckt, daß dtfce.n'. welche über die eingegangenen Pläne abgeurtheilt iw,� Nllrräumt habe mit allen phantastischen �Jdeen, w.lche �llei, c�denzüge, voran die Schlohfreiheit, hätten beseitigen Tiichi' oeber, falls sei durch die Entscheidungen der Jury die «tttoji,5.* w dieser Beziehung geklärt worden. Da sei von »rW/wer Seite eine Aeußerung erfolgt, welche sich auf ganz «>i,«�°NS bewegte, als Reichstag und Regierungen bisher �S»,uü? hätten Es fei die Schloß steiheit a's der allein noa�t bezeichnet und nur Bildhauer als solche ge- •ofirta, i?.die Ausführung zu übernehmen hättem Damit »ii«j,ei,n Wenigen welche die Preise davongetrapen hätten, leer •�ade®c �age den Staatssekretär, wie sich die Sache �»lle��kekretär». Koetticher erwidert, da« Preisrichter. ei»,«. babe gewissermaßen über feine Aufgabe hinaus- hm,' indem es auch die Platzstage erörtert habe. Das w,■' Welches sich aus der Preisaueschreibung ergeben werde, '•fie„'H.rwet den zuständigen Faktoren, also auch dem Reichs- Mehe? den Vorlage verwerthet werden. �ew Mryee(Halle) bemerkt noch, der Hnr Staatssekretär iinu Ödemen zu wollen, als habe die Jui y ihre Kompetenz I Fitten. Thaisächlich habe die Jury als Organ des 09e« und des Bunde«! aths fungiit, und er bitte, e« e daz Material jedenfalls ohne vorgängige Zensur dem e»»gängig gemacht werden. �>di i-x£efrtl°c a(>n Koetticher entgegnet, das Material Ava in vollem U nfanae dem Reichstage zugehen. !ll»nM„'L*°chel(Antisemit) verbreitet sich eingehend über die �»bren?�?8eschäfte und deren Gemein'chädlichkeit. DaS Ge- binden Sorte Geschäfte, welche im Wesentlichen in den »dich di.�" Juden seien, werde namentlich auch gekennzeichnet d, Etliches Abzahlungsgeschäft" aufgeihan. Alle zuvor U ß dagewesenen mußten doch also jüdisch gewesen sein. Vemerkenöweitbeste dabn sei, daß nach schon wenigen �•"fienf•-erste christliche" in die Hände eines Juden über- W�Übent von Kevetzv«: Es ist wohl üblich, bei �»che. senden Titel Anregungen zuzulassen, aber soweit die . Si>. �Ä�kinen, erscheint doch nicht zulässig. ""zier Nückel schließt mit dem Ersuchen an den Reichs- tisj�s�um baldigste Regelung der Frage der Abzahlungg- i»U>�?kster». Hs�ttichee erwidert, daß die Frage der Ad- »rschj-�steschäfte bereits die Aufmerksamkeit der Regierung v" der» a8 kei ein Rundschreiben an die Landesregierungen �inhiu Aufforderung ergangen, sich über die Auswüchse der Mrjw"Wfiefchäfte gutachtlich zu äußern. Diese Aeußerungen etiiy., bann zusammengestellt und demgemäß die Frage 'sstgSn �?den. Leicht ser die Sache nicht, denn die Abzah- j�ein!■ t' koweit sie loyal gehandhabt werden, entsprächen «sttt»Geistlichen Bedürfniß, besonder« der geringeren tt1'! von Nähmaschinen u. s. w.). Die Frage sei Aesi«.,l?ostechilichen, zivilrechtlichen und gewerdepoiizeilichen �e t!Uj'ten prüfen. Er hoffe, daß ein Weg sich finden �k�r�elchrr den mit jenen Geschäften häufig verbundenen aussaugenden Bestrebungen einen wirksamen der Reichskanzler angeregten Frage Ztz�'oeaen setzt. st sichte»(dfr.) fragt an, wie sich fcJcT�st vom Abg. von Bennigsen Ä™ 0» A 5 maji icrnic. �uia«( lurnuic co rstibe,u„*. fiot Nicht an, da die Sache viel mehr auf eine »tot si. der Verfassung hinaus laufen und dann es sich 2v r' stüo die verbündeten Regierungen sich dazu !? vi»». � hätten aber zur Zeit keinen Anlaß dazu, da sie t* der»""dm Beschlüsse des Reichstage«, sondern ledig- "»dt,, Anregung eines einzelnen Abgeordneten gegenüber de- Nichts meint, istartNij'l Führers der großen nationalliberalen Partei eine jv��uckhaltung auf Seiten der Regierung bewahre, �llen i.�w, daß man V-r fcnibf bnri keine Sumvatbie ent* daß der Bundesrath doch sonst gegenüber nicht so zurückhaltend daß man angesichts einer An- nationalliberalen Partei �\i>rrV � �rb'fc1 Vowie Öaer?tÄ!- der Sache dort keine Sympathie ent« ohne fernere Debatte der Rest diese« h.> Bei'°Ä b;t Etat der Reich«. Justizverwalt ung. 5"- J.Gehalt des Staatssekretärs 24V00 M." I»?£.�enoir Alg. Nriel(natl.) Ausführungsbestimmungm "'chen �'"l�oftspe eh im Interesse der kleineren landwüth« Ä�iN.''"»ck r» im �niri H loa'ssl!..�dvossenichaslen. aus 5)"dlar des Re.chsiusti» i,"" auf»i'"�iar des Reichsjustizamtes v. Gehlschlager ver- '-in q. ,,iur Handhabung de« Gesetzes erlassenen Direk- «bg. zk�Vn eine Klasßfiarung vorgesehen. Kaumdach- Lettin(Ssreis.) bringt den Er.t« wurf de« deutschen bürgerlichen Gesetzbuches zur Sprache. welches vielfach eine abfällige Kritik erfahren habe. Es fei nicht genügend volksthümlich, zumal es sich in der steifen juristischen Ausdrucksweise bewege. Redner wünscht, daß das Gesetz sich nickt zu lange hinschleppen möge, denn man könne doch wohl nicht warten, bis der alte Kampf zwischen Germw nistrn und Romanisten zu Ende sei. Staatssekretär v. Gehlfchläg»» erwidert, e« sei nicht zu verwundern, daß ein solch umfassendes Werk, an dessen Zustandekommen die ganze Nation Theil nehme, bis zu feiner Publikation einer längeren Zeit de- oürfe. Das preußische Landrecht habe beispielsweise von dem Zcilpunkt, wo der große König den Anstoß dazu gegeben, bis zu seiner Publikation 45 Jahre gebraucht; mehr als 50 Jahre habe das österreichische Gesetz zu seiner Fertigstellung bedurft. Er hoffe, daß e« bei uns schneller gehen werde, wenngleich man im derzeitigen Stadium der Sache von ihm nicht erwarten könne, daß er auch nur annähernd einen Zeitpunkt dafür an- gebe. An dem Entwürfe werde ernstlich gearbeitet. Vielleicht werde er(der Minister) noch vor Ablauf des Jahres in der Lage fein, den ersten Band der kritischen Erläuterungen zur Ausgabe zu bringen. Von dem Inhalte der zu erwartenden Aeußerungen der Bundesregierungen hänge die fernere Br- Handlung der Sache wesentlich ab. Jedenfalls werde alles aeihan, um eine Beschleunigung und allseitig befriedigende Lösung herbeizuführen. Abg. Ueiel(natl.) erinnert daran, daß die Arbeit am Reichsziorlgesetzbuch bereit« seit 10 Jahren im Gange sei, und hätte gehofft, daß man etwas rascher damit vorwärts ge- kommerr wäre. Immerhin fei er dafür dankbar, daß man in den Kommisfionsbefchlüssen zu einer bestimmten Grundlage ge- kommen fei. Abg. KuUmatut führt au», daß der Reichstag zu einer allerdings vorsichtigen Kritik des Gesetzbuches berechtigt fei. Daß die sozialen Bestrebungen unberücksichtigt geblieben seien, habe seinen Grund darin, daß dieselben noch nicht abgeschlossen seien und man eine spätere RechtSentwickelung nicht festlegen dürfe. Redner tadelt die allzu strenge Ausschließung de« Ge- wohnheitSrecht« und die zu große Berücksichtigung des Parti- kularrrchtS. Abo. Gechelhänsrr(natlib.): Ich habe schon früher mit Herrn Hawmacher zutammen eine Reform de« Handelsrechts angerrg', welche sich hauptsächlich mit Rücksicht auf die neuen Formen der Handelsgesellschaften als nothwendig erwiesen dat. Man hört oft davon reden, daß wir uns in einer Schwindelperiode befinden. Ich bin zwar nicht dieser Meinung und glaube, daß die vor einigen Jahren vorgenommene Reform des Aktienwesens sehr segensreich gewrrtt hat. Aber es herrscht an der Börse eine unge» deure KoarStreiberei, eine große Leichtgläubigkeit und Ueberstürzung. Jede neue Akliengefellschast treibt neues Material für Spekulationen an die Börse, und es wäre demgegenüber an der Zeit, die neuen Formen der offenen Handelsgesellschaften, namentlich solche mit beschränkter Haft- barkeit, durch eine entsprechende Reform de« Handelsrecht« zu schützen und zu fördern. Staatssekretär». Oehlschläger: Tie Sache liegt also doch nicht so, daß wir einfach nach den eingegangenen Vor- schlägen einen Gesetzentwurf aufstellen könnten, sondern e« bedarf dabei ernster Erwägungen. Ich kann aber er- klären, daß, nachdem auch das andere der der Sache betheiligte Ressort die Bedürfnißfrage bejaht hat, die Vorarbeiten im Gange sind. Abg. Kulemamr(natl.) bringt zur Sprache, daß in den einzelnen Bundesstaaten eine verschiedene GerichtSpraxiS in der Strafvollstreckung herrsche, sosern es sich um Ver- urtheilungen handele, die infolge polizeilicher Verfügungen unter Berufung auf den Rechtsweg zu Stande kom- men. In einzelnen Staaten werde im Gegensatz zu an- dern von den Gerichten die Strafvollstreckung abgelehnt, weil es sich nicht um eine Rechtshilfe, sondern um VerwaltungS- maßregeln handle. Staatssekretär». Oehlschläger erklärt, weder der Bundes- ralh noch das R.ichsjust'zamt fei jemals in dieser Beziehung angegangen worden. Da e« sich um polizeiliche Verfügungen und deren Folgen handle, so sei dies eine Angelegenheit der Einzelstaaten und der Einwirkung der Reichsjustizverwaltung entzogen. Es wird zum Etat de« Reichsamtes des Innern übergegangen. Abg. ztngr««(Ztr.): Ich muß bedauern, daß uns nicht die Origivalberrchte der Fabrik-Jnspektoren mitgetheilt werden. Die vorliegende Zusammenstellung aus diesen Berichten ist in hohem Maße nach der Sckab'one gearbeitet. Besonder« beklage ich das Fehlen de» Bericht« de« Gewerberathes Wolf aus Düsseldorf, welcher mannigfache Anregungen enthält gegen- über einer ganzen Reihe von Berichten, welche in der Frage der Sonntagsarbeit und Kinderarbeit eine gewisse un- erklärliche Zurückhaltuckh beobachten. In Folge der zu- nehmenden Jrreligiöfiiät find unsere Fabrikarbeiter zum über- mäßigen Branntwetngenuß hingerissen und der Sozialdemo- kratie in die Anne getrieben worden. Daß darauf die Gewerbe- Inspektion ihre Aufmerksamkeit richte, ist mein Wunsch. Es darf uns ein Fingerzeig fein, daß in London das religiöse Ge- fühl, das im Volke lebt, den Ausstand der Dockarbeiter gemildert hat. Abg Frohme(Soz.): Die Berichte der Fabrikinspektoren lassen an etnem unparteisschen, die wirthschaftlichen und sozialen Verhältnisse der Arbeiter richtig erfassenden Urlheil sehr viel zu wünschen übrig. Die Herren haben sich auch diesmal wieder bemüht, die Arbeiterbewegungen und Arbeitervereinigungen zum Gegenstände ihrer Anfechtungen zu machen. Es hege in unserer Zeit, über die Arbeiter herzufallen und ihren Bestre- bringen allerlei unlautere Motive unterzulegen. Diese Manie hat sich auch der Fabrikinspektoren bemächtigt. Schon in den Berichten von 1S8S wird das FachveremSwesen einer ganz unzulässigen Kritik unterzogen, es soll angeblich nur sozialdemokratischen Zwecken dienen. Nach den Be- richten des vergangenen Jahre« sollen die Arbeitseinstellungen nur zur? Vermehrung de» Proletariat» dienen. Der dies- jährige Bericht vollends enthält unerhörte Anfechtungen gegen die Ärbeiterkoalüionen. Darnach sollen die Arbeiter nur immer systematisch zur Unzufriedenheit aufgehetzt werden, während man sich doch lediglich bemüht, den Arbeitern den richtigen Weg zu einer besseren Vereinbarung mit den Arbeitgebern zu zeigen. Man kann sich schließlich nicht wundern, wenn zede freie Regung auf dem Gebiete der Koalitionsfreiheit unterdrückt werden soll. Die Beamten in SchleSwig-Holstein erklären das Vorgehen der Arbeiter nicht aus ihrer unterdrückten Lage, sondern lediglich au« agitatorifchen Zwecken. Offiziöse Zeitungen haben auch den großen Bergarbeiterstreik in West- falen aus ähnlichen Gründen herleiten zu müssen geglaubt, während e« sich doch hier wie überall nur um da« Recht de« Ardett-rS handelt, seine Lage zu oerbessern und einen größeren Theil vom Produktionsertrage zu verlangen. Es giebt oft kein anderes Mittel für den Arbeiter, hierzu zu gelangen, als den Streik. Es kann höchsten« die Zweck- mäßigkeitsfiage bei Streiks erörtert werden, nie aber die eigentliche Rechtsfraae. Die Fabrikinspektoren sollen sich also von derartigen Angriffen fern halten. In jedem Bericht werden aber die Unternehmer als durchaus unschuldig, wohlwollend und niemals fremd hingestellt. Die Arbeiter dagegen werden besonders in der Lohnfrage und der Frage des LohnfatzeS als vollständig unmündige Kinder hingestellt. Die Thaisache, daß einige Arbeiter am Sonnabend mit dem Lohn nicht Hau« zu halten wissen, trifft nicht auf die große Mehrheit der Arbeiter. Wohl aber weiß ein großer Theil der Arbeiter, daß er e« trotz allen Fleißes nie in feinem Leben zu etwa« biingen wird. Die Fabrikinfpektoren haben sich bemüht, gewisse Lohnformen zu empfehlen, so auch die Akkordarbeit, während gerade seitens der Arbeiter ganz energisch dagegen Front gemocht wird. Nur einer deri Fabrikinspektoren scheint erkannt zu haben, daß e» sich bei der Akkordarbeit um eine ganz übermäßige Ausnutzung der Arbeitskraft des Einzelnen handelt. Auch zur Beilegung der StrikeS haben sich die Fabrikinspektoren als durchaus unge- eignet erwiesen, da sie immer vom Standpunkt der Unternehmer aus urtheilen, und man muß deshalb zu den von uns vorgefchla- genen Einigunasämtern zurückkommen. Ich wünsche, daß die Berichte unverkürzt und nicht wie bisher in Auszügen vorgelegt werden, wenn es auch nicht zutreffen sollte, daß die Regierung diese Auszüge tendenziös aus den B-rich'en zusammenarbeiten läßt. ES müßte der Regierung selbst daran liegen, jede ver- kehrte Beurtheilung der Berichte auszuschließen. Auch die Zahl der Inspektoren müßte nothwendiger Weise vermehrt werden, da die bisherigen in keiner Weise ausreichen. StaatSsekietärdeS Innern, StaatSminifterDr. v.Koetttchs»: Ich habe nicht geglaubt, daß in diesem Jahre von Neuem wieder die Form der Publikation der Fabrikmspektorenberichte zum Gegenstand von Bemerkungen gemacht werden würde. Jetzt ist in der That von Seiten der Regierung gegenüber dem, was sie bereits gethan hat, ein Zustanv hergestellt, daß uns zu thun jetzt nichts mehr übrig bleibt. In früheren Jahren ist hier lebhaft darum gekämpft worden, ob die Berichte vollständig dem Reichstage vorgelegt werden sollten, oder ob ein Auszug, eine Zusammenstellung des wesentlichen Inhalts, ihm zugänglich gemacht werden solle. Die Meinungen im Reichstage waren getheilt und ich habe erklärt, daß mir jede Form der Publikation recht itl- welche der Reichstag beschließen würde. Die Mehrheit entschied sich damals für die Beibehaltung des bisherigen Modus, wo- nach eine Zusammenstellung des wesentlichen Inhalts gegeben werden sollte. Daneben ist nach dem Vorgange anderer Bun- desstaaten eine vollständige Ausgabe in Preußen veranstaltet, und es kann Jeder erforschen, ob die Regierung boshafter Weise in der Zusammenstellung etwa« unterschlagen hat; er wird sich überzeugen müssen, daß nichts Erhebliches fehlt. Außer- dem kann jeder Reichstagsabgeordnete sich die Kosten der An- schaffung dcS Berichis ersparen, wenn er nur in dem Bureau des HouleS die ausliegenden Berichte einsehen wollte. Ich hoffte, einen Alle befriedigenden Zustand hergestellt zu haben und be- daure, daß mir dies noch nickt gelungen. DaS Studium der Berichte scheint nun aber doch beim Abg. Frohme kein gründliche« gewesen zu sein. Es bat mich überrascht, von ihm zu bören, daß die Fabrikinspektoren im Bunde mit den Unternehmern ständen und daß ein Verständniß für die Bedingungen der Arbeiter bei ihnen nicht vorhanden sei. Diese Behauptung ist eine geradezu wabiheitswidrige. Ter Generalbencht sagt aus- drücklich, daß der Fabrikinspektor im Königreich Sachsen Ver« anlassung genommen hat, die Intervention der Behörden anzu- rufen in Fällen, wo die Unternehmer die Vorschriften dir Gewerbeordnung übertreten haben. Die Zahl der Anzeigen seitens der Fabrikinspektoren gegen die Unternehmer ist im Fortschreiten. Es geschieht also zum Schutz der Arbeiter von Jahr zu Jahr mehr. Es baben ferner die Berichte den Be- weis geliefert, daß in der That die sozialdemokratische Presse und Agitation ihre Bemühungen darauf richtet, die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu zerstören.(Sehr richtig!) Der Bericht zeigt, daß in einem sozialistischen Blatt, aus eine ganz unbewiesene Behauptuna eines Arbeiters hin der Arbeitgeber auf das Heftigste angeoriffen und beschuldigt worden ist, seinen Arbeitern da« Verlassen der Fabrik während der Arbeitspausen untersagt zu haben. Der Fabrikinspektor, durch die Presse aufmerksam gemacht, untersucht den Fall und findet, daß an der ganzen Behauptung nicht ein einzige« wahres Wort ist. Wenn der Fabrikinspektor für SchleSwig-Holstein behauptet, die sozialdemokratische Agitation sei nur darauf ge- richtet, die Unzufriedenheit mit den Lohnverhältnissen zu ver- mehren, so hat er dafür den Beweis auch erbracht. Die Un- »ufriedenheit hat ihre Berechtigung nicht in den that- sächlichen Verhältnissen, sondern ihren Anlaß in der sozial- demokratischen Propaganda. Für den unbefangenen Beobachter ist es unleugbar, daß unsere Fabrikinspektoren sortgesetzt bemüht sind, den für das öffentliche Leben und für die Gesetzgebung sowie für die Verwaltung interessanten Zuständen in der Ar- beiterwelt ihre Aufmerksamkeit immer mehr zuzuwenden. Der Wunsch de« Abg. Frohme, daß zu Fabrikinspektoren nur solche Leute genommen werden möchten, die den erforderlichen Bildungsgrad und das erforderliche Verständniß für ihre Aufgaben mitbringen, wird von uns selbst- verständlich gUheilt, aber auch erfüllt. Wir werden vielleicht noch dazu übergehen, auch von den Fabrikinspektoren den Nachweis einer Qualifikation zu fordern. Bisher habe ich nicht gefunden, daß die Fabrikinspektoren kein Verständniß für ihre Aufgaben haben. Wenn aber der Abg. Frohme barunter verstehen sollte, daß die Fabrikinspektoren auch Neigung für sozialdemokratische Bestrebunzen haben sollen, dann würde ich seinem Wuniche nicht dienstbar sein können. Eine Schablone ist den Fabrikinfpektoren für ihre Berichte nicht vorgeschrieben, der Tadel dcS Abg. LingenS ist also unbegründet. Seine per- sonliche Einwirkung auf den Fabrikinspektor in Aachen scheint mir doch nicht ganz richtig gewesen zu sein. Er hätte seine Wünsche an eine andere Stelle richten sollen. Inzwischen verkenne ich nicht sein lebhaftes Interesse für die Besserung des ArbeiterwesenS und spreche ihm dafür meinen Dank aus.(Beifall.) Abg. Frohme: Die Zunahme der Verurtheilungen wegen Uebertreiung der Gewerbeordnung beweist höchsten«, daß diese Uebertretungen zunehmen. Dem Unwesen de« Druck- lystemS wird in den Gerichten nicht die gebührende Aufmerk- samkeit geschenkt. E« scheint nach diesen Berichten, als existire e« überhaupt nicht mehr oder in verschwindend wenigen Fällen. ThMsachlrch find viele hundert Fälle vorgekommen, besonder« in Sachsen. Die dortigen Zeitungen berichten von Dutzenden ?�„.J°üen. Auch der»Hannoversche Kourier" berichtet darüber. Die Behauptung de« Staatssekretär«, daß wir die Ardeiter gegen die Arbeitgeber ausreizen, weise ich zurück.(Hei- terkert rechts.) Freilich, die herrschenden Klassen, und ihnen gr- hören ig auch dre Fabrikinspektoren an, sehen in jeder Belehrung de« Arbeiters, in jeder Wah.ung seiner berechtigten Jnteress.u neue Aufreizungen. Professor Schmoller hat dies Gebahren schon hir länglich gekennzeichnet. Staatssekretär v. Koetticher; Der Abg. Frohme verlangt von den Fabnkinipekloren stnkte Beweise für ihre Be- hauvtungen, er selbst aber dispensirt sich davon(Heiterkeit und Zustimmung). Er meinte, über das Trucksystem geben die Be- richte der Fabrikmsp ktoren nichts. Auf Seile Ii» des General- berichte aber heißt es, die Anwendung des TruckiystemS ist nur vereinzelt wahrgenommen worden, so u. a. in dem Bezirke Zwickau, in Sachsen-Koburg�Gotha, in Hessen, in Schwarz- burg-SonderShausen. Die Strafen werden besonders svwair- firt. Diese Notizen sind um so werthvoller und zuverlässiger, ol« sie infolge unseres Auftrages entstanden find, die Lohnver- hältnisfe, Lohnhöhe und die Art und Weise der Lohnzahlung einer besonderen Betrachtung zu unterziehen. Wie kommt nun der Abg. Frohme dazu, zu sagen, das ist alles wahr, was ich gesagt, denn ich habe es in verschiedenen Zeitungen gelesen. Ich lese täglich so viel Lügen in den Zeitungen, das ich an der Hälfte genug habe. Er glaubt ja nicht, was unsere Zeitungen saßen, weshalb glaubt er', was seine Zeitungen sagen?(Beifall rechts.) Abg.». Freg«: Ich konstatire, daß die Fabrikinspektoren sich nirgends so dos Vertrauen der Arbeiter und Arbei'geber erworben haben, wie gerade in Sachsen. Der allgemeine wirth- schafiliche Aufschwung hat auch die Löhne in die Höhe ge- trüben. Es wäre bei den steigenden Löhnen allerdings Vcran- lassung gewesen, das Truckiystem anzuwenden. Die Arbeitgeber sind aber genötbigt, allen Wünschen der Arbeiter entgegen- zukommen, um ihre Verpflichtungen erfüllen und auf dem Welt- markt bestehen zu können. Aus praktischen V rhältnissen wie ethischen Gründen, die Gott sei Dank noch eine Macht in den Kreisen unserer Arbeitgeber find, war das größte Entgegenkommen gegen die Arbeiter geboten. Herr Frohme sollte statt von mangelnder Geichberechtigung der Ar- beiter mit den Arbeitgebern zu sprechen, lieber den tendenziösen Bestrebungen gewisser Preßorgane die Thatsachen zu verdrehen und die Arbeiter aufzuhetzen, entgegentreten, dann würden wir eher erreichen, was wir Alle erstreben, das allgemeine Wohl der Arbeiter. Es herrscht allgemeine Uebereinstimmung der Fabrikrnsprktoren über das fortschreitende wirihfchaftliche Gedeihen der Arbeiter in Sachsen, und wir wünschen dasselbe er- halten und nicht gestört zu sehen durch Agitationen in den Ärbeiterkreisen, wie sie in Sachsen thaHächlich nachgewiesen find. Es wird deshalb mit Freude vernommen werden, daß die ver- bündeten Regierungen die Stillung der Fabrikmspekloren kräftigen und dieselben unterstützen wollen gegen sozialdewo- k atische Agitatoren, welche dag gute Verhältniß stören wollen. (Beifall rechts.) Nach 5 Uhr wird die Berathung vertagt. Nächste Sitzung Mittwoch lUhr.(Anträge, betreffend die Verstöße bei den Wahlen, den Befähigungsnachweis, die Abänderung des Zolltarifs.) Nonrnrurrcrles. Tagesordnung für die Sitzung der Kfadtnerord- neten-Verfammtnng am Donnerstag, den14. No- vember d. I., Nachmittags 5 Uhr. Vorlage wegen Em- setznng einer gemischten Deputation für eine erneute Berathung des Entwurfs eines Ortsstamts betreffend die Errichtung eine« gewerblichen Schiedsgerichts nebst EinrgungSamt für den Gemeindebezirk Berlin.— Berichterstattung des Ausschusses für Rechnungssachen über die Revision einer Anzahl R chnuugen. — Vorlage, betreffend die Aufstellung eines Normal-Beloldungs- Etats für die Höheren Bürgerschulen— desgl., betreffend den Stand und den Fortgang der Kanal, sationsarbeiien im Juli- September-Vierteliahr d. I.— desgl., betreffend verschiedene bauliche Einrichtungen auf dem Zentral-Viehbofe.— Sechs Rechnungen.— Sechs Unterstötzungssachen.— Eine Remune- rationssache.— Berichterstattung, betreffend den Ablauf der Wahlzeit eines RathSmaurermelsterS— des gl. über ein Natu- ralifationSaesuch.— Vorlage, betrrffend den Ablauf der Wahl- zeit eines Bürgerdeputirten hei der Schuldeputation. Der Ktadtne»ordneten-Nrrfammlnng sind jetzt die Gründe des O b erv er w a l t un gs g er, ch ts- Er- ke nntn isfes in der Ziethen'schen Angelegenheit im Wort- laute zugestellt worden. ES mögen hier zunächst die Aus- führungen wiedergegeben werden, welche in der mundlidjen Verhandlung der Kommissar zur Wahrnehmung des öffent- lichen Interesses oemacht hal. Dieselben gingen u. A. dahin: «Das öffentliche Interesse fei durch dielen Streitfall nur insoweit berührt, als von der Bestimmung des§ 21 der Städteordnung aus denjenigen Folgerungen entgegen- getreten werden müsse, welche in der Entscheidung de« Bezirksausschusses und in der Berufsgegenschrift au« dem in dem Urcheüe des Oberverwaltungsgerichts vom 2. November 1888 aufgestellten Grundsätzen gezogen worden seien. Sollte insbesondere der Grundsatz,«unter jedem Wahlbezirk sei ein durch bestimmte Lmien individual,firter Theit der Erdober- fläche zu verstehen, bei dem eine jede Veränderung der Grenzen mit der Vorschrift des Z 21 der Städteordnung absolut unver- träzlich erscheinen", dahm führen, daß jede— und selbst eine durch zwingende Gründe, wie In und Erkommunalifirungen, veranlaßte— Acnderung in der äußeren Gestaltung eines Wahl- bezirks die Ungiltigkeit der danach erfolgten Ergänzungs- o'er Ersatzwohl noch sich ziehe oder daß in manchen Wahlbezirken eine giltige Ersatzwahl in Zukunft Überhaupi nicht mehr möglich sei, so werde eine lolche Schlußfolgerung— falls sie an sich zutreffend erscheine— und daneben auch der Grundsatz selbst als nicht imSinne des Gesetzes liegend er- achtet. Allerdings könne nicht in Abrede gestellt werden, daß es bei etwaigem Aufgeben jene« Grundsatzes an ein für olle Mal feststehenden Kriterien für die Frage, ob ein Wahl- bezirk«derselbe"(Z 21) geblieben sei, sihle und daß damit die Beantworiung dieler Frage von den Veihältnissen des jedesmaligen Falles abhängig bleiben müsse; immerhin aber werde eine derartige Auslegung des Gesetzes vom Standpunkte des öffentlichen Interesses eines solchen noch vorge- zogen, welche zu den vorder elmahnten Kor seqr-erzi n nrt damit in der Handhabung der Verwaltung zu mehr oder minder un- haltbaren Zuständen führe."— Die Gründe des Er- kenntnisses führen dann des Längeren aus, daß, wenn es klar zu Tage liege, daß die Veränderung das Ergebniß der Ab- stimmung unter keinen Umständen beeinflußt hat, sich die kon- krete Wahl nicht bemängeln läßt. Im übrigen werden die in der Entscheidung vom 2. November 1888(Sache Jähndrich) ausgestellten Grundsätze nicht fallen gelassen, vielmehr überoll festgehalten, auch insoweit, daß cS nicht ihuri'.ich ist, den Worten des Gesetze«, welche«denselben Wahlbezirk" zur Wahl berufen, einen Sinn unterzulegen, daß damit nur«im Großen und Ganzen derselbe" oder«im Wesentlichen derselbe" oder etwa« AchnlicheS, gemeint sei. Die klagende Gemeindevertretung finde ihrerseits m der Slädteordnnng selbst die Ermächtigung des Magistrats, die Grenzen der Wahlbezirke jeder Zeit abzuändern und beruft sich dafür auf den Bericht der Kommiision des Herrenhauses zu Z 14 der Städteordnung, welcher zwischen«erheblichen" und«unerheblichen" Aenderunqen nicht unteischeidet.«Allein die Aeußerung der Kommission eines einzelnen Faktors der Gesetzgebung ist dem klaren Wortlaute des Gesetzes gegenüber bedeutungslos. Als Belag dafür, daß auch anderweit diese Auffassung de« Gesetzes nicht getheilt wird, mag auf die Verhandlungen beider Häuser de« Landtage« über den Antrag Straßmann-Z-lle aus den Jahren 1882 bis 1884 und auf diesen Antrag selbst ver- wiesen werden. Wenn bei jenen Verhandlungen die Unterscheidung zwischen erheblichen und— ihrem Begriff nach unbestimmbaren— unerheblichen Veränderungen nicht de- sonder« hervorgetreten ist, so folgt doch daraus in keiner Weise, daß man etwa die letzteren als erlaubt angesehen hat. Das fortgesetzte Korrigiren der Wahlbezirks- Ein theilung— so be- merkte der Vertreter der Staats-egierung in der Sitzung des Herrenhauses vom 19. Mai 1884 sei nicht für zulässig zu er- achten und müsse, wo es vorkomme, abgestellt werden. Es mögen sich im Falle der In- und Exkommunabsirung Schwierigkeiten ergeben. Erweisen sie sich im Rahmen des bestehenden Rechtes als unlösbar� so wirb Abhilfe nur im Wege der Gesetzgebung geschaffen werden können. Immerhin aber muß in Erwägung kommen, ob nicht bei dem Nebeneinander bestimmter Borsch-iften über die Veränderung des Stadtgebietes einerseits(§ 2 der Städteocdnung) und der Satzungen des§ 21 anderseits sich für diesen Spezialfall innerhalb des geltenden Rechts ein ÄuSweg finden läßt." Lolrerles. Zur Frag« des Zurückbehaltungsrechts der Hand- rverüer theilr das«Grunveigenthum" einen lehrreichen und interessanten Fall mit. Ein Kiempnermeister wurde von einem Miether bestellt, einen Wasserhahn zu repariren. Er that, wie ihm geheißen und verlangte, nachdem er die Reparaturen vor- genommen und den Hahn wieZer angeschraubt hatte, zwei Mark Rcparaturkosten. Da erklärte der Besteller aber, er be- zahle nichts; diele Reparaturen feien Sache des Hauswirths. Nun wandte sich der Handwerksmeister an den HauSwirth. Der aber lachte und meinte er solle sich von dem bezahlen !assen, von dem er bestellt worden sei. Er(der HauS-nuth) bekomme von dem betr. Miether noch eine rückständige Miethe lür ein halbe« Jahr und bezahle demzufolge keinen Pfennig. Nun erstattete der Klempnermeister seinem Austraggeber wieder Rapport und verlangte, freilich wieder ohne Erfolg, von diesem Zahlung. Er ließ auch hinzufügen, daß er den Wasserleitung«- bahn wieder adschiauben lassen werde. Jedoch auch diese Drohung fruchtete Nichts und der Handwerksmeister konnte von keiner Seite Geld erhalten. Da beauftragte er seinen Gesellen, den WasserleiiungShahn wieder abzuschrauben und zurück- zubringen. D:eS geschah, und der Wasserhahn wurde, nachdem er, um Verwechslungen zu vermeiden, kenntlich gemacht worden war, auf Lager gelegt. Dieser Schritt zog dem Meister urer- warteter Weise eine Anklage wegen Diebstahls zu, welches Delikt die Siaateanwallschast in der oben geschilderten Hand- lungSweise erblickte. Der Angeklagte hatte sich nun dieseehalö vor dem Schöffengerichte zu verantworten. Derselbe btstrit», daß er den Wass-rleitung-hahn sich habe aneignen well-n. Er habe ihn nur bis nach eclolgter Zahlung zmückbehalten wollen, und ein Handwerker habe das Recht, die Gegenstände so lange zu behelien, bis er Zahlung erlangt habe. Das Schöffengericht trat dieser Auffassung indissen nicht bei, nahm vie mehr an, daß der Angeklagte tbatsächlich einem Anderen eine fremde b�weg- liche Sache ohne Recht weggenommen habe. Es sei zwar richtig, daß ein Handwerker auf Grund von§ 767 ff. des bürgerlichen Gesetzbuches ein Retentionsrecht an den Sachen, welche ihm zur Reparatur ubergeben worden sind, wegen der auf die Sache gemachten Verwendung hat und diese Sachen so lange zurück- alten kann, bis er Befriedigung erlangt hat, allein dieses Re- tentionsrechtes sei er verlustig, sobald er die Sache zurückgegeben habe. Setze er sich eigenmächtig wieder in den Belitz derselben, so könne er sich zm Entschuldigung auf das ihm zustehende Re- tentioasrecht nicht berufen. Der alljährliche Ilovember-Sternl'chuuppenfchwar», der fogenannlen„Leomden" wird in diesem Jahre in der Zeit von heute bis 15. Nooember, in den Morgenstunden siäilt'ar sein. Der Name«Leoniden" rührt daher, daß bei diesem No- vemberschauer die emzelnen Sternschnuppen sämmtlich von einem Punkte im Sternbl'de des Löwen,«leo", ihnn Ausgang genommen zu haben scheinen. Es ist dies nur eine W-.rkung der Prrspekuve, indem Ihaffächlich alle diese kleinen Kö perchen, die infolge der ihnen innewohnenden großen Geschwindigkeit und de« ziemlich bedeutenden Luftwiderstandes beim Eindringen in unsere Almospäre in lebhaftes Glühen geiathen und dadurch erst dem Auge des Beschauers sichtbar werben, in parallelen Bahnen ihren ell'pnfchen Lauf um die Sonne aus- führen. Parallel neben einander gehende Reihen rufen aber bei einem Beobachter, der sich an dem einen Ende bifindet, den Eindruck hu vor, als liefen sie am anderen Ende in einem Punkt zusammen. Vorläufer des großen Schwarmes werden schon seit einigen Tagen beobachtet. Meteor« sind jetzt nichts seltenes mehr, seit die Reporter aus dies.s Gedrct aufmerksam geworden sind. So berichtet eure hiesig« Korrespondenz, daß am Sonnabend Abend um 6 Uhr 25 Minuten dicht bei Zehlendorf wieder ein Meteor beobachtet worden ist, da» von großmtiger Jnte fität war. Die Possagure des nach Zehlendorf fahrenden LokatzugeS hatten Grlegenheit, das Meteor ganz deutlich zu sehen, wie es wie eine große, elektrisch erleuiNhte Glaskugel mit langem Strahlem schweif vom Himmel zur Erde schoß. Ärscheinend ist es auch in der Nähe von Z Hiendorf niedergefallen. Mn starker Rauhfrost ist in der Nacht zum Montag gefallen. Im Freien grng demselben ein so dichter Nebel voraus, daß die Eisenbahnfigr ale vielfach nicht zu sehen waren; die Fuhrleute, welche Nachts unterwegs waren, mußten sich durch Zuruf vor Zusammenstößen warnen. Auf der Spree, bei der Treptower Ersendahnbrücke, stießen zwei Kädne aneinander und beschäorgten sich erheblich, wie man beim Löschen ihrer Ladung am Montag Morgen festgestellt hm. Bis zum Vormittag 11 Uhr Welt sich trotz Sonnigkeit des Tage« Reif und Eis auf manchen Stellen in der Umgebung Berlins. Man hat Nachts im Freien bis zu 4Zi G ad Kälte gehabt. «H« Spree und der Rnmmrlvburger See find im steten Wamsen begriffen. Der Wasserstand hat schon j tzt eine ungewöhnliche Höhe erreicht, so daß bereits niedrig gelegene Acker- und Wlescngiundftücke unter Waffer gesetzt sind. Die hart am Rummelöbuiger See auf dem Tübblcke'scken G-und- stück befindliche Angler Kolonie ist bereits an cinzrlnen Stellen vom Wasser umipült, ibenfo stehen auch die Wiesen neben dem am Treptower Spree-Ufer entlang führenden Promenadenwege unter Waller. Dur Telephonstatistik. Am 31. März d. I. hat die Postverwallung vre Gespräche gezählt, welche per Telcphon ge- führt wurden, und e« ergab sich dabei für das gesammte Rcrchspostgebiet(also ohne Bayern und Württemberg) die Zahl von? 545 234 Gesprächen; davon evifielen allein aus Berlin 187 371; in dieser Zahl find die Gespräche nach außer- halb nicht mit enthalten. Die innerhalb der Stadt befind- lichen Leitungen hatten eine Länge von 16 542 Kilometern, da« find 2200 deutsche Meilen; die Zahl der Spcechstellen be- trug 9534. Die euorme Duuahm« der Keuölkeruug unsere« Vor- orteS Weißensee macht den Bau eines eigenen PoftgedäudeS nothwer dig. Seitens der Kaiserlichen Oder-Poft-Direktron in Berlin ist für Weißensee ein Grundstück in der Königs- chaussee erworben worden, auf welchem baldigst mit dem Bau einer größeren postalischen Anstalt vorgegangen werden wird. Die Paulftrastenbrücke, welche berufen ist, die direkte Verbindung des Sludttheils Moabit mit dem Westen herzu- strll-'N, scheint aus dem Nebel, in welchen sie bisher roch immer gehüllt ist, nach und nach der Wirklichkeit doch näher gerückt zu werden. Die Pläne zu dem Brückenbau liegen augendick ich im Ministerium, wo die architektonische Ausstattung einer Prüfung unterzogen wird und es ist wahrscheinlich, baß die Bauarbeiten im Frühjahr ihren Anfang nehmen werden. Fertigstellung de» Z-tferdebahntlnie rg Kriminatgericht, für welche Nc Siadt ihi«? *?. Orti-T TlllH t Dl._ lottenburg.________.___ WD schon vor 2 Jahren die Konzession ertheilt hat, scheint � sich gesichert zu sein. Nachdem die Gotzkewskibrücke war, wurde plötzlich die Forderung einer Verbrtilerv«»' Marchbrücke aufgestellt und nachd.m auch diese betteiiP* worden, hörte man von der Pferdedahnlinie lange Zc» gor Nichts mehr. Am vorigen Sonnabend hat nun die** loitenburger Pfirdeersenbahngesellschuft endlich die pWl? Konzession für die innerhalb Berlin« liegende Strecke der � erkalten und sie hofft, daß dies in kürzester Frist auch'"f Strecke innerhalb des Charlottenburger Weichbildes wird. Mit dem Einlegen der Schienen soll bald dego«' werden und es ist zu hoffen, daß die Betriebsei öffnunz« im Laufe des Winters stattfinden kann diu polizrUicheu MiZchuuterfnchuuse« � •r rft. r>nn STTMA ittr itrhunfl/ B-t...... im Oktober ca. 46 500 Liter Milch zur Unier uchung,-* 370 Liter beanstandet weiden mußten. In 74 Fälle« W ein strafiechtlicheS Einschreiten veranlaßt. Im Ganze« 2947 Untersuchungen stattgefunden.. i Der Fremdeuoerlrehr erreichte im Monat Okto«� Höhe von 46 788 Fremden. In hiesigen Gasthöfen fi«d� Hotels garnis und ChambreS garnis 4908, sonstigen Hawe 9064 abgestiegen. Da» Schillerdeukmal war am Geburtstage de« 4)» reich mit Lordeerkiänzen geschmückt. Ein sonderbare« Ad«"? passicte, wie die«V. Z." mitiheilt/einem Herrn, der o®,® � gleichfalls einen Kranz am Denkmal des Dichters nieSm? wollte. Er wurde daran von einem Schutzmann mit dw. merken gehindert, daß es dazu der Einholung linen«U lichen Genehmigung der städtischen Parkdexulalion dio« Da der Verehrer des Dichters von dieser fondcibatt». dingung keine Ahnung hatte,-">««-—••—— � abziehen. Tie städtische Pa: Allüren zuzulegen, die seither wurden. Ciu gewaltiges Schadenfeuer wüihete in der � vom Montag dl« zum Dief.stag Mittag in unserem SWJS We'.ßensce. In noch unaufgeklärter Weise war in der b.s zum Dache hinauf gefüllten Scheune des Ackeid� Möser in der Berlinerstrvße Feuer ausgebrochen, welche, der Entdeckung des Brandes schon derartige Dimensio»� genommen hatte, daß an ein Retten des Geländes und l? inhaUes nicht zu denken war. So mußten sich die amLaj? Feuerwehren nur auf das Schützen der anstoßenden" und Stallungen beschränken, was bei der furchibaren, ai Feuerheerd ausströmenden Hitze sehr schwierig war und nicht gänzlich gelang, so daß ein anstoßendes Stallßcd-, sowie eine Remise gleichfalls erheblich durch Feuer � halten. Die Scheune selbst ist total niedergebrannt, der SK weichen Herr M. dadurch erleidet, nicht unbedeutend, d« Gebäude nur mäßig versichert sein soll »»«»»»< hat f ?. Schläfst� Ä iu n. f'1 dem fy , 0 die Räh {j sollte im Zwischen worden»u fswer Brau «wen Brief lane B aut föni M", baß dst an dem Mnüber l "Werften d »« der Wir reno «den Setter Mmn "WfttJ Zn i jet f-Jl hilf An den Dammmüsileu ist ein Prahm gesunken,. welck em sich e ne der zu den dortigen Bauten nötmgen Riii�l ''' �.....'-— wn 'ill* befand. Derselbe liegt quer hinter dem rechten Wosserdi und konnte trotz verzweifeltster Anstrengungen, welche so�s Dampfkrast gimacht find, nicht gehoben werden. DaS � rammen an jmet Stelle verbietet sich natürlich vor der®� Aus heiler Haut sollte nach der Versicherung der!* Kottduserstraße wohnenden Frau N. eine entzündliche Geiv? entstanden sein, welche die rechte Hand ver Frau und z Unterarm befallen hatte, so daß die etwa bOjabrige Fr»» � mehr im Stande war, den Arm oder die rechte Hand i** wegen. Diesen Erkrankungen«aus heiler Haut" sinv nun aber die A?rzte mißtrauisch und auch der Frau N. zu Hille gcbetene Arzt wollte von der Heist« Ej als K ankhiitSursache nickt« wissen. Nach eingehender Untelst� des k-anken Gliedes behauptete er, daß die Eekeankung"'f Außenkante der Hand, etwa in der Gegend de« KicinfiiigertÄ feinen Ursprung genommen habe. Die Frau versicherte bcP"z von keiner Verletzung oder auch nur schmerzet regend � rührung an der betreffenden Stelle etwas zu imsseu, blieb ebenso best mmt bei seiner Meinung. Da Tagen fällt der erwachsenen Tochter der s Beschäftigung mit einer Näharbeit ein, da! Gewohnheit habe, beim Nähen den Faden zum Abreißen« um die Hand zu schlingen, wobei der Fad«« A den heftigen �Ruck in� das Fleisch der Hand ei« � einschneidet.'~ '"S te bei Äjl&ela K.? V' Bfjw san JUigen f w w'Nlev fest z. Da vor>7 y F. au N. aß ihre Als dem Arrte diese Mittheilung gemacht vfij erklärte et Jofmt, daß allem Anscheine nach in diesem der Frau N. die Ursache der Erkrankung zu suchen ff'- dem noch vocrälhigen Nähgarn ist ein Theil zur i&'ß Untersuchung gegeben worden, um festzustellen, ob un# fjf Stoffe von gesundheitsschädlicher Beschaffenheit demfilb�F haficn. Der Zustand der Frau N. ist ein sehr beso� erregender, zu ihrer Behandlung ist noch ein zweiter Arü rp gezogen worden. Es hat sich ein langer GeschwürSkaN�.ß Unterarm und Hand gebildet, der an dem Kleinfingergolk* z öffnet und dessen Behandlung eine äußerst schmerzhafte»*■ j ist fraglich, od der Kräslezustand der Frau ausreichen w" die K-'siS der Krankheit zu überstehen. k Mit der Kellueritt einer..Damenknelp«'''y Lothnngeistraße lchokerte, wie die«Betl. Pn." zu erzähst� am Montag Nachmittag in der vierten Stunde ein Herr. Sonstige Gäste waren in dem Lokal nicht ck Die Chawpagnerpfiopsen knallten und der Gast Halle ba>- f anständige Zeche gemacht. Wie erstaunte aber der Bcsi»y Lokal«, als er Abends gegen 7 Uhr feine Räume wellte und noch kein Gas angez regungslos auf dim Sepba; si.._____ kneipt haben, dachte der Wirth. Als er dcS Mädch'«*� mit ickweier Mühe eimunlert hatie, konnte dasselbe nur feine Gedanken sammeln. Plötzlich entdeckte sie, doß'h�sF tasche mit Inhalt verschwunden sei. Aber auch derW»�J nickt verschont bleiben; die Ladenkasse war erbrochen[\f Inhalt, ungefähr 30 M., entwendet. Aus dem Sopb, man später ein chlorosormgetränktes Taschentuch, unheimlieke Gast das Mädchen betäubt hatte. Die W*4 nb man »"ebrichsif, bet(v'"* öni8« fcWtfttqem M x-ZZ" & Src U'Ä «•"s dK« Harle ® tn'i ZhMren g, � den NA". glaubt bestimmt, den Mann schon einmal in einem ' für die?'�I* bleibt n-'uel'« Lokal bedient zu haben.— Die Bürgschaft dieser stark n man tisch klmgen den Angabin «Beel. Pr." überlassen.. Dou«iuer mysteriösen N�siaftung weiß eme/ Lokalkorrespondenz zu erzählen. In der Nacht vom —. �~---' otk zum Montag bemerkte Frau P., die Besitzerin dcS in de stroße belegenen bekannten Caffel'schen Hotels, in welve F wegen einer darin gefeierten Hochzeit da« regste Leben b yß wie eine eleom t gekleidete und tief verschleierte Dc>w �& die Treppe erstieg und in einem der Korridore versch«im' f eilte der Dame nach und erreichte sie in der Küche, �. Unbekannte da« anwesende Dienstpersonal flehentlich« schnell irgendwo zu verstecken. Sie solle verhaftet ff sie unter Kontrole stehe und die Sittenpolizisten Spur seien. Während da« Dienstpersonal von 1?*$if. Eistounen erfaßt, sich nicht zu rühien und zu antworte« � trat Frau P, eine energische Dame, der Fremden packte sie beim Arm, riß ihr den Schleier vom Ge«u erkannte, daß die geheimnißoolle Person ein tn Begleitung emeS Nachtwächters und Schntzma"" K Kiimmalbeamte und bemächtiaten sich der Psevdodam' M den Beamten verfolgt, war sie, um sich der drohen sinstnnn nt enixieh�rt in— OXni/y nDU V\ri Haltung zu entziehen, in das Hotel zum König von gefluchtet und halte sich dort zu verbergen gesuchsi- Sfj Dbai war es dem Menschen gelungen, au« diel' glücklich wieder herauszukommen, da ihm aber d>e„ dicht auf den Fersen waren, so sucht« er zum z«*" len. �liA\ in K in T,°una !I. hl �K'itei a» des, zÄ«» LÄ �.de " Hol nn» »ladt tv'«-, leint oWa 3 de ho« »nlerM' beneiW IUN die v» sie polije? ecke da« anch iur des geste? ald dega' ,öffnM� iv gf ,c* hung, w»' Sähen Sans« P &'' welchem jedcch seine Arretirung in der geschilderten erfolgte. Wer der festgenommene war und maS leine �nmva veranlaßt, darüber gaben die Beamten keine Aus- ti,/.'b daß der Phantasie der weiteste Spielraum bleibt über ««l- myst-riöse Verhaliung. », setbstmordverluch. Weil sie ihrem Bräutigam zu»alt" i» am Momag Nackm ttag die in der Gren�straße K-t- fstelle wohnende ZZfährige Näherin Emilie f. da« 'fn zu nehmen versucht. Drelelde war seit mehreren Jahren d» gleichaltrigen Schlosser Eduard H. verlobt, und so lüru-i>eria in vielem Jahre einige Hundert Mark geerbt, -r' un nächsten Monat bereits die Hochzeit stattfinden. Wichen aber scheint dem Bräutigam die Verlobung leid ge- wleVu'e'n! H. ließ sich seit einigen Wochen nur wenig bei ei»� Z�ut sehen, bis er schließlich cm Montag der F. durch l�n. m suiltheilte, daß er von der Herralh zurückstehe, weil schon zu»all" sei und er eine besiere Partie x r"» Die F. nabm sich diese Kränkung derartig zu -.»rn, daß si« sjch das Leben zu nehmen versuchte, indem sie «a,»?,.? Fensterkreuz ihrer Schlafkammer aufknüpfte. Im telÄ. delegenen Hofgebäude am Fenster stehende Arbeiter .»?? entsetzliche Vorhaben der Näherin, eilten schnell «mliii t~ derselben, und so gelang es, die bereits be- Lid-» �/lbstmörderin noch rechtzeitig abzuschneiden und ins iuruckjurufin. Da die F. sich verzweifelt gegen ihre l»ukn» � und erklärte, daß sie sich doch noch ein Leid iidchfZß��r«, wurde sie nach einem benachbarten Kcankenhause Inge überfahre«. Von dem am Sonntag Nach« «so»? n � lo Minuten auf der Stettiner Bahn von Berlin ün»»! m a �uae wurde etwa 1 Kilometer hinter Ebe:Swalde �er» ��oise stehender Mann niedergerissen und überfahren. lBiir. � wurde sofort angehalten, und ein in demselben als wie Ii �findlicher Arzt leistete dem Verletzten die erste aliiVst?tm Lokomotivführer soll keine Schuld an dem Nn- R»iim r lreffsn; wie es heißt, soll der Uebcrsahrene ein Irr- »Ii fttth if* seltenen Lrichenfand machten am Sonnabend �bei/" m Fuedenstraße mchreie zur Arbeit gehende Fabrik- tzt-.r Auf dem Bürgersteig vor dem Hause 74 der genannten te Ra® dämlich ein:odtes Schwein. Allem Anschein nach tzch Uch der Besitzer de« eingegangenen Borstenthieres, um »ibr � mit den Behörden zu vermeiden, auf diesem nicht oii? DSewöhnlichen Wege entledigt. Die benachrichtigte Rc- Äbtat■ oeranlaßte die Fortschaffung des Kadavers mittelst ÄjtnT�uoagenS nach drr fiskalischen Abdeckerei in der �ftaiße. *? Aufziehen der Mache wurde gestern Mittag der W. siraße wohnhafte Knabe Max K. in der Wrangel- b-l einem Arbcitsfuhrwerk überfahren und zog sich da- Verletzungen am Kopfe zu, daß er nach dem »dr in us Bethanien geschafft werden mußte. Der Knabe ».UNdchisniner Weise in den Wagen hineingelaufen. fitRi vrasslichr Verstümmelung der rechte» Hand � bei der Arbeit am Humbolvthafen der in der Reinickcn« »ße wohnhafte Arbeiter Franz Sch. zu. Der Verun- »eitle» einrm Krahn mit dem Löschen eines mit Sand- beladen en Kahnes bcschästigt und wollte einen schweren «54"k'od in richtige Lage bringen. Da gab die Kette ' und die hei abfallende Last zermalmte die Hand des schien. Sch. wurde sofort nach einem Krankenhaus ge- "iL Hier mußte die Hand amputirt werden. Wlc?«.«nbekaunter,»tma SOjähriger Mensch hat �idei, x nd im Thiergarten an der grogen Ouerallee seinem Cr durch einen Revolverschuß ein Ende gemacht. Polizei- k,.* landen den Lebensmüden auf. Die K'gel hatte den Tod herbeigeführt. Die Leiche wurde nach dem •»n Vmi01 LeichmschauhauS geschafft. Der Selbstmörder ist der bikl blond und trägt einen Schnurrbart. Er «tifle». m 1 mit schwarzem Rock, braunem U-b-rzither, ge- '5nd schwarzer Pelzmütze.� Jn seincr Brusttasche ?-sii tttan fvt',VM*öv*' t-1 v v*«vj• 1«v» i**/ chdriAs.,.?'�«lftstücke mit den Adressen Maurermeister D Gin»' und Max H., Oranienslraße. .er AZ."««bekannte ältere Frau wurde gestern Abend i, Mrsiw��berftraße in einem Hausflur in bewußtlosem, hrlfs- !?eraiis»km? Zustande von Poiizerbeamten aufgefunden und auf �«tanr/ff ou ionoe � ffi}"0 d°S 72. »«kehrt, �ute'si du Polizeireviers in die Charitee geschaffl. bis heute noch nicht zum Bewußtsein zurück- »etti��si�Ugvforge« haben einen Familienvater in den Tod �ffter der Wilhelmstraße wohnhaste Schneider- Leitet»"b M., welcher für hiesige große Schneiderfnmcn Men»jl'.'Mvchte nicht die Miethe zu bezahlen und war infolge »ch der i???.bit von der Exmissionsklage entfernt. Das nahm x«de Kindliche so zu Herzen, daß er seinem Leben ein /W°. Mache» beschloß; sein kleines Töchterchen fand den <%>?.»deiche vor, als es von der Schule nach Hause zurück- e,. �in schwerer NnalucksfaU ereignete sich gestem aus »us�budau in der Prinzen- Allee. D" Zimmerer Aug».- «Ii>�°r!otterchurg hatte eure Leiter besti-gen. Diese geriely Schwanken und fiel um K.zog sich°uw'N"eren «04»«ÜM einen Bruch des linken Beines zu »«iL Mi«-,«k &>?Kn3 STä N-i-»iäJÄ ?Ä'�u-id anscheinend an den Beinen nicht unerhevuq soll Ii; M. wurde in ein Krankenhaus geschafft. Den Kutsch Ä dem Unfall keine S»uld treffen.„, «nd- des Dreh-rgetspielers. Gestern-«tach »ichL Murde anl Kottduter Ufer b.e Leicke des'n der Kop� MtF. k* wohnhatten Drehorgelspielers B. aus dem Lan gezogen. B. war vor cmigen Tagen ,n«n9et'u""\e� »sg sammt seinem Instrument m den Kanal hlnci. Ueberschreiten de- Fahrda«,«»- der Sttaße �hn�-den Lmden" wurde gestern der m der Pnnzm.ÄUee A. Mte Arbeiter August G. von einer Droschke umgefahren. h dÄ schwere Kiste auf den Schullern und Üblich? zur Erde so unglücklich auf ihn, daß b°«� Verletiii»»-». om Ift Si LfM* �wwetsburg herrschen Scharlach und Diphtheritis in r'ßuno� X em Umfange, so daß man taglich auf die ÜMrfir hKl"__ �1.4 frtif TdriÜtftKnft« Ä schlL?» der UÄ'., 1«"»D......., L, I V°rg'"?Mer K schule wartet. Namentlich tritt Diphtheritis Nur»°hne AnÄ' 2!»-mz-lnen Fällen sind Kinder früh aaen �k" �ner beginnenden Krankheit in die '.'.'ttags unwohl nach Haus gekommen und x.rr�. ��0« im Fieber gelegen. Infolge dessen .»,'lten hl,„�k?i,.daß die Ucbertragung der ansteckenden �''keidN.chli-b in der Schule statisindet. �>54?»m Siiiit?- Am II. d. M. Morgens stürzte ein �bchve»? tfch fce« ff??'i einer Leiter um und erlitt einen Li � Sg?b°nkenhl„.s- x Unterschenkels. Er wurde nach dem ffif"»'ift-aK- m �bracht.— Mittags wurde vor dem 3Ma» �d cm«« Ihriger Knabe von einer Equipage X�.ch dem»VÄ 1° schmer verletzt, daß seine Uever- »»!? E,f en fl-ii l i.aufe, Bethanien erforderlich wurde. h'/frz Ä'dstüxz�� wurde im Landwehrkanal gegenüber «°Usi Butt° sotMer Ufer 43 die Leiche de« Ar- Echo,. schafft,--m�en und nach dem Schau« °«n Sei.enZ�'U'ss°LS fand in der Fabrik siugel de« Hauses Potsdamerstr. 4171 eine Gasexplosion statt, wobei ein Arbeiter Verletzungen am Kopfe erlitt.— Zu derselben Zeit wurde ein Schneidermeister in seiner Wohnung in der Wühelmstraße erhängt vorgefunden. — Abends wurde im Thiergarten, m der Näh« der Zelten. ein unbekannter, etwa llljahriger Mann mit einer Stußwunde in der rechten Schläfe todt aufgefunden. Die Le.che wurde nach dem Schauhause geschafft.— Zu derselben Zeit wurde ein Schankwirth im Flur des Hauses Weydingerstraße 2 von zwei unbekannten Männern angegriffen und durch einen Messerstich und einen Schlag mittelst eines stumpfen Gegenstandes im Gesicht mcht unbedeutend verletzt.— Auf dem Platze vor dem Brandenburger Thore wurde zu derselben Zeit ein etwa 18 Jahre aller Japaner von einer Equipage überfahren und anscheinend innerlich verletzt, so daß er nach der Charitee ge- bracht werden mußte. Goriihks�etkung. Di- bekannten Reklamen in Form und Farbe der Gintansendmarknoten trugen dem Urheber eine Anklage wegen groben Unfugs ein, welche heute vor der 97. Ab- theilung des Berliner Amtsgerichts I zur Verhandlung gelangte. Der Mechaniker Paul Templer hat mittelst dieser Zettel, auf deren Vorderseite Jedem eine Reichsbanknote von Eintausend Mark gewünscht wird, deren Rückseite aus we>ßem Unter- gründe die einzelnen offerirten Gegenstände verzeichnet find, sein pbysikalisch-optischeS Institut, Span dauerbrücke 1. empfohlen und t ie'e Reklamen ramei tlich in den Räumen der Ausstellung für Unfallverhütung vertheilen lassen. Die Polizeibehöide hatte hierin nichts Unrechtes gefunden, bis sie Anfangs September diese« Jahre» von der Staatsanwaltschaft rn Görlitz die Mittheilung erhielt, daß dort ein Halb- hüftrer ai s der nächsten Umgebung einen solchen Schein als tausend Mark ausgegeben hat. Infolge dessen ist unter der Annahme, daß diese Reklamescheine zur Förderung betrügerischer Manipulationen geeignet sind und deshalb die öffentliche Oed- nung stören, die obige Anklage erhoben worden. Der Ver- theidiger, Rechtsanwalt Dr. Friedmann, führt aus, daß die gewählte Form der Reklame eine durchaus legale sei, die nur den Zweck habe, daß die Adresse des Aussteller« längere Zeit aufbewahrt werde, als es sonst der Fall sein würde; daß diese Scheue als Banknoten ausgegeben oder angenommen werden, erscheine ihm ausgeschlossen, da schon ein obe- flächlicher Blick ihre Qualität erkennen lasse. Der Gerichtshof er- achtete aber diese Scheine als geeignet zu einer Störung der öffentlichen Ordnung und verurtherlte den Angeklagten zu 10 Mark ev. 2 Tagen Haft. Der berüchtigte Keichenfledbrrer Ernst Lippoldt, in Verbrecherkrersen bekannt unter dem Spitznamen»Der dicke Ernst", von dem wir vor einiger Zeit berichteten, daß er wegen Beraubung eines Schläfers m öffentlichen Parkanlagen vom Schöffengerichte zu sechs Wochen Getängniß verurtheilt worden sei, obwohl bekannt war, daß er seine bei der Beraubung etwa aufwachenden Opfer mit dem Ochsenziemer wieder in den Zu- stand der Wehrlosigkeit versetzte, ist nunmehr doch auf längere Zeit unschädlich gemacht worden. Zu der oben erwähnten Strafe von nur sechs Wochen gesellte sich zunächst im Monat Oktober eine Bestrafung wegen Bedrohung. Körperverletzung und groben Unfugs von neun Monaten Gefängniß und sechs Wochen Haft. Gestern stand Lippoldt, der mittlerweile zum 11. Artillerie. Regimente in Thorn ausgehoben worden ist, vor der 4. Strafkammer. Diesmal lautete die Anklage auf Beleidigung, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Körperverletzung, Bedrohung, wissentlich falsche Anschuldigung und Bettelei. Die Verhandlung gestaltete sich recht turbulent. Der Angeklagte drohte einem der Zeugen, der gegen ihn aussagte, er würde ihm den Hals umdrehen und ging auch wirk.ich mit einem Stuhle auf denselben los, woran er indessen durch die Gerichtsdiener gehindert wurde. Er wurde mit einer Zusatz- strafe von einem Jahre Gefängniß und sechs Wochen Haft be- legt, so daß er jetzt gerade noch zwei Jahre zu verbüßen hat. AiS er abgeführt wurde, äußerte er frohlockend:»Jetzt brauche ich wenigstens nicht Soldat m werden!" Die katitwarische« Gristenze« der Rennbahn sandten einen ihrer würdigsten Vertreter in der Perlon des Kaufmanns Adolph Labaschin aus Berlin am Dienstag vor die erste Straf- kammer am Landgericht II. Labaschin, der wegen Untreue und Unterschlagung angeklagt war, hat am 2S. Apnl auf der Renn- bahn in Weißensee folgenden Koup ausgeführt: Er wettete mit anderen Personen gemeinsam insofern, daß jeder einen bestimmten ThH! von 10 M. beisteuerte, wofür alsdann ein T'cket gelöst wurde. In dieser Weise wettete er auch mit drei Damen auf die Nummer 6 im fünften Rennen. Das betreffende Pferd siegte, es gab auf 10 M. 533 M., als sich aber die Mitspieler nach Labaschin umsahen, war derselbe verschwunden. Als er nach einigen Tagen ermittelt und aufgesucht wurde, machte er die Ausrede, daß er ein Ticket auf Nr. 6 gar nicht g habt, sondern wohl aus Versehen eme Nr. IS erhalten hätte. DaS- selbe behauptete er auch im ersten Termine, der vor einigen Wochen stattfand. Er erklärte das Versehen damit, daß er— weil er keinen Zutritt zum Totalisator halte— sjch das Ticket habe durch einen Herrn holen lessen muffen, den er nur vom Ansehen gekannt habe. ES sei kurz vor Beginn des Rennens und daher sehr eilig gewesen, er habe dohcr gar nicht be- merkt, daß ihm der betreffende Herr Nr. 16 statt 6 gebracht habe und da Nr. 16 nicht gewonnen habe, so habe er das Ticket weggeworfen und fei harmlos seiner Wege gegangen, ohne seine Mitspieler zu benachrichtigen, weil da« doch an der Sache nichts grändert hätte. Nun halte er schon im vorigen Termine da« Malheur, daß ihm durch die Belastungszeugen nachgewiesen wurde, daß ihm der Herr, welcher das Ticket be- sorgt hatte, sehr wohl bekannt war und daß dies der Nestau- rateur Jähne sei. Die Sache wurde damals vertagt, um zu der erneuten Verhandlung Herrn Jähne vorzuladen. Dieser bekundete denn auch, daß er dem Angeklagten nur eine Nr. 6 beschafft hätte. Der Fall sei ihm deshalb so genau im Gedächt- nisse hasten geblieben, weil der Sieg der Nr. 6 ein ganz uner- warteter gewesen und einGewinn daraufgefallen sei, derallgemeine Sensation hervorrief. Obendrein ergab sich, daß der Angeklagte die von ihm im Austrage Anderer erworbenen Tickets in mehr Anthe'.ie zerlegte und weitergab, als wie die von Mitspielern gemcchten Emsätze zuließen. Z. B. beredete er drei Damen, je 2 50 M. zuzuschießen, den vierten Antheil wollte er nehmen. Eine Frau Dohm« legte das Geld für sich und die beiden anderen Damen aus und gab ein Zehnmarkstück her. Labaschin versprach, seinen Antheil mit 2,50 M. zu decken, sobald er nur das Ticket beschafft haben würde. Frau Dahin« hat aber auch die 2,50 bis heute noch nicht erhalten, so wenig wie ihren Gewinn. Em Herr Grätz bekundete aber, daß ihm der Ange- klagte einen Antheil von Nr. 6 und einen weiteren Äniheil von Nr. 16 mit je 2.50 M. verkaufte. Zeuge hat ganz destimmt gesehen, daß Labaschin sowohl die Nr. 6 wie die Nr. 16 vom 5. Rennen in der Hand hatte. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Gefängniß und motivirte diesen Antrag damit, daß die Ticket- Schwindeleien auf den Rennplätzen in neuerer Zeit geradezu überhandnähmen. Der Gerichtshof erkannte au« demselben Gesichtspunkte auf neun Monate Gefängniß und ordnete auch wegen Fluchtverdachts die sofortige Verhaftung de« Angeklagten an. Eine« empfindliche« Denkzettel erhielt gestern der Führer eines Schlächtrrwagens, welcher durch unsinniges Schnell- sahren einen Unglücksfall herbeigeführt hatte. Der auf der Anklagebank vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I befindliche Schlächter August Groth köpf fuhr an einem Augusttage in der schnellsten Gangart durch die Straße An der Fischer-Brücke. Es wurden daselbst Gebäude niedergelegt und da der Bürgersteig dadurch gesperrt war, die Fußgänger gezwungen, auf dem Damm zu gehen. Ohne hierauf Rück->cht zu nehmen, jagte der Angeklagte durch die schmale Straße. Ein sechzigjähriger Komptoirbote vermochte nicht rechtzeitig bei Seite zu springen, er wurde von der Scheie« des Wagens erfaßt. Krampfhaft hielt er sich fest, um nicht zu Falle zu kommen. Der Angeklagte wollte entweder nicht halten, oder er veimochte es nicht; der alte Mann wurde noch vier Häuser weit mitgeschleppt. Dann fielen einrge behexte Männer dem Pferd in die Zügel und befreiten den Eomptoirboten anB seiner gefährlichen Lage. Der Angeklagte hieb wieder auf sein Pferd ein und fuhr hohnlachend davon. Da« empörte Publikum verfolgte ihn aber und veranlaßt« seine Sistirung. Obgleich der Komptoirbote mit«inigen Hautabschürfungen davongekommen, beantragte der Staats- anmalt gegen den Angeklagten vier Wochen Gefängniß, der Gerichishof ging aber noch über den Antrag hinaus und erkannte auf sechs Wochen Gefängniß. Unter der Anklag« de», niederhält«« Krtrngea stand gestern der Kaufmann E. v. Wolgast vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I. Im Juni kam der Ange- klagte mit Frau und Kind hier an. Er hatte in Holland ein Z'gairengeschäft besessen, dasselbe aber nicht halten können und hoffte nun, in der großen Stadt Berlin eine Beschäftigung irgend welcher Art zu finden. Er täuschte sich, wie schon so viele vor ihm sich getäuscht hatten. Die wenigen Baarmitteb die er mitgebracht, waren bald verzehrt, es mußte der Kredit in Anspruch genommen werden und um solchen zu erhalten, griff der Angeklagte zu falschen Vor- spiegelungen. Seinen WirthSleuten erzählte er, daß er dermaleinst seinen Onkel, einen MijoratSherrn, beerben werde, er prahlte ferner mit seinen Beziehungen zu vo- nehmen Personen, welche leider auf Rciien sich befanden und schließlich zeigte er einen Kontrakt vor, um zu beweisen, daß er bereits eine einträgliche Stellung gefunden hatte und am Monatsschluß Gehalt bekommen würde. Dieser Kontrakt wer ein alter, aus einer früheren Stellung in Hamburg stammender und thatsächlich versuchte der Angeklagte sich als ProoisimS- reisender für ein Patent- Bureau. Wie er selbst zugab, hat er nicht ein einziges Geschäft abgeschlossen und somit keinen Pfennig verdient. Schließlich mußt« da» Geschick über ihn hereinbrechen. Die Leute, d e ihm Kredit geschenkt, sind um ca. 400 M. inszesammt geschädigt worden. Der Angeklagte war im Wesentlichen geständig und führte nur sii-ie verzweifelte Lage als MitterungSgrund an. Der Gerichtshof berücksichtigte diese sowie die bisherige Unbescholtenbert des Anueklagten, indem auf eine Gefängmßstrafe von drei Monaten erkannt wurde, wovon zwei Monate durch die Untersuchung«- Haft in Anrechnung gebracht werden sollen. Megrn eine» Hausfriedensbruches in einer Her- berge znr Heimath wurde gestern der Schriftsteller Gustav Ra'chke vor der V. Strafkammer husiaen Landgerichts I. zur Verantwortung gezogen. Derselbe nahm am 16. Noo- ruber v. I. Aufenthalt in der vom Verein St. Michael in der Kop» penstraße eingerichteten Herberge zur Heimath und erktärte dem Hausvater Schröder, daß er wahrscheinlich ein Zimmer auf drei Tage gebrauche. Es wurde ihm bedeutet, daß nach der Hausordnung in solchen Fällen die Zimmermiethe mit 1 Mark täglich voraus zu bezahlen sei. Am zweiten Tage, als dieser Betrag von ihm abverlangt wurde, weigerte er sich, zu bezahlen, ließ sich aber von der Benutzung des Zimmers nicht abhalten, sondern drang in dasselbe, verriegelte die Thür und warf sich auf das Vitt. Er war auch nicht zu bewegen, da» Zimmer zu verlassen, so daß schließlich der Hausvater Schröder Polizei herbeiholen mußte, welcher Nichts übrig blieb, als ge- wallsam in das Zimmer zu dringen und den Widerspänstigen fortzutragen. Derselbe eiklärte dabei wiederbolt, daß er nur einmal habe sehen wollen, wie weit die christliche Nächstenliebe in den Herbergen zur Heimath gehe. Das Schöffengericht hatte f. Z. auf Einstellung de« Verfahrens erkannt, weil es der Mei- nung war, daß ein Stcafantcag des Besitzers des Hause», de« Kammerherrn Geh. Rez.-RatheS Grafen von Bernstorff, sowie de« Hausvaters nicht genügen, der Stafanttag v elmehr von dem Vorstande des»Vereins St. Michael" ausgehen müsse. Die Berufungskammer hielt diese Ansicht lllr eine irrige, ba der HauSoater für die betr. Räume eine eigene Konzession be- sitzt und der Angeklagte wurde deshalb zu 5 Tagen Gejängniß verurtheilt. Anfrufl An jämmtliche Kertkner Gewerkschaften. Im Anschluß an unseren letzten veröffentlichten Aufruf>ehen wir uns, ba wir auf verschiedene Fabriken die Sperre noch- gedrungen verhängen mußten, nunmehr genöthigt, an das So- lidaritätsgefühl der gefammten Arbeiterschaft Berlins zu appelluen. Wenngleich die Berliner Tabakardeiter im Allgemeinen in letzter Zeit dadurch gesündigt haben, daß sie bisher der Organisation fernstanden, so können wir nunmehr mit Genugthuung auf die jetzige Be- wegung blicken. Nicht zu Hunderlen, sondern zu Tausenden nehmen die in der Tadar«branche befindliche» Arbeiter und Arbeiterinnen an den stattfindenden Versammlungen Antheil, und können wir uns jetzt der guten Hoffnung hingeben, daß dos Erwachen in unseren Reihen immer mehr unv mehr um sich greifen wird. Bitten und flehen um Unterstützung ist eines Arbeiters gegenüber Seinesgleichen unwürdig, und daher mag ein Jeder nach seinem eigenen Ermessen handeln, wie er glaubt es mit sich vereinbaren zu können. Sollte sich für die hiesige Lohnbewegung eine rege Theilnahme der Gewerkschaften zeigen, so glauben wir dos Versprechen geben zu können, daß wir siez- reich aus dem Kample gegen die Kapitalmacht hervorgehe« werden. Dieser Sieg w'rd aber kein einseitiger bleiben, sondern wir werden auf jeglichem Gebiete einen Erfolg dadurch erringen. Außerdem können wir jetzt schon miltheilen, daß eine Anzahl Fabrikanten voll bewilligt haben und mit einer andern Anzahl Vereinbarungen getroffen worden sind. Ueber den Stand der Organisation können wir leider, indem hterselbst eine behördliche Emschrertung stattfand, vorläufig keine Mittheilung machen. Berlin, den 9. November 1889. Die Lohnkommission. I. A.: H. Gumpel. W. Herrmann.— Sämmtliche Sendungen sind an Herrn R. Drescher, Berlm N, RheinSbergerstroße Nr. 12, III, zu lichten, wie»u weiteren Mittbeilungen Herr H. Gumpel, Berlin Nv, Barnimstraße Nr. 36, zu jeder Zeit bereit ist. Der GrotzK-trt-K in der Kierbrauerei macht rapid« Fortschritte. Im Brausteuergebiet betrug die Zahl der Braue- reien, welche an Brausteuer entrichteten: � 1872 1887/88 bis 15 M....... 3110 1317 über 15—60 M..... 1971 830 » 60- 300 M.... 3642 ,, 300- 600 M.... 1701 » 600-1500 M.... 1896 » 1500—6000 M... 1441 » 6000-15 000 M... 271 » 15 000 M..... 125 2018 1298 1734 1700 451... 291 »..■ � v.■».•.... �ca A.* r,.. Die Klein- und Mittelbetriebe müssen den großen Betrnbcn Platz machen, die den Markt beherrschen kraft'b«« Kop.wls, kraft ihrer Technik, kraft der großen Anzahl der von ihnen aus- genügten Arbeiter........- Die siichstsche« Handelskammer« gehören zu dm km- tellbruderlrchsten Organisationen unsere« BurgerthumS. xme will da dlM Schutzengel der deutschen Innungiblüder, Hof- ralh Ackermann in Dresden»u Muthe werden, wenn er in der»Deutschen In d u st ri ez eitun g', dem Handelskammerorgan liest:»Nicht Wenige erblicken heutzutage das Heil in der Rückkehr zum V u n f t w e s e n, ohne zu bemerken, daß der Gegenwart alle zu seinem Gedeihen noth- wendigen Bedingungen abgehen. Der Weltverkehr for- bert gebieterisch die Großindustrie und diese erdrückt das Handwerk. Armer Hofroth! Aermere Zünltltr! Und der Redokieur der»D. Jnd.-Ztg." heißt auch— Ackermann. Üb Oesterreich sollen für 8 Gewerbeinspektoren- Assrsten ten neue Siellcn geschaffen werden, so daß der Stab der Fab ikinspektron aus 1 Zentralinspektor, 15 Gewerbe- inspkltoren und 8 Asfistenten bestehen wird. Die Heimath der christlichen Sozialreform, das Deutsche Reick, kargt in de- trübender Weise gerade hier, und von allen Seiten kommt die «taze, daß die Zahl der Aufsichtsbeamten eine niel zu geringe, ihr Aufsichtsbezirk aber viel 1" �Dte Atrti-u-MalzfabriK zangenfal?« zahlt 23 Prozent Dividende, datür jrnd vre Löhne desto gennger. Aehnlich ist e» im Eisenwerk»Rothe Erde* bei Dortmund, wo die Aktionär« IK Prozent, die Eisenkulis aber für rhre gefährliche, auf- rerbrnde Arbeiten im Durchschnitt kaum 800 Mark jährlich verdienen. l DrusammUmgen. Die in der SchaftefabriKation beschäftigten Arbeiter «n> Arbeiterinnen breiten am Montag Abend eine Ver- sawmtung bei Reyer, Alte Jakobstraße, ad, um zunächst ein Referat über die LebenSmittelvcrtheuerung zu hören. Herr Krause, der an Stelle des erkrankten Herrn Tälerow sprach, gab zwei Ursachen als von Einfluß auf die Preise der Lebens- mittel an: Eingangszölle und der Ausfall der Ernte. Hier -ixe sich ein unglaublicher Widerspruch. Während früher, ehe rie Zolle erhoben wurden, eine reiche Ernte als ein Glück an- aesihen wurde, erblicken die Großgrundbesitzer in einer solchen j tz! eine schwere Kalamität, während eine schlechte Ernte für sie ein großes Glück bedeutet. Bei den Getreidezöllen kommt cZ fast so vor, als ob die gewaltigen, günstigen Bei kchrSverhält« niss« der I tzszeit, die doch ein billiges und schnelles Hcranschoffen von Waaren nach Gegenden gestatten, wo augenblicklich Mangel an derselben herrscht, gar nicht ex-stirten. Diese Zölle, die dazu geschaffen wurden, den»armen" Großgrundbesitzer vor der aus- wärtiaen Konkurrenz zu schützen, haben eine enorme Steigerung dcr Brotpreise von 1—4 Pf. pro Pfund im Gefolge gehabr. Diese Vertheuerung bedeute für eine Familie von 7 Köpfen eine jährliche Mehrausgabe von 59 M. Trotz dieser Erhöhung dcr Ausgaben seien die Löhne durchaus nicht gestiegen, im Gegen- theil seien sie im Jahr« 87/88 um 3 pCk. gefallen. Jetzt seien auch andere Bedürfnisse bedeutend im Preise gestiegen. Das Schweineeinfuhroerbot habe eine Erhöhung der Fleischp?eise von 20—25 Pfg. p o Pfund mit sich gebrachl: jetzi sei auch der Uecgarberlerstre k dazu benutzt worden, eine Erhöhung der Koh- lenpreise um 100 pCt. zu rechtfertigen. Alles was dcr Arbeiter zu seinem Lebensunterhalte gebrauche, sei besteuert worden. Die Gr- treidezölle seien in den Jahren von 1881—1883 von 14 auf 57 Millionen Mark, die Viehzölle von 4 auf ö Millionen ge- stieaen. Die Tabaksteucr brachte 1872 1,3 Million, 1890 10 Millionen; die Zuckeisteuer 4 Millionen, jetzt 51 Millionen; die Salzsteucr 24 Millionen, jetzt 40 Millionen; die Brannt» meinsteuer brachte 1872 23 Millionen, 1890 135 Millionen Mark; sämmtliche Steuern zusammen 1872 164 Millionen, 1890 528 Millionen Mark. Die Abgaben seien innerhalb 10 Jahren von 3 21 M. auf 5,74 M. gestiegen. Gegenüber diesen Verhältnissen müsse es als geradezu rinzig bezeichnet werden, wenn sich noch Arbeitgrbir sänden, die die Löhne zu reduziren suchen. TieS sei jctzt bei Burghardt u. Sohn in Leipzig der Fall. Die doriigen Kollegen hätten sich nach hier aeaandt, um die Meinung der Berliner zu hören. Der Fabri- i-rnt habe gedroht, sich Zuzug von Auswärt« zu ver- schaffeir. Viel eher hätten die Arbeiter Ursache, sich ene Lohnerhöhung zu erkämpfen. Zu einem solchen Vorgehen könne er(Redner) die Arbeiter nur er- mvntern. Dresden und Berlin, die ollein in Frage kämen, würden die Leipziger Kollegen unterstütz n sowohl materiell, als durch Fernhatten de« Zuzuges. Pflicht der Leipziger K.llegen wäre cS aber, sich fest zu organifiren.(Lebhafier Beifall.) Nachdem sich noch mehrere Redner in diesem Sinne ausgesprochen, elklälte die Versammlung einstimmig, daß die infolge hoher Eingangszölle eingetretene Lebensmittelver- theuerung eine Lohnerhöhung nothwendig macht. Um diese zu erreichen, sei eine starke Organisation erforderlich; alle An- wesrnden verpflichten sich, einer solchen anzuschließen. Außer- dem erklärte e« die Versammlung für ftiool, bei der Leben«- nntteloertheuenrng eine Lohnreduktion vorzunehmen; sie hält sich den Leipziger Kollegen solidarisch ver» bunden und verspricht dieselben nach Kräften zu unter- stützen. Im Anschluß hieran wu,de auf die am nächsten Mon- tag bei Reyer statifiadmde erste Versammlung de« Fach- verein« der Arbeiterinnen aufmerksam gemacht. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen wurde namentlich das Lehrlings- systiw des H�rrn A. Meyer, Etraußbergerstraße, scharf ver» rmheilt und die Verhältnisse ein« Welkstelle in der Leipziger- straße S2 gegeißelt. Dort arbeiten in einem Keller, der 2 Meter im Quadrat mißt, 4 Personen. Jetzt hat sich auch die Polizei in« Mittel gelegt. Nachdem noch zum Besuch des am nächsten Sonnabend in den Bürgersälen abzuhallendln Stiftungsfestes aufgefo dert, schloß die Versammlung mit einem Hoch auf die demnächstige Lohnbewegung und das Solidaritätsgefühl der Schaftarbeiter. Die Arbeiterinnen der Posamentenbranche hielten am 4. November der Schiffer, Jnselstraße 10, eme gut besuchte Versommiung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag: Die Organ sation dcr Frauen. Refercntin Frl. Chaym. 2. DiS- kaffion. 3. Gründung eine« Vereins und Aufnahme von Mit» gliedern. 4. Verschiedenes. Nachdem das Bureau, bestehend aus F, l. Donath, 1. Vor fitzende. Fr. Fleck, 2. Vorsitzend e, Fr. Massuthe als Schristsührerin gewählt, erhielt Frl. Chaym das Wort. Refercntin führte ungefähr folgendes aus: Es fei Pst cht d t O ganisation, darauf hinzuwnken daß die indivi- duelle Freiheit nicht beeinträchtigt werde. Wie der Mann den Lcdensde.uf wählen darf, so muß auch die Arbeücrin darnach hrnstrcbcn. Die Frau sei berechtigt, rhre Gaben zu entwlckew wie der Mann,! und könne ebenso gut mit Erfolg m das wuth- fchaftliche Leben eingreifen. Diejenigen, die eine Unterordnung der Fcau gutheißen, seien Feinde der menschlichen Gesellschaft. Es genüge nicht, Mitglied von OrlSkrankenkassen»u fem. SD» Örgainsatwn muß sich an den Fachaemn der Mann er anlehnen. Die unorganisirte Arbeiterin wagt keinen Wider- sv uck, arbeitet Tag und Nächte lang um kärglichen Verdrenst. Die AibeitSzeit dürfte nicht über die festgesitz!« Zeit ausgedehnt «erden ui k..»"Wälie für gleiche Arbeit gleicher Lohn be- anlprucht werden. Die Frau soll dem Manne im Kampfe um bcfferere 0»bedingungen treu zur Seile stehen. Es muß lür V.tuijung der Arbeitszeit und Einstellung weiblicher Fs*, tmspeltoren Sorge getragen werden.(Lebhafter Bill.)— An der Diskussion belheiligten sich die Verrm Rähden, K. Hoffmann, Alschner und Andere.— FotgendeResolutron wurde angenommen!:»Die anwesendenArbei- r, innen der Posumentenbranche erklären sich mit der Referentin «.verkanten und veipflichlen sich, einem Verein zur Wahrung ihrer Interessen beizutreten." Sogleich ließen sich 51 Arbeite- innen als Mitglieder aufnehmen. Frau Gubela fordert die Arbeiterinnen noch auf, durch festes Zusammenhalten den An- fecktungen, die dem neuen Verein nicht erspart bleiben werden, muthig zu begegnen. Frl. Grünbcrg theilt m't, daß dieFiima Köftermann u. Zarenzaveki einer jugendlichen Arbeiterin für ein kleines Versehen 3 M. und für Zulpät'ommen 1.20 M. in Abzug gebrocht habe. Frl. Maul berichtet in einem Briefe, daß der Inhaber der Firma Gebr. Prinz seine Arbeiterinnen unhöflich behandlt. Irl. Merschmcyer fuh t von der Firma Plüschke an, daß Albeiterinnen, die in der Mittagspause sich Wolle unter den Kopf nehmen, um darauf zu ruhen, 25 Pf. Strafe zu zahlen haben. An Lohn zahle der Fabrikant einer Arbeiterin 8 M., eine andere, die noch ein Kind zu ernähren habe, erhalte nur 5 M. wöchentlich. Sodann wurde beschlossen, keine Produkte von„Klingel-Bolle" zu entnehmen. Ebenso wird eine Resolution angenommen, die Lokale derjenigen Wirthe zu meiden, die ihre Säle zu Ver- sammlunpen nicht hergeben. Eine Frage, ob die in der Heu- tigen Versammlung anwesenden Werksührer nur zum Horchen hergekommen seien, wurde dahm beantwortet: es stehe Jedermann frei, eine öffentliche Versammlung zu besuchen; die Be- treffenden könnten den Fabrikanten ruhig die heutigen Ver- Handlungen mittheilen. Frl. Donach forderte noch in längerer Rede die Anwesenden zur Einigkeit auf. Dann wurde mit einem Hoch auf den neugegründcten Verein die Versammlung geschlossen. Die Freie N«reinignng der Kartonarbeiter ver- sammelte sich am Montag, um folgende Tagesordnung zu er- ledigen: 1. Vortrag des Herrn Wrrner. 2. Drskaision. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Punkt 1 und 2 mußten in- folge Nichterscheinens de« Herrn Werner gestrichen werden. Unter Verschiedenem wurde von mehreren Mitglredern hervor- gehoben, wie nothwendig es sei, die 15er Kommission anzuer- kennen, und das Bestreben derselben auf das Kräftigste zu unterstützen. Außerdem wurde doS Verhalten dcs ersten Schriftführers, Koll'ge Schüler, arg gerügt. Ein Antrag, welcher besagte, denselben von seinen Posten zu entheben, wurde einstimmig angenommen. A�s 1. Schriftlührer wurde Kollege Stein, als 2. Schriftführer Kollege Möglich gewählt. Die Kellner hatten sich am Dienstaa Nachmittag zahlreich in Buggcnhagen's großem Saal am Moritzplatz versammelt. Den Vorsitz führte Herr H erz b erg. Er begrüßte zunächst die etwa 200 Erschienenen. Üeber den ersten Punkt der TagcS- ordnung»Zwecke und Ziele des Vereins Berliner GastwirihS- gehilfen", rcf-rirte Herr H e r z b e r g. Er präz firte als erste Forderung des Vereins ein festes Brot für die Labnkellncr. Er widerlegte die in Gastwirihskreifen laut gewordene Meinung, daß speziell die Lohnkellner ein»zusammen gelaufenes Gesindel" darstellten. Er legte die Gründe dar, welche die GastwiithSgehilfen veranlaßt hätten, ein eigenes unabhängige« Fachorgan zu gründen. Es sei schmachroll, daß in dcr Anderthalbmillionen« stadt Berlm 12 000 Ardeiter, wie die Kellner in dem Trinkgeld, auf die Mildthäiigkeit der Bevölkerung angewiesen seien. Eine Lohnstatlstik und umfassender Rechtsschutz seien ebenso noth- wendig.— lieber den zweiten Punkt der Tagesordnung,»die BekösttgungSfrape", referirte H-rr Helm. Er zog einen Vergleich zwischen der Beköstigung der GastwirthSgehilfen in der Schweiz und jener der K>llner in Berlin, die bedeutend zu Ungunsten der letzteren auefiel. Am schlimmsten in dieser Beziehung sei cS bei den großen EtabtisscmenIS, vornehmlich bei den Akiien« getellschaften, während die kleiner-n Prinzipale in dcr Regel noch immer eher für genießbare Kost sorgten. Die öffentliche Meinung müsse als letzte und höchste Instanz auch in dieser Beziehung angerufen weiden und die« könne nur durch ein unabhängiges Organ geschehen.— Vorsitzender machte bekannt, daß am 3. Dezember c. in Kellei'S Sälen, Köpnickerstr., zum Besten eine« zu gründenden Fond« für das neue Zeitungs- unternehmen ein großer KellneikommerS stattfinden wird.— Nach Erledigung verschiedener interner Angelegenheiten schloß die Versammlung. Katstenon». Der hiesige Verein zur Erzielung volks- thümlicher Wahlen nimmt einen erfreulichen Auf'chwung. Die Versammlungen sind gut besucht und die Ausführungen der Referenten werden mit Interesse entgegen genommen. Am 8. v. M. sprach Herr Kaufmann Vogtherr aus Berlin hier unter lebhaftem B-ifall über»Religion und Kultur". Nach seinem Vort>age nahm Redner Gelegenheit, zu erk oren, daß er vollständig auf dem Boden des Golhaer Programms der Sozial- demokratie strhe. Diese Erklärung wurde von der Versamm- lung mit Befriedigung entgegen genommen.— Am 27. v. M- hielt Herr Tischler F!an» Berndt aus Berlin einen Vortrag über»die wirthschaitliche Lage der Arbeiter und das Verhalten der Parteien zu derselben", der allgemeinen Beifall fand. Eine Resolut-on wurde angenommen, mit allen Kräften für die Wahl des sozmldemokraii chen Kandidaten des Kreises, Vergolder Ewald in Brandenburg, bei den nächsten ReichStagSwahlen einzutretm. • Arb,it»r Oild»ng»-N,r»i«. Brote össmiNchi Beriamm. tun» am Mlltwoch, den IZ Noormbir. Abend» 8 Uhr. in Jvrdai/S Colon. Neue«�ünttr. 28 Taaeeordnung: 1. Vorlrag über: Alle und neue Zeil. 2. Diitussion. 8. Lllgen eine» und Kraoetaslen. Ausnahme neuer Milglteder. Jedermann bat Zutritt. Nm jahlreiched Ii scheine» wiid eriuchi.— tVinaue werden jeden Conntag Vormittag von NH— 12 vhr, im Gnad'ichen Lolale, Brunnennr. 88. enlaeg» genonunen. V«r«in für Leurrb-Nattung in Kerlin. Allgemeine Versammlung der Mtlgiieder mit Domen Mittwoch den lZ Novrmber, Abend» 8 llhr Alte Jakodsir. 7S. Reftauranl Keueistein. Tagesordnung- 1. Pi otololl. 2. Beschall. Uche Mttlb-Uiingen. 8. Vortrag de» Herrn CirnlU genteur Richard Cchneider au» Dceiden über..Technische Neueiungen aus dem Bebtiic der Feuerdeftaltung" unter Vorzeigung von P ünen und Zeichnungen. Bilfle willkommen. Fr»i» Korrinignng der Han«dt»n»r Krrtin». Brahe Sffeiitliche Veriommtung am Mittwoch, den 13. November. Abend« 8 llbr, t» Bralweil» Bte, hallen, Kommandanlenstrahe 77—79, I Tagesordnung. 1. MilideUung. 2. Vortrag de« Herrn Dr. Bruno Wille:..Der Kamv! um» Dasein". 8. Di>> kusllon.««usz.abme neuer Mtiglteder und Verschiedene». Zur Deckung der Unkosten findet eine Telleilammlin g statt. Di, äsfentlid)* vrrsammlun» d»r Kau Arbeit»?, welche amMitt. woch, den 13 d. Mi».. In Cchcsser« Colon lagen sollte, stndcl Umstände halber nicht statt. verein gewerblicher Ailfsarbeiter. Brahe Mitgitcderversammlung am Mittwoch, den 18 Novrmver. Abendg 8!� Uhr. in Rer< Calon, Nougn. strahe 78. Taaeiordnung I Vortrag dt« Herrn Mehner über:..Aideilizeit und ArbcitUohn". 2 DiSIusston. 3. Die Mahregeiung der Albtiler in der Bstidenstein scheu Burbaumsabrtk. Brandenburgftraic 55. Gaste find will. kommen! Kachverein der Putzer Kerltn». Mittwoch, den 18. Noveindcr, Abend« 8 Uhr im Louisenstadtilchen Aonzeithause. Alte Jokobstrate 87: Mit- gliedervtlsgmmlinig. Tagesordnung: 1. Endgiltige Beichlubsassung und Kcft. setzung der Tage zum Rechnenkuriui, sowie aber da» Lakai und da» Honoiar de» Sebrcr«. 2 VeltinSangeiegenheilen 8. Berichiedene» und zragekasten. Die Milaiieder werden ersucht, iechl pstr.ktllch zu erscheinen. vrotz» Kolk»- Persammlung auf«ivoii cm Donnerstag, den 14. November, Abend» 8 Uhr. Taget ordnung 1 Wische« find die gescgltchen Bestimmungen sstr die stiage eines Aideiler» wegen Lohnfo.derung. Rlserenl Herr Rechttianwatt Arlbur Ctadlhogen. 2. Ditkusston. 8. Berschiedcneg. Zur Deckurg der Unkosten findet eile Tellersammlung statt. «rot» ösfenttich» Kommunalmühier-hrrsamminng am Donner». tag. den 14. November. Abend« 8 vhr, in Lcbinanttt Colon, Cchwedterftr. 23, sbr die Aommui al Wahlbezirke 38— dS Togeividnung: 1. Die bevorstehenden ElcdIvei0ldn>ttn Wcdttn Ref.: E Böhl u. R. Herzfeld. 2. Didkusston und Bcrschi dene«. Zur Deckung der Ui, kosten st: bei Tellersammluna stall. MtUitnr-Kchneioer.prrsnmmlnng Am Donnerstag, tden 14. d.M. Abend« 8tz vhr. stndei eine große Versammlung aller Mtlitarschnesdcr Berlin» in Orscheii Calon, Sebastianstr. 8g. stitt. Tagesordnung: Eind die Lahne in der Riiiilardranche noch de» heuligen Vrihältnissen entsprechend? 2. die ivenl. Grüntun« einet Verein» der Mi.ilarschneider. Alle Miliia.schi.eider iodet freundlichst ein die Ciedener Äommtsston Kachoerein ber Papierarbeiterinnen und verwandten Berus». genossen. Versammlung am 18. November. Abend» 8tz vbr. in.stesmer» Lokal, Annen ftr 16 Tagesordnung 1. Vortrag de» Herrn Böllche über die Eni. stehung der Brde. 2 Diskuiston. 8. Verschiedene» und F engl kästen. Gaste, Damen urd Herren haben Zutrttt. «olbschmirb». Am Donnerstag, den 14. November. Abend» Uhr. findet bei ftcueistein. Alte Z fodftr. 75(unterer Eaat) etiie nufieioidenllichc Gl» neral-VeOammlung de» Verbände» deuiicher Bold- und Eilberordiiter und ver- wandten Beiuitgenoflin statt. Tagetordnung 1. DatüoaUliont'.echt. Riserent Herr 808 Ziidetl. 2. Dikkuifian. 8 Wöbs de» überwachenden Au»- schuise». 4 Verschiedene», darunter Wohl einer Peeikcmmtlston. Neue Milgiieder werden in der Veriammlung durch den Sasfiier H V Zeuge aus- genommen. Zeimngen und Betttage ebendaseibst.»aste willkommen. Um recht zahlreiche» Sischetnen wird ersucht. Gesang-, Tnrn- nnd gesellig» verein» am Mittwoch: Männer- gesangoercin.Zugendlust' Abend» 8� Uhr im Restaurant Paffod, Barten- ttrasjc iSS.— Vlanneraciangvercin.Cacilia' Abend» 9 Uhr im Restaurant llöpnickerftraßr I!7a.— Gesangverein.Mtnnerchor Linde' Abend» W. Restaurant Haller, Naunvnftraße 7V.— Mannergelangoercin.Sange»»»«,- Abend» v llhr im Restaurant Musehold, Landtdergerftraie Nr.»n Gesangverein.Frevo' Abend»«j Udr im Restaurant venlcke. � Hamburgerstraße Nr. 16.— Huppcrslche Cangervcreinigun» jeden s-Zs woch nach dem ersten im Monat. Abend« 9 Uhr im Restaur°n! c<' Ol. a«_____ irr_ ,X_ f________!..» CT U � V 1 0 lllsk Lichtenberger ftiaße 21.—.Ceegerstcher Gesangverein' Aveno»' Restaurant Cchuiz, Prenzlauerstraße 41.— Gesangverein.Cchwimgrad 8X Uhr im Restaurant Cahm, Annenstraße 16.— Mannrrgesangvernv�� bcerkranz' Abend» 9 Uhr im Restaurant Karsch, Oranienstraße 198.,- � verein.Nord-Zubal' Abend» 9 Udr in VetttnS Bierdaui,«eteranenftraßc o � Bemngvcrein„Unverzagt" Abend» 9 Uhr Äövnickerftr. 127» bei Grivra� Männergesangverein.Cchnceglöckchen' AbcrdZ 9 Uhr im Restaurant ftrin, Mariannenstraßc 81-82.— Belangvetcin.Cöngerrunde' Sdcnd»« Buckawerstraße 9— Verein ,Cangc»tteue' im Restaurant Hmckeh r: ftiaße 26. I. UebungSstunde von 8Zj bi» 11 Uhr Abend«.- .Bruderbund' Abend» 9 llhr bei Pögoldt, Reichenbcrgersttaße 16.- a--- Gesangverein„Cchneeglöckchcn" Abend» 9 llhr Cißung im Ri Ctchmann, Melchiorstr. 15.- Lübetfscher Turnverein(1. Schrltnatabil Abend« 8 Uhr Gltsabethstraße 57- 58.— Turnverein.Wedding, ftraße 9. Männerabthnlung van 81 bi» Illtz Uhr Abend»: desgleichen lingSabtheiluilg von 8—10 Uhr Abend».—.Med: Sicht', Verein für, und Ernst, Abend» 81 llbr im Restaurant Heid, �ruchlftraße .Holtet' Abend« 9 Uhr im Restaurant Henke, Schiefischer Verein.poltet'»veno« 9 Uhr tm Restaurant pen», ftraße 106.— BergnügungSvercin.Kröhlichkeif Abend« 9 Uhr im lstcstml Cägcr. Grüner Wca 29.- Wiffenichastticher Verein wr Roller sch' � Unterricht und UebungSstunde.— Rollericher Ctenograxhenverew Abend» 81 Uhr im Restaurant Prii---" 105. llnentgettlicher Unterricht und üedung.— Berliner Rai Abend» 9 Udr im Restaurant Foge, Köpnickerstr. 191.— ja0.«' UI- 01/ tu,. o>. u>. u,.>-...,c.tc>eritr. n.ul tm wuyvi.,«etUilti.*ÜCU£.U.— ZDinCU|U)U1UIU)CL»CLCUl IUI, e grapdie. Abend« 81 Udr im Restaurant Beele. Alle Schönbausttlmk g, Icher Ctenographenveretn Suldion. ........enstraße 97, Cisung und stunde.— ArendSstcher Ctenographen-Verein.Amicitta' Abend» � im Rcftamaitt Bebrend». Cchönebergerftraße Nr. 6.— Arend« fchcr® graphenverein.Phiiia' Abend» S Udr im Restaurant.Wildelw»«� Kochstr. 7.— Stcnogravbilchc Gelellschasl Arend« im. Restaurant Vilra!>i° Sindcnstr. 105."......-..._-- .Wrangel' Ab_______ DV,.,_______________... .Havanna 80"»dend» 81 Uhr im Restauran, Paeßotdt. Reichendergerf«'--.-.« Abg. Jordan wurden 640 Stimmen abgegeben, StaatSMw' v. Maybach warse einstimmig gewählt.[ß pari», 12. November. Dem Vernehmen nach Minister im heutigen Ministerroth« beschlossen, bis na«, p endigung der� Wahlprüfungen im Amte zu bleiben.— Concordien-Plotze sind umfassende Vorsichtsmaßregeln rechtcrhaltung dcr Ordnung bei Eröffnung der Kamntcl™� aelcoffen. Zahlreiche SicherheilSagenten hallen sich Platze auf, in den benachbarten Kasernen find die konsignirt. Man glaubt indeß, daß die Boulangisten, � iF Publikum sich in Bezug auf die geplante Mamsestatlon/ gleichnlltig zeigt, dieselbe überhaupt nicht ausführen wtr? pari», 12. November. Dcr Senat vertagte sich na® tut jtn geschäftlichen Sitzung, welche etwa 10 Minuten l auf Montag. Um 2 Uhr Nachmittag bewegte sich eine zahlreiche mit DSioulöde, Lassan t, Pauiy, Mery, Castelin, Mcrmeix und anderen boulangsstsschen Depuiirten an del�ßii über den Konkordlen- Plötz. Die Polizei ließ jedoch Mß Depulittcn paisieen und zerstreute das Gefolge, eme Abl�.,' der Gardcs republicaineS zu Pferde verhindetle jede ansaw.mlung. An dcn Zugängen zum Konkotdien-Platze a sich eine überaus zahireicke Mcnschenmerge, welche ein korbon zurückhielt. Die Ankunft dcr übrigen boulanistP � Deputiilen, auch diejerize von Joffrin, ging ohne Zwu« fast unbemerkt, vorüber.$$ Pari«, 12. November. Die fünf Delegirten dcS A« bezirk» von Montmartre fanden sich, beg'ci.et von den gistischen Deputirten, heute Nachmittag im Palais � ein, um ihren Protest gegen die Wahl Joffrin's zu üb«?�»» Der Präsident der Kammer sandle zwei seiner Seu�.,� dieselben ab, wclche den Protest entgegennahmen, um p an die Ouästur der Kammer zu übermitteln. Die mit � � sönlichcn Uederreichung des Protestes beabsichtigte Kuno« fand damit ihre Eriedigung.« pari», 12. November. Deputirlenkammer. Der 0 Präsident Piene Blanc eröffnete die Sitzung mit spräche, in welcher er konstatirte, daß dre Republik r»' zum fünften Male über den Angriff ihrer verbündeten lriumphirt habe. Die Kammer müsse der Wiederkehr I»,»e licker Prüfungen begegnen, indem sie die Unzufned«'» IJ seitige, wclche solche Prüfungen veranlaßte. Er* Kammer werde nicht wieder in früher begangene Fchlcr® undausrciz«ndkSlreitigkeiten,sow!eunfruchtbareDlSkuI>>oa� uiiuuuj vi 1�*114.« v�iicuiyiciim/|oroieuiiTruct)icuue'*;i»4*v"' meiden. Blanc erinnerte ferner an den Erfolg dcr Aub\./ soziale Gerechtigkeit geben." Hierauf begann die Ädst zur Wahl eines prooisorsschen Präsidenten. Die Volksmenge, die auf dem Konkordienplaste an war, bat sich erhebltch vermindert. �. Pari», 12. Novbr.(Dcputirtenkammer.) Bei. eines vortäufigen Präsidenten wurde Floquet mit 34«� bei 5j.O Mstrmmenden gewählt. Nachmittags etwa 60 Verhaftungen statt, zumeist oon..�. welche sich der Aufforderung zum Weitergehen wldeN r �zt>>. ______ d Melbourne, 12. November.(Meidung � fchen Bureau".) Die Berichte über Konflikte zwn Anhängern Mataafa'S und Tamasefc's auf ber Just. werden durch weitere Depeschen au« Samoa nicht � Sanstbar, 12. November. Die von Hauptmann; in die Küsten landschafien llseguha und Usambaro. StreifkorpS der deutschen Schutztruppe haben esst Lager der aufständischen Araber erstürmt und die> js»? Banden zersprengt. Die Beruhigung der genann landschafien nimmt«inen günstigen Verlauf. Drtef � Bei Anfragm blttm«kr"i Abonnnnenti-Oultwng beizusügctt, l Antwort wird nicht ertheUt. schs-tz M. M. TU M.«. D. Ist doch hinlänglich Von einer Vcssawmlung in einem Lokale der J wissen wir nichts. Losinbommisston der Tabakarbriter. Jv an die Gewerlschanen finden Sie in der heutlgen� zv-- wird morgen al« Ins««'> Ihre weitere Mittheilung werden. Verantwortlich er Itedaktcur: p. Tronhrl« m Berlin. Druck und Verlag von MmcKabing in Berlin SVf., Beuthstraße 2,