v I». 268. Freitag, de« 18 K�vemder 188& 6. Jadrg. StllimMM». Brgan für die Interessen der Arbeiter. Gelpenfkerseheret. Staatsanwalt sein ist kein leichtes Amt und schon � hat seinen Nerven zu viel zugemuthet, der allzu sich daraus verlegt hat, Vergehen gegen das Strafge- ch aufzuspüren. Solche Leute bekommen dann einen lu mi+�en Begriff von der Welt und ihren Erscheinungen; vor�" v überall Strafbare», auch wo keine Spur davon 'si! fie sehen die öffentliche Ordnung bedroht, wo td9. iiaran denkt, und ihre Phantasie spiegelt ihnen das uns t und das Denken Anderer leicht in der düstersten ��Unheimlichsten Gestalt vor, wo es sich um die Harm- e®'n9e handelt. nw?0 roitt es uns scheinen, alt ob dem badischen Staats- bej a f er, der zu de» nationalliberalen Heißspornen gefL;.uchStageS gehört, seine Phantasie jüngst einen Streich dj/" habe, als er in seiner Rede es unternahm, iU m. siände im Reiche in unheimlichem Grau e* K ganz im Gegensatz zu seinem Kollegen von der Alles so vortrefflich findet, daß ihm >Ne� verantwortlichen Reichsfinanzminister gar nichts Lf W wünschen übrig bleibt. Nach Herrn Fieser steht E.? ben Arbeitern, die..ihre Lage verbessern wollen", eine (..'�ischcxft von Verschwörern, die„über das � Äeich verbreitet ist". schauerliche Mär! . Verschwörung ist ein unheimliches Wort- die an einer teilnehmen, haben sich, daS besagt der Begriff, mit �"Eidschwur verpflichtet, gewissen Zielen nachzustreben, "sienbar den Gesetzen zuwiderlausen, denn eine Ver- bedingt die heimliche Verbindung, und wenn „•.■�bten Ziele nicht gesetzwidrig wären, so hätte � uöthig, sich heimlich zu verbinven. Herr wahr, wir sprechen ganz nach Ihrem Herzen, z�watsanwalt! "wzu mögen sich denn die Verschwörer zu- bie n haben? Sie stehen„hinter den Arbeitern", ben jr. �age verbessern wollen. Wozu stehen sie denn hinter SW.„�ern? Offenbar wollen sie ihnen behilflich sein, ihre Zu verbessern. bie 9.� bie Konservativen versichern täglich, sie wollten Wen w Arbeiter verbessern; die Ultramontanen er- unaufhörlich, Niemand arbeite eifriger für die bie sn�uug der Lage der Arbeiter, als die Kirche, und fojior"•Ifnalliberalen leben in der Einbildung, mit der >>erbeg„�üschm Gesetzgebung die Lage der Arbeiter gar sehr ZU haben. W* diese Leute die„Verschwörer",'die hinter den Ar- Herrn �ehen? Man könnte es nach den Worten des . Dm!,.�er glauben. � Elsten �?u � Herr Fieser meinte offenbar dreSozra- �rbejjp.„ Die sollen die große Verschwörung„hinter den � bilden. i."»' FeuMekon. #nSotm.]__ [29 'Zialet Roma» von Emile Zola. h autorisirte Uebersetzung von Ernst Ziegler. �Srjff�chen hatte ihre Mutter von banger Vorahnung e erfth,9«lunben' und kaum brachte das junge Mädchen 'c?! Worte stotternd hervor, als die Maheude schne: � Vater ist todt!" Leblich protchirte Käthe und sprach von Jeanl in. i k sie L�uhören. stürzte die Frau auf die Straße und A. wa_. r den finster» Wagen um die Ecke biegen ftWio* sie todtenbleich und blieb, keiner Bewegung liand�'�Narr an« tfSn,,« und unter allen Tbüren II'*™u- JjWibe fuhr vorüber. Hinter ihm gewahrte die v°'"Mann, dicht neben der Sänfte, und als scheuen m- � h'elt, und sie ihr Kind lebend, aber mit �chibarx. � einen erblickte, sprang ihre Angst plötzlich in „Aha, � um, und fie rief ohne eine Thräne: Appeln,*,• Jsi machen sie uns unsere Kinder zu "gen?«' �«de Beine! waS soll ich nun mit ihm an- � unterbrach sie der Doktor Vander- »si Du n. gekommen war, um den Verband anzulegen; �lzire 9»„ gehabt, er wäre todt geblieben?" vore und Heinrich weinten, aber die Maheude Nun, Polizei und Staatsanwälte haben sich schon Mühe genug gegeben, diese„Verschwörung" an das Licht zu ziehen. Die statttliche Zahl der Geheimbunds- prozesse ist daS Resultat ihrer Thätigkeit gewesen. Aber fast in allen Fällen, wo man eine geheime Verbindung nach- weisen konnte, hatte dieselbe ein gesetzlich erlaubtes Ziel; fast überall waren eS Wahlzwecke, zu denen man sich verbunden hatte, und zwar nur deshalb, weil über- eifrige Behörden es unmöglich gemacht hatten, für Wahlen zu wirken in der Oeffentlichkert, wie es anderen Parteien erlaubt ist. Man sieht, wie weit Herrn Fieser sein staatSanwalt- schaftlicher Eifer" führt- während Andere die„Ver- schwörung" nur in lokalem Umfang entdeckten, findet er sie über daS ganze Reich verbreitet. Diese infernalische Verschwörung— sie kann nur den Zweck haben, für sozialdemokratische Wahlen zu wirken, einen Zweck, den für ungesetzlich zu erklären doch wohl auch der Jnterpretationskunst des Herrn Fieser kaum gelingen dürfte. Und merkwürdigerweise, die„Ver- schworenen" gaben sich gar keine Mühe, ihre Sache geheim zu halten, so daß auch endlich Herr Fieser ihnen auf die Spur kommen mußte— sie wirken für ihre Zwecke in öffentlichen, von der Polizei überwachten Versammlungen, soweit dieselben nicht verboten oder aufgelöst werden. So haben wir denn glücklich den Kern der fürchterlichen Verschwörung herausgeschält; es ist die W a h l a g i t a t i o n der Soziali st en—„Wahlumtriebe" sagte einst der fürchterlich klingende Polizeistil des Bundestags— die ihm vorschwebt und sie seiner überreichen Phantasie als eine Verschwörung über das ganze Reich erscheint—--! Doch Spaß bei Seite; die Sache hat auch ihre ernste Bedeutung! Herr Fieser hat nach emem bekannten Rezept daS„rothe Gespenst" aufmarschiren lassen, um das Spieß- bürgerthum zu erschrecken. Vielleicht glaubt er auch felbst zu einem guten Theil an das Gespenst, denn „Anders als sonst in Menschenköpfen Malt sich in diesem Kopf die Welt!" Wir wollen ihm sein kleines Gespenst als Privat- vergnügen gern lassen, denn das Publikum wird ihm nicht den Gefallen thun, daran zu glauben. Seit zehn Jahren— feit Erlaß des Sozialisten- gesetzes— haben diese übereiftigen Gespensterseher — sie sind fehr zahlreich— ohne Unterlaß behauptet, die öffentliche Ordnung im Deutschen Reich sei von den' dringendsten Gefahren bedroht, und daraufhin sind die fchärfsten Maßregeln ergriffen worden. Aber wo ist denn die öffentliche Ordnung von den angeblichen Verschwörern bedroht worden? Dagegen ist es schon so weit gekommen, daß man Preßprozeffe von ganz untergeordneter Bedeutung heranziehen muß, um damit die Fortdauer des kleinen Belagerungszustandes an einzelnen Orten begründen zu können. wurde noch ungestümer, und während sie half, den Ver- mundeten die Treppe hinauftragen und dem Arzte reichte, was er verlangte, verwünschte sie laut ihr Geschick: Wo soll sie Geld hernehmen, den Verstümmelten zu ernähren! Nicht genug, daß Bonnemort'S Füße steif werden, nun ver- kiert noch der Junge die seinen! Und sie war nicht mehr zu beruhigen. Vom Haufe Chicot's aber hallte jetzt ver- zweifeltes Wehklagen die Straße herauf. Die Frau und die Kinder hatten sich über den Leichnam geworfen, weinten und jammerten. Es war ganz dunkel geworden; die todt- müden Arbeiter aßen ihre Suppe; und immer noch kreisch- ten die herzzerreißenden Schreie der unglücklichen Familie durch das finstere Dorf.... Drei Wochen verstrichen. Man hatte die Amputation vermeiden können. Aber Jeanlin behielt ein steifes Bein. Nach eingeleiteter Untersuchung hatte sich die Kompagnie entschloffen, Mähen eine Unterstützung von fünfzrg Franks zu geben, und sie versprach ferner, daß sie für seinen Sohn, sobald er her- gestellt sei, eine Beschäftigung außerhalb der Grube suchen werde. Aber inzwischen war das Elend im Hause noch größer geworden, denn Maheu wurde infolge der Aufregung von einem heftigen Fieber befallen, das ihn tagelang ans Bett fesselte. Sert Donnerstag kehrte er wieder in die Grube zurück. Es war Sonntag Abend, Stephan sprach von dem bevor- stehenden ersten Dezember, an welchem die Kompagnie die Lohnherabfetzung in Kraft treten lassen wollte. Man wachte bis zehn Uhr und wartete auf Katharinen, welche sich bei Chaval mochte aufgehalten haben; aber sie kam nicht und die Maheude schob wüthend, ohne ein Wort zu sagen, den Riegel vor die HauSthür. Auch am nächsten Morgen kam Käthchen nicht nach Hause und erst am Nachmittage erfuhr die Familie, daß Chaval sie bei sich behalte. Er hatte ihr die entsetzlichsten Eifersuchtsszenen gemacht, bis sie sich endlich entschlossen, mit ihm Man sieht, wie die Herren mit Aengstlichkeit und Hast auf„Gründe" fahnden, um den Ausnahmezustand verlängern zu können. Diese„Gründe" sind so billig wie Brombeeren und sind leicht zu haben:aber sie sind auch dar- nach. Mtfrrcsjmndenzen. London. den S. November. Obwohl die abgelaufene Woche keineswegs zu den ereignißlosen auf dem Gebiet der Arbeiterbewegung gehört, werden es mir die Leser des„Verl. Volksblatt" nicht übel nehmen, wenn ich heut den Gang meiner Korrespondenzen unterbreche und ihnen ein Bild aus dem Lebm einer Arbeiterkategorie vorführe, die in diesen Tagen viel genannt worden ist, und wenn sie auch nicht zu den schlechtest gestellten der hiesigen Arbeiterschaft gehört, doch durch die Art ihrer Beschäftigung ein besonderes Interesse beanspruchen darf. Ich meine die L i ch t er s ch i f f e r, in Norddeutschland Ewer- führer genannt, die die zu verladenden Güter auf ziemlich großen Kähnen von den Ladeplätzen bezw. von den Schiffen zu den Docks und Werften zu überführen haben. Dieselben waren durch den Dockerstreik veranlaßt worden, einige Auf- besserungen zu verlangen und hatten schließlich auf den Schieds- spmch erneS Unparteiischen, des Lord Brassey, hin, einen Kom- promiß geschlossen, der, wie der der Docker, am 4. November in'S Leben treten sollte. Als es aber so weit kam, fingen die Herren Schiffsbesitzer an, mit wahrhast halsbrecherischer Gram- matik an der Abmachung berumzuinterpretiren, um einen der wichtigsten Punkte, der die Nachtarbeit in emer den Schiffern günstigeren Weise regelte, womöglich wieder umzustoßen. Zum Glück ist ihnen das nicht gelungen und der Streitfall heute zu Gunsten der Arbeiter entschieden, nachdem Lord Brassey, wenn auch offenbar nicht sehr gern, bestätigt hatte, daß die Arbeiter im Recht waren. Bevor dies jedoch geschah, hatten die Schiffsherren alles in Bewegung gesetzt, das Publikum in ihrem Smne zu bear- beiten. Sie hatten die wunderbarsten Behauptungen über die günstige Lage der Schiffer, die Leichtigkeit ihres Verdienstes und die Unerhörtheit ihrer Forderungen durch die Presse in Umlauf gesetzt, und dies veranlaßte einen Berichterstatter der liberalen„Daily News", sich durch eignen Augenschein zu über- zeugen, wo eigentlich die Wahrheit liegt, und wie es überhaupt bei den Lichterschiffern zugeht. In der heutigen Nummer der „Daily NcwS" schildert er seine Eindrücke, und ich muß ge- stehen, sein Bericht hat mich ganz eigenthümlich berührt, er muihete mich an, wie eine Schilderung aus alter, längst über- wunden geglaubter Zeit. Wie langsam schreiten wir doch, trotz Dampf und Elektrizität vorwärts, wie viel Menschenkraft wird noch für„Lumpereien", um mit Marx zu sprechen, verschwendet, bloS weil Menschenkraft noch für ein Lumpengeld zu haben. Doch ich will die Reflerionen dem Leser überlassen und gehe im Folgenden die Uebersetzung des erwähnten Berichts. Der- selbe lautet: Auf einem Londoner Lichterschiff. „Nur Nebel allein hält uns zurück. Durch Wind und Regen, durch Schnee und Hagel, durch Donner und Blitz müssen wir hindurch, aber der Nebel sperrt uns selbstverständ- zusammen zu wohnen; und um den Vorwürfen aus dem Wege zu gehen, verließ er am selben Tage den Voreux und ließ sich in Jean-Bart, der Grube des Herrn Deneulin, anstellen, wohin auch seine Braut!ihm als Wagenstößerin folgte. Das Paar wohnte bei Piquette in Montsou, in dem Zimmer, welches Chaval bisher allein innegehabt. Zuerst drohte Maheu, er wolle hingehen, den Menschen ohrfeigen und seine Tochter mit Fußtritten heimjagen; bald aber meinte er resignirt: Was würde eS helfen? DaS fei immer die alte Geschichte, wenn die Mädchen wollen, kann kein Mensch sie festhalten; am besten sei, ruhig zu warten, bis sie Heirathen werden. Aber die Maheude nahm die Sache nicht so leicht. „Hab' ich sie geschlagen, als sie mit Chaval angefangen?" rief sie zu Stephan gewendet, der ihr stumm und bleich zu- hörte.„Nein, nicht wahr? Urtheilen Sie selbst, der Sie ein vernünftiger Mann sind! Wir haben sie frei mit ihm gehen lassen, weil... mein Gott, das ist nun einmal nicht anders! Sehen Sie, ich war in der Hoffnung, als mich Maheu heirathete, aber ich bin meinen Eltern nicht fort- gelaufen. O, niemals hätte ich solch' eine Erbärmlichkeit begangen, meinen Tagelohn vor der Zeit einem Mann hinzu- tragen, der ihn nicht braucht.... DaS ist gemein, fag' ich Ihnen! Man wird noch dahin kommen, gar keine Kinder mehr haben zu wollen." Und als Stephan ihr immer nur mit stummem Kopf- nicken antwortete, fuhr sie lebhafter fort: K®0,-??6 undankbare Person, die man alle Abend hingehen laßt, wo es ihr gefällt! Kann sie nicht warten. b.s wir sie verhewathen? Kann sie uns nicht erst helfen. "'J? nuä der � Patsche und aus dem Elend heraus zu retten. Was? Ist das nicht natürlich? Wozu hat man denn eine Tochter, wenn nicht zum Arbeiten?.... Aber eS geschieht uns schon recht! Wir sind zu gut gewesen, wir hätten ihr nicht erlauben sollen, alle Tage ich den Weg ab. Aber nicht immer können wir uns vor ihm chützen. Manchmal kommt er im Nu, und wir müssen ziem- lich lange auf dem Fluß herumtappen, bis wir eine Stelle finden, wo wir das Boot anbinden können."' Meine Begleiter sind alte Theerjacken, stramme, sehnige Bursche, hart wie Eisen, und durch und durch an eine Lebens- weise gewöhnt, die unter zehn von uns neun im Zeitraum eines Jahres umbringen würde. Aber heute Nacht scheinen sie blos an die Mühen und Gefahren ihres Berufes zu denken und es recht verdrießlich zu finden, daß gerade das eine Mal, wo sich ihnen Gelegenheit bietet, das Publikum wissen zu lassen, wie es bei ihnen zugeht, alles sich geradezu verschworen zu haben scheint, die Fahrt die Flulh hinab zu einem bloßen Vergnügen zu gestalten. Eine wunderbar milde Briese weht, der Mond sendet sein Silberlicht durch die mit einem leichten Nebel erfüllte Atmosphäre auf den Fluß, der so friedlich glitzert und glänzt, wie in einer Sommernacht. Die gewaltigen Fahrzeuge, die aus ihm hervorragen mit ihren seltsamen Umrissen und schwarzen Körpern, die Strahlen Lampenlichts, die auf der welligen Oberfläche zittern, würden, jedes für sich, einem Maler oder einem Dichter Stoff liefern, und die prosaisch häßlichen Lagerhäuser und Fabriken, Werften und Docks, die sich die Ufer entlang ziehen, sind blos ätherisch ausschauende Massen leuchtenden Grau s, die fich weiter unten allmälig bis zum tiefsten Schwarz verdichten, aufwärts aber in perlendem Licht schimmern, hier und dort von blinken- den Mondesstrahlen, flackerndem Gaslicht oder dem Glanz elektrischen Bogenlichtes beleuchtet. Dem ungeübten Auge dünkt es ein Feenland, die große, schwerfällige Barke eine Gondel, und die zwei maleriscken Burschen, die diese schweren Ruder Hantiren, werden zu Gondolieren. Es fehlt nur noch Guitarren- klang, und ich könnte mir einbilden, ein venetianifcher Doge zu fem, und die leuchtende Bahn hinabzugleiten, um die Dame meines Herzens zu besuchen, in einem der riefigen Paläste drüben, die durch Nebelschimmer und Mondesstrahlen hindurch- blinken. Ach ja. Aber wie viel Nächte haben wir auf je eine ruhige, milde Mondnacht in November, Dezember, Januar, Februar und März, die pechschwarze Finsterniß, schneidende Winde, den Blitz, Sturm mit Regen und Schnee oder Hagel bringen? Und heut ist das Lichterfchiff leer. Man hat mir gesagt, daß, wenn es auch nur einen Penny Werth birgt, es 500 Pfund(10 000 M.) werth ist. Welch eine Verantwortung ist es für ein Paar rauher Arbeiter, selbst in einer solchen Nacht, dieses Fahrzeug ganz allein, beispielsweise von Nine ElmS(ein Landungsplatz im Westen, wo die Themse in das eigentliche London eintritt) bis zu denIViktoria-DockS zu führen. Leer wie es ist, scheint es eine herkulische Kraft zu erfordern, sowie eine gründliche Kenntniß, nicht nur der Hantirung der Ruder, sondern auch des Flußwegs, der Strömungen und Wirbel, oes Verlaufs von Ebbe und Fluth, und der Emwir- kung der verschiedenen Winde auf diesen großen, schwerfälligen Körper. „Aber/' sagte einer meiner Begleiter gestern Nacht,„Ihr seid da nicht nur für die Barke verantwortlich, sondern auch für alles, was sie nur hineinschaffen. Letzthin hatte ich für 50 000 Pfd. Sterling Kupferwamen dm Fluß hinunterzuführen; alle Augmblick kriegt Ihr Ladungen von enormem Werth, die sie Euch anvertrauen". Ich bin jedoch stark geneigt, anzunehmm, daß es nicht das erdrückende Gefühl der Verantwortung für anvertrautes Eigm- thum ist, das am schwersten auf diesen Leuten lastet. Was mir während der Unterhaltungm, die ich mit einer großen An- zahl von ihnm hatte, am mersten auffiel, ist ihr ausgeprägtes Gefühl für die stete Lebensgefahr, welche die Nachtarbeit auf dem Fluß für sie bedeutet. Mitten in der Unterhaltung zeigt es sich plötzlich, wenn man es am Wmigstm erwartet. „Ihr fahrt, sagen wir, ein schwere Ladung von Hammer- smith nach Limahouse runter. Ihr könnt nicht die halbe Länge Emes Kahnes sehen, die Fluth unter Euch geht schnell zurück, und Ihr habt fast beständig einen starkm Wind hinter Euch her blasm. Ihr schießt durch alle die Brücken wie eine Kugel aus einer Kanone. Macht einen Ruck zu viel, und"-- was folgt wohl? Wahrscheinlich ist des LeserS Hauptgedanke, daß der Kahn umgeworfen und die Ladung in dm Fluß geschleu- dert wird? Doch nicht das beschäftigt den Lichterschiffer. „Ein Ruck zu viel und es bringt Euch den Tod," sagt er, mit einem düstern Blick in das dunkle Wasser, das da unten an dm Schiffm, an denen wir vorbeigleiten, plätschert, laugt und gurgelt. Wollt Ihr nicht mit einem anderen Schiff zu- sammmstoßen oder niedergerannt werden, so müßt Ihr oft wie eine Katze diesen schmalen Weg an der Seite des Kahns ent- lang huschen. Gleichviel ob Wind und Regen oder Schnee Euch das Sehm vertreiben und die Bretter wie Glas find. „Ein Ausgleiten oder ein Fehltritt, und Ihr seid verlorm," erklärt der Lichterführer. Keinm von ihnm scheint viel von der Aussicht auf Rettung ihres Lebens, wenn sie einmal bei Nacht über Bord fallen, zu halten. Es ist etwas Fürchterliches, die Schwärze und Unergründlichkeit dieser weiten, treibmdm Fluth, und viele der Männer scheinen dies lebhaft zu empfindm. Während Ihr durch die trübe Nacht dahingleitet, erzählen sie Euch von tiefm Lachem und dunklm mit einem Manne herumzulaufm. Man zeigt so einem Geschöpf den kleinen Finger, und das nimmt gleich die ganze Hand." Alzire nickte beistimmend, währmd Leonore und Heinrich von dem plötzlichen Wortschwall erschreckt, zu weinm an- hubm. Die Mutter zählte jetzt all ihr Unglück auf: Zuerst Zacharias, dm sie haben verheirathen müsim; dann dm alten Bonnemort, der da auf dem Stuhl sitzt mit seinm kmmmm Beinen; dann Zeanlin, der mit den schlecht zu- sammengeleimten Knochen nicht vor zehn Tagen das Zimmer wird verlassen können, und nun endlich diese liederliche Katharine, die mit einem Mann fortläuft! Die ganze Familie geht auseinander. ES bleibt nur noch der Vater in der Emde. Wie sollen siebm Personen, die Estelle nicht ! gerechnet, mit den drei Franks, die Maheu verdimen kann, ebm? Da könnm sie sich ja lieber gleich Alle mit ein- ander in den Kanal werfm! „Es hilft Dir nichts, wenn Du Dir das Herz abfrißt," sagte Maheu mit tonloser Stimme,„und zum JnSwasser- werfen ist immer noch Zeit." Stephan, der starr auf die Fliesm geblickt, erhob das Haupt, und die Augm wie in eine Zukunftsvision verloren, flüsterte er: „O! ES ist Zeit! Es ist Zeit!" Vierter TheU. Erstes Kapitel. Es war an einem Montage. Die HmnebeauS hattm die Familie Gr<-goire zum Frühstück geladen und man war übereingekommm, nach dem Essen solle Paul N-grel dm Damen die Grube Saint-ThomaS zeigm, welche mit großem Luxus neu installirt worden. Doch diese Promenade war nur ein liebenswürdiger Vorwand und die ganze Partie eine Erfindung der Frau Hennebeau, um die projektirte Ver- bindung zwischm Negrel und Cäcilim zu beschleunigm. Und plötzlich an diesem selben Montage um vier Uhr Morgms brach der Streik aus. Als die Kompagnie am ersten Dezember ihren neuen Lohntarif eingeführt hatte, warm die Arbeiter zunächst ruhig geblieben und nicht Einer Winkeln tief unter der trügerischen Oberfläche, in die der Wirbel der Fluth die Korper ihrer Opfer zieht, und so sehr sie daran gewöhnt sind, scheinen dock viele der Leute tief von dem Zauber der Verlassenheit, die NachtS auf dem Flusse herrscht, ergriffen. „Ich bm oft mit einem Kahn um ein oder zwei Uhr Mor- gens herunteraesahrm, und meilenweit aus keine Seele gestoßen," erzählte ein Mann.„Fahrt nur ein Bischen ngmdwo gegen, und es ist alle mit Euch." Man könnte beinahe eben so gut auf einem Wrack mitten auf dem Atlantischen Ozean sein wie aus einer finkenden Barke auf einem der einsamen Theile der Themse in den stillen Stundm der Nacht. Wenn dagegm im Zwielicht die schwarzm Rumpfe und feurigm Augen der zurückkehrenden Dampfer fichtbar werden, dann giebt es verzweifelte Kämpfe, und oft entgeht der Schiffer nur um ein Haar breit der Gefahr, in Grund und Boden gebohrt zu werden. Bis Charlton(nahe bei Woolwich, östlich von London) brauchen die Kähne kein Licht zu halten, und oft macht es die Atmosphäre dm Lootsm auf den großm Schiffen schwer, die schwarzen Massen der Lichterschiffe unten im Wasser zu erkennen. Weiter unten, wo die Dampfer mit größerer Geschwindigkeit laufm, muß Licht geführt werdm, aber einer memer Begleiter erzählt mir, daß, als er vor ciniaer Zeit darauf bestand, eine Lateme zu erhaltm, bevor er über Charlion hinaus dm Fluß herunter führe, er zurückgestellt wurde, und für seinm Eigensinn drei oder vier Tage Be- schäftigung verlor. E« läßt sich auf so knappem Raum nicht die Hälfte der Gefahren schildem, dmm diese Leute in Winter- nächien, wo sie mit schwer beladmm Bootm mit Wind und Wetter und Fluth zu kämpfm haben, auf der Fahrt ausgesetzt sind. Alle Augenblick verunglücken welche oder fallen in das schlammige Flußbett, um nie wieder aufzutauchen, aber die Welt hört nichts davon. Es scheint mdeß weder bloße Angst, noch ein unmänn- sicher Widerwille gegm den Kampf mit denUnannehmlichkeitm und den Gefahren ihres Berufs zu fein, was die Leute ver- anlaßt, gerade jetzt über diese Dinge zu sprechen. So erkmnen vollständig an, daß bis zu einem gewissen Grade diese Nacht- arbeit unvermeidlich ist, und soweit sie nöthig ist, sind sie auch gewillt, sie zu verrichten. Aber sie meinen, daß sehr viel der- selben unnöthig ist. Sie weflm darauf hin, daß bisher der Lohn für Tagarbeit 5 Sh. 6 Pence gewefm sei, während für Nachtaibeit nur 4 Sh. bezahlt wurde, und daß infolge dessen manches Stück Arbeit, das am Tag hätte verrichtet werben könnm und sollen, bis zur Nacht verfchobm worden fei, weil es alsdann etwas bifligcr kam. Von dem nmen Reglement, für das sie eintreten, hoffm sie, daß es dieser Sucht. Nacht- arbeit, wo sie unnöthig ist, anzuordnen, steuern wird. Weiter beschweren sich dieLeuteuber folgm de Unsitte, gegen die der Satz„ein Austrag soll ein Nachtwerk aut-nachm", speziell gerichtet ist. Angenommen, ein Mann erhäu spät in der Nacht einm Auf- trag, em Boot von Battersea zu dm Docks hinab zu bringen. Dasselbe mthäli eine sehr werthvolle Ladung, und irgend Jnnand muß eS richtig im Dock und an der Breitseite eines Dampfers sehen. Es so weit zu bringen, ist die Arbeit einer ganzen Nacht, für die bis jetzt 4 Shilling bezahlt wurden. „Ich kriegte 4 Shilling," sagte einer meiner Begleiter,„dafür, daß ich die erwähnten Kupferbarren im Werthe von 50 000 Pfd. Sterl. herunterfuhr und bewachte." Wohlan, der Mann schafft seinen Kahn herunter und wird währmd der Fahrt gründlich vom Regen durchnäßt. Er legt außerhalb der Dockeinfahrt an, und es mag 4 bis 5 Stundm dauern, bis der Kahn einfahren kann. Kann er sich nun an dm„einen Auftrag" halten, so zündet er sich etwas Fmer in der Kabine an, trocknet seine Kleider so gut es geht, und wenn er den Tag über ebenso wie während der Nacht geschafft hat, so streckt er sich vielleicht auf dem Boden au«, mit einem Stück Kohle und einem Fetzm Papier darüber als Kissen und schlummert ein wenig, immer das Ohr gespitzt für dm Fall, daß Jemand verfuchm sollte, den Kahn zu belretm. Sobald die Docks ge- öffnet sind, bringt er fein Fahrzeug hinein, und fein Auftrag ist ausgeführt, so daß er nun dm besten Weg nach Battersea oder Bermondsey, oder wo immer er wohnt, auswählen kann, um am nächsten Morgm um 6 Uhr zu neuer Arbeit anzutreten. Em Lichterschiffer auf der Themse mag dergestalt Nacht und Tag oder Tag und Nacht auf Posten sein, wie es gerade die Umstände oder der Wechsel von Ebbe und Fluth ersordem. Vor einem oder zwei Tagm erzählte mir ein Mann, daß er 21 Tage und 21 Nächte„fort" war, seine Mahlzeiten nahm, wie eS gerade ging, und sich, wmn er Zeit dazu fand, auf dm nacktm Bretten, der feucht- schmutzigm Kabinen nieder- legte. Ein ziemlich hartes Leben, doch nicht darüber beklagm fich die Leute, sondem sie beruim sich darauf, um ihrer Forderung, „ein Auftrag ein Nachtweik" zu erklären. Nach den altm Be- binpungm ging eS bisher so zu. Wmn der Mann gerade die Docklhore erreicht und, durchnäßt und müde, fich ein Feuer an- gezündet Ha ie und ein biSchen rühm zu könnm meinte, währmd er das Boot bewachte, mußte er gewärtig fern, daß ein Nacht- aufsehcr kam und ,hm eine schriftliche Anwnsung brachte, sich irgmd wohin dm Fluß hinaus oder hinab zu machen, um eine hat nach Verlauf von zwei Wochen am Zahltage eine Re- klamation gemacht. DaS ganze Personal, vom Direktor bis zum letztm Aufseher, glaubte die Bedingungen der Direk- tion anaenommm, und die Ueberraschung war groß, als an diesem Morgen plötzlich der Krieg erklärt wurde, und zwar mit einem Gnsemble und einer Taktik, die eine energische Führung verriethm. Um fünf Uhr hatte Dansaert persönlich Herrn Henne- beau aufgeweckt, um ihm mitzutheilm, daß nicht Ein Mann in die Grube gefahren sei. Das Arbeiterdorf, welches er durchschritten, lag in fiesem Schlafe, die Fenster und Thurm warm geschlossen und die Zaloufim heruntergelaflm. Sobald der Direktor aus dein Bette gesprungen war, kämm von Viertelstunde zu Viertelstunde Boten und Depeschm. Er hatte zuerst gehofft, der Streik werde sich auf dm Voreux beschränkm; aber jede Minute wurden die Berichte ernster: In Mirou, in Crevecoeur und in der Magdalm warm nur die Stallknechte zur Arbeit gekommm; in der Victoire und in Fmtrp-Cantel, dm am besten ditciplinirtm Grubm, feierte ein Drittel der Arberter; nur Saint- Thoma« schien außerhalb der Bewegung, dmn dort warm die.Kohlmmänner vollzählig eingefahren. Bis neun Uhr dikfirte Hmnebeau Depeschen. Er tele- graphirte an den Präfekten von Lille, um die Behörden von dem Vorgefallmm in Kenntniß zu setzm, und an die Regisseure der Kompagnie, die er um Verwaltungt-Maß- regeln bat. Dann sendete er R-grel in die benachbarten Gruben, damit derselbe sich an Ort und Stelle von der Lage der Dinge überzeuge. Endlich dachte er an das in Aussicht Smommene Frühstück und wollte schon den Kutscher zu Herrn ftegoire senden, um ihm anzuzeigen, daß dasselbe ver- schobm sei; aber er änderte plötzlich seinen Entschluß und be- gab sich zu seiner Frau, die sich eben in ihrem Toilette- zimmer von der Kammerfrau frisiren ließ. „Ah, sie streikm?" antwortete sie ruhig, nachdem er ihr die Sache mitgetheilt hatte.„Run, was macht«? Wir werden es uns deshalb hoffmtlich ebenso gut schmecken lassm." Er»ersuchte, ihr zu beweise«, daß da« Frühstück ge- neue Ladung anzufahren, und seinm Kahn, sowie das 8«� das er sich angezündet, dem Ueberdnnger abzutreten, lla* begreifen, was das heißt, nammtlich in emer rechtm Wi»>� nacht, muß man sich vergegmwärttgm, daß eS eine Sache w Zufalls ist, an welcher Stelle im Fluß das Boot ang«ei>° wird. Nur die, welche das frostlose, verwirrende Labyrinth Eifmbahnen, Fabriken, Docks und Gräbm an gewissen vtrea«« der Themse zwischm London und Tilbury kennen, könnm sich Idee machm, auf was der Mann alles gefaßt fem muß, er nur zwei oder drei(englische) Meilen das Ufer ans»""' oder abwärts eine neue Fahrt anzutreten hat.- „Ich habe manchmal mittm in finsterer Nacht bis z« Stunden in strömendem Regm gestanden und nach«f» Schiffer gerufen, mich herüber zu holen," erzählte einer Begleiter,„und was die Eismbahnm anbetrifft, die sie schreiten, die Zäune, über die sie klettem, die Hunde, die iM nachsetzm, wmn sie vom Fluß zu dm Hauptstraßm zu gelang suchen, so könnte man ebmso leicht unzählige Geschichten�' über erzählm, wie über die Ereignisse und Gefahre« et»» Afrikareife. Es scheint, daß für Wetter, Oerfiichkeit oder»» Mühm, die der Mann vorher zu bewältigm hat, keinerlei v« gütung gewährt wird... „Ich habe auf meimem Kahn gesessen und nasse£"9® auf meine Augm gedrückt, um sie offen zu halten", sagte««»' „und als ich nachher todtmüde heimwankte, bin ich schlastn«»' gegm einen Laternmpfahl aufgeschlagen."„ � Die Leute erhalten zwei Schillinge pro Tag für fahrt k.. und einen Schilling für die Schiffer zur llebert»»� aber selbstverständlich bleibt ihnen in tiefer Nacht und cm mtlegmm Punktm ües Flusses nichts übrig, als den zu Fuß zu machm, und die Entfernungm,„®fW diese Leute noch nach harter Nachtarbeit zum muffen, um nach Haus zu gelangen, find oft sehr betraf Sie mögen vielleicht die zwei Schillinge ganz oder ihm fvarm, aber das geschieht dann nur um den Preis erinud«� Märsche. «tfi e» Und dann", sagte vor ein oder zwei Tagen einkl Lichterschiff-Befitzer,„beziehen sie Löhne erstm Rar. wollen aber mit Hilfe der neum Vereinbarung eS machen, bis zu vier Pfund die Woche zu verdienm. Bf??, Sie mir ein Dutzmd der letztm Wochmabrechnungm/ l« einem Buchhalter zu, und sie wurden alsbald gebracht. Sie, so stehm die Leute bei dm altm Sätzen", fuhr er und ich durchlief einige der Rechnungen: 2 Pfd. 14 So- 2 Pfd. 12 Sh. 5 P., 3 Pfd. 1 Sh. 10 P., 2 Pfd. 1?, 2 Pfd. 7 Sch. 6 P. und so fort. Ich mußte zugebm, dl>> Verdienst ein guter sei. �"jM mir eines lyrcr Avrecynungsiormurare, vre, wie rd) m>« zeugte, wirklich doppelt laufm: Montag, Montag Nacht: � tag, Dienst""" tj f~- Die Leute tag7 Dienstag Nacht: Mittwoch, Mittwoch Nacht und fo®� Die Leute weifen darauf hm, daß sie unter dm""Vk* Braffey vorgeschlagenen Bedingungen bei 12stündig«»„p pro Tag wöchemlich 36 Schilling verdienen, und Niemand, � Art ihrer Arbeit, ihre Verantwortung und ihre Gefahren>/ wird das übermäßig finden wollm. Was die Kabinen� trifft, von denen einige der Prinzipale in fchönfärdo� Weise al«„Salons" sprachen, in denen die Leute ihre» pflegen könnm, wmn sie sie nicht zu Hause habm kc»"/�, habe ich gestem eine ganze Reihe von Fahrzeugen degj, und bin bei Laternmlicht in diese schmutzig feuchte» 1 hinabgeklettert. jß „Bitte, geht und schaut selbst nach, Herr, und sagb$ gut genug für einen Hund find, darin zu liegen-�, meinen, es sollten auch hier einige Amdemngm vorgf«� werden." p) „Thalsache ist, daß sie unter gesundheitspolizeilich» ficht stehen solltm," sagte ein Anderer. i)< Ganz sicher solltm sie es. Es ist ein Skandal,' � Prinzipale so wmig Rückficht auf das Wohlbefindr» Lmte nehmen, daß sie ihnm zumuthm, in diese'vTfy Schmutzhöhlm zu kriechen, die in vielen Fällm sie mal vor dem Regen schützen, wenn sie in denselben«azjj Planken ausgestreckt liegen. In manche dieser stinkende» � j würde man nicht einmal einm Hund unterbringen, wirklich Zeit, daß die Körperschaft hart arbeitmder, Q zuverlässiger Leute, die in diesem aufreibenden Berui � sind, sich für eine etwas bessere Bezahlung und etw«« Bequemlichkeit zur Wehr fetzt. So der Berichterstatter der„Daily News". Heut«-rt erschien sein Bericht, und hmte Abend wird gemeldet, Schiffsbesitzer fich gmöthigt gesehen habm, nachzugebe»- politifttie Die böse» Franzose». Die Ziffern, welche wir» A in unserem Artikel über die französischen Bevölkerung-"� in Sainü- stört werdm dürfte, und daß der Besuch nicht stattfindm könne. Sie aber fand auf Alle« eine Antwort! � Mahl versäumm, das schon auf dem Feuer steh) den Besuch in der Grube betrifft, so kann � Verzicht leisten, wenn diese Spazierfahrt mit Ges»v knüpft ist. „UebrigenS," fuhr sie fort, nachdem die"w». ¥ hinauSaegangm,„Sie wissen, warum mir daran« guten Leute zu bewirthm, und diese Heirath s»»„ füglich mehr am Herzen liegen, wie Ihre dummen � 3 mit dm Arbeitem! Mit einem Wort: ich will;»> wir e« dabei, ich bitte!",.j-m Er blickte sie an. Ein leise« Zittern und währmd einiger Sekundm verrieth sein verscy � strenge« Beamten gesicht, daß ein geheimer Kummer � r Herzen nage. Einm Augmblick schien eS, al« w � p ergreifm und sein Haupt an der reichen Büste v ihn in dem sinnberückendem Moschusparfüm 5: r ZimmerS so mächtig anzog. Aber er hielt ssch V.,,. j zehn Jahren warm sich die beiden Gatten entfrem � ir „Es ist gut, ich werde nichts abbestellen,' M � verließ das Gemach.„-bore»-.„ze Herr Hmnebeau war in den Ardmnen g ll»*j hatte als Waise in Paris das schwierige Debüt �» mitteltm durchkämpfm müssen, hatte mühsam_a#)iC( Hüttenbauschule absolvirt und war im vrerunä,� ,» � Jahre al« Jngmimr in der Grube Saint- ,0» Grand-Combe angestellt worden. Drei Jahre er Gmeral-Jngemeur der Gruben von Maries Calais, und dort verheirathete er sich, wie eS>» � Karriere die Regel ist, mit einem reichen Mädche», � eines Spinnereibesitzers von ArraS. �.„ar*< � Fünfzehn Jahre lang bewohnte das Ehe? kleine Provinzialstadt, und kein Ereigniß, � Geburt eine» Kindes, unterbrach die Monotonie � Aber eine wachsende Gereiztheit mtfenrie AessÄs� nach und nach von ihrem Gattm. Sie war«. I Gelbe« erzogen wordm, und dieser Mann, ver � l ! seinm mittelmäßigen Gehalt verdimte und ,)on den Kartellblättern begierig ausge- �l�worden, und werden von ihnen mit chauvinistischen Anwendungen versehen. Die biederen OcdnungSmänner « iü™- ganz, daß diejenigen Eigenschaften, weite sich �unnatürlichen Stillstand der BevötkerungSzisfern äußern, Romi �sundpunkt der bürgerlichen Moral, welche die z., xssNlira Ordnungsmänner ist, strahlende Tugen- >«>nwü e'a auch unserem deutschen Volk hei jeder Ge- ünln-n n�rulstens empfohlen werden. Wird nicht in all nungsorganen, ohne Ausnahme, das gedankenlose, die Folgen nicht voraussehende Heirathen der ncknÜ?«..äste als die Wurzel aller möglichen Uebel de- �' und entspricht nicht die fürsorgliche Beschränkung leniJU \tn i >A wir"jjs» itfr; Ä vollständig den Weisheitslehren Apostel und sonstigen Arbeiter- was die Kartellblätter Kinderzahl der Demnach hat fast da Oi„i. vi rngpriiyi Niv.. tj»?.5N°hl, wie sie sich in dem sogenannten Zwei offenbart,'M' Äe?luc0tcU«tn r" H®?nS besonders spaßig ist, k.Ä5°b°llen'�«r die L�tn Ehen sagen.---------- " Familien Frankreichs entweder ein oder gar � Für das Verständniß der nervösen und lito'A'n baren Stimmung des französischen Volk«, Ä, 1 die Sorge um die Erhaltung einer Familie %»ü, �omd ist, können diese Zahlen mehr als hunderte jjj i,, �philosophischen Abhandlungen beitragen�— also 'da z, g?ur�llblätttrn zu>esen. Daß die Kinderlofigkeft s �mdermangel»nervös� machen soll, ist uns ganz w,z,u.huiion immer gedacht, das— Umgekehrte könne Lochen. Und die»U n b e r e ch e n b a r k e i t" der ty soll daraus erhellen, während die Unfruchtbarkeit �ie d» ei?» Ehen doch gerade das Ergebniß über« ib», � t Berechnung ift. Aber den Franzosen muß «ii in?? etwas am Zeug geflickt werden— auch wenn sie, ''Senn Iem Fall, nur d as Rezept unserer » o rdnungS-Ehauvinisten befolgen.— «i»! ri«» seltsam» Grsetzrsauküudigung berichtet � ein, Äp°udenz der �Franks. Ztg.� aus Breslau. Darnach 1 tan Deputation des Breslauer Vereins der Schankwirthe des Innern über die Konkurrenz des Kon- tota, nn t•'O0e geführt. Der Minister verwies die Depu- �ärte* Dezernenten Oberreaierungsralh Halbey. Dieser tafo, j°er Minister werde ein Geich schaffen, wonach Spiri- »ehr".�rbindung mit dem Verkauf anderer Waaren nicht «or-�ankt werden dürfen und wonach der, welcher die jetoLii lür Ausschank von Spirituosen erhalte, auch Speisen halten A?,?üffe.— Die«.Freis. Ztg." schreibt hierzu: Wir üh mta"!o'ck>es Gesetz für ganz unmöglich. Ein solches Ge- c ünh-n!, denkbar nachtheiliqfte Umgestaltung des gesammten lieta �ud aller Verhältnisse der Schankwirlhschaft nach ">n v Der gesammte Kolonialwaarenhandel würde als« MaiilenV Unmöglichkeit oersetzt werden, auch Spirituosen zu z Dies würde für große, namentlich ländliche fflctatff,. 01 Bezug von Svmtuosen auf das Aeußerste � ej/"pdererseits dazu führen, daß besondere Verkaufs- Sttadi ta?�et werden, welche, um bestehen zu können, sich Silegin Vertrieb von Spirituosen auf das Rasfinirteste an- atiinsi. 5", fassen müssen. Die Verpflichtung, neben den Spi- «st Speisen zu verabreichen, ist leichter ausgesprochen n in � Mhrt. Welche Speisen soll der Wirth verpflichtet Nt? ij�abteicheti, zu welchem Preise und in welcher Qua» »rt niH,. jedem Falle könnten gesetzliche Bestimmungen dieser "W oi n? r> ffouf" Schulstellen betraut. In Dithmarschen hat man 'fei, ja, der vor langen Jahren zeitweise Präparand in? Üch mirne �ehrerstelle übertragen; an einer Stelle sucht Jmi; on.1 �nem mehr als sSVjährigen Piäparanden zu be- iii»«!.. einet anderen Schule wirkte bisher ein alter, bereits �khrer; im Kreise Tondern hat ein Landmann di.£0 gesunden, derselbe hat seit etwa zehn nl.° �"dwirihschaft betrieben, vor einem halben Küsesivio c?, besuchte er ein Seminar. Das Schulwesen ?de>i.0 V°!st-ins hat lange Zeit in höchster B uihe ge. �-i man aber solche.Lehrkräfte" als Noihbehelf, I�iiS d?'' einstellt, muß enlschieden ein Rückichntt erfolgen." A�hei,„Z, Grvßherzogihum Hessen wird in derselben Avae- w," Äetiet; Die gioßherzogliche Staatsregierung hat - � pielch�,.Slandekammer einen Gesetzentwurf eingebracht, � die GehaltSverhältnisse der Vocksschullehrer rn n�UiNi» �pf.en konnte, von welchen sie in der Pension lu'(Wr«n. unbedeutend vor. Er war von einer � �eiw �Usenhaftigkeit, er spekulirte nicht, sondern hielt Ä t ihrer ff �nit, wie ein Soldat auf dem Posten. watericll begrenzten Lage entsprang der erste ' vffd derselbe wurde durch jenes Sichnichtverstehe« . �schieden angelegter Naturen gefördert: Er »>, ffff l sie hatte die leckere Sinnlichkeit li� pabw n ff�- Bald schliefen sie in zwei Betten, iii üMchs t eincn Liebhaber. Er wußte es nicht. End- sie kr sich, den PaS-de-Calai« zu verlassen, um jjx nw höheren Bureauposten anzunehmen, meinend, Z.'kh j.'hni dafür Dank wissen. Aber Paris, von dem in." ffs ä[|i Äugend geschwärmt hatte, wo sie in acht ifliM.• 51il;,n)a« ihp von der Provinz angeklebt, abstreifte, ictinfeii; � pine Modedame wurde und allen LuxuS- »eo. He16!« Äeit fröhnte, vollendete den Bruch. Die ,»u' welch- r.. v»-. zubrachten, füllte Frau Henne- mit einer von aller Welt ge- die sie fast das Leben kostete, al» "»n'Vi�pfMch verließ. Diesmal hatte auch ihr Sf* welche sie'bort > Äs�-nschaft, >ehr°>chaft aus, die Uin».j� plötzlich i �ffent�Sache «leC entmin wu�c gewußt, aber nach einigen heftigen f>e- foau jmele ihn die ruhige, wie unbewußte Haltung "n°ie, alz habe sie keine Ahnung davon, daß begehe, ihr Vergnügen suchte, wo sie endlich dieS Verhältniß sich gelöst, ent- sein Weib nach Mtmtsou, wo er den H �ipfien�;°ff?Btommen hatte, hoffend, ei werde � Zechte« �.Berirrte in dieser einsamen Wüste wieder zurückzuführen.. r V? w bi.* Sohren, die sie hier lebten, verfielen sie reizbare Laune der ersten Zeit ihrer Ehe. fÄ�echen e Sen«.chbem iNün�lbeou Si:»: IJü alz �'".bringe die große Ruhe der Frau Er- SN �nfiigx six tzer weite Horizont; sie schien � selbft�ung ��fchfvssen zu haben, ohne Wunsch und � D �chgilftg ,,on 3llIem fp�gelöst zu sein, daß e« --ni,. 7 Unte- l.w«« als sie anfing korpulent zu wer- '"'Öie ff« letzt-a aie[em Phlegma schlummerte ein letzter fpbtlam,- bsirfniß, noch einmal zu liebe«. Sie - in dem sie sich sechs Monate lang folgender Weise geordnet werden sollen. Bei gewissenhafter und tadelloser Dienstführung hat jeder endgiftig angestellte Lehrer nach fünfjähriger Dienstzeit 1000 M. Gehalt und in fünfjährigen Perioden je 100 M. Zulage bis zum höchsten Satze von 1600 M., welcher mit 30 Dienftjahren erreicht wird. zu beziehen. In Orten mit 11 und mehr Lehrern beträgt das höchste GeHaft 1800 M. Die Regelung der Lehrergehälter wird auf Grund angestellter Berechnungen für die Staatskasse eine jährliche Mehrausgabe von 160 000 bis 170 000 M. ver- anlassen. Nach 30 Dienftjahren 1600 bis 1800 M. Gehalt, das redet mehr über die Misere des Volksschulwesens, als weitläufige AuSeinanders etzungen. Ei» Ausfuhr»»rb-t von lebenden Bakon'erschweinen hat nach der»Allgemeinen Fleischerzeitung" die österreichisch- ungarische Regierung erlassen. Bakonier werden nunmehr in geschlachtetem Zustande von Ungarn eingeführt werden und ruhen darauf deutscherseits 10 M. pro Zentner Zoll. Dieses Verbot hatte zur Folge, daß hatte Bakonier auf dem Berliner Ma kt im Preise um 8 M. pro Zentner stiegen; voraussichtlich dürste der Preis in den nächsten Tagen, sobald der Versand von' Ratibor, Beuthen, MySlowitz, Pirna jc. aufhört, eine weitkre Steigerung erfahren. Die Berliner Engros- Schlächter- meifter haben infolge dessen ihre Gesellen, welche in den dortigen Schlachthäusern bisher beschäftigt waren, telegraphisch abberufen. Das Wvlff'sche Telegraphenbureau verbreitet in derselben Angelegenheit ein Telegramm aus Pest in nachstehmder viel- leicht nicht zufällig dunkeln und widerspruchsvollen Fassung: Die ungmische Regierung hat der deutschen Regierung den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche, welche wohl die Mästung beeinträchtioe, Handel und Verkehr hemme, der Gesundheit der Thiere jedoch nicht im geringsten schädlich sei, al« in etlichen Schweinemastungen Stein- bruchs eingetreten angezeigt; gleichzeitig aber auch von den getroffenen außergewöhnlichen strengsten Verfügungen behufs Lokalissruna des Uebels Mitthcilung gemacht. Die Behörde hat außerdem den ganzen Verkehr nach Deutschland eingestellt, an die deutsche Regierung aber da« Ersuchen aerichtet, die Einfuhr gesunder Mastungen nicht zu hemmen. Minister GrafSzapary undMinisteriaftath Liplhay haben fich�durch Besuch der Kontumaz- Anstalteu persönlich von der strengsten Durch- führung der angeordneten Maßregeln überzeugt. A«« Sachse«, 13. November. Unter die Zeichen der Zeit gehört auch der Eifer, mit welchem ein Theil der evange- lischen Gastlichkeit gegen den Sozialismus ins Feld rückt. Die Kanzel ist für diesen Zweck eine probrte Rednerbühne. Dort hat der geistliche Agitator allein das Feld im Besitz, Niemand kann und darf antworten bei der schweren Strafe, eine gottesdienstliche Handlung gestört zu haben, und so räsonirt er auf die Andersdenkenden und beschimpft sie, wie es der Zorn üder die„Frevler" ihm eingiebt. Von»christlicher Liebe" ist dabei allerdings sehr wenig zu spüren, aber wo« thut da«, Hauptsache ist, daß man den Widersacher womöglich moralisch zu Boden schlägt und die christlichen Schafe vor ihm in Schrecken setzt. Da hat ein Pastor Hofmann zu Ebersbach in der Laufitz kürzlich, wie wir bereits mitiheilten, eine Predigt gehalten»über die christliche Liebe", ohne welche die Welt nicht bestehen könne und hat diese Rede im Druck veröffentlicht. In dieser Predigt beschäftigt fich der geistliche Schafhirt» auch mit der Sozialdemokratie und gedenkt derselbe in folgen- der schmeichelhafter Weise: »Und wenn wir daran denken," so sagt unser protestantisches Kirchenlicht ,"»dab wir m der Zeit des wachsen- den Sozialismus leben,— man könnte fich mit mancher For- derung desselben befreunden, wenn man hört, wie ste sich der Unterdrückien annehmen wollen, denn Befreiung des Unter- drückten fordert auch die christliche Liebe.(? Anm. d. Red.) Aber wenn man sieht, wie sie überall Mißtrauen und Haß fäen, wie sie in ihren Liedern Mord und Brand verherrlichen, wie sie scheußliche Verbrecher als Märtyrer preisen, wie sie wüthen gegen die Religion, die allein Liebe lehrt, und an den Gesetzen, die für den armen Mann gemacht find, geflissentlich alles todtschweigen, was ihm gegeben werden soll, und was der Staat und die Herren(!) für ihn thun müssen, dann muß, wer nicht ganz blind ist, einsehen: hier wird ein schändliches Spiel mit dem Volke getrieben; man will die Volksseele ganz vergiften und den Rest der Liebe zum Nächsten in ihr ertödten. Ja es ist ein Klaffenelend vorhanden, aber nur darum, weil die Liebe fehlt." Es hieße für die Leser des»Berliner Volksblatt" Wasser in da« Meer tragen, wollte man fich auf eine Richtigstellung und Widerlegung der hier der Sozialdemokratie unterstellten Th aten ein Wort verlieren. Uns intereffirt nur die immerwiederkehrendeKlage über den Mangel an Liebe, dem allein alle« menschliche Un- heil und Unglück zuzuschreiben sei. So predigen diese Diener Ehristo volle 18 Jahrhunderte und was haben sie erreicht? Nichts. Jahrhunderte haben ihnen die Massen willenlos*u Füßen gelegen und ließen fich führen wie nur je eine Heerde damit vergnügte, die Villa, welche sie bewohnten, neu zu möbliren. Sie erklärte die vorgefundene Einrichtung ab- scheulich, bedeckte die Wände mit Tapisserien, stellte Nippe« und Kunstwerke auf und schuf ein geschmackvolle« Interieur, von dem man bi« nach Lille sprach. Dann aber warf die Oed» der Landschaft ihr leeres Herz in eine stumpfe Ver- zweiflung; sie verwünschte die dummen, weiten Felder und die endlosen Chausseen, dies ganze traurige Land, darin ei« Volk herumging, das ihr Ekel und Schreck einflößte. Sie begann, sich über ihr Exil zu beklagen und warf ihrem Gatten vor, daß er sie dem Gehalt von vierzigtausend Frank«, den er bezog, geopfert habe, einem Bettel, der nicht einmal hinreiche, den Haushalt zu bestreiten. Hätte er nicht lieber, wie anvere, einen Antheil erwerben, Aktien kaufen, etwa« Große« leisten können mit einem Wort? Und sie kam unaufhörlich mit der grausamen Hartnäckigkeit einer Frau, die eine reiche Mitgift gehabt, wieder aus diese Vor- würfe zurück. Er, immer korrekt, versteckte hinter der Kälte de« Beamten ein wachsend heftige« Verlangen nach diesem Weib eine jener spät erwachenden Leidenschafte«, die so mächtig sind und so unbezähmbar mit den Jahren zunehmen. Sie war nie mit dem hingebenden Feuer einer Geliebte« sein gewesen, und ohne Unterlaß quälte ihn der unge- sättigte Wunsch, er möchte sie einmal so heiß liebend in seinen Armen fühlen, wie sie an die Brust de« Andern mochte gesunken sein. Jede« Morgen hoffte er, sie am Abend endlich zu erobern; aber wenn sie' ihn mit ihren kalten Augen anblickte, in denen er la«, wie Alle« in ihr und an ihr ihm fern upd ftemd blieb, dann vermied er,.selbst nur mit der Hand ihr. Kleid zu be- rühren. E« war ein Leid ohne Hoffnung und Heilung, welche« er unter der Steife seiner Direktorswürde verbarg, ein heimlich fressende« Weh, an dem sein liebedürstendes Herz dahinsiechte, verzweifelnd, kein Glück in der Ehe ge- funden zu haben. Al« die ersten sechs Monate vorüber waren al« die definitiv installirte Villa Frau Hen»ebea« nickt mehr beschäftigte, überkam sie eine schmachtende Lnnge- wnle und sie erklärte, die Einsamkeit tödte sie und sie werde ftoh sem, zu sterben. folgt.) Schafe von ihrem Hirten fich führen läßt. Und war Elend, Roth und Unterdrückung auch nur einen Tag, eine Stunde in den Zeiten ihrer absolutesten Herrschaft verschwunden? Die Geschichte der Verfolgungen für die Gegner der Sklaverei, der Leibeigenschaft, der Hörigkeit giebt die Antwort darauf, und den Reihen der Verlheidiger dieser sozialen Unterdrückungen stand im Vordergrunde die christliche Geist- lichkeit. Wenn diese Herren heute den Mund so voll nehmen und fich al« die Retter der Gesellschaft, als die Tröster und Helfer der Armen und Elenden ausspielen, so lacht man. Sie haben mehr als Anderchalbjahrtaufende zur Beseitigung deSmenschlichrn Elends zur Verfügung gehabt und wie sie dieselben benutzt, da« lehren die Zustände der Gegenwart. Gehen wir über sie zur Tagesordnung über.-- Am letzten Sonntag kielt der nationalliberale Herr Oechel« Häuser in Dresden einen Vortrag über die»soziale Frage", zu welchem unter anderm auch der sächsische Münster des Innern erschienen war. Herr OechelhäuserS Standpunkt als national- liberaler Reichstagsabgeordneter und Millionär ist hinlänglich bekannt. Eifriger Anhänger und Vertreter des Sozialistenge» setze« gehört er zu denjenigen Bourgeois, die da meinen, daß es mit der brutalen Gewalt allein nicht gethan sei. Neben der Peitsche gehöre auch das Zuckerbrot. Dementsprechend trat er »für alle die Milderungen und eine gerechtere Handhabung de» Sozialistengesetzes" gegenüber den„berechtigten" Bestrebungen der Arbeiter ein. Auch plädirte er für den Ausbau der Ar- beiterschutz-Gesetze und die Einführung eines Normalarbeitstag«. Ueber die Zeitdauer desselben schwieg er, doch sprach er die Hoffnung aus, Sachsen, dessen ersten Regierungsbeamten er im Saale anwesend sehe und da« durch seine industrielle Ent- Wickelung berufen sei, hier vorzugehen, solle die Initiative ergreifen. Wie wir den sächsischen Minister des Innern kennen ist diese Mahnung auf sehr unfruchtbaren Boden gefallen. Dasselbe dürste Herrn Oechelhäuser mit anderen seiner Aeußerungen pasfirt sein, so z. B. mit seinen Ausführungen über die Berechtigung der Koalitionen. Nach dem Bericht des»Leipz. Tagebl." äußerte fich der nation alliberale Redner hierüber also: »Eine weitere Aufgabe der Regierungen sei es, eine Aende- rung in der Behandlung der Arberter-Koalitions-Frage herbei- zuführen und zwar in der Richtung, daß die Polizeigewaft den Koalitionen nicht mehr feindlich gegenübertreten könne. Redner schilderte sodann die sozialdemokratischen Koalitionen, die zu der ÄuSnahmegesetzgebung zu greifen nöthigten und er- klärte e« für menschlich, wenn in gewisse Kreise eine Verbitte- rung durch die sozialdemokratischen Bestrebungen hineingetragen worden sei. Und doch sei es nothwendig, daß Vorem- genommenheit nicht vorherrschen. Ohne das Mittel der Koalition sei der Arbeiter nicht im Stande seine Interessen zu fördern. Im Gegentheil müsse man anerkennen, daß der Arbeiter berechtigt sei, diesen Hebel in vernünftiger Weise anzu- setzen. Zunächst sei daber die Polizeigewalt anzuweisen, eme strikte Unterscheidung zu machen zwischen Coalitionen, die fich gegen den Staat richten und zwischen solchen, die auf die Ver- btsserung der Lage der Arbeiter gerichtet find. Es könne viel dazu beitragen, um in Arbeiterkreilen die Animosität gegen die Polizeigewalt verschwinden zu machen, wenn dieselbe den Unter- schied zwischen umftürzlerischen Bestrebungen und berechtigten Arbeiter-Vereinigungen im Auge behält. Die Arbeiter dürfe« fich nicht mehr darüber beschweren, daß ihnen erlaubte Wege verlegt seien, um eine Verbesserung ihrer Lage, eine Verbesse- rung ihrer Arbeitsbedingungen zu erreichen. Es empfeble sich also eine künftige schärfere Präzisirung der Stellung der Polizei zur Arbeiter-Koalition. Die Stellung der Arbeitgeber zur Arbeiter-Koalition an- langend, so ging Redner von dem Gesichtspunkte au«, daß ge- wisse Voreingenommenheiten, entstanden aus der Rückerinnerung an die Wunden, die gar Vielen die sozialdemokratische Be- wegung geschlagen, schwinden müßten und daß auch auf dieser Seite eine genaue Unterscheidung der unberechtigten und der berechtigten Bestrebungen der Arbeiter, insoweit sie auf eine Verbesserung der sozialen Arbeitsstellung hinauslaufen, emzu- treten habe. Das Zusammenwirken der Arbeiter für ihre ge- meinsamen Interessen sei nicht« Schädliches." Es ist wichtig, diese Aeußerungen hier anzunageln, damit sie»ur Hand find, wenn nächstens die Beschränkung der Koalitionsfreiheit wieder einmal auf die Tagesordnung gesetzt wird. Ein großer Tbeil der Nationalliberalen denkt hierüber ander«, wie Herr Oechelhäuser, und ob er selbst in einige« Jahren noch so denken wird, darüber find wir bei der chamäleonartigen Fähigkeit eines Nationalliberalen, die Farbe und die Ueberzeugungen zu wechseln, nicht sicher. In Bezug auf da« Sozialistengesetz verlangt Herr Oechel- Häuser»ganz bedeutende Abschwächungen", namentlich Hinsicht- lich des Versammlungsrechtes. Hier sei ein Ausnahmegesetz nicht nothwendig, es genüge eine Kodifikation von einzelne« Bestimmungen über das Vereinsrecht, die zerstreut in den Ge- setzen der einzelnen Staaten vorhanden feien. Die Redner der Nationalliberalen im Reichstag haben fich hierüber sehr reservirt ausgesprochen und so darf man wohl neugierig sein, wa< schließlich dabei herauskommt. Bezüglich der Beschränkung der Presse sei im Wesentlichen der bisherige Zustand auftecht zu er- halten. Dagegen erklärte er fich gegen die Ausweisungen, gegen die er große Bedenken habe. Diese hätten nur geschadet, wie seine Partei, die eme große Zahl von Unternehmern in ihrer Mitte habe, am besten wisse und beuitheilen könne. Schließlich brach auch der nationalliberale Optimismus bei Herrn Oechelhäuser in höchstem Glänze durch. Die Arbeiter seien unter der Herrschaft de« Sozialistengesetzes ganz andere geworden und ebenso die sozialdimokratifchen Führer. Die 400000 sozialdemokratischen Stimmen von vor 10 Jahren seien weit gefährlicher aewesen als die 700 000 sozialistischen Stimmen bei den letzten Wahlen. Die bösartige Tendenz von damals sei bei dem größten Theil der Arbeiter verschwunden u. f.«. mit Grazie. Hiernach wird es Herr Oechelhäuser erst recht als einen VortheU de« Sozialistengesetzes ansehen, wenn das nächste Mal bei den Wahlen die Partei wenigstens 1 Million Stimme« und etwa 30 Mandate erobert. Die Nationalliberalen find wie die Katzen. Wie dies« immer auf die Beine fallen, man maa sie werfen wie man will, so hängt bei ihnen der Himmel immer voller Geigen, auch wenn sie fich mit allen ihren Bestrebungen bankerott machen. J» de« Pereinigten Staate««»« Amerika find in letzter Zeit mehifach, u. A. bei den kürzlich staltgehabten Wahlen in den vier neuen Staaten Nord- und Süd-Dakota, Washington und Montana, und bei einzelnen Gemeindewahlen m Tennessee, mit dem als das»australitche Wahlsystem" bezeichneten Wahl- verfahren Versuche angestellt worden, die nach überein- stimmenden Berichten so vortrefflich ausgefallen sind, daß da« Verfahren, ebenfalls wenigstens versuchsweise, wahrscheinlich auch in anderen Staaten eingeführt werden wird. Das Ver- fahren ist folgende«: Es werden auf Kosten des Staate«, der Grasschast oder der Stadt, ,n welchen Wahlen statlfinden, die Wahlzettel ge- dwckt(gegenwartig äffen die verschiedenen Parteien und ew- zelne Kandidaten dieselben drucken und vertheilen), und»war befinden sich auf denselben die Namen aller von den verschiedenen Parte, enunli Fraktionen aufgestellten Kandidaten. DieseWahlzettel werden beim Betteten des Wahllokals von den Wahlnchtern den Etmimgkbern eingehändigt. Der betreffende Wähler, der einen solchen Zettel erHaften hat, begiedt fich mit demselben in einen gefchlossenen Raum, in welchem er ungestört und nnbe- obachtet die Liste der ans seinem Zettel vestndlichm Namen durchgeht, mit einem Bleistifte hinter diejenigen Namen, für welche er stimmen will, ein Kreuz macht und die übrigen durchstreicht. Hierauf giebt er den zusammengefalteten Stimm- zettel den Wahlrichtern, welche denselben in seiner Gegenwart in die Wahlurne thun, so daß Niemand weiß, für wen er ge- stimmt hat. Wie man steht, deckt fich dieses Verfahren im wefent- lichen mit demjenigen, welches in dem kürzlich dem Reichstage vorgelegten Gesetzentwurf vorgeschlagen ist. Die„New-Borker Hdisztg." läßt es zwar dahingestellt, ob dem„australischen System" noch Mängel anhaften, schließt aber ihre Betrachtungen darüber mit den Worten:„Jedenfalls ist eine große Anzahl professioneller Politiker, welche von ehrlichen Wahlen nichts wissen will, gegen diele Neuerung". Der geschäftsfüstrende Ausschuß des deutschen Emin Pascha-KomiteeS hat beschlossen, durch Vermittelung des kaiser- lichen ReichSkommsssarS Hauptmann Wißmann, dem durch das Gebiet der deutsch-ostafrikamschen Gesellschaft nach der Küste marschirenden Emin Pascha, zur Erleichterung seines Zuges für einen namhaften Betrag Tauschartikel und LebenSmiuel zuzu- senden. Bekanntlich ist der Korrespondent des„New-Pork Herald" bereits zu gleichem Zwecke unterwegs. Wie derselbe nach London telegraphirt hat, ist die Frage, unter welcher Flagge die Zufuhrkolonne Stanley entgegengehen soll, bei- gelegt. Wißmann'S Hilfe übertreffe seine höchsten Erwartungen. Frankreich. Ueber den äußerlichen Eindruck der ersten Kammersitzung wird der„Magd. Ztg." folgendes gemeldet: Die heutige erste Kammerfitzung bot ein interessantes Bild. Von 576 Abgeord- ncten waren 510 erschienen, darunter 350 Republikaner. Die Boulangisten, welche einzeln erschienen, nahmen ihren Platz im tmtrum, hart an den Bänken der Bonapartisten, ein. Eine usnahme machten bloS die Abg. Roche und Granger, welche auf der äußersten Linken Platz nahmen. Joffrin, welcher an Boulanger's Stelle zum Abg. von Elignaneourt ausgerufen wurde, erschien gegen 3 Uhr. Er kam zu Wagen; fern Er- scheinen veranlaßte jedoch keine Kundgebung vor der Kommer. Die anwesenden Minister waren sehr umringt. Auf der Reckten bewegten sich Cassagnar, Baron Mockau und Baudry d'Asson sehr geschäftig. Die Mitglieder der Rechten uuv Lmken pflegten nicht den geringsten Verkehr. 35 Royalisten unter Führung des Grafen Greffulhe nahmen im linken Zentrum Platz, während die übrigen Royalisten auf der äußersten Rechten verblieben. Die Gruppe Leon Say-Rrbat sitzt gleichfalls im Zentrum. Von neupewöhlten Abgeordneten bemerkte man be- sonders den Major Picot, den Besieger Ferry's, sowie den Ar- beiter Thivrier, welcher in blauer Blouse erschien. Kalkaulander. Gruitsch, der Redakteur der regierungsfreundlichen „SrbSki Narod" ist verhaftet worden. Gruitsch verschaffte fich, wie die Untersuchung der„Boh." zufolge ergeben hat, zwei für Ehekonsenfe bestimmte und mit der Unterschrift des Patriarchen »ersehenen Blankette und füllte diese Blavkette als Schuldscheine des Patriarchen auf 12 000 und 25 000 Gulden lautend aus. Er hat im Zivilwege bereits zur Sicherstellung die Exekution gegen die Verlassenschast des Patriarchen auf 37 000 Gülden erwirst. Einer der auf den Schuldscheinen figuriren- den Zeugen wurden von Gruitsch zu einer Unterredung bestellt und auf der Peterwardeiner Eisenbahnstation verhaftet. Dieser Zeuge ist geständig, derselbe hat den Vorgang enthüllt. Auch der zweite auf den Schuldscheinen figurirende Zeuge wurde gestern mit Gruitsch verhaftet. Der Staatsanwalt hatte in dieser Anlegenheit Besprechungen in Agram und Budapest. Die Verhaftung erregt ungeheures Aufsehen, weil Gruitsch jahrelang Verbindungen mit der Staatspolizei unter- halten hat. Amerika. Aus BuenoS-Aires wird der„Volks-Ztg." geschrieben: Die letzten Tage waren für die Bewohner der argentinischen Republik eine Zeit der Schwüle vor einem Gewittersturme, dem der Landmann besorgt und beängstigten Blickes entgegen. schaut, nicht wissend, ob die nächste Viertelstunde ihn seiner ganzen blühenden Ernte beraubt oder nicht. Eine solche Stim- mung bemächtigte fich aller Volksschichten, als am letzten Mon- tag die Nachricht, das Gold fei auf 200 aestiegen, die Bevölkerung in Staunen verfetzte. Die Beunruhigung stieg noch mehr, als das Gold am Dienstag 216 er« reichte. Zwei Tage darauf stand der Goldkurs auf 230!! Das war ein Ereigniß, durch welches alle Volksschichten ohne Unterschied betroffen wurden, am meisten die Arbeiterklasse. Es kam soweit, daß die Kaufleute überhaupt nicht wehr ver- kaufen wollten, sie wußten nicht, zu welchen Preisen. Eine all- gemeine Rathlosigkeit war vorherrschend. Es sind zwei Faktoren, die hier in ganz unverantwort- sicher Weife gegen das Volk gefrevelt habm und noch fr.veln: einmal ist es die elende Finanzwirthfckakt der Regierung und zweitens die geradezu unergründliche Habsuckt unserer Spekulanten. Erstcre, die Regierung, giebt den Hauptgrund dazu, sie bereitet den Bodm zur Mißkreditirung des Landes— in zweiter Linie kommt die wilde, fanatische Spekulation; sie be- nutzt die gebotene Gelegenheit und bestiehlt dos ganze Land in einer Weise, welche die tiefste Entrüstung aller anständig denkenden Leute hervorruft. Daß nun gerade die bange Krifis der letzten Woche ein GewallSakt der Spekulation war, unterliegt keinem Zweifel. Ohne Frage ist es eine Manipulation der vom Mi- nister Varela so gerügten Spekulantenverschwörung gegen die Regierung resp. gegen das Land. Es war ein Rackeakt für das frühere Verbot des Goldhandels und für den Entschluß der Regierung, die Varela'scken Finanzgesetze vom Kongresse annehmen zu lassen und praktisch auszuführen. Wie tief ein- schneidend auch„nach Oden" hin die bange Stimmung der letzten Tage war, beweist der Umstand, daß in den Kammern die Finanzpläne in vollster Stille, ohne ein Wort der Erörte- rung angenommen wurden. Die Regierung muß fich die bittersten Angriffe gefallen lassen, die eigenen Organe sagen ihr in der unverblümtesten Weise die Wahrheit.—„Traurig ist die gegenwärtige Lage: aber das Traurigste ist, daß die Re- gierung nichts, rem nichts thut, dem Uebel entgegenzutreten 0! und deshalb nur die Ausficht auf weiteres Steigen schreibt ein dem Minister nahe stehendes spanisches � man kann aus diesem Stoßseufzer ersehen, wie � allgemeine Kalamität auch in den Kreisen der W«? Bevölkerung empfunden wird. Roch viel schlimmer«W, natürlich der arbeit endm Bevölkerung. Das hier Sprache erscheinende Arbeiterblatt knüpft an die ZWMJI der Steigerung des Goldkurses auf 230 folgende Bnws" „Was bedeutet das für den Arbeiter? daß der M!' 43 Eentavos Werth hat und der Arbeiter mit- 50 Eentavos Tagelohn in Wirklichkeit nur noch 1 70 Centavos verdient. Und da sollen wir geschundene noch länger zuschauen?" � Trotz dieser überaus traurigen Zustände nimmt i». Wanderung gewaltig zu. Die letzte amtliche statistische richt hieriiher lautet:„508 Einwanderer find in den 35 Monaten im Durchschnitt täglich in Argentinien an» wen."— Diese Zahl zeigt übrigens auch ein eigens Spiegelbild der europäischen Verhältnisse. Als � will ich hierbei noch mrltheiien, daß jetzt in Argentinien Türken einzuwandern beginnen. Versammlungen. am Der Fachverei« der Sattler und 12. d. M. seine Sitzung ad. Angemeldet war ein doch konnte er nicht statlfinden, weil die Bedingungen waren. Deshalb wurde über den achtstündigen diskutirt. Kollege Büttner erläuterte in feinen AuSst«? den großen Nutzen für den Arbeiter bei achtstündiger zeit. Es sprachen sich noch mehrere Redner im gleiches aus. Unter Verschiedenem wurde die Frage gestellt, öffentliche Sattlerveisammlung nicht stattgefunden hat.*| Aßmann erklärte, daß die Versammlung nicht genehiiwf� aus welchem Grunde ist nicht bekannt. Dann erzählte�?? Schölt, daß er vor kurzem bei dem Satilermeist« eingestellt wurde und daß der Meister vl hätte, ihm den Lohn zu zahlen, den er de» getretenen Arbeiter gezahlt habe. Der Meister ü'y fein Wort und zahlte 3 M. weniger. Daraufhin hatte*7 Schott die Arbeit niedergelegl, doch etliche Tage nachd" y er vor das Gewerbefchiedsgericht geladen. Der MeWs spruchte in seiner Anklageschrift einen Schadenersatz "S fcertl � 15. S Arn! '«nMai �Der P M'n, Ab �Luder ** Hauses «r nun 5 N 2. M "ebeuen d >.?us j oder Schott sollte noch 14 Tage arbeiten, weil er digung autgehört hatte. Schott erklärte sich zu letzter�) Doch der Merster meinte nun, das ginge nicht, weil»«i schon besetzt sei. Das Schiedsgericht verurtheilte d» a klagten dennoch zu 20 Mark Strafe. Kollege vom Verein Rechtsschutz und wird Revision einlege»'' wurde noch auf die öffentliche Saltlerversammlung«uP gemacht, welche am 28. d. M. bei Deigmüller staltsmd" Kollegen werden ersucht, dieselbe zu besuchen. Theater. Freitag, den 15. November. G»«mtzans. Don Juan. ans. Die zärtlichen Verwandten. Der Pfarrer von Kirch- Arntsch«» f-ld. Ma-Uheate». Der Fall E'emenceau. »brich- UMHelmstiidttjchrs Vtz-nt-r. Der Polengraf. N»stde«,-Uheat»r. Schwiegermama. Wa»nrr.«hritter. Verfolgt! Vorher: Der Herr von Lohengrin. Uttttoria-Sß-atrr. Stanley n, Afrika. Ostend- Oheater. Der Trompeter von Säkkingen. OestenUwne«-«heater. Der Zauberlehr. lrna.__ KSnigstSdttsch»««h-ater. Der Glockner von Ziotre-Dame.„.. Ientral-Vsteater. DaS lachende Berlrn. Adowh«rnst-Oßeater. Flotte Weidet. «edr. Dichter'« Daricktck. Spezialitäten- Vorstellung.._ Ketchshallen-«heate». Gr. Spezialitäten- Vorstellung. Tkatin-Thrnter. IS. Mallnertheaterstrahe IS. Tfiglioh• e ater- und KpezialttatenKorsteU«»«. Neu!! Frl.«ondelta, die lustige«trzl. (Y-_ Neu 17 Die Duettisten Rau& Egk. Großer Erfolg des VolkShumoriften Wilh. Ifröbel, des Froschmenschen Vincento, es Illusionisten S ch e I l i n i, der Liedersängerin Fräulein Anna MolaS:c. LutrSe 80 Pf. ISJIÄ. Ciccus Renz. 1889, Karlstraße. Heme, Freitag, de« IS. November Abends 7 Uhr: G roste Komiker-UorsteUttttg unter Mitwirkung von fämmtlichen Clowns in ihren ganz neuen höchst komffcken Intermezzos und EntreeS. Leben und Treiben auf dem Else, großes Ausstattungsstück. Die Vorstellung eröffnet: Qrsnä lZusdrill- a la Cour, geritten von 8 Damen u. 8 Herren. Auftreten einer Wimer Damenkapelle. Auf- treten der Schulreiterin Frl. E. Guerra. Reit- künstlerinnm Gefchw. Lillie und Rosa-Elisa und Frl. Natalie. Auftreten der renommirten Künstler« familie Briatore.— Agat, arab. Vollblut, in reiheit dressirt und vorgeführt von Herrn Franz Rmz.— Metzgeh mit seinem höchst komischen dress. Esel. Morgm, Sonnabend: Wiederholung der groß- artigen Konkurrmz-Vorstellung. Aufführung d. Aschenbrödel. Sonntag: 2 Vorstellungm. 4 Uhr Nachm. (1 Kind srei): Leben und Treiben auf dem Eise. Adends 7$ Uhr: Im dunklen Erdtheil. E. Renz, Direktor. Grosse öffentl. Volks-Versammle American-Theater* 1865 t-mdentrstt. 55. Täglich Vorstellung. C«ttn-Valf-»«». iahtn 14, Benin a»,»»/»» eröffnete Ich ein« SMMw flir Arbeiter. ? e!mmtlich? Werke au» de« Verlage von Z. H W. Die» in Stuttgart. ». Berliner Arbeiterbibliothek._,... All- für den Arbeiter»ichttge» Gefetze in den »weckmäßigsten Ausgaben. 4.«eltgeschichten.. �_. h. Billige und gute Tonverfationß-Lexika und Fremd- «vrterbücher. 4. P»vuläre uaturwissenschastliche Werte. 7. Moderne realistische Romane und Dramen von: Zola, Daudet, Goncourt. Aaupastant, Ibsen, Björnson, stielland, Strindberg. Arogh, Garborg, DostojewTki, Tolstoi, Turgenieff, G. Hauptmann, M Kautsky n. a. m. I.»t««asffler. Tsteiltastlung geftattet. Aeesee Buch wird auf Wunsch schnell besovgt. Ein- rtchtung ganzer Bibliotheken fürFach ver eine, versandt nach aUgwSrt» franro. Gotpor ssandt hoher Hlodott. R. Baginski, cb«u,c1:ä;. CIpcu« ttusctz»* Frt»»rtch-0«rl-Ufer Gemte, Freitag, de« 15. November 1889: Abends 7i Uhr: 815 Große komische Uorstellung* Motto: Wer lachen will, muß heute zum CircuS Busch kommen. Zum 7. Male: Futme, die Kose vo« Tripoli, Gr. orientalische Ongmal-Pantomime in 4 Akten vom Direktor.(Gesetzlich geschützt). Der Kunstreiter vor 100 Jahren, komische Reitszene vom Clown Michael. 8 Rapphengste. Ein Liebesspiel zu Pferd, auSgef. von Fr. Bukch und Maria Dore. Konkurrenz- Esel- Reiten. 50 Mark Prämie demjenigen, der den Esel drei- mal im Galopp um dre Bahn reitet. Der Phonoaraph->>a Edison vom Clown OlschanSky. Mll. Margerithe als Jockey. Helga, geritten vom Direktor. Pascha als Aporteur, vorgeführt vom Direkior. Alle Clowns zc. jc. Sonntag: 2 Vorstellungen. 4 und 7J Uhr. 4 Uhr 1 Kind frei. des III. Berliner Reichstags-Wahlkreisee| gm zreitgg, d. IS.Nllvmbtt, Me»i>s 812 Uhr, i« Smftlln, Kottbustt!� Tages-Ordnung: jb 1. Die politische Lage, unter Berücksichtigung der bevorstehenden RcichStagSwaha»� C. Wildberger. 2. Diskussion. 3. Aufstellung eines Kandidaten für den Ist- Reichs tagS-WahlkreiS. 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Aer Einberg Grosse öffentl. Volks- für Wilmersdorf und Umgegend. am Ko««tag, de« 17. November, Uormitta« 10» Uhr, im Uiktoria-Aa� Wilhrlms-A« 35 in Milmervdorf. m Tagesordnung: Die LebenSmiltelvertheuerung und die Schutzzölle. Ref. Wilb- Diskussion und Verschiedenes. 812 Der Ginberm�- Aerm ber Eiischer Mschler). Sonntag, den 17. d. Mt»., Vorm'ttrgS 101 Uhr, Nsus Fpiedrichstpasse Np. 44 i Generat-Versammtung. ••"ss. r IS».»-0t.- 10». ■l*«p-r«NOPama. Hochinteressant: Reise der kaiserlichen Familie: Atde«-»»«ftlmtiaopel. Reise Ober-Jralie«. MaUand, Verona re. Neu!»per.«artf»» Hochinteressante Reise Sr. M. Schiff„Hertha". »>..««ttise-0 Pf., Stefc tun 10 Pf. SUonn. « Neffen l M. H. Rpfiusohep's anatomisches UVSEVU 80/81 Kommandantenstpasse 80/81. Täglich geöffnet für erwachsene Herre«. m Dienstag und Freitag Damevrag! m Entree 50 Pf. VereinSkarten gisiig. 589 Eine möbl. Schläfst, fof. feld, Manteuffetstr. 20. z. verm. b.«tester- Tagesorduung: 1. Beschlußfassuna betreffs der Fragebogen. 2. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. 3. Fragekaken. Mitgliedsbuch legitimirt. dis. Die Mitglieder werden auf§ 5 Abs. 1 sowie auf dem GeneralversammlungSbeschluß vom 22. September aufmerksam gemacht. 807 Der N»rsta«d. Kerein zur Wahrung der Juir reffen der Tischler und Kernfsgenoffen. Am Sonnabend, d. 16. November, Abds. 8t Uhr, im Lokale des Herrn Kloth, DreSdenerstr. 10: Kranken-«. Kegräbnlkka!!� Kerl. Gürtler u. Kronxenre� � �zuna des Zx 11. d«. � urtler Paul Gaffke, Die Beerdigung des am 11. Mitgliedes, Gürtier Paul Garrno»>'.�1 Freitag, den 15. d.M., Nachm. 3 Uhr, ti Leichenhalle des St. Jakobikirchhofs krng) aus statt. Um zahlreiche Belv bitlet f806j Der Allgem. Deutscher Sattler-� (Mitgliedschaft Berlin).. ntzi Tonnabend, den 16. d., Abends o« ,«/ Restaurant des H. Nszfsp, Alte UM'" Uvraaminluiig Tagesordnung:.... 1. Vortrag des Herrn B ö l s ch e uve � Zukunft der Erde nach der Astronomie"._ 2. Diskussion 3. Verschiedenes.„ � Außerordentl. GeueralversWllllNg. MostaflV?2-/uhr. Besuch ersucht Der& "bef.s.Kr- außer©<""" NB. Der Arbeitsnachweis bef. s. Ks� Tagesordnung: Innere Vereinsangelegenheiten und VerHand lung wichtiger Anträge. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, zu scheinen. 810 Der Norstand. et» Allgem. Metallardeiternerein Kerlins«. Umgegend. Grosse Versammlung am Tonnabend, den 16. d.. Abends 8 Uhr, in Tegel(Restaur. Lindenberg), Schloßstr. 7,8. Tagesordnung: 1. Die Gewerkjchafls-Organisation, ihr Nutzen und ihre Bedeutung für die Arbeiterbewegung. Res.: Paul Litsin. 2. Diskussion. 3. Auf- nähme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Jragekastm.>818 Gäste haben Zutritt. Um zahlreichen Besuch bittet Der vorstand Wieder vorräthig: Per wahre Jacob Nr. 86. durch die Expedition, Zimmer- Zu beziehen straße 44. Große öfcntl. AttsoW�J der Freien UerelillWg der M am Tonntag, in Opschcl Kerlins vud MgegB � den 17. d Salon . M., Vorw-'j, , Sebastta"� Tagesordnung. �1. Vortrag des Herrn �Wüh-.W c � „Die Frauenfrage"? 2. Diskussion-- deneS und Fragekasten..-SP' Jedermann hat Zu* � Um zahlr. Erscheinen ersucht Der Nergalder-Fachge«L Die SammelltsttN zur UvterstützurS� ,,Achtstnnden.Zei»A..K ick sind abzuliefern am W" iÜ.K/ l8i l>eS in Zürich sind abzuliefern am 16. d. SR., und am Montag, so» Abends von 7—9 Uhr, im Lokale Werhmüller,Köpn�l'a� Die Sonrmtsfion. 708] Empfehle mein Lokal zum für �!«■ u. f. Zahlstellen. Zimmer mrt 364] Npthup Ziemer,'iuv � Verantwortlicher Redakteur: K. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW., Beuth straße 2. Hier?« ei«o ZW jcht- M" , njtt W der W»1 immer i Üet in e Meld»! lde Bwn der i mit 2 noch t, chundene- limmt dn statistische in den tinien an°. ein eigenni Als Aueq lrgentinien Beilage m Berliner Volksblatt. k 268 Freitag de« 15» Kovemder 1889 6. Jahrg. w 3 DavlAmenksvevtchke. en. 15. Sitzung «w Tiscke b tBü 0Y> vc» �>uiiuc«iuiV9• wvw «S Gültz und Konmissancn. Präsident macht dem Hause Mittheilung von dem 57?. Abend 1U Udr erfolgten Ableben de« Abgeordneten k» �"nritz(deutscht.), welcher noch vorgestern der Sitzung � vauses anscheinend in voller Gesundheit beigewohnt hat. . n Nun.........-a r. ia v__ c>.r.__ iqqi Kam ZIeutschrr Reichstag. vom 14. November, Itz Nhr. e« Bundesrath«: von Boetticher� dem t-ktz 2�L"storbine X 0»!�, er de»' ter brach. 7 vertrat seit dem Jahre 1881 den Wahl- Ta» Hau« ehrt da« Andenken de« Ver- ________„ mS durch Erheben von den S-tz-n. aunge» i.«ei»»«». ageöordnung steht die Fortsetzung der gen Ärd� Itinz Berathung de« ReichshaushaltS- nMart'r!f tu& �lat des RecknungShofs nimmt der Abg Nichtee(dfr.) gleichen �»e»�.'. dem Abg. v. Bennigsen erkennt er die Noth- ellt. warrn, der Einsetzung eines verantwortlichen Reichefinanz. ■n bat.*•'" h 9,1 an- Ebenso nothwendig sei eine Reform bezüglich enebmistr? te»� �"ungshofeS. Diese oberste Kontrolbehörde de« R-icheS errädlte i�'' großen Theile aus Beamten der preußischen Ober. neister«Kr feit* und sei zunächst nur euf ein Jabr eingesetzt, H«nb»,, 22 Jahren durch einen alljährlich wieder- ti-ibm,«-.?. d leberischen Akt verlängert worden. Der ganze U»l b?« � jedoch zusawunn, wenn der Reichstag ein- «h rricht bewilligen sollte. Um nicht w'eder solchen �ie zu begegnen, daß die verbündeten Regierungen, "hüfttt«.f-001 Boetticher jüngst bezüglich des Reichsstnanz- »'.? klarte, sich nicht einem Antrage gegenüber befänden, tz ennit den förmlichen Antrag: den Herrn Reichs- dem Reichstage in der nächsten Seifion ...... betreffend die Einnahmen und Ausgaben *;"v»yausholts, vorzulegen. ?' �rnda(natl.) hält die Regelung dieser Ange- ' ntetdifQlis für dringend nothwendig, zumal die ver- Regierungen durch die eventuelle Ablehnung dieser Form selbst in Verlegenheit komm-n würben. » be» �fikretär des ReichsschotzrmtS Frhr. v Waltzahn will Die stn�?use überlassen, einen bezüglichen Beschluß zu fassen. ach i.I"?kgenheit sei schon früher erörtert worden, es HL!ten nicht tn*,-°ber Punkte ergeben, über welche eine Einigung lo-ilr i, � gewesen sei. Komme eine solche zu Stande, so »t®.den verbündeten Regierungen nur angenehm sein. Nichter(dsr.) Zerkläi t, er müsse«S entschieden ab. in hatte ! naltbn r Meißel 'atz von I er- letzte weil ilte d» e Schot & etuoT�0, suchen, d-t»AAen'wurf, taUfin-' . y w|».y ,,-----,,_—----,_ r�"'/ daß aus dem Hause heraus e n die ganze Materie ♦irifj e?. Gesetzentwurf eingebracht werde. Zur Formulirung !K>j„�chen bedürfe man der Hilfskräste, über welche nur die �"g verfü-e. t»,,,. Heildorff(dkons.) bercicknit eine generelle Rege- i» Materie ebenfalls für wünfchenSwerlh, vermißt aber r. Richter die nölhigen Direktiven zu einem ge- H»...�»»UllUC Üic r.Uil)lV,C" lltlirutil f 44 vr»rv»ii yz*.- tzcWchtn Schritte auf diesem durch zahlreiche Kontrcversm A.'�'l'lnriflen Gebiete. llßen« �'�"tär Frhr.». Maltzahn erklärt, daß in seiner �biin? t erung nicht der Sinn gelegen habe, als würden die »run einem eventuell vom Hiust ange- 'mit Genug thuung von dieser Er- • Jirgicrungm tuu...----------- Ab»».,'"glichen Ar trag nickt näher t cten. A?" nimmt'mi 1. very? le, Kt, Uhr» f«("-äü " nCÜ a'vUn5 R i ch ter sich betheiligen. �tzunn«� �izepräfident Kühl empfiehlt, "l>d h?lLr?®e der Geschäittvrdn'* n�ch�igen Aeußerung»u..................- g»»den ist._ Gemäß dem Antrage Hammacher An, rau!� ?onno. B« Achr� Nr. Hammacher(natl.) empfiehlt, den Antrag ,?.der Rechnungskommiifion zu überweisen. '»t'uÄ.die Frage der Unterstützung des Antrags R'chter tie»? � eine längere GeschäflSvtdnungSdebatte, an welcher lzerrh�- H- h n(dkons), R> ck e r t, Frhr. v. Heereman Und R i ch t e v fich betbeiliaen. die strittige Unter- lission zur Erörterung 'e», womit doS Haus ______ ige Hammacher a«ht deit�."�« Richter an"die" Rechnuv gS- Kam m>! si an.- Ohne Debatte wird der Etat des Rechnungshofes ange- Etat des Reichsamts des Innern, V�er Besoldungen.Staatssekretär 50000 M.", kommt s'k�-?'«hm» auf seine neutiche Kontioverse mrt dem Staats bn.si4»� Boetticher über die Berichte der Fabnkmspektoren Q der Lohnbewegung zu-ück. Em Urtheil wie daS des i»rb«,.'°�skkretärs ist sehr ernst zu nehmen, werl d,e Be- 'ichien Lande nur zu sehr geneigt find, fich danach zu Ich frage nun den Herrn Staatssekretär, wo liegt dre '«nev zwischen berechtigten Bestrebungen der Arheiterkoall- A-ü�-Und den sogenannten umstürzlerischen, zu verhindernden ßfcv�ngen. welche die Fabrikinspektoren gerügt, haben/ Iß. h«t 41 Staatssekretär mit den Fablikmspektoren überzeugt fich bei der Lohnbewegung der Arbeiter»n der vielfach um die Erregung von Unzufriedenheit, um wgen agitatorischer Zwecke zu Gunsten dn Sozialdemo- b-ndle, so muß er im Stande sein, die Bewnse dafür n. Ich sage, die sozialdemokratischen Bestrebungen fich mit der Lohnbeiregung, mit den Streiks gar- °>« iJ" thun. In erster Linie ist der Arbeiter Mensch, und «WSl? den Gesetzen der herrschenden Oekonomre, allen Äfften der modernen Produktionsweise unterworfen, und Sixr�eite? nicht als Sozialdemokrat hat er dagegen zu Ix'lr h«». Die Forderungen der Sozialdemokratie gehen w«lt & b'nau«, was durch die Streiks«reicht werden kann i./S�nlschieden zurück, die Streiks Mit den Bestre h�brurg� İn h. �.«llsch'eden zurück, die Streiks Mit ven Bettre- tz�'ÄanisA. �ozmldemokroten irgendwie zu»dentifizien. Der ei» �l'eif«„ Arbeiiskommissar in New Bork denkt über ki» �vßes anders, als unsere Gewerberäts>e. Es müsse b.» die»i.starke« Motiv sein, dos einen Mann bewegen z. a>ib höhen, die Arbci Szeit tz,.?-.überhaupt die Lage der Menschen zu ver- leh/ � fi'llt„_0�Kffioc und unparteiische Bcurtheilung der ö I''"> he? I s>. r über den Berichten unserer Fabrikinsp-ktoren i« h�get So spricht». B. der Fabrikin spektor de« �«b, Arb»i.��btjirkes von.velmeintlichen" Beschwerden Den»ir>ian di. �"1a?mlungen und Fachoereinen. Andererseits dir». i?lchofte« r-?lan der Handelskammern und Berufs» �«L�UchboT,,.-die Aufstchisbeamten zu erlangen, als wenn �a�� ntär als die Urlheilt der Fachvereine. Der e» Dissen. meme Aussührungen über das Trucksystem ! brn��r'im zittirtm Bericht heißte», �""Men x Nolle der Anwendung de« Trucksystem« M �'ist obtr �r1" flQn3e Fälle werden angeführt.' bnb. L«i°hr 5«»!!»"�ste amtliche Justizstatistik für 1888, ie« Xj von strafbarem Truckunfug vorg, kommen Dr?ai>rik,nspektoren die übrigen 147 Jolle nicht, n Fobr-Vi-r i"'>n anderer Begebung lassen die I m pektoren Objekt v:lät vermissen. Ich g'-be zu, daß eine ganze Anzahl von WohlfahrtSeinrichtungen ver- dienstlich ist, wenn fie nicht gebraucht werden, um den Arbeiter in eine um so größere Abhängigkeit von dem Unternehmer zu bringen. Leider ist die« sehr vielfach bei den Arbeiterwohnungen der Fall. In Nienburg wurden die Arbeiter gviasl au« ihren Wohnungen hinausgeworfen, nachdem ihr Arbeitsvertrag fich infolge des UmstardeS geendigt hUte, doß fie eincn Fachverein firünden wollten. Eine Erwähnung dieser und ähnlicher That- achen würde fich in den Berichten wohl verlohnen. Staatssekretär des Innern*>. Kortticher betont, daß das �Trucksystem" am meisten in der Hausindustrie vorkomme, die nicht unter der Kontrole der Fabrik-Jnfpiktoren stehe. Ein Vorwurf in dieser Beziehung könne also die Berichte nicht treffen. Die Frage nach der Grenze zwischen erlaubten und unerlaubten Arbeitcrbestredungen sei gusesrio facti, bezüglich deren sich feste Grenzen nicht bestimmen ließen. Sofern die Arbciterkoalitionen in berechtigtem Maße auf Lodner- höhungen sich richten und rechtmäßig zu solchen führen, könne man dagegen nicht einwenden. Allein die Koalitionsfreiheit werde auch vielfach zur sozialdemokratischen Provaganda ge- mißbraucht, zur Aufhetzung der Arbeiter gegen die Unternehmer. Dagegen müsse entschied:n eingeschritten werden. Demnächst kommt der zu oiesem Titel gestellte Antrag der freifinnigen Äbgg. Dr. B a u m b a ch(Berlin) und Schräder zur Berathung:„Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag den Entwurf eines Nachtrogsaesetzes zur Ge- werbcordnung vorzulegen, betr. die weitere Ausbildung der Arbeiterschutziesetzgebung in Ansehung der Frauen- und Kin d era rbei." Ein Zusatzanlrag des Abg. Frhrn. v. Ktumm(ReichSp.) will auch die SonntagSarbeit einbegriffen wissen. Abg. Kaumbach(dfr.): Die Vorlegung der einzelnen Berichte der preußischen Fabrikinspektoren neben dem Generalbericht ist ein Fortschritt, über den ich mich um so mehr treue, als der Minister von Boetticher im Abgeordnetenhause fich früher entschieden dagegen erklärte und die Tendenz deS Antrags Hitze-Lieber, der diese Vorlegung wünschte, eine Kontrolmaßrcgel grgenüber der Regierung nannte. Die Lohn- frage kann allerdings von den Fabrikinsprektoren kaum er- schöpfend behandelt werden, da namentlich in Preußen die Auffichisbezirke derselben zu groß find. Während in Sachsen auf 14 000 Arbeiter«in Auffichtsbeamter fällt, kommt in Berlin und Chartottenburg auf 134 000 Arbeiter ein Fabrikinspektor mit einem Ajsistenten. Di können die Fabrikinspekloren die Verhältnisse und namentlich die Lohnverhaltmsse nicht gründ- lich piüsen. DaS Truck ystem findet sich hauptsächlich in der Hausindustrie, namentlich in Oberfranken, und ich selbst habe dre baynische Regierung darauf aufinerksam gemacht. Aber auch die F age der Anwendung des Trucksystems in der Fabrik» industrie haben die Fabrikinipektoren nicht erschöpfend behandelt. Eine Verordnung für den Reg.-B. Köln giebt ebensallZ zu Be- trachtungen Anlaß, darin wird vorgeschrieben, daß die Schlaf- räume der weiblichen Arbeiter, von denen der männlichen ge- sondert sein und daß die weiblichen Peronen bei ihrer Be» schäfiigung aus den Ziegelfeldern eine Kleidung tragen müssen, welche wenigstens bis zu den Knien reicht und die Brust voll- ständig bedeckt. Daraus, daß diese Vorschrift für nothwendig ercchtet wurde, kann man entnehmen, wie die Zustände vorher gewesen sein mögen. Gegen die Ergänzung de« freifinnigen Antrages durch den Antrag v. Stumm über die Sonntags- arbeit haben wir an fich nicht« einzuwenden, obgleich da die Dinge doch andeis liegen. Der Antrag ist von freisinniger Seite trotz de« detailluten Gesetzentwurfs des Zentrums ein- gebracht worden, weil bei dem Hochdruck, mit dem gegenwärtig dahin gearbeitet wird, die Session noch vor Weihnachten zu schließen, der ZentrumSantrag voraussichtlich nicht zur Be- rathung kommen wird. Der Abgeordnete Kühn hat neu- lich in einer Wählerversommlung die Freifinnigen und namentlich mich des Mangels an Arveiterfreundlichkeit geziehen, weil der Rormalarbeitslag nicht in dm Antrag auf- genommen ist. Wenn das die ganze Arbeiterfieundlichkeit ist, für den elfstündigen NormalarbeitStag mit seinen Ausnahme- bestimmunoen für die Behörden, wie er von dem Zentrum und dm Sozialdemokraten vorgeschlagen wird, zu stimmen, dann, st die Arbeilerfreundlick keil billig zukaufen.(Sehriichlig! links.) Ein elfstündiger NoimalmbeiiSlag könnte sogar schädigend wirken, weil wir vielfach bereits eine kürzere ÄrbcilSzeit haben. Wenn Man etwas auf biisem Gebiete thun will, dann muß man die verschiedenm Arbeiterdranchen getrennt behandeln. B,i dem gioßm westfälischen Kohlmstreik war die Forderunader Deputation an dm Kaiser die achtstündige Normalschicht. Wa« wollen Sie da mit Ihrem elf- oder zehnstündigen No mrl- aibeitstag? Eine absolute Arbeitszeit ist allerdings durchaus wünscherswerth, aber ich glaub-, baß durch Ausübung de« Koalitionsrechts, da« ich den Arbeitern vollständig gewahrt wünsche, und auch schließlich durch den Streik, die ullima ratio des Arbeiters, das auf diesem Gebiet Erreichbare auch erreicht werden kann und wird. In Bejjug auf den Streik führte ich im vorigen Jahre au«, daß die österreichischen Fadrikinspek- toren es verstanden hättm, große Streiks auf gütlichem Wege beizulegen. Staatssekretär v. Boettich-r entgegnete damals dar- aus, die Instruktion der dmtschm Inspektoren stimme wörtlich mit der der österreichischen überein; Streiks könnten doch nicht b>'os zu dem Zwecke geschaffen werden, damit die Fabrikinspek- toren darin eine große Roll« spielm; die müsse man abwarten. Die Streik« habm nun nicht lang« auf fich wartm lossm; wo ist aber der deutsche Fabrikinsvektor in den deutschm Streiks geblieben 1(Beifall links.) Die Instruktion mag ganz ausgezeichnet fein, es wäre nur erfreulich, wenn man ersehen könnte, daß fie auch gehandhabt wird. Hcrr v. Boetticher hat mit Stolz auf die Bestrafungen von Uedertretungen der Ge- Werbeordnung seilen« der Fabrik-Jnspektorm hingewiesen; interessanter wäre mir, zu hören, daß fie bei dm Streiks ge- wirkt und eine Veitrauensst.llung bei dm Arbeitern gewonnen haben. Nach dm Berichtm der Inspektoren sieht es so aus, als ob dieselben ihre Hiuptaufmerksamkeit darauf berichtet hätten, ob Sozialdemokrotm bei dem Streik belheiligt find oder nicht. Die Beiheiligung von Sozialdemokiatm am Streik ändert doch an der Frage garnichts, ob der Streik gerechtfertigt ist ober nicht. Es kann nur darauf ankommen, ob die Ar.- spräche berechtigt find oder nicht. Bei der großen Zahl der Sozialdemokrotm in Sackseu ist e» ja natürlich, daß wenn in Dresdm ein Streik ausbricht, Sozialdemokraten dabei find; ta braucht fich der Fabrikinspeklor nicht weiter den Kopf zu zerbrechm. Die Regierungen betonm stets, nur auf den Umsturz gerichtete sozialdemokratische B.strebungrn unterdrücken zu wollm; wie reimt fich das damit?(Sehr rrchtig! links.) B-i dem westfälischen Streik ist übrigen« nicht nachgewiesm, daß sozialdemokratische Arbeiter e« waren, die dm Streit geleitet oder an ihm beiheiligt warm. In der Presse, die den Grubenverwaltungen nahe steht, wurde eine Verbindung de« Streike« mit der Sozialdrmokralie daraus hergeleitet, daß ein- zelne Füh er auf dem internationalen Soziatistmkongreb in Par s gewesen und die Tochter eine« Mttgliedrs der Arbeiter- deputation an dm Kaiser mit dem Ramm Lassalline getaust ist. (Heiterkeit links.) Ich habe glaubhaft die Versicherung er« Holten, daß da« Mädchen im Hause gar nicht Lassalline, sondern Marie genannt wird. Aber selbst wenn das Mädchen Lassalline getauft, der Vater Sozialdemokrat wäre und Sozial- demokraten an dem Streik Theil gehabt hätten, so änderte da« an der Frage nicht«, ob die Ansprüche der westsäli chen Koblm- arbeiter berechtigt waren oder nicht. Soweit ich nun die Sache bmrtheilm kann— und der Abg. Hammacher wird mir nicht Unrecht gebm—, waren fie keine unberechtigten. Die Ab- kürrung der Arbeitszeit, der Wunsch, über die achtstündige Schicht hinaus nur nach vorhergegangener Vereinbarung zu ardrrten, und das Verlangen eines Aibeiterausschusses waren keine unberechtigtm Forderungen der Streikenden. Die Art und Weise, wie die Arbeiter ihre Forderunaen geltmd wachten, war ebmfall« durchaus maßvoll. Nur lunge, unreife Leute haben in Bochum zu einem Zu- sammmstoß geführt, und nur harmlose Reisende, die vom Bahnhofe kamen, waren eS, auf die sich der Angriff des Militärs richtete. Deswegen will ich aber dm Streik keineswegs empfehlen und als wünschmswerlh hingestellt haben. Jeder Streik ist an sich ein Unglück. Ich weise auf die wirthschaftlichen Folgm, die verlorenen Löhne, dm unge- heueren Produktionk verlust für die betheiligte Industrie und die mitbetheiligtm Industrien hin. In der Reael haben die Streiks noch dazu fast gar keinen Erfolg für die Arbeiter, dmn die Arbeitgeber haben einen gewichtigen Bundesgenossm, den Hunger. Der Atbeiter besonders, der eine Fami ie zu unter« halten bat, wird fich schließlich immer füam müssen und de«- halb sinb Streik« möglichst zu verhüten. Zwar wird nicht jeder Streik und jeder Zwist zwischen Arbeiter und Arbeitgeber beseitigt, denn der vollständige soziale Friede ist ebmsowenig, wie der politische zwischen dm verschiedmen Völkern für immer herzustellen, ober zu einer Adschwächung der Gegensätze sinb die Schieds- fierichte wohl geeignet, und die verbündetm Regierungen olltm wohl ihre Verantwortlichkeit bedenkm, wmn sie fich ihnen gegmüber abtednend verhalten, nachdem der Reichstag ihnen bereit« mit großer Majorität zugestimmt hat.(Beifall links.) Staatssekretär von Koetticher: Der Vorredner, ist etwa« zu stürmisch, wenn er glaubt, daß die Nssolution de« Reichs- tane« nun auch sofort einen Gesetzentwurf gezeitigt haben müsse und er ist etwa« zu skeptisch, wenn er alaubt, daß der Bundesrath der R ssolution gegmüber kein Entgeger komwm zeigt. Dieser hat die Resolution den Ausschüssen zur Vo-be- berathung überwiesen und es ist auch b reits em Geietzmtwurf ausgearbeitet. Man erörteit jetzt dre Frage, in wie n? eil es an- gezeigt sein möchte, dm Schiedsgerichten auch die Funklionm der Einiaungsämter zu übertragen. Ob aber bereits in dieser Session Jbnm ein Gesetzentwurf wirb zugeben kömm, auch wmn der Entwurf fertig gestellt wäre weiß ich nicht, da ja auch der Abg. Baumbach bereits über eine zu große Be- lastung de« gegenwärtigen Reichstags fich beklagt hat. Be- »üglich der Äussordnung an die verbündeten Regierungm zur Beförderung der Aiberterschutzge'etzgebung bin ich allerdings zu meinem Bedauern nicht in der Loge, etwas anderes sagen zu könnm, als was ich in einer längeren Rede in der vorigen Session gesagt habe. Auch hinsichtlich der Frage der Bestrafung de« KontiaktbrucheS ist weder bei der preußischen, noch bei dm ReichSrcgierung irgend eine Anregung gegeben wordm. Unzweifelhaft ist es kein günstige« Zeichen, wmn die Kinderarbeit, d. h. die Beschäftigung von Kindern unter vier- zehn Jahrm, allzulehr zunimmt. Ande S liegt die Frage der Zunahme der Beschäftigung der jugendlichen Personen, der über vierzehn Jahre alten. Auch in gewerblichen Kreisen hält man es für kein unerfreuliche« Zeichen der Lage unserer Industrie, wmn diele letztere in erhöhtem Maße beschäftigt wird, voraus- geletzt, doß dadurch keine Konkurrmz mit den erwachsenen Ar- beitern entsteht. Während wir im Jahre 188ö'gegenüber dem Jahr« 1884 eine Verminderung der Be'chäftigung der jugmdtichen Ar- heiter zu ko, statirm halten im Betrage von ppe. 1000 Köpfen, hat im Jahre 1888 gegen 1886 die Beschäftigung der jungen Lcute um 34 670 Köpfe zvgerornmen. Die erste Periode wie« nur eine Zunahme der Kinderbelchäftigung, dagegen eine Ab- nähme der Belchäfligung jugendlicher Arbeiter auf. Dem gegenüb« ist das Ergrbmß der anderen Periode ungleich gün- stigm, da die Kinderarbeit um 13 pCt. weniger zugenommen hat und die Beschäftigung der jungen Leute erbeblich gestiegen ist. Von sämwtlichen betckästiglen juaendlichm Arbeitern waren 1886 13.5 pCt. Kinder, 1888 nur II.SpCt. Die Beschäftigung der Kinder hat fich also relativ ermäßigt bei Zunahme der ab- soluten Zahl. Es liegt allo ein erfreuliche« Zeichm de« Auf« schwung« unserer Industrie in dielem Jihie vor, denn man hat keinen Beweis, daß diese Mebrbeschästigunq von jugend- lichen Arbeitern zu einer Konkurrenz der Erwachsenen ge- führt hat. AbF.». Franrfien stein(Zentr.): Wir sind nicht in der Lage, lur den Antrag Baumbach zu stimmen, weil w,r bereits om 25. Oktober einm formulirten Antrag, betreffmd die Frauen- und Kinderarbeit, eingebracht haben. Damit haben wir nicht eingeräumt, daß wir kein Interesse an der Re- gelung dieser hochwichtigen Angelegenheit haben. Mnne poli- tischm Freunde haben seit langen, langen Jahren hier bewiesen, für wie dringmd sie diese Sache halten. Wenn von allen Seitm des Hauses der dringmde Wunsch besteht, in diiser Frage eine Regelung herbeizuführen, so wird man im Laufe dieser Session, wag fie auch noch so kurz sein, diese Frage regeln können.(Beifall im Zmtium.) Abg. Gechrlhänsrr(natl): Zunächst danke ich dem Abg. Baumbauch für die Eh enerkläruna, die er mir gegeben hat. Wa« seinen Antrag betrifft so erkläre ich im Namen meiner politischen Freunde, daß wir es für geradezu selbstveiständlich halten, daß wir ganz auf der Seite seines Antrags stehen. Wir können uns auch dem Bedenken des Herrn v. Francken- stein nicht anschließen, doß wir eine formelle Inkonsequenz be- gingen, wenn wir diese Resolution befürworteten, während wir ,m vorigen Jahre einen formulirten Gesetzentwurf angenommen ! laben und während auch rn dresem Jahre von ihm und einen Freunden der Ar trag wieder eingebracht worden ist. Eine Lösung dieser Frage tonnen wir nur von der Initiative de« Bundesraths unter Mitwi-kung de« Reichstoa« eiwarlen. Um so bedauerlicher rst die Antwort des Herrn v. Böttichee für da« Gefühl weiter Kreise, vor allem dieses Hauses, welche unter seiner Fuhrung an der sozialpolitischen Ges.tzgebung mitgcer- beitet haben, erms Manne«, der fich das höchste Verdienst um da- Zustandekommen dreser Gesetze erworben hat. die einst in der Fowe vollständig werden gewürdigt werden können,'ch merne dre Erk>amng, eS sei seit dun letzten ablehnenden Bot m i'cn Regierungen nicht vorgekommen, was fie ver- anlassen konnte, die Frage von neuem wieder aufzunehmen. Gerade die großen Arbeiterbewegungen der letzten Zeit sollte» dazu auffordern, losgelöst von gelehrten Schulweinunpen, Leben»ad Gesetzgebung in Kontakt zu bringen. Gerade ich will die Lohnfrage— der Streik ist nur ein Sywptom— von j der Einmischung der Beamtm geregelt sehen, und zwar durch eine Emigung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Aber in dieser Lohnfrage spielen unendlich viele andere wichtige Fragen hinein, vor Allem der Arbeiterschutz. Geschieht hier nichis von den verbündeten Regierungen, dann muß ich sagen, werden ganze Strömungen des öffentlichen Leben« von der Gesetzgebung losgelöst. Ich wünsche und hoffe, daß bei den nöchstcn Wahlen mcht ein einziger Kandidat sich seinen Wählern präsenlircn dar-, der nicht das Versprechen abzieht, auf der Bahn dieser Auiräge unentwegt fortzuschreiten.(Beifall bei den Nationalliberallen.) Abg. t». Frege wendet sich gegen die von dem Abgeord- neten Baumbach gegn, ihn gerichteten Angriffe. Herr Baumbach habe bei seinen Ausführungen die Zunahme der Bevölkerung übersehen, ebenso die Zunahme der jugendlichen Arbeiter außerhalb der Fabriken. Diese Zunahme der HauS- arbeil beklagen wir auch, können sie aber nicht mit einem GesctzeSparagraphcn hes-itigen. In der letzten Zeit ist es, zumal in Thüringen, besser geworden. Was die Zu- nähme der sozialdemokratischen Stimmen betrifft, so erklärt sie sich auch aus der Dichtigkeit der Bevölkerung, aus der Ein- Wanderu ng fremder Sozialdemokiaien, der größeren Wahl- bitheiltgung und der Summabgabe solcher Wähler, welche auf dem Boden der Freisinnigen stehen und aus taktischen Gründen für die Sozialdemokraten eingetreten sind. Hoffentbch werden die Kartellparteien bei den nächsten Wahlen um so fester zu- sammenbalten. Di- Fabrikinspektoren haben sich sehr wichtige Verdienste um den sozialen Frieden erworben. Ich erinnere nur an die Beilegung des Streiks im Zwickauer Kohlenrevier. Ein Hauptübelstand ist es, daß die jugendlichen Arbeiter, so- bald sie die Schule verlassen haben, in die Städte gehen, wäh- rend unsere Landwirthschast sich ihre Arbeitskräfte weither aus dem Osten holen muß. Es ist dem jugendlichen Arbeiter viel zuträglicher, wenn er auf dem Lande arbeitet und ein tüchtiger Landwirth oderHandwrikec wird,anstattFabrckarbeiterzuiverden. Darin wird uns Herr Baumbach allerdings nicht unterstützen, weil er dies für eure agitatorische Forderung ansieht. Dadurch würden aber die Uebelstände der Verhältnisse der jngendlichen Arbeiter am bellen gehoben werden. Auf dem Lande kann auch das sitiliche Verhalten der jugendlichen Arbeiter über- wacht werden, was in den großen Städten ganz unmöglich ist. Hier liegt also eine soziale Frage vor, an deren Lösung alle Parteien mitarbeiten sollten. Unsere alten erprobten Arbeiter auf dem Lande sind keine Sozialdemokraten, aber die jungen Leute, denen aus der Zeit des wirihschaftlichen Aufschwungs in den 70er Jahren die Genußsucht anhaftet, bilden die Ele- mente der Sozialdemokratie. Als wir neulich in der Budget- kommilsion im Interesse der kleinen Eisenbahnbeamten dre Ein. schränkuug der Sonntags- Extrazüge beantragten, schrieb die frei- finnige Presse: Die Abg. v. Frege und Hahn haben sich wieder als die richtigen Mucker erwiesen, sie wollen den armen Leuten die Sonntagsfrcude verkümmern. Das wollen wir keineswegs. Wir wollen gerade die armen kleinen Beamten schützen. NamenS meiner Freunde erkläre ich, daß wir dem Antrage Baumdach, t. otzdem uns die Annahme durch die heutigen Aus- führungen des Abg. Baumbach sehr erschwert ist, im Interesse der Sache zustimmen werden, daß wir un« aber vorbebalten, die Ardciterschutzgesitzzebung gründlich anzufassen. Der Reichs- kunzler hat das Haus einmal aufgefordert, selbst mit Initiativ- ar.träaen vorzugehen. Das ist auch geschehen; bei der jetzigen Geschäftslage des Hauses sehen wir aber in dieser Session da- von ab. Staatssekretär v. Koetticher: Der Abgeordnete Oechel- häuser hat mir und dem Bu-desrath einen nicht gerechtferiigten Vorwms gemacht, wenn er sagt, die großen Streiks am Rhnn, in Westfalen und Schlesien hätten den Bundesrath ver- anlassen sollen, der Arbeiterschutzfrage von Neuem seine Aufmerksamkeit zuzuwenden. Ich ziehe mich diesem Vorwurf gegenüber nicht auf den formellen Standpunkt zurück, daß der Bundes, atb nicht die Initiative zu ergreifen hat, sondern die einzelnen Regierungen im BunveSrath die betreffenden An- träge zu stellev. h,ben, und erinnere mat riell daran, daß die Streikbewegung mit den hier bish r verhandelten Fragen des Arbeiterschutzes absolut in keinem Zusammenhang stand. Den Streckbewegungen am Rhein, in Westfalen und Ober Schlissen lagen die Fragen der Sonntags-, der Frauen- und Kmder- arbeit nicht zu Grunde, sondern nur die Höhe des Lohns nnd die Dauer der Arbeitszeit. Ich habe also Recht, daß nichts eingetreten sei, was den Bundesrath zu einer ver- änderten Siellungnahme gegenüber den Beschlüssen des Reichstags über den Acdeiteisschutz veranlassen konnte. Herr Oechelhäuser hat also nicht Recht gehabt, mir eine Ungeheuer- lichkeit unterzuschieben. Auch die vorliegende Resolution de- greift nur die Frauen- und Kinder- und SonntagSacbeitSfrage, die bei dem Streik nicht die mindeste Rolle gespielt haben. Das Haus vertagt die weitere Berothung. Persönlich bewirkt Abg. Kaumbach: Ich bin nun einmal ein gründlicher Mann(Lachen rechis) und werde nnck selbst durch noch so interessante Ausführungen des Abg. v. Siumm in meiner Abneigung gegen jede Ooerflächlichkeit nicht irre machen lassen. Wenn Herr v. Stumm meint, daß es früher, als er im Reichstag faß, hier viel intereffavter gewesen wäre, so blicke ich getrost in die Zukunft, wir haben ja Herrn von Stumm wieder hier. Schluß 5 Uhr. Nächst« Sitzung Freitag 1 Uhr.(ElatS des Reichsomts des Innern, des ReichSeifenbaynamtS und der Verwaltung der Rcichsersenbahnen.) i'jomimt malet». Ktadtv-rorbueteu-Nersammluug. Sitzung vom Donnerstag, den 14. November. Der Stadtverordneten- Vorsteher, Stadtv. Dr. Stryck, eröffnet die Sitzung um St Uhr mit einer Reihe geschäftlicher Mittheilungen. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Vorlagt, de- treffend die Einsetzung einer gemischten Deputaiion für eine erneute Berathung des Entwurfs eines Orts- st a t u t S, betreffend die Errichtung eines gewerblichen Schieds- gerichtS nebst EinigungSamt für den Gemeindebezirk Berlin. Bekanntlich ist der erste von den Gemeindebebörden ange- nommene Entwurf von den Ministerien des Innen: und des Handels durch den Oderprasidenten der Provinz verworfen worden. Als Gründe für die Verwerfiing werden, wie wir bereits milgetheilt haben, hauptsächlich folgende angeführt: 1. Die versäumte Richtanhörung von Gewerbetreibenden über das Statur. 2. Die Verleihung der Wahlberechtigung an das 21. Le- benSjahr. 3. Di« Verleihung des Wahlrechts an die Arbritermnen. 4. Die Berechtigung des GewerbeschiedSgerichtS, Erde ab- zunehmen. S. Der Ausschluß les Rechtsweges. Der Oberpräsidenr verlangt, daß das Wahlrecht erst mit dem 25. Lebensjahre d>m Arbeiter für das Gewerbeschieds- gericht verliehen, den Albeiterinnen das Wahlrecht völlig ge- nommen, dem Gewerbefchiedsgencht die Berechtigung, Eide ab- zunehmen, abgesprochen und der Ausschluß des Rechtsweges bezüglich der von dem Schiedsgericht getroffenen Enische, düngen nicht zugelassen wird. Gegenüber diesem Reskripte schlägt der Magistrat der Versammlung nun vor, behufs erneuter Berathung des Orts- fiatuts mit der Einsetzung einer aus 10 Mitgliedern der Sladtverordneten-Versammliing und 5 Magistratsmitgliedern bestehenden g« milchten Deputation einverstanden zu fein. Stadtv. Friedemann empfiehlt die Einsetzung der ge- mischlen Deputation. Redner er nnert an die eingehinde Arbeit der Versammlung und weist darauf hin, w-elanpe die Entscheidung des Ode: Präsidenten ausgeblieben.st Hoffentlich würden die Berathunzen der gewünschten Deputation kürzere Zeit in Anspruch nehmen. Redner bespricht sodann die Einwendungen des Ob« Präsidenten, von denen er nicht eine für stichhaltig hä't. Allerdings feien in Sachen der Frage, ob den Frauen dos Wahlrecht ertheilt, ob das Wahlrecht bereits mit dem 21. Lebensjahr eintreten sollte, oeischiedene Meinungen auch in der Versammlung vorhanden gewesen. Auf die Berechtigung des Schiedsgerichts, Eide abzunehmen könne auf keinen Fall verzichtet werden, mit ihr st-h: und falle die Vorlage. Die juristischen Einwendungen des Oberpräfidenten gegen dieses Recht seien sonderbar; derselbe habe unbegreiflicher Weise über- sehen, daß positiv rechtliche Bestimmungen vorhanden find, welche diese Berechtigung des Schiedsgerichts sicher Kellten. Alle Bedenken des Oberpräsidenten scheinen nur der Wieder- hall der Bedenken zu sein, die von R-dnern der Bürgerpartei bei der Berathung des Ortsstatuis früher geltend gemacht wor- den feien. Stadtv. Singer: Auf die juristischen Ausstellungen des Herrn Oderpräsidenten werde ich mieb nicht einlassen. Das hat mein Vorredner bereits gethan. Hätte eck als erster Red- ner gesprochen, so hätte ich ausgekühlt, daß die Auffassung des Oder- Präsidenten, wonach dem Schiedsgericht vre Berechtigung Eide abzunehmen, nicht zustellt, unzutreffend ist. Aus den Motiven der Entscheidung des Oberpräsidenten gehl hervor, daß er dem Geweibeschiedsgericht eine hohe politische Bedeutung zumißt. Es erfüllt wich mit einer gewissen Gcnugthuung zu bemerken, daß die Auffassung dcs Herrn Oberpräfidenten, wo- nach die Stadtverordneten über potttiscke Angelegenheiten nicht verhandeln dürfen, nicht sehr fest st ht; ,ch wünsche nur er hat!« schon vor Jahren die jetzige Ä-. siebt gehabt, als es sich um die Berathung der Petition um Erhöhung der Zahl der Abgeordneten der Stadt Berlin hier handelte. Dem Antrage des Magistrats auf Einsetzung einer gemischten Deputation kann ich zustimmen. Emzelherlen lassen sich nicht gut im Plenum verhandeln. In der Hauvtsache aber will ich mein Urtheil hier schon aussprechen. Es unterliegt für mich keinem Zweifel, daß ich von den im Oclsstatut enthel-enen Bestimmungen nicht abgehen kann, auch nicht so weit abgehen kann, wie es mein Vorccdoec gethan hat, der mir gewrsse Kon- zesfionen in Sachen des Wahlrcchts jzu machen schien. Kein Grund liegt vor, weshalb d.e Siadt Berlin von ihren Forte- rungen in Sachen des Wahlrechts abgehen sollte. Was dre Gesammtheit von jedem Großjährigen verlangt, ist so viel und so wichtig, daß ich nicht einzuiehen vermag, weshalb ein Groß- jähriger nicht auch im Stande sein soll, sich seinen Schieds« richter in gewerblichen Strertrgkeiten zu wählrn. Dazu ist wahrhaftig nicht erst das vsllendrte 25. Lebensjahr erforderlich. Wenn der Staat den Großjährigen wehrpflichtig macht, wenn der Großjährige fein Leben ,n die Schanze schlagen muß, so kann man ihm ruhig zutrauen, daß er auch fähig rst einen Schiedsrichter zu wählen, der im Verein mit den Schieds- richtern der entgegengesetzten Seite seine Entscheidung trifft. Arbeiterinnen will der Obei Präsident das Wahlrecht aänz- Den lich nehmen. Er meint, der Hinweis des Magistrats auf das Krankenkassenwesen wäre nicht paffend, wert es sich bei dem- selben nur um privatrechiliche VermögenSobjekt handeln. Aber bei den Entscheidungen de« Schiedsgerichts handelt es sich um genau dasselbe, um privatrechtltche Velwögensfrogen. Inner- halb der Regierung! kreise scheint ein erheblicher Wandel in den Anschauungen über das Wahlrecht beim GewerbeschiedSg-richt eingetreten zu sein. 1873 brachte der BundeSralh eine Vor- läge in Sachen der Gewerbeschi-dSgericht- ein, in der die Wahlberechtigung an die V o l l j ä h r i a k e i t geknüpft war. Weshalb die Regierung hrule anderer M rnunq ist, weiß rch nicht, doch vermmhe ich, daß es wohl politische Rücksichten find, die diesen Mandel.bewirkt haben. Für uns können die Be- denken des Oberpräfidenten nicht maßgebend sein. Die Or-S- statute anderer Städte liefern uns den Beweis, daß Gewerbe« schiedSgerichte, welche aus der B lheiliqung der Arbeiterinnen und der Arbeiter an den Wahlen vom 2t. Lebensjahr an hervor- gegangen find, außerordentlich gut funkrwnwen. DerObeipräsident mewt, die Vereidigung vor dem Schiedsgericht wä.e unstotthaft. Nun haben aber eine Reche gewerblicher Schiedsgerichte drese« Vereidigungsrecht. In Leipzig, wo die tozialSemokratische Pa-tei ganz hervorragend GebuitShelferdteuste leistete, Hestedt diese Einrichtung. Breslau und andere Slädte sind diesem B'spiel gefolgt. Für das Vereidigungsrecht sprechen auch rein praktische Gründe. Will man vor dem Schiedsgericht unwahre Aussagen verhüten, so muß man ihm das Recht der V.re,digung geben, sonst ist jede Mögliäkeit geschwunden, sachgemäße Uriheile zu erzielcn. Tie Trätigkeit der jetzigen Gewerbedepu'alion ist des- halb so mangrlhast, weil sie nicht mit dem Reibt der Ver- «id'guiig ausgestattet ist. Auch der AussrHuß des Rechtsweges ist absolut nothwendig. Der Werth des GewerbeschiedSgerichiS besieht doch hauptsächlich in der schnelleren Ectedigung der Fälle. Dieser Vormg würde schwinden, falls man den Recht«. weg nicht aussch öffe. Der Werth der Entschuldigung liegt weiter in der Sachverständigkeit der Schiedsrichter. Wenn die Urtheile von Leuten, die genaueste Kenntniß des gewerblichen Lebens haben als abhängig sind van der Bestätigung de» Richters, dem Sachverständl�keit fehlt, so würde das vi« Würde und das Gewicht d'S Schirdsgerichtes auf das Empfindlichste schädigen. DaS Schiedsgericht würde in eine Pofiiron kommen, in der es schwer wäre, gute R-chter zu bekommen. Auch hier ist eine Analogie vorhanden. In Frankfurt a. M. entickeidet das Schi-dsgencht endgütig. DiS dortige Ortsstatut kennt nur noch eine nochmalige Verhandlung mit 4 anderen Beisitzern bei der Reftilutionsklage, oder wenn Gesetze direkt vrrtetzt fird. In Leipzig, in Erfurt ist die Eni- scheidung ebenfalls«ndgillig. D,e Einwendungen des Obcr- Präsidenten' können u s nicht von unserem riäitigen Standpunkt abbringen. Sollte aber dennoch die Möglichkeit vor- Händen sein, daß die gemischte Deputation grundlegende Be- stimmungen unseres Ortsstaluts verwirft, so würde ich lieber gegen ihre Einsetzung stimmen. Dwch Konzessionen an den Obervräsidenten würde das Octsstalut nur verschlechtert, nicht verbkssert werden. Wir müssen bestimmt auispreäien, daß die Versammlung zu Aenderungen nicht gesonnen ist. Mrr wird enlgegengehailen werden: Ja, dann kommt garnichiS zu Stande! Ich bin sehr skeptisch denen gegenüber, die absolut etwas zu Stande bringen wollen. Besser ist eS, der jetz'ge Zustand geht an sem.r eigenen Unhalibarktit zu Grunde. Uebrigens ist das Nrchtzustandekommen des Schredsgericht« für den Fall, daß wir keine Konzessionen machen, durchaus nickt so sicher. Der Stellvertreter d-S Reichskanzlei S, Heir v. Boeiticher, erkiäit beute im Reichstage»und heraus, daß der Bunde! rath der Idee, über ganz Deutschland Gewerbeschiedsgerichte einzuführen, durchaus nicht abgeneigt fei, daß die Arbeiten zu einem solchen Gesetzentwurf so gefördert seien, daß zwar nicht in dieser, aber in ver nächsten Seifion ein solcker Gefitzent- warf zu erwarten sei. Dieser Aeußeiung gegen- über thate die Stadt Berlin Unrecht, sich duich Eingehen auf die Vorschläge de« Oberpräfidenten zu binden. Im Reichstag ,st immerhin auf mehr Verftändnrß für die Sache zu rechnen, alsdeiderpreußischenRe- gierung, derenErnwen düngen von politischen Rücksichten, von der Furcht vor der Sozial. demokratie dlktirt sind. Z.cht sich doch durch die ganze Antwort des Oberpräfidenten wie ein rolher Faden das Bestreben, zu verhindern, daß die Arbeiter mit Reckten ver. sehen werden. DaS i st wieder einmal ein Beweis dafür, daß die Ausn ahme g e s e tz geb un g dazu benutzt wird, auch rein gewerkschaftlich! strebungen der Arbeiter zu knebeln. Rofl" t Worte über den vom Oberpräfidenten verlangten AriSifl'' Arbeiterinnen vom Wahlrecht. Da wird bebauplet, w» Berechtigung zvm Wählen iür da« GewerbeschiebSgeria � da« weibliche Grschlecht in seincr sittlichen Stellung gn'•, Diese Bedenken find äußerst spießbürgerlich und völlig am". Seitdem die moderne Jndustrie-En t w iff'] auch dieArbeiterinnen in ihren Dienst gk» »uen hat, hat die Gesellschaft auch d> e». v f li ch tun g, d i e R ech t e, die a u S d er En � lung der Industrie für den Arbeiter s stehen, auch auf die Arbeiterinnen aurn dehnen. Ich sehe nicht ein, weshalb eine F�au r'cht gut rv.ssen folI, wen sie zu wählen hat, wie em Mm n.! oo-f.— n— v...f-- w_____ ar t-ta. i—...---- SöSifl den Blbei'erinnen u?»? Frauenaibeit ab, da bvirf inch, '-■"nncnÄ b,e.Wf..wrfoßet, die m-n da» | Weite große Bevolkerungstheile unserer � diffni QBnmai « schw JNIiilit Jagen w WÄ-t bi ■; Taille' Kl:! Ar U recktz- tz-tle die zx ,r'e der C «w, heitern gewährt. haben da« regste Jntercsse an der Errichtung deS-. schiedsgenchts, daran, daß sie materiell beff-reS Recht dc»� als bisher. Gegenüber den wiederholten Verfichcrungia- Regierung von ihrer Arbeitcrireundlichkrit hat eS die«. Bertin hier an der Hand, die Probe aufs Ex-mpel 8tt W Die erste Probe, die wir gemacht haben, ist ab« in der arg wißlungen. Wir haben keine Veranlassung, � ._ Wir haben keine Standpunkt zu wechseln. Von den wirklich g>uw">«"ai Bestimmungen des Ortsstatuts darf auch nickt ein Ato»jH gegeben werden. Bevor es ein schlechtes Orisstaim J'1 j waitel Be-lin lieber, bis ihm von Reichs wegen ein gegeben wird. g Stadtsyndikus Eberty erklärt, daß der Magss� keine Stellung zu den Einwänden des ObetpräfidwW'-j nommen habe. rtp Stadtv- Jrmer stellt sich auf den Standpunkt bei � präsidlnten, dem man nicht vviwcrfen düife, er habe scheidung verzögert. Habe doch die Sladtverordneten-Vk�! lung über zwei Jahre gebraucht, bevor sie mit dem D'-' U fertig geworden wäre. Die Juaend dürfe nicht zu j, 21 Jahren) in'« öffentliche Leben gezecrt werden- Frau gehöre in die Familie. Die Sozialdei»-.. werde sich der Wahlen zum Schiedsgericht Da« Reckt, Zeugen eidlich zu vernehmen, stihe nur d-n>>>?� lichen Gericht zu. Das Ortsstatut stelle in dieser MTO einen Eingriff in ein königliches Hoheitsrecht dar. Di» � niiNflSschiedSgericht müsse das Ideal bei der Bildu»? städtischen ge-v erblichen Schiedsgerichts fein.,.»l Stadtsyndikus Eberty: In der yanzcn VorWiy Magistrats fei auch nicht ein Jota zu finden, welof Ueberschreituna der Befugnisse befürchten lasse. Der. kenne die richterliche Gewalt als Ausfluß des kom Rechts, es gäbe aber auch Sondergerichte, welche dem gericht unterstkllt stnd, u. d auf düsem Standpunkt st�?.� städtischen Betorden. Die Frage des Vorredners,®®v Magistrat fein R>cht zum Zeugnißzwanpe begründe, sehr leicht beantwoiten, dieser Punkt werde- Z 4 de« AussührunxSgesetzeS der deutschen Z'""� Ordnung geregelt. Als der Magistrat das Onsstolut war er übeneugt, daß er sich überall auf dem deutschen Reichs« chtS defand. Stadtv. M e y e r ll.: In dem Ortsstatut sei f einzige Bestimmung enthalten, welche nicht schon � J anderen O.iSftatut jar Anwendung gekommen fei. dsich fcie 9 k? den J.01 Fäuste: ff!«; hsi er M zu �-henden wnen Kurl ÜW «»ch-. 1 9 an ä SSttag in 5>zeich 'Me Km senden l Ä Lew griommrn fei.~mi an den Ortsstat«� mängeluugen des Stadtv. Jrmer innerien an die Geschickte Patienten sagt:«Lieber M worauf der Mann antwortet,.......______,_ Arzle die E widerung erhält«Dann find Sie entschiebe» behandelt!�(Heiterkeit.) Dr. Jrmer meint, daß die mit den OriSslatuten falsch behandril find, vielleicht pf Ob« Präsident, der in diesem Falle die Rolle deS Arzlee nimmt. Die Versammlung hat bewiesen, daß sie gel« ouf Grund der bestehenden Grsttzgebuna eiiie. Institution auszubauen, welche z im Frieden führen ka»' D> Ausführunuen des VorredneiS in Betreff der iIeÜb�je nicht zutreffend, wir halten zu bauen und der Odei? um zu kontra iren. jJ'J Nachdem noch Stodtv. Kassel die Ansichten ot».tp er bekämpft, beschließ! die Veisammluna nack dem Jrmer bekämpft, deschließi die Versammlung nach dem Magistrais eine aus 10 M'tgliednn der Stadtocro UH Verlamuilung und 5 Magsstrotsmügliedern bestehende ö � Deputation dehuf« erneuter Berathung des Orlsstotu» Die Wahl wird in nächster Sitzung vorgenommt�.�, � Tie übrigen Gegenstände der Tagesordnung ent«; offenü'chen Interesses. Schluß 7ll Uhr. Es folgt eine nichtöffentliche Sitzung. Lolmles. Gbenstalb der Kchleuse versucht man jetzh.�. � für die eleliri cheBeleüchiuvg durch we Spreeau i»� für den Herbst ungewöhnlich hohe Wofferstand BaM Schwierigkeiten. An beiden Ufern hat w � Schiffer zur Eile an. Die Emen kommen h«ein, die Anderen suchen den Winterhafen in � �"iit 'i zu erreichen An d« Gertraudtendrücke tobt letzt"P blicke nn Sck.ff« streit auf dem Waffer. MU A„ � S rom treiben Kähne beständig schnell stromab, mod sich mühsam stromauf arbeiten. Und dazwum. � drängen sich Schleppdampfer. Die Sache stehl j recht aekährlick an. b;e X',(( V»» einigen Jahren wurden,� nachdem»««l. («Ilgen Knqren wurden, nachoem" gpfoi in fast allen märkiscyen Gewässern, o auch".-z Vty die Kiebie ve-n.chlet hatte, adeihalb Eprembc hundert Schock Krebse in die neMt. um-- hundert Schock Krebse in die Spree gesetzt, um rfv. Krebse wieder heranzuzüchtcn. Dieser Versuch'st.jng�Ä los geblieben, denn kein einziger von ten lausenden, Krebien ist am Leben geblieben. Da jetzt aber> a. Cyi wieder Krebs« gedeihen sollen, wird jetzt, na« an verschiedenen Stellen wiederum der Sßetsu® f u de»" Einletzen junger Krebse die Spree mit denseiveu» Hiff ntlkb olücki e« bi-smal besser!«%.*$1$ Drei ZluglucksfäUe haben sich, dem. x,-» im Laufe de« voi gestrigen und gcstngen Tag» �gev arbeiten am MühUndomm zugetiogen. Am vo ü mittag war der Arbeiier Jolef Trawne von j, r einer Ramme beauftragt, den Pflock au« dem A" � gesetzten P'ahl zu heben. Während T.»u b'« � t' der linken Hand den Pflock lockerte, stutzte � � rechten aus die Oberfläche des PfohleS. bej1,; schwere Bär der Ramme nieder und oufgestützte Hand dermaßen, daß sie nur noch<>n« Der Verutzie wurde noch dem Katholische"�.�, bracht, wohin rhm nach kurzer Zert sein Stielm» � vm be.ter Slanislaus Staw.vk. ein Knbn auS der jp—»o»» berter SianieiauS Stampf, ein Sohn aus Petrestraße 25 wohnhaflen Sl'rfwutter deS.' ZrN> Stampf halte einem in einer Grude befchal' u >• ''«fton <-»i ade sti i 3\ et m n tu/ A. I w* BftdWftJ xk-Z ni*' 1 .SÄ Vkilancen ein Beil hmvbgereicht. Nachdem der �mann die vetreffende Arbeit beendet datte, warf er das e schwere Beil wieder hinaus und dasselbe siel dem St. �Aliiklich auf den linken ssuß, daß das Fuhblatt durch- eu wurde.— Gestern Naetmiitag war auf demseloen .. der Zimmermann Heinrich Schuck beim HerauSwmden r Dahles, an welchem der Polizeidampfer zu liegen pflegte, •-a'tijjl; er glitt h-erbei au- und stürzte in das stark ange- � Wasser, dessen starke Strömung'hn sogleich mit N und durch das Mühlengermne führte; ,.mleus de- wurde Schlick von dcm Arbeiter N-lsche glücklicherweise U«chiz.itig erfaßt und dcm sicheren Tode entrissen. Er ,f J, Besinnung bereits verloren, zeigte ober noch Lebens« W weshalb man ihn zur weiteren Behandlung schlcunrzsl der Cbaritee brachte. „Kohlpechrabenschwarzer" Mohr, der, wenn er �-. �ererzt wnd, höchst trreofertig semen Schlips- und Holen« ü-Mhandel belreidt, wurde, wie die»Berl. Pr. erzahlt, M v°r dem Hause Nr. 78 der Großen Frankfurterstraß- u le Meckereien einiger Slraßcnbuben so in Wulh versitzt, -tn einen der Schlingel packte und höchst eneigssch mit T Fausten bcaibeiteie. Da- Publikum nahm für den Jungen ?°>ei: hierüber ergrimmte der dunkle Geschäfi-mann so sehr, zl. tx Miene machte, einen großen Mauerstein unter die N« zu werken. Nun aber packten zwei Maurer den bei den Armen, der stein änderte mfolge dessen Iis? ,5 und z-rtrümmerte eine an dem ganzen Skandal d»? unschuldige S-raßenlaterne. Das Drama endigte mit y�dfuhrung des Afrikaners nach einer europäischen Polizei« äußerst peinlicher Norfall ereignete sich vorgestern i.{*9 m der Sifaltfeerftrofee vor der Charlotienschule. Vor i�.Fieichnelen Mädchenschule standen drei etwa fünfzehn« Li'®*. Knaben, von den zwei ihren kleinen, die Anstalt de- ei» g e Schwestern abzuholen beabsichtigten. Plötzlich erschien Siir« o1: des Instituts und fordert- die Knaben auf, den j.»Wte!g vor der Schule zu verlassen. Während erner der ZbR.! soso,t entsernte, folgten die beiden anderen der z.j,"°s°erunz des Lehrers nur rög-rnd und wiederwrllig, so bL?,?.«?rer sie in brüsker Wesse auf den Damm schob. fliit iFfb nun einer dieser beiden Knaben stehen und gerieth d-sr,,.� Lehrer in einen hcstigcn Wortwechsel. Im Verlaufe sts>,°*n versitzle der Lehrer dem Jangen eine schallende Ohr« bin Kimbe nahm diese Züchtigung durchaus nicht ruhig londern schlug nun seinerseits dem Züchtiger hinter die lC\u,,d es entwickelte sich zwischen den beiden e,ne form« He-h�i 5�ei, welche schnell einen KceiS von Zuschauern «aS!"- Natürlich verlieb der Lehrer als Sieger den >»,, N?auplatz. Später erschien ein Schutzmann und Ä' ben Knaben, bissen Wangen deutliche Spuren des trugen, über das Vorgefallene. Indianernoman. Der Laufbursche Hermann M. pQ�. vvtlMVV»!/«WUtlDV«»-*»»♦». Jjmtenofjj trugen, über dos Vorgefallene. Sj"!!" Indianerroman. Der Lausburst Ae?i�k! slein, einen Jndianerroman lesend, durch die Achs z'*a>!raße und war so in seine Lektüre veiticft, daß er »�ita.�c, wie ein Schlosserlehrling, eine lange eiserne «etil«, a�s der Schulter tragend, kurz vor ihm die Straße '' Mit voller Wucht lief M. gegen das scharfe Ende der "Bf, um gleich darauf mit tautem Aufschrei und blut« !»» Gesicht zurückzutaumeln; die Oberlippe war ihm �iion," und mehrere Zähne ausgestoßen. Vor Schmerzen dir w'rnd, wurde M. in die Wohnung feiner Mutter nach Mststraße gebrockt. a stz. grausige» Schauspiel bot sich gestern zwischen 2 und �e». �Passanten oer Kösttnerstraße dar. Auf der Dach- w» uuseS Nr. 20 sah man unbekümmert ein vieijährigeS M einem Reifen spielen und sich weit über das Dach zt" Straße hinabbeugen. Das Publikum war entsetzt, Aswan?�ke Niemand Hilfe zu dringen. Der Albener � steaße 2, unternahm es endlich, das Kind dem ">kana■ zu entreißen. Er suchte sich gewaltsam einen 'OS, vw"i Wohnung, ging vorsichtig auf das Dach hin- Wt ctiiirftii8 Kind nicht zu erschrecken, und erfaßte dasselbe senden, v-n hinten. Noch einmal bebten die Unten- Richte 8 k>er brave Mann auf einem losen Stein aus« !>)d da« m glücklicher und rascker Griff rettete den Mann r'ielli* vor dem sicheren Verderben. Es stellte sich nUsserleh,�uus, daß sich hier wieder einmal ein Stück Pro« �ufe, 5. cv ubzetpi-it hatte. Der Mann arbeitet aus dem »Än M; l 1tt hakte einen nolhwendigen Gang zu thun, in« »»T*4 rat'«;; 5 Kind unbeaufsichtigt in der Wohnung. Die k».,-°us d»». fVlCR Reifen zum Spielen gegeben, den das r stchlvss�, Mansacdenfenster hmausgeworfen hatte. Schnell z/fn � das Kind nachgeklettert, um den Reifen zu »i e h>e M„i« wäre beinahe das schreckliche Unglück geschehen. sie in o-- natsi Hause kam und von dem Vorfall hö.te, it Am Berliner 12. d. M. Vormittags gerielh in Kunstdruck« und Verlagsanstalt, Triiz�r. 22, der Arbeiter Förster, als er voeschriflswivng den knallt» u einer im Gange besindlichen Maschine auSd tt dtK wü dem Arm in e°S Getriebe und erlitt etnen Bnich In der Nacht zum 13. d. wurde ern obdachloser *aß»i, R der Malzdarre der Biauerel Tivoli, Ltchtc l erstickt vorgefunden. Derselbe halte sich m denRaum A»n um dort zu nächtigen und ist.anschemn'd du ch �ij�st henschende hohe Temperatur sowre durch den denn n-stehenden Dunst ge'ödtet worden.- Am 13. d.M. agz wurde vor dem Hause Forste, str. vi ein kiah. g � nz. v°n einem Geschäf'.Swagen überfahren und verari atn»°eUchenkeI verletzt, daß er nach dem Krankenhaus- Zssi ftl.*b"chShain 0-bracht werden mußte.— Zu derselben '"»-�"ssse der Arbeiter CzovlewSki beim Aufbau elner ��nrustung am Hause Benstelstraße 17 vom-rstcn SI°ck " H°f hinab und erlitt dadurch anscheinend eme Ver �ÄsÄ.deS Rückgrats. Er wurde nach dem Krankenhaus- ütirn&t B Ft Kroße 9? Klirre Zeil darauf stürzte in dcm Hause .'w 2®tnirr �?ai!?rr®tnS1d infolge eines Fehltritts Km»., �te» �'°r,"!findltchen Stchlfchccht auf den Boden hfu»! Huna«« hwab und erlitt außer mehreren 9j Äz��ach bei«{> Gehirnerschütterung, so daß seine Heber« SUfow'sis war?? K: anfensiQufe Bethanien nothwendig wurde. i\ K!°ne-vl�/'n Mann bewußtlos auf einer Bank am 4en und noch der Wache des halte versucht, sich mittelst wurde nach Anwendung von - Zu derselben Zeit ............ 105 und MuSkauer« ■ötanbe statt, welche von der Feuerwehr ge« >z»> manckniüV �"""1 uciuwBi �ot"''iei-sS � iiegend aufgefunden gebracht. Er ha s»»z wit,.i„ zu vergiften und wur.. V Man, der Cbaritee gebracht.- •aftkV 24 fl»0«* 90/ Oranienstraße 1 '"Ucdi e Bränh« f+n»t m.IA« von ..0.1 W Ki1" 1-«. yuiir----- 5.Vle>ibe(jf zu überi.,, auJ den Stcttiner Bahnhof be- �'�r°?zWe-i, ob das unter den Streikendetl ahlhnt spreche, welches den Maler ausofT, n„ an'einer alten Arbeitsstelle in i..sfleuommen zu haben. Der Maler S. " und «««ucht die C foDte'�'B Mit"s�""wmen zu yaoen. »och.. der A.' em-m Arbeitszeug dort zu sehen� dige?Lvri, t?�"°r dem S. ausgcspieen der Verachtung ausgesprochen haben. Der Staatkanwalt hielt hierdurch den Tbaibestand des s 153 der Reichs-Gewerbeordnung für erfüllt und beantragte 3 Tage Gcfängniß. Der Vertherdigcr, Rechtsanwall Wolf- gang Heine, führte jedoch aus. daß der Z 153 der Ge- werbeordnung keineswegs blos eine Beleidigung mit Bezug auf einen Streik erfordere, daß e» auch nicht genüge, wenn eine Beleidigung gefallen sei, weil der Andere nicht streike, daß vielmehr die Beleidigung noihwendiger Wesse, zu dem Zwecke erfolgt sein müsse, um d u r ch s i e den anderen zum Streiken zu bewegen. Wenn also der Angeklagte nur seine Verachtung über das Verbalten des Zeugen S. an sich ohne solche Abficht habe Ausdruck aeben wollen, so könne er nicht bestraft werden, und mehr sei nicht erwiesen. Das Gericht schloß sich diesen Gründen an und erkannte auf Frei- s p r e ch u n g. Att» d«m Schi-dsgericht in Unfalloe»stcher«ngs- fache«. Der Monteur Jahnke, 39 Jahre alt, zog sich iu.ch einen unglücklichen Griff in eine von ihm aufgestellte, im Gang befindliche Maschine eine so bedeutende Verletzung der linken Hand zu, daß dieselbe, deren wichtigste Finger völlig steif und gelähmt wurden, für dauernd unbrauchbar ward. Die Genossen- lchast gewährte ihm, nochd-m dos Heilverfahren beendet, nach Maßgabe emeS auf 1036 M. 50 Pf. berauSgerechneten Jahres- Verdienstes eine Unterstützung von 33$ pEt. der vollen Rente. Sowohl gegen die Abschätzung seines Einkommens, das in ge- sunden Tagen ein ungleich höheres gewesen, als nach der auf- gestellten Berechnung angenommen, als gegen die feiner Angabe und seinem Körpermstande nach viel zu niedrig bemessene Un- fallrente wendet sich des Verletzten Klage. Es fei, führt er an, im Maschmenfache absolut keine Arbeit zu finden, bei welcher man mrt einer Hand auekommen könne.— Die Verklaate erwidert: Kläger sei Monteur und es werde gerade ihm bei entsprechend höherer Schulbildung weit leichter fallen als einem Anderen, eine seinem Bildungsgrade angemessene Beschäftigung zu finden.— DaS Schiedsgericht billigt dem Verletzten eine dauernde Unfallrente in Höhe von 50 pCt. der v allen Rente zu, indem es in den Enlscheidungsaründen ausführte, daß die Anschauung, nach welcher der Monteur nicht nöihig habe, selbst persönlich mit zuzufassen, eine irrige sei. Ucber dre Höhe deS ehemaligen Einkommens des zu Unterstützenden werden noch Erhebungen angestellt werden. Gitter dergemewgefährlichSen Kodendiebe Kerli»», welchem auch der große Emöruchsdiedltaht bei der Schau- spielerin Fräulein B e r ka n y zur Last fällt, stand gestern in der Person des noch ziemlich jugendlichen HutmacheiS Paul Ernst Franz Nünnicke vor der vierten Stralkommer hiesigen Landgerichts I. Der Angeklagte ist ein Spezialist in Boden- diebstählen und entwickelt darin eine außerordentliche Frechheit und Kunstfertigkeit. Er sucht die Hausböden nicht etwa unter dem Schutze der Nacht heim, sondern stattet ihnen bei hellem Tage seine Besucke ad; die festesten Vorlegeschlössec weiß er zu er« brechen und mit der gräßren Seelenruhe pflegte er da? gestohlene Gut frei vor allen Leuten die Treppe hinab- zutragen. Vor fast drei Jahren wurde Nünnicke wegen einer großen Zahl derartiger Boden diebstähle zu 2tz Jahren Ge- fängniß verurtheilt. Im August d. I. war die Strafe verbüßt und der Angeklagte befand sich kaum auf freiem Fuß, als er sein verbrecherisches Treiben von Neuem begann. Die Schau- fpielerln Rosa Wiltmann, welche den Tbeaternamen B e r k a n y führt und hier in der Wilh.'Imstraße 48 wohnte, ist durck den Angeklaaten sehr empfiattlick gcjchädigt worden, hat jedoch diesen Schaden schließlich einigermaßen wieder gut machen können. Fiäulein Berkary, welche jetzt in Budapest weilt, bewahrte einen großen Theit ihrer kostbaren Theatergarderobe in fünf Reisekörben auf dem Boden, welchem der Ange« klcglc an fünf verschiedenen Tagen unliebsame Besuche abstattete und zwei Körbe nach Herzenslust plünderte. Nicht weniger als 50 Garderobenstücke, kostbare Kostüme, Ball- toiletten, Spitzenkleider, Seidenkleider, Damasttoben in allen Farbenschaitirungen, Bauernkostüme ic. jc. hat der einnehmende Mensch wegaescklevpt und Frl. Berkany berocknete ihren Ver- tust auf 10 000 M. Die drei Inhaber von Maskengarderoben, bei welchen diese Prachlroben verkauft sein sollen, halten diese Werthschätzung allerdings für mä-chenhaft und haben für ihre Ermeibungm ihassächllch nur 81 M. bezahlt. Diesen Ge- sckästsleuten hatte sich der Angeklagte in ziemlich unver- dächtiger Weise genähert: Bei einem fiüheren Diebstahl war ihm auch das Führungsatlest eines ehemaligen Unter- okfizierS in die Hände gefallen und mit Hilfe desselben stellte sich der Angeklagte als der Diener einer Baronesse vor, dessen Herrin ihren Wohnsitz nach außerhalb verieat und ihm die Garderobestücke überlassen babe.— Als die Polizei, in Erinne- »ung an da« Vorleben Nünnicke'S, diisselden festgenommen hatte, konnte festgestellt werden, daß derselbe in der kurzen Zeit der Freiheit nickt weniger als 13 Bodendiebstähle in der Wilhelm-, Markgrafen-, Chaussee-, Bcücken. und Prinzinstraße stets mit der gleichen Frechheit am hellen Tage in beiedlen Häusern aus- geführt hatte. Er hat überall mittelst eines Messers die Schloßbügel gesprengt und überall eine recht ergiibige Beute gemacht, die er, in großen Bündeln über die Höfe oder Treppen ichleppte, ohne angehalten zu werden. Dabei ist er noch ein ganz besonderes Glückskind. In einem Falle war ein großer Koffer m titelst eines Patentscklosses veimahrt, welches sich nur öffnet, wenn die betreffende Schloßschraube bi« aus einen ganz destimmten Namen gedreht ist, den sich der Besitzer des Koffers vorher gemerkt hatte. Herr Nun» cke aber halte Glück, er drehte und hatte zufällig sofort den richtigen Namen getroffen. Aber auch über persönliches Pech beklagte sich der Angeklagte: er bemühte sich wenigstens, dem Gerichtshofe eirzureven, daß er durch Unglück sofort wieder auf die Bahn des Verbrechens geführt worden wäre. Er ist nämlrch aus dem Gefängniß mit einer Verdienstsumme von 130 Mark entlassen worden und behauptet- nun, daß ihm das ganze Geld am Tage des Zapfen str ercheS zu Ehren des Kaisers von Oesterreich, welchem er mehrere Schopven gewidmet, gestohlen worden sei— und zwar aui einer Bank am Bellcallian«platz, wo er vor Müdigkeit einge- schlafen sei. Der Gerichtshof glaubte aber dieses Dieb/Smärchen nicht, sondern verurtheilte den Angeklagten zu 3 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Soitole Zum Kiick-rftt-rik i» Kattd«»« erhalten wir folgendes Privattelegramm: »Die Bäckermeister drohen, deutsche Gehilfen kommen zu lassen. Vor Zuzug v>uß gewarnt werden. Alle Arbeiter» blätter werden um Abdruck gebeten. John Burns. A« alle Fildhomer s-zlin«: Kollegen! Vor wenigen Wochen begann der Kampf für unsere gerechten forderum,«» kürzere Arbeitszeit, Abschaffung der Akkordarbeit! t'gsem Stolze können wrr auf unsere Errunqenschaften bin- wessen. Gefeit gegen die Drohungen und Maßnahmen des Prinzipalvererns und der Unternehmer, stehen w.r muthig da entschlossen, unsere Sache siegreich>» Ende»u fafir-,» Kollegen! Jetzt gilt es, mit verdoppelter Energie und äußerster Konsequenz unjere Forderungen hochzuhalten: feige, und eir Verrath an der Sache wäre es, wo wir sckon zum größten Theil gesi-gt h°ö-n, wollten wir m unserm Esser erlahmen. Bei direkter«t stundiger Arbeitszeit nur 9 Stunden Verweilen in der Werkstatt, richtige Lohnarbeit, nicht Beibehaltung der Akkordarbeit unter irgend welcher ver- kappter Form, welche Lohnarbeit sein soll, es aber in Wirklichkeit Nicht ist, k-ine Arbeit für gesperrte Werkstätten,— das muß die Richtschnur unseres Handeln« sein. Die Lohr- arbeit ist die Bast«, auf we'cher fußend wir erst eine wirksame Lohnaufbesserung und Veilürzung der Arbeitszeit ins Auge fassen können. Kollegen! Wirhaben Mcklossen, die U n t e r st ü tz u n g e n vom 16. d. M. a d zu erhöhen, bitten aber alle Kollegen uns thatkrästig zur Seite zu stehen: für die Beiträge der arbeitenden Kollegen zur Streikkasse find eigene Listen ce» fertigt und dieselben jederzeit von un« zu bekommen. Die arbeitslosen Kollegen ersuchen mir dringend, sich nur an die Stellenvermittlung der Berliner Bildhauer zu wenden. In- serate auf jeden Fall unberücksichlizt zu lassen. Sollten de« Kollegen noch irgendwie Weikstätten bekannt sein is. Ins.), wo unsere Fordeiunxen nicht oder nur theilweise eingeführt sind, so bitten wir umgehend um Nachricht, ober nur nach vorberiger genauer Prüfung. So blicken wir, hoffend auf Euren Opfer- wulh und fernere Dusdauer, verirauenSvoll in die Zukunft. D«e Streik- Kommission der Berliner Bildhauer. Annen- straße 16. Dont'flmmlmuiou. Der sozialdemokratische Mahl Urreitt für de» V. Kerliner Reichstag»- Wahlkreis hielt am Dienstag eine Bersommlung im Saale der„Bötzow'tchen Brauerei� ob, die so stark besucht war. daß ein TbeU der Tücke berausqesckafft werden mußte, um für die Zuströmenden Raum zu schaffen. Diese Versammlung sollte endlich die Kandidatenfrage für den V. Wahlkreis regeln. Znnäckst je dcch hielt Herr Kaufmann Alb. Auerbach einen mit stü mischemBei- fall aufgenommenen Vortraa über:«Die wirthschasllicken Umwälzungen und di« Sozmldemokiatie�. Redner wandte sich Eingangs seiner treffenden Ausführungen gegen die Behaup- tung, daß die Sozialdemokratie sich wohl hüte, ihr vollständiges Piogramm vor den Massen zu entwickeln. Im Gegentheü fei es gerade die Sozialdemokratie, die stets, nicht nur kurz vor den Wahlen, wie die übrigen Parteien, vor die Wähler 1 c>, sie auf die Entwicklung der wirthschoftlicken Veihäitrisse aufmerksam mache und ihre Folgen klarlege. Die Sozialdemo- kratie sei die einzige Partei gewesen, welche die Massen mit der ftaatlicken Sozialreform bekannt gemacht hat.(Sehr ricktiq.) Die Agitation zu jeder Zeit lieg« auch ganz im Wesen m serer Paitei, da ja bei ihr nicht der Parlamentarismus da» höchste Ideal sei. Für die Sozialdemokratie stünden di« wirthschasllicken Differenzen im Vordergrund de« Inten sie'. Die meisten Wähler, alle anderen Parteien, geben sich mit der Thatsache der augenblicklichen wnthschaftlichen Misere zusiieSen. Die Arbeiterpartei suche die Grundursache derselben zu er- gründen. Welches ist nun diese? Zu diesem Zwecke müsse mer» tmen Blick auf die Entwickelurg der Produktion von den kleinsten Ansängen bis zu ihrer Heuligen»Blüihe4' werfen. R.dner flieht hierauf eine eingehende Schüverung de« Ur-Anfanges der Produklic», die nur für den eigenen Bedarf arbeitete, des sich entwickelnden Tauschhandel« und de« späteren Hinzukomme- S von Zwischenpersonen, von Handelsleulen, die alsdann de» Verlrieb der gefertigten Waaren übe, nahmen. Später lieferte d ese Zwsschenperson auch noch das Rohmaterial, der Ardii er halte jetzt nur noch das Anfertigen der Woaren au« demRok- Produkt zu besorgen. Mit diesem Augenblick ist aus dem selbst- ständigen Handwe-ker ein unfreier Lohnarbeiter geworden. Hier kam dem Kapital ein mächtiger Bundesgenosse zu Hilfe. Die moderne Technik. Tie Maschine, die bestimmt war, den Spruck umzustoßen:»Im Schweiße Deine« Angesichts sollst Du Dein Brot essen", sie trachte im Dienste des Privaikapitals notne»- loses Elend über die arbeitenden Klassen, aber eben nur, neil sie nicht zum Dienst des Volke« benutzt wird.(Beifall. E-hr wahr!) Was keine Agitation thun konnte, das hat dieser größte Revolutionär, gegen den es kein Ausnahme- gejctz giedt, zu Wege gebracht, diese Woblthäterin. die es nur veetalb nicht ist, weil„die beste der Welten" sie dmo» verhindert. Die Enttvickeluntr der Maschieneniechnik habe ein Heer von Arbeitslosen geschassen, ein Heer, das fortwährend vergrößert werde, durch Ausdehnung der Arbeits zeit, durch Be- schäftigung von Frauen und Kindern. Dieser Umstand komme der Bourgeoisie, die so viel und so billig wie möglich pro- duziren will, sehr zu statten: denn die Reservearmee drücke fortwährend die Löhne. Doch die Bourgeoisie will nicht nur nehmen, sie will natürlich in bedeutend Feringerem Maße auch geben. Nachdem sie die Vä'cr und Mutter 12 Stunden tanz in ihien Dienst getpannt, giüade sie Kteinkinderbemahranstalten. Nachdem sie die Kinder siech und elend gemach, kenne sie eine „heilende" Salbe, die Ferienkolonien.(Bravo: Ruf: Bolle!) Die Bom geoifie mache immer wcitereFortschrilte. Auch der Mittel- stand wolle als echter Sonntagsreiter noch mitreiten. Sobald aber die Gangart etwa« feuriger wird, sobald neue Konstruknoaen der Maschinen auskommen, liegt da» Kleingewerbe hilflos im Sande. Die Erfolge, welche die Bourgeoisie von Geldlacks Gnaden errang, mochte sttzt auch die Aristokratie eifersüchtig. Sie ließ die Zugbrücken ihrer Schlösser, in welchen sie so lange stolz gehaust, nieder und nahm Theil an der Ploduktion. Sra gründete Fabriken auf dem Lande und expropriirte die Bauern, machle sie zu Tagelöhnern. Zwar geraihen aus dcm Land« das adelige und das bürgerliche Kapital noch öfter in Kolli- fionen— Beweis der Streit für und aegen das Freizügrgketts- gesctz—, doch in der Stadt, auf der Börse, da liegen sich die vcn Jtzenplitz und die Meyer und Cohn gerührt in den Armen. (Bravo: Herleikeit.) Redner beleuchtet des weiteren das Bestreben des Kapitals, die ganze Macht in einigen Händen zu vereinigen. Der Kiewhandel sei ebenfalls dcm Unierganae g?- weiht. Nicht könne mehr der Kleinkaufmann, der kleine G-stwinH mchr mit den großen Eiadlsssement« konkurriren. Der Kapitel- kräftigste gehe immer als Sieger hervor. Aul allen Gebieten eistreckt sich jetzt die Macht des Kapitals. Die Ehe 10er de zum Geschäft gemacht; der Bourgeois lasse sich dem elterlichen Geldsack erner ungeliebten Frau antrauen.(Sehr richtig!) Während früher die Kunst in den Vorsälen der Fürsten antichambrirte, beuge sie jetzt ein Knie vor der Bourgeoisie. Sie zeige nicht di« Wahrheit�sondern kultivire den EbaavinismuS und den sogenannten MordpatrictliSmuS. Die Theater, die doch nur eine Siätte der Kunst sein sollen, müßten sich j-tzt nach dem Gr- schmacke des Bomgeois richten: ein Theater, das nicht belondr rs kapitatkrästlg sei, da« nicht den unglaublichen, rasfiaillen LaruS, an den da» Auge d-S Bourgeois g-aöhnt ist, ent- wickeln kann, gehe unfehlbar zu Grunde. Nebenbei werdur aber für da« Volt Volkstheater gegründet, die den hohen Zw-ck verfolgen, den Gründern möglichst fette Dividende in den Schooß zu werfen.(Sehr wahr!) Auch auf dem Gebiete des Heereswesens herrsche die würhendste Konkurrenz. Hier sei der Staat Kapitalist, wa« er doch mlr mit Hilfe der vom Volke aufgebrachten Steuer» könne. Hier zahle wiederum der Arbeiter das Lehrgeld. Dach da« Kapital habe auch seine Sorgen. Dos rübrtge Kapital dürste nach neuen Absatzgebieten. Es entwickele sich-ine t tige Kolonialpotitik. Da- Bestreben, möglichst große Abnehmer. kreise zu erringen, sei die ölonomi'che Seile dieser Kolonial- Politik. Do« vorsichtigere Kapital suche jedoch da« über�chüssias Kapital in festen Lngenschaflen anzulegen; es entwickele' sich � H?userwucher. Auch hier sei der Mut her, in letzter Lne der Ardeiter, der geschorene. Doch das Kapital habe auch A git vor dem Krach, der unausbleiblich fei. Der große Bourgeurs ziehe sich immer mehr zurück und lasse die kleinen Leute An- therlscherne erstehen. WaS kümmere es den Bourgeois, wen« das muhlame�Kapital der„kleinen Leute" verloren gehe. Wo» hm diese Verhältnisse führen müssen, da« haben auch andere Leute, als Sozialdemokeaten, erkannt. Der„Reichsbote" und der amen- kanische Generalkonsul in Frankfurt«.Main nennen als ih« »rfflt felbü eine soziale Reoolut on. Wie sei diese Misere»u beseitige»? Da sage die Innung: D'e G-werbesreiheit ift Schuld? Die Kleinkaufleute halten den Haufirhandel für den Sündenbock. Wieder andere, die Freisinnigen, sagen, der Schutzzoll habe die Misere heraufbeschworen. Der Proletarier eher sage: Eine Besserung könne durch ein Arbeiterschutz- gesetz erreicht werden, eine vollkommene Beseitigung aber nur durch eine Veränderung de« heutigen Produktion«. system«, durch Einführung der genossenschafilichen Wirthickaft«- weise. Dem aufgeklärten Arbeiter brauche man so viele Worte nicht zu sagen, wohl aber dem Kleinhändler. Hobe der aber erkannt, daß er sich nie werde in die Höhe arbeiten können, so müsse er sich auch in Reih' und Glied m't den Arbeitern stellen und müsse mit diesem die politischen Bestrebungen theilen, er müsse Sozialdemokrat werden. Die Sozialdemokratie bedeute den Frieden, denn die Bestrebungen der deutschen Arbeiter seien dieselben, wie die Arbeiter Portugal«, Amerika«, Englands u. s. w.(Bravo.) Sie b, deute aber aucki die Freiheit. Sie habe diese« ihr Pnrz'p nicht für baß Linsengerecht der Sozialgesetzgebung verkauf?. Sie bedeute endlich den Kulturfortschritt, denn sie wolle, daß da« ganze Volk der Kulturerrungenschaften therlhaftig werde. Und, so schloß Redner, soviel wir auch schon gelockt worden sind, von unserem Wege abzuweichen, da« steht fest:»Roch Canrssa geben wir nicht!"(Stürmischer Beifall.) In eine Diskussion über da« Gehörte wurde nicht einge- treten, sondern gleich der dritte Punkt der Tagesordnung: �Aufstellung eine« Kandidaten" erledigt. Hierzu wurde eine Aeiolution verlesen, die Herrn Auerbach als Kandidaten wünschte, sowie ein Brief de« nicht anwesenden Rechtsanwalt Stadihagen, der dafür eintrat, einen Handwerker aufzustellen, da dieser mehr Stimmen auf sich vereinigen würde. Herr Mirker wendet sich ganz entschieden gegen da« Vorgehm des Herrn St., die Versammlung in ihrem Beschlüsse durch einen Brief beeinflussen zu wollen. Hier handle e« sich nur darum, Jemanden zu finden, der tüchlig agiliren könne. Wer wisse, ob wir noch in Versammlungen unsere Jd.ei klarlegen können, dann sei der Reichstag der einzige Ort, von dem au« Agitalionsreden g halten werden können; was nütze ein Handwerker, der nicht sprechen kann. Herr Pfeiffer und Herr Schulz halten Auerbach sür sehr geeignet. Kaufmann Herr Flatow nimmt Herrn St. in Schutz und wirft dem Vorstand vor, undemolratisch vorzugehen, da t: keine an deren Vorschläge mache und zulasse.(Unruhe.) Herr Fritz Berndt vermählt sich ganz enrfchieden gegen diese Beschuldigung. Es seien noch der Drechsler Wclff und der Mechaniker Jacubrk vorgeschlagen worden. Elfterer habe abgelehnt. Letzlerer könne nicht gefragt werden, da er in Plötzensee eine Strafe zu verbüßen habe. Herr Rosenthal findet da« Vorgehen St. mindesten« falsch; Stadlhagen könne nur so gehandelt haben, weil er noch sehr jung in der Bewegung ist. Sonst müßte er wissen, daß die Sozialdemokratie keinen Unterschied zwischen einem Kausmann und einem Handwerker kenne. Man gehe bei Auf» Kellung eine« Kandidaten nur nach dessen TüchNg- &it. Hierauf wird die Resolution gegen zwei Stimmen angenommen und Herr Albert Auerbach unter stürmischem Jubel al« Kandidat für de« fünften Reichstagswahl- drei» proklamtrt. Herr Auerbach dankt für de« Vertrauen, ersucht unsere mächtigtte Verbündete, die Aibeiterpresse, zu unterstützen und fordert zum Schluß auf, die Agitation überall hinzutragen, damit wir am Wahltage da« Bonner der Sozial- demokratre entfalten können voll Stolz und Ehre und mit der berechtigten Hoffnung auf den Sieg.(Stürmischer Beifall.) Unter»Verschiedene«" therlt H-ir Preuß Stücke aus der F ibnk- v dnung von Loeser und Wo ff mit und ersucht, die Tabak- arbeiter in ihrem Kampfe geaen diesen, sowie in der Lohn- biwegung zu unterstützin.(Braoo.) Mit einem donnernden Hock auf die Sozialdemokratie schloß hnrauf die impoiante Veisan.m'ung.— 5,30 M., die von den Anwesenden al« frei» willige Berträge geleistel wurden, wurden vom Beamten de» fchlagnahmt. «tue ausserordentliche N«r>amm>«ng de» Uer- bände» der Mödelpolirer tagte am Sonntag, den 1l). o. M., im Lokale de« Herrn L-.hmann, Schwedtcrstr. 23. mit der Tagesordnung: Dre verschiedenen Mißstände in der Hararonika» frbrrk von vormals Pietschmann u. Söhne, jetzt Aklrenges-ll» tchaft. Zu dieser Versammlung waren die LeUer der Fabrrk, sowie sommtlrche Polrrermeister brieflich eingeladen, aber nicht erschienen. A« Referent fungirte Herr Reu. er, welcher sämmt» liche 34 Paragraphen der Fadrrkordnung einer scharfen Kritik unterzog. Derselbe führte unter anderem folgen» de« ou«: E« sei für die Arbeiterüberau« schwer, sämmtliche 34 Paragraphen dieler famosen Fabrikordnung innezuhalten, da in diesen Paragraphen den Arbeitern bei Richtinnehaltung meisten« Geldstrafen oder Entlassung angc- droht sei und die Arbeiter nur Pflichten zu erfüllen hätten, aber keine Rechte besitzen. Der Z 30 lautet z. B. folgendermaßen: »Die Arbeiter find nicht berechtigt, die Arbeit ohne Kündigung zu verlassen, widrigenfall« da« gesetzliche S trafoerfahren oegen sie eingeleitet wrrd. Dem Arbeitgeber und dessm Bevollmächtigten steht e« jedoch frei, Arbeiter ohne Kündigung zu entlassen, selbst wenn kem Zuwiderhandeln gegen diese Fabrikordnung vorliegt." In der Diskussion wurden von verschiedenen Rednem verschiedene Pacagraphm noch näher de- sprachen. Auch wurde da« Betragen verschiedener Arbeitgeber gegenüber den Arbeitern von verschiedenen Rednem kriiifirt und behauptet, daß da« Denunziantenthum groß gezogen würde, da laut Z 16 der Fabnkordnung jedem, der Ver- untreuungen oder andern groben Unordnungen zur rechten Zeit zur Anzeige bringt, eine Gratifi'ation zugesichrrt wird und zwar bei Verschweiguvg seine« Namens. Ferner exiftiren in der Fabrik schwarze Listen. Nach der Diskussion wurde fol- oende Resolution einstimmig angenommen: Die heute in Lchmann'« Salon, Schwedterstraße 23 tagende Versamm» lung de« Verbände« der Möbelpolirer Berlin« und Um- gegend beschließt: 1. Im Inte, esse der bei Pietschmann, Aktiengescllschaft, arbeitenden Kollegen wird der Vorstand de« Vei bände« der Möbelpolirer bei der Direktion vorstellig. I. Forderung der S�stündigen! Arbeitszeit, der Einführung eine« Mmimallohn« von 24 M. und Abnahme der Arbeit durch e nen Fachmann. II. Beschließt die Versammlung den Kollegen bei etwaiger Arbeitseinstellung pekuniäre Unterstützung zu Theil werden zu lassen, und die Fabrik so lange zu werden, bi« die Forderungen der Kollegen bewilligt sind. Eine zweite Relolu- tron, welche besagte, daß die Produkte der Fabrik zum Weih. nacktsfest vom Publikum nicht gekauft werden sollten, wurde zurückgestellt, da erst abgewartet werden soll, ob die Forderung der Kollegen von der Direktion erfüllt würden. Zum Punkt 3 der Taget ordnung,»Verschiedenes", wurden die Kollegen der Pietschmann'schen Fabrik ersucht, sich zu organisiren oder sich dem Verbände der Möbelpolierer Berlin« und Umgegend anzu« schließen, denn nur dadurch können sie eine drsscre Lebensstellung erringen. Die nächste Verbondsoersammlung findet Montag, den 18. d. Ml«., Abend« 8t Uhr, im Lokale dr« Herrn Bolzma n. Andreaestr. 26, statt. Mrissenfte. Am Montag, den 11. d. Mt«., fand in Weißensee im Schloß Sternecker eine gut besuchte Volk«v«r- sammlung statt, in weiter sich auch die Gegner stark einge- funden hatten. Die Tagesordnung lautete: 1. Vortrag de« Rechtsanwalt« Herrn A. Stadlhaaen über»An's Vaterland" k. 2. Diskussion. 3. Bericht der Kommission zur Ausarbeitung der Statuten für den ArbeiterbildungSverein. 4. Verschiedene«. Nack beendeter Bureauwahl wurde der Antrag gestellt, den 3. Punkt der TazeSordnung zum ersten zu machen, womit stch die Versammlung einverstanden erklärte. Herr Grünenberg wie« darauf hin, wie nötbig es sei, Bildung und Aufk.ärung unter den Arbeitern zu verbreiten, und diese Aufgabe zu lösen sei Sache de« zu gründenden Verein«. Die von ihm verlesenen Statuten wurden einstimmig angenommen; cS zeichneten sich auf den ausliegenden Listen 115 Mitglieder ein. Nunmehr «hielt Herr Stadthagen zu seircm i; stündigen Vortrag da« Wort. Lang anhaltender Beifall folgte diesem. In der D>«- kusfion versuchte c« ein Agent Kuhle die Geduld der Zuhö er zu erproben. Seinem Patriotismus gab er zunächst dadurch Ausdruck, daß er einHoch ausda-Hirrscherhau« ausbrachte und zum Erheben von den Plötzen oufforverte. Dann begann er seine Rede wörtlich folgendermaßen:»Die Hauptsache ist, Geld zu verdienen." Der strengen Leitung des Vorfitzmdcn und der Rube der Arbeiter gelang e«, die wiederhotten Versuche der Sprengkollonne scheitern zu lassen. Herr Renn«, Äedakieur de« amtlichen Anzeiger«, machte seiner Pait.i alle Ehre, mußte sich aber gefallen lassen, von Albettern adgetiUwpft und heim- geschickt zu werden. Vollständig widerlegt wurde er noch durch da« SchlußDort de« Herrn Stadlhagen. Es gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme:»Die heute im Sterntcker, Schloß Weißensee, tagende öffentliche Versammlung rrk ärt sick mit den Äusführnngen de« Herin Arthur Stadt- Hägen voll und ganz einverstanden und verspricht, da derse be Soz'aldemokraten im'Reichstag vertreten ist." Mit Hoch auf den Kandidaten schloß der Vorsitzende du sammlung. Zur Nackricht aller Genossen, daß am Freitag im schen Lokale(Kör igckaussee) eine vom antisemitischen verein einberusenefVolksversammlung stattfindet. Tage«« Vortrag de« Reichs tagsabgeordneten Dr. O. Bockel über Vaterland, an'« theure zc." Speziell hierzu ein gnaden Reformverein Herrn Sladthagen. Pflicht der Ardeiter>1 zahlreich zu erscheinen! Im Jnferatentsteile de» Hauptblatte« unserer,, Nummer b findet sich eine Annonce, nach welcher in Teg« Restaurant Lmdcnbaum eine Metallarbeiter-Versammlung finde» soll. Diese Versammlung kann nicht stallfinden, dieselbe vom AmtSvorfleher verboten ikt. Nicht genehmigte Persamminng. Die von Graßnick zum 15. November nach der Chausseestraße 3b' »Norddeutsche Brauerei", mit der TageSordn« »Die bevorstehenden RcichstagSwahlen", Referent Reich«® Abgeordneter W i l h. Liebknecht, einberufene Pol® sammlung wurde nicht genehmigt. **• yuucir juiiiu. wtuc«nuyirv"— St-rb-kair« htv nbuto), Finale I Die am IS.° y Ü rttl{.-»rnttlhlUC � («rage öff««tliche Palkaver lamm lung bei 3 Bittner WalitteeiteS am Freilag, ben 15. Novemb,r abend« KK Uhr. in «oltbulerftr. 4». Tageioidiiung! 1. Die uolUische Laae, unter BertuFZI der beaorstehenden ReilbSlaciwaHIen. Referent r 6. Wilbbcraer. 2. 3.»usiiellung eine« KanbidaNn für den 8.«eiliner R"ick«tag1m>� < Ve-llttedenei. Zur Dcckang der llnkoslen stnbel eine Tellei saml»W Maler! Fmiaa, b-n 15. November, Abend« 8 Übt, bei FeunM, Irkobttrofie 75. Veriamintung sammlllcher k Filialen verlin» b-r Berlb der deulscken Maler, Lacktrer u. f. m. TageSorbauna � l. Wahl ja*»11 loren. 2. versebiedene« Zahlreiche» Erfchetnen ist noihwendig, y 24. und 27. Kanttuunal Mahldeiirke.©toht öffcnUftl,? mu, alwablee-verfammluna am Freitag, ben 15 Rovember,«brnd»°; im Böhrntfchen B'auharise, Landsberger Allee 11-18. Zageiordnrm« bevorstehendm Eladlve orbnetenwahlen. Referent Herr Bogtherr.» fchiedene«. SS wird g. beten, zahlreich unb vünklltch zu erfchetnen,„ j geTe- und NisduttrKlud Kerneegh. Freitag, ben lS fbjzi Abend« 8 llhr im R-stauronl Ltnte, Kmlelurg unb Dittulfion.* Damen durch Min lieber eingefühlt, haben ZuNtlt. Reue Mitglieder d-l aufgenommen. AUgenreine Kranke«- und eingelchrtebe, c HilsSlaffe Nr. lrüerablheUung> Sbendt 8 llhr bachstraße Nr. 60-61.- Turnverein„Froh und Frei" iMSnneral Abmb« 8X Ubr Bergstraße 57.— Wiflenichastiicher Berein für t"1 Stenographie Abend« 8% Ubr im Reftauranl Zierden, Dorotdeev Unterricht und UebungSslunbe.-.Allgemeiner«renb« scher, graphenoerein', Abtheiiung..Borwürl«", Abend« 8X Uhr Im Restaur«� Mariannmplat 11.— Arendistcher Stcnogravhenverein„Apollobund' 5, 9 Uhr im Restaurant, Scvdelstr.«0.—„verein ehemaliger Dr DoeW" Schllier" Abend« 9 llhr im Restaurant Fred«, Friedrichstraße 208— Diietianten-Orchesterverein Abend« 8\ Uhr UedungSstunde im Cdllnischer Garten, Scharren straße 12.— Zitbervercin..Aipenvetichen" BX Uhr im Restaurant„Wahtslatt", Bellealiian-eskaße 89- ..Westend" Abend« 9 Uhr im Hohcnzollerngartcn, Etezitgerftrahe 27.- klub„Wetchskiblatl" Sdcndi 8li Ühr im Reftauranl, Ekattjerstrait Rauchkiub„Qdne Zwang" Abend» 8X Ubr im Restaurant w Epaetd-, strafte 28.- Berein ehemaliger Schüler der 22 Gemeindeschule Abend«' im Re-taurant Schröder, Stegiiherstr. 18.— Lese, und Dtikuli klud r" Abend« 8 llhr im Lokale de» Herrn Oi'o Linke, Forfterstrahe«' geint tägli ?Z,.v°us vit Sonn eP�blttOU � R»>«, A, bioiw vere Herren und Damen, durch Mirglieber-ingesühti haben stuirili-»rbillN v r>ia.Hoffnung", Fiied.ichdbetg bei Reusch Fratlsurier Ghausser- in zwei Versammlungen, in Friedrichsderg und Reinickendorf, als Kandidat der Ardeiterpartei aufgestellt ikt. mil mil allen gesetz. lichen Mitteln für die DurchdringunF des Kandidaten einzu» treten, damit auch der N ederkarmmer Kreis durch einen ftrahen-Gckr lleb>tng»ilundc Ausnahme neuer"Mltg>i-ber." Mitane'o. .Berliner Mechmstker". Sbenb« 9 Ugr im R-stau.anl Klüger, FravM» Detiefcksen. (Wolff'» Telegravssen-KoretUt.) Kann«, 14. November. Heult Mittag wurden im hau« der hi.fizen Pulverfabrik Lurch eine Explosion von®?. daumwolle mehrere Arbeiter gelöätet und eine größere verwundet. �«chri Wichen"! die übe j�JWan I � einer & di?� Je".jüste »> 'l'tttai, "ber 1- «WM r W Emil Franke 813 HShmaschinen sammtlicher Systeme, Wasch-«nd W ing- Maschinen bester Sorte.(TheilznhMvg. Reparatarwertstötte.) Sssrk»»üvk«r»Krss»S v. i»» neben Bortzow'S Brauerei. 'Winter-?Älötots unä für Herren«nd Knaben. l31S «ittfetoe Köcke, Iaqurts, Holen, seidene«nd piq«�- Weste», Hamburger»nd engl. Aedersachen. Lignnv\HerkBtatt für Maasbestellungen. Deutsche, engl,«nd französtsche Stoffe«nd Tnche in großer Auswahl empfiehlt A. Kunitz. ÄIÄ Neue Schstch 50, prt. MW Durch Ersparung der Ladenmiethe billiger wie jede Konkurrenz."MW 581 Sophaöezüge! Reste von 3tz— 5 Meter IpottdUtig. aieuNr. 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