»>' üi ing l-tstötte-! S71. Dienstag» den IS. November I88K« tz. Zakrg. öerlimVlilksbllitt. Brgan für die Interessen der Arbeiter. � Das„Berliner Bolls Matt" SWnt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonncmentSpreis für Berlin frei Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer .W- Sonntags-Rummer mit dem„Sonntags- Blatt" 10 Pf. Bei Wholung aus unserer �pevition Zimmerstraße 44 1 Mark vro Monat. Postabonnemem 4� Mark pro Quartal. »(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 188» unter Nr. 8««.) Ausland: Täglich unter Kreuzband durch unsere Erpedition 3 Mari Mark pro Monat. Jasertionsgebühr beträgt für die 4gespaltene Petilzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung»- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Tie Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3— 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr VonnittagS geöffnet. -» gemfpvtdjcr: Amt Vi. Ur. 41Ö6.»- ♦- Vevsktton: Veukhfirstze S.— Expedikicm: 44. > Kirf) "QU w Auf zur Waßll Tin heutigen Tage werden die Arbeiter für ihre dem- Vertreter in der Kommunaloerwalwng an die Urne �,�b«r die Wichtigkeit und die weittragende Bedeutung JttÜ®a�£n kann heute kein Zweifel mehr obwalten. Thue lüne Pflicht, und der Erfolg wird nicht ausbleiben. sozialdemokratischen Kandidaten find: 11. Mahldezirk: Fritz Ivbett» Tischler, Waldemarstr. 73. 13. Wahlbezirk: Wo Klei«. Cigarrenhändler, Ritlerstr. 15. * 14. Wahlbezirk: Stadthagen» LandSbergerstr. 62. . 15. Wahlbezirk: Tntzaner» KtaM., Wdelhavdl.. Köpnickerstr. 24. �lhelm Koemer. Cigarreuhändl., Ritterstr. 108. 24. Wahlbezirk: Gustav Tempel» Gastwirth, Breslauerstr. 27. � 27. Mahlbezirk: Ato Heindarf» Gastwirth» Langestr. 70. 33. Mahlbezirk: Emil Köhl, Gastwirth, Frankfurter Allee 74. z,. 35. Mahlbezirk: »«bert Kerzfeldt, Expedient, Fürdringerstr. 17. fc. 41. Wahlbezirk: ��win Kogtherr. Kaufmann, LandSbergerstr. 64. & 42. Mahlbezirk: �mii Oründel, Gastwirth, Dresdenerstr. 116. >32 V..peuilletoil. "abomiz_ 6 Gsrurinsl. �öiale r Roma« vo« Emile Zola. � �lorifirix Ueberfetzuug vo« Er«st Ziegle». � b warf einen trostlos verzweifelnden Blick ...Ds�n Männer: Mann! Geh' laß Dich für die Andere« feu"*&et i£8en! Mir ist'S recht." �red�"ersteh' ja nicht zusprechen, ich werde Dumm- �>. S' glücklich, den Widerstand der Frau befiegt zu W'Dg auf die Schulter«:. � �. � fein/' foa«», was Du fühlst, und das wird daS � a mit"'„dessen Beine anfingen, besser zu werden, W felbü Munde das Haupt. ES entstand et«e „gl die Kinder waren ruhig, denn, wenn eS U' stopften sie sich so voll, daß siekeinen � Ieik aSsam n konnten, /iachdem der Alte seine Kar- 'Ü Arbeitet und hinuntergeschluckt hatte, sprach \ willst, es wird doch sei«, als wenn Du X'�'g V• Ich Hab' das Alles durchgemacht. 1 etwa, uns die Direktion hinauswerfen, wollten, und zwar mit Säbelhieben i�heute Der Dsrlsiiienkttvisiiiits. Die Blätter aller Parteien beklagen sich bitter über die unaufhörliche Beschlußunfähigkeit des Reichs- t a a e S. In der That ist das bis dahin unerhörte Faktum zu konstatiren, daß der Reichstag in dieser Session erst ein- mal beschlußfähig war, und zwar bei der Präsidentenwahl. Die Verhandlungen über hochwichtige Fragen, die bis jetzt stattgesunden, haben sich vor leeren Bänken ab- gespielt. Die Herren Kartellbrüder wollen sich die Sache eben so leicht als möglich machen; wozu unnöthige An- strengungen? Ob das Ansehen des Parlaments darunter leidet, was kümmert das diese Herren, nachdem sie, was sie für nothwendig hielten, unter Dach und Fach gebracht habe«? Sie spielen sich bei jeder Gelegenheit als „Patrioten" auf; in diesem Augenblick ist ihnen aber nicht das Mindeste daran gelegen, ob der Reichstag dem Auslande das klägliche Schauspiel der Beschlußunfähig- keit bietet oder nicht. ES scheint, als ob das Wort eines bekannten Staats- manneS:„Der Parlamentarismus muß durch den Parlamentarismus selb st zu Grunde gehen!" sich erfüllen sollte. Denn die Verhandlungen oeS Reichstags verlieren für das große Publikum immer mehr an Interesse, seitdem sich. Jedermann einleuchtend, ge- zeigt hat, daß der Reichstag in Legung auf eigene Initiative völlig ohnmächtig ist. DaS ist freilich kein Zufall. Scharfblickende Leute haben schon 1871 vorausgesagt, daß der Parlamentarismus in Deutschland auf das Niveau kommen müsse, auf dem er sich gegenwärtig befindet. Als man damals die Reichsverfassung beschloß und damit auch die Grenzen der Machtstellung des Reichtags zog, befand man sich in den Flitterwochen der neuen„liberalen" Aera. Ma» sah alles im rosigsten Licht, denn die Erfolge deS Krieges und der Goldstrom der fünf Milliarden hatten einen Freudentaumel erzeugt, der freilich bald genug einer kahlen Ernüchterung Platz machen sollte. Man sah in der D i ä t e n l o s i g k e i t der Abgeordneten keine Gefahr für die Bedeutung und den Einfluß der Volksvertretung und versäumte den geeigneten Moment, die Diäten durchzusetzen. Hinterher hilft alles Geschwätz nichts mehr; die verbündeten Regierungen weisen die Forderung ab; der Reichskanzler sagt dazu:„Sie imponiren mir gar nicht!" und all die wohlgeformten Reden der Bamberger, R i ck e r t und Genossen beweisen nur, welche historischen Versäumnisse sich diese Herren auf die Schultern geladen habe». Die Verfassung enthält, soweit sie sich auf den Reichstag und dessen Befugnisse bezieht, eine Menge Lücken, deren Konsequenzen die Hochwohlweisen Herren VerfassungSmacher seinerzeit zu ziehen unterließen. Man war in Deutschland ungemein erstaunt, als sich unlängst herausstellte, wie eS nach der Verfassung zulässig ist, daß Deutschland ein halbes oder gar dreiviertel Jahr ohne Volksvertretung werdet Ihr vielleicht vorgelassen, aber antworten wird man Euch nicht mchr wie die Wand da... Sie haben den Geldsack und ihnen ist Alles egal, sag' ich Euch." Wieder ward eS still; dann erhoben sich Maheu und Stephan, ließen die Familie in düsterem Schweigen vor den leeren Teller«, holten Pierron und Levaque, und alle Vier begaben sich zu Rasseneur, wo die Abgeordneten der ver« schwdenen Kolonien gruppenweise eintrafen. Als die zwanzig Männer versammelt waren, kamen sie überein, welche For- derungen man dem neuen Tarif der Kompagnie gegenüber- stellen wolle und dann machten sie sich auf den Weg nach Montsou. Der kalte Nordostwind pfiff über die Landstraße. Um zwei Uhr kamen sie in der Villa deS Herrn Henne- beau an. Zuerst sagte ihnen der Diener, sie sollten warten, schloß die Thür und ließ sie vor dem Hause stehen. Dann kam er zurück und führte sie in den Salon, dessen schwere Stoffdraperien er auseinander zog, so daß ein mattes Licht durch die Spitzenvorhänge der Fenster siebte. Die Arbeiter, alle sehr sauber, in Tuchröcken, frisch rasirt, mit gelbem Haar und gelbem Schnurrbart, blieben verlegen in der Nähe der Thür; keiner wagte sich zu setzen, sie drehten ihre Mützen m oen Händen und warfen scheue Blicke auf daS reiche Mobiliar. ES war ein Gemisch aller Style, wie eS die Mode mit sich brachte: FauteuilS Henri IL, Stühle Louis IV., ein italienischer Schmuckschrank aus dem sechs- zehnten Jahrhundert und ein spanisches Möbel aus dem vierzehnten: eine Altardecke hing über dem Marmor des KaminS und Stickereien von alten Meßgewändern waren I auf die' Thürvorhänge applizirt. Dieses alte Gold, die I bleibt. Wollte man sich die Verfassung nur erst genau an- sehen, so würde man noch mehr Lücken finden. Man denke nur daran, wie machtlos sich das Parlament schon mehr als einmal erwiesen hat, wenn es sich um den Schutz der Person von Abgeordneten gegen polizeiliche Uebergriffe handelte! In hundert Dingen beruht die Bedeutung des Parlaments lediglich auf dem Wohlwollen der Regierungen: wird ihm dies entzogen, so kommt es in eine schiefe Stellung, aus der sich dann die Mehrheitsparteien durch Nachgiebigkeit wieder zu befreien trachten. Wenn aber die Bolksvertretung auf die Forderungen der Regierungen nicht eingeht, so muß sie deren Wohlwollen verlieren. Armes Parlament, das darauf angewiesen ist! Dazu kommt noch ein anderer Faktor unseres politi- schen Lebens— der Militarismus. Die ungeheure Ausdehnung des Wehrsystems in der Aera des bewaffneten Friedens lastet wucht, g auf allen öffentlichen Verhältnissen; der Erwerb, die Volksbildung, die Entwicklung von Literatur und Kunst— Alles wird durch den bewaffneten Frieden beeinträchtigt. Nicht zum wenigsten die Volksvertretung. Wenn sie eine konstitutionelle sein soll, so muß sie den mächtig st en Faktor im Staate bilden. Aber sie ist es nicht. Der mächtigste Faktor im Staate ist derzeit ohne Zweifel die bewaffnete Macht. Neben ihr steht die Volksvertretung völlig im Schatten. Ohnehin hat sie sich selbst in Bezug auf die Gestaltung der umfassenden Militärorganisation die Hände gebunden und hat bewirkt, daß dieselbe einen schier selbstständigen Faktor im Staate ausmacht, der sich mehr und mehr von den übrigen Bestand- theilen der Bevölkerung absondert und sich zum privilegirten Stand herausbildet. Auch in j diesem Punkte ist es nun zu spät; die Volksvertretung wird nicht so leicht mehr den Ein- stuß auf die militärischen Fragen bekommen, den sie einst besaß und so leicht aufgegeben hat. Dazu kommt die Jnteressenpolitik der Kartellparteien— wer will sich noch wundern, wenn nachgerade die Bedeutung des Parlamentarismus dahinschwindet. Wir wollen den Parlamentarismus an sich weder überschätzen noch unterschätzen. Aber der gegenwärtige Stand des deutschen Parlamentarismus kann nur den traurigste« Pessimismus hervorrufen. Es war vor 1887 nicht er- baulich, aber die Kartellbrüder haben seitdem ein UebrigeS gethan. Werden die nächsten Wahlen ein Resultat liefern, das unS hoffen läßt, daß die Schlaffheit der Volksvertretung einem frischen und lebendigen Zuge Platz machen wird? Wer mag das wissen? Der Parlamentarismus des Deutschen Reichs ist noch kaum zwei Jahrzehnte alt u«d gleicht schon einem Greise mit kahlem Haupt und wankenden Knieen. Nur das Volk kann ihn verjüngen. Die aber, die sich über seine Alters- schwäche wundern, beweisen damit nur, daß sie unsere Zeit nicht verstehen. mattgetönte Seide, all dieser Kapellenschmuck flößte den Leuten einen gewissen unbehaglichen Respekt ein, und die dicken orientalischen Teppiche, auf denen sie standen, schienen ihnen mit ihrem hochgeschorenen Wollengewebe die Füße zu fesseln. Aber was sie am meisten überraschte und beengte, war die schwüle Wärme der Dampfheizung, die ihre vom Wind erstarrten Wangen glühen machte. Fünf Minuten verstrichen. Ihr Mißbehagen und ihre Verlegenheit in dem eleganten, überall geschlossenen Zimmer wuchs. Endlich trat Herr Hennebeau ein, mit militärisch zu- geknöpftem Rock, im Knopfloch das rothe Schleifchen der Ehrenlegion. Er sprach zuerst: „Ah, da seid Ihr... Ihr macht Revolution, wie ei scheint..." Und er unterbrach sich, um mit höflicher Ruhe hinzu- zufügen: „Setzt Euch, ich bin bereit, mit Euch zu reden." Die Arbeiter blickten auf die kostbaren Sitze- nur Einige hatten den Muth, Platz zu nehmen, während die Anderen stehen blieben. Niemand sprach ein Wort. Hennebeau hatte seine» Fauteuil vor den Kamm gerollt, blickte sie Alle an und versuchte ihre Physiognomien und Namen im Gedächtniß zu behalten. Er hatte in der letzten Reihe versteckt, Pierron erkannt fem Auge blieb aber auf Stephan haften, der ihm gegenüber saß. „Also, was wollt Ihr mir sagen?" Hennebeau erwartete, der junge Mann werde das Wort ergreifen und war so erstaunt, Maheu vortreten zu sehe» daß er ferner Verwunderung nicht Herr werden konnte: New- Nork, 7. November. New-Aork hat am Montag eine sozialifhiche Versammlung gehabt, rote sie seit der Bewe- gung im Jahre 1886 nicht mehr stattgefunden. Es handelte sich bei derselben freilich nicht um eine spezielle Parteiangelegen- heii; die Tagesordnung lautete:»Die amerikanische und die rothe Fahne." Gelegentlich der während deS(zweiten) ParteikongrefseS in Chicago stattgehabten Volksversammlung soll nämlich nach den Berichten der kapitalistischen Presse die amerikanische Fahne aus- gezischt worden sein. Selbstverständlich fiel die ganze Presse rm Lande, die sich sonst in der Regel in vornehmes Still- schweigen hüllt, mit Gier darüber her, ohne später die von der Chicagoer„Arbeitcr-Zeitung", dann von der sonstigen sozialisti- schen Presse gebrachte Dementirung zu beachten. Schewitsch hatte in Chicago wegen der Preßhetzereien dem Bürgermeister einen Besuch abgestattet; bei dieser Gelegenheit ergab sich auch, daß dieses Stadthaupt des„Paris der Ver- einigten Staaten" keine Ahnung von einer(spezifisch amerika- nischen) Erscheinung hatte, wie die Nationalistenbewegung ist, obwohl in Chicago selbst schon verschiedene Nationalistenklubs existiren; auch hatte er noch nichts von dem jetzt in mehr als 40 Auflagen erschienenen und Ij Hunderttausend Exemplaren verbreiteten Buche Bellamy'S:„Lookmg Baikward" gehört! Jener Vorfall also bildete das Thema der Verhandlung, und es zeigte sich auch diesmal wieder, daß die Genossen stets, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen, am Platze sind. Eme andere Frage ist freilich, ob sie oieSmal, wie man meint und wie zu wünschen wäre, sich wieder auf's Neue massenhaft der Partei aktiv anschließen Die„N.-P. Volköztg." schreibt diesbezüglich das folgende, dessen Wiedergabe erforder- lich ist, um daran die nöthigen Erläuterungen zu knüpfen, welche dem Leser eine Einsicht in die wirkliche Sachlage zu geben. Das Blatt schreibt: „Diese Versammlung sowohl, wie auch die Konvention in Chicago haben aber auch gezeigt, daß dort wie hier, wie in allen größeren Städten und Industriezentren des Landes, die überwiegende Mehrzahl sozialistisch gesinnter Proletarier außerhalb der Parteiorganisation stehen. Während bei großen Demonstrationen, bei allen Gelegenheiten, wo es darauf ankommt, dem gemeinsamen Feinde gegenüberzutreten. Tausende in Reih' und Glied sich um das rothe Banner schaaren, zählen die Sektionen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei in New- Nork nach Hunderten, in anderen Städten kaum nach Dutzenden. „Warum ist dem so? Es würde uns zu weit führen, hier alle Gründe aufzuzählen. Die Mehrzahl derselben läßt sich auf Fehler zurückführen, welche die Sozialistische Arbeiterpartei selbst in der Form und Art ihrer Organisation und Agitation begangen hat. Der schlimmste dieser Fehler war unstreitig der, daß die Leitung der Partei nur zu lange einer Clique über- lassen wurde, welche die Sache des Sozialismus zum Gespätte aller denkenden organisirten Arbeiter machte. Engherzige Sektm- Politik, Verketzerung Andersdenkender, persönliche Stänkereien trugen das ihrige dazu bei, um gerade den ehrlichsten und thätigsten Sozialisten eine aktive Parteithätiakeit zu verleiden. Es war so. Heute ist aber die beste Hoffaung vorhanden, daß es fortan nicht mehr so sein wird. Die unwürdigen Aus- wüchse, die sich auf dem Parteikörper gebildet halten, find zum Theil ausgeschnitten worden, zum Theil haben sie durch eigene Dummheit und Erbärmlichkeit Harikari begangen Ein neuer, schaffender Geist belebt die Partei. Sie ruht jetzt auf der breiten, einzig wahren Basis des Klassen- k a m p f e s. Es giebt jetzt keinen Grund, keinen Vorwand mehr sür irgend einen sozialistisch denkenden Proletarier, sich der Organisation der Sozial. A.-P. fernzuhalten. Die von Erfahrungen der letzten Jahre haben uns gezeigt, daß die so- zialisttsche Plattform diejenige ist, auf welcher die Arbeiter- partei der Zukunft gegründet werden und sich entwickeln muß. Je mehr ehrliche und thälige Elemente sich rechtzeitig um das sozialistische Banner schaaren, desto rascher und kräftiger wird sich die politische Klassenbewegung entwickeln."— Es ist in dieser Darstellung Wahres und Falsches durch- einander gemischt. Denn daß die große Mehrzahl der Sozialisten dieses Landes außerhalb der Organisation stehen, ist durchaus nicht neueren Damms; dies war der Fall, als Schewitsch und andere derjenigen Genossen in der National- Exekutive saßen, welche heute der frohen Hoffnung find, daß durch die stattge- habte„Reorganisation" ein Umschwung eintreten werde. Der Grund, daß sich die große Masse der Sozialisten nicht aktiv an der Partei betheiligte, lag stets„tiefer", als in der Form und Art der Organisation und Agitation; diese haben so häufig gewechselt, daß man wohl sagen kann, es sei schon Alles versucht worden, um die Bewegung in Fluß zu bringen. Und so lange Schreiber dieses im Lande ist, haben die betreffenden Genossen(speziell Jonas und Schewitsch) stets einen solchen Einfluß bei den Sozialisten in New- Park sowohl wie im Lande gehabt(wobei ihnen zudem die„New- Porker Volkszeitung" mit ihrer im ganzen Lande verbreiteten „Wie, Ihr, ein guter Arbeiter, der immer anständig und vernünftig gewesen und dessen Familie in Montsou ar- beitet, seit der erste Schacht abgeteuft worden?... Ah, das ist schlecht! es thut mir weh, daß gerade Ihr an der Spitze der Unzufriedenen seid." Maheu hörte gesenkten Blickes die Worte des Direktors, dann begann er mit unsicherer dunkler Stimme: „Gerade, weil ich ein ruhiger Mann bin, dem man nichts vorwerfen kann, haben mich meine Kameraden erwählt. Da» muß Ihnen beweisen, Herr Direktor, daß wir keine Ruhestörer sind und auch keine Leute, die Revolution machen wollen. Wir wollen nichts als die Gerichtigkeit. Wir wollen nicht mehr hungern. Es scheint uns an der Zeit, daß Alles so geschlichtet wird, daß wir wenigstens jeden Tag Brod haben... Seine Stimme wurde fester, seine Sprache fließender, er hob die Augen, indem er Herrn Hennebeau anblickte: „Sie wissen sehr wohl, daß wir das neue System nicht annehmen können.... Es heißt, wir verzimmern schlecht. Das ist ja richtig; wir verwenden auf diese Arbeit nicht die nöthige Zeit; aber wenn wir die gehörige Zeit darauf verwenden wollten, so würden wir noch weniger verdienen. Wir verdienen schon jetzt nicht so viel, daß wir bestehen können; dann wär'S aus, dann könnten wir umkommen. Zahlen Sie uns mehr und wir wollen besser verzimmern; während wir jetzt nur trachten, zu hauen, die einzige Ar- beit, die was einbringt. Ein anderes Arrangement giebt eS nicht; die Arbeit, die gemacht werden soll, muß gezahlt werden.... Und was haben Sie dafür erfunden? Etwas, das uns gar nicht in den Kopf hinein will, sehen Sie. Sie reduziren den Preis der Karren und sagen, Sie wollen das damit ausgleichen, daß Sie das Verzimmern apart be- zahlen. Ausgleichen! Ja, wenn das wahr wäre, kämen wir schlecht dabei fort, denn das Holz nimmt uns mehr Zeit weg. Aber es ist ja nicht einmal wahr, und das bringt uns auf. Die Kompagnie entschädigt gar nichts, nicht das Geringste, sie steckt einfach zwei Centimes per Karren in die Tasche, da« ist Alles." „Ja, ja, das ist die Wahrheit!" murmelten die Anderen, Wochenausgabe zur Verfügung stand, welche bis zur Heraus- gäbe des„Sozialist" 1385 zu dem als quasi offizielles Partei- organ fungirte) daß sie mit etwaigen Vorschlägen wohl stets durchgedrungen wären. Und das ist, so viel mir erinnerlich, auch schon der Fall gewesen. Der eigentliche und einzige Grund, weshalb sich stets nur ein etwas größerer oder geringerer Theil der Sozia- listen im Lande aktiv an der Partei betheiligte, ist(wie ich auch schon bei früheren Gelegenheiten dargelegt), daß die Leute Lust und Muth verloren, als sie sehen mußten, wie alle Arbeit so vergeblich war, wie eS nach gelegentlichen Anschauungen immer wieder so jämmerlich zusammenklappte. Solcher Perioden hat eS diverse gegeben, und die letzte war der Rück- schlag nach der Henry George- Bewegung. Während dieser war das Parteileben ein recht erfreuliches, und es ist anzunehmen, daß, wären durch den Einfluß George's die englisch sprechenden Arbeiter— soweit sie überhaupt für eine selbstständige polisische Aktion diSponirt waren — in fortschritlicher Richtung weiter marschirt, und die Be- wegung hätte sich über das ganze Land ausgedehnt: so hätte unsere Partei trotz oben angeführter Umstände einen außer- ordentlichen Aufschwung genommm.— Es wird in dem zitirten Artikel der„V. Z." als schlimmster der Fehler, durch welche die Partei zurückgegangen, der ange- geben, daß die Führung der Partei zu lange einer Klique über- lassen wurde?c. Hier ist nun zu bemerken, daß nur ein einziges mit bis müde Ohne der vier anstößt ,en Mitglieder des Erekutiv-KomiteeS, Rosen- berg, sich schon längere Zeit in demselben befand, während die übrigen erst im Laufe der letzten beiden Jahre gewählt wurden. Davon ist Gerecke Lbethaupt erst seit ca. anderthalb Jahren im Lande. Und hier muß ich einen Punkt berühren, der sehr ins Gewicht fällt, der aber wenig in Beachtung gezogen worden ist bei Beurtheilung der hiesigen Parteiverhältnisse. Vor Erlaß des Ausnahmegesetzes in Deutschland nämlich konnte, obwohl eine sozialistische Presse schon vorhanden war, von der Eristenz einer sozialistsschen Arbeiterpartei in Amerika kaum die Rede sein; sie wurde erst durch die Ueberfiedlung der Ausgewiesenen neu belebt. Und das hat sich bis in die neueste Zeit fortgespielt, nur in entsprechend schwächerer Weise. Alle Genossen, wenn sie herüberkommen, betheiligten sich eine längere oder kürzere Zeit mit dem gewohnten Eifer an der Bewegung, bekommen infolgedessm auch Vorliebe die diversen Parteiämter aufgehalst, sie, gleich ihren Vorgängern, der SisyphuS-Arbeit werden und neuen Ankömmlingen den Platz räumen. diesen fortwährenden Zuwachs anregender Elemente wäre die Partei nicht einmal das geworden, was sie in der Periode zeitweilig war(wobei indessen nicht ausgeschlossen ist, daß die Sozialisten an einzelnen Orten je nach den Umständen Erfolge erringen konnten). Diese„Grünen" waren aber in den Augen der länger im Lande l'sindlichen Genossen anderer- seitS schuld, daß die Partei sich zu wenig„amerikanisirte", und so bestand zwischen diesen und lenen stets ein gewisser Gegen- satz, der nur in Zeiten irgend eines neuen AuffchwungS in der allgemeinen Arbeiterbewegung in den Hintergrund trat. Jener Zuwachs hat in der letzten Zeit so ziemlich aufgehört, und das ist ein Hauptgrund, weshalb das Streben nach einer Reorga- nisation der Partei auf„breitester Basis", besonders in den großen stark deutschen Städten die Oberhand gewann. Ob die Partei damit einen neuen Aufschwung nimmt, wie man sich verspricht, muß sich in nächster Zeit zeigen. So viel wie sich die Situation übersehen läßt— aus den Parteiblättern ist dies mcht möglrch, da dreseiben hüben und drüben sehr„einseitig" berichten— wird ein großer Theil der Sektio- nen vorläufig gänzlich aus dem Parteiverband treten. Die 28. September-Kongreßler werden dann nicht viel mehr be« deuten, und die Brettbasisgruppe auch nicht— d. h. als Partei. Das wird sich so einige Zeit Hinziehen, bis wieder einmal ein kleiner„Pull" in der Arbeiter-Bewegung im Anrücken ist, dann kommt ein allgemeiner Vereinigungskongreß und die Ge- schichte kann von vorne anfangen, bis— aus dem amerika« nischrn Volke selbst heraus die sozialistische Bewegung ins Leben tritt! Dann werden wir noch Freude erleben! Vielleicht ist es BurnS— bezüglich dessen kürzlich in einer Sitzung der hiesigen Central-Labor-Föderation angeregt wurde, ihn zu einer AgitationSlour einzuladen— vorbehalten, den ersten Anstoß zu geben!— Wie ich vor etwa einem Jahre berichtete, halten damals die Anarchisten den Versuch gemacht, die Rovember-Todtenfeier in ihrem Interesse auszunützen, was ihnen aber nicht gelang. Dieses Jahr hatten sie— hier in New-Bork— besseren Erfolg, indem sie, da sich in der sozialistischen Partei gerade die früher geschilderten Ereignisse abspielten, die Arrangements in die Hand nahmen und die übrigen Arbeiterorganisationen sich damit zu- frieden gaben. Wir werden also am 11. November das zweifelhafte Vergnügen haben, Moft's sattsam bekannte Phrasen hinunterwllrgen zu müssen. Derselbe hat es übrigens neulich fertig gebracht, den Anarchismus„wissenschaftlich" zu be- gründen!_ als sie sahen, wie der Direktor eine heftige Geste machte, als wolle er den Redner unterbrechen. Maheu ließ ihn übrigens nicht zum Sprechen kommen. Jetzt war er im Zuge, und die Worte fanden sich ganz von selbst. Zuweilen war er erstaunt, sich so reden zu hören, als wenn es ein Anderer gewesen, der aus ihm gesprochen. Es waren Dinge, die sich in seiner Brust aufgestaut hatten, ohne daß er darum wußte, und die das mächtige Anschwellen seines Herzens herausdrängte. Er sprach von ihrem gemein- samen Elend, von der schweren Arbeit, dem erbärmlichen Leben, von Frau und Kindern, die zu Hause darben. Er nannte die letzten durch Strafgelder und Feiertage gekürzten Löhne, die sie weinend den Ihren heimbrachten. Wollte man sie denn zu Grunde richten? „Wir sind also gekommen," schloß er, Ihnen zu sagen, Herr Direktor, daß, wenn wir schon verhungern sollen, so ist eS uns noch lieber, wir verhungern beim Nichtsthun, da sparen wir wenigstens die Ermüdung... Wir haben die Arbeit eingestellt und wir kehren nicht wieder in die Grube zurück, ehe die Kompagnie unsere Bedingungen annimmt. Sie will den Preis herabsetzen und das Holz bezahlen; wir wollen, daß alles beim Alten bleibt und daß man uns fünf Centimes per Karren mebr giebt.... Jetzt ist eS an Ihnen, zu sehen, ob Sie für vie Gerechtigkeit sind und für die Arbeit." Einige Stimmen wurden laut: „Das ist es... Er hat unsere Gedanken ausgedrückt! Wir wollen nichts, als was gerecht ist!" Andere, ohne zu sprechen, nickten energisch mit dem Kopfe. Jetzt hatten sie das glänzende Zimmer vergessen, in dem sie sich befanden, mit seinen Gold- und Seidenstickereien, den geheimnißvoll alten Sachen und dem Teppich, dm ihre schwerm Schuhe breitdrückten. „Laßt mich doch antwortm!" rief Herr Hmnebeau, böse werdend.„Zunächst ist eS nicht wahr, daß die Kompagnie bei der neuen Löhnung zwei Cmtimes gewinnt... Redm wir einmal von Zahlm..." Eine Diskussion mtstand. Der Direktor, um eine MeinungSverschiedmheit zwischm ihnm hervorzurufen, sprach Pierron an; voch dieser stotterte ein paar verlegene Worte VoXittstho Iteberftcht Zur Vorgeschichte des Kozialistenprozefles schreib! die„Elbers. Fr. Pr.": Die Vorgeschichte des am Montag, 00 18. November, zur Verhandlung kommenden Sozialisten?'« zesses reicht bis in das Jahr 1831 zurück. Damals wurde ob« der kgl. Staatsanwaltschaft eine Untersuchung geaen den KO» misfionär Hugo Hillmann und Genossen wegen Theilnahme einer�geheimen Verbindung aufgrund der tjZMA und 1- des Strafgesetzbuches eröffnet. Es handelte nw um die Beschickung des sozialdemokratischen KongrepeS � Schloß Wyden in der Schweiz. Die Untersuchung rtti> indessen resultatlös, da dm Angeschuldigtm nichts Slratbor zur Last gelegt werden konnte. Seitens der politischen p»«! wurde indessen seit jener Zeit alles Mögliche angestren?',." einer gemeingefährlichen, geheimen sozialistischen Vervinou» auf die Spur zu kommen. Diese Bestrebungen w« indessenI von keinem Erfolg, denn die unter P0'1''!';, Ueberwachung genommenen Persönlichkeiten boten zu ein gerichtlichen Einschreiten keinen Anlaß; im Gegenlheil nt«» die Behörde verschiedene ihrer Agmten wegen AmtSübergrn' und höchst moralischer Bedenken ihrer Aemter entheben. � der Zwischenzeit war in Elberfeld-Barmen unsere Arve »eitung, die„Freie Presse" gegründet worden. In bew. ichäfte der„Freien Presse" wurden zwei Persönlichkeiten stellt, lwelche dm an sie herantretenden Anforderungen» ,'* O t-*4 et>z_. cjjj» genügten und infolgedessm entfemt wurden. AuS Grau v über agitirtm bieselben gegm das Weiterbestehen uni.. Organs und insbesondere gegen dessen Verleger, den Rnt tagsabgeordneten Fr. Harm. Es ist unseren Lesern vOj bekannt, daß alle diese Machinationen zu nichts führten, im Gegmtheil der Reichstagsabgeordnete Harm glänzen rechtfertigt aus der ihm betreffenden Anklagesache heroors' Niemand ahnte, daß irgmd eine Ursache zu gesetzlichen � schreiten gegen die Wupperthaler Sozialdemokraten «je Händen sei, als plötzlich am Dienstag nach am 3. April 1888, Hausvisitationen bei 3.�1 Landgerichtsbezirke seßhaften Personen vorgenommen«n � Eine Anzahl(15) von Männern wurde einige von ihnen sogar Nachts aus dm Betten geholt»nv', 3 Monate in strmgster Untersuchungshaft gehalten j$ nur gegm Erlegung bedeutmder Kautionm, die insgesamt 2 Summe von 10 000 M. erreichen, freigelassen. Von hw. mit der Hausvifitation Bedachtm und in die Unter!»« � Hineingezogenen mußte die Staatsanwaltschaft aus Niow'-jjj Belastungsmomenten nach Abschluß der Voruntersuchu»�, außer Verfolgung setzen, während gegen die Uebrigen fahren wegm Vergehens gegen die§§ 128 und 129 deS« j gesetzbuchs eingeleitet wurde. Auch von ihnm wurden � Beschluß der Strafkammer des königl. Landgerichts 72»»L# Strafprozedur ausgeschlossen. Nur gegen 56 Personen«� die Strafkammer zu Elberfeld das Hauptverfahren. Gegen Beschluß, der unter Anderem auch die ReichStagSabgeor° Schumacher und Grillenberger von der Anklage ausschieb, die königliche StaatSanwallschast Beschwerde bei dew»e landeSgericht in Köln. Es find daraufhin wieder mihss� vorher erwähnten 72 Anhänger der Atbeiterpartei off 5 � in Untersuchung genommen, so die ReichStagSabz«�« Grillenberger und Schumacher; außerdem aber ist»»» � der ReichStagSabgeordnete Bebel mit unter Anklage � worden. Die Zahl der endgiltig der Strafkammer zu j* zur Aburtheilung Ueberwiesenen beträgt nunmehr Namen wer dm wir unsem Lesent, sobald die öffentlich- Handlung begonnm, mittheilea. Das Interesse der t � politischen Welt ist inzwischen auf das Wupperthal und die Sympathie weitester Kreise den Angeklagten wandt. � � Aber die Staatsanwaltschaft ,.. begnügte sich nicht zit Wupperthal,„das ganze Deutschland soll es sein" wss" tvtyu»/ //uu*» yungv.«c/tu4|u;iuuu fuu ro ftui yr Staatsanwaltschaft und so gab sie sich denn die suchte und forschte, im Süden wie im Norden, im Dp, j.li auch im Westen, sie stöberte viele viele Akten durch, noch mehr Wohnungm behaussuchm wo irgendwie und wann einmal hätte vermuthet werden könnm, daß tische Schriften vielleichlEmgang gesunden hätlm. Und gl»»' U w**«*» 7 � x„ cm x 1 T foi*-.-rk die Suche, denn j5ttS zusammengesuchte Material riefig groß sein. Ob es Werth hat?— das ist ein« Tjj» Frage, die sich baldIgenug selbst beantworten wird. geklagte werden erscheinen, viele von ihnm kommen ov» ji» Feme, sie verlassen ihr Heim, ihre Familie, ihre Arven�P Frmnde 5—6 Wochen lang, miltm im Winter, und noch nicht, ob sie Weihnachtm, das Fest der Freude, der Ihrigen verleben werden.— Auch eine Weihnat?»�? — welche dem Sozialistmgesetz zu verdanken ist. wären keine Geheimbundsprozesse, keine HauSdurchM. � keine Lockspitzel, keine Verhöre, keine UntersuchungsP.j.,» keine Angeklagten. Im Laufe des hmtigen und Tages kommen sie auf den Flügeln des Dampfes alle, die in den Prozeß verwickelt find, von Norden, Süden, um fich im Westm zu verantworten wegen _____ und versteckte sich wieder hinter dm Anderen. Levag»� � gegen war einer der Heftigstm, redete viel durcheina"» ssjl behauptete Dinge, die er nicht verstand. Alle ereiferjfr�;' die reichen Vorhänge aber fingm dämpfend das vieM Gemurmel auf.„ „Wenn Ihr Alle zugleich redet," rief Herr Hk" „werdm wir uns nie verstehen." Er hatte wieder seine Ruhe gewonnm und gänglich kalte Höflichkeit des Beamten, welch« struktionen respektirt wissm will, die ihm von oben •nnrken Seit Reainn der llnterreduna verlor« � die rdf d-e/« worden. Seit Beginn der Unterredung verlor nicht aus dem Auge und hatte nicht aufgehört, em beharrlichen suchen, dm jungen Mann aus seinem zu reißen. Plötzlich ließ er dm Streit um die zwei L fallen und fuhr fort: „Nein, sagt doch die Wahrheit, nicht darum£ sich: Ihr gehorcht nichtswürdigen Aufreizungen lich wie ausgewechselt...' Nicht wahr, man hat, Butter als Brot versprochm; hat Euch vorgemach',. � die Arbeiter die Reihe gekommm sei, die Herren vte Arvener vie meiye gerommm sei, vie so, als wenn die Anderen nicht dagewesm wären- � „Die Kompagnie ist eine Vorsehung für R„ Ä Ihr habt Unrecht, sie zu bedrohm. Noch in hat sie 300 000 Franks ausgegeben, um Rrberterw zu bäum, welche ihr nicht zwei Prozent einbn» spreche nicht von dm Pmsionm, welche sie gwo'- * I iäini. rJtlh, Berlin Alto. «i», 1889 u*'v löoa MÄunq n!r« ' töelrf tlN I Hl 70tn, Ä0tl>n e 184 8 tyttin jSi? b, «u Het cht. * 1$«® ontog/ M" ialiftwP"' wurde»ei den ilnah«t A 8 und idbesond- .ress-»� wg-eZ Str°?Ä hen Pol'� rengt,'? Lerbindm !�.°S lübergr'i? beben- - Ärb-� i dem f" eilen«Jffi nqen f™, Groll f* -n K ,en tßtüf ern»"fj ibrien.du änzend i zersorgt ux? \ tK 330 k! .. em künftiger Kullurhistoriker wohl nicht als solche an- 'nlnen wird. Die Weltgeschichte ist das Weltgericht und die Geschichte unserer Tage geschrieben werden wird, so � die, welche als Angeklagte am Montag nach dem kleinen »i/. Mhon, wo das Landgerichtsgebäude steht, als Ankläger, Kbni Angeklagte, geschweige denn als Verurtheilte 1.1® l» Ausweisungen nach Maßgabe des Sozialistengesetzes fr! ur den Jahren 1888 und 1889 nach der vom Minister » /lMth mitgetheilten Uebcrficht folgenden Umfang gehabt: h.!!».in und Umgebung ist 1888 eine Person, aus Ham- l»«£?ltona- Haarburg mit Umgebung sind 1888 5 Per- 1889 eine Person, aus Frankfurt a. M-, Offenbach mit ?ng 1888 5 Personen, aus Leipzig mit Umgebung 1883 8 Personen, im Ganzen 1888 19, 1889 9 Personen worden. Außerdem hat eine Erneuerung der früher den; l'w rJ1' S ItoST Ausweisungen insoweit stattgefunden, als den Bethel- .. Aufenthalt in ihrem früheren Wohnorte nicht wieder 'uet worden ist. Jl,,®' größere Anzahl polnischer Arbeiter find der 1*1,5 auet Z'g." zufolge am Donnerstag in Kaltowitz in Ober- tL,■ ausgewiesen worden. Dieselben, 30 an der Zahl, in einem Holzgeschäft thätig. Ganz unerwartet wurden 5,1°". der Arbeitsstätte abgeholt und, nachdem sie ihre dürftige JT m Lcinwandsäcke gepackt, in zwei Trupps nach Mys- »uz sunsportirt. Von dort werden sie weiter in ihre Hei- Mi?.gestoben. Diese MaffenauSweisung befremdet um so «inlcki u. mit Rücksicht auf den Ardeitermangel in den ."lchen Grenzbezirken ausdrücklich durch eine besondere ''«Verordnung das in Arbeit treten polnischer Arbeiter Ninti.�ur, und sich seitdem die Arbeitsverhältnisse nicht tordw daben. Man fürchtet, daß weitere Ausweisungen folgen uJ�berfeib, 14. November. Der große GeheimbundSprozeß, J?1 Verhandlungen am Montag künftiger Woche beginnen, taw>,nt Schotten voraus. Die Polizeibehörde macht be- i-z,- daß die Insel, auf der das Landgericht liegt, vom ab für Passanten gesperrt ist. Der Vorsitzende " �traskammer zeigt an, daß der Zutritt zum Gerichtssaal u Wen Karten gestattet wird. An jedem Tag sollen, wie deren 50 ausgegeben werden. Endlich erläßt der �uchtSpräsident und der Erste Staatsanwalt eine längere lilr Buchung, die für die Dauer des Prozesses den Ver- („u®" den übrigen Amtsstellen und dem abgesperrten Land- »Nie v""dnet.— Den Angeschuldigten find gestern noch 67 z« sengen bezeichnet worden, damit hat deren Zahl die j468 erreicht. Kraunlchwelg wird der„Wes.-Ztg." geschrieben: i»a?«egung für die Reichstagswahl kommt auch hier jetzt Die Sozialdemokraten haben den Schriftsteller W. StM.' welcher bei der vorletzten Wahl hier in der Stichwahl wieder als Kandidaten aufgestellt. Jetzt haben nun die ilii n Mberalcn, wie bei der letzten Wahl, den Freisinnigen hg�°®promib angeboten, und zwar: Wiederwahl des bis- L'/™ Abgeordneten Stadtrath Retemeyer. Am Sonnabend Hit,< der hiesige freifinnige„Liberale Verein� eine stark "Ä Versammlung ab, in welcher über den Kompromiß- Wl derathen wurde. Es kam zu keiner Einigung und die sJ�'dung wurde daher bis zu einer zweiten demnächst statt- �den Sitzung vertagt. SWif* jächstsche« Landtage soll nach der„Frkf. Ztg." die ittAung des Amtshauptmanns Fischer in Chemnitz gegen Boykotten zum Gegenstand einer Interpellation gemacht ch � Ez sollen in den letzten Tagen unter den Landtags- kiWneien Besprechungen nach dieser Richtung hin stattge- � haben. k®*« Zahl der Geburten im preußischen Staate be- 1�'®..Jahr 1838 1 133 998 gegen 1 129 068 im Jahre 1887, OSl im Jahre 1886 1 108509 im Jahre 1885, 1 093 973 n im nayre � �hrc 1884 und 1 070 538 im Jahre 1883. Die Zunahme 5oqq«gleich zum Jahre 1888 belief sich also auf nicht ganz im' während die früheren Jahre sammilich beträchtlichere Zu- zeigen. Unter den Geborenen befanden sich 583 922 Wn rle und 550 076 weibliche Kinder. Die meisten Ge- Wri hatte von den einzelnen Monaten, wie gewöhnlich der Min!.?" 101 220, die wenigsten der Juni mit 88 738. Lebend- iz g.? wurden 1091216 Kinder, todtgeboren 42 730(1888 8z go? Km der. Unter den Lebendgeborenen befanden sich »im, U888 88 024), unter den Todtgeboienen 4632(4776) »!» Kinder. Es hat also die Zahl der todtgeborenen isj« allgemeinen nicht unerheblich abgenommen. Ebenso Zahl der unehelichen Kinder, sowohl was die Y' als was die todtgeborenen betrifft, zurückgegangen. 10S2818 Kindern waren die Mütter verheirathet, bei �..verwiltwet, bei 232 geschieden und bei 33030 ledig. l?jn?ge, deren Mütter unbekannt waren, find 146(1888 lz i Jton'ldet, darunter 135 todtgeboren. Mehrgcburten kamen >«4 �(1888 14 195) vor, darunter 14 025 Zwillingsgeburten, fron�ollingSflebutlen und 1 Vierlingsgeburt. Aus rein '"j.Wchen Ehen wurden 615 628(1888 612047), auS rein 'lchen 356 257(354 269), aus sonstigen rein christlichen -,-nand !ch«t>t e oder von krank wird. den Aerzten und der Arznei, wenn ......... Aber Ihr, der Ihr intelligent ttft??' der Zhr in wenigen Monaten einer unserer aeschlck- $? Arbeiter geworden seid, wäre es nicht besser, Ihr ver- >elt. k ju» diese Wahrheiten unter Euren Kameraden, statt Euch l°»en k � richten, indem Zhr schlecht beleumdete Per- lttquentirt?! Ja, ich rede von Rasseneur, den wir hik?!*den mußten, um unsere Gruben vor der soziali- q jti»äule zu schützen. Man sieht Euch immer dort, und klissx DeifelSohne auch er, der Euch die Idee der Roth- � istgeblasen hat. Wir würden dieselbe gerne dulden, �ass° uichtS wäre als eine Sparkasse: aber sie ist eine Vws«°gen uns, mit ihr wollt Ihr die Kriegskosten im »Uj�lLsgen die Kompagnie bestreiten, und deshalb muß ich »tlnsch�'ch betonen, daß wir die Kontrole über die Kasse �kephan hatte ihn reden lassen, die Augen in die seinen Und die Lippen von einem nervösen Zucken um- Er lächelte bei den letzten Worten und antwortete ist eine neue Forderung, von welcher der Herr »#9lü(!r*0ch u>cht gesprochen hatte... Unser Wunsch ist 1°%"chttroeifc, daß sich die Kompagnie weniger um uns «Ur e'j.f 3 ste, statt die Rolle der Vorsehung zu spielen, Zehe n, a gerecht uns gegenüber verfahren möge und uns «ns zukommt, statt unsern Verdienst unter ihre Krjsx-? Zu vertheilen. Ist es ehrlich, daß wir bei jeder lekigx'f®61" sollen, um die Dividende zu retten? Der Herr As ein.:Qnrn sagen, was er will, der neue Tarif ist nichts, t8'4 Uns ss�kl® Herabsetzung der Löhne, und daS ist es, Mien, �port. Wenn die Kompagnie genöthigt ist, zu ®ler>hnn i"st8 68 n'<�t einzig und allein auf Kosten der �ir sind wir ja! Zch wartete auf diese Anklage: ? Uiäftpn,„oaS Volk aus, um uns mit seinem Schweiße j�betn c>V Wie könnt Ihr nur solche Dummheiten reden, ii in Ii!>a4 ungeheure Risiko kennt, welches das Ka- f.? Bessni� industriellen Unternehmungen, in den Minen 9« eiJf läuft? Eine vollständig ausgerüstete Grube eine halbe bis zwei Millionen Franks, und Ane und Ehen 1308(1862), aus rein jüdischen 8336(9050) Kinder ge- boren, die übrigen entstammen Mischehen, darunter 27 978 (26 719 evangelisch- katholischen, 31 67 1(31 026) katholisch- evangelischen und 567(512) jüdisch-christlichen und chrisslich- jüdischen Ehen. Unter den unehelichen Kindern hatten 65 242 (1888 67 274) eine evangelische, 24 975(25 042) eine katholische, 51(49) eine sonstige christliche und 258(250) eine jüdische Mutier. Die Abnahme der unehelichen Geburten entfällt also fast ausschließlich auf die evangelischen Mütter. Die Zahl der Sterbefälle, die schon im Jahre 1887 ungemein niedrig gewesen war, ist im Jahre 1888 noch mehr gesunken. Sie betrug ein- schließlich der Todtgeborenen 708 209 gegen 730 213 im Jahre 1387, 736 478 im Jahre 1886 760 967 im Jabre 1885, 761 072 im Jahre 1884 und 753 193 im Jahre 1883. Es sind also 22 004 Menschen weniger gestorben, als im Jahre 1387 und 76 269 weniger als im Jahre 1886. Dieses erfreuliche Er- aebnißverdankenwir insbesondere der großen Abnahme derKinder- sterblichkeit. Es find nämlich im Alter von unter 15 Jahren nur 344 844 Perlonen gestorben gegen 360 710 im Jahre 1387 und 409 816 im Jahre 1886. Die Zahl der hochbetagten Per- sonen, welche gestorben find, hat dagegen zugenommen: im Altec von 80—90 Jahren starben 23 904(1888 23 149), im Alter von 90—100 Jahren 2159(2042); das höchste Lebensalter über 100 Jahre zählt 67(1888 83) Verstorbene, darunter 44 Frauen. 1787 geboren waren 17, 1786 12, 1735111, 1784 5, 1783 6, 1782 2, 1781 1 1780 1, vor 1780 2. Warum in den amtlichen Zusammenstellungen die Geburtsjahre der vor 1780 Geborenen nicht angegeben worden, ist uns nicht verständluh; es wäre doch sehr wünschenswerth, das Alter dieser höchst- betagten Personen zu erfahren. Die natürliche BevölkerungS- Vermehrung, die aus dem Ueberschuß der Geborenen über die Verstorbenen besteht, war noch in keinem Vorjahre so groß, wie 1388. Sie betrug 425 789 gegen 398 853 im Jahre 1887, 331603 im Jahre 1886. 347 542 im Jchre 1885, 332 801 im Jahre 1884 und 317 345 im Jchre 1883. Die Steigerung be- trägt also im Vergleich zum Vorjahre über 27 000 und im Vergleich zu 1886 über 94 000. Auch die Zahl der Ehe- schließungen ist, wie hier nur kurz bemerkt sein mag, gestiegen; sie betrug im Jahre 1888 233 421 gegen 299 999. 231 538, 230 707, 225 939 und 220 748 in den Jahren bis 1883 zurück. Großbritannien. Nachdem das Streikkomitee, gezeichnet: W. Coley, Distrikt- Sekretär, und I. JmkinS, General-Sekretär, am verflossenen Freitag ein Streik-Manifest erlassen hatte, haben die Bäcker- gesellen ganz Londons am Sonnabend ihren respekliven Meistern die folgende gedruckte„Notiz" übergeben: „Nach gehöriger Ueberlegung mache ich Ihnen die Mit- theilung, daß ich fest entschlossen bin, zu dem von unserer Ge- werkschaft an die Bäckermeister Londons gerichteten Manifest zu stehen: 1. Daß 60 Stunden, einschließlich einer Stunde täglich für die Mahlzeiten, welche der Arbeit möglichst angepaßt sein sollen, das Maximum einer Arbeitswoche zu bilden haben. 2. Daß alle, über die 60 Stunden wöchentlich hinausgehende Arbeit als Ueberzeit bezahlt werden soll und zwar zu dem Preis von anderthalbmal den Betrag der gegenwärtig bestehen- den Löhne. 3. Daß Sonntagsarbeit ebenfalls zu dem Preise von anderthalbmal den Betrag der gegenwärtig bestehenden Löhne bezahlt werden soll. 4. Daß der Tarif für„Jobs" sein soll: Für Vormänner für täglich 10 Stunden nicht weniger als 6 s.; für andere Arbeiter(10 Stunden täglich) nicht weniger als 5 s.; für alle Ueberzeit soll die Hälfte mehr gezahlt werden, außerdem das übliche Quantum an Brot und Mehl. Ich übergebe Ihnen deshalb diese Notiz und hoffe, daß Sie in der Lage sein werden, den obigen Forderungen zuzu- stimmen: denn im andern Falle werde ich gezwungen sein, am Sonnabend, den 16. November cc., Ihren Dienst zu ver- lassen." Am Sonntag fand dann im Hpde Park eine gewaltige Massenkundgebung von Bäckern und Freunden ihrer Sache statt. Selbst nach der Schätzung eines konservativen Blattes betrug die Zahl der Theilnehmer an dieser Kundgebung„einige 40 000"; es mögen in Wirklichkeit mehr als 50000 Menschen gewesen sein. Von den Rednern wurde die erfreuliche Mittheilung ge- macht, daß bereits 1000 Meister die Forderungen angenommen hätten, darunter die 25 pCt. Dividenden zahlende Aerated Bcead Company, die über 240 Läden verfügende Bread Union, die V. V. Bread Company u. A. mehr. John Burns gab eine drastische Schilderung von den Zuständen in vielen Lon- doncr Bäckereien und stellte für den Fall besonderer Hartnäckig- keit der arbeiterfeindlichsten Meister deren Absperrung von ihrem Mehlbezug durch die Müllergesellen, Ewerfuhrer und Schiffs- stauer in Aussicht. Zum Schluß wurde mit begeisterter Ein- mülhigkeit eine die Forderungen der Gesellen unterstützende Resolution angenommen. Inzwischen hat sich die Zahl der zustimmenden Bäckereien bedeutend vermehrt. Bis Mittwoch Abend waren von den welche unendliche Mühe muß verwendet werden, bevor von dieser Summe der erste magere Profit geerntet wird! Fast die Hälfte der Minengesellschaften Frankreichs sind fallit... aber es ist unsinnig, diejenigen, welche reufsiren, der Grau- famkeit anzuklagen. Glaubt Ihr, die Kompagnie leide in der gegenwärtigen Krise nicht ebenso viel wie Ihr? Und sie ist nicht einmal Herrin, die Löhne zu bestimmen, sie muß der Konkurrenz gehorchen und wird mit Ruin bestraft, wenn sie sich deren Geboten nicht unterordnet. Klagt die bestehen- den Verhältnisse an, nicht uns. Aber ihr wollt nicht hören und wollt nicht verstehen!" „Doch," sagte der junge Mann,„wir verstehen sehr wohl, daß sich unsere Lage nicht bessern wird, so lange die Dinge bleiben, wie sie sind: aber eben auS diesem Grunde werden die Arbeiter eines Tages dafür sorgen müssen, daß es anders werde." Dieses in der Form so mäßige Wort ward mit halb- lauter Stimme gesprochen: doch eine schmerzlich bittere Ueberzeugung klang daraus und eine finstere Drohung durchbebte jede Silbe. ES entstand ein tiefes Schweigen, ein beklemmendes Bangen durchzitterte den Raum. Die an- deren Delegirten hatten nur unvollkommen verstanden, aber sie fühlten, daß der Kamerad ihren Antheil an Wohl- leben und Glück beansprucht habe, und ihre Blicke streiften wieder die wannen Vorhänge und bequemen Sitze, all diese Luxusgegenstände, deren geringster genügt hätte, um ihnen einen Monat lang ihre Suppe zu bezahlen. Herr Hennebeau war einen Moment stumm nachdenkend ge- blieben: dann erhob er sich, um sie zu verabschieden. Alle folgten seinem Beispiele. Stephan gab Maheu einen Wink und dieser begann noch einmal, jetzt schon mit schwerer un- geschickter Stimme: „Also, Herr Direktor, das ist Alles, waS Sie uns zu sagen haben? Wir müssen den Anderen erzählen, daß Sie verweigern, uns Gehör zu schenken?" „Ich, mein Lieber," rief Herr Hennebeau,„ich ver- weigere nichts.... Zch bin ein Angestellter wie Zhr, und habe hier nicht mehr freien Willen, wie der jüngste von Euren Karrenjungen. Man ertheilt mir Befehle, und mein Amt ist, für deren Ausführung zu sorgen. Zch habe Euch 3500 Bäcker-ShopS Londons bereits 2000„fair". Unter anderem hat Nevill, der„größte Bäcker der Welt", welcher 150 Gesellen beschäftigt und über Bäckerläden in allen Theilen Londons ver- fügt, die„Union- Note" unterzeichnet: deSal. die City Jmproved Bread Company; die Standard Bread Company; Limmer'« Suffolk Bread Company; ferner Spiking u. Komp.; Stewart und Komp.; Hill u. Son; Stevenson in Battersea; I. Morley in Camden Town; Drew u. Son in Chilworth Street, W.; die Ardleigh Company in Catsord, Brixton und Streatham; die Cooperative Stores in Woolwich:c. rc. Am Mittwoch hieb es, daß gewisse widerspenstige deutsche Bäckermeister sich au« Deutschland Streikratten herüberkommen lassen würden, was BurnS veranlaßte, sofort an deussche Ver- trauenSleute zu telegraphiren, um solch schimpflichem Unfug vor- zubeugen. Die Union-Bäcker werden von Samstag ab ein rotheS Union-Zertifikat im Fenster haben, und Arbeiterfrauen werden nur noch bei solchen ihr Brot kaufen. Doch da voraussichtlich eine immerhin große Anzahl von Bäckergesellen in Streik eintritt, so wird man auch der Streik- lasse, an welche große Anforderungen gestellt werden dürften, tüchtig unter die Arme greifen müssen. Zwar hat die Union schon selbst ordentlich vorgesorgt, aber bei der sozialen Krieg«- sührung geht erfahrungsgemäß dem Proletarier die Munition nur zu leicht au«. Frankreich. Der Infamie des Exkommunarden P r o t o t haben wir bereits gedacht, welcher im Interesse der Bourgeoisie, um die Wahl GueSde'S zu hintertreiben, denselben beschuldigt, ein bezahlter Agent des Fürsten Bismarck zu sein. Von Guesde zur Rede gestellt, brachte Protot öffentlich als„Beweis" für die Richtigkeit seiner Behauptung die„Thalsache" vor, daß Guesde 1878 von dem„Chef der Polizei des Fürsten Bis« marck" für die Gründung des Journals„Egalite" 4000 Franks erhalten habe. Der„Chef der Polizei beS Fürsten Bismarck" ist— Karl Höchberg, dessen Andenken jetzt von einem Elenden so schmachvoll besudelt wird. GueSde hat gegen Protot eine VerläumdungS- klage anhängig gemacht— sein Rechtsanwalt ist der bekannte sozialistisch-demokratifche Abgeordnete M i I l e r a n d, und am 30. d. MtS. soll der Prozeß vor dem Tribunal von Marseilles verhandelt werden. Daß ein Mann von der idealen Selbstlosigkeit eines Höch- berg noch nach dem Tod in solcher Weise verdächtigt werden kann, zeigt so recht, wie tief die Feinde der Sozialdemokratie in Frankreich gesunken sind, und zu welchm Mitteln sie ihre Zuflucht nehmen müssen.— Mit den 4000 Frks. verhält es sich so, daß Höchberg die Summe seinerzeit als Kaution(damals war die Presse in Frankreich noch geknebelt) für die„Egalite" hergab. Der Sachverhalt wird natürlich gerichtlich festgestellt werden und Herr Protot der verdienten Strafe nicht entgehen, wobei wir unter„Strafe" natürlich weder Gefängniß noch Geldbuße ver- stehen, sondern die moralische Brandmarkung.— Krlgie«. Brüssel, 13. November. In Brüssel fand gestem die Generalversammlung de« Äntisklaverei« Zentralkomitee's Belgiens und sämmtlicher Provinzial- komitee's unter dem Vorfitze des Herrn Generals Jacmart statt. Die Verhandlungen erwiesen dm vollstin Mißerfolg. Die eingegangenen Gelder gestatten es nicht, eine belgische Expedition nach dm Tanganyikasee zum Kampfe gegen die arabischen Sklavenhändler zu entsenden und sie zu unter- halten; man will eine neue Propaganda für diese« Unter- nehmen zu erwecken suchen. Das wird ein vergebliches Be- mühen sein, denn sowohl der belgische König und die Brüsseler Kongoregierung als auch die belgischm Fachkreise haben sich über diesen Kreuzzug des Kardinals Lavigerie als„nutzlos und schädlich" abfällig ausgesprochen. UeberdieS ist das Scheitern dieser Expedition für die daran Betheiliqtm ein Glück: die wenigsten wären dem Klima und den Strapazen gewachsen gewesen und hätten je den See geschaut- Herr Bischof Brincat machte den Versammelten die Mit» theilung, daß das stanzösische Antisklavereikomitee sofort eine Expedition nack dem Tanganyikasee absenden wird und über die nöthigm Mittel bereits verfügt. Die Belgier wer- den sich darüber zu trösten wissen. Zur Lösung derselbm Fragen entsendet die„British and Foreign Anti-Slavery So- ziety" unter der Führung ihres Sekretär« Herm Allm fünf Mitglieder nach Brüssel, die während der ganzen Dauer der Antilklavereikonferenz in Brüssel bleiben und d n Konfermz- mitgliedem ihr reiches Material über dm Sklavmhandel unter- breiten sollen. Der gestrige Sitzung« tag des Hennegau'schen Schwurge- richtS im Prozesse Pourbaix bot für das Mmisterium einm Lichtblick. Wie erinnerlich, hatten die Spitzel Pourbai und Cousaert dem Finanzminister Herm Beemaert einen':ter- nächtlichen Besuch gemackt. Tags darauf berichtete der letztere dem Administrator der öffentlichen Sicherheit, Herm G vuthier de Rasse darüber; ein Protokoll wurde aufgenommm ur.d vo,, I esagt, was ich glaubte, sagm zu müssen. Ihr gel mir eure Forderungen kund, ich werde sie der Regie Übermut«!« und Euch die Antwort wissen lassen." Er sprach mit der korrekten Haltung eines hohen Be- amten, der vermeidet, sich hinreißen zu lassen, mit der höfliche« Trockenheit eines einfachen Instruments der Autorität. Die Arbeiter aber betrachtetm ihn mit Mißtrauen, sich fragend, woher er komme, welches Interesse er wohl haben, was er wohl stehlm möge, um sich so zwischm sie und die wirklichen Herren zu stellen? Ein Zntriguant, wahrschei«- lich, der wie ein Fürst lebt, obwohl er nur ein besoldeter Diener ist. Stephan wagte noch einmal zu reden: „Sehen Sie, Herr Direktor, wie bedauerlich ei ist, daß wir unsere Sache nicht persönlich vertreten könnm. Wir würdm Manches erklären, wir würdm Gründe anführm, die Jhnm gezwungenerweise entgehen müssen.... Wmn wir wmigstmS wüßtm, wohin wir uns wendm könntm? Herr Hennebeau wurde�keineswegS böse, er lächelte sogar, als er erwiderte: „Za, wenn Zhr kein Verträum in mich habt, dann wird die Sache komplizirter; da müßt Ihr dorthin gehen!" Die Deputirtm verfolgten die unbestimmte Bewegung seiner Hand nach einem Fenster des SalonS; Wo war dies Dorthin? In Paris wahrscheinlich? Sie wußtm eS nicht genau; es verlor sich vor ihren Blicken in unbekannte Feme, in ein unzugänglich mystisches Dunkel, wo die geheimniß- volle Gottheit thront, die sie niemals sehen werom, die sie nur ahnm, als die große Kraft, welche aus der Feme auf die zehntausmd Arbeiter von Montsou drückt. Und wenn der Direktor spricht, ist sie es, diese Ungmannte, welche hinter ihm steht, durch seinen Mund ihre Orakel mt- smdend. ES zog wie Entmuthigung über die Gesichter der Ar- bester; selbst Stephan schien mit seinem verzagmdm Blicke sagen zu wollen, das Beste sei, zu gehm. Herr Hmnebeau aber klopfte fteundlich auf die Schulter Mahm's und fragt« nach dem Befindm seines Sohnes. (Fortsetzung folgt.) Cousaert unterzeichnet. Darin erklärte er, daß die beiden Spitzel direkt in das stinanzminiftcrium geganaen und bei dem Hm« ausgehen den Minister Devolder getroffen hätten. Das letztere bestritt der Minister und der Portier, wie der Bediente des Herrn Beernaert bestätigten die Angabe des Herrn Devolder. Der dieserhalb neu vernommene Spitzel Cousaeit erklärte, sich dieser Vorgänge nicht mehr zu erinnern, bestritt die Richtigkeit de« Protokolls und wollte es nur aus Gefälligkeit gegen die öffentliche Sicherheit unterjeichnet haben. Was an allem wahr, wird fich noch zeigen. Dos Ministerium müht sich, alle Schuld der öffentlichen Sicherheit aufzubürden, und auf diese Weise sich der beiden obersten nicht gefügigen Beamten zu entledigen. Amerika. Neber die Revolution in Brafilien liegen folgende Nach- richten vor: Rio de Janeiro, 16. November. Die provisorische Regierung hat heute Mittag ein Manifest erlassen, in welchem sie die Monarchie für abgejchofft erklärt und ihre Abficht kund- thut, jede Unordnung vermeiden zu wollen. Das Manifest er- klärt ferner, die provisorische Regierung habe aus den einzelnen Provinzen Brasiliens zahlreiche Zustimmung«- und Aner- kennungS-Erklärungen erhalten. Der frühere Präsident des Ministerralhs ist verholtet worden. Der Kaiser soll, wie es heißt, mit der größten Rückficht behandelt werden. Rio de Janeiro, 16. November. Wie es heißt, wer- den der Kaiser und die Mitglieder der kaiserlichen Familie fich morgen nach Europa einschiffen. Paris, 17. November. Nach hier eingegangenen Tele- grammen aus Rio de Janeiro wird der Kaiser in seinem Palais gesangen gehalten und hat auf die Anzeige, daß er des Thrones entsetzt sei, aber eine Dotation erhalten werde, erwidert, er werde nur der Gewalt weichen. Die Mehrzahl der Provinzen scheint der Gründung einer Föderativrepublik zustimmen zu wollen. Der Finanzminister hat erklärt, alle Verträge und Ab- machungen würden auftecht erhalten werden. Die Bevölkerung verhält fich ruhia. Der Handel ist gelähmt. Rio de Janeiro, 17. November. Dcr Kaiser hat heute Vormittag die Reise nach Europa angetreten. Lissabon, 17. November. Die portugiesische Korvette „Bartolomea Diaz" hat Befehl erhalten, nach Brafilien in See zu gehen. VevfcmrmUlmzen. «ine gut besuchte öffentliche Neesawmlnng der Wähler de« 24. und 27. Kommunal nrahtbesirk« fand am Freitag, den 15. Novrmbcr im Böhmrschen Brauhaus statt. Noch Wahl des Bureaus aus den Herren Berndt, Morbach und Barth referirte Herr Vogtherr über die bevorstehenden Kommunalwahlen. Derselbe wies auf sämmtliche Mißstände und Ungerechtigkeiten in der jetzigen Stadtverwaltung hin, führte aus, wie diesellen beseitigt werden körnten, und kommt zu dem Schluß, daß nur die Sozialdemokratie gewillt sei, Wandlung zu schaffen. Pflicht eines jeden Wählers sei es des» halb, am Tage der Wahl einem sozialdemokratischen Kandi- baten seine Stimme zu geben. Die Diskussion gestaltete fich infolge der Betheiligung eines Herrn Lehmann(Demokrat) und Pries(Deutschfreifinn) ziemlich lebhast. Ersterer war mit dem Referenten im Großen und Ganzen einverstanden, glaubt aber nicht, daß die Sozialdemokratie ihr Ziel in der Stadt- Verwaltung erreichen werde. In der Stadtverwaltung seien die Grenzen zu eng gezogen. Herr Prie« vertheidigt die heutige Stadtvertretung und deren Finanzwirlhsckaft. Nur durch das Privatkapital seien Institute wie die Pferdebahn, Elektrische Werke�u. s. w., möglich; ohne Großkopital kein Kulturfortschritt! Den nachfolgenden Rednern fiel es nicht schwer, die Bedenken des Herrn Lehmann zu zerstreuen und den Herrn Pries gründlich zu widerlegen und ihm zu be- weisen, daß die Welt wohl ohne Privatkopital bestehen und vorwärtsschreiten könne, nicht aber ohne Arbeit. Es sprachen in diesem Sinne die beiden sozialdemokratischen Kandidaten Tempel und Heindorf, ferner die Herren Paul Schneider, Neu- houS, Meier und Berndt. Bei den Ausführungen des letzteren wurde die Versammlung auf Grund des bekannten§ 9 aufgelöst. Ein Theil der Versammelten wollte in den übrigen RestaurationSräumen noch Aufenthalt nehmen, doch wurde ihnen das von den Beamten nicht gestattet. «ine gut besuchte KommunalWählrr-Nersammluug sür den 33. und 35. Kvmmunalwahlbeznk fand am Donnerstag, den 14. November, in Lehmonn's Salon Schwedterstraße, unter Leitung der Herren Koppmann, Heidtmann und Thomm mit folgender Tagesordnung statt: 1. Tie bevorstehenden Stadiverordnetenwahlen. Referenten Emil Böhl und Robert Herzfeldt. Referent Herr sBöhl führt aus, daß die heutige Agitation eine intensivere ist, wie vor 6 Jahren. Er betont, daß der Wohlmodus zu den Stadtverordnetenwohlen ein sehr schlechter ist, denn mancher Arbeiter setze seine Existenz dabei aufs Spie>. Er beleuchtet das heutige Schulwesen, wie auch die Verbällnisse der Pferdebahn-, Gas- und Elektrischen Gesell- schast. Im weiteren hebt er die Gewerbe-Sch'.cdsgerichte hervor. In allen diesen Sachen müsse eine aründl chc Reform geschehen. Herr Herzfeldt unterzog dos Flugblatt der Bürgerpanei einer scharfen Kritik. In demselben sei weiter nichts entholten, als ein Hetzartikel gegkn den Abgeordneten Singer, welcher als jüdischer Millionär den Wählern vor die Augen geführt wird. Referent glaubt, daß, wenn wir erst unter des Herrn Bachler'S Regie stehen, uns die Peitsche näher ist als das Brot. An der Diskussion betheiligen fich mehrere Redner, welche alle im Sinne der Referenten sprachen. Von den Gegnern war der Stadt- verordnete Langbucher erschienen, welcher fich jedoch nicht zum Wort meldete. Es wird schließlich folgende Resolution ange- nommen:»Die heute, den 14. November, tagende Kommunal- Wählerversammlung des 33. und 35. Kommunal- Wahlbezirks beschließt, mit aller Energie am 19. Nov. dafür einzutreten, daß die Kandidaten der Arbeiterpartei mit großer Majorität gewählt wer- den." Nachdem unter Verschiedenem noch beschlossen worden, daS Lokal des Herrn Puhlmann und das Leitmann'sche Lokal in der Brunnenstraße zu meiden, weil sie dasselbe nicht zu Ver- sammlungen hergeben, schließt die Versammlung mit einem Hoch auf die Kandidaten und die internationale Sozialdemokratie. «ine Kombinirte Neelammlnng für den tS., 14., 16.«nd 17. Kommunat-Wahlbezirk tagte am Donnerstag, den 14. d. M., in Klein's Festsälen, Oranienstraße 180. Ins Bureau wurden gewählt die Herren Kräcker, Pohl und König. Herr Stadthagen war nicht erschienen und so referirte nur Herr Stadtv. Tutzauer über die bevorstehenden Stadtverordneten- wählen. Er fand sür seine Ausführungen den lebhaften Bei- fall der Velsommlung. In der Diskussion kritifirte Herr O. Klein das System der Freisinnigen, Gegner in ihren Versammlungen nicht zu Wort kommen zu lassen. Er geißelt die Vetternwirth- schast der jetz'gen Vertreter im RathhauS, verlangt bessere und gerechtere Armenpflege, verwirft das Vorziehen sogenannter verschämter Armen— richtiger unverschämter Arme— und bittet, am Tage der Wahl möge jeder Einzelne frei für seine Meinung einstehen. Hierauf spricht Herr Tempel, Kandidat für den 24. Bezirk. Nach ihm Herr Sattlermstr. Berg. Er schließt fich den Ausführungen � Referenten und des Herrn Klein an und kommt bei der w der freifinnigen Mannesseelen auf Herrn Stadtv. Rechtsanm- Sachs hauptsächlich zu sprechen. Mit einem im fockschntM Bezirksverein des 15. Bezirks gethanen Ausspruch du � sitzenden:»Was wollen die Sozialdemokraten? AlW gut essen und trinken!" erheitert Redner alle Anwesw� Zum Schluß ergeht fich der Redner in einer Li Kritik der ganzen freisinnigen und bürgerparteilichen Stadtoerm Herr Schuhmachermstr. Metzner geht aus das Gebiet religiösen Anschauungen über und betont:»Wo die WI. schaft Herrschhjnuß der Glaube aufhören." Redner fpnv� »A die Schulze-Delitzsche Selbsthilfe und die Staatshilfe. Er verlangt als Pflicht der Verwaltung, für Volksbäder Sorge zu tragen. seinem Schlußwort spricht Herr Tutzauer seine—. dahin aus, daß der 15. und 17. Bezirk unsere ganze n brcuche, deshalb sei Jeder auf dem Posten am Tage Wahl.(Bravo.) Ein Antrag, das Bier der Borusssabrau nicht eher zu trinken, als bis der Saal in Niederfchonweu» t haben ist, wird einstimmig angenommen. Herr Kiew» noch bekannt machen, wo fich die Quartiere der Komm» am Tage der Wahl befinden. Hierauf schließt die lung mit einem dreimaligen Hoch auf die internationale voz demokratie. «ine zahlreich besuchte Uersammlung deS ssat' vereinS der Tischler(Berlin Nord) tagte am DiNsy den 5. d. MtS., Schwedterstr. 23 Die Tagesordnung law. 1. Das Koalitionsrecht und dessen Bedeutung für die kämpfe der Arbeiter. 2. Diskussson. 3. Verschiedenes... Referent, Herr Glocke, sagte in der Hauptsache folgendes■» 1863 ist die deutsche Arbeiterbewegung in Fluß(jeta« jfo Die rein po itischen Zielpunkte fesselten aber zunächst'"■J, beiter nicht in vollem Maße, sie wandten sich den schaftcn zu. Im Jahre 1865 war die Forderung � Koalitionsrechts bereits auf der Tagesordnung. 196�7m fanden große GewerlfchastSkongresse statt und 1869 a man die Gewerbefreiheit und das Koalitionsrecht. Ais die Gewerkschaften im schönsten Aufblühen befanden, w, das Ausnahmegesetz: Alles wurde aufgelöst. Vor wenigMÄ, erschienen wieder die Puttkamer'schen Erlasse, die das Forld!>> � eines Vereins in das Belieben der Behörde legten. Ts» � weisen die Prozesse der Töpfer und Maurer. Die verlangen volle Koalitionsfreiheit: Sowie die Zünfte und' der Hebel waren, mit dem die Feudalherrschast zum M/z bracht, so seien die Gewerkschaften berufen, die Prod>m%z die Hand zu nehmen und der Emanzipation der Arbntm� vorzuarbeiten. Die Gewerkschaften find die beste SM � den Arbeiterstand(Beifall). An der Diskulfion betj�S, fich die Herren Mertens und Bähling. In die Werkstatt-»� J Kommission wurden die Hrn. Gerrard, Swinemünderstr. 1-' � Saffian, Anklamerstr. 26, gewählt. Herr Roggemann su?'»,« daß in der Müller'schm Werkstatt, Ruppinerstr. 5, drei � Lohn einbehalten würden. Nach langer Diskussion schlössen, die Kollegen der betreffenden Werkstatt zur Versammlung einzuladen, falls die»drei Tage" bis dalML� 6 ehalten fein sollten. Ein Kollege aus der Koppler'schru»� att, Gesundbrunnen, erwähnt, daß die Kollegen daselbst,� der Zahl, das Ansinnen des Prinzipals, den Werkfuhm�, entlassen, ur.mäthig durch eintägigen Streik zurr bätten. Ein anderer Kollege berichtet von seiner Reinickendorferstraße, daß die Arbeiter dort geregelte*»'-«. ohne Widerstand des Meisters eingesührt hätten. 24 ZW wurden aufgenommen. Theater. Dienstag, den 19. November. Gp««ha««. Martha, oder: Der Mmkt zu Richmond. tchanspielhan». Wilhelm Dell. »»W Theater. Der Sohn der Wildniß TttnUt. swa-Tb Der Zaungast. Kprlituv Theater. Tlyra. Jugendliebe. Friedrich- Wichelmstadttsthe« Theater. Der Polengraf. Restdrnz-Uhrater Wallt „_ Schwiegermama. Theater. Verfolgt! Vorher: Der Herr von Lohengrin. «Urtoria-Theater. Stanlev in Afrika. Gstead-Theater. Jenny Waldmann. WeAeakiaae«- Theater. Der Zauderlehr. ling. Käatqftädtische« Theater. Der Glöckner von Rotre-Dame. Zeatrat-Theater. Leute von heute. Ad-t»h«rast-Theater. Flotte Weite* Gedr. Züchter« Mariätck. Spezialitäten- Vorstelluno. Ueich«hatle«» Theater. Gr. Spezial, taten- Vorstellung. Thalia-Theater. IS. WM«erth-Tterstr«ß- IS. Tfialioh i Theater- und KpexiTlttiite«-Nsrstell««g. Erstes Auftr. des Jnstrumental-Humoristen und Komikers 0«n«>ire jun. Gr. Erfolg d. Liedersängerin Frl. Coudella, der Duettisten Raa& Ggk, des Volkshumoristen W i l H. Fröbel, de« Froschmenschen Vincento u. de« Zauberkünstl. u. Jonglew S Herrn S ch e l lfi n i. EntrSe 30 Pf. ISJÄ. Cii-cus ftam. Karlstraße. Heate, Dienstag, de« IS. November 1889, Abends 7 Uhr: Aschenbrödel» oder: Dar gläserne Pantoffel. Großes phantast. Zaubermärchen mit Aufzügen, Tänzen und Gruppirungen. Arrangirt und in Szene gesetzt v. Direktor G. Renz. Die grohartigen Trampoltn-Lhrünge. Auf- trete» der reaommtrtea«ünftlerfamtlie vria- tore. Die beiden arad. Vollblutpferde„Emir" und»Bim Baschi", als Gastronompferde, dresfirt und vorgeführt von Herrn Franz Renz. Auf- treten der Schulreiterin Fiäul. iSnerra. Reit- künstlerin Fräul. fitterach, Geschw. Orford und Madm. Bradburh. Mr. Melville als groß- artiger Reiter. Mr. Metzgeh mrt seinem höchst komischen dreffirten Esel. Morgen: Vorstellung. E. Renz, Direktor. BS3!H£«£3HBi Teppiche, Möbelsloffe, Gardinen, _ Läufer UBd Linoleum. AV Verkauf zu Fabrikpreisen. GroM«a Lau*r vor PorUires, Boise- nrnd TiMihdeekOB. StoehrS- Behr,««■"» 2 f. khnßttstnßt Cireus Süsel#« Srtedrtch-stgrl-Ufe,. »eute. Dienstag, de« 19. November 1889 Abends 7i Uhr: 907 Große Uorstellung. Zum 10. Male: Fatmr, die Kose von Tripoli, Orientalische Original-AusstattungL-Pantomime. DtohhantuS, engt.: Direktor Busch. 3facheS Reck lut, geritten von Frau ' � v. Mr. Stelling. 12 Hengste, vorgeführt v. Direktor. Frl. 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November, l Uhr. �Uche des Bundesraths: von Boetticher, (S11 SRitfnodht, Graf H o h en t b al, von Mar» '»all u. A. Haus erklärt entsprechend dem Antrage seiner Ge» WSordnungskommiffion dos Mandat des Abg. Bürkun, der M �Uheater-Jntendanten in Karlsruhe ernannt ist, als durch . Benennung nicht erloschen und setzt darauf die S p e z i a l- iralbung des Etats fort. . In Titel 12 des Kapitels»Allgemeine Fonds" des Aus- »Matt de« R�ichsamls des Jr.nern sind ausgebracht 4 400 000 M»zur Einrichtung und Unterhaltung regelmäßiger deutscher �»Zarnpferverbindunaen mit Ostasien und Australien." »ilfa- Richte»: Ich möchte den Gedanken anregen, ob es rI! letzt an der Zeit sei, die Zweiglinie nach Samoa aufzu- Der Norddeutsche Lloyd würde dazu gewiß sehr gern �>er Verzicht auf einen Theil der Subvention bereit sein. Denn Berichte des Norddeutschen Lloyds ist ausdrücklich her- taSt*«' wie wenig gerade diese Linie rentirt. Thatsächlich v>dem Mol_________ WWW» W Nwrucht der Verkehr"nach Samoa noch nicht den sechzehnten -»w des Raumes, welchen die betreffendcn Postdampfer Der ganze Verkehr auf den Vostdampfcrn nach Samoa ihS kebr gut von einem einzigen Briefträger im Laufe eines r. i'gen Vormittag« bewältigt werden.(Widerspruch rechts.) �«-NN Sie das nicht glauben, so lassen Sie sich doch ein- betreffenden Verkehrsziffern vorlegen! Bewilligt wurde a. 4?nglinie in einer Zeit, wo das Kolonialfiebcr gerade d? JlwBten war. Jetzt hat sich doch wohl herausgestellt, daß z�Htols gehegten Voraussetzungen sich nicht erfüllt heben. die Ernüchterung eingetreten, leider nach vielen Opfern. t. ,tt weder wirthschastlich noch finanziell im Interesse der fertigt, denselben noch weiter so große Opfer Ktt, KrSmel(freis.): Gegen die Gegner dieser ganzen �ZMone Politik wurde vormals das grobe Geschütz»anti- >,0(5'ler Geftnnung" aufgefahren. Selbst das Verlangen »�Der Offenlegung der Ergebnisse der einzelnen Linien und i�.wierKontro'eüber die Verwendung derSuboentionSsummen l,.h} von dem Herrn Staatssekretär seinerzeit als»unerhört" tzujuet. Neulich ist nun eine Uebersicht über den Verkehr mit WT™i erschienen, und erst aus ihr können wir ersehen, linz'?£•* auch die deutschen Postdampfer dabei betheiligt lft!'«n keiner Stelle jener Uebersicht wird von einer segcnS- Wirkung der Poltdampfer gesprochen, nirgends wird die Postdampfer hätten eine Steigerung des Handels- Z>!'dr« nach dort herbeigefühit. Es zeigt da«, in welchem »�Verhältniß die für die Postdampfer aufgewendeten hohen lj?wen zu den Erfolgen stehen. Der Norddeutsche Lloyd hat in letzter Zeit einen großen� Verlust zu verzeichnen ge- Trotz der Subventionen. Eine derartige Subv.mtion z. �teichsuritteln bringt dem Verkehr überhaupt keinen Vortheil, auch vielleicht einzelne Exportcure davon Nutzen ziehen. Mne auch, die Bedenken der Regierungen, eine genaue t über die GeschäsiSrebabiung der fubventionirten Ij�ltrlinien zu geben, sollten Angesichts" der gegenwärtig vor- Ks.111 Thalsachen schwinden. g-• �Vaiiuu�cis| vi) vu i uu v ii« �Staatssekretär v. gättiäftr: Der Verkehr von Bremer- Nach Ostasien und Australien, m. H., ist von 1885 auf w»on rund 1 Million Mark auf 2l Millionen Mark gestiegen, liz, 20 Mrll. Mark binnen drei Jahren. Nun ist ja rrch- die Subvention vom Reiche in diesen drei Jahren °'Io« 4 400 000 betrug, die Verkehrssteigerung nach dort �llier. einige Millionen mehr betrug, als die Subvention. stehen ja auch noch lange nicht am Ende der fünf- feaifon üen Subventionsperiode, und ich habe die Ueber- »i,Tl S, daß die deutsche Ausfuhr nach dort auch fernerhin in Ifo! em Umfange sich steigern wird. Es find deshalb sogar fcL �eve Forderungen nach neuen fubventionirten Linien Freien. Der Herr Vorredner hat mir noch einen beson- >d>,.Hlsd zu versetzen geglaubt, indem er faßte, die Ueberfich- »fs�,.I�>ch seinerzeit vorzulegen ablehnte, würden ja.jetzt ver- dejj.g.Massig, fotche Statiltiken zu veroffmi.nren. Wat Qn v Iwerglirie nach Samva anlangt, so ist deren Ver »uerdingg noch gering, doch lejtf namentlich �-----"" auf das AuSwär- diefe Linie und fT"" aus politischen Gründen Werth Uich � deshalb Verhandluvgen über Aushebung der Linie . rS�wo, nicht in Aussicht stellen. •ja»,! 0l>- Kamberger(freis.) betont, daß Bedenken gegen eine Äen, Handelsstatistik überhaupt nicht beständen. Die Jwtkeht welche der Herr Staatssekretär über den enen t"-0" Bremerhaven nach Oslafien und Australien vorge. >«'.wen nicht beweiskräftig, denn sie bezögen sich eben ja i�.i Bremerhaven. Und Bremerhaven habe eben einen Theil . 9tn Verkehrs an sich gezogen, der ehedem über andere o Q H mburg, gegangen fei. Wie stehe es übrigen« .ilwrigl nie nach Korea, die vor vier Jahren und noch r im.; o.'Si nie nach«orea, Ott vor vier �ayren uno nocy " ru bren als nothwendig bezeichnet worden, gleichwohl u im Gange fei? Hltr. �?issekretär». Köttiche» antwortet zunächst auf die .Fror"' 1"•' � �-----— e, auf den Zwergverkehr nach Korea sei aus .-.rin, Gründen, unter Anderem auch wegen der dort ein. -.Wzsiz, �politischen Unruhen, verzichtet worden. Naturgemäß KÜb»ev,! � auch dementsprechend die an den Lloyd gezahlte Aste» Jr-ig fei ferner, daß Hamburgs Verkehr nach > Sz.."ud Australien parallel mit der Zur ahme des Verkehrs �rkrhx werhaven gelitten habe. Thatsächlich sei Hamburgs �°ch dort von 825 000 Doppelzentnern in 1885 auf *a) 7\ vvl1 üün OÄ7WU R»�inlzentner in 1888 gkst egen. Gebhard(ratl.): Im bin i P-r...,_____________ WWWW �wpfer-Verbivdungen sich sowohl für das nationale »»'°is für djx Gesellschaft lukrativer eiwiesen hat, al« A�bri«»«« konnte, und ich hoffe, daß nach Ablauf der ijwhe kj. Veriode allseitige Zufriedenheit herrschen wird. �lhio.w australische Linie, welche man anfangs als mmder- V,«L jfb, hat sich über Erwarten freundlich entwickelt. Ä KP";«J'hter: An der australischen Linie sind im ersten '-wir°he 2 Millionen Mark, im vorigen Jahre über eine tclW k'. worden, dabei ist» och nicht die Verzinsung, der Meinung, daß ,m Gegensatze gegen die Subvcnlionirung liMev"ßfy die Reparaturen 2C. miteingerechnet. Mit den „«(h.ffi-•''.. ». ktt,"(.�w sten fahren haupt achlich Engländer, und man be- � � �- W. w"«• WT# ir /w-----—— k Äüftr„,!ut deutschem Gelbe die englische Auswanderung analog unserer Steuerpolitik, die eS den Eng- �Älchev licht, billigeren deutschen Zucker zu essen, al« die '-" Im Güterverkehr wird hauptsächlich australische laichen va tr"nd man schafft mit deut'chem Gelde.. id, in, Bauproduktion Konkurrenz. An deutschen Waoren Kissiu i�ahr« iggg lg 37g Kabikmrter nach Australien ' de, 2V Millionen Subvention macht da« für jrdrn der Kubikmeter 130 M. Kosten, und es fragt sich, ob das Kubik- meter der Waare einen ebenso hohen Werth gehabt hat. Da wäre es vielleicht noch vortheilhafter für da« Reich gewesen, die Waaren auszukaufen und»«out prix wieder zu veräußern. Der Herr Staatssekretär hat heute die von un« schon ftüher vertretene An- ficht über Korea bestätigt und gesagt, daß wir keine Handels- intereffen in diesem Lande haben. Unter diesen Umständen wird eS sich fragen, ob wir nicht den Konsulatsposten in Korea, der auch in einer Periode bewilligt wurde, wo man besondere Vorliebe für alles da« hatte, was möglichst weit von Europa entfernt war, lieber wieder einziehen. Die Zweiglinie nach Samoa, meint Herr v. Bötticher, hat keine kommerzielle, fon- dern nur eine politische Bedeutung. Nun, unsere samoanische Politik ist doch vom Henn Reichskanzler selbst aufs Schärfste deSavouirt worden, und ich glaube, das war das Beste, was er thun konnte, nachdem man sich in dieser Sackgasse verrannt hatte, eS ist nur schade um die Opfer, die es gekostet hat. Auch bei dieser Angelegenheit stellen sich die Nachtheile der Einrich- tung heran«. daß jeder Reffortchef für sich und der Reichs- kanzln für sie alle sorgt. Eme Verbindung, eine Kollegialrtät zwischen den verschiedenen R.ssoris siebt eS nichts das Reichs- amt des Innern kennt die Bedürfnisse de« Auswärtigen Amtes nicht. Das liefert auch wieder Material für die Anregung, die Herr v. Bennigsen hinsichtlich d« Einrichtung selbstständiger Reichsministerien gegeben hat. Staatssekretär V. Kiitticher: Der Herr Vorredner hat alle meine Ausführungen m den Suveilativ übersetzt. Von Korea habe ich nicht gesagt, daß wir dort gar keine Handels- intereffen hätten- sondern, daß zur Zeit die HandelSverbin- düngen nicht so groß seien, daß wir zur Zeit da« An« laufen unserer Schiffe verlangen müßten. Sodann habe ich nicht gesagt, daß Hnndelsinteressen mit Samoa gar nicht vor- handen seien, sondern, daß die Entwickelung der kommer- ziellm Beziehungen den gehegten Erwartungen nicht ent- sprachen haben. Das Hauptinteresse aber ist und bleibt hier ein poetisches, und das RetchSamt des Innern ist bei Prü- fung dieser Fragen keineswegs außer Verbindung mit dem Auswärtigen Amt geblieben, sondern es hat ein lebhafter Schriftwechsel darüber stattgefunden. Also auch der politische Exkurs de« Herrn Vorredners entspricht den Verhältnissen nicht. Abg. G«bhard: Herrn Richter möchte ich nur bemerken, daß sich die Entwicklung zu einem guten Resultat auch für die Gesellschaft schneller und günstiger vollzogen hat, als man ge- hofft habe. Im Uebrigen wundere ich mich, wie ein Mitglied b(ö deutschen Reichstage« mit solcher Behaglichkeit von that- sächlichen oder angeblichen Mißerfolgen der deutschen Kolonial- polttik sprechen kann.(Beifall.) Abg. Kichter: Allerdings mag es den Herren unbequem fein, wenn ihnen von un« nachgewiesen wird, daß die Gründe, welche Sie sür Geldbewilligungen angeführt haben, sich al« nicht stichhaltig ergeben. Wenn wir hier die Mißerfolge unserer SubvenuonSpolitik konstatiren, noch dazu in dem Augerblicke, wo in dieser Hinsicht noch weitere Pläne gehegt werden, so folgen wir nur unserer Pflicht gegenüber dem Lande und dm Steuerzahlern, denen Sie mit Bchagm immer neue Lastm auf- erlegen.(Unruhe.) Abg.». Aelldorff-Kedra(dkons.). Da sich an die Dis- kussionen keine praknschen Anträge anschließen, so würde ich nicht da« Wort ergriffm habm, wmn mich nicht die letzten Aus- führungm des Herrn Abg. Richter dazu bestimmten. Ich glaube au« der Stimmung unserer Presse, wie unseres Lande«, wohl dm Schluß ziehm zu dürfm, daß wir uns mit H:nn Richter in eine Diskussion über unsere Kolonialpolitik nicht einzulassen brauchm. Seine Darstellung der Verhältnisse richtet sich von selbst.(Lachm link«, Beifall rechts.) Abg. Richter bringt dm Antrag ein: Der Reichstag möge beschließen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, mit der Gesellschaft des Norddeutfchm Lloyd Verhandlungm anzuknüpfm behufs Aufhebung der Subvention kür die Dampferverbindung S i d n e y- Samoa sowie Herabsetzung der Subvention für die australische Postdompferlinie. Abg. Nicht«»: Wenn man sachlich nichts zu fagm weiß, dann sagt man:»Die Sache richtet sich von selbst." Ich habe es für nöthig gehaltm, meinm Antrag einzubringen in einem Augen- blick, wo im Interesse von Sonderbestredungen aus der Tasche der Steuerzahler immer nme Mittel bewilligt werdm sollm. Der Herr Staatssekretär hat selbst gesagt, die kommerziellen Beziehungm der Samoanebenlinim hättm dm gehegtm Erwartungm nicht-ntsprochm, nur politisch sei die Linie von Werth. Abg. Miudthorft(Zmtrum): Wir haben bei der rapiden Zunahme unserer Ausgaben alle Ursache, genau zuzusehm, ob die Gelder, welche wir bewilligen, rentabel angelegt werden. Ich glaube, daß über unsere politischen Beziehungen in der Südsee in einer Kommfffion erst gmaue Angabm gemacht werden und daß un« auch amtliche Nachrichten über die Erfolge unserer kommerziellen Verbindungm in Äustralim und Ostasien gemacht«erden müssen, deshalb kann ich zur Zeit nicht für den Antrag Richter stimmen. Abg. Nich<«» ist mit der Vorbesprechung seines Antrages in der Budgctkommffsion einverstandm. Da« Haus beschließt die Ueberw eisung des An- trag« Richter an die Budgetkommission.(Es stimmen dafür die freifinnige, die ZmtrumSpartei und ein Theil der Nationalliberalm.) Abg. K«gi«a(Zentr.) regt die Auswandererfrage an und erklärt, daß feine« Erachten« nur durch ein inter- nationales AuSwanderergesetz dm besiehendm Uebelständen ab- geholfen werden könne. Er bittet dm Staatssekretär, die Re- gierung möge gegmüber dieser Frage eine bestimmte Stellung emnebmm. Abg. Hammach«»(natlib.): Ich möchte bei dieser Ge- legenheit auch memerseits die Nolhwendigkeit eines Aus- wanderungSgesitze« betonen, will aber darauf heute nicht weiter eingehen, fondem nur auf eine Lücke in der Thätigkeit des Rcichs-Auswanderungs-Kommissars hinweisen. Wenn derselbe die humanitäre Seite der Sache auch besonders im Auge hat und in seinem Berichte, der un« für diese« Jahr noch nicht vorliegt, auch die Zahl, dm Bestimmungs- und den Her- kunltsort der Auswanderer angiebt, so vermisse ich doch die Angabe der Berufsart. Man muß die Abneigung gegen ein Aus wun derungsgesc tz fallen lassm. Wenn man sich gewöhnt, in der Auswanderung gewissermaßen eine soziale Äaturnoih- wmdigkeit zu sehen, dann wird man über die Frage auch ruhiger urtheilm. Man wird sich insbesondere gewisser landwirth- schaftlicher— wenn ich so fagm darf— Vorurtheile mt- schlagen müssm. Ein Hamburger AuSwanderungSnachweiS zeigt nämlich die Ziffer von nur 8,9 pCt. land- und forst- wirthschaftlicher Arbeiter, was mir den Klagm über die länd- liche Auswanderung nicht stimmm will. Ich zweifle nicht, daß man an maßgebender Stelle dem AuSwanderunqSkommissar die Ausijrbe einer sorgfältigen Bezufsstalistik zuweism wird. Das Kapitel des S t a t i st i s ch'e n A m t e S ist wegm verschiedener Mehrforderungen für die Schaffung einer neuen MitglredSstelle, Beschäftigung einer größeren Zahl von Hilfskräften u. f. w. der Budgetkommission zur Prüfung über« wiesen worden. Die Kommission schlägt nunmehr vor, die Mehrfordemngen zu bewilligen. Der Berichterstatter der Kommission Abg. Graf». H«h»- gt«hr«tth(i)f empfiehlt diesen An rag unter Darlegung de« gesteigertm Bedürfnisses an Arbeitskräftm im Statistsschen Amte. Abg. Kröm«!(d freis.): Die Schätzungen unsere« statisti- schen Amts zeigm starke Verschiedenheiten in den einzelnm Jahrm. Einmal wird der Doppelzmtner von wiffenschaftlichm Instrumenten mit 1400 M. und das Jahr darauf mit 3000 M. angesetzt, was eine Aufbesserung der Handelsbilanz um 13 Millionm bedeutet. Auch andere, weniger schwer zu taxirmde Artikel zeigen solche Schwankungen, so Koak« einmal 2,40 M., ein anderes Mnl 0,80 M.; Schtacke 6,30 und 0,73 M. Schmuckfedern 1200 und 4000 Mark. Ultramarin 100 M. und 24 M. Stroh- und Borstwaaren 350 M. und 35 M. Dies System der Abschätzung führt zu Resultaten, die mit den Thatjachen in offenkundia-'m Wider« spruch stehen. Wenn 1879 die Textilwaaren mit 826 M. auf den Doppelzentner und 1880 mit 1978 M. berechnet werden, so bedeutet dies eine Hinaufschcaubung der Hanoelsbilanz um 1300 Millionen. Auch im Vergleich mit andern Ländern sich diese Differenzen. Dem Vorschlage, dm Mängeln die Heranzieyung einer größeren Zahl von Sachoer« dun ständigen abzuhelfen, wie es im Etat verlangt wird, kann ich durchaus zustimmen, aber ich kann nicht zustimmen, daß allein damit die Pflicht der Reichsbehörde, die gewtssermaßm die Verwalterin des wissenschaftlichen Schatzes unserer Handelswelt ist, erfüllt ist. Man muß verlangen, daß das Stahftische Amt, wenn es frühere Berechnungen, als auf fehlerhafter Grundlage beruhend, erkennt, diese Fehler berichtigt, nicht aber fortbestehen läßt und zu unrichtigen Schlußfolgerungen.An- laß giebt. Staatssekretär v. K litt ich«»: Wir erwarten von dm neu hinzugezogenen Sachverständigen das Beste. W r haben Alle das Interesse, daß möglichst richtig bei der Werlhabschätzung verfahrm wird, und wir akzeptiren gern jedes Verfahren, welches die möglichst richtige Schätzung gestattet. Jeder Einzelne in der Schätzungs-Kommissson kann nicht alle Gebrete deHerr« schen, deshalb unsere Mehrforderung. Einfach das Deklaration«» verfahrm einzuführm, halte ich nicht fürlricktig, denn der V-r- smder der Waare hat nur ein einseitige« Interesse, richtig zu deklariren; eine AufsichtS-Jnstanz müssen wir also doch habm. Taxen sind Foxm und eine absolut richtige Schätzung wird sich nie ermöglichen lassen. Wir werden also aus dem'ctt 8 Jahren eingeschlazmm Wege fortgehen, die vorgefundenm Mängel abstellen und die uns von außen gegebenen W'nke gern berück- sichtigen. Fundammta'e Amderungen in der Abschätzung kann ich nicht in Aussicht stellm. Abg. Kaumbach(deutschfreifinnig): Das Verhältniß der ständig angestellten Arbeiter und der diätarisch beschäftigten Hilfsarbeiter im Statistischen Amt halte ich für unangemessen. Es ist in der Budget-Kommission hervorgehoben wordm, ohne Hilfsarbeiter könne das Statistische Amt nicht auskommm. Da« mag wahr sein, auch glaube ich, daß mit den Hilfsarbeitern billiger gearbeitet wird, gerade beim Statistischen Amt halte ich den finanziellen Effekt aber nicht für bedeutend, und ich glaube, daß eS angebracht wäre, die diätarssch angestelltm Beamten nach einiger Zeit fest anzustellen. Eme Anregung in diesem Sinne halte ich für um so angebrachter, als infolge unserer Zollpolitik eine Erhöhung der Lebensmittelpreise eingetreten ist, eine Thatsache, die ja auch in der Thronrede anerkannt worden ist, mit welcher Se. Majestät der König von Sachsen den säch- fischen Landtag eröffnet hat. Staatssekretär von Kö'ttich«»: Während der jetzt schon viertägigen Debatte über den Etat de« Reichsamts de« Innern hat mir kaum etwas so viel Freude gemacht, wie diese Anregung de« geschätzten Herrn Vorredner«. Ich stimme mit seinen Ausführungen über die wünfchmSwerthe Besser- stelluna der Beamten völlig überein. Wenn bis j-tzt in dieser Beziehung nicht mehr geschehen konnte, so liegt diäs daran, daß die Verhältnisse der Hilfsarbeiter zum großen Thell ganz eigenlhümliche sind. Wir haben unter denselben eine große Anzahl von Pensionärm, den mit einer festen Anstellung kein Gefallen erwiesen werden würde, da infolge dessen ihnen eine Verkürzung ihrer Pension bevorstände. Außerdem wäre der finanzielle Effekt keineswegs ein unerheblicher. Ich werde aber gern bereit fein, eine Vermehrung der etatsmäßig ange» stellten Beamten in Anregung zu bringen. Ich hoffe nur, daß ich bei dieser Gelegenheit auf keinen Widerspruch seitens meines Herrn Kollegen vom Finanzfache und feiten« des Reichs« tage« stoße. Abg. Klemm(dkonf.): Herr Baumbach hat behauptet, die LebenSmittelvertheuerung hänge mit unserer Zollpolitik zu- lammen, und er führt zum Beweise dessen den Inhalt der sächsischen Thronrede an. Danach könnte es scheinen, al« habe Se. Majestät der König von Sachsen die Zollpolitik al« Ursache der LebenSmittelvertheuerung anerkannt.(Heiterkeit.) Demgegenüber möchte ich konstatiren, daß von der Ursache der Vertheuerung kein Wort in der sächsischen Thron- rede steht. Ich lasse Herrn Baumbach gern seine Meinung: ich sür meinen Theil sehe die U>. fache der Vertheuerung m ganz anderen Dingen, als in unserer Zollpolitik. Abg. Kchrnd«»(dfreis.): Ich nehme nur da« Wort, um unsere Uebereinstimmung mit Herrn v. Bötticher in Bezug auf die Vermehrung der etatsmäßigen Beamtenstellen festzustellen. Mögen sie daraus ersehen, daß es uns stets um die Sache zu thun ist, nicht aber darum, der Regierung um jeden Preis Opposition zu machen. Die Mehrforderungen werden bewilligt. Zum Kapitel de« Reichs-Gefundheitsamte« hat die deutschfreifinnige Partei(Barth u. Gen.) den Antrag eingebracht:.. � Herrn Reichskanzler zu ersuchen, er wolle die den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, er wolle die Aufhebung des S ch w ei n e- E i n fuh rv er« bot« an der dänischen Grenze veranlassen. Abg. Uirchom(dfreis.): Unseres Wissens hat die Seuche in Dänemark aufgehört und dennoch besteht da« Schweine- Ein- fuhrverbot gegen die nicht mehr vorhandene dänische Seuche fort. Wir haben leider selbst da« Unglück, in Deutschland dm Rothlauf und die Schweineseuche zu haben, zwei Krankheiten, welche durch verschiedene Bakterien fortgepflegt werden. Bi« j'tzt besitzm� wir noch keine volle Uebersicht des statistischen Materials über die Verbreitung dieser Krankheiten bei un«, aber ich bin überzeugt, daß wir kolossalen Schaden durch die Seuche bi« jetzt erlitten habm. Was soll nun jetzt ein Verbot gegen ein Land, in dem die Seuche erloschen ist, während doch ein Ersatz für die im Inland« entstandenen Verluste dringend wünfchenswerth ist? Denn zu gleicher Zeit ist der Grenzo.r- kehr auch nach anderer Seite in unerhörter Wesse beschwert in- folge der im Osten aufgetretenen Maul- und Klauenseuche. Seit einer längeren Reihe von Jahren scheint es eine Art o ist steller Verpflrchtung zu sein, zu glauben, daß diese Seuche aus Rußland eingeschleppt wird. Aber dieses Vorurtheil er- hält eine eigentdümliche Illustration durch das Phänomen, daß unsere Veterinär- Behörde mit jedem Jahre eine immer mildere Auffassung in Bezug auf die Einschleppung dieser Seuche zeigt, und in rhrem vorjährigen Berichte hat diese Behörde als nicht unwahrscheinlich hingestellt, daß auch in bis dahin gänzlich seuchefreien Gegenden die Seuche unter llmstän- den aufgetreten ist, welche die Einschleppung fast aus- schließen. Der diesjährige Bericht zeigt eine noch mildere Auffassung, und nach meiner Meinung gehört fast ein Gewaltakt dazu, die Legende von der russischen Emschleppung glaubhaft zu machen. Seit den letzten 13 Jahren hat es nur ein seuchen freies Jahr gegeben, und eigentlich hätte sich die ganze Welt gegen uns verwahren müssen, was ich mit Hin- weis auf die Zweischneidigkeit solcher Maßregel wie die eines Einfuhrverbots doch wohl hervorheben möchte. Lange war es ein Siaatedogma, in Holland sei die Lungenscuche zu Hause. J:tzt ist Holland seuchenfrei und wir haben unseren eigenen Seuchenbeerd in Sachsen. Ich muß auch die Schwierigkeiten h rvorheben, welche sich in Oberschlesien dem Import gegen- überstellen, weit über das billige Maß hinaus, und ich er- innere besonders an die Verhältnisse in Steinbruch. Ich meine, die Regierung müßte mit derselben Strenge im In- lande wie an der Grenze gegen die Seuche vorgehen. Ich komme noch einmal auf den Rothlauf zurück. Man hat vor einiger Zeit ein Veterinärgesetz geplant, aber aus Guinden, die ich erfahren möchte, ist die Vorlage liegen geblieben. Wir haben die Vorstellung, daß eine Zärtlichkeit gegen die Agrarier, zu deren eigenem Schaden, die Regierung zu dem Einfuhrverbote hat schreiten lassen, denn diesen Herren liegt natürlich daran, ihre Produkte möglichst hoch zu verwerthen. Die gegenwärtige Fleischtheuerung ist eine Kalamität, die be° ! anders die Arbeiter trifft, und ich meine, daß mit Rückficht auf »eren Lage die Regierung sich weniger bemüht zeigen sollte, den Agrariern angenehm zu sein. SlaatSminister v. Kötticher: Ich muß das hohe HauS dringend bitten, den Antrag des Herm Barth abzulehnen. Dem Einfuhrverbote liegen nicht, wie der Herr Vorredner behauptete, agrarische Tendenzen zu Grunde, sondern nur das psslchtgemäße Bemühen der Regierung, den einheimischen Vieh« stand zu schützen. Der Herr Vorredner hat sich nicht auf das Einfuhroeibot gegen Dänemark beschränkt, sondern ist auch auf das rm Juli erlassene Verbot gegenüber unseren östlichen Nachbarn zu sprechen gekommen. Ich habe mich bereite bei der ersten EtatSberathung über die Gründe verbreitet, welche uns ver- anlaßten. Seiner Majestät dem Kaiser den Erlaß zur Unter- zeichnung vorzulegen. Wir müssen Zufuhren aus dem ver- feuchten Auslande von uns ausschließen. Der Herr Vorredner hat die Steinbrucher Anstalt gestreift. Die dort bestehenden Einrichtungen sind in der That so ausgezeichnet, daß die Ver- günstigungen, welche wir für die Schweineeinfuhr gewährt haben, sich nur auf Steinbrucher Schweine bezogen. Ich muß aber darauf hinweisen, daß die Gefahr in diesem Moment un- verändert dieselbe ist, wie im Juli zur Zeit des Erlasses des Verbots. Wir verfolgen sorgfältig den Gang der Seuche und erhalten fortlaufend Nachricht, wre sich seit Juni die Seuche in Oesterreich-Ungarn verbreitet hat. Nach diesen Nachweisungen waren im Juni in Oesterreich 414 Gemeinden verseucht, im Monat Oktober 2014 und bis zum 7. November noch immer 1893 Gemstnden. Aehnlich ist der Zustand in Ungarn. Am 1. April dieses Jahres waren 41 Ge- mein den verseucht, am S. November 1208. Daß eine große Gefahr für uns darin liegt, scheint außer allem Zweifel. Auch in der Steinbrucher Anstalt rst vor Kurzem die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen! ich zweifle jedoch nicht, daß man ihrer dort in Kurzem Herr werden wird. Aber beim Antrage Barth handelt es sich ja nicht nur um die Emschlep- fiung auS dem Osten, auch nicht um die Maul- und Klauen- euche, sondern um ein im Jahre 1887 erlassenes Verbot der Einsuhr von Schweinen aus Dänemark gegenüber einer dort herrschenden Krankheit, welche der amerikanischen Hogcholera gleich ist. Der Herr Vorredner irrt, wenn er meint, daß eine ltebertragung dieser Seuche ausgeschlossen sei, weil dieselbe er- loschen sei. Noch im September und Oktober find in Seeland, wie der dänische Minister des Innern im Folksthing angab, Fälle dieser Schweineseuche vorgekommen. So lange die Seuche nicht ganz erloschen ist, können wir unsere Grenzen nicht öffnen, denn öle Opfer der Seuche find kolossale, und wir können es nicht verantworten, Deutschlands Grenzen einer Krankheit zu öffnen, von welcher eine Schädigung des nationalen Wohlstandes mu Sicherheit zu erwarten ist. Amerikanischen Berichten aus den südlichen und westlichen Staaten der Union entnehme ich fol- gende Zahlen: Die Verluste in Folge der Hogcholera betrugen im Jahre 1373 20 Millionen Dollars, 1882 13i Millionen, 1884 20 und 1885 25 bis 30 Millionen. Und wenn man die Verluste prozentualrter berechnet, so era-ebt sich für Missouri ein Verlust von 30 pCt. des ganzen Bestandes, für Kentucky 20 pCt., für Indiana 13 pCt., für Georgia 10 pCt. und für Ohio 7 pCt. Angesichts dtefer Zahlen könnten wir die Auf- Hebung des Einsuhrverbots nur dann verantworten, wenn der Nachweis erbracht wäre, daß durch das Einfuhrverbot die deutsche W-rihschaft in einem Maße geschädigt würde, welches ganz außer V.-rhältniß zum Nutzen des Verbots stände. Eine Preissteigerung des Fleisches hat in den letzten Monaten allerdings stattgefunden. Ich glaube kaum, daß irgend Jemand ein Interesse daran hat. die nothwendigen Lebensmitteln zu vertheuern(Ruf links: O ja!), und die Klagen über die Vertheuerung herrschen doch nicht allem in Arbeiter-, sondern ebenso gut in unfern Kreisen. Allein es fragt sich, wie wir dieser Theuerung begegnen und ihre wirth- fchastlichen Folgen beseitigen können. Die Steigerung der Preise hat nicht in Deutschland stattgefunden, in Paris, London und Amsterdam find die Preise seit dem April, d. h. vor Er- laß de« gegen den Osten gerichteten Verbotes, bis zum August — also nach diesem Verbot— stärker gestiegen, als in Berlin. Amerikanischer Schinken kostete in London im April 62 bis 66, im August 70—74, dänischer Speck im April 47-53, im August 65—71. In Paris kostete das Pfund Fettschweine 1—1,18 im April, im August 1,38—1.64. Da« Kilogramm Schweinefleisch kostete in Amsterdam im April 0,36— 0 40, im August 0,47-0,53. In Berlin kostete Schweinefleisch im Avril 33 bis 43, im August 53 bis 60 M. für das Pfund Lebendgewicht mit 20 pCt. Abzug. Keineswegs ist also das Einfuhrverbot die alleinige Ursache der Preissteigerung. So bektogenSwerth eine große Steigerung der Fleischpreis- an sich sein mag, und so wünschenswerth niedrige Preise im Jateresse unserer Arbeiter erscheinen, so kann ich doch auch in der Höhe der Fleischpreise kein besonderes Unglück er» blicken, sobald die Löhne der Arbeiter derartige sind, daß diese Preise bezahlt werden können, erst im andern Falle könnte von einem Nothstand gesprochen werden, und eS wäre Abhilfe nöthig. Nun ist von verschtedenen Seiten behauptet worden. Deutsch« land könne auf den Import von Schweinen nicht verzichten. Demgegenüber möchte ich darauf hinweisen, daß beispielsweise im vorigen Jahre die Ausfuhr die Einfuhr nickt unerheblich überstreg-n hat, denn es wurden im Jabre 1888 eingeführt 292 000 Schweme, ausgeführt dagegen 365 000. Deutschland ist also wohl im Stande, für seinen Schweinebedarf selbst»u ! argen. Es ist ja auch der Ersatz der Schweme ein sehr eichler, die Vermehrung für em weibliches Schwein um 16—20 Stück pro Jahr ist keine Seltenheit. Wenn der Bezug für die Händler zur Zeit unbequem ist, so bin ich überzeugt, daß die deutsche Lanbwirthschaft bald für einen Ersatz für die verlorenen Quellen sorgen wird, so daß auch die Schweine wieder werden billiger werden. Die wirthschaftliche Seite der Sache war aber bei dem Einfuhrverbot für die oerbündetm Regierungen nicht die maßgebende, da« hauptsächliche Molio war vielmehr, unserem Viehstande einen wirksamen Schutz zu ge- währen. So lange die Schweinekcankheit in Dänemark nicht völlig erloschen ist, können wir auch zu einer Aufhebung de« Einfuhrverbots nicht rathen. Dasselbe ,st wohl überlegt erlassen, und es ist nichts geschehen, was die bei seinem Ei laß geltend Sewesenen Gründe hätte erschüttern können. Ich bitte das ohe Haus dringend, uns in dem B- streben, unseren Viehstand zu schützen, helfen und den Antrag Barth ablehnen zu wollen. (Beifall.) Abg. Grub(natlib.): Bei einer genauen Prüfung der in Rede stehenden Frage komme ich zu ernem anderen Resultat, als Herr Dr. Barth. Im Jabre 1887 wurde infolge der zuerst in Schweden, von da nach Dänemark importirten Schweine- seuche das Einfuhrverbot gegen Dänemark erlassen. Im Jahre 1388 erlosch die Seuche in Dänemark in ihrer großen Ausdehnung; einzelne Seuchenherde aber blieben bestehen, und deshalb dürfen wir an eine Aufhebung des Verbots nicht denken, ebenso wenig wie Dänemark das Einfuhrverbot gegen Schweine ausgehoben hat. Bei Annahme des Antrages würde eine Verbilligung des Fleische« wohl nicht eintreten, wohl aber würde die Ansteckungsgefahr eine immens große werden. In Süd- und Miitel-Deurschland giebt e« kaum emen Tagelöhner, der nicht ein oder mehrere Schweine hält. In der Für- sorge für den kleinen Mann stimmen wir alle hier überein, deshalb muß auch in dieser Frage da« Interesse einiger weniger Industriellen dem allgemeinen Volkswohl nachstehen. Ich bitte um Ablehnung des Antrages, denn das Einfuhrverbot ist zur Erhaltung uni-res ViehstandeS nothwendig.(Bravo! rechts.) Abg. Krödsr(VolkSp.) führt aus, daß das Einfuhr- verbot nur den Schmuggel begünstige und dadurch die An- steckungsgefahr erhöhe. Redner empfiehlt möglichste E-leichte« »ung der Vieheinsuhr mit der Maßgabe, daß jedes Stück Vieh, um möglichen Gefahren vorzubeugen, ein Gesundheitsattest ausgestellt erhalte. Der Abo. MedsKy(natl.) bringt den Antrag ein: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, die Erlaubniß zur Einfuhr lebender Schweine nach Schlechihäusein des Reiches in möglichst umfassender Werse zu er- theilen. Abg. Graf o. Mirbach(dkons.): Wir habm in meiner Heimath dies Jahr eine Mißernte zu verzeichnen, nur die be- sonderen Preise hoben manchen armen Mann darüber hinweg geholfen. Vor Jahren schon hat der landwirlhschaftiiche Zentralverein für-Liithauen und Masuren für ein gänzliches Einfuhrverbot Rußland gegenüber petitionirt. Ich möchte um möglichste Äufrechterhaltung der Grenzsperre bitten. Mit Herrn Virchow stimme ich in seinem Wunsche nach besserer Prophylaxis überein, doch ist auch hierzu die Sperre näihiq. Die größere Anzahl unserer Ar- beiter gehört der Lanbwirthschaft an, und diese h.ben rm Interesse an hohen Fleisch-, namentlich Schweinepreisen, viel weniger der Großgrundbesitzer, der nur selten Schweinezucht tre.bt. Da« plötzliche Preis steigen ist durch die Spekulation veranlaßt(Zustimmung rechts) und die Preise werden auch wieder finken. Ich bitte um Äbl-Hnung des Antrags. Abg. Graf v. Hoenobroech(Zentr.): Herrn Virchow gegenüber, der die Schutzzölle mit als Grund der Fleischoer- theuerung angeführt hat, kann ich Beilviele aus dem Eldorado der Freihändler, Holland, anführen. Während im Oktober in Preußen an der holländischen Grenze Rindfleisch 65 Pfennige pro Pfund kostete, kostete-S in Holland 68 Pf.. Kalbfleisch in Preußen 60, in Holland 76 Pfennig.(Hört, hört!) Die weitere Beralhung des Gegenstandes wird auf Dienstag 1 Uhr vertagt. Schluß 5 Uhr. �HrvUrmentrmJ'tlies. . tr Herr Reichstaasadgeordnete Kulemann schreibt der„HZoss. Ztg.*:»In Nr. 538 Ihres Blattes dringen Sie die Mittheitung, daß in der Soziatistengesetz° Kommission ein Antrag von mir angenommen sei, wonach das Bei bot d-S ferneren Erscheinens erfolgen müsse, sobald innerhalb eines Jabre« das Verbot einer zweiten Nummer erfolgt. Diese Nachricht beruht auf einem Jrrihum. Auch nach meinem Antrage kann nur das Verbot erfolgen; die Abweichung meines Antrages von der Vorlage besteht nur darin, daß das Verbot des feineren Erscheinens mit demjenigen einer zweiten Nummer nicht mehr verknüpft werden darf, wenn seit dem Verbote ein Jahr verflossen ist. D r Erfolg und der Zweck meines Antrages rst deshalb nicht eine Verschär- fung, sondern im Gegentherl eine wesentliche Milderung, und wurde auch als solche von der Regierung bekämpft. Lolmlcs. 1« Kokalkommissto» veröffentlicht nachstehend die Liste der Wirthe, die ihre Lokale zu Versammlungen hergeben und bemerkt hierzu, daß dieselbe wöchenilich einmal mit event. Abänderungen abgedruckt wird, femer, daß Veröffentlichungen in Bezug auf die Lokalfrage nur von den Herren Wilhelm Wemer, Sebastianstr. 72, Amo Winter, Köpenick erstr. 126, Olto Heindorf. Langesir. 70, auszugehen habm. Alle mentuellm Unregelmäßigkeitm find an die gmanntm Herrm zu berichtm. Adler-Brauerei, Gesundbrunnen. Aktienbrauerei Moabit. Bergschloßbrauerei, Rixdorf. Beyer, Neue Grünste. 14. Bock-Ärauerei, Temprlhofer Berg. Böhmisches Brauhaus. Dönhoff, Müllerstr. 142. Bötzow's Brauerei. Bolzmann, Andreas str. 26. Bobert, Weinstr. 11. Brauerei Tivoli, Kceuzberg. Brauerei Königstadt. Brauerei FriednchShain(LipS). Brauerei Ptefferberg. »Bürgersäle*, DreSdenerstraße. Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a. Deutsches Volksthcater, Schönhauser Allee. Eiskeller-Etablissement, Caausseeltr. Fmerstein'S Salon, Alte Jakobstr. 75. Gratweil's Bierhallm, Kommandantmstr. 77/79. Gnadt, Brunnen str. 38. Gottschalk(früher Hut), Badstraße, Gesundbrunnen. Gründer'S Salon, Schwerinstr. 13. Habel's Brauerei, Bergmann str. 5—7. Heise, Lichtmbergerstr. 21. Heydrich's Säle, Bmthstr. 18/21. Jndustrie-Hallen, Manannmstr. 31/32. Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28. Königshof, Bülowstraße. Klein s Festsäle, Oranimstr. 180. KönigSbank, Gr. Frankfurter str. 117. Kmger, Hoch str. 32a. K-üger'« Salon, Wasserthorstr. 68. Mündt, Köpnick-rstr. 100. Norddeulsche Brauerei, Chausseestr. 58. Orschel, Sebastianstr. 39. Pohl, Müllerstr. Renz' Salon, Naunynstr. 27. Rmnefahrt'S Salon, Dmnewitzstr. 13. Reyer, Alte Jakobstraße 83. Roll, Adalberlstr. 21. Sahm's Klubhaus, Annmstr. 16. Sanssouci, Kottbuserstr. 4(20 M.). «cheffer'S Salon, Jnselstr. 10. Schloßbrauerei Schöneberg. Schneider, Belforterstr. 15. Schröder, Müllerstr. 178(Weddingpark). Schweizergarten, Am Konig'Ihor. Silber'Z Salon, Schwedterstr. 24. Süd-Ost, Waldemarstr. 75. Nmstädtischer Volksgarten, Proskauerstraße. Unionsbrauerei Hasmhaide. Vereinsbrauerei(R>xdorf). Viktoriabrauerei, Lützowstraße. Weimann's Volksaartm Gesundbrunnen. Wen dt, Dresden erstr. 116. Wollschläger, Blumen str. 78. Wohlhaupt, Manteuffelstr. 9. Zarter, Münzstr. 11. Las Koqkottireu isi für gewöhnlich dem biederen bürger einer der furchtbarsten Greuel ur d nach seiner r111 Ueberzeugung ganz direkt auf den bekannten»Ümstuy � richtet. Schade nur, daß der höchste Gerichtshof gleiche Ansicht gewonnen hat, sondern schon lange vor deij� ehe die Berliner Arbeiterschaft fich zu diesen Schlitten sah, da« Boykottiren für zulässig erklärte. Wir wollen°. '"'■'' nug geschMZ Maßregel heute nicht weiter, als es oft genug rechlferligm, sondern nur zeigm, wie merkwürdig verseh'� dieselbe beurtheilt wird, je nachdem sie von den Arbeitert von den Herren Jnnungsmeistern ausgeht. Beachten einiger Zeit die Blätter folgende Nachricht: Einem hier wohnhaften Barbier und Heilgehilfen w dem Vorstande der Berliner Barbier-Jnnung die AuF'y in die Innung verwergert worden, weil er»den.."'"L,, Innung beschlossenen Preis von 35 Pfennigen f«* schneiden am Sonntag* nicht anerkannt hat. Der von,"� um cjuimiug mmi unmauni hat. jy«-""L, Ausschließung Betroffene wandte fich an da« königliche rrrrl QT-ifrem««Ii-»»-*«<*<&>*«*•«»km rtl»" j feinen Stiefsohn fernerhin als er, in »nachdem ihm als> Präsidium mit der Anfrage, ob strastem Bürger die Aufnahme worden, berechtigt sei, seinen Sl �. in seinem Geschäft zu beschäftigen.* Diese der königlichen Behörde an die Gewerbeb eputation d-�Jnnilngvtr� Anfrage � p gistratß als zuständige Behörde gelangt, welche sich s«"�* der Angelegenheit, we'che von giundfätzlich eingreifend«»' teresse ist, zu beschätngm habm wird. j Was aus der Sache gewordm sein mag, ist biSh»� nicht an die Ocffmtl-chkeit gelangt. Die Sache selbst � � für da« Boykotmm einigermaßen von Bedeutung, angesichts dieser Haltung der JnnungSmeister noch zweifeln, daß gewisse Herren herzlich gem boykottiren �«ö wenn— sie nur könnten? Ader fieilich, der gute allein thut s nicht. Wohl aber liegt tüc die Arbeiter die 9V|S in diesem Falle verlockmo genug: Wie wär'S denn, � einmal die Berliner Arb.iterschast die Lösung der bicr worfmen Frage praktisch in die Hand nähme? Die�� JnnungSmeister verlangm für das Haarschncidm am 35 Pfennige, also einen Aufschlag von 40 Prozmt. Mü � js PieiSaufschlaze werten fast nur die Arbeiter gettoffin,. ßß der Woche keine Zeit und vielleicht auch oit gmug kti» p Siobm, die noihwendige Aibeit an ihrem Haar oortrt�jit äffen. Wie denn nun, Ihr Herrm JnnungSmeister, � Berliner A-keiter beschlössen, in Zukunft nur solchen ihre Kundschaft zuzuwen im, jeache� auch an Sonntaö�» nirdrigereu Preis nehmen? Wie schnell würden die zu Kreuze kriechen. Die Sache wird aber von oem A beiter von einem wescnt ich Gesichts punk-e betrachtet. Er trägt gem die kleine K ltchkeit, von seiner Zeil in der Woche so viel zu opfern, für dm Barbier braucht, um dessen Gehülfen für den frei zu lassen. Die Kundschaft, welche dem Barbier bft für dm Sonntag bleibt, wird ja wohl nicht allzu ui»I? sein und es zuiassm, daß Gehülfen und Lehrlinge»o bisher einen freien Sonntag haben. Sollte indessen Hoffnung getäuscht werden, sollten die Gehülken und der Barbiere nah wie vor auch Sonntags an die Arbeit» z, bleiben und sollte danach die ganze JnnungSbestreb»" z«! lediglich als ein Vorgehen charakiensirm, i-um. a SonntagSarbeit einen größeren Piofit für die P-inzipale herau-zuschlagm, so könnte eS. lf' leicht geschehen, daß die Berliner Arbeiter in ei» M w-gung eint: et m, um solch.m Eigennutz zu begegnen- � läufig liegt dazu ein zwingender Grund nicht vor; k»?'- st» aber Herautstellen, so mögen die Herren Prinzipale nniK/, st die Arbeiter prompt am Plötze sein werdm. Mögen Herren Jnnungs-Bardiere gewarnt sein, damit nicht... sie selber füc den höh ren SonntagSpreiS mit sanrt' Innung tue— allein B irdiertm sind. Im Gastmirthsgemerbe gehen zur Zeit reckt Aente.ungm vor fich, welche praktisch natürlich die z# selbst am mcrstm berühren» aber gerade ntnerhStv Stande« selbst anscheinend am wenigstm begriffen ff bandelt fich dabei sowohl um Vorgänge von po!lt>i%!j/ dcuiung, als um wirthschaftliche Veränderungen. Das st präfidium hat der kiesigen Gastwirihs-nnung neucrS'�«« Vvirech'.e aus§ 100k der Gewerdeordnung verliehen- M hoben künftig auch die nicht der Innung angehöog��Sf wirthe, sofern sie einen Gehilfen beschäftigen, zu für die gemeinnützigen Einnchiungm der Innung ,z Zu diesen gemeinnützigen Ewrichtunam wird insbesi>n »JnnungS-Zmung* gerechnet; die Innung leistet st dm Lux-r« eines tigmm Organs, das natürlich auß»*» Innung kein M-n ch liest und das daher mit Unterbi Ke: batet. Unter den 8000 Berliner Gastwirthm hat diesgena, v nur wenige hundert A »m ist, einen cbenwv zorgerufen; eS"L füzung, welche zu Gunsien der zählenden Innung crlassm worden wie berechtigten Widerstand hervorgerufen; es ui � Plvtest erhoben und die Entscheidung der höheren stj taufen worden. Daß man aber durch ein Uevert Willfährigkeit gegen die Posizci da« Polizeipräsidium ti so adlolulm und entschlossenen Vorgehen selbst erw», eingeladen hat, begreifen unter den Gastwirthm now t, Wenigstm Potitisch opposi wnelle Elemmie wurden� d Vereinigungen der Gastwir he hmouSgegrault, gem> u" in ihren berechligssm Jmeressm geschützt; da einer für viele, sozialdemokratische Gaftwirihe trnffrt'j i" j B-Handlurg seitens der GaiinrnthSvereine noch zählen.»Wir traben keine Potuik und sind ebens?.. wie die Innung*, rufen diese Vereine 1?'Arfäst ♦Vit Vit OiiilW'iVi/«Uliii Witft-Wifcv»»'(.'g M» sie schließen die Politik genau ebenso auS, mie.® M a vereine die Po-üik ausfch.ießm: Politik ist Wa Regierung unterstützen ist nicht Politik. Daß die lt �Veirnitm ntt �/ der Innung an chauvinistischem Patriotismus-,.p ist ganz richtig; noch eina der letzten Latartik» ,�si' � Haus* versuch!, die Innung in dieler Beziehung Und die Behörde— weiß genau, was sie dieBna u. bieten kann....(gaP*!#1 Trotz ihres politischen ServiliSmuS rechnm d» Vereinigur am auf die Unterstützung von unten, au Masse des Publikums, wenn sie dm Kampf.0efle" ntW./ Braueretm aufnehmen und fich aegm deren iMM«» M werdende Konkurrenz wehren.(U. A. hat kürzlich' Ali«, i> ihrem O« kor, cm 15 000 M. jährlichen Zuschuß willigt.) Sie nennen diese Konkurrenz„unmorau'�.�p' � nicht unmorai, scher als die moZerr.e Konkurrenz auf irgend einem anderen Gebiete. Vielmehr" .....■ t Ulfen Konkm"" Großbetrieb das Ende der schrankmlosm > Ifi : � ehe im Gaftwirthsgewe.be nitfitll chmder wirkt als wanderen «erben. Der Großbetrieb im GastwirthSzewerbe wird ander» enden, gl« die vereiniaten kleinen Gastwirlhe wünschen und iuAben. Im Großbetriebe können nun einmal die Speisen n« vorlherihasteften hergestellt werden, vorthcilhafter al» von °en klemen Reftaurateurcn und vortheilhafter als von den Pri« �"en; darum wird es gegen die Zunahme des Großbetriebs �dh> kein Stiäuben geben. Man kann mit den Personen, »elche die Entwicklung hier? wie überall zu zermalmen droht, Qfählen; in der Sache läßt sich die Er.twickelung nicht auf- Aber selbst das persönliche Mitgefühl wird vermindert, Aenn man sieht, welche Sonderun? die Gastwirlhe dcS ton- �gebenden Schlages ihrerseits im Publikum vornehmen. Wir �°uen ein Beispiel erzählen. Es zeigt sich dabei, daß von ge- ®:ntn Gaftwütben nicht bloß ein Theil des Publikums mehr «"«tet wird als der andere, sondern daß auch ein Theil des Publikums für den anderen mitbczahlt; und zwar zahlt nicht, P" es wohl vernünftig schiene, der»geachtetcre� Theil für 'w minder geachteten mit, sondern gerade umgekehrt. Die neierveosfiziere eines benachbarten Kreises veranstalteten uimch in einem Berliner Restaurant mittleren Ranges, AM Inhaber ein bekannter Rufer im Streit ist, einen »bwbschmaus. Das Gedeck kostete 1,bv M. Der Abendtisch, }u! ganzen Anzahl von Gängen bestehend, kostit aber � Wirth bedeutend mehr. Auch die Getränke, echtes Bier � Weine, brachten die Mehrausgabe nicht ein. Die Zahl der �nehmenden Personen betrug 84 und der Wnth nahm im rtopn, die Gedecke eingerechnet, noch nicht ZOOM. ein. DaS wiEte der Wirth auch vorher. Aber die Ehre, die Herren °re!erveosfiziere bei sich zu haben, war'S ihm werth und— den Mfall muß dos Tagespublikum decken. Und in anderer Form ««mi'S öfter so vor. i,.Ganz mit Sympathie und Unterstützung, her den gesell- Mstlich vortbcilh asten Betrieb! Noch auf eine Kleinigkeit i.Psul'z aber dabei an: nicht nur die Einrichtung muß die ge- �uchafilich vortheilhofieste sein, sondern der Gesellschaft muß � der Vortheil des Betriebes zu Gute kommen. z> woß-Fmer. Ein intensiver Feuerschein und gewaltige welch« sich in der Nacht zum Sonntag über den w». Berlins ausbreiteten, verkündeten veripäteten Passanten (m a iweiten Stunde den Ausbruch einer heftigen Feuers- tw, und bald rasselten auch auf die sämmtlichen Depots er- Mite Meldung»Groß Feuer" fast alle disponiblen Spritzen A' allen Richtungen der Brandstätte am Berliner Lagerhof Viehhos) in der Brunnenstraße zu. Das ungeheure m.. an, weiches von dem Humboldthain, der Brunnen-, Husfitenstraße begrenzt wird, ist von der Lagcrhof- Wstchaft an einige Hundert Geschäftsleute und Industrielle Methet, ebenso befinden sich dort»ahlreiche große Pferde- �?xag«n. Auch die Moabiter Brauerei hat daselbst ein nach I�Brurmenstraße zu belegenes fünfstöckiges ehemaliges Ma- |S?»Sebäude pachtweise erworben und in demselben eine �mei errichtet, die sich in den unteren Räumen befindet, ,,�b im dritten bis fünften Stockwerk die Malzlager ge- zH slrd; in der nächsten Nähe dieser Mälzerei, etwa 20 bis (, Schalte entfernt, liegt die Brauerei»Germania", ein be- «vJWes Schmalz- und Butterlager, sowie große Holz- und »Uwhöfe. Das Feuer, dessen EntstehunaS-Ursache bis jetzt •SPt ermittelt werden konnte, war erst sehr spat durch einen »""'Äjchziige-------------,........„..... �°nd, welcher reichliche Nahrung in den Korn-Vorrälhen fand, über das ga ze vierte und fünfte Stockwerk verbreitet sich durch den Lichtschacht bereits nach der dritten Etage »�chgefressen. Die mächtigen, zum Dach hinauSfchlazenden j�fttwUn verursachten gefahrdrohende«»Flugfeuer", welches rj' Allem unsere Löschmannschaften zum Schutze der um« »mh fn Gebäude veranlaßt?.— Der Angriff gegen die brcn- WT Mälzerei geschah nunmehr von allen Seiten und bald svm. Schläuche dreier Dampf- und zweier Handdruck- ihre Strahlen in das entfesselte Element, wodurch es tu,?, ständiger angestrengter Thätigkcit gelang, den Brand Üik■ IP1 eigentlichen Hcerd zu deschränken. Die vollständige i�.�brückung des Brande« zog sich bis gegen*8 Uhr Sonn- -Norgen hin, während die AufräumungSarbciten noch im � Vormittag« fortgesetzt wurden. Die beiden obersten s-fiii' ke sind vollständig ausgebrannt bis auf die Um- t��gsmaucrn; der angenchtete Schaden ist ein ganz bedeu« tLfS, Md partipiziren an demselben mehrere Versicherung;- ''Masten. schrecklicher ZlnglLckofaU ereignete sich vorgestern �Wittag in der Rosenthaler-Skaße' Der Hausdiener tzyWtm, tjn Familienvater, fuhr mit einem Handwagen die zMsthaler- Straße entlang, als plötzlich ein von dem Kutscher geführter Bierwagen an ihm vorbeifuhr. Der Bier- M wurde bei Seite geschleudert und Augustin erhielt einen irack ��stigen Schlag gegen Brust und Leib, daß er zusammen- und augenblicklich verschied. Der Kutscher Richter, siiifcK 0,(1,1 die Schuld an dim Unglück beimißt, wurde gestern rj � der königl. SiaatSanwaltschast vorgeführt. Der verstorbene ' keinerlei äußere Verletzungen. Mieder ein Defraudant. In dem Wienstruck'schen »„»x �lleschäst find kürzlich sehr umfangreiche Unterschlagungen W.» n,0;b'n, die der ungetreue Kasfirer Hartwig seit 3fit sich hat zu Sckulden kommen lassen. Dieselben 0 Höhe von 22 COO Mark«rreichen.— Hartwig, ein Uli- k 00 Ende der Zwanziger, hat auf großem Fuße ge- ityyj X** Aufwand, den er trieb, stand mit seinem Gehalt von »>m.� in keinem Verhältniß. BerspieSweise hatte er nicht — 21 Anzüge. Besonders inleresfirte er sich für «a-. /�kunste, und er soll für Zauberapparate Unsummen GeloeS 0 hoben. Der Deftaudant befindet sich bereits hinter Ä,und Riegel. «»w A0' Fahrt auf Tod und Lebe« machte in der Nacht "■ zum Sonntag der in der Freienwalderstraße »Nh Droschkenkutscher K. K. hatte Nachtdroschke gefahren Nech sich gegen 2 Uhr Morgens auf dem Nachhausewege der«n-.uer Wohnung, dabei die Brunnenstraße passirend. In WimJ�.hvr Rügenerftraße wurde das vor die Droschke ge« F'viiiiiu plötzlich scheu und raste in wildem Galopp «chl�/'P.Stiaße entlang, da« Fuhrwerk nach rechts und link« lchah s?" und nur rmt Mühe vermochte K., der jede Herr- Uten?? das Pferd verloren, sich auf dem Fuhrwerk zu vtetij' �as Pferd durchraste nun die menschenleere Bad- und &>e zj'assvße, bis in der Bellnmannstraße da« Gefährt gegen „Abschwelle geschleudert wurde, wodurch K. vom Bock «v besinnungslos auf dem Fahrdamm liegen blieb. �hauk».'ssulrn später hielt die führerlose Droschke vor der ll.de« K. in der Freienwalderstraße und mehrere >[ rtMl bfn"nDcncen Straßen abgesucht und man fand... ? � iwmer bewustlos und stark blutend an der M1* K. in der Freienwalderstrabe und da mehrere r Dtof*, 8 Hauses, vor der Thür stehend, das Herannahen h�'dem� �hue K/ gewahrten,/ vcimuthete man mit Recht, �hat�siaß'nde ein Unfall palfirt se«. Sofort wurden nun '" in der !.>d.- I.�den«-rwunveie wurve zu rrnrn.... v"»».v->—•»- vÄ'' Und ll'schafft. welcher sofort einen Nolhverband an- »laß� die Ueberführung des K. nach seiner Wohnung ver- „°.nd�A0ten"Eck7"der"SiMlmr-"und'" Bcllcrmannstroße »/adey Verwundete wurde zu einem in der Nahe woh- '!!>«„■ rtM geftfioff». melier tnfrtr» einen Notbverband an- berlun» Folralkommissto» in Kirdorf geht uns dre ß t.ss iu, daß der Restaurateur Troll, Knesebeck- I war.i �okal zu Vcrsomm'.ungen verweigert. Herrn sr' bis e"U' Beden kfrift bis vorigen Donnerstag, die schließ- *.«!* Troll»k 8 ausgedehnt wurde, gestattet worden. De 'U- daß kein Lebenszeichen von sich gab, so ist anzu N... zu Versomm'.ungen verweigert. Herrn " vorigen Donnerstag, die schb wurde, gestattet worden. Da ..chen von sich ga vr auf den Besuch der Arbeiter verzichtet. Polizei-Kericht. Am 16. d. M. Vormittags wurde der Maurerpolier Gert in der Portierloge de« im Neubau befind» lichen Haus.s Friedrichstraße Nr. 236 bewußtlos mst sta k ver- branntem linken Arm aufgefunden und nach der Charilee ge- bracht. Gerl hatte sich etwa\ Stunden vorher zur Erledigung schriftlicher Arbeiten in diesen Raum begeben und daselbst zur Erwärmung einen Topf mit glühenden Holzkohlen aufgestellt. Durch den Dunst betäubt, scheint er vom Sruhle auf die Koh- len gefallen zu sein, so daß er am Arm bedeutende Brand- wunden erlitt.— An demselben Tage Abend« fuhr ein schwerer Bierwagen mit einem Handwagen vor dem Hause Rosenthalerstraße Nr. 21 derartig zusammen, daß die Scheer- bäume des Handwagens, zwischen welchen sich der Führer des- selben defand, mit solcher Gewalt gegen seine Brust schluzen, daß er sofort besinnungslos niederstüizte und nach kurzer Zeit starb.— In der Nacht zum 17. d. M. brach in der Mälzerei der Aktienbrauerei Moabit(früher Arcnd) auf dem Berliner Lagerhofe ein größerer Brand aus, durch welchen der Dachstuhl zerstört wurde. Tie Feuerwehr löschte das Feuer nach Verlauf von zwei Stunden.— Am 17. d. M. Vormittag wurde da» Pferd einer vor dem Hause Louisenstraße 17 stehenden Droschke scheu und lief nach dem Neuen Thor zu. Als ein Mann dem Pferde in die Zügel zu fallen versuchte, wurde er von demselb-n zu Boden ger ssen und überfahren, so daß er eine schwere Quetschung des Ober« schenkels erlitt.— Abends schlug der Maurer Hoppe auf dem Hofe dcS Grundstücks Müllerstr. 130 einem Stellmacher, mit welchem er vorher in der Schankwirthschaft von Thielsch, Müllerstraße 53 A, in Streit gerathen war, mit einem Beil aus den Kopf und brachte demselben dadurch eine bedeutende Ver- letzung bei.— In der Nacht zum 18. d. M. wurde ein obdach- loser Arbeiter vor dem Grundstück Schönhauser Allee 115 mit mehreren Messerstichen in der Schulter aufgefunden und nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. Seinen Angaben zufolge ist er von mehreren Personen überfallen und mit dem Messer gestochen worden.— Zu derselben Zeit fanden in der Wienerstr. 21 und Leipzigerstr. 13 S kleinere Brände statt, welche von der Feuerwehr gelöscht wurden. Tlrentev. x. Dritte Zluffuliruug drr„Freien KSHne". Diesen Sonntag erschienen Geivenster, aber nickt die Josen'schen, auf der.Freien Bühne". Die„Henriette Marcschal" der beiden Brüder Goncourt ward au« wohlverdientem Todtenschlafe wieder an'« Tageslicht heraufbeschworen. Jedes Bemühen, einen Lebensfunlen in diesem abgestorbenen Körper zu ent- zünden, blieb vergeblich. Wie leichenblaß nahmen sich all« die Theaterpuvpen aus, wenn man sie mit den lebensvollen Ge- stalten Jdsen'S und Havptmann'S verglich, die wir an den ersten beiden Schaulpieltagen auf eben dieser Bühne hatten sprechen und handeln sehen! Die Brüder Goncourt, die sich als Väter der unglücklichen „Henriette Marefchai" bekennen, erfreuen sich im übrigen eines durchaus guten Rufes. Ja, sie gelten in engeren Kreisen sogar als die ersten und energischsten Vorkämpfer des Realismus, und selbst Zola fühtte sie seiner Zeit als die Meister der moderrrcn literarischen Schule an. Ihr berühmtester Roman Germinie Laccrteur behandelt die traurige Liebesgeschichte eines armen Dienstmädchens und zeugt von großem Wahrheilssinn, tief eindringender Beobachtung und energischer Darsttllunge- kraft, kurz von all den guten Eigenschaften, welche ihrer„Henriette Mareschal" so völlig abgehen. Von dem Ansang de« eisten Aktes abgesehen, der in einigen kecken Zügen�daS Kokottentreiben eines großen Pariser Maskenballes ohne Schmink« darstellt, leidet alles Uebrige an unglaublichster Unwahrheit. Nirgends dringt ein erfrischender Hauch wirklichen Lebens in diese sentimen'al-srivole Theaterwelt herern, die wie ein Spuk an uns vorüberzieht. Die Gesell- fchast, welche sich in dieser Welt bewegt, ist die gewöhnliche der französischen Komödie. Natürlich fehlt auch nicht die un- verstandene große Dame, die sich an der Seite ihres angetrauten Herrn Gemahls zum Sterben langweilt, der Abwechselung wegen einen Liebhaber wünscht und— ihn findet. Das Unglück will aber, daß sich ihre Tochter Henriette, nach welcher das Stück getauft ist, in denselben unausstehlichen jungen Menschen verliebt. Mitten in ihrem gewohnheitsmäßigen Ehebruch erfährt Frau Ma.vschal von dieser Neigung und nun beginnt die Apotheose. Ihren Mann zu betrügen, da« hat die gnädige Frau mit leichter Mühe über das Herz gebracht, aber der Verliebtheit der Fräulein Tochter im Wege»u stehen, nein das wäre zu arauiam! Frau Mare-chal die Gemahlin brach die Ehe, Frau Mareschal die Mutler sagt sich vom Ehebruch los; in liebenswürdiger Rücksichtnahme auf das Rührungsbedürfniß des Theaterpub.ikumS— verzichtet sie. Der junge Mensch, auf den verzichtet werden soll, ist aber damit erklärlicher Weise höchst unzufrieden. Sobald er die Absage erhalten, dringt er in das Zimmer feiner Geliebten, spricht eine große Reihe sehr leidenschaftlicher und großer Worte, bittet und beschwört, die es auf einmal an der Thüre pocht. Das ist natürlich Herr Marcschal, der als richtiger Theatergatte die Mission bat, zu guterletzt die Frau Gemahlin bei einem St lldichein zu überraschen, und der zur Erhöhung de« Eff-kleS gleich eine geladene Pistole mitb ingt. Fräulein Henriette, welche, wie schon erwähnt, den Liebhaber ihrer Mutter gleich- falls liebte, kommt aus einem Nrbenraume hereingestürzt, be- greift die Situation, verbirgt den jungen Menschen und löscht die Lampen aus. Da weicht endlich das Schloß, an dem Herr Mareschal fo lange gezerrt hat, er hält in der Dunkelheit Hen- riette für seine ehebrecherische Frau und erschießt das arme Mädchen mit seiner Theaterpistote. Da« einzige Glück dabei ist, daß nun wenigstens der Vorhang fallen muß. Edmond de Gorcourt prophezeite 1879 dem Theater als einer Kunststätte den Untergang.„In fünfzig Iah- ren spätestens wird die Buhne zu einer groben Belustigung geworden sein und wird nichts mchr g-mein haben mit der Literatur, dem Stil, dem Sinne für das Schöne; sie wird ihren Platz einnehmen zwischen der Vorführung gelehrter Hunde und der Ausstellung von sprechenden Puppen." Haben die Herren mit ihrem Theaterstücke dieser Entwicklung vielleicht vorarbeiten wollen? Man könnte fast auf den Gedanken ver- fallen. Und hat die„Freie Bühne" durch diese Aufführung vielleicht auf die Gefahr einer solchen Entwicklung aufmerksam machen wollen? Hcffentlich geht Goncourt'« P-ophezeihung, wie die meisten andern, nicht in Erfüllung, hoffentlich kann uns die„Freie Bühne" noch mar che« ehrlich solide, tüchtig wahrhaftige Bild des Lebens auf ihren� Brettern»eigen. Die Aufführung von Shakespeare's„König Lear" mit Ludwig Barnoy in der Titelrolle hatte am Sonnabend da» „Kerlruer Theater" bis auf den letzten Platz gefüllt. Es war das erste Mal, daß Barnay uns in der Rolle de« Lear gegen- überstand, in dieser Rolle, welche die höchsten Anforderungen an den Schauspieler stellt, aber auch eine derjenigen ist, die unser Herz in seinen tiefsten Tiefen aufwühlen und so den höchsten Triumph der Schauspielkunst bedeuten. E« giebt nicht« Tragischeres als das Schicksal Lear'S. Ein mächtiger Herrscher, jähzornig, launenhaft, despotisch, wie eS nur immer ein vom Gluck verwöhntes Menschenkind sein kann, tritt er uns entgegen, um dann vor unseren Augen den bitteren Kelch de« Unglücks bis auf die Neig« zu leeren. Barnay war in der Schenkungsszerre des ersten Aktes eine wahrhaft königliche Erscheinung, der auch der wilde Zorn 6!- ausbrach bei den Motten Cordelia'S nichts von ihrer Große nahm. Es war eben die Empörung einer leidenschaftlichen, ge- wallthätigen Natur, welche niemals gelernt hat, ihren Wünschen und Leidenschaften Zwang anzuthun und die gewohnt ist,«iazig und allein ihren Willen herrschen zu sehen über sich und Andere. Mit erschreckender Gewalt trat diese wilde Leidenschaftlichkeit im zweiten Akle Goneril gegenüber zu Tage. Wie ein vom Sturme aufgewühltes Meer, das seine schäumenden Wogen mit gewaltigem Anprall dumpf grollend gegen den Strand schleudert, so ergoß sich sein Zorn über Gonenl. Eine Steigerung war nicht denkbar. Und so erschien un« auch Lear's Entrüstung Regan gegen- über matt und farblos gegenüber diesem elementaren Ausbrach. Auch in der nächilichen Szene auf der Haide, wo die Elemente sich verschworen zu heben scheinen mit den herzlosen Töchtern; wo Lear, vom Sturme gepeitscht, hllflot und elend den ent- fesselten Elementen preisgegeben, dem Wahnsinn nahe, umher- irrt: war Barnay nicht auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit, die er erst in der erschütternden, gioteSken Gerichtsszene wieder erreichte. Dann aber ging es aufwärts in gewaltiger Steigerung. Die mächtige Szene am Strande von Dover, wo der wahnfinnige König dem blinden Gloster begegnet, war geradezu überwältigend. Ein bewunderungSwüroiger Naturalismus der Darstellung vereinte sich hier mit dem femfühlizsten Verständniß des philosophischen Gehalte« dieser Szene, in welche Shakespeare, der Einzige, so viel Weisheit und tiefe Menschenkenntniß gelegt. Auch die W edererkennungSszme mit Cordelia war ein Glanzpunkt der Darstellung. Die Hilflosigkeit des Kranken, seine Weichheit und Unsicherheit, die Schüchternheit, mit welcher der nicht so Selbftgew sse seiner Umgebung begegnet; die ganze Liebenswürdigkeit dieser Natur, welche nun, da das Unglück seinen unzähmbaren Smn gebändigt, so rührend her- vortritt: nichts feh le dieser ehrwürdigen, gebrochenen Gestalt um deren Haupt der Glonenschein des Dulders schwebt. Ludwig Barnay aber kann auf diese Leistung stolz sein. E« giebt zur Zeit in Berlin keinen zweiten Schauspieler, der den Lear so spielen könnte. Der Einzige, der dies vermöchte, Josef Kainz ist zu jung, als daß er noch auf J-hre hinaus sich an diese Ausgabe wagen könnte. Sehr gut war der Kent«Kraußneck'S, fttsch und warm- herzig. Den Natten spiel!« Herr Stahl, meiner Meinung nach zu gefühlvoll. Das Gefühl sollte bei ihm— widerwillig sogar — bei seinen kecken Worten und Liedern durchbrechen, nrcht sich in vollster Absichtlichkeit geben. Herr Drach als Edmund und Frl. Baumzart als Goneril wurden mit ihren undankoaren Rollen sehr gut feitig. Die Cordelia des Frl. Hock war viel zu weinerlich. Wessen Empfinden so keusch ist, daß eSiftch durch Worte zu entweihen fürchtet, der weiß auch seinen Schm-rz mit mehr Würde zu tragen. Ganz unmöglich war Frl. Stöhr als Regan. I. Z. Man sollte glauben, es handelte sich um einen hoch- wichtigen Sensationsprozeß. so sehr drängle sich das Publikum in den Zuhörerraum der 94. Abtheilung des Schöffengerichts, als gestern daselbst die Sache„Schulze" aufgerufen wurde und dann der Angeklagte nebst seinem Vettheidizer und einer statt« lichen Anzahl Zeugen im Gefolge den Saal betiat. Es drehi« sich aber dabei um eine ganz all ägliche Hofgeschichte. Der Angeklagte, dir Handelsmann Schulze, sollte die Bizew-rthün, Frau Gliese, mit dem Verbrechen des TodtschlagS bedtoht haben. Es wurde in stundenlanger Verhandlung folgender Thalbestand sestgestcllt: Schulze hieb eine« Sonntags Morgen« auf dem Hofe Ho'.z. Die Vizewirthin untersagte ihm die« unter Hinweis auf die vom gestrengen Her" E�enihümer erlassene Hausordnung. Sckulze erklärte, die Vizewirthin habe ihm nichts zu sagen, er hieb weiter. Als e. eine Pause machte, um ein neues Stück Holz auf den Block zu legen, kam die V>zt- wirthin ibm zuvor, sie letzte sich selbst Mi. rußerordentlicher Gr- schwindigkett auf den Block, den Sitz total bedeckend. So sagte sie triumphirend,„nun hauen Sie mal zu!" Schufte maß dre vor ihm Sitzende mit grimmen Blicken. Gehen Sie weg, oder ich haue zu!" rief er wobei c. b», in der erhobenen Rechten schwang. Frau Wiese blieb sitzen und Schulze hieb nicht zu.— Auf die Denunziation der Frau Gliele hin, wurde gegen Schufte An- klage wegen Bedrohung erhoben. Nachdem in dieser'Sache zehn Eide geleistet worden waren, der Staatsanwalt tür Schuldig und der Vertheidiger für Nichischuldig plaidirt hatte, erkannte der Gerichtshof unter athemlofer Spannung der Zu- Hörerschaft dahin, daß Herr Schulz: freizusprechen sei. Da Frau Gliese ruhig auf dem Block sitzen gebliebed sei, so habe sie sich vor der Drohung, die überhaupt nicht ernst gemeint gewesen, auch nicht gefürchtet. Sszittls Meberstchk. Aufruf an alte in Kuchbiudereieu, Albuin-, Karton- und Kedrrwaa enfabriken, sowie verwanvten Belneden be- schäftlgten Aibeitcr. Arbeiter! Kollegen! Wie Ihr wißt, ist in einer öffentlichen Versammlung beschlossen worden, im nächsten Jahre in eine Bewegung behufs Verkürzung der Arbeitszeit auf 9 Stunden einzutreten, um durch eine kürrere Arbeitezeit eine materielle und geistige Besserstellung der Ar- bester unsere« Gewerks zu erzielen. Zu diesim Zwecke wurde eine Kommission, bestehend aus 15 Arbeitern der verschiedercir Branchen des Gewerks, gewählt. In Erwägung, daß vor allen Dingen eine gefüllte Kasse vorhanden sein muß, um zu unserem Ziele zu gelangen, hat die Kommission Ouittungtkarten und Maiken drucken lassen zwecks Sammlung eines Fonds. Es ist jeder Arbeiter unseres Gewerks moralisch ve, pflichtet, eine solche Kaite zu haben und die darin emzu- klebenden Marken,» 20 Pfennig, zu kaufen. Karten und Marken find in allen Versammlungen der vier bestehenden Branchenvereine, in deren Arbeitsnachweisen und bei den nach- stehenden KommissionS-Mitgliedern zu Huden; ibenso find to>t BonS a io Pf. zum Vertriebe bei anderen Gewerkschaften zu entnehmen. Die KommissionS Mitglieder sind: M. Marwitz, Naunynstr. 25; F. Feldmann, Sophienstr. 26/27, b. Leusckner; W. Tilgner. Bärwaldstr. 49; H. Wilker, Kävmckastr. 157, der West: Ä. Schubert, Brandenburgstr. 21, Hof part.; Scknabe'', Oppelnerstr. 20, Ouergeb. 2 Tr.; R. H-hn, Wendenstr. 4, 4 Tr.; R. Wunscheck, Elrsab-th-Ufer 42, Hot 3 Tr.; K.sse', Schönhauser Allee 78; C. Röhlke, Urbanftr. 52; T. Kamann, Gräfestr. 82; Ahner, Dresdener str. 124; R. Busse, Brandenburgstr. 21, bei Schmoll-: H. Greiff-nberg, Di.ffenbachstr. 28, 3 Tr.; W. Wach, Köpnickerstr. 157, 4 Tr., bei West. Für die Kommission: Der Schriftführer.— NB. Die Kommission bittet um recht rege Betherliguna an der Statistik des Fachvereins der Buchbinder, da ihr dieselbe als Material dienen soll. An» tllnedlinbnrg. 16. November, wird uns gemelbrt, daß in der Eisenhütte Thal« ein Streik ausgebrochen ist. Na« dem Telegramme handelt es sich hauptsächlich um Klempner und Melalldrucker. Zuzug ist fernzuhalten. VsrfÄtnmlttngen. Gin» groH» Uolkoverfammlnns fand unter Leitung bf« Herrn Wilschke am Donnerstag, den 10. d. M., auf Tivoli Patt. Hera Rechtsanwalt Arthur Stadthagen sprach über da« Thema: Welche« find die gesetzlichen Bestimmungen sür die Arbeit. r in der Lohnfragt?— Redner legte in klaren Zügen die Bestimmungen de« Gesetze« auseinander und empfahl, genau auf diese Bestimmungen zu acdten, denn, ob- wohl den Arbeitern nie d e Gesetze gel hrt würden, so schützt doch Unkenntnis; vor den Strafen de« Gesetzes nicht. Es find alle Sachen der Lohnfrage beim Gewerbegericht anhängig zu mackicn. Jedoch ist zu beachten, daß, wenn da« Urtheil gefällt ist, sofort Berufung einzulegen ist, und zwar binnen 10 Tagen vom Tage der mündiich.n Verkündigung de« Urtheil« an. E« findet keine schriftliche Ausfertigung und Zusendung de« Erkenntnisse« wie in anderen Klagcsachen statt. Reprälentirt der Gegenstand de« in Klage stehenden Lohne« einen Betrag unter 30 M., so ist die Rrv nonsinstanz das Amtsgericht sonst da« Landgericht. Ist die Arbeit im Akkord ausgeführt, so ge- staltet fich die Feststellung der streitigen Forderung in den meisten Fällen um so schwieriger. Redner ermahnt, recht vor- fichtig bei Abschließung von Kontrakten j« sein. Redner besprach hieraus noch die KündrgungSfnst, die aesetzlichrn Bestimmungen über die Lohnzahlung, da« KoantionSrecht und empfahl dm Beitritt zu dm Fachvereinm. Er schlofi mit den Wonm: Nützm wir da« uns noch gebliebene Recht au«." Halten Sie fest daran im G-ößtm und im Ge- ringsten.(Lebhafter Berfall). In der Ditkusfion sprachm mehrere Redner m demselben Sinne. Herr WUschke richtet an die Gewerkschaftm einen Appell, für die Organisation einzu- trrtm, dmn nur durch einmüihige« Zusammenwirken könne die jetzige Lage der Arbeiter gehobm werden und nimmt dann Ge- legenheit, die Akkord. Maurerei zu verurtheilm. Der Refermt ermobnt noch in seinem Schlußwort, mergisch für die kommm- den Reichetagswahlm zu agitirenfcldann wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die intemationale Sozial- demokcatie gefchlossm. I« einer Kommuual-Wählerversammlung der Knrgerpartei de« 11. Kommunalwahldezirk«, die am Freitag Abend m der Bockvrauerei tagte, und in welcher der Dr. Jim-r seinen RrchenschaftSbericht erstattete, verlangte Herr Fr. Zubril das Wort, nachdem der Refermt gesprochm hatte. Der Vorsttzende eriherlte ihm aber da« Wort nicht, er wäre doch der Kandidat der Sozialdemokratm und hier dürften nur solche Leute sprechen, welche auf dem Boden der Bürgerpartei stehm. Hieran schloß er noch die naive Frage, ob Herr Zubeil etwa die Kandidatur des Dr. Inner unterstützm wolle. Dagegm verwahrte fich natürlich unser Kandidat und erhielt da« Wort nicht. Es meldete fich jetzt Retzerau zum Wort. Der Vor- fitzende fragte auch ihn, ob er auf dem Boden der Bürger- Partei stehe, worauf R-tzerau antwortete, da« werde seine Rede zeigen; er sei Bürger von Berlin und Wähler de« 11. Be- züks und weide wohl da« Recht habm, an demVerhaltm des jetzigm Vertreters eine Kritik zu üben.(Rufe: Nein! Raus!) Vorfitzender: Ich frage Sie, ob Sie für die Büraerparlei ein- trrten werden?— Retzerau: Gegm meine Ueberzeugung we�de ich nicht handeln.— Vorfitzmder: Dann gestatte ich Ihnen das Wort nicht weiter!— Retzerau: Die« ist eine Vergewaltigung der Wähler des Bezirks!— Vorfitzmder: Ich rufe Sie zur Ordnung!— Von Ihrer Seite zur Ordnung gerufen zu werden, kann uns nur stolz machen!(Rufe: Raus!) — Die Bürgcrpartn er ballten die Fäuste und erhoben fich von dm Sitzm, hatten aber doch nicht dm Muth, handgreiflich zu werdm. Die Arbeiter hielten es unter ihrer Würde, in erner solchen Versammlung sich noch länger aufzuhalten, und ver- ließen dm Saal. «ine Versammlung der.Freie« Vereinigung der Kaufteute" sand am 5. d. MtS. im Dresdener Garten, am 14. d. M'S. eine solche im Lokale des Hum Gnadt statt. In ersterer sprach Herr Dr. Wille über:.Der Kampf umS Dosein in der Volkswrrthschast", an welchen Vortrag fich eine recht lebhafte Diskussion anschloß. Es wurde femer in dieser Ver- sammlung Herr Julius Türk, Jüdmstr. 4t>, zum erftm Vor- sttzmdm gewählt, die Herrm Miecker und Rosenthal zu Kassen- revisorm. Nachdem noch eine Resolution, nach welcher die Produkte von Lveser u. Wo ff, Bolle und Patzenhofer nicht konsumirt werdm follrn, angenommen wurde, endete die Ver- sammlung mit einem Hoch auf die allgemeine Arbeiter- deweoung.— In der zweiten Versammlung am 14. d. MtS. sprach Herr Bölsche über:.Die Zukunft der Erde�. Auch an diesen Vortrag schloß fich eine rege Debatte, in welcher nammt- Iich konstatirt wurde, daß Kunst und Wissenschaften nur der Kapitalistenklosse zuc anglich sind und von dieser sogar zur Ver- mrdrung ihrr« Reichthums ausgebeutet werdm, daß selbst dre Wissenschaften, die auf den höheren Lehranstalten gelehrt wer- d«n, sehr unzweckmäßige seien. Ein Antrag, daß den streiken- dm Tabakarbeitem eine Unterstützung aus der VereinSkasse zu Thei! werde, wurde angenommen. Nachdem dm Mitglredem noch dos.Berliner Volkeblatf, die.Berliner Volke- Tribüne" und die Arbeiterbibliothek empfohlm wurde, mdete die Ver- sammlung. MilitSrschueider-Vsrsammluug. Am Donnerstag, den 14. d. M. fand in Orschel'« Salon eure gut belachte Militär- schneider-Verscmmlung unter dem Vorfitz des Herrn Pfeiffer statt. Dl« Tagesordnung lautete: 1. Sind die Arbeitslöhne in d-r Militärbranche dm heutigen Verhältnissm entsprechend? 2. Eventuell Gründung eine« Verein« der Militärschneider Berlins. Herr Pfeiffer, der Referent, führte in längerer Red« den Nachweis, daß die Berliner Militärschneider dazu berechtigt find, in eine Lohnbewegung einzutieten. An der Diskussion be- theiligtm fich die Herren: Jerwin, Roloff, Avrott, Pulver, Täterow u. a. m., im Sinne des Referentm. Der zweite Punkt der TageSordnurg wurde fallen gelassm und betont, daß schon zwei OiganlsatlonSvereme in Berlin bestehen. Eine Rr- folution wurde angmommcn, die dahingeht, eine Kommission »u wählm zur Ausarbeitung eines neuen Lohntarifs und zur Besprechung der Gründung eines Militärlchneidervereins Berlm«. Folgende Herren wurden gewählt: Jerwin, Roloff, Pulver, Hertfch, Friese, Möwes, Weigelt, Zenner, Zickmroty, Göbsch, Gericke. * Z>r«i groß» Oom«««at-Mälil»r»»rsa»»«»l«ng»» am Dittitwa l»n IS. Sioma ber cr, Ndei dS 8 Uhr i ftüt de« Sio-den i in«Soll- Idialfl Salon, Gesunddrunnen. Badstraße 22 für den Süden und Eüdw'ften: in der Ui'io««brouere>, Hasmbaide Z— S, für der Osten: im Eloflnm, Land«. beiger iille 30—<1. Tag.tordnung i I Keikündung de« Wadirefultat» der am Tage flattgesundenen Etlldiiierordnelenwahlen. 2. Ditkasfton. 8. Bei. fchtedcne«. «not»«tornnmoal«pShtervarsammtung für tnn 41. und 42. Kom. munal.Wadtd.etik am Dienstag, den 19 November, Sbend« Uhr, in HuihS Salon.ftSottschalk), Badstraße 22. Tageioidnung i Vertündung de« Wahl- refultat«. «„»»»»»in der K»rti«»» Kiidha«»».«ußerordentllcke Milclieder. oersammtung am 19. d, Sdend« 9 Uhr, bei Keue, stein,«lie Iatobstrahe 75. Tageio-druna Gesliafillcki-i. WerlftaUanoeteaenbeiten und Ve.ilhtedene«. v»r»inigu»a der z>r»ch«l»r z>»«tsedla«d». Orirveiwatiung n lStockdranibe.) Milatiederveifammlnng am Di-nftaa, den 19. November, >dendi 8 Uhr. in EchefferS Eaton. Znfelftr. 10 Tagetordnung 1 tSettiäft lichei 2. Vortrag dt« Herin Dr. vruno Wille überi„.9amr>s um» Dasein in der Volkin inbfibafl". 3 Der Verlauf der«irbeirleinkellung der Eckirddorf- leb-n Fabelt 4 Verschiedene« und Fiagekasten. Susnahme neuer Muglieder. BSfte haben Zutritt Fach»»»»»« der zithog»apstieN»i»>l'chl»if»» und K»»»r»g»noI7,». Versammlung am Dienstag, den 19. November, ÄbendS 9 Uhr. bei Ze.rter, «Rürnfir 11 Tagelordnuna: 1 Vortrag de« Herrn Bölsche über Äear.ken. und ttr fallvrlichtniig der«e beiter. 2 Innere Vereintangelegenhett 3 Verschiedene«. Bäste haben Zutritt. M»»li»»r Ard«it»r-Ail»a«g«-W»»,in. Grosse öffentliche Versamm- lung am Dienstag den 19. November, Sdend» 8 llbr, in der Brauerei Friedrichtbain am Köniaithor Tagetordnung. I. Die Bel'stung der Arbeiter du ch die indirekten Steuern und deren Abbitse. Referenl; Rrichlttagiadgeord neter Sühn. 2 Diikusilon 8 Sllgemeine« und Frag'kaften Jedermann hat Zutrirt Um zahlreiche« Erscheinen wird gebeten.— Die Versammlung ist ge- nehmigt. $»«trch»» Ke»«s«id,r Wund. Mi'gliedschast Berlin. Siestaurant Weich. Sleranderstr 81. Abend« 8 Uhr. Achtung t Die zum Miltmoch. den 20 d. M in Jordan'» Salon ange- kündigte Verlammluna de» Eazialdemokrartschen Wahloerein« für den ersten Beili- er ilielchitag» Wahlk-i» kenn Umstände dal der nichl stattfinden. z>»» tzt-rba-ld»culfch»» Zimmeeteut». Fannluerbanb AchSn». b»»a und itmgtgmd, hätl am Mrtlwoch. den 20 Novenider, Sdend» 8 Uhr, im Saale der Schönederger Echlohbraueiei leine Vlitrlieder verlammluna ad Taaeiordiung: 1. Vorirag de« Kamerad Ortlandt über Janker und Bauer. 2. Ver'chiedene» und Fragekasten. Hierzu werden lö-nmlliche Kameraden Schöneteig» und Umgegend eingeladen. Neue Mitgli-der werden aus- genommen. «»»band deutrch»» M»cha„ik»r und»»»«„»dt»» gnuf«- g»n»IT>n. sZablstelle Be lin.) Mittwoch, d» 20 Novnndcr, Sdend« S!s Uhr, im Louilenstödlischen Kludhau« Snnenltraße 16. Versammlung Tag'»o-d»ung 1.«ortrag 2 Diitusston. 3 Verschiedene«. 4. Fragekasten. Gölte wirr- kommen. Ausnahme neuer Mitglieder. Um pünklliche« Erscheinen wird ersucht. KUg«m»in» Krank»«- und Ktarbekalf» d»r d««tsch»»?r»ch»l»r ». s.«».n>mlung, Mittwoch, den 20 No- vembcr Sbe- d« 8 Uhr, in Orfchel'« Salon, Sebastianstr. 39 Tageiordnung: 1 Gewe-belchledtgerichte und die Wahtbe.-echligung der Arbeiterinnen zu dem- seiden Riserrnlinl Frau Marie Greiffenberg. 2. Diekusffon. 3. Vcischieder». Dieter wichtige» Tageaordnunr wegen ist da» Erscheine» der Srdeilerinnen unbedingt noehwendig. Auch die Gegner der Frauenivahloerechrigung, speziell Herr Elad.v Dr I-rner, stnd hiermit eingeladen «rast» öffentlich» Kchnetderuerfammfung am Donnerstag, den 2l d.M., Sdend» 8lt Uhr, im grohen Saat der Norddeulichen B aueref, Shauffeeftr. 58 Tagekdrdnung: Die Nalhtaze ist der Konftkrfon»-. Mt-flä:- und Beamten. Lieferunglbranche. Referenl- Leonhard Pf iffer. Alle Kollegen. namentlich der obenbezeichneten Branchen, werden efngctnden «in» ötf»nttt>b»«ler saninil rrag aller Paestäab»»an a»n>»rk schaftlichrn K»ank»»kass»n und V»»gnüg«ns»»»»»tn»n findet am Soin.tag Vormittag il�llhr, oei Feuerstein Site Iakodilr. 75, I Tc.. stall. Tage«- ordnung-. Die Lokalfrage unter defor derer Berückstchlfgung der Pdffharmoiife und Kroll Di- Lokrlkoamisston ist ringlladen Alle Vorstände werden erfucht, dort zu fein, um die sehr wichlige Frage zum Vo.theii der Gefammlheit zum Su«lrag zu klingen. «»»«,» Se»»,»-Ab»ub. verlmkialtet von der Vereinigung dnDttA? Deul chland«. am Svnnadend, den 28. d M, in Santfvuct. Kottdufermaie» Da« rcithallige P.ogramm vrrfvrtchl einen vergnügten Abend. Blütt»«? vorher zu baden in den Zahlstellen der Bereinigung Sonnabend««.1- Reichcnbergerftrate 16 im Restaurant. Dreideneiftraße 116 bei GrünM jj Ed niag»«ormittlg» von 10 bi» XI2 Udr Lothringer straffe 67 im«Mgjj Sufferdem bei folgenden Herren r«ue, Koppenftraffe 90 Hof 8 Tr.;®lrir"- Lkalfffersttaffe 140 3 Tr., Schnitzer, Refchenbergerftraffe 168 8 Tr. Uvl pst reiche Leldeflfoung wird gebeten„ 5»» Arb,ft»»achw»i« dir«Ua»i»»a»d»tt»» befindet fich w&Z:. straffe 78 vel Wt zer. Die Sdreffenauiaabe findet leden Sdend von 8-Wjr: und Sonntag««ormfllag« von 10— Iiis Ubr. fowobl an Mitglieder wie rmn»» miiglieder unentaeidiich statt. Die» beit-vermilteiungi-Kommisfion, � «»sang-, Du»«- und a»r*Ute» V«»rin» am Dienstag Gelallt?»� .Gutenderg' Abend« 8!f Uhr lm Restaurant Ouandt, Sttalaucrstraffe«. »eiangverein.«lvengiühen' Abend« 9 Uhr im Reflauranl Hildebrandt. Prvzm straffe 97.— Schäfer tchei.Gesangverein der Elser' Abend» 9 Ubr bei und Krüger, Slalltzerstraffe 126, Gelang.— Männergelangverein.Garlrnwm Abend« 9 Uhr im Restaurant Firk. Kottbufcrstraffe 22.- Gtsaitg»-? Bouvardia' lMännerchor) Abend««X llbr im Reffauranl.Teutonia, j*; forterstraffe 15.- Männergelangverein.Etefnirelke'«dend» 9 Ubr w>«A verrrn.«.aro uoenoa v ugr lm Retlauranl DNUhote. mviemu-»-� Wt 11-12— Gesangverein.Sängerhain' Abend» 9 Uhr fm Reman� «aifer Franz Grenadfervlatz 7.- Gesangverein.Bruderherz' Uedua-itm-- Abettdi von 9ii-lllf Uhr Auwahme neuer Mftgfieder- GcsangoerwtZ� nung Moabit' Abend« Uhr Wfl«nackerftraffc 68 im Restaurant. »elangvereln.Felicfta»' Abend« 9 Uhr im Restaurant«ebelfn. Songestrat-«» - Männergefangvercin.Olompia' Abend« 9 Uhr fm Restaurant Gerth. llbr Sindenstraffe Ii« bei Poppe. Uedungistunde. Gäste stnd wlllkwOT«* Mä nergefango--.efn..Llede»frefd,sl" Abendr 8)1 Udr km Restaurant H--rke.»>�,. straffe 38—.DeulfcheLfedcrrafel' Abends 9 Uhr Oranlenftr 190.- Mänan»'� -»urnverern grov und«rtr IMänneradrheilunal Abends 84 straffe 57- Berliner Turngenofienfchalt iFünfle Männerabthcilung, llX U�r w der städttschen Turnballe, Wafferthorftr. 31.— Zurnvere« Haid« �Männer-Abtheilung) Abend« 8 Uhr. Dfeffendachstr. 60-61.-7 M..... �lenographkiivereiri Aden«» fm Rkstariraiit.Zum eisernen Kreuz', Lindenftr. 71.- Deullchcr Bercio« � scher eienographen Sdend» 82 Uhr in Randes» Restaurant Briinnenfil-�. — Verein.Rae' Abend« 84 Udr im Restaurant Eltze. Alriairdrlnenfi«- llnlerhaltungtzverein.Harmonie' Abend« 8 Udr Eisenbahnftr. S6d. ">nt von Liebe- Bergnügnngiverein.Mollig' Abend» 9 llbr im wgS Knicke GrpSftraffe 8, leden Dienstag nach dem 1. und 15- ipff- «mohron Abend« 9 Uhr im.Mlinchenei Hof Spandauerstr. u. f- Rauchklub �um Wranaef«brnd« 8 Uhr bei Herfchlcd.»dolberlst-« � Rauchklub..Portorika", Abend« 9 Udr, Manleufiel'lraffe 119 bei «autbstub.Deutsche Flagge'»beiid« 8 llbr im Restaurant Händler. maffe 11.- Rauchklub.Fried, ichsbain' Abend» 9 Ubr im RellaurantZ�Z SandSdergerftr. 116.-«auchkiud.Luftige Brüder'»dend««4"Sr, ®tot� Sürstenbergerftr. 2- Vergnügungiverein.Fröhlich«»»'- Weg 29 Groffe Gclellschafliftunde, verbunden mit Borlrägcn®�atz kommen. Eniree frei.— Tambourverein.Eedan' Sitzung Abend« Grüner Weg 9-10.- Tambouroerein..Ewigkeit macht flark", gegrünt*,! Dlrtgmt zur Zeit H Kämltng llebungistund« Abend» 9 Uhr tm Hahn. Elsasscrilr. 57. Depcslticn. (Wolff'v T»tegraph»n-Kur»a«.> � Ueber die Revolution in Blafilien liegen noch s»� Nachrtchlen vor: � Mistu» 18 November. Aus einer be-onderen O-t«�/ au« Rio de Janeiro hierher gemeldet: Die pfk"""� förderattv- R. publik werde den Namen.Vereinigte von B afilien" tragen. Die Umwälzung sei unblutig verlas' Das Karserpaar befinde fich wohl.-u, Vari», 18. November. Nach hier eingegangenen grammen aus Rio de Janeiro hat der Finanzminifter dec visocischen Regierung dem Präsidenten der Ratanalbank« Brasilien die Versicherung gegeben, daß die provisoris«��, gierung alle von der früheren Regierung eingegangenen 1 g, pflichlunaen einhalten werde. Die prov'.sorische RegierN�.jj Rio de Janeiro läßt verlautbaren, daß sie die Ordnung IL allen Mitteln aufrecht erhalten werde. Angeblich iit ci"'L- graphisches Zirkular derselben an die auswärtige,- Regl-r»?.» m Vorbereitung. Die Nachrichten aus den brafirianisch�gt vinzen seien dem neuen Stande der Dinge günstig, auch s habe fich der Republtk angeschlossen. Vrieskaflon. fr i« f AM r" i v KS» U8 1- �....... r— �____ t• r-» ©rVi" 8«l Ansragm biltcn wir die Abonnemenli-OuIlNing bcizutügen. Antworl wird nicht erldeill. G. K. IttO. Ein Miethskontrakl muß bei jed** längerunz der ursprünglichen Kontraktsdauer neu U'P1 weroen. A. V» Wenden Sie sich an einen praktischen Arzt- kroße BersliMlUß der MmMillk«-«Iii Hgiiistlrbkitkniliicfi! am Dienstag, de« 19. ds.» im„Südosten", Waldemarstr. 7». Taaes-Ordnung:. 1. Vortrag des Herrn Hiltzebpimd über:.Das Koalitionsrecht und die Aibettennnen- brwegung". 2. D skujfion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Ueber die Lohnabzüge in der Fabnk für Kunststckerei von Grünwaldt, Fliederstraße 4, resp. das Verhalten der Arbeiter den Ardeileiinnen gegenüber. 5. Verschiedenes.— Herren und Damen als Gäste habm Zutrill. Zur Deckung der Unkostm findet Telleriammlung statt. 891 Große öffentt. Str wmetz Rer sammlung »««« Wi««t»ovl>,«t»n 20, November, Abends 8 llbr, in„Rennefahrt s Salon", Dennewitzstraste Rr. 16. Taget-Ordnung: 1. Vortrag über.dm Achtstundentag". Refermt: W. Werner. 2. Gewerkschaftliches und Diskussion......., l911 Bei der Wichtigkeit des Themas wird einem recht zahlreichen Besuch entaeaengesehen. Gäste habm Zutritt und find höflichst eingeladm. D«»' Einberufep. AUemewe Arbeiterwuen- Versammlung ■ittwocb, den 20. November, Abends 8 Unr, in„Orscbel's Salon", Sebaotian-Strasso Nr, 39, Tages-Ordnung: 1. Da« Gewerbeschiedsgericht und die Wablberechligung der Arbeiterinnen zu demselben. R.fermtin: Frau Marie«reissmtzer». 2. Drskuifion. 3. Verschiedmes.(910 Dieser wichtigen Tagesordnung wegm ist das Erscheinen sammilicher Arbertermnen unbedingt noihir endig. Auch die Gegner der Frouenwohlberechtiaung, speziell der Herr Stadtv. Dr. 5hrm»r. sind biermii eingeladen. Die Einberuserin: Frau M. Greiffenberg, Dttffeubachstr. 28. Verein z. WahMg d. Merejsen d. Svkukmsvkvn. Am Dirnstag, d. 19. Novbr., Abmd« 8 Uhr, in hm C.ntra'-Festsälen, Ocanimstr. 180(Tunnel): Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Die Wtssenschast und die Arbeiter. Ref.: Ruh. BaginSki. 2. Diskussion. 3. Verschiedene« und Fragekastm. Gaste willkommm. Aufnahme neuer Mit- Der Vorstand, SrrUner Uotkotilatt" ist zu lesm im Kaffee- Lakai Kchützrnftr. 75. Ivvt AUgem. Metallarbeiterverein Kerlins«. Umgegend. Am Mittwoch, dm 20. November, Abmd« 8 Uhr, in Nmz Salon, Naunynstr. 27: Grobe Versammlung. Tagesordnung: 909 1. Vortmz des Herrn A. Schmidt. Thema: „Die Verkürzung der Arbeitszeit und die Be- deutung dcrsrlben für die Aiteiter." 2. Dr«- kusfion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Ver- schiedeneS und Fragekastm.... Gäste haben Zutritt. Um recht zadlrerchen Besind bittet Der N-rstand. Nrts-Rr«lskevkllist dnTteilikillktrfi.Lithogrlii>hti z« Kertin. Diezweite ordentlich Generalversammlung findet am 26. Nommbsr, AdendS 8 Uhr, im Saal« de« H�ndwerker-Berews, Scphrrn- straße 15, sta-t.(895 Tagesordnung: 1. ElgänzungSwahIen für den Vorstand. 2. Wahl des Neuner- Ausschusses. 3. Ver« schiedeneS. Die Generalversammlung für die Invalide«- Unterstützungs- Kasse der Steindrurtrer»tr. findet ebenfalls am Dienstag, den 26. d. MtS., Abend« präzise 8 Uhr in demsetbm Lokal statt. Tagesordnung: Ergänzungswahlen de« Vorstandes.— Die Herren Delegirten werdm um zahlreiches und pünktliche« Erscheinen höflichst ersucht. An- träge zc. find bis zum 24. d. MtS. an dm Unterzeichneten einzureichen. Der vom BezirkS.AuSschuß genehmigte erste Nachtrag zum Statut der Ort«. Kranken« lasse:c. ist im Druck fertig gestellt un d wird bis zum 26. d. MtS. an fämmlltche in Beschäftigung stehende Mitglieder vertheilt sein. Selbstzahlende Mitglieder können den Nachtiag im Kassenlokal in Empfang nebmm. B-'rlm, den 18. November 1889. A. Schütz, Vorsitzender, Pücklerstr. 14. Frmnden und Genossen erlaube ich mir hierdurch mein » o Hole» und Noblengesobiitt, L« ggr Kreolaueestraß» 30. M» 85§6 bestens zu empkehlm 508 Ludwig Zchaefer. ZZ CO Parteigenosse findet saubere« u. billige« LogiS, Stube m. fep. Eg. b. Franke, Sttelitzerstr. 49, tv. Großes Wurstessen am Tonnerftog, dm 2t. November, wozu er- gebmst ladet ein 1900 Ed. Liebisch und fein Schwein, Oramenftrastc Rr 4. Dem Frmnde und Genossen Nug» zu feinem heutigen Geburtstag- ein kräflta'� 902s Tie Gemeivgefährltchen von Dem kleinen Hugo Hahn zu seinem taa ein dre-mal bonnernbe« Hockt. A- T'odes-Anasigs. Am 17. b. M. verschied nach längst Leiden da« langjährige Mitglied unl� Pereins � Herr DkiUpp III!? im 73. Lebensjahre. Die Veerdjguag findet Mittwoch mitlag 3 Uhr vom Trauerhause, Liw,,s straße 7, nach dem St. HedwigS-Kaltz� statt.,, Ter vorstand d. veerdtgung«»«?� Brrltner Zrmmcrrr� I. A.: Am 16. d. MtS. verschied nach Krankenlager unser Kollege und lang! Mitarbeiter Franz Krause- Wir weiden ihm stets ein ehrende«» bewahren._. ,k pf* Die Arbeite» der Mas-chinenfa«"�" 19 /1 1., Nachm. 3 Uhr, vom Trauerhauje- cfi dorferstraße 49 nach dem Georgen ktrwv gS/ Landsberger Thor statt.______ m-UM, sfimmtllcher Sot*00 Größte Auswahl, billigste Preise G. Elkhuysen, Müniffratzr.—' »Iprener Eabrlb. 8VIV! L. kliMÄS' Ct. Lager, dl». rrc Emil HeÄ Brunnenstr. 28, l 0 Theil». nach Ueberei�_ Eine geübte Packwach ertu verlangt�. � 862, F. Wimert, Rosentha�st— VerantwortUcher Redakteur: K. Cronhiim m Berlin. Druck und Verlag von MavLading in Berlin SV/., Beuthfiraße 2.