StnKToJ'Jf SMOtM» MÄ ** m f*S Kr. MF. Sonnabend, de« 38. November 1888. «♦ ZackW. SeMrMMl. Drgsn für die Interessen der Arbeiter. DaS„Berliner Bolksblatt" Weint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonneme�Spr� für Berlm frn ?�HauS vierteljähruch 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer �Ps- Sonntags-Nummer mit dem.Sonntags- Blatt" 10 Pf. Bn Wbolung aus unserer �kVkdilion Zimmerstraße 44 1 Mar! pro Monat. Postabonnemenr 4 Mark pro Quartal. Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin 8�., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -« Fernsprecher: Amt VI.|tr. 4101),»-■*- NedLlktion: Veuthptratze 2.— Expedition: Nimmrrstraize 44. Moverne Kreuzfahrer. Konferenz S?en zusammengetreten in Brüssel, die in diesen ist, um die Sklaverei und den ��veiihcmdd in überseeischen Ländern zu bekämpfen, Merl so recht an die K r e u z z ü g e vor etwa 800 Jahren. U? damals war man sich in Europa des Elends bewußt, muchtigem Druck auf den Völkern lastete, die um- J? Joch Freiheit und Erleichterung rangen. Da fuhr jL" die Menschheit die sonderbare Idee, die erste Pflicht W, b>e lllienf sd- alle ""Wn Bestrebungen 55;� einen inneren gehe dahin, die in dem„heiligen in Palästina unter dem Joche der Seld- schmachtenden Christen zu befreien und 'er Weise traten hinter diesem Gedanken der Zeit zurück. Man dachte Zesundungsprozeß der die Befreiung deS heiligen Grabes erschien als das �"iel des ganzen Abendlandes. Der Gedanke der Be- ttintü. ber leidenden Christen war an sich menschlich schön, �/lchvn die Christen in Palästina weniger unter dem Seldschukken zu leiden hatten, wie die Christen im � d unter dem Joch des Feudalismus. Aber diesen fc to äum Banner einer großen Bewegung in Europa «uMen, war eben so wenig in den Verhältnissen be- �kt, als wenn man heute in einem Feldzuge gegen die das Mittel zur sozialen Gesundung Europas suchen �J�i|P!enschen sind einmal so und sie neigen immer zu j���mungen, die einen gewissen romantischen Schimmer foiht'i Die Kreuzblume des Mittelalters, die märchenhafte, Inner p** noch, wenn auch spärlich, und es grebt noch tin n r x Dritter genug, die im„Kampf gegen die l S e n" das höchste Lebensziel erblicken. Aber � �«en Ausklänge einer versunkenen Märchenwelt stehen �®ar ZU schreienden Gegensatze zu den Interessen Wn � der modernen Zeit, mit ihren Gährungen und leia �ugen. Die Kinder unseres Jahrhunderts� könnte »vz e t e r von AmienS mehr in Bewegung setzen »j,. der einst so gewaltige Ruf:„Gott liw e 8!" der einst Hunderttausende trieb, daS iu nehmen, würde heute völlig wirkungslos ver- Ritter mittelalterlicher Geister geben sich zwar alle �. die Schatten vergangener Zeiten zu beleben. „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" vor Allen ist ' den Kongreß zu Brüssel als ein hochbedeutsames v iMstellen. Sie sagt, die Kulturwerke in seien bedroht und der MahdiSmuS mache Diese Bewegung und dem damit verbundenen c•'vviiyvcu wix» nu v/vvy vvvvu4|u m?:? darzustellen. Sie sagt, die Kulturwerke l l a r.____ t x____ c w__ cm. t v:»___» � I ete» del müsse im Interesse der Zivilisation entgegen- .en w�-«*—* Kongogebiet von schritte. �WWvt W werden, denn schon sei das �usurrektion bedroht. >36 Feuilleton. �«tttolm.)__ (Bevminel. dzialer Roma» vo» Emile Zola. autorifirte Uebersetzuug vo« Er»st Ziegler. .. �ef hinaus. Es war Pluchart. Er kam in einem Wstr' Pferd dampfte und schwitzte. Er sprang aufs Me x- Der Plann war schlank, sah etwas geziert aus, "e." großen viereckigen Kopf und ttug unter einem Ä* m ��erzieher einen frischen Anzug, wie ihn Arbeiter, Me§ut geht, Sonntags anziehen. Seit fünf Jahren mii Feile mehr an, pflegte sich, frisirte sich vor ki lfie- N�ber Sorgfalt und war ettel auf seine Redner- fcL dutk feine Glieder waren ungelenk geblieben, und C�e S,.??8 Eisen abgearbeiteten Nägel seiner großen freist- �fen nicht nach. Er war äußerst thättg und �hen.°hne Unterlaß das Land, um Propaganda zu uicht böse ," sagte er, ihren Fragen zuvor- Kii, Konferenz in Preuilly, Abends Ver- "Uva». D�lenxay, heute Rendezvous in MarchienneS �ei*� bekow�"•• Zum Glück Hab' ich noch einen Sliwp"! aber ich bin erschöpft, Ihr Hört'S an ---- Da- macht natürlich nichts, ich 0�le'ttä �auS treten, doch plötzlich drehte er -.j. i?°ue ich vergesse die Karten! Das wäre d, b er � � Remise? Mm Wagen ZU�ck, den der Kutscher bereits yr, und zog eine Kassette aus schwarzem Nun, kein Mensch wird bestreiten, daß die Be- kämpfung des Sklavenhandels an sich verdienstlich ist. Aber es handelt sich dabei auch um die Methode; es fragt sich, ob etwas damit erreicht wird. Die Erfahrung lehrt, daß mit verhältnißmäßig hohen Kosten wenig erreicht worden ist und daß die Frage der B l o k a d e und des Durch- suchungsrechtS leicht unter den europäischen Mächten selbst zu unliebsamen und in ihren Folgen unabsehbaren Verwickelungen führen kann. Aber das ist es nicht allein. Die„Kulturwerke in Afrika" liegen gewissen Leuten gar sehr am Herzen und man verräth damit, daß der Sklavenhandel nicht die alleinige Ursache der geplanten Maßnahmen, manchmal auch nur ein Vorwand ist. Es giebt aber„Kulturwerke", die uns räumlich und menschlich näher liegen, als jene in Afrika. Wenn die Brüsseler Konferenz nicht zusammengekommen wäre, so würde uns das nicht gerade in Auftegung bringen. Wenn man aber hört, wie die Offiziösen diese Konferenz feiern, so wird man von Unmuth erfüllt, wenn man bedenkt, wie die- selben Offiziösen sich gegen die Berner Konferenz verhalten haben. Dort handelte es sich um ganz andere Dinge, als um die Kulturwerke in Aftika; es handelte sich um das erste und wichtigste Kulturwerk Europas, um die Sicherheit und den Schutz von Leben und Gesundheit des Volkes, um Schutz gegen die Ausbeutung der Arbeitskräfte unserer Jugend. Das scheint uns denn doch näher zu liegen, als„die Kulturwerke in Afrika". Tausende und Hunderttausende mögen in Afrika im Elend der Sklaverei schmachten und wir wünschen ihre bal- dige Erlösung; aber wir können darum nicht den Blick von unseren eigenen Zuständen abwenden. Soeben meldet der„Hannoversche Kourie r", daß im Kreise Stade in den Ziegeleien die Kinder und so- genannten jugendlichen Arbeiter eine achtzehnstündige Arbeitszeit haben. Welch ein Geschlecht soll das werden! Im Reichstage werden große Reden über Kinder- arbeit gehalten und die Minister beklagen den herrschenden Zustand, geben aber zu verstehen, daß man Nichts t h u n könne. Ja, warum hat man sich denn so ablehnend gegen die Berner Konferenz verhalten, auf der man die Frage, ob eS Mittel gegen das Elend der Kinderarbeit gäbe, doch erst genau hätte untersuchen können? Dazu kommt noch der Hohn, welchen eine feile Presse über alle Bestrebungen zu Gunsten der Arbeiter ausgießt. In der Schweiz erscheint, gemäß dem Beschlüsse des Pariser Kongresses, ein Blatt,„Der Achtstundenta g". Dies Blatt ist von der feilen Presse mit dem Spott- namen„Der Tagedieb" belegt worden. Wir find nicht so empfindlich, uns darüber zu ärgern; wir wollen nur festnageln, wie eine gewisse Presse die Interessen der europäischen Arbeiter behandelt, während sie andererseits die Holz daraus hervor, die er unter den Arm schob. Stephan schritt freudestrahlend hinter ihm; Rasseneur war verlegen und wagte nicht, dem Ankommenden die Hand zu reichen. Doch dieser ergriff seine Rechte und schüttelte sie, wobei er flüchtig betteffs des Briefes äußerte: „Welch' eine Idee? Warum diese Versammlung ver- hindern? Man muß immer Versammlungen halten, wenn man kann." Frau Desir bot ihm ein Glas Bier an, aber er dankte: er spreche, ohne zu trinken, aber er habe eS sehr eilig, weil er noch noch am selben Abend nach Joiselle müsse, wo er mit Legoujeux zusammentreffe. Alle traten in den Saal. Maheu und Levaque, die eben erst ankamen, folgten ihnen: dann wurden die Thüren geschlossen, damit man unter sich bleibe, eine Sache, worüber Zacharias und Mouquet schlechte Witze rissen. Ungefähr hundert Männer saßen in dem Saale, dessen rothen Zieaelfliesen ein warmer Dunst vom letzten Balle ent- strömte. Es entstand ein Flüstern; Alle wendeten sich um und bettachteten den ftemden Herrn, dessen schwarzer Ueber- zieher einen unliebsamen Eindruck machte. Sofort wurde auf Stephan'S Vorschlag das Bureau gewählt. Er rief den Namen, die Anderen hoben die Hände; eS ging schnell. Pluchart wurde zum Präsidenten ernannt, Maheu und Stephan zu seinen Beisitzern. Die Stühle rückten, das Bureau plazirte sich um den Tisch; der Präsident verschwand einen Augenblick dahinter und versteckte seine Kassette, die er noch immer unterm Arm ge- halten; dann klopfte er leicht mit der Faust auf den Tisch, um sich Gehör zu verschaffen. Alle schwiegen. Pluchart be- qann mit seiner heiseren Stimme: „Mitbürger..." Eine kleine Thür öffnete sich, der Redner mußte wieder abbrechen. Es war die Wirthin, welche durch die Küche afrikanischen Interessen gar nicht genug in den Vordergrund stellen kann. Kreuzzüge passen nicht mehr in unsere Zeit. Wenn wir in Deutschland nicht mehr besorgt sind um Kraft und Gesundheit unseres Volkes, so wird die Gefahr immer größer, daß einstens die„Kulturwerke im Westen und in der Mitte Europas" dem Angriff wilder Horden im Osten zum Opfer fallen. puliktfdje Klebevstfttk. Der Komödie erster Theil ist vorüber; zwischen dem ersten und zweiten Akt liegt ein Zwischenraum von 5 Tagen, so liest man häufig aus den Theaterzetteln, und so geht es auch bei dem Trauerspiel, welches fich seit 11 Jahren in Deutschland unter dem Namen„Sozialistengesetz" abspielt. Die nationalliberalen Akteure in dieser Komödie haben vorgestern Abend beim Schlüsse des ersten Aktes einen sehr schönen Abgang gehabt, d. h. die Mannesseelen konnten es nicht über sich gewinnen, der Regierung die dauernde Be- fugniß zu Ausweisungen zu ertheilen und lehnten daher den Ausweisungsparagraphen ab. Tapfer wie die Herren nun einmal find, haben die Buhl und Oechelhäuser glänzende Reden gegen die Schäd- lichkeit und nebenbei auch Nutzlosigkeit der Aus- Weisungen an sich gehalten, aber, da Vorficht der bessere Theil der Tapferkeit ist, haben fich die, im Eiertanz bis zur Virtuosität ausgebildeten Herren eine Rückzugslinie offen gehalten, welche ihnen gestattet, schließlich auch die von der Regierung für nothwendig erachtete AuSweisungSbesugniß an- zunehmen. Dem sich mit Vorliebe„einen echten deutschen Mann" nennenden reichsparteilichen Abg. Nobbe war es vorbehalten, das„Ei des Columbus" zu entdecken, indem er der Erwartung Ausdruck gab, daß die Nationalliberalen, nachdem die Regie- rung durch den preußischen Minister des Innern hatte erklären lassen, auf die AuSweisungSbesugniß nicht verzichten zu können, nunmehr einen Antrag stellen würden, wonach in einem dauernden Sozialistengesetz der AuSweisungjparagraph an eine bestimmte Zeitdauer geknüpft werde. Damit war die Möglichkeit der Einigung gegeben und der Abg. v. Helldorf meinte denn auch, daß man sich unter allen Umständen mit den Kartellfteunden verständigen müsse und daß dies„wenn nicht Heute so doch Morgen" sicher geschehen werde. Herr Buhl fühlte diesen Anzapfungen gegenüber ein mensch- lich Rühren, und erklärte mit großem Nachdruck, daß er fich ja nur dagegen ausgesprochen habe, der Regierung„dauernde" AuSweisungSbesugniß zu ertheilen, meinte aber dabei wieder, daß nach seiner Ansicht die Nachtheile dieser Maßregel die Vortheile derselben bei Weitem überwiegen. Unter diesem Brillantfeuerwerk nationalliberalen Versteck- spielenS schloß die erste Berathung in der Kommission, deren Ergcbniß Sie Annahme des fristlosen Sozialistengesetzes ohne den Ausweisungsparagraphen war. hereingekommen war und auf einem Plateau sechs Schoppen brachte. „Lassen Sie sich nicht stören," sagte sie,„wenn man spricht, hat man Durst." Souvarine, der neben dem Bureau saß, nahm ihr das Präsentirbrett abs und stellte eS auf den Tisch. Pluchart konnte fortfahren. Er sprach nur ein paar DankeSworte: Er sei gerührt von dem liebenswürdigen Empfange, der ihm geworden; dann entschuldigte er sein spätes Eintteffen und feine Heiserkeit und gab daS Wort dem Bürger Rasse- neur, der darum gebeten hatte. Schon stand Rasseneur neben dem Präsidenten-Tische, ein umgedrehter Stuhl diente ihm als Tribüne, er war sehr bewegt, hustete, dann begann er mit kräftiger Stimme: „Kämeraden..." WaS seinen Einfluß auf die Grubenarbeiter begründet hatte, war seine leicht fließende Rede, die liebenswürdige Art, wie er stundenlang, ohne müde zu werden, spreche» konnte. Er machte keine Gesten, sah etwas schwerfällig aus, aber er lächelte, übergoß seine Zuhörer mit einem endlosen freundlichen Redeschwall und betäubte sie, bis sie Alle riefen! Ja, ja, das ist wahr, Du hast Recht! Doch heute fühlte er schon b« den ersten Worten eine« dumpfen Widerstand; darum ging er langsam vor und be- rührte zunächst nur die Frage dea Fortsetzung deS StteikS, indem er sich den Angriff auf die Internationale vorbehielt, bis feine Zuhörer warm geworden. Wohl, sagte er, ver- biete die Ehre, den Forderungen der Kompagnie nachzugeben; aber welch ein Elend, welch schreckliche Aussichten, wenn sie noch länger kämpfen müßten! Und ohne direkt der Unter- werfung daS Wort zu reden, bemühte er sich, ihren Muth wankend zu machen, deutete auf die Kolonien, welche vor Hunger umzukommen drohten und fragte, auf welche Unter- stützung Diejenigen rechneten, welche den Kampf fortsetzen wollten. Zwischen dem ersten und zweiten Akt liegt ein Zwischen- räum von fünf Tagen, sagten wir oben; am Dienstag Abend wird der Vorhang wieder aufgezogen werden und auf offener Szene werden die Karlellbrüder, bei welchen über die«.dauernde AuSweisungSbefugniß" ein grimmer Streit auszubrechen drohte, der Regierung die„Ausweisung auf Zeit" überreichen. Dann wird es Herrn Buhl— und im Plenum wird der Ober- Präfident von Bennigsen diese Aufgabe über- nehmen— ein Leichtes sein nachzuweisen, daß, obgleich Ausweisungen an sich die wirthsch östliche Existenz vernichten und das Familienleben zerstören, die e Wirkungen si-b in das Gegentheil verwandeln, wenn die Regierung es den National- liberalen befiehlt. „Der Bien muß"; die Regierung sagt: ich will weiter ausweisen können; und die Nationalliberalen beugen stch gehorsam diesem Machtwort, obgleich sie innerlich von der Un- gerechtigkeit, Nutzlosigkeit und Schädlichkeit einer solchen Maß- regel vollkommen überzeugt find. Der würdevolle Ernst, mit welchem diese Frontveränderung stattfinden wird, kann natürlich über die Jämmerlichkeit, welche heut etwas als nützlich und nothwendia hinstellt, was gestern noch hart und schävlich war, nicht täuschen, denn auch der Harlekin wirkt am lustigsten, wenn er in ernster Haltung austritt. Der deutsche Parlamentarismus ist-ine ganz sonderbare Pflanze— wie es in kemem anderen Land mehr eine ähnliche giebt. Seit Wochen haben wir Tag für Tag lange Debatten über die wichtigsten Fragen der inneren und der äußeren Politik: Sozialistengesetz, die ganze Zoll- und Wirthschaftspolitik, Arbeiterschutz. Kolonialpolitik und so weiter. All' diese Debatten enden aber wie das Hornberger Schießen � viel Geschrei und wenig Wolle, oder richtiger: (1 a r keine Wolle. Beschlüsse werden in der Regel nicht ge- aßt, die Regierung betheillgt fich nur, soweit es ihr beliebt, kümmert fich aber nicht um die Kntik ihres Handelns. Es ist ein einziges Schauspiel: die Oppositionsparteien, welche in der Minorität find, haben das große Wort und beherrschen die Debatten; die Regierungsparteien, welche die Majo- rität haben, vertheidigen sich kaum, sie nehmen im Ganzen mit bewundernswürdiger Geduld und Langmuth die Hiebe hin, welche ihnen verabreicht werden und es geht alles fernen Gang, als ob es keinen Reichstag gäbe. Die Opposition spricht in den Wind; die Majorität pfeift auf die Debatten und die Regierungsparteien beachten nicht, was die Opposition sagt. Je gründlicher und je lebhafter diese Debatten find, desto greller beleuchten sie das Elend des deutschen Parlamen» t a r i s m u s, der von der Regierungspartei gar nrcht mehr als ein Machtfaktor betrachtet wird. Die Partei der Keeffteastesser. Bürgerpartei und Antisemiten sind sich wegen des Ausfalls der Stadtverordneten- wählen untereinander in die Haare gerathen. In einer Ver- sammlung des antisemitischen Reformvereins klagte Dr. Böckel darüber, daß die Bürgerparteien bei der Wahlagitation gegen Virchow eine Unmasse von Beefsteaks am Wahltage verzehrt hätten, während die Antisemiten sich für sie die Beine abge- lausen hätten.(Zuruf: Im 7. Wahlbezirk gerade so!) Der Antisemitismus ist wieder emmal der Mohr gewesen, der seine Schuldigkeit gethan.(Sehr richtig!) Vielleicht werden wir bei der Stichwahl noch einmal eintreten, aber nur dann, wenn wir Garantien bekommen, daß wir nachher auch die Erfolge für uns in Anspruch nehmen können.(Bravo!) Von der Bürgerpartei ist nichts gethan, sie stellte zwei Agitatoren, wir 35. Bei uns will Jeder kommandiren und nach seinem eigenen Scklachtenplan marschiren. Wenn drei Antisemiten beisammen sind, so raisonniren mindestens zwei über die Führer. Die ganze Presse hackt auf unsere Führer los, die freisinnige, sozialdemokratische, nationalliberale und konservative, und die Antisemiten Helsen ihr. Was die Juden über sie aushecken, wird von Antisemiten selbst noch verbreitet. DaS muß auf- hören, nur Einigkeit kann uns stark machen."(L fallen, das mit seinem monotonen Singsang eine über- zeugende Wirkung hervorbrachte. Er sprach von der Größe und von den Wohlthaten der Internationale; eS war die Rede, mit welcher er gewöhn- lich in den Städten, wo er noch nicht gewesen, debuttrte. Er erklärte den Zweck de« Verbandes: dre Emanzipatton der Arbeiter; dann deffen großartige Organisation: unten zu- nächst die Kommune, darüber die Provinz, noch höher die Nation und ganz oben im Gipfel die Menschheit. Seine Arme breiteten sich au«, während er sprach, stiegen stufen- weise empor. Höher und höher, wie eine immense Kathedrale das Bild der zukünftigen Welt aufbauend. Danach redete er von der Verwaltung, las die Statuten, sprach von Kon- greffen und deutete den wachsenden Fortschritt des Verbände« an und das immer weitere Kreise umfassende Progrannn, welche« mit der Besprechung der Höhe der Löhne begonnen hatte, sich gegenwärtig mit der sozialen Frage beschäftige, um endlich an die Abschaffung de« Lohnwesens hinanzuttetea. Es werde bald keine Nationalitäten mehr geben, die Arbetter der ganzen Welt werden einen großen Bund bilden, werden das verkommene Bürgerthum verdrängen und eine freie Gesellschaft gründen, wo Zeder, der nicht arbeitet, auch nicht ernien wird. Er schrie jesjt; seine erstickte Stimme, die der niedrige Plafond auf die Versammelten hinabwarf, er- schütterte die papieren Guirlanden. Eine Bewegung ging durch die Reihen. Einige riefen: „Ja! Ja! Wir sind dabei!" Er fuhr fort: Zn weniger als drei Jahren werden sie den ganzen Erdkreis erobert haben! Und er zählte die schon Sewonnenen Völker auf; vnn allen Seiten strömen An- änger herbei; niemals hat eine neue Religion fo viel Gläubige gefunden! Und wenn sie erst die Herren find, dann werden sie den Chefs Gesetze diktiren, dann werden die ChefS ihrerseits die Faust im Genick fühlen! „Ja! Ja! Sie werden zu Kreuze kriechen!" Pitt einer Handbewegung gebot er Schweigen. Jetzt sprach er von den Streiks. Im Prinzip war er dagegen, denn sie sind ein zu langsam wirkendes Mittel, welche« die Leiden de« Arbeiter« vermehrt. Doch bis etwa» Beffere« Zur Fr - welche 5'« zu sei. Jj» 18. oder Mvahlen o &-- ««t des prer Jim 15. -M Mit wie d v, M°len ve Mendt Na. ®em SB, M-nen m Es Miahme »«en(1090 �.ßaotsver oft Verkehrsstörungen, öffentliches Aergerniß, Schläger« und Straßenexzeß verübt, bei gütlichem Zureden seitens der PollM' beamten prügeln sie oft dieselben noch, deshalb kann keine»' wegS der Verkauf von Svirituosen verboten werden. Ja sid» Verabreichung solcher an schon Betrunkene kann einstweilen noch nicht untersagt werden. Hier kann strafrechtlich nur im Eintt" falle der Einzelne gefaßt werden, der etwas Störendes:c. ifv übt. Ebenso ist es mit der Flugblätteroertheilung. Wenn d« einer solchen eine Störung irgend welcher Art besteht, so straftechtlich einzuschreiten, keineswegs aber gegen den tJ«- tbeiler als solchen, sondern gegen denjenigen, welcher ow Skandal begonnen. Gesetzt den Fall, einige Mitglieder d» Vereins„Gewerbeschutz", vollwichtige Spießbürger, entrunen fich über einen der„jüdischen" Zeitelvertheiler am Ponpl»« und fangen mit ihm Skandal an, wie lächerlich wäre es, wen» man gegen diesen Mann ein Strafmandat wegen groben um fug erlassen wollte.-. Krevla«, 21. November.(Ueberwachung öffenluch« v» sammlungen.) Der hiesige Regierung P'äsiZenl hat, wie o« Schweidnitzer„Tägliche Rundschau für Stadt und Land richtet, neuerdings an die mit der Ausübung der Pm'i betrauten Organe nachstehende Verordnung erlassen: Mutheilung ves Herrn Ministers des Innern ba�n neuerer Zeit wiederum mehrfach Verbote und Aufloin"� von Versammlungen, welche auf Grund des§ 9 deS gegen die gemeingefährlichen Besttebungen der soj' oemokratie vom 21. Okiober 1878 erfolgt waren, für ungere»! fertigt erachtet werden müssen. Im Auftrage deS genau»! Herrn MimsterS werden daher Euer Hochwohlg-boren un Bezugnahme auf die Zttkularoerfügung vom 18. Okiober � betreffend die polizeiliche Ueberwachung öffentlicher Verjag lungen, daraus hingewiesen, wie die Auflö'ung einer« sammlung auf Grund de« Z 9 Abs. 1 a. a. O. nur dann„ folgen darf, wenn in derselben sozialdemok-ati che Bestrebuni. welche auf den Umsturz der bestehenden Staats« und fchaftsordnung gerichtet find, zu Tage treten. Ebenso>N. Verbot einer Versammlung nach Z 9 Abs. 2 a. a. O. uur 1% begründet, wenn durch Thatsachen die Annahme gerecht'� ist. daß die betreffende Versammlung zur Förderung � Umsturzbestrebuvgen der Sozialdemokratie bestimmt ist.»S, ist zu beachten, wie durch den Thatbestend allein, daß dn» berufer einer Versammlung und die als Redner auftreten� bezw. hierzu in Aussicht genommenen Persönlichkeiten� sozialdemokratischen Partei anrrhören, die Annahme ein«* � den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsorl� gerichteten Bestrebens nicht hinreichend begründet wird- j Hockwohlgedoren wollen hiernach die unterstellten™ j �""■Hoktc behörden mit entsprechender Anweisung verseh n. roib tt Ä Glberfeld, 21. November. Ueber die Vorgeschi�' � jetzt hier staltfindenden großen Sozialistenproz.sseS v®».. W daß seitens der Regierung zu Düsseldorf Anfrage bei der ■T»uaiSOe Drechen ["Bimm 2 MÄ8 SS nach Nnll. F E«.'ri »7" R 136 >birien Strafe Mllen Äend« w �N'cht n. feStt. !>ldl ( v»»v» vv» tiwvL| vve V»-,., letzteren leib» � wunderbare�«' rh h�n � sslöf )cm �erhandlungSwal und in gestellt find. Man muß sich stellungen von den Angeklagten und den thaler Sozialdemokraten gemacht haben, daß man fichismrßcegeln für nöth'g hielt. Selbst im gegnerist'/'. Mtt kum ist, wovon man fich der dem Besuch iraend eine« bss�be" öffentlichen Lokals überzeugen kann, die Sympathie e"' d" auf Seiten der Angeklaaten. Die Verhandlungen bss�»f denkbar beste Agitatton für die hiesige Sozialoemokroi"' bi" Stimmen, wie bei den nächsten Wahlen, hat die im Wupperthal und in der weiteren Umgegend no« r kommen. Die Berichte über die Verhandlungen wahrer Gier gelesen und bilden den Gegenstand der Haltung in allen Kreisen.„ biif" Wie man sich denken kann, hat die JnszevirunS�»c» Rieserprozrss s und fein Fortgang schon ganz gewa>»g verursacht und verlautet, daß seilen« de« FlSku« nicht �,l> als 60000 M., sage und schreibe sechziglausend zt' für die laufenden Ko Ken angewiesen 10 seien. rnjÄ Und wa« wird da« schließliche Resultat s«n? ,,al# kann fich Niemand täu'chen, der mit ewiger Au'M'« den bisherig-n erst viertägigen Verhandlungen wird in der Hauptsache mit einem gründlichen Frasko klagebehörde endigen. KÄArün ilq'Mta, es '«ttil fit SX' fe« 6. s'Ä KU' Si«- Ä® CT'ben: sr vi tttrn tzZ ferntatt, fmutee i.„, SIÄ Mng 00t .eines ".ten schein, M >fc'u,aJl de HSeft- Äbte SS'- �»hnbel rücks-h�! gethan wird, muß man nicht vor dem Streik zu- fl wenn er unvermeidlich geworden: denn er hat de"» c Vortheil, daS Kapital zu deSorqanisiren. In dlesew aber wird die Internationale für die Streikenden«;#] sehung. Er zilirte Beispiele: Al« in Paris die'r ,�0 die Arbeit eingestellt hatten, bewilligten die Chef«,' erfuhren, die Internationale sende Hilft gelver,. derungen. In London hatte der Verband Ö'e.«.st«1 Kohlenbergwerkes gerettet, indem er auf s«ne von den Besitzern der Grube au« Belgien»«rwi r Ersatzmänner wieder heimsandte Sobald die Verbände beitreten, zittern die Kompagnien; denn I � zft fortan gehören ihre Leute dem großen Acbelie y � welche« entschlossen ist, lieber zu sterben, als& Kapitals zu bleiben. fiöv Beifall unterbrach ihn. Er trocknete sich Schnupftuch den Schweiß von der Zlirne. m". Hand das GlaS zurückweisend, welches Maheu'Y Al» er wieder beginnen wollte zu sprechen, sch" den beginnen woure zu ipcrcyc», ,t-. neue Beifallssalve da« Wort ad... f,„d" „ES sitzt!" flüsterte er zu Stephan.»C« genug, schnell die Kamen!, � Er bückte sich hinter dem Tisch und ka schwarzen Kästchen zum Lorschein; dann schne er. übertönend: „Mitbürger! Hier find die VereinSkarten,.�e; � girten mögen vortreten, damit ich sie thnen". � vertheilen sie danach unter die Kameraden. Recy wir später!,<«nd Raffeneur sprang vor, um zu pro'esticen;. �, versuchte seinerseits das Wort zu ergreifen, um, anzubringen. Eine große Verwirrung entsta � hieb mit den Armen"um fich. als wenn er Maheu sprach, ohne daß Jemand ein War, sich IV l oer"tV Mansie" 8 V— wv»*vMVMIV lUJfcUU•••••---'■.< Tisch; um Pluchart zu helfen, die Ruhe».,eDfftaUb � AuS dem Tumult aber stieg ein rother Act" durchtränkt vom Schweiß der Grubenmädcheu j die hier getanzt hatten.... die*» Plötzlich öffnete fich wieder die klerne Th' �5", s�chwl (z wg »bei?»an H ch 6� .LS"i w. 5, der Sßre T el(l und Und !'S lU:eU D»! =8#«, j5«r Frage d«s Wahltermias schreibt die �Kölnische ., weiche über solche Absichten der Regierung gut unter- zu fcjn pfijnt, schlankweg:»Gelingt es, den Etat bis 18- ober 19. Dezember fertig zu stellen, so dürften die ,«vahlen allerdings bereits in die erste Hälfte des Januar M, da es wünschenö werth erscheint, sie vor dem Zusammen» ," b« preußischen Landtages, der verfassungsgemäß spätestens imn 15. Januar erfolgen muß, vollzogen zu sehen," �psl wie die„Kölnische", behauptete gestern, daß die Wahlen "«4t vor Mitte März stattfinden würden. Die Herren Mose« verbreiten......."'' �rende Nachrichten. Berichte des Justizministers Manassein für 1886/87 �'Mln wir folgende Zahlen, die allgemein interessant sein M- Es. � �. �(losy Männer und 334 Frauen), sowie wegen geringer, �«e Ztg.", die mitunter aus derselben Quelle icher VN- wie p# md"}». ba�en Elisen verbreiten also,"wie es scheint, geflissentlich irre- Rußland. an der sozialrevolutionären Bewegung 1424 Per» p,. v— Männer und 334 Frauen), sowie wegen geringer, ."aalsverbrecherischen Handlunam in Verbindung stehender Drechen 1548 Personen zur Verantwortung gezogen,"«k» JwieL Jnbt 2972 Personen."An 6 Personen ist die TodeS- Lr"dllzogen worden, 31 Personen wurden zu Zwangs- J.1}"ach Sibirien, 4 zur Anstedlung in Sibirien ver- Ferner waren im Prozeß des»militär- reoolutio- - Kreises" von den angeklagten 18 Offizieren 17 zu dluen und Matrosen degradirt worden und 1 Osfizier einer Disziplinarstrafe unterworfen, ohne seines �Mrang« verlustig erklärt zu werden. Fünf Ausländer, Hl»!/ m Rußland ergriffen worden waren, wurden ausge- l36 Personen wurden aus administrativem Wege nach W � 118 nach West-Sibirien und 113 in die ent- IM."*" Gouvernements des europäischen Rußlands verschickt. feit. 9 Personen wurde Gesängnißstrafe verfügt, wobei ./"den..... �.v. dl& die Zeit, welche fie in der Voruntersuchung abgesessen, dt« angerechnet wurde, und 255 Personen endlich wur- liitii i. polizeiliche Aufsicht gestellt. Was die dann noch " Menden von jenen 2962 Personen betrifft, so war in .a.auni die Unterfuchung am 1. Januar 1888 noch nicht � ffen und das Schickial der an denselben Betheiligtm entschieden, während ein anderer Theil der zur Unter- i�, U. Herangezogenen frei ausging, da die Untersuchung Echuldlofigkeit ergab. , Holland. s».j.?"lKerd am, 21. November. In Holland hat die demokratische Bewegung in den letzten Jahren einen de» «M«" Aufschwung genommen. In einer großen Anzahl bestehender politischer Vereine haben die Sozialdemo- W d>e Oberhand gewonnen und neue Vereine find von dtt �«Nündet worden, während in allen Städten Fachvereine fii» Vollung der Arbeiterinteressen sich angelegm sein lassen. die»Mkenswerthesten ist cS aber, welch starke Fortschritte LeW�Ang auch in kleinbürgerlichen Kreisen, unter den mich?! lliid Subalternbeamten gemacht hat. Fängt fie doch IZJM» an, sich der Landbevölkerung zu bemächtigen. Ürniiw �«euwenhuiS verdankt seine Wahl in die Zweite Itmiii hauptsächlich dem Anwachsen der sozialdemo- da r? Partei in seinem ländlichen Wahlkreise. Die stärkste �.Mhenden Organisationen ist„Der sozialdemokratische fißl, wr die Niederlande", welcher Abtheilungen in fast allen � hat und durch einen erwählten Generalrath im Haag «l.ivird. Demselben ist eine Propaganda- und Streikkasse, «"e Kranken- und Sterbekasse(letztere mit dem Sitz in ßJM') unterstellt. Als Parole für die Agitation ist jetzt �.'ssMen:„Lohnerhöhung und achtstündige Arbeitszeit." z�ber Vollendung des Parteigebäudes in Amsterdam er- ">an einen großen Aufschwung der Propaganda. Von 1 �Mareifen der Bewegung unter den kleinen Beamten �IM.�eftrebungen der geheimen Organisationen der niederen Mew�iev steten, Lokomotiv- und Zugführer, Schaffner, pniteeh� und Weichensteller Zeugniß ab. Das betreffende letzthin schon verschiedentlich die Aufmerksamkeit �ude von Korrespondenzen, sowie durch Ver- irnw 9"on Flugblättern aus sich gezogen. So ist in der "b'enstM Manifestes ein Flugblatt unter die Eisenbahn- s>" der verschiedenen Gesellschaften verbreitet worden, K b»r?-ium baldigen Anschluß an eine große Fachvereini- fi>tvi>es?nk?b«mtlichen Unterbeamten der niederländischen Eisen- hiileß' Schäften aufgefordert wird, damit die Vereinigung bis Wim j"tn 1. Januar 1890 völlig organifirt dasteht. Gleich. Htz«"äs geheime Komitee ein Programm aufgestellt. SWjto bekannten Forderungen hinsichtlich des Normal- «"»ar»�' Erhöhung der Löhne u. dergl. mehr enthält. Diesem {«, w??", schließt sich ein Ausruf an das niederländisch? Volk R rrs,. Ichem die Mitwirkung desselben zur Vt'"'ilkltchun.g und Erlangung der lange unterdrüä-n Rechte der "»dediensteten gefordert wird. �s. sie mit ihren breiten Hüften und ihrer großen LUS und rief mit lauter Stimme: schweigt doch, zum Teufel, die Gendarmen sind da!., \ h* der Polzeikommiffär, der etwa« spät eintraf, Versammlung aufzulösen; vier Gendarmen be- „b ihn. Die starke Frau hatte seit starke Frau hatte seit fünf Minuten mit Jjtb �rlamentirt, antwortend, sie sei bei sich zu Hause i WC,.daS Recht, ihre Freunde zu versammeln. Die hatten fie schließlich bei Seite gedrängt, und sie war t?'„Kinder" von der Gefahr zu benachrichtigen. , nüßt hier durch entschlüpfen," fuhr sie fort. b"er den verdammten Gendarmen bewacht den Hof, ®4(?t'-Hut nichts, mein Holzstall mündet in die kleine fVMt schnell!" wf, der Kommissär mit der Faust an die Haupt- M» v_ drohte, er werde sie einschlagen lassen. Im Saale jWtsiit. Trubel. Aber man konnte doch nicht so weg- � dm m Jltttten ja noch nicht einmal gestimmt, weder C Tkli.„°'tritt zum Verband, noch über die Fortsetzung ♦ Siva Endlich kam Pluchart die Idee einer Ab- , Akklamation. Alle Arme erhoben sich. Die '""mtey erklärten, daß fie für die abwesenden Kameraden Arbeiter von Montsou Mit- ,o—.v„.v, jetzt vor die große Saal- die Kolbens'chläae der Gendarmen hinter ihrem hk AM-rt-n. und d.e Arbeiter sprangen über dt- �____ x. Crt»«"»vrt Sitrm ntf* U« Und �wischten durch die kleine Thüre, durch die /Nu- r:.den Holzstall. Raffen eur war der Erste und n; er daö ..schimpft ha..., lren ihm Jener vielleicht einen Schoppen V'a Itpf V* j- yiUMCIltUfc IVU» vv»"'l'" 'bm: er dachte nicht mehr daran, «is�hr daw. c � vorher beschimpft hatte, sondern spekulirte 'tttt'�" werd»«hm Jener vielleicht einen Schoppen \l' bomit er sich wieder erholen könne. Stephan >lj � Und ß-. genommen und wartete mit Pluchart, '« � �etzl-.°"barine; denn sie setzten ihre Ehre darein, "tft �üche �"m Saale zu gehen. Kaum waren sie �?pst, da sprang die Saalthüre auf i doch �««ch ifiJa n Niemand mehr, als die dicke Wirthin, ?nen den Weg versperrte.(Forts, folgt.) PsrlsmenkNrtplhes. Die Reichstagskommission für dasSozia- listengesetz fetzte vorgestern Abend die Berathung über § 24 der Vorlage(früher 28, betreffend die AuSweisungs- befugniß der Regierung) fort. Zunächst erhielt das Wort Abg. Robbe(Reichspartei): Es erscheine ihm nicht unmög- lich. daß man, als Vermittelungsvorschlag. die Gewährung des Gesetzes in seinen übrigen Theilen aus die Dauer, und be- treffend der Ausweisung nur auf Zeit beschließe. Er werde in erster Lesung für den§ 24 stimmen, obwohl er die schweren Nachtheile der Ausweisung nicht verkenne. Namentlich würden durch eine gute Handhabung der AuSweisungSbelugniß, wie fie gegenwärtig zu erwarten sei, die Nachlheile zu veimeiden sein. Ohnebin würde auch bei An- nähme des Z 24 auf die Dauer der Reichstag durch den vor- gelegten Rechenschaftsbericht in die Lage kommen, wieder über die jetzt vorliegenden Fragen zu diskutiren. Abg. W i n d t h o r st (Zentrum) bezeichnet seine Erklärungen und die seiner politi- fchen Freunde als nur eventuelle. Er habe stch früher für Ermäßigungen verwendet; aber selbst mit den jetzt vorge- fchlagenen Milderungen könne er das Gesetz auf die Dauer nrcht bewilligen. Früher sei er bereit gewesen, in Bezug auf die Ausweisung für Berlin eine Ausnahme zuzugestehen, jetzt könne er diese nicht mehr zugeben. Man wisse auch nicht recht, was eigentlich die ernstliche Willensmeinung der ver- bündeten Regierungen und der Mehrheitsparteien sei. DeS- halb müsse er eine negative Stellung einnehmen, obwohl er die sozialdemokratischen Bestrebungen für höchst gefährlich halte. Minister Herrfurth verwahrt die Regierung gegen den Vorwurf, daß fie eine bestimmte Erklärung darüber nicht abgegeben habe, ob fie bestimmt an der Vorlage, namentlich an der Ausweisung, festhalte; er habe ausdrücklich erklärt, daß er auf die Annahme der Vorlage und auch der Ausweisung bestehen müsse.! Freilich sei der 8 24 nicht von größerer Wichtigkeit, als die Paragraphen über das Verbot von Druckschriften und Versammlungen. Mit einer Ausnahme für Berlin sei nichts geholfen, eine solche Aus- nähme würde prinziplos fein. Die Äusweisungsbefugniß fei wichtig, auch wenn fie nicht ausgeübt würde. Gegen Mißbrauch der Befugniß sei die Rechtskontrole gegeben und die Nothwendigkeit der alljährlichen Prüfung und Ent- schließung über Erneuerung der Ausweisung. Abg. v. K l e i st- R e tz o w(kons.) protelh rt gegen die Insinuationen, die Abg. Wmdlhorst den Parteien der gegenwärtigen Mehrheit untergeschoben. Arbeiterl chutz und Kirche allein genügten nicht gegen die Sozialdemokratie; die Mittel des Sozialistengesetzes seien gegm sie nothwendig. Innerlich haben sich die Sozial- demokraten nicht geändert, fie erstreben ihre alten Ziele mit den alten Mitteln. Zwischen Sozialdemokraten und Anarchisten ist kein Unterschied, mindestens sei derselbe flüssig. Es müsse ein energisches Mittel gegen die Agitatoren geben, er wisse kein anderes als die von der Regierung verlangte AuSweisungs- Befugniß. Abg. Dr. Buhl(natlid.): Er habe für sich und seine politischen Freunde bereits die Erklärung abgegeben, daß fie sich nicht dazu entschließen könnten, die Befugniß zur Ausweisung als dauernde Institution zu bewilligen. Er verkenne keines- weg« die eminente Gefahr der Sozialdemokratie und wie notbwendig deren energische Bekämpfung sei. Die Zweckmäßigkeit der gesetzlichen Maßregeln gegen die Umsturzbestrebungen in der Presse, in Vereinen und Versamm- lungen sei außer Zweifel. Die Ausweisung aber bringe schwere Nachtheile mit sich. Bezüglich der Zweckmäßigkeit dieser Maß- reget und ihrer Handhabung müsse wenigstens die Kontrole und die zeitliche Beschränkung der Äusweisungsbefugniß Schutz bieten. Als dauernde Institution könne fie keinesfalls bewilligt werden. Abg. Reichensperger(Z.) behält sich die Ent- fcheidung vor, ob schließlich dem Gesetz in irgend welcher Form zuzustimmen fem würde. Abg. v. H e l l d o r f f(k.) führt aus, die Sozialdemokraten hätten nur ihre Taktik geändert, eine Tren- nung von den Anarchisten sei nicht erfolgt. Die Ausweisung bringe ja die Möglichkeit erheblicher Nachtheile mit sich, aber sie wirke erziehlich, wenn fie zunächst nur angedroht werde, und fie biete Schutz, wenn ein gewaltsamer Ausbruch in einem Orte un- mittelbar bevorzustehen scheine. Abg. W i n d t h o r st(Zentrum): Es sei nicht ausgeschlossen, daß er es sich noch überlege ob das Gesetz nicht ohne die Ausweisung etwa auf zwei Jahre be- willigt werden könnte. Wolle man daS Gesetz ohne b e- schränkte Zeitdauer, so sage er absolut nein, wolle man die AuSw ei sun a fallen lassen und daS Gesetz für die Dauer geben, so sage er auch nein. In dem gemeinen Recht seien zur Genüge die Mittel vorhanden, den sozialdemokratischen Bestrebungen wirksam entgegenzutreten, und außerdem müsse der Kirche mehr Spielraum gelassen werden. Hierauf wird zur Abstimmung geschritten. Zunächst wird em Antrag Reichensperger angenommen, im �24 in dem Satz: Personen, von denen eine Gefähidung der öffent- lichen Sicherheit oder Ordnung zu besorgen ist u. f. w. die Worte„oder Ordnung" zu streichen; sodann wird der a b- geänderte Z 24 und damit die AnSweisungS- befugniß gegen 8 Stimmen(der Konserva- tiven) abgelehnt. Gegen§ 29 des zeitherigen(8 25 der Novelle) Gesetzes: „Welche Behörden in jedem Bundesstaat unter der Bezeichnung LandeSpolizeibehörde, Polizeibehörde zu verstehen find, wird von der Zentralbehörde des Bundesstaates bekannt gemacht", erhebt sich kein Widerspruch. Zu 8 30(Geltungsdauer) beantragt Abg. Fritzen lr.), da» Gesetz nur auf 2 Jahre zu bewilligen un d außerdem einen usatz, wonach die auf Grund der 88 22, 24 und 29 ge- lroffenen Anordnungen, insoweit fie gegen Inländer Je- richtet find, außer Kraft treten. Die beiden Anträge Fritzen werden abgelehnt und die RegierungS- vorläge, wonack das Gesetz ein dauernde» sein soll, mit 17 Stimmen angenommen. Hierauf begründet noch Abg. R i n t e l e n(Zentrum) seinen besonderen Antrag, bezw. Gesetzentwurf, welcher prinzipiell das preußische Vereins- und Versammlungsgesetz auf das Reich übe- tragen will. 8 l dieses Gesetzes wurde gegen 2 Stimmen (Rintelen und Munckel lbf..j) abgelehnt und da- mit der ganze Antrag als erledigt angesehen. Die nächste Sitzung der Kommission, in welcher in die zweite Lesung eingetreten wird, ist auf Dienstag Abend anberaumt. A Nderfeliter KttMUemtrozeij. 4. Tag der Verhandlung. Der Präsident verkündet die Ablehnung des Antrage« der Vertherdigung auf Verzicht auf die Verlesung der Beweis- stücke, ebenso die Ablehnung der Dispenfirung einzelner An- geklagten von der persönlichen Anwesenheit bei der VerHand» rng. Wenn Angeklagte wegbleiben wollten, empfehle eS sich, daß diese sich mit der Vertheidigung in Verbindung �tnj)te Vertheidigung erklärt Namen« sämmtlicher An- geklagten, die in der Anklage angezogenen Stellen de«„Sozial- Demokrat", so weit ihr Wortlaut stimmt, ohne Verlesung aner- kennen zu wollen. Polljeikommissar Wilfing, der im Zuschauerraum anwesend ist, muß auf Anttag der Vertheidigung, weil er Zeuge ist, den Saal verlassen. Es wird in der Verlesung von Artikeln des„Sozialdemokrat" fortgefahren. Bebel erklärt, daß die Unterschrift eines Artikels„Die Parteivertretung" unrichtig fei; dieser sei von einer einzelnen Person, die nicht befugt ist, die Unterschrift zu zeichnen, aus- gegangen und nicht von der Fraktion. Die Fraktion hat nie unter dem Titel„Die Parteivertretung" Erklärungen abge- geben. Grillenberger erklärt, daß weder er, noch Harm oder Schumacher damals der Fraktion angehört habe. In der Verlesung aus Nr. 49(1880) des„Soz." wird fortgefahren; es folgt dann der Jahrgang 1381, beginnend mit Nr. 9. In Nr. 16 erläßt der Abgeordnete Bebel eine Warnung. B eh el erklärt diesen Artikel veröffentlicht zu haben, da- mit nur eingeschriebene Briefe an ihn gesandt werden. In Nr. 15 steht ein Artikel über die Agitation im Militär. Der Staatsanwalt beantragt den Ausschluß der Oeffentlichkeit. Die Vertheidigung widerspricht, da die wenigen Anwesenden wohl nicht durch die Verlesung aufgeregt würden. Da» Gericht beschließt den Ausschluß der Oeffentlichkeit. Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit wird in der Verlesung des„Sozialdemokrat" fortgefahren. Es handelt sich um Warnungen vor gewissen Personen. Dann kommt die im Jahre 1883 im„Sozialdemokrat" veröffentliche„schwarze Liste" zur Verlesung. Bebel: Daß die„schwarze Liste" von der Expedition des„Sozialdemokrat" herausgegehen wird, wird gerade durch diesen Artikel bewiesen. Ein Artikel aus Nr. 31(1384) wird erwähnt. Bebel: Die Aufforderung zu einer Zusammenkunft im Kreise Teltow wurde der Expedition eingesandt. Die Vertheidigung: Daß Ort und Zeit der Ver- sammlung durch die Expedition zu erfahren waren, ist ebenso, wie wenn ein verlorener Regenschirm dort zu erfragen wäre. Bebel: Eine Organisation im Kreise Teltow war nicht vorhanden. Zu den weiteren Artikeln bemerkt Bebel, daß er sich nicht um jeden einzelnen Fall von Unterstützung kümmem könne. Im Jahrgang 1881 findet sich eine Mahnung, wonn die Verwaltung eines bestimmten OrteS als nachlässig bezeichnet wird. In einem weiteren Artikel wendet sich die Redaktion des„Sozialdemokrat" gegen die Fraktion; einzelne Mitglieder derselben, Bio» und Haser clever, hätten aus Opportunität«- rücksichten den„Sozialdemokrat" deSavouirt. Dos Organ dürfte nicht verleugnet, nur könnte eventuell der Redakteur abgesetzt werden. Bebel: Die Fraktion hatte nach dem Wydener Kongreß ewigen Einfluß auf den„Sozialdemokrat"; das Maß desselben war nicht festgestellt. Die Staatsanwaltschaft hätte auch meine Erklärung im Reichstag gegen Puttkamer anziehen sollen, wo- nach wir erst bei Ankunft des Blattes Kenntniß von dessen Inhalt erhielten, für dm die Fraktion nicht verantwortlich ge- macht werdm kann. Der Staatsanwalt: Es handelt sich dämm, festzu- stellen, ob die Fraktion den Redakteur anstellt. B e h e l: Es heißt in dem Artikel, daß die Partei den Redakteur anstellt. Der Artikel„Deutschland" ist nicht von der Fraktion. Die Unterschrift„Parteivertretung" ist keine Fälschung, sondem ein Mißbrauch. Wir hätten wohl sagm können, der Redakteur muß entfernt werden; es hätte sich dann aber gefragt, was die Eigmthümer de« Blattes gethan hätten. Als wir einen bestimmmdm Einfluß ausüben wollten, mtstand ein großes Halloh in der Partei. Die Redaktion hat meme Ausfühmngm im Reichstag als korrekt anerkannt. Die Vertheidigung bemerkt, daß die meistm Ange- klagtm die Artikel wohl gar nicht gelesen hättm. In der Verlesung wird fortgefahrm; eS folgt eine Er- klämng im„Soz", wodurch dieser zum osfiziellm Organ er- klärt, aber die Verantwortlichkeit für die einzelnen Artikel ab- gelehnt wird, unterzeichnet von dm damaligen Abgeordneten. Bedel: Der„Sozialdemokrat" sollte ein Spiegel de« ParteilebenS fein. Es werden Notizm über dm Archivfonds angeführt, andere wegen Deckadressen zitirt. Dann wird ein Aufruf verlesm (Nr. 28, 1832), in welchem von prompter Abrechnung der Ver- traumsleute gesprochen ist. Dann kommt der Aufmf wegm Ab- nähme von Antheilscheinm an der Druckerei deS„Sozialdemo- krat", die von dm bekanntm Vertrauensleutm m der Schweiz zu bettiehm seien. Bebel: Wir hattm kein Bedmkm, den Aufmf zu unterzeichnm. Antheilscheine wurdm verschiedentlich aufge- geben. Ueber das Verhalten vor Gericht wird ein Artikel des „Sozialdemokrat" verlesen; es sind darin Vorsichtsmaßregeln angegeben. Vor Aufbewahmng des„Sozialdemokrat" in der Wohnung wird gewamt. Bedel: Die„Winke für die Agitation" stehen nicht im Zusammenhang mit dem Artikel; es ist nur eine Sammlung von vereinsgesetzlichen und strafrechtlichen Beftimmungm. Von Geldsammlungm spricht ein Artikel m Nr. 46 und von dem Verhaltm vor Polizei und Gericht Nr. 47 de« „Sozialdemokrat". Es wird vor dem Meineid gewamt und die Verweigemng des Zeugnisses empfohlen. Dann folgt eine Notiz- betreffend die Abrechnung mit den Orten. Bebel: Es ist sehr natürlich, daß die Expedition nicht einzelne Perlonm nmnm kann. Die Einladung zum Kopmhagmer Kongreß ist von Redaktion und Expedition de«„Sozialdemokrat" unterzeichnet. Die Ramm der VertraumSleute sollen in die Schweiz geschickt werden. Bebel: Ich konstatire, daß die Vertrauensmänner eigen» für dielm Fall gewählt wurden und keine feststehmde Einrich- tung ist. Es kann sich höchsten« um Vergehm gegm da« Vereinsgef-tz handeln, nicht um geheime Verdindung. An den Vordere, tungen zum Kongreß war ich nicht betheiligt, weil ich damals im Gefängniß war. In einem weiteren Aufrufe wird von den Kongreßdele- girtm eine Vollmacht verlangt. Es werden weitere Artikel verlesm, die sich auf dm Kongreß beziehen, femer ein Auszug aus dem Kongreßbericht in Nr. 15, 16 und 17 de«„Soz." von 1883. Bebel: Nur die Delegirten wurden zugelassm, die von einer größerm Anzahl Personm ein Mandat hatten. Die Vertheidigung: Alle anderen Parteim ver- fahrm in gleicher Weise. Bebel: Die„geheime Organisation", wenn fie b«. stünde, würde ja einen öffentlichen Aufmf unnöthig machen. Wer ein von zwei bekannten Parteigmossm unterzeichnete« Mandat hatte, wurde zugelassen. Die Verlesung wird foiizesetzt. Bebel: Die Revision der Kasse und der Bucher de« Unterstützungsfonds wurde in Zürich vorgmommm. Verschie- dene reiche Leute, die als Geber in dm Lüchem stehm, wollm nicht gel nnt sein. Die Revisorm wohnten in Zürich. Fortsetzung der Verlesung. Bebel: Eme Konferenz fand nur einmal statt; e« ist eine Zusammenkunft der FraktionSgengssm. Foitsetzung der Veilesang. Bebel: Es ist erklärlich, daß Wünsche und Anträge vorlagen aus Schaffung einer Zmtralisation der Partei. Ich habe mich dagegen erklärt, weil in 14 Tagen die Polizei Kennt niß dec Organisatwn, die sich über ganz Deutschland erstreckm wucde, erhalten und dieselbe auflösm würde. Die Verlesung wird fortgesetzt.(Es handelt sich um die Besprechung über dm„Sozialdemokrat".) Bebel: In die Geschäftsbücher des«Sozialdemokrat" hatte Niemand von uns Einblick; em Züricher Genosse kon- statirte deren Richtigkeit. Die Revifion wird jedenfalls von den Miteigenthüment ausgeführt. Fortsetzung der Verlesung. Der Kongreßbericht ist beendigt und eS werden andere Artikel vorgelesen.(Nr. 41 von 1883.) Dann wird die«schwarze Liste" im„Sozialdemokrat" erwähnt. (Nr. 35 von 1885.) Bebel: Nur Redaktion und Expedition des„Soz." haben die Liste herausgegeben. Sie soll ja nicht einem Ein- zelnen gehören, sondern an jedem Orte bekannt werden. Der Vertrauensmann des„Soz." wird sie also seinen Parteifreun- den mittheilen müssen. Ein Exemplar der„schwarzen Liste", da» bei Grimpe ge- funden worden, wird vorgelegt. Auf Wunsch G r i m p e s wird konstatirt, dah keine Ein- tragungen von ihm Herrühren. Bebel: In der Liste find Leute aus aller Herren Länder verzeichnet. Durch dm Präfidentm wird dies konstatirt. Die Einlei- tung der Liste wird verlesm. Grimpe macht auf den Schlußpassus aufmerksam, wo- nach die Fraktion nichts mit der Liste zu thun gehabt hat. Bebel: Der Ausdruck„Parteivertretung" kommt vom Wydener Kongreß her; es ist die Fraktion. Es tritt eine Pause von 20 Minuten ein. Berichtigung: In unserer gestrigen Nummer, dritter VerhandlungStag, ist statt des Angeklagten v. Schumann (Stuttgart) irrthümlich v. Schemm gesetzt worden. Sozislo Moberstrhk. An die Lederarbeiter Kerlin s! Kollegen! Euch allm wird bekannt sein, daß in einer großm Anzahl Werkstuben die Lohndrückern einen Umfang angenommen hat, der mit der Zeit zu ganz haltlosm Zuständen führen muß. Die Unter- zeichneten fühlen sich verpflichtet, die an fie ergangenen Nach- richten über Fabrikm, in welchm dergleichen Mißstände Wurzel gefaßt haben, der Oeffentlichkeit zu übergeben und Euch vor Eintritt in solche Geschäfte zu warnen. Die Kollegen der Firma L. Simonsohn. Köpenickerstr. 71-, habm die Arbeit eingestellt, da fie mit den daselbst gezahltm Preisen nicht auskommm könnm. Der wöchmtliche Verdimst der betreffenden Kollegen betrug bei normaler Arbeitszeit 8 bis 15 M. Bei einer Ueberzeitarbeit von täglich 2Stundm betrug der höchste Verdienst 18 M. Wir glauben im Interesse der gesammten Kollegenschaft zu handeln, wmn wir aus dergleichm Mißstände aufmerksam mach machm, und geben uns der Hoffnung hin, daß sich sämmtliche Kollegen darnach zu richten wissm und für benanntes Geschäft keine Arbeit ausführen werden. Im Auftrage der Fünfzehner- Kommission: R. Hahn. H. Kessel. R. Wunscheck. Dorlcmrmlmuxcn. Verband der deutsche» Gold- und Sllderarbetter und verwandter Berufsgenossen. Mitgliedschaft Berlin. In der am 14. November, Abends S Uhr, im Restaurant stein. Alte Jakobstr. 75, stattgefundenen Versammlung.. äußerst»oh! reich besucht war, hielt Herr Fritz Zudnl emw ch vielem Beifall aufgenommenen Vortrag über 1-ä Koaurm i recht. Zu Punkt 2, Diskussion, sprachen sich die l Hennig, Faber, Lindow, Lindemann und Holtkamp m m i Worten über Verbandsangelegenheiten aus. In den w J wachenden Ausschuß wurden gewählt die Herren WJ1 Klein, Lindow, Martin, Münnich, Lindemann und als Ersatzmänner die Herren Wolf und Kuntze. Aul As'. deS Herrn Klein werden dann drei Mitglieder zur Pli«,»», misfion gewählt und zwar die Herren Holtkamp,•' und Davidshäuer. Sodann beschließt die BeisamiM, bei dem Kollegen Reiche, Prinzesfinnenstraße 31, im gefchäft, eine Zahlstelle, woselbst auch das Fachblatt entM genommen werden kann, einzurichten. Nachdem der Vml>» � mitgetheilt, daß die nächste Mitgliederversammlung den 4. Dezember, in Feuerstein'S Lokal stattfindet, schue»' selbe die Versammlung.. 21. S i k «»• a i t Ä tfrtMTU*_Ei Wz___**�.9 Grunde dem 3 durch Abonnement unterstützen wollen, zur Nachricht, baf die Zahlstelle i folgende Abonnements-Annabmestellen errichtet hat: v-», folgende Abonnements-Annahmestellen errichtet hat: v-A, 80., Köpnickerstraße 56; Brückner, 80., Mariannen stra«' �-7'«/ Jvupuiu vi|ii ugc ou j �ocuanery iuiuiiutt*»»**' mj» A. Klein, 80., Lübbenerstraße 28; R. Holtkamp, s-'~ "d«ädere. ßingegi iONl M eines 44»«llvvltt» t j(V'UWvSe vi fUU[) V v-vJ, Ov- zessinnenstraße 16; L. Hennig, Holzmarktstraße 8. 4� Gus> Et° �de« Auz Beim erst so cxi Theater. Sonnabend, den 23. November. Lohengrin. Ichaulvtelhan». Die Räuber. Vvutsche« Theater. Nächstenliebe. Der Zaungast. »erttuer Theater. Die Nibelungen. Friedrich- WUbelmstädttsche» Theater. Der Polengraf. Uestd»»)- Theater. Schwiegermama. Wailuer-Theater. Verfolgt! Vorher: Der Herr von Lohmgrin. Uiktoria-Theater. Stanley in Afrika. Ostend- Theater. Melidoni, ein Heldensohn Griechenlands. Oesteaitiauee- Theater. Der Zauberlehr- ling. MSuigstSdtische« Theater. Der Trompeter von Säkkingen. Zeutrat-Theater. Leute von heute. Adalph«rnst-Theater. Flotte Weiber. «ed». Lichter'« Naritt«. Spezialitäten- Vorstellung. Clvom üenz. Karlstraße. «vnnabend, de« 23. Novemter 1889, Abends 7 Uhr: Gala-Vorftellung mit einem auserwählten Programm unter Mit- Wirkung der Künstlerinnen u. Künstler 1. Ranges. Novität: Im dunklen Grdtheit. (Gwnahme von Kagam-qa.) Große equestrische O r i g i n a l-P a n t o m i m e, arrangirt und in Szene gesetzt vom Direktor E. Renz. Gesetzlich geschützt. 4fache Fahrschule, geritten von den Herren Franz, Adolf und Oscar Renz, sowie Herrn William. Z. 1. Mal: rAscenaion, großartige gymnastische Produktion auf dem 70 Fuß langen und 40 Fuß hohen Drahtseil von Natalie Schu- mann(noch von keiner Dame ausgeführt). Vor- führen der 8 arabischen Schimmelhengste oder Eoncert Hippique von Herrn Franz Renz. Die Schulpferde Beautifal und LophuS, geritten von Frl. Clotilde Hager. Morgen, Sonntag, Abends 7j Uhr.: Große Extra- Vorstellung: Aschendrödel. L. Rum, Direktor. Cc�eu» Buscli« Ur»t»?tch-sta»l-Afe». •ntt,«ounabtnd. de« 23. November 1889 Abend» 7i Uhr: 930 kr. M-PmiiMrsttlliilli. 1. Mal: EheraSmi«, orientalischer Hengst, in Freiheit dressirt und vorgeführt v. Direktor. I.Mal: Jeu de barre, geritten von Fr. Direktor Busch, Frl. Maria Dore und Frl. Zlphora GodlewSky. Zum 14. Mal: Fsttme, die Kose von Tripoli, Orientalische Original-AusstattungS-Pantomime. (Gesetzlich geschützt.}. Volina, Prämien-Springpferd, r—. springt über 3 große Pferde. 1000 Mark demjenigen, der ein Pferd zeigt, welches den gleichen Sprung ausführt. Doppel-Jockey von Frl. Maria Dore. und Frl. Margerithe. 5fache Poftfahrfchule, ohne Zügel geritten vom Direktor. Diovhantus, ge- ritten von Fr. Busch. Trampolin-Sprünge mit einfach und doppeltem Saltomorta' bis über 10 Pferde. Clown Tom-Tom als Reit-Eleve. Clown Olschansky als Springer-c.-c. Alles Nähere die Plakate._ Pasta, e 1 Tr. S M.-l0Uhr A. Kaiaep-Panopama. Palästina» denkwürdige Stätten. Iii. CycluS. Reise Ktheu- Coustautiu-pet. VI. Abtheilung: Pariftp Weltausstellung. Eine Reife 20 Pf., Kmd nur 10 Pf. Abonn. S Reisen 1 M. H, Ppfiusohep'a anatomisohas MUSEUM 80/81 Kommandantenatpassa 80/81. Täglich geöffnet für erwachs«»•»?»««. ■«teuftag und Freitag«awema»:■ Enttee 50 Pf. Vereinskarten giltig. 58S Thalia-Theater. IS. Wallu-rth-at-rstrsttz- IS. «Sgllol, I Theater- und Kpexialttatea-Norstellmig. 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Prali-rdorrnnt «raii« 4 tfe«. i* . ,ä Koal« ch die zmp in In den en ßiioS1 .. und©INJ e Aus An°'-_ Mh*75 «en Beilage M Berliner Bolksblatt. Konnabend de« ZS Konrneber 188S «.Jahrg. I, im Z'-� dMott"iW der V»' fit« ilunfl M>l>» det, schlnßl' irgend e« denselben> er GaldarW« «äderet -nnenst--� Umgegangen ist !MP, � >r n«bä»� Psvlstnenksbsviihke. D entscher K-tchata«. 2l. Sitzung vom 22.Zltovemb'er, 1 Uhr. � l,i tische de« Bundesrath«: Staatssekretär Bismarck, NriegSminister von Verdy �.«ernoi«, Graf Hohenthal, von Marschall ..____ der Gesetzentwurf, betreffend die Fest- Ki i�ng eine« zweiten Nachtrag« zum ReichShauthaltSetat von -°«/Sy(Ausgaben für Ostaftika). ., Etatsberathung wird fortgesetzt mit dem Spezial- ij* Auswärtigen Amt«. u Jpri« ersten Titel der Ausgaben»Gehalt des Staats- "i 50000 M" ergreift da« Wort dg. Kichter: Ich habe schon ein ander Mal darauf Giesen, daß Meinungen aufgetaucht find, als ob der Chef ' Generalstabes die Politik des Herrn Reichs- "Nerz durchkreuze. Ich möchte dcöha'.b an den Herrn �Lutsekretär die Frage richten, ob irgend welche Anzeichen 5®*«», das, der Chef de« Generalstabes beabsichtige, die ;Mk de« Reichskanzlers in auswärtigen Dingen zu durch- "'.en. Sollte dies der Fall fein, so wurde das Hau« äilafj haben, stch hiergeg«" zu verwahren. �«tnegsmmister Krrdy d« Nrrnois erwidert, er betrachte �Wilsen Erscheinungen, wela,e sich m den letzten Monaten �Iptelt haben, als frivol und für das Heer be- »°�d. Es fe, frivol. Sacken zu erfinden, die nach unseren nicht existiren und Osfisiere hinein zu ziehen, um fit �lreditiren. Und frivol sei e«, Olfi ieren unsere, Heeres ��vasiren, daß sie irgendwie in Opposition zur Regierung z,' Majestät des RrfferS treten könnten. Er stehe nicht an, hinüber der Presse jeder Partei auszusprechen.(Bci- �laaiSsekretär Graf Kiomarck: Ich pflichte durchaus �.«orten meines geehrten stillegen bei. Da sich gezeigt leickt sich Mythen bilden, so will ich bekräftigen, daß Mythenbildung vorliegt. Die Politik des Reiches *>» kT11 Kaiser geleitet, und Se. Majestät nimmt dabei nur -Bi-E »d Ab<*� Vereinest Zuspruch w H»?Bc fe N» p« X...„ AK» Rath an, die er dazu berufen hat. ■tor....... Wnt-w,).«•'uuj'cii» ine, *ion�, Liesen. Ferner sch hüi* Weife erfolgt, knihtr abgelehnt 'US» va»!� ».ns" Lch,�Ntcht»»: Ich muß noch bemerken, daß von keiner unabhängigen Presse die My-He ausgebracht »«,? ist. von keiner Seite der unabhängigen Pr«ss«, weder timJm vpvositionellen, noch nudb von der unabhängigen kon- p-'''»en Presse. Aufgebracht ist diese Mythe von der osfi- W* Presse, von der Presse, die ihr weihe« Papier notoritch V?rgierung bezw. den Pretzbureauic zur Verfügung stellt. diesen Dwgen mit der Fackel der Oeffentlichkeit mS Mi Itulblen müssen, um den üblen Eindruck zu zerstören, solche Dmge im Auslande machen müssen. xrr Titel»Staatssekretär� wird jetzt bewilligt. feAei jjlei 2 und 3(Forderm g n für die neue Kolonial- �Mung) hebt der �.«taazgsekrrtär Graf Kiomarck hervor, daß sich die jungen innerhalb der denkbar engsten Grenzen beweaen. ij( Dpindthorst bemerkt, man müsse sich zunächst über tn° die bisherigen Erfolge der stolonialpomik klar wer- Erachten« feien oieselben nicht gerade auf- i> ernv».—, Ferner scheine es ihm, al« ob die Koloni- ',lge, w'« sie der Herr Reichskanzler � bade. Weiter fei zu klagen über die in* g, der katholischen Missionen unter Außerachtlassung !itzt..�dsätz« der Konao-Akte. So lange nicht diese Grund- Gunsten der katholischen Missionen endlich zur Geltung »nhJ wurden, so langt werde er gegen alle neuen kolonialen �Kngen stimmen. »» linn" r Graf Kiomurrtr glaubt, nicht annehmen lÄen?' die Herren gegen die verlangten neuen Arbeits- W»«"«en würden, da die Geschäfte und die Gesundheit !>« n Angestellten unter solche, Weigerung leiden müßten, «a»,.K»>ch mit Rücksicht auf die Verantwortlichkeit vor den , Hinn i. �'"t ausdrückliche Bestimmung über die Gleich- »ck k Konfessionen in den Kolonien erscheine ihm ent- Z- da eine ungleichmäßige Behandlung nie bestanden habe �lchwerden auch nie laut geworden seien. Nichter: Der Herr Staatssekretär rühmt die Be- K der Reuforderungen in diesem Etat. In den Gtat« ist auch schon viel mehr gefordert worden, daß .. Lander ist, wenn einmal Neuforderungen sich inner- .was befchcidenerer Grenzen halte«. Der Herr Staats- �sprach von unserer Verantwortlichkeit bei den Wählern. bandelt es sich doch nur um die Gesundheit eines »sil» �'r'in, während doch bei dieser Kolonialpolitik schon »Andere allein am Klima m Afnka zu Grunde ge« »aJ1- Redner verwahrt sich dagegen, daß man, wenn »�«nwärtigm Forderungen bewillige, daraus den Schluß %'»i für Errichtung eine« selbständigen Kolonialamtes. 1 SNitheil, er wünsche, daß die kolonialen Dmge in mög- Allerem Zusammenhange mit dem auswärtigen Amte E« habe bisher schon der� ganzen Geschicklichkeit (| Qr�er4 bedurft, um ohne Schramme au« der bi«- ibw Aj, �?ickck«g der Kolonialpolitik herauszukommen. Windhorst irre, wenn er glaube, daß die Missionen Ruhen ziehen könnten. F>üher waren die Missionen o.1P*5« Posten der Kultur, letzt find sie vielfach zerstört n»,t.-»Ainwükung der Kolonialpolitik. Für Gleichstellung wir selbstaerstäadlich. y. s»>li� �lar Graf v. gitmark: Herr Richter hat, wie � ftni«'"ige Umdrehungen meiner Worte beliebt. Von Ät�°iamtt ist garoicht die Rede pewesen, nur von i�n»»�uuns, die keineswegs vom Auswärtigen Amt ge- x soll. Sodann habe ich gesaat, daß der Wähler «id.,. 0t" Nachtheil hat, wenn aus Mangel an Beamten Pale? - W Mao' r. derM' u. s' u-ei �"locht wird. ick �lndthorft: Der hier gestellten Mehrforderung iMs, hot?•"'cht widersctzm; aber auch ich lege Werth £,. Kolonialpolitik direkt unter der Verantwortung tteh«. Ja Bezug auf die Mission hat mich «ck�die»�'"olisekretär nicht überzeugen können. Auch ich O« sS�1"dung deutscher Missionare in deutschen Schutz- \ X in JÄ»; aber ich fürchte, wir werden die nothlge» l�iand nicht finden, da w.r ihr« Ausbildung > ni�?"' unterbunden haben. Darum läßt fick iene« sraf*n» erhalten. Endlich ist in der Erklärung '' die Missionen sollten unter der Orden stehen. Die katholische .■» wY—" nur der Leitung der römischen !hw.isvrd diese Frage nicht erledigt, kann«h btmm�öen für die Kolonialpolitik nicht ohne '1»»"l Äm.®0 aber die deutsche Flagge, der deutsche •{"bis, kominJ, daß muß tch Herrn Rickter � ,oic zurückweichen, auch unsere u 5,� 5. Beziehungen müssen gepflegt werde«. in der Hand kann«au nicht kolor.i- Sch�?' siren, das ist Aufgabe der Kirche und Schule.(Beifall im Zentrum.) Staatssekretär Graf». Ki»ma»ck: Wie ich Herrn Windt borst verstanden habe, ist e« rhm fraulich, ob katholische Orden überall in deutschen Kolonien zugelassen werden. Das würde aeschehen, wenn sich dieselben darum bewerben würden. In Ostaftika haben wir mit katholsschen Myfiona-en gute(T fahrungen gemacht, sie würden ebenso in Kamerun, Togo oder anderswo zugelassen, falls sie sich eben darum bewerben wollten. Abg. Kammacher(natl.) wendet sich gegen den Abge- ordneten Richter, indem er feststellt, daß die jetzigen Forde- rungen nicht präjudizirend feien für etwaige künftige Forde rungen zur Einrichtung eines Kolonialamts. Es fehle zur Zeit den Regierungen an durchgebildeten Kräften für Behand- lung der Kolonialfragen, deshalb sei die Absicht der Regierung zu billigen, er bitte, die Forderung zu bewilligen. Abg. r>. Frege(dkons.): lieber die Missionen find uns seiters der Regierung in der Kommission solche Aufschlüsse Gemacht worden, daß wir nur mit Dank anerkennen können, daß n Afrika völlige Parität in Bezug auf die Konfessionen be- steht. Von Mißerfolgen ist nach den uns in der Kommission gewordenen Ausschlüssen in der Kolonialpolitik keine Rede, große Erfolge haben wir so rasch nicht erwartet. ES wäre kleinmüthig und der deusschen Nation unwürdig, deshalb unsere Kolonialpolitik zu verdammen. Leider zeigt unser Kapital in dieser Beziehung, wenn ich so sagen darf, eine Wasserscheu. Geld aber gebort auch zur Förderung der Mrsfionen: Das Schwert zur Einrichtung der bürgerlichen Ordnung, das Kreuz zur sittlichen Hebung!— Ich bitte, die Regierung durch An- nähme der Trtel voll und ganz zu unterstützen.(Lebhafter Riestert(dft.) ftägt an, ob schon ein bestimmter Plan mü Bezug auf Einrichtung der Kolonial-Abtheilung be stehe. Staatssekretär Graf v. Kivmarest erwidert, daß zur Zeit dauiber etwas Genaue« noch nicht feststehe. Augenblicklich bandle es sich gewissermaßen um eine Prüfungszeit, im näckften Jahre würde sich wohl Gelegenheit finden. Näheres über die definitive Gestaltung der Kolonial-Abtheilung mitzutheilen. Abg. Mörman»(nat.-lib.): Das Kapital ist bei über- seeischen Unternehmungen weder zurückhaltend, noch zaghaft, wie in der Kommission gesagt wurde. Ich glaube eher, daß die im Ganzen nur geringe Unterstützung der deutschen Gesefl schaften seilen« der Negierung Schuld hat an dem langsamen Fortsckreuen unserer Kolonialpolitik. Trotzdem können wir Mißerfolge m dieser Politik nicht anerkennen, man denke nur an Kamerun und Togo. Ich glaube, daß später uns Afrika noch groben Nutzm bringen wird. Uebrigens betheiligt sich das hanseatische Kapital an überseeischen Unternehmungen sehr stark; dort natürlich nicht, wo die Kolonien de« Regienmas schütze« entbehren. Ich glaube, wenn wir unsere Kolonialpolitik kräftiger betreiben, wird sich auch hier da« Kapital mehr be- theiligeu. Abg. Ka«derg»r(dfreif.): Wir wissen wohl, daß wir die Kolonialpolitik nicht aufhalten können, und wollen nur vor neuen Ausgaben warnen und zu Eisvarnissen anhalten. Herrn von Frege möchte ich übrigen« bemerken, daß wir auf der linken Seite weder das Kapital, noch die Gioßfinanz ver- treten. Wir haben au« allgemeinen wirthschaftlichen Interessen heraus die Zurückhaltung des deutschen Kapital« verlheidigt. Es ist bloS Vorficht, welche diese Zurückhaltung herbeiführt. Mögen sich doch die reichen Leute bei un«, die etwas übrig haben, den König von Belgien zum Beispiel nehmen. Wenn Herr Woermann sich nicht zurückhält, so ist das begreiflich, er und seine Hamburger Freunde treiben ihre Geschäfte aber doch gewiß nicht bloS auf deut'chem Kolonialgebiet. Kolonialschwär- merei giebt e« nur im Jnlande, prakrisch haben die Hamburger längst Kolonialpolitik betrieben, jetzt wollen sie blas, daß das Reich ihnen alles in Kamerun hübsch einrichtet. Was die all- gemeinen Verweisungen auf die Politik anderer Kolonialstaaten anbetrifft, und deren anfängliche Mißerfolge, so ist ja richtig, daß Mozart und BeaumarchiS, um beispielsweise zu reden, auch zuerst ausgepfiffen worden sind, aber deshalb braucht doch nicht Jeder, der zuerst ausgepfiffen wird, später einmal ein großer Mann zu werden und deshalb stehe ich auch unfern Kolonial ansängen skeptisch gegenüber. Abg. Momnan»: Ich möchte Herrn Bamberger nur entgegenhatlen, daß wir in unserem Besitze in den Kolonien nicht von englischen, sondern von deutschen KriegS'chissen de- schützt werden wollen. Ebenso benützen wir für den Verkehr jetzt deutsche Schiffe, weil wir w-Iche haben, wa« fiüber nicht der Fall war, wo wir auf die Benutzung fremder Schiffe an- gewiesen waren. Abg. Nichter: Für un« sind die Schutzgebiete keine Ver- mehrung, fondern eine Verminderung der deutschen Macht, weil sie zahlreiche politische Verwickelungen schaffen. Der Schutz de« Reiche« ist viel theurer, als der Gewinn aus den Kolonien, In ganz Togo und im ganzen deutsch-ostaftikanischen Gebiete defindet sich keine deutsche Handelsniederlassung. Die Ost- aftikamsche Gesellschaft zeigte sich nur bestrebt, junge Offiziere und Referendare hinauszuschicken, die auch einmal regieren wollte«, von Handel verstanden diese Herren gar nicht«. Abg. Mörman«; Der Handel entwickelt sich auch in Togo von Jahr zu Jahr mehr, und te leben dort 8 Deutsche. Die Deutsch-Osiafrikamsche Gesellschaft beschränkt sich keineswegs auf die Ausübung der Hoheitsrechte, sondern wendet sich dem Handel zu. Die neuen Forderungen werden bewilligt. Zum Kapitel der Gesandtschaften und Kon- sulate nimmt das Wort Abg. Kanmbach(dtsckfteis.): Ich habe in der Kommission den Wohlgemuth'fchen Zwischenfall zur Sprache gebracht und den Herrn Vertreter be« Auswärtigen Amts über unsere Siellung zur Schweiz mterpellirt. Ich erhielt darauf die Aus- kunft, es bestände kerne Mißstimmung zwischen beiden Staaten und ein neuer Niederlassungsvertrag werde wohl ohne Schwierigkeiten abgeschlossen werden. Seitdem sind 14 Tage verflossen, und ich frage an, ob sich inzwischen etwas geändert hat. Ich kann mir nicht versagen, auf den Fall Wohlgemuth etwas naher einzuaeben. Wohlgemuth hat nicht gerade ein großes Maß von Geschicklichkeit dem Schneider Lutz gegenüber b, wiesen. Er schrieb diesem Menschen in einem Bliese: »Wühlen Sie nur lustig darauf loS l� Da« nahm natmlich die schweizer Behörde übel. Wrr haben also infolge de« Sozialistengesetze« den bedauerlichen Fall zu konstatiren, daß Sozialdemokraten bereit« anfangen, sich m die Stellen von Polizeiagenten einzudrängen. Ich muß zugeben, daß die Schweizer Polizei etwa« zu weit gegen Wohlgemuth vorae- gangen ist, und die Folge dieses Falle«, an den sich die be- kannten diplomatischen Verhandlungen knüpften, war die Er- nennung eine« Bundeianwaft« in Bern. Wie verhält es sich nun aber mit Wahlgrmuth, der doch bloS em Lock p'tz.l wrr, im Hinblick auf die Erklärungen des Ministers Herrfurth, der energisch gegen jeden provocateur vorgehen will? Wohl- aemuth hat freilich jenen von ihn gebrauchten Worten eine harmlose Deutung zu geben versucht, aber wir können dieselbe nicht akzeptften und verstehen nicht, warum dieser Mann nicht deSaoouirt worden ist. Höchst bedauerlich find aber unter allen Umständen die Verwickelungen, welche sich»wischen dem Deut- schen Reiche und der Schweiz au« jener Affäre ergaben. Man nahm sie in der Schweiz sehr ernst und war nament- lich durch die Erklärung deusscherftit« beunruhigt, auf Schweizer Boden deutsche Polizei halten zu wollen. Später schloffen sich Zollplackereim an. Gleichwohl verschmähten es die Herren Graf v. Waldeisee, von Maybach und v. Bennigftn nicht, trotz des Konflikts beider Staatm in dem»wildm Lande" im Sommer zu reisen. In der bekanntm Auslegung des Nie- derlassungSvertrag-s, welcher in der Folgezeit g'kündigt wurde, kann ich der deulschm Reichsregierung nicht beistimmen. Die Schweizer Behörden sind meine« Erachtm« berechtigt, aber nicht verpflichtet, Legitimation« paviere von Ausländem zu ver- langm, da« mtspricht dem Wesm des Asylrechts. Was soll nun aus den 50000 Dmtschm in der Schweiz werdm, wenn kein neuer Niederlassungsvertrag zu Stande kommt? Wir find im Hinblick auf diese Zahl mindestens ebenso wie die Schweiz an der Neuregelung dieser Frage interessiit. Nun erwähnte ich schon, daß uns in der Budgetkommiision maßgebender Stelle gesagt wordm ist, daß weder ftüher noch jetzt von einer Verstimmung die Rede gewesen ist. Ich weiß nicht, ob ich daran nicht zweifeln soll, gebe aber dem Wunsche Ausdruck, die damalige Erklärung des Vertreters de» Auswärtigen Amts heute hier bestätigt zu hörm. Staatssekretär Graf». Kismarck: Ich will bei der vor- gerückten Zeit nicht auf jeden einzelnen Satz des Herrn Vorredners eingehen. Es ist mir angenehm, sagen zu könnm, daß ich den Herrn Vorredner vollständig zu beruhigen in der Lage bin. Eine Gegnerschaft zwischen der Schweiz und Deutschland hat nicht bestanden und kann nicht bestehen, ebenso wenig zwischm dm Regierungen beider Länder. Bei den MeinungS- Verschiedenheiten mit der Schweiz haben wir uns von dem Be- stcebm leiten lassm. die Bundesgenossenschaft derselben im Kampfe gegm die Umsturzbestrebungm der Sozialdemokraten und gegen die Machtstellung der dmtschm Sozialdemokratie in der Schweiz zu gewinnm. Daß wir auf gutem Wege sind, werdm die Herren selbst schon wissm, derartige Dinge können ja nicht geheim bleibm. Es bestehen die allerbesten Beziehungm mit der Schweiz, ein diplomatisckeS Notmfchreiben braucht doch nicht nothwmdig zu Ver- stimmungm zu führm. Ich wiederhole: Verstimmungen bestehen nicht, haben auch nicht bestanden.(Widerspruch link«.) Wir glaubm, daß auch die Schweiz immer mehr er- kmnen wird, daß auch sie, so wmig, wie jeder geordnete Staat, die Umsturzbestrebungm der Sozialdemokratie ver- tragen kann. Auf dm Fall Wohlgemuth einzugehm, habe ich keine Veranlassung. Derselbe ist j.tzt abgethan.(Beifall recht«.) Abg. Kws»r(Soz.): Der Fall Wohlgemuth ist insofern nicht abgethan, als daran wiederum nachgewiesm ist, daß provokatorische Aufteizungm seitm« der dmtschm PolizeibeamitN erfolgen. Auch wmn der Staatssekretär der weiterm Er« örtemng der Sache aus dem Wege zu gehm scheint, werden wir uns deshalb nicht abhaltm lassm, derselben das Maß von Werth beizulegen, das sie verdient. Nach dm wieder- holten, von uns unter Beweis gestellten, von dm verbündeten Regiemngm nicht zurückgewiesmm Mittbeilungen über das provokatorische Äustretm deutscher Beamtm ist e« etwas stark von dem Staatssekretär, zu behauptm, daß die Verhandlungm mit der Schweiz zur Abwehr der sozial- demokratischen Umtriebe in der Schweiz nothwmdig gewesm wären. Die Abwehr dieser Bestrebungen ist der Regierung auf dem Wege, dm sie vorzunehmen scheint, bisher nicht ge- lungm, und wird ihr weiter nicht gelingm. Wmn Umsturz- bestrebungm erst durch von der deutschen Polizei bezahlte Be- amte hervorgerufm werden müssm, so versichere ich, werdm sie nie hervorgerufen werdm. Dem Abg. Baumbach bemerke ich, daß mein Gmosse Lutz weder als Agent der Polizei, noch als Agent der Sozialdemokratie bezeichnet werden kann. Die Sozialdemokratie hat ihn nicht beauftragt, seine Thätigkeit war sein fteier Wille; und dann wollte er auch nicht seine Gmossen an die Polizei verrathm, sondem dieselben gegm Verrath schützm. Wenn der Staatssekrekär meint, der Austausch der Meinungm mit der Schweiz hätte auch erfolgen müssm, um die Macht der dmtschm Sozialdemokratte in der Schweiz zu brechen, so wird es sich darum handeln, ob die schweizer Re- giemng in ihre Souveränitätsrechte sich wird hineinfprechm lassen. Ueber die Nachgiebigkeit der schweizer Regierung durch Anstellung de« Bundesanwalts will ich nicht sprechen; für die Ausweisung Wohlgemuth'« aber nehme ich keinen Anstand, ihr an dieser Stelle den Dank auszusprechm. Der Fall Wohl- gemuth steht übrigen« jedmfalle nicht vereinzelt da. Der Wunsch der deutschm Regierung, in der Schweiz eine dmtsche Polizei zu haben, kann nur aus dem Verlangen bafiren, von dmtschm Beamten zu erfahren, was schweizer Beamte vielleicht zu pflichtgetrm sein würdm, ihr mitzutheilen. Wa« die dmtschm Sozialdemokraten in der Schweiz thun, ist öffentlich, steht unter der Kontrole der schweiz-r Ge- setze und geht die deutsche Regierung gar nicht« an. Von dem Standpunkte der Gleichberechtigung der Nationm ist es ein etwa« starke« Stück, in fremdem Lande eine Polizei zur lieber- wachung politischer Bestrebungen zu organifirm. Ich konstatire» daß der Staatssekretär auf die Frage, wie sich das Auswärtige Amt zu dem Falle Wohlgemuth stelle, gar nicht geantwortet hat. Vor der dienfteidlichm Versicherung Wohlgemuth«, er habe mit dem»Wühlm Sie nur lustig drauf los" lediglich auffordem wollen, die Informationen an allen Eckm und Endm zu Holm, mache ich nicht Halt; ich balte sie nur sür eine Ausrede und kann mich von ihr nicht befriedigt erklären. Auch nach dem Ver- häftniß des oft genannten Polizeidirektors Krüger zum Au«- wärtiaen Amt werden wir beim Sozialistengesetz uns noch näher erkundigen. Der Abg. Kock- Mindm(dk.) beantragt dm Schluß der Debatte. Der Antrag wird von den Nationalliberalm und Konseroatiom unterstützt. Abg. Nicht-- bezweifelt die Beschlußfähigkeit des Hause«. Da da« Bureau diesen Zwerfel theilt, wird der Namensaufruf vollzogen, welcher die Anwesenheit von 152 Mitgliedern ergicbt. Da« Hau« ist also nicht beschlußfähig und die Debatte muß abgebrochen werdm. Schluß gegen 5 Uhr. Nächste Sitzung M o n t a g 1 Uhr. (Antrage, betreffend die Arbeiterschutzgesetzgebung.) Lokales. Der Erfolg der Arbeiterpartei bei den dieLmaligm Kommunalwahlen ist zwar ein über die Erwartung günstiger, trotzdem haben noch viele Arbeiter ihre Schuldigkeit nicht ge« than. Ein sehr großer Prozentsatz der Arbeiter hat sein Wahl- recht nicht ausgeübt. Wir wollen nur Eines speziell anführen. Im 27. Kommunal-Wahlbezirk haben nicht weniger als zwei- hundert Tischler zu wählen versäumt, eine Zahl, welche man fast für unglaublich halten sollte, die aber nach den Wahllisten zweifellos richtig ist. Wenn dort wenigstens bei der Stichwahl der Eifer ein größerer ist, so wird die Wahl zu Gunsten des Arbeiterkandidaten, Gastwirths Otto Heindorf, ausfallen. Do» der hiestge» Lokalkommisston wird uns folgen- des mugelheilt:»Nach längerer Unterredung und AuSein- ondersetzung mit dem Direktor der Votzenhofer Brauerei, Herrn Gsldlchmidt, und des Pächters des Restaurants»Buggenhagen" (Moritzplatz) erklärten beide Herren auf Ehrenwort unter Zeugen, daß der Saal Buggenhagen(Moritzplatz), sowohl als die Räume dcrPatzenhofer-Brauerei,Landsberger-Allee jeder- zeit zu sozialdemokratischen Versammlungen zuhaben find. Gleichzeitig erklärte Herr Direktor Gold- fchmidt, daß es niemals an ihn gelegen habe, daß die Räum- lichkeiten versagt wurden, ebenso, daß er keinen Einfluß auf den t ächter des Saales Handwerker-Verein, ophienstraße, ausüben könne, da er nicht dem Vor« stände obigen Vereins angehöre. Der große Andreasplatz wird jetzt vom Steinpflaster befreit, um später in einen Schmuck- unb'Gartenplatz, wie der Dönhoffplotz, umgewandelt zu werden. Roch vor Eintritt des Irostwetlers sollen die Baumpflanzungen fertiggestellt werden. Der östliche Stadttheil gewinnt durch diese Umwandelung ganz bedeutend. Ans dem Arkonaplatz, dem größten rings von Wohn- gebäuden umgebenen Platz im Norden der Stadt, find dieser Tage die gärtnerischen Anlagen vollendet worden. Zahlreiche, von niederen Elsengeländern eingefaßte, mit Gehölzgruppen besetzte, zu Rasenarlaaen bestimmte Beete, die bereits besät find, umsäumen jetzt die weite, durch die Swinemünderstraße in zwei gleicke Rechtecke gethnlte Fläche, auf der über hundert Bäume gepflanzt wurden. In der Mitte jedes dieser Rechtecke ist genügender Raum zu Spielstätten für Kinder geblieben. Nack, wenigen Schritten nordwärts in der genannten Straße erreicht man auf einem deren Mitte durckiziehenden Promsnaden- wege den neuerdings ebenfalls mit hübschen Schmuckanlagen bedaibten V�etaplatz. polizeilich» Strafmandate hageln jetzt, wie die»Verl. Ztg.* mewet, auf die Ladeninhaber hernieder, die ihre Waaren »stroß'vwärte* aushängen, obgleich das Polizeipräfidium eine neue Verfügung erlaflen haben soll, nach welcher es denjenigen Geschäftsinhabern, welche bisher Waaren vor ihrem Schau- fenster ausgehängt haben, erlaubt sein sollte dies auch fernerhin zu thun. Emec der Betroffenen zeigte gestern ein Strafmandat über 3 M. vor, weil er in der Nrche feines Ladeneinganges einen Schlafrock aufgehängt hat. Bisher hat der Mann das unbehelligt thun können. Schlimmer erging es einem Blumen- Händler in der Mariannenstraße. Diesem war, wie ein Bericht- erstatter miitheilt, wiederHoll verboten worden, Blumen aus- zuhängen: dem Verbot hat er fich jedoch nicht gefügt, zumal auch ein benachbarter Konkurrent stets Blumen- töpfe ausgestellt hat. Auf seinen Hinweis darauf wurde M. von einem Beamten erwidert, daß sein Konkurrent ja nur alte, werthlose Oleanderstöcke ausgestellt habe. Vorangegangen war diesen polizeilichen Verboten ein Besuch des Revieclieute- nantS im M.'jchen Geschäft. Von diesem Beamten wurde dem M. aufgegeben, eine im Schaufenster befindliche rothe Schleife au« demselben zu entfernen. Auch diesem Verlangen ist M. nicht nachgekommen. Jetzt hat er ein Strafmandat in Höhe von zehn Mark wegen Äu»hängenS von Blumen am 30. Ot- tober und ein gleiches in Höhe von zwei Mark für den 3l. Ok- toder erhalten. Gegen beide Stiasverfügungm ist Widerspruch erhoben worden.— Wir können allen Uebrigen, welche Straf- Mandate erhalten haben, nur rathen, ein Gleiches zu thun. Es ist noch gar nicht ausgemacht, ob fich der Richter diesem harten Eingnff in die Verkehrsverhältnisse gegenüber nicht doch auf Seite der Laden Inhaber stellt. Di« Maul- und Klanen keuche unter den Rindvieh- beständen in den um Berlin liegenden Ortschaften ist noch immer nicht in der Abnahme begriffen. Die Kreisthierärzte unserer Nachbalkieise Nieder-Barmin und Teltow haben wieder- ho�t amttiaeffeits Untersuchungen in den von der Seuche heim- gesucht. n Ortschaften vorgenommen, Sicherheitsmaßregeln ge- troffen und Ortsiperren über dieselben verfügt; ferner wurde Seitens derselben festgestellt, daß mehrere Befitzer von Rindvieh >en Seuchenausbruch verheimlicht hatten und so eine weitere Verbreitung der Krankheit stattfand. Seitens der Kreisthier- ärzte wurde überall sofort die Reinigung der Gehöfte und Des- inf.klion der Ställe angeordnet: die Säumigen gehen einer strengen B.st-afung entgeg-n. Nach Aussage des KreiStbier- arztes P oleffor Eggelin rst die Seuche durch sogenannte Per- sonen-Schlächter, welche von Stall zu Stall gewandert find, in die verschiedenen O.lschasten eingeschleppt worden. In Nieder« Schönhausen, wo die Seuche Anfangs unter den Vichbettändm des Sch oßgäitnereipächters Jordan ausgebrochen, hat fie ins- besond.re eine große Verbreitung gefunden. Dieser Tagewur- den erst wier,er S Geböfle festgestellt, in denen die Seuche aus- gebrochen ist, so daß über den Ort die OctSsperre verhängt werden mußte. In Zehlendorf, wo die Seuche ebenfalls sert mehreren Wochen sehr stark aufgetreten war, ist eine Besserung «ingelieten und man hofft, die Krankheit daselbst in nächster Zeit zu heben. Auch in der Umgegend von Groß-Schönebeck wie in Lubenihal brach die Seuche auf verschiedenen Gehöften au«, w daß nach Anwendung von lokalen VorfichtSmaßregeln die O> tSsperre über diese Ortschaften versüat wurde. Nach Oranienburg hin find eS vornehmlich die Ortschaften Wensickendorf und Krummensee, die von der Seuche berührt wor- dm find. �.. per in Prag festgenommen» Freiherr Fra«, Tschndi von Glarus, der vec> ächilg ist, m einem Berliner Holet einen Juwelenviedstahl vollführt zu habm, ist nunmehr a>s österreichilcher Unterthan festgestellt wordm, so daß feine AuSW'erunp hierber nicht erfolgt. Axt- er die Duell-Affäre des Hauptmanns v. Haugwitz brinar das.Verl. Tgdl." aufklärende Muthellungm. Damach ist der schwer v-rwundete und gestern vetstorbme Gegner des Herm v. Haugwitz kein Arzt, sondem ein Student der Rechts- w.ffmschaf, Namen- Frowem, welcher au« der Rhemprovin» stammt und erst mr Oktober diese- JahreS nne Militärdienst- zeit als Ein jährig-Freiwilliger beendet hatte. Als solcher ge- Härte er der vom Hauptmann v. Haugwitz geführten 3. Kom- pagme des Garde-Füs.lier-RegimentS an, und em dunftllches Rcnkonlre während dieser Z.it war der Anlaß zur Heraus- fordruna znm Zweikampf von Seitm des Herrn F. Mette Früchtchen find die beiden acht- und nmnfahrigen Söhne oes r» der D.-Straße wohnenden Kaufmanns O. M. In Abwesenheit der Eliem erbiachm fie gemeinschaftlich das Pult des Vaters und entwendeten daraus 400 M. Nach vollbrachter That wechfeltm fie zunächst die Scheme bei einem de- nachban wohnenden Ladmbefitzer, entfernten fich alsdann und begadm fich zu ihren Großeliem. Um den Verdacht der That von fich abzuwenden, zerbrachen sie eine Scheibe der Flurthüre, damit man glauben sollte, der Einbruch sei durch einen Frem- ben g.sch' hm. Sie hätten auch diesen Zweck erreicht, wmn nicht em Zufall es gewollt hätte, daß der Bestohlme auf dem Wege zur Polizei dem Geldwechsler begegnet und diesem von d.m Einbruch erzählt hätte. Der V- ter war nicht wenig über- rascht, zu hören, daß seine beiden Sohne vier Scheine von»e hundert Mark gewechselt hattm. Al« die beiden Misseihäter gegen Abend von ihren Großeltem zuiückkehrtm, stellten fie fich sehr erstaunt, als man ihnen von dem Einbruch erzählte, doch half das Leugnen nichts. In ihre Taschentücher einge. Kunden fand man bei Jedem etwa- über ISO Mark in Gold vor. Den Rest battm fie in Süß gkeitm rc. aufgelöst und»um größeren Theil Spielkameradm durch Geldgeschenke beglückt. Mege«.Unfleißes", wie es früher Hieß oder, wie es in der ioeben am schwarzen Brett veröffentlichten tieSmaligm Mittheilung des neum Rektors lautet: Wegen Nichtern euerung der Matrikel find soeben in den Listen der Unioerfität 1 Theo- löge, 3 Juristen, 6 Mediziner und 25 Studirmde der Philosophie gelöscht worden. Auffällig ist besonders die letztere hohe Zahl. K«t Diphttzerttls-Grlrrimkunge« und anderen Krankheiten der Haleoroane wrrd sehr häufig eine wässerige Lösung von chlorsaurem Kali als Gurgelwasser verordnet. Durch die Art und Weise aber, wie die Lösung gewöhnlich bereitet wird, wird die Wirksamkeit derselben nur zu oft in Frage gestellt. Meistens wird das Salz in ein irdenes Gefäß mit Wasser ge- Salz sich an der Außenseite niederschlägt und nur eine schwache Lösung entsteht. Ja, selbst bei scheinbar ganz fehlerfreien Ge- säßen kann dies mitunter beobachtet werden. Die Aerzte unterlassen es meistens, darauf besonders aufmerksam zu machen, fei es, daß die Erscheinung ihnen wirklich nicht bekannt ist oder sei es, daß sie ihr keine Bedeutung beimessen. Es ist daher dringend geboten, die Lösung des chlorsouren Kalis nur in einem Porzellanaefäße vorzunehmen oder falls ein solches nicht vorhanden fein sollte, die Lösung nach erfolgter Erhitzung in ein GlaS zu gießen und darin abkühlen zu lassen. In«wem Anfall»o« Geistesstörung hat der 23jäh. rige Student der Medizin Carl N., in der Genthinerstraße wohnhaft, gestern Nachmittag seinem Leben durch einen Re- volversckuß rn die Stirn ein Ende gemacht. Der unglückliche junge Mann hatte fich schon semer Schwermuth wegen über ein Jahr in einer Heilanstalt befunden und war erst vor Kurzem als g-heilt entlassen worden. GW« Klutuergiftung hat fich unter eigenthümlichen Umständen eine Frau I. zugezogen. Dieselbe war m Strümpfen über das Zimmer geschritten und hatte fich dabei eine auf den Dielen liegende Stecknadel in den Fuß getreten. Obwohl fie die Nadel sofort wieder herausgezogen, schwoll der Fuß trotz« dem bald unter den heftigsten Schmerzen an und der um Rath gefragte Arzt konstatüte eine Blutvergiftung, darauf zu- rückzusühren. daß von der farbigen Wolle des Strumpfes etwa« mit in die Stichwunde gerathen und daß dadurch der an fich ganz unbedeutende Vorfall ein so bedenklicher geworden sei. Der Arzt ordnete die Ueberführnng nach emem Krankenhause an, woselbst zu einer sofortigen Operation geschritten werden mußte. Dieselbe ist gestern vollzogen worden, doch ist trotz des flünstigen Verlaufs der Operation jede Gefahr noch nicht be- eitigt und dürfte jedenfalls noch eine geraume Zeit vergehen, ehe die Patientin entlassen und ihrer Familie zurückgegeben werden kann. N«rmißt wird seit etwa acht Tagen der in der Zehde- nickerst'aße wohnhaste 26jährige Kaufmann Richard T., welcher seine Wohnung verließ, um seine Kundschaft zu besuchen. Alle Nachfragen nach ihm seitens seiner Angehörigen find erfolglos geblieben. Di« Lrich« einer etwa 30 Jahre alten Frau wurde am Mittwoch rn der Spree, unweit Paulstern, aufgefunden. Die Todte, welche anscheinend den mittleren Ständen angehört, hat wohl schon mehrere Wochen im Wasser gelegen. Die Persön- lichkeit der Verstorbenen ist bis jetzt noch nicht festgestellt. Anscheinend in-wem Aufall von Mahnst«« hat ein unbekannt gebliebener Mensch ern(im Polizerberrcht kurz erwähnte«) Attentat auf ein neunzeHnjaHngeS Mädchen ausgeführt. In dem Haufe Dragoncrstr. 21 wohnt der Dr. phil. v. Franftcki, dessen Wirthschaft eine Frau Ermisch führt. Vor« Sestem Abend klingelte es an der Korridorthur und Frau iimisch schickte ihre lSjährige Tochter zur Thür. Gleich darauf hörte die Mutter ihre Tochter um Hilfe rufen und als fie hinzukam, fand fie ihre Tochter an der Erde liegend, aus Mund und Nase blutend vor. Sie hörte nun, daß ern fremder Mensch Einlaß begehrte, gleich darauf aber dem Mävchen, ohne jede Veranlassung und ohne ein Wort zu sagen, mit einem stumpfen Gegenstand einen wuchtigen Schlag in das Geficht versetzt hatte. Das mißhandelte Mädchen glaubt schon öfters von oem Menschen verfolgt, auch eine Freundin glaubt, der Beschreibung nach, von demselben Menschen belästigt worden zu sein. Es ist ferner ermittelt worden, daß dieser Mensch auf der Straße einen Knaben ohne jeglichen Grund mißhandelt hat. Der gefährliche Attentäter, an dessen ZurechnungtsäHigkeit gezweifelt werden muß, ist em 20jähriger blondhaariger Bmsche von schlanker Gestalt. Friedrichshage«. Da am Sonnabend in der VolkSver- fammlung eine Resolution angenommen wurde, nur bei den Wirihen zu verkehren, welche ihren Saal zu Versammlungen Heraehen, und die kein Bier au« der Brauerei Friedrickshagen verschenken, und dafür Sorge zu tragen, daß überall, wo Ar- beiter verkehren, das»Berliner Volksblatt* und die»Berliner Volkstribüne* ausgelegt werden und eine Lokalkommisfion von 5 Personen gewählt wurde, so haben am anderen Tage sämmtliche Gastwirthe aus Friedrichshagen und sämmtliche Budiker, 39 an der Zahl, eine Erklärung im»Anzeiger* er- lassen(der Wnlh, wo die Versammlung getagt hatte, auch, nebenbei gesagt ist dort ein Ausschank der Böhmischen Brauerer), daß nicht ein einziger sein Lokal mehr zu Arbeiterversomm- lungen hergeben wolle. Da nun die Friedrichshagener Gastwirthe ausschließlich auf die Berliner Landpartien im Sommer angewiesen find, so bitten wir alle Berliner Genossen, uns in unserem schweren Kampf zu unterstützen. Die Lokalkommisfion von Fnedrichihagen. polizeidericht. Am 21. d. M. Vormittags wurde ein Drolchkenkuisch:» auf dem Grundstück Hochstraße 33, im Pserdestall erhängt vorgefunden.— Nachmittags wurde ein Beamter vor dem Hause Grenadierstraße 43�4 von einem Bierwegen überfahren und am Kopf und an der Hand de- deutend verletzt.— Abends gerieth ein zwölfjähriger Knabe vor dem Haute Alexanderstraße 1 beim Abspringen von einem in der Fahrt befindlichen Rollwagen unter die Räder desselben und erlitt dabei starke Oueischungen beider Beine.— Zu der- selben Zeit fand in dem Materialwaaren-Geschäft von Krekel, Blücherftr. 32, ein kleinerer Brand statt, welcher von der Feuer« wehr gelöscht wurde. (Jdeuirlrti,-J5citzmg. GW« Med«, welche der Maurer Heinrich Robert Nürnberg m dem Verein zur Wahrung der Interessen der Gastwirthe hielt, hat ihm erne Anklage wegen Beleidigung deS Polizeipräsidiums zugezogen, weiche gestern vor der 91. Ab- theilung des Stöffengerichis verhandelt wurde. Nach der Be- kundurg des Poliz-ilieutrnants Schmidt, welcher zen« Ver- sommlung übelwachte, hat der Angeklagte, anknüpfend an die Mniheilung, daß seiner Ehefrau die nachgesuchte KonzesfionS- Verlängerung für da« ihr gebölige Schanklokal adaeschlagen worden sei, etwa folgende Aeußerungen gebraucht: Ich weiß, daß ich die Abweisung nur meiner polnischen Gesinnung zu verdanken habe(der Angeklagte ist bekanntlich Sozial- demokrat) während der eine Bürger der Polizei angenehm»st, wird der Andere mit Füßen getreten. In den Wiener wird den Dirnen fchrm.kcnlose Freiheit gewählt und der u»- fittlichkeit Thür und Riegel geössnet, aber uns kleine Leule weist man ah. So predigt man den Armen das Eoangelmm- — Der Angeklagte de stritt, daß ein Theil der beanstandete» Aeußerunoen aus feinem Munde gekommen fei und schlug schicdene Zeugen vor, welche die« ebenfalls verneinen ivuider. Der Gerichtshof glaubte, dem Angeklagten diesen Eutlaftune«- beweis nicht abschneiden zu sollen, sondem vertagte die Handlung._._ Der ehemalige Kafstrer d«r Sterbekass'« d«rW«»"' Innung, Wedermeister Otto Felder, wurde gestern ß' zweiten Strafkammer des Landgeiickts I vorgeführt, um no wegen Untreue zu verantworten. Als bei dem Angeklagt am 6. Oktober eine Revision vorgenormmn wurde, stellte«« in der Kasse ein Fehlbetrag von 1786 M. heraus. Der*»' geklagte legte sofort das Geständniß ab, welches er m so Hauptverhandlung wiederholte. Er gab zu, daß er schon I® Jahren bei ZahlungSverlegenheiten zu der ihm emeM' trauten Kasse seine Zuflucht genommen habe. seien«S kleinere Beträge gewesen, die er kurz der bevorstehenden Rcvisson durch Anleihen bei schäftsfreunden leicht zu dicken vermochte, die Summen größerten fich aber und schließlich sah er fich außer Stande, e Unterschlagungen länger zu oerdecken. Als das Verbang»« über dm Bngeklaatm hereinbrach, ergriff er die Flucht, aber nur bis Schöneiche. Erschwerend fiel bei der abmessung ins Gewicht, daß der Angeklagte nicht durch � zu dm Strafihatm getrieben wurde, sondern im GeheimkN � ziemlich lüßerbches Leben geführt hatte. Das Gericht er»»" auf eine Gefängnißstrafe von 9 Monaten und einjahW' Ehrverlust. Versammlungen. Gin« stark b»>uchl« Nersammlung de« Fache«� der Farmer und Kerufsgenossen tagte am Sonntag- � 17. d. M., in SteineckerS Bürgersälen, Dresdener stra»',. Die Tagesordnung lautete: 1. Berichterstattung über die Handlung der Kommission de« Fachvereins der Former Eigengießerei, und Maschinen-Fabrikanten-Vereins. 2.JJv, über die Dessauer Angelegenheit. 3. Verschiedenes. Zu führte die Kommission folgende« au«: Da eS un« lungen wor, mit der Direktion der Schwartzkoffschen J.! schinen-Fabrik, den dortigen Streik in Güte beizulegen, suchten wir eS mit dem Verein der Eisengießerei- und yf, tchinenfabrikanten, wir wandten uns schiiftlich an ihn, u«s, Verhör d'ung zwischen beidm Kommissionen gmannter � herbeizuführen, dieselbe fand dmn nun am Sonnabend, ,, 9. November, in der Börse statt. Anwesend warm fo� H-rrm: Kommerzimrath Kühnem-nn, Komm-rzimrath Direktor Schmidt. Justizrath Westsahl als Rechisbei»�, L. Müller, A. Körsten, L. Stopsack. In der Vcrha«� wurde hauptsächlich der Schwartzkopff'sche Streik von jL, Seitm einer scharfen Kritik unterzogen, denn beide wollten Recht hoben, da nun aber Former Steinmetz, doch eigentlich al« Sündmbock angesehm wird, durch Meist'*. muß gerichtlich delangt wird, so wurden die Kommiß fich dahin einig, daß in dieser Sache der gerichtliche E»'�, abgewartet werden muß, ehe eine oder die andere P«r*L» haupten kann, fie habe recht gehandelt. Es wurde rZ noch folgendes Uebereinkowmm getroffen: Die strei"� Former der Schwartzkopfffschen Ersengießerei verzichte», Wiedereinstellung in genannter Fabrik unter der Äednjk*� daß der Verein der Eisengießerei- und Maschinen-Fabri�, seine Sperre aufhebt.' Demgemäß würde die in der öffe»?«« Form»! Versammlung vom 4. November in der Nordde»� Brauerei gefaßte Resolution ihre Giltigkeit verlierm. meisten Redner warm'mit dem Resultat dieser Verb�fc« einverstanden und sprachen gleichzeitig der Kommisfio»$\i Anerkennung aus. Es wurde nun folgende Resolulio»«, allen gegen zwei St-mmm angmommen:»Die groß'-zi sammlung de« Fachvereins der Former und Berussz'» spricht der Verhandlungs- Kommission ihre AnelkmiiU»?,� betreffs der Vermittelung mit dem Verein der Elser und Maschinm- Fabrikanten und zieht nach Anhörung tetj�l fachen, wonach genannter Verein seine Sperre laut Z'%- aufgehoben hat, seine in der öffentlichen ß'Zii- Versammlung vom 4. November gefaßte Resolution k-a Zum 2. Punkt ergriff Kollege Körstm daS Wort und"Lj. den Anwesenden die Besch üsse der Dessauer Verl an"» � Es warm in Dessau 91 Städte mit ungefähr 100 vertreten, welche aus ollen Gegenden zusammen waren. Es ist dies ein Beweis, daß die Bewegung uvff'£jl deutschen Formern trotz der schweren Kämpfe, die sie b» durchgemacht haben,- in erfreulicher Weise vorwäitS Dmn überall gründen fich nme Vereine. Da nun unse' z trauensmann Th. Schwarz in Lübeck fich bereit erklärt nächster Zeit eine AntationSreife über Deutschland so ist es unsere Pflicht, auch mergisch zu der Sommlun» fz AgitationSfondS beizut agrn. Die Versammlung erk-aMK auch bereit, für obige Ausführungen voll und ganz eintw flt Zu Punkt 3 wurden 5 Mitglieder, welche gegen v, ßS EtatutS gehandelt hatten, aus dem Fachverem auSges� t Der F«ch»er«i« der Tischler hielt am 18. ö- Jordan'« Salon eine Mitglieöerversammlung ab, i»? � als erster Gegenstand der Tagesordnung die Bes-Hu!!'�. letzten Tischler Jnnungötages in Hamburg behandelt Referent hierüber war Kollege Glocke, der in triffliche* � folgendes ausführte: Sei man auch einerseits der Anv® Innung als abgelebte Institution verdiene feiten« der» keinerlei Beachtung, da fie in der Epoche der f-eim Km* und de« Großbetriebe« vollständig bedeutungslos fei, f? doch andererseits nicht überseh-n werden, daß fie den v f sationm der Gesellen, insbesondere dm Fachv reinen" Feind gegenüdertritt. Sollte man diesm Feind»'"'1®. schätzen, so fei dies für dm Ausfall eines evmt. Kamp/' als ene Unterschätzung. Run find die BelchinJ.� letzten JnnunaStageS ganz besonders daraus««o' die wmigen Rechte de« Arbeiter« zu beschneiden, um so ego stischer ist, als die Herrm für fich„ möglichen Rechte verlangen, abgesehen von den Begunm»»� die fie ohnedies von den Behördm erfahrm. Der Enno� � schein, ein LieblingSprojekt der Jnnungsmeister, d« j ff> derter allerdings in ein Dienstbotmverhältniß stellt,> allen Ernste« eingeführt werdm. Großen Werth augenscheinlich auf dm überall von den Meistern einzui>� � AldeitSnachwei«. Daß letzterer ein wichtiger Faktor GewerkSverhältnissm werden kann, habe der Facho"' erkannt und hoffe dm von ihm gegründetm Ardeil» u jr durch Unter stützung der Kollegen und eifrige Pfl'fl4 LfoKl'» stalten, daß der von der Innung ringerichtete � blecht. Die Einigungsämter der Innung davm„i® Werth, da die in demselbm fitzmdm Gesell � au« freier Wahl der Arbeiter hervorginge gewissermaßm nur als Verzierung dienten. Unr könne der Arbeiter die vom Reiche einzusetzenden Schiedsgerichte begrüßen. Wie wmig die Meister ,s find, den Arbeitern Unbcscheidmheit vorzuwerfm, 8« I-, Wünsche, die fie in Bezug auf Zusatzbestimmungen z»')>, der Gewerbe-Ordiruna an die Gesetzgebung st'. qyeikt� einiges sei angeführt: Wird von Ardeilem über enre o die Sperre verhängt, so sollen dieselben wegen Scham» nosi Vermögen« bestraft werden. AI« VermögenSschad'S � V weiter bestraft: Das Kontrolestehm behufs Elnw> jtytfaibt Kollegen an Bahnhöfen, ScknffsIandungSpIätzen und « der Nähe der Werkstclle. Diese Bcftimmungen machen jede «nvegung zur Erringung besserer Arbeilsbedingungen ganz ge- erfolalos; z>.m Utba flub will man aber den Kontrakt- avck> nock bestraf! haben. Die Arbeiter können sich dann auf As im§ 152 der Gewe.be-Ordnung gewährleistetes Recht »Hen und sich drehen und wenden, wie sie wollen, eingesperrt ?rden sie aus alle Fälle. Die Hei ren JnnungSmeister glauben ''wicht selbst nicht, daß diese ihre Wünsche je Gesetz werden, Mern aber viel, damit sie viel ablass-n können.— Jedenfalls btefe Vorgänge ein Fingerzeig für die Arbeiter, rastlos m die Organisation einzutreten, um auf alle Fälle den Meistern Mistet gegenüber zu stehen.(Beifall.) Nrch der Diskussion, s'e ebenfalls die Bestrebungen der Innung im kritischen Sinne wuchtete, wird folgende Resolution einstimmig angenommen: sA« heutige Versammlurg dek Fachvereins der Tischler be- Mktzl: In Anbetracht, daß die Besch üsse des Jnnungktages Tischler und de« HandwerkertagcS zu Hamburg in wr Linie die Beschränkung der Arbeiter in ihrim ArheitS- °kroaltnch herbeiführen wollen, andererseits aber auch das geringe jJflbtud überall unter den Kollegen für Anschluß an den sschverern zu wirken, lieber die Bestrebungen der Innungen -Auglich des Befähigungsnachweises(Meisterprüfung), des Wmigen Lehrlivgshaltens u. f. w. geht die Versammlung zur TUgekordnung über, da diese Bestrebungen unsere heutige V'chschastliche Entwickelung undurchfühibar macht, indem dre Nmdvstrie die Kltinmeister stetig aufsaugt.�— Für die strei- «nden Bildhauer wurden 100 M. bewilligt. i Der Fachverein der Tapezierer tagte am Montag, aVÜ �»vember, bei Feuerstein. Zum 1. Punkt hielt Herr un« Krüger über das Thema:»Die Verkürzung der Arbeits- � und deren Wirkung auf die Arbeiter" einen beifällig auf- x�mmenen Vortrag. Der R-fercnl schilderte namentlich die Mm der zu langen Arbeitszeit. Hieran schloß sich eine sehr Knaste Disku'sion, bei welcher sich alle Redner im Sinne des ,"«n>tm äuß-rten und die zur ewltimmigen Annahme z'Men, vom Kollegen Zack gestellten Antrages führte: In sUchUiß an den Vortrag stelle den Antrag, daß der Fach» bestrebt ist, mit allen ihm gesetzlich zu Gebote stehenden �stelv einer eventuellen Anstrebung einer Verbesserung Weitsbedingunaen auf eine m~'-"------ 5"'" m 'zFureben; gleichzeitig beani Wt�t0is''nen Feiertag Sg&oft zu betrachten/ der Vorsitzende,., � zu erheben, um bei der im Frühjahr eventuell ein- Verkürzung der Arbeitszeit beantrage ich, den 1. Mai für die gefammte Gehilfen- und Ar- Zum 2. Punkt„Gewerkschaftliches" Kollege Zack, den Vorschlag, eine Wi11>u»beben, um bei der im Frühjahr eventuell ein- Wj'M Stellungnahme zu einer Lohnbewegung nicht unvor- (ÄJU sein. Es erklärten sich fast sämmtliche Redner damit �pjtlmden und namentlich Kollege Wildberger und der R-fe» IS,/ Wir Krüger, hoben hervor, daß es durchaus nichts schadet, fej: bi den einzelnen Gewerken von Zeit zu Zeit statistische �eit. e�en gemacht werden, weil immer noch von gegnerischer (w, behauptet wird, daß die Arbeiter sich ja eigentlich noch L; 8«t stehen. E« wurde dann folgender von Kollege Wild- bei r?'llellter Antrag angenommen: Beantrage: In Anbetracht, fj die Gewiikschofisbewegung in Berlin sich wesentlich ge- und andere Gewerschaften in letzter Zeit durch statistische Hungen thatsöchlich Erfolge erzielt haben, den Vorstand zu ertragen, in der nächsten Versammlung ein Fragebogen- tar vorzulegen und schon heute die statistischen Erhe- zu h-schließen. Ferner wurde eine in der von Urban vorgekommene Lohnstreitigkeit k Tliskussion gestellt, die mit der Ueberweisung an die Werk- �'n-Kontrolkommission, um eine Einigung zu erzielen, endete, beausttag�wurde)! Ititt und domMr�fr die Angelegenhert genau zu unter- nächsten Versammlung zu berichten. iz�urden noch die Kollegen darauf hingewiesen, daß ähnliche �üifnÄsse vorherige Vereinbarung mit der Kommission ftenh.- werden. Unter Verschiedenem machte der � ssuf hg« am ersten Feiertag bei Mund, Köpnickerstraße lij]nn"'eiUU9 U"1"i*"1 a/iMnv, diuv»iu»|uu|)c �rtra»atlfindmde WeihnachtSvergn ügen, verbunden mit �»llea � und K nderbcscheerurg, aufmerksam, und bat die eine rege Agitation dafür zu entfalten, damit eS ein »ix ai.Arbeiter. WeihnachtSfest werde. Es wurde dann noch /Uihek erwähnt und darauf hingewiesen, zahlreicheren �ddkS s davon zu machen, da es auch die Abficht des Vor- Meltf"ächster Zeit für eine bedeutendere Vergrößerung «tl(2„,en zu sorgen. ES wurden dann noch mehrere Fragen "»'und auf die am 2. Dezember in demselben Lokale wde Versammlung aufmerksam gemacht. nicht Vor, ss»n«»t besuchte Mitgliederversammlung des Uer» luv Maheu-g der Interessen der Klavierarbeitrr "»'»»fsgenossr»'- � �"«rsgeu offen fand am 18. d. MiS. in DeigmüllerS -ill.- Jakobstroße 48a, stall, in welcher Herr Dr. Br. «izixi»Uen beifällig aufgenommenen Vortrag über„Jugend- s»s �ung" hi-it. Nach einer kurzen Einleitung kommt Redner te Höheren Lehranstalten, hauptsächlich die Gymnasien, deren Lehrmethode der heutlgen Zeit nicht mehr 'ilAuT' ba das Studium der todien Sprachen und der Ge- WQ � AltertfumS, wie es daselbst getrieben wird, für die � �. Gesellschaft nicht nutzbringend ist. Hauptsächlich wirkt beS AlterthumS 0et halb nicht erzieherisch, weil nurdie d».'.°den und«inz lve Kriegthelden behandelt werden, aber £»«er tlichc Volk gelebt hat, nicht eiörtert wird. Weiter % on,„net aus, daß das Besuchen einer höheren Lehianstalt Ätr 1«"otsliebe keinen Erfolg haben kann, sondern nur zu rhq�Jfllwissenfchast führt, durch welche ein bedenkliches gezüchtet wird. Ebenso verwerflich ist eine Er- MiixA welche die Jugend zur Wahrhaftigkeit burch Vor- Are» �' Strafen in der Hölle und Belohnung im Himmel ffHe!.-- da dadurch nicht Sittlichkeit, sondern nur JltotoT v»zeugt werden kann. Schließlich betont der e, daß nur eine sozial freie Schule, i** Q.f Jf Bildung nicht nur einem begüterten Theit sssch oft, sondern der ganzen Bevölkerung zu Gute tt!5dt, dem Geist und dem Ideal der Demokratie ent- VMan schloß sich eine lebhafte Diskussion, in welcher �»di. i■" Ohrt* l�wp|iu) CITIC lcü*)u|lC TU ICHUltl '!■ bot;'N Kollege Schmidt ausführte, daß es bedauerlich M'g«..." unseren BolkSlchulen nicht Hygiene und Kranken- S�}1«»den. unseren Volksschulen nicht Hygiene Beim 2. Punkt der Tagesordnung: kam der in der vorigen Versammlung ... gestellte Antrag: Die Genossensckaftk- kn*' ne nicht mehr die Interessen des Vereins ver- "Men, vom Verein auszuschließen, zur Sprache, . wurde fr~ W �bei?«n�nm»1:_______________________ c?lrt über das übliche Maß van 9) Stunden taglich wurde folgende vom Vorstand gestellte Refo- »"'Uvmmen:„Der Verein mißbilligt die Ausdehnung Mt über das übliche Maß von 9) Stunden täglich 0»..out- »ne Ausnadme zu machen; erblickt aber , 5?n n lSrund, die Mitglieder der Genossenschaften vom flüv �üeßen, da konsequenter Werse dreser Grund der rniü?' anderen Mitgliedern gegenüber in Anwendung s.'iir 4 �te-* Aufgenommen wurden 12 neue Milglreber, 'Nt."°nk- Mitglieder inSgesammt 36 M. Unterstützung '.�irr��ss�ei« fammtNcher a« Holzbearbeitung«- °N"Ntuv„'��igten Arbeiter hielt feine Mitgl'cver- an" Moniag, den 18. d. MiS.. in SLger'S Lokal, WcMCh iit.® �9' Niit hTt- S�nkTPÄnrhtiuttn: Nnrtraa des .»rAch üb»? jL wil der Tagesordnung: Vortrag des Herrn n�n�nstundcl im Millelatier", 2. Ve schreoeneS % Vor En, tri t in die Taaesvi dnung bittet � dg, N�.d» Versammlung, durck E-heben von den 'dv-.'U. er denken des verunglückten Kollegen Roggemann "ich-» hielt Herr Gehrisch seinen Vortraa und Unfall. Ein Antrag, nur in solchen Lokalen zu verkebren, wo da«„Berliuer VolkSblatt" und die„Volks- Tribüne" ausliegen, wurde angenommen. Hierauf machte der Vorsitzende bekannt, daß die nächste Versammlung am 2. De- zkmber in demselben Lakai statifindet, wenn sich die Differenz zwischen der Lokalkommission und Herrn Säger ausgeglichen hat. wenn nicht, so würde den Kollegen in anderer Werse mit- aeih-ilt werden, wo und wann die nächste Versammlung statt- findet. De» Arbeiter-Kitdungsverei« hielt am 19. November eine große öffentliche Versammlung in der Brauerei Friedrichs- b°in ab, welche sich zu emer großartigen Manifestation der Berliner Arbeiterschaft gestaltete. Bei Eröffnung der Versamm- lung um 9 Uhr war der riefiae Saal schon dicht besetzt und immer strömten infolge der Stadtverordneten- Wahlen neue Schoaren herbei, welche Kopf an Kopf gedrängt mit gespann- tcfter Aufmerksamkeit dem Bortrage dcS Reichstags- Abgeordneten Kühn aus Langenbielau folgte. Herr Kühn setzte in beinahe Itz stündiger Rede klar auseinander, wie erdrückend die indirekten Steuern und Zölle die arbeitenden Klassen belasten und illustrirte das an drastischen Beispielen hauptsächlich aus feinem Wahlkreise und den armen schlesischen Weber- aegenden. Redner streift da« Camphausen'sche und Dr. Pkier'sche Spar- und Hungerrezept, publizirt die erbärmlichen Lobne der Breslauer Bahnarbeiter; erwähnt die dem Staats- fäckel entgehenden Millionen durch die Steuerfreiheit, der durch den Wiener Vertrag pnvllegirten Slandesherren, hauptsächlich der schlesischen Magnaten, deren Besitzungen Fürstenthümern gleich kämen. Einigermaßen Abhilfe könnte nur die progrefsive Einkommensteuer und umfassende segensreiche Zustände für alle Menschen nur durch die Emanzipation des arbeitenden Volkes, welches da« größte Kulwrwerk und deshalb auch das schwerste sei. Herbeigeführt werde. Redner schließt: Die heutigen glän- zenden Wahl-Erfolge gereichen den Berliner Arbeitern zu hoher Ehre und beweisen, daß, nachdem wir 11 Jahre unter dem Ausnahmegesetz gestanden, der Menschengeist sich nicht fesseln läßt, die heutige Wahl ist auch ein gutes Omen für die nächsten ÄeichStagSwaHlen, welche uns mehr wie eine Million Stimmen bringen wird, sowie alle Anzeichen dafür sprechen, daß der SiegeStag der proletarischen Bewegung in immer größere Nähe gerückt wird.(Rauschender Beifall.)— Eine Resolution, welche sich mit dem Reserenlen einig weiß und zu agitiren verkvricht für Abschaffung der in- direkten Steuem und für die Wahl von sozialoemokratischen Vertretern, wird«instimmig angenommen. Nachdem die Boycott-Antröge(Borusfia, Loeser u. Woiff und Bolle) an- genommen, werden nach einer anregenden und interessanten Debatte noch folgende 3 Anträge angenommen: 1. Der Arbeiter-VildungS-Verein möge am Jabrestage auf das ge- mernsame Grab der vor 2 Jahren im Dienste der Arbeiter- sack« im Spandauer Schifffahrtskanal ums Leben gekommenen 3 Genossen in dankbarer Erinnerung einen Kranz niederlegen. 2. Den streikenden Londoner Bäckern eine Sympathie-Adresse, wenn möglich„im Klange des Metalls", zu schicken. 3. Die heulige große öffentliche Versammlung de« Arbeiler-BildungS- Vereins zu Berlin macht den Beschluß des internationalen ArbciterkongresscS zu Paris zu dem ihrigen und verpflichtet fich, den 1. Mai 1890 als Festtag zu begehen und dadurch ihrer Propaganda für den gesetzlich einzuführenden 8 stündigen Ar- beilStag Ausdruck zu verleihen.— Mit einem Hoch auf die internaiianale Arbeitrrbewegung, einem Rütli-Schwur der drei- taufendtöpfigen Menge, wurde die interessante Versammlung geschlossen. Mit pvlizeUtcher Auflosung endete die von der Freien Vererniouvg der Hausdiener Berlins zum Mittwoch nach Grat- wcrl's Bierhallen einberufene Versammlung. Auf der TageS« ordnung stand: 1. Mittheilungen. 2. Vortrag über:„Der Kampf um'S Dasein in der Volkkwrrthschafl". Referent Dr. Bruno Wrlle. 3. Diskussion. 4. Verschiedene«.— Zu Punkt 1 iheilte der Vorsitzende mit, daß eine Versammlung mit der Tagesordnung:„Kapital und Arbeit", Referent Wrlh. Werner, die polizeiliche Genehmigung nicht erhalten habe. Ferner wurde en, Zirkular von der Lohnkommisfian der Tabakarbeiter verlesen, worauf vom Vorsitzenden um recht zahlreiche Unter- stützung dieser Ärbeiterklaffe aufgefordert wurde.— Run er- hielt der Referent zu seinem Vortrag da« Wort und führte etwa folgendes au«: Die Pflanzen- und Thierwelt zeigt uns recht deutlich, wie der Kampf ums Dasein seinen Verlauf nimmt; da finoet man die Unterdrückung der Pssanze von der Pflarze, des ThiereS von dem Threr, und schon Darwin wies nach, daß der Stärkere den Schwächeren immer besiegen wird, um fich dadurch einen Vortherl zu verschaffen. Denn betrachtet man fick dre eine Pflanze, wie sie demüht ist, die beste Kraft des Bosens für sich in Anspruch zu nehmen, so findet man sasort den Kamps. Blicken wir nur auf unser heutige« Wirth- schaftkfystem, so finden wir ganz klar heraus, daß wir mit zwei Parteien zu rechnen haben. Die eine besteht aus 5 pCt., weh ngegen die andere 95 pCt. ausmacht, letztere sind die Proletarier, die wiithschasürch Schwächeren. Diese find nun angewiesen, von den 5 pC». Arbeit zu entnehmen, für welche sie nach Fertigstellung der Waaren ernen Prozentsatz als Lohn erhalten. Dreier Piozentsotz ist aber so gering, daß er kaum zum nothdürftigstcn L-benSunterhalt ausreicht, dagegen ist der Antheil, welchen die Kepitalisten nehmen ein derartiger, daß sie sich dem Genüsse in jeder Werse hingeben können, und das thun sie denn auch. Emen mächtigen Bundesgenossen haben die Kapitalisten noch in der Maschine, welche durch voll- ständige AuSr.ützung immer mehr menschliche Arbeitskraft über- flü'fig macht. Dadurch wird das Angebot von Arbertskraflen immer größer und es entsteht zuietzt ein Kampf um'S Dasein des Arbeiter« gegen den! Arbeit! r. Wird nun aber dieses System einer Kritik unterworfen und Besse- rung verlangt, wie es von Seiten der Arbeiterschaft geschieht, so nennt man es einfach Utopiömus. Diejenigen aber, die diese« sagen, schaffen immer mehr Elend, denn ihre AuSbeutungSsucht kann ja kein Ende finden. Darum ist auch eine Forderung, Beseitigung der privatkapitalistischen Produk- tionSweile und Urberg ang zu einer grnossenschaltlichen oder sozialrstrschen, vollberechtigt. Die Arbeit darf nickt mehr von Einzelnen gekauft werden, sondern der Ertrag der Arbeit muß der Gcsammtheit zu Gute kommen. Darum arbeiten wir auch dahin, daß eine andere Gesellschaftsordnung herbeigeführt wird und zwar eine solche, in der eS allen Menschen gut gehen soll. Hier erfolgte die polizeiliche Auflösung ohne Angabe des Grunde«. Der Dereta gewerblicher Hilfsarbeiter Kerli« a «üb Dmgegenb hielt am 13. d. Mt». in Renz' Salon, Raunynftraße 27, eine gut besuchte Versammlung ab, mit der Tagesordnung: 1. Vortrag de« Herrn Metzner über„Arbeits- zert und Arbeitslohn." 2. Diskussion. 3. Die Maßregelung der Kollegen in der BuchSbaumplattenfabrik des Herrn E. Gülden- strin, Brandenburgflraße 55. 4. Verschiedene«. Der Referent, Herr Metzner, erntete für seinen Vortrag, in welchem er zum Schluß zum Beitritt in den Verein aufforderte, reichen Beifall. An der Diskussion betheiligten fich die Herren Müller, Kördel, Schmrdt, Krüger, Schuhmann und Günther, welche sich sämmt- lich im Sinne des Referenten äußerten. Scharf war die Kritik über unsere moderne Lektüre. Unbegreiflich sei es, daß es noch möglich ist, Sachen bei Arbeitern los zu werden, wie den SevsatianSroman de« nach lebenden RoßschlLchtkrS, frührren Scharfrichters Kraut«: wie das Geletz es zulassen kann, daß solche Lügen, wie da« mysteriöse Klopfen de« Richtbeil« im Kasten cm Tage vor einer Hinrichtung, verbreitet werden. Mögen fich die Arbeirer nicht mehr mit solchen Sachen die Taschen leeren lassen. Punkt 3 der Tagesordnung, die Maßregelung, rief eine lehr lebhaste Debatte hervor. Von allen Seilen wurde da« Ver- ballen des Herrn E. Güldenstein getadelt, und ein Antrag auf Ausschluß der beiden dort in der Arbeit verbliebenen Kollegen aus dem Verein gewerblicher Hilfsarbeiter wurde auf Grund ihres unkollegialifche» Verhaltens den drei Gemaßregelken gegenüber einstimmig angenommen. Kollegen Beldner und Funke schieden somit au« den Reihen ihrer Freunde, um im Kartell mit dem Unternehmer, aber auch nur so lange ch-e Arbeitskraft zu verwerthen ist, die Früchte ihrer Hanblungs- weise zu ernten. Der Dritte im Bunde ist nicht Mitglie» unseres Vereins, sondern ist Mitglied de« Tischler-Fachoeremk; doch wird Herr Kirschke m fich gehen und das, was er net~ säumte, nachholen. Ein Antrag aus Unterstützung der gemäß- regelten Kollegen wurde einstimmig angenommen; ebenso wurde es den Mitgliedern unseres Vereins zur Pflicht gemacht, che die Verhältnisse bei der Firma Güldenstem, Brandenbu-g- straße 55, nicht geregelt find, dort keine Arbeit anzunehmen. Ein zweiterUnterstützungSantrag der Familie des überfahreneniund geiöbteten Kollegen Rothenburg 25 M. vorläufig zu überweisen, wurde einstimmig angenommen. Hierauf schloß mit eir.eui Hoch auf die zielbewußte Arbeiterschaft �die Versammlung. M,ilts»rb»e. Sonnabend den �» November,«bend««X Ndr, große öffmlliche«eilommlun» im Hulh lchen Lokal, Badstr 22 Taaeioidmine 1, Voiieoa über Kewerkschostlichei, 2 Ditkusslon, 8 Bersckiiedene« «effentlich» Perfammlang der tfanavdeiter gnlia» traft Umgegend am Eonnabend. den 28. November. Ädend« 8g Uhr, in Ledmann z Eaton, Echwedterftraße 23 Tagesordnung: I Abrechnung der Streik jtam. mtlsion. 2. Diskussion bterüder. 3. Vortrag de! Herrn Werner über:.Nuß» und Werth der gewerkschaftlichen Organisation'. 4 Diskussion, it. verschtr. dmei. Da» Erscheinen tsimmtlicher Bauarbeiter tsi Psitckt. §r»i» Nereinigung der Infchnetder, Ktepper und Anschneide f erltn». Sonnabend, den 28 Nooember,«bendl» Uhr, Alt« Zakodftr 83. ageiordnung: 1. Vortrag de» Herrn Dr. Bruno Wisie: Der Kampf bot"« Dasein in der VolkSwirthschast. 2. Diskussion. 8. Wahl eine« Echtedigeitchi». 4. B-rschiedenc». verein der KUischnharbeiter«nd Bernsdgenosse». Sonnabend. den 23 November, Abend« 8 Uhr, bei Zemter, Müniftr. II. Bersammlung. Tagesordnung i I. Vortrag de» Herrn Theodor Mrgaer über;.Die Ver- lhrucrung der Lebenimittel und die Echugjölle. 2 DUlulsion 3 Bei. Ichiedene». 4 Wahl einer Kommission zur«usarbeituno einer Lobnftatisite. gochverein der Oernmocher und oermotidier Oerusogenolse« Kerlin» und klmgegend. Eonnabend. den 23 November, Abend» WUdr. in Bolzmann"» Lokal,«ndreaiftr. 28 Versammlung. Ta irtortnuiig: f rverkschastltche». 2 Diskussion. 8 Ausnadme neuer Miiglleder. 4. Vre- schled'ne«. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Interesse»«»»reise der»lsienraocher. Sonnabend, den 23 Nooembe- Abend» 8X Uhr, in Orschel"» Salon. Sedantansir. 88. außerordentliche(Boitr il- Versammlung. Tügeiordnung; 1. Auslegung de» si 7 de» Statut» 2 Es- fsiaung eine»§ 5» in» Statut 8. Antrag de» Vorstände». 4 Bericht der Eckl-dikommilflon, S. Verschiedene». S« ist Pflicht eine» jeden Mitglied««, zu erscheinen. gochreretn der TischUr. Fsir den Westen und Halleschen Zhorbezuk. Sonnabend, den 28 Nooember, Aocndi 8g Uhr, große Bersammluni ia Könt«»hos, Bülowftr. 87. Tagesordnung: 1. Die Produktionlweise im Zischleegewerk und die Stellung de» Kachoereia» Referent: Kollege Wiedeuirrm 2. Diskussion. 8 Bereiniangelegenheilen und Verschiedene». Ausnadme i raer Mitglieder. Wegen der Wichtigkel! der Tagc»ordnu»g ist e» Pflicht all r. Äolleaen, auch Nich!mitg>i--der, in dieser Versammlung zu erscheinen gochveretn derZiovierordetterinnen und«>re»r»»ndt»r Kerns«- g»uoss-n. Sonnabend, den 28. November, V rsammlung Bnnenw oiie>8. Tagesordnung. 1.«o-trog de» Herrn Bölsche üder die Entstehung der E.de. 2. Diskussion. 8. Berschiedene» und sfrageiasten.«liste, Damen und Her-er., haben Zutritt. KöpentUr. Wteiherverein siir HtSpentrir«nd pnegegeni'. Sonnabend, den 28. November, Abend» 8 Uvr, Versammlung bei Hell. Msigael»betmersiraße. Zllbumorbeiter! Die für Sonntag, den 24 Navember. geplavis oft ml- »che Versammluag hat die volizeilich« Genehmigung nicht«halten. Eine Vee> slunmtung für Sonntag, den I. Dez-mber, wird sofort angemeldet. Nllaeee» die Inserate. Die Bcreintversammlung am Montag, den 2» Nooemd.r füllt au». gret, Per-inigrrag der Monrer Berlin««nd Umgegend. Mit- gliede'versammlung am Sanntag, dm 24 Nooember, Vormlttag» lvg llbr. im Neuftüdter Botksgaiten. Proikauerftraße, Ecke der flronkfurter Allee Tage«- ordnung: I Vortrag über Kanalilation. Referent, I. Rückcrt, 2 Ditkufsio». 8, Berfchiedcne». Um zahlreiche» Sischtinen wird gebeten. «rofte Nersommtnn, der vertini,««,»er Achmied» Umeßsch- lond», Pttlgliedschgft Berlin, am Sonntag, den 24. November. Boiurfrlogt 10g Uhr, in zeuerstetn"» Salon. Alte Zakobftraße 75 Tagekv'dming- ,.«a. trag über: Arbriter-Echledigerichte Referent! Herr Otto Heiadorf. 2 A» i,t eine« Vergnügungi-Komitee» zum Wtmer Maikenball tm Januar 1890 im Eaate der Brauer-t Friedrichthatn. 8. Ausnahme nmer Mitglieder. 4 Verschr> dene» und flragekaftm. «tro», Versammlung der Uorftänd, der«emerleschas»», »rankenkafs-n«nd perannguno«- Verein» am Sannt», dm 24 d., Vo, mittag» lvg Uhr, in Feuerstein"» Salon, Alte Iakobstraße 75. I Trepp- Tagesordnung: 1. Die Lokatf.-age mit besonderer B-rücksichtigung der, Peil. Harmonie" und..Kroll'»"'. Sieserent: Der Einberufer. Korreferent: Oskie Wtemer 2. Dtikufsion. 8. Berschsedme» Um recht zahlreiche BetheMgnn«. aller Vorstandimitglieder und recht weite Verbreitung dieser Einladung wir» ged ten. chefsenttich»«Ischlernersommtuna am Montag, dm 25 November. Abend» 8g Uhr, im Kuihau» Friedenau für Fitcdenau, Stealt» und Umgegend Tagesordnung: I. Vortrag d» Kollegen Wtedemann au« Berlin über Zenlrat- und Lokatorganisation. 2 Diskussion. 8. Konftitufrung etaer Z idtstelle de« dmtschm Ttschlervcrbimde». 4. verschiedene». Um z thlrcfche« Erscheinm wird gebeten «roh» Lfsenttich» Schneider- Persammlnng am Monwg. de» 2g. November,»bmb» 8g Uhr. tm Böhmischen Brauhau», Landldeiger Alle» Nr. 11-18 Tagesordnung: Die Vetlheueiung der Lebentmittel und da» Einken der Löhne. Rcseienl: Fr. Krüger. Diskutsion und Verschiedme». Ave Kollegen sind eingeloden. Die«gitalfoni-Kommission de» dmlschm Schneider. Verbände» der Ftltale Berlin. Verein dir...... lung am Montag,! Müllcrftraße 178,,........____________________ 2 Abrechnung vom SMtungtfest 3 veriinSangelegenbeilen und Fraaekasten Der Arbeitinachwei» desindct sich Fetdftraße 9 bei W Röde. Verband der denischen«ischler«harlotlenbnra». Dienfl», dm 28 November, Abend» Ks Ubr. veisammlting in der Gosc-Braueret. Wrlli- straße 48 TggcSoidnuna: 2 vorttag de» Herin Türk über die astrlhschafutche llmwüizun« der sranzisischen Revolutiost. 2. Diskussion. 3 Fmgckaftm unt Berschiedene». Freunde haben ati Güfte Zulritl. Neue Mitglieder weiden ausgenommen. Wediiinol.Unterstiichnnaooeret« der«oboborbetterj dcrm Ei» sraum und Tvbakardetteitnnen zu Berlin iE H Nr 88>. Mittwoch, tu» 27 November, Abend» 8g llbr, bei Zemter, Mün straße II Generatversamm» lung. Tagesordnung: I Vortrag de» Herrn Dr. med. krüwesi üder:. Do« Nalurheilversabrm und seine gebiiiuchltchstm AnwmdungSfoimm. 2.Abort:. nung ivo 8. Quartal. 8. Wahl eine» Hllfskassirer». 4. Verschiedme». Gtttto haben Zutritt. Ktiinmbegabte Aerren, welche gewillt sind, einem seit 10 Jahren im Weftm defteheuden Maanergesangoeretn beizutreten, können sich jeden Eo.m- abend von S bi» II Uhr Abend» im Restaurant Lehmann, Kursürstmftraße 81, melden «esona-, Snm- und a»s»Uig» Verein» am Eannabmd: Gesairg- verein.Harmonia" Abend« 8 Uhr im Restaurant, Alte Iakobstr. 88— Müimergelaugvercln.Treue" Abend« S llbr im Restaurant«ndreaistraße 9— Münnergelangverein„Eralo" Abend» Ks Uhr bci EchlSwicke, Kleinr Kursir I Münnergesangverein„Eencselder"', Große Hamburgerstraße 4, um 9 Uhr UeduugSftunde, Aufnahme neuer Mitglieder.— Gesangverein..Harmonia" Abend» 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kursllrsterstr, 81 Gesan« stunde Lübeckschcr Turnverein<1. SchrlingS-Abtheilung) Abend» 8 Uhr Eltsabethiti-ailr Nr.S7— 58- Turnverein„Weddina", Pankslr.S, Münner-Abthetlung vor Ki vtti 10% Uhr Abend«; de«gl. 1. LehrlingSablheilung von 8 bi» 10 Ubr Abealtt. — ArendSschc Elenographmklafle de»„Berliner Handwerke: verein«"' Abend-?: 8g Uhr Sophimslr. 15.- Theater- und VergnüllungSvcrtin..Earil»«" Abend« 8 Uhr im gouismsiädttschm Btcrhause, Admiralstr. 88.— Thmter- und Per- gnügungSgesellschatt„Trme" Abend» 8g Uhr in Bobert"» Balllalon,»einftr. 1l - VergnügungSverein„Schneeglöckchen", Abend» 9 Uhr in BeNtn» Birrhimß veteranenftr. i9.— Gelelligkettiklub„Luftig"«bmd» Ks Uhr tm Restaurmr. Weichelt, Taubmsti. 45.— Verein der Taudmsrcunde Abmö» Ks Uhr im Restaurant Htllmann. Manlmfftlstraßc 88,- Dänischer Verein„Frepa" Abend» » Uhr im Restaurant Poppe, Lindmstr 108.— Verein der WürUnndera«:. «bend« 8g Uhr bei«aihinger. Dorotheen ftr.«4.- Verein ehem. Schüler de»: 84. Gemeindeschule Abend» 9 Uhr im Reftauvanl, Koppmstr. 58.- Vrr»s>. ehem. M E. Luther scher Schüler Abend« 9g Uhr im Restaurant Vonuann. Ohmgaffe 2.— Rauchklub„Portotito" Abend» 9 Uhr dt» 11 Uhr Köpnick». straße 157 bei Schulz.— Rauchklub„Qualm" Abend» 8 llbr lm Reflaurmri- Tamm, Schönhauser Allee 28.— VergnügungSverctn..Lufttge I8"Abend»SUt»> im Restaurant Aibrechl, Annenftr. 9.— Tambourverein ,.Sedan" Et»ung Abend« 9 Uhr, Grüner Weg 9-10, Aufnahme neuer Mitglieder- Tambourverei?: »Herz Znnig", Abend» 8 Ubr, EtSmig lm Restaurant Straßburgerflraße k-, Dirigent und Vorfigender Friß Laukant.- Tambourveretn„Einigkeit mach. stark", gegründet 1888, Dirigent zur Zeit H, Kümling, Ausnahme nen-» Mitgsteder Abend» 9 Uhr tm Restaurant Hahn, Elsafferstraße 57.— Tarttdmr,- Verein„Felienfeft", Etßung 8g Uhr, Weißendur«erftraße54. Dirigent und Dar- stßender:« Friese. Aufnahme neuer Mitälteder.- Veignügungiverein..Lust,.-' Seelen" Abend» 9 Uhr im Restaurant Schuster. Oranienftr. 8.— Bergnüguagt- verein HoSptcia Kleine Auguftstraße 14«dmdi g Ubr. Nouotte Jetzt wird w der That Grust semacht mit der Ein- fuhr chinesischer Arbeiter in Deutschland. Der Siettiner Zweigverein der Pommerschen ö'onon sellsckast hat bereits eine Kommisfian eingesetzt, die' chinesischen Gesandten in Berlin in Verbinduno zu erfahren, unter welchen Bedingungen 9K zu beschaffen sein würden. Die Anregung s Gedankm ist von einem Herrn Ziiielmann erklärte, dem Arbeitermangel der Landwirth andere Weise nicht abhelfen. Das ist jeden Folgerung de« Systems politischer und Reaktion. Dcpcfrhcn. (M-lff'» Tet«grapt»en-Kareaa.) Gss«««. d. Ruhr. 22. November. Die Gruben« Verwaltungen de» Essener Revier« haben auf den ihnen kund» aegedenen Wunsch ewer hier abgi h eltenen Bergarbeiter-Ver« sanimlung, die gemahregelten Arbeiter wieder einzustellen, der .Rheimsch-Weftfäleschen Zeitung" zufolae erwidert, daß nach dem Streit Arbetter nur wegen ungebührlichen Verhalten« ent- lassen worden seien; die Grubenvetwaliungen wären jedoch bereit, um emen Beweis ihrer friedferiigen Gesinnung zu geben, jeden treuen und langjährigen Arbeiter wieder in Arbeit zu nehmen, der etwa ohne Veranlassung der Grubcnverwaltungen seine Arbeit verloren habe. U«r»i«, 22. November. Der Finanzminister Rouvier hatte heute Vonni tag eine Besprechung mit dem Mimsterpräfidenten Zirard und beschloh infolge derseldm von der Einreichung seiner Demission abzustehen. k�rieflrnlkerr. Bei Snsraa«! btttm wir dir«bonnemnue-Outttung brijuwsen. vrieslite Antwort wird nicht crthril». Chartottenbnrg K. Temmler und Jakobi sind als Sozialdemokrat«» gewähtt worden. I. lehnte aber die Wahl ab, worauf sein Wahlkreis, Leipzig.Land, bei der Nachwahl verloren aing. D- hat im Reichstage gesessen. 1088. Fragen, die sich mit Herrn Krauts befassen, be- antworten wir nicht. M. K. Lassen Sie doch das»Dampfboot" schreiben, was es will. F. G., Maldenrarstrast». Die Adresse des Herrn H. ist uns nicht bekannt. C. Kt. Ihre Bemühungen werden kaum Erfolg habm. G. F., Furstenstratze. Schließen Sie sich einem Lese- klub an. Adressen finden Sie unter den VersammlungSanzei« gen im redaktionellen Theil. Wissen wir leider nicht..__ Si5. Wir können Ihne» keine geeignete»«hrer empfehlen. «. p. 18. Wenden Sie sich an de«<56� sachverständigen Kanzlerrath Secgel; die Adresse finden Sre» Adreßbuch.. Eh. 00. Abwerfen ist unserer unmaßgeblichen Menliwg nach erlaubt.„ Karl AI. Gürtel. Nachträglich können Sie w J* Wählerlrsten nicht mehr eingetragen werden. Vcrläumm v« bri der nätsten Wahl nicht den Termm, wo die Wählern»» öffentlich auSlregen. Garibaldi. Ist Ihre Anfiage überhaupt ernsthaft 0*» meint? K. K. Triststrahe. Sie fragen, ob wir einen Mußp lehrer wissen, der Ihren bepabten 12 jährigen Sohn u» entgeltlich unterrichtet. Wir wifien keinen, aber vreuetv meldet sich ein Herr auf diese Zeilen hin. Oeffetitl. Korbmacher Uerlammwng " n, 21. 9671 am Montag! den 25. NovembePi Abends 8 Uhp. bei„Roll", Adalbert-Strasse Nr. TageS-Ordnung: 1.»engrest-Angelegenhett der Sorbmache» Deutschlands. 2. Drtkutfion. S. Wahl der Delegirten. Hei* Einberufep. Große öffentliche Uersammwng dBr Rohrlegei* und Helfer am Montag, den 25. November, Abends 8 Uhr, bei Feuepstein, Alte Jakobstr. 75. TageS-Ordnung: 1. Rechenschaftsbericht der Lohnkomm.sfion und Auflösung derselben. 2. Wahl einer AgrtaiionS-Sommission. S. Verschiedenes. Ha» Epsobelnen eines leden ist Ftiiebt. 890] Die Lohn-Kommission. Das Tanzkränzchen des Fachvereins d. Steinmetze« Berlins findet am Montag, den 25. November, im Mabltffement Königshof, Bülcwstr. 37—40, statt 965] Dep Vopstnnd. Dur«k> die(Expedition, Iimmerstraße 44, zu beziehen: Von». Eduard Aveling. Brofchirt M. 1�0. Die Darwin'sche Theorie. Geb. M. 2,—. Gemeinverständlich dargestellt»!. Geb. M. 2,—. Karl Ware' Oekonomische Kehre«. erläutert von Karl Kautsim« Brosch. M. 1�0. MeUsckLpfNNg»«d Weltnntergang. Die EntWickelung von Himmel und Erde vom Standpunkt der Naturwissenschaften dargestellt von Eswald Kühle». Brosch. M. 2,—. Geb. M. 2,50. Die ländliche Ardeiterfrage. Nach dem Russischen de« Kablnbon'. Brosch. M. 1,—. Geb. M. 1�0. Tha«a» Mare»«d feine Atopie. M« emer histonsche» Emieiwng von Karl Kautobq. Brosch. M. 2,—. Geb. 2�0. Charles Fourier, sein Leben und seine Theorien. Von August KebeL Brosch. M. 2,—. Geb. M. 2,50, Das«oderne Glend»nd die moderne Kedervöldernug iur Erkenntniß unserer sozialen Entwicklung. Von IN« AchippoL Broschrrt 1�0. Geb. M. 2,—. Berliner Ardeiter-Kidliothed. Von Mar Achtvv-L Erschienen Heft 1 bis 7. Heft 1: Ein sozialistischer Roman. Heft 2: Der Nutzen der Gewerk« Aasten. Heft 3: Die Arbefterinnen- und Frauenftage der Gegenwart. Heft 4: »er Sozialismus in Frankreich seit der Pariser Kommune. Heft 5: Charakter- köpfe au« der französischen Arbeiterbewegung von Ossip Zetkin-Pari« t. Heft 6: Die Hausindustrie in Deutschland von Paul Kampffmeyer-Genf. Heft 7: Junker und Bauer von Paul Kampffmeyer-Genf.- Heft 15 und 20 Pf. Di» Ardeiterinnrn-Bemegnng Berlin». » Heft 30 Pf. Von A. Krrg»». '»r »♦ Ferdinand Kastalle» eine Gtdenkschrift zu seinem 25 jährigen Todestag. Von Mar Kegel.» 50 Pf. TReril, J> Die Religio« der Zudnnst. ISrUU vermehrte Auflagt. brach. M. 0,50. Halbes«nd ganzes Freidenkerthum, Zeit- und Streit- fchrift. 2. Auflage. Broch. 15 Pf. Thefe««der de« Kozlallsmns. Broch, m. o;». Gesetz der Alters-»nd Innalidttats-Derstchernng. Von A. Kebel und P. Kluger. Preis cartonnirt M. 0�0. Ardeiter-Rotizkalender pro 1800. Kleine Ausgabe» Exemplar 50 Pf. Große Ausgabe a Exemplar 75 Pf. Die Klastengegenfätze von 1780. Von»«t K««t»«m. » Exemplar 50 Pf. De Kountags-Ardeit. Von August Kebet. Brosch. M. 1,—. Die Mohamedanifch- Arabische Kulturperiode. Von August KebeU 2. Auflage. Broch. 50 Pf. Kydil. Roman von PlOruelt, übersetzt von Katult- KiebkuechL Die Kitter der Arbeit» Nach dem Amerikanischen de« Sor von Natalie TiedleuechL Die franzostsche Kevolntion« Von WUh-lm Kw«. Gel,««de« in Prachtband, a Exemplar M. 5�0. Brofchirt in 20 Heften i 20 Pf. Dazu Einbanddecken i M. 1. Uur 1 Mark 1�2 jede Uhr zu reinigen unter fte. Bei allen Rqnrraturen »er Preis vorher gesagt. >e r, Uhrmacher(Fachmann). « ll. Ecke Mariannen ftr. Cigarren«nd Tadak» pnssisohe n,t0ph.Oigappetten empfiehlt }Mm Lindemann, 981] Hetmftrasse 24 früher 27. Hierdurch allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, der Arbeiter Karl Münch am 20. d. Mts., Morgens 3 Uhr, in kaum vollendetem 51. Lebensjahre nach kurrem Kranken- lag« uns durch den unerbittlichen Tod entrissen wurde. Um stilles Beilerd bi ten Die tiefbetrübte Gattin Oeatr Münch geb. Hmpricht nebst Kost«. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. d. Mts., Nachmittags 1 Uhr, vom Trauer- hause. Eisenbahnitr. 35, ar« statt. 966 Qptskpankenkasse d. Steindruckep u. Lithogpaphen zu Berlin. Am 21. d. MtS. verstarb unser Mriglied, der Steindruck« Herr Otto Weitzel. Die Beerdigung findet am 24. d.. Nachm. 3 Uhr, vom Ti auerhause. Kottbuser Damm 66, aus nach dem Neuen Jocobi-Kirchhofe, Hermann- straße, statt. Um zahlreiche Betheiliaung bittet 976 Der Dorstaud. Fnchnerein der Steindracker «. Kithogrnphen Kerlins. Am 21. d. M- verstarb nach längerem Kranken- lag« daS Mitglied, der Steindruck« Otto Weitzel an der Proletarinkrankheit. Die Bendiguna findet am Sonntag, den 24., Nachmittags j3 Uhr, vom Trauerhauie, Kottbuser Damm 66, aus nach dem Neuen Jacabi-Kirch- Hof. Hermannstraße, statt. Um recht rege Betheiliguna bittet 991 Der DorKaad. Goldschmiede. Am 19. d. Mts. verstarb uns« berechtigtes Mitglied, der Elfenbernschnitz« Herr Mar Sybom. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 23. November, Nachmittags 3 Uhr, von d« Leichenhalle des St. Matthäus- Kirchhofs in der Kolonnenftraße aus statt. 992 I. A.: L. Hmnino, Rendant. den Berlins, 1989 Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, sowie Meister» und Kollegen der Töpfer we.che meinem Manne, dem Tövftr Epnst Ruppecht, die letzte Ehre erwiesen, sage ich für das Bei- leid gegenüb« den Hinterbliebenen, sowie für die Aufmerksamkeit gegen den Dahingeschiedenen meinen tiefgefühltesten Dank. Die trauernde Wtttwe. Im Namen der Famriie Rudolf Balte Töpfer, AndreaSstr. 25. Kranzbinderei en gros— en detail, auch Klume«- Geschäft, von Berlin SO., 8ka> litzerstr. 38, in der Ecke an o« Mant-uffel-Ktraste. von öS Pfi J. Meyer, Toppelbügeliche Lorbecrtränze an.— Kränze, Kreuze it. tmi v.umeu und Schleifen.— Große Auswahl.— Magnolla, Aucuba, Nespoll, Klrsch>orbeer, Jlex u. s. w.— (Sur Todtenfeter ca. 4» verschiedene Sorten vorräthrg).— Mein Geschäft ist vom La �sitzer. plotz als gut und billig bekannt.— Prämrtrt auf 18 Gartenbau- Ausstellungen für eigene Einführungen!! Wieder vorräthig: Der wahre Jacob Up. 87. durch die Expedition, Zimm«- Zu beziehen straße 44. Fachoer. d. Rohrleger- Sonntag, den 24. Rovemb«, Vormittags 11 Uhr,... in Feuerstein's Salon, Alte Jaksbstraße 75, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des He«n C. Pirch üb«: d« Arbeiter sparen?" 2. Ausgabe d« Billets zumWinte:v«znuS�� Aufnahme neuer Mttglieder. 3. Verschiedene« und Fragekasterr. Um zahlreiches Erscheinen«sucht 982 Der Dorsta»»- Fchvenii ilttLederirbtitall Montag, den 25. Novemb«, Abend« 8 Vh Oranterftt. 180: TanMalychen. Billeis für H-rren und Dumen im Arbc� Nachweis bei Herrn Sp«ling, Louisen- Ufir� lOrapienplotz), u. bei den Vorstandsmitalit� Perelu derKMer Nd FaAevvjltk. Am Dienstag, den 26. Novemb«, Abends 8s Uhr,„. in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. Versammlung« Tagesordnung:„u, 1. Vortrag des Herrn A. Sachs über: groph und Telephon" mit Experimente». 2. Diskussion. 3. Verschiedene« und Fragekasten. Gäste find willkommen! Um recht zahlreichen Besuch bittet. 990 Der Vopstav* Miinit H. Stramol' 123 Ritterstpasse 12�. »«Kunden m. Fremdo�, Empfehle meinen allb�., ten vorzüglichen FrSbo?.,�,. WMag.�und Ave»»� sonstige Speisen und��. tränke nachweiS, stehen zm Verfügung. m bekannter- j Zwei Zimmer. Zahlstellen und Empfehle allen Freunden und G«o��� Weiß- Mlil Bsinschbitt Fr* Oelzey 985] Kleine Andreas straße 1# Albert Auerbach- Berlin 7. S,f Kottbuser Da«w; an d« Kottbuser Brücke. 1 j Schuh- n. Stiefel Zagk» für Herren, Damen und Kind«. Reelle Bedienung. Pente Rp«�> Wo Kauft«an billig? 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Bambus- Berantworflicha Redakteur: U.«rouhrim m Salm. Druck und Verlag von Mar Fading in Balm SW., Beuihstraße 2. 1. Sie» Rtnuma j«ft V MiB' B»*' »ielwcht t Beilage zum Berliner BoMlutt. 27S. Sonnabend, den 23. November 1889. 6. Jahrg. s? I*5 . Mit V? 1"? Lokslss. f Uonnal Uhre« auf öffentlichen Plätzen bestehen gegen» Shler nur sechs; dieselben sind durch elektrische Leitungen ott königlichen Sternwarte verbunden und werden von sff ihrem Gange derart überwacht, dasi dieselben � 5e berliner Zeit bis auf den Bruchtheil einer Sekunde ge- e"-®lt der Ausdehnung des Stadtgebiets und der des Verkehrs ist das Bedürfnib nach möglichst ge- Iii'.» angaben beständig gewachsen und hat vielfache An- an die Gemeindebehörden auf Vermehrung der Zahl l. Den in dieser Weise kundgege- Erfüllung bevor� Der Stadwerord- 1"_____________ hervorgerufen. 5». Punschen steht setzt vrwl.-vti Wiuuiuviuiv- Versammlung wird demnächst vom Magistrat eine Vor- JfijpWen, wonach über das ganze Stadtgebiet verlheilt, zu- ')£ �.ffeue Uhren auf öffentlichen Plätzen errichtet werden jjr"- Diese Uhren«erden zwar nicht vollkommen den be- S, n Normaluhren gleich genaue Zeitangaben gewähren, �«erden ihre etwaigen Jehler immer innerhalb in..halben Minute sich halten. Eine Vermehrung �hren des Normaluhren-Systemt ist ausgeschloffen, � deren Ueberwachung von der Sternwarte aus t,.»röhere Vermehrung nicht wohl gestattet und weitere Ausdehnung des elekttifchen Uhr-Kabel- ueben den in den Straßen sich immer mehr aus- ■'(t eru" Beleuchtung« kabeln und Telegraphendrähten bedenk- mom Die letzteren sollen deswegen nach dem von dem i»!l4«r Mayrhofer erfundmen und patentirten System, sich bei den Uhrenanlagen in der Börse und dem « Bahnhof wenigstens für Anlagen in geschlossenen Die Ueberwachung des versehenen Uhren, die ��ährt hat, errichtet werden. J" dieser mit emem Gangwerk aufgezogen.._ H 35''(folgt unter Benutzung des Telephondrahtsystems, die V ofer durch einen Vertrag mit der Telegraphenver- gesichert hat. Die Uhren werden in gußeisernen Kan- «hL angebracht, erhalten drei Zifferblätter und werden MfäJjtt Dunkelheit von innen erleuchtet. Der Preis einer und soll 4000 M. betragen, ihre jährliche Unterhaltung oit ttgT'mtnk des richtigen Ganges 270 M. kosten. Für �„. �h�ung der bestehenden sechs Normaluhren, deren Än».?"ntgeltlich von dem Direktor der königl. Sternwarte zts�/cht wird, find im städtischen Etat jährlich 1300 M. an- »auf jede derselben entfallen also 231'/, M. i'iti i anKeu-Zlebertragnug. Daß unsere Epoche unver- «!i,WerBlüthe0erNaturw>ffenIchaftenmitd«mWiedererwachen i» Nkobba.istsscher Schwärmereien zusammenfällt, mag sich au« �datsache erklären, daß wir uns in dem absteigenden Ast - ökonomischen Entwickelungsperiode befinden: die Bour- ji welche die Naturwissenichaften zur Ausweitung und � lstrung der Produktionsweise gebraucht, sieht andererseits i�'siige und politische Henschaft bedroht und wird deshalb Hm a',tn Dage fromm und abergläubisch. Dieser Ader- Ä s?.?dir wird wieder von der Naiurwiffenschaft bekämpft, sich eine eigenthümliche Berührung der Gegensätze h c» ,-� feststellen. Jedenfalls ist die Naturwissenschaft icht»>, die dunklen Nebel der Geheimlehren durch ihr SiijA 1'tu'n* �«if' Gedankenlesen, wie Cumberland es betrieb, Udzn Dr.'! als besondere Geheimkunde angepnesen. Dr. �sität.�h'rg, Prioatdozent der Philosophie an der Uni- nun in einem in der i* gehaltenen Vortrag: k erschienen in der „ von I. C. B. Mohr, die 4en Cumberland'S ihres geheimnißvoklen Zaubers gezeigt, wie das von demselben vir leführte auf rem natürlichen Vorgängen bei uzt. Der �....„�durg im BreiSgau, hat nun in Spanten vt".. �'stllschaft zu Freiburg" gehal S Qbemir* ertragung*"'°uch im Druck erschienen tn vvtl"uu»«u/ auuj»m Vfjjjj�en VrrlagSbuchh-mdlung _____________________... 't ttj.,;' dringt aus diesem Buche einen mstruktiven Auszug. lokiendermaßm darüber: H i«? Wort, das wir sprechen, führt Münsterberg ö �rivgen wir deshalb hervor, um lediglich Schall Littel j 0en' die Lufterschütterung soll stets nur das R»5».., um die Gedanken, die uns beschäftigen, r/BorinV* W übertragen. So schwer auch die Erfassung dieses % r« Sa Einzelnen sein mag, so ist doch Jeder überzeugt, Nz, hierbei um nichts UeberfinnlicheS handelt. Der Vor- .�lt, in Uch bei der gewöhnlichen Gedankenübertragung ab- nur??lach folgender: Die Vorstellungen des Sprechenden bJNtiM. fQk feinem Vemilbtlrin aitnnnnlffN« s-, ?lltln. nun unsere Brust-, Halt-, Zungen- und Mun In, geordnete Thötigkeit, wodurch bestimmte Schall« Älern rH werden, welche dann das Trommelfell des Hörers tjk'n, w nervöse Erregungen seiner GchörSneroen um- zugängliche Innenseite be- seinem_.________. „ J, die zur physischen Ursache für die mter Nerven werden. Durch diese Nerventhätia- Bewußtsein aerregungen, °'nienigen Vorstellungen e Ii*\ni" iu feinen Worten veranlaßt. Unt.!l!on angewiesen. Eine Geste, ein Stirnrunzeln, m. kJT*™* ist oft wirksamer als ein« Rede, ein Hände- ku�ti, K.r v�onfm übertragen; der Gesichtssinn muß im "fitn ffnsinn im zweiten Falle die Rolle übernehmen, das Gehörorgan spielt. Man kann also Äk Sei»,,», kagen, die Gedankenübertragung de« gewöhn- (»i.!rasen? b'Keht darin, daß die G'brrn'rrmungen de« e Vf." v � in körperliche, auf MuSkellhätigkeit be- "'i�sitzen? �"lien— Sprech- und AuSdrucksbewegungen Irj�ktr � vre der Empfänger durch irgend emen Sinn wahr- '«Di? 3ieln!/ um schließlich die empfangenen Erregungen in sie,'n d»IUparaten zu verarbeiten. Ebenso bleiben wir W'vtä&lio»» dieser normalen Uebertragung, wenn wir b�Ng L? Talle in« Auge fassen, bei denen die Ausdruck«- �rekt wahrnehmbar ist. sich ober in zremlrch i-nzsi'n un»,«Spuren, in Bridern, Schriftzeichen, physischen 'tet. Prozessen den Sinnesapparaten de« Empfangers »»;, si-ht�' sind Listen Gedanken, die auf uns übertragen '"Owelin? �scben gedacht, deren Muskelleistung wrr Ott»» beobachten können; zu entlegenen Zeiten, an r Ii!? Örnmen. � entstanden und uns auf komplr« S« faJiragünn>."i> ermittelt worden sei. Aber glerchviel, ob "S�er �"8 duicy Tinte oder Druckerschwärze, durch Oel- �it z Falle ja durch Telephon oder Telegraph erfolgt, m ?.achIjA�innesm»� Nusdrucksbewegung de« Uedertragenden i? iusawmÄ'�Wung des Empfängers durch eine Kette X Spt, Abdangen der phystfcher Prozesse verbunden, Mund»'S? Hören die Fortpflanzung der Luit- »u Ohr vermag, da« ist hrer emem physischen Vorgang komplizirterer Art überttagen: aber auch hier wird der Gedanke körperlich geäußert und diese Aeußemng, gleichviel, welche physischen Zwischenglieder sich einschieben, wird mit den Sinnesorganen aufgenommen. Nun können freilich wesentliche Abweichungen von der Norm auf beiden Seiten vorkommen. Der Uebertragende sowohl wie der Empfänger können abnorme Verhältnisse darbieten. So kann der Uebertragende schlafen und im Traume hörbar sprechen, er kann in der Fieberhitze seine Vorstellungen kundgeben, er kann in schwerer Trunkenheit seine Geheimnisse ausplaudern, er kann in einem Anfall von Geistesstörung Ideen aussprechen, von denen er nachher nichts ahnt, kurz, in zahllosen Variationen kann er sein Seelenleben äußern, ohne daß er es selber will und weiß. Aber deshalb wird doch Niemand daran zweifeln, daß es wirklich die Vorstellungen und Gedanken des Ueber- tragenden sind, welche da ohne seinen Willen und ohne Wissen durch Worte wahrnehmbar werden. Diejenigen Gehirn- erregungen, welchen seelisch die Vorstellungen entsprechen, find eben für sich allein schon hinreichende Ursache für jede körper- liche Äeußerung; der seelische Wille ist nur eine nebenher- gehende Begleiterscheinung, ein Signal für den Vorgang, nickt seine Veranlassung. Muß der Wille doch bei näherer Analyse seine üblich: Sonderstellung im seeltschen Leben aufgeben und sich m Reih und Glied stellen mit unserem sinn- lrchen Empfinden und seinen Erinnerungsbildern, denn nur au« solchen setzt er sich zusammen. Wir alle gehen, sprechen, schreiben, ohne die einzelnen Bewegungen des Munde«, der Finger, der Füße erst mit Bewußtsein zu wollen. Wollen wir aber wirklich etwa den Arm absichtlich heben, so wissen wir wohl, daß der Vorstellung von diesem Wunsche die Aus- führung folgen wird; wie unser Wille das aber erreicht, das wissen wir nicht. Nickt unser Bewußtsein will und setzt mit seinem W.llen den Körper in Bewegung, sondern unser Bewußtsein nimmt passiv, im Gefolge gewisser Vorstellungen, erst den einen Gehirnzustand wahr, dessen psychische Begleit- erscheinung Wille genannt wird, und dann den anderen Körper- zustand, dem psychisck die Wahrnehmung der Bewegungsvor- stellung entspricht. Wir wollenden Wssen find nun schernbar die Akteure, thatsächlich find wir die Zuschauer diese« Vorganges und hinter die Kulissen ist uns kein Blick gegönnt. Da dürfen wir uns nun nicht wundern, wenn wir erfahren, daß auch sonst unsere Vorstellungen sich häusig ohne unseren Willen in AuSdruckSbe- wegungen entladen, ja daß im normalen Zustande jegliche intensiv erfaßte Vorstellung, sofern sie sich auf einen bestimmten Punkt im Räume bezieht, stet« von ganz schwacken Bewegungen der Glieder nach jenem Punkte hin ohne unser Wissen und Wollen begleitet wird. Dre Bewegungen find jo schwach, daß wir selbst sie nicht merken, aber doch stark genug, um von sehr empfindlichen Apparaten regiftrirt und von fein tastenden Fingerspitzen als Druck nach der betreffenden Rich- tung hin wahrgenommen zu werden. Nur hierin aber und in nichts weiter besteht diejenige Gedankenübertragung, welche als Gedankenlesen rn den Schaustellungen Cumberland'« und Anderer eine so mystische Rolle spielt und von der Leicht- gläubiqkeit als üdersimUrche Einwirkung gedeutet wird. Wer- sich erst klar vergegenwärtigt hat, daß ungewußte und ungewollte Bewegungen fortwährend an unlerem Körper ablaufen, daß es überhaupt der psychologische Prozeß der Borstel- lung, nicht unser Wille ist, der dre Muskeln in Bewegung fetzt, der kann wirklich darin nichts UebernatürlicheS finden, wenn die Vorstellung einer an bestimmtem Ort verborgenen Stick- nadel den durch das absichtlich lange Hochhalten stark ermüdeten Arm zu schwachen Zuckungen in der bestimmten Ricktung ver- anlaßt und wenn diese Zuckungen genügen, um den Beobachter, der den Arm sortwahund betastet, zum richtigen Platze zu führen. Alle Gedankenübertragung, welche von dem gewöhn- lichen Gedankenaustausche nur dadurch abweicht, daß der lieber- tragende die BewegungSäußerunz nicht besonder« beabsichligt, sondern seine VorstellungScrregungen sich ohne fein Wissen und Wollen in Ausdrucksbewegungen umsetzen, ist durchaus ver- ständlich und natürlich.— Genau dasselbe gilt nun aber von jenem Falle, wo nicht der Nebe> tragen de, sondern der Empfänger, nicht der Sprechende, sondern der Hörende, in abnormem, das Bewußtsein verändernden Zustande sich befindet. In diese Gruppe gehören alle die bekannten Gedankenübertragungen aus Hypnotifirte." Verfarnnrlungerr. Die Freie Vereinigung der Maurer K erlins«nd Umgegend Hütt am Sonntag, den 17. d. Mie., im großen Saate der Berliner Bockdrauerei eine rege besuchte Mitglieder» verammlung ab. Herr Heinz e referirte in erster Linie über: »Die Lageim Baugewerbe". Derselbe charakterifirte dieselbe mit den Worten: Rosig für die Bauunternehmer, traurig für die Arbeiter. Angesicht« dessen hielt er e« für an- gebracht, zu erforschen, ob«S nicht zweckmäßig sei, einen anderen Weg einzuschlagen, um die Massen zur Organisation heran« zuziehen und emize Erleichterungen in dem Statute der Freien Vereinigung Platz areifen zu lassen. Die heutigen wirthschaft- lrchen Verhaltnisse briichien e« mit sich, daß die Bestimmung m des Statut« sich nicht rwmer inne halten lassen. Tie gewerk» schastlich: Bewegung könne nicht lo konsequent sein, wie die politische. Jetzt sei die Berliner Maurerschast zer- splittert in Künstler, VerernSmitglieder, Akkordarbriter und Indifferente. Ties sei der Allgemeinheit nur zum Schaden. Eine groß-, alle Maurer umfassende Organisation war der sehnlichste Wunsch de« Referenten, und bot er demzufolge, den Vorstand zu beausiragen, eine Revision de« Siatuts vorzunehmen, um der großen Me sse den Anschluß an die Freie Vereinigung zu erleichtern. Herr M a cr j ew S ki pflickiele dem Vorredner tei und war ebenfalls der Meinung, oaß Remedur geschaffen werden müsse, solle die Organisation nicht großen Schaden leiden. Wäre die Organisatron erst groß, dann würde es reicht fern, gegen etwaige Ausschrerlungen Maß- regeln zu ergreifen. Herr Hempel wie« semersens darauf hin, daß die intrlligenle Maurerschaft, welche ihr Prinzip hoch- halte und verfechte, die Früchte ihrer Arbeit und Kämpfe nicht genieße, vielmehr auf dir Straße liege, während die unintelli- gente und indifferente Masse den Vortheil ziehe. Die Haupt- frage sei die, ob e« möglich beziehungsweise zweckmäßig sei, die Akkordmaurer in die Freie Vereinigung aufzunehmen. Redner war wohl dieser Ar. ficht, indem durch den Aus- sckluß derselben das Akkordsystem geradezu gezüchtet werde. Wenn die Akkordarbeit früher in andere Bahnen gelenkt wor- den wäre, so würde sie rncht zu der heutigen Mordarbeit aus- geartet sein und die Kämpfer für das Allgemeinwohl lägen nicht auf der Straße. Das Prinzip, welche« die aufgeklärten Arbeiter verfechten, verwerfe die Akkordarbeit nicht als solche, sondern weil sie zur Mordarbeit gemacht werde. Im Taaelohn könne man sich sckließl.ch auch zu Sckanben arbeiten. Würde für die Alkordmbert em fester Tarif geschaffen werden, so würde schon der heutigen Ausbeutung der Akkordarbeit ein Damm entgegengesetzt fem. Die» sei aber nur möglich, wenn der Minimallohn durchgeführt sei, und die« sei nur möglich durch eine große alle umfassende Organisation. Diese könne wiederum erreicht werden, wenn Jedem der Zutritt zur Ver- einigung gestattet sei. Dadurch, daß man Arbeiter zurück iloße, mache man dieselben nickt rerf für die allgemeine Arbeiter- bewegung.— Herr Zöllner bekämpfte diese Au«- führungen mit großer Energie. Alle Gewerkschaften seien dar« auf bedacht, die Akkordarbeit abzuschaffen. Deshalb warnte er die Freie Vereinigung vor unüberlegten Schritten und er- mahnte die Mitglieder, dem bisher verfochtenen Prmzipe treu zu bleiben. Ihm schloß sich Herr Metzle voll und ganz an, ebenso Herr Karl Schmidt. Semer Meinung nach könne die Freie Vereinigung keine andere Bohnen einschlagen, al» wie bisher. Ein Akkordtarif sei schon früher einmal gewesen, aber nickt mne gehalten worden. Der Tarif fei gesunken bi« auf 5 Mark pro Tausend Steine. So würde es wieder kommen. Deshalb erklärte er sich entschieden gegen Aufnahme von Akkordmaurem. Herr Silberschmidt hielt e« für durchaus nothwendig, von den drakonischen Maßregeln gegen diejenigen, die sich, auch nur in unbedeutender Weise, gegen die Bewegung, gegen das Prinffp vergangen haben, Abstand zu nehmen. Dadurch würden nur immer mehr in die indifferente Masse geschleudert und diese orbeitin gegen die Verfechter der ArbeUersache. Auch Herr Rücker empfahl eine weise Mäßigung zum eigenen Besten. Die Taktik, welche nach der Bewegung beobachtet worden sei, sei eine irrige gewesen. Wenn heute Jemand eine Ueberstunde u. dgl. mache, so sei das häufig unvermeidlich und müsse dies nachgesehen werden. Gegen die Anfertigung von Truppen und Bögen in Akkord aber müsse namentlich ent- schieden Front gemacht werden. Eine Beseitigung der Akkord- arbeit hrelt Herr H e m p e l nur durch die Geletzaebung für möglich, doch aber auch in Anbetracht de« großen Ziele«, nxlcheS die Arbeiterschaft zu erreichen strebe, für einen rmbedentendnr Faktor. Die Akkordarbeit sei allerdings in heutiger Form verwerflich, doch besage da« sozialdemokratische Prinzip nicht, die Akkordarbeit«: gänzlich von sich zu stoßen, viel- mehr dieselben rerf zu machen für die Arbeiterbewegung. So seien zum Beispiel unter den Putzern viele auf- gekörte, überzeugungSireue Männer. Von der»Freien Vereinigung würden sie al« Akkord arbeiter zurückgestoßen, m den»Fachverein der Putzer" gingen sie nicht, weil sie nicht einem reaktionären Verein angehören wollen. Was wollen sie nun Ihun? In seinem Schlußworte verwahrte sich Herr Heinz e entschieden dagegen, daß er'habe versuchen sollen, oie»Freie Vereinigung" in ein andere« Fahrwaffer»u lenken od-r für die Akkordarbeit Propaganda zu machen. Er wünschte nur, daß dm bestehenden thatsächlichm Verhältnissm mehr Rechnuna getragen werde und daß die jetzt geübte Strenge einer werfen Müde weiche. Heute sei es ebm Keinem möglich, den Anforderungen de« Statut« voll und ganz Genüge zu leisten. Er betonte nochmals, daß es unbedingt nölhig fei, daß Bahnen eingeschlagen werden, die e« ermöglichen, alle Arbeitsbrüder unter einen Hut zu bringen, um geschlossen gegen da« Kopital Front machen zu könnm. Ein eingegangmer Antrag besagte, daß eine Kommission vor: ö Mitgliedern zu wählen sei, um eine Revision de« Statut« vorzunehmm im Sinne des Referentm und in der nächsten Vereinsverfvmmlung hierüber Bericht zu erstattm. Dieser Antrag war indessen hin- fällig, schon au« dem Grunde, weil zu einer Statutenänderung nur eine Gmeralmitglieder-Versammlung kompetent sei.— Nach- dem erstatteten die Revisoren Herrm Sckmidt und Heinz« über die letzt erfolgte Revision der Vereinskasse und Herr Däumchen über die Abrechnung vom Vergnügen im Schweizergarten Bericht. Dem letzteren zufolge betrug die Ein- nehme 025 M. 50 Pfg. Die Ausgabe 476 M. 55 Pfa. Der Uederfchuß 1S8 M. 95 Pfg.— Dre Berichterstattung über die Anschaffung einer Bibliothek hatte Herr Heinze übernommen. Derseibe war noch nicht in der Lage, ein positive« Resultat vorzu- legen und beantragte er, ebenso wie Herr H a n i s ch, die Vertagung dieser Angelegenheit bi« zur nächsten General-Mrtglieder- Versammlung. Diesem Antrage wurde zugestimmt. Unter »Verschiedenes" wurde mitgetheilt, daß der Kollege Rosen- bäum der AgitationSkommission erklärt habe, in seinem zur Beschwerde stehenden Falle unkollegialisch gehandelt zu haben und keinen Polrerposten wieder annehmen zu wollen.— Herr Fr ei dank habe sein Vergehen gegen daS Prinzip einge- standen, doch wäre dasselbe durch die heutigen Verhältnisse be- hingt, wie durch die Debatte über den ersten Punkt der Tage«- ordnung schon klar gestellt worden sei. Einem Antrage Rücker entsprechend, beschloß die Versammlung, Herrn F r e i d a n k eine Rüge zu ertheilen, ihm jedoch die Mitglied- schaft nicht zu entziehen. Die Versammlung schloß mit einem vom Vorsitzenden zur Verlesung gebrachten Aitikel au« der »BaugewerkS-Ztg." und einer sich daran anschließenden kurzeer Diskussion. Die Kuchdfnckeu hielten am Montag eine öffentliche Versammlung im KonzerihauS Sanssouci, Koltbuserstr. 4a, unter Vorsitz de« Herrn Phuipp Schmitt, ab, um zunächst einen Vortrag über:»Die Verkürzung der Arb.itSzeit und ihre Be- deutung für die Arbeiter" zu hören. Der Referent, Herr Alb. Schmidt, betonte Eingangs seiner treffenden Ausführungen, daß er wohl wisse, daß er mit seiner Meinung bei einem großen Theil der Anwesenden ouf Widerstand stoßen werde: doch wenn die Betreffenden nur zum Rachdenken angeregt werden würden, so sei er schon damit zufrieden. Redner äußert seine Ansicht über die Organisation der Buckdrucker da- hin, baß er weder mit dem Wesen, noch mit dem Werth der- selben einverstanden sei. E« habe eine Zeit, die 70er Jahre, gegeben, wo sich die Buchdrucker mit Recht die Pioniere der Arbeit nennen konnten. Die« könnten sie jetzt nicht mehr sagen. Die Bewegung die so kräftig angesetzt habe, sei vollkommen verflacht und in ihren Anschauungen weit zurückgeblieben. Die leitende Stelle wieder einzunehmen, müßte Aufgabe der Buchdrucker lein. Redner betonte zum Zwecke de« Beweises, wie reaktionär die Buchdrucker find, daß dieselben die Frauenarbeit aus dem Gewerbe verdrängen wollten. Ja, in der Schweiz sei sogar eine dahm gehende Petition verfaßt worden! Auch die Stellung in der Lehrlingsfrage kennzeichne die Buchdrucker. Sie suchten das Anlernen zu verhindern. Mit welchem Rechte? Sie könnten dort, wo die Lehrlinge massenhaft ausgebildet werden, gar nicht« ausrichten. Wohin solle es auch führen, wenn alle Gewerke in gleicher Weise vorgehen würden. D.ese Maßnahmen seien falsch. Das emzig richtige wäre, die Forderungen p olrtrsch zu fonnulrren. Nicht durch eine Ge- werkschaft» bewegung sei eine Besserung zu er- i o.? sehe man an der englischen, nein, nur durch Theilnahme an dm politischen Taget fragm, durch Be- therOg�a rrn der Polrlrk ser etwas zu er eichen Man müsse durch Beschlüsse, Proteste u. s. w. die Regierung rmf die Forde- nmgen ausmeikiam machen. So sollten sich auch die Buch- druck» an der Demonstration am 1. Mar 1890, die auf dem Paris» Kongresse beschlossen wurde, beiheiligen. Redner führt hierauf in üb«jeugender Weise den Nachweis, daß mit dem Fortschreiten der Maschiner technik die reine GewnkschaftS» bewegung ganz ohne Nutzen sei. Die Maschinen hätten ein großes He» von Arbeitslosen geschaffen, die bei einem Streik ie Stellen der Ausständigen besetzen würden. Zwar habe die Maschine noch nicht solche Verheecungen unt» den Buchdruckern angerichtet. Doch w» könne sagen, ob nicht über Nacht eine Setzmaschine eingeführt werde, die Tausende von Kollegen aufs Pstaster werke? Eine vollständige Beseitigung des Uebels, das feine Wurzel in dem h>utigen Produktionssystem habe, könne nur dadurch herbeigeführt werden, daß der Grund und Boden, sowie die Arbeitsmittel in den Besitz der Allgemeinheit übergehen. Vor der Hand könne aber eine Besserung er» reicht w»den, wenn man das Bleigewicht von den Füßen d» Arbeitnbewegung nehme: das Heer der Arbeitslosen vermindere. DieS könne nur durch eine Verkürzung der Arbeitszeit ge- schehen, eine Maßnahme, die auch den Lobn steigen mache, da jede Waare im Preise steige, wenn die Nachfrage nach dem Artikel eine größere sei, als das Angebot. Deshalb müsse in allen Gewerkschaften eme rege Agitation zur gesetzlichen Ein- führung des Normalarbeitstages ins Werk gefetzt werden. Dann wird und muß die Reginung auf die Wünsche der Arbeiter aufmnksam werden und Abhilfe schaffen. So lange die Arbeiter sich selbst helfen wollen, werde sie nichis Ihun. Deshalb sollten die Buchdruck» mehr aus dem Rahmen ihr» gewerkschaftlichen Organisation heraustreten und sich mehr an der politischen Arbeite! bewegung betheiligen. Die Demon- stration am 1. Mai solle den Prüfstein abgeben, ob sie gesonnen sind, andere Wege einzuschlagen. Würden sie es lhun, so würden sie sich hiermit ein Denkmal in der Geschichte der Arbeiterbewegung setzen.(Lebhafter Beifall.) Der Korreferent He» DolinSki verwahrte zunächst die Buchdrucker gegen den Vorwurf, daß sie Gegner der Frauenarbeit seien. Rur dann seien sie es, wenn die Frau sich billig» anbiete, als d« Mann, wenn sie Konku»entin sei. Auch in der Lehrlings- frage steht dieser Redner aus einem andern Standpunkt, bemselben, den er auch in Betreff d» Verkürzung der Arbeits« zeit resp. der Durchführung derselben einnimmt. Er halte es taktisch für richtig», daß jede Gew»kschaft streng in ihrem Rahmen diese Frage regle. Würden z. B. alle G-werkschaften in der Lehrlingsfrage ebenso vorgehen, wie die der Buch- druck», so würde bald eine Kalamität enistehen, auf die die Reginung aufmnksam werden und AbHülse schaffen wird. Redner beleuchtet darauf, warum sich die Arbeitgeber so schwer Sur Arbeitszeitverkürzung, eher zu einer Lohnerhöhung ver« leben. Einfach darum, weil das Erste» eine zu bedeutende Schmälerung ihres Verdienstes bedeute. Nehme man an, daß ein Setz» 40 Zeilen pro Stunde setze und hierfür 75 Pf. er- halte, daß der Lebensunterhalt pro Tag mit 4,50 M. bestritten werden könne, und der Setzer soviel TageSlobn er- halten, dann würde der Setz» in S Stunden(6 X 75 Pf. — 4,50 M.) soviel verdient haben, als» zum Leben braucht. Der Arbeitgeber verkaufe diese Arbeit mit 33'/, pCt. Ausschlag — 1,50, also mit 6 M. Diese 1,50 M. würden gerade seine Auslagen am Papi»:c. decken. Er würde also noch 6 Std. noch nichts„verdient" haben. Anders stelle sich die Rechnung bei lOstündiger Arbeitszeit. Er bekomme dann von seinem Arbeiter 400 Zeilen geliefert, also für 7,50 M. Waare; hinzu schlage er wied» 33'/, pCt.— 2,50 M. und verkaufe die Arbeit des Setzers für 10 M. Er zahle aber dem Setzer nur 4 50 M. Lobn für seine Arbeit, er habe 2,50 M. Auslagen an Licht, Papier ic. Die Arbett, die er für 10 Mark verkaufe, koste ibm also nur 7 Mark— 3 Mark hat er Profit. Würde die Arbeitszeit um 2 Stunden verkürzt, also nur 8 Stunden gearbeitet, so würde der Kapitalist nur 1,50 M. verdienen. Hi» die Rechnung: 8 Stunden Arbeits- zeit— 320 Zeilen— 6 M. Werth. Hierzu 33'/, pCt.(2 M.) — 8 M. Ausgaben: Lohn an den Setzer 4,50, für Unkosten u. s. w. 2 M. 6,50 M. Der Kapitalist würde durch eine Verkürzung der Arbeitszeit von 2 Stunden 1,50 M. pro Tag verlieren, während ein 50 pCt. Lohnaufschlaz nur 221 Pfg. Verlust pro Tag bedeute. Redner ist also für die Verkürzung und auch für die Demonstration, wenn alle Arbeiter daran Theil nehmen würden, sonst nicht. Eben so gut s» es, wenn alle Gewerkschaften den 8stündigen Arbeitstag zu erringen trachteten durch ihre eigene Macht. He» Büttner hält letzteres für unmöglich, da die Koalitionsfreiheit zu sehr beschnitten sei. Eine solch' weitgehende Frage, die alle Arbeit» interessire, sei nicht im Rahmen ein» Gewnkschaft, sondern nur gss'� regeln. Deshalb ist auch er dafür, daß die Buchdrua» der Reserve heraustreten, sich politisch bethätigen u«: I.Mai demonstriren. Die große Masse w»de sich oi« schließen.(Bravo.) Schließl-ch wird folgende ResoluN«» genommen:„Die am 18. Novemb» in Sanssouci» Allgem. Buch dru cker- Versammlung erklärt sich mit den führungen des Referenten voll und ganz einverstanden nn schließt den Beschlüssen des internationalen Arbeiter-Ko"� gemäß, den 1. Mai 1890 als Feiertag zu proklainiren, die Regierung zu ersuchen, sich an der von der Swan! berufenen internationalen Arbeiterschutz-Konfnenz zu fr — Hierauf schließt die Versammlung, da die übrigen vntaat werden. I« der gut besucht«« Versammlung b«» 8' «iu» der Lederarbeiter am Moniag, den 18. d. Kollege P. Jahn einen beifällig aufgenommenen Vortrag „die Arbeit". Er verstand es in anregender Weist fr schichtliche Entwickelung der Arbeit in kurzen, knappen� seinen Zuhörern zu schild»n, und betonte, wie man leil>K immer nicht d» Arbeit die Anerkennung zu Theu® läßt, die ihr als alleinige, wohlstandserzeugende Kiaft M Eine anregende Diskussion schloß sich hieran. Unter angelegenheiten" warnte ein Kollege davor, beim Farn S. Simonson, Köpnicknstraße, Arbeit zu nehmen, da on dienst dort ein sehr geringer sei. Auf die vom Bu?' verein ausgegebenen Fragebogen, wurde unt»„Verschu> aufmerksam gemacht, und gebeten, dieselben recht geanl )*♦ S7 auSzusüllen. Auf Antrag wurde beschlossen: die Patzenhoser und Borussia zu boykotten, bei BugzenhaS-, iit i»*tS»»ttr frtfAe» Qrtfrtl? 211 Dv, i Keller nicht zu verkehren, und nur solche Lokale zu wo die Arbeiterblätter auSliegen, sowie auch den 1 als höchsten Feiertag anzuerkennen.— BllletS fw,"-* anzuerkennen.—-oiueis i«» 25. d. M. im Vereinslokal, Oranienstr. 180 stattfindend!, anienvlak bei®? vergnügen find im Arbeitsnachweis, Oranienplatz zu haben, woselbst auch Beiträge entrichtet w»den koa«, Es wird noch ersucht, die VectrauenSmännerwahlen � Werkstätten vorzunehmen, so daß die Gewählten nächsten Sitzung(2. Dezember, Referent Herr Adressen abgeben können. gegen nasse u. kalte FQsse! il.& X Dick's engl, garaniirt wasserdichte Schuhe und Stiefel für Herren, Damen und Kinder halten den Fuß trock». und warm» und find bedeutend daueihafter und billig» als and»es Fußzeug. 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Druck und V»lag von Mae Kading B»lin SV/., Beulhstraße 2. ®0j 'Sig av uvt< b'e Ri kiij„n«iot °ufgeh